Morgenausgabe Nr. 7 A4 45. Iahrgang ÜBöifcenüHS<0-l-n-illch K— S«l(tismart im Boraus joilbat. Umn Slrrifboiti) im An» und tüis. lanfi iM Jlridirmarl pro SKonat • fei.OarmArts* mtl»et tHuftner» ten Sonntogsbrtlag«.SoU und fomir den»riloarB Jljtterboltun» und Wl?«n'.aus ti« gilmmtlr .GtodtbrilaB»*.graunillmm»*, ,Xm Rlnbcrfrenni'.Jugrnd-Aar» Barts*.Blick m dir Büchrnnrlt*'. �uliurortrtt* und Jlsdintf* trfdjtint wochenichglich srut.mal, eonnlogs und WontugS einmal VerUner VowSbiatt Oonnersiag 5. Januar 1928 Groß-Äerlin 10 Pt* Auswärts 15 pf. Sie etuipaltlgc NanpareiNezelle 80 Blennlz ReName, eile 5.— Reichsmark.Stlctne Anzeigen" das iettgr- druckte Wart 25 Mennig IzuISINg zmei iettaedruckte Wanci, iede» weilere Wart >2 Pfennig Slellengriuche das erfte Wart 15 Pfennig, icdes weitere Wart 10 Pfennig Warle übet 15 Buchfladrn zählen für zwei Worte Hrteitsmarft Peilt 60 Mennig Famiiianzeigen für Äbannenlen Zeile 40 Pfennig, Anzeigen» annahmt im chaupigefchafi Linden. itraheA. wachentagi aan S'/j bis 17 Uhr. Jemrawvgan der«Sozialdemokratische« Partei Deutschlaads Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhofs VZ— Z97 Telegramm-Sdr: Sozialdemokrat Berlr» Dorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Verlin 37 SSK— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellte« nnd Beamten Wallstr. KS, Dtikonio-Gesellschost. Depositenlasie Lindenstr 3 Unschuldig hingerichtet! Oer Vater wegen Mordes au seinem Kinde enthauptet!- Später gesteht die Großmutter die Täterschast! Vor ewiger Zeit wurde die deutscke Oesfenllichteit mit einem Justizverfahren bekanntgemacht, das den dringen- den Verdacht derL)inrichtungeines Unschuldigen mahrscheinlich machte. Zs handelt sich um einen polnischen Arbeiter Iakubowski. der von einem Emmingerschen Schwurgericht zum Tode verurteilt und am 26. Februar 1S2V hingerichtet wurde. Dazu wurden von dem Sekretär der Liga für Menschen- rechte. Surt Großmann, im Februar vorigen Jahres im„Vorwärts� folgende Einzelheiten mitgeteilt: In Pallingen, einem SauernJhorf in der Heide im Lande Roste- bürg sWecklendurg-Strelist). verschwindet im November des Jahres 1924 der vier Jahr« alte uneheliche Sohn des verurteilten Iakubowski und wirb wenige Wochen später von einem Ar- beiter in der Heide in einem Kaninchenloch tot ausgefunden. Der ObduHionsbefunb ergibt, doh das Kind erdrosselt wurde. Der Aerdacht lenkte sich alsbald auf den Verurteilten, der trotz seiner Unschuldsbeteuerungen als des Mordes an seinem unehelichen Kinde fhr überführt erachtet wurde. Die Verurteilung gründet sich einmal darauf, daß Iakubowski über die Zeit des Verfchwindens feines Kindes widerspruchsvoll« Angaben gemacht Hobe. Iakubowski hatte in der Verhandlung vor dem Schwurgericht gebeten, ihm einen Dolmetscher zu stellen, damit«r sich verständlich mqchen könne. Diese BWe wurde vom Vorsitzenden abgelehnt. Tatsachlich sprach der Verurteilte zwar deutsch, aber so gebrochen, daß die Möglichkeit eines Mißverständnisses keineswegs ausge- schlössen war. Ein« wesentliche Rolle in der Verhandlung spielte d«r Nachweis des Alibis. Von der Bevölkerung aus wurde der Verdacht auf ein Individuum gelenkt, das nach seinem ganzen Vorleben weit eher als Täter in Frage kam als Iakubowski. Als dieser Verdächtige außerstande war anzugeben, wo er sich an dem Mordtage in der fraglichen Zeit aufgeholten Hab«, erklärte der Vorsitzende leichthin, daß man auf Zeitangaben auf dem Land« nicht viel geben könne. Dem Angeklagten indessen wurde es zum Verhängnis, daß er nicht anzugeben oermochte, w o er sich in der fraglichen halben Stunde aufgehalten habe. Der haupkdelastuugszeuge war ein Schwachjinuiger. der nicht einmal in der Lage war, sein Aller anzugeben und den das Gericht wegen Verslandesschwäche nicht zu vereidigen vermochtet Allein dieser Zeuge hatte bekundet, daß er den Angeklagten an dem frag. kichen Tage mit seinem Kinde in der Richtung auf die Heide habe zugehen sehen. Dieser Zeuge ist inzwischen vollständiger Geistes- krankheit verfallen und befindet sich in der Irrenanstalt. stdvch niemals, so muß zur Ehre der deutschen Justiz gesogt werden, ist ein Mensch auf Grund eines so schwachen und teilweise haltlosen Indizienbeweises zum Tode oerurteilt worden. Keine Fest- stellung findet man in dem Urteil, bei der man sagen könnt«, daß sie als Beweis für die Täterschaft gewertet werden könnte. Nichts als allgemein« Erwägungen, nichts als An Hallspunkte, die genau so aus jeden anderen Täter hätten zutreffe» können. Man bedenk«, daß man diesem Menschen die Zuziehung eines Dolmetschers oerweigert hat. in einem Falle, wo es um Leben und Tod ging, und daß man dann seine widerspruchsvollen Angaben als Indizien gegen ihn ge- wertet hat. Wie nun aus Hamdeu'g telegraphiert wird, ist in dem Oertchen Pähl bei Wismar von der Großmutter Noaens auf dem Sterbebette ein Geständnis abgelegt worden, daß sie den kleiney Ewald Rogens getötet habe. Wenn auch nähere Einzelheiten über den Umfang des Geständnisses noch fehlen, so steht doch jetzt bereits fest, daß man cä hier mit einem eklatanten Justizirrtum zu tun hat, der eindeutig beweist, daß die Todesstrafe die Wiedergutmachung eines Fehlurteils ausschließt. Der Rechtsausschuß des Reichstages hat mit Hilfe deutschnationaler Frauen die Todesstrafe im Gesetz bestehen losssn. Will er auch nach diesem neuesten Fall schlimmsten Justizirrtums seinen Beschluß aufrecht- erhallen? Friedensvorschläge an Frankreich. Schiedsvertrag für Paris— Friedenspatt für alle. Paris. 4. Januar. Der JEmPs" glaubt die hinsichtlich der französisch- amerikanischen Verhandlunge» bestehende» Unklarheiten dahin aufkläre»»u könne«, daß man zwischen zwei v ö l» lig»»««inander unabhängige» verhand» kungsgegeu st Süden unterscheiden müsse. Zunächst werde über die Ernenernng des französisch-amerikanischen Schledsgerichtsvertrages verhandelt. I« die Präambel werde die feierliche Bekräftigung auf- genommen, daß dl« beiden Länder etwa zwischen ihnen anftanchenfcc Differenzen nicht durch einen Appell an die Waffe» regeln wollen. Diese Präambel bilde ge- wissermaße« eine Einleitung für de« zweite« zur Ver- Handlung stehende» Akt. nämlich eine« internatio- «alenVertrag zwischen de» Großmächte«, in dem diese sich»erpflichte», nicht»um»riege zu schreiten. Bomben über Nikaragua. London. 4. Januar.(Eigenbericht.) Die bewaffnete Znieroentloa der vereinigten Staaten in Nikaragua nimmt nach den hier vorliegenden Meldungen von Zug zn Tag heftiger« Forme» an. Awcritavlsche Marine- Sro plane haben in den letzten 24 Stunden die Truppen des so- genannten liberalen Generals Sandino stundenlang mit Bomben belegt. Die Angriffe wurden von den Aufständischen mit Ma- schluengewehrseuer beantwortet. Als Resultat einer Konserenz zwischen Präsident Eoolldge nnd dem amerikanischen Marinemtnister MIlfur werden, wie eine halb- amtliche Meldung au» Washington besagt, 1000 wcilerc Ma- rlaesoldatea nach Nikaragua entsandt werde». Der Krieg ist nach Pressestimmen in Amerika keineswegs populär. Die Zeitungen greisen die Regierung heftig an und bezeichnen es als «ine Zrreführnng der vessentlichtelt, die AufflSn- dtfche» als Banditen hlnznsletlen. Indische Kritik an Labour. London. 4. Januar.(Eigenbericht.) Der indische liberale Politiker und frühere iMsche Minister E.D. Chintamani Hai dem Dertveter des„Indi- scheu Presse dien st es� in Boinbay eine polemische E r klä» rung gegen Ramsay Macdonalds Feststelluvgcn Hinsicht- Dich dar indische» Ltrsassungskammilsio« übergeben,_______ Ehintamanl, der zum gemähigten Flügel der öffentlichen Meinung Indiens gehört, protestiert in feiner Erklärung gegen die »imperialistische Haltung der britischen Arbeiterpartei unter Ramsay Macdonalds Führung". Beim Lügen ertappt. polen erklärt, Horihy-Llngarn schwindelt. Warschau. 4. Janunr.(Eigenbericht.) Di« polnische Regierung teilt offiziell mit. die von der ungarischen Regierung aufgestellte Behaup- tung. das, die von Italien abgesandten nnd nach Ungar» gehenden Waffenscndungen für eine Polnische Adresse bestimmt gewesen wären, sei frei erfunden. drin Mörder als Geipel-Goldat. Eine Aufdeckung dank der parlamentarischen Heereskontrolle Wien, 4. Januar.(Eigenbericht.) Der sozialdemokratisch« Abgeordnete Deutsch teille am Miti- woch im HauslMsousschuß des Parlaments mit, daß der frühere i Feintechniker R o t h st o ck. dessen Kugeln der Schriftsteller Hugo Bettauer zum Opfer fiel, sich unter den Bewerbern zur Aufnahme in ein Pionierbataillon befand, und die Polizeidirektion auf die Anfrage nach dem Leumund antwortete:„In moralischer und staatsbürgerlicher Hinsicht liegt nichts Nachteiliges vor." Auch als die Militärbehörde nochmals anfragte, erteill« die Poli.zeidirektipn die Auskunft, daß Strafen gegen Rothstock nicht vorliegen. Er ist nämlich wegen Unzurechnungsfähigkeit nicht bestraft worden. Daraufhin sollt« Rothstock mitgenommen werden. Der Bundeskanzler, der inzwischen die Allen eingesehen hatte, mußte zum Schluß der Mittwochfitzung des Haushallsausschuffes dieAngabendesAbgeordnetenDeutfchbestätigen. Er versuchte, die Polizeidirektion immerhin damit zu entschuldigen, daß sie«in alt«s Formular unachtsam ausgefüllt Hab«. Rothstock aber werde keinesfalls in das Heer aufgenommen In bezug auf die Verdächtigung des Bundeskanzlers, daß der Inter- pellant oon dem Dorfall durch irgendeinen untergeordneten Beamten benachrichtigt worden sei, erwidert« Deutsch, er habe als parlamentarischer Kommissar im Heeresministerium Gelegenheit gehabt, die Allen über den Dorfall selbst einzusehen. Dl« Maßnahmen gegen die Ankonomiflenbewcgung werden fort- gesetzt. Der Untersuchungsrichter von Mülhausen hat auf die am Dienstag erfolgte Verhaftung eines Straßburger Schausp'elers am Mittwoch eine weite« folgen lassen. I Amerikas Friedensmanöver. Imperialismus der doppelten Moral. Die Großmachtsregierung von Washington sendet 1600 Mann Truppen noch Nikaragua. Sie sollen mit Gewalt ein« Rebellion unterdrücken, die sich gegen das Washingtoner Werkzeug, die„Regierung" Diaz erhebt. Am gleichen Tage fast oerkündet die gleiche Regierung,„alle Großmächte der Well für eine gemeinsame Verzichtsertlärung auf den Krieg als Mittel natlonaler Politik gewinnen" zu wollen. Die Regierung Coolidge wiederholt damit, was sie schon vor einem Jahre getan hat: Damals ließ sie ihre Truppen in Nikaragua einmarschieren und lud fast gleichzeitig die See- mächte zu einer Abrüstungskonferenz nach Genf ein. Die Washingtoner Regierung treibt die Politik der doppelten Moral. Gegenuber dem mittelamerikans- schen Kleinstaat führt sie sich auf wie ein Polizeipräsident, de? seine Schutzpolizei mobil macht. Die gleichberechtigten Groß- mächte aber will sie in einem allgemeinen Fricdenspakt ver- einen. Die herrschende republikanische Partei bereitet die Präsidentsschaftwahlen vor. Sie hat das Ohr am Boden der Bevölkerung. Die„kriegerischen Instinkte der Nation" werden durch die— urfgesahrliche— Smartneß gegen den mittelameritanischen Ruhestörer, die pazifistischen Massen der Union mit friedlicher Völkerrechtspolitik befriedigt. „Die Trommel rührt zum Strelle", die Trompete bläst zum Frieden: Wahlmusik für den republikanischen National- konvent, der Eoolidges Nachfolger küren und der Nation präsentieren soll, eine Katzenmusik, die unsere Nationalelz ebenfalls aufführen würden, wenn sie nur ein Nikaragua zum Erobern hätten. Der Polizeiaktion gegen Nikaragua ist ein erfolgreiches Ende gewiß: fragt sich nur, wann und mit welchen Kosten es erreicht wird. Ob die Friedensaktion gegenüber den Mächten besser ausgehen wird als die gescheiterte See-- abrüstungskonferenz, steht noch dahin. Jene.Frage wird einfach mit Gewalt durchhauen: dank der Monroedoktrin hat Eurova keinerlei Einfluß darauf. Mit dieser aber wird bald die Außenpolitik aller Großmächte zu tun haben. Ihre Be- deutung reicht von Washington bis Paris, London, Rom, nach Berlin, ja bis Moskau. Der innerpolitische aktuelle Anlaß für den Friedensschritt >der Bereinigten Staaten liegt klar. Außenpolitisch vereinigen sich hier zwei verschiedene Tendenzen. Die eine ist seit genau zwei, die andere seit einem Jahrzehnt hervorgetreten. Frankreich versuchte am Ausgang des Weltkrieges gegen die deutsche Revanche einen Bündnisvertrag bei den Bereinigten Staaten durchzusetzen. Den Bündnis-- vertrag, den Clemsnceau mit Wilson— ebenso wie mit Lloyd George— abschloß, ratifizierte der amerikanische Senat nicht — Amerika kehrte zur Tradition der Isolierung zurück. Frankreich suchte und fand schließlich eine Art Ersatz in Locarno: an die Stelle des Bündnisses gegen trat die Ver- ständlgung mit Deutschland. Dennoch blieb das nervöse Siäzc- rungsbedürfnis Frankreichs unersättlich. Wenn schon keinen Bündnis-, dann wenigstens einen Freundschaftsver-- trag mit den Bereinigten Staaten, der für alle Zeiten, wie der Vertrag von Locarno. den Krieg zwischen den beiden Vertragsmächten ausschließt. Einen solchen Vertrag schlug Briand im Juni vor. Ihn lehnt jetzt die eben veröffentlichte Note des amerikanischen Außenministers— des„Staatssekretärs" Kellogg— vom 28. Dezember ab, mit beißend-ironi- schem Hinweis auf die traditionelle Freund-- f ch a f t der beiden Mächte,„die glücklicherweise von dem Vorhandenseit jedweder Verpflichtung unabhängig i st". Frankreich hat einen Anbiederungs- versuch gemacht. Amerika zeigt ihm die kalte Schulter—- indem Kellogg erklärt, er benutze die Gelegenheit,„um im Namen des amerikanischen Volkes die freundschaftlichen Ge- fühle, die das französische Volk durch Exzellenz Briand in dem Vertragsentwurf gezeigt hat, aufs wärm st e zu er- widern". Der von Pöincarä und Briand entworfene Vertragsentwurf verschwindet in der Registratur des Washingtoner Staaissekretariats. Aus dem Extratanz, den sich die demokratische Partei mit Wilsons Völkerbund geleistet Hot, kehrt die republikanische Wministration zu der Friedens- politik früherer republikanischer Administrationen zurück— und entwickelt sie weiter. Den Sonderpakt mit Frankreich lehnt Amerika also ab. Mit Frankreich im besonderen ist Amerika nur bereit, den alten von E l i h u R o o t geschlossenen Schiedsvertrag von 1968, der eben abläuft, zu erneuerzz. Dem soll nur eine andere Einleitung vorgesetzt werden, der„die Entschlossenheit der beiden Länder feststellt, jeden Bruch in den fest so lange Zeit bestehenden freundschaftlichen Beziehungen untereinander zu vermeiden". Stärker will. sich Amerika gegenüber Frankreich nicht binden. Wer die Rücksicht auf die Antikriegsstimmung breiter Massen treibt die Regierung Coolidge weiter. Im ver-- gangenen Herbst war als Folge der Genfer wochen- langen Beratungen über den ursprünglich polnischen Vorschlag, den Angriffskrieg zu verbieten, in den Vereinigten Staaten eine lebhafte Propaganda in der gleichen Richtung entstanden. Ihr gegenüber hatte Anfang und Ende(it. und 26.) November das„Weiße Haus" noch erklärt, bei aller Siimpothis für den Gedanken wäre das nicht zu machen, Heu Angreifer festzustellen sei zu schwierig, ja, Coolidge ging so- weit, zu erklären, bei Fragen nationaler Ehre dürfe ein Staat, der sich einem Schiedsverfahren entzieht, nicht als Angreifer betrachtet werden. Die Negierung Eoolidge behielt sich also damals das Recht auf Krieg- f ü h r»n g v o r. Geführt von Senator V o r o h, dem Vorsitzenden des aus- mürtiaeu Senatsausschusses, setzte dagegen die pazisistifche Ouposttion ein. Sie hat mit ihrer Propaganda erreicht, daß Kellogg nunmehr, in der Ammortnote an Frankreich, erklär«: ..Die Regierung der Vereinigten Staaten ist tiereil. mit der fron- chsischen Regierimg öder den Abschluß des Vertrages unter den wich. tigst-n Staaken der Well zu beraten, den alle Kationen unter- schreiben könnten. diedenKriegoerdommen und aus ihn o e r- z: ch t c n zugunsten der friedlichen Beilegung internationaler klon, stikke. Wenn die sroazösijche Regierung sich mit der Regierung der Vereinigten Stedten und den anderen wichtigsten Mächten in einen alle bindenden vertrag einzutreten gedenkt, werde ich mich glücklich schätze», sofort die Besprechungen für die Vorbereitung eine» vertragsentlnurfcs nach den Vorschlägen Vriandv zu erössnen. Dieser Veriragscntwnrs könnte dann von Frankreich und den vereinigten Skaotcu den anderen Mächten der Welt unterbreitet werden." Der Entwurf eines solchen allgemeinen Anti- k r i o g s v e r t r a g es ist der Note beigefügt und England i nd Japan bereits übermittelt morden: auch die anderen Mächte— auch die von Amerika nicht anerkannte Sowjet- nnion?— sollen ihn erhalten. Er ist jedoch noch nicht ver- öffentlicht. Das endgültige Urteil über den amerikanischen Friedens- pakt-Porschlag muß vorbehalten bleiben. Insbesondere ist fraglich, wie weit er eine bindende Verpflichtung enthält, Waffengewalt untereinander nicht anzuwenden. Hält der Inhalt, was die Ankündigung verspricht, dann hätte die Negierung Eoolidge das internationale Verdienst, einen Schritt über den Volkerbund hinaus getan zu haben—- über einen Völkerbund, der den Krieg noch immer als letztes Mittel der Politik vorsieht. Aber auch wenn statt einer gegenseitig bindenden Verpflichtung der amerikanische Vorschlag nur eine gemeinschaftliche Willenserklärung gegen den Krieg enthielte: auch dann böte sich für die absolutistischen Negierungen der Welt eine Gelegenheit, diesen Rechtsfort- schritt zu sabotieren: Wie wird sich insbesondere das faschistische Italien verhalten? Wird sich Moskau an einem, von einem hochkapitalistischen Staate vorgeschlagenen Friedenspakte beteiligen? Der Vorschlag einer allgemeinen Friedenserklärung geht von der herrschenden Partei der Vereinigten Staaten avs� Sie hofft damit, ihre Wahlaussichten zu verbessern. Das ist nn e r f r e u l i ch e s Z e i ch e n für die Stärke des dsmokra« tisch-pazifistischen Gedankens. Aber dieser Vorschlag ist kein Vorstoß unmittelbar für die Abrüstung, die einzig in der Loge ist, den Frieden zu sichern. Und die internationale Diskussion, die sich nunmehr entwickeln wird, bringt die Ge- fahr mit sich, daß das entscheidend wichtige Abrüstungs- Problem in dem Nebel völkerrechtlicher Ause'mandor- setzungen verschwindet. Das Ungenügende und Vor- läufige des amerikanischen Vorschlages hervorzuheben, ist daher die nächste demokratisch-sozialistische Aufgabe. Deuifchnationale Locarnoparole: Aoykott gegen Krankreich! Ein« deuischnationake Firma i» Altana erhielt vor Weihnachten da» folgende Schreiben, ein« Folge des deuisch-sranzöfischen .Handelsvertrags: »Zu Weihnachten und Neusahr wünschen Ihnen Paul Retii v. Tie.. G. m. b. H..Stannnhau» Aurcrre sBouraogn«), M«h[ am Rhein, sehr srohe Festläge und empfehlen zur Hebung der Festsliwmunq den Bezug ihrer ausgezeichneten f r a n z ö> iischen Weine.' Der deiitschnationale Teuioncnzonc erwachte und gebar die folgende Antwort: „Wir empfingen Ihre Wünsche zu Weihnachten uird Neniahr fowie Ihre Empfehlung, zur„Hebung der Feststinmning" Ihr« ttanzösischen Weine zu kaufen. Zur Hebung der Feststimmung würde es am besten beitragen, wenn Pouicarch der zusammen mit Sasonow und Iowolsky am ineisten am Kriege schuld ist, aus feine unmöglichen Fprdeningen nn Deviscbland verzichtete. Zur Kebung der Fesistinimung übcriendcn wir Ihnen beifolgend unser �üeihnachtsziriulor. Wir kaufen keinerlei frauzösische Erzeugnisse." Die deutschnationalen.H a m b u r q« r Nachricht« n" iinden dies« Antwort, die aus alle Fäll« eine Flegelei Ist, und das Zirkular „Devifch«, kaust nur bei denstchen Finnen" onsgezeichnei. Soetlie meinte bekanntlich:„Ein guter deuifcher Mann mag keinen Franzmann leiden, doch feine Weine trinkt er gern." Die Deptschnationalen halten es umgekehrt, sie wachen mit dem Franzmann Verstänbigimgspolilik, ober seine Weine wollen sie nicht trinken. '1925 Die endlose Serie der KPV.-Prozesse. Leipzig, ch Januar. sEigenbmchi.) Der Gütermakler und frühere kommunistische Landtagsabgeord- nett Willi B o�i mann aus Libz in Mecklenburg holte sich in zuieitägiger Verhandlung vor dem 4. Straffenat des Reichegerichts wegen Vorbereistvng zum Lzochverrat, Sprengstoffverbrechen uyd unbefugten Waffenbesitzes zu oerantworten. Bollmonn war beschuldigt, im Jahre 1923/24 in Libtheen und anderen Vrten zum Sturz der Republik aufaejardert sowie sich an Sprengsjofsoer- gehen beteiligt zu haben. Bollmann bestreitet das: er will das Opfer seiner früheren Parteisreunds geworden sein. Im Jahre 1SS4 sei er Lezirksleittr der Kommunistischen Partei In Öibtheen und vom März vis Juni 1S24 sei er Mitglied des mecklenburgischen Landtags gewesen. Da er die unsinnige Politik der KPD. nicht in I t g e m o ch t habe, habe man ihn vor ein Parteigericht stellen wollen. Er sei dann von Mecklenburg nach Hannover verzogen und wäre agitatorisch erst für die W e l- fische, später siir die Deutsch-Hannoversche Partei bis zum Jahre 1927 tätig gewesen. Ballmann ist in den letzten Jahren wieder» holt porbestrast, zuletzt mit 4 Jahren 6 Monaten Zuchthaus wegen Meineid und anderen Straftaten. Die geladenen Zeugen, olles ehemalige Anhänger Bollmonns, belasteten den Angetiagtt» auis schwerste. K. habe von den Warenlagern gewusii. und sei lnilitärijcher Leiter der Kommmstnischen Partei m Mecklenburg gewesen. Der Herzog a. O. entmündigt? Aus dem Gorgevkästlein eniihrouier Herrlichkeit. Al? die Revolution von ISIS mit dem zwonzigfachcn Fürsten. spuk in Deutschland ein Ende zu machen begann, war das kleine Land Anhalt ahne einen aktionsfähigen„Herzog". Der sogenannte Erbprinz, heute 26 Jghre alt. zählte damals noch so inenige Lenze, daß sein Onkel Ändert für ihn Regent spielen mußte. Nun ist der junge Herr zwar ins mannbare Alter hineingewachsen, aber „Herzog" wie seine Boriahren ist er nie geworden. Aus dem Umwege über seinen Regenten. Onkel hat er auf Thron und Herrscher- „Recht" oerzichten müssen. Jetzt aber wird der junge Herr plötzlich in den Mittelpunkt öffentlicher Erörterungen gestellt. Er hat nämlich vor einiger Zeit ganz verständig mit der Ebenbüriigkeitsvorschrift der alten Zopszeit gebrochen und eine junge Schauspielerin zu seinem rechtmäßig an- getrauten Eheweib gemacht. Darob allgemeines Wackeln der Zöpfe in sehr vielen Häusern, die früher mit den herzoglichen Häusern oerwandt und verschwägert waren. Besonders die Geschwister des jungen Joachim Ernst sind pikiert, indigniert und aufs peinlichste berührt ob solcher Freveltal. Komnü dazu noch«in übriges: Joachim Ernst hat einige Geld- sorgen. Da er sie nicht anders bewältigen kann, will er einen Teil der Kunstschätze zu Geld machen, die von seinen Vorsahren ge- sammelt worden sind. Nun kommt die familiäre Entrüstung zu vollem Ausbruch, nicht so sehr wegen der Kunstschätze obschon diese den Vorwand geben—, sondern wegen der Gefahr, daß die ausreichende Versorgung der Geschwister und des Regenten-Onkels nicht mehr gesichert fei. Denn das Fürsten- recht der Vergangenheit bestand darin, daß der„Ehes der Familie" die ganze Verwandtschaft mit„Apanagen" aushalten mußte. Die Verwandten haben jetzt bei den bürgerlichen Gerichten den Antrag gestellt, den„Chef ihrer Familie", eben den verheirateten Herzog Joachim Ernst, zu entmündigen, d. h. ihn in bestimmtem Grade für geistig unzurechnungsfähig zu erklären! lieber diesen neuesten Fürstenskandal weiß«in« Berliner Kor- respoudenz folgende Einzelheiten mitzuteilen: Nach der Auseinandersetzung mit dein Anhallinischen Staat verblieben dem Prinzen einige Güter sowie drei Schlösser im Frei» staat Anhalt, aus deren Einkünften er seine Verpflichtungen abzu- decken hatte. Das Vermögen der Familie war an sich nicht sehr groß, da der verstorbene letzte Herzag Leopold Friedrich II. sehr groß« Mittel aus seinem Privatvermögen für die Unterhaltung des Theaters, das bekanntlich vor einigen Jahren niedergebrannt ist, aufgewendet hatte. Sein ältester Sohn Joachim Ernst befand sich häufig In erheb- lichen Geldverlegenheiten, so daß er nicht nur die Ihm gehörigen Güter hopothekansch stark belostet hat. sondern.kurz vor seiner Heirot zu dem Mittel greisen mußte, die nich» unerhebliche«, ihm vererbten Kunstschätze ttilweise zu veräußern, um seine Vermögens. Verhältnisse auszubessern. Wiederholt hatten seinen Geschwister beantragt, die ihnen angewiesene Apanage zu erhöhen. doch vermochte der Herzog unter Hinweis darauf, daß er selbst nicht in glänzenden Verhältnisien lebte, nicht» für feine Schwester Frau v. Loen, die früher auf kurze Zell Gattin des Hohenzollern Joachim war. und seinen Bruder Eugen zu tu». Zu einem offenen Zerwürfnis kam es dann, als der Herzog die Wstcht äußerte. feine jetzige Gattin, die Schauipieleri» war, zu heiraten. Die Mit. glicder der Familie des Herzogs drängten schon damals auf eine Auseinandersetzung und verlangten namentlich, daß für den Tod des Herrn Joachim Ernst die Erbschastssrage genau geregelt werden sollte, da st« der Ansicht waren, daß sie bei den geltenden Gesetzen zu kurz kommen würden, falls st« sich mll den zu erwartenden Kindern ihres ältesten Bruders auseinandersetzen müßten. Aus diesem Grunde mochte auch namentlich Eugen ebenso wie der Onkel Aribett Anspruch auf einen Teil der Kunst schätze und verlangte, daß ein Teil der wertvollen Sammlungen nach München übergeführt würde, wo Eugen während des größten Teils des Jahres lebt. Iuachim Ernst hat diese Forderungen anfänglich zurückgewiesen, mußte sich jedoch später dazu verstehen, einen Teil der Sammlungen, die er veräußern wollte und die bereits Kunsthändlern zum Verkauf übergeben waren, wieder zurückzuziehen, da Eugen seine Ansprüche auf dem Klagewege zu verfechten drohte. Diese Familien- strcitigkeiten sind auch zum Teil geschürt worden von den Mit- gliedern der ehemaligen Dessauer Hofkreise.die nach der Heirat des jungen Herzogs sich in zwei Lager gespalten haben. So haben sich nun die Richter der Republik mit dein Fall zu beschäftigen. Sie sollen untersuchen, prüfen und schließlich„Im Namen des Volkes" für Recht erkennen, ob der betnahe Herzog gewordene Joachim Ernst von Askanien so sinnesverwirrt ist, daß er entmündigt werden muß und nicht mehr selbst über seine An- gelegenhellen Entscheidungen treffen kann. Es wäre sicher schade um den Kunstbesitz, wt-nn er für schnödes Geld ins Ausland gehen würde. Aber das Ist doch nur eins Kleinigkeit gegenüber dem Schrecken, der alle Monarchistenherzen durchzittert: Was hätte dos werden sollen, wenn ein so sinnver- wirrter Herzog als„Souverän" auf dem Dhrönchen gesessen hätte? Dann hätte ihn doch das Volt als den Inbegriff oller Sitte, aller Frömmigkeit und aller Weishett verehren müssen. Und nun erklären ihn seine eigenen Verwandten für reis zum Entmündigen? „Deutschland erwache!" Gchwarzweißroie Kuttur-Erneuerer. -Der schworzweihrottn Reaktion ist di« Volksbühnen- bewegung feit jeher«in Dorn im Auge. Man muß ihre Organisation und ihre Leistungen anerkennen und kann sie nicht übergehen, weil ste ein K u l t u r s a k t o r ist. obwohl man sie innerlich zum Teufel wünscht. An Versuche»,«ine schwarzweißrote Gegenbewegung ins Leben zu rufen, hat es nicht gefehlt. Sie sind bisher an der Ilnfähigkeit und Zerrissenheit im„nationalen" Lager gescheitert. Augenblicklich bemüht sich eine Clique adeliger Drahizicher, ein neues Unternehmen auf die Beine zu bringen. Schon vor einiger Zeit wurde von einem Kollegimn sieben„nationaler" Männer ein« „Deutsche L a n d« s h ü h n c" gegründet, di« außer dem pom- p Öse n Namen allerdings wenig mit der Bühne zu tun hatte. Man wetterte zwar in Propagandaruirdjchreiden, die sich wohl nicht au» Zufall vor allem an die vermögenden Schichten des Großgrund- besitze», des Landadels und des Oifizierskorps ivandten, kräftig gegen de» undeutschen Geist der anderen, bei Ihnen selbst ober hotte der deuische Geist Formen angenommen, die einen Hund erbarmen konnten. Den einzigen Zweck der„Deutschen LandesbÜhne" sahen sie in der Ausführung eine? mehr Schauer- als Schaustückes,„Deutschland erwache!" benamst, für das verantwortlich zu zeichnen ein gewisser Richard Ienner für eine Ehre zu halten scheint. Aber überlassen wir die Kritik den Herren von der„Deutschen LandesbÜhne". Da heißt es in einem gedruckten Prospekt: ..Deutschland erwache!" „Dies rein deuische Werk mit seinen sinnreich ausgebauten 1 Bildern und eingesetzten Melodien ist au? der Gegenwart ze- schöpft, und trotzdem spiegelt sich in diejeiu die Vergangenheit so klar hervor. V-or allem aber zeigt eine klangvolle Poesie den Zukunjtsweg: den Weg, den da, Vaterland so dringend b«- nötigt: den Weg der Einheit. Srast und Selbstbewußtsein!" Dies Deutsch, kein Engel ist so rem! Aber da» sind dt« Waffen, mit d«nen das famose Kollegium iwtionoler Mannen sein Sahr- hundert in die Schranken zu fordern gedachte: Di«„Deutsche LandesbÜhne" hat es sich zur Pflicht gemacht. den nationalen Geist in breitester Schicht zu beleben und neu ZU festigen. ItN sogenannten.Lvlturiahrhundert", in der Zeit de» Nieder- ganges, wo gewissenlos» Theaterunleruehmer nur«enjatwnswerko über die Bretter jagen, Ist der Verfall unseres Dolksgeistes, Nationalstvlze»«ine de stehende Tatsache! Durch solche skrupellose Gescbäststüchtlgkeit wird das ohnehin schon weit genug versührte Volk vollends dem internationalen Sumpf« zugetrieben. In dem es ersticken muß. Gierige Gewinnsucht veranlaßt diese Unternehmer unter Ausschaltung jeglichen Kunstverständnisses zu solch schamlosen Daroietungen." In einem derartige» Stil, gegen den das Deutsch eines Holls»- dischen Tulpenzüchters vorbildlich ist, geht es weiter. Nun. Deutschland ist von den Posauneuftößen der„Deutschen Landesbühne" nicht erwacht, obwohl«s zu Premieren ju Welt- städten wie P r e n z l a u gekommen ist, und das Kollegium der sieben Nationalen ist sehr bald an seiner Einigkeit auseinanderpr- platzt. Ein Teil des Kollegiums—«s sind A d e l s n a m« n von Klang darunter—, weniger um hie ideellen als di« anderen Ersalgc besorgt, taufte daraus den Laden um und nun gehen die neuen Ge- jelljchajter bei prominenten Geldleuten und anderen schwarzweißrote» Wertbeständigen mst ihrer„Deutschen Bühne" houjicreu, um weitere Gelder locker zu machen. Vo» dem erwachenden Deutsch- land und ähnlichen Attentaten aus die Bühne hör, man;uwr vorläufig nichts mehr, aber das Geschäft soll auch so blühen. Und das ganze nennt sich schwarzweißrote Theaterkuliurl Das Gericht verurteilte B. wegen Vergehen nach Z 7 Abs. 4 und S des Republitschutzgesetzes. Sprengstosjverbrechen und Vorbereitung zum Hochverrnt zu 1 Lahr Zuchthaus und 1 ö 0 M. Geldstrafe.__ Kampf den Advokaien! Krylenko will die Justiz„reformieren". In. der lommimlstischen Akademie Hot vor wenigen Tagen der Obrrstaatsgnwalt der Sowsetrepublik, K r u l e n k o, sich für die Erweiterung her Kompetenz her Volksrichter und für die L l q v i- dicrung der Schöffen eingesetzt. Gleichzeitig zog ex gegen dl« jetzt in Rußland übliche Berttldigung in den Prozesien los. „Das vcrleidlgerkalleglum." sagte«r,„insbesondere bei dem letzigen Personenbestande. muß aufhören zu«ristieren. Es ist eine Tat- fache, daß di« Elite der bürgerlichen Advokatur heute zu», Kollegium gehör!.... Und dies« Verteidiger sparen keine Mittel, wenn es gilt, den Freijpruch oder di« Milderung des Schicksol» d«r Angeklagten durchzusetzen." Mit dieser Kampsansage an dl« Advokaten beginnt anscheinend eine neue Leidenszeit für die Verteidiger und Angeklagten. Bekannt- lich wurden die Verteidigerkollegien im Jahre 1919 von der Sowset- rcgierung anigelüsi. Di« sogenannten..Rechtsvertreter"— die an ihre Stell? traten— wurden bezahlte Beamte des Staates. D:r größte Teil der früheren Rechu-amvalte machte jedoch diesen Schwindel nicht mit. Dann siegle aber die Einsicht, und die Der- leidiger erhielten eine gewisse Ellenbogenfreiheit, wenn auch in den Bureau» der Verttidigertolleg!«» dir Kommunisten ein« vor- herrschende Rolle spielten. Jetzt scheint mau in dieser Frage zum Kriegskommuntsmu, zurückzukehren. Kogan Bernstein gestorben. Bor einigen Tagen starb in Moskau an ein« Lungenentzündung das ehemalige bedeutende Mitglied der Partei„V ol k« j r e i h e i t", deren Werk unter anderem auch die Ermordung de» Zaren Alexander II. war, Frau Kogan Bernstein. Ihr Mann wurde als Anführer per Protejidemoiistrano» der politischen Lerbamtten in Iakutst schwer verwundet und später gehängt, ihr wohn,»in ange- sehen es Mitglied der Partei der Soziaireoalutionäre. im Lahr« ISIS von den Boischcwisttn erschossen. Die.Prawda" äußert sich m dem Nekrolog über den Tod ihr«» Lohns» sehr verschämt.„&» Schick- sal," heißt es da,„hat der Kogan Bernstein«inen grausamen Schlag versetzt. Ihr so geliebter junger Sohn, ihr Kamerad und Freund, kam im Jahr« 1918 um." Daß die« durch die Hand der B a l s ch e- witt geschehen Ist. verschweigt sie. Die jüngsten Zwischeasälls in Zwelbincken lzai die smnzvstsche Regierung josoit untersuchen lassen. Aul Grund des Ergebnisses hat der scgnzvsische Außenminister der Reichsregierung sein De- dauern zum Ausdruck bring»» lasten und gleichzeitig mitgeteilt. daß die beschuldigten Ossiziere streng bestraft werden. Wilhelms Muchi. Das wollte der holländische General? Wir veröffentlichten kürzlich Ausführungen de?..Frank« mrter Zeitung" über die vermittelnde Rolle eines hollän- difchen Generals kurz vor der g l u ch t W i l h e l m s n y ch S p d. Dazu erhält das„Berliner Tageblatt" folgende Zu- fchrift: In Ihrer Abendausgabe vom Januar schreiben Ei« über den „geheimnisvollen" Besuch eines holländischen Generals im Großen Hauptquartier, der bisher unbekannt gewesen sein soll. Im Rovcmlxr 1918 gehörte ich zum«Stab« des Gouvernements Antwerpen. Wir erhielten indenerstenTogendesNopem» b e r s»». das genaue Datum lst mir nach so longer Zeit natürlich«nt, fallen-- den BesucheineshotlündischenG«Geräts, von dem ich nur noch weiß, daß er früher Gouverneur von Holländisch« Indien war. Er befand sich auf einer ReiseinsGroßeHaupt« quartier. Da? war unj und wahrscheinlich«bens» anderen Stellen durchaus bekannt, lieber feine Mission schwieg er natürlich. Da sämtliche höheren Dienststellen schon täglich mit Ausbruch einerReoolutlon rechneten, war nicht anzunehmen, daß es sich lediglich um eine Besichtigungsreis« handelte, und die Vermutung war damals schon Gewißheit, daß er als Ouartiermeister des Kaiser» unterwegs war. Seine Anwesenheit im Großen Hauptquartier in jener kritischen Zeit— Borbereitungen für die Reoqlution wurde» schon getroffen— kann für maßgebend« Stellen unmöglich ein Geheimnis gewesen sein, und sein« Mission, auch wenn er sich nicht darüber ausgesprochen haben sollte, war leicht zu vermuten. Eine Besichtigung in der Nacht vom 8. zum 9. war nicht ernst zu nehmen, da sich in dieser Nacht schon Telephonate jagten, d>« Ber- ha,ljung»maßreg<�n für die ausbrechend« Revolution gaben, unter anderem auch das Verbot des Woffengebrauchs. In dieser Zeit konnte der schweigsam« Besucher nur«ine Mission haben, das mußte jedem klar sein, der im Großen Hauptquartier saß. A. Sorchko. Durch die Zuschrift werden die Angaben der„Frank« furier Zeitung" bestätigt: Wilhelms Flucht war eine sorg- fältig vorbereitete Aktion; sie war vom„Heldenkaiser" gewollt._ Freiwillige Versicherung. Enischeidungen zur Invaliden- und Angestelltenversicherung. In unserer am 21. Dezember veröffentlichten Darstellung über die Bedeutung der Anwartschaft und Wartezeit m der Invaliden- und Angestellterwerjicherung machten wir bereits darauf austnerk- sam, daß zur Festsetzung der freiwilligen Versicherung in der Inoa« lideuperjicherung die»rsovderlicheu Beiträge mindestens in der B e i t r a g s t l a s I e 3 zu eiürichlen sind. Bei einem höheren Ein« ionnnen siild selbstverständlich entsprechend höher« Beiträg« zu leisten. Los Reichsversicherungsamt hat jetzt entschieden, daß der Ber. sicherte, der freiwillig« Beiträge in einer zu niedrigen Lohn- k l a s I e enirichtet hat, entweder die Beiträge zurückoerlangen oder bestimmen kann, baß ihr Wert zur Berichtigung anderer Beitrag»- marken zu niedriger Lohnklassen oerwendet wird. Voraussetzung ist. daß der Anspimch nicht verjährt Ist. Di« freigestellt« Berichtigung ist nicht an die einjährige Frist der Reichsversicherungsorvnung gebunden. So wichtig diese Erleichterung ist. es muß darauf geachtet werden, daß die richtigen Beitragsmarken gellebt werden. Da» Angrftelltenversicherungsgesetz gibt einer Aersicherten, die nach Ablauf der Wortezeit für da» Ruhegeld heiratet und binnen drei Jahren nach der Verheiratung au» der verfichenings Pflichtigen Beichästigung ausscheidet, einen klnspruch auf Erstattung der Hälfte der für die Zeit vom 1. Januar 1924 bis zu dem Aue« scheiden geleisteten Beiträge. Der Anspruch auf Erstattung ver- söllt. wann«r nicht binnen drei Jahren nach der Verheiratung geltend gemacht wird. Räch einer vom Reichsversicherungsamt getroffenen Entscheidung besteht der Erstattungsanspmch nur dann, wenn die Wartezeit vor der Verheiratung erfüllt war und das Ausscheiden au» der ver« sichcrungzpslichtigen Vesä)äftigung binnen drei Jahren nach der Ber- heiratung erfolgt. Ein Erstattungsonspnich besteht also nicht, wenn die Wartezeit erst nach de? Verheiratung erfüllt wird. Bevor man einen Anspruch auf Erstattung auch in den zu- lässigen Fällen steilt, empfehlen wir«Ine gründliche PrüHmg. weil in der Regel dt« Fortsetzung der freiwilligen Versicherung richtiger ist. Neue Männer in der preußenkaffe. vreusiische und Reichsr«sieruna von den SrNörungen der Vreußenkasse nicht befriedigt. Die Kreditpolitik de? preußischen Zentrolgenossenschaktskasi« hat bekanntlich unter Bevorzugung großagrarisher Kreis« die landwirt- schastllchen KreditverhältM« in ein» schwierige Lag« gebracht. Die von der Leitung der Preußentaise dazu abgegebenen Erklärungen liaben die schweren, gegen sie erhobenen BarwÜrf« nicht widerlegen tönnen. Dieser Auffassung j-deinen auch die preußisch« und die Reichsregierung zu sein. Wie die.Fonsunttur-Korrespondenz" meldet, sollen in der nächsten Zeit einschneidende Personalverände- rungen bei der Preuhentpsse erfolgen. Das preuß'fch« Staats- Ministerium soll voraussichtlich in der nächsten Woche die entsprechen, den Pei'chlüsse fassen.__ Für den nationalen deutschen Einheiisslaatt So lautet das Thema der Kunl gebung der Ortegruppe Berlin de» Deutschen Rcvubsikanischen Rcichsbundes am Mittwoch, dem 18. Januar, 20 Uhr. UN Plenarsaal he, früheren Herrenhauses. Die Kundgebung wird eingeleitet mit einer Ansprochc de» Mintsterialdirektor» J,. D. Dr. S p! e ck e r und umrahmt von Gesangsyorträaen der„Typo? araphia". Alp Hauptivdner si,vd gemannen dar Bräsident des Ober, verwettunesgerichts. Staateminister». D. Bros. Dr. D r e w», und der Direktor der Hochschule für Politik, Ministerialrat Dr. Hans Simon. Karten durch die Geschäftsstelle: Potsdamer Straße 136'137, Telephon: Lsitzvw 9572/9573. Vslkebühne. „Mann ist Mann" von Bert Brecht. Eins blendend« Biermunit. gemischt mit eine?«tiefsinnigen Iu�satir« auf die verfluchte Kriegsspielerei. Jemand ist ein Schlemihl und wird ein Held und merkt es nicht einmal. Brecht pumpt bei Shaw, Kipling, Zille usw. und ist trotzdem«in Original- genie und merkt es nicht einmal. Der Regisseur Erich Eng«! zapft den Sinn des Stücke» spärlich heraus und nudelt den Unsinn. daß er mordsmäßig in die Breite läuft. Und merkt es nicht ein, mal, daß er Brecht in falsches Licht setzt. Dafür hat Heinrich George D-chterliinden und Regi-ikrtümcr korrigiert und au, der Mimik ein« Maije Menschlichkeit herausgequeiicht. Der Dichter, per Regisseur und di« schauipisler wurd-u gl, ebenbürtig, Iröger de» Ersatz«, hervorg« klatscht. M.H. Ungarische Waffenschiebung. AerrsteuS: Sind sich gor keine Woffen, sondärm Maschinenteile. Zweitens: Sind sich Woffen nicht für llngorn, sondern für Tschechen. Drittens: Wärr ich schön dumm, Woffen meinige wiedärr herzugeben! Brot und Arbeit in Deutschland. Zahlen, die jedermann angehen. Die lebendige Kraft eines jeden Landes Ist seine Bevölkerung. Aus ihrer Zunahme erwachsen die wichtigsten wirtschaftlichen und soziale» Triebkräfte, di« ständig neu« Bedingungen für de» Kampf ums Dasein schassen. Auf Grund der Berufs- und Betrieb». Zählung vom IS. Juni lS2p hat Wladimir Woytinfti in der Zeitschrist.Die Gesellschaft", deren wirtschastskritische Publikationen größte Beachtung verdiene«, wertvoll« Untersuchungen über di« Entwicklung der deutschen Wirtschaft und die Beuölkerungs, Verschiebung angestellt. Wenn mich seit dem Stichtag der Zählung di« deutsche Bolk»Virtschaft zwei stürmisch« Jahr» durchgemacht hat und fast sämtlich« Schichten der Bevölkerung durch eine bisher un. geahnt« Arbeitslosigkeit und eine darauf folgend« Hochkonjunktur durcheinander geschüttelt wurden, hat da» Ergebnis dieser Zählung von 1925 doch nicht» von seiner ursprünglichen Bedeutung verloren. Die sprutghaste Zunahme der Bevölkerung Deutsch- lands pon 40, Q auf 67,8 Millionen in den vier Friedensjahrzehntcn wurde durch den Weltkrieg jäh unterbrock)«». Abgesehen van 6,5 Millionen Menschen, die Deutschland durch die Abtretung der Grenzgebiet« verloren gingen, fordert« der Weltkrieg über ändert- halb Millionen Toter. Diesem Aussall durchweg erwerbstätiger Männer, an deren Stelle nach dem Krieg übrigens vielfach die Frau trat, steht aber«in Geburtenaussall von rund.3,8 Millionen mährend des Krieges und ein Geburtenrückgang von etwa 2,0 Millionen in der Nachkriegszeir gegenüber. Der Verlust anMenfchennachwuchs durch die Folgen de» Kriege« auf dem jetzigen Reichsgebiet ist mit etwa 5,8 Millionen fast viermal so groß als der Verlust der im Kriege gefallenen Männer. Damit hat sich dos Verhältnis der erwerbstätigen Bevölkerung in Deutschland zu den Rich'erwerbstStigen grundlegend oerlchoden. was sich wirtschaslstch I-Hors ausprägt- D>- folgend« Tabelle gibt«inen Ueberbli» über di« Entwicklung der Bevölkerung auf dem heurigen Reichsgebiet. Seit 1907 ist die G« so m tb«v ö l t»ru n g von 55,0 auf 62,4 Millionen, also um knapp 15,9 Pro.z. gestiegen, die Zahl der Erwerbstätigen dagegen erhöhte sich von SS-S auf 52,0 Millionen, also um mehr als 2? Proz. Dieses aufsehen« r- regend« Ergebnis Hot zu lebhasten Diskussionen gejührt und wurde von der Oessenilichkeit al« ein Beweis angesehen, wie sehr sich der Kampf um das Dasein in Deutschland verschärft habe. W o y t i n s k i teilt diese Ansicht nicht, sondern führt diese Entwick- lung aus die unverhältulemäßig höheren Derluste an Mensche», nachwuchs gegenüber dem Ausfall an Erwerbstätigen«öhrend des Krieges zurück. Da die Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 65 Jahren die Gefamtbevölkerung ernähre» müsien, hat sich somit, rein wirtschaftlich gesehen, da» V-tHältnis der Erwerbstätigen zu den Nichierwerbstöiigen im Jahre 1925 dedeutend günstiger gestattet als tm jähre 1907. Hatten zu dieser Zeit 100 Erwerbstätig» noch 119 andere nichterwerbstätige Personen zu versorgen, so sielen ihnen 1935 mir noch 99 Richterwerbi-tätige.zur Last. Für die Entwicklung der deutschen Wirtschast von 1907 bis 1925 Ist von mu-schloggebrnder Bedeutung, in welche Produktion?- kanäle die ArbeUskrost dieser neu hinzugekommenen 7 Millionen Erwerbstätiger gestoben ist. Nach der Berechnung des Statistischen Retchsaptt» ergaben sich auf dem jetzigen Reichsgebiet folgend« Ar- vSlkeningsverschlebungen: Geradezu in die Augen spriugcud Ist der u n U» t e r b r o ch e n e Rückgang der landwirtsch östliche» Vepölttrung seit lßtt. di« sich von 40 Proz. dsr Gelanrtbevälkvrung his auf 39 Proz. m Vahr« 103» verringerte, ttle steht«der die berüchtigt, Landflucht in Wirklichkeit aus? Lassen wir die Zahlen de? landwirtschaftlichen Erwerbstätigen spreche», so.«gibt sich«In ganz anderes Bild als bei der Entwicklung der ländlichen Gesamt- bevölterung: r-obl in Prozent ' der Sejamtbevöikerunz 1882 7158629 42.2 1895...... 7 182501 36,3 1907...... 8 956 219 84,0 1925 9762429 30,9 Hiernach hat das flache Land feit 1S07 nicht nur leinen Verlust an Erwerbstätigen aufzuweisen, sondern von den sieben Millionen neuer Arbeitskräfte auch noch 1.? Millionen auf-. genommen. Daß da» Verhältnis zur städtischen Bevölkerung sich immer mehr zuungunsten des flachen Sande, entwickelt hat, ist darauf zurückzuführen, daß ein Teil des ländlichen Bevölkerungeuberschussez Sezwungen war. in der Stadt einen neuen Broterwerb zu suchen. ür d>e wirtschaftliche Beurteilung bleibt oder entscheideiütz daß die absolut« Zahl der ländlichen Erwerbstätigen weiter g«, wachse» ist, von einer allgemeinen Landflucht also nicht die Rebs sein kann. Im übrigen geben dies» Feststellungen bei hex ländlichen Bevölkerung Woytinskis Behauptung recht, daß hie Zunahm« der Erwerbstätigen im Verhältnis zur gesamten Bevölkerung 4n Deutsch- land nicht auf den verschärften Kamps ums Dasein, sondern auf die vierfachen Geburtsverlufte gegenüber dem Ausfall Erwachsener zurückzuführen sel. Daß bei der kinderreichen ländlichen Ve- völkerung der Geburtenausfall besonders scharf zum Ausdruck kommen mußte, ist ohne weiteres ersichtlich. Die in der Industrie und dem Handwerk beschäftigten Personen sind in demselben Zeitabschnitt von 100 auf 15.2 M'l- lwnen. also um 51.6 Proz. gestiegen. Do groß diese? Zupuichs auch im ersten Augenblick erscheinen mag. zeigt sich bei einer Zunahm« der gesamten Erwerbstätigen um 27,2 Proz. dach, daß di«„in- dustrieUe Säugpumpe" bevölkerungspolitisch nicht ja gefährlich ist, wie die» des öfteren betont wird. Der Anteil der in- dustriellen Bevölkerung an der Gesmnibetlökkerung ist von 1907 bis 1925 nur von 40 auf 41,6 Proz. gestiegen und läßt»inen von der technischen Entwicklung bedingten, normalen Hndustrialisiemngs- Prozeß ohne ungesunde Auswüchse erkennen. Bon großer Bedeutung ober ist innerhalb der Industrie di« Verschiebung der Arbeitskraft von der Verbrauchsgütererzeugung zur Herstellung von Produktionsmitteln, di» sich bereit» vor dem Kriege obzeichnet«, Die Menge der menschlichen Arbeitskrast, di» diesen Industrie- grttppen zur Verfügung stand, erhöht« sich in diesen 18 Iodren v»n 73 auf 83 Millionen Stunden täglich. Dieser Zuwachs von 1.3,7 Proz. hätte nicht genügt, um den Bedarf der angewachsenen Bevölkerung bei dem Wiederaufbau nach dem Kriege zu decken. Die Verschiebung der Arbeitskrast in der Industrie hat dies» Aufgabe aber lösen tonnen. Ware» in den Derbrauchsgüterindustrlen 1907... 4.86 MM. Personen(- 4S.2 Mill. Arbeitsstd.1 1935... 5,68.„(w= 44,5„„) beschäsiigt. so waren es bei den Produttimtsmittefindustmn 1907... 1.95 Rill. Personen t--- 18� Mi». Arbeitsstd.) 1925... 5.53.„ �-.28.»,) Also fast der gesamte Zuwachs von 15 Millionen Arbeitsshmden wurd« von den Produktionsmittelindustrien oufge- sogen, wodurch es den Industriegruppen für Verbrauchsgüter mög- lich wurde, mit absolut verringertem Aufwand an mensch- licher Kraft, ihre wirtschaftlichen Ausgaben durchzuführen. In jeder Hinsicht ungesund war die Entwicklung im Handel und Ptonkwesen, die sich jedoch aus der Injlationspsychose heraus leicht erklären läßt. So ftlsg di« Zahl de? Großhandels» betriebt von 1907 bis 1925 um 45 Prag., der Straßen- Handel(!) um 144 Proz. und die Bank unternehmen um 530 Pro».('.). Hier hak jchoch di» Wirtschaftskrise die sich zur Zeit der Zähkung im Juni 1929 noch nicht abzeichnete, eine General- reinigung vorgenommen, so daß diese Ziffern heute schon«ine be- deutend« Veränderung zum Besiern ausweisen würden. Zusammen fastend läßt sich sagen, daß die deutsche Wirtschaft seit 1882»in« gleichlausende Entwicklung ausweist, deren Richtung nicht einmal durch den Weltkrieg verschoben werde» konnte. Die durch den stürmischen Siegesloui der Technik bedingten Verschiedirn gen der BeuöUerungcmfliTcn und die enlsprochende Veränderungen der sozialen Stru-iur lassen, von Aufnahmen abgesthen. ein« noch yerdättnismößlg gesund» Zusammensetzuvg der deutschen Bevölk»' rung erkennen. Arbeitslosenschuh oder Hehe. Die Nichtskönner als Besserwisser. £he Kommunisten haben wieder einmal ihr Herz für die ÄrbeüÄolen entdeckt. Sie beabsichtigen, in verschiedenen Bezirken Erwerbslosenkonserenzen abzuhalten. So ist bereits zum 3t. Januar«ine solche Erwerbclosenkonfcrenz Berlin-Branden- burg-Lausisz einberufen worden. Der Zweck dieser Konferenzen ist klar. Man will die auf dem Gebiet der Arbeiislosenversicherung in der letzten Zeit zutage getretenen Unstimmigkeiten, Beschwerden und Unvollkommenheitcn benutzen, um gegen die freie» Gewerkschosten eine frisch-fröhliche Hetz« zu veranstalten. Diel Glück wird dje KPD. mit dieser Hetze nicht haben; denn jeder Arbeiter, der nur ein bißchen über die.Arbelt der Gewert. IchafUn im Bilde ist. weiß, daß ohne den unermüdlichen und zähen Kampf d«r Gewerkschaften die Arbeitslosen verraten und v»rrauft waren. Das Arbeitslosenverstcherungsgesctz ist bestimmt keine rest. los? Lösung des Arbeitslosenproblems. Aber trotz seiner Mängel bedeutet es doch einen sehr beträchtlichen Schutz und Fort- schritt, und taucht irgendwo eine Lücke im Arbeitelosenschutz auf, dann stnd es wieder nur die Gewerkschaften, die für Beste- rvng sorgen, wahrend die Kommunisten nichts anderes als s ch I m p- f« n können. So hat es der Protest der freien Gewerkschaften gegen die unbefriedigende Regelung der Wartezeit für die Saison. a r b e i t e r durch die neue Verordnung des Derwaltungsrats der Reichsanstalt erreicht, daß in verhältnismäßig kurzer Zeit fast bei ollen Landesämtern jetzt«ine Kürzung der Darlezest der Saisonarbeiter bi? auf eine Woche erfolgte. Bedauerlich, bleibt. daß noch, immgr da? Verfehrsgewerbe, soweit Flößer und Schiffer in Fra*e kommen, unter Saisonarbeit fällt. Aber auch hier ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Der Deutsche Der- iehrsbund wird nicht ruhen und rasten, bis die von den Ländern und dem Reichsarbeitsministerium selbst geteilte Aufsafsung, wonach die Binnenschiffer keine Saisonarbeiter sind, endlich auch in der Wrrtczeitsrage von den maßgebenden Stelle» voll und ganz respek- tiert wird. Gerade in der Arbeitslosenfrage haben die Kommunisten allen Anlaß, mäuschenstill zu sein: denn da? Arbeitslosenpro- b l e m ist ln» jetzt für Sowjetrußland eine sehr harte Nuß gewesen. Die russischen Arbeiter wären froh, wenn st« auch nur entfernt die Sicherheiten genössen, die in der Arbeitslosenversicherung und ArbcitsvermitUung nach dem neuen Gesetz dem Arbeiter geboten werden. Was in Sowjetrußland auf dem Gebiet des Arbeitslofenschuyes möglich ist, dafür nur einige neu« Beispiele. Ilnlängfi Hot, wie der„T r u d"(Nr. 285) meldet, bei dem Ardeiiskommissoriat eine Beratung der Leiter der Arbeitsveryntt- luiresstellen stcttgcfundcn. Dabei wirrhe darau) hingewiesen, daß da? neue Gesetz übsr die Registrierrv'g d�r Arheitslasen unbedingt einige Abänderungen erfahren mijjlc; deizn.es, sei unmöglich, Frauen,' die ihre» Ernährer verloren haben, ferner allein- stehenden Frauen und schließlich Personen, die auf Grund des Oktobermoniiestes begnadigt worden stnd, die Arbeitsvermittlung zu verweigern, wir das auf Grund des neuen Gesetzes geschehe. Eö sei in der Tat absolut unverständlich, warum diesen Perionay die Möglichkeit genommen iverden soll, aus dem Wege über die Arbei'smmitilungs- stellen zu einem Erwerb zu gelangen. Bei der Einstellung von Arbeitern und Angestellten sind, wie der„Trud"(Nr. 270) aus Rikolajew me'det, empörende Fälle von Protektionswirtschrst in der Arbeitsvermittlung vorgekommen. To wurden auf dem Werk„Plug'i Molot" im Laufe des vergangenen Lahres bei ZOK Einstellungen 226 mit Umgehung der A r- beitsvermitlungs stellen vorgenommen. Auf zahlreichen anderen Werken und Baustellen sind dieselben Beobachtungen gemach! worden. D>is Präsidium des Bezirksverbandes der Gewertschrsten stellte fest, daß die Prolcklionsnnrtschasl immer weiter um sich greift. Auch Erpressungen kommen bei der Arbeltsvermittlung vor, wie det„-Lrud*(Nr. 278) von der Chorkower Arbeiiepresic meldet. Dort wurde von dem Leiter der Registratur der Bauarbeiterabtestung Arbeit nur gegen Zahlung einer„Umlage' von 1 bis S Rubel pro Person vermittelt. Die Arbeitslosen mutzten Mantel, Wasch« und Hosen verkaufen, um die„Umlage' auszu- bringen und Arbelt zu erhalten. Dies« schmählichen Zustände waren nur möglich, well es an jeder Kontrolle und Aufsicht fehlte. Schließlich ist die Organisation der Notstandsorbeiter höchst mangelhaft. Man plcnt die Bildung von Produktivgenossen- schaften. die sich aus Erwerbslosen rekrutieren sollen und macht allerhand Experiment«, bei denen praktisch nicht viel herauskommt. Lei einem Arbeitslosenheer von mindestens 2 Millionen waren alle bis jetzt versuchten Maßnahmen nur ein Tropfen auf einen heißen Stein. Die Sowjetregierung ist einfach nicht in der Lage, mit der Arbeitslosigkeit fertig zu»erden. Sie muß erst einmal dos nochmachen, was in Deutschland unter dem Druck der freien Gewerkschaften in der Unterstützung und Arbeits- beschassung für die Arbeitslosen herausgeholt wurde. Vorher haben ihre deutschen Nachbeter kein Recht, die Arbeit der freien Gewerk- schaften in der Aroeitslosenfragc herunterzureißen. Herr Koch gestehi. Aber eü ist kein verschämtes Geständnis. Der Reichsverkehrsminister läßt durch das Wolff-Bureau folgende Antwort verbreiten: „Gegenüber Andeutungen eines Berliner Abendblattes über angebliche Bestrebungen des Reichsoerkehrsministers, das Betriebs- ratswahlrecht der Zeitarbetter bei der Reichsbahn ungesetzlich zu beschränken, erfahren wir von unterrickteter Seite in Bestätigung früherer Blättermeldungen, daß das Reckü der Zeitarbeiter zu Zuiatzwahien gemäß Vetriebsrälegesetz von der Neuregelung un- berührt bleibt. Der jetzige Zustand trägt demgegenüber der je- weiligen Zusammensetzung der Arbellerschast der deutschen Reichs- bahngesellschaft insoweit nicht Rechnung, als die von den Zeit- arbeitern gewählten Mitglieder der Betriebsräte auch m den Jahreszeiten im Amte verbleiben. In denen ihre Wähler gar nicht zu den Arbeltern der Reichsbahn gehören.' Dieses Geständnis braucht kaum noch unterstrichen werden. Es ist nur bemerkenswert durch seine Form. Das Recht der Zeit- arbeiter, sagt Herr Koch salbungsvoll, bleibt selbstverständlich ge- wahrt. Aber selbstverständlich haben diese Zeitarbeitcr keinen'An- spruch auf Vertretung im Betriebsrat zu einem Zeitpunkt, zu dem sie selbst nicht beschäftigst werden. Daß Herr Koch gerade diesen Zeitpunkt zur Wahl des Betriebsrats aussucht, ist ein Zufall, für den Herr Koch nicht verantwortlich gemocht werden kann. Tatsächlich erscheint uns das Geständnis des Herrn Koch weder von Berantwortungs- bewußtfein, noch von einem ausgeprägten Schamgefühl eingegeben zu feln.___ Ausdehnung des Streiks in denWursifabriken. Streit Berliner Wurstfabriken im Streß. 5» de» beiden Betrieben de« Verbandes der Berliner Fleischwarenfabrikanten, in denen gestern »och einige Leute arbeiteten, ist jetzt auch von diesen die Arbeit eingestellt worden, so daß der Streikbeschlliß auf der ganzen Linie re»sllos durchgeführt ist. Qer Kouflitt in der Schwerindustrie. Oer Widerstand der Unternehmer. Zur Beilegung de» Konflikts in der sächsischen Hüllen. i n d u st r He fanden am Mittwoch im Reichearbeltsnunlsterlvm Verhandlungen stall. Die Verhandlungen gestalteten sich überaus schwierig. Die wir erfahren, ist damit kaum zu rechnen, daß sich die Parteien einigen werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wbd der Reichrarbchtsminister am Doonersiag die Sch'cdssp Lche zur Regelung der Arbeitszelt und des tohnaurgleichs in der sächsischen Hüttenindustrie ssstr verbindlich erklären. Aür die MeZtalliadnstr.ie Osnabrück wurde bei den verhandlungm im Rcich?a'be'l''m'ni�erium in der Cohnsra"« dne Einigung gereicht: fti der Arbeiiszeitfroge wird es auch hier wahrscheinlich zur Verbinstlichkdtserkläcung des Schiedsspruches kommen._ Zum Tarifstreli in der Hochseefischerei. Verbindlichkeitserklarung des Schiedsspruches beantragt Hamburg, i. Januar. Der vom Wchlichtungsmisschbß gefällte Schiedsspruch für die Hochseefischerei, der«jne Erhöbunz der Heuer für Maschinisten um etwa 20 M. monatlich vorsah,.unter Beibehaltung des Fang- prömiengeldes, ist von den Unteqne�mern, sowie dem deuis�e» Verkehrsbund und dem Verein der Kapitäne und'Offiziere angenommen worden, während der Zentraloerband der Maschinisten und Heizer ihn abgelehnt hat. Nunmehr haben die Unternehmer die Verbind! ßchkeitserklärung beim Reichsarbeitsminister beantragt. Konflikt im Dunggwßhandel. Der Verkehrsbund hatte zum 31. Dezember dos Lohnabkommen für die Kinscher und übrigen Arbeiter des Äeriiner Dunoiroß Handels gekündigt und«ine Erhöhung der Wochenlöhve von 53 M. auf 60 M. gefordert. Verhandlungen mit dem Grosj-Berliner Arbeitgeber« verband des Großhandels, die schon End« Dezember waren, führten zu keiner Verständigung. Di« Unternehmer zeigten sich ziemlich zu- geknöpft und standen schließlich als„äußerstes' Angebot eine Zulage von 2 Mark zu. Dieses Angebot Ist von der Lohnkor.i- mission als völlig ungenügend einstimmigabgelehot worden. Die Arbefter des Berliner Dunggroß Handels werden erst' w de» nächsten Tagen zu der Gftuativn Stellung nehmen Es ist damit zu rechnen, daß es zu einem ernsthaften Konflikt kommt, wenn die Unternehmer nicht noch weitergehende Zugeständnisse machen. Kündigung im Aachener Bergbau. Aachen. 4 Januar, i Wie oerlautet, haben die Gewerkschaften da» Abkommen über Arbeitszeitverlängerung im Aachener Bergbau zun, 31. Januar gekündigt._ z-geodxr»?»«*** gd«. Heute. Donner-tas. IPii Wjt, flnfet felamta «ecanftaaan« ftatl:««Jttl SÄ-'berg- Zus-aShei» Vaipttte. IS, itl&b&ah» 1 Tr., 2i,ürlNg-»Zimmer. Hcimbesprechuug. Freie Sc»ierklch-ft»i»ae»l>«»h.eetli«. Heute. D-llUer-tag. Ujr, tagen die Gruppen: Süd I» est«»: Zugendhewl Borckftr. tzack-London-Abend.—~"* Blutstag. l»U ujt U(FabtitgeMudf! M Gruiiauft®lt; «öpenick: Gruppenheim Zuseaddeim Drilnauer H:- Heiwhesprethung. Ohne Heimaumoeis und Berdandsvuch teiu Zutritt. Tempethrs: Grnppenheim Lvzeum Germaniastr. 4—#. S-imbesprechuna, Sun Zutritt mit Hcimausmei» und Berbandsbuch.— Lüdofteui Sruppenheiui ieickenberaer Ai fltcuenpetittiaus). Vortrag: �it und hie Genossen- Musik. Jugendheim Epeeestr. M. Heimbelprechuna. BerbandoduchkontroB«.— S»». bekdi: Zugendhel» Graun., Ecke Lortzingltraie.«ortrag:.Da»»irien deutlcken Scmerkichaften im Jahre l»27.- Laadodewee«w»> ZUend .Guoerlschamühc Zug-ndd-m-gung— S-n-erkschaltlich« Zügen da rbeiri heute aus. __________ Zugendhei» „ Zimmer 1 Zw neue» L! lauer Sir. IT, ~ ff bor» Verantwortlich für Politik: Dr ff«tl•»«tj«irtschaft: J.«ingethlfe»» Sem-rkschaftsbeweguna: Fr. fftztoro: Feuilleton:».&.»»Icher! Lokale« und S-n»i«-: Frk» lürft-dt: An»,.«.:.»»,«�ch.! t�Berlin. rlag- LormStts-Berlag S.«. b. H., Berlin. Druck: Vormart�Bnchdruckrrst ' LerlagsanstuU Paul Einger o ffo.. Berti- S««l. Lindenftross» I« Hier» 2 Beilegen.„Anterdalt-A« sn»«iffeA- UM»„?rO»e»fti»M»-. Berla und l � FAST ALLEN ABTEILUNGEN MEINES KAUFHAUSES PREISE TEILWEISE BIS ZU SO'i ERMÄSSIGT QEQBUNDET 1810 IN FAST ALLEN ABTEILUNGEN MEINES KAUFHAUSES PREISE TEILWEISE BIS ZU 50'l HRMÄSSIGT SPfcNDAUeR K O' K)( G- Jlr. 7* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwaris OonnerSiag. 5. Januar t92S Das Warenhaus bietet währenb des Inventurausverkauf» in Ausschußporzellan Tosf« und Untertasse für wenige Pfennige feil: in etwas besserer Qualität tonn man dasselbe Geschirr für etwa ein« halb« Mark erstehen. In einem kleinen, eleganten Schaufenster im vornehmsten Stadtviertel aber schmiegt sich in die Samt- dckcration eine durchscheinend«, mit zarter Maleret und unaus- dringlicher Vergoldung geschmückte Kaffee,»der Teeschal«, die«lwo das fünfzjgsoche einer guten Gebrauchstaffe kostet. Dieser bei kaum einem anderen Material auftretende Preisunterschied für dens«lden Gebrauchsgegenstand charakterisiert die Verschiedenheit des Por- zellans. Unsummen wurden von den Fürsten und Dornehmen für diesen zerbrechlichen Stoff ausgegeben, und E. W. von Tschirnhausen, der Vorläufer uich Berater Löttgers, des Erfinders des europäffchen Porzellans, nannte das chinesische Porzellan: porzellanene Gchröpfköpfe. Freilich war die P orz ella nleid e ns chaft August» des Stcu-ken nicht das einzig« Mittel, durch da» er feinem Land« da» Blut ausfaugte. Für Dunstlinge. Maitressen und deren Kinder, für eine verschwcm- dcrisch«, prunkvolle ssosholtung warf dieser„Landesvater" Unsummen fort, während seine Untertanen in Hungersnot und bitterstem Gleich darbten. Aber der unsinnig« Eiser, mit dem der König Porzellan sommelle— das feine Nachfolger dann zum großen Teil in Kellerräum« verbannten—. trug„och wesentlich dazu bei. das Land in schwerste wirtschaftliche Not zu stürzen. Und nicht nur gegen(Md, sondern auch gegen das Leben lemer Untertanen tauschte August der Starke Porzellan ein. Berüchtigt sind die 4«„Dragoner. vaseu". die August vom preußischen Soldaleukönig gegen eia Regi. ineai Dragoner erhandelte. Der Geldfchwierigkeiten. die infolge feiner zü-'ellolen Prunksucht den sächsischen König fortgesetzt bedrängten, suchte er Herr tu werden, indem er„Goldmacher" an seinen Hof zog, die di« Universalmerizin. das Avkanum. finden sollten, das unedles Metoll in Gold zu verwandeln vermochte. Schicksal eines Erfinders. � Ein solcher„Goldmacher" sollt« auch der au» Schleiz gebürtige B ö t t g« r sein, dessen sich daher der preußische König bemachügen wollte. Böitger floh nach Sachsen. August der Stark« ließ sich die Beute nicht entgsden: Böttger wurde nun sein Gefangener. Um ihn zur Arbeit zu ermuntern, bot man ihm möglichst angenehme Lebensbedingungen. Di« Freiheit erlangte er aber erst nach etwa sieben Jahren zurück. Doch da war der ZZsährig««in gebrochener Mann der sich, wie Reuter in seiner„Festungsrid", dem Trunk« er- geben hatte. Nach kaum fünf Iahren, am 3 Mörz 171g, starb Böttgcr. Gold hat er nie herzustellen gewußt. Doch Europa ver- dankt ihm die Erfindung de» Porzellans. In seiner Gefangenschost erklänc er im Jahre 1709 dem König, daß er weder die perlangten (V) Millionen Tal er, noch die Unioers almodizin schassen känne. Dieses Geständnis hätte ihm vermutlich den Kopf aekostet, wenn Böttger nicht dem König an Stelle des Goldes eine Erfindung von Goldes- wert hätte bieten können: das Porzellan. Seinem ersten, dem fogenannt-n„Roten Porzellan" sohlte noch der charakteristischste Be- standteil des chinesischen Erzeugnisses, das Krolin, die weiße Por» zellanerde. Doch bald gelang ihm auch die Herstellung echten Porzellans. Eine Fabrik wurde gegründet, und dos„Meißener Porzellan" konnte in die Welt gehen. Großen Gewinn hatte das Land in der ersten Zeit davon nicht. Di« Herstellung war schwierig, da sich die Mosi« im Brennofen oft wesentlich veränderte und von zwölf Dutzend Tasten manchmal knapp ein einziges den Ofen sin brauchbar»« Zustand verließ. Doch in den Zahren l7Zö bis 1753 warf die Meißener Porzellcmmanufaktur bereit» AÜ Millionen Mark Reingewinn ob, trotzdem der sächsische Hos für eigenen Bedarf große Mengen Porzellan ohne Bezahlung entnahm, so allein August III. im Zeitraum von fünf Jahren für mehr als VA Millionen Mark: feine Günstl'ng«, vor allem Graf Brühl, waren ebenfalls in ihrem Bedarf an Porzellan nicht bescheiden. So kam es, daß di« blühend« Fabrik bereits 1775 ein« Unterbilanz von 150000 Mark hott«. Nachahmungen und Falschmünzer. Um dies« Zell gab es schon in fast ganz Europa Porzellan- fabriken, die einander Konkurrenz machten. Doch infolg« der riesigen Beanspruchungen durch die Fürstenhöfe mußten die meisten Porzellansabriken noch Zuschüsse erhalten. Die thüringischen Por» zellonmonufakturen, die weniger kostbare» Porzellan herstellten, das in Bürgerkreisen Absatz fand, waren die ersten, die mit regelmäßigen Ueberschüssen arbeiteten. Doch bald suchten sich die Länder durch Schutzzölle und selbst durch Durchfuhrverbote, einen möglichst großen Porzellanmartt zu sichern. Unlauterster Wettbewerb wurde gc» trioben. Durch Intrigen setzten sich die einzelnen Fürsten iii den Besitz befähigter Porzellanarbester. Die Marken bestimmt«? Fabriken wurden nochgeahmt, ja sogar, um den Porzevanhondel Chinas i» der Türkei zu unterbinden, die chinesischen Fabrikzeichen auf den „Türkeniöp-Kn", kleinen, hcnkellosen Mokkatassen, von denen bereits Meißen im Jahre 1732 für einen türkischen Kaufmann 2000 Dutzend lieferte. Die Nachahmung und Fälschung hat übrigens in der Ge- schichte des Porzellan, immer ein« g-oße Rclle gefp ell. In China, wo man porzellanähnliche Erzeugnisse bereits i» den Zeiten der T'ang-Dynastie 1618 bis 906 n. Chr.) schuf, und wo echtes Porzellan etwa aus dem 11. oder 12. Jahrhundert bekannt ist ahmte man in späteren Zeiten die Erzeugnisse der Frühzeit bis einschließlich der alten Fabrikmarke nach, weniger mit der Absicht zu fälschen, als aus religiöser Derehning für die Vergangenheit. Japan übernahm die Technik der Por'ellanbersicllung von Ehina— kopierte ober auch für den europäischen Rlarkl die chinesischen Erzeugnisse: in China wurde zu dem gleichen Zweck japanisches Porzellan imitiert. Aelteste Geschichte des Porzellans. Verhältnismäßig früh wurde in China Porzella» sabriklnäßig hergestellt. Die alte Töpserstadt Ching-te-Chen hatte im Jahre 1720 bereit» eine Million Einwohner, die fast alle von der Por- zellan-herstcllung lebten. Robert Schmidt gibt in seinem Buche„2>as Porzellan" an, daß schon 1554 allein für den hos des chinesischen Kaisers 93 000 Stück Porzellan au» Ehing-le-Ehen gelieferl wurden. Im 18 Jahrhundert, der technischen Blütezeit der chinesischen Por- zellomnanusaktur, war die Arbeit in den Porzellansabrikei: des Reiches der Mitte bereits so detailliert, daß an einem einzigen Stück oft 70 verschieden« Arbeiter schufen. Insolgedesien wurde in künstlerischer Hinsicht viel Durchschnittsware produziert, wenn auch gleichzeitig zahlreiche Einzelstückc von erlesenem Geschmack entstanden. Wie hoch übrigens das Porzellan auch in diesem Ur- sprungslonde bewertet wurde, zeigt die Tatsach«, daß in China selber im 18 Jahrhundert ein Stück aus Eierschalcnporzellon, dos aus der frühen Ming-Zeit(14. bis 16. Jahrhundert), der künstlerischen Blütezeit des Ehinaporzellans stammle mit 6000 Mark bezahlt wurde. Das erste, in Europa nachweisbare Porzellan ist eine grüne Schale aus der chinesischen Frühzeit, die der Graf Katzenelenbogen um 1435 in Silber fassen ließ. Weiß und makellos schimmert das Porzellan, ob es vor wenigen Tagen di« Fabrik verließ oder Jahrhunderte überdauerte, ein Wahr- zeichen menschlichen Geistes. Aber wenn die Kaffeetasse, die heute vor un» aus dem Tisch steht, aus der Geschichte ihrer Ahnen er- zählen könnte, wir würden noch manches erfahren von der Dumm- hest und Grausamkett der Fürsten, die um dieses edlen Etafics willen ihre Schilder mit höhlichen Flecken besudelten. Berlins Kohlennoi. Die Zufuhren sollen erhöht werden! Die Kohlenknoppheit, die sich in Berlin bereits vor den Feier» tagen bemerkbar gemacht hat. wird von Tag zu Tag fühlbarer, ohne daß sich bisher ein« Besserung in Aussicht stellen läßt. Trotzdem täglich 700 bis 800 Waggons mst Briketts aus dem Niederlaujitzer Vraunkohlenrevier in Berlin eintreffen, also etwa 120 bis 200 Tonnen mehr als in den gleichen Tagen des Vorjahres, reichen diese Mengen bei weitem nicht aus, um die infolge der Kaste außerordentlich erhähien Anforderungen iür Hausbrandvcrforgung zu befriedigen. Allgemein wird bei den großen Händlersirrncn bereits ratiouierl, wie z. B, bei der Berliner Brcnnstoffges ellschaft, die von heute ab nicht mehr als drei Zenluer an den einzelnen Käufer und über- Haupt keine Kohlen an Händler abgibt. Di« Ursachen dieser Kohlen-- knappheit sind im großen und ganzen bekannt, doch muß bei dieief Gelegenheit mich auf die Totsache hingewiesen weisen, daß da-5 Feh'en iraendwelcher nennm-werlen Vorräte zum großen Teil auch aus die Strukwr des Kohlenkleinhandel» zurückzusühreu ist. In den letzten Iahren hatten viele Kleinhändler ihr Geschäft im Sommer einlach einaestelll und sich anderen Erwerbszweigrn zugewandt, um dann im Winter, bei Einsetzen der Konjunktur, sich wieder dem Kohlenhandel zuzuwenden, wobei sie natürlich nicht mehr an da? Anlegen großer Lager dachten, die ihnen unter ilmständen auch ein Risiko bnngen konnten. Man wird künsilg auf diese Erfahrungen Rücksicht nehmen und ein« Aendcrung in dieser Handels- »rganisation«intreten lassen müssen. Eine weitere Folge des augenblicklichen Zustandes ist das Verlangen der Kohlenhändler, daß di« Abgab« verbilligt aj: 8IJ �Zement. £Xoman von Ffvdor Gladtow. Dascha stand neben Mjechvwa, mit feucht-schimmcrnden Augen Sie preßte ihre Schulter fest zusammen. „Genossin Mjechowa, das ist eine Schande. Du willst mit Tränen und Anfällen deine Kraft beweisen? Du bist doch kein Fräulein,— sondern eine Kommunistin. Unser Herz sei aus Stein. Genossin Mjechowa.... Unser Herz soll zerspringen.... Soll zu Stein werden aber wir brauchen kein Herz zum Weinen, brauchen kein Herz zum Weichwerden. ... Du hast dich verrannt, Genossin Mjechowa. Geh nach f)aule und beruhige dich..-• Kannst dich auf mich verlassen ich habe Kräfte— noch für lange Zeit" Und sie ging aus ihren Platz zurück, hart in ihren Muskeln, nahm die Fever wieder fest In die Hand und kratzte in ihrer ungeschickt-trotzigen, ungeübten Weise über das Papier. Polja sah lange und erschrocken Dascha, dann Sergeij an und setzte sich schweigend auf den Stuhl. Eine tiefe Falle grub sich in ihre Stirn und mit ungewohnter Ruh« und Kälte jagte sie durch die Zähne:„Ich werde nicht weggehen. Ich bin gekommen, um zu arbeiten, und werde bis zum Schluß weiterarbeiten." „Nun ja... uh kenne dich doch. Genossin Mjechowa, wir arbeiten doch nicht den ersten Tag zusammen." Dascha schrieb, ohne den Kopf zu heben, und lächelt«. 2. Die Parteireinlgung. Die Parteireiniaung wurde in der Derkzell« voraenom» men. Sergeij war dteser Zelle zugetellt, und auch Polja war da. die in ihrer Zelle die Reinigung krankheitshalber ver» säumt hatte. Die Versammlung der Zelle wurde im Theatersaal ab- gehallen. Es kamen viele Menschen—«ine Menge von Parteilosen wälzte sich herein. Die Kommunisten drängten sich in die ersten Reihen, die Parteilosen vcrteillen sich nach rückwärts. Ilnd well die Wände des Saales mit Spiegeln bedeckt waren und immer neue Masten sich in ihnen wider- spiegellen, schien es, als ob Tausend« von Menschen hier zusammengedrängt wären. Es waren aber nur hundertund (iHjeb saß als dritter In der Kommission am Tisch vor der Bühne. Der Kronleuchter mit den fünfzig Lümpchen flammte mit seinen brillantenen Hangern aus. Die Mitglieder der Kommission waren Fremde. Beide trugen Soldatenmäntel und-mutzen, waren aber verschieden: der eine— mit breiten Backenknochen, dunkelhäutig, fast schwarz, und die Stirne und die Rase und das Kinn waren voll grauer Beulen. Man konnte nicht unterscheiden, ob er lächelte oder böse war. Der andere— hager, mll aschgrauem Gesicht, der Bart wie ein Besen. Er nahm Ihn immer mit einer melkenden Bewegung zwischen seine drei Finger, und als er sich hingesetzt hatte, duckte er sich zusammen, und wenn er die Augen hob— sah man nicht seine Augen— sie ver- schwammen mit den Lidern Und er sah die ganze Zeit den zum Tisch zitterten Kommunisten nicht an, wabrend er mit ihm sprach, und es schien, als ob er nicht zu ihm, sondern zu jemand anders spräche. Und es schien auch, als ob er das Parteibuch nicht anschaue, sondern es nur mll seinen erstarrten Fingern zusammenknülle. Sergeij hörte hinter sich ein Flüstern:„Verfluchter Hund ... er wird ihn zu Tode beißen.... Wird ihm die Hosen herunterlassen.... Schau nur. schau... hast du gesehen? ... Wie eine Katze faucht er." Und als der hagere Mann Gromada herausrief, konnte Sergeij nicht begreifen: hatte dieser Mensch die Worte her- ausgepreßt oder der andere— neben ihm. Und wieder hörte er ein Flüstern hinter sich. „Daß dich der Teufel hole.... Das ist ein Bauchredner ... di« Haut wird er ihm abziehen, dieser Spez." Das Flüstern riß ab und erstickte im Lachen. Gromada tauchte vor dem Tisch auf. sprang wie ein Hase vor dem Tiscb herum und streckte wie ein Bogel seine Nase dem hageren Mann entgegen. Und hinter Sergeis ertönte wieder ersticktes Lachen, und jemand konnte sich nicht mehr Zurückhalten und schrie besorgt: „Gromada. putz deine Nase, Genosse.... Erleichtere dich vor allem." War seine Nase wirklich voll oder fürchtete er, daß sie es fei. er drückte sie zur Seite und schnaubte mit einem Pfiff alles heraus. Der Saal erzitterte unter einem Höllengelächter zmd hinter Sergeij bebte die Luft von kreischendem Lachen. Gljeb lächelle über das ganze Gesicht und auf seinen Wangen spielten wieder die Fallen wie eine Harmonika. Auch beim ersten Mitglied der Kommission hüpften die Beulen vor Lachen. Gljeb lautete scharf mll der Glocke und hob den Arm. „Ruhe, Genossen! Alle müssen aufmerksam zuhören: hier ist eine ernste Sache, Genossen." Das hagere Kommissionsmitglled blieb dumpf und unbeweglich wie früher und melkte nur den Bart mit seinen drei Fingern. „Genosse Gromada... Ihre Autobiographie? „Meine Otobiaraphie ist so Genosse.... Alz arbeitendee Prolet und von Kind auf— ein junger Hund. Aber wie wunderbar die Kapitalisten uns ausgebeutet haben, darüber. braucht man nicht diskutteren. Sie sehen selber, wie die Schwindsucht in metner Brust einen Marsch pfeift, und so uiid weiter." Und rückwärts wieder ein Flüstern. „Daß ihn der Teufel... der machts gutl.„. Packt mit den Zähnen, der Hundekerl." „Wann bist du in die Partei eingetreten?" „Während des neuen Sowjetregimes, also— vor einem Jahr." „Und warum nicht früher?" „Welcher Geselle wird gleich Meister?... Sie. Genosse. waren nie Fabrikarbeiter? Nun, man plagt und quält sich hundemäßig und so weiter.... So ein Fabrikarbeiter muß durch drei Stockwerke durchkriechen." „Ich frage, warum du so spät in die Partei eingetreten bist?" „Und ich sage, in der bürgerlichen Dreschmaschine bm ich so. mll den Füßen in der Luft, genug gedreht worden.... In dieier Epoche waren alle Wilde." „Richtig, Gromada. deck auf.... Alle waren Hunde und Schwätzer." „Warst dg bei den Rot-Grünen?" „Nein, ich war nicht, Genosse, aber in den Bergen war ich oft tagsüber und so und weiter. Weiter, hinter den Bergen war ich nicht— aber in den Bergen habe ich den Banden und den weißen Soldaten das Leben nicht versüßt. .. Wir haben mit Dascha zusammen gegen eine Band«— hart gekämpft."(Fortsetzung folgt.) Kohlen an Zentner. Kriegsbeschädigte und Er» werbslose bei der augenblicklichen Knappheit ausgehoben werden soll. Heute vormittag fanden darüber Ver- Handlungen zwischen den Händlern und dem Wohlfahrtsamt der Stadt Berlin statt, nachdem bereits in der letzten Zeit Mißstände in der Belieferung der Erwerbslosen usw. mit billigen Kohlen ein- getreten sind. Wie groß die Brikettnot in Verlin geworden ist, fleht aus der Tatsache l?ervor, daß die kokelaacr der Gasanstalten täglich geräumt werde,». Die städtischen Gaswerke und die Gasbciriebsgesellschasl haben eine Tagesproduktion von 50 000 Zentnern Koks, und diese drch immerhin reckst beträchtlichen Menaen werden jetzt von den Ver- brauchern glatt ausgenommen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß nicht etwa die größeren Abnehmer, wie die Besitzer von Zentralheizungen uiw., bedeutende Käus« vornehmen, denn dort bat man sich, wie üblich, im Herhst eingedeckt, sondern daß der Kohleniwndel gern Keks abnimmt, um den Kleinverbrauchern wenigstens für die Bs- Heizung der Küchenösen dieses Heizmaterial abgeben zu können. Auch die Zufuhr von Grnbenkots aus den Mestfalifchen und schlesi- ichen Revieren ist wesentlich verstärkt werden, doch findet die Be- tieserung hier gewisse Grenzen, da die Eisenbahn nicht imstande ist, die TvMispolte bis über eine gewisse Grenze hinaus zu steigern. Dir Acichkbahn lzat in den ieplen zehn Tagen zwar den Kohlen- transpvrt nach Berlin umorganisiert und stellt auch zadlreiche �vonderzüge zur Verfügung, dock�dars nicht übersehen werden, daß gerade jetzt die Anfuhren mir Schwierigkeiten vcikm'ipst sind, da der kohlenlcansport aus dein Wajsermeae seit vier Wochen voll- kommen ausgefallen ist. Die Berliner Industrie und die öiientlicheri Werke sind auf den Schifsstransport der Kohle zum wesenstick'en Teg angewiesen, und nur die Tatsockie, daß nian im Herbst sich reichlich eingedeckt I)at. oermochte bisher unanaenehme oder gefäbr. ück� Stockungen für diese Betriebe zu vermeiden. Gas- und Elek- lrizilätswerte lind noch aus einige Wochen eingedeckt, aber es ist imnhaus möglich, daß die Kälte während des ganzen Januar und ffeortiar anhält, und daß man mir auf den Bahntransport der Kohle angewiesen bleibt. In diesem Falle könnten evenwell Kom- olikolionen eintreten, doch sind schon jetzt für den sck?limmsten Fall Maßnahmen ins Auge gefaßt, um durch Streckung der Bestände unbedingt durchkomnien zu können. Wie wir hören, haben gestern die Verhandlungen n>i: dem Aeickzskohlenkommisiar und dem Ostelbischen Bruunkvhlensnndikat zu dem Ergebnis geführt, daß ab 6. Januar die tägliche Zufuhr von BraunkohlcnbrikcNS weiter auf 8 5 00 Tonnen erhöht werden soll. Am 4. Januar ruar die tägliche Zufuhr schon aus 8000 Tonnen erhöbt worden. Gegenüber den drei letzten Monaten des vcrganaeneil Jahres bedeuiet das eine erhebliche Steigerung, denn im Oktober wurden täglich-1870. im November 5050 und im Dezember 0430 Tonnen vom Ostelbiiichsn Braur.kohlensgndikat nach Berlin oeliescrr. Es wird jetzt die Aufgabe des Berliner Koblcn- Hndtls sein, die verstärkten Brikettmengen rationell zu verteilen. Vor allein muß auch sichetgestellt werden, daß Arbeitslose, unter- stützte Rentner und Kriegsbeschädigte unbedingt ihre Kohlen erhalten. Wieder Selbstmord eines Zugendlichen Weil er keine Arbeit hatte. In legier Zeit mehren sickh in geradezu elichreckender Welse Fälle, in denen Jugendliche zn dem Entschinß kommen, frei- willig aus dem Leben zu scheiden. Erst kürzlich be° richtete der„Vorwärts" von dem rätlelhaitcu Selb st in o r d eines 10jährigen Grave urlehrlings in der Porti u?° nrahe, wo der jugendliche Selbstmörder im Korridor der elter» lichen Wohnung durch Erhängen den Freitod suchte. Und wieder ist die Zahl der Tragödien Jugendlicher um einen neuen, noch ungeklärten Fall bereichert worden. Als gestern gegen 18 Uhr die Fron des W ä s ch c r e H. in ihre im Erdgelchoß des Seitenflügels Schcrerstroßc 11 ge- logen« Wohnung heimkehrte, bemerkte sie auf dem Korridor st a r k e n Gasgeruch. Als die Frau, nichts Gutes ahnend, die Küchen- tür öffnete, jand sie in dem mit Gas erfüllten Raum ihre» 15jährigen Sohn Alfons aui dem Fußboden liegend bewußtlos auf. Die zu Hilfe gerufene Feuerwehr versuchte, den jungen Mann durch Behandlung mn Sauerftois ins Leben zurückzurufen, doch waren die Bemühungen leider ohne Erfolg. Ein hinzugezogener Arzt stellte dann den T o d fest, der erst kurze Zeit vor der Entdeckung der Tat ein- getreten sc in konnte. Die Leiche wurde polizeilich beschlag- nahmt und in dos Schauhaus gebracht. Was den Jugendlichen in den Tod getrieben hat. konnte noch nicht einwandfrei ermittelt werden. Alfons H. war aber feit längerer Zeit arbeitslos und legte deshalb in den letzten Wochen ein gedrücktes Wesen zur Schau. Aus Verzweiflung darüber ist dann wahrscheinlich in dem Jungen der Entschluß gereikt, seinem Leben freiwillig ein Ende zu machen. Drei Personen durch Gas vergiftet. Durch die Aufmerksamkeit von Mietern tonm« gestern im Haule Sedanstrahe 40 in Weißen see im rechten Augenblick ein« Tragödie, die beinahe drei Menschen- leben gefordert hätte, Gerhindert werden. Ans dem Treppenflur machte sich gegen 17 Uhr Gasgeruch bemerkbar, der, wie festgestellt wurde, aus der Wohnung des 05iährigen Arbeiters Julius S a b l o tz k i drang. Ms auf wiederholtes Klopfen nicht geöffnet wurde, alarmierte man die Polizei und Feuerwehr, die sich gervoltsam Einlaß verschaiften. In der völlig vergasten Küche wurden S a b l o tz k i, seine Skjährige Frau Wilhel» mine und deren 17jähriger Enkel, der Arbeiter Max S., röchelnd aufgefunden. Die von der Feuerwehr vorgenommenen Wiederbelebungsversuche waren b«i allen drei Per- sonen von Erfolg. Das Befinden' der Gaserkrankten war jedoch so bedenklich, daß der Arzt ihre Uebersichning in das Weißen» feer Krankenhaus anordnete. Nach den polizeilichen Ermitt- lungen liegt unzweifelhaft ein Unglücksfall vor. Der Ver- f ch I u ß der Gasleitung war undicht gewoiHen, und unter der Einwirkung des ausströmenden gesährstchen Leuchtgases ver- loren die nach dem Befund vermutlich in einer Unterhaltung be- gnffcnen drei Leute des Bewußtsein� Wie setze ich mein Recht durch? BeimSchliUschuhlanfr» eingebrochen und ertrunken. Beim Schlittschuhlaufen auf der Havel in der Nähe des Kaifer-Wilhelm-Turmes brach gestern nachmittag der 39jährige Elektrotechniker Gustav P e r f ch t e ans der W i c l e f- itraße 37 in Moabit plötzlich ein und geriet unter die Eis» decke. Rettungsversuche von Ausstüglcrn blieben ohne Erfolg.— Der bedauerliche Unglücksfall gibt wieder Veranlassung, vor dem Betreten zugefrorener, fliehender Gewässer, noch dazu bei den, jetzt einsetzenden Tauwetter zu warnen. Gerade die Havel, die an den Usern eine ziemlich starte Eisdecke aufweist, friert an den Haupt itrömungsftellen nur schwer z u und bildet für den Schlittschuhläufer und Spaziergänger eine stete Lebens- g e f o h r._ tuifc ffierifch fünfundfiebenzigsährigt Unsere alte Genossin Luise G e r i s ch, die treue Lebensgefährtin des vor fünf Jahren verstorbenen Genossen Alwin Serisch, vollendet heute, am 5. Januar, ihr 75. Lebensjahr. Sie lebt in stiller Zurückgezogenheit in Baumschulenweg(Dehringstr. 48) und erfreut sich einer verhält» »«niitßlg«och gute« Gejuobheit. Die tägliche 5rfa5ning zeigt, äarj die inigeniigcndc Kenntnis der grundlegenden Vorschriften unseres Prozeßverfahrrnz vielen großen Schaden bringt. Siechtsantvali Dr Aldert Bacr. Verlin. Ivird dober in einer Siechc von Artikeln die cinkchlägigen Fragen behandeln.?. Sied. Es genügt nicht. Recht zu haben, man muß es auch durchfetzen. Die Durchsetzung des Rechts geschieht mit Hilfe der vom Staat daiür geschaffenen Organe. Die Tätigkeit dieser Organe regelt sich nach einer Reihe von gesetzlichen Borschristen, die man kennen muß, um sie einzuhalten. Viele Menschen glauben, daß es nicht nötig ist, sich um dirfp Vorschriften zu kümmern: einige sind der Meinung, sie würden nie- mals etwas damit zu tun bekommen, mit diesem„juristischen Formel- kram", wie sie es nennen: aber sie sollten sich erinnern, daß selbst „der Beste nicht in Frieden leben kann, wenn es dem dösen Nach- barn nicht gefällt", und daß sehr wohl auch sie eines Tages eine Ladung vor das Gericht im Hanse haben können. Andere meinen, sie brauchte» sich um solche Dinge nicht m kümmern, denn sie würden vorliegendcm'alls die Sache einem Juristen übergeben, sind dann aber leider so inkonsequent, diesen Gedanken nicht zur rechten Zeit in die Tat umzusetzen, erleiden durch ihre eigene Unkenntnis Rechtsnachteilc und schimpfen hinterher aus den Gesetzgeber, die Richter, die Menschen überhaupt. Nun ist es allerdings nicht ver- wunderlich, daß so wenige Menschen von Rechtssachen nichts wissen wollen, denn»in Gegensatz zu den meisten anderen Dingen, die sie im täglichen Leben brauchen, haben sie vom Recht und seiner Durchsetzung in der Schule nichts gehört und daher keine Anregung erhallen, sich mit Fragen zu beschäsligen. die ebenso wichtig sind, wie z. B. die in das medizinische Gebiet gehörende Hygiene des tag- lichen Ledens. Hier muß allmählich— am besten in der Schule, worüber noch zu sprechen sein wird— eine Aenderung eintreten. Jeder muß etwas von den Grundlagen unseres Rechtslebcns wissen, nicht mir, uin sein Wissensgebiet zu erweitern, obwohl auch dies allein von großer Wichtigkeit wäre, sondern aus eigenstem, wohlverstandenem Interefle, nämlich um Zeit und Geld zu sparen und auch, um dem dadurch entstehenden Acrgcr zu entgehen, was wieder eine Ersparnis an Rervenkrast bedeutet. Beginnen wir gleich mit einem Beispiel: Müller wird eine Klage zugestellt, aus der er ersteht, daß Schulz von ihm ein Darlehen von 20 M. zurückhoben will. Müller ist empört, da er die M M. dem Schulz schon zurückgegeben hat und darüber sogar eine Quittung besitzt, die er sich Vorsicht»- halber geben ließ, was sonst leider in vielen Fällen versäumt wird. in der Meinung, die Angelegenheit werde sich glatt abwickeln(also möglichst: bei jeder Zahlung Quittung geben lasse nH. Müller, der sich absolut im Recht iühll und auch ist, glaubt am besten zu tun, wenn er Schulz und seine Klage mit Nichtachtung stroit, d. h. einfach nicht zum Termin geht, denn er denkt bei sich:„Wie kann mich ein Richter verurteilen, da ich ja schon bezahlt habe".. Aber sein Verhalten ist absolut verkehrt. Wer eine Klage zug«- stellt erhält, muß zum Termin gehen oder einen Vertreter mit schriftlicher B o l l m a ch t schicken. Denn wenn Müller nicht selbst zum Termin kommt, oder sich vertreten läßt, ergeht gegen ihn ein sog. Bersäumnisrnteil. die Kosten dieses Bersäumnisurteils hat er auf jeden Fall zu tragen, und das Per- läumnisurteil kann sofort gegen ihn vollstreck! werden. Aus diese Weise kann es sich ereignen, daß er zum zweitenmal zahlen muh. wobei er, wie oben gesagt, sicher weidlich aus die Juristen schimpfe>r wird, ohne sich darüber klar zu werden, daß er diese Tatsache seiner Unkenntis der Gesetzesvorschriften zu verdanken hat. Nun ist zwar für ihn die Sache nicht endgültig verloren, denn er kann gegen das Lersäumnisurteil Einspruch einlegen und sogar mit dem Einspruch beantragen, die Zwangsvollstreckung einzustellen, aber abgesehen davon, daß er— wir schon gesagt— aus jeden Fall die Kosten des Derfäumnisurteils zu tragen hat, wird in der Regel diese Ein- stellung nur gegen SiGerheitslristung vorgenommen, d. h. er muß wenigstens den von Schulz zu Unrecht eingeklagten Betrag be- Gericht hinterlegen, um die Dollstreckung abzuwenden und entbehrt ihn also aus jeden Fall auf eine Zeitlang in seiner Wirtschaitskosse. Auf weitere Vorschriften soll in den nächsten Artikeln eingegangen werden. Die„Verkehrsstörung". Als die Tillergirls nach Hause wollten! Eine nächtlich« Szene vor dein Adiuiralspviast. Halier probt eine neue Revue! Wann und Wo. Fünfzehn Stunden, zwanzig Stunden. Es ist 3 Uhr 15 Minuten n-jfchte. Die Friedrichstraße lieg! still da. iltur der Nachtaulobus verkehrt. Hin und wieder ein Auto in der Straße. Gleich müssen die Tillergirls zu ihrer Heim- fahrt antreten. 150 Girls. Die Taren sind schon angerollt. In> Adiniratspalast rüste» die todmüden Tanzmädchen zur Heimfahrt. Sie sammeln sich in Kolonnen: Wedding-Kolonne, Grunewald- Kolonne, Kolonne Westen. Sie erhalten das Fahrgeld in die Hand gedrückt, und dann geht es auf die Straße. Die Droschken fahren vor. Das Einsteigen der Girls wickelt sich reibungslos ab, wie feit Jahren Nacht siir Nacht. Der Girlpapa, der Regisseur Schüring, der seit sieben Jahren bei Haller tätig ist, gibt Obacht, daß seine Girls auch vollzählig einsteigen. Ein Polizeibeoniter taucht plötzlich aui: Die Autos stehen in zwei Reihen. Das ist wider die Verkehrsregel.„Weiler- fahren." Die Chmisteure parieren. Im geordneten Ablauf der Dinge entsteht Unruhe, ja Panik. Drei Mädchen wären fast unter die Räder gekommen. Der Girlpapa ist außer sich. „Sind Sie verrückt geworden?" ruit er dem Beamten zu. faßt ihn am Arm, ja, schüttelt ihn..Lotzen Sie mich los." Der Girlpapa läßt den Polizlsten los. Ein Wortwechsel entsteht. Der Girlpapa überreicht eii»e Visitenkarte, und begibt sich sosori. zum Polizei revicr, um dort gegen de» Beamten Beschwerde zu führen„wegen Verkehrsstörung". Der Beamte Hot aber pflichtgemäß genen den Girlpapa Anzeige erstattet. So hatte er sich nun vor dem Amts- gericht Berlin-Mittr wegen Beamlenbeleidigung, Wider» stand und Nötigung zu verontworlen. Der Staatsanwalt besteht nur aus dem Tatbestand der Nötigung und der Beleidigung Die sollen mit 30 M. Geldstrafe gebüßt werden. Der Verteidiger bestreitet die Tatsache des Widerstandes. Auch eine Beleidiaunq sei nicht sesizustkllen. Die Redewendung „Sind Sie verrückt geworden?" sei geiutsierinas�n nur der Aus» druck der höchsten Erregung geweftn, die den Girlpapa ergriffen hatte, als er drel der Mädchen vlötzlich in Lebensgesahr erblickt habe. Seit vier Jahren wickle sich die Abfahrt der Girls in gleicher Weise unter Kontrolle des Girlpapas ab. N i e Hab« irgendcin Beamter daran Anstoß genommen. Die Verkehrsregeln müßten nicht nach dem Buchstaben, sondern ihrem Geiste gemäß angewandt werden. Dies entspreche auch den Instruk- tionen des Polizeipräsidenten. Es habe in diesem Falle überhaupt kein Grund jür den Beamten vorgelegen, zu der nächtlichen Zeit in funkwm Der Nachmittag brachte zwei interesiant« Btoaraphten. Adele Schreiber ichiloerte im Rahmen ihres Zyklus„Bahn- brechende Frauen" das Leben von Rahel Levin, der Gattin Dörnhagen van Enses. Streng genommen, war dte Rahel allerdings keine„bahnbrechende Frau": voZt> mangelte ihr die Fähigkeit, ihren Ideen die notwendige Stoßkraft zu verleihen. Sie war zu sehr auf ihr Ich bedacht, als daß ihr Wirken Kreise ziehen tonnte, in denen sie nicht mehr Mittelpunkt war. Aber diese geistig bewegliche Frau mit dem warmen Herzen für alles Gute und Schön«, Freundin zahlloser bedeutender Männer um die Wende des 18. Jahrhunderts, entwickelte in ihrer umfangreichen Korrespondenz Gedanken über Frauensragen, u. a. über dos Mutterrecht, die noch heute höchst aktuell sind.— Professor Franz Pähl schiidettr den Kamps Rodert Mayers um Anerkennung seiner Entdeckung des physikalischen Grundgesetzes von der Erhaltung der Energie. Man sperrte den Heilbronner Arzt als„größenwahnsinnig" ins Irrenhaus. Die zünftigen Physiker ließen lange Zeit seine Ber- öfienilichnngen völlig unbeachtet. Erst nach ausreibendem Ringen fand Mayer die gebührende Anerkennung.— Dr. Friedrich Luther beendete seinen Zyklus„Das Seelenleben der Jugend- lichen" mit Betrachtungen über Jugendbewegung und Jugend- kultur. Wichtig war besonders der Hinweis aus die Gciahrcn, die Verbote für die Jugendlichen haben.' Damit werden häufig erst Neugier und Verlangen nach dem geweckt, was als unzuträglich ferngehalten werden ioll. Nur auf sexuellem Gebiet« und dem Alkohol gegenüber hielt der Dartragende gegenwärtig verschärft« Gesetzesbestimmungen zum Schutz der Jugend rür nötig.— Ministerialdirektor A h r e n d t berichtete über die Washingtoner Funkkonsercnz und gab in Verbindung damit eine Übersicht- fiche Darlegung der Entwicklung des Rundfunks und seiner Zukunsts- Möglichkeiten.— Eine„Musikalische Unterhaltung" von künstle- rischem Wert brachte der Abend. Eva Iekelius-Lißmann und Gerhardt Iekelius zeigten belonders im Dortrag von Volksliedern eine schöne gesangliche Kultur. Gelegentlich störi««in mangelhaftes Zusammengehen mit der Klavierbegleitung Bruno Seidler-Winklers. Dieser Fehler hätte sich durch gründliche Proben vermeiden lassen. Die Geigenvorträg« Tossy Spiwakowstys zeigten einen Künstler von technischem Können und starker Aus- deuckskrast...................... Tes., •*»««■-»-«;v-*'-r-v;- m-.yp-JVkW.y***' i der still daliegenden Friedrichstraße ein« Verkehrsregelung vor» zunehmen. Rcgisieur Schüring sei deshalb freizusprechen. Das Gc richi fällte das Urteil: 30 M. Geldstraie— wegen Beleidigung und Widerstandes. Der Angeklagt« habe den Schupobeamten in derber Weise angefaßt— dos(et tätliche Beleidigung. Er habe zn ihm gesagt:„Sind Sie verrückt geworden?"— das fei«ine Ehrenkränkung gewesen. Die Wahrung berechtigter Interessen habe nicht vorgelegen. Der Schupoinami habe sich bei der Ausübung seiner Pilickt beiunden. als er die Autos, die in der zweiten Reihe standen, zum Weiteriahren auisorderte. So ergebe sich Widerstand gegen die Staatsgelvalt. Sollte etwa der Girlpapa gegen dieses Urteil Be- rufung einlegen oder wird er genug Humor besitzen, sich mit den 50 M. Geldstrafe zusriedenzugeben? ltm Böttchers Begnadigung. In Uebereinftimmuna mit sämtlichen Gnodeninstanzen hat nun-- mehr auch der Iustizminister sich gegen das von den Rechtsanwälten Dr. S i d n e y Mendel und Dr. Arthur Brandt eingereichte Gnadengesuch für den vom Schwurgericht III wegen der Raub» und Lustmorde an der Gräfin L o m b s d o r s und der lljahrigeir S e nt a Eckert zweimal zum Tode verurteilten Karl Böttcher gutachtlich entschieden. Dte Akten sind jetzt an das preußische Staats- Ministerium abgegangen, das in einer Kabinettsitzung die endgültige Entscheidung über die Vollstreckung der Todes- strafe fällen wird. Da die Verteidiger erst am Abend vorher Nachricht von der in den frühen Morgcnstiinden zwischen 3 und 6 Uhr anberaumten Hinrichtung Kenntnis erhalten, so haben sie. um einen Ausschub der Hinrichtung herbeizuführen, in einer Eingabe den Rechtsausschuß des Landtags angerufen, da sie eine nochmalige Untersuchung Böttchers aui seine>, Geisteszustand beantragen wollen. Bekanntlich ist di« Voll- sttrckung der Todesstrafe an Geisteskranken nach der Strafprozeßordnung unzulässig. Ob sie damit mehr als eine Galgenfrist sür Böttcher erreichen werben, erscheint zweifelhast, denn vor dem Schwurgericht haben sämtliche Sachverständige Böttcher für zurech- itungsfähig erklärt. ?!c Entscheidung des Iustizministers, die Hinrichtung Böttchers fürwvrlen im Augenblick, da der größte Teil der deinokratischeii Die zu befürworten Oeifentlichkeit sich grundsätzlich gegen die Todesstrafe ausgesprochen Hai, kann nicht stillschweigend hingenommen werden. Wir Sozio- listen sittd Gegner dieser barbarischen Strafe. Es ist nicht leicht. für Böttcher Fürsprecher zu sein. Wenige Verbrechen haben in der letzten Zeit Berl'n inline so große Auiregung versetzt, wie die Er- mordung der kleinen S e n t a Eckert und der GräsinLambs- dorss. Und selten haben so grausige Taten einen Täter gesunden, der äußerlich für sich so einnahm wie Böttcher. Der ehemalige Ber- liner Vizepolizeipräsident Friedensburg war der erste, der die Mitschuld der Gescllschost an diesem Verbrechen iestnagelte: Ein so erfahrener Polizeibeamter wie der Kriminalrat G e n n a t war es, der in der Gerichtsverhandlung von ihm sagte, er hätte den Ein- druck gehabt, daß Böttcher froh gewesen sei,«Mich sein Herz aus- schütten zu dürfen. Außer allem Zweifel steht fest, daß Böttcher «ine schwere erbliche Belastung mit auf seinen Lebensweg be- kommen hatte? War es seine«chuld, daß m ihm überstarke Triebe ihr Unwesen trieben, die zu hemmen ihn in der Jugend niemand gelehrt hatte? Gräßlich rächt sich di« Schuld der Gesell» schast am einzelnen. Sein Tod bedeutet höckstens ein« Ber» legenhe tshandlung, reinwaschen kann sie die Gesellschaft nicht— die Pslicbtunterlasiung bleibt. Die Gegner der Todesstrafe werden sich auch durch Böttchers grausige Taten nicht irre machen lassen: die Hinrichtung sollte auch an diesem Mens-ben der so Schreckliches verbrochen hat, nicht vollzogen werden. Es hätte keinen Sinn, an dieser Stelle nochmals die längst bekannten Argumente gegen die Todesstrafe zu wiederholen. Man hat oft vorgeschlagen, Schwerverbrecher, deren Taten auf sexuelle Triebkräfte zurückzusühren sind, zu kastrieren In unserer kulturell„hochstehen den" Zeit zieht man es vor, ken Kops abzuschlagen— man liebt Radikalkuren und ist nur zu oft froh, das barbarische Gefüht der Rache besriedigt zu haben. In allen diesen Fällen versagt der Staat als Erzieher. „M«seo4tc"»rab.,P«sais de Danse� bankrott? Ein Kontursantrag der Metropolbetrieb« A.-G. wurd« vam Amtsgericht Berlin-Mitte, weil alle bilanzmäßigen Umerloge» fehlten, vorläusig abgelehnt. Der Inhaber des Cafes König Unter den Linden hatte am 1. November 19Z7 von dem bekannten sehr rührigen Generalkonsul Sternberg(Lingner-Werke) di« Hälfte des Aktienkapitals der Gesellschaft erworben und wollte das Palais de Dause und Pavillon Mascottc langsam in ein volkstümliche? Unternehmen mit mäßigen P reffen umwandeln, da nach seiner Meinung«in derartige? Luxusgeschäst m Oer Behrenstraße nicht mehr rentabel erschien. Da aber die Betriebe täglich 2000 Mark Unterbilanz hatten und das Silvester- geichäit ols katastrophal bezeichnet werden mußte, kam es nicht mehr zur Durchführung dieser Pläne. König will im übrigen gegen Stern- berg wegen arglistiger Täuschung bei Vorlegung von Bilanz'anter- lagen Strasantrag stellen. Sprechchor für Proletarische Feierslunde«. Mt i» dies« Doch-»«*._3._.. �, Die vebungsstundo Anmeldungen für die Frühjahrs-Lugeudweihe müssen umqehend in den nachstehenden Ausnahmestellcn unter Zadlung der Einsck>rsibeg«k>ühr von ötl Pf. vorgenommen werden: V-rlin- Kraft-, Schaxspirlhau«: Iugendscrretariat.£S 68, i'inhtaftr.?,?. Hot, 2 Trovrcn, gimm-r ll, gcijsfnc! von 9 bis l? Uhr, Mitt. laaiiis und sjttitogs von 8 bis_ 19 Uhr. 6 Joseph, NW 21, Wilhelmshavener ' JSepaurnnt), W. Hollmann, M W________..______________________ troätts-öpcb.),. Todrohlaw, R 97. Swinemünde: S!r 11(ü.estaurani), Ä. Nndcr�o», Zl ZI, Llralsundcr Sir. 19 lSchuhmaiderci),-S. Gerih, N IIS, Sreifcnhagener Sirofte 22(Vorwärts-Sped.). S>. Fischer, N 20, Basiianstr. 7 sJorwärts-Sped.l. P. Tölj, RO dö, Immanurlkirüistr. 24 lPorwärts-Tped.). W GUde, NO 1», iiandsderger. Allee 46 1, M. Darlmonn, 0 84, Kiinlgshcrger Str. 37 lPhoio, fitfchäfi), A Melle, O 34, Petersburger Platz 4(Vorwärts. Spcd.I, L. Witt- tchuft, O 34, Petersburger Str. ö lNeftaurantj, F. Arndt. O 27. Martusstr. 36 iSermäris�Sped.), F. Petke. SO 36, Glogaucr>ptr. 30. vorn IV, P Kohm. SO 36. ltausttzer Platz 14,15 lVorwärts.Sped.l. P. Lier, SO 26, Naunpnsir. 9 tN«staurant>, 30 Kallas. Scumsdiulcntacq, Schroderstr. 16, vorn III, Cr. Mcchclburg, Treptow, Kractzstr. 50 sPorwärts-Sped.), Frau Alawiticr, Schone bcrA. Apoftcl-Paulus-Etr 7, R. Petrie, Schöncbcrg, Ebersftr. 70, Nathmann, Cchäneberg, Pelziger Str. 27 lVorwärts.Sped.l, G. ochaubt, Friedenau. Vachcstr. g, Frau Unzerer, Wilmersdors, Lanaucr Strafte 43 lSiedlung), A. Schönwette?, L i ch t c r l el d e. W e st, Händel- platz 5. F. Homburg. Steglitz, Schloftstr. 103, W. Stubig, Steglitz, Ring- strotze 7, Garlcnh. III. K. Felgentrcu. Lankwitz. Sharlottenstr. 34. eharlottcnburg: Schiller. Theaterr Vorwärts. Spedition. Charlottcnburg, Selenhelmer Sie. I. port., Frau Joachim. Kharlottendurg. Naiserdamm 93, Eingang 9 ognitzsirafte. von>4—18 Uhr lPorwärls-Eoedttionl, Schulz, Shar. lotirnburg, Fronsenftr. 12, 1. Kartenhaus III, Puseniak. Kharloltenburg. Augs- Hurger Str. 47 pari., F. Schmidt, Kharlottendurg. Rosincnstr. 4(Loden), Deuttchcr Verkchrsbund, Kharlottcnburg, Pourcuther Str 31 Pank»«: Lgzeumr Aonsumverkautssl eilen in Pankow. Wollank. strafte 102, Jerliner Str 47, Prelle Str. 16. Aissingenstrafte, und bei Max Swersstedt, Pankow-Süd, Cpiekermannstr. 30, Aonsumoerkauis- st eilen in Nicderschä n Hausen. Aaiser.Wilhklm.Str. 70 und Aalserweg 60 Köpenick: ASrnerschule, 1. April: Otto Brinkmann. Sprerstr. 1, Otto Tlheuner, ZVend?nsck>loftstr. 47/48, Kmil Schubert, FIcinmingstr. 19, Bruno Aeti» 'per. Mahlsdorier Str 67, Erwm Monte, Dahlwitzer Platz 3. Für Grünau: 7'anz Alcin, Friedrichstr. 17. Für Friedrichshagen: Friedrich Stoschke, Airch- strafte 2S._ Die drahtlosen Fernsprechversuche Europa-Amerika Nach dpr Meldung eines Spätabcnddlokies soll in absehbarer ?,e!t. sogar schon im Frühjahr, ein regelmäßiger drahtloser Fern- sprechvcrkebr mit Nord- und Südamerika ausgenommen werden. Noch der Mitteilung des Blattes soll Berlin über das Kabel nach London an den bekannten schon seit Monaten arbeitenden drahtlosen Telephonieverkehr London— New Port angeschlossen werden, während 'die Verständigung mit Südamerika durch deutsche besonders hierfür konstruierte drahtlose Stationen eingerichtet werden soll. Wie wir hierzu von niaßgebender Stelle erfahren, eil-en diese Meldungen den Totlachen weit voraus. In der Tat ist es heute möglich, unter .günstigen Umständen über L o nv o n mit New?>ork zu sprechen. Die erste derartige Verbindung im össentlichen Verkehr wurde anläßlich der Ankunft des Fliegers Chamber! in vom Flughafen Tempelhof aus hergestellt, und es war dem Flieger bei .leidlicher Verständigung möglich, mit feiner Mutter in Amerika zu sprechen. Es bestehen jedoch noch recht bedeutende Schwierigkeiten, diesen drahtlosen Fernsprechdienst zu verallgemeinern, und man lann in den nächsten Monaten noch nicht damit rechnen, daß die Verbindungen regelmäßig hergestellt werden können, denn bekannt- lich bereitete di« Verständigung zwischen London und New Pork noch sehr erhebliche Schwierigkeiten, deren Beseitigung den Technikern bisher nicht restlos gelungen ist. Auch die allgemeine drahtlose Verständigung Berlin— Buenos Aires liegt, wie wir weiter hören, noch in weiter Ferne. Die Reichspost hat hier feit Monaten Versuche unternommen, die zum Teil unter Benußung der Kgrzwcllen ausgezeichnete Ergebnisse gehabt haben. Es ist jedoch nach nicht möglich, diese für den Handel und den öffentlichen Verkehr so überaus wichtige Verbindung derart zu verallgemeinern, daß man noch im Lause dieses Jahres mit der allgemeinen Einführung rechnen iönnte. Es sollen vielmehr in den nächsten Monaten noch weitere Bersuche gemacht werden, von deren Ergebnis es abhängen wird, für welches System sich die Reichspost entscheiden wird. eittl-ubtragra für DUfe Rubrik ftud «erli» SD 68. Liudeustraft« Z, parieinachrichten für Groß-Verlin stet»«i da»»«jtrk,>«rret-rt-t Z. Kof. 2 Trep. recht», zu richten. 3. strei» Seddlug. Freitag. 6. Januar, 19 Uhr, Sitzung bis erweiterten Areisoorstandss an hctannter Stelle. 13. Are!« Zempelhaf. Freitag, 6. Zarniar. I9V4 Uhr, bei Niendorf, Chauffee. strafte 10 in Marlcndorf, Areisvorstandslitzung. Morgen, Freitag, S. Januar. 3. Abt. 19'� Uhr bei Borrlick, Sebastianstr. 38, äufterst wichtige Funktionär- ützung. Sämtliche Funktionäre Müllen unbedingt erscheinen. 6. Abt. 1916 Uhr bei Dobrohlaw, Ewinemllndcr Str. 11. Funkiionärsttzung. Erlchclnen ist dringende Pslicht. 30. Abt. 19 Uhr bei Pohst, Lychcnrr, Ecke Stargardcr Strafte, wichtige Funk- tlonärsitzung. 38. Abt. 20 Ubr In der Juristischen Sprechstunde. Lind-nstr. 3, Funktionär. I sitzung. Alle Funktionäre müssen bestimmt anwesend sein. Am gleichen, Tage um 15 Uhr im Arcmalorium Boumschulenwcg Einäsckierung der Ke. 1 nasstn Spandau. 38. und 48. Abt. 191" Uhr Mitgliedervertammlung der 86. Abgabcstcllt der Aonsumgenostenschost in Kliesingo Festsälen. Dallerlorstr. 68. Alle SPD.- Mitglieder nnd»Borwärts�-Leier der 39. und 48. Abteilung werden auf- gefordert, recht zahlreich zu erscheinen. 77. Abt. Schäurberg. 20 Uhr bei Jürgens, Barbarollastr. 5o, Funktionär- lltzung. Stellungnahme zur Neuwahl. Sämtliche Funktionäre müssen er- scheinen. 83. Abt. Tcmpelhol. 1916 Uhr in der.Linde", Werder-, Ecke Friedrich-Aarl- Strafte, Funitionärsttzung. Neukölln. 88. Abt. 1916 vtzr PorOand--» vnd 6-1 eo-omme-t. Eandcrstr. 10.— 90. Abt. ID'A Uhr bei Sebabciko, Weichselstr. 5, Funk. tionärntzung.— 91. Abt. 1916 Uhr bei Mischte, Müniliencr Str. 23, Funk- tionärsttznng.— 93. Abt. 191� Uhr bei Zimmermann, Stnitgarter Slr. II, Funitionärsttzung. Jeder Bez-rk muft vertreten sein.— 95. Abt. 20 Uhr bei Acvsch. pilgerstr. 10. anfterordentliche Sitzung des Borstondcs m't sämt- lichcn Fnnkrionörcn. Erscheinen ist P/Iicht.— 96. Abt. 19'* Uhr bei Lohann, Wippcrstr. 18—19. wichtige Funltionärsttzung.— 97. Abt. 19 Uhr bei Rohr, Siegfriedstrafte. Funitionärsttzung. 14-1. Abt. Treptow. 19 Uhr Dvrstandssitzung mit den Bezirksführern in der «BorwLrts"-Svedition Kraetzstr. 30. Lichtenberg. 115. Abt. 19'.;, Uhr dri Vabtkc, Müqgel-. Ecke Scharnweberstraft«, Funltionärsttzung.— 118. Abt. 19 Uhr bei Zahn. Friedrich-, Ecke Irenen. strafte. Fiinkt'onärsttzung. 12». Abt Friedricksselbe 20 Uhr bei Schwarz, Eapriviallee 104, Funktionär- sttzung Stellungnahme zur Neuwahl. Bei dieser Funktionärsitzung darf kein Kenolle fehlen. 123. Abt. Aaulebors. 18 Uhr bei Hübner wichtige Funkiionärsttzung. 124. Abt. Mahlebors. 20 Uhr bei Andere, Bahnbvfstr. 37—39. wichtige Funk. t'onärsttzunq. Erscheinen sömtl'cher Funktionäre ist Pslicht. 124» Abt. Mahi»darI-SLd. 20 Uhr bei Dietz, Ublandstr. 18, Zahri»»ersaliwi- luug. Äein Mitglied darf kehlen.— Achtung! Die Fnnttionäre trefseu sich bereits um 191>, Uhr pü"ktlich cbendort. 128./130. Abt. Pankow. 20 Uhr bei Meehs, Berliner Straft», Ecke Linden- promcnabe. Funkiionärsttzung. Stellungnabme zur Neuwahl.— Achtung! Pünktlich um 19 Uhr cbendort Borstandosttzung. Erscheinen dringend er- forderlich. * Alt-Lanboberg. Sonnabend, 7. Januar, 30 Vi Uhr, bei Pichotzek, Monatsper- lammlung. Bortrag des Senosscn Bürgermeister R. Scharzburgcr über dir tommendcn Wahlen. Frauen Veranstaltungen. Aus der Partei. Das Zanuarhesl der.Zlibclter-Zugend". Soeben«scheint do? eiste Heft des 20, Jahrgangs dieser sozialistischen Jugendzeitschrift. Es beschäftigt sich versiändlicherweife stark mit den Ausgaben des koinmenden Jahres. Die politische Situation zeichnet in tresleuden Worten der Leitartikel des Genossen S o l l m a n n:„Kampf und wieder Kamps". Ein Aufsaß für den Dortmunder Jugend tag lenk! das Interesse aus die größte Jugendveranstaltniig des Jahres 1028. Einen tiefen Einblick in die Not der arbeitenden Jugend gewährt der Zlrtikcl„Eine Leidenschronik der Arbeiter- jugend" von Eniil Steinte, der einen kurzen Zluszug aus dem Bericht der preußischen Gewerbeaufsichtsbehörde darstellt. Auch bis Beiloge„Arbeitsgemeinschaft" scgl sich mit einigen wichtigen aktuellen Fragen auseinander. Genosse Artur Soternud be- handelt in einem Ausiaß„NirgenMand in der Gegenwart" zahl reiche Anfänge sozialistischer W i r t s chä f t s g e sta l» t u n g, wie sie uns im täglichen Leben entgegentreten. Peter G a-r�w y ichreibt über„Der Weltkommunismus und die russische Krise". Christian Döring bespricht in einem ausführlichen illustrierten Auslaß dos neueste Buch Cunows„Bom Urmenschen nnd seiner Wirtichast". Die Zeitichrist ist zu beziehen durch die Post und durch jede Buchhandlung. Das Einzelheit kostet 2.0 Pf. Sozialistische Arvetterjugend Sroß-Ieriin. Wanderleiter! Die guna sind abzuholen. Be,iri»,orftar,b»sttznug Kymuastiktursus. Heu Bescheinigungen zur Erlangung der Fahrprelsermofti- Die blauen«arten vom Iabre 1927 stirb ungültig. ing heule, Donnerslog, pünktlich 19 Uhr, in, Sekretariat. llfVI/xlil bl.b llZVtz i l tele. kl ll.»wie Friebrichshaiu. Achtung, Kcnasstnnea! Di» für Freitag, stst ft-l 6. Iauuar. 26 Uhr, augelctztk Funttiauärinnenlouserenz siubet nicht bei D E; Nonn, kubene» Str. 19, jonder» iu den Somenius-Sälen, Mcmelcr Ki l-j Strafte«7. statt. Wcgca wichtiger Tagesordnung werden die Se- fd ■ nolstnnen gebeten, rechi zahlreich auwelend zu(»in. Die Helseriauen i sü« da» Rachitisheim find hierzu befouders eingeladen. M Zur Aufhebung de» Visumzwanges Im verkehr mit Großbritannien. Gegenüber den irrtümlichen Parftellungen ln der Presse wird mm zuständiger Stelle erneut daraus hingewiesen, daß bei der am 1. Januar 1028 erfolgenden Aushebung des Disumzwanges im Verkehr mit Großbritannien der Visumzwang im Verkehr mit den britischen Kronkolonien und Prolektoraten nach wie vor weiter besieht. Ausgehoben ist der Visumzwang im Berkehr mit folgenden Ländern bzw außerdeutschen Gebieten: Kuba, Danzig, Domingo, Dänemark, Finnland, Haiti. Holland, Japan, Island, Jugoslawien, Luxemburg, Oesterreich, Panama, Portugal, Schweden und Schweiz. Der Einreisende benötigt also nur einen ordnungs- mäßigen Pah.. Schwerer Autounfall in Spanien. Wie aus Barcelona ije- meldet wird, stürzte dort ein mit sechs Franzosen besetztes Auto i n eine 20 Meter tiefe Schlucht. Von den Insassen wurden zwei sofort gelötet, ein dritter erlag kurz darauf seinen Verletzungen. Auch die übrigen erlitten so schwere Verlegungen, daß an ihrem Au'kommen gezweifelt wird. 43. Abt. Freitag, 6. Januar, 1913 Uhr, findet bei Brüschkr, Reichcnberger Strafte 98, unser Frauciiabrnd statt Tagesordnung: Wahl der Leiterin. Anschlieftrob gemütliches Beifammenseln. Die Kenoginnen sind alle herz. lichft eingeladen. Neukölln. 93. Abt. Donnerstag, 5. Januar, 19 Uhr, Bunter Abend, Bor- tragender: Genosse Heinz Äarihel. Dir SAI. Hai ihre Mitwirkung zu- gciogi.— 97. Abt. Sonntag, 8. Januar. Bcstchügung der Aebaimnenlebe- onstali, Maricndorfcr Weg. Treffpunkt 99» Uhr pünktlich vor der Anstalt. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrk und Linderschuh. 4. Aeel» Prenzlauer, Berg. Heute, Donnerstag, 5. Januar, 19 Uhr, bei Burg, Pk-a, lauer Alle» 189(nicht bei Alug, Danz'aer Str. 71), Helfe» hesprechung über den Beginn des Aursus und Uber Pflegeamtsarbeit. All« Helferinnen und Helfer werden gebeten, an dieser wichtigen Sitzung de» stimmt teilzunehmen. 17. Arei» Lichtenberg. Freitag, 6. Januar, 19 Uhr, Sblrutekonferenz im Raibaus, Möllenchorfstrafte, Kinderfreunde Groß-Berlin. Di» Helferfchul« Kraft-Beeli» beginnt erst wieder am 12. Januar. Arei, Neutölln: Morgen, Freitag, 6. Januar, um 20 Uhr, Helserversamm. lung in der Baracke Konghoferftrotze.— Etnppe Birke: Die Linder werden gebeten, am Freitag, 6. Januar. o»n 17—19 Uhr in das Heim Stcinmetzftraftc zu kommen. Fahrtbcsprcchung für Sonntag. Zunqfoziallsten. Kroft. Berlin. Achtung! Die Arbeiisansschuftmltgliedcr werden gebeten, sich für Freitag oder Sonnabend zu einer gemeinsamen Sitzung mit d-i Breslancr tstcnosscn vom„Jungen Kämpfer" bereitzuhalten. Näheres über Ort nnd Zeit in der Morgenarsgabe vom Freitag.— Ernppe Süden! Sonntag, 8. Januar. im Jugrndhelm Porckslr. ll, 19 Uhr. Portragsabcnd übcr das Dhrma»Der junge Aämpfcr, Jungsozialistr» und SPD" Alle Berliner Kruppen sind dazu herzlichst eingeladen.— Srnppe Prenzlaner Berg: Heute, Donnerstag. 20 Uhr, lm Jugendheim Danzigcr ertr. 62, Gruppenabend. Zeder Genosse muft an- wefetzd fein. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 94. Abt. 9! eukal», 64. Bezirk. strafte 40, ist am Dienstag,.9. Januar, verftorl W____■ Einäscherung am Freitag. 6. Januar, 12 Uhr, im Arematorium Wilmersdors, Berliner Straft». Rege Beteiligung erwartet der Borstand. Unser Genosse Evitsried B u tz, Ziethen. den. Ehre seinem Andenken! W— W- Heute pünktlich l91d Uhr Fortsetzung des Gymnastil- luisiis in den Räumen des Genossen Gleisner. Slsasser Str. 26o. Jahresmilgliederversammlungen. Donnersiag. IS'? Ahr: � Norden! Heim Lortzing-, Ecke Graunstraftr.— Aöllnischer Part: Heim Engeluser 24—25.— Wittenau: Heim 9 vscnthaler Slr. 15.— Treptow:„Bor- wärts",Spedition Gractzstr. 51.—------ „Jugend•—-•--„ schulen."______________________|___________ Schönhauser Vorstadt: Schule Drielencr Str. 22.(Fortsetzung.! — diucnau; otiin r vicnioaicr cir. 10.— nrcprow:„r>or- "-Spedition Gractzstr. 51.— Falkplatz I: Helm Eberswalder Sir. 10. nd und Airche."— Lankwitz: Kemeindeichulc Schulstrafte.»Unsere Berus-- ""— Zehlendors: Nordschule. Potsdamer Sirofte. Funkiionärsttzung. Wcrbebezirk Areuzberg! Fortsetzung des Aurms morgen. Freilog. 6. Januar, im Jugendhcjch Brllc-Alliance.Platz 1. Rcuc Teilnehmer können ausarnvMme» werden. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Veikksbanner.Sctiwari Rot-Gold' K c> ch- l! s N- l I-: Berlin S 14. S-Hostianstr 37/38. Hol 2 Zr. Freitag, 6. Januar. Prenzlauer Berg, 20 Uhr«rweiterte Borstands, sttzung bei Burg, Prenzlaner Allre. Neulslln-Britz, 3. Aamcrad schast: Turnadcnd 20 Uhr Turnhalle Mariendorser Weg 60—70. Alt- Sandsberg: Reuwahl des Borstandcs. Alle altiven und passiven Aamcraden müssen er- scheinen.— Hermedorf: Freitag, 6. Ianvar, 20 Uhr, Generalversammlung bei Okrint,»Eä-arsc Ecke. Dagreordnung: Neuwahlen.— Mahledorf:. Freitag. 6. Januar. 20 Uhr, Mitgliederversammlung bei Anders, BahnhosstrafteV Berich! über die Tallgencralversammlung. Ardeiter-Sawaritcr-Bnub, Abt. Reinickenbors., Milglicderpcrsammlung Donnerstag, 5. Januar. 19'0- Udr, Ercbad Reintckendoi-s-Ost. Bund de» Feridenkrrjngeäd. Gruppe Osten: Donnerstag, 5.. Monotsversommlung im Jugendheim Litauer Str 18.— Gruppe Norden: Freitag, 6. Januar, 1716 Uhr, im Ledigenheim Pappclallec 15-16, Monats- oersamm'ung. Mnsitgruppci Donnersläg 20 Uhr am bekannten Ort, Drntsche« vstbn- b. Bcrein heimattreucr Ostniärker zu Berlin, e. B. Ber iammlun» Donnerstag. 5. Januar, 21 Uhr. im Deutschen Bereinshaus, Land»- berger Str, 89. Dorirag über das ,, Schluß-, ntschädlgungsgesrtz'. Zeder Ost- märker w'llkommen. N«lch,bund der Arieqsbrlchädlgten, grieaste'lurhmer»ob Aeiegeehiutie bllebene», Ortsgruppe Schäurberg. Freitag, 6. Januar. 20 Uhr, Gcnrralver- sammlung in der Schloftbrauerei Echöneberg, Hai'ptstr. 152. Frenude de» arbeitenden Palästiu». Sonnabend, 7. Jonuar. 3014 Uhr, im Brüdervereinshaus, Aurfürstenftr. 115—116, Aonzert- und Scsellschaftsabcnb zu« gunstcn des arbeitenden Palästina. LaborUia-Egperanio-A oc o, Hrnoo Orlcmo- cinn saudon, je 1a 20 a. Ii. semajna kunveno en la.junu lcrtieimo Oslbahnhol 17u. Hinj memhry de la prupo käj samtcndencanaj Iroluloj estes imltataj. wellcrberichk der öftenklichen wellcrdienslsleUe Berlin uud Umgegend (Nachdr. Verb.). Borwiegend Irübc mit leichten Rcgenlälleii; weitere Mildcrmig bei lebhasien westlichen Winden.— Aar Deutschland; Ucberall weilet e Mi deiung. im Süden voiwiegend trecken, im übrigen Deutichland verdrcUcle Niederschläge. Aarueo-lbeginn im Elou. Mit Einzug des neuen Jahres Ist auch Prinz Aarneval im Berliner Aonzcrthaus. Elou, met einem Gefolge von sechzehn reizenden Tänzerinnen, den Elou-Girls, eingezogen. Sein stimmungsoolleo Anlrittslied und die entzückenden, von einem Solotänzer der Staatsoper ein- studierten Tanzooristhrungen der silft-n Mädels rissen die Silocstcrgäfte z» hellster Begeisterung hin und steiacrlen die behagliche Fröhlidikeit, in dle sie ein köstliche? Trunk und ein wohlsdimeckendec Happen der destbetannlen guten AUche oersctzt hotte. Fritz Wilhelm Freukel sorgte durch humorvolle Gesangs- cinlagen für weitere Belebung und die unermüdlichen Aapcllen Männeckr ugb Aftmann brachten die tanzsrohen Pärehen Immer wicder auf die Beine, so daß der Abschied allen sehr schwer wurde. Wer ein paar frohe, ungcirübte Stunden verleben w.ll, besonders allen Miesmachern und Hppockondern. kann in den nächsten Wochen ein Besuch des Aarncvals im Elou bestens empfohlen werden. �pßtHWruifiv; Moslem rJkvAOiVtt-toMiHHiV Moslem UV, Siyit$tVlHXr /WtV/444t444V arff'ft CUuhIUv&I . v js-'v"...'■' X** m--'»•»..•»-.-''! Ajfei--.. v:"--"sÄ."■• v•■" -■•. V■•■-■■'■.•:.••■•:.--■-, Ein Rleienpoden hocheleganter tfuitcver prima Kunstseide in blendend schönen Mustern. iSM berabiesmttDl in prima reiner Wolle, herrliche Dessins. viele Farbenstellungen. fetzt COT Tin ongeh eurer Posten Bademäntel und Badecapes In prachtvollen QualitS en(tellw. 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Jttchf wen If&v fefchdist iß* der'JctbaL, melchec in {ßclechtßh.~J hvasuea* wdchß*, in. cLev@atfeTi,x,.>»!:!, J7TiiS SUAV/f'j(0) IKJUA erhobt* dad-acek ihrmlldcst%0ftlidz&s ßUe/oa.Sas für ihre �etiebt�eUrbel allen, ihren�veuiSen unS'fferehrervifuti* ousfah�affebenS ßß Berliner St Wie sie wurden- Die Stadt Berlin wird nun bald zu der auf alle Vermal- tungsbezirke sich erstreckenden großen StraßenumnennunA schreiten, mit der man viel zu lange gezögert hat. Die Stadtver- ordnetenverlammlung hat ihren Beschluß gesaßt, und es ist danach Sache der Beztrksoersammlungen, jeftt Vorschlage zu niachen. Das ©eschrei rechtsgerichteter Parteien über die„P> e t ä t l o i i g? e i t" der geplanten Umnennungsn erklärt sich aus ihrer Sorge, daß man dabei die in Straßennamen getriebene Verherrlichung und Ber- himmelung der Monarchen, Prinzen, Generale, Minister usw. sehr merklich einschränken wird. Auch„Mangel a» geschicht- lichem Sinn' wird denen vorgeworfen, die jetzt auf Aendcruna von Straßennainen dringen. Wie wenn in früheren Zeiten viel noch der geschichtlichen Ueberlieserung gefrocjt worden wäre, wenn es galt, einen alten Straßennamen durch einen neuen zu ersetzen. In den sechs Verwaltungsbezirken des inneren Berlin finden wir unter den jetzigen Straßennamen rund, 1.W, die einmal für ältere Straßen- namcn eingesetzt worden sind. War das kein„Mangel an geschichtlichem Sinn"? Und gerade in der Lifte monarchistischer und mili- taristifcher Straßennamen sind nicht wenige, die unter gänzlicher Verleugnung der geschichtlichen Uebcr- l i e f e r u n g zustande gekommen sind. Unbedenklich hat man alle Straßennamen beseitigt, wenn alte Straßen nach einem Monarchen, einem Prinzen, einem General, einem Minister usw. benannt werden sollten. Die allermeisten der jetzigen Straßen- und Platznamen im inneren Berlin sind noch gar nicht so alt. wie sie vielleicht scheinen. Zu den sehr allen gehört der N e u e Markt, der längst nicht mehr neu ist. Unter diesem Namen wird er bereits 1323, vor jetzt sechshundert Zähren, erwähnt. Er ist dem Schicksal entgangen, später nach irgendeinem Landesvater benannt zu werden, und hat icinen Ursprung. lichen Namen bis cheute behalten.„Neuer Markt" wurde er vor mehr als iechshundert Jahren benannt zum Unterschied von dem älteren Markt Berlitls, dem heutigen Vtolkenmartt. Dieser bieß ursprünglich nur Markt und wurde seit Anlegung dos„Neuen Marktes" als„Aller Markt" bezeichnet. Erst seit 1685 ist die Bezeichnung„Molkenmarkt" bekannt, die üblich geworden sein soll, weil die Gattin des Kurfürsten Joachim Friedrich die Milch aus ihren Meiereien hier feilhallen ließ. Den Namen„Molkemnarkt" wollte König Friedrich Wilhelm I., dem es gleichfalls an„geschichtlichem Sinn" gernangell zu haben scheint, durch den Namen „Königsplatz" verdrängen. Er ließ 1728 feinem Vater Friedrich l.. dem ersten König Preußens, auf dem Wolkenmarkt ein Standbild errichten, und es schien dann die Bezeichnung„Königs- platz" angemessen Aber dos Standbild wurde nach nicht langer Zeit— man weiß nicht aus welchem Grunde— wieder weggenommen. Der Name„Konigsplatz", der noch nicht recht in Auf- nähme gekommen war, geriet hiernach rasch in Vergessenheit, und es blieb bei dem Namen„Molksnmorkt". Die benachbarte Mol- k e n st r ah s erhiell ihren Nomen erst 1662 stall des alten Namens „Bollengasje". den kern„geschichtlicher Sinn" zu retien vermochte. ..Bollengasse" läßt auf eine Markchandelstelle für Bollen schließen. Ol, auch sie kurfürstlich waren? Schon vor diesem jetzt gerade zweihundert Jahr« alten und mißlungenen Versuch, einen geschichtlichen Platznamcn durch neue Namen höfischer Art zu ersetzen, waren durch ciirc Straßemunnemtung die Berlüier mit - und wechselten. einer„Kö n i g st r a ße" beglückt worden..Aus der Streck« von der Spandaucr Straße bis etwa zur heutigen Neuen Friedrichstroße hieß sie einstmals Oderberger Straße(weil ihre Fortsetzung die Landstraße nach Oderberg war) und dann Georgenstroßc(weil draußen vor dem Vor— da. wo heute der Georgenkirchplotz ist — das Gevrgenhofpllal log). Aus der Strecke von der Spandauer Straße bis zur Longen Ärncke(später.„Kursürstenbrücke") nannte man sie auf der Ostseite„An der Longen Brücke im St. Nikolai- Viertel", aus der ZLestseill„An der Laugen Brücke im Heilig-Geift- Viertel". Als im Jahre 1761 der frischbackene König Friedrich I. nach der Krönung aus Königsberg nach Berlin keimkehrte, erhielt der ganze Straßenzug von der heutigen Neuen Friedrichstraße bis zur Langen Brücke den Nomen„Königstraße". Nach der oe- schichtlichen Ueberlieserung fragte kein Mensch, weder der neue König, noch„seine" Berliner. Uebrigens wurden damals die Straßenbennungen und, Straßcnumnennungen noch vom Magistrat allein besorgt. Erst im Jahre 1813 bestimmte König Friedrich Wilhelm III., daß bei Straßenbenennungen in Berlin. Ehorlottenburg und Potsdam der Mogistrat und das Palizetprästdium ihre Dorschläge zu machen Höllen und dann die Entscheidung durch königliche Ka- binettsorder erfolgen werde. Man wird aber wohl nicht sehi- gehen mit der Vermutung, daß schon lange vorher der Magistrat bei den Stroßenbenennungen seine Wahl so treffen zu müssen glaubte, daß sie den geäußerten oder nicht geäußerten Wünschen des Landes- vaters entsprach Die Könioftraße von 1701 war die erste derartige Verben- gung vor dem Träger der Krone. Allmählich folgten ihr andere.Huldigungen ähnlicher Art, noch in der ersten.Hälfte desselben Jahrhunderts unter Friedrich Wilhelm I. die Benennungen „Friedrichstroße"(nach Friedrich I.) und„Wilhelm- st r o ß e"(nach Friedrich Wilhelm I.) samt„W i l h e l m p l a tz" (noch demselben). Wilhellnstraße und Wilhelmplatz entstanden erst damals in diesem der Bebauung erschlossenen Stadtteil. Aber die Friedrichstraße war in ihrem mittleren und ihrem nördlichen Teil schon älter und führte andere Namen,„Querstraße" von V«h- renstraßc bis Weidendammbrücke,„Damwstraße" von Weidendamm- brückc bis Oranienburger Tor. Als unter Friedrich Wilhelm l. die Straße bis zum Nondeel, dem heutigen Belle-Alliance. Platz, durchgeführt wurde, erhielt der ganz« Straßenzug den Rinnen„Friedrichstraße". Auch da fragte kein Mensch nach der ae- schichtlichen Ueberlieserung. Ebenso wenig tot man das, als später im Jahre 1815 dos Rondeel in„Belle-Alliance-Plotz" umgetauft wurde. Die Neue F r i« d r i ch st r a ß e ist unter Friedrich II. nach ihm so benannt worden. Vorher hatten ihre einzelnen Teile verschiedene Nomen,„Bei der Pomeranzenbrückc". zwischen Burg- und Snondauer Straße,„Gouvernementsstroße" zwischen Spandauer und Wnigstraße, ,Llm Stralau«! Tor" zwischen Königstraße-und Stra- lauer Brücke. Das waren geschichtlich überlieferte Nomen, aber sie mußten dem Namen„Neue Friedrichstraße" weichen, weil höfische Gesinnung es f» fordert«. Auch die Pomeranzenbrücke wurde später unbedenklich in„Friedrichs- brücke" umgetauft. Die letzten Jahrzehnt« des 19. Jahrhunderts brachten uns die K a i s e r- W i l h e l m- S tr äß e, die als Aer- kehrswcg bis heute ziemlich wcrllos geblieben ist. In ihrem süd- Bchen Teil sind einige alle und enge Straßen ausgegangen, die Kleine Burgstraße(von Burg- bis.helligegeistftraße), die Brauhaus- straßc(von Heiligegeiststraße bis Spandau«? Straße), die Papen- siroße(von Spondäuer Straße bis Klosterstraße). Wie ostinsrühercnJahrhundertenStrohennomen wechselten, zeigen gerade dir eben genannten Straften, deren Namen setzt verschwunden sind. Die Kleine Burgstrafte hieß nacheinander Spreegäßlein, Frauengäßlein(wegen der„an der Unehre sitzenden Frauen", die in ibr wohnten), Wofsergoss«, Durchgang, zuletzt Kleine Burgstrohe. Die Brauhaus st ratz« wurde enannt Zimmermannsgosse, Bolingsgosse(nach dem Besitzer eines Eck- aujes), Klandersgasse auch Kalandergasie und Äaloudsgasie(dielen Namen erhiell später eine andere Gaste), schließlich Brauhausgasse und Brauhousstraße. Die P a p e n st r a h e hieß„Am Kramhause" zwischen Svandouer und Rosenstroße,.Linter der Badsrubc" zwischen Rosen- und Klosterstraße. Alle diese Nomen sind längst vergessen, weil den Berlinern der„geschichtliche Sinn" sehlle. Die Rosen- strafte heißt auch erst seit dem 17. Jahrhundert so, und zwar soll ihr dieser Name in spöttischer Absicht gegeben worden sein, weil sie nicht nach Rosen duftete. Sie war übel beleumundet wegen ihrer Unsauberkeit und außerdem wegen ihrer damaligen Bewohnerinnen. Daher wurde sie— mit Verlaub, zu sagen—.Luren gösse" genannt, und unter diesem Namen stand sie amtlich»och vor jetzt 300 Jahren auch tat Trauregister der Marienkirche. Amtlich wär übrigens auch der Name der in einem anderen Teil Allberlins liegenden„P a d d« n g a ss«", und zwar noch bis zum Jähre 1862, wo er in Klein« Stralau er Straße geändert wurde. Im Jahre 1857 hatte ein Hausbesitzer aus der Paddengaste sich erboten, hundert Taler an die Armenkaste zu zahlen,' wenn der all« Name beseitigt würde. Hier könnten die Ictztlevenden. sill ihren„geschicht- lichen Sinn" sich aus den damaligen Polizeipräsidenten berufen, der damals die Umbenennung noch zurückweisen zu müsten glaubte, .uosll sich historische Erinnerungen an den Namen knüpfen, welche ausrechterhällen bleiben müssen". Zehn und fünfzehn Jahre später war man schon nicht mehr so „historisch" eingestellt, als es sich darum Handelle, die Schlachten von 1866 und 1870 z u verewigen..Löniaorätzer Straße",„Gitschiner Straße",„Skalißcr Siioßc"/dik an 1866 er- innern, verdrängten die Name» alter Straßen und Wege, die im Zuge der alten Stadtmauer lagen. Noch 1870 wurden u m- g e n a n n t z. B. die Tarstroßc in Elsasser«traße. die Wollanklstoße in Lothringer Straße. Die Bauwut der„Gründerjahre"(heute wären wir froh, wenn es Bauwut gäbe) schuf neue Straßen in Moste und gab reichlich Gelegenheit zur Verewigung von Schlachten, Prinzen Generalen. Fünfzig Jahre nach 18-66 wurde sogar«in Teil der Wnlggrätzer Straße wieder anders benannt, aber auch dos hätte einen dynastisch miUtorisiischen Grund. Zwischen Potsdamer Platz mid Brandenburger Tor wurde die Königgrätzer Strafte in Budapest er Straße um- getauft. Dos sollte«ine Freundlichkeit gegen Oesterreich-llngarn sein, das 1914 zusammen mit Deurschland in den Krieg ging. Als nach dem Zusammenbruch der Monarchien das Andenken des ersten Präsidenten der deutschen Republik, den der Tod uns so früh entriß, in einer„Friedrich- Ebert. Straße" festgehalten werden sollt«, tobten die Schwarzweißroten gegen die Hergabe der„Budapester Straße". Hindern konnten.sie es nicht, daß Berlin die Friedrich-Ebert-Straße bekam. Auch das werden sie nicht hindern können, daß demnächst bei der umfassenden Straßenumtoufc so manche ihrer verewigten Größen zu den Toten geworfen werden. D i e n e ue Zeit fordertihrRecht, auch in den Straßennamen. In der Geschichte unserer Straßennamen spiegelt ein Stück der Geschichte unseres Volkes sich«ider.■ Reichsbankkehraus-1927. In-14 Tagen 65d Millionen neue Wechsel.— Woher diese Riesenbeanspruchung? Die setzte Ächreswoche hat fllr dt« Reichsbank eine sehr auf» fällige Entwicklung ihrer Finanzlage gebracht. Die starke Belastung bes Wechsel- und Lombarddorlehenkontos mit Äil. lioir«?— fast dreiviertel Milliarden also— steht in Widerspruch mit der allgemeinen Besserung der Geldmarltoerhältnisse. Die Wechselbeftände sind um 711B aus 3128,7 Millionen, die Lombard» bestände um 34,2 auf 78B Millionen g« st i« g e n. Die Erhöhung der Lombardbestände ist gegenüber der Vermehrung der Wechsel ganz auffallend gering, und da die Kundschaftsgelder auf Giro lonto mit 779,1 Millionen den sehr großen Zuwachs von 311.7 Millionen aufweisen, ist es in hohem Maße unwahrscheinlich, daß die hohe Zunahme der Wechsclbestände auf das Geldbedürfnts der Wirtschaft zurückzuführen ist. Vielleicht, daß der Wunsch der Lank«»«ine Rolle spielt, ihre gahreeschlußbilanzen durch größere Geldbestände zu verschönern. Wir n lochten aber annehmen, daß es sich um Anforderungen von mit der Landwirtschast arbeitenden Bankinstituten handelt, die ihre Zahlungs» flussigkeit zum Jahresende erhohen mußten. Auf dieses Moment wird die Oeffentlichkeit nach besonders zu achten haben. Ends Dez. tDW Noten und Schulden: -»Banknotenumlous.. 3 733 (Rentenbankscheine). 1 164 Giroeinlag. o. Wirtsch. 648 Kredite an die Wirtschaft: üombardtredite... 84 Wechselkredit-... 1 829 Notendeckung: durch Gold.... 1 831 durch Devisen... 519 durch Gold u.Devis.zus. 2 339 Dackungsverhältnis: für Noten durch Gold und Devisen... 62.9 Nimmt man die Vermehrung der Wechselbestände in der dritten Dezemberwoche hinzu, so ergibt sich für den Zeitraum von vierzehn Tagen eine Mehrbelastung der Reichsbank allein auf Wechseltonto um rund 838 Millionen Mark, eine Belcstung, die mahl für die ganze Geschichte der Reichsbank unerhört sein dürste. Eine Belastung in einer Zeit, in der ganz plötzlich die Geldmartiverhältniss« sich erheblich verflüssigt haben, der Geld- bedarf also offenbar zurückgegangen ist, und in der wegen dieses Rückganges von vielen Kreisen sogar eine Ermäßigung des Reichs» bankdislontes erwartet morden ist. Gegenüber Ende 1926 liegt eine Vermehrung der Wechseltredite um nicht weniger als 1399 Mll- lionen vor, wobei die sehr starke Konjunktur, der zweimal erhöhte Diskont, die von Schacht selbst herbeigeführte Kapitalknoppheit im Inland und die wahrscheinlich schlechteren Bankbilanzen zusammen- gewirkt haben dürften. Monat IlMl.. Juli... August.. September Oktober November. Dezember. Zu- oder Abnahme(um MIll. M.) Ende der 1. Woche Wech- Lom- isl bard —17 —75 -34 83 177 155 f— 163—40 142—90* — 414,)Ul4 — 91 1—44 2. Woche Wich» ♦ei ßom» bard •221—26') r- 81+43 163 298 —171 —221 122 +17 +37 + 31 -10 +16 3. Woche Wkch- Lom- >»> dar» — 99 + 52 U-10l — 53 +»3 - 52! — 7 -91 —21 —28 — 63 —15 +1461—14 4. Woche W-ch- Lom» sei bard -s-477 +224 +569 +510 +367 +367 +712 +125 -- 42 .. 42 --118 +- 14 + 59 + 34 ')®i«fonlfc6öbuna aus 0 Proz.— ä) Distantrrhöhung auf 7 Proz. 190 TOltt. W. an(Ssldotstimtdanl. ■'i Davon In der letzten Iahreswoche ist die Vermehrung des Papier- geldumlaufs allerding» geringer, als die Belastung der Reichsbank für neue Kreditgewährung gestlegen Ist, und zwar durch den Zufluß dar fremden Gelder auf Girokonto. Reichsbank» noten und Rcntenbankscheine sind zusammen nur 524,1 Millionen neu abgeflossen, wobei sich der Notenumlauf um 517,7 auf 4584,0 (ein neuer Rekord) und der Umlauf an Rentenbankscheinen um 6A auf 716,2 Millionen erhöht hat. Der gesamte Ilmlaus an Zahlungsmitteln— Reichsbanknoten, Rentenbankscheine, Scheide- münzen und Privatbank noten— beträgt Ende 1927 6,30 Milliarden gegen 5,33 Milliarden Ende 1926. Angesichts der Tatsache, daß die Wechselbestände um rund 1399 Millionen erhöht sind, also eine verhältnismäßig geringe Steigerung des gesamten deutschen Geldumlauss. Es vermehrten sich(in Millionen Mark) die Wechselbestände um die Lombarddarlehen um der Papierumlauf der Reichsbant um.. Diese geringe Zunahme des Geldumlaufs ging allerdings auf Kosten der Deckung des Notenumlaufs. Unsere erste Tobelle zeigt, wt« die Gold» und Devisenbestände im Laufe eines Jahres erst von 2,35 aus 1,87 Milliarden Ende Juni zurückgegangen, dann aber wieder auf 2,15 Milliarde» Ende Dezember ange» stiegen sind. Die letzte Dezemberwoche selbst brachte eine Ver- mehrung der deckungsfähigen Devisen um 2# auf 282,0 und der Goldbestände— durch amerikanische Goldeinsuhr— um 4,1 auf Die Ursachen der Brikettnot. Gewerkschaften sotten schuld sein?— Oer Gündenfall des Kohlenhandels. Jetzt ist es heraus, wer die Schuld an der Berliner Brikeitnoi trögt. Die Bergarbeiter und die Gewerkschaften! Die Berg- arbeiter haben im Oktober«ine Woche gestreikt und dadurch einen Produktionsausfall von annähernd 499 999 Tonnen Braunkohlen- briketts erwirkt. Sie haben sich auch mit dem lieben Gott in Der- bindung gesetzt, daß er es gehörig kalt werden ließ. Und was taten die Gewerkschaften? Nun, sie ivendeten sich gegen das Verfahren von Sonntagsschichten. Das geschah und geschieht natürlich immer nur zu dem Zweck, so wollen es die Unternehmer, um der Oeffentlichkeit die Macht des bergmännischen Proletariats fühlbar zu machen. Der milleldculschc Streik und verweigerte Sovvkogsarbeit! Doch im Ernst. Die mitteldeutschen und vstslbischen Breun» kohlengräber haben gewiß im Oktober gestreikt und dadurch den ge- nannten Produktionsoussall an Braunkohlenbrikett» bewirkt. Aber taten sie es zum Vergnügen? Beileib« nicht. Der Durchschnittslohn betrug vor dem Streik 6,53 M. für den Arbeiter und in der Schicht. Davon wurden dann noch die Sozlolverstcherungsbelträge und Steuern in Abzug gebracht, fo daß 5,50 M. in der Schicht oder 33 M. für die Woche an den Arbeiter zur Auszahlung kamen. Die Unter- nehmer erkannten in den vor dem Streik geführten Verhandlungen an, daß ein« angemesiene Lohnaufbesserung erforderlich sei, aber sie könnten dies« nur zugestehen, wenn der Brikettverkaufspreis ab Werk erhöht würde. Darum lehnten sie im Lull einen Schiedsspruch ab, der eine kümmerliche Lohnaufbesserung von nur Z Prog. vorsah, und das Arbeitzministerium erklärte diesen Schiedsspruch auch nicht für verbindlich, so daß die Braunkohlenbergarbeiter trotz allseitiger Anerkennung ihrer Nallage leer ausgingen. Im September setzte dann eine neue Lohnbewegung ein. Tage- lang geführt« Verhandlungen brachten keine Verständigung, obgleich Immer wieder— auch von den Unternehmern— die materielle Not der Bergarbeiter anerkannt wurde. Do griffen dann die Berg- arbeiter, unter der Führung der Gewerkschaften, zu dem einzigen nur noch wirksamen Mittel, zum Streik und erzielten damit«inen Erfolg: denn der Durchschnittslohn wurde um 11,3 Proz., von 5,29 M. auf 589 M., erhöht. Diese Ausführungen zu dem Nach- weis, daß die Vraunkohlenhergarbeiter im Oktober in Notwehr handelten, als sie in den Streit traten. Jede weitere Recht- fertigung ist überflüssig. Und nun zum Verfahren von Sonntagsschichte», wogegen sich die Gewerkschaften wenden. Tun sie es aus Nieder- tracht? Ach nein, in Verteidigung einer mit den Unterhändlern der Unternehmer in freier Der. einbarung getroffenen Abmachung zur Beile- gung des Streik»! Die hier in Frage kommende ftsie Ver- einbarung der Tarifportrien, also der Arbeiter und Unternehmer, lautet a. a.: „Die Gewerkschaften verpflichten sich, dahin zu wirken, daß die gelegentlich der von ihnen eingoleiteten Kündig ungsaktion aus- gesprochenen Kündigungen zurückgenommen werden. Die An- meldunq zur Arbeit gilt als Zurücknahme der Kündigung. Maß- regelungen aus Anlaß dieser Bewegung finden nicht statt- Der Arbeitgeberverband ver» pflichtet�stch, bei seinen Mitgliedern dahin zu wirken, daß die Arbeiter, die gelegemlich der Kündigungsaktion ordnungsgemäß kündigten oder die Arbeit ohne Kündigung niedergelegt hoben, wieder eingestellt werden, soweit sich diese Arbeiter spätestens am Dienstag, dem 25. Oktober dieses Jahres, wieder zur Arbeit melden. Das gleiche gill für diejenigen Arbeiter, die gelegentlich der Kündigungsaktion entlassen wurden."—■ Die Gewerkschaften haben die Bedingungen dieser freien Der- einbarung restlos erfüllt. Nicht aber alle llokeruehmer. Es soll anerkannt werden, daß zwar der größte Teil der Werte dieser Vereinbarung nachgekommen ist. ober einig« haben es nicht unterlassen können, gegen den Willen ihrer Unter- Händler eine Nodelstichpolitik gegen gewisse Arbeiter zu treiben und Aussperrungen bzw. Maßregelungen vorzunehmen. Dazu gehört an erster Stelle die Grube Ilse bei Senftenberg. Herr Kommerzienrat Dr. Schumann steht dieser Grube als Generaldirektor vor. Es scheint, als wolle er sich um den letzten Rest seines frühereu Rufes bringen, soweit er ihn nicht schon als Vorsitzender des Aufsichtsrats beim vstelbischen Braunkohlensyndikat im Zusammenhang mit den von uns ausführlich geschilderten Skaiv dalen in diesem Syndikat verloren hat. Im Bereich des ostelbischc» Braunkohlenbergbaus bei Senftenberg sind allem« noch 200 Bergarbeiter vom Streik her ausgesperrt und müssen Arbeitslosenunterstützung beziehen. Die Gewerkschaften traten für die Einstellung der Ausgesperrten ein— entsprechend der getroffenen Vereinbarung— und um in dieser Hinsicht einen Druck auszuüben, wenden sie sich gegen das Verjähren von Conti- tagsschichten. Im anderen Falle würden sie schon mit sich reden lassen, wenn es gili. einen vorübergehenden Notstand zu lindern. Die eingestellten Arbeiter sollen Sonntagsschichten verfahren, damit die Ausgesperrten noch weiter mit Frauen und Kindern hungern können. Für die Einstellung der Ge- werkfchaften muß man bei dieser Sachlage Verständnis haben. Sie handeln aus selbstverständlicher Solidarttät. Die Wirkungen de» Frosis. Und nun noch einige allgemeine Bemerkungen zu dem gegen- wärtigen Brikettmangel. Er geht in erster Linie und in doppelter Hinsicht von einem Naturereignis aus. Der scharfe Frost erschwert die Rohkohlen gewinnung und steigert zugleich das Hetzbedürfnis. Die Braunkohle wird bekanntlich weitaus überwiegend in Tagebauten gewonnen. Die Kohle wird von der sie überdeckenden Erdschicht befreit und damit den Witterunqs- einflüssen ausgesetzt. Weil sie mit Wasser durchsetzt ist, gefriert sie bei dem scharfen Frost, so daß die Vagger, mit denen sie in der Hauptfaehe gewonnen wird, nur schwer in die Kohlenwand hinein* fassen können. Die Folge ist ein Rückgang der Rohkohlengewinming und in weiterer Fortsetzung ein Rückgang der Driketterzeugung. Es fehlt also in er st er Linie an Rohkohle und nicht an Brikettpressen, wie so vielfach angenommen wird. Mit den vorhandenen Brikettpressen können wesentlich mehr Briketts hergestellt werden, als gegenwärtig, wenn— und das ist die Vor- ausfetzung— genügend Rohkohle gewonnen werden kann. Wenn der Frost nachläßt, wirken wieder zwei Momente zur Behebung des augenblicklichen Notstandes, nämlich, es steigert sich dann die Pro- duktion und das Heizbedürsnis läßt nach. Mit Störungen wie gegenwärtig in der Brikettvers orgung, muß aber immer gerechnet werden, wenn es Winter wird. Hier hätte der Kohlenhandel eine volkswirtschasillche Aufgabe zu erfüllen. indem er in der h-izschwachen oder Heizlosen Zell eine ausreichende Bevorratungspolitik treibt, um bei austretenden Kalte- wellen, wie wir zu verzeichnen hatten, mit seinen Vorräten einzuspringen. Wenn«r diese Aufgabe nicht erfüllen kann, dann Hot er seinen Doseinszweck verfehll. Nun kann natürlich entgegnet werden, daß im Jahre 1927 wesentlich mehr Briketts nach Berlin gekommen sind, als in irgendeinem Jahr zuvor. Das ist aber kein Beweis dafür, daß der Handel eine Beoorratungspolttik für den Winter betrieben hat. Die Mehr- mengen sind infolge des verhältnismäßig kalten Frühjahrs und Som- mers des letzten Jahres verbraucht worden. Der Handel hat also ein gutes Geschäftsjahr gehabt, aber nicht an Winterbevor« raumg gedacht. Das ist der Sündenfall des Handels, von dem er sich nicht reinwaschen kann. Wir können auch nicht in das hohe Lied einstimmen, dos schon so oft aus dem in Berlin so weil ausgebreiteten Zwcrghanhel gesungen wurde. Gerade unter ihm befinden sich Ost die kümmerlichsten Existenzen, denen es umnög» lich ist, eine Beoorratungspolttik für den Winter zu treiben. Darüber hinaus hat auch ein Handel, der oft im Monatsdurchschnitt kaum 499 Zentner Brennstoff umsetzt, keine Existenzberechtigung. Er wirkt nur verteuernd, weil die Arbeitsgemeinschaft für den Brikett- Handel bei der Preisfestsetzung auf diese kümmerlichen Existenzen Rücksicht nimmt, und einen so hohen Preis festsetzt, daß er sein Dasein auch bei geringen Leistungen und Umsätzen fristen kann. So er- klärt sich der hohe preis von 1,89 M. für den Zentner Briketts in Berlin, jetzt sollen vielfach 2 M. verlangt werden. Und nun zum Schluß noch einmatt der Kohlenhandel hat die Pflicht, eine Bevorratung für den Winter zu betreiben. Wenn er sie nicht erfüllen kann oder will, dann muß ein anderer Weg ge- funden werden. Eine andere Wahl gibt es nicht, wenn in späteren Jahren Notstände wie der jetzige oerhütet werden sollen. L. M. 1864,6 Millionen. Durch die starke Ausweitung der gewährten Kredite aber ist die Deckung der Reichsbantnoten trotz der Wiederauffüllung der Deckungs mittel im Laufe eines Jahres von 62,9 auf 47,9 Proz. zurückgegangen. Die letzt« Jahreswoche brachte einen Rückgang der Notendeckung durch Gold allein gegenüber der Borwoche von 46,9 auf 49,9 Proz. und durch Gold und deckungs- fähige Devisen von 52,9 auf 47 Proz. Am Ende eine» so unerhörten Konjunkturjahres, wie da» ver- gangene, ist diese Entwicklung natürlich. Im Dcckungsoev- hältnis sind aber Ziffern erreicht, die dem Reichsbankpräsidenten im Oktober Anlaß waren, den Zinssatz für Wechseltredite zu er- höhen. Eine Senkung de« Diskonts wird also wohl kaum bald erfolgen können. Allerdings läßt sich darüber absolut nichts Genaues sagen. Denn pie Reichsbank hätte erst erklären müssen, wer die großen Wechselmassen zum Jahresende geliefert hat! Oer Arbelismartt Anfang Januar. Die allgemeine Lage des Arbeitsmarktes zeigt für den Dezember-Schluß und den Ianuar-Anfang«ine weitere wesentliche Verschlechterung. Die Bchinderunn der Außen- und Bauarbeiten trug am sühtbarsten zu dieser Berschlech- terung bei. Fast alle Arbeitskräfte im Hoch, und Tiefbau sowie im Bauhilfsgewerbe und in den Baustoffindustrien sind nach den einzelnen Berichten der Arbeitsämter zur" Entlassung gekommen. Auch die Notstandsarbeiten mußten vorübergehend eingestellt wertzem Die kurze Pause wärmeren Weiter» zmn Fest konnte sich nicht auswirken. Bei der metallverarbeitenden In- dustrie fällt auf, daß bereits teilweife eine stetige Ver- schlechterung des Beschäftigungsgrades festzustellen ist. Der Mangel an NeuausträgtN wird allerorts stärker fühlbar. Einzelne Arbeitsämter berichten über vereinzelte Einführung von Kurzarbeit und Einlegung von Feierschichten. Die vorliegenden Meldungen ENVERBEVGOi 5s ENVER BEY TUIASIIBER•% EKVER BEY 6s treffen Sie bestimmt, wenn Sie diese Marken rauchen. Denn hier ist die Qualität maßgebend und nicht die schreiende Reklame «• l• r i Aeden zu Sefotgnlffen«mSchk noch keine Beranloffm«. nxnnqseich dem KonjunkMrablauf für die kommende Entwicklung des Arbeits- Marktes größere Beachtung geschenkt werden muß. plötzlicher Rückgang des Güterverkehrs. In der Woche zum 24. Dezember ist die arbcitstägliche Wagenstellung der Reichsbahn gegenüber der Lorwoche von 300 auf 132 400 zurückgegangen. Das ist ein Rückgang in einer Woche, wie er außerordentlich selten zu verzeichnen war. Tabellarische Uebcrjicht seit November(in 1000 Stück) Woche 30. 10.— 5. III 6. 11.-12. 11. 13. 11-- 19. 11. 20. 11.— 26. 11. 27. 11.— 3. 12. 4. 12.— 10. 12. 11. 12.— 17. 12. 18. 12.-24. 12. wöchentlich 1927 070,8 997,4 889,5 967,3 985,4 945.8 926,0 794,1 1926 900,3 943,2 848,4 939,5 907,2 881,0 872-4 794,7 vre Arl>»M«I.ig viirchichnltilird 1927 161,8 166,2 177,9 161,2 164,2 157,6 154,3 132,4 1926 150,0 157,2 169,7 156,6 151,2 146L 145,4 132� Wichtig Ist die wirtschastspolitische Würdigung dieses ausfallend starken Rückganges. Vergleicht man die Entwicklung in der entsprechenden Zeit des Loriahres, so ist das Absinken des Güterverkehrs Ende 192? sehr viel stärker als Ende 1926. Es handelt sich dabei um eine Disfersuz für jeweils die vier letzten Wochen von rund 32 000 gegen ruitb 19 000 Wogen. Dieses erheblich stärkere Absinken ist aber in der Tat weitgehend erklärl'ch durch das Zu- fammen treffen verkehrdrosselnder Ursachen, die sich überschneiden. Die letzten Wcihnachtsversendungen waren im Jahre 1926 noch durch die Brennstosfmehrtronsporte nach dem End« des englischen Bergarve>«erstreikes unterstützt. Im Jahre 1927 haben ungewöhnlich starke Fröste nicht nur den Reichsbahn betrieb, sondern auch den Transport offener Wagensendungen im Gegen» satz zum Vorjahr behindert. Dazu kam die stark gedrosselte Versen- duna von Briketts und endlich die vorübergehend verringerten Sendungen von Eisen» und Stahlwaren durch die angedrohte Stillegung der Hütten- und Stahlwerke. Immerhin mahnt die Entwicklung des Güterverkehrs z u r V o r- ficht. Die Konjunkturmomente müssen stärker beachtet werden als vorher. Und zwar um so mehr, als die Flüssigkeit aus dem inlän- bischen Geldmarkt eine beginnende Abschwächung der Konjunktur vermuten läßt._ kommunale Gruppengasverjorguog in den beiden Sachsen. Zwischen Halle, Leipzig und Merseburg wird die Schaffung einer interkommunalen Ferngasversorgung angestrebt, bei der die Gaswerke dieser drei Städte die Eczeugungsgrundlag« abgeben sollen. Augenblicklich geht«in Kamps darüber, ob auch die Kon- iinentale Dessauer Gasgesellfchaft, bekanntlich die größte private Goslieserungsgesellschaft, an der Neuorganisation be» telligt werden soll. Di« Kreisbehörden der betrogenen Gebiete lowie die Sozialdemokratische Partei sind entschieden gegen die Vil- dung einer gemischtwirtschaftlichen Gesellschaft eint« Beteiligung der Dessauer Gaslieferungsgesellschast. Grohsusion in der Sirickwarenmdustrie. Um der scharfen Konkurrenz, insbesondere auf dem Gebiet neuer Musterungen in der Strickwaremndustrie zu begegnen, soll der Zusammenschluß leistungsfähiger Strickwarenjabriken in W ü r t t e mb e r g, S o ch- fen und anderen Ländern erfolgen. Die Führung bei diesen Bestrebungen siegt bei der württembergischen Firma Ehr. Ludwig Wagner in Calw, deren Mitinhaber Wagner General- Direktor der Fustonsgesellschaft werden soll. Die beteiligten Firmen -werden noch nicht genannt. Das Ganze dürste zunächst eine Absicht sein, deren Derwlrllichung noch weit Im Felde steht. Die Pläne gehen aus ein« Fusion, nicht eine Interessengemeinschaft. ZDie Fusionsgesellschaft soll ihren Sitz in Ehemnitz haben, und Aus- wusch der Maschinen, Regelung der Produktion, Qualitäten, Muster, Preise und Werbung sollen du Arbeiteziele sein. Der Kapitalmarkt lebt wieder auf. Der von der Preußischen Zentralbodenkreditanstalt A.-G. bis zum 10. Januar aufgelegte De- trag von 6 Millionen Mari Sprozentiger neuer Zentralgoldpfand- briefe ist stark überzeichnet worden, so doß die Zeichnung schon heute geschlossen worden ist. Oie KPO. begeht Streifbruch. Die Rote Gewerkschastsinternationale bezeugt es. Inprekorr, die offizielle Pressekorrespondenz der kommunistischen Internationale, verössentlicht in ihrer Rr. 127 vom 30. Dezember im Auszug«inen Aufruf des Vollzugsbureaus der sogenannten Roten Eewerkschaftsinternationale an die Arbeiter Deutsch- lands, Frankreichs, Belgiens und Luxemburgs, datiert aus Moskau, den 27. Dezember 1927, in dem zum Konflikt in der Metallindustrie des Ruhrgebicts Stellimg genommen wird. Es heißt wörtlich: »Es geht nicht an. abzuwarten, bis die Initiative zum Kampfe von den Ztreik- b rechern ergriffe« wird, die an der Spitze der deutschen Gewerkschaften stehen. Es gilt, die Masse« zu»rgauifieren. durch Vctriebskomitees, durch besondere Einheits- komitees und durch Aktionskomitees." Dies der klare Befehl aus Moskau. Was aber tat die KPD. mit diesem Befehl? Sie erwies ihm nicht einmal die zweifelhafte Ehre, ihn unter dem Wust der moskowisischen Literatur, zwischen einer acht Spalten langen Rede Vucharins und einer sechs Spalten langen Erklärung des Etki zu veröffeMlichen. und ihm damit eine selbsttätige Beerdigung unter der sich Häusenden kommunistischen Makulatur zu bereiten. Nirgends, In keinem einzigen deutschen Organ der KPD., von der..Roten Fahne" bis zum ,Muhr-Echo", ist dieser in der deutschen Ausgabe der Inprekorr auch nur im Auszug erschienene Zlusrus selbst andeutungsweise erwähnt worden. Führte die KPD. diesen Befehl aber praktisch durch? Mcbili- sierte sie die Massen? Schus sie mit Hilfe ihrer„Fraktionen" und „Zellen" Betriebskomitees und Aktionskomitees? Rief sie„bc- sondere Einheitskomitees" ins Leben? Vereinigte sie alle diese Komitees in Konferenzen, um den Kampf vorzubereiten? Die gutbezahlten Oberbonzen der KPD. dachten nicht daran, sich eine solche Arbeit und Vcrcintwortung aufzuladen. Die einzigen Versammlungen und Konserenzen, die einberufen wurden, sind von den Gewerkschaften der verschiedenen Rich- tungen einberujcn worden. Sogar der Christliche Metall- arbeiterverband, der seine Anhänger einberies, um Stellung zu nehmen, war zehnmal mehr aktiv als die KPD. Diese hat nicht einmal den Mut ausgebracht, ihre eigenen Anhänger zu„mobilisieren", Ihnen auch nur Gelegenheit zu geben, zu dem Konflikt Stellung zu nehmen. Sie hat gar nichts getan. Noch mehr. Statt den klaren Befehl von Moskau durch- zuführen, hat die KPD. in Ausrasen und Leitartikel» appelliert an die„Streikbrecher, die an der Spitze der deutschen Gewerkschaften stehen". Sie hat ausdrücklich erklärt, daß sie selbst nichts tun will, sondern darauf warte, daß die„Streitbrecher" den Streit j organisieren. Ist es etwa eine Entschuldigung, zu sagen:„Wir streiken erst. wenn alle Streikbrecher streiken"? Denn die KPD. hat den Besehl von Moskau«tnfach an die„Streikbrecher" weitergegeben und von diesen verlangt, zu tun. was der KPD. als Aufgabe gestellt war. Vom Standpunkt Moskaus, nach den kommunistischen Grund- säßen, Leitsätzen, Linien, Erklärungen, Thesen. Perspektiven und Punkten hat die KPD. also den schlimmsten Streikbruch getrieben.„Werdet nicht zu Streikbrechern!"— rief die„Rote Gewerkschastsinternationale" in diesem Ausruf den Arbeitern zu. Was sollen aber die Arbeiter tun, wenn ihnen die KPD. dos Beispiel des Streikbruchs gibt! Um die Arbeiter aber weiter zu täuschen, beruft man eine „Erwerbslosenkonserenz"«in. veranstaltet einen Rummel, genau wie es die Stahlhelm«? auch machen, die vor den Unternehmern nicht zu mucksen wagen, aber mit herausgedrückten Ellboge»» und durchgedrückten Knien mit Hurra und Klimbim durch die Straßen ziehen. Diese Stahlhelmpolitik ist die Politik der KPD. Noch keine Einigung bei„Dtonvanö". Oie Firma wUl maßregeln. In den Verhandlungen zwischen dem Verkehrsbund und Per- treten» der Zcntralexpedition„Blairband" m Lichtenberg am Dienstag konnte eine Einigung nicht erzielt nmden. Die Vertreter der Firma machten den Vorschlag, daß d i e Arbeiter wieder in den Betrieb ausgenommen werden sollen, die sich zur Arbeit i»elden und die der Firma die Gewähr bieten, daß sie sich m Zukunft chrer Organisation unterordnen und sich den zwischen den Parteien getroffenen Vereinbarungen fügen. Die Direktion beab- sichtigt damit, sich die zur Wiedereinstellung kommenden Leute selbst auszusuchen. Wegen der unverkennbaren Mahregelungsab ficht wurde dieser Dorschlag schon in der Verhandlung am Dienstag von den Organ»- sationsvertretern abgelehnt und von ihnen vielmehr folgender Vorschlag unterbreitet: Die von der Direktion ausgesprochene« Kündigungen von fünf Arbeitern bleibt bestehen, da die Firma zur Entlassung formell berechtigt war, weil die Arbeitseinstellung ohne vorherige Verhandlung»nit der Organisation er- folgt ist, woran aber die Firma nicht ganz unschuldig ist. Mit Ausnahme der vorgenannten fünf Arbeiter»sird die gesamte Be» legschoft zu ihren alten Siechten wieder einge. stellt. Auch gegen die Neuwahl des Betriebsrats nach Wiederaufnahme der Arbeit wurde von den Organisationsvertretern nichts eingewendet und zwar aus rechtlichen Gründen. Die Vertreter der Firma erklärten darauf, diesen Borschlag erst der Gesomtdirektion unterbreiten zu wollen und dem Verkehvsbund am Mittwoch die Antwort schriftlich zu übermitteln. Diesem Versprechen ist die Firma auch nachgekcmmen. doch hat sie den Vor- schlag der Organisationsvertreter nicht angenommen, fondern ihren in der Verhandlung am Dienstag gennichten Vorschlag nur noch schriftlich bestätigt. Die Firma bestebt akio darauf, unter den Streikenden die Wiedereinzustellenden selbst aus zuwähle»». Trotz einer neuen telephonischen Unterredung»oar die Geschäfts- leitung von ihrem schriftlich niedergelegten Standpunkt nicht abzu- bringen. Es wurde aber vereinbart, heute, Donnerstag mittag, noch- mals zu einer Verhandlung zusanmienziikommen. Es ist eigenartig, daß dieselbe Geschäftsleittivg so außerordentlich viel Zeit zur Beilegung des Konfliktes hat, die es anfangs angeblich nicht ertragen konnte, daß ihr Betrieb nur eine Viertelstunde still- liegt. Sonderbar ist weiter, daß die Finna alle Schuld auf die Belegschaft abzuwälzen sucht und dies« für tarifbrüchig erklärt, während sie selbst, wie wir schon gestern mitteilten, den Tarifvertrag nicht respektierte. Mr sind der Ansicht, daß die Firma den Konflikt schon längst hätte beilegen können, wenn sie den ernsthasten Willen dazu gehabt hätte. Sie scheint aus die Einflüsterungen außenstehender Kreise stark zu reagieren, und über- sieht dabei ganz, daß ihre Margarine auch von Arbeitern gegessen wird, die ein Interesse daran haben, daß die van ihnen ton- sumierteii Waren von solchen Firmen stammen, die auch den Forde- rungen ihrer freigewerklchastlich organisierten Arbeiter Ver- st ä n d n i s entgegenbringen. Der Vorschlag des Verkehrsbundes ist so entgegenkommend, daß man staunen muß über die Ab- lehnung der Direktion.__ Ein Kongreß der Wirker und Stricker. Der Vorstand des Deutschen Textilarb esterverband es beruft zum 3. und 4. März nach T h a l h e I m»m Erzgebirge«inen Kon- greß der Wirker, Stricker, Trikotagenarbeitar und Arbeiterinnen ein. der eine ziemlich umfangreiche Tagesordnung zu erledigen hoben wird. Es sind insgesamt sieben Referate aar- gesehen über Fragen der geschichtlichen Entwicklung der Wirkerei und Strickerei, ihrer weltnürtschafttichen Bedeutung, über Fragen der Arbeitszeit, des Arbeiierinnenschutzes und auch über die Be doutung der bevorstehenden Reichstagswahlen für die Textilarbeiter- schaft. Al«. Referenlen sind bisher bestimmt: H�ao Rodel, Josef Feinhals, Karl Schräder, Elsa Niviem, Hugo Dreisel und Peter Graßimmn. An der Diskussion, die sich an jedes- der siebe» Referate anschließt, sollen sich auch namhafte Vertreter und Per- treisriniw» des Textilarbeiterverb«»»des aus allen Gauen beteiligen. Die Konferenz ist verbunden mit großen Demonstratianen für den Achtstundentag, die am 3. März in allen Wirkcrbezirken statt finden sollen. mMukiroi-&ke ein neues Wahrzeichen Berlins! 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Zonuar,»O Ahe.... hes Zieftauranis«elsazhaj,»riiustr. 10. stattfindende» ardruMcheN«usschohsitzua,«in. stagefierdnung: L Amisttiulerung de, Au-'chufses. t Beratung und Beichluß» safiung Uder den Boranschla» sitr 1928 u. Dahl des Prlliungsauslchuffes ,ur«d» »ahm, der Iahreerechnung Mr 1927. A Wahl dm«mmni.flon aemäh K 10? \ni.»der Satzung, o.»tfchüftlnfjM, BerjstuAöpennf. den 1 Januar 1913. 0ff»�ck5f Se�ützn-her. SPD. 44. Ablellang Unser eifriges, tätiges Mitglied Minna Melcbert Manteufielstr. 63 ist nerstarden Einäscherung ffxeitag. 6. Januar, 14 Uhr, im Arematcrium Baumschulen» weg. Um reg« Beteiligung bittet vi» stbL-ecttnaa. Danksagung:. ffßr bl« vielen Beweise herzlicher Teilnahm« bei der Einäscherung meined lieben Mannes, unseres treu» sorgenden Baters lagen wir allen unseren hrnlichen Dank. Ganz be> sonders danken wir dem Rebner de» jJeuerbeNattuirgsoerein« Sratz-Beriin für die trostreichen Worte, dem Wahl- verein der 93 Abtlg., sowie dem Reichsdund der AriegsdeschSdigten. Orisaruppe Reutölln. und dem Manz- Quartett. Reukälln. den 4 Januar 1927. Anna Nerllch und Kinder. MOnletilliiitelMM Sil! BMlmmsiiiKgiMni Irzttzg, den». Januar, eben»» I Uhr W Sitzung"WU her Ulittletcn Ortsverwallung. Die OrtZMraDaltnng. Watidsehmnekbilder TEILZAHLUNG ohne Ansahlung kauft man direkt ab Fabrik Xuutbilder-" JUbmeniabrik »Diamant", Prenzlauer Sir. 47 Katalog»ralia. Herren-Naß-Schneiderei „AJLEXECH" iSdnlaebsTr. 5«.«tg..«tfe ftSnIgstz Ersttlalfigc Stoffe. Solide JJtrtf«. O Ratenzahlung öhn« Prelsaufschlag. G Es sind n«u erschienen! Deriflustrierte sozialdemokratische Abreißkalender für 1928 Jede Seile bringt tHustrationen. Der Kalender kann in leder Hlnslchl eis Quell« und Kits» müiel dienen. Er bringt Zitate aus soxialisHsdien Werken, eine Fülle von Sentenzen In Poesie und Prosa. Nahezu 100 Verbände geben hier authentischen Bericbl. Der Kalender kostet Mark 2.- Kinderland 1928 Ein proletarisches lahrbuch für die Düben und Madeis des arbeitenden Volkes. 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Dabei fuhr er mit der freien Hand über das Haar des Mädel- kopies. Eine verhaltene Zärtlichkeit war die Regung. Das Kind stand erwartungsvoll an der Türe und suchte in d�r Dämmerung nach den Wandbildern. Einmal wo? sie mit der Tante im Laden gewesen, sie erinnerte sich genau daran. Die Tante halte einen Rosenkranz gekauft. Aber sie l>ai!e kaum Zeit gesunden, das groß« Wandbild LVaria mit dem Kinde" genügend zu betrachten. Sie wußte sich nur noch der richtigen Träne, die der Mutler Gottes über die Wange rollte, fliichug zu erinnern. lieber die Trepp«, die vom Laden nach den oberen Räumen führte, ächzte Frau Maria Wallojer. Auf halber Höhe verharrte sie, beugte sich über das Treppengeländer. „Schauen kannst morgen, du dumme Gans, aber nicht bei uns— drüben beim Metzger meinetwegen," pfauchte sie in die chalbduntelheit. Sie sah nur den Umriß ihres Mannes und des Mädelchens. Und als auf ihre Worte erschrockene Stille folgte, ächzte sie auch die zweite Hälfte der Treppe herunter in den Lodenraum. „Mach daß du weiterkommst!" herrschte sie das Kind an.„Und du mach Schluß.mit deiner Rumpelkammer." Das Mädel sah flehend zu dem Allen aus. Wallojer stieß ihm mit einem unterdrückten Fluch die Tüxe auf. „Marsch, marsch," keifte die Weudlsche und schlug die Türe hinter dem Kinde zu. An Walloseys Herzen riß es, als ar das 5tir.d gesenkten Hauptes in die DunkiThell hinausschleichen sah. Die Alte schlürfte der Treppe zu. Würdigte ihn keines Blickes. Wallojer trat wieder an seine Musterkollektion. Scheniß in Gc- dankm die neue Kreuzigung Christi aus dem Paket. Einen Krampf fühlte er in der Brust, ein Wihpgen im Hals. Ein plötzlicher Zwang ließ ihn ausjeheir. Nach den Wand- bildern. Nach dem Marienbild. Staunsn, Schrecken furchte seine Zöge. Er fuhr sich über die Augen. Starrte nach dem Marien- bildnis: Marie hatte ihm den Rücken gedreht. Sie hielt das Jesuskind im Arm und blickte mit leicht seitlich geneigtem Haupt auf ihr Kind. Nur schwach konnte er ihr Profil wahrnehmen. Das helle Schultertuch floß über Schulter und Rucks,, hob sich scharf von den hcrvorlugenden, schwarzen Haarsträhnen und vom blauen Ge- wände ab. Golden leuchtete ihr Heiligenschein. Wallojer stürzte sich auf die Kiste, die noch unsortierte Ware. Weihwasjertübel und Holzkruzisi�e enthielt. Sein Blick glitt slockerud über die Galerie der Wandbildes Da hingen sie olle unverändert in Reih und Glied, geordnet nach Registernummern. Nur das vermaledeite Marienbild... „Eh— santa Maria—!" er wußte nicht, ob er es sich, seinem fiirn oder der gewandelten Maria zurief. Der dumpfe Raum jchlucbztc in dem Rufe auf. Die Treppe knarrte. Der Kops der Wendischen stöhnte lauernd über das Geländer. „'s Essen wartet— hörst!" Wallojer stand mit den Händen an den Schläfen und rührte sich nicht. „Mario!" stieß er nur hervor. _ herrjemineh," sie keuchte die Stufen herunter. "Spinnst schon wieder, du—? Was schreist nach der Wand?" Statt zu antworteten, deutete er noch dem gewandelten Marienbild. ijrt ,,,... ri. Was denn— ich s«h' nichts. Siehst wieder Gespenster." ''.Siehst nicht die Maria dort, wie die uns den Rücken zukehrt?" „Du bist verrückt." "„Betrunken bist. Gesoffen hast wieder. Gib tas Geld heraus, du, du—* „Sei still, sei still!" Er wich beinah? wimmernd von Ihr. Hielt noch iinnier die Fäuste an den Schläfen, das(Beficht starr nach der Wand gerichtet. Der Wendischen wurde es unheimlich. Sie sah scheu nach denn Wandbild. Aber ihre robuste Natur überwand die anwandelnd? Schwäche.. „Ich seh' nichts," murrte sie unwillig.„Ich seh' nur. day du schon wieder voll bist— wo du nur alleweil das Geld dazu her hast, das Geld! Wer war den heut' da, hast was verhandelt an deine Kr-'utweljchen? D". red', sag' ich dir!" Ihre Sttmme schwoll immer mehr zu einem schrillen Keifen. Wallojer lehnte sich auf den Ladentisch, riß sich den Halskragen auf Stoßweise quoll es ibm über die Lippen: „Du— du-- sei still. Es ist jetzt genug, ja. genug. Zehn Oah'c bast mich geschunden, du— du--- olles wegen der vermale. deiten Hütten da. Ich dummer Esel Hab' mich verkaust, verhandelt, 1«. i«--*.„ „Was sagst— du—! „«}<,_ mehr ist es. Hören sollst es einmal, nicht dich, das Gs. schsst. dl« verlotterte Hütten mit den h«il-oen Puppen Hab' ich ge- heiratet, nichl dich, altes Weib! Recht geschieht mir—' „Du!" Geifernd, in massiver Gestalt mit gebogenem Rücken, kam sie auf ibn zu.„Du— du Hund, du— verkommener Herrgotts- schnitzer— Enoelmacher—" „Was— Maria und Josef, was? Engelmacher? Mir? Wo hast die Kinder» Wo sind die Kinder? Wo: ist's mit dem ungarischen Mädele? Mörderin!" Nur noch das Stöhnen von Lungen war hörbar. Worte überschlugen sich in Röcheln. Sie schwang das Beil. das aus der halb- zeössnetcu Kiste geiege» hatte. Wallojer wich immer mehr an die Wand zurück. Seine Augen bluteten. Er trampfte tastend nach der Wand. Riß den St. Christo- ser eisernen Heiland vom Nagel, schlug auf die Art, die er in einem roten Nebel in den Fäusten des he rangeifernden Weibes sah. Schlug zu, mit aller Gewalt, und sank jäh, von einem Beilhieb getrasjen, vornüber auf einen massigen, zuckenden Leib. Schwer polterten»lrt und eiserner Heiland aus die Holzdiclen. Totcnruhe. Verlege» klinkte sich die Türe auf. Das Breitebener Mädele, vom Lärm zurückgelockt. Es starrte in die Dämmerung. Nichts rührt« sich. Scheu tat . Richard Wagners seidene Hemden. Aus neuen Erinnerungen. Die prächtigen Schlafröcke und die seidene Unterwäsche Richard Wagners haben schon bei seinen Lebzeiten zu mancherlei Klatsch Anlaß gegeben. Daß auch nach dem Tode der Großen solche Kleinig- keilen nicht vergessen werden, zeigen die Erinnerungen an Wagner, die der bekannte französische Zeichner und Schriftsteller Ferdinand B-ac in der„Comoedio" veröffentlicht. Bac befand sich als blut- junger Mensch 187Q in Venedig und verkehrte auch in dem Cercolo Arlistico, in dem Wagner bisweilen zu erscheinen pflegte. Eines Tages zeigte er gerade dem spanischen Prälendenten öon Carlos einige seiner Karikaturen, als Wagner hinzutrat und den spanischen Prinzen begrüßte. Dieser stellte den jungen Mann dem Meister vor.„Richard Wagner war also vor mir, oder vielmehr ich war vor Ihm, wenn Sie gestatten," schreibt Bac. Er war kleiner, als ich mir ihn vorgestellt bäte, wirkte komischer und weniger erhaben, aber sein weiter Ueberrock, sein« Krawatte und sein nicht ein- geengter Hals bestättgton mir die Echtheit der Photographien, die man in den Schaukästen sah. Indem er mir nachlässig eine gleich- gültige, von blauen Adern durchzogene Hand reichte, fragte er mich über meinen Aufenthalt, und ich sagte ihm, daß ich, kaum seit drei Tagen in Venedig, fest entschlossen sei, hie.' meine Tage zu be- schließen.„Sie wollen sich also zugrunde lichlcu?" sagte er. „Venedig ist eine Belohnung des reisen Alters und eines wohl- ausgefüllten Lebens. Wie alt sind Sie?:„20 Jahre."„Nun denn, verlosten Sie dies« Stadt und versuchen Sie, sie zu vcr- dienen!" Als Bac sragte, ob er ihn besuchen dirrse, antwortete Wagner:„Nun gut, kommen Sie am Montagmorgen gegen 11 Uhr. Ich werde Ihnen die„Tetralogie" erklären." Pünktlich stellte sich der junge Mann Im Palazzo Dendronnn «in und fand in, Vorzimmer bereits einen Händler, der eine ganz? Reihe von Kartono auf einer Bant ausgebreitet hatte. Der chondelsgeift des Venezianers machte sich bald bemerkbar, und der Händler bot dem Wartenden seine Waren an, eine Unzahl der feinsten seidenen Hemden: mit Stolz erklärte er, der Meister sei sein bester Kunde. Als ste dann beide In das Heiligtum hineingelassen wurden, fanden sie Wagner am Tisch sitzen in einer weiten Jacke von schwarzem Samt, einen indischen Schal um den breiten Hals geschlungen, die grauen Haare unordentlich, die Aerm«! aus- gestreist, so daß man darunter die Manschetten der feinen Wäsche sah. Er betrachtete gerade einen kostbaren Schal, war gegen Bac sedr gleichgültig und stürzte sich sofort auf die Waren, die der Händler brachte.„Mit einer Hast, von der ich nicht weiß, ob es Vergnügen oder Verachtung war," erzählt Bac,„wühlten seine nervösen Hände in der Seide und schulen«ine Unordnung, die den Händler entzückte."„Wieviel von diesen Hemden habe ich schon petavst?" fragte sWagner..Bielleicht 70," antwortete der Kaufmann. Der Meister fuhr fort, die einzelnen Stücke zu befühlen und durch- elnander zu wühlen. Dann legte«r«inen Hemfen vyn etwa 20 zusammen, ohne nach dem Preis.zu fragen und schab die übrigen fort Damit war die Audienz beendet, und Bac hatte nichts über di,.Tetralogie" erfahren.__ Wie man Krokodile dressiert. Der französische Kapitän Wall ist wohl der einzige Tierdresieur, der mit einer Schar gezähmter Krokodile austritt. lieber die Schmie- rigteit bei der Behandlung dieser Tiere weiß er allerlei Jnteresianies zu erzählen:„Eine vollständige Dressur der Krokodile läßt sich nicht durchführen. Der einzige Weg. auf dem man sie gefügig machen sä»» K der. daß nvm ständig mit chneu arbeitel und sie niemals es einen Schritt zu den Bildern, die nur in verschwommenen Farben schimmerten. Den Petrus kannte ste schon. Auch das Heilige Abendmahl. Und Christus am Kreuz. Maria mit dem Kinde hing ganz in Düsternis. Das Mädcl wagte noch einen Schritt. Ganz an dos Bild trat es heran: Maria sah weich auf dos Kind hernieder. Im Arm den Jesus- knoben. Ueber Brust und Arme floß ihr das blaue Gewand. Dos .Haar deckte ein Kopftuch, dos seitlich herabfiel und dos Jesuskind schützte. Eine Träne hing ihr im Zlugcnwinkel. Und diese Träne starrte das Kind an... aus den Augen läßt. Aber selbst dann vergessen sie einen in sehr kur.zer Zeil. Wenn ich sie in ihrer Umzäunung zu Hause in Freiheit gclasicn habe, so wäre es sehr gefährlich, sich ihnen zu nähern, wenn sie eine Weile in der Sonne gelegen haben. Erst dann, wenn ihre Haut vor Hitze zu krochen anfängt, und sie gezwungen sind, sich an geschütztere Stellen zurückzuziehen, sind sie so weit, daß ich mit ihnen üben kann. Wenn man von einem Krokodil angegriffen wird, so ist die wirksamste Verteidigung, das Tier kräftig aus die Nase zu schlagen, denn dort ist seine empsiitbljchste Stelle. In jenen ver- gangenen Zeiten, da die Flüsse Amerikas und Indiens mit diesen bäßlichen Ungeheuern angefüllt waren, gestalteet sich die Jagd aus sie zu einem höchst gefährlichen Unternehmen. Jetzt hal man Methoden gefunden, um sie ahne großes Risiko zu fangen. Mo» benutzt dazu einen starken Stock, der etwa 10 Fuß lang ist und an dessen Ende sich«in Haken befindet. Wenn das Krokodil sich mit seinen Zähnen in dem Haken festgebisien hat, wird es herausgezogen und gesesielt. Ein Krokodil verspeist häufig 50 Pfund Fleisch auf einmal, kann aber dann auch zwei bis drei Monate ohne Nahrung auskommen. Sein« Hauptspeise besteht in Lunge und Leber von Pferden und Rindvieh, und manchmal in Fischen. Obgleich sie von Nomr Fleischfresser sind, verschmähen die Krokodile auch vegetarische Kost nicht,«sie brüten aus der nördliche» Halbkugel während des Juni und Juli. Das Weibchen legt etwa SO bis 00 verhältnismäßig kleine weiße Eier, immer eins in etwa einer Minuie; dann vergräbt es die Eier unter einer leichten Schicht von Sand und Laub, und kümmert sich dann nicht mehr darum, bis sie ausgebrütet sind. Merkwürdigerweis« halten dt« Krokodile, wenn sie wild gefangen sind, stets«inen Winterschlaf: werden sie aber in der Gefangenschaft geboren, so bleiben sie den Winter blndurch wach. Krokodile erreichen ein sehr hohes Alter. Ein Krokcdil-Mcthusalem, der auf einer Farm In den amerikanischen Südskaaten lebt, soll es aus über 100 Jahre gebracht haben: man schätzt das Alter der Krokodile nach der Breite ihrer Schnauze, dl« sicy alle 60 Jahre um einen viertel Zoll ver- breitert. Dt« Haut eines Krokodils ist heute je nach dem Aller zwischen 60 und 100 Mark wert: man verwendet aber nur die Haut über dem Magen."__ Das Glück und sein Ende. Von Salamon Oembiher. Es war einmal ein junger Gelehrter. Er war sehr reich, nahm sich eine junge, schöne Frau und zog sich mit ihr auf das Land zurück. Seine Villa lag versteckt zwischen allen Bäumen, eiserne Zäune umgaben sie, so daß niemand sie so recht sehen konnte... Deshalb besuchte ihn auch niemand. Und das trug viel zu seinem inneren Frieden bei. Bollkommen glücklich war er, wenn er in den warmen Sommernächten aus der Veranda saß und das Lied der EinsqmkeU hört«. Er rieb sich dann wohl die Hände und dachte darüber nach, daß des Menschen Sehnen unersättlich sein solle... War es da? wirklich? Er selbst fühlte sich wunschlos, fein Glück schien ihm vollkommen, er brauchte ja nur das hübsche Gesicht seiner reizenden sungen Frau, die Grazie shrsr Bewegungen anzuschauen und die hingebende Liebe zu empfinden, die sie ihm entgegenbrachte. Cr fühlte ein Glück, wie es nur gedeihen tonn weitab von Menschen... in der Abgeschieden- heit zwischen Büchern und Träumen.— Wenn er so saß. erschien seine Frau, setzte sich neben ihn, ihren Kopf an seine Schultern lehnend:' sacht nahm sie sein? Hand in die ihr«, und beide lauschten still versonnen der großen Stille... Was Oer Engel ohne Nägel. Von peier Raufen. „Meine Engel betrüben mich." sagte der Lebe Gott zur Jung» frau Maria.„Sie fliegen und flattern und singen, und da» ist olles sehr schön. Aber so rechte Freude habe ich nicht an ihnen. Ich habe iimner dos Gefühl, wenn sie mich lobsingend pvelsen. so tun sie das pflichtmähig und haben in Wirklichkeit nur den«inen Wunsch, dem zu entgehen, wie einer langweiligen Singstunde. Don selber kommen sie nie. Sie sind nur zu den bestimmten Zeiten hier. Und so weit ich beurteilen kann, sind einige darunter, die vollständig schwätzen. Ich hätte ihnen niemals Flügel geben sollen. Ich will einen Engel ohne Flügel haben, der immer um mich sein und an dem ich mich immer freuen kann." „Versuche es!" antwortete die Mutter Maria, und lächelte ins- geheim. * Der liebe Gott hiell sie in seiner mächtigen Hand. Sie lachte entzückt zu ihm auf, versuchte aber gleichzeitig, sich ihm aus den Fingern zu winden. Behutsam, ganz behutsam, daß es dem kleinen Elfenkörper nicht weh tun konnte, hiell er ste fest, und seine Augen flehten sie wehmütig lächelnd an, bei ihm zu bieiben. Da log ste eine kleine Weile still und schmiegte sich an und reichte ihm zärtlich eine weiße Narzisse. „Willst du die haben, lieber Gott? Ich Hab« sie heute früh für dich gepflückt als ich mtt der Jungfrau Maria spazieren ging. Willst du sie haben? Es ist die schönste von allen Blumen im Paradiesgarten." ,T>u reizendstes aller Engelkinder!" Der lieb« Gott küßt« sie und nahm die Blum«. Gretes Augen strahlten vor Freude, dann zappelle sie wieder i» der großen Hand des lieben Gottes und lachte mit ihrem klingen. den Stimmchen, während ihr zwci große Tränen über di» Backen liefen:„Ich weiß ja recht gut, daß ich der Engel bin. den der liebe Gott am ollerliebsten hat, weil keiner von den anderen so winzig klein ist und so hübsch in der Hand des lieben Gottes liegt. Aber all die anderen Engel können gehen und fliegen, ohne daß einer sie festhält."• Gottes Augen füllten sich mit Tränen, aber er lachte, damit Grete seinen Schmerz nicht bemerken sollte, und er sagte: „Bist du denn nicht fröhlich, Grete?" Sie streichelt« mit ihren beiden kleinen Händen seine Wangen und sagt«: „Ich habe dich so sehr lieb. Aber warum darf ich nichl umher- laufen und fliegen wie die anderen? Warum nicht, lieber Gott? So oft, wenn du keine Zeit hast, mit mir zu spielen, und ich allein' auf dem Rasen sitze und die anderen über die blauen Wiesen hin- fliegen sehe, bin ich so traurig, iveil ich nicht mitfliegen kann Und dann weine ich. bis ich eine neue schöne Blum« entdeckt habe, zu der ich hintriechen kann, um sie für dich zu pflücken." „Langweilst du dich denn wirklich, Grete, wenn du allein bist? Was nutzt es da, daß ich dich als meinen eigenen, kleinen, dummeii, süßen Engel haben wollte, der nicht war wie die anderen? Willst du wirklich lieber sein wie die anderen, die so viele Streiche im Kopf haben und weit weg fliegen über die Wiesen des Paradieses und von denen ich fast nie etwas zu sehen bekomme?" Grete saß in der großen Hand des lieben Gottes, sehr ernst, und dachte nach. Dann plötzlich nickte sie:„Ja, Grete, möchte gern sein wie die anderen." „Nun, gut," sagte der liebe Gott und beugte sich zu einen, letzten Kuß über sie.„Dann muß es wohl sein." Der liebe Gott schaute ihr tief in die dunklen, strahlenden Augen— dann hauchte et sie an. Und Grete breitete die Arme aus wie schöne, zarte Kelibriflüacl, und von jeden, Flügel fiel eine kleine, blau« Blume in den Styoß des lieben Gottes. Dan» schwebte sie hinaus in den Htmmelsraum und verschwand zwischen den anderen Engeln. Der liebe Gott aber sah sie niemals wieder. Sie spielte mit den anderen Engeln und wurde groß und heckte alle möglichen Streiche aus. Zuweilen, wenn er besonders große Sehnsucht nach ihr hatte, glaubte er ihre klingende Stimme im Chor der Engel zu hören. Er.. rief:„Grete, meine holde kleine Grete!"- Aber Grete kehrte nie zu ihm zurück. hatten sie sich noch zu sagen? Wußten sie doch, daß ihre Seelen ineinander verwoben waren, und baß solche Liebe niemals enden lönnte. Mitunter aber sprang der Gatte auf, fester drückte er die chand der Geliebten und stammelte-„Du du... sollte das am Ende wahr sein?" Ihm war ein Wort eingefallen aus jenen Tagen, da er noch unter Menschen weilte: daß alles Glück einmal Im Unglück c.ßbc.— Sic hörte es, drückte ihm die chand, beruhigte ihn... und so blieben sie chand in Hand sitzen bis in die späte Nacht... -S Der Winter kam. In den langen Nächten saß der Gelehrte zwischen seinen Büchern vergraben. Doch trieb es ihn oft, plötzlich oukzuspringen, in das Schlafzimmer zu eilen und nach feiner Frau zu sehen. Er strich der Schlafenden das Bett glatt, küßte sie sacht auf die Stirn und Ichlich auf Zehen wieder hinaus. Wer Jahre lebte das Paar so dahin, als eines Tages die Frau nicht den Wunsch unterdrücken konnte, einmal die Stadt zu sehen, unter Menschen zu wandeln, ei» Theater zu besuchen, neue Anregungen in sich auszunehmen. Der Mann versagte ihr den Wunsch nicht. So grng sie und kam wieder. Bald bewog sie ihn zu gemein- famen Ausslügen in die Stadt. Bis er endlich selbst wieder zu Haus blieb und sie weiterhin allein fahren ließ. Es kam die Zeit, daß ihre Ausflüge sich verlängerten,— es kam der Tag. wo er sie vergeblich zurückerwartete. Die Frau blieb fort--. Bestürzt, das Geschehene nicht begreifend, machte er sich ans den Weg, seine Frau zu suchen. Er kannte das große Leben nur aus Büchern und wußte nicht zu fasien, was ihm da zugestoßen. Er fand die geliebte Frau nicht mehr in der Stadt und erfuhr zu seinem Schrecken, daß sie mit einem hübschen Schauspieler davongefahren war und sich jetzt mit dem neuen Freund in den Eafös der Großstadt sehen ließ... Ach, dieser Gelehrte begriff'weder die Welt noch das„Weib", er schluchzte, raufte sich die chaare und rief zu allen Göltern um Hilfe... Es dauerte lange, bis fein Schinerz sich soweit gelegt hatte, daß er es oersuchte, in sein einsames chaus zurückzukehren. Er suchte Trost in seinen Büchern, neben seiner Frau dem einzigen Inhalt seines bisherigen Lebens. Nun aber stellte sich heraus, daß er sich auch in ihnen getäuscht hatte, sie waren totes Papier, bedruckt mit Worte», Worten, Worten— blutlose Weisheit. Was sollte er damit anfangen? Jetzt, da ihm in cherz und chirn der Ausruhr tobte?— Auf keiner Seite aller seiner Bücher fand er Antwort aus die Frage: Was ist die Liebe? Warum wird sie zur Marter? Warum erschlägt sie de» an sie Glaubenden?-- Wochen• und Monde vergingen, und einsam sah er, trostlos grübelnd, seine Gedanken waren gebunden an die Frau, deren Worte und deren Wesen immer wieder schmerzend aus seiner Erinnerung auftauchten. Und dann sich er ihre Augen unsäglich traurig, und es schien, als sagten sie zu ihm: Klaube nicht, daß ich glücklich bin mit dem anderen— er ist gefühllos und roh und weiß nicht nieine zarte Seele zu behandeln... nur dich allein liebt mein cherz, ich bade schwer an dir gesündigt-und schäme mich, heimzukehren. So bin ich wie eine Gefangene. O könntest du mir verzeihen, um mich wieder in deine Arme zu nehmen!-- Der Kopf drohte ihm' zu zerspringen, und es kam die Stund«, da er sich schwor, nicht zu ruhen, bis er sie wiedergefunden, den .ständen des anderen entrissen und sie zurückgeholt hätte.— Er fuhr hinaus in die Welt, sucht« lange, lang« vergeblich nach ihr, bis er ihre Spur fand. Sie wohnte in einer Stadt in einem Hotel. Es war ein trüber Herbstabend, als er sich dem Haus näherte, wc er sie wußte... Plötzlich scholl ihm vom Balkon jenes Hauses helles Lachen einer bekannten Stimme entgegen. Sein Blick fiel auf sie, die Frau, die er erlösen sollte, sie saß auf dem Schoß ihres Galans, ihr Blick war auf ihn, den Ankommenden, gefallen. Er sah, wie sie auf ihn hinabzeigte und lachend über ihn Bemerkungen zu dem anderen machte.-- Der Gelehrte stand einen Augenblick reglos, dann begann er zu laufen. Das Herz schlug ihm im Halse, es war ihm, als müßte er ersticken Drei Tage später saß er daheim an seinem Schreibtisch, ordnete seine Schriften, machte sein Testament, und aui derselben Stelle, wo er einst mit der Geliebten so oft gesesien, erschoß er sich.-- (Anmerkung des Verfassers:„Wäre er klüger gewesen und hätte er das Leben nicht nur aus Büchern kennen zu lernen geglaubt, so hätte er eine solche Dummheit nicht gemacht, denn er war reich und hatte jede Möglichkeit, eine wertvollere Frau zu finden!" so sagte zu mir die Frau jenes Gelehrten— und ich schrieb diese Novelle, um für das Honorar mit ihr soupieren zu können.) Beobachwngen geht mrzwekselhast hervor, daß in nördkichen Breiten eine viel größere Menge ultravioletter Strahlen die Erde erreicht: die Pflanzen finden sich daher hinsichtlich der wachstumsfördemden Na-Strahlen hier unter äußerst günstigen Bedingungen. Die Wir- kling der starken Strahlung wird allerdings durch die niedrige Temperatur stark gehemmt, aber im ganzen ist doch wahrend der wännsten Zeit die Wcchstumsbeschleunigung so gewaltig, daß dir Fruchtbildung in kürzester Zeit beendet ist. pflanzenwachstum im hohen Norden. Seit langem ist es bekannt, daß viele Pflanzen im hohen Norden bedeutend rascher wachsen und reifen als bei uns in initiieren Breiten. So kommt es, daß trotz des kurzen e-ommers Kulturpflanzen überraschend weit nördlich noch recht gut gedeihen. Diese Tatsache galt lange als unerklärlich: denn der Golfstrom, der die Temperatur im hohen Norden nicht unerheblich mildert, kann allein dos raschere Pflanzenwachstum nicht erklären, und die längere Sannenscheindaner im nordischen Sommer genügt auch nicht, die Erscheinuirg verständlicher zu machen, da ja die Sonin: immer reckst niedrig über dem Horizont steht. Als man erkannt halte, daß das Wachstuni von Mensch, Pflanze und Tier durch ultraviolette Strahlen, besonders durch die kurz- welligen sogenannten„Ra-Strahlen", sehr günstig beeinflußt wird- daß die Na-Strahlen den Stoffwechsel steigern, die Biuikörperzahl vermehren und rachitisverhütendes Vitamin im Organismus er- zeugen, seitdem suchte man auch eine Verbindung zwischen dem aus sollend raschen Pflanzenwachstum im hohen Norden und der Na- «trahluiig des Sonnenlichtes. Es fiel nämlich auf, daß auch die Hochgebirgsflora der Alpen usw. in den wenigen Sommerwochcn recht schnell wächst, blüht und fruchtet, und man führte das mit Nccht aus den hohen Geholt des Sonnenlichtes an ultravioletten Strahlen zurück, den man ii» Hochgebirge festsiellie. Die Hoch- gebirgsverhältnisie ließen sich jedoch liicht ohne weiteres auf den hohen Norden übertrogen. Denn im Sonnenlicht sind um so mehr Ra-Strahlen vorhanden, je höher die Sonne steht und i? reiner die Atmosphäre ist. Im Norden steht nun aber die Somw immer tief, und meist ist der Hinimel bedeckl oder stark bewölkt, so daß man zunächst nicht an eine erhebliche Ra-Sirahlung glauben möchte. Wie nun aber die Untersulbungen von Kestner und Borchard zeigen, ist die Ra-Strahlung im Norden trotz des nisdrigcn Sonnenstandes und trotz der häufigen Bedeckung des Himmels ausfallend hoch. Selbst an Tagen mit ganz dunklen Wolken konnten diese Forscher Ra-Strahlung mit Hilfe der sehr empfindlichen Instrumente nach- rmisen. während weder in Deutschland noch im Hochgebirge solche Wolken die geringste Ra-Strahlung hindurchgehen lassen. Aus den Die Sonnen- und Mondfinsternisse �928. Der ynrnmet wird uns in diesem Jahre nicht besondere Schau- spiele gewähren, wenn man darunter die in wissenschaftlicher Hinsicht immer interessanten Versinsicrungen der Sonne und de? Mondes versteht. Zwar bringt das Jahr 1928 insgesamt fünf Finsternisse. nämlich drei Versinsterungen der Sonne und zwei des Mondes, aber Deutichland wird von diesen himmlischen Schauspielen nicht sehr viel zu sehen bekommen. Von den drei S o n n e n s i n st e r n: s s e n ist eine Teilsonnen- finsternis vom 12. November in dem größten Teil Europas zu b»- obachten. Auch Deutschland wird Gelegenheit haben, einen kleinei, Teil dieser Finsternis sehen zu können.. Don den beiden anderen Sonnenfinsternisse» aber, insbesondere aber von der großen totaleil Sonnenfinsternis am 19. Mai bleibt Deutschland ausgeschlossen, da diese Finsternis nur in Südafrika und Südamerika zu beobachten fein wird. Da es sich bei der iotalen Finsternis am 19 Mai aber um ein großes himmlisches Schauspiel handeln wird, so werden deutsche Gelehrte die weite Reise nach Südajrika nicht scheuen, um die notwendigen Beobachtungen zu macheki. Ein anderer Teil der Gelehrten wird sich voraussichtlich nach der Injel Madagaskar be-- geben, wo gleichfalls eine günstige Beobachtung der Sonnenfinsternis möglich sein wird. Die dritte Sonnenfinsternis endlich findet nur rund wer Wochen später statt, nämlich am 17. Juni, Auch sie wird in Deutlchiand unsichtbar bleiben. Don den M o i« d s i n st c r n i s s c n ist für die Bec-bachtung durch deutsche Gelehrte in Deutschland auch nicht viel zu erwarten. Die erste Mondfinsternis findet am 3. Juni statt. Es handelt sich dabei um e.ne Finsternis, die haupüächlich in Amerika, Asien und Australien zu iehen sein wird. Auch die zweite totale Mond- finsternis vcm 27. Nevember bleibt für Deulichiand Mterhoblich, da die Beobachtungsmöglichkeiten zu gering sind Im großen und ganzen ist das astronomische Jahr 1928, soweit die Finsternisse unseres Tages- und Nachlgestirnz in Betracht kommen, von unter- geordneter Bedeutung.___ krankheiterregendes Holz. Unter all den wertvollen Nutz- hölzern, die aus den tropüchen Wäldern geholt werden, um für besonders feine Trichlerarbeiten Verwendung zu finden, hak das ?l l i a s- oder Seidenholz einen hohen Ruf erlangt. Dieser 'Begriff ist kein botanischer, fondern von der äußeren Eigenschaft des Holzes hergenommen, die ihm einen seidenartigen Glanz verleiht. Im übrigen stammt es von einer Reihe verichiedcner Bäume, die ihrerseits wieder zu ganz verschiedenen Gattungen und Arten gehören. Sie wachsen auch nicht alle in einem einzigen Gobic!, sondern teils in Indien, teils im tropischen Amerika und aui den dazu gehörigen Inseln. Die Baumart. die in Indien heimisch'lt. verdient noch eine besondere Beachtung, weil ihre Verarbeitung in den Werkstätten eine große Gefahr in'sich birgt. Es ist nämlich häufig vorgekominen, daß Arbeiter in einer Sägernüh'e, in der Holz von dies«» Baume geschnitten wurde von einer sehr schmerz- hasten Hautkrankheit befallen wurden. Daraufhin Iku man das Sägemehl untersuchen lassen und das Ergebnis dieser Prüfung der Londoner Ehemiichen GeiellsckMt mitgeteilt. Es hat sich dabei horausgeltellt, daß dieses Holz ein Oel enthält, in dem wiederum ein Stoff verborgen ist, der zu den gütigsten Alkoloiden gehört. Bisher war dieser Körper noch unenideckt geblieben. Jetzt hat er den Namen„Chloroxylonin" erhalten v.w Kti' �■ ÄM'- Jackettanziige, m'ockerne Farben u. Formen, 108,— 99.-. 81.—. 72.—. 63.—. 54.—. 44.—, 39.—. 32.-. 24.—. 18,— Blaue Sakkoanzüge 99,—. 81,—, 72,—, 63,—, 54,—. 45,—, 36,— Outs und Westen•••*•• 63,—, 59,—. 54,—, 40,—. 1 7,—■ Jacketts n. Westen, marengo Cheviot. 50,—, 40,—, 33,— Tanzanziigc 63,—> 54,—. 50,—,»13,—• Sniokinganzüge............ 108,—. 90,—, 81.—. 65,— Frackanziige mit Seidenspiegel 108,—> 99,—. 85,—, ohne Seidenspiegel.......................... 59, Wintenilster, einfarbig and gemustert, 63,—, 54,—» 45_ 39 30— 22—. 15 Winferulster. Ersatz für Maß 99,—» 90.—,' 81,—, 72.-» 6S<— Winterpaletots mit Samtkragen 81,—» 72,—» 63,—» 54,—. 50,—, 12,— Rockpaletots, marengo oder schwarz 99,—. 81.—. 72.—. 63.—. 51,— Frühjahrsraäntel, diverse Formen n. Farben 68,—, 56,-. 47.-. 38.— Friihjahrspaletots aus Covercoat und marengo Stoffen........... 78.—. 65.—. 54.—. 48.—. 12.— Damen-Wintermäntel, mit und ohne Pelzbesatz je nach Art 60,—, 47,50, 37,50. 27,50, 17.50. 10.50 6.50 Damen-Frühjahrs- und L'ebergangsmäntel 27,50, 17,50. 10,50, 6,50 Daracnpelzjaeken.......... 115,—, 74.—. 62.—. 18,— Damenpetzmäntel 380,—, 295.—. 230,—. 145,—, 89.-, 78.— Herren-Sportpelze 390.—. 280,—, 215,—» 178.—. 98.— Herren-Gehpelze.. 625,—, 475,—, 270,— 178,—. 152.— Herren- Autopelze...... 375,—. 280.—. 258.—, 178,— Herrenpelzloppen v. 79,—» Herrenwinterioppcn v. 12.50 an Lodenmäntel für Damen und Herren SO,—. 44,—, 35.—, 30.—, 27,— 24.— 18,—. 13.— Schlafröcke von 26.—. Hausioppcn...... von 9.50 an GabardinemäntcL Wollgabardine von 60.—. Baum- wollgabardine........................ von 16.50 an Trench-Coats für Herren v. 40,—. für Damen von 30.— an Ein Posten Gummimäntel außergewöhnlich billig. Für Herren 10,75, für Damen......... 9. SO für Knaben und Mädchen entsprechend billiger. 19,50 39.» an Herren-Sportanzüge mit Breeches.. 80,—. 72,—» 63.—. 52.—. 40,—, 32.—. 24,—. 21.—. Vierteilige Sportanzüge m. kurzer o. langer Hose 102.—. 89.—, 76,—, 63.—, 54,—. 48,—. Herron-Ledersportjacken, braun 120,—. 105,—. 98,—, 78,—, 65,—, schwarz von 59, Ledersportmäntel aus braunem Nappateder 158,—, 148,—, 125.— Damen-Ledersportjacken aus gnt braunem Leder 148.—. 118,—, 98.—. 71,— Windjacken für Damen 9,50. für Herren 6,50, für Knaben................................ von 6.— an Skianzüge, Wolltrikofin...... 82,—, 68,—, 55,—, imprägn. Stoff 32,-*. 29,—. Motorradschutzanzüge aus imprägnierten Stoffen 26,50. 22.50. 16,—, Chauifenranzüge, verschiedene Stoffarten 98,—, 90,—, 82,—, 75.—. 68.—, 58.—, 49.—, 44.—. Chanifeurmäntel, warm gefüttert 1 10,— 93,— 79,—, 67,—. 52�— Cbanffenrpelze.... 195.—. I5S,—. 148,—, 129.—. gestreiite Herrenhosen 27.—, 25.—, 23,—. 16,50, 15.—. 10,80. 9.—. 7.65. 6.75. 4.90, Breeches 22.50. 18,—. 16,50. 13,50. 12,30. 9.—. 7.50, Jünglingsanzüge. Gr. 38/43 54,—, 50.—, 45,—, 40,—. 35__ 30_ 27— 24_ Einsegoungsanzüge, Gr. 38/43 54.—, 50,—,' 45'—'. 40.—. 36.—, 27,—, Knabenanzüge, verschiedene Fassons 25.—, 22,—. 20.—. IS,—. 16,50, 15.—. 10,50, Knabenmäntel für Dreijährige............ von 10.— an Knabcnpyjacks für Zwei- bis Dreijährige.. von 4.75 an Knaben-Kniebosen 7/12 von 1.90. Gr. 0/6.... von 1.50 an 26.— 12,50 25.— 96.— 3,60 5,20 17.- 22,— 7,50 E!n Posten Manchesteranzüge für Herren, 9£« besonders billig, Jackett ganz gefüttert« V« Manchesteranzüge für Knaben, Gr. 7— 9 I6,5( Herren-Oberhemden aus besten Panamastoffen. mit Klappmanschetten und Kragen.............. Herren-Oberhemden aus vorzügi. Zephirstoffeu. mit Klappmanschetten und Kragen............ 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Innen gerauht.... 1,10 Kindor-Hemdhosen. grau Futtertrikot............ 1.10 Bettbezüge aus guten Wäschestoffen, I Kopfkissen, reich bestickt, Garnitur 1 Deckbett und 2 Kopfk. 7.95 Katfeodecke, kariert, gute Dualität.............. 0.95 Wächestolle. etwa 80 cm breit,............ Meter 0.10 Lakenstofle. Haustuch, vorzügliche Qualität, 140 cm dr„ Meter............................ 1.40 Sportflanelle, vorzügliche haltbare Qualität, für Hemden. Bhiscnmsw................... Meter 0*5 Tischdecken,■weiß Damast. 130 mal 130........ 3.50 Künstlerdeckcn, färb- und kochecht, 80 mal 80.. t,— Handtücher, weiß, ungesäumt, 100 lg., gute Qualität 0.50 Küchen-Handtücher, 100 cm lang, nnges........... 0.45 Frottier-Handtücher. □ gute Qualität...... Stück 0.95 - Stoffe« meterweise Anzngstoff(Donegal braun oder grau) Ulsterstoff, mitteifarbig gemustert...... 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