Abendausgabe Nr. 606 B 300 44. Jahrgang LüSchentNch 79 Pfennig. aumaSch S.— Retchsmart.»» voraris zahlbar. M»er Streifband im In- and fü». fand 3Ä) Reichsmark pro 231c aal # V«.LonoSrts* mü Dpi rtJaftrifr» ten Sonntagsbeilape.Volk und Aet!� fowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen�.Äus der FUmwelt". .Stadtbeilage�.Frauenitimme". .Du Ainderfrevnd"..Iugend»var- wärts".Blick w die Düchenvelt". .Sulturarbelt" und.Technik- ersch'eint wo�entSglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Aeeliner Soiksblatt Kreiiag 25. Dezember 1922 10 Pfennig Ote e t n i p a 1 1 1 g e Ronpareiüez«», 60 Pfennig Retlamezell» 5.- Reichs mark.Kleine An eigen" das lenge druckt» Man LS Pfennig(zulässig zwei lettgedruckt» Worte),(edes weiter» Won l2 Pfennig Stelleugesuch» das erst» Won IS Pfennig,(edes weiter» Wo« iil Pfennig Wort» über 15 Buchslab»« zählen für zwei Worte Arbcitsmcrfj �eile 60 Pfennig Familienanzeigen sjn Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeiger»' annahm» tm Hauptgeschäft Linden- ftraß«5. wochenl'ägl von 6% bis 17 UhQ Aenteakovgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhosi Ks!— A7 Telegranim-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwäris-VerlagIitik und den kam- wenden Wabicn besch'flwte. Das Referat Halle der Landtags- abgeordnete 55 ch w e ch i, der ,u>on den begangenen Fehlern nichts beschönigte" Bericht der.Äreuzzeiwng": „In der Aussprache wurden die beiden chaupfehler, D o w e S- Vertrag und Lerlänier-mg des Republikschutzgesetzes, sehr«ingehend behandelt. Man forderte bewusitcres Eintreten für die Monarchie, stärker« Betonung der völkische« Ziel« und» energische Schritte zur B e s« I i i g u n q. d e s Domes- Plan«. Dem Abgeordneten S ch w« ch i sprach die Versammlung ihr Vertrauen aus. bekannte aber offen, daß sie den Ja- So gern des Dawes-Bertrags ihr Vertrauen nicht mehr schenken könne." Der Reichstngsabgeordncte der Deuischnationalen im Kreise Köln- Ancken ist Herr W a l l r a s—. I a- S a q e r bei der Domes- Abstimmung. Ibm galt dos Mißtranensootum. Die Deutschnatio- Tiden erzielten im Dezember 1923 bei der Rdichslagswahi 64 000, Stimmen im Kreise Köln-Aachen. Es reichte knapp zu einem Mandat. vllso: Wallras ode? I Mussolinis Angriffsvertrag. pariser Linksproiest gegen faschistische Angebote. pari». 23. Dezember.(Eigenbericht) Das Vünbnisangebot. das. die faschistischen Blätter gleichzeitig mit. ihren Forderungen an Frankreich gerichtet haben, und da, Frankreich gegenüber Deutschland einen angeblich besseren Schulz gewährleisten wallte als die Lorarno-verträge. hat die französische Linkspresse zu heftigem Protest auf den Plau geruscn. Das „Oeuvre" bezeichnet es als vollkommen unannehmbar, daß Italien als alleinige Gegenleistung für feine übertriebenen Forderungen einen„netten kleinen Ossensivvertrag" gegen Deolfchlaod anbiete. Darauf könne Frankreich unter keine» Umständen eingehen, denn Ztaiien sei ei» viel zu unsicherer Kantonist. zumal es noch vor kurzem veulschland ein Bündnis gegen Frankreich angeboten habe. poincare im Senat geschlagen. Paris, 23. Dezember. In der Debatte über das Einnahmebudget im Senat entwickelte sich eine Aussprache über die Entschädigung der«Iiemoligcn s r a n- zosischen Kriegsgefangenen in Deutschland. Pensionsnünister Marin erklärte, beim Abschluß des Friedens Hobe eine englische Note darauf hingewiesen, daß unter den von Deutschland wiedergutzumachenden Schäden auch diejenigen ein- begrifsen sein müßten, die sich aus der mongelhasten Ernährung der Gefangene» in Deutschland ergeben hätten. Diese Forderung sei in den Versarller Vertrag aufgenommen und mit 1 54 Milliarden von den Alliierten beziffert worden. Die Regierimg schlage nun für dieses Budgetjahr die Auswcrfung einer Summe von 8 Millionen vor, wobei eiste Gesamtsumme von 50 Millionen, verteilt aus 7 bis 3 Jahre, im ganzen hierfür einzustellen wäre. Ministerpräsident Poinearc pflichtete der Summe von 5 Millionen für dieses Budgetjahr bei. Der Berichterstatter Senator Chcron widersprach im Namen des Finanzausschusics unter dem Hinweis, daß die eize- inaligen Kriegsgefangenen eine volle Wiedergutmachung wünschten und mit dem Vorschlag lüchi zufrieden sein würden. Eine volle Wiedergutmachung würde aber aus 600 bis 700 Millionen zu stehen kommen. Der betreffende Artikel wurde in der Abstiminuna ab- gelehnt. Schweizer in Italien verhastei. " Basel, 22. Dezember. Zwei junge T e s s i n c r, aus dem Wege, nach Loearno, bc- begonnen in dem Klauben, bereits auf Schweizer Gebiet zu sein, c i n revolutionäres Lied zu singen. Der Kapitän forderte sie aus, dos Singen cinzustelien. Da sie dieser Slussorderung nicht nach- kamen, wurden sie verhostet und nach G a n a b b i o in Italien ins Gefängnis abgeführt. Die Schweizer Behörden haben Schritte unternommen, um die Freilassung der beiden Verhafteten zu erreichen. Aegyptischer Befreiungsversuch. Lim die Revision der„Kapitulation".— Engtand nicht grundsätzlich ablehnend. London, 23. Dezember. Aegyplijche Blätter hatten gemeldet, daß die ägyptische Regierung beabsichtige, die Kapitulation smächtc zu einer Internationalen Sonseren; zur Reuregelung gewisser Bestim- mungeo der Kapitulationen einzuladen, halbamillch wird dazu erklärt: Die britische Regierung weiß bereits feit einiger Zeit, daß die ägyptische Regierung beabsichtigt, einen solchen Schrill zu tun. E» wird erwartet, daß die britische Regierung bereit sein werde, au einer solchen Konserenz t e i l z u- nehme», wenn die Bedingungen der Einladung scststehen. -- „Kapitulation" hat im Kriegsrecht den Sinn der Uebergabe. Hier ist er oölkerrechklich gebraucht. Kapitulationen sind die von „christlichen" Mächten, zum Teil bereits im Mittelalter, mit orientalischen Staaten abgeichloffonen Verträge, die dahin gingen und gehen, daß die Untertanen der christlichen Mächte der Gerichtsbar keil der Orientalen nicht unterworfen trxiren, sondern vor ihren eigenen Konsuln als Kläger, Angeklagte oder Beklagte erscheine» dursten. Die Türkei hat sich von diesen Verträgen bei ihrem Eintritt in den Weltkrieg losgesagt. In früher türkischen Gebieten, wie Aegypten, gelten sie noch heute; ebenso zum Bei'v'el in China, wo mir 7�>"rsckwnd und die Sowjetunion derartige Vorrechte nicht mehr besitzen. Die oben wiedergegebene halbamtliche Reutermeldung zeigt deutlich, daß es sich jetzt bei Aegypten nicht etwa um die Abschaffung, sondern nur um eine'Abänderung einzelner Teile des bestehenden Kapitulationssystems handelt. Darüber zu verhandeln, lehnt England natürlich nicht etwa grundfätzlick von vornherein ab. Um so geringer wird d»s praktische Ercc!r»s-für Aegypten fein.__ Moskau über Kanion. SrNämng gegen die Würger der nationalen Bewegung. TNoskav, 23. Dezember. Die Presse verössentiicht eine von Tfchitfcherin unterzeichnete Er« klärung des Volkskommissariats für auswärtige Angelegenheiten, in in der es heißt:„Die Wcrklä'igen der Sowjetunion betrauern tief den tragischen Tod der Genossen, die von den Henkern und Würgern der südchmesischen Konterrevolution zu Tod« gefoltert wurden, doch ist ihr Märtyrerblut nicht vergeblich geflossen. Das 400-Millionen- Volk kann auf feinem Wege zur Freiheit nicht aufgehallen werden, »nd jene militaristischen Eljauen, die sich aus Führern der Nationalbewegung In ihre Würger verwandelten, werden restlos hinweggefegt werden. Das befreite chinesische Volk wird die von seinen Unterdrückern hingemordeten Sowjetfrcunde nicht vergessen, und ihr Andenken wird die mir Blut zusammengeschweißten Völker zweier großer Staaten noch fester verknüpfen. Die Sowjetregienmg erblickt in den unerhört barbarischen Akten der chinesischen Konter- revolmion und der hinter ihr st.ehende» Kräfte de» Ausdruck einer Offensive gegen die Sowjetunion. Indem die Sowjet- union ihre Friedenspolitik fortsetzt, die in dem Abrüstungsvorschlag auf der Genfer Konferenz erneuten Ausdruck fand, ist sie zugleich aus das Schlimmste gefaßt«nd wird nicht unvorbereitet überrascht werden. Im Nomen der Sowjetregierung protestiert das Volkskommissariat für auswärtige'Angelegenheiten vor der ganzen Welt gegen die Ausschreitungen der chinesischen Konterrevolution. Die Sowjetregierung behält sich das Recht vor, alle Maßnahmen zu treslen, die sie für NvI wendig erachten wird onge- sichts der blutigen Verbrechen, die in Südchina gegen die Sowjet- union verübt wurden. Diese bestialischen Akte können nicht u n g e st r o s t bleiben." Aus der Tätigkeit der Gpit. Sine monarchistische Organisation in Odessa? Die K P II. hat anläßlich des zehnjährigen Jubiläums ihres Be- stchens gewissermaßen sich selbst>eiii A e b u r l s t a g s g e s che n k dargebracht in Farm einer oiisgeöeckicn mornrnhislischen Organisation in Odessa. Es Hankelt sich dabei angeblich um Anhänger des Groß- � fürsten Nikolai Nikolaiwitsch. Die Organisation soll die Sprengung von Eisenbohnbriicken imd Attentate aus hohe Sows tbeanite vor- bereitet hoben. Alle Mitglieder der Organisation— 42 an der Zahl— sind verhaftet, darunter auch einige Offiziere der Roten Armee, Sowjetbeamre und mehrere Emigranten, die aus ille- galem Wege über die rumänische Grenz.- nach Rußland gekommen sind. Das Zentrum dieser Organisation soll sich A n B u k a r e st Minden. Etwa zwei Dutzend leitender Persönlichkeiten der GPil. ist der „Orden der Roten Fahne" verliehen worden. Oirfchau als polnischer Holzhafen. Ein Druckmittel gegen Litauen und Danzig. Warschau, 23. Dezember. Die polnische Regierung hol endgültig beschlossen. Dl schau zu einem Seeholzhasen anvzitbauen. 3« dem Budget für 1927 23 ist schon die Summe von einer Million 3 l o t n sü' tü-K- Zweck vo gesrhcn. -i- Dtrschau liegt 30 Kilometer südöstlich von Danz.g, am itnion Ufer der Weichsel. Es ist eine uralte Stadt, schon um 1200 in einer polnischen Säenkunacurkundc an den Johanmlerorden ge° normt. Es kam bei der ersten Teilung Polens an Preußen, gehört jetzt wieder zu Polen. Die polnische Regierung hat jetzt 470 000 Zkoty als erste Rate in den Staatshaushalt eingefetzt, um aus Dirschau einen„Seeholz- Hasen" zu machen. Dieser Entschluß ist in einem Augenblick gefaßt, wo Verhandlungen mit Litauen beginnen sollen, um die Holz- ausfuhr durch Litauen über M e m e l freizubekommen. Es ist also als diplomatisches Druckmittel gemeint. Aber man kann Holz aus den Wilnagcbiet unmöglich über die Weichsel transportieren So wird von dem Plan nur übrig bleiben, daß er eine K o n k renz gegen Danzig daistelli. Eine Stimme aus dem Grabe. Gegen fteodell und die Schulreattion. Genosse Dr. K. M u k l c r- Potsdam schreibt uns: Wie wenig sich dach die Zeiten und Menschen ändern! Wem ti vergönnt ist, alte Akten zu durchsorschen, um Vergangenes wieder lebendig werde» zu lassen, wer insbesondere die Kulturarbeit solcher vergangenen Zeiten studieren will, wird mit Erstaunen gewahr, dasi in der Tyt innerhalb eines Jahrhunderts die Menschen sich kaum ändern. Man schreibt das Jahr!80Sl Preußen liegt in surchtbarer Er- niedrigung am Boden. Die geistigen Kräfte sind aber wach ge- worden, wo die physischen und die der Massen versagten. Man bemuht sich von allen Seiten, diese geistigen Kräfte weiter z u e r w e cl e n, sie zu stärken und zusanimenzusassen. Die Staats- leitung hat auf FicWes, Steins und Pestalozzis Ideen hin den Plan zu einem Schulgesetz gesaßt, und in der Stille arbeiten Süvcrn, Ricolovius und andere an seinem Inhalt. Dos geht.zwar sehr langsam, aber von allen Seiten tragen Jnieresiieite Stein« herbei, daß der Lau gefördert werde. Aus allen Provinzen kommen solche Vorschläge. Auch Ostpreußen steht nicht hinten an. Mehrere solcher Borschläge— zum Teil sehr umfangreicher Art— liegen bei den Akten. Einer stammt ans Morienburg. Ein S» p e r, n t e n- d e n t H e i n e l hat ihn sehr sorgfältig ausgearbeitet und fein säuberlich abgeschrieben. Süvern hat ihn zur Begutachtung und Erledigung bekommen. Wie io viele geht ijeinel aus die körperliche Ertüchtigung der Jugend aus. Allüberall will er„Volksschulen für gym- nastische liebungen" errichten. Jedes Dort soll eine solche haben. Wie das im einzelnen gedacht ist, kann hier nicht dargestellt werden. Turnen will er lehren. Aber an einer Stelle spricht Superintendent Hemel von der Schule im allgemeine», und da steht«in Wort, das den Vätern des heuligsu Schulgcsetzentwurss, den K e u d e l l und P e l- lengar. in die Ohren gellen sollt«: „Jede Nein« Slad» und jedes Kirchdorf sollte eigentlich nur eine Schule haben, und hat sie an allen Orten, wo nichr Vorurteil, predigerstolz und-eigensinn dem össentlichcn Unterricht Hinder- nisie in den Weg legen. Nur in Westpreußen findet man oft in unbedeutendsten Dörfern zwei Schulen, in denen die Kinder auf katholische Manier M«n, schreiben und rechnen lernen, indes die anderen dasselbe aus protestantische Manier lernen. könnten nicht beide miteinander vereinigt etwas Vorzügliches lciilen urch in der Ncligion dafür dem Prediger und Zchullchrer dieicr Konfession überlassen bleiben, und durch Trennung der Knaben und Mädchen der Schulunterricht zweck- mäßiger gestaltet werden/ Doch sei dem. wie ihm wolle, der gymnastische Unterricht ist weder protestantisch, noch katholisch, noch inenonilijch, und es dari in jedem Kirch- oder Schuldars nur ein einziger gymnastischer Lehrer angesetzt werden." So Hemel im Jahre 1808! Ein evangelischer Superintendent! Einer, der es für Unsinn hall, die Kinder nach den Kaniessionen zu trennen, außer im Rcligionsuillerricht. Als hö-'lcn wir M e n s cd e n von heule, die sich gegen die Ungeheuer- tichkeit des Keudellfchen Attentate auf die freie Entwicklung des deutschen Menschen und Volkes zur Wehr setzen. Was Keudell heute will, vws sich im Cause des Jahrhunderts Gott fei dank verflüchtigte, diese unglückselige Zerreißung der zu- sammengehörenden Jugend einer Gemeinde, hier zeigt es Hemel in der Praxis tadelnd auf. Und wo lag der Grund dafür? In„Bor- urteil, P r e d i g c r st o l z und-eigensinn". Das ist sehr milde ausgedrückt. Vielleicht hätte Heine! selbst von geistlichem H o ch in u t, konsessionellcr Berbohrtbeit, Priesterherrschsucht, Unver- träglickscit und theologischer Zanksucht gesprochen, wenn er nicht sein« Amtsbrüder hätte schone» wollen. In brüderlicher Höslichkcil nennt er nur diese Eigenschaften, die am meiften in die Augen sollen. Wird es in Zuluint anders sein? Mit Nichten! Bei der ge- steigerten Temperatur unserer Tage werden die Gegensätze durch die Geist tichkeit nur �noch mehr verschärst Verlogenheit oder Sachlichkeit. Von.Hans Tasiemka. Es ist überflüssig, über die Verlogenheit und Inkongruenz des üblichen deutschen Filmmanuskripte» zu weltoii, solange d!e F:!m- reglsseure den primitivsten notwendigsten Milicustudic» aus dem W-ge gehen. Nasfimerte Phalographie. cur�gezeichnete Ehargenspicler, psiisige Nctlame, alles schön und gut! Wo bleibt aber Hein, deutschen Film die richtige Wiedergabe dcs.Milicus? Wohnzimmer in Bürgerhäusern werden zu Prunkwartrsälen, Aerztc benehmen sich wie schlecht erzogene Unterossiziere. Redaktionen sehen wie Räuder- höhle» aus. Ein Filmstar soll eine Magd darstellen. Die Dame iräg. onswlsettLS Haar und kokettiert mit ihren manükierten Finger- nageln. Begaben sich eigentlich die Regijiimre, n>emi sie proletarische Menschen.zu schildern haben, höchstpersönlich vorher in die Frank- surter Allee oder in die Ackcrstraße. um diese Menschen zu sehen. um ihre Bewegungen, ihre Rofensarten, ihr Lachen und ihr Weinen kennenzulernen?• Sie denken gor nicht daran. Der Ausnahme- leiter geht aus die Filmbörsc. Den Komparsen werden einige Be- wegunge» eingedrillt. Man schminkt sie zu Salonprolctariern um. Weder Bureau nach Fabrikhos, weder Gefängnis noch Balliaol, weder Kirche noch Rummel plag sehen in Wirklichkeil so aus, wie der deiitsche Film sie zu zeigen beliebt. Es wird geschildert, es wird be- wüßt oder unbewußt gelogen. Natürlich gibt es Äusuahnreii. Du- pont z. B. Zeigte im Aarieldfilni bis ins lxtzte genau und sorgfältig das Arlistenmnieii. Aber den wenigsten Regisseuren geling» es, Misieu und Sujet in Einklang zu bringen. Die unmöglichsten Sachen passieren. Ich sah einmal im Film inen Wanderzjrius, dessen Publikum in drei, vier Städten aus den- >elben Perionen bestand. In einem anderen Film stieg der Haupt- arsteller init einem Strohhut ms Auto und kam zwei Minuten päter mir einem Filzhut aus demselben Wagen heraus. Will ein Regisseur Reichtum choraklerisicren, so übertrumpft er den geschmock- vollsten Roftkc der Inflation. � Diese Kleinigkeiten sind von großer Wichtigkeit. Denn im Kino önzentriert sich Gesühl, Wille und Intellekt ouss Sehen, und jeder Fuschouer von Gcsckmeck wird durch Milieulügcn abgestoßen, dem Kino entkremdet. Der andere Teil t�-s Pubkikums aber, der etwa Menschen und Schauplatz der Handlung nicht gus her WirNichkel» 'ennt, wird irregeführt, wird zu falschen Erkennt,, isien erzogen Malsch« Illusionen werden erweckt und peinliche Ueberraschungen bei em ersten Zusammenstoß mit der Wirklichkeit vorbereitet. In der Milieuschilderung ist sowohl der amerikanische als auch der russisch,? Film dem deutschen durchaus überlegen. M!t welcher Liebe, r.ti. welcher Kenntnis, ml, welcher Sorgfalt sind Berusskosten, Srraßen, Kneipen, Menjchenklajjen, fremde Stadtbilder gesehen und Dem Andenken Molkenbuhrs. Zahlreiche Neileidskuadgebungen. Leim Parteioorstaird sind anläßlich des Todes Her- mann Molkenbuhrs zahlreiche Veileidskundgcbungen eingegangen, aus denen wir die folgenden hervoichehen: Dem Borstond der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands spreche ich zu dem schwere» Verlust, den dlc Sozialdemokratische Partei durch das Ableben ihres hochverdienten Mitgliedes, des früheren Reichste gsabgeordncten Hermann Molkenbuhr, erlitten hat. meine aufrichtigste Teilnahme aus. Ich werde dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren. Reichskanzler Marx. * Werte Genossen! Anläßlich des Ablebens des Genossen Molkenbichr sprechen wir Ihnen unser aufrichtiges Beileid aus. Mit dem Verstorbenen ist nicht nur ein verdienstvoller Kämpfer für die Sache der Arbeitcrklasie, sondern auch einer von der alten Garde dahingegangen, desien Name weit über die Grenzen Deutsch- lands bckamu war und der mit zu denen gehörte, mit deren Händen der Grundstein gelegt wurde zu der modernen s o z i a l i st>- schcn Bewegung in Europa. Mit brüderllchen Grüßen Auslandsvertretung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands. I.A.: R. Ab ramo witsch. Th. Dan. » Werte Genossen! Tief erschüttert durch das Ableben des Genoß'en Hermann Molkenbrchr, in dem der fünfzigjährige Kampf des deutschen und des internationalen Proletariats seine edle Verkörperung gefunden har, spreche ich im Nomen der Sozialdemokratischen Partei G e- orgiens der deutschen Brüderpartei unsere wärmste Anteil- nahm« aus.- Mit sozialiststhem Gruß I. Tseretslli. Molkenbuhrs Bestattung. Die Beerdigung unseres Genosien Hermann Molken- b u h r findet am Dienstag, dem 27. Dezember<3. Feiertag). nachmittags 3',! Uhr, auf dem Zentralfriedhof in Friedrichs- selbe statt. werden und sich im Kulturleben unseres Volkes, zuvörderst tm Schul- gebiete, auswirken. Das, was wir Gegner des Keudellfchen Gesetzentwurfes ahnend konstruieren und voraussehen, hier zeigt es der Supeilntendent Heinel aus Marienburg im Jahre 1808 in der Wirklichkeit! Was Preußen langsam uberwand, das soll nun am lebendigen Leibe des Deutschen Reiches ausgeprobt werden. Kommunistische Stagnation. Ein Berichs der kommunistischen Bezirksleitung Aenkölln. Der Tätigkcilsbericht der kommunistischen Bezirksleitung Neu- kölln zeigt em Bild der Stagnation der kommunistische» Organisation. Der Bezirk Neukölln halte im Januar 102? Illki kommunistische Parteimitglieder, im Oktober 113l. In dieser Zeit sind Zv Mirzlleder aus der Jugend übergeireten, so haß von den Mitzkiedern 10 verloren gegangen sind. Die Abpnnenrenzahl der.„Roten Fahne� in Neukölln stieg von 2054 im Januar aus 2703. Die Steigerung ist nur ichein- bar, da lZ2 Abonenien von Britz, Buckow und Rudow auf Neukölln übernommen wurden. Die kommunistische W e r b e w o ch e io, Oktober brachte ganze 25 neue Parteimitglieder und 350 Abonnenten für die„Rote Fahne", reproduziert. Natürlich kommt der amerikanische Filmreollsmuz aus anderen Quellen als der russisch«. Bei den Amerikanern unerhört verfeinerte Routine, bei den Rusien das riesige Menschenmaterlcck. die Staniflewsky-Tradition oder der analysierende Bildblick der jungen Regisieurgeneration aus der Pudowfkin- oder Elsenfi einschule. Es ist die Tragikomödie des deutschen Films, daß fast.zwei Drittel seiner Regisseure vop her Operette kommen und nicht aus dem praktischen Leben, daß deswegen die Kulisie, auch wenn sie lügnerisch und häßlich ist. aus Bcquemlichkeitsgriinden oder aus Un- fähigkeit dem Leben vorgezogen wird. Die sachliche Reproduktion und Erfassung des zu schilderndem Milieus ist die erste Bedingung, die eine Hebung des deutschen Film- Niveaus dringen kann.„Nicht Operette, sonder» Wirklichkeit", nur untar dieser Devise wird der deutsche Film verlorenes Terrain wieder erobern können. llnbekauvie Goethe- Briefe. Von nicht weniger als fünkzehn bisher völlig unbckanmen Briefen Goethes konnte Else von Monroy (Schwerin) in der Berliner Gesellschait für deutsche Literatur Mit- teilung machen. Sie sind an den Göttiuger Historiker Georg Sar- torius(1765— 1828) und dessen Frau. Karoline. geb. von Boigt, gerichrel und befinden sich Im Besitz eines Urenkels des Gelehrten in Hannover. Goethes Bez ehunoen zu Sartorius, den er 1801 kennengelernt halte und der ihn 1808 mir seiner Frau in Weimar besuchlc, waren bekannt: von de» Briese» besaß man bisher 8 Ori- ginale: 22 andere hat die Weimarer Ausgabe nach den Konzepten gedruckt. Zeh» uon diesen sind ebernalls in Hannover erholte» iind Meuchen von den Dnicken nur unwesentlich ab; dagegen sind die 15 anderen gänzlich neu. Sie entstammen den Jahren 1806 bis 1815: daß in dieser Zeit, namentlich im Jahre 1806, der Br'ef- wecdsel sehr rege war, ging schon aus Goethes Tagebuch hervor. Während Sartorius, der von der Univerfitätslaufbahn in die Diplo- malie übergehen wollte, um Goethes Uirterstützung b ttet. die sich jedoch wegen der politischen Verhältnisse nicht auswirken konnte, läßt sich Goethe Bücher aus der Göttinger Universitätsbibliothek für die Arbeit an der Farbenlehre schicken und lroqt nach histo- rischen Einzelheiten. Goethe schickt von seinen Dichtungen und empfiehlt Bekannte, so auck, den junaen S�tmoenl-auer: viel i och werden dir politischen Ereignisse berührt. Besonder? Wichtiges enthalten die Briefe über die Farbenlehre nowentlich über Goethes Stellung zu Newton und das in diesen Zusammenhang gehörend« Gedicht.„KatzgnpastetL". Spletz»'»' äntenmg. Die cm Morckag. dem 26. b. 2ö!S. angcicbte Ltudioa»"übiung.Zingiiide Nlalaenvöael- von llplon Sine! ir in der Pi/caroibiibne im Tbeäler am Rollen �orlplatz miisi«ut einen späteren Termin verlcat werden. Der Taq der Äu!>a!»ulig wild nah dekanntzegebe». Die gelöslev Karten behalten idre Gillliglell� »ofiao A-ah'ee»(Zürnt« Sinionie. die selten aut-ieilimt wird, gelang! am Lb..:» der Philharmonie mit c>em Phitbarmwiijä)«» Orchester unter LeUmrg vor, Iajch« Hrrcnstcm zur Aufjührilll» wovon im November schon wieder 77 abg�prungen find. Ein Aäg- liches Ergebnis, gemesien an der sozialdemokratischen Werbewoch-'! Es ist begreiflich, daß bei solcher Stagnation der Berrcht fein einziges Klagelied über die Interesselosigkeit der kommunistischen Parteimitglieder ist. Oie Ermäßigung der Lohnsteuer. Durch das Gesetz zur Aenderung des Einkommensteuergesetzes vom 22. Dezember 1027 wird die Lohnsteuer mit Wirkung vom 1. Januar 1028 ab ermäßigt. Die Ermäßigung besteht darin, daß sich der noch den bisherigen Vorschriften berechnete Steuerabzug vom Arbeltslohn um 15 Proz. ermäßigt, hächsioas aber um zwei Reichsmark monatlich. OHO Reichsmark wöchentlich. 0.10 Reichsmark täglich und 0.05 Reichsmark bei Enklohnung für je zwei angefangene oder volle Arbeilsstunden. Außerdem ist die Äleinbetragsgrenze, bis zu der Steuerabzugs- betrüge nicht erhoben worden, auf eine Reichsmark monat- lich und auf 0,22 Reichsmark wöchentlich erhöht worden. Um dem Arbeitgeber noch Möglichkeit umständliche Neuberech- nungen zu ersparen, werden bereits in den nächsten Togen neue Tabellen sowohl für monatliche und wöchentliche, als auch kür tägliche und zweiftundliche Enttohmrng herausgegeben, aus denen er den abzuziehenden Steuerbetrog ohne weiterfes ersehen kann. Dn> Tabellen vertreibr der Verlag der Reichsdruckerei, Berlin SW. 68. 'Alte Iakobstrohe 106(Postscheckkonto Berlin NW. 7. Nr. 4). Lediglich dorthin sind auch Bestellungen von Tabellen zu richten. Die Versendung erfolgt nur gegen Vorauszahlung des Preises oder gegen Nachnahme Die Preise sür diese Tabellen sind gegenüber den früheren Preisen weiterhin ermäßigt worden, sie betrogen für die Monatstabelle 20 Pf., für die Wochentabelle 30 Pf., für die Täges- und Zweistundentabelle 20 Pi. Bei Abnahm« von größeren Mengen werden die Preise noch weiter ermäßigt. Es ist also jeder Arbeitgeber in die Lage versetzt, sich dies« La- bellen, die chm alle Eiirzelbercchnungen ersparen, zu beschaffen. Im übrigen ergeben sich die Einzelheiten der Neuregelung aus«wem Erlaß, der bei den Finanzämtern unentgeltlich ab- geholt werden kann. Karol oder die Republik! Scharfe Kampfansage der rumänischen Bauernpartei. Paris. 23. Dezember.(Eigenbericht.) Der Führer der rumänischen Bauernpartei, M a n i u, er- klärt sich im„Petit Parisien" in scharfen Worten über den inner- politischen Kampf in Rumänien. Seine Partei sei durchaus nichr karliftisch. Früher Höllen st« zwar gegen die Abdankung des Prinzen Karol gestimmt und mich später noch Unterhändler zum Prinz:» Karol geschickt, um ihn zur Rückkehr zu bewegen. Aber sie konnten nicht„kathokischer sein als der Papst". Seine Partei bekämpfe die Liberalen und die Regierung Brotianu mil allen Mitteln. Sollten die legale» Mittel nicht ausreichen, dann würde man auch zu allen anderen Millcln Zuflucht nehmen. Die Regentschaft habe die Partei der Liberalen genommen. Er habe jüngst den Regent schastsrat auf dlc Geiahren dieser.Haltung persönlich aufmerksam g:= macht. Es hänge nur von der Regemschast ab, ob sie dem Kampf zwischen der Bauernpartei und der liberalen Partei zum Opfer soll.'. Würde sie sich auch weiterhin den Liberalen anschließen, dann Holle sich die Bauernpartei für frei im Falle ihres Sieges, entweder Karol zurückzurufen oder die Republik auszurufen. Hüter der„Demokratie". Im Schluß des Leitartikels in der heutigen Morgenausgabe findet sich ein sinnentstellender Druckfehler. In der fünften Zeile von unten muß«s richtig heißen:„unsere heutigen gelehrten Richter über politische Rechte ent- scheiden zu lassen". Die gesperrten Worte sind ausgefallen. Gegen das hindenburg-lvahlplokol. Die Ständige Delegation der sranzösiichen Fried ensgesellschasten hat unter Borsitz des Pro- fesior» Charles R chet auf Vorschlag des früheren Abg. Le Foyer eine Protestresolution gegen das Wahlplolat des„Eche de Poris" angenommen. Sra Oiavolo. Opernouffühmag tm Schaufptelhau,. Fra Diaoolo, der ritterlich-verwegene Räuber, scheint den Be- sitzenden Schrecken aller Guten und Braven, mit denen er sich als Kanalier gemein moch,— iozariagen der Schinderdonnc« der fron- Opernbühn«. Galant- charoiamsr Opernheld. Aurech.- geschnirten sür den Gebrauch eine? mondänen Publikum» und von je Günstling dielcs Publikums, das— in der Geborganheu des Thealers— von Herzen bereit ist, sich mll dem Schädling der Ge sellschajl gemein zu machen. Pom Schinderhannes hat er fü_ viel. wie Eugene Äeribe von Zuckmayer. Immerhin, dieser selbe Seribc hat. zusammen mit demselben Komponisten Ander, dem Fra Diaoolo oie bessere Hälfte seines dauernden Wcllersolges verdankt, ein paar Iayre früher die.Stumme von Portlcci" geschrieben, deren poli- lisch revolutionierende Wirkung(1830 iu Brüssel) der Gickchickne o.. Oohärt, und deren hundertjähnges Jubiläum— 1928— hoisenu:ch ein» der Berliner Opernhäuser zu einer..Neuinszenierung" oera, lassen wird. Das wäre eine Sache für die Klemperor-Oper. »���oolo also, dos vollendetste Beispiel der Gattung fron- öönstue Spleloper, wird-in» Schauspielhaus in neuer Fassung ge« .zeigt. Von der Kleiber-Hörth-Oper(richtiger für diesen Abend— und nur für diesen— von der Leo-Blech-Oper). Die Vontellungen, die Blech herausbringt— und es sind, wie„Doktor Faust",„Macht des Schicksals",„Troubadour", zurzeit die besten der Slaatsoper— haben sein Gesicht: er gibt dieser Ausführung Ton und Stil der Spieloper, die sich vollkommener nicht wünjchen■ läßt. Und dos trägt auch«der kleine Entgleiiimgen der Regie dinweg. Es wird entscheidend sur den großen Erfolg, den die Darsteller, jeder au seinem Platz, unermüdlich quittieren, am ersten Tino Pattiera, dir licbenswürdig-strahlende Räubert error, neben ihm Tillq de Gorma. ~wOrftr) und Waldemar Henke, über besten dezewe Komik viel gelacht wird; und alle anderen. Klaus Pringsheim. Entscheidung über den Neubau des Dölkerbundepalai». Dos von der Volkerbunde Versammlung im September eingesetzte Fünier- komites zur Auswahi des Bauplanes für das neue Völkerbunds- � ov i'e'no Arbelten abgeschlossen und den Beschluß geiaß!. dem Lolkerbundsrat das Prosett des Schweizer Architekten Flegen Heimer-Nenot als Balis für den Bau des Bölkerbundspolois-» emprehlen. Jedoch sollen diese beiden schweizerischen Archilekten unter Hinzuziehung des fron zösischeu Architekten Lesevre>Par_O possumschult ertragen und breiten Aermelautlchlägen aus gleichem Pelz. Auch der Muff ist aus Opossuinscllen zujammengesetzl. Unter Hinme's auf die Bc- lohnung von ZüOo Mark werten olle, die zur Aufklärung beitragen können, dringend gebeten, sich im Zimmer 1 ll 4 des Polizeipräsidiums zu melden. Es kommt jetzt sehr daraus an. cb sich Fahrgäste des jungen Mädchens und anderer in dem- selben Abteil besiithlicher Fahrgäste entsinnen. Bei de« Blinden. Für den Verwaltungsbezirk Friedrichshain konnte die dort vor einigen Dohren geschaffen« Bkindcnkvmmission auch diesmal wieder eine Weihnacht? bcschcrung für Blinde veranstalten. � Ueber hundert Schützlinge der Konimiision, blinde Freuen und Männer und auch einige Kinder von Blindüii, saßen im großen Saal des.Frankfurter Hofes" an drei langen Tafeln und wurden zunächst mit Kaiser und Kuchen bewirtet. An den, hochragenden Wechimchtkbauni leuchteten die Kerzen aus, aber ihr schimmernder Glanz durchbrach nicht die Nacht, die das Auge des Blindau umhüllt. Dem Sehenden war's ein ergreiiende» Bild, dirje unter dem Weihnachtsbaum dicht beie!nand«rs»tzendkn Blinden. von denen viele schon die Schwelle des Greisenalters übcrfchritten harter.. Als Vorsteher der Blindenkoinmiision begrüßte Gewerbe- Oberlehrer R e i n ck e mit einer freundlichen Ansprach« die Teil- rebmer der lWeihnachlsieier. neben den Schützlingen der Kommission die als Gäste erschienenen Mitglieder des Bezirksamts und der Bezirksvcrsammlung, Vertreter der Wohlfahrtspflege, des Hoipitolwefens uiw. Er erinnerte an Peter Rofeggsrs Wort: „Anderen Menschen ein« Freude machen, fft das Schönste, was ein Mensch tun kann." Ein von dem Orchester des Band» nipn- Vereins Osten ausgeführtes Konzert und Gejangsoorträgs des Konzertfängvrs Rache und der Ope Anfängerin Elfe F i f ch b e ck erfreuten die Festtest rrehtner und fanden wärmsten Bestall. In, Laufe der Feier nahm auch Bezirksbürgermeister Genosse Miclitz das Wort und wie» auf die legegsrwiche Arbeit der Bluidenkom- inlfston hin, Di« persönliche Betreuung der Blinden durch diese Kommission sei. sagte er, ein Borbild der Individuellen Fürsorge, die wir In der allgemeinen Wohlfahrtspflege wünschen. Stadträt Genoste Mann, der Dezernent für die Wohlsahrtspslege des Bezirks, entließ die beschentten Blinden in einer Schluß- enfp' mit freundlichen Festeswünschen. Die Weihnachtsgeschenke waren hauptfächlich nährende Lebensmittel und wärmend« Kleidung, für die Kinder auch Spie!- zeug und Weihnachtsuöschcreieiv Mit lastenden Händen prüften die Bsinden, was der„Weihnachismann" auf chrem Platz nieder- legre. Die Kosten der ganzen Veranstaltung sind größtenteils durch Beiträge aus der Bevölkerung auivebrackst worden, durch Geld- spenden, durch Warenipenden von Geschäftsleuten. Auch Konzert und Sologesang wurden von den Mitwirkenden kostenlos gewährt, ebenso der Saal von dem Inhaber. Schlammflut über Berlin. Ja zehn Stunde« 51 Wasserrohrbrüche.— 120 Glätteunsalse. v ottskonzert in der Singakademie, In der Singakademie konzertierten am Sonnabend die Philharmoniker unter ihrem sein- sinn gen Führer. Proieisar Julius Priunor, und bescherten uns einen Wogner-Äbeud von hohem künstlerischen Niveau. Es hießt' nmürlich Eulen«och Athen trogen, wollte man die Leistungen dieses Orchesters nochmols einer befoiweren Würdigung unterziehen. Aber die unendlich wohltuende Ausgeglichenheit dieses Tontörp-r, verlockt, in unserer Heuligen jazzdurchrüuelten Zerrissenheit, unwillkürlich zu einem Üobeshtnr.nus Die Ouvertüre zum„Flicoenden Holländer" e-öiknete den Abend, dem Elsas Brautzug aus.Pohengrin" folgte. Und dann sang Frieda Leider. Mit aller Vornehmheit». mleqtester Geianqkultur und seinem Empfmden brachte sie sstn, Waänersche Gesänge, von denen besoiiders.Treibhaus" und Träum«" diese imKisch-sarten longebilde, tiefste Wirkung auc i vsten Als Krönung ihrer Leistungen lang j« zum Schlich„Ijoldeue Die Vcsürchwngen. daß der plötzliche Temperaiurwechjel elne Schlamm, und Vasserfiul über verlin bringen würden find in vollem Umfange eingeirossen. Schon in den gestilgen Abendslvnden waren die hauptaerkehrssirichen für Fußgänger kaum noch passierbar. Aulobusie und Autos konnten sich nur schwer einen Weg durch die fast zehn Zentimeter hohe Schlammflut bahnen. Die vurgersteige waren dagegen mit starker Glatteisdecke überzogen und bildeten eine große Gefahr für das Publikum. Die Glätte war so. daß viele Außgänger lieber den Weg im Schlamm des Jahrdammes der Gefahr des vereisten vürgerfleiges vorzogen. Zm Lause der Nacht und auch noch heute vormiitag ereigneten sich wahre ZNasscnstürzc. Nicht weniger als eiuhuudertuudzwanzig Personen kamen zu Zoll und crllllep zum Teil kon-ptt irrte vrüche. Die Städtischen Rettung- stellen wurden die ganze Nacht stark in Anspruch genommen. Einige Schwernerleiste muhten von den Rettungsstellen in Krankenhäuser übergeführt werden. Anter ihnen Ist der bekannte 72 jährige Schauspieler Dr. Max Pohl vom Siootskheoter, der am Kursürstcndomm ausglitt und einen kompli. zierten Ellrnbogenbruch sowie innere Verletzungen erlitt. Der alte Herr fand im Franziskus- Sanatorium Aufnahm«. Die Berliner Feuerwehr, die gestern allein 2.?mal auf den Alarm„Wasserrohr- bruch" ausrücken mußte, kam auch in der Nacht nicht zur Ruhe. Unaufhörlich kamen aus ollen Stadtteilen Hilferufe. Bon 2t Uhr bis heute vorm'ttag um 10 Uhr. also in genau 10 Stunden, erfolgten weitere 51 R o h r b r ü ch c. Ferner mußte die Wehr mehrmals ausrücken, um gestürzte Pferd« auszurichten und Aer- kehrshindernisse zu beseitige». Eine Großkampsnacht bei der Feuer- wehr.— Heute vormittag kam es in vcrfch'edenen Stadt gegcnden durch die Verschlammung und Versandung der Straßenbohnweichen zu erheblichen Störungen. Auf der Eharlvttcnburger Ehaniiee nahm ein Zusammenstoß zwischen einem Schneepflug der Straßenreinigung und einem Auto gefährlich« Formen an. Der Schneepflug blieb plötzlich stecken, und ein Auto, dessen Führer nicht mehr rech-.-citig bremsen konnte, fuhr hinten aus. Mehrere andere Wagen havarierten zu gleicher Zeit, und in wenigen Minuten war der Fahrdamm völlig gesperrt, so daß es weder vor- wärts noch rückwärts ging. In knapp zehn Minute» hatten sich etwa<00 bis 500 Fahrzeuge gestaut, s o daß der Verkehr lahmgelegt wurde. Erst nach fast 1 V; Stunden mar die Störung behoben. Einstellung von 4000 Arbeitslosen. Das plötzlich einsetzende Tauwetter hat an die Berliner Straßen- reinigung ganz außergewöhnliche Anforderungen gestellt. Obwohl heute früh sofort sämtliche technischen Hilfsmittel, die für derartige Zwecke zur Verfügung stehenden 2 50 Schneepflüge, in den Hauptverkehrsstraßen eingesetzt wurden, unterlag zunächst doch die Slraßcn reinigung in dem Kämpf gegen die c-chmutzmasjen. Die Beseitigung der Schnee- und Schmutzinasscn aus den Fahrdämmen gestaltete sich deshalb so außerordentlich schwierig, weil die Eisschicht nur in der Mitte der Straße infolge des Wagenocrkehrs aufgelockert war. an den Bordschwelle» zum Teil aber nach ein festgesrorene Schicht bildete, die erst mit Hacken und Eispickeln zerkleinert werden muhte. Diese Schwierigkeiten wurden noch dadurch vergrößert, daß auch dort, wo Schnee und Eis schon getaut waren, infolge des starken Frostes der Vortage d i e G u l l y s u n d A b f l st s s e v v l l st ä n d l g vereist waren, so daß die Schlamm- und Schimitzmosscn, die bei starkem Autoverkehr wahre Schinutzsiuten aus die Passanicii� spritzen liehen, nicht abilosien. Außer den Stammarbeitern der Straßen reinigung von 32«» Mann wurde» bis gegen 10 Uhr durch die Bezirksstraßenreinigungsämter, die sich an die Arbeitsämter wanören, 4000 Arbeitslose angeworben, die. gleichfalls mit Stahl- schiebcrn und Besen ausgerüstet, in den Dienst gestellt wurden, um wenigstens an den Strahenkreu zungen der Hauptverkehrsstraßen provisorische Uebcrgängc für die Fußgänger zu schassen. Diese Kräfte reichen angesichts der trastlosen Verfassung der Straßen und llcbcrgängc aber noch keineswegs aus, um Berlin am iieutigeii Tage wieder in den Ruf der saubersten Stadt Europas zu bringe». D e Ursache dafür, daß man nicht mehr Hilfskräfte einstelle» larni, ist darin zu suchen, daß nur ein Teil der Arbeitslosen im Besitz der ei forderlichen Kleidung und des notwendigen ganzen«chuhwerks ist. und daß auch nicht alle Erwerbslosen für"diese Arbeit in Frage kommen, da man mir handfeste Leute dazu brauchen kann. Die Erwerbslosen werden zu dem torismähigen Lohn bezahlt und er- halten etwa 7 M. pro Tag. Die Direktion der Straßenreinigung hat angeordnet, daß heute und die folgenden Tage Ueberstiinden ge- macht werden, und man hofft, daß man wenigstens heute im Laufe des Tages die ffauptverkehrsstraßen einigermaßen von den Schmutz- masien wird befreien können Sie Eisenbahn hat noch starte Verspätungen. Während Stadt- und Ringbahn in der Nacht und heute morgen einigermaßen regelmäßig verkehrten, weist der Fernverkehr n�och immer starke Verspätungen, besonder? aus dem Süden und aus dem Südwesten des Reiches auf. Aber auch dä von Steltin kommende» Züge hatten Verspätungen bis zu 40 Minuten. Die Ursache ist überall das Glatteis, das sich aus der freien Strecke recht unangenehm bemerkbar macht. Besonders auf kleineren Stationen, wo die Entiernung der Eisdecke von den Schienen Schwierigkeiten bereitet, erleiden die Züge Verspätungen, weil die Räder der Lokomotive keinen Halt finden. Die Bertiner Eisenbahner werden auch heute noch ebenso wie in der ganzen Nacht das Streckennetz überwachen, um Einfrieren der beweglichen Teile an den Geleisen und Signalen zu verhindern. Man hosst, das; die zunehmend« Erwärmung allmählich selbst dafür sorge» wird, daß keine allzu starke Eisbildung mehr auftritt, doch ist der Boden stellen- weife bis zu IZg Meier Tiefe gefroren, und diese Schicht dürste noch heute und morgen so viel Kälte ausstrahlen, daß niedergehender Regen sofort gestiert. Liebestod" ihre Parti«, sie ist bekanntlich die best« Jsold«, die wir überhaupt heute besitzen. Das Orchester spielte noch„Parsifal", dos „Waldweben", unendlich fein empfunden und zum Schluß die Tannhäustr-Ouvertiste. Ein wirklich genußreicher Abend. D>« ehr- liche Begeisterung der Zuhörer sagte der Veranstalterin des Abends, der Nunstdcputanon Berlin-Mitte, wohl den schönsten Dank. Der Gäuglingsfilm vor Gertchi. Freisprechung mit„Eventualverurteilung". Die für die gesamte deutsche Kinoinduftrie wichtige Loreruschei- düng der Strafkammer des Landgerichts l II als Grundlage für eine spätere endgültige Entscheidung des Äammerqerichts über die Frage. ob Säuglinge gefilmt werden dürfen, erfolgte heut«. Zunächst wurde noch die Dezernentin Dr. Moss« vom Polizei- Präsidium als Sachverständig« für Kinderschutz vernommen. Sic gab eine Schilderung der Entstehung des Äinderfchutz- g e f e tz e s. Ursprünglich sollte sich das Verbot nur auf die aktive Verwendung von Kindern erstrecken. Dann habe sich die Austastung aber au' Grund eines Gutachtens von Prof. Dr, Czerny geändert. Dieser vertrete den Standpunkt, daß sede Äinoausnahm« von Säuglingen zumindest eine Störung ihres seelischen Befindens hervorzurufen geeignet fet.(Also im Gegensatz zu der Austastung von Pros. Langstein und Pros. Lieb- lnann.i Prof Czerny habe sich daher auch gegen jede passive Ber- Wendung von Kindern nmer drei Jahre» im Film ausgesprochen und diese Auffassung teil« jetzt auch das Polizetpräsidium. Der Staatsanwalt hielt seinen Antrag anstecht und verlangte nochmals die Bestrafung des Angeklagten Kühnemann mit 100 Mark. Das Gericht kam zu einem Freijpriich, und der Bor- sitzende, Landgerichtsrat Fischer, erklärte in der Urteilsbegründung: „Die von der Verteidigung gewünschte endgültige Entscheidung kann die Stroikammer nicht treffen, das muß dem Kanimergerlcht überlasten bleiben. Nach Austastung der Strostammer ist zu einer Bestrafung die aktive Verwendung von Kindern notig, was hier nicht der Fall ist. Da» Gericht ist sich bewußt, daß da» Komni«rger,cht als höhere Instanz ebenfalls noch über diese Sache zu entscheiden haben wird. Damit nun das Kammergericht aus rechtlichen Gründen in der Lage ist, sofort ein« endgültige Eni- sch.iduiig ,zu fällen, bringt das Gericht in diesem Urteil zum Ausdruck, daß es, wenn es Nicht zur Freisprechung gekommen war«, höchstens die Mindcststrafe von drei Mark angesetzt hätte. :*00 Mark statt I Jahr Znchthavs. Der vberpostschasftier Jf. war vom Groß«» Schofsengericht Elzarlattendurg wegen gewinnsüchtiger Akte»oe mich- t u ii g zu l Jahr Zuchthaus verurteilt worden. Er hatte von alten Paketatncijen entwertete F retmarken abgelöst und aus neu« Paketabressen geklebt. Die alten Stempel hatte«7 durch neue Stein- p«l überdeckt. Im ganzen handelte es sich um I 4 F all e. die einen Betrag von etwa lft M. ausmachten. Di« auf diese Weis« erlangten Beträge hatte St. nicht für persönliche Bedürsnistc ver- wendet, sondern zur Deckung von Fehlbeträgen, die in seiner Portokassc entstanden ivuren. Das Schöstenge eicht hatte an- genommen, daß die Paketkarten amtliche Urkunden seien und daß der Angeklagte sie in gewinnsüchtiger Absicht vernichtet habe. In Berücksichtigung des Umstände?, daß der Angeklagte eine 2 5 j ä h r> g e tadellos« Dienstzeit hinter sich hatte und fünf Kinder besaß, wurde auf die Mindessttrafc von 1 Jahr Zuchthaus erkannt. Die dagegen eingelegte Berufung war van der Strofkam- mer des Landgeiichis UI mit der Begründung zurückgewiesen war- den, daß durch die Ablösung der Marken von den Paketadresian und die Entfernung des Poststempel» die Beweiskraft der Urkunden zsr- stört worden fei. Gegen diese beiden Enischeldunaen batte Rechtsanwalt Dr. Iacgue» Abraham Berufung beim Retchsge- richt eingelegt und dieses hatte sich in ausführlicher Begründung den vorgetragenen Rechtsgründen anaeschlosten, daß der Anaeklagte bei der Loslösuug der Freimarken»ich- die Absicht einer Urkunden- uernichiung verfolgt Hab-, sondern daß diese in der Vorberci-• t u n st sP a n dl u na stecken geblieben sei. llloch dem Reichsgericht, das dos Urteil aufhob und an da» Landgericht zurück- l verwies, kommt nur ein Vergehen wegen Entfernung und Verweu- düng schon einmal benutzter Post- und Telegraphenwertzeichen in Frage. Nun hatte sich K. erneut vor der Berufungsstrafkammer des Landgerichts III, unter Vorsitz von Landgerichisdir.'ktor Sie- g e r t. zu verantworten. Der Staatsanwalt beantragtö 6 Monate G es an g ni s. Rechtsanwalt Dr. Jacanes Abraham wies jedoch nach, daß nach dem für das Vergehe» des Au geklagten allein in Betracht kommenden Zi 276 Abs. 2 des Skraf- gesctzbuchs eine Strafbcstimmung. die höchst selten bei den Gerichten zur Aburteilung gelange, nur eine H ö ch st st r a f e 00 11 Ji 0 0 M. vorgesehen sei. Die Strastammer hob nunmehr das vom Schössen gerichl ergangene Zuchthausurtell gegen den Angeklagten auf und erkannte gegen ihn ans 300 M. Geldstrafe. Weihnachtsäpfel. Unter Weihnachtsäpsel verstanden unsere Großeltern nicht gerade Aepfel jeder beliebigen Art. Vielmehr wurden darunter vor- nehmlich die rotbackigen und k l e i n f r Ü ch t i g e n Aepfel gemeint. Dieser Brauch herrscht auch heute noch vor. den» die Bor- lieb« beim Ankauf von Aepfel» zur Weihnachtszeit gibt die beste Antwort. Die roten Iungfernövsel(rote Hähne), die rote Stern- renette, der Berner Rosenapfel, Danziger Kantapsel, Purpurrenetteii und ähnliche Sorten mehr sind seinerzeit die rechten Weihnacht?- äpjel gewesen, und sie sind es heute noch, da sie um diese Zeit be- sonders gesragt sind, um dann als Schmuck am Weihiiachtsbauui und als Festspeise zu dienen. Der Apfel vereinigt nämlich in sich die ihm von der Natur geschenkten Süßstoffe. F r u ch t s ä u r e>:. Salze upd Aroma st ossc in köstlicher Zusammensetzung und macht der Bezeichnung Festspeise alle Ehre. Ein Körbchen niit Weihnachtsäpfeln, in hübscher Anordnung gefüllt, soll ans önn Wem nachtstisch nie fehlen. Der«euqierige Man»! Ein lustiges Stücklein wird aus B 1 u n» gemeldet, wo bei gern Frauenvortrage eines berühmten Arpes über„Die Frau in ihrer geichlechilicheii Eigenart" jür olle Mönuer der Zutrilt streng ver- boten war. Der einzige„erlaubte Mann" war der Polizist. Dieser mutzte bald in Aktion treten, denn die ZuHörerinnen fanden das Benehmen einer Dame sehr sonderbar und ließen daher amtlich ihre geschlechtliche Art feststellen, wobei sich ergab, daß ein»«»gieriger Student Frauenkleider angelegt hatte. Er mußte linier dem Spott der Hörerinnen den Saal oerlassen. Am I. weihnachlsseiertag sind die Zleischerläden geschlasienl D. Zentraloerdand der Fleischer hat mit der Organisation Oer Berliiu r Fleischernieister ein Tarifabkomnun getroffen, nach welchem an den ersten Feiertagen der großen Feste. Ostern. Pfingsten und Weihnachten die Arbeit zu ruhen hat. Im Interesse der Bejchastigtmi werden die Konsumenten gebeten, sich mit ihren Einkäufe« daraus einzustellen und nicht etwa„hintenherum" einz» kaufen. Die Fnnttlo- näre des Zentralverbandes der Fleischer.werden die Dmchsühruug der tariflichen Bestimmung kontrollieren. Arbeiterfrauen, szaiisf rouen. übt Solidarität! Rentenzahlung jür Tanvar 1928. TMe Postanstalten zahlen>ue Wilitärvcrsorgungsgedührntsse für Januar 1!123 aus- nahmsweise bereits vom 2 8. Dezember an aus. Ebenio werden die Unfall- und I n 0 a I i d e»1 r e n t e ,1 für Januar 1028 bereits on einem Tage im Dezember ausgezahlt, der sto» jeder Poftanstalt durch Aushang an den Zahlstellen bekanntgegeben wird. Den Reulenemptängern wird empfohlen, sich rcchtzcstia über den für sie in Betracht kommenden Zahltag zu unterrichten. Zur Ordnung?- mäßigen Abwicklung des Rentenzohlocrkehrs ist es notwendig, daß die Empfänger chrc Ianuarbezügc an den von der zusiäiidtgcn Poftanstalt festgesetzten Zahltagen rwhcben. x Vierlinge. Die 31jähr>ae grau des bei der städtischen Straßen- bahn in Beuthen in Oberschlesie» angestellten Buchhalters Denier hat vier Mädchen das Leben geschenkt. Die Kinder, die je drei P s u n d wiegen, befinden sich wohl. Erst im Vorjahre war in Oherschlssirn, und zwar in Oppeln, tie Geburt von Vierlingen zu verzeichnen. Außer Oppeln war es in Preutzen im vorigen Jahre nach Düsseldorf,«v Vierlinge bat Licht der Welt erblickten. Die Metallarbeiter müssen...! Ilclvr die gestrige F u n k t i o n ä r v e r s a m m l u n g der Metallarbeiter i» Essen, die der Vcrbindlichkeitscrklärimg der Schiedssprüche pegenüber Slcllnng nahm und diese Stellungnahme — soweit sie sich nicht von selost ergibt— motivierte, bringt die ..sllatc Fahne" einen ihrem Niveau angepabtcn Bericht mit der lleberschrist:„D c r Schluhntt des Verrat s." Diesem Bericht ist zu entnehmen, daß zu der Funktionärkonferenz „auch verschiedene Delegationen aus den Bc- trieben" dirigiert worden waren, um der Konferenz der Metall- arbenerfunktionärc„über die Lage in den Betrieben und die Kampf- stimmung der Belegschaften" Bericht zu erstatlen� „Die Delegationen wurden überhaupt nicht z» der Konferenz gelassen"— klagt der Berichterstatter der kommunistischen Drahtzieher und bezeichnet die Abweisung der ungeladene»(Zoste als„Schamlosigkeit", um die wirkliche Schamlosigkeit der geplanten Quertreiberei zu bemänteln und sein nicht geringes Mißfallen darüber zu äußern, daß dieses kommu nistische Manöver vereitelt wurde. Während nun das Blatt auf seiner zweite» Seite die ganze Funktionärkonferen; der Metallarbeiter des„Verrat s" beschuldigt, an den für die Gewerksäiaften höchst unverbindlichen kommnnistischen Parolen, diktiert c s a u f der e r ste n S e i t e seines geduldigen Papiers den Metallarbeitern, was sie tun müssen „Die Metallarbeiter müssen mit dem Streik tnirl. Januar antworten!"— schreibt die„Note Fahne". W e 11 n es ans die kommunistischen Generalstreik- und Weltrevolutionsstrategen ankäme, dann allerdings müssen die Metall- arbciter ab 1. Januar in den Streik treten. Da sich aber den Metallarbeitern gerade aus der jüngsten Be- wcgung die alte Wahrheit besonders eindringlich gezeigt hat, daß es auf ihre Einmütigkeit in c r st e r L i n i e ankommt, werden sie„die Losung: am t. Januar Ausnahme des Streiks auf der ganzen Linie" sehr weit link- liegen lallen. Was die Metallarbeiter samt allen übrigen freiaewerlscha'tlich organisierten Arbeitern wirklich tun müssen, ist: auf alle Pa- r o l e n der KPD. z u pfeifen! Lüftung der Kteischwarenfabrikanten. Der lHeichsverbo.nd der Deutschen Flsilchwareuindusirie hat sich — nach einem Bericht von seiner legten Tagung— der B e r c i n i g u n g der deutschen A r b c i t g e b c r v e r b ä n d c an- schlössen. Zu den Lahn- und Mnntcltarissragcn in-der Fieischwarenindusirie führte Dr. Schwerdt aus, daß„die allgenichnc Entwicklung auf sozialpolitischem Gebiete, sowie speziell in unserer Industrie die Notweildigkeit einer verstärkten Mitarbeit des Reichs- Verbandes in Ardcitgebcriragen ergeben habe. Es soll infolgedessen eine besondere Abteilung für Arbeitgeber- trogen unter Leitung einer besonders vorgebildet- n Persönlichkeit gesclxnsen werden. Die Abteilung wird künittg die einzelnen Gruppen oder selbständig Tarife abschließenden Firnicn über alle Lohn- und Tarisiragcn unterrichten»nd stir Ver- Handlungen mit den Arlieiinehmern zur Verfügung stehen". Als Ertrakt dieser Tagung ergab sich, daß die Untergruppc des .steichsoerbanbes der Deutschen Fleischwarenwdiistrie, der B c r- band der Berliner Flcischwarensabriken den Mantel- und Lohniarif zum 31. Dezember kündigt«, um die sozialen Bestimmungen abzubauen, die Sonn- rogsarbeit einzuführen und vcrn städtischen paritätischen Arbeitsnachweis loszukommen. Durch den Anschluß an die Bereinigung der Deutschen Arbeit- gcbcrverbände scheint den Wurstfabrikanien der Kamm mächtig ge- schwollen zu sein. Man will anscheinend beweisen, daß die Wurst- warcnfabrikonten ebenso tüchtig« Kerle sind, wie die Zigorrentabri- kanten und Schlotbarone von der Ruhr. Die Hcr-cn dürsten aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben. Denn das Organi- sationsverhätlms der Berliner Fleischcrgescllen ist um vieles besser als das der Tabak- und Eisenhüttenarbciter. Wenn der Arbeiter„zu alt" ist. Ein nicht alltäglicher Fall von Rücksichtslosigkeit gegen einen alten Atbeiter wird uns aus der Druckerei und Karton nagen- s a b r i k P F. G e i h l c r, Rungestr. 17, berichtet. Der jetzt 6 3 j ä h r i g« A? b c i t er S ch u b e r l hat bei dieser Finna g e- lernt und war auch bei ihr bis zum Somnier dieses Jahres u n- unterbrochen tätig. Fast 50 Jahre lang hotte er seine Arbeitskraft der Firma zur Bersügung gestellt und gehofft, auch dann nicht auf die Straße� zu fliegen, wenn er nicht mehr im Boll- besitz seiner Kräfte ist. seine Hossnungen wurden enttäuscht. Als im Sommer die Belegschost wegen Arbeitsmongel ver- kürzt arbeiten mußte, ließ man ihn aussetzen, versprach ihm aber, daß er s a i o r t wiedereingestellt werden würde, wen» sich die Geschäftslage gebessert hätte. Im Aertraucn aus dieie Zusage erhob er gegen seine vorläufige Entlassung beim B e- triebsrat keinen Einspruch und war auch weiter als Der- trauensmann seiner Kollegen tätig. Nachdem aber der Betrieb Im Okiober wieder voll arbeitete und wegen der Anhöusung von Arbeit sogar II ebcr stunden gemacht werden nmßtcn. weigerte sich die Firma, Sch. wieder einzustellen. Sic IrhiMe auch den Bor- schlag des Organisationsvertreters ab. den Mann zu einem niedrigeren als dem Tariflohn wieder zu beschäftigen, wie es der Tansvertraq für minderleistungsfähige Arbeiter zuläßt. Daß es diesem alten Mann nicht mehr möglich ist. in einem anderen Betriel'« Arbeit zu finden, darüber mußte sich auch die Firma tlar sein. Ueber die.Handlungsweise der Firma, die einen Mann, der seine Arbeitskraft ein ganzes Leben lang ihrem Unternehmen zur Der- fügung gestellt hat, wie eine ausgepreßte Zitrone wegwirft, wird sich jeder Leser selber sein Urteil bilden. Der zzall ist aber ein Schulbeispiel dafür, daß auf leere Versprechungen nichts zu geben ist, sondern in jedem Falle seine gesetzlichen Ansprüche recht zeitig gelUftd zu machen. 0 Oer Weltkrieg des Kapitalismus. Die internationale Arbeltskonferenz des nächsten Jahres wird sich in erster Linie mit der Unfallverhütung beschäftigen. Das für die Tagung vorbereitete Ataterial zeigt, daß der Schaden, der Tag für Tag durch Betriebsunfälle verursacht wiid. ollmählich ins Phantastische wächst. Nach den Feststellungen des Internationalen Ardelisamts kamen im Jahre IllA, allein in Deulschland H7S5 tödliche Betriebsunfälle vor: serner 50 769 Unfälle, die eine dauernde, teilweise oder vollständige I n v a- liditöt nach sich zogen. Die Zahl der Arbeitsinvaliden, die Eut- schädigung erhalten, beträgt 42S421. Der für Entschädigun- gen ausgegebene Betrag stellte sich im Jahre 1926 aus 2K0 Mil- llonon Ata.k. In Großbritannien wurden 19-26 in den zur Bericht- «rstaitung verpflichteten Wirtschaftszweigen ohne den Bergbau 139 963 Betriebsunfälle gemeldet, darunter 596 tödliche. In de* Bergwerken kamen 1925 1S9 223 Unfätl« vor. In I t a l i e» wurde im Jahre 1923 die Entschädigung von 357322 Ansallea ge- legelt, worunter sich 1233 tödliche und 23 684 solcher befanden töe zu dauernder Invalidität führten. Die Kosten der Eriischädigurg betrugen etwa 170 Millionen Lire. In den Bereinigten Stanteii von Amerika wurden 1924 nicht weniger als 2l 232 tödliche lln- sälle und 2 324 829 andere Unfälle verzeichnet. Der Weltkrieg geht also weiler._ Vergarbeiteraussperrung in Schweden. Stockholm. 22. Dezember. Der Arbeitgeberverband im mittelschwedischen Grubengebiet h�t nach dem Schc'.tern der Abkommensoerhondlungen M't der Ar- befterschast für den 2. Januar die Aussperrung verkündet. Die Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten IL-G.. Berlin, Wallstr. 63. bleibt am Dienstag, dem 27. Dezember, ge- schlössen. Für die Einlösung von Wechseln ist ein Schalter vo» 9 bis 1 Uhr geöfsnet. Die Zahl der Arbeitslosen ln Dänemark hat sich durch den starke» Frost der letzten Woche wesentlich vermehrt. Der Zugang in der letzten Woche betrug 4200 Personen. Die G e s a in t z o h l der Erwerbslosen in Dänemark ist nunmehr auf 66 39 1 angewachsen. B-r-nIworÜia für Pollt«: Sc.««t S«v»: SirlfAait:«. Stwerklchoilsixuvrgunz: Fr.«tzt»«»: F-uill-ton:». H. D-iche»! Lorates urd SonNigeS! gri««erstati:«nz-igca: Td. vt->t«! s-oUIich in Se-Iiv. Se-Iag:?orwärl-.Perlag S m d H.. L-rtin. Sruck: Sorwärts.Buchdru<-nI!a!» Paul Sine« v>5». Berlin SS 63. eindcnftralc« lt. Allgemeine Lrtskrankenkaffe für den Stadtbezirk Köpenick Auf Srund des ZSal|Iausschrcil>cns »um Vorsta»t> der diesscttigrn flalsc vom S. SMMnlift t>. X ist von der iauplstrllc der Arbciteedervcrbijnix! Droh.ß-rlins sstr die«rn»»» Hf beilgtbei nur ein Soblootfdjlon, ent- hallcnd 4 ord-ntlichr Pertreler und 3 S-Iatzvertreter, rinflepang-n. gilr -----------»g.— rr—'a- ■Berlin des Allgemeinen Deutnhc» Sie >ocetsrlsc>«rdand Berlin, enl. lmllcnd t ordentlichen Vertreter und ■i(frfaftrettrtter. 1a in der Seum» de««rdeltgebrr nur ein Sahlvori'chlaq eingegangen ist. oellen die auf der Liste gencnnÄn Per- Ionen als gewählt.?n der«rn»pe»er Veellcherten cnlhalien beide Baklvor- schlag» im ganze» nur soviel Ramcn, a'.i Vertreter— 8 ordentlich» Vertreter, il* Sriadverireter— zu wählen stnd. ■Die auf beiden Liften genannten Per. fönen gelten daher ebenfalls als ge» gewählt. Die zum 17. Januar angefehien Wahlen werden daher ausgehoben. Sin- spräche gegen die Dahl sind an das Verstcherung-umt Berlin einzureielxn. Berlin-Köpenick, LZ. Dez. 11127. Ter Lorstand. D!7o Vichel, Vorsitzender. Friedrich Murcken, Schriftführer. £9 ist neu rrsedteoeni Kinderland 1928 Ein proleurischesjahrbucli für die Buben und Mld�Js des arbeitenden Volkes. An dem Kalender habe» auch dieses Mal die Kinder selbst tüchtig mitgearbeitet Das .Kinderland* kostet Mark 1.50 Zu haben in aRen„Vorwlrta"- Abgabeatallan und Parteibuch* Handlungen oder direkt von dar ..Vorwlirta"*Buchdruckerei und Verlegsanstait, Berlin 8WM UndenatreBe 3 Gerade zum Weihnachtsfeste sind Ihre Vorteile unvergleichbar! Mfah*! Achten Sie daher genau U auf Firma und Adresse. % Durch unsere eigene Fabrikation sind wir in der Lage, dodt mindestens so billige auszupreisen, wie die Teilzablungsfinnen, weldte die irreführenden Ausdrücke„Auf Teilzahlung ohne Preis- aufschlag" oder„Zu Kassa-Preisen'* benutzen. Trotzdem gewähren wir: 320{o Rabatt bei sofortiger Bezahlung 30 0|o Rabatt b. Bezahlung innerhalb 8 Wochen 25 0{o Rabatt b. Bezahlung innerhalb 16 Wochen 20 0jo Rabatt b. 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Die deutsche Sehnsucht zum Vo'kss aat die Sehnsucht nach der Demokraii hat in dem Zust nd der mo'ernen parui stisch i Repub ik bei e Erfüllung ge unde.. A Is üegei- sätze der Vergangenheit werden überrannt vc dem Will'-n der Zukunft. Das Jungdeutsch Man fest kn pft an die Lehre des Fieiherm von Stein an und sucht in e ner i euen Staat oidnur die Synthese von Potsiam und Weimar. Der P eis iür das üb�r 2G0 Seiten starke Werk bt tiärt 2.— Mk. je Stück Die Abi eier..ng erfost na h JerRei u n olgedere ncel e'dei Bes eiiungc gegen Nachnahme oderVorauszahlung desBeira zuzügl. Versandkosten. Die Ausgabe des Buches hat•mid.Dejnbedonne >as Jungdeutsche Manifest ist zu haben im mdcttfsdien Verlad. Berlin SW48 Postscheckkonto Berlin Nr. 157 440. Durch alle übrigen Buchhandlungen zu beziehen.