Abendausgabe Ttr. 594 B 294 44.Itchrg wärt»-»Blich in die Büchermelt�, »Äuilurardeir- und»Technik' erscheint wochenlägiich zweimal, Gonntags und JÜnuags einmal. sw Berliner Vowsblati Kreiiag 1.6. Dezember 1922 10 Psenuig Öi«»«»> p» I, i G« RanpareiilegeKe 80 Bforntg, ReNamezell» 3.— Reichs» mart.«leine Anzeigen" das leuge- brückt» Wort 2S Biennig lzuisilig zwei letrgebruckt, Wortes lebe» weitere War« lZ Blennig. Strllexgeiuch» b-s erst» Wort U Uennig, lebes«eliere Work l0 Vsenmg Worte übet lü Buchstaben zidlen für zwei Watte Arbeitern eilt Zeile 00 Blennig. Fomilienanzeigen lüi Abonnenten Zell» 40 Bf nintg. Sinzeigm. annabme im chouptgklchält Liubett» straft, it. DOchnitSgL oon S>/, di, n Uha. Jentraiovgan der«Sozialdemokratischen Deutschlands Redoktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 yarnsprechet: Dönhoff 292—297 Telegromm-Adi. Eoztafdemofrat Berlin Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Boflscheckkomo: Berlin S7b3g— Bankkonlot Bank der Ärbetler. Luges'cllten und Beamten Wallftt. W Dikkonto�Sefellfchafi. Depositenkosle Lindenftr S Michsexekuiive gegen Luther! Eine Forderung Otto Brauns im Landtag.— Offizieller Schritt beim Zieichspräfidenten. Vor sehr stark besetztem Hause setzte am heutigen Freitag der Landtag die gestern begonnene Etatsdebatte fort. Gleich zu Beginn der Sitzung ergriff, wie erwartet, Minister» Präsident B r a u n das Wort, um auf die gestrigen Reden der Oppositionsvertreter zu antworten. Otto Braun war heute besonders schlagfertig aufgelegt und so scheiterten die kleinen Unterbrechungsoersuche der Rechten sehr rasch an seinen treffenden Antworten. Als immer wieder Zwischenrufe von rechts den arm» seligen Herrn v. Keudell gegen den Ministerpräsidenten auszuspielen oersuchten, schloß Ouo Braun das Kapitel, indem er an den gestrigen Vorwurf des Abg. Bäcker anknüpfte, er, Braun, falle immer wieder auf die Füße wie eine Katze: es sei schon besser, wenn ein Ministerpräsident auf die Füße falle, als wenn ein Minister auf d e n K o o f gefallen sei. Damit hatte er den Nagel auf den Kopf getroffen und die Lacher auf seiner Seite. Im übrigen sprach Otto Braun sehr ruhig und abgemessen und mit der ganzen Ueberlegenheit, die ihm seine Persönlich- keit und seine siebenjährige Amtstätigkeit als preußischer Min sterpräsident verleihe«. Pieck Nack, Braun nahm vor flüchtendem Haus der Kommunist das Wort. sofort Der Landtag fetzte heute die Etatdebatte fort. Das Wort nimmt Ministerpräsident Braun: Sin Anschlich an die Besprechung des Reichsbahnkonstikts hat gcslcrn der houtfchnationale Abgeordnete Bäcker das Verhältnis zwischen dem Reich und Preußen als unmöglich bezeichnet. Ich darf die neueste Entwicklung dieses Konflikts kurz dorstellen. Durch Urteil des Staatsgerichtshoies vom 7. Mai 7927 ist an- erkannt worden, daß Preußen einen Vertreter für den Derwaltunasrat der Reichsbahn zu benennen und das Reich ihn zu ernennen hat. Räch Zustellung des Urteils hat der Herr Reichskanzler mir miigeiciU, er werdc mitBayern.BodcnundWürttemberg darüber verltondeln, wie der Anspruch Preußens zu verwirklichen sei. Er hat dann ein Rundschreiben an die Verwaltungsrats» Mitglieder gerichtet, ob jemand freiwillig zurücktreten wolle. Ralü.lich hat keiner von den Herren, die mit der Sache gar nichts zu tun hatten, seinen freiwilligen Rücktritt erklärt. Zch habe deshalb durch Schreiben vom 7. Dezember dem Reichs- kanzler anheimgegeben, das Mitglied zum Rücktritt aufzufordern. dos fälschlich den preußischen Slß innehat, nämllch den früheren Retchckanzler Dr. tulher. Durch Schreiben vom 9. Dezember Hot der Herr Reichskanzler dos verweigert. (Hört, hört!) Er hak Preußen ferner anheimgegeben, sich erneut an den Staatsgericht shof zu wenden, um aufzuklären, ob das Urteil vom 7 Mai ein Feststellung!:- oder ein Vollstreckungsurteil sei. sHciterkeit.) Einen solchen Vorschlag kann ich kaum noch ernst nehmen. Roch drm Entscheid de» Staalrqerichlehoses steht es sest. daß Drenßen seit über zwei Zahvcn sein platz im verwallungsrat der Reichsbahn zu llnrechk vorenfhallen wird. Der Reichskanzler sollte mit mir das dringende verlangen empfinden, diese Schädigung der preußischen Interessen abzustellen. Wenn jetzt nach Ausfechtung einer neuen Klag» der Staatsgerichtehvs«rkläile, es handle sich um ein Vollstreckungsurteil— meiner Anschauung nach stnd alle Urtel'» des Staatsgcrichtshofs zu vollstrecken—, was wäre dann gebessert? Uiteile gegen da» Reich können ja überhaupt nicht vollstreckt werden.(Sehr wahr links.) Die Retchsregicruna muh eben selbst Recht schassen. Es bleib« Preußen uichk» weiter übrig, al, einen«pvell an den Reichspräsidenken. der noch Ariltel 19 der Reichsversassung Urteile des Slaatsgerichlshose» zu vollstrecken hol. Dieses Beispiel zeigt deutlich, daß es wirklich nicht die SdjuQ Preußens ist. wenn unser Verhältnis zur Reichsregierung wenig er- freulich ist. s Lebhafter Beifall links.) Um das Verhältnis nicht weiter zu vers blechern, will ich tri« übrigsn Klagen Preußens nicht vor» tragen, sondern nur zusammenfassend erklären, sämtlich« früheren (Lebyalles yvri, norr unis.j otg«inner« nur veifpielsweis« an den g a l l B a d i. der darin bestanden bat, daß der R-Ichswnenmmlster vor dem Reichsrat den preußischen Reichsratbevollmächtigten rektifi- ziert hat. Vn solcher Vorgang iftnochnichtdogewesen.(Sehr wahrl links.) Denn wenn die Reichsre�Ierung sich durch das Auf- treten eines Lönderv«rtret«s beschwert fuhll. muß sie die betreffend« Reaierung um Remedur«rsu�en. Denn im Reichsrat ist der Länder- nert'eter nicht für seine Person, sondern für seine Regierung, und die Zurechtweisung trifft diese und ni-bt den zufälligen Vertreter. Obendrein hatte sich der Vorgang, den Herr v. Keudell im Auge hatte, gar nicht Im Reichsrat. sondern in einem Ausschuß de? Reichstags abgespielt, wo sede Regierung da? Recht hat. ihren Standpunkt darzulegen, ohne einer Zensur des Refchsinnenmlnisters zu unterliegen. Der Reichs rot hat noch eingehender Beratung [« st g« st e ll t, daß der oon Herrn v. Keudell gegen unseren Ver. treter erhobene Borwurf des Vertrauensbnichs und der Irre- sührung unberechtigt war.(Lebhaftes hört, hört.) Unter gesitteten Menschen ist es üblich, unbegründete Vorwürfe zurückzunehmen. Vis heule ist dos nicht geschehen. (Bewegung, Zuruf links:„Herr v. Keudell könnte vielleicht an Badt Heiterkeit, Geoenzuruf: ,»Da fehlt die innere Der- ortfahrend): Ich habe also im Som- wer nicht zuviel gesagt, wenn ich behauptet habe, daß gewisse Reich». stellen eine bewußt anllpreußische politlk treiben, und das gegen- I..... unitarisch und unbedingt Reit Wl' iieiches vorangestellt über ein« Regierung, die überwiegend reichsfreundlich' ist, die immer di« Interessen des hat.(Sehr wahr!) Auch das nimmt uns freilich der Abg. Baecker übel. Er de» klagt, daß wir in der Floggenfrage das Reichsinteress« zu sehr in den Vordergrund gestellt hätten Aber jede Länderregierung ist aui die Reichsversafsting vereidigt und verpflichtet, in ihrem Macht- bereich allen Bestimmungen der Reichsversaflung Geltung zu ve» schaffen.(LÄchafte Zustimmung linke.) Wenn wn- daher«leben mußten, daß die verfassungsmäßigen Reichsfarben gehässig beschimpft und zurückgedrängt werden, so mußten wir als pfllchrbewußte Länder. regierung für die Durchsetzung der Reichssarben eintreten.(Sehr wahr! links.) Eine amerikanische Zei.tung hat di« pet»- lichen Szenen, die sich beim Empfang di« New Parker Bürger. meist«« Walker abgespielt haben, folgendermaßen geschildert: ..Einzelne Partien In Deutschland wallen von den schwarzrotgoldenen Reichssarben nichls wlsten. aber ein Volk, dos seine eigene Jahne nicht ochlek, hol keinen Anspruch aus die Achtung d« Welt."(Sehr gut! links, groß« Unruhe rechts.) Auch uns widerstrebt jeder Flaggenwechsel. Ab« schließlich war schwarzrotgold schon Immer Symbol de» kiampse» gegen Jürstenwillkür und Geiflesknechischafl ln Deulichland. Schwarzrotgold ist die alle Jahne aller Jrei- und Deuischgefi nuten, da» olle Symbol der deutsche» Einheit. (Lebhaftes Bravo links.) Herr Baecker hat über unseren Boykott der Hotels geklagt. Wir hielten uns verpflichtet dem Magistrat d« Stadt Berlin oeizutreten, wenn er ge�en die Verletzung der deutschen nationalen Wurde kämpfte, die darin bestand, ausländische nationale Flaggen zu hissen, aber die Reichsslagg« zu mißachten. Hotels, die das taten, zu betreten, war uns durch di« nationale Weltachtung verboten.(Sehr gut! links.) Aber wir werdcn dieseg unwürdige Schauspiel nicht mehr erleben. Dank dem Vorgehen der preußischen Regierung wird in Zukunft die versassungsmäßige Reichssahn« ge- zeigt werden.(Lebhafter Beifall link».) Herr Baecker hat dann von einem Boykott der preußi- scheu Provinzialvertreter im Reichsrat gesprochen. Mit Boykott hat das nicht das Geringste zu tun.(Widerspruch rechts.) Boykott bedeutet, jemand durch wirtschasliche und tzcsellschafliche Aechtung zugrunde richten— ich weiß dos aus langjährigen Er- enau. (Große Heiterkeit links.) Mit daß sich eine An hl der Provinz- joljrunqen in Ostpreußen ganz fjen Den Retchsratsvertretern lag es>0, Vertreter verpflichtet hatte, für die preußischen Schul a n t r ä g« zu stimmen und nachher unter anderen(f tiiflüflen dagegen stimmten. Dadurch wurden die preußischen Anträge im Reichsrot abgelehnt. Eine Anzahl Verlrel« ander« Land«, denen unsere Anträge noch zu weit dem Entwurf des Reichsinnenministers enlgegev- zukommen schienen, hüllen gleichwohl für unsere Schulankräge gesklmml. wen« fle nicht in dem Zrrlum besaagen gewesen wären, daß ihre Annahme ohne die» gesicher» sest(Hört, hört!) Unter diesen Umständen habe Ich erklärt, daß die Beratungen mit den preußischen Provinzialoertretern keinen Zweck mehr hätten. Die Sreuß! scheu Provinzialvertreter haben mir dann in einer persönlichen nterrichung klargelegt, daß die Absicht einer Irreführung bei ihnen nicht vorgelegen hat und die Besprechungen werden also wieder sortgesetzt. Ich möchte nur wünschen, daß jeder Streit so loyal«ledigt wird, wie ich diesen Zwischenfall»ledigt habe. (Sehr gutl links.) Ab« die Deutschnationalen sollten dach das Wort Boykott lieber überhaupt n'cht in den Mund nehmen. Es erinnert an ein unan- geneyme» Kapitel der Dortriegszeist Ver Zehördenboykotl war im allen Preußen der Sonservalivep eine Danererfchetnung. Es brauchte damals nur ein Wirt sein Lokal zu einer sozial-,. demokratischen Dersommlung herzugeben— manchmal genügte auch eine Zentrumsversammlung oder eine freisinnige Der- sommlung— sofort hatte er dos M i l I t ä r v e r b o t auf dem Hals. Oder soll ich sie daran erinnern, wie im alten Preußen der Land- rat von Willichen, weil er in der Kasi« der Londwirtschasts» lamm« Unregelmäßigkeiten entdeckt hatte, vom Major Endel« gesellschaftlich und wirtschaftlich zugrunde gerichtet wurdet 3m alle» Preußen wurde seder Grundbesitzer, der nicht kons»- vallo war. ln den östlichen Provinzen systematisch boykottiert und schikanierst(Zuruf:„Heute ist es noch viel schlimmer!") Wenn wir also dos Kapital Boykott«ingehend erörtern wollten, würden die Deutschnationalen und Konservativen verflucht schlecht abschneiden.(Sehr wahr! links.) Herr Baecker sprach davon, daß das heutige Preußen noch keine moralischen Eroberungen gewacht habe. Das alte Preußen hat in der ganzen Welt moralische Eroberungen nicht zu machen verstanden. Di« Erörterungen über die Herstellung der Reichseinheit sind deshalb so schwierig, weil in der Erinnerung an das alte Preußen gerade uniiansch und republikanisch gesinnte Länder die größte Angst nor der Derpreußung haben.(Sehr wahr! links.) Ucber Einheitsstaat und Berwaltungsreform wird gegenwärtig ungemein viel geredet. Aber ich habe den Eindruck. Verschlechterung der Lex Brüning. Annahme des Antrags der Regierungsparteien.- Steuerliche Bevorzugung der großen Einkommen. Der Stenerausschuß des Reichstags»ledigte am Freitag in kurzer Beratung die Anträge zur Neuregelung der Lohn- steuer und Einkommensteuer. An der Auesprache beteiligten sich nur die Patcien der Opposition. Die Regierungsparteien schwiegen sich völlig aus. Abg. Dr. Hertz(Soz.) bezeichnete den Antrag der Regierungsparteien als ein Derlsgenheitszsugni». Der steuerfreie Lohnbetrag, die Familienermäßigungen und der Steuersatz würden unverändert bleiben, während der Steuer betrag um IL Proz. bzw. im Höchstfall 2 M.«mäßigt werde. Da, sei ein ganz unge« wohnlich« Vorgang, zun«!« die Lohnsteu« außerordentlich kompliziere. Die Erschwerung fei so groß, daß st« den Wid«stand der Unternehm« gegon die Lohnsteuer verstärken und den Quellen- abzug überhaupt gefährden muß. Wenn auch di« Wirkung des An- trag» der Regierungsparteien für die Lohn- und Gehaltsempfänger mit geringem Einkommen günstiger sei als bei dem Entwurf der Reichsregierung, s» bleibe doch eine ablolute Bevorzugung der größere« Cinkomme». Die vorgeschlagene Aenderung der Lohnsteuer werde zu einem Mehr- aufkommen von einigen hundert Millionen führen. Selbst nach den Berechnungen der Relchsregierung wird dt« Lohnsteuer im Jahre 1928 llAI Millionen bringen, wahrscheinlich ober sei ein noch höherer Betrog. Daher sei es eine Täuschung, wenn in der vorgeschlage- nen verschlechterten Fassung der Lex Brüning von einem Auskommen oon 1300 Millionen gesprochen werde. Talsächtich werde die Lex Brüning überhaupt außer Kraft gesetzt, dir Lohnsteu» verschärst und als Auenahmegeseh gegen di« pünktlichsten Steuerzahler gebrand- markt. Da all« sachlichen Erwägungen d« Sozialdemokratie völlig unberücksichtigt geblieben feien, so hänge es allein von der polt- tischen Entwicklung ab. ob die Lohnsteuerzahl« chr Recht »holten. Di» Lohn- und Gehaltsempsäng« müßten sich bei den nächsten Wahlen den Schutz zu»zwingen suchen, den der Rechtsblock ihnen»«weigerst Abg. Sarae»(Komm.) und Abg. Dr. Fischer (Dem.) sprachen ebenfalls die Ablehnung ihr« Parteien aus. Di« Abstimmung«gab die Annahme des Dorfchlages der Regierungsparteien, wodurch d« Gesetzentwurf der Relchsregierung hinfällig wurde. Der sozialdemokratische Antrag aas Erhöhuag deS steuerfreie» Lohnbetrages um 40 M. monatlich wurde gegen die Stimme« der Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. Abgelehnt wurden auch die von den Demokraten und d» Deutschen Volkspartei eingebrachten Anträge auf weitgehende Senkung des Elnkommensteuertariss, Einführung des dreijährigen Durchschnitts bei der Deranlogung und Aushebung d« Kapitalertragssteuer. Die Beratung des Gesetzentwurfs zur Aenderung der Lohn« steuer wild im Plenum des Reichstag» am Sonnabend erfolg««, j«d«' rtm«? ovberes meint, und daß die meisten Acmstruktion« iTtcht bi» zu Ende gedacht stnd. Dabei zwingt sich die Zlotweadigkeit der Vereinheitlichung absolut aus. Selbst sthige sehr södcroiistisch eingestellte»eichsmioister niuchen rein unitarische Sesehe. wie dos Stcuervereinheitlichungv- gcseh. Gegenüber diesen honen Tatsachen wird die Januar konferenz der MlnisterprSsidenten, die metner Anregung cnt- sprinot, nur informatorischen Eharakter habe». cherr Naecker Hot wieder meine vorjährige Rede bei den Berliner Studenten ongeortsfeu. Aber dieses Jahr hat d c r st tnanzminister oor Berliner Studenten geredet, und sein« Rede ist auch als Broschüre erschienen. Warum will Herr Baecker nicht auch einmal sür meinen Kollegen«in bistchen Neklom« machen? fhciterteit) fim Baerfer 1(1 beleidigt, das, der preußisch« MinisterprSfldent Immer wieder aus die'fflße sälit Aber ein Ministerpräsident. der immer aus die Jüsje sollt, ist viel wertvoller, al» et» Minister, der aus den Kops qcsallen ist.(Große allgemeine hetterteit) Herr o. Richter hat uns darüber belehrt, es komme nicht daraut an. daß die Regierung fest im Sotiel siße, sondern daß sie etwas leiste. Vorausieftung seder Leistung in den heutigen Ärisenzeiten ist, daß die Regierung fest im Sotiel sitzt, und wir sitzen sehr f« st. (Lebbotter Beitüll link».) Im übrigen Hot in den letzten drei Iahren die Verwaltung nicht stagniert und die Gesetzgebung nicht still ge- standen. Wie konnte sonst, während Herr v. Richter über Ergebnis- losigkett unserer Arbeit klagt, Herr Baccker über Viclrcgiercrei und Gesetzesmacherel schelten! Zm übrigen hol Herr Bimkee unrecht, daß wir nur etn» Stimme Masorlläl besäßen. Zahlenmäßig ist unsere Mehrheit minus 1 plus die Angst der Ospojilion. Und da, genügt durchaus.(Große allgemeine Heiterkeit.) Ich hoffe mit dem Abg. v. Richter, daß der Preußisch» Landtag noch den Neuwahlen nrch mehr und noch Bessere, ichoffen wird- Wenn die Volkspartei die Absicht hat, nach den Neuwahlen aus dem epuosttionellen Schmollwinkel herouszutommen, in den sie sich selber gestellt Hot, und wieder mit im» gemeinsam zu arbeiten. dann wird sie dazu beitrugen, daß wir weiter zum Besten des preußischen Vaterlandes arbeiten.(Lebhafter Veisoll links.) Abg. Pieck(Kamm.)� Was die Redner einschließlich des Minister- Präsidenten bisher sagten, war kleinlichstes ParteigezSnk. Die Wei- marrr Koalition ist eine Wach- und Schlichgesellschasi, die den Schutz der Bourgeoisie und de» lrustkopitals übernommen hat. Die Jk' soldungserhöhung der Beamten ist au» der Tasche der Arbeiter bezahlt. Jrde Reiorm des kapitalistischen Staates bedeutet verstärkte Reaktion. Der Redner polemisiert gegen' Imperialismus und Völkerbund. Die Sitzung dauert an. Oer neue Hamburger Senai. 1929 sozialdemotratischer Bürgermeister. Homburg, lü. Dezember.(Eigenbericht.) Die Verhandlungen über die Bildung des Hamburger S e- »at» stnd setzt abgeschlosieir. Man hat sich dahin geeurtgt, die 5ahl der Senatoren aus 12 herabzusetzen, uni» zwar erhalten davon 8 die Sozialdemokraten, 3 die Demokraten und Z dt« � Voltsparteiler. Die B ü r g er m ei st» rj�o a e.. wurche so ge- regelt, daß für da« Jahr 192S der Demokrat Petersen bleibt. Für das Jahr 1029 soll dann ein Sozialdemokrat bestimmt d-erden. Zweiter Bürgermeister wirb der Präsident der Bürgerschast, der Sozialdemokrat Roß. Das Amt des Präsidenten der Bürgerschaft soll L e u t« r i tz einnehmen. Außerdem dürste die Sozialdemokratie noch rne Staats- rstesiellc und die Stelle eines Senatsrats(Staatliche Presiestetle) trhalten. Türkischer Soztaststensghrer verhaslct. Der ehemalige Abgeordnete von Smnrna, N i s s i m M a s i l j a h. cm ssührcr der sozialt st Ischen Bewegung in der Türkei, wurde in das Stam- buler Untersiichungsgesängnis eingeliefert. Gründe nicht bekannt. Zwei Kämpfer iot! Felix Freudenberger. In Würzdurg verstarb diesen Mittwoch im Alter von K3 Jahren der in der Partei weit über die Grenze seines engeren Wirkung-. kretfes hinaus bekannte Genosse Felix Frcudenberger. Ge- nosse Freudenbcrger wirkte mit großem Erfolg« über ZO Jahr« für die Partei. Schon in jungen Jahren trat er ihr in Fürth bei, wo er al» handhsngsyehilse lernte. Später gründete er sich in Würzburg eine Buchhandlung, die er mit großer Umsicht bis zu seinem Tod« betrieb. In der örtlichen Parteibewegung Würzburg» bildete er den geistigen Mittelpunkt. Diele Jahre hindurch war er Mitglied der dortigen Stadtverwaltung, lange Zeit auch dritter Bürgermeister. Im unterfrän'ischen Kreisrat war er als einer unserer Bertreter die. sühtende Persönlichkeit. Diel galt sein Rat in der Verfassung- gebenden bayerischen Nationalversammlung sowie im Bayerischen Landtage, dem er während der Jahre 1919— 1924 angehört«. Im Vorstande de» Untcrbczirkes Würzburg der Partei bekleidete er den Posten des Vorsitzenden. Um die Abhaltung des Würzburger Partei- tage« hat er sich in schwerer Zeit besonder« oerdient gemacht. Der Parietvorstaiid zog ihn wegen seincs tiefgründigen Willens und leiner oerständigen Darstellungsweis« wiederHoll als Referent zu wickstigen Äonserenzen bei. Geachtet von Freund und Gegner. im Landtag wie in der Stadt Dürzbuig, bedeutet der Tod dieses vortrefflichen Menschen für seine Familie uyd die Partei einen schmerzlichen Lersttst. Heinrich Taberi. In Schönebeck a. d. E. ist einer der allen Kämpfer der Partei. Genosse Heinrich Tabert, tm Aller van 73 Jahren gestorben. Heinrich Tabert kam tm Jahre 1877 zur Partei. Unter dem Sozia» listengesetz weilt, er in der Berliner vrganiiaffon. tm Jahre 1884 wurde er Vorsitzender des Bezirksvcreins Verlm-Osten. Im Jahr« 1886 wurde er ausgewiesen. Die Polizei nahm Rache an ihm, er hatte in einer riesigen Versammlung, in der Paul Singer referieren sollte, den Polizeispitzel Mahlow entlarvt, indem er bekannt gab, daß diestr„Oenolfe� ein Kriminalbeamter namens I h r i n g sei. Nachdem er zwei Jahre heimatlos gewesen war, ließ er sich in Luckenwalde nieder. Im Jahre 1899 kandidierte er im Kreise Lucken- walde-Iüicrbog für den Reichstag, unterlag ober in der Stichwahl. 199.5 wurde er zum Arbeitelsekretär gewählt. Zwei Jahre später ging er nach Halle und dann nach Forst i. d. L. al» Partei- sekretör. In Schönebeck fand er 1929 als Ardeitersetretär ein« letzte bleibende Stätte. Nu» hatt der Tod ein arbeitsreiches, der Partei gewidmetes Leben abgeschlossen. Vürgerblock-parlameniansmus. Ein Etat cn bloc angenommen! Weimar. IS. Dezember.(Eigenbericht.) Im Thüringischen Landtag kam es gestern abend bei Beratung des Etats für dos Ministerium des Innern zu Süßest stürmischen Szenen, da die K o m m u n i st e n sofort besondere AgitationsaMräg« unter Durchbrechung der ordentlichen Tagesordnung behandelt wisieo wollten. Als die bürgerliche Wehrhell da» ablehnte, setzte die kommunistisch« Obstruktion mll unaufhörlichen Anträge» aus namentlich« Abstimmung bei jeder der mehrere Hunderte von Etat»- Positionen ein. Da jede dieser?lbstimmungen unverhältnismäßig viel mehr Zeit als der sonst übliche Modus tostet, die Abstimmung also Tage gedauert hätte, so antwortete nach mehreren Sitzungsunter- brechungen die bürgerlich« Mehrheit in gleicher Rücksicht*- losigkett mit einem Antrag, den ganzen Elatsiitel en bloc so anzunehmen. wie ihn die Regierung vorgeschlagen Halle, also unter Streichung oller im Ausschuß inzwischen vorgc- nommenen Änderungen. Der SPD. blieb angesichts der 1 i«rrorist>schen Mtthobe» mm linkt tnll,«cht? mchai anderes als energische Proteste im Interesse eines sachlich«« Parlamentartsmus übrig. Der Etatstitsl wurde dam»«nb- sprechend den Wünschen der Bürgerlichen gegen die Stimmen der Sozialdemokratie und Sommunisicn«n dioc in später Abend- stunde angenommen._ Oer meschuggene Qmögerichisrat. (Sr begibt sich unter den Schutz des tz 51- Breslau. 16. Dezemb«.(WTD.) Die Verhandlung gegen den wegen»eleidiyungdes demo« kritischen Landtogsabgeordneten Hermann angeklagten Landge rtchtsiat Joses Gelkin. die heute in einer außerordentliche» Sitzung des grotzen erweiterten Schöffengerichts ftattiinden sollte, ist vertagt worden. Der Vorsitzende teilte mll. daß der Beschuldigte den Schutz d e s 6 51 StGB, in Anspruch nimmt und daß«in Vertagungsantrag «ingeganaen ist. Gcwn will sich zur Zell der Tat in einem Zustande krankhafter Störung der S« ist« s tä ttg t-it besunden haben, durch den seine frei« Dill-nsbestimmung au, geschlossen war: außerdem bezieht er sich auf einen Entlostungszeugen. Der Angeklagt« wird auf seinen Geisteszustand von einem Arzt beobachtet»verden. Sellin hatte bekanntlich in angetrunkenem Zustande in einer hiesigen Weinstube aus die Juden geschimpft und den Landtags- abgeordneten Hermann, der sich ins Mittel legte, beleidigt. Oas Waffeulager in der Kirche. Eine interessante Interpellation. Die kommunistische Reichstagsftattion hat folgende Interpellation eingebracht: Am 29. November 1927 wurde tn der dem Jesuitenorden zugelviefednen Michaclskirch« in München, Neuhausor Straß«, ein große» Daffenloger ausgedeckt und be- schlagnahmt. In einem Speicherraum über dem hochallar wurden oor- gefunden: lieber 200 Maschinengewehre, zahlrÄch« Woschinen- gewehrersagteile und Werkzeugkasten, einige hundert Leuchtpistolen. gegen 399 Gasmasken, mehrere tausend Sellengewahre, über 199 Säbel, ein« unübersehbar« Menge Munitionskasten, B«- spannung». und Ausrüstungsteile usw. Ist die Reichsregierung bereit, den Tatbefiand der Aufbewah- rung eines so großen Waffenlager, in einer katholische» Kirch« aufzuklären? Ist die Reichsregierung bereit. Austunft darüber zn geben. ») was mit den Beständen gejchehen Ist, d) aus welchen Beständen diese Dassen ht München stemmen, c) welche Organisationen. Behörden oder Einzelpersonen dieses Lager angelegt haben. künden, daß er in einem besonderen Falle sechs Stahlhelm- leute aus dem Verbände ausgeschlossen habe, well sie zur Wahrnehmung ihrer Rechte in einem Streit sich einen j ü d i» s ch e n Anwalt genommen hatten. Das hält er auch heute noch für durchaus gerechtfertigt. Er erklärt auch, daß er die Ueberweisung einer schwarz- rotgoldenen Reichs sahne durch den Landrat des Kreises an die Gemeinde für unzulässig halle, und er- klärt es für verständlich, daß gegen solche Zwangsmaßnahme Gegendruck entstehe und muh gestehen, daß die Fahne tat- sächlich gestohlen worden ist, wenn er auch be- streitet, den Dieb zu kennen oder von seiner Person eine Der- mutung gehabt zu haben. Er gibt ferner zu, daß er im Jahre ISZS in einer L a n d- bundverfammlung erklärt habe, wenn die Kommu- nisten oder Reichsbannerleute mit ihre« Lastkraftwagen durch die Dörfer kämen und Störungen verursachten, daß dann die Bauern das Recht hätten, zur Selbsthilfe zugreifen. Er erklärt, daß ihm der Unterschied zwischen Kommunisten und Reichsbanner zwar bewußt sei, daß aber auf dem Lande zwischen beiden kein Unterschied gemacht werde. Ueber die Gründe befragt, warum erdieGegner- f ch a f t gegen das Reichsbanner und den Reichsbanner- gedanken zum Ausdruck bringe, erklärt er. nach feiner Mei- nung besorge das Reichsbanner die Geschäfte der Feinde und deswegen müsi« er sie bekämpfen. Die Farben Schwarzrot- gold lehnt er ab, gibt jedoch gnädigst zu daß das Reichsbanner als Organisation das Recht habe, für die Farben des Reiches einzutreten. Zum Schluß verweigert er die Aussage aus eine Frage des Recktsanwalts Falkenfeld, ob er einen Bericht d-s Siahchelmverteidigers Solitz-Frankfurt erhalten habe zum ..Zwecke der Wellerverbrestung a» hier in Arensdorf viel gelesene Lokalblatter. in denen unwahre Behauptungen und Stimmungsmache über die Beteiligung der Schmelzer an dem Konflikt und vor allen Dingen über die Schuld des Reichs- banners enthalten waren. Durch diese Weigerung, den Empfang eines solchen Briefes zuzugeben oder die Frage überhaupt zu beantworten, wird das Gericht in die Zwangs- läge versetzt, einen Beschluß über die Zulassigkeit der Frage an sich zu sasien und damit den ersten Konfliktsfall in den fünftägigen Verhandlungen herbeizuführen. » B, S. Frankfurt a. b. 0� 16. Dqzember� Di« heut'fl« Verhandlung begann mit Ueberrafchungen. Der Sutfcher des Herrn 0. illnensleben. Dledemann. bsrlchtigtc fein« erste Aussage dahin, daß er nlchl oor, saodero erst sechs tage nach dem Zusammenstoß aus dem Stahlhelm aasgclreleu fei, angeblich aus eigenem Enljchlvß. Die Tatsach«, daß er dann vier Wochen später im Gutsbezirk«inen etwas geringeren Posten erhielt, bezeichnete er als nicht mit diesem Austritt aus dem Stahl- Helm im Zusammenhang stehend, er habe vielmehr freiwillig um einen anderen Posten gebeten. Die anschließende Vernehmimg de» Reichsbannermanns Liesack brachte dann ein ganz neues Moment in die bisherigen Fcstslellun- gen. Zeuge erklärt, gesehen zu haben, daß der alle Schmelzer, der schon vorher-„Schieß doch!' ge- rufen habe, nach den ersten Schaffen den Catif des Gewehr» ergriffen und«lue Bewegung gemacht habe, eck» ob er feinem Sohne etwa» zureiche. Eine Heugabel habe er nicht in der Hand gehabt. Bei dieser Be- kundung sprang Schmelzer senlor aus und rief:„Cch bin nicht an meinem Sohn herangetreten, der liebe Gott soll mich strafen, wenn das nicht wahr ist. So ein Lump.' E» kam zu längeren erregten Ause nonderseßungen, doch blieb Liesack bei seiner Dar- stellung, die aber von einem Zeugen, dem Reichsbannermann Siesel aus Arensdors, nicht unterstützt wurde. Kiesel meinte nur. daß der Ruf-„Schieß doch?' wahrscheinlich von dem alten Schmelz« herrühr«, will aber nichts davon gesehen haben, daß der Vater an seinen Sohn während des Schießens herangetreten sei. Dann wurde der Pfarrer Eichner aus Arensdors vernommen. und zwar zur Frage der Glaubwürdigkeit des 13jährigen Willi Bormelcher. Er gab an, daß er nach den Zusammenstößen im Kon. sirmandenlinterrilßt die Knaben aus da» fünfte Gebot hingewiesen und es als«'ne Sünhe bezeichnet habe, einen Menschen zu töten, ganz gleich, welcder Partei oder Konfesston er angehöre. Ueber Willi Lormelcher wisse er nur, daß die anderen Knaben ihm erzählt hätten, Willi habe sich eine Puppe, die«inen Stahlhelm- mann darstellen sollte, zurecht gemacht und mit dem Rut:„Schießt den Hund tot' m t einem Hammer auf die Puppe geschlagen. Des- wegen sei r» zu Streitigkeiten mit ihm gekommen, an denen aber Vormelcher selbst Schuld getragen habe. Di« Knabe hätten den Jungen auch„Bluthund' gerufen. Die Polstisterung der Schulkind«, so«klärte der Pfarr«. ist I» Arensdorf ungrheu« weligehenb. Ich selbst gehöre ke'n« Organisation an. ich kümmere mich nicht darum, ob lemand Reichsbann«, Siahlhelm od« Rot-Front ist. Ich bin für alle da! Hugenberg ist mit Lösten zufrieden. Die Christlichen rühmen sich ihres Erfolges. Die Presiekommentar« zu dem Schiedsspruch der BMallindustrie der Nordwestlichen Gruppe sind sehr spärlich. Bemerkenswert ist ober der Kommentar de».Tag' des Schwerindustrietlen Hu gen- b« r g: „Der Schiedsspruch im Eifenkonsstkt zeigt ein ehrliches Be. streb«» des Schlichters, den scharf gcgensMichcn Forde- nirfen gerecht zu werden. In der Arbeltszeit ist der Berluch ge. macht worden, auf der Bast» des Gesetzes und d« bekannte« Ber- ordnung de, Reichsarbeitsminister» einen Weg zu finden, der den Bedürtniffe» der Wirtschaft und den Forderun- gen d« Beleg lchaften tn gleichem, allerdings beschränktem limsange Rechnung trögt. Die Kosten dies« Regelung, soweit st« da? Lchnkonto betreffen, sind zwischen Arbeitnehmern und Ar- beitaebern durch t e I l w e i s e n„ Lohnausgleich' aufgeteilt worden.' Die Rationalisierung hat den Unternehmern Riesengewinn, gebracht. den Arbeitern die Belastung ein« äußersten Anspannung der Kräfte. Daß die unbedingt gebotene Verkürzung der Arbeitszeit eine Lohnmlnderunz zur Frlge habe» soll. b«fr,edtgt Herrn Huzenbag. Er ist mit Dr. Sötten zufrieden und hat auch allen Grund dazu. Bezeichnend ist die Haltung des christliche» Metollarbeiterv«- bände». Cr läßt durch Wolfs verbretten: verbreiten: „Der Schiedsspruch kür die Großelsenindustrle Nordwest ent- hält«in« Vereinbarung, die zwischen dem Lrbeltgebcrvrrband für den Bezirk der nordwestlichen Gruppe de» Verein» Deutsch« Eisen- und Stahlindustrteller einerseits und dem Christlichen Metallardeiterverband andererseits zustande kommen ist. Diese« Abkommen, da» durch den Schiedsspruch auch für die anderen Arbeitnehmerverbänd« ab 1. Januar ISA ol» Tar>fv«trag gilt.(?) baut sich auf folgend« Sachlage aus: Die Bundesratsverorlmung vom 5. Februar 1895 schreibt eine ununterbrochen» Betriebsruhe von Ii Stunden an Sonntogen vor, wenn in mehr als zweifacher Schicht gearbeitet wird. Die Vertreter de» Arbeitgeberverbandcs Nordwest haben den an sidi einwand- freien Standpunkt eivqencmmen. daß jeo« befugt ist, gesetzliche Recht« bi» zur äußersten Grenz« auszunutzen. Infolge- dessen dürfe die Kroßeisenindustrie für diejenigen Arbeiter, welche aus Grund der Verordnung vom Juli 1927 ab 1. Januar 1928 in die dreigeteilte ochlsiündige Schcht üb«gesührt werde», den Arbeitsbeginn auf Sonntag abend 6 Uhr festfetzen." Daß ausgerechnet die Christlich« sich der Einschränkmig der Sonntazsrnhe— sechs Tag« sollst du arbeite» und am siebente« sollst du ruhe«— auch noch rühme», ist wirklich etwa, zuviel Zentrumspolitik.»i« sie Klöckn« wünschen mag. und zu wenig Christentum. I» diese» Zelammenhang ist auch ei» Irrtum dar „Vossischen Z-iMng' zu berichtigen, die behauptet, die frei«, Ge« werkschaft«« hätte»«in« Erhöhung der Facharbeiterlöhne um 10 Pf., die christliche»«in« frlche um 14 Pf. gefordert. Da, letzt« ist richtig. Di« Forderung«» der freien Gewerkschaften enthielten aber außer einer Lohnerhöhung von 10 Ps. für all« Arbeiter,«ine»««t. sprechend«» Lohnausgleich für die berel!» eingetreten» oder eintretend««rbeitezellverkürzimg. fv daß die Gesamtforderung je noch der Arbeitergruppe bl» zu 27 Ps. die Stund« betrug. Di«.Rot, Fahne' macht e» sich sehr leicht, um all« Lost auf die Arbeiter, all« Berantwortung auf die Gewerkschaft«, abwälzen I z» kämm», vi« Haltung d« Christlichen, deren Einfluß im Ruhr-> gebiet sehr stark ist. braucht sie nicht zu beachten, ebenso wenig wie da» beiderseitig» organisatorilche Kräfteverhältnis. „Sie(die Arbeiter) wissen, daß hi« nur der geschlossen« Kampf otn Erfolg sein kann. Deshalb fordern sie täglich stürmischer(?!) von den Verhandsfüdrern, daß die Gewerkschaften endlich zum Kampf aufrufen. Und weil der Komps der Metallarbeiter allein nicht ausreichend ist, deshalb verlangen fie(?!) den gewerkschaftlichen Kampfaufruf für alle Arbeit» der Schlüsselindustn». Einer klaren und eindeutigen Aufforderung der G«vorkschaslen zum Streit aller Metallarbeiter, Bergarbeiter und Transportarbeiter würde» die Masten mit Begeisterung folgen.' Die KPD., die im Ruhrgebiet ein Blatt und ein Lezirksfetre- lartat unterhält, hat aus Anlaß de» Ruhrkonflikts Heckert und So« neu nach dem Ruhrgebiet entsandt, um Leben in dt« Bude zu bringen. Heckert sommerte selbst in der Jkottn Fahne' über dt« „Passivität' der Arbeiter. Daß für den Bergbau und da» Tran»- pertgrwerb« Tarifverträge bestehen, dte man nicht mit einer Handbewegung aus der Welt schaffen kann, kümmert die KPD. wen'g. La. wäre«s«in Beschluß der„Komintern' oder de» „Agitprop', dann wäre jeder Buchstabe dreimal heilig. Aber«in Vertrag, unter de» eine deutsch« Gewerkschaft chren Name» gesetzt hat, was bedeutet der für Moskau? Eben noch haben die Moskowiter mit ollen ihren Hilismitteln den Streik bei Gebauer, wo insgesamt 800 Personen beschäftigt sind, aufgezogen. Dos Ergebnis war eine schwer« Niederlage der Arbelter. Am Sonnlog werden die zu diesem Zweck am Sonnabend zu wählenden Delegierten de» Metallardeiterverbandea zu dem Schied«- sprach Stellung nehmen. Dt« Ablehnung ist gewiß. Denn nicht allein in der Arbeitszeit ist der Schiedvipruch»och schlimmer als Ihn selbst Pessimisten vermuteten: was dieser von Dr. Bronn» über den Kops des«igenilichen Schlichter» für Rhetnland-Westfalen hinweg bestellte vberlandcsgcrichtsrat sich in der Lohnfrag« geleistet hat. ist ohne Beispiel in der Spruch- praxi, der Schiichtungsinstanzen. Seit dem 1. März Ist«ln« Stet- gerung de» Lebenshaltungsindex von mehr ol» 3 Proz. eingetreten. Big zum 1. November nächsten Jahres wird voraussichtlich«In« weitere Steigerung«imreten. Di« Ar- b»tt»l«tftu»g ist nach dem Zeugnis der Unternehmer fest 1025 um 40 Proz. gestieg«». Dies« Produkt irmssteigerung zu- züglich der Steigerung de» amtliche» Lebensholtungsindex hält D«. Zötte» mV Z bi, 1 Pf. für„ak>g«g»lt«»'l Di« Rationali- stexung. die verwinderuna der Sewstkosten, wird in de« Mund« tziefe» Juristen zu»i»«.Belastung' der Industriellen, die die Ar. bester wst einer Lohnkürzung zahlen sollen. Der ge- steigerte» Produktion wird«in verminderte? Per- brauch gegenübergestellt. Dies« Spruch muß korrigiert wer den I Verbindlichkeit in Sicht! Der RelchsardeU-mlvister wird beide Parteien auf vi«»«- l a g zu sich lad:», um»ach Ablauf der Erkläruagsfrist zum Schieb». sprach für dle Clfeninduflrie eine Aussprach« darüber zu führe». ob im Zoll« der Ablehnuag de» Schlebefprochev hie vre- bindllchkeltserklärvag erfolge» soll. Damit solle» de» veusiche» IRetallarveifenerbmd Mc Hände tttantai»eid». j Das Wiener Volksgen'chi, Alle Luli« Angeklagten vom Schwurgericht freigesprochen! Die Geschworenen des Landesgerichts Wien I hatten in der eben beendeten ZZerhandlungsreche über sieben„5uli° Verbrecher' zu urteilen, die wegen der besonderen Schwere ihrer angebllchen Straftaten ocer weil dos polttif che Verbrechen des A u f st a n d e s darunter war, vor die Ge- fchworenen kamen. Obwohl die Geschworenenbank in jeder dieser Verhandlungen anders zusammengesetzt war und die Slaotsanwaltschost von ihrem Ablehmrngsrecht reichlich Ge- brauch machte, obwohl auch manche Anpet agten die eine oder andere Straftat zugegeben haben, sind sie alle f r e i a e- sprachen worden. Und nicht nur etwa nur freigesprochen, weil von den zwölf Geschworenen bloß sieben die i�cbuldfrage bejaht hätten und weil acht Ja zur Verurteilung erforderlich sind— nein, in den allermeisten Fällen sind die Schuldsragen mit zwölf Nein beantwortet worden. Diese Schwurgerichisurteile sind nichts anderes als der feierliche und darum eindrucksvollste Protest gegen das un- agbarc Wüten eines Teils der Wiener Polizei am IS. und 16. Juli. Jenes Schwurgerichtsurteil des ländlichen Landes- gerichls Wien II. das die srontkämpferischen Arbeitermörher von Schattendorf frelgesprochen uns dadurch den Zorn des Wiener Proletariats entfesselt hat, ist nun einigermaßen ge- sühnt. Laut und gebieterisch tönt aus diesen Dezember- urteilen die Forderung: Fort mit dem Schieh-Schobrr, fort mit dem Keine-Milde-Seipel! Mussolinis Rote an Frankreich. Er erklärte eine dauerhafie Entente für möglich. Begnadigungen angekündigt. Rom. Ist. Dezember. Mussolini erstastete dem Ministerrat Bericht über die politisch? Lag«. Amtlich heißt e» darüber: Angesichts der vollkommenen Ruhe de» Volkes und der ossenbaren und gänzlichen Unschädkich- k ei t der noch überlebenden Regungen des Antifaschismus bin ich zu der Ansicht gelangt, daß das faschistisch» Regime«inen Beweis seiner Kraft geben kann, indem es sich seinen Widersachern gegenüber großmütig erweist, insowest sie sich einer solchen Großmut würdig erwiesen haben. In den nächsten Tage» werden von den 600 zu Zwangsaufentholt Verurteilt«», die sich noch auf den Inseln befinden, 250 in Freihest gesetzt werden. Ich Hab« außer- dem Weisung gegeben, daß alle wegen Beleidigung des Ministerpräsidenten Verurteilten in diesem Monat bedingungs- weise freigelassen werden. Was die internationale» Ereignisse anbetrisst, so waren die beiden letzten Monat« ziem- lich bewegt. Am II. November wurde in Paris der französisch- jugoslawische Freundschastsverftag unterzeichnet, der schon fest März 1025 paragrophiert war. Damals machte man Italien mich der Pnragraphierung da» Angebot ein» Abkommen» zu dreien. das aus Gründen, die auf der Hand liegen, nicht angenommen werde» konnte. Der f r a n z ö s i s ch- jugoslawisch« Vertrag ist vom in»"- nationale» Standpunkt und von dem des Völkerbund«? aus voll- komme» korrekt, aber die Auslegungen disses Ver- trage», dte verantwortliche und unverantwortliche Kreise in Belgrad gaben, rief einig« Bewegung in Italien hervor, das indessen nicht seine Kaltblütigkeit und seine Selbstzucht verlor Elf Tage danach unterzeichnete man in Tirana den Vertrag über ei» Defensivbündnis zwischen Italien und Albanien. Beide Verträge stehen nicht im Der- hällnis von Ursache und Wirkung zueinander, wie einige Leute ge- glaubt haben, die dte Ereignisse ausschließlich vom chronologischen Gesichtspunkt aus beurteilen. Der französisch-sugoslawische Vertrag war schon sechzehn Mancue alt, und der italienisch- albanische Vertrag wurde nicht Zwilchen dem 11. und 22. November abgefaßt. Im Zusammenhang mit den beiden Verträgen erörtert« man dos Verhälstüs zwischen Frankreich und Italien. Steht mg» ab ovu de» Erfindungen und Phoirtafie» vieler Zeitungen, so bleibe» zwei Tatsachen, die es geflattsn. an eine Klärung ber Beziehungen der beide» Länder z» glauben. nämlich die sehr freundschaftlich« Rede Vrtands und dle Unterzeichnung der vorläufigen Regelung von Auswanderung»- fragen Ich haste eine ausgedehnt«, herzlich, und dayerhost« Entente zwischen Frankreich und Italien für w ö g l i ch, ich möchte sagen für müwcndig: wenn sie aber fest sei» soll, so kann sie sich nicht nur aus sitcrartjch« oder rein gefühlsmüßig« Motive gründen. sondern auf B e s e t t i g u» g der Ursachen, die konkrete Rer- bungsslächeu zwischen beiden Ländern bedeuten konnten. Die diplomatisckzen Vertretungen werden sick) demnächst mit diesen Pro- blemen beschäftigen, die weder sch»»«rwiegend«r Raiur, noch unlösbar sind, sonder» lediglich vorsichtig bchandest werden müflen, wie übrigens alle Lebensfragen und Problem« der Beziehungen zwischen den Völkern Sobald die Diplomaten lbre notwendige Vorarbeit beendet haben werden, wird logischerwels« eine Zusammen» tunst der verantwortlichen Mini st er erfolgen, dt« ln dem kurzen Zettraum einer Unterredung nicht überstürzt eine Vereinbarung herbeiführen, svndern st« nur feierlich besiegeln sollen. Die Ereignisie der letzten Wochen haben gezeigt, daß Italien sich nicht im Schlepptau irgendeines anderen besindet, sobald seine Lebenstntereffen auf dem Spiele stehen, und daß Italien nichts unternehmen wird, was irgendwie den Weltfrieden stören könnte. Eine mörderische Polizeiverordnung. Der Mono holt des Arzt, wird»erhoffet— die Ehefrau stirbt. ßawmo. tu Dezember. Ein Mann au? de» et»» 25 Kilometer von Äowno«tserntn» Roterhof fem nachts u» 1 Uhr ix die«tadt. um et»«» Arzt zu hole«, da fei»« Frau bei ihrer Riederkunft drmganb äxzt- lich« HCf« benötigte. Di« Polizei nah« de» Bürger in Haft. da nach de» Bestimmung«» de» Kiiegszustandea das Betrete» her Straße» nur bis 1 Uhr»acht» gestaitet ist. Erst um T Uhr morgen, wurde der verhaftete entlaste». Als er um 8 Ubr mit dem Arzt z» Hause anlangt«, war dt« Frau bereit« t o t. Coostdge— Schwerinduslriesührer? Präsident Eoolidg« soll der L o r s i tz der amerikanischen Stahltorporativn angeboten worden sein. Er e r n? g« das Angebot. Welche» vertrauen müffin die Stohlkönlg« für ihn hegen! Zu 218 Zahren schwere» sterker» wurde» 32 Kommunist«» von einer polnischen Strojkammer« der Westukrain« verurteilt. ArSeltslosenversammlung öes Vertehrsbundes Eö gibt wieder WeihnachtSvnterfiühung. D»r Berkehrsbund hattt' am Donnerstaa seil« arbeitslosen Mit- aiieber nach dem Gewerkschastshaus fleladen. Der Besuch war äirßerst gut. denn der Tool 5 war bis auf den letzten Platz dicht besetzt. Jedem erschienenen Mitgliede wurde am Einaana ein Zehr- groichen von ijO M. in die Hand gegeben. Genosse jvromke er- öffnete die Versammlung mit dem Hinweise, dah die Bez.rtsver- rvaltung Imnrcr das Bestreben habe, mit den arbeitslosen Mitgliedern in recht enger Fühlung zu bleiben, um alle ihre Nöte und»argen aus nächster Näh« kennenzulernen. In diesem Jahre haben drei Arbcitslolenversammlunaen stattgefunden. Manche Anregungen, die in diesen Versammlungen gegeben wurden, sind, so weit es möglich war, nerwirklicht worden. In einem solchen guten Verhältnis will die Bezirksnerwaltung auch we'terbin mit den arbeitslosen Mit- gliedern bleiben. Beide Teile müssen zu einander volles Vertrauen haben, dann ist es am besten möglich, vorhandene Härten zu be- ieitigen und den arbeitslosen Mitglieder»! in ihren Tagesnöten zu helfen. � Der Genosse R ö»n e r vom Bundesvorstand nahm sodann das Wort �zu einem Vortrage über den Inhalt des Arbeitslosen- versicherungsgesetzes. Er schilderte eingehend das Gesetz in Ausbau, Anwendung und Wirkung und hob zum schlutz hervor. dah in diesem Gesetz manches vielleicht noch nicht so gestaltet ist wie es viele gerne wünschen. Dos Gesetz stellt aber nur den äußeren Rahmen dar, den erforderlichen Inholt und seine weitere Aus- Gestaltung muh die Arbeiterschaft durch intensivere Mitarbeit ihm im Lauf? der kommenden Zk't selbst geben. Genosse Römer schloß mit dem.fiinweis aus die Reichstagswahl im nächsten Jahre und forderte von ollen, daß sie ohne Ausnahme ihre proletarisch« Psticht bei der Abgabe des Stimm.;cttess erfüllen, damit der neue Reichstag eine feste demokratische Mehrheit erhält. Verftöndnisooll und mit lebhaftem Beifall wurde der Dortrag aufgenommen. Genoste Btc tz ke verwies dann auf die Weihnachtsu»tter- stützung, die aus Beschluß der Bezirksverwaltung auch in diesem Jahre ausgezahlt wird. Die Unterstützung beträgt bis zu 20 M. Die Auszahlung erfolgt vom lk. Dezember bis 20. Dezember. Vereinbarung für die Metallformer. Die Berliner Metallformer hatten in ihrer letzten Branchen- ocrsammlunq einstimmig einen Schiedsspruch abgelehnt, der ab l. Januar lstN eine Erhöhung der Löhne um I Ps. und der Akkorde um 3 Proz. vorsah. Die Ablehnung war hauptsächlich des- wegen eriolgt, weil für das Lohnabkommen eine zu lange Gel- tungsdauer festgesetzt worden war. Nach mehrmaligen Verhandlungen mit den Unternehmern wurde ichließlich am Momaq vorbehaltlich der Zustimmung beider Parteien eine Vereinbarung getroffen, die im wesentlichen folgendes besagt: Ab l. Januar werden alle bestehenden Löhne um 3 Ps. und alle Akkorde um 3 Pio.z. erhöht. Das neue Lohn- abkommen gilt nickt bis zum l. Juni, sondern nur bis zum 3l. März 1028, zu welchem Termin es mit vierwöchiger Frist gekündigt wer- den kann. Ersclgt zu diesem Zeitpunkt keine Kündiaunq, so verlängert sich das Lohnabkommen jeweils um einen Monat. Beide Parteien nehmen während der Lauizeit des Lohnabkommens in den Betrieben stotistischc Erhebungen über die Verdienste vor, um in einer neuen Verhandlung die tatsächlich erzielten Stundenlöhne tariflich festzulegen. sZurzeit firid zwar ebenfalls die Stundenlöhne tariflich festgelegt, doch werden ui dielen Löhnen in den einzelnen Betrieben ganz verschiedene Zuschläge gezahlt� Wenn in dieser Verhandlung ein« Einigung erzielt wird, soll das Lohn- abkommen um weitere vier Wochen verlängert- gelten. lieber dieses Verhandlunasergebnis berichtete der Branchen- leiter Genast« Bredow am Mittwochabend in einer gut besuchten Versammlung der Metallformer und Bsrufsgenosten. Im Auftrage der Verhandlungskommisston empfahl er die Annahme dieser Ver- etnbarung Nach längerer Debatte stimmte die Verlammlung der Vereinbarung zu. so daß, wenn sich auch die Unternehmer zur An- nähme bereit erklären,, der Lohnkonflikt in den Berliner Metall» gießerrien endgültig beigelegt ist. Der ADGL.-Kommentae zum Gesetz üb« Arbektsoermittlunq und Arbeitslosenversicherung aus der Feder von Franz S p l i e d I und Dr. Bruno B r o e ck e r erscheint in Kürze in dritte r A u f» läge. Die zweite Auflage ist völlig vergriffen, ein Zeichen für die Beliebtheit, der sich dieser ausgezeichnete Kommentar erfreut. Die dlitle Auflage bringt eine Reihe neuer Verordnungen, ferner die Dienstordnung und den Torisvcrtiag für die Beamten und Angc- stellten sowie erläuternde Zlussüdrungen zu ocrichiedenen für die Ar- bettslosen wichtigen Bestimmungen. Der Kommentar ist bei der Verlogsanstalt des Allgemeinen Deutschen Gewerkschostsbundes, Berlin S. 14, Inselstraße 6a, zu beziehen. _________ i ?trontoort'tdi f2t Politik Sr Cart 6o«ft: Wirtschait: S.•ItnnfHiSttrt Srtvcrksckattsbewcguns: gr. KtztoiU!(Zfuillcton: St. K Töicher: Lokales und Lontliges: Feie ltartlii»,!-Lmeiaen: Td. Cloeft! famlliö) In Setiin Strioo; Sorwarts-Seriaz 6 m d ö- Striin Trud: Serfflärto-Sttdidrudcrrt und Btr.'ofiootrfiatt Paul Sira-r>• Co Striin SW SS. Lindtntirak» S. Sitran 1 Btilafft und»Technitt. Ssttks�si'n tntstts lMij S-SOpcjsei:»ra is zum Mitnehmen Ges. geschfl.*. Hermann WlCSe, 865113 wf�Passauer'Vt'r. 12\ StSndlg ca. 300V luxonlose Truurinye uro Laicer. Sonolax, IS. Deieraber, too 2—6 Uhr aefilfnet. Bruchmüllars Weihnachtsangebot Aus/ugaiebl, ailerfeinstes............ 5 Pfd. 1.40 Aaszagmehl, feines................ 5 Pfd. 1 30 Ritsenmandeln, süß und bitter........ 1 Pfd 2.50 SaHenlaea 1 Pfd 0.9« Rosinen, extra groß I Pfd. O.SO Cltronst...................... 1 Pfd. 1.5« Korinthen..................... 1 Pfd. 0 75 KoKosra-piln, rartweißer Mandelersttx... I Pfd. OOS Bi:u r Mohn l Pfd. 0.55 Weißer Mohn 1 Pfd. 0.70 B.ucbmQIIers Frübstückskakaa......... 1 Pfd. 0.90 Katfee, tag i h frisch geröstet...... 1 Ptd. 2—4 M. Desieiion�cn frei Dam, verlanäca Sie Preisliste I Gr. Frankfurter Str. 100 FernsTrccfacr i KOnl�slodi 2057 i' ßo eiaiaoui aflüerswo Ötiäjpar-Baillo" Knr Hof rechts lOHlidBBStf. 116 nicht Keller Anlagen ond Teile auf Raten I Obnsltl nt«n nur dem Ändmet« de, ?tiilid>rn Mnsittrotrd.ndt«.»trltit. Non»» mondanttnsir 03 64 Ddnhoff AIZ7I— 7« Pelckli'toztil S— ä Sannfago fO-L Uhr Aui Wunllb! Vrrtrrttrdtiu-ki gibt, tm H. Bahr ij SpUielmarld 7 WcIlinachrsanRclion Riesen- Auswahl in sämllichen Spirituosen, Weinen u. Likören sowie Markenwaren. Bialge Beliplclei C4u 1 Ltr ca. t 1FL Diverse LIMOre...... nur a.95 2.95 iBinalca-Ram-Tersdin.>0°',.. 3.00 2 15 in oemsdi'tr Weiimrand 40%. 3.80 2.05 caDentsai.«eiimr. 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Xlndcr-ruitersdilCpIer.». ürdu«. 73 Oamen-Unlerzlehhilsdien...68� Dam.-"emd!io:en Ä�n�Är 93«" Henen-Unler- Beinkleider---- 1,25 Herren-Einsatzhemden g.mI'Ä 1 85 Mi* 91** Mako 4 t&. ii reo 4 t* b'ormon.*;! VVei.oii H.' üf:i::gikra«2n SeiLslbinJer........ wpf 50 f H.'-Obaihcrr.den AA5 R'-Düerhemden 4.75 Herren-Obeihemd. 5.50 W-iwv/ff'fa- u- Sacken»(«b» m u.t. r 85 f StllCk'S. CKCn iatu. Wolle Qj lt DamTn S'rSm'e N.b. 1.25 Dam.-Handschuhe ÄÄTST 1.75 Damen-Dlacd- Handschuhe i«bi» 2.90 Nr. 594» 44. Jahrgang 290lCClC|0 �66 0 Freitag, 16. OezemSer �927 IN QUALITÄT U. ARBEIT UNERREICHT! Oer Brandenburger Mord aufgeklart. Die Mörder geständig. das furchtbar« verbrechen in Brandenburg hat rasch sein« Uns. klärung gefunden. Dos Ergebnis der energisch betriebenen Er«!tt. lunzen und Vernehmungen war. wl« wir bereit» mllteitten, die Aestnahme des Willy und Erich Schmidt. Roch Erledigung uxiterer Vorarbeiten wurde noch in der»er» gnngenen Nacht um 12 Uhr mit dem Verhör der beiden durch die Mordkommission begonnen. Zunächst wurde Willy Schmidt ins Gebet gutommcn. Er legte endlich nach länge: em Strauben ein Tkilgehändnis ob und schiebt die Hauptschuld aus Erich Schmidt. Ihn bezeichnet er als den geistigen Urheber der Tat und als den. der sie ausgeführt habe. Er selbst will nicht einmal Schmiere gestanden haben. Dost Erich der Urheber gewesen ist, mag wähl richtig sein. Mit der Beteiligung Willys aber sieht es doch wohl anders aus, als er behauptet. Wie er sagt, trug sich Erich Schmidt, der bei Freydank dreiviertel Jahre in Stellung war und am vergangenen Sonnabend die Arbeit plästlick niederlege, schon seit drei Wochen mit dem Plan eines ve.brecyerischen Anschlage» aus den Brauereibeher. Bei der Ausführung des Ber> brechen? habe«r nicht Schmiere gestanden, sondern sich in der Gegend der Brauerei aufgehalten, ehne aufzupassen. Er habe sich dann später mit Erich getroffen und dieser habe ihm von der Beute ölO M abgegeben. Genau das Gegenteil behauptet nun Erich Schmidt. Mit feinem Verhör wurde heule morgen begonnen. Es ist noch nicht abgeschlossen. Erich, der an und für sich gar nicht mehr leugnete. schiebt olle Schuld auf den älteren Willy. Dieler habe ihn schon länger, während er noch bei Freydank beschmtigt war, immer wieder gedrängt, sich irgendwie in den Besitz des Geldes zu setzen. Willy habe dann auch die ganze Tal allein ausgeführt. Wieviel Geld er erbeutet habe, wisse er nicht. Daß beide bisher nicht die Wahrheit sagen, unterliegt keinem Zweifel. Die Darstellung Willys erschien von vornherein schon deshalb unglaubwürdig, weil bei ihm blut- beslerfte Sechen gefunden wurden. Das wäre sicher nicht der Fall gewesen, wenn er nicht einmal Schmiere gestanden hätte. Ebenso iinolaubwürdig ist die Darstellung Erichs. Sicherlich sind beide de- kelligt. Sie haben, wie ichirn früher geschildert, einen Kasten Bier gefordert, sind mit Frey dank in tne Brauerei gegangen und dort über ihn hergefallen. Als Frydank sich bückte, um ihrem Begehren gu entsprechen, führte ohne Zweifel Erich de« ersten schweren Stich in den Rücken. Die Verhafteten haben sich durch Diebstähle an Fahrrädern, Kaninchen und Hühnern schon vorher strafbar gemach!. 20 Opfer der Glätte. N« durch den Schneefall auf Fahrdämmen und Fußgänger- steigen verursacht« Glätte, halte in den heutigen BormiUags- stunden ein« groß« Zahl von Unfällen zur Folge. Etwa zwanzig Passanten, die bei den Stürzen Arm». Beinbrüche so- wi« Kopfverletzungen und Verstauchungen erlitten hatten, mußten die Hilfe der Städtischen Bettungsstellen in Anspruch nehmen. Mehrere der Berunalückten. bei denen sich die Berletzun- gen als schwerer Natur herausstellten, mußten in Kranken- Häuser übergeführt werden.— Auch die Feuerwehr mußte im Lrufe des Vormittags wiederholt ausrücken, um gestürzte Pferd« wieder auf die Beine zu helfen und andere Derkehrshinder- n> s f« auf den Fahrdämmen beseitigen.— Der Schneefall, der bei mehreren Grad unter Null nah weiterhin anhält, hat auch die Städtische Straßenreinigung in erhöhte Alarmbereit- ichaft versetzt. Alle zur Verfügung stehenden Mittel werden, soweit sie nicht schon im Betriebe find, zur Befeitiaung der Schneemw'sen herangezogen.— Nach ollem hat es den Anschein, als wenn in diesem Jahre auf weiße Weihnachten gerechnet werden kann. Warnvnq für Schwarzhörer. In den Monaten Juli bis September 1927 sind wegen Der- gehen» gegen die Berordmmg zum Schutze des Funkverkehrs sitz? Personen rechtskräftig oerurteilt worden gegenüber Zdö im gleichen Zeitraum des Vorjahres und 1993 in den Monaten April bis Juni 1927. Abgesehen oon der Einziehung des varge- sundenen Funkgeräts ist z. T. auf recht empfindliche Geldstrafen (bis zu 199 Mk.) an Stell« der an sich verwirkten Gesängnisstrase erkennt worden. Unter den Verurteilten befinden sich 16 Jugend- iiche und 7 Personen, die wegen Deihilse oder Mittätersche't oer- urteilt wurden. Ein vorbestraster Jugendlicher, der sich ein Emp- sangegerät erschwindelt und ohne Genehmigung eine Funkanlage errichtet hatte, wurde drei Wochen Gefängnis und Für- si.rgeerziehung verurteilt._ vachstuhlbrand in Köpenick. Die Söpenicker Feuerwehr wurde gestern nachmittag nach der Kaiser-Wilhelm-Str. 39/42 i» Köpenick alarmiert. Im D a ch st u h l eines Fabrikgebäude» war aus noch unbekannter Ursache Feuer ausgebrochen, das schnell um sich griff. Die-Flammen wurden durch starkes Wassergeben ans mehreren Schlauchleitungen bekämpft, und es gelang nach oerhältnismähig kurzer Zeit den Brand zu lokali- sieren. Nach fast zweistündiger Tätigkeit' konnte die Wehr wieder abrücken. Der Kolomak-Prozeß vertagt. Vorstöße der Verteidigung gegen die Bremer Hauptbelastungszeugiu Wolf. L. R. Bremen, 16. Dezember.(Eigenbericht) Pünktlich um>49 Uhr begann heute morgen die Berufungsoer- Handlung gegen Frau Elisabeth K o l o m a k. Es ist derselbe schöne hohe Schwurgericht-saal wie im Juni. Am Nicht ertiscd neben dem in Bremen als sehr korrekt bekanten Vorsitzenden Dr. Töwe ine Beisitzer, der 72jährige pensionierte Landgerichtspräsident, setzt Hilss- richter Dr. A b e g g. im Priootleben Borsitzender der Phllharmoni- schen Gesellschaft, und der Vorsitzende des Arbeitsgerichts Landge- richtsrat Schminke; die Schöffen, der ehemalige Gewerk- schaftebeamte Malermeister Schröder und die Kausmannssron o. Satz. Aus de« verteidigerbank ein Zentrumsabgeordneter der Bremer Bürgerschast, Rechtsanwalt Dr. Hertel zwischen den Berliner Rechtsanwälten Werthauer Vater und Sohn. Der Erst« Staatsanwalt Dr. Drechsler beantragt diesmal ein- fach den Ausschluß der Oefsentlichkeit'— im ganzen Zuhärerraum sieht man nur sechs ältere Männer—, nicht aber wie im Juni auch den Ausschluß der Prell«. Genosse E u n o w von der„Bremer Volkszeitung' darf sogar den Antrag auf Zulassung der Presse begründen, ein Nornun im Gerichtesaal, und die G e- richtsberichterstatter können tatsächlich in Stärke von 22 Mann nach längerer Beratung des Gerichts im Saale blei- b e n. ohne daß ihnen irgendwelche besonderen..Auslagen' gemacht werden. Ucberhaupt scheint die Stimmung friedlicher als im Juni. Die Zeit ist an den L-ttdenschasten nicht spurlos vorübergegangen. gewirkt haben. Die Zeugen, etwa dreißig, werden oorläufig entlassen. Die Perlesung des Urteils erster Instanz führt direkt in die Materie des Falles Kolrnnak hinein. Alle diese Dinge sollen wieder breitgelreten werden, damit bewiesen wird, daß die Angeklagt« sich nicht allein der pflichtwidrigen Unterlassung der Tochter gegenüber, sondern auch der eigenmächtigen Vorschubleistung zur Notzucht schuldig gemacht hat. Der verantwortlichen Vernehmung der Angeklagten stellen sich r gan, unerwartete Hindernisse in den Weg: Anträge der Verteidigung, die Verhandlung bis zur Erledi- Staatsanwalt widerspricht: die erste Meineidsanzeige, erklärt«r, sei bereits vor längerer Zeit abgelehnt, die zweite erst gestern und dt« eben erst eingegangene Meineidsanzeige würde auch abgelehnt werden. Die Rechtsanwälte Werthauer senior und juntor lassen sich iedoch mit diesem Bescheid nicht abspeisen: mit der Aussage der Trud« Wolf falle und stehe die Anklage. Die Glaubwürdigke t dieser neun- mal wegen Unzucht oorbcstrasten Prostituierten, der Hauptbclastungs- zeugin, einer zweifellos idealen Fräu gegenüber, wie es die Ange- klagte sei, muß nach allen Richtungen hin geprüft werden. D e Wolf habe aber unier ihrem Eide Aussagen gemacht, die im Widersprni stehen zu den Aussagen anderer Zeugen. Es müsse daher der durt � die Aussagen der Frau Wolf verletzten Frau fiolomak die Möglichkeit gegeben werden, iy einem Meineide- verfahren die U n g l a u b w ü r d i g k e i t der Zeugin nachzuweisen. Der Verletzten stehe das Recht der Beschwerde gegen den abschlägigen Bescheid der Swatseinwalischast zu. Unter den Aussagen, die mit den Bekundungen der Zeugin Wolf im Widerspruch stehen, befinde sich aber auch die � Aussage des Angestellten des amerikanischen Konsulats Fürchtenicht. Er habe bei seiner polizeilichen Vernehmung In Abrede gestellt, je mit der Zeugin in der Wohnung der Angeklagten geweien zu sein und dort mit der Verstorbenen und der Zeugin oerkehrt zu haben, wie dies die Wolf behauptet hat. Die Ladung des Zeugen oder dessen kommissarische Vernehmung, sofern seine Ladung unmöglich sein sollte— es verlautet, daß er sich in New Port befindet— sei unbedingt notweüdig. Deshalb stelle die Verteidigung den Antrag, die Verband» luiig zu vertagen bis zur Erledigung der Mein- eidsanzeige gegen die Zeugin Wolf und dos Verfahrens wegen Beleidigung der Verstorbenen und zmeileno bie Vernehmung des Zeugen Fürchtenicht. Nach längerer Beratung verkündet das Gericht den Beschloß, dem Antrage der Verteidigung stattzugeben, und die Verhandlung auszusehen bis zur Vernehmung des Zeugen Zürchlanicht. Damit ist die Berusungsverhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt. Max Adler Sei den Studenten. Genosse Professor Max Adler- Wien sprach bei der„Per- einigung sozialdemokratischer Studierender' über bas Thema„M orxismue und Ideologie'. Cr wehrte die Angriffe der Gegner des Sozialismus auf den histo:ilchcn Materialisnrus ob, die von diesem behaupten, er leugne die Bedeu- timg geistigen Geschehens zugunsten rein ökonomischer Vorgänge. Die Ideologie einer Gesellschaft, der geistige Ueberbau, herube zwar aus dem Ökonomischen Unterbau, neynie aus diesem ihre Motivationen, hob« aber durchaus Realität und reale Wirksamkeit und sei notwendige Form menschlich-gesellschaftlicher Betätigung der einzelnen Individuen in der Sphäre außerhalb der Wirtschast. Da» Mißverständnis, das der marxistischen Theorie gegenüber auftrete, beruhe auf der Tatsache, daß allerdings der Marxismus Ideologien als Täuschungen,„falsche" Ideologien enthüllte/deren Inhalt nicht ihrer Form entspreche. Konkret gesprochen: Seit An- beginn geschichtlichen Geschehens gibt es zwar Ideologien, die vor- geben, den gesamten sozialen Bau zu umfassen, immer aber nur die geistige Daseinssorm einer der Klassen, in die die Gesellschast historisch gespalten ist, darstellen. Immer gob.es Klassenherrschaft und KlassenutUerdrückung, und damit oerläiiedene gleichzeitige Klassentdeologien, Begriffe von Gut und Böse, Recht und Unrecht usw. Diese Tatsache bringt ber Marxismus aus Erkenntnis zugleich mit dar Forderung, daß an Stelle der falschen Einheitsideologie der heute herrschenden Klasse, de» Bürgertums, die wahre Einheetsideo- logie des revolutionären Proletariats, treten müsse, das, gestützt aus die ökonomische Erkenntnis der Möglichkeit der Durchführung einer wahren klassenlosen Geiollichoftseinheit, die bürgerlichen Ideologien von Baterland.«taat. Vo!t und Nation ablehnen und sich die nat- wendige Ideologie im Klassenkampf schaffen müsse. Die ökono- mischen Vorauesetziingen für den Sozialismiis feien da, es fehlten die geistigen, die Reoolutianierung der Köpfe und Herzen, an der insbesondere die studierende sozialistische Jugend mitzuarbeiten be- rufen sei. Unter großem Beifall der Mehrzahl der zahlreich erschienenen Studenten erledtgte Genoß« Adler im Schlußwort noch die Angrisse verschiedener kommunistischer Redner gegen seine zu wenig orthodox- „marxistischen' Ansichten. Mukersparlfahrk der.valursreunde' in» Allgäu(Oberssdorf). Es können sich noch einige Teilnehmer melden, die am 24. Dezembee mit beschleunigtem Personenzug noch Oberstdors fahren: Fahr- Preisermäßigung ist beabsichtigt. Anmeldung bis 29. Dezember an Reisebureau Touristenoerein„Die Naturfreunde', N. 24, I a h a n ni s st r a h e 15. Doppelselbftmord auf Rügen. Auf einem Landweg bei Saßnitz wurde die Leiche einer Frau gefundan. Der Tod ist auf mehrere Schüsse zurück- zuführen, die die Frau erhalten hatte. Neben der Ostmol« fand man fpiüer ein? Aktentasche mit einem Brief, in bem ein angeblicher Schrift st eller aus Dortmund mitteilte, feine Frau habe sich die ersten Schüsse beigebracht, und um sie von ihren Qualen zu erlölen, habe er sie dann getötet. Er selbst sei, um nicht desselben qualvollen Todes zu sterben, zur Ostmole gegangen und habe sich hier einen Schuß beigebracht, um sich dann sofort ins Meer zu stürben. Die Leiche ist noch nicht gefunden rvorden. Die behördlichen Ermittlungen'sind eingeleitet..- Billige Weihnacht», und veujahrssunklelegramme nach Amerika. Wethnachts- und Neujahrsglückwunschtelegramme auf dem Funlwcg« „v i a Transradio' sind in der Zeit vom 15. bis 3l. D e z e m- ber nach den Vereinigten Staaten und anderen überseeischen Län- dein zugelassen. Die Gebühr für das ganze Telegramm beträgt z B. nach New Bork und zahlreichen anderen Städten in Nord- amerika nur 4,25 M. Dies« Telegramme können deutsch oder englisch abgefaßt sein; der Inhalt muß jedoch einer der tn einem besonderen Verzeichnis festgesetzten fünfzehn Fassungen entsprechen/ Als Ansehrist ist die volle Briesanschrist erforderlich. Die U n l c r j ch r i s t soll außer bei Firmenbezeichnungen nicht mehr als zwei Wörter enthalten. Vor Lie Anschrift muh der Der- merk'Xl.' geseszt werden. D:e näheren Dedingungen und die Gebühren für Glückwunschtelegramme auch noch anderen überseeischen Ländern können aus dem Amtsblatt des Reichspait» Ministeriums Nr. 106 vom 6. Dezember 1927 ersehen oder bei den Telegrom mannahme st ellc» erfragt werden. veretuteung keiheitlicher Akademiker. In den Siudtäumen, Berlin 3t l? U. "rtlOrcififlr. 11, findet deute abend um 29 Uhr ein DtSlosiionöaben» ttett, bei dem ilder die Tagung de» Revudltkanischen Stu» dentcnkartetls in Heidclberq berichtet iviitd. (Schluß des redaktionellen Teils.) Sied«» Tage nach und Wcihua» teu ist da l TraKdem haben Tausend«— tet «» au« 3«!t, oder®elbmonp«l t«t es au« Un«mschlol!>-nh«It— da« rlidilgr Feil» affinen! noch nicht gitrinSen Fite fir all« ha» das alldelanme ftoitihau« Singer ch Ks, Berlin N., Shangrettr. dl 12. ncrfleforgL Zyan findet in dem „Srofie» Dc>dnach»«a.r>au>»ber Firma c ne Alrtenauswah der l&ln(lfu pratltlchen chrschin!« und Ist immer wnder crstaiinl über dl««norrne Br«'»» mürdrofeit lüt nur gut«,«tgrodt« Q«alfiät«n Aub»fdrm eihitlt Uber jtdut-r d-im({infmir Ilder 3 ZU.«In d vd sch e o gindrriplrlzeng oder einen Prach>ka>«nder gratis. L ' legra»; Fröhliche Weihnachten haben Sie, wenn Sie bei uns kaufen! Am Sonntag geöffnet von 2 bis 6 Uhr Einige Beispiele unserer leislnngsfölilgkeil: Damen 4i08 j Herren- iBOO I Herren- iflOO Mäntel Li** Ulster W-» Anzüge 4U an Dt« Ware wird sofort mitgegeben oder frei Haus geliefert I prelfwert i vsmenpeKmRntel wie auch Knaben- u. 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Für den heutigen Menschen, der sich langsam daran gewöhnt hat, technische Ding- als etwas Selbstverständliches zu betrachten, hat diese Arbeit einen ganz besonderen Reiz, zeigt sie doch, wie unendlich langsam, wie unsäglich trage die technische Entwicklung in der Vorgeschichte lichen Zeit war. Das, was heut« der Mensch in seinem kurzen Erdenwallen begreifen und beherrschen lernt, ist das Produkt einer Kultur von ungezählten Jahrtausenden. Wir werden durch Eunows Buch hingeführt zu den Quellen der mensch. lichen Kultur, wir lerne» auch den heutig«„Wilden" mit ander« Aug« seh«, mir lern« ihn wie auch den europäisch« Urmensch« als ein Wes« von hoher Intelligenz begreisen. Wir geben im folgend« Abschniltc au» dem Luch, die so aus» gewähit sind, daß sie im Zusomm«hang ein« vollkommen« Ueberblick der technssch« Entwicklung von der Stein- zur Eisenzeit wiedergeben. Di« Redaktion. Die Steintechnit der Urzeit. ... Es hol ein« ganz eigenartigen Reiz, dem Entwicklungsgang der Steinschlag- und Steinschlelf- k u n st nochzuspür« und im einzeln« zu beobachten, wie im Laus« der Lahchunderilausende der aus dem Geröllschutt aus- aeldene H c n st e i n zum w o h l g« f o r m t e n, ge» schliffene« und durchbohrten Steinhammer und Steinbeil wird. Vesteht zunächst die ganze Stein- schlagkunst nur im AufeinandersMagen verschiedener Feuer- Kein- oder Quarzilstücke und im Heraussuchen der am besten in die Faust passend« Hau- und Keissteme aus dem Haufe« der Bruchstücke, so wird noch und nach die Schlagarbeit Immer zielbewußter und kunstgerechter. Durch kleine Seitenhiebe gegen den Rand der aufgelesenen flachen Teilstück« werden verschiedenartig« Randschärsungen hergestellt und dann durch sorgfältige Lertikalschläge unter Lerückstchligung der Struktur» Verhältnisse de» betreffenden Steinmaterial» und seiner Reizung, in gewisser Richtung abzusplieh«. auch allerlei dem besonder« Gebrauchszweck angepaßte W«rk?�uosormen her» ausgearbeitet. Auf höherer Stufe, bei Völkern, die bereit« in der Anfertigung von Meißeln aus Horn. Knochen oder zähem Gestern eine gewisse Geschicklichkeit erlangt hob«, werden däusig nur die gröber« Absplleßung« durch Stein- schlage hergestellt, die seiner« durch Druck. Man»er- lvendet zu diesem Zweck meist in Horn oder Holz ge» faßt« Meißel von einem halben bis zu einem Fuß Läng«. deren oberes Stielende abgerundet oder gebogen ist, so daß man d« Druck durch da» Gegenstemmen der Schulter zu ver- stärk« vermag. Viesen vnt« abgerundeten, aber scharf» kantigen Meißelstob skftt man an der Stelle aus da» zuge- schlagen«, mit der linken Hand festgehalt«« Steinstück, wo man einen Steinspan abspließen möchte, und drückt nun mit der Hand, nötigensall» auch mit der Schulter und der Brust io stark geg« den Meißel, bis der Steinspan absplittert. Seltsam erlch-int uns heute, wi.- spät der europäische Mensch dazu gelangt ist. seine Steinhämmer. Etetnklinoen und Steinmesser abzuschleifen. Di« seinen Werkzeuge der Solutreen» und Mogdalänientultur*) be- zeugen ein« so hohe Entwicklung der Steinschloglechnik. daß «» uns rätlelhaii dünkt, Mensch«, die«in« solch« Fähigkeit erlangt hatten, tollten noch nicht darauf verfallen sein, die rauhe Außenseite ihrer Steinwerkzeuge durch einfache» Scheuern und Reib« aus körnigem Gestein zu glätten, zumal der hierzu besonder« geeignete Saudstein fast überoll in Mitteleuropa zu finden ist. Und doch ist es so— bisher find unter den Steinwertzeusen derDiluvial- z e i t keine geschliffenen Werkstück« auf« gesunde«. Vom Stein zum-Änpfet. Dänische Beile und Hammeräxte aus dem Ende der Steinzeit Wie man den Fatutkeil handhabte Oo Bronzene Schwerter und Zierate aus der jüngeren Pfahlbaazett daraus allmählich— wahrscheinlich schon ton die Lahrtause Mitte de» dritte« Iohrtaujend» vor unserer Zeitrechnung— d'« ersten Kupsergerät« nach Süd- und Mitteleuropa gelangten, taten sie zunächst der einheimischen Steintechnik nur geringen Abbruch. Die höchstwahrscheinlich teil» von D o r d e r» ästen auf dem Handelcweg« über das Schwarz» Meer und die Donau, teil» von C vp e r n über Kreta und die Gestade de» Mittelländischen Meeres in Mitteleuropa eingeführten Kupsergerät« waren wenig zahlreich und bestanden zumeist nur au» Dolchen. Messern und Pfriemen, besonders aber auch au» Fingerring«. Heftnadeln, Kupferne *)»l«f« Rflfm flu» vach ffnnUtlm ran W»nbm 4«aR»gNk.D«- paiirnitHt, chelnuenizrit nacq o. Im t.»> D.p�» eaäiu-ei-Vairt(Jcancicichj. Steinbohrmasekine aas der vorgeschichtlichen Zeit spiralsörmigen Arm« und... � Halogehängen und sonstig« kleinen Zieraten. und Hämmer scheinen nur svärlich nach Mitteleuropa gelangt zu sein — vielleicht weil oorerst noch dessen Bewohnern die alt« geschlissenen Steinhämmer und Aexte genügten. In Mitteleuropa ist jedenfalls, wie heute noch als sicher gelten kann, die Kupsertechnit nicht selb- ständig aus heimischem Boden entstanden. Nachdem aber der Pfahl- boumensch die Derwertbarkeit de» rotblinkenden Metall» erkannt und von dem Schmelzen de» Kupfer» in kleinen Ton» gesähen erfahren hott», ging er alsbald zu eigener Herstellung von kupfernen Geräten über. Die srühzeitlge Entstehung einer eigenen bodenständigen Kupfertechnik in Mitteleuropa erklärt zugleich, weshalb sich die Kupserwerkznig« so eng in ihrer Form an die Stein- Stein zürn Eisen. formen jener Zeit anlehnen. Man hat einfach, wo man«nn Kupserguß überging, die gewohnten Formen her neolithtschen Dolch- und Beilklingen, Meißel. Pfriemen, Resse: usw. nachgeahmt. Selbst die bisherigen Form« der Knochenpfcilspitzen, der knöchern« Röhrenperlen, der Schmuckgehängc wurden nun ohne weitere» in Kupfer nachgebildet. Ost stößt man aus die BorstellunA, ol» sei nach dem lletergang zur Mctalltechnik die alt« Steinkultur schnell in Versall geraten. Alle wich- ttjjeren Arbeitsgeräte wären nun alsbald aus Metall, zu- nächst aus Kupfer und Bronze, hergestellt worden. Da? ist ein« ganz irrig« Auffassung. Die einheimisch« Kupserouebeute war viel zu spärlich und die Zufuhr au» dem Südosten zu gering, al» daß die Kupserverardeitung sosort «in» größere kulturelle Ledeiituno zu erlangen vermochte. E» kann deshalb auch von einer allgemeinen»K u p s e r z e t t" in Europa nicht gesprochen«erden Zwar sind noch Rorh. deutscbland, Dänemark, Westsrantreich. Belgien ebenfalls auf dem Handelsweg« Kupsergerät« gelangt! aber eine«tgentlich« einhennische Kupsertulwr hat sich in diesen Gebieten nicht entwickelt. Vom e&ttpfcs zur Bronze. Und wie einst die überlieferten Formen der Steinwerk- n« der neuen Kupserinduftri« al» Modell gedient hatten, ielten sich nun auch wieder dt« Bronzegießer an die alt- gewohnten Formen. Dort, wo die Kupsertechnit Bedeutung erlangt hatte, wurden die neuen Bronzegeräte ein- soch den früheren K u p s e r g e r a t e n nach- gebildet, während in jenen Gegenden, wo die Bewohner au» irgendwelchen Gründen in der Steinzeit steckengeblieben waren, sich die neuen Bronzeerzeugnisse in ihren Konturen direkt an die neolithischen Formen anlehnten. So finden wir z. B.. daß in einzelnen Gegenden sogar die Bronzegießer zunächst die Form bei breicen, blattähnlichen Steindolche nach» ahmten. Erst ganz allmählich gelangten die Verarbeiter de» neuen, goldglänzenden Metalls zu der Erfahrung, daß nun die Dolch», Lanzen- und Pfeilspitzen wie auch die Nadeln und Pfriemen weit dünner und spitzer sein könnten, ohne an Haltbarfeit zu oerlieren, und daß ferner die Verdünnung der Beil- und Messerklingen bei oleichzeitiger Verbreiterung ihrer Schneiden ihr« Derwendbarteit erhöh«. So gelangt« mm» schließlich doch, wenn auch langsam und tastend, zu neuen Gestaltungen, in» dann immer neue Formen auftauchten und sich zuletzt sogar«ine sast überreich«, verwirrend« Formenfüll» «instellte. Wie dl« Broitzetechnik fördernd aus die einzelne» Arbelt»zw«ig« eingewirkt hat, läßt sich deutlich au, der Der- besserung der Ackergerät« ersehen. Bisher hatten die ganzen Ackergeräte fast ausschließlich au» kurzen Grob» stocke», spitzen Steinhocken und messerartigen, an langen Holz- oder Hornstlelen befestigten Sicheln bestanden: nun ent» stand neben der kurzen Spitzhacke mit vronze» kling« smeist mit etner Tülle oder mit Schastlappen zum Hineinstecken des Holzschaftes versehen) die langgeschäs« tet« Echlaghack« mit schmaler, unten an der Schneid« obgeflachter Klinge, ferner die breite, teltsörmige Erd- hock« und in einzelnen Landesleilen Oesterreich« obendrein «in« Erdhack« mit Doppelzintea, wahrscheinlich zum Zertrümmern der steinigen Erdschollen bestimmt. Au» dem Grabstock wurde«ine kurz«, siachlöfselartig« Grabschaufel, und die nun ou» Bronze her- gestellten Sicheln nahmen die mannigfaltigsten Forme« an. Neben den der alten Stetnsorm nachgebildeten messer- artigen Sicheln entstanden mehr oder minder geschweifte, ge» krümmt« und halbrunde Formen. Ganz unzwciselhast muh infolge dieser mannigfaltigen technischen Fortschritte sich gegen Ende der Bronzeperiod« die Ackerarbeit viel leichter gestaltet haben al» früher in neolithischer5 Wiekend da Kaffee für den Sem- I jyiv. andere Sorten zu billigsten Preisen fipsiiadt...... 1. Pfd.-Pah- M."ISO Prüvaal ein Kaffee, den sidi feder lebten kann..... V'i Pfd.-Pak. M. Pikadör da reine, wöktschmeckenae Kaffee........>/> Pfd.-Pmk. M. t.lO Die CARISCH' Cartsdt' Bomben m 3dtok.,St30m. SS Pf* Dfvctsc Lebkuchen t Pakei, 40 n. SO PL Sämb Oblal.-Kuchen in Bledxka., CARISCH' BACKARTIKEL Blenert Auszaimehl in Kilo- und 2*—Kilo-Paketen Pfd. O 34 maammn nmn n m*. m ti m, i g. a ro r*\ ff.süße RiesetuHOndeln.». Pfd. 2M> WE IM NACH TS TASSE ff. Sultaninen......... Pfd. l�O aus feinsten. PermeOan, pefäU. mit-f 4Q Garten- Korbtthen-..... � � ca. TO g FeM Keffca....... H. ASXU, CorSlCATlCV CUtOTtai..... 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