Abendausgabe Nr. 22 Bll 4S.Ichrgang Wö f Verline« VolKSblatt Frettag 13. Januar 1928 10 Pfennig jjie r t n 1 p a 1 1 1 g« Ronparelllez�N» 80 Pfennig ReklamezeUe 5.— Reichs« mark.Kleine Anzeigen" das settge. druekte Wort LS Pfennig(zulässig zwei cettgedruckte Worte),(edes wettere Wort l2 Pfenlug. Stellengesuche das ersttz Wort IS Psenntg. iede» weitere Wort lO Pfennig Worte über 15 Buchstaben zählen für zwe« Worte Arbeitsmarki Zeile 60 Pfennig Famtlienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig Anzeig,«. annahm» im Hauptgeschäft Linde«« Uratze 3. wochentägl.von L'/z bis 17 Uhr. I-mtralorgan der Sozialdemokratischen ISavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstroße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—237 Sttiefliantm-Hbt,; Sozialdemokrat Berlw Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Poflfcheckkonto: Berlin 37 SZS.— Bankkonlo: Bank der Arbeiter. Angestellte« und Beamte» Wallstr. SS. Diikonto-Gescllschaft. Teposttenkafle Lindenstr. S Geßler will gehen. Gr Hai sein Rückiniisgesuch beim Reichspräsidenten eingereicht. Der Reichswchtnniuister Dr. Gehler hat. wie TU. zu urelden weiß, dem Reichspräsidenten sei» Rücktrittsgesuch überreicht. * Der Reichswehrminister Dr. Geßler ist. das müssen auch seine Gegner ihm nachsagen, nie ein.Lleber" gewesen. Er hat schon in früheren Iahren oft seinem Wunsche nach einer weniger verantwortungsbeladenen Tätigkeit in einer Weise Ausdruck gegeben, daß an seiner Aufrichtigkeit nicht zu zweifeln war. Später traten schwere Schicksalsschläge in der Familie und eigene Krankheit dazu, um jenen Wunsch zu verstärken. Es mag sein, daß Geßler jetzt— nach Liquidierung der Phoebus-Angelegenheit— den Zeitpunkt gekommen sieht. seine lange gehegte Absicht des Rücktritts zu verwirklichen. Sein Abschiedsgesuch kommt der Regierung aber in diesem Augenblick ebenso unwillkommen, wie in früheren, in denen es beinahe auch schon soweit gewesen war. Denn für die Erbschaft, die Herr Geßler hinterläßt, ist nicht so leicht ein Erbe zu finden. Kein Wunder also, daß man. wie TU. weiter meldet,„an maßgebender Stelle auf dem Standpunkt steht. daß die zweckmäßigste Lösung ein Erholungsurlaub für Dr. Geßler wäre, um ihn instandzusetzen, nach Kräftigung seiner Gesundheit eine endgültige Entscheidung in Erwägung zu ziehen. Man ist der Meinung, daß ein Rücktritt Dr. Geßlers schon mit Rücksicht auf die rechtzeitige Erledigung des Etats und vor der Entscheidung über den Wahltermin nicht wünschenswert ist. Mit anderen Worten: Ein jetzt zu ernennender Reichs- wehrminister wäre doch nur ein Platzhalter für den Mann, der nach den nächsten Wahlen kommen wird. Herriot bleibt bei poincarä. 60 Radikale fallen um.— Eine berichtigte Abstimmung. parls, 13. Zanuor. Die Zahl der Abgeordnete«, die bei der erste» Vertrauens. abstlmwvng gegen dtc Regierung gestimmt haben, war gestern mit 227 angegeben. Heute wird sie im„Journal offidel" mit 16» augegebe«. Das erklärt sich au» der Tatsache, daß lluterrtchtsminister H c r r l o t mit der Haltung seiner Partei unzufrieden gewesen ist. Z« den Vandeigäugeu der Kammer kam es zu Auseinander- sctzongen zwischen den Radikalen, in deren verlauf eine größere Anzahl van ihnen erklärte, daß sie nicht» hätten unternehme« wollen. was auch nur den Anschein hätte erwecken könne«, daß sie gegen Hcrriot seien. Sie hätte» deshalb ihre Abstimmung der ich. llgt.„Havas- erklärt: Herriol hat keinen Grund mehr av- zunehmen, daß Ihn die Riehrheit seiner polilischen Freunde deaavouiert: die Möglichkeit sein«: Demisjion. vo» der einen Augen- blick gejprachen worden ist. braucht nun nicht mehr ins Auge gefaßt zu werden. Die ebenfalls berichtigten Zahlen für die zweite Resolution Uhry(Verschiebung des Strafantrittes bis zum Kammerschluß) sind folgende: Zahl der Abstimmenden 472. Es stimmten gegen die Resolution 296, dafür 176 Abgeordnete. Die Minderheit setzte sich zusammen aus 27 Kommunisten, 92 Sozialisten, 18 Sozial« repubtikanern, 33 Radikalen. 2 Mitgliedern der radikalen Linken und 4 Parteilosen. S2 Abgeordnete haben an der Abstimmung nicht teilgenommen, darunter 48 Radikale, 3 Sozial« republikaner und 1 Sozialist. 18 Abgeordnet« waren entschuldigt abwesend. Sämtliche anderen haben für die Regierung gestimmt. darunter 47 Radikale.__ Gin �0-Milliarden-Klottenprogramm. Amerikas zwanzigjähriges Bauprogramm- wenn es zu keiner Einigung mit England kommt. Dajhington. 13. Januar. Der Staatssekretär der Marine M t l b u r schätzt« vor dem Alolbuou»schuß de« Keprcsculanlcuhauses die Sosleu des geplanten zwanzigjährigen Schlachtschissbauprogramws aus 129 Millionen Dollar jährlich. Die Gesamtsumme werde etwas über 2 500 000 000 Dollar betragen. London interessiert, aber ruhig. tondon. 13. Januar. Aus enyüscher Seite versolgt man die grgenwärtigen VerHand- lungen im Marineausschuß des Repräsentontenhouses über den Ans« bau der amerikanischen Flotte mit großem Interesse, legt sich aber bei der Stellungnahme nach Zurückhaltung auf. Es wird darauf verwiesen, daß im Augenblick noch nicht sestssth«, ob der von Wilbur in Aussicht genommene Ausbau der Flott« bei den gesetzgebenden Körperschaften Zustimmung finden werde. Darf ein Katholik p/asident werden? Demokratische Wohlvorbereitungen.- Papst vermindert Smlth'S Aussichten. Washington. 12. Januar. Die demokratische Parteileitung vcronstattete hier heute das traditionell« Jackson-Day« Bankett in der ausgesprochenen Absicht, eine Wiederholung der Differenzen von 1924 möglichst zu verhindern und sich schon jetzt auf einen Prösidentschasiskandidaten zu einigen. Als Tagungsorte für den Parteitag kommen hauptsächlich die Städte Detroit und Eloveland in Betracht, obwohl San Francisco 259900 Dollar Beitrag zur demokratischen Parteikoff« angeboten Hot, fall» der Parteitag dort stattfinde. Gouverneur S m i ich-New Pork, der b an rerkcns werterweise nicht zum Bankett nach Washington kommt, gilt bis jetzt als aussichts- reich st er Kandidat für die Präsidentschaft, da ihm angeblich die Staaten New Fork. Westoirginia, Minnesota, Illinois» Wis- constn. Washington und Kalifornia sicher sind. Andererseits erregen sein Eintreten gegen die Prohibition und seine Zugehörigkeck zum Katholizismus Zweifel, ob der vorwiegend p r o t c st a n- tische und einer Acnderung des Prohibitionsgesetzes abgeneigte Süden seine Kandidatur billigen wird. Große Bestürzung erregte hier die heute, gerade einen Tag vor dem Jakson-Bay-Bankett, vcr- ösfentlichte Enzyklika des Papstes, die sich scharf gegen Konzessionen an andere Bekenntnisse wendet. Man fürchtet, daß dies« Botschaft unter der nichtkatholischcn Bevölkerung Amerikas erheblichen Unwillen erregen und zur Ablehnung des katholischen Gouverneurs Smith als Präsidenten der Vereinigten Staaten führen wird. Oeuischland und polen. Rauscher als„unverbesserlicher Optimist." Warschau, 12. Januar. Der hiesige deutsche Gesandte Rauscher erteilte der der pol- nischen Regierung»ahestehenden Zeitung„E p o t a" ein Interview. in dem er sich über sein Eindrücke von der Rede Zalcskis über die dentsch-polnischen Beziehungen äußerte. Der Gesandte erklärte, daß die deutsche Regierung ebenso wie Außenminister Zaleski die Hoff- uung hege, daß die Angelegenheiten, in denen die Zusammen- arbeit aus dem internationalen Grund und Boden in Gens sich noch nicht fruchtbar gezeigt habe, wie die Donziger Fragen, allmählich sich klären würden. Es sei ein glücklicher Zufall, daß die ersten beiden Fragen, in denen beide Staaten zusammen zu arbeiten begonnen hätten, die polnische Friedens- Initiative und die Liquidierung des Kriegszustandes zwischen Polen und Litauen gewesen seien. Cr vertraue darauf, daß alle Differenzen in der Frage Polen- D a n z i g völlig vom Horizont verschwinden würden. Was ihn selbst anbetreffe, so sei er ein u n o e r b c s s e r- licher Optlmist, und wünsche und hoste, daß, wenn irgend- welch« Gegensätze in den Forderungen zutage treten sollten, dennoch sich allmählich eine Einigung finden liehe. Achtstundeniag in der Schwerindustrie. Oer Reichsarbeitsminister„klärt." Essen, 13. Januar. Der Beichsarbeitsminisler Brauns und die Herren des Mi- nlslerinms sowie der' Schllchler Dr. J o e l k e n sind heute um 9 Ahr mit den Herren des Arbeilgebervexbande» zur Klärung der schwebenden Slreitsragen in der Großeiseninduslcie zusaminengeireten. Am 11 Uhr begann die gemeinsame Sitzung mit den Arbeitern. Man hössl, dl« Verhandlungen ohne Zwischenpause in den frühen Aach- Mittagsstunden beenden zu können. Llnter der Zentrumsfuchtel. Die Deutsche Volkspartei im Rutschen. Wer auf die schiebe Ebene tritt, rutscht ab. Die Volks- Partei, die in der Frage der S ch u l a u f f i ch t klein bei- gegeben hat, sucht krampfhaft Halt an der Frage der Stmultanschule zu fassen. Also erklärt die„Tägliche Rundschau": „Wie schon gestern betont, ist in der Frage der Simultanjchule keine Annäherung erzielt worden. Es sind auch vorläufig inter-- fraktionelle Verhandlungen nicht in Aussicht genommen. Die Der- Handlungen werden im Vildungsausschuh weitergehen und man wird abwarten müssen, ob im Verlause der Beratungen bei dem § 20, der die Bestimmungen über die Simullanschule enthält, ent» weder eine Lücke entsteht oder die Anträge der Deutschen Volkspartei auf Aufrechterhallung der Simullanschule außerhalb der Koalition eine Mehrheit finde n." Letzte Hoffnung der Gleitenden! Aber das Zentrum wird ihnen nicht gestatten, sich dem steten Druck zu entziehen. Die„Germania" enttäuscht die letzte Hoffnung: „Es Ist für das Zentrum ganz untragbar, auf eine Sicherung der Simullanschule unter dauerndem Ausschluß der konfessionellen Schul« einzugehen. Wir verhehlen uns gar nicht, daß gerade wegen dieses Punkte» dl« Lage ernst ist und leicht zu polllischen Verwicklungen führen tonn. Wir erwarten des- halb, daß eine befriedigende Klärung vor der zweiten Lesung gesucht wird und auch zustande komnit. Unerträglichen B e° schlössen durch eine unhomogene Mehrheit würde sich dos Zentrum nicht aussetzen können. Das Zentrum will weder einen Druck ausüben, noch das Gesetz durch Drohungen erzwingen. Es will nichts anderes, als daß fein« vare, kulturpolitische Linie nicht abgebogen und durchbrochen wird." Dw Volksportoi soll auch beim Paragraph 20 i tz r o kulturpolitische Linie abbiegen und durchbrechen— auf Befehl und unter Drohung des Zentrums. Nicht Kompromiß, fon- dern Diktat wird dies Schulgesetz für die Volkspartei. Es ist kein Halt mehr, und am Ende steht— die Ab« rechnung in der Wahl. «- Während die„G e r m a n i a" einen Jubelhymnus darüber anstimmt» daß es durch die Einführung des Dekanat- systems gelungen sei, die„volle Einsichtnahme" der Kirche in den Religionsunterricht„zu gewährleisten und zu sichern" (die Unterschrift des Zentrums fehle nur deshalb unter dem Kompromiß, weil man den Ortsgeistlichen kein Mißtrauens- votum aussprechen wollte), läßt sich der Obermacher der Bolkspartei, Geh. Rat Dr. R u n k c l in der„Nationalliberalcn Korrespondenz" folgendermaßen vernehmen: Sonst unterscheidet sich das Einsichtsrccht nach Farm und Umfang ganz wesentlich von dem srühcre» Leitungsrecht der Religionsgesellschaften. Es bedeutet einen zeitgemäßen Fort- schritt in Anerkennung der Selbständigkeit von Staat, Schule und Lehrer. Der Kompromiß ist also ein starker Fortschrtth freiheitlicher Schulentwicklung. Jetzt weiß man. was die nationalliberalen Kulturpolitiker unter Fortschritt und Freiheit verstehen! Gegen Nürgerblock und Schulreaktion. Genosse Heinrich Schulz gegen dos Schulkompromiß. Der Bildungsausschuß des Reichstags fetzt« heute die Beratung des Rcichsschulgesetzes beim§ 16(Einsichtnahme in den Religionsunterricht) fort. Abg. Dr. Runkel(D. Vp.) trat für den Kompromiß- antrag der Regierungsparteien ein. Do nun«iumal der Rcichsverfasiung nicht die Konsequenzen z-ehen wollten, gerade sie diesen Artikel geschaffen hätten, nämlich die Sozial- demotraten und D e m o t r a t« n. Wertvoll sei es, daß die Regierungsparteien sich dazu entschlossen hätten, durch Streichung des Satzes 1, wonach der Staat bei Bestellung seiner Beauftragten für die Einsichtnahme in den Religionsunterricht an Vorschläge der Religionsgesellschaften gebunden sein sollte, die obsollite Staatsboheit über die Schule zu sichern. Infolgedessen habe der zweite Satz eine neue Formulierung erhallen niüssen. Zweifellos liege ein gewisses kirchliches Dclcgallonvrecht vor. das ober durch die neue Fassung begrenzt worden sei. Bon einer Gewährleistung des bayerischen Konkor.' d o t S durch den beantragten 8 16a könne keine Rede sein. Man habe durch diese Fassung nur die besonderen Zustände, z. B. in Schleswig-Holstein, Thüringen, Oldenburg, Württemberq usw., sichern wollen. Der Antrag habe da» nebeneinander von Schule und Kirche erhalten und ein Gegeneinander vermeiden wollen. Sozialdemokratische Abändcrungsanlräge. Inzwischen sind eine Reih« von Abänderung»«« trägen eingegangen. Die Sozialdemokraten wollen den Religions- gesellschostcn nicht, wie der Kompromißantrag, das Recht der Einsicht- nähme geben, sondern nur das Recht der„gelegentlichen" Einsicht- nähme. Ferner soll die Schulaufsichtsbehörde davon so zeitig benach- werden, daß sie die Möglichkell hal. an der Einfichknahm« Icilzunchmen. Ferner beaniraqen die Sozialdcmotraien:„Die Ein- sichtnalimc erstreckt sich lediglich auf den Lehr! n halt. Lc>n jeder Beanstandung bei der zuständigen Aussichtsbehörde ist dem be- trefsenden Lehrer Kenntnis und Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben." Die im§ löa des Kompromißantrages vorgesehene Auf« r e ch t e r h a l t u n g der Landesgesetzgebung über das Zu- jainmenmirken zwischen Staatsbehörden und Religiönsgesellschaften wollen die Sozialdemotraten ganz streichen. Ini � 14, der die allgemeinen Regeln für den Religionsunter- riebt in de» Aolksjchulen aufstellt, wollen die Sozialdemokralen nicht, daß die Ueslimmviigen über cehrplan. Lehr, und Lernbücher im Einvernehmen mit de» Religicrnsgesellschaslen erlassen werden, sondern nur„noch Benehmen" mit den Religionsgesellschaften(wie es ei» Antrag der Volkspartei auch will). Eine Einwirkung auf die Zahl der Religionsfiunden wollen sie den Religionsgesellschaslen ganz nehmen. Tm einem andere» Antrage verlangen die Sozialdemokraten, daß der Religionsiinterricht nur von solchen Angehörige» der betreffenden Rcliqiansgesellschast erteilt werden darf, die nach Landesrecht die Befähigung ,um Unterricht in öffentlichen Schulen bnben. Ferner fordern sie die Erteilung von leben stündliche in Unterricht, wenn die Ellern von durchschnittlich mindestens u»ö(i_ Kindern ihn verlangen. Bei der Festlegung des Lehrplans der Schulbücher und der Zahl der Lehrstundcn sollen weltliche Schulvercinigilngcn dasselbe Mitwirtungsrech: haben wie die Neligionsgesellschasteu. Heinrich Schulz(Soz.): Van dem, was Abg. Runkel will, wird in der späteren Prajris nicht viel übrig bleiben. Das Schulkompromiß, das das Zentrum uarsichtigerweise nicht initunterschrieben hat. hat mit Kullurphiloso- phie nichts zu tun. � Die kulturpolitische Flagge, die Abg. Schreiber gestern entrollt hat. soll lediglich m a ch t p o l i t i sch e Konter- bände decken. Gewiß sind auch die Weimarer V e r- f a s s u n g s b e st i in»> u n g e n über die Schule auf ein politisches Kompromiß zurückzuführen, aber der damalige politische Pakt fand seine Rechtfertigung darin, daß er zur A u f r e ch t e r h a l t u n g der R e i ch s s a u v c r ä n i t ä t und zum Zustandekommen der Ver- fassung notwendig war. Außerdem stand dahinter eine zuverlässige parlamentarische Mehrheit in der Nationalversammlung. Der Büraerblock von heule dagegen hat In Wirklichkeit keine Mehrheil im Volke mehr, er ist brüchig, seine Uhr ist abgelaufen. Trotzdem wagt er noch kurz vor seinem Zusammenbruch ein solches ein- seitiges Reichsschulgesetz zu machen. Nach der Verfassung haben die Regierungsparteien kein Recht, den Religionsnulerrichl im Rahmen eines Rcichsschulgesehes z« regeln. Ein solches wird nur in Art. 140 verlangt. Im Art. 149 über den Religionsunterricht ist nur van der.".S ch u l g« s e tz g e b u n g" d e Rede. Man hat 1919 in Weimar diese schwierigen Fragen wohl- weislich der landesrcchtlichcn Regelung überlassen wallen. Die heuti- gen Mchrhcitsparteien nutzen aber noch schnell die Konjunktur aus, uni unhaltbare R c i ch s b c st i m m u n q e n über den Reli- gionsunterricht zu schaisen. Von der Kontrolle des Religionsunter. richls durch Geistliche in der Schule hal 1919 in Weimar die andere kompromißparlei nicht einmal gesprochen, geschweige sie zu fordern gewagt. Gegenüber Dr. Runkels Behauptung, die neue Koni- pramißbestinimung sei kein« Wiederaufrichlung der geistlichen Schiit» a uisicht, sührt�Schulz aus, daß man bei dieser Wicderausrichtung nicht an das Formelle und Technische zu denken brauche, um so mehr aber an die durch den flompramißanirag neu ge- frstigke laksächliche Abhängigkeit der Schule von der Kirche, und die Bevormundung des Lehrers durch den Geistlichen. Seit Jahrhunderten kämpst die Lehrerschaft gegen die auser- le-gte kirchliche Vorinundschast. Die Schule ist kein Anhängsel der KU che mehr. Die Kirche ist auch nicht die Mutter der Volksschule, wie oft behauptet wird. Aber selbst, wenn sie es gewesen wäre, so sollte sie endlich, wie vernünftige Eltern, zu der Erkenntnis komnien, daß die Schule l Angst mündig geworden ist und sich aus eine eigene Wissenschaft der Pädagogik stützt, das Gängelband der Kirche ist für sie deshalb nicht mehr zu ertragen. Die B e a u f- s i ch t i g u n g des Religionsunterrichts kann nur Sache der �ilfiemoinen Schulaus ficht sein und damit veriassungs- mäßig Sache des Staats und�niait der Kirche. Wem dos nicht paßt, lall der sozialdemokratischen Forderung gemäß den Religionsnnter- >lcht aus dem Lehrplan der Schule herousnehnicn und der privaten Regelung durch Eltern und Religiönsgesellschaften überlassen. Die Räume der Schulen nebst Reizung und Beleuchtung können dafür gern zur Verfügung gestellt werden, ober dos ösfemliche Schulwejcn trägt keine Verantwortung mehr für den Religionsunterricht und die Geistlichen dürfen weder mit der Beaufsichtigung des Religionsunter- richts betraut werden, noch dürfen sie bei der Eingliederung des Religionsunterrichts in den Lehrplan und ähnlichen technischen Schulangelegcnheitcn beschäftigt werden. Das snhrl unweigerlich zu llebergrisscn der Kirche und zu allen möglichen Einmischungen in Schulsragen. Im übrigen mögen die Regierungsparteien den Schein ihrer Machi Nock? ausnützen. Die Folgen werden andere sein, als sie erwarten. Gesetze werden heute bei den wechselnden Mchrheitsverhältniisen und Regierungskolationen nicht mehr in allen Fällen auf lange Dauer gmacht, wie die kurze Geschichte der Republik und auch ihre bis- herige Schulgesetzgebung bereits gezeigt hat. Andere Mehrheitsver- hältnisie werden zur gegebenen Zeit schon die notwendigen Korrek- turan vornehmen und wenn bis dahin Eltern und Lehrer der ver» kirchlichten Volksschule in wachsendem Maße den Rücken kehren sollten, so braucht die Sozialdemokratie einen solchen Verlaus der Diitge schließlich nicht zu beklagen. Frau Bäumer(Dem.): Wir sind dagegen, daß der Artikel 149 der Reichsvcrsassung mit geregelt wird, denn dieser Artikel will mit groben Bestimmungen in die tieferen inneren Angelegenheiten der Religion eingreifen. Der Vertreter Sachsens: Die vorgeschlagene Regelung, die als E i n s i ch t n a h m e von den Antragstellern bezeichnet wird, ist ein Bestandteil der Aufsicht. Sie verstähk deshalb gegen die Reichsverfasiung. die das absolute Aussichlsrech» dem Staate überträgt.____ Mandate! Mandate! Die Sorgen der KpD.-Zentrale. Die Leute von der„Roten F a h n c" zerbrechen sich täglich die Köpfe über sozialdemokratische Kan- d i t a t u r e n zur nächsten Reichstagswahl. Warum— das wird klar, wenn man die folgenden Ausführungen des Reichs- organs der kommunistischen Opposition liest: „Jeder, der die heutigen Macher des ZK. der KPD. kennt, wird vergnügt lachen, wenn er liest, daß die„Rote Fahne" be- hauptet, in der KPD. sei die Bedeutung der Frage, welche Mit- glieder im Parlainentzu arbeiten haben, so gering, daß das ZK. nicht die geringste Deranlassung habe, sich gegen- wärt ig mit irgendwelchen Kandidatursragen zu befassen. Daß du die Nase im Gesicht behältst! Schon seil Monaten denkt keiner der jetzigen Größen der Partei im Ernst an etwas anderes als an die Mandate, ganz zu schweigen van den traurigen Gestalten im Reichstag und Landtag selbst und von den Rechten, die Tag und Nacht darüber grübeln, wie sie entweder Abgeordnete bleiben oder werden könncii. Das Sekretariat des ZK.(Oberschieber: Ewcrt, Dietrich, Dengel) hat bereits vor mehreren Wochen eine Bor» schlagsliste von Kandidaten für sichere Mandate ausgearbeitet, die insgeheim den Bezirken zur Stellung- nähme übersandt wurde. Diese List« enthielt noch nichreve inter- essante Vorschläge, z. B. für Berlin Ewert(der seit Jahren nach einem Mandat giepert), Dietrich, Pieck, Pfeiffer, für Hall« neben Koenen den jetzigen Sekretär Schröder, für Leipzig Georg Schumann, für Baden den tapferen S t ö ck« r, für Chemnitz Schneller und Minister a. D. ch e ck e r t(nicht mehr den„ver- dächtigen" Paul Bertz), für chmnburg Thälmann— Waither, für Schleswig.cholstein Paul Fröhlich usw. Die preußisch« Landtagsliste sieht eine SOprozentige Ausschlssung der jetzigen ZK. getreuen Abgeordneten und ihre Ersetzung durch Pol- s e k r e t ä r e und„Spezialisten" vor. Das Geraufe ist in vollem Gange. Schon im Dezember wußten die KPD.-Parlamentarier von dkeser Liste. Jeder Eingeweihte in der Partei weiß von dieser Liste, jeder Eingeweihte auch von der Wut der alten Rechten, die sich beleidigt fühlen, weil nach ihrer Meinung zuviel mit dem„Ludergeruch" der Ruth-Fischer-Zentral« behafteten T h ä l m a n n i st« n und zu Der weise Richter. Von Heinz SiSgruber. Es war einmal ein Mann, dem es sehr schlecht ging. Er lies i.as einer Fabrik in die andere auf seiner Suche nach Arbeit und Brot. Aber überall wurde er abgewiesen. Als er es eines Tages var Hunger nicht mehr aushielt, ging er in einen Laden, in dem viele Leute standen, und stahl, obgleich sich sein Gemüt dagegen sträubte, eine Wurst, verbarg sie unter seinem Kittel und wollte nach Hause laufen. Aber während er die Wurst an seinen verhungerten Magen drückte und über die Türschwelle trat, nahm ihn ein Mann in ilniforin beim Kragen und schleppte ihn vors Gericht. Der Richter war ein kluger Mann und ein gerechter Mann. Ein kluger Mann: denn er kannte das Leben. Und ein gerechter Mann: ei schätzte den Buchstaben des Gesetzes gering, hingegen über alles seinen Sinn und das Mcnfchenrecht. Er prüft? den Fall genau, stellte fest, daß der Mann Hunger, aber nichts zu essen hatte, ließ ihm zu essen geben und fällte dann das Urteil. Und dieses Urteil lautete: dieser Mann hat ein Mitglied der menschlichen Gesellschaft bestohlen. Er hat es nicht getan, um sich unmäßig zu bereichern, sondern weil er Hunger I)otte und in Not war. Er hat sein allen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft zustehendes Recht auf Leben in Anspruch genommen. Er ist nicht strafbar, sondern hilfsbedürftig. Hingegen hat die menschlich« Gesell- schaft ihre Pflichten verletzt, jedem ihrer Mitglieder dieses Recht auf Leben zu gewahren. Die Gesellschaft wird daher verurteilt, diesem Manne sofort menschenwürdigen Lebensunterhalt zu gewähren und ihm Arbeit und Verdienst zu verschaffen. Dem Wursthändler ist seine Wurst zurückzugeben. Das Urteil tritt sofort rn Kraft. Zur selben Zeit stand im selben Lande eln anderer Mann vor dem Richter. Der Mann war sehr reich; er besaß große Fabriken und viel Macht im Wirlfchastslcben des Landes. Er war angeklagt, feinen Einfluß mit Erfolg daraus verwendet zu liaben, den Preis lelxnswichliger Waren ohne volkswlrtschastliche Notwendigkeit am Sinken zu verhindern und sogar noch zu steigern, so daß das Aer. mögen der Bevölkerung geschmälert wurde. Die Anklage lautete ans schweren Diebstahl. Der Richter war ein kluger Mann und ein ger:chler Mann. Em kluger Mann: dem, er kannte das Leben. Und ein gerechter Mann: er jchägte den Buchslaben des Gesetzes gering, hingegen über alles den Sinn des Gesetzes und das Menschenrecht. Er prüfte den Fall genau, stellte fest, daß der Mann überreichlich zu essen hatte, und fällte dann das Urteil. llnd dieses Urteil lautete: dieser Mann hat die nienschlichc Gesell- schaft schwer bestahlen. Er hat es nicht getan, um sich sattesten zu können, er tot es nicht aus Slot. Auch nicht, um seine Fabriken etwa im Interesse des zahlreicher gewordenen Volkes vergrößern zu können; denn denn hätte er das Boll, das die Opfer vringe» müßte, zuerst befragen müssen. Er hat es getan, um sich zu be- reichern und zu unrechtmäßiger Macht zu gelangen. Er hat das Recht von Millionen Menschen aus Rechtmäßige Nutznießung ihres Arbeitseinkommens eingeschränkt und verletzt. Deshalb wird ihm das Versügimgsrecht über seinen Besitz an Produktionsmitteln ent- zogen und diese der Gesellschaft zur Nutznießung und Kontrolle über- antworlet. Das Urteil tritt sofort in Kraft. Diese Richter sind später die höchsten und angesehensten Justiz- beaniten ihres Landes geworden. Aber zu der Zeit, da sie so hohe Aemter bekleideten, kamen Diebstähle in diesem Lande überhaupt nicht vor. Eine Ausstellung amerikanischer Regerkunst. Während die Kunst der afrikanischen Neger in neuester Zeit vielfach gewürdigt und auch in Zlusstcllungcn öfters vorgesllhrt worden ist, findet jetzt zum erstenmal eine umfassende Ueberschau über die künstlerischen Leistungen der amerikanischen Neger statt. Diese Ausstellung, die von den maßgebenden Körperschaften der Stadt Ehitago veranstaltet wird, umsaht Werke der bildenden Kunst, der Literatur und der Musik und ist von einer„Negerkunstwoche" begleitet, in der durch Vorträge und Vorführungen auf die Bedeutung der Negerkunst hin- gewiesen wird. Eine Abteilung der primitioen Negertunst dient zum Vergleich mit der modernen, in der 11 Negermaler eine große Anzahl van Gemälden zeigen. Auch moderne Radierungen, Holzschnitte, Plakate, Zeichnungen und kunstgewerbliäie Arbeiten von Negern sind zü sehen. Die literarische Abteilung bietet einen Ueberblick über die schriftstellerischen Leistungen der anierikanisckzen Neger von dem ersten Gedichtbuch einer Negcrdichterin, der Dienstmagd Phyllis Whcatley, das 1773 in London erschien, bis zu den Büchern des süngsten Negerdichters Langstan Hughes. Die musitalisch? Begabung der Neger zeigt sich in ibren eigenartigen Instrumenten und Koni- Positionen. Auch zahlreiche Negerzeitungen und Negerzcitschriftrn sind zusammengebracht. Der Streit um die Funde von Glozel. Der Streit uni die Aus- grabungen von Glozel ist infolge des ablehnenden Berichtes de-- internationalen Unterstichnngskommission erst recht entbrannt. Im Collctrc de Franc« tritt der Archäologe Professor Loth in Vor- lestingen. die bereits zu Kundgebungen von Studenten gesührt haben, für die Echtheit der Funde ein, und nunmehr werden sich auch die Gerichte mit dem Fall beschästigen. Di? Besitzer des Grund- stückes, auf dem die Funde gemacht wurden, Großoater und Enkel Fradin, gegen die von oerfchiedenen Seiten der Vorwurf der Fäl- schling erhoben wurde, sind in Paris eingetroffen, nm gegen ihre Angreifer ans Verleuindung zu klagen. Zolin» Bad spricht am Tvnntng, dem l.'i. sZamiar. 20 Uhr, im Bürger» saal de 3 RalbamrS, in der von der Voltebtibiie veranstalielcn PoriragS- reihe: lLrundthemcn de? ioztalcn Dramas über die„B ü r g e r k o m ö d i e." kunsichionlt. Paul Eassierer eröfinet ieine u a n Gogh- Ausstellung am Sonnlag, dem td. Januar, vramittags lv Uhr. Tie Ausstellung wird SO Gemäidc des Künsllei» aus dem Besitz der Familie vau Gogh sowie aus dculschem Privalbesitz umfassen. hordy» Beiietzvog la weiimintftee. Der veriiorbene berüdmte englische Romanschriftsteller Thomas Hardy wird am Blontaz feierlich in der Setz» minister abtri beigesetzt werden, wenig alie Brandlerioner in den Reichstag kommen sollen, Thälmonn selbst ist bei diesen Intrigen in seinem Element! Eifrig schiebt uwd wispert cr mit seiner engeren Clique. Eifrig ist er bemuht, überall seinen Leuten,'d«rcn vollendete Unfähigkeit von den Rechten vollkommen richtig betont wird. Mandätchcn zu verslhoffe». Im übrigen ist aber der Artikel der„Roten Fahne" ein glattes Eingeständnis der Kandidatur Brandler." Daher die Sorge um die sozialdemokratischen Mandate? Kleines Ablenkungsmanöver, um zu verdecken, daß sich die Zentralebureaukratie auf die Mandate stürzt wie die Geier auf die Beute? Ach nein, in ihrer Gier glauben die Herr- schaften, sie müßten sich auch gleich noch unsere Köpfe mit zerbrechen. „Ich lese keine Zeitung.. Groteske im Dokumentenfälscherprozeß. Die heutig« Sitzung des Dokumentsnfälscherprozesses begann rnii einer Groteske. Schreck weigerte sich, überhaupt noch auszusagen, da er in der Presse„unglaublich behandelt" werde. Ermahnungen des Vorsitzenden: Jeder Staatsbürger unterliegt der öffentlichen Kritik. Viele Profi- de n teil, die auf diesem Platz, auf dem ich hier sitze, gei essen haben, mußten sich noch ganz andere Sachen sagen lassen als Sie. Auseinandersetzungen über die Bedeutung der öffentlichen Meinung und der Presse möchte ich hier im Imeresie der Unab- höngigkeit des Gerichts und der Presse vennciden. 3ch siir meiner Person lese während einer solchen Verhandlung überhaupt keine Zeitung, was keinen Vorwurf gegen die Presse bedeutet. Ich bleibe in diesen Dingen ruhig und unabhängig und bewahre mir meinen Frieden. Bie stehen hier unier einer Anklage, die nicht ganz einfach ist. Sie müssen an der Feststellung des Sachverhalts mitwirken. Angeklagter Schreck: Sic können mir nickt verdenken, daß ich nichts mehr sagen will und daß ich dabei bleib«.(Erregt und mit der Faust auf seine Akten schlagend): Zch werde ganz unglaublich in der Presse heruntergemacht. Vors.: Wenn Sie glauben, daß man Sie beleidigt hat, dann können Sie eventuell das betreffende Blatt wegen Beleidigung verklagen. Ein Angeklagter ist ja nicht vogelfrei. Schreck betonte dann in der weitercn Ber- bandlimg, daß alle Unterschristen unter sänittichen Dokumenten ohne Ausnahme von ihm selbst stammten. Es folgt«in Kreuzverhör über einen gefälschten Brief, den Schreck im Geiäirgnis unter dem Deck- namen des großen Unbckoimten Klier an eine Adresse gerichtet hat, die sich mri der polnischen Gesandtschaft deckt. Darin wurden 100 Mark für den Verteidiger vertanot. Eine finstere Spekulation. Oer Faschismus jongliert mit deutfch-französischer Feindschaft Rom, 13. Januar. In einem Leitartikel des„Secala" wird Frankreich gegenüber der Beweis zu führen versucht, daß Italien Frankreich eine Reihe bedeutender Zugeständnisse machen könnt«, wenn Frankreich sich dazu verstehen würde, Italien Konzessionen zu machen. So könnte, so heißt es in dem Arttkel, Italien verhindern, daß der Völkerbund sich mit der Neuordnung der Mandatsfrage befasse, wodurch Deittschland verhindert würde, gleichfalls koloniale Forderungen an Frankreich z» stellen Italien könnte sich ferner gegenüber Frank- reich-verpflichten, mit ihm zusammen den Anschluß und einen etwaigen Zollverein zwischen Oesterreich und Deutschland zu verhindern. Wenn Frankreich serner Italien die Vorherrschaft im östlichen Mittelmeer zugestehen würde, so würde Italien.Frank- reich die Borherrschair im westlichen Mittelmeer überlassen. Rech mehr könnte Italien Frankreich dadurch bieten, daß es die Garantie übernähme, daß sranzosische Truppen im Kriegssoll unbehelligt aus Nordafrika nach Frankreich gebracht werden könnten. Auch in der Frage der Sicherheit Frankreichs könnte Italien ganz onoers als der Loeorno-Pakk Frankreich Sicherheit gegen deutsche Gefahr bieten. Wenn aber Frankreich mit seiner jetzigen Nodelstichpoliiik gegen Italien fortfahre, könnte Italien im Kriegsfall eine andere Haltung einnehmen wie 1914 und Frankreich zwingen, große Kräfte an der italienischen A l p e n g r e n z e zu lassen. « „Manon." (Städtische Oper.) Jules Massen et, kein Großer der Musik, hätt seinen bleibenden Platz in der neu.'ren Operngeschichte. Jahrzehntelang hat er als fruchtbarer, erfolgreicher Komponist im französischen Operniheoter eine herrschende Rolle gespielt und der Einfluß, den er auf die Produktion ausgeübt hat, ist über Frankreich hinaus. über Pueetni bis in die Ansänge Strawinskis zu verfolgen. Kein großer, doch ein Musiker von persönlichem Profil. Alles Starke, Tiefe, Aufwühlende ist seinem Wesen fremd, das Unechte ist es nicht. Er ist Theatraliker. Kunstler der Oberfläche und der Wirkung; dach nicht der groben Wirkung in dieser„Manon", die als s'in gewiß bestes Wert noch nach vierzig Iahren besteht. Hier ist er ganz der Musiker des.seinen Tons", er pflegt ihn als Spezialität, mit unlehl- barem Instinkt und geschultem Geschmack(und als sicherer Könner, selbstverständlich)! dein Wunder, daß er für die„gute Gesellschofl", für das mondäne Publikum, für die elegante Opernwelt ion.m- gebend werden tonnte. ..Manon" konnte, mußte Massenets bestes, jedenfalls fein per- fönlichstes Werk werden, dank der Anregung, die er hier aus dem Stoff, dem berühmten Liebesroman des Abbe Prevost empfing. Es gibt ein paar wahrhast glückliche Eingebungen in dieser Parti- tur, man glaubt, etwas von der Atmosphäre des Pariser Rokoko darin zu spüren. Womit freilich gesagt ist, daß die Sache un? heule herzlich wenig angeht. So wenig jedenialls, daß wir nicht viel irogen, ob die Manon der Maria Ivogün sich mit dem Bild Massenets(und seiner geschickten Librettisten: Meilhae und Gill?) durchaus deckt. Denn was sie, die Gelegenheit einer ungewöhnlich dankbaren Rolls nützend, an Menschlichem und Gesanglichem bietet, ist so außerordentlich, daß sehr begreiflicherweise dos Berliner Publikum bezaubert und hingerissen ist. Hingerissen nicht minder von Karl Martin Oe hinan, der, liebender Chevalier fünf Alte lang, mehr verführt als Verführer, verführerisch aussieht und blendend singt. Georg S e b a st i a n tut als Dirigent, was in seinen»nqestüm wtichjeiiden Kräften steht. Die Szene, von Franz Ludwig H ä r t h mit souveräner Sachkenntnis betreut, bietet für sarbenstilistische und farbensymbvlistifche Persuche keinen zwingenden Anlaß: ober Emil P r e e t o r i u s'. des Miinchener Gastes, sehenswerte Bühnenbilder tragen nicht wenig zum Eindruck der?luf. sührung bei und zu dem großen Erfolg, den die Städtische Oper zu buchen hat. Zu einem sErfotg freilich, der nicht dazu beiträgt, ihren bisherigen künstlerischen Kurs zu befestigen. Klaus Pringsheiin. Die Sahara-Eii-ndada wild gebaal. Der Plan, quer durch die Söiiite Sabal a einen Schien enfiranz zu legen, ilt nach dreltzig Iadren währenden Srörterungen und Vorstudien jetzl der Verwirttichnng nadezerüikt. nachdem er die Billigung des sranzolischen Kabinetts gesunden bat. Alle an der Aussübrung beteiligte» cküinisterien baden bereits dem Eniwuft zugeilimmt. Roch in der lau'enden Tagung»all dem iranzöiifchen Parlament ein«eie» zur Etnberuiuug eines Ausschusses oorzelegt werden, der die Sinzelheiteft iet Plaues beraten s-E. Der Schwindel in Von der Oire In der großen Bctnlgscmgelcgcnhcit bei den Lcunawerkcn wird die geri6->lichc Untersuchung mit allen Mitteln gefördert. Sie richtet sich nicht nur gegen ehemalige lJlngestcllte der Werke, sondern auch gegen eine Reihe van Geschäftsleuten, die mit den Leunowcrkcn Verbindungen hatten. Die Direktion der Leunawcrke verbreitet zu der Angelegenheit rolgend« Erklärung: „An der Anschuldigung gegen das Mitglied unserer juristischen Abteilung ist kein wahres Wort. Richtig ist, daß Herr yrokurisl Obcringenieur Schönberger, der nicht zur Direktion gehört, vor mehreren Wochen gekündigt hat. Gegen Herrn Schönberger ist in den legten Togen vom Untersuchungsrichter die Untersuchung auch aus den Fall S6)önfcld ausgedehnt worden." Dr. Poller soll nun gebeten worden sein,.zur Berichterstattung über die Bersehlungen Schönbergers zur Generoldirektion nach Lud- wigshoien zu kämme». Die Verluste, die den Leunaiverken durch die Machenschaften Schönfelds entstanden find, blieben, wie die Direktion behauptet, weit hinter den in der Oeffentlichkeit verschiedentlich ge- nannten Beträgen zurück und erreichten die Summe von 1 Million Mark nicht, zumal man sich an den Besitztümern Schönfelds schadlos halten könne. Im ganzen also bestätigt die Direktion der Leunawerke die von uns gestern mitgeteilten Betrügereien. Sie bestätigt auch, daß einer ihrer ersten Angestellten in dieser Angelegenheit stark verwickelt ist. Brüder Sprit-Weber im Streit. Bor dem Zivilgcricht des Landgerichts II fand gestern ein Pro- zeß statt, der als Austakt für die am 17. Januar beginnend« Be- rusungsverhandlung im großen Spritwcber- Oie Beisehung der Explosionsopser. Der letzte Weg der Familie Scheithauer. Auf dem Sophicnfriedhof in der Bergstraße fand gestern unter stärkster Beteiligung die Beisetzung des bei der Katastrophe in der Landsberger Alle« umgekommenen Genossen Gastwirt Tcheithaucr, seiner Ehefrau und ihres achtjährigen Töchter- chans Gerda statt. Die Menschenmenge, die sich eingefunden hotte, zählte nach vielen Tausenden. Die Parteiabteilung, der Schcithauer angehörte, war neben zahlreichen anderen Verbänden und Per- einigungen vertreten. Auch die Stadt Berlin ließ an den Särgen cincn Kranz mit weißrote» Schlössen niederlegen. Erschütternd . war der Anblick des jüngsten Kindes der Familie Scheit- baue?, dos nur durch einen Zufall vom Tode gerettet wurde und so jählings Eltern und Schwcstcräicn verloren hatte. Poch einer Bede des Pfarrers Pitsch schlössen Orgelspicl und Chorgesang die Feier. � Zur gleichen Stund« wurde auf dem St.-Georgen-Frtedhos in der Landsberger Allee das Ehepaar Kühne mit seinem Sohn, die in dem von dem Unglück betrossenen Haus« ein Zigarrcngesästiit iune hatten, bestattet. Auf dem Friedhof in Friedrichsfeldc wurde om Nachmittag Frau Pesch, die ebensalls den Tod(xü dem Un- pliick fand, beerdigt. Heute»üitog findet aus dem St.-Georgen- firiedhof in der Landsberger Allee die Beisetzung der.Eheleute Lnrey mit ihren beiden K i»der n statt-.- Die übrigen Opfer x werden Man tag nachmittag ach dem Fricdhss in Fr i e- drichsfeldc bestattet._ Das Todesurteil an Böttcher vollstreckt. Braun und Grzesinski gegen die Hinrichtung. Heute morgen um 7.40 Uhr ist der zum Tode verurteilte Karl Böttcher aus dem Hos der Slrasonslatt Plötzensee durch den zuständigen Scharfrichter hingerichtet worden. Karl Böttcher war bekanntlich vom Schwurgericht des Land- oerichts III om 2. Juti 1927 wegen Mordes in zwei Fallen, begangen om 8. Juli 1925 an der kleinen Senta E ck o r d t und am 7. Mm 1926 an der Grasin Lambsdors zweimal zum Tade ver- urteilt. Bis zur letzten Stunde haben die Verteidiger Böttchers Rettungsversuche unternommen. Die Anwälte Dr. Brandl und Mendel ersuchten um eine Hinaus, zögcrung des Verfahrens mit der Begründung, daß Böttcher geisteskrank sei. Die Strafkammer beim Landgericht III tagte gestern bis gegen 9 Uhr abends und kam dann zu einer Verwerfung der Anträge beider Rechtsanwälte, die sich mit dem Beschluß nicht begnügten, sondern sofort als zweite Instanz die zuständige Strafkammer anriefen, die bis gegen Mitternacht tagte. Als auch die Stroskammcr alle Anträge o b- lehnte, wandte sich die Verteidigung an das K a m ni e r g e r i ch t. dos als höchste Instanz hier eine Entscheidung fällen sollte. Es mar. da die Hinrichtung auf heute morgen angesetzt war, nicht ganz lejchr. noch in den späten Nachtstunde» den zuständigen Senat des Kommcrgerichtes zusammeirzubekommen. da die Mitglieder buch- näblich aus den Betten geholt werde» mußten. Gegen Ubr irüh kam der Senat ebenfalls zu der Erkenntnis, daß durch- sehlag-nde Gründe für einen Aufschub der Hinrichtung oder für eine Wiederausnahme des gesamten Verfahrens nicht gegeben feien. Dieses Urteil wurde dam, gegen b Uhr morgens bekannt und als rechtsgültig erklärt. Das preußische Staatsministerium hatte von seinem B e g n a- digungsrecht gegenüber Böttcher keinen Gebraiicl, gemacht, es hotte auch wegen der Taten nicht, wie das sonst zu geschehen pslcgt, das von den Verteidigern eingcreichfe Begnadigungsgesuch on den zuständigen Ausschuß des Landtags oder an den Reichs- Präsidenten gesandt. Hierzu wird bekannt, daß der preußische MI- nistcrpräsident Braun au» seiner grundsätzliche» Aussassung heraus nicht für die Hinrichtung stimmte. Der preußische Innenminister V rz e s i n S t i ist bereits seil mehreren Tagen von Berlin abwesend! auch er hätte im Falle der Slnwcscnheit ebenfalls aus prinzipiellen Gründen der Hinrichtung seine Zustimmung nicht g e- geben. Wiederholt haben wir uns über den Fall Böttcher geäußert und unserer Ansicht Zlusdruck gegeben, daß aus prinzipiellen Gründen die Hinrichtung unter keinen Umständen stattfinden darse. Diese Stellungnahme hat mit Antipathie oder Sympathie, mit Mitleid oder Abscheu gegenüber Böttcher nicht das ge- riiigstc zu tun. Hosscntlich ist diese Hinrichtung die letzte ge- wcsen, die im rcpnblikanischen Preußen stattgefunden hat. Hinrichiungen in New tzork. New Jork, 1Z. Januar. Im S i n g- S i n g- G e s ä n g n I e ist gestern abend 11 Uhr Frau Ruth Snyder wegrn derErmordung ihres Mannes hingerichtet worden. Nach ihr wurde ihr Mithelfer Gray hingerichtet. Der Mordprozeß hatte in der amerikanischen Oesscntlichkcit großes Aufsehen erregt.— Die Hinrichtung der Frau Ruth Snyder zusammen mit der des Haitdlungsreiscnien Judd.Gray mochte einen tiessj, Eindruck, da seit der Einführung des elektrischen Stahls im Staate New Jork gegenüber 270 Männern bisher den Leunawerken tion bestätigt! Prozeß zu betrachten ist. Es befehdeten sich die drei Brüder Spritweber! Heinrich und Zldolf Weber klagten gegen Hermann. Dos Fi- nonzamt hatte nach Einleitung des Strafverfahrens die Vermögens- werte oller drei Weber beschlagnahmt, bis das Urteil in der ersten Instanz gesprochen war. Dann verlangte Hermann aber die Herausgabe des beschlagnahmten Gutes und erreichte auch tatsächlich, daß das Landessinanzamt ihm etwa 4 Millionen zurück- erstattete, und zwar neben Wohnhäusern die Werte der von den drei Brüdern ausgezogenen Grundstücks-Aktiengesellschast. Das Fi- nanzamt gab damals die Werte heraus auf das Versprechen Hermann Webers hin, er werde aus den vier Millionen auch die Ansprüche seiner beiden Brüder befriedigen. In der Tat einigten sich die drei Weber, daß Hermann den beiden nudern 300000 Mark auszahlen sollte. Er verpflichtete sich dazu schrist- lich, legte aber ausdrücklich fest, daß die Sicherheiten für diesen Be- trag und die Auszahlung des Geldes selbst d u.r ch die Grund- st ü ck s- A.- G. erfolgen sollte. Spater pochte jedoch Hermann ans seinen Vertrag, nach dem die G r u n d st ü ck s g c s e l l s ch a f t die Auszahlung leisten sollte und erklärte, daß dkbse nicht in der Lage sei, zu zahlen. Nach heftigen Auseinandersetzungen verklagten Heinrich und Adolf nun Hermann. Da der Bertrag außerordentlich geschickt geniacht war und die Grundstücksaktiengesellschast in der Tot über die Summen zurzeit nicht verfügt, wurde vom Gericht ein Sühne- t e r m i n angesetzt, in dem die drei Brüder sich in Güte auseinander- setzen sollen. Heinrich und Adolf Weber haben jedoch die Aorsicht besessen, inzwischen bereits das Landessinanzamt auf Zah- lung der Summen zu verklagen, mit der Motivierung, daß die Ab- machung zwischen dem Finanzamt und Hermann Weber ohne ihr Einverständnis und ihre Zustimmung getätigt sei. nur 2 Frauen hingerichtet worden sind. Seit einem Vierteljohrhundert wurden wegen Mordes verurteilte Frauen stets begnadigt. Die Brutalität und Berechnung dieses Gattenmordes. der nach Lebensversi6)«rung?abschlüssen von annähernd 100 000 Dollar begongen wurde, lieh jedoch wenig Sympathien aufkommen. Die Sensationspresie nahm diese Gelegenheit zum Anlaß, um die bevor- stehende Hinrichtung einer Frau in allen Einzelheiten auszumalen. wobei auch die Beröifentlichung verzweifelter Selbftbetrochtungen der verurteilten Frau Snyder eine Rolle spielten, die aus Sing-Sing herausgeschmuggelt sein sollen. Die ernsteren Blätter nahmen hier- gegen energisch Stellung. Teufel Alkohol. Mordversuch an der Ehefrau. Nach einem Mordanschlag aus seine Ehefrau wurde ei» 2ä Jahre alter Arbeiter Arthur Hein aus der Franz-Körner-Straße 24 zu Britz sestgenommen. Hein, der mit seiner 27 Jahre alten Fron Elise noch nicht lange verheiratet ist, kam öfter angetrunken nach Hause, so auch gestern abend wieder. Darüber kam es zum Streit. Hein griff seine Frau tätlich an und warf ihr ein Brot ins Gesicht- Als sie sich wehrte, nahm er ein Küchen», ejser und drang mit dem Rufe:„Ich schneide dir den H ä'l s ab!" auf sie ein. Er brachte ihr auch zwei Sck)vstt« bei, die ober infolge ihrer Abwehr nicht gefährlich wurden. Als die Frau trotzdem zusammenbrach, glaubte er, sie g e t ö t e t z u haben, ergriff die Flucht und fuhr mit einer Kraftdroschke noch Berlin hinein. In der Münzstroße ließ er plötzlich holten. Der Chouiseur. dem seine Amregung schon ausgefallen war. fragte ihn, was denn vorgekommen sei. Als Hein erwiderte, er habe an seiner Frau eine Bluttat begangen, lieh der Ehausfeur ihn von einem Schupobeamten des 7. Reviers festnehmen. Hein räumte den Anschlag ein und wurde der Knimnalpolizei zugeführt. Die. Frau war unterdessen aus der Rettungsstelle verbunden worden und hatte auf. dem 2l8. Rwier Anzeige erstattet. Sie konnte nach Hause entlassen werde». lieber Lalkanpolilik und der Friede Europas spricht aus Ber- anlasiung der päneuropäischen Union Dr. I. R. Keim am Freitag, 20 Uhr, im Bankettsaal des Rheingold(Potsdamer Platz). „Volk und Zeil", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt ver heutigen Postauslage bei. Schweres Explosionsunglück in Japan. LS Arbeiter getötet. Zu K u r u m e in Zapan hat sich nach einer Meldung aus Tokio eine furchtbare Explosion in einem Fabrikgebäude ereignet. Dabei sind IS Arbeiter umgekommen und zahlreiche Personen verletzt worden. Verheerende Zluiwelle in Brasilien. 60t1O Menschen obdachloei! Aus Rio de Janeiro wird gemeldet, daß Arrasanohy im Staate Minis durch ein riesigcFlutwclle vollkommen ver- nichtet wurde. Das Masser soll om Donnerstag 10 Meter hoch in d,n Spaßen gestanden haben. Angeblich sind durch die Katastrophe 0000 Menschen obdachlos geworden. Arbeitskämpfe in Amerika. Polizei schießt aus Demonstranten.- 6 Tote. Etwa 7Z0 streikende Bergleute in Denver(Kalisornien), da i unter zahlreiche Frauen, wollten sich zu Berhandlungen zu dem Zlmtsgobüude von Da Isenburg begeben und eine Abordnung enlsend-cn. Lac dem Gebäude wurde» die Demonstranten jedoch von einem Polizeiaufgebot mit Maschinengewehren aufgelsalie» Die Polizei seuertc auf die Menge, wobei sechs Personen gelölet und vier verwundet wurden. Die Demonstranten zogen sich flucht- ortig nach einem Bersammlungclatal und in die umliegenden Häuser zurück. Wie behauptet wird, sollen die Sircikendcn ans den Hau- fern auf die Polizei geschoiien habe». Darauf wurde die ganze Gegend von der Polizei umstellt, die Verstärkungen von außerhalb angesordcrt hat._ Chamberlins neuer Rekordversuch. New Port. 13. Januar. Elarence Chamberlin, der gestern vormittag erneut g e- startet ist, um den deutschen Weltrekord im Douerslug zu brechen, befand sich heut« morgen noch immer in der Luft. Verständigungsversuche. Auch in Holland Anwandlung von Vernunft. Aehnlich wie die englischen Arbeitgeber Hot jetzt auch der niederländische Arbeltgebervcrband an den niederländischen Gewerkschastebund ein Schreiben gerichtet und ihn zu einer engeren Zusammenarbeit aufgefordert. Der Vorsitzende und ber Schriftführer des niederländischen Gewerkschtfls- bundes wurden zu diesen, Zwecke glcickizeilig zu einer gemein- jamen Besprechung eingeladen, an der auch der römisch. katholische Arbeilerverband und der christlich. nationale Gewerks chastsbund teilnehme» sollen. Der niederländische Gewerkschailsbund beschloß, dieser Einladung F o l g e z u l e i st e n. Die erste Sitzung dürfte in der ersten Februarhälkle stattfinden. Dkse Per suche der Unternehmer, mit den Gewerkschaften sich auseinanderzusetzen, führen unwillkürlich zu der Frage:„SB i e st c h t es damit in Deutschland?" Auch jn Deutschland strecken die Unternehmer von. Zeit zu Zeit Fühler aus noch einer Wiederherstellung der Zentral- a r b« i t s g e m e i n f ch a f t. Die Unternehmer denken sich eine solche Jcntrolorbeitsgemeinschaft so. daß die Gewerkschaften sich den.,wirtsck>:stlichen Notwendigkeiten" nicht verschließen dürfen. Unter dieser Boraussetzung sind auch die Unternehmer bereit,„grund- sätzliche" Zugeständnisse zu machen, deren praktische Ber- w i r k l i ch u n g allerdings abhängig gemacht wird von den besagten ..wirtschosiliche» Notwendigkeiten". Der Unterschied zwischen der Geistesverfassung der deutschen und der englischen Unternehmer tritt besonders bei de» gegen- wärtigen SZerhandlungen deutlich hervor. In England ist die gegen- wärtige Situation in vieler Beziehung vergleichbar mit der i» Deutschland um die Jahreswende 1925/26. Damals begann die Rationalisierung, damit die riesige Arbeitslosigkeit und der Loh»druck. Es fiel den deutschen Unternehmern gar nicht ein, zu den Gewerkschaften zu gehen und— wie das die englische» Unternehmer tun— zu sagen:„Wir müssen ratianali- sieren. Wir wollen das ober gemeinsam mit der Arbeiterschaft machen. Wir wollen bei der Umstellung auch die Interessen der Arbeiter berücksichtigen und möchten inst euch einen Weg finden, um die SZerantwortung und den Anteil der'Arbeiter im Produktions- Prozeß sicherzustellen." Die deutschen Unternehmer hatte» nur den«neu Gedanken: Rationalisierung auf Kosten der Arbeiterschaft. Darüber hinaus versuchten sie, die Rationalisierungskrise noch aus- zunutzen zu Lohndrückereien und— durch Massenaussperrungen— zur Ausschaltung der Gewerkschaften. Wie die deutschen Unternehmer in ihren maßgebenden Per-. tretungen reaktionär besessen sind, dafür bietet die Ein- f ü h r u n g des D r o i s ch i ch t e n s y st e», z in der Schwerindustrie ein drastisches Beispiel. Slichts weniger als die Stillegung der gesamten Industrie des Ruhrgebiels drohten die Unternehmer an, weil einige tausend Schwerarbeiter wieder den Achtstundentag erholten sollten. Und die gesamte weiterverorbeitend.: Metallindustrie des Ruhrgebiets ließ sich von den Direktoren und Syndizi der Schwerindustrie ins Schlepptau nehmen. Oder sollen wir on die A» s s p e r r u n g in d e r Z i g a r r e n- industri« erinnern? Unternehmer, die ihr« Arbeiter und?lr- bsitcrinncn bei umnenschlichen Hungcrlöhnen ausbeuten, sperren diese verelsndeten Arbeiter aus, weil irgendwo andere Arbeiter Lohmorderungen gestellt hatten. In England sind die Gewerkschasten insolge der Niederlage un Bergarb-citcrstreik in einer gewissen Depression. In Deutsch- l a n d würden die Unternehmer dies« Depression ausnutzen, um mag- liehst viele sozial« Errungenschaften zu beseitigen. Die englischen Unternehmer sehen aber voraus, daß nach einer Depression ein ?I u f st i e g zu erfolgen pflegt. Sie sagen sich alio. daß es klüger ist, jetzt schon durch Konzessionen sich zu verständigen, pls durch Kämpfe sich diese Konzessionen abzwingen zu lassen. Die englischen Unternehmer sind Kapitalisten, die aus ihren Profit sehen, genau so wie ihre deutschen Kollegen. Sie haben vor diesen aber die Klugheit voraus, die man im G e b r a u ch d e r Demokratie erwirbt. Oer erste Eindruck in London. London. 13. Januar. Das Hauptthema der Bläiter bildet die gestern begonnene Jndustriesriedenstonferenz zwischen Vertretern der Arbeitgeber und dem Generalrot des Gewerkschaitskongresjes. Die Blätter äußern sich o p t i m i st i s ch. Sie heben hervor, daß die gestern anwesenden Unternehmer ein Kapital von einer Milliarde Piimd vertreten, während die beteiligten Gewcrkschastslührcr 4 396 066 Arbeiter hinter sich haben. Der Vorsitzende Sir'Alfred Mond schlua in seiner Eröftnungsredc die gemeinsame Erörteruna neuer industrieller Methoden und industriellen Zusammenschlusses vor sowie die Erörterung des Problems der Vermehrung der Ar- b« i t s l o s i g k e i t durch neue Ers in düngen, der Pen- s i o n e n, der Wohnungsfrage, W o h l i a h r t und dex A r- b e i t s l o s e n v« r s i ch« r u n g, der industriellen Erziehung und der Vermeidung van I n d u st r i e t r i s e n. Zur Prüfung dieser Fragen wurde ein Ausschuß van Unternehmern ek» »annt: die Gewerkschaftsführer � erklärten sich bereit, einen ähnlichen Zlusschuß zu ernennen.' Verhandlungen für die Vehördenangestellten. Die Einigungsverhoudlungen zwischen den Angcstelltengewerk- schasten und dem Rcichsfinon,zministeriun, bezüglich der Angleichung der Bezüge der Behördenangestellten an die Reichsbesoldungsord- nung habe» bekanntlich zu keiner Einigung geführt, so daß in ein Schlichtungsveriähren eingetreten werden mußte. Es ist nunmehr vom Reichsarbeitsminister Prof. Dr. v. Möllen darf als Schlich- ter bestellt worden, der mehrere Jahre Leiter des Paritätischen?lus- schusses gewesen ist. Die Schlichtungsverhandlungen werden jedoch nicht vor Ansang Februar beginnen, da Dr. v.'Möllendors sich zurzeit in Gens befindet. Iubilarfeier der Handelsarbeiter. Die Sektion I des Deutschen Verkehrsbundes(Hondctsarbeiter) veranstaltete am Sonntag im Saulbau Friedrichshain zu Ehren ihrer Jubilare eine Feier, die einen sehr guten Verlaus nahm. Außex den 110 Mitgliedern, die bis Ende 1927 aus eine 2 3 jährige Orga- n i j o t i o» s z n g e h o r i g t e i t zurückblicken konnten, waren von den 334 älteren Jubitaren auch fast alle mit ihren Ange- hörigen und Bekannte» erschienen. Mit einem so starken Besuch hatte anscheinend auch die Settionsleitung nicht gerechnet, so daß zeit- weise in den gesamten Räumen eine beängstigende Fülle herrschte. Trotzdem verlies die Veranstaltung aber in vollster Harmonie. Ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Programm, das»on ersten Kräften Berliner Varietes und Theater bestritten wurde, sorgte siir eine angenehme Unterhaltung der Festteilnehincr und ließ keine Langeweile auskommen. Nach einem Orgelvortrag sowie einigen Gesangsdorbietungen des bekannten E b e r t- M a n z- O u a r t e t t s sprach der Bevoll- mächiigte Genosse O r t m o n n den Juliilaren im Austrage der Organisation den Dank aus für ihre aufapferungsoolle Arbeit, die sie im Interesse der Organijatwn in guten und schlechten Zellen geleistet haben und durch die die Organisation mit auf die ansehnliche Ttärke von kli 000 Mitgliedern am Jahresschluß 1927 gekommen ist. Mit einigen kurzen Worten dankte Genosse Lange für die anerkennenden Worte und versprach im Namen der Jubilare, daß diese weiter an dem Gebäude der Organisation bauen werden. Eine Verlosung von Gebrauchsgegenständen, Büchern usw. beschloß den künstlerischen Teil des Abends, wonach die Erschienenen noch einige Stunden gemütlich beisammen blieben. Lohnstreit im mitteldeutschen Gtraßenbaugewerbe. Der Arbeiigeberoerband für das mitteldeutsch« Steinsetz- und Straß«nbaugcwcrbo hat sich, da die Verhandlungen im mitteldeutschen Vertrag-gebiet des deutschen Straßenbaugewerbes über die Lohnhöl)« im Baujahr 1928 zu keiner Einigung gesührt hoben, um die Verkehrsschavierigkeiten, die ein Mrtfchofts kämpf im Straßen baugewerbe mit sich bringen würde, rechtzeitig aus- zuschließen, an den Reichsarbeitsminisler mit der Bitte um beschleu- nigtes Eingreifen gewandt. Achtung! Topfer? Tie Zentralschlichtungskommission hat in der Sitzung am 11. d. Mts. entschieden, daß der Sockel nach dem Unter- bau zu berechnen ist. Bis zum 11. Januar ist der Sockel nach der Unterkante zu bezahlen. Die durch die Bodenerwärmung fortfrllsn- den Teile dürfen nicht in Abzug gebracht werden. Näheres in der Funktionär- und Bauoertraucnsmännerocr sammlung am 17. Januar, nachmittags 5 Uyr, bei Wollschläger, Adalbertstr. 21, unterer Saal. Kein"Funktionär darf fehlen, da wichtige Beschlüsse zu fassen sind. Deutscher Baugewerksbund. Die Fachgruppenleitnng Freie Sozlallfktsche� Hochschule. Morgen, Sonnabend gbenh, IVi Uhr spricht im Sigungssaale des ehemaligen Herrenhauses. ( Leipziger Straße 3, Genosse Franz Furtwöngler über„Indien und der englischeJmperialismu s" Genosse Furtwöngler | war rem Oktober 1926 bis März 1927 mit einer internationalen ! Texnlarbeiterdelegation in Indien, wo er fast in allen bedeutenden - Industriestädten die Lage der indischen Arbeiterschaft studiert hat. Sein Vortrag wird nicht nur vom politischen, sondern auch vom gewerkschastlichen Standpunkt viel Aufschlußreiches enthalten.(Ein- trittekarten zum Preis« von 50 Pf. an der Abendkasse.) ätermtmortlich für Politik:?r. Curt 6aitt; Wirtschaft:®. (&c:rtcrfi*cfcaf:c-bcn3caiina: 3.®tcincr; Feuilleton: R. H. Döscherz LokaleO und öonstiocs: FriH Rargädt: Zlnzeioen: Td. Stocke, sämtlich in Berlin. Lerlag: Zorwärts-Periag D m b. H.. Berlin Druck: Zormörto-Buchdruckee» und Lerlaosanstalt Paul Einger u Co., Berlin EW 13, Lindenstrag» 3. Klee,» l Begas« j: Am o. Januar varMarb nach Oherstandenem schweren Kranhen- lajor völlig unerwartet unser langjähriges, treues Vorstands- und AusschuBmitgned Max Hansel Die Kasse vertiert In ihm einen Mann von wirklich aufrechtem Charakter, der als der Vertreter der Versicherten stets nur auf deren Wohl bedacht war und sein Amt in treuester Pdichterfüllong verwaltete. Dem Verstorbenen werden Immer ein ehrendes Andenken bewahren Voraland, Ausschufj und.Angestellte der Ortskrankenkasse der Stetndracker and Lithographen iVerKeiirsioHall I der Partei und Gswericräaüsi von WelSsnsec 1 Otto Gallas Bln.�'eifteTsfee,�-:� � ate C. 6. 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Die wirksame Höh« dieser Antenne beträgt etwa 170 Meter, ihr« Eiganwelle bei einer Antennenkapazität von 4000 Kubikmeter etwa 2100 Meter. Als .Erde'(Fig. 3) wurde«in strahlenförmig verlaufendes Netz aus Bronzedrähten verlegt, die, wie di« Abbildung zeigt, durch zwei Rtmgieitungen miteinander verbunden wurden. Die technische Einrichtung besteht aus sieben Hauptteilsn. Der zum Betrieb nötige Strom wird vom Märkischen Elektrizitätswerk g«liefert. Er flieht über eine llmformsrswtivn, di« seine hohe Spannung aus etwa 6000 Doli vermindert, in die Stark st rom- Schalt- und Vertei- lungsanlog«. Hier finden sich Schaltargan«, Trennschalter und Oellchalter, ferner Transformatoren, Tmnposjpulen usw. Alle diese Schalter werden vom Senderaum aus automatisch bedient. In der ohochspannuiigsoerteilerstation wird der geliefert« Be- tliebssrrom gleichsam in einzelne Portionen eingeteilt, di« nun an tie verschiedenen Verbrauchsstationen gelangen. In der Hoch- spannungsgleichrichteranlage wird der 6000-Volt.Dreh- ström in einem Betriebstransformator auf 11 000 Volt pro Phase beraustmnsfonniert. Die Sekundärwicklung dieses Transformators iü mit 12 wassergekühlten Gleichrichterröhren verbunden, denen der Hoizstrom üb« einen besonderen Transformator zugeführt wird. 5n der Umformeranla g c wird nun der Strom seinem end- l-chen Verwendungszweck entsprechend bearbeitet. Fünf Gruppen von Umformern find hier ausgestellt Si« liesern den Strom sür die Ladung der Bat-________ wasser, das auf dem Dache des Gebäudes aufgefangen wird, aus- kommen. An Nebeneinrichtungen sind die Veleuchwngs- anlöge, Wormwoster-Heizeinrichtung, elektrische llhrenanlag«, Signal- «inrichtungen und endlich di« Reparaturwerkstatt zu nenüen. » Deutschlands neueste Funkstation dürste für die zukünftigen Sendeanlagen als Musterbeispiel gelten. Das ganze Rüstzeug der modernen Elektrotechnik ist bei ihrem Aufbau zur Anwendung ge- kommen. Ein technisches Meisterwerk wurde hier vollendet. W. M. der Schroingungen. Die Funktechnik Hai dazu beigetragen, unsere Dorstellungswelt umzuformen. Bis auf di« alltäglichen Dinge erstreckt sich diese Wagdlung. Wir spr-chen vom Kreislauf des Jahres. Unwillkürlich schneidet man den tatsächlich endlosen Laus der Zeit in Gedanken entzwei. Man erhält so anstatt des Unendlichen ein« ständig wach- sende Meng« endlicher Einheiten, Größen, die in sich geschlossen erscheinen, wie ein Kreis. Diese Vorstellung müssen wir heute im Zeitalter der Schwingungstechnik gründlich revidieren. Der Ablauf der Jahreszeiten ist als ein Schwingungsvorgang aufzusasjen, bei dem in unseren Breiten der tiefste Punkt der Kurve im Winter, der -i. st ufe. Stufe—t terien sür Motbelench- tung, zur Heizung der Röhren der Sende- anlage sowie der Bat- terien sür sonstige Zwecke. Sie liefern weiter den Strom sür die Gillervorspannnng und Anodenspannung. Der Seuder selbst ist ein fremd- gesteuerter Tele- funken» Röhren- s« n d e r.(Fig. 2.) Er hat drei Hochfrequenz- stufen. Die erste, der Steuerscnder. lieserr un- gedämpft« Schwingnn- gen, die von der zweuen Stufe verstärkt und gleichzeitig moduliert (mit Sprechschwingun- gen überlegt) werden. In der drillen Stuf« erfolgt dann die Ber- siärtung auf die ge- forderte Höchstleistung. Die drei Hochfrequenzstusen werden aus der Glcichrichteranlage mit einem Strom von 10000 bis 12000 Volt betriebe». Dadurch wurde ein sehr übersirlstlichcr Ausbau der Senderstufen erreicht. In dem beigefügten Schaltungsschema liegt die erste Sendestuse links. Sie besteht aus dem Zwischenkreisvano- nictcr(oberhalb der Rohre), dem Gitterkoupeluiiastranssonnator, den Zwischenkrciskondensatoren und zwei l-IczV(— Ailowatl)-Röhren (im SchZltuiigsschema ist nur ein« gezeichnet). Di« zweite Stufe besteht ebenfalls aus einem Variometer, einer Zwischcnkreisspule, d.m Zwischenkreiekondensatoren und einer l0-IStr. 1 Sprechstunden: 9—12»/, und ZV,— 6 Uhr Tel: Lichtenberg 997. Röntgeneinrichtung • Treff H der organis. Arbeiterschaft Mühleneck, Mfibienstr. 45 2 Verbsndskegelbahnen o.Fjj Max Kühn Jn BetliD-Iempinol verkehren die Arbeiter bei[ns i. MNIMM 0. Kl>. Berliner Straße lOO. f Gegründet 1896 Beroiina Cheoi. Waschanstalt u. Färberei Inh(119 Bäsch& Mfilier Nachf. Neukölln, Kirchhofstr. 45 Filialen in allen Stadtteilen (130 Walterdiens Bali der älteren Jagen J>ni Wann und Wo? Nur Holzmarktstr. 72(Jannöwitzbrücke) Täglich außer Dienstags Wirtshaus Kemana Sorgmann Baumschulenweß BaumschulenstraBe S9, Ecke KiefholzstraSe 1S4 ■ Bitte anl die Erti« za amtenl■ Sonntags: Hünster- Konzert Her renkleidmifl Genossenschaftsbier Feine Herren-AusslaHungen Partei- u. Reichsbanner-Lokal iggamBiBBBRnvSBBnnnmBSK Austräte im [J Vorwärts sichem Erfolg! Bpoli-Mra! 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Alex. 9736. „ C armen-Stzlva-Str. 57, öt II mann. ♦Sfleabilj WilbclmSbancner Str. 48. Hansa 4095. Hmienftt. 67, bei Bltfetltng. »Neddiug: MiMerstr. 34, Crtfc Utrecht« Str. Hansa 4094. »Siosenltzal» und Oranienburger Varstobl: Änaltstr. 9. Humboldt 7875. »ch-sundbrnnnen: Baslianslr. 7. Humboldt 7874. "Schönhauier Borftadl: Greiseichagencr Str. 22. Smn- boldt 7805 SMttStzof: Frau Walter, Genosienschafisstr. 6. Part All-Slienick«: Frau N o ck n, Wendenstr. 34. »Baumschulenweg: Strahl, Kiesholzstr. 179. Obcr> ichänewcide 1073 Lcrna«. RSnIgental, Zepernick. Schönbrück. Karow und Buch: Heinrich Brase, Bernau, Mützlensir. 5. Bergselde: Tilch. Hohen neuendorser Straße. Biesdari-Nord: M. Tanneberg, Bitloriastr. 11. Tön» Charlallenburg IV: P u s e n i a l. Augsburg« Str. 47, Portier. Charloilenburg V: Schulz, Droysenslr. 12, l. Garten. daus 3 Tr. Chorloilenburg VI: Treptow. Kanlstr. 128. Laden, geössnet 2— 6 Uhr. Tabendoei: Walter Hohl», Dabendors. Problnzial» Chaussee. CichwaUtc: Hau! 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