Morgenausgabe Nr. 605 A 507 44. Iahrgang Wöchentlich n Pfennig,«onatVch 3.»- Reichs mart. im voraus zahlbar Unter Streifband im Am und Aus- land 5.50 Reichsmark pro Monat. ♦ D«„tSorw&ts* mit der tUuftrier» ten Sonntagsbeilage.Volt und Zeit� sowie den Beilagen„llnterhalwng Und Wissen�.Luis der Filmwelt. �istadlbeilage�.Frauenstimme�, ..Der Kiliderfreimv*.Ängend-vor* wärts" �Äiick in die Büchenvelt*, �Sulturarbeit" und.Technik erscheint wochentäglich zweimal Sonntags und Montags einmal. Berliner Soltsblatt Ireiiag 23. Dezember 1927 Groß-Äerlin HA pf. Auswärts i s Pf. Die einspaltige Nonpare'VezeilE 80 Pfennig. Retlomezeile S.—*([&,$• morf. �Kleine Anzeigen" das senge. druckte Wort 23 Pfennig(zulässig zwei settgedruckte Worte), jede? weitere Won Z2 Pfennig. Stellengesuche das erst« Wort 15 Pfennig, ledes weitere Wort 10 Pfennig Worte über 15 Buchstaben zahlen für zwei Worte Arbeitsmartt ■Seile 60 Pfennig. Familianzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen» annähme im Hauptgeschäft Lindem straße 3. wochentögl. von S'.'� bis 17 UHi. Zentvalovgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Döuhoss 293— 297 Telegramm.Ädr: Sozialdemokrat Berlin Vonvaris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 SSS— Bankkonto: Baitk der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wällstr. So. Diskonto-Eelellschaft/Depositeniosse Lindenstr S Italiens Bündnisangebote. Abwechselnd an Frankreich und Oeuischland. Di« Wege der italienischen Außenpolitik sind sonderbor. Be- tanntlich bat nor kurzem Mussolini in einer Rede im Senat den Franzosen diplomatische Verhandlungen zur Bereinigung der zwischen den beiden Landern schwebenden Streitsragen angeboten. Die Anregung ist von der öffentlichen Meinung in Frankreich nicht gerade mit Begeisterung aufgenommen worden. Man sträubt sich nicht grundsätzlich gegen die Besprechungen, aber man fürchtet, daß der Diktator' weitgehende und unerfüllbare Forderungen ausstellen wird. Man verhält sich zunächst abwartend. Um diese Unlust zu überwinden, gibt nun die römische„Tribuna" d..t Preis bekannt, den die italienisch� Regierung für Zugeständ- nlsse des Ra-Hborn zahlen will. Sie ist nach der Versicherung des Blattes bereit. mlk Frankreich ein militärisches und politisches Bündnis einzugehen, tvs der wirksamen Sicherstellung gegen das Deutschland von morgen dienen soll. Die„deutsche OeiaHr" wird mit grellen Farben an die Wand gemalt. Der Locarnovertrog zu dessen Garanten doch Italien selber gehört— sei für Frankreich kein ausreichender Schutz. Der loste stch nur finden in der moralischen und militärischen Solidarität mit den-12 Millionen Italienern. Rur dieses Bündnis könne das Germanentum und den Bolschewismus abwehren und die lateinische Kultur und den Katho- lizismus sichern.... Es ist nicht rel t klar, auf wen mit dieser phontasievollen Dar- steltung gewirkt werden soll. Die stch am skeptischsten gegenüber dem italienischen Verhandlungsangeböt verhalten, sind die Parteien und Prefleorga'ne der fronzöflschen Linken, sind die Sozialisten und Denwkvoten. die. nach ihrer ganzen Haltung kaum für eine anti- deutsche Allianz zu haben sein werden und die bei ihrer Abneigung gegen den Klerikalismus durch den Hinweis auf die gemeinsame Verteidigung der katholischen Kultur nicht auf die von der„Tribuna" vorgezeichnete Linie gelockt werden können. Für sie wird der Ge- danke einer Annäherung an Italien durch die Ausmalung der Vor- 'teile eines militärischen Bündnisses nur noch mehr kompromittiert. Und wenn nun selbst, was als ausgeschlosien gelten kann,>ie gegenwärtige französische Regierung mit einem Briand als Außen- minister dem törichten Projekt sich günstig zeigen würde, so wird doch allgemein erwartet, daß nach den Wahlen im Mai l9 2 8 die französische Linke einen stärkeren Einfluß auf die Politik des Landes gewinnt und in diesem Augenblick wäre es dann mit der erträumten Herrlichkeit der lateinischen Union zu Ende. Mit den klerikalen Royalisten, den unentwegten Nationalisten und dem kleinen Häuslein von Anbeten, mustolinischer StaatskunÜ in Frankreich ist kein ernsthaftes Geschäft zu machen. Das müßte die„Tribuna* elgenstich selber wissen. Offenbar weiß sie es auch, oder, besser gesagt, der Falchismus weiß es. denn gleichzeitig läßt er in einem anderen Blatte an- deuten, daß, wenn Frankreich seinen wünschen nicht dos nötige Entgegen- kommen zeige, Deutschland zur Verfügung stehe. Italien besitzeden Brandstifter von Hall, der bis zu seiner Entlarvung ein �Hrcngeach�eter" Heimatwehrler gewesen ist! Als nun im Landtag unser« Genossen leidenschaftlich gegen die Förderung des Bürgerkriegsrüstens aus Landesgeldern prptestierien. rief ihnen ein Priester und Theologieprofessor drohend»in!» dräuend zu: ,S» liegt ganz in Ihrer Hand, daß diejer Betrag nkcht aus- gegeben wird, seien S i c ruhig im Lande, dann wird ava die Heimatwehr auch nicht brauchen." Als zu Innsbruck irgendeiner den Heeresminister vaugoiu Mrief:„Friede und Abrüstung!" wurde«e o«rprüg«lt und hinausgeworfen. So zeigt sich an der Jahreswende die Reaktion w den Alpen- löndern nicht friedensbereit, sondern herausfordernd und den Zeit- punlt ersehne»»!», wo sie die aufsteigende Arbeiterklasse niederwerfen könnte! Das Beileid der Internationale An den porteworsiand der Deutschen Sozialdemokratie. Zu der ganzen Znternakionale wird der Hingang des greisen vorkämpser» der Deutschen Sozialdemokrakie. Hermann Molteubnhr. innige Teilnahme erwecken. Durch seine reiche Erfahrung auf iniernalionale« Gebiet, vor allem auch durch seine genau«! Kenntnis der Arbeiterbewegung in England, hat er immer wieder beigetragen, das vand iukernailonoler Solidarität zn festige»». Sein Lebm. das ganz dem Befreiungskampf der Arbeiterklasse ge. widmet war, hat reiche Früchte getragen, nicht nur für die sozialistische Bewegung Denlschlauds, sondern aller Länder. Für das Sekretariat der Sozialistischen Arbeiterinternationalc: Friedrich Adler. Oie Zollverhauölungen in Warschau. Oer Stand der Dinge.- Die deutsche Delegation im Weihuachtsurlaub. Tk. L. Warschau. 22. Dezember.(Eigenbericht.) Die von Hermes geführte deutsche Delegation ist gestern in Weihnachtsurlaub gesahren. Die polnisch« OefsenllichkeU Ist von dem bisherigen Verlauf der Verhandlungen nicht sonderlich ent» zückt, wenn si« auch einem günstigen Gesamtergebnis noch vertraut. Eine gewisse Bestürzung rief die Feststellung hervor, daß ein Polen im Rahmen der früheren, den Gesamtoertrag betreffen- den Verhandlungen bereits zugestandenes jährlich» Ausfuhrkon- tingent von 600 000 Schweinen im Vorvertrag auf 200 000 her- abgesetzt werden soll. Polen ließ keinen Zweifel darüber, daß dieses Schmälerung ein» seiner größten Interessenobjekte eine ganz erhebliche Einschränkung ihrer Gegenleistungen zur Folge haben müßte, so daß deutscherseits berests die Möglichkeit gewisser Zusatzkontingente, die«tgens für dos oberschlesische Gebiet bestimmt sein sollen, m Erwägung gezogen wird. Weniger schwierig als In der Schwelnefroge dürfte die Einigung über die Kohlenausfuhr sein. Während die polnische Gruben- indllstrie die Ausfuhr von 400 000 Tonnen monatlich verlangt, hall die Regierung an der ursprünglich geforderten Zahl von 350 000 Tonnen fest, der«in deutsch» Angebot von 200 000 Tonnen gegen- übersteht. Eine Verständigung dürfte hier kaum als ausgeschlossen gelten, zumal die deutsche Kohlenförderung durch diese mit einer Steigerung der Exportmöglichkeiten für die Industrie zusammen' fällende Einfuhr kaum ein«n Schaden erleiden wird. S)o» deutscher Seite wird heute als Gegenleistung neben dem bereits eingeräumten Niederlassungsrecht die Zusicherung gewisser CInfuhrkontingente und Zollbindungen gefordert, deren Erlangung der deutschen Exportmdustrie zugute kommen soll, außerdem die Meistbegünsiigungstlausel. Wieviel von diesen Forderungen und m welchem Umiange sie angesichts der Verringerung der deutschen Lei- ftungen berücksichtigt werden sollen, ist die Frage, nnt der sich die gegenwärtigen Warschauer Besprechungen befassen. Der Verlauf der Warschauer Verhandlungen war bisher für ein« Verständigung nicht ungünstig. Dr. Hermes gab erst kürzlich in einer Presseunterredung seiner Zufriedenheit über den guten Willen der polnischen Partner Ausdruck, und die polnische Presse hat der deutschen Delegation nur vorzuwerfen, daß sie bisher keine genau umgrenzte Verhondlungsplattform gefunden habe, ein Umstand, dem. wie man in Warschau hofft, noch der Rückkun't Hermes' wohl abge- halfen sein wird._ Gchwarzweißroie Blamage. Abfuhr für beutschaationale Anfragen. In dem kleinen Orte R a u j ch a(Oberlausitz) besteht ein so» genannter Ehrenhain in Gemeindebesitz. Stahlhelmleute wollten in diesem Gedächtnishain für Kriegsgefallene Kränze mit fchwarzweißroten Schleifen niederlegen. Der Gemeinde- Vorsteher hat ihnen zweckmäßigerweisc eröffnet, daß er die Kranz- niederlegung verbieten müsse, wenn die Kränze die Farben des Kaiserreiches tragen. Aehnlich hatte die Stadt Köln einem Marineverein verboten. an den in einem städtischen Gebäude aufgehängten Kutter des früheren Kreuzers„Köln" einen Kranz niederzulegen, der fchwarzweißrote Farben trug. Die deutschnationalo L o n d t a g s f r a k t i o n, die sich erst kürzlich in der Beschichte mit„Seiner Exzellenz" dem Admiral einig« kräftig« moralische Ohrseigen verdient hat, versuchte auch in diesen beiden Fällen mit dam preußischen Innenminister anzubinden. In Kleinen Anfragen sührt« sie üb« die Vorfälle Beschwerde und fügte bombastisch Hinz», daß„jede Wieder- holung die weite st trage»den Folgen haben" könne. Antwort des Ministers: die betressenden Oertlichkeiten sind Besitz der Gemeinde bzw. der Stadt. Preußen denkt nickst daran, wegen dieser Lorsälle in das Selbstoerwaltungsrecht der betreffenden Orte einzugreifen. Die von den Deutfchnationalen angedrohten„weltesttragendeil Folgen' dürften sich auf«ine neue Blamage der Deutichnativ- nalen beschränken. Die Ossensive Tschlangkaischeks gegen Aordchlna Hot mit An. fangserfolgen wieder begonnen. Die Hinrichtungen t» Kanton dauern a»! Ein Kaiferwort. /Oas sind die Herren, auf die Ich Mich verlassen taun!� Der römische Zarismus. Die Marterung Oeutsch-Güdtirols. Innsbruck. 19. Dezember. Auf einer großen Kundgebung im Stadtsnal zu Innsbruck sprachen die zwei in Innsbruck anwesenden Kronzeugen der Unter- drückung der Deutschen in Südtirol, Dr. Reut-Nicolussi und Oberlehrer Riedl. Riedl, dessen einziges Verbrechen darin bestand, daß er den Volksbund im Bozener Unterlands leitete, mußte schon 1919 aus der Heimat flüchten, nachdem ihm der Plan der Militär- Verwaltung, Ihn gewaltsam nach Rom zur Aburteilung zu transpor- tieren, bekanntgeworden war. Nach Einrichtung der Zioiloerwaltung kehrte Riedl heim, wurde aber, weil er der Schule zu Tramin den deutschen Charakter erhalten wollte, durch vielerlei Schikanen zur Pensionierung gezwungen. Alle Vereine, denen Riedl in leitender Stelle angehörte, wurden a u s g e l ö st: die Liedertafel, die Feuer- wehr, die Musikkapelle. Zu Weihnachten 192.? wurde Riedl, der kurz vorher die Frau durch Tod verloren hatte, nach einer Haus- suchung, die man durch Verstecken von Munition auf Riedls Dachboden vorbereitet hatte, eingesperrt. Man ließ ihn bald wieder frei. Das Musiolinische Polizeigcsetz gab Gelegenheit, den Verhaßten Eirde Januar 1927 gefesselt nach Trient zu bringen. Dort, in schwere Ketten gelegt, wurde er. an dem Tage, an dem er seine Beschwerde gegen den Beschluß der Zwang»- rnternierung einbringen wollte, nach Verona weitergeschleppt. Durch sieben Gefängnisse, immer zusammengekoppelt mit Schwerverbrechern ging? im Hungerleben nach Neapel und von dort, aus einem Loch, in dem Morast und Ungeziefer fürchter- liche Qualen bereiteten, aufs Schiff. Im untersten Schiffsraum, an einen Ring angeschmiedet und noch so gefesiekt. daß jede Bewegung auch jedem der Htif- gesangene» Schmerzen bereiten mußte, und man nicht einmal die Fliegen und das sonstige Ungeziefer ab- wehren konnte, wurden zehn Menschen über das Meer transportiert. Als«in venezianischer Kaufmann sich über diese Qualen beschwerte, wurde er abgekoppelt und in einer eigenen Straszelle mit 40 S t o ck- hieben traktiert. Im Verbannungsorte U st i c a bereitete man den Internierten durch V o r e n t h o lt u n g von Briefen aus der Heimat schwere seelische Leiden. Riedl wurde schließlich auf Bitten der Kinder begnadigt. Wer in Tramin wurde ihm auch später das Leben zur Hölle gemacht, so daß er auszuwandern de- schloß. Er erhielt die deuischösterreichische Staatsbürgerschaft. wurde aber durch Verhaftung an der Ausreise verhindert. Erst auf diplomatische Intervention erhielt er die Freiheit, wurde aber raschest über die Grenze geschoben. In den letzten Tagen bekam er von dem italienischen Gerichte eine Dorladung wegen bös- willigen Verlassens des Vaterlandes, obwohl er seinerzeit einen Revers unterschreiben mußte, daß er das Königreich nie wieder betreten werde! Dr. Reut-Nicolussi faßte in meisterhafter Red« da» deutsche Leid in Südiirol in folgende Worte zusammen:„Ich sehe den Abg. Baron Sternbach vor mir. wie er vor drei Jahre» noch dem faschistischen Uobersall im eigenen Hause durch die schweren Hiebe gegen seinen Kops fast unkenntlich geworden war; ich sehe den 75jähr!gen Allbürgermeister Perathoner neber mir blutüberströmt zu Boden sinken, ich sehe die Leiche Franz Innerhosers bei Fackelbeleuchtung oam ganzen Volke durch das Burggrafenamt zur Marlinger Pfarrkirche geführt, ich sehe Riedl durch die Gesängnisse ganz Italiens geschleppt, und N o l- diu zweimal oerhaftet und nun auf die Felseninsel verbannt, weil er den deutschen Kindern von. Salurn den C h r i st b.a u m auf- richten wollte und in seinem Hause deutschen Unterricht erteilen ließ und ich sehe mein eigenes 77jLhriges Mütterlein, wie es am Abend vor meiner Flucht mit zitternden Fingern das Kreuz auf meine Stirne zeichnet und mich gehen heißt, damit es wenigstens nicht um mein Leben zu bangen brauche... Durch die unmensch- lichen Gcwaltmethoden hat der Faschismus die Sache Tirols selbst zur Revision der Friedensverträge angemeldet. Die Brennergrenze ist die Wurzel alles Uebels. Der faschistischen Hoffnung, daß die Deutschen die Partie ausgeben werden, ist ent- gegenzuhallen, daß Italien, das sich als unfähig erwiesen Halle, Südtirol zu verwallen, die Partie bereits verloren habe. Die Zahl der Freund« Südtirols wächst in allen Erteilen!" Eine während der Kundgebung vorgenommene Sammlung für «ine Weihnachtsspende an notleidend« Südtiroler brachte ein er- freullche« Ergebnis. Die KPD. orgam'sieri Niederlagen. Sie drückt sich aber von der Verantwortung. Nahezu vier Spalten weichet di«„Rot« Fahne" auf, um ihren Lesern die einfachsten Tatsachen im Ruhrkonflikt zu vor- bergen: Daß der geschlossenen Macht der Unternehmer eine in drei verschiedenen Gewerkschaftsrichlungen gespaltene Arbeiter- s ch o f t gegenübersteht, wovon die zweitstärkst« Gruppe, die ch r i st- liche, den Arbeiiszeitschitdsspruch angenommen hat, daher für einen Kampf nicht als Bundesgenosse angesprochen werden kann. 2. Daß die f r e i g« w« r t s ch a f t l i ch« Organisation durch die 1923/24 von den Kommunisten durchgeführt« Spaltung bis zur völligen Altlonsunsähigksit geschwächt wurde und auch heute ncch sehr weil davon entfernt ist, Ihr« Mi tgl Uderzahl vor der Spaltung wieder zu besitzen. Die ehemaligen Mitglieder der komm». nistischen U n, o» sind heute in der großen Mehrheit U n o r g a. n i s i e r t e. also nichts weniger als zuverlässige Kampftruppen. Z. Daß«ine Gewerkschaft, die nach einer Berbindlich- kei'tserklärung einen Streit führt, gerichtlich von den Unternehmern für den diesen zugefügten Schoden haftbar gemacht werden kann. 4. Daß die KPD. gerichtlich nl cht haftbar gemacht werden kann, wohl vom Deutschen Metallarbeiterverband verlangt, den Streik zu führen, für sich jedoch es ausdrücklich ablehnt, zu einem solchen Streik auszurufen. Der langen Schreiberei recht kurzer Sinn komint in dem Schlußsatz des zweiten Artikels zum Ausdruck: „Die Kommunistische Partei wird, wie bisher, olles daransetze», um die reformistischen Riederlagenstrotegen zu entlarven, um die Arbeitermassen zum Kampf zu Moblli» steren. um die Gewerkschaften als di« Inachiorgane des Klassen- kämpf:?«w-useßen, um mit ihnen den Kampf um Achtstundentag und ausreichenden Lohn zu fuhren.* Dieses ofsenherzige Geständnis ist recht erfreulich. Di« KPD. wird selbst nichts tun. Sie beschränkt sich auf„C n t l a r» nungsmanöver* und nimmt für sich das Recht in Anspruch, die Sewerkschaiien„einzusetzen", diese al« Werkzeuge kommunistischer Politik zu mißbrauchen. Dies« Offenbarung kommunistischer Politik sollte bei Eröffnung jeder Gewertschaftsver- fammlung verlesen werden. Im übrigen umrahmt da» Stalin-Blall sein spaltenlanges Verschweigen der Tatsachen mit gefälschten Zitaten. E» wird da u. a. ein Zitat anoeführt, dos angeblich au» dem„Vorwärts* vom 3. Oktober 1923 entnommen ist und nach der„Roten Fahne* folgen- den Wortlaut hat: „Die Gewerkschaften sind bereit, ihren ganzen Einfluß aus» zuüben, damit notwendige Ueberstundenarbeit im Bergbau und in anderen Industriezweigen geleistet werden. Di« sozialdemokratische Fraktion hat während der zweitägigen Auseinandersetzungen über die Arbeitszeit keinen Zweifel darüber gelösten, daß sie ihre ganze moralische Autorität einsetze» werde, um überall dort zur Mehr- leistung, zur Mehrer.zeugung(lies: Arbeitszeitverlän- g« r u n g) zu kommen, wo es im Imereste der deutschen Wirtschaft erforderlich ist.* Der Artikel, aus dem— im übrigen ungenau und mit einem Zusatz— die zwei Sätze entnomnten sind, beginnt mit der Fest- sttllunz, daß die Frage der Produkiionssteigerung.zu allerletzt eine Frage der Dauer der Arbeitszeit* ist. Diel wich- tiger seien stabile Währunxsocrhällniste. technisch« Verbesserungen, auskömmliche Entlohnung usw. Es wird dann weiter darauf hin- gewiesen, daß von einer Verlängerung der Arbeitszeit schon des- wegen keine Rede sein könne, well große Arbeitslosigkeit und Kurzarbsit herrsche. Wenn aber die Konjunktur wieder um- schlagen sollte, oder wenn besondere Umstände vorliegen, dann würden die Gewertschaften sich den Nr-rwendigkeiten nicht oer- schließen. Es werden dann dafür einig« Beispiel« zittert. Dann kommt der von der.Roten Fahne" nicht ganz richttg wledergegebene erste Satz. Es wird dann weiter angeführt, daß das Verlangen der Deutschen Vclkspartei nach einer Aushebung des Achtstundentages » i ch t dem Zweck der Steigerung der deutschen Produktion diene, sondern in erster Linie das Mitbestimmungsrecht der'Arbeiter aus- schalten wolle. Es wird welter auf den heldenmütigen Kampf der Ruhrbergorbeiter hingewiesen, denen man eingehämmert habe, daß sie den Kampf nicht nur für ihre Heimat und die demokratische Re- publik, sondern auch um den SiebensttmdeMag führen. Dann folgt der von der„Roten Fahne* sinnwidrig an den ersten Satz angehängte zweite Satz und die Feststellung, daß die Sozialdemokratie da» An- sinnen der Volkspartei abgelehnt hat und daß es deshalb zum Rücktritt der Reichsregierung gekommen ist. Die Sozialdemskratre hat also das Gegenteil von dem getan, was ihr di«„Rote Fohn«* in den Mund legt, wie diese ja auch di« Worte: lies: Arbeitszeitverlängerung*.— aus eigenem hinzugefügt hat, um die Fälschung plausibel zu machen. Die.Rote Fahne* muß die Tatsachen von vor vier Jahren fälschen, um die Tatsachen von heute zu versckgeiern. Sie hatte gegen die Stillegungsaktion der Unternehmer den Streit gefordert. In ihrem gestrigen Leitartikel schreibt sie aber selbst:„Angesichts der Tatsache, daß ein Streik gegen stillgelegt« Betrieb« schlecht zu führen ist*. Damit verleugnet die„Rote Fahne* ihre eigen« Parole von gestern. Die KPD. fordert heute von dxn Gewerkschaften wieder den Streik, obwohl sie genau die Kräfteverhältniste im Ruhrgebiet kennt. In einem dritten Artikel, der dem�kamps in der deutsche» Hüttenindu« strie gewidmet ist, heißt es wörtlich:„Die Arbeiterschaft der Bereinigten Stahlwerl« ist in dutzende» Gewerkschaften z« r> splittert*. Ein wesentlicher Teil dieser Gewerkschaften hat von vornherein den Kampf um den Achtstundentag abgelehnt. Di«.Rot« Fahne*«r» klärt ausdrücklich, daß die KPD. den Kampf mit einer so z c r s p l i t- t e r t e n und durch ihr« Politik geschwächte» Arbeiterschaft nicht führe» will. Sie vorlangt die Führung dieses Kampfes von den Freien Gewertschaften. o»«il sie di« Arbeitecschast in«in« Niederlage hineinführen möchte, in dor Hoffnung, daß dadurch die Sozialdemokrati« politisch geschwächt wütd«. Aus die Schwächung der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie allein kommt es der KPD. an. Der �Transportarbeiter* Thöllnonn will dem Bürgerblock wieder Zubnngcrdienfte leisten. Man streitet sich um Mitgliedskarten. Wie au» Moskau gemeldet wird, hat die Moskauer Partei- organisation von den ausgeschlostenen Mitgliedern der Opposition die Rückgabe aller Mitgtiederkarten und Partei- dokumente verlangt. Diese verweigerten jedoch die WNeferunz der Papiere, da sie sich nach wie vor als Mitglieder der Partei betrachten. Die Ablieferung soll nun mit Hilje der Miliz und der Staatsanwallschaft erzwungen werden. Die Mitgtiederkarten werden in der Preste für ungültig erklärt. Die vesfentlich- keil erwartet mit Spannung die Antwort der Opposition. Krankreichs Seeaufrüstuug. Ils neue Schiffe. Paris. 22. Dezember. Da» Marineministerium Hot. nach Annahme seiner Vorlage durch Sammer und Senat, mit dem Vau der fünfzehn bewilligten Schisse begönne». C» handelt sich um einen Kreuzer von 10 090 Tonnen, sechs Torpedobootszerstörcr von 2300 Tonne», fünf Unterseebooten erster Klasse»oo 1Sb0 Tonnen, ein Al i u« n- Zerstörer von 760 Tonnen und zwei Ausklärungsschlsfc von 2000 Tonnen.; parlameuisserien in England. farblose Thronrede. London, 22 Dezember.(Eigenbericht.) Mit dem althergebrachten förmlichen Zeremoniell vertagten sich am Donnerstag die beiden britischen Parlamettte bis zum 7. Februar 1928. Die vor der Vertagung der Parlamente verlesene Thronrede spricht die Befriedigung über den wachsenden Ein- fluh de« Völkerbundes zur Erhaltung des Friedens aus. Di« jüngste Ratssitzung hätte einen weiteren Schritt in dieser Richtung dargestellt. Die britisch« Regierung werde auch in Zukunft ihr« Politik unter loyaler Zusammenarbeit aus den Völkerbund stützen. Die Thronrede bedauert das Schattern der Seeabrüstungslonferenz. Trotz dieses zeitweisen Scheiterns habe die britische Regierung jedoch nicht die Absicht, eine Erweiterung des bestehenden Schiffebau- Programm» vorzunehmen. Im übrigen stellt die Thronrede wie üblich eine farblose registrierende Darstellung der Arbeiten der abgelaufenen Parlamcntssession dar. Ein tapferer Bürgermeister. Er untersagt den(Soldaten das Schießen. „ Paris. LI. Dezember.(Sigenbencht.) Der Lürgermeifter von Peillon im Departement der See- alpen hat in seiner Gemeinde ein« interessant« Derord» nung erlösten. Er oerbietet darin allgemein, auch den Angehörigen der französischen Arme«, auf öffentlichen Wegen von der Schyß- waffe Gebrauch zu machen, und insbesondere dem General dos Fsswngsbezirks von Nizza und sinnen Offizieren Schießübungen zu veranstalten. Der wackere Bürgermeister ließ diese Anordnung dem General zustellen, wobei er bemerkte, daß der Feldhüter der Gemeinde beaustragt sei, für die Einhallung der Vorschriften zu sorgen. Es bleibt nun abzuwarten, ob der General sich den Anordnungen de» Bürgermeisters fügen, oder sich der Gefahr eines Konflikts mit de in Feld- Hüter der Gemeinde aussetzen wird. Hakenkreuzpleite überall. Sogar in Horthy-llagarn. In dem berüchtigten Budapestcr Pogromistenverein der„Er- wachenden Ungarn*, sind Infolge Enttäuschung der darin vereinigten Stellenjäger— die Regierung betreibt das Werk der „Erwachenden* in eigener Regie— Treibereien entstanden, die zur Amtsniederlegung und zum Austritt de» Dereinspräsidenicn Tibor Eckhardt, eines ziemlich mächtigen Horikmsten, geführt haben. Der Verein ist im Zerfall begriffen. Auch in Südflavien! Unsere Genossen in Marburg(Südslawien) haben bei der Gemeindewahl noch 170 Stimmen mehr als bei der Skupschtina- wähl vor einigen Monaten aufgebracht, die schon«in so großer Erfolg war: sie haben ihre Mandatszahl verdreifacht. 12 Sozial- demokraten sitzen setzt in der Stadtvertretung von 41 Mttgliedern. Den größten Verlust hatten die Nattanal. „6 o z i a l i st e n". Die Verusungsverhaudlung im Xeichswehrprozeß. Wie amttjch mitgeteilt wird, besteht fett dem 1. Oktober eine neue(die 3.) Große Strafkammer unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Ohneforge. vor der alle Berufungen gegen Entscheidungen dpr Abteilung 50 des Schöifengerichis Charlottenl"->rg verhandelt werden. Die Be- rufungsverhandlung in Sacke,, E a i o ni o n und o. O s s i« tz k y wird daher auch vor dieser Kommer stattfinden. Al» russische Spion« sind in Lettland 17 Personen oerhaftet warten. Segen Schiedssprnch- ffir Gewerkschafien. Die kommunistische Parole von den Betriebsdelegierten abgetehnt. Essen, 22. Dezember. sEIgenberZchk.) Eine Fonksionärversammlung der am larisvertrag für die D!e- falllnduskric Nordwest beteiligten freien Gewerkschasten nahm zu der verbindllchteitserklärung der Schiedssprüche über Arbelt und Lohn Stellung.?lach dem Bericht des Bezirks- keiters lvols- Essen und nach einer lebhaften Aussprache wurde sol- gende Entschließung mit überwiegender Mehrheit angenommen: «Iroh der starken Gegenwirkung der Vertreter der freien Gewerkschasten sind die Schiedssprüche über Lohn und Arbeitszeit für die Arbeiter der Eisen- und Stahlindustrie der nordwestlichen Gruppe vom Reichcarbeilsministerium für verbindlich erklärt worden. Dadurch ist ein Vertragsverhältnis geschassen, das sowohl in seinem Inhalt als auch hinsichtlich der Loufdauer der ver- träge die Arbeiter der Eisen- und Stahlindustrie mit der größte n Erbitterung erfüllen muß. Nicht nur ist der größte Teil der der Not und der Zeit entsprechenden berechtigten Forderungen der Arbeiter unerfüllt geblieben, sondern auch die Verordnung vom 16. Juli über Regelung der Arbeitszeit der Stahl- und walz- werksar'beiter, die nach einem übereinstimmenden Gutachten des Reichswirtschafterals zustande kam, ist st a r k v e r st ü m m e l t wor- den. Die Konferenz verurteilt dies auf das schärfste, um so mehr, al» diese Vertragsbestimmungen teilweise in einer Arbeiter- organisation, dem Ehristlichen Melallarbeiterver- band, geschaffen wurden. Der in den letzten Tagen bekannt gewordene Beschluß der Arbellgeber über die Stillcgungsanzeige zeigt aufs neue die brutale Haltung der Schwerindustrie. Sie scheut nickt vor einem Verfassungsbruch zurück, am die elementarsten und berechtigten Forderungen der Arbeiterschaft aiederzukämpsen. Die Konserenz erkennt an. daß ihre Vertoeter die seit Jahren ausgestellten gemeinsamen Zorderungen mit aller Kraft vertreten hoben, und wenn das gesteckte Ziel nicht erreicht worden ist. so ist es nicht die Schuld der freien Gewerkschasten. die stets, auch in diesen Verhandlungen, eine einheitliche Vertretung der Arbeiteriatcreessn erstreit haben. Zu Erkenntnis vorstehender Tat- lachen verpflichten sich alle Konserenzteilnehmer, bis in den kleinsten Winkel sür eine weitgehende Aufklärung zu sorgen und. um den berechtigten Forderungen in der Zukunft den größten Nachdruck zu verschaffen, für die weitestgehende Stärkung der sreien Ge- werkschaslen einzutreten. Die Konseren; hält es für selbstversländ- lich, um Schädigungen einzelner Mitglieder und der Gesamtorgani- sation zu vermeiden, daß nur den anerkannten Zorderungen der sreien Gewerkschaften Aolge zu leisten ist.' Durch Annohme der Entschließung haben flch die Betriebs- delegierten hinter die Verbandsin stanzen gestellt und der Verhandlungskommisston des Deutschen Metallarbeiterver- bandes ihr Vertrauen ausgesprochen. Ein von der.0 p p o- s i t I o n" eingebrachter Entschluß, der zwar anerkennt, daß die verbludlichkeitserkläruug der Schiedssprüche ein Vertragsver- hällni» schaffe, dennoch ober Kampsmaßnahmen ob 2. Januar 1928 fordert, wurde mit der gleichen Stimmenmehrheit, und zwar mit 80 gegen 13. abgelehnt. Girafgeseheniwurf und Gewerkschasten. Stellungnahme des AfA-VundeS. Die Ausschußsißung des AfA-Bundes fand ihren Abschluß mit einem Vortrag des Rechtsanwalts Dr. Weinberg über den Entwurf eines Strafgesetzbuches, der zurzeit dem Reichstag vorliegt. Nach einigen grundsätzlichen Ausführungen unes Weinberg darauf hin, daß der Entwurf den Artikel 157 der Reichsoerfassung, wonach die Arbeitskraft unter dem besonderen Schutz des Reiches steht, völlig unbeachtet gelassen habe Der Entwurf trage in keiner Weise der Tatsache Rechnung, daß die Arbeitstrast das einzige Kapital der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes darstellt und der Schutz der Arbeitskraft eine der wesentlichsten Voraussetzungen sür das Gedeihen der deutschen Volks- Wirtschaft- ist. An das Referat schloß sich ein« umfangreiche Diskussion an, in der die Vertreter der AfA-Verbände keinen Zweifel darüber ließen, daß die freien Angestelltengewerkschaften mit allen Kräften gegen die Verabschiedung eines derartigen reaktionären Entwurfs Widerstand leisten werden. Für die demnächst stattfindenden gemeinsamen Vera- t u n g e n mit dem Vorstand des ADGV. und des ADV. wurden Richtlinien cmfgeftellt, in denen betont wird, daß wenigstens die Möglichkeit zur Bestrafung des Lohnwuchers geschaffen werden müsse. Völlig unmöglich und deshalb für die Gewerkschaften un- annehmbar sei die Strasbestimmung der Ziffer 1 des l? 395. die den Richtern die Möglichkeit gibt, diesen Paragraphen zur Be- strqsung von Streikposten in der rigorosesten Weis« an- zuwenden. In den Richtlinien wenden sich die AfA-Veibönde beson- der? gegen die vom Reichsrat belchlostene Einfügung in§ 238 des Entwurfs, wonach auch das Auhertatigteitsetzen von Bestandteilen oder Zubehör eines lebenswichtigen Betriebes — und sogar der Versuch derartiger izandlungen— unter schwere Strafe gestellt wird. Diese Bestimmung bedeute den Raub des Strelkrechts. An der Stellungnahme der freien Gewerkschaften zum Straf- gesetzentwurs wird der Reichstag nicht vorübergehen können. Die Wünsche der sreigewerkschoftftchen AfA-Derbände sind durch die Sitzung des AfA-Bundes früh genug den zuständigen Stellen unterbreitet worden._ Oie KpO. im stürmischen Aufstieg... Don einem Mitglied des Lehrsingsausschusies der Berliner Jung- buchdrucker erhallen wir folgende Zeilen: „Sieg der Opposition bei den Iungbuch- druck e rn. Die am 19. Dezember 1927 im Gewerkschastshaus stattgesundene Generalversammlung der Lehrlingsabteilung des Ver- liner Buchdruckerverbandes endete mit einem glatten Sieg der Opposition.".Lnsolge systematischer Gewerkschostsarbeit im Verband der Deutschen Buchdrucker konnte die Opposition den Amsterdamern ein« oolliomm�oe Niederlage beibringen usw.' So zu lesen in der„Roten Fahne' vom 21. Dezember. Ach. wie bescheiden doch unsere Wellumstür, zier geworden sind. Weil dräi Lehrlinge im LchAingsousschuß(3 Gehilfen und ß Lehr- linge) ein Mandat erhalten haben, ist ein„glatter Sieg' und etyc„vollkommene' Niederlage zu verzeichnen. Jetzt wird es mil der Weltrevolutlon ftott vorwärts gehen und die KPD. wird aui eine schwindelhaftc Höhe gelangen. Dabei haben bis jetzt immer einige„Kommunisten" Sitz und Stimme gehabt: es war kein» wellerschütternde Begebenhei!. Diele jungen Leute gingen als„Kommunisten' in den Ausschuß hinein und verließen denselben als aufgeklärte Menschen, die ihre erst eingenommene Aui- sassung sehr bald völlig über Bord warsen. So wird es diesen drei Lehrlingen hoffentlich auch ergehen, wenn sie wirklich sog. „Oppositionelle" sein sollten. Räch den vielen Nieder?ao«n, die die Kommunisten bei den Kämpfen um die Eroberung der Macht in den Ortsverwallungen erlitten haben und speziell bei den Buchdruckern. wo von den-142 Mandaten zu den Wahlen der Delegierten nicht ein einziges den Kommunisten zugefallen war, ist dieser„glatte Sieg" bei den Lehrlingen der KPD. zu gönnen. Jetzt wird es doch endlich bald durch den Zuwachs von drei Lehrlingen mit der KPD. vorwäns gehen. Ach, wie bescheiden! Oer französische Beamtenkongreß. Parts. 22. Dezember. sEigenbericht.l Der Kongreß des französischen Beamtenkariell? hotte gestern öinstimmig gegen sieben«limmen den Anschluß des B e- amienkartells an den sozili st Ischen Gewerkschafts- b u n d der TGT. endgültig ratifiziert Der Borsitzende des Beamtenkartells wies dabei darauf hin, daß die Beamten der Akfon der Gewerkschaft außerordentlich viel verdanken, sehen in der prin zipiellen Sache, daß nunmehr auch in Frankreich ihr Koalitionsrecht offiziell anerkannt fei.___ Werbung zur Fremdenlegion. Varls, 22. Dezember. Der Vorstand des französischen Allgemeinen Gewerk- schastsbundes(EGT.) befaßte sich gestern mit einem Schreiben des Allgemeinen Deutschen Gewerk- schastsbundes, in dem auf die in Widerspruch zu Artikel 179 des Derfailler Vertrags fyftematiich betriebene Anwerbung junger Leute zur Fremdenlegion in den noch be- setzten Gebteten hingewiesen wird. Der Vorstand beschloß. Erkundigungen einzuholen und gegebenenfalls gegen dieses Verfahren Protest zu erheben._ Der Sraftfahrerb�rat der Iransportarbeiler. Interna klomile, der dieser Tage in Amsterdam ein« Konferenz hatte, stellte für Be- rilssschouffeur« ein internationales M i n d e st p r og ra m m auf. Ferner wurde ein gegenseitiges Unter st ützungsabkommen der angeschlossenen Chouffeurverbänd« beschlossen. Die nächste Sitzung findet in London statt. Zugtndgr»»»« de« cd«. Heute, isr-itag. MZ-. Ulr, finde» folgende D«e. anfialtunge» statt: Blziii Lichtenberg: Geionaoiaum des SRcalgtunnaluimä Pari. auc 12. Bunter Abend.— Bezirk-ZSdweft! Jugendheim Bclle-W.anec. Straß« 7—10. Weihnachtsfeier unter uns. Zrrie Sewerlichaftsjuger»«Sroß-Beeli». Lichtenberg! Jugendheim Scharn» wcberstr 29. Borweihnachtsfreude.— HermannglaN: Jugendheim Sander- ftraße 11, Cef» Hodrechlstraße. kolksliederaben».— SeSöneweidei Jugendheim Lautene: Str. 2 fIioter Saal). Weihnachtsfeier.— Sedding! Sruppenhe.m Stadtbad Bedding, Gcrichtstr. 65--69. Bortrag:„girchlichc Feste und neun iZeNfultur."- Zennclioplah: Eruovenhcim Stadl. Jugendheim Turiner, ecke irecftraße. Weihnachtliche».— ZtoedtreiG-flnes», I; Jugendheim Ebcrswa der Straße Ist. jZ'mmcr 12.„Aus der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung."— Boliitonz.Itursu» in der Turnhalle der Schule Baruther Str. 20. Verantwortlich für Bolitik Kr Kurt chrger: Wirtschaft: G. KIt»gelb»se»i Sewerkichaslsdewegunfj: 5«. Sgkor»: Feuilleton: fl. K. Dösche»: Lokale« und e-anstigcs: grist»arstädi: Anzeigen: Th. Gl«««: sämtlich in Berlin Serlaa: Vorwärto-Beriag GmbH.. Berlin Krück: Barworts-Buckidruckerrl und Beriagsanftal- Baut Singer n Co Berlin LW 66 Lindenstraß« 0- Hirrzn 3 Beilagen»»d.Unterhaltung»nb Oiste»*. /n den Mußestunden der Feiertage raucht man mehr als sonst. Daher sind Cigaretten gern gesehene Geschenke. 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Die Rettungsschiffe werde» nunmehr versuchen. das Schiff zu heben. Man hofft, daß der SebungSversuch gelingen wird, da der Sturm inzwischen nachgelassen hat. Die Taucher hatten die Außenhaut des Bootes durchbohrt und ein Luftventil angebracht, durch das fünf Stunden lang Sauerstoff mittels eines Schlauches eingepumpt wurde. Die eingeschlossene Mannschaft gab jedoch auf die Ulopfstgnale der Taucher keine Zlutwort mehr. Allem Anschein»ach haben alle Matrosen nunmehr ihren Tod gefunden. Der»merikanische Marine» sekretär hat eine gerichtliche Untersuchung der ftatastrophe„®. 4" angeordnet, die Klarheit über die Ursachen des Unglücks schaffen soll. Tie Katastrophe des..S. 4" hat in Amerika ungeheure Erregung hervor» gerufen. Das Marinegericht wird am 4. Januar in B» st o n zusammentrete».' « Es ist besteht wohl kaum eine Hoffnung mehr, daß von den Männern, die mit dem gerammten amerikanischen II- B o o t 8 4 in die Tiefe des Atlantik versanken, noch einer am Leben ist. Und die Frage wird akut, ob für diese Unglücklichen alle jene Rettungs- maßnahmen vorgesehen waren, die die in den Nachkriegsjahren un- ausgesetzt vorgeschrittene Echiffsbautechnik schon bei der Konstruktion der Voot« fordert«. In Fachkreise» sucht man vergeblich nach Erklärungen für diese Katastrophe. Zunächst die Frage, wie war der Zusammenstoß über- Haupt möglich? Hat das U-Boot dort geübt, ohne daß durch ein geeignetes über Wasser' fahrendes Sicher- heitsfahrzeug auf diese Uebungen aufmerksam gemacht wurde? Oder ist das U-Boot, ohne vorherigen Rundblick durch das Seh- rohr, plötzlich so ungeschickt ausgetaucht, daß das andere Fahrzeug eine Kollision nicht mehr abwenden konnte? Fast scheint dies der Fall gewesen zu sein. Ixt nirgends in den bisher bekannten Be- richten erwähnt wird, daß bei dem Zusammenstoß Leute an Deck des U-Bootes gewesen sind. Aber abgesehen von der Ursache des Rammens selbst sind anscheinend an Bord des gesunkenen U-Bootes die Sicher heitseinrichtun gen für die Rettung der Insassen nicht ausreichend vorhanden gewesen, oder diese haben wenigstens nicht mit Erfolg gearbeitet. Bei den früheren deutschen U-Booten wäre sofort nach dem Untergang vom Innern des Bootes aus eine Telephonboje gelöst worden, durch die nach ihrer Ankunft aus der Oberfläche ein« sosortiz« Ver- bidung mit der Außenwelt hergestellt werden konnte. Das U-Boot- Hebeschiff, besonders für derartige Zwecke herge- stellt, tonnte, wenn es nicht schon in der Nähe war. sofort herbei- gerufen werden, war m der Lage, sich durch besondere Vorrichtungen genau über dem gesunkenen U-Boot zu verankern. Mit den an Bord des U-Bootes und der an Bord des Hebeschiffes angebrachten Hebeeinrichtungen konnte alsdann die Bergung üngesöumt in Angriff genommen werden. Fernerhin war auf jedem U-Boot eine Schleuse vorhairden, die es den Insassen des U-Bootes ermög- lichte, mit einer Gasmaske unter Wasser, wenn auch unter schwierigen Bedingungen, das Boot zu verlassen und an die Oberfläche zu kommen. Voraussetzung war natürlich dabei, daß das Boot nicht allzu tief gesunken war. Daß weiterhin an geeigneten Stellen der Außenwand des U-Bootes die nötigen Ventile und Anschlußbuchsen vor- handen waren, um im Falle der Not auf diesem Weg Lust ins Bootsinnere oder in die Tauchtanks hineinpressen zu können, ist selbstverständlich. Es kann natürlich angenommen werden, daß ahn- liche Sicherheitseinrichtungen auch auf»8 4' vorhanden gewesen sind. Möglich, daß der Zusammenstoß besonders unglücklich gewesen ist, sehr wohl möglich sogar, daß Wind und Seegang die Rettungsarbeiten besonders erschwerten. Das Er- gebnis wird jedenfalls den amerikanischen Marinebehörden sehr zu denken geben. Schwerer Ltnfall in der französischen Marine. Paris. 22. Dezember. Das Marineministerium gibt bekannt, daß gestern abend der „Aviso Remiremont" aus der Fahrt von Cherbourg nach Brest in Sturm geriet und insolge des Unwetters ein Kesselrohr platzte. Zwei Deckoffiziere und ein Matrose wurden durch die ausströmenden siedenden Dämpfe so schwer verbrüht, daß sie ihren Verletzungenerlagen; zwei Offiziere und eine Matrose kamen mit leichteren Brandwunden davon. Der„Aviso" kehrte noch Cherbourg zurück. Prozeß Egloffstein-Oerthel. Schluß der Beweisaufnahme. Die Bewersaufnahme im Prozeß Egloffstein ist geschlossen: heute, folgen die Plädoyers. Die Gutachten der Sachverständigen Profesjöb' Strauch und des Oberarztes der Irrenanstalt Herz» berge, Äti Hasse, veroallständigten nur das Blld. das man von der Persönlicksteit des Angeklagten van früher her hatte. Ein« degenerierte Familie, dies« bayerischen Frei- 1,-rren von und zu Egloffstein. sagte Profestor Strauch. Was Wunder, daß dieses, dreizehnte Kind des Oberförster», der Trink« war, sein« Frauen Gegenwart der Kinder mißhandelte und sich wkt seiner Mätresse öffentlich zeigte, ekn psychopathischer Schür- zenjäger wurde, sich zum Abenteurer. Phantasten. Hochstapler»»d Schwindler entwickelte. Im Grunde genommen, meinte Professor Strauch, stt Eglosfstein-Oerthel kein bösartiger Mensch, er wirkt sogar sympathisch. Vielleicht hatte er auch instunter gute und gesunde Ansichten. Er ist aber Willensschwächling und ist außer- stände, seine guten Ansichten zu verwirklichen. Seine psychopathische Konstitution bedingt sein Verhasten im Leben und macht ihn immer wieder straffällig. Dr. Hasse bezweifelte, daß Eglofsttein-Oerthel wirklich früher soviel Kokain geschnupft habe, wie er es darzustellen �Zement. Montau»ou Fjodor Gladkow. Aus diesem Kampfe zu desertieren, wenn man weiß, daß man im Recht ist,— ist zu schwer: dazu darf man es nicht kommen lassen, weil das— das Ende wäre. Ist man einmal auf den falschen Weg geraten— dann wird man zermalmt. Ein Kampf bis zu Ende, ein unermüdlicher, zäher, ständiger Kampf, in dem man Gebrauch von jeder Waffe macht, in dem man alle Fehler und schwachen Seiten des Feindes ausnützen muß. Badjin kämpft geschickt: er benützt in vollkommenster Weise den bureautratiichen Apparat, die administrativen Erfahrungen und seinen eigenen Spürsinn. Ihn muß man von einer anderen Seite fassen. Man kann nicht immer stark sein, wenn man sich auf die breiten Massen stützt. Die Massen sind wie ein Stock mit zwei Enden: man kann der Führer der Massen sein, und man kann sich aber auch in ihr Opfer, in ihren Sklaven und Demagogen ver- wandeln. Er, Schidkij, ist den Masten nah, verwandt— Badjin steht über den Massen, ist losgerissen von ihnen. Aber der Genosse vom Bureau des JJK. stellte trotzdem Badjin Schidkij als Beispiel hin. Diese Worte kann man nie ver- gessen. „Sie sind noch ein verhältnismäßig junges Mitglied der Partei: Ihnen fehlt die notwendige feste Ausdauer, Stand- haftigkeit. Ihnen fehlt das richtige Verstehen des gegebenen Augenblicks, es fehst die durchdachte Einstellung zur Sache und deshalb machen Sie Dummheiten. Genosse Badjin hat eine unendlich lange Schule der Partei- und Sowjetarbest hinter sich, und Sie könnten vieles bei ihm lernen. Warum haben Sie es nicht verstanden, ihre Handlungen miteinander in Zusammenhang zu bringen, warum konnten Sie nicht eine richtige Analyse der objektiven Lage geben und haben Ge- schehnisse forciert, die eine andere Richtung, eine andere Form hätten annehmen sollen?... Ich sage dies alles, weil das Bureau des ZK. Sie trotz allem als begabten Arbeiter schätzt und ihre Ergebenheit für die Partei anerkennt." Trotzdem... Dieser weißblonde Intellektuelle hat eine zu verantwortungsvolle Rolle auf sich genommen, wenn er nn Namen der Partei sein Mentor sein will. Alle diese zu- geflogenen Adler sind nicht so schrecklich und nicht so bedeutend. wie st« es m der Provinz zu sein scheine». beliebte, und der Gesänginsvorsteher Schmidt hob seine Ver- l o g e n h e i t hervor. Jin übrigen bestätigte er, daß das G c- f ä n g n i s ihn psychisch und physisch zugrunde richte. Als die psychiatrischen Sachoerstäichigen den z S1 erwähnten, kam der An- geklagte ihnen zuvor, indem er in den Saal rief, 51 kommt nicht in Betracht". Dieser Meinung waren auch die Sach- verständigen. Zur Sprache gelangten noch die kleinen Be» trügereien des Angeklagten: der Verkauf des gemisteten Klaviers, das übrigens spurlos verschwunden ist. uird die Nicht- bezahlung einiger anderer gekaufter Sachen. Ms schließlich über die intellektuell« Urkundenfälschung oerhandelt werden sollte, über die Eintragung des Angeklagten in den Büchern des Hausoogtei- gefüngnisses als Egloffstein. erklärte dieser:„Was. dos soll eine Nebensache sein? Das ist die Hauptsache im ganzen Prozeß." Dr. Fuchs will heute in seinem Plädoyer den Beweis dafür an- treten, daß der Angeklagte das Recht habe, diesen für ihn so ver- hängnisvoll gewordenen Namen zu tragen. Man darf auf den Beweis gespannt sein. Egloffstems Radioapparat im Gefängnis. Der Gcfängnisvorsteher Schmidt vom Unterstichungsqesängnis Moabit machte bei seiner Vernehmung interessante An- gaben über das Verhalten Egloffsteins früher und jetzt im Unter- suchungsgefängnis.„Ms er in seiner vorigen Strafsache in Haft Eitles ist klar: Die Romantik existiert nicht mehr. Die Romantik ist gestorben. Sie gehört der Vergangenheit an. Die feierlich-reoolutionäre Heldentat— ist Geschichte geworden. Und die erschütternden Hymnen sind' verstummt. Nicht Heldentat— sondern Tat. Man muß sich auf einen anderen Strom umstellen, um jede Tatsache zur gehorsamen und sicheren Waffe des täglichen Kampfes umwandeln zu können. Er. Schidkij, wußte, was in Schramms Zimmer vorging. Er wußte, warum Schramms Zimmex voller Teppiche und Polstermöbel war, wußte, daß Schramm die Betrügereien in der Forstverwallung nicht bemerkte— alles dies wußte Schidkij. Er schlug aber nicht Alarm, um nicht Desorgani- sierung in die Parteiarbeit hineinzubringen. Cr wartete auf einen passenderen Augenblick, um einen rascheren, sicheren Schlag führen zu können. Romantik existiert nicht mehr: Romantik— das ist das Gestern. Das Heute— ist kalte Berechnung. Warum nicht jetzt all den Schmutz des Spießeralltags aufwühlen, der hinter Schramms Türen sich versteckt? Warum nicht alle die Anweisungen der Volksgesundheits- abteilung auf Wurst, Speck, Konserven, Spiritus ausgraben? Er ging auf den Gang, biß seine Nägel und schritt in die nächtliche Tiefe, wo in trübem Glänze der Wände das offene Zimmer von Tschibis schwieg. 2. Schwerer Uebergang. Gljeb erreichte, daß in die Tagesordnung der Wirtschasts- konferenz ein Bericht über die Notwendigkeit der teilwetten Inbetriebsetzung des Werkes eingefügt wurde. Die Magazine sind leer. Es gibt Faßdauben für hunderttausend Fässer. Man könnte sofort die Zementmühle in Bewegung setzen und das Brennen des Zements in einem der Oefen beginnen. Der fertige Stein lag in Masten, in Tausenden von Quadern in den Steinbrüchen. Man mußte nur die zweite Leitung des Bremsberges in Bewegung bringen. Soll nur die erste auch weiterhin für die Holzzustellung dienen. Den Bericht erstattete Gljeb selber in Ingenieur Kleists Anwesenheit, als Experten. Schramm erwiderte kalt und düster: sprack wieder vom festen Produktionsplan, vom fest- zusammengefügten Apparat, vom Jndustriebureau und von der ZementzentrÄe. Badjin saß in' seiner gewohnten Pose, stemmte sich mit dem schwarzen Leder gegen den Tisch, schwieg und sah stirnrunzelnd Gljeb, Schramm und Ingenieur Freitag, 23. Dezember 4927 saß, kam der Verwaltung.zu Ohren, daß er im Besitz eines Radio- ap parates sei. Es war aber nicht möglich, Egloffstein damit ri erwischen. Schließlich brachte ein Ausseher eine Zigaretten- l e ch s ch a chtel, in der sich ein Wirrnis von Drähten befand. Aus dem Deckel einer Schuhputzschachtel war ein Hörer gebildet worden. Auf den Borhalt, daß Egloffstein doch nicht glauben machen könnte, daß man damit hören könnte, erwiderte er!„Jawohl, ich höre." Bei seiner Entlastung lieferte er dann den wirklichen Radioapparat ab, der zwar nicht modern, aber brauchbar war. Stach seiner Wiedereinlieserung in der gegenwärtigen Strafsache zeigte er ein gewisses Scharfigesühl, uns düpiert zu haben, wahrend andere Gefangene in der Regel offen ihre Schadenfreude zeigen, wenn es ihnen gelungen ist, einmal die Gefängnisverwaltung hinter das Licht zu führen." „Prophet" Weißenberg als Verleger. Propagandachef des Propheten als Redakteur des„Amtsblattes der CJK. und der OStI. ist Bruder Karl Zimmer, wohl identisch mit dem Bruder Zimmer, der für den.Oberkirchenrat" zeichnet. Das Amtsblatt trägt den schönen Titel„D i e W a h r h e i t"— unter der sich ja leider die bösen Menschen vielfach etwas ganz anderes vorstellen, als was der Inhalt besagt. Eine Rubrik, die fast immer vertreten ist, heißt„Wunder des Propheten" und die An- reden sind meist:.Lieber göttkicher Meisterl" Inhalt: Befreiung von Krankheiten, die die stets mit Namen benannten Aerzt« nicht heilen konnten. Wer nicht nur die einfachen Brüder und Schwestern nennen „ihn" göttlich— der Oberkirchenratsvorsitzende Zimmer jagt v»n„ihm" bei der Pankower Jahresfeier:„Die Kraft»inser«o gött- lichen Meisters fei ferner mit euch." Die vpcrnummer enthält folgendes:„Es sind viele Geifffreunde in Schw. 0. M.„eingeschaltet"— aber zunächst hat der„Meister" das Wort, und man liest:„Du lieber Freund und Bruder Lucifer, und du großer Re- formotor, du Martin Luther..." Aber andere werden noch deut: licher:„Euer geistiger Führer, Hirte und Prophet, mit Namen Joses Weißenberg, er hat einen Dr. Martin Luther geführt und geleitet. Jedes Wort hat euer Meister, Josef Weißcnberg, d e in Luthergeiste inspiriert. Dr. Martin Luther war sein Werkzeug." Und an anderer Stelle: „Joses Weißenberg, ehe er in die Fleischeshülle einirat, da ging er als Geist über die ganze Erde, in ein jedes Städtiein, un- bekannt, in ein jedes Dörflein."— Höher hinauf geht's wolst kaum! Der Prophet hat aber auch noch feine besonderen Sorgen: In seiner „Siedlung" scheint es manchmal am„richtigen" Geist zu fehlen und er wettert los:„Ich mache ernst und bringe die Widerspenstige» dann aus der Siedlung heraus, wo die Lieb«, die Eintracht nicht find. Ich möchte keinen Hochmut sehen.. Traurig— spaßig ist die Tatsache, daß die Erntearbeiter bei dem„Meister" sich bedanken „für die Gnade und die Kraft, die du uns gegeben hast in dieser Angelegenheit, daß wir deine Ernte hereinbringen durften." „Die Wahrheit"— wehmütig stimmt der Einblick in diesen Wust von Aberglauben und fanatischer Knechtschaft. Daß sie sich der Gönnerschaft reaktionär-völkifcher Kreise erfreut, ist ganz folgerichtig. Erst mit dem Verschwinden dieser politische» Tendenz wird es wieder hell in den Köpfen werden. Die Molerhütte Berlin hatte die Vertrete«! der Gewerkschaste». der Partei und der gemeinwirtschaftlichen Betriebe zur Besichtigung der neuen Betrlebsräuine der Malerhütte eingeladen. Bor Jahresfrist hat die Malcrhütte in der Landsberger Allee Räume gemietet, um den Betrieb vergrößern zu können. Die neuen Räume wurden geschmackvoll hergerichtet. Bureaus und Fabrikräumc sind farbig ausgemalt und mit den modernsten Einrichtungen ausgestattet. An den Malereibetrieb wurden neue Abteilungen,.so eine Möbel- und eine Autolackiererei angeschlossen. Mit der Besichtigung der neuen Betriebsraume verband der Geschäftsführer Genosse Stein eine kleine Jubiläumsfeier. In diesem Jahr kann die Malerhütte aus eine fünfzehnjährige Arbeit zurückblicken. Der Kundenkreis hat sich von Jahr zu Jahr dank der guten Qualitäts- arbeit, die geleistet wird, vergrößert. Im Anschluß an die Besichti- gung wurden auch die. erst vor kurzem von der Molerhütte neu ausgestatteten Räume des Gewerkschaftshauses I gezeigt. Kleist an. und man tonnte nicht verstehen, welches seine Meinung in dieser Fraae war: war er auf der Seite Gljebs oder Schramms? Schidkij und Luchawa sprachen kurz und entschlossen für die Annahme des Berichtes und schlugen eine Resolution vor: ohne viel zu reden an die vorbereitenden Arbeiten für die Inbetriebsetzung des Wertes zu gehen. Badjin lehnte sich zurück und lächelte zum ersten Male Gljeb mit einem freundschaftlichen Blick an. „Andere Anträge gibt es nicht. Ueber Luchawos Rejo- lution wird nicht abgestimmt, niemand hat etwas gegen sie einzuwenden." . Schramm, unmenschlich angespannt wie eine Wachsfigur, brüllte mit seiner Bauchrednerstimme trotzig auf:„Ich lehne kategorisch und unwiderruflich ab." „Die Resolution ist angenommen, Genosse Schramm hat nichts Sachliches einzuwenden." „Ja, ich habe etwas einzuwenden." Badjin sah Schramm nicht an und lächelte Gljeb mit den Augen zu. „Genosse Schramm hat nichts einzuwenden. In den Bedingungen der neuen ökonomischen Politik sprechen die produzierenden Kräfte unserer Republik mit ihrer Wieder- erstehung und durch ihr Wachstum für sich. Die Frage der Inbetriebsetzung des Werkes wird zu einer aktuellen Frage. Wir sind in die Phase eines angestrengten, wirtschaftlichen Wiederaufbaues eingetreten. Die Produktion des Werkes gibt sogar beim zenwärtigen Stand der Produktion die Möglichkeit, die Ansprüche der großen Städte und Industrie- bezirke zu befriedigen und die Bautätigkeit auf diese Weise zu erleichtern. Die Frage ist entschieden, sie verlangt nu?- noch die Ausarbeitung der Details. Darüber will Genosse Tschibis jetzt noch sprechen." Durch die halbgeschlossenen Lider sah Tschibis Schramm aus der dunkeln Ecke hinter dem Tisch an und quälte sich in Langeweile und Schläfrigkeit. „Ja, auch ich sage, daß Schramm keine Einwendung macht. Schramm hat nichts einzuwenden, und wenn es scheint, dah er es tut— so glaubt euren Ohren nicht. Schramm existiert nicht mehr: Schramm ist— ein Anachronismus." Und er erstarrte wieder in blinder Langeweile und Müdigkeit. Gljeb sah. wie Schramms Weibergesicht zuckte und Plötz- lich alt wurde. Und seine Augen wurden trüb und voller Schrecken. (Fortsetzung folgt.) Berliner Verkehrsfragen. Rückgang der Ltnsälle im Rovember. Die Zahl der Verkehrsunfälle im November weist nach den Zu- sammenstellungen des Kommandos der Schutzpolizei mit 19 0 5 gegenüber Oktober, wo 2313zu oerzeichnen waren, einen erfreulichen Rückgang auf, der in erster Linie wohl auf die Abnahme des Fahrradoerkehrs während der kälteren Jahreszeit zurückzuführen fein dürfte. Verteilt man die Unfälle auf die einzelnen Stunden des Tages. so ergeben sich die größten Unfallzahlen in den Nach- mittags st unden von 12— 18 Uhr: das Unfall- Maximum wird in der Zelt von 15— 16 Uhr er- reicht, wo sich sich 152 oder 7,9 Proz. aller Unfälle ereigneten, während das Minimum mit 13 oder 9,6 Proz. der Unfälle in die frühe Morgenstunde von 4— 5 Uhr fällt. Unter den einzelnen Wochentagen weist der S o n n a b e n d mit 348 oder 18,2 Proz. die meisten Unfälle auf: an zweiter Stelle steht der Dienstag mit 296 oder 15,5 Proz.: an den übrigen Tagen passierten Mittwochs 263, Donnerstags 261, Freitags 257 und Sonntags 186 Unfälle. Unter den Fahrzeugen hatten die meisten Unfälle— 615 gegenüber 696 im Ottober— die Privatoutos zu verzeichnen: es folgen Last- kruftwagcn mit 372(gegenüber 412 im Oktober), Kleinkraftdrofcbken mit 326(gegenüber 455 im Oktober) Kraftdroschken mit 236, Straßenbahnen mit 116, Privatkrafträder mit 65, Kraftomnibusie mit 64. Fahnräder mit 60(gegenüber 96 im Oktober), Pferd«. wagen mit 44. Handwagen mit 4, Motorraddroschken mit 3 und mit anderen Tieren bespannt« Wagen mir 1. Die Ursachen der Unfälle lagen teils beim Fahrzeug, teils beim Fahrer. Infolge fehlerhafter Steuerung oder Bremse wurden 11 bzw. 7 Unfälle herbeigeführt: mangelhaste Beleuchtung führte in 5 Fällen zu Zu- sanmrenstöhen. Auf feiten der Fohrer wurden die meisten Unfälle durch zu schnelles Fahren(177), Außerachtlassen des Lorfahrtrechtes (171), vorschriftswidriges Einbiegen(116), Ueberholung an Biegungen oder Kreuzungen(98), Unterlassung des Warnungszeichens (87), Fahren auf falsche Straßenseite(65). Betrunkenheit(33) oder Erkrankung(2) herbeigeführt. Auf feiten der Fußgänger waren 325 Personen über 14 und 39 unter 14 Jahren aktiv oder passiv an den Unfällen beteiligt: in nicht weniger als 159 Fällen ereignete sich das Unglück durch Unachtsamkeit oder Spiele auf der Fahrbahn. Ferner führten Auf- und Abspringen aus Straßenbahn und Omnibus in 39 Fällen, Betrunkenheit in 19 Fällen, Gebrechlichkeit(Blindheit oder. Taubheit) in 16 Fällen, Sturz vom Fahrzeug in 16 Fällen, Warten auf Straßenbahn oder Omnibus in 4 Fällen, Anhängen an Fahrzeuge sowie Arbeiten aus der Straße in je 2 Fällen den Unfall herbei. Die Zahl der bei den Unfällen verletzten Personen belies sich aus 797(im Oktober 894): die der Getöteten auf 13(im Oktober ebenfalls 13). Wie hoch diese Zahlen ansäng- lich auch erscheinen mögen— im Vergleich zu denen anderer Welt- städte sind sie relativ gering. So bclies sich nach der neuesten Lon- doner Unfallstatistik z. B. die Zahl der in der englischen Hauptstadt durch Verkehrsunfälle ums Leben gekommenen Personen aus durch- schnitllich 29 in der Woche. Mehr Licht bei Straßen- und kl-Dahn. Zahlreiche Klagen über unzulängliche Beleuchtung der Berliner Verkehrsmittel haben dazu geführt, daß dieser Frage von den be- treffenden Gesellschaften größere Aufmerksamkeit zuteil geworden ist. Die Straßenbahn stellt seit 1924 nur noch Wagen mit Seiten b eleu cht un g ein. Von den im Betrieb befindlichen Wagen ist zurzeit etwas mehr als ein Drittel mit dieser Beleuchtung ausgestattet. Die übrigen' Wagen haben zwar noch Deckenbeleuch- tung, doch ist ihre Lichtstärk« in den letzten Iahren allgemein von 25 auf 49 Wall erhöht worden. Soweit es technisch möglich ist, sollen auch diese Wagen allmählich mit der vorteilhafteren Seitenbeleuch- tung versehen werden. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei der Hoch- und Untergrundbahn. Nach Fertigstellung der zur. zeit in Bau befindlichen Wagen, die neben einer ausreichenden Bc- leuchtung der Wageneingänge und des Mittelganges sämtlich auch Seitenbeleuchtung erhalten, wird ein großer Teil des Wagenparks der Hoch- und Untergrundbahn mit einer allen Ansprüchen ent- sprechenden Beleuchtung ausgestattet sein. Eine Umänderung der- fenige» alten Wogen, die noch keine Seitenbeleuchtung haben, ist ebenfalls beabsichtigt. Sie kann jedoch nur vorgenommen werden, wenn die Wagen wegen größerer Reparaturen für längere Zeit aus dem Betrieb herausgezogen werden müssen. In der Zwischenzeit soll aber durch Einsetzen stärkerer Glichlampen für eine bessere Beleuch- tung gesorgt werden. Di« Beleuchtung der Auwomnibussc wird sich nach den Ausführungen des Verkehrsamts leider nicht in gleicher Weise verbessern lassen, da die lichte Höhe über den Sitzplätzen mit Rücksicht auf die Brückenuntersührunge» so knapp bemessen ist. daß sich ihre weitere Einschränkung durch über den Sitzplätzen angebrachta Lampen von selbst verbietet Die Anbringung der Beleuchtungs- körper in der Mitte der Wagen ist nach Ansicht des Verkehrsamt-! in den Autoomnibussen auch weniger bedenklich, well ein Stehen von Personen im Mittelgang der Wagen praktisch fast völlig unmöglich und ein Abblenden des von der Wagenmitte ausströmenden Lichts deshalb kaum zu befürchten ist. Es soll aber auch hier alles getan werden, was zu einer Verbesserung der Jnnenbeleuchtung der Wagen beitragen könnte. Berlin hat 63351 Kraftfahrzeuge. Die Auswärtsentwicklung des Berliner Kraftfahrzeugbestandes ist im Monat November jäh unterbrochen worden. N drucker. Dreibundstr. 5.—„Werkfreude'-Bücherstuben. Potsdamer Straße 194.— Außerdem in allen Vorwärts-Speditionen. Die jurissische Zprechsiund? fällt am Sonnabend, dem 24. d. M.. und am Dienstag, dem 27. d. M., aus. was Krüppel an werlarbeil leisten können, zeigt eine Verkaufs- bude des Selb st Hilfebundes der Körperbehinderten auf dem Weihnachtsmarkt Bell«. Allianr«. Platz. Die Bude steht unten an der Treppe, die von dem großen Platz nach dem Halleschen Tor führt Als ob der Weihnachtsmann hier seine besten Geschenke ausgebreitet hätte, so sieht es au». Gediegene Spiel- waren in einfach gefälligen Formen finden wir da, geradezu ge- eignet, die Kinderherzen zu erfreuen. Diese so dauerhaft gearbeiteten Sachen würden auch jeder größeren Spielwarenfirma Ehre machen. Eisenbahnen, Wagen, Ehausseewaizen und andere Ge- fährte sind mit künstlerischer Einfühlung in den Spielzweck herge- stellt. Allen Schenkenden- denen es um ein« wirkliche Beglückung der von ihnen bedachten Kinder zu tun ist, können wir den Verkauf in dieser Bude empfehlen- Aber auch andere Waren aus dem k u n st- gewerblichen Gebiet werden dort seilgeboten. Gedrechselte und sein bemalte Dosen, Kästchen, Einlegearbeiten, kunstgcstticki« Decken, Häkel- und Pcrlarbe'ten und dergleichen. Ost sind diese Arbeiten unter den schwierigsten Lmstänven mit schmerzenden Händen, mit den Füßen, ja sozar mit dem Munde gefertigt. Ein rührender Wille zum Schaffen drückt sich in ihnen aus. Jeder Kauf bedeutet darum auch eine S:ützuna dieses Willens und ist damit ein« vollkommene Förderung der Selbsthilfebeweiung bei den Krüppeln, w'e sie sich in ihrer Pereinigung, dem Selbsthilfebund der Körper. behinderten(Berlin SW. 61. Urbanstraß« 184) ausdrückt, weihnacht- liches Tun also im besten Sinn« ist der Besuch dieser Weihnachts- I bude. Mehr Nutzung der Wasserstraßen. Ein noch immer wertvolles Verkehrsmittel. - Aus verkshrstechnischen Kreisen kommt eine Anregung, itie uns ter weiteren Erörterung wert scheint. Sie bringt den schon öfter gemachten Dorschlag, die Wasserstraßen Berlins auch für den beruflichen Verkehr auszunutzen. Die Energie, mit der Berlin— schreibt man uns hierzu— feine mannigfaltigen Derkehrsausgaben durchführt, ist bewundernswürdig. Kilometer um Kilometer frißt sich dl« Untergrundbahn wie ein lsiiesemnaulwurf durch UrmoSder und historischen Bauschutt. Mit Freud« empfindet man hier den unbeugsamen Willen starker Per» sönlichkeiten. Aber der Untergrundbahnbou ist teuer, so daß man ichon aus diesem Grund« auch nach billigeren Verkehrsmitteln aus- lchauen möchte. Dazu kommt, daß bei den Verkehrsmitteln der Großstadt auch die Frage der Dolksgesundheit ein« wichtige Rolle spielt. Berlin hat tatsächlich in seinen Wasierläufen, der Spree und den Kanälen, ideale Verkehrsstraßen. deren Benutzung sozusagen nichts kostet und für die Dolksgesundheit von größter Bedeutung ist. Unter Berührung wichtiger Verkehrsknotenpunkte stießt in einer Länge von IS Kilometer die Spree von Osten nach Westen durch Stadtteile mit zahlreicher Bevölkerung oder mit Fabriken und Geschäften, und für dos Kanalnetz ist das Verkehrsbedürfnis ähnlich. Der Spreelaus hat infolge der Ver- lezung des Verkehrs noch den großen chäfen dauernd freie breite Fahrstraßen, und die Kanäle sind zurzeit völlig verlasien. Da wäre ein Schnellverkehr mit Dampfern und Motorbooten möglich, der sich bis auf einen 7s4-Minuten>Z«itabstand oerdichten ließe. Die wenigcn Schleusen sind die natürlichen Umsteigestationen. Die winterliche Vereisung ist in Berlin� sehr gering und dauert selten länger als einige Wochen. Gegen stärkere Vereisung ist der Eisbrecher«in billiges Hilfsmittel. Es wäre zu wünschen, daß zur Einrichtung eines solchen Wasier- verkehrs die verschiedenen Personenschiffahrtsge- fellschaften Großberlins sich zusammenschlössen. Don größter Wichtigkeit wäre, daß— so führt die Zuschrift weiter aus— die Stadt Berlin sich daran beteiligt«. Di« Kosten eines solchen Unternehmens sind gering. Die Flotte ist vorhanden, sie bedürft« wahrscheinlich nur der Ergänzung durch ein« Anzahl be- sonders schnellfahrender Spezialschiffe. Zum Bau von Anlegestegen brauchte die Stadt als Eigentümerin der Uferstraßen kein« Grund- erwerbungen vorzunehmen, es bliebe also nur die Ausgab« für die Stege. Der volkswirtschaftlich« Wert eines solchen das Jahr hmdurch betriebenen Wasserverkehrs liegt darin, daß infolg« der stärkeren ..... i-____ v« rr � Ullf l». � Cf<««*«{*; Benutzung die Einführung eines billigeren Tarifs möglich würde. Damit könnt« dann auch der sommerliche Wasierausslugs- verkehr verbilligt werden. Für die Dolksgesundheit ober könnte dieses Verkehrsmittel ein sehr wichtiger Faktor sein. Arbeiter und Angestellte verwenden im Jahr- durchschnittlich 300 Stunden auf ihre Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, und«inen großen TeU dieser Zeit Müsien sie in mehr oder minder dicht verschlossenen Wagen zubringen. Diel» Tausende schaffender Menschen könnten ihr« Arbeitswege auf dem Wasser zurücklegen und dabei in Luft und Sonne sein. Städte wie Hamburg, Stettin, Bremen, Dresden, die großen� Rhein, und Ruhrstädte. Paris, Stockholm. Kopenhagen, haben den Wert örtlicher Personenschiffahrt schon lange erkannt und stehen vielfach in engster Beziehung zu den Gesell- schaften oder sind Miteigentümer. Diese Vorschläge eines Fachmannes verdienen Beachtung. Freilich werden ihm auch die Schwierigkeiten der Durchführung nicht unbekannt sein. Erschwerend wirkt.schon daß wir heutzutage fast all« an dem Schnelligkeitswahn leiden, der uns die lang- famen Verkehrsmittel meiden läßt. In der Großstadt kann man sich ja dem Zwang, das schnellere Verkehrsmittel zu benutzen, ohne- dies kaum entziehen. Aber vielleicht fehlt es doch auch heute in Berlin noch nicht ganz an Leuten, die in der Zeit der Schnellbahnen und der Flugzeuge sogar bei chren beruslichen Wegen die Reize einer Wasserfahrt noch zu schätzen wissen. Immer lustig verleumden! In einigen Zeitungen wurden Berichte eines bekannten Nach- richtenbureaus über angeblich« Mißstände im Bezirk Lichtenberg veröffentlicht. Zunächst wurde behauptet, daß die Mitglieder des Bezirksamtes zuviel Auto fahren und daß Nachtfahrten zu nicht- dienstlichen Zwecken vorgekommen feien. Der Bericht- erstatter des Rechnungsausichusses hat in seinem Bericht in der Bezirksoersammlung festgestellt, daß dies« Ausführungen in der Presse nicht nur mit dem Inhalt der Verhandlungen des Rechnungsausschusses m Widerspruch stehen. sondern sogar Angaben enthalten, die im Rechnungsausschuß überhaupt nicht gemacht worden sind. Tat- fache ist, daß die dienstlichen Autofahrten— andere kommen über- Haupt nicht in Frage— sich sowohl hinsichtlich der Zahl als auch hinsichtlich der finanziellen Auswirkung im normalen Rahmen holten. Im Rechnungsjahr« 1920. da» zur Prüfung stand, sind neben dem Personenbienstwagen für Autotgxen und gemietete Wagen vom Zentral-Stadt-Fuhrpark nur im ganzen 590 Mark bezahlt worden. Diese Summe ist nicht hoch, denn der Bezirk bedeckt eine Fläche von d«r Größe ganz Altberlins: die Dienst, stellen des Bezirk» liegen sehr weit auseinander, die Tätigkeits- stellen der Bouverwaltung im besonderen. Die schlechten Verkehrs- Verbindungen sind allen bekannt, besonders der Mangel an Quer- Verbindungen, ja daß eine Benutzung der Dienstfahrtarten vielfach nicht in Frage konnnt. Das einzige Personendienstauto, das der Bezirk besitzt, war gerade im vorigen Jahre dauernd in Reparatur und erfuhr häusig polizeilich« Beanstandung. Außerdem umsaßt obige Gejamtrechnung über die Autofahrten nicht nur die Fahrten der Bezirksomtsmitglieder. sondern auch die Fahrten leitender De- amten, besonders des Bauamtes, sowie die Fahrten der Depu- tationen und Ausschüsse zu Besichtigungen, bei denen also auch Lezirksverordnete und Bürgerdeputiert« beteiligt sind. Diese Fahrten gehen alle unter dem Decknamen der betreffenden Bezirks- amtsdezernenten. Ein« besondere Inanspruchnahme von Dienst- fahrten durch Stadtrat Stimming die in den erwähnten Be- richten als besonder» merkwürdig bezeichnet worden waren, ist im Ausschuß von niemandem behauptet worden und entspricht auch nicht den Taffachen. Daß er im Lorjahre öfter al» ein anderer Stadtrat Diensffahrten unternehmen mußte, lag darin begründet, daß er nach dem Tod« des Stadtbaurats Dr Gley« die gesamte Bauverwaltung neben seinen anderen Dezernaten zu verwalten hatte. Bor allen Dingen hat er kein« Rechnung über 20 Mark ip liquidiere» gehabt: von Auswondsenffchädigung kann ebensowenig gesprochen werden. Was die sogenanbien.RächtsahrteN betrifft, so ist nur für«ine wirk l» che Nachtfahrt eine Taxe bezahlt worden, als der leitend« Baurat der Baupolizei nachts zur Unglück? st«lle im Großkroftwert gerufen wurde. Ferner enthalten die betreffenden Zeitungsnachrichten Aus- führungen über„Mißstände im Altersheim", die nicht den Taffachen entsprechen. Der Brennmaterialien, und Kartoffel- verbrauch umfaßt nicht den Zeitraum zweier Monat«, sondern den eine» ganzen Jahres. Ferner sind Verbraucher nicht nur zwei alt« Leute, sondern weitere acht Insassen des Heims.— Di« hier abgewiesenen Angriff« auf das Bezirksamt Lichtenberg sind nur zu verstehen, wem, man weiß, daß es sich um einen Arbeiterbezirk handelt, an dessen Spitz« ein sozialistischer Bürger- meister steht. Aus den Bezirken. 2. Bezirk— Tiergarten. Die letzte Bezirksverfammlung stimmt« der Einrichtung eines Hein, es für weibliche Lehrlinge einstimmig zu. Es sollen einstweilen süns Lehrlinge in einer Zweizimmer- wohnung untergebracht werden. Sie stehen unter Aussicht einer Frau, die mit ihrer erwachsenen Tochter dort wohnt. Wir bnachten unser* schweren Bedenken gegen eine solche Ueberbelegung einer Kleinwohnung zum Ausdruck. Unsere Zustimmung gaben wir nur unter dem Vorbehalt, daß es sich um ein Provisorium handelt, und daß das Bezirksamt sich unverzüglich um Beschaffung einer größeren Wohnung bemüht. Auf unseren Antrag hatte sich ein Ausschuß mit der Neuregelung des Vorschlogsrechtes der freien Organisationen für die W o h l f a h rt»k o m m i s s, onen beschäftigt. Nach der neuen Regelung, die von der Bezirks- Versammlung beschlossen wurde, sollen die Kommissionen allmöhlicb einheitlich auf 20 Mitglieder gebracht werden. Es sollen dann 9 Mitglieder von der freien Organisation und il von der Beziicke Versammlung benannt werden. Zu den Bvrschlägen für U m- benennung von Straßen beantragten wir, dem Mag istrot vorzuschlagen, die Steglitzer' Straße tn Emanuel-Würm> Straße und den Zug Moltkestraß«. Molttebrücke, Alt-Mvobit in Hugo-Haase-Straß« umzubenennen. Die Vorlag« ging an einen Ausschuß. DI« Klmimiimsten beantragten, an die Erwerb? losen de« Bezirks eine Winterbeihilfe von 10 M. zu zahlen. Da Mittel in diesem Ausmaße Im Bezirk nicht vorhanden sind, beantragten wir. das Bezirksamt möge den Magistrat ersuchen. Mittel hierfür zur Berfügung zu stellen. Unser Antrag wurde ei» stimmig angenommen. Eine Anfrag« der Kommunisten wegen einer Schlägerei, die in der Erwerbslosenhilfe vorgekommen ist. wurde vom Bezirksamt beantwortet. Besprechung der Anfrage wurde nicht verlängt. 1. Bezirk Eharlotteaburg. Die Bezirksversammlung tagt« am 14. Dezember zum letzten Mal« in diesem Jahr«, stürz, zunächst fast banal, dann mit einem gewissen dramatischen Abschluß. Die Vorlage betr. Ausbau der Badeanstalt Westend ging au einen Ausschuß: der Bericht über die Ergebnisse der Ausschutzberatung betr. Aenderung der Fluchtlinien rn Rord-Charlottenburg ergab ein peinlich oegatwes Ergebnis, völlige Belanglosigkeit. Die Anfrage der Rechten betr. Kosten bei Umwandlung des Elektrizitätsnetzes wurde beantwortet: das Werk trägt die normalen Kosten bei Umwandlung der Peleuchtung: bei besonderen, bei der Nachprüfung vorhandenen Anlagen nur bis zu einer bestimmten Höhe. Dann kam der Dringlichkeitsantrag der So- zialdemokratje zur Berhandlung, der da forderte, auch die Bürger- ichaft solle bei der Umbenennung Charlottenburger Straßen gehört werden. Das Bezirksamt, das schon in der vorigen Sitzung eine unglückliche Vertretung durch den Stadtbaurat gesunden hatte— der Bürgermeister hatte das zu Beginn dieser Sitzung durch ein« nachträgliche Enffchuldigung wieder gut zu machen versucht— versagte von neuem. Der juristische Fachmann im Bezirksamt wollt« es der Bezirksverfammlung vermehren, hier mitzureden: der Fraktion� Vorsitzende der Rechten sekundierte. Treffend wies Genosse Kotzen st ein darauf hin, daß das Bezirsamt seinerzeit die „Gie solle« Richter sein" betitelte sich est, Preisausschreiben der„Berliner Elektrizitätsgesellschasl". Der glückliche Gewinner des Hauptgewinnes. 1000 M. in bar, ist der Bureaubote Otto Neumann. Berlin-Schäneberg, Maxstr. 6. Allen weiteren Gewinnern wird schriftlich Nachricht gegeben. Es wird besonders darauf hingewiesen. daß die genaue Gewinnliste in dem Dorsührungsraum der Gesell-' schaft öffentlich ausliegt. y V- ILteJZO -F P* W-1 fA ir 'i tiHg \. K'An&eZr 1 o v*'//• ¥ "M 5//J. w E t Kaf sie überreich beschert.• In so viel Liebe eingehüllt, fühlt sie sich fast vorn Glück beschwert weil er ihr jeden Wunsch erfüllt Und ihre Wangen glühen heiß, als s i e ihm seine Weihnacht gibt Er aber strahlt vor Glück— er weiß, wie gut sie's meint, wie sie ihn liebt 1 Bald schwelgen beide im Genuß der Gabe, die sie ausgedacht——— MASS AR Y heißt der Weihnachtsgruß, der jeden Raucher glücklich machtl im» > �4/ r, Jtmaiy-3)ip/omai 8 3% J/assaryHitter 6 Pfi Gold- u.■Se/destmunds/üök Go/d-u.■Se/denmunds/öcJi. Mass art/~S)elfl 5 Pf Jfassary-Prwai 4-Pf Go/d-u. färki&rnundsiüdd. 0JMdsi u Go/dmunds/üdk* &CtS yCS/ tfcTS a&,/ AllerLänderFahnenliegendenMassaryMarkenbelWersienichtsdber sammelt, erfreue ein Kinder herz damitl Unt-rftützimg ber Striamwltm® selb»? gesucht habe, eck?« goß, den Namen JBectiner Straße� zu retten. Bezirk»amt und bürgerliche Rechte wurden von Kommunisten, Sozialdemokraten und Demokralen überstimmt. Und damit erlitt das Bezirksamt wiederum«ine Niederlage. Die Rechte wollte erst keine Vertreter für den Ausschuft nominieren, sab dann aber selber die Torheit dieses Sabotageversuchs ein. So ist die Sache also in Fluß gekommen. Und der Wille der linksgerichteten Bürgerschaft hat zum Lahresabschluß von neuem einen Erfolg errungen. Auch in Chor- lottenburg tagt es unaufhaltsam. 13. Bezirk- Tempelhof. Am 14. Dezember fand die zehnte und letzte Bezirksversammlung Oiefte Lahres statt. Außer«nigen Borlaoen des Bezi,' wurden vor allem Antröge der Fraktionen behandelt. grksamtes. �_________________ Eine Anfrage unserer Fraktion oerlangte vom Bezirksamt darüber Auskunst, wie ein Plan über den Bolkspark Mariendors. der die Zustimmung der Bezirkskörperschaften noch nicht gefunden hat, der zentralen Deputation für Wohnungs- und Siedlungswesen zur Beschlußfassung vorgelegt werden konnte? Gen. Burgermeister nahm in der Begründung energisch die Recht« der Bezirksversammlung wahr. Fast debattelos wurde der Vorloge über Neubegrenzung der Schiedsrnannsbezirke und dem Antrage der Aufhebung der Bau- fluchtlinie in der Gottlteb-Dunkel-Straßs zugestimmt. Einen breiten Raum nahmen dann die Antrage über die Ver- kehrsnot ein. Es wurde gewünscht, daß die Straßenbahn- linien im Bezirk in den chaupwerkehrszeiten in verstärtter Wagen- folge verkehren, daß je eine Linie aus dem Osten Verlins und aus Neukölln nach Maricnfelde durchgeführt wird, daß eine Omnibus- linie vom challcfchen Tor nach Bahnhof Marien- felde eingerichtet wird, und daß in den Hanpioerkehrszeiten alle Straßenbahnen auf der Strecke challsschez Tor— Mariendors mit Zwei Anhängern fahren. Ferner wurde gefordert, daß Einsatz- wagen vom Bahnhof Kreuzberg nach Mariendorf geleitet werden, um die Fahrgäste vom Flughafen aufzunehmen, daß in den Hauptver- kehrszelten, entgegen der jetzigen Uebung, Straßenbahnzüge nicht aus dem Verkehr gezogen werden dürfen, und daß die Abfahrtzeiten der Straßenbahnen in den Außenbezirken so festzusetzen sind, daß fstr den Berkehr in der Richtung nach Berlin eine regelmäßige Zeitfolge erreicht und das gegenwärtige Kettenfahren der Bahnen vermieden wird. Schließlich wurde die beschleunigte Durch- sührung des Untergrundbahnbauss bis Mariendorf gefordert. Alle Anträge gelangten zur einstimmigen Annahme. Der 2lb- lehnung durch die bürgerliche Mehrheit oerfielen die Anträge be- treffend Bekämpfung der- Verschlechterung des Mieterschutz- g e s e tz e s und betreffend Beschaffung von Schutzkleidung für das gesamt« Personal des Fuhrparks. Ebenso wurde der Antrag auf Zusammenlegung der Tempelhof-Marien- dorfer Ortskrantenkassc abgelehnt. Als dringlich waren eine Anfrage unserer Fraktion über die Gefahren, die durch dos teilweise Abeijen der Eisbahn auf dem Lichtenrader Dorfteich entstehen, sowie ein Antrag, den unsere Fraktion im Interesse der Kleingärtner gestellt hatte: beabsichtigte Vergrößerung des Flughafens, die die Vertreibung non 350 Kleingärtnern zur Folge hätte, Ist mit gesetzlichen Vorschriften begründet worden. Es hat sich herausgestellt, daß solche Gesetzcevor- schriften gar nicht existieren. Die Bezirksversammlung ersucht deshalb das Bezirksamt, beim Magistrat die Anullierung der gefaßten Beschlüsse zu beantragen. Dieser Ai gelehnt. beantragen. Dieser Antrag wurde jedoch ab- Werbeabend der Arbeiterwohlfahrt. Die Parteigenossen in Chorlottenburg veranstalteten «inen Vortragsabend im Deutschen Krankcnkossenhaus in der Berliner Straße. Als Referent war die Stadträtin Genossin W e y l erschienen. An chand von Lichtbildern gab sie«in Bild der für- sorgerischen Tätigkeit der Stadt Berlin und der Ardeiterwohlfahrt. In den Lichtbildern wurden die ver- schiedensten Kinderheime-und chortc gezeigt. In ausführlichen Statistiken würde der Beweis erbracht, daß feit der fürsoeg frischen Tätigkeit der Stadt die Kinder» und Säuglinosstorb-- licht Sit erheblich zurückgegangen ist. Die Fürsorge er- streckt sich nicht nur daraus, Krankheiten zu heilen, sondern sie im Kehn.zu ersticket. Schon die- wsrdende Mutter wird von der Für- iibergtdt«an m» dem Utaimeta bn DoitlchfN Muftkn>«rda->dk». B-rNn. Rom- mandantengr 63,6t Donhog 3377-73 «eichSftsz,» 0—5, Sonntag« 10—3 Udr Au! Wunsch: Vertrelerbesuch. Berliner Weihnachtsfeiern. Weihnachten im Bezirk Prenzlauer Äerg. 1300 Kleinrentner, Sozialrentner und Wohlsah rtsuntorftützungs- empfänger hatte dos Bezirksamt zu einer Weihnachtsfeier in den Soalbau am Friedrichshain geladen. Von einem großen in Kerzenglanz erstrahlenden Tannenbaum und festlich gedeckten Tischen wurden die Alten erwartet. 330 bettlägerige Kranke wurden in ihrem cheim mit einer Gabe überrascht:«in jeder von ihnen erhielt ein Paket mit Wäsche, Kleidern uich Lebensmitteln im Werte von 40 bis 60 M. Di« Mittel dazu hatte das Wohlfahrts- amt durch erfolgreiche Sammlungen bei privaten«pendern auf- gebrocht. Und jenen, die sich im Soalbau am Friedrichshain ver- sammelt hatten, wurde nicht nur«in Festessen aufgetragen: man unterhielt sie während der darauffolgenden Kaffeetafel mst einem hervorragenden künstlerischcn Programm, bei dem die Mit- wirkenden begeisterten Beifäll ernteten. Die Bemühungen des Be- zirksamtcs um die künstlerische Ausgestaltung des Abends verdienen höchstes Lob. Den ersten und letzten Teil des Programms füllten Musikvorträge der Neuen Philharmonischen Orchester- Vereinigung(Dirigent Karl Zimmer) aus, denen die Vorträge der Opernsängerin Emmi Eckard und das Orgelspiel des Musik- direktors Krengel würdig zur Seite standen. Und die Programm- mitte bildete den Höhepunkt der Veranstastung. Nachdem dl« Ber- liner Sangesfreunde alten Volksliedern eine vollendete Wiedergabe gegeben hatten, trat eine kleine Schar erstklassiger Künstler aus: vom „Wintergarten" waren der Zauberkünstler M o r r o und die urkomischen Jongleure Two Arweys, von der„Scala* die lustigen Straßenmusikonten D u n i o und G e g n a und von der Staatsoper die Tänzerin Herta Dorothea Remson er- schienen. Sie alle unterhielten das Publikum, das durch stürmische Beifallskundgebungen hingerissen wurde, aufs köstsichste. Erst in der 23. Stunde fand die Veranstaltung ihr Ende. Weihnachtsfeier im Säcilienhaos. Mst einer siilmnungsoollen Feier wurden die Patientinnen von der Frauenklinik und der Entbindungsanstall des Cäcilienhauses in Charlottenburg— das dem Verband der Krankenkassen Bersins gehört— erfreut. In einem festlich hergerichteten Raum, dem zwei erleuchtete Tamienbäume Licht gaben, oersammelten sich von 100 Pa- tientinnen, die das Haus birgt, etwa fünfzig. Die Frauen, die ihr Krankenlager nicht verlassen konnten, wurden auf ihren Zimmern iiwdjtstiedeni und einen» Liepmaun -ine Mi Herzen gehende Ansprache. In ihr wurde betont, daß die Insassen einer grouenklinik und eines Entbindungs- heims die innigsten Beziehungen zum Weihnachtsfest haben, das ein Fest des G�ankens der helfenden und duldenden Liebe und der alle Not besiegenden Mutterschaft ist. Den mit Andacht ausgenommenen Worten folgten messterhaste Dwluworträge des Fräuleins Ibolyka Zilzar. Dieser Künstlerin folgt« der Dichter Wax I u n g n i ck e l. der einig« hellere Geschichten erzählte... U«d dann wurden den Patientinnen die Geschenke überreicht: Große„bunte Teller", denen eine Flasche Wein und mehrere nützliche Sachen beilagen. Freunde des Hauses hatten die Schaffung des»eichen Gabentisches ermöglicht. Eine kleine Kasfeetafel beschloß den festlichen Stachmittag. Eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier veranstaltete die 36. Schule. Lichtenberg, am Donnerstag, dem 16. De- zeinber, im überfüllten Festsaal des dortigen Reform-Gymnasiums. Der Abend wurde durch einen Gesangsvortrog des Schulchors ein- geleitet. In der Aussprache gab Rektor Sänger einen kurzen Ueberbsick über die Entstehung des Weihnachtsfestes. Dann wechselten in bunter Folge Deklamationen, rhythmische Hebungen, Chorgesänge, Schattenspiele und theatralische Vorführungen. Alles in allem eine fröhliche Feier, die«inen tiefen Einblick in das Wesen der neuen «chule bot. Eine Weihnachtsbescherung für sämtliche Kinder der von dem Genoffen Rektor Zacharias gelesteten 30. Volksschule in der Rüdersdorser Straße veranstaltete das Lehrerkollegium gemeinsam mit dem Elternbeirat. Beide hatten eine so rege Tätigkeit etstsaltef, daß etwa ein Drittel aller Kinder mit W oll fachen bedacht werden konnten. Die übrigen wurden durch Bücher, Spiele u. a. erfreut. An den vorhergehenden Tagen fanden Feiern für die Eltern statt, die von neuzeitlichem Geiste durchdrungen waren und in deren Mittelpunkt der von der Spielleiterin, Frau ElseHermann, nach Glaßbrenner frei bearbeitete Alt-Berliner Weihnachtsmarkt stand. Er wurde ausschließlich von den Kindern des vierten Schuljahres dargestellt. Genosse Zacharias ließ feine Ansprache in die Aufforderung«wsklingen, daran mstzuWirken. daß wir nicht nur Jahreswenden, sondern auch eine Menschheitswende erleben. sorge betreut, und mit ollergrößter Sorgfalt wird die Geburt er- leichtert. Mit Rat und Tat stehen die Fürsorgeschwestern heut« auch der unehelichen Mutter zur Seite. In großen Heimen werden die Mütter untergebracht und können dorr bis nach der Entbindung unter ärztlicher Aufsicht verbleiben. Ein großes Gebiet der Fürsorgetätigkeit ist du u n g und die allc M Reich sind Jugen.. die arbeitende Jugend den freien Sonntag verbringen kann. Alle mögliche Unterstützung wird den Jugendlichen zuteil, wn länger« Wanderungen zu veranstalten. Das zum Vortrag vorgeführt« Licht- bildermaterial war leider nicht bis in die neueste Zell ergänzt. Für die Parteigenossen war der Bortrag überaus lehrreich, vermittelt« er doch ein Bild von der aufopfernden Tätigkeit der städtischen Fürsorge und der Arbeiterwohlfahrt. Um die Einrichtungen der Ar- beiterwohlfahrt weiter auszubauen, ist um die Weihnochtszest«ine Arbeiterwohlfahrtslotterie veranstaltet worden. Jeder. der die Bestrebungen der Arbeiterwohlfahrt fördern will, unterstützt sie durch Entnahm« von Losen, gm Anschluß an den Vortrag wurden noch eine Reihe Lichtbilder aus dem von der Arbester- wdhlfahrt errichteten Heim ln Gohrisch gezeigt. Die kalte Jahreszeit macht sich für die Besucher des Asyls in der Wiesenstraße 63/59 des Berliner Lsylvereins für Obdachlose besonders fühlbar. Sie sind meist nur notdürftig gekleidet. Der Berliner Aiyloerein jür Obdachlose bittet, ihm entbehrliche Aleidungsstucks für männllche und wsMiche Personen zuzrr. stellen; auch nimmt Austrägs zur Abholung der Hausinfpoktor des Asyls, Herr T e e tz« n, Berlin N. 20, Wieseisstraß« 33. entgegen. Da» Fest de« silbernen Ho»seit feierten am lt. Dezember Ott» und Martha Döring i«'........ ng in RcuIMn, Lcinestr. 14. Abonnent des.Vorwärts". Gleichzeitig war das Jubelpaar W Jahre Wetterbericht der äffen«ich-, wetterdienftfiea« S-rlw«idtting'gen» fNuchdr. v«b.) Trübe mit RegensäUen bei Temperaturen über Rull: frische südliche Winde.— Für Devttchla»»: Nur»och im Nordoklen ruhiges Frostwetter, Im übrigen Reiche trübe und regnerisch, nach Westen hin zunehmende Erwärmung.»__ iätt nennt die Sänbn— kennt die Sahnen» Sine reizende Idee: zu den quten Masiary-Jisaretton gibt'» jksit gratis Unterricht in Heraldik— taufend Bilder ga.'>nenkundc! Ramlich: in den Massary-gartons liege» IN färben. getreuer Wiedergab« die Fahnen aller Länder der Welt. Di« schönen Bilder werden junq und alt viel Freud- machen. Im Ziooietteuoeschcift bekommt ma» iür l R. das gediegene Album zum Sammeln ber Fahne». Bad Landes in Schlesien. Bab und Umgebung prangen im herrlichsten "~'""—— bu Deihnachtaurloubes "iraug jeglrchc,- Wintertleide, günstiglle Selegenheit zur Verlängerung be Schne« auf den Höhr», Schnee im Tal crmbgllcht dl» Wintersportes. Arn Donnerstag;, 29. Dezember, gegen 8 Uhr morgeos, starb int Alter von 78 Jahren Hermann HDlkenliolir Süll, wie er-in.«reinem gatuen. Leben ver, ist er ohne Todeskampf ron nns gegangen. Xbm kam der Tod als LrlSser von keirperlioben Gebrechen des Alten. Im Namen aller Hinterbliebenen Frau Sabine Moöcenbuhr, Von Befleidsbesuohen bitten wir Abstand m> nehmen. Chauffeurpelze Schwarzer Bezug mit Scbatfellfutter, Armel- pelzfükterung, schwarzer Schaffellkragcn... (Trauer Sfrapazlerbezug mit Schaffellfuffer, Armelpelzfütferung, Schafpelzkragen..... Grauer Düffel od. Whipkordbezug, Ärmel mit Lederbes., Taschen u. Knopflöcher Ledereint 4>>WS• Schaffellt, Armelpelzt, Opossumschweifkrg. I* 9 00 Dunkelbraun gemus'erfer Bezug, Schaffellfuf- 4 A C ter. 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Varkeiaenossinnen und-genossen! heute letzter Tag der weihnachts- ousstellung der S2I3. im Zugendheim, cindenitr. Z<16 bis 20 Uhr). i' 3. Adt. Montag,?«. Dezember, grof�e Weihna�t-ieier im«ewcek. Ii sibaitshaus.?aal I, TJ. TU, CtigcTsfcr 24—25. Muiit.©ciano, Sez1. H i tatiocer ur.b Taibietnngen dct Sirdergimppe Engetuier. Ansmllehcnd ) i Tanz. Beginn IS Übe. Eintritt 5« Bs." Säfte" find herzlichst wUl' lammen. Zahlreicher Besuch wird erwartet. m , s S. Abt. Keute. Freitag, 23. Dezember, I» llhr. Wcihna-dtsfeier l i Im L-�nbert-Eaal, Biilowftr. l»4. Ale Eeuosfiauc» und Seuofien sind r| herzlichst eingeladen. I j 41. Bin. Do-n»r«ta<>. 29. Dezember, Bcsbuo-»tsdeschernnn mit Ä anschl'rfienbem gemfiilicheu Beisam-nenrei» nm I» lldr im S-dnltheih- W. fl Bu»I-'anI. Li�terseld-r Str. II lTivoli). Sintrittaiarteu zu 43 Ps. bei sU de» Zunltionäre» rrhäUlich. I3S. Abt. �rrmrdors. Die Weihnachtoie'er der Soz'al-Nis-de» i.- Brbeitemnoerd sirdet beut«, Zrritao, im Lokal Zorsthaue, Auguste- S Bllteria.Ktrahe, il'i llhr, statt. Ale Ritglieder sind herzlichst ein- r- s' gelade». W m t I J 33. Abt. Die Bllcherlrelsbänoe find heute, Frctwg, vom(Senassen Paul Jen, Sofilerstr. I. bestimmt abzuholen. Znnasoiialisten. heute,.'sreikaa. 23. Deiember. f sH P. Srvvde Weddinq-Seiunddrunne», 20 llhr pün"l!'i> im Znaend» W k Z b<-!m de» Led'gerhrlm, Am Brunnenplad. Eiegai-a Orthstr. 10, Lad'». 3 i l Negen Berdirderung de» 9>«serent»n sällt der. Bortroq a»«. Dasiir fiZ i i Weihnacht»feter mit buntem Programm. Jeder Teilnehmer gg t~. brirot»ach swl'qli�krit e>» Seichenl zur Berloluag mit. Puntch wird nicht anogrschentt. Sute Stimmung muh jeder selber mitdriaqe». Säfte wilkammen. Srn?»» M'ttr: Der Sri-vp-'nabend sali an». Abfahrt zur Weihnacht». mandernng nach Behseianz am Sonnabend, 24. Dezember. lSV!» llbr Etettincr tnoro-'iahnhok.-.-chl'rtcu mitbringen.— Srn»?«?fiben- 20 llhr in der siur'stilchen Sprechstunde. Lindcnstr. Z, Vortrag:„Sie russische Zl-volution". 2 Teil. Slnderfreunde GroK-Ver'in. strei, Mitte: D'» Kelfer, d'e an der Wcihnachtsfahrt teilnehmen, sobren oin e-o->ntaa sl. Feiettog) Z:ZZ llhr ab Stettiner Jahnhos.- Rückfahrkarte lllo nborf läsen.''■'' Vorträge, Vereine und Versammlungen. G Kfidiebantiet.Sthroan Rot-®o(ö* ««schilt»stelle: BcrNn£. 14. ScbaManstr. 37,38. Lok 2 Tr Wioteespartabteilnna: Treffpunkte flir die Welhnachts-Sk sahrtenr Roch Tann« Eonnabend. 24. Dezember, ISW Uhr Potod. Zernbhf., ...—--.... �----. ig Ahr." ssreitrcppe oben rechts. Roch Tirol Eonnabcnd. 24. �Dezemdc An- I l Ubr 1. Ranaschait. IS', Ubr aeiellige» Jcisammeniesn mir Tan, im tieinen Eaal der Phorus-Eale. Rilllcrslr. 145. Sportplag Friedrich, leide: Sonntag, 25.. und Montag. 2«. Dezember, allgemeines llkb-n ohne belondere Zeiteinteilung von 9—18 Uhr. Lichtenberg nebst Kameradschaften: 17 Uhr bei Zimmermann, Walderfeestr. 7k,-fiadfahrerzug.Wcihnachtsdcscherung. flarnc. raten, mit Angehörigen willkommen. Thoenee Keimatbuud. 2. fleiertckg Neihnachtofeier mit stinderbcscherungi onschliehend grmiitl-ches Jeiiammensein und Tanz im Hackeschen Hos, Rosen. thaler Str. 40— Ii tBhf.-Jörsk) Landolcute als Säfie- find-willkommen. Arbeitersport. weihaachlsseieru der Dereine. Freie Schwimmer Charlottenburg 04. e. B. Am 2. Feicrlag. I.Vr Uhr. finde: in Ahlerts Fcstsälen die Weihnach'.sfeier statt. Jorträge, Aufffihrungen. Rezitationen uiw. Die Eitern der Iuqendlichcn stnd besonders eingeladen. Eintritt frei. Eine Jefcherung wird die Jcranstaltung beichliesien. Um 10 Ubr hier Verführungen, AMMM ill.�WW Weihnachispaketroit und Tanz. Arbeiter-Schwimmoeeei».Welle 1 M. lheatcr. Etra ake«>. War der. lS Uhr Bescherung aller Äindermstglicdcr in den Eomenius-Salen. Mcmelco dortselbst Jcrgnfigcn. Eintritt I M. -Paddler.Havel", e. J. Weihnachtsfeier am 2. Zeieriog bei Fuhr- Sraun-, Ecke Demminer Eirasie. Pichelsberger Rudcrgcsellssi aft 1914. in der Renen Welt in Spandan Freie Turnerschast Srog-Berli» der stinderabteilung � Freitag, 23. gymnafium, Markinrahe. Ruderoerein.CnSegia", e. V «. B. Weibnachtofeier an 2. Feiertag Bezirk Lichtenberg. Weih. � 'ezcmber, 18 Uhr, Turnhalle Zahn-Reab 1 Feiertag, 16 Uhr, Weihnachtsfeier int Bootshaus, Tieiwerdcr. Eonnabend,."l. Dezember, Aielieriest im Hackeichen Los, Roicnthaler Straße. Karlen zu 1,50 M. bei Albert Zietcmann, Telephon Kuriiirst 319. Arbeitcr-Radfahrerverein Sroß-Berli». 1. Weihnachisieiertag. 17 Uhr, Bclhnacht-ieicr im Rvichenberger Hof. Rclchcndergcr Str. 147 Montag, 26. Dezember(2. F<.._...._ 1 Eid. späte!. kommen. Feiertag), 13'« Uhr. Eplndlersseid'bei Budacb. Start Waltemarsiraße, Ecke Mariamtenpia». Motorfahrcr Säfte will- Zu prächt'scn?estgelchenkcn greiscu Muh beut sich jeder jast verkneifen!— Kam dir noch niemals in den Sinn, vatz Rettung bringt«in— Cosgewinn?! G. versuche auch du dein Glück! Nimm ein glückoerbeihendes Los der Rrbeiierwoblsahrtlotierie. Ueberau sür nur S0 Pf. zu haben! Der«etiften-erein Billigkeit", RculöUn. r.«. sMitgk. d. AABD.) ver. anstaltet am 2. Wcibnachtsfkiertag im Eaalba» Friedrichshain, Am Friedrich». Hain 16 25, eine Varietevorstellung mit großem und abwechslungsreichem Programm. Anschließend Weihnachlsball. Eröfinung 16 llhr Ansang 17 Uhr. Einlaßkarten im Vorverkauf bei allen Mitgliedern, im Saalbau Friedrichs» Hain, im Eigenheim des Vereins. Neukölln, Kirchhofstr. 41. Ecke Wipperstraße, und an der Abendkasse. Sportlich« Vrrciniguna.Rordoft 06". Wcihnachtswaiblauf am 2. Feiertag. Treffpunkt viu Uhr Großes Eicrhäuschen, Plcnterwald. Touristenverein„Die Zllliurfreunde". Zentrole Wien. Abt. Südost: Frei tag, 23. Dezember, 20 Uhr, Neichcnbcrger Sir 66. Fidc. Utas,— Abt. Ge,urdbru»»cn! Freilag, 23. Dezember, 20 Uhr, Lorß-ngstr. 10. Weihnachtsfeier. Abt Südmeft, Zug-ndabteilung: Freitag, 23, Dezember, 19>,d Uhr, Jorckstr. ll.— Abt. Treptow: Freitag, 23. Dezember, 20, Uhr, Elscnsir, 3,-©«---istbter Chor: Freitag, 23. Dezember, 20 Uhr, Altersheim Danzlaer Str. 62, Baracke III.— Abt. Charlotten bürg: 23.(26. Dezember noch Bit Globiow. Abt. 51,_■ Uhr Stctt. Bhi, Eonntagsturte nach FUritenbcrg löse», aber In Drögen ausiiclgcn, Rachzllgier fahren 9 55 Uhr ah Et«it. Lhi,. werden in Drögen am Bahnhof abgeholt, Treffpunkt Gasthos Ait-Slobsow, Handballspiele an den Aeieriagcn, Die Serienkämpie find für die Entwicklung der Krupp:» unbcdculende Sp'-ele unterer Mannschailen, Dafür stehen sich viele stärkere Mannschoitcn in Gesellschaflsspielen gegenstber. Am ersten Feiertag spielt Oneoß.Berlin. Wedd-Ng m-t der>, und 2, Manner gegen Rowawes um 13 und 15 llhr in der Preefterstraßc, Hcnn-gsdor- spielt gea-n Wilmersdorf lmi 11 Uhr in Henn'gs- dari, Ncurndarfcr Straße. In Zieukölln, Dammweg, spielen Reukölln 2. Abi, und Fichte-Süd um 15 Uhr, Am zweiten Feiertag spielen kaulsdorf gegen Rnd-rvercin lS-i4 um 131. Ubr in kaulsdorf: Schönebcrg.N'nrnabte'sung gegen Neukölln 2. Abt. II um 15 Uhr auf dem Dominiensp'aK, während die 2. Eprriiermannichaki nach Rathenow fahrt. Die 1. und 2, Abt. der Frcicn Turnerfchakt Neukölln spielen um Its� Uhr in der Ärenzallee. Schach. Der Berllnee Arbeiter-Schachilub eröftn-i an: 9. Januar 1928 in Chat- lottendurg feine 3. Abteilung. Das Epiellokal der neuen Abt.„LUtzow" ist Am Lllßow 9 bei Deik« Montags ab 19>,z Uhr. Schachspieler oder solche, die, es werden wollen, werden gebeten, sich gm 9. Januar 1928 in dem genannten Lokal einzufinden, oder roehcr ihre Adressen abzugeben bei Bruna Förster, Eharlottenburg, Eosanderstr, 2. � ,.. Arbeiter-Radfahrer-Bund..Solidarität. 1. Bezirk. Sonntgstouren. 2. Abt.: 26. Dezember, 18 Uhr, Gewerkschaft»- Haus, Engelufer,— 3. Abi.: 26. Dczcmbcr, 17 Uhr. Weihnachtsfeier im G» werkichaitshaus.— 4. Abt.! 16 Uhr Eonnenw.'ndfeier in den Coneordia-Eälen, Andrrasslr. 61.— 5. Abt.: 26. Dezember, 13 llhr, Röntgenlal(Marks). Start Landsberger Platz.- 7. Abt.: 13 Ubr Tour am Start Kolonie. straße 147,— 8. Abt.: 26. Dezember, 16 Uhr, Weihnachtsfeier bei Thiele- mann, Baldenserstr. 19.— 1«. Abt.: 26. Dezember, 17 Uhr, Weihnachtsfeier bei Neumann, Gubener Etr. 45,— 11. Abt.: 25. Dezember, 16 llhr, Weib- nachtsfeier, Hnisitonstr. 35.- Renasahrrr, Srupp« Moabit: Weihnachtsfeier bei Thielemann, Daldenferstr. 19. ttteimte Anzahlung, Wochenr aten von 1,- on Herren- u. Damen-SeKleiäung Herren- und Damen-Pelze Teppiche» l&oler» Gardinen Sleppdedlcn» iisdiwaslhe» peuwasdie ..Pdira" MmölllMiss/S' VVB vvd Kein Laden-MV arid�elnafiens�JSiifc'et lletff xfa. m, fu n~>t da* 'dZenttiLm, teiekfp/efjietdc ty&aleveUnj. und beuevften. dec* Ltr* pehöüerhblujitev ftvcdilenr der Sonne reifen, hier die Silyvte und* cferSocbeec, ein füßcerWein tfefeihf, aberdetJabahjln. die/er Öbene iffSas%offbavft6. Jtichf menlfiv fefchabdf iff der'J ab ah, melcher m. ffclechifchAdhraxUa» TvcLchJf, itxfler f/etferbd von dGcLrrbhji."Sn feiner jrefchmacSjlichjen� (Sifenarfunterfcheidefec/ich, charahteriftlfch von der Samfun-Sorfe- cTbus beiden, Üabahen, hauen fleh, in Qvqßsanhjäufea* die hoehmec- tifen, ßcelLin.p—lSitfarett'erxj CLuff Samfun, und bcanth. ifind es, die vor allen anderen, die SlfUfchunfen mürxeaj und den peßhniacS. der ff reilin, f-d&ijfaveitie n> abrunden�. sau. im erhaJiddcbdurdi, ihr mildes,%öftLlcb&i fhxoma, Ibsfur ihre �efLb&etir'bel allerh IhrenJ-veünS&n umdl Uferelzcerinnea, ausfebfilafflebenS ift� Berliner Fabrik lagen Berlin 5VV. 68, Kochstraße 67.* Telephon: Merkur 4783, Weihnochh ■AngdwkJ � tfilsur-Maatei in reinwolLQuÄlit Kragen« Men�heti. ffl�C m. Plftßch. 1 besetzt.. � Wechsertts 1—. Der hochelegant« Ottosan-MintH| g»ni aui a aefütlert AIIU 1 a.reiehJm all i Magarn. Jg |6esandheiisschube�ure�: | Forna mit üacbero Ahnst?• Auf ir r tt xYS�gg Eiegamer Ptlzschuli V-z? prattlgchoA(650 Sahn h lit den|% Winter.... itl Wechenral« 1— MailnrMnit. •insrirkilch prakt ttelegante� Mantel «sr gefüttert J|| Weshesrate 3 50 ; Sehraparterkteid- samer reinwollea Rtpt-N«nel gi. a. Dnmeee# gef, relax mit■ Ä ifl Pel« erb. Sil ».Abbild. J 3 Wcchaeral» SAD ahlunq twn#i*g>w W Damen- Lack- Spangen- ..________ �.-r «Preis -'.X£6r, fl'll FasebtsCrlpiia CkiRt-Xiaid i in. breiter«>00 :-ptlien./ S | bordüre§g w Wschenrats tJO KAUFHAUS Madtt/i IM 06 T£ N: Große FrenkfurferffriOf ccHq Kroutitrosse- An StfaußöQfger-Pi> im JOden: Koltbuserdamm B EcKq Lznousfr. HatnH&mmfl.* Tanz• Anzug 55" rtfcwa*1- loa mit Borte ein* geteilt. ehr gut« PeBiars Wechenrate AM Unsere 6x vergrößerten Räume (durch Hinzunahme der I. Etage) Meten umen efnzisdastehende Auswahl I w Tllfr hoben für Jt/ofen Hunden eine Wrihnachtsüterrajchung. Hinder in bogfoifung Ihrer AngQhör/qQn er her Ifen e/n [chona Spklzew i Unterhaltung unö Missen Jiz*. Davidsons Augen. Von H.akev Äleine Schwester, mit der er verlobt war. besuchte ihn und saß stundenlang bei ihm, während er von seiner K ist« erzählte. Ihre Hand zu halten, schien ihm ein ungemeiner Trost. Als wir von der Schule noch seiner Wohnung in Hampstead fuhren, erklärte er uns. daß es ihm sei, als führen wir durch einen Saneberg und durch Felsen und Bäume und andere Dinge hin- durch, völlig« Schwärze umgebe ihn, bis er wied«r herauskam. Als wir die Trepp? zu seinem Zimmer hinaufstiegen, wurde er ichwind- lig und halb verrückt vor Furcht, zu fallen, denn ihm schien, alz erhebe er sich fünfzehn oder zwanzig Meter hoch über die Felsen seines imaginären Eilands. Cr sagte mehrmals,«r würde stürzen und alle Pinguineicr zerschlagen. Dann betteten wir ihn aus«in Sofa. Er beschrieb die Insel als öde. mit spärlicher Vegetation, sumpfig und reich an kahlen Felsen. Eine Unzohl Pinguine schimmerte weiß aus de» Felsen— ein häßlicher Ülnblick!—, die See war oft stür- misch und einmal gab es ein Gewitter, da lag er und stieß laute Rufe aus, wenn es blitzte. Ein- oder zweimal zogen an der Küste Segel auf, aber nur in den ersten zwei, drei Tagen. Es sei spaßig, meinte er, wie die Pinguine durch ihn hindurchzuwotscheln pflegten. und wie er mitten unter ihnen lag, ohne sie zu verscheuchen. Ich erinnere mich einer seltsamen Einzelheit. Er verlangte lebhaft danach, zu rauchen. Wir gaben ihm die Pfeife in die Hand — er stieß sich fast die Augen damit aus— und zündeten sie an. Er spürte gar nichts. Seither habe ich herausgepinden, daß es auch mir so geht: ich weiß nicht, ob es bei allen Leuten so ist: ich finde keinen Gkschmac? am Tabak, wenn ich den Rauch nicht sehe. Aber das Sonderbarste geschah, als Ihn Wide in einem Kranken» stuhl auvsahren ließ. Die Familie Davidson» mietete einen solchen fahrbaren Stuhl und ließ ihn von ihrem tauben Diener Widgery lenken. Meine Schwester traf die bekden aus der Straße, Widgery geradeaus trottend, mtd Davidson, anscheinend ganz verzweisett. wie er auf seine unbeholfene, blinde Weis« versuchte, Widgerys Auf- merl>amkett auf sich zu ziehen. Er weinte geradezu, als meine Schwester ihn ansprach. ,0, bring mich fort aus dieser schrecklichen FinsternisI' sagte er und tastete nach ihrer Hand.„Ich muß heraus oder ich sterbe.� Er war außerstande, zu erklären, was vorging: meine Schwester ließ ihn nach Haus« fahren und als sie hügelaufwärts gegen Hampstead fuhren, schien d«r Schrecken von ihm zu weichen. Er sagte, es sei eine Wohltat, die Stocne wieder zu sehen. Dabei war es Nachriiit> tag und strahlend« Sonn«. „Mir war/ beschrieb er später,„als würde ich unmtderstehllch «regen das Meer gefahren. Ansangs' war ich nicht sonderlich er- schrocken. Da war natürlich Nacht— eins prächtige Nacht." Dies schien wir merkwtirdig.„Wieso ist dos rattirftchV fragte ich. „Natürlich ist es dort Nacht, wenn hier Tag ist....* Drei Wochen lang blieb Davidson in seinem sonderbaren Zu- stand, sah seine— wie wir damals glaubten— seine ganz und gor phant arische Bision und war völlig blind für die Well, die Ihn umgab. Dann, eines Tages, traf ich den asten Herrn Davidson.„Cr kann seinen Daumen sehen!" sagte er, ganz außer sich.„Bellows, er kann seinen Daumen sehen!" Die Tränen traten ihm in die Augen.„Er wird bald wieder wohlauf sein." Ich eiste in Davidsons Zimmer. Er hiest ein kleines Buch vor seinem Gesicht, sah aus die Seiten und lächelte matt. „Erstaunlich," sagte er,„da ist setzt ein Fleck." und zeigte ihn mit dem Finger.„Ich bin auf dem Felsen, wie gewöhnlich, und die Pinguine tappen herum, wie imitier, dann und wann zeigt sich ein Walfisch, aber ich sehe ihn nicht immer, well es schon zu dunkel ist. Aber wenn man hierher etwas legt, dann sehe ich es— sa, ich sehe e«, ganz schwach allerdings, und an manchen Stellen über- Haupt nicht, aber ich seh« es trotzdem, wie ein schwaches Spiegelbild. Heute morgen, als ich mich anzog, habe ich es entdeckt. Es Freitags Abend. Die Vierlotole schnappen noch viel Durst. in rolea Lampen gongt dos Aleisch der Dirnen, wie Heimat duflel manchem eine Wurst, und Ailme überfluten bleiche Stirnen.— Bald stürzt die itacht in eine Vekllerhand, auf kalten Bänken wird die Armut schlafen Wie Schult fällt Trunkenheit von einer Wand. davor sich Sonne. Spiel und Sinder trafen. Manch dunkler Torweg traut ein jnnges Paar. Ein später Spießer wander! sein Entrüsten. vom wind getragen schwebt ein blonde» haar vor eine Streichholzfrau mit welken Brüsten. Die Lichtreklame Nebt wie fester Man; an häuserfronken. die sich täglich hassen. ein trunkner Mann vergißt den Anstand ganz und plätschert Hohn aus die Sullur der Straßen. Georg Zemte. wirkt wie ein Loch in dieser verdammten Phantomwelt. Leg' ein- mal dein« Hand neben mein«, nein, nicht hierher— sa, ja. ich seh« ea. Das End« deines Daumens und ein Stückchen Fingernagel! Es sieht aus wie ein Eespensterfütger, der sich aus der Lust herabsenkt. Gleich daneben steht eine Gruppe von Sternen wie«in Kreuz. Sett diesem Augenblick besserte sich sein Zustand. Der Bericht, den er uns von der Deränderung gab» war ebenso überzeugend wie die Beschreibung seiner Disiaue». Einzeln« Stellen seiner iino- ginären Well verblaßten und durch sie hindurch erblickt« er nach und nach di« reale Welt. Diese Stellen nahmen an Zahl und Größe zu, vereinigten sich und breiteten sich au», bis nur ein paar blinde Flecke in seinen Augen zurückblieben. Er konnte ausstehen und umhergehen, essen, lesen und rauchen, kurz, sich wieder wie«in normaler Mensch benehmen. Anfangs verwirrte es ihn nicht wenig, die Bilder dieser beiden verschiedenen Westen zugleich zu sehen, aber über ein Kurzes begann er die Wirklichkeit- von der Illusion zu unterscheide!!. Zuerst war er unermeßlich froh und null Eijer, sein« Heilung durch Hebungen und Heilmittel zu vervollständigen. Doch als ihm die sonderbare Insel zu entschwinden begann, faßte er ein ungewöhnliches Interesse an ihr. Er wollt« unbedingt nochmals in die Meeresiiefe hinab und verbracht« geraume Zeit damit, in gewissen Bezirken Londons umherzustrcisen, um die lleberreste des Wrack« wiederzufinden, das er treiben gesehen Halle. Bald verscheuchte das helle Tageslicht die Fragmente feiner Schattenwelt, aber des Nachts, tm dunkeln Zimmer, konnte et noch die wettzgewaschenen Felsen des Eiland« und die plumpen Pinguine sehen. Doch auch die» wurde schwächer und schwächer, und schließlich, bald nach seiner Hochzeit mit meiner Schwester, sah er sie zum letzten Male. Ilitd nun kommt das Allerseltfamste. Zwei Jahre nach seiner Heilung dinierte ich bei der Familie Davidson und nach Tisch kam ei» gewisser Alkin« zu Besuch. Er war Marmekeutnant, cin angenehmer, gesprächiger Mensch, der mit meinem Schwager befreundet war. Cr war mit Davidjons Cousine verlobt und zeigte uns gesprächsweise eine neue Photographie, die er kn.einem Toschenalbum mit mehreren anderen trug. „Uebrigens, das da hier," sagt« er,„ist der alle„Seeadler"." Davidson blickte zufällig hin und sein Gesicht hellte stch plötzlich auf.„Mein Gott, ich könnt« schwören—* „Was?" fragte Ätkins. „Daß ich dieses Schiff schon gesehen habe." „Das ist nicht gut möglich. Es ist schon seit sechs Jahren in der Südfee. und vorher—* „Aber," begann Davidson neuerlich,„ja— da» Ist dos Schiff. von dem ich geträumt habe. Ganz bestimmt ist es jenes Schist. Es lag in der Nähe einer Insel mit Pingumenschwärmeit uitd feuerte einen Schuß ab." „Du meine Güte!" rief Atkins aus, als er die Einzelheiten jenes Borfalls vernommen hatte.„Wie konntest du davon träumen'." Allmählich ergab es sich, daß an demselben Tage, als Davidson den Anfall hatte, S. M. 6.„Seeadler" in der Tat vor einem Felsen südlich der Antipodeninsel gelegen hatte. Ein Boot war an Land gegangen, um Pinguineier zu sammeln, hatte sich verzögert, und da ein Gewitter ausgezogen war. hatte die Besatzung bis zum Mor. gsnqrauen gewartet, ehe sie aufs Schiff zurückging. Atkins war unter ihnen gewesen und bestätigte Wort für Wort die Beschret- bung, die Davidson von der Insel und dem Boot gegeben hatte. Wir haben nicht den leisesten Zweifel, daß Davidson jene Stelle wirklich gesehen hat. Auf irgendeine unerklärliche Weise hatte sich, während er sich In London von einer Stelle zur anderen sortbe- wegte, auch sein Sehvermögen, entsprechend der fernen Insel, be- wegt. Wie, ist ein Geheimnis.— Dies ist die seltsame Geschichte von Davidsons Augen, einem der besten authentischen Fälle von Fernsehen� Eine ausreichende Erklärung ist bis heute nicht gefunden worden, außer der Pro- fessor Wide». Aber er spricht darin von der vierten Dimension, von theoretischen Formen des Raumes und ähnlichem. Bon einer „Lücke Im Raum" zu reden, scheint mir Unsinn: vielleicht bin ich aber zu wenig Mathematiker. Als ich darauf hinwies, es stehe fest, daß jener Ort achttausend Meilen entfernt sei, entgegnete er. zwei Punkte auf seinem Blatt Papier könnten einen Meter weit voneinander sein, und dennoch könne man sie zusammenlegen, in- dem man das Papier einbiege. Ich, für meine Person, schließe mich dem nicht an. Er scheint zu glauben, daß Davidson, als er zwischen die beiden Pole de» riesigen Elektrometer» geriet, durch einen plötzlichen Wechsel im magnesischcn Feld eine gewallige Per- änderung seiner Netzhaut erfuhr. Daher ist es möglich, meint Profestor Wide, daß man mit der Sehkraft in einem Teil dar Welt, körperlich in einem anderen leben könne. Er hak sogar Versuche in dieser Richtung angestellt, die jedoch keinen anderen Erfolg zeitigten, als daß ein paar Hunde blind wurden. Das scheint mir da» gesamte Ergebnis seiner Ar- bett zu sein, freilich habe ich ihn schon seit ein paar Wochen nicht gesehen. Seine Theorie erscheint niir phantastisch. Unbestreitbar jedoch sind die Tatsachen über Davidsons Augen, wie ich sie hier erzählt habe. kBercchtigt» Utttrirngiin« von Ernst ß.(5» r. l».) Auf dem Rummelplatz. Don Lotte Anthelm. Mocksngebimmel der Ausrufer, Knarren der Glücksräder. Dudeln des Karussells. 1. Ausrufer:.„Hier is zu sehen det Weib, wo labendich in de Erde vasenkt wird! Lollständich objeschlcssen von die Obawelt. zusommenjsklappt wie cen Taschenmesier. vadringt det Weib janze zwanzig Minuten im finstern Irade..." z Ausrufer:„Meine Damen und Herren, vor Ihre sehenden Augen vapflichte ick mir, vier Eima Waffa auszutrinken, fenia zwo Salamander, sechs Frösche und acht labendich« Schlangen zu voschlucken! Nach Valaus eener halben Stund« bringe ick vamittels eenen Druck jefen die Magcnwand vor Ihr« lchenden Augen allst Wieda ans Tageslicht, wat ick an allaliibste Kleinich- feiten zu mir jenommen Habel Keene Schiebung, keen Trickvasahren! Noch nie dajewasenl Drum herrrrein, wer'z noch iinma nich je- sehen hat.. Z. Ausrufer:„Nacht in Paris... nur wat for Fein- schmecker... sechsmal pullezeilich vaboten... die schcensten Frauen- filhoiletten in feenhafta Beleichtung... die letzte Hülle fällt..- Jugendlichen ts der Eintritt zu meinem intimen Kabinett vabolenk Dazu det pikante Beipregram», nur wat sor jme Nerve»... mischt for Krankenschwestern und Heilsarmee.. 4. Ausrufer:„Heran zum Meistakainpf! Is keena da. dsr's mit mir uffnehmen will? Wer mir bcsiejt. ohäll jaranliert die Prämie von fuffzig Reichsmarkl 1 Ieda Herr öus'm Publikum is zujelasten. I,'• Ausrufer am Schotoladenrad:„Naj heran, meine Herrschaften, wer hier noch'nen Happenpappen mitnehmen will! Die letzten Lose hier noch mal...(Er dreht knarrend da» Rad.) Die Numro ö hier noch mal... die 8 is»och zu haben... die joldne 8. di« hat's jemacht! Hier nock) mal de Fuffzehn, det i»'ne Ilücksnumma... wie meine Frau det fuffzehntc Iör jctricht hat, Hab ick jesozt:„Jetzt Hab ick die Reese plang... ick Hab mir in dir ieteischt, ick laß mir scheiden! Uss de Mandel Kinda will ick frei- willig vozichten. man soll een Muttaherz nich brechen! Mein Ölück is det jewesen. sag ich Ihnen!(Dreht geräuschvoll das Rad.) Die letzten Lose hi« n«*) mal— na. heran, wer» noch nich riskiert hat— dreimal wird jedreht und dreimal wird jewonnen! Die 8... bitte sehr, Herr Dankdiretior... d«t alla, ollaletzte Los hier noch zu haben'. danke vabmdiichst. Herr Äommerzienrat!(Dreht dos Rad.) Die' Siebääänn»... Als erster Preis die 100 Ircunrn prima Trumpfschokolade... Sin« Stimm«:„Schiebung! Brenn»!" Ausrufer: �Pat. d« soll'n»rtnno sind? DirtziU» s,«M 'nen Nerv jetlout? Lei dir scheint wat zu brennon...(Zum Publikum):„Der kann nischt dafür, den ham sä als Kind zu heiß jedadet.. Als zweiter Preis: die Fuffzeeehni* Frau in der Würfelb u de:„Ieda Wurf üba 13 je- winnt... die prima fetten Spickaale hier, Jumpers, Seidenschlvpfa, Kvrbstühi«, IemSQe.. Kesse Type:„Dct soll n Spickaal sin. Madamken? Dolleicht jibt's bei Ihnen ooch'ne Nähnadel zu lewkniteit, deitn kann Ick mir mit dem Zwirnsfaden jgleich meine Socken ousbesian.. Frau:„2>ir ham sc woll mit'ne saure Iurke rasiert?" Kesse Type:.Lange keen lllut'jes Taschentuch ousje- waschen, wat?" Frau(schreiend):„Emiiiil, hier is eener, der will mir schlagen!" Mann(stürzt aus der Bude):„Wat is hier los? Wat is hier los, Herrrrr? Ihn' ham se woll mittz'ne choleravadächt'se Klosettbürste sepuderk?" Äesle Type:.Lang« keene Lachzähne jespuckt, wat?" Frau(schreiend):.Hau ihm, Emil... hau ihm jejen n Bahnhos, det ihm de Jcsichtszüjc entgleisen!" Gs bilde l sich ein Auflauf. Alter Herr:„Um Gottes Willen, hatten Sie doch Ruhe! Das ist denn los?" Mann:„Wat seht Ihnen det an? Det is allemal los, wat »ich anjebunden i», vostehn S«? Wat wollen Sir tbahaupt hier?" Atter Herr(erregt):„Was hier los ist, will ich wissen..." Mann(nachöfsend):„Wollen Se wissen, wat? Wollen S« nicht noch wat wissen? Se könn' mir setrost sagen, Herr, wat Se von ma wollen, ick werd' Ihnen sagen, wat S« mir mal lönnen!" 1. Stimme:„Wat is denn det forn Auklouf? Zehn Se doch aus'w Weje! Bahn frei!" 2. Stimme:„Jehn Sie doch aus'm Wc:«." 1. Stimme:„Bosäumen Se sich hier inch. det Jeschäft ruft. Mann! Se stnd dock, Batreta von Eselsohr. Brauchen stch wenigstens nich imma so mit die ollen Musta aoz Hleppen, trogen se immo jleich bei sich!" S. Stimme:„Longe nich Anführer u s N uss.chrab jewesen, wat?" 1. Stimme: ,Lck kleb dir'n Ding, kette rch deine Rippen kiekst wie der Asse durch'» Kesich!" a2. Stimm«:„Ick hau dir in'n Iestchtserter, det olle Blumen. töppe wackeln!" Sipo(dazwischentretend):„Was ist hier los? Ruhe hier! (Zur festen Type):.ähaben Sic hier sonen Klamauk gemacht?" Kesse Typ«:„Icke? I Iott bewahr«! Der atte Mann da hat sestonkat.." Sipo(sich entfernend):„Senn Sie jetzt nicht sofort an«» emandergehen. nehme ich Sie alle mit aus die Wichel" Die Meng« verteitt sich. Alter Herr(entrüstet):„Da» ist doch unerhört... noch nicht da gewesen." Kesse Typ«:„Wat is noch nich da jewesen?" Alter Herr(außer sich):.Lerrrrrr?" Kesse Type:„Sein Se froh, Herr, det ick vamög« Ihres erjrauten Hauptes so an mir hakt«... der erst« Schlag war Kinda« mord... der zweet«... Leichenschändung!" Frau in der Würseibud«:„Emiiiil, u muß det zurück nehm', det von die Spickaals!"« Mann:„Hörn Se, det mit die Spickaale, de! nehm' S« sofort zurück!" Kesse Type(lachend):„Mach mal de Wade frei, ick säg' dir an, det dir de Krampsadern varosteN!" Mann:„Kitzelt dir woll. mal im Svmmo Schütten zu fohrn, wat?" Kesse Type:„Lange»ich uffjewischt worn, wat?" Frau(keifend):„EeeeeemiiiiiiU" Sipo(dazwischentretend):„Schon wieder Rodaul Ich habe Sie schon seit längerer Zell beobachtet.'.. Sie werden setzt aufge- schrieben! Wte heißen Sie?" Kesse Type:„Wie ick uss de Welt kam, ham se mir sor de Nachjeburt jehalten... ick leide seitdem tnfolj« ftobc Dernoch- lössigung an kronologische Iedächnisschwäche!" Sipo:„Ich nehme Sie jetzt mit. vielleicht werde» Si« in der Zelle Ihr Gedächtnis wiedersinden!" Kesse Type: ,Lck leiste Widastand jejen die Stoatsjewall!" Sipo:„Dogegen gibt es Handschellen. Kommen Sie jetzt fteiwlllig mit oder..." Kesse Type(drohend):„Sie wolln woll ooch mal'nen Mulscs Auge öber't Chemiset kullan sehn?" Sipo kämpft mtt ihm und legt ihm Handschellen an. Kesse Type(wird abgeführt, drohend):„Possen Sc ja uss, Herr! Ick kotz Ihn' in'n Schlund, det Ihn' de Seele varostet'." Sipo:„Sie werben sich vor Gericht wegen Beamtenbelei- digung zu verantworten haben!" Kesse Type(schreiend):„Wird ma een Bagnigen sein! Wenn schon, denn schon! Lange»ich mtt'n vabuttdcnen Kopp aus'm Charttesenster jekiekt. lang« nich Sipo:„Merken Sie sich recht gut. was Sic jetzt sagen, Sie werden alle» vor Gericht wiederholen müssen..." Lesse Typ«(atemlos):„SBird jemacht! Dan» steh tck womöglich noch in die Sonniachs.zeituitg und krieg-'n Filmengasche- mang noch Honululu! Ick hau Ihnen dermaßen schief und krumm, det Se tn teerten Sarg nich rin passen! Ick schmeiß Se an de Wand. det Se al» Relief dran kleben Meint und Ihnen de Mordkommlssion abkratzen muß! Ick. ick. ick.. Six. führt ihn ab. 1 3W Leipzlaer Str./ Alexanderplatz/ Frankfurter Alle« / vsUe Alllance- Str./ Brunnenstr./ Kottbuser Damm/ Andreasstr./ Chausseestr. NeRgeoibgatis«griehalten- Bbit gnd CenCss sind rem Terssid aosgMehlstuii-»«rbut imit Vorrat Stadlküche Leipziqer Str., V. Stock Zentrum Nr« 8533— 39 uti Ä Speisen, Einzelgerlchle, Kalte Piatfen, Mayonnaisen, Eisspeisen, Torlen usw. Ver!an?.Sied.Zasen110 lioilak«................ Plund 1.08 I Pa. Kassier mild gesalzen...... 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Fiund 1,20 Teeg'bäcic.................... Pfand 1,20 Schokoladenkeks.......... Pinnd 1,30 Vollmilch-Schokolede...3 Tafein 1,00 Vollmilch- und Vol mllch• Nuss- ScIiok'Jadg, hocliwrui- e Qncl. 3 Talein 1,13 riarzIpankartoff.n.Teegeback, ptd. S5?t. Pfallnenmlschuus;........... Pmnd 1,00 | Spekulatius............... Pfand... 1,40 Hausm.-Leberw.ptd. 1,C0 FleisdlWUrSt.... Pfund 1,20 Feller Speck.... Pfand 1,20 Jagdwurst....... Pfand 1,20 Mellwursl a Br. Art.Pfd. 1 ,40 Hildesheimer(Art) Pfd.l, 40 ff, Leberwurst... Pfand 1,60 Schlnkenwursf..Pfund 1,60 Schinkenspeck.. Pfund 1 ,65 Teewursl n. Eng. Art, Pfd. 1 ,70 GeMsel und wild GSIISS gcirvrcn...................... Pfand Ttm 79Pf an Junge Enten......................... Pfand 1 ,40 Fette SuppenhQImer.......— Pfand 1 ,25 Hirschrücken........................ pmnd 1,30 bimgutea f Oderbrfieher Fettgänse Zu Tageaprefaen Frische Waldhasen O&jlPlHI'llHfWM' ____________________'Kabliauo. K,iinz.Pfa.24pf.'Ii � rollalcln. r.._. ,'70'Seelachs#. K. tg. 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I•' 1922er DnrjJerFaUtlay eleganter 010 0(\x .iloseiwein....................* fc./ 1921er GrönstadferREtti, Natur- 025 OJ00 •cwlohs........................ Ä tb I 1922er Nackenb. FenchellJcr•• Q45 0050 ii-i'-lna abfü lang Aag. tiaagiofl 4. 4»«» 1924er Graves de Cerons, eleg., 073 O COO] süss vorzüglicher D raen-We n 4. fc J 1924er WinkelerHasensprung. SM Q �50 j he, vertagen er, ho neauer..... J 4»» 1917er Küdeoheim. Engerwe*, ApO] Rottani E:es in"..............~\ Beaender« pieijwer.er Tlac'iweln:.»cn 19263r WeilifirerAIleniorsinl � 12 rhilnp'tl;. Weis;«;\ vortJtl. re'.-lcj'g- Oaal hlndi 1 15' 1.1 ,21 CoacvealütSrt: Cara�ao, Eaib nnd QM Halb, Cb.-3raadT. 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Der Nachricht aber, daß die italienische Währung stabilisiert wird, darf man auch dami Glauben schenken. nachdem sie offiziell gemeldet und von Mussolini durch eine Rede, tn der er seine Verdienste zu unterstreichen nicht unterlieh, bestätigt wird. Am 21. Dezember hat der Minislerrat einen. Erlaß angenommen, der die Banca d'Jtalia, die italienische Zentralbank, verpflichtet, vom 22. Dezember ab die italienischen Banknoten gegen den entsprechen- den Metallwert umzutauschen. Di« Maßnahme hat eine doppelte Bedeutung. Einmal bedeutet sie, daß auch, noch dem Gesetz die italienische Währung fortgn als stabil gelten soll, nachdem schon seit etwa dem Monat Mai die italienische Lira auf den internationalen Börsen nur verhältnismäßig geringen Schwankungen unterlag. Zum anderen ist sie eine Neuerung im italienischen Finanz- wesen überhaupt, denn nicht«rst seit der italienischen Jnfla- tion, sondern bereits feit dem Jahre 1894 wurden die italienischen Noten nicht in Gold umgetauscht, so daß Italiens Währung schon seit über 30 JahrM eine Papierwährung war. Was wird die Lira gelten? Vom 22. Dezember an sollen 19 Papiorlire einem Dollar, 92,46 Lire etwa einem Pfund Sterling und 3,66 Papierlire einer Goldlira entsprechen. Rechnet man das gegenwärtige Auszahlungsverhältnis von Mark gegen italienische Währung in Berlin um. so entsprechen etwa 4,54 Lire einer Reichsmark. Der italienische Staat sä)«int die Stabilsiorung der Währung dazu zu benutzen, die g e- samt« Staatsschuld gegenüber der Banca d'Jtalia zu tilgen. In dem italienischen Kommunique heißt es etwas dunkel, daß der sich aus dem Unterschied zwischen der alten und neuen Goldparität ergebende Mehrwert Eigentum des italienischen Staatsschatzes bleiben wird und als Tilgungsgrundlage für die Staatsschuld bei der Zentralbank dienen soll. Die Golddeckung der umlaufenden Noten, rund 17,5 Milliarden Lire, wird aus 81, die Deckung der Bankoten und anderen Schulden der Banca d'Jtalia auf 57 Proz. berechnet. Die Banca d'Jtalia soll seit anderthalb Jahren ihren Devisenbestand verfünffacht haben und Hot ihren Gold- bestand mit 1,17 Milliarden Lire ziemlich konstant gehalten. 125 Millionen Dollar Stabilisierungsaaleihe. Den entscheidenden Grund für die Stabilisierung im gegen» wartigen Augenblick wird man in einer Stabiliflerungsanleihe zu erblicken haben, die am 21. Dezember, also wenige Stunden vor Erlaß des Stahllisierungsdekrets. in London abgeschlossen worden ist. Italien erhält von dem New Docker Bankhaus Morgan 50 Mil- Lonea Dollar und 75 Millionen Dollar— an denen fast sMtlich« Zentralbank«, von Ländern mit stabiler Währung(wohl auch die Zeutschs Reichsbank) als Kredit gsher beteilig sind— durch die Vermittlung der New Docker BundesveserveSank und der Bank von England. Zweifellos wird man in- dieser großen Auslandsanleihe, die den italienischen Staatskredit endgültig wiederherstellt, den �Hauptgrund für die plötzliche Stabilisierung zu erblicken haben. Ebenso zweifellos gibt es ober auch starke wirksame wirt- schaftliche Gründe. Wenn Mussolini auch bestreitet, daß die Wiedererstellung der Goldparität der Vorkriegszeit jemals zum Pro- gramm der faschistischen Regierung gehört habe, so kann nach den bisherigen Aeußerungen der italienischen Regierung nicht daran ge- zweifelt werden, daß die jetzige Festsetzung der Goldparität ebenso wenig zu ihrem Programm gehörte. Roch im November hat sie jede dahingehende Absicht energisch bestritten. Auf der anderen Seite hat die wirlschaflliche Lage Italiens � die westere Aufwertung der italienischen Währung zu einer llnmög- lichkcit gen, acht. Seit Herbst 1926 steht Italien in einer heftigen Deflationskris«. Berichte über die wirkliche Lage zu geben, war von der italienischen Regierung den Zeitungen und Korrespondenzen zwar verboten, aber es konnte auf die Dauer doch nicht verschwiegen werden, daß die Konkurse im Monatsdurchschnitt 1927 um 50 Proz. gegenüber dem Borjahr gestlegen und daß die Arbeits- losigkeit mindestens dreimal so groß ist als im Jahre 1926. Dabei ist es der italienischen Regierung trotz der größten An- strengung nicht gelungen, die Kleinhandelspreise und die Mieten der gebesserten Valuta anzupassen, so daß der Kampf zur„Verteidigung' der italienischen Wirtschaft und Währung aus dem Rücken der arbeitenden Massen, Angestellten und Beamten durchgeführt wurde. Die Preise blieben unerhört hoch, und Italien ist heute das teuerste Land der Welt. Um dem Widerstand der italienischen Industrie gegen die Deflationssolgen zu begegnen, hat Mussolini den Beamten die Teuerungszulagen zum größten Teil ge- strichen und die Löhne in einem Ausmaß herabgesetzt, daß Italien heute unier der schwersten Konsumkrise steht. Für die Weltwirtschast wird dennoch die Stabilisierung der italienischen Währung einen Fortschritt bedeuten, und«s wäre zu wünschen, daß auch Frankreich bald mit der Stabilisierung des Franken folgen wird, nachdem es das letzte der großen lateinischen Länder ist, das die gesetzliche Stabilisierung noch nicht durchgeführt hat. Mussolini wird natürlich die Stabilisierung der Lira als die Glonztat des faschistischen Regimes oerherrlichen. Aber ebenso sehr wie die Stabilisierung ohne Faschismus früher und mit dem- selben Erfolge gelungen wäre, ebenso wenig wird der Faschismus die großen Schwierigkeiten, die mit der Stabilisierung der Währung im Wirtschaftsleben verknüpft sind, zu erleichtern vermögen. Bisher hat sich der italienische Faschismus nur dadurch ausgezeichnet, daß er alle wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch ein Wirtschafts- und Lohn- system zu beheben versuchte, da- scharf privatkapitalistisch und arbeiterfeindlich war. Auch in der Zukunft ist vom Faschismus nicht zu erwarten, daß er etwas anderes fein kann als im höchsten Maß« wirtschaftlich und politisch reaktionär, was die Behebung der heutigen Äonsumkrise. die nur mit einer Steigerung des Massenkonsums denk- bar ist, fast unmöglich machen muß. « Auch van Rumänien wurde gemeldet, daß es feine Währung zu stabilisieren beabsichtige: die rumänische Rationalbank dementiert die Meldung. Ilm aber weitere Spekulationen zu verhindern, wird darauf hingewiesen, daß he, einer eventuellen Stabilisierung die Festsetzung des Goldkurses noch dem jeweiligen Preise erfolg«, den die rumänisch« Valuta im Ausland finde. Täuschungsversuche! Gefärbte Teigwaren als„Schuh der nationalen Arbeit". Der Bund deutscher Nahrungsmittel-Fabri- Honten und-Händler, Sitz Nürnberg, hat sich schon verschiedentlich bemüht, einwandfreie Kennzeichnungen und Herstellungsvor- fchriften für Nahrungsmittel durchzusetzen. Er veranstaltete ge- legenlliche Zusamm«ckünste aller Interessenten, als da sind FobrU tonten, Händler» Nahrungsmiltelchomiker und Verbraucher, umer Hinzuzichung von Regicrungsvertrctern, und stellt« Richtlinien aus. Diese finden anerkennenswert« Beachtung aller der Kreis«, die Wert daraus legen, einwandfreie St ahrungs mittel herzustellen und zu vertreiben. Im März dieses Jahres wurde nun in einer solchen Zusammen- kunst beschlosien, die Regierungen zu ersuchen, ein Färbeoerbot für Teigwaren(Nudeln, Makkaroni usw.) zu erlassen. Merk- würdigerweise' haben nun hinterher einige Handelskammern, voran tär H a nde l s k a m m e r v o n Hildesheim,«inen Sturm gegen das zu erlassende Färbeverböt veranstaltet. Wie immer, schützt man in' solchen Fällen„nati virale Belange" vor. Man behauptet, daß Teigwaren, die aus deutschem Weizenmehl hergestellt seien, grau und unansehnlich sind: daher sei es srüher schon erlaubt gewesen. Teigwaren zu färben, wenn sie entsprechend, d. h. also gefärbt deklariert seien. Nun ist aber Tatsache, daß diese Deklaration, die sich vielsach nur aus Kisten und den Rechnungen be- findet, dem letzten KäufcrgarnichtZuGesicht kommt: die Hausfrau wird also, wem, sie gelbgesärbte Teigware ersteht, in den Glauben oersetzt, sie hätte richtige Eier wäre vor sich. Darauf aber kommt es an, daß die Hausfrau der Ware ansieht, ob sie eine Eierware oder eine einfache Mehlware vor sich hat. Bon diesem Gesichtspuntt aus müßten die K o krs u m s n t e n fordern, daß. wenn sie gelb« Ware bekommen, es eben auch Eierware ist. Wir möchten hoffen, daß sich die Regierung nicht durch das Geschrei irgendwelcher Jnteresjentengruppcn von ihrem löblichen Vorhaben, ein« Verordnung zu«rlasien, die das Färben von Teig- waren verlkietet, abbringen läßt. Einer der größten Teigwarenfabri- kanten, die G r o ß« i n k a u f s g e s e ll s cha ft. Deutscher Konsumvereine m. b. H., die in Riesa-Gröba eine Teigwaren- fobrif betreibt, teilt uns mit daß sie selbst sehr energisch für das Färbeverböt eintritt. Uns ist das Urteil um so wichtiger als die GEG. feit jeher jede Täuschung des Publikums bekämpft. Daher fordern auch wir das Färbeverbot und warnen die Hausfrauen, sich durch die noch üblichen falschen Kennzeichnungen der Teigwaren irre- führen zu lassen.__ Verfieckie Gewinne der presto-Werte. Steigender Llmsay.— Außeadnuk auf die Sivideade. Die Prcsto-Automobil- u>ü> Fahrradwerke A.-G.-Chemnitz war von jeher sehr vorsichtig. Daher überstand dieses Unternehmen auch die schwere Absatzkrise in der Antoindustm vor zwei Jahren gut und tonnte seiiiei, Aktionären von 1924— 1926 die für eine Krisen- zeir ungewöhnlich hohe Dividende von 12,12 und 8 Proz. zahlen. Außerdem wurden noch im letzten Jahre von den Betriebs- gewinnen fast 700 000 M. für Abschreibungen verwandt, so daß die lwertigen.Maschinen und Betriebsemrichlungen mit nur 1 Mark zu Buch standen. Wenn in dem Abschluß für 1926/27 „nur" ein Reingewinn von 217 000 gegen 310 000 M. ausgewiesen und die Dividende von 8 aus 6 Proz. ermäßigt wird, so will dies filr das Gewinnergebnis des letzten Jahres noch nichts besagen: denn auch diesmal sind wieder hohe Abschreibungen aus die neuen Zugänge an Maschinen und auf Grundstückswerte in Höhe von 0,35 Mill. M. vorgenommen worden. Die von 2,0 auf 2,4 Mill. M erhöhten Handlungsunkosten sind auf die Steigerung der Umsätze zurückzuführen, die schon aus der von 8,2 aus 12,8 ge- stiegenen Bilanzsumme zu. ersehen Ist. In der Bilanz weisen Grundstücke, Maschinen und Anlagen Zugänge von fast 2,0 Mill aus. die zur Hälfte aus der restlichen Kapitalerhöhung von einer Million, zur Hälfte„über Betrieb" finanziert wurden. Wie Put dos Wert beschäftigt sein muß, geht aus den mit 4,6 Mill. M fast vervierfachten An- Zahlungen und Aerpsüchüingen hervor, während die For- derungen gleichfalls erheblich, von 2,8 auf 3.9 Mill. M. und die Porräte um 2.0 auf SD Mill. M stiegen Der schon bedeutende Reservefonds wurde weiter von 1.1 auf 1,34 Mill. M. aufgefüllt ein Drittel des Zlktienkapstals, während für sichermtgen eine weitere halbe Million zurück- und beträ Löhne un gestellt ist. Das Unternehmen steht also, wie in den letzten Jahren, sehr gut da, woran auch die Herabsetzung der Dividende nichts zu ändern vermag, die vermutlich von der Nationalen Automobil A.-G.(AEG.- Konzern) wegen der bevorstehenden Fusion gewünscht wurde. Diese Tatsache mag für die Börse eine große Enttäuschung gewesen sein, die noch im Herbst aus die Nachricht, daß die Autoproduktion der Prestdwerke bis zum Mai 1928 verkauft sei, die Kurse für Prestoaktien hochtrieb und mit einer 12° bis 14prozcntigen Dividende gerechnet hatte.'_ Spiel mit verdeckten Karten! Eine Zweckfchrist gegen öffentliche Werke. Unter dem Titet„Die Regiebetriebe der Gemeinden" hat Herr Dtplom-Ingenieur Hans Ludewig-Berlin eine Broschüre gegen die gleichnamige Broschüre ites„Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter" versaßt. Das. wäre an sich nichts Be- fonderes, woraus es aber ankommt, ist, daß Herr Ludewig die ersten leitenden Fachleute, die in der kommunalen Gas- und Clektrizitäts- industrie tätig sind, als Nichtfachleute abtun will oder als einseitig politisch orientierte Persönlichkeiten hinstellt. In der Broschüre werben weiter Aeußerungen sozialistischer Kommunalpolitiker und sonstiger politischer Persönlichkeiten als Gegner der öffentlichen Wirtschast vcrösfentlicht. Ludewig bringt das fertig, indem er Aeuße- ' ere Sozialist oder G rungen, die der eine oder ander Gemeinwirtschastler einmal getan hat, aneinanderreiht, ohne die Zeitverhältnisse, unter denen die Aeußerungen gefallen sein mögen, zu berücksichtigen. Das mußte Ludewig tun, wenn der Zweck seiner Broschüre, gegen die öffentliche Wirtschast Stimmung zu machen, erreicht werden sollte. Luldewig stellt den„Verband der Gemeinde- und Staats- arbeiter" als Interessenvertretung hin, er bezeichnet sich selbst also damit als„voraussetzungsloser Wissenschaftler" Wer ist aber nun der Diplom-Ingenieur Hans Ludewig? Ludewig ist Angestellter im„Bund derElektrizitäts- Versorgung Deütfschlands"(„Elektrobund"). Der„Elek- trobund" ist nicht mehr und nicht weniger als eine Vereinigung der- jenigen, die an den in Prioathand befindlichen Clektrizitäts- Unternehmungen Interesse haben. Dieser Bund hat vor allen Dingen die Ausgabe, die kommunale Elektrizitätswirtschast zu bekämpsen. Schamhaft verschweigt Herr Ludewig, wer er ist, weil er wohl wußte, daß dann seine Broschüre schon aus den ersten Blick als Tendenzwert gefährlicher Art erkannt worden wäre, was sie ja auch tatsächlich ist! Es muß schlimm bei den Gegnern der Gemeinwirtschast aus- sehen, wenn sie zu einer solchen Kampfesweise greisen. lieber raschende Verluste bei der Sauerbrey-Maschineufabrik. Roch im Juli, also berests einen Monat nach«chluß des Ge- schäftsjohres 1926/27. trat die Verwaltung der Sauerbrey A.-G.. Maschinenfabrik in Staßsurt der Bärsenmeinung über die günstige Lage des Unternehmens und eventuelle Wiederaufnahme der Dividendenzahlung nicht entgegen. So mußte der kürzlich ver- öffentlichte Abschluß, der einen Berlust von rund 340000 M, also f a st 30 Proz. des Aktienkapstals, ausweist, allgemein über- raschen. Dies um so mehr, als die Sauer brey-Betricbe- Haupt- sachlich für die ch«misch el Großindustrie und den Kali» b e r g b a u arbeiten, also für Jndustriezweigo. deren ständige Weiterentwicklung und Rationalisiexungsmaßnahmen auf gute Be- schästiguinz der Lieferwerke schließen lassen. Dagegen spricht der Geschäftsbericht von verringertem Umsatz, Arbeiterentlassungen, Kurzarbeit für den Rest der Stammarbesterschaft und von einer erst im März eintretenden Besserung, die das Ergebnis nicht mehr beeinflussen konnte. Der Verlust ergibt sich aus der Gegenüberstellung der von 0,73 aus 0.26 Mill. M. g e s u n k e n e n Betriebsgewinne mit den II n k o st e n von 0,57 Mill. M. und den sehr niedrig gehallenen Abschreibungen von 55 000 M. Die Anlagen erscheinen fast unverändert mit 1A Millionen, dagegen hat sich die finanzielle Lage sehr verschärft. Auffallend ist das Anwachsen der S ch u l d e n. die sich von 0,54 auf 0,9 Mill. M. erhöhen, während die Forderungen von 0,29 auf 0,23 Mill. M. zurückgingen. Die Vorräte, in denen Rohmaterial und Fertig- waren zusammengesaßt sind, haben sich trotz des gesunkenen Um- satzes von 0,41 auf 0,52 Mill. M. erhöht. Da auf der General- Versammlung keine Sanierungsvorschläge gemacht wnr- den und der Verlust auf neue Johresrechmmg vorgetragen wird, scheint die Verwaltung viel von dem Ergebnis des lausenden Jahres zu erwarten. Wie der Vorsitzende mitteilte, liegt jetzt bereits ein Auftragsbesiaiid vor, der den Gesamtumsatz des letzten Jahres um über 30 Proz. übersteigt, während weitere größere Ab- schlösse bevorständen. Der Gipfel der Miesmacherei. Die Direktion der Maschinen- f ab rik A u g s b u r g- Nu r n b e r g hat von ihren großen Kollegen an der Ruhr gelernt, daß man klagen muß. ohne zu leiden. Auf der Generaloersammlung wiederholt« der Vorsitzende zur Begründung des dividendenlosen Abschlusses— der gesamte Reingewinn von über einer Million soll auf neue Gewinn- rechnung vorgetragen werden— dos jetzt reichllch abgedroschene Schlagwort von der Mengenkonjunkwr bei schlechten Preis«,. Im übrigen gehe die„sogenannte"(!) Kanjunttur ihrem Ende entgegen. Daß es mit dem Ende der Konjunktur zumindest bei dieser Gesellschaft noch gute Welle l)at. mußte sich der Herr Vorsitzende allerdings gleich darauf von einem anderen Vorstandsmitglied sagen lassen, der den gegenwärtigen Auftragsbestand mit 86 Millionen(!I) bezifferte. Diese enorme Summe bedeutet einen mehr als vierfachen Umschlag des Kapitals von 20 Mill. M. Das Ausland ist an den Aufträgen mit 27 Proz. be- telligt. Gegenüber den, vergangenen Jahr hat sich der Auftrogs- bestand mehr als verdoppelt und sichert fast sämtlichen Be- trieben bis llherIuni 1928 hinaus volle Beschäftigung. Wenn dies nach dem Herrn Aufstchtsralsvorsitz enden nur eine„sogenannte Konjunktur" ist, möchten wir Ihn fragen, was er dami unter einer wirklichen Konjunktur versteht. Zum WelhnacfrfsEeft Kaffee Haa=6efdienkdofen jtutl. Sdiauspiilli. >» üeuijmtnmarfci T'j Uhr Staat). Sdiillertli. Charlottenburg 8 Uhr Web dem der lügt Volksbühne ThcafM an �lovplah 8 Uhr Tb. an Sitiltfbaginlaniii 8 Uhr: Schieber des Bubms | h'Komlsdieöper�l ! Alles Nackt!| 1 Nach darwTout nua. 200 Mltw. Original- Pariser Kostüme Parkett 3,50 Mk. I | Theaterkasse ununtarbr. geöffn.| ■SeMam M(Original) Fralelllni imd andere weltberühmte, nrm ersten Male 1& Berlin aal- tretende Internationale Stars AnbeidenFeler laden le 2 Vorslemmden 3a u. I Uhr— 3*> zu•rmbQlgtan Prtisan da« fiozt Programm. Sonnabend geschlossen! 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