Morgenausgabe Är.ll A6 45. Ichrgang Wöchentlich n Pfe»mtG.«onaMch 9,— Reichsmark, tro voraus zahlbar. Um« Streifband im In» und Aus» lond 5.50 Reichsmark pro Monat. * 5)«„Eormätts* mit da tHuftricr» ten Sonntagsbeilage.Volk und Zeit� sowie den DeUaaen.Unterhaltung und Wissen�.Aus da Filmwelt-. �Stadtbeilage-.Frauenstimme- »Der Kinderfreund-.Iugend-Dor» wärts-.Blick in die Bücherwelt- » Kulturarbeit- und.Technik- erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. � G. Berliner Volksbla« Sonnabend 7. Januar 1928 Groß-Äerlin li) Pf. Auswärts 45 Pf. Die e t v f p a I t t g e RonparetllezeN» Pfennig. ReNamezeile 5.— Reichs« mark.Kleine Anzeige«- da» fettgedruckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), ledes weitere Wort 12 Pfennig Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig. iedes weitere Woit 10 Pfennig Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt Aeile 60 Pfennig Famiiianzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen» annähme im Hauptgeschäft Linden« strcß-Z. wochentägl. von 6V3 bis 17 Uhr. Jsstivawsssm der SoKiatdemoksattschen Partei Devtschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhost 252—231 Teiegiamm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37526— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellte» und Beamten Wallslr. KS. Ti-konto-Gesellschaft, Depositenkassc Lindenstr. S „Niedrige Löhne sind Diebstahl!" Sagt der Arbeitsminister der Vereinigten Staaten. „Die Zeilen sind vorbei, wo irgendein Unternehmer als tüchtig oder schlau betrachtet wurde, der die Lohnsätze zu drücken versuchte.* Staatssekretär Davis. Roch nie t ist der Politik der niedrigen Löhne von offizieller Seite, und zwar von einem Minister einer hoch- bürgerfichen und ausgesprochen kapitalistischen Regierung, ein solcher Schlag versetzt worden wie durch den Jahres- stericht des Arbeitsministers der Vereinig- ten Staaten, Davis, der schlechte Löhne einfach„als Diebstahl am Publikum" bezeichnet. Wir entnehmen den Ausführungen von Davis nachstehende charakteristische Stellen: .Lohnherabsetzungen bedeuten schlechte öhschästs- und Wirtschaftspolitik, gleichviel ob es sich um allgemeine Lohnhcrabsetzungen oder Lohnkürzungen in cincr gegebenen Industrie handelt. Ost wird gesagt, daß die Löhne herabgesetzt werden müssen, wenn wir den Verkauf unserer Güter aus fremden Märkten steigern wollen. Die Antwort lautet, daß wir bei solchen eohnreduktlonen unsere» gewinnbringenden llnnenmortt um vieles mehr schwächen als wir die viel unsichereren Gewinne durch Verkauf aus fremden Illärklen erhöhen. Die Erfahrung hat felbst dem oberflächlichsten Beobachter die Falschheit zahlreicher der schlechten Wirtschastspraktiken der Vergangenheit offenbart. Tie Politik der niedrigen Löhne ist am jammerlichsten zusammengebrochen. Selbst ein Dummkopj muß dem Wahnsinn der Tötung der Kaufkraft des größten Käufers, des Arbeiters, auf dem Jnnenmarkt einsehen, der keineswegs einen nur geringen Teil unseres nationalen Reich- tums und unserer nationalen Wohlsahrt ausmacht. Keine Gegend des Landes, wo niedrige Löhne üblich sind, ist so wohlhabend wie jene Gebiete, wo hohe Löhne gezahlt werden. Der Unternehmer, der die Löhne herabseh», sei es aus egoistischen Gründen, oder well er denkt, es sei eine gute Geschäftspraxis, ist keia guter Geschäftsmann und arbeitet gegen sich selber. Es mag ihm während einer gewissen Zeit gelingen, einen niedrigeren Lohn zu zahle», als für den Lebensunterhalt des Arbeiters nötig ist, er lädt damit jedoch lediglich der Allgemeinheit als Ganzes die Last auf, in Form unbezahller Rechnungen für Lebensmittel und Kleidungsstücke den Lohn zu tragen, den er selber zahlen sollte. Um es offen zu sagen, er begeht damit einen Diebstahl an der Allgemeinheit. Dies gilt für die Industrie als Ganzes und für den einzelnen Unternehmer. Die Zeiten sind vorbei, wo irgendein Unternehmer als tüchtig oder schlau betrachtet wurd'e, der die Lohnsätze zu drücken versuchte. Ein solcher Unternehmer ist nicht ein tüchtiger Geschäfts- mann, sondern ein Parasit an der Allgemeinheit. Die öffentliche Meinung- wird ihn zwiiigen müssen, einen anständigen Lohn zu zahlen oder aus dem Gefchäftsleben auszuscheiden. Wir haben nichts hinzuzufügen. Herr Davis ist der amerikanische Kollege von Herrn Brauns. Es wäre zu wünschen, daß Herr Brauns auch einmal solche volkswirtschaftlichen Selbstverständlichkeiten ausspricht wie Herr Davis. Mögen die deutschen Unternehmer sie dann widerlegen. Wir hoffen aber, daß unsere Arbeiter diese klaren und wahren Erkenntnisse in alle deutschen Schlichter- stuben tragen und sie bei jeder Verhandlung jedem deutschen Unternehmer unter die Augen halten. Der Kampf in der Schwerindustrie. Die Abwehr der Gewerkschasten.— Brauns will klären. Zur Klärung der neuen Spannungen ia der Schwer- t o d u st r i e. die durch den Widerstand des Bochumer Der- ein» und der Deutschen Edelstahlwerte gegeu die Durchführung der Arbeilszeilbestimmungen des Schiedsspruchs eutstanden sind, hat das Relchsarbeltsministerlum einen besonderen Verkrcter in das Großeiscngebiet Nordwest. entsandt. Dieser wird mit den Gewerbeoussichtsbeamteu in Verbindung treten, um vor allem den Tatbestand der Disse.enzen seskzu stellen. Die Aushebung der einstweiligen Verfügung des vochumer Amtegerichts, wonach die genannten Werke zur Durchführung des Schiedsspruches verpslichtel find, ist nach der Auffassung der maßgebenden Stellen„sormaljuristisch einwandfrei". Zunächst sollen die im Tarifvertrag vorgesehenen Schiedsgerichte zur Bereinigung der Differenzen lu Aktion treten. Die Entsendung eines besonderen Bertreters des Reich-arbrits- Ministeriums ia das Großeifengcbiet zeigt, daß der geradezu un- glaubliche Widerstand der Großeisenindustriellen gegen die Durchführung des Schiedsspruches eine ernste Situation geschaffen hat. wird von den zuständigen Stellea nicht bald die Sabotage der Schwerindustrie gegen die Durchsührung der neuen Arbeitszeit- beftimmung unterbunden, dann werden die bereits angekündigten Kampsmaßnahmen der Gewerkschaften rasch wirksam werden. Der Rcichsarbeilsminister. der In der Schonung der Schwerindustrie über die Grenze des Möglichen und Erträglichen gegangen ist, erntet jetzt den Dank der Stahlherren. Die Abwehr der Gewerkschaften. Bochum, b. Januar.(Eigenbericht.) Der Konflikt ia der Bochumer Eisenindustrie hat im Lause des Areitag eine weitere Ausdehnung erfahren. Auch bei der Eisen- und Hüttenwerke A.-G. Bochum(ehemals Maschinenbau A.-G. Elsaß) haben die walzwcrksarbeiter nach achtstündiger Arbeitszeit die Betriebe verlassen. Die Direktion hat mit dem Betriebsrat Verhandlungen über Beginn und Ende der Arbeitszeit eingeleitet, die jedoch bisher zu keiner verständi- g u n g geführt haben. Ja den Deutschen Edelstahlwerken Bochum haben nach Aufforderung der Melallarbeiterverbände die Arbeiter der walz- und Hammerwerke um 4 Uhr nachmittags die Arbeit noch tostüudiger hchichlzei» verlassen. Da? Verlassen der Betriebe ersolgic restlos. Die Ztachtsch'cht ist von den Gewerkschaften aufgefordert worden, gleichfalls nach zehnstündiger Schichtzeil, d.h. morgens 4 Uhr. die Arbeit zu »erlassen. E» ist mU größter wahrschetnllchkeil damit zu rechne«. Gegensätze im Kabmeii poincare. poincarcS politische Krankheit.- Meinungsverschiedenheiten mit den Ministern der Linken. Paris, 6. Zanuar.(beigenbericht.) Tie leichte Neujahrserkrankung Poin» cares sott nach einer in hiesigen politischen Kreisen verbreiteten Version eine» politischen Hinter» g r u n d gehabt haben. Die ssronferenz des Minister- Präsidenten mit jenen Mitgliedern der Regierung, die Linksparteien angehören fBriand, Herriot, Painletx' und Zarraut), über die wir seinerzeit berichtet haben, soll zu tiefgehenden Meinuugsverschieden- h e i t e n über das Finanzprogramm der Regierung und auch schließlich wegen der Vorbereitung der Kammer- Wahlen geführt haben. Diese Differenzen sind auch bis- her nicht beseitigt worden, und darauf ist es zurück- zuführen, daß noch kein Beschluß über die Richtlinien der große« Sammerrede, die Poincarö in der Finanzdebatte der klammer halten soll, gefaßt werden könnt». daß auch dieser Ausforderung Folge geleistet wird, von der Direktion der Deuischeu Edelslahlwe.ke ist dem Deutschen Metall- orbcilerverbond angedroht worden, daß man ihn für den entstehenden Schaden h a f t b o r machen werde. Am Freitag nachmittag fand] eine Konserenz der Werkedirektoren in Bechum statt, die zu der Ar- beitszeitsrage Stellung nahm. Ueber die Beschlüsse dieser Konserenz ist bisher nichts bekannt geworden. Krupp fügt sich. Essen, 6. Januar. Vach mehrmaligen Verhandlungen zwischen dem Direktorium der Firma Krupp und dem Betriebsrat wurde heute nachmittag eine Einigung erzielt. Die Firma sührl ad Wonlag, den 9. Januar, die im Schiedsspruch vorgesehene Arbeitszeit durch, weshalb alle seitens der Gewerkschasten getroffenen Maßnahmen rückgängig gemacht werden. Die Vertreter des Ehrifllichen und des Deutschen Metall- arbeitervcrbandes erklärten, die beim Arbeitsgericht in Essen anhängig gemachten Klagen zurückzuziehen. Landsberger Allee 446. OerHavSewsturz- seine tieferen Ursache« und seine Lehr«. Don Dr. Alfred Korach. Ein schweres Unglück hat die Berliner Bevölkerung heim» gesucht. In einer dichtbewohnten Gegend, im südösllichen Teil des Bezirks Prenzlauer Berg, ist ein Haus eingestürzt, zu mitternächllicher Stunde, viele Menschen unter sich begrabend. Zu den Todesopfern, die das Unglück gefordert, und den Wunden, die es geschlagen, gesellen sich noch zwei andere Geißeln: die Wohnungsnot, in die zahlreiche Familien über Nacht geraten find, und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die sich aus der Katastrophe für die geretteten Mitmenschen und ihre Angehörigen ergeben, die mit besten Kräften schnell zu lindern, vornehm st cPflicht der Allgemeinheit ist. Jeder, der sich die Größe des Unglücks vergegenwärtigt hat, legt sich die Fragen vor: Wie geschah dieses Un- heil? Warum stürzte das große vierstöckige Hous, das lange Jahre gestanden hatte, so urplötzlich ein? Welches waren die Gründe für die Explosion, die das Gebäude wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen ließen? War die Ursache des Unglücks vermeidbar? Zunächst hieß es, daß es Ammoniakdämpfe waren, die bei der Explosion die entscheidende Rolle spielten, jetzt scheint sich herauszustellen, daß die zu gewerblichen Lagerräumen führende Gasleitu"g die Ursache gewesen ist. Vielleicht haben andere chemiscke Stoffe das Unglück veranlaßt. Kaum aber ein„blindes Walten der Natur". Erdbeben pflegen sich in Berlin nicht zu ereignen. Die Sachverständigen werden an die Arbeit gehen und die Ursache des Unheils zu ergründen versucheil. D i e tiefere UrsachefürdiesesschrecklicheGesch eh- n i s, das so viele hoffnu-igsvolle Menschenleben dahingerafft hat, ist eine andere. Sie liegt in der weitgehenden all- gemeinen Unterbewertung der Menschenöko» nomie: sie lautet, kurz gesagt: mangelhafter Menschenschutz. Wir haben allerlei gewerbepolizeiliche Vorschriften. Die Errichtung industrieller Unternehmungen in Wohngegenden ist in bestimmten Fällen genehmigungspflichtig. An ge- nügend zahlreichen gesetzlichen und verwaltungstechnischen Bestimmungen dieser Art mangell es nicht. Woran es aber fehlt im öffentlichen Leben, ist die grundsätzliche A n e r k e n- nu n g und die eiserne Durchführung des Primats der Menschenökonomie vor der Warenökonomie. Hunderttausende berufstätiger Menschen sterben viele Jahre, ostJahrzehnte früher, als es ihrer natürlichen Lebenserwartung (voraussichtlichen Lebensdauer) entsprochen hätte, weil gesund- heitliche Berufsschädkjungen ihr frühes Ende herbeiführen: Gifte, gewerblicher Staub und andere Helfer des Gevatters Tod. Die gewerblichen Unglücksfälle und die nicht minder schlimmen Gewerbekrankheiten sind 'wei große Kapitel der Tragik im Leben des berufstätigen Volkes. Neben den Nachteilen, die der Beruf für Leben und Gesundheit so häufig mit sich bringt, spielen Mängel der Ernährung und in der heutigen Zeit vor allem W o h- n u n g s s ch ä d e n eine überaus verderbliche Rolle. Gewiß ist auch jetzt die Zahl der Leiden, die sich infolge unzureichen- der oder verkehrter Ernährung bei zahlreichen Menschen einstellen, recht beträchtlich Aber immerhin längst nicht mehr so arg. wie sie die schlimmste Erscheinung auf diesem Gebiete — der M a n g e l an Nahrungsmitteln— zu zeitigen vermag. Man denke nur an die Kriegszeit und erinnere sich, daß die große Mehrzahl aller der Menschen, die sich„hinten herum" keine Zusatznahrungsmittel besorgen konnten, entweder an Hungerüdem oder an Tuberkulose gestorbett ist» wofür das Absterben der meisten Insassen der Gefängnisse und Irren- Häuser während der Kriegszeit einen ebenso furchtbaren wie schlagenden Beweis geliefert hat. Das Nahrungselend hat demgegenüber für die Frage der Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung jetzt nicht mehr eine derart überragende Be- deutung. wie dies in der„glorreichen" Kriegs- und Hungers- zeit der Fall war. Dagegen erweisen sich die Wohnungskalamitüten in ihrer Rückwirkung auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung als immer gefährlicher und bedenklicher. Bor allem ist es der Wohn un gsmangel, dessen volle Bedeutung sich dem Auge derer darbietet, die die Stätten des Elends kennen, die sich nicht scheuen, ihre Augen zu öffnen, wenn das Wohnungs- elend in seinen Schreckgestalten ihnen entgegenstarrt. D i e Enge des Wo h n r a u m s— welcher Druck, welche Küm-, mernis. welche Klage und Anklage liegt in diesen Worten, deren Bedeutung derjenige, der Proletarierwohnungen viel- leicht nur gelegentlich kennen lernt, sich gar nicht zu oerqegen- wärtigen vermag. Ueber hunderttausend M e n- s ch» n gibt es in Berlin, die kein eigenes Bett besitzen, über b'mderttauiend Menschen.... Svricht d!s-'e eine Zahl u'cbt Bände? Wozu noch weitere Statistiken? Warum noch mehr Begründungen für die Durchsetzung der heutigen Bürgerblock für Gtandesherren. Keudell faboiieri, Marx inierveniert, Hergi übernimmt— Das„Einvernehmen" mit Preußen. wichtigsten gesundheitti chFN Forderung nach einem wahrhaft oolkstümli�chen Wohnungsbau! Doch neben dem Wohsungsmang�l mit allen seinen schlimmen Folgen, unter denen die Gesundheit weitester Volkskreise schwer leidet, verdienen die verschiedenartigen Wohnungsschäden, die auf den menschlichen Körper ungünstig einwirken, ernsteste Beachtung:— d i e Bauschäden, die vielfach auf die Br ü ch i g r.e i t der Häuser und die mangelhafte Wohnuugspflege zurückzuführen sind, und. nicht zuletzt die gewerbchygienischen Schäden, die das Wohnen in zahlreichen Behausungen oft außerordentlich stark beeinträchtigen und gar nicht selten zu einer Qual der Hausinsassen mache» Eine kluge Engländerin hat einmal gesagt, eine Wohnung könne ebenso töten wie ein Axt. Das Unglück in der Lands- berger Allee dürfte es zur Genüge erwiesen haben, daß eine Wohnung ebenso zu töten vermag wie eine Granate, wie Dynamit. Und so sollte es eive Grundforderung auf gewerbe hygienischem Gebiete sein, ganz allgemein so streng wie möglich Wohn statten und ge werbliche Fabrik- wie Lagerräume von- einander zu trennen. Das Leben und die Gesundheit der Menschen viel weit- gehender als dies heute der Fall ist zu schützen, im besten Sinne des Wortes Vorsorge zu treffen, den mannigfachen Erwägungen wirtschaftlicher Art, wenn es angezeigt ist, die viel wichtigeren menschenökonomischen Forderungen unbedingt voranzusetzen, kurzum weisen Gesundheitsschutz zu treiben, dies ist eine Aufgabe, die die Oeffentlichkeit in höchstem Maße angeht. Was nützen gewerbehygienische Schutzmaßnahmen in Fabrikräumen, wenn gesundheitsgefährdende, lebendrohende Stoffe oder Apparate sich inmitten zahlreicher menschlicher Behausungen befinden? Furchtbar ist jedes Unglück, das sich aus irgendeinem Grunde in einer Fabrik ereignet. Um wieviel furchtbarer ist eine Katastrophe wie die jetzige, die sich in einem Wohn- haus ereignet, der ganze Familien, Männer, Frauen und Kinder, ahnungslos, schutzlos, bar aller Rettungs- Werkzeuge, wie man sie in industriellen Werken findet, zum Opfer fallen. Nicht die Waren, nicht die industriellen Anlagen, auch nicht der Boden, die Bodenschätze, die Häuser oder das Geld stellen den größten Reichtum eines jeden Landes dar. Die Menschen sind sein köstlichster Besitz. Diese zu schützen und gesund zu erhcckten, Körperschädigungen bei ihnen vorzubeugen, viel sorgsamer und umfassender, als dies jetzt geschieht— darum handelt es sich. Es gilt, die menschenötonomischen Gesichtspunkte in das Volksbewußtsein aufzunehmen, damit niemand es wagen kann, sich dem Ruf des Volkes nach einer tatkräftigen, den Interessen der Massen dienenden Gesundheitspolitik zu widersetzen. Vielleicht war das tiefschmerzliche Unqsück in der Lands- berger Allee ein schreckhaftes Warnungssignal, ein gellender Weckruf auf dem Wege zu solchem Ziele. Oer Kalt Zakubowskü Em Dementi, aber keine Wiedergutmachung. Zteuftrevtz, 6. Januar.(WTB.) ■ Zu dem Fall Iakubowsti veröffentlicht der Oberstaa.ts- anmalt beim Landgericht Neustrelitz in der Landeszeitung für beide Mecklenburg eine Berichtigung, in der es heißt.- Die Gerüchte, daß die Großmutter des am S. November 1924 abends gegen K Uhr in Palingen ermordeten Ewald Nogcns auf ihrem Sterbebett eingestanden habe, den Mord begangen zu Hachen. sind unrichtig. Die Großmutter lobt und ist mit dem Arbeiter Heinrich Kahler in Schwartbuck bei Schönberg m Holstein ver- hÄratet. Sie war am 8. und 9. November 1924 in Matzwitz bei Panker in Holstein. Das Schwurgeriäst hat am 26. März 1925 auf Grund lückenloser Indizienbeweise den Angeklagten Iakubowsti wegen Ermordung seines unehelichen Kindes Ewald No- gens verurteilt. Gegen die Richtigkeit dieses Urtells bestehen noch heute keine Bedenken. Der damalige Berteidiger des Angeklagten Iakubowsti weiß über die jetzt aufgebrachten Gerüchte nichts. Auch dies ist ein Zeichen, daß diese Gerüchte aus müßigem, in, Interesse der jetzt beschuldigten» aller Achtung werten Frau. deren Liebling der Ermordet« war, sehr bedauerlichen Klatsch be- ruhen. Die Großmutter hat nach ihrer Rückkehr weinend nach dem verschwundenen Knaben gesucht. ch Auch wenn die Richtigkeit dieser Feststellung nicht in Zweifel gezogen wird, bleibt bestehen: 1. daß Iakubowsti lediglich auf einen Indizien- beweis hin zum Tode verurteilt worden ist, 2. daß ihm, dem Polen, der nur gebrochen Deutsch sprach, durch Ablehnung eines Dolmetschers die B e r t e i d i- gung beschränkt wurde, 3. daß das Todesurteil trotz dieses Tatbestandes vollstreckt wurde. Die Bollstreckung des Todesurteils ist eine Bedenken- losigkeit, die die damalige verantwortliche Regierung nicht verantworten kann, wie überhaupt der Fall Iakubowski die nötige Sorgfalt der in Frage kommenden Instanzen ver- missen läßt. Argentiniens Außenminister in Berlin. Die Zieichsrcgierung anderswo. Die Reichsregierung veranstaltete gestern zu Ehren des Außenministers Argentiniens Galla rdo ein Frühstück, auf dem sie aber geradezu kläglich vertreten war: kein Reichskanzler. kein Reichsaußenminister, kein Vizekanzler— von den Kabinettsmitgliedern waren nur Schaetzel und v. Keudell anwesend, wobei die Aufgabe, den argentinischen Minister mit einem Trink- jpruch zu begrüßen, dem— Reichspostminister zufiel! Da Dr. Stresemann totsächlich ernstlich erkrankt ist, wäre es wohl din Pflicht des Reichskanzlers gewesen, seinen Urlaub in Sigmaringen zu unterbrechen. Selbst in Fragen der d I p l o- inatischen Höflichkeit versagt der Bürgerblock! Aus der Antwortredc Gallandos sei der Satz hervorgehoben: „Für den Ucberschuß Ihrer a-beitsainen und gesunden Bevölkerung bietet kein Land der Welt bessere Aussichten als unser ausgedehntes und reiches Gebiet, woselbst das Klima, die Lebensgewohnheiten, die unermeßlichen noch ungehobenen Schätze, die gerechte Gesetzgebung, wie unsere Landesoerfassung zum Aus- druck bringt, all denjenigen die Segnungen des Friedens und der Freiheit bietet, die guten Willens sind und sich in unserem Land« niederlassen wollen." Am Nachmittag fand ein Tee beim Reichspräsidenten und am Abend ein Essen in der Villa des Außenministers statt, der aber Das Bürgerblockkabinett suchte sich den Weihnachts- abend aus, um die von Preußen seil mehr als Jahresfrist geforderte Vorloge über die Auswertungsansprüche der Standes- Herren anzri kündigen. Wir sprachen damals die Vermutung aus, daß es sich mehr um ein Weihnachtsgeschenk für die Standesherren als für Preußen handle, und daß es mit der in der Notiz be- haupteten Hebe rein st immung mit der preußischen Re- g i e r u n g eine eigene Bewandtnis Habs. So ist es auch. Nach Veröffentlichungen des„Demokratischen Zeitungsdienstes" setzte sich das Vürgerbwckkabinett in einer Weise für die Ansprüche der Standesherren«in, von der man annehmen muß. daß sie selbst auf den Widerstand der Gerichte stößt. Herr v. Keudell, der seine Qualitäten für das Reichs- Ministerium des Innern nicht mehr nachzuweisen braucht, befand es auch in diesem Fall für gut, die Akten über die Frage in den unergründlichen Fächern seines Schreibtisches schlummern zu lassen. Alle Interventionen des Reichskanzlers Marx, der sich offenbar den Vorwürfen Preußens gegenüber nicht rechtfertigen konnte, blieben ohne praktischen Erfolg. Herr v. Keudell spielte seine Fafnirrolle weiter:„Ich liege und besitz«, loh mich schlafen!" Bis ihm eines Tages einfiel, daß ihn die Sache im Grunde genommen nichts angehe. Aus der Obstruktion wurde der offene Streik, und die Akten wanderten zum Fraktions- und Minister- kollegen' des Herrn v. Keudell, Reichssustizminister H e r g t. Nun begannen die Verhandlungen mit Preußen tatsächlich, aber sie waren auch danach. Herr v. Hergt handelte als getreuer Vollstrecker der Intentionen Keudells. Zehn volle Monate verstrichen, bis das Kabinett Marx mit seiner famosen Weihnachtsbot- s ch a f t herauskam. Das Resultat ist bezeichnend— für das Dürgerblockkabinett Marx. Preußen lnitte allgemein eine Aufwertung von 12� Proz. vorgeschlagen. Dabei sollten, aber diejenigeu Renten. die aus Lcibeigenschastsrechtcn und solchen skandes- und landeeherr. lichen Rechlea, die es heute nicht mehr gibt, hergeleitet wurden, als spätestens durch das preußische Adelsgesch vom ZZ. Turn 1920 abgelöst gelten. Und das Kabinett Marx? O, es ließ sich nicht lumpen. 12/4 Proz. Aufwertung? Viel zu viel für die Standesherren! Herr Hergt schlägt mit der Faust auf den Tisch: 8 Proz. müssen genügen! Zlber—! Herr Hergt ist nicht umsonst Iusiizminister, Herr o. Keudell hat seine Fafnirrolle nicht umsonst gespielt. Nicht der Satz von 8 Prvz., die Ausnahmen, die von diesem Satz gemacht werden sollen, sind das wesentliche in dem Hcrgtschen selbst daran nicht teilnehmen tonnte und sich durch sein« Gattin und durch Staatssekretär v. Schubert vertreten ließ. An diesem Abendessen nahm überhaupt kein Reichsmini st er� teil! Groß-Frankfurt. Frankfurt o. M. nimmt die Stadt Höchst in sich auf. höchst a. m, 6. Januar. Nachdem die Frankfurter Etadtverordnetenver. sammlung mtt einer Möhrh«t von 35 Stimmen der Demokraten. Arbeitnehmer, Sozialdemokraten und de« Zentrums gegen 24 Stimmen der Deutschen Volkspartei. Wirtschaftlichen Vereinigung, Kommunisten, Deutschnationalen und Nationalsozialisten den Ein» gemeindnngsvertrag mit Höchst angenommen und mit der gleichen um die Kommunisten erweiterte Mehrheit auch den, Eingemcindungsvcrtrog mit der dazwischen liegenden Arbeitergc- ineindc Nied a. M. zugestimmt hatte, hat auch die S t a d t o« r- ordnctenversammlung in Höchst den Eingemeindungs- vertrag mit 24 gegen 19 Stimmen angenommen, Entwurf. ZNuß sich der gemeine Rentner nach dem Willen der deulschnatioaalcn Allswerlungskünsllcr mit einer Auswertung von höchstens 15 Proz. begnügen, wobei es dem Würfelspiel des Zufalls überlassen bleibt, wann er lalsächlich in deu Genoß der Auswertung gelangt, verlangt hergt, daß die sloudesherrlichen Liegevschasts- renlen m'l 25 Proz. ausgewertet werden! Eine noch höhere Auswertung verlangt er nicht nur für Realen, die zur Unlerhal uug historisch wertvoller Anlagen dienen, sondern auch für dle sogenannten llnlerhallsbeilräge. d. h. diejenigen Renten, die zum Anker- halt einzelner Mitglieder der fürstlichen Familien dienen, um auf diese bequeme Art weitere Renten für die Apanagen herauszuschinden. Weihnachtsbefcherung für die Standesherren im wahrsten Sinne der Wortes! Es braucht nicht gesagt zu werden, daß sich die preußische Regierung dem auf das entschiedenste widersetzt hat. Nach ihrer Aufsossung würde der Sinn des Gesetzes geradezu verdreht werden, wenn auf diese Weise alle mög- lichen Anspruch« eine Besriedigung finden würden, Ansprüche, die das Gesetz gerade beseitigen will. Preußen will diese Ansprüche beschränken auf Pensionsoerpslichtungen, um den von deu Fürsleu abhängigen Personen, mit denen, wie die Erfahrung lehrt, die aufwertungs- und abfindungshungrigen Herrschaften nicht viel Federlesens machen, ihre Pensionen zu sichern In diesem Falle würde die preußische Regierung einer erhöhten Aus» Wertung um weitere 15 Proz. zustimmen. Nachdem die Bürgerblockregierung nun selbständig einen Gesetz- entwurf geschaffen hat, sind von Preußen neue Verhand- lungen vorgeschlagen worden. Die Reichsr«gierung hat aber geantwortet, daß sie sich den von Preußen vorgeschlagenen Aenderungen nicht anschließen könne und die Vorlage des- halb im wesentlichen unverändert den gesetzgebenden Körpcr- schasten zuleiten werde. Das ist die„Uebersinftimmung", von der die Weihnachtsbot- schost der Herren vom Bürgelblock, wenn auch mit dein Zusatz: „Nicht restlos", zu berichten wußte! Die verarmten Rentner aber und alle, die sich ein Mitgefühl fiir die Opfer der Inflation bewahrt haben, wissen jetzt, daß die Hergt, Keudell, Schiele, Westarp, daß die Sippschaft vom Besitzbürgerblock auch anders kann—, wenn es sich um S t a n d e s h e r r e n handelt. Fürstendiener, nicht Bolksdiener! lind deshalb: Schwarzweißrot. Die Spaltung in Südchina. Opposition gegen Tfchangkaifchek. Hongkong. 6. Januar.(Reuters Nach einem Funkspruch aus Kanton Hot der antitommunistische General Litschaisun dort wieder die Regierung übernommen. Aus den Provinzen K w a n t u n g und Ä w a ng s i wird berichtet, daß dort Neigung besteht, die Provinzen Hupeh und Hunan in ihrem Wider st and gegen Tschcngkoischek, der wieder die Stellung eines Generalissimus der Nonkinger Regierung übernvinme» hat, zu unterstützen. Aus Swatau wird berichtet, daß die Kommunisten in der Gegend Swatau— Swabuc wieder sehr aktiv sind und eine Anzahl christlicher Ehinesen hinge- richtet haben sollen. Rumänische Earo listen sind in Konstoittinopel verhaftet worden nild sollen ausgewiesen werden, well sie von der Türkei aus Earol als Sieger heimführen wollten. Die Republik Libanon lebt auch noch: sie gibt durch einen Regierungswechsel em Lebenszeigen. Landesverrat ge Ein Meisterstück der Der Oberreichsanmalk vr.Wernerhatden ehemalig deutschen Rittmeister Otto Zettln verhasten lassen und hat gegen ihn Anklage wegen Landesverrat» erhoben: der Laudesverrat soll begangen worden sein durch Teilnahme an dem Kriege zwischen Deutschland und der Republik Lettland aus lettischer Seite. Krieg zwischen Deiaschfand und Lettland? Zeltin war 1919 in die Dienste der baltischen Landeswehr getreten. Er unterstand der Regierung lUmanis. Er beteiligte sich nicht an den Putschen von Teilen der Valtikumer— der späteren Kapp-Truppen!— gegen die rechtmäßige lettisch« Regierung. Die Putschisten wurden im Juni 1919 von Truppen der Regierung Ulmanis geschlagen. Seit Sommer 1919 beharrte die Führung der deutschen Batei- kumtruppen in offenem Ungehorsam gegen die deutsche Regierung. Im Ottober 1919 versuchte der bekannte ehemalige russische Oberst. F ü r st A v a l o s f-V e r m o n d t, der die Bolschewistenherrschast stürzen wollte, einen neuen Angriff auf die lettische Re- g i e r u n g. da er den lettischen Staat als Basis seines„west- russischen Zentralstaates" betrachtete und besonders die Naturreich- tümer des Landes als Deckung für das von ihm ausgegebene Ber- mondt-Gcld brauchte. An diesen Kämpfen, die mit der völligen Niederlage Bermondts endigten, hat Rillmeister Zeltin als lettischer Offizier auf lettischer Seite teilgenommen. Aus der Seit« Bermondts kämpft« gegen das ausdrück- liche Verbot der deutschen Regierung die sogenannte „Eiserne Division". Sie hatte sich am 39. September 1919 Bermondt verpflichtet, gegen das Versprechen russischer Löhnung mit dem Ziel des Erwerbs von Ansiedlungsland und der russischen Staatsangehörigkeit. Die deutsche Regierung erklärt«, daß die „Eiserne Division" ihr nicht mehr unterstehe. Die Truppen Bermondts wurden geschlagen, die„Eisern« Division" zog sich im Dezember 1919 nach Deutschland zurück. In der allgemeinen Verwirrung hatte die lettisch« Regierung am 28. November erklärt, sie betrachte sich als im Kriegs- zen Baltikumer? Landesverraisjustiz. zustande mit Deutschland befindlich— auf Grund des Putschkrieges, den die„Eiserne Division" mit Bermondt gegen die lettische Regierung führte! Die Putschisten von der„Eisernen Division" sind für ihr« schwere Schädigung der Interessen Deutschlands— Landesverrat in der Tat!— niemals verantwortlich gemocht worden. Sie setzten ihr Handwerk in Deutschland fort— Kapp-Putsch! Roch der Ri ck» kehr der„Eisernen Division" nach Deutschland wurden die deutsch- lettischen Beziehungen geklärt. Die gesamten Vorgänge sind bereits von einem deutschen Ge- richt völlig und in historisch einwandfreier Weise geklärt ivorden. Das Amtsgericht in Hamburg hat lm Mai 1927 die ganze Materie bereits in einer Beleidigungsklage durchgearbeitet, die Rittmeister Zettin gegen den Hamburger Großkaufmonn Earlos Schmidt angestrengt hotte, weil dieser ihm vorgeworfen hatte, er sei ein lleberläufer und babe gegen Deutsche als leine eigenen Landsleitte gekämpft. Schmidt wurde damals von dem Horn- burger Gericht wegen Beleidigung zu 5999 M. Geld- strafe verurteilt, und in der Urteilsbegründung wurde ausge- sprachen, daß nur das hohe Alter des Angeklagten, der im 68. Lebensjahre steht, ihn vor einer mehrmonatigen Gesängnissttase gerettet habe, weil olle Behauptungen, di« der Angeklagte ausgestellt hatte, erwiesenermaßen unwahr seien. Die Eliqu« ehemal!»er Landsknechte, d'e hinter Schmidt stand, hat nunmehr den Oberreichsaiuvall in Bewegung geletzt, und der hat Zeltin wegen Landesverrats verhaften lassen! Weil Zelt'n als lettischer Ossizier gegen deutscbe Landsknechte gekämpsk hat, die gegen die Befehle der deutschen Regierung meu- terten und in die Dienste eines russischen Abenteurers getreten waren, soll er Landesverrat beaangen haben! Dieser Obemichsanwall schädigt die deutschen außenpolitische,« Interessen ebenso, wie einst jene Putschisten und Meuterer, die Deutschland in schwerster Zeit in schrvere außenpolitische Äompli- tattonen verwickelt haben. Preußen und die Landwirischast. Minister Steiger über Siedlung und landwirtschaftliches Schuldenproblem. Der preuhische Landwirtschaftsminister D r. Steiger gab auf einer Pressekonferenz über die dringendsten landwirtschaftlichen Tazessragcn der Siedlung und Verschuldung wertvolle Aufschlüsse. Nach seinen Ausführungen hat das R e i 6) bisher für Siedlungs- zwecke 100 Mill. M. bewilligt, von denen 7? Mill. M. vergriffen sind. Preußen erhielt hiervon 60,7 Mill., mit denen etwa 64 500 chcktar besiedelt wurden. Bemerkenswert ist, daß in der kleinen Provinz Oberschleficn hierfür 11,5 Millionen, genau soviel wie m dem viel größeren Ostpreußen, verbraucht wurden, wahrend aus Brandenburg nur 2L Mill. entfielen. Die von Preußen ans eigenen Mitteln für Siedlungszweckc zur Derfügung gestellten Gelder betnigen 73 Mill. M.. übersteigen also die vom Reich zugeschossenen Gelder erheblich. Gewisse Schwierigkeiten be- stehen noch bei der Ansiedln ng von Landarbeitern, und zwar aus finanziellen Gründen. Da für eine bäuerliche Stelle von etwa 60 Morgen 8000 bis 10 000 M. eigene Mittel erforderlich sind, die für die ersten Jahre nicht verzinst werden können, müßte der Landarbeiter sich diese Summe leihen. Dadurch würde er jedoch derart mit Schulden überlastet werden, daß an ein ertrag- reiches Arbeiten überhaupt nicht zu denken wäre. Die preußische Regierung sieht einen Ausweg in einem zinslos bewilligten Ein- richtüngskredit, dessen Tilgung im sechsten Jahre mit Proz. ein- zusetzen hätte. In der Errichtung von Landarbeitcrwohnungen hat im Laufe der letzten Zeit eine sehr interessante Verschiebung statt- gefunden. Während 1921/23 etwa 10538 Werks Wohnungen und 367 Eigenheime, also nur 3 Proz., errichtet wurden, erreichten die von 1923'27 errichteten Eigenheime die Zahl von 11 448, wo- gegen nur 9356 Werkswohnungen neu geschaffen wurden. Diese Entwicklung ist entschieden zu begrüßen, da durch die vermehrte Schaffung von Eigenheimen der Landarbeiter aus dem drückenden lintertänigkcitsverhällnis, das mit der Werkswohnung verbundcrt ist, bcireit wird. Leider ist in der Frage der Mietwohnungen von Landarbeitern noch nicht der Fortschritt zu verzeichnen, der erwartet werden konnte. Bon großer Bedeutung war die Stellungnahme des Ministers zu der landwirtschaftlichen Berschuldung. Dr. Steiger erklärte sich ausdrücklich gegen die verschiedenen Sanierungsprojekte, die u. a. von chugenberg und dem Abgeordneten Schlange- Schöningen veröffentlicht wurden. So könnte sich die in diesen Projekten geforderte allgemeine Z4nsverbilligung für die Landwirtschaft selbst sehr u n g ü n st i g auswirken, da bei den Geldgebern, besonders im Auslande, mit Recht der Eindnick ent- stehen könnte, daß der Ertrag der deutschen Landwirtschast nicht mehr ausreiche, eine normale Zinslast zu tragen. Ein solcher Ein- druck injißte schnell zur Verstopfung der Kreditquellen führen. Auch würde damit das Uebel nicht an der Wurzel an- gepackt, sondern nur auf einige Jahre hinausgeschoben werden. Di« Gesamtsumme der landwirtschaftlichen Schulden ist mit 12,5 Milliarden zu beziffern, die» sich mit 2 Milliarden auf die Rentenbanschuld, mit 3,5 Milliarden auf die Aufwertungs- schulden, mit 3 Milliarden auf fundierte Realkreditschulden, mit 2.2 Milliarden auf Personalschulden und mit 1,8 Milliarden auf sogenannte Schwimnckredite(Schulden an Lieferanten, Handwerker usw.) verteilen. Für di» Samerung kommen nur die beiden. letzten Posten, also 4 Milliarden in Betracht. Ein« allgemein« Umschulung der Personalschulden in Realschulden sei jedoch gleichfalls nicht möglich. da der deutsche Geldmarkt durch die 3 Milliarden landwirtschaftlichen Realkredtts bereits ausgeschöpft sei. Ein« Lösung des Schulden- Problems deutete Dr. Steiger in der Richtung an. daß einmal die gänzlich überschuldeten Betriebe überhaupt auszuschalten mären und daß diese große Mafle der noch sanierungsfähigen Wirt- schasten individuell unter einer gewissen Kontrolle zur Um- jchulung herangezogen werden müßten. Gewisie Erfahrungen siegen bereits von der Sanienmgsaktion für bäuerliche Betriebe in Ost- Preußen vor. Der ungarische Waffenschmuggel. Ausnutzung durch die tschechischen Militaristen. Prag. 6. Januar.(Eigenbericht.) Die tschechische Presse beschofttgt sich sehr aufgeregt mit dem italienisch-ungarischen W a f s e ns ch m u g g e l, in dem sie vor allem einen Beweis für die geheimen ungarischen Rüstungen sieht. die nichts anderes als die Rückeroberung der Slowakei zum Ziele haben. Das Auhenministerium hat mit dem B e r t e i d i g u n g s m i n i st e r i u m die zu unternehmenden Schritte besprochen. Da die Militärkoittrolle über Ungarn auf- gehoben ist, werden diplomatische Schritte beim Völkerbund unternommen werden können. Den militaristischen Parteien, die sich gegen sed« Abrüstung wehren, ist der Zwischenfall natürlich ein willkommener Anlaß, zu neuen Rüstungen aufzurufen und gegen jede Einschränkung der sehr kostspieligen tschechoslowakischen Rüstung zu Hetzen. Kommunistenkrach überall. Ist die Zelle noch so Nein- Kroch muß immer drinne sein. Brüssel. 6. Januar.(Eigenbericht.) Im Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Belgiens kam es zu überaus scharfen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern Stalins und denen Troykis. Der kommunistische Abgeordnete van Ooerstra«ten schlug eine Resolution vor, die sich aus den Standpunkt der russischen Opposition stellte und die opportunistischen Tendenzen der in Rußland herrschenden Mehr» heit scharf oerurteilte. Eine andere Resolution machte sich den Stalinschen Standpunkt' zu eigen und sprach Drohungen gegen die „parteizerstörerische Wirksamkeit der belgischen Opposition" aus. Bei der Abstimmung wurden 13 Stimmen für die Resolution der Opposition und 13 für die Sialinfche These abgegeben. Es wurde be- schlössen, die ganze Frage in der Presse und den Organisationen zu diskutieren und einen K o n g r e ß einzuberufen, der endgültig eitt- scheiden wird. Die zwei kommunistischen Mitglieder der Kammer sind ebenfalls verschiedener Meinung. Van Ooersiraeten ist Trotzkist, Iacquemotte ist Stalinist. Uebrigens sprach das Zentralkomitee der Parteileitung ein Mißtrauensvotum aus. Bei den Streitig. ketten handelte es sich vor ollem auch um«inen Kampf über die Kontrolle des Parieiblattes und de? Moskauer Hilfs- g e l d e r.__ Der polnische Gesandte Lnkasjewitsch wirg laut Ankündigung des Pllsudskiblottes nach Urlaubende auf seinen Rigaer Posten zu- rückkehren. Er wird also nicht abberufen, wie gemeldet worden war. Westarps Inventurausverkauf. .Und hier noch ein Restposten Kronendamast, fabelhast billig, wegen gänzlicher Aufgabe des Artikels!' Die Krise im Elsaß. Was sagen die elsässischen Sozialisten? Di« Siraßburger„Freie Presse" hat den kürzlich im„Vorwärts" erschienenen Artikel des Genossen S. Lion ausführlich abgedruckt und mit einigen sachlich-kritifchen Bemerkungen verschen, die wir in ihren wesenilichen Teilen unseren Lesern nicht vorenthalten wollen: „Genosse Lion begreift nicht ganz die sozialistische Stellung- nähme zu der Unterrichts- und Sprachen frage. Er stellt sich da auf den Standpunkt jener, die meinen, well der elsässtsche Dialekt ein deutscher Dialekt sei. müsse der Unterricht mit dem Deutschen beginnen und das Französische dürfe erst nachher folgen. Wir hoben hier schon oft erklärt, daß diese Frag««ine pädagogische Streitsrage ist, in der die Pädagogen selber nicht einig gehen. Wir iii der„Freien' Presse" sind bekanntlich der Auffassung, daß der Unterricht ich«- Schävignn� der geistigen Entwicklung des Kindes gleich beim 6. Lebensjahr mit dem Französischen, uno zwar auf dem Wege der direkten Methode, beginnen kann. Di« Ergebnisse- die oorlisgc», lehren, daß unser Standpunkt richtig ist. Angesichts der leichten Erlernbarkell der deutschen Sprache für die elsässijchen Kinder genügt es, wenn mll derselben erst dann begonnen wird, wenn deutsch« Sprachformen nicht mehr geeignet sind, den guten Fundus lln Französischen, der in den ersten Jahren gelegt wird, zu zerstören. Die Bemerkung des Genossen Lion. daß unser Schulunterricht unsere Kinder zeitlebens zu einer Art Halbbildung vorurtellt, ist sinnlos. Dos Blldungsniveau unserer heutigen Volksschule sieht hinter dem Vorkriegsniveau in keinerJBeise zurück. Auch ein Blick in die Verhältnisse in den höheren Schulen zeigt jedem Un. voreingenommenen, daß unsere mittleren und höheren Schulen in ihrem Bildungsniveau keineswegs hinter den deutschen Gymnasien und Universitäten zurückstehen. Wenn schließlich Genosse Lion sich auf die Volksschul- lehrer beruft, so ist ihm entgegenzuhalten, daß das Gros unserer Volksschullehrer schon längst eingesehen hat, daß die von der Regierung befürwortete Praris in der Volksschule die richtige ist. Ob Genosse Lion den Volksschullehrern einen Dienst erwiesen hat. als er feststcllie, daß sie der a u i o n o m i st i s ch e n B e- w e g u n g ihre Bedeutung verleihen, lassen wir dahingestellt. Genosse Lion ist da zwar, soweit die Anhängerschaft R o s s e s in Frage kommt, der Wahrheit ziemlich nahe gekommen. Aber in den Reihen der Volksschullehrer beginnt man mehr und mehr einzusehen, daß man mll dieser Polittt nicht vom Fleck konimt. und es ist nur eine Frage der Zeit, daß auch hier eine völlige Umstellung eintritt. Wenn Genosse Lion dann meint, wenn sich die Heimaibund- beweguug von den„Schlacken", d. h. von den übertriebenen For- derungen bestell und nur einen„gesunden Regivnalis- m us" vertritt, würde die kommend« französische Linksregierung nicht umhin können, den berechtigten Forderungen Gehör zu schenken, so kommt er da an die Wahrhell einigermaßen heran. vorausgesetzt, daß er � unter„gesundem" Regionalismus die Art der Dezentralisation versteht, wie w i r sie im Auge haben, nicht aber den Rcgionalismus politischer Art, wie ihn die Klerikalen aus rein politischen und rein egoistischen Stünden sorder». Der sozialistische Einjluß in Paris hat schon manche Nähr- quelle des„Unbehagens" beseitigt durch praktische Arbeit, durch Erfüllung berechtigter Forderungen. Wir werden es auch wellerhin so hatten und damit dazu beitragen, daß der extreme Autonormsmus immer mehr an Boderi verliert." Mit der Wiedergabe dieser Ausführungen von clsässisch-sozia- listischer Seite haben wir unsere Wicht der'Objektivität erfüllk. Oberster Grundsatz in der Behandlung des sehr heikle» elsässischen Problems ist für uns, daß es sich um«ine inner« sranzösische Ange- legenheit handelt. Man wird es allerdings i» Frankreich verstehen müssen, daß man sich'dennoch'ij« Hcuischkand sssr. diese. Angelegenheit instinktiv niehr interessiert als sür irgendein' anderes innerpoliiisches französisches Problem. Dennoch liegt äußerst« Zurückhaltung aus deutscher Seit« im ureigensten Interesse der©süsser selber Ob die Hallung unserer elsässischen Genossen zu den per- schredensten Problemen ihrer engeren Heimat richtig ist oder nicht, darüber werden im kommenden Frühjahr die W a h l« r g e h n i s s e am sichersten Ausschluß geben können. Wir wünschen aufrichtig, daß diese Wahlen beweisen mögen, daß die Bedenken unseres Mitarbeiters unbegründet waren. Die Radikalen rücken vom Heimatbund ab. Paris, 6. Janv-ar. Wie der Stroßburger Korrespondent des„Temps" berichtet, Hai der Vorstand der Elsässischen Fortschrittspartei— es handelt sich um jenen linken Flügel der Radikalen Partei, der sich unter Führung von Georg Wolj vor einiger Zeit von den übrigen Radikalen getrennt hat und für eine deutsch. sranzösische Versöhnung einsetzt— beschlossen, die ihr angehärigen Vereine aufzufordern, innerhalb von 14 Togen ihre Statute» zu ändern oder so aus- zulegen, daß kein Parteimitglied gleichzeitig Mit- glied des Helmatbundes fem kann. Oer 2. Sekretär des Heimatbundes festgenommen. Paris, 6. Januar.(Eigenbericht.) Die Polizei oerhafteie am Donnerstag in Siroßburg den 2biährigen Handlungsreijenden Georg Rösch, der beim Heimat- bund die Funktton eines zweiten Sekretärs innegehabt hatte. Rösch ist der Sohn eines ehemaligen Inspektors der stonzösifchen Polizei. Einigung in Danzig. Verstärkung des Parlamentarismus. Danzig. 6. Januars Die vor einigen Togen abgebrochenen Verhandlungen zwischen Sozialdemokraten, Zentrum und Deutschlibera- len über die Bildung einer Regierungskoalition sind auf Anregung des Zentrums wieder ausgenommen worden und haben zu einer grundsätzlichen Verständigung in allen wesentlichen Punkten geführt. In der Frage der Verfassungsänderung hat man sich dahin geeinigt, daß auch in Zukunft der Senat aus einem hauptamtlichen und einem nebenamtlichen Senat bestehen soll, doch soll der hauptamtliche Senat nicht mehr auf. eine befristete Zeit Deutsches Theater. „Peer Gynt" mit Werner Krauß. Aus Anlaß des hundertsten Geburtsjahres Henrik Ibsens führte das Deutsch« Theater dos dramatische Gedicht„Peer G y n i" unter der sorgsamen Regie des Berihold Viertel auf. Es war eine würdige, teilweise leichtbeschwingte, teilweise langatmige Aufsührung. Werner Krauß in der Titelrolle feierte Triumphe. Dgr. gewähtt werden, sondern ebenso wie der nebenamtliche vom Per- trauen des Bolkstages abhängig fein. Bei der geplanten Aenderung des Senatssystems hat man sich im großen und ganzen eng an die Hamburger Verfassung gehalten. Der nächste D o lk s t a g. soll noch den Plänen der Koalition auf etwa 80 Abgeordnete vermindert werden Es ist anzunehmen, daß die Verhandlungen diesmal zu einem Erfolge führen werden, da es sich nur noch um kleinere Fragen handelt. Gozialistenverfolgung in Liiaue«. Schließung von Parteibureaus. Kowno, 6. Januar. - Das Zhniralkomiiee der Sozialdemokraten hat au» Ponje- wesch Nachricht erhatten, daß im gleichnamigen Kreise acht so- zialdemakratischc Bureaus und vier Berufsvc reine gc- schlössen worden sind. Auch im Kreise Telschi sind sine Reihe sozialdemokrattscher Bureaus geschlossen worden. Das A-n- tralkomitee beabsichtigt bei der Regierung vorstellig zu werden. Kommunistisches Alkenkak oui Tschlongkaischrk?� TU. berichtet: Wie aus Schanghai gemeldet wird, sind aus der Strecke zwischen Schanghai und Nanking, die T s 6> i o n g k a i s ch e k auf dem Wsge nach Nanking passierte, zwei Bomben gesunden worden. Man nimmt an, daß die Bomben, die wahrscheinlich infolge der seuchien Witterung nicht explodierten, von Kommunisten gelegt wurden, um den Zug Tschiangkaischeks in die Luft zu sprengen. Gewerkschasten und Partei in Frankreich Ein Zwischenfall und die Antwort. Paris, 6. Jamiax.(Eigenbericht.) Die Ziihrer des französischen GewerkzchaitÄiundes hoben jetzt o>if die Kritik, die an dem Programm der CE»D. auf dem letzten sozialistischen Parteitag geübt wurde, folgendes erwidert: „Die Zentralkominifsion der EGT. wü»fcht jede Polemik zu vermeiden, glaubt jedoch daran erinnern mr müssen, daß ihr Minimalprogramm nach einstimmiger ÄHnahme veröffentlicht murde und daß es nur Forderungen enthält, düe schon in früheren Programmen aufgenommen oder von Nationalkozigressen beschlosien worden waren. Die Zentralkommission ist der Ansicht, daß die Er- langung der Kontrolle über die Produktion für die Lohnarbeiter, ihr Eintreten in die bestehenden Wirtschostsorganisotionen �zwecks Erfassung der allgemeinen Notwcndigkencn der Wirtschaft,«chritte auf dem Wege zur sozialen Umwälzung, von der die Befreiung der Arbeiterschaft abhängt, darstellen. Die ZeMralkommission wird, ohne den politischen Parteien die Freiheit der Beurteilung ihrer Programme bestreiten zu wollen, in voller Unabhängigkeit ihre Tätigkeit fortsetzen, die auf eine rasche Herbeiführung der zur Hebirng der materiellen und moralischen Lage dir Arbeiterschaft notwendigen soziolc» Neforinen gerichtet ist." -i- Dicse Antwort bezieht sich auf'einen lebhajten Zwischensall aus dem jüngsten französischen Parteitag und zwar bei der Erörto- nmg des Programms des französtschen Gewerkschaftsbundes. Dieses Programm, das aktuelle Gegenwartssorderungcn umschließt, wie sie heute. von allen freien Gewerkschaften der ganzen Well aufgestellt werden, ist von der linksbürgerlichen Radikalen Partei ongenom- men worden, d. h., die Radikale Partei hat versprochen, diese Forderungen, soweit es sich um Forderungen an das Parlament dreht, zu u n t e r st ü tz e n. In der Diskussion auf dem französischen Parteitag hat der frühere Sekretär des französischen Gewerkschaftsbundes, D u- u, v u l i n, darüber gesprochen und, wie schon zu der Zeit, als er noch Sekretär des Gswerkschastsbundes war, sich etwas kritisch über dys Programm geäußert. Dumoulin hiell es dabei für selbstver- ständlich, daß die Sozialistische Partei die Forderungen der sran- zösischen Eewerkschaflen unterstütze, doch könne das doch nicht so weit gehen, um die BeraMwortung dafür zu übernehmen, daß die Kewerkschafien in den konstitutionellen Apparat des Staates ein- gefügt werden. Das wäre eine Erneuerung des bürgerlichen Staates und nicht die Aufgabe der Sozialistischen Partei. Ly. romski, der Gewerkschaftsredakteur des„Populaire", wiederholte sinngemäß die Ausführungen von Dumoulin, während M o n- tagnon darauf antwortete und Leon Blum eingreifen mußte, um die stünnische Auseinandersetzung zu beenden. Soweit man aus k)cr Entfernung die Tragweite dieses Zwischenfalls beurteilen kann, Handell es sich dabei offenbar nur um den nicht zu vernreidenden Ausdruck einer Mißstimmung nnkr eines R i ß v e r ste h e n s zwischen den Gewerkschaften und der Partei Frankreichs, die.zwar sehr aller Natur sind, bei Ausbruch des Welt- krieges allerdings überwunden schienen, jedoch in den letzten 'Zähren wieder auflebten. Bor dem Kriege allerdings waren die Positionen nicht die gleichen. Damals warf man den französischen Gewerkschaften wohl nicht mit Unrecht vor, daß sie zu tun ablehnten, !vag ihnen gerade die heutigen Kritiker in der Sozialistischen Partei >orwerseu: den realen Kräfteverhältnissen entsprechend ihre Taktik einzustellen. Selbstverständlich passen auch die radikalsten sozialistischen Kritiker des französischen Gewerkschaftsbundes ihre Taktik den eealen Kröfteverhällnissen an. Man kann das Bestreben der sran? -ösischen Gewerkschaften, Einfluß und Macht innerhalb de» Staates zu gewinnen, natürlich so umdeuten, wie es Zyromski und Dumoulin -zelan haben. Man kann schließlich auch die gesamte praktische Politik der Sozialistischen Partei Frankreichs auch so ausdeuten. Die geschichtlichen Erinnerungen sollten aber vor allen Dingen Unsere Freunde der Sozialistischen Partei in Frankreich davor be- wahren, von außen und von oben herab Urteile zu fällen und Rede- Wendungen zu gebrauchen, die nicht gerade zu einer Verbesserung des Verhältnisses zwischen Partei und Gewerkschaften beitragen können. Durch solche Methoden hat man in der Vergangenheit nicht wenig zur Entwicklung des revolutionären Syndikalismus bei- getragen. Man sollte sich davor hüten, das Gespenst einer gegen- teiligen Entwicklung an die Wand zu malen. I— S— I. Die Behöröenangestellten als Stiefkinder. Vor den Schlichtungsverhandlungen. In einer gutbesuchten Mitgliederversammlung des Zentral- Verbandes der Angestellten am Mittwoch berichtete der Genosse Zeitz ausführlich über die Verhandlungen mit der Reichs- und preußischen Staatsregierung über die Gehaltsbewegung der Reichs- und Staatsangcstcllten. In den im Jahre 1924 abgeschlossenen Tarifvenrägen ist vereinbart worden, daß die jeweiligen Aenderun- gen der Grundaehaltssätze des Reich sbejoldungsgesetzes bzw. des preußischen Beamten-Diensteinkommensgesetzes mit der gleichen zeitlichen Wirkung auch für die A n g e st e l i t e n gelten. Durch die Vermehrung der Besoldungsgruppen der Beamten im Reich und im Staat war eine automatische Uebertragung nicht möglich Die an den Tarifverträgen beteiligten Organisationen waren daher damit einverstanden, daß der bisherige Aufbau von li Grup- pen für die Angestellten bestehen bleiben soll und neue Grund- gehallsbezüge zu vereinbaren feien. Der Reaienlngsentwurf sah jedoch in allen Gruppen, besonders aber in den Gruppen lll bis VI so geringe Grundgehaltssätze vor, die noch u n l e r den Sätzen der niedrigsten vergleichbaren neuen Besoldungsgruppen lagen. Es ist zwar in den Verhandlungen �in der Zeit vorn 19. bis 29. Dezember gelungen, die Reichs- und Staatsrcgicrung zu einigen Zu- g e st ä n d» i f je u zu bewegen, aber dos endgüllige zAne kat der Regierung vom 29, Dezember bleibt nach wie vor hi.n.e den Bezügen der vergleichbaren Beamten zurück. Auch die Anwendung der jetzt ungünstiger geregelten Diätarbestimmungen auf die Angestellten in den ersten fünf Dienstjahren würden in vielen Fällen dazu führen, daß nicht nur reine Gehaltserhöhung eintritt, fondern eine Geholt»Verminderung erfolgt. Die Ler Handlungen sind daher an, 29. Dezember abgebrochen worden. Die Organisationen haben die Unmöglichkeit der Annahme der Re gierungsvorschläge schriftlich an, 31. Dezember 1927 begründet. Der Tarifstreit wird vor einem besonderen Schlichtungsausschuß im Reichsarbeitsminiftcrium ausgetragen werden. In der lebhaften Aussprache brachten die Angehörigen der vor- schiedensten Behörden sämtlich zum Ausdruck, daß die Ännahme des Angebots der Regierung mit den Interessen der Kollegen u n v e r- ei n b a r sei. Besonders wurde unterstrichen, daß die Schlechter- stellung der Angestellten gegenüber der gesicheric» Anstellung der Beamten eine besondere Ungerechtigkeit sei. Das Borgehen des Zentralverbandes der Angestellten fand volle Zustimmung. In seinem Scklußwort wies der Genosse Zeitz darauf hin, daß auch für die Reichs- und Staatsangestellten wie für alle übrigen Angestelltengruppen eine Verbesserung der Gehalts- und Arbeits- bedingungen nur möglich fei. wenn die Notwendigkeit der Zu- gehörigkett zur-freien Gewerkschaft von der Gcsanuheit der An- gestellten anerkannt wird. Verdientes Lob. Die Deutsche Vergwerkszeitung lobt«Stegenvald. Die„Deutsche Bergwerks-Zeiwng", dos Organ der Zechen- besttzer des Ruhrgebiets, feiert das 2Sjährige Amtsjubiläum Steger- walds in folgenden, begeisterten Sätzen: „Stegerwald stellt zweifellos einen der angenehmeren Typen im gewerkfchastlichen Leben dar. Wenn er redet oder schreibt, so weiß man, daß das, was dort geredet oder gesprochen wurde. ehrlich gemeint ist. Seine ganze Persönlichkeit bietet die genügende Garantie, daß er diese Dinge um ihrer selbst willen und oiw einem inneren Bedürfnis heraus sagt oder Ichreibt. Stegerwald ist weniger als Gewerkschastsführer als vielmehr als Politiker bervorgetreten, als der er sich auf den großen Tagungen der christlichen Gewerkschaften und auch sonstiger politischer Verbände vielfach betätigt hat. Seine Meinung in diesen Dingen kann man ungefähr dahin zusammenfassen, daß er bestrebt ist, seine früheren Zlrbeitskollegen aus der Enge ihrer Betrochrungsweise nach klassen- politischen Gesichtspunkten zur größeren Mitarbeit an den Auf- gaben des Staates herauszuführen und sie dazu durch Gewährung lebens- und menschenwürdiger Bedingungen auszurüsten.-. Seine politischen und staatsmännischen Fähigkeiten hatte er Ge- legenheit als preußischer Ministerpräsident einige Jahre hindurch zu beweisen, aber auch ihm gelang es nicht, sich hier durchzusetzen. Dazu ist er eben kein Sraalsmonn größeren Formats. Immer- hin kann man vor den Eigenschaften sowohl wie vor dem Streben dieses Arbeitersührers Achtung haben, zumal er wohltätig ab- sticht von anderen Mitgliedern derselben Bewegung, mit denen sich gerade die„Deutsche Bergwerks-Zeitung" in letzter Zeit wiederholt befassen mußte. Solche Erscheimingen, wie beispiels- weise der christlich-nationale Berga rbeitersührer I m b u s ch, lassen erst recht erkennen, um wieviel erfreulicher die gleichen Be- lange— mit mehr Besonnenheit, mit größerer nctionaler Ein- stellung, und politischer Reise— auch ohne demagogische Tenden- zen vertreten werden können." Zu diesem Hymnus des reaktionärsten Unternehmerblattes kann inaii wohl sage», daß er durchaus verdient ist. Kundgebung der Berufsfeuerwehrleute. Mißglückter Brandlegungsversuch der Kommunisten. Die Berliner Ortsgruppe des Verbandes Deutscher Berufsseuer- wehrmänner veranstaltete gestern vormittag im Böhmischen Brau- Haus eine Kundgebung, die sich mit der Eingruppierung in die neue Besoldungsoronung beschäftigte. Die Versammlung wies einen sehr guten Besuch auf. Der Vorsitzende der Ortsgruppe, Feierabend, zeigte in einem längeren Referat alle die Ungerechtigkeiten auf, die den Feuer- wehrleuten bei dieser Besoldungsregelung' widerfahren sind. Es ist zwar ein« materielle Besserstellung erfolgt, doch ist die B c w e r t u n g ihres Berufes gegenüber dem bisherigen Zustand eine schlechtere geworden. Die Anträge der Organisation sind vom Stadtparloment und dem Magistrat nicht berücksichtigt worden. Aber auch die Auf- besserung der Einkommen ist nicht in dem Maße erfolgt, wie es gc- fordert und notwendig war. So ist z. B. das Anfangseinkommen des Feuerwehrmannes von 21S M. auf 252 M. erhöht worden; nach 8 Iahren Dienst von 245 M. auf 303 M. Das Einkommen des Ober- feuerwehrmannes mit zwölfjähriger Dienstzeit beträgt jetzt 354 M. gegenüber bisher 305 M. und sein Endeinkommen 389 M. gegenüber bisher 322 M. Das Anfangseinkommen der Brandmeister ist von 387 M. auf 405 M., das Eudeinkommen von 413 M. auf 473 M. erhöht worden. Das Gehalt des Oberbrandmeisters betrug bisher nach zwölfjähriger Dienstzeit 425 M. und ist jetzt 490 M. Sein Endgehalt war bisher 459 M. und ist jetzt 525 M. Der B a u ra t hingegen bekam bisher im Anfang 459 M., nach acht Dienstjahre» 595 M. und als Endeinkommen S70 M. Er bekommt fetzt tm Anfemx 508 M., nach acht Jahren 781 M. und als Endeinkomineu 870 M. Allein schon diese Gegenüberstellung zeigt, daß man be, den unteren und oberen Beamten nicht mit dem gleichen Maße gemessen hat. Alles in allem zeigt diese Besoldungsregelung, daß man wohl in der Oeiientlichkeit die gefahrvolle und nur im Interesse der Gesamt- bcoölkerung liegende Tätigkeit der Feuerwehrleute lobend anerkannt, in den verantwortlichen Stellen aber nicht dafür neiorgt, daß der Feuerwehnnann entsprechend seiner oft lebensgefährlichen Arbeit entlohnt wird. In der ausgiebigen Diskussion versuchte u. o. auch der kominu- nistische Stadtverordneic Sommer seine Fraktion in ein gutes Licht bei den Feuerwehrleute» z» setzen, indem er ihr nachdrückliches Eintreten iür ihre Interessen schilderte und dabei gehörig die sozial- demokratische Stadtverordnetensraktion herunterriß, die mit den bürgerliche» Parteien zusammen gegen die Stimmen der Kommu- nisten dieser Besoldunasvorloge zugestimmt habe. Stadtverordneter B l a s ch e k und besonders Genosse II r i ch rissen ihm seine heuchle� rifche Maske vom Gesicht und stellten die von ihm aus den Kopf gestellten Talsache» wieder aus die Beine. Genosse Urich zeigte auf, wie wohl i-> der ersten Lesung der Besoldungsvorlage auch mit Hilfe d-> r K o m m u n i st e n alle Derbesjcrnngsanträge durchgesetzt werden konmen, die Kommunisten aber kniffen, als sie vor der zweiten Lesung von den Sozialdemokraten befragt wurden, ob sie nicht nur iür die verbesserte Vorlage stimmen, sondern auch für die Bewilligung der Mittel. Eben weil sich die Kommunisten dann in die Büsche schlugen, muhte sich die Sozialdemokratie an die bürgerliche Parteien halten und mit ihnen ein Kompromiß schließen, das natürlich bedeutend schlechter aussieht als die Besoldungsvorlage nach der ersten Lesung. Genosse Urich warnt« die Feuerwehrleute vor solchen Freunden, wie es die Kommunist«, lein wollen und versprach im Rainen der sozialder.wkratischcn Stadtverordneten- sraktion, daß diele noch wie vor nicht nur die B rutsinteresien der Feuerwehrleute, sondern die Interessen aller Werktätigen Nachdruck- lich vertrelen werde. Verschärstsf Konsiikt bei„Blauband". Mit Hilie der christiichei, Organisation hat der Stahlhelm den Versuch gemacht, die Zentrolerveditivn der Blaubondwerkc zu er- oben,. Zu diesem Zweck sind vier Mitglieder als Bortrupp auf Um- wegen in' den Betrieb geschickt worden, ossenbar mit Hilfe der Ge- schästsleitung und unter Umgehung des Arbeitsnachweises. Um zunächst keine Aufmerksamkeit zu erregen, haben diese Stah'l- h el m e r, die vorher schon Mitglieder des christlichen Verbandes waren, auch die Mitgliedschaft im Deut- scheu Berkehrsbund erworben, natürlich unter Verschweigung ihrer Herkunst. Sobald sie im Betriebe festsaßen, siecklen sie ihre Stohlhelmabzeichen heraus und traien recht provozierend auf, anscheinend mit der Absicht, einen Konflikt hervorzurufen. Das ist ihnen auch gelungen, zumal die Direktion der Blau- bandwerke diese aus Umwegen eingestellten Stahlhelmer noch unter- stützte. Augeüscheinlich Hai sich nunmehr die Direktion der Blau- bandwerke aus Gedeih und Verderb mit den Stahlhelmern und dem diese deckenden christlichen Verband verbunden. Anders kann mau die Haltung der Blaubandwerke nicht einschätzen, die alle Versuche der Organisation, deut Konflikt friedlich beizulegen, ablehnte. Der Verkehrsbund hat der Firma weitgehende Kon- Zessionen gemacht. Wie wir schon mitteilten, hotte er sich bereit erklärt, daß die fünf entlassenen Arbeiter nicht wieder ciiigestevt werden sollen, wenn die übrige Belegschaft zu ihre» alten Rechte» wieder in den Betrieb genommen wird. Auch gegen die Reu- nnihl des Betriebsrats halt» er aus rechtlichen Gründen nichts ein- zuwenden. In den nochmaligen Lerhandliingen am Mittwoch wurde dieser Lorschlag der Direknon abermals unterbreitet mit dem Hin- weis, daß ihn die Belegschaft annehmen würde, wen» sich die Firma zur Entlassung der vier Stahlhelmleute, die an, 12. Dezember ent lassen worden waren uich jetzt als Streitbrecher im Betriebe tätig sind, bereit erklären würden. Die Direktion wollte sich bis gestern vormittag 9 Uhr zu diesem Vorschlag des Verke'-'-sbundes äußern. Sie hat zwar die festgesetzte Zeit nicht pünktlich..megehalten, aber dennoch im Laufe des Tages den schristlichen Bescheid gegeben, daß sie zur Annahme des Vor- schloges des Verkehrsbundes bereit sei, wenn die Belegschaft aus die Entlassung der vier Stahlhelmer verzichten würde. Das hat die Belegschaft in einer Versammlung gestern einstimmig a b- gelehnt. Die Finna hat nunmehr offen ihre Sympathien für den Stahl- Helm bekannlgegeben und damit veranlaßt, daß jetzt der Streik von, Verkehrsbund mit allen ihm zu Gebote stehenden M i t t e l n u n t e r st ü tzck w i r d. Die Schuld an der Verschärfung dieses Konsliktes trifft keinen anderen als die Firma selbst, die die Konsequenzen ihrer Stahlhelmehe zu tragen haben wird. Acht&itg, SPD.- Zadrilarbcit»,! 8m Sanntag, 8. Znnnni, 10 Uh», Im Saal 5 des Geweeklchnltehauses, ffngclnfct 24—25, änhcril wichtige Versammlung aller SPD.>Aabrilarbeittr. Tageeordr.nng:.Mozign oder Ämslcrdom?� Rrfcrcnt Senoffr Ziotg. 2. Diotnllion. 3. All- SPD..?abrilgrb-!tcr sind oergslichtet, jn Verschiedenes. dieser«ersawmlnng ja jn § i | n ps sierende können eingesShrt werden. —...---.---,,-------- ft-l U, erscheinen� Partei- und Perbardsgnmvri» find mitznbrl�en�Syz�athi. � s •_ ri Freie Newrrlschnftojngcnd Sroß-Derlin. Heute, Sonnabend. ifiH Uhr, Süd- lreio-Zugendtursus im Jugendheim Porckstr. 11.„Jugendpsychologie." verantwortlich Für Politik: Dr. Surt Geyer; Wirtschaft: S. ttlingelhöser; Gewcrtsibosisbcwcgung: Z. Steinet: Feuilleton:#. H. Döscher: Lokales und Sonstiges: Frig ikarftädt: Anaeigen! Th Glocke, sämtlich in Berlin Verlag: vorwiirts.verlgg i£> m b H.. Berlin Druck: vorwgrls.Bucbdrnckeret und vcrlgpsgnftglt Paul Singrr u Co., Berlin SW 68. Lindenstrake 3. Hierzu 1 Beilage und.Unterhaltung und Wissen". am liwenhir'Ausverifcuf Ii ist nur einmal im Jahr und nur jetzt gelten diese unglaublich billigen Preise: Sacco-AnzUse 52.00 42.00 39.00 29.00 25.00 m. 1 900 Smokins-Anzüse 105.00 95.00 82.00 75.00 m. 6ß00 Lodenjoppen... 25.00 22.00 iaoo 13.00 m. II50 Winter- Ulster.. eaoo 58.00 43.00 39.00 m. 29®° Sport- Anzüse 45.00 39.00 35.00 29.00 m. 26oc Abend'Anzüge...82.00 75.00 ee.oo m. 58ö0 Hosen........ 15.00 12.50 8.50 6.50 m. 45C Wmier* Paletots es.«» 55.00 45.00 m. 29°° Ar. il* 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 7. Januar 4928 Sie Katastrophe in der Landsberger Allee. Bisher'IS Toie geborgen.— Aoch vier oder fünf unier den Trümmern.— Hilfs- maßnahmen für die Lteberlebenden. häufen sich schriftliche und telephonische Denochrichtigunoen der- jenigen, die Liebesgaben bereitgestellt haben und um Abholung der Bei strömendem Regen und heftigem Schneetreiben wurden m den gestrigen Nochmittagsstunden die Bergungsarbeiten an der Unglücksstätte Landsberger Mee 115/116 ununterbrochen fortgesetzt. Zur Unterstützung der Feuerwehr und Schupo hatte die Städtische Schlachthosocrwaltung noch fünfzig Arbeiter zur Ver- fügung gestellt. Cs wird damit gerechnet, datz die Aufräumungs- arbeiten im Laufe des heutigen Tages zu Ende geführt werden können. Gegen 4 Uhr wurden noch drei weiter« Leichen geborgen und in das Schauhaus gebracht. Wie wir bereits Küstern abend mitteilten, istdieZahldergeborgenenToten in der allgemeinen Verwirrung zuerst zu hoch angegeben worden. U eberlebende Hausbewohner identifizierten in mehreren Fällen Tote mit oller Bestimmtheit, später stellten dann aber Angehörige fest, daß es sich um ganz ander« Personen handelle. Aus diesem Grunde sind verschiedene Doppelmeldungen entstanden. Die Bergungsarbeiten. ?lm Nachmittag gegen 15 Uhr wurden auch die dicht beiein- «ndcriiegenden Körper des bisher noch als vermißt gemeldeten •fstähriqen Georg Com), seiner 4ljährigen Frau Gertrud und ihres 11jährigen Kindes Heinz aus den Schuttmassen geborgen. Die Toten hatten zum Teil furchtbare Verletzungen. Die Verunglückten müssen o!f der Stelle getötet sein. Obgleich die Ausräumungsarbeiten schon srhr weit fortgeschritten sind, ist immer noch«in etwa 8 Meter hoher Trümmerhaufen vorhanden, unter dem noch die lchle» fünf Vermißten liegen müssen. Mit den gestern geborgenen drei Toten beträgt die Zahl der ins �'chauhans übergeführten Opfer sechzehn. Ihre Namen sind amtlich nunmehr wie folgt ermitteil: 1. Wilhelm Scheithauer, 47 Zahrc alt. 2. Zrau Verla Scheilhaucr, ZZ Zahre alt. Z. Erna Scheithauer, 8 Zahre alt(im Krankenhaus gestorben). 4. Zrau Margarete Posch. 34?ohre alt. 5. Fräulein Emilie Paetsch. 48 Zahre alt. 6 Oswald Kühne, 51 Zahre all. 7. Frau Hedwig Kühne. 4S Zahre all. «. Güstau Host lllntcrmleter), 23 Zahre alt. f>. Georg Lotet), 42 Zahre all. 10. Gertrud Lotet), 41 Zahre alt. 11. hnn; Lotet). 12 Zahre alt. 12. Wolfgang Lorey, 4 Monate alt. 13. Bichard Zahn, 62 Zahre alt 14. Henry Schulz. Aller unbekannt 15.$rau Luise Pietsch. 67 Zahre alt. 16. Wolter Henne, 40 Zahre. Leider dürfte hiermit, wie schon oben mitgeteilt, d'e Zahl der bei der Kolastrophe ums Leben Gekommenen noch nicht erschöpft sein. Im LlnglückShauS. In den völlig zerstörlen Porlerreräumeo des mittleren Ge- b'udeteiles wurden die Auiräumungsarbetten gestern nachmittag z mljch beendet. Erst jetzt zeigte sich, mit welcher unerhörten Gewalt die Ezplosion erfolgt setn muß. Das Restaurant ist wie vom Erd- biden weggeblasen und in der angrenzenden Zigarrenhandlung hat d r Luftdruck ähnlich gehaust. Während ein Teil der Wohnungs- «>>richtu»gen bis zur Unkenntlichkeit zerstört worden ist ist ein c iderer Teil, darunter mehrere Spiegel, Glasgesäße usw. sonder- b-rerweise völlig unversehrt geblieben. Die geborgenen Möbel und Z eklcidungsstücke wurden in bereitstehende Wagen verfrachtet und dem Städtischen Speicher zugeführt. Hilfsmaßnahmen. Erfreulicherweise ist die hilfsbereitschott, die Not der von dem 1' iglück betrofjenen Bewohner des Hauses Laiidsberger Allee 115/16 zu lindern, überall sehr rege. Beim Bezirksamt Prenzlauer Berg Pakete bitten. Es sind auch viele Geldbeträge eingelaufen-, ferner haben eine ganze Anzahl Firmen erhebliche Stisiungeu zugesagt So hat eine Konfektionsfirnia 300 Anzüge, Hemden, Strümpfe, Unter- Hosen, Stiesel, hüte und Mäntel für sämtliche überlebende Bewohner zur Verfügung gestellt eine Filmgesellschaft hat einen namhaften Betrag übersandt. Inzwischen ist es auch gelungen, für 11 Familien Notwohnungen zu schaffen. Bürgermeister S ch o l tz ersuchte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Wohlfahrtsdepu- tation anläßlich einer Besichtigung des Obdachs Fröbelftraßc die erschienenen Mitglieder, zu einer Beratung über die hilfs- maßnah in en für dieOpfer desErpIosionsunglücks zusammenzutreten. Er gab der Deputation über die Katastrophe und über die Maßnahmen, die als Hilfe eingeleitet worden sind, Kenntnis und bat um Zustimmung zu dem Vorschlag«, als erste Hilfe bei den städtischen Körperschaften 25 000 ZN. zu beantragen und bat ferner um die Ermächtigung, hierüber hinaus nötigenfalls auch ohne Anhörung der Deputation weitere Mittel beantragen zu dürfen. Die Deputation stimmte ein st immig zu. Wie weiter vom Bezirksamt Prenz- lauer Berg mitgeteill wird, sind zahlreiche Geldspenden für die unglücklichen Bewohner des eingestürzten Hauses, die aus das Post- fchcckkonto 26 101 eingezahlt worden sind, irrtümlicherweise von der Post nicht angenommen wurden, weil die Bezeichnung der annehmenden Dienststelle ungenau angegeben wird. Die richtige Anschrift lautet: Postscheckkonto Nr. 26 104. Sparkasse 16, Donziger Straße 64, Sonderkonto 8000. Hilfe für die Kinder. Die Deutsche Volk-heime e. G. m. b. H. hat an das Wohl- fahrtsamt Prenzlauer Berg ein Schreiben gerichtet, in dem es sich bcrciterkkärt, zur Linderung der Not den Kindern der Hausbewohner des Ilnglückshauses in der Landsberger Allee Freiplätze in dem der Gesellschaft gehörenden heim Burgdabern bei Wittstock auf die Dauer von sechs Wochen anzubieten. Di« Gesellschaft hat sich bereit erklärt, auch das Fahrgeld für die hin- und Rückfahrt zu übernehmen, so daß keinerlei Unkosten entstehen. Das Wohl- fahrtsamt wird ferner ersucht, durch sein« Fürsorgerinnen feststellen zu lassen, welch« Kinder für dies« Berschickung in Betracht kommen. hierbei geht die Gesellschaft auch von der Voraussetzung aus, daß den Ichulpslichiigen Kindern von der Schulbehörde mit Rücksicht aus die schwere Nervcnerjchütterung, die die Kinder erlitten haben, zur Abwendung späterer Nachteile die erforderliche Befreiung vom Unterricht nicht versagt wird. Sofern die vorbereitenden Maß- nahmen, insbesondere die übliche Untersuchung durch den Stadt- ar.-t sich so schnell durchführen ließen, würde unter Umständen ein erster Transport schon Somtabend um 13 Uhr 55 Minuten vorn Sieitiner Bahnhof abgehen können. Beileid der preußischen Gtaatsregierung. Der p r e u tz es ch e Rt i» i st e r p r ä j i d e n t Dr. Braun hat an Oberbürgermeister Bäh folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Erschüttert durch die Größe dos Unglücks, das die furchtbare Ex- plosion in der Landsberger Allee angerichtet hat, bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der Opfer und den Verletzten dos t i e f e m p f u n- dene Mitgefühl der preußischen Staatsregierung auszusprechen. Zur Linderung der Not der Betroffenen habe ich dem Wohlsahrtskonto der Stadthauptkasse einen Betrog von sünshu ndert'Reichsmark überwiesen." »* Ein Seitenstück zu dem eutselzlichen Unglück in der Landsberger Allee bildet gewissermaßen ei» anderes Unglück, das erst vor wenigen Tagen Moskau heimgesucht hat. In einem van Ar- beitern bewohnten Hause war um 2 Uhr nachts aus unbekannter Ursache Feuer ausgebrochen. Die Bewohner erwachten, als die Treppe bereits in hellen Flammen stand. Da es keinen anderen Ausweg gab, begannen die schwer gefährdeten Hausbewohner, durch die Fenster in den Hof zu springen. Trotz der energischen Lösch- arbeiten der Feuerwehr stürzte gegen 3 Uhr dos Dach des Hauses zusammen. Am nächsten Morgen wurden neun Leichen geborgen._ Im Bemf gestorben. Tragischer Tod eines Arztes. Einen tragischen Tod fand gestern der praktische Arzt Dr. M. x Cohn aus der Neanderstraße 18. Wegen einer Kohlenoxiio- ga s- Vergiftung hatte man ihn nach dem Hause Dresdener Straße 39 geriiien, wo er die 34 Jahre alte Frau Anna Z w i ck o in ihrer Wohnung besinnungslos auffand. Währeich er sich mtt der Verunglückten beschäftigte, brach er selbst plötzlich zusammen. Man holte«inen zweiten Arzt, der die Frau nach der nächsten Rettungsstelle transportiere» ließ, bei seinem Kollegen aber nur noch den Tod infolge herz- schlage-— vielleiäst auch nach Einwirkung der Kohlenoryd- gase— feststellen konnte. Seine Leiche wurde dem Schauliaiisc über- geben. Ebenso tragisch wie der Tod des Arztes ist die Gasver- giftung der Frau Zwicko. Di« Kohlenoxydgas« dürsten sich noch den bisherigen Untersuchungen in einem Ofen der darunter- liegenden Wohnung entwickelt haben und dann in das Zimmer der Frau Zwicko, das überhaupt nicht geheizt war, ein- gedrungen sein. Der doppelte Leichenfund aufgeklärt. Die beiden Toten, die zusammengebunden am Bundes- r a t s u f e r aus der Spree gelandet wurden, sind bereits festgestellt. Es sind eine 25 Jahre alte Ehauffeursrau Else El st ermann, geb. Gielberg aus der Keibelftraße 41, die in einer Zigarettenfabrik arbeitete und ihre 17 Jahre alte Schwester Erika Gielberg, eine Schneiderin, die bei ihren Eltern in der Wolliner Straß« wohnte. Frau Elstermann hotte am 12. November v. Äs. ihre Schwester aus der elterlichen Wohnung ob. Erna sollte in der Lothringer Straße ein Abzahlungsgeschäft aufsuchen, um eine fällige Rate zu zahlen. Seit diesem Ausgang haben die Angehörigen von beiden nichts mehr vernommen. Nachforschungen nach den Ber- mißten blieben erfolglos. Frau Elstermann war eine leiden- schaftliche Tänzerin. Die Angehörigen vermuteten, daß sie auch on jenem Abend wieder einen Tanzboden ausgesucht und ihr« Schwester, ein sehr ordentliches und häusliches Mädchen, dorthin mitgenommen hat. Wahrscheinlich haben sie aus dem Tanzboden dos Geld, das gezahtt werden sollte, verausgabt und sich dann nicht wieder nach Hause getraut. UeberfaK auf einen Kassenboten. Ein räuberischer Uebersall wurde gestern mittag wieder aus einen Kassenboten verübt. Der 17 Jahre alte Paul F e ch n e r, der am hcckmannuser wohnt, und bei einer Firma in der K ö p e- nicker Strohe 114 angestellt ist, erhielt den Auftrag, aus der nur drei Häuser entfernt gelegenen Zweigstelle der Darmstädter Bant 5300 M. abzuheben. Er kam diesem Austroge auch noch und trug dos Geld in einer Allentasche bei sich. Wöhrend er den ha»?- fiur des Grundstückes Nr. 1)4 betrot, überholte ihn ein junger Mann und stieg einige Treppenstufen vor ihm empor. Fechner wollte einige Stufen, die zu seinem Bureau führen, emporsteigen, als sich der Fremde plötzlich umwandte, dem Ahnungslosen Pfeffer ins Gesicht warf, ihm einen F a u st s ch l o g versetzt« und zugleick, vexsuchte, ihm die Aktentasche mit dem Oelde wegzureißen. Der Bote hielt sie aber fest und setzte sich kräftig zur Wehr. Da der Räuber offenbar fürchtete, daß andere Leute hin,zukommen könnten, ließ er von seinem Plane ob und rannte zum Hause hinaus. Es gelang ihm, in dem starken Verkehr der Köpenicker Straße zu entkommen. Revision im Heydebrand-Prozcß. Der Erste Staatsanwalt in Breslau hat die im hendcbrond- Prozeß eingelegte Revision nunmehr begründet. Danach richtet sich die Revision weniger gegen das Urteil selbst, als vielmehr gegen rein formale Fehler, die in der Prozeßsührung unterloujen sein sollen. Die Berliner Fahnensabrik Fischer u. Eo„ die bekanntlich all« republikanischen Organisationen mit Flaggen- Material versorgt, hat ihre Geschäftsräume bedeutend erweitert und zeigt im Hause Wollstraße 84(Ecke An der Roßsiraße) eine Zu- sammcnstellung der in der Verfassung festgelegten Reichsflaggen. L3j 3eiiieiit. Dvoman von Fjodor Gladkoro. Motja lief durch den Gang hindurch, in den dichtesten Menschenhaufen hinein. Schrie auf, wie ein zänkisches Weib und drehte sich auf einem Fleck erbost und aufgeregt herum. „Das ist nicht wahr, nicht wahr... nicht wahr!... Wenn Sawtschuk mich geprügelt hat, so habe ich ihn auch p �prügelt....(Gelächter.) Ihr seid alle Sawtschuks Sohlen ri-cht wert.... Uns müßte man durchprügeln, uns Schwätze- rinnen, alle, ohne Ausnahme.... Wir haben alle wie p-rfluchte blöde Bruthennen unsere Küchlein verloren und unsere Nester zerstört. Wir sind alle liederliche Frauenzimmer x.'wordcn.... Alle sind wir Sawtschuks Sohlen nicht wert!" Die Menschen waren plötzlich still geworden, verleben. erschrocken. Betäubt von Motjas Geschrei glotzten die Wetber und Männer sie mit großen Augen an, die immer größer und L roßer zu werden schienen..» „Und wo sind denn Sawtschuks Sohlen, Motja... er eeht doch barfuß herum." Und Molja kreischte erbost und stampfte auf ein und demselben Fleck herum. „Wagt es nicht, Sawtschuk, er. Sawtschuk, er ist der beste von euch allen.... Laß dich nicht, Sawtschuk... er hat vor nieinand Angst, Sawtschuk, er ist der Beste, der Stärkste ... Sawtschuk." Polja zitterte und krümmte sich wie im Schüttelfrost. Sie saß neben Sergeij und wandte ihre Augen nicht vom Tisch weg Wie verzaubert sah sie das hagere Kommisstons- initglied an und lächelte nur mtt dem Mund, das ganze Gesicht war wie bei einer Kranken, voller dunkler Flecke. Und Sergeij war von einer dumpfen Freude erregt. Ist es denn nicht ganz gleich— ob die Freude in ihm wogte oder aus dem Innern dieser von Licht überfluteten Masse kam und ihn erfüllte? Sie sang und lachte kindlich, in jeder Stelle seines Körpers, und olles— diese schwitzenden Menschen. dieses lachende Flüstern rückwärts, dieser Kronleuchter mit dem Biiscbel von fsuriqen Trauben— alles war ungewöhn- lich, neu, voll tiefen Sinns, voller Bedeutung. Alles ist bis zur Primitivität einfach, entblößt. Und das Lachen und das Müsterv und die Neugierde und diese» seltsame Gericht am Tisch, das einem Fangspiel gleicht— alles ist menschlich ein- fach, besteht nur aus einer Reihe von unkomplizierten Be- wegungen. Rur einzelner Töne sind herauszuhören und einzelne Gesten zu sehen. Oder nur eine Welle des Seufzens ist gemeinsam und alles ist so klar und unterhaltend. Das sind— zerrissene Augenblicke, auch sie sind voll lebendigen, animalischen Spieles. Und warum ist dieses Spiel in setner ganzen Verkettung der Augenblicke ein so großer und kompli- zierter Prozeß. Und ist dieser komplizierte Prozeß— das mächtige, menschliche Schicksal? Und ist dies Schicksal— eine Tragödie? Der Vater denkt anders. Vielleicht verschlingt jeder einzelne Augenblick die ganze Geschichte? Vielleicht ist das Wichtigste nicht die Zeit— sondern der Augenblick'. nicht die Menschheit— sondern der Mensch? Warum erscheinen Poljas Ohren ihm plötzlich über- flüssig? Sie blühen wie Blumen. Wenn sie atmet, blähen sich ihre Nasenflügel auf und werden am Rande ganz blaß. Ihr Blut pulsiert in roten Tropfen, die die Adern füllen. Und in ihnen— ist Schmerz und Qual. Und in diesen Bliitstropsen ist der ganze Sinn, die ganze Lösung des menschlichen Lebens, seine ganze Freude und Einfachheit. „Genosse Sergeij Jwagin!" Er steht auf. Ein Schritt, zwei, drei---- Er blieb stehen. So einfach und bis zur Absurdität ziel- und zwecklos.... Er sprach ganz leicht und selbstverständlich. Er hörte seine eigene Stimme und sah die krumme Nase, die hart wie ein Schnabel war, vor sich. Keine häul, sondern Lehm, mit Wasiertropfen untermischt. „Ist das Ihr Bruder, der Hauptmann, der unlängst erschossen wurde? hoben Sie ihn vor seiner Erschießung oft gesehen?" .„Zweimal: einmal am Bette meiner sterbenden Mutter, das zweitemal. als wir. Genosse Tschumalow und ich, ihn gefangen nahmen, während er Signale gab." „Warum haben Sie nach Ihrem ersten Wiedersehen sich nicht bemüht, ihn zu verhaften?" „Augenscheinlich war kein Grund vorhanden." „Warum haben Sie 1918 nicht die Stadt zusammen mit der. Roten Armee verlassen und sind bei den Weißen ge» blieben? Waren Sie so sicher, nicht erschosien zu werden?" „Nein. Was für eine Sicherhett konnte es da geben? Ich habe in der Flucht nicht viel Sinn gesehen. Und hier konnte»nan arbeiten." „So. Sie waren doch dmnats kein Kommunist? Nun. dann ist es verständlich." „Was ist verständlich? Was heißt das, Ihr„verständ- lich"?" „Genosse, ich bin nicht verpflichtet, Antwort zu geben. Wir veranstalten hier keine Diskussion. Sie sind— frei." Sergeij setzte sich nicht auf seinen Platz, sondern ging zwischen die Reihen der Arbeiter in den Saal hinein, nach rückwärts, und mit ihm und neben ihm und ihm entgegen flingen noch einige Sergeijs, die ihn aufmerksam mit dun- tigen, hervorquellenden Augen aus verschwollenen, roten Lidern heraus ansahen. Und es war ihm. als ob er nicht auf dem Boden ginge, sondern auf einem wankenden, schma- len Brett,— immer hinunter, hinunter.... Und er konnte nicht Herr seiner Beine werden. Und als ob nicht seine Beine sich bewegten, sondern unter ihm das wankende Brett davon- kroch. Und seine Beine konnten nicht rasch genug auf diesem wogenden Bande gehen. Hunderte, unzählige Gesichter, zottige Köpfe schwammen im Rauch und feurigen Nebel ihm entgegen, drängten sich von allen Seiten mit dumpfem, er- stickendem Getöse um ihn. Und plötzlich verschwand alles wie eine Vision. Erlosch und zerfloß in der weit offenen Türe. Dort bäumte sich eine Marmortreppe mit massivem, geschnitztem Geländer steil in die Höhe, und mit zwei Eichenobelisken brannten matt mit ihren perlmutternen Laternen. Hier im Gange war es leer, und eine singende Stille seufzte tief. Und nur irgendwo, in der Ferne, durch die geschlossenen Türen, hörte man junge Stimmen. Jungkommunisten. ... Die Kommission für Parteireinigung. Der hagere Mann, blind in seinen Bewegungen, in seinem Gesicht, un- durchdringlich in seinen Gedanken, ohne Lächeln und Schmerz (er hat, wie es scheint, nicht einmal Runzeln in seinem Gesicht). In seiner Hand war Gromada, waren Sawtschuk und Polja, und Gljeb und Dascha werden in seiner Hand sein— alle.... Sie sahen ihn mtt unterdrückter Angst an. Alle haden sie diese schreckliche Trauer im Herzen, und auch in seinem Herzen frißt sie sich fest wie ein Wurm. Können denn jemals Fragen die Seele des Menschen entblößen? Und gibt es denn Antworten, die übeijzeugend und wahr sind? Es gibt keine wahren Fragen und es gibt keine wahren Antworten Wahr ist das, was durch Fragen nicht zu erfassen ist und die Antworten in einer anderen Ebene durchkreuzt. Wie Kindcrklappern tönten die Stimmen hinter der Tür. Wie Kinderklappern tönten die Zellen im Hirn. (Fortsetzung folgt) Oer Vannvruch. »Menschlich verstandlich, aber...* Oer etwa 2Z jährige Buchhändler U. stand iin Jahre 1925 vor Sloatsqerichtshof. Es handelte sich um einen der üblichen kommunistischen Hochoerratsprozesio. U. erhielt ein Jahr Äesängni»- Als Ausländer er ist in Odessa geboren, sein Bater war früher Oesterrcicher und ist jetzt Tschechoslowake— mußt« er laut Gesetz, des Landes oerwiesen werben. Der Rest der Strafe wurde ihm durch die Amnestie erlassen: die Nebenstrafe, die Landesverweisung blieb, ll. verbrachte zwei Jahre in Paris; seine Eltern lebten in Berlin. Di« Mußoorschrift der Landesverweisung wurde unterdes in ein« Lannoorschrift oerwandelt. U. wurde der Aufenthalt in Paris zu lange. Er stellte bei der deutschen Botschaft in Paris den Antrag auf eine Einreiseerlaubnis nach Deutschland. Seine Eltern stellten«inen gleichen Antrag beim Berliner Polizei- Präsidium. Sie erhielten den Bescheid, daß das Ergebnis der Er- Mittlungen an die deutsche Botschaft nach Paris gegangen sei, die allein dse Einreiseerlaubnis bewilligen könne U. hatte aber den Bescheid nicht abgewartet, sondern war unterdes mit der Einreise- bewilligung der deutschen Botschaft nach Berlin gekommen. Daß er aus Deutschland ausgewiesen war, hatte er in Pari» verschwiegen. U., der bei den Eltern Wohnung nahm, meldete sich ordnungsgemäß an und wurde zwei Wochen später von der Polizei verhaftet. Nach zwölf Tagen entließ man ihn dank der Ber- mittlung seiner Anwälte Dr. Rosenfeld uuid Dr. Riegner gegen ein» Kautionsleistung au» der �aft. Auch sein vorläufige» Bleiben in Deutschland wurde erwirkt— bis Über das erneute Gnadengesuch entschieden würde. Die Polizei erließ aber gegen U. einen Strofbefehl: ein Monat Gefängnis wegen Bannbruch. Gegen diesen Strofbefehl hatte U. Einspruch er- hoben. So kam die Sache oor das Schöffengericht. Das Gericht war zwar der Ansicht, daß U.'s illegale Rückkehr nach Deutschland menschlich verständlich sei: Bannbruch bleibe»s trotzdem. Die Autorität des Staates müsse respektiert und gewahrt werden. Des- Host» müsse es auch bei einem Monat Gefängnis bleiben. U. wird Berufung einlegen. Vielleicht ist bis dahin auch fein Gnadengesuch in blähendem Sinne erledigt. Musik wird oft nicht schön empfunden... Nicht nur die Lieb» und der Suff gehören zusammen, noch in viel stärkerem Maße vielleicht gehören die edle Musica und der Suff zusammen. Da stellte eine« Tages ein e h r s a m e r B i e r w i r t fest, daß der Umsatz in seinem Saftladen von Monat zu Monat herunterging. Do» 4800 auf 4300 Mark. Um die drohende Pleite abzuwenden, engagierte er ein erstktasssges Salonorchester von vier Manu, und zwar gleich fest bis Ende des Jahre». Das war im August. Im November, nachdem die Kapelle also vier Monate gecyrbeitet hatte, war der Utusotz auf 3200 Mark zurückgegangen. Jetzt wurde die Kapell« fristlos entlassen, denn in dem Bertrag zwischen dem Gast- wirt und dem Kapellmeister war ausdrücklich vorgesehen, daß das Engagement sofort fristlos aufgehoben werden konnte, wenn etwa der Umsatz weiter zurückging. Obwohl sich die Musiker mit dieser sonderbar anmutenden Bedingung einverstanden erklärt hatten, liefen si« doch aufs Arbeltsgericht, wo sie gegen die fristlos« Entlassung Einspruch erhoben. Der Gastwirt behauptete vor Ge- richt. die Kapelle sei so schlecht gewesen, daß die Gäste dos Lokal verlassen hätten. Dadurch sei der Umjotz lo rapid«.zurückgegangen. Der Kapellmeister hingegen behauptete, daß seine Musik so gut war, daß die Gäste oft sechs Stunden bei einem Glas Bier sitzen blieben. Darum seien nie freie Tische sür die anderen Gäste übrig gewesen. Als Sachverständiger in diesem Kunststrelt fungiert« der Kellner, der als Zeug» geladen war. Don ihm gilt der Spruch: „Musik wird oft nicht schön empfunden, weil sie m» l st m i t G e r ä u.s.ch o e r b u n d e n." Er behauptete, der Um« satz sei deshalb so zurückgegangen, weil er nie hören konnte, wann die Gäste ein neu«; Glas Bier bestellten, da die Kapelle zu viel Geräusch machte. Die troctenen Arböltsrichtcr hatten kür diese Macht der Töne wenig Verständnis. Der Borsitzende bezeichnete die Der- tragsklousel, auf Grund derer die Kapelle entlassen worden war, als„mulmig" und gegen die guten Sitten verstoßend. Die fristlose Entlassung wurde als unbegründei dezekbnet und der beklagt« Gast- wirt verurteilt, die Kapelle noch bis Lertrogeend« weiterzubefchäfti» gen oder aber wenigstens an die Musiker die vcreinborte Gage bis zu diesem Tag« zu zahlen. Der erste weibliche Richter in Moabit. Während weiblich» Schössen und Geschworene schon seit langem lehr häusig in Moabit bei den Strafgerichten mitwirken, hat mit dem Jahresbeginn der erste weibliche Richter seinen Einzug ge- halten. Die Gerlchtsassessorin Fräulein Kueß ist seit dem 2. Ja- nuar als Mitglied der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts I tätig. Bei den Berliner Zivilgerichten hoben schon seit langem Ge- richtsossessorinnen nach Ablegung der zweiten Prüfung richterlich« Befugnisse auegeübt. Der„republikanische Unpolitische". Das Schöffengericht Neukölln verurteilte den öZjährigen Kauf- mann Emil Habelmann wegen Beschimpfung der Reichsforben zu einer Geldstrafe von 80 Mark unter Zu- billigung mildernder Umstände. Der Angeklagte war in der Nacht zum 28. September zwangsgestellt worden, da er nach der Polizeistunde noch in einem Lokal angetroffen wurde. In stark angetrunkenem Zustande ließ sich der„R e p u- b l i k a n e r. als den er ssch in einer Eingabe an das Gericht ausgab, auf der Polizeiwache in Lobreden auf Hindenburg und die schwarzweihrote Fahne au» und machte die Reichsfarben verächtlich. „Meine Fahne ist schwarzweißrot, wir werden euch oll» noch machen: denn die andere Fahne ist Schwarz- Habelmonn will in willenlosem Zustande gehandelt Wasserwhrbruch in Charlottenburg Mehrere Stadtteile ohne Wasser.— Sttaßenbahnverkehr unierbrochen. lot-Ech Gestern abend kurz vor 19 Uhr ereignet« sich an der Ecke Friedrich. Karl-Platz und Spandau«? Straße In Eharlottenburg ein Wasserrohrbrnch von noch nicht dagewesenem Ausmaß, der eine mehrstündige Unker- brechnng der wasserzusuhr der an da» Rohrnetz angeschlossenen Stadtteile zur Folge hotte, während Eharlottenburg völlig ohne Wasser war. fehlen die Zufuhren im Norden. Nordwesten. Westen. Südwesten und in den Innenstadt nach etwa drei Stunden wieder ein. Folgendes wird hierzu mitgeteilt: In der Mitte de» Fohrdammes wurde plögtich die Asphaltdecke In einer Länge von etwa 50 Meter ausgerlfseo. Im selben Augenblick stürzte«ine riesige Wasserfontäo« an di« Oberfläch«. Da die Gully» die ungeheuren Wassermengen nicht aufzunehmen vermochten, wurde die ganz« Spandauer Straße und ein großer Teil de» F r i e d r i ch-K a r l- Platzes in kurzer Zeit völlig überslutet. Die Schutz- polizei nahm sofort die notwendigen Absperrungen vor und leitet» den gesamten Verkehr um. DadieGleisederStraßen- bahn unterspült waren, wurde der Verkehr bi» gegen 22 Uhr von und nach Spandau lahmgelegt. Erst nach den beendeten Ausräumungsarbeiten durch die zur Hilse gerufene Feuerwehr konnte der Straßenbahnoerkehr ein- g l e! s i g wieder ausgenommen werden. Für den Auto- und Fuhr- werksverkehr blieb die Straße gesperrt. Durch Cinschatten der Sicher- hoitsschieber konnte ein weiteres Ausströmen der Wasseomassen oerhindert»erbeiv Mittlerweil« war auf den Alarm eine Arbeit?- kolonne der Städtischen Wasserwerke an der Unfall- stell« erschienen. Es dauerte fast eine Stunde, bis die Arbeiten an der Bruchstelle in Angriff genommen werden konnten, da sich die angesammelten Wassermengcn schwer verliefen und zum Teil ausgeschöpft werden mußten. Wie festgestellt wurde, war das Haupt- Wasserrohr, dos vom Wasserwerk Tegel nach den Pumpwerken in Lichtenberg und der Wuhlheide führt, an mehreren Stellen gerissen. Der Schoden läßt darauf schließen, daß es mehrere Tage Arbeil erfordern wird, bis der Schaden wieder behoben ist. Durch UmschaÜungen gelang es, gegen 21 Uhr die Wasserkalamität für sämtliche Stadtteile außer Eharlottenburg zu beheben. Die Ursache de» folgenschweren Rohrbruches ist noch ung«. klärt, möglicherweise aber auf die starten Temperatur- Wechsel Im vergangenen Monat zurückzuführen. An der Unsallstelle ist eine große Arbeitskolonne die ganze Nacht hindurch mit den zur Auswechselung der schadhaften Rohre notwendigen Schachtarbelten, die am heutigen Tage fortgesetzt werden, beschäftigt. Ob e» gelingen wird, Eharlottenburg Im Lauf« des Tages wieder mit Wasser zu versorgen, ist noch sehr fraglich. haben, wenn die Worte überhaupt gefallend seien, die zu äußern er als„Unpolitischer"— so nannte er ssch vor Gerick>t— keinen Anlaß hätte. Die Staatsanwalischaft und da» Gericht dilligten dem Angeklagten wegen seiner bisherigen Unbescholtenheit und damaligen Trunkenheit mildernd« Umstände zu. Mit 80 Mark G e l d st r a f« blieb da» Gericht unter der beanttagten von 100 Mark. Schmeling bleibt Europameister. Vonaglia in Ä0 Sekunden k. o. Der Boxsport hatte gestern abend seine Sensation: Im Sport» palast schlug Europameister Sch m ell n g seinen Herousforderer. den itolienijchen Meister Bonaglia in 30 Sekunden k. 0. Ein haarscharfer Kinnhaken durch Schmelings schwere Recht« bracht» dem eben begonnenen Meisterschastskampf«in schnelles End«. Der Sieger wurde im Triumph hinausgetragen. In der Endcmsfcheidung um dl« M I t t« l g e wi cht« m« i st» r> schaft zwang Hers« Alex Kiausch in der vierten Stunde zur Aufgab«. � lieber sieben Dächer hinweg gingen Einbrecher, die sich endlich vom Dache des Haufe» Kottbuffer Ufer 30 an einer Strickleiter in den 2. Stock hinabließen, durch»in Fenster eindrangen und in einem Konfektionsgeschäft für 40000 Mark Seide oller Art und Farben stahlen. Für die Ergreifung der Täter und Mederbeschafsung des gestohlenen Gutes hat die Firma«ine Be- lohnung von 10 Proz. des Wertes ausgesetzt. Mittellungen an die Dienststelle B. 5 an Polizeipräsidium. 3ra ersten Januarheft der„Arbeiterwohlfechrt" betrachtet die Dorsstzende des Hauptausschusses für Arbetterwohlfahrt. Genossin Am Abend brachte Bruno Seidler. Winkler mit dem Funkorchester nordische Mussk. Besonders Griegsche Kompositionen wußte er mit starker Einsührung in ihre Stimmungswelt zu gestalten. Als trefflicher Sollst erwles sich R u d o l f Schmidt in Griegs Klavierkonzert A-TOoll.— Dr. Fritz Gerathewohl behandelte ein Thcnia, das weitgehend« Beachtung verdient, In seinem Dortrag „Richtiges Sprechen— wirksame Rede". Auf loutreine» Sprechen wird heute bei uns noch viel zu geringer Wert gelegt� Wichtiger noch als der Gesangsunterricht sollte an Schulen ein«sprechunter- richt sein, der den Kindern die von jedem normalen Menschen erleru- bare Fähigkeit mitgibt, gut und mühelos zu sprechen. Damit würde erst die bewußte Freude an der Schönheit der beut- schen Sprache geweckt werden. Auf dies« Notwendigkeit wies der Bortragende leider nicht hin. Dagegen wandte er sich an die erwachsenen Hörer und bemühte ssch in einem anregenden Dartrag über den Wert und die Bedeutung des richtigen Sprechen» ihr Jnter- esse nach einer Bervolltammnung der Eprechtechnik wachzurufen. Sehr zu wünschen ist, daß sich aus dies-m Bortrag ein Zyklus ent- wickelte, der den Funkhörern— ober auch allen künftigen Funk- rednern— die elementarsten Grundlagen dieser Technik vermittelte. Ueber Englands größtes Prlvatunternehmen, Port Sunlight, das in der gesamten Jndustriewirtschast Englands durch seine Monopolstellung einen Sonderplatz einnimmt, berichtete ausführlich Staatssekretär Pros. Dr. Julius Hirjch. Tes. Mari« Juchaez, unter dem Titel ,Lu«n neuen Arbeitsjahr" die ver- gangenen und zukünftigen Ausgoven der Ardeiterwohlsahrt. Ge- nossm Toni Pfuls, di- im Rechisausjchuß de, Reichstages an der Reform des Ehescheidungsrechte» mitarbeitet, behandelt die für die Praxis der Fürsorge und namentlich der Jugendfürsorge so wichtige Frag« der„Reform des Eh-rechts". In dem Aufsatz wird da» gegenwärtige Recht ausführlich behandelt. Di« Umschau ist diesmal besonders reichhaltig. Genosse Roßmann behandelt ,chie 5. No- velle zum Reichsverjcrgungsgesetz". Genosse Stadirat Fried! ander die„Besoldungsreform und di« unehelichen Kinder", Genosse Mini- sterialrat Maier-Dresden ,chie besser« sozialhygienifche Ausbildung der Mediziner" auf Grund eines Antrage» des Wgemeinen Deutschen Gewerkschastsbundes an die Fraktionen des Reichstags und die Verhandlungen lm Reichstag wegen der„einmaligen Winter- beihllfe für Sozialrentner. Kleinrentner und Krisenunterstutzte dar- gestellt. In der Rubrik„Aus der Arbeiterwohlfahrt" schiiden Genosse Schlosser ausführlich„unser B-rufserziehungsheim Ymmenhof. Die Landkarte gibt ein Bild der Lage des Jmmenhofes. die Grund- risse der einzelnen Stockwerke und Bilder ermöglichen dem Lef« sich «in genaues Bild vom Heim zu machen. Die Nummer enthält weiter wichtige Mitteilungen für die Ausschüsse für Arbeiterwohl- fahrt und eine Bücherschau. Der BerNacr Volkschor(Dirigent Dr. Zander), Berlin- größter und ältester gemischter Arbeiterchor, nimmt jetzt wieder neue singende und zuhörende Mitglieder auf Der Monatsbeitrag beträgt 1,10 M. einschl. Arbeitcrsängerzeitung Im Januar beginnen die Proben zu Fausts Verdammung von B e r l I o z, di« der gesamte Ber- ttner Gau-Chor unter Leitung von. Dr. Zander für das erste Ar- beiter-Sängersest in Ha»mooer(16,-— 18. Juni d. I.) vorbereitet. Notenkenntnisse sind zur Aufnahme als'singendes Mitglied nicht er- forderlich, doch müssen solch« Mitglieder an den jährlichen unentgeltlichen Notenkursen teilnehmen. Die Aufnahme ersolgt in den Ehor- proben, die jeden Freitag abends 20 bis 22 Uhr in der Aula Koppen- strahe 76(beim Schl-sijchen Bahnhof) stattsinden. Die»- c, p e 1 1 Bereinigung des Chors(Montags 20—22 Uhr) nimmt nur Vom-Blatt-Sänger und-Sängerinnen mit guten Stimmen auf. Geübt werden zurzeit internationale Volkslieder. Der Klnderchor des Volkschors unter Leitung von Walter Hönel Ist soeben von einer Konzertreise in» Riesengebirge zurückgekehrt, auf der er in sechs Konzerten gesungen hat: er übt jeden Donnerstag von llH—WH Uhr in der Aula Andreasstr. 1« und nimm« Knaben und Mädchen von 6 bis 14 Jahren mit guten Stimmen auf. Wochen- beitrag 10 Pf. Eine Fürsorge- und Auskunflsflelle für Schwerhörig« unterhSIt der Reichsschutzverband der Schwerhörigen(Ortsgruppe Berlin E. B. gegr. 1912) in Berlin-Neukölln. I o n a s st r a ß e 3 2. Hof parterre. Schwerhörigen Personen jeden Alters, Standes und Geschlechts wird dortselbst in allen vorkommenden Fällen des täglichen Lebens Hilfe in Rat und Tat k o st e n l o s erteilt. Der Leiter der Geschäftsstelle, Gustav Vogt, ist dort an jedem Dienstag. Donnerstag und Freitag von 11 bis 16 Uhr persönlich anwesend: an anderen Tagen und Stunden, wenn nötig auch Sonntag vormittag», nach vorheriger rechtzeitiger Mitteilung. Auch schriftliche Anfragen werden bereit- willigst beantwortet, wenn Briefporto beiliegt. Frelreti-llss« Gemeinde. Gonnloa, vormiltagS ll Ubr, Plipdel-Allee 16, Bottrag des Herrn Dr. H. Hasse: GMchiechlSmoral und Tüefrechett. Harmonium: Aus.Die Perienjijcher'(Bizet). ffiäile willtommen. SJJD.-ini'gneiet der 186. verkoufsgelle Slroßburger Ztr. 2$ dtt Koniumarnossenichall TienSiag. 10. Arbruar, 19'', Uhr, bei Helle», Metz« Etratz«, Eck« Prenzlauer Allee, Versammlung. Wahl u|m. Retchswehrauio verunglückt. Sin Reichswehrsoldat getötet, drei andere verleht. Ew Personenkraftwagen der Nachrichtenabteilung 1 Königsberg fuhr In der Nacht im Kreise HelligenbeU gegen einen Baum. Das Auto wurde vollkommen zertrümmert. Ein Raichswehrsoldat war sofort t o t. ein anderer hat ein« schwer» Gehirnerschütterung erlitten, doch besteht zurzeit kein» Lebensgefahr. Zwei weiler« Insassen wurden weniger schwer verletzt. Wie da» Unglück entstanden ist, lieh sich bisher noch nicht feststellen, da die Verletzten noch nicht vernehmungsfähig sind. Oer Henker der französischen Republik. Er würde gerne seinen Abschied nehmen! Ein Mitarbeiter der Zeitung JBrumaire" hat den französischen 5)enker D e u b l« r in seinem stillen Häuschen am Ufer der Marne besucht, vi« Wände seine» Zimmers sind mit den Photo- graphien bekannter Untersuchungsrichter geschmückt. Einer von ihnen hat dem Henker eine Widmung geschrieben: Sie lautet:»Man kann Henker sein und trotzdem ein vorzüglicher und ehrlicher Mensch bleiben.� Deublcr selbst war sehr einsilbig: er habe nichts zu erzählen, meint« er. Um so gesprächiger war seine Frau. Als der Reporter an Deubler die Frage richtet«, was ex anfangen würde, wenn man die Todesstrafe abschaffte, antwortete statt Deubler, desien Frau: »Mit welcher Freude nShm Anotol seinen Abschied." Und dann setzte sie hinzu:„Mein Mann ist nur Henker geworden, weil er seinem Vater nochfolgen muhte. Es geschah gegen seinen Willen." Und dann weiter, sagt« sie: »Wir verdien«» viel weniger, als man annimmt. Mein Mann«r- hüll nur ll 200 Franken jährlich.(Das sind weniger als 2000 M.) Wenn er in die Provinz fäljiri, so erhält er 25 Franken tetwa 3 M.) Spesen pro Tag. E» ist sebrecklich, mein Herr. Wir müsien uns vor den Leuten verstecken. Müssen unseren Namen und unser Hand- werk verbergen. Wir leben in vollkommener Ungewißheit. Wir sind in stetem Zweifel darüber, was uns der nächste Tag bringen wird." Der Henker Deubler. schließt der Reporter, sah dabei und nickte zustimmend mit dem Kops. Uebrigens befindet sich die französische Regierung augenblicklich in einer äußerst schwierigen Lag«. Deubler ist zu alt, um noch lange dos Amt des Henkers auszuüben. Da er kinderlos ist, so fehlt auch die natürlich« Nachfolge für ihn. Sein Neffe jedoch, dem da,'Amt angetraaen wurde, hat sich«ine Bedenkzeit ousgebeten. Sie ist ihm auch gewährt worden. Er soll vorläufig seinem Onkel bei den Hinrichtringen assistieren, damit er sieht, ob er zu dem Henker,. amt taugt. Lebendig begraben! Die Geburt im Garge. heimlichen konnte, sucht« sie den Arzt auf. Er gab ihr eine Arznei. Do» Mädchen nahm die Arznei ein, fühlte sich bald darauf unwohl und starb. Schon nach ihrer Beerdigung entstanden Gerücht«, dre den Arzt eines Verbrechen, beschuldigten. Da» Gericht beschloh, die Leiche zu exhumieren. Als man den Sarg öffnete, bot sich«in schreck- llche, Schauspiel. Neben der Mutter log«ln totes neu- g« b o r« n e« K i n d. Bei � näherer Untersuchung ergab sich, daß das Mädchen im Zustande eines ieihargischen Schlage» beerdigt worden war, daß sie im Sarg« erwacht war und vor Schreck zu früh geboren hatte. Die Hände der Leiche zeiaten Spuren von fast über- menschlichen Bemühungen, den Deckel des Sarges emporzu- heben._ Ei» zwölfjähriger Mörder. Ln einem litauischen Dorfe wirrde am 28. Dezember ein« sieb- zigsährlge Frau ermordet aufgefunden. Als Mörder machte die Posizei nunmehr den z wö l f I ä h r l g e n Enkel der Ermordeten ausfindig. Der Jung» gab als Beweggrund an, daß seine Großmutter ihn wegen kleinerer Vergehen oft aeschlaqen habe und daß er sie deshalb nicht Hab« leiden können. Den Re- v o l v« r, den der Zwölffährig« zu der Tat benutzt«, hotte er einem Nachbarn gestohlen._ Ein Lustmord in Marburg? In der Näh» der Landesheilanstalt Warburg an der Lahn wurde di« Leiche ein«r Svsähriaen Frau gefunden. Es siegt allem Anschein nach«in Lustmord vor. Dem Täter ist man auf der Spur. vwtesdimge» fBz 6i«(e Rubrik stad Berti» SWS», Lludeustrah« Z. parieinachrichieniW�furGroß-Neflin stet» au 6a* Beztrt»,etrelort« 2- Hol.»£np. recht». ,v richte» Bchtaas. Eintrittelarten für Sie.Fraueuroclt-.Ver. anvaltung am Dicnstnfl, 10. Januar, 15"-, Uhr, in prake» Saal de» iehrervereiuahaul«» am Atezardcrplrj,. merden im Selrciariat noch stark anncsordrrt. Da unser Bestard au»verlauft ist,«rdltten wie sa- sartiz« Rückgabe der in den Abteilungen nicht oerlaoltea ttartcn. »anuae, 1* Uhr, In Schmidt» iianSrgtzung.«»rtrag!»Da» Nreiiangclegenheiten..,. FuaktiouSre de» greise» wirb erwartet. 7. lkrei» Eharlvttenburg nnd Spandau, glirlstisch» Sprechstunde heute. San». abend, 7. Zanuar, 17-18 Uhr, im Jugendheim Rosiuenstr. 4. heule. Sonuabend. 7. Januar. IM. Abt. lUipexick. 19% Uhr bei Stippe kohl' Schdnerlinder Str.», wichtig« Fiinlt'tinärsiftung Etevungnahme iwr Nkvwabt. 119. Abt. Lichteuderg. 10% Uhr bei?nrt>, frilber Mep« snichi wir irrtümlich angegeben'Schwarz), MLUtndorfstr. 4.8. Ecke Riitergutstraße, Funktlonilr. sisning.... -• Morgen, Sonntag. S. Januar. ».«dt. 10 88. Abt. a» beim Fonofscn Lui, dringend ersarderlich. ISS., 18». Abt. Panlow. Im ktina»Tivnli". Pankow, Berliner Str. 07, ffilm- vorfithrung:»Sie stttrderrrpi'blil Leekamp". 1. Barstellung für Rinder um 11 Uhr. Eintritt 20 Ps.?. Darstellung für Erwachsen, um 14% Uhr. Eintpitz 30. Pj. Wir böten um recht reg« Beteiligung. 140. Abt. Borstawalde. 9 Uhr im Lakai Wvilschach. Ernststr. 1, Vorstand», und Aunitipnijrsihnng. Erscheinen sämtlicher Zunllianäre ist Bssicht. » 8k. Abt. Di» Bezirksfllhrrr«erden gebeten,«i de» tzahlabenden am Mitt- woetl. u. Januar, 19% Uhr. bestimmt all« Mitglieder einzuladen. In allen Zahstldenden Vorträge. Fraucnveransta'.knngen. 83. Abt. Achtung, Scnpsftntwnl Der Frouenatend am 10. Januar fällt»u». Dafttr beteiligen stck> die Sinosstnnen an der»Frauenwelt--Veranstaltung am 10. Januar um 19% Ubr im grogcn Saal de» Lehrerveremthause», Alerandcrplast. Statten sind bei den Be.,iik»ssthreru zu haben. 97. Abt.»euljjllii. Am Sonntag, 8. Januar, besichtigen di« chenasstnnen die Lebammenlehranstalt Rariendorser Weg. Tresfpuntt 98» Uhr pilnttsich mir der Anstalt. kindckrfrepnde Groh-VerNn. ... Friedländer. Freie Auasprach«. Pünktliche« und zahlreicher Erscheinen sämtlicher Srei» Paatom. Sonntag, 8. Januar, läuft tm»Tipalt" W! Berliner Str. 17, der. Zeltiagcrsilm..stiodcrrepublik S«rkamp". Einiah M tiir Rinder 11 Uhr. sitr Erwachsene U Uhr. Eintritt kllr Rind-r 20 Pt., für Ermachsene ZO Pt. Um recht regen Besuch wird gebeten. Sterbetafel der Groß« Berliner Partei» Organisation 11. Vbt. Senoffe Paul strähn, Schän hauser Alle», ist 84 Iah« alt «erstarb«». Di, Einäscherung st»h«t am Sannabend, 17 Uhr, im strrmatoriu« (Sarichtshafce statt Di«»«npsten trestrn stch um 15 Uhr bei GaldschmiM. 117. Vbt. Lichtenberg. Unser«Senpssa Fritz st n a p« ist an den Folgen p»n Rriegavcrletzungen verstorben. Ehre feilten Anheulen! Einäscherung am Sonnabend, 7. Januar, 11% Uhr. im Rremawrium vaumschusenwez. Wir bitten um reg« Beteiligung. Arbeiierspori. Fußballoorschau. Abstieg ick.....— MM lcilung kommt dadurch einer her spielsthrifteu Berein« in dt» Setahr de» Ab- ticga. Auf demselben Platz spitlan Läiänhalz und Rosenthal um d«n Auf- "'alle. Ob einer van dies«» Vereinen in der Lag- sein wird, lieg zur erstk»«lall ich in der ersten Klaff« zu behaupten, wirb di« Ersahruna lehren. Beginn xr Spiele 12 Uhr.— An Sesellschaftaspielen sind solaende Tressen vereinbart! Tegel gegen Kreuzberg in Tegel! Dorwurt» gegen Luetenberg ll in Hennlgadars- Weigrnse« gegen R-uenbagen in Wcistensc«(Rennbahn)! Ber- ein für Vewegungospiele gegen Friedrichshagen in KSpcnick, am Friedhof! Stralau gegen Potedam in der Laaterstrohe; Treptow gegen Li-menostadt im Plenterwald: Ält-vlieuick» gegen Bernau in AU-Mi, nicke, am Kieebergi Schdnederg gegen Eintracht Ld auf dem Somtniruoplatz! Oderspree gegen Weddingic Spartsreund« in de, Wuhlheid«. Handballvorschau. In den Serienspielen fuiden in«tnlgen Gruppe» noch Spiele statt, dt« dt« Placierung aber nicht mehr bebrütend(Ind. In der 8 Drupp« spielen Tchmargeudorf und Ficht« 3. Adt. tn Schmargendgrs, Hubertuaplatz, um Ist Uhr ....... t. gegeu Llckckenderg.Sportler um 9 Uhr im Lichtenberaer « 9. Abt» und Tegel um I» Uhr osenthal fährt nach Nathrnom. nburger Sportler, während für und Lichtenberg 2. Stadion. Zn der in Reind In der 8. Zn der 8, Gruppe treffen stch Ficht« 9. AI Ockendorf, Schätersee. Groß.Bcrlin.Rnsentba . Gruppe besucht Fichte 4. Adt. die Branden Erost-Berlin- Wedding 2 gegen Srost.«erlin.Nord-u l um 13� Uhr in Reinicken- horf. Eäiarmpebersteatz«, spielen. An F r a u e» s p s- I« n finden statii In R-ukälln, Dammweg, spielen di» 1. Abt. gegen Fichie-Sportabt. um 10 Uhr und gegen Luckenwalde um 14 Uhr, di«"2. Ast. gegen Grost-Berlin-siiden um 9% Uhr und gegen Brandenburg um 13% Uhr. Schi marjenbois spielt gegen Touristenverein»Die Nakurfreunbe". Zentrale Wien. Ortsgruppe Berlin: Mittwoch, 18. Januar, im Sophien-Lyzeum, Wein. meisterftr. 18—17.«crdeadend. Bortrag Dr. Vreustner mit musikalischtn Illustrationen!»Mustt al» Auodruck von Natur und Geist." Beginn SO Uhe. llnkastendeitrag 20 Pf. Gäste willlommen. Donnerotag, 18. Januar, 1. Abend ber Bortragoreihe„Unser Wald" mit Lichtbildern im Sitzungosaal der GeschO ftostclle. Iohanniestr. Id. Eintritt srei. Gäste willkommen.— Abt. E»ar- lottendneg: Sonntag nach der Fischerhütte an der strampe. Abf. 7.43 Uhr Bt-s. Ehariottendurg di» Fritdrichodagen.— Bhatagemetusckalti Zilontag. 9. Januar, 19% Uhr. Ebertystr. 12, Ecnerawersammlung. Bilder für di« Iahr-oausst-llung mitbringe»._____ ilrbeilerradfahrerbund ,, Solidarität". t Bezirk. 2. Abt.,«et Schnee V Uhr Rodeltour. Tresfpnnlt Bhf. Sruno» ward.— Z. Abt.! 13 Uhr Tour am Start Lausther Via». Sei Schnee Tref!. Punkt 9 Uhe SdrNtzer Bhi,— 4. Abt.: 8 Uhr Tiefensee(Wandertour). 13 Uhu Tour am Start Webern, lese.-• S. Abt.! Fußtour bei Schnee Müggelberge. Treffpunkt 11% Uhr e»l-ff Bhf.—» Abt.: 9% Uhr Mtiggelberge(Rodel. taut). Trestpunkt Schönhauser Allc, 184.— 7. Abt.! 13 Uhr Tour am Start stoloniestr. 147.- 8. Abt.: 18 Uhr Toud am Start Walb'nserstr. 19.— 0 Aht.: 13 Uhr Tour am Start Schusstr. 114.»•«it.: 8% Uhr B-rkehro. und Bau- museum. Treftounkt Gubener Str 48.— kk. Abt.: 18 Uhr Tour am Stark BloGplatz.— Wotortabre»(«rnppe Rmchenti 13 Uhr Tour am Start Brunnen- straft- 101.- Rennfahrer(Sruove Moabit), 3 Uhr Trainingstour Grüne. wali». Start Arminiuspla».— Bez. 2. vrt»ar»ppe N-nk?lln! SchNttentonr Milhelmshaacn. Start 1! Uhr Lergbcrgnlatz.- SSez, 8t Ortsgruppe Reinicken. darf: 13 Mir am Start Restdenzstr. 109. Achtung, Rennlnbree des 2. Be»'rIo! Am st. Januar. 10 Uhr. findet in Schäneberg, swbenrauchstr 3». bei Migge. ein«. Bczi et-r»»n saheerfftzung statt. In Sntetracht der wichtigen Tagesordnung ist Erscheinen Pflicht. Schackweßlkämpfe. Sonntaa. 8. Januar, 10 Uhr, Mannschaftswettkampse»ruppe A:«esuni» runnen I-Wedd-ng L Osten I— Welten 1. Lickt-nderg I— W-dknng II.-rh-r. lottenburg b-�äiidwest I.— Genop«m Lokal Landwehrstp. 3«. Gäste willkommen. Ansänge« er. »alten kostenlos Unt-rricht._ Athletik. Lnri» Ich-Att-Sedding 83. Sanntag, 8. Januar, gelangen In den Phaeu?, Sälen. Mitllerstr, 142. die säll'aen S-rienki-mps« im Ringen und Leben zun, Auotrag. Beoinn der«cranstalb'na]f Uhr.. 8«.««»I'na.NeskoIn.«arabtcilung trainiert wieder reqekmäfti- Montag» und Donnerotaa» von 20-22 Uhr Surnoalle Ncukälln. Thomasstrafte. Sport-lllnb Liberias. Dienstag. 10. Januar. 20 Uhr. Iugendl-ttersttzung!U, Golm Leiknizstr.?. Alle«kleilungen milFcn vertretrn sein. verschiedenes. Freie Schwimm« Norde n. Leichiathlktenl Sonntag, S. Januar. 9 Ubr. Training in Wilhelmsruh. � Aebeiter-Sport, irrh«»Nurkartell Weddtng. Montag.». Januar. 19% Uhr, »artellsttzvng im Led'genhe'm am Brunnenptati. Aussprach» Uder die.«ctei!� guna an her G«,t,tisch-n Turn- und Lrortwoche. War der.P addier.Lavich».«. Bootshaus, BelNa-nse-, Dortttr. ff». Sonntag, 3. Soirvor. 14 Uhr. Seneraiverlammlun« t»i Fuhrmann. Graiv". Eck« Dempiiner Strafte. Anfragen an Walter Schlokat, Berlin. NO. So, Brenz» lauer 9'llt» AL._ �> Arbeiter.»P»rt.«od KulturI«?t«S Weddwg. Wontag,». Zannar, b-i Schulz. Schwedenstr. Uid. SwdicütreterOSung um 2« Uhr. Jeder Berein ent. send-t zwei Delegiert«(Iug"-dletter und Iugendvertreter).___ fiartelltej'd 9>reni>l»u-r Be-g. Montag, 9. Ianuack, 19% Uhr, im Alters» heim Danziaer Str. 92, startellm'taeiedervcrsammlnng. Arbeite«. Rad'abearoerein Gerft. Berlin. Sonntag, 3. Bannar. 12 Uiir» FufttOi'r übe, die Müggeli'-rge. Endziel Zgenkenschloft. Start W-Idcmgrstraft«. Ecke Mar'ann-nplatz. Gäste wtOkamm-n. � Arbeiter. Snort.»nd«»ltiie-aet-!I Ghaklattenbnra. Montag, 9...anuoi', 20 Ubr. Delegiert-nstt-ung im Liliertas-Betm, Leihnizstr. 2. Die Sruv»« 9>i>ed,n d», Gchwlmmperein» BaemärtA-Berll» 1397, e. B., Hot ab Januar im Stadtdad WeMstna drei refernierte Badeab->'de. Die Bädeabend« stnd wie folgt! 1. Abent! mtwu*» von Uhr Iii- all««bteiwnq»'': 2. Abend! Freitags von 7'',— 3% nhr nur fiir stunde, und Iugendmitglteder: 3. Abondi Freitgg, von 8%— 10 Uhr nur liir Erwachsen«. Aedeiter-Gnart. u-d gulturkartell Fr-ete>ch»hai». Montag, 9. Januar. 19% Uhr. Boestandomitglteder. und TechnIIerstftung. Bnehagener Str. 114. Di» an den Borsübrnngen zum Saatspartkest am 1"2. Februar beteiligten Vereine entsenden edensall» einen Berteeier. Sonntoa. 13. Januar, Fstbrnna durch da» Muke>'M für Leibesüb»ng»n. Teilnehmer schriftlich der Eesch-iktostelle melden. Rnderverein„Borwärts",». D. Sonntag. 3. Januar, 16 Uhr, Monatsver- fgmmlung im Bootshaus, gletchjeiilg Aufnahme neuer Mitglieder. Anschlieftenh Borkraa. Rnderverein.Eolleoia'. Sonntag, 8. Januar, 15 llbr. Im Boot-Haii» Generaloerkammluna. Um 1314 Uhr versammeln stch die Mitglieder tm Boot» � C?nn!a a! 9% ubr. Waldbau L Geestrafte. V% Uhr Bhs. Bellevu« Treffpunkt zum ASG.-Hallenlampf. wetterdertch« d«»ffenINchen weilerdien ststell» verlin«ab Umgegend (Nachdr. Dt:6 V lZeränd-rlicheck, wechselnd wolkigeck Detter bei kangseni aiisleigenden Teniperaturen Iiir DenUdiian»!(tm Süden ttübe inib regnerisch, sonst unbeslöndig, Temheraturen überall noch über Null. Z&pttäpwitämöMw !•iJvtM'W i'trt. 3 fiUn'&ÜiMjUßMvtSAHCCH&'Wiißf'}' (vtllfHl/- fiKl: CUuMÄiP CUUnCitoiP „Lohnbewegungen" der Kartelle. Kariellkonirolle gegen preisierror. Lohnbewegungen der Preist) erbanb« der Unternehmer, der Taufende von wirtschaftlichen Unternehmerorganisationen, gehen ver- hÄtnismaßig gerauschlos vor sich. Durch ein einfaches Rundschreiben wird den Abnehmern mitgeteilt, daß der „Verband" von dem und dem Tage ab seine Verbands p r« i s e um so und so viel Prozent erhöhen müsse. Irgendwelchen Wider- spruch gegen diese diktatorische Art der Einnahmesteigerung können sich die Abnehmer kaum leisten, meist auch dann nicht, wenn sie selbst wieder als Abnehmer in einem Verband organisiert sind. Auch der Abnehmerverband will ja mit der Organisation, die seinen Mit gliedern Umsotzrabatte gibt und nach bestimmten Vorschriften die Zahlungsbedingungen reguliert, die seinen Kampf gegen die eigenen Außenseiter unterstützt, keinen Dauerstreit: er will mit ihr geschäftlich zusammenleben! Es ist, zumal in Zeiten günstigerer Konjunktur,«in sacher. den Dritten, hier den Konsumenten, mit den Kosten der höheren Preis« zu beiasten, als sich gegen preiserhöhende Fabri- kantenverbände zu wehren... In welchem Umfang« in de» jüngstvergangenen Monaten die Preisoerbände der deutschen Industrie ihre.Lohnbewegungen" durchgeführt haben, darüber ist in der Oeffentlichkeit kaum etwas bekannt geworden. Jetzt hat ein Abnehmerverband des Einzel- Handels, endlich einmal den Mut gefunden, den Mund aufzutun. Es ist das eine Einkaufsorganisation der Fachgruppe des Einzelhandel», die Eisenwaren, Hau», und Küchengerät«, Werkzeuge, Glas und Por- zellan verkauft. Diese Einzelhandelsorganisation teilt mit, daß die Porzellanfabrikanten feit Oktober ISZS ihr« Preise um Zö Proz. erhöht haben. Die nachstehende Zusammen- stellung zeigt, in welchem Umfange die FertigwarenfabrikaMen für Gebrauchsartikel ihr«.Lohnbewegungen" durchgeführt haben. 1927 8. Aug. 10.„ 15. Sept. 1. Okt. 6., 15.„ 17.„ 21., 1. Nov. 5-„ 12.. 15.. 15., 15-„ 13.. 21. Nov. 1. Dez. 1-. 13. Gemeldete verbaadsaufschläge: Aufschlag! Prozent Deutscher Feilen bund, Remscheid.... IV Dereinigte Pendel türbänder Fabrikanten, Lagen i. W............. 16—20 Derb. d. Lerstekl. stanz. Band türschlösser, Esten.............. 17 Vereinigte Gehänge fabriken, Logen i. W.. 11 Vere intzuug der Kupferkessel Herste Sitz Lann. 4 Vereimgung Sol. Stohlwarenfabr.e.V.. Sol. 10 Vereinig, d. Drahtwaren fabrikanten, Lag.i.W. 10 Lande ls schrauben-Vereinigung, Düsteldors- Gerresheim............ 3 Deutscher Spiralb ohrer-Verband. Berlin 10—15 Verb. Deutsch. Kinderwagen fabr., Berlin 5 Eronenberger Fabrikanten- u. Arbeitgeberverein, Cronenberg(Werkzeuge)...... 10 Türschloß verband, Elberfeld..... 10 Verein. Möbelschloß oerbände, Velb. Rhld. 7 Bereinigung deutscher L a a r sch n« i de ma- schinenfabrikonten, Solingen...... 10 Vereinigung deutscher Schlittschuh fabri- kanten, Remscheid.......... 10 Deutscher Sägen- und Moschinenmesser- bund. e. V., Remscheid........ 10 Scharnierverband, Esten..... 3 Bereinigung der Fabrikanten von Nagel» «rzeugnissen, Essen.......... 71/, Verband deutscher Glasiustrumenten» fabriken, e. D., Fachgruppe Isolierflaschen. Ilmenau i. Thüringen........ 25— 3Z'/z Verband deutscher L« r d fabrikanten. Lagen i. W. 6 Gemeldete Ausschläge für bestimmte waren: 14. Sept. Möbelbeschläge 10— 12>/, 14. Okt. Striegel.............. 3 15...Nirosta" Stahlwarcn......... 5 19.„ Feuerungsgeräte 3 20.„ Metallwaren..... 10 20.„ Weißblech und Drahtwaren 10 22.„ Armaturen............. 2 25.„ Bestecke............. 5 27.„ Gummi-Wasterschlauch........, 10 1. Nov. Aluminium-Geschirre 10 2.„ Gußeiserne Türdrücker......... 10 5.„ Elektrische Leiz- u. Kochapparate u. Staubsauger 5— 6 7.„ Dezimalwagen............ 5 7.„ Knopfscharniere, Eisen und Messing.... 13 9.„ Fedcrwogen............. 7 10.„ Waschmaschinen............ 5 14.„ Verzinkte Waren 10 11.„ Rodelschlitten 3 12.„ Nickelwaren.........»,,» 5 15.„ Langschlösser............ 10 13.„ Messingwaren............ 5 17.„ Lolzwaren..........«». 3 20.. Schweißgriffe Viktoria......... 13 1. Dez. Wäschemangeln............ 5 13.„ Verzinkte Waren, erneuter Aufschlag.... 3 Am liebsten werden Preiserhöhungen mit Lohn- erhöhungen begründet. Dazu muß immer wieder und kann nicht scharf genug betont werden, daß die Löhne unter den industriellen Selbstkosten einen ständig geringer werdenden Anteil ausmachen. Zum anderen wirken sich steigende Löhne automatisch in einer Steigerung des physischen Arbeitstempos aus. Loh« Löhne bei langsamen Arbeitsgang gibt es nicht. Der Kartellterror, wie er ganz im besonderen in den diktatori- schen Preisoufschlögen der Fabrikontenoerbänd« zum Ausdruck kommt, ist in Wahrheit schlimmer aks jeder gewerkschaftliche Zwang, von dem jemals in der Oeffentlichkeit in unwahrer Darstellung gesprochen worden ist. Leute ist, wie die Tatsachen eben wieder im Ruhrgebiet gezeigt haben, der gewerkschaftliche Wille durch Schlichtungsinstanzen zwangsweise aus«ine mittler« Linie godrängt, wob« die Frage völlig offengelassen werden soll, wie weit in diesem Falle der Entscheid des Schlichters überhaupt etwas mit einer mittleren Lim« der ausgleichenden Gerechtigkeit zu tun hat. Aber die Preisforderungen der Kartelle unterliegen keinerlei Schlichtimgsinstonz, es gibt keinen Zwang zur Verständigung in volkswirtschaftlichen, Interesse. Es gibt keine sachliche Nachprüfung der Forderung. Die Fordermrgeu, die von den Kartelle» ausgesprochen werden, sind Bewilligungen, die von den Fordernden selbst aus der Tasche des Dritten genehmigt werden. Die Kartelle müssen nicht nur schleumgst durch gesetzlichen Zwang registriert und damit in das Licht d« Oeffentlichkeit gestellt werden, wir brauchen auch Schlichtungsinstanzen für die Preisbewegungen der Kartelle. Der jetzige Zustand ist unerträglich, denn er wirkt sich auf dem Markt als Preis- terra r au» und damit als eine zwar dunkle, ober entscheidende Macht, die der Konjunktur die Lebenskrast raubt. Kurt Leinig. Wie Amerikaner Autos kaufen. 56 prozeut auf Teilzahlung. Interesiante und auch für die oolkswirtschastliche Seite des AutoHandels wichtige Feststellungen übe« die Methoden, wie ameri- lanische Autos gekauft und verkaust werden, hat der auch in Europa sehr geichätzte amerikanische Professor der Rationalöko- nomie E. R. A. Seligman von der Columbia Uni- v« r s i t ä t in einem neuen Buch veröffentlicht. Zugrunde gelegt sind dabei die Zahlen der General Motors Aeceptance Corporation, der Absatzfinanzierungsbank der General Motors Corp., wobei die Zahlen die Geschäfte sämtlicher Ländler dieses großen Konzerns erfassen. Danach hat der Verkauf auf Teilzahlung seit dem Jahre 1921 außerordentlich zugenommen. Vom Gesamtabsatz der Ländler entsielen 1921 schon 33.7 Proz. auf Teilzahlungsvcr- käuf«: im Jahre 1923 war der Anteil der Abzohlungsverkäufe auf 43V Proz. gestiegen und im ersten Latbjahr 1920 erhöhte er sich aus 53,9 oder rund 56 Proz. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Feststellung, wie sich die Teilzahlung jeweils auf den billig- st e n bzw. den teuersten Wagentyp der General Motors verteilen. Während im Jahre 1921 aus die Verkäufe der billig- st e n Wogen schon 39,2 Proz. Teilzohlungsverkäufe entfielen, waren es im Jahre 1926 68,6 Proz. Die billigsten Wogen waren dem- nach van vornherein schon viel stärker im Abzahlungsgeschäft. Der teuerste Wagentyp wurde 1921 mit 14,6 und 1926 mit 28,7 Proz. aus Abzahlung vertaust. Daraus ergibt sich, daß die teuersten Typen zwar heute noch mit fast dreiviertel der Menge bar gekauft werden, daß sich aber in den sechs Iahren seit 1921 die Teilzahlung auch bei dem teuersten Typ verdoppelt Hot. Fast noch bemerkenswerter ist die Roll«, die der B e r k o u f gebrauchter Dogen im Gefamtabsotz der Ländler spielt. Die Zahl der gebrauchten, zum verkauf gebrachten Wagen ist deshalb sehr groß, weil bei dem steigenden Umfang des Teilzahlungsge- schüft» die Teilzahlungsrate» in sehr vielen Fällen ausbleiben und die Zlutos durch den Vorbehalt de» Eigentums von dem Ländler zurückgenommen werden. Die Größe des Anteils gebrauchter Wagen am Gesamtabsatz ist dennoch überaschend. Schon 1919 waren es 37 Proz. sämtlicher verkauften Wogen, die asif diese Weise zurückgenommen und wieder oertaust wurden. Im Jahre 1926 hat sich der Anteil der zurückgenommenen Wogen im Gesamtabsatz auf nicht weniger als 47,2 Proz. erhöht, so daß fast die Lälst« des Gesamtabsatzes von General Motor auf gebrauchte Wagen entfällt. Dabei wird schon die erst« Teilzahlungsrate in sehr zahlreichen Fällen nicht geleistet. Bei den als neu verkauften Wogen entfallen 18 Proz. und bei den als gebi'aucht verkauften Wagen sogar 24 Proz. oller zurückgenommenen Wagen aus solche Autos, bei denen die erste Teilzahlung nicht geleistet wurde. Da- gegen fallen bei fortstbreltender Bezahlung des Wagens die noch fälligen Raten immer selten« ans, so daß die noch der Leistung der elften Monalszahlung.zurückgenommenen Wogen nur noch knapp 2 Proz. aller zurückgenomenen Wagen ausmachen. Unter diesen Uwstäud« bekvwwt das amerikanische Tellzah- lungsgeschäft auf Automobile doch ein recht merkwürdiges Gesicht. Offenbar wird sehr leichtfertig gekauft von den Konsu- menten. noch leichtfertig« aber scheint von den Ländlern und auch von der Absatzsinanzieru�sbank der Verkauf durchgeführt zu werden. Man wird auch die Zahl der in Amerika laufenden Wo- gen, da wahrscheinlich die Statistik die zurückgenommenen Wagen kaum genügend ersassen wird, anders einschätzen müssen als sie von d« Statistik angegeben wird. Den zuverlässigsten Anhaltspunkt dürften also die Produktions- und Absatzziffern der Fabriken geben. Auch eine Art Schutzzoll. Warum Meßveranstaltungen boykottiert werden. Neben den eigentlichen Zolltarifen, die die Einfuhr von Waren durch Wertobgaben schützen, gibt es«ine große Anzahl von Schutz- Methoden der Industrie, für die sich in der letzten Zeit der richtige Begriff des administrativen, d. h. verwaltungs- mäßigen Schutzzolles gebildet hat. Einen besonders drastischen Fall hört man jetzt von der deutschen Kunstseidenindustrie. Ein Textilmessehaus, vielleicht auch das Messeamt in Leipzig, hatte für den Monat März d. I. eine internationale Kunstseideausstellung geplant. Was in diesem Falle interessant ist, ist der i n t« rn a t i v- n a l e Charakter der geplanten Ausstellung. Gegen diesen inter- nationalen Charakter wehrt sich nämlich die gesamte deutsche Kunst- seidenindustrie. Die in einer Konvention zusammengeschlossenen Viskose-Kunstseidesabriken sowie die Acetat- und Kupferseide her- stellenden Firmen erklären nämlich nicht nur, daß sie dem Aus- stellungsplan vollkommen fernstehen, sondern sie sagen mit aller wünschenswerten Deutlichkeit, daß sie niemals daran gedacht haben, die Konkurrenz dds Auslandes nach Deutschland einzuladen. In diesen Verbänden sind etwa 80 bis 90 Pro.z. aller deutschen Kunstseideproduzenten zusammengefaßt und es ist selbstverständlich, daß die Ausstellung kaum zustandekommen wird, wenn diese Verbände sie boykottieren. Mit Recht wehrt man sich in der letzten Zeit gegen«in U e b« r- handnehmen der Messeveranstoltungen, well ihre allzu große Zahl mehr Kosten verursacht, als eventuell die Derköuse an neu« Kunden neuen Nutzen bringen. Es ist aber Grundsatz in der deutschen Industrie, die Mesien zu fördern, um ausländische Käufer zu ge° Winnen. In der Kunstseidenindustrie wird nun der deutsche Inlands- markt fast ganz von den deutschen Kunstseideproduzenten beherrscht, und ihr« L«rschoft ist so gründlich, daß man ruhig von einem Kunst- seidenmonopol sprechen kann, dos bei der beabsichtigten internotio- nalen Gorantlerung der Inlandsmärkte j« länger desto mehr beliebige Preiserhöhungen erlaubt, wie ja auch die kürzlich« empfindliche Preiserhöhung beweist. In diesem geschützten Inlandsmarkt darf nach dem Willen der Kunstseidenindustrie die ausländische Industrie nicht hinein, und man wählt jetzt dazu das keineswegs unbequeme Mittel, die ausländischen Kunstseide Verkäufer an der üblichen und selbstverständlichen Werbung zu hindern. Was Zölle an Möglichkeiten zur Preisverbilligung noch often gehalten haben, was internationale Vereinbarungen an Einfuhr noch nicht abgesperrt haben, das»«hindert man durch den Boykott d« Messe» und die Derichaltung der ausländischen Werbung. Thyssen iSuschi die Oeffenilichkeii. Es geht um neue Subventionen. Da die Oeffentlichkeit von der schweren Not der Großeisen- industrie anscheinend nicht so überzeugt ist, wie es die Lerrsn über Eisen und Stahl wünschten, oersuchen sie, ihr diese Ueberzeugung aus andere Weise beizubringen. So kommt die Friedrichshütte in Lerdorf, deren Kapital von 4,0 Millionen Mark zu 40 Proz. Lerrn Thyssen gehört, trotz Rekordproduktion und mehr als verdreifachter Gewinne mit einem divi» dcndenlosen Abschluß heraus, der mit der„mehr als un- sicheren Lage" der Eisenindustrie begründet wird. Wenn die Uuge Direktion aber glaubt, mit dieser leeren Geste die Oeffenllichkeil und noch mehr ihre Belegschaften über den wahren Stand der Dinge zu täuschen, so ist sie im Irrtum. Die weiiigeii Angaben im Jahresbericht genügen, um zu erkennen, daß 1926/27 in jeder Linsicht ein Rekordjahr für die Gesellschaft war. Die Grubenförderung wurde verdoppelt und erreichte die L ö chst I e i st u ng e n der Vorkriegszeit. Die fjochoscn arbeiteten gleichfollr mit verdoppelt« Leistunosfähigkeit und in den Blechwalzwerken war die Produktion die bisher größte seit Bestehen der Gesellschaft. Die Gewinne stehen diesen Betriabsergebnisien in keiner Weise nach. So stieg der Rohgewinn nach Zlbzug sämtlicher Unkosten. Steuern und Zinsen von 172 000 aus 583 000 M., also mehr als um das Dreifache. Nach Dornahme normaler Mschreibungen, die wie im letzten Jahr 170 000 M. betragen würden, wäre ein Reingewinn verblieben, der eine lOprozentige Dividende zugelassen hätte. Um bei der Oeffentlichkeit aber jeden günstigen Eindruck zu verhindern, hat die Verwaltung es voogezogen, die Ab- schreibungcn von 172000 auf 422 000 zu erhöhen und außerdem 250 000 M. in einer neugebildeten Sonderreserve ver- schwinden zu lasten. So weist die Direktion zum Schluß verschämt einen Reingewinn von ganzen 073 M., in Worten: sechshundertfünfundsiebzig Mark, aus. Es ist vielleicht kein Zniall, daß diese Gesellschaft im s u b- ventionshungrigen Siegerland liegt, und der Der- dacht liegt aus der Land, daß die dortigen Unternehmen durch derartige Winkelzüge die Oesfenllichkeit sür neue Subventionrsorde- rungen gefügig machen wollen. Die Aktion für die Roggenschuldner. Nach langem Warten und Drängen der Roggenschuldner haben die Regierungen der Länder endlich die geforderten Sanierungs- stellen eingerichtet. Wie jetzt gemeldet wird, scheinen diese «onierungsstellen wirklich zum Nutzen der unter den Roggenschulden leidenden Landwirte zu arbeiten. Wenigstens ist das nach einer Meldung der �onjunftur-Korrespondenzen" die Ansicht der maßgebenden R e g i e r u n g s k r« i s e. Die Roggenschuldner selbst werden sich dazu noch äußern müssen. Bon den Regierungskreisen wird nach dies« Meldung zugegeben, daß auch in der letzten Zeit noch Zwangsversteigerungen vorgekomnien sind. Es Hab« sich jedoch dabei durchweg um Fälle gehandelt, die nicht mehr sanierungsfähig waren und bei denen mich die Einleitung ein« noch umfassenderen Sanierungsaktion nichts genützt hätte. Bei den durch die Sonierungsstellen neu eingeleiteten Versah�'' seien jedoch Zwangsversteigerungen vermieden worden und es" bestehe begründete Aussicht, daß dies auch in Zukunft der Fall sein �tird. Neue.produktive" Kircheuanleihen. Die Kirche hat beim Reiche- bantpräsidenten Dr. Schacht und auch beim Rcichssinanzministerltim einen Stein im Brett. Auch Dr. Schacht scheint mit d« Kirche nicht anbinden zu wollen, nachdem die Bergangenheit lehrt, daß mit der Kirche schlecht Kirschen essen ist. Iedenjalls hat w Deutschland ttotz_ aller leisen und lauten Proteste sich bieher»och keine äsfiziell« Stimme gegen die sehr zahlreichen KinbenmOeihen gerührt, die seit 1925 im Ausland ausgenommen worden sind. Einen Beweis für die Produktivität von Kircheuanleihen zu führen wird ja höchstens einem Erzbischos oder einer Generalsynode gelingen. Volkswirtschaftlich läßt sich die Produktivität von Kirchenanleiheu unmöglich nachweisen. Nichtsdestoweniger geht es jetzt mit den aus- ländischen Kirchenanleihen lustig weiter. So lzabcn in Lolland der Lauverein Lerz-Iesu-Krankenhaus der Kirchen- gemeinde des Leiligen Severin us in Lindlar bei Köln 123 000 Gulden, das Bistum Ermland in Frauen- bürg(Ostpreußen) 400 000 Gulden und die K i r ch e n g e m e i n d e Sankt Joseph in Tutzing(Oberbayern) 100 000 Gulden langfristige Anleihen aufgenommen.— Wir glauben in der Tat, daß man jedem gläubigen Christen die Frage vorlege» darf, was ihm wichtiger erscheint, Anleihen für den Wohnungsbeu aber Kirchenanlechen? Und wir glauben eben so, daß er sich s ü r W o h- nungsbauanleihen entschließen würde. Für Wob- »ungsbauanleihen aber haben der Reichsbank Präsident Dr. Schacht und damit auch die Beratungsstelle nur die kalte Schulter. Der neue Fordwagen wird bald auch in B e r l I n. wo die Ford Motor Corp. eine Montagefabrik unterhält, gebaut werden. Der neue Fordwagen soll komplett 4100 Mark kosten.. Am 23. bis 25. Januar soll eine Wanderausstellung abgehalten werden, die neben anderem auch das neue Fordmodell zeigt. Dabei hoffen die Berliner Fordgesellschaften auf eine genügende Zahl von Borbe- stellungen, so daß die Lieferungen des neuen Modells Mitte März aufgenommen werden können. Die Schuhsabrik hetz 2t.-©. legt ihr Kapital zusammen. Mehr- fach haben wir berichtet, daß die früher auf Luxuswaren eingestellte sehr bekannte Lerzsche Schuhfabrik in Frankfurt, weil die Käufer teuerer Schuhwaren zusammengeschmolzen sind, sich ans billigere Er- zeugung umgestellt hat. Di« Umstellung hat bisher nur mit erheb- lichen Berlusten geendet. Jetzt wird das Aktienkapital von 1,54 Millionen auf weniger als ein Drittel, auf 0,41 Millionen, herabgesetzt. Die Aktionäre büßen den bisherigen Mißerfolg also mit einem Kapitaloerlust von einer Million Mark. Um die Produktion ren- tabler zu gestalten und neue Geld« zu beschossen, ersalgt eine W i e d e r e r h ö h u n g des Kapitals auf 1L8 Millionen Mark. Die Keichsregl«unq will noch keine Schahwechsel an die Reichs- dank verkausen. Das Deutsche Reich hat sich bekanntlich auf gesetz- lichcm Wege wieder das Recht geben lassen, für vorübergehenden kurzfristigen Kassenbedars von der Reichsbonk gegen die Lergabe von Reichsschotzwechseln Geld zu borgen. Gemeldet"wurde, daß das die Reichsregierung Anfang dieses Jahres mit 300 Millionen Mark ausnützen wolle. Es wird aber erklärt, daß vor der Land dazu kein Anlaß vorliege. Preismhöhung für Stickstossdäng«. Die Stickstossindustrie ist besonders stolz darauf, daß ihre Düngerpreise sehr niedrig liegen. Die allgemeine Preiserhöhun�swelle, die den übrigen IndiE'rien im Augenblick neue Gewinne bringt, scheint auch das Stickstof'-ndikat zu Preiserhöhungen«muntert zu hoben, obwohl nirgends so riesig verdient wird als am Stickstoffdünger. Bon dem Leunawerk wird behauptet, daß es an manchen Sorten bis zu 60 Proz. verdiene. Jedenfalls wird jetzt das Kilo schwefelsaurer Ammoniak Leunasalpeter. Kaiiammonsaloet« und Larnstoff von 92 auf 94 Ps. verteuert, ebenso Kolkstickstoff und solzsaures Ammoniak von 83 auf 87 Pf. Dabei war auch im Dezember der Inlandsabsatz gut. Der Med«inisbau des inn«en kapllolmarkles. Auch der von der Preußische» Zentral st adtschaft zur Zeichnung bis zum 10. Januar 1928 ausgelegte Betrag von 10 Millionen Gold- mark 8prozenttge Goldpiandbrief« ist überzeichnet worden, so daß die Zeichnung geschlossen worden ist. Seit Weih- nachten sind insgesamt 16 d e u t s cb e V s a n d b r i e f a n I e i h e n mit nmd 00 Millionen aufgelegt, für die eine günstige Zeichnung erwartet wird. Sonnabend 7. Januar 1925 Unterhaltung unö ÄAissen Beilage des Vorwärts Hunger. Von Alexander Elemevtt. (Schluß.) Der Sturm wirbelte Fritz Böbeters fadenscheinigen Uebergieher herum, daß«r sich im Brückengeländer verfing. Heber der großen Stadt hing der Abend, aber der Lärm schlief nicht ein in ihr, denn ihr Alem war das Wort, und ihr Pulsschlag: Eisen. Die Kosakengasse war verbaut und finster, mit engen, schacht- artigen Höfen, io denen der Unrat der vergangenen Wochen zum .»eveckigen Himmel stank. Eiu paar Dirnen strichen dicht an ihm vorbei, der nach vielem Suchen endlich vor einer gelbgrauen Mietskaserne stehen blieb. �Hier muß es sein,' dachte er,.ich werde ihn ermuntern, ihm Adressen geben, es sind ja nicht alle so(er murmelte ein Schimpf- >00 rt, in dem auch der Name Knöpk« deutlich vorkam), vielleicht auch ist er sehr in Not und ich kann ihm irgendwie helfen." 3m Flur zischelten zwei Weiber, anscheinend Arbeiterfrauen, aufgeregt miteinander. Bei seinem Anblick verstummten sie jäh. Fritz Bödeker zog höflich den Hut: »Wohnt hier, bitte,«in Herr Walker, Jonathan Walker?" Die beiden Frauen wechselten einen elligen Biick des Per- stehen?, dann sagte die ein« rasch: .5a, vierte Treppe links, aber der Herr Walker ist doch..." Da sie durch ein« Bemerkung der andenen unterbrochen wurde, wandte sie sich beschwichtigend an dies«: .Der Herr ist natürlich von..." Was Fritz Bödeker fein sollte, vernahm er nicht mehr, aus dem Grund«, weil er mit langen Schlitten bereits die Treppen nahm. Immer zwei zugleich. Ein seltsames Gefühl zitterte in ihm und legt« sich ihm so stark in die Kehle, daß er im drillen Stock. werk, von Atemnot befallen, kurze Zell zu rosten genötigt tvon Bon oben vernahm er verworrene Stimmen. Eine Tür wurde zu- geschlagen. Dann kam mit raschen Schritten jemand die Treppen herab, vorbei an Fritz Bödeker, und dieser sah helle Umformknöps« rnsblitzen. macht. Er dauert« drei Minuten. Wegen Landstreicherei. Es wird schwer zu giauben sein, aber al» die Zellentür hinter mir ins Schloß fiel, jauchzte ich laut auf vor Freud«. So romantisch bin ich nun einmal veranlagt. Ein« richtige, regelrechte Zelle, dachte ich, und schaute mich mit einem seitsamen Gefühl um. Der Kosten war wohl schon zwanzig Jahre nicht mehr renoviert. Eine kleine Zelle mtt einem Eisenbett und einem herunter kloppbaren Brett. Di«.Tafel". Ueber dem Bett stand in großen Lettern.Vive 1' Anarchie*. Aha. dachte ich. Einen halben Meter seitlich stand, etwa» Nein«..Morte Mussolini". Aha. dachte ich /zum zweitenmal. Sonst waren die Wände noch über und über bemalt und beschrieben. Die Schrift war nicht ttalienisch, aber einmal lacht« ich laut aus. Da stand wahrhaftig:.Liehen wir dahin durch Braus oder Brand. — Auf der ersten Schubstatton. Otto Krause. Berlin." Zwei und einen halven Tag Mieb ich hier, der letzte Tag war furchtbar für mich; dann Hoiie mich«in Polizist ob. Ich bekam meine ganzen Sachen zurück, Sie hatten mir sogar die Hosenträger abgenommen, aus Angst, ich könme mich aufhängen. Ich wurde zum zweiten Male pholographiert, vtm vorn und von der Seite, ge- mesien, gewogen, und sie machten zum zweiten Male Fingerabdrucke von mir. Ich sagt« allen recht freundlich„Aus Wiedersehen!", dann brachte mich der Polizist zur Bahn. Die Gefangenenzelle war im Gepäckwagen. Ein großes Fenster war vorhanden, die Gitter hinderten nicht. Jetzt begann«ine wunderschöne Fahrt durch dos Schweizerland. Ties ergrissen schaute ich die gewalttgen. schnee- tragenden Riesen. Der Zug fuhr an tiefen Abgründen vorbei, in denen man, trotz der ratternden Räder, die Wasser brausen hört. In meinem Herzen sang und jubelte es, und ich vergaß, wo ich war. Wir hatten schon lange den St. Gotthard hinter uns, da sah ich zum ersten Male, nach longer Zeit, wieder die erste deutsche Schrift. Es war der simple Satz:„Persil ist das beste Waschmittel" aller ich freute mich kindlich darüber. In Luzcrn wurde«in elegant ge- fleideter Mann, welcher dem Beamten schwer« Arbeit mochte, in meine Zelle gestoßen. Der Kerl nun verdarb mir mit seinem end- losen Geplapper, daß er unschuldig sei, die ganze Reisestimmung. In Basel, auf der Bahnhofswache spielte ich den Beamten� die Fantasie aus.Martha" vor. Sie waren davon ganz gerührt, ließen mich aber doch noch drei Tage im festen Hause sitzen. Die vergingen auch. Am vierten Tage brachte mich«in Beamter nach Lörrach. Ich war wieder in Deutschland. Sie gaben mir meinen Paß wieder zurück und außerdem noch viele gute Ermahnungen aus den Weg, und ich ging lachend und singend nach Norden. Wo man Bäume heiratet. Kürzlich wurde in Ahmedobad in Indien«ine merkwürdige Hochzeit mit großem Gepränge vollzogen. Die Braut war die Tochter eines Brahmanen, was nicht sehr sonderbar ist; um so eigenärtiger war der„Bräutigam", nämlich ein heiliger Feigenbaum. Solche Derheiratungen mit Baumen sind bei gewissen indischen Sekten etwas ganz Alltägliches. Es gibt für eine Frau nichts Schlimmeres, gls wenn sie ledig bleibt, und um sie vor der Berachmng zu schützen, der die unverheirateten Frauen in Indien ausgesetzt sind, werden Mädchen, die infolge der Pocken erblindet sind oder sonst keine Aud- sicht aul Heirat hoben, schon im Kindesalter mit Baumen nsrheiralct, damit ihnen nicht der Segen einer Ehe entgeht. Auch Männer lassen sich häufig mit Bäumen»erheirate». Wenn ein Mann zwei Frauen durch den Tod verloren hat und eine dritte zu ehelichen wünscht, dann ergreist ihn die Furcht, daß auch diese sterben könnte. Er sucht olio das böse Schicksal, das seine Gattinnen droht, auf geschickte Weise abzuhelfen. Daher heiratet er vorher einen Bananenbaum oder eine andere Psifnze. Alle Bräuche und Festlichkeiten werden wie bei einer richtigen Hochzeit vorgenommen, und nach der Zeremonie wird der Baum abgehauen und betrauert. Damit ist der Weg für die wirkliche Hochzeit frei, denn die neue Frau gilt nun für befreit von den bösen Einflüssen Mädchen, die keinen geeigneten Gatten finden können, vermählen sich übrigens nicht nur mtt Bäumen, ollgleich diese bevorzugt werden, sondern auch mtt einem Schwert, einem Bogen, einem Malstein oder anderen leblosen Gegenständen. Sic erfüllt damit eine heilige Pflicht, denn in Indien muß jedes männliche und werbliche Wesen oerheirotet sein, um nicht den Zorn der Götter herabzurusen. In allen diesen Fällen ist die Verheiratung von den vorgeschriebenen Riten begleitet. Die Boumheirat hat wenigstens den einen Vorteil, daß sie bis zum Tode der Angetrauten dauert, denn von so vielen Baumheiraten man schon gehört hat— eine Baumscheidung ist noch nie berichtet worden. Tropenschlangen. Von Fritz Bernau. Mancher Besucher eines zoologischen Gartens liat Gelegenheit, ein Kaninchen zu bedauern, das sich zitternd vor dem Basiliskenblick einer Schlange m die Ecke drückt. Da—«ine unvorsichtige Bewegung des zitternden Opfer», ein blitzartiges Dorschnellen des Reptils— um das Tierchen ist's geschehen. Riesenschlangen wieder verschlingen Rehe und Wildschweine. Doch das ist sattsam bekannt. » Ganz anderes sah ich in den äquatorialen Gegenden Brasiliens. Ein Flußuser, bedeckt mtt hohen, scharten Gräsern und niederem Bambusdickicht. Doch was ist das? Ein Jammern— nein, das Weinen eines fleinen Kindes. Ist es möglich, daß eine gewissenlose Mutter ihren Säugling allein am Ufer liegen ließ? Ich laufe ans Wasser, suchend gleitet mein Blick der Stelle zu, von der dos Weinen ertönt. Im hohen Gras« ist nichts zu sehen. Mtt dem Stock« drücke ich es auseinander und gehe näher. Jetzt bin ich in nächster Nähe, da verstummt das Weinen. Das kann kein Kind fein. Lauschend bleibe ich stehen, durch keine Be- wegung meine Anwesenheit verratend. Do, fast zu meinen Füßen, neuerlich dos eindringliche Kinderweinen. Lette zerteile ich das Gebüsch und mein Erstaunen wächst Neben den Wurzeln des Strauches ist'eine klein«, mit Unkraut verwachsene Grube Zwischen den Blättern glotzen mir zwei angstverzerrte, weitausgerissene Augen eines großen Wasserfrosches entgegen. Jetzt öffnet sich das Maul und aus seiner Kehle ertönen die weinenden Klageloute. Was hat das Tier? Ich schiebe oorstchttg die Blätter beiseite. Und wieder sehe ich zwei Augen, aber diese funkeln mir bösblickend entgegen Eine Wasserschlang«. Don rückwärts hat sie de» arglosen Frosch ersaßt, im weitausgedehnten Rachen steckt das Tier bereits bis zur Hülste drinnen. Und Millimeter für Millimeter schiebt sich der Kopf der Schlang« am Leibe des gequälten Frosches hinauf. In höchster Todesangst stößt er sein Klagegeschrei aus. Ein Schlag mit dem Stocke, die Schlang« läßt ihre Mahlzett fahren und verschwindet in einem Loche und das Fröschlein sucht in humpelnden Sprüngen das Wette. Ein alles, halbverfallenes Gebäude im grellen Licht der Tropen- sonne. Behende huschen die grauen, etwa 20 Zentimeter langen Mauereidechsen zwischen dem Geröll herum. Wie au» Stein ge- meißelt stehen sie plötzlich still und nur ein zeitweises Wippen des Köpfchens verrät, daß Leben in dem starren Körper steckt. Don erhöhten Ausstchtsponkten suchen die Augen nach Deut«. � Wehe dem armen Käser oder Wvrmlein, die da friedlich im Grase kerumkrabbeln. Die scharse» Augen der Eidechse erspähen jede Bewegung. Blitzschnell stürzt sie von ihrem Beoboch-ungspchten herab und"schon verlchwindet das Opfer m ihrem hungrigen Maule. Wieder liegt si« lauernd und kopjwippend still. Doch auch dieser zierliche Räuber und Wegelagerer fällt einem Stärkeren zum Opfer. Hinter einem Grasbüschel lauert die kleine, hellgrüne, giftig« Cobre verde. Ein harmloses Käferchen kommt herangekrochen. Die Eidechse stürzt sich auf ihr Opfer— aber wie ein Blitz schießt die Schlange hervor, in ihrem Rachen verschwindet der Kopf der Eidechse. Derzweifett strampeln die Beinchen, windet sich der Körper, die Schlang« läßt ihren Raub nicht mehr los. Der Schlund dehnt sich. immer tiefer wird die Eidechse hineingewürgt. Nur die Hinterbeine und der Schwanz sehen noch heraus. Aber noch ist Leben in dem Tiere, immer noch bewegen sich die Beine, schlägt der Schweif. Da—«in Aufzucken der Schlange, ihr Körper bäumt sich in wilden Wellen aus— streckt sich und liegt still. Was ist geschehen? Ihre Gier sollte ihr Derhängnis werden. Mit den haarscharfen und nadelspitzen Krallen der Dorderbeine hat das schon halbver- schlungene Opfer die Bauchwände des Würgers aufgtjchlitzt, auch ihm den Tod bringend. Starr liegt die Schlange da. Aus ihren aufgerissenen Seiten stehen die Beinchen der Eidechse, aus ihrem Mautc hängen Hinter- deine und Schwanz.— « Ich rast« im Schatten eine» Mangobaumes; l«se rauscht der Wind im Zuckerrohr. Hier und dort knabbert eine genäschige Ratte an den süßen Stengeln. Und wie das Zuckerrohr die Ratten, so locken die Ratten wieder Schlangen heran. Es raschelt etwas zwischen den trockenen Blättern des Zucker- rohres. Langsam und vorsichtig schiebt sich eine, fast zwei Meter lange, giftig« Eohre«oral heran. Hell leuchten die scharf abqe- grenzten, schworzweißroten Farbringc ihres Körpers. Ihr böses Auge spät nach einer fetten Ratte, in ihrer Freßgier sieht sie den Feind nicht. Ihr bösester Feind, gehört ihrer eigenen Gattung an, ist stlbst eine Schlange. Es ist die fast um ein Drittel größere, nicht giftige, am Rücken zimtbraune, am Bauche schmußiggclbe Papaova. Irgendwo in einer Furche oder hinter einem Wurzelstock beoh- achtet sie die sich heranwmdende Giftschlange. Run ist sie ihr nahe. Ein sprungartiges Hcrvorschncllen— mit einem Biß ihrer scharfen Zähne zermalmt sie der sich wild ausbäumenden Giftschlange das Genick. Ein Winden, ein Zucken, endlich liegt das Opfer still. Nun beginnt die Papaova ihr großes Mahl. Langsam verschwindet der Körper ibrer Gegnerin w ihrem Rachen. Befriedigt überläßt sich der aufgequollene Körper der langsamen Verdauung. Wenn auch die Papaova eine große Verehrerin von Hühner- dem und Küken ist. der Einqeoorcne wird sie nie aus der Röhe feiner Hütte vertreiben. Sie ist der beste Wächter und Schutz seiner Behausung gegen Giftschlangen. Sozialistische ArSeilersllgend Groß-Serlln.! Vorträge,De,«m- und Versammlungen. ZLa»Iierlci»»! Die Bescheinigungen tut Trlangung der Fahr»rei«r«Sßi- gung sinS abzuholen. Die blauen Sarten vom Zaire 1WI sind ungültig. Beeichtsbogen für da« 1. Quartal abliefern! Gruppen, die bh 12. Januar eiern, erhalten für ledeb Mitglied ein Buch. abliefern� Rosentkalc bei der Genossin Heut« 20 Ukr ung ..__._____ I__ WM.____ machtafeier statt. «schenke sind H Stunde vor Beginn der Deransialtuna abzugeben. Giisie will- Musiker tr-ifen sich 19Vi Uhr bei Eenosien jtarl __________ dea flursue„Einführung in die Uhr. tu» Keim Danziger Str. 02. kommen.— Kumanaplab: Berger. Schlionannstv. 17. Werüebesiri Prenzlauer Bei EescllschaftswissenschaW pünktlil. WcrbebeziiS Lichtenberg:!7'/h Uhr in den Baracken Stathaussirahe wichtige Dcrbcbizirkovorslandesiftung. Erscheinen oller isi notwendig. Morgen, Sonnlag. S. Januar. Schiiveberg U: Heiin Kauptsir. Iii. 19 Uhr Lustiger Abend.—. Schöne. bcrg III: Heim Kauptsir. 15, Heimabend.— Spandau! Heim Linde», User I. .Heivlabcnd.— Lankwitz: Semeindeschule Schulstrasie. Heimabend.— r«nw� bat: Heim Germaniastr.<— k. Keimabend 19 Uhr.— Nannsee» Schule Ehar- lottenstrasi«. Heimabend.— grhlcndarf: E Lokal von Busse.— Köpenick: Heim Grünauer Hägen: Heim lsriedrichstr. 57. Heimabend.— Reinickendorf. Ost: Helm sirasic si!. Heimabend.— Huwannplatz: Muscumsbcsuch. Trefspunki tzst Uhr am Helmholtzplatz. Werbebczirk Osten: Heim Tilfitcr Str. k. Proletarischer Dtchterabend. «erbebezirk Prenzlauer Berg: Heim Danziaer Str. 02. Baracke z. Werbe. he;irls»eleg!ertenkonsercnz mit dem Vortrag„Sozialistische Kommunalpolitik�. An dem Vortrag ab 20 Ilbr können auch interessierte Genosien teilnehmen. Du Delegierten müssen pünktlich 18 Uhr erscheinen. Werbe bezirk RenkaN-! Wir feiern Neulahrl Werbebe-irkpveranftaltung im Jugendheim Kanner Straße. Beginn 19 Uhr. Mitglied»bUcher mitbringen. Keidisbonner»Schwarz Rot-Gold". GefthäfiafteJI«;: Berlin£. I«. Srbastianstr. 37/38. Hai Z Tr. Mitte: Sonnabomh,.lk Januar, 20 Uhr. Versammlung den Radfahrer. iuges bei EranAch. Drunnenftr. 4.— Sanvtag. 8. Zaana«. Mitte: Auamarsch. Anrreten 8 Uhr.Stctt Varoatbhi. mit ffahnen und Spielleuten Radiahrerz Tiergarten iuirde. Tre..„HW>WW>>._.,--------__—. ......' olh): 20 Uhr Zohreshauvtversammlung bei Sch.. W_____ H...,., sbericht. Kaffeistdericht. Neuwahlen. Neuiälln.Britz. 1. Kameradschaft: 20--- straße 10: 2 Straße A2._„„ HIB MD------ MI----------.. sammlungen Neuwahlen derZualeiwngan und Stellungnahme zur Kamerad- ichastsgcneralversammlung. �Pünktlich 20 Uhr Sckmtzsporiverfammlung in den Pasiage-stesisälen. Bergstraße, Pantaw, Kameradschaft Niederichönhausen: Bcr. sammlvna lülh Uhr im d-kevinten Lokal.— Steglitz sKameradschaft): Kamerad Ludwig Frank ist verstorben� Einäscherung im Krematorium Wilmersdorf Sonn- abend, 7. Januar. 1» Uhr. Wir bitten nm zahlreiche Beteiligung. Arbeiter- Samariter- Kolonne Berlin. GefäiSftsstelle 9i. 24, Große Hamburger Straße 20. Telephon Norden 8340. Mopatsverfammlungen haben folgende B 16 ITH: jrisnu: -r. 130, fgketzt wahnhakt LLttfchee Str. tt. U.. st aus der Arbeiter-Samariter-Kolonne Berlin ans- 'es und Mitgliedsbuches. Nameu Lieschen Lange. iummei: 5189, Ortsnummer 419. Da es nicht ausgefchloifen ist. daß T. damit Unfug treib:, bitten wir bei eventueller Verlegung Ihm die Sachen adzu- nehmen der Kolanne zuzustellen. Dil Kaniack-nznchtvercin Nenlöllv»908.». B., veranstaltet am 7. und 8 Zanuar im Lokal Hirsch, Neukölln, Hermaanstr. 120.»ine Kaninchenaue- fielluna. Die Ausstellung ist geöffnet von 9 bis 22 Uhr. Eintritt 80 Pf. Arpeiter»««»» für Biochemie und L-benareform. Es finden folgende Bor träge gtatt: Am 9. Januar spricht bei Baß. Warstraße. Genosse Dr. Benjamin über �Irtrankungsursachen beim Proletarier": am 11. Januar bei Krüger, Pu»- lißstr. 10, Genosse Dr. Gütcrbock über„Lungenleiden". Beginn 20 Uhr. EtHrrauto-Eesellschast Eharlottcnburg. Montag, 9. Januar, 20 Uhr, Nestau- rant„Zur Hütte", Eharlottenburg. Kaster-Fricdmch-Str. 38, Seneralversamm. lunm Vorstandswahl. Geschäftliches. deutscher M-nisic-innd, e. B. Z■> •ssot Dr. Artur Drews. Karlsruhe, in de: Aula der Luid � M Montag, 9. Zanvar, 20 Uhr, spricht Pro- teisor Dr. Artur Drews. Karlsruhe, in de: Aula der Luisenftädtischen Oberreal- schule, Dresdener Straße, über„Und wenn Er gelebt hat?" Schönebmg- Monlag, 9 Januar, bei v>osenthal teilungen: Köpenick: Montag, 9. Januar» bei Stippekobl, Schönerlinder Str. Z.— ----~'""'~" nthal. Ebersstr�«6.— Weißens»«: W'''— Tempil. — Krrvhberc;: ."'Januar, bei Buhr, Blsichcrstr. K.~ Friedrich, Hai»: Dienstag. lOT.. Januar, bei Groß, Palisaden st/»7.— Hcrmobors: Dienstag, 10. Januar, Tmhlhastk Roonstraße.- Ritte: Mittwoch, 11. Januar, �ibniz-Gymnasium, MarU»nnent'Iaß.— Ebarlottenburg,: Mittwoch, 11. Januar, Oberrealschnle Schilleösir. 126—127.— Treptow: Donnerstag, 12. Januar, Lokal Wildenbruch., •tta:' i Freitag, Kr. Januar, Reinickendorf-D. Volkshau», Scharnwebcrstr. 114.— Beginn der Borsammlungei» lüZH Uhr. Rege Beteiligung wird erwartet. Di« Freie Arbeiter-Stenographenvereloignvg Groß. Berlin macht darauf aus- merlsam, daß ihre Anfäugerkuric in diesem Jahr« erst Anfang Februar de. JP*■".s«« Fortschrittskur'e Tätigkeit mit Schul- ________.________■|__0. Januar. 1914 bis 2lih Uhr, in der Gemeindcschule Sencielderftr. 6; Osten, für niedrige Geschwindigkeiten ab Dienstag, 10. Januar. 19>4 bis 21% Uhr: für Häher« Ee- fchwindigkeitcn ab Montag, 9. Zamiar, 19'/, bis 21% Uhr, in der Gemeindeschule Frankfurter Allee 37: Reuköllu, für niedrig« Geschwindigkeiten ab Dienstag. 10. Januar, 19% bis 21% Uhr; für höhere Geschwindigkeiten ab Freiwg, 13. Ja- nuar, 191h bis 21% Uhr, im Realgnmnalum Kaiser-Friedrich-Str. 209. Alle iäunitiundiaen Genmsinncn uird Genossen rufen wir zu:„Heraus aus den bllrger liehen Berernen!" Anmeldungen werden jederzeit in den benannten Kursen entgegengenovimen. Schriftliche Anfragen beantrvortet W. Riedel, Berlin- Spandau, Wustermarker Str. 10 l. Berliner Gesellschaft siir Psychologie und Charakterologie. Donnerstag. 12. Januar, 20 Uhr, Kurfürstendamm 4a, spricht Dr. Emanuel Laskcr über„Das Perstandsspiel als Erzieher". Anmeldung von Gästen an Geh. Sanitätsrar Dr. Albert Moll, Kurfürstendamm 45, erbeten. Sonnab., 7. 1 28 Staats-Oper Ära Pl.d.Republ. 8 Uhr: La Traviata ütiatl. Stosjielh. 4m Geudarmnimarid 7»/j Uhr lierKaQfniaofl Sonn ab., 7. 1. 2S Städtisdie Oper BlsmarcksU. 4b.-Tin.ia Iii 8 SfaatL Sdiillerth. Charlottenburg 8 Uhr DeDtuHesHieatn Norden 10334—87 Täglich 8 Uhr jpcerfiynl" von Henrik Ibsen Siji Berthold Viertel Volks büh ne Ttiestu an BSIowplatJ S Uhr Mann ist Maoa Tb. in Stbifflisotrilinn 8 Uhr Scbieber des Rubins i8*llomi$dieOper8/, Uhr Kleines TDeater Täglich 8'u Uhr Eine Heine ohne Bedentang Erika t-UUsaar, Eugen Sing, Max Lanrta. Sonntag nachm. 31/, uhr Erika Oiasoner in Liu-edle ttoBoue zu halben Preisen Nene« Theater am Zoo Tägl.<0/, Uhr Seutpnadit-evnitoell Musik v.W. Bromme (lieateiilBsITestpQs Täglich 8»/« Uhr Hflndmantens lettre UtM Oper. v. E. Stefltn Ader, Wlrl, Schulz, Kürty, Walballa-Th..! Weinbetgsweg 19/20 [ioe Uebeuiadit Operettenschwank in 3 Akten v Hai ton Musik von Osterloh Umi Pyrmont In der Hauptrolle Vorz. Park, statt 4,— auch Sonntag nur 80 PL Sonntag, ncbm.4 Uhr Die Pappeste« Parkett v. K« PI. an. LasUplelhau 8«/, Uhr (Wido Tbletzctaer Gesdieflnafsidir Th, im Ädiiralspalas Tagl.8", Uhr fl ALLER REVUE Resideaz-Tlieattr TSgL«>/, Uhr; Da SiuatioiiUTlg||I zmn is. tuies SdiOnselui wir aas 30 lustige Bilder mit Henry Bender Sonntag 3'/, Uhr ' ganze Vorstellg halben Preisen Theater am Kottbusser Tor . Kottbusser StraBe 6. Täglich 8 Uhr Elite-Sänger ia pEn Jjnafpropnim! Jeden Sonntag nachm. 3 Uhr: erofte Fomuien•TortieUimK (ungekürzt). Vo'k«.1 jS, 1.50, 1,73 Mk Z���omuag"" Vorstellg. 3 Uhru-S'/jUhr WS», die um tu- itellzm n«alk Preis Monatsraten JUuUUUX'& ük\ , 1 11 Berlin. Leipziger Stt IZZ' 1ZS IUiUiiags-.Btba(f- u.BaUancmarfcen legen Nachahmung gesetzl. csch. fertigtseitasJahr. als Spezialität Conrad Müller Leipzig-Schkeuditz Am 5. Januar verstarb ganz plötzlich durch Schlaganfall unser langjähriger Spediteur und treuer Genosse Karl KrolinberO Nowawes, EisenbshnetraCe 10. Wir werden das Andenken des Verstorbenen in Ehren halten. VorwÄrl»-Verlag G.m,h. H. M et re-Gol d wv a- Im Verleih der n-Mayer-Film Parutamat Regle: Monta Bell Auf der ftühne: Castus und Banks renzpMt und Jut-Kepel!« HIBNSCH WoohoatofS T,•• SoB-'ag B, 7, 9* Ufa-Theater Nozartsaal An NollendorkplaU 8 Vorvatkaal täglich m 1>-J Uhr Thalla-tbealer 8 D.; Das Hantel geht dutdi das Radelfibr Sallnberrigimn 9ts. Künstler- Tb. 8 Uhn „Efciyne** Lestlng-Theater 8 Uhr SdiiDderDaDoe: Metropoi-Tb. Täglich VI, Uhr: Oper. v. Offenbach Dir.: Schillings In Pillnbeg. ViiMta ia Siran), 4ip:j Otsirig. Sann. Im it. latnar PlanetanoiD an Zoo karlüt- Mditnttaltr Stnla Noll. 1378 Im Belebe der Mltternuii tssonse Vorfllhrungen: iS>/» 18, 19-/z.2l Uhi Eintritt I M. ITrate nt.<1 iakiaa 933 M. Am 4. Januar entfchitei nach langem. schwerem Leiben mein iieber Mann, unser Bater, Brubcr und Onkel, der Lackierer IHcEtsnf Krüger im Alter nsn 47 Jahren. DieZ zeigen tiefbetrvdt an Vw Mond» Krüger, geb. Seibt. Charlotie Pockrandt, geb. Krüger. Willi Pockrandt. Berlin, den S. Januar 1928. Müllerstr 132 Die Einäscherung sindet am Mon. tag. dem 9. Januar, abend» 6'/, Uhr. Im Krematorium Gerichtstraße statt. Wenig getragen«, teils ans Seid» g*» arbeitete,«rstkiassig« I-ckettnnzüge Frack- anzüge, Smokinaanzllge. Gehrockanzüae. Wintervaietots. Ulster. Bauchanzüge, ntr >«b« Figur passend, außerdem hoch- elegante neue Garderobe, von«rstklassi» zei: Schneibern gearbeitet, zu staunend billigen Preisen Herren-Geh- und Sportpelze. Besonders billig: Pelz- iacken. PelzmüntsI im Leihhans Lowick!. Prinzenstraße 195. eine Treppe Keine Lombardware._* Leihhaus Spiegel. Ghansseestraß« 7. Selegenheitslänie wenig getragener. auch neuer Herrengarderoben. Pelz- waren Keine Lombardware." i Wen Im aetraaene Kavaliergarderoi,- oon Millionäre:! Aerzten Anwälten. i Fabelhaft billige Preis«. Emvkcble Taillenmäntel. Paletot». Fracks Smo- ,kina«. Gchrockanzüge. Hofen. Svort-, Gehpelz«. Sciegenheiiskäus« sn neuer j Garderobe. Weitester Weg lohnend. Lothrtngerstraße 58. 1 Trepp«. Rosen- thaler Platz_____• «etten-erka-s! Nene! 9,751 15,—. 19,601 Prachtvoll» 27,501 Bauornbetteii 32,-1 Da.-nia« 37,501 Kinderbetten 8,75! Bettwäsche I Inlettsi fvottbillig und gutl Kein» Lombardwaren. Leih- hau». Brunnenstraße 47__* Wenig getragene Jackettanzllge, teils ans Seide. 18,—, Smokinganzllge, Bauch- anzüge, TaMenmäntel, Paleiots, staunend billig. Gelegenbeitskäuse in neuer Herrenaarderob». L-ihbau» Pafenthaler Tor, Ltnienslraße 209—204, Eck» Rosen- tbalerstraße. Keine Lombacdware. r €€€€«««»»»»SSSSSA Unserem allen Genossen Ä Otto«ora l ziunSO.Zabrcstag w V die herzlichsten' Oauoetea d«ri2.u.51.AbuiL, Charlottenburg. t »SSSAS 0» t€6€6€€� NSHmaschlnen DSrkopp. Nähmaschinen gegen g-Mari. Sochenralen. Wlosit. Brunnenstraße ISö. zwischen Rosenthalervlatz und Znvai.- OSNst——-—_ J Znserate im A Vorwärts sichern lEcfolg! -THäüEglwlCR- Arnold Sdiolz Haaenheide 108-14 Sonnabend, den 7. Januar sowie iä�lich Bockbierfest in den bayrischen Alpen 7 Kapellen:: Neue Dekorationen 30 bayrische Madcln EINLASS ö UHR ANFANG 7 UHR Voranzeige; Sonntag, den 8. Ja Großer Alpenball n u a r| ball Hl WotreSfenwirims? Im„Pankgrafen Pankows Schloßsir.«. Jedfcn Sonntag und Donnerstag der beliebte Baubetrieb, gut« stlmmungsTolIe Hatukapclle and Tanzleltunr. gejnütlicber PamllleaaafeaUialt bei freiem Biatritt. Sile f 8 r Ver e la e a acta f r el. Alle Musikinstrumente Piano», Platten TEILZAHLUNG kleine Wocüenraten MUSIK-THIEL Pflflgerttr. I Ecke Kottb. Damm MM Lcsdau'ü Korbmöbel Aparte Muster Mäßige Preise 'äert.Ufian i. laitaaf Neukölln laaegraNntt. 20 wl Hermannstr. 10 ( Tri. Nenk. 1759) Küchen Qodi nun ollen Preis rat laaiülp! .£iib"-8lita...... 43» TS*. 'cr.oh-üiia J>:u".. SSI. 1181. lerWa-IIibt Jaeitt'.. 10S ä. 1 SS I. inWe-Udi JIM*.. ISS IL ISS«. Ilaiitnddiit. 32»a.. 43 X. 85 X. (BBtiliuig filun Htiiiöisdur ISdiu. KQdienmAbel-Boiu laserfletn. Lutkaser SiraSa I Ecke Oranienstr., nahe Moritzplatz !» straße Norden 113_ Littaner. Nähmaschinen. 15.-. wöchenllich 3, gstadt straße 28, König 90N. hlunx Möbel Nur Neb seid. Badstraße 34, verZau't elegant, Schlafzimmer mit großem An. kleideschrank, echiem Marmor, 1» Pa. tcntmalratzen. 395�-, 475�-, 590,— ufw Sveisezimmer. schwere Auoführunz. echt Eich«, reich« Schnitzerei, großen Aus- ziehtisch, Ledcrstllhle..Z9o.—, 475.—, 590,— usw. Herrenzimmer, drriteillac Bibliothek, Diplomat, runder Tisch. LederMle, Ledersessel-. 295,—, 375,—, 490,— usw.__________ 9hu«chsalb, Bad straße 54, perkäu it Ankleideschränke, dreiteilig, mit Wäsche- adleil, 110.—, 135.—. 180.— ui». Wasä>. toiletten mit Spiegel SS,—, Ii»,— usw. Nachttische 22,—, 20,—. 28,—. Apache- ken 12,—. Englische Beiiftellen 35,—, 48,—, 80,—._ «az Nehsild, vadstraß, 34. Verlar,': Plllschsasa- 9«,—. 120,—, 183,—. Aus- , ichtische 33,-. 29,—, 48�-. Rohrstühle 5,9.5, 6,75 usw. Ehai'elongucs 39,—, 39,—, 42,—.________ Rat Rehselb, Bad straße 34, verkau': bildschön« Anrichte-Küchen, beste Lackie- runa, 96.—, 125,—, 169�- usw. Metall- bettitellen,»rtra stark, mit Messing. Verzierung 23,—, 27,—. Flurgarderoben. BUcherschränI«. Besonder» zu empteb- len: Echt eichen« Diplomaten, zirla 150 Zentimeter»reit, mit englischen Jügen� und Schnitzerei 79�-. 98.—._ Nur Nehieib. Badstraße 34, verkauft mich aus Teilzahlung mit mäßigem Am- schlag. Lieferung mit eigenen Autos auch nach außerhalb. Bis 100 Kilometer frei Haus. Goranri« für jede Lieferung. Patentmetratzen..PrimiMmo"-M«iaIi� betten. Auflegematratzen, Ehaifelongnes. Walter. Stargarderftraß« achtzihi». Epe- zialgefchäft._ Massenposten. Rußbaumbüfctteä d'Nzen. Schnibtislbe. So?aumba»e Kre- Her» Stetten- Qcfioneri Otanieastr. 12 iätbm TfeimitlipL Deefebetten.«», Unterbettea... Kopfkissen.... Hteppderken... DaaDeodeeken. yietsllbetten...____... 8t ig;. 31at ratx. n. Kellk. 15.— t».-«4.-«7.- Bettenreinigung\ AmtoJ SlorürplaU Äii , 1»�*4.- 41- 53.— lO.— IB.- 8«.- 48.— , 4— 7.- t«.— 1».— , 1».- IB.- IS.-«O.- 4S.—«O.— SO.— OB.— 15— 18.—«f.— 84.— r Isdtfas s&ä »»r«hsmjswszs» b IS Ttja slsi -ck.ee-! kille btuiHp erita. ilmawldeee.frithtip iestilljjij ni MtrtK«. ärztl. empfoblen. .müdoUnk lud. 9-11, 1�. Sucte: 10-12. Verkäufe BckteiiluaqsslürkF. Wasche asw Verleih nzllgo straßelOS. Bvö" wie neue öschelegantee G�fellschafts- LeihhaiiH Loroicki, Prüfen. gnoalic«» wenig ue Iackettc�" ene sa. lster. Palt- Gehpelz«, ________________ angttge, tot», alle Grötzcn, Sport Damenpel«.verkauft spoitdülig"Lei'h Haus Frirdrichstraß« 2.«eine Lombard- waie. e v�-ne�Miriri�Ät.��acht�� Herdstneuheiten. te-I, anf Seide. Pelz. 5?totz Tuch. Affenhaut-Räntel mit kleinen Fcalern lO.—. Flaufchmäntel «atrottenbuta. Bismarckstr. 69 D. Kauf« erhalten 10 Prozent. W jbgrirlt« Preiie �ahlnngserleichterung. Kamerling. Kastanienallee 58.» M usikinstrumGiTte Piano« ohne Anzahlung, neu und ge» braucht, in großer Auswahl»»erkauit Lerer. Brunnenftraße 191, 1 Te-pve. «osenthaler Platz. Langjährig« Sarau. tie. kleinste R atenzahlung Siatpiano». überaus preiswert. Plan»- iadrik Link. Brunnenstratze 85.» Fadrräder. »lzahlung.____ Linienstraß« neunzehn. W___ rstkiassig« Markenrüder, Tellzähiung. ssahrradhaus Eculruw. Kaukgesucke gahngebiffe- Silbersachen. ginn. Blei, Duecksilber. S-IdschmelZ-. Ehristionat, K»venickerftr�89 tnah» Adalbertfiraßel. Pistalea- Armreformat«, HSlbftzahIcnd� Preußner,«aistr-Friedrich-Stroßc 244 (Hcmnannplatz).» Verschiedene, Saribas Alpenborf. Jnvalidenstr.»?, L-drtrr Bahnhof Jeden Mittwoäi, Donnerst»», öoitnabend. Sonntag: Großer Ball. Tretipunlt der Stroh. Witwer. Erstklassige Etimmungskavclle. ' Eolibrifäl», Martin-Luther-Straße 09 Mittwochs. Donnerstag», Sonnabend» und Sonntags Eliteboll der reifere!- Jugend ' Praxi». Bsilowst langjährige