) Morgenausgabe Jfr. 595 A302 44. Jahrgang Wöchentlich A) Pfennig. mouatNch 3.— Reichsmark, im oorous zahlbar. Unter Streifband im In- und Aus» land 5.50 Reichsmart pro Monat. « Der»ßormärts* mit der illustris» een Sonntagsbeilage.Volk und Zeit� sowie den Beilooen.Unterhaltung und Wissen'.Zlus der Filmwelt'. »Stadtbeilage'.Frauenstimme', »Der Kinderireund'..Äugend-Dor» wcrts".VI ick w die Dücherwelt'. »Kulturarbeit' und.Technik� erscheint wochentäglich zweimal Sonntag» und Montag» einmal. berliner SolLsblatt Sonnabend 17. Dezember 1922 Groß-VerlinlS Pf. Auswärts 15 pf. Die einspaltige NonparetNezeste 80 Pfennig. Retlamezeile Reichs- mark»Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwe« fettgedruckte Worte), jedes weitere Wart 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig. ledes weitere Wort 10 Pfennig Worte über 15 Buchstaben zahlen für zwei Worte Arbeitsmarst Zeile 60 Pfennig Familionzeigen für Abonnenten Zeile<0 Pfennig. Anzeigen« annähme im Douptgeschaft Linden« Krabe 3. wochentägl. von 8'/, bis 17 Uhr. Asntvawvsan de« GoziawemokvaMchen Partei DeuisOßandS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhofi 292— R? Telegramm.Adr: Sozialdemokrat Berlin Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkomo: Berlin 87538— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angesiellien und Beamten Wallstr. KS. Diikonto-Gelellschaft. Depofttenlass« Lindenstr S Die brennende Reichswehr. Ernst, Scherz und Satire in der Hausholtsrechnung 1926. Don Kurt Aeinig. In den zwanzig Abschnitten des Reichshaushalts für 1926, dessen Abrechnung jetzt der parlamentarischen und dann noch der Erledigung durch den Rechnungshof harrt, betragen die Gesamtüberschreitungen 445,5 Millionen Mark. Von dieser halben Milliarde Ueberschreitung des Reunmilliardenetats von 1926 ist über die Hälfte— genau 239 7 Millionen Mark— als Mehrüberwelsung aus Steuern cm die Länder gegangen. Durch gesetzliche Vorschriften mußten im Saldo des Etats- fahres 43,8 Millionen Mark mehr als genehmigt, also Zwangs- weise ausgegeben werden. Durch Veränderung der Löhne und Ge- h ä l t e r im Laufe des Rechnungsjahres 1926 ist der Etat um 3.2 Millionen Mark überschritten worden. 87,6 Millionen Mark sind nur rechnungsmäßig über- schritten, also durch Mehreinnahmen gedeckt tporden. So oerbleiben für 1926 rund51M>llio- rien Mark an eigentlichen Ueberschreiwnoen der Vcrwal- tungsausgaben; das sind 6,76 Proz. des Gesamtsolls aller Ausoaben(ohne Steuerüberweisungen). Ganze 0,76 Proz. Ueberschreitungen— wenn man's so liest, möcht's leidlich scheinen.... Der ganze E r n st, das heißt hier die Bedenkenlostgkeit, nit der viele dieser Ueberschreitungen vor sich gingen, ergibt sich erst bei der Einzeluntersuchung, wobei—- um Irrtümer zu vermeiden— gleich hinzugesetzt werden muß, daß mit der Nachprüfung der Etatsüberschreitungen nur ein Punkt der mangelhaften parlamentarischen Kontrolle des Reichs- Haushalts zur Debatte gestellt ist. Zuerst mag der S ch e r z zur Gellung kommen— auch er stammt in der Reichshaushallsrechnung von der Reich swsyr. Im Kapitel V 7(Unterbringung) hat das Reichswehr- Ministerium einen kleinen Titel 11,„Geschäftsbedürfnisse". Dazu waren 38 100 Mark bewilligt. Er ist um 115,60 Mark überschritten worden. Das Reichswehrministerium erklärt dazu, daß hler ein Verstoß gegen die Re'cbshauzhaltsord- nung vorliege, das Heeresunterkunftsamt Königsberg i. Pr. werde diesen Betrag der Reichskasse wieder zuführen! Der halbe Reichswehretat verstößt gegen die Reichshaus- Haltsordnung, von den vielen Millionenresten bis zu den übertragbaren Mitteln und den„Töpfchen", aus denen man sich„selbst bewirtschaftet". Sollte man beabsichtigen�Jich erst einmal gewissermaßen probeweise, mit kleinen Summen „ehrlich" zu machen? Es steht zu fürchten, daß von 100 Mark bis zu den Mil- lionen der Weg sehr lang werden wird.... Bei der Reichswehrrechnung kommt aber auch der Ulk zu seinem Recht. Bei einem anderen Kapitel(Intendanten, Wehrkreisver- waltung) gibt es ebenfalls einen Titel 11„Geichäftsbedürf- n fs:". Er war mit 73 220 Mark ausgestattet und ist um— 23,37 Mark überschritten worden. Dazu schreibt man: „Unvorbergesehene Kosten infolge Durchführung von Per» suchen und Zusammenlegung von Slandortverwaltungen a u f Anregung des Sparkommissars. Trotz Zurück- stellung anderer Vedürfmsse hat sich die geringe lieber, chreitung nicht vermeiden lassen." Demnach hat das Eingreifen des Sparkommissars, des Herrn Ministers Sämifch, bei der Reichswehr einen sichtbaren Erfolg gehabt— man hat ihm zuliebe 23 Mark und 2i Pfennig mehr ausgegeben! Man sieht, das Reichswehrministerium versteht, dem Reichstag auch satirisch zu kommen.... Wir empfehlen dem Rechnungshof, dessen Präsident Herr Sämifch ist, einmal einige andere Titel des Rechnungsberichts der Reichswehr unter die Lupe zu nehmen, z. B. die folgenden: Kosten der Wiederherstellung des„angebrannte n" Wirtschaftsgebäudes I Rüstringen(1 096 130 Mark). Wiederaufbau des abgebrannten Offiziersheimes und Lehrgebäudes für Waffenschüler des Standorts Jüterbog usw.(721 197 Mark). Wiederaufbau der abgebrannten Rauhfutter- scheune IV in Stuttgart(64 433 Mark). Wiederaufbau des abgebrannten Dachstuhls des Stabsstalles der Kaserne IV in Oldenburg(9811 Mark). Beseitigung der Brandschäden in den Standorten Spandau-Ruhleben, Magdeburg und Tilsit(90 793 Mark). Ersatzbau beim Remonteamt Lieskau für die durch Brandschaden zerstörten Gebäude(Gesamtschaden 249 400 Mark). Wäre es nicht erwägenswert, die Reichswehr in eine gute und ehrliche Feuerversicherung einzukaufen? Der Spar- tommissar sollte das ernstlich nachprüfen, auch auf die Gefahr hin, daß er wegen„Durchführung von Versuchen" mit einigen Mark Kosten im nächsten Rechnungsbericht von der Reichswehr wieder angeulkt wird. Reichswehrspitzel für putschzwecke. Aus der Dunkelkammer der bayerischen puischisten. München, 16. Dezember.(Eigenbericht.) Ein ganz neues Licht auf die Umtriebe der Münchener Putschisten werfen die Enthüllungen, die Genosse Dr. Hoegner als Berichterstalter im bayerischen Untersuchungsausschuß am Diens- tag vortrug. Aktenkundig ist bewiesen, daß das Münchener Wehrkreiskommando im November 1923 eine Bespitzelung der außer- bayerischen Reichswehr organisiert hat. So erhielt der wegen poli- tischer Betätigung aus der Schweiz ausgewiesene Angehörige des „Kampsbundes", Max Grösser, am 28. Oktober von Major Baumann den Auftrag, dem Wehrkreiskommando Nachrichten über die Haltung dersächsischen undandererReichs- wehrteile zu beschaffen. Aus die zehn Fragen, die ihm dabei mitgegeben waren, antwortete Grösser aus Leipzig am 1. November unter andern,: Die sächsische Reichswehr sei im ganzen sehr national, die Mannschaft stehe teilweise unter Hitler. Das Offizierskorps b e- grüße da» Vorgehen Bayerns, solange es schwarzweiß- rot bleibe Ein milltärisches Vorgehen gegen Bayern würde für un- möglich gehalten. Ein Teil der älteren Offiziere stehe jedem Schritt. der ein Risiko in sich schließe, abgeneigt gegenüber, weil ihnen am ihr« Stellung bange sei.(!) In Leipzig sei die Reichswehr um 800 Mann Schwarze Reichswehr verstärkt, von denen allein 700 das Korps Ober- land, die restlichen 100 der I u n g d o gestellt habe. Sozialistische Organisationen seien nicht zur Reichswehrverstärkung herangeholt. Die Schupo sei der Reichswehr unterstellt, um zu verhindern, daß diese durch Hundertschaften ergänzt werde. Ihre Haltung sei jüdisch-demokrötisch und sie würde sich im Ernstsalle zur stärkeren Partei schlagen. Sämtliche nationalen Kreise hofften aus eine gewalt» same Auseinandersetzung zwischen Bayern und Sachsen. Ueberall sei die erste Frage: Wann marschiert Bayern? Das Zögern wirke demoralisierend./ Grösser hatte die Zusage, für seine Spitzeldienste 50 Schweizer Franken zu erhalten. Der Hitler-Putsch machte die Auszahlung jedoch unmöglich, und er bekam von Major Baumann am 10. November ganze 2 Billionen. Baumann wurde dann nach Regensburg versetzt, sein Nachfolger im Generalstab, Herr R ü d e l, nahm zwar von dem Spitzel weiter« Nachrichten entgegen, erklärte jedoch unter dem Z. Dezember, daß das Wehrkreiskommando keine Mittel zur Nochrichtengewinnung in bezug aus die innere Politik hätte. Damit scheint die Spionagetätigkeit des bayerischen Wehrkreiskommandos im Dienste des Hitler-Putfches zu Ende ge- > wesen zu sein. Sirafanirag im Arensdorfer Prozeß 2 Lahre Zuchthaus gegen August, 9 Lahre Zuchthaus gegen pauk(Schmelzer! Frankfurt a. d. Oder, IS. Dezember. Im Arensdorfer Prozeß beantragte der Lberstaats- anwalt Rothe gegen den Angeklagten August Schmelzer wegen Tötung und versuchter Tötung eine Zuchthausstrafe von 7 Jahren und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte aus 1v Jahre sowie Einziehung des Eewehrö, gegen den Bater Paul Schmelzer wegen Anstiftung zur Tötung und versuchter Tötung eine Zuchthausstrafe von S Jahren, 10 Jahre Ehrverlust sowie sofortige Verhaftung. Der Antrag des cberstaaatsanwalts aus Verhaf- tung Paul Schmelzers wurde vom Gerichtshof abge- lehnt. Das Urteil wird morgen gefällt werden. » Aronkfurl a. d. 16. Dezember. Der Vorsitzende nahm sich noch einmal den Angeklagten Pau> Schmelzer(Dater) ms Gebet»nd suchte in einer ganzen Reih« von Fragen aus ihm herauszubekommen, weshalb er denn seinen Sohn wenigstens nach den ersten Schüssen nicht zu- Wir marschieren! Glänzendes Ergebnis der Werbewoche November 1927. Nach dem nicht vollständigen Ergebnis, das acht Tage nach dem Schlußtermin der W e r b e w o ch e oerösfentlicht wurde, wurde ein neuer Termin zur nochmaligen Meldung auf den 10. Dezember angesetzt. Es wurden jetzt gezählt: S4 009 Neuaufnahmen an Mitgliedern, darunter 13 OES Frauen» und 74 661 Zeitungslcfer. Die Parteibezirke haben alle neu berichtet. Braun- schweig hat wegen der Landtagswahlagitation, die in die Zeit der Werbewoche fiel, keine gesonderte Werbeaktion ein» geleitet. Von 21 Parteizeitungen ist keine Meldung ein- gegangen: 35 Zeitungen haben die erste Meldung nicht wieder- holt, die Zahlen ihrer ersten Meldung sind in die Uebersichl eingestellt. Die Gesamtziffern würden sich also, wenn von allen Zeitungen Angaben vorlägen, sicher noch erhöhen. Gegenüber dem Ergebnis der Werbewoche 1926 ist die Mitgliederzahl um rund 12 000, die der Leser um 5000 höher. Vorbereitungen zur Wahl. Der Parteiausschuß der Sozialdemokratischen Partei br- faßte sich am Freitag eingehend mit den Vorbereitungen zu den bevorstehenden Reichstags- und Landtags- wählen. Weiter waren agitatorische und organisatorisch« Fragen Gegenstand der Veratungen. rückaehalten habe. Der AngeNagte erwiderte, er hätte Angst ge- habt, daß ihn der Sohn über den Hausen schießen würde, und dann habe er auch geglaubt, daß bei den ersten Schüssen nichts passiert fei, und daß lein Sohn ohnehin nicht weiter schießen werde. Vors.: Haben Sie Ihrem Sohn beim Wiederladen des Gewehr» Hand- reichunoen getan? Angekl.:(sehr energisch), das ist ausgeschlossen. Vors.: Der Gedanke, Ihrem Sohn das Gewehr aus der Hand zu schlagen, ist Ihnen anscheinend aber nicht gekommen. Angekl.: Nein. Gegen 4 Uhr nachmittags wurde im allseitigen Einverständnis die Beweisaufnahme geschlossen und Oberstaatsanwalt Rolhe-Frank- furt ergriff das Wort: Ein» schwere Bluttat ist am 25. Juni dieses Jahres in Aren»- darf geschehen. Berantwortlich für dieses traurige Geschehen sind die beiden Angeklagten. Ich klage August Schmelzer der Tötung von zwei, der oersuchten Tötung von mehreren Reichsbannermitgliedern an. Ich klage seinen Vater an, daß er seinen Sohn dazu angestiftet hat. Der Anklagevertreter ging dann auf die Vorgeschichte des Prozesses ein, er oerwies darauf, daß. vorsichtig fflagt, in Arensdorf keine gute Stimmung gegen das Reichsbanner herrschte. Der erste beleidigende Zuruf sei von dem kleinen Hosfmann gefallen und habe natürlich eine Gegenäußerung von der Gegenseite ausgelöst. Aber die anschließende Schlägerei, in der nichts Besonderes geschehen sei, sei durcb das vernünftige Per- halten des Reichsbannerführers schnell beendet, dessen Befehl auch sofort befolgt worden sei. Der Tag hätte ein friedliches Ende ge- nommen, wenn nlchl die beiden Angeklaglen Schmelzer dazwischengetreten wären. die sich noch anfänglichem Zögern, aufgestachelt durch Frau Schmelzer, in den Kamps gemischt hätten. Der Obersiaats« anwalt hielt es dabei für erwiesen, daß die Verletzung August Schmelzers erst im Laufe der Schlägerei eingetreten se> Der Oberstaatsanwalt schilderte dann weiter, wie August Schmelzer in der Wut das Gewehr geholt habe, wie er von seinem Boter mit dem Ruf:.Ran mit der Flinte!" aufgefordert worden sei, und wie beide Schulter an Schulter vor- gegangen seien. Biermal habe August Schmelzer mit der stärksten Iagdmumtlon auf die dicht gedrängt fahrenden Reichs- bannerleute geschossen, von denen sich neun in ihrem Blute wanden. Absolut unwahr ist seine Darstellung, daß er von den Reschsdanner- leuten zum Schießen gereizt worden sei, und daß er nicht wußte, daß die Patronen eine schwere Ladung enthielten. Er hat auch die beiden ersten Schüsse nicht in die Lust abgegeben, sondern er hat gezielt. Im übrigen kommt es darauf nicht an, denn mit dem dritten und vierten Schuß wollte er treffen, er wollte Llul, er wollt« den Tod seiner Gegner, ja mehr, desto besser. Und nun d c r D o' e t. Hat er sich väterlich gezeigt? Dauernd ging er an der Seite seines Sohnes, und er hat nicists getan, ihn an seinem v-rhängnisvollen Tun zu hindern. Er hat nicht einmal den Vetsuch dazu gemacht, obwohl der Schmledegesev« Honoch zu- gesprungen'war und es zwei Männern wohl gelungen wäre, dorn Sohn in den Arm zu sollen. Moralisch ist also da« Verhalten des Baters nicht scharf genug zu verurteilen. Aber auch die strafrechtliche Berantwortlichtelt folgt schon aus seinem passiven Verhalten, das auch den Tatbestand der Bei- hüfe dadurch erfüllt, daß er dauernd neben seinem Sohn gegangen ist, daß er selbst ihm zugerufen hat:.Schieß doch!" Er wollte, wie sein Sohn, den Leuten ans Leben! Schon in seinen Unterlassunoshandlungen allein liegt di« Deihllse- Daneben liegt aber auch Anstiftung vor. Kommunistenrazzia in Giidchina. Russen hingerichiei, Russenkonsuln vechastet. Bei Au mist Schmelzer komme der Schulz des Z 51 nicht fn Frage. Er sei weder an sich geisteskrank, noch Hude er im Augenblick der Tot eine Bewußtseinsstörung gehabt. Er sei für seine Tat veraut- wortlich zu mache«. Was tos Strafmaß betreffe, jo könne bei ihm von mildernden Umständen keine Rede sein, denn die Tat zeuge von außergewöhnlicher Brutalität und habe schwere Folgen gehabt. Besonders schwer sei es August Schmelzer anzu- rechnen, daß er keine Spur von Reu« zeige, kein Wort des Bedauerns geäußert Hobe. Was den B a t e r betreue, so sei der Anstifter ebenso schuldig, unter Umständen schuldiger als der Täter� und fo liege der Fall hier. Der Vater Habs dos Wesen seines Sohnes gekannt, er habe ihn zu einer Tot angesristet, er sei oiso der eigentliche Schuldige und verdiene deshalb elne höhere Strafe.— Der Oberstaatsanwalt stellte tonn den oben wieder- gegebenen StrasanUag und beantragt« dann gleichzeitig auch den Haftbefehl gegen Paul Schmelzer(Vater). Hierauf ergriff als erster Vertreter der Nebenkläger Dr. Fritz Zvliusbcrger I(Berlin) das Wort. R.-A. Dr. Zuliusberger ergänzte das Plaidoyer des Oberstaats» onwalts. wobei er darauf hinwies, daß es nur ein-Zufall fei, daß die Schüsse August Schmelzers nur zwei Menschenleben gefordert hätten. Es hätten ebenso gut 20 sein können. Der alte Schmel- z e r habe den ersten Akt des Dramas eingeleitet mit den Worten: „Los, Sensen und Forken raus," den»weiten mit dem Ruf:„Haut die Hunde raus, schlagt sie tot." Nach der Schießeret seien tonn beide traulich vereint und stolz auf ihre Taten nach Hause gegangen. Die Einwendungen des Voters, daß er vor seinem Sohn Angst ge- tobt habe, seien unglaubwürdige denn er hätte ihn ja nur mit der Forke über den Arm hauen brauchen, um ihn, besten Gewehr nach den ersten beiden Schüssen ohnehin kcer war, kampfunfähig zu machen. Der Vater habe als Sekundant gehandelt und fei als Mittäter zu bestrafen. Der Anmalt schloß sich in der Frage des Strafmaßes dem Oberstaatsanwalt an. R.-A. Bloch widersprach dann dem Hoftant''ag des Oberstaats- anwalts gegen den Angeklagten Paul Schmel, er, der, wie er erklärte, auf feine Freisprechung hoste. Das Gericht lehnte nach län- gerer Aerakuna den Hastantrag ab. Gegen Vil Ufr abends wurde dann die Verhandlung auf Sonn- abend früh 9Vi Uhr vertagt. Schulmeister— eine Beleidigung! Wenn es sich um einen Schwarzweißroien handölt. „Wer gegen eine schwarzweihrote Pronokation vorgeht, wird bestraft." Dies Ist in einem Satz der Geist eines Urteils, das das Schöffengericht Deutfch-Krone dieser Tage fällte. Folgender Sachverhalt liegt dem Urteil nach feinen eigenen Ausführungen zugrunde: Am ZI. August 1927 feierte die Zentralschule in Deutsch-Kron? ihr Kinderfest. In dem Festzug fiel auf, daß an einer Stelle eine größere Anzahl von Kindern mit schwarzmeißroten Fahnen gingen. Wegen dieser schrvarzweißroten Demonstration kam es zu einem Wortwechsel im Restaurationegarten zwischen dem Rektor K o e p p i n g, dem Leiter der Schule, und dem sozial- demokratischen Provinziallandtagsvertretsr Studt. Als jemand aus der Veglsitung des Rektors dabei über die Unduldsamkeit in der Republik zeterte, erwiderte Studt: „Die Schulmeister sollten der Republik dankbar sein, daß fie so hoch gekommen sind." Auf Grund dieser Aeußerung stellte Herr Rektor Poepping Strafantrag gegen Studt und das Schöffengericht»er- urteilte diesen tatsächlich zu zwanzig Mark Geldstrafe wegen Beleidigung, dieindem Worte„Schu lm eiste r" erblickt wurde!"Die Urteilsgründe sagen: L« sich ist dem Angeklagten zuzugeftchen, daß er tos Tragen dse schwarzweißroten Fahnen in dem Zuz zur Sprache dringen konnte(!). Cr tonnte auch, wenn er glaubt«(!), daß torm eitie Undankbarkeit der Lehrer, die dies duldeten, gegenüber der Republik zum Ausdruck kam, sich darüber auslassen Das Wort Schulmeister aber ln diesem Zusammenhang zu gebrauchen, flimd ihm nicht zu: denn er hat es nach Lage der Sache gebraucht, um dem Zeugen Kaepping eins auszuwischen, mit anderen Worten. ihn in s e i n e r E h r e z u kränken. An sich ist es zwar richtig, daß tos Wort n i ch t immer einen beleidigenden Sin» zu haben braucht. Andererseits ist es aber auch nicht die am!- liche Bezeichnung für einen Lehrer und wird häufig auch in her- absetzendem Sinne gebraucht. In» vorliegenden Falle, wo der Angeklagte einen Vorwurf erhob, wollte er dem Zeugen Koep- ping nicht seine Achtung, sondern seine Nichtachtung aus- drücken." Jahrzehntelang hat das offizielle Preußen geschwärmt vom„Schulmeister, der die Schlacht von Königgrätz gewonnen Hab:". Nun stellt dieses Ehrenwort auf einmal eine D e- 1 e i d i g u n g dar. Warum? Weil ein Sozialdemokrat sich erfrecht hat. einem Rektor, der unter Verletzung seiner B.urntenpflicht für den monarchischen Staat demonstrierte, Borhalhmgen zu machen. Schon aus der Art. wie das Urteil dem Angeklagten das Recht zu solchen Vorhaltungen nur rein subsektio, nicht etwa objektiv zugesteht, drückt sich aus, wie wenig Verständnis das Gericht für die Situation hatte und wie es offenbar mit seinen gefühlsmäßigen Sympathien nicht auf feiten des Mannes stand, der für die Republik eintrat, sonderil auf feiten des Rektors, ocr gegen die Republik demonstrierte. Und noch etwas fällt uns ein: Vor einigen Iahren wurde im Preußischen Landtag der Fall eines schlesischen Rittergutsbesitzers berichtet, der einen Funktionär des Landarbeiter- Verbandes„Hetzer, Stankmacher, rausgeichmissenen Schweizer" tituliert hatte, aber von drei Instanzen frei- gesprochen wurde, unter dem Hinweis auf die einem Riiterguts'oesitzer zuzubilligende„derb-län bliche Aus- d r u ck s w e i s c". Sagt aber ein sozialdemokratischer Arbei- ter„Schulmeister", so wird er verurteilt, weil er sich nicht der amtlichen Bezeichnung, sondern eines wirklich volkstümlichen Ausdrucks bedient hat. Es kommt eb�n immer darauf an. wie das Urteil so schön bemerkt, wem„eins ausgewischt" werden soll. Was meint übrigens das Unterri-Htsministerium zu dem Verhalten des Rektors Koepping? Eine Beschwerde ist bis heute unbeantwortet geblieben. Oer Reichsiag geht in Ferien. Etaiberakung aufs uächsie Jahr verschoben. Der Reichstag wird nach einem Beschluß seines Äeltestenous- schusscs mit dem heutigen Tage seine Plenarsitzungen beenden, um daan in die Weihnachtsfcrien zu gehen. Cr tritt erst wieder am ld. Januar zusammen. Die E t a t b e r a t u n g, die für Montag und Dienstag vor- geseöcn war. wird also erst im Januar stattfinden können. Eine Reihe van Ausschüssen isdoch wird bereits am 11. Januar die Arbeit aufnehmen, um die nächst« Sitzungsperiode vorzubereiten. London. IL. Dezember.(Eigenbericht.) Auf Grund eines Befehls der Regierung oon Nanking wurde in Hankau. wo ein ähnlicher Aufstand wie in Kanton vorbereitet war. systematisch nach Kommunisten gesucht. SR) chinesische Soldale« durchsuchten in den srühen Morgenstunden das Territorium der ehemaligen russischen und der ehemals deutschen Siedlung. Sämtliche lm Sowjetkonsulal besiodliche Berso. nen. Russen und Chinesen, wurden verhoslet: die Zahl soll in die Hunderte gehen. 3n Kanton sind wieder fünf Russe» hingerlch. l e t worden, so daß die Gesamtzahl zwanzig übersteigt! Der russische Generalkonsul und sein gesamter Beamtenkörper wurden vcrhastel. Zn Schanghai haben die Behörden angesichts der wachsenden kriminalität neue Strafgesetze erlassen, welche die Todes- strafe auf zahlreiche Bcrbrechen, wie wafsenschmuggel. Notzucht. Ein neuer Bericht Parker Gilberts. Vorläufig nur ein Auszug der Regierung. Der Reparationsagent Parker Gilbert hat seinen dritten Viertel- jahrsbericht der Reichsregicrung übergeben. Der Bericht ist in englischer Sprache abgefaßt, umfaßt 230 Seiten und nimmt in acht Kapiteln zu den Transscrproblemen. zur Anleihepolitik, zur Finanz- Politik der öffentliche» Körper, zur Anleihekontrolle und zur wirt- schaftlichen Luge Deutschlands Stellung. Wir werden über tos Dokument erst dann berichten und Stellung nehmen— die Reichs- regierung hat nur eine kurze Information gegeben—, wenn der Bericht im Wortlaut uns vorliegen wird. » In dem«Schlußwort des Bericht» hebt der Reparationsagent hervor, daß der Dowes-Plan ein Schutzsystem geschaffen habe» da» In der Hauptsach« dazu bestimmt gewesen sei, die deutsche Währung zu schützen, und zwar vor übertrieben großen Reparationszahlungen, ohne aber Deutschland einer Generaltontrolle zu unterwerfen. Dies letztere habe aber zur Voraussetzung, daß Deutschland Klugheit in der Handhabung seiner geschäftlichen Angelegen- hellen beweise und nicht seinen Kredit durch übermäßig« Ausgaben gefährde. Dies sei der eigentliche Inhalt feines letzten Schriftwechsels mit der Reich sregierung. Die deutsche Regierung habe sich hierzu feierlich verpflichtet, so daß die Basis für die weitere Erprobung des Dawes-Plancs gegeben sei Trotzdem die deutsche Regierung bereits einige Maßnahmen für die Durchführung der finanziellen Reform ergriffen habe, hänge Vrandstistung Ssfentlicher Gebäude. A-sjreizung zu Gewalttätig. ketten usnu. ausdehnt. Kanion-- die Stadt de** Todes! Kanton. 16. Dezember 1927.(Reuter.) „Stadt de» TodezL ist der trcssende Au-drmk sür Kanton nach der Nieder we-suag des Ausstandes der Bauern utzd Arbeiter. Photo- graphicn zeigen mitLeicheavoaSommualstenbelirdeae Karren, dt: die Zipten nach den Begräbnispläßea fahren. Aus den Bürgersteig�n liegen lange Restheu Lelchen. die mit grausig?! Klarvit beweisen, mit welchem R a ch e g e s ü Y l gegen die Kommunisten vorgegangen wurde. Russm sollen die Bolen Truppen befehligt.- das russische Konjulatzpersonal mit- gekämpft haben: deshalb die Bufs-nversolzuagen. Unl-r den erschosseuen Russe» istUineJranundderSizekonsul. jedoch alles von den praktischen Ergebnissen dieser Maß- nahmen ab, und es werde sich in Kürze zeigen, ob wirkliche Refor- men zustnndegebracht würden. Gleichwohl sei es notwendig, auf die Schwäche einer Wirtschaft hinzuweisen, die künstlich geschützt werde. Die Existenz de» Tiansferschutzes zum Beispiel habe die Tendenz, die deutschen öffentlichen Körperschaften vor den Folgen ihrer eigenen Handlungen zu bewahren. Wenn die Sachverständigen seinerzell Deutschland» Bcrpslich- tungcn nicht endgültig festgesetzt hätten, so müsse doch daraus hin- gewiesen werden, daß, je mehr die Zell fortschreite, es immer klarer würde, daß tos Reparationsproblem nicht endgültig gelöst werde, bevor man nicht Deutschland der Schutzbestimmungen entbind« und Deutschland«ine endgültige Aufgabe stelle. Zur Linderung der No» der Crwerbslosev. der Sozial-, Klein- vnd Kricgsrrntner, beschloß der Badische Landtag auf sozialdemo- kratischen Antrag,«man Betrag von iOOOO Mark für besondere Notstand« bereitzustellen. Di« Reichsrcgierung soll ersucht w«:den, eine Erhöhung der Bezüge der hilfsbedürftigen Rentner zu bewilligen. wegen de» Zulillurm-, aus das Seipelblott„Reichspost" hat tos Schöffengericht einen Angeklagten freigesprochen, zwei andere wegen Hausfriedensbruch und Diebstahls zu acht Monaten schweren Kerkers bzw. drei Monaten einfachen Kerkers verurteilt. Zum Oberbürgermeister von Oppeln wurde der bisherige Vize» Präsident beim Oppelner Polizeipräsidium, Dr. Berg er, ein Parteigenosse, gewählt. ZemeleviiMi Scholz gegen die Reichswehr Er häli die Reichswehrosfiziere für Miischuldlge. Ein Beleidigungsprozeß. d»r gestern vor dem Schöffengericht Verlin-Ehorlollcndurg unter Vorsitz des Landgerichtsdircktors Dr. Crohn« begann, führte zu sensationellen Aufklärungen über die Vorgänge der Jahre 1922/23, die sich in der Schwarzen Reichswehr, den sogenannten Arbeitskommandos, abgespielt haben und den Gegenstand der Fememordprozesie bildeten. Angeklagt sind der verantwortliche Redakteur der..Weltbühne", Karl v. O s s i e tz k y, und der Schriftsteller Berthold Jacob, Verfasser eines Artikels, der unter dem Titel„Plädoyer für Schulz" om 22. März dieses Jahres erschienen ist. In diesem Artikel findet sich der Sog: „Der(ordentliche Richter) soll nicht außer acht lassen, daß der Oberleutnant nur erteilte Befehle ausgeführt hat und daß man neben ihm auf die Anklagebank mindestens den Haupt- mann Keiner und den Obersten v. B o ck. wahrscheinlich ober auch den Oberst o. Schleicher und den General v. Se e ck t setzen müßte." Hierin erblickte das Reichswehr Ministerium eine B e- k e i d i g u n g der Obersten o B o ck und v. Schleicher und tos Hauptmanns Keiner und ließ Strafantrag stellen. General- vbersi v. Seeckt hat— obwohl er noch schärfer in anderen Teilen des Artike» ongegriifen wurde— nicht geklagt. Ossietzky und Jacob werden durch die Rechtsanwälte Dr. Georg Löwentbal und Dr. Apfel verteidigt. Die Anklage vertritt der aus den Femeprazessen bekannte Staatsanwaltschaftsrat Dr. L c s s e r. Bei ihrer Vernehmung bekundeten die Angeklagten, daß sie sagen wollten, die Rclchswehrbshörde habe es in der Behandlung der Angelegsnhell dem Schwarzen Reichswehr allermindestens an der notwendige-» Sorgfalt sehten lassen, so daß ihre V:r- lratar deshalb schon moralisch auf die Anklagebank gehören. Als erster Zeug? wurde Oberst v. Schleicher vernommen, der Leiter der oolllischen Abteilung im Rcichswehrmimstenum, der aussagt.-daß 1923 die politische Abteilung des Reichsivehrmiiilste. rtums nichts von ton Dingen der Schwarzen Reichswehr gewußt habe. Rechtsanwalt Dr. Apfel beglückwünschte das Reichswehr- Ministerium zu dieser politischen Abteilung Oberst v. B o ck war seinerzeit Ehef des Stabes im Wehrkreis- kommando III Berlin. Ihm unterstand Schulz. Er sagte u a. aus, daß, wenn die Dienststellen der Reichswehr etwas von Ver- prügeln und Mißhandlungen bei den Arbcllskommandas erfahren hätten, sie eingegriffen und die Betreffenden entlassen hätten. Dem Oberst ist im ganzen— ein Fall dieser Art bekannt geworden. Aus den Kern der Dinge kam man bei der Aussprache über die Frage der Strasgewalt. Der Zeuge Bock mußte zugeben, daß die Führer der Arbeitskommandos keine Strasgewalt hallen, daß ihnen aber ausgegeben war. unter allen llmständen dafür zu sorgen, daß die Einrichtung der Arbeitskomwandos geheim gehalten werde. Wiederhast kam«» zu scharfen Zu- s a m m e n st ö ß e n zwischen der Verteidigung und dem Lorsitzenden. der immer wieder Fragen der Verteidiger ablehnte. Der dritte Zeug«. Hauptmann Keiner, war der nächste un- mittelbar« Vorgesetzt« des Oberleutnants Schulz und hall« die Per- fonalfragen der Arbeitskommandos zu bearbeiten. Ihm ist alle« das. was in den Prozessen von Landsberg und Berlin behanbest wurde, erst viel später bekannt geworden. Er hat von den Ermordungen tos Wüms. tos Grcschke, des Brauer, tos Pannier und alle der anderen erst nach Iahren gehört. Wieder wurde festgestellt, daß niemals in der schwarzen Reichswehr irgendein geordnetes Gerichtsverfahren stattfaiü». Die Vertreter der Reichswehr konnten sich immer nur auf«inen einzigen Fall berufen, in d bürg. 2lus ollen größeren Dersicherungsplätzen waren di? Dsle- gierten zusammengekommen, um in ernsten Beratungen die Marsch. rout�sur�d� kommende� Zett�s�tsttteg«u�� 11:6 eröffnet, der u. a. die Vertreter des österreichischen Bruderverbandes als Gäste begühte. Nach einem instruktiven Referat des Reichsfach. gruppenleiters B r i l l k e> Berlin und eingehender, sachlicher Dis- kussion beschloß die Konferenz einstimmig die Kündigung des Reichstarisvertrages zum 31. März 1928. Sodann wurde der Geschäftsbericht vom Reichsfach. gruppenlester erstattet, wobei besonders die glänzende organisatorische Entwicklung der Reichsfachgruppe erwähnt werden tonnte. Die anschließende Aussprache lisß eindeutig erkennen, daß die Tätig» teit der Reichsfachgruppenleitung allseitige Zustimmung fand. Unter lebhaftem Beifall wurde festgestellt, daß die jetzige Führung in voll- stem Maße das Vertrauen aller Mitglieder befitzt. Im weiteren Berlauf der Tagung wurden organisatorische und agitatorische Fragen besprochen. Das Ergebnis der Tagung wurde in einem Schlußwort des Letters der Konsencn,,. B r e n k e vom Verbondsoorstand, zusammengefaßt, das In Worten des Dankes an alle Konferenzteilnehmer ausklang. Das Ergebnis dieser ausge, zeich. net verlaufenen Taguna berechtigt zu den besten Hoffnungen für die weit-"'« Aufwärt-entwicklnnq der füb-euden Be''uf«n-'we''ksch->st der Versicherungsangestellten des Zentralverbandes der Angestellten. Die Christlichen und die Sonntagsruhe. Essen. 16. Dezember.(Eigenbericht.) Der Deutsche Metallarbetterverband teilt mit: Der Christliche Metallorbciteroerband veröffentlicht eine Erklärung über die Sonntagsabendschicht in lcn Thomas- und Mcminstoblwerken, wonach nicht nur er, sondern auch die übrigen Gewerlschaften dieser Beretnbarung z u g e st i m m t hätten. Daß dies nicht zu- Vorträge während der Weihnachtsmesse. im Saal 3 des Gewertschastshauses, Engelufer 24/25. Täglich um 19 Uhr: Lichtbildervortrag„Hie Kirche in der Karikatur". Außerdem um 29 Uhr an so.'genden Tagen: Sonnabend, den 17. Dezember: Rechtsanwalt Dr. T i ch a u e r: „Grundfragen des Sttafreckts" Sonntag, den 18. Dezember: Lichtbildervortrag:„Peter St oll". Montag, den 19. Dezember: Rektor H a e d i ck e, Lichtbilder. Vortrag:„Das proletarische Kind in der Schule". Dienstag, den 2V. Dezember: Rezitationen Mar Barthels. Märchenvorlesungen für Kinder: Sonnabend- den 17. Dezember, um 16 Uhr(4 Uhr nachm.) und Sonntag, den 18. Dezember, um 16 Uhr(4 Uhr nachm.). Eintritt zu allen Veranstaltungen frei. Beginn pünktlich. trifft, beweist die folgende Erklärung des Schlkchier» Dr. I ö t t c n: „In der Schlichterkammer über die Gelamtstvettigkeiten in der nordwestlichen Gruppe wurde aus Antrag des Deutschen Metall- arbeite: Verbandes, Herrn Wolfs, festgestellt, daß zwischen ihm und dem Arbeitgeberverbond in der Motgeiirerhandlung eine Vereinbarung über die Sonntagsarbeit in de» Thomaswerken nicht zustandcgckommcn ist." Aus dem mecklenburgischen Iunlerparadies. Bor einigen Tagen fand vor dem Amtsgericht Schwerin in Mecklenburg eine Verhandlung statt, die einen neuen, höchst inter- essanten Einblick in die Arbeiterverhältnisse der mecklenburgischen Güter, besonders aber tn die Allüren der Großgrundbesitzer er» möglichte. Wegen versuchter Nötigung bzw. Beihilfe dazu hatten der Gutspächter Franz Schumann aus Volkenshagen und sein ehemaliger Wittschasier Kurt Krüger Srrasbefehle über 200 bzw. 30 M Geldbuhe erhalten. Sie riefen die Entscheidung des Gerichts an. Der Tatbestand war folgender:� Das L a n d a r b e i t e r e h e- paar Iahnke war im März als Schnitter bei Schumann ein- aelreten. Die Frau kam jedoch nicht zur Arbeit, da sie krank war. Als die zehnstündige Arbeitszeit begann, wollte der Pächter dein Arbeiter in wöchentlichen Raten eine„Kaution" vom Lohn abziehen Der Arbeiter bot, mit dem Abzug bis noch der Kon- firmation seines Sohnes zu warten. Im Mai hat dann Iahnke den Abzug abgelehnt und die Arbeit mit dem Einverständnis Schumanns niedergelegt. Dieser wollte die Familie sofort aus der Wohnung haben. Zunächst ließ er die leihweise hergegebenen Bettstellen und Decken aus der Wohnung holen, dann den Herd heraus- nehmen, damit die Frau nicht kochen konnte. Jllls sie darauf ihr Essen auf der gemeinsamen Feuer st clle der Schnitter kochte, wurde ihr das zweimal verboten. „W ir tochten trotzdem weiter." erklärte die Frau als Zeugin,„denn essen mußten wir doch." Während aber der Mann eines Tages auf Arbeitssuche war, schickte der Pächter seinen Wirtschafter mit tem Austrag, der Frau den Kolbtops wegzunehmen. Tatsäcklich nahm dieser den Topf vom Feuer und schüttete das Mittagessen in einen Eimer. Da es der einzige Kochtopf o«: Familie war, mußten die kranke Frau, zwei kleine Kinder und andere Familienmitglieder zwei bis drei Tage ohne warmes Essen zubringen. Darauffstn wcndte sich der Arbeiter an die Gendarmerie, die die Rückaabe des Topfes an die Familie veronlaßte; gleich- zettig verfügte der Gemeindevorsteher die Kocherlaubnis bis zum Auszug der Familie. Nach liefen Erfahrungen ist der Mann„I a n d- flüchtig" geworden und arbettet jetzt in Rostock. Vor Gericht verteidigte sich der Pächter Schumann damit, ein Gendarmeriekommissar hebe ihm den Rat gegeben, seine eigenen Sachen aus der Wohnung des Schnttteis zu nehmen, um die Leute aus der Wohnung zu bekommen, da er nicht wie bei ausländischen Schnittern vorgehen könne. Der Kommissar be- kündete jedoch als Zeuge, baß er den Angeklagten au- drück- lich auf den Weg der Räumungsklage verwiesen habe. Der Pü chter aber erklärte, er könne sich doch nicht mit eirttm Schnitter vor Gericht hinstellen. Der Wirtschafter hotte seiner- zeit avi Bork'eltt-nnen des Kommissars den Kocktopf wieder zurück gebracht, woraus ihm vom Pächter gekündigt wurde, denn er und nickt de r Wachtmeister hatte zu befehlen. Do» Ehepaar bekundete als Zeugen, daß sie für den Kautionsabzug nicht. einmal eine Quittung erhalten sollten. Das Urteil lautete cui 200 M. Geldstrafe für Schumann und 10 M. für Äritter. Wenn deutsche Landarbeiter wie herrenwse Hunde behandelt weiden, dann dürfen die landwirtschaftlichen Unter- nehmer sich nicht wundcrn�wenn die„Flucht" der Landarbeiter aus., � der Lmibtöirtschost immer stärker intrbr"--------■'~ Schiedsspruch für den Mansfelder Erzbergbau Von beiden Seiten angenommen. halle. 16. Dezember. Die M a n s f e l d- A.- G. hat den von den Arbeitnehmern bereits angenommenen Lohnschiedsspruch für den Möns- felder Erzbergbau nunmehr ebenfalls angenommen. Sie weist aber darauf hin, daß ste nach Ablauf der Geltungsdauer des Schiedsspruchs das Lohnabkommen kündigen und eine Herab» segung der Löhne auf den bisherigen Stand beantrcgen werde, falls die wirtschaftliche Lage des Unternehmens, iiisbesonder« der Stand der Metallpreise, ein« Weiterzahlung der Löhne in der bisherigen Höhe nicht gestattet. (Dieser Vorbehall geien irgendwelche weiteren Forderungen der Arbeiter nach Ablauf des Schiedsipruckes ist ebenso bezeichnend wie überflüssig. Red. d.„B.".) Die Schlichtungsverhandlung für den Schlsssscheu Bergbau, die gestern ausgefallen ist wegen Erkrankung des Schlichters, wird heute tn Waldenburg vor sich gehen. Die Lohnfähe der hausangeficlllen tn Grsckäfts- und Industrie- Häusern sind durch Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses ab 11. Dezember neu geregelt. Tarifabzüqe beim Portierrerband (Sektion VII des Deutschen Verkehrsbundes) Berlin W. 30, Bayreuther Straße 3l und Engeluser 24/25(Zimmer 32), gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. W Acktui-gl SPD.-Solzarbetterl Bezirk Nordwrsi lG-su»ddriinnen. t Webd.ng, Moabit. S-eirt-ckcndorf)..tzufaaimsiiiunft au, eonntognorm ttoz B 10 libc bei Lachse, Lnttwwer 6tt. 28. Alle Parte geno-scn miissu, 5.- � pünltlich erscheinen. Der Fraktionivorftanl!. Frrtt Kewerli8-ait»i»lirnd Grofj-Berl!». Heute, Lonnabtnd, 17. Dezember, lS'ch Uhr, tagt« die Srupp.-n: Blumslfuienaieg: Iua-idhe-m Bautnschulcnwtz, Ernststr. 18, Uebungsabeed der Kreisspielschar.— Südlreiskursua: Zng.-ndhe m Porttftr 11. ffadrikgebäude- Vortrag!„Iug.'ndpsnchoioaitt-— Morgen, Lona. tag: Winterionnennend'eler«IN Hellsee bei Bernau. Tresfvunlt zur Lv-imn. wende für: iteankfurter Allee: SM Uhr Viehhok-J'orniaiuhr: fittti Heidt: 8'• Uhr Bahnhof(Fefundbrimncn: Lfi6:ftcn: 8 Uhr Bahnlos idesundbrunnen: Setlei» du' gsarbetteriugerd! 8 Uhr Ltettiner Borvrtbalnhos: Lüdweste»! 8 Uhe Bahn- Hof Lesundbeunnen: Lerirannrlali! 7 Uhr Bahnlos Zlenkelln; Tempelhos: 8 Uhr Bahnhok Tempeihof; Rcnlöll«: 7 Uhr Bahnhof Reukölln. Derantworilick sür Politik Dt Carl Seger; Wirtschaft: 6. kiltnceibästrz Eeroe-rschastsbewegung: gt. Stzkorn;(Zeuiüeton:#. S. Döscher: Lotales and LonsUge«:«tu, ftarsldb:: Anzetarn: Ih. E locke: sämtlich», Beriw Bctlag; Borwarto-Beetag(S m b& Berlin Druck: Borwärts.Buchdrnckerrk and Beelaaaanllat- Paul Zinaer» Co Berlin 3cmcn*. Rowaa von Fjodor Gladtow. „Sag mir. Gljeb.... Derstchst du das? Ich gehe durch die Stadt und glotze die Fenster wie dumm an Was geht mit mir vor?... Ich schau, bis mir der Kopf schmerzt, bis die Zähne knirschen— und verstehe gar nichts.... Ich oerstehe gar nichts mehr... „Geh in die Frauengrupp«. Ueberlosse es nur den wirk- lichen Dummköpfen und Tölpeln, da Hineinzuglotzen." Cr nahm sie unterm Arm und führte sie die Straße ent« lang. Und Polja sah sich erschrocken um, sah die Türen und Fenster der Geschäfte, und ihre Augen zitterten wie Tröpfchen im Winde. ...heute geh ich nicht in die Frauengruppe. Dort— ist Dascha. Dein« Frau— ist eine ganz seltene Frau: sie wird es weit bringen, du wirst sehest.... Uebrigens, was kann man von anderen sagen— wenn man über sich selber nichts weiß.... Gestern— war ich so— heute— bin ich anders." „Schäm dich. Genossin, Leiterin der Frauengruope. schäm dich doch, dich selber in eine solche Panik hinemzujagen! Dreinschlagen muß man und nicht weinen und aus einem Fuße herumhüvfen. Stell dich nicht krank und nimm keine Krücke: es wird schon alles eintrocknen und wie Kruste her« unterfallen, wie bei einem Hund." Cr sprach grob, drückte aber zärtlich ihren Arm. „Was geht in mir vor, Gljeb.... Vielleicht bist du imstande, dich in diesem Wirrwarr auszukennen?... Ich bin wie betäubt.... Ich fühl«, wie der Voden unter mir schwankt. Ich war an den Fronten, habe furchtbare Schrecken gesehen... Zweimal habe ich das Gefühl des unmittel- iiaren Todes durchlebt. War aktive Tellnehmerin kn den Moskauern Kämpfen. Und setzt... jetzt erlebe ich so Furcht- bares, wie ich noch nie erlebt.habe. Als ob eine nieder- trächtige Menschenmasie mich verhöhnt und Ich mich schämen muß. weil ich mich nicht verteidigen kann. Ist das alles not- wendig? Ist das unvermeidlich? Ist dies das Notwendige Resultat unserer Leiden und Opfer? Ist es wirklich so. Gljeb? Bist du vielleicht auch so ganz verwirrt wie ich, Gljeb? Sage es aufrichtig.... Vielleicht tust du nur so mutig— aus Gewohnhest? Sic kamen zum Sowjethaust. Polja blieb stehen und sährdet, wieviel Szene» spielen sich dann auf der Straße ab. die gerade dem Tierfreund ans Herz greifen. Ertrankt ein Pferd oder geht es gar ein, so erleidet der Besitzer einen empiindliche», materiellen Schaden. Rur das Auw ist allen Schwierigkeiten der Witterung gewachsen. Schnell und mühelos bringt es die Ware auf die Wochcr.märkte uird der einzige Nachteil, den man ihm nachsagen könnte, ist der, daß nicht all« Waren da» heftige Schütteln und Rütteln des raschen Antobetricbes vertragen können. Leider ist Berlin mit seinen vier Millionen Einwohnern noch nicht aus den Marktgroßbetrieb«ingerichtet. Zu oft muß die Marktware verladen und von den meist entfernt liegenden und veralteten Güterbahnhöfen herangeholt werden. bräche. Auf der nächsten Rettungsstelle erhielten sie di« erste Hilfe.— Am Moritzpwtz wurde der äfijährig« Bahnwärter Franz Hartwig au» der Wassenorstraße 10 von einem Autobus, der ins Schleudern geraien war, gegen einen Bauzaun gedrückt. H. erlitt lebenigejährliche Verletzungen und mußt« in das Urbankrankenhaus gebrocht werden.— Größer« Verkehrsstörungen infolge Vereisung der Strahenbahnweichen gab es in der Kleist- und Rettelbeckstraße. Don lÖ.äS Uhr bis um 18.10 Uhr, wo der Schaden endlich behoben werden konnte, war der Verkehr in Richtuin, Zentrum und nach dem Westen zeir- weis« völlig lahmgelegt. Der Polizeipräsident weist erneut darauf Hrn. daß nach§■ 1 der Pokizewerortmun.g über Straßenreinigmtzf vom 4- März 1025 di« Straßenaniiegcr in Groß. Berlin verpflichtat sind, von mSrgsn» 7 Uhr b-l» abend» 8 Uhr die Bürg erst«ige frei von Schnee und E i» zu Häven und von morgens 7 Uhr bis abend: 9 Uhr mit Asche oder anderen ohstumpfenden Sroff«n dewrt.zu bestreuen. daß der Entstehung gefahrdrohender Glätte vollständig vorgebeugt wird. Gegen säumige Streupstichtige soll mit allem Nach- druck eingeschritten werden. Berliner Postverkehr ia den Feiertagen. Am 18. Dezember(Sonntag) sowie an den beide» Weih- nachtsfeiertagen und am Rcujohrsiage sind die Postscholter wie sonst an Sonntagen offen, jedoch können am 18. bei sämtliche» Pnket- annohmestellen von iL bis 18 Uhr Pakete jeder 5lrt aufgeliefert werden. Bei den Bahnhofspostämtem R. 4, W. 9, SW. 11, 0.17, 60.86 und RW. 40 sowie beim Pakeiamt SW. 77(Luckenwaldcr Straße 4/5) werden am 18. Pakete jeder Art ununterbrochen wie werktags angenommen. Eine besondere Einlicferungsgebiihr wird nicht erhoben. Am 2 5. können von 8 bis 18 Uhr bei allen Paket- ausgab? ämtern Paket« abgeholt werden. Am 18. und 25. Dezember werben— auch nach Landorte»— Pakete zugestellt, am 26. Dezember indessen nicht. Am 2. Weihnachtsseiertage ruht auch die Zustellung der Brieisendungen und Zeitungen, die an den oben- genannten Sonn- und Feiertagen nach den gewöhnliche» Vorschriften tiit den Sonntagsdienst abgetragen werden. Am 2 4.— Heilig- abend— schließen olle Postannahmeftellen um sv Uhr: Tel«- gramme und Ferngespräche werden dagegen wie sonst angenommen. Die Briefkasten werde» an diesem Tag im wesentlichen»»»»rändert geleert, die abendlich« Briefzustellung fällt aus. Oes Lebens überdrüssig. Selbstmordversuche dreier Jugendlicher. Wegen Mittellosigkeit und unglücklicher Liebe versuchte sich gestern morgen gegen 145 Uhr der ltzjährige Arbeiter Willy K. in seiner Wohnung in der Wallstraße mit Leuchtgas zu vergiften. Er wurde von seiner Wirtin aufgefunden, die sofort die Feuerwehr alarmierte. Die angestellt«» Wiederbelebungsversuche hatten schließlich Erfolg. Da K. einen neuen Selbstmord- versuch unternehmen wollte, wnrde er in Schutzhaft genommen. Die Eltern wnrden benachrichtigt.— Am Freitag mittag wurde der 17 Jahre alte Dreher Emil P. in seiner elterlichen Wohnung in der Nalepasttaße in Oberschöneweide von seinem Dater bewußtlos im Bett aufgefunden. Emil P. hatte den Gashahn geöffnet und versucht, sich durch Gas zu vergiften. Der Selbstmordversuch ist angeblich aus Liebeskummer unternommen worden. Die von der Feuerwehr angestellten Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg. P. komite In der Wohnung verbleiben.— Ein aufregender Dorfall spielte stch gestern am Zirkus Busch ab. Ein fünfzehn- jähriger Schüler erklomm plötzlich das Geländer der Böschung und stürzte sich kopfüber in die Spree. Der Junge, dem sein Vorhaben in dem eisigen Walser wieder leid wurde, hielt sich, laut um Hilfe rufend, durch Schwimmen über Wasser und kannte von Polizeibeamten gerettet werden. Der halberstarrte jugendliche Selbstmörder wurde zur nächsten Rettungsstelle über- xeiührt, von wo er in die elterliche Wohming gebracht wurde. Wie der Junge bei seiner Vernehmung angab, war ihm von einem un- bekannten Täter das Fahrrad gestohlen worden, so das, er aus Belzwcifliing darüber ins Wasser sprang. Allgemeine Impfung gegen Diphtherie? Wie eine Berliner Korrespondenz wissen will, wird angesichts der zahlreichen Diphtherteerkrankungen bei Kindern Berliner Schule» im preußischen Wohlfahrtsmini st erium erwogen, eine allgelneinc Vorbeugeimpfung indenSchulen durch- zuführen. Es werden zurzeit dem Hauptgesnndheitsamt der Stadt Berlin täglich 700 bis 1000 Abstrichproben zur Prüfung auf Diphtherie zugesandt, von denen zeitweilig 10 Proz. positive Re- sultate ergeben. Eine peinliche Sache. Man schreibt uns: In der Könsggrätzer Straß« wohut der„Szosdelikatesjenhäichler" Junker, der seine Schweinsschinken. Ochlenbriistc und Tilsiter Käse mit schwarzweißrote» Fähnchen perziert. Ehr«, wem Ehr« gehichrt. Jedem Käse sein monarchistisches Wappen. Run also paspett« dem piehercn..nationalen" Mann«in tückische» Molizeur, desien Resultat ein starker Lachersotfl bei allen vorübereilenden Passanten isd In seinen Auslagen hat Lunker drei Gipsiiguren ausgestellt, ganz augenscheinlich Karitatüren, die die Verjosfenheit verkneipier Korpsstudenten in einein überbeut- lichen Lichte zeigen. Di« drei Schensäler— anders lassen sie sich gar nicht bezeichne»— Hot nun der wacker« Hofdelikalesscnliätzdler über und über mitichwarz weißrote n Bändchcn per- ziert. Der vorübergehende„Patriot" kocht vor Zorn und der Re- publitaner amüsiert sich.— Herr Junker sollt« so fortfahren!--- Schuh für Schliltschuhläuser. Da« Rettnngsomt der Stadt Bettin iiat mit dem Provinzialoerein Berlin vom Roten Kreuz(Berlin- Chattottenburg. Faianenstraß« 23, Fernsprechanschluh Bismarck 595) und dem Arbeiier-Samariierbund(Berlin N. 4, Schröderstraß« V, Fcrnsprechanschluß Norden 3340) vereinbart, daß diese beiden Organi- jationen ausgebitdele Samariter für Eisbahnen gsge» Erstattung der Auslagen stellen. konnte sich von Gljeb nicht losreißen. Und man sah, daß es ihr schwer siel, allein zu bleiben, und auch schwer war, unter Menschen zu sein. Gljeb war erregt. Was erregte ihn mehr: Polja» Worte, die ihn aufwühlten, oder daß sie lhn lockte und reizte, sie, die durch Dascha, über Dascha hinweg zu ihm kam. Das Wort in Konzession geben. Gljeb erschrak damals vor dem neuen, Unheil verkündenden Wort. Niemand wußte, wer dieses Wort in den Wind geworfen hatte, und er konnte schon damals nicht klug daraus werden. Es ging ein unter- irdifch-ftammelndes Gerücht, das sich aber bald in Nebel auflöste. Und nun fchrie die Straße aus vollem Halse, mit ihren Auelagen, mit der geschäftigen Masse der Spekulanten und Händler. Das ist etwas anderes. Die Befestigungen sind geborsten und aus den Spalten strontt stinkendes Spülicht und aus den finsteren Winkeln und Ritzen kriecht Gewürm heraus. Dieser neue Teufelsspuk war nicht mit einem Schlag zu nehmen: man muß in ihm herumbohren, eine unempfindliche Nase gehört dazu und eine große Zähigkeit. Poija. Da ist sie. Neben ihm, und in ihren Worten ist so viel herzliche Freundschaft. Sie braucht jetzt so notwendig seine Kraft. Und er fühlte eine große Unruhe in ihr. aber er war nicht imstande, sich weich und vorsichtig ihrer Seele zu nähern: vielleicht verstand er es nicht, oder vielleicht war er es nicht gewohnt. Cr wollte ihr so gerne ein liebes Wort sagen: sie gleichsam mit dem Mantel gegen die Kälte schützen und in leisem Flüstern sein Herz wie eine Welle in ihre» hineinströmen lassen. Das fühlle er, aber er war nicht im- stände, feine rauhe Hüll« zu durchbrechen. „Ich werde nicht in die Frauengruppe gehen. Komm zu mir herauf und bleib ein wenig bei mir. Wenn du bei mir bist, dann wird es mir nicht so schwer sein. Du kannst bald weggehen— nur daß ich jetzt nicht dos Gefühl habe, allein zu sein. Vielleicht wirst du mir ein Wort sagen, das mich ernüchtern wird, und ich werde dann alles mst anderen Augen sehen." Und sie drängte ihn zu der spiegelnden Glastür« in den Eingang hinein. Und bis zu ihrem Zimmer, auf der Marmortreppe, im engen Gang, ließ sie seine Hand nicht aus ihrer und wieder- holte immer dasselbe— schwieg und wiederHolle, schwieg— und wiederHolle es immer wieder:„Muß es so sein?... Ja, muß es denn so sein?" In ihrem Zimmerchen ist es hell und leer.(Ein eisernes Bett, aus dem Bett eine graue Decke, ein weißes Kissen. Ueber dem Bett Lenin. Vor dem Fenster ein Tischchen, darauf ein Haufen Bücher und Papitre. Und nur eines empfand Gljeb, dos Zimmer duftete nach Polsa. Wenn er nicht gewußt hätte, daß sie dort wohne— er hätte e« nach dem Duft gefühlt. Sie warf ihre Aktentasche auf den Tisch, setzte sich nicht, sondern lehnte sich an die Wand neben dem Tissti. Auch Gljeb setzte sich nicht und ging im Zimmer auf und ab. Blieb vor der Türe an der linken Wand stehen. „Wer wohnt dort hinter der Tür?" „Das ist Sergeijs Zimmer." Cr klopfte mit der Faust an die Tür. Innen im Leeren seufzte ein Echo auf. Er ging zu der Tür an der rechten Wand. „Und dort?" „Ich habe Angst vor dieser Tür. Dort wohnt der Bor- sitzende des Exekutivkomitees. Ich liebe ihn nicht: er hat so etwas Schweres in sich und immer scheint es mir, die Tür wird sich öffnen und es wird etwas geschehen.... Ich weiß nicht, was... vielleicht etwas Gräßliches." „Er ilt ein Schürzenjäger, dieser Vorsitzende des Exekutiv- tomitees. „Warum? Woher weißt du das?" Polja lachte, aber ein Lachen, das nicht aus dem Herzen kam. die Augen sahen nach innen und sie lauschte ihrem eigenen Schmerze. „Er ist«in Schürzenjäger. Ich werde sicher mit ihm noch einen Zusammenstoß haben." „Was bist du noch für ein Sklave Gljeb! Auch in uns müßten wir endlich einmal Revolution machen. In uns selber müßte ein schonungsloser Bürgerkrieg auegekämpft werden. Es gibt nichts Festeres, nichts Zäheres als unsere Gewohnheiten, unsere Gefühle und Vorurteile. In dir tobt die Eifersucht— ich weiß es. Das ist ärger als Desvotismus. Das ist eine Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. — die nur mit Menschenfresserei zu vergletchen ist. Hör, Gljeb, Dascha wirst du auf diese Weis« nicht näher kommen — wirst geschlagen werden." „Bin auch so geschlagen, beim Teufel." „Nun gut, geschieht dir reckt! Verdienst nichts anderes." „Du k>ast schon reckt: es ist irgend ein Häkchen in der Liebe. Diese Nuß muß man gut aufzubeißen verstehen." Und Polja sah wieder unruhig und verlegen um sick>. Sie grub die Hände in ihre Locken, verzog ihr Gesicht, als ob sie Kopfschmerzen hätte.< (Fortsetzung folgt) j Oer verschnürie phoiograph. (5in seltsamer �Raubüberfall" im photographischen Atelier. JSn meiiur langjährigen Praxis als Staatsanwalt ist mir ei» derartiger Raubilberfall noch nicht vorgekommen, wenn er auch in glaubwürdiger Weise erzählt wurde," meint« der Staatsanwall, als er seinen Strasantrag. gegen den. Arbeiter Franz R a d e m a ch« r stellte, der vor dem Großen Schösiengericht Berlin-Schöneberg wegen Raubes, Diebswhls, unbefugten Waffenbesitzes und Führung falschen Namens angeklagt war. Sehr sonderbar klang allerdings die Geschichte, die der angeblich Beraubte erzählte und nach der der Raub recht gemütlich bei Kognak und Zigaretten seinen Ansang genommen haue. Der Angeklagte. eine etwas zweifelhafte Existenz, und der Photograph W waren, wie dieser als Zeuge schilderte, eines Tages am Bahnhos Zoo mit« «inander bekanntgeworden, und Rademacher hatte sich dann bereit «rklärt, den Photogrophen in seine Wohnuntz zu begleiten. Oben im Atelier setzten sich beide gemütlich an den Tisch, rauchten Zigaretten und leerten eine unterwegs gekaufte kleine Flasche Kognak. Plötzlich soll nun Rademacher eine Pistole aus der Tasche gezogen und sie mit den Worten:.�Zetzt wollen wir mal Deutsch mitein- ander sprechen", auf W. gerichtet haben. Dieses Deutsch be- stand nach der Schilderung des W. darin, daß der Angeklagte ihn zwang�sämtliche Schlüssel aus seinen Taschen auf den Tisch zu legen. Diese Schlüssel nahni hieraus Rademacher an sich, ösfnete damit alle Schränke, nahm Sachen heraus und packte sie in einen vorgefundenen Koffer, ohne zu bemerken, daß W. verstanden hatte, den chausschlüsiel in seinen Strumpf zu praktizieren. Nach der Revision der Schränke kam W. selbst an die Reihe, der unter Drohung mit der Pistole seinen Anzug ausziehen mußte, der gleichfalls in den Koffer wanderte. Schließlich mußte sich W. halbnackt auf die Chaiselongue legen, wo er Mst der Schnur eines Schlafanzuges an chänden und Füßen gefesielt wurde uiid einen Knebel aus einem zerrissenen halben Hosenbein des Schlafanzuges vor den Mund gelegt b'ckaiii. Als dem Angeklagten noch eln Knäuel Biirdfaden in die Hände siel, wickelte er fie zehn- bis zwölf mal um den Photographen und verschnürte ihn wie ein Paket, ohne daß dieser Geschrei erhob. Unter den Worten:„Damit du nicht frierst!" packte der Angeklagte noch ein paar Teppiche auf ihn und wollte hierauf mit dem Koffer das Haus Verlässen. Da er es ohne den Hausschlüssel nicht tun konnte, begab er sich auf den Boden, wo ihn kurz darauf das Ueberfallkommando festnahm. Der Gefesselte hatte sich nämlich inzwischen von der Chaiselongue heräbgewälzt, hatte, infolge der lockeren Fesselung imstande zu gehen, rasch vorn einen Riegel vorgeschoben und dann vom Balkon aus seinen Nachbar um Hilfe gerufen, der seinersests das Ueberfallkommando alarmierte. Diesem gegenüber fegte sich der Angeklagte einen falschen Namen bei. und erzählte etwas von einer Forderung an den Photo- graphen, die er hätte haben wollen. Bor Gericht wollte der An- geklagte gestern überhaupt nichts von der Geschichte wissen. Dem Staatsanwalt erschien auch, namenllich als auf Antrag des Ver- teidigers ein von Hysterie sprechendes Gutachten über den Geistes- zustaich des Zeugen verlesen worden war, und der Zeuge trotz des Knsbels noch hatte sprechen können, der Raub keineswegs ernsthaft gemeint. Das Gericht entschied sich nach den Worten des Vorsitzenden bei den widersprecbenden Aussagen und den ganzen Umständen für keine der beiden Lesarten. Es verurteilte den Angeklagten wegen schweren Diebstahls und der übrigen Vergehen zu 3 Monaten und 3 Wochen Gefängnis und 3 Togen Haft, die durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt angesehen wurden. Die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Seitdem das Gesetz in Kraft getreten ist, sind m«hr als.zwei Monate vergangen—«ins zu kurze Frist, um über fein« Aus- Wirkungen ein nur einigermaßen abschließendes Urteil zu fällen: troßdem liegen bereits jetzt einige nichr uninteressante Ergebnisse vor. Davon konnte man sich aus den Vorträgen des Medizinalrats Dr. G e t t k a n n t und Frau Dr. M a y c r auf der Bezirksverfammlun der freien und öffentlichen Wohlfahrt im Schöneberger Rathaus über- zeugen. Dr. Gettkomit äußerte sich über die Auswirkungen desGe- setzes pessimistisch. Der Besuch der öffentlichen Berotungs- stellen durch die Prostituierten werde immer seltener. Zuführungen kämen soft überhaupt nicht vor. Da das Gesundheitsamt kein« Hand- habe besitz«, die Prostituierten zum Aufsuchen der Beratungsstelle zu , zwingen, so fei es unmöglich, eine Kontrolle über ihren Gefundheits- zustand auszuüben. Von den 169«ingeschriebenen Prostituierten, die vom Gefuitdheitsamt am t. Oktober übernommen wurden, feien nur 193 der Aufforderung, Gesundheitsatteste beizubringen, nochge- kommen. Im ganzen werde ein« laufend« Beobachtung allein in lö Proz. der. Fälle ausgeübt. Frau Dr. Mayer erklärte dagegen, der Vorredner habe zu Unrecht behauptet, daß das Gesetz keine Handhab« biete, um die Prostituierten zu zwingen, sich periodisch einer Unterfuchuna zu unter- ziehen. Laut den Aussührungsbestimmungen sei die Polizei als Hilfsorgan des Gesundheitsamtes zu betrachten: mst ihrer Hilfe können nicht uur Beobachtungen auf Plätzen, Straßen und In Lr>- kalen, sondern auch Zwangsvorführungen vorgenommen werden. Das Gesundheitsamt übe aber hier nicht das Recht aus. daß ihr laut Gesetz zustehe. Andererseits fei es klar, daß neben der medizinischen Tätigkeit des Gesundheitsamtes auch die Fürsorg« den Mädchen gegenüber zu ihren Rechten kommen müsse. Daher entsteh« die Forderung eines Hand-in-Hand-Arbeitens von Pflegeamt und Ge- suNdheitsamt. Auch hier scheine das Gesundheitsamt an manchen Stellen noch nicht die erforderliche Einsicht zu besitzen. Um de«„Alex" und Stettiner Bahnhof. Berlin mit seinen 4% Millionen Einwohnern ist schon ein Staat im Staate, die entgegengesetzten Gesellschastsschichten leben hier zu- sammen und bllden in sich geschlossen« Einheiten. Jede hat ihren Dichter, der ihr Lob singt, der ihren Aufbau ausdecken möchte. Hans Hyan schildert das Leben der Ausgeschlossenen und neben ihm steht Leo Heller der dasselbe Thema behandelt, etwas ruhiger, etwas witziger als-Hyan, aber von demselben sozialen Empfinden beseelt Leo Heller in seinem neuen Buch„So siehst« aus Berlin" die West um den„Alex" und den Stettiner Bahnhof. In kurzen Skizzen entsteht das Porrrät dieser Gegend und dieser Menschen, die ein« Welt für sich bilden, deren Sprache und Gewohnheiten vollkommen aus dem Rahmen des Gewohnten herausfallen. Es ist die Kehr- feite von Berlin, und merkwürdigerweise ist hier noch ein Hauch von Romantik zu spüren. Hellers Liebe gehört den„Duften". Ja, diese Menschen stehen außerhalb der bekannten Gesellschaftsordnung, sie sind eine Gesellschaft für sich mit eigenen Gesetzen. Aber mögen sie die bürgerlichen Gesetze durchbrechen, daraus ihren Lebensunter- halt gewinnen, sie sind innerlich vielleicht anständiger, gütiger und hilfsbereiter als die Bewohner westlicher Gegenden, sie sind Kavalier« mit ausgeprägtem Ehrgefühl, auch wenn sie in Kellern residieren, und was tut es schließlich, wenn ihre Ehrbegriffe anders sind als die der bürgerlich eingeordneten Menschen? Diese Dinge sind doch nur außerordentlich relativ. Heller unterstreicht nicht, will überhaupt keine Dichtung geben, er läßt die Tatsachen allem für sich sprechen. Zum Kontrast malt er dann die kleinen Bürger, die schon stolz aus ihre gesetzlich anerkannte Ehrenhaftigkeit sind. Auch sie behandelt er nicht mit satirischer Schärfe, doch ihr Benehmen ist derart, daß sie ungewollt wie die Opfer einer Satire wirken. Ergötzlich ist die Schilderung des dramatischen Vereins„Henrik Ibsen", der die „Gespenster" in unverfälschtem Berliner Dialekt ausführt oder die Geschichte der reich gewordenen Krämersfrou, die unbedingt ein Kleid von Poiret tragen muß. Objektiv sind dieje Wetten einander gegen- übergestestt, sie ergeben zusammengenommen noch kein Bild von Berlin, sondern nur«inen Teilausschnitt aus dkm Monumental- gemälde dei Stflpt. Die Augen des Berliners., Leder Vierte trägt eine Brille. Immer höher« Anforderungen stellt der moderne Straßenverkehr an unser Auge. In diesem Gewirr sich zurecht, zusinden, ist nur mit Hilfe wirklich schtüchtiger Augen möglich. Unbewußt leistet das Auge hierbei eine Unmenge feinster Präzisionsarbeit, es muß Fahrzeuge. Signale, Schilder u. a. schon aus der Ferne untei f Heiden, rasch wechselnde Farben und Formen erkennen, Bewegungsrichtungen und Geschwindigkeiten mit ihren häufigen Aenderungen richtig abtaxieren. Mehr noch als vom Fußgänger wird ein sehtllchtiges Auge von den Führern unserer Verkehrsmittel verlangt. Eine Forderung der Augenärzte und Optiker geht darum dahin, die vielfach unsachgemäßen Schrift-, Zeichen-, Licht- und Farbensignale einer Korrektur zu unter- ziehen, damit Unfälle oermieden werden und der schwere Dienst oer- aMwortlicher Menschen erleichtert wird. Aber auch den Strahenpassanten könnte man den guten Rat geben, sich einmal von Fachleuten„>n" die Augen sehen zu lassen. Manches Unglück aus der Sl-ahe hak seine Ursache nur in der Kleinigkeit. daß man die Brille mitzunehmen vergessen hat. Man braucht kein Gespenst an die Wand zu malen, wenn man— nicht aus Reklamegründen— diese Notwendigkeit betont. Die Wissenschaft hat 79 Prozent von Fehlsich t'igkeit bei allen Großstadt- bewohnern festgestellt, bei der Landbevölkerung sind es einige Prozent weniger. In den Berliner Schulen trägt man ganz besonders diesem Uebelstand Rechnung, jedes Kind wird auf die Augen unter- sucht und angestellte Augenärzte sorgen beratend für Behebung der Schade.,. Wenn man für Berlin eine Million Brillenlräger rechnet— es ist festgestellt, daß jeder vierte Mensch eine Brille trägt— so zeigen die übrigen feblenden, daß dos ehrenwerte Gewerbe der Optiker noch keinen Grund hat, wegen schlechten Geschäftsganges sich einzuschränken. Doch sei zur Beruhigung jener, die das angsb- liche Marterwerkzeuge noch nicht auf der Nase tragen, gesagt: Fehl- sichttakeit bedeutet durchaus kein krankes Auge, in der Regel sind die Augen dabei kerrgefund. Es sind nur kseine Schönheitsfehler Im Bau dieser feinsten und präzisest arbeitenden Kamera, des mensch- lichen Auges, die durch die Brille verbessert werden können. Allgemein sieht jeder gewisienhafte Optiker seine Aufgabe darin, durch genaue Augenuntersuchuna die richtigen Gläser zu wählen unk» diese Gläser auch fachmännisch im Sitz anzupassen. Man kann die Augengläser mit einer Art Prothese vergleichen, was sie ja auch sink», die aber bei falschem Sitz mehr schmerzt und belästigt als Hilst. Dia ganz außerordentlichen Verbesserungen auf dem Gebiete des Brillen» glases haben dos Gewerbe zu einer Kunst erhöben, denn für jeden Mangel wird das richtige geschlissene und gestellte Glas beschafft. Von den früheren Bigläsern, das sind solche, die aus der Vorder» und Rückseite gleich geschliffen waren, ist man zu den punkwell, ab» bildenden Gläsern übergegangen, mst denen ein richtig korrigiertes fehlsichttges Auge in den Zustand eines normalen rechtsichtigen ver» setzt werden kann. Beim Kauf eines Augenglases ist es deshalb nickst mehr wie früher, daß man sich ein Glas aus einer Kollektion heraus» sucht, wie einen Anzug von der Stange, mit dem frommen Wunsch: eines wird schon passenl Heute wird das Glas individuell angepaßt, gleichsam nach Maß. Gleichwohl bestehen noch viele Auswüchse und falsche Praktiken beim Publikum wie bei den Händlern. Die Mode, sich durch die Brille interessant zu machen, hat noch keine gute» Auge» gemocht. Der Sport, wie er zurzeit in Japan grassiert, wo sich schon die Kinder eine große Horndrille ins Gesicht klemmen, scheint auch bei uns Ein- gang zu finden. Es ist ein Verdeckungsmanöver innerlich noch un- fertiger Menschen, wenn sie, ohne es notwendig zu haben, sich hinter ihre fürchterlichen Brillen verstecken. Zu diesem Thema zählt auch der Snobismus, eine eingeklemmte Glasscherbe im Auge zu tragen und es dem verflossenen preußischen Leutnant gleich zu tun. Die optische Industrie zeigt auch sonst, daß sie auf der Höhe ist. Wenn man die Zahlen der Aussuhr vergleicht, steht man, daß die deutsche Optik eine führende Rolle im Weltmarktverkehr beansprucht. Im dritten Vierteljahr 1927 wurden allein'291 Doppelzentner gleich 139 999 M. ungefaßte und ungeschliffene Brillengläser ausgeführt. desgleichen 237 Doppelzentner gleich l 9S2 999 M. geschlissene Gläser und 326 Doppelzentner gleich 9 929 999 M. gefaßte und geschliffene Gläser für Brillen, Lupen und Stereoskope. Diese recht ansehnliche» Zahlen beweisen zu unserem Trost, daß auch die übrig« Weit feist» sichtig ist, nicht nur auf dem Gebiete der Politik. Gesährdeie Kinder. Nach den Ermittlungen der amtlichen preußischen Todesursachen- statistik für das Jahr 1925 belies sich die Zahl der durch Ueberfahren in Preußen getöteten Kinder bis zum 13. Lebensjahr auf 635 (473 Knaben und 182 Mädchen). Von diesen wurden mehr als die Hälfte, nämlich 357 oder fait 35 Proz., von Kraftwagen tödlich verletzt. 169 oder fast 26 Proz. wurden von sonstigen, durch Tier- kraft bewegten Fuhrwerken, 44 oder fast 7 Proz. durch Straßenbahnen, 37 oder noch nicht 6 Proz durch Eisen- bahnen und 18 oder nicht ganz 3 Proz. durcki Motor- oder sonstige Fahrräder überfahren und getötet 39 Kinder oder noch nicht 5 Proz. der Gesamtzahl fielen Fahrzeugen anderer Art zum Opfer. Die besondere Gefährdung der Kinder durch Kraftfahr- zeug« im Straßenverkehr geht aus diesen Zahlen einwandfrei hervor. Für eine Großstadt wie Berlin steigert sich das Verhältnis sogar derart, daß hier im Jahre 1925 fast 75 Proz. oller durch Ueberfahren getöteten Kinder unter die Räder eines Kraft- wagens geraten waren, während z. B. durch die Straßenbahn im gleichen Jahre nur vier Kinder, d. h. noch nicht 6 Proz., getötet wurden.__ „Königlich"— sslange der Borrat reicht. Im Gebiet der ehemaligen.Königlich Sächsischen Staateeisen- bahnen". schein! die königliche Herrlichkeit immer noch nicht über- wunden zu sein. Der Aufdruck„König l, S ä ch s. Staats- eifenbohnen" zierte noch einen Zettel, der End« November dieses Jahres auf eine von der Cisenbahnftatton Nerchau in Sachsen nach Berlin-Charlottenburg beföi>derte Kiste geklebt worden war. Niemand war auf den Gedanken gekommen, wenigstens den Zusatz„Königl." zu durchstreichen. Rätselbast ist, daß noch im zehien Jahre der Republik die Vorräte dieser aus der Königszeit übernommenen Zettel nicht erschöpft sind. Welche Unmengen von Borräten muß die„Kömgl. Sächsische Staatseisenbahnverwaltung" vor dem Kriege aufgespeichert haben, wenn man bis jetzt nicht mit den Resten fertig zu werden vermochte. Sollen wirklich solche Reliquien der monarchischen Zeit uns immer wieder nock, vor Augen kommen, solange der Vorrat reicht? Oder wird endlich bei der letzten unserer republikanischen Behörden die Einsicht sich durchsetzen, daß mit ollen Mitteln dafür gesorgt werden muß, dem Skandal ein Ende zu machen? Bom Lastkraftwagen totgefahren. In Spandau an der Ecke Askamerrmg und Moltkestraße ereignete sich gestern gegen 19 Uhr ein tödlicher Verkehrs- uirfall. Ein etwa ölljähriger Radfahrer versucht« noch kurz vor einem herannahenden Lastkraftwagen mit Anhänger die Straßen- kreuzung zu überfahren. Cr kam unglückUcherweise zu Fall und geriet unter die Räder de» schweren Fahrzeuges. Der Verunglückte hatte so schwere Verletzungen erlitten, daß er bereits auf dem Wege ins Spandauer Krankenhaus starb. Die Personalien des Toten konnten noch nicht festgestellt werden, doch handett es sich offenbar um einen Spandauer Einwohner. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt. Den Führer des Lastkraft- wagens soll nach übereinstimmenden Zeugenaussage» keine Schutt» an dem Unfall trefseu. Kauft rechtzeitig! Nachdem der Polizeipräsident von einer besonderen Regelung des Ladenschlusses an den Werktagen vor Weihnachten abgesehen hat und es daher bei dem gesetzlichen 7-Uhr>Ladenschluß bleibt, möge das kaufende Publikum bemüht sein, seine Einkäufe nicht bis aus die Abend st unden der letzten Tage zu verschieben. sondern seinen Bedarf beizeiten zu decken. Die vielen Ange st eilten werden in den letzten Wochen vor Weihnachten derart in Anspruch genommen, daß für sie das Fest kaum ein Freudenfest ist. Borbereitungen fiir den Weihnachtsverkchr. Zur Bewältigung des vor Weihnachten einsetzenden starken Reiseverkehrs hat die Reichsbahndirektion Berlin die nötigen Por- kehrungen getroffen. Die planmäßigen Züge werden ver- stärkt werden. Zu den D. und Personenzügen sind an den Hauptverkehrstagen Vorzüge vorgesehen, die nach Bedarf ge- fahren werden. Die Mitteleuropäischen Reisebureaus Potsdamer Bahnhof, Bahnhos Friedrichstraße und Unter de» Linden 57/58 sind von Montag, den 19. Dezember, bis einschließlich Freitag, den 23. Dezember, täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Der Himmel im Rrche der Mitternachtssonne. Das von der Stadt Berlin geschaffene Planetarium am Zoo erfreut die Freunde der Sternenkunde mit einem neuen Dortrag, der uns an einer Reise nach dem Nordpol teilnehmen läßt. Nicht Meer und Land der Polargegend bekomme» wir da zu sehen, sondern den Sternhimmel, der am Nordpol einen sehr viel anderen Anblick als in unseren Breiten bietet Die allmähliche Ver- ünderung des Sternhimmels während unlerer Fahrt nach Norden, die am Nordpol eintretende Aufhebung aller Himmelsrichtungen und t Togeszesten, die Mitternachtssonne und die Polar» nacht werden in dem Vortrag besprochen und in dem fesselnde» Himmelsbild des mächtigen Kuppelraumes gezeigt Der Vortrag wird an allen Tagen(mit Ausnahme des Mittwochs) täglich um 16.30 Uhr. 18 Uhr, 19.39 Uhr, 21 Uhr gehalten werden. An jedem Mittwoch werden bei halben Eintrittspreisen die Vorträge„Sternenhimmel der Heimat" und.Meise zum Aequator" gehallen. Erdbeben in Güdwestdeuischland. Oer Herd wahrscheinlich auf der Schwäbischen Alb. Skuklgark. 16. Dezember. 1 Heute mittag 11 Uhr 44 Minuten 45 Sekunden zeigte der Seismograph von Hohenheim den Einsatz eines Nah- beben? an. Etwa sechs Sekunden später folgten nacheinander drei Ausschläge, die aus ziemlich heftig« Erschütterun» gen am Bebenherd schließen lassen. Höchstwahrscheinlich befindet sich der Herd auf der Schwäbischen Alb Die errechnete Hertt- entsernung beträgt etwa 55 Kilometer. Wieder ein Konfektionseinhruch. Einen ungewöhnlichen Weg nahmen Einbrecher, die es in vergangenen Nacht auf ein Konsektiönsgeschäft in der Vlumenstraßi! abgesehen hatten. Sie gelangten mit Nachschlüsseln in die Rälln.e des Postamts 99 auf dem Grundstück 89/81, ließen hier alles un- berührt, brachen aber durch eine Wand in die Lagerräume des Konfekttonsgeschäftes vor und stahlen hier für 15 999 M. Ware» aller Art. Ein Kousumenten-Tchntzqesetz. Der Polizeipräsident veröffentlicht«in« Polizei Verordnung über den Berkehr mst Lebensmitteln, die am 1. Januar 1928 in Kraft tritt. Veranlassung zu ihrem Erlaß gab die Verabschiedung des neuen Lebensmittelgesetzes vom S. Juli d. I. Di« Dervrdiiunq befaßt sich mit der Beschaffenhett der Geschäftsraum«. der Behandlung der Lebensmittel in den Geschäftsräumen auf Privat. Märkten und im Straßenhandel. Sie enthält weiter Borfchrifte» über die Beförderung von Waren von der Produktions- zur Berkaufs» stätte bzw. zum Konsumenten. Gegen eine Infizierung der Ware» mit ürankheitskeimen durch die im Lebensmittelverkehr tätigen Per» sonen ist— besonders durch das Verbot der Beschäinquno foge- namtter Bazillenträger— weitestgehende Vorsorge getroffen. Auch für das Publikum sind zweckdienliche Richtlinien aufgestellt. Zwei neue Vorortzüge ans der Zossener Strecke. Wie dl« Reichsbahndirektton Berlin mitteilt, werden aus der Streck« Der» lin- Potsdamer Ringbahnho f— Z ossen vom Montag. dem 19. Dezember, ab. an den Werktagen zwei neu« DoroNzüg« zwischen Mahlow und Potsdamer Ringbahnhof ver» kehren. Die Züge erhallen folgenden Fahrplan: Mahlow ab 5.39 und 5.47: Lichtenrade ab 5.35 und 5 52, Marienfelde 5.41 und 5.58, Mariendori 5.46 und 6.93, Papestrahe 5.52 und 6.99, PorMraß« 5.55 und 6.12 und Potsdamer Ringbahnhof an 5.59 und 6.15. Z'et'eligiSse Gemelove. Sonntag vorm. 1l Nbr. Pappelallee t3. vor» «rag de» Heirn Dr. M. Brie: Seelsorger oder Schauspieler. Harmonium r WcihnachtSlleder. Gäste willkommen. Schwerer Siraßeubahnzvsammevstoß l« Wien. Am Freitag morgen ereignete sich in der Nähe des Justtzpolaste» in Wien ein folgenschwerer Zusammenstoß zweier Straßenbahnzüge Der Führer des einen Zuges konnte, ofsenbar infolge Bersagens der Bremse, den Zug nicht mehr zum Halten bringen und fuhr bei einer Kreuzung mit voller Geschwindigkeit in den Beiwagen eines anderen Straßenbahnzuges hinein, der vollkommen zertrümmert wurde. Der vollbesetzte Motorwagen sprang aus den Schienen. vollführte eine Drehung und rollte über das Pflaster gegen den Iustizpalast. Insgesamt wurden 13 Berletzte festgestellt. Drei Kinder erstickt. In einem Dorf bei Eilenburg sind drei Kinder eines Gutsarbeiters bei einem Brand erstickt. Das vierie Kind, ein einjähriger Knabe, konnte mit Mühe wieder ins Leben zurückgerusen werden. Die Kinder waren ohne Aufsicht im Hause gelassen worden und hatten ossenbar am Ofen gespielt, wobei ein Bett in Brand geraten ist. Die Staatlich« P o rz e l l a n- M a n u f a k t u r Berlin veranstaltet in ihren beiden Perkaufsräumen Leipziger Str. 2 und Wegelyftr. 1 am Stadtbahnhos Tiergarten eine Weihnachtsausstellung. deren Besuch jedem Liebhaber Berliner Porzellans empfohlen sei. Eine große Anzahl überrafchend preiswerter Weihnachtsaaben. wie Tassen, Dosen, Schreibzeug«, Aschenbecher. Figuren, Tier» plastiken und viele begehrenswerte Stücke für den Haushalt stehen in reichhaltiger Auswahl bereit. Die durch Ihre einzigarttge Handmalsrei berühmten Porzellan« der Slaatlichen Porzellan-Manufaktur Berlin sind als vornehm« und dabei erschwintilicke Weihnachtsgaben besonders zu empfehlen. Beide Verkaufsräume sind auch am kommenden Sonntag von 2—(5 Uhr geöffnet.... k Sodenpolitische Aufgaben der Großstadt. Der preußische StAtebaugesetzentwurf, den das preußische otcmtsrrtinistenum bereits vor einem Jahre dem Landtag vorgelegt hat, beschäftigt immer noch den Dorberatenden Ausschuß des Land- iages. Niernand weiß zurzeit, was aus dieser hochwichtigen Vorlage werden wird. Die Rodenbesihfragen. Schon in der Begründung des Entwurfs ist ausgeführt, daß der wichtigste Teil dieses Gesetzes, der sich auf B o d e n b« s i tz f r a g e n bezieht und der nn besonderen das Recht der Umlegung und Ent- eignunz von Grundstücken behandelt, vielleicht überhaupt nicht verabschiedet werden kann, wenn nicht zuvor durch ein Reichs- rahmcngesetz die Länder ermächtigt werden, derartige Bestim- mungen in Landesgcsetzen aufzunehmen. Aus verwandten Ueber- legungen hat darum u. a. der Bund deutscher Bodenreformer wiederholt und nachdrücklich gefordert, die Reichsreglerunq wolle nun endlich dem Reichstage das sogenannte„Bodenreformgesetz"' vor iegen, dessen alsbaldige B or la g e der Reichstag selbst durch einen mit Dreiviertelmehrheit beschlossenen Antrag 'chon stn Mai 1926 verlangt hat. Inzwischen geht aber die Entwicklung weiter, ohne sich um die sonst notwendigen Reichs- und Landesgesetze zu kümmern. Denn es ist in Juristenkreisen durchaus strittig, ob jene sich vorbereitenden Gesetze ein Reichserfordernis sind, öder ob nicht vielmehr die Gemeinden und Gemxindcverbönde schon auf der Grundlage alter Rechte b o d e n p ol i t i s ch e Maßnahmen der in Frage kommenden Art treffen dürfen. Die Praxis hat in einem Punkte von weittragender De- deutung die Streitfrage jedenfalls schon in letzterem Sinne entschieden. Man möge sich daraufhin doch einmal die Bauordnung für die Stadt Berlin, vom Z- November, ansehen. Die Kapitel über die„bauliche Zlusnutzbarkeit der Grundstücke",„Gebäudeabstand" und„Gebüudehöhe" schassen für den Bereich der neuen Großaemeindc Berlin zweifellos ein Stück neuen Bodenrechts. Während früher im allgemeinen nur Fluchtlinienbcfchränkungen bestanden haben, gibt es noch dieser Bauordnung gan.z bestimmte, einengende Vorschriften über die bauliche Ausnutzbarkeit der Boden fläch«, die soweit gehen, daß das ganze Daugebiet nach Bauklassen eingeteilt ist und in denjenigen Teilen, die zur Bau- klasse I rechnen, nur Einfamilienhäuser errichtet werden dürfen, deren zugehöriger Grundbesitz nur zum zehnten Teil bebaut werden darf. Das hat u. a. zur Wirkung, daß manche Bodenspekulanten aus schon vorausberechnete Handelsgewinne verzichten mutzten und daß sich andere sogar mit unmittelbaren Verlusten abzufinden hatten. Sie hotten damit gerechnet, daß die Fläche ein- mal mit einem Fünsstockbou und Seitengebäuden in geschlossener Front bebaut werden könnt« Demgemäß setzten sie den Preis des Bodens auf 20, ZO. 40, 50 Mark je Quadratmeter ein. Wo spätere Geschäftsstraßen zu erwarten waren, konnten noch erheblich größere Gewinne herausspringen. Das ist durch die Bauordnung in'den Gebietsteilen der Bauklass« l ein- für allemal verhindert: hier hat der Boden nur noch einen Bauwert von e t wa 1 bis 4 Mark je Quadratmeter. Abgrenzung von Klemgarienlond. Es gibt sogar„geschützte Gebiete" lim Sinn« des Natur- und Denkmalschutzes), dieüberhauptnichtbebaut werden dürfen. Neuerdings will man noch einen Schritt weitergehen. Dem unab- lässigen Drängen großer Massen von Hausgartenlosen Familien der Stadt, die zurzeit Inhaber von Kleingärten auf Gelände sind, das sich großenteils in der Gefahr befindet, der Bebauung mit Wohn- oder anderen Gebäuden zum Opfer zu fallen, hat der Magistrat nachgegeben. Er hat sich jetzt bereiterkläri, Gebiete abzugrenzen, die dauernd dem Zwecke der Kleingartennutzung dienen sollen. Milte Sep- 'emder d. I. berichteten all« Tageszeitungen über einen derartigen Plan. Danach sollen durch Ortssatzung rund 42 chektar Privalland und rund 519 Hektar fiskalisches Land als H e i m st ä t t e n g ä r t e n a. während ausgewiesen werden. 1477L Hektar städtisches Gelände für Dauerkleingörten(mit langfristigen Pachtverträgen) vorgesehen sind. Sobald der Plan Wirklichkeit wird, ergib» sich eine weitere„Entweriung" der in Betrocht kommenden Dodenslächen, die noch größer ist als diejenige solcher Flächen, die zur Vouklasse I gehören. Sie werden ja einer neuen Bautlosse 0(Null) zugeteilt. Da die Gemeinde selbst das meiste Land von ihrem Eigenbesitz hergibt, trägt diese auch die nominell größten Verluste. Der Magistrat hat öffentlich mitgeteilt, die 1477,9 Hektar feines Boden- eigentums ständen gegenwärtig mu 21 737 200 Mark zu Buche. Do nun der früher schon miteingesetzte, zu Unrecht vorausberechnete Bau- landwert in Wegfall kommt(wenigstens für die Zeit, in der die Flächen ausschließlich der Kleingartennutzmig dienen,— und das kann für die meisten Flächen dieselbe Zeit sein, wie unsere öfseni- lichen Grünschmuckanlagen als solch« erhalten werden, also„für alle Zeit", bleibt nichts anderes übrig, als an dessen Stelle den Nutzungswert des Äleingartenlandes zu fetzen. Dieser gründet sich auf die Reinertragsmöglichkeit bei ordnungsmäßiger Vewirtschastung. Und wie hoch ist diese? Di« zuständige Abteilung der städtischen Verwaltung hat einen Pachtpr-ls von 1,6 bis 2.8 Pfennig je Quadratmeter als angemessen festgesetzt. Im Durchsebnist sind das rund 2 Pfennig; diesen Betrag kapitalisiert ergibt oen neuen Wert der Kleingartengrundstücke. Nimmt man an. daß jene 2 Pfennige eine fünfprozentig« Rente darstellen, dann hat jedes Quadratmeter einen Verkaufswert von 40 Pfennigen, und die 1477,9 Hektar haben dann nur noch«inen Gesamtwert von 5911 600 Mark. Die städtisch« Grund st ücksverwaltung war demnach falsch beraten, als sie jenen Grundbesitz nach— bodenspekulativen Gesichtspunkten bewertete. Falsch gerechnet hat aber auch der Staats- s i s k u s, wenn er seine 519 Hektar nach denselben Grimdsätzen bewertet hat. Und die Privateigentümer sehen mit Schrecken, wie ihnen dieerhofften Spekulationsgewinne nun durch die Fing er gleiten. Denn auch ihr für Kleingortenzweck« be- anfpruchtes Landeigentum hat als Kleingartenland nur einen Kauf- wert von 40 Pfennig je Quadratmeter Do dieses Land außerdem noch Reichsheimstättenrecht beansprucht wird, kann, wo nicht freiwillig« Kaufverträge zustande kommen, m einem beschleunigten und vereinsachten Enteignungsverfahren dos Land den Bewerbern zu diesem Preise zugesprochen werden. An und für sich ist der sich sitzt vollziehende Vorgang gar nichts anderes, als die Weiter- bildung der Bauordnung von 1924. Man fügt der Bauklasse I (Einfamilienwohnhäufer mit Garten) noch eine BanHasse 0(Garten ohne Baulichkeiten) hinzu. Wenn die privaten Bodeneigentümer nun glauben, sie töiinlei, gegen die Stadtvcrwalluna Schadens- e r f a tz a n f p r ü ch e mit Erfolg geltend machen, so dürften sie in einem Irrtum befangen sein. Denn unter gleichen Erwägungen könnten ja auch alle anderen Grundstückseigentümer, deren Grund- eigentum durch die Bauordnung irgendwie eine Wercherab- setzung erfahren Hot, solche Ansprüche erheben. Bisher scheint noch keinem der letzteren ein solcher Gedanke gekommen zu fein. Es wäre dos auch unlogisch und unsinnig. Denn'solang« Grund und Boden nach bürgerlichem Recht noch als Handelsware gilt, hat der Händler als Spekulam die Verluste selbst zu tragen, wie er ja auch die Gewinne für sich allein beansprucht und einheimst. -» Wir sehen also an dem hier mitgeteilten Beispiel, wie sich das Bodenrecht unter dem Einfluß neu auftretender gemeindepolilischer Bedürfnisse allmählich ändert, ohne daß ihm bisher neue Landes- oder Reichsgesetze zu Hilfe gekommen sind. Damit soll aber nicht gesagt werden, daß sich diese Gefeye erübrigten. Ganz im Gegenteil: Es ist bekannt, daß in weiten Kreisen die- Auffassung verleid igt wird, die geschilderten bodenpolitifchen Maßnohmen entbehrten der Rechtsgrundlage. Es ist weiter bekannt, daß selbst in den Kreisen, die für diese Maßnahmen eintreten, sich Rechtskundige befinden, die in der Besorgnis leben, im Fall einer Schadenserfatzklage könnten sich wirklich Richter finden, die dem klägerischen Begehren Folge geben. Aus dieser Besorgnis hat man ja auch nur die oben angegebene gering« Fläche von Privatland als Kleingartenland vorläufig ins Auge gefaßt. Anhere Stadt- gemeinden haben sich an dieses Problem überhaupt nvch nicht heran- gewagt. Man will erst mal abwarten,„wie der Häse läuft". Außerdem handelt es sich hier nur um einen, bestimmten Punkt des Vodenrechts, der in Bewegung gekommen ist und. der mit Elementargewall eine neue Lage erstrebt. Das Reichsrahmengefetz (Bodenreform gefetz) und die neuen Landesgssetze haben noch vieles andere neu und zeitgemäß zu regeln., Otto Albrecht.- Berlmer Zugendbühne. Vor wenlgen Tagen hat, wie wir berichteten, die Bezirks- Versammlung Friedrichshain 10000 Mark zur Schaffung' einer Iugendbühne bewilligt. Wenn auch diese Mittel keineswegs aus- reichen, um, obwohl es erforderlich wäre, ein eigenes Gebäude zu errichten, so ist doch damit der erste Schritt auf diesem Weg« getan. Der Leitgedanke, der zur Errichtung dieser Iugendbühne führte, war der, daß unsere Jugend wehr und mehr geistig versloche und daß sie außerhalb des Sportes fast keinerlei anderen Interessen zu- gänglich fei. Besonders gefährlich wird diese Situation bei den Schul- entlassenen; die dann völlig tun sich selbst angewiesen und dadurch allzu leicht unheilvollen Einflüssen ausgesetzt sind. Außerordentlich auffallend ist die große Scheu der Jugendlichen vor dem Buch, das umfangreicher ist als eine Broschüre, und selbst.die inter- essantesten(nichl lehrreichsten) Bücher sind, wie einstimmig von den Bibliokheken berichtet wird, völlig ungeiragt. So will man also dazu übergehen, mit der Errichtung dieser Iugendbühne ein Instrument zu fchafsen, das geeignet ist, das geistige Abgleiten unserer Iu?end auszuhallen. In der Tat auch ein außerordentlich geeignetes Mittel, durch das sich der Geftallungs- und Nachahmungstrieb der Jugend. ihre Vorliebe für die Technik und, was vielleicht das Wichtigste ist. ihre Freude am eigenen Schaffen vereinigen ließe mit dem geistigen und stofflichen Gehalt des darzustellenden Stückes Die Iugendbühne soll nämlich in vielerlei Hinsicht die eigen« Produktivität der Jugend- lichen fördern und die verschieden Befähigten im Dienste dieser einen .Sache zusammenführen. Man hat zu diesem Zwecke in den oberen Räumen des Bezirksamtes Friedrichshain Werkstätten einge- richtet, in denen nun die jungen Tischler, Schlosser, Maler unter künstlerischer und fachmännischer Anleitung(nicht Leitung) zu Ge-- staltern de? Bühnenrabmens sich heranbilden sollen. Die Bühne selbst wird in dem«chulgebäude in der Diestelmeyerstraße errichte« werden. Da bedauerlicherweife keine anderen geeigneten Räumlichkeiten zur Verfügung stehen� wird die Aula dieser Schule einem großzügigen Umbau unterworfen werden. Man wird zu diesem Zwecke ein angrenzendes Klassenzimmer zum Bau dicler Bühne verwenden. Es wird eine esnfache Ststbühne geichaffen, die allen Anforderungen dieser anspruchslosen und leicht begeislcrungssähigen Zuhörerjchasi genügen wird. Der größte erzieherische Einfluß wird nonirgemäß durch die eigene Darstellung ausgeübt werden.. Denn die jugxndlichen..Schau- fpielcr werden alle Mühe daran setzen, ihre Rolfe stickt nur rhetorisch zu beherrschen, sondern auch ist den Geist des Stückes«fiizudringtn- Obwohl es natürlich unbedingt ichsiÄtthig iist, jeden jchulsrtäßigeii Einfluß non der jungen Kmistlerschafi sernzuholtest, um die Eni- Wicklung des Eigenlebens nicht zu stören ist doch für eine viiiMnstho Beratungsstelle Sörge getragen. Geeignete Kräfte der Berliner Volksbühne, sowie die Leiter einiger Sprechchöre haben sich bereit- willigst zur Verfügung gestellt Die Iugendbühne wird auch ge- eignete, rechnisch« Vorrichtungen für Filmvorführungen, die dort oeran.stallel werden iolle», enthalten, um auf diesem Wege die Urteilssähigkeii und Geschmacksbildung der jugendlichen Besucher zu fördern. An drei Abenden in der Woche wird die Bühne den Aufführungen d«r Schulen des Bezirkes norbehallen fein, während an den übrigen Abenden die Jugendnereinc Gelegenheit erhalten, kostenlos ihr« Beronstaltungen abzuhalten. Obwohl es nur ein bescheidener Ansang ist, bedeutet dkez ünmer- hin den Auftakt zu einer recht erfreulichen und notwendigen Ein. richtung. Mit der Schaffung von Schmutz- und«chundgesotzen allein ist unserer Jugend keineswegs gedient. Nur positive Arbeit, wie sie hier aufgezeigt ist, kann die bisherigen Mißstände abstellen. Der Bezirk Friedrichshain hat den Weg gewiesen. Hoffen wir, daß die übrigen Bezirksämter diesem guten Beilpiel folgen. Jhrnann raucht PROBIEN 0 Erlangen 5ie die eschenkpackun ... V.A. � o. Damen-Sllberbrokat«»qa .Sp&ngcntchuh Ii» vewduc MD denjf. Aj»fflhr. 10.90, P.ÄO" Damen'LadcSie�ipaa« � j gentdwb« elegante Form. Ii"" editer Louis XV.'Absatz.. ü Dam.gris.u.champ.IaChvr. 4 äaa Spang.-Schah, neuest.Mod.| II"" *1.50, 19.50, 17.50, 12.90 AU Dam. echt Boxkalf-Span-. genschuh, pa. Qual., m. L.» 1 /DU XV.-Ab. 12,90, m.Trott.-Abs. Afc Herren-Ro�-Chcvreau- Halbscfaub, elegante Ausführung....... Herren-Lack-Schnür- sefanb, moderne halhspltze Foim.— Herren-Roi-Chevreau- ScfanOrtffefel, Rahmenarbe Ii........ Herren prima Rindbox- Halbschuh, strapazierfähiger Strabensdiub... Mädchen-Lackspangen- schuhe 34/35 7-40. 31/33 0.90, 29/30 6.40 27/2« Damen-Schnees tief el mit-«aa Samtkragen In grau, mode| /"u und schwarz..... 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Trotzdem leiht sich besonders in Berlin überall beab- adtzen. dah bei Glatteis mit Hausmüll gestreut wird. Dadurch werde» alle K r a n k h e i t s k e i m e. die im Stubenkebricht find, weiter aus« gebreiiet. Besonders wenn ein scharfer Wind über das auf den Bürgersteigen liegende Müll hinwegfegt, wirbeln manchmal richtige tztaubwolken auf. Flocken, vielleicht aus den ältesten Lumpen herrührend, ichwirren in der Luft umher, der feine Staub wird an den Sohlen fejtgetreten, wandert wieder in die Wohnungen. So werden immer von neuem.Krankhcitsftoffe und Bakterien ausgebreitet. Es wäre dringend notwendig, eine Verordnung A» erlassen, wonach Hausmüll als Streumatcrial nicht verwendet werden darf. Stattdessen möge Sand oder auch reine Kohlenschlacke genommen werben. Wünsche an unsere Verkehrsmittel. W�r hat nicht schon einmal an einer Eckhaltestelle auf die Strohenbohn gewartet und plötzlich erleben müssen, dah von einer anderen Haltestelle«ine Bahn in gleicher Richtung oorbeibimmelte, ohne dah er sie wegen der Entfernung der Haltestellen voneinander rechtzeitig hätte erreichen können? Eins der krassesten Beispiele bilden die Linien 72 und 93, die beide die Ecke Lützowstraßc-Pots- damer Strohe passieren. Sie sind die einzigen össentlichen Verkehrs- mittel, die die Kantstrahe in Churlottenburg, eine Hauptader im Groh-Berliner Strahennetz, herausfahren. Nun ist aber die Straßen- bahnhaltestelle in der Potsdamer Straße minutenweit von der Lützowstrahe entfernt. Wer aus der Stabt kommt und nach Char- lnttenburg umsteigen will, kann hier nur auf die 72 warten, die all« Biertelstunde verkehrt. Will er die Möglichkeit haben, mit beiden Bahnen zu fahren, so muh er etwa sieben Minuten bis zur gemein- somen Haltestelle am Magdeburger Platz gehen. Dabei wäre Las Problem sehr einfach zu lösen. Man brauchte nur beide Bahnen nach dem Muster, das für Autobusse in solchen Fällen gilt, unmittel- bor nach der Strahenkreuziing halten zu lassen. Ferner sollte neben den Reklomefchildern an der Auhenwand aller Bohnen Platz sein für eine deutliche Kennzeichnung ihres Fahrweges— und auch an allen Holtestellensäulen sollte ein Stadtplan angebracht sein. Wenn dann noch im Innern der Bahn ollen Fahrgüsten sichtbar die Nummer der Bahn angebracht wird, so daß ein Irrtum, der durch zu eiliges Einsteigen begangen wurde, rasch korrigiert werden kann. so wird die Straßenbahn des Dankes aller Fahrgäste gewiß sein. — Auch der Untergrundbahn sei an dieser Stelle ein Wunsch vor- getragen. Die meisten Zugangstreppen zu ihren Bahnhöfen sind schlecht beleuchtet, so dah sie für alte, schwachsichtige Leute nur schwer gangbar sind. Es wäre zweckmäßig, wenn neben guter Beleuchtung künftig jede Treppenstufe dunkel abgesetzt und damit klar markiert würde. „Latid in Sonnet Mit diesem Titel schickt der„Reichsverband der Klein» gartenvereine Deutschlands" seinen ersten Werbe- film für die Schassung von Dauerkleingänen auf die Propaganda- reife durch die deutschen Gaue. Man rechnete damit, einen reinen Propagandofilm zu sehen und ist erfreut über diese lebendige Dar- siellung, die reizvoll die Kleingartenfrage einspinnt in eine Auf- zeigung des täglichen Lebens in der ÄrohstadL Es ist ein Film von dunklen Mauern und kleinen, lichten Gärten. Ullrich Koyser, der für d'-sen Film verantwortlich zeichnet, führt in die Mietskasernen der Großstadt, zeigt die Spielplätze der jungen Menschen: die Hinter- höse. Ein Blick in die Proletarierwohnung veranschaulicht klar und überzeugend, daß der größte Teil der Großstadtmenschen jähr- gud. jahrein in dumpfen, lichtlosen Wohnungen hockt, nichts vom nichts vom reifenden Sommer und nichts vom_Zaubcr des Herbstes wissen. Ein Tag verläuft wie der ander«. Morgens im Halbdunkel geht's zur Arbeit, abends zurück in die ungemütliche Wohnung. Und Sonntags bleibt ein Ausflug auf überfüllten Eisenbahnen. der auch keine Erholung bringen kann. Wie anders der Sonntag auf der eigenen Scholle! Der Film zeigt ein Leben voller Freude im Kleingarten. Auf kleinen Rasenplätzen spielen die Kinder, in den Gärten buddeln Vater und Mutter. Von morgens bis den späteit Abend wird der Tag im Freien, in der Sonne, vor- bracht. Wir lernen die kleinen Freuden des Kleingärtners kennen, wie er mit Liebe seine Blumen hegt ui�d pflegt, wie er in immer engere Verbindung mit der Natur kommt, wie er das Wachstum seiner Obstkuituren beobachtet. Und welche Freude, bei den Ernte- festen der kleinen Gutsbesitzer dabei sein zu können. In den Erntefesten der Kleingärtner hat das alte Volksfest feine Wiederauf- erstehung gesunden. Der Film ist bestimmt, in den Kreisen, die sich noch immer nicht für Schassung eines Dauerkleingartengeländes ein- fetzen, zu werben. Die Forderung des„Reichsverbondes der Klein- gartenvereine" ist die Auflockerung der Großstädte durch Klein- garten-Dauerkolonien. Leider zeigt der Film nicht, wie die Wer- bindung dar MietSHSuf« mit den Klentgärten gedacht ist. Die Auf- lockerung der Großstädte ist ein wichtiges Problem, das feit Jahren nicht mtr die Freunde der Kleingärten beschäftigt, sondern vor allem die Architekten, und diese waren sicher für Anregungen und praktische Lösungen dankbar gewesen. Aus den Bezirke«. 75. Aezirk— Treptow. In ihrer letzten«itzung genehmigte die Bezirksverfammlung die Neueinrid)tung eines Wochenmarkte» in Alt« g l i e n i ck e(Friedrichstraße,. Der Woehenmartt findet Dienstag» und Freitags vormittags statt. Von einer Mitteilung des Bezirks- amts über die Errichtung von Wartehäuschen für Straßen- bohnfahrgäste wurde Kenntnis genommen. Eine Petition ver- schiedener Turnvereine bezüglich der Sportplätze in Baum- s ch u l e n w e g wurde als erledigt betrachtet, da nicht, wie urfprüng- lich beabsichtigt, die Spartvereine die Plätze insgesamt räumen müssen. Für dieses Gelände ist vielmehr nur eine Randbebauung vorgesehen, die aber erst bei der Ausführung des großen Wohnungs- Projektes durch den Magistrat in Frage kommt. Eingehend beschäf- tigte sich die Versammlung mit einer Vorlage des Bezirksamtes, die das Ergebnis der Verhandlungen über den Etat beim Stadttämmerer zur Kenntnis gibt. Entgegen den Ausführungen des Treptower Finan.zdezer»enten wies unser Genosse L e m p e r t in begründeter Weise aus die Zusammenhänge zwischen der Berliner Finan.zwirt- schaft und der Politik des Reichsbankpräsidenten Schacht und der Industrie hin. Er schilderte die verantwortungsvolle Kommunal- Politik, die die SPD. von jeher betrieben hat. und lehnte es ab. wie die Deutschnationalen und Kommunisten im Bezirksparlament Phrasenpolitik zu betreiben Von unserem Genossen N e u m a n n wurde schließlich noch ein AMrag begründet, der wünscht, daß sich der Rechnungsausschuß nochmals mit den dringlichsten Anforderungen im Voranschlag für 1025 beschäftigen möge. Der Antrag fand schließ. lich Annahme. Eine Anfrage unserer Fraktion wegen der unzulang- lichen Vorbereitung zur Angeftelltenwahl wird durch den Genossen Stadtrat Mermuth beantwortet. Eheberatung im Bezirk Treptow. Das von den Standesämtern vor Anordnung des Aufgebotes an Verlobte ausgehändigt« Merkblatt, in welchem auf die Wichtigkeit einer ärztlichen Untersuchung. Be- ratung und den gegenseitigen Austausch von Gesundheitszeugnissen vor der Eheschließung hingewiesen wird, findet leider im Volke noch nicht die genügende Würdigung, obwohl es für Ehekandidaten doch eigentlich nichts Wichtigeres geben sollte, als die Frage, ob sie selbst gesund sind und voraussichtlich gesunde Kinder erzeugen werden. Von dieser Frage hängt häufig das Glück der Eh« und des ganzen Lebens ab. Zur Erleichterung der Aufklärung in allen solchen Fragen hat dag Bezirksgesundheitsamt Treptow in Niederschöneweide Grünauer Straße 21, eine Ehebratungsstelle eingerichtet, in der für Frauen jeden Montag von 15— 17(4— 5) Uhr, für Männer jeden Mittwochs von 15— 16(S— 4) Uhr Sprechstunde abgehalten wirb. Di« Beratung geschieht unentgeltlich. Sie erstreckt sich aus alle Fragen des Ehe- und Geschlechtslebens, sowohl für Unverheiratete wie für Verheiratete. Aus Wunsch werden Heiratszeugnisse ausgestellt. Jedem Ratsuchenden ist strengste Der- schwiegenhest zugesichert. Klughafen Tempelhof und OauerNeingärten. Aus Tempelhofer Kleingärtnerkreisen wird un» geschrieben: Die Bezirksverordnetenfraktlvn der SPD. hat in der Bezirks- oerordnctenoersammiung vom 14. Dezember 1927 folgenden Dring- llchkeitsantrag gestellt, der ober von der bürgerlichen Mehrheit ab- gelehnt wurde: .Die beabsichtigte Vergrößerung des Tempelhofer Fluahasens. welche die Vertreibung van ZSÜ Kleingärtnern zur Folge bätt«, ist mit Gesetzesbestsmmunaen. als welche Vorschriften und Ausführungsbeft inunungen zum Luftverkehrsgesetz vom 1. August 1022 genatmt wurden, begründet worden. Es hat sich he raus gestellt, daß derartige gesetzliche Bor. schriften gar nicht existieren. Di« Bezirksversammlung ersucht deshalb das Bezirksamt, beim Magistrat die Annullierung der bisher gefaßten Beschlüsse zu be- antragen." Die SPD.-Fraktion hat sich bei Stellung dieses Antrages selbst- verständlich nicht von Antipathien gegen den Flughofen oder das Flugw-fen leiten lassen: sie steht vielmehr auf dem Standpunkt. daß das Flugwesen in jeder Beziehung gefördert werden muß. Sie ist aber der Auffassung, daß es hierzu nicht erfotderlich ist. di« Kleingärtner von ihrer Scholle zu vertreiben, die sie erst vor kurzer Zeil durch den Magistrat erhalten haben. Das Gelände wurde dem Bezirksoerband der Kleingarteiwereine Ende 1924 vom Magistrat zur Anlegung von Kleingärten verpachtet Die Anlegung geschah nach einem vom Kleingartenamt Tempelhof ausgestellten Plan. Es ist doduriii«h* modern« Musterankage entstanden,«tmoi die Kleingärtner weder Mich« noch Kosten gescheut Hoben. Es stellt sich nun heraus, daß der F l u a h a f«« icho, seit mehr als drei Jahren seinen Platz nach Süden vergrößern will und dadurch etwa 350 Kleingärtner weichen müßten. Wenn die Notwendigkeit der Flughasenerweiterung begründet wäre, müßte geprüft werden, weshalb man dann erst das Gelände an die Klein- gärtner verpachtet und sie sich dort ansiedeln ließ. Wie schon in dem Antrag der SPD.-Fraktion gesagt wurde, bestehen keine gesetzlichen Vorschriften, durch welche die Vergrößerung des Flug- Hafen« nach Süden verlangt werden kann. Der Flughafen ist im Jahr« 1923 provisorisch konzessioniert warben, die endgültige Konzession wurde im Jahre 1Ö2S erteilt. In einem Runderlaß de» Ministers des Innern und des Ministers für Handel und Gewerbe vom 16. April 1926 wurden alle Flughäfen namentlich aufgesührt. bei denen das Genedmigungsversahren noch nicht endgültig duräigeführt worden ist. Der Flughofen Tempelhof war nicht darunter, er entsprach also nach Ansicht der beiden Ministerien im Jahre 19 2 6 allen Anforderungen, die an einen Flug- Hasen zu stellen sind. Und wenn mm behauptet wird, daß der Polizeipräsident zur Vermeidung der Konzessionsentziehung die Vergrößerung fordert und sich dabei aus eine Anordnung des Ministers für Handel und Gewerbe vom 12. August 1925 stützt, so er- gibt sich aus der Beachtung und Vergleichung der vorstehend ge- nannten Daten, daß die ministerielle Anordnung vom 12. August 1925 unmöglich auf den Tempelhofer Flughasen anzuwenden ist. Es ist anzunehmen, daß die letztgenannte ministerielle Anord- mrng überhaupt veraltet und überholt ist durch die von dem Hau- dels- und Verkehrs- und Innenministerium am 5 Juni 19 2 6 herausgegebene Polizelverordnung über den Betrieb und den Verkebr in Flughäfen oder Verkehrslandeplätzen. In dieler neuesten Polizei- Verordnung ist nichts mehr gesagt von einer Rollänge von 1000X1000 Metern, und es ist dem Schreiber dieser Zeiten bekannt, daß neuerdings Flughäsen mit einer geringeren als 1000 Metern Rollfläch« konzessioniert worden sind. Nach dieser Polizei- Verordnung haben die Flugzeuge gegen den Wind zu starten und zu landen, das heißt hauptsächlich von Osten nach Westen. Wenn aber ein Starten und Landen nach Süden ausnahmsweise eimnol notwendig ist. so ist auch auf dem Tempelhofer Flughafen hierzu Gelegenheit. Im Osten des Flughafens sst«ne srete Bahn von etwa 1200 Metern Läng« und 200—300 Metern Breite in der Nord- südrichiung vorhanden. Es bedarf deshalb nicht erst der Der- treibling von 350 Kleingärtnern, wenn aus ftugtechnischen Gründen eine Rollsläche von 1000 Metern Länge in der Nordsudnchwng ge- fordert wird. Oas neue Volksbad Lichtenberg. Die Zahl der Berliner Aolksbäder wird demnächst um das neue. nach modernsten Grundsätzen errichtete Bad im Osten der Rerchs- haupisiadt vermehrt werden. Der Neubau des Lichtenberger Volks- b.ides auf dem Gelände zwischen Hubertus- und Atz»od i e n- straße in der Nähe des Pahnhais Llchlenberg.Friedrtchsfeld«. un° mittelbar an der Frankfurter Allee, geht in dreien Tagen feiner Vollendung mtaegen und wird im Lauf« des Januar erofsn«. werden. Das neue Bad wird hinsichtlich setner Größe«ur von dein neuen Spandau er Bad Übertrossen werden. Es enthält zwet Schwimmhallen, von denen die Damenschwimmhall« 20 Meter lang und 10 Meter breit sst. Di« Hall«, sind ebenso wie alle anderen Räum« in modernen architektonische Formen gehasten und bieten ein außerordentlich freundliches Bild. Außer den Schwimmhallen sind 78 Wannenbäder und 48 Brausebader vor. Hemden. Besonders erwähnenswert ist die Einrichtung einer met»- zwischen Abteilung, w der alle Arten medizinischer Bader abgogebe« werden, und«in Sonnenbad, das aus dem Dach untergebracht tft und 26 Zellen aufweist._. ier hatte dl« 31.«bf-kstmy a» HD* Ehr« von 35 IRäv _ tel nnveffirtn. v-Z> änstaltet' Genosse Dr. Adolt Braun zog in lewer Festred««taei» Dergleich zwischen den verhallniflen in der Borkriegsz-tt und w der Gegenwart, vom Sozialistengesetz bis zum Fraue-'.uvahstecht. und zeigte an dem Wandel der Dinge, daß es durchaus verkemt sst, wenn von den Kommunisten behauptet wird, es sei der Arbettersehast»och niemals so schlecht ergangen wie heute. Statt dieser Verzn�mungs Politik, arbeitet di« SPD. unermüdlich an der weiteren Perbesserung der wirts chastlichen und politischen Lag« der Arbeüenchon. Jungen müssen sich die Ueberzeugungstreu« und Deharrlichtttt der alten Genossen zum Vorbild nehmen..« Der MännergesangvereinPrenzlansr Berg, ver Opernfänger Arno Schellenberg, di« Hiansstin Grete von Zieritz, sowie der Genosse Heinz Barth«! als R«Zttator be- jwitten den unterhastendem Teil der schönen Feier. Zvblla--. Sein SSIiihriaes« r b. l t s fu b l l 4»».b"** SiMi« Selntze u. Blanlertz(Statjlfcderfabnl) feierte der jetzt dort als Werlmeefter tatige(SenaiTe Paul D r o tz t o p f.— Genosse Fian» 5t ua»te konnte am 5. Dezember auf eine lOjithrtae Säns«rtStiät»i t UffthBIlde«. Sr gchdrt noch hrvt, de» Miiiuier-Seiangsereln»Stainentos1(3*. h.«SS.) Abg. Za't(Dem.): Die Vorwürfe des Herrn von Richter gegen den preußischen Finanzministcr Dr. Höpker-Afchoff sind u n g e- r e ch t f e r t i g t. Hat vielleicht Herr von Richter als Finaszminister immer Ueberfchüsse erzielt? Die Volkspartei spielt in Preußen die Rolle des betrübten Lohgerbers, dem die kommu- nistifchcn Felle weggeschwommen sind. Nachdem die Kommunisten nicht mehr zusammen mit der Rechten Obstruktion machen, ist die Rechte in Preußen zur politischen Ohmnacht ver- urteilt Im Flaggenstreit stehen wir rückhalllos hinter der preußischen Regierung. Die S o z i a l d c m o k r a t i e hat sich 1918 die größten Verdienste um die Rettung des zusammen- gebrochenen Baterlandes erworben. Schon deshalb lassen wir uns nicht in einen Lürgerblock geg�n die Arbeiter hineinziehen. Von der Notwendigkeit der wahren Reichseinheit sind heut alle Politiker und Wirtschaftler überzeugt. Deutschland muh leben, auch wenn Preußen sterben muß.(Beifall bei den Demokraten.) Abg. Lodendorfs(Winsch.-P.): Dem Finanzminister persönlich versagen wir unsere Anerkennung nickt. Aber die Finanzlage Preußens ist katastrophal und die der anderen deutschen Länder noch viel schlimmer. Das ganze Auskommen der Steuern frißt der unge- Heuer ausgeblähte Beomtcnapporat. Ohne eine gründliche p r i«- zipielle Umkehr gibt es keine Rettung für den Staat Abg. wulle(Deutfchvölk. Freiheitsp.): Das nächste Jahr wirb uns nach bcn Andeutungen Parter Gilberts Wirtschofts- und Finanz- latastrophen bringen. Wir sind grundsätzliche Gegner des Einheit»- staates. Abg. Barlels-Krefcld(Linker Kommunist): Der neue Etat sst ein reaktionäres Gebilde. Neben den Sozialdemokraten nähren jetzt die Kommunisten wirtsch astsdcmotraiisdieJllusioncn und verraten damit die Arbeiterschaft In Mecklenburg haben die Kommunisten sogar das Groß Herzogshaus abgefunden.(Hört» hört! links.) Die Amneftiebcttclei der Roten Hilfe und der Kom- munisten ist unwürdig. Die KPD. ist eben deute st o a i s- bejahend geworden. Wir werden zusammen mit der russsichen Opposition und der kommunisttscken Opposition in allen Ländern den Kampf gegen dieStolin- Knechte führen. In China hat der kommunistische R o s k e- K u i? die proletarische Revo> lmion kaputt gemacht.(Große Heitcrkeft.) Wir kämpfen weiter unter Trotzki und Sinowjew. Hierauf wird die Debatte abgebrochen und auf Sonnabend, den 17. Dezember, vormittags 10 Uhr. vertagt (0_ �--- werden ßcfy wofyl ti�ßn Jagen mit dem Jahak. bejd/äftigm maßen, wenn Jie einen QMARKd 25 GÖLDENRING ofre&idj 2) 100 RAVENKLAU....... 6 MARK) Versicherung des schaffenden Volks Jubiläum der„VoZksfürforge"— Ein gewerkschastlich-genossenschaftliches Werk. Die von den freien Gewerkschaften und Genossenschaften Deutsch. lands gegründete Lotksfürsorgc. Versicherung hatte am 16. Dezember den in.(lahrestag ihrer offiziellen Gründung. Auch Karl Legicn war unter ihren Gründern. Gewerkschaften und Genossenschaften übernahmen das Aktienkapital in Höhe von 1 Million Mark. Zum ersten Aufsichtsrat gehörte Friedrich Eberl, der dieses Amt innc hatte, bis ihm die Reichspräsidentschaft die Mitgliedschaft im Auf- ficht erat der Volkssürsorqe unmöglich machte. Den, ersten Vorstand der Lolkssürsorge gehörte Adolf von Elm an, der Pionier der Ge- nossenschastsbewegung. So sind die grohen Atchrer der Gewerkschaften, der Partei. Genossenschaften der mit den Anfängen und der Geschichte der Volksfürsorge verbunden. Dia Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 22. Mai ISIZ und der Geschäftsbeirieb wurde am 1. Juli 1913 eröffnet. Die Gründung der Lolkssürsorge als Selbsthilseorganifation der Arbeiterklasse erfolgte wegen der vielfachen Schäden, die die privaten Versicherungsgesellschaften mit sich brachten und die sich je länger, desto mehr ouswuchssn zu einer Schädigung gerade der minderbemittelten Bevölkerungsklassen, für die die Dolksver- sichernng insbesondere bestimmt war. Volksoersicherung ohne Erwerbscharakter, Versicherung der Volksgenossen zum Selbstkostenpreis und in den Versicherungsbedingungen Vorsorge zu treffen, daß dar bei den privaten Versicherungsgesellschaften üblich gewordene große Verfall von Versicherungen nicht eintreten konnte: das waren die Ziele. Soweit sich ein Verfall durch Zahlungsunfähigtelt des Versicherten nicht vermeiden lieh, sollte durch entsprechende Maßnahme» dafür gesorgt werde», daß ein Verlust der eingezahlten Prämien auf ein Minimum beschränkt blieb. Ein weiteres Ziel der Gründer war die Dolksfürsorge- Versicherung als Kreditinstitut für die wirt- schaftlichen Unternehmungen der Arbeiterschaft. Die angesammelten Geldreserven der Volkssürsorge sollten jenen Schichten in Form von Hypothekentapital wieder zugute kommen, die die Gelder aufbrachten. Wurden die Ziele erreichs. die Zlufgaben erfüllt? Die Entwicklung der Volksfürsorge stieß gleich in den ersten Jahren auf scheinbar unüberwindliche Schwierigkeiten. Im August 19Z4 brach der Weltkrieg aus und nach Beendigung dieser über vier Jahre währenden Vernichtung setzte die in ihren Wirtschaft- lichen Wirkungen fast ebenso furchtbare Inflation ein. die bis Ende des Jahres 1923 anhielt. Auch die Volksfürsorge schien am End� ihrer Kraft zu sein, trotzdem stark»! Kräfte bis zum Schlüsse der Inflation versuchtem, sie aufrechtzuerhalten. Mit der Schaffung der Goldmark gewann die Volksfürsorge ober wieder festen Baden unter den Füßen, und dank ihrer gesunden Grundlage stand sie innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit wieder gesichert da. Im Gegensatz zu anderen, die Bolksversicherung betreibenden Versiche, rungsgesellschosten hatte sie noch Maßgabe der vorhandenen Mag- lichkeitcn versucht, den Versicherungsschutz bis zuletzt aufrechtzu- erhalten. Das Werk der Umstellung der Versicherung von Papicrmark auf Äoldmark war alles in allem von gutem Erfolg begleitet. Von den Ende Oktober 1923 vorhandenen"770 000 Vcr- sicherungeir, worunter sich eine sehr große Anzahl von Doppekver- sicherungcn befand, die mit Rücksicht auf die immer mehr zu- nehmende Entwertung abgeschlossen waren, wurden auf die neue Währung über 350 000 Versicherungen umgestellt. die eine gute Basis für den Wiederaufbau der Lolkssürsorge darstellten. Die Jahre 1924 bis 1927 galten dem Wiederaufbau und der Ausbreitung der Volkssürsorge. Dank der zielbewußten Zusammen- arbeit von Mitarbeitern und der Leitung der Volkssürsorge hat letztere heute bereits wieder eine Million Versicherungen mit einer Verficherungs- summe uon fast 400 Millionen. Die Prämien«innahme des Jahres 1926 bclief sich auf zirka 11)4 Millionen Mark, die des Jahres 1927 wird an 18 Millionen herankommen und der Bestand an Versicherungen wächst von Tag zu Tag. Diese Entwicklung fortgesetzt, wird die Volkssürsorge immer mehr zu dem, was ihren Gründern vorschwebte: zur Versicherung des schaffenden Volkes! Di« Volksfürsorge als Versicherung der minderbemiitelte» Volks- schicksten hat ihr« Bedeutung durch die Zahl ihrer Versick-enmgen. Aber auch hinsichtlich der Verwaltung der Voltsver- s i ch e r u n g, die stets als eine teure hingestellt wurde, hat die Volksfürsorge Vorbildliches geleistet. Obwohl die Volksversicherung mit ihren kleinen Versicherungssummen und kleinen Prämien und durch die monatliche Kassierung der Prämien an sich weit höher« Derwaltungskcsten hat, hol die Volkssürsorge es doeh ver- standen, im Laufe der Jahre ihre Vcrwaltungskosten soweit zu senken, daß sie unter den deutschen Lebensversicherungsgesellschaften, die, wie oben erwähnt, meist die große Lebensversicherung betreiben, in bezug aus bill ge Verwaltung an driiter Stelle steht. Dos den Gründern vorschwebend« Ziel, die Lolkssürsorge zu einer Kreditquelle der wirtschaftlichen Unter- nehmungen der Arbeiterschaft zu gestalten und ouszu- bauen, ist von der Volkssürsorge stets beachtet und nach Möglichkeit gefördert worden. Vis Ende ,1927 sind nahezu« 20 Millionen Mark den konsnmvereinen. Vau- und Siedlungsgenossenschaflen, Vauhülten, Oriskrankenkassen. Gewerkschaskshäusern als crststellige Hypotheken zur Verfügung gestellt worden. Die An- sprück)« auf diesem Gebiete an die Volkssürsorge sind so groß, daß sie ihre für das Jahr 1928 erwarteten Prämiengelder schon restlos fest zugesagt hat: das sind gleichfalls übcr20Milllon«n Mark. Je mehr sich die Volksfürsorge ausbreitet, je mehr die Gewerkschaften und Genossenschaften die groß« Aufgabe der Volkssürsorge erkennen und fördern, desto mehr wird sie in der Lage sein, den geldlichen Bedürsnisscn der Arbeiteruniernehmungen auch Rechnung zu tragen. Heute ist sie infolge der— an dem Bedarf gemessen— geringen Mittel erst imstande, einem kleinen Teil der an sie gelangenden Ge- suche zu entsprechen. Der Zuwachs neuer Versicherungen steigt von Tag zu Tag. Heute schon kann monatlich mit über 30 000 Rcuanträgen im Durchschnitt gerechnet werden, so daß die Aussichten auf eine immer voll- kommenere Erfüllung ihrer Aufgaben die denkbar günstigsten sind. Die sporsame Verwaltung der Gelder ihrer Versicherten hat das Ergebnis gezeitigt, daß hie Volkssürsorge schon nach ihrem Jahresabschluß 1926 an die Versicherlen 25 Proz. der Iahresprämie als Geminnankeile gewähren tonnte. Diele Gewinnanteil« werden den Dersicherien mit Zinsen und Zinseszinsen gutgeschrieben und bei der Versicherung?- leistung mit ausgezahlt, wodurch die Versicherungssumme, die bei der Art der Versicherten! der Volkssürsorge an sich verhältnismäßig klein ist, im Laufe der Lahre aus den Gewinnen selbst«ine Steigerung erfährt. Gemessen an den bisherigen Leistungen und Erfolgen und an- gesichtz des immer weitergreifcnden Organisationsgsbiets sind für die Versicherten sowohl als auch für die Kreditnehmer der Volksfürsorge die besten Erwartungen gerechtfertigt. Sache der Gewerkschaften und der Genossenschaften wird und muß es sein, die Volkssürsorge auch weiterhin in jeder Welse zu unterstützen und ihr« Mitglieder auf dieses bedeutsame, entwicklungsfähig« Unternehmen der Arbeiter- schaft aufmerksam zu machen. Schwere deutsche Sprache... Nach den Sparkassen— die Großbankdiplomaten. Die deutsche Sprache ist«in« schwere Sprache, wenigstens ist sie schwer verständlich, wenn sie von Diplomaten ge- sprachen wird. Gestern haben wir uns schon bemüht, die diplo- mati schon Ausführungen des Präsidenten des Deutschen Sporkassen- und Girovorbandes, Dr. Kleiner, über das Verhältnis von Banken und Sparkassen in dos verständliche Deutsch der Totsachen zu übersetzen. Daß die Sparkassen gsge» die Privatbanken den schärfsten Konkurrenzkamps ohne weitere Berständigungsoerhand- lungen führen werden, das war der Inhalt dieser Tatsachen. Heute muß dieselbe Uebertragung aus dem Diplomatendcutfch des Z e n- tralverbsndes des Deutschen Bank- und Bankier- gewerbes erfolgen. Nach dem Jahresbericht dieses Verbandes ist der Be- schluß zur Ausgabe von Sparbüchern zur Förderung d«r Ver- inögensneubildinig gesoßt worden: als Kampfmaßiiahme gegen die östentlichen Sparkassen sei der Beschluß weder gedacht gewesen, noch habe er sich als solcher praktisch ausgewirkt. V i r haben uns sagen lassen— und zwar von Privatbanken selbst—, daß die Sparkonten eingerichtet worden sind, um die Sparkassen zu ärgern. um sie unter Druck zu setzen und auch deshalb, weil das pnoote Bankkapital vor den zusammenschmelzenden Depositen der Bant- knudschaft Angst bekommen hat. Wenn der Gcschästsbericht sagt, daß die nun einmal bestehenden Gegensätze nicht durch Vorhand- lungen, sondern„sachlich" auszutragen seien, so heißt das wie bei den Sparkassen aus deutsch, daß sie im Konkurrenzkampf ausge- tragen werden. Prügel bietet der Zcntcalverbond den Spar- fassen ig Wahrheit an. wenn er den Gcschästsneid des privaten Bonkkapitals dahin umschreibt, daß der Zentralverband immer da- gegen anzukämpfen Hobe, daß die Sporkasien unter der Begrün- dutzz der Mittalstandsfü'.sorg« steuerliche Bevorzugung erhalten. Und ein Köder wird de» Sparkassen hingeworfen, der diese zu einer milderen Konkurrevzführung veranlassen soll, wenn der Zcn- trolvorbond versichert, daß die Sparkassen im Kampf gegen das Projekt einer Postsparkasse auf die Unterstützung des Zentralver- bandes rechnen können. Mit diesen Verdeutschungen der wirklichen Meinung des privaten Bankkopitals wollen wir uns begnügen. Der Jah.esberlcht enthält im übrigen noch zwei für die Po- litik der Großbanken charakteristische Bemerkung«», aus denen sich ergibt, daß die Großbanktn auch mit Privatbanken sehr diplomatisch umzugehe»»ermögen. Die Privatbankiers hatten gefordert— und zwar im Inteoesje ihrer Vörsenkundschost—. daß sich der Zentralverband für eine größere Publizität der Aktiengesellschaft einsetzen iolle. Der Jahresbericht meint dazu, daß der Erweiterung der Publizität unter dem Gesichtspunkt der Wettbewerbsfähigkeit gewisse Grenzen gesetzt sind und daß man sich auf das Gewohnheitsrecht verlassen dürfe, das sich bei den Zulasiungsstellen der Börse hinsichtlich der Anforderungen für Ausführlichkeit der Piospekte herausbilde. Die Oessentlichkeit und die Privatbankiers wissen natürlich, daß die Verweisung an die Zu- lassungsstelle für die Forderung größerer Publizität aus deutsch auch nichts anderes ist als ein Begräbnis erster Klasse. Llneimge Industrielle. Reschwichtigungsversuche im Neichsverband der Deutschen Industrie. Der Reichsverband der deutschen Industrie hielt am Freitag in Berlin eine stark besucht« Hauptaueschußsigung ab, die sich in der Hauptsache mit Steuersragen beschäftigte. Der Referent, Direktor Houßmonn, setzte sich unter Beifall der Versammlung besonders für eine Umgestaltung der Lex Brüning ein. Die Unzufriedenheit der im Reichsverband der deutschen Industrie organisierten kleinen und mittleren In- d u st r i e l l c n mit der Geschäftsführung des Reichsoorbandes, die in erster Linie die Interessen der großen und schweren Industrie berücksichtigt, scheint wieder einmal sehr groß zu sein. Geheimrat Duisburg hielt es deshalb auch am Freitag für not- wendig, die Opposition nach Möglichkeit ,�u beschwichtigen". In seiner Eröffnungsrede wies Duisburg darauf hin, daß Gegen- s ä tz e im Reichsverband vorhanden seien, was selbstverständlich und notwendig sei. Cr ist aber der Ansfossung, daß die kleine und mitt- lere Industrie den Reichsoerband zur Wahrung ihrer Interessen un- bedingt notwendig habe, während die Großindustrie nötigenfalls ohne die eigentliche Berbondsarbeit des Reichsoerbandes auskommen könne. Od diese Drohung der Großindustrie die Opposition der kleinen und mittleren Industrie abdrosseln wird, muß abgewartet werden. Schiffahriskämpfe auf dem Aitaniik. Konkurrenz der Lleöersceredereien. Der Burgfriede, der nach getroffener Vereinbarung zwischen den wichtigsten Reedereien Deutschlands, Englands, Frank- reichs, Hollands, Belgiens, Norwegens, Schwedens. Amerikas und Kanadas länger« Zeit hindurch in der Nordatlantikschiffahrt gewahrt worden ist, scheint in die Brüche gehen zu wollen. Dafür sprechen Anzeichen mancher!« Art. Di« gewaltigen Anstrengimge» fast aller Graßreedereien aus Erhöhung der Zahl ihrer Schisse, die Suckü. immer größere und komfortablere Ozeanriesen in den Dienst zu stellen(siehe die Aufträge des Norddeutschen Lloyd, ' der White Star-Line und anderer Gesellschaften), der Ruf doch Steigerung der Subvcntcansleistungen in Amerika, Kanada, Frankreich, die Vermehrung des Gescllschastskapilals, sei es durch Ausgab« neuer Aktien oder durch Anleihen im In- und Auslände, lasien er- kennen, daß man in den Direktionen der führenden Schiffahrts- firmen oller beteiligten Länder emsig bemüht ist, die Spitze zu er-- klimmen oder zum mindesten sich einen möglichst großen Einfluß auf die Gestaltung der Dinge bei der in der Lust liegenden Aus- einandersotzung zu sichern. Wer wird in diesem Kampfe siegen? Aus der einen Seite stehen die Reedereien derjenigen Länder, die der Schiffahrt öffentlich Subventionen zufließen lassen', vor ollem also die 2er- einigten Staaten, Kanada und Frankreich, auf der anderen Seite die Reedereien solcher Länder, in denen die Schiffahrtsgewaltieen nach außen hin zwar aus alle Subventionen verzichten, um sich völlige Handlungsfreiheit gegenüber ihren Regierungen zn wahren, in verschleierter, zu nichts verpflichtender Form oder die staatlichen Unterslügunzen mehr als gerne einstreichen. Hier sind sti? Deutschland zu erwähnen die gewaltigen Zuwendungen an die Reedereien beim Wiederausbau der Handelsflotte und später die B»- willigung der Mittel für den Schist'bauerneuerungsfonds. In dikje Gruppe der angeblich nicht subventionierten Länder gehört außer Deutschland vor ollem auch England, während die Stellung der übrigen in Betracht kommenden europäischen Länder erst von se.un- därer Bedeutung ist. Das Ringen um die Dorherrschaft auf dem nördlichen Teil des großen Teiches wird sich darnach in erster Linie zwischen Deutschland und England einerseits und den Vor- einigten Staaten und Kanada andererseits abspielen. Auf welcher Seite die größeren Machtmittel liegen, mutz sich erst zeigen, wenn die Schlacht geschlagen wird. Der Welthandel hat den Umfang der Vorkriegszeit wieder erreicht, uird hier wie dort ist man gut gerüstet. Daß auf deutscher Seite auch die Ha p a g und der Lloyd sich von den Stürmen des Krieges gut erholt haben, be- weisen die gerade im laufenden Jahre vergebenen umfangreichen Neubauaufträge und die letzten Geschäftsberichte beider Gesell- schaften. Da aus vielerlei Gründen kaum anzunehmen ist, baß England sich auf die Seite Amerikas schlagen wird, können d-e europäischen Interessenten dein Verlauf der Dinge mit cin'.gcr Ruhe culgszensehen. Naturgemäß würde aber bei einem Kampf« oonlängcrer Dauer, und ein solcher wird es werden, wenn er erst einmal zum Ausbruch gekommen ist, ein starker Rückschlag bei keinem der Be- tciligten ausbleiben können. Das ist ein Umstand, der erhoffen läßt, daß es sich die maßgebenden Instanzen dcch noch restlich über-' legen werden, ob nicht eine friedliche Regelung der ganzen Ango- legenheit dem Losschlagen vorzuziehen ist. E!ne neue Kreditgenossenschafi. Für den jüdischen Mittelstand. In den letzten Tagen wurde unter der Firma„Jüdischer Kreditverein für Handel und Gewerbe" eine ein- getragene Genossenschast mlt beschränkter Haftung in Berlin ge- gründet, die die erste jüdische Genassenschastsbank darstellt._ Dt Zweck der Gründung ist die Befriedigung des Kreditbedarfs jüdi- scher Handwerker und Gewerbetreibender sowie sonstiger Angehöriger des jüdischen MiUetstand». In ihrer Eigen-, schast als Mittelstandsbank wird die Kenossenschoft gleichzeitig alle sonstigen Bankpeschoste für ihre Mitglieder durchführen. Der einzelne Gcnojsenschasleanteil ist aus 230 Mark festgesetzt, Geschäftssührends» Vorstandsmitglied ist James Goldschmidt, Levetzowstr. 12. Die organisierte Arbeiterschaft kann gewiß nicht in den Berdackst kommen, dem jüdischen Mittelstand oder gä�.genonenschaststchcn Selbfthilfeorganisoiionen mit Antipathie gegenüberzustehen. Aber es will uns doch bedenklich erscheinen, daß die Gründung von Kreditorganisationeu irgendwie nach konsesiianellen Gesichts- punkten erfolgt. Sollten die Angehörigen jüdischer Gemeinde» bei den bestehenden Kreditgenossenschaften aus irgendwelchen Gründen, abgesehen von der Kreditwürdigkeit im einzelnen Fall, zu kurz kommen, so muß das ossenilich gesagt werden. Auch wenn es sich bei der Gründung um eine ratianellere Durchführung der Ausgaben der Jüdischen Gemeinde Berlin handeln sollte, müßte das der Oesfent- lichkeit mitgeteilt werden: denn es kann kein Zweifel darüber sein, daß angesichts der großen Zahl der bestehenden Krcditgenossenschasien Neugrün düngen eher ein« Sch w ä ch u n g als eine Stör- tung des kreditgenossenschasllichcn Systems zur Folge haben müsse». Das Zernenkkartell..gerettet".— Vreisscnkvng bis tn 15 proz. In der am 16. Dezember abgehaltenen Gesellschasterversammlung des Westdeutschen Zemcntverbandes wurde die Verlange- rung des Kartellvertrages umeinIohr genehmigt. Damit ist des Kartell in zwölfler Stunde vor der Sprengung bewahrt worden, die auf die Kündigung des Vertrages durch die stärksten Unternehmen sonst am 1. Januar eingetreten märe.— Außerdem beschloß das Kartell, die Preise iür Pörtland-Zement bis zu 70 M. je 10 Tonnen, also bis um 15 Proz. herabzusetzen. Damit erfahren endlich die seit Iahren auf Äostan des Vaumarkte« übermaßig hohen Zementpreise«in« Senkung, die sich allerdings nur auf die örllichen Absatzgebiete des westdeutschen Kartells bezieht, in denen sich die Hochburg der Außenseiter befindet. Daraus geht. hervor, daß die Preise vom Kartell nicht«wa im voliewirtschafi- lichen Interesse zur Förderung der Bautätigkeit ermäßigt wurden, sondern daß rein gesckhistspolilische Gründe ausschlaggebend gewesen sind. Die verhaßten Außenseiter sollen mit allen Witte-mtot gemacht werden.'Weiterhjn zeigt aber diese Atiion, welche un- sinnigen Preise die Zementtartelle bisher dem Inland diktiert haben, wenn sie auf einen Ruck eine ISprvzentige Ermäßigung vornehmen können. kveikerhin flelgende Tageslelslnngen in der Roheisenerzeu-nina. Die Roheisenproduklion in Deutschland betrug nach der Zeitschrift„Stahl und Eisen" im Monat November bei 30 Ar- beiletagen 1119 385 Tonnen gegenüber 1 139 357 Tonnen im Oktober bei 31 Arbeitstagen. Lemerkenswert ist, daß die arbeitslüg- liche Leistung si chim November weiterhin erhöht hat, und zwar um 560 auf 37 313 Tonnen, Damit übertrifft sie die Tagesleistung von November 1926 um mehr als 15 Proz. Die Gesamtproduktion von Roheisen beträgt von Januar bis November des lausenden Jahres fast 12,0 gegen 8,57 Millionen Tonnen in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Somit hat sich die Roheisenproduklion in diesem Jahr um rund 40 Pro.z. erhöht. Die Reichsbahn Hai im Oktober mn 29 Millionen höhere Einnahmen erzielt als im September. Defchäftigt wurden aber weniger Personen, nämlich 728 801 gegen 729 280 im September. Der Novembcroerkehr war noch sehr stark, wobei der Rückgang der Erntebewegungen durch die oerstärkte Kohlenbewegung für den Winterbedarf ausgeglichen wurde. Der Versand a» Düngemitteln stieg um 35 Proz. Das Leunawcrk allein übergab 15 geschlosstne Züge zur Aussuhr über Homburg. Entscheidung über die Vraunkohlenpreise im Januar. Wie die .„Koiijunkliir-Korrespondeiiz" meldet, sind die Arbeite» der zur Prüfung der llnterlogcn für Kosten und Preise in der Braunkohlen- Industrie eingesetzten Kommission so weit, daß die Schlußsitzung noch vor Weihnachten stattfinden kann. Das Gutachten über die Ergeb- nissc der Untersuchung soll unmittelbar daraus dem Reichswirts, hast?- Ministerium und den übrigen.zuständigen Stellen vorgelegt werden. Es ist also zu erwarten, daß im Lause des Monats Januar über die bv" der Brauntohlenindustrie Mitteldeutschlands vorerst zurück- gestellten Preiserhöhungsanzeiger entschieden wird. Sonnabend II. Dezember 1927 Unterhaltung uns ÄNtssen Beilage des Vorwärts Ein Scholar starb. Von Paul Laven. Es ist crfauM, traurig zu sein, wenn der Tod einen Menschen fortnahm, Kesten Bild man tief in sich trug. Gesten gehören nicht dazu und keine Tränen, vielleicht ein Befinnen, fetten aber woit- fchweifendes Wort. Anders aber ist es, wenn der Tote mitten in der Reihee zu gehen wünschen. In seinem Eisenbohnzug wird immer dos Essen für Sie bereitgehalten." Wie beruhigend für Winston Churchill, das zu wissen! Es war eine schwere, verantwortungsvoll« Zeit. Tiere als Kannibalen. Von Dr. W. Rammner, Leipzig. Der Kannibalismus, d. h. das llyberwästigen und Verzehre» von Artgenossen, ist im Tierreich durchaus keine Seltenheit. In vielen Fällen zeigt er sogar dieselbe abstoßende Form, die den Kaniiibali»- mu» beim Menschen zur abscheulichsten Erscheinung macht, die man sich vorstellen kann. Am überraschendsten ist natürlich die Parallele zwischen menschlichem und tierischem Kannibalismus bei den staaten- bildenden Insekten: das soziale Zusammenleben oft zahlloser Jndi- viduen stellt die Gesamtheit nicht selten vor Probleme, die mit Hilse de» Kannibalismus am„einsachsten" zu lösen sind. So werden bei den Ameisen nicht seilen kranke Tiere von den eigenen Artgenosien aufgefressen. Dasselbe Verfahren ist bei den Termiten übtich, die außerdem bei zu starler Vermehrung die überzähligen Tiere nicht erst zu gefährlichen Nahrungskonkurrenten heranwachsen lassen, sondern sie rechtzettig töten-» und verzehren. Geradezu als uiwermeidliche „Staatsnotwendigteit" spielt der Kannibalismus bei der Gründung neuer Ameisentolonien eine äußerst wichtige Rolle. Man hatte sich schon immer darüber gewundert, daß die Ameisenkönigin, die nach dem Hochzeitsflug einen neuen Staat errichtet, monatelang nicht aus ihrem neuangelegten Erdnest herauskommt: sie hat keinerlei Berblndung mit der Außenwelt und verhungert trotzdem nickst, lind die Larven, die sie großzieht, erhalten auch keine Nahrung von außen her und müssen dennoch gefüttert werden. Man vermutete daher, daß bei diesen Staategründungen der Kaniiibalismus von größter Bedeutung ist. Durch die umfangreichen Forsthungen und Cxperi- mente von Pros. Ed. Meyer ist erst kürzlich diese Vermutung vollauf bestätigt worden. Sowohl die Ameisenkönigin als als auch die Larven leben von den Eiern, die die Königin legt, und auch von jüngeren Larven, die gewissermaßen dem Staotswohi, der neu ent- stehenden Kolonie, geopfert werden. Ohne diesen Kannibalismus könnten die neuen Ameisenstoaten also gar nicht entstehen. Recht überraschend ist da» Vorhandensein kannibalischer Triebe bei sonst friedlichen Tieren, z. B. bei Schmetterlingsraupen. Mancher Sammler Hot mit diesen„Mordraupen" schlimme Bekannt- sehnst gemacht. So erlebte es Voelschow, daß sich 64 frisch«In- gesaminelts Bläullngsraupcn tctlwessc gegenseitig auffraßen, teilweise so schwer verletzten, daß kein einziges Tier mn Leben blieb! Der schlimmste Kannibalc unter den einheimischen Raupen ist die Ulmeneule, die nicht nyr unter ihresgleichen wütet, sondern auch anderen Raupen nachstellt und sogar ans die gewöhnliche Blätter- Nahrung völlig verzichtet hat. Die Frühbirneulcnraupen überfallen mit Vorliebe die eigenen Geschwister, die sich gerade verpuppen wollen und dadurch wehrlos sind. Auch die Raupen der Siahlmotten stellen anderen Raupen nach und werden gelegentlich durch V«r> tilgung von Nonnenraupen recht nützllch. Aufsalleitd häufig finden sich derartige Mordraupen in Palagonien, dessen trockene Sommer die Tiere zum Kannibalismus zwingen, wenn sie nicht umkommen wollen. Kannibalische Gelüste treten nicht selten unter abnormen Bedingungen aus. So vertrogen sich gesangengehallene Eulen gut. solange sie all« kräftig und gesund sind. Beginnt jedoch ein Tier zu kränkeln, so ist es bald verloren: die eigenen Artgenojsen töten und verzehren es. Daß sich mehrere in einer Falle gefangene Nagetier«(Mause, Natten) gegenseitig aussressen. ist allgemein bekannt. Hält man mehrere Ratten in einem gemeinsamen Käsig gesangen, so genügt e» oft schon zum Erwecken kannibalischer Gelüste, eist TlSt in den Schwanz zu kneifen, so daß e» schreit. Die Genossen fallen dann schleunigst über das schreiend« Tier her und fresse» es auf. Terrarienbesiger machen auch nicht selten die Unangenehme Entdeckung, daß etwa einer ihrer kleinen Salamander der« Kannibalismus eines größeren Aktgenossen zum Opscr gefallen ist. Zierfischlicbhaber wissen oft von ähnlichem Mißgeschick zu berichten, das ihre Schützlinge betrosfi» hat! In der srcten Natur ist der Kannibalismus unter normalen Lebensbedingungen nicht minder häufig. Man kann ganz allgemein sagen, daß die räuberischen Tiere, vom ileinsten Insekt bis zum größten Raubsäugettcr, über ihresgleichen herfallen, wenn sie der Hunger treibt und der Artgenosse schwächer ist. Die schlimmsten Räuber unter den niederen Tieren sind z. B. die W a s s e r k ä f e r und ihre Larven. Sie fressen sich ohne weiteres gegenseitig auf, so daß es ganz unmöglich ist, etwa mehrere Gelbrandlarven gleichzeitig in einem Aquarium zu halten. Binnen kur,zem sind alle bis aus eine dem gcgcnseiligen Sichausfresscn zum Opfer gefallen. Ja. im Freie» sind für die sunge Gelbrandlarvc die otzenen Geschwister die erste Nahrung überhaupt! Dieser Kannibalismus in der krassesten Form ist bei ihnen burchau« normal. Etwa» Achnliches findet sich nur noch bei anderen Wasserkäsern, bei den Larven der Puppenräuber(Käser) und, wie schon geschildert wurde, bei gewissen Schmcttcrlingsraupen. Libellen larven fallen ebenfalls nicht selten über ihresgleichen her, und die erwachsene» Libellen scheuen sich keineswegs, kleinere Libellen zu jagen, sind diese erst frisch geschlüpst und daher im Fliegen noch ungeschickt, so werden sie gar leicht eine Beute dieser Kannibalen. Bei vielen Spinnen ist a üblich, daß das stärkere Weibchen nach der.Hochzeit" das kleiner« Männchen zu überwältigen sucht; ost genug gelingt diese» Vorhaben, und ein kannibalisches Mahl beschließt dann das.Hochzeitsfest. Ueberhaupt kann man nicht selten beoöH achten, daß sich bi« beiden Geschlechter außerhalb der Paarungszett feindlich sind. So beißt der männliche Hamster das Weibchen sosort toi, wenn es ihm aus seinen Strelfzügen begegnet. Selbst bei dtn kleinsten Tieren ist Kannibalismus beobachtet worden, bei Räder- tierche» und den winzigen einzelligen Trompeterlierchen, die ihre nächsten Verwandten tn ihren Schlund hineinstmdeln und verdauen. Bei recht vielen Tieren ist besonders die Nachkommen- s ch a s t durch tannibolisch« Gelüste eines oder beider Eltern gc- sährdet. Diese biologisch durchaus unverständliche Erscheinung ist besonders bei Hausschweiuen und Kaninchen verbreitet. In Zeiten der Rot fressen selbst die Wildschweine Ihre eigenen Jungen auf. Bei Fischen ist ea recht häuGg festgestellt worden, daß die junge Na,!,- kommeuschast von den eigenen Eltern verschlungen wird: dem Aquarienbesitzer macht diese üble Gewohnheit natürlich oft genug Kummer, da er sich nach einem solchen Unglücksfall um seine viele Mühe um eine gut« Nachzucht betrogen sieht. Besonders müssen die Männchen von den Jungen ferngehalten werden. Den jungen Kro- kodilen und Raubsäugeticren, aber auch vielen friediertigen Tiereu wird besonders der Dater gefährlich, in dem der Anblick seiner Spröß- linge häufig nur kannibolischr Triebe zn erwecken scheint. Die Mutter sucht daher in vieken Fällen mit List die Jungen vor ihm zu ver- bergen. Selöst dort, wo die Eltern erst Brulpslege treiben, die Gier also besonder» schützen, zeig! sich mancherlei Kannibalismus, so bei manchen Fischen, besonders auffallend aber bei der weiblichen Maul- wurfsgrille. die erst«ine Hohle für ihre Eier gräbt, diese und dam, auch die geschlüpften Jungen lange bewacht, schließlich aber dvch einen Teil ihrer Kinder allmählich verspetstl Am D«nsiag 13.©«., 16 /, Utir. o«rld)tcb nach langem Leiden mein lieber Mann unlr St übet. Ontcl und Schwager, der Bäcker Karl Quiel hn 64 Lobni-JiQbt- Dieszeigt Im Namen der trauernden Hinter bliebenen tiei- deirUdt an I.ul5r yulel, erb Lanxe». Berlin. 16. Dezember 1327. Etnäscheruna: Sonnabend. 17. Der.. l6>-, Udr im Lrein Baumlidulenmeo. vr. IscvvsvA 80 VekHevIiorSer§lr. 80 Tir-t1*, 3- S. I.timi.oldl 42»? LJ U E R t? tz; Nö ALEXANDER. PLATZ i von /c> M an.v- v Schatullen�& von 33 M an.----- ,v Schrank ap parate von 112,50 M an. Bei überlegener Qualität unerreicht billig. 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Deutsche Sozialisten in Riga geben uraer dem Titel„Das ander« Deutschtum" eine so zialistische Wochenjchnft heraus: das ist besonder» verdienstlich im Lande des als erzrealtionär bekannten deursch-baltischen Spießertums. «intttdusg«» für die!« RndrU flad Berti» SWS«. Liadeuftratz« 3. partemachrichien�M�fürGroß-Berlin stet« on da» Beztrlsselretartat 2. Hof. 2 Step, recht«, ja richte». Jfit den Wahlfonds der SPD. in Berlin wurde von der Betriebsfraklion des Bezirksamts Prenzlauer Berg der Betrog von lOO Mark an die Bezirkskasse obgcsühri, worüber hierdurch mit bestem Dank öfsentlickf quittiert wird. I. A.: Alex P o g« l s. » Rrciä. Sharlatteabnrg. Leute, Connabcnd. 17.?c.;embct, ZSti Ulir, Sitzung der Iugcndicunmissioir im Zugondhrim, Rostncnstr. 4. Jede Abteilung mutz vertreten sein. J9. Äreis. Pantom. Au der Eedächtnisicier des Reichsbanners Schmarzrat- gold am Sonntag. IS. Dezember. lü UKr. auf de», SckiSnholzer �ricdhof für unseren vor einem Zadre tödlich verunglückten lbenone» Klnidt er- warten wir zahlreiche Beteiligung. Treefpunkt 14� Uhr Rathaus Pankow. heute. Sonnabend, 17. Dezember: kl. Abt. Anmeldung von Aindern usw. zur Wkihnachtzbescherung sind von den Bezirtsfuhreru spätestens am Sonntag. 18. Dezember, bei dem Genossen Runge. Steinmetzstr. 4«, abzugeben. Spätere Anmeldungen Ijjnnc» nicht mehr berüeksichtig« werden. 13. Abt. Die klarten für die Teilnahme der Kinder an der Wcihnachtsseicr bolcn die BezirkoMhrer vom Genosicn Kressin, Puttlitzstr. l»>. ab. 47. Abt. Die Bezirlsführer werden gebetrn, die Restanten des 4. Quartals zu kassieren und dann mit dem Abtcilungskassicrer pünktlich abzurechnen. 48. Abt. 18>N Uhr bei Keller, ffürstcnstr. l, Abrechnung sämtlicher Bezirks- Mhrer. Jeder Bezirk mutz unbedingt erscheinen. 78. Abt. Halens«. Die Genossinnen und Genossen, die ihre Kinder on der Weihnachtsbeicherung am 2. Weihnaibts'eiertaq teilnehmen lassen wollen, werden aedrten, ihre Adresse bis spätestens Sonntag, 18. Dezember. beim Genossen Schüler. Iohann-Siglsmund-Str. II. anzugebe». Morgen. Sonntag. IS. Dezember: ummh r 24. Abt. Weihnachtsfeier im Kartenlaal de» Saalbauc« ssricdrichshain. � Eiulatz 48 Uhr. Ansang 47 Uhr. Die Genossen sind mit ihien ssami- lst r � licnangehSrigen. Zrcuxdea»ab Bclanuten herzlichst«»geladen. 22. Abt. eharlottenburg. 1« Uhr vormittags treffen sich dir Genossen zur fzlugblattvcrbreitung für die weltliche Schule bei Bade. Kaiserin-August»- Allee 22. 36. Abt. SKarlstteabura. Weibnachtsscicr um 16 Uhr für die Kinder in der Schulaula. Witzlebenstr. 8Z. Mitwirkende- Kinder- und Zngcndchor.Harmonie', Soziallstisch« Arbeiterjnaend. All- Geaoffi»- »e» und Genossen werden gebeten, zahlreich zu erscheinen. 114. Abt. Lichtcnberq. 17 Ubr Wclhnacht-seirr«it Beschernng nad f.z gemütliche« Beisanunensei» im Lokal Seheatit, 0 rossen er Str. 14. W --- � 128.138. Abt. Pankow. Montag. 13. Dezember. Beihnachtssci« der S-H Franen nnd Kivberlrennde im Spicgel'aal de, Bnrgervgrk«. Beginn KZ 1» Ubr. Snschlietzend gemütliche» Beisameniein. Rc-bt zahlreiche KZ Beteiligung erwartet Die Adteilunqsleitung. lH Frauenveransiattungen. 4. Abt. Sonntag, 18. Dezember. � 16 llhr, im Jugendheim. Lailiechcrger Strotze 20: Weihnachtsfeier. [ Bezirksausschuß für Arbeilerwohlfahrt. 1. Krei«. Mitte. Heute. Sonnabend, 17. Dezember. ISf? Ubr. in der Kulturabteilung des Metollarbeitcrverdandez, Linicnstr. 196/197, Tilm- nni Bortvagsabend. Erstmalige Vorführung de» Arbeiterwohliaurts. »ilms. Bortrag, der Genossin Wronskn. Eintrittspreis ZS Pf. Aber iür die Inhaber eines Loses freier Eintritt. Um zahlreiche Beteiligung ' wind gebeten. > 3. Srcl«. Wedding. Heute, Sonnabend. 17. Dezember, lim Uhr. im Kino Ballfchmieder, Badsir. lS, und Bortragsabcnd..Mutterfürsorge'. ein packender!7ilm aus dem Wirknngskrei» der Arbciterwohlfahrt. Bortrag Genossen Dr. Ti'd Schlotz lBezirk-omt Kreuzbcrg). 2. Borsiellnng bei ai-sreichendem Besuch um 21>i Uhr lOVi Uhr). Eintrittsvreis 22 Pf.. aber für Inhaber eines Loses sreier Eintritt. Losprei» 28 Pf.— Funk- tionäre und Heiser werden gebeten, um ISf, Uhr zu erscheinen. Inngsozialistcu. Achtung, Grotz-Berlink Die Gruppenleiter müssen unverzüglich die Pro. gramme sür Zanua: dem Genossen Kurt Zingelmann, Fritz-Reutcr-Str. 3, Kiaderfreunde Groß-Verlin. Sprechchor zur Semeinschaftsseier. Alle Mitspieler treffen sich Sonntag vünktlich V-11 Uhr am Bühneneingang Linicvsrratze. K«i, Wcdding. Gruppe Gesundbrunnen. Unsere Weihnachtsfeier findet am heutigen Sonnabend. 17. Dezember. ISfh Uhr. im Zngeudheim, Lortzingstratzc � Grnppc f Hallel'«' Tor trifft sich zur Gemeinschaftsfrier in der Volksbühne am Sonntag. 18. Dezember, Zhll Uhr, Brandenburgstratze Ecke Sitschincrstratze. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 188. Abt. Aermsdorf. Beisetzung der Aschenreste unseres verstorbenen Sevossen Prof. Rudolf Neunzig heut«, Sonnabend, 47. Dezember, 46 Uhr, Hermsdorfer Friedhof. Treffpunkt 1S4H Uhr Bahnhof. Slldtiznnel. Sozialistische Ardeiteriugend Gwß-Serlin. S Unsere Weihnachtian-stellung im Jugendheim, Lindensir. 3, ist bis Freitag, 23. Dezember, werktags von 16—20 Uhr, Sonntags von Jedes Mitglied muß die Ausstellung besuchen. .zreiiag. e-g..vezem 10—30 Uhr geäffnet. kfeule, Sonnabend. 17. Dezember: Adlershos. Weihnachtsfeier gemeinsam mit der Partei.— Friedrichsfelde. Weihnachtsfeier im Heimichlotz. Berliner Strotze.— Rcnkiillu 474. Die Weih- nachtsfeicr findet umständehalber erst am Dienstag, 20. Dezember, statt.— Reulölln. Äclteren. Gruppe: Fahrt noch Jeuthen. Treffpunkt 7.30 Uhr Bahn- bot Neukölln. Wörther Platz: Treffpunkt zur Sonnenv'endc in Jossen ty llhr Potsdamer Bahnhof, Houpteingang. Jeder mutz pünktlich erscheinen.— Scheu, hauicr Borstadt. Trerfounkt zur Sonnenwcndfcier 40 UKr Bahnhof Schön- hanser Allee. Die Wcihnachtsicier findet schon am Dienstag, 20. Dezember, statt.(Jossen sind am 20. mitzubringen.) Werbe bezirk Prenzlauer Berg: Am Sonnabend. 17. Dezember. Windersonnen- wendfcier in Josten. Die Genossen, welche schon uvi lS llhr Feit haben, treffen sich um 1K Uhr Potsdamer Bahnhof, Eingang(Bahnsteig nach Zossen) Morgen, Sonntag, IS. Dezember: Bahnhof Tempelhoi. Ist Uhr Heimabend.— Eöpcuick. Zm Heim Grünauer Str. 2 Heimabend— Reinickerdotf-Ost. Im Heim Rcsidcnzstratze Heimabend.- Pankow Nord Im Heim Görichstr.>1 Heimabend— Panlow-Süd. Bestich der Beihnachtsausstellung.— Neukölln IV. Bestich der Wcihuachtsausstcllung. Trcfipunkt 12 Uhr Bahnhof Hcrmannstratzc.— Rcutölln VI. Besuch der Slcr». Warle. Tresipnnkt 42 Uhr Zeilungskwst Hertzbergplatz.— Rosenthaler Bor. ltadt nah Köllviicher Pari. 41 Uhr Generalprobe im„Roicnthaler Hof". Unbedingles Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Wcrbebczirk Lichtenberg. Wegen ungünstiger Platzuerhältnisse fällt dos Spielen aus. Um 20 Ubr im Leim Dossestr. 22 Lichtbildervortrag. Zahlreiche Beteiligung aller Mitglieder wird erwartet. Wrrbcbeziri Mnggrlfre. Delegiertenkonferenz um 20 Uhr in Eöprnick, Schlotzstr. 27._ Vorträge, Vereine und Versammlungen. G Reicksbanner„Sckiwari Rot-Gold" E e f ch ä i t s si e l I e: Berlin S. 14. Ecbastianstr. 37,71«. Hof 2 Tr. Tempelhoi: Arbeitsdienst fällt bis auf weiteres aus.— Sport. platz Friedrichsfeldc: Co.. d. IS., finden die Uebungen wir lolgt statt: st— 10 Uhr Lichtenberg, 42—13 Uhr Mitte. 13—44 Uhr Prenzlauer Berg, 14-42 Uhr Treptow, 42 16 Uhr Frisdrichohain. Montag, Ist. Dezember. Lichtcnberq nebst Kamer-Hsckgftcn: 18,30 Uhr findet im Beremsheim Sportplatz Fricdrichsfclde die Forlsetzung des Eanitiitskurfus statt. Praktischer Arzt ist anwesend. Kameraden, die Interesse haben, können sich»och beteiligen. Pankow: 19,30 Uhr Bollpcrsammlung bei Mener, Breite Str. 44(Türkisches Zelt): Bericht von der Gaugeneralverlammluna. Geschöft». und Nassen- bericht. Neuwahl des Ortsvorstandes, Mitgliedstarte legitimiert. Adlers- baf: 19 Uhr Zulammcnkunft im Jug'vdheim, Roonstratzc. Tiergarten, Kamerad- schalt Stephan: Der Besuch des Museums kür Meereskunde fällt umstände- halber am Sonntag, 18. Dezember, aus. Wintcriport-AbteUung: Sonntag, 48. Dezember, Stillbungsfahrt. Treffpunkt st.12 Uhr Bahnhos lüruucwald! Rückkehr ll.tö Uhr. „Der Jungs Ehor". Mitwirkung Sonntag, lS. Dezember, im Moabiler Gescllschgftshaus, Liclcfstr. 24, Anfang 4L Uhr. Nächste Ucbungsstund« lletztc im Jahr» Montag, Ist. Dezember, 49,30 Uhr, Schulaula Sophiengyinnasium, Steinsiraßr. Arbeiter. Sänger stund. Dienstag, 20 Dezember, 49 Uhr, findet eine Wintersonnenwendfeier des Berliner Bolkschors mit Ehorgesängen für seinen sinne. sind. I Professor Kotz Jü-------,------- sinn, ein neu entdeckter Sinn". Dieser Sinn ist schon lange de» kannt, doch die Forschung hat sich erst jetzt eingehend mit ihm de, ichaitigt, irotzdem«r eine außerordentlich groß« Rolle spielt. Der Vibrationssinn besähigt d«n Menschen,«chwingungen körperlich aus- zunehmen. Besonders stark ist«r bei Taubstummen«ntwickelt. Satz führte als Beispiel Taube an, die nur durch Abfühlen des Kehlkoptzs oder Brustkorbes, der beim Spredjeu mitschwingt, imstande sind, die geiprochenen Worte und Buchstaben zu erkennen, die bei einer schwingenden Stimmgabel allein durch Fühlen di« Höhe des Toires feststelle».— Ms Sendeoperett« wählt Bronsgcest den„B r» d e r 2 t r a n b i n g e r" von Edmund Eyslcr, alio diesmal keine der modernen mehr oder minder schönen Tanzopereuen, sondern ein Werk Wiener Schul« mit großen Chören und.Finales im Walser- takt. Mit allen jenen musikalischen Finessen, die in der Wiener Treu dilion wurzeln. Manche Situation kommt bei der Uebcriragung nicht voll zur Geltung.„Bruder Slraubinger", verkleidet als ältester Veteran der Armee, braucht in den Szenen vor dem»herzog und in der Schaubude d>e Bühne, um humoristisch wirken zu können Schließlich bringt aber jede Operette ähnliche Szenen, und«s kommt hauptsächlich daraus an, ob die Musik diese im Wesen jedes über- tragen«» Werkes lieoendsn Mängel vergessen läßt. Dos ist hier der Fall. Eyslers Musik ist so reich on Melodie, das Oräieftcr so sorgfällig behandelt, daß schon das Hören allein Vergnügen bereitet. Dazu sorgt Seidler-Winklek für gesättigten Orchesterklang. Vielleicht hätte aber Bronsgecst den gesprochenen Text noch mehr kürzen können. Bötel und Matzner singen mit guter, sreier Höhe, lieber- raichend immer wieder, wie Botels Stimme an Ausdruck und Kraft gewinnt. F. S. KInierchor im großen Saal des Ecwerischaftshaufes stckit. EÜste nnd Freunde des Chors willronunrn. Die R«ttnuq,geselllch»ft der Ägsserspoetverciue»on Berlin nnd limqrprvb hält einen Samariterkursu? für Damen nnd Herren ab. Der Kursus erstreckt sich über 40 Abende und beginnt Mittwoch, 44. Januar, 20 Uhr,, int Hörsaal den Landwirtschaftlichen Hochschule. Berlin, Involidenitr. 42, Für je zwei Mitglieder der angeschlossenen Bereine ist die Teilnahme irei. weitere Teil. nehwce haben eine Gebühr von 2 M, ,zu entrichten. Meldungen an die Ge- schäflsstcllc, Berlin 310. 13, Landwchrste. 22/29. Arbeitersport. Zußball Schluhspiel um die Ostbezirksmeisierschask. Die letzten Spiele UNI die Ostbczirksmeifterschast sind von größter Be« deutung, da es leicht möglich ist, daß drei von den vier daran beteiligten Ber» einen punktgleich werden können. Wenn nämlich Lichtenberg 1H über Sparta sieareich bleibt und Lichtenberg I Adlcrshof schlägt, ist die Tatsache feststesiend, daß Lichtenderg I, Iis und Sparta je 2 Spiele gewonnen und eins verloren haben.-Allerdings wird Sparta versuchen, Lichtenberg lll zu bezwingen, damit die Runde nicht noch einmal von vorn beginnt. Sparta hat in den Meisterschaftsspielen eine gleichmäßig gute Form gezeigt, so daß es ihnen müg» fich sein sollte, mit einiger-Anstrengung den Widersacher zu bezwingen, doch darf nicht vergessen werden, daß Lichtenberg Hl tjegen Lichtenberg I ohne den besten Stürmer antrat, der ieooch diesmal mitspielen wird. Der Frisch. Frei. Platz in Niederschöneweidc(Gasanstalt) wird einen großen Tag haben. Lorher um I? Uhr spielen Wildau und Taemania. Wildau hat den dornenvollen Weg in der Trostrunde bisher sehr knapp zurückgelegt und auch Tasmanias Beteiligung war bis zum Ueberraschungserfolg am letzten Sonntag zweifelhaft. Der Ausgang des Spieles wird ein sehr knapper werden. Im anderen Spiel stehen sich aus dem Sparia-Platz in Lichtenberg, Lxiufsstraße. die Mannschaften von Lichtenberg l und Adlccrshos gegenüber. Adlershof hat aus der hohen Nieberlage des Vorsonntags gelernt und tritt ge«n Lichtenberg J mit alter bewährter Mannschaft an. so daß die Lichtenberger z:rst in den letzten Minuten das bessere Ende kür sich behalten werden. Im Südwesten muß Luckenwalde l, die am Vorsonntag den Ortsverein Hertha in den Meisterschastüspielr.n nur knapp i: 3 schlagen konnten, in Wannsee gegen den letzten Südwestmeister, Neukölln, antreten. Wenn man die beiden Mannschaften vergleicht, so mutz man feststellen, daß die Neuköllner technisch stärker sind, dock) die Luckenwalder eine große Schnelligkeit und einen großen Eifer besitzen, der auch zu Siegen verhelfen kann. Aeutzerst spannend wird der Stampf werden, knapp nur das Eraebnis. Ter Platz in Wannsec ist wustergllltic, angelegt und«in Besuch daher sehr lohnend. In Lankwitz stehen sich im Wiederholungsspiel die Mann. schasten von Luckenwalde und Teltow im Gemeinde park gegenüber. Teltow sollte einen knappen Erfolg buchen können. Ittt Norden gibt es immer noch einige Punktspiele. So stehen sich aus dem Platz in Reinckendors-Ost, Baseler Str. 22, Amateure und Schönholz im Ent- scheidungsfpicl um die Abteilungsmeisterschaft gegenüber. Nach den bisherigen Erfolgen zu urteilen, müßte Amateure das Spiel gewinnen. Amateure bat einen ausgezeichneten Sturm, aus dem noch besonders die Außenspieler hervor. ragen. Auch die Läuferreihe ist sehr gut. Tagegen kann Schonholz eine au». gezeichnete Hintermannschaft aufweisen. Borher spielen Bavario. und ATV.» Pankow. ATV. hat sich in letzter Zeit stark verbessert, so daß man den ehe» maligen VBBisien nicht so ohne weiteres einen Erfolg zusprechen kann. Teutonia erwartet in der Christianiastraße an der Schulstraßc den Besuch von Fichte Nord,.icuec Ueberraschungsmannschoft, der es als einzigste gelang, Adler 03 zuschlagen. Aus dem E�er an der Schönhauser Allee sind Sowlet und Bernau die Gegner. Hier geht es um Verbleib in der l.. 5tlasso oder den Ad. stieg aus dieser.— Alle Spiele beginnen um 14 Uhr; vorher andere Mann- schasten._____ Handballspiele am 18. Dezember. Die Serie neigt sicki jetzt dcm Ende zu, alle Spiele sind nur noch Ab- schlntzspielr. In Orr 2, Gruppe spielen Eöprnick und Mnhlodori um st'i, Uhr i» Eöprnick. I» der 3. Gruppe spirll Lichtenberg 2, Abt. gegen Fichte 3 im Lichtenberg-! Stadion um ll llhr. mährend dir Lichtrnbrrqrr Sporiler nach Luckrnmoldr fahren. In b-r l, Gruppe«rrficn sich in Marirndorf orchtr-Süd nnd Zichtc 20. um 14 Uhr. Spavbav llckt i» der 2, Gruppe in FickÜc st, Aht. einen leichlen Gegner. Das Spiel findet NM 141« Uhr in Spanbon. Walken. Hagener Chanssee, stall. In der 6, Gruppe ist dao bebeulendste Spiel Bell»» gegen Grotz.Berlin.Rordei! l, um I1>) litlr in Briten, Grotz.Bcrlin.Webbmg 2 spielt um 4144 Uhr gegen Scklöneberg, Sportler in Reinickenborf, Schornweber» um 11 Uhr in Schmargendorf. Huberiuoplatz und Lichtenberg P.Abt, gegen .Grotz-Berlin-Süden in» 40 Uhr in' Licht-nberger Stadion, Folgende Gesell- ickaftolpielr finden statt: In Baumschitlenweg ipielcn: Ftch»- 3,«bt,>» Männer»egeu Rud-rperein Purwäris I um 10 Uhr, Fichte o-üdost I gegen Ficht-, Nordost und Fichte 4, Abt. 4 arg?» Rnderpere-n Borwar.t? 1? hm 13 Uhr. An, Tegel. Gras.Rcdern»orio ipiel-n Frc,:> RudcrPereintgung geg-n Allzeit, Beeeit tAAB.I uvt-10 llhr und Grotz-Berlin-Zsigsi-rloort«eprp Ruber. periin Freiheit um 14 Uhr.-In Schönebergl Dom(v,in-pla». spielen Schone. bei g. Sportler gegen Fich>- 4ss. M>, um 10 Uhr und kl» Turnerinnen gep,'» Sparta um 41 Uhr, In Hohenlchbn bansen., Sommrrstrasie, spielen Fichte 8.-Abi, g-gen Neukölln 4. Abt. nm 10 Uhr uiiti Fichte 23. Abt. gegen Aehlen- dorf um 43)1 Uhr._. Hockeyspiele am 16. Dezember. Freie Turnerlchait Grotz.Berlin stlordring l und AEB. Fichte West 1 treffen sickl um 43>H Uhr ouk dem Hul>ertuop!otz in Grimewqld. Wen» Ziorb- ring on seine Form vom Vorsonntag ontnüpf», so wäre ein knapper Sieg über die guten Westler mögltOi. vorausgesetzt, daß R, Torwächter wieder auf dem Posten ist. Bei einigermofen Zöeircr und nicht zu hart gefrorenem Boden 11'Ud auf dem idealen Sportplatz eine» der inierrssontesten Kämpfe der Serie por sich gehen. Die Freie Turnerschaft Schönhalz 4 nnd Sportl. Bereinig. Nordost 4 spielen nm st Uhr in Schönholz, Berner Strotze. Schön. holz, die in letzter Zeit etwa» nachgelgssrn Hot. durfte i» der porwärtsstrcbrn. den jungen Nordost, Mannschaft einen ebcnbürtiaen Gegner vorfinden, der auch zu siegen versteht. Der Kampf ist nöllig offen nnd ha� Nordost ein- große Gh.: nee. Der ATB, Pankow empfängt die Charlottenburger Freie Turnerlchas! auf cigeirtm Platz und mutz gan, groß kämpfen, wenn sie einer weiteren Niederlage entgehen will. Ebarlotienburg ha« unbedingt allen Besser« sür sich, und Nt ,ß bei entschlossenem Stürmerspiel siege». Die Gruppe», di« noch sehr rückständig mit ihren Spielen ist, hat Großkampftag. Alle Mann- fchoftcii im Kamp», Um ll Uhr spielen SB, Roland l geacn Treptow um 43.30 Uhr. ASB. Zlchte 10 I argen ASB. Fichte 4 l in der Schönhauser Allee. Lichlenberg. Sportler und SB, Moabit INN lO.LO i» Lichtenberg und Charlotten. bürg ll argen Sälmargenbars I in Westend um 10 Uhr, Treptow. Fichte 10 I, Lichtenberg und Schmaroendors dürsten Sieger bleibe», Weitere Spiele: BSC, II gegen Lichtenberg. Sportler II 10 Uhr. Schöuholz II gegen No. II 11.30 Uhr. Breuer Slraße Lichtenberg ll gegen Moabit ll ll Uhr. Fichte 10 II gegen Nordring III 40.80 Uhr. Schönbolz Jugend gegen R'O, Jgd. ig,30 Uhr, skharlottendvrg gegen Lichtenberg Sportler Jugend ll und Frauen Fichte l gegen Lichtenberg Sportler. Touristenvercin..Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Abt. Charlotteuburg. Freitag, lö. Dez., 20 Uhr. Spreestr. 30, Diokusstan». abend, Sonnabend, 17, Dez,, Jucklapp in Meißneroboi, Nächster Heimabend Dien-tog, 20. Dez.«bt. Siid-Ost. Freitag. 4«, De,.. 20 Ubr. Reichenberger VA? enreusktiis oev sksssix»« scttUttsiAvkiK oeursc«l.Atz/- Uhr, im Hanl« de« Ventscheu Metallarbeiier-Derbandes, QnienfN'.lSS 19?. »Mutter-Fürsorge� ew packender Kilm aus dem Wirkungskreis der Arbeiierwohffahrt Njprirageude: Dr. Kritz Schloß(Bezirksami Srenzberg), Krau S. Wronsky. Verschiedenes. ArbiKtee-Dnrn. und Sport-Dercin Pankow«.». Sonntag, 18. Dezember. 17 Uhr, veranlialteu die JugcndabteUungen des Bcrein» auf dem Bereinz. Sportplc� in Pankow-Heinersdorf eine Sonnenwcndfeicr. Eintritt frei. Arbiütor-Radfahrer, Verein Groß, Berlin. Sonntag, 18. Dezeinber, 8 Uhr. Tour wind am Start bekanntgegeben. IZZz Uhr Streiszitge durch den Sild. ostrn.(bndziel Treptow. Iägcrhäuschen. Motorfahrer 1 Siund« später Start Waldemanstraße, Ecke Marianncnplatz. Gäste willkommen. Boranzcige: 2Z. De. zember, II Weihnachtsfeirrtag, Weihnachtsfeier im Reichcnbrrger Hof. Reichen. berger Str. 147. Frei« Zurnerschaft Gratz. Berlin, Eislausabtrilnng. Sonnabend..17. De. zember. Nm 19 Uhr Eisdahn Äarpfentclch(Treptower Park). Die Schnee. schuhabteivtng tristt sich an den Abenden, wo fahrbarer Schnee liegt, um Igst Uhr am Schlesischen Bahnhof(Madaistrotzc). giir beide Abteilungen NSnigstad! 86k>6 anfragen. __________ MaaSkl. Sonnabend, I» Uhr. Sekhnachlsk-Ier der Kinde» abteilung, Schulackla Bochumer Str. 8. Sonntag, S'i Uhr, Woldlauf Seestratzo. 18 Uhr, Weihnachtsfeier der Jugendabteilung, Jugendheim. Lehrter Str. 19. Wetterbericht der öffentlich en Wellerdienststelle Berlin and Umgegend (Rachdr. verb.) Zeitweile aufheiternd ohne nennenswerte schnecfäLe, be- sonders nachts sehr strenger Frost— Aiir Lcutjchland: Nur noch un Süden und Südosten germge Schneefälle, im übrigen Reiche etwaZ au-- heiternd, überall strenger Frost Die frisch« Refi hilft dem Christkind. Ungezählte Kinderherzen schlag- n dem Bcidnachtsfest in froher Erwartung entgegen. Das Ehristkind bat olle Hände voll zu run. Darum hilft die frische Rest ein wenig bei den Vorberd- hingen mit. Sie streicht die köstlichen Ren-Brote. Sie sorgt bafür, daß der Mutter der Stollen und die Weihnachtzbäckcrei gut gerät. Bermendet darum für eure Festoorbereitungen die frische Refi, die bayerische Kernmargarine aus den 23. M. 38., Nürnberg. Die richtigen Weihnachtsgeschenke! Ein Gang durch die Innenstadt gibt Aufklärung über diese Frage. Die Feusler der Firma T e p p i ch- B u r s ch. das SpezialHaus für Teppiche, Gardinen und Möbelstoffe, in der Span- dauer Straße 32. zeigen in übersichtlicher Form eine herrliche ZSadl d(r praktischen und schön?» Weihnachtsgeschenke. Der große Zuspruch und tue Beliebtheit, welche sich diese Firma erworben hat, zeugen non der bervor. ragenden Auswahl und Preiswürdigteit. Die Firma T e p p i ch- B u r s ch. Berlin G., Spandauer Str. 3 2. bringt die richtige» Welhnachts- geschenke. Beachten Sie bitte das heutige Inserat.— Auch am Sonntag. dem 18. Dezember 1927. hat die Firma Teppich.Bursch ihr- Verkaufsräume von 14 bis 18 Uhr geöfinet.„ Alle» Lesern des.Vorwärts"' bietet die altbekannte Firma Michael Beiscr anläßlich des Wrihnachtsfeftes einen Extrarabatt»on 10 Pro�. oul die scit ausgezeichneten, an sich schon niedrigen Preiie. 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