Morgenausgabe Nr. 591 A 300 44. Iahrgang WSchenwq Pfennig.«onatSch S,— Neichsmart. im voran» zahlbar. llnte? Streifband im In- und Aus» land SL0 Reichsmart pro Monat. -» Da.VorwS?ts� mit da»llustriev- ten Tonntogsbeklage.Volt und Zeit� sowie den Balaaen �UnterhalLung vnd Wissen'.Ans der FUmwelt, »Stadtbeilage'„Frauenstimme�» »Der Kinderfreund'»Jugend-Dor» wärts'»Blick w die Bücherwelt�. »Kulturarbeit' und.Technik' erscheint wochentäglich zweimal. Sonntag» und Montag» einmal � 9} Berliner Vottsblatl Oonnersiag 15. Dezember 1922 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. Dif einspaltige Ronparettlezets« 80 Pfennig. Retlamezeile 5.— Reich«» mark.»Kleine Anzeigen" da» fettge« druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei feitaedruckte Worte), jedes weitere Wort Z2 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 1ö Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig Worte über IS Buchstaben zahlen für zwei Wort«. Arbeitsmartt Zeile 60 Pfennig. Familianzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen- annahm« im Hauptgeschäft Linden- brohe 3.«ochentägl. von 8V, bis 17 Uhr. Jentraiovgan der SozialdemoHratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Frrnsprccher: Tönhofs 292— 297 Telegramm-Adr: Sozialdemokrat Berlin Vorwarts-Verlag G. m. b. H. Postlcheitkonio: Berlin Z758S.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. KZ. Diskonto-Gesellschaft, Depositenkasie Lindenstr S Annahme der Besoldungsordnung. Stürmische Zehnstundensitzung.- Ein böses Weib öffentlich abgestraft.- Deutschnationaler Schutz für Großpenstonäre. Die ist genommen. Am Ende einer stürmischen "'nmuna 33. nun auch im Reichstag "sitzung Rein und an- �ehnstundenl ergab die namentliche Abstimmung 333 Ja, 53 16 Enthaltungen. Die Rein stammten von den Kommu- nisten, die aber zuvor einen Antrag des Bauernbündlers Eisenberger, das ganze Gesetz zurückzustellen, a b g e- lehnt hatien. Die Enthaltsamen waren Zentrumsleute der Gruppe iotegerwald. Für die Sozialdemokratie gab Genosse S t c i n k o p s eine formulierte Erklärung ab. Er ging davon aus, daß das jetzige Besoldungsgesetz ein unsoziales Klassensystem dar- stelle. Die gegenteiligen Anträge der Sozialdemokraten seien von dem Regierungsblock niedergeftimmt, also trügen Reichs- regierung unb Regierungsparteien allein die Verant- wortung. Wenn die Sozialdemokratie das Gesetz dennoch nicht ablehne, so deshalb, weil sie nicht die Verantwortung dafür übernehmen wolle, daß bei einem Scheitern des Ge- jetzes oder einer Berzögerung die unteren und mittleren Be- atnten noch länger auf die längst fällige Gehaltserhöhung warten sollen. Den Kleinrentnern wurde in derselben Sitzung eine Weihnachtsgabe von 25. Millionen Mark bewilligt. Dabei kam es zu einer messerscharfen Auseinandersetzung zwischen der deutschnationalen Frau Müller- Otfried, der dje Bolkspartellerin Matz assistierte, und der Zentrumsabge- ordneten Frau T e u s ch. Es war eine Debatte von hoher sozialer und politischer Bedeutung, die in erster Linie von Frauen geführt wurde. Zwei Parteien des Bürgerblocks traten zum Kampf gegeneinander an, die Damen der Rechten blieben moralisch auf der Strecke. Das gilt vor allem von der Müller- Otfried. Sie ist das einzige weibliche Mitglied des Hauses, das allgemeinster Abneigung begegnet— sehr im Gegensatz zu ihrer Fraktions- kollegin, der Frau B e h m, deren sympathische Menschlichkeit jedermann über die Parteischranken hinweg anerkennt. Die Müller-Otfried war es, die im Strafrechtsausschuß mit größter Gemütsruhe für das Kopfabhacken stimmte. Sie war es, die sich gestern als Führerin einer unwürdigen In- trige produzierte und ihr Bedauern darüber zu erkennen gab, däß die armseligen 25 Millionen Weihnachtsspende nicht bloß den Kapital rentnern. den Verarmten aus den„besieren Kreisen", sondern auch den Sozial rentnern aus proleta- rischem Stande zugute kämen. Die beiden Rednein Gegenwart mehrerer Berliner Redakteur« weiter« Einzel- heilen angeoeben Hab«. Daraufhin gab der Zeug« zu, was er auch damals erklärt hatte, nämlich, daß der alte Schmelzer, noch bevor sein Sohn dos(Gewehr hatte, gerufen habe:„Schlagt d>e Hund« tot. jaal sie zum 0r» hinaus." R.-A. Vloch: Warum hoben Sie denn das nicht beim Untersuchungsrichter gesagt? Zeuge: Da habe ich nicht daran gedacht. Aus die wettere Frag«, warum er denn dem August Schmelzer nicht dos Gewehr weggenommen habe, er- klärte Balke, er habe Angst gehabt, daß lhm dann dee Vater mlt der Forke über den Kopf hauen würde. R-A. Vlock' 5hr Gobn ist MItglieddes Reichsbanners, nicht wahr? Zeuge: Jawohk, er war schon«in paarmal drin, aber sie haben immer versucht, ihn rauszukriegen. Die Vmiern In Aren darf entlasten jeden, der beim Reichsbanner tlt. vir Leute werden überfallen. Meinen Sohn haben sie m!l Füßen get.clen und ihm die Müße weggenommen. Da? ist ober fefon vor zwei Jahren geschehen. Vors.: Ich weiß nicht rechl, ob diese ganzen Fragen hier recht zum Thema p-HSren. Man kann wohl als feststehend bezeichnen, daß eine gewisse Poll- tische Verhetzung dort zu verzeichnen war. Der Kutscher des Herrn v. Alvenslcben, w'edemann. der auf Befragen der Verteidigung angab, daß er weder Stahlhelm- noch Werwolfmltglied sei, schilderte dl« verschiede- nen Ruie, die er bei der Verfolgung der Reichsbammleute gehört habe. Zuerst habe man gehört:„haltet ihn zurück."„Schieß nicht." Später in der Wegebiegvng habe der alte Schmelzer zu seinem Sohn gesagt:„August, tu mir den Geialken und schieß nickt." Vors.: Vielleicht haben Sie ihn mißverstanden, hat er vielleicht etwas anderes gesagt? Zeuge: Nein, das habe ich aehört. Es wu'de natürlich viel durcheinander genisen, u. a. auch:„Haut den Hund tot." Vors.: Vor dem Untersuchung?- richter haben Sie von dieser angeblichen Bemer- tungdesDatersabergarnichtsgesagt. Zeuge: Doch. ich habe dott olles angegeben. R.-A. Zullusbcrgee: Ist jemand an Sie heranaetreten wegen Ihrer Aussage oder haben Sic sich über den Vorfall unterbalten. Zeno«: Rein.(Auf Vorhalt sich ver- bessernd.) Mit Arbeitskollegen habe ich natürlich mal darüber ge- sprockeir. Sowohl Wiedemarnt wie die beiden Angeklagten bestritten dann. daß Balke. der nach seiner Behauptung dabei gewesen war, Wer- Haupt bei diesen ganzen Lorfällen zu sehen gewesen fel. -August, ran mit die Zimte! Zeig den Mostrichbrüdern, wie der Stahlhelm für deutsche Einigfeit kämpft Hauptzeuge Hönoch. Einer der hauptzeugen, der Schmiedegeselle hönoch ou» Arensdors, hatte zu Beginn der Schlägerei von einem Reiche- bannermann«inen Schlag über das Genick bekommen mit den Begleitwortcn:„Dos Ist die Abrechnung." Da er sich den Reichs- bannermann ansehen wollte, voiher aber erst das Rod in Sicherheit bringen wollte, kam er erst später wieder in den Tumult hinein, als August Schmelzer schon mit dem Gewehr an der Spitze der Dorf- bewohner marschierte. Ich rannte hinter ihm her und rief:„Angnfi. da bist wohl verrückt. du darfst doch hier nicht schießen." Er sagte ober nur: „Sie haben mir blutig geschlagen. Ich schieße ltmng." Daraus griff ich nach dem Gewehr, aber«r wurde grob, stieß mit den Füßen und spuckte nach mir. Schließlich schlug ich ihm die hönhe weg, bekam ober doch dann Angst vor ihm und ließ das Gewehr los. Ich horte nach den Ruf:„Laß doch den Wahnsinnigen laufen. Zu hilf« ist wlr niemand ge- kommen. Der alt« Schmelzer war bei diesem Ringkampf nicht dabei. Er kam erst I p ä t er dazu. Der erste Schuß ist nach meiner Ansicht nach oben gegangen, denn ich konnte den Feuerstrahl sehen. Aus den Vorhalt- des Vorsitzenden, daß er vo-r dem Anl». snchungsrichker nichts von„wahnsinnigen" gesogl Hab«, blieb der Zeuge bd seiner heutigen Darstellung. Auf weitere Fragen gab er noch an. daß er nach der Schlägerei aus dem Werwolf ausgetreten sei, als feine Ellern, die in der Zeitung von dein Vorfall gelesen hatten, ihm lchrieben, er solle sich nicht um Politik kümmern. Zwei weitere Zeugen. Landarbeiter auf dem Gut de» Herrn v. Alveiuleben, berichteten, daß sie van den Reichsbanner- lcuten Schläge erholten hätten, der«in« behauptet«, mit einem rötlichen Gummiknüppel, der andere meint«, es wäre ein Trommel- stock gewesen. Die Vernehmung der Schwestern. Zum Schluß wurden die beiden Töchter bzw. Schwestern der Angellagten als Zeugen gehört. Sie blieben wegen der nahen Derwandtschaft unvereidigt. Die älteste Schwester, eine Frau Kummer, war während jenes Norfalles gerade zu Hause. Sie schil- derte, wie ihr Bruder August nachdem er sieb mit dem Reichsbanner geprügelt hatte, ins Haus eilte, um das Gewehr zu holen. Er suchte überall herum. Zunächst fand er im Schreibtisch die Datronen. Al» er dann die Treppe hinausgehen wollte, sucht« Mutter ihn zurückzuhalten, aber er schüttelte sie ad und rannte die Treppe hinauf. Bald darauf kam er dann mit dem Gewehr hin- unter. Ich rief noch:„August, laß da» doch seinl", ober er ant- wartete gor nicht, sondern rannte auf die Straß« hinaus. Vors.: Wie war Ihr Bruder denn sonst? Zenglo: Manchmal war er ruhig, aber er konnte auch sehr wütend werden.» So hat er einmal bei einem Streit mit seinem Bruder Otto erst«inen Stuhl und dann a»ck Geschirr kaputt geschlagen. Als die Zeugin einen anderen Fall schilderte, wo August mit seinem Pater aus irgend- einem nichtigen Grund« in Streit geraten war. in dessen Verlauf er seinen Vatt r packte, über eine eiserne Bant warf und ihn schlagen wollte, wenn ihn nicht andere zurückgehalten hätten, brach S ch m e l- zer sen. in Tränen aus. Eine überraschende Aussage. Im weiteren Verlauf ihrer Vernehmung bekundete die Schwester zur allgemeinen Ucberraschung aller Prozeßbete illgten, daß dos Jagdgewehr de» Vaters in dem Schrank ln auseinandergelegtem Zustande aufbewahrt worden war. und daß August Schmelzer es an jenem Tage zujammengefetzt hotte. Vors.: Da» ist uns allen völlig neu. Angeklagter Paul Schmelzer: Es ist richtig. Ich hotte da» Gewehr auseinander» genommen und in Leinewand gewickelt. Angeklagter August Schmelzer: Es kann ja sein, daß e» so war. In meiner Ausregung weiß lch das nicht mehr. Das Gewehr Hab« ich öfter ln Lcbu» zusammen- gesetzt. Die Zeugin erklärte dann noch.' öäß sie.nicht», davon gesehen Hab«. daß ihr Bruder den Säbel gebraucht. Hobe. E» sei auch unrichtig, daß der Säbel hinter der Haustür gestanden habe. Sachoersrändiger Dr. Placzet. der sich aus Wunsch de» Gericht» auch über den Geisteszustand des Angeklagten August Schmelzer äußern soll, ließ sich einig« Auskläruiiaen über den Zustand de» Angeklagten geben. Sein? Frag«, ob die eigentümlich hohe Stimme August Schmelzers vielleicht Irgendwelche Rückschlüsse sexueller Natur zulasse, wurde von dem Sachverständigen Oberarzt AhrenS, der Schmelzer in Sarau beobachtet halte, verneint. Die zweite unverheiratet« Schwester, die 20jährsg« Dom Sckmelzer. bestätigte im allgemeinen die Bekundungen der älteren Schwester, tonnt« ober Einzelheiten über die Familienszenen nicht angeben, weil sie, wie sie sagte, in diesen Fällen mimer schleunigst weggelaufen sei. Um Mi Uhr nachmittag- wurde die Verhandlung auf Donnere- tag früh k>'4 Uhr vertagt. Der Norsstzende gab dabei gleich die weiteren Prozeßdispositionen bekannt. Danach steht e« fest, daß der Prozeß nicht, wie ursprünglich in Aussicht gcnonimen war, am Donnerstag zu Ende geführt werden kann, heute vormittag sollen zunächst dilpositionsaemäß die Sachverständigen gehört, am Nach- mittag die noch übrig gebliebenen 12 Zeugen vernommen werden. Der Freitagvormitrog wird sür etwa noch notwendige Gegenüberstellungen und ebenfall: noch für die l-tzten Zeugen sretgehasten. Lm Ansckluß daran sollen dann an diesem Tag« die Pläidoyers beginnen. Das Urteil wäre demnach nicht vor Sonnabend zu erwarten. ' Das Programm der �änderkonferenz. Denvalwngsreform und sparsame Mnanzwirischast. Nelchskanzler Dr. Marx übersandte dem Ministerpräsidenten der Länder die Einladung zu der Januarkonsercnz der Reichs- und Länderregierungen, die sich eingehend und grundsätz- lich mit allen einschlägigen Fragen der Berfassungs. und Derwal- tungsreform beschästigen soll. Diese Einladung begleitet«ine um- fongreiche Erläuterung, die es zwar vermeidet, bestimmte Vor- schlüge zu machen, aber doch in recht unzweideutiger Weise an- deutet, was die Rcichsvegierung mit der Ianuarkonferenz letztlich bezweckt. Drei Punkte stehen auf der Tagesordnung der Länderkonferenz: 1. Veränderungen t», gegenwärtigen Verhältnis zwischen Reich und Ländern: 2. Maßnehmen zur Gewährleistung sparsamster Finonzwirtschaft: S. Praktische Derwaltungs- r e f o r m im Reich und in den Ländern. Als Berichterstatter zum ersten Punkt sind der Hamburger Bürgermeister Petersen und der oldenburgische Ministerpräsident von F i n ck h vorgesehen. Die Ministerprästdenten von Preußen und Bayern. Braun und Held, haben die Korreferate übernommen. Für den zweiten Skandal im Schiller-Theater. Die Äleist-Feier, die das Schiller-Theater mit einiger Derspä- tung veranstaltet«, wurde zum Skandal. Man spielte außer dem Du iscard- Fragment noch den Büchnerschen Wozzet. Ein großer Teil des Publikums nahm dos Stück, das schon 90 Jahre oll ist, für eine Uraufführung! Man empörte sich über die natura- listische Tragik und spektakelte mit Hausschlüsseln und ähnlichen Musikinstrumenten. Diese Manisestatton wurde natürlich von den klügeren Leuten als ein Ull ausgesaßl, und so endete die schöne Theoterfeier. von der noch zu reden ist. wie eine Biermtmik, an der sich einig« hundert komplett idiotischer Menschen betelllgten. M. h. Punkt sind die Finanzminister von Preußen und Thüringen, Dr. h ö p k e r- Aschosf und Töll«, in Aussicht genommen, wäh- rend die Referate über den dritten Punkt von de» Innenministern Sachsens und Bayerns, Apel und Stützet, gehallcn werden sollen. Tendenzmeldungen über deutscheSlädte Der Deutsche Städtetag teilt mit: „An verschiedenen Steljen ist in der letzten Zeit die Meldung ausgetaucht, die Stadt Hamburg beabsichtigt«, ein Stadion mit einem Kostenaufwand von 48 Millionen Mark zu errichten. Die Nachricht ist f r e i c r f u n d e n. In Hainburg wird überhaupt kein Stadion geplant. Andere Meldungen wollen wissen, der angeblich von der Reichsbank inspirierte Plan, eine aus- ländischc Konsoli dierungsanlcihe durch ein Städte- syndikat unter Beteiligung Berliner Großbanken aufzunehmen, sei gescheitert, well dieser Plan oon den Städten mit dem Versuche, neue Finonzierungsanlageil zu erhqlten, verquickt worden seien. Auch bei diesem Gerücht handelt es sich um ei» reines Phantasie- ge bilde. Offenbar gehen olle diese Nachrichten auf ein« einst- weilen noch unsichtbare zentrale Stelle zurück. Aus der- selben Quelle stammen Nnchrtchten, die den Zweck verfolgen, die kurzfristige Verschuldung der Städte phantastisch hoch er- scheinen zu lassen. Die in dieser Tendenz verbreiteten Zahlen ent- behren jeder Grundlage." Do die yandel»hochschüler die Selbstverwaltung abgelehnt Haben. sind die Studentenschaften der Handelshochschulen ebenso wl« an den übrigen preußischen Hochschulen durch besondere Verordnung aufgehoben worden. Unterschlagungen bel der Metallindustrie. Der Geschäfts- führer de» Frankfurter Metallindustrtellen- verbände» wurde wegen umiangreicher Unterschlagungen oerhaftet. Die Frankfurter Metallindustriellen sind um 100 000 M. geschädigt worden.> Söffeldorsll Schlichtmgsvechandlmgen. Die Ltnternehmer drängen auf Entscheidung. Düsseldorf, 14 Dezember.(Eigenbericht.) Um Mittwoch vormittag wurden die Schlichtungsverhand. lungen für die Beilegung des Konflikts in der Metallindustrie wieder aufgenommen. Die Lage ist nach wie vor ungeklärt. Uuch heute wurdea noch keine Fortschritte in der Richtung einer Annäherung erzielt. Räch Auffassung der Gewerkschaften erstreben die Unternehmer eine Entscheidung der Schlichtung». kammer. bevor sie entschlosseu sind, die Kündigung der Arbe'lerschasl ln den zur Stillegung angemeldeten Werken aus- zusprechen. Ob der Schiedsspruch noch heute zuskandekommt, ist anqeflhls der vollkommen undurchsichtigen Situation mehr al« fraglich. Zn Geiverkschaftskreisen hält man die Verschiebung der ver. Handlungen auf morgen für wahrscheinlich. Gemäsz ihrer Ab- sp'ache, keine M'tlcili.'nuen über den Gang der Verhandlungen bekanntzugeben, bleibt die Presfeberichterskoltung gesperrt. Der Vorstand des Devtscheo Metallarbeiteroerbandes und die Geschäst-führer der Bezirksleitungen wellen zurzeit in Düsseldorf. De? Devtsche Metalla'beiterverband hat sich eingehend mit dem V"lefe des Reichsarbeit�minillers. betresisnd Durchfüh-ung des Arbe-tszeitabkommens beschäftigt. Eine Stellungnahme des vor- ftandes zu dem Schreiben Dr. Brauns, das für die freigewerkschaft- llch organinrlen 2t(»e'ter eine auherordcutliche E nt- t ä u f ch u n g bedeutet, liegt bisher nicht vor. * Das Drängen der Unternehmer auf eine Entscheidung läßt deutlich erkennen, daß sie trotz des Entgegenkommens des Reichsarbeitsministers die Absicht, die Ruhrindustrie stillzulegen, noch nicht aufgegeben haben. Die Drohung mit der Stillegung ist nicht nur als Druckmittel auf den Reichsarbeitsmini st er gedacht, sondern auch apf den Schlichter. Hier soll vor allem die Entscheidung fallen über die Lohne, aber auch über die Arbeitszeit in der weiterschaffenden Industrie. Auch bier gilt es. die Ar» beitsz.rt von 52 auf 48 Stunden die Woche herabzusetzen. O'e Unternehmer zeigen mit dieser Gewaltpolitik, die das Elend der Arbeiter voraussetzt für das normale Funktionie- ren der kapitalistischen Produktion, daß diele immer mehr in Widerspruch steht mst der Wohlfahrt des Volkes. Ergebnislos auf heute vertagt. TLsseldvrf» 14. Dezcutber. fEigenbericht.) Die Ächtirhtungsverhandlunge« in der Metallindu» strie wurden heute abend 10 Uhr ergebnislos abge- brachen. Die Verhandlungen wurde» auf DonueröUag 9 Uhr vertagt. Oer Jlfa-Bund zum Nuhrkonflikt. tZolidantät der Angestellten und Arbeiter. Düsteldorf, 14. Dezember.(Eigenberich!.) Heute nahmen hier die Vertreter der Verbände des AfA-Bun- des Stellung zu den Vorgängen in der Schwereiseninduftrie des Ruhrgebietes. Hierzu wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: Die freigewerkschaftlichen technischen Angestellten, Koufleute und Werkmeister sprechen der Arbeiterschaft ihre voll st e Sympa- t h i e In diesem schweren Ringen aus. Technisch sind die Vor- oussetzungen für die Durchführung der dreigeteilten Schicht g e- geben. Die Durchführung der Rationalisierung hat eine gewaltige Steigerung der Arbellsleistuag zur Folge gehabt. Reben der Technisierung der Betriebe ist auch eine solche der Menschen erfolgt. Die materielle Auswirkung ist unter anderem auch aus den in der letzten Zeit veröffentlichten Bilanzen erkennbar. Die Prüfung von der kaufmännischen Seite her zeigt deshalb ebenso eindeutig die Möglichkeit der Durchführung der Arbeitszeitverordnung. Der Erfolg der Rationalisierung, der Technisierung der Detiebe ist in vollem Umfange den Unternehmern zugute gekommen: die Arbeiterschaft, Arbeiter und Angestellten, haben keinen Anteil daran. Die Veränderung der Lebensbedingungen hat ein Sinken de» Realeinkommens zur Folge gehabt. Das Verhalten der Unternehmer ist deshalb auch, volkswirtschaftlich gesehen, nicht verständlich. Die Kamps- ansage der Schwerindustriellen bedeutet nicht nur einen Willkür- alt und ist nicht nur gerichtet gegen die Arbeiter: sie wirkt sich auch in vollem Ausmaße aus gegen die Angestellten. Sie ist darum neben den übrigen von den Unternehmern getroffenen Maßnahmen als eine Provokation der gesamten Arbeitnehmer- schast anzusehen. Diesem sich reaktionär auswirkenden Machtwillen der Unternehmer kann nur durch die unbedingte Solidariläl und gefchlosiene Front der Angestellten in den freigewerkschaftlichen Berussverbänden begegnet werden. Di« Angestellten können über kurz oder lang ln diesem Kampf durch das Unternehmertum hineingezogen werden. Kein Augenblick darf deshalb versäumt werden, um auch den letzten Angestellten den freigewerkschaftlichen Berbänden: Zentralverband der Angestellten, Deutscher Werkmeister-Verband, Bund der technischen Angestellten und Beamten, zuzuführen.__ polen gegen die Koaliiionssreiheii. Mimatum au die Oanziger Eisenbahner. v a u z l g. 14. Dezember.(WTV.) Zu einem Schreiben der polnischeu Eisenbahndirektion au die hiesige Gruppe der deutschen E'.seabahnervereiulgung wird zum Aus- druck gebracht, daß die hiesige Organisation des Eisenbahuerverbandes nur eine Kreisabteilung eine» ausläudischen Verbandes ist. und zwar eines Verbandes, der„Eiuheitsoerdand der Eisenbahner Deutschlands' heiß«, mit dem Sitz in VcrUa. Die polnische Elsen- bahndiretlion fordert, daß dte hiesige Organisation sich in eine voll- ständig unabhängige und selbständige Organisation mit dem Sih in Dauzig umformen soll. Das Schreiben schließt mit der ultimativen Forderung, daß. wenn diese Umwandlung der Elsenbahnervereinigung nicht bis zum April 1S2S durchgeführt wird, die Eisendahndireklivu nach diesem Termin diese Organisa.lou u i ch t al« Soulrahcnten ansehen und nicht zu Vcrhaud- luogen zulassen käun«. » D!« Gewerkschaften oller Länder sind miteinander mehr oder weniger eng verbunden. In den skandinavischen Ländern ist dies« Verbindung«ine so eng«, daß man praktisch von schwedisch-dänisch- norwegisch-finnischen Einhe!tsorganisation«n sprechen kann. Noch nie ist«s einer Regierung, die grundsätzlich das Koalitionsrecht der Ar- txiter anerkennt, eingefallen, den Arbeitern vorschreiben zu wollen. In welcher Form sie sich mit Gewerkschaften anderer Länder ver- binden dürfen. Praktisch ist der Versuch der polnischen Regierung übrigens ebenso wirkungslos, wie er rechtlich unbegründet ist. Es gibt keinen Paragraphen des Vertrags von Versailles, auf den sich die polnische Regierung zur Begründung ihres Verbots stützen könnte. Ob die Danziger Eisenbahner sich selbständig organisieren und mit dem Einheitsverband einen Gegenfeitigkeitsvertrag ab- schließen, der vielleicht enger gefaßt ist als sonst üblich, kommt praktisch auf dasselbe hinaus. Wie die Eisenbahner, haben bisher alle anderen Berufsgruppen Donzigs ihre Zugehörigkeit zu den deutschen Organisationen aufrechterholten, ohne daß jemals dagegen Irgendwie ein Einwand erhoben wurde. Die Organisationen, die im Auslande Filialen unterhalten, sind übrigens besonders bei den bürgerlichen Berufsorganisationen— in Polen wie anderwärts — sehr zahlreich. x Was will also Polen mit dem Ultimatum? Offenbar glaubt man in Warschau, daß die polnische Bevormundung von den Dan- zigern noch nicht drückend genug«mpsunden wird und daß Polen unbedingt sich noch mehr als es schon der Fall ist, unbeliebt mache» muß. Der Utas zeigt, wie sich eine Regierung verrennt, wenn sie sich im Unrecht gegenüber der Bevölkerung weiß. Keinen Mut. Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbänd« keift mft. daß am 14 Dezember in Berlin ihr'Ausschuß und ihre ordentliche Mitgliederoerlammlung getagt hat und sich mit„grundsätzlicheit Ichwebenden Fragen aus dem'Arbeitsgebiet der Vereinigung, mit der Durchführung des Gesetzes über Arbeitsvermittluno und Arbeits- wsenversichenmg und mit der Verwaltungsreform in Preußen und Reich beiaht hat"., Wie sich die Bereinigung zu diesen Fragen stellt, traut sie sich nicht der Oefientlichkeft mitzuteilen. Entscheidung der norwegischen Gewerkschaften. Oslo, 14. Dezember. Der Kongreß der gewerkschaftlichen Landesorganisation nahm mit IS 2 gegen 84 Stimmen einen Vorschlag an. in den« er daran festhält, daß die Londesorganisation weiter außerhalb sowohl der Moskauer als der Am st er- domer International« stehen und für die Bildung einer einzigen Intctnationale arbeiten solle. Der Kongreß ennächtigte das Sekretariat, zu versuchen, e i q Uebereinkommen nicht nur mit Däneniort, Schweden un» Finnland, sondern auch mit Rußland und anderen Ländern zustande zu bringe» zwecks gegenseitiger Hilse. Die gcwerkschast- liche» Verbände innerhalb der einzelnen Industrien werden aus- gefordert, dafür zu orbeilen, daß der russische Gewerkschastsverband in den Internationalen Gewerkschaftsbund aufgenommen werde Der Kongreß veranlaßie das Sekretariat, die russische und die Konserenz einzuladen, über die Formel der Arbeit Einheit zu beraten hätte. Weihnachtsunierstühung der Bekleidungsarbeiter. Der Deutsche Bekleiduugsorbeiterverband gewährt leinen arbeitslosen Mitgliedern eine Weihnachtsunter« st ü tz u n g. Anspruch auf diese Unterstützung haben alle die Mit- glieder, die ein Jahr Mitglied sind, mindestens 5 2 Voll bei» träge geleistet haben, a m 11. Dezember 1927 arbeite» tos waren, und in der Weihnachtswoche noch ar- beitslo? sdnd. Die Auszahlung der Unterstützung erfolgt in unserem Bureau, Sebastianltr. 37/38, Hof pari., vom 20. bis 24 Dezember vormittags in der Zeit von 8 bis 1 Uhr. Di« Ar» beitslosenkarte ist unbedingt mitzubringen. späteren Reklamationen kann nicht mehr Rechnung ge- tragen werden. Die Filialleitung. I. A. Willy Lehmann. «chtung, ASS. Ackerstrah«! Am FT�iia». IS. Jyjmlwt, IS'i Uhr, f- b»i Lkuschncr. Ackertlr. US. wlchtliie S«rlammlung alle,- SPD.»Arbeiter< pj und-Angestellten. Jeder muh erscheinen. Der zratti»»«>»rftaird. r• DeutsiSer Werkmeisterverbond. Bezirk I«. Zlllgemeine Werkmeisterversaniin. Itrnq der Berliner Metallindustrie Zrcitag, IS. Dezember, IS Ubr, im Klubhau» tstmstr. 1. gn Anbctrochi bcr auisernrb.'utiichen Wichliakcit der Tagesordnung ist das Erscheinen jedes einzelne» Werlmeiftertollegcn Pflicht. Da» MUglicde- buch legitimierr. Unorganisierte können durch Rnglicdcr cingefiihrt werden, sur beiriite und Cchlllerrdie. I strotze Jl, isabrilgebäude. — Süden. Südwesten! Städtische, Iugendbeim Porch. gritz-T'euter.Abend.— Tempelhss: Druppenheun Lichrbill Jugendbewegung.?—»öprniA! Zimenb- ajirnfvirlfuruz in Glotz.— kinurboldt- Jugendheim Granu. Ecke Lortzingstiatze. Vortrag:„Das Schlichtungsweren und die Gewerkschaften."— Gesundbrunnen: Jugendheim?ote Schule, Eatcnburger Etratze. Litcrar'scher Abend:.Das fröhliche Alt-Berlin."— Britzeusee: Jugendheim Parksrr. SS. Chorprobe.— Moabit: Städtische, Jugendheim heim Grünauer Str. 5, Bericht vom Lehrter Str. 1S<1S. Humor und Stimmung."— Charloltenbura: Jugendheim Spreestr. 30. Bortrag:„Dte gesellschaftliche Stellung der ffrau.— Ziordlrel». ftursn* Iii Jugendheim See- Eck« Turiner Straße.„Gewerkschastliche Jugend- arbeit— gewerkschaftliche Zugenbbewegung." Zugeutgrupp« de, ZdA. v«ut«, Donnerstag, l9',z Uhr. findet lolgend« Ber- anstaitung statt: Bezirk Schöneberg: Zugendheim-Hauptstr. 15 sHosgebäud». 1 Tr., Thitringenzimmer). Di« Dczembcrveranstalwngcn werden besonder» verabredet. Wir beteiligen uns an den GefamweranstaUungeu der Zugend. gruppe. Berontwortlich für Politik: Dr Curt Geyer: Wirischast: S. Nlingelhiser: _»erlag.____ ,. W I______>W und Lerlagsanitgl» Paul Singer o Co Verlin SW SS Lindenftratz» S. »lern, 3 Beilaoen und..Unterhaltnna und Bisten" 8 ER 1 I N C 2-• S P AN DA U - K'O' N I RA C E C R 0 N D E T 18 15 leid Reinseidener Cripe Georcett«» reich m PerTstlckcre wie Abbildanff vzgl. relnseikirner Ä Crfip« de Chine mit TfCI AA SpiUc wie Abb. 2 OtMIU i 39.00 h'seiithewä mit Stickerei- Einsatz 1 u..Ansatz, reich garn.-t»«!! II e m dhose Indanthrenfarble. I Ars Batist mit Spitze Oberhemd gestreifter Zephir mit. gefütterterFaltenbrust f AA u. Klappmanschetten"X««/!/ Oherhemd_ weiß, Plkeefaltenbrust � H 7t und Manschetten I• I tr Ilausjoppe vrzgl. Qual., versch. 1 U«TA Farben, wieAbbild. 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Der Anschauungsunterricht, den man in ihnen voll- ständig gratis genießt, ist vorzüglich. Und es gehört ja auch nicht zu den Unmöglichkeiten, eine kleine Verkäuferin aus dieser oder jener Abteilung nach diesem oder jenem zu fragen. Wenn man sie in einem Moment der Ruhe erwischt, zwitschern sie rergnügt los... Dos„Geschäft"— der Weihnachtsmann ist den Warenhäusem nichts anderes als der Vringer eines guten Geschäftes— ist in diesem Jahre besser als im vergangenen. Und mehr als je macht es sich bemerkbar, daß die Einstellung des Publikums zur Ware eine Wmdlung durchgemacht hat. Dia Zeit nach dem Krieg« und nach der Inflation hatte auf allen Gebieten einen Warenhunger gezeigt, der die Käufer blind machte für die Qualität eines Gegenstandes. Man kaufte billig und— schlecht. Das ist jetzt endgültig vorbei: für„gutes Geld" will man gute Ware. Auch bei den Spiel- waren. Das Exempei ist sehr einfach: die Eltern, die z. B. ihrem Jungen«ine Eisenbahn zum Fest kaufen, wissen ganz genau. dah eine billige kaum das neue Jahr heil erblickt. Also kaufen sie lieber eine teure, die ein paar Jahre hält. Und an jedem folgenden Weihnachtsfest wird hinzugekauft, was zur Eisenbahn gehört: Tunnels, Schranken. Signale, Bahnhöfe, Brücken ufw. Nicht anders denken die Eltern, die für«in Mädchen eind Puppe kaufen wollen. Zum diesjährigen Weihnachtsfest ein« gute Puppe, und zu allen folgenden olles, was eine Puppe braucht— vom neuen Kleidchen bis zum Puppenwagen oder Puppenhaus. Eins nach dem anderen. Erst die Güte und dann die Quantität. Und dieses Prin» zip macht sich überall gellend. Gerade weil der Reallohn der breiten Masten gesunken ist. kann das Geld nicht in leicht Vergängliches angelegt werden. Das Jahr ist lang und voll harter Kämpfe um die Erfüllung der dringendsten Lebensbedürfnisse. Wie immer, ist beim Spielzeug alles vorhanden. Es spiegelt das Leben. Die Kinder sollen sich ja durch das Spiel mit den Ab- Fuldern des Lebens auf den Kampf mit dem wirtlichen Leben vor- bereiten. Fast unbewußt lernen sie das Leben begreifen. Di« Technik oerfemert das Spielzeug ständig. Die Gesichter der P u p p e n und Tiere zeigen Choratter. Seele und Stimmungen. Puppen werden am meisten gekauft. Und nicht weniger wird noch Tieren verlangt. Einzeln« saus Stoff und lg alz in allen Größen) und ganze Menagerien und Wirtschaftshöfe, auf denen alle lg aus- tiere friedlich versammelt sind. Nicht viel geringer ist die Nochfrage nach kleinen mechanisierten Automobilen und elektrisch be- trieben«» Eisenbahnen. Ebenso stark ist die Nachtrage nach Baukästen, besonders solchen, die E isen k o n st r u kt i o n« n entholten. Dann folgen lgauskinos, Ktndergram. mophone(für 1,73 M. ein lgöllenlärm), Flugzeuge, Luft- schisse und Riesenkreisel, hinter deren bunter Pracht man die sieben Weltwunder vermuten kann. Oft verlangt werden auch Spiel«, Knetmassen,„B u b i f a h r e r"(billiger und praktischer als die ihnen ähillichen„Selbstfahrer") und— Jn- dianerausrüstungen. Damit ist man auf den M i l i- tarismus gestoßen, wie er sich im Kinderspielzeug zeigt. Vom Indianer bis zum Gasmaskenfoldat. Stahlhelme aus Pappe und Blech. Blinkende und feldgraue Ausrüstungen. Trommel, Säbel und Gewehr... Di« Zinnsoldaten sind modernisiert: sie sind seit langem schon grau angestrichen und tragen Stahlhelme auf den Köpfen. Ihnen voran weht immer eine schwarzweißrote Fahne— I o modern sind sie und so ge- schäftstüchtig ihre Fabrikanten. Aber mit den Zinnsoldaten ist trotzdem kein Geschäft zu machen... Manchen Kindern wird dos Märchenland des Spielwarenlagcrs im Warenhaus ein« Erinnerung bleiben, die am Weihnachtsabend Wehmut in die kleinen Herzen senkt. Denn im Innern des gut- mutig dreinschauenden Weihnachtsmannes, der im Lichthof eines be- kannten Warenhauses aufgestellt ist, steht ja die erzene Symbolfigur der Göttin Industrie. Und die hat ein hartes, unerbittliches Gesicht. Selbstmord eines Vierzehnjährigen. „Ich will euch keine Schwierigkeiten mehr machen". Das snrchlbare Kapitel der Sindersclbstmord« ist tun einen neuen rätselhaften Fall reicher geworden. Er spielte sich unter erschütternden Begleitumständen am Ikorduser ob. wo der 14jährige Schüler Werner Förster vor de« Augen der Alulter in den Kanal sprang. Der Feuerwehr gelang e». den Zungen nach etwa 20 Minuten zu bergen, doch blieben wieder. belebungsoersuche ohne Erfolg. Nach den bisherigen Ermittlungen scheint Werner F. aus Furcht vor einer Straf«, die er erwartet haben mag. so gehandelt zu haben. Er war, wie es heißt, unentschuldigt der Schule fern geblieben und sollte heute. vormittag in Begleitung seiner Mutter beim Rektor der Gemeindefchule erscheinen. Gestern abend wollte Frau F. noch einig« Besorgungen machen und nahm den Jungen mit. Unter der E i se n ba h n b r ü ck e am Novdufer sprang der Bierzehnjährige plötzlich auf das Geländer der etwa 2 Meter hohen Uferböschung und stürzte sich mit dem Ruf: „Mutter, ich will euch keine Schwierigkeiten mehr machen", vor den Augen der Mutter ins Wasser. Vorüber- gehende lösten sofort den Rettungskahn und ruderten an die Unglücksstelle. Inzwischen war mich der Löschzug Wedding der Feuerwehr eingetroffen, der mit Haken das tranrige Werk des Suchens in dem eisigen Wasser begann. Erst nach 20 Minuten konnte der Körper geborgen werden. Wiederbelebungs- versuche der Feuerwehrsanmriter und des hinzugerufenen Arztes der nächsten Rettungsstelle von fast einstündiger Dauer ver- liefen erfolglos. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt. Oer btondeEdelmann/z Uhr, im Kino Batlschmteder, Badstr. 16(Sesundbrunn«). Sonnabend, den 17. Dezember, 19'/, Uhr, im Haufe de« v«tschen Metailarbeiter-Derbande«, Liniensir. 196 197. Dienstag, den 20. Dezember, IS'/, Uhr, im Saalbau Zriedrichshain. „Mutter Fürsorge� ein packender Hilm aus dem Wirkungskreis der Arbeiterwohlfahrt Vortragende- Dr. fhrih Schloß(Bezirksamt Kreuzberg), Stadt- verordnete M. Todenhagen, Stadträtin K. Weys, Krau S. Wronsky (Sintrittpreis 25 Pfennig, aber für Inhaber eines Loses der Arbelterwohlfahrt freier Eintritt Narte» and Lose an den Atendiafsea, im 8etfrf»ira»f(fiirt ffit Arbettrrwohlsahrt, Ltndenftr. Z. Lose außerdem in allen Sonsnmoerkonssstellen, bei Weethetm nnd In olle» dnrch Lottert eplatate kenntlich gemachten Stellen. Kein Portier. Sie Ttackttänzena uud ihr Leipziger Durchfall. Es ist eine aste Geschichte, doch bleibt sie ewig neu, und wem sie just passieret, der sucht den wahren Schuldigen dabei. In diesem Fall war aber der wahr« Schuldige nichi zu finden, well er tatsächlich nicht dabei gewesen war. Und eben deshalb ist das ganze Malheur passiert. Eine der am meisten„besprochenen" Nackttänzerinnen erlitt in Leipzig einen argen Durchfall. Die Sachsen sind eben helle. und so haben sie sofort erkannt, daß die berühmte Künstlerin nicht nur ohne jede Bekleidung, sondern auch ohne jedes Können auftrllt. Infolgedessen haben sich die braven Leipziger andere Tänzerinnen mit weniger Nacktheit und mehr Tanzkunst angesehen und haben Fräulein Nelly gemieden. Und so erlebte das Leipziger Kabareit mit seiner Nackttänzerin eine arge Enttäuschung und leer« Kassen. Nun war die Nackttänzerin an den Einnahmen des Kabaretts beteiligt. Da die Hälfte von Nichts auch Nichts ist, bekam sie eben Nichts. Folglich lief sie aufs B a r i e t ä- fchiedsgericht und verklagt« hier den Direktor aui Schadens- erfaß. Sie behauptete, daß der Direktor an' dem Durchfall schuld gewesen sei. In dem Vertrag zwiscbcn Nelly und dem Direktor war ausdrücklich vorgesehen, wieviel Musiker dieser zu stell« hatte, das; er eine großzügige Reklame machen müsie und daß. vor allen Dingen«in Portier zu engagieren sei. Der Direktor hatte getreu- lich seinen Vertrag eingehalten. Nur den Portier hatte er nicht engagiert.- Und min behauptete die Nackttänzerin, daß der fehlende Portier die Schuld an dem Fiasko trage. Und damit bat Nelly eigentlich nicht ganz Unrecht. Denn wenn ein handfester Portier an der Haustür gestand« hätte, würde eben keiner der Gäste haben hinauslaufen können, als die Tänzerin ihr«.Kunst ver- zapfte. Velleicht hätte der- Portier sogar ein paar Gäste von der Straße aus in das Lokal-reinfchmeißen und so dafür sorgen können, daß die berühmteste deutsche Nackttänzerin nicht auch noch in einem Lokal tanzen muß, das von allen Gästen entblößt ist. Aber wie gesagt, der Direktor glaubte ohne Reinschmeißer aus- kommen zu können und hatte keinen Portier engagiert. Damit aber hatte er gegen den Vertrag verstoßen und muhte zur Zahlung der Konventionalstrafe verurteilt werden. Die Verhandlung hat jedenfalls gezeigt, wer der wichtigste Mann beim deutschen Kabarett ist. Der Herr Pastor will nicht mitmache«—? Immer häufiger wird bei Leichenbestattungen ans die Mitwirkung eines Postors verzichtet. Da sollte eigentlich jeder Pastor froh sein, w«n man ihn noch um eine Leichenprediat bittet. Der Pankow-Niederschönhaus«« Süngerchor „Zukunft"(Mitglied des d«tsch« Arbeiter-Sängerbundes) �erzählt uns von einem Pastor, der bei der Bestattung eines durch Freitod au» dem Leben geschiedenen Ehormitgliedes einige Lust gezeigt Hab« soll, die von der Familie bestellte und von ihm zugesagte Leichen- predigt zu verweigern. Nicht die„Sünde" des Freitodes verstimmte den Pastor. Nahm er Anstoß an dem Gesang, mit dem der Sänger- chor die Feier einleitet«? In der Leichenhalle sang vor dem � ausgebohrt« Sarg der Chor die betd« ersten Strophen des Liedes „Wenn sich zwei Herzen scheiden". Alles harrte des Redners, der mm sprechen sollte. Ein Schwager des Toten verließ die Halle und kehrt« bald darauf zurück mit der Meldung:„Meine Herren, ich bitte Sie. nicht mehr ,zu fingen. De r Herr Pastor weigert sich, zu sprechen." C» kam nicht so schlimm, und die Sorge war unbegründet. Nach einer weiteren Unterredung des Schwagers mit dem Postor nahm dieser das Wort zu seiner Predigt. Man sagt uns aber, daß die Rede des Postors verletzeich gewirkt habe. Vermutet wird, daß es ihn vielleicht bedrückte, zwischen zwei roten Fahnen stehen zu müsi«. Sollte es wirklich in Berlin Pastoren geben, die sich hierdurch aus d«l Gleichgewicht bring« lassen? Und kann angesichts der Abwendung immer größerer Masjen von der Kirch« ein Pastor noch so üppig sein, aus Rosich« bei Leichenbestattung« die Mitwirkung verweigern zu wollen? Wir wiederholen: solche Pastoren mögen froh sein, wenn s i e noch zur Mitwirkung aufgefordert werden. Unfall des Vertiu— Münchsnerv-Zuges I perfoneu verletzt. Nach«lner UUilellung der Reichsbahnhlrektio« Nürnberg ist gestern nachmiktag gegen 17'-- Uhr die L o k o. motive und ein Packwagen des Schnellznges D 40 i» der Nähe von Lichtenfels entgleist. Der uachsolgende personenwag« wurde beschädigt. Sieben Personen sind als verlehl gemeldet. Als Ursache des Unfalles wurde fest. gestellt, daß der von Lichtensels kommende Eilgüterzug bei de« Einfahrt aus ein« auslausend« Leerwagmzug ausstieß und ein« wag« diese» Zuges gegen den Schnellzug warß Der Präsident uud der Betriebsdirektor der Reichsbahndirektion Nürnberg Hab« sich an die Unfallstelle begeben. Lindbergh in Mexiko-Cuiy gelandet. New Port. 14. Dezembqr. Lindbergh ist heute nochmittag 2,39 Uhr(etwa 7,30 Uhr mitteleuropäischer Zeit) aus dem Flugplatz in Illexiko-itity eingetrofs« und glatt gelandet. Auf dem Flugplatz hatte sich«ine große Menschenmenge eingefunden. Sämtliche Mitglieder des Kabinetts. an ihrer Spitze Präsident Calles, und der amerikanische Bot- schofler sowie zahlreiche Deputierte und Senator«« und prominenfe Persönlichkeit« aus Wirtschaft, Handel und Industrie war« er- schienen. Lindbergh hat den 2000 Meilern langen Flug trotz der ungünsttgen Witterungsbedingungen in sehr guter Zeit zurückgelegt._ Weihnachts'AuSstellungen. Kunst geht nach Brot, und wo gute und kunstliebende Menschen ein Plätzchen frei hat»«, da sieht man jetzt zur Wechnachis- zeit Bilder und Graphiken und all die Produkte kunstgewerblich« Fleißes. Im Berliner Frauenklub, Schillstraße.?, findet eine kleine Weihnochtsschau statt, die hauptsächlich von Heim- arbeiterinnen bestritten ist. Charakterpupp« und Kisten, hüvfil» Lesezeichen, duflig-zarte Kinderkleidchen und ganze Erstlings- ausstattung«: Holzschnitt«, Radisrungen, hillstchc Buchbiicherarbeit« und anderes mehr. Die Frau«, die all diese hübsche Kleinkunst verfertigen, rekrutier« sich in der Hauptsache aus dem früheren Mittelstand. Dem praktisch« Erwerbsleben stand die Frau d« vorig« Epoche etwas weltfremd gegenüber. Was sie gelernt hatte. war nett, aber herzlich unnütz, und sie fand im Beruf der Haus» frau und Mutter ihr« einzige Erfüllung. Nun pocht Frau Sorqe laut und vernehmlich an ihre Tür. Was sie so mit Hennarbe-k verdienen, das reicht nicht her und nicht hin. Im Lyzeumklub. Lützowplatz S, Hab« MitgSed« des Klubs und der Kunftgruppe ihre Arbeiten ausgestellt. Sehr hübsch wirken die Holzschnittillustrationen zu E. T. A. Hoffmanns Erzählung« und eine Bilderferi« aus Peer Gynt von Ruth Michaels, die ou/ch-mil gut« Porträt- und Zeichenftudi« auf- wartet. Daneben noch wirklich gut« Arbeit« von Siewert, Reiff« scheid und viel« ander« Künstlerinn« in Aquarell, Graphik und Kleinplastik. Im Berliner Rathaus Hab« die KunftoerkstStt« von Tont Mufchalla ihr Heim aufgeschlagen und werben in wirtlich guten Malerei« und kunstgewerblichen Arbeit« um die Gunst des Publikums. Alle Lager und Richtung« malerischer Weltanschauung sind hier vertreten und es ist ein bunt- schillerndes Bild- tünft- lerifch« Erlebens, das sich dem Besucher darbietet. Daneben die hübsche Kleinkunst des Kunstgewerbe« mit den zierlichen Fl echt- und Stück- und Bchteiorbeiten, die mit viel Phantast«>md Tal«t aus unfcheinborstetn Materiol oft wahre Wunderdinge ersteh« läßt. Das grotze Wettsaufen. Das Metvertllgen war nach Tocitus die besonder, SpeztaKtöt der alt« German«. Sie logen bekanntlich auf dem Lotterheir und tranken immer nach eins. Dieser alkoholgewalttg« Tradition ist der deutsche Spießer treugeblieben. Der Stannnttsch kann seinen Ausgab«, soll heiß«.Belang«" nur gerecht werd«, wmn er in angefeuchtetem Zustand sich befindet. Diesem ilmstande trägt ein geichäststtichtiger Berliner Unternehmer Rechming. wenn er folgendermaß« inseriert: Neu! Neu' Caf4 Stimmung! Zivile Preise! Humor? Pom 10. DezemberbisSI. Dezember1S27 Große» preis trink«! Jeder Gast erhält in dieser Zeit für jedes Glos Vier i Marke. 1. P r e i s: 1 Gans— sowie 5 weiter« gut« Preise. Solch' eine Gelegenheit, sich im alkoholisch« Wettbewerb gründlich vollzusauf«, sollten die national« Verbände nickt un- g«ützt vorübergehen lassen!..... „penthesilea".N«elnstudlerung oerlegt. Wegen Ertran« k u n g eines Hauptdarstellers muß die für heute angesetzt« Meuein- studierung der„Penthesilea" am Srnattich« Schauspielhaus verlegt werden. Gegeben wird dafür um 19 Uhr„Peer Gynt". Iveihaachlsmalinee dar Kriegsbeschädigten, gm Mercedes- Palast, Utrechter Straß-, konnte kein Apfel zur Erde fallen, so dichtgedrängt saß und stand das Publikum, das sich zur Borweih- nachlsfeier des Retchsverbandes Deutscher Krieg»- beschädigter und Kriegerhinterbliebmen am gestrig« Sonntag «Ingesunden hatte. Mit einer Phantasie aus„Lohengrin", gespielt vom l. Berliner Bondonian-Streichorchester, wurve die Feier er- Öffnet. Mit schöner Empfindung sang hierauf der Eisenbahn- Sängerbund, Berlin, das„Sanctus von Schubert,«in russische» tstfveuäe ßeigt wenn beim Backen alles gut geraten ist. Auch Sie werden mit Ihren guten und reichlichen Zutaten nicht gern experimentieren, sondern lieber mit dem wundervollen Gefühl der Sicherheit backen wollen, das Ihnen Dr. Oetkert Backpulver„Back in" verbürgt. 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Ltr. 1.90 Echter Oouro-Portweln, süß..... Ltr. 2.S8 Echter Pepsinwein, für Kranke.. MjLtr. 1J0 LikSre-Welnbrand-Jamaika-Rum- Punsche Feinster Tafel-Aquavtt....... Ltr. 2.95 Fe nster Weinbrand Verschnitt••• Stern, Ltr. 3.20 Fe nster echter Weinbrand*** Stern.. Ltr. 4.20 Alle Ssrten Ede!-t.lhöre tnz 38%... Ltr. 4.45 amaika-Rum Verschnitt. 3S'in.... Ltr. 5.95 Jamaika-Rum Verschnitt, 45%.... Ltr. 4.45 Jamalsa-Rum Verschnitt, 55".'o(Teeram) Ltr. 5.20 Feinste Punsche 32'i,........ Ltr. 4.45 Weißweine, beste Qanlitäten, pro Flasche ohne Glas von 1.15 an Rot- und Bordeaux- Weine, pro Flasche ohne Glas von 0.95 an grßßtes Spezlatgeschaft seiner Art In Deutschland. Verkauf direkt vom Faß. Kostproben kostenlos i Eduard SUsskind Ukörfabrlk und Weingroßhandlung HauptssschäH: EVrunnenstrasse 42. arila, MOIIersir. 144 tarüa, Csaassatsir. TB lerlla, Petersburger Str. 60 Isriis, Kopuentir. 87 lerlln, 6rll328 in der Zeit von 16— 17>/, Nbr. Anmeldungen werden entgegengenommen in der 34. Schule. Scharnweberstr. 19, von Herrn Rektor Leu,: In der 35. Schul-, Psarrstr. 8/9, von Herrn Rektor Schlicker: in der 36. Schule. Friedrich. ftrahe 71, von Herrn Rellor Sänger; in der 37. Schule, Marllstr. 12, von Herin Rektor Priebe; in der 38. Schule, Holtelsirahe, von Herrn Rektor Wölkerling; außerdem beim Genossen«. Rakewih. Gär tn erstratze 6. Lei der Anmeldung ist daS Einschreibegeld von 9,50 M. zu entrichten. Anmeldungen von Kindern, die nicht die welllichen Schulen besuchen, baldigst erwünscht. Mit einer Gegenüberstellung von Naturalismus unb Idealsiil beginnt D r. Franz Leppmann seine'Vortragsfolge„Die Richtungen der Poesie". Er bezeichnet den Naturalismus als den Jungbrunnen, in dem sich immer wieder die Dichtung erneuert. Osdipus. König Lear, Iugendwerke Goethes und Schillers tragen naturalistische Züge. Das Gegeilleil ist der Idealstil, der nicht die Wirklichkeit geben will, sondern Erhöhung der Wirklichkeit. Die Rhythmik des Verses ist ein Mittel dazu. Charakteristisch bleibt der Uebergang Goethes und Schillers von der Prosa zum Vers beim Eintritt in ihre idealistische Periode. Leppmann nennt auch den Expressionismus einen idealistischen Stil. D r. Friedrich Luther schildert in der Reihe„Das Seelenleben der Jugend- lichen" die Liebes- und Freundschaftsbeziehungen des sungen Men- schen. Er sieht das Charakteristische in dem Betonen des Geistigen und in dem Wunsch des Sichanschmiegens. Der Jugendliche über- steigert immer den Wert der geistigen Persönlichkeit, sieht den Gegenstand seiner Liebe stets unter idealem Gesichtspunkt. Beide Vorträge sind in ihrer Form und Gedankenführung für das Per- ständnis eines großen Publikums zugeschnitten. Die Beispiele sind einfach gewählt und allen verständlich. Anders Anton Kuh, der Conferencier des„Oesterreichischen Abends", der ein Brillant- feuerwerk von Bonmots losläßt, von geistreichen Gedanken sprüht. sehr geschliffen spricht, aber seine Rede im Grunde nur für einen kleinen Kreis hält und gar nicht auf die Masse der Hörer Rücksicht nimmt. Das Schönste an diesem Abend ist das Funkorchester unter S z e l l bei haydn und Mozart. Dann Julius Brandt, der aus Nestroy und Anzenqruber liest mll kernigem Humor, mit Biller kell und melancholischem Anflug. Ueber dem Abend liegt eine mild hellere und trotzdem etwas müde Stimmung, etwas von Schnitzler- scher Entsagung, die erst bei Mozart und Johann Strauß ab- Gingt._ F. S. Wetterbericht der öffenklichev welterdlenststelle verlin und Umgegend. rNachdr. veeb.) Wolkig mst einzelnen Schneetällen, Temperaturen weiter sinkend; mätzige bis irische Winde aus nordöstlichen Richtungen.— Für veutichlan»: Im Westen wolkig mit veibreiielen Schneesällen. weller noch Osten zunehmende Beriibigung des Wetters mll nur geringen Schnee. schauern. Temperaturen östlich der Weier mehrere Grade unter Rull. Auch bei alten Gallensteinen Lederkranlhelt.. GuÜcnbmsenenUiindg. tbelbsucht. Herz-, Darm-. Magen-Erti-N' rungenttriimpfe.ApvelUlorigteit.Blalen- fteme. Blalenkatairhe. Blasendlulungen. Rierentiew», NterenentzUnd.-Blulung. tzuckertrontliei». Sichl, Rdeumalismu». Etrofulose. Drüsin-Erkranla.. Sluvlver- ftopsuna, SSnlorrhoioen. zur V lulreinia. bei ttopnchmerz, Schwindel. Schlasloligk. Adernoertaitung zur iiörverentseiiung. Stern-Engel-Tee, erstkl Harnsliurezersetzung»- und>AuS- fcheidunaeminel. Au) die der jtronthei- enttvrechende Mischung wird ausmertsam gemachl Aerztlich er- vropt und emvlohien! 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Derember. mittag» 12 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Aiefholzltraße 221. ümm Metallarbeiler-ilerbaDiI Verwauungsidellc Berlin. Den Mitgliederir zur Nachricht, daß unser Kollegt, der Metallarbeiter kMeHii Kalaokiewlcz gen. Vat»-r am 12. Dezember gestorben ist. Lhr« seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Frei- tag. dem lS. Dezember, mittags 12 Uhr, im Krematorium Baum- fchulenweg ita». � Rege Brtciltauna wird erwartet. Die Ortsverwultung. MsZbsKekke Qiefeucßiungs Körper für �Wohnungen in alten ofülarien Spezialbeleucßiühgen für tyerfiaafsräume, Scßaufensfer, tyJerfcsidtien �Ceihafihngen Rönnen auf tÜunscü vereinbart werden Q3 efeacßian gslörper g.m.b.gr. Qfaus der'Uecßnfü, friedricfktr. 110-112 ütatergrundbaftBi Oranienburger'Cor/ Sffusgaag Süd K Puppenwagen, direkt ab Fabrik, bil- � Jr-h Uhr. Rojahn, L-ibniz. swage 33, FabrikgebSuda älEl vemlütiillssMileiler! Am Freitag, de« IS. Deiember, findet keine Sitzung der MtMeren Ortsoerwaltung statt. mar Der B-ihnachtsfeiertag« wegen bleiben unsere Bureaus Sonnabend, den 24. Dezember. Montag..2». ,. und Dienstag,, 27., geschlossen. Am«onaadend. dem 31. Dezember. sind die Bureau» bis 12 Uhr mittags geöffnet._ Arbeitslose und Kranke! Der Feiertage wegen wird die am Sonnabend, dem 2t Dezember, fällige Unterftiitzang bereits am Donnerstag, dem 22. Dezember, und filr Montag, den 2« Dezember, bereits am Freitag, dem 23. Dezember, ausgezahlt Für Dienttag. den 27 Dezember, wird die llnteistüßung am Mittwoch, dem 28 Dezember, auogezas' sium Quartalsschluß sind die Bureaus für Kra.iten. und Ardeitsiolenadfertigung am 2 Januar 1928 geschlossen Wegen Neuberechnung müssen die Mit- gliedsdilcher bis svätestens zumSi. Dezember abgegeben werden. Müi! vmrlweosleilke w Die V ranchen- vertrasensmstnner. tonferenzen der Metolliormer und der Autogen, und Elektroschweißer fallen in diesem Monat aus via OctsoermoUnng. Et«inrf neu er tehienen: Derlllustrierte sozialdemokratische Abreißkalender für 1928 Jede Seile bringt Illustrafionen. Der Kalender kann in Jeder UlnsicfaJ als Quelle und Hllfs- ralffel dienen. Er bringt Zitate aus sozlalistlscfaen Werken, eine Fülle von Sentenzen in Poesie und Prosa. Nahezu 100 Verbände geben hier authentischen Bericht. Der Kalender kostet Mark 2.- Kinderland 1928 Ein proletarisches Jahrbuch für die Buhen and Mädel» des arbeitenden Volkes. An dem Kalender haben auch dieses Mal die Kinder selb«! tüchtig mitgearbeitet. Das.Kinderland* kostet Mark 1.50 Beide Neuerscheinungen sind zu haben in allen Ab« gabeslellen de»„Vorwärts" und Parteibuch handiungen oder direkt von der„Vor wärt»"-Buch druck er ei und Verlagsansialt, Berlin SW«S, Lindenstr. 3 Verkäufe A. 85, Nr. 26s. Korner. Potsdamerstraße Vuvpenwagen, Bubiräder, Klappsport. wagen, spottbillig« Gelegenheitskäufe ab lbrillogrr. Teilzahlung ohne Aufschlag. . stch lohnt. Lchoninschestraße S(Bahn. Hof Schönhauser Allee). 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Die Aufsaugung einer Anzahl von Einzeluntcrnehmen aus der Brau- und Sprit- tndustrie, dem Mühlengewerbe, von Hefe- und chemischen Fabriken. dos Eindringen in die Moschinen-, Bau- und Zemcntindustrie ver- wischte noch außen hin immer mehr die inneren Zusammenhänge des finanziellen Riescnbous. So gut der Konzern auch organisiert schien, so haben sich doch in den letzten zwei Jahren durch das Ueberwuchern der Konzernbureoukratie erhebliche Mängel herausgestellt, die zu wichtigen Umaruppierungen geführt haben. Das Ziel der Neuorganisation bildete dieqruppenweile Zusammenfassung der großen Zahl von Einzelunternehmen. Nach vollzogener Umstellung haben sich jetzt fünf große Gruppen herausgeschält: Brauereien(sämtlichst bei Schultheiß-Patzenhofer vereinigt). Likörfobriten(Kahlbaum-Kantorowicz). Hefe- und Spritfabriken(Bereinigung von neun Hefe- werken in der Wulf-A-G.). Mühlen(Schlesische Mühlenwerke A.-G.). Lau und Baustoffgruppe(Schlesische Zement-Industrie A.-G., Held u. Franke. Industriebau A.-G.). Die folgende Tabelle kennzeichnet die finanzielle Entwicklung der Konzerne. Die wichtigst« Umschichtung hat bei den Brauereien statt- gefunden, indem die Ostwerke A.-G. ihre sämtlichen schlesischen Drau- betriebe an Schultheiß-Patzenhofer abtrat und damit selbst zu einer reinen Holding gesellschoft geworden ist, d. h. kein« eigene Pro- duktion mehr betreibt, sondern nur Beteiligungen verwaltet. Als Gegenwert erhalten die Ostwerke von Schultheiß 4,1 Millionen Mark fiinzer Aktien aus der im Januar beabsichtigten Kopital- e r h ö h u n g um 5,5 Millionen. Damit erhöht sich der Aktienbesitz der Ostwerk« bei Schultheiß-Patzenhofer auf über IS Millionen Mark oder 42 Proz. Di« letzte Kopitalerhöhung von Schultheiß erfolgte bei der Fusion mit dem C. F. A.-Kohlbaum-Konzern, der aber juristisch als neue Äahlbaum A.-G. wieder selbständig wurde und bei einem gleichfalls von 1 auf 6 Millionen Mark heraufgesetzten Kapital die Kantoro»vicz-A.'G, Verlin. in sich ausnahm. Damit war der gefährlichste Konkurrent für Markenliköre unschädlich gemacht. Die Fangarme der Schultheiß-Patzenhoser-Konzerne griffen aber be- reits weiter. So gelang es ihm unmittelbar nach der Umwandlung der Dötzow-Vrouerei in eine Aktiengesellschaft, in diesem Unter- nehmen Fuß zu fasten und außerdem in der Brcslauer Mälzcrei-Industrie feinen Einfluß zu erweitern. Trotz der unveränderten Dividende und der wenig abweichenden Gewinnziffern ist der Jahresabschluß für 1926/27 noch unvergleichlich günstiger als der vorjährige Abschluß. Als Bruttogewinn er- scheinen bei Schultheiß-Patzenhofer 79 gegen 66.7 Millionen Mark, von denen nach Abstrich von 47 Millionen Mark Unkosten und Steuern(größtenteils Diersteuern, die der Berbraucher zahlt) und der 6 Millionen Mark Abschreibungen sowie anderer Betriebskosten. 8,7 ZMlfionen ZNark Reingewinn verbleibt Entscheidend für die tat- sächlichen Gewinne sind jedoch die Z u g S n g« bei den Anlogen und Beteiligungen, die abzüglich der Äahlbaum-Werte. die mit den 13,8 Millionen Mark neuen Aktien bezahlt wurden, über 6 Millionen Mark betrugen. Da auch die Abschreibungen um rund 1,5 Millionen Mark stiegen, würde sich somit der laisächliche Reingewinn auf etwa 16 Millionen Mark bei 38,5 Millionen Kapital erhöhen. Den Forderungen und Bantguthaben mit 24 Millionen Mark stehen nur 11,6 Millionen Mark Schulden und Steuer- rückstände gegenüber. Bemerkenswert ist, daß die Rückstände für Vierstenern noch der Verlängerung der Stundungsfristen von 9,9 auf 4,6 Millionen Mark gestiegen sind. Aus dem Bericht der O st w e r k e A.-G., die. wie erwähnt, keine eigenen Betriebe mehr unterhält, ergeben sich auch für die be- herrschten Mühlen-, Hefe- und Baugesellschosten große Gewinne. Die für die Preisentwicklung des Bieres sehr wichtige Senkung der H o p f e n p r« i s e um 49 bis 45 Proz. wird von der Ber» waltung mit dem Bemerken abgetan, daß damit nur ein Aus- gleich für die erhöhten Brouerlöhne geschaffen sei. Diese Fest- stellung wird für die Brauereiarbeiter, die im Oktober erst durch Kampf einen wöchentlichen Zuschlag von drei Mark erzwingen mußten, also eine Erhöhung von knapp 7 Proz. erzielten, von großem Interesse sein. Für sie ist König Alkohol eine weniger ergiebige und zuver- lässige Einnahmequelle als für die Herren Großaktionäre, die mit Roß und Reisigen in den Banttonsortien und in der Burg- straße ihre Herren zu schützen wissen. Falsche Rechnung der Llnieruehmer. llm die Folgen des Oreischichtensystems. Bor einigen Tagen haben wir versucht, selbstverständlich unter dem Vorbehalt genauerer Nachprüfung, die Auswirkungen der Ar- beitszeitvsrordnung und der gewerkschaftlichen Forderungen in der Eisenindustrie, so wie sie von den Vereinigten Stahlwerken dargestellt wurden, im einzelnen zu untersuchen. Dabei haben wir festgestellt, daß diese Rechnung der Eisenindustrie die mögliche Steigerung der Ptoduklion infolg« der Verlängerung der Betriebszeit, die das Dreischichtensystem mit sich bringen wird, überhaupt nicht berücksichtigt hat. Run beschäftigt sich die Deutsche Bergwerks» Zeitung� mit dieser Frage. Was ober dabei zur Richiigstellung unserer Ansichten beigetragen wird, ist leider so unverständlich, daß man von einer Verwirrung stalt von einer Klärung der schwierigen Frage sprechen muß. Die..B e r g w e r k s- Z e i t u n g" schreibt: „In ihrer im„Vorwärts"' Nr. 583 aufgemachten Gegenrechnung gehen die Gewerkschaften aus von einer heute in Kraft befindlichen Arbeiiszeü von 2x9so Stunden— 19 Stunden. Sie sagen nun, bei voller Durchführung der Verordnung werde die Arbeitszeit 3X8 Stunden— 24 Stunden betragen. Es ergebe sich somit eine Pro- duklionssteigerung von 26 Proz. Auf dieser angeblich 26prozentigen Produklionssteigerung baut sich die Gegenberechnung aus. Diese Voraussetzung ist ebensowenig gegeben, wie im einzelnen die Ve- rcchnungsunterlaqen zutrefiend sind. In den durchlouscnden Betrieben, auf die es hier in erster Linie ankommt, beträgt die Produktionszeit heute wöchentlich 135 Stunden, während sie— die Durchführung der Verordnung vorausgesetzt— sich in Zukunft insgesamt wöchentlich aus 144 Stunden belausen würde. Demnach würde der Zuwachs nicht 26 Proz., sondern nur 6.7 Proz betragen, vorbehaltlich der weiter unten folgenden Einschränkungen.' Der letzt« Absatz ist ganz unverständlich. Was bedeutet, daß„die Produktionszeit heute wöchentlich 135 Stunden beträgt?' An den lechs Werktagen wird in jeder Schicht bekanntlich 57, vielleicht 59 Stunden gearbeitet. Für beide Schichten ergibt das höchstens 113 Stunden— und die Unternehmer selbst baden stets Wert darauf gelegt Dritten gegenüber zu betonen, daß die geleistete Arbeit nicht länger währt als die bezahlte Arbeit. Wie kommt man aber dann auf 135 Stunden? Sind dabei etwa die Sonntag« einbegriffen? Dann darl man aber diese Zahl nicht einer zukünftigen Wochen- arbeiiszeit von 144 Stunden gegenüberstellen(6X24), sondern muh sie einer Tesamrwochenzeit von 168 Stunden(7X24) gegenüberstellen Dl« Annahme einer Produktionsstdgerung um nur 6,7 Proz. eine Zahl, die bereits in der Presse Verbreitung gesunden hat— ist deshalb nicht r icht ig. Außerdem ist es auch irreführend. wenn es w der„Bergwerks-Zeiiung' heißt, daß es„in erster Linie auf die durchlaufenden Betriebe ankommt': in Wirklichkeit handelt es sich um eine vielleicht noch größere Zahl von Betrieben, die heut« keine Sonntagsarbeit kennen. So erscheint es uns, daß die 26prozenjig« Mehrleistung der Ar- boilcr, seloswerständlich als ein« lediglich theoretisch« Zahl, n i ch t bestritten werden kann. Eine Mehrbelastung des Lohnkontos mit 26 Proz. der gegenwärtigen Lohnsumme erscheint dement- sprechend als tragbar. In der P r a x i s stellen sich die Ding« selbst- verständlich viel komplizierter, wie dies auch von keiner Seite be-- stritlen wird. Hier spielen auf der einen Seite Faktoren mit, die die Mehrproduktion herabsetzen: dazu gehört namentlich die Tatsache. daß heute solche Arbeiten wie Walzenwechsel, Ofenputzen, sonstige Re>nigungsarbeiten usw. in den Pausen geleistet werden, während sie nach Durchführung der Verordnung in die Arbeitszeit fallen würden. Auf der anderen Seite aber kann nicht bezweifelt werden, daß die Steigerung der Produktion nicht nur durch die bloße Er- Weiterung der Arbeitszeit, fondern auch durch die intensivere Ausnutzung der Anlagen bei ununterbrochene in Betrieb begründet ist Es fragt sich also, ob dieser produktionssteigernde Faktor schwerer oder leichter wiegt als die Tatsache der Reinigung»-, Walzenwechselarbeiten usw. Um das zu beurteilen, bedarf es ein- Sehender Untersuchungen in den einzelnen Betrieben, und auch dies« ntersuchung wird allein nicht ausreichen, da es sich zum Teil um solche Umstellungen handelt, die in Deutschland bisher noch nicht vor- genomnren wurden. Gewisse Anhaltspunkte gibt hier allerdings die Erfahrung im Ausland. In dieser Hinsicht iei ausdrücklich aus die im gestrigen„Vorwärts geschilderten, für die Ocssentlichkeit höchst überraschenden Erfahrungen in Amerika hingewiesen, wo der Ueberganq zum Dreischichtensystem bei größerer Produktion weniger Arbeiter erforderte, die über den Lohnausgleich hinaus beträchtliche Lohnerhöhungen erzieiten. Es wird ferner noch die Frage aufgeworfen,„w i e d i« Mehr- Produktion abgefetzt werden kann.' Selbswerstandlich be- deutet unsere schemalische Durchrechnung der Produktionsftekgerung nicht, daß man unbedingt die wirkliche Produktion steigern muß, sondern daß man ebenso gut mit einer verringerten Belegschaft die gegenwärtige Produktionsmenge erzielen kann. Wird die Verrinae- rung der gesamten Schichtbelegschost der Eisenindustrie aus die Weise vorgenommen, daß die schlechteren Anlogen außer Betrieb gesetzt werden, so ergibt sich daraus übrigens noch«ine weitere Ersparnis- und Rationalifierungsmöglichkeit. Gegenüber den Behauptungen der Eisenindustrie, daß sie einem Mangel an Arbeitern gegenübersteht, würde diese Auslese der bc' en Anlagen selbstverständlich ein« pro- duktive Lösung der Frage bedeuten. Es ist zu hoffen, daß die deutsche Oeffentlichkeit recht bald fach- sich« Auskunft über alle zweifelhaften Fragen bekommt. Bis dahin muß man sich mit theoretischen Berechnungen begnügen— ober lieber mit richtigen al« mit falschen. Schachts Bochumer Rede gedruckt. Schacht auch gegen Zndustriekredite?— Wird die Industrie protestieren? Di«„Industrie- und Handels-Zeitung' hat eine Zuschrift zu Schachts Bochumer Rede gebracht, die die Oeffentlichkeit beachten muß Es wird dorm darauf hingewiesen, daß die Wich- tigkeit der Schachtschen Rede in Bochum weniger in demjenigen Teil zu erblicken sei, der sich gegen die öffentlichen Anleihen richte, als in der ganz allgemeinen Verwahrung Schachtsgcgen die Verwendung von Ausländsanleihen für In» vestitionszwecke der Industrie überhaupt. Aus einer Reihe von Gründen habe es nur am nächsten gelegen, den Kamps gegen die Verwendung von Auslandsanleihen für Investitionen zu Rationalisierungszwecken mit dem Vorstoß gegen die öffentlichen An» lechen zu beginnen. Wir wissen nicht, ob diese Auslegung der Schachtschen Red« irchtig ist, möchten es zunächst auch nicht glauben. Wäre sie aber richtig, so hätte sich Schacht sehr scharf auch gegen die Industrie ge- wendet. Die„Industrie- und Handels-Zeitung" ist bekanntlich ein offiziöses Organ, an dem nicht nur das Auswärtige Amt, sondern darüber hinaus in erheblichem Maß« auch das Reichs- wirtschaftsministerium finanziell beteiligt und damit auch redaktionell interessiert ist. Die Oeffentlichkeit hat deshalb ein Recht, verschiedene Fragen, zu stellen: einmal an Herrn Dr. Schacht, od die Auslegung der„Industrie- und Hondelszeitung' richtig ist. dann an die wirffchostspolitischen Verbände der Industrie, inwieweit sie mit einer solchen Politik Schachts einverstanden waren, und end- lich insbesondere an dos Reichswirtschoftsministerium, was es zu tun gedenkt, wenn die Auslegung der Bochumer Rede wirklich das Richtig« trifft und damit die Konjunktur gefährdet. Welchen Wert Dr. Schacht selbst der Rede beimißt, ergibt sich aus der Mitteilung— ebenfalls in dem Artikel der„Industrie- und Handelszeitung' mitgeteilt—, daß die Reichsbank die Bochumer Rede in deutscher und englischer Sprache habe drucken lassen. Also soll dies« Rede ganz zweifellos in größerem Maßstab auch im Ausland« verteilt werden. Man muß sich fragen, wozu? Und weiter, ob Herr Dr. Schacht auch die Reichstagsreden und Regierungserklärungen zu feiner Red« gleichzeitig mitveröffentlicht? Im Ausland müßten sonst deutsche Gesamtinteressen neuerlich schwer gefährdet werden! Oer Aufstieg des Konsums. Mitgliederzahl und Umsah der Konsum-Genossenschast Derlin iu starkem Anschwellen. Bereits im Oktober zeigte sich in der Konsum-Genosscnschast Berlin mit 3007 Ausnahmen ein überraschend starker Zusiram neuer Mitglieder. Im November wurde er aber noch übertrosfen: 3182 Familien erklärten ihren Beilritt zur Genossenschaft. Der Mitgliederbestand erhöhte sich aus 149 511. Danach darf im lausenden Geschäftsjahr mit einer Mitgliederzunahme von 25 999 öis 39 999 gerechnet werden. Wie der Mitgliederbcstqnd, ist auch der Umsatz in'stän- digem Steigen begriffen: er erreichte im November 4163 773 Mark, was gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres eine Steigerung um 1 942925 M. gleich 33,3 Pröz. oder ein volles Drittel bedeutet. Nach dem' Dezember des Vorjahres ist der diesjährige November der zweite Monat, in dem die Vier-Mii- lionen-Umfatzgrenze überschritten wurde. Die höchst« prozentuale Zunahme gegenüber dem Vorjahre weisen die Konsum-Warenhäuser mli 193 Vroz. Skeigerung auf: nur wenig stehen hinter ihnen die Fleischabgabe stellen mit 98 Proz. Umsatzver- mehrung zurück. Die an die Wurstfrbrik gestellten erhöhten Anforderungen machen es unabweislich, einzelne Abteilungen be- heulend zu erweitern. Die entsprechenden Neubaubeschlüsse sind bereits von der GenossenschastsverwaUung gefaßt und werden in Kürze zur Ausführung gelangen. In der Sparkasse erhöhten sich die Einlagen in g'e» wohnter Weise. Die Einzahlungen überstiegen im November die Auszahlungen um 599 776 M.-, der E i n l a g e n b e st a n d bclief sich am Ende des Monats auf 19 919 496 M. 2942 neue Spar» konten wurden angelegt.___ Die Slundung der Banderolensteuer wird verkürzt. Der wirt« fchafts- und der finanzpolitische Ausschuß des N e i ch s w i r t- f ch a f t s r a t e s hoben emen Entwurf zur Aenderung des Tabak. ficuergesetzes beroten. Noch diesem Gesetz soll die bisherige Stun- dungsfrist von h ö ch st e n s drei Monaten und 18 Tagen für die Bezahlung der Banderolen bei Zigaretten auf r u n d z w e i Monate oerkürzt werden, und zwar allmählich, d. h. von Monat zu Monat um je zwei Tage. Es würde also im Lause von zwei Jahren die Frist allgemein auf zwei Monate verringert sein. Dabei wird versucht, die hart umkämpfte Verordnung vom 18. Mai offenbar in das Gesetz hinein- zunehmen. Denn der Reich-minister der Finanzen soll er- mächtigt werden, für die Zeit bis zum 31. Dezember 1929 die Abgabe von Tobakstcuerzeichen bei Zigaretten einzelnen Betrieben gegenüber von Bedingungen abhängig zu machen. Der Vorstoß des R e p a r a t i o n s t o m m i f f a r s für die verpfändeten Einnahmen führt hier also zwar zu der wünschenswerten Verkürzung der Stundungsfristen, deren Länge die Finanzierung der großen Fabriken gratis und franko auf Staatskosten erlaut hatte, gleichzeitig ober auch zu einer— wenn auch befristeten— Verankerung der zwongswirtschastlichsn Maßnohmen vom 18. Mai. die zahlreiche Fabriken erheblich benachteiligt. Die Berliner Bauflrma eerche u. Lippert, Hoch- und Tiefbau- A�G.. hat einen Auftragsbestand von rund sechs Millionen Mark, also das Sschs'oche ihres Aktienkapitals. Im vergangenen Jahre wurden hauptsächlich Bauten für die Berliner Untergrundbahn, für Leuna, JG. Farbenindustrie und Siedlungsbauten durchgeführt. Nicht mit Unrecht wird auch hier lebhafte Sorge um den Wohnungsbau im kommenden Jahre empfunden, für den bekanntlich erheblich weniger Gelder zur Verfügung stehen werden als im vergangenen Jahre. Dm Brennen und Ziehen der Haut nackt dem In der richtigen Auswahl und richtigen Anwendung der Hautpflegemittel lieg« das Geheimnis der schönen Frau. Eine fede Dame trachtet mit allem Recht nach Erlangung eines zarten, frischen, nicht fettigen Qesichtsteints und achtet auf die sammetweiche, geschmeidige und angenehm trockene Beschaffenheit der Hände. Bei täglichem Qe- brauch von Creme Leodor kann jede Dame die großen äjBBO persönlichen Vorzüge genießen, welche man kurz das Geheimnis der schönen Frau nennt. Auch für Herren hat Rasieren verschwindet sofort. Creme Leodor verleiht dem glatt- rtad. dem Rasieren Creme Leodor eine wohltätige Wirkung für die Haut rasierten Oesldtt die auch bei Herren beliebte jugendiiehe Frische und Geschmeidigkeit. Besonders bewährt hat sich Creme Leodor, dick aufgestrichen, bei suckreiz der Haut, Röte und Aufsprinaen der Hände, des Gesichts, als sofort kühlendes und reizmilderndes unschädliches Kosmetikinn. 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Stelokopf(Soz.): Bei gutem Willen der Regierung»- Parteien wäre eine andere Regelung dieser Frag« möglich. Es ist auch noch zu untersuchen, ob dieser Antrag nicht eine Der- fassungsänderung bedeutet. Die Sozialdemokratie ist nicht gegen jede Verminderung des Beamtenapparates. Aber die in diesem Antrag vorgeschlagene Regelung ist doch zu schematisch. Durch sie wird aus fünf Jahre hinaus jede Beförderung abgeschnitten. Es wäre besser, bei der Beratung des chaushalts Maßnahmen zur Verminderung des Beamtenapparates zu treffen. Der Redner begründet dann einen Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, wonach das Dienstleistung-Maß der Beichsbeamlen grund- sählich 43 Stunden wöchentlich beträgt. Auenahmen sollen von der Reicheregierung mit Zustimmung des Haushaltunasauzschusses des Reichstags bestimmt werden. In den Ländern und Gemeinden ist die Arbeitszeit der Beamten bereits auf 48 Stunden wöchentlich feft- gcssßt. Das muß auch für das Reich möglich fein. Abg. Koch-Weser wendet sich gegen den K 34. wonach A e n d e- rangen der Amtsbezeichnungen durch den Reichs- Präsidenten ersolgen sollen. Der Antrag der Regierungs- Parteien über die Beamtcnver Minderung sei un durch- s ü b r b a r. denn das Reich könne nicht, wie der Antrag weiter verlangt, die Vorschriften des neuen Geseßes auf die Länder, Ge- meinden und Organe des öffentlichen Rechts ausdehnen. Reichsfinanzminister Dr. Köhler erklärt, die Regierung sei mit dem vom Abg. Koch bemängelten Antrag der Regierungsparteien einverstanden. Dieser Antrag bemühe sich, die vielen Reden über Verwaltungeresorm in Taten umzusetzen. Es fei auch nicht ver- fassungsändernd. Abg. Steinkopf(Soz.) beantragt, den Antrag dem Haushalts- yusschuß zu überweisen. Der Antrag wird mit 186 gegen 159 Stimmen abgelehnt, der R e g i e r u n q s a n t r oo in namentlicher Abstimmung mit 218 gegen 171 Stimmen bei 5 Enthaltungen angenommen. Unter Ablehnung aller sonstigen Aenderungsanträge werden die Schluß- vorschristen angenommen. Die einzelnen Besoldungsordnungen werden gegen Kommunisten und Wirtschaftsvereinigung angenommen. Es folgen persönliche Erklärungen. Abg. Schcldemonu(Soz.) stellt gegenüber dem Wg. Schmidt- Hannover fest, daß a niemals ein Gehalt»der eine Pension bezogen habe, die auch nur annähernd den hohen Pensionen entspreche, die die kgiserlichen Generale beziehe». Schon früher ist vom Magistrat van Kassel scstgestellt worden, daß der Redner als Oberbürgermeister von Kassel ein Gehalt van 9384 Mark bezogen hat. Davon hat er Jahr für Jahr ein Drittel für W o h l s a h r t s z w e ck e zur Verfügung gestellt. Alst die ihm zustehende Aufwands- entschädigung hat er während der ganzen Inflationszeit ver» ziehtet. Da nach der jetzigen Bejoldungsregclung das Oberbürgcr» meiftsrgehali auf 19896 Mark festgesetzt ist, kann man. sich ja auerechnen, daß die Pension weit geringer ist als die hohen Bszüg?, die die ivrabschiedeten Generale beziehen. Der Redner erklärte zum Schluß, daß et selbst für die Kürzung der hohen Pensionen ein- pchw etwas durch den Kopf, das ihn erzittern und erbleichen lich. Er mochte noch einige Schritte, mußte schwer nach Atem ringen: er sah, daß er in der Nähe des Dahnhofs war: dort stand ein« Bank: auf die ließ er sich fallen. Einige Zeit verstrich. Arsin überlegt-, und der Schweiß rann von seinen eingefallenen Schläfen. „So ist es," murmelte er fo leise, daß nicht einmal er selbst seine Stimme hätte. ,ha. so ist es.... Ich kauf, einen Siaub- mantel. eine Müye. lasse mich raste;,». In einer anderen Stadt iverd- ich den Anzug wechseln und mir die Haare färben lassen.... Papiere?... Ach was. da» werde ich mir schon richten können.... Ich werde ein paar Zeilen an die Dank schicken, daß ich mich per- I späten mußte, und ein paar Watte an meine Frau, daß ich heute abend zu arbesten habe.... Und heute abend bin ich dann schon weit weg. In einer Stunde geht ein Zug.... Ich habe genügend) bei mir. um irgend etwas anzufangen, um cm Vermögen zu er- werben... und es ist ja schon ein kleines Vermögen, das ich da Hobe... Genügend, um davon zu leben... um stch ein wenig auszuleben während der paar Jahre, die ich noch habe, bevor ich zu alt dazu werde... In Freiheit leben... fern von allem... Er wollte schon aufspringen, aber etwas hielt ihn fest, und vorn- übergebeugt, feine volle Geldtasche an stch gepreßt, den Kopf in den Händen vergraben, blieb er lange, lange regungslos in dieser Stellung sitzen. Endlich hob er sein ganz zerquältes Gesicht, das noch älter und elender geworden war, und stieß mit rauher Stimme hervor:« „Ich kann nicht...* Er streckte sich, schlug den Weg zur Donk ein, gab das Geld ab und kehrte heim. „Ich habe den Sirup für die Kleine," rief ihm seine Frau gleich enigegen, hochrot, ausgelöst und zerzaust, zwischen den schreienden Kindern, die sich herumbalgten.„Und wegen der Schuhe weiß ich schon, wie ich es mir einrichten werde. Für mich verzichte ich daraus. und Luise und Tata bekommen welche... Iule, du kriegst eine Ohrfeige, wenn du deine Schwester nicht in Ruhe läßt!... Vorwärts, zur Suppe!" Sie stellte den Suppentops aus den Tisch, und plötzlich wandte sie sich verärgert zu ihrem Mann: „Zu einer schönen Stunde kommst du heim, das muß man sagen! Wog hast du denn gemacht? Du behandelt uns wirklich gut! Woher kommst du?" „Ich komme von sehr weit her", erwidettc Arsin. Und er fetzte sich zu Tisch, resigniert,- denn cs war doch wegen seiner Familie, daß er es nicht über sich gebracht hatte... (Berechtigt« U-berschung von M. Licht«,».) Soll man Kindern Zucker geben? Von Nr. med. mensch wird gelegenttich oder au» Not zum Genuß animalischer Nahrung gekommen sein. So wird man di« Gier des Kindes noch Süyem als instinktmäßigen Anklang an fern« Reiten ansehen dürfen, als süße Frücht« sein« erste und hauptsächlichste Nahrung waren, die auch insolge ihre« Vitamin- und Mineralsalzgehaltes für Kinder natürlich und am zweckmäßigsten erscheint Zwischen den süßen Früchten als zweckmäßigsten Kindernahrung und dem heutigen weißen Zucker, den die Kinder begehren, liegt aber eine gewaltige Entwicklung der Nahrungsmittelindustrie. Kein Nol>- rungsmtttel ist raffinierter von der Technik behandelt worden als petade der Zucker. Di« Scheu, den Kindern in größeren Mengen Zucker zu geben, ist daher wohl berechtigt, und jede Mutter wird wohl ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie Ihren Kindern allzu häufig und freigebig die Zuckerdose zur Verfügung stellt. Denn das ist schon Allgemeingut der Erkenntnis geworden daß der weih« Zucker in großen Mengen den Kindern höchst schädlich ist. Jeder weiß, daß die Zahnbildimg stark unter Zuckergenuß leidet, daß di« Zahnfäule besonders stark oiisttitt, daß der Zucker säuernd wirkt. Bekannt ist ferner da? hohe Sättigungsgefühl, das Zucker oer- ursacht, und das bei schlecht essenden Kindern oppetitraubcnd wirkt« besonders wenn der Zucker oder das Zuckerzeug zwischen oder kurz vor der Mahlzett gereicht wird. Die Gründe für die Schädlichkeit des Zucker« siegen in seine? starken Raffinierung. Der Zuckerrübeniaft wird mtt Kalk behandelt, damit alle Beimengungen der reinen Zuckersubstanz ausfallen, und nur der reine kristallinische' Zucker übrigbleibt. Nun sind aber in dem Zuckecrübensoft außer verschiedenen Zuckeratten auch Mineral- stvfse vorhanden, die zum Ausbau des Körpers ganz besonders wichtig sind, wie Kalk, Magnesia, Kali und Natron. Diese Mine- ralstosfe sind auch sonst im Körper von Wichtigkeit, weil sie einer Uebersäuenmg des Blutes vorbeugen, und weil die Tätigkeit der lebenswichtigen Vitamine erst durch einen Gehell an basischen Mi- neralsiossen ermöglicht wiid. All diele wichtigen Stoffe werden ober dem Rohzucker künstlich entzogen, und es bleibt nur der reine Süßstoff erhallen. Es ist ohne weiteres klar, daß ein derartig ras«' finietter Zucker etwas ganz andere» ist als der Zucker, den uns die Natur in süßen Früchten oder auch im nicht rassinierten Rüben- zuckerjast bietet, Wahrend dieser mineralsalzhaltig und als ein äußerst wertvolles Produkt für die Ernährung anzusehen ist. ist der reine weiße Zucker dem Körper in größeren Mengen schädlich. Einen Beweis dafür liefern die schwarzen Eingeborenen in Zentralamerika, die den Zuckerrohrsaft roh, d.h. nicht rossiniert. genießen und sich eines ausgezeichneten Gebisses erfreuen, wahrend die höher stehend« weiße Bevölkerung bejm Genuß von raffinier- tem weihen Zucker von denselben Zahnlchäden befallen werden wie in Europa. Noch et» weiterer Grund für die ungünstige Wir- kung des von Minernlsioffen befreiten weißen Zuckers liegt in dem beim Raffinieren erfolgten Abscheiden kleinster Mengen von Me- tollen, die der Rohzucker erhält, und die im Körper eine hochwich« tige Rolle spielen.___ Brillengtäser aus Metall. Der ungarische Ophalmologe Pros. Imre Hot hauchdünne Metallhäutchen, die nur einige Millionstel Millimeter dick sind, mit großem Nutzen für Schutzbrillen verwendet. Die Metallhäutchen werden zwischen zwei Gläser gebracht und reflektieren dann die unsichtbaren„infraroten" Wärmestrahlen, in denen manche Forscher eine Ursache des Stars sehen. Die Schutz-. drille wirkt dadurch kühlend, was für manche Berusc von großer Wichtigkeit ist. Die Metallfolien, besonders die von Silber, lasse» auch die für die Gesundung der Augen wertvollen sunwelligen Strahlen des Tageslichtes durch, und zwar selbst bei einer Dicke, die das für den Pattenten schädliche sichtbare Licht wohltätig abdämpft. Platingläser von nur zwei Prozent Durchlässigkeit sür sichtbare« Licht haben stch bei Regendogenhoutentzündungen vortrefflich bewährt. Der längste Saß. Auf der Such« noch dem längsten Saß Staubten englisch« Psättef den Rekord ln einem Gutachten des ünanzministerii-ms gefunden zu haben, einem Schriftstück, dos nicht weniger als 239 Worte zu hinein Satz zusammenfügte. Das ist gewiß ein respektabler Beweis langatmiger Schriftstellerei, aber er wird noch von den Satzgebitden übettrossen, die der amerikanisch« Dichter Walt Wh'tinan, der bekannt« Verfasser der„Grashalm.?", zu formen pflegte. So findet sich lteispielsweif« in feinem Buch „Spf-nrnep Days in Aaienea" ein Satz, der nicht weniger a!» 395 Worte aneinanderreiht. In dem gleichen Buch finden sich noch weitere zwei Mammutsätze, d>e qus 365 und 296 Worten bestehen. Es wäre ja auch ein nationales Unglück gewesen, wenn Amerika diesen Rekord nicht behauptet hätte! f Von Dr. C Schon oft haben schar'"--nioe Köpfe sich mit der Frag« de» Snt- stehens unö Pergehen» i-a Weltkörper beschäftigt. Man nimmt meist an. daß im Weltenraum ungeheuer ausgedehnte Nebelmassen sich befinden, welch« sich ollmählich zuiamrnenballen und riesig«, glühend« Nebelsterne bilden. Weitere Zusammenziehung läßt rot- bzw. weißglühend« Sonnen(sog. Rieseissternes entstehen. Sie erkalten langsam und bilden erst rot-, dann gelbstrahlende Fixsterne (Zweigsterne). Schliefelid) erlöschen sie völlig und treiben als dunkle, kalte Massen im unermeßlichen Raum. Alle Entwicklungsstufen der Fixsterne können wir am gestirnten Himmel bealwchten. Eine un- geheuer ausgedehnte Nebelstraße hat der Iesuitenpater Hagen aus dem päpstlichen Observatorium in Rom während des Weltkrieges festgestellt Unsere Sonne gehört zu den gelben, erkaltenden Fix- sternen. Helmholtz hat für di« Sonne aus ihrer stetigen Zusammen- ziehung ein« Lebensdauer von einigen Dutzend Iahrmillionen er- rechnet Wir wissen aus den Umwandlungen des Urans in Blei, daß die Erde und entsprechend die Sonne sehr erheblich älter ist. Erstdre dürste noch etwa 499 Millionen Jahr« bewohnbor bleiben, wenigstens am Aequator. Schließlich ober werden Erde, Sonne und alle Fixsterne erkalten, vielleicht auch infolge der Gravitation sich zusammenballen oder insolge des für alle Elemente wohl an- zunehmenden, radiootliven Zerfalls sich auslösen. So käme letzten Ende« ein allgemetner Wellfnedhos zustande, den erst«in neuer Gchöpfungsakt wieder beleben könnta Hiermit darf die Wissenschost nicht rechnen. Aus diesem unbefriedigenden Zustand suchte der Berliner Phy- siker Waller Nernst an der Hand der neuen physikalischen gorschun- gen einen Ausweg. Roch Einstein ist die träge Masse ihrem inneren Wesen noch Energie, und zwar ungeheuer konzentrierte Energie. Energieadgabe muß daher die Mass« permindern, die ausgestrahlt« Energie muß der Massenanziehung unterliegen. Bei den letzten Sannensinsternlssen konnte festgestellt werden, daß das Licht der jenseits der Sonne sich bewegenden Denus auf dem Weg zur Erde durch das Schwerefeld der Sonn« abgelenkt wurde, freilich nur um sehr geringe Betröge, dt« weiterer Feststellung bedürfen. Jedenfalls war die Lichtenergte, der Lichtstrahl, der Massenanziehung unter- legen, muß also totsächlich Mass« besitzen. Auch die Atome sind ol» Anhäufung von Energie in ungeheuren Betrögen anzusehen. von denen nur ein Bruchteil beim radioaktiven Zerfall frei wird. Man bezeichnet dies« Energie als Rullpunktsenergie. da sie auch beim absoluten Nullpunkt der Temperatur nicht erlischt, im Gegen« *) Aus Slowyk.„Der Mikrokosmos nach neueren naturwissen. schaftlichen Forschungen", erschienen in der Sammlung Wissenschast und Bildung de» Verlage» Quell« u. Meyer in Leipzig. Gebunden L£0 Mk. 5 Werden. Sla«vk.'> sotz zur Wärmeenergie, welche au» de» Bewegungen der Moleküle und Atome als Ganzes besteht und beim absowten Nullpunkt ver- schwindet Nimmt man an, daß di« gesamte Matetie aus Null- punktsenergte besteht, und daß auch ihre letzten Bestandteile, die Protonen und Elektronen, sich durch Zerlass freiwillig in Energie auflösen, so müssen ununterbrochen ungeheure Energiemengen in den Weltäiher bzw. in den Raum ausgestrahll werden. Nernst schließt weiter, daß es wohl möglich sei, daß diel« gewalligen Energietnengen sich gelegentlich wieder zu Atomen zusammenballe» könnten und daß dies Atom« hoher Radioaktivität, welche jensetts des Uran» stehen, sein müßten. Beobachten können wir diefe Vor. gonge nicht, da sie ungemein langsam verlaufen würden. Di« mift« lere Dichtigkeit der Milchstraße ist so außervtdentlich gering, daß bei gleichmäßiger Verteilung aus l9tz I je 1 Uranatom kommen würde. Uran hat bereits bis zu seinem Zerfall in Blei eine Lebens- dauer von 4H Milliarden Jahren. Es würde genügen, wenn in un- geheuer viel längeren Zeiträumen je t Uranatom auf 199 l sich bildete Die steie Erneuerung der Well wäre hierdurch gesichert. Eine Stütz« scheint diese Anschauung dadurch zu finden, daß der Wettraum eine sehr horte Strahlung, wie sie keinem uns bekannten radioaktiven Element zukommt, enthält. Sie durchdringen 2 Meier dicke Bleiplatten und haben eine Wellenlänge von etwa Wik- liardstel Millimeter. Eingehend« Untersuchungen, die Kolhörster und v. Sahlis im Gletschereis der Jungfrau und des Mönchs wieder- holt angestellt haben, um irdische, radioaktive Ausstrahlungen aus« zuschalten, ergaben«ine Intensttätsschwankung dieser Strahlen, wobei annähernd mit der Zenitsiellung der Milchstraße und de« Stern» bilde« der Andromeda und des Orions die Strahlung ihren Höhe- punkt erreichte. Es erscheint die Annohme nicht unberechtigt, daß die Strahlung von den sugendlichen Nebelsternen uyd roten Riesen- sonnen an diesen Stellen des Himmelsgewölbes ausgeht Damit würde die Vermutung, daß in diesen Gebilden Element« jenstlt» des Uran» mit stärkerer Radioaktivität vorhanden find, eine Stütz« erfahren. Freilich ist sie nicht unbestritten. Umgekehtt fehlen in den Meteoriten, die wohl meist Trümmer«ttoschener Welten sind. Element« mit höherem Atomgewicht Es ist anzunehmen, daß die» die Folge eines weit vorgeschrittenen, radioaktiven Abbaues ist Nernste vorsichtige Erwägungen sind, wie ihr Autor selbst her» vorhebt, hypothetisch, sehnen sich aber an die neuen physikalischen Anschauungen eng an. An Stelle des allgemeinen Westentodes stellen sie ein stetes Werden und Vergehen der Gestirn« dar, wie wir es im organischen Geschehen gewohnt sind. Sie gewähren un» den tiesen, einzigartigen Eindruck, alz hätte menschlicher Geist den Schleier der Natur gelüstet, so daß wir über Zeit und Raum den ewigen Kreitlaus de» Weltgeschehen» mit geistigem Auge zu schaue« »«Möchte». CWfnbiragn ffit dies« Rubrik find K« i( I B 6®«8, etatwaßnl« 8. parieittachrlchienj��fürGroß-Nerlln stet»»» da,«ejirt»setret-rlat t. Hos,! Tre». recht», jv richteo. Heute, Donnerstag. 15. Dezember: W, Vbi. Dic StTi'rJafUJrfr rocrtcrt gedeteo, am IS oder 18. Dezember oen 18 dis J9 Uhr dts Zettel für die sur Bescherung gemeldeten Kinder vom Soffterer adzLholen. Morgen, Fretkag. IS. Dezember: tt. BW, ZkenkNlo. W Übt im Eafal ffirommei 6andctstr. 1B, Der'immTuiej der ePD..st,usumm lglirder Itr HL Verlaussstclle, PannierNraße, und <0. DetloufsfirBe, kobrcchtstraße. Wchtlge Tagesordnung. Erscheinen ueidrdmar erforderlich. <18. Abt. kubterbetg. Achwngl Sersammlung der parteigenSssischen Mit. �Ncder der dt. Ad�abcsteLe der stonsumzrnosscnschoft, 2» Uhr bei Morr, U. Bit Sionnta», 18. Dezember,«elhiiochtsfeler im chartenlaal dt, Csolbauo Friedrichohol». Einlaß na 18 Uhr. Ansang 1" Uhr. Siege Beteiligung wird etwartet. j-a llt. Abt. Lichienberg. Sanntag, l«. Dtzembr«. Welhnachttfeler am' Z 17 Uhr mit Beschernng nad gemülsichtm Beisammensein im Lalal � Schentl«, stroffener Str. 18. Siege vetcllignng wird erwartet. SoziaMsche Ardettersllgend Gwß- Verlin. Heule« Donnerstag, 15. Dezember. 19X llhr: Norden! Hrim EorNIng. Eele Eraunstraße..Tarwinismus."— FaNplaß I, Schule Lberswaldrr Lrr. 10.„Wie feiern wir unsere Feste?"— stallplag Ii! Schul« Sleimstr. 19. stehn.Minutcn.S cfcrate.— fiöHnilidct Pari: Heim Engel. ufer 24/23.„Ein? ilckblick llhcr die Ereignisse in den legten Jahren."— Schon» haaser torftohl: Schul« Driescner Str. 22.„Bub und Mcidei", 2. Teil�— liZpenicker Bierlel: Schule Wrangelstr. 128.„Praltischer Soj alianus im Alltag."— Friedenau: Seim Osfenbachcr Str. So.„Aufgaben und stiele der SAI." — Schöneberg lll: He m Haupistr. 15. Hermann. Lönz-Adend.— W lmer-chorf: Selm Wilhelmsaue 123. stehn-Minuten-Beferate.— Lanlwig: Demeindeichule Schulstraß«.„Tagrsrolitisck'« Rundschau."— Stegliß: Heim Albrechtltr. 87. »fovaldemokratie und Boikerbnnd."— Wittenau: Heim" osenthaler Str. 15. .Fabxtender Et durch» schwed-sche Land."— Panlow-Siid: Schule Kaiser. Fricdrich�älraße.„Wer war Mattrotti?" • Bfrtcbfjirt Prrnzlnurr Berg: Am Sonnabend, 17. Drtember. Wmlersonnen. wrndfeier In?ossm. Die chmossen, welche schon um l« Uhr Zeit baden, treffen sich um 18 Uhr Potsdamer Bahnhof, Eingang sBahnstrig nach Zossen). Zrauenvercmstollkungen. IM. ÄclRhfcrdorf�Oft Heute. Donnerstag, Jmz Baracke Lindowcr Ete, 2 lfrauenabend. 15. Dezemver, Uhr, in Vezlrksausschuh für Arbeilerwohlfahrt. 1. strri, Mitte. Berichtigung: Sonnabend, 17. Dezember, lSbh Uhr. in der Kulturabieilung des Metallardeiterverbandcs. Lmicustr. 197, Film, und Bortragsabend, Erstmalige Borflihrung de» Arbeiicrwohifahrtsfilmes, Bortrag der Senossig Wronsln. Eintrittspreis 25 Pf, Aber«ir Inhaber eines Loses sreier Eintritt. Um zahlreiche Beteiligung w rd gebeten. S.NltI». We«»»>g. Sonnabend, 17. Dezember, l9'„ Uhr, im Kino Ball. fchm.cbcr, Badstr. 18, Film» und Bprtrageabend:„Mutter Fürsorge", ein parkender F:lm aus dem Wirkungskreis der Aibeiterwohlfalirt. Vortrag de». Sauossen Dr. Schloß. 2 Porstellung bet ausreichendem Besuch»m Pf1''„ Eintrittspreis 25 Pf., aber füc Inhaber eines Loses freier Etjrmte, Eospreis 50 Pf. Funktionäre und Helfer werden gebeten, um . 181$ Uhr zu erscheinen. 7. stre:» gbarlottendurg Dafür voll......~ itrantenkaf,....___,_____________________________ H____ D_____ DD isilm aus dem Wirkungskreis der Arbeitrrwoblfahrt. Dazu Bortrag der tssenvssm StadtrStin Wcnl. Eintrittspreis 25 Pf., aber fllr Inhaber eines Eoses freier(SintriiL 13. Kr« s Dcmpclhof. Heute. Donnerstag, 13. Dezember, 20 Uhr, im Bezirks. amt Dorfflr. 82 Schulungskursus, Aroeitsgemewschaft über Berufsberatung. Reterentin Genossin Eocksch tBcrufeamt M'ttel. Alle Ecrossinncn und Eenossen find herzlich eingeladen. Um rege Beteiligung wird gebeten. Zungsozlalislea. Grvß.PerNn: DI.«rnppenleiter irbflea die Programme fnr Zannar na- »erzli glich ,n den Genossen Knrt stingelmann. Berlin-SchSnebera. Friß-Renier. Straße 3. einsenden,«brnsalla stehen noch ein« Seihe»oa Derichi.bogen»n». Aach dies,«nsse» sofort eingesandt werden. Kinderfreunde Gro�-verlin. Heute 18 Uhr Sprechchorprobe im Friedrich-Wilbelm.Dnmnasium, Koch. straßi 13. Daselbst Verabredung der Seneralprob«. Haltet euch den Sonn» Bberd nachmittag frei. Voriräge, Vereine und Versammlungen. �sidisbanner.Sthroon Kot-(DoIb" .«e s« ä»i- ste II«: Berlin S 18. Sedasimnssr 87-38. Ho' 2?r Prenzlauer Berg: Kameradschaft Rordkap: Umständehalber findet d!« Monalsversammlung am Do., d. 15., bei Sacheßk., Lchivelbeiner Straße 10, statt. Vortrag und Anträge zue Generalversammlung.— Adlers» Hof: Fr., d. 18., 20 Uhr, Gancralversammlung der Kameradschaft bei Lebngut, Sedanstraß«ß- Derliner Partei« Organisation" 83. Alt. Plbdllch nnb unerwartet verstarb infolge eines Aeezfchlages unser Nedrr Eenoss, W e n d« I i n kalaniiewiez, Eanrivislr. 3. Er solqte seiner treuen Eebensgesiihrtin. welche rar 8 Tagen verstarb und am 13. De, iieuiöer eingeäschert wurde. Ehr« seinem Andenlen. Einäscherung am Freitag, IB. Dezember, 12 Uhr. im Kremawrium Baumschulenweg. Um recht rege B«. tril'onng ersucht die Abteilliiigsleitung. 88. Bit. Unser Genosse Paul Schnabel, Euvrvstr. 8. ist»erstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Donnerstag. lZ. Dezember, 1714 Uhr, iBi Krematorium Baumschulenweg. Rege Beteiligung erwartet die Abieiluugs, ieittmg. Deutsch«, Monisten»und e B. Donnerstag, lZ. Dezember, 20 Uhr. im KönigstSdiischen Gvmnastum, Elisabethstr. 57/58, Vortrag:.Farbenpho:ozraph!« und Wissenschast", mit Lichtbildern. Bereinigung für Schul- und Erziehnngssragen, Beelln-Treptow. Freitag, 16. Dezember, 20 Uhr, Zeichensa«, der Eemritideschule Diideniruchstr. 53 III. »Aug-ndliche Ideale und Berutserfllllung." Borträge während der Weihnachtomesse im Saal 3 des Gewerkschaftshausez. Täglich um l9 Uhr Lichtbildervorteag:„Di« Kirch« in der Karkatur." Außer» dem um 20 Uhr: Donnerstag, 15. Dezember, ssr-edrich Wendel:„Kult der Arbeit»der Relig-on?" Freitag, ld. Dezember, Etadtarzt Dr. Mar Hodann: »Eerualfeagen im neuen SKafgeseßentwurf." Sonnabend. 17. Dezember, Rechtsanwalt De. Tichauer:„Geundieagrn des Strafrechts." Mäechenrorles„n. gen fllr Kinder: Sonnabend, 17., und Sonntag, 18. Dezember, um 16 Uhr. Eintritt zu allen Beranstaltiingen frei. Freie Be«in-gung von Stern'eeunden, Berlin. Versammlung Sonnabend, 17. Dezember, 20 Uhr, be>m Voisstzenden, Schuld'rek'or B. Freund, Halensrr, Westfälische Str. 27->, 1 Dr. Vortrag: L Die Milchstraße. 2. Beobachtungen am Teleskop. Gäste willkommen. Topographisch«» O ehester. Dirigent Erich Guizeit. Ieb-n Freitag 20 Uhr Nrukelln, Heemannstr. 199, Restaurant..Sängerheim". Gesucht noch Trompete, Posaune, Oboe, Klarinette, Flöte, Cello, Baß. Gn Kaufhaus der kleinen preise. Schon vor einiger Zeil hatte sich ein Unternehmen stanz ähnlichen Stils am getan, dein aber vorzeitig die Puste ausging, so daß es seine gastlichen Psorten bald wieder schließen' mußte. Diesmal handelt«s sich um ein dem K a r st ä d t> K o n z e r n an- geliedcrtes Unternehmen, die E i n h e i t s p r e i s A.- G., ch o m> bürg, die bereits in veischiedenen deutschen Städten Betriebe unterhält. Noch dem Grundsaß: großer Umsatz, tlelner Nutzen will man durch billigste Clnkausxmöglichkeiten. niedrigen Spescnfatz. Artikel zum Verkauf bringen, die dem Durchsilmittsbedori und -geschmack möglichst entsprechen. Die beut« erfolgte Eröfsnung der ersten Berliner Niederlage in der Großen Frankfurter Straße 122 zeigte einen aus möglichsle Einfachheit und praktische Verkmifsweis« zugeschnittenen Betrieb. Da? reichhaltig« Waren. lager enihäll so ziemlich alle kleinen B-d-nssartikel aus modischem und hausVirlschoftlicheTn®rt>lete; daneben Spiel waren. BUcher, SchreidarkM u. a. in. Die Preis« sind 2S Pf-, 50 Pf. und 1 M., bei Kurz- und Schreibwaren sind noch lO-Pfennig-Artikel ein- gesch-aliet. Für 1 M. gibt es schon wirklich stattliche Dinge: So zum Beispiel ein Damenhemd mit Stickerei, oder eine tadeUoia cherrenkrarvatte, dann sogar eine Eisenbahn mit vier Waggenie. Im Erfrischungsraum kostet die Tasse Kaffee 10 Pf, ein prima chalbaefroren.es mit Ananas, Schlagfahne und sonstigen Schikanen 30 Pf. Der Verkaufsladen enthält weder Kassen, noch Pack-, noch Expedstivnstische. Jede Verkäuferin bont. kassiert, packt und gibt aus, alles in eigener Regie. Zur Berrinxerung der Spesen ist«s außerdem erforderlich, daß das Lager möglichst niedrig gehalten und oft umgeschlagen wird. Es gibt keine Sortimente, es gibt keine Lagerzusaminenstellunq auf Grund der unzähligen Publikums- wünsche; man typistert. indem man das Durchschnittsmodell wählt und durch eine Beschränkung auf möglichst wenig Typen den Maffenabsatz zu fördern sucht, der wiederum die oerbilligte cher- stellungs- und Verkaufsweise im Gefolge hat- Tie Garantie des Namens. Es ist für den Käufer ein."? Markmnrtckels ein nicht zu unterschätzender Vorteil- für d-'e Quchii t des Fabrikates durch den bekannten Namen der Firma Bürgschaft geleistet zu wissen. So ist auch im Laufe der Jahre der Name der Cigarettenfabrik chakpaus zu einem Begriff geworden, unter dem der Raucher die Auslese deutscher Oualitäts-Cigaretten versteht. Für diese Tatsache hat die Firma durch ihre neue„Rarität" wiederum einen überzeugenden Beweis geliefert. Diese 4-Pf.-Cigarette ist tatsächlich von einer so besonderen Qualität, daß sie eine empfindliche Konkurrenz für manche 3-Ps-Cigarette sein dürfte. Wenn Sie bocken, dann ist Ihe dtaeeisi.ckee Wunsch:..Der Kuchen soll gut geraten." Cigeutlich ist es auch Leichtstnn, m t guten Zutaten zu exper m n, t-er.'n. Es ist doch viel besser, gerade in d'csem Punkte beruhigt zu sein. Ohne v->I Umstände und Zeiroerlust gibt Ihnen Dr. Oetkcrz Backou-ver „Backin" das wunderrolle Gefühl der Sicherheit, denn fcko» fett über SO Jahr-n wird es ron M-ll onen von Haugfrau'n verwendet und hochgeschäßt. Es ist bei Ihrem Kaufmann oder sonst llbaxall stets frisch zu baden. Wus's'.Ziatsssläge für wrllene Gewebe. Wollene Gewebe sollttn nur mit einer ganz reinen unb milden Seife gewasck«n werden. Harte Seifen zerstör-n die zarten Sibiwren der Wvllfaier und machen die Gewebe filrg. Drei ffe-d« bedrohen d-e wollenen Gewebe: H ge.? e' een und scharfe Waschmittel. Ber- me den Sie daher heißes Wasser de-m Waschen. Sonnrnbiße oder Oswitähe be m Trocknen, das he'ße Eisen beim Bllgeln..Permeiden See ferner alles Reiben und Ausw nden und waschen Sie nur im zeinen, mikd'n Eur.Sei s mschaum. Eurt Uhr sdiatten iftjll. SäMsM. ia IMMMKl 1 Uhr Ptmtts Donnsl,TS.12J7 Stddtisdn Oper Bismarciutr. tt.-tu». IV. M. Vf) lorani Slaatl. Sitllerft. Charta tteilburg 8 Ulrr WGoIstaro Wßnn TL in Sdiissbaundini« 8 Uhr: Schieber des Kahms |S«Kont!$(!ieOperS«| Neuartiges Revue-Stück (Alles Nackt!| l(Na?h ck. glelctin. Paris. Revue l.,Tout nu">. 200 Mitwirkende i| lOritlnal« Pariser Kostüme Parkett 3,80 Mk. [Theaterkasse nnumerbr.geaffn.| N'oileadort /8ou. J Drei(ontiBai)! fraiellini | und andere veltkerdhmte, I zum eisten Mole in Berlin anf-l tretende intcrnalionale Star» � CXSINO-THEATER« um I-athrinjer Str. 37 — Kiein-KIetkersdorf! Anwdmelden I Gutschein 1— I Pen. Fautcuii nur 1,10 M. Sessel nur IchOM. Renaissance- Theater Stelnplati 901.— Täglich 8 Uhr: MeSdralevonÜuiadi. WM Miel Norden 10338— 37 8 U Ende II U. Dcnfliea liiZMam r. Qcrh. Hauptmann Itsit: Max Reinhardt Karamerspiele Norden 10338— 37 8>i, Uhr Ende nach 10 Uhr. Broax-Exprefr Die Komödie Bismarck 2818-7515 8"f,U, Ende 10«/, 0. Memffelt Rancbeu gestattet! tz-iDie amtrai. Holzfäller im brennenden Busch o. ck.«p Weihnadi'sprozr amm! Bniiner Mr Direktion Kuhneit CtarMkKh.H IllBiu.lhl ragtich 8 Uhr Mai Adalbert hl �Knodo-onb" Hans Brause weiter. |Hose-7heater 8", Uhr riawlim Piscatorbflhne ikut i. nilltndnfoliti Kurfürst 2091/93 Ant. Ende nach li HnHitli.ü» Ronmon. aer kill I8d dn Tilt. k« gtgei sii aulstind von Alexey Tolstoi und Schtschegolew .nsc. EnrluPiicaior Snrmtvahi«, rh.Känlr-rät, St. Bcrgm.rna 8'/, Ulm Zlblou letlJistein von Wedekir.d Iqh Tkie tiraoeik) KemOdtenh aas Norden«301. 8.13-10 80 Uhr dokaspokas vrm Gurt 05tx T i n.,,1 niBHfBT tfR IgSteSS Täglich 8>/, Uhr: Frasquita Oporett» uoii Lehär KiEBamgn tra irforntS. Rrthna. Mra, nur Grolles Leine 7 Vorstg. rigl. II End« 8 0. JT.da IUI Di« ne«« CHARELL. 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IS Jitna 0.50 8. 9 ffespeios maai gni n.Ml!iBT Nur GroO-Berlin Alexanderpla'c. znr Miete WcO.Anxbacherstr.i Theater am Rottbnsser Tor Kottbasscr SlraBe». Täglich> 0. u. Sonmagnchm. 3 U Elite- Sänger Wundervolles Wclhnacntsprogramm. Volkspreise von 50 PI. bis 2�» M Stes. u. 1. o. 2. Feiertag nehm. 3 U orohe lamlUefn-Vorsiellnni, Volles Programm.— Kleine Preise. Relchshalienv'ihea.er • Uhr, Sonntg. nachm. 3 Uhr St<iner Sänger Lebende WeIhn..1,loder nachm. halb« Preise. volles Programm. Sil LbuhoH-BreUM: V!arfet� Tang. Cgf! F�TUctWnf�gr X�löJimruoißhlnz: MmaschiMMk G.ZII.psaffA.-G. Kaiserslauiern Vertaufsstellen Verlin: leipziger Straße 107 Tel.: Merkur 102 3erufa(etncr Straße 44/45 Tel.: Merkur 2032 MlisssWes!ialle«Zki!MM wirk«am«lud die KLEINEN l,:'i:»I äNZCIGEN in der Geuoitaufiage fll I flf; da*.VN-Wirt»-«od Iroudem UtlUUj