MorgenausgaSe Nr. 5�7- �, �298 44- Jahrgang VüSjetttlich /O Pfennig, monaÄch 3�— Reichsmark, im voraus zahlbar. Unter Streifbond im In» und Aus» ' land Z.öO Reichsmart pro Monat. Der �Dorwüns� mit der illustrier. ren Sonntagsbeilage„Volk und Zeit" sowie den Veilagen.„Unterhaltung und Wisien".Aus der Filmwelt", .Stadtbeilage"„Frauenstimme". .Der Ainberfreund"..Iugend-Dor. roärts"..Blick tu die Bücherwelt". ..Kulturarbeit" und„Technik" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Aerltner Voltsblatt Oiensiag i3. Dezember 1927 Groß-Äerlin lV Pf- Auswärts 15 pf. Die e t n s p o 1 n g* RönpareiUe�eike 80 Pfennig. Reklamezeile ö.— Reiche» mark.Kleine Anzeigen" das settge. druckte Wort 25 Pfennig(.zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 1Z Pfennig. Stettengeiuche dos erste Won 15 Pfennig, jedes weitere Won 10 Pfennig Worte über 15 Buchstaben skhlrn für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zelle 60 Pfennig. Fomilianzeigen für Abonnenten Zeile 10 Pfennig. Anzeigen' annähme im Hauptgeschäft Linden- stroße3. wochentägl. oon ä'/z bis 17 Uhr. Jentvalorgatt der Sozialdemoteaiifchen Aavtei NeutfchUmds Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstrage 3 Fernsprcchrr: Tönhvff RS— 207. Telegrvmm>Adr.: Sozialdemokrat Berlin --- � Vorwaris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto-. Berlin ST jSG.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angeslevlen und Beamten Vallslr. GZ. Diekonto-Gesellschos!, Tcpositcnkasle Lintcnstr. Z Sie Entscheidung des Reichsarbeitsmmisters. Grundsätzliches Festhalten an der Arbeitszeitverordnung.- Aber Nachgeben im Einzelnen. ' Die Entscheidung des Arbeitsminisieriums über das In- krafttreten der Dreifchichtenoerordnung ist gefallen. Formell eine Wahrung seiner Autorität, in der Sache ein teilweises Nachgeben gegenüber den Forderungen der Scharfmacher. Die Wahrung der Staatsautorität: es hat bei der-Durchführung der Verordnung zum 1. Januar 19Z8 fein Bewenden. Das Nachgeben gegenüber den Unter- n e h m e r n: für Werke mit Martinöfen, Elektro- und Tiegel- ftahlöfen wird auf Antrag Aufschub gewckhrt. Alle Werke, die bis zum 31. Dezember 1927 Anträge auf Auf- fchub stellen, erhalten sofort'Aufschub bis zum 31. Januar 1928. Die Unternehmer haben" bisher die Dreifchichtenverotd- nung sabotiert. Sie haben nach Aufs ch u'b gerufen, weil sie auf die Verordnung gepfiffen haben. Das Arbeits- Ministerium hofft, daß die A e n d e r n n g s a r b e i t c n in den Werken, die Aufschub verlangen, spätestens am 1. Februar 1928 vufgenomme n werden. Ain 1. Januar 1928 sollten sie b e e n d e t sein-... Die Saboteure haben Zeil gewonnen, und die Arbeiterschaft soll in diesen Werken noch ein Jahr in der Hölle des Zweischichtensiistems schuften— abgesehen von den Verzögerungen im Ausbau der internatio- nalen Sozialpolttlk, die dieser Zeitgewinn der Unternehmer mit sich bringen' kann!*._■...■... � Werden die Werke, die Anträge auf Aufschub stellen, nun wirklich die notwendigen Aenbcrungsarbeiten einleiten, oder werden sie beim Ablauf der Frist ein neues Ultimatum stellen? Die Antwort des Reichsarbeitsministers schweigt über die Stillegungsdrohung. Um der Staats- autorität willen hätte ein ernstes und deutliches Wort ge- fprochen werden müssen damit nickt die Unternehmer, die Zeitgewinn erpreßt haben, ihre Erpressermethoden wieder- holen. Aber konnte der Arbeitsminister des Rechtsblocks dies Wort sprechen? Für die Schlichtungsverhandlungen enthält die Antwort eine prinzipielle Entscheidung: Acht- stundentog in der Schwerindustrie. Auf dieser Basis werden die Gewerkschaften weiter kämpfen. Die große politische Auseinandersetzung, die durch das Ultimatum der Unternehmer heraufbeschworen worden ist, ist mit dieser Entscheidung des Arbeitsministeriums auf das nächste Jahr, das Wahljahr 1928, vertagt worden. Die politische Entscheidung wird bei der Reichstags- wähl fallen! Die Gnischeiöung des Arbeitsmmisters. Auf die Eingabe der Eroßeifenindustriellen zur Lerord- nuna über die Arbeitszeit in der Großeifenindustric vom 16. Juli 1927 hat der Rcichsardeitsininister am 12. Dezember wie folgt geantwortet: „Nach eingehender Prüfung der vorgebrachten Ve- denken gegen das Inkrafttreten der Verord- n u n g a u» 1. I a n u a r 1 t> Ä 8 bin ich n i ch t in der Lage. dem Antrage auf eine Hinausschicbung des Inkrafttretens für die Grfamtheit der durch die Per- ordnung betroffenen Werke zu cutspvechc«.(v.j uinß vielmehr bei der Durchführung der Aerordnung zum 1. Ja- nuar 1928 fein Bewenden haben. Ich habe zunächst die von Ihnen betonten Schwicrigteilen auf dem Gebiete des Arbeits Marktes und des Wohnung s- ui e s« n S nachprüfe» lassen und auf Grund der Berichte der Landesämter für Arbeitsvermittlung festgestellt, drifj die Ar bei- terschwicrigkeiten Sberwindbar(ein werden. Ungleich ernster als die auf dem'Gebiete des Arbciismarttes Eni» des Wohninigsmarktes liegenden Schwicrigkcilen lind die Gründe allgemein wirtschaftlicher Art, die in Ihrer Eingabe geltend gemacht werden. Aber auch diese können nicht zu einem allgemeinen Aufschub des Inkrafttretens der Verordnung führen. Insbesondere sehe ich keinen Anlaß, bei den Thomas- Stahlwerken und den ousschließßlich oder zu einem erheblichen Teil von ihnen gespeisten Walzen st raßen, soweit sie dje Er- Zeugnisse der Thomas-Werke in einer Hitze weiterperarbeiten. von bei Durchführung der Aerordnung zum 1. Januar 1928 abzusehen. Ein Ausbau dieser Werte ist mit verhältnismäßig geringem Kostenaufwand möglich und könnte bei rechtzeitiger Inangrist- p-fr«» am!■ Januar 1928 im wesentlichen beendet sein. Den genannte» Werken wich die Einführung des Dreischichien- systems an Stelle des Jweitchichlensystems dadurch wesentlich er- leichtert werden, als es nach der Bundesratsoerordnung, betreffend Ausnähmen von dem Verbote der«onntag-arbeit im Gewerbe- betrieb, nunmehr zulässig sein wird, die sonntägliche Be° triebs.ruhc auf zwölf Stunden zu beschränken. Inwieweit in diesen Werke» unter Berücksichtigung der wirtschasi- lichen Lage und ohne Ueberschreitung des notwendige» Ansmaßes von der Sonntagsarbcit laisächlich Gebrauch zu machen sein wich, muß den Tarif- und S ch l i ch t u n g s o e r h a n d- l u n g c n überlassen bleiben. Ebensowenig wie bei den Thomas-Werken und den zu ihnen gehörigen warmeinletzendcn'Walzenstraßen kann bei den kalt- einsetzenden W a l z e n st r a ß c n. gleichviel, ab sie aus Tho- mas- oder Marlinstahlwerken gespeist, werde», sowie de» Hammer- und Preßwcrkcn eine Hinausschiebung der Vcrordiumg in Betracht kommen, zumal bei dem gegenwärtigen Stande der Technik der jetzige Umfang der Erzeugung sich in der Regel auch bei achlstündi- gcr Arbeitszeit ausrechterhalten lassen wird, wenn unter Anwendung der in der Arbeiisverordnung vorgesehenen Möglichkeiten zwei- schichüg gearbeitet wird. Anders liegen die Verhältnisse bei denjenigen Werken die zu einer grundlegenden Bclricbsumstelluug durch Umbau ihrer Martlnösen, Elaklro. oder Tiegel st ahlosen schreiten müssen, für die größere kostcnauswendungen und längere Lauzellen erforderlich sind. Zch bin bereit, für diese Stahlwerke und dir von ihnen in einer. HIHe gespeisten Walzwerke, soweit sie nicht wegen glelchzelliger Leliejerung durch die Ihomas-werke diesen zuzurechnen sind, einen Allsschub in dem nnbedlngl erforderlichen Maß zu bewilligen. Ich setze dabei voraus, daß die Aendcrungsarbeiten bereits in Angriff genommen oder doch so weit vorbereitet sind, daß sie spätestens am 1. Februar 1928 ausgenommen sein werden und daß ihre Vollendung mit allen Kräften betrieben wird, um sie, wenn irgeichmöglich, noch vor dem Beginn der sommerlichen Hitze des Zohres 1928 zu erreichen. Die Gewerbeaufstchtsbeamten werden angewiesen werden, die Inangriffnahme und den Fortgang der Umstellungsarbelken zu überwachen. tteinesfatls könute ein Aufschub über das Jahr 1928 hinaus in Frage kommen. Betriebe, die von dieser A u s n a h m c Gebrauch machen wollen, haben ihre Anträge unter eingehender Darlegung der Lerhälmiise alsbald dem zuständigen G c w e r b e a u f- ficht samt einzureichen. Dabei ist insbefoirderc auch anzugeben. in welchem Umfang eist Umbau geplant ist, ob die Umbauten bereits begonnen sind oder, falls dies nach nicht der Fall ist, zu welchem Zeitpunkt die Inangriffnahme erfolgen iolh welche Produktians- steiaerung und im Zusammenhang damit, welche Ersparung von Arbeitern aus dem Umbau zu erwarten ist und bis zu welchem Zeitpunkt der Umbau hei äußerster Beschleunigung durchgeführt sein wird. Die Gewcrbeauisichtsbcamten werden dsc'Anträge nach Pruiimg nnd Begutachtung durch Vermittlung ihrer Landesregie- rungen dem R e! ch s a r b e i t s in i n i st e r! u m zur Eni- schc i d» n g zuleiten. Hiernach wird mit einer größeren?l» z a h l von An- träge n, insbesondere für die M a r t i n st a h l w e r k e, zu rcch- nen sei». Da ich mit eine eingehende Prüfung der Verhältnisse in jedem Einzelfall Wert lege,- wird die Entscheidung kaum so rechtzeitig erfolgen könne», daß ihre Durchführung vom 1. Januar 1928 ab den Betriebest zugemutet werden kann. Zch sehe mich daher genötigt, für diejenigen Bkartin-. Elektra- und Tiegelslahlwcrke einschließlich der zugehörenden Walzwerke, sbr die bis zum Zt. Dezember 1927 Anträge aui hinaussthiebüng de-. Znkrasltrelen» bei den ivewerbeoussichlsbeamlen eingegangen sind. schon jetzt einen Ausschub von einem Monai zu bewilligen. Ob und l,, welchen, Umfang dieser Ansschub über den Zt. 3u- nuar 1928 hinaus verlängert werden muß. wird dann in der Eni. schcidung über die einzelnen Anträge sestgestellt werden. Dieser Bescheid verschafft den Parteien und dem Schlichter die nötige Klarheit über den am 1. Januar 1928 eintretenden Rechts- z u st a nd und ermöglicht damit die schnelle Beendigimg des mchfin. gigsn Schlichtungsverfahren s." Die Gutsbezirke verschwinden! Ein Erfolg der preußischen Regierung.- Zusammenbruch der Obfirukiion der Rechten im Landtag. Die preußische Regierung hat gestern im Landtag einen bedeutsamen Erfolg erzielt: dos Gesetz über die Auf he- bung der Gutsbezirkc ist in dritter Lesung a n g e- n o m m e n worden. In den nächsten drei Monaten wird die große Mehrheit der 12 966 Gutsbezirke in Preußen ausgehoben werden. Die Einwohner der Gutsbezirke, mehrere hundertlausend Männer und Frauen, erhalten damit zum e r st c n Male das G e- mein dewahlrecht. Sic werden es schon bei den n ä ch st c n G e n, e i n d c w a h l e n im Frühjahr 1928 aus- üben können. Ein Stück Mittelalter, das die Revolution aus Versehen stehen gelösten hat, ist damit endgültig beseitigt. Die Guts- Herren werden nicht inehr kraft ihrer Herrenstellung ovto- maltsch Schulherren, Pottzeioerwalter und Wahlvorsteher sein, die Entrechtung der Einwohner der Gutsbezirke ist zu Ende.' Das Gesetz wurde beschlossen gegen die Obstruktion der D e u t sch n a t i o na l e n und der Deutschen Volks- partei, die bis zuletzt für die politische Vormachtstellling der Gulsbesitzer kämpften. Noch zu Beginn der Sitzung hatte der Vc-lksparteiler Stendel prahlerisch-ausgerufen: „Wir werden schon sehen, wer den längeren Atem hat'"— Dann kam der große Zusammenbruch! Traurig wie ein Lohgerber, dem die Felle weggeschwommen sind, sprach der deutschnationale Wortführer Freiherr v. Mirbach als ersten Satz ssiner Rede die bedeutsamen Worte: .Nachdem-die üommunistcn von uns abgefallen sind, ist leider unsere Obslruktson aussichtslos geworden." Und in verbissener Wut fügte der Volksparteiler Frei- Herr v. E y n e r n hinzu: „Lösen Sie nur die Gutsbezirke auf! Machen Sie Ihr Gesetz mit den Kommunisten fertig! Wir verzichten auf jeden weiteren Widerstand!" So kam es— das demokratische Gemeindewahlrecht auf dem Lande wird endlich durchgeführt. Auf der Tagesordnung der Montagsitzung des Landtage steht als erster Punkt d.r Ausbau des Stettiner Hasens, als zweit e s Gegenstand ein kleines Ausworuiugsgcsek'.über Pachtziiisen in Ost- .frieskand, als driuer Punkt die zweite Lesung der Beamlenbesvldunz Und alx vierter Punkt dje Neuregelung der Gemeinde- Verfassung(Auflösung der Gutsbezirketz Abg. Leinert(Soz.) beantragt, die zweite Lesung der Beamten- besoldung heute abzusetzen: die soziatdemakratiiche Fraktion lege großen Werl darauf, daß die Boriage über Auflöinug der Gursbczirke noch in dieser Woche Gejetz werde. . Abg. Cbersbach ZDimi.) protestier! gegen die Ziirtülsetzuiig der Beamtenbesoldung. Die Beamten warrelen jetzt lange genug auf die Zulagen. Ihre schleunigste Bewilligung sei eine svziaipositstche Pflicht. Aber die Regierungsparteien wollten stall dessen reine Parieipvlitik treiben. lBraoo! rechts.» Abg. Dr. von Campe(D. Vp.) und Abg. Körner(BölJ.) schließen sich diese ni Widerspruch an. Abg. Leinert lSaz.): Die Vorwürfe des Abg. Ebersbach gegen uns sind sämllich wider besseres Wissen erhoben. Kein einziger Bcouiter er- hält einen Bscnniq weniger oder später, wenn wir die Beamten- bcfoldung erst morgen beraten: denn die Auszahlung vor Welh. nachten hat ja bereits der Hauptausschuß angeordnet. Im übrige» sind es immer die Rechtsparteien gewesen, die verlangt hatzen, daß wir aus den Reichsiag warten sollten. Jetzt auf einmal wollen sie vorprellen, nicht um den Beamten etwas zukommen za lassen, fondern lediglich um die Obstruktion gegen die Auflösung der Sutsdezirke wKiterzutreiben.(Lebhafter Beifall links.) Mit den Stimmen der Regierungsparteien und der Kommunist« y wird beschiosten, die zweit« Lesung der Besvldungsvorlage heute von der Tagesordming abzusetzen,"- Abq. Barfei(Tim.) beantragt, den Beschluß des �anptausschusses betreffend Auszahlung der erhöhte» Gehälter an die Beamten vor Weihnachten ohne Aussprache auf die heutige Tagesovd- nung zu fetzen. Da nicht widersprochen wird, wird demMmäft verfahren und der Anfraq des Hauptausschuffes auf?fuszahlung der erhShten Gehälter vor Weihnachten einstimmig angenommen. Es folgt die zweite und dritte BeMtung des Gesetzentwurfes über den Ausbau des Stettiner Hafens. Abg. Frau Aoack(Dnat.) hält eine e inständige Obstruk- tionsrcde über die Verkehrsverhältnisse und Wirtschaftsinteressen der Stadt Stettin. Die Auflösung der Sufsbezirke. Es folgt die zweite Lesung der Vorfchristen über Aenderung der Gemeindeverfassung. tAvklöfunq der Gulsbestr'e.s Berichterstatter des Ausschusses ist Abg. Sleinmeyer lEaz.). Abg. Haas CSoz.) beantragt �nr Geschäftsordnunq. für die Besprechung die Paragraphen der Bqrlaqe in zwei Kapitel zu- sammenzulassen. Erstens Auflösung der Gutsbezirke und Erlei-dte- runq der Eingemeindungen. Zweitens:' Bestimmungen über die Wahl (statt bisher Ernennung) rheinischer Bürgermcistor und Amtsvor stehcr. Zlbg. Freiherr von Marbach(Dnat.X beantragt hei§ 1 eine oll gemeine Aussprache zuzufassen. Abg. Haas(Sez.): Wir debattieren über' die Austäsnng der Guts bezirke seit acht Jahren. Wir bnmchen keine allgemeine Deballe mehr, sondern eine Tat lLebhafter Beifall! bei den Soz) Der Antrag Freiherr von M'rbach wird mit den Stimmen der Regierungsparteien und der Kommunisten abgelehnt, der Antrag Haas mit derselben Mehrbeis angenommen. Abg. Freiherr von Mirbach nimmt als Sprecher der Deutsch- nationalen dos Wort. Er erklärt: Leider ist unsere Obstruktion durch den Abfall der Kommunisten aussichtslos geworden.(Stürmisches Gelächter bei hen Mehr- heitsparteicn.) Wir bedauern die Vereinbarung, die zwischen den Negierungs Parteien und den Kommunisten getroffen zu sein scheint. Unsere fach- lichcn Einwendungen hoben danach leider keine Aussicht mehr auf Berückstchtigung. Abg. Dr. von Eynern(D. Vp): Sie machen ein schlechtes Gefetz. Aber man kann nicht mit Vernunftgründen gegen politische Leiden- schast ankämpsen. Die Auflösung der Gutsbezirk« hätte langsam und ordni'ngmästig nach dem bisherigen Recht erfolgen können. Abg. Schwenk(Komm.): Der Gesetzentwurs trägt den Stempel des Kompromisses auf der Stirn Wir verlangen, dafj die Gutsbezirke binnen drei Monate verschwinden. ZNinisterialdireklor von Leyden: Eine solche Bestimmung im Gefetz wäre ganz zwecklos. Denn u>enn das Auflöfungsoerfahrcn für einen Gulsbezirk innerhalb dreier Monate nicht beendet wäre, bliebe er eben Gutsbezirk, auch wenn im Gesetz stünde, daß es noch drei Monaten keine Glitsbezirk« mehr gibt. Ich habe aber im Auftrage des Herrn Ministers des Innern zu er- klären, daß er innerhalb dieser Frist von drei Monaten d i e große Mehrzahl der Gutsbezirke zur Auflösung bringen wird.(Lebhafter Beifall links.) Abg, Srifchlck(Dnat.): Werden auch die staatlichen, insbesondere die forstfiskalischen Gutsbezirke aufgelöst? Ministerialdirektor von Leyden: Das Gesetz macht zwischen fis- kalifchcn und privaten Gutsbezirken keinen Unterschied. Damit schließt die Debatte. Unter Ablehnung sämtlicher Abänderunqsanträge werden die einzelnen Paragraphen der Vorlage von Regierungsparteien und Kommunisten angenommen und die Gesamloorlagc dann en bloc in dritter Lesung angenommen.(Stürmische Beijallstund- gedungen links.) Der Gesetzentwurf über Errichtung einer Landesrentenbank wird in zweiter und dritter Lesung dobattelos beschlossen. Achtstundentag für Eisenindustrie! E? folgt die Beratung des kommunistischen Urmitrogcs auf Durchführung des Achtstundentages für Hütken. und Walzwerks- arbeitsr ab l. Zanuar 1928. Abg. Sobolka(Komm.): Die Stillegungsdrohung der Schwer- Industrie ist ein Mordanfchlap des internationalen Kapitals auf die deutsche Arbciterschast. Die Bilanz von Krupp beweist, daß die Schwerindustrie in ihren Ueberfchüsfen geradezu erstickt. Di« Löhn« der Metallarbeiter sind trotz der gewaltigen Steigerung der Produktion nicht gestiegen. Die freien Gewerkschaften sollten endlich aufhören zu verhandeln und statt dessen kämpfen.(Bravo! bei den Kommunisten.) Abg. Szillal(Soz.): Seit Jahren wird von den bürgerlichen Parteien gegen die Ge- wcrkschaften der Vorwurf erhoben, daß sie neben die Staatsregierung eins Regteruna der Gewerkschaften stellen wollten. Di« fetzige Kriegsandbohung der deutschen Unternehmer- schast gegen die Verordnung des Reichsarbettsministers betreffend Durchführung des Achfftundentages im Hütten- und Walzwerksbetrieb zeigt, wo izjrklich das Bestreben aufErrichtungeinerNeben- regterung besteht. Die Drohung der Unternehmer, die gesamte Tchbereisenindustrie stillzulegen, ist verantwortungslos gegenüber der gesamten deutschen Wirffchaft. Es ist geradezu er- staunlich, woher die Männer des Kapitals, die so viel von Verant- warilichkeitsgesühl reden, und es selten betätigen, den Mut Zu einer solchen Drohung nehmen.(SeKr gutl links.) Die Forderungen der deutschen Gewerkschaften sind unter voller Berück- fichtigung der wirtschaftlichen Möglichkeiten sehr bescheiden auf- gestellt, wie es bei der vorsichtigen Führung der deutschen Gewert- schaftcii ja wohl niemand anders erwartet hat. Daß die Lohnforderungen der Gewerkschaften nicht unerfüllbar sind, beweisen allein schon die riesigen Mittel, die die Schwer- i» d u st r i e für ihre Kriegskasje bereitgestellt hat. Der Reichs- arbeitsministcr hat die Pflicht, in diesem Kamps um die Ober- Hoheit des Staates sestzubleiben, und auch der Landtag sollte in diesem Sinne auf ihn einwirken, damit dos Inkrafttreten seiner Verordnung am 1. Januar 1928 in möglichst vollem Umfange erfolgt. Mit den Kommunisten sich jetzt über taktische Fragen auseinander- zusetzen, wäre müßig. Wenn die Arbeiterklasse lm Kamps steht, sollte auch die komnm- uistlsche Kritik eiumal schweigen. Der Reichstag wird die Aufgabe haben, der Reichsregierung den Rücken zu stärken und dem Unternehmertum klar zu machen, daß in der deutschen Republik noch immer die Reichsregierung herrsch: und nickst ein nackter, brutaler Unternehmerwille.(Lebhafter Veisoll bei den Soz,) Abg. hartmann(Dem.) schließt sich diesen Darlegungen am Abg. Liudner(Dnat.): Der Achtstundentag erscheint uns als eine höchst zweifelhafte Errungenschaft der Revolution. Auch die Arbeiterschaft muß bereit sein, Opfer zu bringen. Zweifellos ist der Achtstundentag für Hütten, und Walz- werksarbdtcr ein erstrebenswertes Ziel, aber wir bezweifeln, daß er am 1. Januar 1928 durchgeführt werden kann. Ohne Profit raucht eben nach Bebel kein Schornstein, hoffentlich wird die Stillegungs- drohun« nicht durchgeführt.(Bravo! rechts, Unruhe links.) Damit schließt die Debatte. Nach einem Schlußwort des Abg. Märker(Komm.) wird der Antrag mit den Stimmen der Sozialdemokraten. Demokraten und Kommunisten angenommen, da die andere» Parteien schwach vcr- treten sind. Nächste Sitzung Dienetag. 12 Uhr: Zweite Lesung der Beamten- besvidungsoorlage� Kleinere Gesetze. Keine Mmosen, sondern Recht! Das Gteuerunrecht des Bürgerblocks. Der Gesetzentwurf über die Lohnsteuer ist am Montag im Reichstag nach einer Rede des Reichsfinanzministers Dr. Köhler in erster Lesung beraten und dem Steueraus- schuß überwiesen worden. Die Köhlersche Rede bot nur in einem Punkt etwas Neues. Köhler stellte nämlich die Be- hauptung auf, daß den sozialdemokratischen M i n i st e r n der Länder die Vorlage der Reichsregierung viel zu weit R langen sei, während sie von der s o z i a l d e m o k r a t i- en Reichstagsfraktion heftig als unzulässig kriti- siert werde. Die sozialdemokratischen Länderminister würden also eine ganz andere Meinung vertreten als ihre Ge- sinnungsfreunde im Reichstag. Schon häufig hat die verschiedenartige Zusammensetzung der Regierungen der Länder in der Oesfentlichkeit den Ein- druck hervorgerufen, daß Länderminister im Gegensatz zu ihren Parlamentsfraktionen standen. Wenn man sich jedoch die Tatsache vergegenwärtigte, daß keine Partei in irgendeiner Regierung allein eine Mehrheit hat. so kam man doch zu dem Ergebnis, man könne die Haltung einer e t n-z e l n e n Parlamentsfraktion nicht zum Maßstab nehmen für die Entscheidung einer aus mehreren Par- t e i e n gebildeten Länderregierung. Es blieb Herrn Dr. Köhler vorbehallen, sich dieser Einsicht völlig zu ver- schließen. Der Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion, der durch seine Sachkenntnis in allen Fragen der Lohnsteuer auf allen Seiten des Reichstags als Fachmann anerkannte Ge- nosse Dr. h e r tz, hat es deshalb auch an einer deutlichen Antwort gegenüber Herrn Köhler nicht fehlen lassen. Herr Köhler hat nämlich Pech. Die Behauptung die er mit seinen dunklen Andeutungen aufstellte, daß die sozialdemokratischen Mitglieder der preußischen Regie- rung gegen den Antrag der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion in der Lohnsteuerfrage sind, i st nämlich ab- s o l u t falsch. Die sozialdemokratische Reichstagssraktion weiß, daß die beiden sozialdepiokratischen Mi- nister im preußischen Kabinett mit ihrdurch- aus einig find in der Durchführung der Lex Brüning, und sie hat keinen Zweifel daran, daß sie diese Auffassung auch innerhalb des preußischen Kabinetts ver- treten haben. Wir glauben auch das Recht zu der Annahme zu haben. daß Herr Dr. Köhler dys weiß. Wenn das preußische Kabinett eine andere Haltung eingenommen hat, so dürfte das einfach aus der Tatsache beruhen, daß die Sozial- demokraten dort wie auch in allen anderen Länderregierungen eine Minderheit dar- stellen. Bedenkt man ferner, daß Instruktionen an d:e Reichsratsmitglieder fast in allen Fällen nitf von den Ressortmini st ern ausgehen und nicht rxmi Gesamt- kabinett, so wird man in dem versteckten Hinweis von Herrn Köhler nur ein armseliges Agitation s.m a n ö v e r erblicken können. Es ist bedauerlich, daß Herrn Dr. Köhler im Kampf gegen den sozialdemokratischen Lohnsteuerantrag keine besse- ren Arguments zur Verfügung stehen. Wer es gibt eben keine sachlichen Argumente, die klarmachen könne», daß d:e Lex Brüning erfüllt wird, wenn der Regierungsvorschlaz in jeder Beziehung von ihr abweicht. Und das ist in der Tat das Entscheidende. Die Lex Brüning beschränkt den Lobnsteuerertrag auf 1200 Millionen und sieht für den Fall der Senkung der Lohnsteuer in erster Liziie eine E r- höhung des steuerfreien Existenzminimunis vor. Der Vorschlag der Reichsregierung aber will den Er- trag auf mmdestens 1300 Millionen hinauftreiben und stall der Erhöhung des steuerfreien Existenzminimums vne geringfügige Senkung d es Steuersatzes vor- nehmen. Die Vorschläge der Reichsregierung bleiben also ebenso hinter dem Rechtsanspruch der Lohnsteuerzahler zurück wie die Vorschläge des Reichsrats. Sie wollen beide den Lohnsteuerzahlern ein Alma s c n geben und keine Er- füllung ihrer Rechtsansprüche. So sieht die steuerliche GerechtigteU des Rechtsblocks aus! Im übrigen wurde es Im Reichstag viel beachtet, daß die Regierungsparteien die Verteidigung des Herrn Dr. Köhler dem deutschnationalen G e r e k e überließen, daß aber Herr Dr. Brüning. Dr. Köhlers Parteigenosse, sich in Schweigen hüllte. Auch in der Zentrumsfraktion ist— das kann man nach dieser Tatsache wohl annehmen— man nicht gerade sehr entzückt davon, daßherr Dr. Brüning die Lex Brüning nicht ausführt und so neuen Er- regungsstoff ist die eigenen Anhänger hi�inschleudert. Sozialdemokratische Regierung! Die Braunschweiger Sozialdemokratie stellt alle Minister. Braunschweig, 12. Dezember.(Eigenbericht.) Die sozialdemokratische Fraktion des Braunschweiger Landtags hat am Montag znr ill e g i e r u n g S b i 1 d u n g Stellung genommen und beschlossen, alle drei Regie- rungsmitglicdcr aus den eigenen Reihen zu stellen. Eine andere Fraktion wird infolgedessen nicht an der Regierungsbildung beteiligt werden. Es bleibt nur de» Kommunisten, die in de» letz» ten Tagen in ihrer Presse und ebenso in einem Schreibe« an de« Bezirksvorstand der Sozialdemokratischen Partei die Unterstützung einer rein sozialistische« Regie» rnng zugesichert haben, überlassen, diese Regierung zu nnterstützcn. Vorgeschlagen werden als Minister die Abgg. Rechtsanwalt Dr. Jasper. Steinbrecher und S i e v e r s. Der Landtag wird am Dienstagnachmittag zn seiner ersten Sitzung zusammentreten. In dieser Sitzung wird ■ das bisherige Ministerium seine Aemter znr Verfugung stellen. Tie Wahl der Minister wird am Mittwoch erfolgen. Aus der preußischen Verwaltung. Wie wir hören, hat der preußische Minister des Innern zum Landrat in Franzburg(Pommern) den früheren braunschweigischen Ttaatominister Rönneburg, demokratisches Mitglied des Reichs» tags, in Aussicht genommen Zum Landrat in Hoyerswerda(Schlesien) ist der Amtsvorsteher S a l i n g aus Moys bei Görlitz, jetzt Bürgermeister von Penzig. vorgeschlagen Zum Polizeipräsidenten von Hagen dürfte der Gewerkschaft- beamte Schöbel, zuletzt im Bureau des Reichskommissars Mchllch in Dortmund, ernannt werden. Schöbel und S a l t n g gehören der Sozialdemokratischen Partei an Kür Keudell— gegen Demokratie! Staatspolitische Weisheiten der Deutschnationalen. Der preußische Landtagsabgeordnete S t e i n h o f f. einer der ödesten nationalistischen Phrasendrescher, veranstaltet für die Mit- glieder der Deutschnationalen Volkspartei in den westlicheii Berliner Bororten„Staatspolltische Abende�. Was man in diesen Kreisen unter„Staatspolitik" oersteht, zeigt das Thema eines für Wiimers- darf angezeigten Abends, das lautet: Für hinhenburg— gegen Parlamentarismus! Für Keudell— gegen Demokratie! Für Bolkswohlfahrt gegen Dawesl Drei Titel— drei Schlager, hindenburg hat den Cid aus die parlamentarische Verfassung geleistet und weist jede Anzweiflung seiher Ausrichtigkeit mit Entrüstung zurück: Herr v. Keudell hat sich als Reichsinnenminister ausdrücklich zum Schutz der Demokratie verpflichtet(Richtlinien!), und der Dawes-Plan ist bekanntlich von den Deutschnationalen im Austausch gegen Ministersitze angenommen worden! Wie mögen die geistig Minderbemittelten ausschauen, die aus Herrn Stcinhoffs Parolen schwören, ohne zu ahnen, daß die wirkkiche„Staatspolitik" der Deutschnationalen just den entgegengesetzten Pfad wandelt! Ein Sieuechinierziehungsstandal. Mainz. 12. Dezember.(TU) Unter der Ueberschrift„Eine aufsehenerregende Steuerhinterziehung in Hessen" schreibt dos.Mainzer Journal": Die Testamentsvollstrecker des vor einigen Iahren verstorbenen Groß- industriellen und nationalliberalen Reichstagsabgeordneten Exzellenz Cornelius Freiherr von Hey! zu Herrnsheim, die Herren Syndikus Ludwig Lahm. Direktor G e ß n e r und der ehemalig« Finanz- minister und Rcichswirtschaftsminister a. D. Exzellenz Dr. Becker- Hessen(Mitglied der Reichstagsfraktion der Boikspuriei) stehen tn dem dringenden Verdacht, sich einer großen StelierHinter- z i e h u n g zum Nachteil des Reiches und hesiischen Volksstaates schuldig gemacht z» haben. Die Steuerhinterziehung gehe, wie das „Mainzer Journal" aus zuverlässiger nichtamtlicher Quelle erfahren haben will, in die Millionen Reichsmark. Die zustän- digen Finanzbehördcn Höllen sich schon seit längerer Zeit mit der Angelegenheit befaßt. Es falle auf, daß die im Verdacht stehenden Herren erst vor kurzem sich dazu bequemten, bei einer sehr hohen Finanzbehörde ein Geständnis abzulegen, das offenbar den Zweck haben sollte, sich den Schutz der Straf- steiheit auf Grund der bekonnten Bestimmung der Reichsabgabe- ordnung zu sichern. Ob dieser Zweck fetzt noch erreicht werden wird» müsse der weitere Gang des Lerfahrens lehren Keine Angstlösung in Genf! Oeutsch-chinesischer Briefwechsel. Genf, 12. Dezember.(Eigenbericht.) Die französische Rechtspresse hatte in völliger Ueberelnstim- mung mit der deutschen hugenberg- presse gemeldri. daß die Verständigung in dem polnssch-sitaulschen Konflikt erst durch die Anwesenheit P l l s u d s k i s herbeigesührt worden sei. Aus diesem Anlaß hat Reichsaußenminister Dr. Strefemann an den Präsidenten des völkerbundrrate» ein Schreiben gerichtet. in dem er der von den Rationalisten aller Länder au» be- stimmten Gründen tolportlerlea Auffassung.Im 3 nler- esse des Prestiges de? Völkerbünde»" entgegen. tritt. Der Briefwechsel stellt fest, daß nl ch l erst in letzter Stunde die polnisch.lltauische Einigung mühsam zusiandegekommen sei: über die Grundlagen der am Sannabend glücklich erfolgten Lö- sung seien sich die Ralsmitglleder von Anfang an einig ge- wesen. Mexiko-BürgermeisteristGewerkschaster Ein Bande gesprengt- 25„Generäle" erschossen. Mexiko- Etty. 12. Dezember.(Elgeoberichl.) 3m mexikanischen Staat Zaliseo erfolgte neuerdings wieder ein ernsthafter Zusammenstoß zwischen dem vundesmilitär und einer 600 Maua starken Rebellenbande. Die Aufsländ'schen wurden nach schweren Verlusten— sie büßten 100 Tote ein— zersprengt. 3m Zusammenhang mit diesem Vorkommnis stellt die Re» glmmg gegenüber Falschmeldungen der amerikanischen presse fest, daß die bisherige Gesamtzlsfer der anläßlich der letzten Aufstände süsilierleo Generäle 25 beträgt. Der Vorsitzende de» Gewe kschaftsbunde» von Mexiko. Stadt wurde zum Oberbürgermeister von Mexiko. City gewählt. Schieß doch! Schieß doch! Vater, Sohn— und Mutter im Arensdorfer Prozeß.— Verhaftung des Vaters abgelehnt. F. Kl. Jranffurt a. d. 0., 12. Dezember. Die beiden Angeklagten, die eigentlich den Mittelpunkt dieser Tnischlagvcrhandlungen bilden sollten, sind zeitweilig ganz in den .vjmtcrgrund gedrängt. Das Interesse wendet sich den Reichs» b a i». n« r l e u t e n zu, die als Zeugen, zurzeit auch als Nebenkläger v�niommen werden. Ernste erfahrene Männer stehen neben jugend- » Der alte Schmelzer, der Angeklagte, ist nicht nur Mitglied des Stahlhelms, sondern auch des Landbundes und der deutsch-völkischen Freiheitsbewegung. Wenn einige unbewaffnete stigendliche Reichsbannerleute durch dar Dorf jagen, um einen natio» naisozialistischen Burschen zu' haschen, der ihren Kameraden übersiel und mißhandelte, so stellt sich dieser Ehrenbold mit einer Heu- und Dunggabel ihnen entgegen und an die Spitze der ländlichen Verfolger- schar. Seine Frau ober putscht ihren Sohn, der gern den.,3agd- schein" der Unzurechnungsfähigkeit in Anspruch nehmen möchte, durch Zurufe aus, ein Gleiches zu tun:„Du willst ein Stahlhelm m a n n sein?" ruft sie dem Schwankenden zu, und als ihn die eigene Mutter beim Stahlhelmportepee packte, rennt er ins Haus, sucht den Säbel unter einem Soia hervor, eiU auf die Straße und schlägt blindlings aus einen Zwonzigsährlgen los, während gleichzeitig der Bater dem Jüngling die Forte vorhält, damit er nicht entwischen kann. Schließlich holt der jünger« Schmelzer das Gewehr. das er gleichfalls erst suchen muh, und die Munition und schießt dann einmal, zweimal, dreimal, viermal ohne Rücksicht auf die Opser, die dabei sollen können, und niemand ist da, der ihm in den Weg tritt, vor allem nicht der eigene Vater, der mit der Dunggabel in der Faust daneben steht! Das ist Stahlhelmkultur, wie sie sich aus der bisherigen Vcrhand- lung mit vollster Klarheit herausschälte. Der Sohn, dieser Vater und diese Mutter haben zwei Menschen auf dem Gewissen. Weder beim Vater noch beim Sohn ein Wort des Bedauern» über die Tat. noch über die Opfer der Tat! Gleich- mäßig wlederholt der Mörder mit dem angeblich schwachen Geiste, über mit der festen Gesinnung des schwarzweißroten Stahlhelms: Ich geriet außer mir! Brav gelernt, um auf die Geschwore- neu Eindruck zu machen. Aber da fuhr ihm die Enthüllung seines Kassibers dazwischen, jener Kassiber an die Eltern, der ein gcrüttell Maß geschäftiger Schlauheit an den Tag legt. Diese Enthüllung zwang sogar den Dater offenherziger zu sein, als er vielleicht wollte, und mehr zu sagen, als es dem„Geisteszustand" seines Sohnes dien- lich schien. Er mußte zugeben, daß sich der Sohn die Waffe— erst den Säbel, später das Gewehr und die Munition— erst habe suchen müssen, und daß er dab«i«inen außerordentlichen Scharfsinn ent- wickelt- hat, liegt aus der Hand. Mit dem{j 51 ist es also zunächst nichts... Die politischen Hintergründe der Borgänge aufzuklären, wird allerdings schwer genug gemacht. Den Antrag der beiden Nebenkläger, den Ctahlhelmführer Alvensleben zu vernehmen, hat das Gericht immer noch zurückgestellt. Dadurch ist e» dem völkischen Iüagliyg möglich gemocht, alz Zuhörer der Verhandlung beizuwchnen und in den Pausen mit dem Verteidiger Paul Bloch zu konferieren, der ja als Anwalt in allen Feme» und Putschprozessen einige Ersah. rungen gesammelt Hot. Der Schluß der heutigen Sitzung bracht« noch ein« Sensation. Rechtsanwalt Iuliusberger beantragte unter Hinweis auf die Kassiberschreiberet und offenbare Aeugenbeeinflusiung durch den älteren Schmelzer dessen Verhaftung, um weitere Verständigung»- Möglichkeit zwischen Vater und Sohn ebenso zu unterbinden wie weitere Zeugenbeeinflussungen. Ueberraschenderweisz sprach sich der Oberstaatsanwoll gegen diesen Antrag au» mit der noch überraschen- deren Begründung, er halte die heutige Aussage des Vaters Schmelzer für gloubhost und deshalb eine neue Verdunkelungsgefahr nicht mehr für vorliegend. Das Gericht folgte seiner Anregung und lehnte den Antrag ab. Wollte man aus dieser Ablehnung etwa Schlußfolgerungen auf die weitere Haltung des Gerichtes ziehen, würden Staatsanwall und Richter das wahrscheinlich für unzulässig halten. Nach der Pause trat dos Gericht In die Zeugenvernehmung der Nebenkläger ein. Der erste ist der L2jährlge KohUeger Zill, Böffchir aus verlm, einer der zirka 55 Insassen des Lastautos, auf dem die Reicbsbannerleute ßim Gautreffen nach Frankfurt sichren. Bors.: Waren Sie schon vorher irgendwie aufmerksam auf Arensdors gemacht worden? Zeuge: Nein, ich kannte das Dorf gor nicht. Wir kamen abends um i-i-S Uhr durch. In einiger Entfernung hinter uns fuhr einer unserer Leute aus dem Rad. Bei der Wegediegung kamen uns zwei Radfahrer entgegen, einer mit einem Knüppel, der andere mit der Armbinde, so daß ich noch sagte:.Seht mal den Stahl- Helm an mit der roten Armbinde." Plötzlich war unser Radfahrer verschwunden. Wir hörten seine Hilseruse und rannte» sofort hin. Er war von den beiden niedergeschlagen worden, die schleunigst die Flucht ergriffen, als wir ankamen. Den einen kriegten wir bald zu fassen. Er bekam«Ine a n st S n- d> g e Ohrfeige, vielleicht auch noch eine, riß dann aber aus, siel auch wieder mal hin und rannte schließlich weg. Wir haben ihn weder mit Gummiknüppeln, noch mit Schlcgringen sondern mit der bloßen Hand geschlagen. Das Rad ließ er im Stich und wir wollten es noch Frankfurt zur Polizei mitnehmen, damll cr es sich dort abholen könnte. TNii einem Male hörten wlr aus dem Schmelzerschen Gehöft den Ruf:„l? e n s e n r a u s." Do kamen auch schon die Leute heran, vornrwrg die beiden Schmelzer, der Alte mit der Sense in der Hand. Ein Beichsdanaerkamerad wurde au der Haad ver- letzt, und>m nächsten Augenblick sehte eiu Steinhagel aus uns ein. Mein Kamerad Busch kriegte gleich ein ordentliches Ding ins Kreuz." Nun wollten wir wieder zurück zum Auto. Der alte Schmelzer, den ich heute morgen gleich wiedererkannt habe, rief seinem Sohn zu:„Schieß doch!"» während andere ihm das Gewehr wegnehmen wollten. Als wir weiter in der Richtung auf das Auto gingen, siel plShlich ein Schuß. Neben mir schrie einer aus:„A u. l ch b i n g e« r o f f e n." Ich drehte mich um und sah gerade, wie Schmelzer sosort wieder anlegt«, ver zweite Schaß ging au» zirka 100 Meter Eni» Oer Verteidiger: ,(5in Wehrwolf ist, wie schon der Name sagt, harmlos«friedliches Geschöpf.. em feroung in den Magen hinein, der gleich daraus ausuhr. Der dritte Schuß krachte wieder In uu» hinein, und unsere Leute sch'.ien auf. Es war gräßlich mitanzuhSrea. Dann trachte der vierte Schuß. Da wurde ich auch getroffen und dachte, nun bin ich fertig. Das Aula fuhr rasch weiter, wir schrien vor Schmerz, und bald hinter Arensdors fuhr ein Auto mit Musik an ans vorbei. Diese Kameraden hatleu nicht bemerkt, was passiert war. Der Vorsitzende suchte dann durch weitere Fragen die Einzel- Helten näher zu klären. Der Zeuge gab dabei die Möglichkeit zu, daß Zemke auch«in paar Fußtritte bekommen hat. Det Kamerod« schaftsführer habe aber bald eingegriffen und erklärt, sie sollten keinen Quatsch machen. Als August Schmelzer dann mit dem Gewehr aufgetaucht sei, hätten einig« Dorfbewohner sich bemüht, ihm die Waffe abzunehmen, nicht aber sein Vater, vielmehr sei aus der Richtung, wo der Voker gestanden habe, der Ruf gekommen: .Schieß doch, schieß doch!" Dann au» einer Entfer- nung r-on Iva bks llv Meter seien die Schüsse abgegeben worden, und zwar habe Schmelzer dabei ganz ruhig gestanden. Barl: Der Anfleklapte sagt, er hott« au» 30 Meter Entfernung geschossen. Zeuge(abwehrend): „Ilm Gotteswille«, bann wäre« wkr fa alle tot gewesen." Ich selbst bekam einen Halssteckschuß durch Zahn« und Zunge hin- durch und einen RLckenschuß. Ich lag IL Wochen krank. Es geht mir auch jetzt noch nicht besonders gut. Der nächst« Zeuge, der 37jöhrige kronkenkassenqngestellle Hans Pohl aus Berlin, war Fahnenträger der Ortsgruppe Erkner und war einer der letzten, der das Auio oerlassen hat, als der Zwischen- fall begann. Bors.: Hallen Sie auch rote Fahnen im Auto? Zeuge: Nein. Der Wagen war schwarzrotgold lackiert, denn wir fuhren ja zu einer Reichsbannerkundgebrum. Als ich au? die Dorfstroße kam, sagte unser Führer gerade, die Sache wäre«rledigr. wir sollten zum Auto zurückkehren. Wir bildeten noch eine Kette, um unsere auf- geregten Kameraden zurückzudrängen, qls der erst« Schuß fiel. von dem ich nicht weiß, ob er jemand getroffen hat. Beim zweiten Schuß fühlte ich einen Stoß gegen meinen Unterschenkel, dachte aber, daß meine Ledergamasche mich geschützt hätte. Erst aus dem Auto sühlte ich Beschwerden. Während das Auto anfuhr, trachte der dritte und vierte Schuß. Der Zeuge legt d«m Gericht seine Leder. gamaschen vor. in denen sich von dem einen Schuh vier Treffer befanden. Er hat acht Wochen gelegen, drei Wunden sind gut verheilt, nur die letzte, bei der die Schrotkugel das Bein hinunter ins Gelenk gegangen sei. mache ihm noch Beschw:rd«n. Der ZZiShrige Expedient Erich Lüdscke, Lerlin-Lichtenberg, schil- dert den Borgang ähnlich. Bei diesem Zeugen befindet sich die Kugel noch in der Wunde, so daß sein Arm noch nicht ge» b r a u ch s f ä h i g ist. Auch der löjährige Schuhmacher Kurt Llesack aus Erkner war erst später hinzugekommen. Nach seiner Derstellung fiel der erste Schuß au» etwa 75 Meter Entfernung, als die Reicbsbannerleute noch in der Wegediegung waren, also ein ganzes Stück entfernt. Sie seien nach dem Schuß losgerannt, um zum Auto zu kommen und hätten dabei hinler sich den Ruf gehört:„Der ladet noch einmal." Gleich daraus wäre der nächste Schuß gefallen, der ihn in den Oberschenkel getroffen habe. Tie Frage eines Geschworenen, ob vielleicht nach dem dritten Schuß einige Reichsbannerleute wiebee um- gekehrt und gegen die Dorfbewohner losgegangen seien, wurde von dem Zeuge« entschiede» verneint. Der 17jährige Schlosser Karl Busch aus Berlin war einer der ersten, der zu der Prügelei, die den Ausgang von dem Zwischen- fall bildete, hinzukam. Angesichts der Bewaffnung der Dorf- bewohner mit Sensen und Forken habe der Führer die Rück- kehr zum Auto besohlen, da die Reichsbannerleute nicht einmal Stöcke bei sich geführt hatten. Don der ersten Prügelei bis zu diesem Rückzug sei etwa eine Dieitelstunde vergangen. Beim dritten Schuh sei er dann in die Kniescheibe aetrossen worden. Der letzte der sechs Nebenkläger, der-lojährige Dekorosions- nialer Hans Pioch aus Berlin, war der Meinung, daß er b e r e i t s von dem zweit en Schuß getroffen woiden sei. und zwar in den linken Oberschenkel und in die rechte Wade. Der Führer der Reichsbannerkameradschaft Erkner, der Alttall- schleiser Schmidt, schilderte, wie er nach dem Ueberfall aus den Reichslxmnerradfahrer Klemowicz in Arensdors, wo zunächst alles friedlich ausgesehen habe, vom Auto her zu Hisse herbeigeeilt sei. Er selbst habe sich vor allen Dingen bemüht, von einigen am Zaun stehenden Dorfbewohnern die Adresse von den Leuten, die den Radfahrer überfallen hatten, z u e r f a h r e n. Die Leute hätten sich zunächst nicht getraut, aber schließlich hätte er doch den Namen bekommen. Daß in der Zwischenzeit am Ende der Dorfstraße ein« Schlägerei entstanden sei, will er nicht gesehen hoben, vielmehr seine Leute aufgefordert haben, aus der Straß« zusammenzubleiben und dann unter seiner Führung zum Auto zurückzukehren. Ab und zu habe er sich umgedreht, weil jein« Leute unruhig waren und ihn darauf aufmerksam machten, daß einer von den verfolgenden Dorsbewvhnern ein Gewehr Hab«. Er habe aber nicht daran geglaubt, daß aus die Gruppe geschossen würde. Kurz vor dem Auto sei dann der erste Schuß gefallen. und man habe die!vu?''ln auf die Steine praffela hören. Es habe außerdem ein Steinhagel gegen das Reichsbanner ein- gesetzt. Er selber erhielt einen Schuß in den Brotbe''?!, blieb aber durch das Brot vor dem Unglück bewehrt. Den Rei.-. dannermann Tietz sah er gerade, als er laut aufschreiend hinKnüber fiel Im Anschluß au diese Au: jage belonte der Nebenkläger Pohl. daß er und drei weitere der vc letzten Reichel- ir.lente, als sie auf der Nücksahrt vom Zranksirler kran?ct..uus im geschlss- senrn Privatavto durch Arensdorf suhren, an ihren Relc' bannet. Uniformen erkannt und von neuem mit Steinen de- morsen worden seien! Rechtsanwalt Zalkenfeld:„Herr von Alvensleben hat doch in einer Landbuni-versammlung auf die Selbsthilfe verwiese». Ist Paul Schmelzer Mitglied de» paiidBuybgs?" Angeklagter Schmelzer(Paten: �Jawohl, aber von Selhsthilf« hat mir niemand jemals etwa» gesagt" Der Sljährlg« Klavierbauer Ernst klemowicz aus Erkner gab dann eine Schilderung, wie sich der ganze Zwifcheissall entwickelt hat. Bi» Arensdorf sei olles gut gegangen. Pci der Durchfahrt des Autos habe er sich auf seinem Rad etwa 50 Meter vom Auto entfernt gehalten. Kurz vor dem Dorsausgang sei ihm ein Radfahrer entgegengekommen Er hob« ihn sür einen Rotsrontmann gehalten, der eine Echiebermütze und ein« rote Armbind« getragen hohe. Gleichzeitig sei von der anderen Seite ein Mann mit einer Stahlhelmmutze gekommen, der ihm mit einem dicken Stock bedrohte. Um ihn abzuwehren, sei er vom Rad gesprungen, Hab« aber gleich darauf von hinten einen Schlag über den Kopf erhalten. und zwar nunmehr wieder von dem Mann, den er sür einen Rot» srontmann gehalten habe. Er habe sich gewehrt, und sie seien dann beide zu Fall gekemmen. Rach einer kurzen Paus« beantragte Rechtsanwalt Bloch im Namen des Herrn von Alvensleben, für den die Dertreter der Nabenkläger so großes Interesies zeigte, ihn, der sowieso Im Zuhörer» räum anwesend sei, am Schluß diese» Berhanttungstoqes zu ver» nehmen. Der Vorsitzende erklärte jedoch, daß sich dag Gericht üb« weiter« Beweisanträge erst später schlüssig werde. Die Schlägerei unter Berwendung des Säbels wurde eingehender bei der Vernehmung des Zeugen Ramm aus Erkner erörtert, der nach seiner Bekundung August Schmelzer, der schon einmal mit dem Säbel zugehauen hatte, an einem weiteren Gebrauch der Masse dadurch hinderte, daß er ihm dje Klinge krummvog. Ramm schnitt sich dabei selbst in dl« Hand. Er habe aber Schmelzer die Waffe nicht ent- reißen können, weil ihn in demselben Augenblick sein Vater mit der Mistgabel bedrohte. August Schmelzer: Bevor mir der Zeuge in den Degen griff, war ich schon mit dem Schlagring geschlagen worden und blutet«. Zeuge: Ich hatte keinen Schlagring und habe auch nicht gesehen, daß er bsutete. Ich habe mich nur mit einem Trommelstrck zur Wehr gesetzt und habe ihn dabei wohl auch aus die Schulter geschlagen. Dieser Zeuge ist übrigens der Meinung, daß schon der erste Schuß Schmelzers scharf gewesen sei, denn er habe We Kugeln spritzen hören Nachdem die letzten der für gestern geladenen Retchsbonnermit» S Leder vernommen worden waren, erhob sich Rechtsanwalt Pr. uliusburger. um den Antrag zu stellen, den bisher auf freiem Zoß beswdllchcn Paul Schmelzer(Baler) tu hast zu nehmen. Er de» gründet« biesen Antrag mit dem Hinweis, daß die Angobep der beiden Angekloglen bei ihrer Vernehmung In ihren welentlichsten Punkten unwahr seien und daß sie sich offenbar verabredet hätten, um gemeinsam dos Gericht irrezuführen. E» fei sehr bedauerlich, daß der Untersuchungsrichter von sich aus nicht rechtzeitig dießn KMussonsgefghr durch Berhllstung auch des Baters vorgebeugt Hgb«, um so mehr, als Paul Schmelzer nachweislich im Hoheit Maße die Arensdorfer Bevölkerung zu bZeinsiussen versucht hgbe. Oberslaalsanwalt Dr. Rothe-Franlfurt a. d. O. widersprach diesem Antrag, indem er erklärte, daß Stbmeizer sen. nach seiner Auffassung bis aus einen Punkt durchaus nicht die Unwahrheit, son- dern mit größter Wahrscheinlichkeit vielmehr die Wahrheit gesogl habe. Etwaige Verdunkelungsversuche seien auch schon deshalb nicht zu erwarten, weil sa der Sohn in Hast sei. Da, Gericht lehnte nach kurz« Beratung den Antrag von Rechts- anwall Zullueberger ad. Gegen 5 Uhr nachmittags wurde dann die Verhandlung aus den Dienstag früh Sit Uhr oertagt. Die Arbeiiszeii in der Landwirischafi. Bei den jüngst«» Lerhandlungcn über die Frage der Arbeits- keistungen in der Landwirtschaft, die im Enqueteausichust geführt wurden, spielte auch die Frage' der Sbr b c i t s z et t in der Landwirtschaft eine Stalle Einige landwirtschaftliche Unternehmer vertraten alten Ernstes-die Anficht, die Arbeitszeit in der Landwirt- schaft.sei keineswegs ausreichend und viel zu stark den Verhältnissen in der Industrie angepaßt. Da die OcffeNtlichkcit über die witkliche Arbeitszeitregelung der Landwirtschaft ungenügend unterrichtet ist, wollen wir hier auf die Dinge näher eingehen.' Die Arbeitszeit in der Landwirtschaft wird grundsätzlich durch Bestimmungen der Lorläufigen Landarlieitsovdnung (§ 3) geregelt.,. ...Die tägliche tiö�tarbeitszeit betrSat in 4 Mona t« n durchschnitUich 8, in? Eipnaten durchschnittlich 10 und in weiteren 4 Monaten 11 Stunden. Darüber hinaus geleistete Ueberstundcn find besonders zu vergüten." Schon der Wortlaut dieser Bcstiinmungen lätzt.deutlich den Unterschied Zwischen der Arbeitszeitregelung in der Industrie und. in der Landwirtschast erkennen. Die Gesamtjahresarbeitszeit eines' I n dustriearbeilers bcläust sich bei Zugrundelegung uon 306 Arbeitstagen mit je 8 A�beiteOnnden auf Stunden, lieber|. die Gefamtarbeitszeit in der Landwirtschaft macht der! Deutsche Landarbeiter-Lerband in seinem„Landarbeiter-' Archiv" folgende Angaben: Provinz Ostpreuhen lÄreis Königsberg) z003 Stunden. Provinz Pommern fKreis Randow) LOV Stunden� Freistaat Mecklenburg- Schwerin 288 l Stunden, Praviuz Brandenburg(Kreise Teltow- � Rioderbarnim)"850 Stimmen. Brobsnsen Ober-'nid Nie«'s-tTesien j 28Zö Stundcn. Schleswlg-Lzolstein 2833 Stuuden, Fzeislaar Württem- � ["«■g(Neekarkrei») 2906 Stunden, Freistaat. Bayern(Oberbayern) > 2900 stunden, Freistaat Thüringen(Kreis Eiscnach) 2800 Stunden. ,Oie Gesamtjahresarbeitszeit' der Industriearbeiter wird also dürch die der Landarbeiter njcht mir um wenige, sondern u m chni n d.e r t e von Stunden überschritten. Von einer sche- mstischen Uebertragung der in der.Industrie üblichen Arbeitszeit- regelüug aus die Landwirtschaft kann auch nicht im entsernteftän gc- sprayen werden. Dabei ist aber auch folgender Unterschied zu beachten: der Lohn, den der Industriearbeiter bekommt, ist ein B a r l o h n. Er läßt sich ohne weheres für die persönlichen Zwecke des Arbeirers nutzbar mächen. Anders beim Landarbeiter. Ihm wird ein groger T« i l. s e i n e s L o h n ä s i» F o r m v o n ü n v x r e d c l t e n Naturalien und. Land gegeben. Spil, dieser Lohn uerwen- dungssäbig..gernacht werden, mutz der Landarbeiter im Gegensatz zum Industriearbeiter erst noch manche Arbektsftunde, und zwar .archeiter..des Berliner Gastwirtsgewcrbcs. Zuletzt war er beim städtischen Arbeitsnachweis-für das Gastwirtsgewerbe angestellt. Wiesecke ha? sich unter den Berliner Mitgliedern des Verbandes eine grotzc Anzahl pon � Freunden erworben. onkerhalb der durch den Tarifvertrag festgesetzten'Arbeitszeit opfern. Dadurch schlägt der Vergleich mit der Arbeitszeitregelung in der � v» S«• f ivl.i«»«-1« l~-...............%.___.*> zlUinepmkten der Lmidarbe'ler aus. ot, der landlvirtschäfhliche» Tariivcrträgc Industrie noch viel slärier cz bei Zugrundelegung erscheint. , chvssentlich genüge» dies- Darlegungen, um die. Arbeitszeit in der Landwirtschast richtig zü würdige». Die Arbeitszeit der Landarbeiter ilt wahrlich lange genug, als dag sie»och weiter ausgedehnt werden känntci �Friedrich Wiesecke! • Folgen des Stablbodes und der Nachkriegszeit melden sich. In den besten Iahren, 4� Jahre alt, ist Friedrich W i e s e ch c am 10, Dezember einem Hefzscklag erlegen. Schob in, Alter von 19 Iahren wurde Wiescckc Plitglieh des Äerbandes Deutscher Hotel- dien er UNd Land nach tz Jahren an der Spitze der Berliner Der- waltung. Bei der Gründung des Zeiltraioerbonbcö der Hotel.-, ReOgurant- imd Eam-Angestelltln auf dein Verbandstag in Erfurt T920 tst Mich Wie'ccke wi?drr' mch W'er!. Lon 1919 bis Ende 1923 ipar Wiclechc als Bsämier des Berliner Zweigpereius der energische nnd hartnäckige Vertreter der männlichen und weiblichen Hilsg- Ein ungeeigneter Lehrlings-„Erzieher". Ein Beitrag zum Kapitel:„Etandeöehre". Die veraltete Gewerbeordnung steht ln ihrem 8 8 l a als Aufgabe der Innungen in allerersicr Linie vor: die Pflege des Gememgeistes sowie die. Avsrechlerhallung und Slärkung der Slandesehre Unter den Innungsmitgliedern, ohne den Begriff der ..Standesehre" klarzulegen und ihn näher zu erläutern. Wir müssen diesen Begbiff aus dem Nebel der Illusion in die Praxis übertragen und das Wort Standcsehre durch Interessengemcin- schaft ersetzen. Das ist deutlicher und ehrlicher. In dieser Auf- sassung werden wir durch folgenden Vorgang im Berliner Bäckergewerbe bestärkt: Sin Bäckermeister im Norden Berlins, in der Raumerstratze. wurde bei der Ucbcrtretung der Bäckexeioerordnung betr. Nachtbackocrbot ertgppt und zur Anzeige gebracht. Um sich der geringen Strafe dafür zu entziehen, stiftete der Biedere seinen Lehrling zum Meineid an. Der„Lehrliegeerzieher" setzte sich nach der falschen Eidesleistung seines Lehrlings vor Gericht noch aufs hohe Pferd und bezeichnete den Zeugen für die Ueber- tretüng der Verordnung als einen Spitzel. Der Bäcker- Meister wurde s r e i g e stp r o ch e n. und der Amtsrichter drückte dem im Interesse der Bäckereiarbeiterschast handelnden Zeu- gen noch' ausdrücklich den Stempel als„S p i p e l" auf. In seinem„Siegesbewutztsein" begegnete der aus Grund des Meineid» feine s Lehrlings freigesprochen« Bäcker- meistcr dem Zeugen andauernd mit der Drohung, ihn wegen Meineid z-u belangen. Diese Drohungen' in Verbindung mit dem falschen Freispruch und seiner Abstempelung als„Spitzel" veranlasste den Zeugen, den S p> e tz umzudrehen. Die Folge davon war, daß der Bäckermeister wegen Verleitung seines tehrlings zum Meineid zu einem Tahr.huchlhaus, 5 Iahren Ehrverlust' und dauernder Eidesunsähigtcit im Mai vorigen Jahres verurteilt wurde. Auf dem Gnadenwege wurde dem Perurteilten Strafaysschub bis zum 28. Januar 1928 gewährt und die Strafe in Gefängnisstrafe umgewandelt. Ein weiteres Gnadengesuch geht dahin, den«trasausschub zu verlängern und die Strafe zu. erlösten. Der Mann mag genug gestraft sein und es wäre den meisten Sündern in ähnlichen Fällen eiw gleicher Erfolg zu gönnen. Der Ausgangspunkt des ganze» Vorganges, die rücksichtsloie llebertr«tunq der Bäckereiverordnung, mag die Bäckerinmingsmeifter-bestimmt hoben, ihrem Kolleacn trotz des ver- wersliehm Mitzbrauchs seiner Stellung ol» Lch'.meist«r, ihre Achtung. nicht zu versagen. Die Bäck e r i n N u n g wird sich jedoch kaum aus ihre Aus- gäbe zur Aujrechtcrhaltung und«tärkung der Standeschre" stützen können, wenn sie es zulieh, day dieser als„Lehrlingserzieher" moralisch untaugliche Bäckermeister einen neuen Lehrling annahm, der daijn auch in der lraditionell feierlichen Weise eingeschrieben, d. h. in die Stammrolle' der Innung aufgenommen wurde. Es handelt sich dabei keineswegs vni eine Fahrlösstokeit. Denn bisher hastei, die Einiprüche der Geiellenschci, bei der Innung und der Handwerkskammer nicht da.zu geführt, daß diesem Bäckermeister der Lehrling wieder entzogen wurde, trotzdem er»ach§ 126 GO. zum Hqlten und zur Anlciiim-, von Lehrlingen nicht mehr beiugl ist. .Now heute sunoiert der Mann als Lehrlingserzichcr. Der Vorstand her H o n d w c r l s k a in m c r mutzle natürlich der Aussossyng beitreten, daß der betrciscnde Bäckermeister die Be- lugnis zum Halten und zyr'Anleitung von Lehrlingen ohne lvei:e''?s vskloicn bat und er zum Halten von Lehrlingen ungeeignet ist. Der B 0 r st a ii 5 der Bäckerinnung wurde n o cki m a l s von der Handwerkskammer gebet«», den Lehrling dieses Meisters in einer anderen Lehrstelle uNIerzubrinaeii. Wir forde. rn, daß dies nun end.lichgeschie h t. Wer aber setzt noch nicht wisscn sollte, was„S t a n d« s e h r e" ist, dem ist nicht zu Helsen. Oer Saat-Sifenbahnerstreif beendei. Die streitenden Eisenbahner im Saorgebiet sind dem Borschlag der Bezirksleitung des Einheitsverbandc».Per Eisenbahner, dem Verlxmdlungcergebnis zuzustimmen, gefolgt und befchlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen unter den in Nr. 581 des„Vorwärts" bereits mitgeteilten Bedingungkn.-' Ueber das Ausmaß der zugesicherten Weihyachtsbei-- Hilfe wird heute verhandelt. Die Lohnzulage geht nicht über -10 Centimes, hinaus..,... Amerikanischer Gewerkschastsbund und ZGB. Kommt der Anschluß? Aus die Frage, ob der Amerikanische Gewertschaltsbund immer noch dem Wiederanschlutz an den IGB. entgegensieht, antwortet der vom Amerikanischen Gewerkschaitsbuicki herausgegebene„In- ternational Labor News Service".„Der Kongreß des Amcrikani- schon Gewerkschasrebundes in Los Angeles bestätigt die Empfehlung. wonach die Anstrengungen sortgesetzt werden sollen, Um eine ve- sriedigende Lösung zu finden, die den W i e d e r a n s ch l u h d er amerikanischen Arbeiter an den IGB. möglich macht." In diesem Zusammenhang mag gesagt werden, daß bereits nahezu 50 Proz. der Mitgliedschaft des Amerikanischen Gewerk- Ichastsbundes durch ihre Berussorga'nisationen den zur Amsterdamer Richtung gehörenden internationalen Beruissekretoriaien(IBS.) angeschlossen sind, was ohne Zweifel als Zeichen der Annäherung gedeutet werden kann. Die internationalen Berufssekroloriatc sol- gonder Berufe zählen ameritanische Verbände zu ihren Mitgliedern: Diamantyrbeiter, Bekleidungsarbeiter, LebensmiUelarbester, Hut- macher, Bergarbeiter, Maler und verwandle Gewerbe, Post-Jnter- nationale, Transportarbeiter-Internationale, Holzarbeiter. Meie IBS. zählen insgesamt 1 301 142 amerikanische Arbeiter zu ihren Mitgliedern. Freie S«werl!i1»st»juoead Kroß-Perlii,. Heule. Dienstag, ll»'. lliir, tagen die Kruppen: Lichtenberg: dugendlieim Dosstllri 22.«orirag:'..Nemprinihel drr Gewerlschasur.."— Franlsurt«, Atire: stchdliichee itua�ndheim LUoucr _ SerueLe fftagm,".. beim Jugendheim lSxaun- Ecke Busch 1« Lichtbild." — Bckumslk'ulevwcg: Vir besuchen die Gruppe Treptom. Schöneweide: Das iu der Berliner Str.- 81 rü geöfrnet. Die We'h»achts«effe.der Berliner Gewcrkscl'asten muß jides M-tglicd der FGI. dekucdt löessfnet jeden-Adend bis.LI�Ä Ahr im Gewcrtschsftsl»a.us Eugelufcr 24,5». Zueerd�ruyne des Heute. Dienstag, Turnnbend Uhr m der Turd halle der Schule Barnther Str. 2ü(Leitung: Lehrer echten). Turn. fachen mitbringen! Deutscher Baugewerksbund. Tack-gruPpe der BuRrrt Heute. Dienstag. 17 Uhr. Mitgliederversammlung in den'R�d�nz.Festfiilen, Landsberger etr..'1. Bor' trag des Cfftfroftcn Dr. Neumann. Uü er Hwangataeifs und seine Ausm'.rkung. Anbetracht der wichtigen Togcsprdinura. ist Pflicht aller Sollegeu. de. st'nnnr und pllnttltch zu erschernen. Mitgtt.cdsbu'ch legtt'.Miert. Ohne dasselbe kein Zutritt.$,e Aachgruppenleitung. Bangewertsduud. Aachgrupoe der AUelenleger: H�ute. Dianetog, lll Uhr. Versammlutlg im GemerkschaftsHaus... Ar».N«U>l» MitatNtxr dc« Tcntlch.» Aezlcdr.d-n».',! D-nn-r-Ioa. t.'. De- zember, IS Ufr, im i'oal 5 de-(fictnortfd�il.Muf««. iknflclufrt 24 25. Äaol. atbäubr 1 Zt.. m.diNüc Zusannn-I'tunil dUcr a:b«jt»Ia|£n Vundt-'Mitgli.b«r. „Tai•Jl.b.itsloh'nrfnidirruna.igcfsti.' ätefcrjjt Nnll.g. Willy Röincr Kich- lip.«littilungen bor S.,iritsv>r« Lrrtsa�ansta!' Paul wina»? a Co'Srrlin ö® SS CindmftraS« S. Slttju 2 Beilaaen und..tintfrbaltatio und MMt'ilMMMZIIll M'Ai BiriifiücrSißrlc we Am D unrrito-. bim 15. Drjfmbet, Siitrn n t ,n' l Nannten Lptcitcn die kli!sl!!eiIVek!sSW!l!f.IIliMsMKl! t:uN-r(iolnonte J&ufetjhttn fair«ii in diesem Äpnat au«: Mciell-, Rcvylocedrcl er und -dreierinnen. 'en>,RevolrecdrehtrD�uodschleifer und vreherinnen. Hilssarheiter. Hobler, Bohrer, Stoßer, Kräser. Vi« i0rl.vern»olluua WetMr Norden»C3J4—.57 St"hJ.iU'. Tpreto fwenraBi v. Gyrb. Häuptmanr "is'«: Max Reinhardt Ksmraerspielfi tzorden 10334— 37 8", Übe: End? nach 10 Uhr. Brenx-Expreft 8 llomt§ck»e0per8 j 1"'cuartlges Rcvuc-Stuck I Alles Nackt! 1'Noch d, aleichn. Paris. Revue| I.Tou» hu"). 200 Mitwirkende! loriclnal.Pariser Kostüme Parkest 3, SO Ml,. | Theaterkasse ununterbr.geöfln Die Komödie Bismarck 2414 75lS S'/.f.. Ende 10' j Ii. Didnstaff,i5.i2'27 St33ti-0per Am stl d.Rcpubl. 7':» Uhr lalsa Miller bietfiie�, 15, 1 Ütlitüllis Oper Biamifr�ksp. Ii.-1513. IV. öit V!-J JOQOy spielt auf Renaissance- Theater Steinplatz 901..—- Tätlich 8 Uhr: Die Sdmle von Dznadi. Äl Ä, CmCÜS BDSCB tlaiJ»HiS!tr.SO SI.0Wi.l7t raslich« Uhr Max Adalbert ifiitl. Stosiiiili. 4» Sftdinikrmarki ■ 8 Uhr CerMaGii ttaatl. Sdiillcrtt!. Charrpttenburj 8 Uiir In„Knodfanp. Jüans BrauspwctteV. Piscatorbiilme i'deck.'. Usllenilcrlcicki s' MUrllint 2001<13| Ans.-»Ende nach III Ssipckin, tij» lomasows. dir Ititg a:,d dar lolk.l das zez-a sie aiickazi! von. Alexey Tolstoi und Schtscheisolcv insc. Erwin Plscaior TSellch 7>. Uhr: Neues Circusprogramm I Carl Hess.- Sjan. Akrobaten. „Ute vervtepenste Frau der Well" usw." �um Schluß: ..ver bayrische Hlesel". Mafr?f 3B.l!6iiiaIti.Prei«D! bonder-Naoiai. Torste lunö. Volles Crcusprogr., Pönyrciten- G.schenkrerleiluiig u. /. Schi. d. gr. .ÄBllWI�cÄÄcn. Volks bUh ne (oeElu in Billiwpltti Vi, Uhr Th. in Sthüfbauerdinm 8 Uhr: Schieber des Hnhms CASINO-THEATER« vi.. l.QthrJnRt r Str. A3 � Klein Kledicrsdon! SLS. AuMdweiden: Omschein 1—1 I'c-s. I'aiiienil nur I.I0 M_ Sessel nur 1.60 51. mmma No'lenoon<3c«. im(OriYinal)! fralellinil and andere vcitberühmle» 1 ram ersten Male in Berlin aai- tr elende tnlcrnsilonsle Stars Ismejnkr-Iühnsp fit. KSnie'räts. St. Berghi. 2110. S>/4 UTir; Süihss Wetteniein von VV'edekind R Hi» Vhtci Baracwski KomAdicnhcus Norden 8.15—10 40 Uhr Heute Zum 15. V.rdlc: dokuspokus von Curt C/otr ilinlsf des Westens Täglich 8',, Uhr: Frasquita Operette von Leliär zunarrlaitr tr.w IkTiw er a. C.. dartkj.rat Iduanii aW Cm;i Neues Thea. er am Zoo 8U. Kitt Gabpii SU. Oer blase Vogel vir. Jushny. Vollst neues Progn nur bis 23 Deremb Iheater am Kottbusser Tor Itnltbusscr Stralle 6. Täghch i U. u. Spantagnchm. 3 U Elite- Säsiser Wunde* volle» Weihnaclitsprogr amn?- Volkspreise von 50 Pf. bis 2,50 M. Sirs. o. I. o. 2. feierlEX nchTTi.Sl! x-rott« iamliiea Vr/rr.lcliunG •v'ollvs Proiirarnm.— Kleine Protse. GroSst MaaspillbaDL fäfll. t\ End» 3U: giaw III) 01» neu« CHARELL. Inssrr'e nnc mit Hai Palienberg Rila Georg Rendow Jankuhn Sifike Siakall Werkrae sstr Wesiermeier Jackson Boys Sunshlne Gills Ausst Pro. Stern Ditig. Dr. Römer Mitw., Sonn. ib., Sonntag nachni.it..>(Ihr Klnücrrcvue Kapitän Funk mit Alfred liraur. Kleine Preise. Vorvcrttno >»« für Trianon-Th. Tägl.«>:. Ulm Gastspiel CrlkaGIässner in Grcldien nr.'iiullidwBiat iHitiit| illaPo�Sülieta )ts. Künstler Tb 8 Ihr: Chicago -csslns-Thcaier S Uhr MiinderltaiüiK Hose-Tbeatsr Hi\ Uhr Eiaer m msm Usl LUtispieihaus S>-, Uhr „Zaza" Huucltvn zt-srnttet t I* o il r c c t* a m T ti e a t c r der künstlichen Mensche:!. |<'urtin<. ricr Afarilv wie üun 100"W Dc lvrst Kesidfiu-Tlaiter Uhr Dtt SefS2ti«ii!jr;«||! SCfion seho wir aas 30 lustige Bilder mit Henry Bender AUnw r ehm.« i hr WfihRjdtoijö»«: Lüge dien da2U: Zanhe: Künstler Beltachlpi. Jcdeb Kind erhält ein Qy schenk Reichshailen-Ytiea er 8 Llir« Sonntg» nachm. 3 Uhr. Stettiner Sänger W.ihntctuprogrsmm nachm. halbe Preise. volle» Programm. i ieönhoH» Brett'l i Variete. Tant. Cael Braun» ErnstWalter Tkaliu-Tlieaier S Uhr Oer rote Rahn fjUaila-Tk. Uhr Lefetes Kapitel aus nem Leben eines Mädchkn aus der "riea riehst.-. .JE1 l>kabian Von. kür Park, auch Sonntags PL Planetariura an Zoo fiiliig. Kitkipsttiler Slr.li; Noll. 1578 Oer Stemenhimmeleui 1 der Reite von Berlir eacti dein aequeter V.oilührungen 4V:. ft,» Uhr. Eintritt I H. Zitdü tut. IS Jaru 02)0 1.: --- i_-- MetrGpol-Th. Tägl. 8«Uhr Paganin i cjeitln vco frea Lite Je.ee.£d«rd LAtrj»!.». Lät e kitMr.aiKr. Htlia türl;. Arlhrr Hill 0.< Philharmonie - Uh: KONZERT des Philhaaip. On;h. Di riß.. Prof. Dr. Felix M. tialr Te Dcim-BrixKner. L nvoli.Stnf. I l-fnull- Schubert H). in Ac'niiralspalast " TägFch Uhr■ mm SiVUE Jaao qss m' Jeden Mittwoch u. Snnnab. 31. Uhr Märchen-Revue >, Atdseabrödcl" Klein« Preise. Fürs ganze Haus Die Festtage nahen und auch das kleinste Heim soll in Reinheit erstrahlen. VIM putzt alles— Tische, Gestell, Herd. Geschirr und Besteck, Bad, Türen und Fliesen. Lassen auch Sie sich den Hausputz für die Fhsttage durch VIM erleichtern. „Sun&kBit" Mannheim M V131 w■:■ Tit. 5S7* 44. Jahrgang Einiger Lärm um nichts. Nur weil sich Wilhelm IL gekränkt fühlt. llrrtcr bivn Aorsih von Landgerichtsdirektor Richter beschäjtigtc sich die 4. Zivilkammer beim Landgericht I am gestiigen Montag mit der �ilcge. die der frühere Kaiser gegen den Oberregisseur Erwin Pj-cotor angestrengt hotte, weil der Beklagte bekanntlich m dem e�zn ihm bearbeiteten Tolftoischen Stück Wilhelm kl. zusammen mit �dem Zar Nikolaus und Kaiser Franz Joseph aus die Bühne ge- brqcht hatte. Die Verhandlung begann mit der Strettsrag« darüber, unter Melchem Rubrum der Prozeh eigentlich lauten sollte. Der Vor- Zigends entschied schliehlich dahin, doh man sich auf die Bezeich- rtung„Wilhelm IL, Prinz von Preußen" einigen müsse, da die preußisch? Staatsregierung diel« Bezeichnung für den frü- Heren Kaiser vorschreibe. Dann trat man in die zeitweise recht er- regte Verhandlung ein. Rechtsanwalt Siebert wünschte, daß das (Gericht sich aus den Boden der einstweiligen Dersügung stellen und P t s c a t o r endgültig verbieten solle, die Figur des eh«- maligen Kaisers auf die Bühne zu bringen. Durch die Piseotorsche Zlusiührung würden erstens die Interessen Wilhelms ll. vezilcht, zweitens verstoße die Darstellung in der Drei-Kaiser-Szcne gegen die guten Sitten und drittens werde durch den Vor- gang dgs Recht am eigenen Bilde verletzt. Aus der Bühne sei der Schauspieler je nach Laune oder Können Imstande, der dargestellten Figur eine Tendenz zu geben, die mitunter gar nicht einmal der Initiative des Dichters zu entspringen brauche. Dr. Siebert betonte, daß er für den Kaiser kein Sonderrech» erstrebe. Piseator habe jedoch Wilhelm II. bis in die kleinsten Einzelheiten seines Wesens kopiert. Die Worte, die Piseator dem Kaiser in den Mund lege und die er ihn unmittelbar vor Kricgsousbruch sprechen läßt, seien völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Die gegenwärtig von Piseetor angeordnete Verlesung des Gerichtsbeschlusies an stelle der ilusführungen Wilhelms IT, durch einen Schauspieler im Monokel bedeute eine Verhöhnung de? Richterspruches. Rechtsanwalt Dr. Iacoby vertrol die Ansicht, daß die 4. Zivil- kammer für die Klage überhaupt nicht zuständig sei, sondern daß die 21 Zivilkammer für künstlerische Angelegenheiten maßgebend gewesen wäre. Weiter wandte sich Dr. Iacoby dagegen, daß die einstweilige Dersügung ohne mündliche Verhandlung mit einer außerordentlich bemerkenswerten Beschleunigung erfolgt sei. Rechts- auwalt Dr. Goldbaum bemängelte, daß die einstweiliae Verfügung erst erfolgt sei, nachdem das Stück bereits ist mal aufgeführt worden sei. Die einstweilige Verfügung müsse auch ausgehoben werden, da sie gegen Piseator allein erlassen sei. Piscaior verkörpere jedoch� nicht die Direktion, sondern er sei in dem nach ihm benannten Theater lediglich Oberregisseur. Rechts- onwelt Iacoby erklärte weiter, es Hobe Piseator ferngelegen, in der Drei-Kaifer-Szene Wilhelm II. verächtlich machen zu wollen. Der an Gsrichtsstelle anwesend« Darsteller des Kaisers, Krewat, erklärte, er habe die Uebernahme der Rolle davon abhäiraig ge- macht, daß diese keine Verächilichmachung des ehemaligen Kaisers enthalte. Dr. Iacoby verlas dann noch die Kritiken aus sämtlichen B-nlitter Zeitungen und betonte, daß selbst die rechtsgerichteten Blätter die K a i s e r s z e tt e nicht als Verhöhnung Wilhelms II. aufgeiaßt hatten. Gegen siV? Uhr abends wurde dann die Sitzung abgebrochen und die Urteilsverkündung auf Donnerstag 12 Uhr mittags festgesetzt. Oer Kassenraub im Zoo. SlXH) Mark Delohnung. D?r groß« Kasienraub im Oekonomiegeböude des Zoo wird auch durch Saulenanschlag bekanntgemacht. Es wird daraui hin- gewiesen, daß die Gesamtbelohnung von äGIO M.(2000 M. für die Ermittlung und Ergreiiung der Täter und bis zu 3000 M. für die Wiederbeichaisung des Geldes) auslchließlich iür Mitlei- lungen aus dem Publikum bestimmt in, die.zur Aui- klärunq dienen. Die gestohlene Summe beträgt genau 30 2V> M. Das.Hartgeld-war, wie wir schon mitteilten, gerollt. Das Papier- geld war zu 1000 und 500 M. hankiertig gebündelt. Der R o it b c r mit dem Revolver, der dem Ko'sierer mit der linken Hand den Mund zudrückte, um chn am Schreien zu verhindern, ist etwa 3,7Z Meter groß, hat eine breite, leichtgebeugle Figur und trug einen dunklen Ueberzieher mit einer K'nopsreihe und einen dunklen weichen Filzhut. Der zweite, ebensolls maskierte Räuber, ist klein und Ichmächiig und trug gleichfalls einen dunklen Ueberzieher und einen weichen Hut. Der dritte Mann, der nicht maskierte, ist etwa? kleiner als der erste, bar blondes haar und ein schmales blasses Gesicht und trug einen grauen Paletot mit Fischoröienmuster und einen grauen weichen Filzhiti. Wer diese drei Männer vor dem llebersall, also vor 2-'i Uhr nachts oder später— vielleicht itn Tiergarten oder sonst wo— gesehen hat, oder wer sonst zur Aufklärung beitragen kann, wird gebeten, sich beim Raubdezernat im Zimmer 80 des Polizeipräsidiums zu melden. Im �ickberwahn aus dem Fenster qcsprnnqen. Im Hause Friedrich st raßeZ08 spielte sich in den gestrigen Abendstunden ein ausregender Vorfall ab. Im Fieberwahn stürzte sich die äOjnhrige Hedwig Frescko, Tochter des bekannten Ber. l-ner Juweliers Friedländer, aus dem Fenster ihrer im ersten Stock nelegenen Wohnung aui den Hof hinab. Hausbewohner wurden durch die S-?nsichreic, die vom Hofe ertönten, aufmerksam und fanden die Unglückliche bewußtlos ans dem Boden liegend. Zum Glück stellten sich die Verletzungen als nicht zu schwer heraus. Reben leichten inneren Verletzungen hat Frau F. einen Beinbruch erlitten. Die Verunglückte war seit längerer Zeit bctrlägerig und östnete, als sie einen Augenblick unbeaufsichtigt war, im Fieberwahn das Fenster ihres Schlafzimmers und stürzte hinab. Schweres Autounglück in Siemensstadt Ein Toter, ein Schwerverletzter. In Siemensstadt an der Ecke Nonne ndommallee und Rohrdamm ereignete sich gestern gegen 10 Uhr ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Prioatauto und einem S t r a ß c n b a h n t r i e b w a g e n der Linie 55, bei dem eine Person getötet, eine andere schwer verletzt wurde. Der Führer des Autos, ein Itigenicur Karl W I r s u in aus der Paulsborner Siraßc 1 in Wilit>ersdors, in dessen Begleitung sich ein Zeichnet Franz Bergen, z aus der Mäckeripstr. 2 in Spandau befand, wollte in schneller Fahrt, aus der Richtung Rohr- dämm kommend, die Schienen noch nor der herannahenden Straßen- bahn kreuzen. W muß in der Dunkelheit die Entsernung unterschätzt boben, denn plötzlich siihr die Straßenbahn mi» voller Wucht aus dos Auto aus. Der Zusammenprall erfolgte mit solcher Gewalt, datz d ch r i e b e n, und sie muhte es ausw endig lernen. Frau Ohlerich habe es verstanden, so lange aui sie ein- zureden, bis sie es glaubte. In der Schwurgericht-verhandlung grgen Ahr und Frau Ohlerich wallte die Letztere Ahr unglaub- wihdig machen und habe sie, die Zeugin, vorher beschworen:„Sie müsseii mir beistehen". Sie sagte:„Liebes Kind, Sie sind die ein- zige Pe son, die mich retten kann." Darauf habe sie die Aussage gemacht. Vors.:„Und diese ganze Aussage war falsch?" Zeugin: ..Ja." Vors.:„Wie sind Tie dazu gekommen, dos zu machen?" Zeugin thestig weinendi:„Ich habe da? aus Nächstenliebe aentacht."— Es wurde dann ein Vriej verseien, den Ehariatte Kiebach, nachdem sie einen Tag wegen Meineidsoerdacht» in ftast gewesen war, an Frau Ohlcrich geiwrieben halte. Sie hält dieser darin vor, daß sie ein Dutzend Menschen aus dem G e- wissen habe, und daß für ihre Verbrechen die Todesstraie noch zu milde wäre. Zeugin(bitter,:„Dos ist noch heute meine An- licht." Landgerichtsdirektor Dr. Schultze rief dann den jungen Hoest Kiebach nochmals vor und suchte ihn r.nter Hinweis auf das Ge- ständni« feiner Mutter zu bewegen, sein« eidliche Aussage, daß der 62] �Zement. Vornan von Fsodor Gladkotv. Berge und Wälder wimmeln von Tiermenschen. Am Tage verstecken sie sick im Gesträuch und in den Höhlen, oder spazieren in der Stadt, als Freunde der Revolution herum. Sie sind überall: in den Reihen der Kämpfer, in den Sowjet- bureaus und den Häusern der friedlichen, harmlosen Klein- biirger. Wer kann sie zeigen, sie nennen, sie wir Giftschlangen zertreten? Und die Nacht bricht herein— sie kriechen, durch den Nebel versteckt, zur Verräterarbeit heraus. Sie sind es. die jegt die Signalfeuer anzünden, und die Feuer wogen und fliegen in die Heuschreckenfeider, rufen, locken und lachen mit raubgierigen Eulenaugen. Ueber die Landstraße klirrte metallisch ein Wagen. Deutlich waren die Hufklänge der müden Pferde hörbar. Verschlafen, heiser, tönten undeutliche Stimmen. Gljeb und Sergeij gingen mit ihren Gewehren unter dem Arm über die Landstraße, die unter ihren Füßen schwoll und wogte In dieier finsteren Nachr. Alles, Erde und Wald, stürzte in die Finsternis, und well es keinen festen Stützpunkt für die Augen gab, erschien Sergeij alles gefpenstifch-unkörper- lich und der Himmel und die Erde waren in gleicher Weife nah und grundlos wie die Leere. Bei jedem Schritt schrak das Herz zusammen: jetzt wird er seinen Fuß niedersetzen und statt der hortgefrorenen Straße— wird er plötzlich einen Sumpf oder einen schwarzen Abgrund unter sich fühlen...- Man sah deutlich ein Pferd. Der Kopf leuchtete matt unter den roten aufflammenden Feuern in den Bergen. Auf dem Wagen sah man schwarze Schatten. Viele sind es, und der Wagen scheint groß und breit zu sein. ..Halt!... Wer seid ihr?" Gljeb stand vor dem Pferdekopf, dos Gewehr schußbereit. „Verwundete!" „Parole?" ..Wozu die Parole, zum Teufel nach mal?... Siehst nicht unsere verbundenen Schädel." „Wie steht unsere Sache?" , Geh hin. vergnüge dich dort mal selber mit Bocksprüngen, dann wirst du alles erfabren.. die Natten haben sich in Höhlen eingenistet und wir schießen.... Und sie über- schütten uns mit Schrapnells.... Macht nichts... ein wenig rauchig ist es nur.... Wir stellen diesem Gesindel gute Mausefallen... sie quietschen und grunzen wie die Ferkel.... Haben ein halbes Hundert Offizierszeng ,zer- schunden und sie ganz zerschlagen... nur die Augen hüpften wie Frösche... zwei Schwesterchen haben heute die ganze Bande ergötzt... die Eingeweide haben wir ihnen beraus- gerissen... haben sie, in der Schlucht dort, vors Gewehr gestellt... die eine quietscbte:„Verfluchte Affen, nieder- trächtiges Gesindel!"— ein Purzelbaum, und schon war sie kopfüber unten... die andere:„Gesindel, Landstreicher, Pack!"— und purzelte hinunter, die Beine in die Höhe... das war ein Spektakel, hol's der Teufel... die Eingeweide konnten einem platzen... „Und wie ist's mit der Verstärkung, erwartet ihr welche?" „Wozu, zum Teufel?... Wir werden sie bis zum letzten Mann ausrotten. Verluste an Toten haben mir wenig... und Verwundete... wir sind die erste Partie... die übrigen sind in den Schützengräben.... Die Unseren sitzen oben— und die anderen verstecken sich dort— sind in einer Sackgasse... können weder hin noch her...." „Brave Kerle seid ihr, Kinder, vorwärts!" 2. Der Gefgngene mit dem leeren AcrntcL Die Berge erblühten wie ein feuriger Garten. Morgen- röte brannte unruhig über dem Meere im Nebel. Sergeij und Gstsb, mit ihren Gewehren in der Hand, stiegen wie stumme Schatten zwischen den Sträuchern den Berg hinauf. Das Feuer blühte fiockenartig auf, sprang über die zottigen Aestc, spritzte Funken, erlosch und erhob sich wieder als flammender Vogel. Sie gingen am Schlachthof vorbei: der Zotin ist nicht mehr da— ist zerstört. Türen und Fenster sind ausgebrochen. Vielleicht sind auch dort Feinde mit schuhbsresten Gewehren. „Leise, Serjoscha... wie eine Katze, komm nicht an die Sträucher... das Gewehr fester... wir werden ihn lebendig fangen." Gljeb nahm all seine Kraft zusammen, war straff ge- spannt wie eine Saite und kroch ganz leise mit der Geschick- lichkeit eines Hundes. Eine unendliche Freude machte Sergeij trunken. Er wandte feine Augsn nicht vom Feuer und lächelte, ohne es zu wisien. Seine Hände und Füße zitterten, als ob er in geflügelter Geschwindigkeit hinunterfliegen würde. Spinngewebe schmierte sich klebrig an sein Gesicht und zerriß welk an seinen Ohren. Auf den Wimpern flammton Perl- muttstrahlcn. Warme Malzwellen dampften in den Sträuchern: kaltgewordenc Steine atmeten und die Frühlings- blätter der Feldttlme und Stemmispel dufteten. Die Nacht trügt in den Entferungen: bald scheint alles nah. bald fern. Aber dort oben ist ein Mann sichtbar, von einer Fackel beleuchtet. Er läuft den Berg hinauf, dreht sich, hebt die linke Hand hoch über den Kopf und seine Gestalt krümmt sich. Der Uniformrock und die Mütze flammten in ihren Konturen auf, als ob sie ein Licht ausstrahlten. Der rechte Aermsl baumelte wie ein Fetzen. Beide fetzten sich wie auf Kommando. Sahen sich an und verstanden einander sofort. „Unbedingt lebend, Tschumalow, unbedingt.... Siehst du?" „Sei kein Waschlappen— wir werden ihn schon packen. ... Beobachte ihn.... Schau mit deinem Hirn, den Ein- gewetden, den Augen" Das Blut tönt wie ein leises Gläckchen in den Schläfen. Es gibt so viele Einarmige... viele gibt es. Sie erweckten immer eine Unruhe in Sergeij und beim Anblick eines leeren Aermels spürte er immer eine Drohung und einen versteckten Schlag Auch der Bruder hat einen leeren Aermel. 2!uch er irrt als geheimnisvolles, unheimliches Gespenst ttmher. Der Einarmige blieb stehen, lauschte aufmerksam. Wendete seinen Kopf rechts, links. Er stand mit dem Rücken zu ihnen gewendet und sein Gesicht war für einen kurzen Augen- blick im Profil sichtbar. Und in diesem flammenden Profile schien Sergeij den bekannten rattbvogelarttgen Schnabel zu erkennen. Wie eine lodernde Schlange flatterte das Feuer auf und flog roketenmäßig in die Slrättcher. Die Finsternis wurde schwarz und klebrig wie ein Sumpf. Schritte ertönten aus den Steinen, und die Sträucher raschelten wie von einem Windstoß bewegt. „Teufel, wir haben ihn davonlaufen lassen!... Hinter- her, Serjoscha!... Wir müssen ihn kriegen." Und Gljeb sprang in die Bülche, zerbrach die Stellte mit seinen Absätzen und versank im Dunkeln. Steine und K'elel flogen wie Glasscherben auseinander. Sergeij sprang chm nach und wieder schien es ihm, als wäre er leicht und be- flügelt. Und wie ein Vogel flog er der zitternden Röte und den Bergfeuern entgegen. „.Ha'.l!... Ich erschieß dich, Hundefohn... Holt!" (Fortsetzung jolgi.) Besuch bei Ahr unbedingt Im Sommer 192� gewesen sei. in seinem eigenen Jnteresi« einzuschränken. Der Zeuge blieb aber dabei, duß vz nur 1Ü24 gewesen sein könne. Staalsanwaltschastsrat Duden erklärte, daß die Angeklagte Ohlerich, die Unglück über zahllose Familien gebracht habe, die Hoch st str ose von IN Jahren Zuchthaus verdient hätte, er wolle aber nicht hoher gehen als das andere Schwur» geeicht und beantragte zusätzlich zu den bereits erkannten 3 Jahren Zuchthaus weiter« 2 Jahre Zuchthaus und S Jahre Ehrverlust. Gegen Frau Mittendorf beantragte er wegen Meineides die Mindest- strafe von 1 Jahr Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust. Wanderausstellung Deutschland- Oesterrelch. Gleichzeitig mit den Filmoorträgen über„Das neue Wien", die der Volkswirtschostler Dr. Kurt H. Busse(Hannover, Tiedqc- strahe 2) in einer Reihe deutscher Städte und jetzt auch in Berlin hält, veranstaltet das Wiener„Gcsellschasts- und W i r t» Ich a s t s m u s e u m" in deutschen Städten eine Wanderausslellung. die In Hamburg am 9. Dezember im Gewerkschastshaus unter Für- derung des Hamburger Senats eröffnet wurde. Im Mittelpunkt steht auch hier das neue Wien mit seinem imposanten Wohn» bau» und Wohlsahrtsprogramm. Photographischc Grohaufnahmcn und statistische Farbcntoseln — Wirklichkeit und Wissenschaft— wirken hierbei zusammen und vermitteln in vergleichender Schau das gelchlossene Bild einer mo- dernen M u st e r g c m e i n d e. Seit der„Gesolei" hat ja die„Wie- ner Methode", die an die Stelle trockener Statistiken sinnfällige „Zahlenbilder" setzt, eine gewisse Berühmtheit erlangt. Sie ist die schopserische Leistung des Direktors Dr. Neurath und seiner Mit- arbeiter. Zu diesen ganz neuen Ausdrucksmilteln gehören auch die Lsuchttafelu und die Magnettascln, die dauernd veränderbare Stati- ftikcn ermöglichen. Zum ersten Male wurde mit diesen Mitteln das Anschluf- Problem„Dertschland-Oesterrcich" dargestellt. Auch der Zweifler wird entwaffnet durch diese hundert Aus- stellunastaseln. Indem sie das Abstrakt« als Anschauung er- leben lassen, bezeugen sie das, was selbst der Film nicht sagen kann: datz nämlich auch Deutschland ein Geschenk zu mrpsangen hat, wenn die Wiedervereinigung mit Oesterreich einmal die«roste soziale Republik der Zukunft verwirklicht haben wird. Umrahmt wird die Ausstellung durch eine kleine Auslese von Kunstwerken besvnders österreichischer Graphiker und eine S6>au moderner Oesterreichliteratur. Auch diese Beigaben verleihen den Anschlustwünschen unseres Brudervolkes beredten Aus- druck. Die interessante Wanderausstellung, an deren Eröffnung auch ein Wiener Stadlrat teilnahm, wird außer i» Hamburg zunächst in Nürnbera. Breslau und Frankfurt gezeigt und wird voraussichtlich noch im Frühjahr auch in Berlin zu sehen sein. JVgil,?,!,chtskonzort der S' utzvolizck. Wenn etwas den Unterschied zwischen oller und neuer Zeit augenfällig demonstrieren kann, so die Tatsache, daß die Angehöri- gen»nserer Schutzpolizei sich zeitweilig von ihrer ernsten Aufgab« loslösen können und so, wie sie gehen, dast heißt in ihrer Dienst- kleidung, sich vei sammein, um einer andächtig lauschenden Riesen- menge musikalische Genüsse zu vennittelil. Wie in den Borjahrsn, geschah das auch diesmal wieder im Großen Schauspicllians, wo der musikbegabt« Tel der Schutzpolizei den Kriegebeschädigten«ich Kriegerhinterbliebencn, den Sozial- und Kleinrentnern ein Weiy- nachts-Freikonzert gab. Schon diese Tatsache allein Ist anerkennenswert. Weit mehr aber noch der Umstand, daß gute Orchestermusik und guter Gesang geboten wurden. Camillo Hildebrand leitet das Orchester der Schutzpolizei und er versteht es meisterhaft, die Glieder dieses Orchesters, das über vorzüglich« Streicher verfügt, energisch zusommenzuhalion. Man hörte so das Vorspiel zu .�Hänsel und Grete!, Tschaikowskis„Nr.ßknocksrsuite", die Ouver- türe zu..Freischütz", die„Meditation" von Bach-Eounod, und den lustigen„Schaserlanz" von Grainger. Mit sparsamsten Gesten lenkt Janot Roskin den gemischten Ehor der Schutzpolizei und dos Orchester. Ergreifend schön in ihrer rührenden Einlachheil kamen zwei alte Lieder:„Vom Himmel hoch"(dieses übrigens bereits vor bald zwei Jahrzehnten uns durch den„Wandervogel" wieder nahegebracht) und ein Schweizer Hrten-Weihnechtslied zum Vortrag, während merkwürdigerweile die„Stille Nacht" nicht ihren alten vollen Zauber entfalten tonnte. In dem„Der Herr ist König" durfte man ssch auch der Männerstimmen ertreuen. Leo Schützendorf, glänzend disponiert, fesselte die Taufende durch Mozarts„Isis und Osiris" uns„Ja diesen heiligen Hallen" zu atemlosen Lauschen. Rauschender Beifall lohnte ihn und die beiden Dirigenten Dieses Konzert, von einer volksverbundenen Beamten- schar den Armen des Volkes dargebracht, war eine wahre Weihe- stunde, wofür der musikfrcudige» Schupo, ihren Dirigenten und i!r«n Leitern aufrichtiger Dank gebührt. Man stellte mit Genugtuung fest, dast eine Anzahl hoher Würdenträger an dem Konzert teil- nahm, so Rclchssinanzminister Köhler, preußischer Innenminister Grzesinski. Reichstagsprösident Löbe, Landtagspräsident Bartels, Staatssekretär Dr. Meißner, Polizeipräsident Z ö r- giebel, Polizeivizepräsident Dr. Weiß, Kommandeur Hei. mannsberg. und der Polizeipräsident von Potsdam, von Z i tz e w I tz. Beim Funklieinzelmann zu Gast... Dos Treptower Jugendamt hatte den Funkhcinzel- niann(Hans Bodenstedt) gebeien. deck einmal nach Nicdrrschöne- weide zu kommen, um im großen Saal des ,Lyffhäuser"-Rcstaurants den Großen und den Kleinen seine Märchen zu erzählen. Der Funkheinzelmann ließ sich das nicht zweimal sagen. Kaum hatte er am Sonntag nachmittag dos letzte Wort ins Mikrophon ge- sprochsn, als er in«in Auto sprang und nach Nicdcrschöneweide hinausfuhr. Aber nicht ollein: vier Musiker und ein« Sängerin nahm er mit auf die Reise, die wie eine Reise ins Märchenland war, denn in Niederschöneweide lag nrch— anders als drinnen in der Stadt— blendend weißer Schnee. Den 609 Kindern, die schon unge- duldig aus ihn lvarteten, erzählte er, daß er gar nicht der Funk- Heinzelmann sei: denn der reite irgendwo auf einer Welle durch den Aether... Er sei nur ein Onkel von ihm, der aber all« Abenteuer miterlebt hätte und auch von ihnen erzählen könne. Und das glaubten die Kinder treu und brav, die sich sa den Funkheinzelmann als ei» kleines stinke» Kerlchcn im bunten Gewand vorgestellt hatten. Es gab für den vergnügten und wirklich einzigartigen Nachmittag stürmischen Applaus, der auch der Sängerin(Mariquita S ecken). di« hübsch« Kinderlieber sang, und der kleinen Kapelle galt, die zu den Märchen den musikalischen Spektakel machte. Durch Salpcterdampfe getötet. ;m Betriebe der A E G. in der A ck e r st r. 71— 75 kam gestern 7jähr!ge Galorniseur Max Richter aus der Ramler- ftraße 35 auf eigenartige Weise ums Leben. R. war gegen 9 Uhr früh mit dem Oefsnen eines Ballons beschäfstgt, der Salpetersäur« enthielt Aus noch unbekannter Ursache platzte der Elasbehälter plötzlich. Durch die sich sofort entwickelnden gefährlichen Säurcdämpse wurde R. betäubt und fiel bewußt. los zu Boden. Der Delunglückie wurde in bedenklichem Zu- stand« in die Unfallklinik in der Johannisstraße gebrocht. DI« Aerzts konnten leider keine Hilfe mehr bringen: er starb gegen Iß Uhr an den Folgen der schweren Vergiftung. Sein� Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt. Der Ikitt-Ztundenschlaf des Fakirs. Am Sonnabendabend wurde in S t u t t g a r t der Fakir T o k a. der sich am vergangenen Montoq zu einem 129-Stunde»-Schlas in einem gläsernen Sarg halt« begraben lgsfen.„wieder er- weckt". Dieser Szene wohnten etwa 5009 Personen bei. Als das Grab bis zur Halste au-geschausell war, ertönte die Alarm- gletfe zum Zeichen dafür, daß Toka erwacht war. Bald dar- aus wurde der Sarg herausgehoben und sestgestellt, daß die Siegel und Wände sowie die Glasscheibe» mwerletzt waren. Als man Toka bann befreite, zog«e sich vi« langen'Nabeln aus Wangen, Ohren und Hals, die er sich vor der Eingrabung hineingestoßen hatte. Daraus verlangte er nach Wasser und einigen Lösskln Mehl- brei. Eine Feststellung der Aerzte ergab, daß Toka in den 129 Stun- den 19 Kilogram ni abgenommen hatte und natürlich total erschöpft war. Ein Frelsprnch. Im August dieses Jahres brachten wir eine Notiz der osfiziösen Parteikorrespondenz über zwei Frauen, Rtathüde Schub be und Hedwig Duwe, denen sadistische Handlungen an einem sechsjährigen Kind vorgeworfen wurden. Nun erhalten wir vom Anwalt die Nachricht, daß die Gerichtsvei Handlung gegen die beiden Frauen bereits stattgefunden hat und daß sie mit rechts- krästigem Urteil freigesprochen worden sind. Unfall auf der pariser Untergrundbahn. Zahlreiche Verletzte. Paris, den 12. Dezember. Gegen 13 Uhr ereignete sich auf der L i n i e I V d e r P a r i s e r Untergrundbahn zwischen den Stationen Ehatelct und Cite ein Unfall, der leicht zu den schwersten Folgen hätte führen können. Ein Waggon erster Klasse legte sich in einer Kurve— es heißt infolge Radbruchs— aus das Nebengeleis und brachte dadurch auch den Motorwagen zum Entgleisen. Im selben Augenblick versagte auch die Lichtstromleitung des entgleisten Zuges. Der heftige Stoß, den der ganze Zujs erfuhr und der durch die sofortigen Bremsmanöoer des Zugführers erhöht wurde, sowie dos gleichzeitige Erlöschen des Lichtes löste unter den zahlreichen Passagieren große Panik aus. Es entstand ein heftige» Ringen um die Ausgangstüren der Waggons und alles oersuchte aus dem Tunnel heraus zur nächsten Station zu gelanoen. Im gleichen Augenblick kam auf dem Nebengeleis ein Gegen zug heran. Zum Glück bemerkte der Zugführer des Geg-nzuges noch rechtzeitig das Hindernis, sonst wäre eine entsetz'iche Katastrophe unvermeidlich gewesen. Die Zahl der Verwundeten, besonders aus dem umgefallenen Wagaon erster Klasse wird noch nicht anae-i-ben. Etwa zehn Personen wurden in die nahelieaenden Krankenhäuser über- geführt. Das ofsl-ielle Eommuniaue lvrick-t nur von einigen Ver- letzten. Einem Passagier erster Klasse sollen dieFüßezer- q u e � k rfi t w-ird-n lein. Da sich die linalückostätte nur etwa 599 Meter von der nächsten Station befindet, konnte rasch Hille herbeigebracht werden. Die Vassagiere wurden mit Hilfe von Leitern aus dem umgestürzten W-igen besreit. Die meisten Verunglückten haben Kopfverletzungen erlitten._ Sport. Eishockey im Sportpalast. Oavss gegen ö'ie„Internationalen" BSE. Der Sportpalast, die Heimstätte des Eiskimstlaufes und des in letzter Zeit so hoch In„Konjunktur" stehenden Eishockey- spart« s, hatte vm Sonnabend und am gestrigen Sonntag ein überfüllte» Haus. Der Davoser Eishockeyklub weilte als Gast in Berlin und so pilgerten denn an beiden Tagen Tous.'nde zum Sportpalast, um sich diese sportliche Delikatesse nicht entgehen zu lassen. Am Sonnabend kreuzten die deutsche Notionalmann- schaft des BSC. ml: den Davofern die Schläger. Die Gäste lieferten ein großes Match, wenn sie auch zeitweise reichlich körperlich spielten. Das erste Spielviertel verläuft torlos. Im zweiten Drittel lenden die Davcfer zweimal unhaltbar ein. Die Angrisse der Nationalmannschaft scheitern an der guten gegnerischen Verteidigung und nicht zuletzt an dem Torwächier. Im Schlußdrittel erhöhen die Davoser ihre Torzohl auf 4. Den Berlinern gelingt durch Jänicke noch einem gelungenen Durchbruch das einzig« und Ehrentor. Die Internationalen nahmen am Sonnlag nachmittag an den Davoser» für die Niederlage Revanche. Nach einem bravourösen Spiel, in dem Tempo und Takttk lag, siegten die BSEer ver- dient mit 6:4 Toren. Die besten Leute waren Johansen, Brück und Dr. Roche und bei den Davosern Bell und Spengler. Im ersten Drittel sollen für den BSC. 4 und für Davos 2 Tore. Das zweite Spieldrittel bringt den Gästen einen zählbaren Erso'.g. Beide Tor- Wächter bekoinmen viel Arbeit, unentwegt wogen die Anjjrisse hin und her. Schließlich erhöht der BSC. im letzten Drittel seinen Bor- sprung aus 6 Tore. Auch di« Davoser schießen noch einmal ersolg- reich. Der Beifall war sehr stark. Die Sonntaß-Abendveran staltung„Berliner Ad- vcnt" wirkt durch che ausgedehnten Vorlesungen stellenweise lang- wellig Allerdings bringen die„Erinnerungen" Philippis Inter- cssantes aus dem alten Berlin, aber Alfred Braun wird dabei ent- schieden gerührt und verirrt sich bis dicht an die Grenze des Patheti- schen. Hoffentlich hat er ssch diesen Ton nur für die Weihnachtszeit zurechtgelegt. Auch die Gesangsoorträgs der Frida Weber-Fleßburg befriedigen wenig. Frida Weber-Fleßburg singt sehr hübsch Lied- chen, die das Chanson streifen, die tändelnd mit den Dingen spielen. Hier in Hermanns„Krippenlied" oder in dem herrlichen„Es ist ein Ros' entsprungen" wird von der Sängerin mehr verlangt. Stimm- Mängel wie Tremolieren, schrille und dünne Tongebung In der Höi?«, Mängel, die sonst kaum auffallen, zerstören die Wirkung, trotzdem die Sängerin sich mit Erfolg um einen volkstümlichen einfachen Aus- druck bemüht. Becees Gioria-Palast-Symphoniker spielen Weih- nachts- und Äinderlieder, auf Jazz frisiert. Vieles von der alte» Behaglichkeit, von der guten Stube mit dem Weihnachtsbaum geht verloren. Die Lieder erscheinen in einem neuen Gewand, sie sind nicht mehr so gefühlshaft, aber sie zeigen plötzlich eine bis dahin verborgen gewesene Heiterkeit, verwandeln sich in wirkliche Lieder der Freude. �Aus dem Großen Schauspielhaus wird das Weihnacht»- kmizert der Sckmpokapelle übertragen. Wie immewbei Uebertragungen aus großen Räumen ist der Ton gerundet, hat Resonanz, auch die menschliche Stimme— Leo Dcdützendors singt aus der„Zauber- flöte'>— entialtet sich völlig frei. In der Reihe„Mensch und Arbeit" schildert Brandmeister Karl Feierabend am Marita g die Welt des Feuerwehrmannes, sein bortes Leben, seine st and ine Dienstbereitschait, die niemals aussetzende Gefahr, in die ihn sein Beruf bringt. Sicherlich kommt der Rund- sunt mit Wisderausnahme der Serie den Wünschen vieler Hörer entgegen. Denn hier wird mit einfachen Worten das Bild von Be- rufen skizziert, die zwar jeder kennt, aber deren Anforderungen. deren Wesensart und Voraussetzungen für die meisten unbekanntes Land bedeuten Erich Masse liest zwei Novellen, die mit der vierten Dimensson kokettieren und recht svannend oes+rieben sind. Die Serie „Das Berliner Schauwiektbeoter" beschließt Jeßner. Der Intendant der Staatstheater spricht le'bst die einkeltenden Worte. Nichts Tbeo- retifche» über moderne S�ausvielknnst un-d Regie. Au» den Ant- warten auf e!Ngesaid''te Briefe entsteht in großen Ilmrissen das Vorträt von dem Geist dieses modernsten Berliner Theater». Jeßner spricht über die Volitisserung der Klnsssker. über Vergeistigung des Wortes, über Zuschüsse und dergleichen. Groß ist Kortner in den Szenen aus„Richard Iii." Diese Stimme durchdringt stahlhart den Raum und ist von vorbildlicher Sch'viegsamke't und von erklussver Kraft. Im ganzen hinterlaßt dieser Abend tatsächlich einen Eindruck von Ießners Bestrebungen. F. S. parteinachrichien für Groß-Derün Swlrodünzkn tilr diese Rubrik smd stet» an da» Sejlrtitetmonat Berlin 313 63. Lwdeuitraße r.Hof. 2Tre». cecht». zn richten. Achtung, Arbeiterwohlfahrt. Kreisleitungen 1 bis 20. t. Die Adregrn sfir die Rundsurt-WeiIinaKt»srI»r miilse» unb dinnt nn» RlUtinuchnorinitiuk iui Bureau,«infcenftt. 3, sein(Dalum de» Rundichreidel» vom 12. Dezemöcr femfälig.) Doiipcltc Biuadi bleibt. 2. Gleichzeitiii Älittwoch von I— 16 Uhr CntneaenuuSme de» Weibnuchts» grldee für dir St ile im Bnreaii, Sintenfir 3.... 2. St ei» T'ergurier. Heute. Dienstag, Ig'--- Uhr, ssartsetzunq de, Kursus: .Einführung in den epö aH»u8." Lehrer:«Senollr Otto Sie;«. 13. Stel» Xcmpelhsf. Barten fflr die„Proletarische Rnetstunbe" am 2. Weih- nachtsfeiertag, vormittag, 11 Uhr. im Großen Sckiausvielhaus. mit denr Lettmotiv„Aus dem Grekkaslen der Jahrhunderte" lind bei allen Mit. S liebem des Bildunß«>n»s-!'nsses, ero ni-tt, bei dessen Qbmann, ffieno f'ir ittv Ellnther. Mariendorl, KursUrstenstr. IS), zu haben. Die«ez rf,. führet roerben gebeten, 15. Stet« Ittptom. Stoße ölsentlichr B-omtennerlammlanei. Am f? Dien» au, dem 13. Dezember 1927, abend, 74 Uhr. spricht im Lokal: gmbero in Oderschöneiveide, Tilh Iminrnboslir 36. der Scnogc R. niste- rialrat a. D Albe t llalken.Vea nb-t..W->, ml d mi« der Beso'dunq».;y| reform?"— Da» Srsch inen aller Deamtenoeuolsen, wie di« weiiesie Pro. paRonba für dies« Betsammlung wird erwartet. tL. See«» Wetslensr«. Mtttwo». 14. Dezember. 194 Uhr. im..Wirt,. I Haus zum Pferdemarkt". Echünftroße. R-ci»miMiebernrtlamm'nnn. Lor- trag de, ttenoffen ssurlwänaler. Erfllxinen fämllidier Mitalieder ifl;i Pst, cht. löymvalhllierende und.,?vrwSr1s"-L«ser sind Ire-ndlichfl«In- 74 eielaben.— Außerdem werden die ffunkllvnärr ersucht, fchncnl'.cn, dir Adressen unserer Sinder zweet, Weihnachtsfeier dem Genossen Daesdmei- Heule. Dienslag. 13. Dezember: 8. Abt. Die Liften für die Weihnachtsseier sind in der heutigen Funktionär, sißung unbedingt abzurechnen. Morgen, Mittwoch. 14. Dezember. 19� Uhr: Mitgliederversammlungen und Zahkabende. L Abt. Echulaula. Auguststraße 6». Vortrag:„Der Bankrott de, Bürgrr. block,". Rrtcrent Helmuth Lehmann. 2. Abt. Ohn'cmach. Kommandantenfrr. 88. Boetrag-„Landarbeiter und Tczialdrmvtiatle". Referenl Srnll Reumann.. � 3. Abt. Saal b de» Gewertsch-ilshanle». Eugelufrr 24 7».«ortrag!..Seil» mittel und Heitmittelschwindli". Referent Dr. med. Loose. Die Bez.rt� sichrer laden besonder, ein. 4. Abt. Schule. Sieine llranlfurter Str. 6. Vortrag:„Die jüngsten polltische« Ute gm fit", i eicrent Artue(iclspien, W. d. R. 8. Abt. Rosenlhaler Hof. Rosenlhaler Str. 11,12. Borrva«:..Englische Arbeitcrverhältnisse". Referent Lehrer Voigt. I. Abt. Mitsliederverfaminlung und gohlabend« fallen in diesem Monat au». Am 19. Dezember in Blitlners llestsälen. Schwedter Slr. 23. Wria» nachtsbescherung der Kinddr. Anlvrciche Clara Bobm-Sckuch. M- d. R. Um rere Veteiliaung bittet die Adleitungsteituna..,~ 7. Abt. Corni» Fesifale. Garionstc.». Vortrag:„Schlichtungswesen. R«. fer.nt: ntois Wissell. M. d. R. >. Abt. gahladende: Rieterl. Eteinmeßftr. 3«»: Seiler. Sletnmedssr.»: llren. Magdeburger Blaß: Mener. Liidowitr 7. Achiungl llltr die Bezirke Poisd- mer Straße und Gledilfchllraße wird«in neuer gahladend ecotlnet im Loia, Lcuschner. EIßtolzslr. f. U. Abt. Moabiler Vierhallen. kirchstr..13. Vortrag:„Dre gegenwärtige voll. tisch« Lage". � � tl. Abt. Berecr, Leveßvwstr. 21. Ecke Aagowstraße. Vortrag:„Der Snntsk um die politische Macht". Referent Albert llallenderg. 12. Abt. Schmidt. W.clesttr. l7. Funtlionärschllug._.... 13. Abt. Artnsnof. Perlebergcr Str. 2S. Lorlrog:„Der Giftgaskrieg der Ku. kunst" Referent Professor Mehner... 14. Aot. stahlabende: Goltschall. Putdusser Str. 24: Stark. Putdussrr Str. 14: Sollies. Sraunflr. 41. Vortrag deo Genossen Eenll Rüben. 15. Abt. Schmiedl, Vinelavlaß 7. Z. Siirfusadend!..Da» Deutsche Reich sein« Verfaß ung und feine Partelen. Leiter tzran, von Puttkamer. S-lte und .,VorwSet»".Lefer ssnd willkommen..„...,. 1». Abt.?.-h!-beiid bei S-rt Dilbling. Brunnenft«. 79. und Robert Leuschner. Ackerstr. 110. Vorlriigr über:„Arbeitslosen- nn» Srantenkallenverncheruna� ftfeß.(Süsse willkominen.„___...„. 17. Abt. Sahlabend« bei Lonff».««geler Str. SO. LMver. Dnftftt. 49 und Schreiber. Triftssr. 63.„... 1».«dt. Z-Hlabende: Sechs«. Lindow« Str. SS. Schade. Sösliner Str. 9, Vortrag:„Die Sozialdemokratie einss und legi*. Referent Anguft Rl«, mann. Schmidt, Solberaer Str. 24.!iöote. Panlssr. 46. Müller. Uterssr. 12. 1». Abt. Zahlabende: Bezir! k3ö bi, 876: Grunert. Pankstr. öS: Bezirk HU7 bis 810; Schemel. Grünthaler Str. 18: 811: Brodzlnski. Driinlhaler Slr. 6: 812: Schul,. Stettiner Slr.»2: 513: Seife, Grünthaler Str. 14: 814 bis 819; Schick atbl. Che ft an-slr. 11«; 820: Pr ester. Prinzenallee 31. 2t. Abt. Sahlabende: Pole. Koloniessr. 15. Referent Genosse Sohle. Bontke. Schulssr. 73. Referent Genosse Polteredors. Tilgner. Koloniessr. 41. Re» ferent Genosse Runliu».„,. 2L«dt. S.'bladende: Dammer. Schulssr. 24. Sillmann. Razaretdkirchssr. 41, Kroll. Ulrechter Str. 21. Scholz. Adolfssr. 12. Echrepel. Antonssr. 8. 22.> t.. r.ai«-«> be: Herms, Wullcrstr. 2ö. Radzass, Briisseier Str. 43. 23. Abt. Sa�laöende: Lewandomski, Seessr. 104: Dortrag:»Die Reform des neuen Strajrechts": Referent Rudolf Petermann. Grunwaldt, Sameruner Straße 19: Dckrtraa:„Bilbungsfroaen":?. eferent Aldeet torlitz..->(((- Darfndssr. 9; Llchtbilderrortrag:.Die Gefchlcht« de, Wedduig». Sllnig» Otavistr. 87; 9 oelrag:»So, afiftische Bewegung und aktive Politik": Res-» r.'nt Genosse M iinecke, D.reitor der kochschule slir Politik.„, 24. Abt. Sah'abende: 1 Gruppe:? äonrr, Immanuelk rchstr. 2». Vortrag: „Wirtschattsrolitlk." Referent Dr. Alexander SchSnberg. Gruppe lor Cchm bt, Mar-enbiirger Slr 48. 2. Gruppe: Winzer. Chr.ssbiirger Eck» Winsstraße. Portrag:»Di, ssamiltenversscherung der»rankenkassen. Re. ferent Genosse Aldeecht. 8. Gruppe: Köhler, Grellswalder Slr 80K. Bor» trag:»Warim Mleterfchuß unb Mbterrecht?" Referent vtbo Most. 25. Abt. Sahlabende: Baronski. Pasteurstr. 5. Kästner. Slbinaer Str. 24. Feener der bisherige Sahlabenb Evtt diesmal im Werneuchener Schlof». Clbinger Sir, 87. Alls SPD.-Konsummitdlieder müssen erscheinen. 26. Abt. Beinliw. Welßenburgrr Str. I, Vortrag:„Polilik und Wirtschaft�. Referent Willn Rogge. 27. Abt. Sahlabeiidc: Seua« Milassr 5. Referent Genosse Seeldinber: Mebl- berg. Gaudnstr. 6. Referent Bruno Grorpler: Reed. Sonnenburgrr Str. 1, Referent San, Iabuznnsli: Woodsmann, Dleimftr. l0, Relerenl»enossc Klein: Lücke. Sopenhagener Str. 42, Vortraa. 28. Abt. Sadlab-nde: Barthel. Wörlher Str. 19 Ecke Rrkestroße, Bortrag: „Büroerbwck und Sozialdemokrolie". Referrnt Georg Reich. Sundel. Sastanienallee 29 31, Vortrag:„Kritik zum»rurn Strafgesehentwuri. Referent Robert Kendel. 26. Abt. Altersheim. Danzigrr Str. 62, Vortrag:„Das Wohnunasdaii» Programm". Referent Stadtverordneter Hermann Lemvert. Vor der Sißun» müssen die Sammellisten iür die Weihnachtsfeier abgerrchnrt werden. Die Anzahl der Kinder ist ebenfalls anzugeben. 36. Abt. Sohlabenbe: Bezirk l>3 b!« 97: Bebst. Lbckiener Straße Eck» St-rr» aarder Straße. Bezirk 100: P-appelallee 80. Bezirk 101. 102: Soffmann» Lbchcner Str. 8. Vortrag:..Di» Snterrntionalc". Referent Gustav Eck- hardl. De, rk 117 bi, 128: Mahntopf. Garm-i-Sblra-Str. 123, Refer'np Genosse RevPke. Bezirk 124 bi, 127: Seitler. Sanzowstr. 19. Rekercnt Ge» nossc Ander«. Achtuno! Um>9 Uhr muß von iedem Sadlabend«in Co nosse Material von 7ohN abholen. 31.«bt. Cchulanla. Schitufließer Str 7. linterhalti-nos-nnd Werboobrnd. k?it Ehren der Barieigenrssen. die Uber 25 stabrr Mitglied der Partei lind.» Festansprache Dr Adolf Braun. M. d. R.„. 32. Abt. Gruppen-ahlvdende: Gruppe kaake bei Kromphordt. Panl-E-nger» Straße 49, 7 orlrag de, Genossen Schönebeck. Gruppe Wartmann bei Hart- mann. Am OstbaNndof 4. Gn-Ppe Klime bei Schmilk-.«rautstmsse Ecke Panl-Sinaer-Strasse. Gruppe Meister bei Teß, Warkusstr. 3«. Alle Mit- gf-rder müssen erscheinen. 34. Abt. Sahlabende; Veretnszimmor der Eomtniiissttle. Memeler Str. 67. Vortrag:„Strafoesetientwurf". Referent Genosse llalck. Rostn. Gi-d-ner. Strasse 19. Vortrag dr, Genossen Dr. itrili Schloß. Mücke, Warschauer Straße 17. 33. Abt. Sohlabenbe. Otto Rigaer Str. 85. Boutra«:..Menfchenlltonomie". Referentin Marie Snnert. M. d. R. Bombe. Boiatstr. 25. Bortrao:.. Deutsch. land« ssinanzlage und der Reparalionsagcnt". Referent RechtsanwPt Dr. Sieamvnd Sallmann. Bortowoki. Schrrinerstr. 82. Bortrag!..Untere Arbeit im Stadtpariament". Reterenl Stadtverordneter Gustav Hädicke. Unsere Abteiluiiasversomminng im Dezember fällt ans. 86. Abt. S'hladende: 1. Gruvvc: B--sch. TIlssler Str. 27. 2. Grnvve: HiNu-e, Sorndorf-r Straß« Eck» l-owestrcsse. 8. und 4. Gruvve: Wittfch ß. Pete-,. burper Str. 5. Sahlreiche» Erscheinen wird erwartet. Roch ausstehende Kinderststen zur Weihnachtsfeier find m!tz--hrincken. 37. Abt. Babendoler Brai-ere:, Lanosderaer Allee. Portrag:..Das GefeN der Arbeitsvermittlung und Ardeitslafenversschrrung". Referent Karl Schäd». �artn>iris".Sefer und Gäste find einaelaben. 39. Abt. Witolirderversommiung.(Lokal wirb noch bekonntaegeben.i Bor- Iran:.Lndustrleproletariat und«"rarv-inramm in den kommenden Mahl'n. Referent-'>g!erung»ral Otto Aibrechl. Säfte w llkomm-a. 46. Abt.?m Seit S(Schaoierl Kreuzbergstr. 2. Vortrag:„Der neue Straf- aeseßentwurf". Referent San» Bauer. 41. Abt. Grupp-urer'ammlungen- l i-ud 2. Gruvue- Be'nho't. Belle.All'anee. Straße 74-, Bortrag:.Gewerkschaft-n und Wirtschaftekr stn". Referent Bock 3. und 4. Grnpne: Schuster. Cd-Niissopsah 4.T>ortT.„...PoTi-ifch, Dagwfrogen*. Referent Richard Vetnarrck. 5. und 6. Gruppe: Lutie. mcl�l-bleibfgesunc!! t5«r28". a.efcrcnt Georg o.a. dl«. Gäste willkommen. Gharlettenburg. it. Ait. Rahladende: I. Gruppe: Lchelldach, ASnigln-Elisabetl»- Straße ß. Z Gruppe: Potsdamer Straße Ecke Sophic.Ebarlotte.Straße. Dortrag:..Genossenschaftswesen" Referent Gertrud Lodabl. Z. Gruppe: Dürre. Dcnckelmannstr. 18. Bortrag und Stellungnabm,»u den kam- Menden Wahlen.- 52. Bit. Reist. Kaiserin-Augnsta.BUc« 81 Ecke Silm- meringstrastc. Donraa:„Die aceenwärtio« politische Lage". Referent Franz l'.otzke, M. d. R. Gäste sind w llkommen.— öli. Bit. Lokal„Nüst- Kaum", Sirasir 12. Vortrag:„Tie Ausgaben der SPD. in der Republik". Referent: Erich Fraenkel. Vorwärtslcscr und Freunde der Pariei sind sinenstr. 4. Dortrag: -t. S eimer, Wümcrs- Refercntin: Clara Dohm- Schuch, MdA. Busspräche. Verschiedene». Beiträge werden in der Der- sainmlung angenommen. Zahlreicher und pünkilicher Besuch wird erwartet. — sg. Abt. I. und 8. Gruppe: Lierfch, lkantstr. S2, Dortrag:„ZleuwahIenT* Referent: Dr. Alfred kiorach. 2. Gruppe: Iu-kow ak, Holst n:dorffstr. 2st. Sammell.sten sind m.tzubringen.— 57. Bbt. Zohlabcnde: I.Gruppe: Arndt, Kaiunr. 51, Liail�ildervorlrag des G enoffen Kalk über:„Aus dem Tage- buch der Erde". 2. Gruppe: Thunack, Wiclandstr. 4:„Sozialversicherung". Rckercnt: A. Karsten, AdR. Gäste willkommen.— SS. Bit. Im Sistung». saal Rankestr. 4, vorn IV. Dorlrog:„Ter Anschlag der Industriellen auf den Dolkesioat". Refcrenl: ANKur Saternu». 59. Abt. Spandau Bllstadt. Türkisches Zelt, Moltkestraste Ecke Dismarckstraste, Dortrag:„Sirafgesestentwurs". Referent: Gerhard Rromer. 87. Ait. Gmirwald. Bahnhossrcstaurant Grunewald, Vortrag:„Das kommende Wahljahr 1328". Referent: Eduard Zachert. MdL. Gäste wlll- tommc». 88. Vit. Halrnfee. Sandmann, Westfälische Str. 42, Bortrag:„Wahloorderel- tungen". S cfrrent: Gustav Fuhs. Wilr credorf. 89. Bit. Adrea«. Pfalzburger Str. 58, Vortrag:„Die De. deutung der Donk der Arbeilcr, Angcstclilen und Beamten". Referent: Dr. Frist Cchonherr.- 70. Bit. Kroist. Holsteinische Str.'ig. Vortrag: �lonimunaipolitifches". Referent: Stadtrat Walter Fricdländer.—» 7t. Bit. Jona», Durlacher» Eck» Druchfaler Straste, Dortrag:.Kommunal- politisches". Referent! Sladlrat Karl Fabiunk«. Gäste willkommen. 73. Abt Schmargendorf.„Forstbous", Warnemllnder Straste, Bortrag:„Die Wirlschaftspolitit der Eozialdcmokrati-". Referent: Gustav Link. Die Dezirksführer laden sin. Achtung! Lorsta> d ui d ii„ bereits ab 4g Uhr ebendort. Riemand darf fehlen. 7«. Bit. Zehleaborf. Eehag-SIcdlung: Zahlabend iui.Waldbau,". Spaudauer straste 58. Abrechnung der Sammellisten stlr die Äinderbcscherunq. Schrnabero. 77. Bbt. Will. Martin-Luther-Elr. 89. Dortrag:„Die Invaliden- Versicherung". Referent: Rudolf Karsten.— 78. Bit. Zahladend«. 1. Bezirk: Wondlke, Dahnftr. 25. Dortrag:„Steuern der Kommune". Referent: Genosse Kasper. 2. Bezirk: Kllvmer, Lauptstr. 8. 3. 4. Bezirk: Roscnthal, Gdcrsstr. 8«. Bottrag:„Der Ach'.stuudenlaa als hvaienifchc Forderung". Referent: Prof. Dr. Chaje».— 7«. Bit. Zahlädendc. 2. 3. Bezirk: Grunow, Gestierstr. 18. Bottraa:»Da, Kleingartenwcsen". Referent: Eduard Hohn. 4 bis 8. Bezirk: Erost, Sedanstr. 17. Bortrag:„Groststadipropleme". Re. kcrent: Otio Fenfelau. 7. Bezirk: Podszus, Eachscndamm Ecke Relchardt. straste. Vortrag:.Die Landk»verrat»hausse". Referent: Kurt Srostmann. 8. Bezirk: Siedlung Lindenhof, Achtenhagrn, Röblingstrast«. Bortrag: .Politische Weihnachlsflimmung". Refercntin Margarete Schenlalowsiq.— 80. Abt. HelmhoibGnmnasium. Rudrnsst raste. Bortrog..Wahlen in Eicht". Referent: Bürgermeister Dr. Ostrowekq. 81. Abt. Frirdenan. Zahladend«. 1. bis 8. Bezirk: Stabe, Lanbferpstr. 89,81. 4. bis 8. Bezirk:»oginski, Slubenrauch. Et« Daunusstroße. Tagesordnung: Neuwahl der Adteilungslciwng 88. Bit. Ltchterf-lie. Schmidt, Sindenburgdamm Ecke Roonstrast- Bottrag: Fortfestung über.Di» Pcrkcbr-prodlem« de» 12. Bezirks". Borwäteiefer und Sompathisierrnde sind willkommen. 88.«dt. Tempclhof. Zadladend«. 1. Bezirk: Wendt. Borussiasir. 79. 8 und 4. Bezirk:.Zur Linde" tPrimus). Wcrderstr. 12. Ecke Friedrich. Karl-Stroste. 6. Bezirk: Lange, Ringbohnstr. 4. 7. Bezirk: Hoppetdt. Ecrmaniastraste Ecke Gottlled-Dunkel�irost«. 58. Bbt, Rariendorf. Zahlabende. Reumeger, Schincberger Gck« Kaiferstrastc. 8. dt» 8. Vezirt: Niendorf, Ghausscesir. 19. 8. bis 10. Bezirk: Schräder, ffticöenftr. 6. U. Bit. Lichte» rad«. Infolge der am Mittwoch statlfindenden Bezirks. vers-mmluna findet die Mitglirderrersammlun« am Donnerstag, dem 15. Dezember, 20 Uhr. tu der Schul« Roonstraste statt. Wichtige Tagrs. ortmung. Pirmin gs. Abt. Zahladend.-. L bis i. Bezirk: Gromvteäk. Sanderstr. 19. Lottrag:.Religioa, Freidenkertnm und Sozialismus". Referent: DNo Roth. 5.. 7. und 8. Bezirk: Wille. R-uterstr. 47. Dortrag:„Zusammen. iiuch der Bürgerdlockpolitik". Referent: Theo SILst.».. 11. Und 12. Bezirk: Huch. Pannierftr 58: Demokrat!« oder Diktatur".. Referent: Heinz Läwl. S., 19. 18. und 19. Bezirk: Mlcher. Hodrechtstr. 64. Vortrag:„Schule und Ktrche. Referent: Georg Müller.—»o. Abt. Zahladend». Schadeikch. Wetchfrlftr. 5. Vor! rag:.Auf zur W-hII" Referent: Rektor Heinrich B-hU«. Jahn, Fulda ftr. 4». Vortrag:.Di» Barbarei de» F-fchrsmus". Referent: Pastor Sans Francke.- 91. Ait.«ckrlsgart-n, Karl-g-rten. ü raste 8/11. Bottrag:.Ein neue» Stralrecht". Referent: Dr. Siegfried R-senf-ld, MdR. Gäste williommen— 92. Bit. gahlobende. 27. und 28. Bezirk: Bortrag:»Der Parler�Sildett-Bries und die Reparation». frage". Referent: Studienrat Erwin Marguardt 48., 47. und 59. Bezirk: Simon. Detthel,dorfer Straste. Socttafl:.Wirtschaft», und Patteivoliiik für die kommenden Wahlen. Referent: Theodor Kostur. 72 und 78 Bezirk: Schneider. Rosenstr. 7. Bortrag: Analen« im täglichen Leben". Rc. farenlin: Dr. med. Käte Frankeuthal. 82. und 88. Bezirk:«änig, Wilden. l».tch. Ecke W-sersI raste. Bottraa:.Die Programme der Potteicn im Reichotag in Theorie und Praxis". Rekereni: wimon Kastensikin 85.. 44.. 45. und 55. Bezirk: Wulff, Kaiscr.Friedrich.Slr l78. Eck« Roscggcrstraste. Bottraa:»Bsirgerdlock vor dem Untergang". Referent: Paul Iudrian.— 94. Bdt Zahiadeitdc. 54., 88. und 78. Bezirk: Schrödrt, Stctumegstr. 52. Vortrag:„Warum werben wir?" Rcfcrrnl. Stadtrat Eugen Rosemaiut. 52. Bezirk: Schräder, Cclchowcr Str. 8. 84. 85.. 68„ 87., 77. und 78.?c. zirk: Günther. SchMerpronieziade 44. Vortrag:»Was will die Sozial. demokratie? Refrrent: Stadlrat Willy Kühne.— 95. Bbt Zohladcndc. 58.. 54., 89., 81. und 71. Bezirk: Grienet, Lessingstr. 0. Borlrag des Stadtrats Reinhardt. 82..«8. und 79 Bezirk: Hürtler. Prinz. Händlern. Straste 84. Dortrag des Genossen Paul Hendemann, MdL. 74.. 75. und 89. Bezirk: Eustmann, Steinmeststr. 78. Referent: WiNi Grostmann. Er- scheinen unbedingt erforderlich, da wichiige Angeleaenheilen zu erledigen sind.—«8 Abt. Zahlabend im Lokal Zillmer. Nogaisir. 56. Referent: Harnisch. DidL.— 97. Bbt. gahlabcnde, 73.. 89. und 92. Bezirk: Kutzki, Lelnestr. l. Bottrag: �lommunalpolitifchcs". Referent: Genosse Heitmann. 99. und 91. Bezirk: Helmke. Wartheftr. 48. Borlrag:„Sozialpolitik". Re. ferent: Hans Gottfurcht 104. bis 196. Bezirk: Krüger. Emser Str. 88 87. Ecke Reistcslraß«. Vortrag:.Garten- und Parkanlagen in Reukdlln". Referrnt: Sladtrat Schröder.— 98. Bbt. Teich. Kncsebeckitr. 185. Bortrag! „Derbcwoche— Eozialdemolratie und die kommenden Wahlen". Rcferent: Stadtoerordneter Adolf Hoffmann. Gäste willkommen. OekSentSicKs Kus,c>gedung an» vleostsz, den, 13. Dezember, abend» 71/. Uhr, im Lehrertrereinshaos, Alexanderstraße 41. Tagesordnung; Gegen den Faschismus.— Für die B seiiigung der Todesstrafe. Redner: Arthur CrUplrn, Dr. Kurt Rosenleld, B. Abromowilxh. 99. Ait Vrig. Buckow. Sindcnvork, Ghausscestr. 19. Borlrag:„Was sah ich in Sowfct.Rustlaad. Referent: Genosse Picchowski. Mitgliedsbuch legltt. miert. Patteiangelegenheiten. 199. Abt. Rudow. Zahladend bei Krllaer, Bendastr. 71. 191. Bit Treptow. Oetiinger, kiefdvlzstr. 88,84. Ecke Ellenftrast«. Bortrag des Genossen Stadtrat Rudolf Echlichting:„Elcklriziiälsocrforgung von Grost. Berlin". >92. Bit. Baumschulenweg. t8 Uhr bei Hast. Baumlchitlenstrastc. Leite B«. sprechung sämtlicher Funktionäre zur Weidnachtsscier.mmunalpolit!k". Referrnt: Bürgermeister Kohl. Cöllnifche Bor. ltadt: Stippciohl, Schönerlindir Sir. 5. Bortrag: Kommunalpolitik". Referent: Stadtrat Ehrlich. All. und Kiestvorstadt: Lietfche, Dororheen- straste l. Bottrag:„Jugend und Partei". Referent: Jugcndpflegcr Dinfe. 198. Abt Frledrichshage». Scholz. Friedrichstr. 81. Vortrag:„Arbeiterschaft und Polizei". 119. Ait.«rüuan. Unsere Mtlgllcderverfammlung fällt au» und beteiligen sich dir Mitglieder an der Bersammlunq im Gemclnsckmfishau» der Garirn. stadt Falkenberg. Borirag: Sozialismus und Erziehung." Referent: Felix Frchcndach. >11. Bbt Bohnsdorf. Bei Heinzann. Daltersdorfrr Str. 199, Zahladend. Lichtenberg. 114. Bit Echentk«, Grossener Str. 14. Bortrag den Genossen Kurt Heinig, MdR. Gäste willkommen.- 117. Abt Schule, Lückstr. 69. Dottrag:.Sozialismus in der Familie". Referentin: He mn Rewald. IIS. Ait Tempel, Budrunstr. 7. Bortrag: �ustizform". Rcferent: Erich Kuttner. MdL. Wir erwarten zahlreiches Erfch-incn. Gäste willkommen. 129. Ab». Frledrichsfelte. Tempel, Prinsenallee 45. Dorlrog:„Verkehrs. Probleme". Referent: Stadtrot Ernst Reuter. Gäste willkommen. >21. Bit Karlsdorft D Wilsches Haus, Stolzenielsstrast«. Bortrag:.Wirt« fd>afl»frogcn". Referent: Robert Schmidt, MdR. 122. Ait. Biesdorf. Porath, Marzahner Str. 31. Bortvaa:„Zweck und Ziel, der Arbellcrwohlfahtt". Refercntin! Stadtverordnete Minna Todcnhagen. 12t Bit. Mahlsdos. Zahlabende. OristctI dei Ander». Bahnhofstr. 87. Nord. bezirk: Breldau, Hönower Str. 49. gegen die Reaktion". Referent: Max Sillmefster. 9. Bezirk: Dohnlc, Wollankfir. 81. Vortrag:„Der deutsche Einheitsstaat". Referent: Richard Meier. Gafte willkommen. Heinresdorf. Lokal Raddast. Tlnirisstr. 89. Zahladend. Erscheinen sämtlicher Genossen ist unbedingt erforderlich, um Uber die lommdndcn Walil. angciegcnheiten Imsorn aiioncn zu empfangen. 182. Ab!. Llankendurg. Lokal Klug, Torfstr. 2, Bortrag:.Slastdrenner". Bor» tragender: Iofef Müizimann. 188. Abt Luchholz. Rossack, Hauptsir. 71, Borlrag:»Wirtschaftliche Zeit, und Streitfragen". Referent: Paul Kolbe. 134. Abt. Billy. Eäpfcrt, Am Bahnhof, Zahladend. Neuwahl des Abteifungs. vorstandco. Pünktliches und vollzähliges Erlchcincn fämtlicher Mitqlioser ist Pflickzi. 135. Abt. Karow. Zahlabend de! Kllx. Pankgrafenstr. 3, Bortraa:..Behandlung von Stahl» und Silberwarcn". Referent: Bernhard Fleischer. 187. Abt. Nttttickcndolf.iißcst. Bolksbäus, Scharnwcberur. 114. Vortrag:.Zweck und Ziele der Ärbeiterwohlfahrt". Rcfcrcntin: Dr Elara Henrigues. Gäste willkominen. 138. Abt. Hermsdorf. Lokal Okrent. Bahnhof- Ecke Berliner Straste, Bortrag! „Prodicme der inneren Politik". Referent: Bruno Theck. Rege Be» teilixung wird erwartet. US. Abt. Tegct Lokal Otto S-Hade, Berliner Str. 17. Ecke Beithstraste. Bor. trag über:.Eonvssenfchaftcdcwcgung". Borfchiedoncs. >48. Bbt. Borsigwalde. Bchtungl Der Zahladend fällt i» diesem Monat aus. 149a. Bbt. Wittenau. Lokal Schulz, am Rordbahnhof Wittenau, Bortrag: -Unter der Herrschaft der Uiiternehmerorganisationcn". Referent: Dr. Friedrich Hermeck. Gäste willkommen. 141. Bbt Roscnthal und Mederschönhausen-Weft. Gemeinsamer Zahlabend Im Lokal Echwesig, Waldrrsecftr. 5, Vortrag:„Der russische Kommunismus". Referent: Robert Breuer. Die Funktionäre laden ein, besonders die neu» gewonnenen Mitglieder. 148. Bbt Boidmannslust Zahlabend bei Dreistig, Waidmannstr. 4. Vortrag: „Die komniunalpolitisch« Umgestaltung der Stadt Berlin". Referent: Genosse Brell. 192. Bdt. Bonmfchulenwcg. Ackstungl Sonntag, 18. Dezember, pünkt- lich 17 Uhr, Weihuachtsscler in der Aula und in der Turnhalle des Lyzemn», Baumschulenflrastc. Milwirkcndc: Gotthold Ditter, Bariton, Bnny Helm, Sopran(beide Mitglieder der Städtischen Dper). Dr. Felix Günihcr am Flügel. Hans Kraust, Cello IMitglied der Eiädtifchen Oper). Fräulein Arnst, Bioline. Chor der Jugend. Eintritt frei. Die Karlen werden den Mivilkdern durch die Bezirtsführcr zugestellt und müssen unter alle» Umständen bcnustl werden. H Vezirksausjchuß für Ärbeiterwohlfahrt und Kinderschuh. 8. Keri, W cd ding. Heut« Dienstag, 18. Dezember, 18 bis 19 Uhr, erweitert» Srrisausfchustsihniig. Alle Abteilungen müssen unbedingt oertretcu fein. 18. kreis Tempclhof. Donnerstag, 15. Dezember, 29 Uhr, Schulungrlurfn» im Beztrksam: Tempelhof, Dörfstr. 42. Arbeitsgemeinschaft über Berufs. berutung. Leiterin: Luise Morgenstern. Alle mtrreffierten Genossinnen und Genossen find willkommen. 3 rauenveranstalkungen. 93. Bit Rniköll«. Millmoch. Lt. Dezember, vormittag« 19 Uhr. treffen sich die Genossinnen am Bahnhof Kaiser-Friedrich-ktiaste zu: Besichtigung der Ausflellungstäumc am katlobad IllssZ Jungsozialistea. Erost. Bettln. Erschcänl olle zum Bortrag de, Genossen Dr. Max Adler. Wien über:-Maexisn US und Ideologie", am Donnerstag, de«>5. Dezember- IS'xi Uhr in de« Schulaula, Gcoracnstr. 38 Dl(am Bahnhof Friedrichstrastc) bei der Verelaiauag sozlaldemokratifihcr Ltulicreuder. <8 ruppe Lichtenberg. Heut- Dienstag, 29 Udr im Jugendheim, Bibliothek, Weichfelstr. 28. Film.abcnd:»Winter und Wintersport". Kinderfreunde Grosz-Verlin. Achtung! Sprechchor zu» Semeinschaftsseirrl Proben finden in der Wache am Dienstag und Donnerstag, 18 Uhr, im Friedrich-WildeUn-Eymnasium, Kochstr 13, statt sEesanassaaj). Daselbst Näheres über die Gencralprode. Wer fehlt, lanu nicht mitspielen. In dieser leiten Woche müssen wir alle Kräfte einsetzen, damit wir unsere Ausgebe orfiUIen können. 124». Bbt Mahlsdors Siid. Lokal Hubert»», Cövenicker Alle«, Film. vorführuag:„Der Sreuzzug de, Belb»»". vortragender! Stadtaezt Dr. Georg Löwensteiu. Eintritt frei. Gäste»od Boru>ärt»l«s«r, Sg«. puthisicrende sind sreundlichst«lugeladea. Achtung! Dil Funktionär« treffe» sich bereit» ua 19 Uhr ebendort Sozialistische Arbeitekfist-eild SroA-Serlm. heute, Dienstag, 1Z. Dezember. 19� Uhr: vruuueuplatz: Schule Wiesen. Ecke Pankstraße.„Jugend und lbewerkschgsi." Gefut.dirunucu: Schule Evrenburger Str. 2..Berliner Humvr."— Wcddiua. I Nord: Heim See. Ecke Turiner Straste.„Nr.chsschulgesci— Falttilatz I: � Schule Eberewaider Str. 19.„Die ratitlsche» Partv.cn."— hu au..pl.!tz: Schule Tcherenderaftr. 7„Wie kam ich zur SA?.? Nordost! Heim Danz er i Straste 82.„Ginlühruna in d:n iüo.' o; srnus"— 2 lät-hau.cr Borstadt! Schul o BL H M MW W Drlcicner Sir. 2L.„Soll die Iugerd walzm?"— Weisteuse«! Heim Parlstr. 88. -mc". Referent: Dr. Meyer Brodnitz, l Iock.Loudon.Abend.— Weiten II:.Heim Vü owstr. 88. Slastbrenncr-Abend.— ' �-u... e."3° t i J OK'lß D. f,. ClT"' 4-> i«. /> f a__ idrsie�w 127. Bit H»h«»fchä«haos«». Schule. Freienwalder Sit 5�8. Dottrag�.Bolks. acsundheii und Bevällcrunasprobl Gäste willkommen. t28./>89. Bit Paulo«. Zadlaiende. t Bezirk: Roack, Kaiser-Friedrich-Etr. 53, Bortraa:.Da« Wahljahr 1928". Referent: Genoff« Krüger. MdR. 2. Be» zirk: Schweizerhüttc, Maxlmllianstr. II». 2». Bezirk: Reumann, Berliner Straste 41, Ecke Miihlcnstraste. Bortrag:„Proletarische Feste und sseiern". Referent: Walter Efchbach. B. Bezirk: Dreier, Kissingenstr. 4, Vortrag: .Unser Kampf gegen die Reaktion". Referent: Genosse Donleltcr. 4. Be» zitt: Türkische, Zelt. Breite Str. 14. Bortrag:„Kommunalpolitik". Re. ferent: Genosse Melkan. 5. Bezirk: Drunow» Ecke Schulstraste, Lortrag: „Da, Arbeilslosenversichettinqsgesetz". Referent: Genosse Echarfstcdt. 8. Bezirk: Neumann. Rendelstr. 17, Vortrag:.Da» kommende Wadliahr >928". Rcferentin: Helen« Schmitz. MdL. 7. Bezirt: Sängrrhelm, Flora- straste 9, Bortrag:„Die nepc Strafrechtsreform". Nefcrent: Wilhelm Lc. winsit 8. Bezirk: Forsthans, Wvllankstr. 115. Borlrag: Einser Kampf ichichte der It'ger dbewegung"— Rcukilln Vt Heim Böhm sche Ecke Kanner Straste..Barsche und Mädel in der Bewegung."— Reukklln VI: Schule Herst- dcraplatz„Die KoitsumiKrossenschoit und iij-e Stellung zur W rkschaft."- Bohrsdott: Helm Wachtelste. 1.. Udler �Wechnachten."— stermedorsi schule Noo'sstraste. lieben zur Wcihnachtsie'cr.— Reidlckcrdsrs.vst:.Seebad", Resi» dcnzftr. 48...Art kc> unserer Zeitschrift."— Wätthyr Platz: Heim Danztgcr Strasse 82. Positssch-iatlrischrr Abend. Alle müssen erscheinen. Wer'-eiezirk PreiGlonc: Berg: Ad heute fed'n Dienstag 179!— 19 Uhr Baden nn der Odcroergcr Sirgstc zu exmästigten Preisen. Treffpunkt 17� Uhr in der Vorhalle der Badeanstalt. Zie sellzer sc�on lisben, Lie von mancher �j�Ärette nur �veniß, von einer anclern>viec1er belieHZ viel vertragen können. Es gibt eben U nterschiede. Der Preis spielt dabei nicht die entscheidende Rolle. Massary-Privat kostet nur 4 Pfennige und bietet durch ihre vielen Vorzüge doch eitel Freude und Genuß auch dem verwöhnten, empfindlichen Rauchermunde. Für Kettenraucher und alle, die manche andere Marke erst in der 5- oder 6-Pfg.-Preis- lage genußreich finden, ist Massary-Privat, die außergewöhnliche 4-Pfg.-Zigarette, eine höchst willkommene Überraschung. jHcMAGfy�PfiücdA-fy ohne Mundsiijck-und mif Gotdmundsfück „y- b 1$ JnvlW, Caebe (Es Ist aber auch eine ganz entzückende Auswahl von Kinderkleidung, die Ihnen bei uns zur Verfügung steht. Unter voller Berücksichtigung aller Herzenswünsche Ihrer Lieblinge, ohne doch die praktischen Gebote von Zweckmäßigkeit und Strapazierfähigkeit außer acht zu lassen. Der elefftat*] Kindermaatel mit ftekoaea PloftckWstfca, RücLca�altc. Taiclie.Gr.60. WtCr�0.75fi __________ � j'." ,r r. � �1'| C'Cvy'Vr�-.IIL�.T J Am Sonntag, den 18. Dezember sind unsere Geschäftsräume vSrri�ß UhTunumierbrochen geöffnet! (Einem Hcrzickflage e lag am Sonn- abend, dem 10 Dezember, der früher? Angestellte unteres Verbandes, der Arbeilsnachmeis-Angestellte im Ar- beitsna.chweis der LtajZt Per.! in, Abt. GcmWinsgewerde krleilrjed Mieskcke Wir verlieren einen ireuenKameraden. der out allen Gedieten im Inierefie der Arbeiierdewegung 2Z IoÜrk iäüg war Tin ehrendes Andenken ist ihm g-wih. Zestraloerraud der Hotel-, Restaurant- und Tasd-Anftestellteu. Sie Beerdigung findei am Miilwoch. dem 14. Dezember. lb'!. Uhr. auf dem ??rl»dhvi der Freirdtgidsen Gemeinde, Davpelallee>>>117. iiaü. Am 10. Denember enischlief nach ichwerem Leiden unter»cder Baier, Schmiegervaier und Drostvaicr der Tischlermeister Karl SarKander im fest vollendeten CS. Lebensjahre In tiefer Traner GetdiwUier Sarkandcr Beerdigung am Tonnerstag. dem IS Deuemder. 14 Uhr, vo» der Salle de» allen Semeindetriedhoses Reu- ölln. Rudowcr Siratze. ro«fes»n»«ige, Am Sonnabend, dem 10 Dezember. verschied v'Ltzlich> nd unerwartet unser h chverehrtes Mitglied des Vor- stcmdts. Herr krletlrled NszecKs Ties erschllitert stehe» wir vor dieser Tailache, denn wir vertieren in dem Ve stordenen einen treuen Mitarbeiter und edten Berater, der mit ganzer Singade im Dienste der Soz aiver- sicherung seine Pflicht erfüllte. Sein Andcnien wird in unseren Herzen stet» weiterieben. Der Borstand und die Angebellten der Znnung»trantcnl der«airwirtr-Zunung Die Beerdigung findet am Milt- wach, dem 14 Dezember 1b'. Uhr. von der Leichenhalle der Freireii- gidten Gemeinde. Pappel>llee ib/i?, an» statt t Ange"ellt»» ntcnrasse !g u Berlin. «esdhentNiteniNir Ganzleinen geb. mit Dcckclpressung ADOLPH HOFFMANN AMORETTEN Cilftpflanzen aus dem Irrgarten der Liebe— 104 Seiten stark.— V. Pädagogen, Aerzten, Juristen und Presse glänzend beurteilt SpäfherbsfbltUen üereim. e und unger. Lebensolider Mit Porträt u. Faksimile desVer- fass, sowie 6 Vollbilder u.Sichei- vlgnctte auf Kunstdruckpapicr von WILLI STEINERT Porto u. Ver- packg. 0.25 M. Jedes Buch n M Kostet gebd. w 11« Zu beziehen durch: Sämtliche Vorwärt«* Ausgabe* stellen und deren Botenfrauen rf'dTge liilliymiMlllli;iillllilllllillili!l!i:i!l!lllllilllliHül!lllllllliillllllll!HII)llll!liiliil!l!yillll!l«llllllllirillUllHliill NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN SrSHker dcoisisSier Uäscrsee-P�sa�lcrdlcüsl einzige deutsche Linie mit regelmäßigen direkt. Abfahrten m. ßcppelgßiraaäfnflajrstcnj für Reisende und Auswanderer von Bremen nach CANADA Nähere AuskunR über Cinreiscbedingungen u.Abfahrten erlcfll Berlin;«Norddeutscher Lloyd, Agentur Berlin O. m. K Unter den LindeMl(Hotel Adlon) F Montanus, Generalvertretung des Norddeutschen Lloyd, invalidenstr.(zwischen Lehrter ö. Stettincr Bnhijhof) iiiEiiiiiiii™ Zu noch nie dagewesenen Preisen bringen Wir Stores,(Sardinen, Bettdecken KOnstler-Gardinen in besten Qualitäten für 5.90, 7,50, 8.90 M. Haibslores in allen Wehearten I.7S, 4.50, 5.50 5— M. Gardinen-Reste cigtä-siiub o. ihud-ferttti zum halben Preis. — Einzelverkauf von 9—7 Uhr.— WlSl-WW-MMK Nenhölln,»ergstr.s? 2 Stock, am Eingbahnhof kOSHBi Kein Laden! Küche» nodi zum allen Preis g roh emaiineri R ,t!riki"-KöA«n..... 43«• 75 M- i *.nririitE-R3die, jsaana"., 88 M. tnrimfe-KOife«..loalsc".. 105 M. «nrichte-Ködie.«Uwt".135 L lieiderstfarSoke. 92 tm.. 43 M äussIcIIbüd feiner Rheinisdier HBdics. HfldieoinObel'HaQs Laserstein, Loäaosr StraBe] Ecke Oranienstr. nahe Moritzplatz �rönnen wiiksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in derGcsamt- audagc des „Vorwärts- und troizdem NMUZgN boucItVorrai reicht! Frisch geschlacblcte juni'e, prachivolle Gänse 1.10 11 b. 16 Pld. schwer, einzig I.Oescbmack Wcgner.BcrilnSO MariannenstraBc 34 Im(iäcsckellcr. Familien- Anzeigen Männer: kBie (nach Geheimrat Dr. med. Lahasea) Wir ffeboa Ihnen Gelegenheit, das tausendfach bewUhne Sexa&l- u. Nerven kratci�ungsraittel ---- u. iNct v�riKiati iKUiigsiuiitei kennen a. echfi'zcn ru»enien. Wir verse nden ainsßnsl 30930 Prolie�aslin�en! Verlen�enSle hochinteressante Br«sebfire and legon Sie 30 Pf. tür Doppelbrl« f-Porto bei Sie erhalten diese eoforfc diskret in versch'osMtnem Brieiumschlag ohne jeden Au druck. Wir noen bei: 1 l'robeparkunr, Lrtetle von Aerzten u. Aneikennni.gen dank- Verhranch» r. Ihr M'sstrauen wird scnwiiiaen, denn Sie werden f-ich selbst vön der vnrzü�l. Wirkung llbpf zeugen 1 Orlginai- Packni-se» zu 9.50 Mk. erha.ien öle in den Apotuckec, dli' Probepatkung ar-er nnr auf pcliriftl. An �.ieransr durcli da« Gcncraldepct ßadlaneis Kronen-Apotbelie, Berlin W.61« Fried rlc»n-tr. 160 Arbeiter, Angestellte und Beamte sollen sich nach den Beschlössen des Grwrrkschaf fs- kongresses, des Atabundes, des Al'jJem. deutschen Beamienbundes und des GenossbnschaiUta�e nur versichern bei dem eigenen Unternehmen dei W&Slssfürsorse cSngst Hot öle yilöe festgestellt: wos nützt der Urlaub, fehlt das DclÖ? sthr lvohlfahrtslos gewann— juchhe! llm Sommer fährt sie an die See! Oertraue auch du dem C>lüÄ! Nimm sin £.05 der Krbeitcr-ILohlfalzrts-Lotterie! GswerHsätnüüGt- GcfiossensdialdiGie Verstmeruii �s-AScliengesellsdiali Auskunft erfeilt Dtw. Material versendet kostenlos die Rechnungssfeile I Berlin S 42, Kittersir. 126, oder der Vor- s and der VolksfQrsorge in Homburg 5. An der Aister 58'59. 7tr. 587» 44. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts OienSiag, 43. Dezember 4927 Die Eisenarbeiter im Abwehrkampf Erklärungen des Rorsihenden des Oeuffchen Melallarbeiter-Verbaudes. Im Gebäude des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- bundes fand am Montag eine Pressebesprechung statt, in der der Vorsitzende des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes, Reichel, den Standpunkt der freien Gswerk- schaften im Eisenkonflikt begründete. Die Aussprache förderte eine Reihe von Tatsachen zutage, die von entscheidender Wich- tigkeit für die Beurteilung des Kampfes find. So hatten die Unternehmerverbände durch ihre Presse immer wieder er- klären lassen, daß die Einführung des Dreischichten- s n st e m s allein ein Kapital von 100 Millionen Mark für den Wohnungsbau erfordere. Eggert vom ADGB. tonnte dazu feststellen, daß diese Behauptung in den Verhandlungen niemals aufgetaucht ist. Die Unternehmer nehmen sie also selbst nicht ernst genug, um sie vor den Gewerkschaften und vor Fachleuten vorzubringen. Auch die Besorgnis, daß nicht genügend Facharbeiter zur Verstärkung der Beleg» schaften vorhanden seien, konnte als unbegrünidet nachgewiesen w:rden. Einmal sind noch beträchtliche Mengen von gelernten Metallarbeitern erwerbslos; sie wohnen zum Teil noch in den wichtigsten Produktionsorten und stehen für die leichtere Dreischichtenarbeit zur Verfügung, auch wenn sie, was viel- fach geschehen ist, mittlerweile berufsfremd wurden, weil sie den Strapazen der Zwölfstundenschicht in der glühenden Temperatur nicht gewachsen waren. In dem Hduptreferat führte Genosie Reichel etwa folgendes aus: Die deutsche Eisenindustrie hat der Menge und dem Absatz nach nahezu die Stellung in der Weltwirtschast von früher wieder er» reicht. Entscheidend ist die Steigerung des Innenabsatzes. Im alten Gebiet wurden 1913 an Rohsdahl 18L Millionen Tonnen, 1927 im jetzigen Gebiet 17 Millionen Tonnen produziert. Maßgebende Eisenindustrielle schätzen die Erzeugung im lausenden Jahre noch höher ein. Auf den jetzigen Gebietsumfang 1913 bezogen betrug die Produktion 12,2 Millionen Tonnen gleich einer Steige» rung von 41,32 Proz. 1927, im Vergleich zu 192S mit 10,2 Millionen Tonnen beträgt die Steigerung 70 Proz. Infolge der R a t i o n a l i» s i e r u n g konnte diese außerordentliche Produktionssteigerung durchgeführt werden. Nach den Absatzgebieten hat sich allerdings eine erheb» liche Verschiebung vollzogen. Die deutsche Schwereisenindustrie hat nicht mehr den Charakter einer starken Erportindustrie. 1913 betrug ihre Ausfuhr 786 Millionen Goldmark, 1926 631 Millionen Gold» mark gleich 17 Proz. Rückgang. Die Maschineninduftrie hatte dem- gegenüber nur einen Rückgang von 10 Proz. Die Schwereisenindustrie weist also auf eine immer stärkere binnenwirtschaftliche Orientierung hin. Es ist deshalb von diesem Gesichtspunkte aus nicht von entscheiden- der Bedeutung, wenn einige westliche Konkurrenzländer zurzeit etwas geringere Gestehungskosten haben. Dagegen könnte der Eisenabsatz im Inland noch wesentlich gesteigert werden, wenn es z. B. durch eine vernünftige Anleihepolitik gelänge, die Bautätigkeit anzukurbeln.» Der Acht st und en tag wurde den Arbestern nach Abschluß des Ruhrobwehrkampfe» genommen. Das hat starke Erbitterung bei den Arbeitern ausgelöst. Nach aller Ersah- rung wirkt die Arbeitszeitoerkürzung produttionsfleigcrnd: sie reizt zu technischen Verbesierungen an. Bei der Hüttenindustrie muh dabei in Betracht gezogen werden, daß die Leute bisher die Hälfte, zukünftig ein Drittel ihres Lebens in Nachtarbeit zubringen müssen. In heißer Glut und qualmerfüllteu Räumen, die kalte Zugluft im Rücke«, müssen sie schwer schaffen. Die Ruhe am Tage ersetzt nicht den erquickenden Schlaf der Nacht, dessen wir uns alle erfreuen. Dom„schemotifchen" Achtstundentag kann angesichts der Arbeitsweise der hüttenwerte nicht die Rede sein. Im übrigen mußte die Forderung aus Unterstellung aller Hüttenarbeiter unter den Achtstundentag jetzt angemeldet werden, weil die jetzt anzubahnende Veränderung die Durchorgani- sation des ganzen Hüttcnbetriebes in der Richtung der dreigeteiltcn Schicht bedingt. Von ho:,»u Lohnforderungen kann keine Rede fein. Der tarifliche Sturivenlohn. betrögt 76 Pf.; er soll auf 86 Pf. die Stunde herausgesetzt werden. Das Durchschnittsjahresein- kommen der Hüttenleute beträgt 2S63 M., der Index 150,6. Der Schichtverdienst wird nur durch stärkste Anspannung der Körperkraft und Gesundheit erreicht. Daß die Lohnsorderungen der Gewerkschaften mit dem Drei- schichtensystcm zusammenfallen, ist nicht unsere Schuld. Wir haben rechtzeitig aus die innere Verbundenheit der Werke hin- gewiesen. Nachdem die Unternehmer die Durchführung der zurzeit zur Debatte stehenden Verordnung sabotiert haben, dem Ar« beitsministeirum und den Gewerkschaften schärfsten Kampf ansagten, haben sie das moralische Recht verwirkt, sich über die jetzt auf ein- mal kommende höhere Belastung zu beklagen. Die Unternehmer haben den sozialen Kamps eröffnet. Auch die sozialen Bewegungen haben ihre besonderen Gesetze. Eine Sache einmal angefaßt, drängt mit innerer und wachsender Gewalt zur Lösung. Mau kann der Arbeiterschaft die Aufgabe eiues Rechtstitels nicht zumuten, der ihnen durch die Ver- ordnung gegebe« Wörde» ist. Ich wende mich auch gegen die von den Vereinigten Stahl- werken vorgelegten großen Zahlen, die eine Mehrbelastung von 109 Millionen Mark als Folge der Gcwerkschastsforderungen angeben. Eine Nachprüfung hat ergeben, daß eine restlose Er- füllung der Forderungen des Deutschen Metallarbesterverbandes einen um 22l>i Millionen Mark geringere» Aufwand bedingt, als ihn die Unternehmer berechneten: ungerechnet der zahllosen inneren Vorteile der Betriebe, die durch ein« andere und zweckmäßigere Verteilung der Arbeiter in betriebstechni- scher Hinsicht entstehen. Es müßten etwa 28 Proz. mehr Arbester eingestellt werden.— Dazu trist aber eine Produktions- st e ig e r u n g durch die anfallende größere Zahl von Produktions- stunden. Für die„Vesta" wiederum ergibt sich theorettsch eine Produktioussteigerung von I.K Millionen Touue» Rohstahl pro Jahr. Selbst wenn das nur in Verbindung weiterer technischer verbeste- rungen erreichbar sein sollte, so wird doch unverkennbar eine Leistungssteigerung für die Werke mit dem Uebergang vom ver- asteten Zweischichten- zum modernen Dreischichtenbetrieb verbunden sein. Ein Teil der werk«, namentlich Stahlwerke ohne Hochöfen. glauben überdies, das anfallende Luantum Stahleisen an den walzenstroßen in zwei Schichten i 8 Stunden ausarbeiten zu können. Das Stahlwerk Riesa, auch Ruhrwerke haben das erklärt. Das Gesamtbild für die Eisenindustrie ändert sich meiner festen Ueberzcugung nach wesentlich, wenn man alle diese inneren Dorteile moderner Betriebsführungen berücksichtigt. Die dreigeteilt« Achtstundcnschicht ist nicht nur ein Gebot sozialen Entgegen- kommen? an die Arbeiter, sondern sie bringt im Endeffekt auch eine Hebung der deutschen Eisenerzeugung. Die Stillegungsanträge der Schwerindustrie habe» die Loge ver- schärft. Sie sind in erster Linie ein schorfer Druck auf den Staat; sie mllsten sich aber auch gegen die Gewerkschaften aus- wirken. Redner erinnert daran, daß die Krupp-Werke ihre Ar- bester aufgefordert haben,«inen Revers zu unterschreiben, in dem sie auf den Achtstundentag verzichten sollen. Ein in der Geschichte der deutschen Wirtschaft beispielloser wirtschaslskamps muß entbrenueu, wenn nicht in letzter Stunde eine auch für die Arbeiter tragbare Entscheidung fällt. Die im Deutschen Metallarbeiterverband vereinigten Metall- arbeiter sind zum Kampf fest langem gerüstet. Aber wir kämpfen nicht, wie das gelegentlich in der Presse unterstellt wird, um eine andere Gewerkschaftsrichtung totzustreiken, sondern wir kämpfen um die technische und soziale Erneuerung der deutschen Wirtschaft, u m der Sache willen, um den kulturellen und wirt- s ch a f t l i ch en A u f st ie g. In diesem Kampf hat der Deutsche Metallarbeiteroerband allein 65 bis 68 Proz. der gesamten deutschen Hüttenarbeiter, die seiner Organisation onge- hören, hinter sich. Der Kampf kann von uns mst gutem Gewisten und mit Aussicht aus Erfolg aufgenommen werden. In Beantwortung von Anfragen über die gewerkschaft- liche Taktik erklärte Reichel, daß die Gewerkschaften nicht beabsichtigten, den Kampf gegen das Retchsarbeits- m i n i st e r i u m zu führen, wenn dieses darauf beharrt, daß die Arbeitszeitverordnuna loyal durchgeführt wird. In diesem Falle sind die Unternehmer nach Meinung der Ge- wertschaften auch zur Zurücknahme der Stillegungsanzeigen verpflichtet. Gerechnet werden muß allerdings damit, daß eine Anzahl von Werken, die bisher noch mit durchgeschleppt wurden, aber seit langem unwirtschaftlich arbeiten, ihren Betrieb einstellen müssen. Reichel bestätigte, was die Leser des„Vorwärts" bereits aus den Berichten aus dem Industrie- revier wissen, daß Neuanmeldungen zum Metall- arbeiterverband in einer solchen Menge erfolgen, wie es feit Jahrzehnten nicht zu verzeichnen gewesen ist. U m b r e i t vom ÄDGB. stellte in den Vordergrund, daß sich der Kampf der Unternehmer gegen die Staats- a u t o r i t ä t richtet, die durch das Reichsarbeitsminiftertum verkörpert wird. Die Gewerkschaften könnten in diesem Kampfe mit Gewehr bei Fuß bleiben, wenn sie nicht wüßten, daß für die Arbeiterschaft dabei viel auf dem Spiel st e h t und daß sie sich daher hinter die Staatsauto- rität stellen müßten. Eggert wies in seinem Schlußwort noch darauf hin. daß ohne einen scharfen Druck der Produktivkräfte auf die deutsche Wirtschaft das Ziel einer sozialen Besser- st e l l u n g des ganzen Volkes nicht erreicht werden kann, und daß die S ch w e r st a r b e i t e r der schweren Industrie in ganz besonderem Maße den Anspruch haben, der im Ausland und in anderen Berufen längst durchgeführten achtstündigen Arbeitszeit teilhaftig zu werden. Szenenwechsel bei der Lisa. Nach Amerika ein Großvertrag mit E«gland. Die Hugenbergfche Universum Film-A.-G. scheint die unter der früheren Leitung eingegangene eng« Verbindung mit a m e r i k a- nischen Filmkonzernen endgültig lösen und ihr Gc- schäft mst einem englischen Großkonzerv der Filmindustrie versuchen zu wollen. Die Londoner Blätter bnngen spattentonge Bcrichl? über einen Vertrag, wonach die englische Gaumont-Gesellschast, die in England etwa dieselbe Rolle spiest wie die Ufa in Deutschland, mst der Ufa nicht nur die Produktion austauscht, sondern auch Regisscure und Künstler. Die Londoner Blätter ver- treten den Standpunkt, daß durch die engiisch-deutsche Transaktion die Stellung des europäischen Films— jedepfalls gegenüber Amerika— auf dem Weltmarkt ganz erheblich gestärkt werden wird. Bekannt ist, daß die englischen Filmbühnen sehr stark von Amerika beherrscht sind, und daß die englische Filmindustrie auf dem Welt- markt einen sehr schweren Stand hat, selbst in den eigenen Kolo- nien England».- Dom deutschen Standpunkt aus darf man deshalb In die Kom- bination nicht allzuviel Vertrauen setzen. Offenbar ist aber, daß die Verbindung der Ufa mit England sich gegen Ame. r i k a richtet, wobei es zweifelhaft bleibt, ob für die Ufa dabei ein gute» Geschäft herauskommen tonn. Jedenfalls wird sich die Ufa bald darüber zu erklären haben, welche finanziellen Bedin- gungen an den Austauschvertrog geknüpft sind und ob Herr Hugen- berg letzt sein« Ufa schon mit englischem Kapital finanziert mst der lieblichen Folge, daß er seinen Wahlkampf für das deutsche Nationaltnteresse mit dem Gelde de» Dawes-Feindes ausfechten wird. Eine gefährliche Zotlnovelle. Höhere Zölle für einzelne Avtomobilteile. Die deutsche Auwmobilindustrie hat es mit sehr viel Miß- gunst gesehen, daß die großen amerikanischen Automobilfirmen wegen der hohen deutschen Aulomodilzölle in Deutschland M o n- togewcrkstätten errichtet haben und dabei davon profitieren, daß die einzelnen Auwmobisteile so importiert wurden, daß sie nicht nach den Zollsägen für Automobile, sondern nach den niedrigeren Sätzen für Maschinenteile verzollt wurden. Offenbar will sie den gegenwärtigen, noch von der Rechtsblockregierung geführten Reichstag dazu benutzen, diesen Dorn In ihrem Fleisch« wirkungslos zu machen. Sie hat in der Tat«ine willfährig« Regierung gefunden, die dem Reichstag einen Gefetzentwurs zur Abänderung des Zoll- gefetzes nach den Wünschen der Automobstindustrie zugeleitet hat. Auwmobllteil« sollen danach generell nicht mehr als Maschinenteile, sondern noch den Automobilsätzen verzollt werden. In doppelter Weise ist die Gesetzesvorlage ein gefährliches Unternehmen. Einmal schlägt sie der vom Reich lam proklamierten Zollsenkungsaktton ins Gesicht. Zum anderen aber wird hier ein Präzedenzfall geschaffen, der die schwersten Verwick- lungen im internationale» Handelsverkehr mst sich bringen kann. Es war ein« bisher von allen Ländern durchgeführte Uebung, daß man die Zölle, fei es durch Errichtung von eigenen Fabriken im Ausland, sei es durch Errichtung von Montagewerkstätten und Ein- fuhr der Einzeltelle, zu überspringen versuchte. Gerade die deutsche Industrie hat dos nicht nur in der Vorkriegszeit, sondern auch In den letzten Jahren besonders nachdrücklich und auch mit Er- folg durchgeführt. Es Ist mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß Amerika ebenso vorgeht wie Deutschland, wenn auch aus anderen Erzeugungsgebletm, und daß sich daraus die schwersten Kompli- kationen für die Zukunft ergeben. Das geschieht in einer Zeit, in der sich die Wirtschastsdiplomaten aller Länder wenigstens scheinbar die Bein« ausreißen, um die Handelihemmniffe zwischen den Völkern zu verringern. Die HImmelsbach-W�ke verkauft? Die Jtoniunktur-Korreftwri- denz" meldet, daß der Verkauf der Holz- und Sägewerke der in Konkurs gegangenen Gebr. Himmclsbach A.-G. erfolgt fei. Als Käufer wird die Firma I. I. Dowtnckel, Berlin-Charlotten- bürg, genannt, die zu den großen Firmen der Schwellen- und Mastenindustrie gehört. Die Verhandlungen mit den Rlltgerewcrkcn sind also gescheitert. Ein Kaufpreis wird noch nicht genannt. Zehn Millionen für den Frllhgemüsebau werden demnächst zur Verteilung kommen, und zwar im Rahmen der für die Gärtnerei- betriebe bewilligten Kredite. Bereits im Juni v. I. hat das Deutsch« Reich 5 Millionen zur Förderung der Gärtnereibetriebe zur Ver- fügung gestellt unter der Bedingung, daß die Länder ebenfalls den gleichen Kroditbetrag bereithalten. Preußens Anteil beläuft sich dabei aus rund 3 Millionen Mark. Bei einer Bcsichtigungsreisc des Rcichsernährungsministers Im Rheinland hat dieser geäußert, daß die Verteilung der Kredite nunmehr erfolgen könne. Zn die deutsche Mrkschas« bedroht? Der erste kontradiktorische Aufbauabend der Gesellschaft der Freunde der Sozialistischen Monatshefte nimmt am 13. Dezember, 8 Uhr, im Reichswirtfchofts- rat, Bellevuestr. 15, nach einem Referat Julius K a Ii s t i» zu dieser Frage Stellung. In der Rednerliste sind vorgemerkt: Georg Bernhard, M. d. R.-W, Arthur Feller. M. d. R.-W., Dr. Richard L e w i n s o h n(Morus), Walter L o e b, Swatsbanl- Präsident a. D., Oskar M u l e r t, Präsident des deutsche» Städte- tages, Hermann Roßdeutscher, M. d. R-W., Osta Schweitzer, M. d. R..W. u. a. �5 ideale, gefizAdose GfinMaumbeteuchtung -ßßtgen Miers Angriff auf die Lohnsteuersenkung. Die Lex Brüning vor dem Reichstag.— Scharfe Kritik am Branntweinmonopol. Präsident L ö d e eröffnete die gestrige Reichstags- s i tz u n g mit der Mitteilung, daß als Nachfolger des gestorbenen Abg. Silbcrschmidt der Abg. S t o l l b c r g aus Burg bei Magdeburg eingetreten ist. "Ein Abkommen mit Dänemark übe? Zollerleichte- r u n g e n für gewisse genießbore Eingeweide von Vieh dänischer Crzeügung wird dem handelspolitischen Ausschuß überwiesen. Ebenso ein- Proz. gesenkt werden. Der R e i ch s r o t hat die Vorlag« durch die Streichung der Herabsetzung des Lohn- st-zuerbetragss von 19 auf g Proz. abgelehnt. Das sei außer- ordentlich zu bedauern. Die Reichsregierung halte demgegenübsr an ihttr Vorlage fest, zumal die Länder mit der Ausführung der Lex Brüning hätten rechnen müssen. Dr. Hertz(Soz.) kritisiert die späte Eindringung der Regierungsvorlage, die im Reichsrat in drei Tagen durchgepeitscht wurde und nun auch im Reichstage in wenigen Tagen«rtedigt werden soll. Für alle Schwie Ngketten, die däraus entstehen, trage die Regierung die alleinige Verantwortung. Diese Durchpeitschen!, der Vorlage sei die Folge der zahlreichen Gegner, die stc auch innerhalb de? Rrgieningsparteien habe, denen die Schonung der großen Einkommen und Vermögen wichtiger sei als die Schonung der Arbeitseinkommen. Die Regierung ist durch die Lex Brüning zu? Einbringsung eines Gesetzentwurfs verpflichtet. Die Lex Brü- ning bestimme, daß bei einem Uebersteigen des Auskommens aus der Lohnsteuer von 699 Millionen Mark in sechs Monaten ein Gesetz eniwurf vorzulegen ist, der eine Erhöhung der Abzüge bei linder. reichen Familien und des steuerfreien Betrags herbeiführt. Diese Boraussetzungen seien erfüllt, da die Lohnsteuer von April bis Sep- tcmber 1927 649 Millionen gebracht habe. Die Reichsrcgierung wolle ihrer gesetzlichen Verpflichtung aber nur insoweit nachkommen, wie es ihr paßt, sie gebe deshalb der Lex Brüning eine Auslegung, die mit ihrem tolsächlichen Inhalt in schärfstem Widerspruch sieht.(Sehr richtig bei den Soz.) E? sei nicht wahr, daß die Lex Brüning als Folge des Mißverhält- niiles zwischen den Ertrogen der Lohnsteuer einerjeits, und der Ein- kommen�, Körperschafts- und Knpitolertragssteuer andererseits«nt- standen sei. Sie hatte nur den Zweck, die Lohnsteuerzahler dagegen zu schützen, daß die Lohnsteuer mehr als 1299 Millionen Mark im Jahr erbringt. Die Reichsregicrung wolle jetzt die Lex Brüning tmrcchkmäßig«mslegen. Statt der Erhöhung des iohnsteuerfreien Betrages schlage sie eine geringsügiae Senkung des Steuersatzes vor. Sie wolle außerdem statt 1299 Millionen 1399 Millionen heraus- holen. Der Gesetzentwurf der Reichsregierung bringe also keine Erfüllung der Lex Brüning. Noch ungenügender ist der Vorschlag des R e i ch s r a t s. Sein Vorbehalt vom Jahre 1923 ist bedeutungslos. Vorbehalte des Reichsrats gegenüber Gesetzen, die der Reichstag beschlossen habe, gibt es nicht. Es gibt nur einen Einspruch, den aber hat der Rcichsrat nicht eingelegt. Die Länder lassen sich bei ihrer Gegnerschaft zur Lex Brüning von sehr eng- herzigen, rein fiskalischen Erwägungen leiten. Sie feien Gegner einer sozialen Gestaltung der Steuerlast der Lohn- und Gehalss- empfänger. D?r zwangsweisen Senkung der Real- st c u e r n haben sie dagegen viel schwächeren Widerstand entgegengesetzt. vi« Länder haben bei der Lohnsteuer nor einen Anspruch aus vekeiiigung an 1299 Millionen. Die unvorhergesehenen Mehr- erlräge der Lohnsteuer gehören ihnen also nicht, wenn sie sie dennoch beschlaanahmen wollen, so zeigt das die große Gefahr. die der Partikularismus für jede soziale Politik bedeute. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Lex Brüning sei als Initiativgesetz der damaligen und jetzigen Regierungsparteien entstanden. Sie tragen daher in erst«? Linie die Verantwortung für sein« Ausführung. Das höhere Auf- kommen aus der Lohnsteuer ist zum größten Teil die fiolae des Sieigens der absoluten und prozentualen Belastung der Lohnsteuer- 'ahler. Die progressive Form der Lohnsteuer steigere die Belastung über die Zunahme des Lohnes hinans. Steige zum Beispiel der Lohn um 19 Proz., so steige die Steuerbelastung um 23 Proz. Man müsse auch die Lohnsteuer im Zusammenhang mit der gesmnten Masscnbelastung betrachten. Während die Besitz- Mästung gesunken sei, fei die Massenbelastung trotz Abbaus der Umsatzsteuer noch ebenso hoch wie früher. Der sozialdemokratische Antrag aus gleichmäßige Erhöhung des Existenzminimums um 40 M. monatlich für jeden Lohnstciierpflichtigen begrenze also d«n Ertrag der Lohnsteuer auf 1299 Millionen,' mache die erhöhte Belastung rückgängig, sei ein Ausgleich für das Steigen der Massenbelastung. Der Rcgierungsoorschlag sei gänzlich ungenü-- a e n d. Er behmipke, es ständen nur 169 bis 179 Millionen für die Senkung der Lohnsteuer zur Verfügung. Das ist falsch, weil die Lex Brüning nicht 1399, sondern mir 1209 Millionen verlongt. Außerdem sei die Auikommensbercchnung der Re- g i« r u n g völlig willkürlich. Sie enthalte drei große Fehler- gutllcn und fei so leichtfertig auspestellt. daß man zu dem Ein- druck konnne, als ob diese Fehler nicht zufällig entstanden, sondern bewußt in die Berechnung hineingebracht worden sind. Bei Ausschaltung dieser Fehler komme man zu dem Ergebnis, daß bereits fetzt 499 Millionen zur Senkung der Lobnsteuer zur Der- F-autig stehen. Dieser Betrag erhöhe sich wahrscheinlich auf etwa 600 Millionen, wenn man die Lohncntwicklung des Jahres 1928 günstig beurteilt. Schon in der Vergangenheit habe sich ergeben, daß eine Steigerung der Löhne um acht Prozent zu cmer Steigerung des Ertrages der Lohnsteuer von ' 1 Proz. geführt habe. Das sei ein Zusammenhang von grundsätzlicher Bedeutung. Znfolae der in der Lohnsteuer enthaltene,, Progression maß iröe Lohnstetgarnng rn einer weil stärkeren Erhöhung des Lohnstencraufkommens führen. Di« Vorlage der Regierung bringt also keine Erfüllung des gesetz- itchen Anspruchs der LeHns�oezahler. Die Regierung sei erfüllt von einem Geist der Mißächtung gegenüber den Lohn- st eu« rza hl e rn, wie er bisher nicht hervorgetreten sstz Ve r- st ä N d n i? habe sie n u r f ü r die ee i ch«n Leute. Denen wolle. sie gleicbzeitig 4l Millionen Vermögenssteuer schenken. Der Reichssinanz minist er Dr. Köhler vertrete heute tue ent- vegeng-letzten?lnschmiungen als der Landesfinanzminister Dr. Köhler im Jahr« 192S. Den Absichten des Reichssinaiu- Ministers steht die Sozialdemokratie deshalb im schärssten Mißtrauen gegenüber und leistet ihnen Widerstand, soweit sie die Lex Brüning verhindern wolle. Die Lohnsteuerpflichtigen wünschen kein Almosen, sondern nur ihr Recht.(Lebh. Beifall bei den Soz.) Abg. Dr. Gerecke lDnat.) bezeichnet die Rede von Dr. Hertz als einen Verteidigungsversuch für die sozialdemokratischen Minister jener Länderregierungen, denen im Rebchsrat die Regierungs- vorläge noch zu weit gegangen s«i. lWiderspruch und Unruh« bei den Soz.) Die Finanzloge der Länder und Gemeinden würde wesentlich erschüttert werden, wenn die Lohnsteuer im Sinne des sozialdemokratischen Entwurfs gekürzt würde. Die F o l a e müßte sonst«ine Erhöhung der Real steuern sein. Der Minister sollte die Vorlage über die Nach«rhebung der Vermögenssteuer so beschleunfgen, daß sie gemeinsam mit der Lohnsteuersenkung im Steuerausschuß beraten werden kann. Das ist man den Real steuerpflichtigen schuldig, die sich zum Teil in bedrängte rer Lage befinden als die Lohnsteuerpstichtioen. Die Regierungsvorlage entspricht durchaus dem Geist der Lex Brüning. Wir erwarten, daß man nicht nur den Lohnsteuer Pflichtigen Erleichterungen gewährt, sondern auch den Real- steuerpflichtigen. Abg. Schneider-Berlin(Dem.) macht dem Reichsfinanzmimste- rium den Vorwurf, daß es durch sein Verhalten die rechtzeitige Erledigung der Lex Vrüninig unnötig erschwert habe. Die Geheimniskrämerei des Ministeriums im Ausschuß machte den Eindruck, daß man von der Mikarbelk an diesem Gesetz die Oppostkiousparteieu bewußt ausschalten wollte. Die Darstellung des Ministers von der Entstehung der Lex Brüning ist durchaus falsch. Das Gesetz verlangte aus- drücklich. daß der Lohnsteuevertrag nicht über 1290 Millionen steigen darf. Dieser Grundbestimmuna des Gesetzes kommt die neue Re- gierungsvorlag« nicht nach. Besonders erbitternd muß es auf weite schlechtbezohlte Arbeiterschichten wirken, wenn der Reichsrat sagt, die Erhöhung der Beamtengehälter mach« eine wesentliche Senkimg der Lohnsteuer unmöglich Abg. höllein(Komm.) erklärt, es sei mcht der erste Fall, daß die Regierung und die Parteien der besitzenden Klasse» bestehende Gesetze und Verfassungsbestimm'ingen einfach beiseite schieben, wenn sie ihnen nickst passen. Diese Vürgerblockporteien seien Dickhäuter, denen nicht mit Nadelspitzen, sondern nur mit Mistgabeln beizu. kommen sei. Der Redner verlangt die völlige Beseitigung der Lohnsteuer. Der Gesetzentwurf geht an den Steuerausschuß. Ein Spiritusmonopolgefetz. Es folgt die erste Beratung der Entwürfe eines Spiritus- monopolaefetzes und«ine« Einfübrungsgefetzes zum Spiritus- Monopolgesetz sowie die Beratung des Berichts des Rechnungshofs des Deutsck)en Reichs über die Prüfung der Bilanz mid des GeschästsbetriSbes der Derwsrtungsstelle der Reichsmonopolverwal- tung für Branntwein. Reichsfinonzminister Dn. Köhler leitet die Beratung dieser Vorlage mit kurzen Ausführungen«in. Der Entwurf der Re- oierung halte an dem Grundgedanken der bisherigen Branntwein- steuergesetzgebnng fest, die setzt bestehenden Schwierigkeiten sollen durch eine Reih« von Einzelmaßnahmen behoben werden. Die Opfer, die dafür erbracht werden sollen, mußten so verteilt werden, daß alle G e we rb ez w e i g e e bwas zu tragen hatten. Die Gesundung der Mänopolwirtzchaft lasse eine Erhöhung der Ein-' nahmen daraus erwarten.■' Abg. Eggerstedt(Soz): Seit der Abfassunq dieses Gesetzentwurfes vor einem Jahr« hat ssch der Absatz der Brawrtwe inmonopol verwallung zwar etwas ge< hoben, aber die allgemeinen Verhältnisse haben sich keineswegs günstiger gestaltet. Das liegt vor allem an der Organisation der Verwaltung. Es handelt sich hier lediglich um ein Vertriebsmonopol, daß an dem privaten Charakter der Er- z e u g u n g nichts ändert. Außerordentlich groß ist die Zahl der Brennereien, mehr als 39 999, von denen die Monopolverwaltung den Branntwein bezieht. Die große Zahl der kleinen Betriebe be- gllnstigt die vielen Steuerhinterziehungen. 1924/23 sind gegen 8999 Betelligte Strafverfahren eingeleitet worden, die verhängten Strafen haben 15 Millionen Mark eingebracht. Wahr- scheinlich war ober die Steuerhinterziehung wesentlich höher. In England, wo man diese Zersplitterung nicht kennt, sind die Einnahmen au dem Branntwein neunmal so hoch als bei uns, dafür ist aber die Zuckersteuer wesentlich niedriger. Das neue Gesetz will durch verschiedene Maßnahmen der Schwarz- brennerei und dem Alkoholschmuggel begegnen. Aber es ist nicht zu erwarten, daß die dabei bestehenden Mängel behoben werden.-Di« Festsetzung der Bremirechte und der Uebernahme- preise, wie der ganze Geschäftsbetrieb ist bisher vom Beirat bc- stimmt worden, an dessen objektiver Einstellung wir sehr zu zweifeln hatten. Di« Mehrheit des Beirats bestand aus Interessenten. Wir hoben sa oft genug an der Tätigkeit dieies Beirats Kritik üben müssen, und was die Regierung in ihrer Denk- schrift darüber ausführte, deckte sich ganz mit dem, was wir vor- brachten.. � Die Inlereflenkengruppen haben das Monopol bisher für sich ausgenutzt, der dadurch dem Reich erwachsene Schaden Ist von der verwalkung selbst aus 199 Millionen Mark berechnet worden. Die Borloge ändert an dem bisherigen Zustand nichts, der Beirat soll lediglich Lerwaltungsrot heißen und die Mitglieder sollen von den großen Wirtschoitsverbänden ernannt werden. Schon melden sich ober die Interessentengruppen wieder, damit„Fachmänner� in den Berwoltunasrat kommen. Eine bessere Renlabililät wird dos Monopol nur dann erzielen, wenn der Branntwein dort erzeugt wird, wo das am billigsten ist. das heiß« in deu Großbreuuereien. Nun sogt man. die Land- Wirtschaft brauche die Schlampe, daher tönne man die land- wirtschasttichen Bremiereien nicht aufheben Dabei muß die Monopol- Verwaltung an diese Betriebe einen Uebernahmepreis zahlen, der weit über Weltmarktpreis liegt, und daraus ergibt ssch die Verlustquelle für das Monopol. 81 Mark ist der Selbstkosten- preis, zu 39 M. muß der Bnanntwein für gewerblick)« Zwecke ob- gesetzt werden. Wie lang« soll dos Reich diese Verluste noch tragen? Wenn wir die Verhältnisse besser« wollen, dann müssen wir die VerwaUungsorganisation ändern und die vebernohmepreise erhöhe«. Bon diesem altersschwachen Reichstag ist allerdings kein« gründ- lichere Reform zu erwarten. Wir wollen der Landwirtschaft helfen. aber nicht durck, persönliche Bereichennzg von Leuten, die es nichl nötig haben. Wir werden in der Bevatung im Ausschuß eine Reshe von Forderungen erheben, erst wenn dies« erfüllt sind, ist eine Besserung im Bronntweimnonopolwes«, zu erwarten.(Leb- yafter Beifall bei den Soz.) Abg. Dietrich- Baden(Dem.) wendet sich gegen die Behauptung, als ob die kleinen Brenner in Süddeuts chlorch die meisten Schwarz- brennereien begangen hätten. Eine viel größer« Schuld daran hätten die großen Brennereien. Die Frag« der Zusammensetzung des Berwaltungsrats müsse noch sorgfältig geprüft werden, damil nicht das Reich die Herrschaft über da« Monrpol vertiere, Es Mrft nicht hechln kommen, ho? ha««eam.kwilinnoiwpot«tn sckS- ständiges Unternehmen werde wie die Reichsbahn und die Post. Der Entwurf wird dem Steuerausschuß überwiesen, Das Haus setzt dann die Beratung des Berichts über die Eni- fchädigungen an die Ruhrindustriellen fort. Äbg, Rosenbaum(Komm.) begründet einen kommunMschen Antrag, wonach der Reichskanzler Marx wegen Verletzung des Etatsrechts des Reichstags vor den Staatsgerichtshof gestellt werden solle. Der Redner polemisievt ausführlich gegen die sozialdemokratischen Minister der Großen Koalition und fordert die Arbeiter aus, sich endlich von der Sozialdemokratie loszusagen. Nach dieser Rede, die vor sehr geleertem Hause gehalten wurde, beantragt Abg. Müller-Franken(Soz.) die Vertagung der Sitzung. Die 2lbstimmung ist erst zweifelhost. Beim Hammelsprung bleiben die Sozialdemokraten und die Demokraten außerhalb des Saales, so daß nur 162 Stimmen abgegeben werden. Das Haus ist b e f ch l u ß u n f ä h i g. Vizepräsident Dr. Rießer beruft die nächst« Sitzung ein für Dienstag vormittag 11 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung der Be- soldungsoronung. Cissuß der Sitzung etwa 19 Uhr. Vorirage,Vereine und Versammlungen. G Reichsbanner„Schwär, Rok-Gold' Giichätts stelle: Berlin 6. U. Eebastianstr 37.'38, Hof 2 Tr, »ienstag, tZ. Kczemlier. gricdrichshain: Schutzsrortabtrilung An- treten in BannerrlcidllNg Uhr NM StaMohf. Wnrscheurr Krücke zur gnhrt noch Schöncberg. Fahrgelh 30 Pf. Ncukcllu-Bri�r 4. stomeradschott. pünktlich A Uhr Komrrcidschaitsvcrsaminlung Linbrnpaik, Chousscestrastc. BlU- gliedskalte mitdringin.— Donnerstag, is. Dezemder. Prenzlauer Bcrg: »nm-radtchaft Ködert Blum bei Klug, Tonziaer Etr. 71. Santctodfdioft Hci». rich Wurr sc> Uhr im bekannten Lokal Versammlung.— Beel. n, Mitte: Di., d. IZ., 19 Uhr, Saalschutz im Lehrerorrcinzhaus.— Weddiug! Di., d. IZ., lEH Uhr. Antreten allir Iugendkomeraden bis zu 21 Jahren am Bhf. Wedb'no Fahrgeld 40 Vf.— Lichtenberg nebst Kameradschaften: Di., d. 13., 20_ Uhr. Bcrein-Heiw Sportplatz Friedr.chsfelde. Das gesamte Tanrbourkorpz erschetut vollzählig mit Instrumenten, llcbungsstunde. Deutscher Pazifistischer Studenteiiburd. Mittwoch, lt. Dezember, in den Räumen des„Bundes, RW 3, Albrechtftr. lt. 20 Uhr, hochschulpolitischer Aus- sprachoabcnd, Cs sprechen Prof. Paul Oestrelch: �ochschullrise und Lochschul- roform" und Dr. Karl Würzburger:„Die Auflötung der vrcuhischrn Studenten- schalten— und was nun?" jedermann«ingeladen. Freie Aussprache. Bereinigung Sozialdemokratischer Studierender. Genosse Pros. Dr. Max Adler. Wien, spricht Uber„Marxismus und Ideologie" Donnerstag, 15. De- zcmber. IbVs Uhr, Scbulaula d-eorgenstr, 30'3t«Bahnhof Friedrichstratze), Arbeitsgemciuschaft entschiedener Republikaner. Donnerstag, 15. Dezember, 20 Uhr. llonditorei Adler,.äommandantenstr. 04, öffentlicher Bortraa-abrnd mit Busfprackic:„Braucht Dcutlch'and eine Kriegsflotte?" Referent ftaüUän zur See o. D. 2. Rersius, Repuolikaner oller Parteien willkommen, Berliner Zioaistis-'c Vereinigung. Montag, 19. Dezember. 2VZH Uhr, Aula 4. Pflichtfortbildung-schulc, Gcorgenstr. 30 31(Bahnhof Fricdrichstraße), spricht Dr. Martin Buber über:„Volkstum, ir-cfellfchaft, Relig on." vrt-grupp« Oberfchänerreid- des Bunde» der freien Schnlge>elllchaftcn Deutschland». Oeffentlicke Versammlung: Freitag. 10 Dezember. 20 Ubr. bei Imberg,, Wilhclmin-nhofstr. Zt. Dagc-ordnung: Die Wiener Echnlrcsorm, (Bericht von einer Studienreise.) Referent: Schulleiter A. Domden. Um recht rege Beteiligung wird gebeten. Re>lb»b«nd der strieoabcschädiaten, stricpstellnchmer und Hinterbliebenen. Bezirk Westen, Bezlrlsvcrsainmlung Dienstag. 13. Dezember, 20 Uhr. im Zahn- ärztehaus. Bülowftr. 104. Bericht über deu Gautag. Bezirksangelegenbeiten, Berschiedenes._ welterberlcht der äffen stich en TBellerMettststelle Bettln und Umgegend (Nachdr.»erb> EboaZ milder, meist itübe odne weiemliche Schneefalle: ichwache Luslbewegung,— Für veulschlan,: Im westlichen nnd mittleren Deutschland keine Nledecfchläge, im Südosten ziemlich trübe, vereinzelt Schnee, in Ostpreußen Zlus-eitming. Vergrößerungsbau des„Seiden»Leiser". Das erst tm Borjahr« erössnete Geschäft. Tauentzien- st r a ß e 17. erwies sich bereits als zu klein. Nach dem jetzt Pe- endeten neuen Ausbau umjassen die Verkaufsräume das ganze Erdgeschoß, erweitert durch einen Anbau nach dem Hos und das ganze erste Obergeschoß, so daß nun sine sechsfach vergrößerte Grund- fläch« zur Verfügung steht. Alles, was den bisherigen Mteihaus- Charakter der oberen Stockwerke betonte, wie Erker. Balkon«. Fensterverzierungen usw., mußte fallen, und die Geschosse werden jetzt vollständig beherrscht von stark hervortretenden Brüstungs-, bändern, die eine dauernde künstlerische Grundlage sür die Reklame- beschristung geben. Ein großes Rahmen proill faßt die in Glas aufgelöste Front der beiden Verkaufsgelchosse zusammen. War- mer, brauner Marmor aus Istricn, in Verbindung mit deutschem Traoertin sind für die Steiimietzarbeiten verwendet worden. Die innere Einrichtung wurde, dem glänzend-schimmernden Verkouf?- materiat entsprechend, in leuchtenden, frohen Garben gehalten. So wählte man für das Erdgeschoß ein phantastisch geslammtes Maho- goni, zu dessen warmer Tönung Sessel in königsblau abgestimmt sind:>n den Schaufenstern wachsen pompös« Ppramiden aus Mahn- goni. Treppe und Treppenvitrincn in gestreiftem Mahagoni schwin- gen sich festlich noch oben und münden in einen großen hellen Raum in blondempoliertem Holz mit zartgrün abgestimmten Be- zügen. In besonderen Lichtzimmern kann die Ware bei Tages- oder bei künstlichem Licht besehen und gewählt werden, ungestörte Lektüre von Mode-Zeitschristen, ein hübscher Erfrischungsraum. Wasch- und Telephonkabinen tragen für des Kunden Bequemlichkeit Sorge. Durch eine maschinelle Lüftungsanlage wird die Luft stän- big und gleichmäßig erneuert. Für den gut gelungenen Bau zeich- neN Frl. Architekt Dr.-Jng. Frommer und Dipl.-Jng. Domany. Das Schausenster im Vauhousstil. Der neuen Richtung in der Architektur, Jnncneinrichlung und im Kunstgewerbe passen sich in erster Linie die Berliner Geschäftshäuser im schnellsten Tempo an. So hat das bekonnte Strumpfhaus Metzger, Tau- entzienftraße 18. nach völligem Umbau seiner dortigen Filiale eine neuartige Schmiseusterfcekoration: Würfelsormen oller Art, nach einem besonderen Spritzoersahren behandelt, find in un reget- mäßigem Auseniaiiderschichten zu kubistischen Formen zusammen- gestellt, dazwischen wirkt die geschickt verteilte Ware als belebendes Element. Die Räume selbst sind hell gehalten und wirken in ihrer Verkleidung aus Mahagoni und Nußbaum schlicht und vornehm. Moderne Vitrinen und Beleuchtungskörper, weinrot tapezierte An- probetosen vervollständigen den Eindruck einer modernen, behaglich- zweckmäßigen Vcrkausgstätte. „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen.. Wer die praktischen und feierlich wirkenden Osram-Christbaum-Kerzen einmal an seinem Weihnachtsbaum angebrocht hat, will sie niemals mehr-wifsen. Sie verbrauchen außerordentlich wenig Strom, sind ohne Schwierig- keit am Baume rasch befestigt und mit der Lichtleitung verbunden und erfreuen jung und alt durch ihr Helles, festliches Licht und durch ihre edle, schöne Form. Namentlich ollen kinderreichen Familien möchte man ihre Anwendung dringend empfehlen. /e/zf können Sie noefi in Ruhe kaufen fein werden Sie nodt in der gewohnt sachiidien Art beraten Jefti finden Sie noch die größte Auswählt Berlin VV 8, Leipziger Strasse 20-22 Unterhaltung unö 20 i(Ten Jti,, fam* Mor�molchin« zu teufen— das Um« ich um keinen preifi — wäre ich Obrigkeit die Versertiger hätten an Halseisen gemußt — und die Maschine hätte ich durch den Schinder ösfendtlich ver> brennen lassen— was! die Jugend mit so was abscheuliches spielen zu lassen— ihnen Mord und Blutoergießen als einen Zeitvertreib in die Hände geben— nein da wird nichts draus. .Hm— eine sonderbare Schreiberei, aber geschickt hecken sie es gemacht, die Kerls— was?" Der berichterstattende Offizier bestätigte. -5", wirklich schlau, in diesem Stil, so ohne direkte Bezugnahme auf uns, und auch sonst so intim persönlich gehalten. Doch, wie gesagt, eine wunderliche Schreibart, sehen sie bloß die Orthogrophiel Daß man sowas druckt! Aber lassen wir dos. Den Tatbestand der Beleidigung werden wir schon herauszulesen wissen. Nicht? Durchdenken Sie es ein. mal uyd machen Sie dann gleich die Klageschrift fertig. Auch eine kurze Notiz können Sie schreiben, ich meine sür die Presse. Sie wissen schon an welHe. Die demokratische Presse lassen wir!' Wie es angeordnet war, so geschah es. Der Tatbestand der Beleidigung wurde gefunden. Wenige Tage vergingen, und in den Blättern der Rechten erschien eine kommentierte Notiz des Inhalts, daß vom Wehrministerium gegen die sozialdemokratische Zeitung von L. ein Prozeß wegen Beleidigung des Heeres angestrengt worden sei. Die Bemerkungen der Zeitung waren die üblichen. Die Verunglimpfung der Soldaten durch die sozialistisch« Preise sei bald nicht mehr ertragbar. Gerade jeßt zur Weihnachtszeit werde vor Kindern dos ehrliche Handwerk und die vaterländische Pflicht des Soldaten in jeder Form und Tonort herabgemindert und verunglimpft. Einige Zeitungen begrüßten das entschiedene Porgehen des Wehrministeriums ganz besonders. Im Ministerium selbst erweckte dieser Widerhall große Freude, und die Prestesäger spürten mit noch gesteigertem Eifer durch den sozialistischen Blätterwald, in der Hoffnung, neues Wild zu stellen. Dieser Eifer wurde säh gesteppt, als man in den nächsten Tagen den gesahndcten und zum Staatsanwalt gesandten Beitrag in großer Aufmachung fett gedruckt und stark umrahmt und diesmal sogar gezeichnet, in fast jedem Blatt der sozialistischen Presse und sogar in zahlreichen linksbürgerlichen Blättern abgedruckt fand. Ein« Ahnung dämmerte in den Köpfen der eben noch so fröh- lich sicheren Jäger, daß man eine Dummheit geschossen haben müsse. .Frau Aja?— Wissen Sie, wer Frau Aja ist?' fragte man sich gegenseitig, denn mit diesem Namen war der berüchtigt« Beitrag gezeichnet. Man wußte es nicht. Auch im Verzeichnis heimlich zu über- wachender pazifistischer Schriftsteller fand man den Namen nicht. von dem man annahm, daß er ein Pseudonym sei. Doch die Auf- kläning ließ nicht mehr lange aus sich warten. Ein Schreiben der Staatsanwallschast traf ein. Der Klage könne nicht stattgegeben werden, Frau Aja sei Frau Goethe, die Mutter de» großen beut- schon Dichters. Der Beitrag fei einem Briefe Frau Ajas an ihren Sohn entnommen. Der vorgesetzte Offizier war wütend. .Diese verfluchten Klassiker! Und obendrein auch noch diese ganz persönlichen Familienbriefe!' Schau in den nächsten Tagen aber vermehrt« sich die Dienst. bibliothek des Wehrmmisteriums durch den-Ankaus-sämtlicher deut- schen Klassiker. Ein junger, der Poesie beflissener Ossizier wnrde beauftragt, die Bücher gründlich durchzulesen und alle bedenklichen Stellen herauszuschreiben. „S'ist doch unglaublich, was man damals alles schreiben durste!' Verärgert murmelte es der die Ocker ausgebende Be- leidigungsofflzier vor sich hin. � K a r l II l l r i ch. Handel mit Menschenfleisch. Sin Pferd kostet 70 Gulden, ein Soldat bloß 30 Gulden. Die deutschen Duodezfürsten des 18., auch noch des 1& Jahrhunderts trieben bekanntlich einen schwungvollen Handel mit ihren Landeskindern, die sie als Kanonenfutter an fremde Länder ver- kauften. So stammt« z. B. das groß«, von dem Stammesherrn der Dynastie Rothschild verwaltete Vermögen des Kurfürsten von Hessen-Kosiel aus solchen Geschäften. Doch nicht bloß die Kleinen füllten aus diese Weis« ihre Kassen, wenn auch die angespannteste Steuerschraube aus den.getreuen Untertanen" nichts mehr heraus- zupressen vermochte, die Großen machten es nicht besser. Preußens Friedrich Hl.(I.) erkaufte sich seinen Königstitel bekanntlich durch Lieferung brandenburgischer Truppen an den Kaiser, für den sie irgendwo auf dem Balkon verbluteten. Und selbst des Heiligen römischen Reiches deutscher Mnion Oberhaupt, der Kaiser selber, so Habsburger Karl VI., kam sich nicht zu erhaben vor für den schmutzigen Handel mit weißem Mcnschenfleisch. Im Jahr« 17K1 brach auf Korsika«in Aufstand aus gegen die Herrschaft der Genueser, welche die Insel als ihre Kolonie betrachteten und die Bevöllening schwer bedrückten und aussaugten. Di« Rebellen waren überall siegreich, Genua fürchtete. Korsika ganz zu verlieren. was in der Folge auch geschah, und es wandte sich an Karl Vl. mit der Bist« um militärische Beihilfe— gegen Bezahlung Natürlich. Der Kaiser kam dem Wunsche nach und als dann 1732 wieder Friede geschlosien wurde, präsentierte er sein« Rochnuna. Den .Abgang" an Truppen mußten ihm die Genueser durch Geld er- setzen. Seine Majestät fordert« für jeden toten Insanter.isten— ihre Zahl ging über taufend— 34 Gulden, für einen Dragoner 53 Gulden, für einen Hufarcn jedoch bloß 36 Guldcn. Wahrschein- lich wurde hier nur der Wert der Cauipicrung. der Ausstattung, berechnet. Menschenleben waren für Kaiser und Könige, foweit es sich nicht um ihr eigenes handelte, ja immer wohlfeil wie Binsen. Die Tiere hingegen besaßen einen Eigenwert, und so darf es uns nicht wundern, daß«in gefallenes Dragonerpferd weit höher als ein Soldat, nämlich mit 70 Gulden berechitei wurde. Natürlich mußte auch für die Lebenden gezahlt werden, so daß die Schuld der Genueser bei Karl VI. sich auf weit über ein« Million Lire bezifserle. Man begreift, erfährt man solches, wie die großen Bar vermögen der Fürsten entstanden sind Zwar der einzelne Mann brachte nicht viel, aber die Mass« tat es. Der Warenvorrat ipar ja groß und ergänzte sich immer wieder von selbst. Die Urenkel jener Männer aber, die weniaer aalten als ein Gaul, halten heute lckktzend die Hönde über den Fürstmbesitz, für den ihr« Vorfahren Glück, Gesundheit und Leben hingeben mußten, und sie beweisen damst, daß sie nocki viel weniger wcst sind als ein Husar Karls VI., nämlich keinen Pfifferling. P. M. (Ein sibirisches Meteor. Wie ein Mitglied der in die Tungusische Tundra entsandten Expedstion zu Nachfruschungen nach dem vor einiger Zeit niedergegangenen riesigen Meteoriten der.Wollten- schrist der Gesellschaft für kulturelle Verbindung der Sowjetunion mit dem Ausland' mitteilte, hatte der Meteorit«inen so gewaltigen Umfang, daß durch den bei seinem Niederfallen erzeugten Luft- wirbel mehrere taufend vuadratkilometer Wald zertrümmert, und der miltlerc Teil dieser Fläche in Brand gesteckt wurde. Der Meteorit ist sozusagen in einem Regen von gewaltigen Stücken niedergegangen, die einen Trichter von über 16 Ouadralkilocheter besät haben. Di« einzelnen Trichter haben einen Durchmesser bis zu 50 Meter bei einer Tiefe von 2 bis 3 Meier. Di« Erpeditlön gelangte bis zum Mittelpunkte des Fallortes und machte auf ihrem ganzen Wege eine Anzahl vhotographischer Auiimhnien, konnte jedoch in dem unbewohnten Gebiete wegen der Gefahr des Der- hungerns an Ausgrabungen nicht denken. Hochzeit unter Bürgern. Don Otto Franz Heinrich. Sobald der Mensch geboren ist. erweist man ihm eine besondere Freundlichkeit und gießt ihm«in« Schale kaltes Master über sein noch ungeschorenes Haupt. Dos ist weihevoll, und deshalb fängt er an zu schreien-, dos fetzt er fort, bis er zur Schule geht: dann schrest der Lehrer und er hat Pause, bis er heiratet. Heiraten ist Sitte, bei un- und kustioierten Döltern. Bei kultivrerten Völkern nennt man es Hochzeit. Hochzeit kommt von: hohe(höchste) Zeck Der Begriff läßt sich näher schwer erklären, ohne Einstein zu Hilfe zu nehmen. Gewöhnlich macht ein Mann und eine Frau zusammen Hoch- zeit, weil es Staat und Kirche nicht anders zulassen und die Frauen später die Housbcreinigung übernehmen können. Hochzeit ist sehr schön, deshalb freut man sich sehr— vorher, wie man sich auf schöne Dinge immer vorher freut. Man geht oder fährt zum söge- nannten Standesamt, einer staatlichen Einrichtung, die viel» Be- amte ernährt. Diese Beamten sind sehr höflich, wie moderne Scharf» richter. Auf dem Standesamt schreibt man seinen Nomen in ein« Urkunde. Dann ist man oerheiratet und darf sich auf der Straß« küssen, ohne daß die Polizei etwas dagegen ausrichten kann. Manche fahren auch in die Kirche. Dort ist es sehr feierlich, trotzdem ge> fungen wird. Der Geistliche hüll eine Rede, m der er dem Braut- paar das Wort Liebe erklärt. Viele sind davon sehr ergrissen, manch- mal auch dos Brautpaar. Wenn das der Fall ist, weint die Braut gewöhnlich— warum, weiß ich nicht— aber der Bräutigam darf es nicht, well er vielerlei zu denken hat: z. B., ob der Wein gut tempe- riert ist und ob er im Zylinder einen vorteilhaften Eindruck auf die Freundinnen seiner Frau macht. Diese Freundinnen wünschen olle Glück, und manch« von ihnen behaupten, die Kinder, die vor dem Brautpaar Blumen streuen, wären der Braut wie aus dem Gesicht geschnitten. Der Geistliche steckt den beiden Brautleuten je einen Ring an und fragt sie,, ob sie heiraten wollen, denn an ihren steude- strahlenden Gesichtern kann es niemand ablesen. Sie sagen natürlich ja, weil e« so Sitte ist und es sonst dem Geistlichen peinlich sein wücke. Der Geistliche segnet st«: von diesem Augenblick an sind sie glücklich für ihr ganzes Leben. Dann fängt die Orgel zu spielen an. und der Kirchenchor singt. Deshalb oerläßt das Brautpaar die Kirche und fährt nach Hause. Dort sind Leute versammelt, die sich alle aus da» Esten freuen. Während de» Estens werden viel Reden gehasten, weil man da am Schluß immer„Prosit' sagen kann. Der Brautvater zählt in oller Stille die leeren Weinflaschen noch und gibt Weisung in die Küche, man solle sich beeilen. Währenddessen tragen Kinder Gedichte vor. die stch auf Lieb« und Storch reimen müssen, weil sonst die Gäste nicht lachen und für die Braut keine Gelegenheit gegeben ist. sanft zu erröten, was jeder noch einmal sehen möchte. Luch ein von Onkel Arwr und Tante Emma verfaßtes Tafel- sied wird gesungen, auf die Melodie„Strömt herbei, ihr Völker- scharen'. Da» Brautpaar hat die Derpfllchtung, dabei fortgesetzt zu teehen, worüber Onkel Artur und Tante Emma sehr erfreut sind und sich au» Dankbarkeit zum baldigen Besuch anmelden. Die Mutter der Brom weint plötzlich. Sie gibt aus Befragen an: well sie sich so bald von ihrer Tochter trennen muß. Vetter Emil, der beim Wohnungsamt ist, weiß sie zum Erstaunen oller mit ein paar fach lichen Hinweisen zu trösten. ' Plötzlich ist dos Brautpaar verschwunden. Ein Eingeweihter «klärt: st« losten beide nochmal grüßen und hätten mtt dem Nacht- zuge ihre Hockyeitsreise noch den bayerischen Alpen angetreten. Allgemeines oerständnisvolles Lächeln. In der Tat sitzt das glücklich« Paar im Nachtzuge nach München. Der besorgt« Bräutigam denkt an die ermahnenden Worte des Geistlichen. Er kann unmöglich zu» geben, daß Euchen nach den Aufregungen des Tages die weite Reise macht. Deshalb steig» man auf der nächsten Hastestation aus. Evchen ist glücklich über das Zartgefühl ihres Mannes und hat, natürlich keine» Worte» mächtig, nur einen ebenso stummen wie liebwollen Lugenouffchlog übrig. Am nächsten Tage hört man den Brautvater toben: Es sei eine Gemeinheit: kein Brocken Fleisch ist mehr da, überhaupt, für die lumpigen Hochzeitsgeschenke hätte Bier vollkommen genügt; zwei Flaschen„ßiebfrauenmllch', die er oerborgen gehastcn, hätte dieser Kerl von einem Brautdiener ausgetrunkeck Es hätte genügt, wenn im Kirchcnchor statt zehn Mann nur vier gesungen hätten und es hätte ebenso genügt, statt Astern Vergißmeinnicht zu streuen. Dazu kam noch, daß Onkel Artur aus Freude über das gelungene Tafel- lied sich in später Stunde die kostbare Bowlenterrin« auf den Kops setzte. Sie mußte natürlich auf seiner Glatze ausrutschen und zum Teufel gehen. Obendrein habe er im nüchteren Zustande eben er- klärt, er sei bereit, aus Reue über das Mißgeschick, seinen Besuch vierzehn Tage länger auszudehnen, als beabsichtigt war. Und Evchen fand es abermals ganz entzückend von ihrem Mann, als er erklärte, in Rücksicht aus ihre Gesundheit die Weiterfahrt nach Oberbayern mn einen weiteren Tag zu verschieben. Girafanirag eines Wehrministeriums. . Eine nicht unwahrscheinliche Begebenheit. Das war wieder einmal ein gesunden«» Fressen für die Herren Offiziere im Wehrministerium. In einer der sozialistischen Zestun- gen, die man jeden Tag mit Eiser aus anstößige Aufsätze über die Wehrmacht durchsah, vor ollem jetzt um die Weihnachtszeit, wo zahlreiche Artikel wider das Soldaiensptel erschienen— in einem dieser roten Blätter also hatte man endlich wieder einmal einen bedenkenerregenden, das Soldatentum beleidigenden Beilrag auf- gestöbert. Zwar eine direkte Beleidigung des Heeres, seiner Ossi- ziere und Mannschasten, war in ihm nicht ausgesprochen, aber da» war ja nicht nötig. Sie würde herausgeholt wer deck Darin hatte man Routine, wie der im vorigen Sommer aussehenerregende Be- leidigungspro.zeß gegen eine sozialdemokratisch« Proornzzestung zur Genüge bewiesen hatte. Auch der Leiter des Restorts für Beleidigungsangelegenheiten. einer der meistbeschäftigten Ostlziere des Ministerium», schnarrte voll Genugtuung, als ihm der anstößige Bestrog vorgelegt wurde. .Diese Saukerls, diese Saukerls! Aber wir wecken sie schon kriegen!' Er las den auf weißem Bogen sauber ausgeklebten und schon mit Aktennummer versehenen kurzen Zeitungsausschnitt ein zweites Mal und jetzt laut: Soldaleaspiel ist Mordspicl! Aus dem Brief einer deutschen Muller an ihren Sohn. . Lieber Sohn! Alles was ich dir zu gefallen thun ten, ge- i Weht gern und wacht mir selbst Freude— ad« eine solch« in- Die Pranken Von Erich S a i r o, im Dezember. „Alles ttt allem ist uns das Leben im Biktoria teurer gekommen als im blena.liouse', sagte mit Stolz, Wohnpraxis in den aller- feinsten d« Hotels zu haben, und mit lautem Stimmschwall die etwas dickliche Dame, die stch gestern nochmtttag vor mir die Pyramiden- straße von Gizeh hinaufschwitzte— der Rundlichkeit des Körpers und des Dialekts nach waren den Beinen der Dame Prot« und Ring- straße geläufiger.... Alles in allem kommt es also immer auf dasselbe hinaus: so oft■ man hier im Munde der Araber Allahs Nomen Hort, so häufig klingt bei den Weißen das krasse dloncz-, Monnaic, Geld: ihren Bockschisch erwinseln stch die Islomite» indessen außerdem. Alles in allem hat sich demnach nichts geändert seit dem Tanz ums goldene Kalb bis auf unsere Tage, ln denen am Fuße des Sphinx Charleston getanzt wick: und wenn der steinerne König mit dem Löwenkörper noch immer einen gewalligen Eindruck auf uns macht, dann ist das eben, weil die auf seinem tausendzügigen Gesicht zu lesende Frage:„Was soll das alles?' heute nicht weniger aktuell ist als in den Tagen, in denen sie gestellt, gemeißelt wurde. Der Cwigkeitszug in jedem Kunstwerk hat als Anlaß das ewig Unveränderliche alles großen Gefühls— daß das, was wir tun, sehr oft, eigentlich immer, nur den Sekundenzug hat, soll hier nicht beklagt werden, das wäre furchtbor billig und banal, nur daß auch dos ihn hat. was diesem Sphinx immer aufs neue angetan wird-- Es ist, als ob die Menschen Angst gehabt hätten vor dieser Pro- klamation des jüngsten Gerichts, die sich drohend nur als Kopf aus dem Sand««hob: die Mameluken benutzten sie als Schießscheibe. denn„Mut hat auch der Mameluk', andere schaufellen und hackten den Wüstensand weg, den die Natur anwehte. Und Meier-Gräfe, der Kunstschriftsteller, der deswegen um Hilfe schrie, hat voriges Jahr noch das Gerüst gesehen, das sich um das Haupt des Sphinx drohend fingerte. Jetzt ist dos Gerüst herunter, und mst Ihm liegt das Gerücht am Bodeck daß es sich nur um ganz im wesentliche„Restaurierungen' handle— sie haben die besorgten Kunstherolde ganz ordentlich an-, den Giganten ganz gründlich ausgeschmiert: mit Zemente Zement klebt auf dem Schädel. Zement klebt in der Mähne. Zement Nebt am Hals. Gesamtelndimck von hinten: Frauentopf mit Antohaube. Verantwortlich für diese Zemcntalitat, die aus technischen Gründen nicht nötig gewesen wäre, sind— nicht einem Kulturrestort unter- steht die Sorge für die Erholtimg des Sphinx, vielmehr dem Mi- nisterium für öffentliche Bauten!— verantwortlich find wohl weniger die Aegypter selbst als der französische Generaldirektor der ägyptischen Altertumspflege. Auch originell, daß der dem Sphinx vorgesetzt« Generaldirektor immer ein Franzose sein wick, das ist so in einem sonst rein polttlschea(NB ertrag festgelegt. Bor diesem General- des Sphinx. Gottgetreu. direkter, den man sonst als Philologen rühmt, sollte man seist also wenigstens die Cheopspyramid« hüten. Jemand hat ausgerechnet, daß aus ihrer Steinmasse eine zwei Meter hohe Mauer nmd um Frankreich gebaut werden könnte. Vielleicht will der Herr General- direktor diese Mauer eines Tages bauen? Eisenschienen für kleine Kippwagen sind dem Rätselwescn fast bis in den Unterleib vorgestoßen: hier können Archäologen Frei- legungsllbungen machen. Und sie machen sie immer von neuem, � sicher ist ihnen das sehr interessant. Die Pranken des Löwenkönigs liegen nun vollkommen an der Lifft. Könnte man den richtigen Standpunkt gewinnen, wäre das etwas Ungeheures. Aber der Standpunkt fehlt, und nur die Kenntnis der Maße verschafft noch nicht Wirkung. Man steht jetzt sehr hoch oben, steht auf das Ge- waltige herab, denkt fatalerweise„Sphinxchen in der Grube", rings- um stcilt sich der Sandselsen, auf dem in fast gleicher Höhe mit dem Zementmützchen des Sphinx die Autos der Engländer und'Amerikaner aufgereiht warten. Natürlich gibt es auch ein Drahigitter, auf den arabischen Tafeln könnte stehen:„Weitergehen verboten— hier wird gebuddelt!'. Und dabei ist man doch nicht in Berlin. Ist ja gar nicht alles so entsetzlich wichtig zu Zeiten einer wahr- haften Weltrevolntiock in der wir zu leben scheinen. Bloß wieder mal so hübsch symbolisch. Früher blick!« der Sphinx nur fragend über den NU in die Welt hinaus, jetzt zeigt er die Pranken, es sind die Pranken des Orients, einmal wird er diese Pranken hebeck wick er losschlagen gegen das Abendland, das ihm das alles gebracht hat: Mena.honsc, Tanz, Telefunken, Technik-- Mst durch abendländische Schuld wurden diese Pranken frei- gelegt. Mst durch abendländische, aber wohl notwendige Schuld werden hier die Waffen geschmiedet, die man eines Tages gegen das Abendland erheben wick. Colin Roß spricht in seinem letzten schonen Reisebuch vom erwachenden Afrika und denkt an die ermachende Sphinx, wobei er zwischen beiden eine Jdentstät der Formen sieht. Natürlich ist sie zufälltg, ab« sie ist da. Dachte Rotz auch an die Pranken? Möglicherweise kommt der große Kampf erst st: Jahrhunderten zum Zlusbn'.ch, olles im Orient braucht seine Zeit. Aber wenn die Schlacht um die Wirtschast sich ausgetobt hat, wird notwendig noch der Konflikt des Geistes ausgetragen werden müssen— dieser Konflikt, der jetzt schon In der Luft liegt, die geatmet zu haben dem Menschen des 26, Jahrhunderts nur gesund und lehrsam sein kann: er wird wieder mal klein.... Schließlich behäll auch im Rummel, im„freigelegten' und ver- drängten, das Antlitz der großen Dinge den Ewigkeitszug, der Sphinx am Fuße d« Cheopspyrcunide sein große» Geheimnis..., elter* 3« der Abwehr! Naturfreunde und Samariter räumen auf! Bei den Naturfreunden haben sich im Laufe der Jahr« neben einer ganzen Anzahl vernünftiger Kommunisten wieder jene Leute eingefunden, die die Welt nur im Spiegel des eigenen Parteidogmas sehen. In Wandzeitungen und Aussprachen waren zum Beispiel in der Abteilung Charlottenburg sozialdemokratische Führer herabgesetzt und die Anschamingen der anderen Mitglieder als„reaktionär" abgetan worden. Treffayrten der sogenannten „oppositionellen" Mitglieder mit„Revuen" aus dem Organisations- leben der Naturfreunde hatten zum Gaudium des zuschauenden Bürgertums stattgefunden. Als man sich fest im Sattel fühlte und in der Abteilung dennoch eiue Resolution nicht durch- setzen konnte, die sich gegen die Arbeit unserer Freund« und ins- besondere den Genossen Barthelmann wegen seiner„Fraklionz. lätigkcit" richtete, wandte man sich unter Umgehung jeder Organi sationegepslogenheit über den Kopf des Vorstandes hin- weg selbständig an alle Berliner Abteilungen und sogar an auswärtig? Ortsgruppen. Mit diesen Lorkommnisien hatte sich am vergangenen Mittwoch die Berliner Funktionärkonferenz der Naturfreunde zu befassen. Nach eingehender Auespracl-c wurde mit 27 gegen 2 Stimmen ein Antrag der Abteilung Treptow angenommen, der erklärt. daß das Bestehen einer soziatd-mokratischen Fraktion im Berliner SvortkaAell und die Zugehörigkeit des Genossen Barthclmann zu derselben keine Schädigung der Natursreundebewe- g u n g bedeute- Ander» müsse aber das Borgehen der 16 Genossen gewertet werden, die durch ihre Fraktionstätigkeit da» Organisations- leben schwer gefährdet hätten. Es wurden deshalb 14 der Unter- Zeichner(zwei hatten inzwischen ihre Unterschrist zurückgezogen) mit dem oben genannten Stimmenverhältnis ausgeschlossen. Die„Rote Fahne am Montag" versucht natürsich, diese Vorkommnisse für die Kommunisten auszuschlachten. Sic verschweigt alles, aber auch alles, was ihre Schützlinge an veretnsschädigender Tätigkeit fertigbrachten. Wie schief ihre Darstellung ist, geht schon daraus hervor, dost man von einigen tausend Mitgliedern vor l!>2Z spricht, die gegenwärtig„auf 500 zusammengeschmolzen" seien. Tatsache ist, bah vor dem ersten Konflikt wenig mehr als 900 Mitglieder in Berlin vorhanden waren, während viele gute Naturfreunde, angeekelt von den ewigen parteipolitischen Auseinandersetzungen, sich sülschlicherweise zurück.zogcn. Don der KrastundderLeben- digteit der gegenwärtigen O r g a n i sa H o n s v e r- h ä l t n! s sc aber sprechen nicht nur die über 1100 Mitglieder in Berlin, sondern auch die zahlreichen Veranstaltungen bildender und gcsellioel Natur. Aber auch dieser Fall ist wieder ein Muster- beispicl dafür, daß unsere Genossen überall auch In in den Sport- und Kulturoroanisatloncn selbst mit Hand anlegen müssen, soll endlich überall gedeihliche Arbeit einsetzen zum Besten der Gesamt- bewcgung. In gleicher Weise geht dasselbe Blatt gegen den Arbeiter- samariterbund vor. Auch hier tonnten es die Kommunisten nicht ertragen, dafz eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung einsetzte. In allen Abteilungen wurde herumgestänkert und»ach dem gleichen, von der KPD.-Zentrale diktierten Rezept„Frattionsarbeit" verbrochen wie bei den Naturfreunden. Der Kr�elsvorstand hat derhalb dieser Tage in einem in cnergischcr Form gehaltenen Rundschreiben an die Abteilungen auf die statutenwidrige Tätigkeit der berufsmähigen Krakeeler hingewiesen und den Aus- schlufj von sechs Mitgliedern ausgesprochen. An diese selbstoerständlichen Mahnuhmen werden sich die Kommunisten trotz allen Geschreis schon gewöhnen müssen: es bleibt nur der Wunsch, datz man überall im Arbeiteisport so energisch vorginge wie bei den Naturfreunden und bei den�Saniaritern. Sportabend in Nowawes. Bor sehr gut besuchtem chause wickelte Nowawes seinen ersten Boxkampfabend ab. Im Kamps Seidel gegen Poralla siegte nach Punkten Seidel. Der Kamps Thomas gegen Liedtkc endete unentschieden. D i e tz(Nowawes) ging noch drei Randen als Punktsieger über Koser(Derolina) hervor. Werner(Nowawes) zwang seinen Gegner Otlo(Bsrolina) in der zweiten Rund« zur Aufgab«. Bauer(Liberlas) siegte durch k. o. in der dritten Runde über König(Nowawes). Mendel. 142 Pfund,(Lurich) und Bing, 165 Pfund,(Nowawes), standen sich im letzten Kamps des Abends gegenüber: der körperlich benachteiligte Mendel schlug sich überaus tapfer, mußte aber nach drei Runden eine Punktnieder- lag« hinnehmen. Eine Boxmannschaft des Sportklub Lurich schlug die Rathenower Mannschaft mit 10: 4 Punkten. Freie lurnerschast Groß-Derlin. Der Samarikerkursus für die Mitglieder der FTGB. beginnt Mittwoch, 14. Dezember. 19,30 Uhr, in der Geschäftsstelle des Kartellverbandes. Landsberger Straße 82. Jede Abteuung muß durch mindestens zwei Genossinnen und Genossen vertreten sein. Die Unterrichtsstunden werden ge- ü.itet vom Arbeiter-Samariterbund unter Mitwirkung von Aerzten. Um eine gute Auebildung zu gewährleisten und eine feste Gruppe von Samaritern heranzubilden resp. ständig in Bereitschaft zu haben, ist pünktlicher und regelmäßiger Besuch der Lehrstunden dringend erforderlich. Samariterabcnde in diesem Jahr 14., 21., 28. Dezember. Berichle von den Serienringkämpsen in der Ivoch« vom 4. De- zembor bis 10. Dezember 1927. A- KI off«; Eiche 1900— Lucken- lvalde: 14: 14. Elster Gang 7: 7. Nord-West— Alt-Wedding: 10; 12. Erster Gang Gang 9: S. Erster Gang Erster Gang: Gang: 8: 6. Gang: 1:9. 9)4:4>4. Siegiried 09— Spandau: 17: Ii. Erster ß- Klo ff«. Kraft-cheil— Berolina II: 10)4: 17)4 8: 6. Hennigsdorf— Sandow-Friedrichshagen: 20: 8. 12:2. Roter Stern— Liberias II; 16:12. Erster C-Klasse: Einigkeit II— Nord-West: 4:16. Erster Berolina III— Armin: 20:0. Jugendklasse: Eiche 1900— Tegel: 14: 14. Erster Gang: 7:7. Heber- Resultat: Siegfried 09 I— Lurich II: Insgesamt gehoben 374.Z Pfund zu 2690 Pfund: 79:64,7 Punkte. Lich?etlberg I schlägt Olchkenberg III 2: 0. nun■ ttiumpti Aalbzeit am Jede Partei hatte gute Moglick�eiten ..larc-ii Donj oa ott erpandaner sich in Ein, eile. flnngen verloren, tonnten sie wc Hmtermannschast der ziantowcr nicht ilderunnden.— Im Osten gab c» tnioiern eine Ueberraschung, vi» Lichtenberg I Lichtenberg M 2:0 ichlug. Kleich nack Epielbeginn unb kurz vor dem Spielschluh kamen Meie beiden Treffer zustande. Einen Eiimeter lieh Licktenbcrg I au». Adlcrshof verlor dank Uneinigkeit der Mannschaft nez-n Eparta mit i!: 0.— Im Südwesten war Luckenwalde I über Hertha-Luckenwalde nach spannendem Kampf mit i: 3 Sieger. Handballberschk vom Sonntag. Die vielen Spiele am Echlustfonntaa haben nicht viel Zirfultate ergeben. ksicht» 22. Abt. konnte durch bessere» Zuipiel Groß-Berlln-Wedding 2 met 3: 1 13: 0) abfertigen. Wittenau gegen Veiten 0: 10(0: 5). Tie Vrandenburger Sportler verloren trotz ausgeglichenen Spiels gegen Grvß-Berlin.ZIordcn 1 mit 2:1(2: 2), konnten aber von Moabit mit 7:0 il: o) die Punkte retten. Berlin 12 gegen Grotz-Bcrlin-Sübcn 0:7(0:2). Bornstedt gegen Ehariotten- burg Schw nuncr 2:1(1:0). Reuiolln I. Ab», gegen Lichtenberg 2. Abt. 3:0 <4: 0). Fichte 3. Abt. gegen Luckenwaldr 1:1(1:1). Fichte.Sp.clabtcUung gegen Sparta 0:2(0:1) Frauen: Aeukillln 1. Abt. gegen Schmargendorf 4:0<2: 0). Eine Ueberraschung ist dir Niederlag» de» Bundesmeislcrs Fichte 9.» gegen Sroß-Lerlin-Wedding mit 0: 2(0: 1). Fichte 98 gegen Lichtenderg 2. Abt. 0: 0._ Yockeyresullate vom Sonntag. Die Freie Turnerschaft Erotz-Bcrlin-Nordring I und die Freie Turnerschaft Eharloitenburg 1 lieferten sich ein spannende», schnelle» und torrcichc» Lp cl. da» Ziordrmg mit 5; 4 knapp gewann. Der Sieger gefiel besonder» in der Stürmerreihe. Ehariottrnburg legte bald nach Beginn«in äusserst schnelle» Tempo vor, dem Nordring nicht nur lolgt«, sondern zeitweise noch beschicu- nigtc. In den ersten 2i Minuten hatte Nordring elwa» Uebergewlcht, was auch durch den Erioig l: 0 bekräftigt wurde. Eharloitenburg kann aber bald gleichzieh-n, und da» Spiel wird verteilter. Halbzeit 3:3. Eharlottcndurg laßt nach Wiederbeginn nach, und bald fllhrt Nordring. Trotz welteren wechselseitigen Ersolge» kann Nordring diesen Torrorsprung halten. Bei Ehar» lottcnburg vcrmisst» man neben guter Stocktechnik und Sicherheit da» genaue Ballabgcben. auch war die Läuferreih« schwächer als d'e Nordring». Nordring» Torwächter war nicht aus der Hähe. Auf sein Konto kommen mindesten» zwei Tore. SchSuhol, l und ATB. Pankow l trennten stch 6:2. Bei Pankow versagten heute die Läufer vollkommen. Der Sturm war gut,»der bei der schlechten ruckwärssgcn Verbindung war er mack't'o». Dir Schönholzrr Läufer hatten das Spiel sederzeit in der kand. Der Sturm ltess gerade der Erio'ge wegen viel zn wünschen übrig. Eruppe 8: ASV. Fichte 10 I gegen 12 l: 9:3 und ASV. Fichte 1 I gegen SS. Moabit 7: 1. Gruppen C und D: Freie Turnerschaft Nordring II gegen AEB. Ficht» 1 II 6: 1. ATB. Bank»« Ii geg-n Freie «393. t«r»elter.«lntersp-et.zntereffen»emelnichaft. Kusammenkunft aller Teilnehmer der Weidnachtsfahrt ins Riesennebirgr Donnerstag.!5. Dezember. 19 Uhr. Schule, Gipsstrasse 2Ze. SLite müssen den Unkoftenbeitra« geleistet haben, da sonst keine Garantie für llntertommen geleiltet wird. Arbeitcr-Schwimmvercin„Wrlle�. Heute, Dienstag. 20 Uhr. Sitziina der Berliner Abteilung bei Lehnjpk. Mllhlcnstrasse Ecke Brommnbrücke. Freitag. 16. Dezember, 20 Uhr. Sitzung der Wasserballspieler bei Hagen. Simvwnstr 34. Arbeitcr.Echach.Klob, Abtlg. Ebarlottenbnra, sprickit leben Dienstag von 20—24 Uhr bei Gvttschalk, Bi,marckstr. 57 Ecke Kaiser-Friedrichstrasse Am l3. Dezember. 20 Uhr: Vortrag de» Berliner Meisteesorelers Deutschmann: ..Der Lanaesch« Angrifs". Gäste willkommeu. Anschliessend Abteilung-turnier. Weiterer Vortrag am 20. Dezember. 20 Uhr:.Lumor im Schacht. Kampsrichtersitzvng der Iln-Iitsu-Sparte im Arbeiler-Aihieten-Bund« 4. Kreis. Mittwoch, 14. Dezember, 20 Uhr. bei Schaal. Slisabethstr. 45». Freie lnrnerichalt Nenlölln. Die Jugend de» Verein» veranstaltrt Sonn- atzend, ben 17 Dezember. 20 Uhr. eine Iugendfeier mit dem Titel.�Sonnen» wende. Feierstunden»roletarischer Fugend". Städtisckie» Lichtsvielbau» Neukälln, Bergstr. 147. Untergrundbahnhof Berastrasse. Eintritt 40 Pf. Basseiiportoereia Heliv» r. B. Mitgliederversammlung Donnerstag. Itz. Dr- zember, 20 Uhr, bei Neimer. Ebarlottenburg. Wilmeradorfer- Eck« Kanalstrosse. Eport- und Kultnekartell„Friedrich»ha!n". Bereine und Abteilungen, die Im nächsten Jahre den Sportplatz Friedrichshain benutzen wollen, müssen Don> nerstag, 15. Dezember, einen Vertreter nach dem Jugendheim Ebertnstr. 12 senden! Tagesordnung: Aussprache Wer die Reaelung de» Svortbetriebe» im kommende» Jahre und Platzverteilung. Anträge mitbringen! Jiu-Jitsu in Weissensce. Dienswg, 13. Dezember. 20 Uhr. veranstalett die Weissenseer Trlsarupp« der Sportlichen Vereinigung Rord-Ost tn der Turn- hall« Goethestrasse bei freiem(Eintritt einen Werbeabend im Jiu-Jitsu. Der Mittelgewichtler Bartel wird mit seinem Partner, dem 200 Pfund schweren Steinke. die wichtigsten Trick» der Seldswertvidigungkunst demonstrieren.. Tonrlstenoerrin.Tie Natursrenude", aentral« Sien. Abt. Friedrichstzain: Dienstag, 13. Dezember, 20 Uhr, Ebertnstr. 12. Vortrag. Mittwoch, 14. De- zember, Iugendgruppe 15 Uhr ebenda Fahrtcnberlchte.— Abt. Frietzenan: Dienstag. 13. Dezember, 20 Uhr, Offcnbacher Str. 5u.— Abt. Siortzen! Dicns» tag, 13. Dezember, 20 Uhr. Sonncnburgcr Str. 20. Au» LSn» Werken. Abt. Wrbding! Dienstag, 13. Dezember, 20 Uhr, Turinrr Eck« Seestrasse. Ge- ichäftliches.— Abt. Treptow! Dienstag, 13. Dezember, 20 Uhr, Elsemstr.«. Heimabend.— Abt. Pankow! Dienstag, 13. Dezember, 20 Uhr, Gärschstr. 14. — Lewegnngsckor: M.ttwoch, 14. Dezember. 20 Uhr, Elsasser Str. 26.— Abt. Südost. Zug'----'*'- Liederabend — Abt. _____ � yvt/ w** i t- Danziger Str.. 62, Baracke' 7. Vortrag:''»Jack London."—. Abt.«oinlckenbori! Donnerstag, 15. Dezember, 20 Uhr, Nrinick ckendorf-Weft, Seibelftr. L— Atzt. Vortrag:„Mit Nucksock und Laute." Gäste willkommen.— NatvrwissensiSaft» lich« Abt.! Tonnerstag, 15. Dezember, 20 Uhr, Iohannisstr. 15.»Befruchtung der Pflanze."— Atzt. Tempelhofi Donnerstag. 15. Dezember. 20 Uhr, Ger- maniapromenade 4 5.— Faltboot-Atzt.: Donnerstag, 13. Dezember, 20 Uhr» Landsberger Str. 50.»Unser« Neniahrsfahrt."— Wintorsport-Abt.! Dienstag, 13. Dezember, ISfZ Uhr, Iohannisstr. 15. Verksuke Ufazz.i'u, SO»—..farotegier. oo,—. Farbiehler, 3X4, 69.—. ssarbiehler. 8X4, 85.—. Körner. Potsdamerstrasse Nr 26»._• Weihnachtsbäume. f MB Wzer, vom Waggon billigst verkäuflich. Ardina, Linden» ftrasse 6, vorn 1 Trepp«. Dönhoff 3032. «eltl«iltü»tz55lürlc?. Viazehe us* Bon Kaoalieren wenig getragene so» ei« neue Herrenanzüge. Ulster. Pale- tot», leb« Figur possend. Srortpelze, Gehpelze. Damenpelzmäntel. Pelziacken Belztragen verkauft spottbillig Leihhaus. Fricdrtchiteasse 2. Belle»Alllaucr.g>latz. Keine Lombardware. �Sonntag geöffnet. Leihhau« Spiegel. Ehausseestrass« 7. Gelegenheitskäuie wenig gelragenir, auch neuer berrrngorderoden. Pelz. waren«eine Lombardware__' Bettenoerkapfl Neuel!>.75l 15,—. 19.501 Prachtodlle 27L0l Dauernbetten 62.— l Da.-nige 37äi0! Kinderbetten 6.751 Bcttwäichel Inletts! spottbillig und gut! Keine Lombardwaren Leih- hau». Brunnenftrasse 47' Sehrockanzng, schwarzer, Grösse 1,50, Sorte Figur, biMa zu oerkausc». liasserstrasse 21, 4 Treppen, tzei Peh. Möller. Nähmaschinan Dürtopp-Nähmaschinen gegen tz-Maet. Wocheuraten Wlosst. Brunnenstrasse 185- zwischen Noienthalerpla» und Invali- deuitrasse Nordrn�llss_ Nähwaschinen. Billige, erstklasstg« �abrikatr für Kallsbedarf nntz Gewerd«. Wöchentlich strasse 103 3.- Fischer. Potsdamer. Littauer• Nähmaschinen� Anzahlung 15,—. wöchentlich 3,—. Landsberger. strasse 28, Königstadt 0533.* Möbel Nussbaum-Mebel. englische und ma. deine Cpiegelschränke, Betislcll.n. Waschkommoden, Nachtspinden. Lpothe» ken. Stühle. Ausziehtische. Umbausofa. Nuhebetten,«llchcnmöbel Niedrigste Presse, auch bei Zeilzadlung. Moeoel» Boebel� Moritzplatz. Fabrikgebäude._» Patentmatratzen..Primssstma'.Melälll betten. Auflegematratzen. Ehaistlangues Walter. SiaraardrrNrass, achizedn. Svezialoeschafi____» Möbel. Winterselb. Günstige Kauf. gelegenhrlt bi« Wehn achten. Sämtliche Möbel in sedcr Peelslage. Billige Preise. Beauemste Iahlwrlse. vhn« Ausschlag NU' Grosse Franksurterstp. ZOs Rur«ehseld, Badstrasse 34. EngNsch, Bettstellen mit Patentmatratzen 48,—. 6«,—. 75.- Ausziehtische 33,—. 48,- usw 5 ohrftllble 850. 750, 8,75. Ruhe. betten 29.-. 33.-. 45,—. Plüsch sola, 98,—. 130,—. 135,—. Hausnummer achten• � andere*) . QuficMft" V/ttf: Rur S ehseld. Badstrasse 34? mit grossem Spi _______.. rgelschrant. piegel. Woschtoileite, 2 Betten. 2 Pa. ntmatratzen. 2 Nachttische. 2 Stühle 15,—. 475.—* 890,—. Hausnummer zimi epli tentmatra 345, achten. JfewteHet': Jf. Sc/ilincfz& Qe s/L-Q. 9£amöucg Lintpieeos. überaus preiswert Piano- Rur Rehfeld. Badstrasse 34. Komvlette Küchen, modern« Ausführungen, 78.—. 95.—.>28,- ufw Flurgarderoben SO«—. 49,—, 65,—. Korbsessel nnd Tisch« von 6.90 an. Hausnummer achten.» Rur Retseitz, Badstrasse 34 Spetso. z mmer. Vitrinenbüfett, kredenz. Aus» zlehtifch. Lederstühle. aparte Farm, reiche Bilbhauerarbeit. 365.-. 435.- 505.-. Hausnummer achten.* Rur Retleltz. Badstrasse 34 Herren. zimmer: Grosse Bidl'olHck. Diplomat. runder Tisch, kedermöbel, schwer grar- beitet. 295.-. 338/-. 490.-. Einzelne Diplomaten. Schreibtische. 79,—. 98.— Hausnummer achten.» und ÄuklaUterstraßt 20.____ Möbel-Rosentzerg. vberbaumstrasse 1, an der Oberbaumurücke. Aeusserst preis. werte Weihnachtoangeiot« in Echlaiz m, i mern, Speisez mmern, Küchen. Ankle de- l schränken, Eiche, Nussbaum. Bettstell.n. Sosa», Nuhebetten, Einzelmöbeln. Grosse Auswahl, ele" Preisaufschlag Rur«ehseld, Badstrasse 34 Ankleide- schränke. Nussbaum und Eiche, tu prima Ausführungen, mit Lpicgrl 110.—. 15,— ufw Spiegel. Waichtoiletten 95.—. 125,— Nachttische UM. 28/-.■Apotheken, Metallbettcn 19,50, 27,—, 86,—. Hausnuimuer achten.* Alle» staunt. Keine olstermöbel. Einzelmöbel ledrr Art lBettstellen. Ssiplomalen. Tische. Stühle, �rfviatz �(Piano-Ad'aml ' lungserlcichterung� W-.nbergow-g 24 Flurgarderoben. Klaolers-Isel. RiescnMl �" auswahl. Bessebtig-N Sie unser« Eon derangebote Sonntag, den N. 18. Dezember, von 1—6 Uhr geöffnet. Kaiemann» Möbelspeicher. Lothringer- strasse 25—26. Untergrundbahn Schön. Hausertor.* Anzahlung, nur Garantie, Rollen. !on.' 0---. 7-r,— Ladenpreise, ab und iabvkneu« P'anoe. Eiche. 489.- UnterricM:% /�V.08�,!".�' Einzelunterricht. Kurz» (chrssl. Maichincschreiben. Buchilldrung. Bllcherrrv.sor---- Sosslrlmarit Aulich. Seodelstrasse L X•: v,'.' r:, iX,..i.T.~:z?' Funluodieckzig Schlafzimmer. Nutze. ?.ahluiigserle>chterung ohne���. Eailaisessel. herabgesetzte Preise, rlahlungserle-chterung Kamerlina Ka- stanlrnallee 56" Metall bette», Ehaiselongue». Auslege- Matratzen. Kinderbetten. Kinderwagen Teilzahlung zu kassapreisen Spez al. qelchäit, Schönhauser Allc« 5. Schön» houlertor__ Mödellrrtzlt bis 20 Monatsraten Schlafzimmer Speisezimmer Einzel- mödel Küchen. Retallbetten Möbel- hau» Luisrnstadl«övenickerürasse NFtz. Ecke Brückenstraße. Sonntag geöffnet. schwarz 590.- bi, 650 Langsähr'ge Harnnt« Kahlungserlelchterunq. Rur Echonle nstrassc 6. P ano-Bersandhau, ?o gt. vorn 2 Treppen, am»ottbusser Damm. Venckieclene» Z mumzszammm Fahrräder, erstklassige Markenräder Teilzahlung Fahrradhaus Ecntrum. Linienstrasse neunzehn.' Piano, ohne Anzahlung, neu und ge- braucht, i» grosser Auswahl verkauft Herer. Brunnrnstresse l9l. I T'-pjx. Bosenthaler Platz. Langjährige Saran-l Zahngebist». t!e, kleinste Ratenzahlung. Sonntag Onecksslber. geöffnet.»iKöpenickrrstr. Kaufgesuche Sisherlachen. Goldschmelze, �W> 39(nahe Adalbertstrasse). Zinn. Blei Ehristionat I Detekttutzuiran Ltaschel. Ebauiiee» strasse ,i Felnivrecker Narbe» lball. Beodachtunae» Erniitlelunaer Au»- tünfte allerort»' Auokur.st, vertrauensvolle�Hebamme Witwe Hildesheim, Blllowstrasse 62' Arbeltsmarkt " Slellcnsesuche � Sif losterlehrling« stellt ein Schul» u. «ackur A.�S„ Wasseriorstrabe 9.