Morgenausgabe Nr. 601 A 505 44. Iahrgang Wöchentlich fO Pfennig. montrfKch I/— Reichsmark, un voraus zahlbar. Unter Streifbonb im In- und Aus- land VLO Reichsmart pro Monat. * Da.Sonnärts* mtl b« tünftrier- ten Sonntagsbeilage.Volt und Zeit� fomie den Verlogen.Unterhaltung und ffiifjen*.Aus da Filmwelt-. .Stadtbeiloge-.Frauenstimme-, .Da ÄinderfreunlT..Iugend-Dor» ojfirts".Slirf tn die Vüchenvelt-, �Kulturarbeit- und.Technik- erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Moruags einmal. Berliner Sowövlatt Sonnabend 24. Dezember 1927 Groß-Äerlin ly Pf. Auswärts t 5 Pf. n»•latrsltig«!Ronpar9«8. wochenlögi von 8'/, bi» 17 Ud«. der GozialdemoseatisÄen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 geinsprcchei: Töndosj KS— M? Telegramm-Adi: Eozialdemotral Belli» Vorwäris-Verlag G. m. b. H. PostlcheiNonlo: Berlin 87S3S- Banklonio: Bank der Arbeiter. Angeliell»n tmd Beamte» Wallsir. 65. DiSkovio�sellschasi. Depositenlasie Lindensir g Schiele blufft im Rundfunk. Irreführung der öffentlichen Meinung über die Lage der Landwirte. Genosse Schmidt lKöpemck) schneibt mis: Reichsmlnister Schiele sprach am 22. Dezember im Rüirdfunk über das Thema:„Die Landwirtschaft in der Jahreswende". Seine Reden sind in dpr Regel ein« Mischung von Dichtung und Wahrheit. So auch seine Funtrede. In dieser Rede kam Schiele auf die Buchsührungsergebnisse aus etwa 2Z00 land wirtschaftlichen Betrieben zu sprechen. Das Material hierüber ist vor einiger Zeit vom Enqueteausschuß vcr- öffentlicht worden, und zwar für die Wirtschastssahre 1924 2S und 192S'2S. Schiele wies dabei auf die große Zahl von angeblichen Verlustbetrieben hin. Die Art und Weife, wie dos Betriebs- ergebnis von diesen famosen Buchführungsstellen errechnet wird, soll einer späteren Behandlung überlassen bleiben. Heute handelt es sich darum, eine besondere Leistung des R r i ch s m i n i st c r s Schiele richtigzustellen. Nach der„Deutschen Tageszeitung" Nr. 603 vom 23. Dezember 1927 sagte Schiele unter anderem wörtlich folgendes: „Das Berhällnis der Berriebeeinnihmcn zu den Betriebs- ausgaben ist in den leit der Stabilisierung verflossenen Jahren durchweg so ungünstig gewesen, daß der Lebensunterhalt, die gegenüber früher vm«in Dixlsaches vermehrten Steuern und sonstigen Lasten und die wackfenden Schuldzinlen aus dem Be- tricbsergebnis nicht gedeckt werden konnten." Diese Behauptung ist grundfalsch. Der Lebensunterhalt des Besitzers und seiner Familie ist nämlich laut Material des tknqueteausschusse» schon bei den Leistungen und dem Auswand des Betriebes verrechnet. Dasselbe trifft auch zu aus alle.Real steuern und sonstigen BetrzebSi- lasten. Was dann nachrdieser Berechmmg, die mehr eine Sta- tistik ist. übrig bleibt oder nicht, ist in der Sprach« dieser Buch- sührungsstellen Reinertrag oder Verlust eines Wirtschafts- jahres. f Unter unboren Leistungen an den Besitzer, dem Mictwent der Wohnung des Besitzers und dem Lohnanspruch des Besitzers(Bar- entnähme), sind aus dem Zahlenmaterial die Summen leicht zu errechnen, die die Besitzer und ihre Familien zum Lebensunterhalt aus dem Betriebe erhalten haben. Als Grundlage benutzen wir beispielsweise das Ergebnis aus 85 Beirieben in Norddeutfchlond. Dos Material ist hier wie überall in bestimmten Betriebsgrößen dargestellt, und zwar nach Leistung und Auswand je Hektar. Demnach wuld« für Lebensunter- halt des Besitzers und seiner Familie oerbucht im Wirtschasts- stchr 1925 26: Bei einem 20 Hektar großen Betriebe: 4660 M., 40 Hektar: 4720 M.. 80 Hektar: 4560 M.. 200 Hektar: 6200 M.. 400 Hektar: 8800 M. und 800 Hektar: 16 000 M. Es ist erbaulich, zu sehen, wie mit wachsender Betriebsgröße auch die Ansprüche steigen. Uebrigens ein sehr lehrreiches Kapitel für den Reichsfinonzminister. Gleich.zeiiig eine Frage, ob die Herren Großagrarier von ihrem Lohnanspruch auch Lohn- st« u e r.zahlen. Bezüglich der aus dem Betrieb gedeckten söge- nannten abzugssähigen Steuern und Lasten sei nur kurz beinerit, daß hierfür im Durchschnitt 20 M. pro Hektar vervechnei sind. Bei 800 Hektar sind dies weitere 16000 M. Es ist eine Irreführung der öffentlichen Meinung, wenn solche Behauptungen verbreitet werden, daß den Landwirten noch nicht einmal der eigen« Lebensunterhalt aus ihren Betrieben gesichert sei. Gibt ee denn in diesem ausgesprochenen Reichslandbuud- Ministerium keinen Menschen, der sich in dieses u>ertvoll« Zqhlzninatexial des Engueteausichusies etwas vertieft und de gl Miizistfr für seine. Reden, wenn«r fchpv Zahlen perw-ndet, auch die Begründung dazu unterbreitet?� Das Kapital ist international! Deutsche Großindustrielle im Bunde mit Aationalpolen. K a t t o w i h. 23. Dezember.■ Di, polnischen wlrlschosteoerbände hoben sür die am 4. Mär; 1928 ausgeschriebenen S ej m w a h l einen Aufruf erlassen, der zwar vermeidet, sich klar sür eine bestimmte Partei auszusprechen, aber rg-ebistiv� na'ionalvolnllche T e n d e n, hat»nd in ziemlich deutlichen Morien die These vom polnischen Nationalstaat oerficht. Der Aufruf tritt ein sür Stärkung der Ve- sugntsse des Staatsoberhauptes, für Ümgestotwng des Senats tm berusssiöndischcn Sinne und für die wirtschaftliche und nakionale„Solidarität". Zwischen den Ze'lea liest man deutlich das Bekenntnis zum aatldemotrollschen System pilsodski». Es hat bei dem Deutschtum ganz Polens große Entrüstung her- vorgerufen, daß diesen Mahtausrus drei deutsche General- direktoren aus Ost-Oberschlesicn unterzeichne» haben, nämlich d', Serren williger von de katlow'ber Akli-noesrlll.balt tür Bergbau»nd hültenbetrleb. wachsmann von der Rybniter Strintohtengewerkschas« und Geiscaheimer vom Berg- und hüttenmännischen verein in Kaltowltzl Woldemaras' Koalitionsbedingungsn» Die Parteienstärke kein Mohstab. Sowno. 23. Dezember.(DE.) Zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über die Bildung einer Koalitionsregierung, die schcn wiederholt als ganz nahe bevorstehend angekundigi wurde, erklärt der„Lieluvis", daß die Regierung dabei an die BerhandlungcpaNner zwei Forde-! rungen stellen müsse: von den Klerikalen verlange sie. daß! zu den Verhandlungen weder der Borsihende der Partei, Dr. Bistras, 1 noch der Priester Krupavicius delegiert werden, weil diese beiden klerikalen Politiker„sich tokllos bcnonzmen und den Minister- Präsidenten Dokdemaras persönlich beleidigt haben" Unter solchen Umständen sehe die Regierung keine Möglichkeii, sich mit diesen Politikern an einen Verhandlungstisch zu setzen, und andererseits mache die Höst chkeit es der Neritalen Partei zur Pflicht, andere Politiker zu den Verhandinngen zu wählen. Bon der Linkeoppo- fition. d. h. von den Aolkssvzialisten und Gozioldemo- traten sordett die Regierung eine u n z w, i de u tt g« ckr- tlärung über da» endgllliige Abrücken bteser Parteien von ta, im Ausland« agitierenden lckauischen Emigranten. Da« offiziös« Blatt weist noch besonder« darauf hm. daß die Stärk« h,r einzelne» Partei,» in keiner Weif««inen Maßstab für die Zusammensetzung der etwaigen Koalitionsregierung abgeben Die Streitigkeiten zwischen den offiziösen Blattern, und den Organen der Opposition gehen unterdessen weiter. Von beiden Seiten wird versucht, die außenpolitischen Ereignisse zu der ange- strebten Gestaltung der innerpolitischen Lerhaltnisie auszunutzen. Tie ostiziöse Press« wertet das von Woldemaras in Genf Erreicht? sehr hoch und ist bestrebt, daraus für die Stellung des Minister- Präsidenten Nutzen zu ziehen. So berichtet z. B. der.Lietuvis", daß in der Oef'entlichkeit jetzt von Woldemaras mit größter An- erkennung gesprochen werde: man nenne ihn de»„litauische» B i s in a r ck", und immer wieder werde der Meinung Auedrnck ge- geben, daß Litauen sichergestellt iei, solange Woldemaras am Staats- rüder stehe. Dagegen will die Oppositioncpresie einen ganz anderen Ausdruck der öffentlichen Meinung vernommen haben. Attentat in Warschau. Aus einen Journalisten. Warschau, 23. Dezember. Auf den Redakteur der„Sazeto Warszawska Poranna". Jlo- wac zynski. ist heute abend von drei llnbetannlen, einer als Polizist gekleidet, ein Anschlag verüb« worden. Als der Redakteur sein Hau» betreten wollte, wurde er von de« dreien angehalten und ihm erklärt, daß er wegen eines Artikels sofort aas die Po- l i z e l kommen müsie. Daraus fuhren die drei mit dem Redakteur in einem Auto bis zur S t a d t g r e n z e. schleppten ihn in eine ob- getegene Gegend und verprügelten ihn bis znr Bewußt- l o s i g k e i t. Daraus verfochten sie. Ihn in einen Teich zo« r- tränken, worden aber tm teßlen Augenblick durch hinzukommend« daran gehindert. Die Attentäter s l ü ch t e t e n. Der Redakteur hat schwere Verletzungen an Kops. Brust und Beinen erlitten: ferner wurde ihm ein Auge ausgeschlagen. lieber die INotioe der Tat ist nicht» bekannt. INan nimmt an, daß es sich um die ersten Anzeichen des beginnenden wahllerror» in Polen handeli, zumal der Redakteur in der letzten Zeit durch verschiedene Artikel hervorgetreten war. Todesurieile in Gowjettußwnd. Im nördlichen Kaukasus ist laut ber„Bednota" sveden einer der in der letzten Zeit üMichen Massenvergewaltigung». prozess« zu Ende gegongen. Angeklagt war«in» Anzahl Bauern. burschen. Drei der hauptbeieiligten wurden zum Tod« verurteilt. Bekanntlich hat die Oktvber-Amnestie eine Einschränkung der Todesstrafe angekündigt. Sozialistischer Kampfkongreß. Oer Weg zur Einheit in der Tschechoslowakei. Von Wilhelm Rleßner, Prag. Der erste iniernationale Kongreß der sozial- demokratischen Parietcn der Tschechoslowakei ist für den 28. und 29. Januar nach Prag elnbervscn worden. Es nehmen an ihm lest die lschechostswokischc, die deulsche, die polnische und die karpalhorussischc sozialder.»». krakische Arbeilerpariei. Als Schlimmstes und für die Entwicklung der Verhält- niste tm Staate verhängnisvollstes Erbe von Oesterreich hat die sozialistische Arbeiterbeweaung der Tschechoslowakischen Republik die nationale Zerrissenheit empfangen. Es sind mehr als zwanzig Jahre verflossen, seitdem deutsche und tschechische'Sozialdemokraten auf dem Boden des alten Oesterreich sich zum letztenmal auf einem gemeinsamen Parteitag zusammengefunden haben. Die tschechische Sozial- demokratie stand an der Seite ihrer Nation, sie nahm während des Krieges hervorragenden Anteil an der tschechischen Auslandsrevolution. Dadurch ergab sich zwischen den beiden großen sozialdemokratischen Parteien des Landes eine Verschiedenheit der Einstellung zu dem aus dem Kriege und den Friedensverträgen hervorgegangenen neuen S t a a t s g e b i l d e. das neben etwa acht Millionen Tschechen auch dreieinhalb Millionen Deutsche und andere Volkssplitter in sich einschloß, ohne daß bei der Gründung des Staates die Beziehungen der Nationen zu einander aus gerechter Basis geregelt worden wären. So trug der staatliche Umsturz nur dazu bei, die Kluft zwischen den sozialdemokratischen Parteien zu erweitern. Die tschechischen Sozialdemokraten standen in der Regierung, die deutschen in schärfster Opposition. Die politischen und taktischen Gegensätze arteten in bittere Feindschaft aus. Die i tschechische Sozialdemokratie in der Regierung, allein auf die Kräfte der tschechischen Arbeiterschaft gestellt, erwies sich dort gegenüber der an Selbstbewußtsein und Begehrlichkeit zu- nehmenden tschechischen Bürgerklasse als zu schwach und mußte, um sich in der Koalition zu erhalten, wichtige» Zu- geständnisse machen, die wieder dazu führten, daß die Kom- muniftische Partei in der tschechischen Arbeiterschaft verhält- nismäßig stärker als in anderen Ländern an Boden gewinnen konnte. Die Arbeiterbewegung bot so ein Pild der Trostlosig- keit und Zerfahrenheit. Berschiedene Vermittlungsversuche der Sozialistischen Internationale schlugen fehl, da die Vor- aussetzungen noch nicht gegeben waren. Die Verhältnisie änderten sich, als die Forderung der Agrarier nach Einführung von Lebensmittelzällen zur Zer- schlagung der ausschließlich aus tschechischen Parteien gebil- deten Koalitionsregierung führte und die tschechischen bürger- ltchen Parteien im Bunde mit drei deutschen Parteien nicht nur die Agrarzölle durchdrückten, sondern eine Regime der rücksichtslosesten kapitalistischen Klastenherrsibast errichten, dos umer dem Deckmantel der nationalen Berständigung an die Dcmolierung der sozialen Errungenschaften und politischen Freiheiten ging. Das Parlament wurde in noch ärgerem Maße als es unter der tschechischen Koalition der Fall war, i» eine seelen- und wissenlose Maschine verwandelt. Den schwersten Anschlag gegen die Interessen der Arbeitermassen bedeutet die in« Zuge befindliche Verschlechterung der Sozialversicherung, die auch die Atters- und Inva- liditätsversicherunq in sich einschließt, ein Gesetz, da? erst seit einem Jahre in Kraft ist und das von denselben tschechisch- bürgerlichen Parteien mit beschlosien wurde, die jetzt in Ge- metnschaft mit den Deutschbürgerlichen an seiner Zerstörung arbeiten. Bliebe die Arbeiterbewegung weiterhin uneinig und kraftlos, sie würde bald auf die Trümmer ihrer bisher errungenen Positionen blicken können. Die Scheidung der Klassen über alle nationalen Ideolo- gien hinweg hat die deutsche sozialdemokratische Arbeiterschaft vorausgesehen und ihr Verhalten darauf eingerichtet. Der istunenblick. da beide Parteien erkennen, daß der vereinigte Ansturm der Besitzklasicn nur durch die Sammlung der proletarischen Kräfte abgewehrt werden kann, ist nun rascher gekommen, als man zu hoffen wagte. Auf die Kommunisten ist, wie überall, auf Hilfe tm Kamose gegen die Reaktiock nicht zu hoffen, ihnen ist auch bei uns ihre unfrucht- bare Eigenbrötler- und Spaltungspolitik wichtiger als das Gesamtinteresie des Proletariats. Um so mehr muß die Vereinigung der vier sozialdemokratischen Parteien des Landes angestrebt werden. Diese Vcr- einignng soll im Januar erfolgen. Einer Anregung der tschecküschen Sozialdemokraten zufolge werden in der zweiten Ianuarhälste zum erstenmal wieder seit über zwanzig Iahren deutsche, tschechische. madjarische und polnische Proletrier auf einem Kongreß zusammentreten,«in Ereignis das in näherer oder fernerer Zukunft für die Arbeiterklasse, aber auch für die Gestaltuna der gesamten innerposttischen Verhältnisie von größter Bedeutung sein wird. Sin Kongreß aller sozialdemokratischen Parteien der Repu» blik.! Was anderswo als etwas Selbstverständliches gelten mag, in unserem Lande, da» bisher die Sozialdemokratie mir Reinemachen in Braunschweig. Ein Hetzer gegen Republikaner kaligestellt. im Zuflartd der verhängnisvollsten nationalen und politischen Spaliung sah. bebeutet dies eine nepe Phase, einen h.i st o- rischen Augenblick in der Arbeiterbewegung besLandes.* Der Kongreß der sozialdemokratischen Parteien wird der Organisierung und Mobilisierung gegen die unmittelbar drohenden Gefahren, der Abwehr der geplanten Verschlech- terung der Sozialversicherung und dem Kampf gegen den Bürgerblock dienen, aber er wird, darüber kann es keinen Zweifel geben, auch über diese brennendsten Aufgaben hinaus eine starke Wirkung üben. Weder auf deutscher noch auf tschechischer Seite gibt man sich der Täuschung hin. daß dieser eine und erste Kongreß eine Bereinigung aller Gegensätze, die uns bisher trennten, bringen werde.. Die nationalen, staatlichen und taktischen Probleme, über die wir uns zu einigen haben, find zu groß und ernst, als daß sie in der kurzen Zeit, die für die Vorbereitung der Tagung bleibt, gelöst werden könnten. In einem Artikel des tschechischen Sozialdemokraten Wg. Dr. Meißner über den Kongreß spricht er den Wunsch aus, den Zusammenschluß, der der Grringung eines bestimmten Kampfzieles ailt, zu einem dauernden zu machen. Die Sozialdemokratie, so führt er aus, muffe den Mut haben, jedem Staatsproblem, auch dem nationalen, in die Augen zu sehen, dazu ihren Stand« punkt haben und den Willen, sich damit zu befaffen. Auch aus einer Rede eines anderen führenden tschechischen Sozial- demokraten. des Abg. B e ch y n e, geht der Wille hervor, die strittigen Probleme zu einer einvernehmlichen Lösung zu bringen, und- eine über den Tag htnausreichende Verständigung vorzubereiten. Es ist selbstverständlich, daß dieser Wille auch bei der deutschen Partei lebt. Die Bestrebungen auf Einberufung des Kongreffes der sozialdemokratischen Parteien haben bei der Arbeiterschaft aller Nationen freudig st en Widerhall geweckt-, denn damit keimt ihre größte Hoffnung der Erfüllung entgegen. Der Kongreß, der als Kampfkongreß gedacht ist, kann sich nicht allzu weitgehende Aufgaben stellen, er muß das Nächst« liegende im Auge behalten, aber alles spricht dafür, daß er den Ausgangspunkt einer wirklichen und dauernden Verständigung bilden wird. Wenn erst einmal deutsche und tschechische Arbeiter wie auch ihre Ber- trauensmänner einander nähertreten und brüderlich um ein gemeinsames Ziel ringen, wenn sie den hohen Wert des gemeinsamen Kampfes erkannt haben werden, wird das Band, das jetzt geknüpft werden soll, nicht wieder zerriffen werden können. Die kommunistische und bürgerliche Presse sucht in alt« gewohnter Verbundenheit die Bedeutung dieses ersten inter» nationalen Kongreffes der Sozialdemokratie im tschecho- slowakischen Staate herabzusetzen— ein fruchtloses Beginnen! Auch wenn nicht sofort alle zwischen uns schwebenden Fragen bereinigt werden können, die eiserne Notwendigkeit, die Sorge um die Gestaltung der Gegenwart und Zukunft des Prole- tariats und das ehrliche Wollen werden diesen Anfang zu dem ersehnten Ende führen! Schuh dem Mittelalter! Oas Erwachen des Staatsanwalts. Ein Leser sendet uns folgende' Zuschrift: Ich lese im„Vorwärts-" den Artikel„Schutz dem Mittelalter� und finde dort, daß der Staatsanwalt auch Anstoß an dem Bild« ,L>l« papistisch« Pyramide" genommen hat. Ich wundere mich nur. daß der Staatsanwalt so lange Zeit gebraucht hat, um dieses Bild zum Fundament einer Anklage wegen Verächtlichmachung der katho» lischen Airche zu machen. Ich erlaube mir, darauf aufmerksam zu machen, daß genau das gleiche Bild in dem großen Geschichtswerk„W eltgeschichte von Professor Pflug. Hortung" oerwendet ist, das im Jahre 1907 im Ullstein-Verlag erschien. Das Bild befindet sich in dem Bande„Neuzeit 1S00 bis 1650" auf S. 10. Dieses große Geschichtswerk ist herausgegeben von Pflug-Hartung unter Mit- Wirkung von 23 der angesehensten Professoren fast aller deutschen Univcrfftäten. Es ist recht auffällig, daß die Staats- «mwaltschast nicht damals schon Verächtlichmachung der katholischen Kirche auch in diesem Werke gefunden hat. Wir können dem Einsender mit einer Erklärung dienen: Mitunter scl)läft nicht nur Homer, sondern auch der Staats- anwalt. Wenn er aber dann erwacht, wird's fürchterlich! Vielleickt aber wird die obige Mittellung auch die „Germania' interessieren, die in der Bilderauswahl des Wendelschen Werkes eine„besonders gehässige Tendenz" er- blicken will. Oer Weg zum öffenilichen Skandal. Die Preußenkasse verweigert weitere Aufklärungen bis zur Bekanntgabe des Jahresberichtes. Die von uns mehrfach behandelten hochbedenklichen Schwierigkeiten bei der preußischen Zenlralgenoffenschafiskasse verlangen, wie von der ganzen Oefsentlichkeit— bemerkenswerterweise nur mit Ausnahme der Rechtspresse— festgestellt wird, sosortige restlose Ausklärung der Preußenkassengeschäste und eine sofortige Sanierung. Ietzl wird von der Preußentasse, aus dem Weg ilber den Amtlichen Preußischen Pressedienst, erklärt, daß das Direktorium von einer weiteren Erwiderung gegen die erhobenen„Angriffe" absehen und erst im Jahresbericht, der kaum vor Ende Februar zu erwarten ist, darauf antworten wird. Das ist«in in hohem Maße gefährlicher und, man möchte fast sagen, toller Schritt. Wir haben erst kürzlich selbst darauf hingewiesen, in wie großem Umfange die von der Preußenkaffe gegebenen Erklärungen den im Preußischen Landtag und von uns gemachten Feststellungen widersprechen. Im letzten Hest des„Magazins der Wirt- schaft" werden am 22. Dezember folgende weitere Feststellungen mit Tatsachen belegt: Das Gesamtengagement der Preußenkaffe sei in diesem Jahre erheblich größer als im Vorjahre. Die vielfach vorgenommene Umfchuldung habe der Preußenkaffe nicht die gering st e Entlastung gebracht. Sehr viele Kredite seien im Falle von Zwangsversteigerungen insolge der zu hohen Belethung und der geringen Kauflust für Großgüter ungenügend gedeckt. Die von der Preußenkaffe angegebenen Düngerkredite seien nicht nur entgegen den gemachten Erklärungen einfach ge- schätzt, sondern auch höher als sie angegeben wurden. Die Inanspruchnahme der Reichsbank im November 1927 übertreffe möglicherweise diejenige des Vorjahres um eine Viertel- Milliarde. Die Verlängerung des 100-Millionen-Rcichskredits bis März 1828 schwäche nicht nur die Preußenkaffe im kritischen Lromnschwetg. 23. Dezember.(Eigenbericht.) Die braunschweigische Regierung hat den deutschnationalen Re- gierungsrat Hartwig, der bisher beim Polizeiprästdium beschäftigt war, in den Ruhestand versetzt. Hartwig war der Treiber tn allen gegen Republikaner anhängig gemachten Verfahren. Als Der- trauensmann des Stahlhelms hatte er auf die Personal- politik der früheren braunjchweigischen Regierung einen unheilvollen Einfluß. Sein Gesinnungsgenosse, Regierunasrat Macke, ebenfalls beim Polizeipräsidium beschäftigt, wird gleichfalls in den nächsten Tagen entlassen werden. Die Entlassung dieser deutschnationalen Beamten wird in Braunschweig mit großer Genugtuung ausgenommen. Was wird in Hessen? Verhandlungen über die Regierungsbildung.- Staats« gerichtshof und Wahlen. Darmstadt. 23. Dezember.(Eigenbericht.) Die Verhandlungen der hessischen Sozlaldemo- kratie mit der Deutschen Volkspartei Über die Neubildung der Regierung haben im Gegensatz zu den Verhandlungen mit dem Jentrum zu einer vorläufigen Verständigung geführt. Die Dolrspartei hat im großen und ganzen die Forderungen der Augenblick der Frühjahrsbestellung, sondern bringe zum Jahresschluß auch das Reichefinanzministerium in große Verlegenheit. Seit dem 30. November habe nach Höpker- Ajchoffs Erklärungen die Anspannung der Preußenkaffe sich noch verschärft. Ueber die Zusammensetzung und Güte ihrer Wechsel- kredit« habe die Preußenkaffe in der Tat keinerlei ausreichende Kenntnis. Und kein Zweifel sei schließlich darüber, daß die Be- teiligung des Großgrundbesitzes an den gewährten Krediten außer? ordentlich stark— bis zum dreifachen— über den von der Preußen- lasse genannten Anteil hinausgeht. Die„Deutsche Bauernzeitung" stellt in ihrer letzten Nummer ganz ähnliche Dinge fest und schätzt. daß teilweise bäuerliche Kredite bestenfalls 30 Proz., Großgrund- besttzerkredite aber 70 Proz. �-ismachen. Die Preußenkaffe wisse nicht, wohin 75 Proz.ihrerKreditegegangens«ien. Alle diese Feststellungen sind nur eine Bestätigung der in der Tat sehr gefährlichen Lage, in der das entscheidend wichtige Zentral- Institut des deutschen Genöffenschastswesens sich befindet. Es ist einfach unerträglich, daß die Preußenkaffe jetzt erklärt, sie gehe auf die gegen sie gerichteten„Angriffe" nicht weiter ein. Dieses Verholten ist so ungeheuerlich, daß seine Verurteilung schon keiner Begründung mehr bedarf. Wenn das preußische Finanz- Ministerium einem solchen Verhalten zustimmt, geht die ganz« weitere Entwicklung der Preußenkaffe, gehen all« Gefahren, die daraus erwachsen werden, zu seinen Laste». Sozialdemokraten anerkannt. Auch in Personalfragen hat sie sehr weitgehende Konzessionen gemacht. Der Stoatsgerichtshof für Heffen wird erst nach Neu- jähr zusammentreten und sich mit der Frage befaffen, ob auch die Wahlen zum hessischen Landtag annulliert werden muffen. Der Ewatsgerichtshos besteht aus acht vom Landtag gewählten Parlamentariern und fünf Richtern. Es ist anzunehmen, daß er die letzten Wahlen als rechtmäßig anerkennt. Splitterparieien aus dem Kriegspfade. Einspruch gegen Wahlgesetzänderung in Baden. Karlsruhe, 23. Dezember. Nachdem der Staatsgerichtshof in Leipzig die Aenderung der Landiagswohl-Gefetze in Hamburg, Hessen und Mecklenburg-Strelitz für verfassungswidrig erklärt hat. weil sie mit den Vorschriften über die Gleichheit des Wahlrechts und über das Wahlgeheimnis im Widerspruch stehe, hat der Lanles» verband der Volksrechtsp artet nunmehr die E n t j ch e i» dung des Staatsgertchtshofes über die von ihm früher geltend gemachten verfaffungsrcchllichen Bedenken gegen das Gesetz zur Aenderung des Londtagswahlgesetzes angerufen. Veileidskundgebungen für Molkenbuhr. Zum Ableben des vorbildlichen Vorkämpfers der deutschen Sozialdemokratie und Patriarchen des internationalen Sozialismus (endet die tschechoslowakische Sozialdemokratie den Ausdruck de, tieften brüderlichen Mitleids. Vorsitzender Hampl, Sekretär Dnndr. Di« holländische sozialdemokratisch« Kommer- fraktion bezeugt ihr Beileid zu dem Verlust, der die deutsche Sozialdemokratie traf durch den Tod des alten treuen Seuosse« Hermann Molkenbuhr. Frattionsbureau: Alberdo, Vliegen. Pzerman. Hugenberg macht Personaspolitik. Die Hugenberg-Presse hat die inzwischen schon dementiert« Meldung in die Welt gesetzt, die Reichsregierung de« absichtig«, den Reichspreffeches Dr. Zechlin abzuberufen und fem« Stelle neu zu besetzen. 2>as möchte Herr Hu genberg gern, daher die Schwindel» Meldung. Wünscht er«inen von den Seinen an der Stelle des Reichspressechef, zu sehen, damit er Hand in Hand mst der Devoii deutschnationale Wahlpropaganda betreibt? > Die neue Lohnsteuerformel. Beispiele aus der Praxis. Da« Gesetz zur Aenderung des Einkommen- fleuergesetzes, dos der Reichstag in seiner letzten Sitzung vor Weihnachten beschlcffen hat, bringt für die Ermäßigung der Lohnsteuer folgende Lorschriften: 1. Die Ermäßigung der Steuer erfolgt diesmal nicht durch Er- höhung der steuerfreien Beträge, sondern durch einen Abschlag vom Steuerbetrag in Höhe von 15 Proz., bis zum Höchstbetrage von 2 Mark monatlich, 50 Pf. wöchentlich, 10 Ps täglich ustv. Diese Ermäßigung wird ohne Rücksicht daraus angewendet, ob bei der Berechnung der Steuer die prozentualen oder die festen Familien- «rmäßigungen zugrunde zu legen sind. Ausgenommen sind nur sUgeiK* zwei Falle: 1. einmalige Einnahmen, die neben dem laufenden Lohn oder Geholt gezahll werden, wie z. B. Gratifikation«», und 2. die unständigen Arbeiter, deren Steuerabzug wie bisher 2 bzw. 1 Proz. vom gesamten Arbeitslohn ohne Absetzung von steuerfreien Beträgen und Fomilienermäßigun- gen beträgt. Di« Berechnung der Steuer zerfällt also jetzt in zwei Teile: 1. die bisherige Berechnung, an der sich nichts geändert hat, und 2. die Berechnung der Ermäßigung, die neu hinzugekommen ist. Ei» Erlaß des Reichsfinanzministers vom 18. De- zember 1827— III e 5600— gibt hierfür folgende Beispiele: ») Ein verheirateter Arbeitnehmer mit zwei mindersährigen Kindern erhält einen Wochenlohn von 42 M Es ist dos System der festen Abzüge anzuwenden. Danach sind steuerfrei: 24+ 2,40+ 2,40+ 4,80- 33,60 M. 42— 33,60- 8,40 M.. davon 10 Proz.= 0,84 M.. abgerundet 0,8 0 M. Dieser Betrag war nach der bisherigen Regelung«inzubehalten. Nach der vom 1. Januar 1828 ab getroffenen Neuregelung ermäßigt sich jedoch der Steuerbetrag um 15 Proz., höchstens um 60 Pf. wöchentlich. 15 Proz. von 80 Pf.— 12 Pf. Die Steuer beträgt also künstig nur 80— 12— 68, abgerundet 6 5 Pf. b) Ein verheirateter Arbeitnehmer mit drei minderjährigen Kindern bezieht ein monatliches Gehalt von 450 M Es ist das prozentuale System anzuwenden. Danach sind steuerfrei 100 M. Von dem Rest von 450— 100= 350 M. war die Steuer bisher 6 Proz.— 21 M Dieser Betrag ermäßigt sich vom 1. Januar 1828 ab um 15 Pro»., höchstens 2 M. monatlich. 15 Proz. von 21 M.— 3,15 M. Di« Ermäßigung darf daher hier nur mtt dem Höchstbetrag von 2 M berücksichtigt werden. Die einzube- haltend« Steuer beträgt also 21— 2—19 Mark. 2. Außerdem bringt das Gesetz«in« geringfügige Erhöhung der Grenze, bis zu der Kleinbeträge an Lohnsteuer nicht erhoben werden. Bisher unterblieb der Steuerabzug, wenn er wöchentlich den Betrag von 20 Pf., monatlich den Betrag von 80 Pf- nicht überstieg. Jetzt sind diese Beträge aus 25 Ps. bzw. 1 M erhöht worden. Der Enaß des Reichsfinanzministers bringt hierzu nach- stehendes Beispiel: Lei einem verheirateten Arbeitnehmer mit zwei Kindern und einem Wochenlohn von 37 Mark betrug die Steuer bisher 10 Pro.z. von(37— 33,60 M.)— 3,40— 0,34, abgerundet 30 Pf. Dieser Betrag ermäßig sich>"nn 1. Januar 1928 ab — 0,045— 0,255, abgerundet 25 Pf. Dieser Betrag wird als um 13 Proz., höchstens 50 Ps. 15 Proz. von 0,30= 0�45 Vi. 0,30 Kleinbetrag nicht erhoben. Di« Wirkung der neuen Vorschriften auf die Ermäßigung der Steuerbelastung je nach der Höhe des Einkommen» und der Größe des Familienstandes ergibt sich aus nachfolgender Ueber- sicht: Die Uebersicht zeigt, daß die Ermäßigung sowohl bei dem Le- digen als auch bei dem Verheirateten in den unteren Einkommens- schichten well geringer ist als in den nilt.leren und höheren. Sie beträgt für den ledigen Steuerpflichtigen bei einem Einkommen von 110 M. nur 15 Pf. monatlich, bei 150 M. 75 Pf., bei 200 M. ILO M. und von 250 M. ab 2 M. Lehnlich ist da« Verhältnis bei dem Der» heirateten mit zwei Kindern. Hier ist der Höchstbetrag der Er» Mäßigung von 2 M. etwa bei einem monatlichen Eintommeu von ZOO M erreicht. Wie bisher gibt auch diesmal dos Reichsfinanzministerium mn- fangreich« Tabellen heraus, aus denen der ermäßigt« Steuer- betrag ohne weitere Berechnung abgelesen werden kann. Diese arnt- liehen Tabellen sind getrennt für monatlich«, wöchentliche, tägliche und zweistündlich« Lohnzahlung und können von den Arbeitgebern entweder unmittelbar von der Drucksachenverwaltung der Reichs- druckerei oder bei den Finanzämtern unter Vorauszahlung de» Preises bestellt werden. Die außerordentliche Erschwerung der Berechnung, die durch die neu« Ermäßigungsoorschriflen emgetreten ist. kann aber durch dies« Tobellen allein nicht beseitigt werden. Es ist bisher nicht gelungen, diese Tabellen allgemein ein- zuführen, so daß besonders in kleinen Betrieben die Gefahr entsteht, daß sich die unrichtigen Abzüge häufen. Diese Gefahr vergrößert sich dadurch, daß die Arbeiter selbst in vielen Fällen nicht in der Lage fein werden, sich ihren Steuerabzug nach den neuen Vorschriften richtig zu berechnen. Es ist zu bedauern, daß dos Reichssinanz- Ministerium nicht wenigstens noch ein« klein« Tabelle darüber auf- gestellt hat, bis zu welchem Einkommen jeweils die löprozentige oder die Ermäßigung um 2 M. monatlich anzuwenden ist. Di- Bestimmungen finden erstmalig Anwendung auf den Arbeilsioyn, der>ur erne Dienjtiefftung gewähr! wird, die nach dem 31. Dezember 1827 erfolgt. Es kommt als« nicht darauf an. wenn der Lohn gezahlt wird, sondern nur darauf, für welchen Zeitraum die Lohnzahlung gilt. Eine amtliche Erläute» rung der neuen Vorschriften wird sich in dem abgeänderten Merk- b l a t I über den Steuerabzug vom Arbeitslohn finden, das wie bisher ans den Finanzämtern unentgeltlich erhältlich sein wird. Baldwin und ponsonby. Avsesuonderschong 5b er KnegsdUostverweigemng oud VSllerbuadspflichien. E. W. London. 23. Dezember.(Eigenbericht.) Der Abgeordnete der Arbeiterpartei Arthor Ponsonby, der Führer der' internationalen Bewegung für Kriegsdienst- Verweigerung, hat am 8. Dezember dem britischen Minister- prästdenten einen von annähernd ILO Ol» britischen Staatsbürgern unterzeichneten sogenannten„F r i e d e n s b r i e f" überreicht, in dem die Unterzeichner in feierlicher Form erklären, keinerlei wie immer gearteten Kriegs- oder Äriegshilfsdienst zu leisten. Der Ministerpräsident Baldwin hat nunmehr auf die von den Kriegs- dienstoerweigerern ins Feld geführten Argumente in einem aus- führlichen Briefe geantwortet. Dieser Brief ist auch als politisches Dokument nicht ohne Interesse. Baldwin betont eingangs, daß er den„Friedensbrief' sorg- fältig studiert habe und die Regierung ebenso ernsthaft wir nur irgendeiner der Unterzeichner der Petition den Frieden aufrecht- zuerhalten wünsche. „Die gesamte auswärtige Pofitit der Regierung,' fährt Baldww wörtlich fort,„ist von dem einen Gedanken gelstet gewesen: Aus- rechterhaltung des Friedens und Kriegsoerhinderung. Unterstützung des Völkerbundes und sein Ausbau hat dte Regierung ständig beschäftigt. Haben die Unterzeichner des Gelübdes, unter keinen Umständen zur Waffe zu greifen, bedacht, daß eine allgemeine Annahm« oder auch nur ein weites Umsich- greiien ihrer Auffassung mir der selbstoerständlichen Konsequenz der Auflösung der britischen Arme« und Flotte den Zusammen» bruch des Völkerbundes zur unvermeidlichen Folge haben wurde? Die Stellungnahme der Unterzeichner des'Friedensbrieses ikl nicht nur eine Weigerung der Anerkennung des Genfer Protokoll»(für das die Arbeiterpartei nachdrücklich eintritt. Amn. d. Usberletzers), sondern auch eine Verwerfung de» Völkerbunds st atutes selbst. Es läßt stch daher über- Haupt kein größerer Ansporn zum Kriege, keine sichere Methode. dasjenige Uebel herauszubefchwören, da» gebannt werden soll. denken.' Baldwin versucht hierauf, diese allgemeinen Behauptungen zu erhärten. Er stellt fest, daß der Artikel IS de» Bölkerbundsstawts, welcher den Rat verpflichtet,„den verschiedenen beteiligten Regierungen vorzuschlagen, mit welchen Land-, See. oder Luft- streitkräften jedes Bündesmitglied... beizutragen hat', ohne bewaffnete Macht nicht durchführbar fei. Großbritannien wäre verpflichtet, aus dem Völker- bund auszutreten und dcmit nicht mehr länger in der Lag«, eine führende Ralle bei der Lösung von Schwierigkeiten oder der Beilegung von Meinungsverschiedenheiten zu spielen. „Dasselbe gilt,' so fährt Ba l d w I n fort,„für die Locarno» Verträge. Ihre Wirksamkeit beruht in weitem Maße auf dem Bewußtsein der Vertragsparteien, daß im Falle eines Angriffes ohne Provokation das ganze Gewicht Großbritanniens gegen den j Angreifer in die Wagfchale geworfen werden wird. Man beraube uns dieses Gewichtes, und die Verträge verlieren ihre ganz« Bedeutung. Nicht darüber ist im Völkerbund Klage geführt worden, daß Groß- britonnlens Bewaffnung zu groß, oder daß sie ein» Drohung für den Frieden der Welt s«. sondern dajj diese Waffen nicht rück- h ä l t l o s e r dem Völkerbund zur Verfügung gestellt worden seien, um seinen Entscheidungen Rachdruck zu verleihen. Es ist aus- g e s ch l o I s e n. den Völkerbund durch Schwächung des Empires zu stärken. Ein völlig entwafsnetes und feindlichen Kräften aus- Seiieferte» England— nicht» würde Neid und feindselige» Vorgehen > aufreizen, wie ein derartiger Zustand. Wir würden damit aus das Niveau einer Macht fünften Range» herabsinken— unsere Kolonien würden uns entrissen werden, unser Außen- Handel würde zusammenschrumpfen und Arbeitslosigkeit würde vom Land« Besitz ergreisen.' Baldwin stellt dann fest, e» sei richtig, daß da« Völkerbund». statut zu einer größtmöglichen Verringerung der Bewaffnung, im Rahmen der nationalen Sicherheit, und zu gemeinsamem internationalen Vorgehen verpflichte. Großbritannien wäre ohnedies entschlossen, diese Verpflichtung zu erfüllen. Seine Rüstungen seien schon seht unter dem Staude von 1914 und die Regierung hoffe, sie aus der Bast» gemeinsamer Ab- machunzen mit anderen Ländern, noch w e s t e r herabzusetzen. „Schließlich und endlich: ist es nicht da» Vorrecht sowohl, als auch die Pflicht eines jeden Engländers, in Verteidigung von Heim und Vaterland zur Masse zu greifen? Ein Angriffs. krieg ist eine Scheußlichkeit und ein Grausen. Ganz anders ein Verteidigungskrieg. Ist es nicht unser unveräußerliches Recht, uns selbst zu regieren, unsere nationalen Freihelten und unsere Institutionen gemäß unseren nationalen Idealen und nicht gemäß den Weisungen eine» fremden Eroberer» zu entwickeln?' Baldwin erinnert in diesem Zusammenhang— nicht gerode taktvollerweise— an den jüngsten Krieg und fragt, ob die Welt heute in einem besseren Zustand« wäre, wenn England sich noutral verhalten hätte,„während Frankreich überronnt und Belgien zerstört' wurde.„Ich teile.' schließt Baldwin seinen Brief an Ponsonby,„Ihre Sehnsucht nach Frieden, Gott behüte, daß er wieder gestört werde. Die britische Regierung arbeitet un- unterbrochen und einig an seiner Aufrechterhaltung, es ist mir jedoch neu, daß der Sache de» Friedens durch eine Schwächung unseres Landes gedient werden kann und ich weigere mich, zu glauben, daß unsere Landsleute. Männer und Frauen, sich im Falle der Notwendigkeit semals weigern werden, unser« eigenen Freiheiten zu verteidigen oder ihren Anteil bei der Verteidigung der Freiheit der Welt zn tragen.' In seiner Antwort auf den Brief de» britischen Ministerprä- sidenten stellt Ponsonby fest, es gäbe— weit über die Unter- zeichner des Kriegsverweigerungsdokument» hinaus— zahlreiche Menschen, die eine aus Sanktionen gestützt« Stärkung der Autorität des Völkerbundes nicht für möglich hielten. „Eine Aenderung des Völkerdundsstatuts ist deshalb notwendig. Wir sind der Meinung, daß Angriff ohne provokaNo« eine Krlegsmylhc darstellt. Wir werden in dieser unserer Anschauung durch die Schwierigkeiten bestärkt, die sich bei der Formulierung des Begriffs Angriff und der Unwilligkeit, irgendeine derartige For- mulierung anzunehmen ergeben haben Solange es Waffen für Internationale Konflikte gibt, ist auch da» Wettrüsten mit leinen Folgen unvermeidlich. Wir weigern uns m glauben, daß die militärisch« Mach» de» brllische« Reiche» der Maßstab für da» Gewillt und den Einfluß Großbrilanuien» im Rate der Völker �"�Ärthur Ponsonby sind seit der Ueberreichung der Petition so viele neue Unterschriften unter da» Gelübde der Kriegs- dienstoerweigerung zugegangen, daß er beschlosten hat. seine Aktion fortzusetzen und dem Ministerpräsidenten zu gegebener Zeit Zehntausend« weiter« Unterschriften zu unterbreiten. O C. Nachschrift der Redaktion: Dies« Debatte zwischen dem jetzigen englischen Ministerpräsidenten und dem ehemaligen Unterstaatssekretür für Auswärtiges in der Regierung Macdonald 1 Europäische Weihnachten. Wollen sie die Wethnachtslerzen oder den Ltnterfatz anzünden? ist mit Obsektivität und mit Achtung vor der Meinung de« Gegner, geführt worden. Das beschimpfende Schlagwort„Landesverräter'. dos in derartigen Debatten bei uns nur zu häusig gegen Pazifisten gebraucht wird, hatte in dieser Kontroverse keinen Raum. Diese Aus- einandersetzung wirst eine Reihe von wichtigen Problemen sowohl grundsätzlicher wie taktischer Natur auf. Es ist nicht zu bestreiten. daß eine radikal-pazifistische Politik im Widerspruch steht zum Völkerbundstatut, das gegen einen Fnedenstörer gemeinsame Sanktionen wirtschaftlicher und militärischer Art vorsteht. Dieser Einwand ist auch kürzlich aus der Tagung der vorb«reileick>en Ab- rüstungskommission in Genf vom Genosten Paul Boncour dem lsiOprozentigen Abrüstungsprogramm der SowZetregierung entgegen- gehalten worden. Die Bewegung fllr die Kriegsdienstverweigerung. zu deren Führern in England Arthur Ponsonby bsreit» während de» Weltkrieges gehört«, als Tausende von Briten au» religiösen oder politischen Gewisscnsgrünven(consdendout ebjeetOTs) jeden direkten oder indirekte» Heeresdienst verweigerten und Nebe? schwere Gefängnisstrasen aus sich nahmen, bildet«ine durchaus adle und nützliche Propaganda gegen den zum Kriege treibenden Na- tionalismus. Sozialisten können ihre Sympathie emer solchen Anii- kriegsbewsgung nicht verweigern, auch wenn Sozialismus durchaus nicht prinzipiell identisch ist mit dieser tolstoianischen Form des Pazi- fismus. Andererseits ist im gegenwSrtigen Stadium der weltporitischen Entwicklung«ine sofortige und völlig« Entwaffnung nicht denkbar, und sei es nur aus dem Grund«, weil einzeln« groß« Staaten, z. D. Sowjetrußland, es grundsätzlich ablehnen, dem Völkerbund beizutreten oder auch nur Schiedsgerichtevertröge abzuschließen. Deshalb ist das ideale Ziel der restlosen Zerstörung aller Waffen nur etappenweise zu erreichen. Es fragt sich nun, ob da» Argument Baldwin». daß die all- gemeine Kriegsdienstoerweigerung den Austritt England« aus dem Bölkerbund und aus dem Rheinpakt von Locarno zur logischen Folge haben müßte, nicht bloß ein B o r w a n d ist. um die Abrüstung zu hintertreiben. In dieser Beziehung muß man allerdings ongestcht» der S e s o m t p o l i t i k der gegenwärtigen konservativen Regie- rung Englands hoch st mißtrauisch sein. Baldwin wirst Pon- sonby U n l og i k vor, weil die von ihm geführte Bewegung im Widerspruch stehe zu dessen von der Arbeiterpartei vertretenen Ge- danken des Genfer Sicherheitsprotokoll». Aber die Un- logik liegt dabei noch viel mehr auf feiten des konservativen Minister- Präsidenten, denn es ist ja seine Regierung, die das Genfer Protokoll zu Fall gebracht hat. Dieses Protokoll enthielt zum ersten Male eme praktisch« Definition de» Angreifers. Das war«in un- leugbarer Fortschritt, der die weiteren Abrüstung»maßnahmen er- leichtert haben würde. Aber erst kürzlich hat Chamberlaln mit fadenscheinigen Argumenten zu beweisen versucht, daß dies« völker- rechlliche Festlegung des Angreifers keinen Fortschritt, sondern eher einen Rückschritt bedeuten würde. Deshalb mutet der ganz« Widerlegungeversuch Baldwin» u n- aufrichtig an. Erst wenn die jetzig« englische Regierung ihr» Obstruktion gegen das. Genfer Protokoll und sogar gegen ollgemein« schiedsgerichtliche Bindungen aufgegeben haben wird, erst dann wird man der Ehrlichkeit ihrer Kriegzgegnerschof! Glauben schenken können. Einstweilen muß vielmehr die Tatsach« verzeichnet werden, daß die gesamte Politik Englands mit Recht als e?ne Hemmung für die Abrüstungsbestrebungen und sogar al» eine Gefahr für den Frieden empfunden wird E« seien in diesem Zusammenhang nur erwähnt: Englands Haltung auf der maritim«» vreimächte- „Coeur Bube" im Renaissanceibeaier. Endlich ein Treffer für Gustav Härtung, den Herrn de» Renaissance. Theaters: De? junge französisch« Autor Jacques Ratanson bricht in„E o« u r- P u b«' sür den alternden reichen Liebhaber eine Lanze, mit Grazie, mit Esprit und mit gütiger Nachsicht für die Menschen, die sich im Irrgarten der Lieb» nicht zur«chtfinden. Ein wohlabgestimmte« Ensemble(E a- rata Neher, Max Gülstorfs. Franz Lederer und O»karGimo)tut da» übrige, der Komödie den verdienten Erfolg zu sichern. D g r. konferenz im vergangenen Sommer, Englands Stellungnahme auf der letzten Genfer Vöckerbundstagung. Englands Verhalten in der Genfer Abrüstungstommission, Englands Politik gegenüber Sowset- Rußland und nicht zuletzt Englands wohlwollende Unterstützung aller ganz oder halbfaschistischen Regierungen in Europa.(Italien, Ungarn. Bulgarien, Spanien). Solange diese Politik fortgesetzt wird, wird man in Daldwins Argumenten g-gen Ponsonby keine ernsthafte Widerlegung, sondern nur einen D o r w a n d erblicken können, die Streitkräfte des britischen Reich«? aus einer Höhe zu halten, die«in« allgemein« Rüstungseinschränkung hemmt, wenn i nicht gar unmöglich macht. Arbeiierelend in Palästina. ainstettung der Arbettslosenunterstötzung. Hals». 23. Dezember.(Eigenbericht.) Die Erregung unter den jüdischen Arbeitern Palästinas ist auhe» «rdentlich groß, well sie dl« zur Sanierung des zionistischen Pa- löstinabudgets eingesetzte Exekutive zum Hauptobjett ihrer Spar» Politik ausersehen hat. Ohne Rücksicht auf die Notlage der s o st seit einem Jahr beschäftigungslosen 8000 Ar- b e I t e r von Telavio hat die Exekutiv« die Zahlung der Arbeit»- losenunterstütz u ng«ingestellt. Die Arbeiterschaft hat dagegen in Jerusalem und Telavlv Massenkundgebungen veranstaltet, die dank der Disziplin der Arbeiter völlig ruhig verlaufen sind. Unter dem Druck dieser Kundgebungen ist eine Verlängerung der Unterstützung auf zwei Wochen zugesichert worden. Angesichts der schlechten finanziellen Loge der zionistischen Organisation Ist zu befürchten, daß sie auch beim besten Willen außerstande sein wird, weiterhin etwa» zur Linderung der Notlage zu tun. Die Führer der Arbeiterorganisationen versuchen alles, um die Masten, deren Geduld erschöpft ist, von übereilten Schritten abzu- halten. Die Lege ist namentlich i n Telavio sehr bedrohlich. Die palästinensische Regierung hat umfastende Vorkehrungen gegen Unruhen getroffen. Sie hat die englisch« Polizei in Jaffa ver- stärkt und außerdem die Wnffenvorrät« beschlagnahmt, deren Haltung bisher den jüdischen Arbeitern zur Abwehr von etwaigen arabischen Angriffen gestattet war. „Die nicht alle werden." Tteae Konkurrenz für die Oeutfchnationalen. Mit großem Pomp kündigen die Rationastoziollsten die Grün- dung eines neuen Blocks völkischer und„vaterländischer Der» bände' an. der die Opposition gegen die Erfüllung»- und Entwafsnungspolltik für die kommenden Wahlen orgamsteren soll. Erfüllung und Entwaffnung sind diesen Leuten die Ursachen einer„zwangsläufig stch ergebenden Verelendung des ganzen deutschen Voltes und Enteignung der deutschen Wirtschaft'— es muh ihnen also im Kriege wirtlich gut gegangen seinl Nachdem der Staatsgerichtshof den Splitterparteien so groß« Aussichten eröffnet hat. kann man gespannt sein, was dieser neue „Block', ein Konglomerat aus unzufriedenen Deutschnationalen und zur Demokratie erwachten Völkischen, hinter sich bringen wird. Natürlich will der Block über parteilich sein— genau wie Hugenberg, national wie General Lieber t. Helden- Haft wie Ehren- Ehrhardt und betennersreudig wie Hans von Sodenstern, mit seiner„Deutschen Treue'(die alles zurücknimmt, wenn ihr Strafe droht). Man sieht, wie verzweifelt die Reaktion nach Mitteln sucht, um sich vor den Wählern zu.tarnen'. Auch der neue Block wird nur bei dem Kreis politisch Uninteressiertex Aussichten haben, die auf alle« hereinfallen. Was aber bleibt denn noch der Partei der�r, hie Nicht olle werden?— Das ist wohl die brennendste Frage, die setzt im deutschnationalen Lager diskutiert wird, nachdem Hugen- bergs Agitationsfrüchte so herrlich reifen und der„Fronvsgt' Parker Gilbert von noch weiter rechtsstehenden Auchpolititern al» Propa- gandaches in Anspruch genommen wird? Slirchföhrung der Sreischichtenverordnung Oer OMV. gegen Ausnahmen. Lochum. 23. Dezember.(Eigenbericht.) Die Besprechungen, die aus Veranlassung des Reichsarbeits- Ministers am Donneretag und Freitag in Do.tmund zwischen dem Schlichter von Westfalen. Regierungsrat Drisch, bzw. seinen Der- krelern, und den Vertretern der Unternehmer sowie der Gewerk- schaflen über die Durchführung der Arbeitezeitverordnung vom J6. Zuli 1927 stattgefunden haben, tragen den Eharakter von informatorischen Vorverhandlungen, die In erster Linie der Darlegung der Auffastungen der Parteien dienen sollten. Es Handelle sich um eine allgemeine Auesprache über die von den einzelnen We fen gestellten Ausnahmeanträge für die Durch. füh ung der vreischi chlenverordnung. Räch den Bestimmungen des Reichsmbeitsm'nillerii'ms sollen diese Anträge von Fall zu Fall durch den Schl'diter behandelt werden, der eine Vereinbarung, und zwar ein sogenannte« Uebergangszeitabtommeu zwischen der betreffenden Wcrkleitnng und der Arbeiterschaft anstreben soll. In Fällen, wo keine Vereinbarung erreicht werden kann. soll der Schlichter du'-ch Schiedsspruch entscheiden. / V?i den Verhandlungen am Freilag beharrte der Deutsche ZNetallarbeiterverband aus seiner bekannten Forderung der rest. losen Durchführung der Dreischichtenverordnung vom IS. Znli 1927 am 1. Januar 192S. Des ferneren ve trat der De"tsche Melallarbe'te�verband die Aukscistuna. daß die Behandlung dieser Frage außerhalb der Kompetenz de» Schlich- ler» liege. Gemäß A'likel 3 Absaß 2 der Arbeitineltverordnung vom 17. Zuli 1927. in dem es heißt, daß der Reichsarbeits- minister nach AnhS-en der Länderregierungen einen Antrag ans K'navsschiebung des Durchfahrung�te''m'ns der Ver- ordn-ng genehm'gen kann, fei nur der Reichsarbeits- minister für die Entscheidungen zuständig. Aus diesem Grunde könne der Deutsche Meta'larbellerverband die Verbindlichkeils- «'klä'una eWs wen-n der Durchführung der Arbeitszcllverordnuug et— a d� S�l'chte's nicht anerkennen..Die Entscheidung liegt nun beim Reichs- arbeitsminister. « De? den Verhandlungen für Oberschlesien. Sieger- kand und die anderen nicht zu Nordwest gehörenden Gwheisen- bezirke handelt es sich um eine Anpastung an die für Nordwest geschaffenen neuen Derhältniste. Die Entscheidung des Reichs- arbeitsniinisters über die Arbeitszeit der Stahl- und Walzwerke war zunächst nur für Nordwest getroffen worden; es muß jedoch auch für den übrigen Teil der Grrßeisenindustri« vor dem 1. Januar Klarheit geschaffen werden. Man wird also auch für den übrigen Teil zunächst noch Fristen für die Umstellung und oller- Hand sonstige Schonfristcn in der Regelung der Arbeitsverhältnisse bewilligen, d. h. den Pelz zu waschen veisuchen, ohne ihn naß zu machen. Oer Gewerkverein zum Nuhrfchiedsfpruch. vorlmand, 23. Dezember. Heute wurde hier in der Konferenz der Vertreter des Gewert- Vereins Deutscher Metallarbeiter(Hirsch-Duncker) nach Erörterung des Ausgangs der Lohn- und Arbeitszeitbewegung in der Schwer- Industrie einstimmig eine Resolution angenommen, in der es heißt: Die Konferenz erblickt in der Verbindllchteitserklärung der Schieds- baltung ihrer Existenz gedrückt bleibt. Für die Mitglieder des Gewertoereins ergtbt sich durch die jetzt geschaffene Rechtsloge und die Stellung der anderen Metallarbeiterorganisationen ein zwangsläufigesVertragsverHöltnis, dem sie sich nun nicht entziehen können. KeineEinlgung in der sächsischen Hüttenindustrie Dresden, 23. Dezember. Die heutigen Verhandlungen zur Beilegung der Differenzen in der sächsischen Hüttenindustrie haben trotz fast neunstündiger Dauer nicht zur Einigung geführt. Demzufolge wird am 28. De- zember die Schlichtcrkammer wiederum unter dem Vorsitz des Londesschlichters zusammentreten, um ölsdanN zur Frage der Fällung des Schiedsspruches Stellung zu.lehmen. Es handelt sich wie bei der rheinifch-westfälischen Eisenindustrie im wesentlichen um die Regelung der �A r b e i t sz e i t und der�damit zusammenhängen- den Fragen. An der Bewegung sind in«Sachsen etwa 19 000 Ar- bester beteiligt. Zehnstundeniag und Gonntagsarbeii. Wie sich der Einzelhandel das Arbeitsschuhgesetz vorstellt. Die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzel- Handels Hot zu den bevorstehenden Beratungen des Reichsrats Über dos Arbeitsschutzgesetz eine Eingabe an diesen ge- richtet, in der die ganze rückständige Gesinnung dieser Arbeitgeberorganisation beredten Ausdruck findet. Man leistet sich in dieser Eingabe zunächst den Scherz, � das „Prinzip" des Achtstundentages anzuerkennen, um im gleichen Atem- zuge Mehrarbelt von 600 Stunden im Jahr für den Einzelhandel zu fordern. Selbstverständlich ist nach Meinung der iiHauptgemeinschast" eine solche Arbeitszeitverlangerung„im Interesse der Vsrbräucher" erforderlich. Die Hauptgemeinschaft des deuffchen Einzelhandels tut hier so, als nähme sie die Interessen der Konsu- menten wahr, obwohl sie keinerlei Auftrag dazu hat, während sie in Wahrheit eine kurzsichtige P r o f i t p o l i t i t treibt. Die wirklich berufenen Vertreter der Millionen von Ver- hrauchern, die Gewerkschaften, haben dieses Unternehmer- nrgument immer abgelehnt: sie fordern auch für den Einzelhandel die Durchführung des wirklichen Achtstundentages. Der von der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels als„Prinzip" vertretene Achtstundentag ist in Wirllichkest ein Z e h n st u n d e n. ta g.. Den Unternehmern des Einzelhandels genügt aber offenbar nicht einmal der Zehnstundentag. In ihrer Eingabe erklären sie weiter, daß der Einzelhandel besonderen Wert auf Anerkennung von Arbeitsbereitschaft beim Verkausspersonal legt, auf die nach ihrer Meinung arbeitsrechtliche Autoritäten wiederhast hingewiesen hätten und deren umfangreiches Vorliegen durch genaue Unter- suchungcn festgestellt worden sei. Das mögen schöne„Autoritäten" sein. Sie sind ebenso sachvcr- ständig wie die Unternehniersyndizi, die davon faseln, daß durch genaue Untersuchungen ein umsangreiches Vorliegen von Arbeitsbereii- schash beim Verkaufspersonal fcstgestelll worden sei. Das können tzur Leute„festgestellt" haben, die von der anstrengenden Tätigkeit des Verkaufspersonals keinen Schimmer haben. Es ist das stärkste Stück, ausgerechnet in diesen Tagen vor Weihnachten, wo das Verkaufspersonal in schlecht ventilierten Räumen und überlanger Arbeitszeit bis zu zwölf und vierzehn Stunden soft keine Minute zur Besinnung kommt, von einer umiangreichen Arbeitsbereitschast zu reden, um auf diesem Wege dem Einzelhandel die Möglichkeit für eine noch weitergehende Verlängerung der Ar- beitszest zu verschaffen. Doch nicht genug damit. Das Verkaufspcrsonal soll nicht nur vom frühen Morgen bis zum späten Abend arbeiten, man macht ihnen auch die Sonntagsruhe strestig. Es wird nicht nur die Beibehaltung der zehn A u s n a h m e s o n n ta g e verlangt es sollen auch in solchen Gemeinden, in denen der Verkauf infolge schwieriger Verkehrsverhättntsse zur Versorgung der Londbevölke- rung notwendig ist, an 3 0 Sonntagen eine Verkaufszeit von zwei Stunden zugelassen werden Wie die Ersahrungen in B a y c r n und Württemberg zeigen, versteht man unter solchen Gemein- den auch die großen Städte. Dqs wäre dann nichts anderes als die vollständige Beseitigung derSonntagsruhc. Die Eingabe der Unternehmer ist für die Angestellten eine W e I h n a ch t s ü b e r r o i ch u n g. auf die es für die Angestellten und Arbeiter nur eine Antwort gibt: Lückenloser Zusammenschluß ln ihren freigewerkschastlichen Organisationen. Dann werden es die Angestellten und Arbeiter erzwmgen, daß auf ihre Menschenrechte mehr Rücksicht genommen wird. Oer Konfllkt im„Wett-Kino" beendet. Vertrag mit dem Deutschen Musikerverband. Wie uns vom Deutschen Musikerverbanid mitgeteilt wird, ist der Kamps des Verbandes mst der Direktion des neueröffneten Welt- kinos deendet. In Derhoardlungen por dem Arbestgeberverband hat die Firma mst dem Deuffchen Äusikerverbanü einen Bert rag abgeschlossen, der die Lohn- und Arbeitsbedingungen und die freien Tage der Musiker. regelt. Die Firma hat sich weiterhin verpflichtet, für die Folge nur organisierte Musiker zu beschäftigen und diese über den Arbeltsnachweis der Organisation anzu- fordern. Die Kündigung der gesamten Kapelle ist z u r ü ck g e- n o m m e n worden. Oer Hochbahnerstreik vor dem Arbeitsgericht. Sine abwegige Entscheidung. In mehreren stundenlangen Sitzungen beleuchtete das Arbeits- (lericht die Rolle, die der kommunistische Stadtverordnete D e t e r In einer Eigenschaft als Vorsitzender des Betriebsrats der Hochbahn beim letzten Streik dieses Verkehrsunternehmens gespielt hat. Die Direktion der Hochbahn behauptet, der Ausbruch des Streiks sei im wesentlichen aus das Betreiben Deters zurückzu- führen, der schon länger« Zeit vorher planmäßig aus den Streit hin- gearbeitet habe. Deter habe sich durch diese Tätigkeit einer groben Pflichtverletzung schuldig gemacht, denn das Betriebsräte. Affetz verpflichte den Betriebsrat, für ein gutes Einvernehmen zwischen Arbeitern und Arbeitgebern Sorg« zu tragen und den Betrieb vor Erschütterungen zu bewahren. Die Direktion der Hoch- bahn beantragte deshalb, Deter seines Amtes als Betriebsratsvor- sitzender zu entheben. Zum Beweise für ihre Behauptung berief sich die Direktion auf Ausführungen, die Deter als— Stadtverordneter in der Stadtverordnetenversammlung gemacht hatte. Ferner nahm die Direktion Bezug auf angebliche Aeußerungen Deters in Sitzungen und Versammlungen des Derkehrsbundes. Der Sekretär des Verkehrsbundes, von dem Deter vor Gericht vertreten wurde, erklärte, daß Deter, wenn er als Stadtverordneter und als BerwaUüngsmitglied seiner Gewcrkschast> die Ansicht vertrete. daß ein Streik das beste Mittel sei, um die Forderungen der Hoch- bahner durchzusetzen, so hob« er damit nicht sein«. Pflicht als Be- triebsratsoorsttzender verletzt, sondern nur lein Recht als Stadt- verordneter bzw. Gewerkschaftler ausgeübt. Wenn das den Betriebs- ratsmitgliedern nicht gestattet sein solle, dann dürfte sich ein Gewerk- schaftsmitglied Lbrehaupt nic�t in den Betriebsrat wählen lassen. Bon einer Pflichtverletzung konnte' nur dann die Rede sein, wenn Deter in seiner Eigenschaft' als Betriebsratsvorsttzender und mit Benutzung der Einrichtungen des Betriebes für den Streik gewirkt hätte. Ais es nach langen Verhandlungen den Anschein hatte, als ob sich das Gericht den Standpunkt des Gewerkschaftsvertreters zu eigen machen könnte, kam der Vertreter der Hochhahn mit einem neuen Beweisantrage. Er behauptete nämlich, Deter habe schon Ende September von der Leitung des Verkehrsbunde- oerlangt, sie solle die Lohnbewegung so führen, daß am 2. Oktober, dem Geburtstag des Reichspräsidenten Hindenturg, der Streik einsetzen kömie.— Die Beweiserhebung über diese Behauptung wurde wegen Gefähr- dung von'Betriebsgeheimnissen der klagenden Parteien unter Aus- schluß der Oefsentlichkeit vorgenommen. Dos Gericht erkannte auf Abweisung des Antrages der Hochbahndirektion, weil es in dem Verhallen Deters eine grobe Pflichtverletzung nicht erblicken konnte. Andererseits gab das Gericht seiner Meinung dahin Ausdruck, daß die Tätigkeit und die Aeußerungen einer Person nicht getrennt werden könnten nach den verschiedenen Funktionen dieser Person. Als Betriebsrat habe Deter auch außerhalb des Betriebes und in anderen Körper- schaften nicht für den Streik des Betriedes, den er zu vertreten hat, wirken dürfen. Da er es tat, habe er seine Pflicht, wenn auch nicht gröblich verletzt. Deshalb hat ihm dos Gericht als Disziplinar- inltanz der gesetzlichen Betriebsvcrtretung eine ernste Rüge ausgesprochen. * So wenig wir mit der für die Hochbahner unheilvollen Tätigkeit Deters übereinstimmen, so wenig können wir uns dem Urteil des Arbeitsgerichts anschließen. Statt eines befonieren Schutzes der B'triebsräte würde das Betriebsrätegesetz nach der Auslegung des Arbeitsgerichts geradezu eine Anweisung zu Maßrege- lungen wegen oewerffchastllcker Tätigkeit sein. Gerade durch einen erfolgreichen Streik kann ein durch schlechte Lohn- und Arbeits- verbältnisse mannekhaft funktionierender Betrieb wieder normal funktionieren. Wie ein gutes Einvernehmen zwischen Arbeitern und Unt-rrnehmern am besten herzustellen ist. das ist eine subjektive Auffassung, über die kein Gericht zu entscheiden hat. Konferenz in Ostoberschlesien. Zur Abstellung der Beschwerden der deutschen Arbeiter. Di«.zur Abstellung von Arbeiterbeschwerden in Polnisch-Oberschlesien durch die G-uffer Abmachungen vorgesehen« Kommission hält vorau-sicktlich Mitte Januar ein« Konferenz in Katiowitz ab. An der Besprechung nimmt auch Albert Thomas, der Direktor des Internationalen Ar- beitsamtes, teil. Thomas wild auf der Reffe noch Katiowitz Berlin berühren. Zur Abstellung der Arbeiterbeschraerden. wie sie z. B. wegen Zurücksetzung deutscher Arbeitskräfte bei der Arbeitsvermittlung lautgewoiden sind, wird eine regelmäßige sährliche Zu- sammenkunst der Oberschlesicntommission nicht schaden, wennaleich bisher in Genf vielfach der Eindruck bestand. daß man in Oberschlesien nicht viel von der Zusammenkunft des Komitees hielt und mehr an eine direkte Regelung der strittigen Aineleaenhetten dachte. In dein Artikel 586 der Konvention ist vorgesehen, daß mindestens einmal im Jahr ein« Zusammenkunft stattfinden soll.____ Besprechungen im Kanalschiffahrtskonflitt. Zur Beilegung der Aussperrung in der we stdeut- schen Kanalschisfahrt hat der Schlichter für Rheinland und Westfalen, Regierungsrat B r I s ch, die Unternehmer und Ar- beiter zu unverbindlichen Besprechungen eingeladen, die am 4. Januar in Dortmund stattfinden sollen. Nackdem der scharfe Frost plötzlich wieder gewichen ist und damit die Kanal re«der in ihrem Kampf gegen das Personal wieder um eine Hoffnung ärmer geworden sirch. werden sie vielleicht bei den Besprechungen etwas.zugänglicher fein als bisher. Sind sie es nickt, dann müssen sie die Folgen tragen: denn die Arbeiter denken nicht daran, klein beizugeben. Verhandlungen für Reichs- und Staatsangestellie. Von den ä« den Tarihperirögen mit ver Reichs- und preußi- schen Staatsregierung beteiligten ArA-Orgamsationen— Zenrroiver- band der Angestellten, Bund der technischen Angestellten und Beam- ten, Deutscher Werkmeisterverband— wird uns mitgeteilt: Nachdem am 29. Dezember die Vertreter der Organisationon vom Reichssinanzminister Dr. Köhler empfangen wurden, sind die Verhandlungen am 23. Dezember sortgesetzt und dann aus den 28. Dezember 1927 vertagt worden. Ein« Einigung ist bisher oicht zustand« gekommen. Die seil dem L Oktober 1927 im Hinblick auf die Geholtsneu- regelung gewährten Mehrbeträge sollen ab 1. Januar 1928 ertöerweitig festgesetzt werden. Weihnachtsfeier der Lithographen. Di« Mitgliedschaft Berlin des Verbandes der Lithographen und Steindrucker vercnstaltete am Donnerstagnachmittag im Gewerk- schastshaus für die arbeitslosen Mitglieder eine Weihnachtsfeier, zu der fast alle 220 Arbeitslose, zum Teil mii ihren Angehörigen, er- schienen waren. Wie in den früheren Jahren, so war auch diese Veranstaltung nicht einsach eine Zusammenkunst schlechthin sondern eine wahre Feierstunde. Die Darbietungen der Kapelle Gebrüder -~Z L �.1.. t**«\ X-sei am« f X X— a»» X-s ftAtsrm rVt-s Steiner und des Kammersängers Louis vcn de Sande ließen die Opfer der kapitalistischen Gesellschaftsordnung wenigstens«in paar Stunden die Sorgen des grauen Alltags vergessen. Genosse Gustav Hofsmann ermunterte in seiner Ansprache die Erschienenen, ob ihres Schicksals nicht zu verzagen, das sie gerade in der Zeit am schwersten trifft, tn der nach der christlichen Lehre „Friede aus Erden" herrschen solle. Die Arbeitslosen erh'clten außer einem warmen Essen, das allen bei der vortrefflichen Musik gut mundete,«in Paket mit Lebens- Mitteln der Konsumgenossenschaft. Für die Kinder gab es noch einige Näschereien tür den Weihnachtstisch sowie für die ledigen Erwerbslosen eine Extraunterstützuug von l0 M. und für die ver- heirateten von 15 M. Auch diese Feier war wieder ein Beweis für die mustergültige Solidarität, die unter den Mitgliedern dieser Berufsorganisation Traditton ist. gestraloerd»»» Staschtaisten und Kelzes. Kicrd.rcch geben w!rd be- kannt, daß am Dlenstaz, 27. Dezember, unser Bureau geschlossen bleibt. Deutscher Weetmeisteroerbai d, Geschästosteire Bezirk X. De» Weihnachts- 'eflcs wegen bleibt die cZeschZitsstelle oom Lonnabcnd. 2V Dezember, bis Dien». tag. 27. Dezember, g Uhr, geschlossen, cbleichzeitiq bringen wir zur Nenni- ni», daß der Zabreoabschlußorbeiten wegen die Geschätlsstelie auch am Sonnabeni, 3l, Dezember, geschlossen ist. P. Rot». Beraniworilich für Doliiir Dr Sur»«euer: ......-- T W Dirischaft: GewerksH>rt»bewegung: Fr. Egkoru: Fruilleton: 51. K. DSscher; Lolale» «. SltnaelhSIrrz yr. n�uiuciwu. M. jy.~osu;tf; und sonstiges: Frist liarstädi:«lnzeigen: Th.«lock«: sämtlich in Berlin ' ig: und Berlagsanftal' Paüi Lerlag: Borwaris-�criag cö m b K. Berlin Druck: Borwärts-Buliidruckerei mnstal' jjngrr u sso Berlin G® 68 LiNdcnftrassi 3. Kirrzu i Bcilaaen und.Unterbaltuno und Wisse»' ?!r. 607» 44. Jahrgang Sonnabend, 24. OezemSef 4927 Die elektrische Stadtbahn. Die großen Elektrifizierungsarbeiten auf der Berliner Stadt- und Ringbahn und den Anschluß- und Vorort st recken nach Spandau-Weft. Potsdam, Stahnsdorf, Grünau, Spindlersfeld«, Erkner und Äaulsdorf find im letzten Jahre rüstig fortgeschritten. Nicht weniger als 144 Millionen Mark weift der Voranschlag für diese Arbeiten auf. 13Kük1 Ar- b e i t e r wurden Ende des ersten Baujahres mit diesem Werk be- fchäitigt. Davon entfielen auf die elektrotechnische In- dustrie 3200, die Waggon- undMoschinenfabriken 1300. die Hochbau-, Eisenkon st ruktions- und Tiefbaufirmcn 7000 und auf die Reichsbahn 700Ar- b e i t e r. Zur Errichtung der Stromschienenanlagc werden insgesamt 4 3S Kilometer aus Weich« ifen bestehende Stromschienen im Gewicht von 17 400 Tonnen gebraucht, serner 72 000 Böcke und 144 000 Isolatoren. Ein großer Teil dieser Stromschienenanlage ist bereits vollendet worden. Das Interessanteste aber ist die Tatsach«, daß man durch die Wahl eines besonderen Wogentyps, dessen Gewicht ohne Verminderung der Festigkeit oder Betriebssicherheit auf das äußerste beschränkt wurde gegenüber den ersten elekrrischen Probe- wagen, eine Gewichtsersparnis von fast 2 3 Proz. erzielt hat. Das aber wirkt sich vor allem in der Verwinde- rung des Energiebedarfs zum Betrieb der elektrifizierten Stadt- und Ringbahn aus. Dieser Energiebedarf hätte bei der Ver- wendung des Probezuges, der im Jahre 1925 auf der Berliner Strecke lief, jährlich 130 Millionen Kilowatt st unden betragen. Nicht weniger als 23 Millionen KWb werden infolge der Gewichtsverminderung �der Züge erspart. Zur Inbetriebsetzung der völlig erneuerten Stadt- und Ringbahn war auch vor allem die Schaffung eines neuzeitlich einger'chteten Ausbesserungswerkes notwendig. Mit dem Bau dieses Werkes wurde im August 1920 begonnen. Bereits nach einem Jahre, im Oktober 1927. konnte dieses Wert seinen Betrieb aufnehmen. Hier werden die elektrischen Einrichtungen in die Wagen eingebaut und sämtliche Repnraturarbciten des neuen Betriebes erledigt werden. Auch die Elektrische Abteilung des Reichsbahnausbesserungswerkes Tempelhof wird man zur Vereinheitlichung des Gefamlbetriebes hierher verlegen. Der riesige Bau. von dem die oben gegebene Ab- bildung einen anschaulichen Eindruck wiedergibt, wird nach einer Gesamtbauzeit von etwa 14 Monaten vollendet sein. Llrieil im Prozeß Egloffstein u. Genossen Ein Weihnachtsgeschenk für die Angeklagten. Räch längerer Beratung verurleille das Gericht Egloffstein- Orrtel wegen Hehleret in einem Aalle und Amtsanmaßung in zwei Aällrn zu sieben Monaten Gefängnis unter An rech. nung»an fünf Monaten Untersuchungshaft. Das vcrfohreu betreffs der Anklage der intellektuellen Utkundenfäischnng und Tragen unbefugten Ramens wie auch betreffs des Betruges In einem Aulls wurde abgetrennt. Egloffstein wird aus der Haft ent- lassen. Die übrigen Angeklagten, Salwitfchek. Wüste mann, S ch l a i m und t i t t m a n n werden an Stelle der verwirkten Gc- füngnissirafe zt, 90 refp. 120, 30 und 30 Mark verurteilt. In der Urteilsbegründung führte, der Vorsitzende u. a. aus. daß .ms Gericht im Punkte der intellektuellen Urkundenfälichüng und der Führung eines jal'chen Namctie sich nicht entschließen konnte, zu einem bündigen Schluß zu kommen, da die Verteidigung noch ver- schjedene nachzuprüfend« Bekundungen gemacht hat, u. a. auch, daß der Verzicht aus das Adelsprädikat nur durch die Eintragung in die Adelsmatrikel rechtsgültig sei. In dem Klavierbetrugsfalle sei dem Antrage der Verteidigung entsprechend die Vernehmung eines weiteren Zeugen für erforderlich erachtet worden.— Eglossstein halv sich mit einem derartigen Gespinst von Bhantasie und Lügen eingehüllt, daß es nur in wenigen Punkten möglich genxsen sei, es zu durchbrechen. Bei der Slraizumesiung sei zu erwägen gewesen, daß der Strafvollzug leider nicht über entsprechende Anstalten sür geistig Minderwertige verfüge. Aber gerade diese geistig« Minder- roeriigteit lasse es unbillig erscheinen, ihn sür lange Dauer in Sicher- HeitsvcrwaHrung zu nehmen. Egloffstein konnte seine Freude über das so milde Urteil kaum verhüllen. Er blieb sich bis zum letzten Zlugenblick treu. Ganz so wie er dem Staatsanwalt nach dessen Rede zugerufen hatte:-Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem heroarroaenden Plädoyer," so sagte er .zu den Richtern nach der Urtci'smllimg:„Meine Herren, Sie haben in jeder Beziehung.. Als der Borfitzende abwinkte, blieb er mit ofjenem Mund« und mit erstaunten Augen stehen. Statt jeiner erklärte Rechtsanwalt Dr. Thema l, daß die Verteidigung auf weitere Rechtsmitte! verzichte. Egloffstein meinte ober mit breiter Gesten»Meine Hochachtung, meine Herren Richter." Dem Staatsanwalt rief er noch ein„Danke" zu.— Man müßte ein unser- beflerlicher Optimist sein, um anzunehmen, daß dieses Urteil irgendwie für das weitere Gebaren Eglonstein-Oertels irgendwie von ent- scheidendem Einfluß sein würde. Und man geht wohl nicht in der Annahme fehl, daß man ihn früher oder später wieder vor den Schranken des Gerichts zu sehen bekommen wird. Bollständig zu Unrecht ist der Gefatigenensürsorge ein Vorwurf gemocht worden, daß sie Ealossstein nach der Entlassung aus dem Gefängnis nicht die erforderirchr Hllfe habe angedeihrff lasten. Eglofsstein ist. kein Objekt für die Gefangenensütforge. Es müßte schon, eine Vertettnitg von besonders aünstigen Umständen eintreten, um ihn für die Dauer in geordnete Bahnen zu halten. So war man fast versucht, ihm beim Verlosten des Gerichtssaales zuzunifest:„Auf Wiedersehen." Ein trübes Tittenbilb. Das Ehepaar N.. brave Arbeitsleute, hatten eine einzige Tochter. Sie waren um sie besorgt, so viel es möglich war. In welchem Pro- lctariarhause herrscht aber Ueberfluh! So mußte die noch nicht Vierzehnjährige am Nachmittag Kindermädchendienste in dem Hause eines Feldidebcls versehen. Eines Tages bcsand sich ein beurlaubter Reichswehrmann beim Feldwebel zu Besuch. Er tat der Kleinen Gewalt an. Das Kind schwieg. Es offenbarte sich auch nicht seiner Mutter. Möglich, daß dies Erlebnis nicht ohne Einjluß auf seine weitere sittlich« Entwicklung blieb. Jedenfalls hakte eines Tages ein Gast ihres Ellericha»s«s leichtes Spiel, als er sich an ihr in gleicher Weise oergriff. Jetzt erfuhren aber die Eltern, was ihrer Tochter zugestoßen wa/r. Der Voter schlug sein einziges Kind, daß es soft die Besinnung verlor. Bald gesellten sich dem Kummer um dos Unglück ihres Kindes neue Sorgen hinzu. Das siitlliehe Attentat schien nicht ahne Folgen geblieben zu sein. Die Mutter versuchte m»n an ihrer Tochter verschiedene unschädliche Mittel. Die licb«?n Nachbarn glaubten aber sich in die An- gelegenheit einmischen z» müssen. Sie denunzierten die Mutter der Polizei. Die Tochter wurde ins Polizeipräsidium geladen. Hier behielt man sie sechs Tage lang, und Ihr» Aussage war für die Mutter im höchsten Grade belastend. Eine Anklage- wegen Abtreibung führte sie vor das Amtsgericht Berlin- Mitte. Das Mädchen war in Begleitung seiner Fürsorgerin er- schienen. Aus dem Polizeipräsidium war es nicht mehr zu den Eltern zurückgekehrt. Zuerst kam es in ein Heim in Plötzensee, dann in eine H a u s h o l l u n g s s ch u l e, wo sie sich noch heute bc- findet. Das G-cricht sprach aber die Mutter frei: Zwar habe sie sich dringend verdächtig gemacht, eine Abtreibung beabsichtigt zu haben; doch sei ihr dies nicht völlig nachzuweisen gewesen. Ein trübes Bild, das zeigt, wie schwer es für Proletariercltern manchmal ist, ihre Kinder von den sie umlauernden Gesahren zu schützen. Die Schuldigen, die sich an dem Kind vergriffen haben, sind den Ge- richtsbehärden übergeben worden. Verhaftung eines Falschmünzers. Die„Aooisbauerei" in der Stalifchreiberstrahe Bei der Derousgabiing von falschen Zweimarkstücken wurde am 3. ltdovember durch die Aufmerksamkeit eines Gefchäits- niannes in der Eisenacher Straße ein arbeitsloser Kontorist Kurt Schröder festgenommen. Er behauptete, daß er die Falschstücke bei einem Verkauf von Anzugstoffen in der Münzstraßc selbst a's erfsi angenommen und jetzt nur die Absichl gehabt habe, sie wieder auszugeben, um sich vor Schaden zu bewahren. Di« Beamten der Reichsbanksalschgeldabteilung trauten dem nicht und ernnttellen, daß Schräder- in einem Cafe om Moriyylatz in einem verdächtigen Verkehr mit einem gewissen Schulz gestanden hatte. Dieser Schulz war lange nicht zu finden, weil er auf ,e- legentlich» Fragen feiner Verwandten und Bekannten nach seiner Wohnung immer nur ausweichend geantwortet hatte. Erst vor einigen Tagen gelang es, ihn in einem Eafä festzunehmen. Jetzt zeigte sich, daß er bis vor kurzem einen L a g e r k e l I e r in der «tallschreiberfiraße besessen und ihn nach der Verhaftung Schräders iluchtarttg verlosten hatte. Gemietet hatte er den Keller unter dem Vorwand, daß er dort„Motorboote bauen" wolle. In Wirk- llchkeit hatte er ihn zur Herstellung von Zweimarkstücken hergerichtet, die.schröder für ihn vertrieb. Er hatte bereits einen neuen Keller gemietet, um die FiAsrf-miinterei in-.— I-'->-'-nk> mr auf der Suche nach einem neuen Bertreiher. Ein Falschstück hatte er als Muster noch bei sich. Der Verhaitete, der ein Geständnis ablegte, vxir im Jahre 1924 schon einmal festgenommen wurde, weil er mit mehreren anderen zusammen in einer Druckerei im Südosten der Stadt falsche Banknoten herzustellen versuchte. Noch Berbützuva eines Teils der Strase l>atte cr Bewährungsfrist erhalten.— Bon den falschen Funfmarkstücken mit dem Münzzeichen A und der Jahreszahl 1927, über deren Aiiftairchen wir vor etwa 14 Tagen berichteten, find auch bisher nur gerincre Mengen in Um- lauf gekommen. Aufmerksamkeit aber ist innner noch geboten. Die ik a l s ch st ü ck e sind leicht kenntlich an ihrem Mindergewicht, sie wiegen säst 5 Gramm weniger als die echten Münzen, bie etwa 25 Gramm schwer sind. Geschästsleutc können sich dadu-ch aar schade» bewahren, daß sie jedesmal, wenn sie ein Fünfmarkstück in Zahlung erhalten und Verdacht hegen, dieses aus die eine und ein sicher echtes aus die andere Wiegeschale legen. »- Die neue valkswachenschau führt in treffenden und schönen Bildern zurzeit in der städtischen I u g e n d bü h n e in Lichtenberg, Holt«! st r. 7— 9, unter anderem die Einweihung des neuen Berliner Ricsenrundfunksenders in Zeesen, die itckev- national« sozialisttfche Frauentanferenz in Köln vor; ferner zeigt sie herrliche Aufnahmen vom Schweizer Wintersport, interestante Bilder 72s �Zement» �Kornau von Fjodor Gladkoro. Der Kommissar des Ernährungsrates. Chapko. sah alle mit den strengen Augen eines Hausherrn an und klopfte mit der Hand auf den Tisch. „Wahrhaftig.... Bleib fest, Vorsitzender des Exekutiv- komitees!... Jetzt gehts ums Ganze. Und in einem Monat werden wir uns das Bündnis mit dem Dorfe mit dem Knüppel in der Hand holen: Her mit der Naturaliensteuer! Teufelskulak.... Das ist nicht das Jahr Achtzehn: da muh der Zufammenfchluh kommen und Schluß und Ende." Niemand Hörle ihm zu: man war es gewohnt, ihm nicht zuzuhören. Seine Spähe sagte er mit einem bösen Blick, sagte sie für alle, aber nur er selber dachte über sie nach und hört? sie. Luchawa drängte sich nervös zum Tisch durch, und mit hitzigen Worten brachte er folgenden Vorschlag ein: Den Genossen Tschumalow ins Jndustriebureau zur raschesten E.Aedigung des Beschlusses der Wirtschastslonferenz zu kommandieren und verstärkte Anweisungen sür die not- wendigen Behelfe des Werkes durchzusetzen. Und rasch und nervös ging er wieder auf seinen Platz neben der Bank, setzte sich auf seinen Stuhl, zog die Füße herauf und lehnte sein Kinn auf die Knie. Gljeb trat zum Ingenieur Kleist, nahm ihn unter den Arm und lachte:„Ich fahre, so sicher, wie zweimal zwei vier ist.... Und einen Wirbel werde ich dort im Industrie- bureau machen, daß dich der Teufel holt!... Was sagst du, Genosse Techniker?... Das, Genossen, ist kein Techniker — sondern pures Gold... ein berühmter. Spezialist der Sozialistischen Sowjetrepublik.... Glaubt mir's nur!" Am nächsten Tag reiste Gljeb ins Industriebureau und versprach in einer Woche wiederzukommen. Auf dem Werke schritt die Arbeit der Renovierung der Bauten und Schienen, der Maschinen und Mechanismen in allen Abteilungen vorwärts. Von früh bis vier Uhr dröhnte die glühende, von Staub tmd Grün übersättigte Luft zwischen den Bergen und dem Werke, das in den Nebelwellen bebte, mit dem Metall knarrte, mit den Drehbänken und Laufkörben schnarchte und mit tiefen Saiten unter den Fenstern des elettromechanischen Werkes fang. Und der Bremsberg dröhnte ohne aufzuhören Tag für Tag mit den Laufkörben, in denen das Holz hoch aufgestapelt war. Und die Stahlseile spielten wie früher flötenartig auf den Rollen. Auf dem Ufer dröhnten die Waggons und die Kuckucks schrien, und das Holz, das durch die Hebel in die leeren Wagen befördert wurde, krachte wie ein Kanonenschuß. Im blauen, glänzenden Hafen standen in unverständ- licher Erwartung einsame, traurige Dampfer. Dascha verbrachte ihre Tage in der Frauengruppe, in Sitzungen, wurde in verschiedene Orte kommandiert. Äsaweta versammelte jede Woche die Weiber im Theaterfaale des Klubs, und bis zur Mitternacht tobte das Weibcrgefchrei und der Lärm und ftöne die Ruhe der nachdenklichen Wiesen und der waldigen Schluchten. Und wenn sie im Finstern nach Hause gingen, hörten sie noch immer nicht auf zu schreien, und ihre wchreie glichen den früheren Zänkereien, als sie sich noch wegen der Hennen der Eier und anderer häuslicher Sorgen stritten. Wenn man aber hinhörte.— so war kein Zank in chrem Geschrei, sie trugen die Erregung ihrer Weiberdiskussionen vom Klub auf die Straße. „Lisaweta hat nicht recht... hat nicht recht." „Schwatz nicht, Malaschka.... Lisaweta hat schon recht. Wir Weiber sind alle egal, ein Luder wie das andere." „Wenn alle Luder sind, so will ich keines sein.... Ich werde mir die Haare schneiden.... Zöpfe, liebe Freun- binnen, sind nur Schlingen sür die Weiber: Zöpfe sind dazu da,— damit die Männer sie fest packen, und für die Weiber sind sie ein Unglück." „Keine Spur.... Ik>r könnt mich dreimal verfluchen, wenn ich nach der Pfeife eines so losen Weibes herumtanzen würde... Die Helligenbilder werde ich nicht wegnehmen, und ihr zum Trotz werde ich in die Kirche gehen.... Lisawetas Heim ist— ein fremdes Bett und das kommuni- stische Gesindel ist— ihre heilige Kirche." „Ja. ja! Schaut nur, was aus den Burschen geworden ist... und die Mädeln— wie die Hündinnen sind sie... Jungkommunisten.... Früher hatte man Angst vor der Sünde, vor den Menschen, und jetzt— Jungkommunisten." „Ach, ihr Teufelsgänse.... Prügeln euch eure bärtigen Ziegenböcke noch zu wenig." .'""f selber eine Gans... und wirst bald ganz blöd werden, wirst verrückt werden.... Wenn du Mann und Kinder und Heim»erlassen«irst." „Ja,... darum kümmert man sich nicht um die Arbeiter — hat alle möglichen Geschäfte und Kaffeehäuser aufgemacht und die Weiber so... ganz freigelassen.... Krepiere, wenn du willst, als verfluchte Hure." Und so war es jede Woche: Ob nun Lisaweta und Domacha an der Spitze der Versammlungen waren oder ob Dascha kam, um ihnen zu helfen. Durch die Zelle und den Klub schusterte mau zwei Gruppen zur Liquidierung des Analphabetentums zusammen, und als man den Unterricht begann— saßen nur Weiber an den Tischen. Und Dascha verstand es, mit ihrer Rede die Weiber mitten ins Herz zu treffen: Ihr sollt wissen' Weiber, ihr habt die Männer tüchtig geschlagen und habt euer prole- tarisches Klassenbewußtsein in glänzender Weise bewiesen. ... Und die Weiber schrien und klatschten mit den Händen und glichen in ihrer mädchenhaft frischen Freude jungen Dohlen. * Jeden Tag ging Dascha inorgens und abends in das Kinderheim Krupfkaja, um Njurka zu umarmen, zu liebkosen. und sah, wie Njurka von Tag zu Tag wie eine Kerze schmolz. Njurka war mager wie ein tvkelett und die Haut auf ihrem Gesicht war gelb und runzlig wie bei einer alten Frau. Njurka sab sie mit traurigen, uferlosen, schwarzumränderten Aeualein an, und Dascha fühlte: diese Augen hatten etwas Großes. Undefinierbares gesehen und wurden jetzt klein für sie und waren dem Himmel und der Sonne fern. Njurka schwieg jetzt viel, ihre Augen und ihr Gesicht waren nachdenklich, und wenn Dascha von ihr Abschied nahm, war sie ganz gleichgültig. Und Dascha erlebte zum ersten Mole in diesem Jahre einen unerträglichen Schmerz, begrub ihn aber tief in ihrer «eele Niemand bemerkte ihn. und nur Genossin Mjechowa sah sie einmal— von ihrem Tisch aus an. ihr Blick blieb an ihr plötzlich aufmerksam und beunruhigt haften. „Was ist mit dir, Dascha? Du hast irgend eine Sorge." „So.... Wie kommst du darauf, Genossin Mjechowa?" Poljo schwieg und tastete Dascha mit ihren müden Augen hinter den langen Wimpern ab. Und in diesen Augen bemerkte Dascha etwas, was den betrübten Augen Njurkas glich. „Ich wußte nicht, Dascha, daß du heucheln und lügen kannst." (Fortsetzung folgt.) p-.««ti* Am* R�wr�Ww* tat vt Üouti. tHlWd)« tinouii*»bin*t\ aiÄ itnörrr» mroi&# N»lk»wochknlchau(tebi m d-r in�de rn-n ss>t»>t>e>-»n« mtt der Reichte li�keit und Akwnlttäj chxr Aufnahrnen an erster Stelle._ Krankenkassen und Vürzie. Vergleichsvorschl�ge. In der MItcll!ederoersami7>wng der B M., sollte am 16, Dezember gezahlt werden. Lieek und Paulig hatten sich schon oft darüber unterhalten, wie dieser Betrag angelegt werden sollte. Ihre Meinungen gingen auseinander. Sie dachten an möglichst hohe Zinsen, Pauliq zugleich auch an die größte Sicherheit. Deshalb war er nicht damit eirrverftanben. daß sein Schwiegervater den Betrag einem Manne zu gebe» beabsichtigte, der nicht al» sicher ! leiten konnte. Dieser„saule Kunde*, wie er ihn nannte, sollte, eben- o wie das Geld, am lö. Dezember bei Liesk eintreffen, um es gleich mitzunehmen. Dem ho:» der Schwiegersohn zuvorkommen wollen. Während Paulig behauptete, daß er in der krifischen Zeit zu Hause gewesen sei und geschlafen habe, wurde ihm nachgewiesen, daß er sich in dem Orte aufgehalten hatte. Liesk, der ungemein mißtrauisch und vorsichtig war, hätte auch sicher keinen Fremden in die Be- hausung einaelrsien. So spricht, nachdem der Alibibeweis de» Per- dächtigen einwandfrei widerleat worden ist, alle» dafür, daß er mit seinem Schwiegervater des G?Ues wegen in Streit geraten ist. ihn erwürgt und einen Einbruch vorgetäuscht hat. Paulig wurde dem Amtsgericht in Kottbus vorgeführt. Der Berliner Gnheitsfahrschein. Ab 1. Januar Ltmsieigeverkchr zur Reichsbahn. Prozeß um einen Kochtopf. Ein Lehrmädchen der Exportfirma Birrrstiei u. Co. hatte aus dem Musterlager einen Aluminium l»pf eninommen, u m darin das Wasser zum R a ch m i I t a g s k a f se e zu kochen. Da» ging solang« ungestört, bis ein«« Tages der Ehes dahinterkam. Run wurde dem Mädchen für das Wasierkochey in dem unbefugt entliehenen Tons eine Kostenrechnung von 2 6,50 M. ausgestellt. Der Betrag sollte dem Mädchen ratenweis« vom Monatsgehalt, welche» 50 M. beträgt, abgezogen werden. Roch- dem bereits ein Abzug von 10 M. erfolgt war. klagte das Mädchen durch einen Vertreter de» ZdA. beim Arbeitsgericht auf Zunick- zahlung des Abzuges. Run erfuhr man wie die Firma die Kosten für die unerlaudle Beirutzung des Topfe» berechnet. Sie saat nämlich: Der, wenn nucb nur zum Wassertochen. gebrasichi« Tops ist nicht mehr oerkausssähig. Also muß ihn die Kläaerln berahlen und tonn lhn behalten. Aber dieser Tops, der 3.50 M. wert Ist. bildet den Bestandteil eine» Satze» von 5 Töpfen, der 2 6.50 M. kostet. Wenn ein Tops au» dem Satz iehit, kann die Finna von dem ganzen Satz keinen Gebrauch mehr machen. Deshalb soll die Klägerin den ganzen Satz be.zablen. der ihr dann, wenn der Abzug de« vollen Beiraae, erfolgt ist. zur Dersüguna steht. Da da» junge Mädchen noch lange keine Auesicht aus die Grün- dring«ine» eigenen Hausstandes hol, so kann sie von der Kuchen- emrichtung, für die sie reichlich die kralsie ihre» Mouat-aehalt» zu zahlen hätte, keinen Gebrauch machen. Ihr Vertreter bestreilet der Firma da» Recht, der Klägerin zwanasweile einen Satz Kochtöpie rnifzuhaisen und behauptet, der geforderte Preis sei viel zu hoch. die fraglichen Töpse seien nls Mrrster noch jederzeit zu oerwenden. Dnvon könne sich das Gericht durch Augenschein überzeugen, die Firma solle also im nächsten Termin die Töpfe an Gerichrsstelle oor- zeigen. Der nächste Termin kam. aber die heiß umstrittenen Koch- töpfe blieben aus. Die Firma verlangt« au» formalen Gründen eine vertaaung des Prozesses. Das Gericht manche dem Streit ein End«, Indem es entschied: Ob die Firma ein Rech« hat, Schadeneriatz von der Klägerin zu fordern, hat da» Gericht im vorliegenden' Falle nicht zu entscheiden. Es handelt stch nur darum, daß von dem Gehalt der Klägerin ein« etwaig« Forderung der Firma nicht In Abum gebracht werden darf. Die bereit» aboezogenenlOM. sind der Klägerin deshalb zurückzuzablen. Eine Schadenersatziordenrng könnte die Firma in einer K'aae ihrerseits geltend machen, aber selbst, wenn sie damit durchdringen würde, dürste st« von einem Monatseinkommen von 50 M. keine Abzüge machen. Prolctarisrlie»�eierstnnde. Der Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbeit veranstaltet am 2. Feiertag. 11 Uhr. im Großen Schauspielhau»«in« Feierstunde. „2s us dem G u ck k a st e n der Jahrhunderte* heißt dos Thema. E» werden kulturpolililch-satirische Szenen aus verschiedenen Jahrhunderten im Kostüm der Zeit durch Schauspieler vom Staats- theater dargestellt. Eingeleitet wird die Feisr durch ein Präludium für Orgel von Bach, hierauf hält Friedrich Wendel eine Ansprache. und erzählt, wo, im Guckkasten zu sehen ist. Danach marschiert eine Ltadtkapelle auf, die all« Szenen mit entsprechender Musik unter- streicht. In der Darstellung w°rd mit der Gegenwart begonnen, der Sprechchor spricht eine Bällade von Klabund.�abt ihr vergcssen. wo» man euch tat?*. Die Reihenfolge der Szenen aehi nun so: Domherr und Schuster von Hon» Sachs, ein Dialog zwischen Philipp von Spanien und Marquis Posa(aus„Don Carlos*) von Schiller. Aufruf aus dem Bauernkrieg 1525— nach einem Flugblatt. Im Konvent— St. Just und Robespierre(aus„Dantons Tod*) von Georg Büchner. Zwei Sp'eßer— Dioloae:„Bor mos hawrv« mer letzt eigentlich e Revolution gehabt?* 184g Der Fremde und der Dauer(au« dem Russischen) von Leo Tolstoi. Der Kriegskrüppel Die Reichsbahndirektton Berttn letli mit: Wer von seiner die»- sähngen Silveslerseier in den•ersten Morgenstunden de» Reujahr»- tage» heimkehrt, wird zuerst vvn einer wichrigen Neuerung im Berliner Bei kehr Gebrauch muchen können. Es ist dies der neue Fahrschein für den Nedergang zwischen Reichs- bahn und den drei städtischen Lerkehrsunler- nehmungerr. Der Berliuer Fahrgast kann also vom 1. Januar 1928 an mit einem durchgehenden Fahrschein eine F�hrt 3. Klasi« aus den rmchbenanMen Sllecken der Stadl-, Ring- und Boroirbuhn und ein« Auschluhsahri aus einem der drei slädlischen Bcrkehrsumer- »ehrnen Straßenbahn, Hoch, und Untergrundmihn und Omnibus aus- führen oder in der umgekehrren Richtung die Fahrt auf einem stäbtischen Vertehrsniiiiel antrete» und im Anschluß daran die Stadl-, Ring- und Borortdah» benutzen. Die Neuerurig ist im einzelnen foKiendwinaßen genegeld: Der Uebergungrsahoschein gilt zur Erreichung eine» Reiseziele» aus kürze- steni Wege. E» ist nicht gestattet, mit dem Fahrschein aus der An- schlußjahrt nach dem Ausgangspu.ckl der Fuhit zurückzukehren Aus den Stau»-. Ring, und Doronbahuen gilt der Uebcrgangsf. hrschein in einer beliebig langen Fahrl auf der S.udt und Ringbahn und !rn Bereich der Ruhztme der vororstliecken. also inneihalb«>»«» Bereichs, der durch einen, durch die Slolionen Eichdornstraße, Wuid. munnslust, Blankenburg b. Borlin, Kaiilsdorf, Köpenick. Spindlers- feld, Adlershof, Ali>G!>enicke. Marlenfelde Llchlerieide-Ost Lichler- sclde-West. Amr,eli»old uno Spandau-West geschlagenen Jttii» de- grechg wird Bon allen Fohctanenausgaben inr.eih.ild dioses Be- reich» worden die Uebeigangssahistheine ausgegeben Der Preis de- trägt 30 pf. Der Schern bietet milhln gegenüber der Cöfunq von getreiiul.n Fahrscheinen für die Reichsbahn und ein städtisches Ber- kehrsmitlel je noch der Läng» der aus der Reichsbahn zuruckzulegel»> den Fuhrt Eispariiisse von 5 bis 20 Pf. Die Frist, innerhalb der die Anjchiußsahrt angelrelen sei» muß. delrägi wie bei den städtt- schen lveikehrsniitteln IX S runden nach Lösung des Fahrschein». Der von den Reichsbnhnstntionen ausgegebene Ardergaiigssay». scheln dal die grlde Farbe der neuen Eiiiheitspopp«. Aus del Bor- derseit» isi neben den wichrtgsten Bestimmungen die Ausgabestation aufgedruckt. Nur aus dieser Station darf die Fahrt angetreten werden. Di« Rückseite erhält bei der Ausgabe einen Stempelauf- druck mit Angabe des Tages in Form einer durch das ganze Jahr sonlaufenden Tnaeszahl ünd der nächsten vollen halben Stunde. Die Uebergangsfuhrkorte gilt mis der Reichsbahn für die 3. Klaffe. Will der Fahrgast die 2. Klasse benutzen, so iorderl er gleichzeitig eine Zusatzkarte. Für diese wird der Preisunlorschied zwischen zwritsr und dritter Klasse für die aus der Stadt-. Ring- und Vorortbahn zurückzulegende Streck«, also in den meisten Fällen 10 Pf., de- rechnet. In jedem Falle muß die Zujagtart« vor dem Besteigen der zweiten Klosse gelöst werden, da der Reisende anderensolls den be- kannte» Fohrpreiszufchlo.g verwirkl hat. Mit dem von den Reichs- bahnstationen ausgegebrnen Uebergongssahrschein kann der Fahr- gast auch einen Rachlomnibn», d. h. einen Omnibus, der um 1 Uhr nachts oder später die Abaengsstelle nerläßl, übergehen. Er hat dafür an den Omnibusschissuer einen Zuschlag von 20 Pf zu entrichten. wenn er seinen Uebeogangssahrschein«ist nach l Uhr nachts gelost hat. Omnibuelinien ohne Ziunimer stich allgemein von der Benutzung ausgeschlossen Die gleichen Bestiniimingen gelten auch sfli die Fahrt lr umgekehrter Richtung, also bei Antritt de. Fuhr: aus der Slroßenb. hn oder der Hoch- und Untergrundlwhn oder dem Omnibus. Der Fuhr- gast mutz am Schalter der Hochdahn oder beim Schaffner der Slrußenbahn oddr des Autobus ausdrücklich einen Fahrschein zrm ilebergang aus die Reichsboha svriern um Berwechslumzen mit dein Uuisleigef brschein der drei ftädnjchen Berlehrsunkemehmen zu ver- rneiden. Mct diesen FahrsäzelNrN zum Uebeigang aus die Reich?» bahn kann er nach der Hoch-, Sliaßeiibahn- od« vwiiibussohrt aus der Reichsbuhn eine beliebig lange Fahrt dritter Kiasie aus den oben genannten Strecken zurücklegen. Er kann auch die zweite Klasi« benutzen, wenn er denn Uebergang am Schalirr der Reichs. bahn eine Zvsutzkarte löst. Will er ausuahmswetje über den Gel- ningsdcmch des Uebergangsfahrlcheins himrussahren. so hcri er beim Uebergang am Reichsbahnjcholier«ine Zvsotzkarie für die Weilersahrt zu lösen. Für diese wird dos tcrismäßige Fahrgeld sür die Reick�bahnstrecke abzüglich iL Pf. deirchiiet. (ISIti)»o» Rorize nieder. Epiioq»n» Enipot-oete»»»n chdidrrOir. Mit dem Präludiirm in L'-Dur oo» Bach lchtießi d»- Feier Der tünstleiische Leilrr st Albert F I o r a l h. die Slodtkaprlle d.stehl au» Musikern vom Slaarsiheciter unter Leituno von Ernst Ullrich. Mitwirkende sind: kernrich Witt«. Lvrltzir Mlithel, Walter Werner Franz Weber. Reinhold Köstlin vom Stoatstheater. Paulo Theiter- Lange. Ilse Musäu», der Sprechchor für Proletarisch« Feierftui.ven, Organist Marlin Fischer Eintrittskarten ä i Mork sind noch im Bureau des Bezirksbildun-»ousschusie». Lrndenstrohe 3, 2. Hof II. Zimmer 8. in der Buchhandlung„Borwärts*, Linden- straß« 2. und am Tag« der Decaustaltung im Vorraum de» Thealers zu haben._ Zum Raubübe�all im Vororizug. Ote Schwen»erlehte noch immer bewußtlos! Die Ermtnlungen zur Aufklärung des verbrecherischen Ueberfall» auf Dora Perske gehen unausgesetzt weiter. Bon der Eisenbahn- verwattung sind sämtlkte Fahrkarten. lw an dem kriiisclien Tage aus der Strecke Zoo— Friedrichctmgen abgegel>en wiirden, kontrolliert war- den. Man hat eine ganze Reih« gesunden, die Blutspuren ausweisen. Wahrscheinlich aber sind dies«, in Händsu von Wiidhäiidlern und Schlächtern gewesen, die auf dem Magerviehhos den Zug bestiegen oder aus der Zentralmartthalle kamen. Ob es um Menschen- oder Tierblut handelt, kann erst durch chemische Uulersuchung sestgestellt werden. Verschiedene Zeugen, die sich bei der Mordkom- Mission meldeten, gaben ihre Bekundungen zu Protokoll. Diese werden in allen Einzelheiten nachgeprüft. EIi»«n direkten Hinweis eines Fahrgaste», der Fräulein Perske gesehen hol, tonnt« man bisher nichi erlangen. Die Schwerverletzte liegt noch in hohem Fieber im Krankenhaus« und hat da» Bewußtsein noch n i ch t w i e d e r e r> a n g t. E» ist deshalb ausgeschlossen, auch nur den Versuch einer Vernehmung zu machen.» Vxplosion von Dotier werkskörpern tm Papierladen In einem Papierwarengeschäst in der G o st e i n« r Straße 8 zu Wstmersdori ereignete sich gestern eine folgenschwere Explosion von Feuerwerkskörpern. In einem Raum neben dem Laben lagerte für Silvester»ine größer« Menge von Feuerwerkskörpern, die sich au»-nach unbekannter Ursache ent- zündeten und mit starkeni Knall explodierten. Durch den Luftbnick wurde die Ladeneinrichtung schwer de» schädigt und die Schaufensterscheibe zertrümmert. ver ftebenjährlge Han« S t e p a n o w s t I II Udi. Aasvelallke 15. Vor- tr«a de« iücirn kr. Iii. Zlolrnbria: Denn Such Ist deute der Heiland geboren. Harmonium: WeidnachiSphaiualie. Zu Alsred K e r r» 60. Beburtslog am 25. Dezember gab der Rundfunk«ine Vorfeier. Willy Haas sprach die einleltenden Worte so, wie man sie sich zu einer Kerr-Feier wünschte: kritisch. Schars kritisch, bisweilen vielleicht sogar»in wenig verständnislos für da» Detail, aber nie verständnislo, für die ganze, große Erscheinung de» Dichler-Schriftstellers Kerr, der un» im Theater— in dem aus den Brettern wie in dem, da» uns täglich umgibt—, unsere Gegenwart erkennen lehrt«. Alsred B�aun sprach Geburtslaasverse für Kerr von Theobald Tiger, und la» dann au» dem Werk Kerr» schön und schlicht.— E'ne halbe Stund« Wihrn chtsoorseier gab Cornrli» D r» n s g e e st, der stimmungsvoll Weihnachtslieder sang, von Bruno Serdler-Winkler nm Flügel, von Ben Geysel an ! der Orgel begleitet.— Georg H a u s d o r f sprach zu dem Thema I„Bildende Kunst und Berufswahl*. Er warnte:„Begabung ist noch nicht Talent Mancher kann hübsche Fähigkeiten aus einem Gebiet der bildenden Kunst haben, ohne indessen soviel darin leisten zu können, daß er als freier Künstler zu bestehen vermag. Enitäus'bung und wirtschaftliche Mißerfolg« werden ihn dann sein Leben lang ■ begleiten, wenn er nicht imstande ist, st h in einen festen Berus her- iiberzuretten Deshalb gab der Vortragende den Rat. daß jeder, der Künstler werden will, sich mindestens als Rückhalt eine gründliche handwerkliche Berufsausbildung aneignen falle.— Staatssekretär Dr. Julius Hirsch gab einen Ueberblick über„Die Großunter- nehmung in der chemischen Inkustri»*. die er d!« führende Groß- industrie im Geiste des moderne» Forllchritt» nannte. 2lber in dem umfassenden Bild der leben-syrdernden Leistungen dieser Industrie fehlte der Schlagschatten. Der Vortragende streikte nur flüchtig die Erfolge der modernen cheniist-en Industrie aus dem Gebiete der Lebensvernichtung durch Erfindung immer»euer Mittel zur Krieg- I führung. tes. Oas Tauwetter. Umoetterschädeu nuO Pochwossergesah?. Während des gestrigen Tages dt, in die Abendstunden hinein war ein ganze» Heei von Stcaßonreiniaern. Beamte der Stndtis'en Straßenreimgung und 4000 Arbeitslose, mit dem Beseitigen der Schlainm- und ttismasseii beschästtgl. Die Resnigungsattivn wird auch noch den heutigen Sonnabend ausfüllen, um der Melivpole wieder ein sauberes Aussehen zu geben.— Di« Reihe der Glätte- imfälle fand trotz de» ziemlich schnell eingettetenen Tauwetters ihre Foitletzimg. Vierzehn Verletzte wurden mit Arm- und Beinbrüchen in die Städtischen ReNungsstellen eingeliesiit Ebenso muhte die Feuerwehr noch in den Nachiiiitiagssinnden in zahlreichen Fällen bei Wasierrohrbrüchen. der typischen Erscheinung bei starten Tem- peromrivechseln, Hilfe leisten. Das Tauwetter— gestern wurden In Berlin 5 Grad Wärme oemesien— hält auch Im R-ich an S+on laufen auch die ersten Hiobsbokschasten über drohende Hochwasser- gesahr ein. Besonders im Rhein- und Moselgebiet, wo starke Regcn- fälle niedergepanoen sind, ist die Lage äußerst bedrohlich. Wie au» Koblenz gemeldet wird, bat sich die Eisdecke der Mosel bel gleichzeitigem starken Steigen des Wasser- Sandes gestern vormittag in Bewegung gesetzt Jjin gcscin'ion heiligebiet sind Regenfälle niedergegangeil. Der Schnee ist fast restlos geschmolzen. Trier, 23. Dezember. Infolge der plötzlich einsetzenden warmen Witterung und de» andauernden Regens ist hier Schneeschmelze eingetreten, die bei Fortdauer zu Hochwassergesahr führen muß. Die Mosel ist von gestern bis heute früh um 8 Uhr von 45 Zentimeter a u f 2,42 Meter gestiegen. Der Fluß steigk jede Stunde um 10 Zentimeter. Schwere Verkehrsstörungen in Sachsen. Dresden, 23 Dezember. Au» allen Teilen de« Reichsbahndirekttonsbezirkes»Dresden. besonder» aus 0 st s a ch s e n kommen immer neue Meldungen von schweren durch heftige Sturme verursachten Schneeverwehungen, die den Eisendahnbetrieb und auch oft den Verkehr aus den Straßen außrrordenliich stark beeintrüch- tigen. Aus der Strecke Dresden— Görlitz sowie aus einer ganzen Reihe andeter Strecken blieben zahlreiche Züge im Schnee stecken. Verspätungen von mehreren Stunden, ja sogar Einstellungen von Zuge« sind an der Tages- o r d n u ng.— Breslau. 28. Dezember. Die„Schlesifche Volkszeitung* meldet: In de« Gegend von Dittersbach und Lauban yerrfä-e ein ungeheurer Föhn- stürm von 30 Sekundenmeiern, was einer Stundengeschwindigkeit von 100 Kilvnr.'iern gleichkommt. Die ungeheure Stärke de» Sturme» läßt sich besonder» daraus erkenn«», daß er aus einer Station rangierend« l«er« Eisenbahnwag«« glatt umlegt». Hamburg, K. Dezember. Räch Mekdung«» aus Iszeho« lsi die Schiffahrt aus der Stör scit gestern ganz eingestellt worden. Da» Steigen der Temperatur hat bi» jetzt noch keine Besserung gebracht. Wie au» Husum gemeldet wird, ist die Lage dort noch dem Rachlailen de» Frostes»her schlechter geworden. P e l l w o r m i st völlig abgeschnitten: der Wagenverkehr ist umnöglich geworden. auch di? E>, b o o: p o sl ist stillgelegt. Im Huscmier Postami häuft sich die Brief- und Pake.posl. für die Inseln. Der Plan einer Flugzeugverbindung wurde wegen zu hoher Kosten auf. gegeben. Güicklicherweis« herrscht aus den Inseln keine Lebetzs- mittel no t. Drei Eisenbahner erfroren. Kattowih. 23. Dezember Wie au» R y b n i k eintresserrde Eisenbaliner berichten, sind drei ihrer Kollegen au» Oberst kesteii während einer neunstündigen Fahrt aus einem Güterzug« auf der Strecke Katlowitz— Warschau erfroren. Die drei Eisenbahner sind unter der Wirkung der Kälte eingeschlasen trnd faoden so den Tsd. n».®l!n ��ktbahnunglück ereignete sich am Donnerstagabend bei Ra t h« n a Infolge oes Gtaitns«»«mpleifw gegen 9 Uhr vbeuds ,,n D e r( o n e n z u g dir Braiidenvurgiichen Städlebahn. Zwei vollbesetzte Persünenwagen stürzten um. Der Fahrgäste bemächtigt« sich eine unbeschreibliche Panik: über 20 Peison n trugen leichte Ver» letzungen davon. Bier Fahrgäste wurden schwer oerletzt. .�''�beftchl de« ksiei Nlche, Xtze'trrMenRtnüe NerN» nnft Uncgeei' isinajor»rib i 2«»- rni b abn meib inlbf mit ivi-beiboii'N 5!e-en> Ca. 5wr oiinnidjfnbf tildweill che bi» weftl-che ö ube—?irchstöd«rt hatte. v>«1e« wanden« In seinen S> rft ointesuullr» Obst, Kohldlätter, etnzetn« Rüben, aber euch Papier und Kistendretter. Der Alle sprach nie. Selbst wenn einer der Thauffeur» Ihm ein orpeiiiliche« Frühstücksbro» zusteckie. so knurrte er nur unverständ- lich Es schien,«l» h�d« a da» Sprechen verlernt— sali»««» Je gekonnt hatte. Sein Aussehe» war erbärmlich Er trug Nr Sornmer«n» im Wi iNer. bei Regen u»�> bei Sonnenschein«ine Ivppe und»in» Hos«. die in längst vergang« nen Zeiten vielleicht eine Forde gehabt banen. ?«tzt schillerten beide Kleidungsstück« speckig in unbestinimbaren Tönen. Aus dem Kops hatte der Alte ein turbanähnliche» Gediwe, das au» einem grauen Strickschal geknotet war. Heute schien die Busbeute besonder, reich oewesen zu(ern. Sein Sack nxnr dick und prall. Obenauf hotte der Alte mll«nem Ecrick die Tannenc'bfälle gebunden, die ihm«in Händler von dem Weih- nachtsbaumsiond geschenkt hgtte. So wollt« er heinttrabcn. Da kam die Autodroschke Rr. SSll angefahren. Der Chnusseur beugte sich Hera»», noch«he der Wogen hielt, und rief den Stroftenkehrern zu:.Hallo, ist der Alle noch da?" Die Straßenkehrer schrien aus Leibeskräften dem Alten quer ilb-tt den Platz nach: J)e, he. Alter!" bis der Alte sich umwandt« unu zursickkam. Der Chauffeur von Nr. 890 zog unter seinem Sitz ein großes Paket vor:.Da. Großvater, weil heute Weihnachten ist?" Er sah mll eifrigen Kinderaugen zu, wie der Alte es aufwickelte. Ein dicker schwarzer Chouffeurmaniel und eine aboeschabte. pelz- gefüttert« Ledermütze kamen zum Dorschein..Es sind bloß alt« Sachen von mir, aber meine Frau hat sie ganz ordentlich instand gesetzt." sagte der Geber entschuldigend. Aber in seiner Stimme klang die Freude über die schönen warmen Ding«, die dem Alten doch augenscheinlich so bitter not taten. Der Alte antwortet« nichts. Mit heftigen, beinahe unwirschen Bewegungen fuhr er in den Mantel, der ihm viel zu lang war und fast bis auf die Säiuhe reichte. Dann stülpte er stch die Mütze auf. Seinen Turban schob er in den Sack Während sein« Hände noch ein wenig verständnislos am Mantel entlangtasteten, sagte er: .Schön warm." In seinem mageren, zerfurchten Gesicht bewegte sich kein Muskel. Aber der Chaiilfeur begriff sehr gut. daß in diesen beiden Worten mehr Anerkennung für seine Gabe lag. als sie der überschwenglichste Dank bäti« geben können. Er strahlte über sein ganze» gute« Jungenpesicht:„Großvater, setzt seh'n Sie aus wie'n richtiger Weihnachtsmann!" Da kam ein Fahvaast. Der Chauffeur drückte dem Alten schnell noch ein Gell stück in die Hand, kurbelte an und fuhr los. Der Alle slapste durch den dicken, grau«n Straßenschmutz davon. Das w»iße Flockengeriesel, das seit Stunden herabsloute oerwandelte sich auf dem Erdboden in schlammig-zähen Morast. Der Himmel hing tief herab und hüllte die späte Mittogestund« schon tn abend» lirf* Duntelheit. Aus den Läden, dl« sich in diesem westlichen Stadtteil zu endloser Kette rechten, schoß das elektrische Licht breite Garben von Helligkeit. Der Vorübergehende wurde von ihnen«in- gefangen und»msbmeichett: sieh! kausl tmliernde Seidel bunte» vpieheiiq! tösttiche Blumeni appetitlich« Fleischwarenl Der Alte schritt ohne Jnteresi, durch die Lichtsülle, an den hastigen Menschen vorüber, die ihm und seinem unsaul»eren Sack so well auswichen, wie es das Gedränge in den Straßen zulieh. Er merkte es nicht M ntet und Mütze umbüllten ihn mit onge- nehmer Wörme Der zahnlose Mund zerkaute in der Erinnerung langsam die Worte, die die Gaben beglellel hatten, als kost« er dabei ihre wab'ige Behaglichkeit aus:.Da, Großoater, well heute Weibnachien ist." Da» Wort.Weihnachten" weckte keine freundlichen Gedanken- verlündungen für den Alien. Aber nun schmeckte e« nach Wärme. Der Alte dacht» an seinen kleinen Kochosen, an die angefaulten A-psei, die er an» den Marktabfällen herausgesucht hatte und die in seinem Sack lagen. Wie schön würden sie aus der eisernen Platte brat-n! Niemand sorgte für den Allen, und der Alle sorgte für niemand. Hn der Elende gegend, in der er lebte, hatte seder genug an sich selber zu denken. Der Alte hauste in einer engen Kammer, m der »In Bett mit einem schmutzigen Strohsack. zwei Kisten und ein Kochofen stand, und empfand weder Leid noch Kummer darüber. Rur für Kälte und Hunger war ihm noch Eesühi geblieben. Sonst war er stumpf und tot. Nun aber stieg au» dem Satz:»Da. Großvater, well Weih- nachten ist." langsam«ine Wärme empor, von der der Air» glaubt«. fie wachse au» dem Mantel und der Mütze heraus: aber ihr Nährboden war«in lebendiges Menschenherz. Der Ehauffsur von Nr. 890 hatte heut» dem Alien außer den Kleidungsstücken und dem blanlen Zweimarkstück nach etwa» anderes geschenkt, wirkliche Fest. sreude, dt« im Glaub«» an den Menschen, in der L>«t>« zum Menschen ihre Wurzel hat. Die Läden zeigten sich allmählich vereinzelter, in spärlicherem 5" cht. Ab und zu sprang da, Wort.Weihnachtsmann" hinter dem Alten her und drang durch den Lärm der Straße an fein Ohr, dazu da» Lachen von Frauen, die in dieser Gegend kein« Furcht mehr hatten, daß sie sich cm Ihm deschmutzen kännren. und dt« ihm ihr« kleinen Knirpse manchmal geradewegs in die Arme schickten. Dann zog der All» die duschigen Augenbrauen in die Höhe und bewente die Hand mit dem Stock halb winkend, halb drohend gegen die Kinder Die Straßen wurden stiller, menschenleerer, die Geschäsk» llmner unaufsälliger. Nur die Kneipen beivmen ihr Dasem durch Lärm und Fuseldunst..Weihnachtsmanni" der mm schon oft gehört« Rus freute den Alten jetzt. Doch er wollte ohne Aufenthalt weiter- gehen, al» eine andere Stimme erklang:.Quatsch nich. Lieschen. den Harn bloß de Reichen,'s 1»'n oller Mann." Da blieb der Ait« stehen, trat in den fahlen Dunstkreis einer Laterne, halfterte den Sack ab und wüblte lang« darin herum. End- sich hatte er gesunden, wa» er suche: vier mäßig faule Aepsei und, die Haupistücke seiner heutigen Sammlung, zwei dicke, durchaus uniadifae Apfelsinen, die sich bei dein eiligen Geschäft des Weihnacht. lichen Marktes in den Abfall verirrt haben mochten. Er ergriff noch einen Tannenzweig. streckte dann dt, HSnd« mit dem Zweig und den Früchten weil von stch. so daß man ihren Inhalt deutlich erkennen konnte. ,#«,* rief er..Ihr beiden!" Und � unwillkürlich kamen ihm dieselben Worte aus die Lippen, die der Chausteur gebrauch! hatte:»Weil heute Weibnvchten ist!" Aus der Dämmerung«ine» Hauses lösten stch zruet nttnzty« Kindergesiollen: vier Hände packten gierig die hingcchailer-en Gaden. ' Dann trabten vier Füße davon so eilfa, als mühten st« gestahirnes � Gut in Sicherheit bringen. Erst lm Schutz der Haustür mochten fW holt. Durch einen schmalen Türspalt starrten die Kinder dem Wunder noch, das stch. Im langen Ichwarzen Mantel, den Sack«ms dem Rücken, langsam tn der Dunkelheit verlor. Al» der Alt« tn setner Kammer angelangt war, machte er Feuer im Ofen und legte oben aus die Platte die beiden Aepfel, die ihm noch geblieben waren. Während er aus ihr Garwerden loortet», lösfeile er ein Stück Brot, da» er in Zichorienkafsee geweichl hatte. Dabei überlegte er, was er sich für die geschenkten zwei Mark leisten könne. Da» Problem schien ihm sehr schwer zu bewältigen. In tiefes Nachdenken verloren, glitten seine Blicke durch den Raum. Da plötzlich erkannte er ihn. Er sah die Dinge, zwischen denen er so viele Jahre oegetieri hatte. Nein,«r sah mehr. Die Wände schienen durchsichiiq zu sein Er konnte in alle Räume de» Hauses blicken, in denen Diebe und Verbrecher, Kranke und Elende eine armselige Zufluchl hatten. Der Alte' war wieder zum Menschen geworden: ober dieser Mensch stand nun in einer Weit, die er nur in jähem, surchlbarem Entsetzen begreisen konnte. Draußen, am anderen Ende der Stadt. lebte man in Glanz und Helligkeit— hier war Finsternis und Tod. Plötzlich sah der All« auf seinen Mantel, und wie gedankenlos murmelten seine Lippen:.Da. Großvater, weil heut' Weihnachten ist." Fast zuckte es wie«in Lächeln über seine Züge. Cr erinnert» stch der furchtsamen, ungläubigen Kinderhände, die da» Obst aus sein«» Ynusieii geiioinmen hatten, und sagte noch einmal ganz leise: .Grvsivater." Durch die dumpfe Lust der Kammer drang der Duft der lang- jam brodelnden Aepset. Der Alte schnuppen« ihn zufrieden schon hulb im Traum. Dam, glitt et langsam hinübet in eine Well ohne Elend und ohne Bitterkeiten, tn«ine Welt, in der olle Menschen und Ding« d!« Nr. 89i) tragen und au» der er nicht mehr zurückzukehren brauchte. Ein Wrihnachtsfrieden. Von Frontsoldaten und Heimknegern. Da» Nachstehend« ereignete stch am Weihnachtsheilig- abend de» Jahre» lSl� in der Pseiniederuug, wo«igiische Voiunteers(Freiwillige) und da» kgl. sächstsche akttve Infanterie- regiment Nr.>07.Prinz Johann Georg" au» Leipzig einander m halb ersoffenen Schützengräben gegenüber wgen: Ein junger Stu» den! aus Oxford schwang unnersehens sein« longaufgeschossen» Gestalt über den'Rand des Schützengraden» und schritt, ein weißes Taschentuch in der Hand schwingend, über da» Niemandsland auf den deutschen Graben zu. Etwa dreißig Schritt entfernt blieb er stehen und wartete, freundliche, aber den biederer! Sachsen ziemlich unverständliche Laute ausstoßend. Nach kurzer Beratung erhob stch auch aus sächsischer Seite ein Mann und trat heraus: ein Leipziger Buchdrucker, der englische SchrisSen b«! Tauchnig setzte und daher der Sprach« etwas kundig w'r. Er ke'-ue nrrl-«i.'n'-r Z it zurück mit der froh-u«o,itt>lst. daß die Engländer den Vorschlag machten, am heiligen Abend Ruhe zu halten und nicht zu schießen. Eine Viertelstunde später bot sich dem Auge ein seltsames BIO: Scharen von Soldaten fluteien von beiden Seiten au« den Gräben. ergosien sich über das Niemandsland, begegneten sich in der Mitte, schüttelten einander die Hände und kauderwelschten seltsame Sprach- fetzen, deren Wortlaut niemand und deren Sinn jeder verstand. Am Ende gab es eine regelrechte Bescherung: die Engländer schenkten den Deutschen Shagpleifen und ihren berühmten aromattschen Ta< bak, während sie dafür Dresdener Christtfallen kennen und schätzen lernten. Am End« des Abend» sang ein Tenor de» Leipziger Stadt- iheater» Weihnachtelieder, und die Engtänder klatschten frenetisch Beifall. Niemand dachte nach solchem Abend nächsten Tags daran, zu schießen. Ausierbem war der«rite Weibnachtsseiertag und dann folgte der zweite. Und schließlich kam man auf beiden Seiten über- ein: Man walle nicht aufeinander schießen, so lange nicht von oben her der ousdrückiich« Befehl käme. In diesem Falle sollte der Waffenstillstand rechtzeitig 24 Stund«n vorher ousgekündigt werden. Auställigerweise kam der Befahl zu schießen von»beit nicht. Nicht während einer Woche, nicht während»Ine» Monat». Da» hatte freilich einen triftigen Grund. Denn diese Geschichte svielie, wie schon erwähnt. In der üherschmemmten und versumpften Bser- niederuno, die Grähen ersoffen mit jedem Tage und die Soldaten nnihien bis zu den Knien Im Waifar sielten. Und da kamen die vorgesetzten Stellen aus die vorzsioliche Idee, den Waffenstillstand auszunutzen, um In Ruh««ine befestigte Stellung über der Erde'm Trockenen anzulegen So hatten die sächsischen Soldaten noch nie geschustei wie In den Wochen nach Weihnochten nntt tti-brrmN-n wurden herantrcinsportieri, von früh bis spät wuiAe geschanzt und geschleppt,«in gewoltioes Bolliverk entstand vor den ersofsenen Gräben. Aber war die Arbeit auch schwer, so war sie zum mindesten gefahrlos: kein Schuß wurde von drüben abgefeuert. End« Februar war die befastigte Stellung über der Eri>e fix und fertig auspebaut. Aber erit im März erschien eine enaiische De- pntation. um mitzuteiien, doß leiber von morgen ab für sie der Befehl bestände, wieber zu s-bießen. Sie ersuchten driuaend. sich nach l? Ubr nicht mebr außer D-ckung zu zefaen und sich überhaupt recht vorzusehen.— Um 12 Uhr de» nächsten Tage« vers-bwand der letzte deutsch« Soldat hinter den neuen Wällen, wo jetzt die Mannschaften auf trockenem Boden standen. Aber erst um Z Uhr fiel tvr erst, eroV�e S-t-ntz... Doch diese frisdiiche Angelegenheit hatte ein bitterböse« Nach- spfal. In Leipzig war durch Loldatenbriefa etwas über den Waffeiistillstand bekanntgeworden, und an den Gasestammtischen de» Bürger- und Spießertums flammte belle patriotis-ti« Entrüstung aus. Dort saß man zwar nicht b!« zu den Knien im Waifar. ober man watete— im G-iste— bis zu den Knien in EnplänberMut. Da» blasphemüche.Gott strnie England!"—.Er straf« es!" war zur normalen bürgerlichen Begrnßungeformel gewvrden. Und alle die patriotischen Dezieber und Bezieherinnen der„Leipziger Neuesten Nachrichten", von denen kein einziger bei Winterweiter ohne Schirm und Pulswärmer ausging, entrüsteten sich sittlich über die„Schande", die die Leipziger Brigade der l07er und 106««(bei denen es ebnso gewesen wart über ibre Vaterstadt gebracht habe. Eine Flut von Schmäh- und Entrüstungsbriesen ergoß sich über das Generalkom- mando, an den König wurden Petitionen gerichtet, und dem Patriot:- fchen Eifer blieb der Erfolg nicht versagi: Als Strafe für ihr schänd- liche« Verhallen wurde die Leipziger Brigade au» dem Verbände deS Arineekorv? ausgestnhen und einer soaeri-nnten Divi« fion"(53. I-D.) zugeteilt, die jederzeit zur Verwendung stehen mußte, um an den gefährlichsten Stellen der Fronl eingesetzt zu weiden. Der Erfolg dieser Maßnohme war ein überaus herrlicher, im Sinne der Leipziger Heimkrieger sogar erhebender: Jedes der bei- den Regimenter wurde im lfaufa der nächffan kinhn»-in nae»wal soft völlig aufgerieben und mußte von Grund auf mit Ersatz wieder ausgepumpt werden: Erst bei Neusville, dann am Na rem, dann vor Wilna, dann vor Verdun, bann zweimal hintereinander an der Somme. Der Kesamtverliist stellie stch bei 107 aus?00n Tote und ndor 6000 Verwundet«, bei 106 etwa ebenso hoch Die Leipziger Heimkrieger hatten, wenn auch zum großen Teil aus Kosten ihres eigenen Fleische» und Blute», glänzende Gemiotuung erbalfan. Zum Schluß ein» Versicherung für Ungläubige: An dieser Geschichte ist nicht» erfunden und nichts hinzugedichtet. Dem Verkäster, der mst dem ersten Ersatz nach Neusvill/ im Frühfahr 1915 zum 107. Ri-airnerf«om. ist sie na-i zablfasen Kan-ei'-'�sn!" is>re-> An- sängen übereinstimmend geschildert worden, und da» weitere hat er selber mit erlebt. Erich Kuttner Praktische Geschenke und ihre Folgen. Von Paul Franke. Wir waren arm. denn Dater war sr«, gestorben. Deshalb hatte auch der Weihnachtsmann nie v'«I für uns übrig. Einmal bekam ich einen Sprenarvogen. mit zwei Rädern und einem Pkerd davor, alle, au» Blech und in einem Stück und gelb anaestrichen. Hinten hatte der Wagen einen richtigen Hahn ,znm Aufdrehen und da» war da, schönste«n«hm. A', Mutter auf Arbeit war. wurde der Waaen seinem eigentt'cben Zwecke, dem Snrenqen. zrqesühri, und der ganze Tepnich berieselt. Mutter merkt« da» natürilch, als sie abend» nach Hairf« kam und es gab Keile. Ich durste also mit dem Wagen nicht mehr sprengen und deshakb entkernte ich den Habn. steckte in die Oeffnung ein kleines Weihnachislicht und fuhr den Wanen mit dem brennenden L'chi safange spazieren, bis er plötzlich von der Hitze auseinanderschmolz. Danach gab e, Keile. Tin anbermal bekam ich von einer Tante ein aste» Schaufel- pferd mit schönem orauem Fe». Da e» durchaus nicht fressen wollt«, mußte ich. mal nachleben, wie es innen beschaffen sei. und schnitt ihm daher mit einem Küchenwester den Bauch aus Und Äs Mutter abends nach Haufe kam. gab es Keile. Mutler sagte jetzt, wenn ich mich nicht bester» käme ich in ein Waisenhaus. Davor hatte ich mächtige Angst. Meine Schwriter bekam dann eine Puppen kochmaschine mit allerlei kleinen Töpfen drauf. Unten war ein Blechkasten für die Spiritusfauerung. Da wir ober keinen Spiritus hatten, nahmen wir Petroleum au» der Lampe. Das wollte erst nicht recht brennen, qualmte und stank fürchterlich. Erst al« wir einen Lappen und estoa» Papier nahmen, gina es. Aus einmal gab e» einen mächtigen Bums und die Koch- masch ne und alles, wo» draul stand, waren kavutt Jetzt war die Geduld meiner Mutter zu Ende. Am andern Morgen gins sie mit mir in ein aroßes Hau», tu« ich einem dicken Mann ooraesteiii wurde. Tfar Ichimpfte mächfig, sprach vom Teufel, von der Hölle, van der Bibel und vom lieben Gott. Dann baute er mir«ine runter. Aber bo, Jahr ist lang und bis Weihnachten war alle» verqesien. Kurz vor Weihnachten kom eine Dam« von der Kirche und fragt«. wo» ich mir denn wünschte. Bescheiden, wie ich als kleiner Knirps war. wünkchte ich mir ein Hau» Aber wie sah da, Ding aus. Ein kleiner hölzerner Kirsten mst abnehnrbarem Dach und darinnen steine, bunte, hölzerne Tiere. Da» wäre die Arche lllsah, sagt« man mir. Und da diese ja nach der Viblstchen Gefchichie bei der Sinttlui 40 Tage und Nächte umher- ffffchoommen war. holten wir. al, Mutter wieder mal weg war, die oroße Waichwann« unterm Bell vor. füllten sie bis an den Rand mit Dosier, setzien die beiden Goldfische hinein und dann die Arche Da die Wann« von vielem Liegen aber spak mar, strömte da» Master au» den Fugen. Wir wischten und wischten Und erst al, die Wanne leer war. konnten wir aufhören. Aber wa war die Arche? Die war auseinanderqeieimt. die bunten Tiere hatten die Farbe verivre» und die beiden Soldfstche iaqen iv, am Boden Als Mutter abends nach Hause kam. versteckten wir erst die Arche. Slber bann kam die liebe Nachbarin von unten herauf und sagte meiner Mutter unsere Wasserleitung wüste entzwei sein, denn durch ihre Decke rvöre es dlirchqeiaufen. Was dann geschah, al» die gute Frau, die uns oe-» petzt hatte, weg war. das will ich lieber nicht erzählen. Die überflüssige i Eine unkontrollierte Reichsbankfitiate. Zur PoN>ik der Reichsbank wird uns geschrieben: Die Golddiskonlbank ist ein paar Monate nach der MarkstabN- stwmg, im April 1924, gegründet worden mit dem ausgelprochenen Zweck, um der deutlch»en Exportindustrie Goldkredit« zu gewähren. Diesem Zweck ist sie heute weitgehend entfremdet. Ursprünglich sollte die neu« Bank nach der Idee des Reichs- bankpräsiden en Dr. Schacht dazu dienen, neben den Rentenbank- noten noch Goldnoten in den Verkehr zu bringen. Aber das Dawes-Komuee, das sich damals selbst mit der Absicht trug, ein« eigene Koldnotenbank für Deutschland zu gründen, beschnitt di« Schachtschen Pläne und gestand nur ein« Goldnotenausgab« in Höhe von S Millionen engt. Pfund Sterling gleich rund 199 Mil- lionen Reichsmark zu, so daß man schließlich überhaupt auf die Ausgabe von Goldnoten verzichtete. Rechnung in englischer Währung. Bei der damaligen Geld- und Währungslage konnten die Mittel zur Förderung der Erportindustrien nur mit Hilfe des Auslandes beschafft werden. Ein Londoner Bankenkonsortium stellte hierzu einen Kredit von 19 Millionen Pfund gleich rund 299 Millionen Mark zur Verfügung. Das Gründungskapital wurde«ntfpieckend dem gewährten Kredit auf 19 Millionen Pfund festgesetzt, aber tatsächlich nur mit 9,3 Millionen Pfund eingezahlt. Inzwischen hat die Reichsbank im Austausch gegen Reitbsbantanteile das ganz« Kapital, also die 9,3 Millionen Pfund gleich rund 126 Millionen Mark selbst über- nommen. Der eigentlich« Zweck der Golddiskontbank, die Gewährung von Exportkrediten ist in dem geplanten Umfange nie verwirklicht worden. Der Höchst betrog der gewährten Goldkredite blieb auf ungefähr 14 Millionen Pfund gleich etwa 239 Millionen Mark beschränkt. Das lag daran, daß sehr bald der große Kapital- zufluß aus dem Ausland« einsetzt« und die deutschen Privatbanken bzw. die Großindustrie sich selbst aus dem Auslande Kredite in fast unbegrenzter Höh« besorgen konnten. Während der Uebergangszeit hat die Golddiskontbank, die anfänglich ihre Kredite zu bedeutend billiget cn Sätzen abgab als di« Privatbanken, eben wegen der billigen Kreditgewährung einem Te i l der deutschen Wirtschaft«nt- schieden genützt. Mit dem Nachlosten der eigenen Goldkredit- gewahrung und ihrem Ersatz durch die Privatdankenvermittlung war der ursprüngliche Gründungszweck aber hinfällig und die Golddiskontbank überflüssig. Man fand jedoch bald ein« neue Auf- gäbe für das Institut, von der nachher die Rede sein soll. Vorher noch ein Wort über das verhälkais zur Relchsbaut: Die Reichsbank besitzt alle Kapstalanteile der Golddiskontbank, die Geschäftsräume gehören dsr Rsichsbank, die Bsamten der Bank sind Reichsbankbeamte, mit anderen Worten: die Golddiskontbank ist nichts anderes als eine Abteilung der Reichsbank, ihre Politik ist Reichsbankpolitik, und von diesem Gesichtspunkte aus kst auch die Geschäftsgebarung der Golddiskontbank nur zu be- trachten. Die Reichsbonk gehört dem ganzen Volke: wenn also die Golddiskontbank als ihre Filiole mit ihren billigen Krediten einem bevorzugten Te i l e der deutschen Industrie Vergünstigungen verschafft, so bedeutet das, daß andere Teile der Wirtschaft entsprechend zu kurz kommen niüsten. kredilaklionen für die Laodwirkschafi. Di« zweite Aufgabe der Golddiskontbank bestand in einer überaus großzügigen Kreditaktion für die Landwirtschost. Auf Ver- anlassun'g des Reichsbankpräsidenten gab di« Golddiskontbank im Frühjahr 1926 der Renteirbankkrsditanstast die Zusicherung, Im ganzen bis zu 399 Millionen Mark drei- bis fünfjährige Hypothekar- fchuldscheine dieses Instituts zu übernehmen, auf Grund deren die Rentcnbankkrsditanstalt gleich befristete Hypothekardarlehen an di« Landwirtschaft gewähren wollte. Diese Darlehen sind von der Rentenbankkreditanftalt in voller Höhe awsgogeben worden, die Golddiskontbank ist bis setzt zwar nur mit 289 Millionen Mark in Anspruch genommen, aber die restlichen 89 Millionen dürsten in allernächster Zeit ebenfalls be! ihr abgerufen werden. Die Zinsen für die Hypothekarschuldscheine sind auf den damals und heute schon wieder verhältnismäßig niedrigen Zinssatz von 7Proz. Gesundung bei der Bamag. 40 Mllionen Aufträge.— pintsch's Einfluß.— Stoppuhr und Akkorddruck. Wir hatten bei der Besprechung der Scmierungsoorschläge der Bamag-Megnin A.-G., Berlin-Moabit, Kreits darauf hingewiesen, daß die Bamag-Betriebe selbst kerngesund sind. Die Schwierig- leiten, in denen die Gesellschaft seit einigen Iahren steckt, sind rein finanzieller Art und bestehen erst fest der überraschenden Ver- schmelzung mit der hessischen Meguin Gesellschaft, deren überentwickelte und größtenteils stillgelegte Betriebe sich als eine schwere und anhaltende Belastung des Gesomtunternehmens erwiesen. Nach dem jetzt veröffentlichten Verlustabschluß für 1926/27 in Höhe von IL Millionen Mark, der einschließlich de« Bor- jahrsverlusts sich auf rund 2,99 Millionen Mark erhöht, ist die Gesellschaft endlich zu der lange erwarteten finanziellen Sa- n i« r u n g geschritten. Di« Generalversammlung genehmigt« die Zusammenlegung des Aktienkapitals von 16 auf 5,33 Millionen Mark und zur Beschaffung neuer Mittel die Wiedererhöhung auf 12 Millionen Mark. Bor großer Bedeutung ist, daß der größte Teil der neuen Aktien von der Julius P i n t s ch A.-G., Berlin, einem Konkurrenzunternehmen der Bamag, übernommen wird. Ob Pietsch seinen setzt maßgebenden Einfluß zu weiteren Bindungen oder zur endgültigen Berschmelzung mit der Bomag-Meguin A.-G. benutzen wird, ist bisher noch nicht klar. Die aus der Kavitalzufammenlegung sich ergebenden Buchge- w in n e vcm 19,7 M'llionen Mark werden zu Abschreibungen auf die in der Bilanz mit 16 69 Millionen Mark bewerteten Anlagen ver- wandt, wovon fast 7 Millionen Mark auf die durch die lange Stillegung am wenigsten ausgenutzten Butzbacher Werke«nt- lallen. Di« 6.7 Millionen, die dem Unternehmen aus der Kapital- erhöhung zufließen, reichen allerdings bei weitem nicht zur Zurück- Zahlung der Schulden aus. Bon den mit 29,7 Millionen Mark aus- gewiesenen Schulden entfallen 8,2 Millionen auf Bankschulden, 2,7 Millionen aus Wechsel. 3,7 Millionen auf sonstige Gläubiger und der Rest aus Anzahlungen und Beteiligungen. Den 8,2 Millionen Mark Forderungen wird also auch nach der Sanierung noch eine sehr beträchtlich« Schuldsumme gegenüber- stehen. Dogegen wird der B e r l u st durch die Auflösung der Re- serv«n von 2,6 Millionen Mark bis auf 99 999 Mark getilgt. Das ungünstig« Bild dieser Bilanz vom 39. Juni entspricht jedoch 9 — Geseh oder persönliches Regiment? festgesetzt, was also wiederum«ine Bevorzugung eines Teiles dsr deutschen Wirtschast, das he-ßt der Landwirtschaft, zu Un- gunsten der übrigen Wirtschast bedeutet. Nach dieser Finanzoperation blieb von dem Gründungszweck der Golddiskontbank kaum mehr als der bl o ß e Name übrig, sie wurde damit in Wirklichkeit zu einer Art Hypothekenbank, oder bester gu einem kurzfristigen Reolkrcditinstitut mit Rückgriffs- Möglichkeit auf die Notenbank und das Notenprivileg. Dem der Landwirtschaft, speziell dem Grohagrariertum, zugeschanzten Dorteil stehen bedenkliche volkswirkschaflliche Rachkeile gegenüber. Einmal ist es schon gefährlich, Kredite aus 3 bis 5 Jahre zu geben, wenn die Mittel— wie es bei der Golddiskontbank der Fall ist— nur kurzfristig zur Verfügung stehen. Ihre Mittel be- stehen in der Hauptsache aus öffentlichen Geldern(vom Reich, Reichsbahn usw.), die nach Bedarf abgerufen werden. Sobald das in stärkerem Umfange geschieht, muß die Golddiskontbank ent- weder ausländische Kredite in Anspruch nehmen(sie hat einen offenen Kredit von 39 Millionen Dollar gleich rund 129 Millionen Mark bei einem New-Porker Bankenkonsortium) oder sie muß di« Hilfe der Reichsbank anrufen. Die Reichsbank hat der„Golddiskont"bank auch schon wiederholt beispringen müssen und die ange« forderten Mittel gegen Lelcihung der im Besitz der Golddiskontbank befindlichen Hypothekarschuldscheine zur Verfügung gestellt. Die Gelder, die auf diesem Wege der Landwirtschaft zugute kommen, fehlen aber an anderer Stelle, da sie bei gleichbleibendem Noten- umlauf doch nur durch Einschränkung der Wechseldiskontierungen der übrigen Wirtschaft sreigemacht werden können. Es kommt ein weiteres Bedenken hinzu: Der Reichsbank ist es durch das Bankgesetz aus guten Gründen untersagt, länger als auf drei Monate Kredite zu geben. Sie umgeht diese Bestimmung durch die Einschaltung der Golddiskontbank. Ferner verbietst das Bankgesetz, verzinsliche Depositen anzunehmen: die Reichsbank aber nimmt mit Hilfe der Golddiskontbank verzinsliche Einlagen von Reich und Reichsbahn ufw. entgegen und muß ihrerseits— wenn auch wieder über ihr Tochterinstitut— zur Aufbringung dieser Zinsen Geldmarktgeschäste jeder Art betreiben. Sie ist bestrebt, die bei den öffentlichen Stellen aus Steuern, Eisenbahneinnahmen usw. anfallen- den Gelder bei der Golddiskontbank zusammenzuziehen, sie zu ver- walten und sie zu kontrollieren. In demselben Maße, wie ihr das gelingt, dehnt sich auch der Machtbereich der autonomen Reichsbank auf die öffentlichen Betriebe aus. Die bekannte Einstellung Dr. Schachts gegen die öffentlichen Betriebe muß es aber bedenklich erscheinen lassen, die Mochtvoll- kommenheit des Reichsbankpräsidenten noch weiter zu vermehren. Es ist Zeit, daß das Parlament sich für eine klare Regelung des Verhältnisses zwischen der Golddiskontbank als Zentralstelle öffent- licher Gelder und der Reichsbank einsetzt. Das Recht und die Pflicht dazu ergibt sich daraus, daß einerseits die Golddiskontbank ver- schieden« von der Allgemeinheit zu tragende Privilegien genießt und daß andererseits die bisherige mißbräuchliche Benützung durch die Reichsbank keine Gewähr für eine der ganzen Volkswirtschaft gleich dienlich« Der Wendung der Goltchiskcmtbank bietet. Wie- selbstverständlich die Reichsbank sich der Golddiskontbank für Ihre eigenen Zwecke bedient, geht aus dem Reichsbant- ausweis vom 11. November hervor. Die Reichsbank übernahm von der Golddiskontbank für 199 Millionen Goldmark Devisen, die aus der Amerikaanleihe der Rentenbankkreditanstalt stammten. Dafür erhielt di« Golddiskontbank Weckst«! aus dem Besitz der Reichsbank in gleicher Höhe. Durch diese Transattion, die in Wirflichkest ja nur einen Buchungsoorgang innerhalb zweier Zlbteilungen der gleichen Bank darstellt, war es der Reichsbank möglich, ihre Eni- lastung auf dem Wechselkonto um 199 Millionen Mark zu hoch aus- zuweisen, was auf die Dauer die Beurteilung des Reichsbankstatus verdunkeln muß.' Auch hier wiederum eine Umgehung des Reichs- bankgesetzes, das in§ 36 ausdrücklich einen Ausweis dieser 199 Mil- lionen unter den Passiven vorgeschrieben hätte. Die wiederholte Umgehung des Bankgesetzes, das auf den Grund- sätzen einer rein volkswirtschaftlich orientierten Währungspolitik beruht, muß auf alle Fälle bedenklich stimmen. Grundsätzlich ist zu fordern, daß die Souveränität des Reichsbankpräsidenten an den Schranken des Gesetzes endet. nicht mehr den heutigen Verhältnissen. Das letzte Jahr war ausgefüllt mit kostspieligen Derfuchen und Projektarbeiten für neuaufzunehmende Produkiionszweige. für die erst im laistenden Jahr di« Aufträge zur Erledigung kommen. Das gleiche gilt für eine Anzahl Aufträge auf Gesamtanlagen größeren Ausmaßes, deren Ausführung sich oui ein bis zwei Jahre er- streckt. Nach den Erklärungen, die der Vorsitzende auf der General- Versammlung gab, bilden Gasanlagen auch weiterhin dos Rückgrat für die Bamog-Bstriebe. Die Aussichten hierfür sind bei der Ent- Wicklung, die die Zentralisierung der Gasproduktion nimmt, sehr günstig. Aber auch im Großtran bau und den Be- trieben der Ausbereitungsmaschinen für Bergwerke geht es vorwärts. Besondere Erwartungen setzt die Verwaltung in die neu aufgenom- mene Produktion von Verschwelungs- und besonders von Müllver- brennungsanlagen, deren erster Austrag kürzlich für die Stadt Zürich durchgeführt wurde. Gleichfalls besriodigend fei das Auftragsverhältnis mit Rußland, für das die Gesellschaft Kokerei- anlagen und Krane herstellt. Der zurzeit vorliegende Auftragsbestand von 49 Mil- lionen ist angesichts des zu verzinsenden Kapitals von 12 Millionen Mark als hoch zu bezeichnen und gibt den Betrieben bis in den Sommer hinein Beschäftigung. Die Gesamtbelegschaft beziffert sich zurzeit auf etwa 5999 Mann, wovon jedoch auf Berlin-Moabit nur knapp 609 Arbeiter, dagegen 800 Angostelltc (Hauptverwaltung) entfallen. Trotz der äußerst scharfen Rationali- sierung in den Betrieben, hat sich die Belegschaft im ganzen also um etwa 1999 Mann vermehrt. Allerdings spricht der unnatürlich große Auffichtsrat von 21 Personen nicht dafür, daß die Berwaltung, die im Drücken der Akkordlöhne und im Herausholen aus der Arbeitskraft der Belegschaft mit Hilfe von Stoppuhr und Kalkulatoren„Großes" leistet, bei sich selbst auch nur mit den notwendigsten Sparmaßnahmen beginnt. Weitere Ltmsahsteigerung der Konsumvereine. Noch den Erhebungen des Zentralvereins deutscher Konsumver- eine bei 63 Konsumgenossenschaften mit 1 534 879 Mitgliedern ist der durchschnittliche Wochenumsag der deutschen Konsumvereine im Monat November wieder erheblich gestiegen. Er hat sich von 7,81 Mark auf 8,92 Mark pro Mitglied und Woche erhöht. Damit liegt gegenüber dem November 1926, auch wenn man pro Kops und Woche 56 Pf. für das Ausscheiden der Papiersoldatcn im September 1927 einrechnet, ein« Stetgenmg d«s wöchenMch«» pro Kopf-Umfatzes der Mitglieder um 27 P r o z. vor. Die Umsatzsteigerung in den einzelnen Verbänden war verschieden: in Sachse« von 11,18 auf 12,-Vi Mark, das ist der höchste wöchentliche Durch- schnittsumsatz der Derbände: im Verband südwestdeutscher Konsum- vereine erfolgte eine Steigerung von 4,84 Mark aus 4M Mark. Der Umsatz selbst und dos Tempo seines Wachstums in den verschiedenen Gebieten Deutschlands ist also von einer überraschenden Unterschied- lichkeit. Und'es scheint in der Tat so zu sein, daß der Umsatz um so schneller wächst, je größer er geworden ist. Bielleicht ist nichts so sehr zur Verstärkung der systematischen Propaganda zu ermuntern geeignet als diese Erkenntnis, und mehr als je erweist sich, daß alle guten Leistungen bei den Massen nur wirklich großen Eindruck machen, wenn auch stark geworben wird. Mussolini sozialisiert Buchgewinne. Staatsschuld Atonto der Währungsstabilisierung getilg«. Italien hat seine Währung stabilisiert. Aber Herr Mussolini macht ein Extrogeschäft dabei. Ueberroschend, daß er es mst einem Akt der Sozialisierung tut. Aber wie bei Mussolini alles Talmi ist, so ist auch hier ein Schwindel dabei. Die Banca d'Italia, die italienische Zentral- und Währungsbonk, hat Gold- und Devisenbestände von 2,4 Milliarden G o l d l i r e. Bisher hat sie in ihrer Bilanz Goldlira wie Papierliro aufgerechnet. Die Währungsstabilisierung führt zu einer Umrechnung der Goldlira in stabilisierte Papierlira. Dabei entsteht ein Aufwertungs- gewinn oder, wie Kaufleute sagen würden, ein Buchgewinn. Und zwar ein Buchgewinn von rund 6,3 Milliarden Papierlire. Diese 6,3 Milliarden werden von Mussolini zugunsten des Staates be- schlagnahmt, um die Schulden'des italienischen Staates gegenüber der Banca d'Italia zu tilgen. Schuldig ist Italien an seine Wäh- rungsbank aus Banknotendarlehen, aus der Morgon-Anleihe und aus der Uebernahme von Goldbeständen anderer Danken rund 5 Milliarden Lire. Dies« werden auf dem besagten Wege getilgt. Mussolini bleiben noch rund 1,3 Milliarden übrig. Ein wundervoll einfacher Weg, Schulden loszuwerden. Ein Weg aber von einer staatspolitischen und kaufmänni« s ch e n U n s o l i d i t ä t, wie er seinesgleichen nur Im Lande Musso- linis finden kann. In Wahrheit greift nämlich Mussolini einfach in das Bermögen der nationalen Wöhrungsbank hinein und tilgt die Staatsschulden aus der Substanz der Wöhrungsbank. Zu einer solchen Sozialisierung ist allerdings nur Mussolini fähig. Denn vor dem geringsten Vorgehen gegenüber dem Privatkapital hat er eine Heidenangst. Dafür wird für das italienische Privatkapital der Arbeiterschweiß durch Herabsetzung der Arbeiter-, Angestellten- und Deamteneinkommen„sozialisiert". Mussolini kam bisher ohne poli- tisches Theater nicht aus. Aber daß er auch ohne den van Rechts wegen strafwürdigen gemeinen Betrug nicht auskommt. ist eine Note, die zu dem bisherigen Bilde Mussolinis noch gesedlt hat. Noch Immer sehr günstige Lage für Eisen und Stahl. Die Pro- duktionszisfern für Rohstahl- und WalzwexkSerzeug- nisse im November, die jetzt in der Zeitschrift„Stahl und Eisen" veröffentlicht werden, lassen ein« weiterhin günstige Lage der Groß- «isenindustrie erkennen. Die R a hst a hl e r z« ug u ng betrug 1499 699 Tonnen gegen 1414 481 Tonnen im Oktober bei je 26 Ab- beitstagen. Der Rückgang ist also ein ganz minimaler und beträgt bei der arbeitstäglichen Leistung von 53 873 Tonnen rund 539 Tonnen gegen den Bormonat. Buch bei der Wolzwerkspraduktion ist ein kleiner Rückgang von 1 113 479 Tonnen auf 1 998 939 Tonnen seftzustellen, der bei der arb'eitstäglichen Leistung von 42 296 Tonnen 1,28 Proz. ausmacht. Do das Novsmberergebnis di« Ziffern von« März bis September— mit Ausnahme des Rekordmonats August— noch übertrifft, so ist angesichts der weit vorgeschrittenen Zahreszest die Lage der Groheifenindustrie als ausgesprochen günstig zu be- zeichnen. 13 400 Beschästigke im Glanzflofskonzern. Zur Einführung der neuen 18 Millionen Stammaktien an der Börse verössentlicht die Bereinigte Glanzstoffabriken A.-G. einen Prospekt, der eine Zwischenbilanz zum 39. September d. I. enthält. Bis auf 5,88 Millionen Mark sind die Ein, Zahlungen auf die KapitaUrböhung bereits geleistet. Da der Bezugspreis aber sehr niedrig war, kann die Steigerung der Bankguthaben von 19,2 aus 77,9.Millionen bei einer neuen Bankschuld von 29,1 Millionen nicht allein aus diesen Einzahlungen erklärt werden. Offenbar wurde ni den dreiviertel Jahren des neuen Geschästsjahres sehr stark vc r d i e n t. Das gilt um so mehr, als die Beteiligungen, die auch sehr viel Geld gekostet haben, schon in der Bilanz mil rund 39,9 Millionen um über 19 Millionen höher ausgewiesen sind. Die Nachfrage war in diesem Jahr« so stark, daß die Werke der Ber- einigten Glanzstoffabriken und ihrer Tochiergesellichasten, die gegen- wärtig 13 409 Mann beschästigen, voll ausgenutzt waren. Auch für 1927 soll auf das jetzt auf 60 Millionen Mark erhöhte Aktienkapital die hohe Dividende von 15 Pro z. verteilt werden. Rasch wachsende Auloinkeressea des AEG.-Konzerns. Di« von uns bereits angekündigte Berschmelzung der P r e st o w e r k e A.-G. in Chemnitz und der NAG.(Nationale Automobil A.-G.) in Berlin wurde von der Generalversammlung der NAG. genehmigt. Damit sind beim AEG.-Konzern drei leistungsfähige Autosobnken konzentriert. Die Berschmetzung wird durch Aktienübergabe der NAG. an die Presto-Aktionäre vollzogen: zu diesem Zweck wird das NAG.- Kapital um 5,0 auf 17,0 Millionen Mark erhöht. Zu der Begrün- dung des Vertrages sührte der Vorsitzende aus, daß noch der er- folgreichcn Verschmelzung mit der P r o t o s A.- G. und der da- durch erlangten Verbindung mit dem Siemens-Kanzern diese Aktion ein weiterer Schritt auf dem Wege des horizontalen Zu- sammcnschlusses rentabler Autowerke sei. Um den Wettbewerb gegen die ungeheure ausländische Produktion bestehen zu können, müsse di« „ungenügend geschützte" Autoindustrie(wann wird den Unternehmern der Zoll hoch genug sein? D. R.) sich auf breitester Grundlage organisieren. Von der Bereinigung der NAG. mit den Presto- werken sei durch Betriebsoereinfachmigen eine erhebliche Senkung der K oft e n zu erwarten, da bei dem gleichgerichteten Produktions- Programm die Maschinen und Anlagen besser au-aenutzt werden können. Im Wert Chemnitz beschästigen die Prestowerke zurzeit 1899 Arbeiter und haben in der dortigen F a h r r o d abteilung eine Jahresproduktion von 199 909 Rädern. Das Werk Leipzig, das nur Lastwcgen von 1V> Tonnentyp herstellt, besitzt eine Belegschaft von etwa 399 Mann. Der Ehemietrust dehnk seine Filmlnleressen aus. Die I. G. Farbenindustrie 21.«©. hat noch längeren Verhandlungen die Mehrheit der Anteile von 125 Millionen Mark der Liga ose Film G. m. b. H. übernommen. Tie Gesellschaft, di« ihren Sitz in Berlin hat und in Büchen eine Filmsabnk betreibt, gehört zu der Gruppe der Lignose A.-G., Berlin. Da dieses Unternehmen auch an der P h o e b u s Film A.-G. sehr interessiert ist, lo er» hält die Verschmelzung Ehemietrust-Lignrse in Verbindung mn>r Liquidierung der Phoebus Film A.-G. besondere Bedeutung. Mit dieser neuen Erwerbung werden die bisher in der„Agfa" zusammen- gefaßten Filmsabrikationsinteressen des Ehemictrusts erheblich er- weiten Die deutsche Slohlaussuhr nach Amerika keine Dumvlnaeiit- fuhr. Entgegen der Behauptung einheimischer Fabrikanten hat S ch atzsekretör Weljon entschieden, daß die gegenwärttge Einfuhr von Stahlprodukten aus Deutschland nicht die Antidumpmg» bestimmungen des Tarifgeletz«« verletzt. Z!r.««?. I-hrg-ng 2» �$0tt$$Tf0 Die Gutskäufe Berlins. Sonnabend, 24. Dezember 1927 Sozialdemokratische Grundstückspolitik im �athause. Die großen G e l ä n d e k ä u s e der Stadt Berlin in den letzten Iahren sind wiederholt Gegenstand der lebhaftesten öffentlichen Diskussion gewesen. Nachdem die private Terrainspekula- t i o n. insbesondere vertreten durch die O e u t s ch n a t i o n a l e n. bereits des öfteren über die„userlose" Grundstückspolitib der Stadt über„Verschwendung" u. ä. gezetert hatte, hat erst unlängst wieder Dr. Schacht in seiner unrühmlichst bekannten Bochum er Rede diese Geländekäuse unter den„Luxusausgaben" der Städte an erster Stelle ausgeführt. Die Sozialdemokratie im Rathause ist die unermüdliche Befürwortcrin und Trc iberin bei diesen meitsichtigen Grundstückskäusen gewesen, und zwar aus folgenden Gründen: Warum Guiskäufe? Bei den Gutskäufen Berlins in den letzten Iahren muß man zwei Kategorien auseinanderhalten: die Käufe für K a n a l i- fationszwecke und die Käufe für Wohnzwecke. Beide waren und sind gleichermaßen dringend. Es ist kein Geheimnis, daß die bisherigen Rieselfelder der Stadt den gesteigerten Bedürfnissen nicht mehr gerecht werden können. Eine Reihe von Riesclgütern droht in der Fülle der Fruchtbarmachung zu ertrinken, ihr Boden kann keine weiteren Fäkalien mehr aufnehmen-, ein anderer Teil ist durch das Wachstum der Rcichshauptstadt soweit in die Nähe der Wohn- viertel gerückt, daß die weitere Berieselung aus gesundheitlichen Rücksichten nicht mehr geduldet werden kann. Wir hoben namentlich im Norden und Osten neue Wohnstraßen, in die sich die Rieselfelder fast hineinschieben, Wohnstraßen, die dauernd vom„Dust" der Kanalisationsanlagen durchströmt werden. Um diese hygienisch ganz unhaltbaren Zustände so schnell wie möglich zu beseitigen, hat die Sozialdemokratie den Ankauf neuer Güter für Rieselzwecke be- »rieben, und sie weiß/ daß sie damit im Interesse der Bcr- lincr Bevölkerung gehandelt hat. Die Gelder, die hierfür ungewandt sind, sind für die Gesundheit Berlins ausgegeben. Reben dielen Käufen hat Berlin in den letzten Iahren in der Hauptsache drei große Terrains für Wohnzwecke, für die Anlage von Freiflächen. Bark» und Douerwaldungen erworben. Es sind dies: Düppel-Dreilinden im Westen, Britz im Süden und Biesdorf im Osten. Jedesmal handelte es sich hierbei daruni, große, zusammen- bangende Geländeflächen der privaten lerrainspekulation zu entziehen und sie nach einheitlichen Gesichtspunkten einer zweck- mäßigen Bebauung unter besonderer Berücksichtigung des Bedarfs an Licht und Lust, au Freiflächen. Spiel- und Grünpiälzru zuzuführen. Der Widerstand gerade gegen diese Käufe war, wie erinnerlich, außerordentlich groß. Handelte es sich doch hier nicht nur um die Grundstückspolitik, sondern auch um eine weitsichtige, den Interessen der miaderbemitlcllen Bevölkerung dienende Wohn- und Siedlungspolitik. Der vrivate Profit war also doppelt bedroht. Daß der Ankauf oll dieser Terrains schließlich geglückt ist. ist das alleinige Verdienst der Sozialdemokratie. Die Kommunisten beschränkten sich hier wi« immer auf grundsätzliche Manifeste und Proteste und überließen die praktische politische Arbeit zur Durchsetzung der Projekte ausschließlich der Sozialdemokratie. Es bedurfte langwieriger Vcrhand- lungen und Beratungen, mn die privatkapitalistischen Widerstände zu brechen. Die schwierigste Arbeit erforderte das Schlußstück dieser Gutskäuf«, der Ankauf von Biesdors. Bis in dieses Jahr hinein nxir der Osten leer ausgegangen. Das wollte und konnte die Sozialdemokratie nicht dulden, denn gerade hier an der Grenze der großen Arbeiterwobnviertel im Bezirk Lichtenberg ist ein in städtischen Händen befindliches Terrain ein Gebot der Noiwendigkeit. Inzwischen war ober dank der Schacht- Politik kein flüssiges Geld für derartige„Luxusausgaben" inehr vor- banden. Der Ankauf schien uumöglich. Dq gelang es der geschickten Zusammenarbeit zwischen dem sozialdemokratischen Bezirksamt und der sozialdemokratischen RakhaussrakÜov, das Unmögliche möglich zu machen und das Gut Biesdorf ohne bares Geld zu kaufen. Die Verblüffung über diese Lösung roar sowohl bei den bürgerlichen Ber- tretern der Prwatsvekulation wie bei den hilflosen Unpolitikern der Kommunisten ungeheuer. » Em vorläufiger Abschluß ist erreicht. Die Stadt Berlnz Hot im Westen, Süden und Osten große Gelände in ihrer Hand, sie ist Großgrundbesitzerin auf eigenem Grund und Boden. Sic kann jederzeit kontrolliereich und regulierend auf den Grundstücksmarkt einwirken, sie kann, wenn es fein muß, auf Jahr- zehnte hinaus das Bau- und Wohnbedürfnis in Berlin durch die ösientliche Hand befriedigen. Berlin hat— ohne eine sozialdemokratische Mehrheit— eine sozialdemokratische Grund- st ü cks Politik betrieben, iveil die sozialdemokratische Fraktion es oerstanden hat, dos Gewicht ihrer sachlichen Gründe wie ihrer zahlen- mäßigen Stärke in gleichem Maße in die Wagschale zu werfen. Das neue Steuerrecht und die Bodenreform. Zwei hochbedeutende Vorträge veranstaltete das F r e i s volkswirtschaftliche Seininar am ll. und 15. Dezeinber im Hörsaal des Bodenrefonnhaufes, Lefiingstraße 1l. Am 14. d.M. sprach Dr. Adolf Damaschke iiber„Grundzüge des neuen Steuer rechts". Er gab einleitend einen knappen gefchichUlchcn Rückblick, um zu zeigen, daß die Steuerpolitik schon wiederholt zu gewaltigen rneltpolilischen Ereignissen geführt ha». Auch das Stcuervereinheitlichungsges etz, das bereits vom Rcichswirtschaftsrat begutachtet ist, dien»— gewollt oder un- eewoltt— dem großpolitischcn Ziele der vorfafsnngsreckstlichen Der- cinlzaitlichung des Deutschen Reiches(Einbeitsftaat). die auf dem Gebiete des Steucrwefens angebahnt worden ist durch die Erz- bergersche große Reichsfinanzreform. In wohlweislicher Begrenzung des Themas beschränkte sich der Redner bei der Behandlung des sehr umfangreichen Gesetzentwurfs darauf, die besonderen Wünsche der Bodenresormer zu diesem Gesetz klar- imachen. deren wichtigste sind: Trennung des Bodens von Ge- bände» und allen beweglichen Gütern bei der Steuereinschätzung und Stasielung der limlagesätz« noch der Größe des Besitzes. Die onsckiießend« Aussprach« zeigte, wie lebhaft die zahlreiche Hörerschaft von de» Ausführung«» gepackt war, die im wesentlichen als eine Einführung für den am Höchsten Abend stattfindenden Bortrag von Pros. kdr. Üieol. v. N e l l B r e u n i n g, S. I., über .Publizität im Steuerwesen" gedacht waren. Prof. v. Nell drang tiefer in die Einzelheiten der Gesetzvorlag« ein. Seine scharfsinnigen kritischen Darstellungen gipfelten in der Forderung größerer Klarheit und Durchsichtigkeit derSteuer- gesetz gebung. Auch die neuesten Steuergesetzgebungswerke feien so unklar und msolgedesien schwierig, daß sie nur Spezialisten ver- ständlich, von der großen Masse der Steuerzahler aber einfach nicht begriffen werden. Der Redner fordert, daß Steuergrundwerte aus Grund durchaus objektiver steuerwissenschajtlichcr Feststellung er- mittelt werden. Soziale Rücksichten dürsten sich erst bei Anwendung der Tarife auswirken. «-Ran an Berlin." Seit einigen Wochen und Monaten zeigt sich in vielen kleinen uiü> größeren Gemeinden der Kreise Teltow und Niederbarnim das lebhafte Bestreben, ebenfalls nach Groß- Berlin ein» gemeindet zu werden. So lzaben sich besonders in den Orten Er k n e r, N o w a w e s, Z e u t h e n, E i ch w a l d e und Königs- Wusterhausen Bewegungen geltend gemacht, die entgegen der vor Iahren vielfach entfesselten„L o s- v o n- B e r l i»"-Agitation jetzt zu einem Schrei„Los von den Landkreisen" auszu- arten drohen. So fand am 12. dieses Monats eine vom Grund- besigeroerein in Eichwalde einberufene Versammlung statt, die den Entschluß faßte, dahin zu wirken, daß Eichwalde zu Groß-Berlin komme. Gerade die Vorteile, die die ehemaligen Landgemeinden bei der vollzogenen Eingemeindung buchen konnten und die die „Los-von-B«rlin-Bewegung zum Schweigen gebracht hat, sind das beste Aaitationsmaterial für die in Frage stehenden Interessenten. Berlin kann der Entwicklung der Dinge in Ruhe zusehen und hat keine Veranlassung, zurzeit nach irgendeiner Richtung aktiv zu sein. Schließlich sollen die Kreise um Berlin ja noch lebensfähig bleiben. Immerhin wird man dos Verebben der gegen Berlin gerichteten Bewegung und ihr« Umwandlung in eine ,Man-an-Berlin"-Bc- wegung nur begrüßen können. Aus der Partei. Marxismus und Naturwissenschast. In dem soeben erschienenen Dezemberhest der„Bücher- warte" behandelt Prof. Dr. Hugo Iltis, Brünn, in einer AbHand- lung ,/E n t w i ck l u n g s> und Vererbungslehre" das äußerst wichtige Gebiet der biologischen Forschung und des Zu- sammenhangs zwischen Marxismus und Naturwissenschaft. Aus- gehend van der Notwendigkeit, auch die Probleme der Naturwisien- schast unter dem Gesichtspunkte einer einheülick>cn sozialistischen Weltanschauung zu untersuchen, gibt er ein« Uebersicht der verschiedenen Stufen der Entwicklungs- und Vererbungslehre seit Lamarck und Darwin bis in die neueste Zeit. Seine llntersiichuug gipfelt in der Feststellung, daß die Grundtendenz des Lamarckismus verwandt ist mit der Grundanschauung des Marxismus und daß dem Neo-Larnarckismus die Zukunst gehört. In der Beilage„A r b e i t e r b i l d u n g" fesselt vor allem ein Artikel von Robert Breuer:„Die Verlängerung der Schutz- frist", in dem die Frage geprüft wird, oli man an der jetzt be- stehenden literarischen Schutzfrist von 80 Jahren festhalten oder die von verschiedenen Seiten gefordert« ölljährigc Frist annehmen soll.— Nicht minder aktuell ist auch eine Rededisposition von Karl Mieren- dorff über das Thema:„W ann kommt der deutsche Einheitsstaat?"— In einem Artikel von Dr. Bruno Allntanv: „Marxisten wider Willen", wird an einer Reihe von Bei- spielen dos Vordringen der marxistischen Betrachtungsweise auch in der bürgerlichen Geschichtswissenschaft festgestellt. Die„Bücherwarte" mit Beilage„Arbeiterbildung" ist zum Preise von 1�0 M. für das Bicrteliahr durch die Post, olle„Vor- wärts".Expeditionen sowie die Buchhandlung I. H. W. Di etz Nachf., Lindenstraße 2, zu beziehen. Einzelnummern ke-'ten 75 Pr Der Reichsapsschuß für sozialistische Bildungsarbeit, SW. 65, L'ichen- stroße 3, stellt Probenummern gern zur Verfügung. Einsenduugeu sür diese Rubrik sind Berlin-5 SS 68, Ltndeostratze 3, parieinachrichten�M�fürGroß-Berlin stet» an da» Bezirk»! ekretartot 2. Hof. 2 Trep. recht», z» richte». Arbeiterwohlfahrt. Achtung Losverkäufer! Losabrechnung wird von Dienstag, den 27. Dezember, auf Donnerstag, den 29. Dezember, verlegt. Der Losverkaus ist möglichst zu steigern. * 17. Slbt. Die Bezirksfiihrer miissen bis zum SO. Dezember die MorkcnbcstSnde beim Kassierer Karle Höhne abgerechnet haben. 34. Slbt. Die Sezlrksfiihrer werden ersucht, die Quartalsabrechnungen gm 27. und 28. Dezember beim Genossen gischer zu erledigen. 47. Abt. Die Bezirke, die noch nicht abgerechnet haben, müssen dies spätester am � 27. Dezember abends beim Slbteilungskassiercr nachholen. Die Äcvi. soren wollen am 30. Dezember, 18 Uhr, zur Kevlston erscheinen. 81. Abt. Friedenau. Heute, Sonnabend, 24. Dezember, Zusammenkunft der Sgeihnachtskommission bei Klabe, Sandlerystr. 60/6H Erscheinen aller Bezirk». »ihrer zwecks Abrechnung und Angabc der Erwerbslosen unbedingt ei. torderlnd.'__■' M 82. Abi. Ttcglih. Sonntag, 25. Dezember, Weihnachtsfeier i« M Albrechtshof. iSeaiuu 17 Uhr. Eintritt 30 Pf. ciaschlichlich Tanz. n„Vorwärts"- Leser und Freunde der Partei sind herzlichst willkommen. rarr-ia- Sozialistische Arveiterjugend Gwß-Serlin. Das Sekretariat bleibt heut« und am 3. Feiertag geschlossen, heute. Sonnabend. 24. Dezember. Gesundbrunnen! Drcfspunlt zur Weih 17Zj Uhr vor der Sperre, Sperre, Abfahrt 7ZZ, Uhr.- Punkt 7 Uhr llieuterplati.— Tempelhos: Sanntag.Montag Fahrt Frcienwalde. Treffpunkt Sonntag 4 Uhr Dorf-, Ecke Berliner Strasse. ■i rcffpunlt zur Weihnachtsfahrt nach der Schorfheid« Ire, Abfahrt 17.33 Uhr. i. Feiertag 7Z4 Uhr vor der r.— Reulölln I! Sonntag, 25. Dezember, Fahrt. Trelf. Montag. 2b. Dezember. 191- Uhr. Wesiru I: Weihnachtsfeier beim Genossen Georg Breuer, Eteinmessflr. ö. — Eharlottenbnrg: Heim Rossnenftr. 4. Weihnachtsfeier.— Eharlottrnbnra- Nord: Heim Olbersstrasse. We'hnachtsfeier.— Adlershof: Seim z oonsir. 10. Heimabend.— Reinickendorf-vst: Heim Rcssdenzstr. 46. Weihnachtsfeier.- Buchholz: Fahrt. Treffpunkt 13 Uhr Dost.— Falfplag I: Rodelfahr». Trefi- Punkt 7ZH Uhr Bhf. Gcfundbrunnen. Schlitten mitbringen.— Köpenick: Heim Grünauer Str. 2. ZLeihnachtsfeier. Dienstag, 27. Dezember. 19� Uhr. Gesundbrunnen: Schule Gotenburger Str. 2. 10.Minuten.Rcfcrate.— Weddiag-Rord: Keim See-, Ecke Dünner Strasse. Fahrteuberichte.— Falk. Platz lt Schule Eberswalder Strasse 10. Bunter Abend.— Hnmanuplag: l&Msi 1Qttf5ßm44/Hi4)m4V |4Hvnt/ TTonfau. fai' /H*- Moslem ff c r Nrirpv habend f STtt au».— „Einfi!h:uus in den Sozialismus."— Nordost: Sewl ffanziqee Siraße«Z, izialismus."— Weißensce: Parieiweihnachtsfcier.— �asenheidm Leim BorUstr. 11. Weihnachtsfeier.— Westen II: Heim Blllom- strahe 88. Weihnachtsfeier.— Lichterfcldc: Heim Alhrcchtftr. 47. Wrihnachts. feicr.— Zehlendzrf: L lidschule. Wilhelmstraßs. Weihnachisseicr.— Neuliilln Ui Heim Steinmetzftr. 114. Weihnachtsfeier. Neulälln IV und v.: sseierfwade im Heim Kanner Straße" ü M abend.— Nciniltendorf-O Nathaus. Funkt onärfjtzurig.— Tcmpclhof: Fi Wien. Treffpunkt ILfz Uhr Dorf.. Ecke Berliner Straße. Mittwoch, 28. Dezember. IS1/» Uhr. Heim See». Ecke Turiner Straß«.„Nflckblick und Ausblick."— Tnnles Keddine__________________________. Sumannplah: Heim Ebersmalder Str. 1l>. Buntes Allerlei.— Rofenthalcr Vorstadt: Beteiligung an der Weihnachtsfeier der Partei.— Kharlottenburg. Nord: Leim Owcrsflraßc.„Vom Handwerk zum HochkapitaNsmus."— Tempel. Hof: Heim Eermaniaftr. 4—8.»ffas Weihnachtsfcst."—«Spenick: Weihnachts. feicr im Stadtthcatrr. M giiife Feste." - Fallplatz.._______________ I______________ darf: Schule Adolfstr. 25.„Alt.Berliner Humor." Arbeitersport. Weihnachtsprogramm im Fußball. nur sehr aus. Das mag»> gs�Mit Lichtenberg III Das diesfähr ae Weihnachtsprogramm fällt Hauptinteresse dürfte die Begegnung R ü r n b e r„... erwecken. Die Nürnberger verfüge» über eine außerordentliche Spieistarle Lichtenberg konnte in den letzten MciNcrfchast-fpielen allerdings nicht überzeugen. Schuld daran mag aber sein, daß die Lichtenberger sin jedem Spiel mit neuen Spielern antratcn. ffos Spiel beginn« um 14 Ilbr'und findet auf dem Sportplatz in der Hauffstraße in Lichtenberg statt. A I t. H l i e n i ck e er- hält Besuch vom Sport-Elub Steinbach. Halle nberg in Alt-Glienicke am Klesberg und L i n d c n h o f begrüßt den Fußballverein'Wolfen Am 2. Feiertag spielt Wolfen gegen Schöneberg auf dem ffoul ta n n ia absolviert gegen Bietz in Lichtenberg, fpld. Domimicusplatz. St«. Wagneyplatz, das Rctour- Sportverein Sparta-Berlia. Winterlonnenwen dfeier am l. Feiertaa 18 Ilbr Union-Festfäle, Dreifswolder Str. 222. Eintritt l M. Reifte willkommen Arbeiter Schackklub Neukölln. Am l. Weihnachtsfeiortag. 10 Uhr Vereinstreffen im Lokal Benthin, Zicuter-, Ecke Boddinftraße. Gäste willkommen SB. Zpoaiit. l. Feeerkag, Uhr, Weihnachtzivaldlauf durch die Jung- fernherde. Eeestraße. 18 Uhr Lereinsweihnachtsfcier im Artushof, PeiHedergcr Straße 2S,___ Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reilbsbanner.Slbwarp Not-Go!d- EefchSitsstell«: Berlin S. 14. Sxbaflianstr 8 /zg. Hof 2 Tr. Gauvorstand. Dienstag, 27. Dezember lZ. Feierte/, jst das Eau> burcau geschloffen.— Wcißeufcc: Sonntag, 2ö. l�eiudrr, 17 Uhr. gemütliches Bechammcufein mit Angehörigen im„Grünen Sinai»". Ausgaoe der Einlaßkarten für den 2». Januar 1328.— Montag. 2«. Dezember. Milte. Schutzfport: Wtntertonr in die Dubrow. Treffpunkt 7 Uh/ Eörl. Bhl., Spree. "1r eaN-tFinnAtah-rrfi-ntn� waldplatz. Sportgeräte der Kinder im Bernau: 8th Uhr 13 Uhr, Bannerkleidung. marsch nach Wannser.___ Dctrtfcho Landsmanafchast der Provinz Pofe/� Weihnachtsfeier Dienstag, 27. Dezember, 13 Uhr, Kindl-Brauerci, g!cuIöllii«.'Hcrmannstr. 214—213. Teltow: 8ih Uhr Antretene beim Kam. Lücke. Aus- U Sonnb., 24. 12 27 Staats-Dper Am Pl.d.Republ. Gssdilossenl Gesöilossea! itaati. Sülauspislh. im lieodimcinariii Sonnb, 24. 12. Städtische Oper Blsmarckstr. 27 Staatl. Sdiillertii. Charlottenburg Gesdilssseol Gesdilouen Volks bllh ne Ttiiitü am Sülowpiati TP. am Sdiiffbaeerdamni Geschlossen Geschlossen Kotnische Oper Vorverkauf! (flr die Feiertage! | den ganzen Tag ununterbrochen| geöffnet Nachmittags und abends lAllesNackfil Die große Revue* ,' rr iW-,:' Renassssnce• Theater Heute geschlossen. Morgen S1� Uhr: DieSchuie von Uznach 8 Uhr; Coeur Bube. CÄSf�Ö-THtATER.° uh, Lothringer Str. Al � Klein Kietkersdorü � Aufschneiden Gutschein 1—4 Pers. FauteuM nur 1,10 M.. Sessel nur 1.60 M. KeichshaHen-thea.er 8 Uhr an beiden Fbierlagen patiii. 3 Übt Stettiner Sänger „Hoiles.locbenendd" \ Lebende Weihn.-Lieder i-oninoiir-Bretw'a: C-.barel.Tanz. 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An beiden in 9Felerta�- |B u Vorstellg. J Uhr u. 4% Uhr laAm. die qanze Vor- rttllniii tv halb. Pre-j Großes Schauspielhaus bis einschließlich 24. Dezember geichlossen wegen Vorbereitung zur Premiere am 23. Dezember Am Dienstag, dem 27. Dezember bleiben unsere Schalter und Bureaus für den Bank- und Sparkassenverkehr geschlossen. Lediglich tür die Einlösung von Wechseln ist ein Schalter während der Zeitvon 9—1 Uhr geöffnet. Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, A.-G. Berlin S. 14, Wallstrasse 65. v'-*,"jT ä.w. Am 22 b Mts. starb nackullchwerem Leiden im A ter von 6S Zachren mein lieber Mann unser gm« Bruder, Schwager und Onkel der«Gürtler Otto Jäkel Dies zeigt tiefbekrübt CA, Praiz jSkel, Neukölln. iFriedelfltckße 42 Die Einäscherung jtndet am Diens- tag. dem 27 Dezem» er, nachmittags >8'-, Uhr, im Krematorium Baum- fchulenweg fta.t. MI Brenig getragene Iackettanzüge, teils » rnzy Seide, 18,—, Smokinganzüge, Baudi- W\ omjügc, TaillUtMäntel, Paletots, stau. Pfnend billig. 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Steffan Rose Ader, EHk Wlrl, Fritz Schulz, Irl a Kilny, Ruth Albu. strauss, Wnhlgemuth Vorvk ununterbr. Rose-7beater fiesdiiossen> Planetarium am Zoo -eUäDj. leuti.ailhii« Slnlt Noll. 1678 Gesdilossen! Walhalla-Th. Welnbei gsweg 19 20 An allen 3 Feiertag abends 8', Uhr die große Operette W Dil Ml kBlDB Vorz. Park, statt 4.— auch Feiertag nur 60 P>. An allen 3 Fcierla;. nachm. 4 Uhr Knrdkt RnppredDi Sdtneewindien Fiau Holle von 30 Pfg an. Am I. Feiertag nachts II Uhr aietladtMauen Luslspielhaus leute geschlossen 8>, Uhr Hulda Thielscher „linier GesiJiält'aiilsiilit" B tn der Gesamtauflage de».Vorwörts' sind besonders wirksam und trotzdem sehrbllltgl Der We!hnachtstc«e«age wegen- und Presse«lenzend beurteilt Gesdienhliieratar Oanzleincn geb. mit Deckclprcssung ADOLPH HOPFMANN AMORETTEN QiftpHanten aus dem Irrgarten der Liebe— 104 Seiten stark.— V. Pädagogen, Aerzten, Juristen bei «MWMfWN-WiO findet die Sitzung der Engeren Orts» oerwalinng am Dienstag, 27. Dezemder. nicht stau. Montag. 20. Üeierabee(2. Weihnacht». feieitagi, vorn,. 10 Uhr. ttn„3ugcnb- hclin" des Verbandshaufes. Cinica- flroste 83 89(Bortal i, 2 Treppen) Konferenz der ausivä ls anf TNontaee arbeitenden Rohrleger und heiler. Tagesordnung I Abänderungen des Tariivertrare«. 2. Derbands» und BranwenangelegenheUen. Es ist unbedingt notwendig, daß die betciügten Kollegen zu d!eier Konferenz. in der wichtige Mitteilungen gemacht werden, erscheinen. Uwi MevnWlme«w zur Miete WöO.Ansbacherstr.l Nur ein Tag. Gänseverkauf. Um auch der weniger bemittelten Bevölkerung Gelegenheit zu geben, sich ihre Fesigans leisten zu können, haben wir beschlossen, heute, den 24. Dezember 1927 in unseren Räumen, Dircksenstraße 42, auch an Private su Engrospreisen abzugeben. Derushag, Z.Verknufasleilci Schöneberg, Beiziger Straße 2 Geöffnet von 8—7 Uhr. raroMas feÄ' 100 QuIU'jniis-.RabBlt- u. Reklamemarken gegen Nachanmunr gesdtzl esch fertigt seit 4S Jahr. als Spezialität Conrad Nfiiler Leipzig-Schkeuditz Iröfinima Sonntag I. Wcihn adits« feierta� abends 7 Uhr montae, 26. Dezember(2. Weihnachts. feieriag). narmlltogs 10 Ahr. In den Sophian-SSlen(»Sängersaal-), Sophienstr. 12 18 Versammlung aller oußetholb auf ZNonloge befind- lichen Kollegen der Metalliodu ric mit Ausnahme der Rohrleger u. Heizung»- monieure. Die Tagesordnung wird In der Versammlung bekanntgegeben. Mitgliedsbuch legitimiert. Da» Erscheinen aller Monieure wird erwartet. Sp'elplon unserer Knltnrnbtellnng. Zn der Woche vom 27. bi» 81. Dezember: 1. Da» Werden des Menschen(ovn der Emosängnls bis zur«»butt). Hersteller: Cod» Film, Kutfürsten- dämm 14 1ö liSM- Für Jugendlich» verboten. 2. Mafchinenschau Leipzig 2 Teil Zn der Woche vom 2. bi» 8. Januar 1328: 1. Der Schachspieler(Der Gefangene einer Kaiserini. 2. Maschinenjchqu Leipzig 8. Teil. (Deuische Werlzengmaschtnen-In- dustrie> 3. Baierirenden. Z» der Woche vom 3. bi» 19. Zannor 1328: 1, Die ietz en Tage oon Pompeji. 2. Aus der Tropensonne in die Geiriermaschinc. 8. Humoreske. In derWochc vom IS. bi» 22. Zannor 1328: 1. Amerika, da« Land der undegrenzteu Möglichkeiien 2. Elettrtiches Lichtbogenschweißen. 3. Hnmoresle. PBT* Dazu für jede Borstellung die neueste Wochenschau mit einer Einlage. Anfragen wegen lledcrlastung und Besuch der AdlrUung sind teiephonisch oder schnfl» !ich an das Bureau. Kullurableliung. in richten. vis Ortoverwallnng. Farbfehler, 3X4/«3.-.' Farbfehlers 3X4, 83,—. Körner. Potsdamcrstcaße Nr 2%. Nielenumfotz. Kinderwagen.»Willings. wagen, Klappfportwagcn. Kinderbeite», Metallbetien. Korbmöbel, allerniedrigste Prcife,-llerkulanleste Zeilzahlung Fest. angestellt» gegebenenfalls ohne Anzahlung. Ball, Groß? Frankiurterftratz- 47. gegenüber Markusstraße» Netallkartell Mlttmoch den 28. Dezember, abend» 0'/* Ahr, im �Dresdener flafine', Dresdener Strohe 98 Versammlung'•Q aller Meiall.T anspoitutbeilerou» dem Serdand Berliner TNeluMndustrlellea- Letriede». Tagesordnung: I Stellungnahme zu dem Ergebnis der Lohnverhandlungen mit dem BÄMZ 2. Diskuiston »utritt nur gegen Borzeiguna des Milgiisdsbiicht» einer dem Metallkartell angeschlossenen Gewertfchaft Da» Aietallkarkell. Eisu-iAN Ssttsn, kinderdetien, Stahlrnait.. eiin»«. an Priv. Kat2049fr.EIsenmübellab.Sual(Thür.) Spatherbslbldlen Gcrelm.e und unger. Lebensbilder Mit Porträt u. Faksimile desVer- tass. sowie 6 Vollbilder u.Sichel- vignettc auf Kunstdruckpapicr von WILLI STE1NERT Jedes Buch•> M Porto u. Verkostet gebd. Ä 11* packg. 0.25M. Hariomeri 1.00 Zu beziehen durch; samtliche Vorwart«- Aasgabe- stellen und deren Botenfrauen sowie direkt vom Verlag Adolph Hotfmann. Berlin O 17, Koppenstr. 6, IL sater am Kottöiisser Tor Kottbosser StraBe 6. Fflglich � U- u. Sonntagnehm. 3 U. Elite- Sänger « üss koioss. 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