Abendausgabe Nr. 24 B 12 45. Jahrgang WöchenMch fO monatlich 3.— Reichsmark, im voraus zahldor. Unter Streifband im Zn- und Aus« land SLV Reichsmark vro Morias r«.Sorroirts* mil der tttufhner. fen SrnnfogsbcUuRe.Dolk und Zeit� sowie den Deilogen.Unterdaltun� und Wissen� miuis der Fitnuvelt". »StadtveUage�.Frauenstimme�. »De? Lwderfreund�..Iugend-Dnr. wärts".DNS w die Bücherwelt* .Suiturardelt* und.Technik* erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal � G Vertiner VoMbtatt Sonnabend 14. Januar 19�8 10 Pwmig Oie e t o) p a 1 1 1 g c Ronpareillez-N, 80 Pfennig Reklam�zeile ö.— Reichs mark•.SUinc Anzeige» das ieuge' druckt» Wort 25 Pfennig izulSisig ztrart fettgedruckte Worte), fedes weiter» Watt t?. Pfenmg. Steliengefuch» da» e>�t» Wort 15 Pfennig, fedes weirere Wort 10 Pfennig Worte übe? 15 Buchstoben zählen iür zwei Worte Ardeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Famittenanzeigen kä» AbonneMen Zeile 40 Pfennig. Anzeiaen» annahm« im L>auptgefchöit Linden- 'trage 2. wochentögl von 8'« Vis 17 IIHq JentraisIgan der SozialdemoteaMchen Oartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönbefs 532—291 Telcgramm-Ädr.: Soztaldemoktal Berlin Dorwäris-Verlag G. m. b. H. Ponlcheckkvnto: Berlin 37 öZL— Bankkonto: Bank der Lrbettkr. Nngestellien nnd Beamten Mallftr. fö. Tiskonto-Gesellschasl. Teposiicnkalie Lindenstr Z Der gelbe Gumpf. Terror auf Gegenseiiigkeii.—„Es gibt ein paar ins Genick."— Mandatsjäger. Ueber die Spaltung der Gelben haben wir wiederHoll berichtet. Nachdem der deutschnationole Londtagsabgeordnete Wicdemann von seinen deutschnationalcn Kollegen Schmidt und Heß aus dem RvA. herausgeworfen worden ist. hat er einen eigenen Laden, den..Reichsbund deutscher Arbeiter" aufgemacht und gibt nun auch ein eigenes.Jampf- blast" mit dein verheißungsvollen Titel„Kapital und Arbeit" (wer gibt das Kapital und wer leistet die Arbeit?) heraus. ?n dem Spitzenaufruf mahnt Wiedemonn feine Mitgelblinge: „Bildet eine geschlossene Front g�egen den roten T e r r o r im Haus und in den Betrieben!" Schlägt man aber dos Blatt auf. so erkennt man, daß seine Spalten gefüllt sind nicht mit Beschwerden über roten. dafür mit um so � bemeglicheren Klagen über gelben Terror! Fast der ganze Inhalt des Blattes ist der polemischen Auseinandersetzung des deutschnationalcn Drei- männerkollcgs Wiedemann, Schmidt und 5) e ß ge- widmet, wobei der ersten- die saftigsten Anklagen gegen seine Mitnostonalen erhebt. Einige Proben: Schmidt und Heß stehen auf dein Standpunkt, die in den Betrieben hoben ihre Beiträge pünktlich zu bezahle« und— den Tiunh zu halten. Wenn es anders' kommt„gibt's ein paar ins Genick"(Landesverbondssiizung Bcrlin-Brandenburg am 25. No- rember 1927 tn den Citqsälcn, an der ,26 Mann teilnahmen): oder man wird ausgeschlossen, wie unser Kamerad Albert Wiede- mann... Wer kennt nicht die Abwürgungs- und Nieder' knüppeliingsmelhoden der Herren Wilhelm Schmidt und Fritz Hetz? In Stettin wurde die Opposition gegen Fritz Hetz, die sich auch gegen Schmidt richtete, durch grätztrnteils beauftragte und gestempelte Sl'.mmongsmacher nochmals zum— Schweigen gebracht. Uebcr eine Sitzung in Halle wird berichtet: Die Sitzung in Halle war eine Farce! Von den Anwesenden, lg an der Zahl, waren 15 Sekretäre, beamtete Kameraden, die von den Herren Schmidt und Hetz Gehalt beziehen, hätten sie es gewogt, eine eigene Meinung zu habe». wären sie fristlos entlassen oder man hätte Gnade walten lassen und sie zum nächsten Ersten gekündigt. Danach) ist es unverständlich, woher Wicdemann den Mut nimmt, in seinem Ausruf von rotem Terror zu reden. Will er den Terror bekämpfen, so scheint er im eigenen gelben Lager beste Gelegenheit zu haben. Sehr interessant ist auch folgende Mitteilung des Wiedemannschen Kampsblattcs: Berlin-Brandenburg zahlt keine Beitröge an Schmidt und hetz! In der Sitzung wurde von den Berliner Funktionären bc° schlössen, die diesen Herren evtl. zustehenden Beiträge bei einer Berliner Bank sicherzustellen, bis die beiden eine Abrechnung über den„Arbeuer-Hilfs- und Wirtschaftsvcrcin", die„Siedlungsgenossen- schaft Heimaterde" und die anderen Dinge gegeben haben. Wir wollen wissen, wo unsere Beiträge bleiben und wozu sie verwandt werden!, Danach kann man sich ungefähr ein Bild machen, wie es Lager des gelben.RvA. aussieht. Nur: sieht es in der zelben Konkurrenzoewegunq Wiedmanns besser aus? Ivgcfähr dos gleiche, was Wiedemann den Heß und Schmidt tM 8„. vorwirst, legen umgekehrt diese ihm zur Last. Das Schönste an der Geschichte aber ist, daß die Schmidt und W i e d e in a n n, die sich in dieser Weise gegenseitig mit Kot bewerfen, friedlich nebeneinander in der gleichen deutsch nationalen preußischen Landtagsfraktion sitzen. Gelb schlägt sich, gelb ver- trägt sich! Zur Naturgeschichte der Gelben. Der dritte im verkrachten Bunde, Hetz, hat kein Mandat. Einst hat Wiedemann den Hetz als„kerndeutschen Mann" gepriesen, weil Hetz sich vor dem Untersuchungsausschuß flegelhaft benahm. Jetzt enthüllt Wiedemann die mißglückten Mandatsversuche des-Heß in folgender liebloser Weise: „Ein Wort zu Ihrem beinahe gehabten„Mandat". Herr Hetz, die l�oOtl Stimmen spielen gar kein? Rolle. Sic hätten, wenn Sic nicht Herr Hetz wären, sogar das Mandat gehobt. Sie waren nur gerade zu der Zeit über die Deut Ichnationale Volks- Partei hinaus in Görlitz bei der Völkischen F r e i h e i t s» Partei angelangt, wo Sie auf dem Parteitag der D. N. V. P. in Görlitz Herrn Major Hennig auf den Schultern trugen, rutschten jedoch infolge Ihrer bekannten starken inner- lichcn Ueberzepgung zur Deutfchnationalen Volkspartei zurück, der Si« heut« wieder angehören, und warte«dort sehnsüchtig aus ein Mandat. Und dann..., wenn Sie nicht immun werden?— Haben Sic sich schon eine neue Partei ausgesucht?" Keudell gegen Braunschweig. Er will der Landesregierung Schwierigkeiten machen. Gegen die Anordnung der soztaldemvlratischen Regierung Braunschwsigs zugunsten der weltlichen Schule, wo- durch eine entgegenstehende Verfügung der verslosjenen Rechtsrcgie- rung aufgehoben wurde, haben brcmnschweigische Reaktionäre die Reichsregierung zu Hilfe gerufen, weil diese Anordnung angebtich einen Verfassungsbruch bedeuten joll Die Reichsregierung läßt entgegenkommenderweise schon jetzt mitteilen, daß sie den Braunjchrvriger Reaktionären ganz gern zu Gefallen sein möchte: das braimschweigische Gemeinde- stbuigeletz von 1913 setzte die Bekenntnisschule fest. Und wenn auch 1319 dieser Grundsatz abgeschwächt worden sei, so habe doch die brounschweigischc Schule den ihr 1913 verliehenen Charakter nicht verloren. Immerhin werde die Reichsregierung sich erst noch mit der braunschweigischen Schulbehörd« in Verbindung setzen. Wie man sieht, fehlt der Vürgerblockregierung gegenüber einer Llnksregierung in einem deutschen Lande nicht d e r W i l l e, ihr Schwierigkeiten zu bereiten und gegebenenfalls auch Demütigungen zuzufügen. Gegen reaktionäre Länderregierun- gen hat sie das nie in Betracht gezogen. Nur wird sie in ihvem stark befristeten Dasein nicht mehr allzu viel Unheil anrichten können. Denn die Wahlen stehen droh?nd über ihrem Haupt«. Kamps gegen die Schulaufsicht. Im Bildungsausschuß des NeichsiagS. Der Bildungrausschutz des Reichstags setzte heute die gestern unterbrochene Debatte über ß 14 und st 16 des Reichssckulgesetzes (Religionsunterricht und Einsicktnahm« tn den Religionsunter- richt) fort. Abg. Ronneburg(Dem.l begründete einen Abänderungsonirag, der durch schärfere Formulierung des st 16- das bayerische Konkordat ausschließen wrll. Er hält eine gesetzliche Schematisierung der Fragen des Religronsunterrichts für bedenklich. Aus der ganzen Formulierung der drei Paragraphen über Reli- gionsunterricht spreche ein starkes Mißtrauen der Reli- gionsgesellschaften geaen die L« h r e r s ch a s t. Die„Ein- sichtnahme" sei nicht eindeutig begrenzt. Es fehle jeder AnhaU dafür, was mit dem Lehrer geschehe» solle, wenn Beanstandungen erfolgen. Was wird aus dem Lehrer? sei eine der Kernsragen des Problems, für die eine befriedigende Antwort noch gefunden werden müsse. Man müsse dabei berücksichtigen, daß gerode die Nachkriege- zeit nach Forliall vieler Hemmungen eine neue Stellungnahme der Lehrer zum Religionsunterricht gebracht habe. Der„mechanische Lehrlous" sei ersetzt worden durch einen Prozeß der Verrinnerlichung. Abg. Löwenstein(Soz.) fragte, wann das Entschädigung s- g e s e tz für P r i o a t s ch u l e n zu erwarten sei. Schleunige Vorlegung sei dringend nolwendig. Wie denke sich die Reichsregierung das sogenannte„Einvernehmen" zwischen Religionsgesellschaften upd Staatsbehörden? Es handle sich doch hier für die Regierung darum, das Souverönitötsrechi des Staates unter ollen Unchänden zu sichern. Durch den Religionsparagraphen des Reichsschulgesetzes wolle man zwei Prinzipien miteinander ver- binden, die sich Innertich nicht vertragen Die einzige möglich« Lösung des Problems erblicke er daher in der Laslösung der Fragen des Reliaionsunterrichts von den reinen Schulsrapen. Die„Einsicht. nähme" schasse tatsächlich die allerschl'mmste Abhängigkeit des Leh. rers von den Geistlichen. Es steht ganz außer Frage, daß durch das Kapitel„Einsichtnahme" eine unkontrollierbare Instanz «inoeschaltet werde. Die Tragweite dieser Maßnahmen sei noch gar nicht abzuschätzen. Abg. Rosenbaum IKomm) möchte von der Regierung wissen, wie sie sich zu einem Erlaß des B i l ch o f s von Trier stelle der selbstherrliche Bestimmungen über die Einführung van Sll-ulbüchern treffe. Der Redner tritt dam: für Sireichung oller Religioneporagrophen aus dem Gesetz ein. Ada. Fleitzner(Soz.) beslbästtgie sich ebenfalls mit der Frage, was„Einsick-tnabme" im Falle einer Beanstandung zu bedeuten Hai«. Es sei kein Zweifel, daß die Folgen dann genau dieselben seien, wie bei einer direkten Aussicht.' Die Beratung geht weiter. Wer wird Geßlers Nachfolger? Viele Namen- noch keine Lösung. Geßlers Abschiedsgesuch ist unwiderruflich, aber noä) nicht genehmigt, weil zugleich mit der- Genehmigung auch die Ernennung des Nachfolgers erfolgen soll. In der Presse und im Reichstag werden ganze Kandi- datenlisten kolportiert. Außer den schon genannten Volks- parteilern Scholz, v. Kärdorss imd Brüninghaus spricht man auch von zwei Generalen: G r ö n e r und S ch e ü ch. Weiter wird der frühere Reichskanzler Luther genannt. Für den Fall, daß eine Besetzung erfolgt, die nur als interimistisch gedacht wird, nennt man außer dem Reichskanzler Marx auch den Reichswirtschaftsminister E u r t i u s. Auf alle Fälle ist durch den Weggang Geßlers in das Reichskabinett eine breite Bresche geschlagen. Eine Besetzung des Postens durch einen Mann, der auf der Linken des Reichstags Vertrauen genießt, ist bei der gegenwärtigen Gestaltung der parlamentarischen Machtverhältnisse aus- geschlossen. Anderseits aber wird es kaum möglich sein, eine Lösung zu finden, die nistst auch im Lager der Regicrungs- Parteien Berstimmungen und Schwierigkeiten hervorruft. All das wäre viel leichter, wenn schon jetzt feststände, daß in diesem Frühjahr gewählt wird. Dann wäre eine inte- rimistische Besetzung bis zur Bildung der neuen Regierung dos von selbst Gegebene. Praktisch dürste sowieso jede Lösung, die jetzt gefunden wird, mit dem Charakter der Vorläufigkeit behaftet sein. Denn es wäre ein unmögliches, dem Geist der Verfassung widersprechendes Verfahren, wenn man die künftige Regierung mit einem unabsetzbaren Reichs- wehrminister vorbelasten wollte. Mag auch die Besetzung des Reichswehrministeriums eine Angelegenheit der jetzt Regierenden sein— gegen die Absicht einer solchen Vorbelastung Einspruch zu erheben, ist Pflicht der O p p o- s i t io n. *••■ Ein formelles Rücktrittsgesuch hatte Herr Gcßlcr bis haute mittag noch nicht eingereicht. Wohl ober liegt dem Rcichspräsiden- ten ein Schvsibeu.des Ministers vor, in dem dieser seine Rücktritts- absicht anzeigt. Die„Tägl. Rundschau" berichtet, daß der Reichspräsident dein Vorsitzenden der Dolkspartei Dr. Scholz das Amt angetragen, dieser aber abgelehnt hat. Da die„Tägl. Rundschau" aus Kreisen der Volkspartei informiert wird, kann man wohl annehmen, daß diese Nachricht stimmt. Die Durchlöcherung des Mieterschuhes. Sozialdemokratische Verbesserungsanträge abgelehnt. Im Wohnungsousschuß des Reichstags setzten die sozialdemokratischen Vertreter ihren zähen Kamps um Verbesserung des Wieterschutzgesetzes fort. Der Bürgerblock hat am Freitag wieder all« sozialdemokratischen Vcrbesserungsanträge ab» gelehnt, lediglich der folgende Antrag wurde angenommen: „Auf Antrag des Mieters kann das Gericht erst.-r Instanz zur Vermeidung von Härten die Räumungssrist einmal verlängern, es sei denn, daß hiervon unbillige Nachteile für den Vermieter oder einen Dritten entstehen würden: die Nachfrist kann bis aus drei Monate bemessen werden. Der Sl n t r a g ist spätestens zwei Wochen vor dem A b- laus der R ä u m u n g s f r> st z n stellen. Die Entscheidung erfolgt durch Beschluß nach Anhörung des Vermieters: gegen den Beschluß findet sofortige Beschwerde statt." In der Sc n n a b e n d s i tz u ng beendete der Wohnungsaus- schuß die zweite Lesung. Es wurde noch folgende i o z i a l d e m o- trattsche Entschließung lnigenommen: Die Reichsregierung zu ersuchen, mit den Ländern zu verein- baron, daß die A u s w i r k u-> g des K ii n d i g» n g s o e r° i a h r e n s(§§ 2— 4 Mieterschutzgesetz) nach der Zahl der gestellten Kündigungsanträge, der Annisunq der Fürsorgebehörde». des ersolgreichen Eingreisens der Fürsorgedehörden, der Erledigniitz der Mietstreitstelle durch Vergleich, der Urteile auf Räumung und der vollstreckten Räumungen, statistisch ersaßt wird, serner dahin zu wirken, daß auch der Aufwand der Gemeinden in- solge der Uebernohme von Mietrückständen festgestellt wird. Das Mieterschutzgesetz soll nach dem Willen des Bürgerblocks bis zum 31. März 1939 befristet werüen. Oesterreich-Deutsches Strafrecht. 'Oer gemeinsame Ausschuß tagt in Berlin. Die deutsch-österreichische parlamentarische Straf- rechtskonferenz ist heut« im Reichstag zu ihrer zweiten Sitzung zusammengetreten. Es nahmen Teil von Oesterreich die Abgc- ordnete» Dr. Waber, Dr. Rintelen, Dr. Odehnal, Dr. Schönbouer, Dr. Renner und Dr. E i s l e r. Von Deutschland die Slbgeordneten Lohmann, Dr. Barth, Dr. Kahl, Schulte. Hampe, Eininger, Brodaus, Dr. Rosenfeld, Dr. Sänger und Torgler. Der Ausschuß trat daraus in die sachliche Beratung ein. Der dritte und vierte Abschnitt(Berluch und Teilnahme) wurde auf Montag zurückgestellt. Zur Erörterung stehen heute die Abschnitt«: Strafen, bedingter Straferlaß, Ncbenstrafen Und Nebcnsolgen, Motz- regeln der Besserung und Sicherung, Konkurrenz, Strafbcmellu- g imd Verjährung. Seipel-Schobers Blamage vollendet. Auch der lehie Iuli-Gchwurgerichtsprozeß ergibt Freisprechung. Wien, 14. Janun»-. td Blüte nicht möglich und ohne eine gewisse politische bundesstaat- l i ch e S e l b st b e st i m m u n g mit einer G e s« tz g e b u n g s- kompetmz und Finanzverwaltung ist eine entsprechend günstige Wirtschoftsentsaltung au» Grund der_ eigenen Dor- bedingnngen des Landes und feiner Benölkerung in Bayern und ähnlich in den anderen Bundesstaaten auch nicht möglich. las ist der Kernpunkt des Problems. Nur auf dem Wege des B u U- desstaatsgedankens wird die Einigkeit und nationale Einheit aller Deutschen gesichert, einer bodenstündigen, wirtlichen Kultur Im ganzen deutschen Volke die Entwicklung ermöglicht und für eine unbegrenzte Heimat- und Vaterlandsliebe aller Deutschen die Grundlage geschafsen, und auch»mr so bei wirtlich bundes- staatlicher Struktur des Reiches und seiner Verfassung ist dann der Zusammenschluß mit Deutschösterreich und die Wiedergewin- nung der verlorengegangenen deutschsprachigen Gebiete und des allgemeinen Ansehens Deutschlands in der Welt möglich." Dieler Aufruf ist zweifellos die bayerisch« Antwort au» die „Öirneuenings". Bestrebungen des Lutherbundes. Statt Erneuerung des Reiches, statt Ausgestaltung der Reichseinrichtungen Der- ankerung der Kirchturmspolitit, wie sie seft 1870 ge- trieben wurde, auch nach dem Wettkrieg und noch dem Zusammen» bruchl Die„führenden Männer" wollen die Kirchtürme ihrer Heimatdörfer schützen und zurück,, führen' in, die Zeit von var- vorgestern. Indes wird die Wettuhr auch von den bayerischen Partitularisten nicht aufgehalten. Oer ViSmarckluiher. Sospredigeck Oöhriag als Parteigründer. „Wider die heillose Zersplitterung" ruft ein Flugblatt des Hos« Predigers D ö h r i n g(zurzeit ohne Hof) alle nationalen Kräfte zum Kampfe auf. Wie tut man der Zersplitterung Einhall? Herr Döhring weiß«»: durch Gründung einer neuen Partei, der „Deutschen Resormattvnspartei". Hier die Kernsätze ihres Programms: Wer sich zu Bismark bekennt, muß sich zu Luther bekennen, und wer sich zu Luther bekennt, muh sich zu Bls- »narck bekennen. Das refonnotorisch« Vorzeichen der Bismarck- schen Staatsau fiassung ist das Entscheidend«. Wiederherstellung der Monarchie, Verkirchlichung der Schule. Antisemitismus, Akademikerprivileg für olle höheren Staatsömter, Kampf gegen Rom usw. bilden die prakttschen.chochziele" dieser Partei der protestantischen Orthodoxie und Reaktion. Etwas reichlich kühn scheint un» die Verheißung t Die Deutsche Resormotionspartei wird ihre Vertreter sowohl in den Reichstag als auch in die Landesparlamentc senden. Das ist doch nicht einmal dem Häußerbund geglückt, und hinter Häußer standen schätzungsweise mehr Leute als hinter Herrn Döhring. „Der krumm« Lptegel". Do« Leben von heute im Hohlspiegel des Kabarett»«inzusangen und ihm kleinkünstlerisch« gönn zu geben, ist immer«ine lohnende und lockende Aufgabe. Aber es scheint, daß die Zeiten des„Ehst noir" und der„Els Scharfrichter" nicht wieder kommen, wenigftens in Berlin nicht. Immer wieder ist der Versuch hier gemocht worden. Dos neue Unternehmen im Tauerchienpalast, in feinen Eintrittspreisen mäßig, in der Alkoholl'ekämpiung durch starke Taxen energisch, soll deshalb nicht verzogen. Vielleicht wird Berlin dach eines Tages«in sozial. republilonische» Kabarett haben. Denn Farbe muß jetzt bekannt werden. Einige erfreuliche Ansätze dazu machte„Der krumme Spiegel" mit dem.Denkmal des unbekannten Soldaten". Heinrich Georg« steigt vom Sockel und läßt statt seiner den Militärarzt, den Großindustriellen. den Bürgsrmeister als Vertreter der Kriegspartei dos Monument der Ermnerimg bilden. Wuchtig(chtenbert er seine Anklagen gegen Krieg und Kriegshejier und-mutzer. Auch Paul G r o« tz als Bar- liner Junge hat dos Maul aus den rechten Fleck. Keß fingert«r ieine Jnnektivcn und satft das Millen mit echtc-n' Berliner Humor. Jazz- musik, Chansons, Tänze, ein paar Szenen vervollständigen das Programm. Man freut sich der befondeven Meschuggenheii und Durch- einanderoederel, dir Szöke S z a k a l l in seiner breiten Art aus- tischt(zum Quietschen sein Martyrium im Wohnungsamt!), man sieht Senta S ö n e l a n d �fern wieder in ihrem allen Rsp«rtoir«, da» von der Beräppeiung Harry Liodtkes bis zur Vorführung eines hochulklg«n Straßenhändlers reich. Ihr« Frechheit in Noturalibuo ist manchmal göttlich. Nettes Tanztalent zeigt Gerti Pohl, stärkeres Tatjana Barbakoff, die im Volkstanz und der Parodie Schmiß entwickelt._ r. «egauslShmage» d«»«che«tenwg: Residenz-Tb.!.Stl-fm-ma» XHrnsteg;«ammcftviele: Inden(Sie, daß Qonitanae sich richtig verbat tl-?r«>teg: Zentral-Th: ,H« i d e r a le.-' Diseeioc- bühn«: ,Di» Abent«»tr de» brauen Galdaten Schwelst.- Renolffatice-Th.: Kra n» S si« ch«« Gastspiel:.S« venin." Schloß- vark-lh.:.Bettelstudent." vi« SöckpW'AnsfteSuig der Natimialgalerie wird in kurzer Zeit ge- schlössen. An« diesem Grunde Ist vom Sonniag. dem lö. d. fli«. ab da« Eintrittsgeld aus 60 Psg. herabgesetzt. Zwei A«ssShruuge»»«, Stiett ptartf. Sturm-. veranstaltet vom ssentral- insütut für Srz«buug und Unterrichi am Montag, d-m I«. und Z>en»I.i«. dem t7. Jan.. ainH 7 Uhr. ist ftentralrnftitirt. Potsdamer Strasse IM. Ausführende! Schüler deS Resorm-Zlealgdmnosiu-n« in Serlin-Besssense»; 2inenlpieileit»r au» ganz Deutschland. Spielleitung: Martin Sufetfc. Korten zu 1.— und IJO SR. vartrSo«. Tie bels hotte am 4. Mai v. g. in einer Versammlung esti« Zwischen- nrser. der nachher als Pfarrer Stucke festgestellt wurde. v«r-> .prügeln lassen. Pfarrer Stucke wurde in dieser Versammlung fchwer verletzt. Noch sein«? Genesung nahm er ein Neferat Kn der bei der Komeradschost Hansa des Reichsbanners Schwarz-Rat-Gold an. Die Deriammlung, in der Pfarrer stucke sprach, fand am 21. Mai in der Schulaula Schleswtqer Ufer statt. Pfarrer Stucke, der über seine Erlebnisse bei der, Nationalsozialist«, berichtete, wurde durch wüste Zwischenruie a m Sprechen gehindert. In, Derlauie der Versammlung j ch l u- gen ungefähr 30— 40 Nationalsozialisten aus Reichsbannerleute, die um?iuhe baten, ein. Da die Polizei schon damit gerechnet hotte, daß die Nationalsozialisten die Deriamintung stören würden, nur eine Reihe Kriminalbeamte im Saal, denen es gelang, die größten Ruhestörer zu verhaften. 23 Nationalsozialisten wurden dimal««n das Polizeipräsidium eingclicferl, sie blieben dort in .?>ast, bis sie noch zwei Tagen von dem Schnellgericht im Polizei- Präsidium abgeurteilt wurden. Von dem Schnellgericht wur- den olle Angeklagten bis auf drei freigesprochen, was einen starken Proteststurm eruslöste. Die Swatsonwaitschost legte gegen das Urteil Berufung ein. lieber diese Berufung wurde heute verhandelt unter Dorsttz des Amsgerichtsmte Klar. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Kirchner. In den Dormltwgsstunden werden dle 23 Angeklag- ten. nachmittags die.zahlreichen Zeugen vernommen werden. Bei ihrer Vernehmung bestritten die Angeklagten, gemeinsam die Der- sammlung besucht zu haben, mn dort zu stören. Nach ihrer Dar- stcllung wollten sie alle„nur Pfarrer Stuck« hören". Bei der Vernehmung der zahlreichen Zeugen wurde aber da» Bild wesentlich anders. Die Zeugen bekundeten auch, was in der Ur- teilsbegründung de, ersten Prozesses schon eMhasten ist. daß die Rationalioziolisteu zum Teil sogar bewossnet waren und daß immer gemeinsam losgeschlagen wurde. Don den 23 Angeklagten sind nur 10 erschienen. Der Zeuge Psarrer Stucke war nicht erschienen, weil er eine Postkarte echaUen hatte, in der ihm mitgeteilt wurde. Mß er zum Termin nicht.zu erscheinen brauche. Diese karte war eine.�älschuall. Pfarrer Stucke wird nunmehr am Nachmittag vernommen werden. Do» Urteil ist erst am Abend zu erwarten. « I» der vergaugenen Nacht kurz nach U Uhr zog ein geschlostener Züq von etwa 300 bi s 400 Angehörigen der nationalsozialistischen Partei sohlend die Friedrichstraße in Richtung Norden eichlang. Der Zug wurde schließlich von Polizeibeamten ausgelöst und die Menge zerstreut. 19 Personen wurden wegen Verletzung de» Bannkreise» festgenommen und d« Abteilung 1» zugesührt. — Aus dem Innsbruck«? Platz wurde in der vergangenen Nacht zwischen 12 und 1 Uhr der 26 Jahr« aste Kunstmaler Fleck au« Kastel von dem 22iährigen B e h n aus der Islandstraße üb-rfallei, und mit den Worten.Ludenpack. Ivdengesindel' miß- handelt. Behn wurde von einem herbeigerufenen Polizeibeamten zwangsgestellt und ebenfall» der Abteilung 1» AUgesührt. Die Tragödie in der Kufelandstraße Oer Abschiedsbrief des Vierzehnjährigen. Zu der furchtbaren Jamilientragödte in der Hufelandstraße 28, die, wie wir bereits heute früh berichteten, vier Todesopfer gefordert hat, werden noch folgende Einzelheiten bekannt. Im zweiten Stockwert des Seitenslügels wohnt fest vielen Iahren der 36jährtge A n g e st e l l t e R. mit seiner ZZjährigen Frau Margarete und seinen dreiKindern, dem l4jährigen Paul, der 12jährigen Gerda und der einjährigen Ursula. Die Ehe war besonders in den letzten Monaten sehr getrübt und es kam häufig zu erregten Auseinandersetzungen. Wie ge- wohnlich begab sich R. am gestrigen Freitag gegen 10 Uhr zu seinem Pereinsabend tn der Nochbarschast. Als er kurz vor 24 Uhr heim- kehrte und die Wohnungstür aufschloß, drang ihm schon auf dem Korridor starker Gasgeruch entgegen. Ws er nichts gutes ahnend die Küchentür öffnete, fand er zu seinem Entsetzen in dem völlig mit Gas erfüllten Raum seine Frau und Kinder, die sämtlich aus dem Fußboden lagen, leblos aus. Die Feuerwehr und das Rettungsomt wurden benachrichtigt, die auf den Alarm„Gasvergiftung. Menschenleben in Gcsah t", mit mehreren Fahrzeugen anrückten. Trotz längerer Wieder- belebnngsversuche mit Sauerstoff gelang es nicht, die Bewußtlosen ins Leben zurückzurufen. Ver Arzt der Rettungsstelle stellte b« i ollen vier Personen den Tod fest, der erst kurze Zeit vor der Entdeckung der furchtbaren Tragödie eingetreten sein konnte. Di« Leichen wurden polizeilich K schlagnahmt und in das Schauhaus gebracht. Auf dem Küchen tisch wurde ein Abschiedsbries vor. gefunden, her von dein 14jährigcn Sohn Paul geschrieben und wahrscheinlich von der Mutter diktiert worden ist. Aus dem Inhalt des Brieses geht hervor, daß der Junge mit der Mutter im Eiiwerständnis gehandelt und die jüngeren Geschwister mit in den Tod genomnien hat. Frau R. hatte de» Gasschlauch vom Gas- kocher gelöst, so daß große Mengen Gas ausströmten und bald den Tod herbeiführe» mußten. Um zu verhindern, daß die Gas« durch die Spallen der Küchentür entweichen konnten, hatte Frau R. die Tür und die Fenster mit Decken vernagelt. Im Keller erhängt. Einen schaurigen Fund machte gestern obend ein Mieser des Haules Vorbergstr. 10 in Schönoberg. Im Keller fand er an einem Derschlag die Leiche eines Mamies, der sich erhängt hatte. Wie festgestellt wurde, handelt es sich bei dem Toten um den S3jährigen Bezirksschornsteinfegermeister Paul Asse, der im zwei- ten Stockwerk des Borderhauses wohnt«. Das Motiv zur Tat ist noch unbekannt: die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt nick» ins Schauhaus gebracht.. Ein Ookumentendiebstahl. Das»Opfer de« Kapp-Putsches". Wertvolle Dokumente wurden dem Vertreter englischer Banken am 2. Januar in der Wilhelmstraß« gestohlen, wähnend er in einem großen Bureouhaus eine Unterredung mit der Direktion hatte. Seinen Handkosser. der Akten über abgeschlosiene und noch schwebende große Anleihen enthielt, außerdem auch Visitenkarten und andere Empfehlungen von Reichs- und Kommunal- beamten, hatte er im Vorzimmer gelassen. Nach der Unterredung war der Koffer verschwuitden. Der Dieb tonnte nur ein Mann sein, der wegen einer Unterstützung vorgesprochen hatte. Er nannte sich Dellwig". Die Kriminalpolizei ermittctt« zunächst den gestohlenen Köster in einer Pfandleihe in der Elsasser Straß«. Ein Mann hatte ihn unter dem Namen„v. Hirschberg" dort versetzt. In Hannover wurde dann Hellwi« ermittelt, auf den der Bevdocht gefallen war. Durch ihn kenn man aber aus den wirklichen Diob.«inen 27 Jahre alten, aus Borkum gebürtiaen Halt» L ö h l er, der mit Hellwig öfter zusammengekommen ist und ihm b« einer Gelegenheit die Papiere gestohlen hat. Mit diesen trat Köhler nun unter dem Namen Hellwig aus, während er sich in anderen Fällen».Hirsch- berg nannte. Köhler ist den Kriminalbehörden als Hochstapler bekannt. In Lokalen ersten Ranges fand er Bekanntschast mit heiratslustigen Frauen und Modchen. Ihne» machte er sich dadurch inter- estant, daß er sich als„Opfer des K a p p> P u t s ch e s" bezeichnete. Er sei, wie er erzählte, wegen Teilnahme am diesem Putsch„zum Tode verurteilt" und müsi« sich deshalb ver- borgen holten. Als verfolgtet.Kapp-Puts ch- Teilnehmer gelang e» ihm auch, sich hier und da Unterstützungen zu verschaffen. Die Damen, die sich mit ihm einließen und ihm Geld und Wertsachen opferten, suchte«r zum Donk für ihr Entgegenkommen später noch mit Erpressungen heim Wahrscheinlich wird Köhler setzt die dem englffchen Bonkenvertreter gestohlenen Empsehlungen zu weiteren Schwindeleien mißbrauchen. Es wird deshalb uberall eifrig auf ihn gefahndet. Köhler, der sehr elegant austritt und seine Angelegenheiten überzeugend vorzutragen versteht, ist etwa IVO Meter groß, b««in blasses Gesicht und dunkles Haar.'Mit- teilungen an Kriminalkommisiar Herber beim 1. Kriminal bezirk des Polizeiamts Mitte._ Europas Brandherd. Im Landesverband Borsin der„Panevropäischen Union" sprach Dr. Julius Rudolf Kaim. Athen, über das Thema„Baltanpolitik und der Frieden Europas". Di« klaren und objektiven Aussührungen des Vortragenden geben ein gutes Bill» von dem gefährlichen Unruhenherd des Balkans. Der Hauptgnmd der Unverträglichkeiten der Balkanfwaten liegt im gegenseitigen Mißtrauen. Seit dem Krieg« gegen die Tur- ken, die ihnen die Befreiung brachte, sind die Verbündeten von einst mißtrauische Gegner. Allen sehst der gute Wille, well die Sicherheit sehl t. Iugoflowten snhst sich durch ItaNen bedroht. besten Austreten in Albanien immer sicherer wird. Zwar hat Griechenland den Ingoflawen eine Freihasenzom; in Saloniki und das Recht der Küftenschifsahrt eingeräumt, aber neuerdings durch schioste Ablehnung einer gemischten Kommission für die Bahnstrecke noch Saloniki«ine gewisse Spannuna hervor�erusen. Auch B»I oarien dränat nach einem.Hasen an der AegS,s. Di« Mo z«d o- n i e r, die als Minoritäten teils auf griechischein, teils aus serbischem Gebiet leben, suchen durch Attentate und Ueb er fälle von Zeit zu Zeit die Aufmerksamkeit der übrigen europäischen Staaten aus sich zu lenken. In der Tot wurden sie tn unglaublicher Weise sowohl von Serben als von Griechen unterdrückt. Dle große Lölkerverschiebung nach dem Dertrag von Lausanne, der Millionen Griechen zum Verlosten Klrtnastenv zwang und 300 MV Türken an Ihre Stelle rief, hat zn neuen Reibungen Anlaß gegeben durch Beschränkung der Freizügigkeit drr Minoritäten (Griechen und Armenier) in der Türkei, verstöszt dieMe nicht mir gegen den Dertrag, sondern schneidet sich ins eigene Fleisch, da die wirtschaftlichen Folgen nur nachteiliger Art sind. So geben uns die Balkanstaaten ein Spiegelbild tm Kleinen von den Zustanden unserer großen Kontinente, in denen die Gegensätze gewöhnlich mehr ber- ausgearbeitet werden als das Gemeinsame. Grenzen sperren den B'ick: man will das Land des anderen nicht besitzen, aber verwerten. Solange diese hindernden Grenzen bestehen, solange nicht ans dem Vielerlei von Staaten ein geeiMgies„Paneuropa' hervorgeht, werden die Völker vor neuen Kriegen zittern. Der Wilmersdorfer Krematoriomsraub. Di» Ermittlungen und Vernehmungen der Kriminalpolizei über den im Wilmersdorf er Krematorium haben noch z» keine« weiteren Feststellungen geführt. Der zintäch« miA polizeilich festgenommene Portier de» Krematorwm? ist na« Abschluß seines Lerhörs wieder aus speien Fuß gefetzt warben, da sich der gegen ihn gerichtet« Verdacht nicht zu bewahrheilen scheint. Di» beiden Heizer Hille und Rechlich sind jedoch zur weiteren Entscheidung über ihr Schicksal dem Bernehmungsrichier Dr. Struckmonn vorgeführt worden, jedoch lag bis heut« Mittag noch keine Entscheidung über«in» Freilassung oder einen.Hastbesehl gegen die beiden vor. Die polizeiliche Vernehmung erstreckte sich auf die ollgemeinen vienstgepflogenheiten im Wilmersdorser Krematorium und zu diesen Zwecken wurde der Inspektor des Krematorium» und der zuständige Magistratsdirektor gleichfalls ins PölizeWrSsidium gebeten, um über diese Ding« der Untersuchungsbehörde Ausschluss« zn gebe». Oer Untergang der Larsen". Der deutsche Dampfer„Rita 2 o r f e n" ist in der Mündung des norwegischen Oslosjords bei schwerem Seegaug Plötz- lich gesunken, nachdem er anscheinend vorher durch Treibeis beschädigt worden war. Die Rettung der zwölf Mann starken Besatzung des bei Oslo gesunkenen Flensburger Dampfers„Rita Larfen" war mit größten Schwierigkeiten verknüpft. Slls die Notsignale des Dampfers bemerkt wurde» und Hilfe nahr«, war dos Vorderteil des deutschen Fahrzeuges bereits so weil gesunken, dah die Wellen darüber h!n- wegspüsten. Die Rettungsboote des Lotsenkommandos wurden durch den hohen Seegang gegen die Bordwand des untergehenden Schiffes gesästeudert und kann ten nicht anlegen. Es blieb den beut- fchen Mannschaften nicht anderes übrig, als von Deck aus in die vereisten Boote zu springen, wobei sie mehr oder weniger schwere Verletzungen davontrugen. Ein Matrose stürzte ins Wasser und wurde von der Strömung im- Meer hinausgetrieben. Glücklicherweise gelang es den» Lotsenkutter, den Ertrinkenden aufzufischen. Da die„Rita Larsen* sehr schnell sank, mußten weitere drei Mann ebenfalls ouis Geratewohl über Bord springen, konnten aber auch gerettet werden. Die Mannschaft befindet sich in einem außer- ordentlich mitgenommenen Zustand. Wir haben im„Vorwärts" anläßlich der„Mafalda".Kalostrophe a»f die Unzulänglichkeit der normalen Rettungsboote Hingewlosen. Mit Hilfe der neuen, jetzt auch von der Seeberussgenostenichast zu- gelastenen Gummirettungsboote wäre die Hilseleistunq für die verunglückte Besatzung wesentlich einfacher gewesen. Es ist tief bedauerlich. daß dr« Einführung wirklich brauchbarer Geräte erst dann ins Auge gefaßt wird, nachdem ungezählte Menschenleben geopseri wurden._ tSeretw? New gor f. 14. Zoo««?. Die infolge eines Einsturzes in einem Bergwerk bei Call am Dienslag eingeschlossenen 100 Bergleute sind gerettet worden. Chmubcrlw 41 stunden in der Luft. heute morgen Z Uhr befand fich Clären ce ChambcrUa nach tlstündlger Flugdauer noch immer in der Lust. Trotz eine» Lecks im Benzintank hoff« Chamberlin bestimmt, den deutsche« Be- kord zu brechen. Sport. Riesenffandal am Kaiserdamm. Gonoans Boxsieg ein Fehlsprnch. Im toasten Gegerrfatz zum letzten Kampsabend im Berliner Sportpalast standen die Kämpfe gestern abend in der Arena am Kaiserdamm. Bor acht Tagen ein brechend volles Haus und allgemein« Befriedigung, hier nur etwa 4000 Zuschauer und Kampsstimmhng außerhalb des Ringes, hervorge- nisen durch den Richterspruch nach der Begegnung des Amaptkoziers Bud Gorma» mit dem Münchener Ludwig H a y m a n». Der Kampf wurde in einem für Schwergewichte durchaus schnellen Tempo durchgeführt und sah den ehemaligen Diencr-Bezwinger in den ersten Runden klar tm Lorteil. Don der sechsten Runde ob dominierte jedoch Haymann. Aber der Amerikaner gab sich nicht geschlagen, stand die zehn Runden durch und erhielt den Punktsieg zugesprochen, nachdem man allgemein mit einem„Unentschieden" gerechnet hatte. Nun setzte ein Tumult ein. der nicht zu beschreiben ist. Da» Pfeifen und Johlen wollte kein Ende nehmen. Das nächste Kampspaar erschien im Ring, aber auch dann nahm der Skandal noch kein Ende. Der Ring wurde sortgesetzt mit allen möglichen Wurfgeschossen bombardiert, so daß nichts anderes übrig blieb, als das schon begonnene Treffen zwischen Joe Ralph und Drekopf wieder abzu- brechen. Erst als Haymann nach etwa 4f> Minuten wieder im Ring erschien und verkuiidet ließ, daß er gegen das Urteil Protest einlegen werde, beruhigte sich das Publikum und ge- stattete endlich die Fortsetzung des Schlußkompses. Dos Urteil der Punktrichter ist ein ofsenbarer Fchlspruch, der eben von dem sonst durchaus kritisch eingestellten Publikum als solcher erkannt wurde. 4. Dortmunder Sechstagerennen. 4» Mmmschastea am Start. Geffem absnd begann in Dortmund das 4.«Sschvsage» rennen. Am Start waren«rfchisnen: Kroll-Miethe, Ebmer- Kroschel, Dederichs�Knappe, Beinert, Wette. Rausch-Hürtgen, Brusklc- Schorn, Tonani-Lorenz, van Kempen-Dewolf, Binda-Linari, Gö» bsl-StockAynck. RichN-Suter und Wambst-Lacquehay. Nach Ab- lauf der 7. Runde(3 Uhr früh) hatten die Fahrer 236,900 Kilometer hinter sich gebracht. Der Stand des Rennens: Sroll-Miethe 27 Punkte. Ehiner-Kroschel 22, van Keinpen-Dewols 21, Linda- Linari 20, Göbel-Stockclnnck 20, Richli-Suter 17. Bruskie-Schorn 11, Wambst-Lacquehay 10, Dederichs-Knappe 8, Tonani-Lorenz 7, Beinert-Wette 4. Nousch-Hürtgen 0 Punkte. Eine Runde zu- rück: Ntmnann-Dülberg 3 Punkte. Die Tarifpartei als Klägerin. Enischeidung des DReichsarbeiisgerichis. ISil einem wichtigen Scchlsjtreit für die©ftnerffchöften beschäftigte sich om Mittwnch das Reichsorbeitsgericht. Es handelte sich um ein Nachspiel des T o x t i l a r b e! t e r st r e i k s in den Delmeriharstor Kammgarnspinncreien im April des varigen Jahres. Im Frühjahr 1927 streikten die Tertilarbeiter i» den Welmen- herster KommAarnspinnereien A.-G. Aus Anrufen des Deutschen Dcxtilarbeiternerbandcs wurde eine Schlichtungskammcr gebildet. Diese Schlichtungskammer sollte om 2?. Mai 1927 einen Schied?' fpruch, wonach u. a. die Streikzeit nicht als Arbeitsunterbrechung gelten sollte. Der Schiedsspruch wurde vom Neichsarbettsmiitister für verbind! ich erklärt. Am R. Juni 1927 erhob die Firma beim Landgericht in Berlin eine Klagä gegen den Deutschen Teirtil- arbeiternerbond aus Feststellung, daß die Schiedssprüche nicht regel- mäßig zustande gekommen seien. Daraufhin erließ die Firma durch Anschlag und Bekanntmachung in Zeitungen, daß sie die Schicds- spräche und die Verbindlichkeitserklärung nicht anerkenne, daß sie aber bereit sei, einstweilen weiter zu den Lohn- nud Mantel- tarilbedingungeit des Schiedsspruches einzustellen. Der Deutsche Tertilarbeiierverband vertritt nun im Gegeni-'tz zur Firma die Meinung, daß diese den Arbeitern, die die Arbeit wieder ausgenommen hoben, Urlaub zu gewähren hob;. in©emäßheit der Bestimmungen der für verbindlich erklärten Schiedssprüche und daß demgemäß bei Berechnung des Urlaubs die Streikzeit nicht als Arbeitsuntcrbrechung zu gelten habe. Der Deutsche Dcrtilarbciterverband erhob Klage beim Arbeitsgericht in Delmenhorst. Das Arbeitsgericht lehnte den Antrag des Ver- bandcs ob. Nunmehr wurde Berufung beim Landesarbeitsgericht in Ol- d e n b u r g eingelegt. Am 29. September 1927 wurde das Urteil der Dorinstanz ausgehoben und zwar insoweit die Beklagte die Kosten des Nechtsstreiies zu'/* zu tragen hatte. Der Kläger wurde aber mit seiner Klage aus©ewährung des Urlaubs abgewiesen. Die Bernsungsinstanz mochte in ihrer Begründung gel- tend, daß der Kläger nicht berechtigt sei, im eigenen Namen den Anspruch der Arbeiter auf Urlaub geltend zu machen. Werden Einzelarbeitsverträge unter gewissen Normen obgo schlössen, und verweigert der Arbeltgeber die ihn noch dem fest- gelegten Nonnen obliegende Verpflichtungen, Zahlung de? festgesetzten Lohnes und des festgelegten Urlaubes, so kann aus die Er- süllung dieser Berpilichtung nur der einzelne Arbeitnehmer, nicht ober auch die betr. Tarisvertrogspartei aus eigenem Rechte klagen. ©«gen dieses Urteil legte der Deutsche Tertilarbeiterverband Revision ein. Dos Reichsarbeitgericht beschäftigte sich am 11. Januar 1928 nochmals mit dieser für die gesamten©cwerkschasten wichtigen Frage und kam zur Aufhebung des Urteils der Borinstanz. Dos Gericht erklärte sich auch für die Zulässigkeit der Revision. Die Sache wird zur anderweitigen Entscheidung an die Voriiistaii,z zurückgewiesen. Die Borinstanz habe die Frage, ob der Kläger be- rechiigt war, die Klage zu führen, nicht richtig entschieden. Dos Reichsorbeitsgericht stellte grundsätzlich einmal fest, daß eine Tarifvertragspartei klagen kann und nicht nur der einzelne Arbeitnehmer. Die Klage auf Gewährung von Urlaub selbst habe die Lorinstanz zu prüfen. Das Gericht Hobe diese Frage ossen gelassen und nur eingehend geprüft, ob der Deutsche Textilorbeitcrverbond berechtigt war, die Klage von sich aus zu führe» und habe diese bejaht. Die Kosten des Rechtsstreits hat die Beklagte zu tragen. Lohnbewegung der Handetsarbetter. Wahl der Aranchenkommiffion. Am Donnerstag beschäftigte sich im Gowerkfchoftshaus eine Mitglifderoersammlung der im Berkchrsbund organisierten ssandelsarbeiter des Berliner Einzelhandels mit den» Ergebnis der Verhandlungen, die auf Drängen der Organ!- fation am.1 Januar wogen einer zwischerrtari'lichcn Lohnerhöhung geführt worden sind. Der Bronchenleiter Genoifc Pollmeier berichtete, dvß sich die Unternehmer bei diesen Verhandlungen wieder an den Reichsindex festklammerten und behaupteten, daß dessen Stetgerung nicht so erheblich sei, um«ine Lohn- erhöbung zu rcchisertlgen. In der Protokallnotiz des Lohnab- kommens heiße es ausdrücklich, daß in Verhandlungen über«ine zwischsntariflich? Lohnerhöhung eingetreten werden müsse, wenn eine wesentliche Verteuerung der Lebenshaltung ein- Dekreten sei. Der Reichsinder ist aber seit dem Abschluß des Lohn- tarises im Marz l927„nur'" um 4'» Prozent gestiegen, wovon allein 2 Prozent aus die Mietsteigerung im April vorigen Jahres entfallen, die bei dem damaligen Tariiabschluh schon ein- kalkuliert worden seien. Trotz des.ftinweifes der Lohnkommifsion der Arbeiter, daß selbst von Regicrungsvertrelern. zugegeben war- den sei, daß dir Reichsindexzisser nicht richtig die Tsuening wider- spiegele und auch der Berliner Inder eine andere Preisentwicklung �zeige als der Reichsindex, wotcn die Unternehmer von ißrein'ablehnenden Stottdpnnlt nicht abzubringen. Nach 214stün- digen Verhandlungen mochten sie ober den Vorschlag, in VerHand- lunpen über den Abschluß eines neuen Lohntarifcs einzu- irrten, der ab 1. Januar gelten sollte. Zu welchen Zugeständnissen sie bereit wären, gaben die Unternehmer jedoch nicht bekannt. Sie ließen nur durchblicken, daß eine geringe Lohnerhöhung iii Frage. kommen könnte und daß auch der neue Tarif in i n- bestens au i ei» I a h r abgeschlosien werden müsse. Da die Lohntommission zu solchen Verhandlungen kein Mandat hatte, wurden die Verhandlungen abgebrochen, um darüber erst die Funktionäre zu befragen. Aber auch diese lehnten die Ent- scheidung über eine so wichtige Frage ab und überließen sie der Mitgliederversammlung. Pollmeier vertrat die Auisoisung, daß es richtig sei, in Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Lohn- tarises einzutreten, um festzustellen, wie weit die Unternehmer Zu- gcständnissc machen wolle». Nach einer längeren Diskussion beauftragte die Verkomm- lung dann auch die Lohntommission fast einstimmig, sofort diese Verhandlungen auszunehmen, ober unter keinen Um- standen aus Angebote der Unternehmer einzugehen, die einen Toris- obschluh auf eine längere Zeit als ein halbes Jahr enthalten. Die Versommliiirg nahm dann noch die Neuwohl der Branchenkommission vor. Als 1. Bronchenleiter wurde der Genosse P o l l m e i« r, als zweiter Bronchenleiter Genosse Stein und als Schriftführer Genosse M ü l l e r fast einstimmig wieder- gewählt.. Bei den übrigen Bronchcnleitungsmitglicdern treten einige Veränderungen ein. Die gesamte Branchenkommission besteht aus 9 sozialdemokratischen, 4 kommunistischen und 4 parteilosen Mit- gliedern. Die Tapezierer vertagen die Lohnbewegung. Die kommunistische Branchenleitung schlägt es vor. In einer sehr zahlreich besuchten Branchenversammlung der Tapezierer im Verband der Souler legte Kollege O sl e n die Stellung der B r a n ch e n l e i t u n g zu den akuten Tarissrag-.-» dar. Er oerins die Antwort der Unternehmerverbände, die am 31. Dezember ciintrai, also erst an dem Tage, an dem dos alte Tarif- abkomme» ablief. Die Unternehmer lehnen darin die Lohn- fordcrungen der Tapezierer a b und erklären, daß für sie jetzt und in der nächsten Zeit keine Lohnoerhandlungen möglich seien. Zu der T a r i s k ü n d i g u n g nehmen sie in keiner Weise Stellung. Ee besteht also damit rnr die Tapezierer seit dein 3U De- zember Tariflasigkeit. Die Branchenlcitung oertrat die Ansicht, daß es zurzeit geraten fei, den Unternehmern die Amworl auf ihre Ablehnung schuldig zu bleiben. Noch der günstigen Konjunktur im Tapezierergeweröe be- sonders im vierten Quartal 1927 hat sich die Loge des Arbertsmarktes im Januar wesentlich verschlechtert, wa? sich durch eine be- trächttiche Steigerung der Ziffer der arbeitslosen Tapezierer aus- drückt. Ein Lohnkampf wäre daher zurzeit den Unternehmern wahrscheinlich nicht einmal unerwünscht. Auch von Verhandlungen vor dem Schlichtungsausspruch versprach sich die Vranchcnleitung wenig. Sie cmptahl der Versammlung, vorläufig abzuwarten und die Lage zu beobachten, um im gegebenen Moment ihre. Forderungen nach Aufbefserung des Lohnes geltend machen zu können. Die Versammelten schlössen sich fast einstimmig der Ansicht der Branchenlsimng an. Danach gab der Vorsitzende der Branchenleitung. Hegen bart, den Jahresbericht. Er legte die Entwicklung de? Arbeits- marttes noch einmal eingehend dar und behandelte ausführlich die Werbearbeit des Verbandes im letzten Jahr. Die Neueinführung der Werkstatweriommlungen hat sich bewährt. Die im Anschluß daran erfolgte Neuwahl der Branchenleitung ergab im wesentlichen ihre alte Zusammensetzung. ...'.t■ Die Stellung der Branchenleitung, gegenwärtig auf die Durch- führung de? Lohnbewegung zu verzichten, ist durchaus verständlich und entspringt sehr vernünftigen Erwögungen. Ueberraidjend ist allerdings, daß die kommunistische Fraktion diese Haltung offenbar billigt, fedenialls unterstützt. Die B ra n ch c n l e i t u n g ist in ihrer Mehrheit kam m un i sti s ch. Man stelle sich aber vor, was die Fraktion gesagt und die..Rote Fahne" ge- schrieben haben würde, wenn die Branchenleitung der Am st er- d o m e r Richtung angehörte.— Ja, wenn zwei dasselbe tun... s der 30. Hauptversammlung dös Deutschen Vereins für ländsiche Wohlfahrts- und Heimatspslege, deren genauer Bericht setzt vor- liegt: „Wirtschaftlich richtig ist es unter allen Umständen, wenn dit Entlohnung nur auf der G e l d b a s i s beruht. Die D e p u- tatwirtjchaft in ihrer Vcrzweigtheit muß im Louic der Zeit abgebaut werden und letzten Endes möglichst ver- schwinden. Die Arbeitssreudigkeit würde steige», wenn die Arbeiter mehr Geld ausbezahft bekommen würden. Der Arbeiter kenn nie mit einer bestimmten Geldsumme rechnen. Der Roggen ist eben ein Produkt des Marktes. Der Arbeiter bekommt olle Monate viermal Roggen, dreimal Weizen und zwei- bis dreimal Gerste. Er bekommt Jas Deputat, er we tz aber nicht, was es wert ist. Wenn er es verkauft, bekommt er natürlich viel weniger als es notiert wird. Zweiten? muß er sich erst einmal nach dem Preis erkundigen. Drittens schwanken die'Preise. Es ist also keine gleichmäßige sortlausende Eniloh- nung. Der Arbeiter aber rechnet mit festen Summen." Es ist kaum anzunehmen, daß diese fachliche und vernünftige Stellungnahme im Arbeltgeberlager der Landwirtschaft� in kurzer Zeit Gemeingut wird. Es ist bequemer, beim alten Schlendrian zu verharren. Um ja mehr muß cs Sache de? Landarbeiter selber fein, ebenso wie die Handwerksgesellen den Kost- und Logiszwaag beim Meister beseitigten, den Dcputacunfug nach und nach ab.zn- schaftcn. Dabei kann ihnen die vorstehend« Erklärung recht nütz» lieh sein._ Ein verspäteter Silvesterscherz? Die„Beko" schreibt: Wir erfahren aus zuverlässiger Quelle, daß man sich ii» R e i ch s p o st m i n i st e r i u m mn der Absicht trägt, den zur Trogung von Dienstkleidung verpflichteten Beamten den neuen Ausgchanzug der Reichswehron gehörigen als Dienstkleidung vorzuschreiben Es war beabsichtigt, eine dies- bezügliche Verfügung üb«? den Kop! der Personalveriretung bcraus- zubringen. Wie behauptet wird, sind auch bei der R c i ch s b o h» derartige Erwägungen gepflogen worden. Es einzieht sich unserer Kenntnis, ob die Absicht besteht, bei diesen Verwaltungen gleichzeitig Stahlhelm und Schleppfäbel der Dienst- tlcidung anzugliedern._ Standrecht gegen streikende Derglevte. walsenburg, sEolorado), 13. Januar. Infolge Zusommcnstoßcz zwischen Polizei und streikenden Berg- arbeirern wurde hier dos Standrecht ausgerufen Der iragliche Zwischensoll nahm folgenden Berlous. Siebenhundert Berg- l e u t e waren durch die Straßen noch dem Sitz der Arbeiter- Partei gezogen, wo sie von der Polizei belagert wurden. In den sich dabei abspielenden Kämpfen, die eine volle Stunde dauerten.�wurde entgegen der früher verbreiteten Meldungen ein einziger Streikender getötet, während mehrere verletzt wurden. Auflösung der Gewerkschaften in Schanghai. ' � Aus Schanghai wird gemeldet, daß auf Verlangen der chinesischen Handelskammer in Schanghai alle chinesischen Gewerkschaften der Stadt ausgelöst worden sind. Gestern erklärte der Verband der chinesischen Steuerzahler, daß er die Beteiligung seiner Vertreter an der Verwaltung der Stadt verlange. Der Verband fcrdert 0Z Proz. der Sitze im Stadtparloment. In H o n k o u sind 4 00 Kommunisten verhaftet worden, die olle vor das Gericht gestellt werden sollen. Theater der Woche. Bom IS. bis 23. Januar. ««lUWittw: ThtaJUt om%Uaa>fIaf|; 17., 1«.. IS., 20.. 21., 22.®cmn>?t Man». Ifi. 23. Kwkcniann.— Cnet am Plan btt R-xnblil: 13. SiiaiNitio. 16. ZrcitchiH. 17. Lauiko Mivcr. I«. Kbeli«. 19. Ttc Maitu i>kS Schirffols. Streik in der Oekaturbranche. Vom Deutschen Textilarbeiter-Lerbond, Ortsverwaltung Berlin, wird uns geschrieben: Der geltende Lohntaris der Dekaturbranch« wurde vom Deut- schen Textilarbeiter-Berband rechtzeitig gekündigt, gleichzeitig mit der Einreichung einer den Zeitverhältnissen entsprechenden Forderung auf Lohnerhöhung. Die Unternehmer beantragten die An- rusung des Schlichtungsausschusses und verpflichteten sich, dessen Borschlag anzunehmen. Der Schlichtungsousichuß machte am 12 d. M. einen Ver- gleichsvorfchlog. aber die Unternehmer wurden wortbrüchig und lehnten diesen Vorschlag ab: sie wollten eine Mark weniger geben. Sie zwangen hierdurch die Arbeiterschaft zum Streik. Es wird allseitig um Solidorität gebeten, da das Recht des Kampfes vollständig auf Seiten der Streitenden«st. Die Ortsverwaltung. deiner Geldlohn! Auch für die Landarbeiter. Der Beschluß des Deutschen Lnndarbeiterverbandes, ftr die allmähliche Beseitigung der Deputatcntlohnung in der Landwirtschast zugunsten der reinen Bnrentlohnung zu kämpfen, hat dazu geführt, daß in den landwirtschaftlich interessier-. tcn Kreisen jetzt lebhait übe- die Frage der Zweckmäßigkeft oder Un z w e ck m ä ß i g k e i t der Deputatenttohnung debattiert wird. So erklärte der Rittergutsbesitzer Dr. Kausmann-Luga auf 20. J-O» fricoonni. 21. Der feine Slanp. 22. Tanniliwser. 23.>niifo.— Städtische Oper: 15. Sin Maskenball. 16. Tnranbot. 17. und 21, Jenny spielt auf. 13. Manon. 19. Rachtigall. Oer �eueevoget. 20. De» Troubadour. '22. Carmen. 23. Ifidrlio.— Schauspiel hau» am cheubarmeumaekn 15., Ii!., 19., 21. und 22. De? Kaufmann non Penedig. 17. tzra Tiavolo. 18. und 23. Pcntdcsilea. 20. Dcr Bordier rou Sevilla.— Schiller-rbeatei: 15. Ccharleno Tante. 16. Weh dem. der Illg!. 17.. 13.. 20., 21.. 22. und 23. Wo», et. 19. z ccr iSnnt.— Theater am Schiffbaurrdamm: Schieber d-s Rubin?.— Thalca-Thraicr: Ja? tiauicl geht durch ein Radrlehr.— Deutschc, Thealer: Peer chynt.—«ammerspiele: 15.. 1«. Bronx.Crpreb.«b 17. ifinb.-n Sie. das Conslanee sich richtig oerbalt?— Die«omödie: Tie Ehe von Seit.— Theatee am Zl-llerdarsvlat,: 15. AabnUin. 16. Borirag-abend der Sciellschait der greunde. 17. Tan, abend Balcaka Ger!. 18.. 19. geschiassen. Rb 20. Tie rdl»?»'O II« r hr« fit» renn rt rt! ♦ I, r»(— /4-m I»»#_. 1» k__(%-2_ 1___ r Renaiflance-Zlheatr»: 15. bi» 19., 23. Corur-Bube. 16. bis 2° 2- Benin. 13.. 23 INir. Pi-caivr. Parodie. 20, 21. 22.. 22'h Uhr Coeur-Bube— «omiich» Over: Mes Rackt!- Deutsche«»Ouftlcrihutee: Gv-Innc-- Luftspielha»»: Unter Geichasl-auilicht.- Lesfino. Theatee: Ras. Bernd.— Theater am«-rfu.st.°t>an.m:. Bci UN, um d.e Gedächtni�rche rum.- Refideu,. Theater: 15.«chon seh n mir aus R.' 16. stiefmama.- Theater !".?** �>w>-a-ba»tenstrahe: Io. Tonne und der tzukall. 16. b!» 22. Stören- srieb. 23. To et IM Tden.— Relrapal-Theater: Die schöne Helena.— BeeUner Th-o'»: Ter Herr ron.- R.u� Tbeater am gaa: Heule Rächt- epentuell.— Die Teibnue: Cp-el ,m vn-Ssotz.-«leiuea Theater: Cina «leine ohne Bedeutung.— La IbaTa. Theater: Sine Liedesnackit.— Base. Zcheater: Bis 22 Orpheus in den Unterwelt,«b 23. Ter Pianrer von Äicch. feli>.- Tagno. Theater: Z,, 16.«lein.KIr�rrechors. Ab 17. Tie spanische le>ege- Iheater tu her»lasterstrahe: 15.. 16. Gbarlens Tante. 17.. 13.. IT- zl»' 21. Seil,»ilhesm n, usw. 22, Ter fröhliche Weinberg.-«chlah. uart-Theaiee SiegUb! B,, 19. Tie s'-.eisba. Ab 20. Der Bettesstubenl. Stout m Ädmira.spolaft: Dann und Wo.— Wintergarten: Darier.— Seala: Internationales Bariet«.— Reichaballen. Theater:«tettiner Sänger.— Theater am«attbutz-r Tae: Slite-Siinger . �?««"»' K« l l u» g. u:«allabuhue: Theatee am Bülam. ÄrH' ttzt1 L�ebr.— Theater am Schissbauerdamm: 15. George Taudin. 22. Schieber des Ruhms.- Thalia-Theater: 15., 22.' Ter mutige Seefahrrr.-«raO.vprr: 22. Louifa Miller. 15. Trr Kuß.—«chill-r.Thiai»,: Theater am«aUbugcr Tar: 15., EUte-Sänger. Eünger. Berantmortlich'llr ToiNif: Tr.»«,»,: W:rl--chai!:«.«liaaeldölee: Grwerlichaitsbem-gung: Z.«teiuer: geuillelon:«. H. Dölcher- Lokale, und g-onsliaes: Tri»«arftädt: An, eigen: T»«latfe. sämtlich in Berlin. Vrrlgg: Bormaris-Berlag G�m b. H.. Berlin Druck: Barwärts-Buchdruckerei und Kerlggsanstali Paul Singer u Ca.. Berlin£29 68. Lind.-nstrake 8 TRAURINGE Rlnx Dukatenfpold(900 reat.) Reklamepreis von.... Mk. 18.— Gediegen und modern Schwere Auslührung..... I Rlnr 1888 geat.) Gediegen nnd modern.... Mk. T4.- Mk. 28.- Mk. 1».- Mk. 15,— Schwere AuSfllhrung Skarat. Ringe v Mk. 4.-"bl$ T.- p. Stück. Gravieren gratis rum Mitnehmen. Bermann Wiese, Berllo ft ca. 8000 fugenlose Trauringe am Lager. Koptsctimerz, Nervenschmerzen „Darmitin"- Pulver anscbadlich sofort wirkend Bs ist««o erschltutn. Kfnderland 1928 Ein proletarisch es Jahrbuch für die Buben and Mädels des arbeitenden Volkes. An dem Kalender haben auch dieses Mal die Kinder selbst Illchtig mitgearbeitet Das .Klnderland*' kostet Mark 1.50 2u kaban in atlon„Vorwärts". Abgabestallen und Partalbuch- handlungen oder direkt von der „VorwArta-'-Buehdruckerel und Verlagaanstalt, Berlin SWS8 LindenatraBe 9 Metallbetten itahlmalratieD, Kinderbetten �BlgaPrit Kit.«Mir. Elsenmöbcltabrlk Suhl I.Thür �UCRGCNS Bnitlanos-.llabait- a.Reklamemarken cgenNachahmun' gesetrl nasch ettigtseil 88 Jahr. als Spezialität Conrad Müller Leipzig. Schkeuditz Arbeiter, Angestellte um Beamte sollen»Ich nach den Betcfalliisen des Gewerkschaftskongresses, des Afabnnde», des Allgem. deutschen Beamtenbundes und der Genossenscbaftstage nur versichern bei dem eigenen Unternehmen dei Voiksfürsorge Gew�rttsdiifutdi- Genossensdiatiltdi� TersSdienm s-AüficsiöcsellsöiaU Auskuntt erleilt orar. Material versende: kostenlos du Redinungsstellc I Berlin 5 42, Rlilerstr 126. oder der Vor- stand der Vo'ksfOrsorge In Hamburg 5, An der Alster 58-59.