Morgenausgabe 7tr. 581 A295 44. Jahrgang Wöchentlich 10 PfennZg, monüLich A.— Reichsmark, im voraus zahlbar. Unter Streifband im In- und Aus- Lind 5.50 Reichsmart pro Monat. Der.Vorwärts' mit der illustrier- ten Sonntagsbeilage.Volt und Zeit� sowie den Bellaaen.Unterhaltung und Wissen*.Aus der FilmweK". „Stadtbeiloge'.Frauenstimme* .Der Kinderfreund*..Äugend-vor- wärts*.Blick in die Bücherwelt* Kulturarbeit* und.Technik* erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Freitag 9. Dezember 1927 Groß-ÄerlinlO Pf. Auswärts 15 pf. --TT# Veriiner Voltsblatt Ien sichtlich höher an. weil sie erstens damit operieren, daß eine so große Anzohl von neu einzustellenden Arbeitern nicht auf. dem Arbeitsmarkt vorhanden ist, und. wenn sie von außerhalb heran» gezogen werden müßten, die Wohnungsnot große Schwierigkeiten bringen, würde.,., Tatsächlich hat der Deutsche. Metallarbeiteroer- band festgestellt, daß für das Ruhrgebiet, nicht wie die Unter- nehmer behaupten, 13904 eingestellt werden müssen, sondern 8740 Arbeiter. Diese Zahl, die auf genaue Prüfung der Angalien der Betriebsräte beruht, wird tatsächlich heute von den Unternehmern nicht mehr bestritte«. Es waren Ende September im Ruhrgebiet 10 413 Metallarbeiter als arbeitslos eingetrogen. Diese Zahl hat sich seitdem etwas erhöht, so daß also ohne Schwierigkeiten, ohne die Notwendigkeit. Neubauten aufzuführen, bie Neueinstcllungen, die durch die Verordnung not- wendig werden, vorgenommen werden können Die Unternehmer klagen aber andererseits, daß sie in den Werkswohnungen im Ruhrgebiet 4410 betriebsfremde Ar- heiter hatten. Diese noch betriebsfremden Arbeiter sind in Wirklichkeit abgebaute Metallarbeiter, die den Unternehmern ohne weiteres wieder zur Verfügung stehen würden, wenn durch die Verordnung Reucinstellungen notwendig würden. Soweit also dos Ruhrgebiet in Frage kommt— und hier bei der l großen Zufammenbollung von Menschen und der außerordentlichen Zufammenbollung der Industrie bietet die Durchführung der Ber- ordnung die größten Schwierigkeiten—> können die Unternehmer heute nicht mehr ausrechterholten, daß die Durchführung des Drei- schichtensystems praktisch am 1. Januar nicht möglich wäre. Run behaupten die Unternehmer aber, daß finanziell die Durch- sührung der Verordnung die Industrie so belasten würde, daß die Konkurrenzfähigkeit dadurch außerordentlich in Frage gestellt werden würde. Wie steht es min damit? Es ist unbestritten, daß infolge der Durchführung der Verordnung die Produktions. steigerung ganz automatisch zunächst etwa 26 Proz. KO'mn wird. Durch technische Verbesterungen wird diese Produktib�issteigerung zweifellos noch erhöht werden. Das hat sich ganz besonders bei der Einführung des Dreischichiensyftcms in der eigentlichen Hütten- industrie ergeben. Wen» also etwa 28 Proz. Arbeiter neu eingestellt werden, so wird die Prodnktionsstekgerung so groß sein, daß sie die Lolfnsteigerung nicht nur wettmachen, sondern boraussichtlich«och übertreffen wird. Die Unternehmen haben also nicht aus wirtschaftlichen Gründen die Stillegung angemeldet, sondern tatsächlich widersetzen st« sich der Durchführung der Verordnung aus politischen Gründen. Wenn der Arbeiter statt 12 Stunden Schichtzeit. wozu noch der Weg von und zur Arbeitsstelle kommt, nur«ine achtstündige Schichtzelt innezuhalten hat, wenn statt der jetzigen S7stündigen Arbeitszeit die 4«stündige Arbeitszeit eingeführt wird, dann ist den Arbeitern Zelt gelösten für kulturelle und gewerkfchaft- liche Aufgaben und auch politisch wird er freier und unabhängiger. Es kommt weiter hinzu, daß, wenn der achtstündige Arbeitstag in den Stahl- und Walzwerken durchgeführt wird, die Durchführung des Achlstundenloges für die übrigev Arbelker der Melallindustrie nicht mehr aufgehalten werden könnte. Das sind die wahren Gründe, weshalb die Unternehmer sich ofsen gegen die Verordnung des Reichsarbeitsministers auflehnen und damit die ganze Oeffentlich- kell herausfordern! Stillegungsanträge. Aachen. 8. Dezember. Die virektlonea des Eschweiler Vergwerksverelas and der H 0 tl« a g esellf ch 0 f t Rote Erde haben ta Le- rückstchtlgung der veschlüste der rheinisch-westfälischeu Schwerindustrie ebenfalls Slillegvvgsanträge bei der Aachener Regierung gestellt. Dertauf von Eisen soll eingestellt werden. Düsseldorf, 8. Dezember. Sämtliche für den Verlans voa Eisenerzengnissen in Betracht kommenden Verbände, wie Röhrenverband. Drohl- verband, Rohslohlverbond. werden am 12 d. ZK. zu einet Sitzung zusammentreten, um über die gegenwärtige tage zu beraten und evtl. die Einstellung des Verkaufe» zu beschließen. Völkerbund und Saargebiet. Oer l�egierungspräsideni weigeri flch, mit den Gewerkschaften zu verhandeln. V. Scd. Senf. 8. Dezember.(Eigenbericht.) Wenn auch eine Saorsrogc nicht auf der Tagesordnung der Ratssitzung stebt. sind dennoch Delegierte aus dem Saargebiet ein- getroffen, um Rücksprache zu nehmen. Für die sozialistische Partei des Saargebietes wellen die Genosten A a l l e n t i n, Schäfer und Brettar in Genf, für die bürgerlichen Parteien Röchling. Schmelzer und Levancher. Bon unmittelbarem Intereste für das Saargebiet ist der am 2. Dezember dort ausgebrochene Eisenbahnarbeiter streik, der infolge der Weigerung de« Präsidenten der Reglerungskommistion. willon- Saaoda. mll den Gewerkfchaflen über eine Lohnerhöhung zu verhandeln. ,ine wesentliche Verschärfung erfahren hat Dt« deutsch« Delegation. dt« mit den Vertretern de» Taargebietz beraten hat, wird darüber mit dem Völlerbundssekretartat und dem Internationalen Ar» dLitsamtredeo. lieber die bevorstehende Abberufung des belgischen Mitgliedes der Regierungtommiffion Lambert und feine Ersetzung durch eine neutralere Persönlichkeit, soll zwischen den beteiligten Regierungen eine Vereinbarung getrosten sein: spätestens im April 1928 wird Lambert zurücktreten und wahrscheinlich durch einen Kanadier ersetzt werden. Hoffnung auf Linkswahlen— in Krankreich. Was die anderen Wünsche des Saargebiets, insbesondere die Erweiterung der Rechte des Landesrates zu einem wirtlichen Parlament betrifft, so scheint bei der deuischen Delegation wesentliche Neigung zu bestehen, setzt darüber mll Frankreich und den übrigen Mächten zu verhandeln. Man Ist trotz der Enttäuschung, die der ossenkundige Rückschlag seit Tholrn ausgelöst hat, wieber mehr zuversichtlich. Man rechnet hier mll einer„iIesamtEsung" des Saarproblems in absehbarer Zeit, und zwar als Folge des erhofften Li«g«s der Ltnt«» bei den nächsten französischen Wahlen. Die Todesstrafe. Zm Lichte der internationalen Kriminalstatistik. Von Wl. WoytiaSky. Durch Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages im Rechtsausschuß des Reichstags ist das Schicksal der Todesstrafe in Deutschland vorbestimmt: nach dem neuen Strafgesetzbuch soll das chenkersbeil als Schutz für die Guten und Drohung für die Bösen bleiben. Freilich wird dieses nicht das Ende des Kampfes um die Befe.tigung dieses abscheulichen- Ueberbleibsels der mittel- alterlichen Barbarei bedeuten. Wir beabsichtigen hier nicht alle Argumente gegen die Todesstrafe ins Feld zu führen, dze schon mehr als einmal im Rechtsausschuß und in der Presse entwickelt worden sind Wir wollen nur die internationale Kr'minalstatistik als Zeuge über die Todesstrafe sprechen lassen. Die älteste Kriminalstatistik ist die' a n z ö s t s ch e sie gibt ein Bild der Bekämpfung der Berk-rechlichkeit durch alle Stratmittel, mit der Todesstrafe an der Spitze, während hundert Jahren. Es wurden in Frankreich im Jahres» durchschnitt gum Tod« v»rurteNt Slim»r!ne nicht mehr In der Druckerei des Herrn Schmidt(Deutsche Handelsdruckerei. Jnh. Wilhelm Schmidt) drucken ließ. Schließlich wurde das Bor- fchußgeschäft von Herrn Heß g:regelt. aber in einer Art. die mit Regelung nichts zu tun hat, sondern nichts anderes als«ine er- bärmliche Schiebung auf Spesenkonto bedeutet. Herr Schmidt konnte ja gegen Herrn Heß nichts unternehmen, iveil er sellst als Bundesvorsthendcr nicht frei ist. da er seinerseits immer dafür sorgt(ohne daß er jemals In der Bundesleiwnq einen Beschkuß herbeiführen ließ oder von anderen Druckereien Offerten ein- halte), daß seine Druckerei dauernd Beschästigung hat. Ans diese weise flieht ein großer Teil der R.-v.-A.-Be't'äae in die Taichen des Herrn Schmidt, in seine Druckerei, deren Besitzer er laut han- delsreglster und Berliner Televhonbucki ist. und die zum größten Teil ihre Existenz dem R.-v.-A. verdankt. Wiedemann bezeichnet die Wirtschaft im Reichüvcrband vaterländischer Arbeiter- und Werkvereine als ein u n- sauberes Cltquensystem und kündigt zum Schluß gegen die Personen, die in der„Werkgemeinschaft" über ihn vollständig entstellte und wahrheitswidnge Nachrichten verbreitet haben, Klage an. Man muß es den deutschnationalen Parteiqrößen Schmidt und Wiedemann Überlassen, sich ihre Waffen im gegenieitigen Kamnk um d�v Macht zu wäMen. Nach werk gemeinschaftlichem Arbeitsfrieden sehen die Vorgänge allerdings nicht aus. Immerhin erfährt man genug aus dem Lager der Gelben, um sich ein Bild von dem zu machen, was man dort unter Arbeiterpolttik versteht. Bureau Lambach. Wir erhalten von dem früheren Sekretär Herrn P. Krell. mann des deustchnatioiialen Reichstageobgeordneten Lambach folgende Zuschrift: Sehr geehrte Schriflleitungl In der Abendausgabe vom 2. Dezember bringen St« ein« Zu- schrifi des Abg. Lambach, die sich mit mir beschäftigt. Ergän- zcnd gestatte ich mir Ihnen niitzuteilen, doß der Abg. Lambach auch eine Anzeige wegen Erpressung erstattet hatte. Ich wurde freigesprochen, da der Abg. Lambach in der Verhandlung selbst nicht angeben konnte, was ich von ibm hätte„erprellen" wollen. Gegen das andere Urteil ist Berufung eingelegt war- den. In der Berufungsinstanz werden u. a. die eidlichen Aussagen des Mg� Lambach eingehend beleuchtet werden. Außerdem habe ich bei der Parteileitung ein Ehren- gerichtsverfohren beantragt, so daß ich oorlLuftg darauf verzichten kann, mit dem Abg. Lambach eine ösjentlichc Auseinander- sctzung zu führen. Ich war« Ihnen dankbar, wenn Sie loqalerweise auch den vor- stehenden Brief oerösfentiichen würden. Hochachtungsvoll P. Krell««»» Brauerei- und Mälzerei-Berufsgenossenfchasi. Aus dem Jahresbericht von"1926. Di« BriWerci� tmd Mälzerei-D« rufsgenosse�schaft ist m drei t t i o a e n(Lektion I München, Sektion II Verlin, Sekrion III Dortmund) über das Reich gegliedert. Die Berussgenossenschaft Zahlte insgesamt 4 7 7 3 Betriebe gegen 4683 ini Jahre 1925. In diesen Betrieben waren 1926 8 4 5 98 Personen(81542» versichert. Die Betriebe haben sich um 92 gegen 1925 vermehrt, und die �>aht der Dsrsicherien um 2 9 6 6. Di? Zahl der Braucreibetriebe Hai ob- aenominen, die der Bierniederlagen zugenommen. Die gezahlten Lohnsummen verzeichnet die Berufsgenrfsenschosi mit insgesamt 292 6 1 2 573 M.(186 460 325 M. im Jahre 1923). Der durch- schnittliche Zahresarbellsverdienst eines Versicherten he.'rug demnach bei der Berufsgenossenschast 2 39 7 9 2 M.. de? Tagesverdienst— 3t)9 Arbeitstag«— im Durchschnitt 7,99 M. Der dnrchschnittl'che Jahresarbeitsoerdienst betrug bei der Sektion I (München» 2333 M., der Tagesverdienst 7,74 M., bei der Sektion II (Berlin) 2332 M. bzw. 7,84 M., bei der Sektion III(Dortmund) 2391 M. bzw. 8.63 M. An Rentenenlsrfiädtgungen wurden 1926 insgesamt 2 766 330 M. gezahlt. Di? Unsallzisser ist mr Berichtsjahr weiter g« st legen. Insgesamt wurden 14 59 6 Unsäll« gegen 12 242 im Iah-e 1925 gemeldet. Auch die entschödigungs- Pflichtigen Unsällc— solche, die nach Abiaus der Wartezeit (8 Wochen» bzw. nach Abschluß des Heilversabrens noch eine Er werbseinbuße von mindestens 19 Proz. hinterlasien— sind von 542 nn Jahre 1925 auf 64 1 im Berichtsjahr gestiegen Leider wird im Bericht der Genossenschaft nichts von den tödlich verlaufenen Unfällen erwähnt. Auf 1999 Vollarbeiter entfielen 176,38 gemeldete Unsäll« gegen 152,59 im Jahre 1925; entschädigungspflichtige Unfälle auf 1000 Vollarbeiter 758 gegen 6,65. Die sechs technischen Aufsichtsbeamten, von denen drei erst im Lause de? Berichtsjahres neu eingestellt wurden, haben 1 2 7 5 Be« trieb« besichtigt. Demnach sind 3599 Velriebe nicht revidiert worden. Geradezu kläglich ist die Unfallverhütung. Für den Cr- lax von Unsalloerhütungsvorschrifien ist 1926 die lächerlich geringe Summe von 6 7 8,69 M. auegegeben worden. Für die U e b e r- wachung der Betriebe wurden 195 86.5 58 M. ausgegeben. In dieser Summe sind aber auch die Ruhegelder und Hinter- b l i« b e n e n b e z ü g e der in den Ruhestand vcrsesiten bzw. oer- ftorbencn technischen Aussichtsbeomten mit enthalten. Während für die Unsallverhütuna wenig oder gar nichts ausgegeben wurde, sind die Summen für Gehälter nicht gering; sie betnioen bei der Sektion I 64 6fU M.. bei der Sektion II 85 139 M., bei der Sektion III 73 613 M und bei der Zcntralverwaltung 64 264 M., insgesamt 287 799 M.. In einem Sonderb«richt an die Genossenschasismiiolieder wird als Ursache für die Zunahme der UnsäUe der bessere B» schüfttgmtgsgrod und der Rückgang der gelernten Arbeiter angegeben. Dafür, dah die Erhöhung der Unfallgefahr auf die Lässigkeit der Unternehmer oder der Versicherten zurückzuführen sei, liegen keine Unterlagen vor. Die größte Unsallgefahr besieht im Fuhrwerksbetrieb. Im Jahre 1926 wurden allein 32 Proz. aller Todesfälle durch Fuhrwerk herbeigeführt Außer den zahlreichen Unfällen an Arbeitsmaschinen und beim Transport— Auf- und Abladen von Fäsiern, Ausgleiten und Sislpern— sind ganz besonders Unfälle vo-v sehr erheblicher Art durch herumliegende Glasscherben sowie beim Entfernen der Berschlüsse von zerbrochenen Flaschen vor- gekommen. In dem Bericht wird recht eindringlich über die INoschinenfabrtken Klage geführt. Der Fortschritt inderKonstruktionunfallgesicherter Maschinen geht viel zu langsam vor sich. Bei neu zu liefernden Maschinen fehlt sogar ein genügender Getrie'«schütz. Vielfach erst unter sortoesegten Mahnungen und dem Drnck der Berussgenvssen- schost wurden dann Ergänzungen vorgenommen. Auch über das lästige Berhalten eines Teiles der Unternehmer wird �geklagt. Die fristgemäße Beseitigung der Mängel lasse häusig viel zu wünschen übrig. Biel« Derwarnunaen und auch Straf- antrage seien notwendig gewesen gegen Unternehmer, die Schuß- vorschristen beseitigt bzw. die Unsalloerhütungsvorjchriften nicht beachtet hätten. Demnach darf man berechtigterweise sagen, ein Teil der Unter- nehmer trägt die Schuld an der stetigen Zunahm« der Un- fälle. Daher fordern die Brauereiarbeiler ein« schärfere Ueberwachung der Betriebe zur Durchführung der Un- falloerhütungsvorschriften. Der Bericht wäre ni�t vollständig, wenn die Sektion III nicht ihre sozialpolitische Rückständig- keit bekundet hätte. Sie sagt:„Immerhin überwiegen a l s Zeichen der Zeit die„Fllrsorge�-Bestrebungen, d. h. ständig wachsend« Ansprüche an dritte und immer weniger an die eioene Selbstverantwortnng. So wurden bei einem Steuer- und Zoll- aufkommen von 7.6 Milliarden Mark für sozialpolitische Ausgaben im Jahre 1926 insgesamt 5 Milliarden bc- nötigt, das ist das Biersach« der Aufwendungen im Jahre 1913." Die Herrschaften haben wohl schon vergessen, daß zwischen diesem Zeilraum das„Stahlbad" liegt, wodurch Deutschland 729 000 Schiverkricgsbefchädtgte, Äriegerwitwen und-waisen jährlich zu unterstüßen hat? Die Berliner Eisenbahner. Zur i�ohn- und Gehaltsbewegunq. Am Donnerstagabend nahm eine außerordentliche Generawsr- fammlung des Einheitsverbondes der Eisenbahner Deutschlands, Ortsgruppe Berlin, in den Musilersälcn Stellung zur Lohnbewegung. Der erste Bevollmächtigte, W i n k l e r, schilderte in kurzen Zügen den Stand der Lohnbewegung und die Berschleppungspolittk der Rcichsbahnhauplverwaltung. An dieser Politik seien auch die Gewerkschaft deutscher Eisenbahner(christliche- Richtung) und der Allgemeine Eisenbahnerverband nicht ganz unschuldig. Die Generaloersammlung machte sich folgende C n t s ch l ich ü n a zu«igen: „Die immer mehr in Erscheinung tretende Machtpolitik, wie sie von der Reichsregierung und der Deutschen Reichsbahn-Gcselljchost aeübt wird, hat bereits an einigen Stellen zu Explosionen geführt. Auch die Eisenbahner des Bezirks Berlin sind infolge des fort- währenden Hinauszögsrns in der Erfüllung ihrer Forderung, Er- höhung der Ortslohnzuschläge von 37 aus 59 Proz., müde und verlangen die sofortige Einlösung dieser Forderung. Wenn die außerordenlliche Generalversammlung von der In- anspruchnohme des letzten gcwerkschasllichen Mittels bisher Abstand nahm, so deswegen, weil am heutigen Tage endlich über die Erhöhung der Ortszulagen im Bezirk Berlin oer- handelt werden soll. Desgleichen soll über die Neuregelung der Besoldung der Reichsbahnbeamten oerhandelt werden. Di« Generalversammlung betont ausdrücklich, daß sie jede Er- schütterung des Wirtschaftslebens vermeiden will, so lange nicht alle B«rhandlungsmöalichteiten erschöpft sind. Sollten aber die VerHand- lungen übet' die' gestellten Forderungen aus Ortslohnzulagen und Besoldung für' die' unterem uiü>'mittleren- Beamten nicht-zur Zu.' sriedenheit führen,- dann wird die Reichsbähn-Gesellfchaft für die Ausführung d«r bestehenden Beschlüste die Verantwortung tragen müssen." Das Arbeitsschutzmuseum. Am Donnerstag tagte in Berlin der dem Arbeitsministerium unterstellte Beirat für das Arbeitsschutzmuseuni unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Dr. G e i b. Das Arbeitsschutz- museum wird zurzeit modernisiert. Verschiedene Abteilungen werden erweitert; u. a. wird ew Versuchsbergwerk einge- richtet. Das Arbeitsschußmuseum hat durch die zum Teil bereit? durchgeführten'Modernisierungsplän? bedeutend gewonnen, wie bei der Besichtigung durch den Beirat scsteeitellt werden konnte. Als Vertreter der freien Gewttkschatlen gehören zum Beirot Hermann Müller vom ADGD., Reichstagsabgeordneicr H och, B r u h n s vom Tsxkilarbeileroerband, L ö h r k e vom Deutschen Landarbeiterverband und S t e h r vom AsA-Bund. Ein Gechzigjähriger. Der Hauptkassierer des Verbandes der Gemeinde- und Staats- arbeitcr Adam Ruppert, wird heute 69 Jahre alt. Im Jahre 1899 trat der Genosse Ruppert seiner damals zuständigen Gewerk- schast, dem Verbände der Maler, bei. Später trat er in einen städti- jchen Betrieb in Darmstadt ein und kam 1998 zum Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Bald darauf wurde er ehrenamtlicher Vorsitzender der Filiale Darnistodt. 1912 ivurkc Ruppert tm Hauptbureau angestellt. Ansang 1919 war er als Gauleiter des Verbandes in Thüringen tätig, von wo er dann im Oktober 1929 zunächst als zweiter Kassierer des Der« bände? gewählt wurde. Als im darauffolgenden Jahre der Haupt- kassier«1 Ahmann infolge seiner Wahl zum Stadtrat ausschied, ver- sah Ruppert die Kassengeschäfte selbständia. Er wurde ans dem solgenden Berbondstage in Magdeburg(1922) zum H a u p t k a s- sierer gewählt und trat dormt in einen der höchst verantwort- lichen Posten, den die Organisation zu vergeben hat. Schon das nächstfolgende Jahr. 1923, schuf infolge der Insta- tion auch für den Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter un- geheure finanzielle Nöte und Schwierigkeiten, die sich naturge- mäß am stärksten und unmittelharlten in der Hauptkaste aus- wirkren. Heute, da der Verband im Gewerkschostskonzern einer der größten und seistungsfähigsten ist. leitet. Ruppert das Finanzwesen des Verbandes in mustergültiger Weise. Der Jubilar war in seinem früheren Wobkbczirt Berlin-Wil- mcrsdorf jahrelang in unserer Partei sowohl für die Jugendbewc- gung wie auch in der Kommunalpolitik als Bezirksverordneter eifrig tätig. Adam Ruppert befindet sich in voller körperlicher und geistiger Frische. Wir bringen dem Jubilar unser« besten Wünsch« dar. I Konferenz der frei gewerkschaftlichen Schulbeiräte. Am Freitag, dem 9. Dezember, 19s-s Uhr, findet im Saal 4 des Gewerkschastshauses, Engelufer 24 25, eine Konferenz der freigewerk- schaftlich organisierten Beiräte an den Berufeschulen statt. Tages« ordnung: 1. Begrüßung. 2. Vortrag:„Die Entwicklung des �ewerb- lichen Schulwesens in Berlin". Referent: Maglftrats-Ächu rat Schulze. Dem gewerkschaftlichen Streben, fördernd am Ausbau des Bcrufssckulwesens mitzuwirken, sind durch die Wahl der Schulbeiräte stärkere Möglichkeiten gegeben. Es gilt, diese zu nutzen. Die wichtige Tagesordnung erfordert bestimmtes Erscheinen der in Frage kom- Menden Kollegen. Verbands-Mitgliedsbuch und Einladungsschreiben legitimieren.___ Afa Beiräte der kaufmännischen Berufsschulen? Die in der Abendausgabc des„Vorwärts" vom Mittwoch, dem 7. Dezember, veröffentlichte Notiz und Einladung betrifft nicht die Mitglieder der Berussschulbeiräle aus AsA-Gewerkschaften, sondern nur solche aus Arbeitergewrrkschaften. Eine Zusammenkunft der AfA-Bciräte der Berufsschulen ersolgt gesondert. Eine össenilich« Leamteukondgcbung jst zu heute abend. 7!4. Ufyr, nach den Germantasälen, Ehausteestraße 119, oom Berliner Ortsausschuß des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes einberufen worden. Dr. Volte r vom Lundcsvo. stand wird über die Be- soldungsreform referieren, ein Thema, das für die gesamte Beamtenschaft aktuell ist. Bernniworllich für Politik! St Cut«®tnet: Wirtschaft: S. Soiveritchaftsdeweguitg: Fr. ffzlotn; ssemLewn: ft. A. Solcher- Lokales 1 und confltfltä: gtig Sarftädi: anzeigen. Ih. El-cke: sämtlich m«ervn Verlan: Vorwärto-Leriaz(d m d K.. Verlin Druck: ätorisjuto-Vucdtitiulctet und rerlaqsanltal' Paul Linacr o to Verlin 2W 6S. Lindrnslraü» 3. Sictjn 3 Beilagen.„Etadtdeilage« und �lnterhallung und Digen«. WERTHEIM Leipziger Str. 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Mandarinen KistezsstQck 95Pf. Pfd. 25 Pf Bananen........ Pfund 32 Pf. 40 Pf. Walnüsse....... Pmnd 53 Pf 63 Pf Haselnüsse...-....... Pfund 5 3 Pf Apfelsinen..Duizend 40 Pf. 60 Pf Im Ananas frische......... Pfund 9 3 Pf Dampfwurst sätS I20 Mortadella uMettw/ursl grobe, Pfd. 1.30 Fil6>WUrSt und SctilnkenpolnlscHe 1»43 Jagd- u. Mettwurst 2rfl"h.1.45 Tee- u. feine Leberwurst prund 1.70 Zervelat- u. Salamiwurst Holsp1!ü,n� 1.70 Schlnkanspeck.......... p.und 1.70 Nußschinken Ca; 2 Pfund schwer, Pfd. 1.85 San Antonio tos / 1925 Siefersheimer Höllberg 1.35 1921 Niersteiner Berg süffig.fioit 2m Roter Dessertwein Speziatmarke 1.75 Alter Kräuter-Likör 38 Voi.-Proz. 2.90 Die Preise verstehen sich für'/, Fl ische ohne Glas Johannisbesrwein ro',,us- � 95 pt Muskateller süß, würzig, vom Faß, Ltr. 1.70 Die neue Weihnedrlapreisltsie wird auf Wanidi zugesandt Nr. 55i* 44. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Freitag, S. Dezember-192? Der„Llnfug des Gchwörens". Jährlich 25000 Meineidanzeigen. Eingeladen von der„Gesellschaft für ethische Kul- t u r", sprach Paul Schlesinger im Bürgersaal des Rathauses über„E i d u n d Meineid''. Cr gibt keine systematische, von juristischer Weisheit strotzende und darum langweilige Abhandlung über dieses Thema, sondern er skizziert ein paar Fälle, die er aus seiner Praxis als Gerichtsberichterstatter kennt, er erzählt geistreich und witzig, aber aus diesen Plaudereien entsteht ein Bild, das den „Unfug des Schwörcns" in klareren Umrissen zeigt, als eine juristisch und philosophisch fundierte Kritik. Jährlich lausen bei den Gerichten ungefähr ZSÜOtiAnzeigen wegen Meineids ein, und nur lO Proz. kommen davon zur Per- Handlung, doch auch diese Zluswohl ist v i e l zu groß, ist über. flüssig. Worum handelt es sich denn? Um Lappalien. Well eine Frau Lehmann eine Frau Schulze mit„alte Schlampe" tituliert hat, kommt es zum Eid. Und später verbreiten gute Nachbarn, Freunde und Bekannte, daß der Fall ganz anders liegt, und«in Meineid-prozeß ist fertig. Aus einer Kinderei erwächst eine Staats- aktion. Worum bei dieser Bagatelle einen Eid? Weil der Richter das Bild des Vorganges allein aus den eidlichen Aussagen rekon- stniiert. Wird der Eid, bei delien Leistung Richter, Zeugen, An- geklagte und Zuschauer wie Marionetten in die Höhe schießen, durch diese Art von Handhabung nicht erniedrigt? Aber nur Deutschland zeichnet sich durch den Eidfetischismus aus. In Italien wird fast niemals geschworen und in Frankreich nur bei großen Strafprozessen. Für den französischen Richter stehen zwei Dinge fest: der Mensch ist böse, und der Mensch hat ein schlechtes Gedächtnis, deshalb ist ihm der Eid nur ein Beitrag, er baut darauf nicht sein Urteil auf wie in Deutschland und in Zivilprozessen und beim Unter- juchungsrichter wird überhaupt nicht geschworen. Well in Deutschland olles beschworen werden muß, selbst die Auslage, daß man nichts weiß, selbst die bloße M e i n u n g s- äußer nng, die gar nicht auf Tatsachen beruht, deshalb die hohe Quote der Meineidsprozesie. Bor allem aber die große Zahl, iveil Dinge beschworen werden müssen, die aus persönlichen und selbst inoralischen Gründen nicht ausgesagt werden können. Sehr viele Meineid« haben ihren Grund in einer Zartheit des Ge- Wissens, in einer Ueberfeinerung des moralischen Empfindens. Der Zeuge kann in manchem Alimentations- oder Ehescheidungsprozeß nicht die Wahrheit sagen. Ein Meineid ist dann moralischer als die Wahrheit. Schlesinger belegt dies alles mit Beispielen aus seiner Praxis. Ein Fall: Eine ehemalige Kellnerin in einer Animierkneipe, jetzt glücklich mit einem ethisch stark be- lasteten Beamte» verheiratet, muß als Zeugin unter Eid aussagen, daß der Wirt alkoholische Getränke ohne Konsenz verkaust hat. Leistet sie den Eid, dann gesteht sie ihr« Müschuld und außerdem erweckt sie das Mißtrauen ihres Mannes Heroismus und fanatische Wahrheitsliebe sind gute Tragödicnstoffe, das Leben aber ist diffe- renzierter. Der Richter darf in diesem Falle n'cht den Eid ver- langen, doch welcher Richter ist psychologisch genug geschult und welcher Richter ist in der Lage, die Fäden des Falles auch in mensch- sicher Beziehung völlig zu entwirren. Man trifft mit den Anklagen aus Meineid nur die Kleinen, die aus irgendeiner Angst heraus falsch schwören, während die.S ch u r k e n e i d e, geleistet aus Ge- winnfucht oder Freud« am Verbrechen, unge sühnt bleiben müssen, weil hier, wo der Eid letztes Beweismittel ist, kein Nachweis ermöglicht werden kann. Und schon aus rein sozialem Ge- f i ch t s p u n k t ist eine Aendcrung des Eides notwendig, denn die Härten treffen hauptsächlich nur die Armen, die in Hinterhäuser zusamniengepreßt wohnen. Meistens ist der Meineid eine Folge des Wohnungselends, überhaupt der u n g l ü ck- lichen sozialen Umstände. Kein Meiueidsprozeß ist notwendig. Der neue Strafgesetz- e n t w u r f sagt, der Eid ist nur in dringenden Fällen erforderlich. dafür wird aber die falsche, uneidliche Aussage unter Strafe gestellt. Damit bleibt im Grunde alles beim alten. Der neue Entwurf sollte sich aber mehr nach dem in di.-scr Beziehung humaneren Frankreich orientieren. Die Meineidfabrik der Krau Ohlerich. Wegen einer Nähmaschine. Wegen umfangreicher Anstiftungen zum Meineid hat sich gegen- wärtig vor dem Schwurgericht I die Hausbesitzerin Berta O h l e r i ch zu verantworten. Wegen Meineids ist gleichzeitig ihre Aufwarte- frau, Frau Mittendorf, angeklagt. Diese und weitere sieben Personen hat die Hausbesitzerin zu einer wissentlich falschen Aussage verleitet. Die Meineide selbst sind die Folge eines Zivil- Prozesses, den Frau Ohlerisch gegen ihren Ehemann führte. der sich schon weirige Monate noch der Heirat wieder von ihr trennte. Der ganze Prozeh drehte sich um die Herausgabe einer Nähmaschine, die die Frau ihrem geschiedenen Ehemann nicht herausgeben wollle. Diesem Zivilprozeß folgten sväter nicht weniger als 24 Strafoerfohren wegen Darlehenswucher. dessen sich die Hausbesitzerin in zahlreichen Fällen schuldig gemacht hatte. Einer der Kläger war ein Bäckermeister aus dem Städtchen Bernau. Er gestand damals, auf Anstiftung der Frau seiner- zeit im Zivilprozeß wegen der Nähmaschine einen Meineid geleistet zu haben. Er hatte unter Eid bekundet, die Nähmaschine mit seinem Fuhrwerk bei der Frau abgeholt und zu dem Manne gebracht zu haben. Frau Ohlerich wurde seinerzeit sofort verhaftet. In dem dann folgenden Pro.zeß bestritt die Frau, jede Schulh, Die Zeugen waren schroff in zwei Gruppen geteilt. Die«inen be- kündeten, die Nähmaschine auf dem Boden der Frau gesehen zu haben, die anderen beschworen, daß der Bäckermeister die Maschine mit einem Schimmelgespcnn abgefahren hat. Der Bäckermeister wurde damals zu einem Jahr Zuchthaus(Mindeststrafe), Frau Ohlerich wegen Anstiftung zu drei Iahren Zuchthaus verurteilt. Gleichzeitig wurde die Hauptzeugin und Freundin. Frau Mittendorf, wegen Meineids verhaftet. Sie legte dann im Unter- fuchungsgefängni» ein Geständnis ab. Daraus ergab sich, daß all« Entlastungszeugen falsch geschworen hatten. Frau Ohlerich l)aUe alle ihre Zeugen zu Kaffee und Kuchen«mge- laden und dabei wurde bis ins einzeln« festgelegt, was jeder aus- zusagen hatte. Am Abend vor jener Verhandlung fand eine regel- rechte Generalprobe für die Zeugen statt. Sie alle werden sich in nächster Zeit unter der schweren Anklage des Meineids zu verantworten haben. Angesichts der großen Zahl der zu vernehmen- den Zeugen wird der jetzige Prozeß drei Tage dauern. Mondfinsternis über Berlin. Auf der Treptower Sternwarte. Es ist noch Zeit- Man studiert zuerst durch das-große Teleskop den Jupiter, der klar mit vier von seinen Monden am Himmel steht, eine gelb« Scheibe in der Größe eines Fiinfmarkstückes. Der alte Wärter brummt vor sich hin, daß das Kraftwerk gerade dann am stärksten Rauch fabriziert, wenn der Mond beobachtet werden soll. Rauchschwaden beschatten zeitweif« den tief am'Horizont gelagerten roten Mond. Der Wind weht unangenehm, aber trotz der Kälte sammeln sich immer mehr Menschen auf der Plattform der Treptower Sternwarte an, bewaffnet mit photographlfchen Apparaten, Fernrohren. Krimstechern, Tüchern und astronomischen Kalendern. Assistenten des Sternwartedirektors Archenholt mon- tieren kleinere Fernrohre auf, die immerhin eine tzvfache Ver- größerung bieten. Der Mond hängt jetzt in silberner Klarheit am Himmel. Plötzlich, die Uhr zeigt 14.52, verschwindet ein Stück des linken Randes, der Mond erhält eine klein« Einbuchtung an feinem Aequator.«in Stückchen des glänzenden Stoffes ist ver- fchwuyden, ein unglaublich kleines Stückchen. Dock) dies Stückchen wird größer, beginnt zu wandern, nimmt zu, verschluckt immer mehr der silbernen Oberfläche. Der Mond erscheint mit dem bloßen Aug« halbiert, die eine Hälfte ist verschwunden. Doch durch das Fernglas sieht die Sache anders aus. Man erkennt die Silhouetten der Mondgebirge auf der beleuchteten Seite, allerdings nicht mit derselben Klarheit, als wenn das Sonnenlicht seitwärts fällt,«S fehlen die tiefen Schlagschatten der Berge. Aber dte verdunkelle Seite ist nicht schwarz. Wie«in schwerer, grauer Nebel lastet der Erdschatten darüber, doch je stärker die Vergrößerung ist, desto lichter wird die Schwärze desto deutlicher erkennt man unter diesem Zigarrcndomps die Struktur der Mondobersläche. Es sieht so aus, als ob dünne, graue Schleier das silberne Licht abdämpfen wollen. Und nach der Mitte der Scheibe nimmt die Intensität der Dunkelheit ab. Was dem bloßen Auge als schorfer Schnitt erscheint, offenbart sich im starken Fernglas als allmälzlicher Uebergang von unglaublicher Zartheit, es sieht fo aus, als ob ein impressionistischer Künstler diese köstlichen Farbtönungen geschaffen hat. Am Rande verdickt sich die Finsternis, nur der Mondumriß strahlt eine leichte Helligkeit aus, ein verwaschenes Gelb mit Uebergängen zum Rot. An dem großen Teleskop arbeiten die Photographen, die Apparate dicht an das Okular gedrängt. Bei dem starken Mondlicht genügt eine Aufnahme von drei Minuten. Es ist 17.54 Uhr. Die Mondscheibe ist oSllig verfinstert. Mit dem Fernrohr aber sieht man durch die Nebel hindurch die seinen Striche der Mondoberfläche und an der Oberseite (ohne Rohr an der unteren) ein mattrotes Glühen. Auch auf der Straße sieht man die Fernrohre, deren Benutzung einen Groschen kostet. Aber der Andrang ist nicht so stark. Die Menschen ziehen unbeirrbar ihres Weges dahin, einge- spönnen in ihre eigenen Sorgen. Bestimmt wird der Mond wieder scheinen, niemand hat ihn verschluckt, wie man im Mittelalter annahm. Und um 19.14 Uhr wird der recht« Rand nach und nach heller, und eine Stunde später strahlt der Mond in fleckenloser Klarheit. Kür 20 und 50 Pfennig. Die allgemeine llmfielgeberechtigung ab i. Januar.— Auch Stadtbahn. Die Umsteigemöglichkeit zwischen allen städtischen Verkehrs- mittel» wird, wie bereits feststand, nun am 1. Januar Tatsache werden. Bereits am 27. September konnten wir mitteilen, daß mit der Fertigstellung der benötigten neuen IM Omnibusse am Jahresende der Umfteigeverkehr von den anderen Verkehrsmitteln auch auf dem Autobus gestattet werden wird. In einer Konserenz. die gestern beim Polizeipräsidenten mit den Vertretern der beteiligten städtischen Verkehrsgesellschafteit stattfand, hat der Polizeipräsident seine Zustimmung ge geben. Außer den völlig neu in den Dienst gestellten Autobusse»« werden. noch we.itere IM Wagen a(s Ersatz für die aus dem Verkehr zu ziehenden alten Wagen angeschafst. Auf diese Weise wiid der Autopark der Omitzbusgescllschaji nach und nach moderni- siert werden.'---'..i.' In der erwähnten Konferenz wurde auch die Frage der U m- steigcberechtigung von der Stadtbahn zu allen st ä d t i. scheu Verkehrsmitteln zum Abschluß gebrocht. Der Polizei- Präsident genehmigte grundsätzlich auch diese Neuerung, so daß vom 1. Iaimar ab die Reichsbahn Karten zu 30 Pf. ausgeben wird, die zu einer vollen Fahrt innerhalb der 20.Pfenmg-Tariszone im Nahverkehr der Reichsbahn und zur anschließenden Benutzung der Straßen-, Hochbahn oder des Omnibusses berechtigen. Umsteigekarten für die umgekehrte Beitutzungssolge können zurzeit noch nicht aus- gegeben axrden, doch ist ihre Einführung nur eine Frage der Zeit wie auch die Ausgabe von Umsteige monats karten, di« besonders 89] �Zement. fKcrnan von Fjodor©ladfo». Wieder bewegte sich und trommelte das Auto und wieder erklangen oben, nahe, zum Greifen nahe, die goldenen Tropfen der Sterne. Und über den Bergen brannte im feuriqen Nebel der Himmel. Man warf sie nicht in den Keller, sondern führte sie in das ihr bekannte Zimmer. Und derselbe Hauptmann, mit den Pickeln im Gesicht, sagte deutlich und faul, ohne sie an- zusehen:„Ingenieur Kleist hat für dich gebürgt. Wir glauben nicht dir, sondern Ingenieur Kleist." ... Ein gutes Weib, die Motja, und eine gute Freundin —(und dabei verbrannten ihr zu dieser Zeit ihre Küchlein an einem bösen Fieber). „Du kannst gehen. Aber du sollst wissen: wenn man dich erwischt, wirst du niemals nach Hause wiederkehren. Und noch eines wisse: es ist dir hier nichts passiert, und deine Augen haben nichts gesehen. Und wenn du über etwas reden wirst— dann wird mit dir dasselbe geschehen, wie mit allen diesen Hunden. Nun mach, daß du fortkommst— marsch!" Und Daicha erzitterte nicht mehr, denn fest und für immer verbanden sich ihre Augenbrauen über der Nase in einen dichten Knoten. Sie sagte niemandem etwas, lernte aber Worte sprechen, sachlich und zur rechten Zeit. Sie war nur nacbts zu Hause, und ihr Zimmer wurde schmutzig, und in den Ecken blühten Staub und Schimmel. In den Fenstern verwelkten und trockneten die Blumen, das Gesicht wurde blaß und die Augen kalt und durchsichtig. Sie verbrachte ihre ganzen Tage bei Motja, ihrer guten Freundin, ein-r lieben Hausfrau. Freundete sich mit Sawtlchuk an. mit Gromada, und faß lange mit dem buckligen Lvschak in den Hofen des Werkes. Unbemerkt bereitete man sich zum Emfang der Roten Armee vor. und sie verwflfelte Loscbak und Gromada und Sawtschuk in ihre heimliche Arbeit. Früßer schliefen sie in der Nacht und sahen am Tage auf die Berge. Und jetzt waren ihre Auaen schlaflos in der Nacht, und am Tage stellten sie sich blind. Mit einer stummen Frage m den Augen kamen Soldaten. Sie kam-n. um sie anzusehen. Dummheiten zu machen, mit der jungen Witwe zu spielen. Sie kamen, einmal— zweimal, und verschwanden dann. Und statt ihrer kamen— andere. Aber wohin die ersten verschwunden waren— konnten die kaltgewordenen Augen Daschas niemand sagen. Und hier, zum erstenmal, aus freiem Willen, ohne Gljeb in ihrer Seele untreu zu werden, gab sich Dascha anderen Männern. Und wenn sie daran dachte— bereute sie es nicht. Als ob das auch zu ihrer gefahrvollen Arbeit unter den Augen der Gegenspionage gehörte. Kam so ein Mann mit ver- schleierten, dunstigen Augen, wich nicht von ihrer Seite, ging nicht in die Berge. Sprach zu ihr von Herzen:„Ich kann ohne dich nicht weggehen. Dascha.... Ich will kein wildes Tier im Walde fein... umarme mich in meiner letzten Stunde.... Durch dich sind mir die ärgsten Schrecken nicht Es ist wahr, es gab Augenblicke, in denen sie trunken war— aber das war eben ihr Opfer, das sie zu bringen hatte. Womit war dieses Opfer mehr als ihr Leben? Und dieser Augenblick füllte einen anderen Menschen mit Kraft und Furchtlosigkeit. Im Hafen standen englische Schiffe, sie nahmen unzählige Massen von reichen und vornehmen Flüchtlingen auf, die von Norden kamen. Und irgendwo, hinter den Bergen, dröhnte die Erde mit unterirdischem Donner, und in der Nacht tropften von diesem grenzenlosen Donner die Sterne wie Feuer herunter. ... Und an einem heißen Frühlingsmorgen, in Sonnen- fäden, als man das Meer vom Himmel und die Luft von den blühenden Bäumen nicht unterscheiden konnte— schritt Dascha mit ihrem roten Kopfuch durch zertrümmerten Schutt, über Menschen- und Pferdeleichen, durch den Gestank des panik- artigen Todes der weißen Horde— in die Stadt, um die Kommunisten zu suchen. Sie ging ganz allein, als die Bürger und Arbeiter, noch ganz betäubt, sich nicht trauten, ihre Kammern zu verlassen. Dascha ging, und ihre Augen und ihr Tuch brannten in den Sonnenfäden und der Bläue des Himmels und des Meeres: die Slngen von innen heraus wie Bernstein, das Tucb wie rotes Blut. Sie traf am Wege Rotarmisten zu Pferde, mit roten Bändern an Ihren Uniformröcken, und diese Bänder blühten wie üppiger Mohn. Sie sah sie an, sie lachte, und sie winkten ihr zu und lachten und schrien:„Hurra— dem roten Tuch! ... Der roten Frau— hurra!" * Gljeb lag erschüttert, regungslos auf Dalchas Knien und konnte lange kein Wort aus sich herauspressen. Da ist sie, seine Dascha.... Sie sitzt neben ihm, wie seine eigen« Frau, dieselbe Stimme, dasselbe Gesicht, dieselben Hände, und ebenso wie früher klopft ihr Herz. Aber es ist nicht die Dascha. die sie vor drei Jahren war: diese Dascha ist für immer dahin. Und eine Welle unaussprechlicher Liebe zu ihr erschütterte ihn schmerzvoll. Er umfaßte sie mit zitternden Händen, und keuchend, die Tränen bekämpfend, stöhnte er vor Wut, Kraft- losigkeit und Zärtlichkest! „Dascha, Täubchen!... Wenn ich hier gewesen wäre in diesen Tagen!... Du hast alles allein ertragen.... Wenn ich das gewußt hätte!... Und jetzt zerspringt mein Herz. Dascha.... Du bist mit Fremden gelegen... Dascha!... Ich kann dich quälen und schlagen... wozu hast du mir das gesagt, Dascha?... Meine Hand wird sich nicht gegen dich erheben.... Sie ist eingetrocknet— und soll verflucht sein!... Aber du... du allein... mit Soldaten..,. Kann ich denn das verstehen?... Dascha! ... Gut.... Ich kann dir keine Gesetze schreiben.... Und niemand ist mir näher als du... du lebst... du bist allein gegangen, und du hast deinen eigenen Kampfesweg. Dascha, Täuschen, Liebe!..." „Gljeb... du bist gut.... Dumm bist du, Gljeb, aber gut...." Und sie saßen bis tief in die Nacht hinein umschlungen — so wie sie niemals seit den ersten Tagen ihrer Ehe gesessen hatten. Signalfeuer. 1. Auf der Wacht. Gljebs Abteilung war auf dem Vorgebirge hinter der Stadt oerteilt, das von den Weinbergen und Gemüsegärten der Vorstädte bedeckt war. Am Tage, während des Exerzierens in der Kaserne, dröhnte hinter den Bergen wie ferner Donner der Atem der Kanonen: hinter den dunstigen Bergrücken ging ein Kampf. Das Detachement zur besonderen Verwendung bereitete sich vor. zur Berstärkung abzumarschieren. In der Nacht ver- richtete es Wachtdienst in der Stadt. Am Tage verfiel die Stadt mit den leeren Straßen einer ungewöhnlichen Stille, einem panischen Schrecken, und in der Nacht starb sie im Dunkel. Im Werke brannte das elektrische Licht nicht mehr und die Fenster der Wohnhäuser waren durch Jalousien und Vorhänge dicht geschlossen. Und nur in den Behörden, zwischen Gewimmel und Tabakrauch. und auf den Straßen zuckten die Einwohner und die Mst- glieder der Gewerkschaften, die sich dorthin verirrt hatten, bei ihrer Begegnung geheimnisvoll ihre Augenbrauen. Und Geflüster und Gezisch zog gleichzeitig mit dem Staubwirbel durch die Stadt, und der Bergwind trug es in alle Winkel bis in die Bororte hinein, bis in die Schluchten, wo hinter jedem Strauche, jedem Felsen, ein unsichtbarer Feind versteckt war. (Fortsetzung folgt.) fem Lerufsverfchr sufiafe fownen würden, dr SnoSgusg ft> zogen sind Vom 1. Januar ab wird also seit Bestehen der Stadt-, Ring- und Vorortbahn zum erstenmal eine Torifge meinschaft— wenn auch zunächst noch im beschränkten Umfang«— zwischen städtischen und Reichsverkehrsmitteln geschaffen fein. Damit ist einem Prinzip zum Durchbruch verholfen, das besonders in Neuester �sest Form und Gestalt bekam. Oer Verkehr am Brandenburger Tor. 69 Fahrzeuge in der Miaute. Zlm Brandenburger Tor. einem der belebtesten Punkte Berlins, wurde vor einiger Zeit eine Zählung des Verkehrs in den Stunden von 7— 21 Uhr vorgenommen. Der ft ä r k st« Verkehr mit.34 702 Fahrzeugen in beiden Richtungen oder 38,5 Proz. des GcfonUverkehrs entfällt auf das Brandenburger Tor selbst. In der Charlottenburger Chaussee zwischen Brandenburger Tor und Siegesallee wurden 18397, in der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Lennestraße und Brandenburger Tor 10540, in der Friedensallee 9090, in der Sommerstraße 8702 und in der Parallelstraße zur Friedrich-Ebert-Straße 8643 Fahrzeuge in beiden Richtungen gezählt. Am Brandenburger Tor weist die nördliche Durchfahrt (Richtung Charlottenburg) mit 16 483 Fohrzeugen 47,5 Proz. des Gefamtverkehrs durch die Torbögen aus, während in der Gegen- rchtung 18 219 Fahrzeuge gleich 52,5 Proz. des Gefamtverkehrs gezählt wurden. In beiden Richtungen entfällt aui die Per- sanenkraitwogen der größte Anteil. Der stärkste Verkehr ist in der nördlichen Durchfahrt in der Zeit von 17—18 mit 1773 aus der Innenstadt kommenden Fahrzeugen und in der Gegenrichtung von 16—17 Uhr mit 1715 Fahrzeugen. Insgesamt ergibt sich hier von 16— 18 Uhr ein Höchstoerkehr mit 52 Fahrzeugen in der Minute. Am schwächsten ist der Verkehr von 20—21 Uhr mit 1407 Fahrzeugen in beiden Richtungen. Der stärkste Autoverkehr fällt in die Zeit von 8,30— 9,30 in Richtung Pariser Platz mit 1104 Kroftsahr- zsugen. Zwischen 7 und 8 Uhr ist ein aussa'llend lebhafter Rod- sahrerverkehr durch das Brandenburger Tor zur Innenstadt zu beobachten, der von l7— 18 zurückfließt. Unter den übrigen Straßenzügen, die auf den Platz vor dem Brandenburger Tor führen, steht die Charlottenburger Chaussee mit 18 397 Fahrzeugen insgesomt an erster Stelle; davon entfallen übl� 50 Proz. auf die Autos. Auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor wurden insgesamt 45 057 Fahrzeuge gezählt. Der lebhafteste Verkehr fällt in die Zeit von 17—18 Ubr mit 4121 den Platz über- guerende» Fahrzeugen. D. h. also, es fahren in der Minute rund 69 Fahrzeuge über de» Platz. Cin Kreifpruch. Die verschwundenen Wohlfahrtsgelder. Mit einer Freisprechung endete gestern die Anklage gegen den Wohlsahrtsvorsteher Friedrich Kirfchnick, der vor dem Cinzelrichter des Amtsgerichts Mitte sich wegen Amtsunter- schlag ung von 3311 Mark Armengeldern zu verant- warten hatte. Die B c w e i c a u f n a h m« brachte keineswegs Licht in die dunkle Angelegenheit. Der letzige Dezernent, Stadlrat Menzel, be- k-undste, daß er bei seinem Amtsantritt feststellen muhte, daß unter seinem?lmtsvorgänger Stadtrot Bösel erstounlicherweife keine genügende Kontrolle der Wohlsahrtsvorsteher siattaesundcn hat. In den Akten befinden sich fast gar keine Nach- weif» über erfolgte Prüfungen. Bei dem Angeklagten Kirschnick ist aktenmäßig seit September 1925 eine Revision nicht mehr erfolgt, Der Angeklagte K i r s ch n i ck behauptete, daß ihm im Frühjahr 1926 4 200 Mark gestohlen worden seien, davon ein Teil Privat- aelder,«m Teil Almosengelder.»nd der eiserne Bestand,. In drei Umschlägen habe er das Geld in einer Zigarrenkiste verwahrt. Cs müsse ein Komplott von vier Personen gewesen sein. Drei Leute kamen, um sich Bescheinigungen ausstellen zu lassen. Sie behauptttc», von der Polizei geschickt zu sein und in der Blanken- fclder Straße zu wohnen, für die er aber nicht zuständig war. Ehe er die Leute abgefertigt hatte, erschien eine vierte Person in seinem Laden, ossenbar sei er weggelockt worden. Eine halb« Stunde nach dem Weggange der Leute Hobe er den Verlust des Geldes gemerkt. Der Vorsitzende sprach sein Erstaunen aus, daß Kirschnick den Dieb- stahl nicht bei der Polizei gemeldet habe. Dieser erklärte jedoch, daß er glaubte, Genüge getan zu haben, wenn er es dem Stadtinspektor Herkner meldete. Anfänglich habe er versucht, den Verlust aus steinen Einnahmen im Geschäft zu ersetzen, bis feine Frau dagegen Einspruch erhob, da er doch keine Schuld daran habe. Daraus sei er im Dezember 1926 zu dem Stadtinspektor gegangen und habe ihn veranlaßt, zur Erledigung der lausenden Ausgaben den eisernen Bestand aus 6t00 M. zu«rhölxm. Die Ge- nehmigung zu dieser Erhöhung wurde von Stadtrat Menzel, der soeben erst sein Amt angetreten hatte, und noch keinen rechten Einblick in die Verhältnisse hatte, auf die Vorlage des Stadtinspektors cherkncr unterzeichnet. Bei einer durch besondere Umstände ver- anlaßten Revision wurde im Sommer d. I. bei Kirschnick der Fehlbetrag von 3311 Mark festgestellt. Bor der Polizei hatte Stadtinspektor cherkner in der Untersuchungssache gegen Kirsch- nick erklärt, daß er noch im November v. I., kurz vor der Erhöhung des eisernen Bestandes eine Revision vorgenommen hätte, und daß alles in Ordnung gewesen sei. Insolgedessen mußt» angenommen werden, daß die Sache mit dem Diebstahl nicht stimmen könnte. Stadtinspektor cherkner mußt« zugeben, daß er nur aus seiner Liste der ArmenoorsteHer durch Vermerke und nicht aus den Akten fest- gestellt habe, wo und wann erMevisionen vorgenommen hätte. In seinen Notizen ist auch vermerkt, daß er bei dem Wohlsahrtsvorsteher Et.tisch drei Revisionen vorgenommen habe. Der Zeuge Etlisch erklärte aber, daß während seiner fast fünfjähriaen Dienst- tätigkeit nur zwei Revisionen, die erste am 10. März 1926 und die letzte dann erst unter der Verwaltung von Stadtrat Menzel, stattgefunden� hätten. Da demgemäß aus den Vermerken des Stadt- infpektors kein rechtes Licht in die Verhältnisse zu bringen war, so kam das Gericht entsprechend einem Antragedes O b« ro m t s- o n w a l t s zu einer Freisprechung des Angeklagten. Die klassischen Clowns. Nach dem Solomeister der Zirkuskomik Grock sind jetzt die klassischen Zirkusclowns, die drei Fratellinis, vom pariser Zirkus Medrano in der S c a l a an der Reibe. Diese drei gehören in den Zirkus, sie wirken zwischen den Kulissen der Varietebühl, e nicht in dem Maße ursprünglich wie es In der Manege zwischen den Drujsurakten und den schwingenden Seilen der Trapeze der Fall ist. Aber einges bleibt doch stark oenug, um hosten zu bleiben. Da ist der eine, der Nachfahre des Pierrots aus der klassischen Komödie, gerissen und gewandt im blitzenden Flitterkostüm: dos ist der zweite, Wer immer fein Ovfer wird und der dritte, der eigentliche„August", dem meist das passiert, was dem zweiten zugedacht war. Wie diese drei, die sich aufeinander eingesühst haben, so eine grobschlächtige Buneske„hinleaen". das macht ihnen so leicht kein anderer Spaß- macher nach. Biel« der kleinen Köstlichkeiten, die sie einem zum Lachen vorsetzen, haben Schule gemacht und oebören heute zum eisernen Bestand der Zirkusdowns der ganzen Welt. Jammerschade. daß«n verbildetes Publikum unserer Tage nicht mehr so herzlich mitgeben kann, wie solche Fröhlichkeiten es von Gerzen verdienen. Das übrige Programm der Seala brinat viel Tanzen und Singen. Da ist Glenn Ellyn, deren„elastische Tänze" eigentlich mehr tänzerisch bewegte Akrobatik sind. Da sind die Spanier Andaluza und Partner und der amerikanische Tanzakt von Trazeq mch Bessie l)ey, ferner die Sopranistin Low- Skaya(die übertriebene schauspielerische Geste wirkt nicht) und s in«wem guten Imitats onsakt Bert E r r ok. de? Sopran und Ten« (mg*. Die plastischen Bildwerke der Martha Western find«ine Ge- schmacklosigkeit und sie finden schon aus diesem Grund« lauten Beifall. Dann noch ein paar gute akrobatische Nummern; vor ollem die vier U r b a n i s, die indianischen Drahtseilkünstler ch ia wa t h a und die Gladiatorentruppe der B a r a n o s f s. Oefffentiiche Kundgebung am Dienstag, dem 13. Dezember, abend*?'/, Uhr, Im Lehrervereinshaus, Alexanderstraße 41. Tagesordnung: Gegen den Faschismus.— Für die Beseitigung der Todesstrafe. Redner: Arthur Crispiea« Dr. Kort Roeenicld, K. Ahronuj witsch, Baurat aus eigener Machtvollkommenhelt. Aber gute Leistungen! In Deutsck)land muß im allgemeinen jeder, der einen verant- wortlichen Posten bekleiden will, das Bestehen einer ganzen Reihe von Examen nochweisen. Daß der Inhaber von Pruftmgszeug- nisten auch in der Praxis allen Anforderungen entspricht, ist damit noch nicht gesagt. Wir haben schon mehrfach erlebt, daß Leute, die sich selber genügende Kcnntniste aneigneten, ohne sich diese Tatsache staatlich bescheinigen zu lassen, ganz hervorragend«, zu mindestens aber gute Durchschnittsleistungen auszuweisen hatten. Jetzt wird wieder ein Fall bekannt, in dem ein Magistrats- baurat jahrzehntelang zur allgemeinen Zufriedenheit gearbeitet hat. bis es sich endlich herausstellte, daß er seine Stellungen, in denen er sich bewährt«, auf Grund gesälschter Papiere erworben hatte. Der Betreffende ist. sowett man die Dinge übersehen kann. ein Opfer der Titeljucht geworden. Er hatte sich etwas.zu reichlich mit Titeln geschmückt, wie das in sehr vielen Fällen— nicht zuletzt bei den Anbetern vergangener„Herrlichkeiten"— immer großen, jede Uebcrlogung ausschließenden Eindruck macht. Die Titelseuche beginnt ja auch in der Republik wieder an Umfang zuzunehmen und sie wird sicherlich noch manches Unheil stiften. Der Mogiftratsbau- rat Hans Bauer, dessen Leistungen ausgezeichnet, dessen Pa- pierc aber leider gefälscht waren, muß es sich nun gefallen lasten, daß seine Bezüge gesperrt wurden und daß die Staats- Nnwaltschoft sich mit ihm beschäftigt. Gr hotte dos Gymnasium bis zur Obersekunda besucht und sich dam, ein Abiturienten- Zeugnis verschafft, das ihm die Tür der Dannstädter tech- nifchsn Hochschule öffnete, chier studierte er zwar fleißig, aber er hatte eine unüberwindliche Abneigung gegen Prüfungen. So verschaffte er sich denn auch, ohne die Prüfung abzulegen. alle ersorderlichen Prüfungszeugnisse. Mit ihnen fand er den Weg in die Praxis. Er war zunächst in Opladen, dann in Kiel tätig. In Oberstein-Idar o. d. Nahe war er bis 1915 Dar st eher des Stadtbauamts. Der Krieg unter- brach seine Baumcisterloufbahn. Bon 1918 ab war er bis 1924 beim Magistrat Berlin. Aus Grund der Abbauverordiiunoen wurde er in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Sein Tatendrang ließ ihn den Bau einer Wasserleitung in Beelitz übernehmen. Hier ereilte ihn das Geschick. Er wurde entlarvt und muß mit seiner Verurteilung wegen Urkundenfälschung rechnen.— Schade! Der Mann hat der Oeffentlichkeit einen so vorzüglichen Anschaimngs- Unterricht über den Wert der Prüfungen geiiesert, daß man chm ein anderes Schicksal wünschen könnte. Woher kamen die Kohsenoxydqase? Zwei Freunde wurden, wie wir kürzlich mitteilten, in ihrem gemeinsamen Zimmer in der Linden st raße 66 tot aufgefunden. Sie hatten bereits vier Wochen da gelegen Die Vermutung, daß sie sich selbst mit Veronai vergiftet hätten, hat sich als irrig er- wiesen. Die gestern vorgenommene Sektion ergab, daß sie an Kohlenoxydgasvergiftung gestorben sind. Es liegt zweifellos ein Unglücksfall vor, da die beiden ihren eigenen Ofen gor nicht geheizt hatten. Das Giftgas muß von irgendeinem anderen Ofen her infolge einer U n d! ch t i g k e i t i n einem Schornstein in ihr Zimmer geströmt sein. Die Bau- polizci, die davon in Kenntnis gesetzt war. wird jetzt das Haus und die Heizanlagen daraufhin gründlich untersuchen. Die Lichtbilder des Afrikafliegers. Im vergangenen Monat wurde der Afrikaflieger M i t t e 1- h o l z e r auf einer Reise in Süddeutschland empfindlich bestohlen. Ihm wurde ein Kästchen, das„A f r i k a f l u g- M i t t e 1 h o l z e r gezeichnet war und 110 Lichtbildaufnohmen, Original- diapositioe von seinem Afrikaflug, emhiell, während einer Eisenbahnfahrt entwendet. Die Ermittlungen und Ausschreibungen der Kiiminalpolizei führten jetzt in Zürich zur Festnahme des zu- nächst unbekannten Taters. Er ist ein internationaler O-Zug- und Taschendieb namens Hermetter und gibt den Diebstahl zu. Wie er sagt, wußte er mit dieser Beute nichts anzufangen und verschenkte sie deshalb auf einer Durchreise in Berlin in einem Cas«. Die Aui nahmen befinden sich hiernach ohne Zweifel auch jetzt noch in Berlin. Für den Beschenkten sind sie ebenso wertlos wie für den Dieb. Um so mehr aber liegt dem Bestohlenen daran, sie wieder- zuerlangen. Mitteilungen darüber, wo sie etwa untergestellt oder angeboten worden finb, nimmt Kriminalkommissar Lobbes im Polizeiprästdium entgegen. Zn dem Doppelfelbstmord in der Schönhauser Allee 50 teilt uns der Barer der freiwillig aus dem Leben geschiedenen Gertrud Wensch mit, daß die Eltern mit ihrer Heirat einverstanden waren. Dos Motiv zur Tat sei in der unbegründeten Eifersucht des Mädchens zu suchen. Von Hans Heinz Ewers Drama„Das Wundermädchen von B c r l i n". dos am Abend als Scndespiel gebracht wurde, ist wenig zu sagen. Lob verdiente die von Alfred Braun geführte Regie, die außerordentlich gut das Hörbild zu gestatten wußte. Das Werk bringt einige glücklich geformte Milieubilder, aber keine wirklich plastische, dichterisch geklärte Gestalt. Die Erscheinung des Wundermädchens von Berlin hätte, in Parallele zur Revolution von 1848 gesetzt, ein lebendiges Bild der geistigen Engel des oormärzlichei, Preußen geben und etwas von der inneren Nowendigkeil der Revolution aufzeigen können. Was Ewers Drama aber bietet, ist nichts als der geschickt aufgemachte Sensationsstofs. Lucie Mannheim gestaltete das Wundermädchen so menschlich und echt, wie es die Rolle irgend zuließ.— Am Nachmittag kam der Dichter Jakob Kneip zu Wort, der aus feinem«rdverwurzesten, starten Roman ..Hanpit der Jäger" zwei Kapitel las. Das volistenkonzert, dos sich dieser Veranstaltung anschloß, gewann seinen künstlerischen Wert. hauptsächlich durch die Darbietungen des Violinisten Nikolaus Lambinon und den Klavieroorträgen von Pros. Josef Weiß.— Einen Vortrog aus dem Gebiet der Technik, der durch sein sehr zeit- gemäßes Thema interessierte, hielt Regierungsrot Prof. B o o st. Er sprach über„Eisenbeton, den Baustoff der Gegenwart", und schilderte seine Zusammensetzung und Eigenschaften. Aber Pros. Boost hätte viel Zahlenmalerial fortlassen und sein« Ausführungen wesentlich verständlicher gestatten können. Tes. Jahre alt. Die verwitwete Frau Thrams-Richter vollendete heut« ihr 100. Lebensjahr. Die Greisin, die bei ihrer Tochter, der BeanUenwltwe Helene Wendler, Birken st r. 30, wohnt. hat fett vier Jahren ihr Bett nicht mehr verlassen können, ist aber von einer geistigen Frische und»och derart temperamentvoll. daß Fünfzigjährige sie darum beneiden könnten. Zwar ist sie durch ihre Schwerhörigkeit sehr behindert, doch verfolgt sie alle Ereignisse von ihrem Betllagcr aus mit großem Interesse. Nur vom Krieg wollte sie nie etwas hören.„Ich habe schon soviele Kriege erlebt, daß ich genug habe," erklärte sie mit größter Energie im August 1914. Die alte Frau, die seit 65 Iahren m Berlin lebt und Bismarck gesehen hat, als er nach der bestgehaßte Mann in Preußen war, hat noch ein so vorzügliches Gedächtnis, daß sie sich der Z e i t e n v o n 1848 besinnen kann, als polnische Ausstä ichische naef) Londsbcrg kamen und sie sich als junges Mädchen in dem Keller verstecken mußte. Die llvterschlagungev beim Märkischen Gastwirtsverein. Pols- dam»ich beim Provinzialoerband Brandenburg Deutscher Gastwirt« waren gestern Gegenstand einer Verhandlung vor dem P o t s- damer Schöffengericht. Angeklagt wegen Unterschlagung war der 50jährjge Gastwirt Richard West pfähl aus Potsdam. Der Angellagt« besaß einen doppelten Vertrauensposten der oben genannten Körperschaften, deren Kassierer er sett vielen Jähren war. Der Angeklagte Halle bestimmte Personen des Diebstahls verdächtigt. Er konnte gestern aber den Dorwurf nicht ausrecht er- hasten und gab zum Teil die Unterschlagung zu. Wozu das Defizit verwandt worden ist, darübe? verweigert der Angeklagte die Aus sage. Das Urteil erging auf vier Monate Gefängnis bei dreijähriger Bewährungsfrist, vtrafmlldernd kam in Betracht, daß dem Angeklagten durch die Reviloren, die sich nicht einmal Bank- ausweise vorlegen ließen, die Unterschlagungen so leicht gemocht worden sind. Tödlicher Unfall am Stettiner Bahnhof. In der Invaliden- st r a ß« in unmittelbarer Nähe des Stettin er Bahnhofs ereignete sich in den gestrigen Abendstunden ein schwerer Unfall. Beim Uederschreiten des Fahrdammes wurde der wohnungslose 36jährige Schnitter Richard P e u s ch von einem L a st k r a f t< wagen überfahren und schwer verletzt. Der Verunglückte starb, noch bevor der Arzt der nächsten Rettungsstelle an der Unglücksstätte eintraf. Die Leiche wurde in dos Schouhaus gebracht. ZSjährige» tlrbellsjubUäum. Einer der ältesten Abonnenten d e Z V o r w ä r t S. der 73jährige Parteiveteran August LosanZkh, Neutölln. Elsenltratze SZ, feieil heute bei der Fuma A. Knapve, Berlin- Niedertchöneiveide. Scdanltrahe 58. sein 25,ShrigeS Arbeits- j u b i I ä u m als Lerkzeugschlofser. Einen Glückwunsch dem Jubilar! .Zar London' ist da» Thema eine» Vortragsabend» mit Lichtbildern nnd Borl-Iungen, den Alfred B e i e r l« am S. Dezember. L0 tthr, im Austrage des BoltSbildungSamtS Friedrichshain in der Schulaula Petersburger Str. 4 bringt. Eintritt 40 Pf. Karle» im PollsbiidunzSamt Friedrichshain, Martusftr. 4S, Zimmer 28. Die neue Volt, Wochenschau läuft in den Monopol-Lichtspielen. Petersburger Straße 20. Sie zeigt Aufnahmen von der furchtbare» Exvlostons- katastropbe in Piltsburg. die neuesten Fluqbitder, interesiante Sporlbüder mit der Zeillupe; terner in bunter Folge die ersten Winterbicder. Ausnahmen von den letzten Bübnenereignissen. ein Bitd deS berühmte» Graphologen Prof. Schcrmann, heitere Kinderbilder und anderes mehr. Die tonsumgenossenschattlichen Ivareohäaser find an den beide» Sonntagen vor Weihnachten von L-S Uhr nachmiitags geöffnet. Die ständig steigenden Umsätze lasten einen starten Andrang er- warten, weshalb ein möglichst srühzettiger Besuch der Konsumwarenhäuser zu empfehlen ijL Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serlln. vorftKenh«,>Serbebe»idsl«iter»Nd Sonnabend, U llhe.«ifhuma der Beihnech'saiiostellung im Heim Lindenstr. S. Vollzählige* Erscheine» er. wülKcht. iäcrbcbeffelsUitct»nd B.-S. Sonnabend, t?'., Uhr, gemeinsame Sltzunz im Sckretartat. Singlrei«: Wir treffen tm» zur Mitwirkung bei der ardffnung der Weih» nachtsousstelluna am Sonnabend um ITH Uhr im Linbenhetm. Die BHäersiad« ist bi» auf weitere» geschlossen. tmmm Unsere W«ih»»chts-u»st«I»ng im Jugendheim Lindenstr. 3 ist von Sanntag, lt., bis Freitag, ZU. Dezember, werktags von 16—20 Uhr, Sonntags von 10—20 Uhr geöffnet. Jedes Mitglied muh dir Aus- stellung besuchen, heuie, Zreiiag, S. Dezember. 19!1 Uhr. « Schule Waldenserstr. 20.„Bebel und Liebknecht." Rsseiithatai Dorftadt: Ber Portraq follr aus. Trektpunk: zur Mitgliederversammlung der drei Gruvpen 19 Uhr A'osenthaler Plofl. Die Genossen, die später kommen, gehen gleich uach dem Jugendheim Landsberger Str. oO.~ Weitz«u»le«: Heim parkst?.»oAI. und eport."— Baltcnplatz: Heim SUfttcr(Är. äbintcrfport.*— frankfurter Viertel: Heim Schreiner-, Cct« Waldeyeva strafte. �Alt-BerUncr vulnor."— Stralauer Viertel: Heim Goßlerftr. 6L „Rcfvrmtl-idung.— Warschauer Viertel: Heim Litauer Str. 18.„Die Arttm Tanzes. Kottbusser Tor: Treffpunkt 18% Uhr zum Besuch der Gruppe �üden. Schoveberg l: Heim Hauptstr. lo. �Die Rationalisierung."— Hetm Hauptstr. 15. Mitgliederversammlung.— Charlotteuburg: Heim Rosinenstr. 4. Mitgliederversammlung.- Halensee: Schule Joachim» ssriedricb-Str. 35. Heiterer Äbcnd.— Spandau: Heim Lindenufer 1. Weih. nachtsfest.— Brifl: Rathaus. Chaussecstr. 48.„Von Kunst zur Gestaltung." Köpenick: Heim Grünauer Str. 5.„August Bebel."- Baumschulenmeg: Heim Sr'nststr. 16.„Die sozialistische Weltanschauung," 3. Teil.— ZohaunisthaU Ratl)aus. Rezitationsabend.— RiederschSneweid«: Schule Berliner Str. 3L „Das heutige Rußland." Friedrichsfelde: Heim Schloß-, Gcke Berliner Straße. Uebungsabcnd zu? Weihnachtsfeier.— Pankow-Rord: Heim Gürsch» strafte 14.„Diktatur. Demokratie." � Wcrbebezirt� RenkSlln: Zusammenkunft der Aelteren und ssunitionare im Heim Kanncr Straße. Vortrag. Interessierte Genossen sind willkommen. s Werbebezirk Westen: Morgen, Sonnabend. Sonnenwende. Vlle Teilnehmee treffen sich um 21 Ahr am Potsdamer Bahnhof(Bahnsteig nach fassen). Die Gruppen Charlottenburg, Bebel und Liebknecht um 10*4 Uhr Bahnhof(Schar- lottenkurrg. Voriräge, Vereine und Versammlungen. Reictisbanner„Sckiwarz Rol-Gold" GischSktsstrllct Berlin E, H. Ecbastinnste 37/ll8.£of_2 Zt. Zrriiog,#. Drzrmbrr. Mitte: 20 Uhr Versammlung sämtlichrr fad» fohrerjdei Gramsch, Vrunnrnstr 4. Lichtenberg. Kameradschaft Vor.. Hagen: 20 Uhr Siguna. Vortrog des Kameraden PolizeisckretLr Kcnz:..Die Polizei im Voltsstaat," Kameraden anderer 3IIge willkommen. Borfigwalde: 20 Uhr bei Woitschach. Ernststr. 1, Kameradcchastsoersamnilung, Bericht von der ssahnennagelnng und cSaugenerolversammlung. Kamerod Staate— Sonn. abend. 10. Tezember. S!c»I?lln.Z>rie. 2.«amcrodschait, 1. Sug: 20 Uhr im Ver- kehrslokal Schabeil-, Weichcelstr. ö. Heiterer Abend. Spardan: 20 Uhr S-nerol. Versammlung im Restaurant Pa'me,«itterstrahe._ Sonntag, 11. Sv-zembee Krei» Ofen: SM' Uhr Propagando'ahrt der �aMahm. Antreten Artonaviatl' Tste Vadsahrer der anderen Kreise werden gebeten, sich daran zu hctc'Ua'n i-M Ufte Antreten zum Ummars-i, Arkonaplatz. Pflichtvua-sta'wng. e. ehs eied-hain: 7Zl Uhr Antreten der V aMahr er Petersburger P'ad zur Pro-a» «an da fahrt. 12� Uhr Antreten aller Kamerad-n ans d'n Samin-fv'Siien b'r Kam-radschatten m t Musik und iZohnen. VNichtveranstaltnnol üadrae'd 40 Pf.- Uhr Antret-n aller Vadfa�rr x-d-n.-Mnv'a» zur Proragandafanrt. 5. Kameradschaft fKnuManner)' Antret"- 8 Ufr zollernv'ag'Pfl'chln-ranstaftunai. 10 Ifhr Vreff-N S»gd>nhaus>ki 9-12 t'br Rithermshof Svortplat, ssr'edrt-''s'-ld'" t'eb-- ron O-Ui Ubr. Meg'N des Pro-aoandnmorsches de» o-famt-n Kreise, f'-'b Irrte O-ffmmfn Uebungszeiten festgesetzt Avsnadmsw'nf« k-innen d'e Kom-r-d-n-u ted-r'e'.t ersche'nen. Li-etenber-, uedst szz Ifdr A-tret-n d"> a-fam'en madfahrerzi-pe, ans dem Arkqnav'oii zur Pro-aoanda'at'rt Abfahrt s tihr Vorhagener V atz. S-ke ctrilnberaer Strad». 12 vdr An'-et— m't M-'vk''"d ssahn-n am VM.ffto-ffrrtet Allee«um Vro-aoandamart�■jr-.matf* 19»he njt'in,<»?�Ür/'r„ �»saang Vo-ertSahufteMj o-ef"nds...nn'n. �«rde-lsdienst anf dem Srortvlatz hmtee der Vadn iVirk-n. waldchen>. Svatrn mitbringen. Beteiligung jeden Schutzsportler- Pflicht. -«"-"edo KT,'. Pfleg» ttasfifSer und moderner Bläser wMommen'' ifr-itag 20 Uhr Wichertstr. 04. Streicher und „»°d-nr«s«rm-r. Im-Zreien volkswfrtschattlichen Seminar, Verlin NA 87. Lesstngstr. It. 20-22 Uhr, spricht Mittwo-b, 14. Dezember. � llder Ernndziig« unseres nen-n Steuerrechts": Donnerstag. » Dezember, Professor Dr. theot. von Pell. Brenn ing«der„Publizität im Stenerwrsea.-«.»sprachc. Eintritt frei. Oer Berliner Wohnungsbau. Im Licht« der Statistik. Zlm IS. Mai hat im ganze» deutschen Reichsgebiet«ine Wohnungszählung statlgefunben, deren Ergebnis im„Norwärts" mitgeteilt wurde. Die Reichswohnungszählung ersaßt« in getrennter Aufstellung die Zahl der Haushaltungen mit selbständiger und ohne eigene Wohnung. Diese Statistik sollte, zum ersten Mal« noch dem Äriege, die Unterlagen sür dos Wohnungsbauprogramm der Länder und Gemeinden geben. Ei» Vergleich der sür Berlin ermittelten Ziffern der Reichswohnungszöhlung mit der in den �Berliner Wirt- schastsberichten" mitgeteilten Ziffern über die Wohnbautätigkeit ist sehr lohnend. Oer Wohnungsbedarf. Di« vom Preußischen Statistischen Londesomt bei der Reichs. wohnungszählung sür Berlin ermittelten Ziffern, ergaben folgendes Bild: Bewohnt« Wohnungen............ 1212491 ..Leerstehende" Wohnungen noch oder bereits vermietet 1295 zur Dersügung des Wohnungsamtes....... 1673 baufällig................. 214 aus sonstigen Gründen nicht vermietet....... 799 Haushaltungen............... 1 301 638 Darunter zweite und weitere Haushaltungen.... 89147 Zur gleichen Zeit mit der Reichswohnungszählung wurde, durch gesonderte Fragebogen, die Zahl der Wohnungssuchen» den festgestellt. Bei dem städtischen Zentralwohnungsamt wurden bei dieler Zahlung rund 120 000..Meldebogen" abgegeben. Nicht in dtese Ziffer eingerechnet sind die Wohnungssuchenden, die aus irgend- einem Grunde mit einer anderen Familie— meist Verwandten— einen gemeinsamen Haushalt führen, und die eine Trennung der Haushaltungen im Augenblick nicht herbeiführe» wollen. Der Dohnungsbcdars ergibt sich aus: Wohmins«, ») dem objektioen Fehlbedarf(nach der Wohnungszählung vom 3. Wai 1923)»---.......... 75 000 Dazu pro Jahr: d) dem inneren Neubedars(Zunahme der Bevölkerung und der Haushallungen)........... 10 000 c) dem äußeren Neubedars(Zuzug neuer Haushaltungen von auswärts)............... 20 000 d) dem Wohnungsoersall............ 5 000 c) dem Ersaß sür räumlich unzureichende Wohnungen. 30000 t) dem erforderlichen Leerbestand...... 25000 Insgesamt gegenwärtiger Bedarf.. 165000 In zehn Iahren würde sich dieser Bedarf vermehren: ftu K um 9X10 000.............. 90 000 zu< um 9X20 000.............. 180 000 zu d um"9X5 000............... 45 000 Zusammen um... 315 000 Zählt man zu dem gegenwärtigen Wohnungsbevars von 165 000 Wohnungen den Wohnungsbedars in zehn Jahren in Höhe von 315000 Wohnungen hinzu, so kommt man sür ein zehnsähriges Bau- es neu zu Programm auf eine Ziffer von 480 000 Wohnung«», tk. h. also. wären in zehn Jahren pro Jahr rund 50000 Wohnungen neu bauen, um die Wohnungsnot zu beseitigen. Berlins Wohnbautätigkeit. Diese ebengenannte Ziffer mag etwas zu hoch sein. Wenn man aber dieser Zahl die der Bautätigkeit der letzten Jahre gegenüberstellt, so muß man zu der Erkenntnis kommen, daß der in den letzten Jahren erstellte Wohnraum gerade ausreicht, um den Neubedars zu decken. An Beseitigung der Wohnungsnot ist dabei nicht zu denken. Noch der Siatistit sind im ersten Halbjahr 1927 rund 9580 Woh- nungcn hergestellt worden. Gemessen an der Zahl der im ersten Halbjahr 1926 erstellten Wohnungen, ist«ine Steigerung um 3837 Wohnungen zu oerzeichnen. Vergleicht man ober die Wohnungs. bautätigkeit des ganzen Jahres 1926 mit der Ziffer des ersten Halb- jahrs 1927, so ergibt sich, daß schon jetzt 65,7 Proz.. also rund zwei Drittel der Gesamtproduktion des vorigen Jahres, erreicht ist. Eine Aufstellung der erstellten Wohnungen nach Größenklassen ergab, daß die Ziffer der Kleinwohnungen gestiegen ist. Mehr als zwei Drittel der Gesamtproduktion sind Kleinwohnungen. Eine besondere Statistik ergibt, daß die Ziffer der Flachbauten von 763 Gebäuden und 1045 Wohnungen im Halbjahr 1926 in diesem Jahr aus 1218 Gebäude und 1799 Wohnungen gestiegen ist. 57,1 Proz. der Wohnungen liegen in Hochbauten. 24 Proz. in Mittelbauten und nur 18,9 Proz. in Flachbauten. Eine Gliederung der Neubauten nach privaten oder gemeinnützigen Bauherren ergibt, daß letztere im Halbjahr 1927 rund 67,9 Proz. der Gesamtproduktion erstellt haben. Im Borsahr war diese Ziffer erheblich niedriger. Die gemeinnützigen Gesellschaften hotten 50 Proz. und die privaten 48 Proz. der Wohnungen erstellt.?!alürlich war die Bautätigkeit in den Außenbezirken am stärksten. An erster Stelle erscheint der Bezirk Reinickendorf mit 1595 Wohnungen. Daran schließen sich an: Neukölln mit 737. Tempelhos, 728. Wilmersdorf 720, Steglitz 684, Lichtenberg 626. Schöneberg 617, Charlottenburg 557; Pankow 514, Spandau 512, Zehlendorf 482, Weddinq 443, Köpenick 442; Prenzlauer Berg 327, Weißeniee 276, Treptow 256 und Friedrichshain mit 62 Wohnungen. Insgesamt wurden für das Jahr 1927 für 21 085 Wohnungen Houszinssteuerzuschüsie bewilligt. Don dieser Zahl sind 16 768 Wohnungen in Bau. Für den Rest der bewilligten Wohnungen fehlen noch Mittel zur Finanzierung. Teure Äeubaumieten. Di« Zahl der kwwWgtea Wohnungen für 1927 kst größer als für das Jahr 1926, weil die vorhanden«« Mittel gestreckt wurden. Für eine 21b.Zimmer-Wohnung erhiest der Bauherr in diesem Jahre nur 4000 Mark, gegenüber 6500 Mark im Dorjohre, aus der Haus- zinssteuerhypothek geliehen. Dadurch koimlen zwar inehr Wohnun- gen durch die Wobnungssürsorg« mit Mitteln bedacht werden, aber sür die einzelne Wohnung wurde durch diese Aenderung die Finaii- zicrunq teurer. Somit mußte auch die Miete sür diese Wobnung höher sein. Ein« 2 Va-Ziinrner-Wobnung kostet» nach den Finair- zierungsbcdingungen des Vorsahres rund 55 Mark. Sie wird im nächsten Jahr« 73 bis 75 Mark kosten. Schon in diesem Jahre haben die Bezirksämter darüber geklagt, daß sie. um 70 Wohnungen ver- mieten zu können, rund 600 Interessenten auffordern mußten. Eine verstärkte Neubautätigkeit nutzt nichts, wenn gerade die Kreise, die am stärksten unter der Wohnungsnot leiden, nicht m die Lage ftmi- men, die verlangten Mieten zu bezahlen. Trotz aller Berbilligungs» aktionen ist die Neuboumieie im nächsten Jahr nach sehr vorsichtigen Schätzungen 20 bis 30 Proz. höher als in diesem Jahr. Noch ist nicht abzusehen, wie sich diese Sieigerung aus die übrigen MieispW'se auswirken wird. Aussichten des Wohnungsbaues. Der Wohnungsbau ist im Augenblick durch die schlechte Lage des Hypothekenmarktes zum Sffllstond gekommen. Im Jahre 1926 war die Beschaffung der notwendigen Hypothe- k e n leicht. Im Bertrauen aus die leichte Beschaffung der Hypothe» ken wurde» zu Beginn des Jahres große Bauprojekte vorbereitet. Mit der Senkung des Reichsbankdiskonffatzos im Januar 1927 änderte sich die Konjunktur aus dem Psandbriesmarkt. Selbst für bereits an gefangene Bauten waren Hypotheken nicht mehr aufzutreiben. Die Bauunternehmer erhielten verschiedentlich von den bauaussührenden Gesellschaften kein« Mittel zum Weiterbau angewiesen; well die Hypotheken noch nicht besorgt werden konnten. Es braucht wähl nicht besonders betont werden, daß durch den Kapitalmangel nicht nur der Wohnungsbau, sondern auch der Arbeitsmorkt gefährdet wird. Große Baugesellschasten versuchen in letzter Zeit die not- wendigen Mittel vom Ausland— Amerika— zu erhalten. Wie weit aber amerikanisches Geld für den Wohnungsbau flüssig gemacht wcrden kann, ist bei der bekannten Stellung des Reichsbankpräfi- denten noch fraglich. Greift das Reich nichl ein und versucht dem inländischen Hypothekenmarkt Geld zuzuführen, so wird die Bcseiti- gung der Wohnungsnot vielleicht ans Jahre verzögert. . Der Wohnungsbau ist aus die Bereifftellung öffentlicher Kredite angewiesen. Nur wenn es in absehbarer Zell gelingt, den Hypochckenmarkt wieder zu beleben, kann an der größten Aus» gab« des Reichs, der Länder ynd Gemeinden, an der Behebung der Wohnungsnot, weitergcarbellet werden. Nerltns Trinkwasser einwandfrei... sagt das Hauptgesuadheitsamt? Das Hauptgesund h.eitsamt teilt folgendes mit: 256t einigen Pagen hat in einzelnen Teilen Berlins dos Leitungswasser einen eigentümlichen Beigeschmack ausgewiesen, der aus Chlorgehast zurückzuführen war. Es handeve sich um eine technische Stö» r u n g in dem Wasserwerk Friedrichshogen, die sofärk behoben werden konnte. Die an diesen Vorgang sich knüpfenden Erörterungen der Wasserversorgung Berlins sind wegen ihrer Fol- gerungen geeignet, unberechtiate Bejürchiimgen zu erregen. So wird z. B. behauptet, das Müggelsecwasser sei nicht einwanosrei und die Berliner müßten immer noch schlechtes See um her genießen..usw Tatsächlich liefert sämtlichen Berliner Wassenoerken. die die Bevölkerung nrll Trinkwasser versorgen, nur dos Wasserwerk Friedrichs- bogen einen Teil Oberslächenmasser. Dieser Teil betrögt im allgemeinen nicht mehr als 10 Proz. der gesamten Wasser- sörderung, nur an einzelnen Tagen für Spitzenleistungen mehr. Die Wasierwcrkc am Müggelsee sind s. Zt. uiiter der Mitwirkung von Robert Koch und Proskauer eingerichtet worden und stellen mit ihren riesigen, überdeckten Filtern die vollkominensic Art der Wasser» bchandlunq eines Oberslächcnwassers dar. Ei« sind j a b r Z r h n t e- lang ohne jede Ehlorung betrieben worden und haben mit dazu beigetragen, daß diejenigen Krankheiten, die durch Wasser häufiger oerbreitet werden, in Berlin seit der Jnbetricdhalwng der Keiner kennt den andern. Drei Männer am Kaffeehaustisch. Grundverschieden ihr Wirken und Walten, ihr Sinnen und Trachten. Aber es ist etwas von Wahlverwandtschaft um die drei: den verfeinerten Geschmack in der Wahl ihrer Zigarette haben sie gemeinsam. Lieber Leser: willkommen im Kreise der Massary-Getreuenl An den Massary-Schöpfungen achtlos vorbeigehen, heißt auf einen ungewöhnlichen Genuß verzichten. Zum Beispiel: Jüt66€iry'T>rw- Iahren hinzugefügt worden, damit das Berliner Bevölkerung das größtmögliche Maß von Sicherheit geboten werden kann. Zweifellos ist einwandfreis Grundwasser die beste Form der Wasserversorgung sür eine Stadt. Einen ab- saluten Schuß gegen unliebsame Ueberraschungen bietet aber auch ein solches Wasserwert nicht. Schwere Typhusepidemien der letzten Jahre sind gerade auch bei Grundwasserversorgung beobachtet worden.(Gelsenkirchen, Pforz- heim. Hannover.) Hinzukommt, daß das Grundwasser vielfach vor seiner Abgab« einem Reinigungsprozeß unterworfen werden muß. der Möglichkeiten sekundärer Verunreinigungen nicht völlig aus- schließt. Auch bei Gnindwasserwerken sind daher die äußersten Bor sichtsmaßregeln notwendig. Die ständige Kontrolle, die das Haupt gesundheitsamt über die Wasserversorgung Berlins regelmäßig aus� übt, Hot ergeben, daß in den Iahren dieser Kontrolle niemals ein Versagen der Filterwirkung am Müggelsee eingetreten ist. sa, daß das Wasser praktisch teimsrei ist. Bei der eingetretenen Störung handelt es sich offensichtlich um ein durch Zusammentreffen von Zufälligkeiten bedingtes einmaliges Vorkommnis, das sich kaum wiederholen dürfte. Auf Grund dessen etwa die Chlorung, die in zahllosen Ländern aller Konttnente angewandt wird, aus- zugeben, li�ot keine Veranlassung vor.— Soweit die Erklärung des Hauptgesundheitsamtes. Sie bringt aber nicht die Tatsache aus der Welt, daß Ch orgeschmack im Wasser alles andere als angenehm ist. Hoffentlich gibt es in der Zukunft nicht wieder ein so unglückliches Zusammentreffen von„Zufälligkeiten". Brennende Kommunalfragen. Am Mittwoch, dem 30. November, sprach Stadtoerortmeten- vorsteher Genosse Haß in einer gutbesuchten Kreismitglieder- Versammlung in Hermsdorf über„Brennende Kommunal- fragen". Die Mitglieder sollten erfahren, um was es geht, und deshalb griff Genosse Haß aus dem umfangreichen Materiol drei Gebiete besonders heraus. Durch das unerhörte Beginnen des Herrn Schacht wird ein« geordnet« Finanzlage der Gemeinden gefährdet. Herr Schacht hat die Absicht gezeigt, die öffentliche Wirtschaft herab- zusetzen, oder vielleicht den öffentlichen Kredit im Auslande zu drosseln. Eine daraus entstehend« Krise in der öffentlichen Wirtschaft muß aber auch eine Krise in der privaten Wirtschaft nach sich ziehen. Es muß untersucht werden, weshalb die private Wirtschaft nicht bloßgestellt worden ist. Wenn Berlin sich aber nicht großzügig weiter entwickelt härte, dann wäre sicher der Vorwurf gekommen, daß die SPD. unfähig sei. Ohne em« Mitbelastung der kommenden Generation durch die Aufnahme von Anleihen ist eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik nicht möglich. Der Wohnungsbau muh un- bedingt gefördert werden. In Berlin ist jede achte Familie ohne Wohnung. M-m muß damit rechnen, daß jährlich 100 000 Menschen zuziehen. W.. wir nicht in jedem Jahr 20 000 Wohnungen bauen, werden wir in wenigen Iahren eine noch größere Wohnungsnot haben. Die Mittel aus der Hauszinssteuer sind so beschränkt, daß damit die Krise nicht behoben werden kann. Es muß aber auf jeden Fall gebaut werden, wie das auch in Wien getan wird. Die Löhn« der Arbeiter müssen erhöht werden, damit die teure Mete aufgebrocht werden kann. Starke Strömungen sind vorhanden, die eine Aenderung des Gesetzes Groß-Berlin beabsichtigen. Das ist erklärlich, da das bestehend« Gesetz im Landtag nur mit einer knappen Mehrheit angenommen wurde. Als Grund wird immer angeführt, daß mehr„gespart" werden müsse. Es muh ober fest- gestellt werden, daß bei einer Berechnung der Derwaltungskosten pro Kopf der Bevölkerung die Verwaltung Berlins im Vergleich zu anderen Städten die billigst« ist. Es muß erst ein« inner« Reform erfolgen. Man denke nur an die 2 6 Instanzen bei der Bauverwaltung. Es fehlen noch die nötigen Erfahrungen. Wenn die Bezirksoersammlungen abgebaut werden sollten, müßten die Stadtverordneten ihre Funktionen in den Bezirken übernehmen. Diese Mehrarbeit könnte aber ehrenamtlich gor nicht geleistet werden. Die Verbindung mit der Bevölkerung würde ebenfalls gelockert wenden. Das Grundprinzip der Demokratie darf ober nicht oerletzt «erden. Weihnachtsmesse der Berliner Arbeiterschaft. Die vom 10. bis 21. Dezember im Gewerkschaftshaus, Berlin SO. 1. Cngelufer 24/2S, stattsindend« Messe ist täglich von 2 bis 8 Uhr geöffnet, auch Sonntags. Während der Messe findet ein Vertauf außerordentlich billiger Bücher statt. An allen Tagen findet eine Vorlosung von Lindcar-Fahrrädern. procht- vollen Büchern und von sonstigen wertvollen Gegenständen statt. Am Sonntag, dem 11. Dezember, findet im Rahmen der Messe im großen Saale dos Gewerkschaftshaufts ein Bunter Abend statt unter Mitwirkung von Bruno Schönlank, dem Orchester der Voltstunstgemeinschaft Wcdding(Erwin Kl est) und dein Sprech- und Beweguiigschor der Freien G e w e r t- schaftsjugend. Beginn 1gz5 Uhr. E i n t r i t t f r e i! An den anderen Abenden finden im Saal 3 um 10 und 20 Uhr regclmäßig wissenschosHiche und künstlerische V o r- träge statt. An den Sonntogen sowie Mittwoch nachmittags 16 Uhr Märchenoorlesungen für Kinder. Zutritt zur Messe sowie zu allen ihren Beranstaltungen ist kostenlos. Kein Arbeiter oder Angestellter oersäume deshalb, in der Zeit vom 10. bis 21. Dezember das Gewerkschaftshaus zu besuchen.-Ver- anstalter sind die folgenden Verbände: Allgemeiner Deutscher Ge- werkschaftsbund, Ortsausschuß Berlin: Allgemeiner freier Ange- stelltenbund, Ortskartell Berlin: Verband für Freidenkertum und Feuerbestattung e. V.: Büchergilde Gutenberg, Berlin. Das Dolksblldungsamt Prenzlauer Berg eröffnet am Dienstag im großen Saal des Bezirksamtes, D a n z i g e r Str. 6 eine Ausstellung von Iugendlchriften, Bilderbüchern, Spielsachen. Erzeugnissen der Kleinkunst sowie Ar. beiten der Kinder in Horten und Iuaendheimen Es find außerdem vertreten: die Buchberatungsstelle des Bezirksamts Prenz- lauer Berg, der B ü ch e r k r e i s und die F a ck e l st u b e n. Zu glsicker Zeit findet in denselben Räumen ein« Ausstellung von G e- J" Ä l de n und Graphiken der Deutschen Buchgemein- 'ch°' t, E. 33.. statt, ebenso eine Sonderausstellung von Werken des Kunstmalers Heinz Pinkert. Die Ausstellung ist täglich in der Zeit » nackmittags bis 0 Uhr abends bis einschließlich Dienstag, den 20. Dezember, geöfinet. In der Ausstellung finden noch Vor- trage und ander« Veranstaltungen statt. Der Eintrlt ist frei. Brrkchrs-rleichterung Treptow- Stralau. Die Fußgängerbrücke von Treptow nach Stralau, neben der Ringbahnbrück«, ist nunmehr auch auf der nach dem Trep» tower Park zu geleoenen Seite auf das Doppelte ver- br eitert worden. Der Weg ist jetzt an der schmälsten Stelle vor der Spree vier Meter, am Park sogar sieben Meter breit. Die sehr schwierigen Arbeiten, die umfangreiche Aufschüttungen und Auf- Mauerungen im Beton nötig machten, dauerten fünf Monate. In- folge von Beschwerden ist auch die Beleuchtung zufriedenstellend ver- bessert worden. Leider rührt sich noch nichts an der Stralouer Seite» wo der nabrlkbesi.zer Protzen die sre'willige Hergab« eines Streifen« feines unbenutzten Parkes zur Berbreiterung ohne Verständnis für Gemeinsinn oerweigert hat. Es bleibt zu hassen, daß da» Eni- eignunasverfahren bald fein End« erreicht und im nächsten Frühjahr auch hier mit den iverbreiterungsardeiten begonnen werden kann. Rohstoffquellen und Absahgebiete Verlins. Die Provinz Brandenburg der Hauptlieferaui. Berlin braucht eine große Menge von Gütern aller Art für feine vier Millionen starke Bevölkerung. Nahrungsmittel, Ge- brauchsgegenstände. Heiz- und Baumatsrialien usw. Innerhalb des Berliner Wirtschaftsgebiets ist ober auch eine vielgestaltige, hochent- wickelte Industrie vorhanden, die einen großen Bedarf an Roh- stoffen(man denk« nur an Kohle und Eisen), Haldfabrikaten usw. hat. Nächst dem Rheinland und Westfalen ist Berlin das größte Industriegebiet Deutschlands. Für eine Anzahl von Waren ist es der Hauptumschlags- und Produktionsplatz. Leider läßt sich weder der Eingang, noch die Ausfuhr von Gütern in vollem Ilmfange feststellen.?kur beim Güterverkehr aus der Eisenbahn und den Wasserstraßen läßt sich Ort und Herkunft bzw. Bestimmungsort der Güter erfassen, auch nur, soweit es sich um Masiensendungen handelt. Bei Stück- und Eilgut, vor allem aber bei den Postfendun- gen ist eine statistische Erfassung unmöglich. Gerade hier handelt es sich zwar in bezug auf das Gewicht um geringe Mengen, die aber oft einen hohen Geldwert haben.(Optik, Feinmechanik usw.) Daneben gewinnt der Güterverkehr durch Lastauto immer mehr an Bedeutung. Trotz der Unvollständigkeit dürften die nach den Veröffentlichungen des Statistischen Reichs- o m t s vom Statistischen Amt der Stadt Berlin zusammengestellten Zahlen nicht uninteressant sein, besonders, da sie zuni er st en Male das Gesamt« gebiet des heutigen Berlin umfassen. Den bei weitem größten Anteil an der Versorgung Berlin« hat, rein mengenmäßig betrachtet, das unmittelbare Hinterland, die Provinz Brandenburg. Von hier aus gingen 1022 mehr als 7,2 Millionen Tonnen Güter nach Berlin ein, das sind 41,7 Proz. des Gesamtem- gangs, der mit Eisenbahn und Schiff in genanntem Jahr 17 306 733 Millionen Tonnen betrug. Es gibt wohl kaum ein Gebiet in Deutschland, das nicht unmittelbar an dem Güteraustausch mit Berlin beteiligt wäre. Stärker beteiligt sind nach Oberschlesien mit 0,5 Proz., das Hafengebiet der Unterelbe mir 8,7 Proz., N i e d e r f ch l e s i e n. serner Sachsen und T h ü r> n- g e n mit je 6V Proz. Noch größer als am Gütereingang ist der An- teil Brandenburgs am Gütcrausgang, nämlich mit 47,8 Proz. In nennenswertem Maße, wenigstens dem Gewicht nach, sind sodann nur noch das Hasengebiet der Unter- elbe, Sachsen, Thüringen und Pommern beteiligt. An den Zufuhren noch Berlin sind von ausländischen Gebieten Haupt- sächlich Polen. Skandinavien, die Tschechoslowakei und Italien beteiligt, während der Auslandversand von Berlin sich vor allem nach der Tschechoslowakei und Holland richtet. Von besonderem Interesse ist der Vergleich zwischen dem Güteraustausch der Jahre 1013 und 1925. Im letzten Friedens- jähr« betrug der Gütereingang insgesamt 10 262 034 Tonnen, der Ausgang 3 507 487 Tonnen, die entsprechenden Zahlen im Jahre 1025 waren 17 306 733 bzw. 3 481 012 Tomien Danach hat der Gesamwerkehr seit dem letzten Dorkriegsjahr einen Rückgang von 10 Proz. im Einaang und von wenig über 3 Proz. im Ausgang erfahren. Es ist anzunehmen, daß heute die Spannung sich weiter verringert hat. Das alte Haus am Ende des Weges bei Att-Sttolau, in dem seit mehr als hundert Iahren eine Gastwirtschaft betrieben wird, soll einem modernen Neubau Platz machen. Seltsame Siedlungsgesellschast. Unter dieser Ueberschrift berichtete der„Vorwärts" über Sied- lungsgesellschaften, deren Organisationsform und Geschäftsführung starke Kritik herausfordern mußte. Aus unserem Leserkreis sind uns zu dieser Notiz eine Reihe Zuschriften eingesandt, w denen auf weitere unsichere Siedlungsgefellschasten hingewiesen wird. Eine Siedlungsgesellschast. die mehr einer Lotterie gleicht, hat in den letzten Wochen mehrfach Vorträge in Berlin veranstaltet, um neue Mitglieder einzusongen. Die deutsche„Bau- und Sied- l u n g s g e m e i n s ch a f t D a r m st a d t", um diese Gesellschaft handett es sich, hat ein System erdacht, die Hebung der Wohnungs- losigkeit durch Mehrarbeit im Berufe oder durch Ersparnisse aus dem Einkommen zu ermöglichen. Die Gesellschaft verspricht jedem Mit- glied die Gewährung eines zinslosen Darlehens. Das Eintrittsgeld beträgt 2 Mark, der Geschäftsanteil 20 Mark. Will das Mitglied ein Haus bauen, so muß er zunächst wieder 200 Mark bezahlen, und dann wird er„Darlehensanwärter". Er hat nun abzuwarten, bis er bei der D a r l e h e n» o e r c e i l u n g an die Reibe kommt. In der Zwischenzeit muß er aber monatlich laufend ein Tausendstel des von ihm beantragten Darlehens an die Genossenschaft abführen. Durch die Festsetzung eines sehr kleines Geschäftsanteils lassen sich sehr viele verleiten, in die Gesellschaft einzutreten. Die Gesellschaft hat im vorigen Jahre 16000 Mitglieder gehabt und gonzeZOODarlehenbewilligt. Da die Darlehen von den Gescbästsanteilen und Einzahlungen verteilt werden, muß entweder die Mitgltederziffer in jedem Jahre phantastisch wachsen, oder die einzelnen Mitglieder müssen sahrelang auf Ihr Darlehen warten. Sachverständige im Baufach haben ausgerechnet, daß die meisten Mitglieder eher zu einem Eigenheim kämen, wenn sie selbst sparten, als ihr Geld der Gesellschaft zuzuführen. Zu dieser Unzulänglichkeit des Systems kommt nun noch eine alle» kaufmännischen Gnm�säßen hohnsprechende Wirtschaft der Genossenschaft. Bezeichnend ist auch die Tatsache, daß diese„Genossenschaft" aus dem Revisionsverband, dem„Landwirtschaftlichen Genossenschaftsverband Darmstadt" aus- geschlossen wurde._ Aus den Bezirken. 4. Bezirk— Prenzlauer Berg. Die Bezirksverordneten-Derfammlung am 30. November gestal- tete sich info ge eines von der Fraktion der Mitte gestellten Antrages „für olle Schulen des Bezirks zur 3lusschmückung der Zlula schwarzrotgoldene Fahnen zu beschafien" zu einer inier- essanten Auseinandersetzung zwischen den republikanischen Parteien und den Gegnern der Republik. Zu dem Antrage, der dem Haus- haltsausschuß zur Vorberatung überwiesen war, berichtete Gen. H u h n f l e i s ch u. a., daß die Vertreter der Deutschnationalen sich im Ausschuß gegen den Antrag gewendet und auch evtl. die„Aus- schmückung mit schwarzweißroten Fahnen" gefordert hätten. Dies wurde unter dem Widerspruch unserer Genossen von dem deutschnationalen Ausschußvertreter bestritten. Er führte aus, daß es der Versammlung leicht falle, Gelder zu bewilligen, die sie nicht aufzubringen habe. Es müsse überall gespart werden, und da seine Fraktton die Notwendigkeit der Anschaffung der Fahnen nicht einzusehen vermöge, sei sie nicht bereit, dafür Gelder zu bewilligen. Er verlangte Zurückstellung, bis Geld dafür vorhanden sei.— Der Kommunist Grosse glaubte zwar, daß das dazu notwendige Geld vorhanden sei, wozu er aus die Summen hinwies, die die Republik den Hohenzollern und den monarchistischen Offizieren nachwerfe, er- klärte aber für seine Fraktton, daß sie gegen den Antrag stimmen werde, da sie mit dieser Republik nicht einverstanden sei.— Don der Fraktion der Mitte erklärte Wilte, daß die Schule die Auf- gäbe habe, die Kinder zur Republik heranzubilden. Nicht Gründe der Sparsamkeit, sondern der Haß gegen die Republik verleite die Deutschnationalen dazu, gegen die Anschaffung von schwarzrotgoldenen Fahnen zu stimmen.— Dann rechnete Genosse D ö h n e r t mit den Gegnern der Republik ab. Die übergroße Mehrheit des Volke» wolle von der schwarzweißroten Fahne und dem absolutistischen Geist der Vorkriegszeit nichts mehr wissen. Das deutsche Volk sei republikanisch: die Wahlen bewiesen dies immer mehr. Es sei selbstverständlich, daß die Kinder in Achtung und Liebe zur Republik zu erziehen seien. Daß dies geschehe, dafür werde die Sozialdemokratie mit allen Kräften sorgen.— In namentlicher Abstimmung wurde dann der Antrag mit34gegen10Stim- m e n und 2 Enthaltungen angenommen.— Zu einem Antrag«, der die„Verbesserung der Volksküchenspeisung" forderte, wurde in längeren Ausführungen vom Stadtrat Degner auf Bestrebungen i m zentralen Magistrat verwiesen, die darauf hinausgehen, die zentral«Küche zuzerschlagen und dieSpeise stellen der privaten Wohlfahrt auf Kosten der Stadt zu überliefern. Nach kurzer Debatte wurde auch dieser Antrag angenommen. Desgleichen eine Vorlage, nach der das gesamte Grundstück des �Hufeland-Hospitols" dem Stadtbezirk 247 F zugeteilt wird. 5. Bezirk— Friednchshain. In der letzten Sitzung der Bezirksversammlung Friedrichs- Hain wurde eine Vorlage des Bezirksamts behandelt, die die Be- willigung von 10 000 M. für die Errichtung einer Iugcndbühne forderte. Die Deutschnationalen waren dagegen, da andere Nöte zu beheben seien. Genosse John be- dauert«, daß nicht 20 000 M. hierfür gefordert seien. Stächtrat Genosse Klo dt stellte fest, daß die Deutschnationalen für dl« Jugend nichts übrig hätten. Die Kriminalität in der Jugend ist nachweislich durch die Schaffung neu« Heime und neuer Bildungsstätten zurückgegangen. Die Deutschnattonolen hätten das sonst auch immer anerkannt. Ihre zwiespältige Haltung überlasse er dem Urteil der Oefseittlichkeit. Nach zustimmenden Aeuherungen eines Kommunisten hob Bürgermeister Genosse M i e l i tz hervor, daß diese neue Bildungsstätte rn erster Linie auch den Schulen für Unterrlchtszwecke dienen werde. Außerdem sei die Iugendbühne in der Schule Diestelmeyer- st r o ß c errichtet. Die Schaffung neuer Jugendheime, die von den Kommunisten verlangt wird, scheiterte bisher leider an den Rcum- verhältnissen im Bezirk. Das Jugendamt hat schon in den ver- gangenen Iahren eine Reihe von Einrichtungen geschaffen, die vor- bildlich sind und bei allen Teilen der Jugend Aner- kennung finden. Der deutschnationole T r e t t i n fühlt« sich bemüßigt, den Genossen K l o d t und John Sophistik vorzuwerfen. Die Jugend in der Gegend des SÄesischen Bahnhofs sei nur mit Polizeigewalt zu erziehen. Genosse Stadtrat K l o d t nagelte diese Aeußeruna eines deutschnationalen Äugender- z i e h e r s fest, der sich um die Jugend nicht kümmert und trotzdem davon spricht, daß die Deutschnationalen ein Herz für die Jugend hätten. Nach weiteren Debatten wurde die Dorlage gegen die Stimmen der Deutschnationalen angenommen. 4S. Bezirk Pankow. Die außerordentlich« B ezirksoersammlung vom 2. Dezember erreichte es zum erstenmal, die Tagesordnung aufzu- arbeiten. Zu der Vorlage über die Fluchttinien der Pafewalker-, Berliner, und Hauptstraße Buchholz hatte unsere Fraktton beantragt, die Fahrdämme auf s« 8 Meter festzulegen. Dieser Antrag, der der kommenden Entwicklung des Verkehrs gerecht werden will, fand bei der bürgerlichen Mehrheit keine Zustimmung und wurde daher ab- gelehnt. Die Bewilligung von 3000 Mk. zur Weihnachts-. be scherung fßr Kle.inrenttrer usw. fand dl« Zustimmung aller Parteien, der unentgeltliche Aufenthalt in den Kindergärten und Horten, den die Kommunisten beantragt hatten, verfiel dagegen dcr� 'Ablehnung. Bei der Behandlung des kommunistischen Antrages auf Wiedereinsetzung der aus der Wohnungsliste Ge- strichenen in den vorherigen. Stand, brachte unser Redner. den in dem Ausschuß in Berlin angenommenen Antrag unserer Stadtoerordnetensraklion zur Kenntnis. Durch einen Zusatzantrag wurde noch beschlossen, den Betrosfenen durch cinc Postkarte von der Streichung Kenntnis zu geben. Ein weiterer Antrag der Kommunisten, der die Verwendung des Sportplatzes als Eisbahn verbieten will, wurde abgelehnt, da der gesund« Sport des Eisloufens gefördert werden müsse. Bei der Behandlung eines Antrages über die Reinigungsarbeiten in den Schulen wurde bekannt, daß bei der Vermittlung der Arbeitskräfte der öffentliche Zlrbeit snachweis nicht benützt wird. Die Versammlung sprach einstimmig ihre Mißbilligung aus und erwartet, daß in Zukunft derartiges unterbleibt. Ein weiterer Antrag unserer Fraktion, der die Wiedereinrichtung einer Haltestelle für die L i n i e 24 i n B u ch holz, Ecke Pafewalker und Rosenthaler Straße fordert, fand einstimmige Annahme. Einstimmig wurden Dringlich- keitsanträge angenommen, die den 3Sau der Berufsschule, der Badeanstalt, der Schule in Buch oerlangten. Ferner wurde be- schlössen, j)aß die Benachrichtigungen der Eltern über Krankhcits- fälle der Schulkinder nicht durch dies«, sondern durch Schulschwestern erfolgen solle, und daß für die Erwerbslosen Freimarken für die Speisung in ausreichender Zahl bereitgestellt werden. KriegsbeschSdigte und Besoldungsgesetz. Eine stark besuchte öffentliche Versammlung der triegsbeschädig- ten Beamten, Beamtenscheinlnhaber und Angestellten/die am Diens- tag. dem 6. Dezember, abends, im„Palais des Zentrums". Rosenthaler Straße, auf Veranlassung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten staltfand, befaßte sich in einem aus- gezeichneten und erfcköpfenden Referat des zweiten Vorsitzenden des Reichsbundes, Chr. Pfändner, Berlin, und in ausg'ebiger Aussprache � In Fluß befindlichen Besoldungsneuregelung. Die schwer- kriegsbeschadlgten Beamten, Beamtenscheininhober und Angestellten erwarten, daß bei dieser Gelegenheit auf ihre besonderen Wünsche, soweit sie sich in ihrem Dienstverhältnis, in der Frage der Ein- berusung usw.. aus der Kriegsdienstbeschädigung ergeben, von der "eichsregterung und vom Reichstag die gebüh- rende Rucksicht genommen wird. Das Ergebnis der Ver- fammlung ist zusammengefaßt in der« i n st i m m i g an- genommenen Entschließung, in der dem Reichstag z'--- Be- soldungsneuregelung eine Anzahl Forderungen untcrbre'tet werden. !?.. a}i �"iiechnung der ganzen Militärdienstzeit auf das Besaldungs- dienstalter aller Kriegsbeschädigten: Anrechnung der Angestellten- dienftzelt, die vor der planmäßigen Anstellung im öffentlichen D ensi zurückgelegt worden ist: douernd« Gewährung des vollen Wohnung-- geldes an ledige Scbwerbeschädigte: umsehende Uebernabme der An- geltellten in Dauerstellungen in da» Beamtenverhättnis und Ge- Währung einer A b f i n d u n g v o n 3 0 0 0 M a r k an alle Beamten- sche-ninhaber, welch« denselben nicht verwerten können. Wie man den besten Sustenstrup herstellt. 8 ä"*« in einem Viertel Liter kochendem Wasser mL m«» ,UmA. 6i.? � Zucker vollständig auf-.«löst ist: dann t? gft! � Dreifachen Extraft) hinzu, der in jeder Apocheke �dauiKY ist. Hiervon nehme man einen Kaffeelöffel voll drei- oder mf™ i, u** e-m daheim zubereitete Hustensirup setzt. f.�l C1!uimimt' lindernde Fichlendünste frei. Diese hei- - Durchdringen dos ganz« Bronchialsystem, töten die Er- tallungsreun«, lösen den Schleim und heilen die entzündeten Schleim- «,1. /■ t f Hausfrau sollt« diesen vortrefflichen Hustensirup im Hause haben denn er sst von gleich« Wirksamkeit für Junge und 2l»e.�mahr«nd fem angenehmer Geschmack ihn bei den Kindern beliebt 7tr. 551* 44. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freltag, 9. Dezember 1022 33 Millionen Kruppgewinne. 'lA Millionen Reingewinn-20 Millionen Abschreibungen— Aber es geht schlecht! Der Jahresabschluß des Krupp- Kanzerns fdr 1926/27 (ÖO. September) mit fernen gestern an anderer Stelle schon ge- nannten überraschet großen Gewinnen erscheint zur rechten Zeit: nniten im Abwehriampi gegen den Anschlag der EileniiÄmstriellen. Die Krupp A.- G. nahm innerhalb der rheinisch-westfälischen Schwerindustrie von seher eine Sonderstellung ein. In der vor- kriege zeitlichen Epoche des Wettrüstens stand Krupp zum großen Dell außerhalb der allgemeinen Konkurrenz Knipp produzierte für Deutschland und olle Herren der Welt fast konkurrenzlos Kanonen und Panzerplatten. Aus Gnach des Versailler Vertrages ober sah sich der Kmrzern gezwungen, sein« Vetrieb« von Grund aus umzustellen, große Teile seiner Anlagen und seines Maschinen- park? zu verschrollen. Wenn diese Gesellschalh die bei der Um. stellung m der Nochkricgs,zeit zweisellos viel größere Schwierig. ketten als die anderen rheinifch-wesiiälischen Montankonzern« zu überwinden hatte, segt einen IahvcsaMchluß vermientlicht, der einen Rekord an Produktionsleistungen und Gewinnzifiern darstellt, so tielen hier die großen Konjunkturgewinne trnd die allgemein glon- .z«nd« Lage der Schwerindustrie besonders beweiskräftig Alltage. Rekordziffern der Erzeugung. Nach dem Geschäftsbericht konnte die K o h l« n k ö r d e r u n g gegenüber dem Borjahr um 10,5 Proz. und die Kotserzell» g u n g bei dem starken Eigenoerbrauch der Hütten sogar um 28 Proz. gesteigert werden. Auch der Erzbergbau im Sicgerlanb. der biß zllm September vom Staat subventioniert wurde, hall« gute Zeiten. Außer der laufenden Produktion konnten die bedeutenden Lagerbestände geräumt werden. Die R o h st a h l- Erzeugung, die bereits im vorigen Jahr durch den Emiluß des englischen Bergarbeiterstreiks die besten Borkriegssahre überirofsen hatte, erzielte in diesem Jahre feit dem Bestehen der Werke«inen Rekord. Auch die Essener Slaminbetriebe» die Gußstahlwerke, waren voll beschäftigt, da im lausenden Jahr« die Wsaßbasis für Edel- und Sonderstahl erheblich erweitert werden konnte. Mit der Mechanisierung des Maschinendauez wurde fortgeschritten So wurde im Lostwagcnbau und in den Betrieben für landwirtschaftliche Maschinen Fließarbeit eingeführt und die Absatzorganisatlon ausgebaut. Di« einzigen Betriebe, deren Lei. stungssähigkeit nicht ausgcnußt werden konnte, waren die Waggon- und Lokomotivwerkc. Auch das Grufonwerk in Magdeburg hat«wen Rem- gewinn von 0,8 Millionen Mark erzielt, und die Germania- werft in Kiel, die ihre Betriebe eine Zeillang stark eingeschränkt hatte und mit einem geringen Verlust abschließt, ist jetzt im Schiff- und Maschinenbau gut beschäftigt. Ebenso sind die Beleg- s ch a f t e n, die in der Rationalisierungsperiode stark zusammen- .geschmolzen waren, beträchtlich vermehrt worden. Sie smd in den Krupp-B« trieben und den ihnen angeschlossenen Werken von- 46 000 •lus 86000 Mann gestiegen, haben sich akjö nahezu ver- doppelt. Die Gewinne. Die Betriebsleistungen erhalten ihre Bedeutung erst durch ihre finanziell« Auswirkung. So stiegen die Betriebsgewinn« von 83 Millionen auf. 49,3 Millionen, von denen jedoch außer den Hanbelsunkosten noch SH Millionen für Abschreibungen vorweg abgezogen wurden. Der mit 13 Millionen Mark aus- gewiesene Reingewinn— an und für sich gegenüber dem vorjährigen B« r l u st abschluß von 2,l Millionen schon ein glän- zendes Ergebnis— ist zunächst ein Rechenexempel. das für die Gewinnergiebigkeit noch wenig besagt. Außer Steuern und sozialen Abgaben in Höh« von 26 Millionen werden nämlich noch Sonder- abschreibungen für Zinsen und Beteiligungen in Höh« von fast 10 Millionen abgezogen. Schlägt man zu den 13 Millionen die insgesamt rund 20 Millionen Abschreibungen hwzu, so erhält man als tatsächlich erzielten- Reingewinn aus den Betrieben die Sunnne van 33 Millionen Mark. Bei der starken Derönderung. die die einzelnen Bilanzposten ausweisen, muh die Aufnahme der 60-MIll!onen-Anleihe trn Frühjahr dieses Jahres in Betrocht gezogen werden. So wurde mit Hille dieser Anleihe ein Teil des Reubauprogrammes durch- geführt, wodurch die Anlogen etwa 13 Millionen Zugänge er. hielten. Außerdem wurden die Bankschulden mit etwa 3 Mil- lionen zurückgezahlt und die Amerikaanleihe lS2S mit 30 Millionen getilgt. Auch die Mittel für«ine Erweiterung der Beteiligmrgen, die sich um 12 Millionen erhöhten, könnten von Anleihegeldern bestritten kein. Da durch dies« Investitionen. Schuldenabzahlungen usw. die Anleihemitiel aufgebraucht waren, ergibt sich die Perbesienmg der finanziellen Gefamllage nur aus dem laufenden Geichäft. Die lausenden Forderunge» erhöhen sich um 20 Millionen ans 58 Millionen Mark, während die Bankguthaben sich mit 42 Millionen Mark verdreifachten. Demaegenüber sind die Schulden nur um 10 Millionen aus 26 Millionen Mark gestiegen. Da Bankschulden nicht mehr vorhanden sind. ist die Geschäftslage der Gesellschaft so günstig als nur möglich. Für die gleichfalls flüssig« Geldlag« bei den Tochtergesellschaften spricht der Rückgang der Kruppschen Forderungen von 17- Millionen aus 6.5 Millionen, während andererseits die Verpflichtungen sich von 23 Millionen auf 30 Millionen erhöhten. Osten bleibt hier, ob es sich um wirkliche Verpflichtungen handelt, oder um aus anderen Gründen weitergegebene Krupp-Gelder. Aber ein Subvenkionsgefuch noch vor einem Jahre. Dies der Abschluß eines Unternehmens, das genau vor einem Lahre mit einem Subventionsgesuch an die Reichs- regierung herantrat und sich durch besonders ausbedungene Zinsvergünstigungen jährlich 600000 M. von den deutschen Steuer. Zahlern schenken lasten wollt«. Dem Gesuch war noch die ver- st eckte Drohung beigefügt, daß bei Nichtgewährung des Dar. lehcns 13 000 Mann aus den Essener Stahlbctrie- b« n entlassen werden müßten. Das geschah zu einer Zeit, als von den 64 000 Mann Krupp-Belegichaften bereits 20000 auf der Straß« logen. Di« Ereignisse dieses Konjnnkturjahres zeigen, wie berechtigt das Mißtrauen der Oestentlichkeit und ihr Widerstand gegen die Subvcittionsbettelei der Großindustrie war. Wenn es aber nach den bereits veröstentlichlen Aofchlüsten der anderen rheinisch-westfälischen Stahlkonzerne noch eines Beweises bedurki hätte, so zeigt der Krupp- Abschluß mit aller Deutlichkeit, daß bei dem Kampf wn dos Arbeitszeitgesesi die Schwerindustrie ihre Lagx bewußt schwarz inlchwarz.mglh um ihre Dik- taturpläne gegen staatlich? Demokratie und Arbeiterschaft um so eher durchfetzen zu können. Daran ändern auch die schönen Worte nichts, die Herr Krupp von Bohlen und Halbach auf der Generalversammlung fand, daß die Eisenindustrie kein« Feindin des sozialen Fartschrits fei und nicht daran denke, der Einführung des Arbeitszeitgesetzes grundsätzliche Schmie- r i g k e i t e n zu bereitem Wenn er dabei hinzufügt«, daß dies« Entwicklung nur«ntjprecheud der weiteren Erholung uitd Festi- gung der deutschen Wirtschaft vor sich gehen dürfe, so möchten wir nur an die Red« von Peter Slöckner erinnern, der den Berg- arbeitern den Achtstundentag nicht zubilligt, solange Deutschland Reparationen zu zahlen hat. Das bedeutet also, daß die jetzig« Generation auf ein Menschenalter hinaus auf ihre Rechte verzichten soll. Die Preußenkasse beruhigt. Öle Zahlvngsflüssigkeit zwar versthlechteri.- Die 5age aber keineswegs bedrohlich. Dar einigen Tagen wurde die Oefsentlichkeit mit der in der Tat sehr beunruhigenden Nachricht überrascht, daß die Preußische Zentral- genostensthoftskaste, die öfsenUichc Zentralbank des Großteils des deutschen Genostenschastswefens. finanziell ernstlich bedroht sei. Ein sehr großer Teil ihrer kbesonders auch der oiielbischen Großlond- Wirtschaft) gewährten Kredite sei eingefroren, die eingefrorenen Kre- dite seien darüber hinaus:n ihrer Güte durch vorangehende Hypothe- kenschulden sehr bedroht, für eine eventuelle Umschuldung fielen die meisten der Kredite aus. auch Düngemittelkredite, die jährlich aus der Ernte rückge.zahlt werden müßten, stünden aus und hätten sich sehr oermehrt. Endlich habe die Preußenkoste für die Rückzahlung der fälligen Abwicklungskredit« öffentliche Mittel in Anspruch nehmen müsten. Die Preußenkoste Hot setzt d!« Oestentlichkeit über ihre Lage zu beruhigen oersucht. Das beste Mittel die Vorlage einer"sorg- fältig aufgegliederten Bilanz, hat sie nicht gewählt. Sie ha, ver- sprvlycn, wenige Wochen nach dem Jahresschluß, wenn möglich noch frühe? als sonst, ihren Bilanz- und Geschäftsbericht zu veröstcntlichen. Aber fic gab Zahlen(nicht nachprüfbare natürlich vorerst), die beruhigen sollen. Die Bilanz der D 0 ng er k r edi t« sei nicht nngünstigt 1926 seien von insgesamt eingeräumten 106,7 Millionen Dünger- krediten zum Jahresschluß nur noch 7,5 Millionen offen gewesen, die im Marz 1987 bis auf 0,4 Millionen getilgt gewesen seien. 1927 seien von 118 Millionen gewährten Krediten am 30. November 1927 rund 78 Millionen abgedeckt gewesen. 14 Millionen seien bis Januar/Februar gcstmidct. In den letzten Monaten neu' hinzuge- kommen feien nur 0,5 Millionen. Grundsätzlich erfolg« die Neuein- räumung von Düngerkroditen nur im Lerhältniz der Rückzahlungen aus dem vorhergehenden Erntejahr. Die in der ostelbifchen G r»ß land w i r tsch a s t hängenden Außenstände seien übertrieben worden Don insgesamt 975 Mil- Konen Forderungen entfalle« rund 100 Millionen aus Forderungen an gewerbliche und Konsumgenossenschaften. Auf östlich von der Elbe gelegene Güter von mehr alz 100 Hektar Größe entfallen von dem Rest rund 100 Millionen.— Immerhin kommen aus Ostelbien insgesamt SSL MÜlienen Düqgerkredite 1927. 28 Millionen Rest der WwlckstmgÄredit« und 291 L Millionen sonstige Kvedtte(darunter' nach Angabe der Preußenkoste. die besagten 100 Millionen). Wenn die Ziffern stimmen, so ist natürlich damit noch nichts über die Gefahren gesagt, die drohen. Müssen Wechsel zu Protest gehen, so haften neben den Schuldnern die o ermittelnden Genossenschaften. Gezahlt werden muß endlich K e t t« n Zusammenbrüche können dann aber auch andere Forderungen im großen bedrohen. Eine Frage nach der Höhe, in welcher Kredite der.Preußenkass« an einer eventuellen Umschuldung durch öffentliches Eingreifen beteiligt würden, wurde damit beantwortet, daß etwa 140 Millionen Mark in Frage kämen, und zwar Kredite von der Rentenbank an die Preußenkoste und der Rentenbonkkreditanstall. Uaber die Möglichkeiten und auch Über die Beträge würde verhandsit. Was die Abwicklungskredite anbelangt, so seien von den 227,3 Millionen(am 30. November 1927 fällig oewesen) 14 Millionen von der Reittenbankkreditanstalt übernvmmetz, bis 1. April 1928 42,65 Millionen von der Deutschen Rentenbank gestundet. 25 Mil- lionen von der Preußenkoste im März und April 1927 gezahlt und 145,7 Millionen, dos ist der Restbetrag, im Monat November voll getilgt. Die Tilgung sei ohne besonders auffallend« Inanspruchnahme der Reichsbank erfolgt. Die Wechielbestände bei der Reichsbank lägen am 30. November mit rund 336 Millionen unter dein Höchst- stand der Vorjahre. Dabei hätten sich die Forderungen der Reichs- dank bereits oeriniirbert. Aehnstch liege die Sache bei der Preußischen Staatsbank(SechandlungZ. Von diesen Abwicklungskrediten feien die Genoflenschaflen bzw. die Schuldner insgesamt rund 90 Millionen schuldig geblieben. Diese müßten bis Februar/März gezahlt werden. Der Zinssatz für die gestundeten Beträge sei aus 9 Proz. erhöht, so daß die Schuldner unter einem besonderen Druck zur Rück- Zahlung stünden. Die Verwaltung leugnete nicht, daß die Preußenkoste gegenwärtig besonders angespannt sei. Das beste Merkmal dafür sei, daß sie für ihre Kundschaft mit rund 62 Millionen Mark hätte in Vorlage treten müssen. Das erkläre sich aber nicht zuletzt durch die sehr späte Ernte in diesem Jahre, deren Verzögerungen besonders ins Gewicht fallen, nachdem schon die früheren Jahre nicht sehr günstig waren. Zu der im Gang befindlichen Sanierungs- oktion für die Landwirtschost nahm die Verwaltung keine Stellung, lieber eine weitere K a p t t a l» r h ö h u n g s« ihr noch nichts bekannt. Richtig sei, daß die Wechselforderungen in«nem gewissen Ausmaß durch das starte Hineinstießen lang- stistiger Hypothekendarlehen schlechter geworden seien. Doch bestehe schon sett Jahren die Uebung.- daß mtm sich auch für Personal- kredkle Sicherungen geben laste. Es wäre irur zu wünschen, daß die Darstellung der Preußenkass« in weilgehendem Maße die wirklichen Tatsachen und auch die in der Zukunft drohenden Gefahren richtig umschreibt. Zu fordern ist, daß der Oestentlichkeit noch mehr als bisher eine Darle- gung der Verhältnisse im einzelnen gegeben wird; denn über die Sicherheit des Großteils der Kredite wurde doch recht wenig, mit- geteilt. Auch das preußische Finanzministerium wird sich noch ernster als bisher, um die Aufklärung bei der Preußenkoste und lim ihre Sicherung kümmern müssen. Das Enöe der Stettiner Vulkanwerst. Räch 70 Jahren Sewstandigkeit. Die Werftwdustrie steht mitten in einer unisastenden Zu- fammenschlußbewegung. Zu derselben Zeit, als in Hamburg di« Deutsche Werft die Reiherstieg.Werst aufnahm, leitet« der Bremer Werst tru st— d'e Deutsche Schiffbau, und Maschinen" fabrik A.-G.(D e s ch i m a g)— Verschmelzungsverhandlungen mit der Stettiner D u l k a n- Gesellschaft ein. Der für Dezember einberufenen Generalversammlung soll die Fusion Stettiner Vulkan- Deschimag vorgeschlagen werden. Da als Stichlag der Fusion der 30. September gelten soll, veröffentlicht setzt die S t e t t i n e r Maschinenbau A. G. Vulkan ihre Schlußbilanz für die Zeit Januar bis September 1927. Es ist die letzte Eigen- bilonz der einst so großen, fast drei Viertel Jahrhunderte fett« ständigen Werst Die Bilanz ist mit dem letzten Abschluß vom 31. Dezember 1926 kaum noch zu vergleichen, da sich inzwischen einschneidende Veränderungen in den Besttzoerhaltnisten der Gesellschaft und dem entsprechend auch im finanziellen Stand ergeben haben. Durch die im Frühjahr durchgeführte Sanierung wurde das Aktienkapital nochmals von 6,6 am 2,2 Millionen Mark zusammengelegt, nachdem«z kurz vorher erst durch Einziehung von 3 4 Mil- lionen Vorralsaktien von 10 aus 6,6 Millionen Mark ermäßigt war. Durch Ausgab« von 28 Millionen Mark junger Aktien wurde dos Kapital sodann aus 5 Millionen Mark wieder erhöht. Diese Maßnahme, sowie der Verkauf der wertvollen Hamburger An- lagen an die Deschimag und GrUndstücksvertäufe in Stettin dienten zur Abdeckung der 11 Millionen S'aatskredite. In der Tat ist es der Gesellschaft gelungen, diese Kredite restlos zu tilgen, so daß dt« Finanzlage günstig ist. Die Schulden sind von iast 19 Millionen Mark bis auf 5,9 Millionen Mark zurückgezahlt. Während für 1926«in Verlust von 4,36 Mttlionen Mark ausgewiesen wurde, der durch die Sanierung abgedeckt worden ist, er- scheint für die neun Monat« 1927 ein Reingewinn von fast 140000 Mark. Der Stand des Unternehmens ist also gut. Die Fusion ist als eine Vorbeugungsmaßnahme zur vollen Ausnutzung der Werksanlogen an.zujehen, die bei dem schlechten Auslragsbestand für die Vulkan-Gesellschaft keineswegs gewährleistet ist. Andererseits hat die Deschimag in Hamburg und Bremen voll zu tun und will durch die Ausnutzung der Stetliner Maschinenbetriebe insbesondere ihre überocichaftigten Spezialbetriebe Im Turbinenbau entlasten. Zur Durchführung der Fusion wird die Deschimag, die dann den«lettiner und Hamburger Vulkan, die Tetlenborg und Weserwcrfi in Bremen umsassen wird, ihr Aktienkapital von 20 aus 25 Millionen erhöhen.__ Starke Schwankungen im Güterverkehr, In der Woche zum 28. November ist die arbeitstägliche Wagen- gestellung der Reicysbahn gegen di« Vorwoche wieder von-177 9Q0 aui 161 200 zurückgegangen. Tabellarische Ueberslcht seit September(in 1000 Stück) Woche wöchentlich durSiWttlttlti!, f« Arbeil»!'« Ein Blick auf dü Tabelle zeigt, daß die Schwankungen in der Anforderung und Stellung von Güterwagen außerordentlich groß geworden sind. Jedenfalls kann von einer gleichartigen Entwick- lung noch oben oder unten seit der letzten Okloberwoche keine Rede mehr sein.__ Ziationallsierung und Arbeitslosigkeit. Am Dienstag, dem 6. Dezember, hielt Staatssekretär z. D. Prok. I. Hirsch den letzten in der Reihe der Rationalisierungsvor- träge für die Industrie- und Handelskammer über„R a t i o n a l i« s> e r u n g und Arbeitslosigkeit". Die olle Sorg«, daß Arbeitser- sparnis durch Maschine oder Organisation dauernde Arbeitslosigkeit bringe, sei unbegründet. Wirk» sich die Rationalisierung in billigeren Preisen aus. so bedeutet das neue Kaufkraft bei den in Ar- oeit verbliebenen Arbeitern um mehr, als der Lohn�der durch sie freigesetzten Arbeiter betrug. Selbst wenn zunächst der Preis nicht verbilligt wird, statt dessen neue Kopitolbildung entsteht, müsse daraus auf die Dauer Mehrnachfrape nach Arbeit entstehen. Wäh- rend man noch vor Iff- Iahren in Deutichland«ine„chronische Arbeitskrise" vorhergesogt habe, habe die deutsche Wirtschaft eine bis- her oohl noch nie beobachlete A u s n a h m e k r a s t für die Frei» gesetzten und Neuankömmlinge am Arbeitsmarkt gezeigt. Eine Art Geletz des Wachsenmüssens moderner Volkswirtschaft über das Maß der Dolksoermeh- rung hinaus wirke sich auch in Deutschland wieder aus. Die Ausnahmekrast seiner Wirtschasl steigt aber wegen der Rationali- sierung. Die Vorkriegsleistung ist trotz Uliflünstlgerer Bedingungen im Jahre 1926 etwa wieder erreicht, im Jahre 1927 sogar wohl etwas überschritten. Das war nur möglich durch stärkere Vcrwen- düng mechanischer Kraft und schnelle Rationalisierung, die zur Produktionssteigerung je Kopf des Beschäftigten führte. Außerdem ist die offensichtliche Steigerung der deutsch en Aus- i u h r k r a s t zu erwähnen, die in typisch vattonalisierten Industrien am stärksten ist. R e u z u s u h r von Kapital von innen und außen Ist eins der wichtigsten Mittel zur Erhaltung der Aufnahme- kraft des deutschen Arbeitsmarktes, der nur in dem Maße gesund bleiben kann, wie wir in der Rationalisierung der Wirtschaft süh- reick» werden und bleiben. � Hauste für deutsche Anleihen io New York. Die deutschen Anleihepapter« hotten bekanntlich durch die unveroniwortlichen An- griffe Schachts gegen die össentilche Wirtschaft in Deutschland in den letzten Wochen in New Pork ein« schlechte Börse. Der Baisse sstr deutsche Papier« ist schon setzt, wie aus New Port gemeldet wird, eine Hauste aesolgt. ein Beweis, wie hoch der amerikanisch« Kavltalmarkt in Wirklichkeit die deutsche Kreditwürdig» kett einschätzt und wie schnell die Abwehr der unberechtigten Kritik Schachts drüben gewirkt hat. Herr Schacht mich es sick selbst zu verdanken haben, wenn das unbegrenzte Ansehen, das r bisher in Amerika genossen hat. jetzt erschüttert wird. rauchen wir Kolonien? Oas Ergebnis einer Ltmfrage— Stimmen für und wider. J5ic Europäischen Gespräche, flmn&tirpcr Monatshefte für ous- ivärtige Politik", veranstalteten eine Umfrage„Soll Deutschland Zloloniatpokitik treiben?" Sie rick)tcten an Persönlichkeiten des deutschen öffentlichen Lebens die drei Fragen: 1. Soll das Deutsche Reich den Erwerb von Kolonien an st reden? 2. Soll eine koloniale Betätigung des Deutschen Reiches unter der Form des Ä o l o n i a l- M a n d a t s angestrebt werden? 3. Soll das Deutsche Reich sich darauf beschränken, für seine Ungehörigen und für seinen Rohstoffbezug In fremden Kolonien wie in den Mandatsgebieten volle Gleichberechtigung niit den anderen Nationen zu fordern? Die eingelaufenen Sl) Antworten spiegeln das Für und Wider der Meinungen. Befürwortet wird eine neue deutsche Kalonialpolitik von alten K o l o n i a l p o l i t i k c r n wie V. Gouverneur a. V. Schnee, nach dessen Auffassung Deutschland unbedingt wieder Kolonien er- langen„muß", denn„ohne eine Erweiterung unserer zu schmalen Bodengrundlage geraten wir in eine wachsende Abhängigkeit vom Ausland."„politisch ist es notwendig, dciß dos deutsche Volt durch koloniale lätigtert aus der kontinentalen Enge herauskommt". Gouverneur a. D. Seih betrachtet«ine„aktive Mitwirkung an der neuen Entwicklung in?kfn'ka als einen wertvollen Faktor für die Bildung der öffentlichen Meinung in Deutschland über überseeische Verhältnisse". Alfred Hugenberg findet„alles erstrebenswert, was geeignet ist, di« Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten für die Angehörigen des deutschen Volkes zu vermehren, zu verbelscr» oder zu sichern, wozu auch eine koloniale Betätigung selbstverständlich gehören würde". Oberbürgermeister Adenauer, F. Lalkrusch. Dr. Bell, Generaldirektor SKmmlng von, Norddeutschen Lloyd sind für neuen Kolonialbesttz, der volschalter a. v. von Berenberg-Gotzler ist„schon aus Prestigegründen" dafür. Die Mehrheit der Antworten wendet sich gegen den Wiedererwerb von Kolonien. Die nachfolgenden Aeußerungen spiegeln die Gründe wieder, lvoniin Deutschland auf Kolonien ver- Sichten sollte. Hermann TNüller-Franken: 1. Trotzdem dem Deutschen Reiche das Recht auf kolvniale Be- tätigung nicht bestritten werden kann und die koloniale Schuldlüge in der früheren kolonialen Betätigung Deutschlands keine Begrün- dung findet, soll das Deutsche Reich aus praktischen Grün- den den Erwerb von Kolonien nicht oiistreben. Di« deutsche Wirtschaft leidet an Kapitalmangel. Wie soll auch noch das Kapital aufgebracht werden, das zur Einleitung einer nutzbringenden Kotonialpolitik in den Kolonien investiert werden müßt«? Zurzeit hoben die Deutschen bei den erwachenden, nach nationaler Selb» stäudiokeit drängenden Kolouialvolkern das größte Ansehen, gerade wcil Deutschlaich an der kolonialen Ausbeutung fremder lßölker n-i cht mehr beteiligt ist. Das muß sich auch handelspolitisch günstig für Deutschland auewirken. 2. Auch zur kolonialen Betätigung Deutschlands durch Heber- »ahme eines Koloniolmondats liegt kein Grund vor. Deutschland soll sich in der Mandatskommission des Völker« bundes vielmchr der Böller annehmen, die in den Mandats- gebieten wohnen. Das wird dem deutschen Ansehen ivch dem deut- schen Handel nützlich sein. 3. Das Deutsche Reich soll für seine Angehörigen in ollen Kolonien und Mandatsgebieten die volle Gleichberechti- g u n g mit den anderen Rationen fordern, damit ihm günstigster Rchstöffbezug gesichert ist. Dr. Paul herh. Pl. d. R.: 1. Kolonien sind für Deutschland kein« Lebensfrage, sondern wirtschaftlicher Luxus. Durch Kolonien ist weder die Roh- strffversorgung Deutschlands wesentlich zu bessern, noch eine Er- schlicßung überseeischer Absatzgebiete zu erzielen, noch das Problem der Arbeitslosigkeit nennenswert zu mildern. Die heutige deutsch-« Wirtschaft kann durch koloniale Eigen- Produktion nicht unabhängig gemacht werden von fremden Lieferungsn onopolen in überseeischen Rohstoffen. Das gilt selbst für den Fall der Rückaobe sämtlicher früherer Schutzgebiete. Der Wert des� deutschen Handels mit den Schutzgebieten betrug 1913 rund 100 Millionen Mark. Der gesamte deutsche Außenhandel erreichte ober einer. Wert von 20 Milliaroen Mark. Dieses ungeheure Miß- Verhältnis stand am Ende einer dreißigjährigen Kolonialarbeit, wahrend der mehr als 500 Millionen Mark in den kolonialen Er- «erbsgesellschaftei, investiert waren und in der nmd ein« Milliarde Mark aus Reichsniitteln für den Erhalt und die Sicherung der Schutzgebiete aufgewandt worden sind. Da mit Sicherheit anzu- nehmen ist, daß gegenwärtig noch größere Kapitalbcträge zur Er. siWießung von Kolonialgebieten erforderlich find, so wäre der Erwerb von Kolonien gleichbedeutend mit einer erheblichen V e r s ch ä r- siing der K a p i t l>? o t in Deutschland und' der Steigerung der durch Steuern aufzubringenden Reichsausgabcn. Durch den Erwerb von Kolonien ist auch keine entscheidende Vesscrung am deutschen Arbcitsmarkk zu erwarten. Wenn Deutschland dauernd übervölkert ist, so könnt« nur eine Auswanderung von Hunderttousendcn wirksam{ein. Qu den deutschen Schutzgebieten aber lebten vor dem Kriege nur rund 2S000 Weiß«. Die Struktur der deutschen Arbeitslosigkeit erfordert andere Heilmetboden. Deutschland hat gegenwärtig einen Mangel an gut vorgebildeten gewerblichen Arbeitskräften, dagegen«inen Ueberfluß an Arbeitskräften, die bohcn Anforderungen nicht mehr gewachsen sind. Bon Bedeutung ist auch, daß die Zahl der geistigen Arbeitsträste größer ist als der Bedarf. Durch koloniale Betätigung wird an diesen Erscheinungen nichts geändert. Eine Entlastung des deutschen Arbeitsmarkces durch h, n e r e Kolonisation ist in jeder Beziehung zweckmäßiger. Sie gewährt einer größeren Zahl von sonst beschästigungelosen Ar- beitskräften Arbeit, sie ist billiger als koloniale Siedlung und sie venntndsrt die ausländische Einfuhr von Nahrungsmitteln. 2. Die vorstehenden rein wirtschaftlichen Betrachtungen, auf die ich mich mit Absicht beschränke, enthalten zugleich die Gründe, aus denen ich den Erwerb von Kolonialmandatei, für unzweckmäßig halte. 3. Die Forderung nach wirtschaftlicher Gleichberechtigung mit de» anderen Nationen In fremden Kolonien wie in den Mandats- gebieten halte ich für berechtigt. Ich sehe in ihr aber keine„Be- schränkung", sondern die vom deutschen Standpunkt aus er- wünschte Linie der künftigen Entwicklung. Auf diesem Wege kann ebenso wie durch die Anlage d-utschcn Kapitals im Auslande im freien Wettbewerb mit anderen Nationen alles geschehen, was zur Förderung der deutschen Wirtschaft, namentlich zur Entlastung der Zahlungsbilanz, erforderlich ist. Oberpräsideoi Ztoske: „Wenn man nüchtern abwägend Kolonialpolitik betreiben will. bleibt zurzeit gar nichts anderes übrig, als daß Deutschland sich darauf beschränkt, sür seinen Rohstossbezug und seinen Handel in fremden Gebieten wie in den Mandatsgebieten vorläufig Gleichberechtigung mit anderen Nationen zu fordern." Prof. Dr. M. D. Bonn: Die Grundlagen der gesamten europäischen Kolonisation-polink sind erschüttert. Dos Prestige der Europäer ist überall gemindert. Sicherung und Verwaltung der Kolonien sind daher militärisch schwieriger und finanziell kostspieliger als früher. Dazu kommt, daß Deutschland seine Kolonialverwaltung neu auf- bauen muß, was für einen kleinen Kolonialbesitz unverhältnismäßig schwierig und teuer ist. Kolonialbesitz bedeutet immer ei»« Ausdehnung der politisch und militärisch zu verteidigenden Grenzen. Das Zentralproblen, der deutschen Politik hat immer darin gelegen, daß Deutschland durch seine geographische Lege an zu viel Mächtegruppen angrenzt und daher zu einer Schaukelpolitik verurteilt war. Die Vermehrung dieser Schwierigkeiten bei den heutigen Marktverhältnisscn ist nicht wünschenswert. Ueberseeischc Kolonialpolitik ist ohne Flottenentfaltung stets vom Wohlwollen der seebeherschenden Nationen abhängig. Kolonien find unter diesen Umständen ein Pfand des Wohlverhaltens. das man den Nichban, und dcn scebeherrschenden Nationen gibt. Die in Frage kommenden Kolonien können ihrer praktischen Bedeutung nach nicht mertooll genug sein, um Deutschland, dessen europäische Probleme schwierig genug sind, mit äußere uro- päischen Problemen zu belasten. Sie werden uns nur gegeben werden, um Deutschland bei den Schwierigkeiten, denen sich die moderne Kolonialpolitik ausgesetzt sieht, zur Mithaftung heran- zuziehen. Deutschlands Aufgabe ist nicht, mit unzureichenden Mitteln ein absterbendes System zu unterstützen: es muß vielmehr als Ver- trouensmann der von der Kolonisation be- drohten Völker und als Führer der Staaten ohne Kolonien sein Möglichstes tun. das Zeitalter der Kolonisation in das Zeitalter der Geaenkolonisation reibungslos überzuleiten. Prof. Dr. Albert Einstein: Die Sachverständigen scheinen darüber einig zu sein, daß man durch Urbarmachung von noch nicht kultiviertem Boden sowie-durch Intensivierung von Bodenslächen, durch Parzellierung von Lati- fundienbesitz sowohl di« Zahl der im Ackerbau beschäftigten Menschen als auch den Gesamtertrag des Bodens auf dem Gebiet des Deutschen Reichs ganz erheblich steigern könnte. Ich haste diese innere K o l o v i s i e r n g für nützlicher, sicherer und sympathischer als die in Ihrer Anfrage ins Auge gefaßte Kolonisiening von Staatswegen auf überseeischem Boden. General der Zufanlerie a. S. v. v. Deimling: Als altem Afritakämpfcr ist mir der Derlust unserer Kolonien, namentlich der unseres Slldwcstafrika, besonders nahegegangen. Und die Lüge von der deutschen Kolonialschuld oerurteile ich aus das schärfste. Trotzdem aber kann ich hei Deutschlands jttziger Lags eine Propaganda für Wiedergewinnung von Kolonien nicht befürworten. Wir haben das Recht der Selbstbestimmung der Völker auf unseren Schild erhoben. Dieses Recht müssen wir auch den farbigen'Völkern gegenüber respektieren. Man darf sich bei Betrachtung des Kolonialproblenis nicht von Stimmungen und falscher Prestigesucht leiten lassen, sondern nur von praktischen und realen Gesichtspunkten. Das Koloniolzeitalter hat sich überlebt. Auch auf diesem Gebiet ist«ine neue Zeit angebrochen. Ihre Zeichen müssen erkannt werden, wenn wir nicht unabsehbaren Schaden er- leiden wollen. Erich«och-Weser(M. d. R.): Jedenfalls scheint es mir verfehlt, wenn sich Deutschland jetzt etwa mit der schlechtesten Kolonie, die es auf Gastes Erdboden gibt und die nicht einmal einen Bruchteil der deutschen Auswanderer aufnehmen könnte, nur zu dem Zwecke belehnen lassen wollte, um bei der drohenden Auseinandersetzung zwischen Farbigen und Weißen in die Reihen der Streiter sür die europäische Kolonialhcgemonie eingereiht zu werden. Thomas Mann: Der Verlauf jüngster Kolonialkriege war nicht neiderregend, das englische Weltherrntiin, atmet schwer, und die Sympathien der Geister sind auf feiten Gandhis. Im ganzen hat man den Eindruck, daß Europa, dessen aristokratische Naivität gebrochen ist, die Rolle de» H e i l b r i n g c r s, der sich bereichert, nicht mehr mit natür- lichem Anstand« zu spielen vermag. Arbeiierspori. llm die Vezirksmeisierschast im Fußball. In allen drei Bezirken der MLr-kisckcn Hpielvereinissung wird es aal kommenden Conntaa harte Kämpfe um die Re.;irk»meisterschaft geb�n. In, Norden ftedcn sich auf dem Adler.Z2.Platz in der Chnsr.aniaUrghe, un� weit der Lchuistraße, die Mannschaft von Zidlcr OS und Spandau 2s gegen- über. Beide Mannschaften sind bei den LerienspUlFN innerhalb ihrer Gruppe mit grosicm Vorsprung erster geworden. Sturm hat Ad'.er OS durch das ausgeprägte Aufauunen spiel ein Plus gegenüber den auf Ginze Leistungen ein« gestellten chegnern. In der Läuferreche sind sich be�de Mannschaft. n fid) gleichwertig und auch in der Hintermannschaft. In beiden Parteien w:r.'n Spieler m.t, die schon des öfteren Berlins Farven in Stt.dtespielen vertreten haben. Eine Boraussage ist schwer zu treffen, da die Spandauer durch guten Kampfgeist der besseren Technik Adlers zu schaffen machen werden. Vorher spielen Sparta- Wedding und Birkenwerdcr um die Berechtigung, an den Auf. sticgsspielen zur l. Klasse weiter teilnehmen zu können. Hier haben die öcscfct. Adlershof wird sich im ersten Epiel, das auf dem Frisch-Frei-Platz rn Nicderschöneweide(an der Gasanstalt) stattfindet, anstrengen, die neulich er- Uttene 4: V-Nicderloge gegen Lichtenberg II! wettzumachen, ob ihnen 6. o a�ev bei der flinken Sparta-Mannschafi gelingen w.rd, muß abgewartet Verden /r-____-»r..___«.i. ,rr— ,v,~ l.»•. v>» het Qi h' oranftf yMIlICTi Lichtenberger Abteilungen. Hier wird cs auch einen spannenden Kamps geben, da beide Mannschaften ein gutes Taches Paßspiel zeigen. 53 n der Gleichwertigkeit beider Mannschaften wird die Entscheidung äußerst knapp sein.' Icdcnsalls wird dcr Platz' in der �oulistraftc.ddo-'n. Ackerschäden durch Bergbau. Eine sozialdemotraiische Anfrage. Der sozialdemokratisch« Abgeordnet« Otter hat Im Landtag folgende Kleine Anfrage eingebracht:„In mehreren prcu- ftlsch«» Provinzen wirh dl« Braunkohle im Ties, und Tage- bauen geschürft. Durch die Schürfung der Braunkohle werden sehr große Erdslächen urbaren und sehr fruchtbaren Bodens der Forst- und Landwirtschaft entzogen, weil vielfach noch Ausbeutung der Braunkohlengrubcn di« Draunkoblengruben- besitzer versäumen, die ausgebeuteten Gruben mit dem Abraum zu- zuschütten und die Flächen wieder urbar zu mache». Dadurch ent- steht für die preußische Forst, und Landwirtschaft und für di« Bolls- ernohrung ein umrmcßlicher Schoden. Ich frage daher das Staats- Ministerium: a) Wieviel Hektar preußischer Bodenlläche, die vor Schürfung der Braunkohle als ertragfähiger Acker galt, ober nach der Schür- fung die Gruben mit dem Abraum weder zugeschüttet, noch mit Mutterboden überdeckt worden sind, der Landwirtschaft und somit der B o l k s e r n ö h ru n g verlorengegangen sind. b) Wieviel Hektar preußischer Bodenfläche, dl« sich für die Forstwii tschaft eignet», aber infolge wie zu a) der Forstwirt- schaft verlorengegangen sind? c) Wie groß ist die Bodenfläche der ausgebeuteten Braun- kahleugruben in Preußen, die noch der Ausbeutung nicht zugeschüttet sind und zurzeit unter Wasser und Schlamm stehen? ck) Wie groß ist die Bodensläche in Preußen, di« der Abraum bedeckt. d«r für die Zuschüttung der ausgebeuteten Gruben verwandt werden kann? schaftospiel in Ln-kenwald-. L-tzhnd-, fto't. L�ckenwald- I und Kertlxi sind d-c Scgnkr in dicscm rokaltr-fs-n. Tcx ftorm nach mübttn die Luck.'n«a der Turner«ewinnen, doch erlebt mau gerade in diesen Eofaltreffen ftcio dl» arichlen Ueberraichungen. Dcr Erio!? einer Parici dllrste von der Vcrfaflun, der Hintermannschaft abhängen. Die Stürmerreihen sind alle bewe in den etwas Gutes zu leisten. Ave spiele beginnen um 14 UHr. Ter giw trittspreis ist äußerst gering, so daß alle Fußball, reunde diese Spiele besuch?» �" An sonstigen Epielen stehen nock? auf der?ogeso''dnung: «matenre-Wacker 24, irosentba!' Dlauweiß, Kablow-- Vorwärts N��lau aeg?n Fichte.LO, Fortuno"� üstig-Vorwärta. NBC.�-Trebbkn. m darf. Ein interessantes(hcfcUfchaftssp'el liefern sich im Neuke�ner Gtad.on, Eingang Grüner Weg, die Mannschaften von Neukölln und BaDa? a.~tc Nordbezirkler, die sich schnell zur L Klasse durchgerungen heben, wcrd.'n bc.m Abteilungsmeister arg zu schaffen machen. Der erste Kamnf veroer Mann- schastcn wurde knapp von Neukölln gewonnen. Anfang 14 Uhr. Handballspiele am Sonntag. In der 1. Gruppe spielen Fichte.Epiclabt. und' Sparta um 13� Uh? in Baumichulcnwcg. In der 2. Gruppe empfängt Biesdorf Fichte S. Abt. um 1 IVa Uhr. In der 3. Gruppe spielt Fichte L. Abt. in Laum,chnlcnweg um S-� Uhr gegen Luckenwalde und um 14?� Uhr gegen Schmargendorf. Neukölln 1. Abt. ftnelt gegen Lichtenberg 2. Abt. um 111 Uhr in Reukölln, Dammweg. In dcr 4. Gruppe spielen Fichte-Süd gegen Fichte 20 v um 14 Uhr in Maci:n« dorf und Berlin 12 gegen Groß-Berlin-Süden um 11% Uhr in Steglitz. Fichte 16 Abt't-'*--"*-»äA tt Ct.. K rt*. K Vn«>*mMs«Minf.itirtf t f\ 1 n(IJtl(V'.rdUa Bcrlin- ocre'in'äioabit nach Brandenburq«lv Sparta!>t." Fichte 2i. Abt. spielt gegen EraS-Berltn-Wedding 2 vm UV, Uhr in Dohenschiinhausen, Cammerstra�c, uit« Wittenau spielt gegrn Velten um 14!� Uhr In Wittenau. Groß-Verliu-Osten spielt gegen Viedcrschön-weide II lim l!>>j Uhr!n Riederschöneioeidc. In der g. Sruppe empfängt Werder Lchmargcndorf II und Reukölln 2. Abt. N. Vorn- stcdt sp est gegen Charlpttenburg-Cchwimmrr um 14 Uhr aus dem Varnslednr Feld. An Frauenspielen finden statt: Reukölln t. Abt. gegen«chmarg ndois um N Uhr in Rcukclln, Dammweg. Fichte Z. Abt. gegen Luckenwalde um 5% Uhr und Fichle l«.«dt. gegen Sroz.Berlin.Sllden um lfr>i Uhi In vaum- schulenweg. Zn Retnickendorf, cchaf-rsee, spielen: Fichte 5. Abt. gegen Ficht-- Rord um»U Uhr, Fichte 9.\ gegen Erotz-Berl'.n-Weddlng um 10 Uhr und Fichte S L gegen Lichtenberg Z. Abt. um 10% Uhr. ocs und Vcrlin 12 gegen vroh.Vrrlin.l-llden um II?, nur in oiegug..fimir «. Abt. fährt noch»iaurdori. In dcr 5. Gruppe empfangt Rathenow litog- fetlin- J ose uthal. Fichte 9. Abt. spielt gegen Tegel um Il>� Uhr in v cin ckm- ort, Cchgfcrsce. In der 0. Ibruppe fahren cbroß.Berlin.Rorden 1 und Lror.» Yockeysptele am Sowilag. In Wellend spielen die Tharlottendurger Freie Tur»/rschokt 1— Freie Dünner- schaft Erptz-Berlm-Ziordrina i. Die Riannschatten treffen sich in dchsem Iah« -um erstenmal und dcn letzten Sraednifien nach ist das Spiel vollkommen rif.n. Tritt Ziordring m.t rollcr ZRannschafi an, dllrfcn sie»in kleine» Plus haben, um nach ttampf zu stegcn. Beginn 1« Uhr. In der Echönhauser Alle« hat dir Sportliche Llrein.gung Nordost 1 dcn DSV. Fiäiie.Wcst 1»u East und nach der stönd g v-rbesscriin Form der Rordostler ist ein schöner Samps zu er. warten, den Fichte-Wist noch nicht gewonncn haben dilrite. Beginn lös« In Sl tommt bereit« da» «.Uckspiet dcr dort. gen Freien Sorneis.hast llustrag. Da» erste Spiel gewann Poiikom zu einem knappen sieg geben.— Weitere Spiele: ÄEB. Fichte 10.1 geg Ficht« TU 1 um 12 Uhr in der Schönhauser Alle«: SB. Moabit 1— Fichte I um lö Uhr in Plötzcns««: Ficht« I 2— Freie Turnerschaft Rordrina ll IN dnn Schöiihanser Mec: Freie TurnerschoO Schönhos» l!— ATZ?. Panrom II vnr U.UI. 4*4,1. 114 vnc ü I I• t qvcit*e,u«. nei-i gegen Schmargendorf 11 llhc t» Schönholz; Frauen Schönholz�-ATD. Pankow- louristenvcreio«Die Raturfreuude". Zentrale wlev. Abt. Aha rlattc» bürg! Freitag, 9. Dezember, 80 Uhr, Lprcestr.#0, geschäftliche». Singsang.— Abt. SLdvft: Freitag, S. D„emdcr, w Uhr. Rcichciib,rg-r Sirahe«0, Lichtbildervortrag.— Abt. chelundbrnnuen! Freitag, 0. Dezemoer., 20 Uhr, Lortzingstr. Ig, Seschöstliche»—«dt. Trept»«: Freitag, 9. Dezember, «Iscnstt. Z, Feriensahrten.— Abt. Rcukillu: Freitag. V. Dezember, kop'- Pratze 5S. ENchäftlichr».—«bemischtce Shaei Freitag. 8. Dezember, 20 Uhr, — Vintersportabt.: Änmcldungeu zur Wtihnachtsfahrt nach dem Aigän. unter Anzahlung von 20 M. an, di» 10. Dezember an F. Narobn, Neukölln. Weichsel- prabc 40. Am 1Z. Dez-mbcr, 19% Uhr. Iohannisstr. Ii. Arbeiter-Radfahrer-Lulld„Solidarität". t Bezirk. Sonntag»i-uren. 2. Abt.:»ekichiigung de, R'ich»tag»gebZud-». Treffpunkt IZ Uhr am bauplpartal. 17 Uhr Sternwarte Treptow. 10. Dciem. der. 1« Uhr, Iugendheimodcnd. Wrangelstr. 2«.— 4.«»!.:« Uhr Wandcrtour. Ig Uhr Tour am Start Weberwiese.— d. Abt.! 14 Uhe Sternwarte. Treffpunkt Rhf. Treviow.— t. Abt., 16 Uhr aemittlichc» Beisammensein heiie Entstehung der deitersportbewegung." Bi» auf weitere» finden dieser und d- folgcnd'n Bor. trage im Saale de,«ortclltugendhelm» in der Landsberger Str. 92, Hof recht», 1 Treppe, siatt, R-cktgnmnaMk. Sonnabend. 10. Dezember, 20 Uhr, Im großen Sitzung«. saal dco Bezirk-omte««rcuzberg, Porckftr. 11, Bprirag�bend de» Fre-en Kcrp'rkulwrkt-Is-, übir a ck t g, m ll a st i st. Re'erent Adolf stach. An. schlietzend Lichtbildvorführnngen und der Nocktkulwrülm:.Frohe Menschen in Luft und Sonne.» Elnlotzkaeten zu« Preise von so Pf. stnd nun In dee Freien öilUlch!"*' äriedrichstr.»9 iTel-phon: Krrzmann»0Z5> er- «rbeiht-SablaJtcnwttra©Jitnlaa, iL SejntiSet, 8 Ah», Saux ffi-tb am cfatt bffar.ntflfgebfn, ISlj Uhx Walilsbors-SÄb Via!srfahrki 1 Std. spätcr. Start Galdemarstroßr, ase Woriannenxla8. Safte wMoounen. Sa die fficHlnetptcItrenrsKag« im«eteltee r»»»- sab Tvoetba»». Tie neue Ausgabe Oes Marschalbuins filt bi« i5p:ciicute ist Jtbt im Bunbeaverlas, Leipzig S.?, ssichtlstr. 3e, in ffrdtc I und if nebst Trommslstimme erschienen. Der isnlialt besteht aus il» Marschen sauf*4 Seiten) nebst einer beigelegten »Srifstabelle in Flöte?. Der Preis eines Buches beträgt, wenn der Ausweis als Bundcsmitglied sBercin-stcmpel) beigefügt ist, IM M. Für Richtmilgliedc: ist er höher. Die Märsche der jetzigen Au.-aabc find mit Ausnahme der Tendenz. lieber der Arbeitrrjchasl eigene xsir.rssitionen von Spielleuten des Bunde». Diese Mustk und die eigenerlige Zusainmensetzung der Instrumente wird den lZpielleuten viel Freude Machen. Hier werden neu« Bahnen beschritten. Jeder Spielmannszug setze sich srsort in den Besitz der neuen Ausgabe, um mit dem Einüben der Bundesmärsche für das Lundcsfest ISA in Nürnberg beginnen zu können. Nntwendig ist aber auch die Beschaffung des neuen Rotenlchrbuches, herausgegeben«d-nfallz vom Bundesvcrsgg und vom Musiiausschutz des Bundes guiammengestillt. Der Preis beträgt 2 3t Iiu-Zttiu bei AU-Wcdding. Der SC. Alt-Weddlna 83 hat feiner Ringer. und Hcberabtrilung ein« Nu-Iitfu-Adteilung angegliedert. Uebungsstundcn Donnerstags von litf. bis 2t� Uhr und Sonntags von g>v bis n'A Uhr Turn- halle Utrcchter Str. 21— 32. Surfusdeginn Donnerstag, 8. Dezember. Auf. i.ahmen während der Uebungsstundcn oder bei O. Piroh, Seestr. 8S. Ausschreibung für den am Sonntag. U. Dezember, stattftndcnden Winter» Waldlauf in Zieu.SchuIzendorf. vcransialtc! vom Arbeitersrortverein Neu» Schulzcndorf. Männer'VMO Meter, Jugend 3000 Meter, oskc» für all! und für Llnsängcr iauch offen für Turner, Schwimmer usw.). Autzerdcm findet für Männer, Jugend, Frauen und Schüler siimtlicher Sparten eine Schnttzeljagd siatt. Start Iii Ubr. Umklcidclokal: Restaurant»Wald frieden", Reu-Sehulzen. dors bei Zeuthen, Brunostr. 87. Ruber»««!» ftcvegi»,«.«. In der Mitgliederversammlung am Fceiiag. 18 Dezember, 20 Uhr, wird unser Sportarzt tlnen Bortrag halten und gleich» ze.bq d e b.esiiltalc der Unieriuchunge» betaunlgeben. Ali Glienicke, Turn» und Sport,e«>»Ig»»g 08. Sonnabend, 10. Dezember, 20 I!hr, Monatsversammlung der Turnabicilung im Lolal Zobian. Sonntag, 11. Dezcmdcr, 16!- Uhr. in Labe rechts Scfellschaftshaus, Elternabend, unter Mitw'rlung des Eem fchten Dhors. Arbeitsgemeinschaft der Ruder, und Jionnottelit« Ree» maul«, Stralau«ab 1924«. Sonntag, 11. Dezember, 19! 6 Uhr, Schlesischcr Bahnhof, Wanderung Strausberg— Srlucr. Spcrtoerei» Moabit. Sonnadend, 20 Ahe, Schule Dastinker Str. 32, Bor. trag:»Arbeitersport und Sozialismus." Ssuntag, 13 Übe, leeffpunkt Bahn- hos Bcullclstratze, Wald aus Liberias. Lackegspiel«: 2. Mannschaft 10 Uhr, 1. Mannschaft 13 Uhr Wosfrrsrorlplatz Ploftenfce. Filwoorsührung der ftrcisfchul« im Rsrdra. Sonnabend. 10. Dezember, Schulaula Erünthalcr Str. Z, läuft der neue Bundesfchulfilm als Werbc»«r- austaltung der hieOgcn Keeisfchule. Der Film behandelt hefonder» de» modernen U-bungsbetricb aller Sparten und zeigt in einem geschlossenen Ad» schnitt recht interesiant das neuzeitlich, Kinderlurncn. Beginn für Kinder Li Uhr, für Erwachsen« 20 Uhr. Eintritt 80, 30 und 20 Pf. Wellerbericht der Sfse- lllchen weilerbicnslstelle verN« und Amaegenb. öitung«junabme. aber noch keine etbedlichen Nieder« fchtäae, nacht« strenger, am Tage geiinder Frost.— Aiir Leulschloa»: In der nordöstlichen Hülste meist heitee und besonder« nacht« strenger Frost, in der lüdZstlichen Häine trübe mit Tcniperalitrcn um Null Grad. RiigendS erhebliche Ricdciichlägc. parieinachrichien für Groß-Verlin Stusendunge» für dies« Rubril ssad VurPJf stet, a» bat«ezlrissetretartai •«Iiis S««. Liudeuftroh» Z. 1 Hot. 2 Step.«cht», z» eichten. 3.«tri» Webdiug. Freitag,». Dezember. 1918 Uhr. in der»Vorwäeis*. Svebition Höhnisch, Utrechtes Straße,«urfus der Genossin Klara Böhm- Schuch, M. d. R., über„Reicheveno ssung". 7. Kral» Eharlotteuburz. Wir machen noch einmal aus die Filmvorführung heut» abend im grvtzen Saal des Kranken lassen Hauses. Berliner Str. 13', aufmeelsgvi. Eintrittspreio 30 Pf. Anfang SO Uhr. Wir erwarten regen Besuch. 9. streit WIlmersborf. Der Kursus des Genossen Marquarb mutz heute, Freitag, ausfallen. Zortfetzung nächsten Freiiag. heule, Areilag. 3. Dezember: IL Abt. Di« Gruppenleiter lönncn»Unser Weg" von Llpfcrt, lviariendorfer Straß«, abholen lassen. 18. Abt. Die Bezirliführer können»Unser Weg" beim Abieilungikassierer in Empfang nehmen 77. Abt. Schöaeberg. 20 Uhr bei Jürgen», Bardarossastr. Sa, allgemeine Funk. itonärsitzung. «L Ab«. Fr-.cbeoa». 30 ITH« bei«lab», Bandjerpftr. 80—81, Fpnktlonärsstzung. Erschernrn aller Flmktwnär« unbedingt erforderlich. Morgen. Sonnabend, 10. Dezember: 21. Dezember. I9'z Uhr bei«roll. Utrechter Str. 21, Funktionärsitzung. Stellungnahme zur Neuwahl her Abteilungsleitung. S. Abt. J94 Uhr bei stramcr. Edlhentusstr. 3. Funktionärsitzung. stein Bezirksführer darf fehlen Wichtige Organifationsdefprechungen. 31. Abt. SZ Uhr bei Solbfchmibt, Stvlp fch« Str. 38, Funltwnarsttzung. Erfcheinrn unbedingt erforderlich. «7. Abt. Die Gcnofstnnen und Genossen werden gebeten, die Veranstaltung der Sozialistischen Arbeiterjugend(Winterfest) um 191� Uhr in den Eomenius.Eälcn, llsiemelrr Str. 87, recht sahlreich zu besuchen. 51. Abt. gharlottenburg. 20 Uhr bei Easper, Guersckestr. 1, Funktionärsitzung. Sr»che«iicn unbedlngt erksederssch. 74. Abt. grhlenborf. 19 Uhr Sitzung des Adteilunasvorftande» gemeinsam mit dem Festausschuß. Alle VorstandsmltgNeder müssen anwesend sein. 88. Abt. Marlerdoes. 20 Uhr bei Ntiuneyer, Echöncbcrger, Ecke staiserstraßr, Funkttonärsstznng. UA.«»t.«Ichteaberg. 19'; Uhr bei Baetz(früher Mey»), MSllcnborfstr. 43, Erle Riiiergutstraße, Abieilungsporstandssitzung. Abi. 1Z9> Freie Scholle(Zeaek). 20 Uh, Abtellungsoersammlnng»erbnnbe» mit Zahlabenb im Sckollenlrug. Taaessrbnunq: t. vorteag!»Das»esetz Eber bi« Ardeitslasenrersicheiung." Relerent S-noss« Robolk. 2. Partei. angeltgenhelt«». z. Verschiedene«. All«>. Uhr bei Berger, Levetzowstr. 21, Funktionärsitzung. Dir Be. »irksführer laden dle ncugcwonncnen Mitgllcder zur Abtcllung-vrrsamm» lung am Mittwoch, 14. Dezember, bestimmt ein. 11. Abt. Die Sendssen her II. uust I?. Abt., Kl« Mtglitder der Sonstrob genossenschafi. Berkaussftellc Ramlerstraße, sind, treffen sich 10'� Uhr bei «oltschalk. Putbusscr Str. 24, zweck» Auisiellnng der stand'datenllsien. 42. Abt. Bis 14 Uhr stassierung des Büchcrkreises. Zur Ausgab« gelonzt! „Mensch am Kreuz" oder»Daldamus" dci Rechenberg, Blllcherstr. 23. Jrauenveranstaltungen: 9t. Abt. Neukölln. Sonntag. 11. Dezimber. Besichtigung der HebawbttMs lchranstalt Marienddrscr Weg. Tresipunkt pünttlich 9% Uhr am Eingang. vezirksausschuh für Arbciierwohlfahrt und Kinderschuh: ä. strei, griedrichehaia. Die Abteilungsleiierinnen werden gebctcn, am Montag in der strcislonferenz Adressen von Gcn»sfln»»n mitzubringen, d': gewillt sind, ais freiwillig« Helferinnen für da» Rachitische stindcrhelm zu fungieren. Zuugsozialisten: Vroß-Berlt«. Moutag, II. Dezember, 19'4 Uhr, Gesamtnerauftaltung lue Preußisch«» Landtag. Pr'uz.Albrecht.Ei� 5. Bori.agl»Abrüstung nlld Wehe« hastigleit de» Proletariat»."»esereat Dr. Kertiluus Sa sitzinaer.— Achtung: Am Sonnabend. 10. Dezember, Siuppeulousrreuz um 19 Uhr im Seminar» faal de« Ferien Kozialiftischeu Hochschule, Lubenslr. 3, 1. Hos, 3 Dr. Zcbe Sruppe«nisendet»wei veriectee. Snppe Schänrbeeg. Heute, Freitag. 20 Uhr. im Jugendheim Hauptstr. 1». Harzgauztmmcr, Besprechung de, neuen«atzungsentwurj». Dislufsioo:»Etroi- rechisreiorm."— Krupp« Wedding-Eeiurddrunnen. Heul», Freitag, 20 Uhr, int Iltgendhdcim des Ledigenheims Schönftedtstr. 1, Eingang Orthstr. 10, Laden, Vortrag:»Die Frau im Familienrccht." Referent Paul Lohmaun. Pünkl- liches Erscheinen unbedingt erforderlich.— Seuppe Süden. Heut», Freitag. 20 Ubr, beteiligen wir UN« an dem Nepö. Abend der Volksbühne im Bürger. saal des Rathauses. Der Gruppenabend fällt aus. Sladerfreunde Groß-Berlia: Berbetezlrk Süden. Der letzte Abschnitt unsere, Bastrlkuesu» wirb am 10. und 11. Dezember wieder als Bocheiiendkursu» im Iugendhrim ReutMu. Steinmetzstr. 114, durchgeführt,«rbettsaediet: Holzarbeit und Heren B«, malung, entsprechende» Mairrial und Werkzeug Ist mitzubringen.(Hotz, Laub. säge, Bohrer, Plnfel, garbnäpfe usw.) Gearbeitet wird Eonnadenb von 18—22 Uhr und Sonntag von 9-14 Uhr. strel» Ttergarten. Am Sonntoa. 11. Dezrmbcr, treffen wir»», uiu 13 Uhr bei Berger, Levetzow-, Ecke Zägowstraßc. Am Dienstag, 13. Dezember. um 19 Uhr, findet in der Schulaula Waldenferstraße unfcrr Wrihnochts. seier statt. Kreis Renlölln. Keilte, Freitag, fallen olle Sruppennachmlttaae au». Zu eine? Sondervorstellung in der Seola, Marlin. Luther. Stratze iUntergrunb' bahnhof Bitt-nbcrgplatz), treffen stch die einzelnen Gruppen wie folgt: Berg. ftraß« und Birke 1414 Uhr llnicrgrundbahnhof Bergstr. 29. 20 Pf. Fahrgeld mitdringen. Elbefteaßc nm 141i Uhr Gepger,, Ecke staifer�Friedrich-Slraße. Britz um 14 Uhr am Brltzer 9'alhaua. Bsddinplatz nnd Falke um 14% Uhr am Neuköllner Rathaus, H-iipteingang. Hcrmannplatz um 14% Uhr am Sin* gqng Untergrunddahnhof Hcrmannplotz. vnelle um 14% Uhr Untergrund- bahnhof Todbinstraße. j Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation s iL Abt. Unsere Gcnassin Else Sommerfeld, Adolfpr. 21. ist am 8. Dezember verstorben. Ehre ihrem And'rkcn! Beerdigung am Sonnabend, 10. Dezember, 15% Uhr, aitf dem Friedhof der Nazareih-Gemeind«, Rcinick«»- dorf-Wcst, stögelstraße. Wir bitten um reg« Beteiligung. Asi Sicht 1 3schm I Zihmma. 1 öripp«, i toüifamgsImnliieUat haben sich llogal-Dachelten Krroavrngenz bewähr«. Ei» vechich CwptoQll I I Nehmen Sie Ihren VorleU wahr! D*1 uns sahlenSle. irofrdem vir Ihnen»Inen mchrmonanicften KredU gewähren, keine höheren PreUe eis In anderen Go- vhsften. wo Sie nur gegen Bereahlung kaufen können. Für den hewflllglen Kredit»erlengen wir weder Verzinsung, noch Irgendeine Vergütung neuttte Farben unck Hoch l gut« OualUjten. In lontar Vararbelton« 9S.-,»3... 7»�. Sä.-. 49,- Iii RoeV.Pulc tott.ln I tcsi'earr und«narenga, J[ still» P 8 f P � mit iL ohne Samtkragen 95.., 98., 94.» 47� mad Machart aut gutem Cherio' und Kammgarn- ttost, I u. D-relh, In la Aull 97.. 84.» 72.. 58 45.. Ömoking,'Track- u. Tanzanzüge 'Tosen,'Dinier- Bodenjoppen III I neuetto Farben c JlCTstSil* ortrn. gut» Qua \JUloiCI eleganter Vera Anzüge; ■35°° 2950 22°° Vod2MB| kan wfichentl. 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Kollege» labe«. 2«drrchnung von der lO-Zadr�eier berBranche. 8 Branchen. nge.enen heuen tmr Am Mittwoch, dem 21 Dezember, obend.» Uhr. sind«' lür d>« Bronchen. angehörtgen w der stnliuradieilung ein Fi moortrag l»Do- Werden des Menschen» »alt_ Einsatz arten stnb bei de» Her- trau«n»I«u>,n erdältUch. dsal- u. deichen» Bedarf L-]uerg«ns Alexendarplelr Prhebes Seh*einellelseb ohne Kopf und PQB« » stick, trel Hau»«.so bietet an Ott« Palschka, dastlr» lockt 0. fr. �S�a�V Apparv/a Ak � Sprecbapparate ton 1.50 N. wöchentlich SHERIOGK- GESELLSCHAFT m.b.H, BERLIN Hack* schar Markt 2-3 L Telephon Norden TU-««4 SOie Qual des AsthmaO SSwI.rnV«bw»iftMrtlam»«.«(Ha. da»«eicht Uoen Hersiich»i«-NYMPHOSAN»»rcht«.«ib*«erd» i»n glägzeob»egotochten, tote« N« totjächdaea Srfotgo»od .rssieo Liad.nmgen säe cho»'->9»», warum so««rad. >bn»n»i<»« gehslfe»»«'be» tlwaen kl Pen- der Klafche ViiM, peeabarb»»« M-»0. Irl ttMe Ht«l», Etpettelia tesiimmt pein,e».Misi»'i»«p«s»et-. 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Ildoeh«d. 76?,. ßwUiwiaiM' n'h » Dose Bredt-u.Sdinillbohn.56pt Wachsbrechbohn. 71 Pt Qemüseerbsen....... 64pt ]g. fcfbsen mlMelfeln..93pt ]g.&,bjenm.pmh l!a™i!ffl,76pt Berliner Allerlei..... SS«. Qem. Gemüse mittel,.1,12 Sellerie la Scheiben.... 95«. Karollen gesehnitlen.. 37pt F�eßeriinge............ 82«. Pjlaumen ohne Stein...85Pt Mirabellen........... 1,20 Preiselbeeren........ 1,10 Erdbeeren............ 1,55 Ananas................ 1,25 Heldelbeeren........ 1,00 Rofe Rüben.......... 48pt JM* Margarinepfd.50,55,62«. Kokosfell l-P(d..Patet 55«. Rinderjefl i-Pfd.-Pii.et 50Pt Griebenschmalz Pia. 85«. Brafensdtmalz rtana 85pt Rohsdtmaiz....Pfand 76?-. Molkereibufler«und 1,86 Konfitüre ßlmer ca. 2 Pfd. Orangen........ 1,05 Aprikosen....... 1,20 •Clrschsn......... 1,23 Pflaumenmus____ 1,05 Apfelgelee-ut geschmack............»,25 Pf. Gime�............»-75« 85 Suppenhühner.....................«and � SS Junge Lnten......................................«andl23 Hirschfleisch..........................«ard von 45«.» Tafelweine besonders eute Qualitäten sy FI. 192687 ßppBDbeimer-fiBlflbarß.......... 1,75 16,50 1925i!r DbnjBEr-HofberO................ 2,00 18,50 1924er öböleaa LsrosE-Bomeaai...... 2,00 18,50 1925 Er ZeUßr Schuarrtf SerrSütt..... 2.25 21,00 1925Br«bloss HöckeßietBW-MfiblbBrfi 2,25 21,00 192507 OraacbBT-Bislcm............... 2,75 26,00 1926 87 PiesmirlBr Bonmicblpf.......... 2.75 26.00 192487 WiflkelBT HW�MZOS......... 3,00 27,50 1922er(Mteao ßel-Str 18 Baffiaj.... 3.00 27,50 1924er CbäleaD Ciliffa-SrEüsan........ 3,00 27,50 1921er Barßnader-Pomnirj............ 4,00 36,00 ■=s Preip« ohne Wasche■■■■-- Aussergewöhnllch preiswerte SortlnieDts-aiein-AflSebote Preise ohne FIa«che 1926 er Idebtreumllcli...................' 1926er Ganblckellieliner, Rhefnhcsse.... 1926er Dürkhelmcr, raittelvoll, weiss.... 1926 er Trciaer Pastorenberg.......... 1925er Wiltinger, angenehmer Mosel..... 1922er St. Estiphe. 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Abermals wurde der ablehnende Standpunkt gegen den Intellettuellen-Ausschuß des Genfer Internationalen Arbeits- amtes bekräftigt.'da dieser Ausschuß nur Verwirrung stiften könne. Für Bureauangestellt« und Techniker wurde ein besonderer Ausschuß als notwendig bezeichnet. Im März l92S soll in Prag eine internationale Kon- ,'erenz für Versicherung sänge stellte abgehalten wer- den. Der nächste internationale Kongreß der Ange- st e l l t e n wird im September des kommenden Jahres i n Dresden tagen. Der Kongreß wird sich vor allem mit der sozialen Gesetzgebung in Verbindung mit der i n t e r- nationalen Arbeitskonserenz des Jahres 1329 be- ichäftigen, ferner mit der Rationalisierung im Angestellten- und Technikerberuf, mit der Stellung dieser Berufsgruppen in der inter- nationalen Gewerkschaftsbewegung und mit der O r g a n i f i e r u n g der Jugendlichen. Im Anschluß an den Kongreß tagt«ine internationale K o n f e- renz der Techniker und. Werkmeister, die zu dem E r- s i n d e r r e ch t Stellung nehmen wird und ebenso eine Tagung der Bankangestellten zur Klärung des Pensionsrechtes. Sine neue Gründung. In einer Versammlung erwerbsloser Bühnenangehöriger pro- pagierte der Vorsitzende des„Reichsausschusies der erwerbslosen Bühnenangehörigen", Herr Rolf Gärtner, den Gründungs- plan einer.neuen Gewerkschaft", die die Bühnengenossen- schast den Forderungen der Engagcmentslosen dauernd hindernd im Wege stehe. Rolf Gärtner will sein« neue Bühnengewerkschaft so aufziehen, daß sie die Massenorganisation der Bühnenangehörigen werde. Die.öffentliche Proklamation" der neuen Gründung soll im Laufe der nächsten Woche vor sich gehen. Die gewerkschaflliche Organisation auch der Bühnenangehörigen ist eine so ernste Sache, als daß man damit Theater spielen könnte. Wohin käme es. wenn jeder Ehrgeizige und.Iii, verstandene", dem der Rahmen seiner Berufsorganisation für seinen Tatendrang.zu eng zu sein scheint, einen eigenen Laden aufmachen wollte! Die Erwerbslosigkest ist gewiß für jeden von ihr Betrosfenen ein großes Hebel, schließlich aber für den einzelnen kein Dauer- z u st a n d und erst recht kein Grund zur Gründung von Sonderorganisationen. Daß die Bühnengenosienschaft nicht tanzen kann, wie der.Reichsausschuß" Rolf Gärtners auf- spielt, liegt auf der Hand. llderati» man nur btm ZZackiw»,, bn Sruntf l»-n Musitervrrbandr,. Berlin. il-m< manbantrnftr SZ.Sr Dönhoff 3277— 78 Brlchiiftozeil 9—5, Sonntag» 10—9 Uhr But Wunsch: Bertrrterbesuch. Kommunistische Niederlage in Jena. Bei der Wahl der Ortsverwaltung der Metallarbeiter. Am Sitz der kommunistischen Landesinstanzen für Großthüringen, in Jena, haben die Kommunisten in der General- Versammlung des Deutschen Metallarbeiterverbandes am 7. Dezem- der ein« schwere Niederloge erlitten. Die inneren Zer- setzungen innerhalb der Kommunistischen Partei wirken sich auch in den Gewerkschaften aus. Vule Mitglieder die früher als sichere Wächter für die Moskauer Richtung in Ftage kamen, blieben der Versammlung fern. Das ewige Hin und Her. das Drunter und Drüber in der Partei riefen bei chrer Anhänger- schaft eine Stimmung hervor, die sich in krasiester Weise als F a t a- l i s m u s äußert. Der Glaube der Masten an die alleinseligmachende KPD. ist dahin, übrig geblieben ist ein- dünne Schicht von Anhängern, die mit allen Mitteln versuchen, aus Roßtäusckerart Eindruck bei der Arbeiterschaft zu schinden. Die Jenaer M e- tallarbeiter folgten den süßen Flötentönen nicht und wähl- ten ihre alt« bewährte Ortsverwaltung, Amsterdamer Richtung, mit 499 Stimmen gegen 436 Stimmen im Vorjahre wieder. Die Moskauer Richtung erzielte 223 Stimmen(231). Möge Jena das erste Glied einer langen Kette sein, wo durch Intensität und vorbildliche, praktische, gewerkschaftliche Arbeit den zerstörenden Arbeiten der Kommunistischen Partei innerhalb der Gewerkschaften ein energisches Halt geboten wird. Ln Genf unft zu Hause. llm die Ratifikation des Washingtoner Abkommens. a» Arbeitsloscnoerflchcrunasges-tz." Rcsarcnt lcallege Willi, S.ömer. Wich. tig« Mitteilungen der Bezirisvernmltmig. Alle ardeitsloscn Bundesmitgliede- werden ,u dieser Versammlung hiermit eingeladen und es wird zahirelches Er. scheinen erwartet. Mitgliedsausweis und Arbcitsloscntartc lca.timieren und sind am Saaleingang vorzuzeigen. Die Bczirtsvcrwalluug. Zugludgrupp« de, 3dA. Leute. Freitag, UM Uhr, finden folgende Ver. anstaltungen statt: Bcziri Lichtenberg: G-sangsraum des Nealgnmnafluws Parlaue 12, Munlabend. Znstrumente mitbringen!— Bezirk Südwest: Zuaeud. heim Bellc-Alliance-Str. 7—1», Vortrag:„Völkerbund— Beltsrieden?" S«i««-t-rrilch-st-lng-nd Sr»».B«rli-. Lichtenberg: Zugendheim Schorn. Webers Lustiger Abend—Serm-onplafl: Iuaendhcim SandersN. II. Eck« Hobrechtstrahe. Gemütliche, B-lsammc»s-in anlöhlich de» vierjährige» Bestehen, unserer Gruppe, t�umor, Stimmung, Ucberraschungen.)_ Schöne plah: Gruppenheim Städtisch-, Zugendheim de, K-zirksamt-s iä-dding. Turiner, Ecke Eeestrahe sEinaang Turiner Straße). Vortrag:„Worum find wir organisiert?"— Rordlrei�ltursn» I: Jugendheim Ebcrswaldcr Str. 10, o'mmcr 12.„Au, der Arbeiter- und SewerksäMstsbcwcgung."— Tollstau,. kursus: Turnhalle der Schule Baruthcr Str. 20.— Achtung, Mädchen! Bor- anzeige! Mädchenzusammenkunft am Montag, 12. Dezember, im Mctallaröcitcr. hau», Linicnstr. 83—85. TEILZAHLÜÜ Kleinste Anzahlung, Wochenraten von 1 an Herren- u. 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Am Bahnhof der Stadt Lauscha, deren Häuserreihen wie eine blanke Kette sich um den Hals eines dunklen Gebirges legen. stehen zwei Gasometer, die größer sind, als man sie in einer Stadt, die keine 6000 Einwohner hat, erwartet. Dies« mächtigen Kesiel sind die Lungen einer Sladt, in der Gas der Betriebsstoff ist für einige raufend Menschen, die in den engen Stuben ihrer dunklen Häuser biMer heißen Stichflammen hocken, um aus sprödem Glas all die hauchzarten Wunder erstehen zu lasten, die den Namen der Glas- bloserstadt Lauscha in aller West bekannt gemacht haben. Heimarbest ist es, von der die Menschen dieses Orte» leben. Arbeit, die dos Heim zur gehaßten Wertstatt und die Werkstatt zum gehaßten Heim macht. Arbeit, die im Zeitalter der Maschinen und der von Menschen entblößten Schalträume als eine unwürdige Quälerei der an sie geketteten Menschen erscheint. Eng sind die Räume, in denen die Heimarbeiter leben, und in denen alle Hausarbeit von überarbeiteten und unterernährten Frauen als Nebenarbeit gemacht wild. Geruch verbrannten Gases ist in diesen Räumen. Spirtusdunst, der von den zur Bemalung der Glaskugeln oerwandten Farben herrührt. In der Ecke einer Stube, i» die ich nach kurzem Anklopfen eintrat, sitzen an einem schmalen Tische zwei Männer bei ihrer Arbeit. Der eine der beiden dreht sich kurz um und entschuldigt sich, daß er aus mein Klopfen nicht ge- össnet habe, und beugt sich wieder über sein zitterndes Flämmchen. So ein Dutzend Kugeln sind schnell oersäumt, sagt er noch und dreht mit flinken Händen ein zolldickes Glasrohr, das am Ende verjüngt ist, über der Flamme, die unter den Druck eines mit den Füßen betriebenen Blasebalgs zur Stichflamme wird, um es, ein« Handbreit vom Ende, bis auf Bleistiftdicke auszuziehen. Mit einem leichten jknacken trennt er das so bearbeitete Stück von dem etwa meterlangen Rohr und schmilzt es an einem Ende zu, um es nach westerer Erwärmung wie eine Seifenblas« auszublasen. Die Dicke der entstandenen Kugel kontrolliert er in einer an den Tisch ge- nogesten Lehre. Dann steckt er sie mit dem noch daranhaftenden Mund- stück auf ein mit herausstehenden Spitzen versehenes Brett, deren eine ganz« Anzahl mit halbfertigen Kugeln bestanden in diesem Räume und selbst im Schlafzimmer, zu dem«ine offen stehend« Tür den Blick fteigibt. herumliegen. Und wo sie nicht liegen, nehmen weiß« Kartons den Raum ein. Alle Schränk«, die Fensterbänke. soder Wickel neben und unter den Betten, sind mit Stapeln weißer Kartons bestanden. Um zu zeigen, was alle» aus dem Dundermaterial Glas ge- macht werden kann, legt der ein« der Männer, während die eine Hand schon da» Material erhitzt, sich mit der anderen eine Form .zurecht, die groß genug ist. um ein erwärmtes Rohrftück wie dos vorher bearbestete, aufzunehmen. Noch im Zuklappen der Form bläst der Mann in das draußen gebliebene Mundstück, und als«r die Form ösfnet, hat das unter dem Druck der Luft sich ausdehnend« Glas, alle Fasten und Ausbuchtungen der Form ausfüllend, die Ge- stall einer Erdbeere angenommen. Dutzende solcher aus Gips ge- gojjtner Formen gibt es bei jedem Glasbläser. Sie bringen Ab- wechflung iu die immer gleiche überkommene Art des Christbaum. schmuckes. Die von den Männern geblasene» Kugeln werden von den Frauen mst einer Silberlösung ausgespüll und in einem mit warmem Waffer gefüllten Becken getrocknet. So bekommt das durchsichtige Glas jene» herrlichen Silberglonz, der am Weihnachtsabend die vielen hellen Lichter und frohen Gesichter widerspiegelt. Em Teil dar so versilberten Kugeln wird von den Kindern mit giftfreien Farben ausgemalt. Die Kinder sind es auch, die die fertigen Kugeln, nach- dem die Mundstücke abgeschnitten und durch Oesen ersetzt sind, in die Karton» packen. Ich ftag«, ums dies« Arbeit, an der, wie ich sehe, die ganze Familie beteiligt ist und die nicht nur durch den ewigen Gasdunst. sondern auch durch den Lackgeruch und vor allem durch das ge> fährliche Silber sehr ungesund ist, einbringt. . Was soll man da sagen? Das ist hast verschieden. E» gibt 50 Pf. für das Dutzend, es gibt auch 80 Pf. Aber der Karton für» Dutzend kostet mich einen Groschen. Da» Gas ist teuer. Da, Glas kostet 25 Pf. das Pfund. Farben brauche ich. Das Silber ist kaum zu bezahlen. So gchen zwei Drittel von dem, was ich einnehme für Unkosten fort. Und wieviel Dutzend macht man am Tage? 60. Aber wir sind vier Mann. Es ist holt eben etwas Ar- best da. Den ganzen Sommer Hab' ich allein kaum zu schoflen gehabt. Ich rechne kurz nach. 60X18 oder 25, das macht 11 bis 15 M. für den Tag, der 13 bis 14 Stunden dauert und vier Personen, un- gerechnet die Hilfe der Kinder, an der Arbeit hält. Dem Augenmacher, der im gleichen Hause wohnt, geht es nicht besser. Auch er arbeitet gemeinsam mst seiner Frau, die neben ihm sitzend, kleine Drahtösen an weiße oder grüne Glas- stäbchen schmilzt. An diese wieder schmilzt sie winzig« Linsen aus dunklem Glas. Di« so vorbereiteten Glasstäbe reicht sie ihrem Manne, der auf die Linsen, die Augen werden sollen, ein« Iris und, als malte er sie auf den Untergrund, auf diese eine Pupille aus- schmilzt. Das Ganze wird, noch warm, in eine kleine runde Form gedrückt und zur Seite gelegt. Erkaltet fällt das fertige Auge von de» nur der befferen Hantierung wegen angeschmolzenen Glas- stäben durch leichtes Anschlagen ab. Grosweis« tverden die Augen zu den Fabriken geschickt, wo sie an Teddybären. Pferdchen, Katzen und in größeren Exemplaren an Tiger und Bärenfelle angenäht werden. Der Vorgang bei der Herstellung von Menschenaugeu ist ähnlich. Allerdings viel sorgfölttger und unter genauer Nochbildung des vorliegenden Modelles. Dogegen werden Puppenaugen, die nicht aufgenäht, sondern eingesetzt werden, und Perlen, die mst Fischsilber von ihnen versilbert und dann mit Wachs gefüllt werden, geblasen. Vom Augenmacher bin ich dann zu einer Glashütte ge- gangen und habe den Männern zugesehen, die. von den Flammen der Schmelzöfen grell befttahlt, im Schweiße ihres Angesichts aus der zähen Masie, die in feuerfesten Tiegeln brodelt, die langen Glas- röhre ziehen, die, in meterlange Stticke zerschnitten, das Rohmaterial für die Heimarbeiter abgeben. Nachdem ich den Märbelmachern bei ihrer einförmigen Arbeit zugesehen und den Glasspinnern, besuchte ich das klein« Museum de» Ortes, in dem die Lauschaer alles, was sie und ihre Väter und Großväter aus dem spröden Glas gemacht haben, aufbewahrt haben.. Da sieht man schöne Karaffen und Gläser, kunswolle Figurinen und aste Menschenaugen, die noch so unbeholfen sind, wie die Bergangen- heit, aus der sie stammen. Doneben liegen die neuen Augen, die so natürlich aussehen mit ihren Acderchen und der kunswoll einge- schmolzenen Iris. Auch optisches Glas liegt da, neben ersten unbe- holfenen Ferngläsern und kunstvoll gesponnener Seide, der niemand ansieht, daß es ausgezogenes Glas flt. All dies« bunten und gleißenden Gläser, diese nützlichen und unnützen Dinge sind Zeugen einer schönen Kunst, die nur das eine gegen sich hat, daß die Menschen, die sie ausüben, alles andere als das Leben eines Künstlers führen, ja. daß ihre Lebenshaltung tief unter der Linie liegt, die den Durchschnitt der Lebenshaltung des deutscheu Arbeiters bezeichnet. Und doch hallen die Lauschaer ihrem Gewerbe und ihrer Heimat die Treu«. Selten nur verläßt ein Lauschaer seine Heimat, um irgendwo in der Freuid« ein fremdes aber auch ungewißes Brot zu effen. Und»Zeil die Fremden schon gar keine Lust haben, sich in Lauscha ansässig zu machen, so blieb den Lauschaer Mädeln seit Generationen keine Wahl, als einen Laufchaer Buben zum Manne zu nehmen. So flt es denn kein Wunder, daß heute in Lauscha neben dem Herrn Greiner der Greiner-Herr wohnt. Und im nächsten Haus« hat der Greiner-Elias seinen Laden und im übernächsten der Greiner-Eliassohn oder gar der Greiner-Sohns-Eliassohn. Und der Greiner-Klower wohnt neben dem Greiner-Maus und wundert sich gar nicht darüber, daß die Fremden, die in den Ort kommen, seinen Namen zum Anlaß nehmen, dumme Witze zu machen, um die er sich so wenig küsmnert, wie alle anderen Lauschaer sich um die Well kümmern, deren Glanz sie mst ihrer Arbest vermehren Helsen. So sitzen sie jahraus, jahrein an ihrem Flämmchen und blasen sich ihre eigene Welt, die so wirflich und so unwirtlich ist wie eine Seifen- blase, und überlassen die Freude an ihren Seifenblasen den großen und kleinen Kindern in der weiten Welt. Ein Vorläufer des Eolumbus. Columbus hätte niemals die neue Welt entdeckt, wenn nicht vor ihm Pierre d'Ailly gelebt hätte. Diese überraschende Behauptung stellt Edmond Buron in der Zeitschrist„Nova Francia" aus, der ein Werk dieses französischen Kirchenfürsten als wichtigste Vorstufe der Entdeckung Amerikas hinstellt. Pierre d'Ailly, der um 1350 iu Compiegne geboren wurde, enfltammte einer einfachen Familie. gelangte aber durch seine hervorragenden Geistesgaben als Geist- sicher'zu hohen Würden, wurde 1397 Bischof von Eainbrai und hat bei seinem Tode 1420 eine große Anzahl von Schriften hinterlassem Theologische und philosophische Schriften, lateinische Predigten, französische Verse, Abhandlungen über die Kalenderresorm und über die Kosmographie. Dieses letzte Werk d'Aillys„Jinago mundi" ist es, das Columbus Mut machte, seinen„großen Plan" durchzuführen. Wie wichtig das Buch für den großen Entdecker war, geht aus einer Aeußerung seines Biographen Las Casas hervor, der darüber schreibt:„Ich glaube bestimmt, daß unter den alten Schrift stellern d'Ailly derjenige ist, der Columbus am meisten dazu angeregt Hot, seine Ideen zu verwirklichen." D'Aillys„Imago mundi", ein großer Folioband, der zu Löwen zwischen 1480 uird 1483 gedruckt wurde, enthält keine persönlichen Beobachtungen oder Erfahrungen. Der gelehrt« Kleriker stützt sich beständig auf Aristoteles, Plinius und Roger Bacon; aber er zeigt doch diesen seinen Quellen gegenüber eine selbständige Kritik,>md besonders bedeutsam ist, was er über die runde Gestall der Erde, über das Dasein der Antipoden und besonders über die Möglichkeit sagt, von Spanien auf dem Meere direkt nach Indien zu gelangen, wen» man noch Westen fährt. Es flt begreiflich, daß Columbus beim Lesen dieses Werkes sich in seinen kühnen Ideen bestärkt fühlte und großen Wert legte aus die Ansichten dieses angesehenen Geistlichen, besten Zeugnis ihm in seinem Kampf gegen die Orthodoxie gute Dienste leisten tonnte. Es gibt auch einen sicheren Beweis für den gewaltigen Einfluß, den dies Buch auf die Entdeckung Amerikas gewann. Das Exemplar der„Imago mundi", das sich im Besitz von Cowmbus befand, wird jetzt in einem Kristallgefäß in der Columbus-Bibliothek von Sevilla ausbeuxihrt: es zeigt den Namenszug des Besitzers, und die eifrige Lektüre erhellt aus den mehr aus 800 Randbemerkungen von der Hand des berühmten Lesers. Buron, der die Aufzeichnungen von Columbus studiert hat, bemerkt darüber:„Wenn man den kost- baren Band liest, lo nimmt man teil an den geheimen Triumphen und Ueberraschungen eines Mannes, der auf jeder Seite Bowefle findet für die Begrenztheit und Enge des Erdballs und für die kurze Entfernung, durch die Spanien auf dem Weg über den Atlantischen Ozean von Indien getrennt wird. Wenn Columbus eine Stelle besonders interessiert, dann unterstreicht«r sie mst seiner Feder, zeichnet auch öfters an den Rand eine Hanh, deren Zeige- finger auf den Text weist, um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Bisweilen schreibt er eine bestimmte Stelle heraus oder gibt die Schlagwmtc einer ganzen Sest« am Rand wieder, und um sein frommes und begeistertes Dertroucn zu den Lehren des Auwrs zu bekunden, setzt er unter seine Aufzeichnungen nach Art der kirch- lichen Brieffchreiber dos Zeichen des Kreuzes." Der Kardinal von Cambrai, der firr die Drehung der Erde um chre Achs« 100 Jahre vor Kopernikus eintrat, kann also mst gutem Grund als ein Vor- läufer von Columbus angesehen werden, dem er die besten Gründe für sein« Entdeckungsreise an die Hand gbb. B. Eia Bibliotheksturm für Frankfurt. In Frankfurt o. M.. das nach der vorgesehenen Bereinigung seiner Bücherei die drittgrößte Bibliothek Deutschlands besitzen wird, ist ein Biblivtheksbou geplant. der nach den Mitteilungen, die der neue Leiter der Frankfurter Bibliotheken, Generaldirektor Dr. Oehler, kürzlich in einem Vortrag machte, die großzügigste und vollkommenste Lösung des Problems darstellt,, dos dos moderne Bibllothekswcsen dem Städtebau aufgibt. Das von Prof. Elfäster herrührende Projekt will auf einem gegen- über der Universität gelegenen Platze«inen 20 Stockwerk« hohen Turm errichten, der etwa 2 Millionen Bücher, Vorttagsfäl«, Arbeits- und Derwaltungsräumc faßt. Der Verkehr der Magazine mit den Leseräumen und der Leihstelle wird durch Auszüge unterhalten. Mit der Universität wird der Neubau durch Ueberbauung der trennende» Straß« verbunden: selbst bei noch so starker Vergrößerung wird die Bibliothek immer in der Nähe der Hochschule Reiben können, da für Errichtung weiterer Türme Raum genug vorhanden ist. Der Ueber- gang von der horizontalen zur vertikalen Anordnung ist in dieser Weise auch in Zlmerrka noch nicht vollzogen. Allerdings verhindern finanzielle Schwierigkeiten die Lösung des Neubauproblems und damit die Vereinigung der Bibliotheken in so kurzer Zeit, wie es bei der Berufung Oehlers angenommen worden war. paal Lorjebakkens Hammel. Von Alf Röd. Wie die meisten Leute der Gegend ernährte auch Paal Lorje- bakken sich als Fischer und Kleinbauer. Er stand sich gut dabei. Einige meinten, er stände sich eigentlich zu gut, denn sie konnten nicht richtig einsehen, daß Paal, der das ganze Gegenteil von einem fleißigen Mann war. eigentlich niemals Mangel litt. Dies bestärkte ihr Mißtrauen, daß Paal einer von denen sein müsse, die ihres Nächsten Gut begehren und an sich bringen. Aber daß man viel weiter als bis zuin Mißtrauen kam. war wenig wahrscheinlich, denn der Beweis tonnte niemals erbracht werden, trotzdem das auf- geftapclle Holz im Walde verschwand und die Fischer merkten, daß ihr Garn oftmals schon geleert worden war, bevor sie dies tun konnten. Nicht mal als die dreijährige Stute von Karel Breiseth schwarzgeschlachtet worden war. drüben in Breiseths Wald, konnte des Gesetzes Hand Paal erreichen, denn in seiner Hütte gab es auch nicht einen Suppcnknochen, der die Behörden auf eine sichere Spur bringen konnte. Nachdem eine Reihe solcher Diebereien geschehen war, meinte der alte Amtmann Iernäs, daß es wirklich keinen Spaß mehr mache, Amtmann zu sein, und er begann mit Grauen an den Tag zu denken. an dem in der Gegend das Gerede beginnen wexde, daß er seiner Stellimg nicht mehr gewachsen sei. Daß dieser Tag kommen müste. war ihm vollkommen klar—, wenn es ihm nicht gelingen würde, di- zukünftigen kriminellen Rätsel, die. so klein sie waren, aber In passenden Zwischenräumen unabroendbar seinen sonst so friedlichen Bezrk heimsuchen sollten, endlich zu entschleiern. Dieser Fall jedoch, der des Amtmanns Schicksal vor zwei Mög- Nchkeiten stellte, llcß nicht lange aus sich warte» Eines Nachmittags, als der Amtmann seines gewöhnlichen Mittageschlos hielt, wurde gemeldet, daß dem Bauern John Follebu zwei Hammel gestohlen waren. Der brave Handlanger der Gerech- tigkeit. der jetzt die Aussicht hatte, seinen gefährdeten Ruf zu röchen. zog eiligst die Ponloffeln an und weckte den Gehilfen. Es war ganz sslbstoerstöndlich, daß beide Männer ihr Miß- trauen gegen Paal richteten, jedoch, um die Sache nicht allzu ein- festig anzupacken, gingen sie mst aller Gründllchkest alles durch, was die Gegend an zweifelhaften Elementen aufzuweise» hatte. Aber pie sie auch ihre Stirnen ruozellen. sie fanden niemand, der sich auch nur annähernd mst Paal an zweifelhaftem Ruf und dunklem Wandel messen konnte. Und wie oftmals früher geschehen, so begaben sich auch diesmal Amtmann und Gehilfe zu Pools Hütte, um Haussuchung abzuhalten. Auf dem Wege dahin versuchten sie, einander in schorfsinnigen Schlüssen zu übertrumpfen—, zur gegensestigen Aufmunterung, denn eigentlich waren sie zwei wenig optimistische Spürhunde auf der Verbrecherjogd. Sie hatten beide das heimliche, beklemmende Ge- fühl, heute um ein erfolgloses Ergebnis reicher heimzukehren. Berte Lorjebakken, Pools Frau, stand just am Brunnen und wand einen Eimer Wasser empor, als sie von ferne die beiden Ge- scheswächter ankommen sah. Daß sie es plötzlich eilig hatte, war leicht erklärlich, denn in ihrem Holzschuppen hingen zwei Schafs- leider hinter einigen allen Säcken versteckt. In der Küche ange- kommen, wo Paal saß und Netze flickte, sagte Berte ruhig:„Der Amtmann scheint wieder unterwegs zu fein und will herum- schnüffeln." „Kann mirs denken," antwortete Paal ohne Zeichen von Ge- mütsbewegung.„Na, dann müsten wir wohl hinuntergehen und die Hammel versenken. Hm." Er legt das Netz weg und beide gehen gemessenen Schrittes hinaus. Paal halte bereits alles klar zur Versenkung, so daß John Falle- bus Hammel fix am Ende des Landungsstegs versanken. Der Amtmann und der Gehilse näherten sich Pools Tür und strengten ihre Argusougen an. Anstmann Iernäs konnte sich nicht erinnern, jemals so voller Spannung gewesen zu sein—. und mit der vollen Würde seines Amtes trat er in die Hütte ein. Sie trafen Paal erst, als sie zum Landungssteg hinunterkamen. Pool war gerade dabei, seinen Motorkahn auszuwaschen, Berte stand an Land und sah zu. „Guten Lag, guten Tag!" grüßte der Amtmann, über» ganze Geficht lächelnde „Guten Tag," antwortete Paal.„Soso, die Odrigkest geht also spazieren?"' .La, bei John Follebu sind nämlich'n paar Hammel weggekom- men, und da machen wir gerade'ne kleine Runde." „Soo, so flt das!?" Paal schickt mit eisiger Ruhe einen Tabak- strahl ins Wasser. ,Aat der Follebu so viel davon, daß er nicht einmal aus sie auspaflen kannl?" .„Die, welche wir suchen, hingen geschlachtet in seiner Scheune." „Geschlachtete Hammel!? Ja. da weiß Ich wirklich nicht, was der Amtmann hier will." „Wir machen, wie gesagt, eine Runde und kommen gerade hier vorbei. Sag mal. bist du gestern abend draußen beim Fischen ge- wesen?" Der Amtmann geht auf den Steg hinaus. „Nein. Heute nacht will ich raus." „Dein Boot liegt wohl tief, was?" Der all« Iernäs ist ungewöhnlich mild und jovial. „Hin, ja, ziemlich," antwortet Paal, der höchst unsicher ist und wirklich nicht weiß, wo der Amtmann hinaus will. „Ist das Wasser hier bei deinem Steg eigentlich tief genug? Es scheint mir doch hier ziemlich seicht zu sein." „Gewiß, tief genug, hier sind doch immer noch sechs bis acht Fuß Wasser." Der Amtmann sendet dem Gehilfen schnell einen listigen Blick zu. „Was, sechs bis acht Fuß? Oh nee, mein guter Paal, wenns viere sind, solls mich wundern. Wollen wir mal messen? Reich mir mal deinen Bootshaken rüber." Er weist auf den Bootshaken, der im Boot liegt. „Bootehaken?" Paal setzt ein getränktes Gesicht auf.„Wenn ich sage, hier sind sechs bis acht Fuß Wasier, so glaubt doch wohl der Amtmann nicht, daß ich hier stehe und schwindle." „Nein, bewahre. Aber gib mir mal den Bootshaken rüber." Der Aiittmann nimmt den Bootshaken und beginnt, damit den ganzen Landungssteg entlang die Wassertiefe zu messen. Cr hält ihn hoch und sagt: ,�)m, scheinst doch recht zu haben, Paal— sechs Fuß ungefähr, wie ich sehe." Er mißt weiter, während Paal und Beil« ihm einige böse Blicke senden. „Merkwürdig, hier sollt« es am tiefsten sein, mein« ich.— hier ist*» aber einen ganzen Fuß flacher!" „Da liegt bloß ein alter Baumstamm, der Legt schon lange da!� erklärt Paal, augenscheinlich gelangweilt. „Den Baumstamm hätte ich mir gerne etwas näher angesehon," sogt der Amtmann und angelt mst dem Hake» so long«, bis er die beiden verlorene« Schaft hochzieht. Bald danach marschiere« sie alle drei zum Hof» des Amt» mann» ab. Als Berte zur Küche hineinkommt, erzähst der Sohn, ein kleiner Bengel von fünf, sechs Iahren, daß der Amtmann dagewesen wäre und nach dem Vater gefragt hätte. „Was hast du da geantwortet?" fragt Berte. „Daß Dater gleich wiederkommt," antwortet der Junge,„er ist bloß eben mal schnell zum Wasser hinunter, ein paar Hammel versenken." cssuchtistt atbtxfetim#•» S. SMuuej WMMfN N'orden 10334— 37 8 U Ende 11 U Corothea Innenrann v.Gerh. Hauptmann Max Reinhardt Kammerspiele Norden 10334—37 8»'« Uhr Ende nach 10 Uhr, Bronx-Expreft Die Komödie Bismarck 2414/7516 8�4 O, Ende 10»/, U. Die Elie von Welt Berliner Theater Direktion Kuhnert Chsilcittattr.W 9I.IUiih.17ll Täglich» Uhr Max Adalbert in„Knock oui" Hans Brausewettcr. i�MonilgCicOpcrS'l I'-eiiiintixee Revue-StCck lAlle« Nackt!| Nach d. gleichn. Paris. Revue| Tout riu"i. 200 Mitw rkende' I OHjtinal• Porlsei* Kostüme Sonnt 3'.Unr: Vollständige VorsteMg. zu kleinen Preisen Jeder Erwachs. I Kit ü irei PiscatorbQhne i'heat. d. Nollendortplat) Kurfürst 2091 93 Anf.<, Ende nach 11 n, ii". Romanows, der Kiiag und das Volk. das gogoo sie aofstand von Alexey Tolstoi und Schtschegolew ■nsc. Erwin Piscator rnrkeit 3,ju nk. 1 Theaterkasse ummterbr.geaffn.| Drei(Original)! fraleüliill und andere wcllbcrühmlc, zum ersten Male in Berlin auftretende internationale Starz SovQsdeQdH u. 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Feiertag r.chri. 3 U FamiUcD VorsteUans Voiles Programm.— Kleine Preise. Eesidsnz-TbeRter Uhr Der Secsalio;sor?olg! SdtSn sehn wir aus 30 lustige Bilder mit Henry Bender onnta-'.nch n.4Uhr V-idooMsm'iÄ-ii: Lügrnm&u.dien dazu: JlaubeiKänsfler Bellachlpl. Jedes Kind erhält ein Geschenk tiraovsty-SiliUP Th KönKr rät«. St. Bergm.2110. Heute Zum>. Male; jdiloss Vettersteig von Wcdeklnd bjii Vitrti dirannky KomMienhaos Morden 6304. 815—10 40 Uhr üokQspokns von Curt Götz ftn wohrfahrtsloz, ci, fleh da. fleh da. Das bringt mir Glück, denkt Müllers Frida!— Mas war der preis: ein Grammophon! verfilzt! Geht jetzt der Gharlejton! Such dir winkt solch Glück— Kais)' ein Cos der Srb« iter- wohlsah rts-Lotteriel b&TÖV- *5» V?' Trianon-Th. TägU 8'/. Uhn Gastspiel £rikaGlässner in Gr c teilen 18r aqeialidu nldtl qEiiqitt, Sonnab. u.Stß. 4 Uhr Die Funkprinzessin erzählt Kind yevue in 10 Bildern 4k»: Zauberkünstler Cumherl. nd altinügni-SlliDi» Iis. Künstler- Th 8'. 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