Morgenausgabe All 45. Iahrgang Wöchentlich 10 Pfennig, monatlich S.— Reichsmart, int voraus zohlbaL, Unter Streifband im In- und Aus» lond 6�0 Reichsmark pro Monat. Ta.Lorwüns' mit der illustrier» ten Sonntagsbeilage.Dolk und Zeit* sowie den Beilogen.Unterhaltung und Wislen".Aus der Filmwelt", »Stadtbeilage".Frauenstimme�, .Der Kindersreund".Iugend-Dor» wäns".Blict in die Bücherwelt�, �Kulturarbeit" und.Technik erscheint wochentöglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Berliner Volksblatt Freitag IS. Januar 1928 Groß-Äerlin II ps. Auswärts 15 pf. Dle e i« s p a i t t g e Nonpareillegell« 80 Pfennig. Reklamtteile 5.-- Reichs» mark.Kleine Anzeigen" das fettgedruckt» Wort 2Ü Pfennig lzuläffig zwei fettgedruckte Worte), jedes wettere Wort 12 Pfenma Stellengesuche das erst« Wort lS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt 3«U* 60 Mennig Familianzeigen firt Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen» annahm» im Liouptgefchäfi Linden» strafe« a. wochentögl dodSVi dt» 17 Uhr. Jentrawvgan der eSozialdemokeattschen Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin<5W 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tpnhoss 292—297 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Dorwarts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin S? K3S— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten Wallslr. K5. Diskonto-Gesellschoft. Depositeirkasie Liirdenstr 2 Wachsende Arbeitslosigkeit. Abschwächvng der Konjunttur oder Saisonerscheinung? Amtlich wird mitgeteilt: Zn der Arbeitsloseaversiche- ruog flieg die Zahl der männlichen hauptunterstützungsempsänger vom 15. Dezember bis 31. Dezember 1927 von etwa 7 0 9 0 0 0 auf 1 037 000, also um 64,3 Prozent, während dle Zahl der weiblichen hauptunterstützungsempsänger nur um 24,4 Prozent zu- nahm(von 121 800 aus 151 500). Zargesaml betrug also die Zahl der unterstühteu Arbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung am 51. D�emb-r 1927: I 18 8 5 0 0. 3n der Sriseounterslühung stieg die Zahl der mäna- Nchen hauptunlerstühungsempsänger von 141 000 auf 177 000 oder um 25,4 Prozent: die Zahl der weiblichen hauptunterstühungs- enipsänger von 30 400 aus 34 400 oder um rund 13 Prozent. Zn». gesamt belritg also am 31. Dezember 1927 die Zahl der hauptunter. ftühungsempsänger in der krlsenunterstühung 211 400. Die starke Zunahme der unterstützten Arbeitslosen erklärt sich einmal aus wetteren Zugängen aus den salsonmählgea Verusen. Die Einstellung der Bauarbeiten wirkt sich ossenbar jetzt auch in den Bauaebenge w e r b e n aus. Aus der anderen Seite ist der Umfang der Beschäftigung In den Industrien, die saisonmähiz mit dem Weihnachtsgeschäft verbunden sind, insbesondere in der Zllöbelindufirie. der Spielwarenindustrie und Im Nphrungs. und Genußmittelgewerbe merklich zurück- gegangen. Ob darüber hinaus in der Zunahme der Arbeitslosigkeit auch eine beginnende Abschwächung der Konjunktur zum Ausdruck kommt, läßt sich zurzeit noch in keiner weise übersehen. Westarps Wahlangst. ammer dem Antrag des Oberstaatsanwalts, auf Dienstent- lassung Streichers zu«tennen,»cht slottg» geben hat. Das Gchulkompwmiß des Vürgerblocks! Die Geistlichkeit erhält ein Aufsichtsrecht— aber im übrigen bleibt die Stellung des Lehrers gänzlich ungeschmälert! Llnentwegi gegen die Mieter. Schutz den Znflationsgewinnem und Schiebern. Die Beratung des Wohnungsausschusses des Reichstags wurde gestern fortgesetzt. Beschlossen wurde eine Verschärfung des Gesetzes dahin, daß, wenn der Mieter zwar keinen Widerspruch gegen die Kündigung erhebt, aber mit dem Vermieter einen Räu- mungsterrnin vereinbart, dann der Räumungsbefehl von Amts wegen erlasseü werden soll. Das Parteiverfahren wird hier zum Osfizialverfahren erhoben. Wenn der Mieter die Räu- mungsfrist zwar vereinbart hat, aber die zugesagte Wohnung nicht erhält, sitzt er obdachlos auf der Straße. Der in der ersten Lesung durch Zufall abgelehnte§ 1 wurde wieder hergestellt Er lautet: „Des Nachweises einer Vollmacht bedarf es nicht, wenn für den Vermieter die Anordnung der Zustellung eines Kündigungsschreibens nachgesucht oder sür den Mieter Widerspruch gegen die Kündigung erhoben wird." Nach ß 2 des Mieterschntzgesetzes kann die Kündigung wegen erheblicher Belästigung des Vermieters usw. erfolgen. Di« von den Sozialdemokroten beantragte Einschallung. daß wiederholter Ver- zug des Mieters mit der Mietzahlung keine erhebliche Belästigung .fein soll, wurde.abgelehnt. Ebenso wurde dos-Verlangen, die Kündigung bei Äenderung der Rechtsform einer Gesell- schaft nickst zuzulassen, wenn der Vermieter' nicht geschädigt wird, abgelehnt. Bei ß 4 des Mieterschutzgesetzes(Kündigung, weil der Ber» mieter die Räume braucht) versuchten die Sozialdemokraten den bildenden Künstlern durch einen enssprechniden Zusatz antrag beizuspringen. Der Bürgerblock hat zwar schon« Worte sür die Künstler, wo er aber praktisch sür sie wirken soll, versagt er. Der sozialdemokratische Antrag wurde abgelehnt. Im Vorjahr war eine Bestimmung im§ 4 aufgenommen worden, die verhindern sollte, daß Inslatlonsgewinner und Schieher Gewerbetreibende durch Hauskauf und Heraustreiben aus den Mieträumen Wirtschaft» lich ruinieren und sich ihre Lebsnsarbeit aneignen könnten. In der ersten Lesung hatten die Blockparteien diesen Satz in Abs. 1 des§ 4 gestrichen. Die Sozialdemokraten de- antragten Wiederherstellung der Gesetzesoorschrift. Der Antrag wurde abgelehnt. Damit enthüllten di« Blockparteien ihre Abfuhr: Lockerung des Mieterschutzes zugunsten der Kapitalisten und Schieber. In dem gestern morgen verössentlichten Bericht aus dem Woh- nungsausschuß muß es statt Ministerialdirektor Abegg Ministerial- dircktor Ocgg heißen. Oer Fälscherspion. Cr spekulierte 1926 mit einem poleueinfall. Leipzig. 12. Januar. Der Angeflagi« Schreck bleibt auch heute bei seinen gestrigen Angaben. Vors.(sehr ernst): Ich will hier keine mittelalterliche Tortur veranstalten, aber bedenken Sie, wieviel objektiv« Beweise bereits vorliegen. Es ist eine Reih« von Urkunden bei Ihnen ge- funden worden, die nachgewiesenermaßen eine Zeittang in anderen Händen waren und dort photooraphiert worden sind. Diese Photographien sind dann an verschiedenen Stellen in Deutschland aufgetaucht, denn die polnisch« Delegation hat di« Bilder bei den Genfer Verhandlungen in der 5>znd gehabt, während der französische Vertreter von dieser Sache stark abgerückt ist. Es besteht der Verdacht, daß Sie die Schriftstücke an Polen vertaust haben. Vielleicht kommt noch ein weiterer sehr wichtiger Beweis hinzu, den ich jetzt noch nicht mitteilen kann, weil dazu die Genehmigung einer sehr hohen Reichsstellc erst einlressen muß. Wird sie erteilt, dann schließt sich der Kreis. Auf weitere Borhalt« des Vorsitzenden gab der Angeklagte zu, daß er keineswegs, wie er zuerst behauptet habe, ein« ganze Folg« von 23 Denkschriften unter dem Titel„Probleme der Landes- Verteidigung" verfaßt, sondern nur vier Denkschriften im November und Dezember 1924 angefertigt habe und zwar: 1.„Die zu- künftige Bewaffnung des deutschen Heeres" von Major Ritter und Edler von Mvnschow, 2.„Die Verwendung von Mannschaften der nationalen Verbände zur Landesverteidigung" von Oberstleutnant von Bonin, 3.„D i e Neuorganisation der deutschen Wehr- macht" von Major Bock von Wülfingen, 4. Deutsche Politik undLandesverteidigung" von Oberleutnant van Schleicher. Als der Angeklagte weiter auseinandersetzte, wie er die „Stelle zurErrichtungder Diktatur" mit seinen Freun- den verlassen habe, um die„Vermittlungsstelle der nationalen Verbände" zwecks Zusammenfassung der Orga- nisation ins Leben zu rufen, hielt ihm der Vorsitzende vor: Wie wollten Sie denn die Verbände zusammenfassen, wo Sie doch keinerlei finanziellen Rückhalt hatten? Sie waren doch ein Konsortium von Arbeits- und Vermögenslosen. Außerdem war die politisch« Kon- ftellation sür einm solchen Zusammenschluß nicht gerade sehr ein- I tatKOb. Angekl.: Wir wollten zunächst mit den kleinen Verbänden an- fangen, wie Bismarck-Bund und Reichsflagge. Die angefertigten Dokumente haben wir zunächst verwendet, dann haben wir sie unseren Geldgebern vorgelegt, ich selbst habe sie aber nie aus der Hand gegeben. Vors.: Wie sind«sie beim dazu gekommen, noch die Proto- kolle der vaterländischen Verbände anzufertigen? Angekl.: Well unsere Geldgeber die Denkschristen anzweifelten und ich sie besser glaubhaft machen wollte. Vors.: Wie erklären Sie nun, daß diese Protokolle noch«inen anderen Weg genommen haben, der ins Ausland geführt hat? Angekl.: Das kann ich natürlich nur vermuten. Ich habe jedenfalls nichts dazu getan. Aber schließlich ist doch 5) u k e b a tatsächlich zu den Franzosen gegangen, P r ö l l e r hatte eine Rumänin zur Frau, und Albert und S t o l l waren ebenfalls im Besitz der Dokumente. Vors.: Auf seden Fall sind die Photographien der Dokumente aus einem bestimmten G r u n d z»» einer bestimmten Ze i t. nämlich im Frühjahr 19 2 6, aufgetaucht, als Sie schon«in halbes Jahr in Untersuchungshast saßen. Wenn Sie selbst meinen, daß Frankreich nicht in Frage komme, dann bleibt nur Polen übrig. Die Ausziehung der Dokumente weist ja auch aus einen Krieg mit Polen hin. Angekl.(überlegen lächelnd): Wir haben einen Teil des Mate- rials deshalb auf Polen zugeschnitten, weil mit diesem Staat immer noch die m e i st o n D i f s e r e n z e n bestehen, und wir brauchten die' sogenannten Nebenurkuiiden, um die Bewohner von Schlesien as«- �«zeugen, daß-stho««two» im Sange sei. Au? diesem Grunde fingierten wir ein Telegramm der deutschen Gesandt- schaft in Warschau an dos Reichswehrministerium über Truppen- Verschiebungen in Polen. Der Vorsitzende ging dann weiter mit.dem Angeklagten noch einmal feine früheren Aussagen durch und machte chn auf di« Widersprüche zu seiner heutigen Darstellung aufmerksam. Auf ein« Reihe unwesentlicher Zeugen wurde verzichtet und die Verhandlung aus Freitag früh 9 Uhr vertogt. Litauen und Wilna. Oer Standpunkt der litauischen Sozialdemokraten. Warschau, 12. Januar.(Eigenbericht.) Der Führer der litauischen Sozialdemokratischen Partei. Stefan Kairys, erklärte dem Vertreter der„Polni- schen Telegraphenagentur" in Äowno, daß die litauisch« össentliche Meinung di« Zuerkennung wilna» au Litauen al» eine gruadsätz- liche Bedingung für die Ausnahme irgendwelcher Beziehungen mit Polen verlange. Auch die litauischen Sozialdemokroten hätten auf Wilna nicht verzichtet, sondern verlangten die Er- ledigung dieser Frage aus dem Wege der Volksbefragung. Sie widersetzten sich aber nicht dem Beginn normaler wirtschastllcher und kultureller Beziehungen zu Polen. Diese Beziehungen würden aber bis zur Lösung der Wilnofrage keine srcundschaft. lichen s«in können. Kairys fuhr fort: Die litauischen Sozialdemokroten werden in Litauen verfolgt und durch Verleumdungen in ihrer Tätigkeit gehemmt. Sie lzaben keinerlei Einfluß auf die jetzige Diktaturregierung. Die Verständigungsaussichten zwischen Litauen und Polen wären bedeutend größer, wenn in Litauen parlamentarische Zustand« bestünden. Von der g«genwärtig«n Regierung, sür die die Parole gitt, „Litauen mit Wilna oder gar kein LUauenI" ist hingegen ein« Verständigung mit Polen nicht zu er- wa r ten. i Hierzu schreibt das hiesige PPS.-Organ„R o b o t n i k", daß ein Versuch, den polnisch-litauischen Abgrund restlos zu über- brücken, mißlingen müsse, weil die militärischen Kreise, auf die sich Woldeinaras stütze, an dem Fortbestand des Konsliktes inter- esstert seien, da eine Verständigung zwischen Warschau und Kowno einen Sieg der Demokratie und einen Schlag gegen die Diktatur be- deuten würde. Au? diesem Grunde hätten die polnischen Sozialisten vorerst Minimolforderungen oufg«ftellt hinsichtlich der Ays- nahm« normaler diplomatischer und wirtschaftlicher Beziehungen, sowie des Abschlusses eines Handelsvertrages. Oer lettische Bürgerblock. Mit Einschluß der Oeutsch-Balten. Riga. 12. Januar. Die Verhandlungen über di« Beilegung der Regierungskrisis hoben zu dem Ergebnis geführt, daß der Staatspräsident den Ab- geordneten I u r a s ch e w s t i(d«motr. Zentrum) mit der Ministerpräsidentschaft betraut hat. Der Regierung gehören weiter an vier Mitglieder der Rechtsparteien, darunter der Deutsch-Balte Magnus als Iustizminister, zwei Zentrumsleute und ein Lett- galler. Drei Posten, und zwar Auswärtiges, Verteidigung und Finanzen, werden von parteilosen Sachverständigen besetzt. Außen- mmister wird voraussichtlich der Gesandt«« Kowno. Bat»vis. Die englischen Verhandlungen. Erste gemeinsame Sitzung. London, 12. Januar.(Cigenbencht.) Am Donnerstag fand in London die erste gemeinsame Sitzung zwischen dem vollzähligen Generalrat der britischen Ge- werNchaften und einer von Sir Alfred Mond geführten Gruppe einflußreicher britischer Industrieller statt. Die Sitzung wurde durch eine Ansprache Sir Alfred Monds im Namen der Unternehmer eingeleitet, worauf der Vorsitzende der britischen Gewerkschaften antwortete. Die Kons«- renz trat hierauf in eine Besprechung der Tagesordnung und der Methode ein, die de! �Beratung der wirtschaftlichen Probleme an- gewandt werden soll. Der Generalrat der Gewerkschaften, der vor Beginn der Tagung eine dreistündige Sitzung abhielt, wird in den nächsten Tagen zusammentreten, um das von den Unter- nehmen, eingereichte Programm zu erörtern. Vor Beginn der gemeinsamen Aussprache mit den Industriellen betont« der Vor- sitzende der britischen Gewerkschaften, daß er diese Konferenz f ü r das wichtig st e Ereignis stalte, das sich seit vielen Iahren im wirtschaftlichen Leben Großbritanniens abgespielt habe. Emst- liche Opposition habe diese gemeinsame Besprechung im Schöße des Generalrats lediglich bei dem Bergarbeiterfllhrer Cook gefunden, der seit dem letzten Gewerkschaftskongreß Mitglied des Generalrats sei. Cook kündigte vor Beginn der Sitzung an, daß er be- absichtige, seiner Opposition gegen die Besprechungen während der Sitzung selbst in drastischer Art Ausdruck zu geben. Lohnbewegung der Werkzeugmacher. Der Deutsche Metallarbeitemerband, Ortsverwaltung Berlin, erhandelte mit dem BBMI. über ein« Erhöhung der Löhne der Werkzeugmacher und über die Abschaffung des Akkordsystoms bei der Herstellung komplizierter Werkzeug«. Die Vertreter des VBMI. erklärten, das Akkordsystem habe sich gerade bei diesen Arbeiten sehr gut bewährt und es sei nichi möglich, die Akkordarbeit zu beseitigen. Die Vertreter des DMV. behaupteten das. Gegenteil. Das Akkordsystein habe sich im Schnittbau und im komplizierten Lchrenban nicht bewährt und könne deshalb unmöglich aufrecht erhalten werden. Zudem sei dos Akkordfystem auch mit den Be- Stimmungen des Rahmenabkommens unvereinbar,.wonach bei der Ausgabe des Arbeitsauftmges der Lohnzettel übermittelt werden muß, was bei diesen Arbeiten jedoch nicht geschieht. Zur Prüfung der vom Metallarbeiterverband hierzu vor- gebrachten Beschwerde wurde eine beiderseitige Kommission bestellt, die die. Dinge an Ott und Stelle untersuchen soll. Die weiteren Verhandlungen wurden deshalb bis Ende nächster Woche vertagt.___ Wer tritt für die Sozialangestellten ein? Neben den im Beamtenverhaltnis tätigen Fürsorgerinnen und Fürsorgern gibt es eine erhebliche Anzahl von Fürsorgekräf- t« n, besonders in den Diensten der S t a d t g c m e i n d e Berlin. die als Angestellte t ä�g sind. Diese Fürsorgerinnen und Fürsorger wurden bis zum 3i7Iuli 1927 in Berlin zwar nach den für die Verwaltungsangestellten larifvcrtraqlich vereinbarten Sätzen entlohnt! aber erst seit dem 1. August 1927 ist es dem Zentral verband der Angestellten gelungen, den für die Verwaltungsangestellten der Stadt Berlin geltenden Tarifvertrag auch auf die Fü.rsorgerinnen und Fürsorger auf Grund einer Vereinbarung mit dem Magistrat auszudehnen. Da die Entlohnung der auf P r i v a t d! e n st v e r t r a g Beschäftigten zum Teil abhängig ist von der Eingnippierung der beamteten Beschäftigten, hat der Zentralverdand der Angestellten bei der Beratung der Berliner städtischen Besoldungsordnung aus die Stadtverordnetenversammlung eingewirkt, daß die F ü r s o r g e r i n die ihrer Tätigkeit entsprechenden Besoldungs- gruppe eingereiht werden. Die Verhandlungen über die Neufestsetzung der Angestelltengehälter mit der Stadt finden in Kürze statt. Der Vorschlag des Magistrats, einen Unterschied zu marben zwischen niit und ohne Anerkennung und chilssfürsor- gern mit und ohne Anerkenntnis wird vom Zentraloerband der Ange- stellten abgelehnt werden, da die Angestellten auf G r u u d ihrer Tätigkeit und Leistungen zu entlohnen sind. Bei der Vertretung dieser Forderung ist aber die Frage auszuwerfen, w c l ch e O r g a n i s a t i o n für die im Angestelltenverhältnis tätigen Fürsorgekräfte als Interessenvertretung in Frage kommt, eine kleine Sonderorganisation, die ausschließlich B e a m t e n i n t e r- essen wahrnimmt oder die maßgebend« sreigewerkschast- liche Angestclltcnorganisation, die die Interessen aller Angestelltengruppen, also auchdie der Sozialangestellten, vertritt. Die tariflichen und arbeitsrechtlichen Forderungen der Sozialangestellten sind die gleichen wie die der übrigen Ange- stelltenschaft. Nur gemeinsam mit den übrigen Ange- st eilte noruppen können die berechtigten Forderungen der So- zialangestellten vertreten werden. Nicht mit Rundschreiben, die un- wahre Behauptungen enthalten, ist den Interessen der Sozial- angestellten gedient, sondern die Forderungen der Sozialangestellten können nur verwirklicht werden, wenn die in Betracht kommende sreigewerkschaftliche Angestelltenorganisalion, der Zentral- verband der Angestellten, sich für die bernfs- und wirt- schastlichen Interessen der Sozialangestellten einsetzt. Wenn zwei dasselbe tun... Zu dem Streik in den Wurstfabriken ist noch etwas nachzu- tragen. Nach den Verhandlungen am Montag, wo der Vorschlag des Schlichters, außer den 7 Pf. Lohnerhöhung ab 1. Januar 1928 eine weitere Lohnerhöhung von 3 Pf. ab 1. April 1928 eintreten zu lassen, von den Unternehmern kurzerhand abgelehnt worden war. berichtete die„Rote Fahne", daß der Vorschlag von den Arbeitern abgelehnt worden sei und daß eine Festlegung bis Ende Dezember gar nickt, in Frage kommen könne. Das Stalin-Blatt wies geradezu mit beiden Händen auf diesen „sozialdemokratischen Schlichtungsschwindcl" hin. Als am Dienstag uun doch die Einigung erfolgte, und zwar auf einer Grundlage, die nicht unwesentlich ungünstiger. ist als der erste Vorschlag des Schlichters, was tat da die„Rote Fahne"? Sie war natürlich aufs höchste entrüstet? Brandmarkte sie den„sozialdemokratischen Verrat"?— Gott bewahre' Die„Rote Fahne" erklärte den A u s g a n g der Schlichtungsverhandlungen als einen gewerkschaftlichen Erfolg! Wir wissen nicht, wie der gewöhnliche Leser des Stalin? Blattes sich diese absonderliche Haltung, die nicht nur allen geheiligten Traditionen der Kommunisten, sondern auch dem widerspricht, was die„Rote Fahne" noch tags zuvor geschrieben hatte, zurecht gelegt hat. Für unsere Leser wollen wir das Geheimnis lüften. Die Streikleitung, die der Vereinbarung vor dem Schlichter zu- gestimmt hat, bestand aus waschechten.Kommunisten. Diese Kommunisten hoben, ohne die Mitglieder, zu befragen, den Streik„abgewürgt". Sic haben die Löhne bis zum Jahresschluß festgelegt. Aber kein kommu- nistisches Verdommungsurteil trifft sie.«je sind erfolgreich". Woraus man sehen kann, daß die„Rote Fahne" auch mit den Ge- werkschaftsbonzen durch dick und dünn gehen, den Schlichtungs- schwindet als angenehme Beigabe betrachten kann, vorausgesetzt, diese Gewerkschaftsbonzen sind Kommunisten. .Schiedsspruch in der mitteldeutschen MetaMndustrie Magdeburg, 12. Januar. Die Spruchkammer hat in Magdeburg für die mitteldeutsche Metallindustrie einen Schiedsspruch gefällt, wonach der Spitzen- lohn für Facharbeiter 78 Reichspfennige. Jür angelernte Arbeiter 72, für ungelernte 65 Reichspfennige beträgt. Die übrigen Lohnsätze erhöhen sich im gleichen Verhältnis. D.e Aus- löfungssätze für Monteure erhöhen sich um 8 Proz. Die Gießerei- zutage erhöht sich um 19 Proz. Für Aichalt wird eine Sonder- regelung getrosfen. Dieses Abkommen tritt am 15. Januar 1928 in Kraft und- ist mit einer Frist von 11 Tagen kündbar, erstmalig zum 29. September 1928. Die Parteien haben eine Erklärnngssrist bis Mittwoch, den 18. Januar 1928, 16 Uhr, erhalten. Schiedsspruch im Lohnstreit bei den Heinkel-Werken. Rostock, 12. Januar. In dem Lohnstreit zwischen der Leitung der Hemkel-Flugzeug- werke Warnemünde und der Belegschaft wurde vom Schlichter ein Schiedsspruch gefällt, zu dem sich die Parteien bis zum Sonnabend. dem 11. Januar, 12 Uhr, zu äußern haben, widrigenfalls der Spruch als abgelehnt gilt, wonach alsdann� die Verbindlichkeitserklärung durch den Schlichter für Mecklenburg-schwerin zu erfolgen hätte. Der Schiedsspruch sieht für die Facharbeiter der Heinkel-Flugzeugwerte Warne mü nde eine E r- höhung des Stundenlohnes um 3 Psennige bis zum 30. Juni 1928 und um einen weiteren Pfennig bis zum 39. September 1928 vor. Die Arbeit soll als durch den Streik nicht unterbrochen gelten. Die noch im Anstand befindliche Belegschaft ist zur Hälfte während der nächsten zwei Wochen, zur anderen Hälfte im Laufe der folgenden zwei Wochen wieder einzustellen. Schiedsspruch für die Oanziger Hafenarbeiter. Der Schlichtungsausschuß, der sich beretts einmal mit den Lohn- strettigkeiten zwischen der Gewerkschast der Hasenarbeiter und dem Hafenbetriebsverein besaßt hatte, hat nunmehr einen Schiedsspruch gefällt, durch den der Lohn der Hafenarbeiter pro Tag von 19,30 a uf 19,69 Gulden für die Zeit vom 23. Januar bis 1. Juni 1928 erhöht wird. Am Montag werden die Hafenarbeiter über An- nahm« oder Ablehnung des Schiedsspruches beschließeii. Knie SewcrtschaftOjugcnd.Groß-Berli». Heut«, Freitag. ISZö tthr, tagcil die Gruppen: H«rma»-platzi Eruppcnheim Jugendheim erairderstr. 11, E-te Hobrechtstraße. Literarischer Abend:»Berliner Humor."— Schvacwe.d«: Gruppcnheim Jugendheim Laufencr Str. 2(Toter«aal). Vortrag i»Zug:nb unb sexuelle Fragen."— Wcdding: Gruppenheim Stadtbad ZSedding, Sertcht- st ratze 65/(59. Vortrag:„Wie lebt, dcnlt u»d fühlt die proletarische Jugend in Stadt und Land?"— Rarbriug: Sruppcnheim Jugendheim Greilenhagener Stratze 56. Aus den Brieten Äarl Liebknechts und Ziosa Luxeorduras.— Zeppcliuplatz: Sruppenhciln Städtisches Zugendhcim Turincr Säe Seestratze. »Reden ist Silber— Schmeigen ist Gold." Die Studenten unserer Arbeiter- Lochschule Im Ken das Bort.— Lichtenberg: Jugendheim Scharnweberstr. 2a. Diskussionsobend:„Briricbs- unb Bcrussschuloerhältnisse."— Stivcnii: Jugendheim Grünauer Str. ä. Wir gehen zum Vortrag:»Sexuell« Kragen" i» der Gruppe Schäneweide.— Rordlrei«:„lugeiibkursus Jugendheim Gberswalber Straße 10. Beginn des Z. Äursusabschnittes:..Jugendpsychologie."— Bolls- tanzkurlus: Turnhalle der Schule Barutbcr Str. 20. Zugendgruppc be»?dA. Heute, Freitag, ISZb Uhr, finden folgende Ver. anstaltuuge» statt: Bezirl Lichtenberg: Gesangsraum des Rcolgpmnastum» Park- auc 12. Wir lesen aus Zeitungen und Zettschriften.— Bezirk Südwest: Jugend. heim Bellc-Allianec-Str. 7/10. Bortrag:„Der soziale Wohlstand Wiens" (Weigeltl.-_ Veranlwortlich für Politik: Dr. Cutt Geyer I Wirtschaft:©. tttingelhöser: Gcwerlschaftsbcwcguug: I. Steiner! Feuilleton: Ä. K. Tischet; Lokales und conftiaes: Frist»arstädt: Änzeiacn: Th. Glocke, sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwäris-Verlag S. m. b. H.. Berlin. Druck: Borwärts-Bulbdruckerei und Brrlaasanstalt Vau! Singer o Co., Berlin SW 68. Lind'ttstratze 8. Hier,- 2 Beiloge», �lntcihaltung nnd Wissen" und.Stadtbeilagc" WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise soweit Vorrat; Fleisch, Fische, Obstu. Gemüse werden nicht zugesandt Fische B? Obst u. Gemüse Dorsche..... Pfund 10 Pf. Schellfische..Piund 22?'. Kabeljau 30Pf- Rotbars ohne Kopl, Pld. 30 Pf Fischfilet..... P'ond 44 Pf. Leb. Karpfen Pfund 75Pf.aa Makrelen-Bücklinge 40 pl Dorsch geräuchert, Pfund 44 Pt Seelachs gerludiert, Pfd. 46 Pt Rogen g«..... Pfund 62 Pf. Räucher-Aale. Bund 40 Pt Fettbücklinge• Pwnd 55 Pt Butter u. Käse Molkereibutter Pfund 1.76 Tafelbutter Piund 1.66 1.90 Margarine Pfund 50j 56 Speisetalg i-Pfd.-Paket 50 Pt Kokosfett I-Ffund-Talel 55 Pf. Limburger...Pfund 46Pt Allgäuer.....Pfnnd 52 Pf. Konserven . 4 i Dose Br.-u Schnittbohn. L 74 Pf Haricots verts<-»>"> fein t.95 Junge Erbsen.... 76 Pt Junge Erbsen mitieiiein 93 Pt 1.67 9 5 Pt 93 Pf 65 Pt 65 Pt Kaiserschoten-... Ffefferllnge I..... Sellerie in Scheiben,. Apfelmus 56 Pt I Pflaumen mit siein Konfitüren, 2 Pfund-Eimer Pflaumen 95 pi Aprikosen 1.10 Orangen 1.10 Johannisbeeren 1.20 Kirschen, Erdbeeren 1,35 Holländern Edamer 78Pt Steinbuscher.Piund 82Pt Steinbuschervoiiutd. 95 Pt Gouda dänischer.Pfund 7 5 Pt Tilsiter voiifeif.P!d. 95 Pt 1,10 Schweizer dinisch» Pid. 98Pf. Cremekäse voufett. Pfd. 1.25 v. Dose Mirabellen v»d 66 Pf 1.20 Preiselbeeren««68p»- 1.20 Erdbeeren''«PooeöSPi. 1.55 Pfirsiche kallornlsch« 1.85 Brat- u. Bismarckheringe, Heringe in Gelee, 0� Rollmops 2 Pld-Dose OC/ Pf- Kronsardinen... 95 Pt Flußlachs in Gelee. 1 Plund-Dose l-UO Kochäpfel.... Pfund 10 Pt Kochbirffen groo». p». 14 Pt ÄmorettenbirnenPfd. 14 Pt Goldrenetten--Piund 24 ft Mandarinen..Pmnd 26 Pt Apfelsinen 35, 50, 75 Pt Ananas..Pfund von 85 Pf an Ufiiwfwaren Hannov. Rotwurst pw 90 Pt Landleberwurst Pfund 1.20 Dampfwurst.. Pfund 1.20 Speck fest, Pld. 1.20 mager 1.30 Schinkenspeck iä fett 1.40 FiletWUrSt.... Pfund 1 45 Schink'enpolnischeP... n™« 70*. Hammelfleisch IM€,,e R,ppc" pü�d 70 pl Hammehücken....... p.---- 75 pl Kuheuter.............. pf--ck 23 pl Herzen................ p�md 55 pt GeflOgel u, Wild GänSe(fefrarea.... Pfand 53, 70, SO PL Suppenhühner......... Pfand Im» Pulen............... ria»d los I20 Schneehühner.......... los Hirschb. älter.......... Pfand 75«. HaSen geelreUi a. ausf cworfen, Pfand£ 8 P». Rehblätter......... p-n-d Iis las Bosn. Pffaumen Vst 25 pr. Gem.Backobst44l65Pr. Schnittnudeln'� 45 Pf. Makkaroni �p�mi 45 ff. Haferflocken Pfund 25 Pf- Cebrannt.Kaffee-.-Z3»0 Morgen letzter Tag Beginn 2, Januar 7lr. Zi* 45. Jahrgang l. Beilage des Vorwärts Zteitag. 13. Januar 19 26 Explosionsdeballe im Siadtparlment. Über die Ursachen noch keine sicheren Keststellungen. Die erste Stadtverordnetensitzuog im neuen Jahr« wurde sogleich zu einer reichlich bemessenen Dauersitzung, weil die Reuwahl des Vorstandes vier zeitraubende Zettelwahlen er« forderte und nachher die Anfrage wegen der E�plosionskatastrophen eme sehr eingehend« Erörterung fand. Bei der Vorstandswahl kamen die Kommunisten diesmal aus ihrem Schmollwinkel heraus und machten keine Einwendungen gegen die Wohl unseres Genossen chaß zum Vorsteher, die im übrigen auch ohne sie gesichert war. Genosse Hast wurde mit einer sehr stattlichen Stimmenzahl, mit 174 Stimmen bei 16 unbeschriebenen Zetteln, zum Vor st eher wiedergewählt. Hiernach konnte dem Verlangen der Kom- m u n i st e n, gleichfalls im Vorstand vertreten zu sein, entsprochen werden. Dieses Verlangen war ein Bekcnnlnts zu den Grundsätzen der Demokratie, aber die Kommunisten wollten nur halbe Demokraten sein und erllärren, daß s i e über- Haupt keinem Bürgerlichen ihre Stimme geben würden. Sie mutzten es sich dann gefallen lassen, daß ganz nach den Grundsätzen der Demokratie verfahren und in den Vorsteherstelloertreterwahien die großen Fraktionen nach ihrer Stärke berücksichtigt wurden, wobei den K o m m u n i st e n der Posten des zweiten Vorsteher- stelloertreters zufiel. Die Erörterung der Explosionen brachte noch keine Klärung der Ursachen. Für die s o z i a l d e m o- k ratische Fraktion, von der die an den Magistrat gerichtet« An- frage ausgegangen war(sie wurde von allen anderen Fraktionen mit unterzeichnet) sprach unser Genosse Döhnert. Er betonte Hk Notwendigkeit, alles zur Verhütung solcher entsetzlichen Katastrophen zutun, und forderte namentlich für die schwer Geschädigten des Hauses an der Landsberger Alle« weitestgehend« Hilse. Die Ant- wort des Bürgermeisters S ch o l tz ließ erkennen, datz bisher das Bezirksamt und der Magi st rat olles geran haben, was sich zunächst tun ließ. Hoffentlich gelingt es, auch noch die Ursache der Explosion zu ermitteln. Rühmend wurde die opfer- volle Tätigkeit der Feuerwehr und der Polizei hervor- gehoben. » Die gestern abgehaltene erste Sitzung der Stadtverordneten im neuen Jahre eröffnete der Vorsteher, Genosse haß. mit einem G e- d e nk w o r t auf die beiden großen Explosionsunglücke, die Berlin in den letzten Tagen erleben mußte. Als die Aufgabe der Stadtverwaltung bezeichnete es der Dorsteher, den Opfern zu helfen, die Ursachen der Explosionen zu erforschen und sür die Zukunft vor- beugende Maßnahmen zu beschließen. Die Versammlung ehrte das Andenken der Umgekommenen durch Erheben von den Platzen. Dann wandten sich die Stadtverordneten der Wahl des Vorstandes zu. Genosse Ezemlofkl schlug vor. den bisherigen Vorsteher. Ge- rossen Haß, wiederzuwählen. Stadtverordneter Schwenk IKPD.) m-intei daß seine Fraktion immer noch der Meinung sei, daß, den Mehrheiteverhältnissen in der Versammlung eutspreckjend. die Linke allein d«n Vorstand zu besetzen hatte. Die Sozialdemokraten müßten' sich dieser Meinung anschließen, da sie ja überall den Kampf gegen den Bürgerblock fuhren, also in der Stadtoerordnetenoersammlung keinen Bürgerlichen w den Lorstand wählen dürsten. Jedensalls seien die Kommunisten willens, nur solchen Kandidaten ihre Stimme zu geben, die von Link» vorgeschlagen werden.— Obwohl nur Genosse Haß vorgeschlagen war. mußt« gemäß den Bestimmungen der Städteordnung«in« Zettelwahl vorgenommen werden. tvevosse haß wurde mit 172. d. h. mit allen gültigen abgegebenen Stimmen wiedergewählt: er nahm die Wahl mtt Worte» des Dankes an. Für Borsteherslell- vertrete? wurden gewählt die Stadto. Fabian(Dnat.). Degner(KPD.) und Meyer(Dem.). Die Wahl der Beisitzer wurde durch Zuruf erledigt, von unserer Fraktion wurden die Genossen Flalav und Elajus benannt. Zur Behandlung kam dann die Anfrage der sozialdemokratischen Fraktion, der sich alle anderen Fraktionen anschlössen, wegen der Explosionsunglücke in der Landsberger Allee und in Dahlem. Dlc Anfrage hat folgenden Wortlaut: ..Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat um Auskunft: 1. welche Ursachen zu deu entsetz licheu Katastrophen In der Landsberger Allee und in Dahlem geführt haben, 2. welche Maßnahmeo der Magistrat zur Behebung der entstanden e» Notlage der betressendeu Bewohner er griffen hat. Z. welche Maßnahmen der Magistrat zu treffen gedenkt, um solche Katastrophen in Iukuust zu verhüten." Die Kommunisten haben außerdem«inen eigenen umfangreichen Antrag dazu eingebracht, tn dem allerhand Forderungen aufgestellt werden, die zum großen Teil durch die Maßnahmen der Stadtoer- waltungen bereits überHoll sind. Zur Begründung des sozialdemo- kratischen Antrages erhielt Genosse Döhnert das Wort: Nach dem bisherigen Stande der Untersuchung ist anzunehmen, daß es sich bei dem Unglück in der Landsberger Allee um eine Gas- e x p l o s i o n handelt. Es bleibt also festzustellen, ob die alten Gas- röhren etwa betriebsunfähig wurden, oder ob die neue Anlage mangelhaft ausgeführt war. Dabei ist gleichzeitig zu erforschen, ob etwa die bei den Gaswerken angewandten Arbeitsmethoden mit dazu beigetragen haben, die Arbeit nicht völlig sachgemäß ausführen zu lassen. In der Landsberger Allee sind in der letzten Zeit viele neue Flelschwarenbetriebe in ehemaligen Kellerräumen der Häuser eingerichtet worden, wo mit. gefährlichen Apparaten, Chemikalien und Gasen gearbeitet wird. Es sollte möglich sein, die Einrichtung solcher gefährlichen Betriebe zu verhindern, denn der Schuh von Leben und Eigentum der Einwohner steht höher ol» der Profit der Hausbesitzer. die früher aus den Kellcrräumen keine Mieten zogen. Was die Explosion in Dahlem betrisst, so muß unbedingt sestgestellt werden, ob höhere Gewall oder srevenlliches Verhallen der Besitzer des chemischen Laboratoriums vorliegt. Unnachsichtlich muß untersucht werden, ob wirklich die Aussichtsbehörden ohne jede Seoutnis von den Vorgängen lo der Fabrik waren. Auf keinen Fall ge- hören solche Betriebe in Wohnhäuser oder in die Nähe bewohnter Gegenden. Zu fordern sind daher vorbeugende Maßnahmen, die geeignet sind, schon die Möglich?--» solcher Unglücke zu verhüten. Im übrigen ist den O v fern jede Hilfe zu gewähren. Die Verletzten müssen kostenlos ärztlich behandell, die Toten auf Kosten der Stadt beerdigt werden. Den Ueber- lebenden find neue, passende Wohnungen und auch Ersatz für die vernichteten Wohnungseinrichtungen zu gewähren.— Nach einer Bs- ariindung des kommunistischen Antrages durch Stadto. Iädicke (KPD.) nahm Bürgermeister Scholh das Wort zur Austunfterteilung. Er gab eine erschöpfende Auskunst über die vom Magistrat in G«. meinfchaft mit dem Bezirksamt Prenzlauer Berg getroffenen Hilfsmaßnahmen sür die Verunglückten. Sie sind nicht nach den grichriebcncn Gesetzen, sondern nach dem ungeschriebenen moralischen Recht erfolgt. In dem Unglückshaus« haben 26 Familien mit 99 Köpfen gewohnt. 17 obdachlos geworden« Familien sind bereits endgültig in Wohnungen unterge- bracht, die übrigen sind dabei. Wohnungen nach den Vorschlagen des Bezirksamtes zu besichtigen. Die Umzüge erfolgten auf städtische Kosten: sosern Altwohnungeu in Frage kamen, wurden dies« neu hergerichtet. Die betiofsenen Familien sind mit allen notwenigen Bedarfsgegenständen ausgerüstet worden. Von den Verletzten sind 11 aus dem Krankenhaus entlassen worden. vier mußten noch in ärztlicher Behandlung bleiben. Die Stadt hat selbstverständlich die Kosten für die ärztliche Behandlung und sür die Bestallung der Toten übernommen. Die Rettungsmaßnahme» sind sofort nach Geschehen des Unglücks in Angriff genommen und schnellstens durchgeführt worden. Weyen der Feststellung der Ursache des Unglücks sind Berichte von der Feuerwehr und von den Gaswerken eingefordert worden. Während sich die Feuer- wehr eines abschließenden Urteils»och enthüll, haben die Gaswerke betont, daß die neuen Gasleitungen vorschriitsinäßig verlegt und auch die Gasölen vorschriftsmäßig behandell wurden. Sofern also eine Gasexplosion als Ursach« des Unglücks in Frage kommt, kann das Gas nur aus schadhost gewordenen alten Gasröhren ousge- strömt sein. Das ergibt sich auch daraus, daß das in Brand ge- raten« Gas durch die Absperrung an dem Absperriops der alten Gasleitung gelöscht werden konnte. Der Magistrat wird noch ab- schließend zu den weitergehenden Untersuchungen Stellung nehmen und der Stadtverordnetenversammlung entsprechende Mitteilung machen. Was die Explosion in Dahlem anbelangt, so stellt hier der Befund der Feuerwehr einwandfrei die Entzündung von Explosiv st offen fest. Allerdings muß auch hier noch da? endgültige Ergebnis der Untersuchungen abgewartet werden. Sicher ist, daß die Polizei die Dorschriften über die Lagerung von Explosiv- stosfen verschärfen wird und daß sie darüber hinaus eine R e v i- sion in der ganzen Stadt vornehmen wird, um festzustellen, ob etwa irgendwo unrechtmäßig Explosivstoffe gelagert werden. Was die von der Stadt bereitgestellten Mittel sür die Unter- st ü tz u n g der Betroffenen angeht, so müsse sestgestellt werden, daß die ausgeworfenen 2S 000 Mark die erste Rate darstellen.« Der Magistrat ist jeden Augenblick bereit, im Bedarfsfalle weitere Summen anzuweisen. Im übrigen ist aber auch das Ergebnis der Sammlung tn der Einwohnerschaft sehr zufriedenstellend gewesen. Im Namen der sozialdemokratischen Fraktion sprach' Genosse Dähnert die Erwartung aus, daß das Wort des Bürger- Meisters von der„offenen Hand" Wirklichkeit werden möge. Genosse Döhnert forderte eine eingehende Kontrolle der vorhandene« Gasleitungen und scharfe Vorschriften sür den Betrieb der Anlagen. Die mehrfach neu erössneten Flelschwarenbetriebe in der Nähe des Städtischen Viehhofes erfordern eine ganz besondere Aufmerksamkeit der Aussichlsdehörden. weil in allen diesen Betrieben mit Ammoniak betriebene Kühlanlagen vorhanden sind, die schließlich auch der Anwohnerschast gefährlich werden können. Zu dem Unglück in Dahlem sprach der Redner seine Verwunderung darüber aus, daß ein solcher mit Explosivstosse» arbeitender Betrieb mitten in einem Wohnviertel unterhalten werden konnte, ohne daß die Aufsichtsbehörden etwas davon tiierklen. Im übrigen falle man sich aber auch die Personen ansehen, die solche Fabriken betreiben. In dem Dahlemer Fall müßte nach unserer Meinung das Privatvermögen der Besitzer b eschlag nahmt werden, um zur Schadloshaltung der Verunglückten und Belloffenen Verwendung finden zu können. Nach einer Anerkennung der aufopfernden Tätigkeit der Feuer- wehr und der Schupomannschaften kam Genosse Döhnert dann am Schluß seiner Ausführungen auf den im„Bor- wärts" ausgiebig bebandellen Vorwurf eines Sensationsmillags- blatte» gegen die streikenden Fleischwarenarbetter zu sprechen, die in der Landsberger Allee durch einen„Sabotageakt" das Unglück verursacht hoben sollten. Der Redner hatte den Beifall der großen Mehrheit der Versammlung, als er feststem«, daß die Arbestttschast turmhoch über dem moralische» Tiefssand der Verfasser des Ver- keumdungsartikels ständen. Stadtverordneter Koch(Dnat.) erklärte sich mtt der Anfrage ein- oerstanden und polemisierte dann gegen die ihm zu wsitgc-henden Forderungen der Kommunisten. Dem bereits fertigen Urteil der Kommunistischen Fraktion über die Ursachen der Explosionsunglücke könne er. der Redner, nicht beitreten, da die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien. Der Demokrat Werten erkannte an, daß von der Städtischen Verwaltung alles getan wurde, was notwendig war. Die Abstimmung über den kommunistischen Antrag wurde bis zur nächsten Sitzung ausgesetzt. 88f �Zeraent. £Rotnan oon Fsodor Gladtoro« Jeden Tag kam(Sljeb in das Maschinenhaus und wurde dort sofort ein anderer. Das Licht war tiefblau und ruhig, die Fensterscheiben, die Kacheln, der schwarze Schimmer der Dieselmotor« mit chren Messing- und Nickeltellen glänzten vor Sauberkeit. Und in der Luft stand ein zartes, singendes Klingen von den Hebeln, den kleinen Hämmern und Kolben- röhren. Diese strenge und junge Musik des Metalls und der gleichmäßige ruhige Glanz»n dem warmen Gerüche von Oel und Navhlha brachten die Seele mächtig und weich wieder in ihr Gleichgewicht. Es schien, als ob auch diese zarten Klänge im Herzen klopften und hämmerten. Und alles, was außerhalb dieser Mauern blieb, war unwichtig und wertlos, wie der Schutt, den man wegschaffen mußte. Und das Wichtige, das voll großen Sinnes war,— war nur hier— in diesem glänzenden, tiefblauen Klange, in den Seufzern der schwarzen Altäre, die fest in engen Reihen aufgebaut waren. Er sah lange durch den Messingschirm die gigantischen— in ihrem Fluge leichten— Schwungräder an. sah auf die roten, breiten Laufrollen, die wie lebendige Flügel hinter den Schwungrädern zitterten und bebten, und hier, neben den Schwungrädern, deren Bewegungen unerfaßbar und durch ihr Schweigen beunruhigend waren, strömten nur heiße Wellen ins Gesicht, auf die 5)ände. in die Brust und er- schlitterten Gljeb durch ihren tiefen Atem. Ganz verzaubert verlor er sein Bewußtsein und ging in diesem beflügelt- erzenem Schwünge, in den heißen Wellen auf und stand da - ohne Gedanken, ohne Stütze, ohne Distanz und Zell. Und Brynsa erweckte ihn dann immer wieder zum Leben. Er nahm ihn unter den Arm und führte ihn schweigend zur Glaswand, hinter der sich zwischen den Bergen das Meer und die durchsichtigen Fernen blau und dunstig ausbreiteten. Und auch Brynsa war nicht mehr derselbe, dem er im Frühling begegnet war. Er trug dasselbe fettige Käppi, hatte dieselbe Rase, die dem Käppi glich, die Backenknochen und das Kinn waren ebenso scharf und schmutzig, und der Schnurrbart stand ihm wie früher in feuchten, roten Borsten im Gesicht. Aber seine Augen waren schon kalt und starr und schimmerten wie die Messing- und Nicketteile der Dieselmotore. Er schrie und regte sich nicht mehr so auf wie früher, sondern lauschte gespannt dem Flüstern und Klingen der Maschinen. Und ihr Gespräch fing immer so an: „Nun. Armeekommandant?" ,„Nun. Teufelskerl?* „Nun, und weiter?" „Ja, Teufelskerl, es geht immer vorwärts." „Wirst dein Genick nicht brechen?" „Was fällt dir ein? Bist du von Sinnen? Mußt in die Partei, du Niederträchtiger du: Das wird dir gut tun?" „Nun, Armeekommandant, hol dich der Teufel, zu- fammen mtt der Partei. Was ist denn die Partei— für mich existieren nur die Maschinen. Es existiert eine Partei — und es existieren Maschinen. Ich weiß nicht, was das ist. die Partei, ich kenne nur das Leben der Maschinen. Und wenn Maschinen existieren, so müssen sie arbeiten. Ich mag keine Schwätzer. Geh du nur deinen Weg, Armeekomman- dant." � Und unterbrach plötzlich seine Worte und g'ng mtt gleichmäßigen, elastischen Schritten, ein wenig gebückt, ohne sich umzuschauen, von Gljeb weg. tauchte in den dämmerigen Gängen zwischen den Dieselmotoren unter und kam nicht mehr hervor. �„ Eines Tages, während einer Besichtigung der Renovie- rungsarbeiten in den von Zemcntstaub grauen Bauten begegnete Gljeb Ingenieur Kleist zwischen den lärmenden, schreienden und geschäftigen Arbeitern. Sein ungewöhnlich gespannter Blick hatte Gljeb schon öfter in Erstaunen gesetzt. Seine Augen brannten ermüdet vor innerer Erregung und eine unruhige Frage war in ihnen. Ingenieur Kleist nahm ihn vorsichtig unter den Arm. und sie gingen schweigend zum Viadukt. Schulter an Schulter gingen sie aus die Terrasse des Wachtturmes, wo sie einander an jenem unvergeßlichen Abend begegnet waren. Rechts unten schmatzten die Diesel- motore, und die in der Tiefe versteckten Dynamomaschinen sangen wie tiefe Satten. Auf den Dächern der Gebäude krochen wie Spielzeug kleine, gebückte Arbeitergestalten. Die eisernen Blätter schrien wie Dohlen und die Hämmer tönten dumpf wie Trommeln. Und die Fenster gähnten nicht mehr mit den schwarzen Löchern der herausgerissenen Rahmen und den zerbrochenen Scheiben: Sie schimmerten gell in der Widerspiegelung des blauen Himmels mit den feurigen, nassen Fetzen. Die Luft war herbstlich durchsichtig und klingend und brannte in der sommerlichen Sonne und im Grün, und über der Bucht flatterten schneeweiße Möwen in den blendenden Funken der Strahlen. Und überall, in der Luft und unter den Füßen und im Gestein, zttterte wie eine ferne Brandung ein unterirdisches, undeutliches Dröhnen. Und ganz in der Nähe, es war nicht zu bestimmen wo, bohrten laut kreischend verrottete Bohrer in Eisen. Die Schlote floaen wie gigantische blaue Zolinder achtzig Meter hoch in die Lust hinauf. Brüllten sie nicht mit ihren kalten Schlünden vom höllischen Feuer?. Gljeb schlug Ingenieur Kleist auf die Schulter und lachte. „Nun, Genosse Techniker? Es ist wirklich so. wenn ein Dummkopf sagt: ich bin die Kraft, so ist er— kein ganzer Dummkopf, sondern nur ein halber. Und wenn er alles erreicht— so ist er sogar ein gescheiter Dummkopf. Wir Kommunisten träumen zwar von dummem, aber nicht allzu schlechtem Zeug, Genosse Techniker.... Am Oktobergedenk- tag werden wir diese ganze Maschine mit Feuer und Rauch erdröhnen lassen." Auf dem zuckenden Gesicht des Ingenieurs Kleist erschien ein angestrengtes Lächeln, und ohne die Würde und Haltung zu verlieren, drückte er fest Gljebs Hand. „Ich bitte Sie. Tschumalow. vergessen Sie das schwere Derbrechen, das ich an Ihnen und den anderen Arbeitern begangen habe. Das Bewußtsein, Menschen einst dem Tode und den Qualen ausgeliefert zu haben, läßt mar keine Ruhe." Ingenieur Kleist sah voller Schrecken und Hoffen in Gljebs Gesicht und konnte das Zittern seiner Hände nicht unterdrücken, konnte seinen Kopf nicht fest und gerade halten- Gljeb sah Ingenieur Kleist voll ins Gesicht und Fünkchen glommen und zerstoben in seinen Augen. Sein Gesicht wurde unbeweglich, eigensinnig und schrecklich, wie das Gesicht einer Leiche. Das dauerte aber nur eine Sekunde und löste sich in einem breiten Lächeln auf. „Genosse Techniker, was war— das war eben. Damals packten die Menschen einander an der Gurgel. Aber denken Sie daran, und vergessen Sie es nicht: wenn Sie meine Frau nicht gerettet hätten, so wären jetzt nicht einmal mehr Knochen von ihr übriggeblieben. Und jetzt sind Sie unser Arbeiter. unser klügster Kopf und unsere goldenen Hände. Ohne Sie hätten wir all das hier nicht fertiggebracht.... Schauen Sie nur, was für eine Arbeit wir hier, unter Ihrer Leitun«, geleistet haben." „Tschumalow, Lieber, ich werde all mein Wissen, all meine Erfahrung, mein ganzes Leben unserem Lande widmen. Für mich gibt es kein anderes Leben als das Leben mit euch. und es gibt für mich kein andechs Schaffen als den Kampf für den Aufbau einer neuen Kultur." Und zum ersten Male bemerkte Gljeb. daß Ingenieur Kleists Augen sich mit Tränen füllten, und hinter den Tränen. in der Tiefe der Augen, wogten noch nie gesehene Wellen- Sie waren größex als feine Augen, größer als er selber." Gljeb drückte seine Hand und lachte. „Nun, German Germanowitfch, wollen wir Freunde sein." „Ja, wollen wir Freunde sein, Tschumalow." Und er ging mit festen Schritten, sich auf den Stock stützend, fort. *.(Fortsetzung folgt.). Ende des Potsdamer Kühne-Prozesses. Oer Amtsrat kommt mit 120 Mark Geldstrafe davon. Im Lause der Verhandlung gegen den Amtsrat Heinrich Kühne, der sich wegen Diebstahls vor dem Potsdamer Schöffen- gerichl zu verantworten hatte, kam zur Sprache, daß der Angeklagte verschiedenen Vereinigungen in Potsdam angehört hat, so dem Stahlhelm, der Potsdamer Künstlergilde und auch einer Loge. An dem Auttionstage will der Angeklagte, dessen Lebensglück. wie et ausführt, darin besteht, seine Wohnung mit Kunstgegen- ständen anzufüllen, sich mehrere Gläser angeschaut haben. Um sie aus ihren Schliff zu prüfen, benutzte der Angeklagte die zur An- klage stehenden Wappen löffel, und zwar vierzehn Stück, um damit an die Gläser anzuschlagen. Diese vierzehn Stück will er zeitweise auch in der rechten Hand gehalten haben Vorsitzender: Warum nahmen Sie gleich vierzehn Löffel? Einer hätte doch auch genügt. Der Angeklagte bestreitet energisch, die Löffel bereits in seiner Manteltasche, wie die Anklage angibt, gehabt zu haben Unter großer Spannung wird die Inhaberin des Auktionslokals, in dem der Diebstahl vor- gekommen ist, vernommen. Die Zeugin behauptet unter Eid, daß der Angeklagte, als das Fehlen der Löffel bemerkt wurde, d i e Löffel aus seiner Manteltasche herausholte und dabei unter Wäschestücke verschwinden ließ. Bei diesem Manöver sielen einige Löffel zur Erde. Als die Zeugin dem Angeklagten den Diebstahl auf den Kopf zusagte, meinte der An- geklagte:„Wie können Sie sich so etwas erlauben, Sie freches Frauenzimmer!" Auch ein Angestellter des Auktirmslokals be- lastete den Angeklagten schwer. Der Zeuge hat gehört, daß Kühn« nach dem Diebstahl zu dem Gerichlsvollzieher und zum Inhaber des Auktionslokals geäußert hat, sie möchten doch nichts von der Sache verraten. Vorsitzender zu?n Zeugen: Haben Sie ausdrücklich d�s Wort„verraten" gehört? Zeuge: Jawohl! Die als Zeugen geladenen Berufskollegen schildern den Angeklagten als nervösen und oft konfusen Menschen, der dann geradezu ungenießbar gewesen ser.» Vorsitzender: Es handelt sich hier um«neu Beamten der höchsten. Behörden in verantwortlicher Stellung. Hat man denn nicht dem Vorgesetzten von dem nervösen Zustande des Angeklagten Mitteilung gemacht? Die Antworten der Berufskollegen lauten verneinend. Ein Zeuge bekundet, daß des Angeklagten größtes Streben dahinging, seine Ehre und seinen Stand hochzuhalten. Die Sachverständigen hielten den Geisteszustand des An- geklagten fürdurchausnormal. Der Staatsanwalt beantragte an Stelle einer verwirkten Ge- tingnisstrafe von 14 Tagen 420 M. Geldstrafe. Das Urteil lautete auf 120 M. Geldstrafe an Stelle einer verwirkten Gefängnis- strafe von drei Tagen. Wie wäre es wohl einem armen Teufel ergangen, der auch nur einen Wappeniöffel in seiner Mantel- tasche hätte verschwinden lassen? Weitere Ltntersuchungen in Dahlem. Welche Rolle spielte Professor Älancke? Die Vernehmungen über die Explosionskatastrophe in Dahlem gehen zurzeit noch weiter, und es läßt sich zunächst wenigstens nicht übersehen, ob schon in nächster Zeit die Untersuchung durch die Steglitzer Kriminalpolizei abgeschlossen werden kann. Da für die Staatsanwaltschaft die Frage von größter Bedeutung ist, ob W e i n g ä r t n c r entgegen seinen Be> bauptungen gegenüber der Polizei und dem Bernehmungsrichter gewußt und geduldet hat, daß im Laboratorium ge- fährliche Chemikalien lagerten, versucht die Unter- suchung festzustellen, daß außer den Hausangestellten, die allerdings kaum jemals Zutritt zu dem Laboratorium hatten, auch andere Personen wußten, daß in den Kellerräumcn Explosivstoffe lagerten. Bekanntlich hat Dr. W i t t, der in der Nacht zum Sonntag, wie, schon öfter, bei Weingärtner übernachtet hat, selbst zugegeben, daß er das Laboratorium kannte und daß er auch h i n und wieder den beiden Inhabern bei ihren Arbeiten geholfen habe. Es bedarf ober jetzt der genauen Feststellung, ob Stammer und Weingärtner ihren Bekannten Einblick in die ver- botene Tätigkeit mit Sprengstoffen gewährt oder ob sle ihm ledig- >ich bei der Herstellung der harmlosen Heilmittel beschästigt hoben. Ferner wird auch Professor vlancke ausführlich darüber gehört weden, da er in engster Geschäftsverbindung mil Weingärtner stand und über diese wichtige Frage nicht ganz in Unkenntnis gewesen sein kann. Zluch der Chemiker Dr. Jörns wird, wie wir hören, hierüber noch besonders vernommen werden. Die Aussagen dieser Personen sind für die Untersuchung immer- hin von Wichtigkeit, da die Geschäftsfreunde oder Bekannten Wein- gärtners mindestens die Pflicht gehabt hätten, der Polizei Anzeige zu erstatten, wenn sie wußten, daß in einem be- wohnten Hause Sprengstoffe eingelagert werden. Strafermässigung für die Lotteriebeamten. Tor der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts I gelangte gestern die Berufung der ungetvcuen Lotteriebeamten, des Lottern- oberinfpektors Böhm und des Lotteriesekretärs Schl ein stein, zur Verhandlung, denen bekanntlich die betrügerischen Manipulationen bei Ziehungen der Preußischen Staatslotterie zur Last fallen. Vom Schöffengericht Berlin- Mitte waren Böhm zu 2 Jahren 3 Monaten Zuchtlzaus und 1000 Mark Geldstrafe und Schleinstein zu 1 Jahr 6 Monaten Zuchthaus und S00 Mark Geldstrafe verurteilt worden, wogegen A n- geklagte wie Staatsanwalt Berufung eingelegt hatten. Zu ihrer Begründung bestritten sie einmal, daß die Fest- stellung der tatsächlichen Vorgänge richtig gewesen wäre. Weiter behaupteten die Verteidiger, die Rechtsanwälte Dr. Kurt Braun I und Dr. Lippmann, daß die rechtliche Würdigung der Vorkommnisse insgesamt falsch gewesen wäre. Sie führten auch an, es'wäre oft vorgekommen, daß Lotterieröllchen aus der Trommel herausgefallen wären. Den Beamten wäre hier- zu immer gesagt worden, sie sollten dies verbergen, Indem sie die Röllchen in die Hand nähmen und so täten, als ob sie sie heraus- gezogen hätten. Roch häufiger fei es vorgekommen, daß die her- ausgefällenen Röllchen einfach wieder in die Trommel gesteckt wor- den wären. Auch wären die Listen voller Fehler ge- wesen und zuweilen erst an Hand von Listen, die von Privatfirmen aufgestellt waren, amtlich berichtigt worden. Schließlich bestritt die Verteidigung noch, daß die Lotteriedirektion eine öffent- liche Behörde und die Angeklagten Beamten im straf- richterlichen Sinne wären. Den Beweis suchte siö durch die Vernehmung dreier Direktoren und des Vorstelzers des Rech- Gnungsbureau« zu führen. Der Staatsanwalt, der seine Berufung zurückzog, beantragte jedoch, die Berufung der Angeklagten zu ver- werfen. Die Strafkammer verurteilte wegen erschwerter amtlicher Bei- selleschaffung von Urkunden in drei Fällen, in Toteinheit mit er- schiüertex Beomtenurkundenfälschung Böhm zu 1 Jahr 6 Monaten Zuchthaus, 1000 Mark Geldstrafe und Scbleinltein zu 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus, 800 Mark Geldstrafe. Je fünf Monate Untersuchungs- hast wurden den Angeklagten angerechnet. Abgefundene Kriegsbeschädigte. Wie uns der Reichsbund der Kriegsbeschädigten in Berlin C 2, An der Stralauer Brücke S, mitteilt, ist durch die Abänderung der Ausführungsoerordnung vom 1. September 1926 zum Z 25 Absatz 3 des Reichsvcrsorgungsgesetzes die Möglichkeit geschaffen worden, abgefundene Dersor- gungsberechtigte wieder erneut in die Bersor- gung einzubeziehen. Nach der genausten Verordnung wurden bisher eine große Zahl glekchblelbender, erheblicher Dauer- 1 schaden nur mit der Versehrtheitsrente abgefunden, die zum Beispiel für den Verlust eines Auges, aller Zähne, für widernatürlichen After usw. nur 20 Proz. betrug. Da die Rente erst bei einer Minderung der Crwerbssähigkeit von 25 Proz. beginnt, so waren diese verhältnismäßig schwer beschädigten Kriegsteilnehmer ohne fede Rentenversorgung. Die Verordnung ist nun dahin abgeändert worden, daß diese Schäden von jetzt ab mit 25 Proz. Rente abzufinden sind. Sie enthält dabei außerdem noch den Hinweis, daß andere Körperschäden, die den in der Verordnung genormten gleichzuachten sind, entsprechend hoch zu berücksichtigen feien, unter dies« in der Verordnung nicht genbnnten Körperschäden fallen ins- besonder« solche, die au sich den Kriegsteilnehmer zwar um 25 Proz. In feiner Erwerbsfähigkeit mindern, die aber aus gesetzlichen Grün- den nur auf den Prozentsatz der Versehrtheitsrente(20 Proz.) abgestellt worden sind. Kriegsteilnehmer mit solchen Beschädigungen sollten es nicht oersäumen, dem Reichsbund der Kriegsbeschädigten ihre Versorgungsangelegenheit zur Nachprüfung zu unterbreiten. Oer Raubüberfall in der Virkenstraße. Oie Täter noch nicht ermittelt.— 300 Mark Delohnung. Zu dem Roubüberfall in der Birkenstraße, den am Mittwoch mittag zwei falsche Kriminalbeamte aus die Verwalter- frau oerübten, wird mitgetellt, daß von den Tätern noch keine Spur gefunden ist. Die Ueberfallene hat sich setzt soweit erHoll, daß sie die ur- sprüngliche Beschreibung der Räuber noch ergänzen konnte. Wahr» scheinlich hat man es mit zwei Mannern zu tun, die unter ver- schiedenen Masken in der letzten Zeit wiederholt in der Moabller Gegend aufgetaucht sind und ohne Zweifel a"f Raub aus- gehen. Bei zwei alten Damen erschienen die Männer als a n- gebliche Angestellte der Heilsarmee, die, wie sie er- klärten, den Damen eine Unterstützung zuwenden wolle. Die Damen waren aber auch mißtrauisch, fertigten die vermeintlichen Hüls- armeeleute an der Korridortür ab und erhielten daraus die erstaun- liche Mitteib'ng:„Wenn ihr uns nicht einlaßt, bekommt ihr auch keine Unterstützung!" In allen Fällen zeigten die beiden, wie auch die falschen Beamten in der Birkonstraße, als Ausweis Kartonblätter mit aufgezogenen Lichtbildern. Unter Hinweis auf die Büohnung von 300 M., die für die Ergreifung on«aesetzt ist, werden alle, die zur Ermittlung der Räuber beitragen können, er- sucht, sich bei der Inspektion A. 5 im Zimmer 80 des Polizeipräsidiums zu melden._ Böttcher heute früh hingerichtet. Am Donnerstag nachmittag begaben sich Oberftaatsanwall Sethe und Erster Staatsanwalt I ä g e r, der die Anklage gegen Böttcher vertreten hatte, nach dem Gefängnis in Plötzens««, und machten Böttcher die Ankündigung, daß das am 2. Juli v. I. vom Schwurgericht III gegen ihn gefüllte doppelte Todesurteil o m nächsten Morgen vollstreckt werden würde. Gemäß Anordnung des Oberstaatsanwalts wird die Hinrichtung Böttchers heut« Freitag, früh 7% Uhr, im Gefängnishof Plötzensee stattfinden. Selbstmordversuch mit Gummiarabikum. Einen eigenartigen Selbstmordversuch unternahm eine 25 jäh- rige Stenotypistin, die eine Flasche Gummiorabi- kum auf einen Zug ausleerte. Da ihr im Krankenhaus sofort der Magen ausgepumpt wurde, kam sie ohne weitere Gesund- heitsschädigung davon. Als Grund für ihren sellsamen Selbstmord- versuch gab sie ap, daß ihr ein Amerikaner versprochen hatte, sie an die Riviera und noch aus andere große Reisen mitzunehmen. Als der Amerikaner dann eines schönen Tages, bevor es zu der geplanten Reise kam, spurlos verschwand, habe sie aus Verzweiflung und um den ewigen Hänseleien ihrer Kolleginnen zu entgehen, sich das Leben nehmen wollen. Verhäuguisvoller Weihnachtsbaumbrand. Als gestern abend aus einem Fenster des zweiten Stockwerkes im Hause Kanalstraße 16 Hilferufe ertönten, ellten zwei Beamte der Schutzpolizei, die gerade in der Straße patroullierten, in die Wohnung und fanden dort die Wohnungsinhaderin, die öSjahrig« Klara K. und deren Verwandte, ein« 57jährige Alma A. in b r e n- nenden Kleidern vor. Es gelang den Beamten, die Flammen zu ersticken und die Frauen vor dem Feuertode zu bewahren. Gleich- zeitig tonnte der brennende Weihnachtsbaum, von dem die Flammen auf die Gardinen und auf das Zimmerinventar über- gesprungen waren, gelöscht werden. Di« zu Hilf« gerufene Feuer. wehr schaffte die schwerverletzten Frauen in das Westender Kran- kcnhaus. Die Brandoerletzungen der Frau K. sind so schwer, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt werden muß Nach den angestellten Ermitlungen hat der Weihnachtsbaum Feuer gefangen, und bei den Löschoersuchen, die die Frauen anstellten, gerieten ihre Kleider in Brand._ # Billige Zischtage. Infolge der milden Witterung werden größere Karpfenbestands zum Verkauf gestellt. Es werden verkauft: Freitag und Sonnabend, den 13. und 14. Januar, lebende Karpfen in allen Größen pro Pfund nur 1,10 M. Die Verkaufsstellen� sind durch Plakate keiwttich gemacht, und befinden sich in den Läden, Markthallen und auf den Wochenmärkten. Walter Gutkelch liest aus eigenen Werken ein Gedicht, eine Novelle und ein Kapitel aus seinem Roman„Die steinerne Orgel". Sprachlich bieten diese Dinge nichts besonders Reizvolles. Gutkelch gibt sich stellenweise zu pathetisch, seine Worte haben wenig Klang, erscheinen manchmal abgegriffen. So interessiert dos Romankapitel trotz der Harchlung wenig, anders die Novell«„Hope", eine lurz- gefaßte, scharf gemalte Erzählung, die Schilderung eines alten Fräu- leins, das in der eigenen Vergangenheit lebt Gutkelch erweist sich hier als guter Psycholog«. Das Nachmittagskonzert bringt einen Ab- riß aus Mozarts Iugcndschasfen. Es beginnt in dem Menuett des Fünfjährigen mit einem harmlos heitere Allegro, einer kurzen, gefälligen Melodie in Rondoform und steigt aus zu der Violinsonate des Fünfzehnjährigen, die besonders im Largo schon den Meister zeigt. Das Konzert schließt mit dem großen Streich- quartett aus Mozarts reifster Zeit. Zu Wort kommt hier nur dcr Mozart der Kammermusik, nicht der Komponist der Opern und Sinfonien. Immerhin ermöglicht dieses Konzert einen Ueberblick über die Entwicklung des Meisters und auch seine frühesten Jugend- werte haben mehr als Museumswert. Selbst sie fesseln heüte noch durch die frische melodiöse Erfindung, auch wenn sie noch völlig in der Konvention verankert sind. Die Gebrüder Steiner, nach langer Zeit wieder als Solisten hervortretend, beweisen ihr großes Können. Abends überträgt man aus der Philharmonie den Russischen Staatschor in der großen Messe Rachmantnows. Es ist hier bereits über die außerordentliche Leistung des Chors gescbrjeben worden, auch in der Ueb-rtraonna erlebt der Hörer den stärksten Eindruck. Die»irtuos abgestufte Tonstärie, dcr wundervolle Ausdruck und die fchlackenlose Harmöme der Stimmen wird auch hier zum Erlebnis.. F.£>. Neue Spritschiebung im Rhelnsand. Oas Reich über eine Viertel-Millwt» geschädigt. Koblenz, 12. Januar.' Seit etwa einem halben Jahre wurde in Westdeutschland auffallend billiger Branntwein mit einem merk- würdigen Beigeschmack angeboten, der schon des unmöglich billigen Preises wegen auf eine unreelle Herkunft schließen ließ. Dieser Tage gelang es nun den Beamten der Zollfahndungsftelle Frank- furt a. M., die bei der Herstellung und dem Vertrieb beteiligton Per- sonen festzunehmen und in das Koblenzer Gerichtsgesängnis einzu- liefern. Die Seele des dunklen Geschäfts ist ein Kaufmann Adolf Bauer aus Köln, der entgegen dem Verbot, den in dem Auto« betriebsstoff„M o n o p o l i n" enthaltenen Alkohol aus chemischem Wege zurückgewann. Monopolin ist, um es für Trinkzwecke. auszu- schließen, mit anderen Stoffen, u. a. Benzin, gemischt und kostet handelsüblich 36 Pf. je Liter. Es enthält etwa 5 0 Pr/ozent Alkohol, der aus legalem Wege, weil mit Branntweinsteuer be» lastet, im Handel nicht unter 2,50 RM. zu haben ist. Mau nimmt an. daß das Reich durch diese neue Spritschiebung um über eine Liertelmillion Mark geschädigt-worden ist. Die Ursachen des Hamburger Unglücks. Nach amtlicher Mitteilung hat die Untersuchung über die Explosion auf der Motorbarkafse ergeben, daß Benzin in die Bilge gelangt sein muß und durch äußere, noch nicht geklärte Ursachen zur Entzündung kam. Bei der explosionsartigen Der- brennung ist die Brennstoffleitung am vorderen Benzintank abge? rissen worden, wodurch Benzin auslief und die Brandwiirkung erhöhte. Festgestellt ist, daß weder der Vergaser noch der Benzin- tank explodiert sind. Ganz ungeklärt ist, wie dadurch der ungeheure Knall entstehen konnte, der weithin vernehmbar war. Durch die umhergeschleuderten Flurplatten wurden viele Arbeiter an Bord verletzt und trugen Knochenbrüch« davon. Einige Arbeiter erlitten auch schwere Brandverletzungen. Die zwei oermißten Personen sind noch nicht ausgesunden. Drei Kinder hilflos verbrannt. Ein Feuer, dem drei Menschen- leben zum Opfer fielen, wütete am Dienstag zwischen 11 und 12 Uhr in eii*m Achtfomilienhous in S ta n n o w i tz bei Etriegon. In der ausgebrannten Wohnung des Arbeiters Bänsch fanden die Löschmannschaften die drei verkohlten Leichen der noch nicht schulpflichtigen Kinder der betrossenen Familie. aialtnDnngeB für dies» RudrU sind Berlin SB 6», Lindeustratze 3. parieinachrichten fürGroß«Verlin stet» am da» e«}lrf»ttfr»tortat Z. H»t, I Ire», recht».»» richte». 5.«rei» Zriedrich-hain. Freie Schnigemeind», Alle«rdelt-l-se««itnlied-« werden gebeten, sich am Sonntag, IS. Januar, ll Uhr, bei itrompyardr, Paul.TIngcr.Str. 49, zu versammeln. Z«. Abt. Freiwillige Hclscr Mr Ftugblatwerbreltung an d«n Schulen betr. Werbung für weltliche Schule linden sich am Eoirntag,!S. Januar. U. llbr» bei ltromphardt, Paul-Singer-Etr. 49.«in. Jungsozialisten, heute, Freitag. tZ. Januar: Gruppe Mitte:'*) Uhr in der Schule tSipsstr. A» Vortrag:.veue« Bauend Am Sonntag, IS. Januar, Wanderung durch den Wildpart. Abfahrt 7SS Uhr Bahnhof Börse.— Gruppe Schöneberg: 20 Uhr im Iugenbheim Sauptstr. HZ Vortrag:„Der Z 218 und die'Arbeiterjugend/ Referentin Genossin Hartoch. Die älieren Mitglirdcr der EAZ. sind eingeladen.— Gruppe Beddiag-Sesna�. brnunen: 20 Uhr pünktlich im Jugendhrim Orthstr. 10 Mitgliedernerlammlung. Bericht von 1927. Neuwahlen Bcrlchicdencz Srschrinen aller Mitglieder ,ft Pflicht. Der Pertrelcr dcr TAX ist sreundlichsi emgetadrn.— Gruppe Süden: 20 Uhr im Jugendheim Porckstr. II Iodresmitgliederoerlammlung. Sonntafl. IS. Januar, IllM, Uhr, im Jugendheim Belle-Allianee-Platz 1 Rofa-Lurrurburg» und Aarl-Liebknecht-Getenkfeier. Gäste sind herzlichst eingeladen. kinderfrennde Groh-Derlin. Ittei» ReukZlln. Zur, Selkerfahrt nach Zossen Treffpunkt am Sannadenu. 14. Januar. I7Z4 Uhr. Ringbahnhos NrukBlln. Nachzügler fahren Sonntag früh 7D2 Uhr ab Rinobahnhof Neukölln. Tagesordnung für Sonntag ist: Au». sprach- über Rote Falken und Generalversammlung. s Sterbetafel der Groß- Berliner Partei» Organisation{ »3. Abt. Renkölln. Unser Genosse, der Buchdrucker Alfred Baeche, Schöneweider Str. ll, ist am 10. Januar»erstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Sonnabend.>4. Januar, ll Uhr. im Krematorium Baum- schulenweg. Wir bitten um reg- Beteiligung. Sozialistische Ardeiiersugend Groß-Serlin. Heute, Fielt««, Ausgabe der„Jugend voran rt und der.Ardeiter.Iuaend''. Abrechnung dcr Beitragsmarken. Abgab« der Berichtsbogrn und der Februar» Programme. heute. Freitag, 13. Januar. 19>4 Uhr: Moabit C: Heim Lehrter Str. 18719.„Konfessionelle oder fiele Schule rt r-t Nords st: Heim Danziger Str. 02, Baracke„Arbeitslosenversicherung.'— Rose». thaler Borstadt: Heim Fchdenicker Str. 28.„Bürgerlich« Jugendbewegung.— i Weibcnlce: Heim Parlstr. 20.„TAI. und Soort,"-«•seih er Plag: Heim Kaftauienalle« 81...Erste Hilfe bei Unglücksfällen.— tzentrnm: Heim Land» berger Str. SO.„Unterm Sozialistengesetz"— Andreasplag: Helm Bezirksamt Brommystr. 1. Liebknccht.Luremburg.Scdächtnisabend. � Baltrnplag: Heim Tilsiier Str. 4/S.„Zack London.'- Stralancr Vleetel: Heim Daglcrstr. 81. Iahresmitgliederversammlung.— Warselaucr Biertel: Seim Litauer Str. Ii .~it.: J"._r.»... f— r.» tt Tt r: w___ ä.---- ts____e r. 4:••• Ol Kr» es X QB/st/f-««*. wesen."— Halensee: Schule Ioachim.Fr'edrich-Str. 35 �Faschismus und Bolschewismus."— Spandon: Heim Lindenufer l. Heiterer Abend.— Britz: Rat» haus. Eh-usseestr. 48.„Sozialismus und Religion.'- Köpenick: Le:m Grünauer Strotze S. Lichtbildervorttag:„Ferdinand Lassalle.— Baumlchulenweg: Seim Ernststr 18„Gemeinschaftsleben.'- Treptow« Keim Elsenstr Z.„Ardettcr. dichter- Arbeiterlieder."- Pankow l: Seim«örschstr. 14. Demokratie oder Diktatur?'- Riederschönhauleu: Schule Berliner Sir. 70..Warum mutz ledee Jugendliche organisiert sein?"- Reukilln: Aelterrngrupp« ll: Wichtige Be- fprechunq im Seim Kanner Sttatze. Derdebezirk Sdöncbetg: Seute fallen all« Gruppenabend« an. Wir be. teiligen uns an der öffentlichen Kundgebung der Partei„Gegen das Reich» schulacsetz", Uhlandschule, Ko'onnenstt. 2225. Werbe beziri Prenzlaver Berg: Die Berufsschuloertammlung und Demo«. stration fällt am 18. Januar wegen einer internationalen Gewerkschaft» lonfcren, aus. Werbebezirk Lichtenberg: Morgen, Sonnabend, SO Uhr, wt Heim Dossistr. 22 Werbcbezirksabend.„Das Rutzland 1927." Vorträge, Vereine und Versammlungen. � Reickisbcinner.Sckiwar? Kot Gold" Deschllftsstell«: Berlin S. 14. Eebastianstr. 37«8. Kok 2 Tr. \V Friedridehai«: Bläferkorps Uebungsstunde ieden Freitag 20 Ubr •*' in den«omeniusfäicn, Mcmeler Str. 87. Bläser sämtfiä�er Ii» sttumrnte werden noch eingestellt.— Tegel: Fr., d. 13., 20 Uhr. im„Altri, Krug", Hauptstr. 14, Kameradsdaftsversammlung. Neuwahl.— Schöaeweidr- Iohannisthal: So., d. 14.. 20 Uhr. Gincralvcrsammlung. Grupp.'Nfllbrc« l8ZH Uhr. Einladen.— Sonntag,>8. Januar. Treptow fO-i-verein): An» treten 15H Ubr Bhf. Adlersbof zum Ummarfch durch Ad'crshof mit Musik und Tambourkorps. Ab 17 Uhr bei Wöllstein Konzert der Reichsbanner- kapelle Ab 19 Uhr Tanz. Eintritt 80 Pf. Pflichtveranstaltung,«dlerehos tKamcradsdast): Werbeumn-a des Ortsoereins Treptow in Adl-rshof m't an. schließendem Konzert in Wöllsteins Lnftgartcn Antreten 1Z'4 Uhr.— Fr'-d» ridsbain: Sämtliche Kameradsdaltsführer! Die neuen UnterstÜtzungsmark-n sofort beim ersten Kassierer abholen lassen.— Tiergarten: Westen 1 und 2: Fr., d. 13., Abteilungsversammlimz nm 20 Uhr bei Rück-rt. Steimnetzstr. Zba. Vortrag des Kameraden Hirschberg über Reichsbanner und Partei. Tqpoaraphllde, vrdester. Dirigent Erich Sutzett Jeden Freitag 20 Ubr in Neukölln. Hermannstr. 199, Uebungsstunde. Gäste willkommen. Gesucht Batz. Bo'aune. Trompete. Berlinee Or-'cstciocrc!n Ereteendo 1875 pflegt ttossifche und moderne Musik. Uebung-a�end? Freitags 20 Uhr Dereinslolat Wichertstr. St. Streicher und Bläser willkommen.-__ Wetterbericht der ästen Ntchen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend iNackidr. Dfid) Betröitt mit pereinzrlten Ncnrnsä'en Trmpriattn weing verändcrt— Ji;r DeuI'ä'Iun»: Im No: dwetten ttnbe lind reanerisch. im iibiigen 9?o ddeiiiichlnnd Ttilsslegen bei jrljche» bis parlwesUichen Luiden. Lw Süden leine Leränderung. Städtische Steuern. Die Grenzen sozialdemokratischer Kommunalpolitik. Zum Beginn des neuen Jahres, wo Steuerkarten und Steuer- erklärungen wieder ins Haus geflattert kommen, wo jeder wieder die Ungerechtigkeit in der Verteilung der Abgaben so rech: greifbar vor Augen sieht, wendet sich ganz von selbst der Blick auch aus die Stadt und ihr« Steuerpolitik, um zu ergründen, was sie 'ür eine gerechter« Steueroerteilung getan hat oder in Zukunft tun könnte. Und oion denkt vielleicht an W i e n, das in einem früher tür ganz unmöglich gehaltenen Ausmaße Reichtum undLuxus steuerlich erfaßt hat, um daraus den Armen Häuferzubauen. ihre Kinder zu betreuen, den Notleidenden Speise und Kleidung zu verschaffen. Zeigt doch gerade dieses Beispiel kommunaler Politik, was eine geschlossene sozialdemokratische Mehr- heil zugunsten der bisher vernachlässigten und benachteiligten Volks- schichten zu leisten vermag, wenn sie tatsächlich die Bersügungs- freiheit über Einnahmen und Ausgaben hat. Leid« sind wir in Berlin weit mehr als in Wien gebun- den. Leider— vom Standpunkt des zunächst Erreichbaren aus. Denn es ist mehr als fraglich, ob die Ueberträgung der Finonzhoheit Wiens auf die deutschen Städte wirtlich für die Dauer einen Bor- teil bedeuden würde. Wir Sozialdemokraten treten mit aller Eni- schiedenheit für eine vom Reich aus zentral geleitet« Steuergesetz- gebung ein. well wir nur da r i n die Gewähr für eine— in nächster Zukunft zu verwirklichend«— einheitlich«, von sozialen Notwendigkeiten diktierte Lasterwerteckung erblicken. Und wir werden dieses große Ziel nicht um eines scheinbaren Augen- blickserfolges willen aufs Spiel setzen. Einstweilen freilich— das muß immer wieder mit aller Deutlichkeit ausgesprochen werden— hat die Bürg�rblockregie- rung alles darangesetzt, um ihre unsoziale Steuergesetzgebung aufrechtzuerhalten und die Städte noch Möglichkeit an einem gerechteren Ausgleich zu hindern. Die Entscheidung darüber liegt also nicht bei irgendeiner städtischen Körpers chast, sondern lvi denen, die in allernächster Zest berufen sind, den Deutschen Reichstag neu zu wählen. Die Steuer von Einkommen und Vermögen ist Sache des Reiches. Die Stadt erhält davon nur einen schematisch berechneten Anteil zu ihrer eigenen Verwendung. Also gerade die Möglichkeiten. den Besitz, den Reichtum zu oersteuern, sind den deutschen Städten genommen. Ihnen bleiben nur drei große Steuer- guellen, dl«.s ch e i n b a r aus dem Besitz sließen, und dies sind die Gewerb est euer, die Grund st euer, die Vergnügung s- iteuer. Die Bedeutung dieser Steuern für den Hausholi Berlins ist sehr erheblich, sie erbringen insgesamt über 200 Millionen Mark, d. h. mehr als den vierten Teil der Gesamleinnähmen der Stadt. Die Sozialdemokratie hat sich entschieden gegen eine skrupellose Erhöhung dieser Steuern gewehrt, weil sie weiß, daß alle diese Steuern Äer kurz oder lang auf die konsumierend« Bevölkerung abgewälzt werden: die Gewerbesteuer auf die Käufer,"die Grundsteuer auf die Mieter,� die Bergnügungs- stener aus diejenigen Volksschichten, die nach der körperzermürbcnden, geisttötenden Arbeit des Tages das Bedürfnis nach E n t s p a n- rnung, nach künstlerischer Erhebung oder Erbauung einpfinden. Gewiß— wenn keine andere Möglichkeit bleibt, so ist eine Erhöhung dieser Steuern schließlich noch am erträglichsten für die große Maiie der arbeitenden Bevölkerung, weil die Wirkung nicht sofort, nicht unmittelbar in die Erscheinung tritt. Es hieße aber die Augen verschließen, wollte man eine derartige Steuerpolitik als eine Politik im Interesse der Arbeiterklasse hinnehmen. Die Sozialdemokratie hat darum im Berliner Rathause immer gegen die ungerechtsertigte Erhöhung dieser Steuern Stellung genommen. Mit ihren Stimmen ist im Laufe des letzten Jahres z. B. eine sehr erhebliche Herabsetzung der Bergnü- gungssteuer gerade bei den„Vergnügungen, die der Erholung und Entsponnung där breiten Schichten des arbeitenden Volkes in Berlin dienen, durchgesetzt worden. Die Sozialdemokratie hat egen eine Erhöhung der Gewerbesteuer gestimmt, um eine Cr- der r« i s t_jm nächsten Jahr« zu verhindern. ö h u n Bleibt me p Lu x u s steuerlich zu erfassen. die Frage: Was kann die Stadt Berlin tun, um den Und die Antwort muß leider lauten: Herzlich wenig. Berlin hat versucht, die H a u» a n g e st e l l t e n nach ihrer Zahl zu versteuern. Der Erjolg war eine staatliche Verfügung, die auch den bescheidensten Ertrag aus dieser Steuer unmöglich machte. Berlin hat versucht, den überschüssigen Wohn- räum begüterter Bürger zu besteuern. Der Erfolg war ein errech- neter Ertog von knapp zwei Millionen Mark(nach Berücksichtigung der„behördlichen" Bedingungen). Berlin besteuert Hunde, Pferde, Motorboote. Der Ertrag beträgt genau 13 plus 0,06 plus 0,08 Millionen— eine lächerlich geringe Summe. Es ist eben so: Berlin ist durch die R e i ch s gesetzgebung nicht in der Lage, eine wirklich soziale Steuerpolstlk ju betreiben. Die Sozialdemokratie als die stärkste Partei im Rathause tut, was sie kann, aber sie oermag sich ebensowenig wie irgendeine andere Partei— und wären es selbst die Äommunistenl— über die reichsgesetzlichen Bindungen hinwegzusetzen. Der neu« Reichstag entscheidet über das Schicksal Berlins, über seine Steuerpolitik. Bis dahin wird die Sozialdemokratoie im Rothause wie bisher olles daransetzen, um die Jnteresten der arbeitenden Bevölkerung Berlins gegen die Aus- beutungsversuche großkapitalistischer Parteien und gegen die kommunistisch« Lata st rophenpolitit zu schützen._ Das Wasser des Müggelfeewerfes. Ein Sachverständigengutachten. Die in Berlin vor einig« Zeit laut gewordenen Klagen über Chlorgeschmack des vom Wasserwerk Müggelsee gelieferten Trinkwasser» sind für Professor Dr. H. Bruns vom Gelsen- kirchener Institut für Hygiene und Bakteriologie ein Anlaß gewesen, die Anlagen dieses Werkes eingehend zu bestchtigen und da» Master zu untersuchen. Er hat das aus eigenem Antrieb getan, weil auch in Wasserwerken des Ruhrgebietes in den letzten Jahrzehnten �»ie- selben Beobachtungen seine Aufmerksamkeit erregten. Die Ergebnisse bat Professor Brckns"in einem Gutachten zusammengefaßt, das im Druck vorliegt. Er kommt zu einem Urteil, da» für das Berliner Wasserwerk durchaus g ü n st i g ist. Dos Wasserwerk Müggelsee entnimmt das Trinkwafler hauptsächlich durch Tiesbrunnen" aus dem Grundwasser, mischt aber im Bedarfssall noch O b e r s l a ch o n w ä s s e r dazu, dos aus dem Müggelsee entnommen und gefiltert wird. Erst seit dem Herbste 1026 ist verjuchtzweis« die Ehlorung des Oberflächenwossers durch- geführt worden, die als weitere Vorsichtsmaßregel zur Entkeimung des Wassers dienen soll. Professor Bruns ist der Ansicht, daß ohne- dies der Müggelsee mst acht Millionen Quadratmeter Oberfläche und etwa vierzig Mipionen Kubikmeter Wasserinhalt ein außer- gewöhnlich'reines Wasser li«s«t, weil an dem Tpreelauf oberhalb de? Müggelsees keine großen Städte lleoen und der Groß- schifsahrtsoerkehr von der Oder nach Berlin nicht mehr durch den Müggelsee geht. Der Keimgehalt des Müggelseewassers sei so gering, wie man ihn nur in Trinkwassertalsperren beobachtet, deren Niederschlagsgebiet hygienisch nahezu gänzlich ein- wandsrei ist. Er betont, daß im übrigen die dem Müggelseewerk zur Verfügung stehenden ausgedehnten Filteranlogen eine weitestgehende Entkeimung de? Wassers gewährleisten. Bei der Anlage und dem Betrieb des Wertes Müggelsee seien olle An- forderungen«füllt, die man vom hygienischen Swndpuntt aus on ein derartiges Werk zu stellen habe. Zu dem Chlorgeschmack, den« in Berlin Ende Nooem- der 1927 pruste, bemerkt Bruns, im Ruhrgebiet sei so etwas in vielen Dutzenden von Fällen vorgekommen. Der Chlorgeschmack sei unangenehm, aber gesundheitlich gleichgültig. Für das Müggelsee- werk müsse man im Hinblick auf die Sorgfast der Ueberwachung des Filterbetriebes, die Chlorung sogar für unnötig halten. Wahrschein- lich habe die plötzliche T e m p e r a t u r a b n a h m e, die in der zweiten Hälfte des November eintrat, das Chlorbindungsvermögen gestört. Beachtung verdiene übrigens, daß zu der Zest nicht nur in Berlin, sondern auch in Hamburg der unangenehme Geschmack des Trinkwassers bemerkt wurde. Die Kirche„spart". Aach ein„Freund" der Volksschule. In Nr. 614 des„Vorwärts" vom 2S. Dezember v. I. hasten wir unseren Lesern die Beschreibung einer neuen Volksschule in S ch l a ch t e n j e e gegeben und zum Schluß erwählst, daß«in Herr Dr. Dibelius(es gibt einen Gcneralsupcrintendeisten dieses Namens in Verlin) sich In evangelisch-kirchlichen Gemeindeblättern über den Millionenbau dieser Volksschule entrüstet hatte. Es lohnt sich, diesen Herrn und sein Geschreibe sich einmal genauer anzusehen: In seinem Beitrag heißt es unter anderem:„Bei der evangelischen Kirche wird überoll gespart.... In vielen Derwaltungs- zweigen des Staates und der Städte tut man so, als gäbe es in Deutschland keine Not. Ein einziges Beispiel: Es wird in Schlachtenlee ei» neues Volkeschulgebaude eingeweiht. Es Ist ein reizender Bau. Nur eben die Kosten betragen nahezu eine Million. Nun entsteht die Frage: Kann ein Volk, das eben einen Krieg ver- loren hat, sich solch« Gebäude leisten? Wenn die Stadl eine Mil- lion für eine Volksschule auf den Tisch legt, dann macht niemand Schwierigkeiten...." Wie liegen oder lagen nun die DerhAtnisse in Wirklichkeit? In dem zum 10. Berliner BerwaltungsbezirkZehlen- d ors gehörenden Ortsteil Schlachtensee nebst Zehlendorf-West be- stand seit vielen Jahren eine große Schulkalamität. Vor etwa zwei Jahren erstanden sowohl an der Potsdamer Chaussee als auch an der Wannsoestraße zwei rixsige Siedlungen, die hauptsächlich von mittleren und unteren Beamten bezogen wurden, meist Fo- milien, die weder dem Katholizismus noch dem Atheismus, wobl ober der evangelischen Kirche nahestehen. Und nun mußte mit größter Beschleunigung endlich der längst fallig« Schulhausbau be- gönnen werden. Während die in größten Ausmaßen gebaute sogenaunte Südschul« von Zehlendorf, eine Volksschule, aber ohne Aula, vor dem Krieg bereits 650 000 M. gekostet hat, kostete die Schlachtenieer Volksschule, trotzdem sich die Baukosten gegen früher um 70 Broz. verteuert haben, ausschließlich der Inneneinrichtung nur 760 000 M. Die angeblich sparlome evangelische Kirche hingegen hat in der Hauptstraße in Zehlendors, in teuerster Gegend, ein Grundstück zum Bau eines Gemeindehauses gekauft. Man schätzt den Preis pro Ouadratmete'- auf 50 bis 70 M. Das kürzlich eingeweihte evangelische Gemeindehaus in Dahlem ist mst besonders großem Komfort ausgestattet. In Schlachtensee am Dubrow- platze hat die evangelische Kirche ein Privothau? gekousl, das bestimmt auch seine 70 000 M.� kosten wird. In Wonnsee hat sie«in neu erbautes Gemeindehaus. Auch in Nikolassee ist ein Grundstück zum Bali eines Gemeinde- Hauses erworben worden. Und in Zehlendors hat der evan- gelische Vertreter dessen, der vor bald zweitaujentz Iahren nicht wußte, wo er sein.Haupt betten sollte, an ein« Sechszimmermiet- wohnung so rvenig genug, daß die Kirchengemeinde eine eigene Villa für rund 75 000 M.«werben mußte. Wenn die evangelische Kirche sich allein in diesem Bezirk Gemeindehäuser, Grundstücke. Häuser und Villen erwerben kann, dann verfügt sie üb« west mehr Mittel, al? die Oeffentlichkeit ahnt. Unentgelllich« Sportberatung im Bezirk Weddivg. Im neuen Jahr hat das Bezirksamt Wedding(Gesundheilsamt) eine sportärztliche Beratungsstelle eingerichtet, die sowohl den Sportorganisationen wie jedem in der Bevölkerung unentgclt- l i ch zur Verfügung stebt. Die Sprechstunden finden tn d« Volts- schule, A n t o n st r. 3 6/4 1. slast, und zwar für Männer Dienstag abends von 8— 9 Uhr und für Frauen Mittwoch abends von 7— 8 Uhr. Als Sportärzte lind Dr. Dienemonn und Frau Dr. Reiichold in d« Beratungsstelle tätig. In dieser Wache SchluU unseres beispiellos billigen IIVEII VR-AUSVCRKAKIFS Einig« Beispiele! Rerren-Ulster............ von 15.— an WInter-Ulsier, In besseren Qualitäten. von 45.— an Winter-Paletots, mit Sarntkragen.. von 38�— an Herren-rrUhJahrsrnäntel....... von 21.— an Damen-Wintermäntel......... von 6.50 an Prühjahrs- o. L'eberganjcsmäntel t. 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Als zweiten Vorsitzenden präsentierten die Demokraten an Stelle ihres verstorbenen Mitgliedes Dr. Koppel Fmu Freqhan, die auch gewählt wurde. Es ist bemerkenswert, daß Wilmersdors, das in Dingen politischen Fortschritts nicht gerade mit Siedenmeilenstiefeln marschiert, der erste Bezirk»Jt, in dem eine Frau der Vezrrksversammlung vot*sifct.— Im Lause der Sitzung wurde eine Fülle von kommunistischev Anträgen erledigt. Sie waren bereits bei der chaushaltsberatung gründlich besprochen worden— wobei aber die Undurchführbarkeit teils wegen der Unzuständigkeit der Bezirkskörperschaften. teils wegen der weit über das Ziel hinaus- gehenden Forderungen festgestellt worden war. Einige wertvolle Anregungen, wie: möglichst entgegenkommendes und weitherziges Verhalten des Bezirksamts und seiner Dienststellen bei Erhebung der Spielplotzgebühren von minderbemittelten Sportorganisationen bei der Gewährung freier Lernmittel, sowie bei der Einziehung der Kranken- und Wohlfahrtsgelder von Unbemittelten, wurden von unseren Genossen unterstrichen und dem Bezirksamt zur Beherzigung anempfohlen.— Dem Antrage der Rechtspartelen auf schleunige Verlängerung der UMergrundbahnstreeke Wtttenbergplotz— Uhlandstraste über H o l e n s e e bis zum Messegelände � im Hinblick auf die 1930 stattfindende Vauausstellung stimmten wir zu. Aber es gibt noch andere wichtige Verkehrsnöte in Groß- Berlin— nämlich den Ausbau und die Verjüngung des Wagenparks und die Verbindung der früher so stiefmütterlich bedachten ö st- lichen, südöstlichen und nördlichen Außenbezirke mit den wirtschaftlichen Zentren der Stadt.— Endlich stimmte die Bezirksoersammlung unserem Dringlichkeitsontrage zu, wonach an- gestchts der Kohlenknappheit der Empfang der Kohlen, die Minder- bemittelte usw. auf städtische Bezugsscheine erhalten, unter allen Um- ständen sichergestellt werden müsse. 19. Bezirk- Pankow. Die erst« Bezirksversammlung im neuen Jahre, die am 9. Januar 1928 stattfand, befaßt« sich mit der Wahl des Vorstandes. Die Deutschnationalen verlangten für ihre Partei die Besetzung des Vorsteherpostens mit der Begründung, daß die wenn auch schwache bürgerliche Mehrheit ihren Anspruch rechtfertige. Die Kommunisten stellten einen eigenen Kandidaten auf. Wir brachten zum Ausdruck, daß uns als stärkster Fraktion der Borsteherposten zustehe. In der Stichwahl wurde unser Genosse Kramer mit den Stimmen der Demokraten und Kommunisten wiedergewählt. Unser weiterer Versuch, das Bureau der Stärke der Fraktionen nach zu besetzen. fand keinen Anklang, da die Demokraten unter keinen Umständen einem Kommunisten ihre Stimme geben wollten. Von unserer Fraktion wurde Genosse B e n s ch noch als Beisitzer gewählt, so daß das Bureau aus zwei Sozialdemokraten, drei Deutschnationalen, «inw Demokraten und einem Volkspart eiler besteht. Die ständigen Ailsfchsiss« wurden in der gleichen Besetzung wiedergewählt und die Sitzung�tage wie im Vorjahr festgesetzt. Gegen einen von den Deutschnationalen eingebrachten Dringlichkeitsantrag, der eine wesent- liehe Herabsetzung der Gewerbesteuer oerlangt, wurdcWiderspruch erhoben, so dcß eine Verhandlung in der nächsten Sitzung erfolgen wird. Interessant war die Auskunft des Bezirksamts, daß die Kosten, die bei der Einführung des Schulgesetzes in unserem Bezirk Entstehen, 38 990 M. im Jahr betragen. Den aus den Wohnungslist�n Gestrichenen ist schriftliche Nachricht gegeben, daß der Wiederaustrahme im alten Stand auf Antrag entsprochen wird. Ferner wurden Klagen über allzu lange Wartezeiten bei der Abfertigung der Erwerbslose» im Arbeitsamt erhoben, die Berechti- gung wurde anerkannt und vom Bezirksamt Zlbhilfe zugesagt. Don unserer Fraktion wurden Anfragen an das Bezirksamt geftekkt. die sich mit der Ablehnung der Trauerfeier für den Genossen Klindt, mit dem Verhalten des Pfarrers M a r i s ch bei einer Trauerfeier, mit der Unsicherheit in Niederschönhausen, mit AbHolzungen an der Panke in Blankenburg befassen. Die durch die Pauke- Überschwemmung Geschädigten müssen immer noch auf die Antwort des Magistrats warten. Einige Berlängerungeu von Der- trägen fanden die Zustimmung der Versammlung, dabei wurde der deutschnationale Antrag aus Kündigung des Vertrages mit der Brennstaffgesellschaft, well diese den Steuerzahlern Konkurrenz mache. abgelehnt. Es fand dann noch eine Fortführung der Sitzung in geheimer Beratung statt. Freie Sozialistisdie Hodisdiule. Sonnabend, den 14. Januar, 19 V, Uhr im Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Straße 3, Vortrag des Genossen Franz FnrtwSngler: „Indien und der engllsffie Imperialismus." Eintrittskarten zum Preise von SO Pf. sind zu haben an der Abendkasse sowie an folgenden Stellen: Bureau des Bezirksbiidungsaussebusses, Lindenstr. 3 2. Hof. II. Zimmer f-— Buchhandlung J. H.W. Dietz, LindenstraBe 2.— Verband der graphischen Hilfsarbeiter, RitterstraBe Ecke Luisenufer.— Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24-2S, Gewerkschaftshaus,— Tabakvertrieb, Inselstr. 6.— Verlag des Biidungsverbandes der Deutschen Buchdrucker, Dreibundstr. S.— „Werkfreude" Bflcherstuben, Potsdamer Str. 104.— Berliner Qewerkschafts- kommlssion Engelufer 24-25(Oewerkschaftshaus), sowie In allen Vorwärts- Speditionen.— GroS-Siedlung Britz: ÜningstraBe 57. Kein Zuschlag für llnlervermieiung. Auf unseren Hinweis unter dieser Ueberschrift in der„Stadt- bellage" vom Freitag, dem 6. Januar d. I.(Nr. 9), sind einige An- fragen eingelaufen, die uns veranlasien, auf zwei der von uns b«° rührten Punkte näher einzugehen: 1. Das Mieteinigungsamt kann nach§ 29 Abs 2 des Mieterschutzgesetzes die Genehmigung zur Untervermietung nicht erteilen bei der Untervermietung solcher Räume,„in denen«ine eigene Wirtschaft oder Haushaltung nicht geführt werden sollD Hat ober„der Vermieter der Untervermietung zugestimmt, so kann er während der Dauer des Hauptmictvertrages von dem Untermieter nicht Räumung verlangen"".(Dr. Ebel-Lilienthal, Gesetz über den Mieterschutz und Mieteinigungsämter, 2. Auslage, Carl Heymanns Verlag, 1926, S. 153, letzter Absatz.) Daraus folgt, daß der Ver- mieter während dieser Zeit auch keinen Zuschlag für Untervermietung verlangen und die Fortdauer seiner Erlaubnis zur Unterver- mietung nicht von der Zahlung eines solchen Zuschlages abhängig machen kann. Hat das Mieteinigungsamt vor dem L Juli 1926 zugunsten von Untermietern ohne eigene Wirtschast oder Haushaltung die Erlaubnis zur Unteroermietung erteilt, so gilt diese weiter. (Ebenda, Anm. 7 zu 8 29, S. 169.) Praktisch liegt die Sache demnach so, daß jeder Mieter vor einem Zuschlag für Unteroermietung geschützt ist(auch wenn in den Räumen: keine eigene Wirtschast oder Haushaltung geführt wird), wenn nu/die Erlaubnis entweder vor dem 1. Juli 1926 durch das Mieteinigungsamt erfolgt oder die Erlaubnis(bis heute) vom Vermieter ohne das Zugeständnis eines besonderen Zuschlages erteilt ist. Die bereits(vom Mieteinigungsamt oder vom Vermieter selbst) erteilte Erlaubnis kann nicht etwa später beliebig von der Zusicherung der Zahlung eines Zuschlages abhängig gemacht werden. Nur in solchen Fällen, in denen neu« Genehmi- gungen zur Untervermietung(die bekanntlich in der Regel nicht für bestimmte Untermieter, sondern allgemein erteilt werden) nach- gesucht werden, kann praktisch der Fall der Bewilligung eines Zu- fchlages in Frage kommen. Das ist alsdann eine freiwillig« Vereinbarung neben der gesetzlichen Miete. 2. Von anderer Seite wird eingewendet, daß der uwzu- legend« Teil des gemeindlichen Zuschlages zur staatliche» Grundvermögens st.eu er sehr wohl 4 Proz. der Friedensmiete übersteigen kann, nämlich in den Fällen niedriger Verzinsung des Grundstücks(da die Grundoennögenssteuer bekcuml- lich nicht von der Friedensmiete, sondern von dem Nutzungswerl berechnet wird). Der Einsender übersieht dabei aber die Vestiw- mung zu Zisser 24 der Ausführungsverordnung des Preußischen linanzministers vom 26. April 1924 zur Durchführung der Preußi � en Steuernotverordnung.(Dr. Suren, Die Houszinssteuer in Preußen. Verlag von Georg Stllke in Berlin, S. 92/93.) Danach kann in solchen Fällen die Grundvermögenssteuer(und damit auch die Hauszinssteuereinheit!) aus 4 Proz. der Friedensmiete(des Friedensmietwerts) herabgesetzt werden. Die Mieter(nament- lich wirtschaftlich schwächere) können vom Vermieter fordern, daß cr einen solchen Antrag bei der zuständigen Stelle stellt, damit sie nicht stärker belastet werden, als«s der Gesetzgeber will. Die Tatsache. daß die Mieter im Falle unerheblicher Ueberschreihing der 4 Pro.-. schweigen oder darauf überhaupt nicht achten, ändert nichts an der Möglichkeit der Herabsetzung der Steuer aus den Satz von 4 Proz. der Friedensmiete._ Vom Arbeiter-Radiobund. Die Berliner Ortsgruppe des Arbeiter-Radiobundes gibt im folgenden sin« Uebersicht über die Arbeit im verflossenen Jahre. Nach der 3. Reichskonferenz, die von der Berliner Bezirksaruppe durch eine proletarische Abendseier in der Phil- Harmonie und durch mehrer« Werbeversamnilungen in den Berliner Arbeiterbezirken umrahmt wurde, schritten die Ar- beiten der Berliner Organisation rüstig vorwärts. Schon im Juni konnte die an und für sich noch schwache Organisation eine Riesen- arbeit bewältigen: das Sommerfest in der Abtei in Treptow. Tausende von Berlinern waren dem Rufe des Arbeiter-Radiobundes gefolgt und haben durch ihren Massenaufmarsch seinerzeit bewiesen. daß sie In diesem Bund den Vertreter der Rundfunkintereffen der Arbeüerschoft sehen. Diese Veranstaltung brachte für die Berliner Organisation«ine starke Festigung der Ortsgruppen. Im September anläßlich der Gründung der Arbeiter- Nadio-Internotionalc veranstaltete die Bezirksgrupps Berlin«inen Legrüßungsabend für die internationalen Ver- treter. Rundfunkgenossen aus Dänemark, aus Oesterreich, aus Holland, der Tschechoslowakei und aus der Sowjetunion sprachen und bekundeten den internationalen Charakter unserer Organisation und die Notwendigkeit des Zu- sammenschlusies. Eine rege Werbetätigkeit war mit der großen deutschen Funtausstellung verbunden. Hunderttausende haben unsere gut ausgestattete Koje besucht und sich von den Arbeiten des Bundes überzeugen können. Gegen Ende des Jahres fanden in allen Grup- pen Werbeveranstaltungen statt, zu der der Bezirksvorstand eine große Anzahl Werbematerial und Propagandabroschüren herausgegeben hat. Zwei neue Ortsgruppen waren der Erfolg dieser Werbearbeit. Besonders wichtig ist auch die gegen Ende des Jahres erneut aufgenommene Arbeit der Berliner Bezirksgruppe, der Zu- sammenschluß der am Rundfunk Interessierten Arbeiterorganisationen zur Erkämpfung proletarischer Progrommsorderiingen. Die vom Arbeiter-Radiobund zusammen- gestellte Lichtbildserie soll diese Arbeit erleichtern. Die Arbeiter- organisationen müssen sich noch mehr als bis jetzt mit dem Rund- funk befassen: Ueberall muß die Erkenntnis:-„Der Sender sei die Kanzel des Proletariats" sich durchsetzen? MedererLffvung des Spandau er Heimatmuseums. Vom Sanntag, dem 15. Januar ab ist das Museum(ständige Ausstellung stadtgeschichtlicher Bilder und Urkunden) im Neuen Rathaus in Spandau. Zimmer 139, wieder jeden Sonntag von 19—13 Uhr bei freiem Euüritt geöffnet luven tur-Aus ver kauf Beginn 6. Januar Preisctellw� WsjurHaifte herabgesetzt VarKauf aowalt Vorrat! TPciS�aMi— ig Hengenabgabe rarbebaltea Beqnewe amahiunq, kleine Wochen- odtr Honatsfaten.liirern Einkommen angemessen Varkauf aowalt Vorrat! Damennantel ISO aus Strich- Covertcoat, nur Backfiacbgrößen. Damen-Hantel aus guten melierten wollenen Stoffen, Kragen, Manschetten und unten herum mit Wollplüscb 7 50 Damen-Hantel a. wollenem Velours de lainePira gen, Manschetten m.Pelz-Imit 18 15 Damen-Hantel reinwoll.Vel.de laine, halb a. 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Das Organi- sationskomitee für jene Neuregelung bestqnd aus vier Deutschen und vier Alliierten umer Dorsig des schwedischen Bankiers Wallenberg. Das verfahren für die deutschen Sachlieserungen war ursprünglich so geregelt, daß von Regierung zu Re- g i e r u n g die Lieferprogramm« festgestellt wurden. Die Reparation� kommission bestimmte für sich allein, welcher Preis für diese Waren Deutschland gutzuschreiben war. Der erste Versuch zur gesunden Entwicklung der Sochlieferungen ging von den deutschen Ge- w e r k s ch o f t e n aus, die sich erboten, gemeinsam mit den französi- scheu Arbeitern den Wiederaufbau durchzuführen. Diese wahrhafte Völkerverständigung mißlang. Es kam dann im Jahre 1921 zu dem zwischen Loucheur und R a t h e n a u abgeschlosienen Wies- baden. er Abkommen. An die Stelle der Regierungen sollte je eine privatwirtschoftlich« Organisation der beiderseitigen Indu- srrien treten. Aber auch das behagte dem sogenannten freien Unter- nehmertum weder in Deutschland noch in Frankreich. So kam es im Jahre 1923 mit Belgien zum Cuntze- Bemelmans�Abkommen und bald darauf mit Frankreich zum Ruppel-Glllet- Abkommen. Diese Abreden stellten den Sachlieserungsverkehr auf völlig frei« rein geschäftliche Basis. Es kam darnr zum Dawes-Plan. Die hineiaarbeikullg der Sachlieferungeu ia den Dawes-Plan erfolgt« durch jene oben erwähnt« Kommission. Jetzt erhält sa der »Generalagent für Reparationszahlungen alle deutschen Wiedergut- mackunsleistungen, der Reparationsagent verreckinet die aus Ab- schlössen von Sochlieferungen fällig werdenden Zahlungen und Gutschriften. Das Sachlieferung sgefchäft ist wähnend der jüngst vergangenen zwei Jahre im besonderen in Frankreich durch die Regierung stark gefördert worden. Die Unternehmer, die die so« genannten Wallenberg-Verträge abschlössen, wurden mit hohen Di-kontnachläsien und Rabatten stark.begünstigt. Nachfolgend stellen wir zusammen, was Frankreich im kürzlich abgeschlossenen dritten Jahre der Dawes-Lalten an wichtigeren Wallenberg-Ber- trägen für Umsätze erzielt hat. Es lvurden insgesamt 2988 Verträge über 473 Millionea Goldmark abgeschlossen! Allein 1197 Verträge umfaßten die Lieferung von Maschinen im Werte von 63 Millionen Mark, 439 Verträge umfaßten die Lieferung von 719999 Kubikmeter Bauholz(Wert ?l Millionen Marks. 86 Verträge über Zücker und ander« landwirtschaftliche Erzeugnisse stellen einen Wert von 33 Millionen dar. Durch 4b4 Verträge wurden Pferde, Rinder und Schafe im Werte von 29 Millionen Mark gelieiert, 189 Verträge umfaßten Papier niasse und andere Papierstoft« im Betrage von 27 Millionen Mark. Belgien schloß im dritten Jahre durch seine Unternehmer 1442 Wallenberg-Verträge in eurem Gesamtwert von 49 Millionen. Aber auch ander« Mächte haben Sachlieserungsverträge von beträcht- licher Höh« geschlofien. Italien verbraucht den größeren Teil seines Anteil» zum Ankauf von Kohle. Serbien läßt sich auf Reparationskonto vorwiegend Brücken bauen. Rumänien hat Lokomotiven, Schienen und hygienisches Materia! verlangt. Japan übernahm Ammoniaksulfat und eine Funkstation, Portugal bestellte Ersenbahmnaterial, Griechenland Lastkraftwagen und Kronkenautos. Polen kaufte wie üblich Pferd«. Zu beachten ist, daß neben den freien Unternehmer« hestellungen dos Deutsche Reich auch noch Sacklieferungen in Farbstoffen und Kohl« gemäß Anhang V des Versailler Vertrages zu leisten hat. Allein an Frankreich wurden im ab- geschlossenen dritten Dawes-Iahre aber außerdem noch durch 129 Verträge für 197 Millionen Mark Kohle und durch 26 Verträge für 29 Millionen Mark chemische Erzeugnisse geliefert. Der jetzige überdies noch reichlich ins Dunkel gehüllte Repavaiions- ffandal zeigt, wie im Gefolge der freien Privatwirtschaft die Korruption marschiert. Aus dem Kamvfe der Völker wurden Wallenberg-Verträge. auch ein verlorener Krieg ist, privat- wirtschaftlich gesehen, noch immer ein Geschäft und dort, wo der Staat bezahlt, bezahlen muß. da ist. wie das praktische Exempel wieder einmal gezeigt hat. die Korruption nicht weit entfernt. Kurt Heinig. Eine Million voppel-enlner mehr Solidünger hat die deutsch« Landwirtschaft im letzten Düngejahr ausnehmen können. Nach dem Bericht der Dammann-Bank, Hannover, ist der inländische Kaliabsatz gestiegen von 6942926 Doppelztr.= 63 Proz. des Gesamtabsotzes im Jahre 1926 auf 7997999„===64„,,„«* 1927 Der Mehrbezug an Kali in Geld umgerechnet ergibt den an- sehnlichen Betrag von rund 29 Millionen-Mark(bei dieser Berech- nunq wurden gemäß den Angaben der„Deutscknm Tageszeitung" für 1927 ein durchschnittlicher Erlöspreis pro Doppelzentner von 15,59 M und für 1926 ein durchschnittlicher Erlöspreis von 13,47 M. pro Doppelzentner zugrunde gelegt). Wenn das Kalisyndikat der Llnd doch Eisenpreiserhöhung. Aushebung der Eisenzölle muß die Antwort sein. Der Deutsche Slohlwerksverbcrnd hat tu seiner gestrigen Sitzung beschlossen, sofort die wichtigsten Eisenpreise zu erhöhen. Die Form- und Stabeiseapreise werden um je Z M. die Tonne er- höhl, der Aufpreis für Siemeas-Marlineisea wird bei A-Produklen und Stabeisea aus S M. je Tonne festgesetzt, weitere Preiserhöhungen sind vorgesehen. Zu welchem Ausmaß diese erfolgen sollen. wird noch geprüft. Damit hat die deutsche Eisenindustrie jenes Attentat durch- geführt, das nach dem großen Entgegenkommen des Reichsarbeits- Ministers zur Erhaltung des Friedens in der Eisenindustrie nicht mehr erwartet werden durfte. Die gefällten Schieds- sprücke sind ausdrücklich unter dem Gesichtspunkt formuliert, daß die von der Eisenindustrie erhobenen Einwände für die Durch- führung der gesetzlichen Bestimmungen Berücksichtigung finden. Die Eisenindustrie selbst hat noch den Erklärungen Pönsgen« gegen- über den Pressevertretern in Düsseldorf neue Gründe heranziehen müssen, um ihr Vorgehen gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Bei diesen neu angeführten Gründen handelt es sich aber in der Tat nicht um unvorhergesehene Schwierigkeiten, sondern um selbstverständliche Ue be r g a n g s erscheinungen, die der Eisen- industrie schon seit vielen Monaten bekannt sein mußten. Die Eisenpreiserhöhung wird vorgenommen, nicht nur«nt- gegen dem ungeschriebenen Pakt mit der Regierung, sondern auch entgegen der ausdrücklichen Verwahrung der eisenverarbeitenden Industrie, die ihre Zustimmung zu der geplanten Preiserhöhung nicht hat geben können, well seit einiger Zeit bereits die Beschäftigung in der eisenverarbeitenden Industrie deutliche Zeichen des Rückganges aufweist. Obwohl die deutschen Eisenkäufer in der Zukunft also mit Sicherheit weniger Eisen aufnehmen können als bisher, erfolgt eine Erhöhung der Eisenpreise, die die deutschen Eifenvcrbraucher noch kaufunfähiger machen muß. Da im letzten Jahre gut drei Viertel des gesamten deutschen Eisenabsatzes im Inland geblieben sind, sich gegen frühere Jahre das Verhältnis also völlig umgekehrt Hot. schneidet sich die Eisenindustrie mit der Erhöhung der Eisenpreise ins eigen« Fleisch Es ist unvermeidlich, da sowohl der Baumarkt wie die Reichsbahn in diesem Jahre weniger aufnahmefähig sein werden, daß die Erhöhung der inländischen Eisenpreise die deutsche Eisen- industrie auch auf dem Weltmarkt weniger konkurrenzfähig machen muß. Di« Folgen daraus liegen auf der Hand, auch die Belegschaften der Eisenindustrie werden unter der Eisenpreis- erhöhung leiden. Die Eisenindustrie nimmt die Preiserhöhungen vor. obwohl sie im vergangenen Jahr unbestritten ein« unerhört« Kon- j u n k t u r auszuweisen hatte. Die Eisenoerbände hatten Rekord- vertaufsziffern und die arbeitstägliche Erzeugung hat selbst die der Vorkriegszeit noch überschritten. Dabei liegt unzweifelhaft nicht nur eine Mengenkonjunktur, sondern auch eine P re i s k o n j u n k- tur vor. Wie aus Esien berichtet wird, sind beispielsweise die Derrechnungspreise für Walzwerkserzeugniss«, das sind die den Werken von den Verbänden gutgeschribenen Preis«, gegenüber dem Jahr« 1926 umnicht we Niger als29 Proz. gestiegen. Regierung, verarbeitende Industrie und OefsenUichkeit dürfen dies« Preiserhöhung nicht hinnehmen. Von der eisenverarbeitenden Industrie selbst ist bereits laut geworden, daß sie im Falle der Erhöhung der Eisenpreis« die Aufhebung oder ein« empfindliche Senkung der Eisenzölle fordern muß. Für die Reichs- re gierung ergibt sich aus den konjunktrndroi'elnden Folgen der Eisenpreiserhöhung die Pflicht, aus eigener Initiative durch einen Antrag auf Herabsetzung der Eisenzölle die schwerwiegendeir Folgen der Erhöhung für die deutsch« Wirtschaft noch Möglichkeit abzuwenden. Bewußt hat die Eisenindustrie die deutsche Oefsentlich-- keil zu überrumpeln versucht. Erst ganz wenig« Tage vor der Sitzung des Stahlwerksverbandes erhielt die Oeffentlichkeit vqn den Absichten der Eisenindustrie Kenntnis. Di« Eisenkonsumenten und die Oeffentlichkeit wurden daran verhindert, rechtzeitig ibre Bedenken gegen die Eisenpreiserhöhung geltend zu machen. Mit dem vorläufigen Erfolg dieser Ueberraschungsstrategie darf es unter keinen Umständen fein Bewenden haben. Neue Leitung der Preußenkasse. Gin Beschluß des preußischen Siaaisministeriums. Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst wird aus dem preußi- scheu Finanzministerium folgendes mitgeteilt: - Der Präfide ntbes Dckretle»? inms der'Preuß i schon Z en tra Ig e n osse ns cha fts ka ss e. Geh. Finanzrat Semper, ist bis auf weiteres beurlaubt worden. Das preußische Staotsministerium hat den Rechts- anmalt Klepper, derzeitigen Vorsitzenden des Bor stände? der Deutschen Pächterkreditbank (Domänendant) mit der kommissarischen Leitung des Direktoriums der Preußischen Zentral- genossenichaftskasse beauftragt. Der finanzielle Status der Anstalt gibt, wie bereits festgestellt worden ist, zu irgendwelchen Besorgnissen keinen Anlaß. Das preußische Staats- Ministerium ist überdies fest entschlossen, alle erforderlichen Maß- nahmen zu treffen, um die Preußisch« Zentralgenvsienschastskasse als leistungsfähiges Kreditinstitut für das londwirtschastiiche Genossen- schoftswesen und den gewerblichen Mittelstand zu erhalten und weiter auszubauen. Mir diesem Beschluß des preußischen Staats Ministeriums hat das preußische Kabinett bewiesen, daß es die e rtr st e L a g e, in die das landwirtschaftliche Kreditwesen in Deutschland gekommen ist, voll erkannt hat. Es hat sich unserer Forderung nach einer Reorganisation der landwirtschaftlichen Kreditpolitik bei der Zen- tralbank der deutschen landwirtschafllichen Genossenschaften nicht verschließen können und auch für die Leitung der Preußenkasse daraus die Konsequenzen gezogen. Die Preußische Zentralgenosien- schastskasse hat um die deutsche Landwirtschaft große Der- dienste. Aber ihre alte Leitung war den enormen Schwierig- keilen, die sich noch der Stabilisierung notwendig in den Kredit- Verhältnissen der Landwirtschaft ergeben mußten und die mit der traditionellen Politik nicht zu meistern waren, nicht gewachsen. Herr Rechtsanwalt Klepper, der jetzt als Kommissur der preußischen Regierung die Leitung übernimmt, ist gerade da- durch ausgezeichnet,, daß er von vornherein auf diese groß«» lieber- gangssHwieriAÄen�lein Hauptaugenmerk geriWet hat. Die von ihm oerfaßten Berichte des Domänenpächterverbandes und der Deutschen Pächtcrkreditbank haben immer wieder seine Ueber- zeugung deutlich erkennen lassen, daß mir die allergrößt« betriebswirtschaftliche Sorgfalt bei der Bewirtschaf» tung der einzelnen Güter, verbunden mit einer intensiven Be- triebskontrolle und einer Beratung der Landwirte die Landwirt- fchast aus den Schwierigkeiten herausführen kann. Seit' 1923 be- reits geschäftsführendes Vorstand smilglied des Domänenpächtsr- Verbandes, hat der jetzige Leiter der Preußenkasse im Jahre 1924 die Domanenbank geschossen und ihr sofort eine betrieb»- wissenschaftliche Abteilung zur Kontrolle der Kreditgewährung an- gegliedert. Im Frühjahr 1926 erfolgte umer seiner Führung die Gründung der Reichsarbeitsgemeinschaft landwirtschaft- licher Pachtbetriebe, und besonders beteiligt war Rechtsanwalt Klepper an der Schaffung des Reichsgesetzes zur Gewähruyg von Pächterhypotheken, bei dem der Uebevgang von der bisherigen Sicherheltshypochek zu einer gesetzlichen Invcntarhypothek erfolgte. Die Oeftcntlichkeit hat allgemein erkannt, daß es mit der bis- herigen Suboentionsmechode und dem unkontrollierten Hinein- pumpen von Krediten in die Landwirtschaft nicht mehr weltergeht. Es ist das Problem für die Reorganisation der Preußenkasse, daß die für die Domänenpächter bereits angewandten Methoden im gefamtwirtschaitlichen Interesse auch in der Preußenkasse und den ihr angeschlossenen Genossenschaften angewendet werden. So ist zu hoffen, daß der Wechsel in der Leitung der Preußischen Zentral- genossenschaflskaffe der gesamten deutschen Landwirtschaft zugute kommen wird. Landwirtschaft im Jahre 1927 auch durch erleichternde Maßnahmen entgegengekommen ist, darf doch behauptet werden, daß die ge- schilderte Entwicklung des Kaliabsatzes ohne erhebliche Stär- kung der Kaufkraft der deutschen Landwirtschaft bestimmt tricht in die Erscheinung getreten wäre. Die deulsch.polnischen Handels Vertragsverhandlungen find in Warschau wieder aufgenommen worden, nachdem die vyn Dr. Hermes geführte deutsche Delegation ihren Weihnachtsurlaub nach der Einholung neuer Inftruttionen beendet hat. Die Haupt- schwierigkeiten sollen im Augenblick in der Frage bestehen, ob Polen die Aufwertung seiner Zölle, die es angekündigt hat, vornehmen wird oder nicht. Es handelt sich dabei um die Beseitigung her Difse- renz zwischen dem gegenwärtigen und dem Goldwert des Zloty, also zwischen etwa 47 und 89 Pfennig. Nach unserer Kenntnis hat Dr. Hermes auch für die strittigen Agrarimportfragen In« struktionen eingeholt. Die Verelendung Deutschösterreichs wird aus folgenden Zeilen erkennbar: Im Jahre 1927 wurden in Wien allein 31 3 999 Pf ä n- düngen vorgenommen, davon 189 999 erfolglos; die Pfändungen sollten 72 Millionen Schilling bringen, ergaben nur 31,5 Millionen und kosteten 630 000 Schilling, während die Kosten der oorhergegan- genen gerichtlichen Klagen 4 Millionen Schilling betragen. Bei 2616 außergerichtlichen Vergleichen erhielten die Gläubiger für 59 Mil- lioncn Schulden 29 Millionen ausgezahlt: insgesamt haben die Gläubiger einschließlich der Gerichtskosten 40,5 Millionen Schilling verloren, wovon Gemeinde und Staat mit 23 Millionen beteiligt sind. Dabei sind infolge der Zerstörung des Grundbuchs feit 15. Juli (Juftizpalastbrand) Realpfändungen nicht vorgenommen worden. Weiße Zähne: Chlorodont Ein Urteil von Vielen:«Da ich sthon mehrere Jahre zum Putzen meiner Zähne Chlorodont benutze, gestatte ich mir, Ihnen mitzuteilen, daß idi. seil ith Chlorodont verwende, schneeweiße Zähne bekommen habe. Ith hatte früher Zahnbelag und versuchte mit allen möglichen Mitteln denselben zu beseitigen, was mir mißlang, bis ich Ihre vor- züa.idie Zahnpaste Chlorodont kaufte und auch probierte. Chlorodont allein führte mich zum Ziel Ich werde heute oft beneidet und gefragt, womit pflegen und putzen Ste Ihre Zähne? Ich kann dann Ihre Zahnpaste Chlorodont weiter empfehlen, daß auch unsere Mitmenschen zu einem guten Resultat kommen wie ich. Anbei ein Bild woraus Sie ersehen wollen, daß meine Zähne auch wirklich schneeweiß sind, trotz des Rauchens. Wenn das Bild nicht mehr benötigt wird bitte ich um Rücksendung.' Berlin-Tempeihof, Chr. R.(Originalbrfei bei unserem Notar hinterlegt.)_ Überzeugen Sie siA zuerst durch Kauf einer Tube zu 60 P g., große Tube i Mk. 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Unsere Parteigenossen, überhaupt alle Eltern und deren Töchter haben Gelegenheit, den Turnbetrieb der FTGB. kennen ,zu lernen durch den Besuch dieser Veranstaltung in der Bezirkstnrnhalle Böckhstr. 17/20. SVD.'Sportler Neuköllns. Am Montag, 16. Januar, 19 Uhr, findet die Jahres- generaloerfom ml u n g des Arbeiter-Sport- und Kulturkartells statt, zu der die Mitglieder der angeschlossenen Vereine und Ab- teilungen durch Vorzeigen ihres Mitgliedsbuches Zutritt und Stimmrecht haben. Um allgemeine Beteiligung ersucht die Fraktion der VPD.-Arbestersportlcr/ Außballvorschau. ZVr fommcnbt conntofl stclit im Zeichen der Entscheidiingsspieie um die Bozirksmeisterfck'oft sowie um d-n Aufstieg zur ersten Klasse. Auf dem Sport- ptak am?ak»nliof Hennersdorf stehen sich �ichte-Rord und Minerva gegenüber; Adler 98 und Velten treffen sich in Reiniaendorf-West. Scharnweberstraße. Im zweiten Spiel handelt es sich um den Kampf zweier alter Rivalen. Schon im vergangenen Ighre standen sich be'de Mannschaften gegenüber. Hier zogen d'e heiß favorisierten Adlerleute den kürzeren. Ob es Velten auch dieses Mal gelingen wird. Adler zu schlagen, ist sehr fraglich. Im Südwesten stehen sich auf dem Sportplatz in Teltow Lankwitz und Luckenwalde l gegenüber, nach- ium treffen sich Neukclln und Hertha. Auch hier liegt die Entscheidung zw'schen Neukölln und Hertha. Hertha-Luckenwalde stand schon verschiedene Male mit in der-Entscheidung, doch gelang es ihr bisher nicht, die Meisterschaft zu erringen. An cöeseklichaftsivielen finden folgende Treffen statt: Sparta ll und Minerva treffen sich in Lichtenberg, Hauffstraße: Berolina und Bavar'a spielen auf dem Tempelhofer Teld; Eintracht 25 erhält den Besuch von Brandenburg 92 in Britz. Schövcberg und Oberspree begegnen siäi auf dem Tominieusplatz. Einen harten Kamps wird es in der Christianiastraße geben; hier stehen sich Teutonia 09 und Derein für Bewegungsspiele gegenüber. Handballvorschau. koffentlich ist dieser Sonntag trocken, so daß die Serienspiele unter Dach und Fach aedracht werden fäiinen.(£4 spielen in der 6. Gruppe Vellen gegen Fichte 4. Abt. um lötz Uhr In Velten, Gerinendorfer Straße: Schöneberg. Sportler gegen Sroß-Verlin-Zlorden I um lOstt Uhr in Schönebcrg. Dorninicus. plaß. Än Frauenspielr» sind Rcukölln l. Äbt. aegcn ASE. um!I Uhr In NeutdIIn, Grcnzallce, und Spandau argen Neukölln 2. Abt. um U'.j Uhr in Spandau, Fo'kenhaßcner Chaussee. Der größte Teil der Mannschaften steht .sich in Gesellschaftsspielen gegenüber. Am Bahnhof Zepernick spielen Schönow- Frauen gegen Schöneherg.Turnerinnen um IS Uhr und die 1. Männer gegen Fichte 8. Abt. um 1ö Uhr. In Tegel. GraMiodern-Slorsf. spielen Tegel I. Jugend gegen Schönebcrg-Schwimmer um Uhr, dir Frauen gegen Fichte-Spielabteilung um lZs. Uhr und die gleichen l. Männer um 14 Uhr. In Schöneberg, Dominicusplaß, spielen Schönebcrg-Sportlcr II gegen Fichte Z. Abt. um 11 Uhr, dir 1. Turncrjugcnd gegen Hennigsdorf um 13 Uhr und die gleichen l Männer um 1414 Uhr. Fichle-Nord spielt gegen Fichte 7. AI>t. in Rcinickcndoes, Scharnweberstroße, um W/t. Uhr die Iugendmannschaitcn und um I4>i! Uhr die Männcrmannschaftcii. In Vaumschulenweg spielen Fichte lg. Abt. gegen Fichte 3 ll um lg Uhr und die Z.Abt, gegen die I.Abt. um 13 Uhr. In der Koßlcrstraßc spielen Sparta 1. Zugend gegen Fichte 3. Abt. um lZ',4 Uhr. die Z. Männer gegen Taulsdorf I um 13% Uhr und die 1. Man- ner argen Fichte 3. Abt. um 1444 Uhr.?n Neukölln,(üreuzollec, spielen All- zeit-Bercit(AAB.) gegen Nudervcrein Freiheit um lg Uhr, Neukölln I. Abt. 2. Männer gegen Freie Tanufahrcr I um 13% Uhr und die 1. Männer gegen Spandau um>ö Uhr. Im Volkspark Inugicruheide spielen die Charlotten. burger Schwimmer gegen Fichte Ig um 14 Uhr und dir Kanuadteilung gegen Ruderverein Collcgia um 13% Uhr. Weitere Spiele sind: Männer Fickste lg. Abt. gegen Schwimmvcrcin Dorwärts-Nruköll» um 14% Uhr in Mariendorf, öffentliche Protestkundgebung Gegen den Sdmlgeselzeniwnrf des B&rgerblotfis Heute, Freitag, den 13. Januar, 20 Uhr, in der Aulad. Uhlandschule, Schöneberg, Kolonnenstraße 23 24— Ref.: Dr. Kurt Löwenstein, M.d.R. 11. Kreis'Sdttneberg der SPD.— SoziaUsllsdie EUernbetraie.— Freie Sdinlgemeinde Sdiöneberg. Nudrrverrin Freiheit U gegen»anufahrer 19-24 I um 13 Uhr In Spandau, Falkenhagrncr C hausier, Reukölln-Buckow argen Wilmersdorf um Iv% Uhr 1» Buckow.«öpenick.Frauen gegen Fichte 3. Abt. um 13% Uhr In Köpenick, Marlenstraße. und Groß-Verlin-Nosenthal Jugend gegen Schwimmvcrein Vor- wärls-Neutölln um 10 Uhr in Roscnthal, Hauptstraße. Arbeiier-Radfahrerbund» Solidarität". Touren kür Sonntag, 13. Januar. B',. Z, Ortogr. Neukölln! Streif, IIa, llber Groß-Kietheu— Brusendorf— Nudow. Start 13 Uhr Dahnhof Hermann» siraße.— Ar,. 21, vrtsgr..«öp-uick! 14. Januar, 19 Ubr, im Stadttheater Köpenick.— Otlsflt. Nclnickcndorf: 13 Uhr am Start Nesidenzstr. lag. Toibristenverein..Die Aakurfreunde". Zentrale Wien. Ortsgruppe Berlin: Mittwoch, 18. Januar, im Sophien.Lnzcum, Wein, meifterstr. lS/I7, Werbeabcnd. Vortrag Dr. Preußucr nut musikalischen Illu. strationc»:„Musik als Ausdruck oon Natur und Geist." Beginn 20 Uhr. Unkostenbeitrag 2g Pf. Gäste willlommen. Donnerstag, 1». Januar, 20 Uhr. im Sitzungssaal der Geschäftsstelle Iohannisstr. 15. Zweiter Vortrag der Vortragsreihe„Unser Waid". Eintritt frei. Gäste willkommen.— Abt. Ehar» lottenburg: Freitag, 13. Januar, za Uhr, Spreestr. 3g.„Klasienbewußtsciu." — Abt. Südost! Freitag, 18. Januar, 2» Uhr, Neichenberger Str.«>. Gene. ralocrsamuiliing.— Abt. Gesundbrunnen: Freitag, 13. Januar, 20 Uhr, Lortzingstr. lg. Geueralvcrcommlung.— Abt. Südwest sZugendgruppr): Frei. tag, 13. Januar, Lll Uhr, Porckstr. ll.— Abt. Treptow: Freitag. 13. Januar, 20 Uhr, Elsriistr. 3. Generalversammlung.— Abt. Neukölln: Freilag, 13. Ja- nuar, 2g Uhr. kopfstr. 33. Generalversammlung.— Gemischter Chor: Frei. tag, 13. Januar, 20 Uhr, Altersheim Dongigcr Str. 02, Zlarackr 3.— Abt. Tcmpclhos: Sonnabend, 14. Januar, A> Uhr, Gcrinaniastr. 4/3, Zimmert. — Photogrmcinlchast: Montag, ltz. Januar, 1S% Uhr, Gbertystr. 12. Auf- nahmen bei?ilnstl!chcm Licht.— Abt. Schönebcrg: Montag, 16. Januar. 20 Uhr, Hauptstr. 16. Schachveranstaltungev. Sonntag. 15 Januar, 10 Uhr, Mannschastswettkämpfe. V-Gruppe: Hum- boldtliain I gegen Süden 1: Westend I gegen Weißensec I: Nordwest I gegen Norden 1; Charlottenburg II gegen Ostkap I. 0» Gruppe: Sönigstadi l gegen Weißensec II. ll.Gruppc: Schillerpark II gegen Westend ll: Lichten, borg III gegen Rordring II: Reinickendorf-Oft II gegen Mcmel ll NeutW». Nord II gegen Gartenplatz I: Königstadt 11 gegen Ostkap II. Sonntag, 13. Januar, ab 14 Uhr, Humorsitifch. Satirischer Echachsonntag im Schachheim Landsberger Sir. 82. Sonnabend, 14. Januar, 2g Uhr. Obleutesttzuug bei Ewald, Skalitzer Str. lA. Abt. Norden: Dicnstog, 17. Januar, AI Uhr, Vortragsabend bei Sath, Tegeler Ecke Strengelstraße._ verschiedenes. Arbeiter-Sport, nnb Kulturkartell, 3. Bezirk. Materialadholung für den Iugendwerbcabend: Dienstag, 17. Januar, bei Schulz, Schweden str. 15b. Jeder Verein entsendet einen Vertreter. Arbeitcr-Schwimmverein Dell«. Lichtenberger Abteilung: Heute Zg Uhr Abteilunaegencraloersanmilung bei Hagen, Simplonstr. 34. Sportlich« Vcr-iaigung Nordost»S. ssrciiag, AI. Januar, 19% Uhr, Gene». raloersammlung bei Schulz, Elisabethstroße. Sportklub Berolina. Neukölln. L-ichtathleteuabteilnug: Trainingsabend« jeden Montag und Donnerstag 20—22 Uhr Turnhalle Neukölln, Elbcstr. II 12. Freie Turnerlchast Groß-Berli». Sonnabend, 14. Januar, 19% Uhr, bei Zschiestng, Koppenplatz Ecke Linienstraßc, Sitzung des Bercinsspielausschusics. — Schnecschnhabieiluug: Alle EchneeschuhILufcr finden sich mit ihren Brettern zum Abendsportsest ein. Wir machen Trockenllbungen. Arbeiter-Sport. und Kulturkartell, AI. Bezirk. Wir ersuchen die Srnossen dringend, den ihnen zugesandten Fragebogen bis zum 13. Januar an die Adresse: Fritz Rickrrt. Berlin.Neinickendorf, Schillerhos 8, zurückzuschicken. Arbeitcr-Radfahreroerein Groß-Berlin. Sonntag, 13. Januar, 8 Uhr, Tour wird am Start bekanntgegeben. 13% Uhr Hirschgartrn, Kellcr» Waidburg. Motarfahrcr dieselbe Tour. Start Waldcmarstraße Ecke Mariannenplatz. Gäste willkommen. Berliner Nuderverein Freiheit e. B. Sonnabend, 14. Januar. 19 Uhr, im Bootshaus Stralau. Tunnclstr. 2829, Gründungsfeier der Iugendabteiluna. Lichtbildervortrag:„Vom Rudersport." Musikalische Darbietungen. Gäste will- kommen. Eintritt frei. Wasicrsportvrrein Helios. Sonntag, 13. Januar, 15 Uhr, Seneraloersowni. lung de: Reimer, Charlottciiburg, Wilmeredorfcr Ecke Kanalstraßc. Alle M.!» gliedcr, auch die passiven, müssen erscheinen, Schluß bei Baer Sohn A.-S.'In dieser Woche endet der dcisvicllss billige Invrnturauspcrkauf der Barr Sohn A.-S., nur Chausseestr. 29,30,«igen, Kleider» werke. Für den Schluß sind ganz besonders preiswerte Posten bereitgestellt worden. Wintermäntel, Modellstücke elegantester Art, Anziiqc für Tee, Ball und Gesellschaft, moderne Smoking-, Cut- und Frackanzüge, Sportanzüge. Leder» Ileidung sür Autosxort, Pelzkleiduug einfacher und edelster Sorte, woll'ue Westen, Trikotagen, Wäsche, Jünglings- und Knabcnkleidung neben vielen anderen Samen lagern in der Erwartung, bald den Besitzwechsel zu erfahren. Besondere Auimerksamkeit wird jetzt der erweiterten Maßabteilung zugeweudrU Modrrnstc Siofse werden uiltcr Leitung anerkannter Fachleute IN kunstlcrisäi vollendeter Form zu mäßigen Preisen nach Maß verarbeitet. Der meterweise Etoffverkauf wird, der niedrigen Preise wegen, besonderer Beachtung empfohlen. üdergldt man nur dem Jfacknwl, de, aSitz äe6?flOlSB«ril 1311 Deutschen Musikerverbande«, Berlin. Kam. iiSil' mandantenftr. 63,64. Dönhoff 3277- 7». Itllkv Delchästszeit 9—5. Sonntag, 10-3 Uhr. —— J-j— Auf Wunsch; Bertreterbeluch Letzter Zeidinungslag auf neu« relchtmündeltichere 4°,� ige Gold- pfaodbrief«(Kurt•7,75rt,„) «J«r ThQringiscbea Landes-Hypotheken- bank Aktieooesellscbaft in Weimar 18. Januar Frnnerer leKtuinndssdiliia vorbcbaMcn CeutsdiesMer Morden 10334-�7 SU. Ende 11 U „Peer oyiir Kammerspiele Norden 10334— 37 8 Uhr Ende 10 Uhr; Bronx-Exprea Berliaer liieater Direktion Kuhnert iluuoiteiulr.83 SI.lISed.it6 f't Uhr Max Adalbert aU Drr Herr tob... l wasW 8e»ius?iti.»>v5 D»gl. a Uhr, Bode U Uhr dl* am CHUEU-lKzenlarnng tfilAu LHa�wu�. a. dam groaua Starensemble■ SupqUc narhm. 3 Ubr 1« Vomellun». halb» Preise- Jj I panae j�ttomisdieoperS«! I Ncuurtljes Rcvut.Stfick I Alles Nackt![ (Nach d.«ieiehn. Paris. Revuel „Tot»< 0«% 200 Mitwirkende' 1 Origlpal» Pariser Kastüme Parkett 4.80 Mk. | Theaterkasse ununtarbr.gefiffn Volks büh ne fbtitn si» Büliwjlsti id. am Stfiiffbautriamm 8 Uhr, 8 Uhr: Mann ist Schieber Mann des Rahms CASINO-THEATER« Uhr ttleln-Klecliersdorfl Dienstag, 17. Januar lum 1. Male: Die spanische Fliege. Putsch. 1—4 Pers. Paut. 1.10, Ses$. 1.60 M. 8 s Nollendort 7300. Das neue Internationale Slar-Prodramm u.a. zum ersten Mal In Be.lln: Der urkomische ßCfl BlD6 sowie weitere internet. Künstler Sonnabends n. Sonntags le 2 VorslelUinpen 1® u. 3 Ubr— 3 e" tu ermtSigtan Preisen de» ganin Programm. Die Komödie Bismarck 2414/7516 S'/.U, Ende ID'/s U Zum 50. Meie; Die Efts von Well Plscatorbüline rtieat. a. liollenilorfplsli Kurfürst 2091 93 Letzte wodiei Anf. 8, Ende nach II Rsspotii!, die Rocianows. du Rritg und dai Volt. das gegen sie aofstand von Alexey Tolstoi und Schtschegolew Insc Erwin Plscalor 8anisvUyBühnr Th. Kdnigsräli. Sl. Bergm.2110. 8>/, Uhr: SdilDss Wettersfein von Wedekind bzie Vktw BamowsScy Komödienhaus Morden 6304, 8.15—10 40 Uhr von Curt Oötr fiieatsr des Wesens Täglich 8'.', Uhr: ItenßHinTsens letzte Li ve Oper. v. E. Steffan Ader, Wirl, Schulz, Kürty, z-Tliealer Tfigt 3>/. Uhr: Süiöa sehn wir aas 30 lustige Bilder mit Henry Bender Sonntag 3'', Uhr die gante Vorstellg zu halben Preisen Kose-Tbeater 8V. Uhr Orsheas i.d. Unterwelt Saiten iBrj-Böhatr Üts. Künstler- Tb 8 Uhr: „Sveiyne" Lessing-Theater 7 Uhr Premiere „Rose Bernd" Walhaila-Tb..* Weinbergsweg 19,20 Eloe Mmm Operettenschwank in 3 Akten v. Halton Musik von Osterloh Lonl Pyrmont in der Hauptrolle Vorz. Park, statt 4,— auch Sonntag nur «0 PL Sonntag, nehm. 4 Uhr Tischlein deck dich Parkett v. 30 Pf. an. Theater am Kottbusser Tor Kottbuaser StraBe 6. Täglich 8 Uhr Elite- Sänger in grotin JiDuirprogrzmis! Jeden Sonnlag nachm. 3 Uhr; firofte aamtuen-Vorsieilanfi (ungekürzt). Vol kspr. 0.40, 0.73, 1,—, 1�3. 1,40.,. 75 Mk. Ralchshalicn■Theatar 8 Uhr, Sonntg. nachm. 3 Uhr. Stettiner Sänger „Holtes Wochenende" 1 nachm. halbe Preise. Dönhoff- BraH'li Kabarett, Varletö Konzert. Tanz. mit M O N A M A R I S MARIA REISENHOFER/ J�J�A JOL HARRY HALM/ OSKAR HOMOLKA Eichberg�llia der UFA he Varieib der Peruiinel Wochentags Sonnabend u. Sonntag 0(5»)[sIES reoie; RICHARD EBCHBERQ GLORIA> PALAST an der Gadachtnisklrcbn DEUTSCHIb BIS21£2Z RHEIN deutscher V%V r;,v-' fUNKpAUS TAGLIÜH:, t UHR• SONNTAUS: 3 UHH 1.30« SauNAOO. u. SONNT. 2.- AUSSTtUUNOSREVUt IN 10 BUDERN „UOIURHEIH ZUR SPREE" ,80 MITWIRKENDE 400 KOSTÜME ÖER PREISWERTE WjEIN 3 KAPELLEN 30NNABENQ, 14. JANUAR GROSSER RHEINISCHER GESELLSGHAFTSABENO EINTRITTSPREIS 2 MARK Renaissance- Theater Stcinplatz 901.— Täglich 8V. Uhr Coeur Bube. Diu RAtacl von Konnpr.reuth 1 1 Pl'.eöo! Und die gr. Neubriten. Neues Theater ✓ am Zoo Tägl. W, Uhr ÜEOlflladrt-BVDBtBfill Musik v.W. Bromme Mm I&eater Täglich S>/4 Uhr- Eine Kleine ohne Bedeutung Erika ulässner. Eugen vinx, Max Landa. Sonntag nehm. 4 U. Erika G'&uner in Us$yHEÜEOWELT<- Hasenheide TOS. Ii TÄGLICH Großes Boddiierlest in den bayr. Alpen 7 Kapellen Neue Dekorationen;; 30 bayrische Madeln Einlaß 6 Uhr Anfang 7 Uhr Sonnabend und Sonntag: GR. ALPENBALL Lustspielhaas 8'/, Uhr Guido Thielscber „Dnter üftWuckiÄ" h. im Adniralspalas Tägl.S'/. Uhr BALLER REVUE 2 fonntag Vorstelle. 3 Uhru.S'/.Uhr .ladir. die tum Vor- stellon« r» kiü. Pieij Thalia-Theater 8 II.: Oas Kamel gebt dordi das Nadelühr Metropol-Th. Täglich 8'/, Uhr: Oper, v, Offenbach Tax Fiüttiei;, Violetia dl Stranl, öeliir Ee» i«d. ütnn. Im». Rabpr. «SN tn der Cesomiouflege des»Vorwirt*" sind besonder» wirkse» und trotzdem fchrhiuidi Schuitiieiss-Patzeiiliofer Brauerei-Aktiengesellschaft Bilanz am 81. August 1927. Aktiva. Anlage-Werte..... Kassa......... Wertpapiere u.Bsteiligungen Eigene Hypotheken... Guthaben bei Banken, Konzern und Tochtergesellschaften....... Darlehen........ AuBenstähde...... Vorräte........ Reichsmark 33 983 337,39 946 263,60 10101 791,11 233533.62 12 962 599.77 . 7 172041�7 . 2562133,68 4 375-371,40 92680 310,84 Passiva. Stammaktien...... Vorzugsaktien...... Peserveionds...... Teilschuldverschreibungen. Hvpotheken....... Nicht abgehob. Dividende. Wohlfahrtsfonds u.-kassen Richard Roesicke Beamten- Pensionskasse..... Einlagen der Kunden und Angestellten...... Kautionen....... Reichs- und Gerne indebier- steuern........ Steuer-Rückstand.... Krediioren und Akzepte.. Aufwettungs-Ausgleich,. Reingewinn....... Reichsmark 38 500 000.— 1 000 000.- 3 240 466,14 326528,14 2113 739.10 31 569,30 1 367 237,26 1 4SI 874,41 22 424 788.99 570 413,97 1683 814,53 . 2 399 321,37 ' 4 752 412,57 1 086 392.10 . 8 701 733.14 92680 310,84 Die Auszahlung der Dividende von 1 5"» aufdas Aktienkapital von Rm. 38 500 000,— Stammaktien erfolgt gegen Rückgabe des(icwinnaotellscheloes f. d. Geschä is- Jäbr 1926-37 zu den Aktien Nr. I 111.3 70«. des fiewlnnanfeilichelnes Nr. 3 zu den Aktien Nr. 103 701-134 7 0 in Berlin bei der Deutschen Bank(Kuponkasse), W 8. Kanorvvr- straüe 29/30, bei der Comtirtrz- und Privatbank A.-G, W8, Charlottenstraße 47. hei der Darmstädter und Nationalbank Kommanditcc. Seilschaft auf Aktien, W 8, Behrenstraße 68 69, , bei der Dresdner Bank, W 8, Behrenstraße 35 39, , bei der Mitteldeutschen Crc- ditbank. C2, Burgstr. 24, sowie bei den Niederlassungen dieser Banken in München, in Berlin bei dem Bankhaus Jacquicr ASecurius, C2, An der Stechhahn 3 4, » bei dem Bankhaus E. J.Meyer, Voßstraße 16. B e 1 1 i n. den 12. Januar 1928. Schulihcus- Palzenhofer Branerel-AU eoteaeUxhatl Etr. W. S o b e r n h e) m, Der Mann, der Hunger hatte. .Humoreste von Alphonfe Croztöre. Eines Morgens wachte Tüllerich mit einem Mordshunger aus. Unglücklicherweise war an den Tagen, an denen er mit einem Mordshunger auswachte, der Betrag, über den er zum Mittagesien verfügen konnte, winzig klein. Das war auch an jenem Morgen der Fall. Welcher Ausweg blieb Tüllcrich übrig? Sich von einem Freunde zum Essen einladen zu lassen? Ja, ober bei den schlechten Zeiten sind auch die Freunde, die einen zum Essen einladen, seltener geworden. Ähm siel jedoch der Name eines entfernten Vetters ein(Vogel- laus hieß er), der ein« Weinstube in der Gegend von Saint-Eustache besaß. Der hatte einmal zu ihm gesagt: „Wenn Sie eines Tages so gegen Mittag in unserer Nähe sind, dann machen Sie uns einen Besuch; wir werden uns sehr freuen." „Ich habe doch," beglückwünschte sich Tüllerich,„ein ganz hervor- ragendes Gedächtnis. Die Leute können schließlich nicht sagen, daß ich ausdringlich bin. Seit mehr als einem Jahre bin ich bei ihnen eingeladen und Hobe die gute Gelegenheit nie ausgenutzt. Auf nach Saint-Eustache!" Tüllersch bewohnte einen der höchsten Punkte des Montmartre, wo die frische Lust den Magen ganz besonders zusammenzieht: er war weder Kaufmann noch Rentier und gehörte überhaupt nicht zu den Bürgern, welche Einkommensteuern zahlen, brauchte sich also in keiner Weise zu beunruhigen, daß ihm eine Zustellung des Fiskus den Appetit verderben könnte. Als er seinen Wohnsitz verließ, schlug es elf Uhr. Er dachte: „Zu rennen brauche ich nicht. Die Hauptsache ist, daß ich dort in dem Augenblick ankomme, wo man sich zu Tisch setzt. Falls ich zu spät käme, wären sie imstande, ihre Einladung zu vergessen. Tod und Teufel, so ausgehungert wie heute war ich noch nie!" Langsam stieg er die Montmartre-Straße hinab und bog dann in die Märtyrerslraßc ein, in die er mit seinem ausgepumpten Magen so recht hineinpaßte. Dann ging er weiter durch die Vorstadt. Hier sah man schon eine Menge von Angestellten, die sich in die gewohnten Gastwirtsck/astcn begaben. Wäre Tüllerich bei Kasse gewesen, dann hätte er darauf oer. Sichtet, weiter zu gehen. Er wäre in das erste beste Lokal eingetreten und hätte seinen Besuch bei dem Vetter aus später verschoben. Am Ansang der Hörnchenstraße sagte er: „Jetzt Hab' ich» fast geschosst. Aber es ist auch höchste Zeit. Mein Magen hat schon so ein Loch, daß er den Wettbewerb mit meinen Schuhen getrost ausnehmen kann." Er trippelte etwas rascher, wie das Pferd, das den Stall riecht. „Um so schlimmer für mich, wen» ich zu spät komme. Welch ein iHunger!" Jetzt sieht er das Schild schon in der Ferne glänzen. Endlich! Aber was erblicke» seine Augen? Leute in Sonntagskleidern, die auf dem Bürgcrslcig warten. „Nanu �sollte man vielleicht vor der Wirtschaft des angeheirateten Vetters anstehen?" Ejr nähert sich noch mehr und erbleicht. „Schwarze Vorhänge", röchelt er.„Also ein Trouerfall... And ich falle vor Hunger um... Glück muß der Mensch haben!" Cr tritt ein. Der Vetter Vogellaus, mit einem uralten Zylinder «ruf dem Kopf, kommt ihm entgegen und reicht ihm die Hand. „Ich komme nicht gleich auf Ihren Namen." „Tüllerich, Sie wisicn doch, der Vetter Tüllerich.., O, ein tkntfernter angeheirateter Vetter." „Sich so. Tüllerich..." „Sie erinnern.sich... Sie hatten zu mir gesagt: Wenn Sie eines Tages gegen Mittag in unserer Nähe sind, dann essen Sie einen Happen mit uns. Wir machen nicht viel Umstäiide." „5a< i«. ganz recht... Das ist aber nett von Ihnen, daß Sie zum Begräbnis gekommen sind. Die Aermste, seit sechs Wochen mußte sie sich so guälen. Es mar eine Erlösung. Sie kommen doch mit zum Friedhos? Sie dürsen mich nicht verlassen." Tüllerich reißt die Augen erschreckt sperrweit auf. „Das sind Sie ihr schließlich schuldig", sängt Dogellaus wieder on.„Sie als Better..- Entschuldigen Sie mich, da sind Leute von meiner Familie: ich bin gleich wieder da." * Tüllerich hätte am liebsten geweint. Da hatte er sich auf ein anständiges Mittagessen gefreut und war jetzt dazu verdammt, an einem Trauerzuge teilzunehmen. „So etwas kann auch nur mir passieren.., Aber ich kann mich nicht drücken, ich bin moralisch dazu verpflichtet. O, dieser Hunger! Niemals habe ich einen solchen Hunger gehabt! Ich muß mich beherrschen, um»icht die Blumen und di« Kränze zu verschlingen. Aber jetzt sitze ich m der Patsch« und kann nicht mehr zurück. Hoffen wir wenigstens, daß sich der Better Dogellaus meines Magens erbarmt und mich beim Berlasien des Friedhofs zu einem anständigen Happen-Pappen einlädt, wie es in solchen Fällen üblich ist." Eine Grabesstimme wird vernehmbar:> „Die Herren von der Familie." Und Tüllerich fühlt, wie ihn der Witwer beim Arm packt. „Bleiben St« in meiner Nähe, Sie find der einzige, der mir sympathisch ist. Sic hätten sicher nicht die Siegel von Gerichts wegen anlegen lasten Aber denen werde ich schon noch«inen Streich spielen, an den sie denken werden. O. diese selbstsüchtigen Menschen! Sie wenigsten? sind ganz selbstlas gekommen: nur um eine Pflicht zu ersüllen. Das werde ich Ihnen nie vergessen." Und er drückt Tüllerichs Hand mit aller Kraft. Tüllerich ist dazu verdammt, hinter dem Sarge herzuschreiten. An seiner Seite geht Dogellaus, der ihn unter dem Arm gefaßt Hot. „Werde ich bis zum Ende durchhallen können?" meint der Un- glückliche mtt einer Leichenbittermiene, die so recht zu der traurigen Zeremonie paßt.„Dievie! Kilometer werde ich noch mit knurrendem Magen zurücklegen müssen?" Diesmal überkommt Tüllcrich die Wut. Die Tränen steigen ihm im die Augen� „Sie sind bewegt, lieber Vetter", murmclle Dogellaus.„Dos soll Ihnen unvergessen bleiben. Ich sehe, daß Ihre Familie nicht nur aus Lumpen besteht, daß auch ein Ehrenmann darunter ist. Daran werde ich denken." Und während sie weitergehen: „?lch, welch ein Verlust für mein Haus! Bedenken Sie nur, eine Köchin, die einzig dastand. Welch eine Künstlerin war sse in der Zubereitung eines Ragouts mit Paprika... Ich seh« si« noch, wie sie ihre Hammelbrust anlaufen läßt und Zwiebel und Knoblauch dazu hackt,,, Mit wieviel Lust und Liebe schichtete sie in der Terrine die / Speckschwarten, das Hammelfleisch, die grünen Bohnen, die Wurst und das geriebene Brot, um dann alles zusammen zu rösten. Welch ein Dust, mein Lieber, welch ein Dust! Und erst ihre Seezungen- fileis! Man kam aus der Provinz eigens zu uns. vm ihre berühmten Seezungensilers zu kosten. Wenn der Kunde sie mit Kartofscln und in Butter gebratenen Artischocken umrändert aus der Schüssel er- scheinen sah. dann konnte er nicht mehr an sich halten... Und das geschmorte Rinderfilet, die Spezialität meines Hauses, und die wundervollen gefüllten Omelettes! Alle zehn Finger leckte man sich danach..." „O, hören Sie auf, hören Sie auf!" ruft Tüllerich beschwörend. „Mir bricht das Herz dabei." „Armer Kerl, wie Sic darunter leiden..." Tüllerich denkt: „Ich werde mich beim Leichenschmaus entschädigen, aber nicht zu knapp!" • Endlich, nachdem man zwei Stunden gelausen ist, kommt man zum Friedhof. Die Zeremonie ist kurz. Tüllerich hört, wie jemand von der Familie gleichgullig sagt: „Also dann sind wir uns einig: wir treffen uns, wie verabredet, in dem kleinen Cafe an der Ecke, im„Lebensglück"." „Recht so, erwartet mich dort", meint der Witwer.„Bestellt Wein, Sardinen und Ausschnitt. Ich gehe schnell zum Steinmetz und bin gleich wieder da." Dann schiebt er seinen Arm unter den Tüllerichs, der wieder Vertrauen gesaßt hat. „Kommen Sie knit mir, Sie guter Verwandter, der einzige selbst- lose Verwandte. Kümmern Sie sich nicht um all di« herzlosen Menschen, die nur an Essen und Trinken denken. Wie schlecht ist doch die Welt!" Er schleppt Tüllerich init sich über den Friedhof. Nachdem sie ein gutes Stück hin und her gelaufen sind, langen sie vor der Tür des Cafes an..� Vogellaus beginnt zu lachen: ,Lie sollen warten, bis sie schwarz werden, die Lumpen? Sie lauern nur auf mich, um von der Erbschoft zu sprechen. Ekelhaft! Kommen Sie, Sie guter Kerl, Sie daiiern mich, Sie sind ganz grün!" Er stößt Tüllerich, der einer Ohnmacht nahe ist, in ein Auta. „Montmartre!" befiehlt er. Der Wagen saust los. „Jede gute Tat findet ihren Lohn, darum bringe ich Sie jetzt auch nach Hause. Wie leidend Sie aussehen, Tüllcrich. Die Erregung, wie? Einen guten Rat: Essen Sie heute abend nichts, trinken Sie bloß etwas Kamillentee. Und morgen ein großes Glas Rizinus, damit Sie einmal ordentlich abführen... Lassen Sic bald von sich hören." Er setzt den Vetter vor seiner Tür ab. „Und vor allem, wenn Sie so gegen Mittag mal bei mir vorbei- kommen, dann essen Sie«inen Happen mit mir. Ich mache nicht viel Umstände, denken Sie daran!" (Berechttgtr UcSfcicfcung tum It. 5 t ti(1 2 c 0 ich Beilage des Vorwärts Die Handvoll Lust. Aon v. Luschnat. Zwei junge Männer saßen in grüner Buschlaube und waren eisrig bemüht, durch Beispiel« ein verwickeltes Problem aufzuklären. „Es ist immerhin ein Unterschied, ob du eine Handvoll Lust in Luft wirfst oder in leeren Raum. Wenn der Mensch in Gott fällt, so zerschmilzt er in ihm wie Lust in Luft. Fällt er ober in Gottlos- Leere, so breitet er sich aus und durchdringt die Leer« mit rasendem Wachstum." „Das geht»icht. Eine Handvoll Luft kannst du nicht ins Leere werfen. Äft will z» Luft, Mensch will zu Gott. „Gerade das Unmöglich« verlangt danach, getan zu werden. Das Möglicl)« zu tun ist überflüssig. Die große Leer» hat Sehnsucht nach Erfüllung. Sie saugt di« Lust in sich hinein." „Dein Beispiel hinkt. In Wirklichteit sind Gatt und Mensch überall, Mensch und Gott sind gleichzeitig in der Luft und in der Leere." „Und wohin, meinst du. strebt der Mensch, wenn er z» Gott will?" Nach seinem großen Bruder. Wie das Wasser de? Flusses zum Meere will, oder wie der Lufthouch in diesem Grrten dem Gewittersturm zufliegt." „Das scheint zu eindeutig, um wahr zu sein." „Zweideutiges ist immer irgendwie in Lüge verschlungen." „Ist es nicht besser, zur Lüge zu greisen, wenn eine eindeutige Wahrheit unser» Durst nicht stillt?" „Ist es nicht tapferer und«hrenvoller, sich an der bitteren Wahr- heit z» vergiften, als, mit wohlschmeckender Lüge sein Leben zu iristen?" Ein Mädchen betrat die Laube irnd setzte einen Kvrb mit Obst auf den Tisch. „Ihr seid eifrig", rief sie munter,„darf man erfahren, wonim es sich handelt�" „Du sollst Schiedsrichter spielen." „Erklärt mir den Fall." „Wir können nicht einig werden, ob es richliger ist, ein« Hand- voll Lust ins Leer« zu werfen, oder wieder in Lust." „Ihr seid Dummköpsc. Lust ist überhaupt nicht zuin Werfen da, sondern zum Atmen." „Tatsächlich" riefen die beiden,„das ist wahrhaftig ein« Eni- dcckling, das hast du gut gemacht. Wollen wir uns darauf einigen." Sie begaben sich nicht wieder auf den Moorboden des Problem- aespräches, sondern aßen Obst und atmeten friedlich die reine Gortenluft._____.__ Die größten und die kleinsten Menschen. Der größte Mensch, der in den letzten hundert Iahren gelebt bat, soll ein Finnländer sein, der die respektable Länge von 2,83 Meter aiiswi«?. Als der kleinste wird dagegen ein Ungar betrachtet, der 0,43 Meter maß. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es natürlich die verschieden- sten Durchschnittsgrößen. Bei den Patagoniern soll die größie Durchfchnittshöhe zu finden sein, nämlich 1 78 Meter. Dacegen messen die Buschmänner in Südafrika durchschnittlich nur 1,33 Meter. Das mittlere Maß zwischen diesen beiden extremen Durchschnitts- maßen ist 1,80 Meter. Berliner Bockbierfest. Von Alfred Fritzfche. In der Hafelcheid«, dicht an der Grenze des Neuköllner Arbeiter- Viertels, steht ein Bierpalast. Mit Riesensalen. Bon grünumkränzten Masten wehen blauweiße Fahnen, und leuchtend« Transparente ver- künden mit greller Glülibirnenschrsst die bayerischen Belang«, mit denen die sonst so ungeliebten Svreeathener belangt werden sollen: „G r o ß e s B o ck b i«"r s e st! M ü n ch e n e r H c tz'! 3 ll b a y e- rische Model! Riesenrutschbohn! Herrlich« Deka- ralionenl Sieben Kapellen! Drei Ochsen>>n Lueullusofen!" Dos läßt sich ein Berliirer nicht zweimal sagen. Rudelweise steigen sie aus der Untcrweli der 14-Bahn empor, ganze Familien schwingen sich von Straßenbahn und Autobus, und andutierte Woehenend-Kavaliere Helsen ihrem„Verhältnis" aus der Taxe mit dem Kleintarif. Ueberhaupt, die Taxierung: Publikum zum Klemtarif. Bon ganz unten bis zum Gemüseladen und Plättgeschäst. Darüber hinaus di« Wenigen, die studienhalber... Atso verspricht es«in Volksfest zu werden. Und das ist ein« aufschlußreiche Angelegenheit. Eintritt: pro Nase eine Mark. Und wenn eifrigen Garderobe» fronen der Plüschmantel oder der Scol-Kanin übergeben worden'st, reißen Diener, deren dunkelblaue Fräcke mit Silberborten bestickt sind(das kann man für«ine Mark verlangen), die Türen zum Paradies auf. Vorerst ein kleiner Raum. Etwas Almwies«, etwas Grottenromontik und etwas Kuhstall. Von oben her lärmt dos Gedudel einer„Alm-Band-Kapslle". Atonale Geräuschmufik mit Kuhglockengebimmel. An einem eingebeulten Pappfessen hängt ein Schild, ans dem steht: Hier schlägt man für lein täglich Brot. Die Ochsen und die Kälber tot. Doch sollst Du. Wandrer, wissen, Nur solche mit vier Füßen. Drum magst Du ruhig fürbaß geh». Dir wird gewiß kein Leid gcschehn. Es klingt glaubhaft. In einem Winkel des Kuhstalles sitzt einer, der sehr früh angefangen Hot und sehr früh fertig geworben ist: er ist des„süffigen Stoffes" schon voll. Mit Hingabe dreht er einer an die Wand gemalten Kuh den Schwanz ringsherum. Denn die Schwänz« von den ongemottcn Kühen sind echt und baumeln aus der Wand heraus. Aus diese Weise gelangt seder zu einer Bc- schästigung. Grau«, irdene Maßkrüge stehen auf den Tischen, an denen sich Hungrige und noch mehr Durstige niedergelassen haben. Die echten bayeriscken Madel(wer's nicht glaubt, muß an«inen „Watschen" glauben) schleppen unermüdlich— in jeder Hand zehn — di« Maßkrüge herbei. Dazu dampfendes Sauerkraut und Würstel. gefüllt mit Fleisch von Ochs', Kuh und Schwein. In den Leder- iäschchen der immer lachenden Madels klimpern di« Münzen... Weiter. Durch den Kuhstall hindurch in de» großen Saal hinein. Zwei Kapellen muflzieren auf bayenfehe Art. Lärm, Lärm. Läri»! Und dann das Lied des Abends, das in immer schnellerer Folge wiederholt wird:.Trink, trink. Brüderlcln trink!" „Bum, bum, dum!" dröhnt die Pauke der Kapelle..Eins, zwei, dr«>. G'sufsa!" schreit der Kapellmeister in den Saal und wirft mit lautem„Iuchhu!" seinen grünen Bibi in die Lust. Und im Saal greift alles zu den Maßkrügen und oießt den braunen Soft in di« Kehle. In den Taschen der lochenden Madels. die fleißig das Vier heranbringen, klimpert das Geld. Der Boyer ist eben schlauer als der„Saupreiß", dem er«inen Durst vormachen und einen„Affen" aufbinden kann.(Zum Schluß große Metamorphose: aus dem Afseu wird ein Katerl) Ringsum bayerische Kulissenpracht: ütwr Almen. Sennhütten und dunklen Wälder» ragen die schnecbed«ckten Gipfel der Berge. Au« Gips und Holz. Nur die Hahenluit fehlt. Um Mitternacht"kann die Luft in Stück« geschnitten werden. Die Kronen echter Kiefern, die im Saal aufgestellt sind, ragen in den blauen Tabaksquolm. Von der rund um den Saal führenden Galerie lckwingt sich eine Rutsch- bahn herab. An ihrem Fuße hat sich ein Jurggesellenverein postiert, der nicht vom Flecke weicht. Denn aus der Rutschbahn fliegen die Röcke, glänzen seidene Strümpfe, locken bunte Schlüpfer und nackte Knie. Der„Betrieb wird immer childer.„Trink, trink. Brüberlein trink!" schmettert die Kapell« zum tausendsten Mo!«. Bum, bum, bum dröhnt die Pauke.„Eins, zwei, drei. G'susfol" schreit der Kapellmeister. Sein grüner Hut sliegi in die Luft, und unten un «aale fließt das Bier, das immer„süffiger" wird Die Stimmung steigt. Man wird brüderlich und verachtet das Geld. Die Radi- Jungfrauen, die Madels mit de» Bre�elbäumen, den Ansichtskorten und dem.echten Edelweiß" machen ein gutes Geschäft. Und man ist so— liebebcdürstig D>« Kntissen wackeln bedenklich. Hier und da verschwindet ein Pärchen in den bayerischen Hoch Wold, der aus einem Borhang ausgemalt ist. Mit Reh und Hirsch. Aber es'st gar»icht nötig, in den Wald zu flüchten. Denn plötzlich oer- löscht das' Licht, es ist stocksinster iln toaal, die „Berggipfel" erglühen Himbeerrat, der Kapellmeister trompetet otso ein schmalziges Lied---- und die im Dunkeln sind knutschselig. Nach zehn Minuteix— o. süß« Ewigkeit!— wird es wieder hell. Aus der Bühne steht«ine Chaplin fiaur und grinst und schwingt mit einem entrüsteten„Obo!" sein Stöckchen. Alte Liebe rostet nicht: Chaplin wird mit lautem Hallo begrüßt. Er flüchtet z»r Rutschbahn hinaus. Rutscht ab— mit dem Kaps nach unten— die Kapell? spielt «ine» Tusch— bum, bum, dum, dröhnt die Pauk«.„Eins, zwei, drei, G'jusso!"— Chaplin zu Ehren!— man, ist aus dem.Höhepunkt. Aus der Bühne wird ein Schuhplattler gedreht. Und dann singt olles:„Was macht, der Mayer auf dem Himalaja..." Da», auf- gemalte Matterhorn errötet, es wird wieder mefl„zappendüster" im Saal. Auf wackligen Treppen, j>, tiefen Grotten und im ausgemalten Hochwald(hinterm Vorhang), gegen„nachgiebige" Pappselsen ge- drückt, knutscht, was knutsche» kann. Der nächste Saal. Hier wird«in«„kesse Sohle" gedreht.„Wange an Wange" Körper an Körper, dicht aneinander gepreßt. Kaum daß sich ein Paar drehen kann Bon oben gesehen gleicht der Saal einem siedenden Tops voll wabbelnder Sülze. An den Wänden die ausgemalte Pracht des Berchtesgadener Landes mit dem Königssee. Ein Empfindsamer sitzt aus der Galerie, schluckt die heiße, stickige Luft und träumt von den freien Bergen. Unten quakt das Saxophon. Ein Mädelchen, im dünnen Seidenfähnchen und mit kirschroten Lippen, spricht einen Herren nach dem anderen an:„Du, kannst du nur mal zwei Groschen geben— ich muß mal raus!" Wer gibt der hübschen«schworzlockigen mit den braunen Mondelougen nicht zwei Groschen für die Toilettenfrau? Alle geben. Jede Minute gibt ein anderer, ohne Ahnung davon zu haben. Denn di« Kleine huscht turn Mann zu Mann, und bettelt um zwei Groschen, weil sie„mal raus" muß. Ein« Rasfinierte. die ihre Konjunktur gewittert hat.— Ueber's Parkett schurren die Sohlen. Ans dem anderen Saal klingt wieder das Lied:„Trink, trink, Briiderlcin trink!" Die Pauke dröhnt. Bis in die dritte Stunde. Dann geht es hinaus in den kalten, nassen Morgen. Mit weißem Gesicht— leerem Portemonnaie — und wachsendem Kater. Aus dem Fahrdamm stehen geschlossene Droschken Pärchen klettern hinein und lassen sich ein« Stunde durch die Stadt schunkeln. Zu einem fernen Ziel» WÜrtjUiMWIHi' Pfand C, 35 Pfand 1|00 Leipziger Str./ Alexanderplatz/ Frankfurter Allee/ I Vi Don 5diniii- u. Bredtbohn. 56Pt. Gemüse-Erbsen..... 66Pt lg. Erbsen............ 93pt jq, Erbsen min....... 1,30 Karollen geschnitten.. 37pi. Ig. Karollen.......... 58Pt. Erbsen m.gegcbn.Enrott. 78Pt. Spinat.................. 46pt. Sellerie I. Scheiben..... 95Pt Leipz. Allerlei........ 92pl Role Rüben........... 48pt. Preisselbeeren...... 1,10 Pflaumen% Pracht.... 80pf. Heidelbeeren........ 1,00 Pflaumen v. Pracht... 64pf. Birnen v, Fracht....... 1,10 Erdbeeren............ 1,55 M' Mandarinen., zpinnd 55pt Apfelsinen.... s pfnnd 98pl Essäpfel....... sptnnd 35pt Amerik-Aepfelpiaud 40pt Ananas.......... Pfand 85pl Zilronen...... Dntzend 38pt Sülzwurst.... SpecKwurst.. tioüsmociierpfdJSpL�I.OO GroüeHetMst. 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Freitag, Sonnabends ScMflSStage unseres grossen Inventur- Ausverkaufs ������JPrelse�tellwelse�lszurHäHteherabgesetz������. I NM und Abschnitte gWglttg im Preist Htwbgchtt i Sfoif fZorfcu. ffitz hie vielen Beweise Herzlicher Teiinahnie beim Heimgange meines lieben Mannes, des Lackiller» Richard Krüger sage Ich allen Freunden und B- 1 annfen. nie besondere dem Berliner Ufhmann- Chor. dem Verband der Maier und Lackierer, der Firma Alexis Kellner und den Koiiegen derselben Firma, meinen herzlichsten Dant. Wiiwe Martha Kruger geb. Eeibt, Billllerstr. IM 4ki.e.xzkhdvek?. vlwz Am 10. Januar verstarb noch langer Kranfheil unser lieber Miiardeiter und Kollege, der Buchdrucker Alkred Wurche im Alfer von 56 Jahren. Der Verstorbene erireute stch In- ssig« seines schlichten, freundlichen Wesen« und kollegialen Verhaltens allgcmc ner Wertschätzung— Stets werden wir seiner ehren» gedenken. Berlin, den Ii Januar ,928 Ocschäftaleltung und Peiaonaf der Vorwärts- Bucbdruckerci Einäscherung um Sonnabend, dem 14. Zanuar. um 11 Uhr. im Krematorium Baumschuienweg. Bockbier- Matzen Dutzend v. 20 Pfennig an Oomino- Masken von 10 Pt. an, Prlna Atlas 50 Pf. Rlesenaua- wahl all. Festartikel sehr dillil. Vereine, tiastwlrte, Händler besonders billig. kommlsslousvare. A. HAAS» CO. O. m. b. H. Markgrafenstr�dalliUBab Nerven-u. Kopfsdimerz. .... Erkältungskrankheiten haben sich Togal-TabletJen hervorragend bewährt Ein Versuch überzeugt!~ Bei 6i(htf I JsJiias, Rheuma,| Grippe leilzahlan� Zttsrli wöchentlich Elegante Herren- Garderobe fertig und nach Maß unter Garantie lür tadellos. Sitz und Verarbeitung Zu konkurrenzlos billigen Preisen erhalten Sie nur in der Maßschneiderei J.Kurzberg Oranienstraße 160, 1 und Cbansseestraße 1 Eingang Elsässer Straße Kein Waren-Kreditbaus ältestes Spezial- Leihhan« Roeitzvlatz Sgl. 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