Morgenausgabe Jlr»19 Ä10 4S.Iohrgallg CiKtMirtt«) a> ttenmg,««liMch I,— Xtidssnut im docou» iuhlboc. üntc? Streit bond nr In- mid Su»> lonb 5j0 Reich, marl pro IRonut » P».Somäns* mit dtt illustrier, «en Zoniilagskeilage»Volk mid ZelN sowie den Deiloaen.Umerdalturiz »ob Wiflen- ,Au« der gllmnuü*, ,otnbt beilege".Frauenstimme", .Der Äinberjreunb".Iuzeod�Bor» »ört»".Blick In bi» Bstcherwelt", .Jliiltunjrbest" unb Technik" «rscheiM wochemiglich«weimal, «Mb vlonlog» einmal. P- irmt-WK, Berliner Vottsblatt Donnerstag 12. Januar 292S Groß'ÄerlinIg Pf. Auswärts 15 Pf. Zst» ttatgaltig« RoapareiNegeN» 80 Ueimiz Reklame, eile 8.— Reichemark.Kirtnt Va, eigen" da« ieng»- druckte Wart 25 Pl eonig tzuläistg zwei seUaednickt» Dane). lebe» weilere Wart lll Pleno, a Etellengeluch» ba» erst» Won>8 Plennig, iede» weiter» Dort 10 Pfennig Wort» Uber 18 Buchstaben seihlen für zwei Wort» ürbeitomorft �»!l» 80 Pfennig Familionzeigen für lllbannenten Zeil» 40 Pf ennig Anzeigen» annahm» im chouptgeichäft Linden- lirastell wochentigl von 8'/, bi» 17 llh». Äentvawrgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Nedaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhösf 392—227 Telegramm-Zldr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 KS«— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Sngestellien und Beamten Dallstr. SS. Diikonto-Gesellschaft. Depositenkasse Lindenftr 2 Klerikale Schulaufsicht! Kirchenkontrolle des Religionsunterrichts beschlossen.— Llmfall der Volkspartei. Geschlagene sechs Stunden hat gestern der Jntersraktio- nell« Ausschuß der»ürgerblockparteien getagt. Resultat: die Ä o l k s p a r t e i hat die Nerven verloren, sie ist z u s a m- m e n g e t l a p p t, sie hat in der Frage der geistlichen Schul- aufsichl einer„Formulierung" zugestimmt, die die Aufsicht der Kirche über den Religionsunterricht und den Re- ligionslehrer im Reichsschulgeseiz verankert. Der Kompromißantrag zu dem betreffenden§ 16 des Schulgesetzes hat folgenden Wortlaut: Der Ausschuß walle beschließen: Einsichtnahme in den Reli- gionsunterricht. 1. Den Religtonsg.esellschaften ist— unbeschadet des staatlichen Aufsichisrechte»(Art. 144 und 149 Abs. 1 der Reichsver- fassung) Gelegenheit zu geben, sichdaoonzuüberzcugen. ab der Religionsunterricht in Uebereinstimmung mit ihren Grund- fitzen erteilt wird. Die zuständigen oberen Stellen der Retigions- gemeinschastev haben zu dem Zwecke das Recht der Eiusichtuahme tu den Rekigionsunlerricht. Dieses Recht kann uicht au deu vrtsgeist- licheu als solchen übertragen werden. 2. Die Religioiisgesellschasten und ihre Vertreter haben gegen» über den Lehrern, die Religionsunterricht erteilen, keine BesugnisderDienstaussicht. IS»: In den Gebieten des Reiches, in denen ein Zusammen- wirken zwischen Staatsbehörden und Religiansgeselljchasten Hinsicht- (ich der Einrichtung und Erteilung des Religionsunterrichtes in der Asltsschule durch Gesetz oder Vereinbarung festgelegt ist. kann es bei dies« Regelung»«bleiben. Der Absatz 2 des Antrags ist ein Unding: er ist lediglich das MäntelchÄi, hinter den die Bolksparie, das blamabls Aufgeben ihrtir gestern noch als unerschütterlich beschworenen Grundsätze verstecken möchte. Eine Kirchs, die die Macht hat, d«n Religionsunterricht zu überwachen, wird naturlich auch die Macht haben, einen ihr unliebsamen Religions- l d h r e t kalt zu stellen. DietirchlicheSchulaufficht soll, soweit es den Religionsunterricht anbelangt— und die Kirchenvertreter werden es nicht an Versuchen fehlen lassen. über diese Bresche Einfluß auf die Schule selbst zu ge- winnen—, im Reichsschulgesetz verankert werden. Das ist der Sinn des Kampromisses. Alles andere sind schöne Worte. Auch über den ß 14 des Entwurfs, Religionsunterricht in den Schulen, haben sich die Bürgerblockparteien geeinigt, ohne daß bisher der Wortlaut dieses Kompromisses bekanntgeworden ist. Die Verhandlungen über den L 20. der die Gebiete aufzählt, die als Simultanschulländer vor- läufig von dem Gesetz ausgenommen sind, sind noch nicht zu Ende geführt worden. Der Ausschuß hat sich aber auf unbestimmte Zeit vertagt, da das Zentrum offenbar mit dem �gestern Erreichten zufrieden ist. Deshalb Schluß, und der Volkspartei, deren Interesse an der Regelung der Simultanschulfrage am größten ist, wird die Tür vor der Nase zugeschlagen. Bürgerblockkompromih von Zentrums und Großagrarier Gnaden! Die Bürgerblockparteien beabsichtigen, dem B i l d u n g s- o u s f ch u ß die Kompromißanträge zu den 14 und 16 schon in der heutigen Sitzung vorzulegen. Die Volkspartei wird es den Oppositionsparteien überlassen müsien, die„I i beralen Prinzipien", die sie im Stich gelassen hat, zu verteidigen. » Der„S o z. pressedieust"«fährt, daß nach dem kam- promiß die Soatralle de» Bellglonnin lerrlchls durch die S r t l t ch e n Pfarrer zwar auegefchallet wird, die geplante geistliche Schulausstchl cm sich ab« insofern bleibt, als für die Kontrolle des Religioosunt«. richts in Ankunft ein« bestimmte Anzahl von befon- der» zu benennenden Dekanen in Aueslcht genommen ist. Sie sollen gewifiermaßen im hanptberns im Lande herum. reisen and die einzelnen Schulen kontrollieren. Gin Hundert-Millionen-Schwindel Riesenbetrug bei den Reparationslieferungen. Pari�, 11 Ja««««.(Eigentericht.) Sic Affäre des Tachltefernngäfchwindels soll Snntrakte(« Werte von ISO Millionen Mark «mfassen. die hauptsächlich auf Nahrungsmittel. Hopf«» uud Viehlieferunge« lauteten. De« Abendblätter« zufolge sind die betrügerische« Geschäfte i« der Weise getätigt worden, daß der französtjchr Käufer zunächst eine« Gutschein über 10 Pro,, des Gesamt- wertes der beftellteu Ware von der französischen Sie- gierung i» Anspruch nahm uud dann eine im Werte viel geriugere Ware von de« deutschen Lieferanten bestellt«, worauf schließlich der Gewi««»wische« beide« geteilt wurde. Bei einem einzigen Geschäft in der Höhe von 20 Millionen sei in Wirklichkeit nur ei« Gegenwert von einer Million geliefert worden, während die verbleibenden 10 Millionen in der Weise geteilt wnrben. daß der deutsche Verkäufer »S Pro», erhielt» während der französische Käufer gz Pro», des„Gewinns" bezog. Di« Untersuchnngs- behörden beschränken sich auf die Mitteilung, daß die Nachforschungen in Frankreich und Deutschland mit größter Energie geführt werden. Verlin deckt den Zieparationsschwindel auf. WT». meldet: In de? französischen Zeitung„M a t i n" ist behauptet worden, daß d'« deutsche Regierung oan den in Parts ausgedeckten Repara- tiansbetrügereien gewußt habe. Wie wir hören, oechielt sich die Angelegenheit so. daß das deutsche Eachlieferungsbureau in Paris Anfang Dezember vorigen Jahres Veranlassung nehmen mußte, den französischen Sachlleferungsdienst aus U n st i m m i g- leiten aufmerksam zu machen, die anscheinend bei einigen Reparationsoerträgen obwalteten. Daraufhin veranstaltete Untersuchungen haben.den Verdacht vorgekommen« un- lauterer Mochenschaften bekräftigt, woraus der französische Minsster der öffentlichen Arbeiten die Präfekten der zerstörten Ge- biet» angewiesen hat. in ein« Prei»Prüfung der vorgelegien Reparativne»erträg« einzub'eten. Es muß also festgestellt werden, daß gerade di« deutschen Instanzen e» waren, die zuerst auf die vorgekommenen Machenschasten hinwiesen und den Anlaß zu ihr« Ausdeckung gaben. Zu deu Meldungen au» Pari»«fährt der.8 s». Presse- dienst" ü. o. folgendes: Die betri'�erijchen Manipnlotionen reichen länger« Zeil zurück. Man spricht von betrügerischen Sochliefernngsverträgen tn Höhe von über 19 9 Mit- l i o n e n. Die Firmen, die sich auf deutscher Seite an dem Betrugs- manöver beteiligt haben, sitzen zum größten Teil in Berlin. Vor allem wird die Paragesellschast in Berlin geimnut, ein Unternehmen, das in der Nachkriegszeit gegründet worden ist. Diel« Gesellschaft ist bereits durch den Reichskommissar ftir zwei Jahre auf die schwarze Liste gesetzt und von weiteren Reporotionslieferungen ausgeschlossen worden. Schwer belastet scheint auch eine rheinische Firma zu sein, die ihren Sitz in Düsseldorf hat. Es wird damit gereckinct, daß diese Firma im Laus« d« nächsten Tag« ihrer betrügerischen Handlungen über- führt werden kann. ltm die Immunität der Kommunisten. Paris, 11. Januar.(Eigenbericht.) Die Kammer wird am Donnerstag nachmittag über das Schicksal der fünf verurteilten kommunistischen Abgeordneten zu entscheiden haben. Iustizminister B a r t h a u dürfte zunächst im Namen der Regierung mitteilen, daß den Ve- Hörden der A u s t r a g erteilt sei, die Abgeordneten zu o e r h a s- t e n. Dann wird ein Bertreter der sozialistischen Fraktion beaMrogen, doß die Kommer sich für die Aufrechterhal- tung der Immunität ourjprcch« und die kommunistischen Ab- geordneten im Interesse der parlamentarischen Rechte und Frei- Helten bis zum End« der Legislaturperiode, also bis zum 1. Juli, in Freiheit gelassen weiden. Diesem Antrag wird die Regierung entgegentreten und die Vertrauensfrage stellen. Wahr- scheinlich ist, doß die Mehrheit der Kammer Poincare sich auch diesmal gefügig zeigen wird: immerhin ist eine Ueb«raschungsabstim- mung nicht völlig ausgeschlossen. Eochia hat am Mittwoch übrigens Sensation gemacht, indem er in der Kammer erschien und erklärte, in der Donnerstag- ixbctte das Wort«greisen zu wollen. Auch die anderen verurteilten kommunistischen Abgeordneten dürften an der Kammerdebalt« tell- nehmen. Ausaeschlossen von dem Haftbefehl sst der kommunsstische Abgeordnete(I l a m a u«. der ehensalle zu sechs Monaten Ge. fängnl» verurteilt ist, dem aber Ttrafousschub erlelll wurde, damit er in d« Kammer zum Siedln ngsgesetz seinen Stand- punkt pertatien kann. Nach Sibirien! Oer Weg der russischen Altbolfchewiken. Als eine„Sensationslüge" hat noch gestern morgen das Berliner Organ der russischen Regierung die Nachricht de» „Berliner Tageblatt" bezeichnet, daß eine größere Änzalfl russischer Oppositionsführer zwangsweise nach entlegenen Gegenden des europäischen und des asiatischen Rußland ver- schickt werden soll. Inzwischen ist diese Nachricht nicht bloß von der amerikanischen„United Preß" bestätigt worden— mit dem Hinzufügen, dag es sich nicht nur um 30, sondern um 52 Personen handelt—, sondern dem Moskauer Bericht- erstatter des„Tageblatt" selbst, Herrn Paul S ch e f f e r, ist es gelungen, seinem Blatt einen ausführlichen, vom 6. Ja- nuar datierten Aufsatz zu schicken, der seine telegraphischc Nachricht nicht nur aufrechierhält, sondern auch mit zahl- reichen Einzelheiten belegt. Danach wurde am 3. Januar den Oppositionsführern von der GPU., der russischen Sraatspolizei, mitgetellt, daß sie binnen drei Tagen nach verschiedenen entlegenen Teilen der europäischen und der asiatischen Sowjetunion verschickt werden würden. Trotz ki sollte nach Astrachan,„das, ewig nach Fischen stinkend und im Sommer geradezu Hitze- brütend, am Kaspischcn Meer liegt," R a k o w s k i nach einem Punkt im Gouvernement W i a t k a, 500 Kilometer von der nächsten Eisenbahnstation, R a d c k in ein Nest im sibirischen Gouoerneinent T o b o l s k, K a m e n e w nach T o b o l s t. S t n o w j e w nach dem Ural. Bon den jetzt Verbannten wird gesagt, daß sie sich schon seit längerer Zeit in Not be- fanden und daß es für sie von jetzt ab auch nicht einmal die 17 Kopeken Taschengeld gibt, die unter dem zarischcn System den Verbannten täglich ausgezahlt wurden— Die Männer, die dieses Schicksal erleiden, sind die eigent» lichen Kampfgefährten des offiziell an ollen Straßenecken als heilig verehrten Lenin. Sie sind die Führer der russischen Revolution von 1817, deren zehnjähriges Jubiläum vor einigen Monaten mit ungeheurem inilitärifchem Schauge- präge gefeiert wurde. Unter denen, die den Verbannungs- befehl gegen sie ausgestellt und vollzogen haben— gar nicht zu reden von den kleinen Schreibern, die ihn in Berlin nun zu rechtfertigen haben werden— ist nicht ein einziger, der seine Verdienste um die bolschewistische Revolution mit den chren vergleichen kann. Es sind hier wirklich die„Nutznießer" der Revolution, di? sich in Amt und Würden strecken, während ihre Urheber jetzt denselben Weg gehen müssen, den sie auch der Zar, regierte er nach, geschicki haben würde. Auch der Berichterstatter des„Berliner Tageblatt" spricht von der langjährigen Verbundenheit der jetzt Verbannten mit der Sache der russischen Revolution. Wenn er aber her- vorhebt, daß einer von ihnen, S m t r n o w. auf eine fast dreißigjährige Porteitätigkeit zurückblicken kann und dennoch jetzt in die Verbannung muß, so spricht er etwas aus, was bei den Lesern des„Vorwärts" keine besondere Ver- wunderung hervorrufen kann. Denn die Altbolschewikcn teilen ja jetzt nur das Schicksal, das schon zuvor, teilweise von ihnen selbst, den Menschewiken, den russischen Sozial- demokraten, bereitet worden ist. Unsere Leser kennen die langen Listen, die von der Schande des bolschewisti- scheu Gewaltregiments zeugen, es sind auf ihnen so manche Nomen verzeichnet, die in der Geschichte der tnter- nationalen Arbeiterbewegung Klang haben. Namen von Männer» und Frauen, die unter der Zarenherrschoft im Kampf für die Freiheit ihres Volkes Unsägliches er- tragen halten und die auch heute noch in Kerker und Eis- wüsten des Morgens harren, der doch auch einmal für Nuß- land kommen muß. Der Zuzug, den sie jetzt erholten, ist von ganz anderer Art als der alte Stamm. Er verdient weniger Sympathie. Wenn das Aufsehen, das er in der Welt hervorruft, dennoch ein viel größeres ist, so kommt das daher, weil die neuen Männer des Exils von der Tragik gestürzter Macht- Haber umwittert sind. Sie sind die Opfer des eigenen Systems. Man hatte sich lange gewöhnt, in den Mensche- wiken versprengte Idealsstcn zu sehen, die für eine zunächst doch recht aussichtslose wache kämpfen. Die gestürzten, in die Einöden des fernsten Rußland verschleppten AÜbolsche- wiken dagegen sind Männer, die vor noch verhältnismäßig kurzer Zeit von einer ungeheuren Machtfülle umgeben waren und deren Kampf monatelang die Welt in größter Spannung erhalten hat. So kommt es, doß heute alles von ihnen spricht, während man von den unglücklichen Menschewiken, ihren unterlegenen Gegnern von gestern, ihren Schicksalsgenossen von heute, außerhalb der sozialdemokrati- schen Presse wenig zu sagen weiß. So erklärt sich auch, daß der russische Staatsapparat alles aufgeboten hatte, um die Verbannung der Oppositionsführer geyeim zu halten und daß er auch heute noch über jie schweigt. Er ist in dieser Beziehung eben-oanz der alte geblieben, der er in der Zärenzeit war. Wie oft kam es da- mals vor. daß in nächtlicher Stunde die Fenster eines Haus»» plötzlich aufleuchteten, Geschrei erscholl, rasch wieder vex- stummte, dann ein Wagen dröhnend über das Pflaster fuhr. Was war geschehen? Di« Ochrano war dagewesen, hatte ctucit„Politischen" ausgeboben, von dessen Schicksalen ij, der Katorga man oft«st nach Jahren, oft überhaupt nichts mehr erfuhr. Es war streng verboten, darüber zu reden. Und doch llang eines Tages über ganz Rußland und über die ganze Welt der Schrei:„3ch kgnn nicht fchwei» gen!" Es war der große Dichter, der greife Graf Tolstoi. der diesen Schrei erhob, den Schrei des gemarterten Ge- Wissens, den Schrei der Anklage, und selbst die Faust der zorischen Polizei wagte es nicht, diese Kehle zuzudrücken. Heute heißt die Ochrana GVU. Der Zar heißt Stalin. Aber wie heißt der neue Tolstoi? Ihn allein sieht man nicht, und Maxim Gorki heißt er leider bestimmt nicht! Rußland hat eine große Revolution durchgemacht. Der Großgrundbesitz ist an die Bauern verteilt worden. Eine aus de? Tlefe aufgestiegene Schicht hat sich der staatlichen Gewalt bemächtigt und übt sie im Namen einer„Diktatur des Prole- tariats". Staatssozialistische Experimente sind im Stadium wirtschaftlicher Unreife mit unzureichenden geistigen und organisatorischen Mitteln untenrommen worden, sie haben bisher nicht vermocht, dos russische Volk aus dem Zustand der besonderen Dürftigkeit zu erlösen, durch den es sich schon vordem von anderen Völkern unterschied. Doch der aller- schlimmste Fluch, der über dem ganzen liegt, das ist der Fluch der politischen Unfreiheit. Wo die Frei» heit fehlt, da kann kein Sozialismus gedeihen, da bleibt die Herrschaft des Proletariats Lüge und leerer Schein. Die Erkenntnis,„daß jede wirtschaftliche Errungenschast, sei sie klein oder groß, ohne den gleichzeitigen Be- sitz voller politischer Freiheit durchaus wertlos i st"— diese Erkenntnis ist den deutschen Sozial- demokraten nicht erst gestern oder heute gekomlnen. Sie findet ihren hier wörtlich wtedergegebenen Ausdruck schon in einer Entschließung, die die BerlinerArbeitervorfünf- zig Iahren angenommen haben, damals im Kampfe gegen die Christlichsozialen oder Staatssozialisten Stöckerscher Observanz Wir haben dieses geschichtlich denkwürdige Da- kument erst vor wenigen Tagen hier ausführlich publiziert. Das Fehlen dieser alten sozialdemokratischen Erkenntnis das ist der Fluch, der über der russischen Revolution liegt. Das ist das verhängnisvolle Erbe des Zarismus, von dem sie sich nicht zu befreien vermocht hat. Das ist der Punkt, über den es k e i n e B e r st ä n d i g u n g geben kann zwischen dem russischen Bolschewismus und der europäischen sozio- listischen Arbeiterbewegung. T r o tz k i, Sinowjem und Rodet stehen uns in diesem Punkt nicht näher als ihre Gesangenenwärter. Doch mögen diese Gefangenenwärter noch einmal sagen, daß sie durch ihre kommunistische Weltrevolu- tion dem europäischen Proletariat die Befreiung bringen werden. Die Stimme des europäischen Proletariats wird ihnen antworten:„K a i n! K a i n! Wo ist dein Brüder!" Ifta* des Rekiors. „Hie»Gtvdentenschost" Sefieht weiter...* Man schreibt um»; Äo hcc Hokb«!»Hochschule Berli« herrscht unter b-m pollnsch linksstehenden Studierenden groches'Befremdeil über' das Borgehen des Rekwr» Tiessen,'der mit« dem T. Sonuor folgende Anordnungen bekanntgibt: Berlin C. Z, den T. Januar 1928. Spandauer Str. i. 35« Rektor der Handelzkwäischule Berlin. Tgb. Rr. 121/28. Nachdem die Bildung einerStudentenschaft durch die Abstimmung vom 30. Nsvembcr abgelehnt worden ist. sehe ich die..Sahungen der Studenteuschasl der yaadelshochschnle Verlin" vam Z. August 1919 vorläufig wieder in Stoff. Ick, beauftrag« den bisherigen geschäftssiihrenden Bor- stsnd v o r e r st als Allgemeinen Studentenauchchvß mit der Fort- fiihrvng der©«schaffe. Sodann beauftrage ich den Allgemeinen Studentenausschuß, mir Abänderungen d« Berfafsung von 1919. die etwa durch die neuer« Entwicklung notwendig geworden sind, vor- .pufci>lag«n. Danach werde ich endgültige Satzungen erlassen und die Neu- wählen für einen Ausschriß anordnen. Tiesfen. Dies« Anordnungen stehen in glattem Widerspruch zu dem Erlaß des preußischen Kultusministers und des Handelsmin ister», worin es heißt: U I Nr. 23m Auf die Bericht« über das Ergebnis der Abstimmung. Durch die Abstimmung haben die Studenten der Universität (Hochfckjulc) erklärt, daß sie eine„Studentenschaft" nicht bilden mallen. Ein« als gefamle Verkeim, g aller Studierenden und als Glied der Hochschule staatlich anerkannte S luden tenschasl besteht demnach nicht mehr. Der Bildung von freien Dereinen stehen .hindemiffe nicht im Weg«. Nur darf d« Name„Studentenschaft" nicht geführt werden und e» kann einem solchen Verein nicht die Anerkennung als Gesamloertrelung der Studierenden gewährt werden. Daraus folgt, daß derartig«„freie Vereine" aus einer .leuen Recksisgrundlage stehen und daher kei�nerleiAnspruch Theben können, als Rechtsnachfolger der bisherigen«Stu- sentenschafT angesehen zu werden. Zch«suche, die Räumung d« d« Studenlenschoft od« ihren Organen(Fa-Nichaften, Aemtern usw.)»«mieteten oder sonst ,ur Verfügung gestellten Zimmer zn veranlasse» und mir bis zum 1. Januar 1928 darüber zu berichten. Wie man nach vorstehendem Ministerialerlaß handeln mußte, zeigt das vollkommen loyal« Verhallen des Unioersitätsrektors. der die betr. studentischen Aemter bereits aufgelöst und einen Liquidator bestellt hat. Rektor Ti essen, obwohl Beamter der Republik, stellt die Eriaff« seiner republikanischen Vorgesetzten geradezu aus den Kopf. Der 6 i s h e r i g e. politisch rechtsstehende Studenten- vorstand hat natürlich die Ermunterung durch den Rektor nicht mißoerstanden. und so wählte sich gestern d« Vorstand eigenmächtig wieder. Vorsitzender bleibt jener Röhl, der kürz- iich dos republikanische Staatsministerium in frivoler Weise an- pöbelt«, was er später al»„impulsiven Bieruik" zu entschuldigen suchte. Ausgerechnet diese» Herren überträgt der Herr Rektor die Fortführung der Geschäfte und überläßt ihnen mehrere Amtszimmer! Man trachtet also danach, die all« Verfassung»- feindlich« Studentenschaft wieder herzustellen, trotz der Ministerial- erlasse! Di« Vereinigung soziatdemotrvtischer Studenten. Gruppe Handelshochschule Berlin, hat aus all« diese Mißstände ein wachsames Aug« und hofft, daß den Herren ein dicker Strich durch ihr« Rechnung gemacht»Ed._„» Marx rüffelt Gtegerwald. Der Spalt im Zentrum. Bei der letzte» Beamten besoldungsresorm hat, wie noch in frischer Erinnerung sein dürste, der Waeord- uete Stegerwald und eine kleine Gruppe von Arbeiter- abgeordneten des Zentrums«ine ablehnend« Stellung eingenommen und Stegerwald hat persönlich in Wort uno Schrift diese Ablehnung öffentlich begründet. Deshalb hat der geschäftsführende Ausschuß des katholischen Lehrerverbandes sich beschwerdeführend an den Reichskanzler Marx in seiner Eigenschaft als P a r t« i- Vorsitzender gewandt, wahrscheinlich, weil der katholische Lehrerverein sich ohne weiteres als Glied der Zentrumspartei fühlt. Marx hat auf die Beschwerde schleunigst geantwortet. Sein Bescheid wird setzt in der„Nassauischen Schulzeitung" veröffentlicht. Er hat folgenden Wortlaut: „Wenn Sic«in« Kundgebung der Reichsparteileitung anregen, so ist zu bemertsn. daß in absehbarer Zell eine Zusammen- kunst des Reichsparteivorstandez nicht möglich fein wird. Sie werden ohne weiteres als selbstv«ständlich annehmen, daß ich selbst die durch- aus uosachlichen Ausführungen von H«rn Dr. Stegerwald über die Beamten sehr bedauere und in kein« Weis« für gerechtfertigl halte. Ich habe auch Herrn Dr. Stegenoald darüber keinen Augenblick in, unklaren gelassen... Das ganze Vorkonnnnis bleibt im höchsten Maße bedauerlich. Es wird Sache reiflicher ilcberlegung sein, Maßnahmen zu lresfen. um dauernden Schaden für das weitere einträchtige Zusammenarbeiten der verschiedenen Berufsstände abzn- wenden. Ich möchte einstweilen auch von jeder öffentlichen Kundgebung in dieser Richtung absehen. Ich würde van«in« solchen nur«in« Verschärfung der Gegensätze befürchten. Die„Nassauifche Schulzeitung", die mit der Berösfent- lichung dem Parteiführer Marx zweifellos einen Bärendienst erweist, macht sich durch sie gleichzeitig sehr verdient. Denn der tiefe soziale Spalt, der durch das Zentrum geht. wird trotz der offiziellen Ableugnung wieder einmal ganz klar herausgestellt. Marx rüffelt Stegerwald. well er vom Standpunkte eines christlichen Arbeiter- s ü h r e r s die Lesoldungsrefonn nicht glaubte mitmachen zu dürfen. Ob Marx auch die I n d u st r i e l l e n der Partei zu rüffeln für nötig findet, wenn sie sich gegen Arbeiter- wünsche in viel schrofferer Form wenden, das könnte viel- leicht neben Stegerwald auch der Bergarbeiterführer Imbusch verraten, wenn es ihm bekannt geworden sein sollte. Vertrustung der Zentrumspresse. In diesem Zusammenhang gewinnen die sorgenvollen Aeußerungen einiger Zentrumsblätter eine besondere Be- deutung, die sich mit gewissen Perckrustungserschet» nun gen bei der Zentrumspresse beschäftigen. Die„Rhein-Moinische Volkszeitung" weiß darüber zu be- richten: Es ist«in« Verbindung zwischen den Verlegern der „Kölnischen Voltszeitung" und dem L e n s i n g- K v» z er n zustande gekommen, und die„Essener Volkszellung" ist in dies« Kombination mll einbezogen. Ja. die redaktionellen„Dertrustungstendenzen" er- strecken sich sogar noch auf einen viel größeren Kreis von Zeitungen, als wir ursprünglich angenommen hallen. Es Handell sich um eine Abmachung über die Zusammen- l e g u n g der Berliner Redaktionen der rheinischen und westfälischeil Zeillrumsbläller mll dem Berliner Bureau der.Laini scheu Bolls- zeitung", das seinerseits auch räumlich mit der„Germania" vereinigt werden soll. Diese Absprache, zu deren Durchführung in Verbindung mit dem Verlag der„Germania" ein neues Haus in Berlin erworben werden soll, umsaßt die folgenden Blätter: Lensing-Konzern,„Essener Volkszeitung",...Kölner Lotal- Anzeiger"(der Eigentum eines Verlegers der„Kölnischen Volks- zeitung" ist),„Geisenkirchener Zeitung",„Echo vom Niederrhein", Duisburg.„Westdeutsche Dolkszeitung", Hagen,„Osnabrücker Volks- zeitung",„Niederrheinische Bolkszellung", Krefeld,„Westdeutsche Sandeszeitung", M.-Gladbach,.Koblenzer Baltszeitung" und„West- sästscher Kurier", Hamm.. Die Zusammenlegung soll zum 1. April- erfolgen, ist aber inderPraxisschon jctztzumT eilverwirklicht. Sie hat bereits dazu geführt, daß einzelne Blätter ihren Berliner Redakteuren gekündigt und damit ihr« Berellschast bekundet haben,«inen Teil ihrer bis- herigen redaktionellen Selbständigkeit aufzugeben- Mit Recht weist das„Westdeutsche Dolksblatt" des Ab- geordneten Zoos die Angaben des Frankfurter Zentrums- blattes bestätigend darauf hin, daß«ine solche Vertrustung für das ganze politische Leben innerhalb des Zentrums sehr unerfreulkche Folgen haben könne. Es heißt da im Verlauf der Auseinandersetzungen: „Was die Ansicht eines einzelnen oder einer bestimmten Gruppe ist, erscheint plötzlich als Ausfassung zahlreicher Berliner Redakttanen der westdeutschen Blätter, di« i n Wirtlichkeit nur eine einzig« Redaktion sind. Wie leicht könnt« etwa der Len- sing-Konzern sich etrten beherrschenden Einfluß auf diese Re? daktion verschossen, der dann eine über Gebühr uwsosiend« Bedeu- tung gewänne?" Ww sehen dieser Be r t r u st u n g d e r Zentrums- Politik mit Interesse zu. Und die Zentrumsarbeiter wer- den gewiß das gleiche tun. Erste ArSeiistagung der Letter der staatlichen Wohlfahrtsfchulen. D« preußisch« Wohlfahrtsminister leitet« g«st«n die«rste Arbeitstagung der Leiter und Leiterllmen der staatlichen Wohlfahrtsschulen mll einer Ansprache ein, in der er u. a. ausführte: Nach den letzten Jahren ist eine bestimmte Klarheit in der letzten Zielsetzung der tochulen eingetreten. Noch 1920 hat man die Wohlsahrtsschulen eingeschränkt aus die Ausbildung in der Wohlfahrtspflege im engeren Sinne, obwohl die ersten Schulen, die von führenden sozialen Persönlichkeiten gegründet worden sind, stark aus da» sozial« Leben eingestellt waren. Di« praktisch« Not, vor allem die Massennot. zwangen uns in den Nack)» kriegsjahren zu«in« besonderen Berücksichtigung der Fürsorge und der Wohlfahrtspflege. Aber schon seit einiger Zell ist dies« vor- sichtige Abgrenzung von Wohlsahrt»pjl«g« und sozialer Arbeit, die in den Schulen selbst niemals gemacht worden ist, nicht mehr be- rechtigt. Die Schulen müssen sich deshalb in Zukunft viel stärker alz früher als Bildungsställen de, gesamten sozialen Ausbildung swesm» ansehen. Ihre innere Förderung wird am stärksten getragen werden durch die Persönlichkeiten der Leitum; und der einzelnen Dozenten. Es wird deshalb mein« besondere Sorge sein, allen Schulen zu ermöglichen, genügend hauptamtlich« Lehrkräfte ein- zustellen, damit diese Entwicklung nicht unterbunden wird. Ich möchte heute schon auf ein« ander« Konierenz hinweisen, die demnächst von mir einberufen werden soll: nämlich aus die, welch« sich mit der Ausgestaltung der L e h r p l S n e beschäftigen wird. Di- Schülerinnen werden auch im Interesse der schwierigen Arbeit am Volke, in der sie später stehen sollen, mll größer Sorgfalt aus ihr« Eignung zu prüfen jem. Schon stehen wir vor den ersten Anfängen einer Berufswahl, die von dem schwierigen Wirt- schaftlichen Zustande Deutschlands, dem ungünsikgen Arbeiismärkt und der Unkenntnis vieler Elternhäuser und auch mancher anderen Stellen beeinflußt wird. Um so stärk« tragen die Wohlfahrts- schulen die Verantwortung sür eine sorgfältige Auswahl der Schülerinnen. Ich mochte ihnen deshalb jene Freiheit geben, die ji« besähigt, ungeeignete Schülerinnen von der Schul« zu entfernen. Das praktisch« Bewährungsjahr ist bt» jetzt von mir nicht organisiert, worden. Aber die Gesamtlage de» Bildungs- wesens der Zeit und auch das AusbildungZziel für die Wohlfahrts- schülerinnen fordern jetzt ein« systematische Organi- s a t t o n diese» Bewährungijahres. Dadurch erwachsen den Wohl- sahrtsschulen neue Aufgaben, dadurch werden sie auch stärker in die Zusammenhänge des Wohlfahrtsieben» hineingestellt. Es wird bei aller Eigenart, di« jede einzelne Schule für sich gestallen will und gestalten muß, doch daraus ankommen, daß sie in lebendiger Beziehung mit dem Volksleben bleiM und auch wiederum für das einfach« Volksleben bildet und er- zieht. Ich mächte, daß di« Wohlsahrtsschulen bei aller Anerkennung eines Hohen Bildungsziele» doch niemal» einer falschen intellektualistischen Bewegung nachgehen. Die spätere Wohlsahrtspflegenn muß nicht nur dem Volke helfen, sondern auch sein« Kräfte verstehen.und seinem Leben nachspüren können. Das Mieierunrecht bleibi. Bürgerblockwalze gegen die sozialdemolratifchen Rettung«!- versuche. Der Wohnungsausschuß des Reichstaas nahm am 11; Januar seine Beratungen wieder auf. Nachdem der Ausschuß sich grundsätzlich für die Einführung de» Kütidigungsoerfahrens auch tn der zweiten Lesung entschieden hall«, wurde da, Kündi- gungsversahren selbst besprochen. Der ß 1b regest das Antrags- und Zustellungsvsrfahrsn. Die Sozialdemokraten beantragten erneut, da, Sühn, verfahren der Kündigung voranzustellen, blieben aber in der Minderheit. Der Gerichtsschreiber sollte den Kundiaungsantrog prüfen und zustellen. Endlich hat das Justizministerium festgestellt, dag die Gerichtsschreiber sich seit dem Juli v. I. In Urkunden beomten gewandelt haben, und daß der Text de, Gesetz«, entsprechend korrigiert werden muß. Erneut stellten die Sozialdemokraten den Antrag, die Prüfung d«, Kündigung, ontrages durch den Amtsrichter prüfen zu lassen, zumal die neu« Bezeichnung de» GerichiHchreibsrs dem Publikum unbekannt ist und Irrtümer und Rechtsnachteile für di« Mieter ent- stehen können. De? Antrag wurde abgelehnt Dos Verlangen der Sozialdemokraten, einen Vordruck für den Widerspruch am Kun- digungsschreiben für den Mieter beizufügen, wurde gleichsallz ab- gelehnt. Inder ersten Lesung hatte die Regierung stch bereit erklärt, einen ähnlichen Vordruck dem Kündigungsformular anzufügen Für die Zustellung der Küitdigunz soll auch das Ersatz- zustelkungsversahren gellen. Die von den Sozialdemo- traten beunlraaie Ausschließung dieses Verfahren» für die Kündigung wurde abgelehnt. Es soll also die Zikstellung der Kündigung durch Anschlag an der Tür, Abgabe beim Nachbar. Hinterlegung bei der Post, der Polizei, Amtegericht zulässig sei». Der§ Ist nimmt dem Mt'zterdas Einspruchsrecht gegen dl« Kündigung und Räumung der Wohnung. wenn er nicht nachweisen kann, daß er unverschuldet den Widerspruch gegen die Kündigung unterlasien hat. Der Mieter wird hier absichtlich schlechter gestellt al« wiedergewöhnliche Schuldner. Deshalb beantragten die Sozialdemokraten, wenigstens dieses Unrecht durch Gleichstellung der Mieter mst anderen Schuldnern auszulöschen Der Vertreter der preußischen Regierung. Kammergerichtsrat Freitd, hielt den Widerspruch gegen die Be- stimmungen dieses Paragraphen aufrecht. In der ersten Lesung hatte Ministerioldiretto? Ab egg zuge- geben, daß, wenu der 8 1 b falle, da, ganze Kündlgungsoe'. fahren teiucn Zweck Hab« und wirkungslos ö leiben werde. Diese Fest- stellung des Genossen Li pinski suchte der Regierungsvertreter je- doch vergeblich ,u bestreiten, denn er gab erneut zu. daß diese Vor- schrist von der Zwilprozeßordnunq abweiche, und angeblich notwendig set, um den Vermieter gegen schikanöse Mieter zu schützen, die aus di« Kündigung nicht reagieren. Der sozialdemokratische Antrag wurde abgelehnt. Rur ein« Fehlleituna des Widerspruchs(statt an dos Gericht, an dey Vermieter) soll al? Widerspruch gegen die Kündigung gelten. Di« Sozialdemokraten beantragten weiter, den js 3 des Mieter- schutzgesetzes zu verbessern. Alle Antrage wurden abgelehnt. Ausnahmsweise verfiel auch ein Antrag der Deutschnationalen, der Deutschen volkepartei und der Wirnchanspanei der Ablehnung, der Fristoerkürzung für Cinlestung des Klagoverioiirens fordert«, wenn der Vermieter behaupte, daß der Mieter keinen Widerspruch er- hebe» wolle. Beschlossen wurde, daß die Räumungsklage hinfällig wird, wenn die Fürforgebehörd« innerhalb weiterer zwei Wochen nach Ablauf der Einspruchsfrist erklärt, de, Vermieter be- züglich der rückständigen Riete zu dettiedig«. Ehrenerklärung für Tresckow. Ivngdo klagt die Paolvs-Lvstiz Ott Der„Sungbentf �e* veröffentlicht folgende Erklärung der Führer des Jungdeutschen Ordens: Ilusc-r Ordensbruder Hasso von T-r e s ck o u, ist in seiner vaterländischen Arbeit in einen Lonftitt geraten. Der Major a. D- B adick e erhob gegen ihn den ungeheuerlichen Vorwurf des Wort» bruches und der Gefährdung von Landesinteresien. In der ersten Instanz wurde Major Vahick« wegen Beleidigung zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt- Das G errcht der zweiten Instanz, unter Vorsitz des Landgerichtsrats Paulus, hat im Gegensatz dazu den Major Vadicke freigesprochen. Wenngleich die Begründung dieses Freispruches besonders zum Ausdruck bringt, daß damit keine mo- ralische Verurteilung chasfo von Tresckows ausgesprochen sein soll, so ergeht sich doch ein Teil der Presse in den heftigsten Angriffen gegen chasso von Tresckow. wir. die wir über die Angelegenheit bis ins einzrfusle orientiert und unter Ausschluß der Oeffeullichkcil ver- nominell worden sind, erklären, daß wir in seiner Lage genau so ge- harckicll hätten, wie er gehandelt hat. Jfit uns ist fjafjo von Tresckow vollkommen gerechlfcrkgl. wir könuteu Ihn auch vor der Ocssenl- lichkeit rechtfertigen, wenn wir. offen reden dürsten. Dies ist uns unmöglich, da dos Gericht in Befürchtung einer möglichen Gefährdung der Landesinteressen die Derhandlung im wesentlichen unter Aueschluß der Oeffentlichteit führte. Wir sind daher nicht in der Lage, mehr zu tun, als uns schützend vor Miseren Ordensbruder zu stellen. Artur Mahraun. Frih Sohenberg. Otto Vornemann. Die Erklärung enthält die denkbar schwerste Anklage gegen Landgerichtsrat Pn u l u s. Sie hat um so größeres Gewicht, als sie von Persönlichkeiten erhoben wird, die auch an den nichtöffentlichen Verhandlungen des Prozesses teilge- nommen haben und deshalb in der Lage waren, sich ein ge- naues Urteil zu bilden._ Kein Interesse für Kriegsgeschädigte! Ztusschußsihung ohne Regienwgsverireter. Die Bürgerblockregierunghat die Liquidation?- geschädigten immer etwa» von der hohen Schulter angesehen. Obwohl die Materie drängte— 90 Proz. der Geschädigten warten auf eine gesetzlich« Regelung!—. ließ fk die Opfer warten und warten. Erst kurz var den Weihnachtsferien brachte sie die Borlage auf das Drängen der Oppositionsparteien hin im Reichs- t'a g ein. Um eine weitere Verschleppung zu vermeiden, verwies der Reichstag den Gesetzentwurf in erster Lesung ohne Debatte an den Ausschuß, in der Boraussetzung natürlich, daß die Regie- rung hier sofort die versäumte münidtiche Begründung nachholen werde. Der Ausschuß sst gestern zusammengetreten. Wer einen Regierungsvertreter suchte man vergebens. D« zuständige Rerchsfinanzmünster Dr. Köhler ließ sich durch einen noch nicht abgeschlossenen Erholungsurlaub entschuldigen. Der non ihm mit dar Vertretung betraute Staatssekretär Dr. P o p i tz. nein, euch dieser Herr hielt es nicht für nötig, zs erscheinen: drin- gende Abhaltung. Der Ausschuß kann also wegen der„Whaltungen* der Regie- nmgsvertreter zunächst nicht in die Hauptdebatte«intreten. Er wird, um nicht ganz aufzusitzen, die Vertreter der Geschä-- b bghe r.> ö r g a n i( o t-iftn e.tL hören, bstt«? d« Herren PVP sser Vürgerblockregierung beliebt, Zeit für die Aquidationsgeschadig» tan zu haben. Schleimige und durchgreifende Reform! Iostizkrttik im ZUichschauShottsauSschuß. In der fortgeführten Sckung de» Reichshaushalt, aus« schu s s e e. in der über den Reichsjustizetat verhandelt wurde, nahm. nachdem der Berichterstatter Abgeordneter Müvzenberg(Komm.) und der ReichsjustiMinister hergt gesprochen hatten. Genosse Dr. Losen- feld als erster Diskussionsredner da» Wort, um in seiner Rede. die von allen Seiten anerkannt wurde, eine Fülle sehr wichtiger An- regungen zu geben. Genosse Dr. Rosenfeld begam: mit der Fest. rellung der Tatsache, daß die«ertrauenskrise der Justiz fortbestehe, und daß trotz aller Bemühungen um die Form der Rechtsprechung Klassenjustiz und Parteijustiz täglich sestaestellt werden müsse. Auch der früher« Justizminister Schiffer hob« die Vertrauenskrise anerkannt und Dorichlöge»um Abbau der Justiz gemacht, die durchaus sympaihisch seien: Ueberwindung der Volrsfremdheit de» Richt-rs, der Rcch»sfr«mdheit de» Volkes, der Weltfremdheit der Richter. Die beabsichtige der Iustiznnnister diese Anregungen zu berücksichtigen? Große» Aufsehen errege augenblicklich«m Aufsatz des früherenSenatspräsidentenBaumbach.derdie Ein- richtung der Bewährungsfrist mit einem Witz au» dem„Ulk" lächerlich zu machen suche:„Erst klau ick. dann bewahre ick mir." Baum- dach habe sich nicht gescheut, die Etrasjustiz als Dirne der Politik zu bezeichnen. Solche Ausführungen eines früheren hohen Richters seien unerhört. Die Laienrichter müßten mehr Verwendung finden, insbes-irdere solche aus der Ardeiterschasl. Die Schwurgerichte seien wieder her- zustellen. Wie stehe es mit der Z i v i lv r o z« ß r ej p r m? Wie weit seien die Vorbereitungen zur B«rre,chl"lchung der Justiz zur einheitlichen Ausbildung der deutschen Juristen? Für die Buntsckeckigkeit der maßgeblichen Bestimmungen könne er un- claubliche Beispiele anführen. Für Bildungsreisen der Juristen ms Atisland müsse mehr getan werden. Namens seiner Fraktion beaa- trag« er, diese Etatsposition zu erhöhen, bitte aber den Minister, hierin kein Vertrauensootum für sich zu sehen. W'e stehe es mit fcr Reform der Rechtsanwalts- ordnung? Wie beabsichtlo« der Minister die Staatsangehörigkeit deutscher Frauen, die einen Ausländer heiraten, wie die Frage der rechtlichen Stellung der unehelichen Kinder zu behandeln? Es scheine ihm, als sei durch den Minister ein gewisser Stillstand in den Reformen eingetreten. Genosse Dr. Rosenfew besprach sodann den Ausschluß der O e f f e n t l i ch t e i t im Tre-ckow.Prozeß und meinte, erst der Ausschluß der Oeffentlichteit fei geeignet, die Staatssicherheit zu ge- fährden. Was man da verhandelt Hab«, fei allgemein bekannt ge- wefen. Di« Zustände auf dem Gebiet der Justiz im Reich erforderten eine schleunige und durchgreifende Reform auf ollen Gebieten. Endlich diszipliniert! Nürnberg, 11. Jarniar. Da, Nürnberger viszipkinargertcht für nicht. richterlich« Beamte verurteilt« den Hauptlehrer und nattonassozia- listischen Landtagsabgeotchneten>"K> Stadtrot Julius Streicher wegen Berlossens seiner Schule zu ngitotorifchen Zwecken und grober Beschimpfung seines unmittelbaren Dorgefetzten, des Nürnberger Oberbürgermeisters Dr. Luppe, zur Straf Versetzung no» Nürnberg nach einem kleinen Orte und zu 300 M. Geld- strafe. Oamaskus-Wunder in Moabit. In der zweiten Instanz des Prozesses v. Tresckow-Badicke erschien plötzlich Reichskanzler Marx vor dem Angeklagten und— siehe da: aus dem Amts- richter Saulus wurde ein Landgerichtsrat Paulus! Lleberraschung im Prozeß Schreck. Reue Darstellungen— Lügengebilde eines Phantasten? Die weiteren Schilderungen des Angeklagten Koch im D o k v- mentenfälsch erprozeß ergeben, daß sich Koch schon früh- zeitig eigene Abschristen von Material Schreck» zu besorgen o«Iucht« und deswegen mit Schreck Krach bekam. Es kam aber wieder Mir Einigung. Er blieb aber dabei, sich Notizen zu mache». Später kam es darum zu Auseinandersetzungen wegen zu schlechter Be- Zahlung und als er bei«chreck eines Tages ein Päckchen von öO-Mark-Scheinen sah. packte ihn die Wut, und«r ging— in die Französische Gesandtschafl! Vors.: Warum haben Sie nicht den richtigen Wegi-zum Rekchswehrministertum, ge« sunoen? Koch ist nicht imstande,«in« einleuchtende Antwort zu geben. Angvkl. SchnlZ ervSS. daß Koch versucht, habe, von ihm da, Schreck gehörige Material zu bekommen. Er habe Schreck unter- richtet und nichts Herausaegeben. Angekl. Schreck- Ms Schulz es darstelst. ist es richtig.(Erregt) Und tch leg« meinen Kopf auf den Block, wenn Soch nicht überhaupt schon früher bei den Franzoseu gewesen ist. nicht erst im Mai, sondern schon im März, denn aus dem Zettel, auf dem.Huckeba" geschrieben war, standen auf der Rück- seit« von seiner Hand Berechnungen für die Renovierung der Laube, die er im April dezogen hat. Neue Angaben Schrecks. Im Ansckfluh hieran begann die eigentlich« sachlich« Per- nehmung Schrecks über die ihm zur Last gelegten Fälschungen und den Tatbestand des Landesverrats, und nun kam es zu einer sensationellen lleberraschung. Mit einem Schlag« gab Schreck sein« gqpze bisherige Verteidigung, die er in etwa 27 Monats» aufgebaut, Immer wieder bekräftigt und sogar noch durch neue Fälschungen aus dem Untersiichnngsgesöngnis herau» unterstützt hatte, völlig preis und wartete mit einer ganz neuen, alle vi, herige n Dar» stellungen völlig widersprechenden Sch i l der un g auf. Bors.: Si« haben bither behauptet, daß Sie alle diese Denk- schriften und Protokoll« verfaßt haben, lediglich um die»aterländi- schon Berbände zusammenzuführen und zu einigen. Dazu muhten Sie doch die notwendigen Verbindungen haben. Wolle» Sie dos heute noch ausrechterholten? Angekl.: Kein Gedanke!(Große Bewegung.) Vors.: Dann sogen Si« un» bitte, zu welchem Zweck Ste dies« Dokumente hergestellt haben und wo» daraus g«- worden ist. Angekl.: Alles, was ich heute sage, ist völlig neu. Bors,(unterbrechend): Sie haben ja schon in der Doruntersuchung an-zedcutet die Hauptfach« werde erst in der Haupwerhandlung kommen. Angekl.: Jawohl, al» ich im Herbst 1924 in München merkte, daß mein Zusammenbruch unaufhaltsam fcheme. da meldete ich mich aus ein in verschiedenen Zeituageu' erschienenes Znserak, durch das„geeignete ZNIlarbetter für nationale Organi. salionen" gesucht wurden; aus weine Meldung nmrd« ich nach Berlin an eine Privatadresse geschickt. Vors.: Wie lautete die Adresse? Angekl.: Do» ist ja eben die Sache, die gebeich nicht« n.(Erneut« BewegungO Schreck erklärte weiter, daß man dort ihm nach längerem ge- heimnisvollen Hin und Her zu verstehen gegeben habe. daß diese Stelle eine Diktatur mit Hilfe der Schwarzen Reichswehr errichten wolle. und daß dazu ein Fonds gesammelt werden müsse. Er habe mit emer Reih« weiterer Leute zu den Sammlern dieser nötigen Gelder gehört und sei auch zweimal dazu nach München gefahren. Dann sei plötzlich bekannt geworden, daß einer dieser Leute ein echtes Aktenstück über die Arbeitskominondos beiseite geschafft habe und nicht herausgeben wollt«. Man hob« zu diesem Zweck nun im Restaurant Wilhelma in Berlin im Kreise von 4— 5 Per, fönen eine Besprechung abgehalten, und dort hob« er. Schreck, an- geregt, durch anderweitige Fälschungen den evtl. schlechten Eindruck der Vetöffentlichung diese» echten Aktenstücke» zu vertuschen und da» echte Material dadurch zu neutralisieren. In Berfolg diese» Plane» habe man an alle ausländischen Bertretungen in Berlin ein Rundschreiben gerichtet und darin vor dem Ankauf der «chleu Akte, die„gefälschte» Material" genannt wurde, gewarnt. Aus diesem Grunde habe man bei ihm einen Zettel mit den Adressen der diplomatischen Vertretungen gefunden. Dann hätte sich em (gewisser Perfonentrei» von diesem zur Errichtung der Diktatur be- limmten Unternehmen losgelöst und Hab-«in eigene, Zweigunter- nebmen. eine Dependanee, aufgemacht, und zwar als vermiitlungs- pelle nationaler Berbände. Zu diesem Kreise hätten unter anderem Praller, Albert, Beraer. dessen Name in Wirklichkeit etwas anders gelautet habe, sowie Stalte und der vielgenannte Klier fiehort. letzterer aber nur in ganz passiver Roll«. Er, Schreck, sei ozusagen der Leiter dieses Zweigunternehmens gewesen und habe in den Monaten März. April und Mai 1925 10 000 Mark Monatsgehalt bezogen, wckstießlich seien aber Streitigkeiten entstanden, und jeder Hobe auf eigene Faust gesammelt. Vors.: Wozu waren denn nun aber die Denkschriften und Proto. koll« da? E« ist doch festgestellt wachen, daß solche Denkschriften im Reichswehrministerium niemals existierten, und daß die dort' genannten Offizier« auch niemals derartig« Arbeiten verfaßt haben. Angekl.: Herr Präsident, alle«, was ich über die Denkschriften. die die Unterlagen für die„Problem« der Landesverteidigung" usw. bildeten, gesagt habe, daß ich sie von Klier erhalten habe, i st o l l« s nicht wahr. Hier sind melue llater lagen. E» sind alle» nur ZeUuvgsuatizen. (Er überreicht dem Borsitzenden ein Paket von Zeitungsnotizen.) Dazu habe ich mir Noch einige Broschüren und die Ränglist« besorgt. Rechtsanwalt Dt. Sterling: Der Angeklagte sitzt mehr al» zwet Jahre in Untersuchungshaft. Wie kommt diese» Material in seinen Besitz? Vors.(läcb'elnd): Der Untersuchungsrichter war tolerant und hat ihm viel Material belassen. Schreck hat dann im Gefängnis noch andere» gefälscht, und zwar Material, dos al» weil?«» Beweismalerial gegen ihn herangezogen«erden konnte. (Zum Angeklagten:') Haben Sie denn diese Protokoll« und Denk- schritten ganzlich ohne fremde Hilfe angefertigt? Sie selbst waren doch nicht Offizier. Diese Denkschriften zeugen doch, wenn auch ein« Meng« formaler Dummheiten darin sind, oon einem gewissen mili- tärischen Berständnis. A n p« k l.: Pröller war Reserveoffizier. Ich habe mit ihm und Albert darüber gesprochen. Die Namen der Ossi- ziere schrieb ich mir aus derr Ronglsste ab, und im übrigen bin ich ins Cafe Vaterland gegangen und habe mir olle Z2 dcet cusliegenden Zeitungen durchgelesen, habe mir auch ferner aus den Buchhandlungen Material besorgt. Zch habe tm übrigen in den Protokollen verschiedene Namen absichtlich falsch wiedergegeben al« Rückendeckung gegen eine etwaige Anklage der Urkund-usälschung. Vors.: Sie haben aber bei einem Original, wo Sie statt des rich- tigen Namens des Stahlhelmführers Seldte„Seldten" geschrieben haben, später das„n" wieder wegradiert. Wohm sind denn nun die Prototolle und Dokumente gekommen? Angekl.: Di« haben Stalte und Albert zu Geldzwecken oerwendet. Vors.: Und wie ist«s mit Ihrem Geständnis, daß sie in Bausch und Bogen an«mc aus- läichifche Macht verkauft werden sollten? Angekl.: Nein, davon war niemals die Rede. Mit unseren Geldgebern haben chir die Frage des Londesverratsoergehens als juristisches Problem de- sprachen. Bors.: 3m übrigen mächte ich Ihnen vorhalten, daß Akten über die Arbeitskonmiandos damals gar nicht wehr wichtig fein konnten, denn im Tahre 1925 lag schon ein« Erklärung der R«ich»regierung über die Schwarze Reich»wehr vor. Zahllose Querfragen und vorhalte änderten nichts an der neuen Darstellung des Angeklagten. Der Borfitzende schloß die gestrige Verhandlung mit der vielsagenden Ermahnung an Schreck:„Ueber- schlafen Sie sich doch die Sache einmal. Etwas weniger Glaubhaftes als das. was Sie uns heute hier erzählt Hoven. gibt es wohl kaum." Die Verhandlung wurde daraus auf Donnersfag früh 9 Uhr vertagt._ Statt Retchsehrenmat Sinder- und Müllerheim«. Der Deutsche Zweig der Internationalen Frauenligä für Frieden und Freiheit nchteie an die Amtsstellen ein Schreiben, mit dem Ersuchen, angesichts der schweren Notlage der KriegerhinterKliebeven und Kriegsbeschädigten an Stelle des geplaiuen Reichsehrenmale» Kinmr. und Mütterheime zu begründen, um den Kindern und Müttern der Gefallenen Wohnstätten zu schassen Die Italiener siegen in Leipzig. Vor Rieger-Iunge und Tietz-van Hevel. Im ersten Leipziger Sechstagerennen, das gestern abend um 10 Uhr zu End« ging, siegte, wie vorauszusehen war. die italienische Mannnschaft Girandengo-Zlegrini. die 507 Punkt« auf s-ch vereimgle. Eine Rund« zurück folgte» RIegcr-Ahnge mit 307 Punkte» vor Tietz-van Hcoel 220 und Maes-Behreqdt mit IIS Punkten. Zwei Runden zurück: S. Lauet-Mouton 43f 6. Deboets Dhaemers 166. 7. Rebe-Seiferth 109 Punkte. „Künstlich erzeugte Arbeitslosigkeit.� E« müßte nicht sin so ausgesprochen arbeiterfeindliches Unter» nehmsrblatt wie die �Deutsche Bergwertszeitung� sein. das als unliebsame Folgen der Arbeitslosenversicherung' heraus- gefunden hat. daß die Saisonarbeitslosen„jcßt zur Uebernahm« von Etsotzarbeit nur geringe Neigung zeigen.' „Die Saisonorbeiter, die bisher in den Wintermonaten auch minderbezahlte Arbeit(!) annahmen, für die sie als Aus- gleich den hohen Soisonlohn bekommen, scheuen jetzt davor zurück. weil die Arbeitslosenunter st ützung nach dem Durchschnittslohn des letzten Vierteljahres ge» zahlt wird! es fällt jetzt„natürlich' den hochbezahlten Ziegelei. und sonstigen Saisonarbeitern nicht ein, sich ihren Lohndurchschnitt durch Annahme minder bezahlter Arbeit drücken zu lassen. Auf diese Weise wird künstliche und zusätzliche Arbeitslos ig» keit erzeugt, obwohl es an sich im Grunde der Versicherung wtdsrspricht, Saisonarbeiter mit in die Versicherung aufzunehmen, foweit es sich nicht um ein R i f i k o, sondern um eine mehrmonatig«, durchaus berussvbliche Arbeitsruhe handelt, für die als Aequivalent entsprechend höhere Löhne während der effektiven Ar» bnitszeit oezahlt werden.' Es ist sehr wohl mögkich, doh, bevor die Arbeiter gegen Ar- beitslosigkeit versichert waren und für die Arbeitelosenversiche- nnrg Beiträge leisteten, der eine oder andere arbeitslos gewordene Arbeiter sich gezwungen sah, Arbeit um jeden Preis anzunehmen, also auch„m i u d e r b e z a h l t e' Arbeit. So sehr auch das Unter- nehmertum für minderbezahltc Arbeitsleistungen schwärmen mag. so liegt doch die„minderbezahlte' Arbeitsleistung weder im Interesse d«r Arbeiterschaft, noch im Interesie der Allgemeinheit. Sind die Arbeitswsen nicht mehr gezwungen,„minderbe.zahlle' Arbeit anzu» nehmen, dann werden die bisherigen Nutznießer der„minder- Mzahlien' Arbeit wohl oder übel genötigt fein, besser zu be- zahlen. Der unsittliche Zustand, daß gewisse Unternehmer die Not der Arbeitslosigkeit dazu ausnützen, sich„minderbezahlte' Ar- beitsletstungen zu sichern, muß dann ein Ende finden. Den Mitarbeitern der„Dernichen Bergwerkszeitung' sieht es überdies frei, in die Reihen der hochbezahlten Ziegelei- orbeiter llnd sonstigen Saisönarbeitcr einzutreten. Selbst ihnen muten wir nicht zu,„niinderbezahlte Arbeit' anzunehmen. Die „Deutiche Bergwerkszeitung' will jedoch den wirtlchostlichen Zwang zur Annahme„m i n d e r b e z a h l t e r A r b e i t' o u s r e ch t- erhalten wissen. Deshalb erklärt sie es als unbedingt nötig, durch lange Fristen bei den„Saisonarbeitslosen' die Nei- gung zur Annohme von Arbeit(das heißt:„m inderb« zahlier Arbeit'. Red. d.„V.") zu stärken. Notwendiger erscheint uns, wie gesagt, die geringe Neigung zu ordentlicher Lohnzahlung zu stärken, den Zrnang zur Annahme „Minderb« zähster' Arbeit zu beseitigen. Dazu soll die Arbeitslosen. Versicherung mit beitrage/!. 3um Wahttermin bei der Reichsbahn. Ain 10. Januar nahmen die im Einheiisverband der Eisenbahner Deutschlands organisierten Betriebs- und Bc- o in t e n r ä t e Stellung vi den vom Reichsvertehrsminister Dr. h. e. Koch neriüglen V e ri ch> ech t e r u n ge n der Be. trieb s ro teve r ordn u na iü? die Deutiche Tieichsbabn- Sesellfchaii. cherniamr Schultz ging in seinen» Vortrag« aus die Aus- Wirkungen der Veränderungen ein und wies nach, daß der deutlchnatlonal« Bertehrsminister Dr. Koch durch diese Maßnahme lediglich einem alten Verlangen der Reichsbahn- Hauptverwaltung und der reaktionären Verbände wie �Gewerkschaft deutscher Ersenbahner'(GdEI und„Allgemeiner Eisenbahner- verband'(AED.1, nachgekommen sei. Besonders letzterer gedenkt dadurch»reue Krücken zu bekommen, um nicht ganz zusammen- zubrechen. Di« GdE. Hab« in ihrem früheren Vorstandsmitgllede Dr. h. e. Koch offenbar einen allen Freund gefunden. Jedenfalls wollte Dr. Koch noch vor seinem baldigst zu erroanenden Aus- scheiden aus seinem Wirkungskreis belveisen.»nie stark sein christ- lich-deutschnationales cherz für die Wahrung der Eisenbahncrrechte schläot, so wie er sie auffaßt. Bei dieser Sachlage sei nicht zu verwundern, daß, durch dos Verhalten der Christen und Hirsch-Dunckcrschen veranlaßt, die Reichsbahnhaupwernwltung als Arbeitgeber auch ihrerseits Ver. schlerbtenmgsanträge stellt, welche ebenfalls die Billigung des Herrn Dr. Koch fanden. M i« tz berichtete dann über die Maßnahmen, welche der Hauptbetriebsrat gegen die auf Abänderung der Betriebs- rate Verordnung sich stützend« Anortmung der Hovvtver- waltimg getroffen hat. Gegen die Stiinmen der GdE. lChrsslen) und des AEV. lHirsch-Duncker) beschloß der Haupt- betriebsrot, die Klage gegen d'e Verwaltung beim Arbeitsgericht»in zu reichen. ri>as bereits geschehen ist. Hieraus besckäitigte sich die Vollversammlung mit der nunmehr bevorstehenden Vctriebsrätervahl, mit den besonderen Anoelcaen- heiten der Betriebs und des Lohmarifes. Folgende Resolution fand«nstimrnige Annal>me: „Die Betriebs- und Beamtenräte des Einheitsverbondes der Eisenbahner Deutschlands nahmen Stellung zu den ungesetzlichen und reaktionären Verschlechtsriurrcn der Betriebsräteverordming für die Deutscl)« Reichsbahn-Gesellschaft durch den deutschnationalen Reichsverkehrsminiller Dr. K. c. Koch. Die Vollversammlung r.iimnt mit Verachtung Kenntnis, daß die Aucheisenbahnerorpanisatione», nämlich Gewer kschait deutscher Eiseubahner lGdE.) und Allgemeiner Eisenbahnerverband sAEV.), Urheber dieser arbeiterverräterischen Maßnahmen sind. Die Verlammelten geloben, mir den Anweliunaen des Houptvorstandes und der Ortsverwaltung zu folgen und olles daran zu setzen, um den Einheitsverband weiter zu stärken und zu fördern. Sic oeben der Hostnung Ausdruck, daß das Arbeitsgericht dem Reichsverkehrsminister die nötige Rechtsbelehrung erteilt, um feine ungesttzüch? Maßnohme ins rechte Licht.zu setzen.' � //3st nichts erreicht worden?" Di« Broschüre unseres Parteiveteranen Wilhelln Bock hat«s den Äamuiumsten angetan. Sie selbst haben nichts geleistet und nur die Spaltung und Schwächung der Arbeiterklasse erreicht. Deshalb versuchen sie, die Sache so hinzustellen, als sei früher, vor dem Kriege, als es»och keine KPD. gab. zwar manches erreicht worden, ober feit dem Kriege, seit dem Bestehen der K P O., eben nichts, durch die Schuld der„reformiftischen Taktik'. An sich ist zwar eine solche Beweisführung nicht gerade ichm eichelhost für die KPD.: sie hinkt aber außerdem an dem Mangel des Nachweises der anderen,„rezokukionären' Mittel, die angeblich Gewerkschaften und Partei vor dem Kriege angewandt, aber jetzt verwarseu hätten. Nicht? ist leichter, als den gegen- teiligen Rochmeis zu«rbnngsn. Nie hat es vor dem Kriege eine solche Anwendung von Massenaktionen der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie gegeben, wie heute. Man braucht nur zu vergleichen, wie L o h n v e r h o n d l u n g e n vor dem Krieg« geführt wurden, mit welchen Lohnzulagen man sich zufrieden gab. um dann einen Vertrag aus zwei, drei Iah« und darüber abzuschließen.»G den Lohnperyandlungen von heut«, um darüber ttn Bilde zu sei». Aber die Bolschewisten wissen«ttoeder selbst nichts davoit, oder sie rechnen darauf, daß die große Mehrhell ihrer Anhänger nichts davon weiß. Diese Spekulation a-uf die Unwissen» h e i t'st es aber, was die KPD. im Grund« als Partei noch für sich als besondere Eigenart in Anspruch n«chmen kann. Darin unterscheidet sich ihre Taktik allerdings von der reformistischen von gestern und heute._ Aus der badischen Altersversicherung. Die Landesversicherungsanstalt Boden hielt dieser Tage eine Ausschußsigung ab, in der als wichtigster Be- ratungsgegenstand der Geschäftsbericht für da» Jahr 192L zur Aussprache stand. Der Bericht bringt einige interessante An- gaben über die Leistungen der Anstalt. Die Landesovsiche- rungsanstall hotte am Ende des Berichtsjahres 140 Beamte lind 30 Angestellte beschäftigt. Die Einnahmen der Anstall aus Beitrage� betrugen im Jahre 1S2K: 23 042 545 M.. die Gesamteinnahmen 25009 219 M.; die Gesamtausgaben betrugen 21872 693 M.: 18 326 848 M. hiervon sind in Form von Renten an die Versicherten ausbezahll worden. Die Anstalt unterhält drei Heilstätten, deren Gesamtaufwand 1 639 552 M. beträgt. Die Zahl der abgelieferten Karten Ist infolge der Arbeitslosigkeit gegen- über dem Vorjahre um 52 016 Stück zurückgegotzgen. Der Beschluß der Landesversichcrungsanstalten, etwa 80 Pikoz. der Bei« tragseinnahmen für Heilverfahren � W verwenden. ist in Baden nicht nur eingehalten, sondern sogar überschritten worden. Die Zahl der Rentenempfänger beträgt 71 000. Don den 21 000 Antrögen aus Helloerjahren sind 80 Proz. genehmigt. 17 Proz. abgelehnt worden 3 Proz. sind noch unerledigt. Der Antrag, dem Verband der Badischen Jugendherbergen 5000 M. zu überweisen statt 3000 M wurde angenommen,. ebenso ein Antrag, den Bellrag für Verbände der Kranken» und Wohlfahrtspflege von 10000 auf 20 000 zu e r h ö h e n. fttit Sewelttchafiej»»«»» Heute. Z'oivierstaa, Wi Ubr. tayen die Gruppen? Südwestcu: Jugendheim Borckstr. ll ZFabr.kg-baude). Krelv'piei. abend.— Köpeuick: Grupvenbeim Jugendheim Grünauer Str. Z. Liederabend. — Te»ti«ldof! Drupuenheuu Enjeurn German iaftr. 4,8. Vortrag:„Zgirtschasee- fragen und Gewertschosie»."— Sfidofim: Gruppenheim Rcichenberger Slr. et» (Zeuerwehrhausf. Heimbefpuchung.— Seluadbruune«: Gruppenheim r ote Sckmle, Eotenburoee Straße. Vortrog:„florl Liebtnechts und 3"i>(a Luzeut- burgä Bedeutung für die Arbeiterbewegung."— Moabit: Gruppenbeim Städtisches Jugendheim Lehrter Str. lb/tS. Vollswirtschaftlicher Abend.— Ihor- lotteuburg! Jugendheim Spreiftr. 30. Dortrag:»Warum FGJ.?"— Aumb.Idt: Jugendheim Grauu. Eike Lorginzstralie. Zortrag:„JugendfÄutz � Jugend- recht."— Laudsberger Plag: Zuqendti-im des Osten», Große Frantturter Str. U. Luergedäudc part., tziinmcr 2. DoIIr.tan»obenb. � grautfurt« Ale«: Städti- tches Jugendheini Litauer Str. 18, Zimmer 3..Glaßbrenner und fein« Zeit.' - Weistea!««! Jugendheim Parkstr. M. Eharprobe.— Jugendturfu»: Aordweg- »reis Jugendheim lurin« Ecke Seektraste.„Gewerkschattllche Jugendbewegung, gewerttchattlich« Jugenbarbeit."— Achtung, Voranzeige! Aufammenkunft der Heimworte am Sonntag, Ii Januar, 10 Übt, im Paten Saal b-s Belleidungs- anbettcrverbanbes, Sebastiansir. 27:38.— Achtung, Mädel»! Zutammentunft der Rädchen am Montag, 10. Januar. t»f4 Uhr, im Jugendheim de» Deutschen Meta!latbe:!er»crdondc?, Linienstr. OZiDb. Jugeadgrupp« de» ZdA. Heut«. Donnerstag. A> Uhr, im Raten Saal de» Ortsburenus, Äelle.Allianec.Slr. 7tt0. Mitgliederveriammlunq der Jugend' gruvpc. Dogeeordnung: t. Bericht über da» Jahr 1927. 3. Wahl der Jug nb- leitungsmitgueder. 8 Bortrag des Borststenden der Ortsgr-ipp«, ttollegin Gott- furcht:„Bor neuer Arbeit— neuen Kampfin- Mitgliedsbuch und Heim- bzw. tzuttktionärausweis sind zur Kontrolle mitzubringen.— Bezirk Schiiaederg: Sir besuch-« die Mitgliederversammlung der Jugeirdgrupp« im Ortsburean. Berantwartlich für PulUi?: Dr. Gurt Beyer; Wirtschaft:«. tllingelheicr: vewcrtschofisbewegur.g: Z. Steiner; tzeuivewn: tt. s. Dölcher; Lotaie» und Senstlae«: Zei,»arftädt: An»«ioen: Tb. Gl»««: sämtlich in Berlin Derlaa: Borwärts-Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Dorvärls-Dumdruckcret und BertagsauNalt Dcul Singer u Sa.. Berlin SW i>8. Ltndenstraße X fliuiB 2 BeNaoe» und.Unterbaltuuo und Wiste»"' k » TELLWELSE hs�abgesetzt BIS TUR DONNERSTAG FREITAG SONNABEND SCHLUSSTAGE DONNERSTAG FREITAG SONNABEND Gardinen Etamin-HalbvorhanSn.,,»» 390 ««top(er filetarbeit und SpiUeJrOhor SioO,|«t*» ch« Tüllgarnitur ß90 Stsilig.«'.Ilde Anstdhrung....... frah« Bettdecken L>»wia«der in veVseatedenen äuslabrunU«»............... setmt«ch Km Grösse e». lÜUX 280 cm G töese ca. 250X850 em Gröes» ca. 190X'280cm Hansa 19" 33 Kflastlermoeter..,...................... fetet B WJ- feiat\jjß WV» mm B Grö-ina CS. 200X50" cm Utö»89 ca250x3S0cm B...................................—— VelOUr<"VOOO| Steppdecken».«» � 14 HM 0 mj JMk« jl in vielen Kerben, Grösse 150x200.......... Jetst I■ pa Stny&iiertepitlcta.................... 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Die Hoch und Untergrundbahn stellte eine Beförderung von 228 Millionen Menschen fest, und die A b o a g, die— ebenso wie die Stadt-, Ring- und Vorortbahn— in der Bcrichtszeit noch nicht an dem allgemeinen Umsteiaevcrkehr teilgenommen hat, zählte 13 8 Millionen Fahrgäste. Im Tagesdurchschnitt der einzelnen Monate war der Verkehr niit der Straßenbahn am stärksten iiv November mit 2,4 Mil- lionen, am schwächsten im Juli mit 2,2 Millionen Personen. Für die Hoch- i.-nd Untergrundbahn brachte der Dezember das Mari- mum mit 761 000 und der Januar da- Mimnum mit 330000 Fahrgästen pro Tag. Der Höchstverlehr der Aboag wurde siir Oktober(473000) ermittelt, der Mindestverkchr für Januar (329 000). Für den Stadt-, Ring- und Vorortverkehr liegen die Er- gebnisse für Dezember— die in der Jahressumme geichätzt wi r- den— noch nicht vor. Von den Monaten Januar bis November hatte der Oktober mit 1,1 Millionen die höchste, der Februar mit 974 000 die niedrigste Verkehrszisser iin Tage-durchichnitt. Der Gesamtveickehr errcichie der Höhepunkt im O k i o b e r. diesem Monat wurden dnrchschnitllich täglich 4,7 Millionen.Tahrten auf den Verliner Rahverkehrsmittetn zurückgelegt. Im Januar war mit 4.1 Millionen Fahrten der durchschnittliche Tagesverkchr am schwächtirn.____ Zur bevvfstehendeu Siaöiratswahl. Di« so z i o ldr m o k ra t i sch e Fraktion Im Berliner Roihaus hat einstimmig beschlass�ii, für den nach seiner Wahl zum Präsidenten des Lavdesorboitsamtes ausscheidenden Siadirai Ganosien Brühl, den bisherigen Fraktionsnorsitzendcn Genossen Czeminski als Nachfolger in Barschloq zu bringen. Do keine Porte! der Sozio>d«mokrotie dos Boi-schlagsrechi iür dieen Posten streitig machen dürfte und da die Person Ezeminskis zweifellos nirgends aus Widerstand stoßen wird, so darf seine llL-ahl zum Stadtrat wohl schon jetzt als gesichert gelten. Die Fraktion ist sich deshalb bereits über die lieue Zusammensetzung ihres Borstandes schlüssig geworden. E:- noile Czeminski wird bis zu seiner everrtuellen Dahl weiter die Geichästr des Vorsitzenden ssthrei). An seine) Stelle wird dann»rr biÄherige stellvertreiende Oörsitzende,' Genaste) Dr. Lohmar, ir, treten. Zum künftigen Stellverireter, einstweilen zum dritten vor- sitzenden, wurde der Genosse B u b l i tz bestimmt. Im übrigen wurde der Vorstand in seiner bisherigen Zusammensetzung wiedrr- g«wählt und durch Zuwohl des Genossen F e ch n e r ergänzt. Unser langjähriger Abonnent Wilhelm Richter, Jorndorfer Straße 32, begeht heute leinen 91. G?'nirtsiag. Wir wünschen dem Jubilar»räch einen recht langen und sorgenfreien Lebensabend. „Was verstehst du. rosierie Fresse du? Ich arbeite so viele Jahre an der Drehbant— bin Dreher und Schlosier und weiß der Teufel was,— und du? du bist noch nicht trocken hinter den Ohren.... Du hast noch an Mutters Brust gelutscht, als ich schon Säcke voll Späne tragen mußte. Und drängst dich vor— als Kommandant." „Ich spuck aus dein bärtiges Gesräh. Es gibt genug solcher Faulenzer, die aus ihrem Können herumreiten und ihr Maul aufreißen. Du denkst nur an deinen eigenen Bauch, und die allgemeine Arbeitersache und die Produktion— sind nichts für dich." Und Soweljew brüllte, drohte mit den Fäusten und sah wie ein haariger, schmutziger, alter Kettenhund aus. „Du Maulaufreißer du, daß dich der Teufel hole.... Du Rindvieh, elendes!" Die Arbeiter lachten, ohne die Arbeit zu verlassen, und brüllten vor Freude. „Gib ihm eins in die Zähne, zeig's ihm, dem Tschuma- low!... du bärtiger." „Hau ihm eine runter, Tschumalow, erinnere den Alten, wo sein Gott wohnt." Gljeb kam zu sich, schmiß die Werkzeuge hin und lachte so laut, daß es in der ganzen Schlosserei widerhallte. „Daß mich der Teufel hole, was bin ich doch für«in Dummkopf und Tölpel!... Sei nicht böse, freund.... Die Hände jucken mir und ich bin rasend, wte ein toller Hund." Und lies in eine andere Abteilung. Die Renovierung des Ofens und der Stampfmaschine war soft beendet. Der Bremsberg war schon in Betrieb und einige Male täglich drehten sich aus der Förderbahn die Speichen der iRäder, und die Rollen auf dem Gleise klangen bis in die Berge, wie ferne Schmiedehäminer. Rur die Seilbahn zum Kai, mit den im Fluge erstarrten Lauftärben, schwieg wie früher, und der rot« Rost des Sicherheitsnetzes brannte wie Feuer. Und die Turmuhr mit ihrem ellenlangen, weißen Zifferblatt, die drei Jahre stillgestanden hatte, bewegte wieder ihre Zeiger und schlug in der Nacht im Scheine einer großen Bogenlampe, deutlich und weit hinaus hörbar, die Stunden. Auch in der Böttcherei begann die vorbereitende Arbeit. Man richtete die Werkbänke,' beseitigte den Schmutz und Schutt, brachte Faßdauben in kleinen Waggons von den Magazinen. Samtschuk, mit Schweiß und Staub bedeckt. schwarz wie ein Teufel, schrie und schimpfte(die Böttcher verstehen am besten zu fluchen und zu schimpfen) und wühlte mit den anderen Böttchern in dem Schutchaufen und den verfaulten Holzspänen und in den Bündeln verrosteter Reifen. (Fortsetzung solgl' 87) �Zeruent. Dtonxan von Fjodor Gladtov». Und wieder flammte ein Staunen in den Augen des erstarrten Mannes auf. Er bückte sich kurzsichtig über die Papiere und sagte müde, zwischen den Zähnen:„Genosse Natschkassow, zeigt Zchelodse den Beschluß." Zcheladse stampfte mit den Stiefeln zum anderen Tisch und dos Kommissionsmitglied mit dem dicken Gesicht gab ihm ein dichtbeschriebenes Papier. „Da. Lies, kannst du russisch lesen?" Und zeigte mit dem Finger in die Mitte des Papiers. „Hol dich der Teufel... Hundesohn... Schuft r Toll, mit einem wahnsinnigen Ausdruck in den Augen, starrte er die grauen Beulen des Genossen Natschkassow an, und die Zähne schlugen in knarrendem Klappen aufeinander. Er sah das Papier nicht an. Mit aller Wucht schlug er mit seiner Faust sich hinter das Ohr. Schrie durchdringend laut vor Schmerz und Schrecken auf. „Du mich gereinigt hast... ihr mich gereinigt habt.... Ich habe euch gereinigt auch... ha." In dem Zimmer erdröhnte ein Knall und Rauch er- füllte es. Zcheladse log auf dem Boden. Aus dem zerschmetterten Schädel kroch Blut. Das hagere Kommtssionsmitglied saß neben dem Tisch. sein Gesicht war wie mit Staub bedeckt. Seine Augen waren blind und rund. Sergeij erinnerte sich nicht, wie er aus dem Zimmer gekommen war. Und als er zur Besinnung kam, sah er Schidkii neben sich. Er stieß ihm ein Glas Wasser zwischen die Zähne, brüllte und schnappte mst den Nasenflügeln nach Luft. �_ „Trink, hol dich der Teufel!... Heul nicht wie ein Weib... Begreife doch, nicht hier werden die Sachen beschlossen. Es gibt doch noch höhere Instanzen. Das Partei- komitee wird es nicht zulafien.... Soll man auch mich aus der Partei reinigen— aber ich werde diese Schweine- reien nicht verzeihen." Sergeij saß auf dem Sofa und ern Schluchzen erschüttert« seinen ganzen Körper. Der Stoß in die Zukunft. 1.„Immer vorwärts." Am Gedenktage der Ottoberrevolution sollte das Werk in Betrieb gesetzt werden. Es wurde beschlossen, eine feier- liche Sitzung des Bergwerksrates im Klub„Äomintenv abzuhalten, um die Feier dieses Tages mit der des ersten großen Sieges an der Arbeitsfront zu vereinen. Die Porteireinigung war zu Ende, aber die Korridore des Palastes der Arbeit waren noch immer voller verschwitzter. niedergedrückter Menschen, voll feuchten, braunen Rauches, voll dunstiger Angst und seltsam gespannter und ergebener Erwartung. Die Menschen drängten sich in Haufen zu- jammen, ihr Haar klebte an der Stirn, sie flüsterten mit erstickten Stimmen zueinander, waren ober einsam und glichen Kronken. Im Voltswirtschaftsrat und in der Fabrikleitung vollzog die RKI. ruhig und unbemerkt schon seit einigen Tagen eine Revision. Schramm sah wie gewöhnlich in seinem Bureau, bei festgeschlossenen Türen, und empfing zwischen elf und zwei. Und hinter den Türen war es still und streng. Der Apparat arbeitete in ebenso komplizierter Weise, mächtig, ruhig, mit einem Aufwand von vielen Menschen, wie in den vergangenen Tagen. Nur die eleganten Spezialisten waren etwas blaß, ihre Augen trüb, unruhig und gespannt. Und in der emflgen Masse der Angestellten, die über den Büchern und Papieren gebückt dasaßen, konnte man weder Ausregung noch Angst bemerken,— als ob die RKI. gar nicht existierte und als ob niemand wüßte, was eine Revision ist. Gljeb lief ununterbrochen zwischen dem Werk und der Fabrikleitung hin und her. Er raste von Gebäude zu Gebäude. von Abteilung zu Abteilung, ging im Staub und Schutt und im Getöse der Arbeit unter und konnte sich nicht entholten, selber die Werkzeuge in die Hand zu nehmen, um für einen Augenblick den Rausch der Arbeit zu genießen. In der Schlosserei kani es zwischen ihm und dem Schlosser Saweljew zu einem Skandal. Der Schlosser Saweljew. einer von den alten Arbeitern, war menschenscheu, schweigsam und düster. Er unterbrach oft seine Arbeit, brüllte vor Husten, schien die Eingeweide ausspucken zu wollen und warf dicken, schwarzen Schleim heraus. In so einem Augenblick riß Gljeb ihm sein Werkzeug aus der Hand und stieß thn mit seiner Schulter von der Werkbant fort. „Was treibst du hier— in drei Teufels Namen, wie ein Wunn im Dünger.... Arbeitest du für Fremde?" Saweljew glotzte ihn erschrocken mit seinen blutunterlaufenen Augen an, der Husten ließ ihn fast ersticken. „Du hast hier nicht zu spucken, sondern zu zerspringen vor Arbeit.... Uns ist jede Sekunde wichtiger als das Leben." Er brüllte, klirrte mit dem Eisen, spielte mit dem Schraubstock und war wie im Fieber. Saweljew stieß ihn mit der Schulter, wackelte mit dem Bart und spuckt« in die Faust. Musikalisches Getöse. Mieter wurden zur Verzweiflung getrieben. Bekanntlich glaitben die meisten Menschen, daß sie in ihren eigenen vier Wänden tun und machen dürfen, was sie wollen. Zu den beliebten häuslichen Tätigkeiten gehört immer noch, trotz Radio, das Musizieren. Di« allgemein« chausordnung enthält zwar die Bestimmung, daß um die lv. oder 11. Abendstunde Schluß mit der musikalischen Betätigung gemacht werden muß. aber ein Musizieren anläßlich besonderer Gelegenheiten über diese Zeit hinaus wird an- standslos gestattet werden. Demnach könnt« also von morgens g Uhr bis mittag, um 2 Uhr— hier beginnt die festgesetzte Mittagsruhe- pause— und von 4 Uhr bis 10 oder 11 Uhr abends ungehindert Musik getrieben werden. Niemand denkt zwar Im Ernst daran, daß mit dieser Erlaubnis ausgedrückt werden könnte, daß unausgesetzt gespielt werden darf. In einem Hause des Berliner Westens ist es aber tatsächlich passiert, daß eine dort wahnhafte Untermietcrin ihren Klavier- und Gesa ngsstu dien fast täglich, auch Sonntag nicht ausgenommen, ununterbrochen von morgens bis abends oblag. Sie hatte allerdings das Zimmer nur unter der Bedingung gemietet, daß sie ungehindert den ganzen Tag über üben könne; dies wurde ihr von der Zimmervermieterin auch anstandslos.zugebilligt. Di« über und unter ihr wohnhaften Hausporteien waren mit dieser den ganzen Tag dauernden mehr als empfindlichen Störung fedoch auf die Dauer nicht«inverstanden. Ganz abegesehen davon, daß gespielte und gesungene Uebungen wirNich kein Ohrenschmaus sind. Unter den Par« teien befanden sich fast durchweg Personen, deren berufliche Tätigkeit sich im Hause abspielt und die infolge des ewigen Lärmens schließlich nicht mehr imstande waren, ihre Arbeit auszuführen. Man kann sich«inen Begriff von der Lautstärke der musikalischen Studien machen, wenn man hört, daß«in sunger Mann, der mit seiner Mutter die Parterrewohnung innehat, mit o l« e r st e r B e» fchwerde gegen diese Störung führte, die ihn in seinem Studium ernstlich behinderte. Ein anderer Mieter, ein Schriftsteller, mußte kine Tätigkeit vollends auf die Nachtstunden verlegen; eine N ä h e r i li, die Heimarbeit verrichtet und zudem eine äußerst . zarte und kränkliche Person ist. wurde durch den Spektakel so nervös, daß sie Monat« lang an Schlaflosigkeit und starken Kopfschmerzen litt, die Arbeit liegen ließ und einfach au» dem Hause rannte, weil sie es nicht mehr ertragen konnte. Zu alldem droht« ihr jahrelanger Untermieter, den die Unruhe ebenfalls störte, mit der Kündigung de» Zimmers. Alles gütlich« Einreden der einzelnen Hausbewohner auf die Musikwütig«, ihrem musikalischen Eifer etwas einzudämmen, half nichts. Auf schriftliche und mündlich« Vorstellungen des Hausver- Walters versprach die Betreffende Besserung, um am anderen Tage in altgewohnter Weile loszulätmen. Im Sommer ging der Lärm sogar bei geöffneten Fenstern los. Ein Rattenkönig mündlicher und schriftlicher Beschwerden entstand. Die musikverübend« Unter- Mieterin beharrte auf der polizeilichen Erlaubnis, sowie auf ihrer mit der Vermieterin oetrofsenen Vereinbarung und trommelte und gvwlte ruhig weiter. Bor mehreren Wochen erkrankte der Sosin der im Parterre wohnenden Frau und lag im hohen Fieber. Di« Mutter ging hinauf und bat die Klavieristin wenigsten» für diesen Abend das Musizieren einzustellen. Mit den Worten„Siesindjaoerrückt.ichspielesolange ich will" knallte die feine Dame der Mutter die Türe vor der Nase zu. Selbst der Totensonntag setzt« der gefährlichen Spielwut leine Schranken. Ueber ein halbes Jahr hatten die Hausbewohner rn wahre» Martyrium zu erleiden, bis es ihnen setzt endlich «lang, die Kündigung der unliebsamen Hausgenofsin durchzu- Jfetzen. Glücklicherweise hatten die Parteien in ihrem Mielskontrakt die Klausel:„Berufliches- Musizieren--verboten", fonst säße der Störenfried wahrscheinlich jetzt noch drin.- E» ist jslbftverständlich. daß Musikstudierenhe ihr Studium, sie» nau wie. jeder andere, ausüben müssen. Doch kann es keinem Hausbewohner zugemutet werben, den ganzen Tag über, sogar am Sonntag, mit Musik unausgesetzt traktiert zu werden. Wer solchen Fleiß im Klaoierspiel an den Tag legt, der muß sich schon eines stummen Klaviers bedienen. De fremdend wirkt, wie in ollen öhn- flchen Fällen auch in diesem, das langsame und.zaudernd« Eingreifen der Behörden, die in Deutschland immer noch nicht die Wichtigkeit des Satzes begriffen haben: Ruh« ist dl« erste Bürgerpflicht! Das Verhalten der Behörden ist aber nicht weiter verwunderlich, wenn man daran denkt, daß sie selbst dann nicht eingreifen, wenn die verzweiseUen Mieter bis nachts um 3 Uhr durch die Musik eines im Erdgeschoß befindlichen Restaurants gestört werden dürfen. Dias« Zustände schreien nach einer gesetzlichen Reform. Giu unbesirkndeter Verdacht. EkN Werkführer«ine« Betriebes mit Nachtarbest kommt gegen 4 Uhr von der Schicht, geht durch die Leipziger Straß«, und späht nach einem Briefkasten, deni er einen Brief anvertrauen will. Dort, wo sich mitten in den eleganten und mondänen Geschäften oer- schmutzte und unansehnliche Kolonnaden runden, findet«r einen Kasten der Post. Tritt hinzu, wirft seinen Brief durch den Spalt und greift al» vorsichtiger und besorgter Mann noch einmal nach, um zu sehen, ob der Brief auch wirklich runtergerutfcht ist und nicht, wie man das in Berlin oft erleben kann, obenauf liegt, weil der Kasten überfüllt ist. So sehr obenauf, daß ein später kommender, übel- wollender Mensch nicht nur diesen, sondern ein halbes Dutzend andere Briefe und noch mehr ergreifen und herausziehen kann. Dann geht der Mann, müde von der Arbeit, nach Hause. Er nimmt den Weg nach der Schönhauser Straße, wo er wohnt, zu Fuß. Merkt aber gar nicht, daß ihm ein Individuum auf dem Fuße folgt, das, wie sich später herausstellen sollte, kein Individuum, keine dunkle zweifelhafte Existenz war, sondern ein Beamter der Kriminalpolizei. Und. eines Tages fliegt ihm eine polizeilich« Vorladung ins Haus. Bon der Kriminalpolizei im Präsidium. Hinbestellt aber wird der Ver- dächtige nach K ö n i g st r a ß e 6 1. H a u p t p o st a m t(2 Treppen). Er erscheint. Alles, was noch wartet, wird entfernt. Und nun kommt Vernehmung. Wa, hatte er st» jener Nacht am Kaste».zu schaffen? Und warum griff er nach?» Man hört sein« Erklärung an und erklärt dann fteimütig. daß man die besten Auskünfte über chn bekommen habe und daß man zu der Ueberzeug-ung gekommen sei, daß der Verdacht, als ob er sich aus dem Kasten habe Briefe angeln wollen, unberechtigt war Man entschuldigt sich und entläßt den unschuldig Berdächtigten mit den höflichsten Worten. So ist also der Rom« eines tadeflofen Ehrenmannes durch der Leute Mund gezerrt, so ist eine Familie tagelang auss höchste beunruhigt worden, weil ein Kriminalbeamter nachts mn 4 Uhr vor einem Briefkasten einen Berdacht geschöpft hat. Der Post aber sei geraten, Briestästen aufzustellen, bei denen das Publikum nicht be- fürchten muß, daß sie wegen ihres geringen Umfanges im Umsehen voll sind und dann den wirklichen Spitzbuben Gelegenheit zum Räubern geben. Zwei Todesftiirze. Auf tragisch« Weise kam gestern nachmittag der 48jShrtge Ober- Postschaffner Ernst B o ga n aus dem Gelände des Postamts W. 8 in der Französischen Str. 9,12 ums Leben. B., der gleich- zeitig den Posten eines Hauswartes ausfüllt, begab sich gegen 10 Uhr in den Keller des Portal» 1. um Bretter heraufzuholen. Als er nicht wieder zum Borschein kam, begaben sich Angehörig« in den Keller und fanden den Mann zu ihrem Entsetzen am Fuße der Kellertreppe mit einer blutenden Kopfwunde be- wußtlos auf. Ein hinzugerufener Arzt stellte den Tod infolge Genickbruches fest. Nach den polizeilichen Ermittlungen ist der Verunglückte im Dunkeln fehlgetreten und hat sich bei dem Sturz die tödliche Verletzung zugezogen.— Um die gleiche Zeit ereignete sich auf dem Grundstück Potsdamer Str. 121 ein schwerer Unfall mit tödlichem Ausgang. Bei Arbeiten auf dem Dach des Hauses verlor der 2Sjährige Dachdecker Walter Rietz aus Deutsch- Wusterhausen plötzlich den Halt und stürzt« kopfüber in den Vorgarten hinab. R. wurde in schwerverletztem Zustande durch einen Rettungswagen der Feuerwehr in dos Elifabeth-Krankenhous übergeführt, wo er kurze Zeit nach seiner Einlieferung st a r b. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt. Der Innenminister graknliert Zille« Der Minister des Innern, Genosse Grzefinski, hat an Pro- fessor Heinrich Zille da» folgend« Glückwunschschreiben gerichtet: Am 10. Januar, dem Tage Ihres 70. Geburtstages, werden sich unter der Schar Ihrer zahllosen Verehrer, die dem Meister Zille ibre Glückwünsche dorbingen wollen, auch die Vertreter de« offt- Ziellen Berlins befinden. Da» mit Fug und Recht: Denn keiner hat wie Sie Berliner Geist und Berliner Art mit Künftlerhand dargestellt und lebendig gemacht. Die Großstadt Berlin mit ihrer Bevölkerung, die so urlebendig, unseierlich und so unverwüstlich in ihrem Humor ist. fand in Ihnen«inen beredten, tapferen Bekenner und Schilderer. Berlin und Zille gehören zusammen. Und es sst bezeichnend, daß gerade in den Stadtvierteln, in denen die Prole- tariermassen in engen Straßen dicht gedrängt zusammenwohnen. man Sie kennt und verehrt als den Künstler, der mit Meisterhand in unveränderter Gesinnungstreue für sein.Milljöh" gestritten und gezeugt hat. Der Humor, der Ihre Schöpfungen durchleuchtet, der ohne jedes Pathos ein kräftiges, kennzeichnendes Witzwort findet, läßt immer das große, stark« Gefühl erkennen, da» mitleidet und sich aus die Seite der sozial Enterbten stellt, die Ihre Künstlerhand darstellt. Zum Berlmsr.MUlsöh" gehört unzertrennlich die Po- lizei. Oft und treffend haben Sie den Berliner Polizei deamten in seiner Verbundenheit mit der Bevölkerung gezeigt, haben zu Ihrem Teil dazu beigetrogen, dos Gefühl zu fördern dafür, daß auch der Polizeibeamte dem Volke entstammt, zum Volke gehört. Hieraus darf ich als Chef der preußischen Polizei neben meiner Verehrung für Sie da» Recht und den Anspruch herleiten, Ihnen zu Ihrem 70. Geburlsta�e ebenfalls meine Glückwünsche darzubringen. Mögen lilT/'%§ ,ß' Auf der Iugendbühne„Maria Stuart". Alfred Braun bemerkt einleitend, daß es sich hier nicht um eine Wiedergabe des ganzen Dramas handelt, sondern ollein um eine Auswahl von Szenen, die sich um die Gestalt der Maria Stuart gruppieren. Braun will dadurch die Jugend anregen, das ganze Drama zu lesen. Diese An- regung erscheint überflüssig, da in sämtlichen Schulen Maria Stuart zur obligatorischen Lektüre gehört. Die Aufführung ist stellenweise besser als die vor einem Jahre Im Abendprogramm des Berliner Rundfunks. Müthel ist ein Mortimer von lodernder Ckstatik, und Alfred Braun spricht einen gewandten und vornehmen Leicester. Grete Iakobsen ist als Maria Stuart ein« Fehlbesetzung. Do» Abend- Programm betitelt sich„S ch l a g e r". Man darf nun nicht erwarten, daß man hier die neueste Jazz-Mustk hört. Das Programm be- schränkt sich aus Leo Fall und Paul Lincke. also auf die beiden Hauptoertreter der Wiener und Berliner Operette der Borkriegszeit. Es sind sehr schöne, melodiöse Kompositionen, die den Hörer an ver- gangen« Tage erinnern. Julius Emödshofer, der Dirigent, oersorgt da» Orchester mit dem nötigen Gefühlsgehalt, Else Kochhann und Bernhard Bötet, die Solisten, singen unaufdringlich und geschmack- voll. Dr. Kurt Singer beg!nnt einen Vortragszyklus:„Die Krise der Musik." Die ollen musikalischen Formen bestehen noch heute, selbst die Sonate, aber der Zwang zu einem schematischen, architek- tonischen Ausbau ist gefallen. Man kann die Situation ungefähr dahin charakterisieren: H nweg vom heißen Gefühl und hin zum kühlen sachlichen Ausdruck. Die Krise der Musik wird erst gelöst werden, wenn der Prolelarfer eine entscheidende Stellung in der Musik einnehmen wird, wenn es sich zeigt, ob er die bürgerlich ein- gestellt« Musik der Vergangenheit und Gegenwort bejahen oder ver- neinen wird. In ihrer Reihe„Bahnbrechende Frauen" behandelt Adele Schreiber Florence Rightingale. F. S. dem Meister AM« noch viele Iah« unvergänglichen Schaffe»§n gönnt sein. Die Stadt Berlin hat ebenfalls an Professor Zill« ei» Glückwunschschreiben gerichtet. Die Humboldtbrücke erst im April fertig. Infolge des früh einsetzenden Frostes mußte» die Bauarbeiten an der H u m b o l d t b r ü ck e, die in den vergangenen Monaten unter Heranziehung aller Hilfsmittel sehr stark beschleunigt wurden, länger als acht Wochen unterbrochen werden. Die noch durchzu- führenden Bauarbeiten lassen kein« Fertigstellung bei Frostwetter zu. Infolgedessen mußte der ursprünglich beabsichtigte Er- öffnungstermin der neuen Brücke, der für den 15. Februar bestimmt war, auf mindestens zwei Monate verschoben werden. Gegen Dr. Göbbels und Klink. Am 13., 14. und 25. Januar finden im Kriminalgericht Alt- Moabit Berhandlungen gegen die Nationalsozialistische Partei resp. deren Anhänger wegen der Vorgänge stätt, die im Mai vorigen Jahres zur Auflösung der Partei geführt haben. Am 13. Januar wird gegen Dr. Göbbels und Genossen wegen der Vorgänge im Kriegervereinshaus verhandelt werden, in deren Verlauf Pfarrer Stucke mißhandelt wurde. Am 14. Januar steht Verhandlung gegen Klink und Genossen wegen versuchter Versamrnlungs- sprengung der Reichsbannerversammwng in der Menzel-Realschule, Schleswiger Ufer, an, und am 25. Januar wird nochmals gegen Klink wegen Beleidigung in Verfolg der Versammlung in der Schles- wiger Realschule verbandest werden. Ellern und Erzieher des Bezirks FrledrichshainI Weihnachten. das Freudenfest für unsere Kinder, ist vorüber. Das neue Jahr findet uns wieder in Sorge um die Kleinen, die Ostern den ersten Sckulwcg gehen sollen. Di« Frage:»Wohin schicken wir die Kleinen?" ist für viele Estern noch unbeantwortet. Aber die Estern und Lehrer der 42 weltlichen Schulen Berlins rufen ihnen zu: »Ihr Kind gehört in die bewährte freie weltliche Schule!" Im Bezirk Friedrichs Hain drängt eine stark« Strömung zur Errichtung einer zweiten weltlichen Doppelschule in der Gegend des Schlesischen Bahnhos«. Die erste Doppelschule in der Diestelmeyerstraß« rntt ihren 1000 Kindern gestattet wegen Uebersüllung keine Aufnahmen mehr. Alle Eltern aus der Umgebung des Schlesischen Bahnhofs, dl« ihre Kinder der weltlichen Schule zuführen wollen, werden gasten, noch im Januar 1928 die Kinder anzumelden, damit die Frei« Schulgemeinds Friedrichshain bei der Behörde den Antrag auf Usberlassung eines Gebäudes stellen kann. Eltern und Erzieher, nehmt es ernst mit der Schulbildung eurer Kinder. Denkt an dos Reichsschulgesetz der Burgerblockregierung, an die Knecktung der Bolksschul«! Auskunft in ollen Fragen der weltlichen Schule und Meldungen bei W. Morbus, Löweftr. 7, Ouergeb. II, 17— 20 Uhr. E. Wendicke, Richthofenstr. 32. vorn III, M. Hache. Paul-Singer. Strohe 47, vorn l, 18— 20 Uhr.. chfrele Sozialistische Hochschule�. Der nächste Vortrag der »Freien Sozialistsschen Hochschule" fiitdet am kommeichen Sonn- abend, dem 14. d M.. abends T/i Ubr. im ehemaligen Herrenhaus, Leipziger Straße 3. statt. Genosse Franz Furt» wängler spricht über dos Thema:»Indien und der eng- tische Imperialismus". Karten zu diesem Vortrag sind zum Preise von 50 Pf. an folgenden Stellen- zu haben: Bureau de» Vezirksbildungsausschusses, Linde nstr. 3, 2. Hof links, 3 Trp.— Buchhandlung I. H. W. Dietz, Nachs., Lnchensir. 2— Berband der graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstraß«, Ecke Luisenuser— Zigarrengeschäst Harsch. Engelufer 24-25— To batvertrieb, Insel straße 3— Verlag des Bildungsverbandes der Deutschen Buchdrucker. Dreibundstr. 5—.Wertsreude"-Büst«rstub«Z. Potsdamer Str. 104. sowie In allen»Vorwärts"-Speditionen.,.. Vet?lt*ei(er-Sar Genossinnen und Genossen ein Kursv».Deutsche Recht- Ichreibung und Sprachlehre'. Der Kursus wird behondetn: Mündliche und schrisllich« N-bungen in Rechüchreibung. Satze, chenkundc, Sprachlehre. fZremdwoltlunde.»mir oder mich', grammatische Schwierig. testen. Satzlehre, Anseitigung von Austätzen niw. Der UnIerrichl wird iepen Sonnabend, von 7—8 Uhr abend», stattfinden. Beginn: Sonnabend, den >4. Januar. Der Kuttus dauert drei Monate. Da» Schulgeld sür deiz ganzen KuisuZ leinichlietzlich Lehrmittel) beträgt 6 M. Anmeldungen in ver erben UnterrichlSlunde. Sprochenschule der Albester und Angestellten Grotz.SertwS, Berlin SW., Zietenstr. 6a, L Etage(nahe Rolleadorsplatz). Ehamberlin kontra Risticz. RewBorl, 11. Aanuar. tWTB.) Chamberlin startete zusammen mit William Roger» heute nachmittag um 12 Uhr 13 Minute« auf dem Flugplatz Rooseveltfield i« einem Vellanca- Eindecker, um zu versuchen, den deutscheu Dauer» flugrekord zu brechen. Chamberlin sagte, er hoffe. drei Tage und zwei Rächte in der Luft bleibe» zu könne». Im letzten Augenblick gab Chamberlin den Plan auf, zugleich auch den deutschen Nu ud-f lug? Distanz» rekord zu brechen. Er beabsichtigt» de» gesamte« Flug in der Nähe der Long Isländer Flugfelder auszuführen. Die Flieger wollen morgens und abends durch Zettelabwurf über den Berkauf des Fluges berichten. 5s ENVER BEV TUIASIIBER■% ENVER BEV MAXOUL% 6s treffen Sie bestimmt, wenn Sie diese Marken rauchen. Denn hier ist die Qualität maßgebend und nicht die schreiende Reklame um•• r s Donnerstag 12. Januar 1925 Äntechaltung und AIissen Beilage des Vorwärts Tragödien durch Pulver. tWie man Pulverexplosionen verhütet.— Pulvermonopole.— Eine �pnlververschwSning".— Die größten Pulverkatastrophen der Welt.) Die groß« Sprengstoffexplosion in Dahlem, durch die wieder MensHcnleben vernichtet wurden, war nur durch Nichtachtung der Gesetzlichen Vorschriften möglich: denn die Gefährlichkeit des Pulvers däl es mit sich gebracht, daß seit den frühesten Zeiten der Entdeckung des Pulvers gesetzliche Maßnahmen zur Verhütung von Pulver- katostrophen getroffen wurden. In vielen Staaten war die Herstellung von Pulver und sein Verkauf staatliches Monopol. In Frankreich gab es bereits im Jahre 1S60 ein Pulvermonopol, demzufolge kein Privatmann die Berechtigung hatte, Pulver anzufertigen odör zu verkaufen. Die strengsten Strafen waren auf Verstöße gegen diese Vorschrift gesetzt. Andere Staaten waren dem Beispiel Frankreichs gefolgt, und in neuester Zeit hatte auch Italien mehrere Jahre lang ein Pulver- Monopol, gleicherweise wie Oesterreich und Serbien. In den meisten anderen Staaten sind strenge Gesetze erlassen worden, um einen Mibßrauch der Sprengstoff« zu verhüten. In Deutschland sind die umsangreichsten Vorkehrungen gegen Gefährdung des Lebens durch Puloerexplosionen getroffen worden. Das Sprengstofsgescg von 1884 und die Bundesratsbcztimmung von 18gZ, sowie die Sprengstoffverwendungsoorschrist von 1894 sorgen dafür, daß mit Sprengstossen so wenig wie möglich Unheil angerichtet werden kann; denn die Uebertretung dieser Vorschriften ist mit schwersten Strafen belegt, Trotzdem konnte nicht verhütet werden, daß Sprengstoff« oller Art nicht nur durch unglückliche Zufälle, sondern auch mit Absicht zu menschlichen Tragödien verwendet wurden. In der Geschichte hat die sogenannt«„Puloeroerschwörung" von Thoman Perci) und Robert Catesby ungeheures Aufsehen erregt, da durch diefe Pulver- Verschwörung im Jahre 1Kt>4 der Plan gefaßt wurde, den englischen König und alle Mitglieder des Ober- und Unterhauses am 5. November 1605 in die Lust zu sprengen. Es wurden zu diesem Zwecke w einem unterirdischen Gang unter dem Oberhaus 4500 Kilogramm Sprengstoff untergebracht, und durch diese ungeheure Masse Schieß- pulver sollte der König und sein ganzes Parlament in die Luft gesprengt werden. Der Plan wurde verraten, die Verschwörer konnten aber fliehen und verteidigten sich im Schloß Holbeach. Die beiden Rädelsführer fielen im Kampf und ihr« Mitoerfchmorenen wurden gefangen genommen und am 30. und 31. Januar 1506 hingerichtet. In der neueren Zeil bildeten Sprengstoffe vielfach die Waffe für Attentat«, die auf Herrscher und Minister unternommen wurden. Die Liste der auf diese Weise ermordeten Persönlichkeiten ist sehr groß, und fast all« Staaten hoben derartige Opfer zu ner- zeichnen. St aller Erinnerung ist die Ermordung Alexanders ll4 der am 13. März 1881«ms der Fahrt zum Winterpaloi» einem BombenoUentat zum Opfer fiel, rlber auch Frankreich, Amerika. Portugal und ondere Staaten sind von derartigen Verbrechen nicht freigebüeben. Noch häusiger sind allerdings die Tragödien, die ohne Absicht durch Pulver hervorgerufen wurden. Eine der furchtbarsten Pulver- tragödien ereignete sich im Jahre 1910, und zwar auf recht eigen- artige Weife. In eine Pulverfabrik, im der�R� Kilogramm Ritr»-- olvtcrin lagerten, schlug nämlich der Blitz«in, wodurch die gesamte Masse des Sprevgstoüell zui(liplosum tmn,■ Ätxk- du-utuaiuateit btx Chemiker, die Pulver herstellten, war die Ursache zu einer großen Anzahl Tragödien allerschwerster Art, von denen Frankreich betroffen wurde. Im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhundert» hatte Frankreich ein neues Pulver eingeführt, das sogenannte li-Putver. Es war ein sehr schlechtes Fabrikat, das stark zu Explo- lionen neigte und nicht weniger als-50 gewaltige Explosionskatastrophen zur Folge hatte. Die größten Explosionekatastrovhen waren die der„Jena" und der„Libertö. Sie liegen bis zu de» Iahren 1893 zurück und hatten zur Folge, daß das französische Heer und Marine eigentlich vollkommen wehrlos waren: denn das Pulver war kein« Sicherheit, sondern eine große Gefahr. Der erste Unfall im Jahre 1893 ereignete sich in Algier. Ein« Kiste U-Puloer geriet selbsttätig in Brand. Es erplodierten ferner die vier Pulverfabriken von Pont du Buis, Saint Medard. Bonchet und Nichault. Es folgte eine Explosion auf dem„Admiral Duperre". 1890 gab es zwei Explosionen. 1899 folte eine neu« Explosion durch Selbstentzündung im Arsenal zu Nizza, eine zweite in Lillosranca. Kaffeekränzchen und Blindekuh. Wie sich Biedermeier vergnügte. Wenn man setzt in der Faschingszeit die großen Bälle miterlebt, wenn man das Leben und Treiben in den Restaurants und Cases betrachtet, so jällt dem. Kenner der Kulturgeschichte der ungeheure Unterschied zwischen heute und der Zeit vor 100 Iahren aus. Auch Biedermeier amüsierte sich, und zwar gewiß nicht weniger als der moderne Mensch, aber in ganz anderen Fornten. S«in Vergnügen fand er hauptsächlich zu Haufe, denn das Wirtshanslcbcn im heutigen Sinne gab es damals noch nicht. Während sich heut« der größte Teil des Amüsements in ösfentlichen Lokalen abspielt, blieb man damals in seinen vier Wänden.„Bor allem tritt uns d«r Gegensatz zu der Neuzeit in der Tatsache entgegen, IHreibt Otto Behr in seiner Schilderung einer deutschen Stadt vor 190 Jahren, „daß es damals Restaurationen im heutigen Sinne noch nicht gab. Man kannte sie nicht einmal dem Namen nach. Wohl tonnt« man in ein paar Wirtshäusern Schnaps und Bier trinken: auch hatten di« Bierbrauer oft eine Stube, in der sie Gästen ein Glas Bier vrr- setzten: es gab auch schon Weinstuben zrnd einige Kaffeehäuser. Aber sie all« waren wenig besucht. Wer an Naschwerk und Likören Freude fand, ging in eine Konditor«!, wo diefe süßen Gaben von anmutigen Damen kredenzt wurden."' Das Restaurantswesen enrwlckclt« sich erst mit dem Aufkommen des bayerischen Biers nach. 1850. Damals zog auch die Frau erst in di« Lokole ein. Es bedeutete nämlich ein« Revolution, die w-r uns heute gar nickt mehr vorstelleit können, als um die Milte de» 19. Jahrhunderts die Damen anfingen,.auszugehen'. Bis dahin zeigten sie sich ösfent- sich fast nur auf dem Markt oder in der Kirche.„Die öffentlichen Orte an denen die Frau erfckien,' berichtet Gustav Klemm in seinen Ukulturaeschichtlicken Briefen',.waren der Obst- und Gemüsemarkt nebst Brot- und Fleischbänken und die Kirche. Di« Kirche war der »inzia« öfstntliche Ort wo«ine Dame ohne männlich« Begleitung erscheinen durfte. Di« Frauen gingen daher bei weitem häusiger hin als heutzutag«. und man hat es oft ausgesprochen, daß das weibliche Publikum besonders nicht nur der Predigt wegen in die Kirche ging, sondern namentlich deshalb, weil es dort etwas zu sehen gab und weil man Gelegenheit fand, gesehen zu werden.' In der G-felligreit bestand damals noch ein« ziemlich streng durchgeführte Sonde. runa der Geschlechter. Rur be, großen Festen und Bällen trafen Damen und Herren zusammen sonst amüsierten sie sich ge. trennt auf ihre Weis«. Di« Herren besuchten einen der zahllosen Derein« zur Erholung und Geselligkest'. di« damals als Kastno � Harmonie. Eoneordia oder Reifouree bestanden: das schönere Geschlecht hatte sein« Kran-che u mit Kaffe« und Schokolade, bei denen man aber nickt müßig erscheinen durste..Die Damen vflegten auch in ihre Gesellschaften es»- Arbeit, meisten, da« Strickzeug, tmt- jubringen,' erzählt Behr,.und der Gedanke, daß d» Frau die Hände nicht in den Schoß legen dürfe, wirkte noch lange fort. Im Sommer versammelten sich dl« Bürgerfamilieu Sonntag nachmittags in einem Garten,.dessen Besitzer dies gestattete und den Herr- fchajten die Erlaubnis gab, dort Kaffee zu kochen: Zwieback und Kuchen bracht« sich jeder selbst mit.' Auch hier wurde noch das „Private' der Vergnügung bewahrt. Hauptsächlich aber spielte sich der Zeitvertreib in den geräumigen, behaglich und schön eingerichteten Wohnungen ab. Da gab«s In jentn Tagen der Romantik, in denen unser« Literatur einen so hohen Aufschwung genommen hatte Lese'- kränzchen, zu denen sich die Gebildeten wie die einsachen Handwerker vereinigten. Beim.ästhetischen Tee' schwelgte man in der Lektüre Schillerscher Dramen und Tlcckschcr Novellen: Wilhelm Hauff hat uns eine Schilderung von dem„ästhetischen Bi«r' einiger Schuhmachergesellen und Bürgermädchen erhalten Aber auch de- scheidenere Vergnügungen waren sehr beliebt. Di« Menschen von damals waren weniger anspruchsvoll und harmloser als heute und hatten an Spielen und«scherzen ihre Freude, auf die heute sogar die Kinder verächtlich herabsehen. Foppereien und Neberraschuiigen riesen unendliches Gelächter hervor. Man erhitzt« sich bei der Vor» tführung von kleinen Kunststücken und Taschenspielereien, durch die man leicht zum„Löwen" der Gesellschaft wurde. Ein„Dollständiges Handbuch der Gesellschaftsspiele' aus jener Zeit, das der Jugend wie den Erwachsenen als Anleitung diente, zählte«ine Fülle Harm- loser Pfänderspiele auf, wie Blindekuh, Kämmerchen vermieten, Mokierstuhl, Wolf und Schäferin usw. Ebenso eine Menge Schreib- spiele, Figuren- und Würfelspiele, und wir wissen aus den Bio- grophien und Schilderungen der Zeit, daß sich nicht nur die Kinder, sondern auch die Großen mit Lust und Liebe solchen ebenso billigen wl« unschuldigen Beschäftigungen Hingaben. Ein materialistischer Geschichtsforscher. Zv den Vorträgen von Prof. Beard. Im großen Norlesungssaal de» Englischen Seminars in der Dorotheenftraße drängt sich eine lernbegierige Jugend: auf der ersten Bankreih« sitzen Berliner Universüätsprosesioren. Ein Amerikaner spricht zu ihnen. Er spricht wie ein Schullehrer vor Kindern, so einfach, so wirklich allgeinein verständlich. Er zeichnet schematische Landkarten der Bereinigten Staaten- hier kapitalistischer Norden, dort der Süden mit Plantagen und Sklaverei, hier der Westen der Farmer. Er schreckt kurze Stichwort« an di« Tafel, sie bezeichnen die Bestrebungen verschiedener Klaffen oder die Folgen geschichtlicher Ereignisse. Alles.populär'", scheinbar primitiv, ja beinah.naiv". Doch der Zuhörer bekommt einen ticken Einblick in die wahreit Bewogungskräft« der amer! tonischen Geschichie, einen Einblick, wi« ihn noch niemand gegeben hat. D«r Amerikaner scheint mit seinen eigenen Augen das Löben jeder amerikanischen Generation zu sehen. Und seine»elementar«' Unterrichtsmethode erreicht, daß jeder feiner Zu- Hörer es mit ihm zusammen sieht. Es ist ein genialer Lehrer mit timfafleridern Wissen, scharfem Blick und warmem Herzen. Alle Aeußer. lichkeilen selbstbewußter Gelehrsamkeit, jede Wichtigtucre: sind beiseite geschoben. In ganz einfachen Worten, Mit Humor und Satire, lchildert er die Geschiäzte, vom Geist materialistischer Ge» schichtsaufstafsung beseelt. Es war Prozessor Charles A. Beard von der K o l u m b i a- U n t v« r f i t ö h in New Park. Aus feiner und feiner-Frau Mary Feder erschien Ansang dieses Jahre« in England ein großes, zweibändiges Werk:.Der Auf- stieg der amerikanischen Zivilisation"(.Tbe vi?« of Arneriean Civilisation"). Einmütig hat die amerikanisch« Kritik dieses Buch als das größte Werk der amerikanischen Geschicht- Ichreibung anerkannt und gefeiert. Und es ist ohne Zweifel so. Das Buch von Charles und Mary Board gehört zu den wiffenschaftlichen Leistungen, wi« sie nicht in jedem Menschenalter erscheinen. Manche werden, vielleicht mit Recht, behaupten, daß die Geschichtswissenschaft bis jetzt überhaupt noch kein Werk von jolcher plastischen Lebendigkeit und zugleich wissenschastlichen Strenge, von solcher Tiefe der Analyse und groickiosen Kraft der Synthese kannte. Seit zwei Jahrzehnten wirkt Charles A. Beard bahnbrechend auf dem Gebiet der amerikanischen Geschichtfchreckung. Jetzt wird er geradezu ossiziell als der amerikanischc Historiker anerlaiivt. durch ihn soll eine neue Epoche der amerikanischen Geschicht- schreibung eingeleitet werden. Und das ist, um die Ding« mit richtigem Namen zu nennen, die Epoche der m a r x i st i s ch e n und sozial! st tschen G c s ch i ch t s chr e i b u n g. Beard ist Marxist und S o z i a l i st, und sein Buch ist ein gewaltiger Sieg des marxistischen und s o z i a l i st i s ch e n Denkens. Diese Methode von Marx hat Beard in seiner Forschungsarbeit ange wendet. Es war seine sozlalistisck»« Gesinnung, die es chm möglich inacht«, die wahren Triebkräfte der kapitalistischen Entwicklung, der bürgerlichen Politik und bürgerlichen Kultur in Amerika mit aller Schorfe zu durchschaue». Wir kennen die einzelnen Etappen der geistige» Entwicklung von Beard nickst. Möglich, daß er durch die Morxschen Ideen zu- nächst nicht direkt, sondern nur auf irgendeinem Umweg« beeinslußt wurde, ja sogar, daß er völlig selbständig zu einer Art von , Ökonomischem Materialismus' gekommen ist. Jetzt nimmt er die Marxsche Geschichtsaufsaffung an mit einigen Reserven, die aber mehr der geläusigen Vulgarisierung, als dem Weseneinhall des Marxismus gelten. Gewiß hat Beard sich nicht jeden Satz van Marx zu eigen gemacht, wie auch Marx manches bei Beard be- anstandet hätte. Die Jahrzehnte sind eben nickst umsonst verflossen. Allein die Titel der früheren Werke von Beard besagen schon, aus welchem Geist sie erwachsen sind:„Oekonomische Erklärung der Berfassung der Bereinigten Staaten'(.Au Economic Interpretation of tbe Constitution of United Staat«*),.Die ökonomischen Quellen der Ieffersonschen Demokratie"(„Economic Origins of Jefiersouian Democracy"), vier Vorträge über die„Oekonomische Grundlage der Politik"(,The Economic Basis of Politict"). Jetzt noch Erscheinen des großen Werkes läßt sich sagen: Die vollständig« Geschichte eines ganzen Landes wurde noch nie so marxistisch geschrieben, noch niemand, mag«r auch der orthodoxeste Marxist gewesen sein, war in feinen geschichtlichen Forschungen so dem Geiste von Marx ge- treu, als Beard Es mutet wie«in Wunder an. daß dieser Mann sich im Land der Plutotrotte durchgesetzt und seinem Werke allgemein« Anerkennung erzwungen hat. Wäre das in unserem geistig„fort- schrittlichen' Europa möglich? „Schneewürmer". Das Wetter ist eine große Zaickerm in fc'f Natur und plötzlich einsetzeitder und aussallender Wtttarungsweckistl beschert uns gar häufig die eigenartiasten Ueberroschungen. Zu diesen gehört auch das stellenweise massenhafte Auftreten der samt schwarzen Schneewürmer. Solange mau die Herkunft dieser Tiere noch nicht kannte, hielt man ihr plötzliches rätselhaftes Erscheinen für ein Wunder und glaubte, daß sie mit dem Schnee vom Himmel herabgefallen wären. Heute wissen wir, daß diese Schneewünner Käferlarven sind, und zwar di« Larven des in ganz Deuifchland verbreiteten Gemeinen Weichkäfer?(Canth.irif ruscah Diese sechs beinigen gestreckten und samtartig behaarten Larven lebe» mit Loden und überwintern unter Steinen uitd Laub oder Baumwprzeln. Durch laues Winterwetter, besonders durch einsetzende Schnee- schmelze.lasien�sie. sich.aber oft in der Zeit, täust�en, verlassen plötzlich ihr Winterlager tiiA'tricchcit zur Oberfläche empor, wo sie bmiir mojsenwHkt auf. der Schneedecke.nuftbetm und ihrer dunklen'Fär bung. wegen ein ungewohntes Bild bieten. Es sind Räuber,■ die von kleinen Insekten und Schnecken leben und daher als nützlich gelten. Aber auch an ganz kleine Keimling« der Weizensaat sollen sie sich schon gslegentüch herangemacht und sie ausgefreffen haben. Auch der schlank«, langbeinige und lebhafte Käfer lebt vorzug»- weise vom Raube kleiner Insekten und macht sich durch Vertilgen anderer Käfer auf Blumen und Früchten nützlich. Er zeichnet sich durch einen gelbroten Halsschild und smntichwarze Flügeldecken au---, wird 11 bis 15 mm long und fliegt von Mai bis Juli. In der Ginowjewschen Opposition. Von Molai Ospin.' Ein kleiner kalter Brownkng legte sich in meine Hand. Und Birjukow sagt« mit Betonung:„Haste dich für Sonnabend bereit— es ist Zest zu handeln!' Ich munnest« irgend etwas als Entgegnung, das bedeutete. ich fei einverstanden. Ort der Handlung: Charkow: Zeit: Oktober 1920. Ich gehörte damals zum kommunistischen Iugendverein. Weshalb? Weil dem Komsomol Tür und Tor zur Arbeit und Lernest offen stand. Neunundneunzig Prozent der Komsomolzq treten aus diesem Grunde bei. Feste politische Ueberzeugungen habe ich nicht besessen und besitze sie auch jetzt iücht. Doch es bereitet mir Der- gnügen. den tonmiuntsttschen Pureaukraten und Apparatleuten Un- annehmlichkeiten zu bereiten. Eifrig half Ich Birjukow Dersarnm- lungen svrengen, Resoluttonen durchfallen zu machen... Wenn das ein Kampf genatntt werden kann, so drängt« es mich, zu kämpfen. Es war die Zeit der Opposition Sinowjews, und ich schloß mich ihr an. Uebrigens, nein, ich schloß mich ihr nicht an, ich benutzte sie vielmehr al« spanisch« Wand, deckte mich selbst mit der Flagge der Opposition. Die Anlcktuunaen Sinowjews interessierten mich nicht, dock die Möglichkeit des Kampfes zog mich an. Sie rückt« mir die Oppositionellen sehr nah, deten einer Birjukow war. Er ist fast anderthalbmal so alt wie ich ist bereit» au« dem Komsomol zur Partei übergegangen. Er zog mich sehr an durch sein Aeußere», den durchdringenden Blick, die hell« metallisch tönende Stimm« und die großen Gesten. Sein« Willenekrast schien mir ungeheuer. Und ich fügt« mich ihr. Seine volittsch« Plattform und die Teilnahme an der Sino- wjewschen Opposition begründet« er ungefähr folgendermaßen: die Pflicht jedes russischen Menschen ist es, den Thron wieder auf- rickten zu helfen. DI« Opposition ist Unsinn und bwßcs Deckmittel. „Und du mußt mir behilflich seht, hörst du, du mußti' Und ich half ihm wirklich. Sein Vertrauen schmeichelt« tmr. Er versicherte mir, es gäbe ln Sowjetrußland ein« geheime monarchistische Organifatton. Cr erzählt« geradezu Wunder von deren Macht und Einfluß. Glaubt« Ich ihm?— 5a und nein. Doch er bestätiat« seine Erzählungen. Als zwei Revolver nötig waren, beschafft« Birjukow sie sehr rasch und brachte fi»» .Durch den Gosylon'— erklärte er. Ebenso schnell besorgt« er nicht unbedeutende Summen Geldes. Nötig wurden ein Dervlelföstiguna«atn>arat. Papier und ver. schieden« andere Dinge zur Vervielfältigung und Dertetlung der •) Vgl. den Artikel„Gin Sowjetjugendstcher' in der gestrigen Nummer, oppositionellen Flugblätter. Austräg« dieser Art führt« ich onz. Birsukow gab das Geld. Ich erhielt von ihm gegen 250 Rubel. Dann begann Birjukow Andeutungen zu machen über Irgendeluen Pogromplon. Ich befand mich vollkmnrmuv unter dem Einfluß dieses Menschen, sonst hätte ich wohl abgelehnt. Doch von seinem Einfluß abgesehen, gab er noch zu verftehen, daß, wer nicht mit uns gehe, gegen uns fei. Und jeder Verräter sei gerichtet. Darm entdeckte er mir den Plan. „Petrowsky, Tjchubarj und Kagaitowstsch muffen getätet werden," sagte er,„und dann müssen Flugblätter mit dem Aufruf ziint Terror verbreitet werden." Nachdem Birjukow mich so vorbereitet hatte, gab er mir einen Revolver und die Weisung, am Sonnabend bereit zu sein. Dock) zunächst trug er mir aus, den Eharkowschen Korrespondenten einer Moskauer Zeitung für uns zu gewinnen. In den letzten Tagen hatte Biritikow mir wiederholt gesagt: „Du mußt bereit sein zur widerspruchslosen Ausführung aller Anordnungen, davon hängt der Erfolg des ganzen Unternehmens ab." Vorsichtig und in Andeutungen sprach ich mit dem Korne- spondenten. Er bekundete Sympathie für die Sache. Doch ehr der Sonnabend angebrochen war, an dem Birjukow den Kampf erössnen sollt«, verhaftete uns di« GPU. Zwei Monat« long spielten sie mit mir Kotz-und-Maus. Sie verhafteten mich, verprügelten mich mit dem Gewehrkocken. ließen mich frei. Kaum war ich heraus— neue Derhaftting, neue Der- prüaelung. Wieder Freilaffung und wieder Berhaftung. Einmal wurde ich vier Tag« lang in derselben Kammer mit«inent Tob- süchtigen eingesverrt. Täglich wurde mit(Jrschießiinzx gedroht, mit Festsetzung im Jrrenbaus« und dergleichen Die nächtlichen Verhöre sind unvergeßlich. Mit einem Kolbenstoß wird man von der Pritsche aufgesagt und Halblxklcidet zum Verhör geführt. Man steht vor dem Untersuchungsrichter— er verhört und gleicktesttg läßt er den Revolver knacken, ihn bald geoen die Brust, bald gegen die Stirn de» vor ibm Stehenden richtend... Ich hielt nicht stand. Zuguterletzt erpreßten sie mir ein Geständnis. Dann entließen sie mich unier der Bedingung, daß ich mich am nächsten Morgen zum Verhör«inltelle. Doch ich zog e» vor zu stückten, und es peäng mit. Wie Im Nebel steht da» Erlebte vor mlr. Wo, war«, ge- wefen? Ein Plan, di« Opposition zu blrmieren? Ein« wirkliche Konterreyolution? Wer hatte als Verräter fungiert? Und wer wurde Opfer der Vrovokatlon? Ich vermag diese Fragen nicht zu beantworten. Ich war dem Mann ae'clgt, der sich stolz eln«„poliü.chu Autorität' genannt baue Wo» war er in Wirklichkeit? Bestn letzten Verhör erklärte man mir, Birjukow sei erschvffen. Ob es wahr ist oder nicht—- da» weiß ich nicht. '.VS.;<» t-J.J1,.V-- �»-jC''<■ Volks blih ne Thsatw in Stltfftliti 8 Uhr. Mann ist Mann Tb. im Sibiffbaotnlinir 8 Uhr Schieber des Ruhms GROSSES SCHfiDSPIELMUS faol M Uhr, tnll» 11 Uhr I die neue CHIRELL-Inszenisning j Pompadour mit Fritzi Hassary i. dem grosses Starenseoble■ Sointtp nachm 3 Uhr ! panre Vorslellunp, halbe Preis» 9 PSP�BWI |»"MomlsföcODcrS�l ! 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Am T.Januar verstarb unser lieber Kollege und | langjähriger Funktionär der Sektion Iii Friedrich Schindler Der Verstorbene war seit dem 7. Atel 1900 Mitglied des Deutschen Verkehrsbundes, Sektion III, und hat bis ru seiner Pensionierung immer an erster Stelle gestanden, wenn es galt, die Interessen der Organisation sowie seiner Kollegen zu vertreten. Die Organisation verliert einen alten, braven Kollegen, der stets ein Vorbild für jeden Straßen- babner sein sollte. Wir werden sein Andenken stets In Ehren halten. Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem 14. Januar. 13V, Uhr, im Krematorium | Gerichts traße statt— Um rege Beteiligung ersucht Die Siktionleitin»}. Dil liznlilik« do D.M., Siktiii Iii. Berlin, den 11. Januar 192S. Teppiche mit FaebfeHI»». 2X3, 24.-. DSÄ-2 Soibfehl«, 8X4, 69,-. SardieHler, 3X4, 83/—. flätnet. Pstedam-rstroK« 9?t. Wz.________ Setljcafl« füt Klempner, Dachbecker. Paul Friedrich, EHarwUenburg 2, LrU>. nizstraße�v.___________ Kerlzeuge nlr' Schliffe», SHmiede. Paul Friedrich, Scharlpttenburg 2, Lrib- nlzstratze 17. zur Miete VZO.Anehecherstr.l Nene« Theater am Zoo Tägl. f'l, Uhn HsDleliadit-neDtDell Musik v.W.Bromme DeotsdiesTlieaiei Norden 10334—37 3 U. Ende 11 U. jPcer fiynT Kammerspiele Norden 10334—37 8 Uhr Ende 10 Uhr: Broiw-Expreft Opej. v. Oftenbach b» foltabwt. Vlilttta dt Stnsi. Hau faij lod, Emn, Zanpa. litinur. Metropoi-Th. TigUch S>/, Uhr: Die Komödie Bismarck 2414,751» ZV«U., Ende 10-/, U VMWM d,.1iW ilieziss vlrekllon«uhnarf. citilvhauli.lö II.Hüvd.lll Uhr Max Adalbert als Der Herr reo. Plscatorbühne !||Z|. d. nollindiiiilih KurfQrsi 2091 13 urne wodiet Anf.,8, Ende nach II flupiitii. dii Ronmovs. der Rrieg and dis Volk, j dts gegen sie aefsftnil von Alcxey Tolstoi I und Schtschegolew insc. Erwin Plscelor| Üinuntr-Bainai fh. Könikvrair. Sl, Bergm. 2110i «>e« Uhn Sdiloss Wetlerstein von Wedekind Rigit fktoi Hinmstr Walbaila-Th.* Weinbergsweg 19/20 Eine Ueliesoaciit Operettenschwank in 3 Akten v Haiton Musik von Osterloh Lonl Pyrmont In der Hauptrolle Vorz. Park, statt 4,— auch Sonntag nur 641 PI. Sonntar, nclim.4 Uhr TUthleln deck dich Parkettv. 36 Pf. an. Thalia-Theater S D.; Ods Kamel asht dnrdi das lladeliilir PlaDetariom am Zoo firläag« Joadiimslhaler Strafe Noll. 157H In Belehe der Milternsehlssonne Vorführungen: !»»/» 18, 19'/� 21 Uhi Eintritt 1 M. Ilite rat. 11 Jabm 9.51 1. Renaissance» Theater Steinplatx 901.— Täglich 8'/« Uhr; Coeur Bube. CIRCUSBDSCB Beute?1/, mr Praiere „Weisses eolfl" Manege- Schaustück in 4 Akten. Kurze, Gastspiel (12. Januar bis 3. Februar 1928) Olga Desmortd die Schöpferin d. Schönhcltstanzes. Vorher: Die Sensation des Tages: Die sdiöne Andalnslerln Auto-Salto über 6 Löwen Ein Programm aitistisch-circen- slscher Höchstleistung! SÄSunr siiir fiafas Prsise! 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Male: „RoseBcrnd" Lnstspielti aus 8i/« Uhr Quldo Thlelscber toöäftsaufsitSr Ii idi üdniralspalat rägl.8.«Uhr Mim ttEVUE JaDDflDdWOr yHlÜEÖWEiR I Arnold Scholz Haaenheld« 109.14 j | Donnerala�, denl2.|annarl928 1 »owia täglich Beichshallen•1hea>er 8 Uhr, Sonnig, nachm. 3 Uhr. Stettiner Sänger „loltes Wochenende" i nachm. halbe Preise. Dönhoff- Brett'l: Kabarett, VarietS. Konzert. Tanz. Theater am Kottbosser Tor Kottbaaser Stratte 6* Täglich 8 Uhr Elite- Sänger in gnleo JiiuiprignniBl Jeden Sonnt»? nachm. 3 Uhr; CroOe FamiUen-VorslelUtni (ungekürzt). Volkspr, 0,40.0,73, 1.—, 1,25, 1,50, 1.75 Mk. Bockbierfest In den bayr. Upen u. Groß.Schweineschlachten 7 RapDlIn/ boe Morafioooi/ 30 dayrisdie Kadelo j EinlaB 5 Uhr Anfang 7 Uhr| Voranzeige: Sonnaheods and Sonntags: Großer Alpenball. Es ist ae« sr»c hitntn; Kinderland 1928 Ein proletarisches Jahrbuch für die Buben und Mädels des arbeitenden Volkes. 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Le» denosahr noch ichwerem Leiden mein lieber Mann unser gutee Sa: et, Schmieg er- u.©rofioater, der Schlaffer Heinrich Qoedznveit Dm zeigen tlefbetiübt an die trauernden Hinterdliedenen Elioe yued zuweit»kl Grünauer Sirafie 7. Die Einäscherung findet am Frei- tag, IST'. Uhr. im Srematonum Baumschulen weg statt. vBll5t»»glI«»g. Da«« unrndgllch ist, sedem einzelnen zu danken, die meinem iieden Mann und unserem guten Baier da» letzte Geleit gegeben haben, so sagen mir hiermit allen unseren besten Dank. Anebesonder» dem Herrn Redner sllr die trostreichen Worte am Sarg« de» Entschlafenen und den Drgani- lationen, die io zahlreich« Kranzspenden«nttonbien. Ww. Martha Hrohnbcro und Kinder. Rowawe«. Eisen Sahnftraß» IO Werkzeng» für Maurer, Fimmcrleute. Baul Fricdril' nizstratze 17. brich, Eharlottenburg 2, Leib» Bckltziilungssiucl-k. WasrliE us« Getragene Herrrngardrkob«, Spezialit tat Bauchiiguren,(pottbwig. 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Januar 1928 Ja der Barmittagsziehung wurden Gewinne über ISO M. gezogen 2 Gewinne ,» 100000 W 113290 2 Gewinnt in 6000 HL 145540 2 Gewinn» i» 3000 M. 280956 4»ewinn« m 2000 HL 84814 232930 2 G-wiune|« 1000 M, 309154 8 Gewinne 300 M. 86236 107822 207432 324798 24 Gewinne m 500 HL 37787 37884 51083»164388146903 163090 282239 325628 342026 366647 372162 374922 80 Gewinn. ,n 400 M. 10950 25424 25812 26375 50759 66584 83300 84078 86996 102715 112820 135498 137590 139235 139323 165077 166213 204349 209417 225749 233066 246288 251898 257665 259027 269598 275543 276975 282562 287325 293380 301129 309006 312043 316848 322588 341100 355515 356997 374007 294 Gewinn« ,n 300 32. 473 825 1069 2366 3690 4563 5946 6219 6300 8734 10427 10993 18615 19000 19210 19379 21708 23308 24168 24943 28750 29648 37972 39128 45048 45923 49479 61147 51714 63956 67539 66647 68746 69912 74400 75351 77822 79804 81960 82284 83738 91231 98271 98346 98374 96395 101830 105767 1 1 1939 1 19077 119266 120754 1 26456 130483 131003 133756 137117 139881 146818 146914 147976 161786 155446 157276 159030 162339 163730 166109 166466 157865 169052 171 993 172601 178673 181100 182823 187382 188217 191781 193444 193969 194569 196737 197799 108648 200240 202074 203735 204440 206239 206260 208668 210124 214313 225944 231760 232387 233499 233786 235550 238168 238836 238912 240721 241536 242184 246165 257202 292693 264001 269039 272654 272875 277782 281491 285667 297980 299074 302166 305400 308292 308599 ------------------------- 2�220 325649 329187 330236 331995 309078 3131 12 313150 314241________________________ 332238 334479 335765 348499§49910 352587 353606 355019 364756 364813 365017 368229 368922 369912 370290 374832 Ja der Rachmittagsziehung wurden Gewinn« über 150 A. gezogen 2 Gewinne|s 60000 HL 229034 2 Gewinne p> 10000 HL 313126 2 Gewi»»» im 6000 W, 289685 2 Gärinu« 3000 HL 131641 2 Gewinn« Iii 2000 HL 329325 4®« Inn« in 1 000<32. 98694 1 72662 16 Gewinne ,i> 300 W. 5241 23117 26024 33664 104063 130381 191405 338791 14 Gewinn« m 500 72. 73256 105397 175688 187899 330217 347812 369907 108 Gewinn« zu 400«. 3208 6362 36249 46490 48274 60032 56797 62673 64675 69532 75491 76643 85698 97094 118679 119396 123229 131947 133902 136328 138291 138831 142784 145455 150143 160281 153097 166782 160204 162422 188903 200957 201330 216583 220175 237317 240928 243001 285196 301795 308756 311038 315997 327251 334114 334547 339660 344497 346198 360972 355718 357203 359016 3�3428®«iman.»n 300®. 166 5188 13545 18132 19620 20831 22120 31119 32785 37264 39672 41925 60733 65529 62377 65845 66309 71853 76461 76537 77654 81384 87166 88167 88292 91296 91319 Dfiriepp.Nöhmalchinen gegen z.Mart. 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Dezember 1927 bemerkt die B e- «riebs stelle des Deutschen Landwirtschaftsrats folgendes: 1. Im textliche« Teil der genannten Derössentlichung des Enqueteausschusses ist eingehend dargelegt, mit welcher Sorgfalt die Buchsührungsunterlagcn für den Enqueteausschuß gesammelt und mit welchem Maß formeller und materieller, von den zu- nandigen Enquetemitgliedern geübter Kritik sie für die Beröffent- Hchung bearbeitet worden sind. Die Zweifel an der Zuverlässigkeit der vom Cnquetcausjchuß veröfsentlichten Buchführungsergebnisse sind daher völlig unbegründet. 2. Der Enqueteausschuß hat in seiner Berössentlichung als Der- I n st b e t r I e b e solche Betriebe bezeichnet, die einen Reinertrag, d. h. eine Berzinsung des geliehenen und eigenen Kapitals nicht er- belt haben. Unter Zugrundelegung dieser Definition stellt sich der Anteil der B e r l v st b e t r i e b e an der Gesamtzahl der unter- Nichten Betriebe im Wirtschaftssahr 1924/25 auf 51 P r o z.. im Wirtschaftsjahr 1925/26(ohne Bayerns aus 41 P r o z. 3. Bei der Berechnung des„Sst-Eiitkommens* ist Georg Schmidt der Fehler unterlaufen, den Eigenverbrauch des Landwirts aus d'm Betriebe zweimal in Rechnung zu stellen: er hat übersehen, daß der Wert des Eigenverbrauchs und der Mietswert der Wohnung in der Reineriragsberechnung bereits als Leistung(und nicht— wie Georg Schmidt meint— als Aufwands des Betriebes in Ansaß ..•bracht würden ist. Georg Schmidt hat es ferner unterlasien. bei er Berechnung des Ist-Einkommens die Schuldzinsen und die rersönlichen Steuern abzusetzen. Falsch ist auch die Be- hauptuirq von Georg Schmidt, daß etwaige Bernrögensoermehrungen vom Enc�uetsousschuß bei der Reinertragsbercchmrng nicht berück- s-chtigt seien. Dazu schreibt uns Genosie Georg Schmidt: „Zu der Behauptung unter P u n k t 1, daß Zweiset an der .-tuoerlässigkeit der Buchführimgsergebnisie völlig unbegründet seien, nebe ich aus dem textlichen Teil der Derössentlichung folgende Slellen wortlich wieder: „Es herrscht Uebereinstimnnmg darüber, daß die A u«- gabenseit« im allgemeinen eine weitgebeichc Zuverlässigkeil i'ud Vollständigkeit aufweist. Bei einzelnen Posten liegen aller und zwar wunden als velativ unsicher gcwisie Einnahmen aus dgx Viehhaltung bezeichnet.''. lieber die besonders wichtige Reinertragsberechnung wird gesagt: „Gewisse Fehlerquellen für die Reincrtragsberechnung liegen auch in der Bewertung der Arbeitsleistung des Unter- <«hiners und seiner Angehörigen, sowie der Naturalleistungen des Betriebes für den choushalt und der sonstigen Nutzungen des Unternehmen?(Wohnung. Garten und Park, GeipannV Ferner in der Bcwerhrng der Mehr- oder Minderbestände an Inventar und Vorräte.' Daran anschließend wird gesagt, daß die Festlegung nach Benertungsrichtlinien erfolge und in der Praxis der Vuchbirbnmg in Pauscholsätzen die Beträge eingesetzt wurden. Diese Richtlinien seien zwischen den Buchsührrnrgsorgonisationen und der Finanzverwallung(Reichssinanzministerium) vereinbart worden. Weiter wörtlich: „Für den praktischen Zweck der steuerlichen Ber- w« u du n g der Buchführung dürfte dies« Pauscha- lierung zweckmäßig sein. Für die wissenschaftliche Ausgabe, die Betrlebszusominenhänge auszichellen, bedeutet die Pauschalierung dagegen einen Mangel.... Ebenso kam» die Berwertbarkeit der Reincrtragsberechnung im Falle der Pauscha- lierung beemträchtiot werden. Schwierigkeiten kann auch dos Problem der Abschreibungen an den Gebäuden und größeren Maschinen bringen.' Unter de« sogenannten Grundsätzen zur Aufarbeitung des Buch. sührungsmaterials wird gesagt: dem Punkt der Inoentorvermehrung oder Inventar- Verminderung ist eine spezialisierte Angabe er. wünscht.' Betreffs dieser Spezialisierung und Bewertung des sogenannten .Inventars weise ich hin auf eine Verordnung des Rcichssinanz- mimst sriums vom 5. September 1925 über die Ordnungsmäßigkeit iür die landwirtschaftliche Buchführung In dieser Verordnung wird die Bewertung der einzelnen Gegenstände in folgenden Gruppen verlangt: I.Gebäude, 2. G rn n d v« rbess eru« gen (Meliorationen), 3. Moschinen' und Gerät«, 4. Vorräte (Getreide und Kartoffel) und 5. Lebendes Inventar(Vieh- bestand). Ich habe kritisiert, daß dies« erheblichen Obsekte nicht in dieser Form getrennt dargestellt werden und bleibe bei dieser Kritik. Alles wurde unter dem famosen Begriff „Inventar' zusannnengefaßt, obwohl dem vorhandenen Urmaterial entsprechend eine Einzeldarstellung möglich und unbedingt ersorder- lich war. Durch dies« Zusammenfassung ist die Nachkontrolle für den Außenstehenden sehr erschwert, weil es auch noch einen Pesten Abschreibungen gibt. In diesen beiden Posten sind die Fehlerquellen entholten, die sich dann im Reinertrag»der Verlust auswirken. De» Fehler, der mir«nlerlavsen sel» soll, kenne Ich. Aber dieser Fehler ist begongen vom Socharbeiter des Deutschen; Londw-irtschaftsrotes durch eine falsche B i l a n z a u f st e llu n g.- Die Bilanz, aus der nämlich der Reinertrag oder Verlust errechnet■ wird, ist dargestellt als Gesamtleistung(Aktiva) und Gesanstouswond (Possivo) eines landwirtschaftlichen Betriebes. Diese Bilanz ist nicht nur eine betriebswirtschoftlirbe Buchung, sondern ver mischt mit der privaten H a u s h a l t s w i r ts cho st des Unternehmers. Nicht nur die Arberter und Angestellten des Betriebes werden als Lohnempfänger bebandelt, sondern auch der Betriebsinhaber, der llnternehnrer selbst. Ich bestreit« selbst- verständlich dem Unternehmer nicht sein„Gfcistenzmimmum', sondern stehe auf dem Standprmkt, daß der Unternehmer eine Bewertung seiner Arbeitskraft, worüber ich auch nicht streite, dem Rohertrage. der Gesomterübrigung zu entnehmen hat. In dieser Bilanz der Buchführunoserqebnisle wirb wohl der Geldwert des Naturallohnes, der für die Arbeiter- und Angestellten- schuft oufaebracht und w-eder verausgabt wird, mit Recht sowohl auf der Aktiv» wie Passivseite gebucht. Der Naturallohn, den der Unternehmer dem Betrieb««ntnrnnnt, wird aber nur auf der Aktivseite gebucht. Auf der Passivseite erscheint nur die Summ«, die der Unternehmer bar dem Betriebe entnommen hat, der sogenannte.Lohnanspruch" des Unternehmers. Nun will ich gleich dazu sagen, würden die sogenannten unbaren Leistungen an den Besitzer(Entnahme von Naturalien, Vieh usw. aus dem Betrieb«) auch auf der Passivseite gebucht, gebe es im Snme der Vuchführungsergebnisie noch weniger Betriebe mit Reinertrag. Ein weiterer Beweis, daß mit dieser Art de? Bilanz ziehung etwas nicht in Ordnung ist. In welcher chöhe sich der Reinertrag»der Verlust bewegt. hängt ganz davon ab, mif welcher Grundlage er errechnet wird. Das System Hab« ich vorsteheist» noch einmal dargestellt. Es herrscht darüber selbst unter den Bctriebsinisienschositern noch ein Streit. Mein Ziel war. Herrn Schiele und dem Londwirtschastsrat an der Hand des Materials zu beweisen, daß der Lebensunterhalt des Besitzers forvobl in bar und Naturalien schon eingerechnet ist. Das wird mm endlich zugegeben, zwar nur bezüglich des-Lobnanspruches, dos heißt der Barentnahme des Unternehmers. Ferner wird nicht b e st r i t t e n, daß dazu der Besitzer sich selbstverständlicher- weise noch alles an Naturalien aus dem Betriebe entnommen hat. was er für sich und sein: Familie für erforderlich hast. Das ist auch ein Bekenntnis. Nebenbei gesagt, beziehen die Unternehmer das Sechs- bis A ch i f a ch e an Deputat(Naturalien) für sich aus dem Betriebe, als die Höhe des Deputates beträgt, die eine Land- arbeitersnmilie in Ostelbien erhall. Und das Deputat der Land- arbeiter soll nach Argabc der Unternehmer so reichlich fein, daß letztere davon noch viel verkaufen können Der Londwirtschastsrat, der nur beckäuftg in meinen Darlegungen erwähnt wurde, fühlt« sich nicht nur berufen zur Richtigstellung, sondern bricht auch eine tanze sür h�cru Schiele. Meine Vorwürfe gegen Schiele seien nun als völlig unbegründet erledigt, das sagt nicht Schiele, sondern der Landwirtschastsrat. Um es noch einmal zu wiederholen: Schiel« Hot bisher In allgemeiner Form behauptet, daß aus dem Betriebsergebni» der Lebensunterhall der landwirtschaftlichen Besitzer nicht gedeckt werden konnte. Diese oberflächlich« Behauptung ist nun als völlig un. begründet erledigt. Damit ist die Auseinandersetzung für mich im„Vorwärts' abgeschlosien. Aus Wiederhören an anderer Stelle." Kakao in Deutschland Luxus. Der Welloerbrauch von Rohkokao ist sell 1922 von 421000 auf rund 475 000 Tonnen im Jahre 1926 ununterbrochen gestiegen. Da- bei zeigt sich sür die einzelnen großen Derbrouchsländer die interessante Tatsache, daß die Vereinigten Stallen von Amerika, Groß britannien, Frankreich und die Niederlande ihren Kokaoverbrouch in derselben Zell ebenfalls ununterl, rochen erhöht haben. Dagegen isterinDentschlandganzerheblichzurückgegangen. Während Deutschland 1922 noch den Ziffern von„Wirtschaft und Statistik" noch 84 000 Tonnen Rohkakao verbrauchte(scharfes Ab- sinken dann im Hochinflotionsjahr 1923 auf 50 700, scharses Ansteigen im ersten Stabilisierungsfahr 1924 auf 88100 Tonnen), ging der Verbrauch im Jahre 1925 auf 81 000 Tonnen zurück, um in, Jahre 1926, dem deutschen Krisenjahr, a u f 61 500 Tonnen ab- zu sinken. Zweifellos ist dos Absinken im Jahre 1926, da der Kakao sür die Massen doch«in recht teures Produkt ist, mit auf die Krise zurückzuführen. Dabei dar! die Tatsache, daß aus Kakao- börsen auch große Spekulationsgeschäfte gemacht werden, und die andere Tatsache, daß es sich dabei um die Eindrckung von Industrien handelt, natürlich nicht ganz außer acht gelassen werden Jedenfalls scheint in Deutschland für bessere und gehaltvollere Nahrungsmittel bei der heutigen Einkommens- tage der breiten Massen noch ein sehr geringer Spielraum vorhanden zu sein, und der Kakao gehört nicht. was sehr zu wünschen märe, zu jenen Lebensmitteln, auf die die breite Masse nicht zu verzichten braucht. „Hanomag" halbiert die Belegschaft. Oer Automobilbau stillgelegt. Di« Hannoversche Maschinenbau A.-G.(Hanoinag) in Hannover-Linden hat ihre Betriebe in den letzten zwei Iahren wieder aus die Höhe gebracht. Wenn jedoch von den llnternehmern immer wieder die unsinnige Behauptung ausgestellt wird, daß die Arbeiterschaft in erster Linie die Früchte der Rationalisieruttg geerntet hätte, so sollten sie sich einmal die Belegschoft-schwankungeu bei der Honomog näher ansehen, um auch nur eine ungefähre Bor- stellung von der Existenzunsicherheit der Belegschaften zu bekommen. Die unten wiedergegebenen Schwankungen der Beleg- schastszissern bei diesem Unternehmen sind«in Schulbeispiel, welch: Opfer die Rationalisierung von der Arbeiterschaft gefordert hat und welchen Rückschlägen sie ausgesetzt ist, wenn der erste Ansang einer Besserung sich in Neueinllellungen und Lohnsteigerungen auszuwirken begonnen hat. Immer wieder ftesien Entlassungen die er- reichte Besserstellung aus. Der jetzige plötzliche Abbau von fast 50 Proz. der Gesamtbelegschaft ist auf den Automobilbau zurückzuführen, der für vier bis sechs Wochen vollständig ruht. Diese Maßnahm« kann n i ch t a l l e i n mit den auch in der Automobllindustrie üblichen Saisonschwankungen zusammenhängen. Biel wahrscheir� licher mll der Erkenntnis, daß der„kleine Hanoinag" in seiner jetzigerc Ausführung kein Volksauto werden kann. Da die Berwül. tung mit einem sehr lebhaften Frühahrsgeschäst im Auto- und Motor» schlepperbau rechnet, wird noch festzustellen sein, inwieweit die Still- legung nur mit technischen Umstellungen der Wertstätt« zusammenhängt. Die Umsätze, die 1924 bis 1926 mll über 27 Millionen einen fast zweifachen Umschlag des Aktienkapitals von 14,4 Millionen Mark ergaben, konnten im Gesehäftsjahr 1928/27 noch beträchtlich erhöht werden. Feste Ziffern gibt der Jahresbericht nicht an, dagegen lag am 1. Juli 1927, dem Beginn des neuen Geschäftsjahres, ein Auf- tragsbeftand von rund 19 Millionen vor. der die günstige Loge der Zhre Verdauung und Zhre Arbeit. Wenn Sie magenleidend sind, ist es für Sie unmöglich, Ihre ganze Energie Ihrer Arbeit zuzuwenden. Eine schlechte Verdauung schadet auch Ihren Nerven. Deshalb vernachlässigen Sie uisnials Ihre Verdauung, und wenn die ersten Zeichen von Schmerzen oder Störungen auftreten, wie z. B. unbehagliches Gefühl, Sodbrennen oder Uebelsein u. dgl., dann nehmen Sie Bisevirte Magnesia. Ein halber Kaffeelöffel Diserirt« Magnesia in etwas Wosier nach dem Esten neutralisiert die überschüssige Säur«, die so oft die Ursach« von Magenleiden ist. Sie werden bald bemerken, daß Ihre Verdauung regelmäßig und schmerzlos vor sich geht. Biserirte Magnesia ist ein haymloscs Mittel und in jeder Apotheke erhältlich. Wichtig! hüten Sie sich vor Nachahmungen und bestehen Sie daraus, nur die echte Biserirtc INagnefia zu erhallen, die den Name« Blsmag Ltd. London trägt. SCHLUSS Jeder Einkauf lohni sich! Herren sefawarz Rindbox- 7�0 Stiefel, kräftige Verarbeitung. 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Wümersdor.er Ecke Steinmetrstiaße Straße 122/23 Friedenau, Rheinstraße 6/7 Potsdam, Brandenburger Str. 54 Gesellschaft kennzeichnek. Bemerkenswert ist die Bekebuna des L o k o m o t i v b a u s, die besonders durch einen großen, zurzeit bereits abgelieferten Auftrag aus Südafrika herbeigeführt wurde. Auch in der Bilanz der Gesellschaft spiegelt fich das günstige Geschäftsjahr wider. Die Betriebsüberfchuffe stiegen von 7 auf 9,78 Millionen, und der mit 9,29 Millionen Mark ausgewiesene Reingewinn ist nur künstlich niedergehalten, da allein die Abschreibungen um rund 699 999 M. auf 2 Millionen Mark erhöht wurden. Die mit 4,2 Millionen mehr als verdoppelte Anlagenoerbefserung ist nicht allein aus dem Erlös der Siebenmillionenanleihe, sondern auch aus laufenden Gewinnen bezahlt. wodurch die Gewinn« natürlich gekürzt wurden. Bon den Der. pflichtungen haben sich Anzahlungen der Besteller mit SL Millionen Mark verdoppelt. Wechsel und Woronschilldep mit 14«? Milllo- neu Mar? sogar verdreifacht. Trotzdem ist di« Finanzlage nicht gespannt, da die Forderungen mit OA Millionen Mark gleich. falls zu doppelter Höhe ausgewiesen werden und unter den rund l9 Millionen Mark Dorräten sich über 12 Millionen Halb, und Fertig fabrikate befinden, deren bevorstehende Ablieferung auf den Zufluß neuer Mittel hinweist. Die neu« Goldanlcihe auf 7 Millionen Mark wurde zur Ab- deLung eines teuren Auslandskredits, der zur Durchführung der Betriebsumstellung 1923 aufgenommen wurde, verwandt. Höhere Gchuhpreise in Gichi! Gott auch die Zollschraube angezogen werde«? Seit einiger Zeit macht sich in der Schuhindustrie eine große Unruhe bemerkbar. Geschäftsberichte und Ausführungen auf den Generalversammlungen lassen keinen Zweifel, daß die Schuh- preise in Kürze um 2 bis 3 Mark je Paar heraufgesetzt werben sollen. Diese Maßnahmen, die von den Unternehmern mit den um etwa 39 Proz. gestiegenen Häute- und Lederpreisen begründet werden, werden ausgerechnet jetzt vorbereitet, wo aus der Schuh- Industrie ein Nachlassen der Konjunktur angezeigt wird. Die Unternehmer scheinen aus den bitteren Erfahrungen von 1923 nichtsgelerntzu haben, und vergesien, daß ihre Industrie auf Massenproduition und Massenabsatz angewiesen ist, wie kaum eine zweite. Es ist gar kein Zweifel, daß das Käuferheer der Gc- Halts- und Lohnempfänger eine derartige Preiserhöhung mit einer Einschränkung des Einkaufs beantworten wird. Schuhe und Stiefel werden eben länger getrogen werden, und die Flickschuster erhalten mehr Arbeit. Die F o l g e n wird die Schuhindustrie sehr schnell am eigenen Leibe spüren. Die vorübergehend erhöhten Rohslosspreise brauchen nicht bestritten zu werden. Dabei ist aber nicht zu vergesien, daß viele Werke sich rechtzeitig eingedeckt haben, also von den steigenden Leder- preisen bisher nicht betroffen wurden. Auf der anderen Seite müßten sich die Unternehmer selbst sagen, daß sie bei einer Absatzstockung auf teuer eingekauften Vorräten sitzenbleiben und dann viel höhere Verluste erleiden, als wenn sie jetzt versuchen, bei größerem Absatz mit kleinerem Gewinn auszukommen. Neben diesen Preiserhöhungswünschen laust noch ein energischer Feldzug der Schuhindustriellen auf H e r a u s s e tz u n g der bis- herigen sünfprozentigen Einsuhrzölle. Dieser Kampf richtet sich ausschließlich gegen die Schuheinfuhr aus der T s ch e ch o- skowakei, mit der Deutschland zurzeit noch in Handelsvertrags- Verhandlungen steht. Da nach den neuesten, noch unverbürgten Mit- t»ilungen der Reichswirtschaftsrat den Zollmünlchen' der Schuhindustrie nachgeben und dem Reichswirtschoftsminister sine Verdoppelung der Zollsätze empfehlen will, so muß wieder und mit Nachdruck die Reichsregierun« vor solchem Unsinn gewarnt«erden. Sie sollte missen, daß eine Schuhzollerhöhung die deutsch- tschechischen Handelsvertragsverhandlungen gs- ladezp gefährdet und daß sie auch den deutschen Schuhfabriken einen schweren Schlag versetzt, wenn di» tschechisch« Lederaussuhrsperre durch eigene Schuld nicht auipehobea oder aelockert wird. Die schwere Krise von 1923. die Zehntausend« von Schuh- und Lederarbeitern auf die Straß« setzte und bei Fabriken und Schuh. geschäften masienhast« Ausam nenbrüche auslöste, ist«och m guter Erinnerung. Daraus muß gelernt werden. Au« dem Zentrum der mitteldeutschen Schuhindustrie werden jetzt bereits Betriebsein. schränkungen gemeldet. Die jetzigen Absichten der Schuh- industriellen muffen ober unweigerlich die gegenwärtige Lage v«r- schärfen und zu einer Krise treiben, an der das Schuhkapital die allergeringste Freude haben würde. Neuer Rückgang des Güterverkehrs. In der Woche zum 31. Dezember ist di« arbeitstägliche Wagen- gestellung der Reichsbahn van 132 400 aus 130500 wei er gesunken. Tabellarische Uebersicht seit November sin 1000 Stück) wöchentlich durchsSmtttttch vra Arbeitstag Woche 30. 10.— 5. 11, 6. 11.— 12. 11. 13. 11—19. 11. 20. 11—26. 11, 27. 11— 3. 11 4. 12—10. 12. IL 12—17. 11 18. 12—24. 12. 25. 12.— 31. 11 Der Vergleich mit den Dezemberwochen des Vorjahres zeigt für die arbeitstäglichen Leistungen eine genau parallele Entwicklung. -\ Heber eine halbe Milliarde Relchsbankenilastnna. Zum 7. Ja-. nuar. also für die erste Woche dieses Jahres, ist die Gcsamtentlastung der Reichsbank von Wirtschoitstredite» um 548,4 Millionen sehr stark. Die Wechselbestände sind um 493,2 auf 2633,5. die Lombard- bestände um 55,2 auf 23,1 Millionen zurückgegangen. Dennoch ist die grpße Entlastung, die von den 746 Millionen Mehrinanspruchnahme der letzten Dezemberwoche rund zwei Drittel wieder gestrichen hch, nicht überraschend. Der Geldmarkt ist sehr flussig ge- blieben. E» war zu sinkenden Zinssätzen viel Geld zu haben, und die Danken hatten offenbor nur zu Lilanzierungszwecken sehr viel Geld non der Reichsbank genommen. Die Notenbilonz der Reichs- bgnk ist allerdings nicht entsprechend aebesiert. well di« fremden Gelder auf Girokonto um 194,1 Millionen auf 675,0 Millionen zurückgingen. Der Notenumlauf hat sich msolgedesien nur um 393,1 Willionen aus 4170,9 Millionen, derjenige an Renten- bonkscheinen um 36V Millionen aus 679,9 Willionen gesenkt. Mit 1864V Millionen sind die Goldbestände ziemlich unverändert. Die deckungssähigen Devisen haben um 3,6 Millionen auf 285V Mll- lionen zugenommen. Die Notendeckung durch Sold verbesierte sich von 49,9 aus 44.7. die durch Gold und deckungsfähige Devisen zusammen von 47,0 auf 51V Proz. Fusion stall Zvieresiengemeinschast. Seit 1920 staich die Hildesheimer Bank mit der D e u t s ch e n B a n k in enger 'Verbindung. Die Deutsche Bank hatte ein Drittel des Sechsmillionen- lapitols von Hildesheim in seinen sesten Beteiligun«». Jetzt wird die Hildesheimer Bank durch Fusion zur Filiale der Deutschen Bank. Eine Kopitolerhähung braucht die Deutsche Bank nicht, weil sie die erforderlichen eigenen Aktien in eigenem Besitz hat. Neue ochtprozenlige reichsmündelsichere Soldpfandbriese. Wie wix von der Thüringer Landeshypothekenbank A.-G., Weimar, boren, laufen die Anmeldungen zur neuen ochtprozentigen Gold psandbriesfcrte XII sehr rege ein. Daß die Nachfrage nicht speku- lotiv ist, beweisen die zahlreichen kleinen Zeichnungen. Schluß der Zeichnung erfolgt am 18. Januar, KPO-kMICTIO« innerhalb des Verbandes der Gemeinde* und Staatsarbeiter Freitag, den 13. Januar 193«, abends I» Chr im Oewaift« ecballsbaus, Bogelufer HiiA, Saal rv VERSAMMLUNG 1.„Die politische Lage"- Reterent Reichstagsahtzeontneter Arthur Crlsplen. X."Die Wahlen su den Verbaodskörp er schatten für 19X8" 3. Praktionsanselegenbelten Partei- und Q ew erk seil a fts-Ausweis»«jrjei�en Pflicht jedes Genossen Istes, ip der Versammlung pünktlich an erscheinen. Sjrn- pathisieretde können durch Mitglieder clngcfilhrtwerden. DerFfakdaBSrorstand Parteinachrichten fürGroß-Berlin SoziaWslHe Arbelterjuaenö Sroß-Serlm. Isläiet* Savnob»)». trifft sich etnt Imfci Heule, Donnerstag. 12. Januar. 19� Uhr: Hut« Putbuilii altxr S«. 10. «hag KI; H« dchule Bdwlfb «ariwa; Schul« Plltbuil» Str. s..Dt» wmm-nSen Bahlen."—�F-llplatz 1- —————-—» r 1X1«. C7* ofitz»* Arfi« i»l iltict füt Secl Liebknecht unS«»fo Luxen".. -----•« Aebn-Minuteu.-Referate.— Lan- ctMtzt,»Fragen Karry Bünichnulnir. Schul« Sbsrsu>a!b«r bürg.— Lchtnebe« nitii ÖS.31 Albrechtitr.<7. SRitalirbcWSen Hntsdamer'"~ U Uhr bei Schule tkaifi vasiuvebe;irl»delkgicrtenkanj,rers. ssuntttmrare�'um 20 Uhr edendal— Pento w Iis Aehn.Minuten-Sieferat,.— Fattplatz Iis Sn>n. hranflaofeMtfi. Roh eiajenbtmgea für dies« Sabril sind Ott IIa 69 68, Luldeustcatze 3, stet« an da» Bezirkofetretart« Z. Hof.: Treis«cht», zu richten. Achtung, Sommnoalbeamken-Iverbeausschug(Btojz-BetHn! fSttcht. Brie irrtümlich engegeben. Bat sen Steti« Mitte!) Pente. Dooneretag, 12. 3-au-r, pSnltlich 7» Uhr. Im»erlioee Ret-keüer. «eeabtelluag. Ztischc lt. wichtige Signng. ANe Peziete mflffcn»-bedingt»et- treten fein. Bezirksausschuß füt Arbeiterwohlfahrl und Kinderschuh. niammentnnst bee lozialistlfchen S»zialbeaiatensi»aea), Bohlfahet». S-b fchüleet! lt. Zar fteaße l________., de» Aüesoegeer,iehung«hein> listischee Anstaltserziehung. Klofteepeaße).«oetroz........--... ungshetmes Wekenighof bei Lübeck, übers„Probleme iazia- 28. nnd Z». Abt. Seute, Donnerstag, 12. Januar, 19U Uhr, bei Slug. Danziger Sir. 71, wichtio« Sittiin.z sSmilich»- S-n-ssen. die g-nsum- Mitglieder sind. Wegen der wichtigen Tagesordnung darf niemand fehlen. 34. Abt. Morgen, Freitag, 13. Januar. Igtch Uhr, wichtige Funltioniirstbung. Erscheinen aller Funttionärc unbedingt ersordcrlich. Abt. 124s Mohlsdorf. Süd. S-anabeud, 14. Ia»nar, 2« Uhr, Seite«» Satieiichee Abend im Lakai Aubeetu». Ritwielenbes»eeliaer UN-Trio nah stanzeetvereiaiguna«aufmaan. Eintritt einschließlich Steuer na» 5-- Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt uud Sinderschutz. 4. Brei« Peenzlanee Berg. Am Donnerstag. IZ. Zanvar, füllt dir Br. der Freitag(20 Ahr Bezirksamt, Sitzungssaal) Ist der Eenosse Dr. Schloiier. Er spricht übers»Das wahre Gesicht der Fürsorgeerziehung." Eintritt 25 Pf. 1. Streit Eharlottenbnrg.{ftcltag, 13. Januar. 18H Mr.«ttenbcsprechung ÜB Rathau», Zimmer 178. Sterbetafel der Groß- Äerliner Partei« Orgaoisatioa des Senost-n Scheidthauer nebst Sat estag. 13. Zaniior, 14 Uhr. auf dem(So; noaltdenftpasie, statt. Wir bitten um res 'rau unh rege Bs. 25. Abt. Die Beerdigung Tochter findet heute. Donnerst' Friedhof, Este Berg» und Znoal reiligung. 88. Abt. Reulöll». Am Eonnabend, 7. Januar,»erstarb nach langem schweren Leiden unser« Genossin Elsbeih Sir st c. Ehre ihrem Andenken. Einäscherung heute. Donnerstag. 12. Zanuar, 15 Uhr, im Siematoriu« Baum» schule nw eg. Um rege Beteiligung bittet der Borstand. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner.Schwärt- Roi-Gold� Geschäfts st-IIrs Berlin S. 14, L-bastianstr. 37&t, Sof 2 2s. Freitag, 13. ZaaB-e. W»HI»d°rf i 20 UI)t Mitgl.Zers bei Ander-, Labnhofstroße. s-rfigwalde- 20 Uhr Generalversammlung bot iZoitschach, Srnststr. 1. Alle aktiven und P-Mnen Kameroben haben ,n er __ L'. r.__ n aa a» v_ i_i.. wlnlf p Trrfctom» Lli".. JUXUtxfiaiuu;/\Z,I ll unfc- ch. W*« wfcAia»«.»» U'*%I w �*-arrr. scheinen. 20 Uhr Zahre�verssr�w�S Polke, Jahresbericht. Neuwahl de» Vorstände».— Eonoabead, 14. Januar. lanee«eeg: sämeradichaften«orhiap und Falke 20 Uhr Mostendall tm Dürgerpark in Pankow. Eintritt l�M. Die Kameraden� der Berliner pzrL' Aameradichasten«ordkap und «urgerparl in Pankow. Eintritt 1 M. Die xaaicrcmu vereine sind herzlichst eingeladen. Steglitz(Kameradschaft)! 20 Uhr fflintctfeft rtrr...__ a,.,,._____ a»m,»nhrtt anderer Drts- «ersammlung bei Echöp», Grünauer Eir. 5. Funktionäre t? Uhr. Fr., d. IZ., stameradschaftsversammlung im Alten Krug, Hauptsir. 14. Neuwahl Der Wänaeeg-iangaeieia.Frei und Froh 1877« feiert om Eannl-S, 15. Januar, fein 51. Ltiftungssest unter Leitung des Ebormeisters Alfred XohUausch in den Räumen der Germania-Festsöle, Ehausseestr. 110.. Beeelaignieq Sozielbesnokeatischee Zludieeendee, Berlin-SchSneberg, Hauv!' strotze 107. Montaa. 18. Zanuar. 20 Uhr. Mitgliederoerlammlunz Im.«'mtr Alb�chtstr. II. Gartenhaus 2 T-. Bericht über de« �Heidelberger�Perbandstag Referent"~~~..---- ü' ütwoch. IS. Zanuar, 20 Uhr, Ardeilsgemeinschast:„Theorie des Sozialismus Leitung Äfttander Stein. Im Reichsausschu��sttr� sazialistttche�Bild�ng-aroc�.. UBg AI«!........»MWWWW „Porwärts�.Haus. 1. Hof i Tr.— Freitag, -iltT ..... 1, 20. Januar. 20 Uhr. W „Kulturpolitik und Parteikund«," Genossin Dr, Hildegard Begscheider, M, b, L,: „Kulturpolitik a?» Borauosetzung der etaotspoIltU. Im„Bund". Albrech'. stratze 11. Diskussion,— Sonnabend, 21, Zanuar, 20 Uur, Aroettsgem-inscha-t zur Einführung in den Sozialismus. Genosse Kurt B. Berlowitzs»Hisipeischeu Maleriallsmu» und Proletariat.- Zm„Bund", Albrechtstr. II,— Montag, 28. Zanuar, 20 Uhr. Im„Bund", Albrechtstr. 11, Arbeitsgemeinschaft für Wirt schaltspolitil. Leitung Genossen Fritz Navhtali und Marsihak. Genosse'Bernhard Kotschi:„Staatliche Monopole.— Mittwoch, 25. Januar. 20 Uhr, ofi-n'- lickter Portrag im Herrenhaus. Leipziger Dir, 8. Genosse Grzesinskl, preutzischrr Minister des Innern,' Staat."— Donneesriai Juristische Ardeilsgemeinschast. Leitung Genosse Dr. Ludwig Ben MW! rechtliche Probleme."— Montag, 20, Zanuar, 20 Uhr, km„Bund Arveii-, gemeinschoft für Wirtschastspolltir. Leitung Genossen Raphtali und iMarscha!. Senasse /Kurt Pavhael!�..Zum Wtznvpol seeign�ter�Wittschafiszweige," 20 Zoeks Vereinshaus, Oranienstr. Z8 Gaste willkommen, Arbeitsgemeinschaft für Soestfchatz und«otnernnbe«.«. Sonntag. IZ. Zu> nuar, Besichtigung der Sammlung für deuische Volkskunde(deiitlche Voli.- Ein»oitataaztBUfB» fit Aafünge», veranstaltet vom BezirUiugenic-n Trepiow, findet jeden Dienstag 20—2! lldr in der Turnholle Sbn schoneweid-, . 00/70, für alle Keeise der Zugendbewegung statt. Monatlicher«utstts trachten usw.s. Tests punft II Uhe am Eingang des Museum,. SIvsterstr, 31:1V itatss»» ____ findet je «attstr............______.._________..._____ beitrag 50 Pf. Beginn; Dienstag, 17. Zanuar. Anmeldungen auf dm Turnsaal. Wetterbericht b« Öflaafltchen wetterdienftflelle Berlin und Amgeqend iNachdr.»erb.). Teils wolkig, teil« better, ohne erhebliche ISteberfckjlägf. ztetnltd) mttd Bei mätzigett wefttichen S ruhen, nachts vielfach leichte Soden. fröfta— Sfir vaBllchldnbs Ueberass etma« fß&ler, taichmetie, Nachtirost. nur in Südwesten leicht« Zitederfch'äge. sonst meist trocken und jettweise bester. sMMeÄWA Sil nimmer m lerür. Vekoaortwachuttg. 87 der SaXtmn geben wir hiermit bekannt, datz stch der Borstand ab j Zanuar ISSS wie folgt zusammensetzt: Harr Heitre. Kunitz, Vorsitzender. Arbeitgeber „»erm. ziegler, ftellv. Bors., Versicherter » Alb. HSppner. Schriftiithr. Versicherter � Herm.Schubert. itello.Sch,ritts.,Arbeitg „ Adald Paevl«,«e> sitzender. Aebeitgeber . B'IH Sadow. Peisitzender. Versicherter , Herm Schmidt, Beisitzender. Persicheri „ Pich. Schulz, Beisitzender. Versicherter lllag.Slatzfurld. Deisitzender, Versichert. Ttt Borstand. Heinrich Kunitz, Albert Höppaee, Doesttzender, Echrisissthrer, Sterbekasse ehemals pflugscher Arbeiter sHe-elsche Kaste) Sanntaa. 22. Innnar. naens. 10 Ahr, im«aosanlhoier Hof.»ofen«haier Stcast* 11/12 Generawersammlung Tagsaorbnung: 1. Zabre». und Kassenbericht. 2. Beeicht dee Revisoren 8. Wahl von Dorftandsmitaliedern. 4. Wahl der Revitoren. 5. Anträge. S. Kassenangelegenheiten. Mitgliedsbuch tcgttimieit. ___ Per vaeftan». MMilMw-wÄ lauai tzmeMMUMlledei! dem 18. Zanuar, Seeituii. 11•*■—, leine Sitzung der Mittieren Am Freitag findet leine S. Ortaoeewaltnaa statt. P>* Ortanerwaltuua Ba la Der illustrierte sozial- demokretische Abreißkalender für 1928 Jede Seite bringt fllustra- tionen. Der Kalender kam in je�er Hinsicht als Quelle und Hilfsmittel dienen. Er brintz« Zitate aus sozialistischen Werken, eine Fülle ron Sentenzen in Poesie und Prosa. Nahezu IM Verbände geben hier authentischen Bericht Der Kalender kostet Mark 2.— la haben In eilen„Vorwärts"- Abgabesiellen und Perteibucb- bondlnngen oder direkt ron der .Vorwärts'- öndidrudtcret nnd Vcrladaenstalt, B e rl I n SW Oft, Undenstretze 3 Hestepreige- also auf: Weiße Leinen und Baumwollstoffe ✓ Farbige Waschstoffe Weiße und farbige Gardinen- und Handarbejtsstoffe ✓ Gezeidinete Decken/ Stickereien und Spitzen Prima fiänse leicht gefroren, 05 bis SO Pfennige. verkauft bis auf weiteres KaspareK& Köhler Zentra'markthaile, Reihe IX. Stünde 195 und 180. Iriinfel Größtes Sonderhaus for Leinen und Wäsd e» Berlin Ws, Leipziger Str #