Abendausgabe flr. 61Z B305 44. Jahrgang Wöchentlich TO Pfennig. monaSlch 3�- Reichsmark tm voraus zahlbar. Unter Streifband tm In- und Aus» Und&50 Reichsmark pro Monat. ♦ E«.Soradns* mir b« tllufbrv> den Sonntagsbeilage.Volk und Zerf sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen-.Aus der tzilmwelt�. „Etadtbeilage-.Frauenstimme�. .Der Kinderfreund-.Iugend-Dorv wärts-.Blick in die Bücherwelr*. .Kulturarbeit- und.Technikerscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags«inn"� y* NerZiner Voltsblatt Freitag 50. Dezember 1927 IG Pfennig jJH» I» I»» l>> g» Jlimpateillfjft'« 80 W«ning Jhflamijrl« S.- Jtttitf nuirt»Äleto««»-«ige»-«a, Itng* lirutft» Bon 25 Plenni«(julJIHfl zw»> seltgeScuck!» Bort«). ie0r« weiter» Bon 12 vtennig SlellengeluSi« vo» tritt Bon 15 Dteonig.„de» wen er» Wort 10 Ptenniz Bon» Ode«>5 Buchslodo» zähle» kür zwei Borr» Arbellemorti Zell» 00 Wenniz gomilienoiizelo»» tit» Lhoimenlen Zeil»«0 Wenniz Anzeige». annohih,»m üouplgelchäsi Linde». ltroh-Z. wocheniägl. oon S1/? di, 17 Uhr. Jenivawvgan der SozialdemoSvattschen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 �-insxrcch«!: Tönhotl-232—291 Teligromm-Ädr. Eozioldemoirai Sttlln Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Polilibrckkonlvi Vrrltn 87 b3S— Canflwuo: Bank d«i Ärdeiter. Angestellten und Beaniten StaQftt. 65 Didkonto�Selelllchati. Seppfitcnfafit Linden sn 8 Auf dem Wege zum Weltparlament Die Welt wächst in den Völkerbund hinein. Gens, 30. Dezember. Der Tätigkeitsbericht des Völkerbundes zeigt, dah zwischen dem L Oktober 1926 und dem 1. Oktober 1927 fänf internationale kionscrenzen abgehallen wurden, ohne die Völkerbundsversammlun. gen mitzuzählen, serner vier Sessionen des Vö'kerbundsrales in seiner neuen Zusammensetzung und weiterhin zahlreich« Sitzungen von Ausschüssen und Unterausschüssen. Eine große Zahl oon Staaten, die dem Bunde nicht angehören, wie die Vereinigten Staaten von Amerika, die S o w s e t. Union, die Türkei. Aegypten. Ecuador, Argentinien und Mexiko haben im Lause des verichlsZahres mit dem Völkerbund zusammengearbeitet. Weiterhin ist bemerkenswert die zunehmende peisöniiche Mitarbeit der Außenminister der Vundesstaaten. Von den Internationalen Arbellskonferenzen wurden im vergangenen Jahre drei neue Konventionen angenommen und früher angenommene Konventionen ratifiziert. Wilson-Feiern in Amerika. Oeffentliche Kundgebungen für den Völkerbund. Washington, 30. Dezember. Anläßlich des 70. Geburtstages des nersboobenen Präsidenten Wilson fanden in Amerika öffentliche Gedenkfeiern statt, wobei eine Anzahl AnHanger de» Böllerbundes auf die bisherigen Crgebnisie des Lölkerbundes hinwiesen, insbesondere darauf, daß sieben Kriege seit der Gründung des Bundes vermieden worden feien. Der Kriegsminister unter Präsident Wilson, Baker, sagte voraus, daß Amerika letzten Endes doch einmal dem Völker- bunde beitreten müßte. Flugzeuge über besetztem Gebiet. Genehmigung durch die Rheinlandkommission erforderlich. SSla, 30. Dezember. Die Rheintandkommrssion hat die Luftfahrt freigegeben, wenn die in einer Verordnung vom 17. August 1S2S festgesetzten allgemeinen Bedingungen beachtet werden. Für sedes Uebersliegen de» besetzten Gebiete, muß die Genehmigung der Rheinlandtom- Mission eingeholt werden. Diese wird für die ch a n d e l s l i n!« n erteilt durch Beglaubigung der ran der Reichsreglerung oder von den Landesregierungen in Ausführung des Reichsgesetzes vom 1. August 1922 erteilten Genehmigung. Für die übrigen Luft- fahrten lautet die Genehmigung auf den Namen des Luftsahrers und hat se nach den Fällen für ein« oder mehrer« Reisen Gültigkeit. Da» Ueberfliegen der Artillerieschieß stände Griesheim, Vellingen im Kreis« Bitburg und Ludwigswintel ist oerboten. Wird die Genehmigung oder Beglaubigung verlveigert, so ist der Grund anzugeben. Berboten ist die Beförderung van Waffen, Kriegs. Munition, Sprengstoffen, giftigen Gasen und Brieftauben. Botschaster Kameneff abgesetzt. Er muß Vom verlassen.— Auch Vakowski hinausgeworfen. Moskau, 30. Dezember. Auf Beschlust der Zeutralexetutivkommissioa wurden von ihre« Amtspflichten entbunden; Rakowski, stell- vcrtreteuder Volkskommisiar deS Auswärtigen und Vorsitzender der Sowfetdelegation aus der sranzösisch- russische» Schuldenregrlungsronferenz, Preobra- j e n s t l» Mitglied dieser Delegation, und der Sowjet- botschafter in Italien Kameneff. Die Gowjetamnestie. Was eine besondere soziale Gefahr ist und was nicht. Das Oberste Gericht der USsR. hat vier Todesurteile, dl« wegen Ermordung des Mitgliedes der Kommumstifäzen Jugend, Popow. und des Sekretär» der Kommunistischen Zelle, Tercchln, vom Bezirk»- gericht gesollt worden waren, bestätigt. In der Begründung heißt c». daß das Gericht bclchlosien habe, in diesem Falle wegen der besonderen sozialen Gefahr des Derbrechens von einer Anwendung der Amnestie abzusehen.„(Jswestija" vom 24. Dezember.) Diesem Urteil ist ein anderes gegenüberzustellen, da» vom Le- zirtszericht im Gorwerncment Twer gesällt wurde. Das Gericht hatte festgeltellt, daß der Leiter der Kreiskriminalpolizei, Figurin, und der Leiter der Bezirkspolizei. Makunin. an der Botenfrau de» Bezirksvolksgerichts einen Noizuchts- oersuch unternommen hotten und daß der Polizeiwächter Koro- myslow ihnen Beihilfe geleistet hat. Es veruchült« die ersten beiden zu einem Jahre, den letzteren zu neun Monaten Gefängnis, beschloß ober, sie auf Grund de« zweiten Punkte» der Amnestie anläßlich de» zehnjährigen Jubiläum» der Oktoberrevolution au» der Haft zu entlassen.(„Die Armut" vom 20. Dezember.) ständnis und Sympathie finden. Die türkische Presse möge diese Erklärungen als den Ausfluß der herzlichsten Freundschaft zwischen Italien und der Kemal-Republik betrachten. Mussolini Kemal. Eine Zreuubschasi-Erklörung in Rom. Rom. 30. Dezember. .Popolo d'Jtalia" veräfseMlicht ein« scharf« Erklärung gegen «rusländisch« Blätter, die in den letzten Wochen Italien wiederholt nahelegten, sei» Ausdehnungsbedürfni» in Kleinaflen auf Kosten der Türkei zu befriedigen. Ein solches absurde» Ansinnen, da» einen Keil zwsichen Angara und Rom zu treiben suche, müsse sofort an den Pranger gestellt werden. Zwischen Italien und der heutigen Türkei bestehe kein Gegensatz. Beide Staaten fühlten sich zung und hätten den besten Willen, die inner« Umgestaltung durchzu- führen. Die Diktatur Kemal Paschas könnte in Italien sogar Der- Massenverhastungen im Elsaß. 13 Autonomisten festgenommen. Slraßbnrg, 30. Dezember. Di« Polizei hak dreizehn der hauptsächllchsien Führer der avkooomistischen Bewegung lm Elsaß, darunter den früheren Abbt �asz Hauer, seine Schwägerin Agnes Egge mann, den Ehefredokleur der„Zukunft", Schall, den Geschäft». führer dieses vlattes, Baumcmn. und den Schahmeister de» Heimat- bundes, R ei so che r. verHaftel. Die polizeilichen Maßnahmen werden heute sorkgefeht. Schäden des Veichswehretais. Polemiken in Partei. Paris, 30. Dezember. Die französische Presse beschäftigt sich fortgesetzt unter Hinweis auf deutsche Prcssestimmen mtt dem Budget des Reichswehr- Ministeriums.„Temps" stellt die korrekte und loyale Durchführung des Dersailler Vertrages durch Deutschland in Frage. Er bezieht in den Hau»hatt de« Reichswehrministeriums auch die Ausgaben für Schutzpolizei, Subventionen an die Rüstungsindustrie, kürperlicho„Ertüchtigung" und für historische und geographische Zwecke(!) ein. und kommt so zu einer Gesamtzifser von 900 Mit- lionen Goldmart. Der„Jntransigeant" spricht von Budget- Verschleierungen, erkennt aber an. daß der Prozentsatz von 7.2 für da» Reichswehrministerium im Verhältnis zum Gesamt- budget nicht sehr hoch erscheine. Eine Million Arbeiislose in England. Leichte Verminderung. London, 30. Dezember. Die Zahl der Arbeitslosen in Großbritannien betrug in der am 19. Dezember zu Ende gegangenen Woche 1099 900 was gegen- übe- der Vorwoche eine Derminderung um 2S32Z Persoyen bedeutet. Marx soll bekennen. Zentrum und Republik. Die Brücke zum Monarchismus, die der Dürgerblock- reichskanzier Dr. Marx dem Zentrum gebaut hat, wird mit Begeisterimg von der Bayerischen Volkspartei und ihren Gesinnungsgenossen im Zentrum betreten, die Republikaner im Zentrum aber sind entsetzt. Das„Düsseldorfer Tageblatt" schreibt: „Die Aeußerung, die der Reichskanzler am 11. Dezember vor der Zentrumspresse getan hat. daß das Zentrum weder eine monarchistische noch«ine republikanische, sondern eine Derfassungspartei fei, hat ein höchst unerfreuliches Echo gehabt. Das war vorauszusehen. Es ist einfach nicht möglich, die Stellung des Zentrums im Gegenwarlsftaot auf die vom Reichskanzler ge- wählte Formel zu bringen. Der Sech der Freunden und Gegnern der Republik durchaus verständlicherwelse im Ohr haftet, ist der, da ß das Zentrum kein« republika- nifche Partei sei. Ist es damals, als wir noch unter der Monarchie lebten, jemanden im Zentrum eingefallen, zu sagen, wir seien keine monarchisch«, sondern eine Versassungepartei? Das Hollah hätten wir erleben mögen, da» fich dann innerhalb und außerhalb unserer Rethen erhoben hätte! Und mit Recht. Denn alle Walt hätte daraus nicht eine theoretisch gemeint« Definition des Zentrums- charakters, sondern einen Beweis mangelnder Treu« gegenüber der Monarchie erblickt. In dieser Beziehung gibt es aber zwischen damals und heute keinen Unterschied. Angesichts unserer innerpolitischen Verhättnisse, die auf Kampf, nicht auf Ausgeglichenhett eingestellt sind, kommen wir auch an einem klaren Bekenntnis zur Dtaatsform, für die wir uns bic et nunc, entscheiden, besser gesagt, für die wir uns praktisch schon Engst entschieden haben, nicht vorbei. Das Bekenntnis zur deutschen Republik darf auch nicht einen Auganttick .fraglich sein, unbeschadet der grundsätzlichen Bemerkung, die der Reichstanzkvr über den Charakter des Zentrums gemacht Hab Nicht Dssinttionen tun not, sondern Bekenntnisse C Bekenntnisse von Herrn Marx, der sich vom Präsident» schaftskandidaten des Volksblocks und vom Reichsbanner- kameraden zum Bürgerblockkanzler entwickelt hat? Kein Bekenntnis wäre stark genug, um den durch diese Wandlung hervorgerufenen Zweifel zu zerstreucn! Sowjetstern am Stahlhelm... Rote Frontkämpfergruppe geht zum Stahlhelm. In der Nr. 302 des.Kreieblattes und Generalanzeigers für den Kreis Ostprignitz" und des„Wusterhoufener Anzeigerz" finden wir folgende vielsagende Notiz: Slalom(Osthaoelland), 23 Dezember. Uebcrtritt des Boten Frontkämpserbundcs zum Stahlhelm. Im Lvlat des Gastwirts Falkcnberg fand vor kurzem die feierliche Verpflichtung der zu dem Stahihelmbund der Frontsoldalen übergetretenen Ortsiruppe des Reken Frontkämpferbundes durch den Ortsgruppenführer F. Plassow statt. Mit einem kräftigen Front Heil wurden die neuen Kameraden begrüßt. Der Wunsch des Kapitäns ErHardt, den Stahlhelm und den Roten Frontlämpferbund einander näher zu bringen, scheint aus recht sonderbar« Weise in Erfüllung zu gehen. Wir gratulieren zu den neuen Bundesgenossen! Keudells Schimpf- Kutscher. Oer Eselsfußtritt für Dethmann-Hollveg. „Wie der Herr, so das Gescherr", sagt ein ländliches Sprichwort. Daran wird man erinnernt durch einen Artikel, den der Innen- minister o. K e u d e l l über den deutschen Wald veröffeutticht. Obwohl das Thema damit in keinem Zusamiwcnhang steht, kann der reaktionäre Junker es sich nicht verkneifen, der„Bethinann Hollweg- fchen Politik" einen Fußtritt zu versetzen. Er berichtet von seinem alten Kutscher, daß er ihm einen guten Rat über Forsttullur gegeben habe und sagt dann: „Dieser alt« Mann hat meine Gäste oft maßlos erschreckt, menn er sich in seinen nicht gerade gewählten Forme» über Tagcsjragen oder überdleBethmannHollwegsche Politik aussprach. Trotzdem bin ich ihm, der sich, wie so manche treue Seele auf dem Lande, durchaus als Mitglied der Familie des Gutsherrn fühlte, gerade für dkese» Rat besonders dankbar." Herrschaftliche Kutscher auf dem Lande hüten sich, Aeuherungrn zu tun, durch dl« sie dos Mißfallen ihrer Herrschasten erregen. Wenn Keudells Kutscher ständig auf Bethmann Hollweg geschimpft hat. so wußte er offenbar, daß er damit seines Herrn Wohl» gefallen erregte und er fühlt« sich wohl auch insofern„als Mit- glied der Familie de, Gutsherrn", als er glaubt«, in deren ständige Schimpfereien auf Bethmann Hollweg einstimmen zu müssen. Van sich aus wird dieser Schimpfkutscher über den Kanzler sicher nichts gemußt haben. Herr n. Keudell hat also durch seinen Fußtritt gegen Bethmann Hollweg in dem Waldartike! ungewollt nur enthüllt, wie er und seinesgleichen sich ständig„in nicht gerade gewählten Formen" über den Kriegskonzler geäußert haben. Ein weiterer Strich zum Charakterbild de« Herrn v. Keudell, Ltnfug der Kleinstaaterei. Eine Stimme aus Bayern. Der„N e n° lll m e r Anzeiger", der als Amisblait rangiert, richtet„zur Erhaliung der Eigenstaatlichkeit der Länder" ein ernstes Wort nach München. Seine Ausführungen sind eine sackliche und eindrucksvolle Anklage gegen Partikularismus uno Föderalismus. Wenn es in dem bisherigen Schlendrian weitergeht, heißt es da, wird es eines Tages ein bitterböses Erwachen geben! Das sollten insbesondere die Länder bedenken, die heute«in so großes Gewicht auf ihre Eigenstaatlichkeit legen. Der Amerikaner wird keinen Spaß verstehen, wenn einmal die Stunde der Krisis angebrochen ist. Er wird fragen, wie die dumpfe Posaune des Ge- richts: Was habt ihr getan für die gründliche Vereinfachung der öffentlichen Verwaltung von oben bis unten, im ganzen Reich, mn die Staatsausgaben auf das niederst mögliche Maß herabzu- schrauben? Von der Antwort, die wir geben können, wird unsere Existenz abhängen. Er wird uns dann sagen, was wir uns längst hätten selber sogen müssen: Ihr seid jetzt keine monarchischen Länder mehr mit Dynastien, sondern ein« Republik, und de können doch die gewollmäßig oder willkürlich oder durch Erbfolge hergestellten dynastischen Ländergrenzen(meist aus Rapoleonszeiten her) nicht mehr als ein„Kräulleln Rühr-mich-nlcht-an" gellen, sondern es muß doch mindestens möglich sein, wirtschaftliche Zweck- verbände zu gründen, den geänderten wirtschaftlichen und Verkehrs« zusammenhängen der Reuzeit angepaßt, also eine gewisse „Umgruppierung" vorzunehmen, zu dem Zweck, die wirtschaftliche Jirost Deutschlands voll zusammenzufassen und voll zur Entfaltung zu bringen! Deutschland kann sich doch wahrlich nicht mehr leisten den Luxus eines greulichen mittelalterlichen Durcheinanders der Löndergrenzen und Länderverwaltungen, eines überflüssigen, kost' spieligen Nebeneinander, ond Gegenelnanderregieren» aufgeblähter Behörden von unten bis oben hinauf, eiaes Leerlaufs der Dermal. tungeu, eines himmelschreienden Burooukratismus! Beispiele aus der Praxis illustrieren den Unfug der Kleinstaaterei. U. a. wird angeführt: Wer von Möhringen über Tuttlingen— Sigmoringen noch Cchesr reist(52 Kilometer), muß siebenmal die badisch-württem- bergisch-hohenzollernschen Grenzen überschreiten: der chohentwiel bei Singen in Baden gehört zum 42 Kilometer entfernten Tuttlingen in Württemberg, für das wachsend« Singen ein Hindernis in der Entwicklung, zwischen Lindau und Kemptene, als daß ein Reicher in den Himmel komme." Die resolute, gerissene Frau Pischta, eine tschechische Mutter Wolssen, fügt hinzu:„Und daß ein Reicher ein armes Mädel heirate." Er heiratet es aber doch, und das kommt so: In ihre Tochter Susi verliebt sich Hals über Kopf der Sohn eines Großkausmanns Alan, ein gerader, lieber Jung« nnt viel Herz und wenig Gehirn, und führt mit ihr ein stilles, zurückaezogenes Leben voll seligen Liebesglücks Das Turteltaubendaiein stört d« Later, der für Spekulationen mehr Sinn hat als für Idyllen, und für seinen Sohn ein reiches Mädchen bereithält. Er vertreibt Susi aus Alans Wbhming, gleichzeitig aber Alan selbst, womit er nicht ge- rechnet hat. Susi ist nämlich nicht nur ein liebes, sondern auch ein äußerst energisches und gewitztes Wesen. Sie Hot sich ein kleines Vermögen erspekuliert und gründet sich«ine eigene Existenz. Alan ist nicht mehr aus seinen Batcr angewiesen, er ist viel lieber bei seiner Susi angestellt. Und als der Äroßkaufmann schließlich sieht, daß Susi seinem Alan außer ihrer Liebe auch Verstawd geschenkt, daß sie aus ihm einen brauchbaren Menschen gemacht hat, gibt er klein bei. Di« beiden bürjen heiraten und an seinem Reichtum� teilhaben. Di 3 ist ein richtiges Volksstück mit den kompakten Ehn ratteren, wie sie Nesirvy und LArrong» gezeichnet haben. Dl« Zuschatier folgen den Bühnenoorgängen mit herzlichster Anteilnahme. Der gestrige Abend war denn auch ein Bombenerfolg für dos Thalia- Theater. Eine andere Frage ist es, ob joich« üdereinfach ton- struierten Theaterstücke uns heu'e etwas sagen können, in einer Gegenwart, in der der wirtschaftliche Kampf I>art aus hart geht, in der sich der Proletarier mst ganz anderen Dingen deschästigen muß, als mit überalterter Kleine-Leute-Romantit. Uutsr der Regie des Direktors Hans Felix yurde die psycho- lvgijch« Zeichnung der Bühnenfiguren stark vergröbert, so stark, daß man von der dichterischen Kras: Langers kaum etwas ver- spürte, die in seii»r vor kurzem aufgeführten„Peripherie" die tiefsten Eindrücke vermittelt hatte. Else Bäck« Rest spielt ebenso wie Berti Halovanlc auf Wirkung, was dem Ganzen wenig zuträglich sst. Di« Susi der Halovanlc besitzt übrigens auch nicht genügend Jugend ond Anmut, um dos an sich unwahrscheinliche Stück glaubhafter zu gestalten. In d« schweren Rolle des 2llan wirkte Werner Pittschau äußerst sympathisch. In kleineren Rollen erfreuten Rudolf Lettrnger, Bruno Ziener und Vera S k i d e l s t y._ Dgr. Osfar von Miller reist noch Mihlaod. CSfar soit Miller wird End« stev'.liar ans drei Wecken Nack Moskau und Leningrad reifen, um die Sowjetreg>erung bei der Schaffung eines KullmmujemuS in Leningrad zu beraten. Die Wahlbeteisigung der Katholiken ist größer für das Zentrum als für die bayerische Volkspartei. In den geschlossenen katholischen Gebieten Preußens wählen SS Proz. der Katholiken Zentrum, 10,8 Proz. s oz to ld e m o- tratlsch, 7,6 Proz. kommunistisch. 8,9 Proz. deutschnationol. Die übrigen Stimmen verteilen sich auf die anderen Parteien. Mellon kandidiert nicht. Er läßt alle dahingehenden Nachrichten dementieren. Menschenrechte und Pressefreiheit. Das Lob der Oiktatvr in der Liga für Menschenrechte. Die„Liga für Menschenrechte" bittet uns um Aufnahme folgender Mitteilung: „In Ihrer Morgenausgabe vom 18. Dezember beschäftigen Sie sich unter dem Titel„Menschenrechte und Pressefreiheit" mit unserer Versammlung„Erlebnisse in Moskau" am IS. Dezember im ehemaligen Herrenhaus. Der Bericht entspricht nicht den Tatsachen, und wir bitten Sie um Richtigstellung: Der Vorsitzende Herr Dr. Robert Kuczynskt hat in seiner Einleüungsansprache u. a. gesagt:„Don den Rednern gehört nur der Referent über die Bauernpolittk bei den Wolgadeutschen der Kommunistischen Partei an. Die übrigen waren nicht Kommu- nisten, als sie nach Rußland gingen und sind auch mcht als Kommunisten zurückgekommen. Daraus ergibt sich, daß sie Sowjetrußlond kritisch gegenüberstehen. Das gilt ganz besonders von denen, die In dem Kampf für die Menschenrechte ihre Lebensaufgabe erblicken. Denn Sowfetruhland verneint grundsätzlich die Gleich- berechtigung aller Menschen. Es gibt in Sowjetrußland prwilegierte Klassen wie in den kapitalistischen Staaten, nur, daß dort die privile» gierten Klassen andere sind alz bei uns. Andererseits tritt auch keiner der Redner für das kapitalistische System ein, wie es außer- halb Rußlands besteht. Sie dürfen also von den Rednern Propa- gando weder für noch gegen Dowjeirußland erwarten." Die Deutsche Liga für Menschenrechte trägt die Verantwortung nur für die offiziellen Ausführungen des Vorsitzenden, nicht für ihre Gastredner, auf deren Darstellungen sie keinen Ein- fluß genommen hat." Der Dorsitzende der Liga hat also von vornherein seine Seele gerettet, hat aber am Schluß dieser Propagandaredcn für die Diktatur die Stellung der Liga nicht präzisiert— ebenso wie es die Zuschrift an uns vermeidet, mit einem Wort Stellung zu nehmen zu der Propaganda gegen die Pressefreiheit, die auf dieser Beranstallung der Liga von einem Redner betrieben worden ist. Darf man nicht erfahren, wie die Liga für Menschenrechte zur Pressefreiheit steht? Westarp-Ktage. Kahevjammer vor dem Silvester. Die deutschnatwNale Press« wird am L Januar«*« Reufahr?» predigt des Grafen Westarp a« fein« Partei»erSffeertiiche«. Der Sraf ist m elegischer Stimmung, und so wehklagt er: „Trotz des sichtbaren Druckes der äußeren Fesseln ist es v o l k s f r e m d e m Geist gelungen, di« Befreiung?- sehn sucht weiter Schichten abzulenken auf verbissenen Druderkamps aller gegen alle." Damit meint er den Druderkamps zwischen Deutschnationalen und Konservativen um die Atondale und um die Mirnfterposten. „In der Jagd noch materiellem Erwerb drohen lebensbejahende Kräfte mehr und mehr zu versinken." Damit meint er nicht etwa Herrn Schiele und die Agrarier, sondern die Inflationsopfer, die nichts mehr von den Deuisch- nationalen wissen wollen. „Die Zerstreuung jeder. Gemeinschaftsarbeit durch den Partei- geist zwingt auch uns zu unzulänglichen politischen Lösungen im Freiheitskampf für Staat und Wirtschaft, solange wir Minderheit sind." Reues Volkslied und alie Komödie. (Schwechtensaal). Der Doktor Erich Fischer hat es darauf abgesehen, das deuisch« Gemüt mit neuen Bolksliedern zu loben; mit Melodien, die da und dort in deutschen Landen als Einfall geboren werden, Leuten in den Sinn und in die Feder kommen sollen, denen der Borsatz, zu„komponieren", fremd ist. Solche Melodien zu sammeln und zu verbreiten, sst Zweck der.Deutschen Volkslieder- s p e n d e". Von München ist der Gedanke ausgegangen.„Um gleich aus? ganze zu gehen, verband ich mich mit dem bayerischen Kultusministerium, erzählt der Doktor seinen Hörern, und dann läßt er von einem Sänger und einer Sängerin, die er mitgebracht hat, Kostproben der neuen deutschen Balkstiedkunst zum besten ge- ben..Kunst soll es freilich nicht fein, sondern Kunstlosursprüng- liches." Dos Berliner Publikum zeigt sich sichtlich erquickt, und dos gedruckte Notenheft, das die Saaldiencr ihm anbieten, wird viel gekaust. Aber diese Liedchen sind herkömmlichste Gebilde von höchster Belanglosigkeit, und der Wall, den sie gegen Jazz und Bubi- kops, gegen Großstadt und Musikbetrieb bilden sollen, erweist sich als Kartenhaus. Seltsame Vorstellung, daß im 20. Jahrhundert neues BoAssied wachsen soll— Volkslied wie einst, und wachsen, wie es einst entstand—: wenn einem fröhlichen Musikanten ein paar blond« Zöpfe in die Quere kommen. Dos Volt von heute hat andere Sorgen zum Besingen. Merkwürdige Erwartung, daß neues Volkslied sich durch Mittel gefchästlicher Propaganda kulti- vieren ließe. Nicht aufs Erfinden und Finden, aufs Singen— aufs Gefunqenwerden kommt es an; aufs Gelungenwerden aber nicht vor zahlenden Gästen im Echwechtensaal, sondern: im Volk, aus dem Volk. Also, die Sache der Deutschen Volkslied« rspende hat uns nicht ganz überzeugt; st« ist, als Idee, immerhin interessanter als die „Musikalischen Komödien" zwischen denen st«, um die Pause zu füllen, ausgebreitet wird. Erich Fischers Musikalische Komödien— man hat schon gelegentlich davon gehört und gelesen. Eine Art Singspiel«, teils mit alier, teils mit altmcdifcher Musik. Kleine Stücke von unbeschreiblicher Harmlosigkeit..Eine Handvoll schwach begabter Dilettanten spielt Theaterchen; nichts ist dagegen—. darüber ist noch weniger zu sagen. Kl. P. Gefälschte Altertümer. Ein Niesenschwindel in Frankreich. Der Streit über die vermeintlichen prähistorischen Funoc in Glozel ho: mit dem Gutachten der vom Inte«- nationalen. Instiiut für Archäologie eingesetzten Kommission sein Ende gefunden. Sie stellt fest, daß die französisch« Alter- tumsforschung sich von einigen Schwindlern seit Jahrsn am R a r r e n s« i l hat führen lassen D!« in Glozel gemachten Funde zeigen, daß die 1924 ausgegrabenen Gegenstände erst einige Jahre vorher i» den Loden versenkt worden sein können, Unzulängliche politssche Lösungen—- da redet er vom Republik- schutzgesetz mit dem Kaiserparogrophen. „Wir träumen nicht von einem leichten Sieg. Politisch« Gemeinschaften sind gezwungen zu Aorseldkämpfen um Tages- fragen in oft erstarrter Front. Der Idealismus der Jugend pflegt den Stellungskrieg zu scheuen, drängt zur Bewegung. Dadurch haben wir Boden verloren." Das Beste kommt zuletzt— das Geständnis der Niederlag« noch vor der Wahl. Begreiflich, daß den Grasen bei der Abfassung seiner Neujahrsbetrachtung der Katzenjammer schon vor dem Silvester gepackt hat. Westfälische Bauernbundtagung. Bekenntnis zur ZiepuSlik.- Ansprache des Oberpräsidenten vHronowski. Münster, 30. Dezember.(MTB.) Auf der heute hier abgehaltenen Generaloersammlung des Westfälischen Dauernbundes, zu der die Spitzen der Behörden, u. a. der preußische Wohlsahrtsminsster Hirtsieser, und mehrere Reichs- und Landtagsabgeordnete erschienen waren, hielt Oberprösident G r o n o w s k i«ine Ansprache, in der er die Rot- wendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen Regierung und Land- Wirtschaft nachdrücklich betonte. Der Oberpräsident begrüßte den Willen des Bauernbundes zur Zusammenarbeit mit der Regierung und führte u. a. aus: Gemeinsame Arbeit mit der Regierung und der Verwaltung bringt die Landwirtschaft vorwärts und damit den Staatsgedanken auch tn die ländliche Heimat. Durch diele Zu- sammenarbeit gibt kein Teil fein« Selbständigkeit auf, und jeder behält seine volle Handlungsfreiheit. Die preußische Staats- regrerung hat im Rahmen der Möglichkeit folgende Aufwendungen für Förderung der Landwirtschaft und Bodenkultur, Tierzucht u. a. tn der Provinz Westfalen gemacht: Im Rechnungsjahr ISlZ Z.1 Millionen, im Rechnungsjahr 1924 2,7 Millionen. Im Rechnungsjahr 1925 ZL Millionen und im Rech. aungsjahr 1926 6.1 Millionen Mark. Diele Zahlen sprechen nicht zuungunsten der Heuligen Staatsregierimg. Der Vorsitzende hat hier In einer westfälischen Bauernversammlung ein freimütiges B e- kenntnis zum deutschen Volks st aat abgelegt. Dieses ist ein neuer Beweis, daß Sie, meine Herren, unter die vergangen- heil schweigend«inen Strich gezogen haben und entschlossen sind, die junge deussche Republik zu stützen, die Verfassung zu ehren und die deutschen Hoheitszeichen zu achten. Der Leitgedanke aller beut- schen Staatsbürger sollte sein: Aus der Vergangenheit lernen, für die Gegenwart und Zukunft arbeiten. Die Arbeiierban? als Machtfaktor. Zu diesem in der Rr. 616 des„vorwärts" enthaltenen Bericht der Rede des Direktors der Arbeiterbank. Genossen BernMeyer. teikt uns dieser mit. daß folgender Satz den betreffenden Teil der Ausführungen mißverständlich wiedergibt: „Es hat sich immer mehr als eine Rotwendigkeit herausgestellt, Gelder anderer Institute der Bant zuzuführen, damit die Gcwerk- schastsgelder im höchsten Ausmatz sofort verfügbor gehalten weroen können." ES wurde in diesen Aueführungen nur gesagt, daß die Arbeiter- Sank Anspruch auf alle durch Beitragsleistungen der Arbeitnehmer- schast zusammenfließenden Gelder auch nicht gewerkschaftlicher In- stitute erhebt, z. B. der Institute der Sozialversichcrungs- a n st a l t e n, da diese Gelder von der Arbeiterbank im Interesse derer, die sie aufgebracht haben, am zweckmäßigsten verwandt werden können_ Neun griechische kommunistische Abgeordnete sind von de? Kammermehrheit zur Verfolgung wegen Autonomiesorderung für Mazedonien ausgeliefert worden; diese Forderung sei Mos- kowitcrwerk. va z. B. die keramischen Stucke keinerlei Spuren von Zerstörung zetgen. Auch das Grabmal ist n e u e st e n D a t u m s. Im übrigen haben die Fälscher einiges echte Material wie Tonwaren, Knochen und Hacken eingegraben, was zwar die Aufdeckung des Schwindels erschwerte, ober nicht verhindern konnte, da die Wirkung der Naturkräfte auf die Pflanzen und Tiere innerhalb der Fund-" statte nicht willkürlich beeinfluß: werden konnte. „versiner Rachlbühnc" im K l e i n c n T h e a t c r. Es ist, wie der Titel„Nuchtbllhne" schon sogt, eine finstere Angelegenheit. Immer- bin ist der Heiterkeitserfolg groß. Der ganze Zuschauerraum schüttelte sich nor Gelächter. Dabei ist das Stück sehr moralisch. Alle Hauptrollen haben tödlichen Ausgong— die acrechto Strafe für den Versuch, die Zuschauer zwei Stunden hindurch lebcnsgesähr- lich zu langweilen. lDer Versuch mißlingt; erquickende Heiterkeit triumphiert.) Der Verfasser der„Gelben Laterne". Herr Joe E�r i g, hat einmal zehn Minuten lang Wedekinds„Erdgeist" durchblättert. Er macht aus der Lulu eine Puscha, ein„Mannequin der Erotik". Was das bedeutet? Herr In: Srig weiß es auch nicht. Er stellt stch ober etwas furchtbar mondän Lostcrchcnhastcs darunter vor, das nur sehr ausgezogen in kleidsamen Pyjamas leben und sterben kann. In einem roten nnt goldfarbenen Beinkleidern wird es vom„fremden Herrn" erwürgt. Borher darf dieses Pyjama Zu- schauer sein, wie der Boxer Nil den Neger Bim und dann sich selber erschießt. Ein weißes, schwanbesetztes umarmt im dritten Bild Nil, der damit jede Hoffnung ans künftige Weltmesstersck)ast verliert. Hinter einem Wandschirm verröchelt schlaggerührt Nils Vor- gänger. Im zweiten Bild trägt Puscha sogar ein Kleid. Das wäre der Inhalt des Stückes. Warum soll der Leser nicht auch seil!« Freud« daran haben! Tes. Die Deutsche Kunssgemewschafk hält ihre Ausstellungsräume wegen Inoenturarbeiten bis zum 7. Januar».schlössen. Während dieser Zeit sind die Geschäftsräume nur für dringende Angelegen- heilen mittags zwischen 12 und 1 Uhr geöffnet. Am 8. Januar wird die.zweite Ausstellung snnger Künstler eröffnet. Gleichzeitig wird die Ponräluusstcllung, die bisher in einem wenig geeigneten Raum des Reichstags hing, in erweiterter Form in den Räumen der Deutschen Kunstgemeliischasr im Schloß eröffnet werden.— In der soeben geschlossenen Weihmichtsauestellung wurden insgesamt 198 Kunstwerke(darunter 60 Qclgemälde) im Gesamtwerte von rund 22 000 M. verkauft. Druckfehlerberichllgang. In der gestrigen Sonzertrund- schau ist ein sinnentstellender Drutkschler unterlaufen. In der IS. Zeile der zweiten Spalte sollte es nicht heißen:„aus dem größten Karriereinteressc". sondern„aus den privaten Karriere- intcressen"._ vi« S loestervorftellueg in der ro!k,bühe«(Tbeater am Bülonpl-hl kegiimt mit Ziüducht aus da» auf 23 Uär augeletzle Konzert brauchen der Dorkncgezeit zu erzählen: eines der sonderbarsten Dinge aber wird seinen Zuhörern die Geschichte von der großen Neujohrsgroüilaticmscoirr sein. „Tu Giß) in deincn Beutel!"— Niemals galt dies Wort für den Berliner so, wie am ersten Tag des neuen Jahre?. Selbst wenn die Summe nicht allzu hoch war: Eine Menge Gold mußte es immer sein, Kleingeld war die Parole des Tages, denn man konnte den Gratulanten unmöglich, auch wenn sie schon die ganze Tasche voll Kleingeld hotten, die Mühe des Wechseln? zumuten— und man kam auch zu schleckt weg dabei. Denn immer fchlt« dann gerade noch„ecn Iroschen" oder„een Fuiziaer" am Wechselgeld, und dann mußte man zu Neujahr schon so nobel sein, und vornehm abwinken: „Lassen Sie man! Machen Sie sich'n verjnüchtcs sfast!"... Darum hart« der sorgsame Hausvater zu Neujahr immer eine Schwinge voll Kleingeld bereit, und für manchen war die Last dieser Ausgaben wirtlich nicht leicht zu ertragen. Denn wer gratuliert« nicht alles!— Der Briefträger, der morgens die ersten Briese mit den Biertcljalrsrechnungen brachte, fing an und erwartete für sein freundliches„Prost Neujahr!" mindestens einen Fünfziger, dann kam der Milchmann, d«r B ä ck e r j u n g e, der Schorn- st e i n f e g e r, manchmal noch der M ü l l k u t s ch e r, die Zeitungsfrau und— der Portier. Alle erwarteten sie für ihre freundlichen Neujahrswünsche einig« Groschen Neujahrsgeld. und es war schon zu einer Art Schlachtruf geworden, das..Prost Neujahr! Acht Iroschen her!" Und alle kriegten wirklich auch ihren Obolus, und wenn's nur ein Groschen war,„man wollte sich doch nich so poplich zeijen", und bei manchen d«r Gratulanten war es auch«in Stück Lebensklugheit, sich ihr Wohlwollen durch eine ange- messene Neujahrsgabe zu erkaufen. Denn z. B. der„.Herr Pochtjeh" von damals, der für seine Mühewaltung in den seltenste» Fällen bares Geld, sondern meist nur freie Wohnung erhielt, suchte eben „Nebeneinnabmen", die oft die einzigen Einnähmen blieben. Und dos war ja der Grund all der schönen, oft auch von herrlich bunt gedmckien Karten begleiteten Neujahrswünsche: Zumeist war das Einkommen dieser Gratulanten so schmal, daß sie die Summe des Neujafrsgeldes schon fest in ihren Etat«ingestellt hatten, und für den kleinen Bäckerlehrling war die bescheiden« Summe vielleicht ein Kapital, dos über manch lange Winterwochen veichen mußte. Nim sind freilich die Einkommen nicht immer in der wünschenswerten Weise gewachsen, aber die große Well«, die in der Revolution Taufende von Arbeitnehmern in die Gewerkschaften spülte, hat selbst noch ihrem Abebben deutliche Spuren in der Arbeiterschaft zunickgclafscn. Nicht nur die Kellner empfanden es als entwürdigend. in ihrer Entlohnung von der Laune des Gastes abhängig zu sein, die„Los-vom-Trinkoeld"-B'.'wcgung ergrüs immer weitere Kreise der Arbeiterschaft. Den Beamten wurde die Ncujahrsgroiulatisn sogar von ihrer vorgesetzten Behörde untersagt, der Mülltutjcher von heute ist eine ganz andere Type als der„Mülldeibel" von«inst, der Milchkutscher kommt auch nicht mehr mit der Gratulation, es ist überall dasselbe: Der Tarif hat das„Trinkgeld" totgeschlagen. Wir wollen drum nicht weinen. Eine ist übrig geblieben von oll den Gratulanten der Bor- kriegszeit: Di« Zeitungsfrau. Und all die schönen Berse mit denen sie uns zu Neujahr immer wieder ihre Verdienste ans Herz legt, was sind sie anderes, als die Bestätigung unseres Satzes? Denn so müh- fclig der Beruf der Zeitungsfrau ist, so wenig lobnend ist er auch, «in Rotberuf, ein Beruf der Not, der nie seinen Mann, und kaum die bescheidene Frau ernährt. Und darum seien ihr die paar Groschen„Neujghrsgeld* von Herzen gegönnt. Ltnfall bsi Gchuttheiß-pahenhofer. 3»wt Arbeiter schwer verbrüht. Z» der Schollhrtß.paheuheser-Vrauerei in d« Lfttdsbecser Allee ereigucle sich heule vonnillag ei» folgen. schwerer Unsall. Zwei Arbelker erlitten bei Reinigungsarbeiten schwere Verbrühungen und mußle» in das Krankenhaus a« Friedrichshain übergeführt werden. Di« beiden Arbeiter Herbert Triebler aus der Wilh-elms- haoener Straße- 2S und Wilhelm G o t r s ch l o g aus der S bta ß m a n n stra ße lt.' waren beauftragt, in den Bormittazs. stunden die Pumstanläge Zu reinigen. Au» bisher noch ungeklärter Ursache strömten plötzlich aus dem Ventil große Dampfmassen hervor und erfaßten die Arbeiter. Sie erlitten am ganzen Körper schwere Verbrühungen. Durch das Städtische Rettungsamt wurden die Verunglückten in das Krankenhau» am Friedrichshoin gebracht. Eine Untersuchung über die Schuldfrage ist inzwischen eingeleitet worden. Baumann„der Gchulresormer". Geschäftlich tüchtig— aber unzurechnungelfähig? Der jetzt Zsi Jahre alte Studienrat a. D. Ednnmd D a u m a n n betreibt den S o m m e l s ch w i n d e l im großen. Baumann trat in den Iahren 1924 uird 19Zä in Ulm, Stuttgart und vielen anderen süddeutschen Städten auf. sprach bei hervorragenden Männern des Wirttchaflslebeus, Bankdirektoren, Großindustriellen und dergleichen vor, schilderte ihnen eindringlich, daß in Deutschland die Zustände aus dem Gebiete der Schul« ganz unhaltbar geworden seien und trug ihnen seine„Rzformplänc" vor. Besonders wetterte er auch gegen die viel zu großen Klosicn. Mit seinen Aussührunaen fand er um so eher Gehör, als er Gut- achten von Sachverständigen»orlegte. Daß diese gefälscht waren, konnte ma» zunächst nicht wissen. Vanmann beschränkte sich ober nicht ans die Entwicklung seiner Resormgedanten, sondern sammelte zugleich Geld, angeblich, um sie nerwirklichon zu können. Seine Sammellisten wiesen stets größere Beträge aus, die aber oft, wie sich später ergab, ansangs erheblich kleiner gewesen und durch Anfügung einer Null„ansgeweriet" worden waren. Die großen Zahlen der Vorzcichner reizten aber die anderen Leute zur Rachahnnmg, und so strich Baumann im Lause der Zeit viele Tausend!- ein. Als man mißtrauisch geworden war und die Fäl- schungen ans Licht kamen, war er verschwunden. Gegen Ende 1923 erschien er plötzlich in B e r l i n, um hier seine Sammlungen fort- z-.,etzen. Unterdessen war aber öffentlich vor ihm grwarnt worden und so wurde er bald sestgenommen. Es ergib sich, daß er mit feiner Braut, die ib» ständig begleitete, in Potedin in einem Hotel wohnte. Das schriftliche Material, da.- man mlt seinem Gepäck beschlagnahmte, gab ÄuskuNfi über die Höhe der gesammelten Gelder. Nicht jedoch über deren Verwendung. Baumann hatte nichts a» irgendein« Stelle, die zur Verwirklichung seiner Ideen hätte dienen können, abgeführt, sondern alles für sich oerwendet. Er gab zu, daß er feine Propagandasahrten aus den«ammel- einnahmen de st ritten habe. Diese Fahrten hatten Ihn nicht nur durch«üddeutschland, sondern auch durch Oesterreich, die Schweiz und Italien geführt. Lei seiner Lerhastung besaß Baumann keine Mittel mehr. Zur strafrechtlichen Verantwortung konnte er nicht gezogen werden, weil er als unzurechnungsfähig erkannt würde. Das hindert ihn aber nicht, jetzt von neuem zu sammeln. In der letzten Zeil ist er wieder in Berlin ausgetreten und hat schon wieder eine Reilie vun Opfern gesunden. Er sührl jetzt ein« Prvpagond-ibrojchüre mit sich, deren roter Deckel zwei in den Wolken schwebende Engel zeigt und dazu den Ausdruck„Pros. H. E. Jost, �ie Neu« Lern- und Unterrichiemethode. Die wchule »rsolqreichcr Staaten oder die gelöst» Schulreform." Jost ist nieiiiand anders als Baumann selbst Die erste Seite der Broschüre enthält eine Eingabe an den Reichstag, der aufgefordert wird, die Schul- reform nur nach den Ideen von Iost-Baumann in Angriff zu nehmen. Wieder arbeitet der«animier mit gefälschten Gutackten von jyervor- ragenden Leuten, Staatsmännern, Ilnioersitätsprokessoren, Pädagogen. Bürgermeistern usw. Es ist festgestellt, daß er mit seinen gefälschten Listen auch jetzt wieder Beiträge von IM bis SM Mark erbeutet hat. Mitteilungen über sein Auftauchen an die Dienststelle L. 2 im Polizeipräsidium. Schnellfeuer durch die geschlossene Tür. Gr wollte seine Frau und sich erschießen. In große Aufregung wund« gestern abend die Bewohner des Hauses Reue Hochstraße ZI durch ein Schnellfeuer ver- setzt. Im zweiten Stock des Vorderhauses wohnt ein ZI Jahre alter Einrichter Willy Meier, der kinderlos verheiratet ist. Meier erfuhr vor einigen Tagen, daß seine Frau ihm untreu war und forderte sie auf, die Wohnung zu verlassen, nachdem sie ihre Schuld zugegeben hatte...•• Als er gestern abend von der Arbeit heimkehrte, traf er sie im Hause und nahm sie in die Wohnung mit, angeblich zu einer Aus- sprach«. Aus Aerger über sein Mißgeschick hatte er sich etwas angetrunken. Gleich zu Beginn der Auseinandersetzung zog er nun e>ne Pistole, erklärte seiner Frau, daß er sich erschießen werde und fragte sie, ob sie sreiwillig mit ihm in den Tod gehe. Die Frau bejaht« das, uxil sie fürchtete, daß er sie ohnehin erschießen we'de. Sie ging zu einer Nachbarin und brachte ihr Geld, damit sie die demnächst eingehende Lichtrechnung und dergleichen für sie bezahle. Der Frau gegenüber machte sie auch Andsutungen, daß sie am nächsten Tage nicht mehr am Leben sein werde. Dann kehrte lie in die Wohnung zurück. Ihre?leußerungen veranlaßten die Haus- bcwohner, die Polizei des 53. Reviers zu benochiichiigen. Als mehrere Beamte erschienen und Einlaß in die Wohnung begehrten, wurde ihnen nicht geöffnet, vielmehr gab Meier aus seiner Pistole nicht weniger als ach! Schüsse aus die veamlen durch die Tür ob. Die Kugeln durchschlugen die Tu.', trafen jedoch niemand. Die Beamten c widerten mit einigen Schüssen, verschafften sich dann eine Axt und schlugen die Tür ein. Meier ergab sich jetzt ohne weiteren Widerstand und ließ sich»ach der Wache abführen. Er gibt di« Absicht, seine Frau und sich selbst erschießen zu wollen, unumwunden zu. Der Verhaftete wurde der Inspek.ion A der Kriminalpolizei vo.-geführt. � Zur Aufhebung des tschcchischen Pasivisumö. Die bereits lange erhofste und für den 1. Januar 1928 in Aussicht gestellte Aushebung des tschechischen Bisumzwanges für den dcutsch-tschcchischen Reiseverkehr wird nun doch nicht an dem vor- gesehenen Termin Wirklichkeit werden. Nackdem sich Deutschland und die Tschechoslowakei bereits vor einiger Zeit grundsätzlich über die Aushebung des Bisumzwanges geeinigt hatten, mußte vom tschechischen Parlament noch der Gejetzemwurs zum Schutze des Arbeitsmarktes— eine Voraussetzung der Sichtvcrmcrkaushebung— verabschiedet werden. Mit Erledigung dieser Angelegenheit vor den Wcihnochtslogen ist jedoch nicht mehr zu rechnen, so daß die Aus- Hebung des Bisumzwanges erst in den ersten Monaten des kom- wenden Jahres, voraussichtlich am 1. April, erfolgen wird. Auch die Fratze der Erweiterung der Zone des sogenannten kleinen Grenzverkehrs von bisher 10 auf 30 oder 40 Kilomeier kommt jetzt gleichfalls nicht zur Erledigung, da sie mit der Auf- Hebung des Bisumzwanges in Zusammenhang gebracht wird. Sichtvermerk bei Reisen durch Belgien. Nach amtlichen belgischen Mittellungen dürfen die belgischen Grenzdeamlen vom 2. Januar 1028 ad nur noch Sichtvermerke für die ununterbrochene Durchreise durch Belgien erteilen. Voraussetzung für die Erteilung dieser Sichtvermerke ist, daß der Reisende ein gültiges Reisepapier mit einem gültigen Sichtoermerk des Ziel- landes und ferner eine direkte Fahrtarte zwischen zwei belgischen Grenzstationen besitzt. Andernfalls werden die Reisenden an das nächste belgische Konsulat zurückverwiesen. Ein neues Llchljpiellheater in INariendors wurde aus dein Grundstück C h a u s s c e st r. 30S am ersten Weihnachtsseirrtagc er- öffnet. Es ist ein zweckentsprechender, schlichter Raum, gehoben durch lebhaste, freundliche Farbtöne und vorzüglich angebrachte, äußerst stimmungziördernde Beleuchtungskörper. Die Eintrittspreise sind mäßig gehalten, denn I.SO M verlangt man für den teuersten Platz. Da- Programm, das außer der Emelka-Wochenfchou, Fax- Grotesken und den Film„Sonnenaufgang" brachte, erwies sich als sehr reichhaltig, zumal auch noch auk der Bühne Tanzdarbietungen geboten wurden. Klein«, bei der Eröfsnungsvorstellung sich bemerkbar machende Fehler, z. B. verbaute das Orchester durch feine Instrumente einen Teil der Vorführuttasfläche, werden inzwischen wohl. schon behoben sein.. j Eine Millionen-Erbschast. Illach DOS Jahren. Von Zeit zu Zeit— besonders in den heißen Tagen dcs Sem- mers, den sogenannten Hundsiagen— tauchen hier und da sensa- tionell« Meldungen auf über riesige Erbschasten, über Millionen- schwere Deutschamerikaner, die ihren hiesigen armen Verwandten plötzlich ihre Reichtümer in de» Schoß werfen. Zur Enttäuschung aller Beteiligten stellt sich aber heraus, daß es sich um rechic fette Zeitungsente handelt. Jetzt geht uns eine Nachricht zu, die den Borzug hat, buch- stäblich wahr zu sein. Man lese: Der Name Mansfeld ist in Deutschland nich: nngewöhnlich. Die Tröger dieses Namens sind jetzt hosfnungs- und erwartungsvoll. Vor mehr als hundert Iahren hat ein Fräulein Voll sie de«inen Braunschwelger M o n s s c l d geheiratet. Als Erich Mansfeld, der später als Schisss- recder in Hamburg lebte, im Jahre 1823 auf Ceylon starb, siedelte seine Gattin nach Wien über, wo auch sie nach einigen Jahren das Zeitliche seonel«. Vor ihrem Tode(im Jahre 1827) hat sie aus irgendeinem Grunde ein Testament errichtet, durch welches die Auezahlung der Erbschaft aus 100 Jahre gesperrt wurde. Die alle Dame muß beiondere seherische Gaben besessen und den Verfall der Gulden- und Kronenwährung geahnt hoben. Jedenfalls hat sie ihr Vermögenvon ctwal 3 OOOVfundSterling inEngland angelegt, wo es durch 100 Jahre zinstragend verwaltet worden und nun zu einen, ungeheuren Betrage— man spricht von 30 Millionen Mark— angeschwollen ist. Jetzt sind die 100 Jahre crbgelausen, und die Kinder und Enkel jener, die damals leer auegepangcn sind, werden nun in den Besitz dieser Reichtümer gelangen. Wie wir von ein«:» in Berlin lebenden Nachkommen der Vraunschweiger Linie der Familie Mansseld ersahren, hoben sich bereits über 230 Personen gemeldet, die Anspruch auf das Millionensrbe zu haben glauben. Die Regulienina der Erbschaft ist— wie wir hören— dem Rechtsanwalt und Notar Dr. Lud- wig Rüge in Berlin, Unter den Linden 39, übertrogen worden, der weitere Anmeldungen von Erbberechtigten entgegennimmt. Ter gefährliche Gasofr«. In einem Hotel in der Inoalldenstroße wurden heut« früh gegen 9 Uhr der 24jöhrige Gefreite Hermann D, vom Gruppen- konunondo 1 der Reichswehr und die Sliährige Händlerin Agnes Z. aus der Simeonstrahe d u r ch G o s v e�r g i f t o t be- wußtlos aufgefunden. Wiederbelebungsversuch« der Feuerwehr und des von der nächsten Rettiingsitelle hinzugezogenen Arztes waren nach längerer Dauer von Erfolg gekrönt. Da ihr Zustand bc- denklich war, mußten beide in das Elisabeth-Kronkeiihans über- geführt werden. Nach den angestellten polizeilichen Ermiltlunoen liegt zweiselsohne ein Unglücksfall infolge falscher Behau d- l u n g eines Gasofens vor. Polizcivcrordnung über den Lcbenemittelhandcl. Für den Landespolizeibszirk Berlin ist eine neue Polizeioerord- nung über den Lebensmittelhandel ergangen. Danach müssen die Räume, in denen Lebensmittel zubereitel und verkauft werden, trocken, hell, lüflbar und ausreichend beleuchtet sein, vor allem natürlich auch sauber. Die Benutzung dieser Räumlichkeiten zu Wohn- und sonstigen Zwecken ist verboten, ebenso diiri?» in ihnen weder Hund» noch Lotzen gehalten werden. Waren, durch deren Lagerbehandlung oder Dertaus Staub erzeugt wird, z. Ä. erd- daltiges Gemüse, Kartosseln usw., dürfen nicht zusammen mit fttschem Fleisch, Fischen usw. feilgehalten werden. Ferner werde,, sehr ins einzelne gehende Borschriiten für den Einzelhandel über die Behandlung der Nahrungs- und Genußmittel, Entnahme von Kost- proben sowie Bestimmungen über die Beförderung der Lebensmittel und für das Personal erlassen. Rationelle Arbeitsbeschaffung. Zur Herabminderung der Saisonschwankungen. Das An ich wellen der Arbeitslose nziffsr hol in der Oesfentlichteit den Ruf nach Notston deärbeiten laut werden lassen. Es wäre in der Tat jetzt an der Zeit, einmal etwas Genaueres darüber zu ersahren, wie es wii der Vorbereitung der Nolftandsarbeiten durch die Länder steht. Die Länder sind im»er- gangcnen Sommer vom Reichsorbeitsministerium angewiesen wortzen, mit Rücksicht aus dte damalige Besserung de?'.ärbeiismorktes die N o t st o n d s a r b e i t e n bis zum Eintritt de? Winters z n r ü ck- zu stellen. Gewiß macht der scharfe Frost im Augenblick manche Notstondsarbeit nahezu unmöglich. Aber das ist für die Behörden noch lange kein Grund, nun einfach die Hände in den Schoß zu legen. Das Wetter kann jederzeit umschlage» und damit Nolständsakbeiben, vor allem Erdarbeiten, möglich machen. Wenn auoh ein großer Teil der Arbeitslosen sich aus Saisonarbeitern rekrutiert, so muß doch damit gerechnet werden, daß sehr viele diese, Saison- orbetter auch bei einer Besserung des Wetters nicht wlgder schnell in Arbeit komme». Also heraus mit den Notstandsorliciteii! Auch bei Vergebung van Aufträgen mußren die Bc- Hörden die Saisonschwankungen berücksichtigen. Die Gemeinden, die Reichsbahn, die Post sind Auftraggeber, die bei einer rationellen Verteilung der Aufträge wesentlich zur Verminderung der Saisonschwankungen, zu einem gleichmäßigeren Verlauf des Be- schästigungsgrades beitragen können. Eine solche raiianellc Ver» tellunz der Austrüge läßt sich freilich nicht aus dem Handgelenk im- provisierrn. Die mutz gemeinsam beraten und durchgeführt werden. Aber wir haben ja einen S t ä d t e t o g und R« i ch s nt i n i- st e r! c n für Arbeit und Wirtschaft, die in diesen Fragen Initiativ« entwickelt, könnten. Es handelt sich freilich nicht um die„notleidende Landwirtschast", sonder» um die Verminderung des Elends großer Mafien von Arbeitern. Das sind Dinge, die scheinbar des Schweifes der Edel», die heute das Hcft in Händen haben, nicht wert sind. Es bleibt bei der dreitägigen Wartezeit. Die Beschlüsse der Reichsanstalt gelten. Die Bestimmungen über die Arbeitslosenversicherung sind ein schwieriges Kapitel für viele ein Buch mit sieben Siegeln. So ist die Verordnung des Reichsarbeilsminifters zur Aushebung älterer Vorschriften über die Wartezei t vom 17. Dezember allem Anschein nach gründlich mihoer standen worden. Es werden Beschwerden'darüber laut, daß der Reichsar- beitsniinister, obwohl der Präsident der Reichsanstalt bei Lerkündunz der Verordnung über die Wartezeit vom 2. Dezember erklärt l)obe, daß die verkürzten Wartezeilen bis zum 1. April weiterlausen sollen, am 17, Dezember mit einer neuen Verordnung die drei- t ä g i g e n Wartezeiten aufgehoben und für alle, die nicht ein« verlängerte Wartezeit durchzumachen haben, eine siebentägige Wartesrist festgesetzt habe, und zwar rückwirkend von 12. Dezember an. Der Reichsarbeitsminister Hab« sich damit glatt über die Zu- sage des Präsidenten der Reick)scnstalt hinweggesetzt. So liegen die Dinge nicht. In der Wartezeit gilt, was der Verwaltungsrat der Reichsanstalt beschlossen Hot, d. h. für die überwiegende Mehrzahl der Arbeiterschaft ist die Be- stimmung des Gesetzes, wonach die Wartezeit grundsätzlich sieben » Tage gu betrag« hat,«»ch nicht durchgeführt, sondern die bisher geltende Regelung von drei Togen aufrechterhalten worden. Dazu kommen dann noch die besonderen Ausnahme- de st im münzen für die Saisonarbeiter, die von einem Teil der Landesarbeitsämter bereits gemildert worden find, von allen Londesorbeitsamtern bei etwas gutem Willen und einer gc» neuen Handhabung der Bestimmungen sehr st a r k gemildert werden tonnen. Mit der neuen Berordnung des Derwaltungsratcs sind natürlich die alten Bestimmungen des Rcichsarbeitsminifters hinfällig geworden. Die häufigen Mißverständnisse über die Bestimmungen der Ar- beitslosenversicherung zeigen, wie ungeheuer wichtig es«st, daß jeder Mann, der sich mit den Arbeitslosenfragen beschäftigt, nn Besitze eines hieb» und stichfesten Kommentars ist. Der beste Wegweiser durch die Arbeitslosenversicherung ist der im Verlag des Allgemeinen Deutschen Gewerkschoftsbundes(Berlin S. 14, Inselstraße 6a1 herausgegebene Kommentar von Franz S p l i e d t und Dr' Bruno B r ö ck e r, der In den nächsten Tagen in neuer Auflage erscheint Herr Koch aniworiet. Verlegene Ausfluchte. Als Antwort auf unsere Feststellung, daß der Rcichsverkehrs- minister, der deutschnational-christliche Abgeordnete Koch, aus Par- tcirülksichte» tos Betriebsrötegesetz verletzt Hot, bringt die schwor- industrielle Telegraphenunion folgende Erwiderung: »Vom Reichzverkehrsministerwm wird hierzu erklärt, daß sich die Verordnung des Ministers aus den Paragraphen A des Be- triebsrätegesetzes stütze. Dieser Paragraph fordere die Bildung von Einzel- und G?sanrtbc!riebsräten in Anglcichung an den Aufbau der seweiligen Betriebe und berechtigte zu entsprechender Festsetzung auf dem Verordmingswcge. Das Reichsoerkehrsmini. sterium fei der Ansicht, daß sich liefe Bestimmung auch auf den Zeitpunkt des WahljahresLichtbtld>Th. Frankfurter Allee 48 Llllan Harrcy int Die tolle Lola Perneri BStiaenschan Schwarzer Adler Frankfurter Allee V) Harry L'edthc In: Wochcncnd Zauber Bühnen. chau ConcordiasPal ast AnJreasitraüe M Da« brennende Schiff QroUe hünnenechou WeltsKlno Mt Moabit W Uraul.ühmng: Wer wirft den cretea Stein? (Der Weg der Tränen) Die Unschnid ohne Kleid Südwesten Fiin-Fala� Kammersäle Teltower StraSe l— I Das Gchtlmnle des Abhä X t Das brennende Schiff Passa�enLichtspiele Neukölln, BergitraÜ« läl— Si Auturstehunic Ferner i Anf der Bdr.oe Ans« stattunysrevue jJ��Worden��f�Oeoundbninnan� Alexanderstraße 39-»OjSene,eIder Llchtsplele Zwei unterm Hlmmelazelt Am Senefelder Platt, Ecke Metier«trade Kach dem Roman d.„Öerl. lllustr.„Eddie Ps'i'io44 der Gehe mtresor Zeitung" mit: Mnrjf. Schlegel i ferner: Die geslohleneSensnilon ■■MMfcMi-ir■iii-- t.r i n i--- i i 1.7? ii-- rw 1• mm a»» mta m KristalUPalast Printenallec 1—6 Bnstcr Kenton, der Student OroCe BühneoacliHU Marlenbad'Palast BadstraBe 3J— 34 Paragraph 182, minderJSbrlx Der Ochefmtresor ßühnenschan Prinzen=PaIast Prinzenallee 42—43 Das xMädel aus dem Volke Buhneoschau „Alhambra" BadstraBe 58 Das K. u. K. Balletlmckdel BQ.inenschau HumboldtsTheater BadstraBe 19 Wer wirft den erkt.a Stein? BOhn'.nsdin« r Pankow 1 Silvester-Getränke PUNSCH-EXTRAKTE Bordeaux-, Rot-, RJtein-, Moielwcine, Sekt, Jamaika-Ruin, Arrak, Kognak, Weinbrände und telne LikGre In grober Auswahl- Apfel-, Beeren- u. Bowlenweine vom Fa6, Liter 1,30 M. an Silvester"Funsdi, Liter IM., fertig zum Gebrauch GEORG ANOREE, SM Tor Abtelhmg Cdallverkaaf Boriin C 25, Prenzlauer Straße 1>2 AUSSCHANK AM TOR VBier in Syphoni, 5 Ufer 5,15 M., Nürnberger Bode 7,25 M. Tivoli Lichtsplel-Th. Berliner StraBe 27 Dai Oebeimnl» dt* Abbe X m. Man. Alban! u. Wilh. 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Mit dem Lau diese» Werke» wurden meijr als 30 000 Menschen in neunzig verschiedenen Fabriken bcfchjftiflt 5000 Waggons zu je 60 Tonnen— 150 Güterzüge sü/ifflen den Lcrustcff in fünfzehn Monaten heran. 4000 Arbeiter wrkten Tag und Rocht in drei achlstündigen Schichten an der B?llandu.rg des Werkes. Dabei ist aber zu bemerken, daß bisher NU? die Halste des für den endgültigen Ausbau oorzeflchenen Kraft. raeckes sen! gestellt munde. Berlin hat durch die Schaffung diese» B rriebes eine erfreuliche Weitsicht bewiesen. 60 Millionen Mark .wurden im Hinblick auf di« Zukunft in einer wirtschaftlich ui, sicheren Zeit ausgebracht. Schon heute zeigt sich, wie richtig die Siadt gehcmdei? hat. Die Kopsleist» der Heu- tigeu Numme- der „Technik- zeigt die Ansicht des Kraft- werks Klingenberg von der Svre« aus. 2m Zusammenhang hiermit möge an die Boll- cndung des Acheu- fec krafilverks er- iimsrr werden. über die in de' ersten technischen Beilage de»„Bar- wärts" vom 7. Qk» tobcr d. I. eingehend berichtet wurde. Oester- reichs größtes Krastwerk wurde nm 20. Septmber d. I. iit Betrieb genommen. Es ar- beitet zunächst mit zwei Zwillings- Pelton-Rädern. die j« 15 000 PS. bei einem Arbeitsdruck von 40 Atmosphä-.... m ,,.. ren entwickeln- Dansben erzeugen drei einfache Pelronräder zusammen noch 24 000 PS. Die gesamte tleklrische Leistung beträgt 000 Kilowattampire. Durch dieses Kraftwerk wird Oester- reich euch Stromlieferant für das Ausland: die bayerischen Bahnen beziehe» hier für einen Teil Ihrer Strecken die notwendige Eueren«. Eine unserer Abbildungen zeigt d«u größten bisher in Deutsch- land erbauten Freiballon. Er wurde im Auftrage der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt Bertin-Adlershof b«i der Luftfahrzeug» gefellfchaft in Seddin erbaut. Sein Inhalt beträgt 0500 Kubikmeter. Bon der Unterkonte des Korbes bis zum Zenith mißt der Ballon rund 44 Meter, sein Durchmesser betragt 26,3 Meter. Mit diesem WWMWW» flüssige Gas eintreten kann: durch die Saugwirkung des Schoein-eins wird es dann genau so wie Abgase in unseren gewähnlichen Ofen» Heizungen nach oben befördert, so daß die Zündung des Motors in keinem Augsnlilick mit dem Gas in Berührung kommt. Ein elektrischer Wasscrstoffmesser zeigt Beginn und Ende des Ausströmens des über- ftüssigen Gases an. Die Probefahrten, die der Ballon vor kurzem durchführt«, zeigten, daß die Hoffnungen, di« man auf diese Koio- struktlon geseßt hat. berechtigt waren. Die Rotweickigkeit der Höhen- forschung ergibt sich aus der Tatsache, daß unsere flugtechnischen FÄch- lenti d«r Meinung sind, daß sich der Flugverkehr der Zukunit über in Betrieb genommen. In den Laboratorien der Elektrizltatsmdustrie iverden alle bei solchen Anlagen notwendigen Gerate eurer(chorfen Prüfung unterzogen. Eine unserer größten Trans? ormatorenfabnlen hat jetzt den größten Transjormalor der Welt ferliggestellt. Der Eisenkern dieses Ungeheuers wiegt allein 65 Tonnen, er übertmst damit selbst den bisher größten Umformer der Welt, der im Golden- bcrgwcrk der Rheinischen Elettrizitätswerte aufgestellt ist. Dieser Transformator hatte bereits ein Gesamtgewicht mit Oelfüllung von 120 000 Kilogramm. Das Gewicht des Oels allein beträgt 35 000 Kilogramm, die Höh« dieses Transiorinator» ist rund 5'.i Meter. Das Wesen der Tran-formaloren besteht darin, die von den Dynamos erzeugten relativ geringen Spannungen für den Ueberlandtranspoick der Äettrizstät über Drahtteitungen auf Hochspannung umzuformen und sie dann wieder am Gebrauchs»?! auf di« dort zur Anwendung gelangend» Berbrauchsspannung herunterzutransformieren. Man stellt die Transformatoren in%n Oekbad. well in lhn«n elektrisch« Verluste auftreten, die sich restlos in Wärm« umsetzen und ohne Kühlung zur Zerstörung d«r Apparat« führen tonnten. Do» Interessante bei diesen Geräten ist die Tatsache daß hier der Bersuch noch olles bedeutet, daß die rechnerischen Grundlagen bis zum heutigen Tag« noch nicht mit der gleichen Sicherheit festgelegt werden konnten wie«n der Mechanik. Ballon sollen physiologische Untersuchungen in den höheren Lust- schichten durchgeführt werden. Man will feststellen, unter weichen Bedingungen der Mensch In großer Entfernung vom Erdboden ohne Schädigung seiner Gesundheit leben kann. Man will weiter fest» stellen."wie bie Kälte, der Luftdruck und dl« Strahlungen auf den Menschen wirken. Mau wird in diese Gondel aber auch einen zehn- pferdigen Benzinmotor einbauen, um durch genaue Beobachtungen und Messungen zu der Konstruktion eines wirklich brauchbaren Höbenmorors zu kommen. Hier ist e» wichtig zu wissen, welchen Ein- fiuy Kälte und Llfftdruck auf das Gasgemisch und die Leistung des Motors haben. Do die Anwesenheit«mes Motors an Bord eines gewöhnlichen Freiballons infolge des an seinem unteren Teile aus, strömenden Gases zur Katastrophe führen müßte, hat man bei dem neuen Ballon, d«r auf den Namen„Bartsch v. Sigsfeld* getauft wurde, eine Konstruktion geschaffen, di« es ermöglicht, überflüssig werdendes Gas nicht mehr unten, sondern über dem Ballon austreten zu lassen. Man hat«inen Gasfchacht eingebaut, der den Ballon in feiner ganzen Länge wie ein Schornstein durchzieht. Der untere Teil dieses Schornsteins hat ringförmige Oeffnungen, durch die das über» den Wolken in erheblichen Höhen abspielen werde. Man spricht hier von 10000 bis 15 000 Kilometern. Aber erst die spstsmatische»r Forschungen werden die Richtigkeit dieser Ansicht beweisen»rüssen. Auf der Zeppelinwerst in Friedrichshofen arbeitet man äugen« diicklich an der Fertigstellung des neuen großen Amerika-Luftschiffes. Dieser Ballon, der die Werftnummer L D 12? trägt, wird einen Gasinhait von 105 000 Kubikmeter haben. Seine Gesamtlänge bc- trägt 236 Meter, sein größter Durchmesser 80,5 Meter. Das Luftschiff wird zur Beförderung vem 20 Personen sowie Fracht, Gepäck und Post von insgesamt 15 Tonnxn«mgerichtet sein. Aus eine Wieder- gäbe dieses Schiffes im Bild konnte verzichtet werden, da sein« äußere Form dem Q Z 126, das seinerzeit an Amerika geliefert wurde, ent- spricht. Die Führer- und Fohrgastgondel wird, wie bisher, nahe unter der Spitze«ingebaut, in dep Schiffsmitte werden auf jeder Seite zwei Leitengondeln und am Heck noelt eine Einzelgondel eingebaut. Jede dieser Gondein wird mit einem Maybach-V-I.-2-Motor mit unmittelbar angetriebener Luftschraube ausgerüstet. D«r Innenraum des Schiffskörpers wird, wie bisher, sür die Aufnahme von Gaszellen in 17 Abteilen unterteilt. Der Aktionsradius des Schiffes soll 10 000 Kilometer betragen, die Maschinen werden ihm eine Geschwindigkeit von 128 Kilometer in der Stunde erteilen. Als Betriebsstoff wird neben Benzin vor allem Gas dienen. Dieses Gas wird im unteren Teil des Schiffes in besonderen Zellen untergebracht, während das eigentliche Troggas den oberen Teil des Schiffes einnimmt. Das Kraftgas ist etwa so schwer wie Luft, so daß beim Verbrauch dieses Treibmittels leiste Austriebsänderungen eintreten, ein Umstand, de? ur die Führung des Luftschiffe» von großer Bedeutung ist. Die äume werden vornehm, aber zweckmäßig ausgestaltet sein. Da» Schiff wird, wie alle modernen Wftschiff«, sowohl für die Landung am Most wie am Boden eingerichtet. Die Alchilduna am Schluß unsere? heutigen Beilage stellt da» eigenartige Schr.ellschiss„Forelle", das der Ingenieur Boerner in Dresden gebaut hat, dar. Dies« sehr interessante technische Aon- strukkion verdankt ihr« Entstehung im lvefentüchen der Beobachtung von Fischen. Poermr sah. wie di» Forelle im reißenden Wasser gegen den Strom feststeht und dennoch kaum die Flossen bewegt. GletchzeUIg aber macht sie sehr hef- tig« Beweaungen mit den Kiemen. Der Fisch schluckt Wasser und stößt es durch die Kie- men wieder au». Dadurch überwin- det di« Forelle den Widerstand der Strömung. Difie Beobachtungen nutzte Boerner nun bei der Kon- struktion seines Schiffes aus. Er brachte am Bug unter der Kiellinie eine Oeff- nung an, welche mit dem Schlund des Fisches zu ver- leichen ist. In die ffnung setzte er die Schifseschrau- b« hinein, hie ihren Antrieb durch den Motor erhält. Das dann von der Schiffs- schraube angesaugte Wasser wird durch dahinter befindliche kiemenqrtige Oeffnungen wieder herausgestoßen. Dadurch wird genau so wie bei der Forelle der Widerstand gegen den Strom erheblich vermindert. Wir haben es hier zunächst mit einem Probe- schiff zu tun, dessen Prüfergebniss« nunmehr ausgewertet werden können. Es ist durchaus mögüch, daß mit Hilfs des Aoernerschsn Prinzip» erhebliche Geschwindigkeiten bei relativ geringem Kraft- aufwand erreicht werden können. Eine interessante Einrichtung hat die Lusthansa fiip ihren Wasser- flugverkehr eingeführt: ein Schwimmdock für DWMIWMWWMWWWWWW Das Zu-Wassör-bringen und Auschem-Wasser-herausneKnen der Immer größer werdenden Flugzeuge ließ solche Einrichtungen als notwendig erscheinen. Da» erste in Lübeck erbaute Schwimmdock dieser Art hat eine Länge von 40 Meter, eine Gesamtbreite von 25 Meter: feine Tragfähigkeit beträgt 100 Tonnen, es kann in einer Stunde ein Flugzeug docken. Im Frühjahr 1927 machte die erste Hochdruck-Dampflokomolive der Welt zwischen Berlin und Magdeburg ihr« Probefahrten. Es ich hier t handelt siö um eine umgebaut« Schnellzugslotomotive. bei der der gewöhnliche Kessel durch einen Hochdruckkessel ersetzt und ein neuer Hochdruckdampfzylinder eingebaut wurde. Die Bcrfuche ergaben gegenüber der gleichwertigen Schnellzugslotomotive alten Typs eine KohlenersparnI« von 30 Prozent bei einer mittleren Leistung von 1000 PS am Tender-Zughaken. Die höchst« mittler« Leistung betrug rund 1350 PS. bei geringerem Dampfverbrauch gegenüber 1080 PS. der geevöhnlichen Schnellzug»- lotomativ«. Man hofft, durch wziter« Verbesserungen noch«ftpa eine zehuprozentige Brennstoffersparni» zu erzielen. Auf per Strecke MjjWWWWWMMM rde m Die' � lokomotiv«. Berlin-i-FUrst«nberg wurde in diesem Jahre zum erstenmal auch noch«ine Kohlen st oubfeuerungiloto motirc In Betrieb genommen- Beginnt 2. Januar 1928 INVENTURAUSVERKAUF Gediegene Stoffe Ms 60 70 billiger. Paletots mit Samtkragen... 45. Gehrock-Paletots........ 56. Reise-Mäntel............ 42. Imprägnierte Mäntel...... 38. JUnglings-Mäntel......... 34. Kontroü-Maß-Anzüge, gut verarbeitet und tadellos sitzend, von 88 M. an. an an an an an an an an an Beste Verarbeitung! Ulster mit Gurt......... 38. an Schlüpfer............. 29.- an Bayr. Lodenmäntel...... 26. an Gummi-Mäntel