Mr. 136. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monats Itch 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 8 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Sonntag, den 14. Juni 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. Der Lieutenant als Bürgermeister ob die betreffenden Personen für den Posten geeignet sind in der Kommunalverwaltung und anderswo wünschensund Fabrik- Juspektor. werth. Die Herren Verfasser des geheimen Zirkulars haben, Das vom deutschen Offizierverein angestrebte System wie es scheint, ganz vergessen, daß Bürgermeister geder Stellenvermittelung würde ein ProtektionsDurch Zufall ist uns ein vertrauliches Zirkular wählt werden und daß die Leitung einer Stadtgemeinde wesen und eine Bevorzugung der verdes Direktoriums des deutschen Offizier vereins boch unmöglich als eine Versorgung betrachtet werden abschiedeten Offiziere in die Geschäftswelt in die Hände gekommen. Dasselbe wendet sich an" Herren kann, namentlich nicht in den Staaten, wo, wie in einführen, wie bis jetzt etwas Aehnliches kaum dagewesen. aus allen Kreisen der Großgrund- und Fabrikbesitzer, der Preußen, die Bürgermeister auf Zeit und nicht lebens- Indem wir diese Bestrebungen an die Oeffentlichkeit Großkaufleute, der Offiziere a. D., der Beamten und Pri- länglich gewählt werden. Künftighin wird man also, bringen, hoffen wir, daß dies genügen wird, den schönen vaten" um beständige Hilfeleistung bei der Stellenver- wenn ein Offizier a. D. als Bewerber um einen Bürger- Plan zum großen Theile zu vereiteln. Namentlich bei der mittelung für aus der Armee geschiedene meisterposten auftritt, befürchten müssen, daß ein solcher Wahl der Bürgermeister und bei der Besetzung der Stellen Offiziere. Kandidat nur der Versorgung wegen vom in der Kommunal Verwaltung, wo die Gemeinde- VerWir erfahren aus dem Zirkular, daß bis jetzt 592 Offizierverein empfohlen und deshalb auch vorgeschlagen tretungen auch noch ein Wort mitzureden haben, wird Offiziere a. D. um Stellenvermittelung bei dem Offizier fei. Die Wähler werden sich danach zu richten haben. man sich vorsehen. Verein nachgesucht haben. 124 davon ist eine Stellung Zugleich wird beabsichtigt, die Offiziere a. D. als Das Zirkular ist von einem Generallieutenant und vermittelt worden, 220 sind wieder ins Heer getreten oder Amtsvorsteher, Kreisausschuß- Sekretäre, Standesbeamte, einem Hauptmann unterzeichnet, die Beide offenbar den haben sich sonst selber ein Unterkommen verschafft, sodaß Polizei- und Magistratsbeamte, Rentmeister, Rendanten, ganzen Stand der Zivilisten" nicht sehr hoch schäzen. Hoch 248 Gesuche vorliegen, denen der Verein aus eigenen Amtsanwälte u. s. w. anzubringen. Die Vermittelung Aber auch die Bäume dieser Beiden dürften nicht in den Kräften nicht glaubt entsprechen zu können. solcher Stellen ist öfters gescheitert, weil, wie das Zirkular Himmel wachsen. fagt, die Offiziere nicht die nothwendigen Vorkenntnisse besaßen. Diese Art von Stellenvermittelung bezieht sich auf inaktive Offiziere, die ohne Vermögen oder in Ansehung einer starken Familie einer Nebeneinnahme zu ihrer Staatspension dringend bedürfen." erworben haben? Der Offizierverein wird deshalb sich demnächst an eine größere Anzahl städtischer und ländlicher KummunalNun wissen wir ganz gut, daß die Pensionen für die niederen Rangstufen der Offiziere nicht allzu reichlich verwaltungen wenden, damit diese den Offizieren eine freiwillige Einarbeitung gestatten und den bemessen sind und es auch nicht sein können. Aber wir Bewerbern so die mangelnde Vorbildung verschafft werden finden eine solche systematische Konkurrenz tann. Ist es recht, wenn dann Leute verdrängt werden, feitens pensionister Offiziere, namentlich da durch den die sich die Vorbildung auf dem ordnungsgemäßen Wege Offizierverein eine Bevorzugung der Bewerber angestrebt wird, für durchaus unangebracht gegenüber den Zivilisten", die keine Pension haben. Denn diese haben die Aussicht, durch pensionirte Offiziere aus ihren Stellungen verdrängt oder bei der Bewerbung benach theiligt zu werden, während sie mit ihren Steuern noch die Pensionen der bevorzugten Bewerber aufbringen müssen. Doch wollen wir darüber weiter nicht rechten; das ist einmal so in einer Gesellschaft, in der die freie Konkurrenz das oberste wirthschaftliche Prinzip ist. " Der Sozialismus und die Straf- Rechtspflege. 1I. führung sozialistischer Gesellschafts- Einrichtungen einen sehr Gegen die Behauptung der Sozialdemokratie, daß die Eins günstigen Einfluß auf die Kriminalität und Sittlichkeit der Menschen ausüben müsse, wenden unsere Gegner ein, daß das Aber ganz besonders müssen wir Protest einlegen ein Hirngespinst sei, und Herr Ludwig Fuld fügt in seinem Argegen das Bestreben des Offiziervereins, die Stellen der tifel in der„ Gegenwart" über" Sozialismus und StrafrechtsFabrikinspektoren auf diesem Wege zu besetzen. Diese lande der Welt einmal gelungen wäre, sein Programm zu ver Pflege" hinzu: Wenn es dem Sozialismus in irgend einem Stellungen, eine durchaus neuzeitliche Errungenschaft, wirklichen, so werde er alsbald sehen, daß die sozialisirte Geselltaugen am allerwenigsten zur Versorgung von Offizieren, schaft sich gegen das Verbrechen wesentlich in demselben Maße die des Dienstes überdrüssig oder unfähig ge- zu wehren haben würde, wie die heutige. worden sind. Das Fabrikinspektorat erfordert einen Verwandlung des Privateigenthums in Gesammteigenthum hat Die erhebliche Verminderung der Eigenthumsverbrechens durch ganz anderen Einblick in das fozial= und Herr Ludwig Fuld ausdrücklich zugestanden und selbst betont, wirthschaftspolitische Leben, als ihn ein Offizier daß die durch Noth verursachten Delikte natürlich" wegfielen, Die Offiziere a. D. wollen angestellt sein als Ver- in dem engen Kreise seiner dienstlichen Thätigkeit ge- wo für den Bedarf aller Gesellschaftsglieder von Gesellschaftswalter oder Inspektoren, als Rechnungsführer, Privat- winnen kann, und vor allen Dingen eine Auffassung von wegen gesorgt werde. Auch die Verbrechen gegen den Staat fallen nach ihm fort, im Uebrigen aber hat sich die sozialisirte sekretäre, Buchhalter, Korrespondenten 2c. di dem Verhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeiter, wie sie Gesellschaft seiner Meinung nach ebenso mit der Ahndung von Wenn die Gutsbesitzer und Unternehmer für solche bei Offizieren am wenigsten zu erwarten ist. Auch sollen Verbrechen zu beschäftigen wie die heutige. Posten lieber inaktive Offiziere als Zivilisten" nehmen, die Arbeiter zu dem Fabrikinspektor Vertrauen haben und An dieser Stelle der Ausführungen des Herrn Ludwig Fuld so können wir dagegen weiter keinen Einspruch erheben. dies wird durch Milde, Güte, Humanität, Unparteilichkeit wäre nun die Kriminalstatistik vorzugsweise am Plaze gewesen; wenn sie nur nicht so ganz merkwürdige Auskunft über die Art Aber das Zirkular zählt unter den Anstellungen, die und Bescheidenheit erreicht, keineswegs aber durch die so und Zahl der gewöhnlich vorkommenden Verbrechen gäbe. Nehmen wir z. B. das große Handbuch der Geographie und durch Mühe waltung des deutschen Offi- sehr in die Mode gekommene soldatische Schneidig= ziervereins zu Stande gekommen sind, auch solche tett" und den bekannten schnarrenden, näselnden Ton, Statistit von Stein und Hirschelmann vor und schlagen die England betreffende Abtheilung des Werkes auf. Daselbst finden als Bürgermeister und Fabrikinspektoren auf. der den Arbeitern unserer Zeit am allerwenigsten wir, daß in den Jahren von 1857-60 unter 100 000 Engländern Hier liegt die Sache anders; bei der Besetzung solcher imponirt. fich 11 gegen die Person vergangen haben und zwar durch Word, Ebensowenig wie im Fabrikinspektorat ist dieser Ton Mordversuch, Verwundung, Todtschlag, Abtreibung der LeibesAemter hat die weitere Deffentlichkeit ein Interesse daran, Feuilleton. Nachdruck verboten.] ( 84 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol von Robert Sa, weiche L. Drittes Kapitel. wenn sie Jergs Frau] wurde. Sie bat Hannes, ihren Entschluß und dessen Beweggründe Wolf mitzutheilen, damit er sie ihres Wortes entbände. Nun war dessen Antwort eingetroffen. Wolf, der sich noch immer in Junsbruck befand, wo ihm die fortwährenden Kriegsrüstungen reichlichen Verdienst gewährten, entsprach dem Wunsche Lisei's. Ihrem Wunsche! Wer mochte sagen, ob in den gespannten Empfindungen, mit denen sie Wolf's Antwort erharrt, nicht dennoch die Hoffnung sich geregt hatte, daß er sie nicht freigeben würde. Sein Schreiben war an sie selbst gelangt und David hatte ihr auch dieses vor lesen müssen. Mit kreidebleichem Gesichte hatte sie zugehört. Sie hatte nicht weinen können; aller Schmerz sich nach innen gekehrt und erst daheim auf ihrer Kammer der Krampf ihres Herzens in Thränen sich gelöst. Großmagd, bemerkte Jerg zuerst und rief verwundert:„ Ja, was will der denn hier?" Da wandten fich alle Köpfe ihm entgegen und eine Dirne meinte, er schaue aus, wie das Leiden Christi. " Freilich, wenn der Ambros Einem zur Ader läßt, dann besorgt er es gründlich," bemerkte der Großknecht und biß gemächlich in sein Brot. " Der kann jetzt geisten gehen," rief eine muntere Gitsche, und eine Andere fügte hinzu: Wann er zum Brenteln geht, braucht ihm das Dirndl nicht aufzuthun. Da fahrt er durchs Schlüsselloch." In das Gelächter, das darüber entstand, sang ein Mäher: Ich bin ja noch z' jung Und zum Gangsteigen z' schwach, Bitt' Dich recht schön, mein Vater, Trag' mir's Leiterle nach!" Es verhielt sich so, wie Befa sagte. Der Tod, welcher schon Staft's fieberheiße Stirn zu berühren schien, hatte sich von ihr abgewendet; zögernd, widerwillig entfernte er sich, allein der Geist der Armen blieb verdunkelt. Doktor Ostler vertröstete darauf, daß mit der Kräftigung ihrer leiblichen Der erste Ausgang Jergs, nachdem er genesen, galt Gesundheit auch ihr Verstand sich allmälig wieder aufhellen dem Klosterhofe. Die Kornernte hatte begonnen und würde. Die Hoffnung erfüllte sich nicht. Langsam gewann überall auf den Feldern, fiel das Goldgelock unter den Unterdessen war Lisei von der Erde aufgestanden und Sicheln. Der Anblick der fleißigen Menschen frente Jerg Jerg einige Schritte entgegen gegangen. Nicht ohne BeTheil wurde, die schwache Lebensflamme an Nahrung und ebenso wenig, wie der schöne, sonnige Tag. Die Verlegung flommenheit reichte sie ihm die Hand und fragte: hatte auf seiner Stirn eine häßliche Narbe zurückgelassen Was schaffst Du?" ein. Die Vergangenheit schien aus ihrem Gedächtnisse ge- und so frei von Eitelkeit war er nicht, daß er deshalb" Es hat mich halt nicht länger daheim geduldet," ver löscht zu sein und der Name ihres Mannes kam nie über Ambros nicht gegrollt hätte, als er bei dem Aukleiden sein setzte er, seinen Berger über das Gespött der Knechte und ihre Lippen. Gie lag nieistens still da oder redete flüsternd Gesicht wieder in seinem Nasirspiegel erblickte. Um die Wägde unterdrückend. Ich mußte doch von Dir selber mit sich selbst. einmal fragte sie nach ihrem Kinde, Narbe zu verbergen, hatte er den Hut tief über die Stirn hören, daß die Vefa nicht geflunkert hat. Aber laß uns ein und als David, der ihr nicht die Wahrheit zu gestehen| gezogen. Auf dem Klosterhofe fand er feine, menschliche Seele; ivenig bei Seit' gehen." Lifei zögerte einen Moment; dann ging sie entschlossen daß es schlafe, lächelte sie und schien zufrieden. Ihr über Lisei's Alle waren auf den Feldern. So suchte er Lisei denn dort voraus. Als sie aus der Gehörweite der Arbeiter war, Borsay, Wolf zu entsagen. Das Unrecht, welches von allen auf. Es war um die Vesperzeit, und Schnitter und blieb sie stehen. Jerg nahm den Hut ab, um sich Geiten begangen worden, mußte gut gemacht, der Zorn Binderinnen saßen in dem Schatten einer Hecke, in dem ein den Schweiß von der Stirn zu trocknent. Wie ein dicker, Gottes versöhnt werden, und Lisei hoffte es zu können, Fäßchen mit gemischtem Wein aufgestellt war. Toni, die blutrother Blitz zackte die erhikte Narbe unter dem Haar frucht, Nothzucht, Bigamie, Fringesmord, Realinjurien; das sich ferner 4 burch, Satching der Politische Ueberlicht. lautet, daß der Angeklagte Susanger, fich most argent ge Fälschung Falschmünzeret, einer durch sogenannte boshafte Verbrechen, Brandstiftung und ähnliches, 8 durch verschiedene andere Verbrechen, im Ganzen also 19 unter 100 000 Verbrechen verübt haben, welche mit dem Eigenthum direkt nichts zu thun haben, dafür aber 10 Werbrechen gegen das Eigenthum unter Gewalt Androhung und 64 ebenfalls gegen das Eigenthum ohne Ge waltanwendung begangen haben. wie etwa 4/5 gegen 1/5. waren. Berlin, 13. Juni. wohl verdient macht hat um's Vaterland daß Ankläger auf die Anklagebant zu marschiren haben. Db der Spruch ba 3 nur sei jetzt schon erklärt: glänzender und durchschlagendes Gerichts so ausfallen wird? Warten wir ab der ist niemals von einem Angeklagten der Beweis " Die Brotverthenerung und der Bochumer Prozeß stehen nach wie vor im Vordergrunde des öffentlichen Intereffes. der Wahrheit" erbracht worden. Und wenn noch Die Regierung hält also fest an den Kornzöllen fte in England zu allen anderen Verbrechen wie 74 gegen 19 oder ein altes Sprichwort: Wer nicht hören will, muß fühlen. wären es die zwei Jahre Gefängniß, welche der Die Verbrechen gegen das Eigenthum standen also damals will die Stimme des Volkes nicht hören. Nun, es giebt etwas an der Vollständigkeit des Sitten- und Gesellschaftsbildes, das dieser Prozeß uns enthüllt, gefehlt hätte, so Eine Regierung, welche die Stimme des Volkes nicht Staatsanwalt gegen einen Mann beantragt hat, Wenn diese 4/5 nun nach Herrn Ludwig Fuld in der soziali hören will, muß den Druck der öffentlichen Meinung ben mit Ausnahme des Baare und der Baare- Gefirten Gesellschaft wegfielen, und das ganze 1/5 aller übrigen Ver- fühlen. Und so weit wir die neuere Geschichte nossen kein Mensch in Deutschland für schuldig hält. brechen übrig bliebe, so wäre doch ganz unzweifelhaft dieses tennen schon ein sehr beträchtlicher Gewinn und der Sozialismus würde diesem Drucke, wenn sie ihn ernsthaft zu fühlen bekam, hat es noch keine Regierung gegeben, die nossen Wenn der Staatsanwalt zwei Jahre Gefängniß dadurch so sehr seine Ueberlegenheit beweisen, daß damit schon auf die Dauer zu widerstehen vermocht hätte. gegen Denjenigen beantragt, welcher sich falls ein die sehr bescheidenen Behauptungen aller jett lebenden SozialVergehen vorliegt- des einzigen Vergehens schuldig gemacht demokraten gerechtfertigt wären. Wie die Verhandlungen des Abgeordnetenhauses uns hat, Betrüger bei dem richtigen, aber nach unseren Die Sache verhält sich aber noch wesentlich anders. Fälgeigen, sind die Herren Agrarier unverbesserlich; fie leiern juristischen Anschauungen formell eine Beleidigung" in schung und Falschmünzerei geschieht in den weitaus meisten bie alten Schlagwörter herunter, suchen nach wie vor ihren sich schließenden Namen zu nennen wie viel Tausende Fällen nur deswegen, weil der Verbrecher durch seine Nothlage dazu verleitet wird. Mit Brandstiftung und allen übrigen Ver- egoistischen Sonderinteressen das Mäntelchen patriotischer von Jahren Gefängniß oder Zuchthaus brechen, Sittlichkeitsverbrechen und Aehnliches vielleicht aus- Volksfreundlichkeit umzuhängen und sie haben das Heft muß derselbe Staatsanwalt, nach gleichem Maß, gegen den genommen, ist dasselbe der Fall. Ein sehr erheblicher Prozentsaz in den Händen. Der einzige gute und stichhaltige Grund, Herrn Kommerzienrath, Staatsrath, Verwaltungsrath 2c. auch dieser Verbrechen ist dem Umstande geschuldet, daß der den sie für sich haben, das ist ihre Macht. Sie haben die Baare beantragen, falls auch nur die Hälfte der gegen Verbrecher sich dadurch aus einer üblen Lebenslage wenigstens Klinke der Gesetzgebung" in der Hand für eine gewisse Zeit zu befreien glaubt. Aber noch ein Andres ihnen gelungen, die Regierung, die ihrem Einflusse zu ent- bewiesen wird? Held is denselben in öffentlicher und es ist denselben in öffentlicher Gerichtssitzung erhobenen Anklagen fällt ins Gewicht: Die große Zahl der Eigenthumsverbrechen, zu schlüpfen drohte, wieder vollständig in den alten Kurs" denen die Noth die Menschen treibt, erhöht vollkommen naturbes Agrarierthums zu drängen. Das ist eine Frage, die sich jetzt Millionen in Deutschgemäß die Neigung zum Verbrechen überhaupt. Die nothland vorlegen. Und an diese Frage knüpft sich die andere an: bezwungenen Eigenthumsverbrecher sind erfahrungsgemäß au Zum Glück scheint das deutsche Volt nicht gewillt zu. Giebt es eine Grenze des Einkommens, des Einflusses, jebem anderen Verbrechen viel leichter zu bringen, als Menschen, fein, mit fatalistischer Hammelsgeduld sich aus seiner Haut welche der Noth nicht ausgesetzt sind und ihr niemals ausgesetzt Riemen schneiden zu lassen. Von allen Seiten erhalten wir der Stellung, vor welcher in Deutschland die Justiz Halt Nachricht von großartigen Massenprotesten machen muß? Wenn nun Herr Ludwig Fuld von individueller Beranlagung gegen die Brotvertheuerung. Und so wird wohl die Die 350 000 Mark, welche Fürst Bismarck widerzum Verbrechen spricht, und diese auf Vererbung und atavistische Regierung in in den Stand gesetzt werden, ein an- rechtlich und widergesetzlich, in schnödester Pflichtverletzung Rückbildung zurückführt, so follte er bei einigem Nachdenken gar- deres und richtigeres Urtheil über die Lage des dem unter seiner Verwaltung stehenden Welfenfonds nicht übersehen können, daß auch auf die Vererbung und Atavismen der Fortfall der wirthschaftlichen Noth und aller damit Landes und die Wirkungen der Getreidezölle zu gewinnen, entnommen und zu Zwecken verwandt hat, für welche in Verbindung stehenden Nervenaufregung und Seelen und sich der agrarischen Umarmung, die sehr ungesund ist, dieser Fonds notorisch nicht bestimmt ist, haben, pein ganz erheblichen, ja unberechenbar bedeutenden Einfluß entziehen zu können. soweit wir bis jetzt erfahren konnten, noch keinen haben muß. Das einzige positive Ergebniß der Landtagsverhand. Staatsanwalt in Bewegung gesetzt, während wir es Ich kann von meinen Eltern nur die Anlage zum Verbrechen lungen war ein negatives; nämlich die Feststellung der täglich erleben, daß um die geringfügigsten Summen, die erben, wenn fie felbst Verbrechen begangen haben. Wenn nun Thatsache, daß die Regierung gar keine materielle Grund- irgend ein armer Teufel widerrechtlich verwandt oder vers 4½ aller Verbrechen in der sozialisirten Gesellschaft wegfallen, lage für ihre Behauptung hat, daß kein Nothstand in untreut hat, der strafende Arm der Justiz sofort nach dem so fallen doch auch völlig unzweifelhaft die weitaus meisten Deutschland bestehe. Auch nicht der Schatten eines Be- Frevler greift und zwar von Rechtswegen. Anlässe zu verbrecherischen Anlagen fort. Genau dasselbe geschieht mit der atavistischen Rückbildung. Wenn mein Großvater weises konnte vorgebracht werden. Wie läßt sich auch einem gie's gemacht wird: Mit den Kurhessen war ganz nicht und überhaupt irgend einer meiner Blutsverwandten Vers Hungernden beweisen, daß er satt sei? brecher gewesen ist, kann ich nicht infolge eines durch die gut auskommen( vor 1866). aperte es irgendwo, so hatte Charakteranlagen meiner Aszendenten verursachten Atavismus Die Kornzölle und die Industrie. Nach einer ich bei einer bestimmten Dame eine Geldsumme zu hinterzum Verbrecher disponirt werden. Also gerade auf die individuelle Seite hin sind die Wirkungen der Kornzölle bisher noch legen-so ungefähr 100 000 Thaler, und die Sache war Beranlagung vieler Perfonen, gleichviel worauf man sie zurück nicht genügend beleuchtet worden: wir meinen den Einsofort in der Ordnung" also äußerte sich gegen einen führt, wird und muß durch den Fortfall der wirthschaftlichen fluß der Brotvertheuerung auf die In- anderen von der sauberen Diplomatenzunft, einen gewissen Noth, wie ihn die sozialistische Gesellschaft bewirkt, auch ein bu strie. Um sich die Bedeutung dieses Einflusses klar zu Stichling, awergstaatlichen Staatsmann, ber jetzt seine ganz außerordentlich günstiger Einfluß geübt werden. Also weit mehr als aller Werbrechen- fast alle sogar ständige Gesellschaftsglied ein bestimmtes Jahres budget präsident und Annexander Herr Otto von Bismard. fast alle sogar machen, muß man in Erwägung ziehen, daß jedes selb Memoiren geschrieben hat, der ehemalige preußische Miniſter- werden in der sozialistischen Gesellschaft wegfallen. Man kann uns nun vielleicht noch fragen, weshalb wir hat, innerhalb dessen sich seine Anschaffungen bewegen, die Mit anderen Worten, es wurde die hundsgemeinste und unsere statistischen Angaben aus England geholt haben, und man wichtigste Rolle darin, sogar wichtiger als Wohnung und schmutzigste Bestechung geübt, um das glorreiche nationale könnte sich einbilden, daß die Sache in Deutschland wesentlich Kleibung, spielt die Ernährung. Der Mensch muß Werk" in Kurhessen zu vollbringen, und das dortige Regiment anders liege. Wir haben jedoch nur deshalb unser Beispiel nicht essen, um leben zu können, das geht allem vor; zu untergraben, das zwar nicht gut war, aber immerhin der deutschen Kriminalstatistik entnommen, weil die Kriminalität und das wichtigste Lebensmittel ist Brot der Stab zehnmal besser als das Bismard'sche. Beiläufig aus seiner in Deutschland durch unsere politischen durch und durch un des Lebens", wie die Engländer es nennen. Es muß nun eigenen Tasche hat Bismarck diese Bestechungsgelder nicht gefunden Verhältnisse arg beeinflußt und einerseits in den Ur- Jedem einleuchten, daß, je mehr der Mensch für das gezahltes bestand also in Preußen ein Reptilienfonds fachen der speziellen Fälle verdunkelt wird. Die Bergehen gegen Brot ausgeben muß, desto weniger für die übrigen Be- fchon lange ehe es einen Welfenfonds gab. die öffentliche Ordnung, gegen die Staatsgewalt, die Majestätsbeleidigungen, die Beleidigungen hoher Beamter, speziell die be- dürfnisse übrig bleibt. Nun, nachdem sogar das Geheimniß der Emser rüchtigten Bismarck- Beleidigungen,-leytere Vergehen nicht Nun beträgt aber die durch die Kornzölle verursachte Depesche verrathen worden ist, dürfen wir noch auf durch die, Die fie verbrochen haben, berüchtigt, Erhöhung des Brotpreises auf den Kopf der Bevölkerung manche weitere, gleich duftende Enthüllung gefaßt sein. sondern durch den Mann, gegen welchen sie verübt und von dem 5 Mart das Jahr das heißt 25 Mark fährlich für Jedenfalls haben wir reichlich Veranlassung, das Orenfollen wir fagen, gewissenhafter oder gewissenloser Weise eine Familie von 5 Köpfen- und für die Gesammtbevölkerung stierna'sche Wort zu ergänzen, und dem negativen mit peinlicher Sorgfalt alle angezeigt wurden all diese Ver- des Deutschen Reiches in runder Summe 250 Millionen Verstand, mit welchem die Welt regiert wird, auch die gehen und Verbrechen wären zu ihrem bet Weitem größten eine Viertel- Milliarde das Jahr. Wohlan, diese gleich negative Moral hinzuzufügen. Theile in einem nur einigermaßen politisch gefunden Lande und Biertelmilliarde jährlich, welche jetzt in die Tasche der unter politisch gesunden Verhältnissen nicht möglich sei. Deshalb mußten wir uns an England wenden, um unseren Herrn Agrarier fließt, wird der deutschen In- In England ist der eine der traurigen Helden bes Lefern ein zutreffendes statistisches Bild von der Neigung der Dustrie entzogen, indem um diesen Betrag weniger Falschspieler Prozesses mit Schimpf und Schande Menschen zum Verbrechen zu geben. Industriewaaren gekauft werden. Der gegenwärtige Noth- aus der Armee gestoßen worden der Oberstlieutenant Sir Herr Ludwig Fuld ift hoffentlich damit einverstanden. Sollte stand der deutschen Industrie ist demzufolge, wenn auch Gordon Cumming, auch ein Edelster", der Prinz das wider Erwarten nicht der Fall sein, so tame es uns auf nicht durch die Getreidezölle erzeugt, doch durch die von Wales, der künftige Beherrscher Englands, ist eine Kleine Abhandlung über deutsche Kriminalstatistik nicht an. felben ganz wesentlich verschärft woroen. Und die Auf- nicht ausgestoßen worden, obgleich die öffentliche Wir würden alsdann gegen den Herrn Ludwig Fuld auch die Daß der Doktor Dissertation desselben Herrn Ludwig Fulo über Statistit hebung der Kornzölle würde von den übrigen Vortheilen Meinung ihn für gleich schuldig erklärt. und Lebensmittelpreise ins Feld führen, in der er vortreffliches abgesehen für die deutsche Industrie von großem artige Vorkommnisse das Institut der Monarchie nicht Material hätte finden können, wenn er sich, wie so viele unserer unmittelbarem Vortheile sein.- zu stärken geeignet sind, liegt auf der Hand. Und mancher Gegner, im Kampje gegen uns das logische Denken nicht ab loyale Engländer denkt jetzt darüber nach, ob, wenn Engzugewöhnen bemüht hätte. Jm Bochumer Prozeß wird das Gericht in nächster land eine Republik wäre, das Volk es über sich ergehn Woche am 19. Juni sein Urtheil sprechen. Das lassen müßte, einen Kumpan von Falschspielern an seiner deutsche Volt hat es schon gethan. Und sein Urtheil Spitze zu haben. fte 4/6 hervor gegen das rechte Auge und Liset erschrak. Jerg bemerkte es und sagte mit einem bitteren Lachen: „ Gelt, der Ambros hat mich gut gezeichnet. Jezt ist's leicht, mir einen Steckbrief zu schreiben. Aber das kommt davon, daß ich nicht von Dir hab' lassen können." Sie wußte, daß nicht sie, sondern der Klosterhof es war, von dem er nicht hatte lassen mögen; aber sie schwieg darüber und sagte:" Ich will gut zu machen versuchen, was mein Bruder an Dir verbrochen hat. Darum hab' ich eingewilligt, Deine Frau zu werden, wenn Du meine Bedingungen annimmst." Es war eine talte, feuchte Hand, die er Lisei reichte. Und Du versprichst mir auch," fuhr ste, dieselbe fest haltend, fort, indem sie ihre grauen, klaren Augen fest auf ihn ruhen ließ, daß Du mir nach besten Kräften helfen willst, damit der Vater dem Ambros verzeiht." " Wenn Jerg das nicht von selbst begriff, so dünfte es ihn auch überflüssig, es ihm zu erklären. Da er schwieg, nahm Jerg wieder das Wort: Euer Herzenssohn hat mich also nicht ganz todt geschlagen und da die Lifei sich jetzt als eine gehorsame Tochter ausweist, so möcht' ich Euch fragen, Klosterbauer, wie wir zwei Beide zu einander stehen? Vorreden machen teine Nachreden." Wenn sie die Sonne von ihm verlangt hätte, er würde sie ihr versprochen haben. Aber er antwortete nicht so gleich; denn ihre Forderung erweckte sein Mißtrauen. Willigte Lifei etwa nur in die Heirath, fum Ambros den Dein Kopf muß wohl noch was schwach sein," Klosterhof zuzuwenden, nachdem es ihr gelungen war, den verseite der Klosterbauer. Ich sollte meinen, daß wir Bater mit ihm auszusöhnen? Nun mit seinem Wissen und längst alles abgesprochen haben. Du ziehst zu mir auf Willen sollte die Aussöhnung gewiß nicht zu Stande kommen den Hof und nach meinem Tod wirthest Du darauf." und mit erheuchelter Bewunderung rief er: " Ja, so war's abgemacht," nickte Jerg. Aber man Bist Du eine Schwester! Das hat mich ganz stumm kann doch nicht wissen, ob der Hase nicht einen Haken gemacht. Aber ich glaub' nicht, daß Dein Vater sich durch schlägt. Ihr seid gewiß ebenso wie ich von Herzen froh, mich wird erweichen lassen. Dennoch will ich um Deinet- daß die Lisei ein Einsehen gehabt hat und da könnte es ja willen alles thun, was ich tamn." leicht geschehen, daß Ihr in Eurer Herzensfreude, wenn Gin Handel ist's also?" scherzte er. weh, da werd' ich nicht reich genug sein, um Dich zu kaufen. Wer wär's auch, wenn Du Dich nach Deinem Werth schäßzest?" Laß den Scherz," versetzte Liset ernst und mit höher sich röthenden Wangen fuhr sie fort:" Ich hab' den Lechner gebeten, daß er mir mein Wort zurückgiebt. Wie mein Herz zu ihm steht, das weißt Du. Wenn Du von mir nicht" Ho, Lifei, was stehst Du da und schwätzest? Sollen Euch die Lisei darum bittet, den Ambros wieder zu mehr verlangst, als daß ich meine Pflichten gegen Dich er- die Anderen für Dich arbeiten?" erscholl hier die Stimme Gnaden aufnehmt und ihm ein Kalb schlachtet. Was kümfülle, nachher will ich Deine Frau werden. Ich will's Dir des Klosterbauers, der über das Feld gegangen kam, eine mert Euch dann der Jerg und die Lisei? Die schicket Ihr geloben vor mir selber, wie vor Gott, daß ich mit feinem Sichel in der Hand. bachab." fündigen Gedanken an den Lechner denken und in Treuen Die Anderen hatten inzwischen die Arbeit wieder beBist toll geworden?" schrie der Klosterbauer zornig. zu Dir halten will als Deine Frau in allen Stücken. gonnen. Die Vesperzeit war vorüber. Rennst Du den Klosterbauer so wenig, daß Du ihm so Nimmst Du das an?" was zu bieten wagft?" Jerg hielt Lifei, die sich entfernen wollte, zurück und sagte zu dem herankommenden Klosterbauer:" Die Lifei hat eingewilligt, meine Frau zu werden." verWarum sollte er es nicht annehmen? Es war ihm ja gleichgiltig, ob Lisei ihn liebte oder nicht, wenn nur seine Habsucht befriedigt wurde. Er hätte manchen Feind, Der Klosterbauer sah seine Tochter von der Seite an außerte er, aber Liset sollte denjenigen nicht glauben, die und brummte: ,, Darum braucht sie die Arbeit nicht zu ihn anschwärzten. Er getröste sich, daß sie ihn in der Ehe säumen." schon noch besser kennen und auch lieben lernen würde. Lifei entfernte sich ruhig, aber ihr Herz war tief Lisei schüttelte ein wenig den Kopf; sie erwiderte je traurig. doch nichts, sondern wiederholte nur ihre Frage. Du bist also wieder auf den Beinen?" fragte der Klosterbauer darauf zu Jerg und betrachtete ihn von Kopf bis zu Fuß. " Pozz Tausend, das ist abgemacht," versezte er. Gie athmete tief auf, pflückte ein Paar Blätter von der Hecke neben der sie standen und fuhr dann fort:„ Aber Du mußt mir auch geloben, daß Du dem Ambros alles von Herzen vergeben und ihm nichts nachtragen willst." Meiner Tren, das will ich Dir gern geloben," antwortete er sofort. Du weißt ja, daß ich ein so gutes Herz hab', und hier ist meine Hand darauf." " 1 " Ich biet' dem Klosterbauer gar nichts als meine Hand," entgegnete Jerg und hielt ihm seine Hand hin Schlaget ein! Es bleibt alfo bei unserer Abmachung. Und wann soll die Hochzeit sein?" " Der Klosterbauer schlug mit noch immer zornigen Blicken ein. Dann murrte er:„ Das ist doch nicht Art, daß man davon auf freiem Felde redet. Mach' nur, daß Du erst wieder zu Kräften kommst. Der Wind bläst Dich, ja um. Das wäre mir, wenn Dich die Lisei auf dem Kirch gang an der Joppe festhalten müßte, damit Du nicht fort geweht wirst." Wiußte Euch wohl durch den Augenschein davon überzeugen, da Ihr mir während meiner ganzen Krankheit Er lachte rauh und Jerg fagte:„ Ja, ja, macht Euch, nicht nachgefragt habt," versetzte Jerg etwas spit. nur lustig auf meine Kosten, das thut wohl. Ich hab' auch Der Klosterbauer verzog hochmüthig den Mund. Wie recht lachen müssen, wie ich mich zuerst wieder im Spiegel hätte er seinen Fuß in die Mühle sehen sollen, da der alte beschaut hab'. Na, behüt' Euch Gott, Schwiegervater!" Arigana fich geweigert, für Jerg um Lisei zu werben? I Er nickte dem Klosterbauer spöttisch vertraulich zu und " So wirthschaftet die alte Gesellschaft in all ihren Ein-| Reichstags- Abgeordneter Jöft aus Mainz sprach in 11/ eftündiger Gesetzes über Regelung der Frauen und Kinderarbeit in Fabriken tichtungen sich ab zerstört sich selbst. Rede über: Die Getreidezölle und die Regierung". Die Protest- und der Sonntagsruhe. Gut ist's, daß die guten Leute diese Und wer will Angesichts der agrarischen Brotver- Resolution fand mit folgendem Zusatz einstimmige Annahme: segensreiche Thätigkeit nicht kennen. Vielleicht können wir ihrem theurung, des Bochumer Prozesses und des Prinzenskandals möge sofort im Bundesrath den Antrag auf die Aufhebung der Speziell verlangt die Versammlung, die hessische Regierung Wissen zu Hilfe kommen. in London noch sagen: die Unzufriedenheit werde Getreidezölle stellen. fünft lich erzeugt, und sei das Werk sozialdemo kratischer und sonstiger Umsturzprediger"? Der Londoner Omnibusstreik ist durch einen Vergleich beendigt worden. Und zwar war es der Lordmayor( Oberbürgermeister) von London, der mit unserem Genossen Burns zusammen den Friedensvertrag, der im Wesentlichen alle Forderungen der Kutscher gewährt, zu Stande brachte. Man denke sich Herrn von Forden bed, der in einem ähnlichen Fall sagen wir mit Genosse Gerisch unterhandelte. O diese„ Wilden". Eimsbüttel. Ster referirte Frohme in großer Boltsverfammlung über die Kornzölle. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. dese " Serrn Strupp eine Wolksversammlung statt mit der TagesordPinneberg. Am 10. b. M., Abends, fand im Lokale des d. nung: Die Getreidezölle und die Reichsregierung." Das ge räumige" Lokal war voll besetzt. Der Reichstags- Abgeordnete Molfenbuhr legte in 11/ aftündiger Rede die Stellung seiner Partei zu den Lebensmittel- Böllen klar.- Einstimmige Annahme der Resolution. * * Leipzig Eutritsch, 12. Junt. Der Vertrauensmann bes Leipziger Nordbezirks, Genosse Scheffel, hatte in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer eines Konsumvereins nebst den übrigen Vorftandsmitgliedern gegen ein schöffengerichtliches Urtheil wegen Schankvergehens Berufung eingelegt. In der am 11. Juni stattdie Antwort: Ich habe die Ehre, wegen Geheimbündelei mit gefundenen Verhandlung vor dem Landgericht zu Leipzig gab Genoffe Scheffel auf die Frage:" Sind Sie schon vorbestraft?" vier Monaten Gefängniß vorbestraft zu sein." so in Merger, daß er neben der Verwerfung der Berufung noch Diese so unschuldige Aeußerung versetzte den Staatsanwalt gegen den Genossen Scheffel wegen grober Berhöhnung eines öffentlichen Gerichtsbeschlusses eine Haftstrafe beantragte. Die Leipzig. Die Protestversammlungen gegen die Getreidezölle Straitammer hob das schöffengerichtliche Urtheil, welches auf Neueste Todtlügerei. Das Interesse an der internehmen überall einen äußerst günstigen Verlauf. Die Verfamm- 15 M. Geldstrafe lautete, auf und verurtheilte jeden zu 3 M. nationalen Arbeiterverbrüderung ist unter den deutschen lung in Stötterih im„ Goldenen Löwen" war sehr zahlreich be- Strafe, konnte es aber fertig bringen den Genoffen Scheffel wegen Arbeitern im Schwinden begriffen der Brüsseler sucht. Herr W. May hielt das Referat. Die Resolution fand der erwähnten Aeußerung zu einem Tag Haft zu verurtheilen, welchen derfelbe sofort verbüßen mußte. Rongreß wird von deutscher Seite lange nicht so zahlreich ohne Widerspruch Annahme. besucht sein, wie der Pariser vor 2 Jahren"- so heißt es jetzt. Nun, letzteres dürfte wohl zutreffen. aber nicht öffentliche Boltsversammlung mit der Tagesordnung: Die Korn: ostale Meberlidt. es Wurzen. Am vergangenen Donnerstag fand hier eine wegen mangelnden oder schwindenden Interesses, sondern sölle und die Reichsregierung" statt. Referent war Reichstagsweil der Grund fehlt, welcher 1889 die deutsche Ar- Abgeordneter Geyer. Die vom Parteivorstande vorschlagene beiterschaft zu massenhafter Betheiligung drängte. Resolution, sowie der Zusaß die sächsische Regierung möge sofort Damals galt einen Aft der Bölkerver- im Bundesrathe den Antrag auf die Aufhebung der Getreidezölle brüderung nach brudermörderischem Krieg über dem stellen", wurden einstimmig angenommen. Blutstrom des Krieges von 1870/71 reichten die Arbeiter Nürnberg, 12, Juni. Die Protestversammlung gegen die Frankreichs und Deutschlands sich die Hand und das Kornzölle, welche gestern Abend im Bürgersaal" stattfand, nahm noch obendrein bei einer großen Gelegenheit, am hundertsten einen wahrhaft imposanten Verlauf. Kopf an Kopf gedrängt Geburtstag der französischen Revolution. Dieser Grund standen die Zuhörer, etwa 1800 Menschen mögen anwesend ge und diese Gelegenheit sind dieses Jahr für Brüssel nicht wesen sein. Reichstags- Abgeordneter Grillenberger erstattete das vorhanden. Abgesehen hiervon wird der internationale Referat. Einstimmige Annahme der Resolution. Kongreß dieses Jahres seine Aufgabe, die internationalen Bande fester zu knüpfen, aber sicherlich ebenso glänzend erfüllen, wie der Pariser Kongreß von 1889. lank Der infolge der römischen Maitrawalle verhaftete deutsche Student Körner ist nicht ausgewiesen, sondern noch immer im Gefängniß. Er soll durchaus ein Anarchist" sein; und da die Polizei keine Beweise finden fann, so läßt sie ihn sizen in der Hoffnung, die Beweise werden wohl vom Himmel herunterfallen. Das nennt sich Freiheit und Gerechtigkeit in Italien. - Gegen die Koruzölle. Potsdam, den 11. Juni. Hier fand eine öffentliche Bolts versammlung statt, in welcher Genosse Fischer aus Berlin über die Reichsregierung und die Kornzölle referirte. Die Versamm lung, welche von mehr als 500 Personen besucht war, erklärte fich mit den Ausführungen des Referenten vollständig einver standen und nahm zum Schluß die vom Parteivorstand empfohlene Resolution einstimmig an. .dobal Korrespondenzen und Parteinachrichten. Harpen. Der Genosse Fritz Bode von hier war von einem gewissen D. T., ebenfalls von hier, bei der Staatsanwaltschaft wegen Majestätsbeleidigung, begangen in einer Versammlung, denunzirt. Nunmehr ist dem Genossen B. vom Kgl. Landgericht zu Essen der Bescheid zugegangen, daß es in den fraglichen Aeußerungen teine Majestätsbeleidigung erblicken könne. do Zimmerlente Berlins. Diejenigen, welche noch Marken oder Gelder für die entnommenen Marken von dem zuletzt bestehenden Gesellen- Ausschuß haben, werden ersucht, dieselben sofort abzugeben, damit abgerechnet werden kann. W. Zippte, Markusstraße 14, Gingang Grüner Weg. Die Lokale der freien Arbeits- Vermittelung des Verbandes deutscher Zimmerleute, Lokalverband Berlin, befinden sich: Osten: Markusstr. 14( Eingang Grüner Weg) bet 8ippte. Roppenstr. 48 E bei Loren z. Vertrauens mann: ruse. Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr Abends. Südosten: Eisenbahnstr. 85 bei Pfister. Vertrauensmann: Schmit. Mittwoch 8-10 Uhr Abends, Sonntags 10-12 Uhr Morgens. Südwesten: Mariendorferstr. 10 bei Grube. Vertrauensmann: Gefrois. Mittwoch und Sonnabend 8-10 Uhr Abends. Kulmstraße 36 bei Raitmann. Bergstr. 60 bei Hilgenfeld, Westen: Norden: 228 Ruheplatzstr. 18, Ecke Antonstr. bet Heising. Vertrauensmann: Leonhart. Mittwoch und Sonnabend 8-10 Uhr Abends. Alte Hochstr. 32 a bet Wilfe. Vertrauensmann: Petermann. Mittwoch und Sonnabend 8-10 Uhr Abends. Nordosten: Hochmeisterstr. 19 bei Schulz. Vertrauensmann: Weiß. Mittwoch und Sonnabend 8-10 Uhr Abends. Birkenstr. 24 bei Vieck. Stehr. Moabit: Vertrauensmann: Mosbach, 8. Junt. Gestern fand hier im Gasthaus„ zur Krone" eine Zentrumsversammlung statt, um gegen die Sozialdemokratie einen katholischen Voltsverein zu gründen. Aus Furcht davor, daß sich auch Unberufene einstellen könnten, waren Eintrittskarten an Diejenigen ausgegeben worden, welche man für fromm genug hielt, diesem feierlichen Atte beiwohnen zu dürfen. Eine stattliche Anzahl wohlbeleibter Seelenhirten hatte sich aus der ganzen Jebes Mitglied des Verbandes, sowie jeder Zimmerer ist Umgegend mit ihren getreuen Lämmern eingefunden. Als Reverent hatte man Herrn Marbe aus Freiburg verschrieben. Nachdem sich der verpflichtet, sobald er weiß, wo angestellt wird, es in oben gefelbe über die Gottlosigkeit des Liberalismus, welcher die noch Sache so nahe wie möglich zu treten, um somit jedem Zimmerer nannten Lokalen zu melden; auch die Poliere werden ersucht, der viel schlimmere Sozialdemokratie groß gezogen habe, gehörig aus das Inarbeittreten zu erleichtern. Aufträge werden zu jeder Nordhausen. Eine von mehr als 400 Perfonen beiderlei getobt hatte, besprach er die Nuglosigkeit des Sozialistengesetzes Tageszeit in sämmtlichen Lokalen entgegengenommen. nahm nach einem Referat des Genossen Peus- Berlin die von der Ausnahmegeseze und Polizeigewalt vernichten zu können, während stempelt für Ost, Süd und Norb und Reise- Unterstützung ausge Geschlechts besuchte Versammlung im Schüßenhause hierselbst und betonte, daß man geglaubt habe, die Sozialdemokratie durch Tageszeit in sämmtlichen Lokalen entgegengenommen. Im ersten der genannten Lokale werden Quittungen abgeBarteileitung vorgeschlagene Resolution gegen die Kornzölle ein- der 20. Februar vorigen Jahres in erschreckender Weise gerade zahlt. Zur Aufnahme in den Verband können die Zimmerleute in flimmig an. Jodi das Gegentheil bewiesen habe. Wie unermüdlich thätig diese Kameraden, thut Eure Schuldigkeit in der Sache; nur dann tags- Abgeordnete Wilh. Bod in einer start besuchten Wolfs- halb Millionen Stimmen auf sich vereinigt habe. Es sei nun tann die Lage der Zimmerer wieder gehoben werden. Gotha, den 12. Juni. Gestern Abend sprach der Reichs- Partei im Stillen gewesen sei, gehe daraus hervor, daß sie andert- jedem der genannten Lokale gelangen. versammlung über die Korngölle. Die vom Parteivorstand vor- hohe und höchste Zeit, sich gegen diese fest zu organisiren, um J. A.: Der Vorstand. geschlagene Resolution gelangte einstimmig zur Annahme. Eine nicht von ihr über den Haufen geworfen zu werden, denn einzeln zweite, die Stadtvertretung zu ersuchen, die Mehl- und Fleisch- sei der Stärkste nichts, aber geschlossen fönne viel erreicht werden. Steuer aufzuheben, wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Wenn man glaube, der Sozialdemokrat tomme erst, so sei man im Irrthum; nein, er sei schon da, schon in der Schule, in der genommen: ・ Briefkaffen der Redaktion. Hildesheim. Am 10. Junt fand hier eine zahlreich be- Werkstatt, am Biertisch, in Gesellschaften und Vereinen, kurz, suchte Voltsversammlung statt, zu welcher Genosse Brey- Hans überall, in allen Landestheilen habe diese Idee festen Fuß ge- A. B. C., Friedrichshagen. Warum man sagt: ich war nover das Referat über Die Rornzölle und die Reichsregierung" faßt. Kein einziger Anhänger dieser Partei sei unthätig, alles auf der Straße und ich war in der Friedrichsstraße u. s. w., übernommen hatte. Die Resolution des Parteivorstandes wurde wirke und schaffe und man müsse sich die Sozialdemokratie zum das zu erörtern, fühlen wir uns nicht bemüßigt. Es ist einmal ohne Debatte einstimmig angenommen. Folgender aus der Mitte Muster nehmen.Nun, mit diesem Lob sind wir schon zufrieden so Sprachgebrauch; die Sprache bildet sich nicht nach Regeln, der Versammlung gestellter Antrag wurde noch einstimmig an- und wir wollen uns auch dieses Lobes würdig zeigen und unsere die Regeln werden erst aus der Sprache abstrahirt. Den Reichstags Abgeordneten des 10. hannover- Hände nicht müßig in den Schooß legen, sondern unermüdlich M. R. 24. Dagegen tönnen Sie Nichts thun, die Werthin schen Wahlkreises, Freiherrn D. v. Haake, aufzufordern, hier in unferem Biele entgegenarbeiten. Der Sentrumsredner glaubte war in ihrem Recht. einer öffentlichen Versammlung Bericht über eine bisherige selbst, daß es für Manchen zu viel fein würde, jährlich 1 M. Dragonerkarl. 1. Wer das 70. Lebensjahr überschritten Thätigkeit im Reichstage zu erstatten." Unter Abfingen der Ar- für den Klimbimi des katholischen Volksvereins zugeben und hat, kann nur dann Altersrenten fordern, wenn er die letzten drei beiter Marseillaise löfte sich um 10% Uhr die Versammlung auf. befürwortet deshalb, es sollen sich immer zwei zusammen thun und Jahre bis zum 1. Januar d. J. während mindestens 141 Wochen sich, der Eine dieses, der Andere nächstes Jahr als Mitglied ein gearbeitet hat. 2. Dagegen hat die betreffende Frau Anspruch Offenbach, 11. Juni. Die gestern Abend im Oberpollinger fchreiben und die Mark miteinander bezahlen. Zum Schluß auf Armenunterstützung. Wenden Sie sich an den Magistrat. ftattgefundene Boltsversammlung war troh ber ungünstigen sprach er noch über die fegensreiche" Thätigkeit des Zentrums R. St. Wenden Sie sich beschwerdeführend an den MaWitterung von nahezu 1800 Personen besucht. Der Referent Herr im Reichstag, hauptsächlich bei der Berathung des Arbeiterschuh- giftrat, event. weiter an den Oberpräsidenten. ging. Dieser sah ihm mit einem unbehaglichen Gefühl eine fagte Afra darauf kalt. Wie man sich bettet, so schläft Weile nach. Dann ging auch er wieder an die Arbeit. man." Nu, an guten Betten fehlt's ja wohl nicht auf dem Mit mehr Energie als nöthig war, umfaßte er mit der Linten die Halme unterhalb der Mehren und als ob Klosterhof, was, Lisei?" spöttelte Jerg. Waffer auf glühendes Eisen fiel, so zischend durchschnitt die Sichel fie. Seine Binderin hatte Mühe, ihm zu folgen. und diese rief mit Verachtung in Ton und Blick ihrem Stteffohne zu: Was hast Du denn zu vergeben? Er hat Dich für Dein Lästermaul gezüchtigt und jetzt zeigst Du, daß Du das Leben nicht werth bist, das Dir unser Herrgott ge lassen hat." " Setz' Dich doch hin, Lisei", nöthigte der Müller ablenkend, trat an den Tisch, auf dem Afra eine Bewirthung aufgestellt hatte und füllte die Gläser. Als er aber Was ist denn los?" fragte Jerg mit verstellter VerJerg fühlte sich um so behaglicher und lachte bei sich eines davon ergriff, um auf das Wohl des Brautpaares zu wunderung. Ich sammle feurige Kohlen auf dem Ambros über die Bedingungen, die ihm Lifei gestellt hatte. Sie trinken, legte Liſei die Hand auf seinen Arm und sagte: sein Haupt und dafür dreht jetzt die Frau Mutter den ließen ihn seine künftige Frau recht einfältig erscheinen und Daß Ihr so gut gegen mich seid, daraus erkenn' ich, Spieß um. Mert' Dir's, Liset, wenn Du' mal nicht leiden er war ganz zufrieden, daß fie nicht flüger war. baß Ihr mir meine Schuld an dem Unglück, das den Jerg willst, daß der gute Namen von Deinem Vater beschimpft Klüger? Es gab für ihn überhaupt feinen klugen Menschen getroffen hat, nicht nachtraget. Vergebet auch meinem Brus wird. Ja, so geht's in der Welt." und auch den Klosterbauer übersah er. Sie waren Alle ber; ich bitt' Euch von Herzen darum." bumm. Am Sonntage, nachdem die letzten Garben auf dem Klosterhofe eingefahren waren, holte er Lifei nach der Schneidemühle ab, um sie seinen Leuten" als Braut vor zustellen. Lisei selbst hatte es gewünscht. Ein Schatten legte sich über das durchfurchte Antlik des Alten und er sagte, das Glas mit dem Handrücken langsam zurückschiebend: Es tommen wohl noch viele andere Tage, wo wir davon reben können." " Der Vater hatte ihm mit aufwallender Heftigkeit! in die Rede hineingerufen, daß er schweigen sollte. Er hatte sich aber nicht stören lassen und der Blick, den er bei der Apostrophe an seine Braut auf Afra geworfen, Lifei alles verrathen. Sie begriff jetzt, warum der Müller sich weigerte, Ambros zu verzeihen und der Gedanke, daß er um die Untreue seines Weibes wüßte, spiegelte sich in ihren Mienen so mitleidig ab, daß dem Alten darüber eine feine Röthe in die Wangen stieg. Nein, Müller, eine Güte, um die Einer zwei Mal Der Müller empfing sie in seiner gewohnten Gut bitten muß, ist nur eine halbe Güte," wandte Lisei bittend ein. müthigen Art; nur war er schweigsamer als sonst und seine Ihr habet ja den Ambros immer gern leiden mögen und Haltung gebückter. Afra hielt sich zurück und Lisei ver- barum werdet Ihr nicht hartherziger sein als der Jerg, der Afra stand wie herausfordernd da, die Arme unter dem mochte es nicht über sich, das Wort an sie zu richten. Sie doch zumeist von ihm gelitten hat." vermied es, den Blicken der schönen Sünderin zu begegnen, Busen gekreuzt und die vollen Lippen fest aufeinander geDer Müller und seine Frau wandten gleichzeitig die drückt. Ihre Augen ruhten auf ihrem Manne und folgten welche mit einer gewissen Spannung auf ihr ruhten, als Röpfe nach Jerg, der sich unterdessen wie ein unbetheiligter ihm, als er jetzt mit einem Seufzer nach seinem Lehnstuhl suchten sie das Mäthsel zu ergründen, das Lisei's plötzliche Buschauer auf die Ofenbank gesezt hatte. Er nickte feier- ging und sich niederließ. Jerg hatte sich gegen den Ofen Entschließung, Jerg zu heirathen, umgab. Ihr Mann sprachlich mit dem Kopfe und als Lisei ihn jetzt zu ihrem Bei- zurückgelehnt und betrachtete mit innerer Schadenfreude die sich offen aus. stande aufrief, sagte er, indem er sich mit beiden Händen auf Anderen. Lisei trat nach kurzem Zögern zu dem Müller Du hast eingewilligt, bem Jerg seine Frau zu werden die Kante der Bank stützte und dazu die Beine wie Glocken heran. Er richtete den gesentten Kopf auf und sagte, ehe und ich kann mir feine liebere Söhnerin wünschen," sagte schivängel bewegte: fie sprechen konnte: er. Ich hab' nicht für ihn werben mögen; aber im„ Na, Vater, ich hab' ihm um der Lisei willen" Ich will mich bezwingen, Lisei, so schwer es mir wird, Stillen hab' ich gehofft, daß Du Ja sagen würdest. meinen Stirnschmud vergeben, den ich offen vor nicht um meinetwillen." Seine Blicke gingen nach Afra hin Wenn Jerg noch zum Guten zu lenken ist, dann kann's eine allen Leuten trage, also könntet Ihr wohl auch ein wenig und er wiederholte:" Nicht um meinetwillen. Ich bin ein rechtschaffene Frau wie Du; ja das hab' ich immer bei mir großmüthig sein. Włachet auch Ihr als guter Christ alter Mann und leg' mich wohl bald zur ewigen Ruhe hin. gedacht. Und jetzt mag unser Herrgott seinen Segen geben, einen Strich durch Eure Rechnung. Die Jugend ist nun Das soll mein Angebind' zu Deiner Hochzeit sein, daß ich daß Du Deinen Entschluß nimmer bereuft." ' mal heißblütig und hißig." dem Ambros seine Schuld vergebe, wie Gott uns Allen Er tüßte Lisei auf beide Wangen; Jerg aber meinte Lisei vermochte den boshaften Sinn seiner Worte unsere Schuld vergeben mag." spöttisch:" Das war ein recht erbaulicher Segen. Hat die nicht zu verstehen, denn sie hatte mit Jerg über die Er reichte Lifei die Hand und sie küßte sie und dankte Müllerin nicht auch einen Glückwunsch für uns?" Ursache seines Streites mit Ambros nicht reden mögen. ihm mit Thränen in den Augen. " Die Lisei wird am besten wissen, was sie thut", Der Alte aber sah bei seinen Worten Afra bekümmert an ( Fortseßung folgt.) Theater. Sonntag, den 14. Juni, Opernhaus. Lohengrin. Montag: Geschlossen. Schauspielhaus. Der neue Herr. Montag: Geschlossen. Berliner Theater. Rean. Montag: König Richard III. Deutsches Theater. Der Attaché. Montag: Faust I. Theil. Hasenhaide Sozialdemokratischer Wahlverein Th. Keller's Hofjäger Bergmannstr.- Ecke des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. 879 L Hente, Sonntag, den 14. Juni 1891: Gr. Militär- Konzert. Im großen Saale BALL. Auf d. Marionetten- Theater: Gr. Vorstellung. Volksbeluftigung. A. Froelich. Anf. 4 hr. Entree 15 Pf., im Vorverkauf 10 Pf. Mittwoch, den 17. Juni cr.: Großes Kinderfest mit Gratisverloofung. Große Versammlung am Dienstag, den 16. Juli, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Knebel, Badstraße 58. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Wilhelm Werner Ferdinand Lassalle. 2. 3. 341/18 Gäste haben Zutritt. Vorstand. Friedrich Wilhelmädt. Cheater. Neue Welt, Bergschloss- Brauerei Hasenhaide. über Serie and an autista Distusſion. I. Verſchiedenes and Fragelaften, Friedrich- Wilhelmstädt. Ein dunkles Geheimniß. Heute, Sonntag, von 4 Uhr ab: Concert. Wallner- Theater. Der verlorene Mist. Geretty, Bohung. Miss Adela, Pyramide( neu). Sohn. Das Modell. Montag: Dieselbe Vorstellung. Bellealliance- Theater. und Cacolet. Tricoche Montag: Dieselbe Vorstellung. Berlin unter Ostend Theater. Wasser. Montag: Dieselbe Vorstellung. Lessing- Cheater. Cavalleria rusti37 b Die lustige Schwiegermutter. Große Bantomime mit Ballet, arrangirt von der Marnitz Gasch- Truppe, Akrobaten. Jm Bal champêtre Tanz. Volksbelustigungen aller Art. Luftbahn. Kinder in Billets im 20 f. Pf. Entree 25 Pf. Borverkauf frei. Große öffentliche Versammlung sämmtl. in der Papier- u. Lederbranche beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen Album-, Buchbinderei-, Karton-, Leder-, Luruspapier-, sowie Glaçeund Kartonpapier- Arbeiter und-Arbeiterinnen am Montag, den 15. Juni d. J., Abends 82 Uhr, in den Bürgersälen", Dresdener- Strasse Nr. 96. Zages Ordnung: Begleitung Montag: Sommerfest der Tischler. Dienstag: Verein ,, Zukunft" Sommerfest. Heute: Gr. 1. Die Gründung eines alle Branchen umschließenden Vereins. Refer.: Volkssonntag Stabt. Otto Klein. 2. Disfuffion. 8. Statutenberathung. 4. Wahl bes 118/15 provisorischen Vorstandes. J. A.: Franz Feldmann, Neue Friedrichstr 92, II. Schloß Zum Sternecker. Wolfsjontag cana( Sizilianische Bauernehre). Weißensee. Margot. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété. Große Spe zialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Doppel- Vorstellung des Mr. Hajer und Miß Athène auf dem 100 Fuß hohen, 500 Fuß langen Doppelseil. Auftr. um 61/2 u. 91/2 Uhr. Concert. Feuerwerk. Bal champêtre. Etablissement Buggenhagen Anfang des Concerts 4 Uhr. am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. 213 M Entree 30 Pf. Rudolf Sternecker. Donnerstag, den 18. Juni: Der Brand von Chicago. An der Köpnicker Landstrasse. Treptow. Verbindungsbahn. Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. ff. Lagerbier 0,4 Liter 15 Pf. Kaffeeküche. Kegelbahnen. Spezial- Ausschant von Bazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. W. Jacob. Passage- Panopticum. Bereinen u. Fabriten zu Landparthien u. Ausflügen. Dampferſtation. Station Unter den Linden 22/23. Knabe mit 2 Köpfen. Indier mit 4 Armen, 4 Beinen. Bartdame. Vitreo ist Concs, Glas, Viktoria- Park. Achtung, Putzer! Dienstag, den 16. Juni cr., Nachm. 5 Uhr, findet eine konstituirende Versammlung der Zahlstelle der Putzer und des Kontroll- Verbandes deutscher Maurer und Berufsgenossenschaften it ,, Scheffer's Salon", Inselstraße Nr. 10, statt. Tages- Ordnung: Konstituirung der Zahlstelle und Wahl der Beamten, Nevisoren u. f. w.- Neue Karten werden ausgegeben. Der Einberufer. Zahlreiches Erscheinen erwünscht 246/17 Verband aller in der Metall- Industrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Versammlungen finden statt: ontag, den 15. d. M., Abends 8 Uhr: Former, Zinkgießer, Kerns macher bei Deigmüller, Alte Jakobstraße 48a. den 16. d. M., Abends 8 Uhr: Rohrleger bei Feuerstein, Schmöckwitz. Gasthaus Zur Balme". Empfehle mein reizend am Wald und Wasser gelegenes Lokal mit großen Sälen, Hallen, zwei Kegelbahnen, großer Kaffeeküche etc. den geehrten der Görlizer Bahn, Chaussee bis vor die Thür. Carl Kurras, Gastwirth zur Palme. Unserm Kollegen Paul Schulze heutigen, breimal bonnenges Wiegenfeste ein Bazenhofer Friedenstr. 85 fließt. 55b Kollege W. R. Unserem Freunde und Genossen, dem Klempner Julius Eitelsberg, zu seinem 40. Geburtstag ein donnerndes Mittwoch, Gneisenaustraße 67. Blücherstraße 31. Jeden Sonntag von 4 Uhr ab Grosses Concert und Spezialitäten- Vorstellung. Entree 15 Pfg. Vorher 10 Pfg. Raffeeküche von 2 Uhr ab geöffnet. Um gutigen Besuch bittet 723L F. Sikenstadt. Hoch. Jule, kannst Du uns jetzt noch leiden? Dienstag, Mittwoch, Mittwoch, Alte Jakobstraße 75( Tunnel). den 17. d. M., Abends 8 Uhr: Klempner in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79. den 17. d. M., Abends 8 Uhr: Schloffer in den ArminHallen, Kommandantenstraße 20. den 17. d. M., Abends 8 Uhr: Mechaniker bei Reßner, Annenstraße 16. 33b Donnerstag, den 18. d. M., Abends 8 Uhr: Schraubendreher bei Deigmüller, Alte Jakobstraße 48a. alte Stiefel etc. etc. Etablissement Ostbahn- Park. Falckensteinstraße zu seinem 35jährigen Spezialitäten- Theater v. 6-10 Uhr. Geöffnet von Morgens 10 Uhr. Hermann Imbs. 71 Rüdersdorferstraße 71. Grosses Konzert Castan's Panopticum. u. Spezialitäten- Vorstellung. Betzt: Friedrichstr. 165, Ecke Behrenstrasse. Neu: Hamilton- Theater Originell! Ueberraschend! Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Moabiter Gesellschaftshaus Alt Monbit 80-81. Artistische Leitung Wilhelm Fröbel. Täglich Gr. Konzert. Spezialitäten- Vorstellung. 2 Großer Erfolg des neu engagirten sensationellen Künstler- Personals. DEF Roloffaler Jubel E der urtomischen Pantomime Die lustigen Schneider. Anfang Sonntags 4 Uhr. WochenAnfang 4 Uhr. Gutree 20 Pf. 35b Rinder 10 Pf. Bemter, Münzstraße 11. Dem dicen Waldemar aus der Donnerstag, den 18. d. M., Abends 8 Uhr: Dreher bei Hensel, Invalidenstraße la. Geburtstage ein donnerndes Lebehoch! Donnerstag, den 18. d. M., Abends 8 Uhr: Nadler, Drahtarbeiter bei Na, wenn's so is- denn Prost! E. R. Ich sage hiermit der Familie Scheidler, sowie der ganzen W. Vogel'schen Rollonne, zur Zeit an Bellevue, meinen besten Dank für die herzlichen Glückwünsche zum 12. d. M., sowie Herrn Freitag, Freitag, den 19. d. M., Abends 8 Uhr: Schleifer bei Reyer, Alte Jakobstraße 83. den 19. d. M., Abends 8 Uhr: Feilenhauer bei Meißner, Gartenstraße 162. Zages Ordnung: 365 1. Die Vervollständigung des Verbandes. 2. Wahl eines Beisigers. H. Stramm's Restaurant, Harnisch und Ludwig und Pritz und 8. Wahl zur Fachkommission.- Um zahlreiches Erscheinen ersucht 123. Ritterstraße 123. Großes Fremdenlogis, Herberge und Arbeits- Nachweis der Vereine der Klempner, Glaser und Korbmacher. Reichhaltiger Frühstück-, MittagAbendtifs à la carte zu foliben Preisen. Ausschant von vorzüglich. Weissund Bairisch- Bier. 537 L W. Gründel's Restaurant, S, Dresdenerstraße 116. Arbeitsnachweis u. Verkehr der Maler, Buchbinder, Schlosser, Töpfer, Drechsler, Sattler und Gärtner. 221L 2 Billards, Vereinszimmer und Saal tags 5 Uhr. Entree 30 Pf. Refervirter Läglich: Frei- Concert Play 50 Pf. Kaffeeküche ist geöffnet. Voltsbelustigungen aller Art. Sonntag, Montag, Mittwoch Grosser Ball. B Helmuth Peters. Rheinländischer Tunnel. Concert- Salon u. Restaurant. Berlin N., Elsasserstrasse 73, gegenüber der Bergstraße. Der Gambrinus- Salon und das Photographische Atelier find neu eingerichtet. Jeder Gaft, auch wenn derfelbe für nur 10 Pf. verzehrt, wird gratis photographirt! Höchst scherzhaft. Großer Jubel! Vorzügliches Lagerbier, à Pf. H. Schultze( mit'n ACTIEN- BRAUER & Seibel 10 ft 3). BIEDRICHSHAIN Aktien- Brauerei Friedrichshain Königsthor. Heute, Sonntag: Großes MilitärBier- Haus Zur Einigkeit" Gartenstraße 153, pt. Ausschank von Pfefferberger Bier à Seidel 10 und 15 Pf. Billard und Pianino zur gefl. Benutzung. 47b Beisert, Dreher a. D. Empfehle den geehrten Genossen mein Weiß- u. Bairischbier- Lokal. Weißbier ohne Wasser( Gr. 20, Kl. 10 Pf.), Zahl[ 48b Paul. 40b F. Graetz. Achtung! Liebhaber von Tauben kaufen die schönsten und billigsten Tauben in Rixdorf, Lessingstraße 29, Taubenbörse von Kumutat. 51 b Nordhäuser Korn, echt, Str. 55 Pf. Cognac, Rum Weinessig " " 1 M. 10 Pf. Brauer& Grützmann, 3. Der Vorstand. Grosse öffentliche Versammlung für Männer u. Frauen am Montag, den 15. d. M., Abends 8 Uhr, im Lokale ,, Wedding- Park", Müller- Strasse No. 179. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Henning( Lehrer an der Arbeiter- Bildungsandreasne. 63 n. Emdenerstr. 49. Rocke. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragen. Der Ueberschuß der Schule) über: Der heilige Rock zu Trier und die zwanzig andern ungenähten 798 L Tellersammlung wird für die Arbeiter- Bildungs- Schule verwendet. Kaiser- Weissbier, 56b 45 Fl. à 1/2 Str. 3 M. Central-Weissbier- Brauerei, Andreasſtr. 63 und Emdenerſtr. 49. Mein reichhaltiges Lager von Cigarren, Rauch-, Kau- und Schnupf- Tabaken halte allen Freundeu und Genossen bestens empfohlen. 150b W. Gassert, Gerichtsstr. 7. Zahnziehen, Der Einberufer. 157/18 Achtung! E Verein gewerbl. Hilfsarbeiter Berlins und Umg. Sonnabend, den 20. Juni 1891, in Kliem's Volksgarten, Hasenhaide 14-15: Grokes Stiftungs- Felt, 9 verbunden mit humoristischen Vorträgen, sowie unter Mitwirkung des Gesangvereins ,, Veilchenblan"( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Festrede, gehalten vom Reichstags Abgeordneten Wilh. Liebknecht. In beiden Sälen Tanz.( Tanz frei). Anfang 8 Uhr Abends. Herrenbillets à 50 Pfg., Damenbillets à 23. Pf. sind zu haben in den straße 18; D. Schulze, Thurmftr. 18; H. 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Cronheim in Rechts- Bureau Amtsrichters a. D., J. A.: Ernst Sparfeld, Sorauerstr. 27. Verein d.Parquetbodenleger Berlins Versammlung Alte Jakobstr. 102, 11. Gewissenh. Rath, Montag, den 15. Juni, Abends 8½½ Uhr, bei Weigt, Markgrafenftr. 87. Hilfe in all. Angelegenh. Unbemittelten unentgeltlich. Sonntags bis 4.[ 1223 b Kleines Part.- Lokal( C), paffend f. Genossen, mit Verein u. Zahl st., billig zu verkaufen. 8% Tagesordnung: Vortrag. Diskussion. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. Landpartie am Montag, den 13. Juli, stattfindet. Den Mitgliedern und Freunden zur Nachricht, daß unsere diesjährige 250/9 F. Müller, Rittergasse 4. Meerschaum-, Bernstein- und Elfenbein- Waaren. Spezialität: Porträte bewährter sozialistischer Führer( Jaalle, Kleiner Laden m. Stube, auch Lager Mare u. A.) iu Bigarrenspiken, Pfeifenköpfen, Shlipsnadeln, feller, bill., fof. z. verm. Alexandrinen- Manschettenknöpfen, Stöcken und Brochen. En gros. En détail. straße 29. Näh. b. Wirth, 2 Ir. 6b 880 L B. Günzel, Brunnenstr. 157, am Rosenthaler Thor. Hierzu zwei Beilagen. Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 136. Kommunales. eines in wie Sonntag, den 14. Juni 1891. " 8. Jahrg. Theater. Gerichts- Beitung. ift. Also Lösung der sozialen Frage durch Bettelei und schwemmt.- Zu derselben Zeit fiel in der Seestraße, nahe der Almofengeben. Müllerstraße, der zehnjährige Knabe Frizz Weise vom Sit eines Im Uebrigen leidet der vorstehende Artikel an drei Mängeln: Müllwagens, gerieth unter die Räder deffelben und erlitt einen In der letzten Stadtverordnetenfigung gelangte trotz des erstens, scheint er ganz zu übersehen, daß auch die Arbeit Bruch des Oberarms. Er wurde nach dem Paul Gerhardtstift Widerspruchs der Sozialdemokraten ein Antrag zur Annahme, geber Pflichten haben gegenüber ihren Arbeitern( die Stadt- gebracht. Vor dem Hause Karlstr. 43 wurde Abends ein dreider zwar nur kleine Summen( einige hundert Mark) betrifft, aber mission will wahrscheinlich die soziale Frage einseitig durch die jähriges Mädchen von einer Droschke überfahren und anscheinend doch prinzipiell wichtig ist. Der Gegenstand hat mit den Bochumer fromme Unterwürfigkeit der Arbeiter lösen; der Arbeitgeber er- so bedeutend verlegt, daß seine Ueberführung nach der Charitee Steuerverhältnissen einige Aehnlichkeit. ledigt sich aller sozialen Pflicht durch ein mehr oder minder erforderlich wurde. Berlin besitzt in den Kreisen Niederbarnim und Teltow Beestow erhebliche Rieselgüter, die für die Berliner Kanali- reichliches Almosen für den Säckel der Stadtmission); zweitens, fation nothwendig sind. Im Jahre 1885 versuchte nun der Pflegen die Arbeitgeber mit dem Fernhalten des Zuzuges von außerhalb keineswegs zufrieden zu sein und Kreisausschuß von Niederbarnim diese Güter mit zur Kreissteuer her- haben gewöhnlich gar nichts dagegen, daß man sie mit großen anzuziehen, wiewohl nach§ 17 des Kreissteuer- Gesetzes kommunalen 2ichtern vergleicht, welche die Arbeiter wie Insekten Zwecken dienendenden Anlagen zweifellos von der Abgabe von anziehen und manchmal auch behandeln, und drittens ist der Cavalleria rusticana.( Sizilianische Bauernehre.) Oper in Steuern befreit sind. Die Kommune Berlin strengte damals alte Jeremias zwar einer von den großen Propheten, aber 1 Aufzug. Am Freitag Abend fand im„ Lessing- Theater" vor zum Schutze ihres gesetzlichen Rechts die Klage beim Bezirksaus auf das Prädikat eines Nationalökonomen hat er wohl kaum einem geladenen Publikum, das das Parquet fast völlig füllte, schuß an. Der Bezirksausschuß vertrat die auch vom Ober- Ver- Anspruch gemacht. Schwerlich hat er bei all seiner Prophetie die Generalprobe der„ Cavalleria rusticana" statt. Der Erfolg waltungsgericht bei anderer Gelegenheit gebilligte Rechtsansicht, die soziale Entwickelung des 19. Jahrhunderts vorausgesehen. Der Aufführung war ein durchschlagender, allerdings war der daß die dem öffentlichen Bedürfniß dienenden Rieselgüter nur was er also mit seiner Auffassung vom menschlichen Herzen für Beifall nicht ganz so rauschend wie die Musik. Selbst Wagner dann und nur soweit zu Kreissteuern herangezogen die Besserung der wirthschaftlichen Verhältnisse in Berlin thun hat niemals solche Zumuthungen an die Posaunisten und anderen werden dürfen, wenn und soweit aus der Verwaltung der Riesel tönnte, ist uns einigermaßen schleierhaft. Im Uebrigen wünschen Blechbläser gestellt, wie es in dieser Oper der Fall ist. Uebergüter die Ausgaben übersteigende Einnahmen erzielt wir uns, daß die Stadtmission recht viel solcher Artikel ver- haupt ist der orchestrale Theil mit allem modernen Raffinement wurden, die mit dem Kanalisationszweck breitet; wir lassen uns dabei auch mal einen gelegentlichen teinem Zusammenhange stehen. Die deshalb ver- Seitenhieb auf die Sozialdemokratie gern gefallen, denn dieser gearbeitet, besonders häufig kehrt der Kontrast wieder zwischen einem nommenen Sachverständige sagten übereinstimmend aus, daß lenkt die Aufmerksamkeit auf uns und schuldig bleiben find alle Instrumente vertreten von der Harfe bis zur Kirchenglocke. brausenden Allegro und dem sanfteften Adagio. Selbstverständlich diese Voraussetzung nicht zutreffe. Sofort nach dieser der Stadt Berlin günstigen Beweisaufnahme beeilte sich der Gegner mir den frommen Herren nichts, darauf können sie sich ver- Dabei ist die Musik äußerst sauber gearbeitet und reich an lassen. schönen, einschmeichelnden Stellen. Die Zwischenmusit zwischen der Kommune Berlin einen Vergleich anzubieten. Auf diesen Vergleich ging die Stadt Berlin ein, aber nicht deshalb Einen Vorschlag zur Güte macht die„ Deutsche Gastwirths- den beiden Haupttheilen mußte da capo gespielt werden. Großen ausdrücklich in der damaligen Sizung hervorgehoben wurde weil Zeitung", und zwar bezüglich verloren gegangener Menschen! Beifall fand das Duett zwischen Santuzza und Turridu( Alberti), die Stadt Berlin irgend eine Verpflichtung zur Zahlung von Steuern Wie so vieles Andere gehen in Berlin auch Menschen verloren, sowie der große Orchesterchor:" Rufet laut, denn der Herr ist habe, sondern insbesondere deshalb, weil es zweckmäßig sei, den d. h. sie kommen abhanden, werden von ihren Begleitern getrennt, erstanden", der im guten Stile einer Bach'schen Cantate gehalten Behörden entgegenzukommen, da die Stadt Berlin von und das Wiederfinden ist mit unendlichen Schwierigkeiten und ist. Das Orchester bewältigte seine nicht immer leichte Aufgabe dem guten Willen der Behörden abhängig fei. Unzuträglichkeiten verknüpft. Derartig gehen Menschen verloren in meisterhafter Weise. Die auftretenden Sänger und Sängerinnen Wie Stadthagen in der letzten Sitzung hervorhob, ist dies Trint- an allen Orten, an denen ein großer Zusammenfluß von Menschen wurden ausnahmslos ihren Rollen in vollem Maße gerecht. geldsystem einer Stadtverwaltung unwürdig, und nicht minder stattfindet, z. B. an großen Vergnügungsorten, wie Ausstellungs- Besonders angenehm berührte das Organ des Herrn Popovici. unwürdig das System, sich von einer nach dem Gesetz zu park, Zoologischer Garten 2c. Jeder, der öfter derartige größere den meisten anderen Opern. Die Fabel ist äußerst dürftig. Ein zahlenden Steuer durch Abschluß Vergleichs Lokale besucht hat, wird auch das" Austrompeten verlorener zu drücken, wenn in der That etwa Berlin steuerpflichtig Kinder" kennen. Es ist dies ein gutes" Mittel, die Kleinen ihren Bauernbursche wird seiner Geliebten untreu und knüpft mit der wäre. Der Kämmerer von Berlin hob demgegenüber aber Angehörigen wieder zuzuführen. Ebenso, wie die Kinder, gehen Frau eines anderen ein Verhältniß an. Der betrogene Gatte hervor, daß die Stadt Berlin mit Abschluß des Vergleichs nun aber auch Erwachsene verloren, d. h. sie werden in dem all- erhält von der verlassenen Geliebten Kunde von der Untreue ein gutes Geschäft" mache. Seinen Ausführungen entsprechend gemeinen Trubel von einander gerissen, müssen sich, viel- seiner Frau, zieht den Liebhaber zur Rechenschaft und tödtet ihn nahm die freisinnige Mehrheit der Stadtverordneten- Ber- leicht vergeblich, gegenseitig suchen und naturgemäß auf im Zweikampf. fammlung die Verlängerung des Vergleichs auf jedes Vergnügen verzichten. Ein Austrompeten" wie bei den fünf Jahre wenige Tage nach der Zeit an, wo eine Kindern ist nicht wohl angängig. Wie nun sich wiederfinden? Anzahl freisinniger Breßorgane mit Recht den Vergleich mit Recht rügt wohl die„ Deutsche Gastwirths- 8tg." den Mangel zwischen der Stadt Bochum und dem famosen Bochumer Verein irgend einer Einrichtung nach dieser Richtung hin, darauf verüber die Höhe der zu zahlenden Steuer als unfittweisend, daß alles mögliche gethan wird, um verlorene Gegenlich gekennzeichnet hatten. Die liberale Stadtväter- stände ihren Eigenthumern wieder zuzuführen, daß in WohnEine wichtige Reichsgerichts- Entscheidung, betreffend mehrheit läßt, wie man sieht, keine Gelegenheit vorüber, um häusern stille und laute Portiers als Wegweiser dienen 2c., und Ausübung des Reichstags- Wahlrechts, ist jüngst in einer Bremischen jeden Denkenden freisinnigen Worten gegenüber zu mahnen: kommt das Fachblatt zu folgenden Schlußfolgerungen:" Wohl Strafsache ergangen: an ihren haten sollt ihr sie erkennen. in jedem unserer größeren Konzertgärten, besonders aber im Aus- Wegen unberechtigter Ausübung dieses Wahlrechts wurden stellungspark und im Zoologischen Garten, wo jedenfalls die von der Straffammer des Bremer Landgerichts ein Schneidergrößte Zahl der in Verlust kommenden" oder verloren gehenden geselle, zwei Maurergesellen und ein Arbeiter von auswärts in Personen sich feststellen läßt, wird es irgend ein weltverlorenes der Sigung vom 22. Januar d. J. auf Grund des§ 108 des Gemach geben, woselbst sich eine große Tafel anbringen Strafgesetzbuchs zu je 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. Urtheil lagen Grunde: ließe, um tundzugeben, wo man demnächst zu Dem folgende Thatsachen zu der bei Angeklagten hatte der Reichstagswahl treffen sei; ist diese Einrichtung überhaupt erst da, so wird Einer fie, davon sind wir überzeugt, sofort start in Gebrauch genommen vom 20. Februar 1890 als Wähler seine Stimme werden, selbst wenn sie eine Kleinigkeit tosten sollte, was wohl gegeben, obwohl er noch keine 25, sondern erst 23 Jahre alt schon deswegen nöthig wäre, um Jemand mit der Beaufsichtigung und demnach nicht wahlberechtigt war. Im Hauptverhandlungsbeauftragen zu können und dadurch naheliegende Allotria mit termine behauptete er, daß ihm gesagt sei,„ er stehe in der und auf dieser Tafel zu hintertreiben. Wir sind gespannt darauf, Wählerliste", und auf seine Aeußerung, er sei noch nicht 25 Jahre meint das Fachblatt zum Schlusse: wo zuerst Hand angelegt wird alt, ihm entgegnet sei, er könne wählen, wenn er in der Wählerund werden nicht verfehlen, gebührend Notiz davon zu nehmen." liste stehe." Jufolge dessen habe er seinen Wahlzettel abgegeben. Arbeitslos. Ein schweres Wort. Es fagt weit mehr, als Nun, gespannt sind auch wir! Die anderen drei Angeklagten, welche vor 1890 in Bremen wohnes scheint. Arbeitslos, das ist ohne Verdienst, ohne Einnahme, haft gewesen waren, hatten am 20. Februar 1890 ihr Wahlrecht ohne Mittel für Hunger und Durst, Kleidung und Wohnung! in ihrer Heimath ausgeübt. Sie fehrten vor dem 1. März Es ist ein ernstes Wort für den Einzelstehenden. Ein entsetzliches vorigen Jahres nach Bremen zurück, und übten, da ihre Wort für den Verheiratheten, den Familienvater, den Sohn oder Im vorigen Monat fand hier an der Tegeler Chaussee eine Namen in der dortigen Wählerliste sich ebenfalls eingetragen die Tochter, die arbeitsunfähige, fieche, altersschwache Eltern Versammlung der hiesigen Einwohner statt, in welcher berathen fanden, bei der Stichwahl auch hier ihr Wahlrecht aus. Nach oder Angehörige zu unterhalten haben. werden sollte, wie die noch fehlenden 40 000 m. aufzubringen ihrer Angabe haben sie dies auf Grund der von ihrer ParteiWie oft hört man dies harte Wort im Getriebe und Gefeien. Man hielt lange, von christlicher Liebe und Demuth feite ihnen gewordenen Aufforderung gethan. Der Erstgenannte wirre der 1/2 Millionenstadt, der Reichshauptstadt Berlin, in triesende Reden, ohne zu wissen, daß die Mehrzahl der hiesigen legte gegen seine Verurtheilung Revision an das Reichsgericht und erreichte, daß das Reichsgericht das Straf unferen Tagen. Tausende und Abertausende sind da, die es Bewohner für solche Sachen gar kein Verständniß hat. Es wurde ein aufhob und ihn von der erwähnten bekennen müssen, und die mit Angst und Grauen darüber in mehrmals aufgefordert, in die Diskussion einzugreifen, aber ver- fammerurtheil die Zukunft blicken. Die Sozialdemokratie Berlins hat sich der geblich. Von keinem Einzigen wurde die Nothwendigkeit eines Anschuldigung kostenlos freisprach. Das Urtheil des Reichs Sache in ihrer Weise bemächtigt. Sie, die von der Unzufrieden- Kirchenbaues anerkannt, alles schwieg. Nur einige Herren aus gerichts sagt nun bezeichnender Weise: es sei davon heit der Herzen lebt und kraft derselben mächtig ist, greift solche Berlin suchten uns plausibel zu machen, daß wir auf der auszugehen, daß jeder ordnungsmäßig in" die Listen einZustände natürlich eifrig auf und schürt das Fener, das hieran Tegeler Chaussee einer Kirche bedürftig wären. Vor Allen Hof- getragene Wähler sich als berufen ansehen könne, sein Wahlrecht so leicht entzündet wird, mit Gifer, damit der Groll gegen Gott maurermeister Stargardt, der schon den Wedding mit einer listengemäß an der Urne auszuüben, und daß die Sorge, ob und die Welt in den Herzen der Nothleidenden zu dem Brande Volksküche beglückte, bemühete sich, die von ihm aufgeworfene feine Stimme als giltig mitzuzählen sei ihn nicht zu behelligen Was wäre der Wedding ohne die brauche." werde, aus deffen Asche sie das Erstehen ihres Herzenswunsches, Frage zu beantworten: von ihm gebaute Dankestirche." Diefer Mann hätte beiser der sozialistischen Republik, hofft. Satan aber sieht frohlockend gethan, zu schweigen, denn er bleibt ein schwarzer Flock in der auch den übrigen drei Verurtheilten die Strafe im Gnadenwege Infolge dieses Erkenntnisses des höchsten Gerichtshofes ist zu: seine Früchte gedeihen! Geschichte von Reinickendorf. Auf seinen Ländereien an unserer erlassen worden. Mit Recht darf man sagen: Wie ist es möglich, daß die Weichbildgrenze beglückte er uns mit einer Bestbeule; auf Kosten Arbeitslosigkeit so groß ist, wo doch Berlin alljährlich unserer Gesundheit ließ er in nächster Nähe von bewohnten Bergehen gegen das Sozialistengeseh, die vor dem an Einwohnerzahl wächst, und nicht blos mehr Arbeiter, Häusern einen Müllabladeplatz errichten. Auf unser energisches 1. Oktober 1890 begangen sind, sind nach Ansicht des Reichssondern auch mehr Arbeitgeber und Verzehrer mit jedem Protestiren wurde dieser Platz später polizeilich gesperrt. Jetzt gerichts und Kammergerichts trotz des sansten Entschlafens des Monate, jedem Jahre werden? Nun steht aber fest, daß tommt nun dieser Mann und will uns mit einer Kirche kulti- Sozialistengesetzes verfolgbar. Auch haben beide Gerichte übereinallerdings im Verhältnisse mehr solcher Personen nach viren. Ja ja, Herr Stargardt, ein Kirchenbau ist für Sie ein stimmend angenommen, daß das todte Gefeß die Verbreitung von Berlin ziehen, die Arbeit suchen, als solcher, die Arbeiter beschäftigen und lohnen wollen. fetter Bissen! Die Summe von 115 000 M. ist ja schon gesichert, Wahlflugblättern in den Gebieten des Belagerungszustandes ohne und die noch fehlenden 40 000 m. werden die Armen Reinicken- polizeiliche Genehmigung hindere, wiewohl die Gewerbe- Ordnung Daher das Ueberwachsen des Angebotes über die Nachfrage, dorfs auch noch aufbringen. 200 pet. Kommunalsteuer Zuschlag,(§ 43) ausdrücklich diese Verbreitung gestattet. Dennoch hat daher die Leichtigkeit, mit der man über Arbeitskräfte verfügen fingirte Steuer auf Gebäude, Erhöhung der Gehälter der Gemeinde das Amtsgericht Berlin I gestern vier wegen des Frevels, am kann, daher leider auch die Möglichkeit, die Arbeitslöhne zu ver- beamten, 500 m. jährliche Reisespesen für den Amtsvorsteher, teine 1. März 1890 Wahlflugblätter im fünften Berliner Wahlkreise ringern und niedrige Löhne froß langwieriger, angestrengter Beleuchtung, die den Anforderungen der jetzigen Zeit entspricht, tein vertheilt zu haben, Angeklagte nicht nur freigesprochen, Arbeit zu erzielen. Auf der andern Seite spielt der Leichtsinn, Bürgersteig, fein paffirbarer Schulweg, teine Hilfe bei Feuersgefahr;. sondern auch die nothwendigen Auslagen der Missedie Leichtfertigkeit, die Gleichgiltigkeit, mit der so mancher Ar- Strasmandate, Exekutionsvollstreckungsbefehle für fäumige Steuer- thäter, einschließlich der Kosten der Vertheidibeiter, manche Arbeiterin sich ihre gute Brotstelle verscherzen, zahler, Fliegenpaläste und Pestgeruch der Abdeckerei. Owie herr- gung, der Staatskasse auferlegt. Das feine kleine Rolle. Aus ganz unbegreiflichen, wahrhaft neben lich ist's doch zu wohnen in den Gefilden von Reinickendorf. Ein- richt folgte dabei den Ausführungen des Vertheidigers, fächlichen Gründen wird oft die Arbeit aufgegeben, ohne daß wohner haltet die Taschen zu! Heute und in den nächsten Tagen Rechtsanwalt Stadthagen, daß der Polizeipräsident von man eine gleiche, geschweige denn bessere hat. Es ist wird der Bettelsack geschwungen, denkt aber in erster Linie für Berlin dadurch, daß er den Belagerungszustand im des Menschen Herz ein trogig und verzagt Ding; bas leibliche Wohl Eurer Familie und Eurer Mitmenschen. An Amtsblatt mit dem Hinzufügen§ 43 der Gewerbeordnung bleibt wer fann es ergründen? Dies Wort des alten Jeremias gilt auch hierüber zu oft. Nichts aber kommt dem diesem Kirchenbau bekommt Ihr keine Arbeit, seht Ihr denn unberührt" publizirte, generelle Genehmigung zur Vertheilung Leichtfinne gleich anders können wir es nicht nennen mit schäftigt, und auf dem Schießplatz zu diesem Zweck einquartirt durften, der Polizeipräsident habe nicht nur diestra fvorschriften anders können wir es nicht nennen- mit nicht, wie schon jetzt die Insassen der Arbeiterkolonie dort be- ertheilt habe oder mindestens die Angeklagten mit Recht annehmen dem Tausende und Abertausende junger, unerfahrener Männer find? Ihr geht schon jezt ganz frumm vor Hunger bei dieser des§ 43 unberührt lassen wollen. Das wird wohl nun der letzte und Mädchen alljährlich Berlin aussuchen, um hier, wie sie Arbeitslosigkeit; zeigt diesen frommen Herren, wo der Zimmer- Berliner Wahlflugblatt- Vertheilungsprozeß" gewesen sein. denken und meinen, gleichsam mit offenen Armen empfangen zu mann das Loch gelassen. Von Euch bekommt keiner eine Anwerden, um schnell eine gewinnreiche Arbeitsstätte zu finden. stellung, nicht einmal als Balgentreter! Ach, die Arme, die sich öffnen, pflegen in der Mehrzahl nur in Lokales. ,, Arbeitslos. Ein Schattenbild aus der Reichshanvt stadt. So ist ein Artikel überschrieben, in welchem die Berliner Arbeiterfrage im Sinne und nach dem Geschmack der Stöcker'schen gelöst wird, allerdings mehr mit salbungsvollen Worten, als mit praktischen Vorschlägen. Der Artikel befindet sich in den Blättern aus der Stadtmission" und lautet in seinem einleitenden Haupttheile: Zum Bau einer zweiten Kirche in Reinickendorf wird uns geschrieben: " den Abgrund leiblichen und geistlichen Verderbens zu führen! Druckfehler Berichtigung. Im Feuilleton erste Beilage Möchte man doch nur von allen Seiten mit vollstem Ernste und vom 13. Juni( Kapital und Presse II) muß es heißen nachdrücklichster Trene dent traurigen Zuge wehren, der unfere Spalte 3, Absatz 2, Zeile 3 von unten: Stopzen, nicht jungen Leute aus der Provinz, namentlich vom Lande, in die Stoppen; ferner Spalte 6, Absatz 3, Zeile 1 und 3 Goözman, Hauptstadt treibt. Gs fommt uns immer so vor, als sehen wir nicht Grüzman. des Sommerabends die Insektenwelt, vom Lichte angezogen, demab= GeDer feltene Fall einer Anklage wegen Beleidigung eines 12jährigen Mädchens beschäftigte gestern das hiesige Schöffengericht. Auf dem Bahnhofe Weißensee wartete eines Tages ein zwölfjähriges Mädchen Namens Schröder auf den Zug, der sie nach Berlin führen sollte, als sich ein Mann, welcher später als und sie mit Nebensarten und Zumuthungen belästigte, die sich für der Maler Wilhelm Gran festgestellt wurde, sich zu ihr gesellte das Ohr eines 10 jungen Mädchens nicht schicken. Das leytere selben zustreben. Wie viele kommen, und wie wenige gehen Polizeibericht. Am 12. d. M. Vormittags wurde im Land- 30g sich beschämt in den Wartesaal zurück, aber auch dorthin unbeschädigt davon! Das Traurigste ist aber, daß gerade diese wehrtanal, nahe der Lützowbrücke, die Leiche des am 6. d. M. folgte der dreifte Mensch und machte dem Mädchen weiterhin Arbeitsuchenden die Zahl der Arbeitslosen nur vermehren. Denn ertrunkenen Knaben Ernst Ballmann aufgefunden. Mittags Auerbietungen, welche dasselbe empörten und ihm schließlich den felten läßt sich einer von ihnen bewegen, die Heimath wieder stürzte sich ein Mann, anscheinend in einem Anfalle von Säufer- Muth gaben, den Schuß erwachsener Personen nachzusuchen. Mit aufzusuchen. Falsche Echam hält sie zurüid, mit wenigen Auswahn, aus dem Flurfenster im zweiten Stock des Hauses Anton- Hilfe derselben wurde der Mann, welcher in so bedauerlicher nahmen bleiben sie, harrend, wartend, hoffend! Wie viele endlich straße 2 auf den Hof hinab und erlitt einen Bruch des Ober- eise die Schicklichkeit außer Augen setzte, festgestellt und das verzweifelnd!" schenkels, so daß er nach der Charitee gebracht werden mußte. Schöffengericht hielt es für geboten, in diesem Falle eine empfind= Dann folgt eine Reihe von Einzelfällen, in denen die soziale In der Spree, hinter dem Grundstücke Vor dem Stralauer Thor 3 liche Strafe eintreten zu lassen. Es verurtheilte den Angeklagten Noth Einzelner durch Mildthätigkeit der Stadtmission gemildert wurde Nachmittags die Leiche eines neugeborenen Kindes ange- zu 1 Monat Gefängniß. Arbeiterbewegung. Das Ende des Wiener Buchdruckerstreiks begleitet die Arbeiter- Zeitung" mit folgenden Worten: müssen. Der bei " 1 Besteuerungsmodus bedeutend erleichtert, da derselbe die Schulden Quittung über eingegangene Gelder bei der Generalfom des Besitzers nicht berücksichtigt, sondern als Vermögen desselben mission der Gewerkschaften Deutschlands in der Zeit vont 4. bis 10. Juni: Von den Drechslern beim Rabenauer Vergnügen, betrachtet und besteuert. Ein Beispiel: A. besitzt ein schuldenfreies, 20 000 m. werthes Dresden 5,50. Zwölf Drechsler aus der Plauen'schen Gegend, Der Streit der Buchdruckerei- und Schriftgießerei- Arbeiter Anwesen, B, ein gleichviel werthes, das aber mit 14 000 Mark Dresden 12,-. Liedertafel Einigkeit", Barmbeck 30,-. Verein Wiens ist zu Ende. Die Arbeiter sind unterlegen. Die Prinzipale als B., muß letterer gleichviel Steuern und Umlagen bezahlen.„ Oberon" von 1881, Barmbed 59,80. Von den Weißgebern Schulden belastet ist. Obwohl nun A. 3½ mal so viel besitzt der Frauen und Mädchen, Altona und Umgegend 15.-. Klub find bei den Unterhandlungen, die durch den Gewerbe- Inspektor Er muß somit seine 14 000 M. Schulden nicht blos verzinsen, Döbelns 10,-. Expédition des„ Vorwärts", Berlin 300. Die eingeleitet wurden, mit einer geradezu unfaßbaren Prozig- sondern auch versteuern. So wird die Steuerlast zu Gunsten luftigen Brüder von Nr. 7, Hohenfelde 10,55. Durch F. Kaiser, feit aufgetreten; sie ließen deutlich durchblicken, daß sie des Kapitals auf den Schuldner gewälzt, welcher außerdem Kassel, 6,25. Ueberschuß vom Konzert vom 22. März durch geregelte Zustände im Gewerbe nicht wollen. Die Unterhandlungen brachen somit ab. den Beurkundungen die sehr beträchtlichen Staats: W. Magnus, Hamburg 30,10. Von den Weißgerbern OranienHingegen sind die Geldmittel der Ausständigen zusammengeschmolzen. gebühren und Notariatskosten zu tragen hat. Würden bei der burg 24. H. P. W. M., Hamburg 12,-. Für den Maifonds sind weitere Beträge eingegangen: Streit, der bisher an hunderttausend Gulden gekostet, wird Steuerberechnung die Schulden in Abzug gebracht, dann träfen Zweiter Wahlkreis, Hamburg, noch Opfer hinterlassen, welche ausgiebig unterstützt werden auf die Reichen billigerweise mehr Steuern und der verschuldete Vorige Quittung 34 043,70. Bauer würde entlastet. Statt dessen vereinnahmen die Kapita- 1. Rate 420. Arbeiterschaft Blvenstedts 46,50. Arbeiter listen ihre Zinsen unverkürzt.( Kapital- Rentensteuer, die Pfand: Lößniz( Erzgebirge) 25,-. Gesammelt bei Abold in Bon welchem Geifte die Streifenden noch immer befeelt find, briefe wissen sich derfelben aber sehr gut zu entziehen.) Die Zinsen Salzungen durch die Expedition der„ Tribüne", Erfurt beweist die Thatsache, daß, als über den Antrag des Gehilfenaus wachsen und bilden neues Rapital, das neuerdings die kleineren, 1,70. Gewerkschaften Goldlauters durch die„ Tribüne", Erfurt 25,-. schuffes, den Streit für beendet zu erklären, abgestimmt wurde, ärmeren Grundbesitzer belastet. So wächst auf der einen Seite Von den Graveuren und Biseleuren Berlins und Umgegend durch fich nicht eine Hand für denselben erhob. Viele Red- immerfort das Kapital, auf der anderen die Schuld. Dort der B. Zack 50,-. Aus Merseburg 6,-. Arbeiterschaft Wurzens ner erklärten unter allgemeiner Zustimmung, daß fie weiter im Ausstande beharren wollen, auch wenn die Reichthum, hier die Noth. Der steigende Reichthum Einzelner und Umgegend 60,- Schuhmacher, Halle a. S. 26,70. Arbeiter und Arbeiterinnen Potsdams, durch F. Sperber 168,25. ArbeiterUnterstützung auf ein Minimum herabgesetzt werden müsse. schafft die wachsende Armuth Vieler. Bur Sommerszeit arbeiten die verschuldeten Bauern von schaft Frankfurts a. M., II. Rate 400,-. Gewerkschaften Leipzigs In Anbetracht der vielen Verheiratheten unter den Ausständigen konnte jedoch der Gehilfenausschuß die Verant- Morgens 3 Uhr bis Abends 9 Uhr, quälen sich und ihre Kinder durch D. B. 400,-. Abeiterschaft Weimars, durch P. Krumbwortung für ein Beharren im Streite nicht auf sich nehmen ab und doch bleibt ihnen in manchen Gegenden und in den holz 40,70. Von den Arbeitern, Uetersen 185,80. Arbeiterschaft, wortung für ein Beharren im Streite nicht auf sich nehmen meisten Fällen kaum soviel, daß es zur kümmerlichen Fristung Pforzheim 80,-. Metallarbeiter, Wernigerode 30,-. Von den und er rieth nochmals davon ab. Hingegen wurde darauf bin ihres Lebens hinreicht. Sie plagen sich, um die Zinsen und Bauhandwerkern Wernigerodes 30,-. Aus Hirschfelde( Sachsen) nahezu einstimmig beschloffen, heute( Donnerstag) die Arbeit in Steuern zu erschwingen, durch deren Zahlung fie fich die Möglich- 24,60. Von den Genossen Stettins, II. Rate 400, Aus geordneter Weise wieder aufzunehmen, jedoch in der Difizin nicht feit schaffen, auf der Scholle ihrer Vater bleiben zu dürfen, von Lauenburg a. d. E. 11,-. P. H., Angermünde 3,-. St. Pauli länger als neun Stunden zu arbeiten. Bei dem Zielbewußtsein, der sie jederzeit durch Kapitalständigung seitens der Banken 1. Die Aus Nordhausen 50,-. das in den Kreisen der Ausständigen zu herrschen nicht aufhört, vertrieben werden können. Sie züchten Kälber, Schweine, Hühner,( Sachfen) 82,-. ist es mehr als wahrscheinlich, daß dies auch überall durchgeführt Von den Tabak: Arbeitern Berlins 221,-. wird. Es wird damit ein neues Kampfmittel zum ersten Male saurer Milch und Zichorienkaffee; auf ihrem Tische haben sie pedition des Vorwärts", Berlin 500,-. Goldschmiede Berlins wird. Es wird damit ein neues Rampfmittel zum ersten Male Enten, Gänse und leben größtentheils von Kartoffeln, Brot, Glasschleifer Berlins 59,20. Buchbrucer Dresdens 140,89. Grversucht, dessen Kosten die Prinzipale tragen müssen. 130,- Kontrollkommission, Bremen 300,-. Aus Hannover 21,50. Es ist überhaupt ein Pyrrhussieg für die Prinzipale. Sie taum fünf Mal im Jahre Fleisch. Der Kapitalist schneidet die Koupons ab, erhält dafür Geld, Aus Merseburg 44,10. Aus Goldberg( Schl.) 14,50. Glaser, haben die Organisation der Buchdrucker nicht zerstört, aber durch ihr brüsles Borgehen ungemein aufklärend unter d. h. den krystallisirten Schweiß der verschuldeten Bauern und Salle a. d. 6. 20,50. Aus Gffen a. d. Ruhr 63,-. Verband der den Bucharbeitern gewirkt. Was für die Prinzipale resultiren genießen zu dürfen. Würden die Banken die Hypothekschuldner schaften Hanaus, 2. Rate 361,50. Aus Neuruppin 7,75. Töpfer den Bucharbeitern gewirkt. Was für die Prinzipale resultiren Arbeiter und genießt behaglich, was diese produziren, ohne es Glasergesellen, Filiale Berlin, durch Chr. Walz 5,50. Gewertwird, ist aus folgenden Zeilen des Vorwärts"( des Organs der österreichischen Buchdrucker) erkennbar, welcher schreibt: von ihren Anwesen treiben, was sie in tausend und abertausend Breslaus 62,50. Aus München 40,80. Glasmacher MorigdorfDer Streit ist zu Ende, aber der Kampf wird weitergeführt. Fällen könnten, so müßten sie als Besizer dieser Anwesen Steuer Dresden 6,75. Genossen in Mez, durch Kreft 54,75. Aus Halle Die erwähnte Abstimmung bat schlagend erwiesen, daß der Muth und Umlagen bezahlen und so viele Auslagen für die Bewirth. a. d. S. 50,-. Generalfommission, Braunschweig 250,-. Butzer Nicht Berlins 700,-. Von den Gewerkschaften Dresdens 1001,-. der Ausständigen nicht gebrochen ist. Wenn nun der Kampf in schaftung bestreiten, daß wohl kein Projit erwüchse. andere Formen gebracht wird, so werden die Prinzipale kaum Humanität, fondern der nackte Egoismus hält also das Kapital Von den Gewerkschaften Wandsbeds 1479,50. Durch Zoberbier, von der sofortigen Besitzübernahme der verschuldeten Anwesen Luckenwalde-, 50. Wahlkreis Offenbach- Dieburg, Bieber 9,05. Nußen davon haben. Ihr„ Sieg" wird ihnen theuer zu stehen ab. Wer im Kampfe ums Dasein unbewaffnet ist, muß unter Vereinigung der Maurerarbeitsleute, Ottensen und Umgegend 29,-. tommen. Auf Treue, Gehorsam, Fleiß und Achtung seitens der Gehilfen dürfen sie nicht mehr rechnen. Mit Widerwillen werden liegen. Von den Genossen Magdeburgs, durch den Vertrauensmann 58,90. ihre Arbeiter und Arbeiterinnen das Tagewerk verrichten, mit Mißmuth die Anordnungen der Bringipale und ihrer Antreiber befolgen. Döbeln 15,20. Die Drechsler Rabenaus 18,75. Aus Peine 59,10. Von einigen Dachdeckern Berlins, durch J. H. Polwitz 74,50. Wenige unter Vielen aus dem Kreise Sonneberg 30,25. Aus Der passive Widerstand wird sich weiter erstrecken als auf den EntVon den Genossen, Wolmirstedt inkl. 8 M. von Barlebener Geschluß, nur 9 Stunden zu arbeiten. Es ist ihre eigene Schuld. Und noffen 26,50. Gewerkschaften Leipzigs durch D. B. 800,-. Aus die Herren werden baldigst zum Einsehen kommen, daß es mit der Schwerin 162,50. Expedition der Volkswacht", Bielefeld, inkl. von ihnen gewünschten Anarchie nicht weit her ist. Sie werden 4,25 M. von der Sammlung für Ausgesperrte 673,80. Aus wieder kommen und mit aufgehobenen Händen wieder geregelte 4,25 M. von der Sammlung für Ausgesperrte 673,80. Aus Zustände erbitten. Generalkommission, Braunschweig 260,-. In Summa für den Maifonds 44 555,89 M. " weitere Fortkommen ihrer ehemaligen Arbeiter sind, ist folEin Beweis, wie besorgt die Herren Fabrikanten um das gende zwischen dem Vorsitzenden des Fabrikantenbundes der Glacé- Handschuhmacher und einem Fabrikanten( Mitglied dieses Vereins) statgefundene Korrespondenz. Es handelte sich darum, den Handschuhmacher- Gehilfen, welche in Arnstadt die Arbeit eingestellt hatten, jede Arbeitsgelegenheit, überhaupt jede Arbeit in dieser Branche unmöglich zu machen. Hier die Beweise in ihrem Original- Wortlaut: 3widau, 17. Februar 1891. Herrn J. Marthaler Nachfolger, Beig. Darmstadt 242,15. " Arbeiter Döbelns A. Dammann, Kassirer. Hamburg, 3ollvereins- Niederlage, Wilhelmstraße 18, 1. Gtage. Unsere Organisation steht so mächtig da wie vorher. Die nächsten Tage schon werden es den Prinzipalen zeigen. Der Ausstand hat die Organisation gefestigt, ruhiges Zielbewußtsein in alle Köpfe gebracht. Es ist nicht das Verdienst der Prinzipale, Es wird mir von Arnstadt aus mitgetheilt, daß Sie auswenn Erbitterung und Verzweiflung in unseren Reihen nicht ständige Arbeiter aus den dortigen Fabriken beschäftigen sollen. playgreifen. Aber kühlen Kopfes und unerbittlich führen wir Ich nehme an, daß dies auf einem Mißverständniß beruht, da Löbau i. S. 28,20 Wt. den Kampf weiter gegen Jene, die uns zu willenlofen Stlaven Ihnen ja auch die Bestimmungen unseres Vereins und durch die herabdrücken möchten. Wie lange werden sie es aushalten?..." Ihnen zugesandten Flugblätter auch die Namen der ausständigen Gehilfen bekannt sind. In der Quittung vom 27. Mai muß es heißen: F. Stoschet, Versammlungen. London, 18. Juni. Der Streit der Omnibusbediensteten foll nach einer Meldung der Depeschen- Bureaus zu Ende sein. Die von den Streifenden angenommenen Bedingungen, unter denen der Vergleich zu Stande gekommen ist, sind der zwölfstündige Arbeitstag, die von den Gesellschaften angebotenen mitzutheilen, ob Sie doch vielleicht aus Versehen einen der geswar vom Kollegen Silberschmidt für den 12. 5. Mts. nach Löhne und wöchentlich ein dienstfreier Tag, jedoch unter Fortfall des Tagelohnes. New- York, 12. Juni. In Grandrapids( Michigan) fanden Unruhen statt. Streifende Pferdebahnbedienstete sollen, nach einer Meldung des Herold", versucht haben, Wagen 2c. der Ge sellschaft durch Dynamit in die Luft zu sprengen. Die Polizei feuerte auf die Ausständigen, welche mit Revolverschüssen und Steinwürfen antworteten. Als die Polizei wiederum schoß, entstand ein furchtbares Handgemenge. Auf beiden Seiten gab es viele Verwundungen. Das Polizeigefängniß ist überfüllt von verhafteten Ausständigen. Die Streitenden sind entschlossen, das Ausfahren von Pferdebahnwagen zu verhindern. Viele andere Arbeiter sind heute nicht in ihren Fabriken zur Arbeit erschienen, da sie mitzuftreiten beabsichtigen. Es sind reguläre Truppen nach Grandrapids beordert worden. Boziale Uebersicht. Streitenden hier beizufügen und Sie höflichst zu ersuchen, dieJedenfalls erlaube ich mir, wiederholt eine Liste ber felbe mit Ihren neuen Engagements zu vergleichen und mir gefl. nannten Arnstädter Gehilsen engagirt haben. Ihrer bald gefälligen Benachrichtigung hierüber sehe ich mit Interesse entgegen und zeichne Hochachtend 2. Gräßer. Herru Louis Gräßer, Zwickau. Zeit, den 19. Februar 1891. Antwortlich Ihres Geehrten vom 17. b. Wt. theile ich Ihnen d. M. ergebenst mit, daß ich mich um das Engagement meiner Leute nicht fümmere, sondern dies nur meinem Werkführer überlasse, und wenn ich Leute von Arnstadt habe, sind dies keine Ausständigen, denn wie mir mein Wertführer mittheilt, haben die Leute gefeßlich gekündigt, ihre Zeit gearbeitet und dann sich Arbeit gesucht, wo höherer Lohn gezahlt wird. Ich würde an Ihrer Stelle nicht bei mir angefragt haben, da ich annehmen kann, daß Sie in dieser Angelegenheit genau unterrichtet sein müssen, aber gern würde ich mich auf Weiteres einlassen, wenn meine Zeit nicht schon ohnehin bemessen und ich nicht noch auf längere Zeit als Geschworener einberufen wäre.(??) Hochachtend . Eine öffentliche Maurerversammlung dem Lokale Königshof" einberufen. Die Versammlung, deren Leitung den Kollegen Silberschmidt, Ferkel und Schiegelsfi übertragen wurde, war sehr rege besucht und hatte den Zweck, die Wahl eines provisorischen Vorstandes der Filiale Berlin des Zentralverbandes deutscher Maurer vorzunehmen. In seiner einleitenden Ansprache erläuterte der Vorsitzende diesen Zweck, darauf verweisend, daß der Anschluß an den Zentralverband am 1. Juli d. J. erfolgen könne. Vom Kollegen Wiltniß war der Antrag eingegangen, ohne weitere Diskussion die Wahlen zum provisorischen Vorstande zu vollziehen. Diesem Antrage wurde seitens der Versammlung stattgegeben, nachdem zuvor noch Marasaß( Bauarbeiter) die Spaltung, welche sich unter den Bauarbeitern ebenso, wie unter den Maurern geltend mache, betlagt und zur Solidarität mit der gesammten deutschen Maurerschaft aufgefordert hatte. Aus der sodann vollzogenen Wahl gingen als gewählt hervor: Als erster Borsigender: Emil Grappler; als zweiter Vorsitzender Wilhelm Müller; als Kassirer Ferdinand runow. Eine längere fachliche Diskussion, an der sich die Kollegen zahlreich betheiligten, veranlaßte der vom Rongreß ausgesprochene J. Marthaler. Wunsch, daß die Kollegen an den einzelnen Orten, und zwar Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten unabhängig vom Verband, sich eine Vertrauensperson ernennen, Arbeiter Berlins und Umgegend. Die Sigungen der RechtsHerrn J. Marthaler Nachf., Zeitz. welche die Aufgabe hat, durch Veranstaltung öffentlicher Verschutz Kommission finden jeden Montag nach dem 1. und 15.. Zwickau, den 21. Februar 1891. Abends 8/2 Uhr, im Lokale des Herrn Weinberg, Elisabethfammlungen am Orte und in der Umgegend agitatorisch für Auf Ihre gefällige ausweichende Antwort vom 19. cr. fann unsere gewerkschaftliche Bewegung im Sinne der Kongreßbeschlüsse straße 10, statt. Die Adressen der Kommissionsmitglieder sind ich Sie als Vorsitzender unseres Vereins nur wiederholt ersuchen, zu wirken, freiwillige Beiträge in Empfang zu nehmen und die folgende: Karl Treuherz, Weberstr. 43, v. 1 Tr.; Hugo Scheip, felbft oder durch Ihren Werkmeister beiliegende Liste durchsehen selben an den Generalbevollmächtigten abzuführen; nach Weißenburgerstr. 51, v. 3 Tr.; W. Buckisch, Alte Jakobstr. 78; zu lassen.beren Beendigung gegen zwei Stimmen Kollege Klingens Gustav Borisch, Katharinenstr. 3, 2 Tr.; Richard Sumpf, Sofern Sie dann finden, daß Sie Gehilfen engagirt haben, berg( Heimstraße Nr. 18, Quergebäude 2 Treppen) Beusselstr. 17, 3 Tr. Briefe sind zu richten an Karl Treuherz." die als Streifer in dieser Liste aufgeführt sind, bitte ich, dieselben zum Vertrauensmann für Berlin gewählt wurde. Derobne Weiteres zu entlassen, denn selbstredend müssen die, auch selbe dankte für das ihm geschenkte Vertrauen und bat um durch Ihre ehrenwortliche Erklärung anerkannten Sagungen des Vereins befolgt werden. - Finden Sie dagegen keinen Ihrer Gehilfen in der Streiferliste aufgeführt, so werde ich Ihnen umgehend mittheilen, welche Firmen mich zu der Anfrage bei Ihnen veranlaßten. Ueber die Lage des Landvolkes in Bayern bringt unser Partei- Organ, Münchener Post" beachtenswerthe Mittheilungen. Danach nimmt die Verschuldung des Bauernstandes von Jahr zu Jahr zu; in gleichem Schritte wächst das Kapital der Banten. Damit fchreitet die Proletarisirung der Bauern vorwärts, da Lettere, soweit ihr Besiz mit Hypotheken belastet, nicht mehr BeIch selbst habe als Person mit der ganzen Angelegenheit fizer, sondern Taglöhner im Dienste des Kapitals find. In Bayern liegen niedrig geschätzt etwa 2000 Millionen nichts zu schaffen, wohl aber trete ich voll und ganz ein für die Mark Schulden auf Grund und Boden. Daraus läßt sich er fennen, welch großer Theil des gesammten Bodens bereits auf Bereins und darf erwarten, daß unsere Mitglieder mir dieses auf- schwierige und undankbare Amt nach Kräften erleichtern. gehört hat, Privateigenthum zu sein, da er Kollektiveigenthum der Banken ist. Er ist wohl noch Privateigenthum, aber der Hochachtend Ertrag gehört den Banten. So weit Grund und Boden verschuldet find, sind sie nämlich Rollettiveigenthum des in den Banken tonzentrirten Kapitals. Mit zunehmender Ver schuldung des Bauernstandes des Bauernstandes vermindert sich somit das Privateigenthum der Bauern an Grund und Boden. E3 verwandelt sich in wirkliches, leibhaftiges Kollektiveigenthum, da die einzelnen Besitzer der Pfandbriefe nicht Eigenthümer dieser oder jener Barzellen, sondern Miteigenthümer des ganzen zu Gunsten Der betreffenden Banken belasteten Bodens sind. So vollzieht # 2. Gräßer, Herrn J. Marthaler Nachf., Beiß. Zwickau, den 28. Februar 1891. Ich erbitte mir recht balo Ihre gefällige Antwort auf meine Zuschrift vom 21. d. M. und zeichne Achtungsvoll 2. Gräßer, Unterstüßung in dem bevorstehenden schweren Kampfe. Wie der Vorsitzende bekannt gab, fann mit den freiwilligen Sammlungen sofort begonnen werden, da das erforderliche Material bereits vorbereitet ist. Berausgabt werden vorerst nur Marken á 10 Pf. Auf Antrag Heinze wurden dem Vertrauensmann Beis tragssammler( Hilfskassirer) zur Seite gestellt und zwar: für den Osten: Korth, Wallner Theaterstr. 18( tafsirt Krautstr. 46 bei Infinger, nahe der Markthalle); für den Süd- Osten: Wotsch ac, Wienerstr. 18( fassirt Waldemarstraße 61); für den Westen: Franke, Biethenstraße 4( tassirt Bülowstraße 52 bei Böhland); für Moabit: Ferkel, Birkenstraße 12a( tafsirt Birkenstraße 24 bei Biel); der Vertrauensmann Klingenberg kassirt für den Süden: Mariendorferstr. 10 bei Grube. Die Wahl für den Norden mußte ausgesetzt werden. Der Vertrauensmann wurde ermächtigt, provisorisch sich einen Hilfskassirer zu bestellen. Auf weiteren Antrag Heinze wurden sodann noch Revisoren gewählt, und zwar die Kollegen Heinze, Panser und Wilfni. Herrn Louis Gråßer, Zwickau. Zeit, den 2. März 1891. fich unter unsern Augen die Verwandlung des Privateigenthums auf mein Schreiben vom 19. v. M. und da ich mich nicht ohne gegeben werden zur Aufnahme in den Zentral- Berband. EbenAniwotch Ihrer Karte vom 28. v. M. beziehe ich mich In den betreffenden Lokalen soll gleichzeitig Gelegenheit an den Produktionsmitteln in Kollektiveigenthum. Vom Kollektiveigenthum der Banken zum Kollektiveigenthum der Gesellschaft ist orher gefragt zu werden, bedingungslos unsinnigen Handlungen daselbst sollen auch plakate aushängen, des Inhalts:„ Hier wird nur mehr ein Schritt. Gegen dieses Kollektiveigenthum der fügen, noch weniger unterstützen kann, erkläre ich mich zum Aus- auf den„ Grundstein" abonnirt." tritt aus dem Vereine.Rapitalisten hat sich der Papst in seiner Encyklika nicht gewendet. Mit Achtung J. Marthaler. Sehr begreiflich. Der hohe Klerus ist Bundesgenosse des RapiWie aus der letzten Antwort des Herrn J. Marthaler ertals; er selbst besitzt Pandbriefe, wie die einzelnen Kirchen solche besigen und wird somit in praxi das von ihnen sichtlich ist, giebt es noch einzelne Fabrikanten, beren Ghrgefühl legenschaft, nunmehr energisch mit der Agitation für den Zentral In seinem Schlußworte ermahnte der Vorsitzende die Kol theoretisch bekämpfte Rollektiveigenthum anerkennen und am fich gegen ein derartiges rohes und gemeines Unsinnen straubt. Berband und den Sammlungen für den Generalfonds( Hamburg) Profite desselben partizipiren. Es wäre interessant zu erfahren, Aus dem Schreiben des Herrn Gräßer geht aber unzweideutig zu beginnen und schloß sodann die Versammlung mit einem wie viele Pfandbriefe und Obligationen der heilige Vater hervor, was die Handschuhmacher von den Herren Fabrikanten breifachen Hoch auf das Wachsen, Blühen und Gedeihen des und sein kardinalskollegium befizen und wie groß damit ihr zu erwarten haben, wenn sich dieselben nicht der allgemeinen Bentral- Berbandes der deutschen Maurer. Antheil am Rollektiveigenthum ist. Arbeiterbewegung anschließen. Bei den Wahlen zum Reichstag Das in den Bantinstituten organisirte Rapital bürdet dem sind dieselben gut, ihre Stimmen abzugeben; fordern sie aber die Schulden seiner Vorfahren übernehmenden und wahrscheinlich eine bessere Existenz, dann wird denselben jede Arbeitsgelegenheit vermehrenden Bauern brückende Lasten auf. Es verlangt Zinsen genommen und sie werden wie die wilden Thiere von Ort zu und befreit sich von jeglicher Last. Dies wird ihm durch unseren Ort gehezt, bis sie Ordre pariren oder verhungern. Am Mittwoch, den 10. Juni, fand eine von dem Unter ftüßungsbund der Hausbiener Berlins einberufene WanderBersammlung im Norden statt. Zunächst hielt Herr Theodor Mesner einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über Arbeiter und Unternehmer- Verbände", wobei der Referent die Arbeiter zu einem einmüthigen und geschlossenen Vorgehen aufforderte. An der Diskussion betheiligte sich zunächst Kollege K., welcher folgendes erzählte: Bereits seit 2 Jahren set er im Geschäfte der Firma Rhomadka u. Jäger, Waffelfabrik, Unter den Linden 47, angestellt, ohne daß man sich irgendwie um seine politischen Ansichten gekümmert hätte. Vor einigen Tagen habe ihn der Prinzipal aber ganz unvermittelt gefragt, zu welcher politischen Partei er sich bekenne, worauf er geantwortet habe, daß das ja eigentlich nicht zu seiner Arbeit gehöre, er aber trotzdem keinen Anstand nehme, sich als einen Anhänger der sozial Demokratischen Partei zu bekennen. Kaum sei diese Antwort erfolgt, so habe der Prinzipal gesagt:" Nun, Sozialdemokraten tann ich als faiserlicher Hoflieferant und alter Soldat in meinem Etablissement unter feinen Umständen beschäftigen. Sie werden also gut thun, sich sofort nach einer anderen Stelle umzusehen, da ich Sie nicht länger behalten kann!" Nachdem das Vorgehen des betreffenden Prinzipals einer gebührenden Kritik unterzogen war, nahm Kollege Grauer das Wort und wies darauf hin, wie berechtigt gerade für die Hausund Geschäftsdiener der Mahnruf zur Organisation fei. Die Unternehmerverbände würden von den Behörden nach Kräften unterstützt; nicht nur bei dem Verband der Metallindustriellen fei das in geradezu empörender Weise geschehen, sondern auch augenblicklich geschehe das wieder bei dem durch das Unternehmerthum eingerichteten Arbeitsnachweis in den Stadtbahnbögen und der Klosterstraße. Ein bezahlter Magistratsassessor führe den Vorsiz im Vorstande dieses neuen Zentralvereins für Arbeitsnachweis und verleihe der Sache durch die Beifügnng feines Amtscharakters gewissermaßen eine behördliche Sanftioni rung. Es sei eigentlich doch recht interessant, einmal wissen zu können, ob sich der Magistrat wohl jemals dazu verstehen werde, einen von der Arbeiterschaft eingerichteten Arbeitsnachweis in einem solchen Maße zu unterstützen. Da im Fragekasten keine Frage enthalten war, so wurde hierauf die im großen Ganzen leidlich besuchte Versammlung ge schlossen. Der Verein Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Hilfe bei Unglücksfällen tagte am 7. Juni. Da Herr Dr. Gutmann am Erscheinen verhindert war, so mußte der Vortrag ausfallen. Im zweiten Punkt wurde be schlossen, da die Aerzte die Anschaffung eines menschlichen Skeletts für äußerst nothwendig halten, weil sie gewillt sind, die Arbeiter und Arbeiterinnen außer der ersten Hilfeleistung zum besseren Verständniß in die wichtigsten Fragen der Anatomie einzuführen, für jedes Mitglied eine Liste anzufertigen, um in Bekanntenkreisen zur Ausbringung der Kosten eine Kleinigkeit mit beitragen zu helfen. Ferner wurde beschlossen, am 9. oder 16. August eine Kremserpartie nach Schildhorn zu arrangiren. Die zweite Wanderversammlung findet Montag, den 22. Juni, in Keller's Salon, Bergstraße 68, Abends 8/2 Uhr, statt, Vortrag des praktischen Arztes Herrn Dr. Borwig. Die Theilnehmer blieben noch lange in Gemüthlichkeit beisammen. Glaser- Gesellschaft Berlins und Umgegend. Dienstag, den 16. d. M., I mir einige Richtigstellungen zu machen. Es ist vom Referenten firaße 77-79. Tagesordnung: 1. Berein sangelegenheiten. 2. Entrichten der Abends 8% Uhr, Mitglieder- Versammlung bei Gratweil, Kommandantens besagter Versammlung im Eingang feines furzen ReBeiträge. 3. Ausgabe der Billets zum Vergnugen am 11. Jult. 4. Ber- ferats ganz energisch darauf hingewiesen worden, daß es sich in um diefer Frage nicht Abschaffung fchiedenes. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Des Freie Vereinigung der Graveure und Biseleure. Bersammlung am montag, den 15. Juni, Abends 9 Uhr. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. Flaschenbierhandels noch um Einschränkung desselben handele; 2. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein. 3. Distuffton. 4. Verschiebenes. da sich das absolut nicht mit dem sozialdemokratischen Prinzip Billets zur Urania sind in der Versammlung zu haben. verträgt. Die Frage hatte nur den einen Zwed, ob es möglich sarmonte im Jägerhaus, Schönhauser- Allee. Arbeiter Gefangverein„ Vorwärts". Sonntag, den 14. Junt, ist, die Großbetriebe der Brauereien mehr zu den Lasten heranLese- und Diskutirklub Mas Kayser", Sonntag Vormittag 10% Uhr zuziehen. Es war überhaupt nur ein Redner in der Diskussion, ei Kummer, Bergmannstr. 30. welcher entweder den Referenten falsch verstanden oder absichtlich Gelang-, Turn- und gesellige Vereine. Lübeck'scher Turnverein am die Diskussion in dieses Fahrwasser Leitete; von demselben Gonntag, Übends von 6-8 Uhr, 2. Lehrlingsabtheilung; am Montag, Abends Redner wurde auch die Meinung vertreten, daß bei einem in Don 8-10 Uhr, Männerabtheilung. ,, Berliner Turngenossenschaft" 1. Lehrlings- Abtheilung turnt Montag von 8-10% uhr Bant str. 9-10 im Aussicht stehenden Ring der Brauereien es nicht mehr möglich Leffing- Gymnaftum. Turnverein ,, Osten", Lehrlingsabtheilung, Montag fein würde, in Zukunft sich Säle zu erkämpfen und wurde diese von 8-10 Uhr Abends, Blumenstr. 63a. Gäste willkommen. Wilhelmstr. 118. willkommen. tommen. Play 7. " Damen und Herren willkommen. " = " U " Vermischtes. üben, D Rauch flub, Arcona", Montag, Abends 8-10% uhr bet Biplinstt, alleinstehende Meinung auf das Nachdrücklichste bekämpft. Reichenbergerstr. 71. Raucht lub weiße Molte", Montag, Abends Nun einiges zum Artikel selbst. Es fällt wohl keinem GastRauchtíub Deutscher wirth ein, auf von 9-11 Uhr, Streligerstr. 16, bei Becker. die einen Genossen Druck auszu Michel Montag Abend von 8%-10% Uhr bei Schöneburg, Grüner Weg 9.nur ausschließlich bei sozialdemokratischen Wirthen Rauchtlub, Freiheit", jeden Montag um 9 Uhr bei Wuttte, Friedrichsberger- zu verkehren. Einen derartigen berartigen Drud lassen sich die ftraße 4. straße 14 bei Rach. Berein Wanderluft", Sigung: Sonntag, Nachmittags 4 Uhr, Grünauer- Genossen auch nicht gefallen; daß dem so ist, beweist, daß Berein der Oberlaufiber", Montag, Abend 9 Uhr ein großer Theil unserer Vereine, Klubs, Bahlstellen, Arbeitsim Restaurant Hedwig, Rosenthalerstr. 45. Friedrichs- Berein", nachweise u. f. w. sich bei Wirthen befinden, von denen es festehemal. Schüler des Friedrichs- Waisenhauses, Montag, Oranienftr. 34. steht, das dieselben bei politischen Aktionen, wie ReichstagsBerein ehem. Schüler der 4. Gemeindeschule am Montag Damen- Stzung. Vergnügungsverein, Freundestreue", 9% Uhr, im Restaurant& erth, wahlen, Stadtverordnetenwahlen u. s. v. ihre Stimme dem Prinzenstraße 106.-- Bergnügungsverein Fidel to", Montag Abends 9 Uhr im Restaurant" Bum Reichsgarten", Oranienftr. 108. Damen und Herren als Gegner geben und somit wohl nicht dazu beitragen, Mephisto", Montag Abend die sozialdemokratische Partei zu Vergnügungstlub stärken. So wie hier, 8% Uhr bet Wolff, Brunnenstr. 35a.- Bergnügungsverein Edelweiß 2" " liegt es auch in allen anderen tleineren Geschäften. jeden Montag im Restaurant Reichsgarten, Oranienftr. 108. VergnügungsBerein Amicitia", Sigung Sonntags um 3. Uhr im Bereinshaus, Wenn der Artikelschreiber sagt, daß man sich durch die TheilBergnügungsnahme am Kampfe für die Befreiung der Menschheit ein Anverein Annita". Montag Abend von 8 bis 10 Uhr bet Roth, recht auf Erhaltung und Unterstützung nicht erwerben tönne; Naunynfir. 31. Privat Theatergesellschaft offnung", Sonntag, Gäste, Damen und Herren, so sei dem unumwunden zugegeben. Aber dennoch wird jede Abends 8 Uhr, bet Strebs, Dhingasse 2. Privattheater Gesellschaft Augusta Victoria". Partei das Bestreben haben, Diejenigen, welche öffentlich für Sonntag 3 Uhr im Bittoria- Gaal, Berlebergerstr. 18. Gäste willtommen. die Partei eintreten, zu unterstützen. Wie viel mehr Bollad- Club„ Gintracht", bet Gustav Schulze, Wienerstr. 68. Gäſte willKlub Geselligfeit", Sigung Sonntags 6% Uhr bei Schmidt, erst die sozialdemokratische Partei, deren Agitatoren und Wrangelstr. 141.- Gefelliger Vergnügungsverein Nord" Sonntag Nach sonst im Vordergrund stehende Genossen von der herrschenUnter" Verschiedenem" wurde bekannt gemacht, daß am mittag 4 Uhr bei Blade, Müllerstr. 161. Gäste, Herren und Damen, will den Gesellschaft bis aufs Messer bekämpft urid dem Hunger rück16. Juni im Süd- Osten( Waldemarstraße) eine Wanderversamm- tommen. Bund der geselligen Arbeiter- Vereins Berlins und Umgegend. sichtslos preisgegeben werden. Darum ist auch bei allen unseren Parteilung mit dem Vortrage Antisemitismus und Sozialdemokratie" sonntag: Bergnügungs- Berein, Nord", bet müller, Baſewalterstr. 3. Unternehmungen, wie Zeitungen, Verlags Unternehmungen, stattfinden werde; desgleichen wurde zur pünktlichen Bezahlung Sontag: Theatergesellschaft, Ataste", Uhr bet Stehmann, Melchiore und anderen Partei- Organisationen das Bestreben, Genossen zu Bergnügungsverein, tdelto", 9 Uhr bei Feuerstein, Alte der Billets zu dem am 21. Juni in der Brauerei Friedrichshain fraße 15. Theater Verein Hoffnung", bei Schneider, Adalbert beschäftigen und unterzubringen. Wenn nun ein Theil der Genossen stattfindenden Sommerfeste aufgefordert. 15 Kollegen ließen sich Jatobstr. 75.straße 8. Vergnügungs Berein Matglöckchen" 9 Uhr, bet durch die Macht der Verhältnisse gezwungen, ein kleines Gein den Unterstützungsbund aufnehmen. Wend, Köslinerstr. 17. Theaterverein, Samilla", bei Schröder, Manteuffelstr. 9. Theaterverein Stern", 9 Uhr bei Granz, Tempelhofer schäft einrichtet, um sich so mühsam durchs Leben zu bringen user 15. Nachher Tanz. Gäste willkommen. und an ihre Genossen appelliren, bei ihnen zu kaufen oder zu verArbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Montag, Abends fehren, so kann wohl darin eine Berlegung des Prinzips nicht gesucht 9 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder- Gefangverein" Sene- werden. Wenn nun andererseits noch bedacht wird, daß diejenigen, felder" Restaurant Trieſchmann, Jüdenstraße 55. Liedertafel der maler und verwandten Berufsgenossen bei Berg, Kaiser- Franz- Grenadier- welche sich offen zur sozialdemokratischen Partei bekennen, einer Gesangverein Sarmonie", Meyerbeerstr. 9 bei Dornblatt. ganz besonderen Aufmerksamkeit der Behörden unterstellt seinen und Männer- Gefangverein„ Stebertus". Sichteſtraße 29 bei strofche( früher fich die bürgerliche Gesellschaft sofort von allen denen zurückzieht, Gesangverein, Geselligfeit 2", Münzstraße 11 bei Zeniter. Moewes). Arbeiter- Gejangverein Vorwärts"( Südost) bet Siemer, Guory so hat der Artikelschreiber wohl kein Recht, diese kleinen Gestraße 16. Gefangverein ,, yra", Charlottenburg, Stofinenjir. 3 bei Grischow schäftsleute zum Mittelstande zu rechnen, sondern voll von 8 bis 10 Uhr. Gesangverein Norddeutsches Doppelund ganz zu den Proletariern. Wie steht es nun aber Gefangverein Esmeralda", Quartett" Grüner Weg 20 bet Gold. Koppenstr. 35 bei Seller. Gefangverein, Tonblüte", Görligerstr. 58, bei außerhalb Berlins auf dem Lande, den kleinen Städten? Tottsdorf. Gesangverein der Kupferschmiede Berlins", Wein- Ueberall ist doch unter den Genossen unserer Partei das Bestraße 11, bet Feind. streben vorhanden, unabhängige Genossen zu haben, die nicht jeden Augenblick von der herrschenden Gesellschaft auf das Straßenpflaster geworfen werden können und aus dem Orte gejagt werden, wo dann wiederum auf lange Zeit die Bewegung still steht und immer wieder dadurch von vorn ange= fangen werden muß. Darum ist es nothwendig für unsere Haben wir einen Nothstand? fragt das Hamburger Agitation, daß derartige fleine Geschäftsleute von den Genossen Es kann auch weiter Niemanden verwehrt Echo" und antwortet: Wer sich die Zahlen über den Getreide- unterstützt werden. verbrauch in Deutschland ansieht, der wird nicht nur zu der werden in Bazaren seine Einkäufe zu machen; aber zu Bedenken Der Freien Vereinigung der Kaufleute scheint die Ueberzeugung kommen, daß wir gegenwärtig einen vorüber ist doch, daß es erwiesen ist, daß diese Bazare ihre Waaren gegen die die Reklame gut zu bekommen, die der Verein freisinniger gehenden Nothstand haben, sondern einen solchen in Permanenz, größtentheils aus Zuchthäusern beziehen; Handlungsgehilfen in den Spalten freifinniger Blätter der uns lediglich durch die hohen Getreidezölle gebracht Arbeiterbevölkerung schon zu wiederholten Malen energisch hat, andererseits aber: aus Fabriken, unbewußt für sie macht; das in ihr organisch pulsirende Leben worden. Thatsächlich hat der Einwohner Deutschlands, seit- Front gemacht wenigstens spricht dafür. In der letzten start besuchten Versamm- dem die gloriose Echutzzoll Aera im Jahre 1887 ihren Höhe an deren Waaren durch die dort gezahlten Hungerlöhne der Lung am 8. d. Mts. in May's Festsälen sprach Genosse Albert punkt erreicht hat, nicht genug zu essen. Der Nestor der Schweiß und das Blut tausender Arbeiter beiderlei Geschlechts Auerbach über Den Niedergang des Kleinbe- deutschen Statistik, Ernst Engel, eine einwandsfreie Autorität, und nicht zum fleinsten Theil der Kinder flebt. Wir glauben triebes." Die Diskussion wurde aufgenommen von den Herren giebt das für die rationelle Ernährung eines Menschen nöthige deshalb, daß die Ziele der Sozialdemokratie auch mit diesen Meyers, Schäffer, Engländer, Adler, Hammer, Quantum Brotgetreide auf 188,21 Kg. pro Jahr und Kopf an. tleinen Geschäftsleuten, welche unter allen Umständen zu den Rannegießer, Hirschfeld, Laasch, Poetsch und Nach den Berechnungen Engels und eines anderen anerkannten Arbeitern gehören, oft genug noch darunter stehen, zu er= Es wird doch heut von der SozialSimon und gestaltete sich recht lebhaft. Gine persönliche Statistikers, des Universitätsprofessors Juraschet, stellt sich nun reichen sein werden. Anzapfung des Herrn Engländer wurde vom Kollegen Auerbach heraus, daß das Quantum Brotgetreide( Weizen, Spelz und demokratie immer darauf hingewiesen, daß sie nicht allein blos als Verleumdung gebührend gekennzeichnet. In seinem Schluß- Roggen), welches nach Abzug des Saatgutes, von der aus Proletariern, sondern sich heute schon aus allen Gesellschaftsa worte widerlegte der Referent alle gegnerischen Ausführungen eigenen Produktion Deutschlands und der Mehreinfuhr für den schichten rekrutirt. und verabschiedete sich dann in warmer, herzlicher Weise von der Konsum übrig bleibt, sich im getreidezollfreien Jahre 1978 nou so ist das bei einer so großen Partei rein unmöglich, es wird noch Was die Bezahlung der sogenannten Agitatoren anlangt, Freien Vereinigung, da er genöthigt wäre, sein Domizil nach aur 213,11 Rg. stellt, 213,11 Rg. stellt, im Jahre 1888/89 dagegen auf Magdeburg zu verlegen. Die Versammlung bewies in ihrem 170,24 Rg. und 1889/90 auf 162,35 Kg. gesunken ist. Das ist der schon heute mitunter, selbst in der Umgegend Berlins, Verlaufe so recht, wie albern die Waschzettel des Berliner Tage- Durchschnitt, und es ist zweifellos, daß die Aermsten der Armen elapfunden, für gewisse Vorträge ganz bedeutende Summen blatt" die Wahrheit zu entstellen suchen. Die Theilnehmer schieden noch unter diefes Maß fallen. Mit den obigen Berechnungen auszugeben und drücken die Genossen stets ihre Befriedigung von einander mit einem begeisterten Hoch auf die Sozial- stimmen auch die eines anderen bedeutenden Statistikers, des Prof. darüber aus, wenn einer von den kleinen Geschäftsleuten hinaus Demokratie. Lexis überein. tommt und für seine Mühe nichts verlangt, weil er weiß, Nach alledem ist es flar, wie die Sache in Deutschland liegt. daß es feine Pflicht ist, wenn ihn die Genossen auf der einen Rigdorf. In der Protestversammlung gegen die Rornzölle Schon jetzt steht der Brotkonsum des deutschen Arbeiters zurück, Seite unterſtüßen in feinem kleinen Geschäft, er auf der anderen wies unter Verschiedenein" zunächst Genosse Mainz zurück, er betrug pro 1889,90, in normalen" Beiten, bereits 20 Kg. Seite die Pflicht hat, seine Kräfte der Partei zur Verfügung zu daß( nach einem Gerücht) ein Mitglied der Lokalkommission oder etwa 10 pet. unter dem Existenzminimum, während der stellen. Noch eins. Unsere heutige gesammte Parteiliteratur, Nixdorfs und Umgegend unehrenhafte Handlungen begangen französische Brottonfum fortwährend wächst, und im Jahre von wem gelangt dieselbe unter die Arbeiter in so großer AnDoch nur durch die Thätigkeit der um ihre Existenz haben soll. Der Betreffende gehöre nicht zur Kommission. Weiter 1887/88, dem legten, für welches uns die Zahlen vorliegen, aahl? fleinen Rolporteuren, die somit dazu bei machte dann der Genosse Verschiedenes bekannt in Bezug auf die 211,75 Kg., d. i. 28 Rg. oder etwa 15 pCt. über dem Minimum ringenden Arbeiten der Kommission, wobei er zur Unterstügung derselben betrug. Nichtsdestoweniger wagen es die Franzosen nicht, mit tragen, durch die Verbreitung dieser so nothwendigen Schriften aufforderte. Hierauf verlas Genosse 2. Ebers( Kellner) einen der Brotversorgung ihrer Bevölkerung statistische Kunststücke immer mehr Kämpfer in die Reihen der Sozialdemokraten man sich über kommende zu ziehen. Auch in anderer Beziehung war Aufruf, welcher an die Arrangeure von Versammlungen, an die zu machen. In Deutschland, wo nicht tommende Nothstände Nothstände zanft, zantt, sollte man der Artikel nicht zum Vortheil und zwar bietet er den Pfaffen Leiter von Arbeitervereinen und an Vergnügungskomitees 2c. ge- oder erster Linie bedenken, daß hier der Brotmangel und anderen Feinden der Sozialdemokratie auf dem flachen richtet ist. Die Besagten werden darin aufgefordert, die Gajt in wirthe dazu zu bestimmen, daß zu Arbeiterfestlichkeiten, zu Ver- seit den 5 Mark- Getreidezöllen in Permanenz ist, daß der deutsche Lande wieder geeignete Angriffspunkte, um den Genossen, welche sammlungen zc. die Kellner dem Arbeitsnachweis des Gastwirths- Proletarier nicht die Möglichkeit hat, vom Roggen zum Weizen dort an und für sich schon schwer zu kämpfen haben, das Leben Gehilfenvereins entnommen werden. Es wurde dann noch ein aufzusteigen, daß er bereits thatsächlich, ohne Rothstand", vom noch saurer zu machen. Schiedsgericht gewählt, um Gerüchte, die gegen den Genossen Roggen zur Kartoffel übergeht. Und nach der Kartoffel- das Steinmar laut geworden sind, auf ihre Richtigkeit oder Un- weiß man aus der Geschichte des englischen Pauperismus richtigkeit hin zu prüfen. Gewählt wurden die Genossen Schenck, tommt die Hungerkrankheit. Und die Gejahr liegt heute um so Schöneberg, Biegler, Schröder, R. Böttcher, näher, als auch die Kartoffel für den Armen ebenfalls kaum zu K. Schröder und Sprung. Darauf wurde die Versamm erschwingen ist, lung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Wer diese traurigen Bustände kennt, der wird die Leidenschaft- Bet Steinbildhauer- Verein. Montag, den 15. Junt, Abends 8% Uhr, Ber- lichkeit des Ansturms gegen die Getreidezölle begreifen, er wird fammlung in Müller's Salon, Johannisfir. 20. Tagesordnung: 1. Vortrag. mit uns sagen: Die größte Weisheit, die zur Rechtfertigung der Getreidezölle aufgeboten wird, ist ein staatsmännischer Irrthum, zu 2. Geschäftliches. 3. Verschiedenes. Bereinigung der Maler etc.( Filiale 7, Südwest). Mitglieder- Wer- und wer sich um die Bekämpfung der Getreidezölle bemüht, fammlung am Montag, den 15. Junt, Abends 8 Uhr, im Restaurant Burckhardt, Noſtizftr. 50. Tagesordnung: 1. Bortrag: Der historische Staat der thut ein gutes Wert, er kämpft für die Zukunft unseres und Kirche. Referent: Kollege Hohlwegler. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Volkes, die durch die Beeinträchtigung der Ernährung zu Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. 14. Junt, Wlanteuffetstraße 9, bet Schröder: Gartenfest mit Vorstellung bracht ist. " Antwort wird nicht ertheilt. Brieffaffen der Redaktion. Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich H. S. Wir bedauern, Ihrer Einsendung nicht näher treten können. Die Sache wird übrigens gerichtlich Klargestellt werden. C. F., Solmstr. 32. Sie müssen sich an Genossen W. persönlich wenden. Moabit. 1. Die Vorstrafen des Angeklagten, auch wenn sie Theater- Verein Kamille".( Mitglied des Bundes.) Sonntag, den Gunsten des Geldbeutels der Großgrundbestyer in Gefahr ge noch so weit zurückliegen, fommen in der Hauptverhandlung zur und Tanz. Zentralverein der Saus- und Geschäftsdiener Berlins. Außer Rom, 13. Juni. Aus Neapel wird die Deffnung dreier ordentliche Mitgliederversammlung am Dienstag, den 16. Junt, bet Detg: weiterer fleiner Krater am westlichen Fuße des Aschenkegels des müller, Alte Jatobftr. 48. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Nohrlack über Zweck und Ziel unferes Vereins. 2. Dtstuffton. 3. Mittheilungen. Vesuv gemeldet; die Lavaströme fließen reichlicher als bisher Aufnahme neuer Witglieder und Ausgabe der Billets zum Sommerfest. über bereits erfaltende Schichten des jüngsten Ausbruches in's 4. Verschiedenes und Fragetasten. Gäste haben Butritt. Freie Gemeinde Riedorf. Große öffentliche Bersammlung für Männer Atrio del Cavallo. Eine Gefahr ist bis jezt nicht vorhanden. und Frauen am Sonntag, den 14. Juni, Nachmittags 4% Uhr, in Briz, Chausseestraße, Rudolf's Saal, früher Wr. Müller. Tagesordnung: 1. Bor trag des Herrn Julius Türk. 2. Distusfion. 3. Fragetasten. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Der Unterstützungsbund der Hausdiener Berlins hält am Dienstag, den 16. Juni, Abends 9 Uhr, im Vereinshaus Südoit", Waldemarstr. 75, eine Wanderversammlung ab. Tagesordnung: 1. Bortrag über AntiSprechlaal. " femitis und Sozialdemokratie. Referent Franz Feldmann. 2. Distuffton. Die Redaktion stellt die Benuzung des Sprechsaals, soweit der Kaum dafür abzu 3. Mittheilung und Aufnahme neuer Mitglieder. 8. Geschäftliches und Aus- geben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen gabe der Billets zum Sommerfest am 21. Juni in der Braueret Friedrichs- Intereffes zur Verfügung; ste verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem hain. 5. Fragetafien. Inhalt desselben identifiziert zu werden. Berliner Streik- Kontrollkommission. Am Freitag, den 19. Juni, Zur Taktik. Zu dem am 2. d. M. im Vorwärts" geAbends 8 Uhr, findet im Restaurant Feuerstein, Alte Jakobsir. 75, eine öffentliche Versammlung der Delegirten statt. Tagesordnung: 1. Die fernere brachten Artikel werden uns noch folgende Bemerkungen gemacht: Thätigkeit der Berliner Streit Kontrollkommission. Referent: Former Der Verein zur Wahrung der Interessen der Gast- und SchantU. Korsien. 2. Die Bertreibung der von der stommiffion ausgegebenen wirthe Berlins und Umgegend hat noch nie daran gedacht, einen Marken zur Ansammlung eines Fonds. Referent: Tischler St. Millarg. 3. Berschiebenes. Alle Delegirten find verpflichtet, in dieser Bersammlung zu Bierboykott zu seinen Gunsten mit Hilfe der Berliner Arbeiterschaft erscheinen. Berlesung der Präsenzliste Puntt 9 Uhr. Achtung, Schuhmacher. Montag, den 15. Junt, findet das diesjährige 24. Mai ist die Verhandlung thatsächlich falsch und entstellt Sommerfest des Vereins zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher statt. Anfang 4 Uhr. Konzert und Tans, Feuerwert, Kinder- Fackelpolonaise, Bonbon- wieder gegeben, nur durch Rückfichnahme auf den Raum des regen. Entree 25 Pf. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet das Ver- Vorwärts" unterblieb es seiner Beit, eine Berichtigung eingnügungskomitee. Dienstag, den 16. Junt, Mittwoch, den 17. Juni, heißer. Stadtarbeiter Serlins. Mitglieder- Versammlung muß es anstatt Bufenden. Nachdem nun aber die Versammlung sowie der Artikel " Bur Tattit" die Runde durch alle Blätter machte, so erlaube ich man auch mit der Anzeige warten. 3. Es kommt auf die Umstände an, unter welchen die Thatsache der Bestrafung erwähnt wird. $. G., Ritterstraße. Darin, daß ein Handlungsgehilfe nach erhaltener Kündigung während der Geschäftszeit eine Offerte für eine andere Stellung schreibt, liegt keinesfalls ein Grund zur fofortigen Entlassung. Wenn nicht noch andere Gründe vorliegen, so rathen wir Ihnen, auf Gehaltsentschädigung zu klagen. W. T. 100. Das Geld, was Mann und Frau zusammen erarbeiten, gehört dem Mann allein. Wenn die Frau einen Theil davon heimlich nimmt, so kann es der Mann stets noch zurückverlangen, auch von den Kindern, welche es mit Kenntniß des Sachverhalts von der Mutter geschenkt erhalten haben. H. R. Liegniterstr. In der öffentlichen Bekanntmachung, daß Jemand fruchtlos ausgepfändet worden ist, liegt in der Regel eine Beleidigung. Doch kommt es auf den Zweck der Ver= öffentlichung an. G. Vo. Ihre Frage ist nicht recht verständlich; was verstehen Sie unter indirektem Zwang zum Eintritt in eine Kasse? R. K. Sie fönnen den Betreffenden auf Herausgabe der Nadel event. Zahlung des nachweisbaren Werthes derselben beim Amtsgericht verklagen. Krausenstraße. 1. Uneheliche Kinder haben nothdürftige Alimente zu beanspruchen, ohne daß es auf Stand, oder Bere mögensverhältnisse des Vaters oder der Mutter ankommt. 2. Un eheliche Kinder find der Mutter gegenüber ebenso erbberechtigt| G. K. 5. Um Ihre Frage beantworten zu können, müßten er annehmen konnte, daß Gefahr im Verzuge war und in diese avie eheliche. Gegen den Vater haben Sie nur dann ein geseh- wir Ihre Verhältnisse näher kennen, wieviel Sie wöchentlich ver- Falle ohne richterliche Ermächtigung die Haussuchung vornehimen liches Erbrecht, wenn derselbe ohne eheliche Nachkommen und dienen; wie start Ihre Familie ist, ob viel Krankheiten darin durfte. ohne Hinterlassung eines Testamentes stirbt. Dann erben sie ein vorkommen 2c. Nur darnach läßt es sich beurtheilen, ob Sie H., Wollinerstr. Der Arbeitgeber kann, wenn er den Sechstel des Nachlasses. verpflichtet waren, Ihren Vater noch mehr, als Sie es gethan Mehrabzug nicht rechtfertigt, wegen Betruges bestraft werden. haben, zu unterstüßen und demgemäß der Armendirektion die C. K., Mariannenstr. Bei Wochen oder Monatslohn Unterstüßungen zu erstatten. fann für gefeßliche Feiertage Nichts abgezogen werden. Der bes treffende Gehilfe kann den abgezogenen Betrag nachfordern, wenn er nicht ausdrücklich verzichtet hat. A. V. Der Vater muß die Schulden für seinen Sohn injoweit zahlen, als dieser zur Bestreitung der dringendsten Lebensbedürfnisse solche gemacht hat. C. P. 44. 1. Am 1. Januar mußte die erste Marke, am Montag, den 5. Januar, die zweite eingeklebt werden. 2. Die Marken müssen stets fortlaufend und von vorn beginnend eingetlebt werden. Man barf teine Lücke offen lassen. S. O. Unfruchtbarkeit der Frau ist kein Ehescheidungsgrund. Dagegen können bei kinderloser Ehe die Ehegatten auf Grund gegenseitiger Einwilligung geschieden werden. Alter Abonnent. Die Zustimmung des Vormundschaftsgerichts ist zur Eheschließung Minderjähriger nicht erforderlich, gleichviel ob die Mutter oder ein Anderer Vormund ist. N. B. Natürlich kann eine Hebeamme für Gänge und Untersuchungen Entschädigung verlangen, auch wenn sie die Entbindung nicht besorgt. 1 M. für jeden Gang ist angemessen. Der Anspruch verfährt frühestens in 4 Jahren. A. G., Grenzstr. Wenn die Kinder erster Ehe nachweifen können, daß ihre Stiefmutter das Grundstück verkaufen und nach Amerika auswandern will, so können Sie einen gerichtlichen Arrest ausbringen. Wir würden Ihnen rathen, einen Rechtsanwalt mit Führung der Sache zu beauftragen. N. 100. 2. 2. Für die Höhe der Zeugengebühren ist es ohne Einfluß, ob der als Zeuge geladene Schuhmacher der Innung angehört oder nicht. G. S. Wenn die Mutter schon einmal unehelich geboren hatte, so braucht der Vater des zweiten Kindes weder Alimente noch Niederkunfts- Kosten zu zahlen. A. B. 191. Betrug liegt zwar nicht vor. Das Gericht könnte aber in dem Verkauf Ihres Geschäfts die Absicht erblicken, Ihre Vermögensstücke den Gläubigern zu entziehen, und dann würden Sie bestraft werden. R. K., Tanzlehrer. Das Tragen eines Revolvers ist nicht strafbar. E. P., Grüner Weg. Stammtisch Richter. Das Waffentragen ist seit Aufhebung des Sozialistengesetzes auch ohne Waffenschein erlaubt. A. R., Neuenburgerstr. Wir können Ihre Fragen ohne Einsicht des Erbrezesses nicht genau beantworten. Zinsen braucht Ihr Vater Ihnen erst von da ab zu zahlen, wo Sie ihn zur Ausantwortung Ihres Erbtheils aufgefordert haben. Lassen Sie sich vom dortigen Vormundschaftsgericht eine Abschrift der Auseinandersehungs- Verhandlung schicken. W. R., Havelbergerstr. 1. Auch Ausländer, die hier arbeiten, müssen zur Altersversicherung beifteuern. 2. Den Titel „ Meister" kann sich auch ein Nicht- Innungsmitglied beilegen. 17 M. einen Zahlungsbefehl gegen die Mutter beantragen. ErW. M., Bergstr. Sie können beim Amtsgericht wegen der hebt lettere nicht binnen 14 Tagen seit der Zustellung Widerspruch, so können Sie die Ertheilung des Vollstreckungsbefehls beantragen und denselben einem Gerichtsvollzieher zur Pfändung und Versteigerung der von Ihnen retinirten Sachen übergeben. C. P., Weberstr. 1. Die Gesinde- Ordnung bestimmt, daß, wenn das Gesinde die Herrschaft durch Ungehorsam zum Born reizt, lettere wegen Thatlichkeiten gegen das Gesinde nicht bestraft werden kann. 2. Sie müssen für Ihr Kind noch besonders den Antrag auf Austritt aus der Landeskirche stellen. K., Steinstr. 1. Ihre Miethsschuld aus dem Jahre 1887 verjährt erst mit Ablauf des Kalenderjahres 1891. 2. Sie können das Geld für alle 5 Klassen beanspruchen. Doch ist diese Fordeung nicht klagbar, da die betreffende Lotterie in Preußen verboten ist. Charitee. Die Eltern müssen die Rurkosten für die Tochter bezahlen. Die Charitee wird aber wahrscheinlich auf Ratenzahlungen eingehen. 2. R. 1000. Heirath zwischen Stiefvater und Stieftochter ist nach deutschem Recht absolut verboten. ständen jener Erzählung die Absicht der Beleidigung klar ergiebt, Wrangelstr. Nur wenn sich aus der Form oder den Umfönnen Sie gegen den Erzähler Klage erheben. 1. Der Pfandleiher ist be rechtigt, die nach 6 Monaten nicht eingelöſten und auch nicht prolongirten Pfänder öffentlich verkaufen zu lassen, muß aber den Ueberschuß herauszahlen. Ist der Verkauf noch nicht erfolgt, so muß er auch nach diesem Zeitraum das Pfand noch ist beim Amtsgericht einzureichen. Eine beſtimmte Frist besteht F. M., Wiesenstr. Die Klage wegen Lohnentschädigung einlösen. 2. G. xxx. 1. Jst Redaktionsgeheimniß. 2. Zweite einen Gerichtstoften- Borschuß zahlen, ohne daß aber von der erdafür nicht. Der klagende Arbeiter muß, wie jeder andere Kläger, Steuerstufe. 2. Grst durch die neue Gewerbe- Gesetzgebung wird folgten Zahlung der Fortgang des Prozesses abhängig gemacht das Recht des Fabritherrn, Strafen und Lohnabzüge durch die wird. Wenn der flagende Arbeiter verliert, so muß er die Fabrikordnung ein für alle Mal fest zu setzen, etwas beschränkt. sämmtlichen Gerichtskosten zahlen und dem Prozeßgegner die ihm 3. Nach bisherigem Recht besteht keine Verpflichtung des Fabrik- erwachsenen Kosten, z. B. Rechtsanwalts- Gebühren, erstatten. herrn, die Strafgelder zu Unterstützungszwecken zu verwenden. J. W., Wusterhausen. Ihre zahlreichen Anfragen eignen Keinesfalls ist er verpflichtet, über die Verwendung der Straf- fich nicht zur Beantwortung im Brieftasten. Zu mündlicher Ausgelder Rechenschaft abzulegen. funft sind wir bereit. B. Der Vater eines unehelichen Rindes muß Alimente zahlen, auch wenn die von ihm gewollte Verheirathung mit der Mutter des Kindes infolge ihrer Weigerung oder der ihrer Eltern unmöglich gemacht wird. N. A. G. Sie dürfen, ohne Schankkonzession zu besitzen, Ihren Kunden nicht Bier in Flaschen zum sofortigen Genuß in Ihrem Geschäftslotal ablassen, selbst dann nicht, wenn Sie es zum Selbstkostenpreise abgeben. Große öffentliche S. I., Weißenburgerstr. Wenn Sie selbständig für sich arbeiten, so unterliegen Sie nicht dem Alters- Versicherungszwange." . G. 3. Wir müssen ihre sämmtliche Fragen verneinend beantworten. Die Nachbarin war, wenn Sie einen Verdacht hatte, berechtigt, diesen der Polizei gegenüber auszusprechen, und diefer konnte einen Kriminalkommissar zur Haussuchung entsenden. Eine Bescheinigung brauchte dieser nicht vorzulegen, da Bersammlung für Männer u. Frauch veranstaltet vom Leseklub Emanzipation, hente, Sonntag, Abends 72 Uhr, bri Zemter, Münzstraße 11. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Gustav Schmolling über: Rapital und Arbeit." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1251 b Nachher gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Der Einberufer. Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umg. Dienstag, den 16. Juni, Nachm. präzise 1 hr: Ordentl. Mitglieder- Bersammlung in Keller's Salon, Berg- Strasse No. 68. Tages- Ordnung: 1. Die Lage der Bivil- Berufsmusiker im heutigen kapitalistischen Staat. Referent Kand. Hoffmann. Uebrige Tagesordnung die vom 8. Juni( der polizeilich aufgelösten Versammlung). Gäste sind sehr willfontmen. Der Vorstand. Musik24b Aufträge aller Art werden täglich von 11-1 Uhr = Rosen- und Neue Friedrichstraßen- Ecke bei Kuhlmey ( Wernan) mündlich oder schriftlich entgegengenommen. Fachverein der Weber. Montag, den 15. Juni, Abds. 8 Uhr, in Heise's Salon, Lichtenbergerstr. 21: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Wahl eines ersten Kassirers. 2. Vortrag des Gen. Fritz Zubeil über: Lokal- und Zentral- Organisation". 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 4. Verschiedenes und Fragen. Zahlreiches Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig. Gäste haben Zutritt. [ 347/9] Der Vorstand. Achtung! Rixdorf. Achtung! Lange, Rummelsburg. Sie können mit Rücksicht auf Ihren Zustand zum Arbeiten nicht angehalten werden. Einen direkten Zwang dazu giebt es überhaupt nicht, und die Sache mit dem Zwangsgürtel ist wohl nur ein schlechter Scherz. W. N., Wernigerode. Die Vereinbarung von Kaufleuten, gewisse Waaren bei Bermeidung einer Konventionalstrafe nicht unter einem festen Preise zu verkaufen, ist giltig. Gegen einen Zuwiderhandelnden kann die Konventionalstrafe eingeklagt werden. M. Sie können das Kind von den Pflegeeltern fortnehmen und zu Ihren Eltern bringen. M. G., Nigdorf. Wir würden zunächst noch einmal beim Kommando anfragen und erst nach einiger Zeit den Beschwerdeweg beschreiten. J. S., Kronenstraße. Der Vater des ersten unehelichen Kindes muß auch für das zweite Alimente zahlen. A. V. N. 20. Der Miether ist an den Miethskontrakt gebunden, auch wenn er denselben nach Unterzeichnung desselben dem Wirth zur Stempelung gegeben und noch nicht zurück erhalten hat. Zwei Wettende, Oranienstr. 200. Ein Mädchen, welches bas 24. Lebensjahr erreicht hat, bedarf zur Verheirathung nicht mehr der väterlichen Einwilligung. F. F. 18. Klagen Sie sofort beim Amtsgericht auf 14 tägige Entschädigung. Was Sie innerhalb dieser 14 Tage verdient haben, müssen Sie natürlich abrechnen. A. S. 107. Sie brauchen weder die Kündigung Seitens G. K., Sorauerstr. Der Einspruch gegen eine unzeitgemäße Kündigung einer Wohnung muß innerhalb einer Woche feit Empfang des Kündigungsschreibens erfolgen. der Frau zu beachten, noch der Letzteren das Geld auszuzahlen, oder nachweist, daß sie gerichtlich zu deſſen Pfleger beſtellt ist. wenn dieselbe nicht entweder Vollmacht ihres Mannes vorzeigt Wenn Sie ohne diesen Nachweis Zahlung an die Frau leisten, einmal zahlen zu müſſen. fetzen Sie sich sogar der Gefahr aus, nachher an den Mann noch Briefkaffen der Expedition. Für den Partei- Maifonds gingen ferner folgende Beiträge bei uns ein: Bereits quittirt 1304,55 M. Amerikaner A. J. 5,-. Durch S. veruntreuter Maifonds 12,-. In Summa 1321,55 M. Weitere Beiträge nimmt gern entgegen die Expedition Beuthstr. 3. A. Für die Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands( Hamburg)[ Maifonds] gingen ferner ein: Ueberschuß einer amerikanischen Auktion bei einer Landpartie am 7. Juni 14,80. Reingefallene Kaze 1,-. Für die gemaßregelten Bergarbeiter gingen ferner ein: Dumanski durch Wilschke 10,-. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Vollsblatt Berlin SW., Beuthstraße 3. Nachstehende Schriften zur Religion und Philosophie halten wir dauernd auf Lager und sind dieselben zu den beibemerkten Preisen von uns zu beziehen. " ° Wiederverkäufer erhalten Rabatt! WE Bebel, A., Gloffen zu Yves Guyot's und Sigm. Lacroix's: Die wahre Gestalt des Christenthums" Christenthum und Sozialismus. Eine religiöse Polemit Corvin, Pfaffenspiegel. Historische Denkmäler des Fana tismus der röm. kathol. Kirche. 7. Aufl. Broschirt 3 M. Eleg. geb.. Dietzgen, Jos., Streifzüge eines Sozialisten in das Gebiet der Erkenntnißtheorie " Allen Freunden und Bekannten zeige hiermit an, daß meine liebe Frau Augufte am 12. d. M. nach langen Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet heute, Sonntag, Abends 6 Uhr, vom Trauerhause, Beughofstraße 25, aus nach dem Emmaus- Kirchhofe statt. 52 b Wilhelm Philipp nebst Kindern. Danksagung. Ich sage Allen, besonders den werthen Herren Kollegen meines lieben Mannes, welche denselben zur letzten Ruhe geleitet haben, meinen herzlichsten, innigsten Dant. Die trauernde Wittwe Auguste Leberecht. Große öffentl. Versammlung der Böttcher Berlins und Umgegend · 0,15 M. 0,10 4,-" 30b 0,25" Guyot u. Lacroix, Die wahre Gestalt des Christenthums. 2. Aufl. Engels, Fr., Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie Dodel- Port, Moses oder Darwin? 3. Aufl. Douai, A., BC des Wissens für die Denkenden. 4. Aufl. 0,15 Antwort an die Bekenner des Theismus 0,10 Dühring, E., Kritische Geschichte der Philosophie. 2. Aufl. 9, Der Werth des Lebens. 2. Aufl. · 1, " " . " " 6, " 0,50 " 0,30 · 0,60 " " " Heigl, F., Spaziergänge eines Atheisten. 5. Aufl. • • Jacoby, Leop., Die Jdee der Entwicklung. 2. Aufl. 2 Bde. 3,20 Krasser, Fr., Marseillaise d. Christenthums.( 100 Ex. 3 M.) 0,05 Lassalle, Ferd., Die Philosophie Fichte's und die Bedeutung des deutschen Volksgeistes Lommel, G., Jesus von Nazareth. 12. Aufl.: Johannes Huß. 7. Aufl. . . 0,10 n • . 0,30 " 0,25" " • • • 0,50 0,15 " " Stern, J., Die Philosophie Spinoza's. brofch. 1 m., geb. 1,50 - Die Religion der Zukunft. 3. Aufl. Halbes und ganzes Freidenkerthum. 2. Aufl. Montag, den 15. Juni cr., Abends 8 Uhr, findet in Lese- und Diskutir- Klub ,, Kummer's Salon", Berlinerstraße 136, eine ,, Süden". Am Sonnabend, den 27. Juni, 356/2 öffentl. Bauhandwerker- Bersammlung Stiftungs- Fest statt( Maurer, Zimmerer, Töpfer, Maler, Stuckateure, in Keller's Hofjäger( Hafenhaide), statt. Konzert, Festrede, gehalten vom Rohrleger u. S. W.) Der Einberufer. Schneider- und Schneiderinnen- Verband ( Filiale III). Versammlung am Montag, den 15. Juni, Ab. 8 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: Gäste am Dienstag, den 16. d., Ab. 81/2 Uhr, in Heise's Salon, Lichtenbergerstr. 21. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlr. Erscheinen ersucht 122/15 Der Einberufer: 0. Schmid. Rohtabak empfiehlt 114b Rud. Seiffert, Reichenbergerstr. 171 Meine Freunde und Parteigenossen bitte ich, für mich bestimmte Buchbinder- Arbeiten nach wie vor bei folgenden Genossen mit Angabe der Adressen abzugeben: Wilschke, Junterstraße 1 und Katzbachstr. 1; G. Schulz, Cigarren- Geschäft, Rottbuser Platz; Schweizer, Cigarren- Geschäft, Dres benerstraße 53/54( City- Bassage); Bogasch, Langestr. 70; W. Schweizer, Rigdorf, Hermannstraße( Cigarren- Geschäft); Gnadt, Brunnenſtr. 88.[ 815L Const. Janiszewski, Buchbinderei, Kottbuser Damm 99, H. part. Für Gesinnungsgenoffen empf. mein Tages- Ordnung: 1. Welche Organisationsform ist für die Bauhand- Fackelpolonaise und Ball. Anf. 5 Uhr. über: Allgemeine Gesundheitspflege". Kontrollmarke. G.3erbe, Ritterstr.114. werker die geeignetste und der Arbeiterbewegung am nüßlichsten? Referent: Die Kaffeeküche ist von 4 Uhr an ge- 2. Gewerkschaftliche Fragen. Frik Wilke- Berlin. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 36b öffnet. Herren, die am Tanz theil willfommen. Zahlr. Erscheinen nöthig. Bill.Wohn. f. j.Mädchen Kronenftr.12/ 18. Zahlreiches Erscheinen erwünscht nehmen, zahlen 50 Pf. nach. Bei un- 270/14 Die Lokalverwaltung. günstiger Witterung findet das Konzert Möbl. Schlafstelle, sof. oder 1. Juli, Repschläger. [ 20b Kranken- Unterstügungs- Bund| Verein Berliner Hausdiener. im Saale statt. Billets à 20 Pf. find der Schneider. Montag, den 15. Juni, Abds. 9 Uhr, in den Armin- Hallen, RommanDienstag, den 16. d., Ab. 81/2 Uhr, in dantenstraße Nr. 20: den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Mitgliederversammlung. Mitglieder Versammlung. Tagesordnung: 1. Mittheilungen. 2. Vortrag über: Freie Vereinigung( 7 Mark) Adalbertstr. 95, v. 4 Tr. bei zu haben bei Pierow, Grimmstr. 40; H. Christoph, Plan- Ufer 4; K. Ko der Graveure und Ziseleure. watsty, Stalizzerstr. 5; Kolbe, Reichen- Montag, den 15. ds., Abds. 81/2 Uhr, bergerstr. 140; E. Jost, Mariannen- im Lokale Dresdenerstr. 45: 39b ſtraße 21, und in allen mit Plataten Versammlung. belegten Handlungen. Achtung, Töpfer! Tagesordnung: Herrn Dr. Bernstein. Arbeitsmarkt. Zwei tüchtige Staakerer verlangt 1. Forlegung der Statutenberathung„ Arbeitslohn". Referent: Kandidat Sr. Schäftliches, 12. | 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des fofort Arold, Schwedterstr. 224.[ 23b Auf dem Neubau Kommandanten- 4. Verschiedenes. Der Arbeitsnachweis stelle Horuftr. 21, Quergeb. 4 Tr. bei 3. Diskussion. und Bericht der Kommission über die Hoffmann. 3. Diskussion. 4. Auf2 Genossen erhalten freundl. SchlafAusarbeitung der Paragraphen zur nahme neuer Mitglieder. 5. Abrechstraße 1 u. 2 haben die Gesellen nicht befindet sich tägl. Ab. 1/ 29-10 Uhr da- Ohnesorge. Vorwärts" fann mitgelesen Aufnahme der Frauen in unsere Kaffe. nung vom zweiten Maskenball. 6. Ver- wegen Lohnreduzirung aufgehört, selbst. Die Billets z. Urania sind in der werden. [ 28b 2. Wahl der Beerdigungs- Kommission. schiedenes und Fragekasten. sondern dieselben sind wegen Bersamml. 3. haben. Der Vorstand. 3. Verschiedenes. Mitgliedsb. legitimirt. 49b am Montag blau machen Puter für Gypswände verlangt NB. Den Mitgliedern zur Kenntniß, Jonas& Comp. daß die Zahlstelle Dammann, Lothringer- Gut geschmiedete Blättbolzen werden bei mir aus der Arbeit entlassen worden. Betten Theilzahlung. F. R. Retzlaff, 18b Bettfedern Spezialgeschäft, Zu melden: Bau Alt- Moabit 54. ftraße 68, aufgehoben ist.[ 274/6 angefertigt Steinstr. 10, Berlin C.[ 27b 45b] Alb. Bretschneider, Töpfermſtr. Brückenstraße 5( Jannowigbrücke). 676L| Sonntags Potsdamerstraße 78, Berlin, Berantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Der Vorstand. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 136. Gerichts- Beitung. Effen, 12. Juni 1891. Die Bochumer Stener- Einschätzungs- Verhältnisse vor Gericht. Sonntag, den 14. Juni 1891. 8. Jahrg. Gefährdung des öffentlichen Friedens befürchtete. Allein trotzdem Konfessionen bisher in der friedlichsten Weise zusammen lebten, hat die Beweisaufnahme nicht hinlängliches Material ergeben, daß die Parität zwischen den Konfeffionen von der Stadtum die Anklage wegen Verlegung des§ 130 aufrecht zu erhalten. verwaltung stets gewahrt wurde und daß nun durch das VerIch lasse daher diesen Anklagepunkt fallen. Was nun das halten des Angeklagten die öffentliche Eintracht und der konStrasmaß anlangt, so muß zunächst in Betracht gezogen werden, fessionelle Friede gefährdet worden ist. Der Vertreter der daß der Angeklagte in den meisten Fällen Behauptungen auf- Nebenkläger beleuchtet noch im weiteren das Ergebniß der Beweisgestellt hat, die er nicht beweisen konnte. Selbst bezüglich der aufnahme, die außer einigen zu geringen Einschätzungen die 3ehnter Tag der Verhandlung. Der Zuschauerraum ist heute überfüllt. Gegen 9 Uhr Vor- Uebertreibungen schuldig gemacht. Wenn es dem Angeklagten Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß der Angeklagte ein proDer Zuschauerraum ist heute überfüllt. Gegen 9 Uhr Vor- Ginschätzungsverhältnisse hat sich der Angeklagte bedeutender Behauptungen des Angeklagten in feiner Weise erwiesen haben. mittags eröffnet der Präsident, Langerichtsdirektor Thöne, darum zu thun gewesen wäre, die Mißstände, die betreffs der sessionirter Ehrabschneider und Verläumder ist, dem der§ 193 die Sizung. Es wird zunächst die Aussage der gestern in Bochum Steuereinschätzungs- Verhältnisse in Bochum herrschten, zu besei- des Strafgesetzbuchs in keiner Weise zur Seite steht. Er scheute tommissarisch vernommenen Frau Generaldirektor Köhler ver- tigen, dann hätte er sich beschwerdeführend an die Regierung fein Mittel, um seine Gegner zu vernichten. Es paßt auf den lesen. Diese hat ausgesagt, daß sie weder direkt noch indirekt zu wenden können. Der Angeklagte hat den Weg der Preise vor- Angeklagten der Bibelspruch:" Er hat Schlangengist auf seinen den inkriminirten Artikeln in Verbindung stehe. Sie habe nur, als sie hörte, daß ihr Mann als Stadtverordneten- Kandidat auf gezogen, und dieser Weg lag dem Angeklagten nahe, denn er war Lippen, den Weg des Friedens geht er nicht." Jedenfalls ist die Redakteur. Allein, hätte er blos die Absicht gehabt, Mißstände vom Herrn Staatsanwalt beantragte Strafe keine zu hohe. gestellt worden sei, einmal mit Fusangel eine Unterredung ge- zu beseitigen, dann hätte er die bezüglichen Artikel fachlich halten Vertreter der Nebenkläger, Rechtsanwalt Tewaag( Dortmund) habt und diesen gebeten, von dieser Kandidatur doch Abstand zu können. Im Uebrigen muß ich bemerken, daß der Angeklagte beleuchtete zunächst die einzelnen zur Anklage stehenden Beleidi sei. Fusangel habe erwidert: Nicht er, sondern die Bürger- schäzung schrieb, gar nicht in Bochum, sondern in Recklinghausen daß die volle Strenge des Gesetzes angewendet werde. Das Vorpartei habe die Aufstellung der Kandidatur bewirkt. Die Frage wohnte. der Zeugin, daß es sich doch nur um eine Gegenkandidatur dann die Beweisaufnahme für geschlossen. Baares handle, habe Fusangel bejaht. Sie( Zeugin) habe darauf war Redakteur eines Bochumer Blattes und war genöthigt, die leumber ist. In einem gegen den Angeklagten vor einiger Zeit Baares handle, habe Fusangel bejaht. Sie( Zeugin) habe darauf Interessen der Bochumer Bürgerschaft wahrzunehmen. Allein ergangenen Erkenntniß heißt es: Der Angeklagte hat sich als ein erwidert: Baare habe wohl ihren Gatten ſeit 20 Jahren mit die Bochumer Bürgerschaft hat eine solche Interessenwahrnehmung Mann erwiesen, dem es darum zu thun ist, seine Gegner in ſyſte grimmigem Hasse verfolgt, trotzdem wünsche sie nicht, daß ihr seinerseits keineswegs verlangt. Es wird zu prüfen sein, ob der matischer Weise zu verleumden und in der öffentlichen Meinung Mann gegen Baare kandidire, da ihr Vater ein sehr guter Freund 193 des Strafgesetzbuches dem Angeklagten zur Seite steht. herabzuwürdigen, es ist deshalb eine exemplarische Strafe geboten. Baares gewesen sei. Fusangel habe darauf erwidert: Baare ſei Abgesehen, daß schon der Inhalt der inkriminirten Artikel die Der Angeklagte hat sich jedoch trotzdem nicht gebeffert, sondern sein gar nicht werth, daß sie( Zeugin) sich so für ihn ins Zeug lege. Anwendung des§ 193 ausschließt, so läßt ein Reichsgerichts- frivoles Spiel weiter getrieben. Bezeichnend für das Verhalten Erst nach der Rede des Geh. Raths Baare im Rosthause habe sich ihr Erkenntniß hierüber keinen Zweifel. Der Staatsanwalt verlieft des Angeklagten ist sein Artikel in Nr. 200 der Westfälischen Mann zur Annahme der Kandidatur bereit erklärt. Es erscheint ein Erkenntniß, wonach der Presse tein größeres Recht bei dem Volkszeitung", in dem es heißt:„ Wir haben die Herren bloßgestellt, alsdann als Zeuge Polizei- Inspektor Böttcher: Es sei richtig, daß er Rügen öffentlicher Mißstände zustehe, als Privatpersonen. Bei mögen sie nun anfangen, was sie wollen, vor der öffentlichen im Jahre 1875 einem Bewerber um eine Polizei- Wachtmeister der Strafabmessung so fährt der Staatsanwalt fort wird Meinung sind sie gerichtet." Dies schreibt der Angeklagte gegen stelle in Bochum geschrieben habe; wenn er katholisch sei, habe im weiteren die Schwere der Beleidigungen zu berücksichtigen sein. ehrenhafte Männer, die ihr ganzes Leben in den Dienst des er wenig Aussicht. Es geschah dies aus Gründen der Parität, Der Angeklagte hat die Mitglieder der Einschätzungskommission öffentlichen Wohls gestellt und zwar auf Grund eines Materials, da zur Zeit in Bochum zwei katholische und ein evangelischer geradezu des Meineids bezichtigt und außerdem einer Reihe ehren- für das er eine Quelle nicht angeben kann. Ich halte daPolizei- Wachtmeister waren und gerade der evangeliche Polizei hafter Bürger, die zum Theil hohe amtliche Stellungen bekleiden, für, daß die beantragte Strafe eher zu niedrig als zu hoch geWachtmeister ausscheiden wollte. Auf Befragen des die schwersten Beleidigungen zugefügt. Der Angeklagte hat es griffen ist. Angeklagten Fusangel bekundet noch der Zeuge, daß auch nicht verschmäht, die Ehre seiner Mitbürger der öffentlichen Ver- Vertreter der Nebenkläger, Rechtsanwalt Dr. Schwering jetzt bei Besetzung der Stellen der Polizeibeamten die Parität achtung preiszugeben. Es ist ja nicht zu verkennen, daß der An-( Bochum) erörtert noch die speziell gegen seine Mandanten vorgewahrt werde. Der Angeklagte& us angel bemerkt noch, geklagte durch die Artikel des Herrn Dr. Rackwit gereizt worden ist liegenden Beleidigungen und fährt alsdann fort: Es ist bedauerdaß er durch Ausscheidung des Falles Baare vielfach in seiner und ich stehe nicht an, es auszusprechen: die Artikel des Dr. Rackwitz lich, daß in Bochum eine solche Klassenverhebung stattgefunden Vertheidigung beschränkt sei. Er wolle dies betonen, ohne einen müssen von jedem anständigen Menschen ebenso verurtheilt werden, hat. Der Gerichtshof wird bei Beurtheilung des Falles in Bebeſtimmten Antrag zu stellen.- Der Präsident erklärt als als diejenigen des Angeklagten. Dieser Umstand allein dürfte tracht ziehen müssen, daß es auf eine Verhehung der Arbeiter als mildernd in Betracht kommen. Im Uebrigen dürfte zu er gegen ihre Arbeitgeber, der Armen gegen die Reichen abgesehen Es beginnen die Plaidoyers. Staatsanwalt Sandmeier: wägen sein, daß die inkriminirten Artikel von persönlichem Haß war. Niemand konnte sich in Bochum mehr des Abends zu Bett Die Angeklagten sind der wiederholten verleumderischen Beleidi- erfüllt waren. Es kommt ferner in Betracht, daß der Angeklagte legen, ohne zu befürchten, am andern Morgen in der Westfäligung und Aufreizung der verschiedenen Bevölkerungsklassen zu Fusangel schon 29 Mal vorbestraft ist. Die§§ 185 und 186 des schen Volkszeitung" sich aufs ärgste verunglimpft zu fehen. Es Gewaltthätigkeiten im Sinne des§ 130 des Strafgesetz- Buches Strafgesetzbuches, die hier in Betracht kommen, gestatten dem ist dabei zu erwägen, daß die Zeitung des Angeklagten in allen beschuldigt. Vor gelehrten Richtern habe ich nicht nöthig, noch Richter die Wahl zwischen Geld-, Haft- und Gefängnißstrafe. Arbeiterkreisen Bochums gelesen wird. Wenn diese Arbeiter nun einmal alle inkriminirten Artikel einzeln anzuführen, die Herren Von einer Geldstrafe wird schon deshalb Abstand genommen lesen, daß ihre Arbeitgeber als Gauner und Schufte in einer Richter haben ja zweifellos der Verhandlung mit gespanntester werden müssen, da eine solche nicht den Angeklagten, sondern öffentlichen Beitung gebrandmarkt werden, die nicht zwischen Aufmerksamkeit gefolgt. Ich will dem Angeklagten zugeben, daß nur die Aktionäre der Märkischen Vereinsdruckerei treffen würde. Mein und Dein zu unterscheiden wissen u. s. w., dann ist doch die Preßfehde in Bochum zum Theil durch die Haltung des Herrn Die Verhandlung hat keinen Zweifel gelassen, daß der Angeklagte der soziale Friede aufs höchste gefährdet. Ich verhehle nicht, Dr. Radwig im„ Rheinisch- Westfälischen Tagebl." einen so gereizten nicht blos das Bewußtsein, sondern auch die Absicht der Beleidi- daß auch auf der Gegenseite start gesündet worden ist. Unser Charakter angenommen hat, jedenfalls hatte sie einen die Kon- gung gehabt hat. Die Strafe wird aus allen diesen Gründen Herrgott hat uns in Bochum mit der Zuchtruthe einer feffionen gegenseitig in hohem Maße verhetzenden Charakter. eine hohe sein müssen. Die Strafabmessung bezüglich des Anzügellosen Presse heimgesucht, so daß wohl jeder anständige Die inkriminirten Artikel sind in verschiedene Serien einzutheilen. geklagten Lunemann möchte ich am liebsten dem hohen Gerichts- Bochumer Bürger an diese Presse gedacht hat, wenn er beim Vaterunser Die erste Serie bilden die betreffs der Steuereinschätzung. Die hofe anheimstellen. Von dem Angeklagten Lunemann wissen wir den Sah aussprach:" Herr, erlöse uns von dem Uebel." Nach Beweisaufnahme hat ergeben, daß in der. That eine Reihe von blos, daß er als verantwortlicher Redakteur der„ Westfälischen einer fürzen Pause nimmt das Wort, Vertheidiger Rechtsanwalt Personen weit unterschäßt waren. Von 135 hier vernommenen Boltszeitung" mit auf der Anklagebant fist. Er ist während der Dr. Wallach( Effen): Meine Herren! Nachdem vier Ankläger Beugen haben 40 bekundet, daß sie erheblich unterschätzt sind, ganzen Verhandlung nur ein einziges Mal hervorgetreten, indem in der Weise, wie es geschehen, gegen den Angeklagten aufgetreten allein die Behauptung des Angeklagten, daß nur die der evan- er an einen Zeugen die Frage richtete: weshalb er eigentlich den Straf- find, könnte man unter Umständen zu der Ansicht gelangen, es gelischen Konfession und nationalliberalen Partei angehörenden antrag gestellt habe. Im Uebrigen ist er ein durchaus harmloser Mensch, werde der Vertheidigung der Muth fehlen, ihres Amtes zu walten. Bürger zu niedrig eingeschätzt seien, hat sich nicht bestätigt. Es cine Null in diesem Prozesse. Er ist nur ein einziges Mal vorbestraft Wenn ich die Wahrheit sagen soll, dann muß ich bekennen, daß ist richtig: von den 40 Personen, die erheblich zu niedrig ein- und wenn man noch seine Jugend in Betracht zieht, dann wird mich im Gegentheil die Ausführungen der Herren Ankläger nur geschäßt waren, waren 30 evangelisch und 10 katholisch, bezw. Lunemann in bedeutend milderem Lichte zu beurtheilen sein, als ermuthigt haben. Die Herren Ankläger, den Herrn Staatsanwalt nationalliberal und ultramontan. Wenn man erwäge, daß von der Angeklagte Fusangel. Ich beantrage gegen Fusangel 2 Jahre, scheide ich aus, sind nämlich in den Fehler verfallen, den sie den 500 Einkommensteuerzahlenden Cenfiten 300 evangelischer gegen Lunemann 1 Jahr Gefängniß. gerade dem Angeklagten zum Vorwurf machen. Auch die Reden und 200 katholischer Konfession waren, dann kann es nicht auf- Vertreter der Nebenkläger, Justizrath Schult( Hagen): der Herren Ankläger sind von dem Vorwurf der Maßlosigkeit und fallen, daß die Mehrzahl der Unterschätzten der evangelischen Obwohl wir die Interessen sämmtlicher Nebenfläger einheitlich dem Mangel an Objektivität nicht freizusprechen. Ich will mit Konfession angehörte. Es wird nun aus Anlaß dieser Vortomm- vertreten, so hatte ich es doch in erster Reihe übernommen, das den Herren Anklägern nicht richten über die Angriffe, die sie nisse der Steuereinschätzungskommission der Vorwurf der Partei Interesse des Herrn Geh. Kommerzienraths Baare zu vertreten. gegen den Angeklagten geschleudert haben, da ich überzeugt bin, lichkeit, Pflichtverletzung u. f. w. gemacht. Die Beweisaufnahme Jch that das, weil mir Herr Geh. Kommerzienrath Baare seit daß der Gerichtshof den Angeklagten lediglich nach den Ergeb hat jedoch ergeben, daß die Einschäßungskommission nach langen Jahren als ein Ehrenmaun, als ein Mann von edler nissen der Beweisaufnahme beurtheilen wird. Ich billige auch bestem Wissen und Gewissen, ohne Ansehen der Partei Menschenfreundlichkeit und Bravheit bekannt ist. Ich bedaure feineswegs die Art, mit der der Angeklagte die hier aufgehandelt hat. Die Beweisaufnahme hat ferner ergeben, daß es deshalb um so mehr, daß infolge eines Ueberfalls, den der An- getretenen Beugen beleidigt hat. Allein, so lange man ihm nicht Der Einschäzungskommission ungemein schwer war, sich das nöthige geklagte Fusangel am Schlusse des fünften Verhandlungstages nachweisen kann, daß er wider besseres Wissen gehandelt hat, Material zu verschaffen. Es kommt hinzu, daß die Einschätzungs- gegen Herrn Geh. Rath Baare unternahm, die von demselben muß man eben annehmen, daß er das, was er behauptete, fommission nur stets einige Tage im Monat März Sizungen ge- gestellten Strafanträge ausgeschieden werden mußten. Ich be- geglaubt hat und ehe man ihm nicht etwas anderes halten habe. In gleicher Weise wie der Einschäßungskommission Dauere das um so mehr, da der ganze Haß des Angeklagten Fus- nachweisen kann, muß man annehmen, daß er der Meinung war es der Einschätzungskommission für Forensen schwer, sich angel sich hauptsächlich gegen meinen Mandanten, den Herrn war, berechtigte Interessen zu vertreten. Es ist aber auch zu das erforderliche Materiai zu verschaffen. Eine zweite Serie der Geh. Rath Baare, gerichtet hat. Nach meiner Auffassung ist es berücksichtigen, daß der Angeklagte so handelte, weil er das, was Auflage bilden Beleidigungsartikel. Dem Bergrath Dr. Schult verkehrt, anzunehmen, daß es sich hier um einen fonfessionellen er von dem Geheimen Nath Baare behauptete, für wahr hielt, wird Selbstfucht und ferner vorgeworfen, daß er nicht zwischen oder politischen Streit handelt. Weder die nationalliberale Partei, und so lange nicht das Gegentheil von diesen Behauptungen erMein und Dein zu unterscheiden verstehe. Diese schweren Be- noch die Zentrumspartei, noch irgend eine Konfession wird aus wiesen ist, wird der Gerichtshof genöthigt sein, nach dem Grundleidigungen erhob der Angeklagte nur deshalb, weil Herr Berg- diesem Prozeß einen Vortheil ziehen, die Ausbeute von der fake In dubio pro reo" ihn von diesem Standpunkte aus zu rath Dr. Schultz zu niedrig eingeschäßt war. Dem Zeugen ganzen Sache fällt der Sozialdemokratie in den Schooß. Wer die beurtheilen. Der Gerichthof wird nicht umhin können, den AnGenerotzki hat der Angeklagte den versteckten Vorwurf gemacht, sozialdemokratischen Blätter in den letzten Tagen gelesen hat, wird das geklagten zu glauben, daß, wenn er das, was er von Baare erdaß er sich in seiner Stellung als Bureauchef des Bochumer Behagen nicht vermißt haben, mit der dieser Prozeß beurtheilt fahren, nicht für wahr gehalten, er ganz anders geschrieben hätte. Vereins habe bestechen lassen. In diesem Sinne haben die ver- worden ist. Jeder Mann, welcher Partei und welcher Konfession Daß dem Angeklagten der§ 198 des Strafgesetzbuches zu statten schiedensten Zeugen die Bemerkung in der Westfälischen Volks- er auch angehören mag, wenn er ein Interesse an der Erhaltung kommt, wird kein Jurist bezweifeln. Das vom Herrn Staatszeitung" betreffs der zufälligen Einnahmen" verstanden. Dem der Religion und der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung hat, anwalt verlesene Reichsgerichts Erkenntniß hat durchaus nichts Generaldirektor Frielinghaus hat der Angeklagte Selbstfucht, muß das Verhalten des Angeklagten aufs schärfste verurtheilen. Neues ergeben. Es ist der alte Grundsatz, daß der Presse kein Ungenirtheit u. s. w. vorgeworfen. Der Angeklagte behauptet Die Religion, die nach einem Ausspruch des hochseligen Raisers größeres Recht zusteht, als Privatpersonen. Daß der Angeklagte allerdings, daß diese Aeußerungen nicht dem Generaldirektor Wilhelm I. dem Bolle erhalten werden soll, hat durch diesen ein persönliches Interesse an der Art der SteuereinschätzungsFrielinghaus, sondern Herrn Rath Baare ge- Prozeß feinen Vortheil gehabt, aber erheblichen Schaden erlitten. Verhältnisse in Bochum hatte, wird ihm kein Mensch bestreiten. golten haben. Der Zusammenhang des inkriminirten Artikels Wir haben es hier also nicht mit politischen oder fonfeffionellen Der Angeklagte war Bochumer Bürger und fühlte sich jedenläßt jedoch keinen Zweifel, daß die Beleidigungen sich auf den Gegenfäßen, sondern mit einem ganz bestimmten Typus zu thun, falls durch die zu hohe kommunale Belastung gedrückt; er Generaldirektor Frielinghaus beziehen. Eine fernere Serie von Der Angeklagte Fusangel trieb ein frivoles Spiel. Er benützte fagte sich: wenn die Wohlhabenden höher eingeschäßt werden, Artikeln betrifft die Angriffe auf die städtische Armenverwaltung. die Religion blos als Deckmantel. Ihm galt die Ehre seiner dann könnte für den Mittelstand und die Besißlosen eine EntEs find in diesen Artikeln dem Herrn Oberbürger- Mitbürger nichts, es fümmerte ihn nicht, ob er durch sein Auf- lastung eintreten. Der Umstand, daß er seiner franken Frau und meister Bollmann und dem Herrn Bürgermeister Lange Vorwürfe treten den öffentlichen Frieden gefährdet. Er beabsichtigte nicht, Kinder wegen im Sommer einmal in Recklinghausen wohnte, ärgster Pflichtverletzung gemacht. Einen Beweis für die Wahr- Mißstände aufzudecken, denn dann wäre sein Auftreten ein anderes kann wohl ernsthaft nicht in Betracht kommen. Der Angeklagte heit seiner Behauptungen hat der Angeklagte nicht erbracht. Eine gewesen, er hat die ehrenhaftesten Bürger, die ihre Arbeitskraft war jedenfalls Bochumer Bürger und war auch Repräsentant fernere Serie von Artikeln Stadtverordneten in den öffentlichen Dienst gestellt haben, in schmählichster Weise einer großen Druckerei, die einmal einen großen Steuerprozeß geVersammlung und dem Magistrat den Vorwurf, daß sie sich von beschimpft und verleumdet. Seine Angriffe, die er aus dem führt hat. Aber man handelt auch in Wahrnehmung berechtigter dem Bochumer Verein beeinflussen lassen. Die Beweisaufnahme Hinterhalt auf die anständigsten und ehrenwerthesten Bürger Interessen, wenn man die Interessen Anderer wahrnimmnt. Es hat ergeben, daß weder ein solcher Einfluß geherrscht habe, noch Bochums schleuderte, athmeten den Geist der Bosheit und der ist doch anzunehmen, daß sich bei dem Angeklagten eine Anzahl überhaupt von dem Bochumer Verein versucht worden sei. Im Rachsucht. Und was hat der Angeflagte bewiesen? Es ist Leute, die sich zu hoch besteuert glaubten, beschwerten. Der Herr Anschluß hieran wird den Herren Stegemann, Mummenhoff, richtig, es haben zu niedrige Einschätzungen in Bochum stattgefunden. Staatsanwalt sagte: der Angeklagte hätte sich beschwerdeführend Matthien, Tegeler u. s. w. der Vorwurf gemacht, daß sie ihre Allein Herr Oberbürgermeister Prenzel, der als Gutachter an die königliche Regierung wenden können. Allerdings, der Stellung in der städtischen Verwaltung benutzten, um im Inter- hier vernommen wurde, hat uns gesagt: Das, was in Bochum Angeklagte hätte seine Beschwerden auch in einer Volksversammesse des Bochumer Vereins zu wirken. Irgend ein Beweis hierfür vorgekommen ist, ist durchaus nichts Exorbitantes, er sei nicht lung vorbringen können, er hielt aber den Weg mittelst der Presse ist nicht erbracht worden. Der Angeklagte nennt den Zeugen sicher, daß in Hagen und anderen Städten ähnliche Dinge passiren für den geeignetsten. Und wenn die Herren Ankläger sagen, der Matthien den Zeromonienmeister aus dem Hofstaate des Herrn können. Wäre es dem Angeklagten um die Abstellung von Miß- Angeklagte wisse seine Quellen nicht anzugeben, so erwidere ich: Baare. Der Angeklagte sagt nun: er habe mit allen diesen ständen zu thun gewesen, dann hätte er sich auf eine sachliche seine Quelle war die öffentliche Meinung, die vox populi. Und Artikeln nur den Geh. Rath Baare treffen wollen. Wenn der Erörterung beschränkt. Allein abgesehen von den persönlichen die Verhandlung hat zur Genüge ergeben, daß, wenn sich auch Angeklagte einen Haß gegen Baare hatte, dann hätte er diesen Ehren tränkungen, hat es der Angeklagte mit der Wahrheit auch der Angeklagte zum Theil geirrt, diese vox populi recht gehabt angreifen sollen, die anderen Personen hatten doch ledig- feineswegs genau genommen. So hat er z. B. den Geheimrath hat. Daß der Angeklagte nur aus Standalsucht gehandelt hat, lich mit Herrn Baare die gleiche Gesellschaftsstellung und Baare drei Mal, ben Generaldirektor Frielinghaus 18 Mal zu um eine Klassenverhetzung herbei zu führen, ist dem Angeklagten dieselbe politische Parteistellung gemein. Es ist außerdem die hoch geschätzt. Aehnlicher Uebertreibungen hat sich der Angeklagte nicht nachgewiesen worden. Der Angeklagte schreibt: die Art, Anflage wegen Verlegung des§ 130 des Straf- Gesetzbuches er- noch bei einer ganzen Reihe anderer Personen schuldig gemacht. wie von gewissen Arbeitgebern verfahren wird, entspricht nicht Es ist ja kein Zweifel, daß eine Klassenverheßung G3 war eben dem Angeklagten lediglich darum zu thun, die Ar- der Sozialpolitit unferes Kaisers. Der Angeklagte rügte stattgefunden hat und daß eine Gefährdung des öffentlichen beiter gegen die Großfapitalisten in einen feindlichen Gegensatz Mißstände und schlug gesetzliche Mittel zur Abhilfe vor. Ein Friedens in der Stadt Bochum zu befürchten war. Dieser Meizu bringen. Die Presse hat eine große Macht, wer diese Mucht solches Verfahren kann man doch nicht als eine Umsturzbestrebung nung ist ja auch das Oberlandesgericht zu Hamm gewesen. Es aber in der Weise, wie der Angeklagte es gethan, mißbraucht, bezeichnen. Daß die gegenwärtige Verhandlung eine solch große ist die Verhandlung vor die Straflammer zu Essen verwiesen der verdient eine schwere Strafe. Die Strafe muß um so Aufregung hervorgerufen hat, ist doch nicht Schuld des Auworden, weil man in Bochum aus Anlaß der Verhandlung eine schwerer sein, wenn man erwägt, daß in der Stadt Bochum die geklagten, sondern eher der Herren Nebenkläger, die durch ihre hoben. Geh. macht der nißvollen Weise die Verwandlung des 50- Markscheins in einen mit der Summe von 410 M. unterstützt wurden. Den Bericht 20- Markschein vor sich gegangen sein könnte, was aber beim besten der Arbeitsnachweis- Kommission gab Kollege A. Schulz. Willen nicht gelang. Jedenfalls reichte der Verdacht gegen den Stellungsuchende waren vom 25. Januar bis 1. Juni 97 Drucker Angeklagten so wenig aus, daß seine Freisprechung auf den An- und 11 Lithographen. Davon konnte nur 331/3 Stellung nachtrag des Staatsanwalts erfolgen mußte. gewiesen werden. Bedeutend mehr Stellungen hätten nachgewiesen werden können, wenn verschiedene Kollegen bas ,, Budenabklappern" unterließen. Durch diese Gleichgiltigkeit hatte der Arbeitsnachweis sehr zu leiden. Bemerkenswerth ist auch, daß ein Kollege von einer Firma, wo er vom Arbeitsnachweis hin geschickt wurde, zurückgewiesen wurde, und einzig und allein darum, weil er Jude war. Strafanträge das gegenwärtige Verfahren veranlaßt haben. Im üerigen bin ich der Meinung, daß alles, was außerhalb des Gerichtssaales vorgeht, uns gar nicht tangiren kann. Wir haben es hier lediglich mit dem Ergebnis der Beweisaufnahme zu thun. Da man jedoch hier eine Anzahl Dinge von außen in die Verhandlung gezogen hat, so erlaube ich mir auf einen Artikel aus Der Nationalliberalen Korrespondenz", ein jedenfalls nicht im Ein Straßenkampf zwischen einem Gläubiger und seinem Geruch der Klassenverhebung stehendes Organ hinzuweisen, das Schuldner lag einer Anklage wegen Bedrohung und Be über die Pflichten der Steuereinschätzungskommission ähnlicher leidigung zu Grunde, welche geſtern den Maurermeister Meinung als der Angeklagte ist. Der Abg. Rickert äußerte sich Becker vor das hiesige Schöffengericht führte. Der Klempner dieser Tage, daß Leute von exponirter Stellung, wenn auch nicht meister Pickenhagen hatte eine vollstreckbare Forderung gegen den die gesetzliche, so doch die moralische Verpflichtung hätten, sich zu Angeklagten in Händen und hatte am 25. November beschlossen, Den Bericht der Rechtschuhkommission gab Kollege Preus. melden, wenn ihre Einschätzung hinter ihrem wirklichen Ein- dieselbe mit Hilfe eines Gerichtsvollziehers einzutreiben. An Die Kommission hatte vom April vorigen Jahres bis jetzt neun kommen in solch grellem Kontraste steht. Ich bin der Meinung jenem Tage hatte sich der Angeklagte gerade zur Jagd gerüstet Slagen zu führen. Hiervon sind 2 Klagen gewonnen worden noch größer ist eine solche Verpflichtung bei Mitgliedern und in vollem Jagdkostüm in der Invalidenstraße eine Droschte und 2 sind noch schwebend. von Einschätzungskommissionen und bei großen Arbeitgebern. bestiegen. Nach kurzer Zeit nahm er wahr, daß sein Gefährt von Den Bericht der Unterstüßungskommission gab Kollege Brall. Lettere müssen sich sagen, daß eine zu geringe Ein- zwei Menschen verfolgt wurde; die Droschke wurde zum Stehen Die Einnahme für die letzte Matinee betrug 513,20 M., Bestand schätzung ihrerseits nur auf Kosten ihrer Arbeiter ge- gebracht und an der einen Seite des Verschlages tauchte vom 11. November 462,50 M., Summa 975,70 M. Ausgabe schehen kann. Herr Kollege Tewaag stellte die Frage Ser Gerichtsvollzieher, an der andern der ungeduldige 839,75 M. Bleibt Bestand 135,95 M. Den Bericht über die auf: Was geschehen wäre, wenn Fusangel Vorsitzender der Ein- Bläubiger auf, welcher höhnisch in die Droschke hineinricf: Nee, Bibliothek gab Kollege Wendel, Der Gesammtbestand der Bischätzungskommission gewesen wäre? Dann wären vielleicht Jungeken, heute geht's nicht auf die Jagd, sondern nach Moabit!" bliothek besteht aus 62 Bänden. Hiervon sind 13 Bände noch ausUeberschätzungen vorgekommen, gegen die reklamirt werden Daß die Szene, welche darauf folgte, feine friedfertige war, ist stehend, und ein Band( Karl Mary Kapital) fehlt. Dieses Buch fonnte. Der Vertheidiger betont im Weiteren, daß nach einent erklärlich. Es kam zu einem lebhaften Kampfe, in deffen Verlauf hat der Kollege Sorowski, derselbe ist nirgends ausfindig zu Ministerialreskript die Handelsbilanz nicht als Grundlage der der Jägersmann seinen Hirschfänger gezogen und seinen un- machen und hiermit werden noch einmal sämmtliche Kollegen Besteuerung angesehen werden dürfe. Wenn die Einschäßungs- bequemen Gläubiger mit Erstechen bedroht haben soll. Der gebeten, wer dessen Adresse weiß, unverzüglich dieselbe mitzuKommission einwende, daß es mehrerer Tage bedurft hätte, um Staatsanwalt beantragte für diesen Exzeß eine Geldstrafe von theilen. Auch wurde hierzu eine Resolution angenommen, daß die Bilanz des Bochumer Vereins zu prüfen, so sei das jedenfalls 150 Mart, der Gerichtshof hielt es aber mit dem Rechtsanwalt sämmtliche Bücher innerhalb 14 Tagen abzuliefern sind, widrigenkein Grund, diese Prüfung nicht vorzunehmen. Der Vertheidiger Dr. Ivers für begreiflich, daß ein solches Intermezzo auf offener falls wird gegen die Restanten gerichtlich eingeschritten werden. beleuchtet in eingehender Weise das Ergebniß der Beweis- Straße einen zur fröhlichen Jagd fahrenden Menschen in große Sollege Böte giebt nun hieran den Bericht über die„ Gr. Presse". Die aufnahme und bemerkt, daß dem Angeklagten der Wahrheits- Erregung bringen müsse und er bemaß daher die Strafe nur auf Einnahme betrug 421,50 m., die Ausgabe 435,13 M., bleibt ein beweis im Allgemeinen gelungen sei. Er( Vertheidiger) müsse 50 Wt. Geldbuße. Versammlungen. " " das Defizit von 14,37 M. Dies Defizit wäre nicht, hätten sämmt liche Kollegen bezahlt, da nun auch sogar noch ein Theil das vierte Quartal vorigen Jahres nicht bezahlt hat, so verlangte die Versammlung deren Namen zu wissen. Dieselben wurden verlesen. Kollege Friedewald giebt nun den Bericht über die bisherige " Am Sonntag, den 7. Juni, hielt der Arbeiter- Sängerbund feine Uebungsstunde im Feen Palast ab. Den ersten Theil: " Mahnruf" von Herwegh und das Lied der deutschen Arbeiter" Sirigirte Herr Biber, der zweite Theil: Bundeslied" von Blaufuß und das Arbeiterlied" von Fortschuß wurde Don es zurückweisen, daß der Angeflante unter dem Deckmantel der Religion Klaffenhaß habe erzeugen wollen. Der Angeklagte sei jedenfalls der Meinung gewesen, daß er eine gute That thue, daß er berechtigte Uebelstände aufdecke. Und ohne die heftige Polemik des Rheinisch- Westfälischen Tageblattes", durch die der Angeklagte gereizt worden, wären die Ausdrücke des Angeklagten Wie gelangen die Arbeiter am schnellsten zu ihrem Thätigkeit des Vereins während der letzten 8 Monate. Während jedenfalls nicht so maßlos gewesen. Er könne nicht für volle Biele, lautete das Thema, über welches ein Bergarbeiter, Namens dieser Zeit wurden 8 Versammlungen abgehalten; 51 Kollegen Freisprechung plaidiren, da in der Form wohl gefehlt worden, Kleinmann, öffentlich sprechen wollte. Bei dem hohen Interesse, ließen sich noch als Mitglieder aufnehmen. An Unterstützung allein mit Rücksicht auf die angeführten Umstände werden das allgemein gegenwärtig der Bergarbeiter- Bewegung in Arbeiter zahlte der Verein während dieser Zeit 1032,50 M. Die letzten dem Angeklagten mildernde Umstände nicht zu versagen sein. Vertheidiger, Rechtsanwalt Schunk- Bochum führt aus, daß etwas zu hören, war es nicht zu verwundern, wenn der große freifen entgegengebracht wird und da man vermuthete, hierüber Versammlungen waren mit der Auflösungsfrage beschäftigt. Die Abrechnung vom Winterfest des Fachvereins( 7. März 1891) feitens des Angeklagten eine Serie von Artikeln nicht beabsichtigt Saal bei Joël schon frühzeitig gefüllt war. Der Vorsitz wurde gab Kollege Schöpke. Die Einnahme betrug 122 M., Ausgabe war. Es sei darin ursprünglich gesagt, daß die kleineren Leute dem Genossen Engler übertragen. Wer aber bisher der Meinung 164,40 M. Bleibt ein Defizit von 42,40 m. gewöhnlich im Verhältniß zu den oberen Behntausend zu hoch war, vom Referenten eine Ansicht vertreten zu hören, sah sich Saalmiethe 3 M. zurückgegeben hatte, welche Kollege Schöpfe an Bu bemerken war hierbei noch, daß der Wirth von der besteuert sind. Dies sei auch von vielen Zeugen, die vernommen bitter getäuscht. worden sind, die den Kreisen der kleinen Handwerker, Handels- wohl felten Inhaltsloseres und dümmeres Zeug hat selten Jemand zu Tage gefördert. Der Herr die Expedition des Vorwärts" eingezahlt hat. Ferner daß Ieute 2c. angehören, flar gestellt worden. Diese haben bekundet, Kleinmann ist noch ein sehr junger Mensch, giebt an, zwei Kollegen trok wiederholter Aufforderung immer noch daß sie so besteuert waren, daß ein höheres Maß von Steuer Bergarbeiter zu sein und will schon zu Pfingsten beab nicht die Billets abgerechnet haben. Diefelben wurden ebenfalls ihnen unerschwinglich gewesen wäre. Der Vertheidiger geht zu sichtigt haben, in seiner Heimath seine neuen Lehren" zu ver- namentlich bekannt gemacht. dem konfessionellen Gebiet über und meint, daß Fusangel eigent- fechten, es sei ihm aber nicht möglich gewesen, weder in Bochum Da sich nun sämmtliche Angelegenheiten noch nicht endgiltig lich das konfessionelle Verhältniß nicht berührt habe. Es sei nicht noch in Essen zu diesem Behuf einen Saal zu erhalten und des au Ende führen ließen, wurde vorgeschlagen eine Liquidationsder Fall, daß der Angeklagte die Konfession in feine Artitel halb sei er nach Berlin gekommen.(!) fommission aus 7 Personen zu wählen. hineingetragen habe. Die öffentliche Meinung könne sich nicht Seine Vortragsweise ist derartig miserabel, daß die AuftragZur Liquidationstommission wurden folgende Kollegen ge dabei beruhigen, wenn sie höre, daß selbst Mitglieder der Ein- geber des Herrn sich erst fläglicherweiser vorher über seine Fähig- wählt: Schädlich, Schüß, K. Schulz, Brall, G. Müller, Wendel schätzungskommission zu niedrig eingeschäßt seien, und der Ange- feiten hätten vergewissern sollen: und Schülzke. Laut angenommener Resolution wird nun die tlagte habe den Ruf der vox populi gehört und geglaubt, bie Unzusammenhängend, stotternd, theilweise vollständig unver- Liquidationskommission beauftragt, sämmtliche Kollegen, welche Forderungen derselben vertreten zu müssen. Der Vertheidiger ständlich brachte der junge Mensch, eine demüthige, gottergebene noch Zahlungen an den Verein zu leiften haben, aufzufordern, verbreitet sich des weiteren über die Artikel des Rhemisch- Stellung einnehmend, die Hände vor dem Bauch gefaltet bis zum 15. Juni d. J. ihren Verpflichtungen nachzukommen, Westfälischen Tageblatts". Es set zwar erwiesen, daß Geheimer haltend, den Blick zur Erde gesenkt- monoton seine Ideen" andernfalls werden dieselben schonungslos im Vorwärts" und Rath Baare diesen Artikeln fernstehe, aber auch, daß der heraus. im Fachorgan" namentlich bekannt gemacht. Ferner hat die Bochumer Verein das Blatt subventionire, sowie daß Beamte" Friede auf Erden und dem Menschen sein Wohlgefallen, Kommiffion nach Abschluß ihrer Arbeiten eine Abrechnung im desselben Beiträge dazu geliefert haben. Der Bochumer Verein stehe begann er, so spricht der Herr( Gelächter). Diesen Vortrag habe" Vorwärts" und ebenfalls im Fachorgan" bekannt zu werden. danach in den engsten Beziehungen zum Rheinisch- Westfälischen ich schon zu Pfingsten in Essen und Bochum halten wollen, habe Tageblatt". Der Vertheidiger Rechtsanwalt Kohn( Dort- aber dort keinen Saal gefunden, deshalb bin ich nach Berlin Arbeiter Sängerbund. mund) weist die dem Angeklagten gemachten Vorwürfe der Schmäh- gekommen." sucht zurück. Fusangel habe nur den Zweck verfolgt, die Bochumer Nun folgt wahrscheinlich als Dankgebet dafür, daß er hier Steuerverhältnisse mit Rücksicht auf die in Aussicht stehende mit Gottes Gnade und Barmherzigkeit einen Saal Steuerreform flarzulegen. Das Rheinisch- Westfälische Tageblatt" und eine Zuhörerschaar gefunden, ein heiliges Lied habe ihn genöthigt, feine objektive Bolemit zu verlassen, und was er aus einem Gesangbuch auswendig herfagte; natürlich geht Herrn Gutau dirigiri. Jeder Sangesbruber und Genosse mußte er gethan und weshalb er so geschrieben, das gehe mit auf das dies unter allgemeinem Gelächter vor sich. zugeben, daß beide Dirigenten es in meisterhafter Weise verKonto des genannten Blattes. Er habe dabei ein System treffen" Ihr lieben Brüder, wir müssen zusammenhalten, daß wir standen hatten, das Lied des Arbeiters in jeder Hinsicht zu wollen, das sich für ihn nur benennen lasse mit dem Namen bei den nächsten Reichstagswahlen eine allgemeine nationale Ar- würdigen. Der große Saal war bis auf den letzten Play von Baare", gegen welches anzufämpfen einzig und allein feine Ab- beiterpartei(!) begründet haben und diese muß zusammenarbeiten Sangesbrüdern besetzt. Wenn man bedenkt, daß bei einer so ficht gewesen sei. Der Vertheidiger bespricht des weiteren die mit Seiner Majestät dem deutschen Kaiser, der sich als erster Ar- großen Masse, die hier vertreten, eine solche Ruhe und lautlose Bochumer Steuereinschätzung, bei welcher in unverantwortlicher beiter im Deutschen Reich bekannt hat. im Deutschen Reich bekannt hat.( Unterbrechungen). Stille herrschte, um die Angaben der Dirigenten zu befolgen, so Weise vorgegangen worden sei und wobei man auch nicht Wenn wir das haben, dann werden wir wieder zurückkehren in wird man zu dem Schluß kommen, daß die Lernbegierde und das unparteiisch gehandelt habe. Es habe sich in Bochum ein Gefühl das Reich Gottes, dann müssen wir aber auch thun, was schon Interesse jedes einzelnen Mitgliedes am Arbeiter- Sängerbund ein der Abneigung herausgebildet und aus dieser Abneigung sei auch Christus zu den Pharifäern gesagt hat, wir müssen dem Kaiser großes ist. Nach der Uebungsstunde fand eine Ausschußsizung die dort gehandhabte Abschätzung zu erklären, da dort die polis den Zins geben. Christus selbst hat es gesagt, daß er eine von statt, um die Wahl des Bundesdirigenten vorzunehmen. Zur tische Bus und Abneigung eine große Rolle gespielt habe. Der Ver- Gott eingesetzte Obrigkeit ist und dies müssen wir an- Wahl standen die Herren Loheit, Gutau und Biber. Bon diesen theidiger wendet sich gegen die Bochumer Armenpflege, bei welcher die erkennen, dann sind wir wahre Gotteskinder.( Gelächter, Rufe: erhielt Gutau die Majorität und ist demnach als Bundesdirigent Verwaltung gezeigt habe, daß sie nur das Gefühl hatte, sich einer Heilsarmee, große Heiterkeit.) Ich glaube, wir werden in dieser auf ein Jahr gewählt. Der Flöter'sche Gefangverein, welcher unangenehmen Pflicht zu entledigen. Vertreter der Nebenfläger, Beziehung Frieden haben, wenn wir uns national verbünden. den Beschlüssen des Bundes zuwider gehandelt hat, sollte aus. Rechtsanwalt Te waag, erklärt, daß er und seine Kollegen be- Ihr lieben Brüder, die wir uns alle zu Chrifti bekennen, laßt geschlossen werden, hat es jedoch vorgezogen, seinen Austritt schlossen haben, sich weiterer Bemerkungen zu enthalten. Derfelbe uns Christi treu bleiben und einig sein gegen den Teufel und selbst zu erklären. wendet sich alsdann gegen einige Ausführungen der Vertheidiger den Mammon, welcher mit heiligen Zungen Gift und Feuer Dr. Wallach und Kohn. Rechtsanwalt Dr. Schwering redet; wenn wir treu zu Christi halten, wird er uns zum Siege Der Fachverein der Puzzer hielt den 7. Juni feine regelerwähnt, daß nach seiner Kenntniß der Dinge bei der Steuer führen.( Unter schallendem, nicht enden wollendem Gelächter, mäßige Versammlung ab mit der Tagesordnung:" Stellungeinschätzung ganz normale Verhältnisse vorherrschend seien. Bertheidiger Rechtsanwalt Wallach behauptet, daß der Angeklagte ordnung über die Ausführungen überzugehen, da es der stürmisches Beifallklatschen.) Ein Genosse beantragte, zur Tages- nahme zum Zentralverband deutscher Maurer und Verschiedenes". Der Vorsigende sprach sich dahin aus, daß diese Tages vor Gericht nicht die unwahrheit gefagt und will die Thatsache Sozialdemokratie nicht würdig fei, über derartiges Beug in ordnung eigentlich nicht mehr am Blaze sei, denn es hätte jedes bestehen lassen, daß das" Rheinisch- Westfälische Tageblatt" das eine Diskussion einzutreten. Hierüber ließ der Vorsitzende Mitglied Gelegenheit genug gehabt, sich in dieser Frage zu herbeigeführt hat, was der Form nach dem Angeklagten vorge- jedoch gar nicht abstimmen, sondern ertheilte den ein- orientiren und dafür oder dagegen zu sprechen, doch soll es eine worfen wird. Was die Ausführungen Fusangel's über die Armen- gezeichneten Rednern das Wort. verwaltung betreffe, so beweisen dieselben, daß der Angeklagte ein Schlüter, Zubeil, Gefrois u. A., welche den Charakter der Aus- Bedenken noch flären lassen und damit man nicht später fagen Es sprachen die Genossen gewisse Loyalität gegen die Mitglieder sein, damit sich etwaige warmes Herz habe für die unteren Volksklassen. Der Vertreter der führungen unter allgemeiner Zustimmung genügend beleuchteten. kann, man habe die Kaze im Sack kaufen sollen. Nebenkläger Justitsrath Schulz bezweifelt, daß Fusangel vor Gericht Schließlich wurde Schluß der Diskussion angenommen, da die Redner nahm hierauf Stellung zur Tagesordnung. Er führte stets die Wahrheit gesagt habe.us angel: Bon seinen Neben- Versammlung glaubte, sich schon lange genug mit den inhalts- an, so lange das Sozialistengesez wie ein Damoklesschwert über flägern sei Gewicht gelegt worden auf seine Vergangenheit und losen Ausführungen des Referenten beschäftigt zu haben. uns gefchwebt, war unfere lokale Vereinigung wohl am Blaze. seine Vorstrafen, von denen sieben in die Kulturkampfzeit fallen. Als er nach Bochum kam, habe er Verhältnisse vorgefunden, wie faßte Resolution zur Annahme, welche sich u. A. mit der vom Partei- unfere Sonderstellung verschwinden, denn wir haben in den Es gelangte auch noch eine im sozialdemokratischen Sinne abge- Da wir uns jedoch jetzt freier bewegen fönnen, so muß auch sie ihm als unmöglich erschienen waren. Angeklagter illustrirt vorstand entfalteten Agitation gegen die Getreidezölle einverstanden letzten Jahren gesehen, daß die Lokalorganisation die harten Lohndie von den Vertretern der Nebenkläger an ihm geübte Kritik. erklärte. Weiter beschloß man, auf dem Gesundbrunnen fämpfe nicht mehr durchfechten kann, weil das Kapital fich Sein Zweck sei nur gewesen, die mißlichen Verhältnisse, wie er nur das Knebel'sche Botal zu besuchen, da un 3 überall nicht nur national sondern international verbunden hat. fie in Bochum gefunden, mit beseitigen zu helfen und er sei nur nur dies allein zur Verfügung Die In der Diskussion führte Kollege Dähne aus, daß wir nicht in den bemängelten Ton infolge der Angriffe des Rheinisch- West- Tellersammlung wurde fortgesetzt und es soll der Ueberschuß den länger mehr die manchem Kollegen so lieb gewordene Kastenfälischen Tageblatts" verfallen. Er sei sich voll bewußt, daß er gemaßregelten Bergarbeitern überwiesen werden. stellung einnehmen könnten, sondern wir müßten uns der Bender Form wegen Strafe verdiene, aber andererseits sei er sich auch dessen bewußt, daß dieselbe anders lauten werde, als im hervor, welcher sich, wenn er auch nicht direkt Ginberufer war, die Agitation auf das flache Land zu verlegen, damit unsere Große Mißbilligung rief das Verhalten des Genossen Engler tralisation anschließen. Vermöge derselben sei es eher möglich, Sinne des Herrn Staatsanwalts und der Vertreter der Neben- so doch sehr für das Zustandekommen der Versammlung inter- Brüder auch etwas aus ihrer Lethargie aufgerüttelt werden. Kläger. Darauf verkündet der Präsident, daß das esfirt hatte, obwohl er vorher schon über die Ten- Kollege W. Raßner führte gegen die Zentralisation die Urtheil am Freitag, den 19. d., Nachmittags 4 Uhr, verkündigt benz des des Vortrages einigermaßen orientirt war. Be- Polizei ins Feld, indem er meinte, sie würde leicht in der Lage werden soll. sonders scharf wurde aber noch gerügt, daß er dem sein, die Vereinigung zu sprengen, da es doch nicht ausgeschlossen Herrn Kleinmann 15 Mart im Voraus gegeben hatte, als Gr- fei, daß Redner in den Verbandsversammlungen Politit treiben Der vierten Dimension scheint der Thäter einer Unterstattung der Unkosten. Die Genossen Zubeil und Fähse nahmen würden. Kollege Diedrich trat dem energisch entgegen, die Polizei fchlagung anzugehören, mit welcher sich gestern das hiesige bies zum Gegenstand einer scharfen Ruge für den Vorsitzenden. sei jederzeit in der Lage, eine Vereinigung zu verbieten. Wenn Schöffengericht zu beschäftigen hatte. Der in der Markgrafen Genosse Bubeil führte mit Recht aus, daß die Arbeiter gar keine dann jedoch die Vereinigung im Herzen jedes Kollegen straße wohnende Theateragent Bernhard erhielt eines Tages von Veranlassung hätten, irgend einem fremden Menschen, der unauffäße, wäre es ein Leichtes, einen neuen Verein einer Schauspielerin einen gewöhnlichen Brief zugestellt, in gefordert plöglich auftrete, feine Unkosten zu erseyen; in Butunft zu gründen. Kollege Buchholz führte aus, daß die Arbeitgeber welchem sich ein mittelst Klebestoffes befestigter Fünfzigmarkschein möge man bei derartigen Anlässen vorsichtiger sein. befand. Der Postbote bestellte den Brief aber irrthümlich an einen in demselben Hause wohnhaften Kaufmann gleichen Namens ste he. durch die soziale Gesetzgebung z. B. durch die Unfallversicherung zum Zusammenhalten getrieben worden sind; sie haben später Geschmack daran gefunden und haben sich durch Zirkulare gegen feitig gegen die Arbeiter verständigt, und es mußte eines jeden Kollegen Bestreben sein, für den Zentralverein zu wirken; was den Kostenpunkt betrifft, so könne Redner nur erklären, daß alle Kollegen, welche dem Fachverein angehörten und sich an den Sammlungen des Generalfonds betheiligt haben, event. den Grundstein halten, um die Hälfte billiger wegkommen. Der Fachverein der Steindrucker und Lithographen und als dieser den Brief öffnete, sah er sofort, daß hier ein Jrr- hielt am 4. d. Mts. feine letzte Versammlung ab. Kollege Böfe thum vorlag, er nahm auch oberflächlich wahr, daß Geld in dem eröffnete die Versammlung. Vor Eintritt in die Tagesordnung Brief lag und sorgte auch dafür, daß letterer an seine richtige legten die Kollegen Friedewald und Schöpfe ihr Amt als Vorstands Adresse gelangte. Immerhin war darüber eine kurze Zeit vergangen, mitglied nieder, da dieselben in den Borstand der Filiale der während welcher der Brief mit dem Gelde auf seinem Tisch gelegen Steindrucker gewählt wurden. Zur Leitung der Versammlung hatte. Der Theateragent B. fand nun in dem Brief nur einen wurde Stollege Friedewald gewählt. Zunächst macht derselbe be Zwanzigmarkschein, welcher auch nicht festgeklebt war, da aber fannt, daß im verflossenen Monat Kollege Freese verstorben ist. über die Summe selbst der Brief keine Andeutung enthielt, so fiel Die Versammlung ehrt den Verstorbenen durch Aufstehen von den angenommen:„ Die heutige Versammlung der Buzzer Berlins und Hierauf wurde folgende Resolution mit großer Majorität ihm dies nicht auf und erst nach einigen Wochen erfuhr er zu Blägen. Zum ersten Punkt gab an Stelle des tafsirers Kollege Umgegend erklärt sich mit der von der öffentlichen Versammlung fällig von der Schauspielerin, daß dieselbe in Wahrheit einen Schädlich den Kassenbericht. Die Einnahme von April bis Juni der Butzer gefaßten Resolution einverstanden und verpflichtet sich, 50- Martschein beigelegt hatte. Die Staatsanwaltschaft erhob betrug 461,34 M. Bestand vom zweiten Quartal 233,79 M. dem Zentralverband beizutreten." darauf hin gegen den Kaufmann B. die Anklage der Unter- Summa 695,13 M. Die Revisoren bestätigten, Bücher und Kasse Nachdem dann noch fünf Unterstüßungsgesuche mit je 20 M. schlagung, gegen welche derselbe sich mit Erfolg verwahrte. in Ordnung gefunden zu haben. Dem Kassirer wurde einstimmig bewilligt waren, wurde die Versammlung mit der Mittheilung, Staatsanwalt, Richter, Schöffen und Bertheidiger gaben sich nun Decharge ertheilt. Stollege Böke macht bekannt, daß vom die Mitglieder möchten in nächster Zeit die Säulenanschläge gestern redlich Mühe, möglichst zu ergründen, in welcher geheim- 20. März bis 22. Mai 29 hilfsbedürftige Kollegen insgesammt ins Auge fassen, geschlossen. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. 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