Morgenausgabe Nr. 599 A 304 44. Jahrgang Wöchentlich JO Pfenniq. mrmaSch 3,— Reichsmark, im voraus zahlbar. Unter Streifband im In- und Äus« land 5j0 Reichsmark pro Monat. Der„SonBörts* mit der illustrier» tcn Sonntagsbeilage„Lvlk und Zeib" lowie den Beilaaen.Unterhaltung und Wissen*.Äus der Filmmelt�, .Vtadtbsiloge*.Frauenstimme�. �Der Kinderfreund*..Sugend-Boe» wärts* w die Bücherwelt*. �Kulturarbeit* und.Technik* erfcheim wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. ir* VerUner Vollsblatt JsntsÄovgan der GozialdemokratisOsn zsaeiei Oiensiag 20. Dezember 1927 Groß-Äerlin lV k>t. Auswärts 45 pf. Die einspaltige Ronpareillezeila Li) Pfennig. Retlomezelle S.— Reichs« mark»K eine Anzeigen" das fettgo« druckte Wort 2ü Pfennig lzulüsflg zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort l2 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, ledes weitere Wort 10 Pfennig Worte über 16 Buchstaden zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt Zeile 60 PfeNiiig. 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Sodann bot sie auch den Bertretern der tileuischen Emigration, die sich gegenwärtig in Wilna auf- ltZlten, Gelegenheit, ihre Auffastungen darzulegen. Im Namen der Emigranten sprach P l e s ch k a i t i s, der von der Organisation in Litauen als Mitglied des Zentloikomitecs suspendiert worden ist. ?ir stellle fest, daß eine graste Reihe von Meldungen über idn den Tatsachen in keiner Weise entsprechen und erklärte, dost sein Stand- Punkt in dem Interview des„Berliner Tageblatts" vom 3. Dezem- der 1S27 im wesentlicken richtig dargelegt sei. Im Verlause der Debatte, an der sich nahezu' alle Teilnehmer der Konferenz beteilig. tcn, wurden eingehend die Beziehungen der Parteien der Rand- ft aaten zueinander erörtert. Die Konferenz war vollständig ein- stimmig in der Ueberzeugung, daß das gegenwärtige Regime in Litauen und in Polen nicht nur für die inner« Entwicklung dieser Länder die sckwerste Schädigung bedeutet, sondern auch für die Gestaltung der aus« raärtigen Beziehungen unheilvoll lein kann. Die Konserenz er- wartet von den der SAI. angeschlossenen Parteien, dost sie mit allen Kräften den B e f r« i u n g s t a m p s des litauischen Bolkes für die Wiederherstellung der Demokratie unterstützen werden. Sie lehnt jedoch alle direkten oder indirekten Versuche fremder Mächte, diesen Befreiungskamps für ihre Zwecke auszunützen und in ihn stinzugreifen, mit oller Entschiedenheit ob. z In bezug auf den Konflikt zwischen Litauen und Polen geben die l litauischen' Vertreter Kalrys und Epsteinas folgende Erklärung ab: .Eine der wichtigsten Fragen, die andauernd eine Hauptquelle für die Verschärfung der nachbarlichen Beziehungen und eine Gefahr für den Frieden im Nordosten Europas darstellt, ist die Wilna- Frage. Der Gewaltstreich des Generals Zeligowski gegen Wilna hat «ine äußerst bedrohliche politische Lage g«schofsen, die sotniell als Kriegszustand Mischen Litauen und Polen betrachtet worden war. Der letzte Beschluß des Bölkerbundes hat zwar diesen Kriegszusland deseitigt, aber nicht die wilna-Frage gelöst. Wir vermuten deshalb, dost die bevorstehenden direkten llnlerhond- lungen zwischen Litauen und Polen zwecks normaler Beziehungen nicht tmstcnd« sein werden, die Konsliktsfrage gründlich zu lösen und sriedliche Beziehungen zu schassen. Wir erklären dies damit, daß I. die inneren Derhältniste der verschiedenen Rationalitäten des Wilna-Gebietes eine frei geregelte Form der Eni- l ch e i d u n g fordern, 2. gleichzeitig einige Nachbarstaaten um dos Wilna-Gebiet streiten. Was die inneren Beziehungen der verschiedenen Nationalitäten des Wilna-Gebietes betrifft, so müssen wir konstatieren, dost die spezifischen nationalen Unterschiede und Bestrebungen der Minoritäten immer Streifragen hervorgerufen haben und hervor- rufen werden. Diese Streisragen müssen ihre Einwirkung aus die politische Orientierung der einzelnen Rationalitäten hoben. Die litauische und weistrusstsche Bevölkerung des Wilna-Gebietes werden deshalb nie die gegenwärtige Gewalllösung der Wilno-Frog« gut- heißen. Die Expansionspolitik der polnischen Regierung und ihr« Polonisierungsmastnahmen werden diese Beziehungen noch mehr verschärfen und zu einer gefahrvollen Boltanisierung der Der- hälwiss« Osteuropa» führen. Je schärfer sich die inneren Verhältniste im Wilna-Gebiet selbst entwickeln werden, desto gesährlicher müssen auch die Beziehungen zwischen den um Wilna streitenden Nachbarstaaten werden. Einerseits stellt die autonome weißrussische Republik der USER, bestimmte Forderungen, die sich aus einig? Teile des Wilna-Gebietes erstrecken. Andererseits wird auch die osfentliche Meinung Litauens ohne Parteiunterschiod unh ungeachtet dessen, welche Lösung in dieser Frage eine Regierung Litauens zu otzeptleven gezwungen fein wird. nie«lue Sewaltlöfung billigen. Die Sozialdent akratisch« Partei Litauens, die im Wilna-Gebiet vor dreißig Iahren gegründet wurde und bis zum Ende des Weltkrieges dort tätig war, hat die Ueberzeugung, daß die jetzige Lag« im Wilna-Gebiet nicht normal und recht- mäßig geregelt ist. Unser« Motiv« unterscheiden sich grund- sätzlich von dein Standpunkt der litauischen nationalistischen Parteien, die ihre Forderungen nur mit historischen Rechten begründen und deshalb des Wilna-Gebiet ohne weiteres als Eigen- tum Litauens betrachten. Wir sind dagegen der Meinung, daß das Wilna-Gebiet mit Litauen wirtschaftlich, kulturell und gesellschail- lich traditionell verbunden ist. Wir haben dennoch nie daran ge- dacht, dast man die Wilna-Frage durch Gewcltmastnahmen regeln könne. Wir ändern auch heute nicht unseren Standpunkt. Wir sind fest überzeugt, daß der einzige Weg, auf den, die Wilna-Frage logisch und veinünftig geregelt werden kann, die srele Abstimmung der Wilnacr Vevölternag darstellt. Rur die Bevölkerung selbst kann ihr« Staatsangehörigkeit wählen und bestimmen. Dazu müsten aber freie und nicht Okkupationsverhältniste gegeben sein." Im Namen der Vertreter der Sozialistischen Partei Polens(PPS.) gab Niedzialkowski folgend« Erklärung ah: „Die Sozialistische Parle! Polens(PPS:) nimmt die Er- klänmg der litauischen Sozialdemokratie über die Wilna-Frage zur Kenntnis und bringt ihrerseits ihre tiefe Ueberzeugung zum Aus- druck, daß am Tage des SiegesderDemokratiein Polen und Litauen alle schwierigen Probleme, die heule die beiden Länder trennen, ihre friedliche Lösung auf den Grundlagen des Plinzips des Internationalen Sozialismus, des S« l b st b e st i m- mungs rechtes aller Völker finden werten." Nach einer eingehenden Debatte, an der sich all« Konferenz- teilnehmsr beteiligten, wurden die gemeinsamen Gesichtspunkte folgendermaßen iesigestellt: „Die Konserenz stellt fest, daß das vom Dölkerbundrot in Genf erzielte Kompromiß keine Lösung darstellt. Die Genier„Eini- gung* hat den Kern des Konftikts, die Wilna-Frage, nicht berührt und alle einzelnen Sireitpunkte offen gelasien. ' Dies ist ein um so gefährlicherer Zustand, als in den beiden hauptsächlich beteiligten Ländern, in Litauen wie in Polen, die Demokratie zurzeit nicht besteht und durch einen Zustand eines offenen oder schlecht vei hüllten Militärregimes ersetzt ist. Die bloße Ausfordcning zur Wiederaufnahme direkter Der- Handlungen, ohne bindende Richtlinien und festgesetzte Ziele, die das einzige Ergebnis von Genf bildet, gibt unter dielen Umständen l'egründelen Anlaß zur Befürchtung, daß die in Lettland bevor- stehenden Derhandlungen ergebnislos veilaufen werden und daß der litauifch-polnische Streit in verschärfter Form bald aufs Reue entbrennen wird. Es ist daher die Aufgabe der SAI. und insbesondere der ans der Konferenz vertretenen, durch die geographische Lag« ihrer Länder besonders interessierten Parteien die'Zirbeilerklossc vor einen: Optimismus zu warnen, der in der Resolution des Völker- bundrates keine Stütze findet. Die bereits bekanntgewordenen Aus- lcgungsversuche beider Regierungen in Kowno und in Warschau lassen im Gegenteil befürchten, daß das Genfer Ergebnis bcstenioils eine Atempause in dem latenten Konflikt um Wilna darstellt. Daher oer.zetchnet die Konserenz mit Genugtuung den von allen Teilnehmern, insbesondere von den Vertretern Polens und Litauens, mit Enrschiedenhdt betonten Standpunkt, daß für Sozial«- sten kein internationaler Konflikt mit den Mitteln der Wösten- gewalt gelöst werden darf und sie sich daher jeder Borbereitung kriegerischer Aktionen mit aller Energie entgegenstellen werden. Die Konferenz bekennt sich zu dem Grundsatz des Selbstbestimmungsrechls der Völker. das bishgr aus das Gebiet von Wilna keine Anwendung gefunden hat und von dem allein eine befriedigende Lösung der Wilna-Frage für alle dieses Territorium bewohnenden Rationen (Polen. Litauen» Weißrussen, Juden usw.) erhofft werden kann. Die Verwirklichung dieses Grundsotzes in bezug auf das Wilna- Gebiet erfordert die Beseitigung des gegenwärtigen Regimes in Litauen und in Polen und die Rückkehr zur parlamentarischen vemokralie. In diesem Kampf wird den der TAI. angeschlossenen Arbeiter- Parteien die führend« Rolle zufallen. Für die bevorstehenden direkten poknisch-litauischen Verhand- lungen stellt die Konferenz folgende Minimalfordernngeu auf- Aushebung der Grenzsperre, fterslelloug normaler ökonomischer und polilischer Beziehungen zwischen Polen und Litauen, in erster Linie Wiederaufnahme de» Post-, Personen-, Güter- und Transit- Verkehrs an der poloisch-litouischen Grenze und Schaffung eines Provisoriums für die rechtliche, polltische uud wirtschaftliche Existenz der Bevölkerung in der gegenwärtigen sogenannten neutralen Zoue. Die Konferenz betont, daß der litouiich-polnische Konflikt n u r ein Teilproblem in dem Gesamtkomplex jener osteuropäischen Stegen darstellt� die nur durch die Wiederherstellung der Demokratie Im Osten Europas unter Führung der sozial!- stischen Parteien ihre friedliche Lösung finden können und müssen." Tokios Doppelspiel. Wirffchastlicher statt politischer Imperialismus. Von Elias Hurwicz. Nach einer monatelangen Pause kommen die Dinge am Pazifik wieder in Fluß— aber in einer geradezu rätselhaften Weise: Tschiongkaischek, dessen Siegeszug von Schanghai nordwärts in Schantung von japanischen Truppen auf- geholten wurde, und der darauf den Oberbefehl über die Äantonarmee niederlegte, ging noch Japan, mitten in einer schweren Spaltungskrisis der Kuomintang: deren linker, kommunistischer Flügel setzte sich in Hankau, der rechte, ge- mäßigte, in Nanking fest: jetzt, da Hantau von den Nanking- truppen wiedererobert ist, kehrt auch Tschiongkaischek, mit Einverständnis Tokios, nach China zurück und übernimmt von neuem die Führung. Diese Wendung der Dinge setzt dem Doppelspiel Japans die Krone auf. Wie ist es zu erklären? Die ganze Politik der Japaner China gegenüber ist von einer regen, keinen Augenblick oder nur scheinbar nachlassen- den Aktivität und zugleich von äußerster Vorsicht beherrscht. Man hätte ja mit Rücksicht auf den ungeheuren Vevölkerungs- Zuwachs auf den Nipponinfeln(über eine Million Menschen jährlich), das riesige Defizit an Volksnahrung(5,4 Millionen Hektoliter Reis jährlich), die Sperrung der Vereinigten Staaten und Australiens für die japanische Einwanderung— in einem imperialistischen Borgehen Japans im Fernen Osten nichts Ueberraschendes sehen können. Wie tief noch ver- hältnismäßig unlängst, die Ädee eines solchen Imperialismus in den Hirnen der japanischen Politiker sah, bewiesen die f bekannten 21 Forderungen an China während des Weltkriegs. Allein gerade die Erfahrungen in der Süd-Manschurei, also einem der japanischen 5)errschait bereits über zwei Jahrzehnte (feit dem Frieden von Portsmouth) vollständig unterworfenen Lande, haben die Kolonialpolitik Tokios zugestandenerniaßen zu einer neuen und vorsichtigeren Taknk veranlaßt. lieber 20 Jahre herrschen die Japaner in der Süd- Monichurei: sie besitzen dort eigene Eisenbahnen und Fabriken,. sie haben dieses Land schon lange zu einem Auswanderung?- gebiet für das Jnselreich bestimmt, lind das Resultat? Heute ist die Mandschurei, ein Land, das doppelt so groß ist wie Frankreich, von 22 Millionen Menschen bewohnt, von denen die Japaner 186 000 armmachen. 90 Proz. der Bevölkerung bilden aber die Chindkn. Wie ist dieses Resultat zu erklären? Es gibt dafür eine Reihe von Gründen: die Ilnstetigkeit der japanischen Einwanderer, die schlechte Wirtschaft japanischer Ingenieure usw. Allein der Hauptgrund ist die Zähigkeit der Chinesen. Der Japaner wollte schnell und viel verdienen— der Chinese, vom Kaufmann bis zum Arbeiter, begnügte sich mit geringem Verdienst: der Japaner wollte gut leben— der Chinese war und ist in seinen Lebens- ansprüchen höchst bescheiden. Hier in der Mandschurei er- fuhren die japanischen Kolonisatoren am eigenen Leibe, was alle Kenner von China wissen: daß die Zeit selbst für die Chinesen arbeitet, daß ihre Massenzahl, ihr Fleiß, ihre Geduld letzten Endes den Sieg über alle Landcserobcrcr davontragen wird. Diese negativen Erfahrungen haben in letzter Zeit einen Umschwung der japanischen Kölonialpolitik, und zwar deren Umstellung vor ollem aus die i n d u st r i e l l e Expansion zur Folge gehabt. Diese Umgestaltung erwies sich als erfolg- reich. Heute stellt die Süd-Manschurei den wohshabendsten Landesteil Chinas dar. Und alles, was man dort kauft, ist japanischen Ursprungs. Der Grund dieser Erfolge liegt auf der Hand: während die japanische Industrie im übrigen China unter ständiger politischer Bedrohung arbeiten inußteF ist hier die Lage durch den japanischen Einfluß gesichert: während die Industrie der Nipponinseln ihre Rohstosse viel- fach erst von auswärts einführen muß, sind diese(ins- besondere Kohle und Holz) an Ort und Stelle vorhanden: während der japanische Arbeiter selbst als Einwanderer auf chinesischem Boden ungefähr einen doppelt so großen Lohn wie der Chinese beansprucht, arbeitet dieser für niedrige Be- Zahlung. Die Schranken, die eine imperialistische Politik alten Stiles in der unaufhaltsamen Ausbreitung der chinesischen Massen findet, und der Erfolg einer industriellen Durchdringung des Landes, die ja in diesen Massen will- kommen« Warenobnehmer besitzt, erklärt die Taktik der Japaner im eigentlichen China selbst. Sie geht hier nicht mehr auf gewaltsame Eroberungen aus(kenn- zeichnend ist in dieser Beziehung die Zurückziehung der japanischen Truppen aus Schantung im August d. I., sobald die Gefahr für diesen Vorposten der Mandschurei beseitigt worden war), sondern auf wirtschaftliche Durch- d r i n g u n g. Ein japanischer Politiker hat es neuerdings sehr drastisch ausgedrückt:„Es hatdoch keinen Sinn, die eigenen Geschäftskunden zu erschießen." Man darf nicht vergessen, daß das in China heute inveftiene japanische Kapital sehr beträchllich ist und das britische bereits weit überstügelt: es beträgt z. B. in der Textilindustrie 270 Millionen chinesische Dollar(gegen 12 Mit- llonen britischen Kapitals), im Bankwesen 600 Millionen Pen (gegen 110 Millionen Den der Engländer), im Eisenbahn- roes«n 838 Millwnen chinesische Dollar(132 Millionen), und der Handel Japan« mit China hat schon 1S2S über SV Proz. des gesamten chinesischen Außenhondels umfaßt. So etwas gibt man natürlich nicht kriegerischen Abenteuern preis. Und wohl ist zu oermuten, daß TschiUngkaischet sich oerpflichtet hat, diese und andere Besitztümer der Japaner zu schützen. Jedenfalls sind sie bei ihm sicherer als bei dem zur Anarchie neigenden radikalen Flügel der Kuomintang. Die Weiterentwicklung in der Mandschurei ist oher da- durch bedingt, daß die dort erzielten Erfolge das Jnselreich nun zu noch größerer Aktivität anspornen. Die japanische Kolonialpolitik, die erst vor kurzem in der Schaffung eines Kolonialministeriums in Tokio auch ihren amtlichen Ausdruck gefunden hat, will heute namentlich ihre Aktion von der Süd- Mandschurei nun auch auf die N o r d» M a n d s ch u r e i aus- dehnen, von der aus sich als weitere Riesenperspektioe die Märkteeroberung auch in der Mongolei und in S i b i- rien eröffnet. Mit einer Elastizität, die der japanischen Politik eigentümlich ist(und sie der britischen so ähnlich macht), hat somit die gleiche Entwicklung zu zwei verschiedenen taktischen Linien geführt: der einen im eigentlichen China, der zweiten in der Mandschurei als der Stelle des geringeren Widerstandes. Eist kürzlich haben wir von j a p a n» feindlichen Demonstrationen vernommen, die in Mulden und anderen mandschurischen Städten ausgebrochen sind, nach dem Bekanntwerden der neuen Absichten Japans, leine industrielle Exvansion durch Uebernahme der nordman- dschurischcn Kohlenbergwerke, durch Eisenbahnanlagen und Landerwerb daselbst zu erweitern. Für das hierbei von Japan seinem bisherigen Günstling in der Mandschurei, dem Marschall Tschangsolin gegenüber gehegte Mißtrauen ist die von japanischer Seite gemachte Erklärung charakteristisch, es sei durchaus möglich, daß Tschangsolin selbst jene Demonstra- tionen inszeniert habe. Jedenfalls hat dieses Mißtrauen zweifellos auch in der neuen taktischen Hinwendung Tokios nach der Seite Tschiangtaischeks Ausdruck gefunden. Eine Absicht von Annektionen wird von Japan ge- leugnet: es will seine Kolonialpolitik nur im Wege von Landpacht und Jndustrtekonzessionen betreiben. Ganz geschickt ist hierbei das gleichzeitige Verlangen der Japaner an China, seine in der Mandschurei bestehenden exterritorialen Vorrechte aufzuheben: dadurch soll jeder äußere Schein landessremden Eroberertums vermieden werden. Entscheidend wird aber sein, weiche Mittel Japan letzten Endes zur Verwirklichung seiner Pläne anwenden wird: ob nur Mittel„friedlicher Durchdringung" oder ober offene oder versteckte Gewalt. Hierin liegt, bei der exponierten Rolle Japans, das eine große Problem de» Fernen Ostens._______ Krieg um Weihnachisgaben. Kommunistische Dettelordeu machen eil, ander Konkurrenz. In der kommunistischen Presse und In den Versammlungen, die bi« Unfehlbaren von Moskaus Gnaden einberufen, wird mit allen Mitteln der Propaganda, mit dem Appell an die Sentimentalität wi« an die erprobte proletarische Kampfgemeinschaft um Unter» stützungsgelder gebettelt. Diese Gelder werden nicht ojs�..� für die kommunistische Part«!. kasse gefordert, sondern es schiebe» sich mehr oder weniger„neutral" benannte Organisationen ein. Da ist z. B. die„S'ÄH."(Internationale Arbeiterhilse). die unter der L e i t u» g des koinmunistlschen Geschäftemachers Münzenberg steht, nach außen aber einige bürgerliche oder halbbürgerliche Renommierschulzen jn itren Reihen duldet. Die Ausgab« diese? Organisation ist. mit den berichmlen „Bettelsuppen" für die kominunisti�e Partei zu werben. Bricht irgendwo ein Streit aus. so melden alsbald gro„e ��rate die Ankunft von Agenten der IAH. und von deren„großzügiger" Unter» stügung. Reben dieser IAH. besteht aber noch die sogenannte„Rare Hilfe" kurz RH. genannt. Diese will hauptsächlich jene Kommunisten. die im Gefängnis sind, Unterstützung zuteil werden lassen. Aber auch sie wagt nicht offen als eine nur-kommunistische Organi« jation aufzutreten. Zwischen den beiden Bettelorganisatloncn hat sich nun wegen der Weihnachtsgelder, die wohlr'.inenden Kapitalisten ob- gerungen werden sollen, ein lebyairer Organisationskrieg entsponnen. Wohin die RH. kam, um das Fela der Bourgeoisie abzugrasen, da ist der geschä,.ig« Münzenberg schon vorher gewesen. Di» Rote Hilfe beschwerte sich deshalb bei dem Zentralkomitee der Kommu>,. und diese, erließ unter dem 4. November einen feierlichen Utas, daß die Sammlung der Noten Hilfe sü? die Gefangenen nicht gestört werden dürfe. und stellte weiter fest, daß„die vorgesehene W e i h n o ch t s- bescherung der IAH. sich aus Grund ihres Charakters fast In keiner Weise von den DohlN...„.citsvclanstalwngen der Bürgerlichen und der SPD unterscheidet". Da» ist zweifellos eines der sürc..euichft«n Urteile, die über ein« kommunistische Veranstaltung gefällt werden können: nicht ander» zu sein, al» die Bürgerlichen oder gar die Sozialdemokratiel Aber trotz dieser köstlichen Kennzeichnung durch da» Zentral- komitee setzte Münzenberg und seine IAH. ihre Sammlungen ungeniert fort. Die Rote Hilfe sieht sich so ins Hintertreffen ge- drängt und wendet sich nun hilfeslehend an die kom- munistischen Parteigruppen in einem Zirkular, da» an Länge den besten Moskauer Resolutionen nicht nachsteht. Darin wird mitgeteilt, daß die Konturrenzsirma IAH. durch ihr Sekretariat einen einheitlichen Bettelbries an die Geschäftswelt herausgegeben hat, ebenso numerierte S a m m e l- l i st e n und Fragebogen, und daß die Ortsgruppen der IAH. aufgefordert werden, sich„den übrigen Organisationen gegenüber durchzusetzen". In diesem Klagebrief über die größere Geschäftstüchtigkeit der Konkurrenzorganisation macht sich der ganze Schmerz derer bemerkbar, die von Partei wegen kommandiert sind, für die Gefangenen zu„sechten", aber den Rahm der Weihnachtsmilch bereits abgeschöpft finden. Diejenigen Geschäftsleute und sonstigen zahlungsfähigen Mitbürger ober, die von beiden kom- munistischen Bettelorden überlausen werden, wisien von dem vrganisationskrieg um Weihnachtegaben nichts. Wenn sie eine Ahnung von diesem Kulisienkamps der Moskowiter hätlen, würde ihr hilfsbereites Mitleid wahrscheinlich ganz andere Wege finden, um wirklich notleidende Proletariersomilien zu unterstützen. Uns andere lehrt das Rundschreiben der RH. gegen IAH. nur auf» neue, wie faul e» um das innere Leben der kommunistischen Partei bestellt ist. Selbst da» lauteste Geschrei ihrer Durchschnitt»- demagogen in Versammlungen und Presse kann über dtese innere Fäulnis nicht hinwegtäuschen. Dlklaturmekhoden la Pole«. Wie aus Bialystot gemeldet wird, wurden dort am Sonnabend, am Vortage der dortigen Stadt- ratswahlen, zehn Wahltandidaten der komrnuni- stischen Liste verhaftet. Bier der Verhafteten wurden ins Untersuchungsgefängnis geführt. Hinter Landbund-Kuliffen. Erbauliches aus Ostpommem. Uns wlrd geschrieben: Der Pommersche Landbund entfaltet in letzter Zell in der Pro- vlnz eine sehr rege versammlungstötigtell. So fanden in kurzen Abständen in einer Reihe ostpreußischer Städte groß aufgezogene Landbundversanmilungen statt, aus deren Tagesordnungen in der Hauptsache natürlich das bekante Klagelied von der großen N o t l a g« der pommerfchen Landwirtschaft stand. Aber darüber hinaus sind diese Versammlungen für den aufmerksamen Beobachter nicht ohne Interesse. Klar war, daß e» sich bei allen Veranstal- tungen um den ersten Generalappell für das kommende Wahljahr handelte. Aus den Reden der prominenten Landbund- ieut« ging hervor, daß sich die Deutschnalionalen mit ihrer in Pommern besonders starken konservativen Oderschicht keinen Illusionen über den Ausfall der kommenden Parwmentswah- len hingeben. Sie wissen nach den Ersahrungen in Braunschweig, Mecklenburg usw. ganz genau, was ihnen in noch viel größerem Maße für die kominenden Reichstags- und Landtagswahlen blüht. 'In Pommern kommt hinzu, daß sie sich sehr stark durch die wachsende freiheitliche Bewegung der pommerschen Bauern beun- ruhigt fühlen. In der Einschätzung ihrer Chancen sind die deutsih- nationalen Landbündier von jeher kühl rechnende Realisten gewesen und sie wissen ganz genau, daß im Reichstag die Blütezeit ihres Weizen» vorbei ist. Dies« Erkenntnis veranlaßt sie nun nicht etwa, sich still in das Unvermeidliche zu schicken. Keineswegs! Als große Strategen ans vergangenen Zeiten exerzieren sie nun nicht ihre pommerschen Landbundmitglieder in der Richtung: olle An- strengungen aus die kommenden Wahlen! Sie machen kurz und entschieden Front gegen den Parlameularlsmus! Weil sie genau wisien, daß es mit dem Traum von einer par- lamentarischen Mehrheit au» ist, greifen sie frisch, fromm, frei nach dem berühmten Rezept jeder herrschsüchtigen Minderhell: Ditta- t u r! Dazu gehört, daß man bei dem kleinen Mann das parla- mentarljche System erst einmal ordentlich in Mißkredit bringt, um so Stimmung für da» System a la Mussolini zu machen. Mit einer ähnlich«, Stärke wurde nur noch einmal nach dem Kriege gegen den Parlamentarismus propagiert. Das war im Jahre 1923, als die Pommern„treu zu Kohr" hielten. In einer Be-> fammlung in Stolp wurde ein« Entschließung gefaßt, in der es u. a. heißt:„Beschränkung des nur auf Stimmenfang gerichteten und daher verantwortungslosen Parlamentarismus mit seinem bis zur Korruption gesteigerten System der Aemterbesetzung." In dieser und einer noch viel stärkeren Tonart wird in letzter Zeit in Pommern in Landbundversammlun- gen vom Parlamentarismus gesprochen. Freilich, darüber geben sich die pommerschen LandbüMer auch keinen Täuschungen hin. spielend werden sie mit dem verhaßten Parlamentarismus nicht fertig werden. Sie wittern Kämpfe, sie bereiten sich tüchtig darauf vor. So werden seit Monaten in einer mitten im Walde bei R o s s em t h i n. Kreis Kolberg, angeb- lich al» Jagdhütte gebauten größeren Baracke jung« Land- bunndmitglieder in ollen militärischen Künsten ausgebildet.. Der LebensrmtorhaU dieser Leute wird natürlich von Landbundbesitzern bestritten. Theoretische« Unterricht erhalten die jungen Landbundsoldoten in der nahegelegenen Schule in Rosien. thin! Wenn die Großagrarier sich noch solche und ähnlich« Scherze leisten können, wird«s noch nicht weit her sein mit ihrer von ihnen In allen Farben geschilderten Notlage, zumal sie im Gegen- satz zu einem großen Teil der Bauern keinen Pfennig Ein- kommen st euer zahlen. Alle Republikaner Pommerns werden aufmerksam die noch »erstcckien Bestrebungen der Landbündler verfolgen. Wenn auch bisher Pommern mit zu den Hauptrekrutierungsgebieten der Deutsch- nationalen gehörte, so werden die verfasiungstreue» Pommern nie- mals die Verwirklichung der dunklen Pläne der»Kahrfreunälichen Landbündler" dulden. Aus dem Gutsbezirk des Herrn v.ViSmarck-Varzin! Der Beschluß des Preußischen Landtags, die Gutsbezirke auf- zuHeben, ist auch in Pommern von allen fortschrittlichen Kreisen mit großer Befriedigung aufgenommen worden. Namentlich die Landarbeiterschaft begrüßt dieses neue Gesetz ganz be- sonders. Wie notwendig dieses neue Gesetz und seine schnelle Durchführung ist. zeigt folgendes Derhällvi» im Eutsbezirk Bar- zin, einem Stammsitz des alten Bismarck. In dem mit. Industrieanlagen nicht sehr gesegneten Ostpommern gibt es im Kreise Rummelsburg die Papierfabrik Hammermühle. Die in der Fabrik beschäftigten Ardeller wohnen in der im ganzen 3000 Einwohner zählenden Wohnsiedlung Hammermühle. Politisch gehört diese große Wohngemeind« zu dem ein« halbe Stunde ent- sernt Legenden 200 Einwohner zählenden Gutsbezirk Darzin. Der jetzige Inhaber ist ein Gras von Bismarck. Dieser Gras ist auf Grund seines Besitzrechts Kutsoorsteher des Gutsbezirks Barzin, damit auch Vorsteher der zu seinem Gutsbezirk gehörenden 3000 Einwohner zählenden Wohngemeinde Hammermühle. 1000 Wähler und Wählerinnen haben infolge dieses mittelalterlichen Rechtsverhältnisses niemals von ihren staatsbürgerlichen Rech- ten als Gemeindeglied Gebrauch machen können. Ab- loluter Herr war einzig und allein der Graf von Bismarck. Ja seiner Eigenschaft als Gutsvorsteher konnte er es bisher o er hin« der», daß in HammermHle ein Versammlungslokal errichtet wurde. Veranstaltungen mußten in dem Herrn oo» Bis- marck gehörenden Gasthos in Darzin abgehalten werden. Trotzdem ist es dem Grasen von Bismarck mit den Arbellern in Hammer» mühle nicht besser ergangen als seinem großen Ahnen mll dem Sozialistengesetz Die Varziner und Hammermühler Arbeiter wähl- ten stet» in überwiegender Zahl sozialdemokratisch, auch ohne Versammlungslokal.— Verbesserungen an den Straßen ia Hammermllhl« wurden so gut wie nicht vorgenommen. Der Guts« Vorsteher und auch die Leiwng der Papierfabrik lehnten das ab. Es blieb also alles beim feudalen alten bis— zur Aufhebung de» Gutsbezirks Varzin. Soviel ist sicher, Herr von Bismarck dürfte sich in seiner Eigen» schalt als Gutsoorfteher bei den Ortsangesesienen so beliebt gemacht haben, daß er sich groß« Müh« geben muß. wenn er bei der kom- wenden Neuordnung für«in Gemeindeamt gewählt werden will. Lim die neuen Panzerschiffe. Matter Widerspruch. Der Reichsrat hat im Etat für 1928 die erste Baurate eines neuen Panzerschiffes gestrichen— aber diese Streichung hat in der nationalistischen Presse viel weniger Lärm hervor- gerufen, als mancher erwartet haben mag, der sich an die Rüstungstämpfe in der» Zeit des alten kaiserlichen Deutsch- land erinnert. Selbst die„Kreuzzeitung" widmet ihren ersten Leitartikel nach dem Bekanntwerden des Reichsrats- beschluffes den Ereignissen in China und findet nur auf der dntten Seite Raum für einen lahmen Protest. Zwe, Gründe weih sie dem Beschluh entgegenzusetzen, einen militärischen und einen wirtschaftlichen. Erstens werde durch ihn das militärische Uebergewicht Polens noch mehr gestärkt, was die Anmaßung Polens nur noch vermehren würde. Für den„Ernstfall" beraube Preußen das Reich der Möglichkeit, dem abgeschnürten Ostpreußen zu Hilfe zu kommen. Zweitens habe die Ablehnung die Nichtausführung projektierter Arbeiten und daher Arbeitslosigkeit zur Wir haben nicht die Absicht, uns mit der„Kreuzzeitung" in eine Unterhaltung über einen künftigen d e u t s ch- p o l- nischen Seekrieg einzulassen. Daß die polnischen Militärs angesichts der hervorragend ungünstigen Lage ihre» einzigen im Bau befindlichen Kriegshafens auf einen solchen Seekrieg spekulieren, glauben wir nicht. Wir glauben auch nicht, daß das Gewicht, das Deutschland bei Verhandlungen mit anderen Staaten in die Wagschale zu werfen hat, aus Kanonen und Panzerschiffen besteht— denn in diesem Fall müßten die Ersiebnisie doch viel ungünstiger gewesen sein, als sie bisher in Wirklichkeit waren. Gerade die deutsche Geschichte der letzten Jahre beweist, daß die Meinung der Gewaltpolitiker falsch ist, die da glauben, daß Rüstung'« alles seien, die wirtschaftliche und moralische Kraft eines Volkes aber nichts. Noch schwächer, soweit dies möglich, ist das wirtschaftliche Argument der.�reuzzeitung". Denn in der Wirtschaft kommt es nicht nur darauf an. daß überhaupt Arbeit beschafft wird, sondern auch darauf, daß das Resultat dieser Arbeit dem Ganzen zugute kommt. Sollten die Hunderte von Millionen, deren Ersparnis der Beschluß des Reichsrats er- möglicht, etwa zur Subvention von Großunternehmern und Großagrariern verwendet werden, dann wäre es in der Tat schade um sie! Aß?? es gibt dock andere Möglichkeiten für sie. wie z. B. die Förderung des Wohnungsbaus und anderer gemeinnütziger Unternehmungen Die Arbeiter von Kiel wollen gewiß Arbeit haben, aber sie ziehen ebenso gewiß einer unvrvduktiven Beschäftigung die produktive vor. und die ihnen zu ermöglichen wird Sache des Reiche? fein! Die„Zreuzzeitung" hofft, die gestrichene erste Bau- rate für das neue Krieg-'ichiff werde van der Mehrheit des Reichstag wiederhergestellt werden und dann werde der Reichs rat klein beigeben. Aber waren es nicht gerade die Deutschnotionalen, die erst kürzlich in programmatischer Form eine Stärkung der Stellung des Reichsrats ver« langten, damit dieser auf E r s p a r n i j s e hinwirken könne? Was den Reichstag betrifft, so hängt seine Entscheidung vom Zentrum ab, dessen Berliner Organ, die„Germania das Verhalten des Reichsrats billigt. Bleibt der Reichsrat fest, dann wird er auch durchdringen, da eine Zwekdrittelmehrhcit gegen ihn im Ne:chatag nicht vorbanden ist. Das Zentrum aber würde sich, wenn es die Hoffnung der„Kreuzzeitung" erfüllte, in Gegensatz zu seinen Vertretern im Reichsrat stellen und einen Wahlkampf um die Seerüstung ent- fesieln, den es mit Rücksicht auf seine christlichen Arbeiter kaum wünschen kann. Wiking inchi dem Verbot! Vas Ergebnis der Untersuchung. Magdeburg. 19. Dezember. Zu der hier geführten Untersuchung in Sachen des Witingdunde» wird noch mitgeteilt: Gegen den Fürsten zu Stolberg. Wernigerode ist entgegen einer Berliner Blättermeldung kein Verfahren eingeleitet worden. Dagegen Ist Anzeig« erstattet worden gegen mehrere G e s ch ä f t s l« u t e. die den Wikingbund durch Geld unterstützt haben. Das ln Magdeburg und Umgebung beschlagnahmt« Material hat sich um ein weitere» Gewehr mit 193 scharfen Patronen ver- mehrt, das gestern in Burg bei Magdeburg aufgefunden wurde. Insgesamt wurden beschlagnahmt: I Gasmaske. 1 Dolchmesier, 1 Stahlhelm, 3 Gewehre mit 198 Schuß Gewehrmunitlon, I Rahmen mit fünf Patronen. 1 Schachtel mlt 25 Patronen für Revolver, ferner Schriftstücke, Uniformknöpfe usw. Au» dem vom Kiel zur Ueberprüfung nach hier llbersandten Material geht hervor, daß der Leiter der Kieler Gruppe, stuck, für. Kobelinfii. eine Wikingorganisation für Nord- d e u t s ch l a n d organisiert hat, und daß Ortsgruppen bei- spielsweise in Neumkinster. Renb'burg. Altona und.«"'«Ide gegrün"?« trorl-en sind Die Kkler Organisafion war durchgreifender argen«» sierl al» die Magdeburger. Von der Leitung wurde Kabelirsti der Rat gegeben t.en Bund Niedersachsenring(RSR.) zu nennen. Unier dem Kieler Material befinden sich Wiking stein pel, Mitglied.'karicn, kleine Rundschreiben, Werbeschriften, Ouittungsscheine und Beitrag»- quittungen. Interesiant ist au» dem Kieler Material ein B r i e s a n K o b e l t n s t i, in dem der Schreiber sagt:„Für mich exisi'.eri kein 5ev?rlny und kein? Belchereglerung. wahg'bend ist, wissen wir > ja." In einem anderen Brief nam Juli 1927 wird gesagt, daß e» d-ch sehr schöu sei, troh aller Schnüsselel de» Minister» des Inner« die Feldgrauen de» Wlklngbuude» im kräftigen Gleischrltt auswar. schiere» zu sehen. Zebruanvahlen in Hamburg. Die Folge des Staatsgerichtsurteils. Hamburg. IS. Drzember. lEigenbericht.) Di» durch das Urteil de» Staat, g« richtehose» wegen der UngiHligWt der Wahlen in MeSlenburg-Streliv, Ham» bürg und Hessen geschaffen« Situation wird in Hamburg dazu führen, daß zwar die Bürgerschaft am kommenden Mittwoch noch einmal zusammentreten wird, um die offszielle Mitteilung des Präsidenten von dem Urteil de» Staategerichtehoses entgegenzu. nehmen, dann ober ohne weitere Beschlüsse auz«in> andergehen wird. Die notwendigen Anordnungen über die Neuwahlen wird der Senat im Einvernehmen mit dem Bürgerau»» schuß. der nach der hamburpischen Verfassung automatisch in etwa» vermindertem Umfang die Funktionen der Bürgerschaft übernimmt, tressen. Nach den bieherigen Erörterungen ist damit zu rechnen, dag die Neuwahl der Bürgerschaft Ansang bis Mitte Februar 1928 erfolgt. Auch in Sachsen diskutiert mau über Neuwahlen. Dresden. IS. Dezember.(Eigenbericht.) Die Entscheidung des Staatsgerichtshof»» über die Wahlen in MeSlenburg-Strelitz. Hamburg und Hessen hat voraussichtlich auch für Sachsen weitgehend« Folgen. In Sachsen bestand die Bestimmung, daß von den kleineren Parteien 30«X> M. Kaution geleistet werden mußten, außerdem verlangte man von ihnen 500 Unterschriften. Von jurisiischer Seite wird dl« Anschau- uiig vertreten, daß deshalb die s ä ch s i s ch« n Wahlen, die Im Herbst 1920 stattgesimden haben, ungültig sind und infolgedessen in Sachsen bald Neuwahlen stattfinden müssen. Auch in Mecklenburg Neuwahle«. ZkenstreNh, 10. Dezember.(Eigenbericht.) Die Regierung hat auf Grund des Urteils des Staatsgerichts- Hofes den Landtag von Mecklenburg-Strelltz aufgelSst und die Neuwahlen für den 28. Januar festgesetzt. Auswärtiger Ausschuß. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstage« beschäftigte sich am Montag zunächst mit den Genfer Verhandlungen. Einleitend gab der Reichsaußenminister Dr. Stresemann«In« ausführliche Darstellung aller Probleme, dl« bel der Senser Ausam- menkunft Grundlage der Besprechungen gewefen waren. Graf B e r n st o r s f sprach dann in seiner Eigenschaft al» Vertreter der Reichsrcgierung in der Vorbereitenden Abrüftungskommlsston über den Stand der Abrüstung-fragen. An der folgenden Aussprache beteiligten sich Redner aller Partelen. Im weiteren Verlauf der Lsttzung wurde der Gesetzentwurs b«. treffend das Uebereinkommen und Stowt über die Jnternatio, nale Rechtsordnung der Seehäfen behandelt. Verjährung. vie Vesiimmungen Im neuen Strafgesetz. Der Relchstagsausschuh für die Strasrechtsreform begann am Montag mit der Beratung des letzten Abschnittes des neuen Strafgesetzbuches über dl« Aeriährungsbe st immun- gen. Der Entwurf stellt den Grundsatz an die Spitze, daß durch Verjährung die Strafbarkeit der Tat erlischt. Mit recht»' kräftiger Verurteilung soll nicht eine nev« Verjährung, sondern nur eure neue Verjährungssrist einsetzen. Der Begriff der Ber- jährungeunterbrechung wird künftig au, dem Strafgeletz. bück gestrichen: dafür sollen aber Ersatzvorschrlsten eingesetzt werden. Der Entwurf steht izn Gegensatz zu dem Vorentwrirs als Ersatznmßnohme die Derlängerrmg der verjährungssrist vor. Gegen diese Btllängerung wurden von den verichterstattern de» Aus- schussee. den Adgg. Dr. Scheklee(3) und Schneider-Thüringen (Dnat.) stark« Bedenken erhoben. Abweichend vom bisherigen R.'ckt wird ferner nach dem neuen Entwurf d>« Mindeftverjährungsfrist für Vergehen von 8 aus 2 Jahre herabgesetzt: die HuchiHrist beträgt jetzt 20 statt früher 80 Jahre. Der Ausschuß beschloß, die Bestimmungen über da» Ruhen der Berjährungesristen nochmals in einem besonderen Unterausschuß zu beroten. Aus Antrag des Zentrum»,»er Bayerischen Bolkspartei»nd der Deutschen Volkcpartel wuiden beim h 79 dt« Deriährunassrtst.'n iür die Strosbarteit einer Tat wie folgt bestimmt: t. 8 0 Jahre bel Verbrechen, die mit Todesstrafe oder mit lebenslänglicher Frei- heitestrase bedroht sind: 2. 20 Jahre bei Verbrechen, die mit zeb tiger greiheitestras» von mehr al, 10 Jahren bedroht sind: 3. 10 Jahre bei den übrigen Verbrechen: ä. 8 Jahre bei Ver. gehen, die mit Freiheitsstrafe mit mehr als 1 Jahr bedroht sind und 5. 2 I a h r« bei den übrigen Vergehen. Die Fristen für die Ver- jairrng von Strafen wmden entsprechend der Regelung beim ij 79 über die Verjährung der S t r a f d a r k e I t vom Ausschuß bc- Ichlesien. Der Vorsitzende de, Aneschusses, Ada. Dr. stahl(V. Vp.) teilt» zum Schlüsse der Sitzung mit, daß die Mitglieder der Otrafrechti- komn'ission de» Ssterreichtschen Nationoirate» ani 14. Januar nach Berlin kommen werden, um mit den Kemiuission»- mttgliedern de» Strasr-chtsaueschusses des Deutschen Reichstages wegen der Fassung des allgemeinen Teil, des neuen deutschen Strnf- gefttzbuche« Fühlung zu nehmen Das neue Zentrattomitee der KPV. Vi« Stalin-Garnituf wiedergewählt. 2Ro,(«h. Ist Dezember. Das neos Zenlralkomlle« der stommvnistssche« Partei Hai dos pollibureau mti folgenden Ml'giiedero gewählt: Ducharla. Vorofchllow. Soltnla, Kuibyschew. riolotow. Rykow. Andsuiat. Stalin und lomsl». z, m Generalsekretär der Partei wurde Slalln. zu Sekretären Molotow, DLlanow. Sosilor wiedergewählt. Neugewählt wurde stubsak. Velgische Kommunisten für Trohki. Da» Zentralkomitee der belgischen kommunistischen Port«! hat mit einer Mehrheit von IS gegen 8 Stimmen de- schlössen, an das PrästUum der Kommunistischen Internationale in Moskau die Forderung zu übermitteln. denAusschlußTrotzki» und anderer prominenter Bolschewicken sowohl au, der Partei al, auch dem Zentralkomitee und der Zentralen Kontrollkommission zurückzunehmen. Die Begründung zu diesem Beschluß besagt u. c., daß der Ausschluß verhängnisvolle Folgen haben iöimte. SleichzeUig verlangt da« Zeiitraltomlie« der belgischen Partei die Einberufung eine» Kongresse» der Konnnunistischen Internationale zwecks Behandlung dieser Frag«. Lex Brüning. Nach der J.et. Brüning" sollte die tohnfieuer bei mehr al, 7200 Millionen jährlichem Ertrag auiomatisch gesenkt werden. Dies hat der Bürgerblock jetzt verhindert. Ztopprechts Rolle im Hitlerputsch. Oer Hitler-prozeß ein abgekarieies Spiel! München, 10. Dezember.(Eigenbericht.) Im Untersuchungsausschuß des Bayerischen Land- tage? kam der sozialdemokratische Mitberichterstatter Dr. H o« g n e r am Montag In Fortsetzung seines umfangreichen Referats zu den Ereignissen vom 8./9. November. Nach den bekannten Lorgängen im Bllrgerbräulcller hat sich G-neralstaatskammissar Kohr von dem italienischen Konsul in München zu seiner neuen Würde als Statthalter der Monorchie gratulieren lallen. Das Rumpfkabinett Matt— vier Ministsr— schritt darauf kurz nach Mitternacht zu den Gegenmaßnahmen gegen den Putsch. Die Anordnungen der Reichswehr bestanden darin, daß General Danner als Stadtkommandant von München den Oberbefehl der Reichswehr und Landespolizei vbernobm und all« Befehl« Lossow» annullieren lieh. Er hatte gleichzeitig die Reichswehr außerhalb Münchens nach der Haupt- ftodt tslegrophisch herbeigerufen. Die Durchführung der Befehle stieß im Land« draußen teilweise auf erheblich« Schwierig- leiten. Am S. November, vormittags 11 Uhr. erhielt das erste La- law an de» Jnsonisrlsreglmea's 19 den vefehl, in München einm. marschleren. Die Offiziere der ersten und dritten Sompagvle welg-rien sich. Nur der Chef der zweiten Kompagnie stellte sich aus den Stand- Punkt des militärischen Gehorsams. Der Festungskommandant Hofs» mann von Ingolstadt weigerte sich, sein Bataillon nach München zu führen und tat dies erst noch einem ausdrücklicheti schriftlichen Befehl Ludendorffs. Unter diesen Umständen hielt General Lo s s o w die militärisch« Lag« am 9. November, nachmittag» 8 Uhr, für so bedrohlich, daß er den General Seeckt um Ueber» lassung von drei Bataillonen und drei Batterien bat. Au» den Akten ergibt sich zweifellos, daß eudendorff und Killer schon alsbald noch Mitternacht von dem Umsall Kohrs, Lossow» und Seihers ig Sennlnl» waren. Die Führer de» Kampsbund«» organisierten nunmehr den bewasf- neten Widerstand gegen Reichswehr und Landespostzei. Am Morgen des 9. November strömten aus ganz Bayern Truppen de, Kampsbundes herbei. Sie wurden vereidigt und unter Krtegsgesetz gestellt. Am 9. November vormittag» schlug Hiller dann den bekannten Propagandomarsch durch die Stadt vor. Dieser Marsch wurde von den Führern gebilligt und angenommen. Durch Zeugen, unter denen sich auch nationalsnziali- stische Studenten befinden, ist erwiesen worden, daß die Hlsterleule au der Aeldhermhalle zuerst aus die Lavdespolizd geschossen haben. Nach seiner Festnahme ha« Ludendorss fortwährend laut aus seine Widersacher eingeschrien. Ein Oberstleutnant der Lande»- pvlizei sagte darüber ouc: Ludendorss sei ouhero: denklich aus- fällig gewesen. Cr habe forlgesebl..pfvi!" aerufen vnd gesagt, er kenne vom heutigen Tage an keinen dentschen Ossizier mehr. Er werde von heule an keine deutsche Offiziersunljorm mehr trogen. Uebib die Wirkung des Hitterputsches auf das Ausland enthalten die Akten nur wenige Schriftstücke, wobei allerdings festzustellen ist, daß darüber eine Scndcrakt« existiert, die dem Landtag nicht vor- gelegt wurde. Eine, der Schriftstücke ist ein B e r l ch t de» R e g I e- run((»Präsidenten der P s al». Es enthält folgende Mittellungen „Am 9. November zwlscken 11 und 12 Uhr vormittags wurde der Oberregierungorat Niederer zu dem ersten Adjutanten des Generals de Metz in Speyer gerufen. Dieser eröffnete Ihm- Lch habe zwcl Fagen an Sie zn richten. 1. Wer ist heute Ihre Regierung?' Rieverer erwiderte:„Die boyerssch« Staotsregierunzz zurzeit vertreten durch Minister Matt', woraus der Adjutant auf die zweite Frage verzHiete. Am Nachmittag wurde Niederer neuerdings zu den Franzosen gerufen und ihm bedeutet, daß seine Auskunst falsch gewesen sei. Die Franzosen waren äußerst aufgeregt und offenbar(ehr enttäuscht, als Niederer ihnen auf das b«- stimmteste versicherte, daß der Putsch gescheitert sei.' Rupprechts Rolle. Weiter beschäftigt« sich Hoegner mit der aktiven Rolle de» Ex- Krvnvrinzen Rupprecki in der P-ttschongelcg'nheit. Der Angeklagte Dr. Weber erklärte in«iner Geheimsitzung des Prozesses, daß er am IS. September zu eine Audienz zu R u p p r« ck, l befohlen war, wo dieser ihm mitteilte, daß in kürzester Zelt eine Einrichtunz. die tatsächlich acht Tag« später darauf General st aatstom m issarigt genannt wurde, geschaffen werden mülle mit Kaln an der Spitz«. Dabei fügte Ruppreasi hinzu: Der Bund Oberland soll sich Kohr zur Verfügung stellen. Großfeuer in Zehlendorf. Oer Kanalbauhof brennt. Segen Mlleruocht wurde die Feuerwehr nach Zehlendorf ge- isen, wo im Kanalbauhof vom Tcl'owkanal«in Vrand aus- war, dessen Icilcrichsin auch in caljeruicn UeiU'n ahrgenornmea wurde. Als die ersten Löschzügz einirafeu, hatte das euer bereit, eine» solchen vmfang augenommeu. daß die Meldung vroßfeuer' weitergegeben werden mußt«. Er, Dr. Weber, habe Bedenken gellend gemacht, worauf Rupprecht erwiderte die Bedenken seien grundlos, da Kohr Ihm vor wenigen Tagen in die Hand hinein Treue gelobl habe. In dem bekannten Terminkalender K Hebels ist unter dem 9. September«ne Besprechung Kriebels mit SM. und Gras Soden. Prinz Oettingen eingetragen. Ueber diese Besprechung ist aber in den Akten nichts enthalten. Nach der Errichtung des Eencralstaatskcmmissariats hat Rupp- recht dann jenen„Befehl' herausgegeben, demzufolge sich all« bayerischen Offiziere rückhaltlos dem Gsveralstaatskommiisarjat zu unterstellen hätten. Am Tage der Errichtung de» Generalstaatskommissariats (2«. September) ging der politische Generalstabschef Hitlers, Schrubner-Richter, zum Kobineitsch:f Graf Soden, war- über Soden In einer Geheimsitzung aussagte: Scheubner-Richtcr er- klärte, er komme im Auftrage Hiller»: dieser bitte um eine Unter- redung mit Rupprecht. die Graf Soden auch gern zusagt«, Hitler» SeMing entwickelte dmin den Plan eines Marsches nach Berlin unter Führung Ludendorffs ganz in derselben Weise wie Ludendorff, i der bereit« am 22. September durch vermiisiung hindsuburg» von ■ Rupprecht empfangen worden war. Zum Schluß erklärt« Scheubner- Nichter: Wenn der Kronprinz sich auf den Boden der völkischen Bs- | wegung stelle, wert« Hitler, der in seinem Herzen Monarchist sei, selbst nichts gegen ein« bare fische Monarchie hoben. Im Gsgenteil, die Bewegung werde den Kronprinzen emportrogen und er solle ihr oberster Führer sein Andernfalls aber werd« die Vewe-aung über Rupprecht hin wegschre'ten. Zu einer Unterredung zwischen Rupprecht und Hitler, so erklärt« Gros Soden am Schluß seiner Aussagen, ist es nicht mehr gekommen. Rupprecht machte In der Folg«— vergeblich«— Anstrengungeiz, um den Kampsbund und das Generaikomnttssariai unter einen Hut zu bringen. Im Bürgerbräukeller wurde GrasSodenverhaftet, gleichzeitig aber der Leutnant Neunzert im Auftrage Hitlers nach Berchies-gaden geschickt. Di« Verhaftung Sodcns sollte nach der Aussag« eines Zeugen den Zweck haben, den Kabmcttschef a l s G e i° fel festzuhalten, damit Rupprecht nichk, gegen die Diktakur Hitler- Ludendorss unkernehme. Hitler interveniert bei Rupprecht. Uober die Msston Neunzert» in dem Schloß von Berchtesgaden sagte dieser In einer Eeheimsitzung aus, er habe Rupvrscht in ll�stündiger Besprechung für«in« Vermttllung zwischen Kohr und dem Kampfbund zu gewinnen versucht, um die Gefahr, daß Notionale auf Nationale schießen, zu beseitgen.„Nach l�stündrter A-ticnz beauftragte mich Seine Maiestät, sofort noch München zurückzufahren, wo ich Kohr ausrichten sollte, daß fader Zu- sammenstoß zwischen Reichswehr. Landcspolizei und Kampfbund zu oermeiden sei. Kohr solle alle» aufbieten, damit, wenn Hitler auf die Einigung eingehe, ein Verfahren wegen Hochverrats gegen Iziiler und Genossen nicht anhängig gemacht werde.' Zu dieser Aussoge de» Neunzert erklärte Graf Eoden dem Gericht, daß Neunzert einen Auftrag Rupprecht, an Kohr sicher nicht erhalten habe. Neunzert müsse offenbar Seine Königliche Hoheit mißverstanden haben. Demgegenüber ist aber auf den bekannten Aufruf Rupp- rechts am 10. November zu erinnern, in dem Rupprecht verlangt, daß man sich über den offenen Gräbern die Hände reichen solle. Kohr Lossow-Seißer haben die Verbreitung des Aufrufs verhindert. Hiiler-Prozeß nur eine KomSdie! Interessant ist nun, daß trotz der Hilfeleistung zum Hochverrat Neunzertnlchtangeklogt wurde, das gegen ihn eingeleitete verfahren sofort eingestellt wurde, als durch seine Aussagen die per- sou Rupprecht» tn den?rozeh hineingezogen wurde. Dr. Hoegner beschäftigte sich dann noch eingehend mit dein Versagen des Volksgerichts gegenüber den Hochverrätern vom 8./0. November. Schon 1924 hatte der Abg. Schüsser von der Bayerischen Dolkspartei unwidersprochen behauptet, daß der Hitler- prozeß nach Vereinbarung zwischen Gerich l und den Ang.kl'gt?« (Verteidigung) geführt werden sollt« Dr. Hoegner erbrach.'« dafür nur den schlüssigen Beweis aus den Akten. In diesen be- findet sich eine sckjrislllche Antwort Ludendorss, aus trat Fragen, die der Versitzende des Volksgerichts, Landgerichtsoirektor Neidhardt, an den Angeklagten Ludendorfs richtete. Diese E ragen des Vorsitzenden sind bezeichnenderweise nicht in den Akten, igegen die Anrworl, au» der sich klar ergibt, daß dem General Ludendorss durch die Fragestellung de, vorsitzendan die VerlaHgunz im Prozeß wesentlich erleichtert worden ist. und zwar i» eine: Weise. die fast automatisch zum F.eispruch Ludendorss» führen mutzte. Mi« Recht stellte Dr. Hoegner die Fxgg». ob auch in anderen Prozessen per bayerischen Gerichten den Angeklagten gegenüber diese Form der Untersuchung des Tatbestande» beliebt wird. Damit war die Verichterstattung Hce-ners beendet. Die nächste Sitzung des Ausschusses, der sich mit der Verwertung des Materiols zu beschäftigen hat, findet erst im Januar statt. Ehristenlum und Sozialdemokrosie im Horthy-Land. Dem Ge- «ollen Dr. Eduard Hebelt, gewesenen sazialdetnokratischen Abge- ordneten, hat die ungiU'ssch-evangelijcke Kirchenbehörde die Professur an der evangelische» Nschtsatademie in Miskolcz entzogen, weil ein Sozialdemokrat nicht ein glaubenstreuer Ehrist und schon gar nicht Lehrer an einer kirchlichen Hochschule sein könne. Erhöhung der Ortslohnzulagen. Kür die Arbeiter des Reichs, der Post und der Reichsbahn. Die von den vertragschließenden E i s e n b a h n e r o r g a n i s a- tlonen im Oktober eingeleitete Lohnbewegung führte damals zu dem Ergebnis, daß sich die Parteien dahin verständiztcn, in Verhandlungen über Neuregelung der Ortslohnzu- logen einzutreten. Da die Vorbereitung und Herbeischaffung von Lohnmatcrial zu diesen Verhandlungen viel Zeit in Anspruch nahm. wqr zu befürchten, daß die Verhandlungen vor Weihnachten gar nicht beendet werden konnten Damit wäre auch die finanzielle Auswirkung erst»ach Weihnachten für die Eisenbahner fühlbar g«° worden., In anerkennenswerter Weife hat die Verhandlungskommisston, der auch die Bezirksleitungen der Organisationen der jeweilig zur Verhandlung stehenden Bezirke angehörten, in neun Verhand- lung Stögen, die in der Regel bis in die frühen Morgenstunden ausgedehnt waren, die Riesenarbeit bewältigt. Lefder kommen schätzungsweise nur 6S Proz. der Lohn- empfänger der Reichsbahn in den Genuß einer im übrigen nur bc- fcheidenen Lohnerhöhung. Die Erhöhung schwankt zwischen 1 bis 6 P f. pro Stunde und tritt mit dem 1. November in Kraft. Für Berlin bringt die Neuregelung der Ortslohnzulagen ein« Lohnerhöhung von 3 bis 6 Pf. pro Stund«. Bor ollen Dingen ist zu bedauern, daß die sehr niedrig bezahlten Arbeiter des Ostens auch bei dieser Bewegung von der Hauptverwaltung nicht genügend berücksichtigt wurden. Alle Einwände der Organi- sationsoertreter, sowie dos Hervorheben der traurigen Lcbensver- Hältnifl« der Arbeiter in den östlichen Bezirken waren erfolglos Obgleich auch im übrigen Deutschland die Erhöhung im allge- meinen als nicht befriedigend bezeichnet werden muß, so steht doch fest, daß die Arbeiter in diesen Orten gegenüber ihren Kollegen im Osten immer noch bester dastehen. Jedenfalls kann schon heute kein Zweifel darüber sein, daß dieses Unrecht, sobald es der zwangs- gebundene Tarifvertrag zuläßt, wieder gutgemacht werden muß. Die Ortslohnzuschläge der Reichspostarbeiter Erhöhung von 1 bis 5 Pfennig. Die Neuregelung der Ortslohnzuschlöge für die Arbeiter der Reichzpo st ist abgeschlossen. Sie bringt für einige hundert Orte Erhohungcn um 2 bis 7 Prozent. Das bedeutet praktisch«ine Derbesterung der Stundenlöhne von 1 bis 5 Pfennig. Die Erhöhungen gelten vom 16. Okiober ab. Wenn Reichspost. Reichsbahn und Reichssinanzministerium es diesmal durchgesegt haben, daß keine generelle Lohn- erhöh ung vorgenommen wurde, so ist damit die Bewegung für die allgemein« Verbesserung der Löhne nicht zu Ende. Die Lohnbewegung der Reichspostarbeiter wird im März, wen» der Tarif abläuft, mit neuer Kraft ausgenommen werden. Die Ortslohnregelung für die Reichsarbeiter. Lohnzulage von zwei bis vier Pfennigen. Die Verhandlungen über die Löhne der Reichsarbeiter sind dieser Tage abgeschlossen worden. Das Ergebnis bc- friedigt nicht restlos, bringt aber immerhin der überwiegenden Mehrheit der Reichsarbeiter eine kleine Lohnzulage. Rückwirkend ab lk. Oktober 1927 wird nach den neuen Vereinbarungen eine Erhöhung von 2 Pf. pro Stunde an insgesamt 137 Orten, eine Erhöhung von 3 Ps. an 3S Orten und eine solche von 4 Ps. an 11 Orten gewährt. Für Berlin sind 3 Ps. pro Stunde angeboten worden. Ueber diesen Vorschlag konnle eine Einigung nicht erzielt werden. Die Weiterberatung wurde daher bis zur Erledigung der Ort-IohnzulagenoerhaiMungen bei Post und Eisenbahn zurückgestelll. Wenn die Organisationen, abgesehen von der Berliner Rege- lung, diesem Berhandlungsergebnis scktlicßlich ihre Zustimmung er- teilt haben, so dürfen daraus weder die Reicheregierung noch die Oeffentlichkeit nun den Schluß ziehen, daß die Organisationen aus ihren grundsätzlichen Kamps um einen anständigen und auslömm- lichen Lohn für die Reichsarbeiter etwa verzichtet haben. Im Gegenteil: nach wie vor bleibt die Tatsache bestehen, daß die Löhne der Reichsarbeiler an 75 Proz. aller Orte auch heute noch u m 1 t) bis 20 P f. unter dem Lohndnrchschnitt derübri- gen Arbeiterkategorien liegen. Der 3l. März 1928, der Termin, an dem das gegenwärtige Lohnabkommen gekündigt werden kann, wird den Organisationen Gelegenheit geben, chre Forderungen anzumelden. Das vorliegend« Resultat für die Retchsarbeiter kann nur als ein Aii-aleichsergebnis in den einzelnen Orten gewertet werden. Als solches bedeutet es einen gewissen Achtungserfolg der gewerkschaftlichen Arbeit, den auch die Reichs- und Staatsorbeiler nicht verkennen werden. Reichskonferenz der Former. Die Löhne und Arbeitsbedingungen in den Gießereien. In Frankfurt am Main fand dieser Tage ein« Reichs- konserenz der Former und G l« ß e r e i a r b e i t e r statt. Im Mittelpunkt der Besprechungen des ersten Berhandlungstages stand ein Referat Otto Handtkes vom Hauptoorstand des Deut- sche» Metallarbciterverbandes über„Die Arbeits- und Lohnverhält- niste in den Gießereien Deutschlands unter Berücksichtigung der bisherigen Fehlgußentschädig'mg" Allenthalben tobt, wie Handtke misflihrte. auch im Gießerei- anwerbe der Kampf um die 48-Stundcn-Wach« In vielen Bezirken gelang es. Verbesserungen auf dem Gebiete der Arbeitszeit zu erzielen. � a st zu 9 9 P r o.z. ist ein« V« r t ü r zung der A r- beitszeit erreicht worden, wenn auch der Achtstundentag noch nicht die Regel ist. Löhne von 50 bis 80 Ps. sind an der Tages- Ordnung. Doch gelang es, an vielen Orten eine Erhöhung der Löhne um 10 Proz. zu erreichen Die Akkordberech- n u n g. wie sie heute durch die Kalkulatoren vorgenommen wird, ist eine raffinierte Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft. Auch die Gießerei, Zulagen sind zu mingelhast. Sie betragen nur 10 Proz. des Dlirchschnittsstundenlohnes. Beachtenswert ist die Zunahme der Frauenarbeit. Unter allen Umständen muß bekämpft werden, daß Frauen als Maschinenformer beschäftigt werden. Ein übles Kapitel ist die L e'h r l i n g s f r a g e. Während die Unternehmer behaupten, daß es an Nachwuchs im Gießereigewerbe fehlt, haben die Er- Hebungen des Metallorbeitervcrbandes bewiesen.. daß«in Ueber- schuß an Lehrlingen vorhanden ist, gegen deren Ausbeutung und Beschäftigung in Akkordarbeit Front gemocht werden muß. Das zentrale Abkommen über die F« h l g u ß f r a g e ist Kreits im Jahre 1924 gekündigt worden Seit dieser Zeit herrscht auf diesem Gebiet eine iinoehcure Verwirrung. Bei den meisten Unter- nchmern Hot sich die Gewohnheit heiousgebildet, bei Fehlguß Ab- ästK«,vom Lohn vorzunehmen. Das ist— auch nach den, Urieil der Wissenschast— eine Ungerechtigkeit. Ein harter Kampf tobt des- halb um die Fehlgußentschädiaung: bei Fchlguß muß der volle Akkordpreis gezahtt werden. Der Glanz des„Weltkino". illld das Elend feiner Arbeitsbedingungen. Wie uns vom Deutschen Musikerverband mitgeteilt wird, hat der Verband mit der Direktion des neueröffneren„Welt-Kino, Alt- wcoabit 99(Direktor Werner und Holläufer)/ über Abschluß eines �arifvertrages für die in diesem Kino bcschästigten Musiker vcr- bandelt Die Verhandlungen endeten damit, daß dem Vertreter des Verbandes unverblümt die Tür gewiesen wurde Die Direktion des Welt-Kino hat keine Geldmittel gescheut, um In pomphaftester Weise ihr Kino auszustatten. Eine erstklassige Kapelle in Stärke von 16 Musikern wurde engagiert. Man sollte meinen, daß die Direktion ihrem Personal gegenüber genau so groß- zügig verfahren würde wie bei der Ausstattung des Hauses. Leider ist das gerade Gegenteil der Fall. Die Lohn- und Arbeirsbedingungen der Mustter und des übrigen Personals sind in keiner Weite geregelt, keiner dar Musiker hat bis heute einen Vertrag in Händen. Trotz allerschwersten Dienstes— teilweife bis zu neun Stunden ununter- brochcner Arbeitszeit— weigert sich die Direktion, den Musikern auch nur einen freien Tag zu gewähren. Betriebsrat und Ver- trouensleut« des Personals existieren m diesem Betrieb überhaupt nicht und der Vertrauensmann der Musiker ist fristlos entlassen worden. Wie sozial die Herren Direktoren des Welt-Kinos eingestellt sind, geht daraus hervor, daß die gesamte Kapelle zum 31 Dezember gekündigt worden ist. Und das jetzt vor Weihnachten, wo selbst rigorose Unternehmer dem Personal ein« Freude»n irgendeiner Form bereiten. Der Deutsche Musikerverband hat den Kampf mit der Direktion des Welt-Kinos ausgenommen. Die Musiker erwarten von der organisierten Arbeitnehmerschast. daß sie in diesem Kamps- mit allen Kräften unterstützt werden._ Der Waldenburger Schiedsspruch abgelehnt Waldenburg, IS. Dezember.(XDI13.) Gestern nahmen sowohl die Arbeitnehmer-, wie auch die Ar- beitgeberverbände zu dem am Sonnabend gefällten Schiedsspruch Stellung. Die Arbeitnehmerverbönde lehnten den Schiedsspruch ab, die Arbeitgeber nahmen ihn trotz schwerer Bedenken an. Heute sinken die Nachverhandlun gen statt, in denen aller Voraussicht noch der Schiedsspruch für verbindlich er- klärt wird. Damit dürfte die Streitgefahr im niederichlesischen Kohlenrevier behoben sein. ... und verbindlich erklärt! Der Zur Beilegung der cohnskrelligkeilen im nlederschlesischen Sleinkohlenbergbcm am 17. Dezember gefällte Schiedsspruch Ist vom Reichsarbeilsminister für verbindlich erklärt worden. Schuh dem Krankenpflegepersonal? Unsollgesetzgebung auf die Feuerwchr, Krankenpflege- onstalten, Bühnenbetriebe, Laboratorien usw. und forderte die um- gehende Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes durch die gesetzgebenden Körperschaften. Zu dieser erneuten Forderung sahen sich die Versammelten ver- anlaßt, weil trotz der zwingenden Notwendigkeit der Erweiterung der§§ 537 und 547 RVO. in Verbindung mit der Verordnung vom 12. Mai 1925, die neben dem Gutachtecausschuß für das gesamte Krankenhauswesen auch von der preußischen Regierung und dem Preußischen Landtage anerkannt wurde, und die auch das Genfer international« Abkommen zur Unsollgesetzgebung fordert, weder Reichsrcgierung noch Reichstag bisher geeignete Mahnahmen gc- troffen haben. Die Versammelten erachteten die bisherige Vehandlung ihrer Forderungen durch die gesetzgebenden Körperschaften als ein schweres Unrecht, um so inehr, als infolge des Mangels ersorderlicher Maßnahmen di« Möglichkeit fortb-stzsst, daß das Kronkenpslegepersonal in sozialpolitischer Beziehung minderen Rechtes ist. Dieses mindere Recht hat für die Angehörigen des Krankenpslegeberufes zur Folge, daß alljährlich Hunderte von ihnen, die ützolge von Unfällen und Berufskrankheiten vorzeitig erwerbsuiisählg werden, der Wohliolirt zur Last falle» und sogar auf die Mildtätigkeit anderer angewiesnt sind. Es ist eines Kulturstautes unwürdig, Staatsbürger, die iin Dienst der Bolksgesundheit selbst krank und siech geworden sind, mangels gesetzlicher Bestimmungen der Not und dem Elend preis- zugeben. �_ Auf die Lteöerschrist kommt es an. Die„Rote Fahne" berichtet in ihrer Freilagmorgenausgabe über den norwegischen Gewerkschaftskongreß und geht dabei ins- besondere auf die mit 152 gegen 84 Stimmen angenommene Entschließung ein, in der der Kongreß sowohl den Wiederanschiuß an den ÄGB, wie den Eintritt in die Rore Gewerkschastsinternotional« ablehnt. Wie wir bereits mitteilten, ermächtigte der Kongreß das Landessskretariat. mit den dänischen, schwedischen, finnischen und russischen Gewcrkschasten in Verhandlungen zu treten wegen dcs Abschlusses eines Geocnseitigkeilsabkoniinens, sowie die finnische und russische Landecorganlsalion ru einer Konferenz einzuladen, die eine Basis für die internätionale Gewerkschaftseinheit suchen soll. Ueber die Annahme dieser Entschließung schreibt die„Rote Fahne" wörtlich: „Die Annahme dieser Resolution bedeutet eine« n t s ch i e- den« Niederlage des extrem- reformistischen Flügels der norwegischen Gewcrkschaftsführerschaft..." Einige Zeilen weiter heißt es dann aber, nachdem bericbtei wurde, daß der kommunistische Antrag abgelehnt worden ist: „Die Resolution, di« schließlich vom Kongreß angenommen wurde, stellt ein. K o m p r o m i hf dar zwischen dem Standpunkt der z e n t r i st i s che n Kongreßmehrheu und dem der r e s o r- m i st i s ch e n Mehrheit der Verbandsleitung." Der Artikel der„Roten Fahne" aber ist überschrieben:„Nieder- läge der Reformisten in Norwegen." Der Leser der„Roten Fahne", der ob solcher Gcdankcnsprüngc schlecht raten kann, welches nun eigentlich die richtige Austastung dcs Artikelschrcibers ist, wird nicht umhin können, das mit dem Würfelbecher«auszuknobeln". Weihnachisbeihilfen für die Gaar-Gfenbahner. Zilnfzig Franken, das sind neun Mark. Die Regierungskommission bat den Cisenbahncrgewerkschaften schriftlich mitgeteilt, daß sie folgende Wsihnachtsbeihilfen an die Eisenbahnarbeiter zu geben beabsichtige: 50 Franken für alle. die Lerheiratetenzulage beziehen, für jedes Kind 50 Franken. Auch die ledigen Bezieher der Verheirateten- Zulage sollen 50 Franken erhalten, während die übrigen Ledigen leer ausgehen. Die Zahlung soll sobald wie möglich erfolgen. Unter der Ar- beiterschast herrscht über diese unzulänglichen Weibnachtsbeihilfen große Enttäuschung. Nicht nur die unverheirateten Leute, die nichts erhalten, sind stark erbittert, sondern auch vi« Verheirateten, da sie auf Grund der Versprechen, die die Regierungskommission beim Streikabbruch gemacht hatte, eine weit höhere Zulage erwartet halten. Die Gewerkschaften sollen versuchen, eine Erhöhung durchzusetzen und auch darauf dringen, daß auch den Ledigen eine Beihilfe gezahlt wird. Vorschuß an die Saarbeamten. Saarbrücken. 19. Dezember.(Eigenberichts' Die Reglevungstommission des Saargcbiets zahlt an die Bs- amtcn zu Weihnachten einen Vorschuß aus die kommende Besoldungs. regelung nach dem Vorbild des Reiches aus. Auch die Bergarbeiter erhalten Weihnachtsbeihilfe Es ist den Bergarbeiterverbänden des Saargebiets gelungen. durch Vermtttlung des französischen Mitgliedes der Regierungs- kommission Maurice und des deutschen Mitgliedes K o ß m a n n eine einmalige Unterstützung für die Bergleute in Maximalhöhe vpn 100 Franken herauszuholen. Der Erfolg, der vor ollem dem Vor- gehen des alten Bergarbeiterverbandes zu verdanken ist, kann um so höher veranschlagt werden, als die Absatzverhältnist« der Saarkohl« alles andere als gut sind und di« Geneigtheit Frankreichs insolgedessen zu irgendwelcher Lohnerhöhung außerordentlich gering ist. meinrstr. Z. Die Mädels zeigen ihr« Kunst.— Liidasteni Druppenhi werkschaftshaus, Engelufer 24— A, Ausg. B. LichtbUdermirrrag:„Strei Dienstag, tm vhe, tagen Vortrag:.Isllhrer der _______________________„zgendheim Litauer Str. 18, Zimmer. Wir feiern Weihnachten.— Landsberger Platz: Jugendheim Diestet- .......— ruppemhsi» Oe- W � rag: jetjetiMoe durch Alt-Berlin."— Treptow: Der Gruppenabend fällt heut« aus. Die Nachtsfeier findet nicht am Dienstag, dem 20. Dezember, sondern am Mitt- wach, dem 21. Dezember, im Iugendhr m Wildenbruchstr. 53—54, statt,— Humboldt: Sruppenheim Graun-, Ecke Lortzingstrahe. Vortrag:„Wrltonschau. ung und kirchliche Feste."— Schonrweid«! Jugendheim Berliner Str. 51. Untrrhaltungsabend. Zrqcndgruppc de»?d?. Lenk. Dienstag, fällt her Tulnabenh lnfolgr Ertraulung dcs Turnleiters, Sollegen Schran, aus. Brrantworili» fiir Politik. De«nrt Seyee! Wirtschaft:».>UtUg«»»fer! Gcwerkfchaftsbewcguna: Fr. Stzk-ra! Feuilleton: K. H. D-lcher; Lokale» »nb coiitiiges: Fritz«arstädi: Anzeigen: Th. Stocke! fämilich in Berlin Ber lag: Borwärts-Berlag S m d H.. Berlin Dnick: Borwärts-Buchdruckeret und Berlagsanstal« Paul Singer u E» Berlin EW e« Lindenstrall» 2. Hierzu 3 Beilagen und«Lnterhaltnng nad Willen". / .._ df* Beste darf gm genug«ein. ran Ihnen der AnsAnfhmg gewürdigt«a werden. M/r das Beste kann Ihnen Voücndefe« rermiffeln. Mir aas Lesfe ist audi das DUIfgaic; denn scheinbar billige Artikel, die Ihnen hn Cebrooin nur Verdruß und Aerger bereifen, werden nldil Ihren Zwcdt «nullen.— Auch gute Hausmusik Ihnen m vermitteln. Ist nur einem Sprech apparat von gediegener und einwandfreier 5c»n dieser Masse alles andere eher vcr. muten als den Grundstofs, auf dem alle die schönen und leckeren Honig-, Psesser- und Lebkuchen, Zucker, und Pfeffernüsse hergestellt werden, die sich einer so großen Beliebtheit erfreuen Teireu der Ueberlleferung der Psefserküchler. hat man auch diesen Teig bereits im Januar 1927 angerührt. Und zwar geschieht das folgender- maßen: Große Mengen von Honig. Sirup und Zucker werden zu- fammengew'scht und sticht zum Kochen gebracht. Dann wird ein« bestimmte Menge Mehl hinzugetan Und daraus entsteht dann dieser zähe Teig, der kn die großen Stgwbottiche gefüllt wird u»h hier nun in der gleichmäßigen Kellerkühle einen Resseprozeß durch. mächen muß, der ihn um die Weihnachtsgeld endlich in die Back- ituben führt. Berühmte deutsche Lebkn+enbackereien haben Teig«. die Jahre alt sind und wie die guten Weine durch Lagern immer reifer und besser werden. Dieser Teig ist nun de? Grundstoff zu all den herrstchen. würzig duftenden leckeren Honig- und Pfefferkuchenbäckereien, deren Herstellung man dann in der Großbäckerei der Konsumgenossenschaft weiter oerfolgen kann Zunächst bekomm� der Urteig natürlich noch die notwendiaen Zusätze an duftigen Gewürzen und Essenzen, an Mandeln. Nüssen, Rosinen, Korinthen, Zitronat und Schokolahe, ie nach der besonderen Art. die hergestellt werden soll. Sehr lustig nt für den Beschauer zum Beispiel die Beobachtung der Herstellung von Pfeffernüssen. Da gibt«s eine langgestreckte Maschin«, die Pfefferkuchen- und Äek s m a sch> n e. Ueber den dünn ausgewalzten Teig wird ein mit Stanzen versehener Zylinder ge- führt, der aus dem Teig die gewünschten Formen herausstanzt bzw. schneidet. In Reih und Glied kommen dann die geformten Teig. Häuschen auf ein Blech zu liegen, die wieder zu Dutzenden auf große Fahrgestelle geschichtet und zum Ofen gefahren werden. Im Ru sind die Häufchen schön goldbraun gebacken. Diese Maschin« l«stet in der Stunde sechs Zentner. Auch die beliebten mit Schokolad« überzogenen S p i tz k u ch e n werden zunächst in ähnlicher Weise. hergestellt. Dann aber kommen sie In ein« be- sondere Moschin«, die ihnen das braune Kleidchen verfertigt. Flinke Mädchen- und Fraucnhände breiten die Küchlein auf ein laufendes Band, dos durch Walzen gezogen wird, von denen unablässig flüssige Schokolade, die sogenannte Couveriüre, herabträuft und die eckigen Pfefferkuckenstückchen ganz und gar einhüllt. Dann werden sie getrocknet und verpackt. Spezialität sind jene Liegnitzer Bomben, die trotz ihres gefährlichen Nomens äußerst angenehme Dinger sind. In einen Piefierkuchenteig wird eine aus Rosinen, Mandeln, Zitronat und anderen Zusätzen hergestellte Füllung ein- gerollt, die Rolle in Scheiben geschnitten, sede Scheibe in eine kleine kreisnmde Form getan und nun gebacken. Das fertige Gebäck wird wieder mit Couvertüre überzogen und in Glanzpapier gehüllt. Das Ganz« wird hier in Abänderung des historischen Namens »Lichtenberger Bombe" genannt. Man könnte noch lange fortfahren In der Schilderung der in- teressanten Herstellungs- und Backoorgänge in Lichtenberg. Jedem aber, der diese Böckerei zum ersten Male gesehen hat, wird es schwer, die sinnverwirrende Menge von Eindrücken zu verarbeiten, die dort aus den Laien einstürmen. Man hat geglaubt, eine schlicht« Brotbäckerei vorzufinden und fand einen gewaltige», sich ständig auf die letzten technischen Errungenschaften ergänzenden Organis- mus, der heMe bereits alles umfaßt, was zu dem Veitscküchtigeii interessanten Gebiet des Bäcker, und Konditorenwesens gehört. Ein Gtraßendurchvruch in der Frledrichstadi. Der Magistrat heabsichtkzt. im südlichsten Teil der Friedrich- stadt ein« von der Köntoarätzer Straße bis zur Lindenstraße durch, gehende Verbindung zu schaffen. Die Hedemannstrotze. die zunächst von der Königgrötzer Straße nur bis zur Wilhelmstraße reichte, ,st vor dem Krieg« b,s Zür F iedrichstraße durchgeführt worden. Sie stößt aber hier auf einen Baublock, den auf der ganzen Strecke von der Besselstraße bis zum Bells-Allianee-Platz keine Straße durchquert. Geplant wird nun, die verlängerte Hede» mannftraße noch über die Friedrich st raßc hinaus bis zur Charlotten st raße und hiermit bis in die Nähe derLindenstraße zu führen. An der Einmündung in dl« Charlottenst.roße soll ein kleiner Platz angelegt werden, damit Dement. Ovoraan vv» Ffodor Gladtow. „Und Genosse Lenin, schläft der in der Nacht, sag. Ge- nosse Tschibis? Ich habe gehört, er sei ebenso schlaflos trne du und liebe sehr das Feuer." „Ich weiß es nicht, auch ich glaube, daß er das Feuer liebt." „Doch wie ist das eigentlich, Genosse Tschibls? Wenn man auf die Straße kommt— so find dort Kaffeehäuser mit ständVm Streichorchester. Wieder die alte Schweinerei? Nun! Und das erschreckt dich? Ich werde bald nicht mehr" hier sein. Und du fahr zurück zur Armee: trwniers d'ch noch ein b ßchen dort und lerne das politische ABC. Mich beunruhigt das absolut nicht. Man muß verstehen, ohne mit den Lidern zu zucken, in die Sonne und auf das Blut zu sehen. Man darf nicht fürchten, daß die Sonne die Augen verbrennen und das Blut die Seele vergiften wird. Man muß dazu die Sonne und� das Blut in einen Kessel vermengen und schön zusammenquirlen" Er hob seine Wimpern und lächelte. Und wieder be- merkte Gljeb eine kindliche Klarheit in seinen Augen und einen feurigen Punkt, der unruhig im Augapfel herum- wirbelte und n cht zur Ruhe kommen konnte. Tschibis ging über den Gang, elastisch und wuchtig, und Glieb empfand zum ersten Male, daß Tschibis zum Sterben niüde war und eine unerträgliche Last in sich trug. Schaum. 1. Alltag. Es halte den ganzen Sonnner n'cht geregnet, und der Himmel über der Ducht war rostig und das Meer hinter der Mole lag wie ein Spiegel. Und in dieser Spiegelung fchmol- zen die Segelboote und Feluten. und die fernen Sandbänke brannten m den glühenden Strömen und Wirbeln. An dem Ufer war das Meer durchsichtla und grün, wellig, mit blauen Himmelsfetzen, m't perlmuttfarbenen Nanhthaflecken. und stellenweise schwammen Wasserrosen und Schinnrniallen darin, die wie mit Blut duribtränkt waren. Stille Brisen, mit Schwefel- und Algenqeruch durchtränkt, strömten in die Stadt, auf die Bsrge. Und es war kein Horizont mehr zu sehen: Himmel und Meer verschmolzen in einem luftigen Ozean. Und die Berge dampften vor Hitze und in den Schluchten ballten sich die Wälder wie grüne Geschwülste zu- sammen. Die Bergabhänge und Bergrippen schimmerten mit ihrem Eisen und Schwefel im lila Nebel und spiegelten sich n cht mehr im Meere wider: an dem Ufer im Wasser zappelten und wälzten sich ganze Tage hindurch dicht gesät die Menschen, krochen auf den Felsmassiven, über Kiesel und Muscheln oer Sandbänke herum. Die Stadt glühte unerträglich durch die erhitzten Steine, durch das Eisen, durch das Pflaster und durch den Staub der Straßen. Die Mens6)en erstickten vor Sonne und dem steiner- nen Dunst und wurden vom Glänze der Trottoirs, der Mauern und der brennenden Luft geblendet. Und ip den Parkanlagen, im Schatten» trocknete es im Mund, und ein heißer, trockener Wind verbrannte das Gesicht, und die Blätter der Akazien rochen nach heißer Fäulnis. Die Straßen waren leer und zitterten in ihrer spiegelnden Weite, es schien. als ob die Menschen aus dieser Höllenglut geflüchtet und das Leben m't seiner Geschäftigkeit und seinem Müßiggange stehengebNeben wä'-e Und nur hie und da sah man halb- nackte, verbrühte Schatten mit Aktentaschen Herumwanken: trunken, mit trüben Augen und Dampfbadgesichtern, kämpften sie kraf.loz gegen die Schwere ihrer eigenen Beine. Die Geschäfte schimmerten mit ihren eleganten Auslagen, und aus den klapvenden Türöffnungen der Kaffeehäuser dröhnte dumpfes Stimmengewirr, wie Heuschreckenzirpen tönten d'.e Würfel aus Bein beim Spiel, und gespenstische Geigen sangen zart, von Kiavierseufzern begleitet. Zum ersten Male roch es in diesen Tagen im Speisesaal der Volksküche im Sowjethause nach Fleischborschtsch. To- matensoße und Gemüse und Suppengrün. Aber der übl« abgestandene Geruch der Graupensuvpe kroch noch immer über d!« Flächen, die Wände, das Geschirr, und vergiftete den Duft des Fleisches und der mit Zwiebeln gebratenen Kartoffeln. Um die Mittagsstunde kamen im Sowjethause alle ver- antwortlichen Arbeiter zusammen, alle Spitzen der Stadt» Verwaltung. Man saß in Gruppen, zu zweit, in größeren Haufen vor den Tischen, und im ganzen Saale waren es wohl an die hundert Menschen, die sich dort zusammengedrängt hatten. Und in dem Speisegeruch trommelte und brüllte das Zimmer mit dem Teller- und Messergeklapper in kreischender Unordnung und die offenen Fenster brannten in der Sonne, und die Luft war dunstig und blau von Staub und Tabaks- qualm Badfin ah immer am selben Tische mit Schramm und für dt« benachbarte Markthalle«in« bessere Abwicklung des Verkehrs möglich wird. Einstweilen werden für die neue Stroßenstrccke zwischen Friedrichstraße und Charlottenstraße nur die Fluchtlinien sestgesetzi, um Neubauten auf dem künstigen Stroßenlond verhindern zu können. Longe hat es in diesem Stadtteil gedauert, bis man die aus früherer Zeit übernommenen Mängel der Stra- ßenanlage durch Hrnzufügung neuer Strcßen einigennahen wieder gutmachte. Neu angelegt wurden die Dessesstraße.zwischen Markgrasen- und Friedrichstroße erst 184.1 die Puttkamerstrahe zwischen Friedrich, und Wilhelmstroße erst 1845. An den Straßen- durchbruch Besselstraße schloß sich die Verlängerung der Charlotten- ftraße über die Kochstroßc hinaus bis zu der neuen Besselstraße und die Anlegung des Enckeplotzes vor der Sternwarte, die damals zwischen ihm und der Lindenstraße stand. Die weitere Verlängerung der Charlattenstraße über den Cnckeplatz und dos Sternwortenge- lände hinweg bis zur Lindenstraßc erfolgte erst im 29. Jahrhundert. Der Baublock zwischen Wilhelmstroße und Königgrötzer Straße (früher Hirschelstroße genannt) wurde zuerst 1849 mit der Anhalt- stroße durchbrochen. Der zweite Durchbruch, die Hedemannsrraße zwischen Königgrötzer Straß« und Wilyelmstraße, wurde erst 187? ausgeführt. Markelstraße. Ehrung für einen braven Mann. Mit Zustimmung des preußischen Staatsministeriums hol der Polizeipräsident die Mommsenstraße im Ortsteil Berlin- Steg- litz rn„M o r k e Ist ra ß e' umbenannt. Anläßlich dieser Straßen- benennung hat der Magistrat dos nochstehend wiedergegebene Schreiben an Dr. Market in London überreichen lassen: ..In dankbarer Anerkennung der außerordentlichen Berdienste, die Sie sich unter Einsatz Ibrer ganzen Persönlichkeit durch aus- opfernd« Fürsorge um die deutschen Kriegsgefangenen erworben haben, ist einer Straß« in Berlin-Steglitz der Name„Markelstroße" gegeben worden. Es gereicht uns zur besonderer, Freude, Sie von dieser Benennung zu benachrichtigen und Ihnen gleichzeitig unsere aufrichtigsten Wünsche für Ihr Wohlergehen auszusprechen." Dr. Karl M a r k« l. einer süddeutschen Pfarrerssamili« ent- stammend, ging vor etwa 59 Iahren nach England und errang sich als Chemiker eine in geschäftlicher und gesellschofilicher Beziehung angesehene Stellung. Er wurde britischer Staatsangehöriger. Nach Ausbruch des Weltkrieges setzte sich Markes, seiner deutschen Ab- stammung eingedenk, mit Erfolg für die E r l e! ch t e r u n q des Loses der deutschen Kriegsgefangenen ein mrd schuf eine umfassend« Organisation seines Hilfswerkes, für das er einen kleinen Kreis Gleichgesinnter zu werben verstand. Diesem Hilfswerk widmete er sich völlig und opferte ihm Beruf, Vermögen und Gesundheit. Durch Lieferung von Arzneien, Kleidern, Wäsche. Genußmitteln, durch geistige Fortbildung, handwerkliche Beschäs- tigunq, Errichtung von Sportplötzen und Thealeraussührunge» wurde den Internierten der Ausenthalr erträglicher gemacht. Viele vcr- danken ihm dl« Erhaltung der Arbeitsfähigkeit, ihre Gesundheit, nicht wenige verdanken seiner Fürsorge da» Leben. Auch nach Kriegsende setzt« Merkel sein menschenfreundliches Werk fort. Cr half, im Bunde mit verschiedenen philanthropischen Gesellschaften, das Muttcrlaird mit dem Nötigsten versorgen und sorgte mit einflußreichen Männern für die Wiederherstellung gegenseitigen Ver- st ä n d n i s s«». In Württemberg rief er eine Stiftung für verarmte Fainilren ins Leben, einen großen Teil eigenen Vermögens bei- steuernd. Di« Anstrengungen erschütterten Markels Gesundheit. Cr ist seit fast zwei Iahren schwer leidend. Da wöue ArcheUeuvohssoksttsfllm laust gm Dienstag, dem 29. Dezember. 19�4 Uhr, im Saalbau Friedrichshain. Dazu Vortrag von Frau Stadtverordnete Minna Toderchagsn. Ein- trittspre's 25 Pf., ober für Inhaber eine« Loses der Arbeiterwohlfohrt freier Eintritt. Karten und Los« an den Abendkassen, Lose außerdem im Bezirksausschuß für Arbeiter- Wohlfahrt, Lindenstraße 3, in allen Konsumoerkaussstellen, bei Wert- heim und in den durch Lottcrieplakatc kenntlich gemachten Stellen. SDV.'Slodlverordnekenstoktion. Di« Mitglieder der Fraktion werden dringend ersucht, pünktlich in der Stadtverordnetensitzung zu «rschemen. weil wichtig« Abstimmungen bevorstehen. dem Vorsitzenden der Dolksaesundheitsabtetlung, dem dicken Doktor Suksin, der immer schweigsam, immer schüchtern und erichrocken, immer verschwitzt, dumpf und zerstreut war. Auf- gedunsen, niemals rasiert, mit borstigem Roßhaar auf dem Schädel, sah er zerstreut in Badjins Äugen und verstand nie, was der Vorsitzende des Eretutivkomitees sprach, was die anderen erwiderten, und bejahte nur diensteifrig alles, was er hörte, und schien nicht mit dem Mund, sondern mit dem Bauche zu sprechen. „Ivo... joo..." Das Sprechen fiel ihm schwer, weil seine Zunge unver- hältnismäßig groß war. Sie hatte keinen Platz im Mund und kroch beim Sprechen wie ein Wurm heraus. Cr konnte nicht Herr seiner Worte werden, sie versanken in seinem Munde und klatschten an die Zunge und heulten, weil sie zu kraftlos waren, um herausschlüpfen zu können. Oft setz!« sich der Kommissar der Ernährungsobteilung, Chapko, zu ihnen. Cr sah einem Dorfkulaken ähnlich, war hurtig und aufmerksam wie ein Spatz Er aß lange, länger als alle: er hatte keine Zeit, schaute sich nach ollen Seiten streng und mißtrauisch um, sah alle an und beobachtete, wie und was jeder aß. Sprang oft vom Tisch auf und steckte seine Nase in die Küche, in den Spülraum, zu den Nachbarn. die unsauher gegessen hatten, zu den Sowjetfräuleins, die ihre Kavaliere mit Brotkrumen bewarfen. Seine Stimme war wie gesprungen und er quietschte wie ein Messer am Schleisstein. In der Küche:„Ihr dort... wer ist hier der Aelteste... Schick mal den Verwalter der Küche her... Warum sind so kleine Portionen?... Stehlt Ihr, Ihr Ungeheuer... Ich werde euch schon zeigen... Morgen werde ich eine Revision durch die Arbeiter- und Bauerninspektion verlangen." Im Eßzimmer vor den Tischen:„Genossen! Glaubt Ihr, daß das Ernährunqskommissariat dazu da ist. damit Ihr auf Boden und Tische Brot werft?... Nun, Fräuleinchen, hier ist kein Tingeltangel und es gibt keine Sepanfs... Kriecht mal runter, hebt diese Kügelchen auf. mit denen Ihr dort beim Flirten eure Nichtstuer beworfen habt... Nun!... Woher seid Ihr denn? Von welcher Abteilung?... Ich werde verlangen, daß man euch abbaut... diese Intellektuellen- taktik Genossen, die versteckt nur schön, versteckt recht tief: bei der Diktatur des Proletariats werdet Ihr damit nicht weit kommen.. Und jedesmal, wenn er im Gveisesaai erschien, entstanden Streitigkeiten und kreischender Iahrmarktsiärni. (Fortsetzung folgt.) Prozeß Egloffstein-Oerthel. Die Tragik des Etrafentlasscnen. .i Egloffstein oder Oerthel das ist die Frage! In den Gerichts. akten steht„Oerchel-Eglosfstein". Er sagt:.Eglosfstein.Oerthel'. Und der Vorsitzende redet ihn nicht anders als Egloffftein an—> in gleichem Atem oerliest er aber den Eröffnungsbeschluh, lant dem Egloffstein-Oerthel wegen Führung des Namens„Eglossstein' angeklagt wird. Ja. Eg'offstein oder Ocrthel? Das ist die Frage! Sie hing bereits als Damoklesschwert über seiner Wiege. Sein Vater hatte ,war für das Linsengeiicht von 800 M. jährlich aus seinen Adel verzichtet: trotzdem aber bei seiner Heirat im Standesamt sich als Oerthel, genannt Eglofsstein, und in gleicher Weise auch seine Kinder in das Geburtsnregister eingetragen, mit Ausnahme des Jüngsten, Ludwig. Gerade diesen hatte aber die Tante wie einen kleinen Freiherrn v. Ealofsstein erzogen. So schwelgte er als Kind in Freihsrrnphantasien und beging als Fünfzehnjähriger in einem Hotel seine erste Zechprellerei, die ihm zwei Monade Gefängnis einbra'tlte. In Rußland, Eng'and und �Deutschland betätigte er sich als Herrenreiter. Dann entwickelte er sich� zu einem Hochstapler grohe» Formats und fand schließlich sein Sch'cksal in einer vierjährigen Gefängnis st rase, die gleichsam zu einem Wendepunkt in seinem Leben wurde. Als er dos Gefäng- nis verließ, war er nicht mehr der frühere Egloffftein. In ihm tobte der Kämpf zwischen der Absicht, ein ehrliches Leben zu beginnen. und den ihm fast im Blut steckenden Hochfiaplcraelüften. In diesem Zwiespalt beging er die geringfügiaen Aktendiebstähle und Ve- trügereien, die ihn erneut vor das Gericht brachten. Aber bis er sich wieder zu seinen strafbaren Handlungen entschloß, durchlitt er den dornenvollen Weg des Strafentlassenen. Darüber erzählte er in der gestrigen Gerichtsverhandlung. So lustig sich das Rededuell zwischen dem humorvollen Vor- sitzenden R n ck e r und dem nickt weniger humorvollen Angeklagten Eglrfsstein-Oerthel anfangs geftaLeie, so ernst wurde die Stimmung im Gerichtssaal, als dieser van seinem Mißgeschick beim Kampf um seine Existenz nach dem Verlassen des Gefängnisses berichtete. Er versuchte, beim Bruder in Dresden als Reisender zu arbeiten: hielt es aber hier nickt aus. Eine Woche lang war er als Geschäfts- führer im Zirkus Sarasani tätig: man bekam hier daä über ihn erschienene Buch zu Gesicht und gab ihm den Lauspaß. Er bemühte sich um einen Führerschein als Chauffeur: sein Gesuch wurde abschlägig beschieden, weil er vorbeitraft war. Da fälschte er sich einen Schein und arbeitete drei Wochen als Chauffeur bei einem Landarzt, bis dieser ihn des Benzindiebstahls verdäcktigte, denn auch der Landarzt wußte, wer Eglofsstein war. Er half der Polizei, Kokainhändler fassen, ja. er ließ sich sogar in eine Zell« zu einem des Mordes Verdächtigen stecken, um ihn zun» Reden zu veranlasien. Er besorgt« sich, als er aar keine Unter- kunft mehr fand einen Krankenschein, um in einer Irrenanstalt Aufnahm« zu finden. Und schließlich verkaufte er selbst im Polizei- Präsidium und im Gerickt das über ibn erschienene Buch, von dem er keine Tantiemen erhalten halte. Diese sein« ständigen Besuchs im Gericht scheinen ihm nun zum Verhängnis geworden zu sein. H-«r wird er nwbl die Mittel und Wege gefunden hoben, seine Attendieb stähle zu begehen. Gest.-rn bestritt er aber mit aller Entschiedenheit, sie begangen zu haben Nur da- eine gab er zu: sich fälschlicherweise als Kriminalassistent und Rechtsanwalt- substitut ausgegeben und aus den Fürsorgeakten einig«— wie er behauptet— lose Blätter gestohlen zu haben. Egloffstein-Oerthel befand sich gestern in einer mutigen Kompfesstimmung. Nicht nur gegen die Zeugen, deren Glaubwürdigkeit er in einem Brief an den Vorsitzenden von vornherein in Zweifel zog. sondern auch gegen die Presse, der er die Schuld an seinem erschwerten Existenzkampf zuschreibt: sie bausche in der ungebührlichsten Weise, erklärte er. seinen Prozeß auf. Er bitte um sachlich« Berichterstattung Die „Berühmtheit" seines Namens mache es ihm unmöglich. Arbeit zu finden. So möoe er sich doch von dem Namen Egloffstein lossagen, meinte der Vorsitzende.„Nein, das tu ich nicht: ich schulde es meinem toten Vater, ich Hab« ein Anreck: auf den Namen und weide ihn tragen, da können Sie mich verurteilen, soviel Sie wollen." Die Verhandlung wird heute fortgesetzt. Zur amerikanischen H-Bootkatastrophe. Die Eingeschlossenen verloren! Die letzten Nachrichten von der lck» voot- Katastrophe in der amerikanischen Marine erwecken so gut wie gar keine Hoffnung, daß es möglich sein wird, das Leben der sechs eingeschlossenen Menschen zu retten. Die letzten Nachrichten bestätigen, daß die sechs kleberlebenden Im Torpedoraum eingeschlossen sind, und daß es den Tauchern gelang, sich mit ihnen durch Klopfen von Morfezelchen zu verständigen. Leider ist die See außerordentlich st ü r m I s ch, so daß selbst bei größler Aufopferung der Netlungsmannschasten kaum mit einem Fortgang der Rettungsarbeltcn gerechnet werden kann. So hat man gestern noch versucht, das Wasser aus den Lust- lants herauszupumpen und das Doot dann durch einen Kran an die Obersläche zu ziehen. Das stürmische Wetter aber brachte diese Arbeit zum Scheitern, bereits am Nachmittag des gestrigen Tages wußte» sie eingestellt werden. Da es auch keine Möglichkeit gibt, den Eingeschlossenen von außen her Lust zuzuführen, muh man leider damit rechnen, daß sie in ihrem eisernen Kerker ersticken werden. » Nach Mitteilung von zuständiger Stelle belauft sich die normale Besatzung des gesunkenen Unterseeboots 8 4 auf 42 Mann, und zwar 4 Offiziere. 4 Deckoffiziere und 33 Matrosen. Das Unterfeeboot, das von Leutnant Commander R. K. I o n e s be- fehl'gt wurde, ist im August 1919 von Stapel gelaufen. Es.ver- drängte in aufgetauchtem Zustand 876, in getauchtem Zustand 1092 Tonnen. Landsfriedensbrecher von rechts. „(Soviel Waffen, daß ich eine Kompagnie ausrüsten kann". ®or Amtsgericht Arnswalde standen in der letzten Woche fünf Großbauern aus Granow. darunter der Ritterguts- besitzer, Amtsvorsteher und vormalige Rittmeister S ch ä r p i n g und der Großgrundbesitzer Göde als Rädelsführer, wegen Land- srie�ensbruchs. Am Tage vor dem Volksentscheid über die Enteignung der Fürsten waren etwa 2S Mitglieder der SPD. und des Reichtz- banners nach Granow gefahren, um eine Versammluna ab- zuhalten. Auf dem Dorfplotz einpfing sie ein Trupp Bauern mit dem Rufe:„Ihr Strolche, macht daß ihr raustommt!" Als deRedner Genosse 8 e p i n s t i sprechen wollte, erhob sich ein In- oianergeheul. Göde stieß den Referenten dreimal mit einem Knüp- pet von seinem improvisierten Rednerpult herunter, nach dreimal!- gern vergeblichen Versuch, zu sprechen, gab Lepinski nach, und die Gaste von auswärts brachten Hochrufe aus die Republik aus, 5?'$lc�en abzumarschieren. Inzwischen war auch Zlmts. Vorsteher Scharping aufgetaucht. Offensichtlich belustigte ihn das Gebrull der Dorfbewohner. Denn er stellte sich an die Spitze des Bauernzuges. schwang einen Feldstock und folgte den Besuchern. Auch seine„Untergebenen" hatten sich mit Knüppeln versehen und irommelten zunächst aus die Fahrräder, dann aus die Arnswal- der Besucher ein. Zwei Reichsbannertameraden wurden niedergeschlagen, andere erhielten„nur" Beulen. Lepinski blieb bewußtlos und blutübe r» strömt liegen. Das war die Angelegenheit, die zur Berhand- iung stand, und es ist bezeichnend, wie sie oerlief. So fragte der Vertreter des Nebenklägers Lepinski. Genosse Rechtsanwalt Oborniker. den Scharping:„Haben Sie Waffen gehabt?" Scharping antwortete:.Ich habe so viel Waffen, daß ich eine ganze krompaqnle ausrüsten kann." Die Zeugenvernehmung ergab trotz aller Versuche der Granower Bauern, ihren Amtsvorsteher reinzU- waschen, ein Bild, das gerade Schärpinq schwer belasten mußte. Trotzdem einer seiner„Hofbeamlen" bei den Arnswaldern heruntergelassene Sturmkette» gesehen und auf einer großen Trom- inck einen Eencralmarsch hatte schlagen hören— Dinge, die einer überhitzten Phantasie entstammen!—. ward Schärping schwer mitgenommen. Der Sekretär des Herrn Amtsvorstehers mußte zugeben, daß wenige Tage zuvor ein Erlaß des preußisch en Innenministeriums bekanntgegeben sei, worin die Behörden angewiesen wurden, allen Versammlungen zur Ausklä- rung über den Volksentscheid besonderen Schutz angedeihen zu lassen. Der Staatsanwalt führte in seinem Plädoyer aus, daß„eine Tat, wie Schärping, Göde und die anderen sie begangen hätten. eines Kulturvolkes unwürdig sei und schwer geahndet werden müsse". Er beantragte wegen Landsrledensbruchs und aus 8 107 StGB, gegen Schärping ein Jahr, gegen Göde ach: Mo- nate, gegen die übrigen Angeklagten 4 oder 3 Monate Gefängnis. Das Arnswalder Gericht kam zu einem anderen Schluß: Alle An- geklagten wurden von der Anklage des Landsriedensbruchs sreigc- fprochen. Göde erhielt 50(in Buchstaben: fünfzig) Mark Geldstrafe wegen Beleidigung des Nebenklägers. Es »nichts erwiesen". Es darf hinzugefügt werden, daß sich in Granow beim Volks- entscheid von 443 Sllmmberechkigteu 2 an der Abstimmung be- leiligten. Bei der letzten Reichstagswahl freilich waren allein 41 sozialdemokratische Stimmen abgegeben. Dieses Verhältnis zeugt für den Terror, den die neumärkischen Junker auf die Landbevölkerung ausüben. Das Gefühl, terrorisieren zu können, soviel man Lust hat. wird durch solche unglaublichen Utteile nur noch o« r st ä r k t werden. Fahrkarte„nach der Nordsee". Allzu anschaulicher Geographieunterricht kann mitunter ungeahnte Folgen haben! Ein vierzehnjähriger Junge, der im Norden Berlins bei seinen Eltern wohnt, hatte aus der Schute her eine große Lorliebe für die Nordsee und ihre Naturschön- Helten. Er faßte den Plan, Nordseemaler zu werden. Seine Eltern hielten es aber für besser, ihn zu einem Elektrotechniker in die Lehre zu geben. Er mußte sich fügen. Zlls man ihm aber am Sonnabend 100 Mark zur Bezahlung einer Rechnung anvcr- traute, war unser Junge im siebenten Himmel. Kurz entschlossen kaust« er sich ein kleines Stadtköfferchen, eine Bade- hose, eine Bademütze und als Reiseprooiant zwei Bananen, eine Apfelsine und drei mit Käse belegte Brötchen. Damit ging es zum Lehrter Bahnhos. Hier verlangte er am Schalter stolz«ine Fahrkarte„nach der Nordsee". Be, amte der Bahnhofsstreise, die zufällig in der Nähe waren, wunder- ten sich, was der kleine Bursche wohl an der Nordsee wolle. Sie sahen sich ihn und seinen.Riesenkoffer" etwas näher an. Jetzt kam die Misietat ins Licht. Der unternehmende Junge wurde seinen Eltern w:eder zugeführt. Vielleicht haben sie jetzt ein Etnsetvn und beschenken ihn zu Weihnachten wenigstens mit einein Tusch- tasten._ Vtuitat im Bureau. Im Streit erstochen und dann geflüchtet. Einen verhängnisvollen Ausgang nahm«in Wortwechsel, der gestern nachmittag zwischen zwei Angestellten, die in einem Bureau in der K r o n e n st r. KS angestellt sind, entstand. Der 4Kjährige Kaufmann Robert Becher aus der Potsdamer Str. 37 geriet mit seinem Kollegen, einem um mehrere Jahre jüngeren Angestellten Bischof, dessen Wohnung noch unbekannt ist, aus noch unbekannter Ursache in einen Streit, der sich im Derlaufe derart zuspitzte, daß Bischof ein dolchart'ges Messer zog und auf seinen Kollegen eindrang. Er brachte ihm einen schweren Stich in die Herzgegend bei. Der Verletzte sank mit einem lauten Aufschrei bewußtlos zu Boden. Als der JTäter sah, was er angerirbiet hatte, ergriff er die Flucht. Andere'Angestellte. die auf die Hilferüse des Schwerverletzten herbeigeeilt waren, brachten Becher zur naheliegenden Rettungsstelle 14 in der Kronenstraße, von wo«r. durch einen Wagen des städtischen Rettungsamtes in hoifnungslosem Zustand in die Universitätsklinik Ziegelstraße übergeführt wurde. Die Verletzung war so schwerer Natur— die Spitze des Dnlches hatte-die Herzspitze durchstoßen—, daß Becher im Lause des Nachmittags starb." Die Kriminalpolizei fahndet zurzeit nach dem flüchtigen Täter. Sonntag: Ludwig Spitzer entwarf ein Bild von dem Elerid, in dem ein Teil der Großstadiiugend verkommen muß. Der Titel seiner Ausführungen,„Kinder, die darben müssen, klingt mild, gemessen an der furchtbaren Tragik des behandelten blosses. Armut und Wohnungsnot machen aus zahllosen Kindern elende, sieche, lebensuntaugliche Geschöpfe. Ludwig Spitzer forderte zur Hilse aus im Rahmen der bestehenden Gesellschartsordnung: man solle die entsprechenden Wohlsahrtsstellen für solche Kinder imer- essieren. Aber nur durch gesunde Wirtschastsoerhällnisse kann diesen Aermsten wirklich geholfen werden.— Hans Philipp Weig sprach über ein Thema, das eigentlich schon lange als Fitmvortrag fällig war:„Die F u n k l i t e r a t u r: Weitz behandelte den Stoff mit umfasiender Sachkenntnis. Er zeigte die Entwicklung dieser Literatur nach der technischen wie nach der ästhetischen und belletristischen Seite und die Bedeutung der einzelnen Gebiete.— Ausschlußreiche Darlegungen über„Die Musik in China und Japan" gab Dr. Richard H. Stein. Er betonte in seinem Dortrag die grundlegende Verschiedenheit der europäischen von �der chinesischen Mustkausfassung, die es dem Europäer �unmöglich mache, dieser Musik wirklich nahezukommen.— Die Sonntagabendunierhaltung war mit Stielers„Winteridyll" und dem Oratorium„D i e G e b u r t Christi" von Heinrich v. Herzogenbusch auf bürgerlich-sreundliche Dorweihnachtsstimmung eingestellt. Der Montagabend gab in technisch ausgezeichneter Ueber- tragung aus der Staatsoper am Platz der Republik„Der Kuß" von S m e t a n a.— Die Nooellenstunde am Nachmittag war aus eine heitere Note abgestimmt. Martha Maria Newes, die für Oftinis beliebte Humoreske»Das Kraut Wahrheit" den richtigen Vorlragsstil mitbrachte, konnte den trockenen Humor Ierome K. Ieromes nicht gestalten. Ihre knallige Pointierung jedes einzel- nen Satzes war unerträglich.— Felix Scherret behandelte das Thema„Der schematisierte Film" und warnte vor den Wegen, die die Filmproduktion mit der Schemalisierung eingeschlagen hat. Eine Fortentwicklung und Weiterentwicklung des Filmes liegt in anderer Richtung. Tes. Blinde Liebe. Durch den Ehemann zur Derbrecherln geworden. Die Kassiererin Helene S a n n i g war mit 17 Jahr«, in ein großes Fabrikunternehmen eingetreten und hatte sich zu einer Per- trauensstellung emporgearbeitet, so daß ihr schließlich die ge- samte Kassenleitung übertragen wurde. Jahrelang hatte sie ihun Posten tadellos ausgefüllt. Dann lernte sie im Jahre 1925 ihren jetzigen Ehemann Fried- r i ch Sannig kennen und oerlobte sich mit ihm. Dieser tat nicht-, sondern sie mußte ihn noch unterhalten und schließlich ihre Erspar- nisse opfern, trotzdem er oft genug bis zum anderen Morgen durch- bummelte und ihr auch gelegentlich das Geld, das sie zur Miete zurückgelegt hatte, wegnahm, um es zu oerjubeln. Jedoch war das junge Mädchen derart von Liebe betört, daß es trotz ollen Abratens diesen Tunichtgut heiratete. Bei einer Kassenreviston Ende September wurde ein Fehlbetrag von 10000 Mark entdeckt. Unter Tränen gestand sie nun ein. daß sie von ihrem Ehe- mann dauernd dazu angehalten worden sei, die Der- untreuungen zu begehen. Sannig ist mehrfach vorbestraft. Er Hot nicht nur Unterschlagungen und Diebstähle begangen, sondern sogar etne Erpressung. Mehrfach mußt« das Verfahren gegen ihn aus § 51 eingestellt werden. Er ist jetzt spurlos verschwunden, so daß er bisher noch nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnte. Das Schöfsengericht berücksichtigte, daß die Angeklagte unter den Einfluß ihre- verbrecherisch veranlagten Mannes und in einer seltenen Hörigkeit gestanden habe, deshalb lautete die Straf« wegen . fortgesetzter Unterschlagung nur auf drei Monate Gefängnis mit Zubilligung einer Bewährungsfrist. Das Lastauto als Dicbesfalle. Seit längerer Zeit wurde von der Kriminalpolizei ein W Jahre alter Motoischlosser Waller Steimneyer gesucht. Er pflegte gut« Motorräder mit Beiwagen gegen eine klein« Anzahlung zu kaufen, dachte aber nie daran, den Rest zu begleichen, sondern verschleuderte die Maschinen so schnell als möglich. Gestern sahen Beamte der Dienststelle DZ, die ihn beobachteten, den Schwindler in ein Lokal in der Alexandrinenstraße hineingehen. Steinmeyer hatte seine Verfolger ebenfalls bemerkt. Er setzte in Hechtsprüngen über den Bürget steig und sprang in eine gerade vorübersahrende Autodroschk«. Der darinsitzend« ahnungslose Fahrgast wußte natürlich nicht, wie ihm geschah, befürchtete ein«), Raubüberfall und sprang unter Zurücklassung seines Huies schleunigst aus der anderen Seite zum Wagen hinaus. Steinmener trieb den Chaufseur an, rasch davonzufahren, und vielleicht wäre es ihm geglückt, wieder einmal zu enlsäiüpfen, wenn nicht gerade ein Lastauto, das lange Eisenftangen geladen hatte, in der Straße gewendet und so die Droschke zum Stoppen gezwungen hätte. So erreiästen die Beamten den Flücbtenden. Sie oerhasleten Steinmeyer und brachten ihn nach dem Polizeipräsidium. für eilige Käufer halte ich liebevoll vorbereitete Gc/chcnk- Packungen«« M. UO an fertig verpackt zur sofortigen Mitnahme bereit Herren-Unterzeug Krawatten AetryptlMii Mota, In«>lcn Gröflea Jacke a rn Beinkleid~ M. 4* M- Binder,«diverc reine Seide in(rrofier MusierauswahJ M. 290 Berlin VV8, Leipzißer Strasse 20-22 „Ofe Ern5hmng.� DerNns große Sommerausstellung 1.92A. Das Berlin«! Ausstellung»., Messe- undFremden- uerkehisoml plant, gemeinsam mit dem deutschen ch y gienemuseum in Dresden vom 28. April bis IS. August nächsten Jahres eine groste Ausstellung, in der alle mit der mensch- kichen Ernährung zusammenhängenden Fragen berücksichtigt werden fallen. Der Presse wurde kürzlich Gelegenheit gegeben, sich über die Absichten der Veranstalter bei einem Empfangsabend im ehemaligen cherrenhauie zu unterrichten. Oberbürgermeister Bäh begrüsite im Namen der Stadt Berlin die Gäste. Nach Ansprachen des Reichs- «rnährungsministers Schiele, des preußischen Staatsministers Dr. Steiger und des Präsidenten des Reichsgesundheitsamts, Negierungsrat Dr. ch a m e l, erläuterte der Leiter der großen Aus- ftelluug Albert Wische k das Ziel und den Aufbau der Schau. Die Ausstellung wird vier Hauptabteilungen umfassen. Zunächst werden die wissenschaftlichen Grundlagen dcr ErnähruAg in Verbindung mit einer Sonderschau,„Der Mensch und seine Ernährung", daroestellt werden. Die zweite Abteilung wird Nahrungsmittel-Technik und Nahrungsmittel-Industrie umfassen. Die dritte Abtei- lung wird der Ernährung im praktischen Leben ge- widmet sein und die viert« wird auf die Erziehung, Unter- ficbt und Literatur eingehen. In Verbindung mit dieser großen Schau werden die maßgebenden wirtschaftlichen und wissen- schaftlichen Organisationen dieses Gebietes ihr« Tagunaen und Kongresse sowie Vorträge und Lehrkurse obbalten. Man plant wäbrend der lüg Ausstellungstage 14 Sonderwochen in Verbindung mit der Ausstellung durchzuführen, z. B. eine Schulwoche. eine hauswirtschaftliche, eine Hygiene-, eine landwirtschaftliche, ein? Milchwoche usw. Berlin wird mm«rstminal auf dem Gebiet der Ernährung eine Fachausstellung bieten, wie sie in dieser Art noch nicht gezeigt wurde. Zeugen gesucht. Wer gesehen hat, wie Donnerstag. IS. Dezember, gegen 17 Uhr,«in Radfahrer von einem Aitto Linien- Ecke Gormannstraße überfahren wurde, wird dringend aebeten, seine Adrcss« einzusenden an Vogt, Neukölln, Mainzer Straße 59'60. Dücher für Kinder und Iugendliche zu Weihnachken Allen Arbeiterellern kann es nicht oft genug gesagt werden, daß zu den besten Geschenken zu Weihnachten gute Bücher zu rechnen sind.— In einer großen Volksbücherei, die das neue Wien geschaffen hat, steht an der Wand mit großen Buchstaben: „Bücher haben uns in Knechtschaft geführt, Bücher müssen uns auch wieder herausführen!" Wer an die Lesebücher mit ihrem verlogenen Hurrapatriotismus und der bewußten Fälschung des Weltbildes denkt, die er selbst genossen hat oder die ihm seine Kinder ins Haus brachten, wird den Sinn des Spruches verstehen. Auch heutt noch ist Borsicht beim Einkauf von Büchern geboten. Darum sollten Arbeitereltern die Bücher für ihre Kinder nicht Im ersten besten Schreibwarenladen oder im Warenhaus kaufen, sondern sich zu rechter Zeit von zuverlässiger Seite beraten lassen und den Weg zu einer Bllcherausstellung, deren Beranstatter die Gewähr für eine sachgemäße Beratung geben, nicht scheuen. Es darf nicht sein, daß Eltern am Weihnachtstage, weil sie nicht wissen, was sie noch schnell kaufen sollen, irgendein kitschiges Buch vom„Nefthätchen" oder von„Rolf, dem Heldenjungen", vom Buchladen um die Ecke holen.— Zur Beratung der Eltern ver- anstaltei das Bolisbildungsamt Wedding in der Zeit vom Mittwoch, dem 14., bis Dienstag, dem 13. De» z e m b e r, im großen Wartesaale des St�dtbcides in der Gericht- st r a ß e öS sNettelbeckplatz) eine Ausstellung ausge- wählter und billiger Bücher für kleine Kinder, Schul- linder und Jugendliche. Die Ausstellung ist täglich von 3 bis 8 Uhr geöifnet, am Sonntag von 1 bis 6 Uhr, Mit der Ausstellung ist ein Verkauf durch die vertretenen Buchhändler ver- bunden. Wir weisen daraus hin, daß auch die Iugendschriften des Dietz-Verlages ausliegen. Die sechste große Zugendschrlflen. und Buchmusteflong Im Bai. Haus Treptow veranstaltet das Jugendamt Treptow bi» zum Sonntag, dem 18. Dezember Die Ausstellung ist werktäglich von 1ö bis 23 Uhr. Sonntags von 11 bis 23 Uhr geöffnet. Verkauf am Platze. Eintritt frei. Zn dem neuen Heft der Dr. Epstein-München soziale Hygiene" das anläßlich der Verhandlungen im Reichsrots- ausfchuß großem Jnteresie begegnen wird. Der Abschnitt„ßan- desgesetze und Verordnungen" bringt dieses Mal Auf- fätze des Genossen Dr. Hans Maier- Dresden über„D i e .�Ardeikerwohlfahrk" behandelt Genosse dos Thema„Srrafgefetzentwurf und sichfische» B«sf»hr»Bflshf fMirw»»««» zum Ge« ichtechtskronkheitengeietz" und des Genossen Graf» Heidelberg über„Die Dienstanweisung für Orts- sugendräl« und Ortsjugendhelser im Freistaat Bad e n". In der Umschau wird die Rede der Genossin«chroeder. MdR., im Reichstag zur Frage der Unfallversicherung der Wohl- sahrtspflsger und-Pflegerinnen wiedergegeben, der Streit der bürger- lichen Parteien über die.Kleinrentnerversorgung und Kleinrentnerbeihilfen" wird geschildert, ferner„Vor- mundschaften in Oesterreich". Genossin Kirschmann behandelt ausführlich das von vor Weihnachten erscheinende„Lebr- buch der Wohlfahrlspsiege", das der Hauptausfchuß für Arbeiter- Wohlfahrt herausgibt. Genossin Lemke-Calau gibt den Für- sorgerinnen Ratschläge über die Lektüre von Zeitungen. Besprechun- gen über die Buchneuerfcheinungen auf dem Gebiete der Wohlfahrt?- pflege machen den Schluß__ Kurzwellendienst zwischen London und Amerika. Der drahtlose Dienst der Marcon'-Gesellschaft ver- mitteis kurzer Wellen ist nunmehr zwischen Großbritannien und New Dar?, Rio de Janeiro und Bücnos Aires in Betrieb. Der New-Dorker Dienst verstärkt den bereits seit, einigen Jahren in Bcriieb befindlichen langwelligen Dienst. Der süd�- amerikanische Dienst, der gänzlich neu ist, bringt Bra- silien und Argentinien zum ersten Male in direkte drahtlose Per- bindung mit London. Diese Dienste arbeiten sowohl von als auch nach Rio de Janeiro. Buenos Aires hat zurzeit noch Wne drahtlosen Antennen, so daß zwar die Uebennittlur:q von Nachrichten auf drahtlosem Wege nach Bueno« Aires möglich ist, aber nicht umgekehrt. Aber man hofft, in Kürze auch die Route Buenos Aires— London in Betrieb nehmen zu können. Start zum Jndochinaflug. Varl». 13. Dezember. Heut« früh ist das Militärflugzeug„GeorgesGuynemer" vom Flugplatz L« Bourget zu seinem Flug nach Hanoi in Jndochina gestattet. Die erste Etappe ist Athen. Wahrscheinlich erfolgt in Rom«ine Zwischenlandung. Die Besatzung besteht aus zwej Offizieren und drei Unteroffizieren, denen eine elektrisch ge- heizte, mit drei S-hlafstätten versehene Kabine zur Verfügung steht. Das Flugzeug war beim Start 5633 Kilo schwer. Seine 2333 Kilo Benzin geben ihm einen Aktionsradius von 2333 Kilometern oder 16 Flugstunden. � Jie /kennd- Jke tfxtAnen? Ein lehrreich Kurzweil, ein neuer anregender Sammelsport für jung und alt: die Massary-Fahnen-Bilderl Eins immer schöner und farbenfroher als das andere! Hier Württemberg, hier Norwegen- R umänien- H aiti- A rgenti nien- Venezuela: aller Länder Fahnen flattern mit den links abgebildeten Massary- Marken jedem Massary- Raucher zu. Jetzt heißt es: Massary-Fahnenbildet sammeln und austauschen I Wir wollen mal sehen, wer am raschesten alle Bilder beisammen hat. Das gibt ein hochinteressantes, wertvolles Nachschlagewerk 1 Die Idee mit den Fahnenbildern ist eine im Werbeetat vorgesehene Maßnahme. Sie dürfen sich darauf verlassen; am Tabak sparen wir nicht, ander Güte der Massary-Zigaretten wird in keiner Weise gerüttelt. Sie werden nach wie vor mit besonderem Genuß zur Massary-Ziga rette greifen. Aber auch Ihre Kinder, Ihre jüngeren Geschwister sollen fortan eine Freude haben. c/t ein Greene/ mehr, •Massafif •z.U. rauchen/ 01X6 yCö/ Die lOsStücksSchachteln enthalten ein "Fahnenbild, die 25#Stücks Kartons zwei Fahnenbilder. Sammelalbum für 1 Mark in allen Zigarettengeschäften oder durch die Massary Zigarettenfabrik. Berlin S42 Was will der R Vom Memorandum zum LahresSerichi. Seinem viel dislutierten Memorandum bat der Rcparations- agent kürzlich einen neuen Johrcebericht folgen lassen. In der eng. lischen Monatsfrist„The Vanker"(Der Vankicr) wurde das M e. in o r a n d u m des Reporntionsagcnten vom 20. Oktober einer hör- lichen, aber sachlich sehr scharfen Kritik unterzogen und als eine „P h i l t p p i k a d c s Herrn Gilbert" bezeichnet. Ebensogut wie mit jenen dröhnenden Reden Dcmosibenes könnlc man das Me- mrrandum auch mit den Tiradcn der biblischen Propheten»er. gleichen, zumal es im Memorandum auch nicht an erschreckenden Voraussagen fehlte. Viel weniger von diesem Geiste spurt man in den, jeyt erschienenen Jahresbericht. Hat der Reparations- agent damals wie ein Prophet gesprochen, so spricht er jetzt wie ein ' Or a k cl. Der Reporationsagent ist vorslck)tigsr geworden. Cr scheint eingesehen zu haben, dah sein Memorandum ein Dokument war, dc'sen Ilebertreibungen und Schwarzmalereien im- bestritten einen grotzcn Schoden angerichtet haben, indem d,is Mc- morandum und der dadurch angespornte Husarenritt von Schochr gegen die öffentliche Wirischast nicht bloß die kommunalen Anleihen. sondern überhaupt den deutschen Kredit im Auslande schwer getroffen haben Er scheint weiter eingesehen zu haben, das; einige von seinen Bchaupiungen durch die mangelnde Berücksichtigung der tatsächlichen Entwicklung verschuldet waren und durch die Tatsachen widerlegt werden. Er versucht zwar olles, was er Im Memorandum behauptete, auch im Jahresbericht aufrecht. zucrhalten, er bleibt insbesondere bei seiner schars ablehnenden Ein- stcllung gegen die ausländischen Anleihen der Länder und Koni- muncn, hinter der die unverblümte Antipathie gegen die öffentliche Wirtschaft steckt, er operiert sehr viel mit dem Wörtchen„über"(englisch„ovcr"), spricht schon aus der ersten Seite von den„wachsenden Zeugnissen der U e b c r erpansion und des ll e b e r antreibcns der inneren Aktivität", dann weiter van der „uryilliissigen Expansion", vom„11 e b e r antreiben des inneren Kon- sums", von der„über stimulierten Einfuhr", von„u e b c r oerschul- dung" usw. ohne Ende. Er tut aber nur so, als ob er ein richtiges Maß für alle wirt. schaftlich.ui Erscheinungen immer fertig zur PZrsiigung hatte und für jeden Zeitpunkt entscheiden könnte, iv a s normal und was anormal, was nsiwendig und roas über flüssig, was dem richtigen Mas; cnlsprcche und was übermäßig sei. Es gelingt ihm jedoch nicht. ein einigermaßen klares Bild davon zu geben, wie die„normale" Entwicklung aussehen sollte. Er ist schon gezwungen, einige Kon- Zessionen zu macbcn— nach in_ de» Punkten, die für ihn van ausschlaggebender Bedeutung sind. So, wenn er anerkennt, das; die Entwicklung der dculfchen Ausfuhr günstiger wird. Di? wich- tigsten Dinge werden aber nicht klar ausgesprochen, sondern nur angedeuret und manchmal zicnilich geheimnisvoll... Orakelhaf: tienug sind schließlich auch die Schlußbemerkungen, die das größte Aufsehen erregt haben. Unseres Erachtens befindet sich aber in den Schluszbemerkunaen der Schlüssel zum ganzen Bericht. Scheinbar ohne jede Vorbereitung wirst der Reporationsagent am Schluß seines Berichtes die?rnge der endgültige» Fest- f e j; u ii g der Reparationen auf. Der Leser des Berichtes wird davon überrascht imd übersieht nur viel zu leicht den Zu- saminenhang der letzten Feststellungen des Reparationsagenten mit den Fragen, die wie im Bericht, so auch in der ösfeiiiiichen Dis- lussion behandelt wurden. Und das ist vor allem die Priori- t a t s(V o r r a n g s«) f r a g e, d. h. die Frage, ob Artikel 2�8 des Verfoiller Vertrages, wo die Haltung des Reiches und der Lander für die Reparationen und die Priorität der Reparationseinzahlimge« vor allen anderen Verpflichtungen festgesetzt ist, iii Kraft bleiben soll, oder ob er schon durch die Sicherheiten, die der Daw.'s-Plan gojchasscn hat. überholt ist. Der Reparationsagent hat sich bereits mehr als einmal auf den Artikel 213 berufen, er erhob auf Grund dieses Artikels Einspruch gegen die Emission von Dorzuasaktien der Reichsbahn, er wiederholt diesen Einspruch in seinem Bericht und betont auch die Haftung des Reichs und der Länder an erster Stelle jür die Reparationsverpslich- tungen. Diese Haltung des Reparationsagenten wurde und w:rd kritisiert mit dem Hinweis darauf, daß der Dawes-Plan eine ini Vergleich mit dem Friedensvertrag ganz neue Lage geschaffen habe. Der Reparaticnsagent amwortet jetzt auf diese Kritik, indem ei daran erinnert, daß der Dawes-Plan keine dauernde Regelung ist. sondern eine vorübergehende Zwerkkonstruklion, um die endgültige Regelung aui Grund praktischer Erfahrungen vorzubereiten. Der Dawes-Plan und damit �der Transserschup werde» o e r s ch w i n d e n, wenn es möglich wird, die Höhe der Reparationen endgültig fest- zusetzen und es Deutschland allein zu überlassen, ohne jede Kontrolle auf eigene Verantwortung seine Z'erpftichtungcn zu cnülien. Ist es so, dann behält der Artikel 248 für diese künftige Zeit seine volle Bedeutung und der Reparationsagent ist verpftichtet, jede neue Velastung zu verhindern, die der primären Haftung für die Repa. rationeverpslichtungen nach seinem Dafürholten widerspricht. Die Stellungnahme des Reparationsagenten zur Prioritätsfragz wird erst durch diese seine Einstellung zum Dawes-P'on erklärlich. Er sagt aber noch mehr: er lehnt praktisch jede Revision des Dawes-planes ab. indem er die endgültige Regelung obne jeden Transfers chutz als die einzige Alternative zum Dawes-Plan in seiner jetzigen Fasjung betrachtet. Der Dawes-Plan ist ein Experiment zu dem Zweck, die Zahlungssähigkeit Deutschlands und die Möglichkeiten des Transfers, der Uebertragung der Reparationszahlungen an die aus- ländischen Gläubiger, auf Grund praktischer Ersayrungen fcstzu- stellen. Für die Zeit der Dauer dieses Erperlinents ist Dsutschlond verpflichtet, seine Durchführung zu fördern und sich jeder Berschwen» dung'(wiederum:„von Heber ausgaben und U s b e r verschul- dung") zu enthalten, lim es dazu zu ermutigen, sagt der Rcpara- tioneagent ein paar schmeichelhafte Worte über das„Vertrauen", welches„im allgeineinen" scbon wieder hergestellt ist, und stellt die völlige Vesreiung von jeder Kontrolle in Aussicht. Wann die Zeit dazu kommen wird, bleibt unbestimmt:„Wir sind— schreibt der Reparationsagent— noch in der Probezeit, und weitere Er- fahrungen sind nötig, um die notwendigen Schlußfolgerungen zu ermöglichen." Er hält aber schon für bewiesen, das; an Stelle des jetzigen Systems nur die endgültige Regelung ohne jeden Transser- schütz kommen kenn. Damft wird an die Adresse der deukschen Regierung zweierlei gesagt. Erstens: olle Versuche, die Durchführung des Dawes-Plons zu er- schweren oder zu oerhindern, um aus diele Weise seine Reo!» ston zu erzwingen, werden vergeblich bleiben: solche Versuche lverdeu mir die Probezeit, d. h. die Zeit des Funktionierens des Dawes-Plans verlängern und die endgültige Regelung hinausschieben Zweitens: jede Förderung des Daw�s-Blans wird vielmehr seine Aufhebung beschleimigen. und das heißt, daß, je mehr die deutsche Regierung den Empfehlungen des Reparationsagenten folgt, um so bester die Chancen für eine baldige endgültige Regelung werde». Die Bedeutung der Tchliißbeinerkiingen des Berichtes hängt nicht zuletzt tuvon ab, inwieweit der Reparationsagent sie n» Einvernehmen mit den Regierungen der Repara- t i o n s m a ch t e formuliert hat. Alle Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß er der Zustimmung dieser Regierungen sicher war. Jeden- falls sind sein« Erklärungen schon deswegen sehr wichtig, weil durch 9 GGH VV»v v« v' VV v ♦ - Tiefere Bedeutung des Gchlußkapitels. sie f e i n e Politik erst verständlich wird. Der Reporationsagent >oill für den einwandfreien Verlauf des Experiments sorgen. Dagegen tonnte man eigentlich nichts erwidern; mir sind auch der Mei- ining, daß das Experiment des Dawes-Plans so einwandsrei wie möglich durchgeführt werden soll, und daß alle Versuche, es zu sobo- iieren, unklug und schädlich wären Wir niüssen aber andererseits feststellen, das, der Repararionsagent infolge seiner viel zu einfochm und geradezu naiven Vorstellung davon, w i e das Expenrnent verlausen soll, einen Weg einge- schlagen hat, der sich in seiner Auswirkung auf die deutsche Wirt- schast bereits als schädlich erwiesen hat und noch sehr gefährlich werden kann. Der Reporationsagent erkennt zwar an. daß die ausländischen Anleihen für den deutschen Wiederaufbau notwendig sind, scheint aber vollkommen zu verkennen, wie diese Anleihen in die deutsck� Wi: tschaft fließen und wie sie sich aus- wirken müssen. Er sieht vor allem, daß durch den Zufluß der aus- ländischen Anleihen die„Sauberkeit" des Experiments getrübt wird, well die Devisen für den Transfer durch die An- leihen beschafft werden und so die Frage unbeantwortet bleibt, auf welchem Weg« und wieviel aus Deutschland ohne Anleihen zu transferieren ist. Der Reporationsagent geht von dem bestimmten Schema des Transfers aus und wird sehr besorgt, weil dieses Schema nicht zur Geltung kommt. Roch diesem Schema, welches von einigen amerikanischen Nationalökonomen(Angell, Anderson) formuliert wurde und durch welches der Reparationsagent völlig unkritisch beeinflußt ist, muß das Transfe: Problem so gelöst werden: die Zahlungsmittel werden aus den Aussuhrüberschüssen bezogen: die Ausfuhr wird gefördert und Ausfuhrüberschüsse werden erzielt, wenn die Warenpreise in Deutschland entsprechend niedrig sind; die Preise werden durch Erhöhung des Diskontsotzes ermäßigt.— Deutschland hat keinen Ausfuhr-, sondern einen starken Einfuhr übarschuß. und das ist vom Stanlpuntt des Reparationsagenten schon schlimm genug. Dann wird die Konjunktur von einer Steigerung der Preise begleitet: nach dem Schema sollte diese Bewegung durch die Erhöhung des Diskontsatzes durchkreuzt werden. Der Diskont- satz wurde zweimal erhöht, die steigende Tendenz der Preise ober blieb. Das Schema funktioniert nur nicht. Der ReparakUmsageat will aber nicht einsehen. daß die ganze Theorie viel zu primitiv ist, doß sie die Abwicklung der wirtschaftlichen Vorgänge viel zu sehr oeiyrößert und insbe- sondere dem Diskontsatz eine geradezu magische Wirkung beimißt, die er gar nicht haben kann. Er übersieht, daß die gewaltige Ein- suhr auch eine Form des Zustroms des für die deutsche Wirtschaft so notlvendigen— wie der Reporationsagent selbst anerkennt— Kapitals ist, daß steigende Preise immer, mit Ausnahme der eigen- ortigen amerikanischen Entwicklung der letzten Jahre, eine typische lonjunkturelle Erscheinung sind und daß unter den herrschenden Umständen der Diskontsatz die Preisentwicklung nicht stark bcein- flussen konnte. Für ihn sind die ausländische» Anleihen an allem schuld,»nd zwar so, daß durch die„Übermäßigen" Ausgaben der öffentlichen Hand, die mit dem ausländischen Geld direkt oder iudiockt gedeckt werden, eine„übermäßige" Steigerung des inneren Konsums stimuliert wird: deshalb die wachsende Einsuhr, deshalb die steigenden Preise. Seitdem die Erhöhung des Diskaittsetzes zwar die Droste lung des inländischen Kredit», aber auch den stärkeren Zustrom des aus- ländischen Geldes bewirkt hat, will der Reporationsagent künstlich den Einfluß der ausländischen Zlnleihen einschränken, und zwar einer privatkapitalistischen Einstellung gemäß durch die Anleihe- pertf für die Länder und Kommunen. Damit hat er sich aber auf len sehr gefährlichen und völlig unzulänglichen Etef be? hllestantl. chen Experimeutlerens mit der deutschen wirtsch-aftlichen Entwicklung begeben und dagegen muß der schärfste P r o t e st erhoben werden. Bedenkliche Legeudenbildung. Dazu sei noch folgende» bemerkt: Um den Reparationsagenten bildet sich allmählich eine Legende. Es wird immer mehr nicht nur vom Inhalt und von der politischen Bedeutung seiner Berichte geredet, sondern auch, ohne daß es notwendig oder ungesährlich wäre, von ganz ungewöhnlichen Qualitäten seiner Persönlichkeit und seines Stabes von Mitarbeitern. Wlrd an einer Stelle der llleparationsagent selbst ein Wtrtschastspolitiker großen Stils und tiefblickender Wirtschoftspsychologe genannt, so liest man an anderer das hohe Lob der„soliden wisienschaftlichcn Arbeit" seiner„ausge- zeichneten, auf dem Gebiete der Wirtschaft und der Finanzen glänzend geschulten Mitarbeiter". Ist die gehässige Art, in welcher über den Dawes-Plan und den Reparationsagenten von der rechten Seite geredet wird, schlechthin unerträglich, in ihrer Ilnehilichkeit. so finden wir diese Legenden- bildung sachlich unbegründet und politisch recht bedenklich. D i e Berichte des Reparationsagenten haben ihre große Bedeutung wegen der Stcllung, welche ihr Unterzeichner innehat: sie werden deswegen sehr beachtet und üben eine nicht geringe Wirkung aus. Um so wichtiger Ist es. Ihren Wert richtig einzu. schätzen. Diese Bericht« sind ohne Zweisel Resultat einer ge- wissenhasten Arbeit, die ober von Beamten geleistet wird, die zwar tüchtig sind, aber für di« tiefer« Analyse der wirtschaftlichen Zu. sammcnhänge wenig geeignet. Und es ist direkt gefährlich, wenn den Urteilen, die in diesen Berichten ausgesprochen werden, wissenschaftliche Bedeutung beigemessen wird, die sie gar nicht haben können. Eben deshalb, weil jede deutsche Regie- runy die Zusammenarbeit mit dem Reparationsagenten zum Zweck einer möglichst raschen endgültigen Regelung anzustreben hat, muß man alle Möglichkeiten für die Kritik derjenigen von seinen Auf- fostungen offen losten, die sowohl für die deutsche Wirtschast wie auch für die Durchführung des Dawes-Planes bedenklich oder geradezu gefährlich sind. Die Reichsbank scharf in Anspruch gevommen. Zum 15. Dezember, also zur Monalsmitte vor Weihnachten, ist die Inanspruchnahme der Reichsbank durch Banken und Wirtschast in, Verhältnis groß geblieben.- Das Wcchselkonto wurde zwar um 121.8 aus 2270,5 Millionen verringert. Dafür sind aber die Lombard- darlehen um 16,3 auf 53,6 Millionen gestiegen. Auch die fremden Gelder auf Girokonto haben nur eine Zunahme um 25.0 auf 525,1 Millionen erfahren. Die Anspannung der Reichsbank ist also ziemlich groß, was sich vielleicht zu einem Teile daraus erklären mag, daß das Weihnachtsgeschäft noch in vollem Gonge ist und Einnahmen daraus der Wirtschaft noch»ich« zur Verfügung stehen. Der Umlauf an Reichsbanknoten ging um 112.2 auf 3931,4, derjenige an Rentenbankjcheinen um 25, L auf 724,7 Mit- klonen zurück, weitere 26,2 Millionen Rentenbankscheine sind in Durchsüyrung bep Rcnlenbantgesetzes vernichtet worden Die Goldbestände sind mit 1860.7 wesentlich unverändert, während die deckungssähigen Devisen gegen die Vorwoche um 7,72 auf 286,2 Millionen erhöht sind. Gegenüber der gleichen Zeit der Vormonate ist durch die geringe Entlastung das Deckungsverhältnis mit 47,3 Proz. Golddeckung der Noten und 54,6 Proz. Gold, und Devisendeckung etwas ungünstiger. Das dementierte Notprogramm Die Spitzenverbände der Unternehmer verlangen eine legale Finanzdiltatvr. Lügen haben kurze Beine. Man wird da« bald auch für di« Dementis ganz allgemein sagen müsten. Am Sonntag morgen haben wir die sensationellen, vom Reichsverbond der Deutschen In» dustrie soscrt„dementierten" Mitteilungen des„Berliner Börsen, Courier�" über ein Nolprogramm für die deuische Wirtschasts- und Finanzpolitil abgedruckt mit dem Hinzufügen,>ah die Behauptungen des„Börsen-Eoukiers" solange für uns wahr seien, als nicht in Einzel» heften gesagt werde, was an den Behauplunzen falsch sei. Wir hatten recht damit. Denn mit wenigen Ergänzungen und nur mst dem Unterschied, daß neben dem Reichsverband der Deutschen Industrie sechs weitere Spitzenverbände die Forderungen unter» schrieben haben, stimmt alles, was wir berichteten. Für die Oesfentlichkeit nur beachtenswert ist dt« Be» g r ü» d u n g. Obwohl feit dem Jahre 192? sehr erhebliche Treuer- senkunzen eingetreten sind— jede Bilanz der Industrie-, Handels» und Banlgesellschasten beweist dos—> wird behauptet, daß die Ueber» steigerung der öffentlichen Ausgaben die Kapitalbildung drcffelt. Nicht zu Unrecht wird zwar gesagt, daß zur Hebung der Lebenshaltung der Bevölkerung ein« stoti g« Entwicklung von Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft und eine nur so zu erzielende Derbilligung der Warenerzeugung notwendig sei. Aber «z wird vergessen hinzuzufügen, daß diese stetige Entwicklung mit gleichzeitiger Berbilligung der Warenerzeugunz von der Industrie und der Landwirtschaft selbst verhindert wird und daß kein Mensch in Industrie und Landwirtschaft daran denkt, ehrlich die verteuernden Zölle und Kartellrenien abzubauen. Es muß in hohem Maße überraschen, daß sich die Hauptgemeinschast des deutschen Einzelhandels. der deutsche Groß- und Ueberseehandel und das deutsche Handwerk— zu schweigen von der weiterverarbeitenden und Fertigindustrie— dieser Kundgebung angeschlossen haben, denn gerade für sie sind billigere Preise zur Erzielung eines größeren Absatzes, die nur durch Senkung der Zollbelastung und Abbau der Kartell» und Monopol« renten erzielt werden können, ein« Lebensnotwendigkeft. Die Kundgebung bezeichnet den gegenwärtigen Zustand der „deulschen Wirtschast' als S e l b st! oft« n kr, f i- mit der Ge» fahr, daß beim Abflauen der gegenwärtigen Inlandskonjunktur sich die Konkurrenz ausländischer Waren im Inland oerstärken wind. In der Tat besteht eine von den deutschen Unternehmern selbst verschuldete K r i s i» der sogenannten degressiven Selbstkosten (alle Kapital-, Betriebs- und Logerkosten ohne Löhne und Steuern). denn um die Ausdehnung des Absatzes, der allein die degressiven Kosten senken kann, kämpft in Deutschland nur di« organisierte Ar- beiterschaft und wird dabei von den Unternehmern und der ihnen ergebenen Regierung bekämpft. Es ist deshalb eine Irreführung der Oeffentiich- keil, wenn es di« Industrie heute so hinstellt, als ob die Senkung der öffentlichen Ausgaben irgendwie die sogenannte Selbstkosten- krisis der Industrie zu lösen vermöchte. Die öffentlichen Ausgaben sind schon erheblich gesenkt worden. Sie werden in den neuen Etats noch weiter gesenkt— wobei offen bleibt, ob es vernünftig ist. Da Steuern und Abgaben sich nämlich wiederum nur in der Kauf- kraft der Beamten und in öffentlichen Zlufträgen für die Industrie äußern, kann in der Tat die Forderung nach Steuersenkung nur als ein Borwand betrachtet werden, um ander« Ziele zu er- reichen, die für die meisten der beteiligten Spitzenverbände im höchsten Maße gefährlich und nur im Augenblick dem Großkopftol und der Großlandwirlschost nützlich sind. Unter diesem Gesichtspunkt muß denn auch das R o»» Programm bettachtet werden, dessen Durchführung auf kälten; Wege die Erdrofsslung der Demokratie in der Wukschoft, den Pc« ginn des wirtschasts» und finanzpolitischen Falchis, mus und die Ausschaltung der Selb st regte rung hes Volkes bedeutet. Die von Köhler schon vorgesehen«: Kürzung des Reich seiatz um über 6 Proz. gegenüber dem Vor- fahre genügt den Spitzenverbanden nicht. Darüber hinaus wird für das Reich, die Länder und di« Kommunen eine durchgreifende Kürzung der Etats verlangt, die umgearbeitet(!) werden müssen, wenn bisher di« Kürzung der Elms noch nicht vorgenommen worden ist. Dem Reichsfinanzminister soll gegen den Reichetag ein Delo(!) gegen ausgabcnerhöhende Parlamentsbeschlüsie«ingeräumt werden. Dasselbe soll auch für die Länderregierungen und Kom» iminolocrwaltungen gelten. Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sollen mit sofortiger Wirkung unter Reich svarwundschast ohne eigene Rechte gestellt werden, wobei allen Ländern und Selbst- Verwaltungen eine reftlcfe Konttolle ihrer gesamten Finanzgebarung ausgezwungen und die Reickekonttolle für olle Velestignnaen an wirts haflllchen Unternehmungen(zu klaren Zwecken!) eingeführt werden soll. Der Rc-ichsfinanzminister soll darüber hinaus gegen- über den Länderregicrungen ein Delo erhalten, das diesen Regie- rungen(!) die Vorlegung von Haushaltsplänen an den Landtag dann verbietet, wenn vom Reichssinanzmimstcr zu erlassende Finanzrichtlinien oerletzt sein solllen. Zur Förderung der Per- waltungsreform soll jede dritte sreiwerdende Stelle nicht besetzt, die Einstellung neuer Anwärter gehemmt werden. Auf kaltem Weze soll den Reichs-, Länder- und Kommunal 6 samten eine Verlängerung der Arbeitszeit aufgezwungen werden. Sell'stvcrständlich schließt das Programm mit der Forderung dem legendären Reichosparkommissar, seit langem ein Hort der sinanz- politischen Reaktion, durchgreifende Befugnisie zu geben. Wenn es nach dem kllrzlichen brutalen und hüllenlosen Vor» stoß der Schwereisenindustrie gegen die Stoatsoewalt noch nötig war, so haben hier die Spitzenverbände der deutschen Unternehmer die Maske für ihr« eigensüchtig diktatorischen, Staat und Demo- kratie zerstörenden Absichten endgültig falten gelassen. Die kurz? noch vorhandene, aufs schwerste aber bereits erschütterte Existenz der Rechtsblockregierung soll dazu ausgenutzt iyerden, das ganze deutsche Staaia- und Gelotzesloben auf ein« schiefe Bahn zu drär-'eri. Mögen sich die deutschen Unternehmer nicht tauschen. Die Oeffentlichfeit ist nicht mehr so rückständig, daß so kurzsichtige und letz lich wirtschattszerstörend- Absickten noch Auesicht auf dauernden Erfolg haben könnten. Zur Durchführung des Notprogramm- sind Gesetze erforderlich. Diese Gesetze können zwar von d'eser Regie- rung eoenwell durchgepeitscht werden, sie können wohl auch mit dem§ 48 als Notverordnungen>n Kraft gesetzt werden aber sie können weder«ine wirft chefttsördernde Wirkung, nach können si« Dauer haben. Sie müssen sich an den Kreisen, di« sie erstreben, bitter rächen. Die breittn Massen der Konsumenten und der Ar» beiterschaft werden alles tun, um gegen die Kurzsichtic-keit und Eng- stirniakeii der Unternehmer weiter wie bisher da» Gesamttnteresiy zu schützen. v r?CrnrCr �kdanleihe von 1920. Am 13. Dezember 1927 wurde »•J V tvcr 7prozentlgen Berliner Goldanleihe von 1976. gleicki den«tncken der I. Ausgabe lieferbar, zum ersten Mile e* der Bexliner Börse notiert. Der Kurs notterte wie bei der l. Aus« gäbe unverandet 8811 Proz. bz.®. Die zweite Auslosung der '•"r'L ftusgnbe der 7prozentig«n Goldanlsihe findet im Januar nächsten Jahres statt. 3Ir. 599» 44. Jahrgang 2. öks Vonvät�s Dienstag. 20. Dezember i92Z Sozialistische Arveiierjugend Groß-Berlin. Heule. Dienslag, 19X Uhr: 8mnBfitpüi0!«Schule Wiesen.. Eck« „EinMrun� in die sozio- Misch« Ecdoiil.'nweU'—©csnt hfctaantu; Schilfe Töiinburger Bit. 2. Weih- nochtefeier.— Wcdding.Zlort: Heini See-, ßifc Tnriner Straß«. Literarisch«!! -üblrd.— ssaltplaß! Schule Ebetswoider ctr. 10.„Die toten Äolfc#."— ~ hd—-......—."_«AK«. iiger Str. 62.«Einsichrung in den Sozolismu-.— Schön- Nile Driesener Sit. 22. 10 Uhr Weihnachlsseier.— Zentrum! Slordast: Heiin San danier Lorftadt: St.....WWW_____> W. ,WWl,_____ He m Landsberger Sit. 50. Berliner Humor. Säfte herglich loiMoiftmen.— Hn'enheide: He m Borckstr. II...Weihnachten und Wintersonnenwende."— Westen N! Heim Billowslr. kei..Wir und die ftommuniften."— Halens««! Schule Ioachim-ssriedrich-Slr. ZZ. Weihnachtsseiet.— Lichlerselde: Lichlerfelde- Lilesk. He in Albrechlstr. 14».„Die Chili ftnsledre und w'r."— Stealig! Heim Albrechtftr. 47. Uebuno-abend.— Zehlendarf! Siidschule, Wilhelmstraße »SAI., Z'eichsdazner und Bepublit."-- Rentel» ll Heini«anner Straße. sahrrsendc. Die Genossen, welch« das He-M nicht kennen, tressen sich 19 Uhr cm iraihaus Zienkillln«- Rrulölln II: Heim Steinmeßftr. 114.„ssefte und srchcrn."- Neulea» 15': Keim Schierkestr. 4.„Soi'ale ssürsorge." Zlen- IZllu V: Heiin«anner Straße.„Die Wirkung des Alkohols und Z>ikotins im ni-nlchl-chen Leben."— Reukella VI: Schule Kerßberdnraß. 10 Uhr Wechnachts» s'�er m't Beecheruna.— Hermrdors: Schult r oonstroße. löeneralprobe.—. Re'n'ckerdort Ost: He m �eöd-n�straße. Dichterabend.— Tuchholz: Heim Ber- lincr Str. 10.»August Bebel." �Jrträge,Vereine und Versammlungen. Fiimoorträg«.Racktqqmaastik". Heute, Dienstag, 20. Dezember, um 10 und Zl Uhr. im großen Sißunassaal des Bezirlsamtes«reuzberg. Dorck. siraße ll, ocra- staltet rom«reis für«öroertultur und Ez-ehung. Referent (if o�e Ado loh«och. Einlaßlarten an der Abend lalle, für Parteigenossen und Mitglieder von Soort- und«ulturoerdänden. Säfte dürfen mitgebracht werden. T-rbeiiee-Rabio-Bund. Reukillla! jfreitag, 2Z. Dezember, 20 Uhr, Prinz- Kandjery-Str. 70, proletarische Weihnachtsfeier im Eruppenlokal.�— Rott« 20 l'Jc, Boitizstr. 29, Bastelftund«.f«„ov Enol. Oebatii'7 Club, Bü'owstr 104 Pro!. Wendlandt:„The blessed Damowel*(Kossettf). Mittwoch abend 8 Uhr Das Schweizer Musithcms mit seinen zehn eiaonen Verkauss- siellen in allen Stadtteilen macht wiederum wje in lniheren Jahren einen großen Weihnochtsoerkauf zu enorm billigen Preisen. Eine turchous fachmörmifche Leitung mit den dazugehörigen Werk- slötten und srckliche Bsdeenuilg bieten dem kaltfenden Publikum die Gewähr für Ouolitätemusik. Die Auswahl in Musikplatten, Musik- apparaten, Instrumenten und im Notensortiment ist als sehr groß zu bezeichnen. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB 68. Lindeustraß« 3. partemachrichten�MfürGroß-Berlin stet» an da» B«jirt,s«tretariat 2. Hof, 2 Trrp. recht», zn richten. Henke, Dienstag. 20. Dezember: 32. Bbt. Achtung! Gruppen, und Bezirksführer werben gebeten, alle nach rück. ständigen Beiträge restlos zu kassiereu und bis spätesten, Mittwoch, A. Dezember, beim Äbteilungskassterer, Genossen Wink-lmann, Memeier Straße 48a, abzurechnen. 104. Abt. Treptow,«arten im Borverkauf zu dem„Frahen Fest" am Mens» tag, 27. Dezember, 10 Uhr, im Lokal Witschte. Am Treptower Bark 26, sind zum Preise von 50 Pf. bei den Funkt oniirrn und in der„Lorwärts"- Spedition, Graeßstr. 50, zu haben. An der Abendkasse 60 Pf. 102. Abt. Banntso ulenweg. Dle Bezirksführer werden gebeten, heute abend beim Abtellung-kassterer, Genossen Hertel, die Beihnächtospenden für die erwerbslosen Genossen entgegenzunehmen. Morgen. Mittwoch. 21. Dezember: M 8. Abt. IS Uhr im Artushos, Perleberger Str. 29, Mitglieder, fi': Versammlung. Weihuattsc'cr. Festansprache: Genosse Gäring. Die W Zi Kinder der Mitglieder sind mitzubringen. Räch dem künstlerischen Di Teil gemütliches Beisammensein. lDie Bezirksführer laden ein.) 10. urd 11. Abt. Die Parteigenossen, die der«onsumgenossensihakt angehären <100. Äbgabestelle). werden zu der 10'-, Uhr stattfindenden' Bersammlung dr'ngerd eingeladen. Geuossenlchaftsbuch m: 20. Abt. Achtung, Unterstützung findet statt." tbringen. Die Auszahlung der Weihnachts- on 15 Uhr ab beim«Genossen Walter, Metzer Str. 37, Achtung, arbeitslose Genossen! ärtelbuch und Stempelkorten mitbringen 36. Abt. ISZb Uhr Weihuacht.feier hei Petsch, Residenz.Festsäl«. Landsberger Sir 31. Saaleräffnung Ig Uhr. Beschert werden alle durch die �Bezirksführer gemeldeten und m't numeriertem Zettel per. seb'ncn Kinder. Die Bezirke 158, 186, 195 haben die letzteren noch vom Kassserer In Empftina zu nehm-n. Die ausgegebenen Sammellisten sind ebenfall» bis zum Mittwoch. 21. Dezember, abzurechnen. Donnerstag, 105? Ubr, Borstanb und Wcihnachtskommission bei Döring. Landsberger Allee 157. 4S. Abt. isu Uhr Beichenberqer Hof, Reichenberger Str. 147. Weihra" tsfeler. Saaleräffnung 18 Uhr. Saal grheizt. Mitwirk-nde: Männerchor.Solidarität',«indcrfreunde Kreuzberg. Kakoerl«. Gntheit, Kinder der Abteilung, Mädchenriege, Freie Turner. Alle«benofstirnen und Genossen sind her7>ichsi einaeladen. 47. Abt. 10 Uhr Weibna-tts'e-er im Kreise der Parteigenossen und der Kinder bei Ewald, Skalitzer Str. 126. Eintritt frei. 74. Abt. siehlendorf. Wegen der Weihnachtswoche fällt die Mttgliederoersamm- lung in diesem Monat aus. 60. 84. Abt. Schäneberg-Frledenau. 19 th Uhr Weihnaihtiseiee. v.i Saaleräffnung 10 Uhr. M'tw'rkende: SAI., Tour'st'nvereia„Die N Ratursreuude, Freie Turnerschast Friedenau. Eintritt 50 Pf. Aue- weise für die Kinder, die zur Teilnahme berechtigen, sind bei den zu» h. Wir erwarten regen Besuch der ständigen Bczirksführern erhältlich. Mitglieder. 159. Abt. Tegel,«eiligensee, Ren-Keiligenle«, Eiedlnng st« und Sckulzerdors. 20 Uhr im Restaurant Hünn>_________ lung. Besprechung der im Januar beabsicht'gten Beranftalwngcti. W> Bahnhof Heiligen. Hühnert R-Igliedcrversgmm. 43. Abt: Achtung, Bezirksführer! Abrechnung der Marken am Donnerstag, 22. Dezember. Alle Beitragsrestr sind zu kassieren. Kartothek ist mitzu- bringen. Arbeiksgemeinschafk der Kinderfreunde: Gruppe Südwest: Mittwoch, 21 Dezember, 18 Uhr, Weihnachtsfeier. Bezirksausschuß für Arbeiierwohlfochrt: 4. Krrt» Mitte, 4. Kreis Prenzlauer Berg und 5. Kreis Fried richsdain. Dienstag, 20. Dezember, lO'-j Uhr. im Saolbau Friedrichshain, Filmalxnd. Borfilhrung des neuen Arbeiterwohlfahrts-Filmes, der in pack-nder Weis« das Leben in Heimen zeigt. Dazu Bortrag der Genossin Minna Todenhagen.— Keiner versäum« den Besuch dieser interessanten einmaligen Beranstoltuftg. Eintritt gegen Vorzeigung eines Arbeiterwohlfahrts-Lose» frei. 7. Krei» Eharlotle'ndnrg. Heute, Dienstag, lOZi Uhr pünktlich, Besprechung der Abteilungsleiterinnen bei der Genossin Lange, Rosinenstr. 8, v. 2 Tr. Los« find ebenfalls abzurechnen. ' Sterbetafel der Groß« Berliner Partei- Organisation 1 01. Abt. Beulölla. Genosse Theodor R« t t i g. Wissmannsttf. 12, ist vcr. storben. Einäscherung Dienstag 17 Uhr Baumschulenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten. viel Irrberichs der SssenNichen weilerdlenststelle Berlin und Umgegend. kRachdr verb.) Dcch elnd bewölkt und wnterbtn Fr alt, nur unbedeutende Schneefölle.— Jflr vritUchlan»: liebevoll Kortbeftaiid des ZrostwettrrS. Im mit leren> u> östlichen Deülichlaud leichte«chncesälle. Dergrößerungsbav Leiser, Königstraße. Di« btsheriflen Derkoussräume der Firma Leiser in der KSnigstroß« sind durch chinzunahme der 1. Etage des Haui«? und des Nachbarariindstückes um ein Qielfaches vergrößert worden. Im 1. Stock wurde eine Speziai-Kinderjchuhabtoilustg geschaffen, außerdem Kojen für orthopädische Fußuntersuchunq und Behandlung. Zur raschen glatten und möglichst einfachen Abwick- lung des Berkaufes wird die Ware am„fließenden Band«', einer automatisch rotierenden Drehvorrichtung, nach unten in den Pack« und Expeditionsraum befördert, so daß der Kunde, wie er die Kasse verlassen hat, auch tchon sein fix und fertiges Paket vorfindet: un- nötiges Warten. Kunden anfammlunq und der damit verbundene Zeitverlust für Käufer und Verkäufer werden auf diese Weise ver- mieden. Be« der Eröffnung der neugestalteten Verkaufsräume bg- grüßte der Firmeninhaber Klausner die erschienenen Gäste, worauf Dr. Rosner einen inftrultiven Vortrag über die Rativnolisierungs- niethode im Einzelhandel hielt. Planmäßige Durchdringung und Analyse des Unternehmens ist die einzige Möglichkeit, um höchst« Akiipität des Betriebes bei geringsten Gestehungskosten durch Aus- fchaltung aller vermeidbaren Verlustquellen zu erzielen. Neben der Kostenverminderung ist ober der Dienst am Kunden durch best- geschultes Personal, der den Ersolg wirtschaftlichster Warenbewegung bedeutet. Im Rohmen der Eröffnung, die gerade auf den goldenen Sonntag fiel, fand eine Bescherung von 2l>0 bedürftigen Kindern der Stadt Berlin statt, die als Weihnachtsgabe je ein Paar fest« Stieselchen erhielten. Gleichzeitig erfolgte die Preis- verieilung aus dein im Juni d. I. am„Tag der Schulen" vsronstqlte- ten Preisausschreiben. Für die beste Lösung der gestellten dr« sport- lichen Themen gab es Ehrenpreise in bqr. Phvtöapparaten, Fahr- rädern und Fußbällen. Außerdem gelangten noch 75 Trostpreis« in Gestalt von Sportschuhen zur Verteilung. Da« weltdekanni« Leihhau» Springer. Srvnewaldstr. 72, empfiehlt zn den Feiertag»» besonders big!« Wäsche, Konfektion, Armbatzbuhren«nt> sonstige Geschenke, worauf wir unsere Leser besonder» hinweisen. iKntlidi könnte man sich�) auch selbst einmal etwas zu Weihnachten schenken. oße wiffm ja gamkfjt, ob Sie. von anderer Seite dm GefdjenKc Packung mitr� OBAUS Neuerbu Zigaretten er1yalten.Bekoni- men Sie aufdie/e Weife tat- Jäcf)licf) zwd,-umfo ße/fer! :HAüS NEÜERBURCf O• H• G �nsere Weümachtspackun�n enthalten; 1) 50 LÖWENBRÜCK 25 GÜLDENRINö minjotd 25 GÜLDENRING oljnefjold• 100 Zigaretten zu gcMar$C) 2.) 100 RAVENKIAU zu ÖJlarfi ffux die schöne Ausstattung wird kein? Preisaufschlag berechnet. +9=� Leislung ohne Gleichen! Neue Hiescnsenc eleganter u. modemer Oberhemden! Sn allen Großen von 35— 44, zum Teil.mit 1-2 Kragen und Rcscrve-Manschctien, in ailcrfcinif er Verarbeitung, mit doppelter Brust, Fältcheneinsätzen usw. aus prima prima Zephir oder anderen streng modernen ramagierten u. mercerisierten Hemdenstoffen. 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Börse Passendes Am Dienstae. dnn 2», lind Z'lmnerslaz, dem 22> Dkz-mder, od 1 0 Uür oorml'ton», mribc ich in b« Piond ammrr Berlin» Sdiönfbcro Sruuerojlbftrafic 16 17,«inen irofitren Pollen obtifneue Domen» und > rreu!0l,r>öber'relwUig»«rHeipern 0. Ztirnsch, vb»roer>ch>»voll,I«her, Echwabnche Etrog« 14. 8s ist nsn erschisntn t Kinderland 1928 Ein proletarisches Jahrbuch für die Buben und Mädels des arbeitenden Volkes. An dem Kalender haben auch dieses Mal die Kinder selbst tüchtig mitgearbeitet Das .Kinderland* kostet Maik 1.50 Zu haben In alten„Vorwlrt*"- Abqabastenen und Parte Ibuch- handlungen oder direkt von dar >,Vorwj|rts"-Buchdruckeral und Varlagaanatat, Berlin SW SC LlndenstraSa 3 Rfflk. 22500900,- rioGoldanleihe derStadt Berlin von 1926 - 2. Ausgabe auf Feingoldbasis- Rückzahlbar nur durch Auslosung zu 100 0|o — Tilgung spätestens bis I. Juni 1946; verstärkte Tilgung oder Gesamtkündigung frühestens zum 1. Juni 1931 zulässig— in StflAen von 100«- 500t- 1.009,- 5.000,- 10.000,- Die Anleihe ist auf Grund der Bekanntmachung vom 16. November 1926 RGBl. Teil I, S. 490, Abs. 1, zur Anlegung von Mündelgeld gemäß§ 1807 BGB, Abs. 1, Nr. 4. geeignet. Die Tilgung erfolgt nur durch Auslosung. Die nächste Auslosung findet im Januar 1928 statt. Die Anleihe ist zum Handel und zur Notiz an der Beiliner Börse zugelassen worden. Der Anleiheprospekt ist in dem Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger vom 10. Dezember 1927, 2 Beilage, abgedruckt. Berlin, den 17. Dezember 1927. Magistrat« FEINKOST- MARGARINE Dienstag 20. Dezember 1921 Unterhaltung unö �Dissen Beilage des Vorwärts Seite an Seite... Von Bela Revesz. D'e Srrennbichzft Marx-Engels' ist eine der rührendsten Erschei- nnngen der WeUgeichichts. Wir" wisten von ihnen, daß st« von ihrer Luciend auf l'is zu chrem Alter, ja bis zu ihrem Tode nebeneinander, Seite an Seile gestanden sind. Sogar in dzn einzelnen Aeuherlichteiten ihrer Erscheinung haben sie einander ergänzt. Marx entstammt einer Robbinerfomilie, er ist braun, schlampig, nolldlütig; die Umgebung Engels besteht aus frommen Christen, sein Zleustercs ist germanisch: blond, weltmännisch, gemütlich. Die lodernden, schwarzen Augen vvn Marx erspähen die Theorien, d'e lichtblonden Augen Cnqels' entdecken di« Praxis. Sie arbeiten zusammen und vermischen sich untereinander, wie sich dem Kedanken das Wort, sein« Offenbarung zugesellt.... Marx ist der Arme. Engels der Begüterte, und Engel, nimmt die Arbeit in der Fabrik, Im Bureau aus üch, damit Marx schaffen kann. Auch in dieser Vez'ehung soll en, formten und festigten die beiden Genies den Bund und nie kehrte ihnen das Geld, besten Wesen sie so gut kannten, sein hinterlistiges Gesicht zu. Für das Prophetenleben Marx' sorgt Engels' Bereitwilligkeit: die andere Grundlage für das Kapital" sind die brotbesorgenden Pfunde Engels'... Einander sorve't angepaßt. Bern un st neben Vernufi, Glaube an Glaube, ganz verfchlungen in ihrer Arbeit, kein Höcker im Lauf der zwei Kr meten! Kann man an Marx denken, ohne daß neben ihm sofort Engels ertönt?.. Der verschlungene Lebensweg beider Geister ist uns bekannt, dock, würde uns auch die. sich hinter den Geheimnissen verbergende. Erscheinung intcressicren. wir möchten erkennen, in welcher Form sich ihre vereinten Seelen der Menschheit vfsenbarten. Di« empcrbrausend«, ineinandersinkende Feuersäule zweier solcher Geister ist ein anziehendes, wunderbares Geheimnis. In jedem Werke ahnen wir den großartigen Vorgang, doch nur in einem wird er greifbar. Aon der Agitation Marx'- Engels', vvn den Artikeln, den Ssjidien der zwei Kämpfer vor und nach der Februarrevolution konnten die Geschichtschreibcr feststellen, wieweit sie die Arbeit von Marx, wieweit st« die Arbeit von Engels' war. Sie können auch von der, mit der Revolution zusammenhängenden, Bewegung fest» stellen, wo Marx auf seinem Pionierplast steht und von wo aus Engels tätig war. Gleichzeitig bewegen sie sich, sie wollen dasselbe, doch sehen wir noch ihre persönliche Energie... Di« Sehennani- sestativn des Kapitals ist der veremte Geist Marx-Engels, doch Forscher und Analytiker können feststellen, wv Engels Marx' be- hilflich war. Di« Tochter Marx' schreibt di«, nur als Aufzeichnung gedachten, doch von höchster Kraft strotzenden Zeilen: „Engels kam jeden Tag zu meinem Bater. Sie gingen im Zimmer auf und ab. Heder für sich, auf der entgegengesetzten Seit« und debattierten. Die Debatte war manchmal so hitzig, daß st« gar . nicht merkten, daß st« stundenlang der Wand entlang aus- und ab« gehen; st« kehrten bei der Leist« um und begannen von neuem: so gingen sie ohn' Ermüden, jeder seinen Weg. Die aufgetauchten Fragen beherrschten ihr ganzes Wesen und oft gesckmh, daß sie in der Hitze des Wortgefechtes auf einander vergaben. Der Gedanke ollein ■ trieb sie an, sie debattierten solange mit sich lelbst, bis sie e, be- merkten, was mit ihnen geschehen, da hielten sie plötzlich inne, schauten einander an und lachten aus volle? Kehle. Die«infachen Wort« erwecken«ine Bision. rhr Lebenshauch ist derart heiß, daß die angefacht« Vorstellungskraft sieht, wie die beiden Geisterheroen nebeneinander brennen und lodern: der Motor des ' Genies treibt jeden für sich allein an, doch das Um und Auf der Erörterungen, des Bcrtiefens. der Träumerei ist die Gemeinschast- ftchkeü---- Ununterbrochen reiben sie sich aneinander. Seele an Seele. Sv-ar di« kleinlichen Geschehen des Alltags sind bei ihnen gwillingsartig. Der einsame, stolze Held Marx entblößt sich vor Engels: „Mein« Frau ist krank. Jennychen auch, Lenchen hat Nerven- sieber. Einen Arzt kann ich nicht rufen, ich hob« doch kein Geld für die Arznei.— Seit 8— 10 Tagen füttere ich meine Familie mit Kartosfeln und weiß nicht, ob ich heute selbst für die Geld haben werde. Ich schuld« dem Bäcker, dem Milchhändler, dem Greisler. dem Fleischhauer. Das soll ich mit all dem Dreck machen?.. Und unmittelbar vor den weltschasfenden Taten ertönt dl« Glockenstimme Marx': „Ich glaube nicht, daß man noch i« m solcher Geldnot über das Geld geschrieben hat---- Da» Kreisen einer Seele, die sich in der Hülle zweier Menschen mit Tränen. Jauchzen uiü» Tragödien immerfort sucht, sich vermischt und miedersindet, steigt aus diesen Dokumenten empor. Wir tasteten nach dem Geheimnis des Werdens, als wir das Kommunistisch« Manifest" in di« Hand bekamen. Die Sel�r-Seelen«rpiesien erh'tzt ihre glühenden Strahlen- bündel. so wie der alles erreichend« Lichtstrahl de» Sonnenkörpers aus uisammengesetzten Kräften entstand. Marx-Engels vereinten sich in diesem Werke als»in Doppel- begriff, der in einem Strahl verläuft. Nicht einmal die um sich topveode Sorachforfchunq kann hier Marr von Engel, trennen. Aus dem Terte des.Lommunistilchen Manifestes" können di« Gelehrten nicht seststellen. welchen Teil Marx, weschen Teil Engels geschrieben. Jede Nachforschung versinrt in die klassische Harmonie: Seite an Seit«----»' Seite an Seite:... mir sie in seder wekimde des Minute für einander aclebt, wie sie sich vor einander nackt preisgegeben, wie sie Im Käsig des einzigen Z-mmers nebeneinander geslockert und gelodert haben, die Enie des Raumes zum AN wurde, die Zimmer- wände waren!o weggefegt und auf der Unendlichkeit des Gedankens schwe'-en die Seelen brüderlich dahin---- D e s w e q e n sind di« Worte des �Kommunistischen Manifestes" wie die des Evanreliums: „Das Proletariat rekrutiert sich aus ollen Klotzen der Bevölkerung." Di« Wahrsaoung. die die Zutum't zeigt: „Alles, was fest dagestanden, löst sich auf. von jeder Scheinheilig- keit mllt der Schleier..." Di« Warnung, die seit Generationen mit der Kraft der Wahr- he» bsi�tr �_ „Die Bourgeoisie Hot nicht nur die Waffen geschmiedet, di« ihr den Tod dringen, sie hat auch die Männer erzeugt, di« dies« Waffen führen werden."' Der erweiterte Horizont: „2)er Kampf wird zur Revolution." D-z besiürclte Orkanwort: .Das Proletariat, di« unterste Schicht der jetzigen Gesellschast. kann sich nicht erheben, nicht aufrichten, ohne daß der ganz« Ueber- bau der Schichten, die die offizielle Gesellschaft bilden, in die Lust gesprengt wird." Und das hymnenarsiq« Brausen der Wellorgel: „Die Proletarier haben nichts zu verlieren als ihve Kellen. Sie haben eine Welt zu gewinnen." Das„Kommunistische Manifest" ist wie der Schrei Gottes: E» werde Licht!... ltlus dem Ungarischen«um Frieda PSHm.Pvr.) Em Hamleijubilaum in Berlin.! Am 17. Dezember waren 130 Jahre seit der ersten Aufsührvag des �Hamlet" in Berlin vergangen. Wenige Monate vorher, am 20. September 1776, hatte auf der Bühne yriedrich Ludwig Schröders in Hamburg die deutsche Uraussührung des Werkes statt- gei linden und einen großen Erfolg errungen. Die Bearbeitung des Dramas stammte aus der Feder Schröders, der diejenige HeufAds (Wien) zugrunde lag. Bislang waren alle Versuche, Shakespeare auf der deutschen Buhne heimisch zu machen, an de? schlechten Be- ardeitnng und Darstellung gescheitert. Auch die Arbeit Schröders lieh zu wünschen übrig, und die Kürzungen, welche er lediglich des Publikums wegen machen mußte, sollen seinem eigenen Geschmack wenig zugesagt haben. Um jedoch die Theaterbesucher überhaupt erst einmal inst der Art des großen Briten vertratst zu machen, war er zu Konzetzionen gezwungen, deren größte darin bestand. daß er Hamlet leben und zur Regierung kommen läßt: für unseren Geschmack natürlich eine Unmöglichkeit. Die Wiedergabe des Dramas aber war eine durchaus würdige, sie trug hauptsächlich zum Erfolg des Werkes bei, das innerhalb eines Bierteijahres dreizehn- mal gegeben wurde, für sene Zeit etwas ganz Ungewöhnliches. Von.Hamburg aus trat der„Hamlet" seinen Siegeszug dimh Deutschland an Er gelangte am j. Januar 1777 in Hannover mit Brockmann in der Titelrolle und Schröder als Geist zur Aufführung und erntete reichen Beifall. Erst Ende jenes Jahres fand das Stück Seinen Weg nach Berlin, wo es unter der Direktion Döbbelins eine Erstausführung erlebte. Der Theaterzettel jener denkwürdigen Vorstellung ist noch vorhanden, erlautet u. a.:„Heute, Mittwochs, den 17. Devmber 1777, werden die Döbbelinfchen von Sr. König!. Maj. ,on Preußen allergnädiast generalvrimlegirten ond Herzoglich- Braunschweig-Lüneburgischen Hof-Schauspielcr zum erstenmal? aus- führen- Hamlet, Prinz von Dänemark. Ein Tranerspiel nach dem Schackespear in 3 Aufzügen." Für Hamlet hatte man als Gast den damals hochgefeiertcn I. F. H. Brockmann gewonnen, der dir Rolle bis zum 8. Januar 1778 in Berlin nicht weniger als zwölsmal spieüe. Die Abschiedsvorstellung ist iheaiergeschichtlich schon deshalb bemirkenswert, weil Brockmann bei dieser Gelegenheit alz erster deutscher Schauspieler vom Publikum berausgerusen wurde! Ueber die damaligen Berliner.„Hamlet"-Ausführungen besitzen wir einen interessanten Bericht aus der Feder des bekannten Phrlo- logen Moses Mendelesohn. in dem es u. o. heißt:„Es ist im»e- nauesten Berstande wahr, was man von der Entzückung sagt, in welche Lrockmann die sonst so frostigen Berliner zu versetzen gewußt hat. Als ich von Hannover zurückkam, war olles so voll, so begetztert von jenem täuschenden Spiel«, vornehmlich in der Rolle des Hamlet, daß sogar in allen Küchen und Bedientenstuben von nichts anderem gesprochen ward. Da» Komödienhaus war in diesen Tagen so ge> preßt voll, daß ich Müh« hatte, ein« Stelle zu finden. Es hatte sogar einiges Frauenzimmer, aus Vorsorge, keine Stelle zu finden, wenn fle später kämen, ihre kalt« Küche mitgenommen und mittags im Paner»« gespeist. Auch mich riß er völlig hin, und er schien alle Erwartung zu übertreffen, di« ich mir je von einem guten Schau- spiele: gemacht hatte."— Dieselbe Begeisterung wie m Berlin er- regte„Hamlet" auch in anderen Städten, er wurde das Lieblings- stück des deutschen Dolteg.„Nie", so schrieb ein zeitgenössisch-r Kr>tiker,„ist wohl irgendein englisches Trauerspiel mit dem all- gemeinen Bestall in Teutschland ousgenomnien, nie irgendeines mit solchem Heißhunger von Zuschauer und Schauspieler verschlungen worden, als dieser �Hamlet". Wo ist eine Truppe Schauspieler in Teutschland, und wenn sie auch aus lauter Togwerksjiingern Melpu- menens und Thaliens besteht, die den„Hamlet" nicht aufgeführt hat?"____ Der„künstliche Mond". Die Zustände an den Grenzen der balkanischen Staaten, besonders in Mazedonien und Albanien, wo die Flinten besonders leicht losgehen, sind sprichwörtlich. In Europa gibt es aber noch eine andere, vielleicht noch ungemütlichere Ecke: an der r u s s i s ch- p o l n i s ch e n Grenze in W o l h y n i c n, wo es noch viel schlimmer als aus deick Balkan zugeht. Der Korrespon- dent einer russischen Zeitung, der Gelegenheit hatte, diese Gegend zu besuchen, teilt mit, daß man von einem Hügel, der dicht an der Grenze liegt, allabendlich an vielen Stellen des Horizonts einen hellen Feuerschein beobachten kann. Es ist der Abglanz vieler Brände in der Umgegend. Herrenhöf«, Baucrnhöje, ja ganze Dörfer und Ortschaften werden betnahe täglich von umhcrstreifendcn Ränder- banden beimgesucht. Die Dorfbewohner sind an diese Erscheinung nachgerade gewöhnt und nennen sie Mondschein.„Wenn der Mond nicht scheint," pflegen sie zu sagen,„dann haben wir diesen kirnst- lichen Mond. Die Beleuchtung in unfern Dörfern ist schlecht. Wenn ein Nachbardorf brennt, kann man wenigstens ohne Gefahr aus der Kneipe nach Hause finden." Vor einigen Tagen versuchte eine große Räuberbande bei dein Städlchen Weibogno aus Nußland die polnische Grenze zu überschreiten. Nach einem regelrechten Gefecht wurden die Räuber gezwungen, sich zurückzuziehen. Am selben Tag erschien vor dem Städtchen Miljalin eine gut organisierte Bande von hundert Mann mit Maschinengewehren und kleinen Feldgeschützen. An ihrer Spitze stand ein berüchtigter Räuberhauptmann, der von den Bauern „Väterchen Omelko" genannt wird. Seit vier Jahren treibt er dort sein Unwesen und konnte bis jetzt nicht gefaßt werden. Der Haupt- mann leitete die„misilärifche Operation" höchstpersönlich und nach allen Regeln der Strategie. Er ließ die Post und das Bezirks- kommando besetzen, sperrte alle Ausgänge au? der Stadt und ließ die Einwohner in ihren eigenen Häusern von seinen Leuten tüchtig ausplündern, sowie die Barschaft de? städtischen Bank be'chlag- nahmen. Die Band« zog sich dann„in voller Ordnung" zurück. Einige Tage später wurde die Ortschaf! Maikvwo ausgeplünderi. Adventszeit. „O du fröhliche, o da.....* ... so dudelt es. Ununterbrochen! Aus einem Grammophon- trichter mit Glockengeläut, Harmonium, Blasorchester und Kinder- chor; aus einem Grammophon, das am. Fußende eines Kranken- wagens steht auf dem Weihnachtsnn-rkl. In dem Krankenwagen liegt ein lebendiges Skelett mit ausgebrannten Augen und mull- umbundenen Beinstümpfen, hohler Schwindsuchtsbrust und einem Schild darauf:„Kriegsinvaliöe! 42 Mark Rente! Frau im Kranken- hausl Kinder arbeitslasl" Wenn die Platte abgerollt ist, dreht sie ein kleiner Jung« in viel zu großen Hosen und zerfetztem Pullover wieder aus— dazwischen hält er den Passanten Papphampelmänncr vor die aufgeschreckten Gesichter und leiert die ewige Litanei:„Einen Groschen nur der Hampelmannl Sehn Se, was er schön schtrampeln kann!", und am Kopsend« des Krüppels steht ein kleines Mädchen mit einem Madönnchengesicht und Lya-de-Putti-Augen und paßt auf. ob kein Schupo kommt. Jede 10 Minuten patrouilliert er vorbei— dann fahren sie mit„Batern" im Hui um die Ecke— ein Protokoll tostet einen Taler!— und drehen drüben ihve einzig« Platte wieder auf: ,O du fröhliche, o du.."—„Versluchte!" faucht der Krüppel. „Ham Sie'nc Ahnung! Bei zwoundvierzig Rente..." Auf dem WechnachtSmarkt. Bub« an Lude. Mit Kitsch, mit Bruch, mit Ramsch. Aber die Kinder aus dem Norden staunen, gehen wie auf Zehenspitzen herum. Ihre Mütter mutzen sie fortreißen— denn auch dieser„Ramsch" ist manchem zu luxuriös. Die Leute aus dem pickseinen Weiten, die hier vorbeikommen, lächeln mitleidig, so im Vorübergehen, und lassen sich nicht stören.„Ach, Sie fahren dieses Jahr wieder nach Daoos! Ist doch langweiligl" Oder:„Wenn die Kerls nur arbeiten wollten! Aber sie wollen so nicht!"— oder:„Stoßen Sc Farben ab! Steigen Se bei Glanzstofs ein! Js'n misgelegtes Geschäst, jag' ich!"— oder:„Die Bargtrls in der Flvrlöa sind ja Puppe—- aber der Mixer in der Bajardere ist besser! Komm' Se mit!"— ober: „Etzen Se doch mal del Löfflerl Fabelhaft, sage ich Ihnenl Und billig!' vier Mark nur! Ochsenschwanzsuppe, Osiender Steinbutt, getrüfselte Steierische Pute, Erdbeerparsatt und Käse! Also mit acht Mark können Sie da prima——" ober:„Na, Süßer? Wie wär'e? Kommst« mit, Bubi?" und so westee. Dazwischen wimmert es:„Lametta, die Herrschaften, Lametta, Entzelshaar! Een Sechser zw« Paketcl"„Morzipanherzen! Lebkuchen mit Ausguß! Jede Aufschrift in fünf Minuten und prima Zucker! Da greist man zu für eine Mark!"„Das neueste Spielzeug für die Kleinen, damjt sie lachen und nicht weinen! Kaufen Sie, Herr Doktor! Wie wär's, Herr Baron? Für das Fräulein Braut und Ihren Siammhalter! Rechnen Sc's uff die Alimente uff!"— Nebenan gibt es Weih- nachtsbäume, Silbertannen für den Westen und Bastarde In Blumentöpfen für den Norden. Ein: abgemagerte Frau zetert: „Drei Mark bei schofle Dings? Eon Wucher! Sc wuchern ja, vastehn S«—?"—„Ick wuchgr«? Wat S« nicht sagen! Wuchern Se ooch mal wie ick! Stellen Se sich mal her wie Icke und verkoosen 0t denn, wenn'! jut jeht,«en Dutzend von morjene b>» sieben? Bei die Kälte un Konkurrenz' Und denn zwee groschen verdient am Stückl Und zuhous drei Jähren un n« Oll« mit'm Renen in Sicht? Un'n janzen Posten sollen S« vorher bezahlen, un de Hälii« wer'n S« nur los? Frohst Fest, zwee Mark fuffzig un si-en Wort mehr!" &e einigen sich. Rasend kalt peitscht et in die Petrolsunzeln und Kaxbidlampen. Windstärke zehn! Bub« bei Bude, Mischung der Großstadt in Nebel verschleiert, zwischen Tannenduft, schmorenden Rostwürstchen, schlechtem Schmalzparfüm der Wasselbäckerei: dar- über triumphie-end die Lichtreklame:„Trinkt Mathen; Müller, den deutsch?» Sekt!"„Schenkt Automobile!"„Golda-Prasinen in Luxu-pockung gehören aus jeden Weihnachtstisch!" und„Pfui—? Aber schön! Die Nacktrevuc des Tages! Für Jugendliche verboten!" Und daneben ruft es:„Achs-Uhr! Acht-Uhr-Äbendblatt! Achi-UHR" Und stechet, die Ueberschriften spöttisch ine grelle Licht:„18 000 Arbeitslose mehr in«ner Woche!— Eisenindustrie will aussperren' — Völkische Gesundbeter in Potsdam! Kriegsgefahr im Osten!" und posaunt die völkische Zeiinngslonkurrenz:„Das Weihno.chlsfest eine jüdische Schiebung! Der Christbaum als jüdischer Chanukta leuchte? enthüllt! Ludendorsss neueste Enthüllung über die Frei- rnaurcr!" Und brüllt einer:„Schupo!", laufen satte Spieher Amok hinter einem verhungerten Jungen, der geklaut haben soll, fällt ein Pferd, stocken Elektrische, Autos, wbt die Sipo und dreht sich dus Grammophon zwischen Hampelmännern und Lomettabndcn, wie i". soffen gurgelnd:„O du fröhlich«, o du.. Vrei Häuser weiter liegt eine Kneipe.„Kafsee und Bouillon! Tasse 3 Piennig!" Hier sitzen merkwürdige Leute. Di? Arbeitslosen, di? stempeln gehen inüsfen; denn nebenan ist der Arbeitsnachweis. Gestern saß ich ra. Am Tisch ein« buntgewürfeltc Gesellschast: ein alter Bergmann. ein Monteur, ein Schisssheizer, ein Straßenbahner, ein.chmscha),- sicher Diener", ein„Vorbesttaster" und ein Literat. Man sprach auch von Weihnachten. Jeder hatte etwas zum Erzählen. Bon damals, als man einem von ihnen pünktlich i» der Minutb, in der die Engel einmal etwas von„Frieden aus Erden und Wohlgejallen allen Menschen" geflüstert haben sollen, eine Zehnzentimctergrannie in Muttcrns Weihnachtspakct gejagt halte(seitdem bat dieser eine kein linkes Bein mehrt), und von heute, den„herrlichen Zeiten", in die er uns mit Gottes Gnaden gejährt hatte. Die anderen lauten auf. Der Bergnrann, ein alter Häuer, erzählle, wie sie einmal genau in der„heiligen Nacht" im schlagenden Weller v-rschültet worden waren: der Monteur, der früher im Elektrizität swerk gewesen war, wie er einmal am heiligen Adeird eine(chicere Zigarre verpaßt bekommen hatte, weil er für eine Sekunde das Licht oii»gejck>isiet hatte, um die Leute bei der Bescherung daran zu erinnern, daß e r nicht dabei sei: der Straßendahner nickte:„Tja, komisch, wie die Leute nie daran denken! Wenn ich Heiligabend Dienst halt«, dann hatten alle zu meckern— der Wagen fuhr ihnen zu lanosain. an allem hatten sie auszusetzen und immer an mir. Daß ich aber bis 1 llhr nachts Dienst hchle, daran hallen sie nie ged.'chü" Da erzähl te piytzlich, von der Erinnerung gepackt, der Schisssheizer von seinen Weihnachten med der schönsten zwischen Lissabon und Buenos. Da hatten sie«In Böumchen gehabt, das halten si« iin Kühiroum mitgenommen: und di« Stewards hatten ihnen die Reste vom Christ souper der ersten Klasse verehrt! lind Schampnsrrste!„Ver dammich! Im Kesselraum haben wir gefeiert! Bis der Erste, der Ingenieur, kam und es aus war...! Oben aber haben sie bis zum Morgen getanzt! Und auf dem Promenadendeck lagen die Pärchen ... verdannntch!" Der„herrschaftliche Diener" wüßt? auch so einiges. Er hatte Erfahrungen: Im Salon krachende Tische und im Dinerraum magere Trinkgelder! Arbeit bis tief i» die Nockst, und dafür nur— Reste und Abgelagerte«!„Fein? Leujel" Da lacht« der Vorbestrafte bitter aus:„Ich könnte euch was erzählen--- von Bcrgünstiaungen und Dunkelzelle, sabbernden Predigten und Driefverbot! Schwamm drüber! Jeder Tannenzweig, der in che Zelle kam, war kossiberoerdächiig! Aber— in der Anstaltskirch« konnte der Baum nicht groß genug sein! Und weh-, w?nn du nicht laut genug mitgesungen hast...„L du fröhlich«"... Schwamm drüber! Was macht ihr dieses Jahr—?* Da schwiegen sie.— Was sollt« ihnen auch anderes übrig bleiben als Oede, Leere, Käste: bestenfalls die Heilsarmee! Draußen standen die Dreiangels, unter denen di« Töpfe hingen und die Schilder:„Haltet den Topf am Kochen!"„Schafft den Armen und Verlassenen ein frohes Fest!" „Gedenkt derer, die weinen werden, wsnn ihr lacht!" Merkwürdig i die.«einen Leute" sehen kaum die Töpf«! Aber die„Scher ilei::" der Armen flössen hinein... «m .Iii 'Unlrn�ficficltowjciden un&IVsmawju« Z CASINO-THEATER- Uhr Lotbrlnger Str.»7 — Elein Klediersdorf! 2�. 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Es wurde in oortrefslicher Weife gezeigt, wie man als geschulter Iiu.Jitsuer nicht nur einen Gegner mit einer Hieb- oder Stichwaffe, sondern auch den mit einem Revolver bcwafsneten Gegner, jedoch nur, wenn er unmittelbar vor dem Angegrifsenen steht, unschädlich machen kann.— In den nach- folgenden Ringkämpfen wurde sehr guter Sport geboten. Im lZ aendkampf siegt« G e h m(N.-O.) über B r o n k e s e i l(58er.) nach 3 30 Min. durch Armzug. Hinze(N.) kam im Federgewicht über Richter(Voran) nach einem wechselvollen Komps, der schöne Mw mcnte zeigte, erst nach 8.52 Minuten durch Ueberwurf zum Siege. Der zweite Federgewicht-kamps zwiscben Sternberg(Lurich) und M e i n i ck e(N.-O.) endet« nach 10 Minuten, ebenso wie das T-essen im Leichtgewicht zwischen M i tz n« r(Lurich) und Stange (R.-O.) unentschieden. Besonderes Interesse fanden die anschließenden Jiu-Jitsu- Kämpfe, in denen die Gegner mit allen möglichen Finesien und Angriffsarten arbeiteten. Im Fliegen- und Bantamgewicht trennten sich B r o s o w(Voran)— Kortmann(N.-O.) und Ebermann (Voran)— S ch i r m e r(N.-O) noch zwei Runden zu je 5 Minuten unentschieden. Im Leichtgewicht siegte A p p l« r(N.-O.) über K r e t l a u(N.-O. Weißens«) nach 6.12 Minuten durch Arm- bebel. Ein schnelles Ende sond der Leichtgewichtskampf, in dem Flick(N.-O) bereit» nach 67 Sekunden Heine(Voran) durch Lrmhebel zur Ausgab« zwang. Die B o x k ä m p f e, die mit großer Erbitterung geführt wurden. hei denen einige Dorer aber noch unsauber kämpften, hatten folgende Ergebnisse: Nach Punkten siegten im Fliegengewicht Neu- mann(N-O.) über Richtest(Mariendors), im Bantam Wolter (N.-O.) über Ähren»(Berolino). Z ü r g e h(N.-O.) über A n- dreitczak(Tardorf) und im Mittelgewicht Müller(N.-O.) über Richter(Mariendors). Im Halbschwergewicht zwang L e h- mann II(N..O.) Brede(Tardorf) in der 2. Runde zur Auf- gab«. Lehmann I(N.-O.) und L i e b i g(Lichtenberg) trennten sich im Leichtgewicht unentschieden. Im H« b e n erreicht» Lagenpusch(N.-O.) die Bundesrekorde. konnte sie jedoch nicht überbieten. Er riß einarmig 160 Pfund, beid- armig ISO Pfund und stieß beidarmig 230 Pfund. Derol!na.Qirich 15",: 12'/» Vor gut- besuchtem Haus« standen sich in den Andreas-Feftfälen .Berolino* utch.Lurich* gegenüber. Dereine, die sich fast gleich- wertig sind. Berolino hatte etwas mehr Glück und konnte noch einmal mit einem Sieg nach Hause gehen. Die Ringkämpfe nahmen nachstehenden verlauf: Fliegengewicht: Bölcher (Berolino) und Pölhk«(Lurich) rangen beide Male unentschieden, doch hatte Pölhke mehr vom Kampf. Bantamgewicht: Karoß(B.) und Sternberg(L.) kamen in beiden Gängen zu keinem Resultat. Federgewicht: Droas(B.). der Sieggewohnte. mußte sich in beiden gelieferten Kämpsen mit einem unentschieden lxchnügen: Erkner blieb ihm nichts schuldig. Leichtgewicht: Eichler(B.) war nur auf die Verteidigung angewiesen, Meyer(L.) war stet» der Angreiser und errang dadurch im zweiten Gang einen Punktsieg, während der erste unentschieden endete. Leicht- mittelgewicht: Seelenbinder(».) und Engel L.) trennten sich In beiden Gäu�n unentschieden. Schwermitteigewicht: Werner Seelenbinder(B) tonnte zwei Sieg« erringen, in dem er beide Male Jakob(L.) nach tapferer Gegenwehr weifen konnte. Schwergewicht: Sooran(B> und Busch(L.) kamen zu keinem Resultat. Gesamtsieger ist somit Berolino mit 15H: 12>- , Punkten. • Sonnenvendfeier de? Neuköllner Jugend. Eine Sonnenwendfeier veranstaltete die Jugend der Freien Turnerschaft Neukölln am Sonnabend un Saal des städtischen Lichtbildtheoters..Sonnenwende, Feierstunden prole. tarischer Jugend* hatte man al» Titel gewählt. Mufikvorträg« leiteten die Veranstaltung ein, in Schattenbildern stellten die Mitglieder Szenen au» dem Leben de» Arbeitenden: Aufstehen. der Weg zur Fabrik. Schaffen, Essen, Schlafen: der Dienst in der llnternehmerfion ohne Abwechslung. Nach einer Ansprache des Genossen F ü r l wurde neuzeitliche Gymnastik gezeigt. Ein Sonnen- wendspiel und das vom Sprcchchor eingeleitete Lied.Brüder, zur Sonne, zur Freiheit*, gemeinsam mitgesungen, beendet« die Feier. Wintersport im Auslände. Auf dem Gebiete des Wintersport» sind in allen Ländern beachtliche Fortschritte zu verzeichnen. Seit be\ ersten Arbeiter- Wintersport-Olympiade in Schreiberhau im Februar 1025 ist der Lerneifer überall groß, um den Finnen gleichzukommen. mirh frrh rtsfcrhsnOA nifht so flhrtpn �rrthrvlon(Mlon de« Winlersports steht Deutschland immerhin an zweiter Stelle. Auch in den benachbarten Ländern ist man nicht untätig. Die tschechoslowakischen Turnvereine führen ihre Wintersportkämpie Anfang Februar in Tannwold durch. Der Aussiger Verband(Dcutschbohmen) ladet seine WintersporUer für den 21. und 22. Februar nach Eichwald. In Oesterreich haben Turner und Naturfreunde gemeinsam über zehn Kurse für Winter- spart organisiert und veranstalten verschleden« Wintersporttreffen. Auch die Schweizer Aibeiiersportler haben mit einer plan- mäßigen Organisation des Wintersports in ihren Reihen begonnen. Der Schweiber Arbeiter-Iurn- und Sportverband hüll zum ersten Male über Neujahr einen viertägigen Kursus in A n d« r m a t t ab. Im Eislaufen hat Finnland ebenfalls die unbestritten« Führung in der Luzerner Sportinternational«. In den größeren Städten Finnlands haben die Arbestersportvereine eigene Uebungs- Wer Herrschi im Serlmer Arbeiiechort? Ein Artikel der �Deutschen Arbeitersportzeitung*, de» Organs der Zentralkommission, ,W ir brauchen endlich Ruhe* hat der kommunistischen Presse einige Unruhe oerschafst. In langen, nicht eben sehr geschickten Episteln sucht sie den Spieß umzudrehen und ihren gläubigen Lesein einzureden, die Führer der Arbeiter- spartoerbände wollten sozialdemokratische Parteipdtitik betreiben. Man muh schon sagen, daß die kommunistische Presse entweder ihr« Leserschaft sehr leichtgläubig einschätzt oder davon überzeugt ist, daß diese Leserschaft aus Parteidisziplin auch die gröbste Bergewoltt- gung der Wahrheit schluckt. Immerhin mag sie dort, wo ihre De- twgung schwach ist und aus diesem Grunde die bekannte Zersetzung». arbeil unter der Arbeit ersponbewcgung unterbleiben muß. ein wenig Eindruck machen. Aus diesem Grund« dürste es sich emp- fehlen, einmal den Finger aus jene Punkte zu richten, wo die KPD. ihren Hauptsitz in unserer Bewegung hat und von wo aus sie ihre Zellenorbett über das Reich auszubreiten sucht. Da ist zunächst Berlin zu nennen, und hier besonder» der 1 Kreis de» Arbeiter-Turn- und Sportdundes. Die Drahtzieher haben es oeistanden. nach und nach alle wichtigen Posten im Kreise in ihre Hand zu bekommen. Dabei hoben sie leider von der Na<� ficht und dem Berständigungswill-'n der sozialdemokratischen Ge- nosien profitieren können. Diese haben es immer abgelehnt, der kommunistischen Fiaktionsarbest eine sozialdemokratische entgegenzu- setzen, um des Friedens willen. In den sozialdemokratischen Kreisen wollte man eine Spaltung unter allen Umständen oerhüten, und darum gab man Immer nach in der Hoffnung, die Zeit werde schon Wandel schaffen. Um so angrifsslustiger wurden die kommunistischen Strategen. Man hat es hier mit Leuten zu Km, die zum Teil schon vor dem Kriege in der Bewegung tätig waren. Dnnials waren die meisten von Ihnen politisch untätig, eine parteipolitische Bindung gingen sie ungern ein. Es fehlte ihnen daher auch eine ordentlich« Porleierziehung. Im Laufe der wenigen Jahre nach der Revolution hoben sie jeden Parteiwechsel ohne Be- sinnen mitgemacht. Ein Teil von ihnen sieht jetzt in der Opposition und hält zu den Ausgeschlossenen der KPD. An» der« stehen Innerlich ebenscll» zur Opposilion. sind aber durch äußere Hemmungen verhindert, den offiziellen Parteikarren zu verlosten. Alle diese Leute sind politisch völlig ungeschult, ober sie sind politische Fanatiker, die in der Poiteiarbcit wenig brauch- bar sind, als revolutionäre Vielredner vor einem naiven Publi- kum aber wertvolle Zutreiberdienste jür die Kommunistische Partei leisten können. Vor allem können sie»miesmachen, herunterreißen, vertächtigen. wobei sie sich die Miene des Geheimniste-Wistenden auszusetzen verfkehen. Man kann sie als politisch verschlagen im Sinne kleiner Demagogen bezeickmen, denen jedes Mittel gegenüber dem politisch andersdenkenden Klastengenostcn recht ist. Sie sind die geborenen Unterossiziere des Bruderkampses. Dagegen oersagen sie gänzlich im Kampfe gegen den Klassengegner. Solcher An sind die lieben Sportgenossen, die dank einer ge» ristenen SpaNenpnlitik unh dazu passender»Demokratie* bzw. SpoNengeometn« e» verstanken haben, den Kreisvorstond In ihre Hände zu bringen, obwohl sie auf dem Kreistag keine Mehrheit hatten. Dazu ist noch etwas ausführlicher zu sprechen. Der 1. Kreis setzt sich zusammen, au» der westlichen Hälfte der Provinz Brandenburg und Berlin. Die östlichen Teil« der Provinz, besonders die Lausitz, haben sich vor Jahren losgetrennt, weil sie des Treiben» satt waren. Heule sind die Verhältnisse so, daß Beilin mit seiner Mäste, di« zum Tell— wie im Derein„Fichte*— zur Wanderbewegung gehört, den Kreis beherrscht. Den Prooinz- vereinen fehlen oft die Mittel, zu den Spartentagen und anderen Tagungen Delegierte zu senden. Dazu kommt, daß die Tätigkeit der Spotten sich in der Hauptsache in Berlin abspielt. Das hat dazu geführt, daß sämtliche Sparten— mit einer Ausnahme— von den Berliner kommunistischen Drahtziehern besetzt wurden, die damit zugleich in den Kreisvorstond eingerückt sind. Um dos Maß vollzumachen, hat man noch künstlich nachgeholfen, um einig« bc- sonders wertvolle Kräfte zu„kooptieren*. Aehnlich hat man es auch im Berliner Kartell gemocht. In dem so zusammengesetzten Kreisoorstand« wird nun stramme kommunistisch« Politik gemocht. Kaum ein Anlaß wird versäumt, zu einer kleinen politischen Demonstration zugunsten der KPD. Da man sicher zu sitzen glaubt, gibt man sich nicht mehr die geringste Mühe, den Schein zu wahren Hier wird so selbstoerständlich in KPD.-Politik gemacht, als gäbe es auf der ganzen Well keine andere Partei mehr. Was kümmern dies« Stro- legen die andersdenkenden Dereine in der Provinz! Ihnen genügt es. daß sie in»Fichte* und den Fußbolloereinen ein« sichere Ge- folgschaft haben, die ihnen die Herrschaft sichert— wenn nicht der Bund dieser schönen bolschewi st Ischen»De- mokratie*«ine» Tage»«in Ende macht. Wie tan» da» geschehen, und wie können damit geordnete Zustände ge- schassen werden? Zunächst muß mit dem Unsinn aufgeräumt werden, daß große Perein« im gleichen Wohlkörper mst den kleinen Ihr ganzes Ge- wicht in di« Wagschale tversen können. Dies«»formale* Demo- kratie führt zur Rechtlosmaebiing der kleinen Bereine und gibt vor allem dem»Wcstertops* Berlin die Ucbermacht. Dann muß den entfernt liegenden und armen Provinzoereinen die Möglichkeit gegeben werden, an den Tagungen teilnehmen zu können, um dort ihren Einfluß geltend zu machen. Nach dem geltenden Statut ent- sendet der Verein»Fichte* mehr als ein halbes Hundert Dele- gierte auf den Kreistag, er hat also das Gewicht von 50 kleinen Vereinen der Provinz. Andererseits haben die zahllosen Fuß- ballvereine Berlins, die sämtlich kommunistisch geleitet sind, es leicht, an den meistens in Berlin abgehe llenen Tagungen teil- zunehmen. Im Gegensatz zu dieser»Demokratie* hat in der Ar- beiteisportinternntionale Deutschland zwei Drillet aller Mitglieder. aber nur«in Fünftel der Stimmen aus dem Kongreß. Würde man dort nach dem Berliner Rezept verfahren, dann wäre die Inter- nationale eine reichsdeulsche Angelegenheit. Wir haben kurz geschildert, wo der Kern des Uebels liegt. Berlin ist schon immer di« Achillesserse der Ar- beitersportbewegung gewesen. Die Ursache? Die Verbände haben alle ihren Sitz in der Provinz und daher keine enge Fühlung mit Berlin. Dem Berliner aber ist die„Provinz* immer verdächtig, nicht ganz aus der Höhe zu sein, und er wirst sich gern über sie zum Schulmeister aus. Diesen Umstand nützen die geistig nicht gerade imponierenden Größen der Berliner Oppo- sition zu ihren Gunsten aus. So wird es möglich, daß drei Prozent Parteikommunisten di« ganze Ber- liner Arbeitersportbewegung beherrschen und mißbrauchen. Da Berlin Mittelpunkt Deutschlands ist, ent- steht bei Uneingeweihten der-Eindruck, die ganze Bewegung sei bolschewistisch. In Wi-Nichkeit sind es 3 Prozent der Bewe- gung. also viel geringer al» der Anleil der KPD. an der ge- samten Arbeiterbewegung in Deutschland. Damit wird unser Komps gegen den Berliner Kommunismus In unserer Bewegung zu einer Organisationsfrag«. Der nächste Bundestag wird sie zu lösen haben. stäken, wo vor ollem auch eifrig Eishockey betrieben wird. In Deutschland haben wir noch nicht eine einzig« Mannschaft ouszu- weisen._ Was öle FTGV. leistet. Werbeabend«.— Weihnachtsfeiern. Die kürzlich abgehaltenen Werbeabende des Bezirks Süden der»Freien Turnerschaft Groß- Berlin* boten den zahlreich erschienenen Gästen einen guten Ucbcrbtick über di« Gebiete des neuzeitlichen Turnens. Moderne Freiübungen, ein- saches Geräteturnen und lebhafte Spiele zeigten, in welch oorbild- licher Art sich der heutige Turnbetrieb abwickelt. Diese Uebungen, gleichfalls wichtig für den Hand- und Kopsarbeiter, ermögliche» durch Abstufung in di« allereinsachsten Anfangsgrnppen sedem einzelnen die Teilnahme.— Bei dem Turnen der K i n d e r abteilungen herrschte ausgelasiene Fröhlichkell und unbeschreiblicher Iube�. Die anwesenien Eltern konnten' das sichere Gefühl mit noch Haus« nehmen: hier sind unsere Kinder gut aus- gehoben. Die W e i h n a ch> s s e i e r für die Kinder findet unter Teil« nahine des gesamten Bezirk» heule abend in Rabes Fesisäle, Fichte« strahe 28, stall. Im Rahmen des Programms führen die Kinder Frei- und Stabübungen, Volkstänze, Turnen am Reck und Barren vor. Gesangsoorträge sowie plastische Gruppen vervollständigen neben musikalischen Darbietungen das Progremm. Zum Schluß findet die allgemeine Bescherung für die Kinder statt. Beginn 19 Uhr. Unkostenbeitrag 75 Ps. Bezirk Elldrii der ssreien Turnerschaft Troh-Berlin nnlerMIt solgende«dte'lnngen! Turnhalle Boechliftr. 17—2». Männeradl.? Dienatag 20—23 Uhr, Ivaendadt.: Mitlwoch und IZreltaz 20— 22 Uhr, ttnadrnadt.: Mittwoch und grr laa 18—30 Uhr. Iungmädchr uabt.: Montag und Tonnero- tag 20— 3E Uhr, M�dliienabr.: Moniag und Tonncrotag 18—20 Uhr Mödch'N- adtrilun« iunler»?ai,r»>: Dienstag l8— 20 Uhr— Turnhalle Kaiser. ffriedrich-Eir 4. Hermannoiah. grauenabt. sltder 2S gahte): Moni»« 3» bis 22 Uhr. R'ttwoch 30—22 Uhr Dieffcnbachltr. 61, Eoortplag: Städtischer Sport- Pia» Am Urban._ Sparta Auszballostmeister. Die Sntscheidung nm die vstbezirlsmeistrrschast ist gefallen. Sparta heißt der lunge. alte-tllesttcr. Mit d: 2 wurde Lichtenberg vi, die man allgemein al» Siegrr>n diesem Wctibrwerd ertpariet Hove, geschlagen. Im anderen Spiel wurde Lichtenberg 1 kampflos Sewinncr»er Punkte, da Adiershai»er. lichtete. Lichtenberg I hatte dafür d!« in die I.«lasse getammenr Ell oan Bavario zu East und Mußt, sich von diesem Neuling, der ein wirklich erst. klasiigr« Spiel Ilrscrte, schlagen lassen. Wildau schlug Tasman'a 6:0 und hat nur noch einen«amps"M den Ausstieg in die t«lasse zu adsal- »leren.— Im Südwesten wurde Lulkcnwalde van Neukölln t: 7 geschlagen. Teltow festigte setn» Bosttton durch einen 3: t.Srspsg»her Luckenwalde T_ Im Norden gewann ffichte.Nord gegen Teutonia 09 1: 1.«mateur» gegen kchdnholz endete 6:3 für Amateur«. Pankow 08 weilt« i» L«ip»:g dri Bor. warts-SÜd und spielt« unentschieden 6:6. Cowlet oerlor gegen Dernau 6! Z. ffln« Handballbericht vom Sonntag. Troß der schneebedeckten Spielselder sanden doch all« Landhalllpiele statt. »...« Ucberraschung leisteten sich Groß. Berlin, Norden 1, indem sie Selten mit 5:2(2: 2) schlage» kannten. Schönebrrg. Spartler gegen chraß-Berlin. Wedding 2 2: 0 sl: 0). Luckenwaide. Sportler gegen Lichtenoerg�poriler 4:6 !2: Ol. Lichlenberg 2. Abt. gegen Fichte 8. Abt. 0:7 so: 8). Spandau gegen Fichte». Abt. 4:0(8:0), Köpenick gegen Mahlsdors 13: 0(6:0), Dorn. strdt I gegen Berlin 12 II 5: 0<2: 0). Tvuristenoerei».»>« Ratnrsrrnud«*, gentrale«>«». Aßt. Fried rlchshain: Dienstag, 20. Dkiemder, SO Uhr, Ebertnstr. 12,.Wintersonncnwrnde" Iugendgruppe: Mittwoch, 2t. Dezember, 18 Uhr, ebenda. Geschäftliche», Reu. wählen.— Abt. Friedenau! Dienstag, 20. Dezember. 20 Uhr, Slfenbachcr Straß» 5».— Abt. Rorb«n, Dienstag. ZO. Dezember, 20 Uhr, Sonnenhurger Str. 20, Bolksliederadend.— Abt Wedding! Dienstag, 20. Dczcmdcr, 20 Uhr Turiner. Eckr Seesiraße, Lichticst.— Abt. Treptow! Dienstag, 20. Dezember, 20 Uhr, Elsenstr 8, Heimabend.— Abt. Pankow- Dienstag, 20. Dezember, 20 Uhr. Görschstr. 14.— Abt. Dharlottevbnrg! Dienstag, 20. Dezember, 20 Uhr. Epreestr. 80,„Warum wandern wir?*— Beweaung,ch«r: Mittwoch, 2t. De. zember, 20 Uhr, Elsasser Sir. 26.- Ab«. Steglißi Mittwoch, 21. Dezember. 20 Uhr, Aldrechtstr. 43.— Abt. Südest, Iugendgruppe: Mittwoch, 21. Deeem »et, 20 Uhr. Reichenberger Str. 66, Weihnachtsfeier.— Abt.«rrnzlauer»erg: Donnerstag. 22. Dezember, 20 Uhr,«Uershcim Danziaer Str. 62, Baratfc 7,„Heitere Kunst*— Abt. Rcinlckendork: Donnerstag, 22 Dezember, 20 Uhr, Reinicke». dars-Ost, Seebad.— Abt. Sieiparte», Donnerstag. 22 Dezember, 20 Uhr. Allerlei."— Abt. Tcmprlhof: Donnerstag, 22. Dezemder, 20 Uhr, Germania. straße 4—5. Schülerringtämpse Im«S. Lurich. Dienstag, 20. Dezember.veranstaltet der Svart-Elub Lurich erstmalig Echülerrinakämpfe, er hat sich dazu di« Schüler der Soortoereiniguna Lichtenberg.Friedw'chefeld» verpflichtet. Di« Schülerkänipse sollen van legt ab regelmäßig wilderbolt merd'n, um der Dessenilichkeit den Wert der Körperpflege zu zeigen. Kampf statte ist di» Turn. Halle Wrangelstr. 128. Anfang 20 Uhr. Resusiatc der«erienrlngtämps» In der Doch« ,»w tt.»i, 18. Dezember. 8. K I a s s»: Siegfried 09— Libertos 96 18: 12, 1. Gang 7: 7: Spandau— Nor. den 98 14'14, 1. Gang 8: 6; Lurich»2— Berolino IVA: 1514, X. Wang 8:8.— l>- K I a l l»: Berolina N— Neukölln 23: 5, I. Gang 1?: 2: Tegel— Einigkeit 28 22: 8, t. Gang II: 8.— C. K l a s k e: Siealrieb-Marlendors— Nauen t: 14, 1 Gong 1:7.— Jugendklasse: Roter Stern— Köpenick 10: 18, 1. Gang 8- 11. Termine der«erienringlämpse k» der Vach«»»» 18. dl» 24 Dezember. N.Klasse: 20 Dezember: Boter Slern— Sennig-dorf. Turnbosse Ghar. .. � J,oloI »fs,: .■VflqMusftttfe, 20 Uhr. «rbeiter-Nadsahrerbn»».Solidarität�, t. Bezirk. Alle Mpiorfahrerl Dien«. tag. 20. Dezember, 20 Uhr, wichtige Besprechung bei Wolter. Rungestr. 17. n. n I a i I e: au u ezrmaer::■ vier exern—»ennig-pari,-gurnnaue l tottenburg. Pestatozz�str. 40. 20 Uhr. 21. Dezember: Gonrord'a— Sturm, Korn, Hohenschönhausen, Berliner Str. 98, tOZi Uhr.— O.Ria 20. Dezember: Berolina in— Liberi o» M, Turnhalle Neukölln, Thomasss [1 I t. TROTZ DER LEDERTE II ERUNG SALAMANDER QUALITÄT Asdiingcr* la Wurstwaren Sie sind hilf ig und dabei XM>rzQ?lic/iI B«a IUD*li(K« wenig attragmt so- >ii>eue ScmnanjH«. Ulster?«>»- lot«, test« Figur pafunb, öporlpelje. »est»»!»« ramenpelzmänlel. Pe!,t»itei>. Pelzkragen verkaull spaltdillig Leihhau». ffriestr>aistraG» k B«lIe»AlI»»ce-Dlatz ««ine Lamdarstwace._______ Sex Ig getragen» Iaeketlonzstg». teil» »l»eist»,>S.-, Kmokinganzilg». Bauch- an»Ug». 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Eck» Brllckeuftraste. nom noir. werden hiermit ra der am Donnerstag, dem 12. Jannar 1928, vormittags II1/» Uhr, im SltzungHaad der Oesellachaft, Bertin NW. 40, RoonatraBe 6,»tanflndenden ordcnflldtcn Gcncraivcrsanunlunt ergebenst ungeladen. Tagtaordnsngi I Verlegung de» Oeachlflaberlehle«»nd der AMehHtghranv nebst Qewlniv und Veriustrechnung IQr den 31. Aufust 1927 sowie deaBerlchle» des Au(»ichtsratei Z. BeschtuBtasaung Ober die Qenehmigung der ßilaeu, die Oewlnnvenei- lung und die Entlastung von Vorstand und Aulsichlsrat 1 Erhöhung des Grundkapitals um nom.«84 6',0?? T von 4250 Slllck auf den Inhaber lautenden Stammaktien Ober le RM 1000.— ml; Oewinnherech'.igung ab I. September 1927, welche unter Aussch'uB de» gesetz- ichen Bezugs.-nchts der Aktionire an ein Konsortium»um Kurse vewi 2l»°, begeben werden sollen mit der Verpdichiung. sie den AMiostlrea»um gleich er Kurse derart»um Deiug anzubieten. daO auf|e nom. km«OA— alte Summ- aklien je RM 1000,— junge Stammaktien entlallen.(Uieae Kapltalerhöhunj wird nur beantragt werden, sofern die voraufgegangene, am 12. Januar 192S 10 Uhr vorm.ttags, stattfindenJe ordentliche Generalversammlung der Ost werke Atcliencescllschaft, Bettln, beschlieOt, unter Erhöhung fhrea Grund. kapitals den Aktionären unserer Gesellschaft ein BexugsrecM rar(e RM 1000,— lunge Osrwerke-Staminaktien xum Kurse von l»% auf je RM 4000,— alte SchultheiB-Starrmiktien einiurlumen.). � . 4 Erhöhung des Grundkapitals um wettere nen». RM 4»ooooo,— duref Ausgabe von(«00 SiOck gleichaitigen Stammaktien wie n 3. welche unrei Ausschlug des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre, wie rot gl, verwende' werden sol'en:._,. a) nom. RM 400 000.- rar Verschmelzung der Oppelner Akflenbraaemd um Prellhefelabiik Oppeln._,.„_ b) nom. RM 580 000.— zur Verschmelznng der Verttnsbraoerel A.-G. Beudien e) nom. RM 250 000.- zur Verschmelzung dar Brauerei Jaeckei A.-O. Strehlen, mit unserer Gesestaehaft gern IS 8 300 HG.•_ d) norr. RM 3 104 000.—«um Erwerb der Oberachlealschew Bterbvaaerei Abteilung der Osfwerke A.-G, ru Hindenbur« nebst Niederlagen,(emei der Beteiligung der Ostwerke A G. an der Lagerbierbrauerei E. Haas« O. m. b H, Breslau, sowie zum Erwerb des Vermögens der Engelhard. Malzbierbrauere) Q. m.b.H. zu Oleiwltz und der Stadtbrauerei QroV Sirelitz G.m.b.H. vorm. J. Steinltz, OroÖ-Strelllz. i. Erhöhung des Grundkapitals um weller« nam. RM»80 owo._ durcö Ausgabe von 450 Stück gleichartigen Stammaktien wie zu 3, wvlehe unr« Ausschlug des gesetz'ichen Bezugsrechts der Aktionäre an die ostwerke A. G. Berlin, begeben werden sollen, gegen Zahlung des Nennwertes und UeMrnahrnl der Verpflichtung, mit diesen Aktien gegen Erstattung des Nennwertes tuet Weisung der Geael schalt zu verfahren.-_...... 6 Ermächtigung des Anfsichtsratea, die aws den BeachlOssen n 2 bis i sich ergebende Aendetung der Fassung des Oesellschafisvertrage» hineichilicl Ziffer und Einteilung des Grundkapitals sowie sonstige,»om Registerrichte etwa gewünschte Aenderungen des Oesellschaftsvertraget, auch solche aü d» Grun von Ziffer 7, zu beschlleOen. tenderung des Gesellschafts Abs. 2(Nummern der Aktien), 25 Abs. zeichnis), 27(Stimmrecht der Vorzugsaktien), fonds, Wohlfahrtsfonds, Gewinnbeteiligung d Abs. ä(Gewinnanteil des Au(slchtsrates). 7. Aenderung des Gesellschaltsvertrage«. and zwar hlnalchdleh der HZ' -—(Akiienhiniertegung. Nummerr.vef 13 Abs. 2 Ziffer 1—3(Reserve lez Beamten und Arbeiter) unt 8. Aenderung des Interessengemeinschaflsvertrage» mit der Ostwerk« A.-Ö- Berlin, und zwar hinsichtlich der 55 ll und 13(Beteiligungsquoten). 9. Aufsichtsratswahl. Lieber die l'unkte 3 bis 8 wird neben der gemeinsamen Abatlmroeng de Stamm- und Vorzugsaktionire eine gesonderte AbsUmmang beider Gattung« von Aktionären stattlinden. Diejenl"en Aktionäre, welche ausüben wollen, werden mit Bezug In der Oenerabretaemmlung Ihr Mmmrech ersucht. Ihre Aktien oder die Ober die Aktien lautenden Hinterlegungsscheir;! der Bank des Berliner Kassenvereins unter Beifügung eines doppelten Nummern Verzeichnisses bis apitcslens Sonnabend, den 7- Jan aar IV38, mittags 12 Uhr, in Bcrtlw bei der Commerz- and PHvaibaeh A. O.. Charlonenitr. 4j in Berlin bei der Darmnidict und Nailonalbnn«, Kommandltgea«!' achall Mut Aktien BehrenstraBe 48/40, In Berlin bei der Oeutachcu Bank, BehrenstraBe«Ii In Berlin bei der Dresdner Bank. Dehienstrao«»,39. in Berlin bei der ällttcldcuiachen Credltbank, DurgttraBe M, sowie bei den Filialen dieser Banken in München, ferner in Berlin bei dem Bunkhnnae Jncquler m Sccwrtna, An d« Siechhahn 3 4..,. In Berlin bei dem Rankhawa« H- 3- Meyar, Vodslrabe 14. in Bei IIa bei der Bank des Berliner Kaaaenvereln«(nur lstr die Mit glieder des(liro-Effekten oepois). Hinter der Katholischen Kirche 2 in Brill« bei der SchulllitIV-FaUeobolcr Brauaral-Akllengesell achall. RuonstraSe 4-7._ In Dar nu bei der ScboliheHS-Patirnhofer Brauerei-Aktlengesckl schalt. Abteilung III, BiauereialraSe 1/2, In Breslaw bei der Bcholihclß-Patzenholer Branorcl-Aktlengesell achall. Ahiellung V. MatthiasslraSe 204 208 während der üblichen Gcschäftsstunden zu binierlegeiL Die Akilen können auch bei einem deutschen Notar hinterlegt werdet In diesem Falle Ist der Nachweis der Hinterlegung durch Einreichung d« notariellen Hinterlegungsscheines bei einer der angeführten Hlmerlegungl stellen apätestens am Montag, dem 9. Januar 1928, ffliitags 12 LH' zu führen. Der Hinterlegungsschein eines Notars muB die Bescheinigung enthaltet daS die darauf nach Nummern verzeichneten Aktien nur gegen Rückgabe dfi Hinterlegungsscheines oder erst nach Schluß der Generalversammlung ad' gelielerl werden dürfen. Berlin, den 17. Dezember 1927. Der Aufsichtsrat der SdinlHiclD-PalzcnhoIer Brauerel-AKlIengesellsdian. ___ Eugen Landau. Ludwig Katzen e j_l_e n b�o gen. äialpiaaaa. ttbrrous preiswert. Piana- tabrit Link Lrunirriisiraste 85' Piaaaa»Hne Anzahlung, neu uust ge- braucht, tu grpster Auawabt oertaust veeer. Bruniieustraste I9t. t Zr-ppe. Zialeiithater Platz. 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