Morgenausgabe Nr. 615 A 314 44. Jahrgang Wöchentlich /O Pfennig, monatlich 2.— Reichsmart, m» voraus zadlbar. Unter Streifband rm Kn» und Ausland 5.50 Reichsmark pro Monat. Da„Vorwärts� mtt da tllustriu» ten Sonntagsbeilage.Volk und Zeit� fowie den Veilagen.Unterhaltung und Wissen-.Aus da Filmwelf. »Stadtbeilage-.Frauenstimme". .Der Kinderfreund-.Zugend-Dor» rvärts-.Blick in die Büchenvelt". .Kulturarbeit- und.Technik" erscheint wochentäglich qweimal. Sonntag» und Montags einmal. Berliner Voltsblatt Sonnabend 51. Dezember 1922 Groß-Äerlin lO pf. Auswärts 15 pf. Dl»( l n t p a 1 1 1 g r Nonpareille'? II» 80 Pfennig. Reklame, eile 8.— Reichs- mark.»leine Anzeigen" da» ieltgc» druckle War! 28 Pfennig lzulalsig zwel iellaedruckle Worlef. lehes meliere War! 12 Pfennig Slcllengeiuche da» erfle Morl 18 Piennig. lede» weller» WoN 10 Pfennig Worle üder 18 Buchstaben zählen für zwei Won« Ardeflsmarki �eile 80 Pfennig Fomilfonzeigen für Adonnrnlen Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. annodm» fm 5>auptgcschafl Linden. strobeS. wochcnlögl. oon S'/, bis 17 Uhr. Zenivalorgan der Gozialdemotvattschen Partei Neutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297 Telegramm-Adr: Sozialdemokrak Berlin Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkomo: Berlin 87528— Bonkkonio: Bank der Ardciler. Angesiellicn und Beamten Wallsir. 65. DiLkonio-Gelellschasi, Depostienkasse Lindens» S Reujahrsbotschast von Labour. Henderson und Macdonald über das kommende Wahljahr. London. 30. Dezember. tEigcnbenchl.) In seiner Neujahrsbotschaft an die britische Arbeiter- schoft stellt der Generalsekretär der Arbeiterpartei und Präsident der Arbeiter-Internationale Arthur stenderson sest, daß das vergangene Jahr für ungezählt« Arbeiter ein Jahr der Ent- behrungen gewesen sei. Auf die beporstehendc» Neuwahlen anspielend, spricht Henderson die stossnung aus, daß das Jabr l9M die Arbeiterpartei instandsetzen werde, der Bevölkerung größere praktisch« Dienste als jemals in ihrer bisherigen Geschichki zu er- weisen.„Ein Sieg der Arbeiterpartei," so fährt sten- derson wörtlich fort,„wird den Massen der Arbeiterschaft und ihren Fumilien solche Aussichten auf eine Berbesserung ihrer Verhältnisse und Erfüllung ihrer Wünsche bringen, daß dps Jähr liW für sie ein glücklicheres sein wird als da» vergangene Jahr." In ähnlicher Weise betont Ramsay INocdonold in seiner Neu- sahrsbotschaft an die Partei, daß das Jabr 1928 sich als eine Wendung In d e r Geschichte der Arbeiterpartei erweisen werde.' Macdonald fordert deshalb die Partei auf, alle Sonder- bestoebüngen und Wünsche hinter die Notwendigkeit der Partei- esnigkeit zurückzustellen,„ssialls unsere Anhänger," so schließt die Botlchaft wörtlich,„in solcher Art der Partei dienen, so werd.'n die nächsten Wahlen, die unmöglich länger als ein Jahr hin» u s g escho b e n- werden können, eine sieghafte Dermehning der sozialiftischen Stimm«» und dl« Wiederkehr einer Arbeiler» regierung Mit sich bringen."_ �echisfleg bedeutet Meinlandbesetzung Deshalb wünschen ihn die französischen Nationalisten. Welche deutsche Regierung ist den französischen Nationalisten am liebsten? Diese Frdge ist eigentli-ch durch die eindeutige Sprache der Tatsachen längst beantwortet: Seit dem Eintritt der Deutsch- nationalen in dos Retchslabinett ist die Frag« der Rheinland- räumung und der Rückgab« des Saargebiets um keinen Schritt weilergekommen. Strefemann ist seit der Bildung der Bürgerblockregierung nicht weniger als viermal in Genf mit Driand zusammengekommen: aber weder-im März noch im Juni, noch im September, noch im Dezember 1927 sind die Btthandlungen von Thoiry wieder aufgenommen worden. Und was das Tollste ist: die D e u t s ch n a t i o n a l e n haben sich mit dieser Tatsache läng st abgefunden, sie verlangen gar nicht von ihrer Regierung, daß sie das Problem der Rheinlandräumung auswirst! Diese Zurückhaltung ist von den französischen Ratio- nalisten längst erkannt worden. Sie machen daher kein Fehl mehr daraus, daß ihnen die gegenwärtige deutsche Bürgerblock- regierung viel bequemer ist. Mit dankenswertem Zynis- Nius hat es soeben der bekannte Außenpolitiker des„Echo de Paris" Perlina x ausgesprochen. In einer Betrachtung über die kam- Menden Wahlen in Deutschland und Frankreich polemisiert er gegen die Poriser Linkspresse, die einen Sieg der deutschen und jranzösi- schen Linken im Interesse des Friedens und der deutsch-französtschen Berstöndigung wünscht. Das führende Blatt der französischen Ratio- nalisten. ist anderer Ansicht. Es wünscht nicht nur den Sixg der französischen, sondern auch der deutschen Rechten. Warum? Pertinax spricht es ossen aus: Roch einem Sieg der deutschen Linken würde die neue linksgerichtete Reichsregierung„sasortige außenpolitische Erfolge" erstreben und erzielen. Sie wäre„viel ungeduldiger" als die gegenwärtige Regierung Marx-Stresemannstergt! Einer deutschen Links regierung, das ist der klare Sinn der Auslassungen Pertinax', könnte man die Rheinlandräumung nicht läng« verweigern, während man es mit der gegenwärtigen Rechtsregierung viel bequemer hak: sie forderk gar nicht», sie ist viel geduldiger, sie wagt gar nicht einmal, das Problem der RhelnländrWInüng anzuschneiden!' Die deutschnationale Press« hat diese Bekenntnisie des„Echo de Paris", dieses rpillesten unter den deutschseindlichen Blättern, mit sichtbqrem Wohlbehagen abgedruckt, weil sie offen- . bar ihren Zweck nicht begriffen hat: Sie hat darin nur eine„Sym- pathiekundgebung" für die Bürgerblockregicrung erblickt, aber das vernichtende Urteil nicht erkennt, das in dieser sorgenvollen Warnung vor den Folgen eines Sieges der deutschen Linksparteien enthalten ist. Der Tatbestand ist jetzt völlig klar: Die sranzöstschen Nationalisten und Militaristen, die das Rheinland nicht ver- lassen wollen, wünschen der„geduldigen" Bürgerblockregiorung möglichst langes Leben: ttzrnn solange die Westarp-Partei im Kabinelt vertreten ist, wird die Räumungsfrage nicht einmal angeschnitten werden. Bürgerblocksorgen in Prag. Ministerpräsident Schwehla erkrankt. Prag, 30. Dezember.(Eigenbericht.) Innerhalb des tschechlsch-deutschen Bürgerblocks beginnt es bedenklich zu kriseln. Die Gegensätze zwischen seinen klerikalen und dem agrarischen Teil, der die übrigen Parteien im Schlepptau führt, werden immer stärker. Boll befriedigt von der Koalitionsarbeit sind eigentlich nur die tschechischen Agrarier, die Partei des Ministerpräsidenten, die vom Zollgesetz angefangen, ihre Machtposition fast ausschließlich für ihre eigenen Partei- und Standesinteressen mißbrauchte. Die deutschen Regierung s- Parteien fühlen immer stärker den Druck der Opposition gegen ihre Politik, die nicht nur schärssten antisozialen Charakter zeigt, sondern auch national sich säst durchaus rückschrittlich auswirkt. Die Situation innerhalb der Regierung wird jetzt dadurch verschärft, daß Ministerpräsident Schwehla nicht uiibedenklich ertrankt ist und wahrscheinlich aus einige Monate zur Erholung ins Ausland fahren wird. Sein Stellvertreter, der päpstliche Prälat Schrämet, Hot den Widerstand fast sämtlicher nichtklcrikaler Koalitionsparteien gegen sich, andererseits wird er, von seiner Partei gedrängt, das Interregnum sicher dazu benutzen wollen, das Steuer noch mehr nach der christlich-sozialen Seite hinübcrzuwerfen. Der Bürgerblock in der Tschechoslowakei steht auf außerordentlich schwachen Füßen. Oer Kampf um die Sozialversicherung. Prag, 30. Dezember.(Eigenbericht.) Seit Monaten bildet die Frage der Abänderung der Sozial- Versicherung dos chaupttampsobjekt zwischen Regierung und Opposition. Die beabsichtigt« Verschlechterung des die Arbeitrrschost ohnehin nicht befriedigenden Gesetzes war auch eine der HauptürsacheN der Annäherung zwischen den sozialdemokratischen Parteien, des Landes. Der sozialdemokratische Reichs- kongreh im Januar, an dem auch die nicht tschechischen sozial- demokratischen Parteien teilnehmen werden, wirst auch in dieser Richtung bereits fein« Schatten voraus. Es verlautet nämlich, daß die Reg.enmgsparteien den Entwurf in der vorliegenden Form aus- zugeben und Konzessionen besonders hinsichtlich der cheim- und Saisonarbeiter zu machen entschlossen sind, die aus der Bersicherung ausgeschlossen werden sollten. Auch auf dem Standpunkt der Parität zwischen Unternehmern und Arbeitern in der Ber- waltung der Krankenkassen scheinen die Regierungsparteien nicht mehr zu beharren. Die bulgarische Amnestie". Nach russisch-bolschewistischem Muster.— Nur wenig politische Gefangene freigelassen.— Es wird weiter verhastet. Sosia, 30. Dezember.(Eigenbericht.) Anläßlich des Neujahrstages wurden durch einen königlichen Ukas gegen 250 Gefangene begnadigt: davon 61 völlig, die übrigen erhielten Strafmilderung. Der allcrkleinsteTeildcr Begnadigten sind politische Gefangene. Ovgleich sich fast die gesamte Opposition für eine breite Amnestze ausgesprochen hatte, blieb die Regierung also wieder unerbittlich. Dagegen durchsuchte die Polizei in der Donaustadt Rustschuk das Klubgebäude der unabhängigen Gewerkschaften und vcr-ho stete 42 Arbeiter Oer neue Leiter der GPLl. Die Meldung, V'ß an Stell« des bisherigen Bolkskommissars für das Bildungswesen Lunatscharski, der langjährige Leiter der Tscheta(GPU.) Menschinsti ernannt sei, mußte das größte Be- fremden hervorrusen. Wie behauptet wird, soll die Erklärung für diese eigenartig« Ernennung in dem Umstände zu suchen sein, daß die Sowjethochschulen in politischer Hinsicht nicht besonders zuoer- lässig sind. Bekanntlich hat auch die Zarenregierung mehr als einmal bei Ernennungen von Ministern für das Bildungswesen sich von volizffilichen Gesichtspunkten leiten lasien. Die Versammlung, die die Oppositionellen im Moskauer Technischen Institut veranstaltet haben, scheint di« Maßnahme der Sowjetregierung zu rechtfertigen. Programm und Taktik. Die Beschlüsse des französischen Parteitages. Paris. 30. Dezember.(Eigenbericht.) Auf der Tagesordnung des Kongresses der französischen Sozialistischen Partei, der vom 26. bis 29. Dezember in Paris stattgefunden hat, standen zwei Hauptpunkte, das Pro- ramm und die Taktik. Nur der zweite Punkt ist er- edigt worden. Da die Programmkommission, die von dem Parteivorstand Anfang des Jahres ernannt wurde und in der der rechte Flügel keine Vertretung hatte, mit ihrer Arbeit nicht fertig geworden war und dem Kongreh keinerlei Projette unterbreitete, mußte man sich daraus beschränken, von den Grundlinien Kenntnis zu nehmen und im übrigen eine neue erweiterte Kommission zu ernennen, die den Austrag erhielt, das Programm so rasch wie möglich auszuarbeiten. Nur in der Finanzfrage konnte der Kongrejz einem fertigen Text zustimmev, weil der frühere Präsident der Finanzkommission der Kammer, Auriol, die nötigen Vorarbeiten gemacht hatte. Angesichts der außerordentlichen Wichtigkeit, die gerade diese Frage auf dem Gebiet der Innenpolitik hat, ist dadurch das magere Ergebnis der Programmdiskussion etwas ver- schleiert. worden. Um den vom Kongreß cinstlmmig gut- geheißenen Entwurf Auriols ist in der Presse ein heißer Kampf entbrannt. Während die einen darin die Abkehr der Sozialisten von der Kapitalsabgabe sehen und die„weise Mäßigung loben, die die Sozialisten gezeigt hätten, stößt eins der Organe der französischen Hochfinanz, das von dem schwer- industriellen Abgeordneten Poncet geleitete„Bulletin Econo- mique" gellende Warnrufe aus, indem es schreibt:„Achtung, dieses neue Projekt der Sozialisten ist viel gefährlicher als das alte, viel sozialistischer, viel revolutionärer." In Wirk- lichkeit bedeutet der von Auriol, Blum, Bedouce und Anto- nelli, den vier Finanzsachverständigen, die eineswegs immer einer Meinung waren, ausgearbeitete Entwurf weder eine völlige Preisgabe der Kapitalsabqabe noch eine uneinge- schränkte Aufrechterhaltung des Entwurfs von 192S. Die finanziellen und wirtschaftlichen Umstände haben sich genügend geändert, um eine Anpassung der sozialistischen Finanz- forderungen an die neue Lage nicht nur zu rechtfertigen, son- dern unerläßlich zu gestalten. Das Wort„Kapitalsabgabe" findet sich nicht mehr in dem Entwurf, weil es sich bei der jetzigen Formulierung vielmehr um eine„Umschichtung der Vermögenssteuern" handelt. Die Wirkung, die der von dem Parteitag gefaßte Entschluß in den Rechtskreisen auslöste, hat gezeigt, wie klug'der Kongreß handelte, als er dem Bericht und Entwurf Auriols zustimmte. Größeres und leidenschaftlicheres Jntersie als für das Programm hat der Parteitag für die F r a g e d e r T a k t i k gezeigt. Die Auseinandersetzungen in der sozialistischen Presse und bei den verschiedenen Bezirksparteitagen hatten bewiesen, daß vielerlei Meinungsverschiedenheiten be- ständen. Der Resolutionskommission des Kongresies gelang es verhältnismäßig rasch, sich über die Taktik im e r st e n Wahlgang zu verständigen, da auch diejenigen, die den ein- zelnen Bezirksverbänden eine gewisse Freiheit lassen wollen, sich damit einverstanden erklärten, daß die materiellen Er- wägungen ausschlaggebend sein dürften, wenn in dem einen oder anderen Kreis kein Kandidat aufgestellt werden sollte. Wenn das ausdrücklich in dem vom Kongreß gefaßten Be- schluß— der p r i n z> p i e l l die Aufstellung von Kockdidaten in allen Kreisen fordert, jedoch Ausnahmen vorsieht— betont wird, so Deshalb, um möglichen politischen Kombi- Nationen vorzubeugen, die da oder dort zu Abmachungen für den ersten Wahlgang führen können. Viel schwerer war es, sich über die T a k t i k i m z w e i° ten Wahlgang zu verständigen. Daß der Kongreß, der Donnerstag mittag 2 Uhr zu seiner Schlußsitzung zusammen- getreten war, bis 6 Uhr warten mußte, ehe im Namen der Resolutionskommission Blum endlich den Bericht erstatten konnte, ist ausschließlich auf die sehr lange, heftige Diskussion zurückzuführen, die in der Kommission im Zusammenhang mit dem Vorgehen im zweiten Wahlgang entbrannt war. Bracke, Zyromski und ihre Freunde hätten die Partei gerii auf einen Beschluß festgelegt, durch den die Bezirksorgani- sationen aufgefordert worden wären, im zweiten Wahlgange für den Kommunisten gegen die Radikalsozialisten einzu- treten. Dagegen haben sich Paul Boncour, Grumbach und Renaudcl heftig gewehrt, indem sie zwar die Möglichkeit eines Eintretens für den Kommunisten nicht ohne weiteres ab- lehnten, wenn es kein anderes Mittel gebe, den Reaktionär zu schlagen, jedoch im allgemeinen den Vorzug für den Radikalsozialisten forderten, wenn dieser nicht zu der natio- nalistischen Franklin-Bouillon-Richtung gehöre. Bei der Dls- kusfion stellte sich heraus daß die Lage in den verschiedenen Wahlkreisen die mannigfaltigsten Möglichkeiten zulasie. Daß es schließlich der Reso!utionsk»mmission nach einigem Widerstand Zyromskis am klügsten erschien, dem von. der Mehrheit des Seine-Berbandes angenommenen Text Blums zuzustimmen, der sich darauf beschränkt, die Parole auszu- feben, im zweiten W a h l g a n g alles daranzu» etzen, die Realtiou zu schlagen, beweist, daß der Lugenbeegs neuester Reinfall Luxemburger Z�esalution und Genfer Abrüstungsregelung. „D i e SPD. fürKontrolledesPheinlandes." So lautet die Ueberschrift eines Artikels im, ,�c»kol-Anzeiger". in dem die Veröffentlichung des fozialdempkratifchen Partei- Vorstandes über die Luxemburger Resolution kommentiert wird. Es hat wohl keinen Zweck, sich hier mit den Hugen- bergfchen Verdrehungen auseinanderzusetzen. Die Leser des „Vorwärts" haben sowohl die Resolution wix auch ihre Er- läuterung gelesen, und aus beiden geht eindeutig hervor, daß die Vertreter unserer Partei sich in Luxenrburg mit den ausländischen Genossen völlig darüber geeiuigt Haiden, erstens, daß das noch besetzte Gebiet baldigst geräumt werden müßte; zweitens daß ein Sonderregime für das Rheinland nur in der Form einer zivilen Kommission und nur für die Zeit bis zum Ablauf der normalen Besetzungsfrist in Frage käme, im übrigen aber einer internationalen, gegenseitigen, vertraglichen AbrüstunAS- kontrolle des Völkerbundes über al.le Län- der schnellstens zu weichen hätte. Den Lesern des„Lokal-Anzeigers", die die Erklärung des Parteivorstandes nicht kennen, kann man natürlich das Gegenteil vorlügen, wenn man über die nötige Gewissen- losigkeit oerfügt. Die Behauptungen des Hugenberg-Blattes sind aber nicht nur verleumderisch, sie sind obendrein reichlich ungeschickt. Denn sie zeugen von einer totalenUnkennt- nis der eigenen Regierung. Drei Wochev nach der Luxemburger Konferenz wurde i n Genf die Uebertragung der deutschen Ab- rüstung auf den Völkerbund geregelt. Das von Stresemann unterzeichnete Dokument vom 11. Dezember 1926 besagt:, „Die Milit-ärtontrolle des Völkerbundes soll sich auch auf die in Art. 42 und folgenden des Friedensvertrages vorgesehene Entmililarisierung der Rheialande erstrecken." Vier Wochen nach diesem von Stresemann(und Hin- d e n b u r g) gebilligten Abkommen sind die Deutsch- nationalen in die Reichsregierung eingetreten, nachdem sie durch Annahme der„Richtlinien" die bisherigen außenpolitischen Verpflichtungen Deutschlands ausdrück- lichanerkenuen und sich zur F o r t s e tz u n g d e s b t s- herigen außenpolitischen Kurses ausdrücklich verpflichten mußten. Allerdings besteht ein U n t e r s ch i e d zwischen der sozial- demokratischen Resolution von Luxemburg und den Regie- rungsbeschlüssen cum Genf. Und zwar: die S o z i a l d e m o- k r o t e n wollten als Organ des Völkerbundes, das von Fall zu Fall auf Anweisung aus Genf eine Jnvestigation im Rhein- lande vornehmen Sollte, eine zivile Kommission vorschlagen. Die Reichsregierung hat für solche?inoestiaationen M i l i- tärkontrol teure des Völkerbundes arzeptiertl Aber weiter: Die Sozialdemokraten wollten, daß diese Kontroll« im Rheinlande spätestens im Jahre 1935 ihr Ende finde, erstrebten aber ihre Verallgemeinerung, ihre Ausdehnung auf alle Völkerbunds stallten im Zusammenhang mit der geplanten internationalen W- rüstungskonvention. Da die Abrüstungskonferenz normaler- weise lange vor 1935 ihr Werk beendet haben müßte— sie soll ja noch im Jahre 1928 stattfinden—, würde auch die zivile Völkerbundskommission für das Rheinland entsprechend früher aufgehoben werden. Wird die internationale, gegen- seitige Kontrolle der Durchführung der Abrüstung nicht be- fchlossen, so wäre das vom sozialistischen Standpunkt aus nur zu bedauern; aber dann hätte nach der Luxemburger Resolu- tion jede Kontrolltätigkeit im Rheinland spätestens 1935 auf- hören müssen. Nach der Genfer Regelung dagegen soll das Jnvestigatiönsrecht des Völkerbundes im Rheinland zeit- lich nicht beschränkt sein. Und damit haben sich die Deutschnationalen bei ihrem Regierungseintritt e i n v e r- st a n d e n erklärt. Schließlich: Für die Verfasier der Luxemburger Resolutton war die Bildung der zivilen Kommission ein Mit- tel, um die vorzeitige Rheinlandräumung zu erleichtern. Dagegen hat die Reichsregierung der Genfer Regelung zugestimmt ohne jegliche Gegenlei st ung, ohne die Frage d e r R h e i n l a n d r ä u m u n g bei dieser Gelegenheit überhaupt zu erwähnen! Bei dieser Gelegenheit wirft der„Lokal-Anzeigsr" der Sozialdemokratie vor, daß sie von einem französischen„B e- f o tz u n g s r e ch t" spreche und dieses somit anerkenne. Das Hugenberg-Organ deklamiert; Laut Art. 431 besteht dieses Besetzungsrecht„längst nicht mehr", da Deutschland alle seine Verpflichtungen bereits erfüllt hat. Aehnlich die„Tägliche Rundschau", die der Sozialdemokratie gleichfalls ihre Luxem- burger„Extratour" vorwirft, ohne allerdings in den ver- leumderifchen Ton des„Lokal-Anzeigers" zu verfallen, der uns nachsagt, wir seien„der These der französischen M i l i- t a r i st e n von einer Fortdauer des Besetzungsrechts bei- getreten". S ch m i ere n k o mö d i a n t e n! Was haben denn die Deutschnationalen b i s h e r g e t a n, um ihre angebliche Auf- fafsung, daß Frankreichs Besetzungsrecht erloschen sei, durch positive Handlungen zu bekräftigen?/ Seit fast einem Jahre sitzen vier deutsch nationale Minister im Reichskabinett. Ist in dieser Zeit auch nur ein ein- ziges Mal ein offizieller Schritt erfolgt, um diese Rechtsauffassung vor der Welt zum Ausdruck zu bringen? Nichts i st geschehen, ja. es wird seit einem Jahre über die Räumung der besetzten Gebiete nicht einmal mehr verhandelt. Die Bürgerblockregierung hat zwölf Mo- nate läng das fortdauernde Besetzungsrecht Frankreichs allein durch ihre Passivität stillschweigend anerkannt. Es ist aller- Vings leichter, die deutschen Sozialdemokraten zu veirle U m- den, weil sie gemeinsam mit den ausländischen Bruder- Parteien die besten Mittel und die schnellsten Wege suchen. um der von ihnen gemeinsam verworfenen Besetzung«in Ende zu machen!......................... ■ v-iayi'•*/. Eine sensationelle Spionageaffäre. LSS Millionen gen für Verrat Rußtands an Lapau? Kongreß in die einzelnen Bezirksverbände das Vertrauen setzt, diejenigen Beschlüsie zu fassen, die dem festgesetzten Ziel der Partei am dienlichsten sind. Selbst die auf dem dies- maligen Kongreß beinahe ganz verschwundene botschewi- sierende Gruppe um Maurin. die die Einheitsfront mit den Kommunisten gefordert hatte, wagte es schließlich nicht, gegen die Vorschläge der Resolutionskommission zu stimmen, son- dcrn enthielt sich der Abstimmung. Die Verachtung, mit der der Kongreß das„offene Einheitsfront-Angebot" der Kommunistischen Partei als politische Hochstapelei kennzeichnete und ohne jede Antwort ließ, hat der Debatte über die Taktik der französi- schen Sozialisten bei den kommenden Kammerwahlen den Stempel aufgedrückt. Die Partei geht allein gegen die Reaktion vor. Ohne gemeinsames Programm, sei es mit den Radikalen, sei es mit den Kommunisten, wird sie im zweiten Wahlgang, wenn sie keine Aussicht mehr hat, ihren eigenen Vertreter durchzubringen, für denjenigen Kandidaten stimmen, der ihr am geeignetsten erscheint, die Fortführung des gegenwärtigen„Ein-Viertel-Links, Drei-Diertel-Rechts- block" zu verhindern. Das ist der praktische Sinn der von dem Kongreß gefaßten Beschlüsse. Guerard, den Dolch im Gewände... Schauerliche Enthüllungen in Hilgenbergs„7!achta»isgabe" Einen Tag zu früh ist im Hause Hugenbcrg Silvester ausgebrochen. Gestern abend las man in der Nachtausgabe: Marx soll durch Intrige gestürzt werden. Der Zcntrnmsabgeordnete von Gucrard interessiert sich für den * üqnzlerpostcn.— Marx soll überrascht werden.— Die Sozial- demokratle fürchtet die Radikalisierung ihrer eigenen Partei durch ' Neuwahlen. Darunter wird spaltenlang, nur durch einige aufregende Zwischen- zeilen unterbrochen, erzählt, daß der Zentntmsvorsiycnde v. Guö- r o r d Im Bunde mit dem Genossen Lobe draus und dran sei, Marx als Reichskanzler um die Ecke zu bringen. Die Sozialdemo- traten hätten gräßliche Angst vor den Neuwahlen, weil sie eine Radikalisierung ihrer eigenen Partei befürchteten, und darum wollten sie gar keine Wahlen, sondern lieber gleich ein« große Koalition. Guörabd werde Reichskanzler, Gen. Keil Reichssinanzminister werden, auch die anderen Portefeuilles>ei«n schon verteilt bis auf «ins, das man der— Wirtschaftspartei vorbehalten habe, wenn sie mitmachen will. Kurz und gut, qlica ist fertig, nur der arme Marx nteiß nichts davon. Aber in'„maßgebenden parlamentarischen Kreisen der Rechten kennt man diese Besprechungen in allen 'Einzelheiten", ja man ist sogar bereit, die Sozialdemokraten vor den Wahlen auch noch ein bißchen regieren zu lassen. Schau, schau! Bon den maßgebenden parlamentarischen Kreisen der Rechten ist es nicht nett, daß sie dem guten Marx die Einzelheiten, die sie kennen, vorenthalten haben, so daß er seine Zukunft erst aus dem Nachtgesäh Hugenbergs crjohrcn muß. Im übrigen: Hätte sich die Sozialdemokratie in die Rolle be- aeben, die ihr hier angedichtet wird, so müßt« sie ebensoviel Tinte getrunken haben, wie der Dichter dieses politischen Schauerromans offenbar gestern schon Punsch getrunken hat. Ein Berlag freilich, der solche von A bis Z erfundene Geschichten einem gläubigen Lese- püblikum für 15 Pfennige pro Stück verkauft, stveist damit schon die Grenzen des Betrugs. Schulliederbücher der Republik. Fori mit den Fürstenliedern t Kultusminister Dr. Becker macht in einem Runderlaß die Schulbehörden darauf aufmerksam, daß sich in den Schullieder- büchern gelegentlich noch Lieder finden, die im Hinblick auf die geltend« Staatgsorm zu Bedenken Anlaß geben, daß dagegen Lied«.',. die den Geist des Volks st aates zum Ausdruck bringen, nur selten oder gar nicht in den Liederbüchern stehen. Wie der Amtliche Preußische Presiedienst mitteilt, hat Minister Becker deswegen die Schulbehörden ersuch!, diesen Zustand zu beseitigen, wozu insbesondere bei der Genehmigung neuer ode.' zum Neudruck bereits zugelassener Liederbücher Gelegenheit sein werde. Auch bei der Auswahl solcher vaterländischer Lieder dürfen nur nach Text und Musik we.'tvolle Stücke be- rücksichttgl werden. Ohne Zweifel würden sich— etwa unter den Liedern der achtund vierziger Jahre, aber auch unter solchen der neuesten Zeit— einige finden lassen, die allen berechtig- ten Ansordc.'ungen entsprechen. Das Gerichtswesen in der Sowjetunion. praktische Immunität von Kommunisten. Aus dem 15. Kongreß der KP. der Sowjetunion entstanden nach dem Bericht de? Kommissatriots der Arbeiter- und Bauerninspektion DebatteiWüber den Stand des Gerichtswesens in der Sowjetunion. Der General st oatsanwalt Krylenko führt« eine Reihe von Beispielen an. die die Schwierigkeiten der Anklageerhebung gegen Personen, die einen verantwortliche» Posten bekleiden oder der kommunistischen Partei angehören und die sich der Gesetzes- Überschreitung schuldig gemacht haben, veranschaulichen. So hat die Staatsanwaltschaft sich lang« bemüht, die ver- ontwo etlichen Leiter einer Behörde zur Berontwor- wng zu ziehen, an die sich die Bauern im Laufe eines Jahres ver- geblich gewandt haben, um die bestellten Tvattorentellc oder wenigstens eine Antwort bezüglich des Geldes, das sie gleichzeitig .mit der Bestellung eingesandt hatten, zu erhallen. Nur dank der Energie des Stoatsomoalts war es möglich, die betreffenden Per- fcmen vor Gericht zu stellen, dos st« zu einer zweiwöchigen Haft ver- urteilte. In einem anderen Prozeß wegen Amtsverbrechen, der in einen. Minsker Gericht verhandelt werden sollte, erhielt die Staatsonwaltschast die Antwort,„daß der Angeklagte Arbeiter und Parteimitglied sei und ein gerichtliches Verfahren in diesem Falle unzweckmäßig wäre". Noch Ueberwindung großer Schwierigkeiten ist es der Staatsanwaltschaft gelungen, die Angelegenheit vor Gericht zu bringen, das sich jedoch mll einem „öffentlichen Verweis" begnügte. Aber nicht immer gelingt es auch, die gerichtlichen Urteil« zu vallstrecken. In dem Prozeß gegen den Buttertrust, in dem> einige der angeklagten Kommunisten zu sechs Monaten Ge- fängnishast verurteilt wurden, begann ein Kampf gegen den Straf- Vollzug. Die Kasfationskehörde sprach sich zwar gegen«ine Aus- - Hebung de» Urteils aus, aber beschloß gleichzeitig, sich an das Prä- sidium des Zentraloollzugsausschusses mit der Lille zu wenden, das strteil nicht zu vollstrecken. Gemäß dieser Bitte hob das Präsidium Wie englisch« Blätter melden, sieht in London in nächster Zell ein sensationeller Prozeß bevor. D.r e i russische Offizier« haben die japanische R e g i e r u.n g auf Zahlung von 158 Millionen gen (rund 250 Millionen Mark) verklagt. Der Klag« liegt angeblich«in Vertrag zugrunde, den der japanische Ministerpräsident Jamagata wahrend des russisch-japanischen Krieges mll den Offizieren geschlossen haben soll. Die Offizier« hüllen sich verpflichtet, säintliche milllärischen Geheimnisse Rußlands an die japanisch« Regierung auszuliefern. Di« prompte Erfüllung dieser Verpflichtung soll Japan zum Sieg« über Rußland verHolsen haben. Wie verlautet, befindet sich dieser eigenartige Vertrag bei einer englischen Bank im Depot. Sein Inhalt' ist bis heute noch nicht ver- öfsentlicht., Bemerkenswert ist, daß der bekannte Sowjethistoriker und Kom- munist Pokrowski nn dritten Bande seiner im Jahr« 1926 er- schienen«« russischen Geschickte dieser Angelegeichell zw«, ganze Seiten widmet. Es heißt da wörtlich: „Am 2S. August wurde von Witte der Friedensvertrag(in Portsmuth) unterschrieben... Zehn Jahr« später taucht« im Aus- lande ein bis zum äußersten eigenartiges Dokument auf. so etwas wie ein Wechsel: die Verpflichtung der japanischen Regierung, dem Inhaber dieses Wechsels(der Name war nicht genannt) 120 Millionen Pen(etwa 169 Millionen Goldrubel) als Entgell für alle militärischen Geheimnisse der russischen Regierung, zu deren Herbei- schaffung sich der Betreffende oerpflichtete, auszuzahlen. Dieses das Urteil auf und die Angeklagten brauchten ihre Strafe nicht zu oerbüßen. Zu derselben Frage äußerte sich auch das Mitglied der Zentralen Kontrollkommission Solz. Er wies daraus hin, daß die Staatsanwaltschaft in erster Linie für die Erfüllung der Gesetze durch die Ortsbehörden Sorge trogen müsse, statt dessen sei sie jedoch gezwungen, sich mit verschiedenen geringfügigen Angelegenheiten zu befassen. „Die großen Prozesse werden bei uns in aller Elle durch- geführt, weil die Zahl der Prozesse außerordentlich groß ist, ebenso die Zahl der Personen, die sür alle möglichen Uebertretungen zur gerichtlichen Verantwortung gezogen werden. An den Gerichten herrscht jedoch eine Schlamperei, es gibt eine unendliche Meng« der Instanzen, darunter zahlreiche Kontroll-, Appellationsinstanzen usw. Wie sehr die Hinweis« des Redners auf den übertriebenen Eifer der Richter bei Anklagen gegen Personen, in« sich eines geringfügigen Vergehens schuldig gemacht haben, auf Wahrheit beruhen, ist am besten aus dem Bericht de» Kommissariats bee Bauern- und Arbeiterinspektion zu ersehen In den Volksgerichten der RSFSR(des russischen Teils der Sowjetunion) wurden im Lauf« des Jahres 1326 1.4 Millionen Kriminalprozesse(mit 1,3 Mil- eigentumliche Schriftstück war mit einer noch eigentümlicheren Klausel versehen, die dahin ging, daß Japan oerpflichtet sei» die ge- nannte Summe nur dann auszuzahlen, falls es während der im Schriftstück angegebenen Frist nicht in einen neuen Krieg mll Ruß- land verwickelt werden würde. Da aber Japan während der bezeichneten Frist nicht nur nicht mll Rußland keinen Krieg geführt hat, sondern gemeinsam mll Ruß-> land, England und Frankreich gegen Deutschland Krieg geführt hat, so hat der„Inhaber" selbstverständlich keinen Pfennig erhatten, das Schriftstück wurde als Fälschung erklärt, obgleich die japanischen Diplomaten nicht leugneten, daß die Unterschrift des Mar- schalls Jamagata. des damaligen— im Jahr« 1905—> japanischen Premierministers, echt lei. Wie auf einem gefälschten Dokument«ine echte Unterschrift stehen kann, darüber wollen wir nicht rechten." Im weiteren Verlauf seiner Darstellung stellt Pokrowski ver- schieden« Vermutungen auf, wer der Inhaber des Weckisels sein könnte. Er kommt zu dem Schluß, daß olle militärischen Geheimnisse Rußlands allein einer hochge st eilten Persönlich- keit bekannt sein tonnten und glaubt daraus schließen. zu müssen, daß der Inhaber des Wechsels nur ein Großfürst sein konnte. Was an dieser so ungeheuerlich anmutenden Geschichte wahr ist. wivd sich wobl in der näcHten Zeit ergeben, sofern es tatsächlich zu einem Prozeß kommen sollte. Einer der klagenden russischen Spione soll als«in Graf T i l i n s k i bezeichnet sein.\ lionen Angeklagten) angestrengt: 34,6 Proz. dieser Verfahren wurden eingestellt und 25,4 Proz. endeten mit einem Freispruch der An- geklagten. In der Ukraine wurden im Jahr« 1926 15 Proz. der Gesamtbeoölterung vor Gericht zittert.(„Prawda" vom 11. De- zember.) Vor der Neuwahl der Hamburger Bürgerschaft. Der Bürgerausschuß erklärte sich gegen die'Stimmen der beiden kommunistischen Mitglieder, die aber ihre Mitarbeit zusagten, bereit, die Geschäfte der aufgelösten Bürgerschaft innerhalb der verfassungsmäßigen Grenzen bis zum Zusammentritt der neuen Bürgerschaft jorkzuführen. Austritt au» der KPD. Der bisherige Führer der rheinischen Kommunisten, der Lehrer Peter K n a b. ist aus der KPD ausge- treten und hat seinen Austritt in der letzten Sitzung, des rheinischen Provinziallandtages ausführlich begründet. In dieser Erklärung übt er an den trostlosen inneren Zuständen der Kom- munist ischen Partei vernichtend« Krittk, Gegen die Auslösung der nationalsozioliilischen Organisation In Berlin, die am 5. Mai durch den Polizeiprösitenteu erfolgte, hatten die Nationalsozialisten Beschwerde eingelegt Der Ovcrpräsident in Eharlottenburg hat die Beschwerde gegen die Auflösungsversüaung des Berliner Polizeipräsidenten als unbegründet zurück- gewiefitl.- / Probleme des Elsaß. GlSnzeade Wirtschaftslage.— Klage» über Schulpolitik . und Rechtspflege.— Die»Heimotbvnd�-Vewegung. Die Vorgänge im Tlsoß finden seit einiger Zeit in der bürger- iichen deutschen Presse einen bezeichnend eingehenden und«inseitigen Widerhall.„Bezeichnend", weil ihre Betrachtung stets in der schcm von Waxx gekennzeichneten rein ideologischen Form«rsolgt, welche die in o t e r r« l l e Grundlage aller Derhältniss« außer acht läßt und deshalb überall zu Teilwahrheiten und Fehlschlüssen führt. Das ehemals der deutschen Volkswirtschaft zugehörige Elsaß ist ohne die befürchtet« Umstellungskrise in den französischen Wirt- fchastsverbond hineingewachsen, wozu sreilich die zollfreie Ein- fuhr, die das Deutsch« Reich den eljässischen Erzeugnissen bis 1äW gemäß dem Versailler Vertrag gewähren mußte, in nicht geringem Maß« beigetragen haben mag. Die elsässische Wirtschaftskrast ist heut« stärker als je zuvor. Die bodenständige Landwirtschast erzeugte im vergangenen Jahr, verglichen mit d«m letzten Vorkriegs- fahr, das Doppelle an Tabak und ein Fünftel mehr an Ge- treibe und Hopfen. Di« jährliche Kaliausbeut« ist von KAt 000 Tonnen vor dem Krieg auf über 2000 000 Tonnen im Jahre 1926 angewachsen, und eine ähnliche Erhöhung ihrer Produttion haben mit 17 Millionen und 5 Millionen Tonnen jährlich gegenüber 8 Millionen und Millionen Tonnen im letzten Vor- kriegsjahr auch die ehemals deutschen Erz- und Kohlen- g-r u b e n zu verzeichnen. Auch die elsässische Textilindustrie, an deren. Seite übrigens in den letzten Jahren eine bedeutende Automobilindustrie hochgekommen ist, steht im Zeichen der Prospe- rität, was schon daraus hervorgeht, daß die drei Departements Öbmheiii, Niederrhein und Mosel, in die sich jetzt das frühere Reichsland Elfah-Lothringen gliedert, selbst jetzt im Winter ins- gesamt n.i cht einmal zweitausend Arbeitslos« zählen. Die Lohne der Arbeiterschaft hielten.mit der Teuerung fast durch» wcg gleichen Schritt, ja gingen sogar stellenweife bedeutend über sie hinaus, so z. B. bei den gutorganisierten Buchdruckern und den mehreren tausend Arbeitern der allerdings unter sozial! st ischer Verwaltung stehenden Städte Straßburg und Mühlhausen, die bei einem Lebenshaltungsindex von 583 ihre Einkommen auf guh das Siebenfache der Dorkriegszeit bringen tonnten. Der Acht- st u n d c n t a g ist in allen Betrieben ausnahmslos durchgeführt. Das alles vergessen jene zu vermerken die mit oft nur ver- hohlener Schadenfreude dem deutschen Spießer in seinem Leib- und MageNblatt die von ihm natürlich mit Genugtuung gehörte Be hauptung servieren, daß es den Elsäsfern unter Poincart noch schlechter gehe als unter Wilhelm. Wiederholt man dies« Auslassung im.Elsaß,.so wird sie nur mit Lachen guittiert. Sie ist derart iibert'ieben, daß sie überhaupt keiner ernsten Antwort gewürdigt wird. Ein Zaberner Fall hat sich immerhin noch nicht ereignet. Trotzdem yermögen wir Sozialiften uns mit der Art, in der Poincarö das Elsatz zu einem lebendigen Glied des„einen und unteilbaren" Frankreich zu machen sucht, nicht zu befreunden. Wenn die sogenannt« au ton om ist! sch« Bewegung in den letzten Monaten ftnrner mehr hervorzutreten wogte, so daß sich Poincorä schließlich nur noch durch ein Verbot ihrer Zeitungen zu helfen unißte. so läßt das. mit Sicherheit darauf schließen, daß die neue Staatszugehorigkeit irgendwie Anlaß zur Unzufriedenheit gegeben haben muß. Wo liegt nun dieses Etwas, dieser wahre Kern im Vbert reibenden Gerede jumn�malaist alsacien*, vom»elsäsiischen Unbehagen?" Die Klagen, die man im Elsaß vovbrwo«, hört, beziehen sich im wesentlichen auf zwei Gebiet«: auf Rechtspflege und Schule. Gerade auf gesetzgeberischem Gebiet klafft zwischen dem Willen des überwiegenden Xäis der Bevölkerung, der die modernere deutsche Gesetzgebung beibehalten möchte, die gegenüber der fran- zösischen vor allem den ungleich rascher arbeitenden Zivilprvzeß und die Institution des Grundbuchs voraus hat, und dem radikalen An- pleickungswillen der derzeitigen französischen Regierung ein starker Widerspruch. Di« Sozialisten des Elsaß, die durch den Gtraßburger Büroermeister Peirotes und George» Weill in der fran- zössichcn Kammer vertreten werden, sind für eine rasch« und rest- lose Ungleichung, freilich in einem anderen Ginne, als sie bisher von Poincar-l ins Auqe gefaßt wurde: Frankreich mache bessere Gesetze und noch wirksamere Goftalversicherungen, als die aus der deutschen Zeit überkommenen, die Frankreich bis jetzt leider noch immer Vorbild sein können, und kein Elsässer wird mehr etwas gegen die Allimilation mif diesem Gebiete einzuwenden haben! Die Schulfrage, natürlich nur, soweit sie eine Sprachenfrage ist(und nur in dieser Hinsicht ist sie gegenwärtig umstritten), bet-achten unsere elsässische« Genossen als g e l ö st. Der Unterricht ist in der Volksschule in allen Fächern mit Ausnahme der Religion von Grund auf französisch. Erst vom dritten Schuljahr ab kommen drei Stunden deutschen Unterrichts hinzu. Wenn man die heut« schon vorhandenen Ergebnisse dieser Er- zichung sieht, bleibt einem allerdings die Stellungnahme unserer Genollen.zu diese): Unterrichtsform, welche die Tgtsochel daß die elsässische Volkssprache deutscher Dialekt sst, und mit einer Fremdsvrache begmnt, vollkommen in den Wind schlägt, kaum verständlich. Eine Generation Menschen, die hier weder richtig deutsch no» französisch iprechen lernt, ist Zeit ihres Lebens zur Halbbildung verurteilt. Die Stimmung in der Lehrerschaft, der es großenteils noch selbst schwer fällt, französisch zu imierrichten, läßt sich angesichts dessen leicht erraten Die Mass« der Volksschullehrer fit es vor allem, welche der fäss-�lich„autonomistifch" genannten Bewegung, die sich selbst be- s-h-idener und realpoWischer„Heimatbundbewegung" nennt, ihre Be'reutuna oerleiht. Noch ist t-otz des Abgang» des pathologischen Darens Klaus v. Bulach die Bewegung zu sehr mit solchen„Führern" belastet, wie z. B. senem Dr. Ricklin. der einst als Brä- sident des elsässifchen Borkrieaslandtag» den Abgeo-bneten den Ge- brauch ihres heimafiichen Dialettes verbot! Roch fit die Be- we->una zu sehr mit Forden, noen behaftet, die niemals Aussicht auf Ve-w'-Nichung haben und selbst propagandiVsch einen zwefielhoften Wen befitzen, wie z. B. der Rus noch Verabschiedung � aller in, Elsak,»ättgen franzäfischen Beamten. Wenn sich jedoch die Heimatbundbewegung von diesen Schlacken befreit und nichts weiter als einen gesunden Regionalismus verfi-H, wird die kommende französische Linksregiening nicht umhin- können, den berechtigten elsässische« Forderungen Gehör zu schenken. Die lanasome Anaseütung des geistigen Oberbaus an den materiellen Unterbau, der schon jetzt auf Zausend sran-ösischen Wählen ruht, wird sich trotzdem vollziehen. Unter- dräckungswethoden— auch das fit die Ansicht unserer Genossen— sind nur oeeianet. sie aufzuhalten. Di« letzten Maßnohmen Poin- caräs. der sich nicht scheute, auf eine Bestimmung vom Jahre 1865 zurück-ugreifen, um die ibm unangenehmen Heimatbundzeitungen als„fremdsvrochia" zu verbieten, baben keinen Elsässer Frankreich näher gebracht. D-e Organ« der essässifchen Sozialisten, die Straß. burger„Freie Presse' und Ver Mülhausener„Republikaner", haben denn auch keinen Augenblick gezögert, die Anwendung dieser Der- ordnung, welche die in der Verfassung verbürgte Pressefreiheit für die gesamte deutschsprachige Press« des Elsaß geradezu illusorisch Drei Könige kommen! Vi« Reichsregienmg zerbricht sich den Kopf, wie sie die drei Könige un. erbringe« wll, die jür 1026 ihren Besuch angekündigt haben. Sie will ein , leeres Hohenzollernschloß zur Verfügung stellen. /' »Man kann doch heutzutage nicht mehr drei Könige in einem Stall empfangen! macht, in den schärfften Worten zu verurteilen, Worte, die Poincar« in der für Januar vorgesehenen Elsaßdebatte in der Deputierten. kammer nochmals zu hören bekommen wird. Eine deutsche Einmischung in die elsöfsischen Verhältnisse lehnen indessen unsere Genossen (und nicht nur diese!) e n t s ch i e de n a b. Die Krifik an dem Vor- gehen der französischen Regienmg sst in der Tat Sache der Elsässer selbst— und jedes Wort, das in der deusschen Presse außerhab des Rahmens der ihr selbstverständlich obliegenden Bericht- «rstattung fällt, ist nur geeignet, den Kamps der Elsässer um die Erhaltung ihres Volkstums als„deutsche Mache" zu diskreditieren und obendrein das langsam absterbende Mißtrauen Frankreichs gegen Deusschland zu neuem zähen Leben zu erwecken. , Dr. S. L i o n, zurzeit Straßburg i. E. Oie Autonomistenverhaftungen. Paris. 30. Dezember.(TU.) Zu der Verhaftung der elsässifchen Autonomisten in Straßburg werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Heute morgen gegen 7 Uhr fanden sich etwa dreißig Polizeikommissare, Inspekteur« der mobilen Brigade und der Geheimpolizei in den Wohnungen der dreizehn Autonomisten ein, um diese zu verhaften. Die meisten der Derhafteten erhoben lebhaften Protest gegen die gegen sie erhobenen Anschuldi- gungen. Abbö Faßhouer erklärte den Beamten:„Nicht mich muß man verhaften, sondern den Staatsanwall sollte man Ins Ge- fängnis werfen." Der Chefredakteur der„Zukunft", Schall, mußte gefesselt zum Gefängnis geschafft werden. Frau Faßhauer- Eggemann, die Schwägerin des früheren Abbes, erhiell die Er- laubnis, an ihre EUern zu schreiben, damit sie sich ihres kleinen Kindes annähmen. Unter den auf Veranlassung des Mülhauser Untersuchungsrichters verhafteten Angehörigen der outonomistischen Bewegung befindet sich nach einer Haoas-Meldung aus Straßburg auch der in der Straßburger Bürgermeisterei beschäftigte Pfarrer Heil» an- geblich Korrespondent der„Frankfurter Aeitung". Der offizielle Führer der Autonomistenpartei, Dr. Koos, gegen den gleichfalls ijaftbefehl erlassen wurde/soll flüchtig sein. poincar�s 132 Milliarden. Phantasien oder Erkenntnis der Wirklichkeit. Der Bericht des Reparationsagenten von Anfang Dezember schloß bekanntlich damit, daß er es für notwendig hielle, den Endbetrag von Deutschlands Reparationsoerpslichwng fest- zusetzen und es dann Deusschland unter seiner eigenen Verantwortung und ohne jede ausländische Kontrolle zu überlassen, ent- sprecheich dieser Verpflichtung zu zahlen. Der Dawes-Plan und die jetzige Orgamsntion der deusschew Reparationszahlungen könnten nur als ein Uebergang zu einer solchen Endregelung angesehen werden. Darauf hat der französisch« Ministerpräsident in der französi- schen Kammer geantwortet. Er wies darauf hin, daß Deutschlands Schuld durch die Londoner„Vereinbarungen" vom Mai 1921 ein für allemal in höhe von 132 Milliarden Goldmark festgelegt sei und daß nur die Regierungen der vormals alliierten Länder und Deutschlands an dieser Vereinbarung aus vertraglichem Wege Aende- rungen vornehmen könnten. Jede Erörterung, die sich mit der Fest- setzung der deusschen Gesamsschuch befasse, sei daher überflüssig. Für die. Praxis der Reparationszahlungen besagt nun Poincaräs Bestehen auf den Zahlen der Londoner Abmachungen nicht das ge- ringst«. Schon diese Vereinbarungen selbst fixierten nur den Betrog der deutschen Schuld. nicht den Beirag der deusschen Leistungen. Denn die 132 Milliarden zerfielen in einen Betrag von 50 Milliarden und einen anderen Betrag von 82 Milliarden. Die Reparations- kommission war danach berechtigt, 50 Milliarden Goldmark Schuldverschreibungen Deutschlands, die mit 5 Proz. ver- ztnslich und mit 1 Proz. jährlich zu tilgen waren, zu oerkaufen. Ehe sie jedoch von den 82 Milliarden Goldmark Teilbeträge, sage- nannte E-Bonds, verkaufte, mußte sie die Ueberzeugung gewonnen haben, daß die deutschen Leistungen unter dem gleichzellig aufge stellten Zahlungsplan ausreichten, um Zinsen und Tilgung auch für diese Beträge auszubringen. Schon aus dieser Bestimmung ergibt sich klar, daß schon damals bei den Reparationsgläubigern selbst Zweifel darüber bestanden, ob Deutschland wirklich imstande sei, den Betrag von 132 Milliarden Goldmark zu zahlen. Schon damals also hatte dieser Riesenbelrag nur theoretischen Werl: über die Höhe der wirklichen deutschen Leistung eiüschied nicht so sehr seine Höhe als der gleichzeitig aufgestellte Zahlungsplan. Dieser Londoner Zahlungsplan des Jahres 1921 bestimmte, daß Deusschland bis zur Tilgung der ganzen Schuld jährlich zahlen sollte: 1. 2 Milliarden Goldmark 2. 26 Proz. des Wertes der Ausfuhr oder einen entsprechen- den Betrag aus Grund eines Index, der die Entwicklung der deutschen Wirtschast widerspiegelte. Danach hätte Deusschland etwa 3 Milliarden jährlich zahlen sollen(der Wert der Ausfuhr betrug damals etwa 4 bis 5 Milliarden Goldmark), d. h. Zins und Tilgung für rund 50 Mil- Norden. Aber selbst dieser Zahlungsplan wurde schon für das erste Halbjahr seiner theoretischen Geltung außer Kraft gesetzt. Denn in diesem ersten Halbjahr sollte Deutschland nicht iX Milliarden, sondern nur eine Milliarde zahlen, praktisch also nur den Dienst für etwa 35 Milliarden aufbringen. Aber auch dieser Betrag wurde tatsächlich nicht aufgebracht. Noch der Konferenz von-Ca n n es wurde Deusschland ein Mora- t o r i u m gewährt. Weitere Moratorien folgten, und bis zum Ein- marsch der französischen und belgischen Truppen ins Ruhrgebiet schleppten sich die Verhandlungen über einen endgülligen Zahlungsplan hin, der an die Stelle des in London„vereinbarten" treten sollte. Daß seine Untragbarkeit nicht etwa eine einseitige deutsche Auf- fassung war, zeigte der Vorschlag, den namens der englischen Regierung Sir John Bradburq im Januar 1923 aus der Pariser Konferenz der Reparationsgläubiger vorlegte. Dieser Plan sah vor, daß die Reparationskommission Deutschland seine Schuldverschreibungen über 132 Milliarden Goldmark zurückgebe»und dafür neue Schuldoerschreibungen über 50 Milliarden Goldmark erhalten sollte. Diese Schuldverschreibungen sollten von Deutschland nicht getilgt, sondern am 31. Dezember 1954 zu pari zurückge- zahlt und zunächst keine, dann ab 1927 nur 4 Proz. und erst von 1931 bis zum Ende 1932 5 Proz. Zinsen auf diesen Betrag gezahlt werden. Die auf diese Weise gestundeten Zinsen in Höhe von 17iS1 Ml"iarden Goldmark sollt«» dann entweder al» w«4|»r c Kapital Verpflichtung Deutschlands mit dem Grundbetrag von 50 Milliarden Goldmark verzinst und als Sapitasschuld am 31, März 1965 fällig werden oder auf Antrag Deutschlands von einem Schiedsgericht in anderer Weise reguliert werden. Geht man davon aus, daß die gestundeten Zinsen entsprechend dem Spruch eines Schiedsgerichts erlassen worden wären, so hätte Deusschland demnach etwa(in abgerundeten Ziffern) die folgenden Zahlungen zu leisten gehabt: von 1923 bis 1926,,. nichts . 1927„ 1930... je 2 Milliarden . 1931„ 1954... je 2'/,» » 1955„ 1990... je 3„(Zinsen zu 5 Proz.-f 1 Prozent jährlicher Tilgung) In dem anderen Falle, bei Einbeziehung der durch die Stundung der Zinsen neu ensstondenen Kapstalschuld würden sich aber 1933 die deutschen Zahlungen um etwa ein Drittel erhöht haben. Sie hätten betragen etwa: van 1923 bis 1926... nichts . 1927„ 1930... je 2 Milliarden . 1931„ 1932...„?'/, , 1933„ 1954.... 3V3 . 1954„ 1965...„ 3,9 . 196.5. 1990...„ 4,1 „ 1990. 2001..... 1 Dieser englische Dorschlag von 1923 war in mancher Hinsicht günstiger als der Pawes-Plan von 1924. Dieser sah bekanntlich schon von 1924 ab deutsche Leistungen vor und erreicht den Betrag von 21- Milliarden jährlich schon 192?. An die Stelle der festen Steigcrungssätze des Plans Bradbury trat der W 0 h l st a n d s i n d e x, über dessen zukünftige Auswirkung noch Unklarhest besteht. Während aber der Plan Bradbury üb�x- Haupt ein Ende der Reparationszahlungen vorsieht, enthüll der Dawes-Plan keinerlei Begvenzung der deutschen Leistungen. Er ist nur ein Zählungsplan für eine Reihe von Jahren ohne irgend- welche Begründung der Zahlungen aus der festen Grundlage einer begrenzten Schuldsumme. Diese Darlegungen zeigest, daß die Zahlen des Jahres 1921. daß die Riesensumme von 132 Milliarden von Deutschlands Gläubigern selbst schon längst als theoretische Größen behandelt wurden. Wenn sich Poincarä gegenüber dem Borschlag des Reparationsagenten auf sie beruft, begibt er sich zwar auf einen sicherenRcchtsboden, aber er erhebt sich auch in die Sphäre finanzpolitischer Phantasterei. Aber nicht nur darum hat Poincare unrecht, weil er mll theore- tischen Beträgen in dem lustigen Bereich von Kammerreden Ball spielt, sondern auch weil er anscheinend die Bedeutung der Anregung Parker Gilberts unterichätzt. Es kann kein Zweifel mehr daran bestehen, daß seine Anregung die Billigung des amtlichen Amerika gefunden hat, und die» amtliche Amerika verfügt Frankreich gegen- über über das Druckmittel der interalliierten Schulden. Ein Zwischen dem Reparafionsagenten und Poincarä besteht nicht irgendeine Meinungsoerschiedenhest über die juristische Höhe der deusschen Schuldverschreibung. Aber während der Reparationsagent einen endgülligen Zahlungsplan fordert, will der französische Ministerpräsident sich der Läsung dieser dringlichen Frage noch vor- läufig entziehen. Wie lange er dies tun will, wie lang« er es tun kann, das hangt entscheidend vielleicht nicht mehr von ihm. sondern von dem Ausgang der Wahlen in Frankreich und den ver- einigten Staaten ab. ofpankfupfepAIJee fPvL oKoitbusep Damm _ L-p o Chausseesfe in fast allen Abteilungen Jeilbh herahgeJeizi Tteueinieilung der Schlichterbezirte. Der Ruf nach der Neuordnung der Schlichter d e z> r k e ist durch das Eingreifen des neuen Schlichters für West- falen, B r i s ch, er stammt aus der freien Bauarbeiterbewegung, in die Arbeitszeit- und Lohnregeluna der Großeisenindustrie laut geworden. So weist die.Lölnische Zeitung" darauf hin, daß die Einteilung der Schlichterbezirkc den wirtschaftlichen Bedürfnissen nicht mehr Rechnung trage. Die Schlichterbezirke seien auf- gebaut auf den Bezirks- und Generalkommandos. Der Bezirk des Dortmunder Schlichters reiche b i_s v o die Tore Kölns und in das Bergische Land hurein Der schwer- Punkt der rheinifch-westfälischen Eisenindustrie liege im Rhein- l» n d, aus dieses entfielen etwa zwei Drittel, auf Weftsalen ein. Drittel. Beim rheinlfch-westfälischen Bergbau sei es gerade um- gekehrt. Vielleicht prüfe der Reichsarbeitsminister einmal, ob nicht besser dauernd die sozialpolitischen Fragen der Eisenindustrie dem rheinischen Schlichler und die des Ruhrbergbaus dem westsälischen Schlichter anvertraut bleiben. Die Kritik an der veralteten Einteilung der Schlichterbezirke ist nur allzu berechtigt. Wir brauchen eine neue nach wirtschaftlichen Grundsätzen gesta'tete Einteilung�der Schlichterbezirke Die einfachste i&psung des Problems wäre die Schaffung von 13 Schlichterbezirke», die sich mit den ItzLandesarbeitsamlsbezirken decken. Soweit wir unterrichtet find, ist das auch eine Forderung der freien Gewerkschaften. Das Reichsarbeitsminifterium sollte deshalb sobald �ls möglich darangehen, die Gruppierung der Schlichterbezirke mit der der Landesarbeitsämter in Einklang zu bringen Dort, wo eine große Industrie sich über zwei Schlichterbeznke ausdehnt, wie zum Beisiel die Großeisenindustrie, die von Essen aus sich sowohl ins Rheinland wie tief noch Westfalen hinein erstreckt, könnte unter Um- ständen die ganze Industriegruppe einem einzigen Schlichter an- vertraut werden. Aber wie man solche Spezialsälle auch regeln mag— die Anmdsttzkche Neuordnung der Schkichterbezirke sollt« nicht länger mehr aufgeschoben werden. Zu diesen Ausführungen des„SPD." sei bemerkt, daß uns eine tarke Derminderung der Schlichterbezirke und damit eine allzu große usdehnung der einzelnen Bezirke nicht zweckmäßig erscheint. Die Schl.chter dürfen nicht überlastet werden, und ihr Eingreifen darf nicht davon abhängen, ob sie im gegebenen Fall« Zeit haben oder anderweitig in Anspruch genommen sind. A Die Urabstimmung der Hutmacher. Nunmehr liegt dos vollständig« Ergebnis der Urabstimmung der Hutarbeiter über die Verschmelzung mit dem Bekleidungs- arbeiterverband vor. Von 18 148 Mitgliedern haben sich 9378, das sind rund 52 Proz., an der Urabstimmung beteiligt. Ungültig waren 83 Stimmen. Für die Verschmelzung wurden 5199 Stimmen abge- aeben, gegen die Verschmelzung 4184 Stimmen. In Berlin stehen den 299 Stimmen für die Verschmelzung 541 Gegen st immen gegenüber. An der für eine Ver- schmelzung erforderlichen Zweidrittelmehrheit von 6198 Stimmen fehlen rund 1199 Stimmen. Die Verschmelzung ist damit zum dritten Male abgelebnt Die nächstjährige Generalversammlung wird wohl zu diesem Ergebnis Stellung nehmen. Ein Tarifvertrag für die Arbeitsnachweisangestelllen ist geften, zum Abschluß gekommen. Vorläufig offen geblieben ist nur noch die Regelung des Gehaltfortbezuges im Krankheitsfall«, soweit es sich um Angestellte mit einer Dienstzeit von weniger als drei Iahren handelt. Der Tarifvertrag tritt für die einzelnen Dienststellen der ..Reifa" mit dem Zeitpunkte in Kraft, in dem sie der Reichsanstall eingegliedert werden. Der Uniallausschuß der Grubensicherheitskommission hat am Mittwoch die U n g l ü ck S st e l l e der Zeche Iserlohn II, wo in der Nacht vom 23. zum 24. Dezember mehrer« Bergarbeller um ihr Leben kamen, befahren lassen. Die Untersuchung ergab keine wesentlichen Anhaltspunkte. Rätselhaft bleibt nach wie vor, in welcher Weise sich Goie in solchen Mengen an der Unglücksstelle ansammeln konnten. Achtung Tischler! Für die Firma cheinkel, Warne- münde, bei der sich die Belegschaft im Streik befindet, werden in hiesigen Zeitungen Tischler angefordert. Zuzug nach dort ist streng fernzuhalten. Deutscher cholzarbeiterverband. Zentraiverband der Schuhmacher. Die erwerbslosen Mitglieder des Verbandes, die keine Wsihnachstunteistützung erhallen haben. können sich am 4., 5. oder 6. Januar 1928 in der Zeit von 9 bis 12 Uhr im Bureau, Engeluser 24, eine Sonderunterstützung auszahlen lassen, sofern sie 32 Beiträge entrichtet haben, nicht länger als vier Wochen im Rückstände sind, am 31. Dezember mindestens 19 Wochen uminterbrochen erwerbslos sind oder in' Jahre 1927 insgesamt 26 Wochen erwerbslos ivaren und zurzeit erwerbslos sind. Eine Unterstützuna erhalten ferner alle von den Beiträgen befreite Mitglieder. Mitgliedsbuch und Stempelkarte dient als Ausweis. grerr S«werll>tastsiug«nd Sr»ß»Verli». Heute solgeude Veranstaltungen: Rord- und fflcftlrrs: Nreis-Iahrcsendtahrt:„Dein neuen Jahr entgegen nach Ktein-Köris."— Ofilre:-: Um 18 Uhr Sreis-Silvesterfeier im Jugendheim Ebertnilr 12, anschließend Fahrt nach Grünau.� Nachzügler Sonntag 8 Uhr Schlessscher Bahnhof. Verantwortlich für Politik:?r.«urt«eqer; Wirtschaft: S.»lingelhift--: Scwcrkschaft-beweguna: 5t. Eßlor»: ffcmlleton:«. S. DSschcr: Lokales und Sonstiges: griz«arftädt: Anzeigen: zh.«locke, sämtlich in Berlin Verlag: Vorwärts.Bcr!ag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwarts-Buchdruckerel und Berlagsanstalt Paul Singer u Co., Berlin SB«8. Lindcnstraße 3. Lierzu Z Beilaaeo und.Uuteibaltuao und Willen* Tit. 6i6* 44. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Soimobend, AI. Dezember 4917 Gern gibt auch der aufgeklärte Mensch dem Aberglauben nach, »nenn dabei der Kitzel des Gaumens in Frage kommt— so ist der Karpfen ein begehrtes Gericht für Weihnachten und Neu- jähr: wer getrocknete Schuppen in sein Portemonnaie tut, wird das ganze Jahr Geld im Beutel haben. Nanfentlich als Silvester- karpfen ziert er die Tafel der Familien, denen es auf ei» paar Mark mehr oder weniger für das letzte Mahl des Jahres nicht an- kommt. Ein unschuldiger Aberglaube— dieses Schuppensammeln. ouch insofern unschädlich, als die„schlachtreifen" Karpfen ja doch ihr lieben lassen müssen. Dzn feinsten Geschmack hat der Karpfen von Oktober bis April, so bah also am Jahresende eine günstige Zeit fürs Verspeisen ist. Die Schuppenlegende ist die moderne Heber- tragung der antiken Austastung: als Sinnbild der Fruchtbarkeit (manchmal beträgt die Zahl der Eier MO 000) war der Karpfen der Venus geheiligt. Bei den Römern hieß er Cyprianus nach dem Sitz der in Zypern thronenden Göttin. Oer verbreitetste Usch. Die Familie der Karpfen umfaßt einen sehr großen Teil aller Süßwasserfische— an 800 Arten dieser länglich-eirunden THosser- bemohner sind bekannt. Die Vermischung der Arten und damit die Bildung neuer wird durch die große Fruchtbarkeit begünstigt. Die Verbreitung erstreckt sich auf Europa. Asien und Nord- omerika: schon in der Urzeit war der Karpfen norbonden. wie die Pfahlbautenfunde beweisen. Die Eiszeit hotte ihn nach Süden gedrängt, und erst mit der. fortschreitenden Kultur wurde der Speise- karpsen wieder bei uns heimisch, namentlich durch die Bemühungen der Mönche, die für ihre Fastenspeisen den lockeren Karpfen züchteten. II« 1400 Ist er bei den Deutschordensrittern nachiveisbar, 1406 in England. 1WV) in Dänemark, 1720 in Petersburg. Nordamerika kennt die bei uns gebräuchliche Art seit 1877, Japan seit 1904. Die Zucht des Karpfens. Der Karpfen ist derjenige Fisch, der sich am besten für die Zucht in Teichen eignet. Er liebt stehendes Wasser mit sandigem oder schlammigem Untergrund, in dem seine Nahrung, Würmer. Insekten- larven, aber auch vermoderte Pslanzenteile, sich reichlich vorfindet. Wichtig ist«ine gute Besonnung: kaltes Wasser ist dem Karpsen nicht sympathisch. Daher hält er sich auch nicht in Gebirgsslüssen aus, während ihm ein langsam fließender Strom nach zusagt. Aber sein eigentliches Gebiet ist doch der Teich, dem- nach ist der Erfolg der Zucht daran geknüpft, daß Teiche mit gut bewachsenem Lehmboden zur Verfügung stehen müssen, da sonst der Karpfen einen„mudigen" Geschmack bekommt. In Mitteleuropa sind von alters her die Korpsenteiche Böhmens berühmt, die schon im Ig. Jahrhundert in Blüte standen, dann ober durch den Dreißigjährigen Krieg sehr in Mitleidenschast gezogen wurden. In der Neuzeit haben sie ihre hervorragende Stellung wieder erlangt: das Zentrum der böhmischeu Teichwirtschaft bc- findet sich in Arauenberg an der Moldau, wo auf einer Fläche von 'etwa 00 000 Morgen sich zirka 800 Fischteiche befinden. In Deutschland sind es die Teiche in Schlesien, Niederlausih, Schleswig und Mecklenburg, die den Anforderungen am besten entsprechen. Bei der Zucht ist aus Bereitstellung einer guten Roste sowie aus ge- nügende Ernährung Gewicht zu legen. Zum Laichen setzt man aus- gesuchte Tiere in den„Streichteich", wobei ein bis zwei Milchener aus einen Rogener gerechnet»erden. Fünf bis zehn Tage noch Ausschlüpfen wird die Brut in den„Vorstreckteich" gesetzt, dessen Wasser durch rechtzeitiges Einlassen angewärmt ist. Von dort geht es nach l bis 1'A Monaten in den zweiten Vorstreckteich, dann folgt im zweiten Sommer der Ausenchalt im eigentlichen Streckteich und im dritten Jahr im Abwochsteich, von dem aus der Verkauf beginnt. Wichtig ist, daß keine anderen Fische sich in den Teichen vorfinden. auch keine Frösche, damit die Brut nicht gestört und vernichtet wird. Auch die Nachhilfe durch Fütterung m! t L u p! n c n. Fleisch- und B l u t m e b l muß sorgsam dosiert werden: als Durchschnitts- gewicht nimmt man im dritten Jobr zwei Pfund an. Die Farbe der Karpfen variiert., bekanntlich von goldgelb bis blaugrün— al� Spiegelkarpfen bezeichnet man die Tiere, die nur wenige, ober un verhältnismäßig große Schuppen besitzen. Doch haben diese Spiegel- karpsen an den Seiten meist noch eine Reihe von kleinen Schuppen. so daß für das Portemonnaie doch die nötigen Glücksschuppen vor- Händen sind. * Für eine Großstadt wie Berlin oder Wien ist zu Weihnachten und Neujahr aus einen nach Tausenden von Zentnern zu bezisferndcn Umsatz zu rechnen. Was etwa 10000 Zentner Silvesterkarpfen bedeuten, wird einem klar, wenn man erfährt, daß die Fraucnberger Ausbeute' sich auf 20 000 Zentner beläui't. Natur- lich kann eine solche Belieferung nicht in wenigen Tagen erfolgen, und der Umstand, daß der Karpsen ein recht zäher Fisch ist, gestattet seine frühe Zusendung— womöglich in Spczialwagen mit Sauer ft off. und Wasserzusuhr— und Einlagerung in die vorhandenen Fischkastcnanlagen der Fischerinnnngen. Kommt der Karpsen nur gesund in den Behälter, so schadet ihm die long« Fahrtdauer und Einlagerung nicht. Billig ist bekanntlich der Karpsen zu keiner Jahreszeit— a m Jahresende schwillt jedoch immer der Preis an letwa ans 1,00 M. pro Pfund), so daß die arbeitende Bevölkerung sich wohl nur in seltenen Fällen an dem Verspeisen dieses„Luxusfisches" beteiligen kann. Bandenunwesen am Kriednchshain. Genosse Wufchick niedergeschlagen und beraubi. Wiederholt wurde im„Vorwärts" über die U n- sicherheit im Friedrichshain, dem Dorodo lichtscheuer Elemente, berichtet. Mit welcher Dreistigkeit die Wegelagerer trotz dr? energischen Vorgehens der Polizei noch immer sich bewegen, beweist ein neuer Fall, der sich in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag ereignete. Unser Genaüc Adolf W u s 6) i ck befand sich ans dem.steiniweg und passierte geiadc die Landsberger Allee, gegenüber der Schult- heiß- Patzenhoser- Lroncrei. Drei Burschen, die einen ganz harmlosen Eindruck machten, sielen plätzlich über W. ber und versetzten ihm mit einem harten Gegenstand mehrere m n ch t i g e Schlüge über den Kopf. Der Ueberiallei«! stürzte zu Boden und die Rowdies mochten sich über den Wehr- losen her. Während einer der Ränder aus den halb Bewußtlosen kniete,, driichte ihm ein gr, derer die Augen ein. Der dritte riß seinem Opfgr die Weste ans yyh rgubte ihm die. ,U h r sowie bi e 25 r i e i- ia. fch_f mit einem kleinen Geldbetrag. Als W. wieder zu sich töin, rief er laut um stilfe. Jetzt ergriffen die Burschen die Flucht und liefen mit dem Ruf:„So, jetzt haben wir den Revolver, jetzt kannst d» nicht mehr schießen", in Richtung des Fri-sdrichshoincs davon und entkomen in der Dunkelheit. Mehrere A n g e st e l l t e der S ch u l i h e! ß- B r a u e r e i, die dem R a u b ü b e r s a i l aus einiger Entsenmng zugeschen hatten, glaubten, daß es sich um eine Prügelei handle. Wie sie später aussagten, seien sie. als ihnen der wahre Sachverlmst klar wurde, durch den Trick der Räuber, die sich unter dem obengenannten Rtii entfernten, in ihrem Glauben darin noch bestärkt worden.— Leider kann Genosse W. keine genaue Beschreibung der Täter geben. Die Polizei hat die Ermittlungen sosort mitgenommen. Es ist wünschenswert, daß dem Unwesen mit aller Energie entgegengetreten wird Wir hossen, daß dem Gekosten W tisch! ck keine ernsten Folgen aus diesem tief bedauerlichen Zwischenfall enlstehcn. � �Zement. SXoman von Fjodor Gladtoro. Er lief von einem Zimmer ins andere, mit blutrotem ttzeficht, suchte irgend jemand, sah niemand, schmiß die Stühle um, warf die Papiere von den Tischen, stieß die Menschen, die ihm in den Weg liefen. Die puppenhast-zarten Steno- typistinnen krümmten sich erschrocken auf ihren Stühlen und versteckten ihre Frisuren hinter deck Maschinen. Und die Menschen standen und saßen erstaunt und über- rascht, stumm vor Schrecken, schauten in panischer Angst ein- ander an und legten ihre Hände oder ihre Akten an den Mund, wenn er fortlief. Als sein lauter Wutanfall sich ein wenig gelegt hatte. warf Gljeb seinen Mantel und Rucksack in eines der Zimmer und stürmte in das Bureau des Direktors. Mit ebenso besorgtem Staunen, aber streng und ruhig empfing ihn der Direktorstelloertreter Müller, mit seinen silbernen Borsten aus dem Schädel, mit dem sllbernen. kurzgeschorenen Schnurrbart und dem goldenen Zwicker. Er stand auf. blitzte mit seinen goldenen Zähnen und streckte ihm die Hand über den Tisch entgegen.„„ „Warum machen Sie so einen Larm. Genosse Tschuma- law? Sie schimpfen so laut, daß die Fensterscheiben zer- lpringen." Gljeb setzte sich nicht, bemerkte nicht die ausgestreckte Hand Er stellte sich neben Müller und wandte ihm se,n abgemagertes, sonnenverbranntes Gesicht zu. „Wer hat angeordnet, daß die Arbeit im Werk�einzu- stellen ist?" Müller blitzt? wieder mit den Zähnen und machte eine Handbewegung, die demütige Kraftlosigkeit markieren sollte. „Stellen Sie sich nicht dumm, sondern sagen Sie gerade- heraus: welches Bieh Hot die Arbeit, die in vollem Gange war. untergraben?" Müller zuckte mit dem Kopf, blitzte mit den Gläsern seines Zwickers, und fein Gesicht wurde alt. welk und rostig. „Vor allem möchte ich Sie bitten. Genosse Tschumalow, in Ihren Ausdrucken vorsichtiger zu sein. Die Fabrikleitung bat damit nichts zu tun.. Wir haben die Arbeit eingestellt. weil der Volkawirtschoftsrat ivegen Mangel an notwendigen Mitteln es für unmöglich hielt, die Renovierungen ohne Sanktionen der höhereu Wirtschaftsorgane fortzusetzen." s„Geben Sie mir die Weisungen des Bolkswirtschafts- rates. Habt ihr Schweinehunde euch mit dem Volkswirt- schaftsrat verständigt: habt geglaubt, daß es euch gelingen wird, hinter meinem Rücken das Spiel an euch zu reißen? Habt geglaubt, daß das Industriebursau mich kaltstellen wird und daß ihr Erfolg haben werdet? Treibt diesen Spaß nur weiter, ihr Tauben: es wird mir schon gelingen, euch alle unter ein Retz zu bringen." „Woher nehmen Sie das Recht, welches sind die Gründe, Genosse Tschumalow, daß Sie mit so schweren Anschuldigun- gen kommen? Ich protestiere in kategorischster Weise. Sie sagen unbedachte, verletzende Sachen. Wir sind keine kleinen Kinder: wir dürfen die-Grenzen der Instruktionen und Vor- schriften, die von oben kommen, nicht überschreiten. Wir sind hier sogar von all diesen Sachen ganz ausgeschaltet worven: alle Magazine sind vom Volkswirtschaftsrat versiegelt, alle Dokumente vom Vertreter des Volkswirtschaftsrates heraus- geholt worden.... Seien Sie so liebenswürdig und machen Sie Ihren Skandal nicht uns, sondern dem Bolkswirtschafts- rat." Gljeb drehte sich zu Müller um und schlug mit der Faust auf den Tisch:„Bitte, schwätzen Sie mir da keinen Unsinn vor. Ich kenne olle Ihre Machinationen ausgezeichnei. Ich werde das nicht so belassen— wegen Ihrer schönen Augen. Ihr habt wohl die Sache mit der Forstoerwaltung vergessen, Freunde? Ihr werdet es an eurer Haut spüren, wie man solch Gesindel niederknallt. Ihr hobt mich für einen Narren geholten und mir immer mit dem Industriebureau gedroht, ober ich werde euch eure Rippen und Schädel einschlagen. Morgen früh werden die Arbeiter die Arbeit beginnen. Die Renovierung muß in zwei Monaten fertig sein, und zum Herbst wird das Werk vollständig in Betrieb gesetzt. Haben Sie mich verstanden?" Müller zuckte mit den Schultern, lächelte verlegen, wollte etwas sagen, verschluckte sich aber durch die plötzliche Trocken heit in seinem Halse. Auf dem Platze vor der Fabrikleitung drängten sich Arbeiter in kleinen Haufen, in müßiggängerischer Lange- weile, saßen im Schatten auf der Erde, vor der Wand, kamen und gingen. Rauchten, schrien durcheinander und lachten laut. Gromada stand auf der höchsten Stufe der Treppe, in der offenen Tür des Bureaus, fuchtelte mit seiner knochigen Faust und krümmte sich vor schwindsüchtiger Erregung. „Das ist nur vorüberoehend. Genossen, aber als Arbeiter- klasse müssen wir voller Bewußtsein dieser Sache gegenüber I ... und so und weiter.... Wir werden in geschlossene« I Reihen durch die Zellen und Versammlungen eine Resolution beschließen, und da der Gewerkschaftsrcit eine uns nahe- stehende Organisation ist— so werden mir aus diese Weise unsere Interessen verteidigen können und werden die Sache dem Revolutionstribunal übergeben... und all dies Gesindel und ollen Unrat an die Wand nageln." Die Menschenmasse erdröhnte unier Schreien, Lachen und Beifallsklatschen. Und nur Sawischuk, in einem zerfetzten Hemd, schob sich durch die Massen, schlug mit den Armen um sich und brüllte: „Niederhauen muß man sie. diese Ungeheuer!... Ins Meer mit ihnen, mit diesen Hunden!... Worauf wartet ihr. ihr Gesindel, warum seid ihr so flau?... Das hasse ich!" Gljeb lief die Treppe hinunter und ertrank sogleich in der Masse der staubigen, verschwitzten Gesichter, in den Schreien, der Unordnung, den feuchtklebrigen Händen. „Ho. da ist er. das Ungeheuer!... Ach, du Hund, du! ... Jetzt wird alles in Ordnung kommen, er wird es in Ordnung bringen, der Krieger!.,. Alle wird er sie an die Wand stellen.... Ha, der Teufel hol dich uns in einer bösen Stunde weggetragen." Und zwischen diesen freudiqen Rufen ertönten ouch andere, düstere und strenge:„Wie ist das also. Genasse Tschumalow. was bedeutet das.... Wenn wir io arbeiten werden— dann ist es schon besser, gleich in die Hölle zu fahren.... Sind das Späße?... Wir wissen, wessen Streiche das sind.... Diese alten Hauischiirder träumen nur vom Zarenregime. Erwarten die Hausherren, die Besitzer... diese verdammten.... Alle muß man sie vor die Flinten nehmen.... Gutes ist von ihnen nicht zu erwarten." Schweißgeruch und Tabaksqualm strömte ihm entgegen, und der Atem in diesem Gedränge mar schwer und heiß. Gljeh stieß mit den Schultern die dichten Massen nach rechts und links auseinander. „Genossen, die Arbeit ist in vollem Gange. Morgen hat jeder nach dem ersten Sirenensignal an seinem Platze zu sein. Diesen ganzen Machinationen der Svezen werde ich bald ein Ende machen und sie selber an die Wand drücken. Ich fahre jetzt in den Volkswirtschaftsrat. Wir werden erbarmungslose Bestrafung der Gegenrevolution verlangen, Genossen. Im Indultriebureau habe ich olle Anweisungen bekommen, babe Heizmaterial mitgebracht. Wir werden heute nach den Ver- Nietungen schicken. Und vor allem werden wir die Granulier- und Bohrmaschinen laufen lassen.(Fortjetzung folgt.) Llrieil im großen Spn'ischiebungsprozeß Nahezu Millionen Mark Geldstrafen. I» dem großen Spntschiebungsprozeß gegen den Dimke» und Staho»Spritkonzern. der seit dem 12. Oktober nur dem Großen Schöffengericht Wodding unter Vorsitz von Land- gerichtsdirettor Krüger oerhandelt worden war, wurde gestern nach- mittag das Urteil gefällt. Es wurden verurteilt wegen fortgesetzten ge meinschaft- lichen Betruges und fortgesetzter absichtlicher hinter- Ziehung von Branntwein Monopol abgaben, sowie wegen Beamtenbestechung RobertSimke zu l Jahr 3 Monaten Gefängnis, einer Geldstrafe von 27Sc>(>0<1 Mark oder hilssweise zu weiteren 13S Tagen Gefängnis, sowie zu einer Wert- ersatzstrafe von SbOOllO Mark oder weiteren 48 Tagen Gefängnis: LeopoldSimke zu 1 Icchr Gefängnis, 2 5 Ö 0 0 0 0 Mark Geldstrafe bzw. 12S Tagen Gesängnis und 000 000 Mark Wertersatz strafe oder weiteren 45 Tagen Gefängnis: der Geschäftsführer Hamacher wegen Beihilfe zu S Monaten Ge- fängnis, 240 000 Mark Geldstrafe oder 24 Taoen Gefängnis und 73 800 Mark Wertersatzstrafe oder 7 Tag« Gefängnis. Wegen passiver Bestechung und Beihilf« zu dem Vergehen bei den Sprit- schiebungen erhielten Oberzollinspektor a. V. o. T I lly 8 Monat« Gefänanis. 400 000 Mark Geldstrafe oder 40 Tage Ge- fängnis und 125 000 Mark Wertersatzstrafe oder 10 Tage Gefängnis. Der Zollbeamte Wittkowski erhielt unter Einbeziehung der>chon in mehreren früheren Spritschiebungen gegen ihn erkonnten Strafen ein« Gesamtstrafe von 1 Jahr 8 Monaten Gefäng- nis, 1 600 000 Mark Geld st rase cder 80 Tage Gefängnis und 500 000 Mark Wertersatzstrafe oder 25 Tage Gefängnis. Sech» weitere Zollbeamte wurden zu insgesamt 37 Monaten Ge- fängnis, 2 051 000 Mark Geldstraf« und 600000 Mark Wertersatz- strafe verurteilt. Don den nicht beamteten Angeklagten, zum größten Teil kaufmännische Angestellte der Konzerne wurden fünf zu ins- gesamt 11 Monaten Gefängnis und 225 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Davon erhielt einer allein 215 000 Mark Geldstrafe und 68 400 Mark Wertersatzstrafe. Den verurteilten Beamten wurde die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf zwei bzw. drei Jahr« aberkannt. Für die erkannten Wertersatzftrafen wurden die verurteilten Beamten einerseits, und die übrigen Ange- klagten andererseits als Gesamtschuldner haftbar gemacht.— Bei den, mit diesem Urteil zur Sühne gelangten Spritschiebungen handelt es sich um«inen erheblichen Teil der Lieferungen. Der große Svritweber-Prozeß selbst wird sich noch- mals im neuenJahre in der Berufungsinstanz vor der großen Strafkammer des Landgerichts I abrollen, fein Beginn ist auf den 11. Januar festgesetzt._ Siadtbahnfiedderer. Zuchthausstrafen für überführte Verbrecher. Mit begrüßenswerter Schärfe gehen die Moabiter Gericht« setzt gegen die Zunft der Stadtbahnfledderer vor. Gestern hatte sich vor dem Großen Schöffengericht ein im Zuchthaus ergrauter Beteron dieses gemeingefährlichen Gewerbes, der Schlächter Hermann G e r a s ch, wegen einer Reihe von Fällen zu verantworten, in denen er zum TeU mit Erfolg, zum Teil vergeblich versucht hatte, schlafend« Reifende in Stadtbahnzügen auszuplündern. Er war von den Beamten des Ueberwachungsdienstes der Reichsbahn beobachtet worden, als er von einem Zug in den anderen stieg und sich in später Stund« gerode die Abteile aussucht«, in denen ermüdete Fahrgäste, meist Arbeiter, schliefen. Der Ueberwachungsbeamte M. folgte ihm stundenlang aus seinen Kreuzfahrten auf der Stadtbahn. In einem Abteil saßen beispielsweise an einem Tage des Wochenendes zwei Arbeiter in den GAen, die eingenickt waren..Der Fledderer setzte sich zunächst neben einen der Schlafenden, in dessen Tasche er wohl den Wochenlohn vermutete. Der Beamte konnte genau von dem Nebenabteil aus beobachten, daß der unheimliche Fahrgast unter der auf seinem Schoß ausgebreiteten Zeitung in den Taschen seines Nachbars herumsucht«. Er fand aber nichts und beugte sich dann zu dem ihm gegenübersitzenden schlafenden Arbeiter hinüber, dem er die Brieftasche herauszog. Auf der nächsten Sta'ion wollte Gerasch verschwinden, wurde ober f e st- genommen. Vorher schon war er bei ähnlichen Manipulationen beobachtet worden. Trotzdem der alte Gauner alles leugnete, wurde er für überfübrt erachtet und zu zwei Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Eh-oerlusi verurteilt und wegen seiner Gemeiirgesähr- lichtest dauernd unter Vollzelaussicht gestellt.—- Bor wenigen Tagen hatte sich das Große Schöfsengericht mst einer ganzen Bande von Stadtbahnfledderern zu befassen, die In. der gleichen Weile vornegangen war. Zwei von ihnen, Ma? Günther und Paul K u r o w s k i, die schon beide vielfakb vor- bestraft frnd, der eine zwölsmal, waren die Anführer der Bande. Auch si? geborten seit langem der.ßnnst der Stndtbahnfl-dd-n-er an, während die Mitangeklagten Nikolaus Becker und Johann M a d r a f k i sich in früheren Zeiten auf anderen Gebieten betätigt, sich aber sest Jahren straffret gehalten hatten. Die Bande hatte u. a. einem Lierfahrer, der Im Stadtbohnabteil schlief, eine Brief- tasche mit 360 Mark geraubt. Als sie dabei waren, den Raub zu teilen, wurden sie abgefaßt. Das Schöffengericht ver'irteiltc Günther und Kurowski zuje2>4JahrenZnchthaus,5 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Bolizeiaussicht. Becker und Madraski kamen mst 0 und 6 Monaten Gesängnis davon. Zur Strqliqer Sck>ülertragödie. Wie crinnersich, erschoß ain Morgen des 28. Juni der Primaner GÄither S ck> e l l e r m der Wohnung seiner Eltern in Steolitz den K ochlehrling Hans Stephan und tötete sich darauf selbst. Während sich dieses Drama abspielte, waren in der Wohnung außerdem die Schwester Schellers, deren Freundin Ellinor R. und der zurzeit in Ilntersuäiungsbast befind'icke Oberprimaner Paul Kr-mtz anweseich. Die beiden Freund«. Günther Scheller und Paul Krantz, hatten beoba-btet. daß Stevhan die Nacht bei der Schwester Schellers zu- gebracht hatte. Während bei Günther als llsiotio der nachfolgenden Tat die verletzt« F a m i l I e n e h r« in Frage kam, war bei Krantz. der sich mit Günther Scheller im Laufe der durchzechten Nacbt verabredet hatte, das Paar und dann sich selbst umzubringen, Eisersucht der Bewengrund. Er hat dann bei der Tat seines Freundes Günther dabei gestanden und sie, wie die auf Mord lautende Anklage annimmt, unterstützt. Die Untersuchung aeoen Baul Krantz bat setzt eine neu« Wendung genommen. Ueberraschender Weise hat die Staatsanwalt- schaft die Anklage ausgedehnt auf das Derpeben.des neuen Paragraphen 49d des Strafgesetzbuches, weil Krantz mst dem »erstorbenen Güntbsr Scheller den Mord an dessen Schwester H'sd« nerab rodet habe. Dagegen hat der Recbtsonwalt Dr. Frey Einspruch erhoben mit der Beqründunn, daß diese Borqäng«. nament- lich die Berabredung der Tat. zu erklären seien aus dem Rauschzustand. in dem sich die beiden Freunde befunden hätten, und mt« den Bubertätserscheinunaen, wie sie gerade die dem Kindesalter noch nicht entwachsenen fungen Leute zeigen, so daß ihr« Worte nicht immer ernst genommen werden können. Gin Cbauffenr mit Gemüt. Der Zimmermann Paul Weichau aus der Reuterftr. 52 zu Britz wurde am zweiten Feiertag geaen 20 Uhr an der Ecke der T»t»row- und Hanne-Niite-Straß« von einem Kraft- w«gen überiahren. Man fand Ihn neben seinem Fahrrad in den letzt-n Zügen liegen. Unter dem dringenden Berhacht, den Tot» des Mannes verschuldet zu haben, ist jetzt der Führen- einer Kraftdroscht« festgenommen worden. Er streitet zwar, wird aber von seinen Fahrgästen ß-iw«? balaftet Dies« fühlten an der bezeichneten Ecke«Inen heftigen Ruck, als ob der Wagen über einen harten Gegenstand huiweggefcchrsn wäre. Der Ehauffeur Geheimnisvoller Lleberfall. Eine Stenotypistin in Eharloitenburg niedergeschlagen/ Das Bureau.in Nammen Die Nachricht von einem schweren Verbrechen rief gestern abend die Kriminalpolizei nach der vlsmarckstraße 10 S. In Thar- (Ottenburg. Gegen 18 Uhr kam die in dem Bureau der Schreib- mafchlnenfirma Mercedes angestellte ISjährige Helene Hamann au» der Göhrener Straße 1 die Treppe heruntergelausen und alarmierte mit dem Bus:„5 ch bin überfallen worden— oben brennt es", den Hauswart. Da» Ueberfallkommando wu'-de sofort benachrichtigt und erschien einige Minuten später am Tatort. Gleichzeitig traf die Feuerwehr ein. die aus den Alarm mst zwei Löschzügen anrückte. Die Uebersallene wurde zur naheliegenden Relt'mgrstelle 32 in der Blemarckstraße geschafft, wo der Arzt jedoch außer einer leichten Rauchvergiftung keine Verletzungen fest. stellen konnte. Die Kriminalpolizei im Berein mst Beamten der Mord- inspektlon und des Raubdezernates unter Leitung des Kriminal- tommisiars Werneburg nahmen am Tatort die notwendigen Ermittlungen auf, um Licht in die seltsam« Affäre zu bringen. Folgende Einzelheiten werden noch mttgeteill: Im ersten Stockwerk des Haufes Bismarckstraß« 100 haben die Schreib- und Rechenmaschinenwert« Mer- cedes ihre Räume. In dem Buchhaltungs- und Kassenraum war in den Abendstunden nur noch die Angestellte Homann mst Ab- rcchnungen usw. beschäftigt. Sie gibt nun an. mitten in der Arbeit plötzlich einen wuchtigen Schlag über den stopf erhallen zu haben, so daß'sie bewußtlos vom Stuhl sank Nach einiger Zell sei st« wieder zum Bewußtsein gekommen. Das Zimmer sei völlig mit Rauch angefüllt gewesen, und es fei Ihr noch ge- lungen, da» Freie zu gewinnen. Auf andere Einzelheiten kann sie sich nicht besinnen. Soweit die Aussagen des Mädchens. Als die Feuerwehr eintraf, brannte der Raum In seiner ganzen Ausdehnung lichterloh. Es mußte«in« Schlauchleitung angesetzt werden, um das Feuer niederzukämpfen. Zum Glück gelang es, ein Uebergreifen der Flammen auf die angrengenden Räume zu verhindern. Die Uebersallene hatte sich auf der Rettungsstelle sehr ball» wieder erholt. Ihre nochmalige Dernehmung ergab aber keine neuen Anhellspunkte. Es konnte bisher noch nicht festgestellt werden, ob überhaupt etwas geraubt worden ist, da das Feuer mit ziemlicher Heftigkeit gewütet hatte. Bei Redaktionsschluß ist die Polizei weiter bemüht, die sehr mysteriöse Angelegen. h e i t zu klären. Feuer bei der Mitropa. Die Feuerwehr wurde gestern gegen 18 Uhr nach dem Anhalter Personen- Bahnhof alarmiert, wo in einem Lagergebäud« der„Mitropa" Feuer ausgebrochen war. Die Feuerwehr rückte unter Leitung des Baurates Fovth mit drei Löschzügen an. Beim Eintreffen der Wehren hatte das Feuer, das in dem W ä s che log e r entstanden war, bereits auf die angrenzen- den Räume übergegriffen. Die Lösihaktion gestaltetz? sich sehr schwierig, da die Zugänge zu dem Gebäude völlig verquckimt waren. Da auch für die darüber liegenden Räumlichkeiten große Geiahr de- stand, mußte aus mehreren Schlauchleitungen größten Kalibers Wasser gegeben werden. Erst nach einstündigcr Tätigkeit war die Hauptgefahr beseitigt. Die Ablösch- und Aufräumungsarbeiten dauerten mehrere Stunden. Noch um 23 Uhr waren zwei Löschzüg» an der Brandstätte beschäftigt. Der Schaden ist erheblich. Di« End- stehungsurfache konnte bisher noch nicht einwaildsrei ermittelt werden. stoppte auch, stieg ab, kam aber gleich wieder heran und fuhr weiter, ohne den Fahrgästen mitzuteilen, was ge- schehen war. Auch später war sein Derh ilten so eigentümlich, daß sie sich veranlaßt sahen, sich die Runnner des Wagens zu notieren. Zur weiteren Aufklärung wäre es nun sehr erwünscht, daß ein Augenzeup« sich im Zinnner 62 der Krimtnalinipektion Neukölln in der Soiser-Friedrich. Straße meldete. Es ch ein noch unbekannter Mann, der dem Unglückswagsn nächstes und ausries-„Holtet das Auto! Es hat eben einen Mann überfahren!" Ltnfall des Wien— Berliner D-Zuges. 14 versooeu leicht verletzt. Brünn. 30. Dezember. Der Schnellzug 63(Wien— Lundenburg— Brünn— Prag— Berlin) ch heut« um 287 Uhr auf der Fahrt zwischen den Stationen Obergerspitz und Brünn(Oberer Bahnhof) in«inen rangieren- den Zug gefahren, wobei zwei Waggons des letzteren und die Lokomotive des Schnellzuges beschädigt wurden. Einige Reisend« und zwei Eisenbahnangestellt« erlitten leicht» Verletzungen. Der Schnellzug erlitt infolg« des Un- falle s ein« Derfpätung von zwei Stunden. Di« Ursach« de» Zu- sammenstohes wird von einer amtlichen Kornmiffion untersucht. Die Reichsbahn-Gefellschast teill über den Unfall des D-Zuges Wien— Berlin mit: Bei der Einfahrt in den Bahnhof Brünn (Tschechoflowakei) fuhr heute gegen 3 Uhr D 63 Wien— Berlin, der um 17.11 Uhr fahrplanmäßig in Berlin ankommen soll, auf eine Rangiergruppe aus. Di« Lokomotive und einige Wagen wurden beschädigt. Entgleisunzen von Fahr, zeugen sind nicht vorgekommen. Durch den Anprall wurden 14 Personen, darunter zwei Eisenbahnbedien st et«, leicht verletzt. Do es sich im wefent- lichen um kleinere Verletzungen, wie Quetschungen und Haut- abfchürfungen, handell, tonnten sämtliche Reisende die Fahrt fort- setzen. D 63 traf mit 78 Minuten Verspätung in Berlin ein. Das Letzte vom deutschen Ozeanflug. Rückgabe der Ozeanpost an die Absender. Als in der zweiten Hälfte dieses Jahre» die Junkers- Werke den Entschluß faßten, zwei ihrer Maschinen, die„Europa" und die „Bremen", über den Ozean nach Aincriko zu schicken, wurde, wie erinnerlich sein dürft«, von der Reichspost der Versuch gemacht, mit den beiden Flugzeugen auch Po st nach Amerika zu schicken In Dessau liesen Zehntausend« von Sendungen ein. ob- wohl der Preis für die Beförderung von Briefen aus 25 Mark, für Postkarten aus 12 Mark festgesetzt war. Natürlich konnte nur ein kleiner Teil der angelonmienen Sendungen zur Beförderung zu- gelassen werden. Die„Bremen" sollt« 2000 Briefe und Karten, die „Europa" rund 1565 Sendungen mitnehmen, die in plombierten Säcken sorgfältig oerpackt auf den Start der Ozecmmaschinen harrten. Bekanntlich mußte die„Europa" dann in Bremen notlon- d en, während dt«„B r« m e n" 200 Meilen hinter der irischen Küste lehrtmacht« und wegen de» Sturmes, der auf dem Atlantik tobte. nach Dessau zurückkehrte. Die Dessauer Post erhielt die beiden Säcke zurück, wartete jedoch mit der Auslieferung der nicht bestellten Sen- düngen noch, da inzwischen die Junkers- und die Heinkell-Werke beschlossen hatten, neue Versuche mit Wasserslugmaschinen zu machen. Das Schicksal der beiden Expeditionen ist bekannt, beide Flugzeug«, die nach wechselvollen Schicksalen die Azoren erreicht hatten, wurden bei dem Bersuch, nach Neusiindland zu starten, von den groben Seen des Atlantiks zerschlagen. Das ein« Wasserslugzeug versank sogar, doch hatte die Reichspost in weiser Voraussicht gummierte Säcke gewählt, die wasserdicht abgeschlossen waren, so daß die Sen- düngen kaum nennenswerten Schaden erlitten haben. In diesen Tagen hat das Dessauer Hauptpostamt jedoch das Flugposttinter- nehmen seinerseits liquidiert und Briefe und Karten an die Empfänger zurückgeschickt Die Sendungen tragen sowohl die offiziellen Stempel der ersten wie der zweiten Expedition und schließlich noch den lakonischen Vermerk:„Zurück, da Flug nicht durchgeführt". Den Absendern werden übrigens die Kosten aus Wunsch zurückerstattet, doch dürsten woN die wenigsten Absender hiervon Gebrauch machen, da die Sendungen als Kuriosa für Sammler«neu ziemlich hohen Liebhaberwert erlangt haben. Die juristische Sprechstunde fällt heul« au». Die Stettiner Sänger bringen zum Jahresschluß ein gutes und oielseitioe» Programm. Als Einleitung gelangt« ein Potpourri: Berlin W. W. zur Aufführung, das von den Herren Erich Schröter, Hans Steger, Friedrich Wolde, Karl Neb« und Max Steidl mtt gutem Humor gesungen wurde. Alfred Fuchs gefiel in seiner Soloszen«:„fcotel zur Erdkugel": Max Steidl in seinem Lied«: „Gute Lehren". Mit stürmischer Begeisterung würbe Paul Lriton, der beliebt« Groteskkomiker, empfangen. Ein auspezei-'-netes Tcmzpaor bildeten Paul©chwed und Georg Rubin. Als Schul- meister fand Martin Brauer großen Beifall. Sehr gut zusammen- geftellte„Lebende Weihnachtslioder" von Mrysel und Girardi hotten großen Erfolg. Den Schluß bildet? ein« lustige Burleske in drei Bildern von Ferdinand Meysel:„Noltes Wochenende" ein long- ersehnte» Eigenheim, das durch longa nl)atten den Beifall belohnt wurde. Brandkaiastrophe in Hoboken. Gn Ozeandampfer bis auf die Wasserlinie heruntergebrannt. New Bork. 30. Dezember. Eine weithin stchtbare Feuersbrltnst in H o b o t e n verwandelt« zwei Straßengeoierte am User de» Hudson in ein Flammenmeer und zerstörte zwei 700 Fuß lange Piers, sowie den am Pier liegenden Dampfer„Seneca" der Clyde-Linie und acht Schuten. Der Sachschaden beträgt über 2W M i l- l i o n e n Dollar. Sämtstche Feuerlöschboote der gegenüber- liegenden Stadt New Park waren zur Brandbekämpfung ausge- boten, mehrere ander« Schiff«, darunter der für den Berkehr auf dem Hudson bestimmte Prachtdampfer„Hendrik Hudson" wurden von den brennenden Piers nach der Flußmttte geschleppt. Der Bug des Hendrik Hudson" hatte bereits Feuer gefangen, doch konnten die Flammen bald gelöscht werden. Da» Feuer entstand, wie gemeldet wind, durch«ine Gasotinexplosion auf dem Pier der Fletcher Drydock Company und brettete sich dann mtt großer Schnelligkeit auf dem danebenliegenden Pier der Lacko- werma-Eisenbahn aus. Der vernichtete Dampfer„Seneca", dar ungefähr 280 Passaglere saßt«, sst bis auf die Wa s serl i n t» heruntergebrannt. Er wirb ungefäbr mst einer MWv« Dollar bewertet. New Bork. 30. Dezember. Der bereits gemeldete Brand im Hafengebiet von Hnboken vem ursachte große Aufregung und lockte Tausend« von Zuschauern am Der Verkehr auf dem Fluß, insbesondere der Fahrbetrieb, wurde stark beetnträcbttgt. Die geuersbrunst konnte geaen Mittag nach vierstündiger Bekämpfung durch die gesamte Feuerwehr von Hoboken, die außer von den Feuerlöschbooten der Stadt Neu» Port noch durch ein Dutzend den Eisenbahngefellfchasten gehörende Feuer- löfchboote unterstützt wurde, auf seinen Herd beschränkt werden. Verletzt wurde niemand. J_ Die Elbdeichs in Gefahr! Drohende DeichSruchkatafirophe an der Oberelbe? Hamburg. 30. Dezember. 1 von der Oberelbe werden beim Kilometerslein 483 meker» hohe Eisstauungen gemeldet. Besonders in der Nähe der Dömitzer Elbbrücke ist die Sicherheil der Deiche gefähr- d e t. 22 Frachtkähne und fünf Dampfer, die im Hasen von Lenzen vor Anker gegangen waren, befinden sich in ernster Bedrängnis. Da die Eisbrecher gegenüber den gewaltig aufgetürmten Eismoisen machtlos sind, werden Eissprengungen vorgenommen werden müssen. Bei Lenzen sieht man mit Bangen den nächsten Tagen mtgegen. da ähnliche Deichbruchkatastrophen, wie sie sich l m Zahre 1888 ereignet haben, befürchtet werden. Das Wattenmeer fast völlig vereist. Husum. 30. Dezember. Die Eisverhätlniss« an der schleswig-holsteinischen und litt- läudischen Westküste sind nach wie vor schwierig. Das Watten- m e« r ist jetzt fast völlig vereist. Nur»ach F ö h r und A m r u m ist Schisssverkehr noch möglich, während Sylt durch den Hindenburadamm aller Schwierigkeiten enthoben ist. Zwischen der dänischen Insel Roech und dem Festland ist die Eisdecke so fest, daß sie jetzt auch von schweren Fahrzeugen besah rech werden kann. Die Einrichtung einer Flugpo st verbin- du na zwischen dem Fe st lande und der Infolge des Eisganaes vom Berkehr abgeschlossenen Insel Pellworm steht unmitt»!- bar bevor. Doraussichtlich wird schon beirie Sonnabend der eiste Flug erfolgen. Da eine Landung auf Pellworm nicht möglich ist, wird das Flugzeug, das von Flensburg aus aufsteigt, dl« Bost- sendungen mit Fallschirmen über der Insel Pellworm abwerfen. Es sind zwei Flüge am Tage geplant. Der von Ena- lang gekommene Kohlendampfer„G i sela Schröder" liegt noch immsr vor Husum im Eise sest. Di« llköviioe Besatzung befindet sich noch an Bord. Dom Land aus ist das Schiff über das Eis zu erreichen, weshalb kein Mangel an Lebensmitteln vorhanden ist. 24 Mischer im Treibeis umgekommen. Wie aus Moskau gemeldet wird, hoben amtlichen Berichten des Vertehrskommissariat» zufolge am 29. De-embe? im Gebiet von Murmansk Schneestürme und starker Frost eingesetzt. An der l Murmanskküstc sind 24 Fischer im Treibeis um- gekommen. Nur der ollernotwendigst« Eisenbahnverkehr kann noch aufrechterholten werden. In Tamara konnte der sibirische Expreßzug wegen des Unwetters nicht weiterfahren. Artistenlo«. Während einer Darstellung in einem Kino von Wellingborouph in Norch Hampshire(England) führte ein Trapezkünstler den Todessprunq so unglücklich aus. daß er in den Zuschauerraum stü.-zte, und tot liegen blieb. Eine Frau, auf die er stürzte, erlitt einen Schenkelbruch, 25 Frauen wurden ohnmächtig. Die Vorstellung wurde jedoch i ort gesetzt. Sonnabend 31, Dezember 1927 Unterhaltung unö Missen Silvester im Hochgebirge. Von Ziudi Eims. Hoibwegs zzvischen der KnorrhüUe. auf dem Schneeserner, sibersiel uns die Dämmerung, über fernen blaffen Gipfeln aber flieg der Mond auf und goß fein Silberlicht in die Berge und 3"Äer, in den tiefverschneiten Hochgebirgswald und auf die«infamen Echncefpuren, die hier oben die Skiläufer hinterlassen hatten. Die Skistöck« in den chänden, Schneereifen an den Füßen, stapften wir drei Norddeutschen über die oerharschte Schneedecke, die oft meterhoch über dem festen Grund liegt, aus dem im Sommer wieder die Alpendlumen blühen. Schweißperlen standen auf unse- ren Stirnen, obwohl es bitterkalt war. So ein Tagesmarsch— wir waren schon am frühen Morgen aufgebrachen— strengt an und hält den Körper in Wärme. Aber unsere Mühe war schon reichlich belohnt worden. Ein herrlicher Tag log hinter uns. Was kann es schöneres geben, als die einsame Winterherrtichkeit des Gebirges? Stundenlang zu steigen. Nur dam und wam> eine kurze Rast, mit den Skistöcken vor den Bauch gestemmt, ein Stück Brot, einen Apfel für den Durst, und dann weiter hinauf. Wir blieben einen Augenblick stehen, um zu verschnaufen. Warfen unser« Rucksäcke ab und schauten sehnsüchtig zum Gipfel•— dem Münchener Haus. Dort faß unser Führer, ein des Skisports kundiger Bayer. Er war vorausgeeilt, um uns emstweilen einen heißen Trunk zu bereiten. Das letzte Stück Weges wollte auch kein Ende nehmen. Endlich, nach einer guten Stund«, waven wir oben, lösten mit steifen Fingern die Schneereifen von den Füßen und traten in die dickverschneite Hütte, durch deren vereiste Fenster matt das Lampen- licht schimmert«. Todmüde üeßen wir uns auf den Holzbänken nieder. Wohlig empfanden wir die Wärm« des kleinen Raumes. Der Tee, den unser Freund aus aufgetautem Schnee gebraut hatte, war ein Genuß. Der Mann gab uns den Rat, ordentlich.Bmtzeit zu machen". Und wirklich—, bald fühlten wir uns wieder frisch und munter, rückten mit an den Ofen heran, um welchen schon eine Anzahl Touristen saßen, während andere, auf den Bänken ausze- streckt, fchliefen. Lustig prasselten die Scheite im Ofen. Harz- geruch mischte sich ln den Tabakqualm. Geschichten— e niste und heitere— wurden zum Besten gegeben. Nach und nach taute auch der schweigsam« Wetterwart auf, und der höchste Beamte in Deutschland(2964 Meter über dem Meere) erzählt« von feinem Leben aus dieser lichten Höhe, von den Gefahren der Bergwelt, von den Opfern, welche die Besteigung der Zugspitze schon gefordert hatte. Die Stimmung wurde immer aufgeräumter, je mehr sich der Zeiger Mitternacht näherte, s« mehr Grog in den Kochgeschirren dampft«. Zitherfpiel erklang. Lieder hallten von den Wänden. Draußen rüttelte der Wind an den Berank evrngen der Hütte. Wir fühlten uns wohl und geborgen. Es war#12 Uhr..als«tr uo�erdob«. Die Schneereif ev a» die Füße und hinaus. Hui— war dos kalt. Wie spielte der Wind so unfmist mit den Nasenzipfeln. Das Thermometer an der Tür zeigte 16 Grad unter Null. Die Kragen hochgeschlagen, pilger- ten wir hinaus zum Gipfelkreuz. Noch stand der Mond am Himmel. Wolken schwammen in dem dunklen Blau, und Millionen Sterne funkelten in unendlichen Höhen. Wo wir hinblickten, Schnee und Fels. Tief im Tale kroch, einer feurigen Schlange gleich, ein Zug durch die Landschaft. Bon Garniifch glänzten Lichter herauf. Dort wiegten sich wohl in den vornehmen Hotels die Paare lm Tanz und schwelgten bei Wein und Sekt. Unter uns hatte sich die Tür des Mimchener Hauses geöffnet. Ein breiter Lichtstrom quoll heraus. Di« Terrasse füllte sich mit lachenden und scherzenden Touristen, lind dann—.De» Jahres letzte Stunde ertönt mit ernstxm Schlag..." klang es vtslftunmig durch die Nacht Ein allseitiges„Prost Neujahr" folgte dem Lied. Das neue Jahr hatte begonnen— und mich wir schüttelten uns glückwünschend die Hände. .Ln dieser Stunde taust der Teufel Alkohol durch Dörfer und Städte. Trunkenheitsexzesse veranlaßten im Borjahr allein in Berlin über 300 Berhasiungen", brummte mein mit Spreewasfer getaufter Freund durch seinen Wollschal. In dieser Stunde— und wir dachten an die Menschen, die jetzt betrunken durch die Straßen wankten, an lichterfüllte Säle mit lachenden, tollenden Menschen.?lb«r auch an jene, die in Elendsquortieren mit banger Sorge ins neu« Jahr gingen. In dieser Stunde— und wir sahen im Geiste Männer, die der Erde Schätze bargen, oder jetzt mit nackten Brüsten an den glühenden Feuern der Hochöfen auf den Abstich warteten. Fronknechie de» Kapitals. Wir dachten an die große Not, und wie so manches besser fein könnte, wenn jeder Proletaner ein klassenbewußter Kämpfer wäre. Der Berliner mußte wohl gefühlt haben, was in uns webte. Leise summte er eine Melodie. Wir sielen ein, und dann toste es durch den eisigen Wind: „Wacht auf, Verdammte dieser Erde-...." Das schönste Neujahrslied. Keines paßt so gut zum Jahres- beginn. Schweigend stiegen wir wieder hinab zur Hütte. Schauten vor der Tür noch einmal hinauf zu dem Kreuz, das nun verein- samt in den Himmel ragte, noch einmal hinunter ins Tal, in diele erstarrt« Natur, die einem neuen Frühling entgegenträumte, dann gingen wir hinein. Dnnnen sang und trank man noch. Wir wärmten uns nur auf. um dann im Schlafraum zu verschwinden, wo wir uns in die Decken wickelten und„Gut- Nacht" wünschten. Nicht lang« mehr hörten wir die Wind« um das Haus fegen, nicht viel Zeit blieb, um an die Kämpfe st- denken, die auch das neue Jahr uns Proletariern bringen würde— bald nahm uns Morpheus In die Arme. predigt zum Lahresschluß. Von Kurt Offenburg. „Eins, zwei. drei, im Sauseschritt saust die Zeit, wir sausen mit." Der Anfang unserer Tage geht longsam. und wenn die Blüte unseres Leben» erreicht ist. erscheint das Dasein, als ob es ewig sein müßte. Dann aber rollt die Zeit bergab in immer rascherer, unaufhaltsamerer Drehung, bis zum Ende. Alle schönen Dinge scheinen«n endlich, wenn st« vor uns liegen: pste lange scheinen die ersehnten Tage der Ferien sich zu dehnen: wie unverbrauchbar dünkt dos Monatsgehalt, wenn wir es erhoffen: wie rasch verdampfe» die Wogen des Flttterglücks, in denen Tage und Nächte zuerst unvergänglich erscheinen. Und wie hebt sich das neue Jahr ürngsam und feierlich aus der Zukunft: unendliche Zeit, um zu schaffen, zu genießen, Ziele zu erreichen und Glück zu fangen. Aber dann drehen sich die Monate, die Sehnsucht reißt sich vom Winter in den Frühling, der den Sommer verspricht, und wen» dieser sich schon erfüllt und herbstliche Früchte in deinen Schoß wirst. naht schon in erschreckendem Tempo neue Kalle des Winters. Und mit verlangenden, ungefüllten Händen stehst du wieder an der Schwelle eines neuen Jahres... und kannst nicht anders, als wieder zu hoffen, zu glauben, daß es die Ewigkeit berge, daß es dos Glück, die Erfüllung bringe. Wenn die Glocken von ollen Türmen läuten, die Gläser klingen und du mll Unruhe im Herzen dem neuen Freunde entgegentrittst — ihm, dem neuen unerkannten Jahr, das deine Illusionen noch nicht zertrümmert hat—, kannst du da anders, als gläubig hoffen, daß alles g u t werde in dieser besten aller Welten. Du dürftest zwar längst wissen: morgen schon ist sie zänkisch und reizsam, kall und lieblos gegen dich, und sie gefällt dir auch nicht wie im Glanz des Neujahrspunsche»— diese beste aller- Wellen. Aber war es nicht reizend von ihr, daß sie die freundlichen Illusionen gegönnt hat, daß sie die Schminke der Hoffnung auf ihr alles verwüstetes Antlitz gelegt hat, daß sie unberührte Frische vortäuscht, um dich eine Stunde glücklich zu machen? Ach!— sonst könnte man in jeder Minute des Daseins ein neues Jahr beginnen. Es gibt entscheidendere Einschnitte als gerade die Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar. Etwa: am 3. Ja- nuar kam zum erstenmal der Gerichtsvollzieher, am 19. Februar segnete dich der schönste Weinrausch des Jahres, am 21. April reiste nach vierrnonatiger Anwesenheit die Schwieg« rmutter ab, am 6. August kam dein sechstes Töchterchen zur Welt, am 11. Oktober tönte im Stockwerk über dir zum fünfhundertsten Male„Valencia", am 28. November oerbot dir der Arzt bei Todesstrafe, Charleston zu lernen, und was dergleichen wichtige Ereignisse mehr sind im Leben eines normalen Steuerzahlers. Es wäre deshalb originell und selbständig, dein individuelles Lebensjahr von solchen Marksteinen an abzumessen. Das Kalender- fahr bliebe eine geschäftliche und staatlich« Angelegenheit, die dich in deinem Privatleben nichts anginge. Und es gibt wirklich keine zwin- gende Ursach«, warum du gerade in der Nacht des ersten Januar gerührt erhoben, berauscht und mll allen guten Dorsätzen gerüstet fem sollst Als Schuljunge, als wir die Well reformieren wollten, die all- gemeine Moral verachteten und unter der Schulbank.L>ie konventionellen Lügen" des verblichenen Max Nordau ihren naiven Aufruhr- geist ausströmten: damals, als wir uns unter gräulichen Schwin- deleien von der feierlichen Familientafel wegstahlen und in Tingel- tangels unbeschreiblichen Range» unseren sechzehnjährigen Skepti« zismus austobten: standen wir in der Nacht nicht im Schatten de» Beilage des Vorwärts Domes und lauschten beklommen, hingerissen und emporgehoben den übermächtigen Klängen des Neujahrsläutens? Und fühlten uns einbezogen in die Gemeinschaft: vernichtet, klein und häßlich in unserem lungcnhostcn Dünkel. Und dies Gefühl zwischen Glück und Trauer, diese Unruhe, die tm Geläute der Neujahrsglocken«in unge heures Der sprechen empfinden ließ: sie kam immer wiedcr, wenn in dieser Nacht die Glocken dröhnten, die Raketen stiegen und die Frösche der Lausbuben auf dem Straßenpslaster knolllsn. Wo immer du bist: auf See, im Schützengraben, im Tanzjaal des großen Hotels oder im Kreis gleichgestimmter Freunde— über' all ergriff dich Ahnung, glaubtest du Gewißheit zu fühle», daß in dieser Mittemachtsstunde ein neues, reicheres, frischeres Leben sich ankündige. Hellige Gemeinschaft der Menschen. Nur weil all« Mitmenschen an diesem Tag, in dieser Stunde, in diesen Minuten des zwölften Glockenschlages voll Hoffnung, Sehnsucht und Cr wartung sind— deshalb ist Neujahr auch dein Iahresanbruch. Det egoistischste Individualist der sich zur einsamen Johresanfangsseicr in seine Höhle zurückzieht und allein. Liebe und Freundschast ver- achtend, seine Träume spinnt: er leiht dennoch das Gefühl„Neujahr" vom Ganzen, von der sozialen Gemeinschaft, die alle beschenkt und deren Gaben stch keiner entzieht. Thermit als Eisbrecher. Mit der zunehmenden Ausnutzung der Wasserkräfte wächst mich der Wunsch, den Werken zu jeder Jahreszeit den Wasjerzuflnh zu sichern, und so f;itt die Bekämpfung des Eises in ein neues Stadium. Ein Offenhalten der Zuflüsse durch Sprengungen mit Dynamit und anderen Exolosiv- stoffen ist in der Nähe menschlicher Wohnungen und von Kunst- bauten zu gesäbrlich Der amerikanische Professor Howard T. Barnes hat daher ein Mistel gefunden, da« sich als geradezu idealer Eis- brechcr erweist Es ist dies das Thermit,«in Gemisch ncm Aluminium und Eisenoxyd. Heber seine Ersahrungen mit diesem Mistel bei Eisbergen und Packeis wird in der„Umschau" berichtet. Wird in dem Gemisch Aluminium-Eisenoxyd durch eine Zlmdkirsche die Reaktion einaeleitet, so steigt die Temperatur in wenigen Sekunden auf 2300 bis 3500 Grad. Außerdem aber zersetzt auch dos Thernnt, wenn es mit dem Eis in Berührung kommt, durch das schmelzende Ersen das Ei» in Wasierstoff und Sauerstoff. Der Sauerstofi oereimgt sich mit dem Eisen zu Elsenoxyd, und der Wasserstoff verbrennt mit dem Lustsauerstoff zu Wasser Bei dieser raschen Gasentwicklung kommt es zu leichien Explosionen, die mit fast keinem Geräusch verbunden sind und das Zertrümmern der Eismasien unterstützen. Jede Schädigung von Kunstbauten oder Häusern ist vollkonnnen ausgeschlossen- DcrM ist das Thermit gefahrlos zu transportleren und zu handhaben. Seine Hauptwirt.- famkeit besteht nicht im Sprengen, sondern im Erwärmen der Ei:- masien. Prof. Barnes konnte auf diese Weife das gefährliche Packeis des St.-Lorenz-Stromes beseitigen, med Hai auch bei einer großen Packeisgesahr. die einige Städte in Alleobany bedrohte, mll noch nicht fünf Tonnen Thermit den Wasiern freien Weg ge schaffen, während Dynamit wirkungslos blieb. Besonder» wichtig aber ist dieser neue„Eisbrecher" zur Zerstönmg von Eisbergen. Oer Maler des Naturalismus. Zum SV. Todestag von Gustave Courbei. „Wenn ich tot bin, soll man von mir sagen:„Er hat keiner j Schule, keiner Kirche, keiner Richtung, keiner Akademie, besonders aber keinem System angehört, nur dem der Freiheit." Diese Wort« stehen in einem an den fronzöstschen Minister der Schönen Künste gerichteten Brief, mll denen Courbet einen ihm zugedachten Orden ablehnte und dabei dem Staate grundsätzlich das Recht bestritt, in Kunstdtngen, die sich seiner Kompetenz entziehen, mitzusprechen. Sie kennzeichnen mll oller Schärfe Wesen und Art der Kamst, die der große Revolutionär der französischen Malerei, der gleichzellig als der größte der modernen Wtrklichkellsmaler gelten muß, ausgeblldet hat. Die positivst« Philosophie, die materialistische Forschung, die Methode der Naturwissenschaften, kurz, der Geist des neunzelinten Jahrhunderts hat in Courbets Bildern seinen stärksten Niederschlag und prägnantesten künstlerischen Ausdruck gefunden. Mit der Ab- neigung gegen Klassizismus und Romantik und dem unversöhnlichen Haß gegen die Konoenienz und Aufmachungsschablone der glatte» Salomnalerei im alten Kaiserreich verband er das Ungestüm und die Rücksichtslosiglell des stürmischen Bahnbrechers, der mit dem Ueberlebten und Hergebrachten schonungslos aufräumt und auf neuen Wegen neuen Idealen entgegeneilt. So hat Courbet die Natur für die Kunst erobert, und er durfte sich mll berechtigtem Stolz den „ersten Realisten" nenne», der nichts als die Wahicheit anerkannt� und dieser selbst auf Kosten der Schönheit zu ihrem unbeschränkteii Recht zu»erhelfen trachtete. Die unerbittliche Wahrheitsliebe zeigt sich auch in seiner Moltechnik, die bewußt und mit Absicht die Farben hart nebeneinander setzt, wie das unbestechliche Auge des Beobachters die Natur sah. Freilich vermochte auch Courbet Natnr und Wirklichkeit nur mit dem ihm angeborenen Temperament zu sehen und wiederzugeben. und dieses zügellose Temperament verleitete den malenden Rca- listen gelegentlich wohl auch zu brutaler Betonung einer natura- listisch-sozialen Programmatik. Aber diese Programmatik ist bei Courbet eine Id«, die mit gewalliger Kraft und fortreißendem Impuls durchgeführt, den Swff veredell und über das Niveau der nüchternen Tendenz erhebt. So war es dem widerspruchvollsten aller Maler vergönnt, eine Kunst von voller Geschlossenheit zu hinter- lassen, in der sich der Geist des neunzehnten Jahrhunderts unverkenn- bar spiegelt. Ganz unbewußt hat dabei der aus ein Programm ein- geschwo'-ene Naturalist, der nur ein ungeschminktes Bild des wirk- lichen Lebens dem Beschauer vor das Aug« stellen wollte, dieses triviale Alltagsleben durch den bezwingenden Zauber seines Färb- tons der Realität entrückt und ins Seelische umgedeutet. Dieses Ineinanderfließen von Traumstimmung und Erdhoftigkell gibt Cour- bets Bildern«inen Zug qermamscher Cmpfindnngstiefe und läßt es begreiflich erscheinen, daß er auf die Entwicklung der modernen deuffchen Malerei im ollgemeinen und auf Leibi im besonderen so starken Einfluß gewinnen konnte, während seine Landsleute ihm und seiner Kunst lang« verständnislos und ablehnend gegenüberstanden. Wie sein großer Fach- und Zeitgenosse Millet ist auch Courbet aus einem Bauernhause hervorgegangen. Am 10 Juni 1819 in Ornons bei Besan�on geboren, eignete er sich die Anfangsgrunde des Malerhandwcrks bei einem in die Provinz verschlagenen Schüler David« an und ging mll 20 Iahren noch Paris, mit dem stolzen Selbstbewußtsein des Kraftgenies, das keine Götter neben sich an- erkennt. Daß dieser starrköpfige Feind aller Schulen und Rich- tungen, der sich so selbstbewußt als„Schüler der Natur" bezeichn-tte, der Akademie im weiten Bogen aus dem Wege ging, versteht sich von selbst. Sein einziger Lehrer war der Loiwre, wo er die allen Meister studierte und vor allem den allen Spaniern das Geheimnis absah, die dunklen, satten Farbtöne des Schwarz. Grau, Braun und Blau zu einem mystischen Kolorit zu verschmelzen. In der Wahl und Darstellung des Stoffes verließ er sich im übrigen ganz auf den beharrlichen und leidenschaftlichen Instinkt des geborenen Malers. Aus diesem Instinkt heraus schuf er seine Bilder, die mit ihrer naturalistischen Ausfassung und der stark betonten sozialen Note die zünftigen Akademiker entsetzten und de, Kunstkritik willkommenen Anlaß gaben, ihn als den Maler des Häßlichen zu brand- marken. Daß die Jury diesen! Ketzer die heiligen Hallen des Salons sperrt«, kümmerte ihn indessen so wenig wie der öffentliche Skandal, den jedes seiner neuen Bilder«illfesseUe. Der fanatische Jünger Proudhons, der in seiner radikalen Agitation immer heftiger und ausfallender wurde, ließ es sich vielmehr oiigelegen fein, den Skandal durch feine aufrührerischen politischen Manifeste noch zu schüren. Wenn ihm die kritisch« Meute in Paris allzu heftig zusetzte, ging er nach Deutschland, wo er gern und oft weilte, um sich im deutschen Wald als eifriger Nimrod zu betätigen und bei edlem Rheinwein und lustiger Gesellschaft die Pariser Berdrießlichkeiten zu vergessen. Der Jäger Courbet verleugnet sich auch nicht in seinen wunder- vollen watdgrünen und schueearaueii Landschasten mit Tierstaffage: die bezwingend frische Natürlichkeit, der aller Sentimentalität entkleidete Stimmungszauber entwaffneten selbst die Pariser Kritik. Während der Weltausstellung im Jahre 1869 vereinte Courbet als Protest gegen den offiziellen Boykott seines Lebenswerkes vierzig seiner Bilder zu einer Ausstellung, die elend genug in seiner Baracke untergebracht war, und der er den stolzen Titel„Ix Realisrne Gustave Courbet* gab. Man sah da«in« Anzahl Bilder, die heute klassisch geworden sind, wie die berühmten„Steinklopfer" (Dresdener Galerie) und dos nicht minder berühmte„Begräbnis in Orleans"(Louvre). Die künstlerischen und materiellen Erfolge, die In den letzten Jahren seines Lebens sich longsam einstellten, hatten die stürmische Angriffslust des revolutionären Heißsporns nicht zu dämpfen vermocht. Sein« politischen Ueberzeugung getreu, sah er sich dann während der Pariser Kommune zu einer Rolle ver- urteilt, die Ihm den Vorwurf des Kunstvandalen eintrug. Als Präsident der Kunstkommission der Kommune war ihm die Aufgabe zugefallen, das am 12. April 1871 erlassene Dekret, dos die Nieder- legung der Dendöme-Säule anordnete, durchzuführen. Nachdem dcr Kommune-Aufftand niedergeschlagen war, wurde Courbet verhaftet und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, obwohl er die Säule an anderer Stelle zu erhalten versucht hatte. Noch Derbüßung der Gefängnisstrafe wurde er dann noch zum Ersatz der Kosten für die Wiederausrichtung der Säule in Höhe von 329 091 Fronten ver- urteilt, die er in jährlichen Raten abzahlen sollt«, ein Urteil, das die Dermchtunq seiner materiellen Existenz bedeutet«. Aller Mittel entblößt, floh Courbet in die Schweiz, wo er am 31. Dezember 1877 in La Trnir de Peilß am Genfer See heimatlos und gebrochen starb, Dr. Walther Hötting. Eine halbe Million Pfannkuchen! Romv Pfannkuchen sollen zu Siloester in der Bälkerei der Konsumgenossenschaft in Lichtenberg und 150 000 in der Tempelhofer Bäckerei gebacken werden. Die Backmeister sind allerdings der Meinung, daß es hunderttausend mehr werden, denn der„Appetit" der Filialen— das hat der Pfeffer- kuchenoerkouf zu Weihnachten bewiesen— ist ein sehr großer. Man tritt ober der„Pfannkuchen-Jnflation" nicht unvowereitet entgegen: in blanken Knetwannen rühren eiserne Arme den Teig, der dann gewogen und zur T e i l m a s ch i n e kommt, die in einer halben Minute aus einer Teigplatte 30 Pfannküchen formt. Von dort aus wandern die Teigkuchen in den feuchtwarmen G ä r r a u m, in dem sie etwa 25 Mimüen verbleiben, um dann an der Lust zu „versteifen". Und dann müssen sie in das heiße>Fettbad der mit Gas geheizten Siedepfannen, von denen jede— in Lichtenberg stehen zehn und in Tempelhof fünf— 140 Stück aufnehmen kann. Lier bräunen sie. Erst die eine Seite und dann die andere. In der Mitte bleibt ein weißer Streifen, denn ein richtiger Berliner Psann- kuchen muß eine„Taille" haben. Ueber den Pfannen Hefinden sich Rauchsänge, die aber in nächster Zeit durch bessere Ventilations anlagen erseht werden sollen. Nach dem Fettbad, in d-m die„auf gehenden" Pfannkuchen auf Drahtgestellen liegen, werden sie aus Abtropf-Roste gelegt, damit sie„trocknen Leibes" ihre süße Füllung erhalten können. Eine kleine Maschine stößt nach einer Raddrehung jedem Pfannkuchen einen mit Marmelade gefüllten Eisendorn in den Leib. Nach dieser süßen Marter werden sie durch Streuzucker getrudelt und sind dann fertig zum Verpacken. In einer Stunde werden 16000 Pfannkuchen hergestellt I Ver- tieft» Bleche, die die Pfannkuchen vor jedem Stoß und Druck be- wahren, nehmen sie aus. Jedes Blech faßt 72 Stück, jede Expedi- tionskrste 6 Bleche, und jedes große Auto 42 Kisten. Es ist eine kostbar« süße Last, die zu den Filialen gefahren wird. Manche Fillalen haben zu Siloester 10000 Pfannkuchen bestellt: denn ein tüchtiger Genossenschaftler verzehrt in der Silvesternacht zum GEG.-Punsch in der Genosienschaft feuchtfröhlicher Zecher nur GEG.'Pfonnkucheu! Fahrpreisermäßigung für Blinde. Di« Deutsche Reichsbahn-Gesellschost befördert vom 1. Januar 1928 ab, wie wir bereits in unserer gestrigen Morgenausgabe mit- teilten, die Blinden zur Ausübung des Berufsoer- kehrs in der 3. und 4. Klasse zum halben Fahr- preis«. Für diese Bergünstigung werden jetzt die näheren Be- stimmungen bekannt. Blinde werden bei Reisen zur Ausübung eines Berufes in der 3. und 4. Klaffe im Fernverkehr und auch im Berliner Stadt-, Ring- und Vorortverkehr zum halben Fahrpreis, in der 3. Klaffe der Schnellzüge außerdem gegen tarifmäßigen Zuschlag befördert. — Die gleiche Ermäßigung wird einem Begleiter gewährt, wenn der Blinde und der Begleiter gemeinsam reisen. Ist der Blinde ein Schwerkriegsbeschädigter, so bleiben für seinen Begleiter die bisherigen Tarifbestimmungen bestehen, die dahin gehen, daß der Begleiter eines Kriegsbeschädigten bei allen Reisen des Kriegsbeschädigten frei befördert wird, wenn er lediglich zur Begleitung mitreist. Ferner, wenn er eine» Äriegsbefchä- digten noch einem anderen Ort gebracht hat und allein nach dem Ausgangsort zurückreist oder wenn«r einen Kriegsbeschädigten ab- Host. Der Führerhund des Blinden wird gebührenfrei befördert, wenn der Blinde nicht in Begleitung einer Person reist. Di« Fohrkarten zum halben Fohrpreis werden von den Fahr- tortenausgaben auf Grund von Ausweisen noch vorge- fchriebenem Muster verabfolgt. Als Ausweis dient eine auf den Rainen des Blinden lautende, von der Eisenbahn für die. Dauer eines Kalenderjahres ausgestellte Beschewsgung darüber, daß der Inhaber erblindet ist und einen Berus ausübt, zu dessen Ausübung er die Eisenbahn benutzt. Di« Bescheinigung wird auf Antrag des Erblindeten von der Eisenbahnverwaltung ausgestellt, in deren Bezirk er seinen Wohnsitz hat. Dem Antrag sind dos Zeugnis eines beamteten Arztes über die Blindheit, eine Bescheinigung der Ortspolizeibeharde dar- über, welchen Beruf der Blinde ausübt und daß er dazu die Eisen- bahn benutzt, und das Lichtbild des Erblindeten bei.zu- fügen. Das Zeugnis des Arztes ist nur bei dem erstmaligen An- trag erforderlich. In Jweiselsfällen ist die Eisenbahn berechtigt, das Zeugnis durch einen Vertrauensarzt bestätigen zu lassen. Die Fahrpreisermäßigung wird nur bei Lösung ein- facher Fahrkarten(nicht etwa bei Zeitkarten, Arbeiterrück- fahrkarten, Sonntagsrückfahrkarten) gewährt. Für den Begleiter kann eine Fahrkarte zum halben Preise ausgegeben werden, auch wenn der Blinde selbst eine Zeitkarte oder dergleichen besitzt. Die bührensreic Mitnahme des Führerhundcs ist beim Vorzeigen von ohrkarten aller Art zulässig, vorausgesetzt, daß der Blinde im Besitze der Bescheinigung nach Ziffer 5 der Tarifbestimmungen ist. Aus der von der Eisenbahnverwaltung auszustellenden Bescheini- gung muß die Art des Berufs des Blinden genau eingetragen werden, damit nach Möglichkeit nachgeprüft werden kann, daß die Reise tatsächlich zur Ausübung des Benifs ausgeführt wird. 500 Einbrüche und 7 Ausbrüche in sechs Zähren— das ist der Derbrecherrekord, den soeben zwei in Berlin verhastete schwere Jungen, ein J52 Jahre aller Leo B u r s k i aus Polen und ein 36 Jahr« alter Stephan N o w i k o f f aus Rußland aufgestellt haben. Beide wurden unmittelbar nach einem Einbruch in Kalk? berge-Rüdersdors festgenommen. Burski war schon siebenmal ver- haftet worden, jedesmal war es ihm gelungen, wieder zu eist- weichen. Bei ihren Verhören befchuldiaten sich die beiden Ver- brecker gegenseitig. Nowikoff gab an, Burski habe in der Gegend von Milllsch in«Schlesien auf der Landstraße auch eine alte Frau überfallen, beraubt und getötet. Aus der Staatsoper am Platz der Republik wurde Verdis „L o u i s a Miller" übertragen. Die Sprache war diesmal so schlecht �u verstehen, daß man ohne Textbuch der Handlung über- Haupt nicht folgen konnte. Das mag zum Teil an der undeutlichen Aussprache der Sänger gelegen haben: aber auch ein technischer Mangel schien vorzuliegen. Man hat die Gcsangsstimmen durch Radio schon viel klarer und unverzerrter gehört. Einwandfrei klang nur die Uebertragung der Orchestermusik. Es wäre wesenllich, zu erfahren, ob eine Aenderung in der technischen Anlage die Ursache zu dem unvollkommenen Empfang an diesem Abend war.— Das Nachmittagskonzert der Kapelle Gerhard choffmann war stark aus den bürgerlichen Geschmack von vorgestern eingestellt. Aber da dieser unter den Funkhörern fraglos noch stark vertreten ist, so ist gegen solche Darbietung— falls sie nicht zu häufig wiederholt wird— nichts zu sagen. Erfreulich war, daß das Programm auf das übliche Stildurcheinander der Nachmittagskonzerte verzichtete und wenigstens eine einheitliche Lini« wahrte.— Eine Schilderung der olympischen Spiele des Altertums gab Dr. Willy Meist, der über ihre Bedeutung für das griechische Volk, ihre Entwicklung zu einen? kullurellen Höhepunkt und ihre schliehlichc Entartung. an- schaulich zu berichten wußte. tes. „DaS innge Deutschland" i« Leipzig. Am 7. Januar 1928 wird die �lusstellung„Da» D e ut s ch l a n d, die im vergangenen Soinmer in Berlin große>B«- achtung soird, in Leipzig(Ringmeßhaus, in nächster Nähe k»cs Hauptbahnhofes) eröffnet. Mitteldeutschland wird diese Gelegene heit benutzen, um hier einmal das Leben unserer Jugend kennen zu lernen. Von allen kulturellen und wirtschaftlichen Fragen ein- mal abgesehen, ist das, was uns die Ausstellung über die körper- lichc Beanspruchung— von der engverbundenen seelischen ganz zu schweigen— unserer erwerbstätigen Jugend auf Gnind einwand- freier Erhebungen mitteilt, so erschütternd, daß der Arzt über das ganze Werk schreiben möchte:„Jugend in Rot!" Kein Landwirt verlangt von seinen jungen Pferden das, was wir ausgerechnet in der kritischen Zeit der Reife den schulentlassenen, halbflüggen Menschen ganz selbstverständlich zumuten. Und man muß, wenn man an die Arbeit und an die Lasten denkt, die die Aelteren dieser Jugend durch den Krieg aufgebürdet haben, ohne weichlich.zu sein. den Forderungen der deutschen Jugcndoerbände aller Richtungen, aller Konscssionen, aller Herkommen zustimmen: Wöchent Ii che Arbeitszeit 48 Stunden, B erbot der N ach t a: b e i t, freier S o n nabcndnachmittag, gesetzlicher Ur- laub für 14— 16jährige von 3 Wochen, für 16— 18jährige von 2 Wochen, einheitliche Schutzgrenze bis 18 Jahre. Die erste japanische Untergrundbahn. Aus Tokio wird ge- meldet, daß dock soeben die erste japanisch« Untergrundbahn dem Betrieb übergeben wurde._ Elssest im 5oo. ÄmNcusabrStag finden aus der EiZbabn am Zoo vormittags von II bis 1 Uhr, nachmittags von 4 Uhr ab Konzerte statt. Am Montag. 2. Januar, wird von 2',, Uhr ab ein K t» v e rf efl ver- anstaltet, in dessen Programm Hindernislaufen(Gvmrdana) und Clsspiele vorgegeben sind. Für die Sieger find Preise ausgesetzt. Als besondere »Ilraktion wird ein E i S b a l l- l t ausgesahrt, auch werden ClownZ und Akrobaten ihre Kunstslücke zeigen. Arelrellglöl« Gemewd». Sonntaa, vormittag» 1t Uhr. Pappd-Sll« 15, Vortrag des Herrn C. Witthauer: Moderne Arbeiter kultur m Oesterreich. Harmonium: Aus.Der Freischütz-(Weber). Gäste willlommen. Aniäugerkurse lu Englisch, ArauzSfisch, Russisch. In der zweiten Januar- wache beginnen die neuen Ansängerkurie(Abendunterrrcht) in den obstren Sprachen für Genossinnen und Genosien ohne jegliche Bockenntnisse. � Teilnehmer mit Vorkenntnissen können entsprechenden Mittel- und Oberkurleu beitreten. Aus Wunlch zadlretcher Genosien sollen ausier den obigen An- fängerkursen zwei neue Kurse„Hauptschwierigkeiten tn der deutschen Sprache- und„Engliiche Handelskorrespondenz- singerichlet werden. An- meidungen zu allen Sprachknrlen bis zum 7. Januor(schristlich oder persönlich) beim Genossen H. Fuchs, Verlin W ö7. Z l e t>e n st r. v». 1. Etage(nahe Nollendoriplatz). Sprachenschule der Arbeiter und Auge- stellten Grosi-BerlmS. Pfarrer Heumanns HeilmiMel »lefs aucki vorrfitlg In den Niederlagen: zutu• ipoflutkc Berlin N 31, Änlclamer StraUe 8t. a. treue Berlin W 8, Friedrichstraßa 173 Bosan-lpomeiie ElAaralde- Berlin Das Pfarrar■ Hgumanw» Euch (272 Seiten, I.SO Abbildungen) erhlH jeder Leser umsonst und portotrei von UMWIS Henmann* Ca* Nürnberg M.*s WARENHÄUSER Norden iMnickmlhifaSkJI• Westen:(€&an£., Tio&cn&nUtA ♦ Süden: tjfyiaefah.ZT Osten.* Tzankf. 60. 7tr. 6-13» 44. Jahrgang 2. Beilüge des Borwäeis Sonnabend, 3i. Dezember 1927 Ein Gewerkschastsjubilaum. Vor 25 Jahren kam die Generalkommisfion nach Verlin. vei Jahre zuvor fertiggestellte Gewerkschaftshaus am ngelufer erkoren, das die Zentrale bis zum Inflationsjohr 1923 Am Jahresschluß sind es2SJahre her. seitdem die G e n e r a l- k o m m i s s i o n der Gewerkschaften Deutschlands ihren Sitz von Hamburg nach Berlin verlegte. Dieser Umzug ist ein be- deutsomes Ereignis in der Geschichte der freien Gewerkschaften. Im Anfang war Hamburg die Zentrale der Gewerkschaften. Hamburger Geist und Homburger praktischer Sinn haben den freien Gewerkschaften die rechte Organisation gegeben: ste führten dazu, daß die zenkralistische Auffassung über den Lotaliemus den Sieg davontrug. Di« Vertreter des Zen- tralisationsgedankens wollten starke Gewerkschaften schassen, die imstande waren, das Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer beim Arbeitsvertrag zu verwirklichen. Reichsverbände mit starken Kassen, gute Unterstützungseinrichtungen, eigene Arbeitsnachweise. Die Zentralisten vertraten die Ausfassung, daß der Kamps um Verkürzung der Arbeitszeit und Erhöhung der Löhne, um Be- seitigung der Rocht- und Sonntagsarbett— kurzum praktische Sozialpolitik ebenfalls Klassenkampf sei als der von den Lokalisten stark bevorzugte nur politische Kampf. Solch« Gewerkschasten konnten nach Lage der damaligen Vereinsgesetzgebung nur unpolitische Organisationen sein. Für den Aufbau der zentralistisch organisierten freien Gewerk- schaftsbewegung war die Uebersiedlgng der Gewerkschastszentrale nach der Reichshauptstadt ein Gebot der Notwendigkeit. Die Ueber- siedlung war verbunden mit der Schaffung eines Zentral- a r b« l t e r s e k r e t a r i a t s, das nur in Berlin, am Eist des Reichsversicherungsamtes, wirken konnte. Und so wurde mit 119 gegen 31 Stimmen die Erichtung des Zentralarbeitersekretariats und mit 104 gegen 47 Stimmen die Sitzverlegung der Generalkommisiion nach Berlin beschlossen. Ende des Jahres 1902 ging der Umzug vonstatten. Als neues Heim der Gewerkschastszentrale wurde das zwei Enge! innehatte. Die späteren Jahre rechtfertigten vollauf die Sitzoerlegung: denn die Tätigkeit der Generalkommisiion erweiterte sich immer mehr durch den unmittelbaren Verkehr mit den Behörden. Die starke sozialpolitische Arbett der Generalkommisiion hätte unmöglich von einem anderen Platz« aus so erfolgreich geleistet werden können. Die Sitzverlegung brachte auch ein klareres Verhällnis zum vorstand der Sozialdemokratische« Partei, das bis 1902 zuweilen recht gespannt gewesen war. In zahlreichen fragen wurden jetzt gemeinsam Verhandlungen gesührt, bei denen m der Regel auch Verständigungen erzielt wurden. 25 Jahre in Berlin! In diesem Vierteljahrhundert hat sich die Gewerkschaftsbewegung die Reichshaupistodt und damtt erst end- gütig das Reich erobert sowie totsöchliche und vcrfasiungsmößige Anerkennung errungen. »» * Mit dem bedeutsamen Gedenktag, den die freie Gewerkschasts- bewegung an der Jahreswende seiern kann, sind, wie die„Gewerk- schastszeitung' mitteilt, auch noch einige Jubiläen verschiedener sührender Gewerkschaften verbunden, die seinerzeit in die General- kommisiion gewählt wurden. Don der 1902 gewählten General- kommission sind durch Tod abgegangen D ö b l i n(f 1918), L e g i e n 1920) und Silberschmidt(f 1927). Vom Amt zurückgetreten sind Robert Schmidt 1919, Cohen 1923 und Sassen- b a ch 1923. In ihrem Ehrenamt befinden sich aber noch S a b a t h (seit 1893, Mitglied der GK.), Hermann K u b e(seit 1902) und Alexander Knoll(seit 1902): die beiden letzteren können mit der Feier der Ueberstedlung der Generalkommisiion nach Berlin ihr 2Sjähriges Amtsjubiläum verknüpfen. Nochmals: Die Wartezeit. Drei Tage und sieben Tage. Der Prösident des Landesarbeitsamts Berlin- Brandenburg. Genosse Brühl, schickt uns folgende B«° richtigung: �In der Rümmer«IS des.Vorwärts'(Morgenausgabe vom 30. Dezember) ist ein Bericht über ein« Funttionärtonserenz des ADGB. enthalten, die u. o. eine Resolutton saßt«, die sich auf die Wartezeit in der Arbeitslosenversicherung be° zieht. Im zweiten Toil dieser Resolutton heißt es: �ves wetteren erhebt die Konferenz den schärfsten Protest gegen die neueste Verordnung des Reichsarbeitsministers. die unter Aushebung der vom Derwaltungsrat angeordneten Warte- zeit von drei Togen bis 31. März 1928 nuimehr eine solche von heben Tagen vorsieht,' Dieser Teil der Resolution geht von der falschen Voraus- s e tz u n g aus. daß durch die Verordnung des Reichsarbeits- Ministers, betreffend die Aufhebung älterer Vorschriften über die Wartezeit in der Arbeitslosenversicherung vom 17 Dezember 1927 die durch den Verwaltungsrat festgesetzte Wartezeit irgendwie ver- längert sei. Dies« irrige Meinung, die auch von ein- zelnen Stellen im Berliner Landesarbeitsamt auf Grund von Mißverständnissen vertreten worden ist. entbehrt der rechtlichen Grundlage. Es dürfte hier eine Der- w e ch s l u n g vorgekommen sein zwischen der allgemein gültigen Wartezeit und der besonderen Warte- zeit für die Fälle b e ru f s ü b l i che r A r b e i t s l o s i g Soweit infolge-_- rungen der allgemeinen Wartezeit vorgekommen sein sollten, sind diese Maßnahmen inzwischen wieder zurückgenommen worden.' Mit dieser Erklärung dürften die Mißverständnisie wohl be- hoben sein, die die Verordnung des Retchsarbeitsmimsters im Gefolge hatte. Wir erwarten, daß fernerhin zu derartigen Mihver- ständnisieo kein Anlaß mehr gegeben wird. Sonst wich unter den Arbeitslosen böses Blut hervorgerufen, und die einzelnen Arbeitsämter werden zu falscher Handhabung der Arbettslosenunterstützung verleitet und durch überflüsiiges Schreibwerk beschwert. Di« Behandlung der Arbettslosen.st ohne- hin schwer, als daß sie noch durch derartige Mißverständnisie be- lastet werden dürfte._ „Gewollte Tarifunfähigkeit?" Gewisie Arbettgeberverbände versuchen, sich tarifunfähig zu machen. Sie ändern ihre Satzungen dahingehend ab, daß sie nicht berechtigt seien, mit den Angestelltenverbänden Tarifverträge abzw schließen. Sie wollen aber als wirtschastlichc Dereini» gungen im Sinneder Tarifoertragsordnung gelten und glauben dies damtt zu erreichen, daß sie sich nur sür berechtigt erklären, mit den Gewerkschaften der A r b e i te r Tarifoertrög« ab zuschließen. Durch ihre Satzungsänderung glauben sie, sich auch einen, Schlichtungsverfahren(Zwongstarif) mit Erfolg entziehen zu können. Der ZentralverbandderAnge st eilten hatte in Der- bindung mit den anderen Verbänden bei den, Schlichwngsausschuß in Kassel ein Schlichtungsoerfohren gegen den Arbeitgeberverband der T e x t i l i n d u st r i« in Kassel anhängig gemacht. Der in diesem Versahren ergangene Schiedsspruch wurde sür ver kindlich erklärt.' Nunmehr erhob der Arbeitgeberverband bei dem Arbeitsoericht in Kassel Klage mtt dem Antrage, f e st z u st e l l e n, daß Rechte aus dem für verbindlich erklärten Schiedsspruch nicht geltend gemacht werden können. Die Klage stützte er auf eine vor dem Schlichtungs- verfahren vorgenommene Satzungsänderung und behauptet«, er sei gewollt tarifnnsählg und könne in kein Schlichtungsverfahren der Angestelltenverbände hineingezogen werden. Termin vor dem Arbeitsgericht Kassel stand am 28. Dezember dieses Jahres an. Der Zentralverband der Angestellten, Berlin, wurde.durch feinen Rechtsschutzleiter Burgemeister vertreten. Nach eingehender Verhandlung und Beratung ist' die klage de» Arbeitgeberverbandes abgewiesen. Das Arbeitsgericht stellte sich auf den Standpunkt, daß es eine gewollte Tarisunfähigkeit nicht oi'-i Das Urteil ist von grundlegender Bedeutung. Oer Herr Geheime Lanöesarbeitsrai. Es war die bayerische Regierung, die es als ein dringendes Bedürfnis emosand, für Gewertschaftsbeamte besondere Titel einzuführen. Diese Neuerung auf sozialpolitischem Gebiet, das heißt die Galvanisierung der Titelseuche und deren Uebertragung auf Arbeiterführer, gestattete sich zu einer gründlichen Bla- mag«, da sowohl die freien Gewerkschaften wie die christlichen e» ablehnten, sich zu solchem Un- fug herzugeben. Die bayerische Regierung saß mit ihren Titeln da, da ihr kein charaktervoller Gewerkjchaftssührer einen ihrer neuen Titel abnehmen wollte. Durch einen Umsall der Christlichen scheint es ihr nun nachträglich doch noch zu gelingen, etliche ihrer inzwischen verstaubten Titel an den Mann zu bringen. Der„Deutsche' berichtete am 24. Dezember über„Bayerische Weihnachtsgeschenk«'. In München seien eine Reihe neuer Titel ver- liehen worden.„Es hat eine ganze Anzahl neuer Geheimer Kam- merzienrät«. Geheimer Iustizräte usw. gegeben.' Und dam, folgt halbfett: „M i t besonderer Freude lesen wir, daß dem um dt« christliche G e w e r k s cha f t s b e w e g u n g h o ch- verdienten Reichstagsabgeordneten Schirmer der Titel eines Geheimen Landesarbeitsrats verliehen worden ist.' Daß im Hause Stegerwald groß« Freude über Titel herrscht, ist sattsam bekannt. Daß jedoch die Christlichen sich nunmehr mit der bayerischen Titelbescherung abgesunden hoben und ganz besondere Freude an dem Arbeitsrot, Landesarbettsral und gar dem Geheimen Landesarbcitsrat haben, ist neu. Der Anfang ist gemacht, und bald wird jeder christliche Gewerkschastsführer feinen bayerischen Titel haben. Wir beneiden keinen darum. Das„Berliner Tageblatt' hängt diese Titelgeschichte etwas niedriger und wirst die Frag« auf, „ob auch die Mitglieder der christlichen Gewerk- schalten diese Freude ihres Zentralorgans über den„Geheimen Landesarbeitsrats" teilen: denn b i s h.c r haben die Gewerkschaften insgesamt alle Versuche, die aus die eitle Titelsucht putzig voran- lagter Menschen spekulieren, entschieden abgelehnt. Di« deutsche Arbeitnehmers chast hat heut« wirklich andere Sorgen als die Titellieferanten der bayerischen Staatsregierung," Der Meinung sind auch wir. Der Berliner ober würde sogen: „Laß doch dem Kind die Voulette!" Abgelehnter Schiedsspruchs Essen. 30. Dezember. tEigeuiberich!. , Wie wir erfahren, lehnen der Deutsche Motollarbeiterverband und der Gewerkverein Hirsch-Dunckcr den Schiedsspruch sür die Arbeitszeit� und die Mehrarbeitszuschläge für die Me/altjndnstrie Hagen- Sch w« l m ab. Die Stellungnahme des Chrgtlichen Ge- werkvereins steht noch nicht fest. Di« drei am Torifverhrag beteiligten Gewerkschaften hotten einheitliche Arbeits zeit- sordrrungen, und zwar die der Einführung dv achtstün- d i g e n Arbeitszeit für sämtliche Betrieb« ab 1. Januar 1928 ausgestellt._ Bergarbeiterentlassungen im Saar gebiet. Die fvanzöstsch« Grubenvcrwaltung Hot als der Rational, sterungsmaß nahmen mehr als 1000 B.ergorbcitcr entlassen. Gemäß Verfügung der Hegieninghl-oimnission sind die öffentlichen Arbeitsnachweieslellcn ermächtigt. Erwerbslose so- wohl nach den lothringischen Grenzorten als auch nach dem retchs- deutschen Grenzgeb'et zu verwttteln unt� falls die Aufnahme der Arbeit aus einem ungenügenden Gruyde verweigert wird, die Erwerbslosenunterstützung zu versagen. Hoffentlich werden die Saargruben nichts zugrunde rationali- siert, bevor sie wieder an Preußen und Loyc/n fallen. Moslem 1.....>{U4V ■Uuuj ßtmufCtui/.'Wwt&HH'* AMMwOftUfdUM' i Schwere Baukrise im neuen Lahr. Gelder fehlen.- Auslandstapiial notwendig.- Hauszinssteuerreform! Oos Den zwischen dem kommunistischen Rußland und den finanztapitolisttschen Oelmagnaten zu erleben, aber man kann heute doch noch nicht sicher sagen, was den sowjetrussischen Kaufmann mehr lockt:«ine tüchtige Außenseiterkonkurrenz mit niedrigeren Preisen und Erlösen— oderein Gentlemenfrieden in der Form eines Kartells, der zwar nicht schön aussieht, ober sich doch besser rentiert. Die sechste Alilliarde Spareinlagen überschritten. Nach einer Schätzung des deutschen Sparkassen- und Giroverbandes dürste die sechste Milliarde Sparkasseneinlagen End« 1927 überschritten worden sein. Für die vier Jahre seit der Stabilisierung bedeutet das einen jährlichen Zuwachs von rund anderthalb Milliarden. 1827 allein brachte einen Zuwachs von 1,57 Milliarden. Mit der Summe von 6 Milliarden Spareinlagen stehen die deutschen Sparkassen wieder- vor der Gesamtheit der privaten Geldonstalten des Deutschen Reiches, wenn die kurzfristigen Auslands gelder der privaten Bonken nicht derücksicht»gt werden, was bei einem Vergleich berechtigt ist. SO*/» Ltmsahsteigerung bei Rheinmetalt. Lokomotivbau stillgelegt.- Erfolg stnauzieller Sanierung. Di« Rheinische Metallwaren, und Maschinen» fabrik A.-G. Düsseldorf war eines der ersten Großumen- nehmen, das aus den Folgen der Ruhrbesetzung und den allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten die notwendigen Konsequenzen zog. Bereits im Januar 18Ä, nach der Veröffentlichung des hohen Verlustes von fast sieben Millionen im Geschäftsjahr 1924/25, nahm die Ge!«llschaft einen scdorfen Einschnitt in dasKapi- t o l durch Heradjetzung von 18 auf 6 Millionen Mark vor. Die 12 Millionen Buchgewirme wurden zur Deckung des Verlustes und zu Abschreibungen verwandt, während zur Durchführung der Betriebsrotionolisierüng dos Kapital aus 12 Millionen Mark wiedererhöht wurde. Die Krise bei Rheinmetall hatte ihren Ausgangspunkt von dem Hauptbetrieb, dem Lokomotivbou, genommen. Während früher dieser größte Betrieb der Gesellschaft durch regelmäßige Reichsbahnausttäge und die damit verbundenen hohen Anzahlungen kaum Betriebskapital erforderte, mußten bei der jahrelangen Drosselung der Reichsbahnbestellungen Auslandsaufträge zu Verlustpreisen und ungünstigen Zahlungsbedingungen an- genommen werden, um den Betrieb überhaupt in Gong zu hatten. Da die Krise im Lokomotivbau onhieU, entschloß sich die Gesellschaft, sämtliche Lokomotiowerkstätten stillzulegen— Ru ß l a nd wollte bekanntlich die ganzen Lokomotivbauanlagen übernehmen— und den Wiederaufbau auf die Stahl-, Preß- und Rohrwerk« zu be- schränken. Trotz der teilweisen Stillegung konnte unter der Einwirkung der Konjunktur der Umsatz von 28 auf 42 Millionen, also um 50 Proz., er- h ö h t w e r d e n. Die Rohstahlerzeugung weist mit über 81 000 Tonnen Rekordziffern fest Bestehen der Firma aus. Auch bei den Preßwerken herrscht durch den starken Bedarf der Automobilindustrie Hochbetrieb. Der günstigen Detriebsloge entsprechend, zeigen sich auch in der Bilanz deutliche Anzeichen der Wiedergesundung. Die Betriebs- gewinne stiegen von 5,6 auf 7,78 Millionen Mark, von denen nach Abzug der großen Abschreibungen von 2 Millionen Mark und der durch die Umstellungen der Betricde noch stark beeinflußten Un- kosten, sowie Steuern und Zinsen von 5,4 Millionen Mark noch ein Reingewinn von 1,1 Millionen Mark gegen 33 500 M. .im letzten Jahr verbleibt. Eine Dividende' auf das wieder auf '12 Millionen erhöhte Kopital wird nicht verteilt, sondern der Ge- winn wird mtt 600 000 M. zur Neubildung der aufgelösten Reserve- fonds oerwandt und der Rest auf das neue Jahr übertragen. In den Anlagen treten die durchgeführten Betriebserneuerungen in rund 3 Millionen Mark Zugängen— für Maschinen allein 2,4 Millio- nen Mark— in Erscheinung. Der slotte Absatz ermöglichte eine .VerringerungderVorratslagerum2aus7B Millionen Mark. Dementsprechend konnten Schulden und Anzahlungen um über 3 aus 9 Millionen Mark gesenkt werden. Jedoch ist die Finanzlage trotz dieser offensichtlichen Besserung immer noch ziemlich angespannt, da den Waren- und Wechselschulden(11,7 Millo- nen Mark) Forderungen in Höhe von nur etwa 50 Proz. gegen» überstehen. Die Lage de« Unternehmens ist bis zum Jahresende günstig gv< blieben. Die Belegschaft ist bis auf 6357 Mann wieder ge- stiegen, und die zurzeit vorliegenden Aufträge gewährleisten für die nächsten Monate volle Beschäftigung. England treibt zum Kohlentrust. Nach einer Londoner Meldung hat ein Ausschuß der Grube» besitzer von Südwales, und Monmouthshrre einen wichtigen V o r s cb l a g für den englischen Koblenbe''gbcw ausgearbeitet Es sollen Mindesttohlenpreise eingeführt werden, um«in be» friedigendes Arbeiten der Gruben zu erlauben. Unter dem Mindest» vreis soll vor allen Dingen ntwt ans Auftländ verkaust werden, Zwei Schilling Strafe je Tonne sollen beim Bruch des Abkommens gezabtt werden. Kann ein Schacht zu dcn festgesetzten Preisen nicht rentabel fördern und ist daraufhin zur Betriebs- einstellung gezwungen, so soll er während der Stillegung je Tonne eine Vergütung von 2 Schill! na erhalten, und zwar auf der Grundlage der Normalförderuno. Die dafür benötigten Gelder soyen durch ein« allgemeine Abgabe(Umlage) aufgebracht werden. Dieser Porschlag, der auf eine zentrale Organisation des englischen Bergbaues hinzielt, ist für feine künftige Entwicklung von großer Bedeutung._ Sehr früh hat die Reichsbahn ihren vorläofwen Jahresbericht für 1827 der Ooffentlichkett zugänglich gemacht. Der Güter- und Personenverkehr war gegenüber dem ganzen Vorfahre nicht un» erheblich stärker. Durchweg war die Wagengestellung größer als im Jahre 1913. Im Lokomottoenbetrieb wurde die Durchschnittsleistung um inehr als 10 Proz. gesteigert. Die Gesamtzahl der Dampslokomattven ist um 1100 verringert worden. End« 1827 wurden 1107 Kilometer Fern- und 112 Kilo- meter Borortttrecken elektrisch betrieben. Im Bau waren 398 Kilo- meter neue elektrische Strecken. 80 Elektrolokomotiven wurden neu vergeben. Personen- und Güterverkehr brachten größere Ein- nahmen. Das Besitoffuirosprogramm brachte Ausaaben von 1B Milliarden Mark. 4072 gegen 3600 Kilometer im Vorjahr der Gleisanlagen wurden erneuert. Den Anleihemarkt hält die Reichsbahn noch nicht für trogfähig genug, um Kapital für den Ausbau nickt aus den laufenden Einnahmen nehmen zu müssen.— Wir möchten unsererseits die Reichsbahn darum bitten, recht sorgfältig die neuere Eni- wicklung auf dem Kovitalmarkt zu verfolgen, denn die Reichsbahn scheint den Unijchwunq. der hier bereits eingetreten ist/ noch nicht beachtet zu haben. Ein Rekordkohlensahr. Die deutsche Steinkohlen Wirtschaft Hot mit 1927 ein Rekordsördcrjahr hinter sich Nach den vorläufigen Schätzungen wird das Jahr 1926 mit dem Göttergeschenk des englischen Bergarbeiter st reiks noch uni rund 5 Millionen Tonnen übertroffcn und das F ö r d e r- ergebnis von 1913(beutige Grenzen) wird sogar um rund 10 Millionen Tonnen überstiegen.— Diese Tatsocken sind bedeutsam sür das öffentlich' Urteil über die Eck e i n k o h l c n k r i s« und die im Zusammeichang damit von den Zechenbesitzern ausgestellten Forderunpen. Das Jahr 1927 war mit seiner riesenhaften Produktion ein Sanierungsjahr allererster Gü«e. Besser kann es für die Zechen nicht mehr kommen. Sie müssen für die finanzielle und betrieblich« Umstellung aus diesem Jahre alles berausgehott haben, was eine Höckltproduktion über- baupt an Möglichkeiten.zur Behebung der Kohlenkris« bietet. Haben sie das nicht getan, so ist es ihre eigene Schuld. Dia Oesfentlichkeit muß deshalb die Ohren st eis hol- t e n, wenn die Zechenherren im neuen Jahre wieder mit jSortder» wünschen kommen werden. Deutschland führt in der Welteisenproduktion. Der Derein Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller aibt in„Stahl und Eisen" eine Schätzung der Welteneugung von Roheisen und Robstahl sür das Jahr 1927 bekannt. Die Welterzengung ist bei Roheisen gegen- über dem Vorjahr von 78,5 aus 84,6, die Wettstahlerzeugunq von 93,1 aus 100,5 Millionen gestiegen. Von diesem Welt» Zuwachs entfallen bei Roheisen und bei Roh stahl auf Deutschland allein rund 60 Proz. Dagegen ist in d?n Bereinigten Staaten die Roheisenerzeugung um rund 3 auf 36,5 Millionen und bei Rohstahl um rund 4 auf 45,3 Millionen Tonnen zurückgegangen. Rückgänge verzeichnen ebenfall» Frankreich, Italien, Schweden, China und Australien. Bei allen anderen Ländern liegen nur verhältnismäßig geringe Steigerungen vor. Deutschland hat demnach an der Gesamtsteigerung der Well- erzeugung eine» ganz unerwartet und unerhört großen Anteil. TDos Taaf Sev JS&r? ein neues Jahr tritt die treue tDegbegieiterin des schaffenden Bert i ners.~ Dankbar für die ihr erwiesene Gunst, grüßt heute die alten Freunde und verspricht auch im neuen Jahre hohen Genuß und belebende Spannkraft i• JoSETTI JUNO Berlins m eisigerauchie SlnfMibangen für Ditfe RodrU find Bei Ha 6 S 68, ginbtottra�c 3. parieinachn'chten für Groß-Verlin stet»-» da» Beztetisetretart«» 2. Hos. Z Tee», recht», in richte» hr, bei Schnorre. Pots. krscheinen unbedingt er- 16. ttrei» Zehlcndors. Montag. 2. Januar, 1S� damer Str. Z, wichtige«rcisvorstandssitzung. forderlich.- IL«rei» RcuMa. Montag. 2. Januar, lg Uhr, Sitzung des erweiterten Areizvorstande» im Parteibureau, Zteckarstr. Z. lg. ltrri» Pankow. Montag, 2. Ja Zimmer 17. Iraktionsiitzüng m»t nuar, ISVs Uhr. im Rathau» Pankow. den Bürgerdeputierten. heute, Sonnabend. Zt. Dezember: 11.«bt. Die Senolslunen und Genossen trefien sich heut» abend gn W einem gemAtlicheu Beisammensein bei Berger, Lenetzowstr. Sl. 23. Abt. Die Dezirksfithrer können die Marken und„Unser Weg" vom Äassiercr Liick abholen. Bezirkofilhrerbuch mitbringen. 26.«bt. Di- Bezirksfllhrer holen Marken und„Unser Weg" vom Senossen Walter. Metzer Str. 37. ob. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation 43.«bt. Am 27. Degemder verstarb plötzlich unser Genosse Robert Schorn. Lausitzer Str. 8, im 38. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken l aintzscherun« am Montag, tz. Januar, v» 16 LZr» km Kemna ivriu» Bau» schulenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten. 78.«bt. Schöveberg. Unser Genostze, der Schneid««ldert Schul». Gber»str. 63, ist verstorben. Ehre feinem Andenken! Berrdigung am Sonn. abend, 31. Dezember. 13 Uhr. auf dem Sriebhof„Blanke SÄlc". Wir bitten um rege Beteiligung. Sozialistische ArveiierjlWNd Sroß-Serlin. Freie S»»ialiftisch« Hachschnle: Lnbien und der«ngNsch» Imverialismus." Redner Franz ffuetwängler. Sonnabend, 14. Januar 1928, 19V4 Uhr, im Herrenhaus. Leipzigrt St ratze,«arten für.Jugendliche zu ermätzigtem Preise im Sekretariat. heute, Sonnabeud. il. Dezember: Moabit I: Silvesterfahrt Zossen. ' WWrt~ nkt 17 Uhr Äleiner Tiergarten. ige. Treffpunkt 18% Uhr«WP. IV: Silvesterfahrt. Treffpunkt Mustkinstrumente find mitzu. »«gl — Schöaeberg l: Silvcstersahrt Nauens»- Z Fahrtunkosten und Essen 2,30 M.— Renkö 19% Bhf. R-utölln. Teller� Trinkbecher u bringen.— RculiA "e.— JSejlev Uhr Bhf Pstlowi inkt 19% Uhr Bhf. Gesundbrun._, rnau— Uetzdorf. Treffpunkt 19 Uhr Bhf. Tempelhof. punkt 1 dors. Trei Nachtfahrt Renkvln VI: Silvesterfahrt. Areffpunkt 13% Uhr Bhf. jkaifer. I und II: Eilvei-terfahrt Grotz-Schönebeck. Treff. — Gesundbrunnen: f. Gesundbrunnen fSackgasse)..— Temp« _________________-Uetzdorf. Treffpunkt 19!� Uhr Bhf. Tempelhof. Mo Heim Sermaniostr. 4—6: FuuktionSrsstzung. hresendfahrt Uet "«lh-j! ontag «erbebeziri Lichtenberg: Jahresendfahrt Ztzuckaw. Treffpunkt 19% Uhr am Schk-Nschen F-rnb-hnhof. Unkosten etwa 2,30 öst.(Fohrgeld, Schlafen, staffee). Mustkinstrumente mitbringen. Morgen. Sonntag, 1/. Januar: Hrrmibnvs: Fahrt. Treffpunkt 7% Uhr Bshf. K-rmsderf, Nordausgang. Voriräge, Vereine und Versammlunge«. Reichsbanner.Schmarl- Rot-Gotd". k-fch-ft-ssell«! Berlin S. 14. Sedastianstr.»7/38. Hof 2 Tr. Reinickevdorf.West: Sonnadend. 31. Dezember, Silv-st-rf->-r rn Hartmonns Brauerei. Anfang 20 Uhr.«rdeitsdienst 17 Uhr— «ontag, 2. Januar. Fri-drich-hain, Kameradschaft Petersburg: IS'gUhr Bcr. fammlung bei Blrich. Tilstter ötratze 27. Krcuzbeegi Ab IS Uhr Abrechnung bei Krepp. Plänuser.«bl-r»h-s, Sportgruppe: 19 Uhr Zusammenkunft ,m Jugendheim Roonstratze.— Barsigwalde:«onnabend. 31. Dezember. 14% Uhr. Einäscherung unseres am 27. Dezember perstorbenen Kameraden Smil Ehea im Krematorium Gerichtstraße. Antreten 13� Uhr am Vereinslokas, Ernstste. I. Republikanisch« Red»-r»«r«i»igu»g. Generalversammlung«ontag, 2. Ja. nuar, 20 Uhr. im„Alten«zkanier,«nhaltstr. 11. Aufnahme neuer Mit- glieber. Monatlicher Beitrag 1 M. kvetterberichl d«»ffrnNichen welterdimststelle Berlin nnd Umgegend (Rachdr. verb.). Meist Irübe. aber ohne erbebliche Schveesäll«. elwaS höhere Temperaturen.— Für ventschlan«: Im Noidoslen leine weitete Milteruna. tm übrigen Norddeulschland jedoch Temperaturen etwas höher, meist wollig. ohne erhebl.che Niederschläge, im Süden keine Aenderung. »»- Waren bUliger sagen Kähnen u. Iöring. Al-xand-rftr. 12, in ihrer und«nadenkleidung zu ungewöhnlich billigen Preisen erflehen, michl nur Ausverkaufswaren, /sondern auch alle regulären Artikel find zu Invcnwr. preisen zu haben. Wer sparen will, muß deshalb auf das Inserat von Rönnen u. 3 bring achten und wegen der arößercn Auswahl am besten in den allernächsten Tagen eines der elf Geschäfte dieser Firma besuchen. Xsmmerzpieie forden 10334— 37 Heute Silvester 7 U, Ende nach 9 Uhr Bronx-Expreft Volk s büh ne Tbeatei am Süiowplati 7 Uhr Zum 1. Maie: Mann Ist Mann TD. am Sdiiftokrtamm 8 Uhr Schieber des Rahms MW Mer Direktion Kuhnert fhirlottatr.M 9t.BM.170 Heute Silvester 7 Uhr: Mai Adalbert als Der Herr ton. Komische 7>, Oper II. Heute Silvester Revue: Alles Nackt Ende; Nach 10 Uhr. Neujahrstag 2 Vorsiellungen: , und 8/, Uhr doldo Thielscher EBtyftnofsidir Valballa-Th. Wcinbetgtweg 19/20 8'/, Uhr: Silvester?>', Uhr die groSe Operette Wie Do küßt keine Vorz. Park, statt 4,— auch Feiertag nur 00 PL Sonntag, nchm.4 Uhr Dornröschen Silvester nach der Vorstellung DUlivKler-Ball SiltismrtAanom Dt». hünstlcr-Th 8 Uhr: jEvciync" .essmg-Thcaier 8 Uhr SdilnderDanoe! 8in)e»i»rB8to«" Th. KAnlr°r3tz. Sl. Bergm.niO. 8«/. Uhr Silvester 7 Uhr Sdiloss Wetterstein von Wedekind Bigis Ikta Bsosnln KomAdlenhaiu Norden 630« 8.15—10 40 Uhr Silvester 7 Uhr Boknspokns von Curt Götz PlamiriDm ai Zoo /eilig, tsutiisstlilu IM« Moli 1578 Im Relehe der MiileriBieblssoBDt VorfQhrungen W/fc 18.119�21 Uhr Elmvfltt I M. mi4niii1.m0.a0 N. Thalia-Theater 8 B.: Das Kamel geht diucb das HadelShr IlLtriUmiralspalast " H«nte«'/, Uhr: RALIER- BIVOE Anschliessend an chie Vorstellung QBOSSER Sfimter-Bail 0 Vor- SAstellongen ihru.S'/jUhr 4>«g«u«*oi- oflo rs halb. Ptui TlgL•'/. Uhr; Silvester 7»/, Ühr 0« Santafiansarfalj I SAOnsehn wir ans 30 lustige Bilder mit Henry Bender Slg. nachm 3>/, Uhr die ganze Vorstellg. zu halben Preisen Rose*71ieater 4 Uhr Goldhärchens Himmelfahrt 8>/. Uhr Ordnersehaii d. Volksbühne Am Dienstag, dem 27. Dezember. oerschied unser Kollege Ernst Hegenbnig Lortzfngftr. 40. van der 27. Gruppe. Di« Einäscherung er'olgt Sonn- abend, den ZI Dezember, im Krema- torium Gerichtsrrahe. 15"s Uhr Zahlreiche Beteiligung erwartet vex Vorstand. Hetropvi-Th. Täglich 8>/, Uhr: Silvester 7 Uhr ?>ir.: Schillings hu Pallnlirg. Tioldia k itrral, tzastt Dtstht Müggelsee-Eisbahn eröffnet ?! Die Letzten I_ rlsch geschlachtete lunve, prachtvolle Gänse 1.20 12 h. 18 Pfd. schwer, einzig LGeschmack Wegner. Berlin SO Manannenslraße 34 Im Gänsekeller (lBi(lnniis-.R«b»H- D.Bckltmemirken egen Nachahmunr gesetzi esch ertigi seit 48 Jahr. als Spezlalltit Conrad MOller eiozls- Schkeuditz -yRiurowiLT?-, MMu Hetailarlieiter-Vsrliani] Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der«mchläger Johann Breslnski am 29. Dezember gestorben ist. Ehre seinem Andenke» i Die Einäscherung findet am Ron. tag, dem 2. Januar,>9 Uhr. im Krematorium Gerichtftratz« stall. Rege Beteiligung erwartet Ol« Oclsactroaltnng. Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Straße A> Täglich i U. u. Sonntagnehm, i U. Elite- Sänger Das fabeihaile JanuarproOramm , Jeden Sonntag nachm. 3 Uhr: VorilCillldd(Volles Programm) Volkspreise von 50 Pf. bis 1,75 Mk. Arnold Scholz Hasenbcide 108/114 Heule grosser Silvcsfcrball In dcn�bayrischcn Alpen Sonntas:« den 1. Januar 1928 Eröffnung der bayrischen Bockbiersaison 30 - 1 Dieosiag, MUfwodi, Donnerstag Ellietage Dienstag Mittwoch, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag Grostcr Alpenball Einlaß/ Wochentags 6 Uhr, Sonntags 4 Uhr Anfang: Wochentags 7 Uhr, Sonntags 5 Uhr Neiiiohpoaenn;ag 2 Vorstellungen 3 0.81.Uhr Nachm. die ganze Vorst. zu halbe-, Preisen Oer Vorverkauf ha« begonnen Rclchshailenvtzhea er 8 Uhr, Sonnig, nachm..< Uhr. Stettiner Sänger ..Ho tts foelienendb" Oönheff• Breu'l a VARIETt- TANZ '-XWl 31. Dezember; 1 flrohesiv s'er-Petrr Saatbau Friedricbshain Grttate Silveslerfeier! Münchner Hetz BQhnenschau Silvester-Ball | Ueberraschune jegllcberAri| Neujanr: | Wiederholung u Sängerwettstreit Eintritt•Intehl.Stener (1-4 r«-, mv r Es sind neu er sehienent Derillustrierte sozialdemokratische Abreißkalender für 1928 Jede Seile bringt lUiutratlonen. Der Kalender kann in teder Hinslchl eis Quelle und Hills- ml Hei dienen. Er bring! Zitate aus sozial isllschen Werken, eine Fülle von Sentenzen In Poesie und Pros«. Nahezu 100 Verbände geben hier aulhentlschen Bericht. Oer Kalender kostet Mark 2.- Kinderland 1928 Ein proletarisches Jahrbuch für' die Buben und M&dels des arbeitenden Volkes. An dem Kalender haben auch dieses Mal die Kinder selbst tüchtig mitgearbeitet. Des.Kinderland' kostet Mark 1.50 Beide Neuer sehr In ungen sind zu haben in allen AJ>- !«bestellen des.Vorwärts" und Parielba chhandlongcn oder direkt von der„Vorwlrts'-Bodtdrackerei und VeriagsansiaU, Berlin SW M, fänden Str. 3 Am 27. Dezember, abend» lt>, Uhr. enifchlie» ganz uneiwartet, in olg» eine» Schlaganfalles, im 58. Lebens» jähr mein mmg'l geliebter Mann. Pater. Srotzpaier. Schwager und vntet. der Metteur Robert Scharrn Im Namen der trauernden Hinter. diiedenrn WiiÄäJj»,?«!>.»IM MM SdiarrnalsTaditßr Lauscher Strotze 8 Die Einäscherung findet am Man» tag, dem 2. Januar, nachm. 2 Uhr, im Krematoriim!»änmschlllehweg! «iefholzstr., statt. Bon»r-nz'penden bitte Höst abzusehen Wenig getragene, teils auf Seide ge- arbeitete, erstllassige Iackeltanzüge Frack. anzüge. Smokinaanzüge. Gehrockanzüge, Winierpaietois. Ulster. Bauchanzüge, tür jede Figur oassrnd. autzerdem doch. elegante neu» Garderobe, von eriiklasti. :cn Schneidern gearbeitet, zu staunend oilligcn Preisen Kerren-Gch. und Svoripelze. Besonder« billig: Pelz. 'acken. Pelzmäniei im Leihhaus Lowick:. Trinzenstratze t03. eine Treppe«eine Lombardware.______* Berieih hocheleganter Gesellschaft/-. Anzüge Leihhaus Lowick,, Prinzen. stratzc 193._________ Wen!» aetraaeue Kavalieraarberodc von Millionären Aerzien Anwälten. Fabelkail billig« Preiit. Empfckir Taillcnmäntel Paletots. Fracks Sm». kiugs. Gchrockanzüge. Hofen. Epori-. Gehpelze Gelegrnheilskäufe In neuer Garderobe Weitester Weg lohnend. Loihringerstratze 33. 1 Treppe. Rosen- thalcr Platz________________ Benig getragene Jacketianzitge, teils auf Seide, tS�, Smokinganzitge. Bauch- anzUge. Taillenmäntel. Paletots, stau- ncnb billig. Gelegenheitskäufe in neuer Herrengarderobc. Leihhaus Roscnthaler Tdr, Llnienstratze 238—234, Ecke Rosen- Ihalerslratze. Keine Lombarbware._ Betieuveiiaul! Reue! 9,751 15,—, 19,501 Prachtvolle 27,501 Bauernbeiien 82,-1 Daoniae 37L0I«indeibettrn 8.731 Bettwäsche! Inlett»! spoitbillig und gut! Kein» Lombardwaren. Leih» Haus. Brunnenstratze 67.' NShtnn»cBInnn Am:'onn«r«ag. hem 29. Dezember verlchied meine sted« Frau, unser» gute«uitez Apika Mühlber� geb. Duckerscheln Im Namen der Hin erdliebencn aaermnan.Asthlheeg. Einäscherung«anlag, den 2 Januar. HP, Uhr Krema! Baumscholen weg ZlMsflüMMil-WM OAM" Die Schlutzadrechnunq der van den Betrieben«nlnommenen Welbnackts» marken ftndel am Freitag, dem 8 Januar 1928, im grotzep Saal. Schaller L statt Der Schalter l im großen Saal ist nur noch jeden Freitag von 4—7 Uhr geöffnet Via Octnacnaallaaa. Reederei Bauer Tel. Frledrlehshagtn 132 Zar Müggelsee-Eisbabn Ab Schillings- brücke(Schles. . 6hf.)tägl. außer - Freitagu.Sonn- abend 2 Uhr nachm. mit dem Riesen- Wintersalondampfer und Eisbrechei „Berolina". Unteihaltungsmusik— Parkett-Tanzdiele,Kahrprc;»»ochen- ■StS I.— Mk, Sonntags 1,51/ Mk. Hm- und Rückfahrt. K oder die Hälite. Sllvesler- pisnn- Kndifn Ananas-Piann- kuchen, Wiener Krapfer d. gehaltvollste Kuchen Bcr, ins Nur: Dresdener But O-uickciel. Kondiiorel und Ca'ö Udiard Rldi er, Berlin SW Timme»tr 84.« i. Fr«tndB i. Zentr. 1365 _____ yn gegen 3.Mark. Wochenrä'ten Wipstk, Brunnenstratze>85. zwischen Rosenthalervlah und Znvaii» denstratze Norden US. »ssohita MöbeNredit bi» 20«onatsraien. Schlafzimmer. Sp«il-»>mm-r. Sinzei. mobel. Küchen,«etalldetten Möbel- 'au» Luifrustabl. Kövruickerstratze 77/78. Ucke Brücke ii strotze'' Massevposten. Rutzbaumbufeüe. Kre- d-nzen. Schreibtische. Solaumbaue Her» abgeietzie Preise. Zahiuugserleidiierung. Kameriing. Kastaiiirnallee 53._• Patentmairatzen,.,Primisstmo".M»taIl. betten. Auslkgematratzen, Cbaiielongue?. «alier, Elargorderftratz« achtzehn, Epe- zl-lg-schäft._* Ausnahme-Ängetotel au tätlädilid) lünstigen Preisen nur MSbel.Magazin. nvalidenstratze>81. Holiestell» Steitiner hnhos. Stammhaus Rügenerstratze iZ. Maasihinstnimentc Lintpiano», überaus preiswert. Piano. ------ ktäfirej 1 monatlich, Ihne Anzahlung, nur Firmeupiano», langjährige Garantie. kein« Phantostepreii«. Adam. Rollen- iabrik Link Brunnen! 3»! irmenpianos. 'ine Phantaf doriviatz 7 lPiano.Abam) Piano» 200.—. 475.—, S7d.—. ge> braucht, große Auswahl m neuen: lang- jährige Garantie Herer, Brunnen» stratze t9l. l Trepp«. Rofenthaler Platz. Teilzahlung.' Fahrräder Fahrräder, erstklassig« Markenräder. Teilzahlung Fahrrahhau» Eentrum. Llnienstratze neunzehn._* Freilaufräder SOr-, Teilzahlung 3.— Kraus. Große Frankfurterstraße 52.' Kaufgesuche gahngebisse. Queckstider. Kövenickerstr 39«nahe Silberfachen. Zinn. Blei, i«, Ehristionat. dalberistratzel. Pistolen, Armeeiormaie. Jagdgewehre kauft Preußuer. Reukölln. Kaifer-Frieb» r.ch.Straßo 244. Verschiedenes Saaldan Alpeud-rf. Inoalibmftt 63, Lehrter Bahnho, Jed.m M:.wo Donnerstag. Sonnab.'nd ao utiog: Eroßer-all Zretipunti oer Sltoz. w.twer Erstklassig» Sl.mmunaekai de Große Silvestcrte.er, ö'oppc.or' r. Tildzbcstellungen rechtze'lig erbeten.» " Dalibri-Säle, Martin-Luthrr-Stra 7 Grotzc Siloest.rfc er. Icbcr Gast r: o r ein Ecsltzenk. Jubel und' r"I>«!,<7 mung. Humor in zwei großen Sa"t. !Zw«i verstärkte Orchester. Tänzle t!,:.g: -.einho'.b und Ottchen. Verhsuke Letzleiiluhgzzlüctzk. W35rti.e us* Sa» Kaoat.czeo wenig aetrag ne 10. wte neu« Herrenanzüge. Ulster. Pale- tot», jed» Figur passeub. Sponpelz«. ....stratze WgtneiWgMtMazgWWWWDMDW Leihhon» Spiegels E Hausleestraß» 7 Gelegenheittkäuse wenig getragener. auch neuer Herrcngardcroden. Pelz- waren Keine Lombardwar-_• ~ Ka-ali-eanzüge. Winterulster. Nock- rtleiot». Tanzanzüge lFrack. und Smo- nganzüg«. G-hrockanzüge. a> weise) verkaust staunend billig derstraße Zbe, Hochparterre. uch leih. ! Alexan- u Arbeitsmarkt Steilcnangeteot« � Perfekt. Bnditiaitcrl.hral*� ffl r gröäc Wohnungsbju-Oesell- scheft per sofort gesucht Bewerber muß imstande sein. selbständig Ge.ddidpositionen durchzuführen. Angebote mit Zeugnisabschrift nur schri tl.an Architekt Wi II Ludcwlg Leiinn&ddien jSnfecaie tm vnÄÄ. A vorwärts Berliner Straße 88