Abendausgabe Kr. 14 B7 4S.I&!,•.SM in d!« SiUSoiMir', .«aUnrsrtair* und.Tacho!!' «richetra wochaatizllch imtinwi, Somttaz» mb TOmöo#» einmal r*- v—rw* f Berliner VotkSbla« Moniag 9. Januar 1.928 1v Pfennig ft« elBf�afitge?tonpar«tU' 80 Pfennig. Reklamezet!» 5.— Reichs' mort»5Uewe Anzeigen" das fetty?- druckt« Won 2S Pfennig(zulässig zwei kettgedruckte Worte),(edes wettere Don l? Pfennig. Etellengefuche das erst» Wort 1ö Pfennig, ledes weitere Won 10 Pfennig WoNe über IS Buchstabe» zählen für zwei Wone Arbeitsmarkt Keile SO Pfennig ßamUtenanzetgen fü, Abonnenten ZeUe<0 Pfennig. Anzeigen- annahm» im Hauptgeschäft Linden. strebe Zi wochentägl. von S'/z bis 17 Uhr. Jentvawvsan der Sozialdemotvatifchen Davtei DeuttchtandS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 starnsprecher: Scnhpff 292—297 Telegramm-Adr.: Sozialdeüwkral©etlüt Vorwäris-Verlag.urch den Gartsiuein- gang in das Soute-rain, in den Experimentierraum. Da er öfters direkt vom Schlafzimmer in sein Laboratorium ging, ja erregte es auch am gestrigen Sonntag im Hause nicht das geringste Aufsehen, daß er sich, während oben noch alles in Ruhe lag, wieder in den Experimentierraum begab. Wenige Minuten später, kurz vor>419 Uhr, gab es plötzlich eine kurze, ab« furchtbare Delonatio« im kell«. 3m nächsten Augenblick brach mit ungeheurem Getöse der darüber befindliche zweistöckige Anbau d« Villa und auch di« Garage in stch zusammen, während in der Villa selbst alle Scheiben in Trümmer gingen. Einrichwngsgegenständs, Bilder und Ge schirr stürzten um. Ein Steinhagel prasselte Hunderte von Metern weit über den Garten und dl« in der Nähe gelegenen Mllengrund- stücke. Eine riesige Staub- und Rauchwolke stieg aus dem Irüm- mrrhanseu auf. den die Anbauten der Villa bildeten, und aus dem gellende Hilferufe der darunter begrabenen Menschen schollen. Im ersten Moment lag über der ganzen Umgebung unter dem Eindruck der furchtbaren Detonation panisches Entsetzen. Dann eilte man von drn benachbarten Grundstücken und aus dem im übrigen un- versehrt gebliebenen Weingärtnerschen Hause zur Hilfe herbei, wäh- rcnd gleichzeitig die Feuerwehr alarmiert wurde. In wenigen Mi- nuten rasseßen insgesamt acht Löschzüge unter Führung des Ober- branddirektors Eempp heran, während der Direktor des Rettungs- amts Sanitätsrat Dr. Frank eine Kolonne von Rettungswagen heranführt«. (Weiteres siehe in der Beilage.) Prozeß Tresckow zweite Auflage. Vergleichsverhandlungen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit!— Mttet Marx! Heute morgen hat der Prozeß v. Tresckow-B adicke in zweiter Instanz begonnen— unter solchen Formen, daß die politische Bedeutung ganz klar hervortrat. Das(Bericht bemüht sich unter Ausschluß der 0effenllid)teit einen Vergleich zustande zu bringen. Es ist Politik, was das Gericht augenblicklich betreibt: dem Reichskanzler und dem Reichsinnenminister soll Peinliche» erspart bleiben. Herr Marx hat Herrn von Tresckow Vertrauens- druch vorgeworfen. Er hat diesen Vorwurf trotz des Urteils der erstell Instanz nicht zurückgenommen. Nun soll v. Tresckow brettgeschlagen werden. Daher: Vergleichs- Verhandlungen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Man kann auch sagen: völlige Politisierung des Gerichts. Dos Gericht verhandelt augenblicklich hinter ver- schlossenenTüren über Dinge, die in der ersten Instanz in aller Oeffentlichkeit behandelt worden sind! Die Oeffentlichkeit ist ausgeschlossen— wegen Gefährdung der Staatssicherheit! » Heut« morgen begann die Bnrufungsvechandlung m der Sache v. Tresckow— Badick«. Die erste Instanz hatte den Mafv v. Badicke wegen Beleidigung zu 599 Mk. Geldstrafe verurieill. In der Be- i grundung hieß e» a. a. die Beweisaufnahme hätte festgestellt, daß die Behauptung des Angeklagten, v. Tresckow habe sich einen ver- traue nsbruch und eine Schädigung der Londesver- teidigung zuschulden kommen lassen, nicht crwoisbar sei. Den Vorsitz führt« Landgerichtsrat Paulus; ihm zur Seite sitzen die Schöffen. In de? ersten Instanz wurde die Entscheidung vom Einzelrichter gefällt. Zahlreiche Zeugen sind erschienen. Auch m i l i- tärische Sachverständige sind zur Stelle. Reichsinnen- minister Ken bell sollte telephonisch herbeigernsen werden. Du, Presse ist vollständig vertreten. i Der Versuch des Borsttzenden, einen B e r g l e i ch herbeizu� führen, wird von dem Beklagten, Major Badicke von vornherein abgeschnitten: Die Presse sei über Ihn in einer unerhörten Weise hergefallen und habe ihm Puffchai'sichten unterschoben, die Ge- richtsverhaudlung müsse ihm die Möglichkeit geben, den wirklichen Sachverhaß darzustellen; er ljoßc feine Behau pllmgcn v. Tresckow gegenüber aufrecht. Nach Verlesung des Urteils der ersten Instanz stellt Justiznil Hohn als Vertreter des Beklagten den Antrag, den Chef des Stabes vom Reichswehrkommando III, Hammer- stein und den Major v. Bredow als Sachverständige darüber zu hernehmen, daß das Interesse des Grenzschutzes den einzelnen gewisse Berpflichtunge» zum Schweigen am- erlegt habe, und daß v. Tresckow diesen Verpflichtungen nicht noch- gekommen sei. Rechtsanmalt k u v tz« widerspricht für den Kläger v. Tresckow diesem Antrage: sollt« ihm jedoch swttgegsbs» iverden, so beantrage. / der Sozialdemokraten und Demokraten wurden unter deutsch- I nationaler Führung niedcrgestimmt. Die Verordnung selbst � erhielt mit den Stimmen der Deutschnatio- n a l e n Gesegeskraft. Deshalb: Ministerkolleqe Köhler ist schuld! Herr Koch führt das Reichsverkehrsministerium. Sollte er es als das Wesen dieses Amtes ansehen, die Wahrheit in ihr Gegenteil zu verkehren? Er ist Dr. lumoris cnusa. Kandidatur Mske? Kommunistisch« Hirngespinste. Die..Rote Fahne"' beschäftigt sich seit einigen Wochen, an- scheinend aus Stossmongel, mit einer Reich stagskandidatur Rostes. In ihrer Sonntagnummer behauptet sie, dah am Donnerstag eine Sitzung des Partcivorstondes der Sozialdemo- trotifchen Partei unter Anwesenheit von Vertretern des Wahl- treises Weier-Ems stattgefunden hätte. Der Parteivorstand habe den Vertretern von Weser-Ems den Auftrag erteilt, in der Richtung zu arbeiten, daß«in möglichst«instimmiger Beschluß über die Aufstellung Rostes zustand ekommt. Der Parteioorstand selbst werde unter keinen Umständen gegen die Kandidatur Stellung nehmen, sondern imbedingt an ihr festholten. Hierzu teilt uns der P a r l e i v o r st a n d mit: Es hat an, Donnerstag keine Sitzung des Parteioorstand«? stattaefuriden: es war kein« Delegation aus Weser-Ems beim Parteioorstand. Der Parteioorstand hat bisher keine Veranlassung gehabt, sich mit einer Kandidatur Rostes zu befassen. Weder aus denn Wahlkreis Weser-Ems noch aus einem anderen Wohlkreise ist wegen Vefürworwng einer solchen Kandidatur jemand beim Parteioorstand vorstellig geworden. Der Parteivorstand hat nach dem Organisationsstatut die Entscheidung für den Fall, daß in einem Wahlbezirk zwischen den beteiligten Organisationen Streitigkeiten über eine Kandidatur entstehen. Das allein wird dem Parteivorstaich abhalten, Stellung zu nehmen, wenn er nicht offiziell auf Grund des Organisajionsstatuts angerufen wird. Ltm den Reichsschulgeseh-Euiwurf. „Wir bekämen einen Staat im Stile Spaniens!" Halle. 9. Ionuwr.(Eigenbericht.) In der Jahresversammlung der Bezirksvereimgung Merseburg des Neuen Preußischen L e h r e r v- r« i n s, die im großen Saale des St. Nikolaus in Hell« stattfand, sprach Dr. B l ä t t n c r- Kaiserlautern über den Mißbrauch des Eltern- rechts im Reichsschulgesetzentwurf. Ts wies in äußerst Haren und sachlichen Ausfühinmgen überzeugend nach, daß die hw.t? verlangte Form des Elternrechts, nämlich das Beftimniungsrecht der Schulart, von den Konfessionen nur als Mittel erstrebt wird, um ihren Machtwlllrn durchzusetzen. Das muß einen Kulturkamps schärfster Form hervorrufen und Staat und Reich in ihrem Be- stände bedrohen. Unserem Volke kann nur mit der E i n h e i t s- schule gedient sein.„Es ist Feigheit vom Staate, wenn er seine Kulturangelegcnheit im Stiche läßt. Wir bekämen einen Staat im Stil« Spaniens" Folgende Leitsätze wurden einstimmig angenommen: l. Im heutigen Kampf« um die Schutform streben die neuerstarkten Konjessionen danach, die Volksschule in ihren geistigen Herrschaftsbereichs emzvgliKdern,. S, Die Folge wäre kulurell« Verarmung von Schul« Und Volk, denn die Schule soll doch Uebermittlerin der GesaMttultur sein. A. Das Elternrecht wird vorgeschoben, um die Wünsch« der Kon- fessionen(bzw. Schulkampfporteien) zu oorwirtlichen. -l. Staat und Lehrerschaft müssen sich ihrer Kulturverontwo t- lichkeit bewußt sein. Die Entscheidung in dem Kampfe um di« Kukturschule wird das Schitfsol van Schule, Staat und Volk be- stimmen. Im Anschluß hieran bestätigte und unterstrich die Bollvcrsamm- lung den Standpunkt des Bezirksvorstandes: Der Reichslchul- gefetzentmurf ist abzulehnen und zu bekämpfen. Verlogen bis auf die Knochen. Die Oeuffche Volkspartei im Wahlkampf. Die Deutsch« Dolkspartci Berlin verschickt mit der Post ei:» Wahlflugblatt mit der Parole: Gegen den Sieg der Linkes, Das Flugblatt ist illustriert. Es zeigi als Sozialdemokraten gekennzeichnete Arbeiter, die einen anderen Arbeiter mit Knüppeln zu Boden schlagen, darunter Arbeilersrauen vor einem Fleischerstand mit der Unterschrift: Milliarden- u n d B i l l i o n e n g e l d, aber nichts zu essen! Der Text des Blattes lautet: „Der Sieg der Linken bedeutet: de» Terror, die Rechtlosigkeit des Bürgertums, die Ordnungslosigkoit, die Geldverschwendung, die Futtertrippenwirlschast, die Zwong.ivirtschast, das Streikfieber. die Inflation, den Zusammenbruch unseres Reiches überhaupt. Ausgerechnet von der Partei der Inslationsgewinner, der Leute, die bewußt die Inflation vorwärtsgetrieben haben, um daran zu verdienen! Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll: die Raivüör, die Arbeiter auffordert, für die Scharfmacher zu stimmen, oder die Dummheit, die so offen die eigen« Gewissenlosigkeit zur Schau stellt. Oiplomaiische Beziehungen unmöglich! Woldemaras will einen Polen nur in Wilna empfangen! Warschau, o. Januar.(Sigenbericht.) Der lilauische Ministerpräsidenl woldcmaras erklärte gegenüber einem Dcrireier der polnischen Telegraphen- a g e n« u r. bah er bereit sei. Verhandlungen über die Wiederaufnahme der po st alischeu und der Handels beziehungen zrc.ichcn Polen und Cikaurn auszunehmen, sofern davon wilna nicht berührt wird. Die Vesörderung von Briefen aus Li kauen uach 11! II n a sei gleichbedeutend mit der Anerkennung des Beschlusses der Bolschosterkonferca-. der wilna wegen der nun einmal gejchasscneu Talsachen Polen zuerkennk. woldcmaras behielt sich in seiner Aalerredung u. a. vor, im Verlauf der Verhandlungen für die durch den Verlust des wilnagebiekes entstandenen materiellen Schäden eine Enlschädigung zu verlangen. Alles das aber ändere nicht» daran, daß tilaneu bereit fei. friedliche Be- Ziehungen zu Polen zu unterhalten. Solange aber wllaa ZU Polen gehöre, sei es unmöglich, ossizielle diplomatische Beziehungen aufzunehmen. Er sei sedach gern bereit, eine« pol oische« Gesandten in wilna, an denen Mitglieder des Kollettivo Vorträge halten. Franz Jungs.Heimweh" tst für die erste Veranstaltung des Studios kein glücklicher Griff. In einer fadendünnen, exzentrisch und vertrvmpk ousgeplusterten Handlung versucht der Autor, gewaltsam seelische Eindrücke zu vermitteln. Ein paar vom Leben auf eine Südseeinsel versprengte arme Existenzen sind der Sehnsucht nach der Heimat unentrinnbar verfallen, die si« früher einmal verstoßen hat. Und als sie endlich Europa erreicht haben, wartet ihrer An noch traurigeres Los als draußen. Das Besondere an Franz Jungs Schou'spiel besteht darin, daß sich die vier Akte in der Reihenfolge 2, 3, 1, 4 abspielen. Die durch Gier und Leidenschaft Verkommenen treifen sich in einer Hascuschenke und ihr verlorenes Leben zieht als Erinnerimgsbild an ihnen vorüber. Franz Jung hat sich bei seinem mit Regiebemerkungen vollgestapsten Manuskript allerljend vorgestellt. Welchem Endziel er zustrebt, hat er nicht auszudrücken ver- standen. Der Dialog leidet unter einer Fülle von Andeutungen. von unvollendeten Sätzen, die das bildhait gedachte Geschehen verwirren. Leonhard Stecket, der sich zum erstenmal als Regisseur ver- sucht, gibt dem schwachen Schauspiel eindrucksstarken Gehalt. Er entkörpert die Figuren, legt ihre zuckende Seele bloß und schafft eine traumhast vorübergeisternde Viston. Scharfe Scheinwerferbeleuchtung hebt einzelne Personen aus dem Bühnenbild heraus, die Szene ent- schwindet manchmal in neblige Ferne, manchmal erscheint sie wieder in Gegenwartsnahe. Neben dem Film verwendet er Projettionen, in denen das Bühnenbild als Ausschnitt fungiert. Ein paar Er- innerungsbilder sind wie ein Medaillon mitten in ein Laterna- mogica-Bild geschnitzt. Außer bei Stecket selbst sind herausragende Schauspieler- leistungen nicht zu bemerken. Gerhard Bienert, Karl Hannentann und Renee Stobrawa sind die Träger der Hauptrollen. Ernst Degner. Ausstellung junger Künstler in der Deutschen Kanstgemeinfchast. Die zwölfte Ausstellung der Denischen Kunstgemeinschoft im Schsoß bringt zum zweitenmal eine Uebersicht über junge, unbekannte Talent«, einer Anregung Paul Westheims folgend(der auch das Vorwort da.pt schrieb). Die Nachlese ist, da die Startenden vom vorigen Male nicht mitmachen konnten, naturgemäß etwas dünner ousgefallen: ober vielleicht ist auch das nur eine Zusallssache. Ganz genau'kann man di« Ausstcllungsunbeschoilenheit auch nicht nehmen. Wenigstens ist Artur Resse! aus Agnetsirdorf durch kluge und scharf detailliert« Porträts, wie er eines hier zeigt, schon früher bekannt. Am nächsten siebt ihm in der varistischen Unbarmherzig- keit und Schärse der Ausstellung Georg Kinzer aus Kasel, mit einem originellen Proletarierkind mit Latz«. Als der Reifst« und Ausgeglichenste erscheint P. I. Schober(Stuttgart, Schüler von Altherr): sein„Mädchen am Tisch"»st eine schöne und edel kompo- nierte Malerei. Und aus feiten der Bildhauer: Fritz Kormis (Frankfurt a. M.), dessen Schreitende Mutter etwas von der lüßen Innigkeit und plastischen Intimität Richard Scheibes besitzt, der wohl sein Lehrer in Frankfurt war. um die Entdeckung dieser beiden, um Schober und Kormis willen, hat die Ausstellung sicherlich schon gelohnt. Damit soll nicht gesagt sein, daß sich ähnlich«, viel- leicht einmal noch größere Hoffnungen an einige andere Talente knüpfen könnten, die in einer vortrefflichen noblen Malerei glänzen: o namentlich Schelhasse.H. Stübner und Heinz Liers, amtlich aus Berlin. Ihre Landschaften, mit und ohne Figuren, ind eine sinnliche Freude fürs Auge. Henke aus Dresden bestätigt eine Lehre bei dem trefflichen St«l durch ein« postos«, schon dunkellonige Molweise. Den Reigen beschließen zwei weibliche Talente, denen man gern ihren gleichen Rang mit den männlichen Aollegen zugesteht: Ilse Mode(Berlin), lyrisch begabt mit sympathischem Einschlag von.Kunstgewerblichkeit, und die talenwove Else H a e i, s g e n-D i n q k u h n(Hamburg), die bei ziemlicher Verwandtschaft mit Paula Modersohn«ine best-nimt« malerische und gefühlsmäßige Note besitzt. � lieber die anschließend« Port rät schau ist an dieser Stelle bereits(am 21. Oktober 1927) berichtet worden, als sie zur Otientierung der Abgeordneten im Reichstag ausgestellt war. P. F. Sch. Grundkhemen de» sozialen Dramas. Im Bürgers aal des Rathauses begann cm, Sonntogabend Julius Bah seinen aus drei Abende verteilten Vorlragszytius über„Grundthemen des so- zialen Dramas" mit einer Analyse des Räuberdramas. Es handelt sich hier um die Gestaltung eines Gefühl-, dos bei ollen jüngeren Leuten vo-handen ist: nämlich um die Sympathie mit dem Em- pörer, mit dem Störer der Geselllchasteordnung, denn di« Ordnung, die Ruhe wird als das lebensfeindliche Element emptunden. Ueber- Haupt ist jede dramatische Dichtung der Ausdruck für eine Unzu- friedenheit des Dichters mit der Well. Völlige Hannonic führt zum Hymnus. Der Räuber ist nun die primitivste Form dieses Pro- lestes, und auf ihn überträgt da« Volk, gewissermotzen als feine Wuisscherfüllung, alle«Men, menschlichen Etgenschorten. Der Räu- ber raubt nicht im eigenen Interesse, sondern übt«in« Art von ausgleichender Gerechtigkeit. Robtn Haod und Rivaldo Rinaldini, wie sie in den Volksliedern erscheinen, sind solche Idealisierungen und cbensalls der Coethejch- Götz, Grillparzers Jaromir oder der Karl Moor Schillers. Aber dos moralische Moment kann ausgeschaltet werden. Trotzdem bleibt er, wenn auch alle Schandtaten aus das Haupt des Räubers gehäuft erscheinen, eine Idealisierung. Denn er ist, wie Shakespeares Richard III., oder Hebbels Holvfernes ein Arsenal der Krart und des Geistes. Der Räuber ist der Rebell gegen die Ungerechtigkeit der herrschende Gesellschaftsordnung, er ist noch nicht der Revolutionär, der auch Organisator sein muß, er ist höchstens seine Vorstufe- Immer aber entsteht die Räuberdich- tung aus einem sozialen Empsinden heraus, die Freude an der Sensation, am Abenteuerlichen kommt erst in zweiter Reih«. Di« Räuberdichtung ist eine primitive Form des sozialen Gedankens, aber vielleicht gerade wegen ihrer Einfachheit«ine der wirksamsten. —t Nordpolflügc. Di« russische Gruppe der Internationalen Gefell- schaft zur Erforschung der arktischen G-ebtete wurde von den Mit- orbcitern Nansens benachrichtigt, daß bereits Vorbereitungen zu den geplanten Nordpolflügen getroffen werden. Es werden zurzeit zwei Flugpläne bearbeitet. Der erst« Flug soll die Strecke Leningrad— Murmansk— Nordvol—Alaska und zurück über Sibirien nach Leningrad umfassen. Mit diesem Flu«, der im lenkba-en Luftschiff unternommen werden und etwa eine Woche dauern soll veriolgt man den Zweck, zu ennittÄn. ob die enffetntesten arktischen Ge- biete im Luftschiff erreicht werden können. Das zweite Projekt sieht verschiedene Flüge im lenkbaren Luftschiff zwecks Herstellung iMer- nationaler Fluglinien vor. Insbesondere wird die Herstellung einer Luftlchffsverbindung zwischen Berlin und Tokio über Leningrad geplant. Ungarn verkaust gefatschie Anleihe. .Horthy-Beauftragte in Paris als Schieber. Paris. N. Januar.(Eigenbericht.) Ter sozialistische„P o p u l a i r e" bringt in einem sensationellen Artikel den Beweis dafür, das, die ungarische Regierung nicht nur durch Fahrlässig» keit die Anleihesälschnngen von Bluntenftein und Genossen unterstützt habe, sonder« daß sie darüber hinaus sogar sür eigene Rechnung verfälschte Au» leihe stücke in Frankreich verkauft habe. Im Sommer 1SÄ7 haben vier ungarische Polizeikom- ut i s s a r e in Paris gewellt, die zu nichts anderem her- g-kommeu sind, um diese Anleihestücke zu verkaufe,». Zum Beweise veröffentlicht das Blatt in Faksimile einen Rohr» tzostbrief, der von einem dieser Kommissare an eine» anderen gesandt wurde. In diesem Schreiben rühmt sich der eine,„einem sehr gerissenen französischen Geschäfts- i: ann" für 10 Ptillionen Franken gefälschte Anleihestücke angedreht zu haben. Er teilt dann weiter mll. das, rr nach Teauville reise, um seine Geschäfte dort fort» zusetzen. Er macht»och dem anderen Kommissar Vor- schlage, wie er am besten zum Erfolge kommen könne. Ter„Populaire" erklärt, daß dieses Schreiben sich in der Hand des Untersuchungsrichters befinde, der aber vor- läufig die ungarische Regierung über Gebühr schone. Tas Blatt schlieft seinen Artikel mit der Aufforderung an die französische Regierung, sich nicht zum Mit- schuldigen der Falscherregierung Bethlen machen zu lassen. Es genüge, wenn sie schon einmal bei der Frau- kenfälschcraffäre des Prinzen Windisch-Grätz herein- gefallen sei. Bei diesen Anleihestücken handelt es sich um Lorkriegs- anlsihen des ungarischen Staates. Soweit sie sich in der chand der S i e g e r st a a t e n besinden» wurden sie auf- gcwertet. Um sie von den Anleihestücken im Besitz der An- gehörigen anderer Staaten zu unterscheiden, erhielten die Stücke aus dem„Altbesitz" in Frankreich. England usw. einen besonderen Stempel. Es ist nun vielfach die Schiebung oer- sucht worden, ungarische Anleihestücke aus anderen Län- dcrn als französischen Altbesitz abzustempeln und dadurch auf- zuwerten. Seit Wochen beschäftigt sich die französische Kriminalpolizei mit der Aufdeckung solcher Schiebungen. Die Enthüllung des„Populaire". zeigt, daß nicht nur Spekulanten, sondern Beamte des ungarischen Staates selbst das Bctrugsmanövcr versuchten. Da durch die Aufwertung die Zahlungsverpflichtungen des ungarischen Staates steigen, ist der Betrug.zugunsten der Machthaber Ungarns ausgeführt worden. Betrug der Machthaber eines Staates gegen diesen Staat mit Hilfe von Staats- b e a mt e n: Das ist das Bild der Verkommenheit, das Horty-Ungarn Europa bieted_ pertmax gelobt Ehrlichkeit. Bei der französischen Aktenveröffentlichvag. Pari», 9. Januar.(Eigenbericht.) Aus die Kritiken des..Vorwärts", daß m d« französischen Smrrmissuw, die die Veröffentlichung des Kriegsarchins. des„Quai d'Oifay" vornehmen soll, zu viel Beamten vertreten seien. «ntwortet Pertinaz im ,£ä}0 de Paris": es je» gleichgültig» wieviel Beamte in der Kmmnissivn säßen. Wenn bei der deutsche:-. Verössentlichimg die Beamten des Auswärtigen Amtes nicht direkt die Vervitentlichung inituntcrnvmmen hätten, so hätten sie dach immer die Wache über die Dokumente in der Hand behalten und das sei genau dasselbe. Man dürfe deshalb die fron- zosischcn Veröffentlichungen nicht von vornherein als tendenziös ner- Vrotclllundgebuvg zegvn den Becher-prozeh. Freunde des Dichters Johannes R. Becher hatten am vonntoanachmittog ein« Protestverlaminlung in die Piscator-Bühn« am Nollcndorsplotz gegen den in nächster Woche beginnenden Hochverrotsprozeß einbe. rufen. Der Grund der Anklage ist der beschlognohmte Roman des Dichters„lievisit oder der einzig gerechte Krieg", in dem Becher die Folgen des vergangenen und die zukünftiger Kriege schildert. Ferner stüsst sich die Klage, die auch auf Gotteslästerung und Schmähung der christlichen Kirche lautet, auf die tKedichtbändc.Leichnam auf dem Thron" und„Die rote Front". Wir haben hier schon öfters xcaen den Unfug dieser literarischen Prozesse geschrieben, trotzdem ist eine Versammlung wie die in der Piscator-Bühne abzulehnen. Bamühte man sich anfangs, nur der Sache des Dichtere zu b'snen, fein Porträt zu zeichnen und die ganze Snnlosigkeit dieses Prozesses zu skizzieren, so schlug man später ander« Töne an. Di« Freuich« des Dichters ließen wieder einmal alles Heil aus Moskau kommen, da- als dos eigentliche Vaterland aller revolutionärer Dichter bc» z-richnet wurde/ und selbstverständlich fehlten auch Angriffe auf die SPD. nicht, so daß viel« Besucher da- Theater verließen. Wieder «tnmil beging man den Fehler, eine Sache, die alle angeht, zu Partcizweckcn auszunutzen. k. s Elne vorgefchichlllche Töpserwertflatf. Die Ausgrabungen des CTinguantenair«- Museums von Brüssel, die in den Dünen von La Panne— etwa Zd Kilometer von Ostende— ausgeführt wur» den, haben nach einer Arbeit von 17 Wochen zu der Ausdeckung einer Töpferwerkstatt der Eiset, zeit, etwa lOllO v. Ehr., geführt. Man stieß aus einen gut erhaltenen Töpserofen, in dem sich noch Gesäße befanden, aus einen kleinen Dreifuß aus Ton, der zur Trrcknung der Gefäße benutzt wurde, auf halbfertige Tongegcn- stände und viele Tausend« von Tonscherben. Hier sollen zum ersten Mal« genaue Ausschlüsse darüber geboten werden, wie die primi- tiven Töpfer vor 3000 Jahren ihre vorzüglichen Erzeugnisse her- stellten._ Verträge. Tie gebtige Kultur der Anlik« und die EntlteluNg de? ChristüiUtUis hcqondelt Xr. Viktor Evgclbardt in einem mit MuieumS- iübrUnocn verbundenen LebrkurluS der VolkSheKschuI« Oii oh. Berlin, der Iifulc 20 Uhr in der Schule Treptow. TlldenbruchsNaßx 53, bczinnt. Theater am kchtssbauerdamm. Zwischen der Neuen Operetten-zjuuä- ,H. m. b. H., der Befiherin des Theaters am Schlsfbauerdamin. und der Volksbühne, der btsbcrigen Püchtertn des Hause«, ist eine Vereinbarung zustande oekommen. wonach Ernst Joses A u s r« ch t die Boltsbübn« als ! Pächter de« Theaters ablöst. E. I. Aul, ich», der ieinerzeit zusammen mit Beitdoid Viertel die.Tlupvc" lebete, übernimmt den Tbeaterbetrieb am SeMember IÖ26. Er beabsichtigt, ihn unter Heranziehung erster Äräste i» einem wcrlvvllen lüiutlerischen Programm weiter, usübren. Heber.Stylhische Sanff, jenes wichtig« Uebergangsglled zwischen Osten nn'.d Westen, spiichl am 10. Januar in der Gescllichast sür Ostasiatische.Kunst lBevitn TW lt. Prinz>?IIbrecht- Ztrahe 7a. Hos» Dr. verossla, KustoS der iiktiihischen?lltertümer an drr Eremitage gn Leningrad. dfiae Zslard.Ausflcllnng wurde Sonntag im Vehn-Hause in Lübeck Köfinvt. Die bisher nur in Kopenhagen gezeigte. t«1 Stücke von zehn i-tändizchen Ltünlilcru umsassende Sammlung wird bis zum 20. Januar In Lübeck bleiben, um denn in andere deutsche Städte tauch Berlin) zu gehen. Tolstois werke Zur Feier des bundertsährigen TeburtStogeS Tolsioi« «Sdt iSlc Eowjetregicrnng lue erst« vollständige Ausgabe seiner Werke heraus. dächt ig SN. Erst der Vergleich zwischen den Veröffentlichungen der verschiedenen kriegführenden Machte werde ergeben, w o Lügen und Fälschungen vorhanden seien. Im übrigen werde es Deutsch- land doch nie gelingen, seine Schuld abzustreiten, denn die gerade Linie, die zum Kriegsausbruch führe, belaste Deutschland zu schwer und zu eindeutig. * Es ist für einen formalgebildetcn Franzosen ein starkes Stück, zu bestreiten, daß ein erheblicher Unterschied in der Arbeit mi- abhängiger Gelehrter oder der Tätigkeit von Beamten besteht, die der Behörde angehören, die durch die Veröffentlichungen belastet werden kann. Zudem sind die mit der Aktenoeröffeiülichung be- trauten Deutschen(Thimme, Mendelssohn-Bartholdy, Lepsius) noch von der Weimarer Koalitionsregierung mit ihrer Ausgab« betraut worden. Im übrigen ist von sachverständigen Kreisen des Auslands niemals der Vorwurf erhoben worden, daß wichtige Akten nicht vcrösientlicht worden sind: dabei trifft es zu, daß in den A»- m e r k u n g«» zu den Akten die Grenze zwischen Erläuterung und Entschuldigung nicht immer innegehalten wurde. Bei der deutschen Berösfeiülichung besteht auch noch das Sicherheitsventil, daß jeder Forscher aus Verlangen auch Einblick in die diplomatischen Akten erhält, die nicht gedruckt worden sind. In Paris ist offensichtlich ein Kompromiß zwischen Gegnern und Freunden einer Aktenverössentlichung geschlossen worden. Wenn unser Hinweis dazu beiträgt, auch ihre Gegner davon zu überzeugen, daß die bisherige Politik des völligen Schweigens mm von der der völligen Offenheit abgelöst roerdcn muß, so hat er seinen Zweck erfüllt. Im übrigen zeigt die Schlußbcmerkung von neuem, wie sehr die Freunde Poincaräs und seiner Vorkriegsdiplomatie in die Abwehr gedrängt sind: Sie halten an der These von Deutschlands völliger Alleinschuld unentwegt fest, um die völlige Unschuld der französische» Pclitit zu beweisen. Thomas für Räumung. Paris. 9. Januar.(Eigenbericht.) In Bordeaux hielt der Leiter des Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, ein« Rede über die Rhsinlandräumung. Die Friedenside« und der republikanische Gedanke in Deutschland hätten große Fortschritte gemocht, aber ein« günstige Weiterentwickelung werde gehemmt durch die Andauer der Besetzung, die von den Deutschnationalen zu leicht in demagogischer Weise ausgeschlachtet werden könne. Von der Provinz zum Staat. Kanada erhält einen englischen und französischen Gesandten. Loadan. 9. Januar. Der englische Kolvniatminister Am ery roird in Ottawa mir der kanadischen Regierung Verhandlugen über die Frage der Er- nennung eines britischen Gesandten in Ottenoa führen. Gleichzeitig finden Besprechungen über die Ernennung eines französischen Gesairdten in Ottawa statt._ Polen von neuem verklagt. Lm Koog, Wege« Schulversehluagea. Haag. 8. Januar. Die deutsche Regierung hat durch Vermittlung de? deutsche« Geschäftsträgers im Haag beim Ständigen Jnieruotio- nalen Gerichtshof eine neue Klage gegen die polnische As- gierung anhängig gemocht. Diese Klag« stützt sich auf die Mind-r heitsbestimtnungsn der Genfer deutsch.polnischsn Konvention vom Iss. Ma! 1922 unt, bezieht sich auf den bekannten ob erschkesi- s ch e n S ch u l st r e i t. Bürgerblock und Schulgeseh. Oer Karren festgefahren.- Aettungsiversuche. Am Dienstag wird der interfraktionelle Ausschuß der Blockparteien den Versuch unternehmen, ewe Verständigung zwischen Zentrum und Deutscher Dolkeparte» über das Schulgesetz herbeizuführen. Der Streit geht Haupt- sächlich um die kirchliche Beaufsichtigung des Religionsunter- richts. Hier stehen sieh die Meinungen unversöhnlich gegen- über. Auf dem Landesparteitaq des pfälzischen Zentrums am Sonntag erklärte Herr von Guörard: ... daß die Zentrumsfraktion von ihrer Forderung noch kirchlicher Beaufsichtigung de, Religonsunterrichts nicht abgehen werde, selbst wenn daran die Regieruvgstoolition zerschellen werde. Die kirchliche Beaufsichtigung des Religionsunterrichtes dürfe in keiner Weise gleichgestellt werden mit der früheren geistlichen Schul- au sticht. Andererseits läßt die Vvltspartei durch ihre Partei- korrespondcnz erklären, daß sie in dieser Frage nicht nach- zugeben gedenke. Herr von Keudelk hat neue Formulierungen ausarbeiten lassen, durch die ein« Einigung herbeigeführt werden soll. Mit Hilfe dieser Formulierungen soll morgen der fest- gefahrene Korren der Bürgerblockpolitk wieder flottgemacht werden. Die preußische Regierung hat dem Staatsrat den Entwurf eines Gesetzes über die Erweiterung des Stadtkreises Frankfurt a. M. und die Neueinteilung van Landkreisen im Reglerungsbezirk Wies- baden mit der Bitte um beschleunigte gutachtliche L-ußerung überwiesen. Mit Frankfurt a. M. werden vereinigt: Fechenheim, Höchst. Griesheim, Nied, Sossenheim und Schwanheim. Mit Wiesbaden werden vereinigt: Dotzheim, grauenstein, Georgenborn, Erben- heim, Bierstadt, Kloppenhcim, Heßloch, Rambach. Die Landkreis« Höchst und Wiesbaden werden aufgelöst. Aus den Rcswebictcn wird ein n e u e r Landkreis mit dem Namen Main-Taumis-Kreis gebildet. Die russische Lolschasl dementiert dos im„Hamburger Achtuhr- abendblatt" erschienene Krestinski-Jntmiieii'. Dieses soll lediglich die Gedankengänge wiederholen, die der Botschafter in einem Reu- jahrsortikel der„Kölnischen Zeitung entwickelt hatte. Unter diesen Umständen bleiben die im„Darwärtz" daran geknüpften Kommentare bestehen. Die sozialdemokralische Fraktion de« Hessischen Landtags hat am Donnerstag nach eingehender Beratung beschlossen, alle Derhond- lungen über die Regierungsbildung solange zu unterbrechen, bis der Staatsgerichtsbof über die Gülttgkeit der letzten Landtagswahlen entschieden hat. Ruffssch-polnischer Gesangenenanskaosch. In der Grenzstation K o l o s s o w o hat Sowfetruhlond Polen 29 Gefangene überaebcn und 9 Personen übernommen. Dieser Gefangenenaustausch ist als der letzte zu betrachten. Auch der Bochumer Verein füg� sich. Oer Erfolg der Gewerkschaftsaktion. Bochum. 9. Januar.(Eigenbericht.) Am Bloaiag vormillag wurde der des dem„Bochurner Verein' bestehende Konflikt über die Durchführung des Arbelkszeitschieds. fpruches bei gelegt. Die Direktion erklärte sich bei einer Ver- Handlung mit dem Betriebsrat berelk, ab Dienstag die im A» britszeilfchiedssprvch sür die ZNelalllndufirie Nordwestliche Gruppe sestgelegle Arbeilszeikregelnv«: zur Dnrchsührvng jo bringen. GeschlichktÄ und Massenaktion. Oder Dichtung und Wahrheit. „Die Arbeiter einiger Bochumer Hüttenwerke haben nach ach» Stunden den Betrieb verlassen. Dos war nicht vorgesehen... Dazu hotten die reformistischen Gewerkschaftsführer, nach lautem Oppositionsgebell, sich nicht der Berbtndlichkettserklärung treu und bieder gefügt. Die Instanzen hatte» gearbeitet. Die Arbeiterschast war das Ob>ekt ihrer Arbeit. Daß sie mit einem eigenen Willen noch existierte, hatten die Herrschosten ganz vergessen." An diesen phantasieretchen Sätzen hängt die �Rote Fahne" einen Leitartikel, in dem alle erdenklichen Fragen in der gleichen Weise erörtert werdn. Daß die Arbeiter im Ruhrgebiet— und zwar nur d t e Arbeiter der Schwerindustrie, wo die Durchführung der Verordnung des Reichsarbeitsministers von den Unternehmern sabotiert wurde— die Arbeit nach acht Stunden verließen, weil sie dazu von allen Gewerkschaften aufgefordert wur- den, das brauchen die Leser der„Roten Fahne" sa nicht zu wissen. Sonst hätte der übrige Schwindel ja jeden Sinn selbst für einen Leser der.Molen Fahne" verloren. Die„Rote Fahne" sucht in dem Artikel Gesetzlichkeit und Massenattion in Widerspruch zu bringen. Die Gewerkschoste« im Ruhrgebiet haben die Massenaktion der Arbeiter veranlaßt, um der Verordnung des Reichsorbettsmini st«rs Respekt zu verschossen. Der Widerspruch, den dag Stalinblatt konstruieren will, besteht also nur in der Phantasie des kommunssttschen Redak- teurs. Aber eine Frage: Ist etwa die KPD. gegen die„Gesetzlich- feit"?— Wenn der Staatsanwalt einen Kommunisten beim Wickel nimmt, schreien die Kommunisten über Vergewaltigung und beteuern hoch und heilig, daß sie ni« daran gedacht hätten, irgendein„Schandgesetz" zu übertreten. Es scheint also, daß die KPD- von den Ge- wertschaften etwas verlangt, was die Kommunisten zu tun a b» lehnen; genau wie die KPD. es abgelehnt hat, einen Massenstreik zn inszenieren, die Gewerkschaslen aber dazu verpflichten wollte. Kommunkstifcher Schlichiungsfthwmüel. Sie sogen Einigungs- and meinen SpoltungSversoch. Aus Moskau wird gemeldet, daß die russischen Gewerkschaften, einem Antrag des norwegischen Gcroerkschofterates entsprechend, sich mit einer gemeinsamen Konferenz der Gewerkschaften der Sowjetunion, Norwegen» und Finnlands am 19. Februar in Berlin einverstanden erklärt haben. Die Kon- ferenz soll sich u. a. auch mit dtr„Einheit der Gewerkschostsbevx»« gvng" befassen. Nach der Pleite, die die russischen Gewerkschaften mit der englischen Arbeiterschaft erlebt hab, I, I I I I I I I I Ii I,, I. I. 3. 7.?. 4. 5. 6. k. 1. 5. i.■?. 5. 1«. 19, T?. JFMAMO.IASON Dezernter Gelb- aber christlich. Was bei den chriMchen Gewerkschaften möglich ist. In einem Bericht, den die„Lötzener Zeitung" in her Ausgabe vom 9. November 1927 über eine deutfchnationole Porter- Versammlung bringt, heißt es wörtlich: „Herr Lmlsgerichtsrat Homm wies auf die bevorstehenden Wahlen zur Landtrontenkasie hin. Hierzu haben die christlichen Gewerkschaften durch den L a n d w t r t sch a s t s ver» band sine Liste aufgestellt, beginnend mit dem Romrn des Arbeiters August Bahnte, Waldhof bei Rhein." Auf einer Postkarte, die d-m Bszirkoleiter des christlich«» Zen- tralnerbandes der Landarbeiter. Butscher-Erfurt, vom Ge- schäftssührer des Landbundes in Arnstadt auf dem Wege über die Erfurter Geschäsisstelle des Deutschen Landarbeiterverdandes zu- geleitet wurde, steht folgendes zu lesen: „Herrn Fritz Butschcr, Geschäftsführer des Christlichen Zentral- Verbandes der Landarbeiter. Erfurt. Sehr geehrter Herr Butscher! Zu den bevorstehenden Wahlen der Kreiskrankentvsse wäre ein Zusammengehen der landwirtschaftlichen Arbeitgeber und -nehmer sehr erwünscht. Ich frage höflichst an, ob Sie in dieser Woche vielleicht etwas getan hoben, andernfalls bitte ich Sie, stch an den Kreislandbund zu wenden, damit Sie die erforder- lichen Unterlagen bekommen können. Sehe Ihrem gest. Bescheid entgegen und zeichne Hochachtungsvoll gez. I. 2L: C. Köllner, Oberamtnmn«. Arnstadt, Haus der Landwirte, den 13. Oktober 1927. XL. Dos Regime meines Nachfolgers in Witzleben witi» d!t Leute veranlassen, in den Verband zu gehen und haben Sie da leichte Arbeit." In dem ersten Fall wird offen und frei ausgesprochen, daß die Liste des Zentraloerbandes der Landarbeiter für die Wohl.zur Laich- krankenkasse vom Landwlrtschoftsverband. der Großgrund» besitzerorganisation, ausgestellt wurde. In dem anderen Falle bringt ein L a n d b» n d f ü h r e r einem Angestellten des Zen- trelvetHank-es der Lsndarveiter gegenüber zum Ausdnuk, daß er sich für die Stärkung dieser Organisation eingesetzt hafte und daß man es in Londbundkreisen für selbstverständlich hält, dost ein Zusammengehen zwischen Landbund und Zentralver- band der Landarbeiter bei den Wahlen zustande kommt. Der Umstand, das Zusammengehen mit dem Zentralverband der Landarbeiter als eine S e l b st v? r st ä n d l i ch k e i t zu bctracbten, dürste sich nicht zuletzt aus der Tatsache erklären, daß der Empfänger der Post» karte, der Angestellte Butscher-Erfurt, dem erweiterten Bor- stand des Lcndbundes der Provinz Sachsen angehört. Dieser Zentralverband her Landarbeiter ist also,.wie schon oit erwiesen, ein gelber Verband. Wenn man weiß, daß an seiner Spitze Dcutichnaliouale stehen, die wieder Fememörder anstellten, so wird einem das nicht weiter überraschen. Trotzdem gehört diese gelbe Organisation immer noch zu den christlichen Vewerkschasten. Freilich ist Behrens nicht der einzige deutschnalionaie Führer der christlichen„Gewerkschaften�. Kommunalbeamie unK Vefolöungsorönung. Eine gut besuchte Deleqiertenvcrsomnzsung der Reichsge- we r ds cha s t T e u H ch er K o m m u n a l h c a m t e n, Ortsgruppe Bevldt, am Z. Jammr, nahm Stellung zu der von der Berliner Siodtoerordnetenverfammlung am?l1. Dezember Zl>Z7 verabschiede- ten Besoldungsorinmiig iür die Beamten der Stadt Berlin. Ugber die ltz«rhondlu!»gen de? Gewerkschaften mit dem Magistrat und dem Beamtenausschuß der Stadtvarardnetenversammlung, referierten die Genosien Soldes und Mehlig. Die SleNungnahme der ein- zelnen Parteien zu den gmndsätzlichen Forderungen der Gewerk- schasr wurde besonders herausgestellt. Während sich in der ersten Lesung des Beawtenauslchusses der Siadtvei'ordncteuversammlung die politischen Parteien der Forde- der RDK. aus S ch a f i n g einer j o z i a l g? r e ch t e n � o l d u n g? o r d n u n g wicht verschließen konnten und eine Zu- sammegsassung der Besoldungsgruppen und andere' wesentliche Ber- besseruruzen gegenüber. der Magistratsvorloge vornahmen, wurden die Beschlüsse in der zweiten Lesung unter dem Druck der Magtstratsvertreter wieder ausgehoben und die Magistrats- vorlag? bis auf unbedeutende Abänderungen wiederhergestellt. Di« Aussprache über die Referate gestaltete sich zu einer scharfen Kritik an der Besoldungsordimng und der Haltung der palitischen Parteien. Einmütigkeit herrschte darüber, daß es notwendig sei, die gewerkschastliche Front der Ge- meindsbeamtenschait so z» stärken, daß künstigh-n Besol- dunkodiktare der städtischen.Körperschaften nicht mehr möglich sind. nma »es Die Beamtenschafi müsse chs gleichberechtigter Faktor mit Magistrat und Stadtverordnetenversammlung selbst die Besoldungzordnung ge- swlten. Einstimmig fand«ine Entschließung Annahme, in der die Delegierten der Reichsgewertschast Deutscher Koinmunalbeamten gegen die verabschiedete Besaldungsordnimg Protest erheben. w«il st« in ihrer Auswirkung den unteren Besoldungsgruppen teine Anpassung an die Teuerung s Verhältnisse brinqe und durch die Vermehrung der Lssoldungsgriippcn und die damit verbundene Ausetnonderrcißuvg bisher zusammei, gehörender Beomtenkategorien neue Unzufriedenheit in die Gemehide- beomtenschast trage. Insbesondere die grundsätzlichen Forderungen sei«» nur in sehr bescheidenem Maße berücksichtigt worden. Die� Berliner Besoldungs- ordnung lehne sich in ihrem grundsätzlichen Teil an die unsozialen Vorbilder des Reichs- und des Preußischen Besoldungsgesetzes an. Nenn auch der Finanzausgleich der Stadt Berlin gewiss« Hemmunaen auserlege, so gvingt er doch die städtischen Körper- schasten nich! dazu, die bisher zu s o m m e v g e s a ß t e n Be- omtengruppen auseinander zu reißen und die Gruppenzahl zu vermehren: auch nicht dazu, die Spannungen zwischen den einzelnen Besoldungsgruppen zu ver- größern und die VerzrHrtung«» der einzelnen Laufbahnen auf ein Mindestmaß hcrabzudrücken. „Auch dafür, die oersorgungsbe rechtigten B e- am ten nicht mehr in die neue Besoldungsvrdnunp einzureihen und sie nur mit prozentualen Erhöhungen abzufinden, lag eine Roiwendigkeit nicht vor. Stärkstes Befremden muß es auch erregen, daß die städtischen Körperschaften die Besoldungsneuregelung dazu benützt haben, um die nichtplanmäß'gen Beamten, die tn vollwertigen Beamtenpensen sitzen, gegenüber der früheren prozentualen Regelung zu benochtemgen.� SchlichwngSverhanKlungen für die Oanziger Hafenarbeiter. Dcmzig, 6. Januar. Die Danziger Hasenarbeitcr haben, nachdem dos bisherig« Lohn- abkomme» ordnungsgemäß gekündigt war, dem Hasenbetrlcbsvcrein neue Forderungen' unterbreitet. Da die eingeleiteten Lohnvcrhond- luncen ergebnislos verliefen, wurde durch die Gewerkschaften der Sch'lichlungsousschuß einberufen. Dieser hat stch in einer mehr- stündigen Sitzung mit der Lohnstreitfache beschostia», ohne aber zu einer Entscheidung zu kommen. Wie die„Danziger Volksstimme" er- fahrt, hat der Senat nunmehr auf Antrag des Berkchsbundes einen neuen Tchlichtungsousschuß eingesetzt, der Mitte dieser Woche in d«m Lohnstreit der Hafenarbeiter verhandeln wird. Arbeiisfechtliche Informaiiousavenöe. Für Betriebsräte. Der nächste regelmäßige Jnsomiationsabend über arbeitsrecht- liche Fragen für die Mitglieder von Detriel-soertretungen findet am Dienstag, dem lg. Zovuar 1SZ5, IS Ahr. lm Saal 3 des Gewer?» schastshauses, Engelufer 24,'23, statt. Leiter des Abends ist Genosse Dr. B r ö ck e r vom Vorstand des ADGB. Der Besuch des Abends ist kostenlos. Es wird um zahlreich« Beteiligung gebeten. Schiedsspruch bei der Marine. Im Lohnstrert bei der Warinewerit in Wilhelmshaven und dem Mcorinearseval in Kiel ist unter dem Vorsitz des bremischen Schlick»- ters Dr. Völckers ein Schiedsspruch gefallt worden, der eins fechsproz entige Lohnerhöhung mit Wirkung ab 1. D?» zomber lS27 vorsteht. Don Arbciterscit« ist die Annahme des Schiedsspruches erklärt woi2>en. Die Vertreter des Chefs der Marineleitung haben sich ihre Erklärung vorbehalten. Lohnbewegung in der österreichischen Metallindustrie Dien. 9. Januar.(TU.) Der Zentralvorsiand des Metallarbeitcrverbandes hat ein« Denkschrift ousgeorbettet, die dem Hauptoerband der Industrie und einzelner Industrien des Landesverbandes überreicht werden soll und die Revision aller zurzeit in Oesterreich geltenden Notoerträge in der Metallindustrie fordert._ Konflikt in der englischen Bamnwollindustne. London, 9. Januar. „Sundan News" berichtet aus Manchester: Ein Streik wird in der Baumwallindustrie von Laneashire befürchtet in- folge der drohenden Vermehrung der Arbeitsstunden von 48 auf b22t wöchentlich und einer Vermmderung der Löhne um Pro,}, vi« Sparkasse der Dank der Urdeiter, Aagestellken und ZZeamte» A.-G, Verlia. lvallstr. K5. ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend »an v— 3 Uhr und 4— 6 Uhr, Sonnabends von 9— 1 Uhr geöffnet. UfranfwortliA für Politik:$t. Snrt Wirtschaft: 6. Älicgcl�öftj; Gewertliliatteiiewrauns: Z. etemet: ZcuiHcton;>. K. ESichcr; Lokale» und Sonfiiae«: griz ÄarftäM: älnjriatn: Tb»loche, sämtlich in Perlin. Verlag: Pormärts-Vcriag<8. rn. b. H.. Äerliu. Druck: Barwärtj-Kuchbr-ickorci und Berlagzanstalt Paul Singer u ck».. Berlin SW i8, Lindentzrah» 8. Kirr,» 1 T-ilag- ytose-Thaatcr] SV, UVr Irphni I. iUstemHtl ur-raiHSks»- Tfi. KZnle-rllt S). Bergm. I1IO. Ishr Zldlzu WetterstüiB von Wedekind »«,!« fidei timnty KamAdleabctu Verden ö,10i. *.15— 10 40 Wir von Curt Ciftra Am 5. d. Mtv verstarb infolge eines AutounglÖckes unser Betriebsleiter Oswald Ziegler Der Verstorbene hat während seiner nahezu zwanzig,'dhrigen Zugehörigkeit zu uns in stets lebensfrohem Schaffen und in einer fürsorgenden Liebe für alle"seine Mitarbeiter das Beste geleistet und erreicht. Das Schicksal hat uns einen selten pHlchtgetreuen und hochbegabten Mitarbeiter genommen, den wir nicht vergessen werden. TELEFON KEN Cesel! schalt t drah Hose T elegraphle ci.h.H Berlin, den 7. Januar 1129. Unser enorm billiger großer Jnveniur- Ausverkauf Volksbühne TtMtei im nigvjliti sühr Ii an;!Aiffbmriiise * Wir Sctiiebcr des Rnhms CASINO-THEATER- lt.: Löthrin jer Str. S7 Kar noch venis« Aufrühnin*«« Klein» Kleckersdorl Aassdiaelderi. Gutschein 1— 4 Pers. Fauteüll nur 1,10 M.. Sess«) nur I,b0 M. Theater am fiatthasscr Tor Keltbusser StraBe 6. t Täglich 8 Uhr Elite- Sänger Iis grsltai insarjfo�ianH! Jeder Sanntae nachm. ö lihn areäre FaaMUea-VsrsteUntf (ungekürzt). Voito>T»r. 0.4». 0,7,8, 1,—, 1,23, 1,80. 1,78 Mit B«ichshallen'theater • Uhr, Sorntg. nachm. 3 Uhr. Hs Stettiner Singer m..loltts«•eticnende" 'jM d!9 nachm. h a> h• Preise m DönhoH- Bratt'l i Kabarett, Variete Konzert. Tanz. Verkäufe : f�Mef4�ns�|üpj|t. Wfcfhe'�X*' gciliitrua Spiegel. Chaussetslroß« 7. Selegenbeitakäufe wenig getragener, auck> neuer Kerrengaiberabeit. Pelz- waren Seine Lombarbwar«' Boa Oaralitren wenig getragen« so- wie Neue Iocketianzvge. lltsler. Pol«. tot», alle Sröheu,(3 pa:'pelzt, Geb pelzt, Bomtnpelte nerinuft siw'tvilllg Lech. bau» tzriebrlchstrah« 2. Steine Lombard» wart.* Shailtlongne«, Sürtellbetieii,■auflege, nta.tctrn, Petcntnujlreken. iJalter, Ltargarderstrahe ucht-chn, Epesial- gesch-itt.' m mrnrnr Ltnlpltu«, Oberau» preiswert. Piano. fabrU Link. Brunnen straße M. Sebträber, erstklassigt Vlctftnröbct, Zkilzahlung. gahrrgdhauo tfsnttma, Anten siraßt neunftfin.• Kaufgesuche Mnaebtfle, Silbersach-n. Sinn, Blei DuMlfiKifS. Goldschmelzt, ichnitionai, »MMMM Ädalbe" ftSpenhfarfix. 83(tutljt ertstrahe) Gefdvevkehr Pfnndltite. HSchsideleihung, auchstahr» rüder, Pfanderoerkans. Lange, March. platz. Äschingerhau».' '.v.:•...-..-v,.7' r<. e i/j fast allea Abteilungen begann am 3. Januar ., Die Preise sind zum Teil bis 50% herab gesetzt l cP. das natürliche Emser Queilsalz die echten Emser Pasitllea gebrauchte man schon Nie haben heat« auch aome zur VerfCgtutg h,«famtt yüEÄGtNS Sckutmark« Ab«» Ttrlangca Sin»tot, chl» eebten Enser Brtnugniu» and weiten Sit Jede Kechabmaog tnrflek(kttaettlcbe Pitzpernte, nischangea). FSr Echtkeit bfirgt nur die Srhu'.zmerke ,Rme'-. Staatücku Bad»- and BrnnnänüTrektiotü Mettaderplat' mtami- Arnold Sthola U-Bahn Hermaanplalz Heeeahelde 1 00-14 Montag, den 9. Januar» sowie täglich in den bayrischen Alpen 7 Kapellen/ Neue Dekoralionen/ 30 tiairisctie Mädeln EINLASS 6 UHR ANFANOrUHR 1924 Prärolicnm� tismigieichsteD Ehepaares (GrASte Frau und kielnsler Mann) 3 bare Geldpretee: 75. 50. 25 M. Dazu: Braten vor 6 ganzen smwetaen im Blesenloknllus npiniederlsgo filr Emrrr KrSnchen fBr Berlin nnd Brandenburg; Brnmtenvertriebsaktiengesel'sctiaff, verlin SW, Yorkstr. 5� Telephon; Bergmann 25.*— 38. Herren- Maß- Scboetderei „ALKXKCK" «•nUtbftr. S. Ul. etg..»<»e aOalgflr l£ctin«tzion freiwilligen Helfern von den Nachbargrundstücken an die Abräu- mmrg der Trümmer de» eingestürzten Flügels. Weiter nach den, Garten zu niachten die Feuerwehrleute dann einen schaurigen Fund. Unter den Trümmern lag die furchtbar verstümmelte Leiche des Ebcmikcrs Willy Stammer. Die Beine waren vom Rumpf getrennt, die Arme mehrfach gebrochen und der ganze Körper entsetzlich zuge- richtet. Inzwischen hatte auch ein groges Aufgebot von mehreren Hundertschaften Schutzpolizei das Grundstück, das bald van einer i>ach Taufenden zählenden Zuschouermenge umlagert war. in weitem Umkreise abgesperrt. Bald noch der ersten Meldung waren Polizei- Präsident Z ö r g i e b e l. Mzepolizciprasident Dr. Weiß, der Kam- mandeur der Schutzpolizei Heimanusberg, Bürgermeister Scholz und die Bürgermeister der umliegenden Bezirke, sowie weitere Wogistrots- Mitglieder zum«Schauplatz der Katastrophe geeilt. Unter Leitung von Oborbranddireltör Gemvp und Brondircktor Wagner wurde unter Aufbietung aller Kräfte an die Abräumung des Trümmer- Haufens, unter dem nach den Mitteilungen der übrigen Hausbewoh- nor und auch nach den Feststellungen der Revierpslizei noch zwei Personen liegen mußten, herangegangen. Bald nach 10 Uhr hörten die Feuerwehrleute, die die Mauerbrocken und vle zerbrochenen Tröger heruntsrwälzten, aus der Tiefe plötzlich ein Wimmern. So vorsichtig wie möglich grub man in aller Elle an der detreiienden Stelle nach und koimtr nach wenigen Minuten eine tiefe Höhlung freilegen, die sich im Schlafzimmer de» Porti erehepaores Deter gerade über dem Best der Frau Emilie Deter au» dachartig sich gegeneinander stützenden Trägen, und Balken gebildet hatte. Unter diesem Schutzdach lag die eojahrlge Frau Deter. mit Ober- k'-ucr und Kops frei im Bcti. während Ihre Beine unter meterhohem -ch'tl und Trümmern begraben waren. Eine sofortige Befreiung der st, glücklichen war nach Lage der Dinge unmöglich, da man sie durch tag eventuell« Nachstürzen von Trümmern in die Gefahr einer volligen Berschüttung bringen konnte. Man»ahm deshalb in aller Ecks Abfieifungsarbeiten an dieser Höhlung vor, und ein Samariter der Feuewoehr kletterte hinunter, um durch Morphiumspritzen die Schmerzer, der Verletzten zu lindern und ihr zur Stärkung Wem und Keckste einzuflößen. Trotz fieberhaster Arbeit dauerte« s dann aderdpck) noch mehr als 1� Stunden, Ms dl« Frau ays ihrer furchtbaren Lage befrei, werden öu wurde xmt schwer«« V«rl«tzuag«» und Beinbrüchen gegen HUljr mittags iwch dem Kreis- krankenhaus Lichterfeid« geschafft. Bald daraus wurde dann auch die zweite Vermißte, das ZOsährize Hausmädchen Martha Schön- felder als verstümmelte Leiche geborgen. Dos Mädchen, das ohnehin von sehr kleiner Siauir war, war von einem riesigen Mauerblock so zermalmt worden, daß die Rettungsmannschaften glaubten, es handele sich um die Leiche eines noch unbekannten, etwa lllährigen Kindes. Erst nach einiger Zeit klärte sich dieser Irrtum auf, und die Schönselder konnte rekognosziert werden. Damit waren endgültig zwei Tote und acht Verletzte als Opfer dieses Unglücks festgestellt. Ein Augenzeuge erzählt: Der Schauspieler Olaf Bach, der in nächster Stühe der Un- glücksstätte wohnt und mit als Erster den traurigen Schauplatz be« trat, schilderte einem unserer Mitarbeiter den Vorgang wie folgt: Kurz vor 9r» Uhr morgens gab es eine furchtbare Detonation. Ich wurde buchstäblich aus dem Bett geschleudert, das ganz Haus bebte und ich erwartete, daß im nächsten Augenblick Die einstige Garage. umnitielbar neben mir etwas ganz Fürchterliches sich ereignen müßte: die Tonstärke war eine solche, als wäre die Explosion in meinem Hause erfolgt. Nochdem ich mich überzeugt hatte, daß dies nicht der Fall war, kleidete ich mich so rasch als möglich an, fchwong mich aufs Fahrrad und fuhr.zur Unalücksstätte. Die Dependonce der Villa Parkstraße 21/22, in der sich Lagerraum und Lab.'- ratorium befanden, war das Opser der Katastrophe geworden. Die Erplosio» hatte das Dach hochgerissen, in die Lust ge- schleudert, und dos ganze Gebäude war wie ein Kartenhaus zusammengestürzt. Durch Berge von Schutt, Geröll, Glas- Icharben, riesigen Balkenstücken arbeiteten wir uns müh- sam hindurch u>rd fa'iden zuerst, etwa zwei Meter von, Lagerraum entfernt, Teile eines menschlichen Kör- pers, verbrannt und fürchterlich verstümmelt, umherliegen. Die einzelnen Körperteile waren unbekleidet, was unwillkürlich zu der Annahm« führt«, daß de? Tod den Unglücklich?» im Bett ereilt haben müßte. Dies ist jedoch nicht der Fall, denn die Wohn- uno Schlaf räum« der Dillenbesitzer— es sind dies die Herren Wein- gärtner und Stammer samt ihren Frauen— befinden sich in der Villa selbst und sämtliche Personen, die die Villa bewohnen, wurden von dem Unglück in keiner Weise körperlich betroffen..Herr Stam- m«c soll morgens im Logerraum— das eigentliche Laboratorium ist stomsalls in der Villa untergebracht— herumhantiert haben und hierbei is, dao gräßlich« Unglück passiert, dem er selbst in schrecklichster Weise zum Opfer fiel. Doch setz, war keine Zeit, über derlei nachzudenken. Während zwei der Mädchen. wenn auch in schrecklichster Verfassung, ober doch lebendigen Leibes geborgen werden konnten, ist die löjährigr Hausangestellte Elfe Schönfeld der so leichtsinnig verursachten Katastrophe zum Opser gefallen. Aber unsere Mission war damit noch nicht ersüllt. Aus der Porti erwohimng drang heftiges Wimmern, verzweiselres Schreien, gellend« Hilferufe an unser Ohr. Doch wie, zu dem unglücklichen Opser gelangen? Hier erwies sich die Hilfe als bcfo»- ders schwierig. Wir gruben all« Ecken an. suchen alle Winkel ab, immer dem Tone folgend. Sand und Schuttmasten stürzten uns entgegen, mit Schaufel und Spaten bahnten wir uns immer weiter den Weg und konnten und konnten nicht zum Ziele kommen. Jetzt mußten wir von der Richtung wieder abgeirrt fein, dann das Schreien ward leiser und leiser: also wieder zurück, woher wir gekommen wor.m, und endlich— nach Inständigem Suchen— landan wir auch die Unglücklich«. Es war die Portierfrau. du«och im L«tt» gdtoa hott», beten» gm«tnfcto» l«S von Schuitmofsen begraben, die Beine von niederstürzendem schwer«» Gebälk sästgehaltcn, am Oberorpi hatte sie schwer« Verletzungen: auch sie log, wie der andere Zerrissen«, völlig nackt da uich die Batten hingen an den Bäumen. Ihr Mann sowie die drei Kinder waren mit leichteren Verletzungen davongekommen. Wie durch ein Wun- der ist ein Gast, der frühere Besitzer des Hauses, Dr. Vloncke. dem schrecklichen Tode entronnen. Er sollte nachts ein Zimmer be- wohnen, dos rdiekt über der Küche log und heute bereit? vom Erd- baden verschwunden ist. Aus irgendeinem Grunde war er damit nicht einverstanden und man räumte ihm daraus ein anderes Zim- mer ein. Der zweit? Firmeninhaber und Mitbewohner der Villa, Generalkonsul ÄLeingartner, lief, als er von dem Unglück erfuhr, wie geistesgestört aus dem Hause und wurde die ganze Zeit über nicht mehr gesehen. Seine Frau, seit Jahren gelähmt, b- findet sich in de: Villa. Ein unzulässiger Deirieb? Wie wir weiter erfahren, kam, nach den heute früh getroffenen Feststellungen aus Grund der Akten der in Frage kommenden Polizeiinltanzcn bereits als leststeheivd betrachtet werden, daß der Laboratoriumsbetrieb und die Fabrikation von explo- siven Stoffen im Keller der Villa Weingärtner der Polizei völlig unbekannt war. Man wußte nur, wie dies auch schon vor einiger Zeit zur Kenntnis des zuständig«, Kreisarztes ge- kommen war, daß an dieser Stelle eine Art Naturheil- institut bestand, in dem Lebenselixiere, Gesundheitstees und der- gleichen hergestellt wurden und wogegen natürliä) keinerlei Be denken bestanden. Völlig unbekannt war ober die Tatsache, daß neben den, Zabrikallonsbekrieo. den die Firma Weiugärinex u. Es. in Tempclhos an, erhielt, die oleicheu Experimente mit Speengslossen und seuergefährl>cl)eo Ehemlkalien wie in Tempelhos auch in der Dahlem er Villa voraenommn, wurden, und daß darüber hinaus auch diese pyrotechmiche', Waren dort' ebenfalls fabriziert wurden, wie sich dies aus der Au.ffinduna zum Teil nur halb, zum Teil völlig fertiggestellter K n o l l k a p s e l n usw. ergab. Nach den sehr scharfen Vorschriften der Sprengstofsoerordnung muß ein derariiger Fabrilotionsbetricb vor seiner Einrichtung zunächst bei der Polizei angemeldet werden, woraus nach Prüfung oller näheren Um- stände sowohl von der Gewerbe- wie von der Baupolizei und der Feuerwehr zuerst die Genehmigung erteilt werden muß. Erst dann darf mit der Einlagerung von Sprengstoffen und mit ihrer Perar- beitung begonnen werden. In den Akten dieser Behörden findet sich kein Vermerk über eine derartige Genehmigung für da» Grund- stuck Porkstraße 40— 42 in Dahlem, ebensowenig beim zuständigen Polizeirevier 164. Infolgedessen ist schon in dieser Hinsicht gege» die gesetzlichen Bestimmungen verstos.en worden. Darüber hinaus hat aber bereits gestern eine oberslöchlichc Besichtigung der Laboratoriums- und Lagerräume ergeben, daß die Dorschrifien über die Einlagerung von Sprengstossen in keiner Weise beachte, worden sind, und daß infalpedesten die ganze Anlage, die noch dazu sich mitten in einem reinen Wohnviertel befand, absolut unzulässig war.___ Wieder ein Wafferrohrbruch. Ein Teil der Stadt ohne Wasser. Erst vor wenigen Tagen mußte der„Darwäns" von einem Wasserrohrbruch am Friadrich-Karl-Plotz in Charlotten- bürg berichten, der eine Unterbrechung der Wasser- zufuhren nach mehreren Stadtteilen und eine völligeLahmlcgung desStraßenbahn- und Fuhr-..' werks oerkehrs zur Fjolste In' den Abendstünden des gestrigen Sonntags ereignete sich In Charlottcnburg aber- mals ein Wosserrohrbruch, der von schweren Folgen begleitet war. Diesmal log die Uniollstelle an der Ecke Charlottenburger Chaussee und Kroße Q u« r a l l e e. Kurz vor 20 Uhr r i ß an der Unfallstelle plötzlich der Bürger- steig in einer Länge von etwa 7 bis S Metern aus und ein starker, meterhoher Masstrstrahl schoß an die Oberfläche. In wenigen Minuten waren große Teile der Charlottenburger Chaussee völlig überflutet! Die ausströmenden Wossermengen nahmen ihren Weg in das tiefgelegane Gebiet des nördlich der Bruchstelle gelegenen Tier- gar'tens und überschwemmten weit« Rasenflächen. Als die Feuerwehr und eine Hilfskolonne der Städtische» Wasserwerke an der Unfallstelle eintrafen, hatte sich ein kaum über- sehbarer See von fast% Meter Tiefe gebildet. Zu- nächst mußte das Rohr abgestellt werden, um ein weiteres Hervor- dringen des Wassers zu verhindern. Dann erst konnte der Schaden an der Bruchstelle, die völlig verschlammt und versandet war, in Augenschein genommen werden. Das Rohr zeigte mehrere große Einrisse. Die Polizei hatte den F a h r d o m m für den gesamt?» Verkehr gesperrt. Später, als keine Gefahr für den S t r a ß e n d a m m. von dem wrr ein Teil unterspült wurde, mehr bestand. konnte die Derkehrssperr« in beiden Richtungen wieder aufgehoben werden. Durch den Rohrbruch waren mehrere Stadtteil« ein bzw. zwei Stunden lang ohne Wasser. Die uns von Per Diraktion der Städtischen Wasser» werke mitgeteilt wird, handelt es sich um ein 223 Millimeter Slbzweigrohr, dos von dem durch die Clzorlvttenburgor EHmisiee noch der Innenstadt führenden.Hauptwosferrohr abgeht. Obgleich die Hilfskolonne aus den Alarm schon nach kurzer Zeit an der Unfallstelle eintraf, war der Druck, der vom Hauptrohr auf dem Abzweigrohr lastete, so groß, daß erheb li che Ueberschwem- n, u n g« n hervorgerufen wurden. Durch den W a s s e r v e r l u st trat ein, Druckverminderung«in, durch die ein« Verminde-- runa dev Wcsserliefening«Intrat. Durch Absperre u des Ab- zweigrohres konnte die Wasierkolamilöt gegen 22 Uhr wiicher behoben werden. Ein Wohnhaus niedergebrannt. Ein größeres Feuer beschäftigte ln der letzten Nacht mehrere Löschzüge der s r e i w I l lt g e n und Berliner Feuerwehr in H e r m s d o r s, wo in der M ü h l e n s e l d st r a ß e 21/22 ei» zweistöckiges, balbmasstves Wohnhaus in Brand geraten war. Mit großer Mühe konnten die Bewohner dasnackteLebeuinSicherheitbringen. Die Flannnen fanden an dem leichten Bau reiche Nahrung und trotz starken Wasser- gebens aus mehrere» Schlauchleitungen konnte wenig gerettet werden. Die Entstehunzsursache ist noch unbekannt. Dir„Freie Schulgemeinde Eharlotleuburg" beruft für all» Eltern rechts der Spree, deren Kinder zu Ostern d. I. emgeschult werden, ein Versammlung ein, die Dienstag. 10. Januar. 20 Uhr, in der„Sängsrklous e", Kaiserin-Augusta-Alle» 00. Eck« Ilsenburger Straß,, stattfindet. Ein Referat des Konrektors Genostsn Hermann K ö l l i n g über dos Thema„In welch, Schule hoben wir unsere Kinder einzuschulen?" vürste für viele Eltern, die darüber noch im Zweifel fem sollten. ——'— Qntanff« fem. Leipziger Scchsiagcrcimcn. Bewegte Kampfe.— Girardcngo-Negrlm führen; Sil Leipzig ftrsiten Ii Maimschoften um den Sieg im erste» Sechstagerennen der Messestadt. Viele bewegte Moniente hat es schon gegeben: hart wurde uni die Spitze gekämpft, doch imni«r wieder behaupten sich allein die Italiener Girardengo- N e g r i n i. Die geglückte Ucbernindung in der ersten Nacht muß- ten sie nur zu gut zu verteidigen! Die Amerikaner Kaiser-Keenan vermochten überhaupt nichts zu zeigen. Und so kam es, dotz Kaiser nach 2? Stunden d i e Bahn verlieh. Lag doch die Mannschast bis dahin schon vier Runden zurück. Sein Partner Keenan fuhr noch einig« Zeit als Ersatzmann weiter und gab dann schließlich ebenfalls aus. In der z w«j t e n Nacht stießen wieder einige Paare zur Spitzengruppe, di« die Italiener immer noch allein innehatten, aus. Der Belgier Thollembeek unternahm einen Porstoß, in dessen Verlaus die Paare Lewanow-T�ollembcek, Rieaer-Junqe und NeberSeiserth Spitzengruppcnpaare wurden. Koch-Buschen- Hagen und Tietz-oan chevel tonnten nach Mitternacht das gleich« tun. Alle anderen Paare lagen elne Runde zurück. Eine bewegte Nacht hatte dos„Achillelon* vom Sonnabend zum Sonntag. Ein aus- nerkousies Haus! Fast alle Augenblicke wechselte der Stand des Rennens! Am Sonntag nachmittag 5 Uhr be- fanden sich in der Spitzengruppe: Girardengo-Negrini 290, Rieger- Junge 79, Vcrmandel-Frankcnstein 7, Nebe-Seiferth 31 Punkte: eine Runde zurück: Louci-Mouton 94, Hahn-Fricke 83, Tietz- van Hevel 84, Lcwanow-Thollcmbcel 72, Macs-Dehrendt 68, Debaets- Dhaemers 31, Persyn-Dcrschelden 31 Punkte: zwei Runden zurück: Hille-Earpus 63 Punkts. Im Zeichen ständiger Prämien- und Positianskämpse stand die vierte Rocht. Bis zur 11. Wertung um 2 Uhr nachts ereignete sich nichts Besonderes. Im Anschluß an einen Sturz von Derschelden mußte dos Rennen für ihn und seinen Partner Persyn einige Zeit neutralisiert werden. Im Verlauf der 2- U h r- N a ch t w e r t u n g zettelte Dhollembcet eine Jagd an, die Aussicht auf Erfolg hatte, wenn nicht chirordengo-Negrini, Rieger-Iunge und Tietz-van Hevel sofort die Situation erkannt hätten. Besonders das erster« und das letzter? Paar bewiesen hier ihr Können, doch konnten sich Tietz- von Hevel neben anderen Paaren nicht in der Spitze halten. Ein Massensturz führ!« zum Iagdende. Noch einer neuen Jagd in der vierten Morgenstunde hatten die Italiener wieder allein d i« Führung. Noch einer Fahrzeit von 79 Stunden(Montag i:üh 3 Uhr) waren von der Spitze 2994,3 99 Kilometer bedeckt. Staat) de? Rennens: Girardengo- Rogrini 234 Punkte: 1 Runde zurück: Tietz-van chcvel 112, Rieger-Iunge 193. Nebe- Seiterth 38 Punkte: 2 Runden zurück: Louet-Mouton 131, Maos-Behrendt 91, Lewonow-Thollembeet 89, Frankenftein-Per- mandel 84 Punkte: 3 Runden zurück: chahn-Fricke 96, Debaets- Dhaemers 70, chille-Earpu« 67. Persyn-Verichelden 38 Punkte: 4 Runden zurück: Koch-Bulchenhagen 39 Punkte. Möilcr siegt, in Paris. Im Beisein von etwa 80M Zuschauern gelangten aus der Poris er Winterbahn die nationale Wintermeister- schaft für Flieger und die international« Meister- schüft der ausländischen Steher unter Beteiligung der Deutsche» Möller und S a w a l l zum Austrog. Möller konnte im Rennen hinter Motoren einen viel bejubelicn Sieg über Weltmeister Linort und Sawall herausfahre.». Ehiaer-Kroschcl siegen in Dartmancl- Einen gelungenen Auftakt zu dem bevarstetzende» Dort- wunder Sechstagerennen bildete das Drei stundenmann- > ch a f t s s a h r e n. das om Sonntag in der W e st f a l e» h a l l e bei ausgezeichnetem Besuch vor sich ging. Do? lange Rennen nahm cinen überaus interessanten Verlauf und endete mit dem Sieg« der Berliner C h me r- K r o s ch e l. die die meisten Punkte auf sich vereinigten und 138,409 Kilometer fuhren. 100 Kilomeier in Breslau. Das ausgezeichnet besetzte 1 9 9- K i 1 o m e t e r- M a n n- schaftsrennen in der Iahrhunderthalle nahm einen fclten interessanten Verlauf. Di« Hechte im Karpfenteich spielten die jungen Franzosen Letourneur-Broccardo. In allen Jagden gaben sie den Tan an und im Verein mit K r o l l- M i c t h e glückte es ihnen ouch, in der letzten Holben Stunde olle anderen Paare zurückzulassen. Den Sieg schnappten ihnen jedoch die Berliner Kroll-Mieth« weg, die«in gleichmäßiges gutes Rennen fuhren. Sie erledigten die 199 Kilometer in 2:29:19. Bilanz im Trabersport. Eine höchst erfolgreiche und sportlich interessant« Renn.zeit haben die Traber Himer sich. Ueber die Erfolge der Fahrer und die Gewinne der Ställe sei nochstehend einiges oufgeführt. Unter den Berufsfahrern ist E h o r l i e Mills noch immer eine Klasse für sich. Zum elften Mal« konnte er das Championat in Deutsch- land erringen. Em nicht zu unterschätzender Rivale ist ihm in dem noch sehr jungen G. I a u ß j o n. erwachsen. Brachte es Mills auf 124 Stefje. so konnte Iauß zum ersten Male ebenfalls die.199" überschreiten und m Erfolg« aus sein Konto bringen. An dritter S-elle folgt Johnny Mills, der 89 Sieger steuerte. Mit 69 Erfolgen steht E. Weidmüller, der nach wie vor in Bayern dominiert, an vierier Stelle vor P. Fimr(41), I. Spieß(38), Wotr. Heitmann(33), H. Siqrin(34) Herin. Schleusener(29), W. Eberl(29). A. Skerk-ut(27). M. Ringius(26).<3. Lauten- berger(23) und A. Finn(23). Bei den Herren fahrern konnte wieder E. Elias, nun schon zum dritten Male hintereinander, das Championat, und zwar mit 13 Siegen, erringen. Auf 13 Cr- folge brachte es der Homburger A. Brummer, je 19 Erfolg« erzielten der populäre Fritz Brandt, der Hamburger H. Ey- bächer und der Münchener I. Kaupper jun. Bis zu sieben Rennen gewannen noch: Lorscheid(8). Ch. Heide. I. Heider, W. Moesgen und W. Schoknccht(je. 7>.— An der Spitze der gewim, reichsten Rennställ« steht.das G e st u t F o l k e n h a ge n mit 179 436 M. An zweiter Stelle folgt das Gestüt Dams- b?ück mit einer Gewinnsumme von 119377 M. Wieder in ge- hörigem Abstand solch der Stall Olympic mit 63 481 M. Das mit viel Passion unterhaltene Gestüt Höflein kann als Gewinnsumme 47 396 M. verbuchen. Bis z» 39999 M. aewannen noch folgend« Ställe bzw. Besitzer: W. Wolfram(45308 Ml.). H. Ritschke (36 896 M.),?l. Balle(32 246 M.), Gestüt Wilhelmsburacr Hof (31 381 M.). Stall Geilelgasteig(31 90, M.). Dos preußisch« Ministerium für Landwirtschaft. Domänen mch Forsten hat auf Antrag der Obersten Rennbehärd« hin die A e n« h- m i g u n g z u m B- t r i e b e d e s T v t o l i s a t o r s für 242 Renn. tage in Preußen in Aussicht gestellt. Davon«ntsollcn auf: H o p p e go r t« n. Grunewald und Karlshorst je 39, Strausberg 20, Hannover, Magdeburg, Dortmund je 12. Bres- lru. Fronkstirt o, M., Horst-Emjcher und Kreseld je 11. Düsseldorf, Köln. Mülheim-Duisburg und Neuh je 19, Halle 8. Reckling- bansen 4. Danach steht zu erwarten, daß auch die auherhaib Preußens ansässigen Rennvereine in Hamburg, Leipzig, Dresden. München. Baden-Baden. Mannheim usw. ihr Iahresprogramm in gewünschter Weis« durchtz'rhren können. Den preußischen Renn- vereinen werden widerruflich die im Jahr« 1927 bewilligten Anteile om Teitalisatorvmsot! auch in 6i?sem Jahre überlassen, die endgültige Fe�'setzunq behält sich das Ministerium vor Aussall der Kuhlebener Trabrennen. Die om Sonntag in Ruh- leben vorgesehenen Trabrennen sind infolge der Ungunst der Witterung abgesagt worden. Dies geschah allerdings erst wieder in ttallenzportjtest des ASC (in der Prinzen-Halle.) Der Arhletik-Sport-Club hatte zu seinem zweiten internen H a l l e n s p o r t s e st am Sonntag in die städtisch« Zentralturnhalle eingeladen. Die Veranstaltung war ausgezeichnet besucht, fast 1999 Zuschauer besetzten die Turnholle. Vom Stadlamt waren Prof. Heinrich und Direktor Häußler zugegen, die sich sehr lobend über den Ablous der Veranstaltung aussprachen. Am E i n m o r s ch beteiligten sich sämtliche fünf teilnehmende Vereine(SC. Berolina, ASV. Lichtenberg, FSV. Schöneberg und SV. Moabit) uird der aastgebcnde ASE. Nach eurer kurzen Be- grüßungsansprache M ö l l in e r s zeigte der ASC. ein„Allgemeines Training", das. in«ine Viertelstunde gepreßt, einen interessanten Einblick in die Uebungssysteme der Leichtathleten gewährte. Gleiches Interesse fanden die Eymnostikvorsührungen und vor allem die H ü r d e n s ch u l e. Besonders die Hürdenschule, die von der vorbereitenden freien Gymnastik, den vorbereitenden Pferd- und Bockübungen bis zum Hürdenlauf alle Trainingsmöglichkeiten zeigte, mar für viele Zuschauer von neuartigem Reiz. Neben den Ge- meinschastsübungen dominierten naturgemäß die Läufe. Ein spannendes Bild bot der 49.Mkter-Lauf. in dessen Endlouf vier ASCer und zwck Genossen vom SC. Berolina gelangten. Sieger wurde hier erwartungsgemäß O. Heidt vor Wienicke. Die 19X49-Mktev.Pendelstofette gewann Berolina, nachdem di« in Führung liegenden ASCer beim vorletzten Wechsel den Stob vor- larcn. Auch bei der großen 29x2-Runden-Stasette war dos Geschick dem ASC. nicht günstig, Berolina gewann sie, während ASC. auf den zweiten Platz wegen falschen Wechsels disauolifiziert wurde. Die Veranstaltung bewies erneut, daß ouch Bundesverein«, die zahlenmäßig nicht mit den großen Dereinen konkurrieren können, sehr wohl in der Lage sind, vorzüglich geleitet« Feste durchzuführen, um durch die Vorführung ihres Uebungsbetriebes nachhaltige Wer- bung für sich und damit den Arbeitersport zu treiben. Resultate:.Hochsvrung. Männer: 1. Lippcrt 1,68 Meter. — Hochsprung. Jugend: 1. Haupt(ASE.) 1H9 Meter.— Hochsprung. Frauen: 1. Weidlich(Moabit) 1,33 Meter.— 1 9 X 4 9- M e t« r- Pendel st afette, Männer, 2. Monnschoften: 1. ASE. II 54, I.Frauen, 1. Mannschafien: 1. ASC. 62,1; Jugend: I. ASE. 56.1: Mäimer: 1. Berolina 53,2.— 1 999 Meter, Männer, Laus.A: 1. Bener(Berolina) 2,46,2: Lauf B: 1, Fahle(Berolina) 2,47,1.— 49-Meter-Laiif, Klasse B, Männer: 1. Polenz(Berolina) 5; Jugend: 1. Eckart(Schönrdcrg) 5.2; Frauen: 1. Cossow(Schöne- berg) 5,1.— Handball: 20 für Schonederg.— S t o ck d a l l- spiel: 3:1 für Schwarz.— 49- Meter-Lauf, ältere Sportler: 1. Lippert(Lichtenberg) 3; Jugend, Klaii« A; 1. Schütte(Schöneborg) 4,9: Männer: 1. Heidt(ASC.) 4,7— 10X2 Runden, Jugend: 1. ASC. I 4,56.— 20x2 Runden, Männer: 1. Berolina 8,51,3. Winlcrfohrl ins Mittelgebirge. Zu den schönsten deutschen Mittelgebirgen gehört das Riesen- und Ifergebirge. Eine eigenartige Schönheit hoben die Gebirgszüge im WmXr, wenn vom Kamm und den Abhängen der Schnee im Sonnenglanz leuchtet. Diese Pracht den Berliner Ar» beitern zu zeigen bezweckte die Einladung der„R o t u r s r« u n d o" zur Wintersohrt in der Woche nach dem Weihnachtssest. Auf- enthaltsort für die ersten Tage war Petersdorf i. R. Sonne überflutete die weißen Flächen des Riesengebirgskommes, als nach Wanderung und Aufstieg durch kniehohen Schnee die Teil- nehmer an der Sch n e eg r u b e n b a ud e anlangten. Roch schöner war die Wanderung auf dem.Lohen Iserkanim" vom Heusuder zur Tafelsichte. Vorbei an schueebeladenen Fichten, in Sonnenlichte ge- hüllt, übertrug sich diese Pracht auf die frohen Gemüter. MU zu letzter Stunde. Durch geeignete Maßnahmen, wie Bekanntmachung aus den Bahnhöfen und an wichtigen Derkehrspunkten Hütte man vielen Troberfrcunden den unnützen Weg nach Ruhleben ersparen können. Juniorcmneisterschaft im Zweierbob. Als erst« Meisterschaft im deutschen Bobsleighsport gelangte die im Zweierbobfahren sür Junioren am Sonntag in Schreiberhou zur Entscheidung. Tie Bohnverhältnisse waren überaus günstige. Damn konnte selbst starker Schneefall während der Veranstaltung nichts ändern. Es waren reichlich Hilfskräst« zur Stelle, die den Schnee wieder wegschaufelten. So kam es, daß die Zeiten im Dsrhälinis sogar bessere waren, als die beim Fünfer- bobrennen vom vergangenen Freitag. Um die Meisterschaft be- worden' sich insgesamt elf Fahrzeuge vom„Berliner Schlittschuh- Club", aus Krummhübel, Flmsberq und Schreiberhou. Di« Berliner Bobs„Bleibtreu"(Führer Maurer) und„Bremen"(Führer Brehme) kamen jedoch für den Ausgang nicht in Betroo'st, sie mußten sich mit dem 6. bzw. 9. Platz in 4:57,5 bzw. 5:03,5 begnügen. Sieger und damit Gewinner der Meisterschaft wurde der Bob „S m« d g«"-Schreiberhau mit Pohl als Lenker und Liebig an der Bremse, der sür di« zwei Fahrten 2: 97,2 bzw. 2: 12,8, zusammen also 4: 29 benötigte. Den zweiten Platz belegte der Bob..Hecht- lein"-Flinsberg in 4: 39L vor dem Krummhübcler Bob„Wiesel" 4:31,4, bei dem die Berliner Grau und Btuckaus als Lenker und Bremser fungierten. Roch dem 4: 2-Siege der„Zweiten" des Berliner Schlittschuh-Clubs über Slavia-Prag trat diese Mannschast am Diens- tag einer Prager Städtevertretung gegenüber, der sie jedoch nicht gewachsen war. Trojzdem Molonder. Andresen und Kittel olles hergaben, tonnten die Berliner«ine 7:2- Niederloge nicht abwehren. Nach dem ersten Drittel führt« der BSE. mit 1:9. die anderen beiden Abschnitte, die ganz im Zeichen der Tschechen siaichen, schlössen 1; 4 bzw. 0: 3. Hauptanteil an dem Siege der Einheimischen bat der bekonnte Spieler Malecek, der der beste Mann auf dem Spielselde war. In den Pausen zeigt« sich der deutsche Exmeister im Kunstlaufen. Rittberger- Berlin, dessen Programm bei den 2599 Zuschauern viel Beifall fand. Deutscher Auto-Club. Der republikanische neugeqründede„Deutsche Auto- Club" hat seine erste Hauptversammlung am Donnerstag, 19. Januar, tOX Uhr, im Festsaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 2, abgehalten. Neben der Wohl des endgültigen Präsi. diums und der Genehmigung der Satzungen soll auch das sportliche Programm für das Jahr 1928 bekanntgegeben werden. Di« Bor- arbeiten zum Aufbau der Kluborganisation gehen vorwärts trotz der Fülle der Anfragen und Anmeldungen Otts- und Landesgruppen lind im Entstehen, und noch im Lauf« dieses Monats werden an di« Mitglieder die Wagenschilder(schwarzer Adler aus goldenem Grund nut roter Umrandung) ausgegeben End« Januar ist die erst« Anfahrt geplant. Die vorläufig« Geschäftsstelle ist Krön- prinzenufer 19(Telephon: Moabit 684). den tiefsten Erlebnisse» in dieser schönen Natur gehört die vier- stündige S ch l t t t e n s a h r t, die die Teilnehmer der Achttage-Reise nach Bad F l i n s b e r g brachte. Bei Hellem Schellengeläute ging es die Oueisstraße entlang, die links vom Hohen Iserkamm und rechts vom Kemnitz begleitet wird. Hohe Fichten grüßten die Wan- derer, ihre vereisten Spitzen glitzerten wie kostbares Kristall. In- mitten dieser kostbaren Umgebung lebte man aus nach einem Jahr voller Arbeit und Mühe, und neue Kräfte sammeln sich sür die Kämpfe des neuen Jahres! Aber nicht nur ästhetischen Genusses sich hinzugeben zogen die Teilnehmer hinaus: auch die soziale Seite von Land und Volk wurde erforscht. Man sah in der Iosephinenhütte die Glasbläser am Feuer ihren ungesunden Berus ausüben, in einer Atmosphäre, die gleich in den ersten Minuten beklommen machte. Nur junge Men- schen waren zu sehen, die ältesten vielleicht 39 Jahre alt. Bei „hohen" Löhnen von 69 M. ist ihre Lunge in kurzer Zeit krank. Auch in der Glasschleiierei sind die Arbeitsbedingungen gar nicht viel günstiger. Und trotz herrlicher Umgebung und einwondfrcier Berglust siechen diese Arbeiter dahin. An einem Tage vereinigten sich die Teilnehmer zu einer Wanderung ins Vorland des Gebirges zur Queistolsperre Goideniraum Mit dem unterhalb der Sperr- mauer liegenden Elektrizitätswerke dient sie der Stromversorgung Hirschbergs und Umgegend. Es hat sick> bei dieser Reis« wieder erwiesen, daß das Regen in Gesellschaft Gleichgesinnter unserem Zeitgeist am meisten gerecku wird. Da auch die Verpflegung und die Untertunil gut waren, so schieden die Teilnehmer am Neujahrstage in jeder Beziehung be- friedigt von ihrem Führer. Gern werden sie zurückdenken an die frohen und erlebnisreichen Tage der Winterfahrt mit den„Natur- freunden". r. Ansang Februar findet eine Wochen« ndwanderung nach Frankstirt a- d. Oder und Anfang März nach Branden- bürg a. d. Havel statt. Aus dem Plan der Ferienwanderungen sei kurz erwähnt: O st e r n vier Tage in die b ö h m i s ch« Schweiz. Pfingsten und anschließend« Woche nach Rügen. Juli ins Iser- und Riesengebirge, acht Tage. Juni in den Schwarzwold. A u g u st in den Harz. Mitte August mit Sonder- zug noch Zürich, von dort Wanderungen in die Schweizer Berge. Weiter« Auskunst durch dos R e i s« b u r e a u T.-V.„Die Rotur- freunde". Johannisstr. 13. Dienstag und Freitag 6—8 Uhr. Telephon Norden 4177.___ Ergebnisse der Serienkämpse in der Doch« 1. Tunuar bis 6. Januar ISIS. A- K I a j s e: Berolina— Nordwest 18: 19, 1. Gang 9:2. B-Kioss«: Sandow-Jriedrichshagen— Neukölln 19: IL. 1. Gang 6:». Termine für die SerienkSmpse in der Woche vom S. Januar bis IS. Janvar 1928. A. Klaffe: 12. Januar KSpeniS— Elche 1999, Köpenick, Turnhall« Brandenburg-Platz, 29 Uhr. 13. Iaruar Liberias— Spandau, Charlottenburg. Turnhalle Spreesirahe, 29 Uhr. B-Klasse: 10. Januar Neukölln— Kraft-Heil. Neukölln, Turn- balle. Mohlower Straße. 29 Uhr. S-Klasse: Berolina— Einigkeit. Neukölln, Turnhalle Thomosstraße, 20 Uhr. 11. Januar Arimr.— Siegfried-Mariend., Berlin. Turnhalle Straßmannstraße 6. 29 Uhr. Jugend: 19. Januar Eiche 1999— Roter Stern, Berlin, Turn- balle Friedenstroß« 17. 19 W Uhr. 13. Januar Frledrichshagcm— Köpenick, Friedrich» Hagen. Turnhall« Bruno-Wille-Stroße, Eck« Rahnsdorfer Straße, Zi) Uhr. Eiche 1900— Roter Stern. Montag, 9. Januar, stehen sich ge- nannte Versine im Serienringkampfder Jugendklasse gegen- über. Da beide Verein« über gut« Ringer verfügen, wird es zu interessanten Kämpfen kommen. Der Kampf sindet in der Turn« Halle Friedenstraßs 16 um 19H Uhr statt. Die Berliner Fußballspiele mußten gestern wegen der völlig unbrauchbar gewordenen Plätze abgesagt werden. Haymann kontra Gormann. Boxkämpfe in der Kaiscrdamm- Arena. In der Kaiserda mm-Arena, di« schon so manch« hervor- ragende Veranstaltung gesehen hat, wird das Tressen zwischen der», herooTragendcn deutsch«! Schwergewichtler Haymann und dem Amerikaner Bud Gor man, dem Bezwinger Dieners, am Freitag, dem 13. Januar, vor sich gehen, viel hängt von dem Aus- gang dieser Begegnung ab, da sich eine Reihe unserer Besten mit der Absicht traten, wieder einmal übe: den Ozean zu gehen. Für das Treffen Gormon-Haymann ist eine Distanz van 19 Runden vorgesehen, während alle übrigen Begegnungen aus 8 Runden angesetzt sind. Als Richter im Ring fungiert Samfon-Körner. An dem Abend kämpfen sonst noch: der Düsseldorfer Willy Drekopf gegen den Belgier I. G« r a e r t s, ferner di« Schwergewichtlsr R o e> c- mann und B u t t i- Italien, dann gibt es noch eine Ausscheidung im Leichtgewicht zwischen R« fz g er- München und Reppei- Herne. Fünf k. o.-Siege in Stuttgart. Bar etwa 3000 Personen gelangte in der StuttgOrte? Stadt hall« ein internationaler B o r k a m p s a b e n d zur Durchführung. Alle fünf Tressen nahmen«in sehr schnelles Ende. Rudi W o g« n« r- Duisburg brachte den Kolonialftanzosen Rugi- lello bereits nach zwei Minuten für die Zeit zu Boden, Meister Hein Domgorden siegte über den schweizerischen Mittelgewichtsmeister Fi«d Schmidt-Zürich in der zweiten Runde durch Risdersch'.ag. Eine Runde länger hielt sich der Iugoslavv Paluga im Kampf mit dem Stuttgarter Schwergcwschiler G ü h r i n g, auch Schumann- Würzburg kam in der drttten Rund« durch Ausgabe über Clauß- Stuttgart zum Erfolge. Erst Grimm setzte dem Franzosen Lamy so zu, daß dieser in der vierten Runde oufgab.' Ein Secksiaaemliien aus os jener Bahn soll End« Juni mti de? Bahn von Marseille veramtoltet werden Ai» Organisowr tritt der auch in Deutschland bekannt- Manager Biel aus. Immer noch Seeschwimwe«. Die beiden englischen Kanal« schwimmen m.en Mercedes Gleitze und Hudson haben einen erneuten versuch unternommen, die Meerenge von der afrikam- schen Küste noch G i b r o l t a r zu durchschwimmen, jedoch wiederum vergebens. Die„Ziachl". das Organ des Deutschen Segler- und des Motsr- jachtverbandes, kann in diesen, Jahr« aus ein 25jährigez Erscheine» zurückblicken. In der Nummer 1 des neuen Jahres fchreibt der law jährige Schrrfrleiter Ilgenstein einen Erir.nerungsaufsatz aus vi« zurückliegende Zeit; die Beschreibung dreier Typen bewahrte? Sreuzerjachten folgt. Di? Sölne!- Hohzbauwert« bringe» Risse und Ansichten einer B e r k e h r r b o o t l i m u s i n«. ein Lrtilel von Direktor Krueger beschreibt die neuerdings besonders in Amerika gepflegten Auhcnbordmatorrennen, für Holland schreibt van Kempen über den gleichen Sport. Berichte über den Eissegelsport schließen sich an. Sehr schöne Photos be�bttt die Zeitschrist. Preis bei allen Händlern 69 Pf.