VHendausgaVe ?lr.4 B 2 45. Iahrgang Wichenlkch W Wmma,«on-Stch l.-~ Se.djtm.jr». im Borau» jahlhot. ttom Strtübanb im An» und So». land S.SO Zleichomarl pro Mono» » 71«.Aprmä«»' ml» da tSufMo itn tomuojtbtUag»»Doli und Sott* (onjir den Loi!o«rn.Uniorholung und SSiffen'.Zluo d«i KHnuvoU". �klodid-iiaz,».Trau-nftimm«". .Z» Awt'rirrund'.Augend-Lok» Hiäns*.Blut in feil»üifeenoott*, �»ulturortitt' und.Sidmif «U i»I KonporttüljiHl 10 Pl-nniz flitlomrjeili fe.- Riichs» mtrl.Kleine An eigen" da» tiime. ferniftr fflon 2& Pfennig(�utäfhg zwei rittgedruitit fflortt) le&c» weile» ffiorl Ii Pfennig CteQengefud» dg» elfte ffion IS Pfennig Ilde» weile« vort 10 Pfennig fflorn übel U Puchfinden fidlen tue ,wei fflone«edeiisnioev 3eUe(0 Pfennig QamilienanieigeB ffet Ldonnenien AeUe 40 Pfennig Anzeigen- nnnodm. ,m stguplgefchgfl Linde«- (tatafte 1 wochenlägf von SV, fei* IT Ufer. Aenttalovsan der Gssialdemokeatischen Partei DeutkibtandS Redatti»n und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 FernlrreiÄer: Döstholl VS— ZV? ltlisramm-Sdi.: Soztolfeemokrst Berka Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Ponlcheckkontol Berk»?? KSK— Banftcmlv- Banf Set arbeitet, fingeflelllett un» Beamten Wslllii 65 Titten, o-Geielllchak TepasiienkaNe limbenftt 3 Großfeuer im Leipziger Vottshaus Schwerer Schaden in einem neuen Saalbau. Leipzig. 3. Jan«ar. tVigenhericht.) He»te morgeu gegen>>»4 Uhr brach i« Tachstuhl des neue» Gesellschafts saales des Leipziger «oltshauses Feuer aus. das sich sehr schnell aus» breitet«. Die Feuerwehr rückte um 4 Uhr mit drei Lösch- zsigen an und nahm de» Nampf gegen das Feuer auf. Grst gegen 7 Uhr war der Brand soweit gelöscht, das, die Löschziig« wieder einrücken konnten. Der Dachstuhl ist stark beschädigt. Tie Braudursache konnte bisher noch nicht festgestellt werde». G Der neue G-selllchaftssaal ist am ersten Weihnachtsselertag dem öffentlichen Verkehr übergeben worden, da die übrigen Räume des Volkshaufes für die grohe Masse der Besucher nicht ausreichten. Das Innere des neuen Saales ist fast vollständig sertiggestellt, nur noch d e'�ren Rebenräume waren nicht völltg vollendet. Dieser neue b'-tet in seiner architektonischen Eigenart, mit seiner Glas. decke und seiner neuartigen Deckenbeleuchtung eine Sehenswürdig- keit Leipzigs und legt Zeugnis van der Salidarstät der Leipziger Arbeiterschaft ab. Um so schmerzlicher ist es. daß nach vor Boll- endung des neuen Saalgebäudes Feuer ausgebrochen ist. Lrider ist auch die Glosdecke des Saales, die sich aus einer Seite infolge des Feuers etwa» gesenkt hat, beschädigt worden. Die Deck« selbst zeigt große Sprünge und es besteht die Gefahr, daß noch mehr dazu» kommen, so daß voraussichtlich auch die gläserne Saaldecke erneuert werden muh. Wände und Inneres des Saales haben nicht ge, litten. Verheerend Hot dos Feuer dagegen im Dachstuhl und in den noch nicht fertiggestellten Bureauräumen de» Gebäudes gehaust. Die stärksten Eisenträger sind durch die Glut des Feuers verbogen worden. Das Dachgebälk ist zum Teil verkohlt und am südlichen Teil vollständig eingebrochen. Wahrscheinlich muh der ganze Dach» stuhl neu gebaut werden, auch die Burcauräume, die am 1. Februar in Gebrauch genommen werden sollten, müssen einer gründlichen Erneuerung unterzogen werden. Der gesamte Wirlschaft»- und j hotelbctrieb erleidet durch den Brand kerne Unterbrechung. Auch die Vcrsammlungsräumlichkeiten, vor allem der große Saal sind durch den Brand nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Amerika zeigt die kalte Schulter. Frankreich muß sich mii Schiedsverirag begnügen. Varls. 3. Ja»u«r., Ts» van den» amertkanisehe« Staats sellretär Kellogg b<"at französische» Botschafter in Washington übermittelte C vJwurf zu einem neue» Schiedsgerichtsvertrag zwischen Amerika und Frankreich ist im Lauf« oes gestrigen TagcS an den Quai d'Lrfah gekabelt worden. Washington will sich nicht binden. Washinglou. 3. Januar. ort Senstskreisen wurde erklärt, daß es sich nicht, wie in manchen Pariser Meldungen behaup.et werde, um ein amerikanisches Angebot eines Antikriegsvertrages Handel«. Ein solcher Borschlag sei zwar von Briand gekommen, und da» Staatsdepartg- meni hads nach längerem Zögern seinen guten Wüllen dadurch bg- kündet, daß e, einen Entwurf sarmulierte. der da, Maximum dessen darstelle, was die Bereinigten Staaten zugestehen könnten. Wenn Frankreich das nicht genüge, so sei es ebenfalls dem amerikanischen Senat ebenso recht, wenn kein Bertrag geschlossen würde, denn die vereinigten Staaten gewännen nichts durch solche Verträge. sondern sie legten sich vielmehr lediglich Bindungen auf, deren Tragwette größer sein könnte, als seht vorauszusehen sei. Das Problem sei' also zurzeit nicht die Annahme des amerikanischen An- gebot», sondern da» Bescheiden Frankreich» mit einem Schiedsvertrag, der auch aus das übrige Europa pasie. Bon einem besonderen gr-undschast»oertrog mit Frankreich könne keine Red« sein. London möchte auch einen Vertrag haben. London. Z. Januar. Der diplomatische Korrespondent des„Daily Telegraph" er- innert im Zusammenhang mit den sranzösisch-amerikanischen Der- tragsverhandlungen daran, daß auch zwischen Großbritannien und den Bereinigten Staaten ein Schiedsvertrag bestehe, der die Einsetzung von Kommissionen für die Untersuchung und Beilegung van möglichen Streitigkeiten zwischen beiden Landern vorsehe.. Auch Großbritannien würde den Abschluß eine» Antikriegsvertrages mit den Bereinigten Staaten begrüßen. Der amerikanische Botschaster in London habe einen solchen englisch-amerikanischen Pakt vor etwa einem Jahre vargeschlagen. Die Besorgnisse des Schuldners. Pack». 3. Januar. Die Verhandlungen zwischen Frankreich und den Bereinigten Staaten über den Abschluß eines ewigen Friedenspaktes beschäftigen die sranzösiiche Oessentlichkeit auf das lebhafteste. Man will in diesen Berharidlungen in gewissem Sinn einen Vorläufer für «in« gürrstig: Regelung der sranzästschen Kriegsschulden an die Dereiniplen Staaton«rbl'cken. vainoille in der.Ltbertt" bemerkt, daß sich Frankreich gegen- Wer den Bereinigten Staaten allenfalls in einer heiklen Sttuatian belind«, da Frankreich den verelnigten Staaten Geld schuld«. Di» Bereinigten Staaten bestünden aus ihrer Footenutg der Bezahlung dieser Schuld genau so wie Frankreich di« Reporalwns- zaljtungon von Deutschland fordere. Man iönnt« unter solchen Umständen mit voraussogen, ob sich nicht dieser Schittdeukanslikt später einmal zu einem politischen Sonslitt zwischen den Heiden Staaten entwickeln würde und die Bereinigten Staaten nicht einfach von den Antillen Besitz ergriffen, die für die Zucker- Versorgung Frankreichs ein« wesentlich« Rolle spielen. Der Patt Dnaitd-Äellogg würde Frankreich gegen eine derartige Besetzung, die der französischen Besetzung des Ruhrgedietes gleichkomm«, schützen. Zum mindesten von diesem Standpunkt eus wäre daher der Ab- schtuß eines ewigen Friedenspakte» zwischen Frankreich unb d«n Bereinigten Staaten begrüßenswert. Neujahrskonzert»internationaler Eintracht'. Parts. S. Januar. Unter Hinweis auf die Ansprache des Präsidenten der Republik Daumergue beim Neujahrsempfang des Diplamanschen Korps und die Antwort de» Doyen Monsignare Maglione sowie auf dl« verschiedenen Interviews Briand» schreibt der„Temps" zum abgelause- nen Jahre:.Dt« Pi-Her auf internationalem Gebiet«rzietten Er- gebnisse sind, wenn sie«ich nicht all dem entsprechen, was man mit Recht vom Wirten des Völkerbundes und den wesentlichen.Grund- sätzen, die die Politik van L o c a r n 0 bestimmen, erwadten dürfte, immerhin derart, daß map mit einer gewissen Seelenruhe der neuen Etappe entgegensehen kann, dt« das Jahr 19?« dringen wird.' Der„Temps" begrüßt es alsdann, daß aus dem Auslande kein Mißtlang in dem Konzert der internationalen Eintracht zu vernehmen sei. Er erwähnt die Neujahrsan- sprachen de» Reichspräsidenten v. lmndenburg und des Reichskanzlers Marx und fährt dann fort: Es Ist ganz natürlich, daß vom deutschen Standpunkt aus die deutschen Führer immer darauf be- dacht sind, die Räumung deutschen Gebietes zu erreichen. Man begreift sehr wohl, daß dies das wesentliche Ziel ihrer Politik ist. Richf weniger natürlich aber ist«s, daß dst Alliierten in den B« r- z i ch t a u f d i e R« ch t e. die sie für sich aus dem Friedensvertrog herleiten, nur einwilligen können gegen B ü r g s ch a f t« n, di« so- wohl in finanzieller Hinsicht als vom Standpunkte der- Sicherheit des Westen» aus zum inindeftcn gleichwertig sind. Das Blatt erklärt sodann weiter:„Es wird vor allem von Deutsch- land und den von ihm zu machenden Vorschlägen abhängen, ob die Frage der vorzeitigen Räumung der zweiten und dritten Zone nutzbringend erörtert werden kann. Aber dt« seit Lacarno gemach- ten Erfahrungen und die seither erzielten Ergebnisse beweisen, daß di« Besetzung des Rheinlandes ebensowenig wie die ge- na»« Ausführung aller anderen Klauseln des Versailler Vertrage» ein Hindernis für die Entwicklung einer aufrichtigen En�- spann ung und Verständigungspolitik im Geiste von Genf und auf der Grundlage der Respektierung der bestehenden Verträge bildet, dieser«istkii Bedingung jeder internationalen freundschastlichen Zusammenarbeit und jeder Organisierung«Ines dqurrhaften Jfri«d«ns." Aus der Gtöckerzeii. Zur Geschichte einer Versammlung vor 50 Iaftrea. Ein Teil der deutschnationalen Presse ergeht sich in Tr- innemnaen an eine Versammlung, die heute vo? 50 Jahren. am 3. Januar 1878, im Eiskeller in Berlin stattfand. Der Hofprediger Adolf S t ö ck e r unternahm dort seinen ersten Versuch, mit seinen Zdeen in die Berliner Arbeiterschaft ein- zudringen. Dieser Versuch schlug, wie allgemein zugegeben wird, fehl. Denn dl« Sozialdemokraten bemächtigten sich des Bureaus der Versammlung, ibr Redner, Johannes M o st. der spätere Anarchist, fand den Beifall einer übergroßen Mehr- heit, und eine Resolution in seinem Sinne wurde ange- nmnmen. So wie die Stöckerbewegung mit einem Mißerfolg begonnen hatte, so endete sie auch. Als Stäcker im Jahre 19t>9 starb, war er längst aus der Konservativen Partei au»ge- schieden, und die von ihm begründete Christlich soziale Partei hatte ganze drei Mann im Reichstag sitzen, unter ihnen den jetzigen deutschnationalen Abgeordneten B e h r e n s. So war das Experiment Stöckcrs nach beiden Seiten gescheitert. Einmal sollte es die Sozialdemokratie ablösen, daraus wurde nichts, denn nach einigen mehr lauten als Hefligen Kämpfen überwand die Sozialdemokratie den neuen Gegner spielend. Zum anderen sollte es die Konservativen modernisieren, ihnen etwas Verständnis für soziale Pro- bleme beibringen und ihnen Eingang bei den Arbeitermassen verschaffen, deren Bedeutung angesichts der zunehmenden Industrialisierung des Landes immer sichtbarer wurde. Auch dies mißlang gründlich. Es mußte mißlingen, weil jedes ernsthaft soziale Streben an die Wurzeln der Junkerherrschaft rührte, und so mußt« das, was der Bewegung an Tiefe fehlte, durch anttsemitifchen Radau ersetzt Verden, de? zwar«hurnt X»U des Klöiabürgsrtum» gefiel, aber f« den Arbeitermasten kein Echo fand. Einige wenige, die es mit dem Gehalt der neuen Pe- «egung ernster nahmen, fanden in ihr selbst keine B-friedi- gung, sondern gingen weiter nach links, so Friedrich Raumann, Helmut v. Gerlach und Hans L e u ß. Die Erinnerung an die berübmte„Etskellcrversammlung"' ist für dt« dautschnattonale Presse heute nicht viel mehx ms eine Totenklage oder eine Kranzniederlegung am Grabe einer Hoffnung. Di« Deutschnattonale Partei. wie sich die Konservative Partei heute nennt, ist mehr denn je eine land- Wirtschaftliche und industrielle Arbeitgebe rv artet: vorhandene christlich soziale Reste haben nur die Wahl, ent- weder still unterzutauchen oder sich wieder wie zu Stöckers Ausgangszeit als eine hoffnungslose Splitterpartei zu ton- stituieren. Mit desto größerer Genugtuuna darf sich d i e S o z i a l- d e m o k r a t t e ihres ersten Waffenganges mit dem ehe- maligen Holvrediger erinnern. Sie hat in dem halben Jahr- hundert seitpem ganz anderen Stürmen getrotzt als dem Bersammlungsstürmchen im Eiskeller. Ein paar Monyte später brach das Sozialistengesetz über sie herein. Dann kam die Ae.ra Wilhelm II., der Weltkrieg, die russisch- bolschewistische Welle. Und fünfzig Jahre nact) Ihrer rhetori- schen Vernichtung durch Adolf Stöckcr geht sie in neue Wohl- kämpfe, für die ihr auch ihre Gegner neue grohe Erfolge prophezeien. Der nationalsoziale Wunsch, die Sozialdemokratie abzu- läsen, scheiterte ebenso wie der christlichsoziale. Später kamen die„National s o z i a l i st e n" mit ihrem Hitler, kamen die Kommunisten mir ihrem Stöcker II. Aber das alles ist ent- weder schon vorbei, oder es geht vorbei. Die Sozial- demokratte besteht, wächst, marschiert. Ja, wenn wir uns durch Geschrei erschrecken liehen, da wären wir längst an Schreck gestorben. Aber da wir ge- wohnt sind, weniger auf die großen Redensarten zu achten als auf das, war dahinter steckt, sind uns noch alle Kämpfe, die wir auszufechten hatten, ausgezeichnet betommen. In diesem Sinn erinnern wir uns der Eistellerpersamm- lung vor Sü Jahren auch heute noch mit großem Vergnügen. # In dem damalig«» sozialdemokratischen Parteiorgan für Berlin, der„Berliner freien Press«", erschien über dl« Sroecker, versannnlung«in Bericht, in dem Stceckcrz Rede sptgendermaßcn skizziert wurde: Der nachfolgende Redner war Herr Hosprediger S t o e ck« r. ein hervorrazende» Mitalied d«» nengebtldeten S t a a t» s o z I a l t st e n- ko m i t« e s Derselbe wird mit koutlvser Ruhe angc- b ö r t. obwohl auch er im Verlauf seiner Rede manche„christliche" Zumutung an d>« Versammlung stellte, der«» Ueberwindnng unseren Genossen sicherlich mchr leicka wurde. Herr Strecker erkennt die setzt bestehenden wirtschaftlichen Mißverhältnisse durchaus an, er weiß, ein Weiiertrcibcn des heute beliebten ökonomischen Systems führt unfehlbar zum gänzlichen Ruin. Aber diese Uebelständ« sind nicht zu beseitigen, wenn wir nicht innere Ein- kehr holten und uns ganz dem Thristentum wieder anschließen. Da- neben soll d«r heutige Staat geachtet werden, der ja olle, für das Volk tue. ihm z. B. da» allgemeine Stimmrecht freiwillig verliehen Hab« und gewiß vcch mehr tun wird.„Ich bin mir«in Brelstger, «In Hofprediger, aber«In ehrlicher Mann. Selbst ein Kind des Volkes— mein Vater war Schmiedegesell«— kenn« ich sein« Leiden und feine Bedürfnisse. Aber oftrte den Klauben an die gSftvche Vorsehung und die Lehre der christlichen Liebe sind die Leiden nicht zu heben.' Stoccker erntet« nur einen ironischen Beifall. Nachdem Johann Btost ihm in längerer Rede entgegengetreten war, wurde nach- stehende Resolution mit allen gegen 17 Stimmen angenommen: „In Erwägung, daß ein fast 190» Jahre währendes E h r i st e n t u in nicht i m st a n d e gewesen ist, dos Elend und die allster sie Not der liberwiegenden Mehrheit der Menschen zu lindern, geschweige denselben ein Ende zu machen, in fernerer Erwägung, daß die heutigen Diener und Priester des Christentums keine Miene machen, ihr seit' her beobachtetes Leriahren zu ändern, und in Ichlicßlicher Erwägung, daß jede winschastliche Errungenschaft, sei sie klein oder groß, ohne den gleichzeitigen unbeschränkten Besitz voller politischer Freiheit durchaus wertlos ist, mithin also selb st bei Erfüllung des christlich-sozialen Programms die Sache ganz und gar beim alten bliebe, erklärt die auf heute in den» großen Saal des Eiskeller-Etoblisie- ments zur Bildung einer ch r i st l i ch- s o z i a l e n Arbeiterpartei einberufene Voikevc rsammlu ng, daß sie lediglich von der Sozialdemokratie eine gründliche Beseitigung aller heule bestehenden wirtschasllichen und polilischen Unfreiheiten erhofft, und daß sie sich daher verpflichtet, mit allen ihr zu Gebote stehenden Ä'rästen für die Verbreitung der Lehren dieser Partei einzutreten und zu wirken." In der Beurteilung der Wirtlichkeit hat sich die damalige A r- b e i tc r v e r s a m m l u n g als viel einsichtiger erwiesen, als die Schaumschläger, die in dem demagogischen choiprediger ihren Wort- sührer erblichten. Die christlich-sozialc„Partei", der alle Hilfsmittel des Bismarck-Staatss und der Kirche zur Dersiigung standen, ist völlig von der Bildsläche verschwunden, und auch der klägliche lleberrest an Mummerei unterstreicht nur das gewaltige Wachstum der Sozialdemokratie, die wenige Monate nach der Eiskeller-Bevscrntnlung als„gemeingefährlich" unter Ausnahme- recht gestellt wurde, aber schon wenige Jahre spöier in Deutschland die stärkste Partei wurde. Sie ist es geblieben bis heute und w'".d bei den nächsten Wahlen diese ihr: Stärke aufs Neue zeigen! Brauns- der Vaier der Arbeiter. <5 in schlechtes Stück parteiagitation der Zieichsregierung. Reichskanzler Dr. Marx halte dem Reichsarbcitsminister Dr. Brauns zn seinem PO. Geburtstag ein Glückwunsch- tekgramm geschickt, in dem er die sozialpolitischen Leistungen des Reichsarbeitsminister überaus schwülstig feiert. Nach diesem Tele- gramm ist der Ausbau der sozialpolitischen Gesetzgebung in den letzten Iabren aus Brauns zurückzuführen. Brauns hat die deutsche Volkskrait gestärkt, Brauns hat vorbildlich für die Wohlfahrt der arbeitenden Klassen gewirkt, Brauns hat die Anerkennung der ganzen Kulturwclt für sein Wirken für die arbeitenden Klassen gefunden. Ein schlechtes Stück Zentrumsagiianon! Die wichtigsten Fort- schritte der deutschen Sozialpolitik sind dem Reichsarbeiks- minister Brauns dank der deutschen Sozialdemokratie in zähem Kampfe abgerungen worden. Die Arbeiierschait weiß sehr genau, daß dieser Reichsarbeitsminister der Bai er des B e s i tz bürge rblocks ist, sie weiß, daß er der Exponent der Rschlstendenzen in der Zentrumsfraktion, der Zusaiimiknarbeii mit den rechtsstehenden bürgerlichen Parteien ist. lind nun. der Manu, dessen„vorbildliches Wirken für die Wohlfahrt der arbeitenden Kchsian von der ganzen Kulturwelt anerkannt wird"! Die deuiich.n Arbeiter werden diese schwülstigen lieber-! trcibungcn, die ein Stück Wahlagitation darstellen, mit einem Ge-| Kichtcr aufnehme». ,.'''-- üommandcwcchsel bei der siebenken Reichswehrdivision. Oer bisherige Lnndcskcmmandant von Boyern, Generalleutnant Frei- Herr Kretz von K r e s s e n st e i n, hat am 1. Januar endgültig die. Führung der siehenten Division an Generallculnant von R u i t h übergeben und in einem Tagesbefehl von den Truppen Abschied genommen. ---------------------- Achtstundeniaß in der Schwerindustrie. Einstweilige Verfügung des Arbeitsgerichts. Bochum, 3. Januar. TaÄ Arbeitsgericht in Bochum hat heute auf Antrag deck christlichen und Deutschen Metallarbeitcrtierbandeck entschiede«, daß der Bochnmer Verein und andere Fir- men der Großeisenindustrie, die sich weigerten, den Achtstundentag für die unter die Verordnung bzw. den Schiedsspruch fallendeu Arbeiter der Grosteisenindustrie einzuführen, sofort entsprechend den Bestimmungen des Schiedsspruchs die Arbeitszeit fest zusehen haben. Das Gericht erließ dementsprechend eine e i n st- weilige Verfügung. parlamenisarbeii nach Reujahr. Ziechnungsaussthuß des Reichstags und Havshaltöordnung. Zn den verschiedenen Ausschüffen, die nächste und übernächste Woche zusammentreten, um die Einzelausgaben des Reichstages zu erledigen, tritt am 21. Januar auch noch der Rechnungsausschuß. Seinen Beratungen wird diesmal erhöhte Bedeutung zukommen. Er wird sich sofort mit der Houshalksrechnung 1926 beschäftigen, dann aber auch in der grundsätzlichen Stellungnahme zur Einhaltung der Haushaltsordnung seine Auffasiung festlegen. Keine Reichswehrexzellenz mehr. So bestimmt General Helfe. Die Rcichswehrleitung läßt mitwilen, daß sie die längst vor- Händen« Bestimmung über den Nichtgebrauch der Anrede Exzellenz gegenüber den Rcichswehroenerölen in Erinnerung gebrocht Habs, weil es immer noch in Gesellschaften vor- gekommen sei, doh Rcichswehrgoneräle mit Exzellenz angeredet wurden. Nach dieser Erinnerung wird sich der Borgang in Zukunft gewiß so abspielen, daß jeder mit Exzellenz angeredete Reichswehr- gm.'ral sich diese Anrede höflich verbittet! Riesen-Hochverratsprozeh. ?iicht in Leipzig— in Wilna. Warschau, 3. Januar. j * Im April beginnt vor dem Wilnaer Gericht der große Prozeß gegen die von den polnischen Behörden ausgelöste weiß- russische Hromada sHeimatsvereinigung). 36 Personen, darunie- fünf ehemalige Abgeordnete, werden sich wegen Hoch» Verrats und versuchter Anzetielung eines A u s st a n d e? in Polen zu verantworten haben. Diese Anklageschrift ist 316 Seiten in Schrei bnmschinenschrift stark: 420 Personen sollen als Zeugen antreten. Reinigungsinstitut Stalin& Co. Roch bem Partei« wird auch der Staatsapparat gesäubert Moskau» z. Zanuar. Das Präsidium d« Zenlralexekutivkomitees der Sowjet- vnion hat nach Entgegennahme der Erklärung des Präsidium» der kommunistischen Partei über die Aüberusung der aus der Partei ausgeschlossenen ehemaligen Mitglieder Beleborodoss. S I. n o w j e m. Zschtschenko. üamenew. R a k o w s k I. Smirnoss, T r o h k i und Sasparowa den Beschluß gefaßt, die Genannten aus dem Zentralexekutiokomllee der Union a u» z u- schließen. Das Manifest der Irrenärzte. Von Erich(Sottgetmt. Oder gibt rs hrutr zo:isch"n Irrenhaus und Wrlt keine n-rzrtze? Ja, je... wirtlich.... Di« gleichen Menschen. Mc hier als �tre bv wacht werden, galoppieren draußen als �.ormale und dürfen dir andern zertrampein. r n il T o t i e r. H o p p i a. Di r leben—«V. 51;}, 4. Szene. Dreiundachtzig deutsche Irren- und Nervenärzte Huben sol- oende Erklärung erlassen:„In dem gegenwärtigen llettogenswerten Kampfe der politischen Parteien um die deutsche Schule und Jugend wird in unverantwortlicher Torheit auch an der Feste des Christen- tums gerütleil. Wir unterzeichneten Irren- und Nervenärzte, die wir bei Erforschung und Behandlung krankhafter Geisleszustände täglich Seelennai in ihren tiessten Abgründen schauen, wir warnen dringend und ernstlich davor, de» Ehristenglauben auch nur im geringsten im Herzen unserer Jugend verkümmern zu lasten oder gar ihn vor- zuenthallen, während er doch gerade in den Stürmen unserer Zeit der Anker ist. Die christliche Religion ist noch immer— und wird es bleiben— die Philosophie, d i c Psychologie, d> e Ethik, der Sozialismus...." Die dreiundachtzig deutschen Irren- und Nervenärzte, deren fach- liche Bedeutung durchaus nicht angezweifelt werden soll, spreche» hier mit einer Anmaßung, die sie eigentlich ehrt: Ihre Arroganz be° meist, daß die Herren Mediziner sich so lehr in das Wesen Ihrer ego- zentnschen Patienten eingefühlt haben, daß sie einiges davon sogar schon in Privatbesitz übernommen haben. Ilm behaupten zu können, daß die christliche Religion d i e.Philosophie, d i e Psychologie, d i c Ethik, der Sozialismus sei— dazu muß man schon Irrer oder Irrenarzt sein. Davon abgesehen, scheinen die Herren Im übrigen etwas anderes zu meinen, als sie sagen. Das wundert uns, denn Ihre Bildung ist doch eine akademische, keine akadämliche. Die Herren meinen die Macht des Irrationalen, an das sie glauben, was ihr gutes Recht ist: außerdem ist es auch bequemer, dem Hungernden statt des sättigenden Brotes die Hostie zu reichen. Da aber der Kampf der Freien gar nicht dem Irrationalen und der Religion als solcher gilt und niemals gelten wird, sondern nur jenen falschen Priestern, die sich da ohne jene ethische Qualifikation einer an sich guten Such? bemächtigt haben, bedeutet die Erklärung der Drelundachtzig � in Wahrheit ein Plädoyer sür das Psasfeirtum und außerdem eine Verschleierung des doch oerflucht offenbaren Tatbestandes, daß sich dl« ■cehlis.ickn nach den hinmilischen Dingen vor allem mal dann einstellt, w'.nn es um die irdischen hundsmiserabel bestellt ist. Die gewiß ehrenwerten, aber nicht gerade übermäßig logisch denkenden Dreiundachtzig machen für ihre Institution eine Reklome, die sie gar nicht beabsichtigen. Die Kirche hat den Hunger nur selten n stillen gewußt, und sie ist deshalb mitschuldig am Hunger, der so viele bis an die Grenzen des Wahnsinns und weiter in seine Oednis hineintreibt. Die Kirche hat den Krieg nicht zu verhindern gewußt, was in ihrer Macht gelegen hätte, und sie ist desltalb auch hier nri tschuldig, mitschuldig, wenn die ganze Weit ein Irrenhaus wurde. Die Kirche stellt sich auch setzt wieder neuem Morden nicht mit aller Gewalt entgegen, und so wird sie an seinem Aufbrennen wieder mitschuldig sein, mitschuldig, wenn die ganze Welt ein Toll- haus wird und— wenn in Pirna, in Groß-Schwcidnitz, in Groß- Hennersdorf die Gummizcllcn nicht mehr reichen.... In der Münchener Michoeliskirche in der Neuhauser Straße hob die Polizei am 29. November 1927 ein geheimes Waffenloger aus, das gerade über dem Hochaltar eingelagert worden war: Maschinengewehre, Seitengewehre. Säbel, Munitionskisten, Be° spannungS' und Auerüstiingsteilc, Gasmasken. Vom Christuskreuz bis zum Gelbkreuz sind es also in einer Münchener Kirche keine hundert Schritt. Auch das nennen die Dreiundachtzig normal. Und nur, wenn sie eines normalen Todes sterben, werden sie das kon- seqnenterweise anormal finden: denn st« segnen die Kirche, und mit der Kirche, so wie sie ist, das Elend und den Krieg. Einer, der sich uicht erkälten kann. Seit 13 Jahren versucht ein Londoner auf olle nur erdenkliche Weise, sich eine Erkältung zu holen, aber es ist ihm bisher nicht geglückt. Dieser seltene Glucks- pilz ist ein Müarbeiler der Physiologischen Abteilung des Middleser- Krankenhauses, der gegen Erkältungen vollkommen gefeit ist.„Die Tatsache, daß ich mich nicht erkälten kann, obwohl ich mit den am schwersten erkälieten Leuten in nahe Berührung getreten bin und mich jeder Witterung ausgesetzt habe." schreibt er in der bekannte» mrdizintschen Zeitschrift„Lancet",„hat mich dazu geführt, zu unter- suchen, warum gesunde und kräftige Personen sich so leicht erkälten. Nach meiner Ansicht kommt es daher, daß sie sich viel zu warm an- ziehen und unnötige Unterkleidung tragen. Schon der Brauch, die Kinder in wollenen Sachen ein>uwickeln und sie von jedem Lust- zug sernzuhaUcn. scheust die Grundlage für die Empfänglichkeit gegenüber jeder Erkältungskrankheit. Ein plötzlicher Temperatur- wechjek genügt, um solchen Menschen, denen Wärmehan-hall durch Abschließung des Körpers gegen die Außenwelt geschädigt ist. einen Husten oder Schnupfen zu bringen. Wenn der ganze Körper täglich dem Licht und der Luft ausgesetzt wird, Sommer und Wimer ein? gewisse Zeitlang, wenn der gesunde Mensch keine Unlerkleidung' trägt, dann wird sein ganzee Organismus gekräftigt und alle seine Functionen werden angeregt. Diese spartanisch« Abhärtung babe ich in den letzten 13 Jahren streng durchgeführt und behaupte, dieser Meßnohme meine Unempsänglichkelt für Erkältungen zu verdanken. Ich trage das ganze Jahr keine Unterkleidung, und ich entbehre sie bei keiner Witterung." Der Sieg des Pferdes über den TNokor. Daß der Motor das Pferd immer mehr zurückdränge, ist eine allgemeine Annahme, die aber durch die neuesten Erhebungen in der Londwirtschaft nicht be- siätigt wird. Der Pferde bestund hat sich bei den Landwirten in de». letzten Jahren immer mehr erhöht, und eine Untersuchung des Oer Kranke« fliehi aus Kraukreich. Eine kapitalistische Selbstverständlichkeit.- Blum erinnert an Vorwürfe gegen Deutschland. Paris, 3. Januar.(Eigenbericht.) Leon Blum stellt im„Populaire" fest, daß die Patriotenblätter „Temps" und„Figaro" in ihren wirifchastlichen Iahoesübersichten die Höhe der Kapitalsflucht aus Frankreich mit 26 bis 23 Milliarden beziffern. Blum bezeichnet es als eine zynisch« Schamlosigkeit, wenn die beiden Blätter einen derartigen Skandal mit solcher Selbstverständlichkeit behaupten. Man dürfe nicht oer- gessen, daß allein durch die Kopitalsflucht der Franken in den Ab- grund gestürzt werde. Blum erinnert dabei daran,„mit welchen Tönen unsere französischen Ueberpatrioten den bösen Wille» Deutschlands brandmarkten, als die deutschen Kapitalisten sich gleichfalls vor der Kopitolsabgabe in Sicherheit brachten. Damals besetzten wir dos Ruhrgebiet, denn di« Kapitalsflucht galt als ein Verbrechen, aber nur beim„Feinde", sie ist dagegen eine recht- mäßige und löbliche Handlung, wenn sie zum Schaden des eigenen Landes unternommen wird". Agitaiionssreiheit in der Sowjeiunion. Ein südslawisches Angebot.— Anschlußdebaite in Velgrod. Belgrad. 3. Januar.(Eigenbericht.) Im Finanzausschuß der Skuptschina erklärte der Führer hpr selbständigen Demok'Men. man dürfe sich keinen Illusionen über öas Verhältnis zu Ungarn hingeben'. Er sei überzeugt, daß zwischen Ungarn und Italien eine ähnliche Verstand!- gung bestehe, wie zwisthen Albanien und Italien. Im Gegensatz zu seiner Haltung zu Ungarn wünsche ganz Südslawien aber enge freundschaftliche Beziehungen zu Deutschland. Die einzige bedeutsame politische Frage zwischen den beiden Staaten sei die Frage des Anschlusses. Südslawien dürfe aber vo: den Tatsachen nicht die Augen verschließen und könne daher in der Anschlußtroge nicht völlig die Ansichten Frankreichs kellen. Es dürfe andererseits jedoch auch nicht voreilig sein. Süd» slawien wünsche natürlich auch zu Rußland Beziehungen, denn es sei in manche: Hinsicht aus Rußland angewiesen. Der Außenminister wies in Erwiderung auf diese Aus- führungen darauf hin. daß die Schaffung eines Gesandtenpostens in Moskau bereits im Budget vorgesehen sei. Im übrigen aber habe Südslawien Rußland die Zlglkalionssreihell unter der Voraussetzung der Gegenseitigkeit angeboten. Die bolschewistische Re» gierung Hab? dos jedoch abgelehnt. Die Waffenfchieber stellen sich harmlos. Ungarn nnr Nnrchfuhrland! Budapest, 3. Januar. Zu dem Zollzwifchensall in Szent-Gollhard keilt uns das Ungarische Korrcsponden.zbureau nnt: Der ungarisck« Sia- tlonsvorstond in Szent-Gotthatd iialyn gegenüber der ösierreichi- scheu Ausfassung den Standpunkt ein, daß, nachdem die Sendung die Zollgrenze bereits passiert und sich auf ungori- s ch e m Gebiet befunden Hobe, in dieser Angelegcnheit t>:e- Em- schcidung der vorgesetzten ungarischen Behörden eingeholt werde« müffc, woraus die österreichische Zollerpositur ohne weitere Be- gründung die Station SZcnt-Gotthard verließ. Später flt das Personal mit einem der nächsten Züge wieder zurückgekehrt und hat seinen Platz wieder eingenommen. Die ungarischen Zoll- orgonc stellten fest, daß die in Frage stehende Sendung, deren Ab- senderin eine ausländische Firma ist, Kriegsmaterial enthielt, zu dessen Durchfuhr die vorlicrige Erlaubnis der unganschen Regie- rung nicht eingeholt worden ist, und demzufolge ist verfügt worden, dotz die Sendung angehalten werde. Reick?smiiüsterilims für Landwirtschast. über die Gericke in der„Um- schau" berichtet, führt die Gründe dafür an. Um die Brauchbar- keit der Moforpflüge genau festziistelleit, sind umfangreiche Fragebogen versandt worden, die in 7666 Fällen beantwortet wurden. So kam ein riesiges Material zusammen, denn in jedem Fragebogen sind etwa 45 Eintragungen ausgefüllt, und aus den 3 Millionen lltotierungen mußten 12 666 Ausrechnungen vorgenommen werden. Das Gesamtergebnis lautet, daß der Motarpflvg dos Pferd nicht . ersetzen kann, weil dieses billiger ist. Die Motorpiliige haben nur Berechtigung als«pitzcnbrechcr, wo sie am wirtschaftlichsten ar- betten, je weniger sie benutzt werden. Ihr Hauptarbeitsgebiet liegt in der leichteren Ackerarbeit der Saalfurchc. des Sioppelstürzens und des Grubberns. Die bisherigen Leistungen des Motors in der Tieikultur sind ohne Eim'luß aus die Steigerung der Erträge ge- blieben: eine Verminderung der Zugtiere erscheint nur im Großbetrieb erträglich und l>iwZn Paris, wo sie sich sväler ständig niederlicn, feierte sie graste Triumphe. Sie schu! den Selpenlintanj, der di« Leleuchtunzsessekte des farbigen Schein- Werfers ausnutzte. fü.ibce In Rom. DaS Konz« t. das gestern von Erich Kleiber in Rom ün Augusteum birigicr! wuide, rief stihmstcheu Äcisall iiervur und findet in den Abrndbiöflern einen lebhaften B'.derball. Sin zweites Konzen de-Z Snlnter Dingen ten findet am Mittwoch in Rom statt, Menschen oder Panzer. Wie kann Ostpreußen gesichert werden?- Di« Ablehnung der ersten Rare für ein Panzerschiff im Reichsrat hat die Deurfchnationalcn in notioualc Wallung gebracht. Ihre preußische Landtagsfrakiian bringt eine Graß« Aufrage ein, die der preußischen Regierung wegen ihrer Stimmabgab« gegen den Kriegs- fchifsbau die schwersten Vorwürfe macht. Ganz besonders ist es die „Aufr«chlerhaltung des Seewegs»ach dem abgesprengten Ost- Preußen", die nach Ansicht der Dcutichnationalcn jetzt gefährdet sein soll. Wir wollen den Dcutschncticr.aien ausdrücklich zugestehen, daß Ostpreußen für das Deutschtum aus das allers ch werfte gefährdet ist. Allerdings nicht wegen des Fehlens eines Panzer- schisses, sondern aus Gründen, die jeder erfährt, der den soeben er- schicncnen Bericht des preußischen Landtagsausschusses für das Siedlungswcscn(Landtagsdrucksache Nr. 7438) aufmerksam liest. Er findet auf Spalte 20 des Berichts folgende Klage eines deutschdemokratischen Ausschußmitgliedes! �Die Gefahr für den Osten sei aber nicht beseitigt, wenn man sich vergegenwärtige, daß von 1319 bis 192Z allein aus Ostpreußen 158 000 Menschen abgewandert seien, uird während der Gedurtenzuwachs in dieser Zeit etwa 12 000 Menschen betrage, dürfe demgegenüber nicht unberück- stchtigt bleiben, daß für die Zeit non 1307 bis 1313 die ent- sprechende Zahl KS 000 betragen hätte." Aus der gleichen Spalte folgen dann die Ausführungen eines deutschnationalen Redners: „Er(der Redner) pflichtete einem irühcrcn Redner in der Beurteilung des furchtbar ernsten o st preußischen Problems bei und forderte, daß der Abwanderung von jährlich Z0 000 bis 3-5 000 Köpfen durch eine bessere Politik und namentlich eine bessere Siedlungspolitik entgegen-. gewirkt werde." lieber 150 000 Menschen sind also in einem Jahrfünft aus Ost- preußen ausgewandert, im Einzeljohr über 30 0001 Was dos be- deutet, mag man daraus ermessen, daß nach der Volkszählung vom IS. Juni 1925(laut preußischem statistischen Jahrbuch) die Gesamt- bevölkcrung Ostpreußens 225SOOO Köpfe betrug. Es wandern also jährlich etwa IV» Prozent der ostpreuhischen Bevölkerung aus; in einem Jahrzehnt wird die Auswanderung aus Ostpreußen etwa 15 Prozent der Gesamtbevölkerung betragen. Selbst wenn hiervon der dritte Teil durch Geburtenüberschuß wettgemacht wird, ist eine Entvölkerung um 10 Prozent innerhalb eines einzigen Jahrzehnts vorauszusagen. Für die deutsche Sprach- und Bcvölkerungsinsel im polnischen Mccr allerdings ein ungeheuer gefährlicher Zustand. Was geschieht nun zur Zlbwcndung dieser Gefahr? Ostpreußen ist wohl für die Siedl.ßlgsiätigkcit in den sogenannten Reichsgrenz- kordon, also in die bevorzugten Gebiete, cinbezogc». Aber in der gleichen Zeit von 1313 bis 1325, in der 158 000 Menschen aus Ost- preußen abwanderten, sind dort ganze2S2I Neusiedlungen (außerdem 4831 Anlicgcrsiedlungen) geschaffen worden. Ein paar hundert Siedlungsstcllen iin Jahr, während Zehntausendc abwandern! Freilich ist d>es« geringe Zahl begründet durch den- geringen Ilm-'ang der Sisdlungstätigkeit überhaupt. Das Reich hat allerdings jetzt 250 Millionen Mark Siedlungskreditc für«inen Zeitraum von süns Jahren bereitgestellt, also pro Jahr 50 Millionen. Hiervon iällik sedoch nur ein Bruchteil aus Ostpreußen. Roch einer am 8. November 1327 aufgenommenen Statistik hatte der Freistaat Preußen an diesem Tage 4S Millionen Mark Ankausskreditc in An- spruch genommen, von denen nur lOL Millionen Mark aus Ost- preußen entfielen, wofür 14 000 Hektar Land angekauft waren. Das reicht für etwa 1000 Siedlungsstcllen. Das neue Panzerschiff soll noch dem Voranschlag der Reichsrcgierung etwa 80 Millionen Mark kosten. Da gerade bei der Marine, sobald die erste Rate bewilligt ist, gewaltige Ueberschreitungen des Kostenanschlages die Regel sind, so kann man seine tatsächliche Kosten getrost mit mindestens 100 Millionen Mark veranschlagen. Wie wäre es, fragen wir. wenn man für diese 100 Millionen Ostpreußen statt des höchst problematischen Panzerschutzes einen Schutz durch Menschen, einen Sicdlungsschutz angedcihcn ließe? Selbst bei der jetzigen teuren Siodlungsmethod«, die zweite und dritte Bauernsöhne aus six und fertig eingerichteten Siedler- stellen ansetzt, ließen sich von den Kosten des Panzerschisses etwa 5000 neue Siedlerstellen in Ostpreußen- mit einer Be- völkeru-ng von 30 000 bis 40 000 Menschen schassen. Würde man aber endlich nach dem sozialdemokratischen Borschlag dazu über- gehen, die ostpreußischen deutschen Landarbeiter anzusiedeln, was weit geringere Kosten erfordert, so könnten von dem gleichen Geld« wahrscheinlich 10 000 neue Siedlungen geschossen, ein lebendiger Menschcnwall angelegt werden! An Land fehlt es wahrlich nicht. Gehören doch etwa 40 Prozent der ostpreuhischen Bodensläche dem Großgrundbesitz. Die Bevölkerung dieser Fläch« mit 2 bis 10 Menschen aus den Quadratkilometer ist nicht wesentlich dichter als die der sibirischen Steppe! Nicht der Mangel an Panzerschissen, sondern die entsetzliche Menschenleere weiter Gebiete des Ostens ist die nationale Gefahr! In dem schon erwähnten Sicdlungsausschuß mochte ein Zentrumsredner darauf aufmerksam, daß der Ostpreußen benachbart« lettische Staat bei etwa gleicher Einwohnerzahl und ändert- halbmal so große? Bodenfläche in der Nachkriegszeit nicht weniger als 30 000 Bauernstcllen von 60 bis 80 Morgen Größe geschossen hat, die noch um weitere 40 000 vermehrt werden sollen. Das sind andere Zahlen! Freilich haben die Letten auch den gesamten Großgrundbesitz enteignet, soweit seine Größe 400 Morgen(100 Hektar) überstieg. Hier liegt das Problem: um Ostpreußen zu sichern, müßten erheblich« Teil des Großgrundbesitzes enteignet und gleich- zeitig die Landarbeiter murch Zuweisung von Landbesitz aus ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit vom Großgrundbesitz befreit werden. Da aber streikt der deutschnationale Patriotismus! Der Großgrund- besitz und sein« Interessen sind das deutschnationale Ruhr-mich- nlcht-an. Der deutschnationale Patriotismus gibt wohl gern 100 Millionen aus den Taschen der Steuerzahler(unter denen der Groß- grundbesstz bekanntlich nur schwach vertreten ist) sur ein Panzerschiff her, aber jede energischc Siediungspolitik, die ihre Spitze gegen den Lalisundicnbcsitz richten muß, wird von den Deutschnationalcn und dem Landbunde planmäßig sabotiert. Hieraus hinzuweisen ist unser« Pflicht. Der deutschnationalen Parole aus Steigerung der Rüstungen setzen wir als die unsere entgegen: Sichers Ostpreußen nicht durch Panzer, sonderu durch Menschen! Nach weltgeschichtlichen Gesetzen bleibt ein Land aus die Dauer nicht dem Volke, das besser gerüstet ist, sondern dem Volke, das seinen Boden bebaut. E r i ch K u t t n e r, M. d. L. Bruhns„Wahrheit" vor Gericht. Oer deutschnationale General von Livonius gegen den deutschnationalen I�eichstagSobgeordneten Bruhn. u S auf, einer ocr uximrvcncr ocs Finanzmonncs Jotod Michael, während Beklagter der verantwort- liche-Redakteur der von dem Rcichstagsabgeordneten B r u h n herausgegebenen.Wahrheit", Dr. P r i tz c, war. Lioonios, Droh« und Pritzc sind dcutsckinalionole Parteimilglleder. Der Klage liegen Lorgänge im Verlause der zahlreichen An- griffe zugrunde, die Bruhn gegen Jakob Michael seit Jahren ge- richtet hat, und die über Michaels Person sich mich schließlich mis seine engeren Mitarbeiter, darunter aus den Gemral v. Livonius cisireckten. Bereits im Februar 1325 hatte«.in in der.Wahrheit" erschienener, scharf beleidigender Artiiel den General veranlaßt, Bruhn in seiner Eigensöfast- als Mitglied der Deutschnationalen Dolkspartei außergerichtlich zu stellen, in dem er die Parteiinstanzen anrief. vor dem Ehrenroi der Deutschnationalen Volksparlei nahm dann Bruhn die beleidigenden Ausdrucke gegen Livonius mit der Erklärung des Bedauerns zurück. Von allen Beteiligten wurde dies« Ehrenerklärung damals dahin nurgelegt, daß auch künftighin Angrisse gegen Livonius in der „Wahrheit" unterbleiben würden. Die!« Annohme traf aber nicht zu Di« betresienden Artikel mchmcn in mehr oder minder scharfen Formen ihren Fortgang, und in der Nummer des genannten Blattes vom 30. September 1327 wurde der General wieder schwer angegriffen und u. a. als Handlanger des ,2B u che r« rs und Vampyrs Jakob Michael" bezeichnet. Aus diese» Artikel stützt sich die Privatklage. die sich gegen Bruhn und Dr. Priye richtet. Heute erschien ober nur der Letztere vor dem Rickter, da der Reichstag die Zlushebung der Immunität Bruhns abgelehnt hat. Gegen den Heroueaeber der.Wahrheit" ruht also dies Verfahren, wahrscheinlich bis Bruhn mit der zu erwartenden Auslösung des Reichstages sein Mandat verliert. Dem Prioaikläger General v. Livonius stand Rechtsanwalt P. Bssoch zur Seile. Nachdem ein Dcrgleichsvoi schlag gescheitert und der inkriminierte A'.tikel„Jakob Michael und seine Generäle" verlesen worden ivar, erklärte Rechtsanwalt Dr. Jashnigen als Verteidiger des Privat- beklagten, daß ihm ein« Beleidigung des Generals v. Livonius ferngelegen habe. Zweck des Artikels sei nur gewesen. Michael als Schädling der Volkswirtschaft zu bekämpfen und dem General klarzumachen, daß er ntcht Ver- traueusmann eines Jakob Michael sein dürfe. Eventuell könne Beweis dafür angetreten werdcn, wie sich Michael in seinen Kredit- g eschästen mit der Reichspost und auch auf dem Wohnungsmorkt als Wucherer betätigt Hobe. Der Verteidiger bat um Frei- s p r e ch u n g Dr. Pritzes. Rechtsanwalt Bloch als Rcchtvbcistond des Generals v. Livonlus üble scharfe Kritik an Bruhn. der sich in seiner Immunität anscheinend sehr wohl fühle und aus keinen Fall die kompetente Stelle sei, einen: ehemaligen preußischen General zu sogen, wohin er gehöre. Livonius habe Jakob Michael die Treue geholten, dem Mann, der weder wegen Wuchers bestrast sei noch der als Wucherer bezeichnet werdcn könne, der viel- mehr ei» smarter und tüchtiger Geschäftsmann sei. Zahlreiche Straf» verfahren gegen ihn. die einen stark politischen Hintergrund gehabt hätten, seien im Sonde versickert. Im übrigen habe sich Michael im Kriege als einfacher Soldat das Eiserne Kreuz geholt, während Bruhn als kräsliger, robuster Mensch in der Etappc geblieben sei, und zwar als Zntendanlurbcamler. Der Anwalt verwies weiter auf die Ehrenerklärungen, die die ehe- maligen Osiizicre und Mannschaften für ihren alten Kommandeur Livonius abgegeben haben, und er bat schließlich um eine F � e i- h e i t s st r a f e gegen den Beklagten, wobei er eine Parallele mit den kürzlich im Rc:chswehrprozeß gefällten Gefängnisstrafen gegen zwei Redakteure zog. Das Gericht kam zu der Auffassung, daß der inkriminierte Artikel formell beleidigend sei und daß der Angeklagte den Schuh des 8 133 nicht in Anspruch nehmen könne. Das Urleil gegen Dr. Priße lautete wegen össenllicher Beleidigung aus 2 50 Mark Geld st rase und aus Zahlung der kosten des Bcrfahrens. Dem General v. Livonius wurde die Publikotiousbefugnis des Urteils im„Berliner Lokal-Anzeiger" und in der„wahrheil" zugc- sprachen. % Das Rechi der Ltquidaiionsgeschadigien Die Weiterberatung des Liquidationsschädengcsetzes wird vor- aussichtlich in der nächsten Woche durch den 22. Ausschuß des Reichs- tages wieder aufgenommen werden, der sich mit Rucksicht aus die Bedeutung dieses Gesetzes und die Notlage der Geschädigten schon vor dem eigentlichen Rclchstagsbeginn mit dieser Vorlage besassen will. Die vom Reichsrat verabschiedete Vorlage hat sür die Gcschä- digten keinerlei Verbcsseningen gebracht. Der Reichssinanzministcr Dr. Köhler war aus einer der Hauptsitzungen des Reichsrotes selbst anwesend und hatte eindringlich betont, daß keinerlei Verbesse- Hingen sür die Liquidationsgeschädigten durch den Rcichsl)ausholt getragen werden könnten. Daraufhin haben die Länder den Ent- wurf in der Fassung des Reichsfinanzministeriums zugestimmt. Damit sind auch die Verbesserungsvorschläge des R e, ch s w i r t- schastsrates, die insbesondere sür die kleineren Geschädigten höhere Entschädigungssätze vorsahen, unter den Tisch gefallen. Termin für die Hamburger Bürgerschastswahl-n. Der Senat hat für die infolge der Enfscheidimg des Staatsgerich'.shoses in Leipzig notwendig gewordene Neuwahl der Bürgerschaft den IS. Februar 1328 als Wahltag bestimmt. Die Gesetzesverletzung bei der Reichsbahn. Herr Koch and seine„Gewerkschast6"freunde. Unter der Ueberschrist„R o t e D e m a g o g i c" polemisiert„Der Deutsche" vom 1. Januar heftig gegen unsere Kritik an dem deutschnationalcn Reichsverkchrsminister K o ch wegen seiner u n- gesetzlichen Aenderungen der Betriebsrätevcrordnung bei der Reichsbahn. Vergleicht man dies« Polemik mit der Amwort, die Herr Koch der Presse zugehen ließ, so kann man jeststellen, daß alles zu- gegeben wird, was in der Kritik behauptet wurde— auch die Bettelbriese und gor nock) mehr.„Der Deutsche" gibt auch zu, daß die ungesetzlichen Aenderungen der Betricbsrütcverordnung o u s Verlangen der„Christlichen Gewerkschasr Deut- scher Eisenbahner" und des Hirsch-Dunckerschen„Allgemeinen Eijenbahiicroerbandes" vorgenommen worden sind. Er kann auch nicht bestreiten, daß kein« fachliche Notwendigkeit für diese Aenderungen vorgelegen hat.„Der Deutsche" plappert ledig- lich die fadenscheinigen und windigen„Gründe" des Herrn Koch nach. Die wirklichen Gründe sur die ungesetzliche Aeaderung der Verordnung werden von beiden Seiten verschwiegen. Die Schwarzen und die Blauen wollen sich unter verständnisvoller Mit- hilf« des Herrn Koch und der Hauptverwaltung der Reichsbahn Vorteile aus Kasten des Einheitsvcrbandes der Eisenbahner Deutschlands und der 70000 Zeitarb eitcr verschassen, die im Jahresdurchschnitt bei der Reichsbahn beschäftigt sind. Die Schwor, z-Blauen hoben nämlich deshalb die Ver- lcgung der Wahlperiode aus Februar beantragt, weil zu dieser Zeit keine Zcitarbcitcr beschäftigt sind. In ihrem izunger nach Mandaten haben sie jedoch gleichzeitig verlangt, daß die im Jahresdurchschnitt beschäftigte Zahl der Zeitarbeiter aus die Zahl der Beschäftigten m den einzelnen Bezirken in vollem Ii in sang« angerechnet wird. Aus diese Weise wollen sie sich«inen großen Mondotsgewinn und größeren Einfluß in den Bczirksbctricbsräten verschaffen. Dieses liebliche Spiel ist jedoch zu plump. Es zeigt die U n- m o r a I, zu der diese Kreise in ihrer Gier nach Macht und Einfluß fähig sind. Es zeigt, daß die Schwarz-Blauen sich mit dem deutschnationalen Berkehrsminister und dem Arbeitgeber« koaliert hoben, um 70 000 Zcitorbeitern das Wahlrecht zu rauben. Sie scheuen nicht davor zurück, Arbeiter- rechte in Gefahr zu bringen und verbinden sich auch mit dem Teufel, wenn es sich darum handelt, ihren egoistischen Organ!- sationsintcressen zu dienen. Es ist selbstverständlich, daß sich an- gesichts dieser Sachlage der Einheilsverbond der Eisenbahner Deutsch- lands schützend vor die Arbeiterrechte stellt und diesen Anschlag aus das Betncbsrätegcsctz mit aller Entschiedenheit zurückweist. Sie können nichis, iun nichts, wollen nichts tun. Aur schimpfen und schwindeln können sie. Es bedarf immer einer erheblichen Portion von Sclbsiüber- Windung, um mit einein Blatte wie die„Rate Fahne" zu polemi- sieren. Daß sich die Redaktion der„Roten Fahne" in einer unan- genehmen Situation befindet, ist gewiß ein Milderungsgrund. Sie muh die Politik der absoluten Passivität und Schlosmutzigkeit, der Spaltung der Arbeiterklasse und somit der Stärkung der Unter- nchmer verschleiern hinler einem Schwall von„revolutionär" klin- gendcn Redcnsaiten und vor allen Dingen hinter Schimpfereien aus die Gewertschosten und die Sozialdemokratie. Da die Führer der KPD. selbst nichts tun, unfähig sind, etwas zu tun, schimpfen sie aus die Toten der anderen. Aber etwas Mehr Hirn könnte man doch bei einer solchen gewiß nicht anstrengenden Tätigkeit anwenden. In langen Leitartikeln wurde den Arbeitern erzählt, daß die Gewerkschaften und die Sozial- demokratie die Arbeiter im abgelaufenen Jahr von Niederlage zu Niederlage geführt hätten. Aus Gründen der Polemik gegen den„Vorwärts" schreibt aber nun die„Rote Fahne" von heute: „Dos Jahr 1927 weist gewiß auch zahlreicki« Erfolge der Arbeiterschaft aus..." Diese nunmehr eingestandenen, sogar zahlreichen Erfolge der Arbeiterschaft seien allerdings, nach der Behauptung der„Roten Fahne", gegen den Willen der reformistischen Führer erzwungen worden. Das ist eine Behauptung, für die die„Rote Fahne" den Beweis völlig schuldig bleibt. Dann zitiert die„Rote Fahne" den„Vorwärts". Zunächst wird ein Satz aus einer Nummer vom 11. Oktober angeführt, der tatsächlich im„Vorwärts" erschienen ist und sich ans die Verbindlich- keitscrklörung eines Schiedsspruches der westfächsischcn Textilindustrie bezieht, eines Schiedsspruches, der wohl die Zeitlöhne. nicht ober die entscheidenden Akkordlöhne erhöht«. Infolge dieser sinnlosen Verbindlichkeitserklärung, gegen die wir damals gleich Stellung genommen haben, wurden die Unternehmer in den Be- trieben und dann durch eine Vereinbarung gezwungen, sozusagen dem Schlichter und dem Reichsarbeitsminister zum Trotz auch die Akkordlöhne zu erhöhen. Aber davon weiß und versteht die „Rote Fahne" nichts. Dann erzählt die„Rote Fahne" ihren gläubigen Lesern, daß der Sieg der Berliner Holzarbeiter„voll und ganz ein Erfolg der echten bolschewistischen Taktik" gewesen sei. Wir wollen deshalb gleich hier feststellen, daß der Kamps in der Berliner Holzindlistrie beendet wurde durch«inen Schiedsspruch des Schlichtungsaüsschusies, der gegen die Stimmen der kommuni-lischeu Funktionäre angenommen wurde. Wenn man der„Roien Fahne" von heute glauben darf, so gehört also der„Schlichtungs- schwindet" zur bolschewistischen Taktik und sogar zur echten! Um den Erfolg der„reformistischen Gewerkschaftsblireaukratie" nachträglich in einen Erfolg der„echten bolschewistischen Taktik" um- schwindeln zu können,„zitiert" die„Rote Fahne" einen Satz aus dem „Vorwärts", der weder dem Sinne noch. der Form nach jemals im„Vorwärts" erschienen ist. Das Stolin-Blolt kütst sich allerdings wohl, die Nummer anzuführen, in der jener Satz gestanden haben soll. Amüsant ist an dieser Forin der Polemik, vor der selbst der ehemalig? Rcichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie verblaßt, daß das bolschewistische Blaft so dumm schwindelt, um sich schließlich in feiner eigenen Schlinge zu sangen. Denn wenn das Blatt abschließend sagt, d�ß der Schiedsspruch in der Berliner Holz- industrie die Forderungen der Holzarbeiter fast restlos a n e r kannte, so fällt sie damit ein vernichtendes Urteil gegen sich, ihre konmiunistischen Fiinktionärc und gegen die kommunistische Parole vom Schlichtungsschwindel Ueber die Zitmenkunst der„Roten Fahne", die innerhalb eines Satzes mehrere Wort ausläßt/ die dem Satz den entscheidenden Sinn geben, wie es auch wieder in dem angezogenen Artikel geschieht, braucht man sich wirklich nicht mehr aufzuregen. Dieses B'att ist aus das Niveau des schlimmsten Revolverblattes gesunken. Es erfindet Zitate und behauptet Tatsachen, die sich nirgends ereignet haben. Zu solchen Methoden, die jeden, der sie anwendet, für immer bis- qnalistzieren. glauben sich die Redakteure der„Noten Fahne" jedoch nerpstichlct, um ihren Lesern zu verbergen, daß die KPD. nichts tut, nichts tun kann und nichts tun will. ötftmiercitfijcäfer. Am Montag abeich sollt« im Bürgersaal des Berliner Rat- ez von den Leuten um Rols Gärtner ein« neu«„Deutsche ühnengewerkschaft' au« der Taus« geHoden werden. Man hatte Jwusez Bühne nicht etwa eine Gründungsveisammlung einberufen, sondern in echt theatralischer Manier.die engagierten und erwerbslosen Schau- spieler. die Press«, die städtischen und staatlichen Behörden sowie theatralischer Manier en «n und erwerbslosen Schau- ch staatlichen Behörden sowie zur„Proklamation" der Deutschen all« Freunde des Theaters' Bühnengewerkschait eingeladen. Vor etwa IlX) Anwesenden, wovon über die Kälste Gegner dieser Zersplitterung waren, begann dieser tragjlomische Abend. Nach einem Verleumdungs» und Schimpsprolog, d«r von einem«rwerd«- lasen Schauspieler namens G. W. Kays«- porgetragen wurde und der «ine„Llklarung" sein sollte, ergriff Rols Gärtner da» Wort. Gr gah zunächst einen Auszug au» den„Statuten" per neuen Sewerk» schast bekannt, die ein Produti einer überhihten Phantast« darstellen. Es soll ein Sterbegeld In chöhe von yw bis SstO Mark eingeführt werden, wofür keine Extrakeitrüge erhaben werden fallen. Bezahlt« Bezirks sekretär, fallen eingestellt werden, di« mit der am Ort« Üb- iichen Mindestgoge plus 511 Prozent Auswondeenlschttdigung besoldet werden. An besoldeten Bertrstern der Erwerbslosen soll«» auch nicht fehlen, kurzum. Ue neu« Bähnengewerkschast soll>n kurzer Zell in der Lagt sein, ihren Mitgliedern mehr bieten z» könmn al» die Lühnengenossenschast, hi» ja überhaupt kein» Gewerkschast, sondern ein kleinbürgerlicher Aerein sei. Aus den Zwischenruf, wo- her penn die neu» Gewerkschcst für alle dies« Experimente das Geld hernehmen wow«. erklärte Gärtner, dost das-- Sache der Gründer sei. E« wurde wiederholt verlangt, eine Diskussion zuzulosten. wo» von der Leitung der Veranstaltung gwtt abgelehnt wurde. So kannte Ralf Gärtner sich in faustdicken Lügen über die Bühnen- gen.'ssenschast erpeh.», deren Angehörige und Aerlmter stch nur durch Zwischenruie gegen dies« Verleumdungen verwahren konnten. Um lk! Ilhr-og Gärtner mit ungesähr Getreuen ab, nachdem er das selbstherrlich bestimmt« Bureau bzw. besten Adresse bekannt- gegeben hctte. So vollzog stch die„Gründung" einer Gewerkschasb bei der man den Eindruck hatte, einer schlecht einstudierten Auffüh« rung eine» Gymasiastendramas durch ein Schmierentheater deizu» wobnen. Die Lohnpolitik bei Butt& Co. autzsrorhentktche Rotlog«. Die flnmrzkell« Krffe ist ho- durch hervorgerufen, daß di« Wirtschastsorgone und die Behörchsn ihre SozialversicherungsbeltrSge sehr nachlSIsig entrichten. Am l. November betrug die Verschuldung an die Berstche- rung-kasse 970 000 Rubel, gegenwärtig hat sie bereits J Million erreicht. Ein« Reih« von We Hörden zahlt 3 h t s 4 Mo- Note keinen Kopeken an Versicherungsbei trögen." Ideale, wirklich vorbildlich» Zustünde! Schade nur. daß die.Rußlanichel«. gierten" nicht Gelegenheit Herden, einmal mit den hungernden Rcni- nern ohne Rente zu sprechen. Rückgang 5er Kinderarbeit in Japan. Einer von der sapanischen Nessieriinft herausgegebenen Statistik zufolge ist di« srüher im saponischen Volk stark verbreitet gewesene Unsitte, Kinder unter zwölf Lahre« zu Fabrik, arbeiten heranzuziehen, sa bebeutend zurückgegangen, daß im Gegensah zum Lahre ISIS, in dem noch tZ 174 Sinder unter zwölf Jahren in Fabriken tütig waren, hie neueste Statistik für das Jahr 1926 nur noch 474 derartig« Fäll« kennt. Dan der japanischen Regierung war bereit» im Jahr« l9l9 .zum Schuhe der Kinder ein Antrag gestellt worden. Jugendliche unter 14 Jahren non Fabrikarbeiten auszusck ließen, aber obwohl dieser Antrag noch in demselben Jahre von der internationalen Arbelterkonierenz in Washington angenommen wurde, ist«r doch erst im Jahre 1925 In Japan zum Geseh erhoben worden. Rußlands Handel mti Deutschland. Den Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Rußland wird von den amtlichen und den wirtschaftlichen Kreisen Deutschland» nach wie vor eine große Bedeutung beigemessen. Aber selbst die erheblichen Kreditgaronlren de» Reich» und der Länder haben kein« starke Belebung de» deutsch-russischen Handeleverkehr», wie au, der Graphik ersichtlich ist, gezeitigt. Firma Butt». Cw, die mit Hilfe der gelben Di- MWWW>WW>W>»WW»WW>W> Or g a n i s a t i a n bisher die Löhn« der Arbeiter z» drücken bemüht war. glaubte so weit zu sei«, um auch die Löhne der Bor- o r b e i t« r und S ch a ch t n, e i st« r, die ihr bicher dabei direkt odcr indirekt behilflich waren, drücken zu können. Der Donk vom Haust Habsburg! Die Vorarbeiter stich allerdings nickt gewillt sich damit abzu- finden. Sie hoben in einer Versammlung vom 30 Dezember beschlossen, sich gleichfalls frelgewerkichaftltch zu organi» sieren und gegen die Lohnkürzung, tne im Durchschnitt 20 Pro,. betrögt, sich zur Wehr zu sehen. Die Ssziawefsichenlng in Sowjetrußlanö. Kein Geld für Sozialrentner. Die Sozialversicherung in Sowjeirubland leidet schon seit langer Zeit an einem großen Geldmittel» Mangel. Immer wieder meidet die Sowjetpresse, daß die Au»- zahlung von Renten nicht rechtzeitig erfolgen kann, weil di, Kassen nicht über ausreichende Mittel perfügen. Im„Trud"(28. Dezember 1927, Nr. 295) wirb zu diesem Thema folgendes berichiet-„Di« S o u v« r n e m« n t, ka ss« n von Wlad'mir machen ein« große finanziell» Krise durch. Es ist kein Geld zur Auszahlung von Renten vorhanden. Di» Aurzahlunz von Pensionen und Beihilfen wird monatelang verzögert. Viele De. sicherte geraten aus diese Wels« in eine 1*451.6 Deutsclvlands AußenKaxulel mit Rußland 1913t,-1995-m7 z 891.1 231.» 301.5 In �IxUxonen "M ark 250. o 1913. 2,5 26 19211913 25 26 1921 EinfuKr AujfuKr Sfeoisd!?? M laiMtsMemani ifllrta tebetn»Ml Sdack'P Sit. daß| unser Kollrge der Hraveur gyIMSNiZ pstrsso!» am ZS DczemM«.'(orten Ct. «dr, Itlneo atüxalui. DI. dmä'th.timi fUibet am JJltl w» d t. Januar 00 mniaq««>. Udr gr.mul.rium Baumtchulrnw.z A«I. Kkt.lNininq.toiartei Vi« e>eI»«e»n>aU»nq ii» Halt tjß S<£6€i6tL«» MT'Infetem Venakl.» � «j Leo SrieS er ond Fran« S) Sachz.tt u«lühr. Part.iluiiUiom„ lli V>« yerztichfkso chutckwüalcht. j7 i. ebWiluni,'i' •«s i» e»«■«•eee««»' ßerrca- Maß- Schneiderei ..ACEXBCH" flVon'orörir. S i|.St«,«S»«»olaNr «rstt„Mb« Hoffe. Sali»« prelle 9 Ratenrahlunechna Pieisautsehla? O PP.Ö». Januv t«l) Wir wollen einen geweJtiten Pesten Linoleum(Teppiche ml» W. Tehlem, Lluter-Re«tr, InlaM-Coupon« usw.) wegen Platzmangel rJumen. Leberzengen Sie sieh persflnii-h, da9 die Preise rfle sichtslos herabgesetzt»Ind. Wir bieten; Durchgemusterte Lindleum-Läufer, IM cm. breit, 4..................... Mk. S.51 Bedruckte L noleum-Laufer 4 mir..................... MV t tu 2.Zj tili Boucid-Ldufer 4 nur..........,.............,,, Mk- M Z,» 4J>ti Coces-Lluter 4.............................. Mk, I.Sr Iii 2.7 Andre«« 4C0S» W«r»chaw«r StraSe A» Andreas 4605 KINO-TAFEL PROGRAMM für die Zeit vom i. bU 5. Januar 1928 Der Seutsch-rufsische Handel gcht soger. gemessen in» fest Anße»- handel Deutschlands, in seiner Bedeutung zurück. Der Attwitat von 49.9 Millionen Mark sür Januar�luni 1926 folgt eine Passwitüt van 70,7 Millionen Mark in der gleichen Zeit 1927. Eine nähere Untersuchung zeigt, daß die Einfuhr Deutschlands aus Rußland van L.? Proz. im Jahre 1926 auf 2,9 Proz. im Jahre 1927 bei der Gesamteinfuhr Deutschlands gtstiegcn. die Aussuhr Deutschland» nach Rußland ittdefstn von 3ch Proz. im Jahr« 1926 auf 2,8 Proz. im Jahr« 1927 bei der Gesanuaussuhr Deutschlands ge- sunken ist. Dabei war Rußland im Jahre 1913 an per Einfuhr Deutschlands mit 13,2 Proz. und an der Ausfuhr Deutschland» mit 8,7 Praz. beteiligt. Dieser zahlenmäßig ungünstigen Entwicklung gegenüber weist do» offiziell» Rußland allerdings in der Moskauer„Eitmomitschefkoja Shisn" darauf hin. daß die gebräuchlichen Statistiken aiislchließl'.ch den direkten Grenzvcrkehr darstellen. Der deutsch-russisch« Handelsverkehr sei größer als die Zollstatistik«rkennen losi«. was allerding» von Rußland im einzelnen zu beweisen wäre. Gruppcugasversorgung in Thüringen. Aus d»m Jahresbericht der Thüringer Elektrizität«, und Gaswert« L-G in Apmda läßt sich ersehen, daß die Gesellschaft in verstärktem Maße den I!»Hergang zur Gruppengasoersa r g u n g voll- zieht. Das Garwcrk Apolda hat zwar clne um 70 000 Kubik meter erhöhte Abgabe zu verzeichnen, stellt jedoch eine fortgesetzt zu- nehmend« Abwandeutng von Gaklichtoerlirauchern zur Elektrizität lest. Das gute Ergebnis ist daher ausschließlich aus die erfolgreiche Propaganda eines möglichst allgemeinen Gasverbrauchs für Heiz- wecke zurückzuführen. Die besser« Bsschäftigung der Glasindustrie t die nutzbare Abgabe bei dem Gaswerk G«rab«rg gleichfalls erhöht. Von Bedeuutng ist. daß die Eigenerzeugung in diesem Wert bereit» im Januar eingestellt wurde und dieser Bezirk von einem Zentralgoswerk aus wfargt wurde, das gemeinsam mit der Stadt Arnstadt gegründet wurde. Wie gut sich dies« Ferngasverjoroung rentiert, geht daraus liervor. daß dt« hieran maß- geblich beteiligte Tochtergestllschaft de» Unt«rnehm«ns. die T h ü- ringer Gasversorguna»°G. m. b. H. in Arnstadt ihr achtes Gesckäfisjahr am 31. März 1927 bereit, mit 8 Pro,. Dividende ab- schließt, obwohl«in großer Teil des Jahre» lediglich den Bau- arbeiten gewidmet war. Der erste Ausbau des Fernlei» tungsnetzes ist jetzt beendet und neben den Gaswerken (Straberg und Langewiesen werden zurzeit schon 18 Städte und G«- melnden versorgt. Auch die um 80 000 aus 927 000 Kubikmeter ge- sfieoen« Gasabaabe de» Werkes Lonpewielen spricht für die Besserung der dortigen wirtschaftlichen verherltnisie. Nach stürker tritt aber bei den angeschlossenen Elektriziiälswtrken die erhöhte Stromabgab« hervor. So verzeichnet die E!»ktrizitStZver- sorgung Keraberg«in« A4proeentil?e, und die Elektrizitätsversorgung Langewiesen sogar«ine 46vrozent>ge Steigerung der Stromabgabe. Nur das ClektrizItStr-roeri Apolda weist einen geringen Abgaberückgang auf. der auf den Perlust eines Groß. adnehmers emsällt. Rußland wirbt bei feinen Dauern um eine Staalsanleihe. 100 Millionen Rubel gedenkt die Sowjetunion durch ein« innere Staatsanleihe neu aufzubringen, nachd'm die kOO-Millionen-Jnnr> anleihe von vor einigen Monaten, bei per dos flache Land nach nicht 5 Prozent zeichnete, ein deutlicher Mißersolg war. Hohe Zinsen und über tausend auszulosende ScwtN'-e Sollen die russische Bauernschaft zur Änleihezcicknung anreizen. )ieser Ausweis ist sicherlich eine pädagogische Noiwsndiakeii, da der russische Bauer von der Zeichnung einer Staatsanleihe bis l, noch nicht viel weiß Aber der niedrige Betrag und die ongebojen« habe Verzinsung verraten doch deutlich eine furchtbare Schwäche der russischen Finanzen. vet«ntwort'id> klit?pNl!kt ckr. crrt �ent«, Züatsldakti S, Ultr.�'-»»' Ve»trtli«ste.eerpi-na! 8pl.«ti Rfj D'fp ii k>. ft..-i;-oU;.. up» Lonlti»«» Silk ftattiikl-«tnaetstn Si gjmt'.l'«it S!t,!ir Ce:'s»t 5 oek».ci»-t'fc aav-Md ft. s>»al>». Stuck; fM»»rt*.*u-!'btv*!»et unt sCMianwuficlt Col,®in«£ v 6»■ rtUU» tib fs•„». tbiet»» t»-its«a ImMÄseUe»sWest äktsr fksstrsim Usr die.hau ösr tsaisn ist che erobo Parole der(J■i'enwart, D e deut-ehe Sehnsu dt zum VoUe-staa» de Sth su hi»ach der Demoloa ha< i> dem Zust nJ der modernen par iistisch n Repub k> ti e Eriü l-ni ge gade. A le lieget,» ta ti der Vercangenneit werden uberianni vor dem Will n der Zuicutift. Da» Jun.deutscbi Man fest kn pit an uje Lehre des Fieiherrn vom St. in an und sucht in e ner i euen Staat otdnunp die Synthese Von Pol? am und Weimar D r P e-s Qr a üb r 200 Seiten starke Werk be- tiäzl Z— Mk. je S'ück Die Abi eierung erfolg na hd rRei>, n oigedere inaei e•d«" öes«düngen gei?" N aennahme oderVotausrahlung desBeira„e auzütz Ver-andKoä'en. Die Aufgabe des Uu-'hes bat am IS. Ces.begODncn. Das Jungdeutsche Mmilest ist eu haben im lungdenlsdiea Verlsg. Berlin SIT 48 HOstscnei.kko.ito ttemn Nr. 15t 440. Durch alle übrizen Buchhandlungen ru beliehen. i ? 1 di ISD Potsdamer Straße 38 Dl«bari i;iil»?r«u m.: Llly Durjllra n�icu: All«« fichwlnritl 7 Akte mit. Rs;iiii(iM Ueuiiy Rliäinslraße 14 Blae hlatne Pr*undin hranohi elu leder.Itsna mit; Paul llc.ck; memi Daru: Bu rmaltitnt«..Wilckw««!" Odeon» iPoisdsmop Str. 78 Oer aroBe Uas«kaunte o fepsnncnde Akte Diuu: Oer rot« Bllts Wildwosidrama In 6 Akten TurmstraUe 12 Dl« SplsUrln mit: Agnes kstar- liajEj— tlatry LicdlKc Alexandcr�traße 39-40 ti'�ssack«) Da«>«Jbbrlir)is Alter mit! Asta Mel«a dazu; FrJ»! ein Ltwira w««Ina Wiiw« mit; Laura La Plante Osten Viktoria>LichtblId*Th. Prankfurüjr Allee 44 Oer aalatcraug P«rn«r; Qrand Mot«l,..1 Bühnanaeba« Schwarzer Adler Pr«nkh>rt«r Alle« S». QrtleMoaheliB In NSIttreTSobtCf Peniar Bat and Patiehnn auf dem PulvcrfaB Babovnscban ConcordiasPalast Andreas» traSo U Ctiang, da p«ehuogc|.3rama Beiprogramm Oraüc r ChoeiKchaa Norden ]S Senefelder Lichtspiele Am Sene.'eMer Platt, bek« Meuer 6tr»Cc Ol« teil« Lala Femer: Di««flBc Sfinde WeltaKlno Vit Moabit 99 Clllj Felndt in Qefahnlete Jugead ferner; Da« MSdet mit dem dankten Pupht IMlast Kammersäle reltower Straft« 1--4 Da« Qahdrant« da« Abb» X i Da» kranaead« Schill PassageuLichtspiele N'eukoiln, Cergstrafie 131—02 Bader Keeloa: Oer Student Ferner: B&hnen««hau Jugendliche heben Zutritt Gesundbrunnen KristalUPalast Prlnrenallee 1—6 Baster Keataat Oer Siwde«t B&haeaactaaa MarienbadxPalast Bad strafle 33--36 Da« K. d. K. Ballettmädel Der geheimnisvolle Rächer Bflhnensehau Prinzen>Palast Prinzeaaiiee«— m Der Kellner«am Palaslhatcl Bubneascha« „Alhamora" OadstraO« M Schiacbtcabammler. ein helleres Spiel«us ernsten T BOhnenschan Tagen Humboldt-Theater Backstrafte 1« Oer Kellner»«w Palaslhetcl BOhnenseliaa Pankow Tivoli Lichtspiel-Th. Berilnur Strafte ZI Harold Lloyd In-.L'm qimwe!» vIl)«aH Uasi Oswald« In„Bin«ehwerer Palt" Bühne; Banfe« Vsrtcte Elsu-tafi Betten, K.nderbcner. Stahlmatr.. yänHt. an Priv. K4L2049fr.Ei9enmobeIfub.6Uiil(Thür.) |. Auch bis in I IS Jfcnaisraien 3�addatSe&t9 S«■'1, jetziger Hr.Mi Iii Der f 1 Lisaaauuuas imMtm mKti J I C. Höcker, Knrlln S Lichienbetger suafte 22. Kg«,.>.,1 Stile Kapilfin Kaolßhoh BIW 0 I Bs ist aao srschisnsm Oer illustrierte sozialdemokratische Abreißkalender für 1923 Jede Zella bringt hluttra- uonen. üet Kalender kann In jeder Hinsicht als Quelle und Hlllsmlttel dienen, fr bringt Zitate aus sozlalis- tisetien Werken, eine Fälle von Zen innren In Poesie und Prosa. Nahem ISO Verbinde geben hier authentischen Bericht Oer Kalender kostet Mark 2.— Za bnben In»Her„Vorwgris-- Abgaheste len nn! Pai.'eibu Ja- bandlanges ade« direkt rou uer -Vorwirti"- oudtdradterei aad Verlagsanöalt, Berlin SWaa. Uadcnetraba S 3lr. 4* 45. Beilage des Vorwärts 41«-» OrenSiag, S. I�anusr-tSZS �.i.i.i__________ j Der Schuß in der Morgenstunde. Gsheimnisvolier Tod eines Gastwirts in Friedenau. Ein Tndessall nüi ßcIjciniHisunUcn, mysteriösen Begleitumständen beschästiat die ÄllminalpoUzci. In dem Hause Hedwig« stahe 3 in Friedenau wurde beute mwgsn um 7!4 Uhr der 62 Iadre alte Gastwirt Karl W i n k l c r in seinen' Lokal erscholsen Lufaesunden. Od ein Verbrechen oder Selbstmord vorliegt, lieh sich noch nicht seststeäen. TZinNer. der von j e j n« r? r a u geschieden ist, wobnt für sich allein in der W i l h c l m> H a u f s> S l r a h e l 7. Di» bürger- liche Wirtschast in der H ad w' ostrohe, ein nach älterem GesÄmock ourgcstottetes, auckr irnr einer Wein- und ProbierftuKe verbundenes Lokal, betrieb er seit Vpril v. I, mit einer Mamsell und r:.ner Hau ränge slelltcn. die beide in der Hedwigstr. ß reolznen. fruit morgen verschlief sich die Hausangestellte um eine halbe Slunde und eilte dann hluuuter, um aufzuräumen Sie war, raie sie sagt, erstaunt. Winklcr noch oder schon im Lokal zu sehen, machte sich aber sofort an ihre Arbeit in der Küche, ohne sich weiter Gedanken.zu machen. Bald daraus, wahrend sie noch in der Küche zu tun hatte, hörte sie einen Knall. S-le ging wieder hinaus und stch seht Wiukler in einer Blutlache an einem grohen runden Tisch zwischen Ösen und einem Mouervorspruua aus dem ?>utzboden liegen. Das Mädchen benochrichügte dos 171. Revier und dieses die Mordkommission. Die Kriminalkommisiare Dr. Anuschat und Liuoh erschienen bald mit ihren Beamten an Ort und Stell«, wo die Revierpolizei bereits die erforderlichen Absperrungen ge- troffen hatte. Neben der Leiche fand man einen Revolver. In der einen Hand hielt Winkier, dessen Tod durch eiivn Arzt festgestellt wurde, oin mit Blut getränltes Taschentuch. Merkwürdig erscheint, doh nicht nur der Fuhboden niit Blut bedeckt ist. sondern daß auch die Dcckedes runden TischesBlnttropsen u n d- w i I ch« r aufweist. Ferner, dah ein Tisch, der zwei bis drei Meter von dem runden entternt am Ausgang nach der Küche zu steht, Blutspuren .zeigt, ebenso die 10 Meter von der Leiche entfernte Eingangstür, und daß sogar auf der Strohe hinter dem Gitter des Dorgartcnzauns noch ein Blutfleck gefunden wurde. Die Aussoge des Hausmädchens und dies? Blutspuren an verschiedenen Stellen'deuten aus ein Verbrechen hin. Cs ist aber noch die Frage, ob das Mädchen richäg gcj hen und gehört hat und wieviel ihre Auslage wert ist. Möglich ist auch ebenso, dah Winkler selbst Hand an sich gelegt hat. Tann muh er noch dem ersten Schuh aus dem Ironnnclrevolver noch umhergegangen sein, sogar bis aus die Strohe gekommen sein, bevor er an dem ninden Tisch zusammenbrach. An diesem scheint er zuletzt gesessen zu haben, um abzurechnen. Daraus lossenj)!? Don- bucher schllehen, die auf dem Tisch? lagen. Mit einem Stuhl vor den» Tisch scheint er umgefallen zu sein. Die Mordkommission ist mit der Ausklärung noch weiter be- schöftigt. Die Leiche wurde besckliag nahmt und wird zur Obduktion nach dem Schauhouse gebracht werden. Der 7!oiruf durchs Tesephon. Äeues Fernsprechamt„Mneta". Bei dem Anruf der Feuerwehr von Sprechstellen für Selostanschluhbetrieb(Apparate mit Numwernfchaibe) sind verschiedentlich unangenehme DerzSgerungen entstanden. E» wurde vom Anrufer nicht, wie vorgesehen, nur das Rufzeichen der Feuer- wehr— K 2—, sondern davor noch das Rufzeichen der eigenen Vermittlungsstelle gewählt. Ein« Verbindung kam dabei natürlich nicht zustande. Die Feuvrwehr, ebenso auch das Ueberfall- kommando ist durch nur zweimalig« Wahl zu»rreichen. Es ist k.u wählen beim Verlangen der Feuerwehr nur Kl 2. des Ueberfall« kommandos nur K 1. Der Anruf des Rettungsamtes erfolgt durch Wälllen von I) 1. Bei der sich danach meldenden Beamtin ist das..RcttungZomt" anzufordern. Die Feuerwehr und das Ueber- iallkommaicho werden von Sprechstellen für Handbetrieb (Apparate ohne Nummernscheibe) durch Ansage von„Feuer- wehr'" und„Ueberfall*(ohne Amt und Rümmer) erreicht. Der Anruf des RetNingsamts erfolgt von diesen Sprechstellen durch Ansage von„Norden Reltungsomt*(ohne Nummer). « Arn 8.?anuar wird auf dem Grundstück Eberswalder Strohe 63 eine neu« Vermittlungsstelle mit der Bezeichnung ..Binrua erössnet, an die gleichzeitig«ine größere Zahl von Teil« nehmeranschlüssen der Vermittlungsstelle Humboldt herangesührt wird. Es wird dringend empfohlen, vor Anforderungen von Ver- bindungen mit Teilnehmern der Vermittlungsstelle Humboldt aus dem Nachtrag zum Fernsprechbuch festzustellen, ob die Nummer des verlangten Teilnehmers unverändert geblieben oder ob der Anschluß nach der neuen Dermlttluiisi-steve Bineta umgeschaltet worden ist. Nur dann können Verbindungen ohne Zeitverlust hergestellt und verzögernde lltachsragcn bei den anfangs stark beiasteten Auskunfts. frellen nermioden werden Der Betrieb der neuen Fernsprech- Vermittlungsstelle Dineia ist dem Fernsprechamt Nord, Berlin N. 24, Aitilleriestrahc 19, unterstellt.__ Klagen über die Fernheizung. Gegen das Charlottenburger Fernheizwerk der Bewag, das als erstes Groh-Berliner Fernheizwerk außer einer Anzahl össentlicher Gebäude auch etwa SO WohichSufer beliefert. wenden Klogen laut, die dahin gehen, daß die Kosten für die Belieferung mit Fern wärme übermähig hoch seien. So wird behauptet, daß die Kosten an einigen Stellen um IVO Proz. höher seien als früher, und daß die Häuser mit ihren eigenen Feuerung«- anlegen erheblich billiger oewirrlchastet hätten. Ferner wird darüber Beschwerde geführt, daß die in den Kellern angebrachten Kreisel- pumpen, die das Koudenswasier aus den Leitunaen in die Kana- lisation pumpen. Tag und Nacht so starkes Geräusch per- ursachten,»oh die Mieter in der Ruhe gesiört wurden. Don der Leitung des Fernheizwerkes wird zugegeben, daß die verwendeten S i e in e n s> P u in p e n in der Tat infolge einer f e h l« r b a s t« n Konstruktion der Kuppelung sehr laut seien, doch werde man diesen Fehler abstellen. Digegen wird bestritten, daß die Kosten höher seien, als in den Zeiten der eigenen.Heizungsanlagen in den Privathäuseni. Ganz allgemein wird angegeben, doh man bei fvorsomcr und richtiger Bedienung der Regulierungsanlagen in den Häusern etwa 1» oder 15 Proz. der früher«ntstvndenen Kosten einsparen könne. Diese Mitteilung ist allerdings nicht uninteressant. da seinerzeit von städtischer Seite behauptet wurde, daß das Fern- hei-wcrk den Privatmietcrn durch Lieferung der Ferrcheizunq eine Berbilliaung von etwa 30 bis 40 Proz. bringen würde Die Bewag stellt sich auf den Standpunkt, daß auch sj« wirtschaftlich arbeiten müsse, da der in die Fernleitungen geschickte Dampf nicht etwa ein »Ahfovprcdukt* sei, da« sonst durch die Schornstein« des Elektri« zitätswerkiz nutzlos ins Freie gehen wü.d«, fondern man könne andernfalls den abgegebenen Dampf noch für w.aichivclie Anlagen iilitzbrirtgenh verwerten. Wenn die Roy i ib«r, und Dezember- rechnungsu diesmal ungewübnlich doch feien, so siege das an der Tats»ch«, daß im vorigen Jahre die mittleren Temperaturen im Dezember durchjchmtttich plus 5 Grad Celsius betrugen, während in diesem Jahre das Mittel des verstosiene» Monat« etwa mim» Was bietet Berlin im Januar? Ssnzrefse und Tagungen: 13.— 14. Januar: Hau ntversamml ung des Internationalen VarietS-Theater-Direktoren- Verbandes(Kroll). IL. Januar: Tagung der Deutschen Kolonial« gesellschaft(Reichswirischoftorat). 23. Januar: Tagung de« Zentral- Verbandes der Deutschen Uhrmacher, Halle(Hotel Prinz Albrccht). 23.— 25. Januar: Tagung des Internationalen Prstwertzeichen- Händler.Vereinz(Äommersäle). 25.— 29. Januar: Generawersamm- lung des Verbandes Dsutscher Sportlehrer. 23. Januar— t Februar: Wintertagung der Deutschen Landwirlschafts- Gesellschaft- 30. Januar: Reichslondbundtaguno (Großes Schauspielhaus und Admiralspalaft).— Ausstellungen und est est eu: Täglich bis 21. Februar: Deutscher Rhein— Deutscher Wein in Bild und Lied(Kunstausstellung und Wclnwsrbcwochen im Haus der Funkindustrie). 15.— 17. Januar: Süßwaren- Messe (Saalbau Fnedrichshoin). 24— 25. Januar: Briefmarkenbörs« des Internationalen Postwertzsichenhändler-Vereins(Kammersäie). 28. Januar— 5. Februar:„Grüne Woche Berlin 1928*(Aus- stellungshallen am Kaiserdamm), lLondwir tschast,„Die Kartoisel". „Die Milch*, Saatenmarkt der DLG., Forstwirtschaft, Jagd, Fischerei, Gartenbau, Imkerei, ländliche 5hauzw!rtschast, Geflügelzucht). 29. Januar: Ausstellung»er Friscur-Jnnung(Garteirsoal. Zoo).— Souderveranstaltungeu i« Rahmen der„Grüueu Woche Berlin 1328*: 28.— 30. Januar: G e f l ü g e l> A u z st« il u n g der Cypria, verbunden mit Ausstellung von Geflügel anerkannter Leistungszuchten. 28—30. Januar: Kantnchen-Ausstellung des Brandenbur- gischcn Provinzialoerbandes für Kaninchenzucht. 28. Januar— 5. Februar: Täglich don 2— 3 Uhr nachmittag« auf dem Freigelände: Vor- führung»er ausgestellten Kleiii-Motorspritzen durch die Feuerfozietät der Provinz Brandenburg. 29. Januar und 5. Februar: Hunde- rennen, veranstaltet vom Berliner Hunderennklub. 30. Januar und 2. Februar: Vorführung der ausgestellten for st Wirtschaft- lichen Geräte. 30. Januar und 3. Februar: Führung durch die Abteilun-g„Forftwirrfchait. 4.— 5. Februar: Hunde-Aus st el- l u ng(DC.-Johresausstellimg). Im Rahmen der„Grünen Wache Berlin* in den Vortragssälen des Ausstellungsgeländes noch folgende Vorträge: 29. Januar: Kleintierzuchtabteiiung der Laudwirt- schastskammer für die Provinz Brandenburg und für Berlin(Oeffent- liehe Versammlung). 29. Januar: Kurzhoar-Derbond(?Üisssn e n s i a a, dem 17. Januar, Dr. Erich Reisinger-Köln o. Rh. über„Bilder aus grönländischen Fjorden*. Dann folgen: am Dienstag, de m 2 4. Januar, ein Dortrag von Dr. Roll(kugert- Dresden über „Oos Meer als Symbol in Sprach« und Dichtung*, am D i c u s t a g, dem 31. Januar, ein Vortrag des Fischeretdircktors L ü b b e r t- Curhaocn über.Island und seine Wirtschaft*, am Dienstag, d e in 7. Februar, ein Vortrag von Prof. Dr. H o f s e r t- Dt-«- den über„Der neue Weltverkehr", am Dienstag, dem 14. Fe- b r u o r, ein Vortrag des Rcgierungs- und Baurats R. S ch»i t d t�- Berlin über„Der Hindenburgdomin durchs Wattenmeer nach Sylt". am Dienstag, dem 28. Februar, ein Vortrag des Prof. Dr. N i p p o l d t- Potsdam über„Magnetische Kräfte über dem Meere*, am Dienstag, dem 6. März, ein Vortrog des Dr. A. Köster- Berlin über„Ostia, der Hasen Zinns, nach den neuesten Ausgrabungen", und am Dienstag, dem 13. März, ein Vortrog de» Prof. Dr. A l t e n b u r g- Stettin über„Stcttiiier Schifsbou in älterer Zeit". Karten fürdeneinzelncn Bortrog zu Och!) Mark sowie Dauerkarten für die Vortragsreihe zu 3 Mark sind im Institut für Meereskunde, Georgen- strahe 34/36, wachen täglich von 9— 3 Uhr und an den Bor- trogsabenden selbst von 7 Uhr an zu erhaltcu. 5— 6 Grad sei. Im übrigen komme es sehr viel daraus an. daß die Einrichtungen zur Regulierung der Wärme richtig von den Portier» bedient würden, da sonst leicht Wärmeoerschwendung betrieben werden könne. Eins besondere Kommission der Bewag kontrolliere tägi-ch die Häuser darauf, daß mif diesem Gebiet nicht gesündigt werde. Im übrigen scheint es stdoch so, ol» ob die erste Fernheizungsanloge nicht gerade sehr glücklich kaiistnüert worden ist. Die Bewag gibt schon jetzt zu, doh die vorhandenen Rohrleitungen in diesem Jahr noch höchsten» 30 bi? 40 Proz. mehr Häuser an- schließen konnte als bisher, und daß mau dann vor der Frage steh«, ob man größer« Leitungen legen oder die Dampfspannung in dem Netz erhöhen solle. � Oer �schaumgewordeue" Gänsebraten. Arm« Teufel sind meist obendrein noch besonder« Pechvögel. Dar da«In« Witwe, der es nicht zum besten ging, die aber sich und ihrem Sohne auch mal einen guten Tag bereiten wollte. Und siehe da. am Reujahrstog, da briet mit Volldampi eine prall mit roten Amerikaneröpfeln gelulltes Gönslein lustig im Robr. O, wie sollt« die Langersehnte schmecken! Doch«in grausames Geschick ließ plötzlich da» brutzelnd« Federvieh in«ine riesige Schaunnvolk« ver- schwinden. Verzaubert, verhes-t, oder was für böse Möchte hatten da die Hand im Spiel«? Di« Gans ward geöftnrt, und in ihrem Bauche fand sich die Lösung In Gestalt«ine» Seifenapfel», den die kurzsichtige Frau mit alz Ganssüllsel oerwendet hatte. Der Sohn hatte den Seisenapsel geschenkt erhalten und ihn, gewiß nicht in böser Absicht, mit in die Slpseltüte praktiziert. Trotz Walser- dusche und Neinigungsmoßnabmen erwies sich der Braten als völlig ungenießbar. Der war der Schuldige? Die Spenderin de» Seifen- apfels, der Junge, der Spreu unter Weizen mischte, oter die ge- schwächten Augen der leidtragenden Mutter? Eioentlich keiner von ihueni ober das alles ändert nichts am tieftrourigen Schluß: D!« Gans war sulsch, das Geld hinausgeworfen und die Festtagssreude merklichst getrübt! Wobei noch zu erwägen wäre, ob die Dar- stellung von Nahrung»- und Genußmitteln in Seite nicht ohnedies eine grobe Geschmacklosigkeit ist. Internationale Kleinarbeit. Die Bereinigung„2>ie Freunde der Internationalen Kleinarbelt* hat eine Anzahl englischer Kurs» laufen, um Genossinnen und Genossen, treigewerkschafti ch Orgalnsiertc und Svmpathisierende zur Führung einer Freundschasts- korrsspondenz mit Gleichgesinnten in Großbritannien und anderen englisch sprechenden Ländern vorzubereiten. Durch die Tätigkeit der Vereinigung ist u. a. schon erreicht worden,»aß die Freunde jenseits des englischen Kanals dasErlernendcrdeutschenSproche mit Erfolg propagieren. Ebenso wevden hüben und drüben erneut Vorbereitungen getroffen sür einen Sommeraufenthalt bei den Freunden, sür den in den meisten Fällen lediglich die Hin- und Rückfohrtskosten sowie einige klein« Nebenspesen in Frage kommen. Unterrichtet wird noch der direkten Methode. Deutsch wird soweit wie möglich vermieden. Wandbilder unterstützen den Unterricht in hervorragender Weise, so daß nie eine Ermüdung ein- tritt. Bereit» noch 25 Abenden mit f« 2 Stunden beg-nnen die Teilnehmer frei zu sprechen. Der Beitrag für Zirkel, die von ?«18 bis �20 Uhr tagen, ist mit 1 M. fe Stunde festgesetzt, und der für Klassen von 20 bi» 22 Uhr mit 1 M. je Abend. Der Unterricht findet im Zentrum statt. Zurzeit können noch einige Teilnehmer in Zirkel und Klassen ausgenommen werden, die ein-g« Vorteiintiüsse besitzen, für die Unter- und Mittelstufe, sowie für die Oberstufe solche, die bereits engl'schen Vorträgen mit anschließender Debatte folgen können. Anfänger sollten ebenfalls ihr« Anmeldung schon jetzt vornehmen, um bei Erössnung eines neuen Kurjus vornotiert zu sein. Alle A n- Meldungen sollten umgehend gerichtet werden an den Leiter der engl scheu Arbcitsicmeinschaftcn, Genossen W. Floerke, SW19, Kurstr. 32, Vordcrausgang 3 Treppen, langjährigem Lehrer städtischer Fortbildungsschulen in England und Schottland. Ilm fein Auio bestohlen. Dem Sohn des Außen- Ministers Stresemann wurde, während er eine Vor- stellung Im Lichtlp'cltheater„Piccadilln* in der Bismarckstroße be- suchte, ein ihm gehörendes Auto gestohlen. Als er die Straße wieder betrot, war der Wagen, den er selbst gefahren hatte, verschwunden. Es ist ein dunkelblauer kleiner Aga» Viersitzer mit Ueberzug und Zellulo'dscheibeii. Er trägt die Erkennungsnummer I. A. 24 080. Mitteilungen an Kriminalkommissar Seinemeyer im Polizeipräsidium. Abermals Llnfall eines D-Zages. Oer Lokomotivführer verhütet Schlimmstes. Freiburg i. IL 3. Januar. Heute nacht gegen 1 Uhr ist von dem v« Zug 241(Lasel— Berlin) in der Nähe von Müllheim der Tender der Loko- motioe mit einer Achse entgleist. Durch die Auf- merksomkeit des Lokomotivführers könnt« der gut besetzte Zug auf 200 Meter zum Stehen gebraust und damit ein Ün glück verhütet werden. Noch Beschaffung einer neuen Maschine aus Fpewurg konnte der Zug die.Fahrt fortsetzen. Die folgenden Züge haben durch den Aufenthalt de» Schnellzug» ebenfall» beträchtliche Verspätungen erfahren...... Oas Eis örshi. Wachfeitds Eisgefahr in ganz Gnrapa. Aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands wird obenfo wie au» allen Gegenden Europa, wachsende Eisgefahr gemeldet. Die Elbe hat neuerdings zum Teil einen Grad von Vereisung erreicht, wie er seit langem nicht mehr beobachtet wurde. Die Klein- und Schleppschisfahrt ist dadurch teilweise brachgelegt. Auch die Donau gleicht nach den hier vorliegenden Meldungen einer riesigen Eiswüslc. Di« niederösterreichische Stadt Heim- d u r g ist dadurch katastrophal bedroht. Alle Versuche, die in der Rohe dieser Stadt lagernde ungeheure Eisbarriere durö? Sprengun- gen zu lockern und dem Danauwasser den Abfluß zu sichern, sind bisher völlig ergebnislos geblieben, so»oß die Gefahr einer katastrophalen Ueberschwcmmung besteht. Aus B o s- n i e n konmit sogar die Meldung, daß wegen der dort vor- herrschenden Kälte und der Schneeverwehungen eine Hungers- not ausgebrochen sei. Auch die schwedische W e st k ü st e ist stark vom Eis blockiert. Viele der bewohnten kleinen Schäreninseln mit Hunderten von Ftschersamilien sollen bereits durch Hungersnot stark bedroht sein. Toppelsclbftmord im Eilzna- Im Eilzuge auf der Streck« Elberjeld— Köln wurden in einem Abteil 2. Klasse cm 25jühriger Mann und ein 22iähriges Mädchen, beide aus Wiesdors. mit Schuß- Verletzungen aufgefunden. Der junge Mann war bereits tot. da» Mädchen st a r b im Krankenhaus. Anscheinend haben die beiden Selbstmord verübt. Durch die Hauswand in die Tiefe gestürzt. Ein eigenartiger Unglücksfall ereignete sich in der Kasseler Altstadt. In einem Hause der Stroßc„Groben* begab sich der Stukkateur Neumann auf den Abort, der, am Ende eines Flügels gelegen, mit seiner Fochwsrkwand das Haus abschließt. Er lehnte sich an die Außenwand des Hauses, die plätzlich nachgab und mtt den ausbrechenden Ziegelsteinen stürzt« Neumann aus dem drillen Stockwerk in einen schmalen Hof hinab, wo er schwer verletzt liegen blieb. Er wurde erst nach geraumer Zeit aufgefunden und in das Krankenhaus gebracht Die Siadkverordnelen haben in dieser Woche noch keine Sitzung. Die erste Sitzung im neuen Jahr wird voraussichtlich am 12. Januar sein. » (Schluß des redaktionellen Teils.) .Zw zelck-r» gew-ltig«? OwlMttrnfjigt-itfltn si-ht d-r am 2. Zqmj« desinnens« Znocnturousocctaut des feit U> fehlen betannUn tüaiif Mus's Einser U. Co., Berlin, Chausscestr. 61/62. Ohne«rwkstcht auf M« ocllft. foft.umife hat die ffitma ihre umfansreichen Bestünde an Zertilwaren, l>-. fi'hmd aus wostmei, und feid-nen Nfeiderstoffen, Waschfiofsiir. Po'iftffea, Blit- und SrlbtrüWf, ffarbinen ufm., im Bteife heradacfedi: Crmnsi gungrn bis»u Xi Ttei. illben leint Ausnahm».?roed!M cchMt jeder Käufer beim »inlauf Uber 6 M.»wen ckauerluftballon sratis. .. �eeebcz» crftsuuUch tUlls« B:«> l» lrinzt da» l-kannte Erahdetait-Sckiu'i» fokaf Behrndt. SkrUtt(£ 23. Sto.'ftx. SS, und fottb-j'"». Tamm 18 In dem i!c-mhr>s»n Znventurau-verkauf. Um dos acmalttfie Laser zu räume» und Bfatz zu schatten, hat d>« Isirma fotoffafe Posten guter Schuhe trotz steigender Ledervreffe rstckstchtslo» herabgesetzt. Wir vcnocifen auf das heutige stttfeeat erregencfer INVENTUR-VERKAUF S Vorzügliche reinwollene lfl75 ill75 KflOO fiflOO - Ottomane-Mäntel m.Peiz Lu üu 49 ü9 09 n Ural-Krimmer-, Wollplüsch- c und SealplUsch-Mäntel... 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