Morgenausgabe Nr. 25 A13 45. Iahrgang Wüchentltch /O Pfenmg.«o»aMch L.— Reichsmark nn voraus zahlbar vnter Streifband im Zn- und Äus« land S.SV Reichsmart pro Monat. * De».Lonvärrs' mit de» illustrier» ten Soantagsbeiloge.Volk und Zeit� sowie den Beilogen.llnterdaltuna vnd Wissen".»u» der Filmwelt�. .Stadtbeikoge".Frauenstlmme�. �De» Zkinderfreund'.Iugend-Loo» wärt»".Blick w die Bllcherwelt�. .Kulturarbeit" und.Technik� erscheint wochentäglich zweimal. Sonntag» und Montag» einmal. Bevlinev Voltsblatt Sonniag 15. Januar 1928 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. Di» ttafftfinge Ronparetllezest» SO Biennig ReNomezeile JL— Reichs» mark.Kleine Anzeigen" dos fettge» druckt» Won 8d Pfennig(zulöfstg zwei settaedruckt» Wone). jedes weitere Wort 12 Pfennig Stellengesuche da» erst» Don lS Pfennig, jedes we,»er» Wort 10 Pfennig Won» über 1b Buchstaben zählen für zwn Worte Arbeitsmartt Zeile 00 Pfennig Familianzetgen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahm» im Hauptgeschäft Linden» ftrastell�»vchentügl von 81/» bi» 17 Uh» Äentraloegan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Lernlprcch«r: T'önhosl 2S2— 2S7 Telegramm-Adr: Eozialdcmokral Berlin Vorwärts-Derlag G. m. b. H. Postscheckkontli: veiü» S7bZS— BanNomo: Bank der Arbeiter. Angesiell,e» und Beamten Wallslr. SS Diilonio-Gelellschasi. Teposilcnlasle Lindensir S Abschiedsdementi. Oer Kall Canaris.- Ein Reichswehrdemenii und eine Antwort. y Auf die im Untersuchungsausschuß des Reichstags (4. Unterausschuß) abgegebene Erklärung des Ab- geordneten Dr. Moses über die Zusammenarbeit zwischen dem Marinesachverständigen, Korvettenkapitän C a n a r i s mit den Vaterländischen Verbänden, dem Wiking-Bund usw. in Kiel hat der Reichswehrminister Geßler jetzt offiziell geantwortet. Der Wehrminister hat danach folgendes festzustellen: 1. Korvellenkapitän Canaris hat weder in seiner Stellung als erster Offizier des Kreuzers„Berlin", noch in einer anderen Stellung aus irgendeinem Wege dem Führer oder Leiter der Or- ganisation Consul Geld. Massen oder Uniformen zur Verfügung gestellt. 2. Ein Zusammenhang zwischen dem Attentats- versuch gegen Generaloberst v. Seeckt und Korvellenkapllän Canaris besteht nicht. 3. Eine Finanzierung der Vaterländischen Verbände von Schleswig-cholstem einschließlich des Wikingbundes ist nicht er» folgt. 4 Da nach vorstehendem die nach seiner Verwendung als Sachverständiger gegen die Person des Korvettenkapitäns Canarius in der Oefsentlichkeit erhobenen Anschuldigungen i n a l l e n Punk- ten unwahr stnd, kamen Bedenken gegen seine Verwendung für den erwähnten Dienst nicht in Frage. ö. Die derzeitigen Veröffentlichungen m der..Wellbühne' sind bisher unwidersprochen geblieben, da ich aus Nachrichten in Diät- tern von der Art der„Wellbühne" grundsätzlich nicht zu reagieren pfleg«. Mll dem Ausdruck meiner Hochachtimg gez. Geßler. Es muß der..Wellbühne", auf deren Aeußerunaen sich die Erklärung des Genossen Moses stützte, überlassen bleiben, im einzelnen ihre Angaben über die Zusammenarbeit zwischen Canaris, der Organisation Consul und den Vaterländischen Verbänden in Schleswig-cholstein zu erhärten. In Kiel dürfte jedenfalls nach unserer Kenntnis der Dmge großes Staunen über die„Feststellungen" des Wehr- Ministers anheben. Jedes Kind weiß dort von dieser Zusammenarbeit. Die Kieler„Volkszeitung" hat seinerzeit die Dinge ausführlich mitgeteilt. Am erstauntesten dürfte aber der Rlltmeister a. D. Lieder selbst sein, der Führer Zell, auf dessen der ganzen Vor- der Organisation Consul in der Aussagen laut„Weltbühne" die gänge beruht. Herr Geßler hatte leider beim Abfassen dieses Ab- schiedsdementis— es dürfte wohl sein letztes Dementi als Wehrminister sein— vergessen, wie es um diesen Rittmeister a. D. Lieder und seine Beziehungen zur Marinestation Ost» see in Wirklichkeit bestellt war. Es ist gerade ein Jahr her, daß Dr. Geßler in einem Schreiben an ein Mitglied der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion auf einen Artikel, der sich mit denselben Dingen befaßte, folgendes mitteilte: „Ein Leutnant z. S. a. D. Klinisch ist seit 1. Mai l926 als Ersatz für den am gleichen Tage entlassenen Rittmeister a. D. Lieder bei der Marine st atlon Ostsee als zivile Hilfskraft befchäsligl." Ueber Lieders Tätigkeit als Führer des aus der Organi- sation Consul hervorgegangenen Wiking-Bundes, wie auch über die Person dieses ehemaligen Marineleutnants Klinisch, der ebenfalls einer der übelberüchtigten Wiking- Leute und noch früher Organisator der Sturm- truppen Hitlers im Jahre 1923 gewesen ist, besteht kein Zweifel. Gegen Lieder schwebt jetzt ein Hoch- verratsverfayren. Sie sind beide unter Protektion des Kapitäns Ehrhardt in diese Stelle gekommen. Schon daraus ist ersichllich, was von Dr. Geßlers Dementi, „eine Finanzierung der Vaterländischen Verbände von Schleswig-Holstein einschließlich des Wiking-Bundes ist nicht erfolgt", zu hallen ist. Dem ganzen Dementi setzt aber die Schlußbemerkuna, daß„aus Nachrichten in Blättern von der Art der„Well- bühne" grundsätzlich nicht reagiert" wird, die Krone auf. Der Zufall wollte es, daß ausgerechnet amTagevordiesem Dementi, am 20. Dezember, in dem Beleidigungs- prozeß der Reichswehr gegen die„W e l t b ü h n e" das Urteil gegen die Schriftsteller Jacob und Ossietzky erging. Vielleicht erinnert sich der Reichswehrminister an diesen Fall, wenn er von der chm zugesprochenen Befugnis der Urteils- Publikation in der„Wellbühne" am gegebenen Zeitpunkt Gebrauch macht. Es gibt also doch Fälle, in denen von diesem „grundsätzlichen" Verhalten abgewichen wird. Höchst merk- würdig, daß es ausgerechnet im Fall Canaris nicht geschah. Wohnungsbau Nebensache. Ausländsanleihe für Kirche und ein Mädchenpensionat. Das Bistum Hildesheim erhält eine Auslands» anleihe von 450 000 holländischen Gulden für den Bau einer KircheundeinesMädcheniuteruats. Für den Wohnungsbau erlaubt Herr Schacht keine Ausländsanleihen. Der Wohnungsbau ist unproduktiv. Auch Belgien rüstet. Motorisierung der Artillerie. Brüssel. 14 Januar. Kriegsminister de Brocqueville hat beschlossen, einen Teil der Artillerie mit Motorbespannung auszurüsten. Die Reform wird zunächst bei dem in Brüssel liegenden 14 Artillerieregiment durch- geführt und nach und noch auf die schwere und halbschwere Artillerie ausgedehnt werden. Zum Ankauf der erforderlichen Trak- toren soll im Mal ein Wettbewerb veranstaltet werden, der teils in Brüssel, teils in den Uebungslagern von Beverloc und Elsen- vorn durchgeführt wird._ poincare wieder in Nöten. Konflikt mit dem Heeresausschuß. Parts, 14 Januar.(Eigenbericht.) Dos Kabinett Potncore geht schweren Zeilen entgegen. Auf die stürmische Kammerdebotte über die Immunität der verurteillen kommunistischen Abg.'ordneten folgte am Freitag«in Zusammenstoß des Kriegsministers P a i n l e v c mit dem Heeresousfchuß in der Frage der einjährigen Dienstzeit. Die Dienstzeit ist durch das Re- krutterungsgcsetz, das in der nächsten Woche von der Kammer ver- abschiedet' werden soll, so geregelt, daß die Johrestlasse 1928. die bis Mai 192V ihren Dienst antritt, ein Jahr darauf entlassen werden soll. Da» Gesetz macht die» aber abhängig davon, daß die Zahl der Berufssoldaten vorher aus 106 000 gebracht ist. Krieg»- mttttstsr Painleve fordert» nun im Heeresousschuß, daß dt« Herab» setzung der Dienstzeil Überhaupi nicht zelllich festgesetzt werde, was jedoch kategorisch abgelehnt wurde. Hierauf erklärte der Minister, im Plenum der Kammer gegen die Aufrechterhaltung der Bestimmung die Vertrauensfrage zu stellen. Man kann sich also aus neue Schwierigkeiten der„Regierung der nationalen Eint- gung" gefaßt machen. Die Entscheidung liegt auch in dieser Frage bei den Radikalen. und es wird sich das von VI u m im heutigen„Populaire" klar ge- stellte Problem von neuem erheben:„Die parlamentarische Lage läßt sich nicht länger von der Position der Parteien im Wahlkampf trennen. Die Radikalen werden noch in dieser Kammer für oder gegen die nationale Union Stellung nehmen müssen." Oos Atteniai von Gkoplje. Was eine Sterbende ausgesagt haben soll. Belgrad, 14 Januar.(Agentur Aoala.) Neue Einzelheiten werden jetzt aus Uesküb-Skoplje gemeldet über die Vorgänge bei dem Anschlag auf den Gerichtsrat Prell t s ch. Die Urheberin des Attentats, eine Frau Mara P u n e f f, jagte sich im Augenblick, wo nmn sie verhasten wollt«, eine Revoloerkugel in die Herzgegend. Nach dein Kranken- haus gebracht, wurde sie dort einem Verhör unterzogen und erklärte— mit der Kugel in der Herzgegend!(Red. d. KZ.)—, sie habe von dem promazedonischen Komilee Befehl erhalten, sich nach Südserbien zu begeben, um dort Persönlichkeiten zu ermorden, deren Namen ihr später mitgeteilt worden seien. Aus der Untersuchung ergab sich, daß Frau Bunesf mit einem aktiven Offizier der bulga- rischen Annee verheiratet ist. Die Zeitungen betonen, daß der er- «nordete Gerichtsrat ein Beamter von großer Zukunft war. Untersuchungen von großer Wichtigkeit waren ihm bei dem letzten Spionageprozeß in Uesküb anvertraut worden. Nach den letzten Meldungen ist Mara Buneff ihren Verletzungen erlegen. » In seinem Reserat auf dem sozialdemokratischen Landespartei- tag für. Slowenien hat Abg. Genosse Pete ja n taut Marburger „Votksstimme" von dem„armen Mazedonien" gesprochen und den dort geübten maßlosen Wahlterror gegeißelt. Nach dieser süd- slawisch-soziolistischen Deurteilung muß auch in Sadstawisch-Maze- dornen viel faul sein... Oer Fall Geßler. Oer Mann der Selbsttäuschung und des Dementis. Momentbild aus dem Leipziger Hochverratsprozeß von 1921 gegen die Kappisten v. Iagow, v. Wangenheim und Schiele: Nach Ministtrn. Generälen und Exzellenzen treten als Zeugen in die Schranken drei schlichte Musketiere, Angehörige der Brigade Ehrhardt, die sich geweigert haben, den Marsch auf Berlin mitzumachen. Man orcht auf. Was ist aus den Braven geworden, welchen Lohn hat ihnen der Reichswehrminifter zuteil werden lassen? — Ehrhardt hat die drei wegen„Gehorsamsverweigerung" aus seiner Brigade hinausgeworfen, und der Reichswehr- minister Geßler hat sie n i ch t wieder in die Reichswehr ein- gestellt! Fehlte chm die Macht, fehlte ihm f)er Wille? Aber die andern, die den Putsch mitgemacht hatten, sie brauchten nicht zu klagen. Geschlossen wurden sie in die Reichsmarine übergeführt, und vierzehn Tage nach dem Putsch zahlte man ihnen zur eigenen Ueberraschung— der O.-C-Mann Manfred v. Killinger erzählt es hohnlachend— auf Anordnung des Reichswehrmini st eriums für die Tage des Aufruhrs die Zulage aus, die Ehr- Hardt seinen Leuten als Lohn für Umsturz und Meuterei versprochen hatte. Das ist in einem konkreten Beispiel der Kern des Falles Geßler. » Niemand wird dem häuslichen Unglück, das dem Reichs- wehrminister durch den Tod seiner beiden Söhnt betroffen hat, das menschliche MUgefühl versagen. Niemand wird es ihm verargen, wenn er den Wunsch hat, als ein von Schick- salsschlägen gebeugter Mann sich in die Stille zurückzu- ziehen. Aber das tragische Geschick des Privatmannes Geßler kann das Urteil über den Minister Geßler nicht ändern oder abschwächen. Der Minister Geßler hat den friedlichen Ab- gang, der dem Privatmann zu gönnen ist, nicht verdient. Offen muß ausgesprochen werden, daß das achtjährige Walten Geßlers im Reichswehrministerium ein Unglück für die Republik gewesen ist. » Es ist eine falsche Rückerinnerung, wenn viele glauben, daß Geßler die Reichswöhr in einem bereits unheilbar mon- archistischen Zustand übernommen hätte. Gerade der Kapp-Putsch, der Geßler ins Reichswehrministerium brachte, hatte gezeigt, daß die Reichswehr in großen Teilen durch- aus nicht vom Geiste der Freikorps beseelt war. Fast die gesamte Marine hatte sich bei der ersten Nachricht vom Putsch auf den Boden der Republik gestellt und ihre zwei- deutig lavierenden Offiziere hinter Schloß und Riegel ge- setzt. Dasselbe hatte ein thüringisches Bataillon getan. Der unter dem Pseudonym„Mann über den Kapp-Putsch be-� richtende Adjutant Ehrhardts muß zugestehen, daß auch die Regimenter der Berliner Garnison durchaus nicht restlos für die Putschisten begeistert waren und zum Teil durch List oder Gewalt entwaffnet und in ihren Kasernen eingeschlossen wer- den mußten. Jedenfalls war.es um die Reichswehr damals nicht schlimmer bestellt, als um die preußische Schutz- Polizei. Wie man aus dieser eine zuverlässige revubli- konische Macht schaffen konnte, hat in den auf den Kapp- Putsch folgenden fünf Iahren Genosse Karl Severing gezeigt. Es stand Geßler frei, die damalige Reichswehr genau so umzugestalten, wie die preußische Schutzpolizei durch Se- oering tatsächlich umgestaltet worden ist. Daß er es nicht tat. lag teils an mangelhafter Einsicht, teils an mangelhaftem Willen. O Selten hat sich jemand den Weg zur Reform selber so verbaut, wie Geßler gleich in den ersten Iahren seines Wirkens. Daß er die revublikanischen Marinemannschaften wegen ihrer Haltung im Kapp-Putsch als„Meuterer" hinaus- warf und durch die wirtlichen Meuterer der Brigade Ehrhardt ersetzte, war nur der Anfang einer Kette von ver- hängnisvollen Fehlgriffen. Geßlers persönliche republikanische Ueberzeugung soll nicht angezweifelt werden. Aber er hatte sich durch das Schlagwort der„EntPolitisierung" der Reichswehr blenden lassen und begriff nicht, wollte nicht begreifen, daß diese Ent- polstisierung in der Praxis nichts war als eine Ent- republikanisierung, eine Auskämmung der Re- publikaner, eine monarchistische Unisormierung. � Im Zeichen der EntPolitisierung schuf er das Reichs- wehrgesetz, das volitische Organsationen in der Reichswehr untersagte In Wirklichkeit aber richtete sich dies Geietz nicht legen politische Vereine, sondern gegen den zwei Drittel der Reickswehrangeböripen umfassenden„Reichswirtschaftsver- band Deutscher Berufssoldaten", eine reine Wirtschaftsorgani- sation, die sich aber bei den reaktionären Offizieren verbaßt gemacht hat, weil sie während des Kapp-Putsches ein Be.» tenntnis zur republikanischen Staatsform abgelegt hatte. Damit war sie„politisch" geworden und mußte vernichtet werden. Ein durch und durch reaktionärer Mllitir- anwärterverband dagegen durfte bestehen bleiben. Wie die Beförderung von Uniersffizisren zu Offizieren unter Geßler eingeschlafen ist. wie zum Rekrutierungsgebiet dar Reichswehr die ausgesprochen monarchistischen Bater» ländischen Verbände wurden, das alles ist hier unzählige Maie gesagt worden. Erreicht hat Geßler auf diesem Wege keine Entpoliti? siervng der Reichswehr, wohl aber seine eigene voll- kommene Machtlosigkeit gegenüber reaktionären Exzessen. Er glich in seiner letzten Zeit dem Mann, der ein Schadenfeuer mit einem Kinderetmerchen ausgießen will. Auf einem Fleck löschte er die Flamme, an hundert anderen Stellen schießt sie empor. Den vollendeten Beweis für Geßlers Machtlosigkeit sollte kurz vor seinem Abgang der F a l l d e s K a p i t ä n K o l b e erbringen. Man möchte fast vermuten, daß die blamable Lage, in die Geßler durch das offene Eingeständnis seiner Ohnmacht geriet, für seinen Abgang entscheidender gewesen ist als feine häusliche Trauer. Wohl konnte er den Kapitän, der in pro- vozierender Weise den Prinzen Heinrich auf sein Kriegsschiff eingeladen hatte, zur Rechenschaftslegung nach Berlin be- ordern. Dann aber durfte er ihm kein Härchen krümmen und mußte ihn vierzehn Tage darauf befördern— weil doch halt Herr Kolbe an der Reihe war! m' Was dem Fall Geßler aber Tragik und Sympathie vollends nimmt, ist der Umstand, daß der Reichswehrmmifter sich und anderen den wirklichen Zustand der Reichswehr niemals eingestand. Er klammerte sich daran, die Dinge so zu sehen, wie er sie sehen wollte. Eine nicht zu leugnende persönliche Schlagfertigkeit und' Debattierkunft, eine Jonglierfertigkeit mit Tatsachen und Beweismitteln halfen ihm dabei. So rettete ihn oft aus scheinbar verzweifelten Debatten diese taschenspielerische Ueberlegenheit. Er hat es verstanden, sich durch Riesenskandale hindurch- ' zuwinden, die jedem Mindergeschitkten unfehlbar den Hals ge- kostet hätten. Man hat es— beinahe ohne Erstaunen-7 an- gesehen, daß der Mann ruhig im Amte blieb, als ob�nichts gewesen wäre, der doch als oberste leitende Stelle die po- iUifche Verantwortung für die Schwarze Reichs- w d h r, für die Urheberin des K ü st r i n e r P u t s ch e s und der Fememorde trug. Sein Vorgänger hatte wegen des Kapp-Putfches gehen müssen. Geßler blieb'trotz Küstrin und Haneberg, trotz Buchrucker und Oberleutnant Schulz. Der Phoebus-Skandal schwelt noch immer im geheimen, Geßlers Nachfolger wird keine Freude an dieser Erbschaft haben. Aber auch dieser hätte wohl, wenn Geßler ihn bis zum Schluß zu verantworten gehabt hätte, die Stellung des Reichswehr- Ministers nicht erschüttert. Denn wer Küstrin und Spandau — den General 0. Lossow nicht zu vergessen— ertragen kann, der stolpert nicht über ein paar Millionen Reichsmark für ein Filmunternehmen. Mit der„nationalen" Flagge läßt sich im Deutschland des Bürgerblocks auch die übelste Kontre- bgnde decke y.-.. ■ Was ihm an Energie fehlle, ersetzte er durch das De- inenti. Und wenn alle Spatzen die Tatsachen von den Dächern pfiffen, vom Reichswehrministerium wurden sie de- mentiert. Diese Praxis hat es dahin gebracht, daß in der Oeffentlichkeit ein Dementi des Reichswehrministeriums heute geradezu als amtliche Best ä t ig ungflilt. Die ,>n a- i i n ttal k 0 m munist ischen Haufen, wozu die amt- inhe Meldung des Reichswehrmmistertums die meuternde Schwa rze Reich s we h r BuchruckerS umdeutete, bleiben ein klassisches Zeugnis für Geßlers Fähigkeiten auf diesem Gebiet. Aber selbst wenn die unzähligen Dementis des Reichs- n'ohrministeriums Naive getäuscht hätten, die Wirklich- keitändernkonntensienicht� Die bleibt häßlich und unfreundlich, für sie wird Herr Geßler auch durch seinen Ab- gang nicht von der geschichtlichen Verantwortung frei. „Dieses Mal ohne Gruß." Ein Ookument zu deu parteikämpfen der Volschewiki. „Mißverständnisse." Ein Zurückzieber des Rektors Tieften. vis Unterredung zwischen dem, Handelsminister und dem Nektar der Handelshochschule Berlin, Ti« ß e n. hat zu einem roschen Ergebnis gesührt. Der Rektor gibt in einem Anschlag in der Handelshochschule bekannt: „Da der Anschlug vom 7. Januar zu Mißverständnissen geführt hat, überlasse ich alle Schritt«, die sich auf die Bildung freier Vereinigungen von Studenten beziehen, gemäß Erlaß des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe vom 12. Dezember 1927 den Studierenden s e l b st. Der Rettor wird nach wie vor die pflegliche Behandlung aller Stu- dentengruppen und ihre Untcrstüßung mit Rot und Tot zu seinen vornehmsten Ausgaben rechnen." Das klingt wesentlich anders als der Anschlag vom 7. Januar. Die Sozialfürsorge des Reichs. Oos Arbeitsministenum vor dem Haushaltsousschuß. Der Ausschuß für den Reichshausholt setzte m seiner � Sitzung vom Sonnabend die Spezialberatnng des Etats des , Reichsarbeitsministeriums fort und erledigte die Ab- . ithnitte:' Sozialversicherung, Arbeitsvertragsrecht, Arbeitsschutz, Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Bersorgungs wesen und sonstige soziale Maßnahmen. Der Abschnitt: Wohnungs- und Siedlungswesen soll am Mantag beraten werden. Die Genossen hoch und Karsten, sowie die Genossin Bohm-Schuch suchten durch .zahlreiche Antrag« und Anregungen die Sozialfürsorge aus den genannten Gebieten zu fördern und zu erweitern, ohne daß tiefe Bemühungen hei den Bürgerblockparteien Gegenlieb« gefunden hatten. So wurde ein Antrag Hoch: die KAsensürsorg« sö zu ge- stalten, daß die längere Zeit hindurch Arbeitslosen dieselbe Unter- stühung unter denselben Bedingungen wie in der Arbeitslosen- Versicherung erhalten, sowie eine Entsck�ießung der Genossin Böhm- Schuch, Maßnahmen zu treffen, um die Auswüchse bei der Au- niendung der Arbeitstherapie In deu Hell- und Psiegeanstolten zu verhindern, von den bürgerlichen Parteien abgelehnt. Einstimmig angenommen wurde«ine Entschließung, die Reichsregienmg zu ersuchen, in solchen Fällen, in denen sich aus dem Berbalten von Tarisparteien offenbarer Tarifunwille ergibt, das Mittel der Berbinhlicherklärung eines Schiedsspruches aych dgnn anzuwenden, wenn unter anderen Umständen nach der all. gemeinen Gepflogenheit sich«ine Berbindlicherklörung nicht schon reibtfertigen lassen würde, Auch im Ulemelland hat die litauische Polizei drei Kommunisten verhaftet', sie sollen äu» Kowno stammen. In der heftigen Diskussion in der bolschewistischen Partei, die dem Ausschluß der Ovposition voranging, fiel immer wieder der Name F i s ch e l e f f. Die Oppositlon er- hob Protest gegen seine Berhaftung durch die GPU. F i s ch e l e f f, einer der Führer des Buchdruckerverbandes und Leiter mehrerer Moskauer Druckereien, hatte die Platt- form der kommunistischen Opposition drucken, lassen. Die Oppositionellen haben sich mit Fischeleff solidarisch erklärt. Der Redakteur der„Leningrader Prawda", S 0 r i n, hat in einem Offenen Brief an Bucharin leidenschaftlichen Protest gegen die Methode erhoben, ab- weichende Meinungen durch Polizeimaßnahmen zu unter- drücken. Dieser Brief ist vom„Sozialistischen Boten" ver- öffentlicht worden: er hat folgenden Wortlaut: Genosse Bucharin! Ich sehe mich durch die Angelegenheit des Genofsen Michail Fischeleff veranlaßt, diesen Brief an Sie zu richten. Sie kennen den Genossen Fischeleff seit etwa 12 Iahren. Ich kenne chn seit 18. Ich weiß, daß er schon als ganz junger Mensch Mit- glied der russischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei war, im Jahre l9y6 verhaftet wurde, zwei Jahre in Einzelhast verbrachte, zu ewiger Ansiedlung nach Sibirien verschickt wurde und floh. In Amerika wurde er einer der Begründer der Zeitung.Nowij.Mir". Als Sie, Genosse Bucharin, nach New Port kamen und in das Redaktionskollegium eintraten, stand der„Nowij Mir" bereits fest. Er war eine Tageszeitung geworden. Doch, Sie wisien ia zu gut, wie schwer es bei den kapitalistischen Verhältnissen Amerikas war, dies« Zeitung sicherzustellen. Sie wisien auch, daß zu Be- ginn unserer Arbeit die kleine Gruppe der Proletarier, die den .Nowij Mir" herausgab, genötigt war, van ihrem eigenen kargen Verdienst die zur Herausgabe nötigen Mittel zu bestreiten, daß sie selbst schreiben und redigieren, selbst, nach der Tagesarbeit, nachts verpacken, selbst Verkäufen und Abonnenten werben mußt«. Ge- nosie Fffcheleff stand, wie Sie wisien. in den ersten Reihen der Kämpfer für die neue Welt, im buchstäblichen Sinne des Wortes. Genosse Bucharin! Wer von uns hat kein« Fehler begangen? Der Proletarier Fischeleff hat es auch getan. Im Jahre 1917 ist er. heimgekehrt aus der Emigration, in der Druckerei in Charkow arbeitend, zu den internationalen Mcnsche'wsiten gestoßen. Bold darauf zum Sekretär des Charkower Arbeiterverbandes der Drucker gewählt, organisierte er den allgemeinen Streit der Buchdrucker während d?r deutschen Okkupation. Er wurde deswegen von der Petljura-Armee verhaftet und wäre wohl erschossen worden, wenn die Arbeiter sich nicht einmütig geweigert hätten, die Arbeit aufzunehmen, ehe er befreit würde. Seit 1919 gehört er wieder unserer Partei an. Er arbeitet am Setzerkasten, arbeitet als S�re- tär der Moskauer Bczirksabteilung des Buchdruckerverbandes, ar. bestet als roter Diktator, und arbeitet überall proletarisch recht- schaffen und gut. Nun ist er verhastet und au? der Par- tei apsgeschlossen. Weshalb? Genosse Bucharin! Ich frag« Sie als Mitglied des Polit. bureaus: Weshalb verhaften Sie solch« Proletarier wie Fischeleff? Ich frag« Sie als Redakteur der..Prarvda": Weshalb verleumden ünd beschmutzen Sie Proletarier gleich Fischeleff? Sie. Bucharin. haben sich nicht geniert, m Ihrem Blatte vom 16. Oktober den gemeinen Aufsatz B. Nikolajefss zu bringen, wo neben anderen Scheußlichkeiten gesagt wird, daß Genosse Fischeleff auch schuld 1« an der Herausgabe des Trotzkischen Blattes.Nowij Mir" in New Park, wobei d»eser letzte Satz seit gedruckt ist. Nun. haben wir, Sie und ich, die wir am Redaktionskollegium„Nowij Mir" teilnahmen, auch die Zeitung des Genossen Trotzki heraus- gegeben? Weshalb lügen Sie sogar über sich selbst, indem Sie sich als Hauptdirettor de»„Nowij Mir" zum Trotzkisten machen? Mes bloß, weil Sie auf Ge- nassen wie Fischeleff besonders erbost sind. Sie nehmen an ihnen Rache. Wenn Fischeleff Geld entwendet hätte, wie irgend ein Lroida, oder Ihre ontileninschcn Artikel gut gedruckt hätte, hätten Sie die Angelegenheit vertuscht. Fischeleff stahl kein Geld, oder er druckte die oppositionelle Plattform, in der wahrheitsgetreu und erschöpfend die Erwartungen und Nöte der proletarischen und bäuerlichen Armut sich spiegeln—. deshalb sitzt Genosse Fischelcfs stn Eesängnie der GPU., indes seine Famstie hungert. Gmoss« Bucharin! Ein« solche Ordnung der Dinge ist für den Aufbau des Sozialismus von großer Gefahr. Der Sozialismus ist überhaupt undenkbar mit Attributen, wenn er dos Gefängnis für die besten iymmunistffchen Proletarier bedeutet. Wie lassen sich die Obliegenheiten eines Vorsitzenden des Komintern mit der Funk- tion eines Gejangenenwärters der besten Kommunisten vereinigen? Ich begreise natürlich, daß außer dem Moment der politischen Abrechnung und kleinlicher Roche dos A b- schreckungsmomcnt hier ein« Roll« spielt: damit die ande. ren die Lust verlieren. Auch der Kainpf um die politische Selbst- erhaltung spielt dabei eine Rolle. Das stimmt olles. Doch unser- einer wird dadurch nicht abgeschreckt. Statt des einen Genossen Fischeleff stellen sich Hundertc uich Tausende ein. Die Viertel- Million lcningradscher Proletarier, die am 17. Ok- sobcr 1927 demonstrierten, haben sich mst Verachtung von Ihren Lügen und Derlemndungen abgewandt und ihre Sympathie der Opposition bezeugt. Sie werden sich natürlich Müh« geben, es totzuschweigen. Politische Selbsterhaltung mit Hstfe solcher Mistell Auf welchen ideellen Tiefftond muß man herabsinken, um den polsti- schen Kampf in den Reihen unserer Partei— den Lorkongreßkampf— mst den Mitteln physischer Gewast gegen die Opposition zu führen, wie Sie es tun, während das Interesse unserer Partei eine ruhige und sachliche Erörterung der strittigen Fragen fordert«! Ihre„trockene Guillotine" funktioniert prompt. Sie wolle« Hundert« der ergebensten Parteimitglieder politisch totmachen, in. dem Sie sie ausschließen. Jetzt beginnen Sie mst der„feuchten Guillotine" zu arbeiten. Nun werden Sie mst jedem Tag mehr leninsche Kommunisten verhaften müssen. Sie werden sie in den Gefängnissen schmachten lassen müssen. Sie werden sie phv- sisch töten. Zu welchem Zweck? Damit Sie unj> die Ihnen gesinnungsverwandte Gruppe mst größerer Leichtigkeit die Del«. gierten zum 15. Kongreß auswählen können, um nachher endgül- tig mst dem Leninismus Schluß zu machen! Doch wird ein unter solchen Umständen zustandegekommener Kongreß in der Lag« sein, die strststgen Fragen autoritativ zu losen? Und was weiter? Haben Sie sich diese Frage vorgelegt? Entsinnen sie sich, wie Sie in der Opposition gegen Lenin vor dem Aufstände in Kronsiadt nach Leningrad kamen? Wir, Ihre Gegner, veranstalteten für Sie Parteiversammlungen! wir, Ihre Gegner, druckten selbst Ihre Plattform ab! wir, Ihre Gegner, wählten Delegierte für den Kongreß im Derhölims der Anhänger der sich gegenüberstehenden Plattformen. So war es zu Lenins Zesten, als Sle und Stalin kein« volle Macht besaßen. Doch jetzt? Zetz« drlugen bewassuete Leute in die Wohnung des Genossen Fischeleff. um Haussuchung zu hallen. Sie wühlen in seinen Büchern. Sie legen Lücher zur Seite, deren Bersafser Sie und Thre Gesinnungsgenossen sind, die über die Opposition schreiben. Sie suchen nach Randbemerkungen, d. h. sie sind interessiert zu wissen. wa» die Zweifel de» Genossen Zsschelesss an ihren Schriften geaen dt« Opposition erregt. Zu guter Letzt finden sie ein Büchlein mit den Resolutionen des 14. Parteitangresses. Es trägt einige Rand- Bemerkungen. Sie tragen dieses Büchlein als Trophäe mit sich fort, entführen zugleich deu Genossen Zischeless in eigener Per- son. Dann wird der verhaftete in die Zfifi. gebracht—, in diese Vorhöllc des Gefängnisses. Die laschentevision wird In der GPU. fialtsinden. hier werden Gedanken u ad Gefühle einer Untersuchung unterzogen, woher haben Sie Kie oppositionelle Plattform? wer hat Ihnen den Gedanken eingegeben, sie zu drucken? Und wer hat Ihnen, Herr Bucharm, damals, als Sie sich jn der Opposition gegen Lenin befanden, den Gedanken eivgegebeir, alles das zu tun, was jetzt der Genosse Fischeleff tut? Wären wir ctiis jener Diskussion so stark, geschlossen und bewußt hervor« gegangen, wenn damals solche Methoden des inneren Kampfes an- gewandt worden wären? Haben Sie sich schon die Frage gestellt, wie jetzt unseve Partei aus dem Kampfe hervorgehen wird? Die Frag«, auf wcssen Seite im augenblicklichen innerpartei- fichen Kamps« das Recht, liegt, muß bedachtsam ustd bewußt van allen Mitgliedern unseier Partei entschieden werden. Nur dati* werden unsere Diskussionen für Partei und Revolution von NutzeH sein. Aber Sie überlassen die Entscheidung der strlltigeu Fragen unserer Partei dem Gutdünken des Untersuchungsrichters der GPll.i Der Genosse A g r a n 0 s f eignet sich vielleicht gut für den Kamps mst den Antisowjet-Parteien. doch ist er nicht kompetent, die Sache des Genossen Fischeleff und der anderen kommunistisch» leninistischen Oppositionellen zu entscheiden'. Mehr Vorsicht, Ge- nasse. Bucharin! Sie hoben oft in unsepcr Partei gestritten. Sie werden wohl noch öfter streiten müssen. Passen Sie. auf, daß Ihre jetzigen Genossen Ihnen nicht eimnal den Genossen Agranosf zm» Schiedsrichter �bestellen. Beispiel« sind absteckend. Doch vorläufig sitzen Fischeleff und die anderen Genossen im Gefängnis. Man verwehrt ihnen Liebesgaben, verwehrt ihnen Besuche. Ihre Familien Hungen:. Ihnen erscheint das sonder- bar. Sie glauben, die Opposition würde während der Abstimmnng einige Stimmen weniger erhallen. Von mir, als einem Mitglied der Partei und als Oppositionellen verlangt diese Tatsache eine be- stimmte Handlungsweise: entweder Sie befreien unverzüglich die Verhasteten, di« unser« Genossen im Kampfe um den Leninismus such: befreien den Proletarier, mit dem wir gemeinsam gehungert. gelitten und gekämpft haben. Oder ich will diesen Brief dank den mir leicht zugänglichen Mitteln abdrucken und an die wflglieder unserer Partei verleilen, damit auch ich verhaftet werde. Doch vergessen Sie eins nicht: Aus dem Gefängnis wird unsere Stimme noch, lauter zur Partei, sprechen!- Diekeamal ohne Gruß S. Sarin '. D» ch a rsn hat. auf diese leidenschosilichc Stimme eme Tntwort gegeben, die des neuzeitlichen Kurses der Stalinisten würdig jst: er hat S 0 r i n. den zweiten seiner Mit- kämpfer ulid Kameraden, verhaften lassen. Die Stimme des Widerspruchs und die Stimme der Kameradschaft, sie verstummen beide im Gefängnis der GPU. Troßkis Verbannung vor 20 Iahren. Was Stalinisten nicht mehr lesen dürfen. Vor zwanzig Iahren hat Trotzki eine Broschüre erscheinen lassen. die den Titel trug„Dahin u n d zu rück". Er beschrieb darin seine Verbannung noch Sibirien im Jahre 1907 und seine Rückkehr au« der Verbannung. Im Jahre 1919 wurde diese Broschüre auf Deronlossung der Arbeiter- und Baueruräle neu heraus- gegeben. Totzki sollte auch eine neue Einleitung zu ihr schreiben. Leider, heißt es in der Broschüre, nehmen die stürmischen revolu- tiynären Ereignisse die Kraft Trotztis derart in Anspruch, daß es chm unmöglich war, eine neue Einleitung zu schreiben. Diese Broschüre gehörte bis vor kurzem zu den gelefensten in den Arbetterbibliotheken der Sowjetunion. Se.itdem aber Trotzki in Ungnade gefallen ist. ist auch seine Broschüre den Gewaltigen ein Dorn im Auge geworden. Der Sowjetgesandte Krestinski hat ihre Entfernung aus der Bibliathek des Klubs„Der Rate Stern" angeordnet. Interessant ist übrigens, daß seine Verbammng im Jahr« 1907 ebenfalls im Januar erfolgt ist. Trotzki erzählt z. B., daß der Ossi- zier, der ihn enigegennahin, äußerst liebenswürdig gewesen sei.„Die tolpatschigcn Soldaten", sagt er, bezeugen den Kindern gegenüber die größte Zärtlichkeil"— damals durften nämlich Fronen und Kinder die Verbannten begleiten, während Frau Trotzki jetzt in eine ganz andere Himmelsrichtung geschickt wird als ihr Gatte. Unterwegs durfte Trotzki mit seinen Petersburger Freunden sowohl per Post als auch telcgraphisch in Verbindung treten. In Sibirien selbst wurden die Verbannten von den politischen Gefangenen mit roten Fahnen erwartet! sie durften hier Genossenschaftswertstättcn, Fischerei- und Konsumgenossenschasten ins Leben rufen. Man wird hören, in welchem Maße sich die Bedingungen, unter denen die Revolutionäre der Zarenzest in die Verbannung gingen. sich von denen unterscheiden, unter den die heutigen oppositionellen Kommunisten ihren dornigen Weg antreten. Sibirien— die Schule der Revolutionäre. Die Lentngroder kommunistische„Rote Abendpost" teilt ihren Lesern in einem Satz mit, daß die Oppositionsführer noch Sibirien verbannt worden sind—.Zwecks revolutionärer Schu- lung"._ Die Waffenschiebnng von Szt. Gotthard wird am 17. d. M. von einer deutschösterreichisch. ungarischen Kommission dort untersucht werden. Da der Vorschlag dazu von Ungarn ausgegangen ist, kam, man den— Erfolg vorhersagen! Ehrung für Michael karolyl. Di« Horchy-Anwattschast hat den Haftbefehl gegen den ersten Ministerpräsidenten der ungarischen Republik erneuert. Attentat in Lritisch-Zndien. Der Letter der Kriminal- Untersuchungsobteilung in Bengali wurde durch drei Schüsse an den Beinen verwundet. Ein Jugendlicher wurde wegen des Attentats oerhastet. Die Reaktion in Güdslawien. Arbeiternot in der Lauervmonarchie. Vit SozioL>emokratischs Partei Slowenien«, Me« früher österreichischen Teiles von Sudslawien. in dem die tozialiftifche Ve- weguna am stärksten ist, hat soeben ihren Landesparteitag abge- halten. Dort berichtet« der einzig« Sozialdemokrat der Belgrader Skupschrina, Genosse Pelejav'Marburg: Die Neuwahlen wurden im ÄHichen des Terrors und der Korruption durchgeführt. Namentlich in Mazedonien hcrrschle die nackt« Gewalt- Dementsprechend ist auch das neue Parlament zusammengesetzt: ein Drittel der Ubgeordneten wurde vou der Polizei gewählt. In die Regierung Wukitschewitsch sind neben den Radilolen. Dawidowitsch-Demokraten und Muselmanen auch die Slowenisch» Klerikalen(katholisch) eingetreten. Di« Debatte über den Mieter» schütz, die Leaniwortung der Interpellation über die Einführung(!) der Zs r b e i t sl ps e n v e r s i ch e r u n g. das Statut über die Ardeiisbörsen zeigten alsbald den reaktionären Charakter der Mehrheit. Der Streit zwischen der bürgerlichen Opposition und der Regierung in der Frage des Steuerausgleiches wurde damit bei- oelegt, dasi die Einkommen st euer gestrichen, also das Einkommen der R�e i ch s n künftighin unbe steuert bleiben wird, dafür aber selbstverständlich ander« Steuerquellen angebohrt werden müssen. Im Slaatsvoranfchlag werden für Militarismus, Polizei und Gendanneri« 3 151 87g 000 Din oder 45 Prozent verausgabt. Mazedonien allein be- hcrbergt- zehn von zwanzig Tausend Gendarmen! Aber kaum 30 Millionen Dinar oder 0,42 Prozent sind für die Arbeits- losen bestimmt. Für die Arbeitslosen hat der Staat teiir Geld übrig, erklärte der christlichsoziale Sozialminister. ebensowenig für eine Wohnungsbauattion usw. Wohl aber ist Geld genug vorhanden, daß man zwei B e- a m t e ng a rN'itu r e n erhält, die bei jedem Regime ausgewechselt werden. Währeich die eine das Gehöft bezieht, gemeßt die andere die Pension. Alle Dosten tragen die arbeitenden Volksklassen. die von ihrem kargen Verdienst nicht nur für hohe direkt«, sondern auch für ungeheure indirekte Steuern aufkommen müssen. Kaum l% Milliarden Dinar direkten Steuern stehen fast K Milliarden indirekter Steuern* gegenüber, darunter Verbrauchssteuern, Zölle, Mo. iropole, Gebühren usw. Eine»reue Schul st euer wird eingeführt. Den Eisenbahnern droht eine neu« Verschlechterung ihrer Lage. Ganz gleiches Schicksal verfolgt die Bergarbeiter. Die Bruderläden'(Knappschosten) weisen hohe Passiva auf. so daß ernste Gefahr für die Pensionsversicherung der Bergarbeiter besteht. Die Regierung hat neuerdings die Bildung einer Völker» b u n d l i g a in Slowenien und den übrigen deutschen Gebieten Südflawiens durch Nichtgenehmigung der Satzungen auf Grund des dort noch geltenden altösterreichischen Vereinsgesetzes von 1867 ve r« boten: vermutlich deshalb, weil sie dann die„Gefahr'" einer Anrufung völkerbundlichen Minderheitenschutzes sieht. Dabei waren die deutschbürgerlichen Abgeordnete» in der Skupschtina bisher immer die Stimmreserve der Regierung. Wir benutzen diesen Anlaß, um mitzuteilen, daß unsere lieber- schrift über ekne TII.-MelvuNg aus einem großdeutschen Wiener Blatt übc.* das deutsche Schulwesen in Sudslawien zu loben� ivar. indem sie jene Neuregelung als vorbildlich bezeichnete. Di« Sache verhall sich so: Am 1. November v. I. hat der■Uniemchisrnimst« eine Verordnung erlaiisn. wonach bei der .EinschMrng der Linder in die VÄsschut« ihre Nationalität, in« Sprache, die sie sprechen, sowie die Willensäußerung der Eltern maßgebend zu sein höben. Di« Verordnung, die zunächst nur für die Wojwndmä(frühere» Südungarn) Gültigkeit Halle, ist vor kurzer Zeit auch aus Slowenien ausgchehnt worden, jedoch nur für da» Laibacher Derwallungsgebiet. nicht aber für das Mar» b u r g e r. Diese Verordnung bedeutet zweifellos einen großen Fortschritt gegenüber dem früheren Zustande, wo der Wille der Estern bei der Einschulung überhaupt unberücksichtigt blieb. Die Neuregelung macht aber die Einschulung der Kinder noch immer nicht ausschließlich von dem Willen der Eltern abhängig, wie es die Minderheiten fordern. Es ist unverständlich, wo nun die Belgrader Regierung dies« Verordnung nicht aus das ganz« Staatsgebiet ausdehnt. Wir haben selbst m Marburg er- fqhren. daß zum Beispiel die Oberllassen der höheren Schulen ganz slowenisch geführt werden, obivohl die Schüler größten- reils Deutsche sind. Allerdings— im Vergleich zu der schamlosen Schulpraxis der Italiener in Deutfch-Südtirol könnte selbst die südslawische Schulpolitik noch gerühmt werden! Auftakt in Havanna. Zwei Zossen verhaftet. De« gart. 14. Januar. Telegrammen au» Havanna zufolge verhastete die Polizei zwei Russen, die kürzlich aus Mexiko eingetrossen sind. Sie soyen eine Verschwörung angezettelt haben, um bei der Ankunft C o o k i d g e s in chovanna Unruhen zu entfachen. Lustkrieg gegen Nikaragua. Managua. 14. Januar. Die amerikanischen Operationen in Nikaragua, gegen Sandino sollen vorzugsweise mit Flugzeugen fortgeführt»Verden, da man befürchtet, das Marinekorps werde, falls es eingesetzt vnirde. in einen Hinterhalt geraten. Sin latein-amerikanischer Protest. Im Nomen der lateinamerikanischen Studenten von Berlin. München und Paris geht uns eine Erklärung gegen die Monroe- doktrin zu; dies« unklare und je nach Bedarf ausgelegte Doktrin diene heut« nicht mehr dem schütz Latein-Amenkas, sondern nur als Dorwaist» für Eingrisse der USA., gegen die qyein Latein-Lmenka heute Schutz brauche: auch die Panamerikanisch« Union solle nur solchen Tendenzen des Norden» dienen. Dies wird durch die De- rufung auf das Los Nikaragua, zu erhärten versucht. Nordamerikanifche Hochschulen in Borderasien. .' � Haifa, Ansang Ianugr. - Die amerikanische Kullurpropagai�a im Mittleren Osten soll durch die Schaffung eine, Fond» von 15 Millionen D o 14 a r für die s ech s bisher dn Nahen Orient wirkeirden amen- konischen Colleges auf eine breitere und stabilere Grundlage gestellt werden. Es handell sich um die Finanzierung der College in I«- ruiolem, Kairo. Beirut. Konstantinopel. Athen und Smyrna, auf denen 2826 Studierende von 20 verschiedenen Nationalitäten ihr« Ausbildung erhallen. Acht Millionen Dollar sind de- reit» gezeichnet, darin find Spenden de» Rockeseller Donation Russische Geschichte. �92». -t9..? Paul Bon»äherung Zwischen Frankreich und veutschlond unmöglich, solange die Truppen des einen Dande» da» Gebiet des anderen besetzt hallen. Jeder Fortschritt des Friedens würde durch diesen Umstand beträchi- lich verzögert. Man müsse das Rheinland so bald w'« möglich räumen, aber— und dos ließen die deutschen Nationalisten nicht zu und sogar andere leisteten in verhüllter Form ihnen gegenüber einen Beistand, der ihn, Paul Boncour, mft Be- sorgnis erfülle— nicht ohne e i n« G eg e nl« i stu n g. die di« Sicherheit gewährleiste. Eben so wenig, wie ein Privatnertrog ohne Exekutinmittel bestehen könne, eben so wenig könne dies auch eine internationale Abmachung. Jede Abrüstung»- abmachung brauche also eine Kontrolle. Diese internationale Kontrolle— das habe er im Nomen Frankreichs in Genf beteuert —- weiche Frankreich annehmen, sobald eine internationale Abmachung zur Herabsetzung der Rüstungen, an deren Fertigstellung er arbeite, unterzeichnet sein»verde. Von Deutschland Müsse »nan»nmdestens verlangen, daß es, eine solche Kontrolle ebenfalls über die bereits bestehende Wrüstungsabmächung in beziig auf die entmil-itsrisierte Rheinland zone annehm«, wie. sie im Derseuller Vertrag� festgelogt und in Loearna bestätigt worden fei. E» handele sich nicht um eine internationale Militärkonllolle, son. dern um eine vom Völkerbund ausgehende international« Kontrolle. Diese Sontrollc würde für Frankreich ebenso gelten wie für Deutschland. Deutschland werde zweifellos«intvenden:„aber die entmilitarisierte Zone gibt es ja nur auf meinem Gebiet!" Allerdings, aber sie sei doch vorhanden. Selbst wenn man zugebe, daß Deutschland sie in Be-rsäilles nur gezwungen angenommen habe, so hob« es sie doch in Locorno angenommen, und dos fei der sicherste Gewinn für die von Frankreich gebrachten Opfer, das wirksamste Friedensunterpfand der beiden Länder. Es sei geheiligt. — Zum Schluß behandelt Paul Boncour noch die Entwasfnungs- kontrolle nach Artikel 213. Er erklärt, daß der Völkerbund zu lange mit Kontrolloperotionen zögern würde. So werde er sich ohne Zweifel beispielsweise nicht vor März mit dem in Ungarn be- schlagnahmten Waffentransport beschäftigen. Die Kontrolle müsse, wenn sie praktisch und wirksam sein solle, unverzüglich durch Dermilllung cines weniger komplizierten,• energischeren und weniger langsamen Apparates durchgeführt werden, als den des Völkerbundes. Artikel 213 erfordere ein Reglement der öffenllichen Derwollung. Dieses Hobe man im Genfer Protokoll gesuchi, oon dem man nichts Hobe wissen wollen. Man wolle eben da» Genfer Werk nicht tatsächlich wirkungsvoll gestalten. Es sei übrigens nicht leicht gewesen, einige Mitglieder des stanzüsi- scheu General st abcs zu diesen Begriffen zu bekehrni. Widerstand sei noch vorhanden, aber jene internationale Sickterheit, auf die er sei» Land in Genf in vollkommenem Einverständnis mit dem Außenminister verpflichtet habe, dürfe nicht einer Hintergehung gleichkommen. Found und der Carnegie-Stisiung von je einer Million Dollar ent- halten. Der Rest von sieben Millionen soll durch einen besondere» „Drive" in der amerikanischen Oeftentlichkeit mit dem Hinweis auf die Bedeutung der kulturellen und zioilijatorischen M i s s t o n d e r Vereinigten Staaten im Orient ausgebracht werden. Waffenhandel nach China. Ein tschechoslowokischer Transport. Prag. 14. Januar. Tschechoslowakische Gewehrlieserungen an die nordchinesische Re- gierung sei durch dos Aichaften doz tschechoslowakischen Dampfers ..Prags" iü Manila b»konntg«word«n. Dazu teift dqs amtliche Prestebureou in Prag mit, daß die„Praga" v o n Ha m b u r g au» in See gegangen(ei. lieber die Ladung des Schisse» sei amtlicherseits noch nichts bestimmte» festgestellt worden. Es handle sich ober um keine Konterbande. Das„Prager Tagblatt" stellt jedoch fest, daß die„Praga", ein früheres Schiff der Hamburger Reederei Schröder, Hölken und Fischer, unier Führung des ischechoflomokischen Kapitäns Joschka eine größere Wafsenlieserung der halbstaatlichen B r ü n» e r Waffen sobriken A G. geladen habe Aus Grund eines Abkommens mit der Pekinger Regierung sind 40 000 De» «ehr« zu liefern gewesen. End« September find dies« durch Per- Mitllung der Prager Speditionsfirma„Tschechoslawia" in dreißig Waggons nach Hamburg befördert und mit einer Million Dollar versichert worden. Di« Brünner Wafsensabriken A.-G. hoben auch ander« Waffenlieferungen getätigt, die aber noch Südamerika gegongen sind. Wie die Brünner Wafsensabriken A.-G. selbst mit- teilen, Handeft«s sich bei der in Manila nur kürze Zeit aufgehaltenen Wofsensendung nach China um ein legales Geschäft. Die Lieft- rung selbst hak Deutschland nur im Transit berührt. Bereicherung der �preffa". Da« Land der presseknebelong bleibt fern. Der Regierungskommissar für die Internationale P r e s s« a u s st ell un g in Kein teilt mit: Infolge der Haltung industrieller Institute und Verbände Deutschlands gegenüber der Mqlländer Messe, haben alle, dir ihr« Beteiligung an der Kölner Au»- stellung zugesichert haften, beschlossen, ihre Zusage zurück- zuziehen. Italien wird also an der Ausstellung nicht teil- nehmen. polnische wählerllslen. Von etwa ,1000 wahLberechtigien deutschen Personen in Könitz(Pomerellen) fehlen fast 300 M der Liste.— Kardinal Hlond hat nun doch allen Priestern der Diözese PosewGneftn verboten, zu kandidieren. Vom Landarbeitermangel. Wie er herbeigeführt wird. Die Klagen der landwirtschaftlichen Unternehmer über den Ar- .. nermangel in der Landwirtschaft werd'n in wirkungsvollster Weise durch zwei Borfälle illustriert, die sich in den Kreisen Nimplsch und Reichenbach vor nicht longer Zeit abgespielt haben. Ende März 1926 wurde an die aus dem Gute des Herrn von R., Manze, Kreis Nimptsch, beschäftigten Landarbeiter das Ansinnen gestellt, über die tarislich vorgeschriebene Arbeitszeit hinaus zu arbeiten. Die Landarbeiter lehnten das ab, weil es die Gutsverwol- tung nicht der Mühe wert hielt, sich mit dem Betriebsrat ins Eiuver- nehmen zu setzen. Daraufhin erfolgte die Entlassung von 26 Arbeitern und Arbeiterinnen. Nach einigen Wochen und Älonaten wurde ein Teil der Arbeiter wieder eingestellt. Sieben Familien blieben jedoch draußen. Sie fanden nach monatelanger Arbeitslosigkeit Beschäftigung in der Industrie. Im August 1927 wurde die Entlassung der Arbeiter durch ein Landgerichtsurteil für ungerechtfertigt er- klärt. Daraus meldeten sich sechs von den sieben Familien wieder zur Arbeit. Sie zeigten dabei den ehrlichen Willen, sich der Land- arbeit zu widmen. Die Gutsverwaltung lehnte jedoch die Wiedereinstcllung e n.t s ch i c d e n ab und zog es vor, die Konsegucnzen gemäß§ 87 des Betriebsrätegesctzes zu ziehen. Die Entlassenen bemühten sich nunmehr, eine andere Stelle in der Landwirtschast zu finden. Vergeblich— sämtliche Guts- Verwaltungen, an die sich die Arbeiter wandten, erklärten übereinstimmend, Arbeitern, die sich den Anordnungen der Betriebsleiter nicht fügen wollen und„renitent" benehmen, keine Arbeit in der Landwirtschaft mehr zu geben. Der andere Fall: Im Frühjahr 1927 richtete die Gutsverwaltnng des Grafen S., Langenbielau, Kreis Reichenbach, an eine An- zahl Arbeiter das Ersuchen, sich mit der Nichteinhaltung einiger tariflicher Bestimmungen einverstanden zu er- klären. Die Arbeiter lehnten das entschieden a b. Darauf wurde der Einigungsausscbuß mit dem- Erfolg angerufen, daß er den Streitsall beilegte. Die Gutsverwaltung setzte sich aber ü�b e r den Schiedsspruch hinweg und beharrte auf ihrem Standpunkt. Weil die Landarbeiter sich nun nicht fügten, wurden sie entlasten. Heute arhesten sie i n der Industrie, bewohnen aber noch die Werkwohnungen bzw. Notwohnungen der Gutsverwaltung. Die hier geschilderten Fälle zeigen, daß die l a n d w i r t s ch a f t- lichen Unternehmer an der Entstehung des Arbeitermangels in der Landwirtschaft selb st schuld sind. Anstatt die Land- arbeiter arbeitssreudig zu stimmen und ihre JRechte anzuerkennen, verbittert man sie und treibt mit ihnen Schindluder. Die lqndwirtschaftlichen Unternehmer können von Glück sagen, daß das Gros der Landarbeiter trotz allem immer nocb aushält und die Land- flucht nicht noch größere Kreise zieht. Ob damit aber für all« Zeit gerechnet werden darf, bezweifeln wir lebhast. Lohnbewegung in der Holzindustrie. Der Vorstand des Deutschen Holzarbeiteroerbandes hat das mit dem Arbeitgeberverband der deutschen Holzindustrie und des Holz- gewerbes vereinbarte L p h n a>b k o m m e» zum Ablauf am 15. Februar gekündigt. Damit beginnt eine Lohnbewegung von größerem Umfang, die besonderes Interesie beanspruchen darf. x Die chölzarbeiter liaben' schon seit Jahrzehnten ein wahlaüs- gebautes Torisvertragswesen, dessen Formen ober mancherlei Wand- lungen erfahren haben. Die allgemeinen Arbeitsbedingungen wer- den geregelt durch den„Mont.elvertrag für das deutsche ch o l z g e w e r b e" vorn 15. Februar 1927. Da von der möglichen Kündigung dieses Vertrages Abstand genommen wurde, gilt er als bis zum 15. Februar 192� verlängert. Das Bertrags- weseu war srüher schon strass zentralisiert. Aenderungen in der Or- ganisation der Unternehmer haben dann dazu geführt, daß a n Stelle des. einen Vertrages eine Anzahl selbständiger Bezirks- tarifverträge traten. Donk der Wachsamkeit des Deutschen Holz- arbeiter-Aerbandes bestand aber in Inhalt>md Wortlaut dieser Ler- träge eine weitgehende 1! c b e r e i n st i m m u n g. Da« er- leichterte ihre erneute Zusammemassung zum„Mantelvertrag iür dos deutsche Holzgewerbe". der mit Wirkung vom 1. Juli 1927 für seinen räumlichen Geltungsbereich für a l lg e m e i n.v e r b i n d l i ch erklärt wurde. Für die L o b n b i l d u n g siebt der Manteloertrag ein etwas komplizi-.'rtes System vor. Dos Bertroasgebie» gliedert sich in 18 Bezirke und in jedem dieser Bezirke besteht neben dem Montelvertrag ein Bezirkstarifvertroa, durch den die Lohnhöhe und einige andere Fragen geregelt wurden. Mn der Festsetzung der Lohnhöhe sind aber die Bezirtsparteien nicht unab- Kongig. Die„E ckl ö k" e", das sind die Beriragslöhn« der über 22 Jahre alten Facharbeiter in der obersten Ortsklasse eines jeden Bezirks, werden zentral festgesetzt, und zpoar gleichzeitig sür alle Bezirks Das ist die Aufgabe des L ohn a m t e s,.dos von den .-sentraworstäNden besetzt wixd ubd unter, dem Vorsitz eines Unphr- teiifchen tagt. Bon dem Eckt oh n werben die Bertrogslöhne für die verschiedenen Arbeitergruppen abgeleitet. Da» geschieht durch .�Schlüssel" lOnsklafsen-, Berussgruppen- und Altersklastenschlüstel), die teils durch den Manteloertrog, teils durch die Bezirkstorifoer- träge festgesetzt sind. lieber die Höhe der für die neue Periode zu stellenden Forderungen liegen noch keine Beschlüsse vor! hierüber wird der in Kürze zusammentretende Lertrauenstörper des Berbandes beschließen. Als- dann wird wieder der Apparat des zentralen Lohnamtes aufgezogen werden. Mit welchem Erfolg läßt sich natürlich nicht vor- aussehen. Der Manteloertrag für dos deutsche Holzgewerbe gilt übrigens nicht für das ganze Reichsgebiet. In einigen Bezirken be- stehen selbständige Verträge, die aber inhaltlich mit dem MaMeloer- trag weitgehend übereinstimmen. Das gilt auch für Berlin, das an dieser Bewegung n i ch t beteiligt ist. Dennoch koinr�en für die Bewegung immerhin noch weit über 199 999 Holz- arbeiter in Betracht.__ „Taristreue" einer DBML-Kirma! > Ein« für die Angestellten der Groß-Berliner Metall- industrie außerordentlich' lehrreiche Verhandlung gegen die A r o n- Werte, Elektrizität s G.m.b.H., Charlottenburg, spielte sich am 2. Januar vor dem Arbeitsgericht ab. Die Firma hatte eins kaufmännische Angestellte gekündigt, weil diese, ein Fräulein P-. Tärifgeholt forderte. In der Verhandlung wurde von dem Vertreter der Klägerin nachgewiesen, daß die Firma vorwiegend junge weibliche Angestellle und in vielen Fällen unter Tarif ein- gestellt hat. Aus Grund dieser klaren Sachlage wäre wohl ohne weiteres eine Verurteilung der Aron-Werke entsprechend dem Klage- antrage in Höbe von 161,69 M. erfolgt. Doch kam es zu einsm Vergleich in Höhe von 159 M. Für die Oeffentlichkeil aber find die Ausführungen des Firmen- Vertreters sPerfonalchef) insofern außerordentlich interessant� als. der Herr erklärt«: 1. Fräulein P. würde er gern weiter beschäftigen. aber nur zu dem früheren, untertarlslichen Geholt, 2. der A n g e st ei l t e n r a t könne für sich in Anspruch nehmen, die Erwerbslosigkeit einer Angestellten ver schuldet zu haben. Man weiß nicht, ob in diesem Falle die Verdrehung des Sach- verhalt- oder die Unkenntnis.der. gesetzlichen Bestimmungen durch den Psrsonalchei zu bewundern ist. Der A n g e ste l lten r o t, „der gemäß ß 78 BRG. die Durchführung des bestehen- den Tarifvertrages zu überwachen hat" und die r i ch- ti g e Beza hl ung f o rdert und mit Recht das uon der Firmen- leitung verlangte schriftliche Einverständnis zur unter- tariflichen Bezahlung abgelehnt hat, soll damit also nach Ansicht des Herrn Personalchefs die Entlastung einer Angestellten verschuldet haben, während die Firma nicht nur unter Tarif dezahlt, sondern die Angestellte entlassen hat, weil sie dos Tarifgehali Kjrderte. Der V B M I. hatte es abgelehnt, der Mahnung des ZdA. als der zusnüsid'g� Berufsorganisation folgend, seine Mitgliedsfirma zur Tariftr�e anzuhalten/weil das Arbeitsgericht bereits angerufen war Nachdest». nun das Arbeitsgericht die Tatsache der uniertarif- lichen Geholtszahlib a h n a u s- besserungswerks Grunewald erschien ein im Betriebe nicht beschäftigter Funktionär des„3 n d u st r t e v e r b a-sti es". um an der Versammlung teilzunehmen. Man sragte ihn, mit welkgem Recht? Er berief sich auf§ 47 des Betriebsrälegesetzes. wonach wj den Betriebsversammlungen je ein Beaujtragter der im Betriebe vertretenen wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitnehmer teil- nehmen dgrs.— Keiner wußte etwas davon, daß es im Betriebe Mitglieder des Industrieoerbandes geben sollte. Man erinnerte sich nur eines einzigen von den etwa 459 Arbeitern des Werkes, der vor Jahr und Tag dem Jndustrieverbaird gngehört hatte, aber seiner eigenen Erklärung nach aus dem Berbands ausgetreten ist. Der„Vertreter des Industrieverbandes" mußte also, wenn auch widerstrebend, die Dersammlung VL r lassen. Er wandte sich an das Arbeitsbericht und beantragte, fest- zustellen, daß fein Verband berechtigt fei, sich in den Betriebs- Versammlungen des Wertes Grunewald vertreten zu lassen. Natürlich sollte der Industrieverbändler nun nachweisen, daß er M i t g l i e d e r in dem genannten Betrieb habe. Da» konnte er freilich nicht, denn im Ausbesserungswerk Grunewald hat der In- dustrieoerband keinen Anhang. Doch da ist ja der eine, schon er- wähnte Arbeiter, der Kollegen gegenüber erklärt hatte, e r s e i a u s dem Industlieverband ausgeschieden. An diesen einzigen klammerte sich der Vertreter des Industrieverbandes, führte ihn als Zeuge n vor Gericht und fragte ihn in einem Ton, der keinen Widerspruch zu dulden schien:„Bist du unser Mit- gliedundwillstduesbleiben?" Der Zeuge bejahte di« Frage. Als aber dann auf Verlangen des Vertreters des Einheits- Verbandes der Eisenbahner das Mitgliedsbuch vorgelegt wurde, stellte sich heraus, daß der Zeuge zur Zeit der Betriebsversammlung zwar noch Mitglied war, später aber mit der Beitragszahlung so- weit im Rückstand geblieben ist, daß er am Tage der Gertchtsver- Handlung nach dem Statut des Industrieverbandes nicht mehr als Mitglied gelten konnte. Doch der Vertreter dieses Verbandes suchte die für ihn peinliche Situation zu retten. Er sragte den Zeugen kurz und bestimmt: „Willst du nachzahlen? Ich werde dir sofort Beitragsmarken ver- kaufen." Der Zeuge zahlte, empfing Marken und erneuerte so seine ihm selbst vielleicht mchl mehr genehme Mitgliedschaft. Das Gericht entschied: Der Industrieverband ist berechtigt, einen Beauftragten in die Betriebsoersammlungen des Eisenbahnaus- besierungswerks Grunewald zu entsenden, solange er nachweisen kann, daß er, wenn auch nur ein Mitglied in dem Bc- triebe hat._ Der Ortsausschuß Berlin des ADGB. hat in Gemeinschaft mit dem AsA-Ortskartell, anläßlich der Taguno des IGB. in Berlin, zu kommendem Mittwoch, 19 Uhr,«ine Funktionär- konferenz un Gewerkjchastshaus(großer Saal) einberufen. Di« Referenten über„Die internationale Gewerkschafts» bewcgunjg", aus den Reihen der Borstandsmitglieder des IGB„ werden in der Berfaminlung bekannt gegebeu. Es wird nicht nur bestimmtes, sondern auch pünktliches Erscheinen aller Funktionäre erwartet. USCH SctontrooitTidj für Politik: Dr.£«d ftctict; Wirtschaft:». Aliageliöfer: Dewerlschakisbewevune: I. Stein»: itiuideton: K. t. tdölcher-, Lokat»» und Loniiiae»'. ffcift KatflöM: Äniteiaen: Zh. Stocke, sämtlich in Dcrlia. Berlag: Zormärts-Aerlog®. m. b. H.. Berlin. Druck: Porwärta-Buchdruckre« und Berlansanftalt Paul Singer u Co.. Berlin SB»8. Lind-nilrake C, Kicrzu 3 Beilagen,„Uaterbattnaa und Biiie»-.„Äu» der filmttlf und„Blick in die BfichcrntU'. MASKEN-KOSTÜME IN GROSSER AUSWAHL| Pierrett© lixeentric-<«irl mit ichwarzer Samt-We»t* und kariertem Beinkleid A(«wk wie Abbildung Hut>o Zyll n de rfortn Husseiiblnspo »chwan. rot. grün, mit Besatz UaMV M a skenatlas-l qa ca. 60 cm bralt JlaelU Tarl atanA ac mit$llbar(idenU.2S9 »AavniivKiiBimusre HEKKEAKiiEinuAckii Kleid ¥hwar«r kunstseidener'I v SA alt mit Perlstickerei X• aüU Tonal. Crfp« de Cblue. reinteld., helle Farben, reich mit Perlstiekeibl Stickerei- Tuch.„ Crtpe deChlne.m. Frans., ,1(1 /WK Handarbeit, 130/130 cm ta e/aU'f aus schwafx. Seiden-Satin mit Pompon, Reck aus bsdrucktem Foulardlne,-i•" wi« Abblldq nx JL t aOU H 0 t<är Pierre tte, z w e I> a r b i g........... Kleid reinseid. Cripe Georgette in hellen Farben�t/«UU «s � a Rein«. Crfip« Geoi*ettch. im Zeitalter tortschrittlichster Aufklärung, gibt es Menscken. die sich nur mit allengröhter Mühe oder überhaupt nicht bewegen lassen, in Krankheitsfällen den Arzt zu holen. Diel lieber versuchen sie es mit„bewährten" chausmittelchen, mit Salben und Pillen, die ihnen irgendeine hilfsbereite Nachbarin zugesteckt hat. oder sie vertrauen sich einem Kurpfuscher oder Gesundbeter an, der ihnen wohl ihr Geld, nicht aber chre Krankheit abnimmt. ZMefer Scheu und Abneigung vor Arzt und Krankenhaus liegt nicht nur'die Erfahrung zugrunde, daß sich auch der geschulteste Mediziner einmal irren kann, dah in Ausnahniefällen trotz bester und rechtzeitiger ärztlicher chilfe eine Krankheit ungünstig verlausen ist. Ausschlaggebend für dies« Einstellung sind vielmehr gefühlsmäßige Hemmungen, der Hang nach dem Unerklärlichen, dem Geheimnisvollen, da? so ganz dem Wesen der Krankheit zu entsprechen scheint, denn auch sie gelangt nach der Ansicht des Laien nicht unter bestimmten Voraussetzungen,, sondern aus unerklärlich«, unbekannte Weise in den Körper des Menschen. Als Strafleiden, später als Prüfung, die van Gott geschickt sei, um die Menschen zu bessern, betrachtete die Bibel das Heer der Seuchen und Krankheiten, denen die Menschheit damals noch nahezu wehrlos ausgeliefert war. Es ist nur zu verständlich, daß in jener Zeit, als man von einer systematischen Vorbeugung und Behandlung »och keine Ahnung hatte, Hand in Hand mit diesen christlichen Deutungsversuchen der primitivste Dämonenglaube der Vorzeit sich breitmachte. Nach den Erzählungen der Evangelien stand auch lVsus noch aus diesem Standpunkt der Urzeit. Leider wirkte seine Art der Behandlung eines„Besessenen"— er trieb die in ihm ivohnenden Dämonen in eine Herde Schweine— noch Jahrhunderte bindurch als Vorbild auf Gesundbeter, auf„Besprecher" und Heil- kundige oller Art. Das ganz Mittelalter hindurch war diese Art der Heilungsoersuche y* gegeben«, die von der Kirche nicht nur geduldet. sondern durchaus gebilligt und gefördert wurde, lind wenn heute der heilkundige Schäfer und die kräuterkundige Alte auch glücklicher- weise etwas seltener als früher zu finden sind, so fchwings die Tradition der Jahrtausende, Krankheit bedeute das Werk unheim- licher Dämonen, trotz aller'Äi-stlärungsnrb«t in der Seele llnzähligsr weiter, denen das kritische Vermögen nicht gegeben ist, dagegen o'zukäinpien: aber sie wirkt leider auch im Unterbewußtsein manches Gebildet«» weiter, der volkskundlich nicht genügend geschult ist, um diel? Reste der Vergangenheit ihrem Wesen und ihrer Entstehung nach begreifen und sie dadurch in sich selbst beseitigen zu können. Die Kunst des �Zauberers". Als der Meiäch von der Medizin als Wissenschaft noch nichts wußte, als auch Kräuter und Pll'e», die er. mit den primitivsten Mitteln verfertigte, nur ein winziges Gegengewicht gegen die surcht- l-are Macht der Krankheit bildete, da blühte die geheimnisvolle Kunst des Zauberers, die Kraft der Beschwörung. In der Literatur aller Völker der Erde finden sich Zaubersprüche und Leschwärungssormeln. mit denen der Heilkundige, aber auch der Kranke selbst, wenn ihm die Formel bekannt war, den Kamps gegen diesen furchtbaren Feind der Menschheit aufzunehmen versuchte.„Steh still. Blut," heißt es in einer alten Formel, die der verwundete Krieger anwandte, indam er sich ein Stück Rasen auf die Wunde legte, um das Blut zu stille«. Noch interessanter«st ein Zauberspruch, der in einer Handschrift des 9. Jahrhunderts in Tegernsee in Bayern gefunden wurde. Er lautet: Geh aus, Wurm, mit neun Würmlein! Aus dem Mark in die Adern. Von den Adern in dos Fleisch, Von dem Fleisch in die Haut, Bon der Haut in diese Röhre. Diesem Zauberspruch liegt die Anschauung zugrunde, der Krankheit». vämon wohne in Gestalt eines kleinen Tieres im Mark des Menschen. In allen möglichen Gestalten dachte sich der Volksglaube dieses un- beilvollc Wesen, sehr häusia und sehr naheliegend in Gestalt«ines Wurmes. Glaubte man, der Krankheitsdäman befinde sich in der Röhre, so besesiigte man damit die Schneide eines Pfeiles und schoß ihn irgend wohin, in Heide l�nd Wold, wo keine Menschen wohiüen. Höchst eigenartig und bis heute noch ihrem Sinne noch unerklärt ist die sogenannte Katorsormel. Meist wurde sie so geschrieben, daß wr Name Sator sowohl von oben noch unten als auch von rechts nach links zu lesen war, also solgendermahen: f SATOR AREPO TENET OPERA ROTAS Y*-->* Wann und ans welche Weise mag diese seltsame Formel entstand«» sein? Wir wissen allerdings, daß sie schon im vierten Jahrhundert seit Beginn unserer Zeitrechnung im Orient bekannt war, daß auch Römer und Griechen sie kannten und verwendeten. Was der Name Satnr ober bedeuten mag, ist bis heilte eines der nach unaufgeklärten Geheimnisse, an denen gerade die junge Wissenschaft der Volkskunde so reich ist. Auch in Deutschland konnte das Volk die Sotor-Formel, die es mit Vorliebe gegen Feuersgesahr anwandte. Es ist bezeich- nend für die Äulttujtuse des 18. Jahrhunderts, daß Herzog Ernst August von Sachscn-Welmar noch im� Zahre 1743 befehlen konnte, daß gegen Feucrsgefahr iii den Stadien und Dörfern seines Ländchens Teller oder Scheiben aus Blech oder aus Holz zu ver- fertigen seien, die mit der Sator-Formel gezeichnet wurden. Im Falle eines Brandes sollten diese Teller in die Flammen geworscn werdeir, dann niüßte das Feuer zweifellos bald erlöschen! Wie viele arme unwissende Menschen mögen um dieses Brauches willen Hab und Gut verloren haben! Das Volk aber verwendete die Sator- Formel, die durch diesen herzoglichen Erlaß noch an Ansehen ge- wannen hatte, unentwegt in allen Fälle» von Krankheiten der Menschen und Tiere. Man ritzte sie in ein Stückchen Holz ein, oder man schrieb sie ans Papier, dos dem Kranken zugesteckt wurde. Bis in unsere heutige Zeit hinein wirkte die alte Porstellung in der drolligen Sitte nach, dos Wort Sator auf ein Stück Butterbrot zu schreiben, das von dem Betreffenden in dem selige» Gefühl verspeist wurde, er sei»un gegen Krankheiten aller Art geschützt, da jetzt die berühmte Sator-Formel in ihn« weiterwirke. Auch gegen kleine Gebrechen und Unannehmlichkeiten, ver- stauchungen, kleine Brandwunden. Schnitte in den Finger wurden Formeln und Sprüchlein gemurmelt, die zur schnellen Heilung bei- tragen sollten. Köstlich in seiner harmlosen Naivität ist die An- schauung, man möge, wenn man den Schlucken habe, über ein stiebendes Wasicr gehen und dazu sprechen: Schluckauf und ich gingen übern Stög. Schluckauf fiel rew und ich lies wegl In diesen« Derschen spiegelt sich noch ganz die Anschauung, die Ur- fache der Gebrechen und Krankheiten sei irgendein lebendig«» Wesen, das man durch Zauber vertreiben könne. Oft versucht« man auch den Krankheitsdämon durch ein Geschenk zu veranlassen, mit den betressenden Menschen zu verzichten. Man opfert« ihm ein Abbild de» kranken Gliede» au» wa«h». Aeußerst häufig finden sich solche Opfcrgaben ja heute noch in katholischen Kirchen und an Wallfahrt»- arten. Die Kirche hat dea uralten heidnischen Brauch sehr geschickt i» ihrem Siane umgedeutet, wie sie die meisten vorchristlichen«itten und Anschauungen in den christlichen Vorstellungekreis aufnahm. sie erklärt Wachssüße und Wachshände als Dank an die Heiligen. die dem Kranken geholfen hätten. In Wirklichkeit liegt diesen Gabe«, selbst wenn sie heute von den gläubigen Katholiken im Sinne der Kirch« dargebracht werden, der uralte primitiv« Dämonenglaube zugrunde. primitive Medizin. Frühzeitig bediente sich der Mensch gewisser Pflanzen und Kräuter, um Krankheiten zu vertreiben. So glaubte man vom Schnittlauch, er erhalle die Gesundheit, besonders wenn inan ihn am Gründonnerstag esse: so sollte ferner die Raute, die sehr häutig auch zu Liebeszauber Verwendung fand, vor Ermüdung und Schwäche schützen. Eine große Verehning genoß der in-weißen Dolden blühende Holunder. Heute noch ist in einigen Gegenden Westfalens das Sprichwort bekannt, daß man„vorm Höllerkertenstruk den Haut asniämen"(vorm Holunderstrauch den Hut abnehmen) müsse. Sei» Holz wurde geschabt und al» Brech- oder Absührmiltel eingenommen. Emen seltsamen Brauch, der allerdings aus dem allen Dämonenkult heraus nur zu verständlich ist, kannte man lange.Zeit in Mecklen- bürg.. Wen» jemand von der Schwindsucht befallen war. fo ging der Betreffende oder einer seiner Angehörigen z» einem Holunderstrauch, legte etwas frisches Wachs, schönen Flachs, ein Stück Brot und etwtis Käse unter seine Zweige und sprach dazu: „Gun Dag, gräun Morik!(grüne Marie) Jk bring Di dot Nig(das Neue) Hie bring ik Di Waß, Flaß(Wachs, Flachs) Hie bring it Di Kes un Brot, Dat fuft Du upeten(anfesien) lln dorbi den Namen vergeten."(den Namen vergessen.) Augenscheinlich handelte es sich um«in Opser an den Krankheits- dämon, der zwar Krankheiten bringen, aber eben darum sie auch vertreiben tonnte. Das Aussprechen des Namens aber bedeutete sowohl das Herbeirufen als auch das Unwirkfommachen der Krank- heit. Als Rumpelstilzchens Name in dem bekannten Märchen der Königin bekannt wurde, die nicht zögerte, den Namen sofort aus- zusprechen, da war es mit seiner Macht zu End«. Andererseits bedeutete dos Aussprechen einer Krankheit oder das„Berufen" und 90s �Zement. Roraan von Fjodor Gladkow. „Ach du, Teufelsdaschka!... Sag einfach, daß du mich nicht mehr liebst— und Schluß." Sascha runzelte ihre Stirn, und ihre Augen umnebelte eine Unruhe. „Und wenn ich dir sagen werde, daß es wahr ist, Gljeb? Werde dir sagen: ich liebe dich nicht mehr." Gljeb lächelte verlegen und verbrannte die Lippen mit seiner ausgetrockneten Zunge. „.Dann werde auch ich sagen: Schluß: Da kann man nicht helfen: weder mit Gewalt noch mit Liebe. Ich werde in der Einsamkeit leiden. Aber, daß du mich nicht liebst— ist eine Lüge." „Ich weiß nicht, Gljeb, vielleicht liebe ich niemand... und vielleicht liebe ich.... Dich liebe ich, Gljeb: das ist wahr— aber vieleicht liebe ich auch andere? Ich weiß nicht, Gljeb, alles ist gerissen, alles ist verworren.... Man muß die Liebe irgendwie neu einrichten.... Nun. ich muß gehen, Gljeb." Der Speichel trocknete im Mund und das Herz zog sich vor Sehtlsucht zusammen. Hinter ihm— ein leeres Nest voller Spinnen und vor ihm— eine Straße, auf der Sascha gleich weggehen wird. „Geh, Sascha, sonst mache ich— einen Krach." Und kaum war Sascha ein paar Schritte gegangen, als Motja aus ihrer Pforte herauskam. Sie ging mit watscheln- dem Entengang, mst einem arohen Bauch und vollen Brüsten. Ihr Gesicht hatte rote Flecken, die Augen waren blau um- rändert, demütig in sich gekehrt, müde und streng. Sie winkte von weitem mit der Hand und zeigte lächelnd ihre Zähne. „Nun, nun!... Was machst du so große Schritte, du Ledige, du... Einen Mann hast du. daß es eine Freude ist— und du denkst nicht einmal daran, seine Braut zu sein. ... Ach. wie ich dick) gerne an den Haaren packen möchte.... Ein Weib hat Kinder zu gebären— und sie— sie spaziert da allein, diese Hexe... Sie läuft von ihrem Mann mit ihren Habseligkeiten fort.... Ich möchte all deine Weiber mit einem Strick an die Betten der Männer binden und ihnen befehlen: Gebäre, du Hündin,, du!... Nichts brauchst du sonst— das sollst du wisien: Schlaf mit dem Mann und gebäre... sei eine fruchtbare Mutter.... Da, schau dir meinen Bauch an: jetzt werde ich jedes Jahr ein Kind tragen, das sollst du wissen.... Ich bin ein Weib und ihr— ihr seid magere Krähen." Sascha ging ganz nahe zu ihr hin, umarmte sie mit der freien Hand und lachte. „Uff, du bist eine verflixte Bruthenne, Motja!... Wenn man dich ansieht, so packt einen der Neid: keine Frau, sondern ein Bauch." Und klopfte mit der Hand auf ihren Leib. „So, so!. Ich werde in deine verfluchte Frauen- gruppe kommen, werde mich nackt ausziehen, mich in die Mitte stellen und schreien: Kommt, Weiber, beugt euch vor mir, küßt mich mitten in den Nobel:— Ich bin die Gottes- Mutter!" Beide Frauen lachten und auch Gljeb lachte. Sascha ging zum Mauerloch über den Pfad, im Untraut, mit dem Bettzeug unterm Arm. Gljeb wartete: Sascha wird sich noch umschauen, mit der Hand winken.... Sie sah nicht zurück. Das rote Tuch flammte zweimal im offenen Mauerloch auf und erlosch hinter der Betonwand. Jeden Tag ging Sascha diesen Weg. Jeden Tag kam sie spät abends zurück. Sie war oft weg, in andere Dörfer kommandiert, und kam tage- und nächtelang nicht nach Hause. Es war noch unruhig in den Kosakensiedlungen: Räuberbanden strichen in den Bergen umher, im Schilfgesträuch, und ihre Reisen lagen immer zentnerschwer auf seiner Brust. Aber jetzt, jetzt war alles plötzlich entblößt, war langwellig und fremd: Seine Kammer und die Beete im Garten, und diese Mauer, die Sascha von ihm abgeschnitten hatte und sich wie eine Gesang- nismauer jetzt rund um ihn türmte. Wozu brauchte er jetzt das schimmlige Zimmer, wozu den Garten, den Hos? Sascha ist mit dem Bettzeug unterm Arm weggegangen, weg- gegangen— hat sich nicht umgesehen und hat mit ihn« eine seltsame, fremde Sprache gesprochen. Sascha ist weggegangen und wird vielleicht niemals wiederkehren. Sascha ist nicht da und er ist— allein. Njurka ist tot, Sascha ist nicht da. Njllrka ist nicht da: er ist ganz allein geblieben. Ein ver- flixtes Leben I Es ist wie eine Stampsmajchine: zerstampft alles— das Schicksal, die Gewohnheiten, die Liebe.... Motja sah ihn von der Seite an wie eine Henne, und in ihren Augen, die von Mütterlichkeit und einer inneren Freude voll waren, zitterten Tränen, wie kleine Fünkchen. „Ach, Gljeb!... Wie ich traurig bin, euretwegen!... Was für ein unglückseliges Los.... Sascha ist für ein Heim verloren.... Sie ist nicht mehr da, Gljeb.... Euer Töchterchen Njurotschka ist zugrunde gegangen und... du bist allein— ohne Familie— ohne warmes Nest.... Jetzt beklag dich nicht, Gljeb... wenn man Feuer holt, so muß man es auch tragen... und Njurotschka ist zwischen euch wie ein Stäubchen verbrannt.... Wie leid ihr mir tut, Gljeb, wie leid." Er wandte sich von Motja weg und begann seine Pfeife zu stopfen. „Macht nichts, Motja.... Feuer ist kein schlechter Weg. ... Wenn du es weißt, wohin deine Beine gehen und deine Augen schauen— kann man dann Angst vor großen und kleinen Verbrennungen haben? Wir sind im Kampf und bauen ein neues Leben. Alles ist gut, Motja. Weine nicht. So schön werden wir alles aufbauen, zum Teufel, daß wir selber uns wundern werden.... Es wird schon die Stunde kommen." „O Gljeb. Gljeb! Für deinen Buckel hast du in deinem Nest schlecht gearbeitet." „Ach was! Wir werden ein neue« bauen, Motja.... Was bedeutet das? Das alte 3lest war wahrscheinlich schlecht. ... Nun, und was ist mit dir... wann bekommst du dein Kind?" Sie lachte nur mit den Augen, und in ihrem Gesicht zitterte eine Freuds. „Ja, ja!... In einem Monat.... Du wirst Pate sein— merk es dir." „Das ist gut!... Das ist ein Trumof für unsere Farbe. ... Nur eine Abmachung: wenn ich einen Popen bei dir sehen werde, so setz ich ihn in den Laufkorb dort oben und werde ihn mit dein Bremsberg ins Halzmagazin hinunter- lasten... Fein werden wir die Geburt deines Kindes feiern. Motja— die Sirenen werden aufheulen.. �. Und deinen neugeborenen Menschen werden wir— zum Ehren- arbeitir ernennen." Motja lachte glücklich, und Gljeb ging nicht nach Hause, sondern zu den Werkbauten über den schweigsamen Pfad. (Fortsetzung jölgt.) „N�chreken" das sich heute noch in dem Ausspruch:„Ss geht mir unberufen gut" nachwirkt, zugleich ein Herbeizitieren, das der meck- lenburgische Bauer auf diese Weise oermeiden wollte. Eine besondere Bedeutung wurde der ersten und lehleu Vslan,e ihrer Gattung zu- gemessen. Diese ragten aus der unübersehbaren Fülle der Blumen und Ströucher heraus und galten darum als etwas Besonderes. Man bestrich dem Zlugenleidenden die Lider mit der ersten Kornblume, dem ersten Veilchen, das man finden konnte. In Bayern kochte man die ersten drei Zweige eines Holunderstrauches in Wasser und trank den Saft. Man kaute das erste Veilchen oder die drei ersten Kornähren und glaubte, damit einen wirksamen Schutz gegen Fieber gefunden zu haben. Ein anderes interessantes Abwehrmittel des Menschen war das sogenannte Abstreiseu der Krankheit. Es wurde vor allem bei Kinderkrankheiten äußerst häufig angewandt. Das kranke Kind wurde durch die Sprossen einer Leiter, durch eine Hecke des Gartens oder durch die Aefte eines Baumes durchgezogen, und der Volks- glaub« nahm allen Ernstes an, durch diese sinnbildliche Handlung könne auch die Krankheit„abgestreift" werden, heute noch sind aus dem Lande alle ehrwürdige Bäume zu sehen, die zu dieser Art Kronkenbehondlung dienten. Sa ist in der Nähe von Lübbecke in Westfalen ein alter Baum zu sehen, der aus verschiedenen Stämmen gebildet ist und dadurch eine größere Höhlung aufweist. Durch dieses Loch wurden sehr häufig bis in die Zeit der Moderne hinein Kinder gezogen. Ost legte man auch ein Stück Papier, auf dem der Name des Kranken sich befand, oder auch haare oder Nägel des Betreffen. den, sa sogar Lerbondwatte mit Blut oder Eiter in ein Astloch, das dann wieder fest verschlossen wurde. Damit glaubte man den Krank- heitserreger«ingeschlossen und dadurch unschädlich gemacht zu haben. Wohl find viet« dieser Anschauungen heut« nur noch dem Volks- kundler bekannt, die Grundanschauung aber, der Dämonenglaubc, wirkt im Volksleben weiter bis auf den heutigen Tag. Wenn die Mutter den blutenden Finger ihres Kindes verbindet und dabei den Faden zwischen den Fingern zudreht, anstatt einen Knoten zu macheo, so wendet sie noch den alten Kronkheitszauber an, der ver- bot, die„Heilung zuzubindem". Wenn sie aus Scherz oder um das Kind abzulenken, über den Finger streicht und dos Derschen vom „helle, helle Segen, drei Tage Regen" usw. spricht, so murmelt sie damit den Rest einer urallen Zauberformel. Ebenso ist die An- schauung. man müsse sich vor Menschen mit dem„bösen Blick" schützen, man dürfe ferner die Gesundheit eines Menscken nicht daüernd rühmen, ein Ueberbleibsel der Vorzeit. In allen diesen Vorstellungen wirkt noch der Glaube nach, der Mensch sei dauernd von neidischen, unheilbringenden Wesen dämonischen Charakters umgeben, vor denen er sich hüten müsse. « Diese und viele andere lleberreste können nicht mit dem Dort Rnfinn oder Dummheit abgetan werden. Mit einer spöttischen oder abfälligen Redensart lassen sich Vorstellungen, die von Geschlecht zu Geschlecht vererbt und jahrhundertelang fest geglaubt wurden, nicht aus der Welt sähaffen. Das beste und wirksamste Gegenmittel gegen den„Aberglauben"— d. h. sprachlich: den alten Glauben, gegen die Wirksamkeit von Schäfern, heilkundigen und Kartenlegerinnen, von Gesundbeter« und Besprechern, die aus der Tradition der Jahr- tausende Kapital schlagen, ist vielmehr die Untersuchung und Er- klärung dieser alten Sitten und Gebräuche als das, was sie in Wahr- heit sind: lleberreste einer noch primitiven, ungeschulten Denkweise, wie sie dem Sindheitszustand der damaligen Menschheit entsprechen mußte._____ Wo ist das Goldgebiß geblieben? Ga Krematormmsheizer in Widersprüche verwickelt. . Gegen die beiden Heizer Hille und R y ch l i ch vom ltrema- torimn Wilmersdors ist vom-Untersuchungsrichter de» Landgerichts� Haftbefehl� erlassen, und die beiden Verdächtigen sitti» bereit« nach Moabit übergeführt worden. Das Bezirksamt W i l m er». h o r f erläßt zu den. Meldungen über unzulässig« DeHandlung von Seichen tm Krematorium Wilmersdorf ein« Mitteilung, in der es uirter, anderem heißt:„lieber die Angelegenheit selbst kömren erst nach Abschluß der Voruntersuchung nähere Mitteilungen an die Dresse gemacht werden. Di« ordnungsmäßige Deiterführung des Betriebes ist gesichert." Der Verdacht gegen hille hat sich außerordentlich verstärkt, nachdem durch Vernehmung anderer Zeugen fest- steht, daß h. sich in schwerste Widersprüche verwickelt hat. So behauptete der Heizer, er Hobe von den Angehörigen den Au f t r a g gehabt, dos Goldgebiß aus dem Mund« des Tote« zu nehmen. Diese Behauptung ist obiektio unwahr. Der Schwiegersohn des Verstorbenem ein Kaufmann S.. hatte vielmehr an den Inspektor des Krematoriums einen Brief geschrieben, in dem es heißt, daß die Familie das Krematorium ersuche, nach der Ver- brennung die Rest« des Goldgebisse« aus der Asche sicherzustellen. Dieser Brief ist von dem Insvektor Arnold von der Firma Grien- eisen dem Heizer Hille am Montag nachmittag übergeben worden, da der leitende Äeomte des Krematoriums, der Oberinspektor Kallenheim, nicht mehr«m Dienst war Hill« hat zweifellos den Brief geöffnet und so die näheren Umstände erfahren. Aus der Aussag« des Schwiegersohn«« des Verstorbenen ergibt sich klar, daß er die m Heizer Hill« oder einem anderen Unterbeamten keinerlei Auftrag gegeben habe, das Gold aus dem Mund des Toten zu entfernem Dielmehr ist Herr S. am Dienstag durch den Anruf Hilles überrascht«vordem der mitteilte, daß die Gold- platten nicht mehr vorhanden seien. Dieses Gesprach ist nicht von dem Oberinspektor Kcllenheim, der dazu in erster Linie berufen ge- wefen wäre, geführt worden. Die Tatsache, daß die Heizer hinter dem Rücken ihres Vorgesetzten sich mit den Angehörigen in Ver- bindung setzten, ohne dem. Stadtoberinspektor die selbstverständliche und erforderliche Meldung zu erstatten, spricht sehr zu Ungunsten der Verhaftetem Als einer der größten Mängel ist die Tatsache festzustellen, daß das Krematorium weit über seine Leistungsfähig- keit hinaus belastet wird. Die Leichen müssen in der Regel 3— z Tage, in anderen Fällen sogar 5—6 Tage in den Kellerräumen stehen.�ehe die Einäscherungen vorgenommen werden können. Die Atigehörigen der Verstorbenen sind meist der Ueberzeugung, daß am Schluß der Feier, wenn der Sarg in die Tiefe versinkt, auch unmittelbar darauf die Einäscherung vorgenommen wird. Das ist ?edoch keineswegs der Fall. Die vorhandenen Feuerungsanlogen reichen nicht aus, um den an das Krematorium gestellten Anforde- rungen auch nur entfernt zu genügen, ver Andrang ist so groß, deß selbst in Anbauten noch die Leichen untergebracht werden müssen, ehe die Verbvenmmg erfolgen kann. Von einem Ueberwachungsdienst im Krematorium kann auch kaum die Red« seim da der dienstwende Oberinspektor, der während des Tages meist mit Bureaugesebästen überlastet Ist, um 4 Uhr das Geväud« verläßt. Von diesem Zeitpunkt an bis zum nächsten Morgen um 9 Uhr ist dos Personal sich völlig selbst Überlassem Llrteil im Nationalsozialistenprozeß. Verwerfung der Berufung. Ja dem Prozeß gegen die IS Nationalsozialisten wurde gestern in später Abendstunde das UrtcU gefällt. Während der Staatsanwalt gegen sämtliche Angeklagten Gefängnisstraf« bis sechs bzw. vier Wochen beantragt hatte, kam das Gericht nach längerer Berawng zu einer Verwerfung der Berufung der Staatsanwaltschaft aus Kosten der Staatskasse, so daß die neunzehn AngeNogten bis auf zwei, die wegen Wider» standes zu Geldstrafen oerurteill worden waren, freigesprochen wurdem Landgerichtsrot Clor begründet« dos Urteil damit, daß eine Versammlungssprengung ntcht f« st gestellt werden tonnte, weil§ 107» Absatz 2 leider nicht die Verhinderungs- absicht, sondern nur die Sprengungsabsicht durch Verabredung mit Gewalttätigkelten nach dem ausdrücklichen Willen des Gesetzgebers unter Strafe stellt, obwohl die Angeklagten stark verdächtig seien, als jugendlicher Dortrupp ihrer Partei schon im Böhmischen Brauhaus vereinbart zu haben, Psorrer Stucke nicht zu Ende sprechen zu lassen, konnte im einzelnen nicht fest- gestellt werden, yb sie die Absicht gehobt haben, die Versamm- wng durch Gewalttätigkesten zu sprengen. Für eine Herabsetzung der vom Amtsgericht wegen Widerstandes gegen die Kriminalbeamten verhängten Geldstrafe lag für die Strafkammer keine Deran- lassung vor. Im einzelnen ergab die Beweisaufnahme, daß die Angeklagten wegen ihres störenden Verhaltens au» der Versammlung ent« f e r n t wurdem hierbei haben die meisten der Angeklagten Wi d e r st a n d geleistet. Von Kriminalbeansten wurde ausgesagt, daß die Polizei bereits am Abend vorher Mitteilung bekommen habe, die Nationalsozialisten wollen Pfarrer Swcke d est hol» umdrehen. Infolge dieser Kenntnis hatte die Abteilung l-� des Polizeipräsidiums«ine größere Anzahl von Beamten in die Der- sammlung geschickt. All« Angeklagten bekundeten, daß sie nicht gemeinsam zur Berfaminiung gegangen sind. Merkwürdig war nur. daß der Student Stüde ntkowski mtt der Absickt in die Versammlung ging, dort zu reden und daß, als er vor Eintritt der Diskussion verhaftet wurde, sofort die anwesenden Nationalsozialisten einen anderen Redner vorschicktem Für die Dersammlungsbesucher war klar, daß die Angriffe gegen Pfarrer Ewcke und gegen die für Ruh« sorgendea Reichsbannerleui« ganz bewußt geführt wurdem Die Berufung der Staatsanwallschaft ist verworfen! Das vor» instanzliche llrtell vom 23. Mai vorigen Jahres überschrieben wir mst den Worten:„M i l d e Justiz", und wir sagten wester:„Die Nationalsozialisten werden aus solchen drakonischen Bluturteilem«ir man sie gestern gegen sie fällte, ihre Lehre ziehenl Die Justiz ist mtt ihnen..." Wir haben dem nicht ein Wort hinzuzusügenl Ein neuer piscator-prozeß. Wilhelms Nachfolger Äantier Zlubiostein. Das Landgericht II hatte sich wiederum mst einem Rechtsstrest gegen P i s c o t o r wegen der Aufführung des Jfiasputin" zu beschäftigen, das übrigens am heutigen Sonntag zum letztenmal über die Bretter geht. Ebenso wie Wilhelm II. hotte der russische Bankier Rubin- st e i N, der übrigens vor einiger Zest in Paris wegen einer F ä l- s ch u n gs a s s ä r e in hast genommen und dann gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt wurde, eine einstweilige Verfügung dagegen erwirkt, daß in dem Stück ein Träger seines Namens auftritt und darin Szenen vorkommen, die ihn in einem ungünstigen Licht erscheinen lassem Die einstweilige Verfügung war auch bereits vor Ausführung des.Liosputin" ergangen, und zwischen lliubin- stein und Piscator war eine Einigung dahingehend erziell war- den, daß im„Rasputin" nicht ein Bankier Rubinstein, sondern O r e n st e i n eine Rolle spiell und daß �r Dialog an einigen Stellen gemildert wurde. Bei dem Termin nun Handell es sich hauptsächllch darum, die einstweilige Verfügung, gegen die Piscator Einspruch erHoden hatte, aufrechtzuerhallem Der Vorsitzend» erklärt« zunächst, daß er sich vor einigen Tagen den„Rasputin" anoejehen habe und daß die betreffende Person nicht Rubinsteim sondern Orenstein genannt würde. Es käme allerdings eine Szene vor. wo der Zar von dem Bankier als von einem Halunken spräche. Die Rechtsanwälte Rubin steins vertraten den Standpunkt, daß ein lebender Zestgenosse es sicb nicht gefayen zu lassen brauche, seine Person in einem Theaterstück in derart ungünstiger Weise dargestellt zu sehen. Rubinstein sei enorm geschädigt und werde gegen Piscator noch Schadenersatz. anspräche stellen. Die Vertreter Piecators stellten sich indesien auf den Standpunkt, daß man der modernen Bühne das gleiche Recht zuerkennen müsse wie der Presse, und legten dem Gerjcht eine Reihe von Artikeln vor, in denen das abenteuerliche inter nativinale Geschäftsgebaren Rubin st eins behandest wurde. Die Piscatorbühne habe durchaus da» Recht, vor Leuten wie dem Bankier Rubinstein zu warnen, und zwar in Form einer als künstlerisch anerkannten Theaterausführung. Die Entscheidung des Gerichts wird erst in den nächsten Togen fallen. gleisten Triebwagen wieder in die Schienen zu bringen. Während dieser Zeit ruhte der Straßenbahnverkehr in beiden Rich- tungen und konnte nur zum Teil durch Umleitungen auf» rechterhalten werden. Oer Stadihaushalt für-1929. Steuererhöhungen in Sicht? Der Magistrat arbestet schon sest längerer Zell an der Aus- stellung de» Cn tw uv.fe» zum Stäb thä ü g ha l t für 1028. Ein Mogistratsausschuh zur nochmaligen Nachprüfung-der Aus- gaben und Einnahmen des neuen Haushalts Hai- gestern dies« Prüfung in mehrstündiger Sitzung vorgenommen. Das Ergebnis war, daß die Gesamtausgaben, bei denen weiter« Kürzungen nunmehr nicht mehr möglich erscheinen, die Einnahmen um rund 54 Millionen über st eigen. Für diesen Fehlbetrag ist, so schreibt dos Nachrichtenblatt des Magistrats, eine Deckung nur durch Erhöhung der städtischen Steuern möglich, wenn nicht bis zum Beginn de« neuen Rechnungsiahre» noch durch eine Aenderung des Finanzausgleichs eine Erhöhung der städtischen Einnahmen eintritt. Das würde bedeuten: Erhöhung der Grundsteuer um 50 Proz., d. h. aus 250 Proz., und der Gewerbe- steuer um 175 Proz.. d. h. auf 600 Prvz.l Auch dann würde noch «in ungedeckter Betrag von rund 8 Millionen verbleiben. Eine Erhöhung der Tarife hielt der Ausschuß nicht für tragbar. * Der neue haushall der Stadt Berlin für das Jahr 1928 wird voraussichtlich vom Stadtkämmrrer in der Stadtverordnetenversamm- lung om 26. Januar eingebracht werden. Die Verhandlungen im Magistrat über den Haushalt sind noch nicht abgeschlossen. Es tagen noch mehrere Magistratsausschüsse. Saufleule, deren Umsatz 10000 Mark nicht überschreikel. und jene Umsatzsteuerpslichtigen. die im Jahr« 1027 Vorauszahlungen in gleicher höhe wie für 1926 entrichtet hoben, sind von der bis zum 15. Februar 1928 abzugebenden Umsatz st euererklärung befreit. Der Reichssinanzminister hat dies durch einen besonderen Erlaß zur Entlastung der Finanzämter angeordnet. mkcii Eine Gtraßenbahn aus den Schienen geworfen. Ein schwer«? Zusammenstoß zwischen einer Straßen- bah» der Linie 44 und einem P r i v a t a u t o ereignete sich aestern gegen 16 Uhr an der Ecke der Voltaire- und Dircksenstraße Im Zentrum Berlin». Der Ausammenprall erfolgte mit solcher Ducht, daß da« Auto in Trümmer ging. Die Straßenbahn! wurde au» den Schienen gehoben uno auf das Gegen-> gleis aeworfen. Während die Fahrgäste der Straßenbahn mit dem Schrecken davonkamen, wurden zwei Insassen des Autos erheblich verletzt. Sie erhielten auf der nächsten Rettung»- stelle erste hllfe und konnten nach Anlegung von Notoerbänden in ihre Wohnungen gebracht werden. Eine Arbeitskolonne der Straßenbahn, die nach einiger Zeit mit einem Gerätehilfswagen an dar Unfallstelle eintraf, benötigte fast eine volle Stunde, um den ent- I Das Hörspiel„Sturm über dem Pazifik", das aus den Einsendungen zum Preisausschreiben nach einem Hörspiel als ein- ziges von der Berliner Funkstunde angekauft wurde, weist allerdings auf ein recht wenig glänzendes Ergebnis des Ausschreibens hin. Bielleicht hat die Absicht, ein gewissermaßen„abendfüllendes" Funk- spiel aus dem„Sturm über dem Pazifik" zu machen, einiges mehr daran verdorben, als gerade notwendig war. Für das Hörspiel, dos nur aus einen Sinn wirken kann, ist stärlste Konzentration, ist Tempo ein haupterforderni». Wesentliche Handlungsberichte durch nebenher- laufende Erklärungen wirken so langweilig wie die breiten Texte im Film. Die fortwährenden Funkgespräche zwischen den Schissen, wie sie Dr. Möhring in seinem Hörspiel verwendet, sind aber nichts anderes als solch« Hilfen, die Handlung zu erklären und welter- zuführen. Dabei könnte man sich derartige Gespräche durch Heber» schneidungen, die die wesentlichen Handlungsmoment« herausheben, dramatisch außerordentlich wirksam denken. Aber der Verfasser des „Sturm" ist kein Dramatiker, ist überhaupt kein Dichter. Er hat sein Hörspiel konstruiert, mit allem Fleiß und der Absicht, e« recht gut und recht richtig zu machen. So wurde gewissermaßen ein Schul- beispiel für künftige hörspielverfasser geschaffen. Aber man hätte dieses Schulbeispiel nicht in seiner ganzen Breite aufführen sollen. Man hätte es vor allem im Wortstnn, im Satzbau konzentrieren müssen. Dielleicht wäre es dann nicht ganz wirkungslos verpufft, zumal sich ausgezeichnete Darsteller dafür einsetzten.— Interessant« Vorträge des Tages: Hans Hirschsteins Darlegungen über„Baum- wolle und Baümwolländer" fanden ein« Art Ergänzung in Leopold S ch warzs cht lds Bericht über da» englisch- ägyp- tischeBoumwollgebiet.den er unter dem Titel„Der Kampf um den NU" gab. Ueber den inneren Ausbau der Indogermanischen Familie in den verschiedensten Volksstämmen sprach Professor Tarachand Roy, Lahors. Ztg. Ehamberlm zu früh gelandet. Oer deutsche Oauerflugrekord nicht gebrochen. New Jork. 14. Zauuar. Chamber flu ist um 14 Uhr 4 Minuten amerikanischer Zeit, also 20 M i« v l e u zu stütz, aus den Roosevell Zleldv gelandet. Der deutsche Dauerslugretord ist demuach al cht gebrochen worden. Au» abgeworfenen Zetteln ging hervor, daß der Fliegrr trotz Benzinverlust und Nahrungsmangel kurz vor seiner Labduug noch gehofft hatte, den deutscheu Rekord brechen zu können. Dieser Rekord wäre erreicht worüech, weyn das Jtutzzeug bis 1�2.4 Mr amerikanischer oder bis 20,24 Uhr deutscher Zeit oben geblieben wäre. Oachstuhlbrand in der Kulmstraße. Großer Feuer« nnd Wasserschaden. Die Feuerwehr war gestern abend in der Kulm st roß« 32 mit der Betämpsung eines großen Dochfwhlbrandes stundenlang beschäftigt. Durch starke« Wassergeben aus sechs Schlauchleitungen konnte der Brand nach zweistündiger Tätigkeit auf seinen Herd beschränkt werden. Kurz vor 20 Uhr sahen Hausbewohner in der Kulmstraße gegenüber der Brandstätte, wie aus den Bodenluken Flammen empor- züngelten. Beim Eintreffen der schleunigst alarmierten Wehr hatten die Flammen jedod) den D o ch st u h l des Vorderhauses in selnergonzen Ausdehnung ergriffen und waren auf den linken Seitenflügel übergesprungen. Da das Haus ein holzzementdoch trägt, fand das Feuer noch oben keine'n Ausweg und so wurden gewaltige Qualmmassen auf die um- liegenden Straßen herabgedrückt. Aus diesem Grunde mußte der Rettungswagen, der dos Rouchfchutzgerät birgt, alarmiert werden. Ueber die Treppenhäuser und über zwei mechanische Leitern konnten dann die sämtlich mit Rouchschutzmasken ausgerüsteten Feuerwehr- leute nach oben vordringen. Eine Zeitlang bestand für die Dach- stuhle der anschließenden Wohnhäuser große Gefahr, doch konnte«rn U ebergreifen des Feuers rechtzeitig oerhindert werden. Gegen 22 Uhr war die Gewalt des Feuers gebrochen. Die Ablösch, ultt» Aufräumungsarbeiten dauerten bis lang« nach Mtternacht. An einigen Stellen hat das Feuer mit solcher Gewalt gewütet, daß die Wohnungsdecken.zum v i er ke n. S t ock w er k durch- brannten. Da auch der Wässerschaden sehr erheblich ist, mußten einige Zinmier von den Mietern geräumt werden. � Indien und der eufilische Jmperialismns. Im Rahmen eines Abends der„Freien sozialistischen Hochschule" sprach gestern Genosse Franz Furtwängler im großen Saal des ehemaligen Herrenhauses über das Thema:„3 n- dien und der englische Imperialismu In einein- halbstündigem Vortrag führte Genosse Furtwängler seine Zuhörer nach Indien, um mit ausgezeichnetem Material die Ausbeu- t u n g dieses Koloniallandes durch den englischen Imperialismus aufzuzeigen. In sahrhundertelangen Kämpfen sicherte sich England seinen Einfluß tn Indien, der im 16. Jahrhundert dazu führte, daß England Indien als sein Kolonialland betrachten konnte. Erst der Weltkrieg und die Tatsach«, daß die indischen Soldaten an europäischen Fronten gegen Englands Feinde kämpften, gaben der Freiheitsbewegung in Indien«inen un- geheuren Aufschwung. Die indischen Soldaten haben, als sie vom Kontinent tn ihr Reich zurückkehrten, das Empfinden mitgebracht, daß der Engländer nicht unbesiegbar sei, haben vor allem in Europa gesehen, daß die Weißen absolut nicht einig sind. Die Freiheitsbewegung, die sich daraus entwickelle. und das Anwachsen des Widerstandes gegen das britisch« Imperium haben dazu geführt, daß einige dürftige Reformen kamen. Man gab dem indischen Patlament einig« Rechte, die aber jederzeit wieder zunichte gemacht werden können Nickt einmal das Budget- Bewilligungsrecht hat da« indische Parlament! Die Ks- MaterbtH btt Cng!5tA«r w« mehr als mäßig. Scholen wurden überhaupt nicht gegründet, noch heute sind nur 8 Prozent der indischen Bevölkerung des Lesens und Schreibens kundig. Das einzige, was England weiterhin tut, ist her Vertrieb von AI k o h o l. Da, wo die Arbeiter sich gegen die Lasterstätten wandten, wurden sie mit Polizeigewalt ouseinandergetrie' b c n„ weil England di? 340 Millionen Mark Mehreinnahmc aus der Alkoholzusuhr nicht missen kann. ' Der Redner zeigte dann die wirtschaftliche Entwick' lung Indiens auf und kam auf die Lage der Arbeiter- schast zu sprechen. Der indische Arbeiter verdient bei schwerster Tätigkeit nicht einmal soviel, um das primitivste Leben fuhren zu können. U e b e r 1 0 0 M i l l i o n e n. der weitaus größte Test der indischen Bevölkerung, werden von der Industrie bis zum Endmaß ihrer Kräfte ausgebeutet, ohne einen Lohn zu bekom- wen, bei dem sie nicht hungern müssen- Genosie Furtwängler wies dann noch darauf hin, daß in den Eisenwerken Indiens große Rüstungspläne ausgeführt werden. Die Gesamtproduktion an Kriegsmaterial wird in Indien auf- gestapelt, um dort jederzeit parat zu sein, wenn es an einer der Grenzen brennt. Auch große Flughöfen sind zur Unterstützung der militärischen Maßnahmen angelegt worden. Indien wird heute brutaler regiert als das frühere Zarenreich Rußland. Jede Frei heitsbcwegung wird unterdrückt, jeder, der noch Indien reisen will, wird genau unter die Lupe genommen, ob er nicht Rebellengeist in das Land tragen will. Der Freiheitskamps Indiens ist keine indische Angelegenheit. Das Weltproletariat ist an der Befreiung Indiens aus dem britischen Imperialismus stark in» t e r e s s i e r t, und, soweit es möglich ist, muß es diesen Freiheit?- kämpf fördern und unterstützen. Neue Straßennamen in Groß-Berlin. Mit Zustimmung des preußischen Stoatsministerium» hat der Berliner Polizeipräsident eine Reihe von Straßen und Plätzen Groß-Dcrlins benannt oder umgetauft. Sehr schön ist darunter die Benennung der Straße Nr. 208 in Berlin- Z e h- lendors mit dem schlichten Worte.Heimat". Die Straße Rr. 20 ehrt als �Ril k e g f ad" den Lyriker, der odr etwa einem Jahr« verstarb. In Berlm-Steglitz ist der ja schon beinahe legendär« Schlochtennome aus dem siebziger Kriege„Marslotour- st r a ß«" verschwunden i heute heißt es anheimelnder„B i r k b u s ch- garten". Den Bortämpfer des Flugwelen? ehrt die.Lilien- t h a l st r a ße". die vom Berwalwngsgebäude des Flughafens aus nach Norden bis zur Züllichauer Straße verläuft. Di« verlängert« Paradestraße im Ortsteil Berlin-Tempelhos nebst der anschließenden „Wanzlik-Straße" und.Münchener Straße" im Ortsteil Berlin- Neukölln heißt von jetzt ab„g l u g h a s e n st r a ß e". Im Ortsteil Berlin»Oberschöneweide nennt sich die einen ein- beitlichen Stroßenzug bildende..Waldstraße" und„Cöpenicker Land, straße" von der Larlshorster Chaussee bis zu dem sternförmigen Plag nördlich vom Restaurant Sadvwa(Westgrenze der ehemaligen Oberförsterei)„An der W u h l h e t d e". Soll der Name„Schuß lerplatz" im Dreieck der Kietzer-, Rosen, und Jägerstraße in Berun-Cöpenick eine Ehrung für den Erfinder der Biochemie sein? Ziemlich rätselhast sind fünfundzwanzig Namen für neue Straßen in C pö« n i ck» Nord: hier haben Ortschaften Pate gestanden, die zum ollergrößten Till vollkommen unbekannt sind. Unzureichender Aboag-Vorortverkehr. Eine neue Großsiedlung ist bekanntlich im fterbst vorigen Jahres in Zehlendori zwischen dem alten Dorf und dem Grunewald bezogen worden, lieber 2000 Menschen wohnen jetzt dort. Bald werden es, da die Siedlung weiter, ausgebaut wzrd: 4 00 0 lein. Nahezu 1000 Menschen müssen tagllch Ausübung ihres Berufes n o ch B e r l i n. Die Wonnseebahn und�die Untergrundbahn sind etwa 25 bis 30 Minuten von der Siedlung entfernt Der Weg zur Untergrundbahn ist im Winter unpassierbar, weil unreguliert Man hat einen bis zum Oktober bestehenden Autobuspendeloerkehr zu derLinie 7 ausgebaut» die Zehlen- dort mit dem westlichen Dahlem, mit Schmargendorf und ftalensee verbindet. Es haben sich nun auf dieser Strecke Zustände entwickelt, die unerträglich sind. Trotzdem die Siedlsrvertretung und vtelc Einzelpersonen sich an die Äboag und deren Aufsichtsinstanzen gewendet haben, um einen den Berhällnissen angepaßten Verkehr zu bekommen, ist bisher nichts geschehen. Der Verkehr auf der langen Strecke wird durch nur vier Autobusse erledigt. Dieser Umstand und ein unzulänglicher Fahrplan, der Abstände von 12, 13. 15, 20 und 25 Minuten in buntem Wechsel vorsieht, haben dazu geführt, daß täglich oft 3 0 bis 40 Menschen an den 5? alte- stellen zurückbleiben, die die nahezu 25 Minuten betragende Entfernung zur U-Bahn zu Fuß zurücklegen müssen und insolgedessen zuspät zur Arbeit kommen. Die Aboag hält es auch nicht für nötig, an den-ftaupthaltestellen ausgerechnete Fahrpläne auszuhängen, sondern überläßt es den Fohrgästen, beson der? bei den 25-Minuten-Abständen, sich die Abfahrten der Wagen selber auszurechnen. Die Aboag hat den Nachtverkehr gegen früher sogar verschlechtert. Weder die Autobusse noch die U-Bahn nehmen Rücksicht aus die Fahrgäste. Anschlüsse werden nicht beliebt Man kann mitunter 20 Minuten und länger— da die Aboag eine Einhaltung des Fahrplans nicht garan tieren will warten. Die Siedler wünschen, was leicht durch- zuführen wäre, einen Pendelverkehr zwischen Zehlen- dors, der Siedlung und der U-Bahn, einen Ausbau der A u t o b u s l i u i« 5, die jetzt in Steglitz endet, und der L i n i e 2 0, Fahrabstände in der Berufszeit von höchstens 10 Mi- nuten, Vermehrung der Wogen, Erweiterung des Schluhoerkehrs bis 1 Uhr nachts(wir haben doch in Groß-Berlln 3 Uhr Polizei- stunde) und Beginn 946 Uhr. Das sind Wünsch«, die keineswegs phantastisch sind, sondern den Bedürfnissen einer werktätigen Bevölkerung entsprechen. Da weder die Direktion der Aboag noch deren Aufsichtsinstanzen diesen Wünschen sich geneigt zeigen, lenken die Siedler die Aufmerksamkeit der Oessentlichkeit aus diese Zustände, die mit so manchen anderen einer Weltstadt unwürdig und nicht geeignet sind, das Ansehen Berlins und seiner Siedlungs- und Verkehrseinrichtungen zu heben. Oas(Znöe des falschen Arztes Schuchardt. Der im vorigen Frühjahr als falscher Arzt entlarvte.Hochstapler Karl Richard S ch u ch a r d t ist, ehe noch die gegen ihn geführte Voruntersuchung wegen seiner zahlreichen Schwindeleien beendet iverden konnte, auf eigenartige Weise verstorben. Schuchordt hatte im Untersuchungsgefängnis plötzlich angefangen, den„wilden Mann" zu spielen und war zur Beobachtung seines Geistes- zustande» noch der Irrenanstalt.fterzberge übergeführt worden. In der Fortführung feiner Roll« hotte er sich einen tiefen Schnitt in die Brust zugefügt und in die Wunde Federhall er, Bs eist ist« und sogar eine brennende Zigarette hinein- gesteckt Daraus war«ine schwer« Infektion entstanden, an deren Zolgen Schuchordt jetzt gestorben ist. Zuletzt war Schuchordt vier Monate mit chilse seiner gefälschten Zeugnisse als Arzt an der Lungenheilanstalt Grabowsee bei Oranienburg tätig aewesen und von dort verschwunden, als ihm der Boden unter den Füßen zu heiß wurde. Er versuchte darni als„Dr. med. Becher" eine ärztliche Praxis in Wünsdorf bei Zossen auszuüben und wurde hierbei entlarvt. Die gegen Schucbardt geführte Boruntersuchung ergab, daß er schon seit Jahren als falscher Arü aufgetreten ist. Er hat im Kreiskranteghaus in Lemgo, in Llppe-Detmolo, in einem Krankenhaus in Hessen und sogar in einer Universitätsklinik gearbeitet. Obwohl Schuchordt keinerlei akademische Bildung hatte. verfügte er über ein erstaunliches medizinisches Wissen. Schon aus der Schule kaufte er sich von seinem Taschen- geld medizinisch« Lehrbücher, in denen er studiert«. Er hat auch, um sein„Wissen" zu vervollständigen, damals bereit» Bios- s e k t i o n e n an Mäusen und Katzen vorgenommen. Indem er sein Alter fälschte, gab er sich als Militärurüerorzt aus. Er hatte sich auch die Dottorpromotion angefertigt und Zeugnisse über seine Tätigkeit an verschiedenen Universitätskliniken. Trotzdem Schuchordt erst 26 Jahre alt ist, hat er schon erhebliche Dorstrofen erlitten. Brieftaube« und Riesentauiucheu. Der Brieftaubenliebhabenzersin„B leibtreu Berlin" hält in dem Lokal von Sachs«, Lindower Straße 26, eine Ausstellung ob. die m i t 2 5 0 T i e r« n b e s ch i ck t ist. Es ist stznderbar! Während vor dem Kriege die Brieftaubenzucht mehr ein Borrecht der be- oüterten Kreis« war, stellt der sogenannte kleine Mann jetzt 70 Proz. �der Züchter. Von den Tauben waren ausgestellt: Tiere der Zucht klosi«, Flieger und Sieger. Der Verein zieht vornehmlich aus Flugleistung. Don den ausgestellten Tieren haben einige Reisevrieftauben die Reise von Hoek van Holland nach Berlin, dos sind 650 Kilometer, in 10'� Stunden zurückgelegt, während andere die 800 Kilometer lange Strecke von Bruck nach Remscheid in 15 Stunden flogen. Di« Preise für'tl Nestauben sind heute so bemessen, daß der kleine Mann Freude an der Zucht behält. So ist ein gutes Paar Bneftaubeu für 10 Mark erhältlich. In der F i cht e- K l a us e, Schönhauser Allee 134b,. hält der „Aelteste Spezialklub B.R.U.W.R Kaninchenzüchter für lüe Provinz Brandenburg" ein« Ausstellung ab, in der 60 Riesenkaninchen, uns zwar belgische und weiße Riepen, gezeigt werden. Man sieht hier Tiere, die 16 Pfund schwer sind. Jedoch ist heutzutage nicht nur ihr fleisch, sondern auch ihr Fell ein sehr begehrter Artikel. Den Stegerpreis mit 70 Punkten holte sich der Züchter M elzer, und die silberne Me° daille mit 60 Punkten wurde dem Züchter Sommer zuerkannt. Di« Nachzucht der Häsinnen läßt das beste erwarten. So sah man u. a.«ine 10 Monat« aste Muster mit prächtigen Jungtieren. In einer Sonderabteilung wurde die Pelz Verwertung veran- schaulicht, und wenn man all dies«„Biber.„Gazellen".„Seehunde" usw. betrachtet, wird einem so reckst klar, daß man auf der Straß« doch manchem Kaninchen begegnet. Männerchor FIchle-Georgima. Die Berliner Gewerkschäfts- kommission wünscht, daß der Chor.bei.einer Veranstaltung aus Anlaß der 91« w es« nh e i* des Vorstandes des- I-n t e r n o t i o traltit G-e rv« r k s ch gsit.» d ümdd s- Mitwirkt Di« Mitglieder- werden daher gebeten, sich an,. Mittwoch, 1 8. I a n u a r, 'lOtthr.im Gewerkschaftshaus, großer Saal, pünktlich ein- zufinden. Das Singen am heutigen Sonntag in Friebrichsfelde ist abgesagt. vrbelkerbild«og»schule Neue Kurle beginne»: 2. Kreis— Tier garten: Montag. IS. Januar, ISO, Ubr. Klopftockstr 24. Zimmer 4. Thenia: Die KuIIurpolilik der Sozialdemokratie Lehrer: Sstldienrat Erwin Marquardt, lö..Kreis— Pankow: Montag. 16. Januar. IV/, Uhr, Panlpw, Jugendbeim. Kisiuigenttr. 43 Thema: Probleme der Weltwirt- ichalt Lehrer: Dr. Gregor Lienstock.— Weitere Ankündigungen folgen rechtzeitig. Lez>rk»»ild»ng»au»!chub Sroß-Lerll» Rächilc Theatervorstellung Sonntag, 5. Febiuar, IS Uhr, im Schillertheater Charloltcnburg. Alifgeiührt werden diesmal zwei Smatter. und zwar„Die G e i ch w i st er-, Schauspiel von Goethe, und„Der zerbrochene Kru g". Luiiipiel von deine, v. Kleist. Preis tcr Karte einschlieklich Garderobe und Theater. zestel t,20 Mark. Karten sind zu haben im Bureau des Bezirksbi dungs- ousichusseS, Lindenilr. 3, 2. Hof. Il, Zimmer S.— Buchhandlung Porwärl«. Lindcnstr. 2.— Zigarrengcschäsl Harsch. Engeluser 24 /LS.— Tabaloertrieb GEG. Jnlelstr. 6.— Verband der graphischen Hilssarbeitcr, Ritterstr. 1.— Bei den BildungSobleuten der Kreise und Abteilungcn.— Ja den Vor wärisspedilionen._ Mord und Selbstmord eines Landgerichtsrats. München, 14. Januar. Der Rat im Obersten Landesgericht München Osto B r u n n e r bei dem sich in der letzten Zeit wiederholt Zeichen von geistiger Umnachtung bemerkbar machten, gab heute morgen ohne jeden Grund auf seinen im Bett liegenden Sohn, einem Universität»- st u d r n t e n Im vierten Semester, einen Schuß ad und tötete sich dann selbst durch einen Schuh in die Schlafe. Der Sohn wurde in schweroerl« tztem Zu st and in das Krankenhaus eingeliefert. Er dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Statt zur Hochzeit in den Todt In P a s e w o l k muhte eine Trauung im letzten Augenblick unterbleiben, weil der Bräutigam plötzlich erklärt hatte, nicht mitmachen zu wollen. Die Braut. die im Alter von 28 Jahren steht, nahm sich den Vorfall so zu Herzen, daß sie sich auf dem Friedhof In R o t h e n- C l e m p e n o w mit einem seidenen Taschenstich an ein«m Grabmal erhängte. Die deutsche Erde bebt! Erdstoß in Aachen. Aachen. 14, Zanuar. An verschiedenca Stellea der Stadt wurde In der vergangenen Nacht gegen 1 Uh> ein ziemlich heftiger Erdstoß ver- pürt. Der Stoß dauerte zwar nur wenige Sekunden, doch hatte sich der Bevölkerung ei-ip ziemliche Allsregung bemächtigt. Schwere Möbelstücke beilegten sich unter lautem krochen von ihrer Stelle. Do der Seismograph der Technischen Hochschule seil Zähren nicht met-r in Tätigkeit ist. konnten nähere Auszeichnungen nicht registriert werden, höchstwahrscheinlich steht zu dem Beben in Aachen die folgende Erdbebenmeldung aus Brüssel in Beziehung: heute nacht wurden im Observatorium llkkel(Uccle) Erdstöße registriert Die ersten Auszeichnungen begannen 12 Ahr 17 Minuten nachts und dauerten 54 Sekunden. Das Beben wurde besonders in den östlichen Gegenden Belgiens wahrgenommen. Ein zweites Beben, zwischen 3 und 4 Uhr morgen� wurde auch in der Umgegend von Brüstel verspürt. Meldungen über größeren Sachschaden oder Opfer au Menschenteben liegen bisher nicht vor. Eine Erklärung der Leuna-Werke. Und eine Erkläning Oer Z G. Farben. Von der Direktion der Leuna-Werke wird mitgeteilt: Es ist unwahr, daß ein Mitglied der Direktion des Ammoniak- werkes in die zurzeit schwebende Strofuntersuchung verwickelt ist. Weder der bisherige Leiter der bautechnischen Abteilung des Ainmoiüakwerkes, Regierungsbaumeister Schönberger, noch der Leiter der juristischen Abteilung des Werkes, Justitiar Boller, sind Mitglieder der Direktion des Ammoniak- werkes. 2. Der Regierungsbaumeifter Schönberger ist am 22. Dezember 1027 aus dem Dienst des Ammomakwerkes aus- geschieden. Erst am 10. Januar 1028 hat der Untersuchung«- richter der Direktion des Ammaniokwerkes mitgeteilt, daß das Ver- fahren gegen Schönfeld und Genosien auch auf Schönberger aus gedehnt werde. 3. Justitiar Boller ist in keiner Weise in die zur- zeit schwebend« Strafuntersuchung verwickelt Die Berwaltung der I. G.«Farben, dem die Leuna- Werke gehören, erklärt folgendes:„Bällig unwahr sind die in verschiedener Form ausgestellten Behauptungen, daß belastendes, durch Detektive ermitteltes Material zum Fall Schönsech seitens der Direktion des Ammoniatwerkes absichtlich zurückgehallen oder unterdrückt wolden sei und daß diese der Untersuchungsbehörde jede Unterstützung verweigere, seitdem sie wisse, daß.zwei leitende Beamte des Ammoniatwerkes>n die Sache oerwickelt seien. Auf das schärfste muß zurückgewiesen werden, daß au? einigen bedauer. licherwcise vorgekommenen Fällen die verallgemeinerte Bebauptung hergeleitet wurde,' es seien früher und auch heute noch Bestellungen für das Ammoniakwerk nur durch Bestechungen zu erlangen." 4. ftreU. Spv.• Sportler. Wichtige Sifunq Montag, 16. Januar. 19,90 Uhr. bei Hoffmann, Lychener Str. 8. Parte iauswet« legitimiert. Irelreligiöfe Gern rinde. Sonntag vorm. II Uhr, Pappelallee 15. Bortrag des Herrn Dr. P. Krisch«: Neuere Forschungen der ReligionZPshcho- logt«. Harmoninm: AuS„Die Meiste: siugcr' kDagner). Gäste will- kommen, wellerberichi der»ffenNlchea Zvellerdieaslstelle verliu und Umgegend (Nachdr. verb.). Meist nart bewölk! mit Regenfällen, weiterbin mild bei aufsrischenden südwestlichen Winden.— Für veutichlaa«: Uelerall we-tei- bin mild mit ostwärts sortlchreiteiiden Rezerisallen, jedoch in Süddeutsch- land nur geringe Niederschläge.... .(Schluß 6f? redaktionellen Teil«.) Wer ist der Mseuder? Sin rötselhaster Lrtes. Ein Leser unseres Blattes erhielt vorgestern einen Brief ohne Unterschrift Aus seine Bitte hin bringen wir das Schrei- den im Original, um vielleicht mit Hilfe unserer Leser— von denen der«ine oder der andere die Handschrist kennen mag Klarheit in die sonderbare Sache zu bringen: fiüdamL � ULdidk Luod/dou iuifiurtu Sie. ImiktJ. V famuumcAd�äod Statt der Angabe des Namens des Absenders trug di« Rückseite des Briefumschlags den Vermerk: 1.«rctlfhe um.. August N-, trleüen, ersucne Tsusana« ,2' frech«"- 'Nachbest-Viunger.- Rupffedern Graue Federn.... Pfd. 95 Pt. fcnt«nfedarn,echtchine8.Pfd.3.60 Weiße Rupffed. Pfd. 6.40, 5.1C Fertige Betten •cht tSrlc-wt ed«r Dt,|»W, kr»»« lotatt, ladinthrgnlhitig. mit chinisijclno HtlMwnrn Oberbett 130 X 200.. 43. OO t Unterbett 100X200.. 36.75 � Kissen 80 X 80..... 14.35 SchleiQfedern SchleiBfedern liweifi Pfd. 3.90 SchleiQfedern iwsiB Pfd. 5 50 SchleiQfedern weiS. Pfd. 8.20 Fertige Inlette rot griuret Oberbett..... 11.90 835 Unterbett..... 9.20 6.75 Kissen...... 8.80 2�5 (Fertiges Oberbett jiiuwt Inlett mrt grtueo Fndwn 9.951 DieldeaPe Echt " BeüplECuny: chmesA Daunen Monopoldaunen.echtchin.Pfd.S 50 1 Matadordaunen, h'weiB Pfd. 12 50 Weiße Qaunen.... Pfd. 14,80 Daunendecken U fnniitiscl.tr Ounanparkil bunt on n in«chirten Hurtim. mit prtna Onuntn<35»-/« Steppdecken Sttl« doppelseitig. In dlverM« F»r- Cif. 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Deutlich ergibt sich aber schon das Bild einer durchschnittlich etwa fünsprozentigen Eisenverteuerung. Bor kurzen, waren bekanntlich schon die Roheisenpreise herausgesetzt worden, nachdem der Kampf zwischen dem Roheisenverband und dem Rochlmg-Konzern als Außenseiter beendet worden war. Merkwürdig war die Methode, die Verteuerung bekannt- zugeben. Erst sollte es scheinen, als hmidele es sich nur um eine etwa zweiprozentig« Preis ausbesserung. Es wurde nämlich mitgeteilt, daß die Preis« für Stab- und Formeisen um je 3 M. pro Tonne erhöht worden seien. Gleichzeitig sind aber die Preise für Süddeutschland um weitere 2 M. und der Zuschlag für Siemens-Martin-Qualität um 3 M. je Tonne erhöht worden. Schließlich sind auch noch gewisie Rabatte fortgefallen. Der Band- eisenpreis wurde um 4 M. je Tonne, der Aufschlag für Siemens- Qualität um volle 1,50 M. je Tonne erhöht. Die Walzdrahtpreise wurden um S M. je Tonne herausgesetzt. Berücksichtigt man, daß etwa die Hälfte dieser Eisenerzeugnisie in Siemens-Martin-Qualität und etwa 60 Proz. auf der Grundlage der süddeutschen Preise ab- gesetzt werden, so ergibt sich für Stabeisen. Formeisen und Band- eisen etwa die folgend« Verteuerung der Grundpreise: für die Traue bisher setzt Preise rhijhft. in Proz. Formeiseu... 129.90 M. 135,25 M.-f 4.1 Proz. Stabeisen... 132,90, 138,60, 4-4,3 ,. Bandeisen... 151.65, 160.60.-f 5,9„ Hinzu kommt eine weitere Verteuerung durch Verringerung von Rabatten. Der erste lvorlbruch. Daß die Schwerindustrie die Preiserhöhung unbeträchtlich er- frfjeinen lasten wollte, ist nur zu begreislich: denn es kann auch ihr nicht verborgen geblieben sein, daß sie durch die Festsetzung der neuen Preise Verpflichtungen verletzt hat, die sie ihren Abnehmern und den Reichsbehörden gegenüber bei Abschluß der Internationalen Rohstahl gemeinschast übernommen bat. In dem Vertrag darüber heißt es, daß der Unterschied zwischen Auslands- und Inlandsesfektivpreisen verringert und möglichst bald ganz zum Verschwinden gebracht werden soll. Tatsächlich ist seit Mm 1926 der Unterschied zwischen Inlands- und Auslandspreisen vergrößert worden, und die neue Preiserhöhung steigert diesen Unterschied auf ein Maß. dos bisher in der Geschichte der deutschen Eisenpreise unerhört war. Diese Zusage der Schwerindustrie aber ermöglichte es überhaupt erst der Reichsregierung, ihre Zustimmung zum Abschluß der Internationalen Rohstahlgemeinschaft. der sogenannt»„eisernen Internationale" des Unternehmertums zu geben. Sie erfolgte damals nicht in der Form eines bindenden Ver- träges, sondern in der Form eines sogeiwnnten«g e v t I e m« u' s egreemevt". d. h. einer freien Vereinbarung, deren Erfüllung f-.aichtlich nicht klagbar ist. Die eisenverarbeitende Iichustric und das Reichswirtfchaftsministeriuw hielten die Vertreter der Schwerindustrie kür„g e n r 1« m« v", mit denen man solche Verträge abschließen kann, ohne Gefahr zu laufen, daß sie sich nachher nicht mehr daran kehren. Es hat sich gezeigt, daß sie sich täuschte». Mit den Führern der deutschen Schwerindustrie kann man solche Abkomnwn nicht schließen. Räch der Eisenpreiserhöhung haben sie das Recht per» loren. als x-vtlewen behandelt zu werdcn. In England hotte ihr Verholten den gesellschaftlichen Boykott zur Folge. Der zweite wortbrvch. Nicht genug mit dieser einen Verletzung der Verträge vom Mai l926. haben die Eisenherren die Vertrag« iwch in einem anderen Punkte verletzt. Damals gaben die Führer der Schwerindustrie die Zusage, daß„die Preispolitik für Eisen in Süddeutfchland so ge- handhabt werden soll, daß etwa das Aorkriegsverhättnis zwischen den süddeutschen und den norddeutschen Elsenpreisen eingehalten wird". In der Borkriegszeit betrug nach der Angabe von R e i ch e r t. dem deutschnationolen Reichstagsabgeordneten und Geschäftsführer des Vereins der Eisen- und Stahlindustriellen, diese Spanne rund 7,50 M. gleich IVi Proz. Roch den neuen Preisfestsetzungen beträgt sie nur noch 4 M. gleich knapp 3 Proz. Die Führer der deutschen Schwer- indusirie find„ehrenwerte Männer" und lassen mit sich reden. wenn es sich darum Handell, übernommene Verpflichtungen wie einen „Fetzen Papier" zu behandeln. Dos geaasführte Reich. Bon jeher war die Schwerindustrie der verzärtelte Erstgeboren« der deutschen Wirtschastepolitik. Di« Handelspolitik de» Reichs- wirtschoftsminisiers ermöglichte ihr durch die Verschleppung des deutsch-franchsifchen Handelsvertrages und durch die Beibehaltung der unsinnig hohen Eisenzöll« den Abschluß der Internattonalen Rohstahlgemeinschaft. Bei den kurzlich«, Verhandlungen über die Durchführung der Arbeits zeitverordnung kam der Reichs- arbeitsmimster der Schwerindustrie entgegen, so daß eine Eisen- Preiserhöhung überflüssig war. Die Antwort daraus ist die Ver- letzung des unter der Schutzherrschost des Reichs wirtschoftsminisiers zwischen der e isenerzeugenden und eisenverarbeitenden Industrie ab- geschlostenen Vertrages, ist die Begründung der Preiserhöhung mit den Maßnahmen des A r b e I t s m i n> st e r s l E u r t i u s Und Brauns haben nacheinander dem Moloch der Schwerindustrie die Interessen der eisenverarbeitenden Industrie und die Interessen Arbeiterschost geopfert mit dem Ergebnis, daß dieselbe Schwer- industrie sie jetzt offen brüskiert. Di« Würde und die Autorität der Reichsregierung stehen hier aus dem Spiel. Will man wirklich mit ei, rem resigniert«» „Da kann man nichts machen" die Waffen vor den wortbrüchigen Führern dieser Industrie strecken? Wir haben neulich gezeigt, daß die Reichsregierung Waffen gegen die Schwerindustrie hat. Die Eifenpreiserhöhung entzieht den Eisen zollen ihre Daseinsberechtigung, sie macht den im Dezember gesöllien Schiedsspruch in den Augen aller rechtlich denkenden Menschen un- gültig. Wird die Reichsregierung handeln? Sie hat dem Reichs- wirtschcsttsrat untersagt, sick» im Rahmen seines Gutachtens über die Zollsenkungsaktion auch mit den Ersenzöllen zu befassen. Muß sie nicht jetzt nachträglich noch ein Sondergutachten über die Eisen.zölle anfordern und der deutschen Handelspolitik diesen Klotz von, Bein nehmen, der mit seinem schweren Eisen- gewicht bisher ihren Fortgang gehemmt hat? Falsches Spiel mik Treuhändern. Herr v. Räumer, Mitglied der Reichstagsfraknon der Deutschen Volkspariei und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft der eisenverarbeitenden Industrieeftand erhöhte sich so auf 19 561 643 M. 414 4 S p a r kanten,«in« bisher noch nie erreichte Zisser, wurden nett eingerichtet._ Die Generalversammlung de» Chemietruste in Frankfurt hat gestern ihre gesamt« Tagesordnung, darunter die Ausnahme einer Anleihe von 250 Millionen Mark, in z w o n z i g M> n u t e n erledigt. Herr v. Duisberg sagt«, daß sich die I. S.-Fattienindustri« in allen Geschäftszweigen„gut entwickelt und daß sich die Kunstseiden- betrieb« stark ausdehnen. Das war alles. Die 250 Millionen, die auch das Ausland kaufen kann, sind nötig zur Finanzierung des stark gestiegenen Geschäftes und zum Ausbau neuer Produktionen, und zwar insbesondere der Kohleverslüsfiaung. Die in Leuna von Lieseranten erschwindelten Millionen sind natürlich längst bezahlt, weil in den Generalkosten der früheren Abschlüsse schon oerrechnet. Bei dieser Anleih» wird überdies ein interessantes Experiment gemocht. Erstens bekommen die Schuldverschreibun- gen ein« veränderlich« Verzinsung. Sie betrögt mindestens sechs Prozent, soll sich aber aus die Hälft« der Dividende erhöhen, wenn diese mehr ol, 12 Prozent baträg!. Außerdem haben dt« Zeichner bis 1941 dos Recht, für die Hälfte der Obllgatipnslchitld Stamm- oktien der I. G.-Forb«n einzutauschen, wobei der für die Aktien zu zahlend« Prei» von 1928 bi, 1941 zwischen 200 und 100 Prozent gestaffelt wird. Um genügend Stammaktien für dies« Wandelanleihe zur Versügung zu haben, merden die schon setzt be- stehenden 160 Millionen noch nicht begebenen Vorzugsaktien in Stammaktien umgewandelt. Das im Besitz der Derwoltung befindliche Aktienpaket wurde von Duisberg auf rund 100 Millionen angegeben.— Man muß die Eleganz bewundern, mit der hier die riesigsten Geschäste in Bruchteilen einer Stund« erledigt werden. Allerdings, die berühmte Demokratie der Aktio- näre ist, besonders im Ehemietrust, längst flöten gegangen. Di« Oeffentlichteit gar ist vollständig Nebenfach«. 1926 Woche zum 24. 10. „.. 31.10. „.. 7.U. „. 14.11. .„. 21.11. ... 26.11. „ w„ 6. 12. „.. 13.12. ..... 19.12. .„ 25.12. „ 31.12. .. 8. 1. . 15. 1. 1927 — 2 800 — 3 000 — 3000 — 1 400 + 3 600 4- 4 900 + 4 200 4- 7 000 4-11 400 4- 2 600 4- 7 200 4- 8 700 -fi 4 200 1927 Woche zum 22. 10. ...... 29.10. 5.11. ..„ 12.11. . 19.11. „ 26.11, .... 3. 12. .. 10.12. . 17.12. „ 25.12. „ 31.12. .. 7. 1. . 14. 1. 1928 — 320 — 150 — 700 4- 1050 4- 5000 4- 5 800 +18 400 — 7 200 + 9 300 + 8 800 +14 000 + 4 600 + 9 300 Was kommen wird, ist ungewiß. Sicher wird aus das Frühjahr zu die Arbeit wieder stark zunehmen. Wahrscheinlich aber ist muh, daß das Niveau der Beschäftigung, nach anfänglich schnellerem Ansteigen, tnedriger bleiben wird, als im vsrgongencn Jahr. Dazu hat Schachts Politik bei Staat und Kommunen als Auftraggeber viel zu viel Unheil ongerichiet, Per Baumarkt wird schwach sein und die Landwirtschaft muß durch ritte Kreditkrise hindurch. Aus der Arbeiterschaft wird wieder eine große Verantwortung liegen: sie muß schärfer zusammenhälten und sich energischer gewerkschaftlich organisieren als je. Das erreichte Lebens- Niveau muß für alle um jeden Preis verteidigt werden. Darüberhinaus muß für«ine weiter« Verbeise- rung, besonders auch in Berlin, gekämpft werden. Nur die un* entwegt erstrebte und erkämpfte verbesserte Lebensführung der Massen sst und bleibt das Aufwärts auch für die Iirdusirie, wögen unstn* Unternehmer dafür auch noch so wenig Verständnis haben. Es waren 206 348 Personen bei den Arbeitsnachweisen ein- getragen gegen 197 073 der Vorwoche. Darunter befanden sich 139309(131 471) männliche und 67 040(65 602) weiblich« Personen. Unterstützung bezogen 139 765(131 513), davon Arbeitslosen Unterstützung 80 249(74 2501 männlich«, und 35982 (34650) weibliche, zusammen 116231(108900). Krisen unter- stützung 17173(16510) männliche und 6362(6103) weibliche, zusammen 23 534(33 6X3) Personen. Außerdem wurden noch 35501 (25 668) Personen durch die Erwerbslosen Hilfe der Stadt Berlin unterstützt. Bei Notstands arbeiten wurden 1228(1058) Personen beschäftigt. Der Vrivatdtstonl liegt jetzt mit 37/» unter 6 Prozent. Damit wäre«ine Senkung des Reichsbrntkdiskonts möglich. Der Großhandrisindex. Die auf den Stichiag des 11. Januar berechnete Großhandelsindexzisser des Statistischen Reichsamts be- trägt gegenüber dem 4. Januar für Agrarstosf« 133,3(134,4). für Kolonialwaren 129,4(130.2), industrielle Rohstoffe und Halbworen 134,3(134,3), für industrielle Fertigwaren 155,8(155,8). Der Gesamt index ftelll sich demnach auf 139,0 gegen 139,4. Die Gcsamtindexzifser ist gegenüber der Vorwoche um 0,3 Proz. zurückgegangen. Ltrompreisseukung eine» ösjenllicheu Elektrizitätswerke». Nicht überall in Deutschland werden die Preise erhöht. Dt« ü f f e n t- l i ch e n Vereinigtcn Ctekirizitätswerke Westfalen setzten ab 1. Ja- nuor die Kilowattstunde Lichtstrom von 42 aus 40, Kraftstrom von 22 aus 20 Pfennig herunter. Bei einem Kleinabnehmertaris soll sich je nach Zahl der abgenommenen Kilowattstunden der Preis von 40 auf 26 Pfennig ermäßigen. Die Vereinigten Elektrizi- tätswerke Westfalen haben allerdings ein sehr gutes Jahr hinter sich: der Stromabsag ist um 35, der Gas- und Wasserabsatz um 24 Proz. gestiegen. Es besteht auch ein großes Ausbauprogromm für 66,5 Millionen Mark. Anders als die Privatwirtschaft aber wird nicht die Konsequenz in einer Preiserhöhung, sondern in einer Preisermäßigung gesucht. 3« 43 Jahren der höchste Umsatz. Die W a nd e r e r- W e r k e A.-G- in Schönau bei Chemnitz, betannt durch ihre Automobil« und Fahrräder, können bei Abschluß des Gsschästsiahrcs 1926/27 auf den höchsten Umsatz seit Bestehen der Gesellschaft. also sefi 42 Iahren, hinweisen. Eine feste Ziffer nennt der Geschäftsbericht vorsichugerweife nicht, doch muß der vorjährts« Umsatz von 22,0 Millionen ganz erheblich übcrtrosfen fein, da bereit« im Februar nach Ablauf der ersten fünf Monate des Geschäfts- jahres fast 12,0 Mill. M. umgesetzt waren. Der Ausschwung der Wanderer-Wcrke datiert aber nicht erst von gestern. Auch in den Iahren 1024 bis 1926. die für die Fahrzeugindustrle in Deutschland sehr schwierig waren, konnte die Gesellschaft, die stch lehr früh auf neue Arbeitsmechoden und Ftießfabrikation umgestellt hatte, ihre Aktionär« mit 12 Proz. Dividende«rsreven, die auch jetzt wieder zur Verteilung kommt. Der für 1926/27 ausgewiesen« Reingewinn halt sick trotz der Aekordumsätze mit 1,83 Mill. M. auf der Höhe des Vorzahres. da für Neubauten und Raiionali- sterungspnecke über 3.1 Millionen im Lauf« des Jahres in die An- jagen gesteckt wurden. Durch die Begebung von 2,7 Millionen Dar- ratsaktien hat fich die Gesellschaft trog der«ms der Konjunktur sich ergebenden finanziellen Ansprüche lehr flüssig aehalten. D i« Belegschaften erhöhten sich von 4500 auf 5300 Mann. Bester«nd bester entwickeln sich die Kurs« der deutschen Anleihen in New Park. Trotz Herrn Schachts kreditschädi- aenden Reden, denn die Ell« der amerikanischen Finanzier» mißt den inneren Wert deutscher Gemeinde- und Staatsanleihen forgsältiaer und besser als der eigentlich dazu berufene Präsident der Reichsbank. Seit dem 1. Dezember sind Gemeinde- und öffentliche Werks- anleihen, soweit sie Ü�prozentig sind, von 95,33 aus 96,63 Prozent gestiegen, soweit sie 7prozentig sind, liegt eine durchschnittliche St«'- gerung von 100,34 auf 101,25 Proz. vor. Dabei ist auch hier wieder die Beobachtung zu machen, daß die Amerikaner deutiche öffentliche Anleihen immer noch höher einschätzen, als die der densschen Privatwirtschaft, Den zarten Jonen nunstsezden er Sachen gibt Psirsil neue Jrische und neuen Man druckt das Wäsdiesfuck in kalter Persif- lauge lekfrf aus und spült gleichfalls in kaltem Wasser, dem man zur Auffrischung der Farben etwas So einfach ist das Waschen! «sru Unterhaltung unö Missen jzz* Oer Sicherheitspolizist. Skizze von Hugo Neiqel. Wien. Der Sicherheitspolizist Nummer 777 trat nachmutags seinen Dienst an. Er hatte gut gegessen und war daher, soweit sich dies mit leiner Würde oereinigen lieh, guter Laune. Langsam und breit- i'ctnig schlenderte er inmitten der Strohe seines Rayons, blinzelte unter dem Kappenschirm gegen die lästige Sonne vor und schien- lerte bei sedem zweiten Schritt den Säbel gleichmäßig nach außen, so daß dieser rhythmisch wiederkehrend sacht gegen seine link« Wade llappto. Die Gleichmäßigkeit des Ausschlagens schus ein laues Ge- mhl von Behagen, welches sich mit dem Bewußtsein des Polizisten mischte, daß er in seiner Nachlässigkeit das Ansehen beherrschender Männlichkeit bot. Vor dem Haupteingang der Großmartthall« winkte ihm«in Bekannter zu. Es war Vinzenz Pawlitschek, ehemals Amtsdiener i'eim Bezirksgericht, dann aber wegen irgendwelcher Vergehen aus dem Staatsdienste entlassen. Welcher Vergehen halber, das wußte der Siebenhundertundsiebcnundsiebziger nicht, denn vor jenen zwanzig Jahren, als das sich ereignet hatte, war er noch ein Junge gewesen, und der Dater, der Pawlitschek als Freund und Kollegen hoch hielt, hatte die Angelegenheit weder selbst jemals erwähnt, noch ein Wort darüber geduldet.. Nun war es natürlich nicht gerade ehrenvoll, sich mit diesem Menschen auf der Straße zu zeigen, zumal, da sein Aeußeres recht verwahrlost aussah, und dann, da er eigentlich niemals völlig nüchtern angetroffen wurde. Andererseits gab es aber auch Gegen- gründe, warum man an dem Manne nicht achtlos vorbeigehen konnte. Einer davon war, daß den Schutzmann noch von Daters Zeiten her eine gewisse Achtung dem inehr als sechzigjährigen Manne gegen- icher beherrschte,«in zweiter, daß jedermann seinen Spott«In wenig fürchtete. Außerdem lud Pawlitschek den Sohn des allen Freundes hie und da auf ein Glas Korn«in. da» dieser— außer Dienst, ver- steht sich— nicht gern ablehnte. So mußte man es schon in Kauf nehmen, mit ihm gegebenen Falles gesehen zu werden oder auch von ihm. in seiner Greisenart, ausgezogen zu werden. „— Teufel, Ferdinand, dick wirst du." sagte der Alle, den Schutz- mann musternd. Nun war es eine lächerliche Bemerkung, bei der zunehmenden Stattlichkell des Polizisten von Dicke zu reden! Immer. hin lag trotz der möglichen Absicht einer Hänselei etwas Bewun- öerndes in des Alten Stimme, so daß Ferdinand seine Uniform mit einem Muskelruck über der Brust strafft« und sich den Schnurrbart schneidig strich. .Sind hellt«ine gesund« Rasse/ erwiderte er. .Ja. freilich/ schmunzelte Pawlitschek,.aber die Herren Verbrecher werden ihren ganzen Respekt vor dir verlieven. weil du ihnen bald nicht mehr nachlausen kannst/ Der Schutzmann ärgerte sich ein wemg..Meinen Respekt/ sogt« er..den verschaffe ich mir schon/ .Natürlich/ stimmte Pawlitschek zu. �Dazu bekommt die Dache sa alle drei Monate neue Umformen für unser Geld, damit ihr wenigstens mit etwas den Leuten imponiert.' Nummer 777 ärgerte sich noch ein wenig mehr. Aber er tat. als ob er nicht» gehört habe. Ein Fleischerwagen, noch blutig von der adgelieferten Ware. stand am Tor der Großmarkthalle. Der Schlächtergeselle darauf grüßt« und rief dem Schutzmann ein Scherzwort zu. Der streifte flüchtig mst einem Finger den Kappenschiid. »Das war wohl ein Kollege?' stichelte der Alte .Wer?' fragte der Sehänselle. ..Der! Oder«in Freund?' .Ach, irgendwer! Habe keine solchen Freunde! Kenn« ihn nicht!' In diesem Augenblick setzte sich der Fleischerwagen in Bewegung. Der Schlächtergeselle daraus zog«ine Zigarette hinterm Ohr hervor. »Holla/ rief er und warf sie dem Wachtmann zu. .Hoppla'/ sagte der All«. Die Zigarette fiel zu Boden. i.Er hat was hergeworfen.' .Nichts gesehen/ '»Am Ende einen Stein! Teufel noch einmal! Solches Gesindel baut gleich mst Steinen. 3a!' Dabei bückte er sich.—.Nein, nur ein« Zigarette. War eben doch ein guter Freund/ Der Polizist wurde rot im Gesicht. Naturlich kannte er den Burschen. Außer Dienst halle er manches Mal Kegel mll ihm ge- ichoben. Aber augenblicklich schien ihm die Vertraulichkest des halbnackten, beschürzten Lümmels tatsächlich etwa« wie eine Versetzung seiner Autorität zu sein. .Mich hat er nicht gemeint/ sagt« er deshalb schroff und be- schleumgte seine Schritte. .Na, dann vielleicht mich. Wäre auch zu arg, auf die neu« Uni. form mll Zigaretten werfen. Wird schon mich gemeint haben/ Der Alle entzündete die» Zigarette. Der Schutzmann zog den 'Nund ärgerlich zusammen. Er vergaß, mit dem Bein zu schlenkern, so daß ihm der Säbel zwischen die Knie geriet und er beinahe dar- über gestolpert wäre. .Ich muß setzt durch den Park/ sagt« er. .Viel Erfolg/ erwiderte Pawkllschek. Die gute Laune des Schutzmann? war verflogen. Er drückt« gegen den Säbelkorb, daß die blitzende Scheide sich wagerecht noch hinten spreizte. Zwei tiefe Fallen zwischen den Augenbrauen, schritt er energischer aus. Hätte jetzt ein Lump seinen Weg gekreuzt, ver flucht, dann hätte er schon gezeigt...! Aber Unsinn, er wird sich von dem allen Säufer den Tag verderben lassen. Halte er nickit leicht schwätzen? Nur erst Gelegenheit, und den mochte er sehen, der seinem Gebot sich nicht schränkenlNs beugte! Und war es denn das allein, was einen Kerl ausmachte? Und dafür, lieber Herr Pawlitschek, Amtsdiener a. D., für einen rechten Kerl, scheinen mich doch alle'Hand Leute zu Hollen! Es begann unter dem Schnurrbart zu schmunzeln. He! Warum kam ihm die lunge Obstlcrin von drüben, wenn sie nur vermöchte, so nahe, daß ihr Busen an seine Unisorm schwoll. Nun? Und deine eigene Töchter, die Näherin, du blinder, alter, versokjcner Besses wisser Pawlitschek, he— worum hat sie lo gor niclüs dagegen, wenn ich jm Vorbeigehen sie um die Hilst« faste oder gar noch etwas tiefer glitt? Außer Dienst natürlich! Aber, he. he— es stak auch schon etwas in der Unisorm. Ueber solche Erinnerungen begann sich seine Stimmung wieder zu heben. Wahrhastig, den wollte er sehen, der seine Geltung ernst» lich anzwetfeve! Sahen da nicht dle Dienstmädchen. Bonnen. Pflege- rinne« aus den Bänken, und eben sagte eine zu ihrem kleinen, schreienden Vengel:»Still oder ich rufe den Wachtmann her!' Und da kam er vorbei, schlendernden, aber massiven Schrilles, blickte festen Auges im Kreis herum, und der Schreihals verstummte. Die Rede des Mädchens, sowie die vortreffliche Wirkung seines Erscheinens tat dem Nummer 777 wohl. Seine Brust dehnte sich unter der stattlichen Uniform, er warf ein wohlwollendes Auge auf das Mädchen neben dem gepflegten Kinde und war eben daran, die gelungen« Rehabilllierung durch ein paar freundliche Worte zu quittieren, als ein Kuirps nebe« ihm sagtet„He, der fürchtet sich vor einem Wachtmann!' Vielleicht hätte der amtlich zur Wahrung seiner Würde Ver- pflichtete diese respektlos« Verhöhnung sogar überhört, aber, so unglaublich es scheinen mag. das Mädchen lachte über die frechen Worte des Buben, jenes hübsche Frauenzimmer mll der Haube einer Kindergärtnerin über die Flegelei eines nichts weniger als reinlich und vornehm gekleideten siebenjährigen Jungen. Nummer 777 gab sich einen deutlichen Ruck, und die Maske de» Grimms, die er eben angelegt hall«, erstarrte in seinen Zügen. Und als er ausschreitend vor sich hinblickt«, sah er an der Säule des Kandelabers Pawlitschek stehen und grinsen. „Lausbub, dummer/ knurrte er, mit dem Fuß eine Streichholz- schachtel auf der Erde wegschleudernd. Und sofort fügt« er hinzu: „Wie das Gesindel nur den Park verschweintk' Der Junge blsnzett« den Schutzmann an. dem die Zornesröt« bis zur Stirn« stieg.«r .Marsch, heb« die Schachtel auf. Weißt dir nicht, daß es ver- boten ist, Unrat auf den Boden zu werfen?' .Das ist nicht meine Schachtel/ erwidert« der Junge, der alle» als Spaß auffaßte. .Zum Donnerwetter! Willst du mll auf die Wackstftube kommen? Marsch oder...' Der Junge glaubte nach immer an einen Scherz, vielleicht auch an ein Spiel. Er lachte den Wütende» an. bereit, bei dessen erster Bewegung davonzulaufen. Da aber packt« ihn der Schutzmann bei dem Riemen seines Hosenträgers und fchüttelle ihn fo kräftig, daß ihm jeder Zweifel benommen ward, ob es sich hier um Ernst handle. —.Willst du nun?' „Ich habe aber nicht? weggeworfen.' beteuerte der Bub«, schon «einend. .Soll ich dich aufschreiben, einsperren, h«?' fragt« der Macht- Haber..Vorwärts.' Weinend bückte sich das Kind. „Und hier und hier!!' Der Schutzmann 777 stemmte die Faust in die Hüfte und wies auf allerhand Unrat am Boden hin. .Das ist nicht von mir/ schrie der Jung«. Aber der Gewaltige stand unerbittlich neben ibm.—„Soll- ich dich noch Straf« zahlen lasten?' fragte er.... In dem Kinde tauchte die entsetzliche Furcht vor den Scheit warten der Mutter und den Schlägen, des Vaters auf, wenn sie am Ende für ihn eine Straf« würden bezahlen.«rüsten. „Ich habe... wirklich... nicht.../ schluchzte er. All seln Bubenmut war dahin. Die Faust des Hüters der Ordnung drückte sein Genick nieder. »Wirst du nun?'';; � Und heulend hob der zerlumpte Junge die Kirschkerne vom Boden aus, die andere ausgespuckt hatten, Zündhölzchen, Zigarren- reste, auf welche mll dem Fuße der Schutzmann wies. Als er all das zusammengelesen und in den Abfallkorb geworfen halle, gab ihm der Sieger noch einen Tritt in den Hintern und sagte: „Und jetzt marsch, daß ich dich hier nie mehr sehe!' Dann blickte er sich herausfordernd im Kreise um, riß den Säbel wieder in wagerechte Lage und ging mächtigen Schrittes wester. „Ich bin doch begierig, ob man euch nicht Respekt beibringen kann/ murmellc er dabei, indem er tot, als ob er Pawlitschek gar nicht bemerkte. Äombay-Expreß. Von Andreas Latzko. I. Süd-Indien ist für den großen Strom der Indiensahrer, für d'« weltumsegelnden Rentner-Ebepaore au? Amerika und Europa, die das Fazit ihres arbeitsamen Crdenwallens in Form eines„Roon-l tbe world trip' pflücken, eine schwere Heimsuchung. Man kann heute in den Himalasa. kann unter den blühenden Kirschbäumen am Fuße des Fuji Vcnno sitzen, kann das Anrösten der Hinduleichen am Ganoesufer in Benares grufelnd mllerleben, die Prachtbauten der Großmogulenherrschaft in Ztordindien betrachten, aus Tiger und Elefanten jagen und die Robben auf den Eissöh ollen der Süd- oder Nordpolargrenze sich sonnen sehen, ohne die heiligste Errungenschast der Gegenwart: den Komfort(gleichviel ob mst K oder mit<£ geschrieben) auch nur eine Stunde lang entbehren zu müssen. Es gibt sogar Eiscnbahnzüge mll Badewannen, ich selbst bin. nicht zwischen Paris und Biaritz etwa, sondern von der Hauptstadt von Oberbirma hinaus nach Vharno, an der chinesisch-hiillerindischen Grenze, in einem solchen Abteil mit Badewanne gereist. Nur gerade in dem Südzipfel Vorderindiens, in dem Dreieck südlich der großen Handelsstadt Madras, bört jede Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse des weißen Mannes, der die Well nach seinem Antlitz umgewandelt vorzufinden wünscht, vollkommen aus. In Südindien ist die Herr- ichast des Hinduismus, die finstere Macht der Brahmanen noch un- gelichtet, nur um einet: Blick in das Grauen dieser Nacht zu werfen, nur uw solcher trostlosen Bekanntschaft willen, nimmt man dos Minimum von vier bis fünf Nächten in südindischen vbalc r>ungzIow5 lRegierungs-Bastlsiiuscrn) nicht leicht in Kauf! Die erste Frage, die der neuausgeschisste Gast in Bombay an den Reisenden, der aus Ceylon herauskommt, ängstlich forschend, beinah« bettelird um ein« verneinende Antwort, richtet, ist immer, ob man dem, Süd- indien wirklich gesehen haben„m ii s s e'? Jedermann weiß ja, daß man m dieses verwunschene Land nur mll eigenem Bettzeug und Waschgeschirr ausgerüstet sich wagen darf, weil die englische Re- gierung nur leere Zimmer mit nackten, verstaubten Bettgestelleu bereitet, die nur darum nicht restlas von den unzähligen Ratten und Mäusen zernagt werdetl, weil aus den klaffenden Spalten der Zttnmenvand von Zeit zu Zeit die Schlangen hervorschießen und Musterung ballen unter den Nagetieren. Nein, man müsse nicht unbedingt hall machen in Südindien. lautete stets meine menscherisrcunfvliche Antwort, die ich mll gutem Gewissen gab, trotz der nievertiarbetrden Wunden, die der Schiwa- ' Tempel in Modura und der Difchnu-Tempsl in Trichynvpoli in Oer brave Soldat Schwejk spricht. Lieber Landesverraisprozeffe. Landesverräter/ sagte Schwejk, indem er gedankentwll sein Butterbrot in die Vorladung des Oberreichsonwalts einwickelte, »Landesverräter sind eine sehr notwendige Staatseinrichtuyg, und ich gratuliere jedem Staat,. der sie hat. Je mehr, es deren dJif, desto erfreulicher ist es für die Vollsgemeinschaft. weil es zeigt, daß viele milllärijche Geheimnisse zu hüten sind. Hill) das ist das Ziel jeder geordneten Wehrmacht, sonst könnten sich die Spionageburcous nicht renlleren, die sie unterhält, und es geht ein Haufen Geld drauf. Wo es aber keine Landesverräter gibt, da sind keine Ge>- heimmsse. uird es steht schlecht um die Wehrmacht. In Deutschland ist alles vortrefflich: da werden jedes Jahr ein paar Tausend wegen Landesverrat verurteill und das Ausland merkt gleich: dieses Deutschland ist bis an die Zähne gewappnet. Das ist aber das Ziel unserer Außenpolllik. daß die anderen es merken sollen, so wi'd ihnen Furckf eingeflößt vor Deutschlands ehrfurchtgebietender Macht und Stärke, lind besonders freut es den Mussolini, well er der deutsche Bundesgenosse ist, und sie wenden zusammen siegreich Frankreich schlagen, wie das der Minister Stresemann dem Briand in Thoiry berells angekündigt hat. Es wird ober ein keiner Krieg werden, und Rußland wird für Deutschland Granaten liesern und England stM der Reichsmarine die Kriegsschiffe, die der Reichsrat gestrichen hat, und der Poincare wirch vor Verzweiflung um Gnade winseln, denn es blelben ihm nur die Serben, die Mörder sind, und man muß das Gesindel immer feste auf die Füße treten, hat der Kaiser gesagt. Und am Ende kommt dt« k. u. k. Doppelmonarchie wieder, und. es ist Schluß mll den rot«, Revo- luzzern in Wien, die den schönen Justizpalast angezündet holten und schimpslicherweisc Häuser bauen tun, die den Hauswirten nichts einbringen Und das alles verdankt Deutschland dann seinen Lairdcsverrätcrn, und sie sind ein wahres Geschenk Gottes für dies Land und sein« Justiz. Ein Landesverräter hat es aber nicht immer leiht. Er soll fortwährend im Interesse seines Landes etwas verraten, und meistens weiß er nicht, was. Da kannte ich eine Spenglerstreu Amalie Ä'nödtthuber in München. Di« ist sehr eisersüchtig getvesen aus ihren Mann, weil sie gefürchtet hat daß er sich könnt' mit anderen Frauen sin, rneri, henimtreiven, denn sie hat ein schiesc? Maul gr habt und einen lahmen Fuß, die Amalie. Und sie hat jeden Abend leine Taschen durchsucht und seine Anzüge, aber sie hat nichts Vn■ dächtiges finden können. Aber einmal, wie der Knödelhuber Ar bell gehabt in der- Schweren lhellerkaferne bei der Reichswehr, da ha» sie aui seinem Anzug ein paar lange schwarze Haare ent- deckt und sie ist ipornstretchs damit zum Gericht gelaüsen und hat die Haare aktenkundig gemacht, damit sie den Knödelhuber bestrasen wegen Ehebrüchs. Da ist sie aber schön hereingefallen! Denn es hat»in Sachverständiger sestgestellt, daß es Pferdehaare genasen sind, die der Reichswehrminister Geßler läßt ahschnelden und smn» rneln bei der Reichswehr, und aus dem Erlös taust er sich bald«in kleines Kinotheater, bald ein schwarzes Arbellskommando. Und das Gericht Hai nicht den Knödelhuber eingesperrt, sondern die Anrolle, weil sie hat militärische Geheimnisse aufgedeckt und dadurch Landesverrat begangen. Wenn aber einer sich etwas aus den Fingen, saugt über dia Reichswehr, was nicht wahr ift, jo begeht er keilten Landesverrat. sondern»ur einen versuchten, wie das Reichsgericht hsrausge- funden hat. lind es hat einen sozialdemokratlschen Redakteur zu sechs Jahren Zuchthaus vete*teilt wegen versuchten Landesverrats. weil der Mann iv seinem Blatt Lügen hat verbreitet über die Reichswehr. Er bat nämlich geschrieben, daß der Reichswehmr- nister Geßler genau informiert ist über olles, was in der Reichs- wehr vorgehen tut. lind daß dos eine ausgekochte Lüge ist, das merkt ein jeder, weil es. viele Dinge gibt in der Reichswehr, die der Minister gar nicht wissen darf. Wenn nämlich einer Minister ist,-dann steht die Reichswehr hinter ibm und weil sie hinter ihm steht, so kann er nicht sehen, was sie wt. Damll ober dits Ausland ans die Landesverräter genügend aufmerkiam wird, braucht der Staat ein« geordnete Justiz. Und die Justiz weiß und sieht alles, was vorgeht, sie weiß sogar, daß es einen Kri.eg Anno 1913 zwischen Deutschland und Letttand ge- geben hat, wo Deutsche traurigen Landesverrat begangen haben. indem daß st« gegen die Bolschewisten zu Felde gezogen sind, die dock, sind unsere Bundesgenossen, liefern Granaten und Flugblätter noch Deutschland. Wenn ober dos Ausland nicht genug spannt aus die Landes- verratsprozcsie, dann muß das Gericht die Oeffentlichkeit ausschließe n. So bot es such die Gärtnersfrau Libuscha Skrzb aus Nuelc gemacht, dt? einen Trottel zum Mann gehobt bat, und er Hot sie nicht an zeschaut, obwohl sie eine stattliche Fratt war, die Libu'cha, und sie Hot ein Gesäß gehabt, daß ihr der Waschbottich als Nachtstubl zu eng gewesen ist. Aber die Nachbarin l>at gesagt: -Du mußt ihn eiicrsüchtig machen. Libuscha/ Nämlich den Mann. Und wie eines Tages der Skrzb von der Arbeit ist gekommen, hat er das Schlasziimner verschlossen gefunden und die Vorhäng« her- tintergelossen Aber er hat gemerkt, daß die Libuscha drinnen war, denn der Riegel ist von innen davor gewesen, und er hat sie röcheln gehört, was die Libuscha immer getan hat, wenn sie auf dem Nucken bat gelegen, dcrttt sie ist lelir fett gewesen. Und schon nach zwei stunden Hot 1 er Sirzb Wut gekriegt und hat die Tür ein- geschlagen, es ist oüer die Libuscha ganz allein im' Schlafzimmer gewesen, und sie hat ihn aus diese Weis« eifersüchtig gemacht. Deshalb muß auch dos Gericht in Landesverratsprozesseir die Oesfentstchkeit ausschließen, dann glaubt das Ausland ganz etwas anderes und es bekommt Furcht vor Deutschland» geheimer Wehrmacht. Und», sagt sich:„Es müssen schrecklich fürchterliche Dtng« im Dunkeln vorgehen, denn die Orffentlichkest ist diesmal ausgeschlossen, und sonst ist doch bei der deutschen Justiz nie etwa» ausgeschlossen!' Jonathan. meine Erinnerung gefdjTageii. Nicht Ve Mamimmtakiröt. s» Äber- waitigend sie sein mag. blieb haften, kein einziges SUinftmert, nichts mit unseren Schonheltsbegrifsen Erfaßbares findet sich inner den zahllosen Mkf». Skulpturen und Säulen.-- was man mitnimmt. nie mehr ganz abschütteln kann, und immer wieder schaudernd in sich abtastet, ist das Zlug.m-Auge-Stehen mit dem Gorgonenantliß des Mittelalters, das im Bereiche der großen chindutempel noch Gegen-- wart ist. Was das Riesenbauwerk der Chinesische» Mauer nicht v«. mochte, die geistige Macht der Brahmanen holt den Aauberring ge- schloffen um Südlndien die Schichtung in nicht weniger als drei- tausend Kasten bleibt unapelladel. vom götiergkeichen Brahmanen bis hinab zu dem menschlichen Ungeziefer des Pariadorfes. drei- tausend Stahlzellen ohne Nusgong, reine Kraft, kein Glück, dos die Stäbs des Gitters zu lockern nermöchte, jedes einmal begonnene Leben muß abschnurren wie ein Gebet, von der Wieg« bis zum Grabe ein Sehnen und Rufen nach dem einzigen Erlöser— dem Tod! Der Tieffeetaucher, wird ihm die zentnerschwere Metallhaub« vom Hals geschraubt, mag mit der gleichen Wollust Licht und Lust mit allen Poren atmen, als der Reifende die Türme, den Masten- wald. den-großen Dahnhof von Madras grüßt, in wenigen Stunden über etn volles Jahrtausend hinweggetragen. Di« drittgrößte Handelsstadt Indiens, Zentrum der Koromandelküste, gehört so ganz nur der Gegenwart, so ganz dem Warenumtausch, dem Geschäft, den irdischen Gütern, wie das Südindien im Rücken ganz den Göttern. ganz dem Tode gehörte. Aus dem Zwielicht, dem Alpdruck der Tiefe, aus Tang und Algen und dem versteinerten Walde der Korallen, aus dem Bereiche ringelnder Polypenarm« und leichengesüllter Wracks auf dem Meeresboden erwacht man zurück in die Gegenwort. Die Antennen im Hafen sind an die Heimat, an Europa vertaut, für dessen Wohlfahrt vnd Magen Weiß und Schwarz in und um Madras front. II. Wie jede Stadt, die nur dem Handel lebt, ist auch Madras eine Berlegenheit für den Touristen, ohne Tradition, ohne Kunst, uninteressant und eintönig, w!««in Strazzabuch oder ein großer Lagerschuppen. Di« einzige Anziehungskrast ist der„Bombay- Expreß" ver einmal wöchentlich, zu dem regelmäßigen Postdampser von Bombay nach England, die 1500 Kilometer von der Ostküste zur Westküste Indiens in knapp dreißig Stunden durcheilt. Jeder andere Zug braucht mehr als doppelt lo lang«, und die anderthalb Tage, die man so der Qual einer Bahnfahrt in den Tropen abge- minnt, schenkt man gerne der Stadt, die beinahe europäisch anmutet. wenn man aus Südindien kommt. Sie hat eine Gefchäflsstraße mit Konditoreien, Pariser Parfüms in den Schaufenstern, und wenn man sie kreuz und auer durchstreift» merkt man, daß fie auch eine Art erschöpfenden Anschauungsunterricht über die bewundernswerte Kolonifationskunst der Engländer gewährt! Wenige Bohnstunden weit an der Küste liegt Pondichery, das einmal der Bicomtc von Barras, der spätere Besiege? Robespierres und Entdecker Bonapartes, gegen die Engländer verteidigt«. Es ist auch heute noch französisch, ein einziger Blick m eine beliebige Straße verrät es sofort. Alles ist wie eine Parodie auf Paris, ein Stückchen Boulevard Sebaftopol mit Palmen besetzt, farbigen, halbnackten Menschen. exotisch geschminkt, das ganze in Marseille verladen und an der Koromandelküste ausgeschüttet. Genau so stieß man einst in Togo, Kamerun und Tsingtau aus Miniotur-Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis- Kirchen und Siegcsalleen, und wandelte durch deplacierte Parodien der Botdamer oder Leipziger Straße. In Madras überrascht das Auge immer wieder irgendein wu aufragender Monumentalbau, viel zu kostspielig und groß, als er von Eingeborenen für eigene Rechnuna gebaut fem könnte, aber das Material ist immer dasselbe, das ickn die Großmogul«, für ihr« Prachtbauten verwendejen. Selbst das llizd Court of Justice von englischen Architekten für englische Richter erbaut, hält sich sklavisch an den hinduiftifch-mohammedamschen Mischst!!, das Innere finster. iv> es der Furcht vor der Sonne in diesen Breiten entsprüht, d-e geschnitzten Säulen in den Gerichtosälen zeigen kein einziges Ornament, das nicht aus dem Geist« Indiens geboren, aus irg-nd- einem historischen Bau des Landes abpaustert wäre.„Was ist denn senes riesige Gebäude?- fragt der Fremde an jeder Ecke. Antwort: es ist trä-Sctool of Art», für die Förderung des«ngeborenen Kunstgewerbes,— ein anderes: das General-Hofpital. und wenige Schritte weiter das Maternity-Hospital, beide für Eingeborene,— ein schöner Säulenbau mit maurisch geschwungenen Arkaden: die Markthalle für I die mohammedanischen Einwohner, der griechisch« Tempel rechts da- mm ist wohl dem Andenken eines siegreichen englffchen Gouverneurs i errichtet und heißt Memorial Hall, dient aber als Bersammlunqs- lokal für religiöse oder Porteioersammlu nqen der farbigen Bevölkerung. In der kleinen Anlage zwffchen dem Bictoria-Technieal- Institut und der Connemara-Bibliothet drängen sich die Studenten, viele mit dem Sektenzeichen des Wischnu oder Schiwa auf der Stinte, kein einziger verfälscht die Tracht feiner Väter mit irgendwelchem europäisch anmutenden Kleidungsstück, nur die Brille, die mehr als seder Zweite vor den Augen hat. bezeugt, daß die Willettschast aus dem kalten Norden zerstörender fft als die Aequatorial-Sonne, deren Glast in Jahrtausenden nicht fertig bekam, was Bücher und Reis- brett in zw«': bis drei Generationen erreichten. III. Auch der Siationschef, bei dem der weiße Sahib fein reserviertes, mit seiner Visitenkarte beklebtes Abteil im Expreß anfordert, fft ein verhältnismäßig sunqer Hindu mit Hornbrille. Der Rame, oder der englische Akzent ist ihm verdächtig, er stagt den Reffenden nach seiner Nationalität, wird dem Nicht-Engländer gegenüber sofort vertranlich, schneidet ein Gespräch an über indische und europäische Literatur, und seine steckiendeu Augen leuchten aus hinter den Gläsern, als er den Namen Tagurs nennt. Die Schaffner, die ersterbend in Demut die Fahrkorten kontrollieren, sind alle nur Tamilen, ihr gelbes Neger- gesicht weiß nur von Bakfchich. der bebrillte High-Cast-Inder blickt noch weit verächtlicher auf dieses gleichfarbige Pack, das nur Geld- gier und Genußsucht bewegt, als auf den bedauernswerten Europäer. dessen„sogenannte" Kultur um mehrere Jahrtausende jünger ist, als die literarischen Standardwerke des Sanskrit. Dreißig Stunden lang rast der Zug durch das Hochland Dorder« indiens, quer durch das Dekkhau-Plateau, vor jedem der zahllos vor- beiflitzendcn Stationsgebäude steht die schlanke Silhouette eines jungen Inders. Ihre Brillengläser blitzen»n der Tropcnsonne, wo unter Leitung eines Ingenieurs nackte Kulis Geleffe oder Brücken restaurieren, ihr« spekulative Intelligenz verdrängt immer intensiver den europäischen„Studierten-. Rur im gewmnreichen Großhandel fehlt ihr feiner Rafsenkopf: dominiert das breitgequeffchte, fleischige Spitzbuben gesicht der Tamilen. Auch im Zug sitzen einige, dicke goldene Uhrtetten vor dem überrundeten Genießerleib, wage» sich in den Speisewagen, in die unmittetbar« Nachbarschaft des„Sahib-, keiner aber würde sich vermessen, in dem Abteil eines weißen Herrn Platz zu suchen. Um vor solchem oerdevblichen Exempel sicher zu sein, läßt die englische Aufsicht für jeden europäischen Reisenden auf den Namen lautende Abteile reservieren. Den Tamilen kränkt diese Ab- sperrung nicht: er verdient, ist reich, baut sich Villen, und für den High-Cast-Inder bedeutet die Trennung nur Schutz,«s wäre ihm peinlich, so tun zu müssen, als nähme er die weißen Barbaren für voll.--- Nirgends kann man die nivellierende Kraft des gleichmäßigen Rädergepolters, die abstumpfende Gewalt des eintönigen Rhythmus so beobachten wie im„Bombay-Expreß-. Indien! Traumlandl Zungenbrecherische Stationsnamen, wie aus der Mlchobarata«nt- nommen, weile Baum ollpflanz ungen, nackt« Dorfbewohner, die wild zerrisiene Vasaltwüste des Dekkhan, olles fliegt vorbei, wird von dem haardünn mitlausenden Telegraphendraht, von den Stangen. Semaphoren. Wächterhäuschen, die der Zug hinter sich schlendert, verdrängt, die Augen schauen ohne zu sehen, als zöge draußen das langweilige Wondelpanorama irgendeiner zu oft befahrenen Streck« vorbei. Erst wenn in rasend hüpfender Fahrt über den Rand de» Hoch« §lateaug durch die tief eingeschnittenen Schluchten der„Ghatz- das Beer entgogenschwillt. und tief unten das unübersehbar bunte Dächergewirr von Bombay seht« kecken Farben in da» dünn« Gold der Morgensonne schreit, erwacht die Neugierde wieder. „Bombay!"... Ist es nicht ein wenig wie die leibhaftige egnung mit Karl V. oder Wallen stein? Deren Namen man > lernen und. wissen mußte, ohne jede ernstlich« Hoffnung, ihre Existenz jemals mit eigenen Augen kontrollieren zu köstnen?—-- (3t Vureoukraiius macht Witze. (Sr kommandiert die Gönne. die dänisch« Ge> zu haben, der Ein« wirklichen Poliz« gewaltigen wetnbe Slaaelse in der Person ihres Pi,. an allen Em. und Ausfahrtstroßen des Ortes folgenden Anschlag hat anbringen lassen:_5!uch mährend der Sommermonate haben nach Sonnenuntergang alle unseren Ort durchfahrenden Gefährte (Pferdewaaen, Krajtwogen, Motorräder. Fahrröder) an der Vorder- feite ein« brennende, windsichere Laterne zu tragen. Den Zeit- punkt des Sonnenunterganges wird der Ante-r- zeichnete alle zwei Monate bestimmen! Zuwider- Handlungen gegen dies« Verordnung werden mit Geldstrafe bis.zu 60 Kronen geahndet. Der Polizeimeifter.' Da war jenes deutsche Bürgermeisteramt doch wesentlich he» scheidener. das den folgenden Mas erließ: .Don Beginn der Dunkelheit an ist in der Stadt jeder ruhe- störende Lärm zu vermeiden. Die Dunkelheit tritt ein, sobald auf den Straßen die städtischen Laternen ange-- zündet werde n/ <£r bezweifelt, daß Heringe Fische find. Ein« tolle Geschilbte hatte sich in Henrichenburg lWestfalen) zugetragen. Ein Fischhändler kam, wie oftmals schon, in den Ort, um hier sein« prima vollsetten Heringe an den Mann zu bringen. Plötzlich wuchte der Hüter der Ordnung, der ländlich« Polizei- beamte aus. Er unterwarf tue Papiere einer Revision und zuckte dann mit den Achseln, denn auf dem Gewerbeschein stand nur zu lesen, daß der Mann Fischhändler sel. Cr sah sich daher ver- anfaßt, die mitgeführte Ware des Händlers zu beschlagnahmen. da nach seiner Erklärung der Hering kein Fffch sei. Obwohl der Halchter alles wt. um ihm klar zu n lochen, daß Heringe doch Fisch« seien, ließ sich der Beamte nicht überzeugen. Schließlich wurde die Regierung in Arnsberg, die den Gewerbeschein ausgestellt hatte, angenften. Es traf tn« Antwort ein:.Hering ist doch ein Fisch und gehört zur Gattung der Kaltblüter.- (Sr entscheidet über einen Reichstpfenaig. Em Schiedsmann auf der Insel Fehmarn hatte die in einem Sühnetermin entstandenen Kosten in Höhe von 7M M. nach oben abgerundet und 8 M. erhoben. Die kostenpflichtige Partei de- schwerte sich beim Landgericht in Kiel, und es flössen blaue Tinten- ström« und rauschten viele Aktenbogen, um diesen wichtigen Fall aufzuklären. Die Beschwerde ward« schließlich abgelehnt. Aber jener Pfennigfuchser beruhigte sich nicht dabei, sondern erhob Einspruch Ein hohes Gerich ordnete darauf an: .Der SchiÄtsrnann hat den einen Pfennig an den Beschwerde führer zurückzugeben und sich darüber eine Quittung ausstellen zu lassen. Die Ueberwe-'sung durch die Post hat zu unterbleiben, da dadurch dem Beschwerdeführer weitere Unkosten entstehen würden. weil er dos Porto zu tragen hätte." Der Schiedsinann, der übrigens seinem Beruf nach Kausmann ist. nahm daraufhin einen Deutschen Reichspfennig, oertraute ihn einem zuverlässigen Boten an. kleidete diesen Boten in ein phan- tastffches. mittelalterliches Gewand, setzt« alles auf einen mit Blumen und Grün reich geschmückten, nnt zwei Pferden bespannten Bleck- wagen, ließ drei Musikanten vorne weg stdeln und transportiert« so den Pfennig unter dem Hallo der Iugech» an Ort mW Stelle.-- Da aber trat eine neue Komplikation ein: Der Empfänger weigerte sich nämlich, die Quittung zu unterschreiben, weil er sich .veräppelt- glaubte. (fr wirb vom Vnuffehlerteofet mlßhaadeü. Ein Zeitungsbericht icher«ine Entscheidung des Ober- ne-molbingsgerichw:.Der Direktor der Hotel-Betr-ebs-GeieBschast macht geltend, daß die Konzessionsoerweigenmg nicht auf rechtmäßigem Wege zustande gekommen sei. und benannt« hierzu Zeugen. Da» Obervergewaltigungsgericht wies jedoch den Am- trag ab.' Krünaer-Vorvsm strebe»» Berd«Uwl!!gUch!«it? AWNbrendi Srolchtwe.TW»euer Seilt- srati» durch k.nlal»iuichL>>-,sterMii.>cötiix«rKlr«i-S!r.7I nvcntor Wodic Mdies Ttnnmnnii Lmt Emil eff&vre h.«. Mi 5. Stil im»er oranlcnslr. 158 Yoraaia» Em88 teacfetu! TormittagS'Einkaof Kfitfoü o. EitrallstE Kosteilns! Die Frau nicht früh noch abends ruht. Drum tut Erholung ihr wohl gut: Die Freude, wenn sie darum hält, Ihr Frauenblatt: die„Froaenwekk-fl Abosalett tack Ott UN» ritetavelf kostet trat» erkSkte» vr».' beza aer 30 Pt Beiteile noek kette. kcba Zeitanfiboten oder in deiner Vota- btckkandltic, DB&MBim 6— btkanato Berliner Mdbelhans. liefert euch Ihnen gediegen« «ftd erbte« Schief-, Lvsi-e- n. Herren*im««n eowt« Küchen- und Einzelmöbel jeder Art in bekennten Qualitäten aufKreditbiszu 24Monaten auch ohne Anzahlung IWfak beencbee Sie nn«, wir paaeen tu» Ehren besenderee Wttnecben gern an- Ihr Heia tei ecbön dttreh.DRIHA** ELSASSES STRASSE 37 nahe Oranienburger Tor* ERUNNENSTBASSE 53 seh« limUdeaetnSe | Sekte- Hewdemm. Mfgcl, FlneS. 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Einer vom britischen Gewerkschaftsbund und der britischen Arbeiterpartei herausoegebenen Aufstellung entnehmen wir, daß der in den letzten sechs Jahren durch dauernde schlechte Geschäftslage, Arbeitslosigkeit und niedrige Löhne eingetretene Mitgliederrückaang weniger schwer ist als dies angesichts der äußerst ungünstigen Um- stände hätten erwartet werden können. Auch heute noch ist die Gesamtmitgliederzahi der Männer um mehr als 1 Million und jene der Frauen um 100 Proz. höher als im letzten Jahre vor dem Kriege: 1913 betrug die Gesamtmitgliederzahi 4 135 000, 1920, im Jahre der Hochkonjunktur, 8 337 000 und im Jahre 1926 5 208 000. Der Rückgang seit dem Jahre 1920 wurde allein im Jahre 1924, d. h. zur Zeit der Arbeiterregierung, durch eine Aufwärtsbewegung von 5 413 000 auf 5 534 000 unterbrochen. In dieser Zeit stiegen die Löhne, die Arbeitslosigkeit ging zurück und die Gewerkschaften er- stärkten. Was die Auszahlung der gewerkschaftlichen Unterstützungen und die Erfolge auf dem Gebiete der Löhne und Arbeitsbedingungen betrifft, so sind, alles in allem genommen, schöne Gewinne zu ver- zeichnen.— Der durchschnittliche Jahresbeitrag belies sich 1923 pro Mitglied auf 1,16 Pfund Sterling, wovon 8,5 Schilling in Streikunterstützung usw., 8,11 Schilling als Versicherung auf Gegenseitig- keit und 1 Schilling für politische Zwecke ausgegeben wurden, d. y. es wurden nahezu 50 Proz. der Beiträge tn Barauszahlungen den Mitgliedern zurückerstattet. Nimnit man den Reallohn des Jahres 1850 mit 100 an, jo stellt« sich die Zahl im Jahre 1910 aus 143, lm Jahre 1914 ging sie um«in geringes zurück, während des Krieges stieg sie und heute hat sie wieder die Höhe des Jahres 1914 erreicht. Während aber vor dem Kriege 60.bis?0 Standen gearbeitet. wurde, hat sich heute der Achtstundentag in der ganzen In- bustrie eingebärgert.■—••,' Die dänische Arbeitslosenstsser hat zurzeft eine Höhe von nahezu 75 000 erreicht: das sind ungefähr 30 proz. aller dänischen Arbeiter. Es muß noch mit einer weiteren Steigerung gerechnet werden, so daß die Arbeitslosenziffer noch in di?sem Monat auf 8000 0an° steigen wird. Auch in Dänemark hat das Ansteigen der Arbeits- losigkeit seinen Hauptgrund in der gegenwärtigen schlechten Witte- r u n g. die plötzlich alle Arbeiten im Freien unmöglich' macht.' W«cht»»», Bergmann Serstraß«»»d Hraniaadarser Straß«! Am Di Dienstag, 17. Januar, IS Uhr, bei Nroll, lltrechter Erle Hcnnigsdarior -Zt Straße, Bersammlung aller SPD.. Denossen. Sehr wichtige Tages- th ordnung. Sämtliche Genossen müssen erscheinen. Der Fraltia»s»orstaad. TPD.-Holzarbetter. Bezirl vfte» II: Für alle im Bezirk Osten II ßs arbeitenden und wohnenden SPD.-Holzarbeiter findet am Montag, IIS. Januar, 1» Uhr, im Lokal von Wittschuß, Petersburger Str. 5, eine wichtige Versammlung statt. Es ist Pflicht jedes Gcnefscn, zu erscheinen. Sumpathisierendc Kollegen sind mit einzuführen Der Werbe-, usschuß. e SPD.-Kolzarbelter. Bezirk vste» Iii! Am Dienstag, lt. Januar, sl @ gleich noch Feierabend, im Lokal von Echentke, Simon-->ach- Ecke Pj M Krossener Str. 14, für alle im Bezirk arbeitenden und. wohnenden ßi ( i SPD..LoIzarbeiter wichtige Versammlung. Jeder Genosse ist ver- pj ö pflichtet, zu erscheinen und ka»n svmpathisiercnde Kollegen einführen. Kl Der Wcrbeavsschuß. HZ Achtu»», SPD..Berk,e»gmäch«r! Am Montag, I», Januar, 1» Uhr, HZ 'indet im großen Saal des Berbandshauscs Linienstr. 8gi!iS die-W siranchenoersammlung statt. Alle Parteigenossen sind verpflichtet,-V daran teilzunehmen. Der Fraktionsvorstand.. Frei««emekkschaftslngend Groß-Berll». Heute, E-nntag, folgende Per- anstaltungen: Heimwarte! 10 Uhr im Roten Saal des Deutschen Bekleidung»- arbeiterverbandes, Sebastianstr. 37/38. Vortrag:.Heimkunst_ Raumgestaltung- Di« Ausgaben eines Heimwärts."—«reis Oberspre«: Jugendheim Baumschulenweg, Ernststr. 1K Lichtbildervortrag:.Der deutsche Wald.— Moabit! Besuch der Natloiialgalcrie. Treffpunkt» Uhr Wald- Ecke Turm- iiraße.— Rordkrei«: Um ISK Uhr im Jugendheim Linienstr. 83 8» Lustiger »rtragsabend.— Südkrei»: Um 18 Uhr im Jugendheim Reichenberger Str. 66 ,llsaminenl»»st im Jugendheim des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Linienstr. 83/85. Bortrag:»Di« Frau im Erwerbsleben." Iugcndgrupp« de»?d«. Morgen, Montag, lszh Uhr, finden folgende Per- anstaltungen statt: Bezirk Südost-Treptow! Ingendhe-m Reichenberger Etr. 68. Bunter Abend. Liederbücher mitbringen.— Bezirk Rordeni Jugendheim Dan- ziger Str. 62, Baracke 7. Vortrag:»Die Frau im heutigen Staate", 2. Teil <»ern).— Bezirl Tempelhof: Jugendheim der Schule EermanAstr. 4'6. Licht- bildcrvortrag:»Durch die deutschen Alpen"(Bredow).—Bezirk Eharlottenburg: Jugendheim Rosinen str. 4. Bortrag:»BSIkerdund— Weltfrieden" sLewinski). Einsendungen für diese Rubrik find «erlin S W 68. Ltndenstraß« 3. parteinachnchten��fürGroß-Berlin stet» a» da, B-ztrt»>etr«larta» Z. Hof. 2 Trep. recht», zu richte». Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Acht»»g, Lotterie! Die Ausgabe der Trostpreise zu 3 M. und 2 M. i; sStahIwaren) erfolgt im Bureau, Lindcnstr. 3, 2. Hos, 2 Tr.. Zimmer Ifls, taglich von 9 bis 17 Ulli, Montag, Donnerstag und Freitag bis Ig Uhr. tZI Sonnabends nur bis l Uhr. 2. Kreis Tiergarten. Montag,>6. Januar, 29 Uhr bei Krüger, Putlitzftr. 19. Sitzung des erweiterten Krcisvorstandes. 3. Kreis Weddiug. Der Kursus über die Weimarer Verfassung findet am Dienstag, den 17. Januar, an bekannter Stelle statt. Referentin Elara Bohm-Schuch, M. d. R. 3. Kreis Wedding. Freie Echntgemeinde: Werbeoersamniluag am Dienstag, de» 17. Januar. 2» Uhr, in der Schulanla, Panlstraßc Ecke Wicfeaftraße. Bortrag:.Arbeiterschaft»ad w-Uliche Schule."(Mit Film»»d Lichtbilder».) Reser«»t LMrcr Otto Faust. Memeler Str. 67. 9. Krei» Wilmersdorf. Montag, 16. Januar, 20 Uhr. bei Andreas Pfalz. burger Str.»Z Ecke Süntzelftraße, Monatsversammlung der parteigeaössi- scheu Beamte». Vortrag:„Das»ampfiahr 1928" Referent Polizeioberst a. D. Dr. Sermann Schützinger. Die Obleute laden schriftlich ein. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen ist Pflicht.— Dienstag, 17. Januar, 29 Uhr, im Fraktionszimmer 229 im Stadthaus, Sitzung mit den Leitern der Ab- teilungen 68 bis 72. um rege Beteiligung gebeten. heute. Sonntag. 15. Januar: 23. Abt. ftraße 142. Mitwirkende: Banuerweih««m 17(4 Uhr i» de» Pbarussäle», Möller- itwirkende: Frau Thetter-Lange, Theo Marct, Mcincckcschcr Mä»»erch-r, Freie Turaersbast. Festansprache Fra», Künstler, M. d. R .W— Aufchlicßend»eselliae» Beisammensei» mit Tan,.— Alle Genosse» ß: Ii find mit ihren Familienangehörigen nebst Frurndea»»b Bekannten f i W herzlichst eingeladen. Morgen, Montag. 16. Januar: 42. Abt. 20 Uhr bei Wiersdorfs, Urbanstr. 6, Funktionärsißung. 77. Abt. Schöneberg. ZOT Uhr bei Schmidt. Grunewaldstr. 16, Vorstandssitzung. Dienstag, 17. Januar: 9 108. Abt. Köpenick. Achtung! Der Vortrog de» Genossen Furdvängler findet erst acht Tage später, also am Dienstag, 24. Zauuar, an bekannter Stelle statt. 137. Abt. Relalckendors-West. 1914 Uhr im Volkshaus, Scharnweberstr. 114. Funktionärsißung. Stellungnahme zur Generalversammlung. Erscheinen aller Zunktwnäre ist Pflicht. Mittwoch. 18. Januar: 49. Abt. Schwerhiirige. 20 Uhr In der Juristischen Svrechswnde. Lindenssr. Z, 1. Hof vart. l.. Mitgliederversammlung. Vortrag:..Dos Kamvkigbr 1928." Referent: Stadtverordneter Hans Wonwod. Alle Mitglieder werden um bestimmtes Erscheinen gebeten. Gäste und»Borwärts"lesrr sind eingeladen. Frauenveranstalwngea. 9. krei». Dienstag, 17. Januar, 19�1 Uhr wichtige Funktionärkonferenz bei Lauritzen, Puttbusser Str. II. 4. Kreis Preuzlauee Berg. Sonnabend, 21. Januar, 1944 Uhr, in der Aula des Luisenstädtischca Gymnasiums, Gleimstr. 49, Film, ynd Borteagsabend./�l.. Kreuzzug des Beide»." Sin packender Film zur zioge der Bevölkerungspvlitik,. 2.. Bortrag der Genossin Clara Böhm. -chuch, M. 6. R. Karien zu 39 Pf. das. Siück sind bei den Adteilungs» keiterinnen 127., 30., 31: Abt.) zu haben. Die Rachbaradteilungeu können ebenfalls Karten zu dieser Veranstaltung beziehen. 7. Ke. Ehaelottenbnrg. Mittwoch, 18. Januar, 1944 Uhr, im Türki. scheu Zelt, Berliner Straße. Frauenwerbeibend. Portrag des Genossen Dr. M-yer.Brodniß über..Frauenkrankheiten und Geburtenregelung" mit Lichtbildern. Karten zu 39 Pf. das Stück find bei den Adteilungs. leitern zu haben. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. M.> I I I I Ol i n i 1 i l 7. Krei» Eharlottenburg. Die Abteilungsleiterinnen werden ersucht, de» Bericht über das Jähr 1927 an die Kreislritertn bis spätestens zum 22. Januar einzusenden. 9. Kreil Wilmeredors. Dienstag. 17. Januar, 29 Uhr, bei Schäfer, August«., Ecke Detmolder Straße, Funktionärinneilkonferenz. Auch die in der Ar- beiterwohlfahrt tätigen Genossinnen und alle Helferinnen müssen er« scheinen. Interessierte Genossinnen können an der Sitzung teilnehmen. Tagesordnung! 1. Stellungnahme zur Neuwahl der Kreislciterin. 2. Vor-' trag der Genossin Alice Götz, Halensee, über..Kleinarbeit in bor Partei und die Frauen im kommenden Wahlkainpf". 3. Aussprache. 58. Abt. Charlottenburg. Die Adresse der neuen Abtcilungsleitcrin ist: Martha Francke, Eharlottenburg, Kantstr. löst. Gart. ptr. Arauenveranstaltungen am Montag. 16. Januar. 19'/- Uhr: 6. krei» kreuzbceg. Funktionärinnensißung bei Wolf, Gräfestraßr, pünktlich 1944 Uhr. Tagesordnung: Stellungnahme zur Wahl der Kreisleilerin.- Jede Abteilung muß vertreten sein.. 2. u. 3. Abt. Im Gewerkschastshaus(Konferenzzimmer), Engelnfer Portrag der Genossin Hcnny Rewald über„Reue Menschen". Gäste willlommen.' Außerdem Neuwahl der Leiterin. 4. Abt. Bei Brandis, Etralauer Str. 19, Bortrag der Genossi» Lisa Albrecht über„Körperpflege und Gymnastik". Alle Genossinnen sind herzlichst ein- geladen. Gäste willkommen. 28. Abt. Bei Iäncke, Hanauer Etr. 5 gemütliches Beisammensein. Alle Ge» nossinncn sind herzlichst eingeladen. Gäste willkommen. Kuchen bitte mit» dringen. 29. Abt. Bei Riebe, Dunckcrstr. 15, Heiterer Abend. Vortragender Genosse Hoscmon». Gäste willkommen. 31. Abt. Bei Goldschmidt, Etolpisch« Oft. 86, Heiterer Abend. Vortragender c?enoss« Heinz Barth«!. Gäste willkommen. Abt. Bei Bader, Züterboger Str. 7, Vortra______ WW____ über, Die Fra» und die kommenden Wahlen". Alle Genossinneu sind 41. Abt. Bei Pader, Züterboger Str. 7, Vortrag des Genossen Martin Stein über.Die Fra»' Ml'"""" herzlichst eingeladen. • 71, n. 72. Abt. Wilmersdorf. In der Hindenburgschule, Am Seepark, Fort. seßung des Kursus„Einführung in die Ideenwelt des Sozialismus". Res«.' rentin Genossin Minna Todcnhägcn. Um Mhlreichen Besuch wird gebeten. 84. Abt. Lankioitz. Bei Lehmann. Lankwitz.�Kaiser.Wilhelm-Etraße 29—31. Bortrag des Genossen Landgenchtsrat Rübe» über..Die Frau im Ehe- recht". Um zahlreiche� Beteiligung wird gebeten. Arauenveranstallungen am Dienstag. 17. Januar. 19'/- Uhr: 29. Abt. Bei Pose, koloniestr. 15, Portrag des Genossen Ruclius über „Mieterschutz". Außerdem Rezitationen. Neuwahlen. Wegen der wich. tigen Tagesordnung sind alle Genossinnen eingeladen, auch die Genossinnen der 19. Abteilung. 23. Abt. Bei König. OtaviItr�-37. Bortrag der Genossin Gertrud Hanna über: ..Wohnungsreform". Außerdem Reuwahl der Leitung. Alle Genossinnen sind eingeladen. ' ffyMcicmttdlti' 65. Bit. OatTathttEttfA. Bei Beimer. DilmerÄinrser. Ecke Aanalstr. 71. Boe- trsg b's<8cr. Erich Fra'.ntpl übet;„Berliner Humor"(oon Slaßbrenner H* Kille). Gaste willkommen. ll><. Abt. RiebersSöneweide. In der Brückenllause, Briickcnstr. 1ä..Bunter Abend" mit jtasseekochen. Suchen bitte mitbrinncn! Ülllc Genossinnen und Genossen ssnd bertlichst eingeladen. Gäste willcommen. ltl. Abt. Bobuedors. Bei Heimann, Wallersdorscr Str. 100, abend» 20 Übt, Lichtbildervortrag:„Die Sinderrerublil Seelamp." Alle Senosssnne» und Genossrn ssnd bertlichst eingeladen. IzG. lllO. Abt. Pankow. Bei Meco. Lindcnpromcnade. Ecke Berliner Str., Bot- trag der Genossin Lisa Albrecht über: �törperpslege und Gnmnastil" mit praktischen Borfübrungen. Um,-bireichen Besuch wird gebeten. Arauenveranskalkungcn am Mittwoch, 18. Januar, 19�- Uhr: l. Abt. Bei Zschiessng, Ackerssr. I, Vortrag der Genossin Herta Eotthels über: ...Bationelle Hnusboltefllbruna." Gäste willkommen. 2«. Abt. Bei Söhler, Greisowalder Etr. 80b,.Schcheiterhäuschen", Bortrag der Genossin Rvneck über.Da» Parlament und die Zrau. Di« Genossinnen wollen sich bitte zahlreich beteilige». 8». Abt. Mariendorl. Bei Biendorf, Maricndorf, Ehausseestr. 19, Vortrag de» Genossen Piartin Stein über.Die Frau in der Politik." Die Ge. nossinnen ssnd alle herzlichsi eingeladen. iH. Abt. ReukSll». Bei Günther» Schillerpromcnade ll. Bortrag der Genossin Irma Fechenbach über„Zrauenleben in Palästina." Um zahlreiche Be. . teiligung wird gebeten. 108. Abt. Kermebors. In der Konditorei Dewald. Echlojssr. 6, Bortrag de» Genossen B-chow über„Das Sampfjahr 1928." Alle Genossinnen sind herzlichst eingeladen. vezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrt. 2. Srei» Ziergarte». Dienstag, V. Januar, 19H Uhr, bei Trümver, Flens- durger Str. S. wichtige Funktionärinnenbcsorechung. Alle Funktionärinnen müssen erscheinen. 5. Srei» Sebdina. Dienstag. 17. Januar. 18—19 Uhr. Aktenaustaufch im Jugendamt Lütticher Straße 8, Quergebände I, IimMbr 18. Alle noch in den Abteilungen befindlichen Akten sind bi» dahin zu erledigen— Der Sckiulungokursus über Jugend- und Gefährdetenfürsorae beginn! Montag, 28. Januar. 19'ch.Uhr. tm Ledigenheim. Echönsiedtslr. L Sibungssaal. mit einem Vortrag von Frl. Eiegmund-Schulße, Leiterin de» neuen städtischen Pflegeamtes über:»Di« Aufgaben des Psleqeamtes." Alle Helferlinnen) werden gebeten, diese wichtige Veranstaltung zu besuchen. k. Zkrei» Prenzla»er«erg. Freitag. 20. Januar. Ill�h Uhr. im Bezirksamt, Danziger Str. 82. Zimmer SU. Beginn des Schnlungskursus über Jugend- wohlfabrt. 1. Abend:.Die rechtlichen Grundlagen der Jugendfürsorge." . siiieserent wird noch bekanntgegeben.> Alle Helferlinnen) werden gebeten, an jedem Sursusabend vollzählig teilzunehmen. gl 1*.»reis. Am Donnerstag. 19. Januar, beginnt die Lebenskundt- g P Vorbereitung für die Jugendweihe am 18. März 1928 lnicht, wie bisher l? gi angegeben, am 1. April), Die Lebenskundeoordereitung erfolgt im t � P Jugendheim Käpenia, Grünauer Str. 5, jeden Donnerstag in der Zeit H) Li 20n IL bis 18 Uhr. Anmeldungen werden beim Leiter. Gen. Lehrer& Otto Brmkmaun, Sprecstr. 1, ober am Tage des Beginns der Lebens- fä M kundcvorbereitung direkt entgegengenommen. 5'*'* Lichtenb-rg. Freitag. 20. Januar. 19'4 Uhr. im Batbaus Lichtenberg Beginn de».Schulungskursus mit Vortrag des Genossen Blaschke über das neue Arbeitslssenversscherungsgesch. Alle intercsssertcn Genossinnen und Genossenn.sind eingeladen. Jungsozialislen. «-» Brrlln-Braudenbnra. Sonnabend»ad Sonntag. 21./Z2. Iannnr, A im Prenhilchcv Landtag. Prinz.Albiccht.Str. 5, Zimmer 12, Kursus: .Saziol-aie der stlassenjusiiz." Belereat Gen. Dr. Ernst Fränkel, Dürre».' � berg. Netallarbeiterschnle. Beginn: Sonnabend 18>ch Uhr. Sonntag 9 Uhr, W daselbst Sanleitnngssißnng: 10 Uhr Fortsetzung des Kursus. W � Gruppe ReinIErnborf. Montag, 18. Januar. Ii» Seebad. Rcstdenzstr. 49, 20 Uhr, Portrag:.Grundbegriffe der Pinchologse."— Gruppe Süden. Heute, Sonntag. 15. Ignuar, I9t8 Phr. jn, Ingcnohciin. Belle-Alllgnee-Platz 1, Rosa- Luremburg— Karl-Liebknecht-Sedächtnisfeier. Gäste sind herzlichst willkommen. Sinderfreunde Grotz-DerUn. Gruppe Südost. Leute. Sonntag. Museumsbesuch. Uhr beim Gen. Brock. Admiralstr. 6. Wir »rnt» Kreuzterg.— rrekien uns um Vii Udr____ Kreis Steglitz. Dienstag von 14 bis 18 Ubx im Heim Albrechtstraße Basteln. Krel» Friebrichshaln. Am Freitag, 20. Januar. 20 Uhr,„igen wir i in den Andreas-Festtälen, Andreasstr. 21. den Film„AittdempubUk � Erekomp. Unkostenbtitrag 25 Vf., Kinder des Kreises gegen Ausweis m frei. Karten find bei den Bezirksführern der Vartei. bei den Leitern— der Kinderfreundegrupven und bei der Kassiererin Frau Anna Schub«!, sö r)sA4,' Borhagcner Wr. 10. zu habe».'■. ts« Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation 25. Vbt. Unser langjähriger Genosse Hermann Mach. Allenlieiner Str. 11, ist im Alter von 58 Jahren noch kurzem Krankenlager versiorben. Ehr« seinem Andenken! Einäscherung am Montag. 18. Januar. 18 Uhr. im Krematorium Baumschulenweg. Rege Beteiligung ist erwünsch«. 47. Abt. Am 18. Januar verstarb nach längerem schweren Leiden unsere langjährige Genossin Gertrud Hirsch, Eiscnbahnstr. 18. im 84. Lebensjabre. Ebre ihrem Andenken! Eiuälchcrung am Dienstag. 17. Januar. 11 Uhr. im Krematariüm Baumschulcnweg. Wir bitten um rege Beteiligung. Krek, Köpenick. Bezirk«ohn-d-rs. Am Dienstag. 17. Januar, findet im Lokal von HeiManv. Waltersdorfcr Straße,«in Lichtbildervortrag:„Kinder- republik Seekaaip" statt. Beginn pünktlich 20 Uhr. Wir Hillen UM recht zahl- reichen Bestich. Kreil Reinickendarf. Montag. 18. Januar, 20 Uhr, Fortsetzung der Arbeit». gemeinschaft über Sobnstein beim Gen. Ftndeisen. Lerbststr. 20. Sozialistische Arveiterjugend Sroß-Serim. heute, Sonntag. 15. Januar: Schönhaoser Vorstadt: Schonflicßcr Str. 7. Heimabend. Alle sich am Heimabend beteiligenden Gruppen werden gebeten, Musikinstrumente mitzubringen.— Steglitz: Heim Albrcchtstr. 47. Bunter Abend mit dcsondercm Programm.— Zempclhos: Treffpunkt zur Demonstration 8)h Uhr am Bahnhof Tempelhos. 19 Uhr Heimabend.— Köpenick: Heim Grünauer Str. 5. Heim- adcnd.— Lichtenberg-Borb: Heim Dossestraße. Heimabend 20 Uhr.- Reu- iöll» V: Besuch der Gräber in Friedrichsseldc. Trcsspunkt 9hl Uhr Hermann- Platz. Die Genossen oom Werbedezirk ssnd eingeladen. Werbebezlrk Wedding: 9'H Uhr Prenzlauer Allee Ecke Danziger Straße Treffpunkt zum oemcinsamen Besuch der Gräber in Friedrichsseide. Werbcbezirt Prenzlauer Berg: Besuch der Gräber in Friedrrchsselde. Treff. Punkt Oltz Uhr Danziger Straße Ecke Prcnzkouer Mee,!> Ubr im Heim Bellc-Alliance-Platz 1 gemeinsam mit den Jungiozialisien Liebknecht-Luremburg-Gebenkfeier. Werbebezirk Ziergarten- Besichtigung des Westhofens. Treffpunkt 9� Uhr Bahnhof Beusselfllaße. Morgen, Monkag, 16. Januar. 19�- Uhr: Singkreis: Uebung pünktlich 199� Uhr im Lindcnhcim. 'Faltplatz ll: Schule Greifenhagcner Etr. Ätz...Entwicklungslahre des Zugendlichen."— Frankfurter Viertel: Leim Litauer Str. 18..„Sexualleben der Jugend", 2. Teil..— Stralancr Viertel: Heim Goßlcrftr. 81.„Sexuelle Fragen."— Friede»»»: Leim Offenbachcr Str. 5».„Geschichte der Arbeiter. jugendbewezung.".— Schöneberg III: Seim Hauptsir,' 15.— Ben-Lichtenberg: Turnholle Pestalozzi-Lnzcum, Prinz-Albert-Etraße.„Die'Beligioncn der Völker."— Beukilla V: Funllionärsitzung bci Edwin Lautcndach, Mgresch- straße 12. Werbedezirk Sebönrberg: Heim Hauptsir. 15, Rheinlairdzimmer. Dele. giertenkonferenz. Alle Delcgicrtrn nnlsscn erscheinen. Anschließend B.-B.- Vorstandssitzung., e- Werbedezirk Pankow: Uebcrmorgen, Dienstag, Beginn der Kurse für -'---- �c; i v. k;«38, Hof 2 Tr. Sportplatz Friebrichofrlbe: Sonntag, t. 15., allgemein« UebungeN der beteiligten Ortsvcreine ohne besondere Zeiteinteilung von 9 bi» 18 Uhr.— Montag, 18. Januar. Wilmersdorf: 20>1 Uhr Bittoria-Earten, kleiner Saal. Wilhelmsaue, Kamerad�chaftsabend. Portrag des Landtagsabgc- ordneten Kameraden«uttner. Benköllu-Britz: 8. Kameradschaft Zugoersamm- lungen um 20 Ubr: 1. Zug bei Schröder, Steinmetzstr. 52. Vortrag des Bezirks- verordneten Willy Großmann. Zug Ebert bei Budalf, Hermannstr. 158. Vor- trag des Stadtverordneten Aug. Handel. 8. Zug bei Köster. Karlsgartcnsir. 4. Vortrag des Kameraden Perls:„Das Äeichsbonner und die kommenden Wahlen." 4. kamerabfchast 20—22 Uhr Turnen in der 1. Eemcipdcschulc, Ehaussccstr. 187. Lichtenberg nebst Kameradschaften: 20 Uhr Sitzung drs Badiahrerzuges bei Zimmermann, Friedrichsseldc, Walderseestr. 78. Erscheinen Pflicht.— Dienstag, 17. Januar. Wedbiog: Bad'ahrerabteilung 20 Uhr Sitzung bei Bonbtke, Schul- ftraß« 74. Pünktliches Erscheinen VfliciU. Prenzlauer Berg: Kameradschaft Humannplatz Bersammluna um 20 Uhr bei Pohst. Stargarber Str. 19. Fried- rickohain: Kameradschaft Stralau 20 Uhr Kamerabsälaftsversammlung bei Der. talla, Hohenlohcstr. 8. Jugend und Sportler 20 Uhr Versammlung in den Someniussäleu, Memeler Straße,»reuzberg: 2. Zug lAbt..8 und 9) 20 Uhr stund« bei Kläusch. Lenauslr. 7.'Weidung daselbst von: Kqnterooen, die a» einem Kursus teilnehmen wollen.— Fried richshain: Kameradschaft Darschau Mi., d. 18.. l9'ü Uhr. Kasicradschaktsvcrsammlung bei Schmidt. Kopernikus- straße 28(Zur kleinen Hütte). Bläserkorps llebungsstunde leben Freitag 20 Uhr in den Camen iussälen, Memeler Ztr. 87. BlSier sämtlicher Instrumxntc werben noch eingestellt.— BeuUlln-Britz: Das Musikkorvs übt i'den Donnerstag LO'Ü bis 28 Uhr bei Hönow. Kirchhos. Ecke Emser Straße. Flott« Spieler sPifton, Waldhorn und Lyra) werden noch aufgenommen. Meldung beim Dorsitzenben Kaweraben Barsanti. Lerßbergsir. 29.— Mittri Iungkameraben und Schuß- sporller tressen sich jeden Montag 20—22 Uhr im Jugendheim Tiecksir. 15. Jeden Mittwoch 20 Uhr Turnholle Gartenstroße.— Beutilln-Britz: Kamerad Paul Engel oon der 8. Kameradschaft ist verstorben. Beerdigung Dr., b. 17., auf dem Zakabifriedhof, Hcrmannstraße. Antreten 1591 Uhr Worthestraße. 4. Kameradschast: Di., d. 17., 20 Uhr, Iohresgcncralvcrsammlung im Linden. park, Ehaussccstr. 18. Erscheinen Pflicht. Eine össcntlicke Kundgebung gegen das Unwesen der Schuldere chtigungen veranstaltet 17. Januar, lO'h Uhr iWerner.Sicmens-Bealanmnasium, Hohenstaufen str. 47/48, ll. Bahnhof Viktoria-Luise-Platz), der Bund Entschiedener Schul- reformer. Es sprechen: Stubienrat Labia Stöcker, Professor Paul Oeftreich. Dr. B'chard Liebenbcrg, der Direktor des Landesberufsamtes, der Psychologe Dr. Otto Lipmann. für den ADGB. Alerandcr Knoll, für den AfA-Lunb Walter Eschdach, Londgcrichtsd'rektor Dr. Gerhard Danziger, Stadtarzt Dr. med. Hans Kollwitz u. a. Jedermann dringend eingeladen. Arbeiter-Samariterlolonne Berlin. Abt. Beinickrrdors: Dienstag, 17. Ja- nuar, 19�i Uhr, Vortrag im Haeckcliaal des Scxualinstituts von Dr. Magnus Hirschfeld. Eintrittskarten sind bci den Funkt-onäreir der Abteilung z» haben. Kostenlose Mundobleseknesc für erwachsene Schwerhörige nvd Ertoubte hält die Ortsgruppe Berlin E. V. vom Beichsschutzverbanb der Schwerhörigen o» jedem 3. und 4. Donnerstag der Monate Januar bis März in der l. Schul« stlr Schwerhörige, Berlin B. Pavpelallee 41'42, um 20 Uhr ab. Jeder Schwer. hörige ober Ertarchle, der sich in der für d'c bessere Berständmung mit Gul- hörenden so wichtigen Munbablesekunst ausbilden oder oeroollkommncn will, ist herzlich willkommen. Die Kurse stehen unter der Lritung von Lehrern an der «chwerhörigenschule. Berliner Elverantanereiaianng. Dirnstag. 17. Januar, 20 Uhr. im Resion» tont„Alter Askanier", Anhaltstr. ll. Bbrtrag Becht-anwolt und Botar Georg Breit über„Ehescheidvngsanqclegenheiten und andere Themen aus meiner Bechtsonwallpraris." Eintritt frei. Gäste w'llkommcn. Lumboldt-Hochichnle. In: Babmen der Beranssaltunaen der s'umboldt-�och- schule spricht für den erkrankten Dozenten Dr Bacrwald Dr. B.«softer, Stu- diendirektor des Französischen Gomnasinms, über das Thema:„Der- Fall Kon- ncrsrcuth." Karten z» 1,25 M. filt Nichtm«taliedcr und 1 M. für Mitalieder sind anch an der Abendkasse erhältlich Der Vortrog findet am Freitag. 20. Ja- nuar. 20 Ubr, in der Lützowsir. 844 statt. Vereinigte«crbä'd» heimattrenee Od-rl-Slessee, vetsarnpne Südost. Sonn- tag, 15. Januar. 18 Uhr. Beicbenbergcr Los, Beichenberger Str. 147, Genera'- Versammlung. Anschließend gemütliches Beisammensein mit Tanz. Gäste und Landsleutc w-Hkommen. Arbeiterverein(fit BioGemie»vb Leb»n»re>oem.-Vorträge über Er- kra»Inngsursa«f>en bc-m Proletoriat Man'ag. 18. Iannar. 20 Uhr, bei Lauvt,: Frankfurter Allee Elke Bathanssiraßc Donnerstag, 19. Iannar. 20 Uhr, bei Lcmve, Prinz-Handiern-Str. 70. lv�f�ent Genosse Dr. Mener. Beiisssbnnb jüdischer Frontsoldaten«. V. Bezirk K?n-nlck: Dienstaa. 17: Iani-ar, 20 Ubr. Perlammluna Im Bestanrant Staditdeater Köv-�'ck. Frietr-chsir. 8.„Unsere Arbc-t im WaMiahr 192'."— Bezivk Moabit: Diens- tagg 17. Januar, 20Va Uhr. Vor'ragsabe"d'rn U'av. Blt-Moabit 4 10...Die deutschen I'chen in der Politik."— Bez'rk«barlottenburo: Donner«'»«. 19. Januar, 20'ss Uhr, Vortragsabend mit Domen im Logen.'�cssarrant, Ebor. lottenburg, Berliner Str. 81.„Die Juden in Literatur und Theater." Gäste willkommen._„.....,.. I sdv'is'vl lä» llnlonv lnteepnclon». tirvpa Kerlin. h.ia varol-nsemd«, eventos iunä.io)'e I�o januaeo en>unnrliemo h'orlestrzSo 10-11, ye 19,30 kl. Aparo äi omna membri esas devo._... Laborisia- Esoefan'o-Asocio Berlin. Gruoo Orlento Cbinn lauaon.>e lg 20 a. h. semaina kunvenio cn la" iunularhetmo„Am Ostbahnhof- 17- ChitiJ membrof de la grupo kai samtendencanai irolnlo» estas invitaläk Bm Sonnabend dieser Voche schließt das allbekannte Tepp-chhalls 6mil Lef�vre, seit 46 Jahren nur Orgnienstr. 158. Rühe Dtoritzvlaß. seinen*rtoetf turauftoetfouf. Wer also noch die Vergünstigung des Rabatts von Iv. Proz. aut alle Waren ohne Ausnahme wahrnehmen will, benutze diese, letzte?uven. turwockie dazu. Der rusii'lss««taatochor. ehemaliger kaiserlicher Ehor. unter Leiwng seines Dirigenten Prafessor W. Klimoff, hat /sein« Anwesenheit w?»"l'.tt benutzt, um eine Anzahl seiner Ehorgesnnge durch die Electrola.Gesellschaft aulnehm:n zu lassen. Dem Erscheinen dieser Aufnahmen fleht man mit großem Intel. e"e DiV�sfad-i de« Lachen». Zum ersten Male tritt. da» Kabarett der KontUer mit«wer gesellschaitlicheii Faschi»g»veranstaltung vor den«reis semer Freunde: Kurt Robitschek und Paul Morgan werden am Sonnabend. 2H Ja. nuar, im Sportpalast ihren Ball des Kabaretts der Komiker unter der Devise „Die Rächt des Lachens" abhalten. All« Mitarbeiter des Kabaretts der Komiker werden, auch an diesem Feste mitwirken,»in Riesenprogromm luft.ger Senlat'onen Ist ausgestellt und wird verwirklicht werden. Raummangel vc:, bittet, die Attraktionen einzeln auszuzählen. Sechs große Ballorihestcr belorgen die Tanzmusik, darunter Arthur Guttmann» 50 Iozz-Symphoniker. das Mer>. kaäifchc Batiooalorchester, die beste' Tangokorell« der Welt, Gerhard Hossmanns M«istenoz.chand. die Kapelle Lengwinat usw. Balldureau: Kabarett der Ko, miker. Kurfsirstendamm 198'194. Vorverkauf im Ballbureau und in alle» Kärtenvorverkauisstellen in Groß-Berlin. �. �Zm Betide de« Reklame", der große Festball am A. Januar In der Pdil. Harmonie, weist auch diesmal wieder»IN ausgezeichnetes Programm auf. D>e vorzüglichen Orchester Dr. Beoce.«ermbach und Jonescn spielen zum Tanz Fünf Spenden kommen zur Verteilung. Glückskinder haben Aussicht acit wertvolle Gegenstände ohne def-nd-r- Kosten. Mitternächtliche Uederraschungen auf dem neuen und originellen Saalpodium sind vorgesehen. Die Dekorat:»«! der.Festräum« dürft« wieder unüberlrol'-n stimmungsvoll»etn. Eintr tts. karten zum Preise von 8 M. sind an eellen Theaterkassen oon A. Wertheio« erhältlich. Weiter» Verkaufsstellen erfährt man durch das Festbureau, Unter «cr�?,w� K?rd«öa�ü»d' Mnmmenlckan�'ftch��llümieren will. Mtdet' in der- Maskenousstl'llnnn. dl« gerade die Firma Wertdeim wr roten Saal ihre:. bausco Leipziger Straße veranstaltet, die recht«. Auswahl. Nicht nur Trochnn last aller Länder, auch viele originell- Ph-ntasiekostsime find rn bunter Reih- zum Teil auf Figuren nürkungsvoll zur Schau gestellt und geben auch zur Selbstderstellung von Kostümen manch« Anregung. Eine große Annehmlich. keit ist«». daß alles Botwendig« zur Anfertigung sowie sonstig« Karnevals- artik-I hier gekauft werden können. An einer anderen Stelle des Erdgeschosses 83 DtnnUuagunfg. Für die zahlreichen Beweise inniger Teilnahme bei der Einäscherung meine» lieben Bater» Vsorg �ekmsnn sage ich hierdurch allen Verwandten und Freunden, besonders Herrn Schie- mann vom Verband der Maler, sowie meinem lieben Onkel Heinrich den alleeherzlichften Dan! flaorg Lehmann gl» Snhn. Cnnlsogung. Auen denen, welche in so tWdiger Weise anläßlich des Todes meiner lieben Frau ihre Anteilnahme bc- kundetru. fpteche Ich hierdurch herz- tichiten Dank ans. Znsdetoudere auch dem Sprecher u. d. Sängern d. Verb tür Freidentenum, den Genossinnen d SS Apt Beut. sowie d. Wohlfahrt»- Zugendiommilsson S d. IL Veno.-Bez und der Gen Vohrmann cür die der Gi.tlchlasenen gewtdweien herzlichen Adschl dsworte. Kicbnrcl UIrste. W .KUCHEN, .... r«a nuilllert KOdii Lottdiu.«. tt«. m. Rlliiie Christine 10.11«. 85 18. 13518. RIBS BN AUSWAHL golier, lackierter, lasiert. Küchen, elnz. Kleider- u. KOchenschrlnke in ca. 135 Hustern. HIMMEL ffauptKcachlft: WNMN.tt.MdW.Illk Pnialat fir.fraiiktiiiterStrJObS�: Wusill! Äditeeg! Oieaalog, den 17. Ionnoc, abends T Uhr. im Oerbaadsbaa», Clnien- fit aste 83#5 Branchenversammlung der Navanschläger Tagesordnung: I. Ausstellung eine» neuen Rohmenvertrage». 2t Di»- iussson Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zu Anbetracht der wichiioen Tages- ordnung werden die Kollegen ersucht, lest- los die Versammlung zu besuchen. MmHg! Settlevsrille GNM m. Werkzeug« und Maschinenbau. vi»«»«,,, de, 17. Zannar, nbend» 7 Ahr. i-l! verdandshans«. einten- slrahe 83 83 SM- Versammlung m Tagesordnung: L Vortrag. 2. Belriedsrätefragen Vollzählige» Erscheinen erwllnkcht, da in dieser Versammlung die Einlaßkarten zur Kulturadteiimig am 10. Februar ausgegeben werden. ailltmod). 18. Fonnac, nachmittags 3 Ahr. inGenalvsVereinshans. Skaliher»krähe 128 SM- Versammlung-M« aller Graveur- u Ziseleurlehrlluge Tagesordnung: 1. Bortrog. 2 Berlchtedenes. Jeher Kollege muß erscheinen____ Ei su-�fr. Betten, Kinderbetten, Stahlmatr., Känst, an Priv. Kat.204Qfr.Ei8eoni0bellab.Sunl(Thür.) Donnerstag Ben 18. Zannar. abends 7 Ahr. in Boeters Aesksdle. Stebrr- fltafje II M- Versammlung Tagesordnung: 1 Bericht üder unsere Verhandlungen por dem Schlichtung»- ausschuß. 2. Diskussion Die Funktionär« werden ersucht, eine halbe Stünde vorher tn demselben Lokal zu erscheinen. Spielplan unserer Snltarabtailung. Zn der Woche vom 16. bi» 92. Iannar; 1. Amerika, da» Land der unbegrenzte» Möglichkeiten(Hersteller H. Hiller. Berlin. Motzitr 5«.) 2. Elektrilche» Lichtbogenschweißen. 2. Humorcsle. der Woche vom 28. bi» 99. Januar: 1. Bordlandiadrer(Hersteller H Hiller. Berlin, Motzstr. 58). 2. Rundwn'geröt. Z. Hygiene der Milchversorgung. 4. Humoreske. Z» der«»che vom 80. Januar bi» 5. Febr.: L Ferdinand Lasiall«. 2. Sd Z» 2. Schweißmaschinen. 3. Humoresie. der«och« nom 8. bi» 12. Februar: 1. Das hohe Lied der Berge 2. Wege zum wittschafUichen Erfolg 3 Humoresie WM" Dazu Nie jede Borstellung dt» neueile Wochenschau mit einer Einlage. Anfragen wegen Uederlasiung und Besuch der Abteilung sind telephonlsch oder schrtst- ltch an das~...... >» richten. Bureau. Kulturabteilung Dia DelanermnUnna ftechftntlf»r««"■rhaamsmddl« LtzCSUIIUCI S Kleinen Anieige« in aer Oesamt- Aallagc l«]!«;».! des Vorwärts und trotrdem"kaRMH�z Kranken- und Skerbekasse der im allgemeinen veriehrswesen b«. schiftigtan Personen und perwandten Berufsgeuossen„Eintrachtt. die Steuerpflichtigen Vordruck« vor Ablauf der Erklärungsirift vom Finanzamt anzu ordern. Berltu, den 4. Januar 1928. Oer Präsident des tandesfinainamis Berlin. Es sind neu er schienen: Deriilustrlerte sozialdemokratische Abreißkalender für 1928 Jede Seile bringt Illustrationen. Der Kalender kann in leder Hinsicht als Quelle und Hilfsmittel dienen. Er bringt Zitate aus sozialistischen Werken, eine Fülle von Sentenzen in Poesie und Prosa. Nahezu 100 Verbinde geben hier authentischen BerlAt. Der Kalender kostet Mark 2.- Kinderland 1928 Ein proletarisches Jahrbuch für die Buben und Mädels des arbeitenden Volkes An dem Kalender haben auch dieses Mal die Kinder selbst tüchtig mitgearbeitet. Das.Kinderland* kostet Mark 1.50 Beide Neuertrhrinungeo»8»d zu haben in«'lea Ab- gabestellen des„Vorw&rtt" and Partelbucbbandcangen oder direkt voo der„ Vor wärt»"-Buch dr ackeret und Verlagtanstall. Berlin SW AS, Llndenttr. 5 Sonntag 15. Januar 1928 Äusöer Die Filme der Woche. „Violantha.' (Mozart-Saal.) 5?mny Porten spielt wieder einmal das einfache Mädchen aus dem Volke. Man denkt an ihr« Rose Bernd, aber doch ist es etwa2,£fan.; anderes. Gewiß ist das Manuskript, dos Walter Supper und Hans Wilhelm nach einer Novelle des Schweizers Ernst Zahn bearbeitet haben, nicht ganz befriedigend. Der Verführer, ein leicht- fertiger Offizier, der uns später noch als verlorener Sohn gezeigt wird, ist doch allzusehr im Schema des Bösewichts geblieben, und doch wäre ein« psychologische Motivierung auch hier durchaus mög- lich gewesen. Auch die Schlußszenen, in denen die durch den Ver- rat ihres Verführers bedrohte Frau zunächst keinen anderen Aus- weg als den Selbstmord sieht, entsprechen kaum ihrem tatkräftigen Charakter. Aber davon abgesehen bietet der Stoff chenny Porten doch alle Gelegenheiten, ein wackeres, tüchtiges Mädchen zu ge« stalte», das in ihrer Verlassenheit den Mut zu sich selbst und zur Hingabe an den Mann, dem sie vertraut, findet und dann, als sie sich schnöde verlcssen sieht, in einem anderen Milieu von neuem anfängt und lster Belohnung und Erlösung in einer glücklichen Ehe findet. Auf beiden Seiten des Gotthard. spiest die Handlung, zuerst auf der südlichen Seite in einem schmutzigen italienischen Albergo. Manöver des Schweizer Militärs, von denen mancherlei Einzelheiten gezeigt werden, führen den Offiizer hierher.) Der zweite Teil spiest nördlich des Gotthard und gibt Anlaß, prächtige Bilder aus der großartigen Alpenlandschaft mit der Handlung zu vorschmelzen. Violantha, von der Kellnerin aufgestiegen zur glücklichen Frau des Bürgermeisters, wird in ihrem häuslichen Schalten und Wallen ge- zeigt, bis das Unwetter hereinbricht in Gestalt des zurückgekehrten verlorenen Sohnes, der kein anderer als ihr Verführer von einst und der Bruder des Bürgermeisters ist. Das glückliche End« be- dingte, daß dieser Störer des häuslichen Friedens beseittgt wird. daß es be! einem Kampfe mit Violantha, die selber den Tod sucht, geschieht, indem er in den Abgrund stürzt, war kaum erforderlich. Der Regisseur F r o e l i ch vermeidet es wie immer. Henny Porten in den Vordergrund zu drängen. Ihre Einfachheit und Na- türlichkell, ihre Hausfraulichkeit und Mütterlichkeit triumphieren auch so. Wenn Dieterle als Mann auch weniger markant ge- zeichnet ist, so paßt er doch in seiner Geradheit und Schlichtheit gut dazu. Eine sein umrissene Eharakterstudie gestaltet Mathilde S u s s i n aus der Mutter des Mannes, die mit gleicher Liebe an beiden Söhnen, dem geratenen wie dem ungeratenen, hing. Diesen leßteren verkörpert Alexander Sascha geradezu mit ängstlicher Vorsicht, die falsche Anlage des Manuskriptverfassers nicht noch zu verschlimmern. Er gibt ihm sogar sympathische Züge, so daß man wiederum seine Verworfenheit nicht begreift. Gediegen wie der ganze Film, der auch in der Besetzung der kleineren Rollen überall eine glückliche Hand aufweist, ist auch sein ganzes Arrangement. Die Alpenlandschaft, die Axel Graattjaer und Karl Freck- ni o n n zu danken sind, passen sich mll einer Ausnahme sehr geschickt in die Handlung ein. Die Ausnahme betrifft Luzern, dessen An- sichten ganz unmotiviert eingefügt werden, weil der Taugenichts von Sohn dort als Spieler vorgeführt wird, der natürlich mit den Ländschaften gar keine innere Beziehung hat. Poran ging ein famoser Tricksilm voller Einfäll«, der das -Tintenmännchen stn Jungbrunnen zum Gegenstande hatte. v. «.Die Leibeigenen."' (Sloria-palast.)« Es ist ein deutscher Film, der in Rußland zur Zell der Leib- eigenschaft spielt. Ihm fehlt die elementare Wucht der Sowjetsllme gleichen Genres, aber zu dieser alles mitreißenden Wirkung gehört jedenfalls ein Aufgewachsensein in russischer Gedankenwell und der Will« zur furchtbaren Anklage. Bei diesem deutschen Film handell es sich mehr um einen Spielfllm, der freilich durch und durch fllmisch gebracht wird und— was das Erfreuliche dabei ist— zu einem unstwsrt wurde. Tatjana, ein« Leibeigene, wird von der Gräfin Danischefs, aus einer Laune heraus, wie eine eigene Tochter gehalten. Als ober Alexej, der Sohn der Gräfin, in aufrichtiger Liebe zu Tatjana entstammt, ist die Gräfin sofort die Feindin ihres Schützlings. Ihr Sohn soll die Prinzessin Sonja heiraten, dos hoben der Fürst und die Gräfin schon lange, über den Kopf ihrer Kinder hinweg, bestimmi. Der Sohn wird sofort mit dem Fürsten und seiner Tochter nach Moslau geschickt, und Tatjana wird von der Gräfin zur Ehe mit einem Leib- eigenen fellgeboten. Rikita, der Waldhüter, nimmt sie; doch hält er sie wie eine Schwester, er weiß, daß der junge Herr sie liebt, und den jungen Grafen, der ihm, dem armen Rikita, einmal das Leben rettete, will er nicht betrügen. Durch List treibt man Alexej zur Verlobung mit der Prinzessin. Doch als der„glückliche"' Bräu- tigam das verwerfliche� Vorgehen seiner Mutter erfährt, löst er die Verlobung auf. Der Fürst, völlig betrunken und sinnlos vor Wut, greift noch dem Degen. Alexej schlägt seinen Vorgesetzten mit einer Sektflasche nileder. Dafür wird der junge Leutnant degradiert. Er eilt auf den Herrensitz. Nikita bittet um die Scheidung seiner Eli«, flugs holen die alte Gräfin und der Fürst zu einem neuen Schlage aus. Nikita und Tatjana sollen nach Sibirien verbannt werden. Alexej schließt sich ihnen an. Da rotten die Leibeigenen sich zu- sammen der Fürst kommt mit Kosaken, er reitet alles nieder. Nikita stirbt freiwillig und Tatjana und Alexej werden den Weg zueinander finden. Den Nikita spielte Heinrich George. Er ist«in Bär, er ist ein Naturbursche, triebhaft, er läßt sich nur leiten von Gefühlen, und doch ist er ein wunderbarer Mensch. Durch diese Leistung ist Heinrich George auf einmal in den Vorder«.''m* gerückt. Wo hat man in Deutschland einen zweiten SchauspiE r, der einen massigen Menschen so lebenswahr, so primitiv und r filmisch darzustellen vermag? Oskar H o m o l k a war dieser F'lou von Gouverneur, ein Herrenmensch, bar jeder inneren Kuliv r nur den rohesten Ge- nüssen zugetan. Maria Re i s e n h ose r spielte die Gräfin. Obwohl sie dann und wann in Theaterallüren verfiel. Zeichnete sie diese kalte, herrschsüchtig« Frau doch ganz vorzüglich. Mona Maris war die Tatjana, stets eingestellt auf dos Tragische. Als Schauspielerin hat sie bestimmt Fortschritte gemacht. Harry Halm war der Alexej. Dieser Künstler hat so oft«in fescher Kavalier in leichten Lustspielen sein müssen, daß ihm die Umstellung unbedingt schwer fallen mußte. Er blieb auch etwas matt, doch verdarb er nichts. Auf das An- genehmste überraschte Richard Eichberg. Er, der Lustspiel- regisseur, meisterte hier einen ganz anderen Stoff, und sein« Arbeit zeigt mit größter Deutlichkeit, daß er auch auf diesem anderen Gebiet etwas leisten kann. Heinrich Gärtners Photographie lobt sich selbst: u. a. versteht er sich recht gut auf den iittimen Stimmungs- zauber des Schattenrisses. Als.bei der Uraufführung die heransprengenden Kosaken mit herausfordernden Beifall begrüßt wurden, ward dieser Beifall niedergezischt und erstarb schließlich vollends im Beifallssturm, der den marschierenden Leibeigenen galt. e. b. ,So küßt nur eine Wienerin."' (Emelka-palast.) Wieder ein Wien-Film, wieder eine sonnige Sommernacht, in der die Grundlage zu einem neuen Erdenbürger gelegt wird, wieder Liebes Leid und Lust im Dreivierteltakt. Allerdings kömmt zu diesem abgestandenen Inventar eine neue, mondän gepfefferte Soße hinzu, denn der Held der ganzen Angelegenheit, der kleine Anton von der Luftschaukel im Prater, wird ein unwahrscheinlich berühmter Helden- tenor. Nachdem er etliche vornehme Betten bevölkert hat. lehrt er zu dem verlassenen Kindermädchen zurück und arrangiert nun zwischen hohem C und trautem Schlafgemach ein schlicht bürgerliches Leben mtt der richtigen Wiener Lebenslust im Herzen. Es ist ein Film so recht für das„Gemüt". Tränen fließen, und Heiterkeit kämpft gegen Rührung. Dabei werden U»Wahrscheinlichkeiten über- sehen. Beispielsweise.schickt der Tenoraspirant, der in der Berliner Oper kaum den„Propheten" anmeldet, von seiner Gage der venezia- nischen Marchesa, die ihn während der Studienzeit ausgehalten hat, einen Diamantenschmuck, dessen Anschaffung sich Dollarmillionäre sogar überlegen würden. So ist eben das Leben in einem echt Wiener Film, und es zeugt von„ungelehrigem Verstand", wenn man bei dieser Hebung nach Wahrheit fragt./ Jedenfalls kitzelt die Verfasserin Thilde F o erster alles oerstaubt Sentimentale in der Seele des Zuschauers auf, und der Regisseur Arthur Bergen unter- ftützt sie nach besten Kräften. Werner Fuettercr spielt den Tenor, gelöster als sonst, aber noch immer allein auf den schönen Mann mit den lachenden Blauaugen stilisiert. Bon den anderen Darstellern sei Erna M o r e n a erwähnt, die die gereifte, wissend« Frau mit aller Feinheit einer virtuos beherrschten Technik verkörpert. Außerdem umrahmen Venedig und New Pork die Handlung mit den obligatorisch gewordenen Stadtansichten. F. S. „Totentanz der Liebe." (U. T. Kurfürstendamm.) Der gute Filmschluß der Amerikaner fordert immer wieder, obwohl er von der deutschen Filmindustrie als das allein muster- gültige Vorbild anerkannt wird, unseren wohlfeilen Spott heraus. Diesmal kommen uns die Amerikaner zum Schluß tragisch, und wir sind ein klein wenig verblüfft. Seilage des Vorwärts Auf einem Maskenball lernen zwei Menschen sich kennen und lieben. Er, der Ingenieur aus Argentinien, findet sie wieder im Hause seines Freundes,— als dessen Frau. Ihr zu Ehren wird bei einem Pariser Finanzmann ein prunkvolles Fest gefeiert, es endet mit dem Selbstmord des Gastgebers, der als Sterbender die Frau, sein« Geliebte, mit schwersten Anschuldigungen überhäuit. Sie will mit dem Ingenieur nach Argentinien. Er lehnt es ob, da reist sie ihn» einfach mit ihrem Mann nach. Der wird durch die Kugel eines Banditen getötet. Nun ist sie frei, und mit den Allüren einer Erzkokotte richtet sie viel Unheil unter den Männern an. Als ihr zu Ehren ein Fest veranstaltet wird, bricht, imolge eines Sabotageaktes, der Staudamm, das Lebenswerk des Ingenieurs und seiner dort tätigen Freunde. Der Ingenieur will sie töten, kann es aber nicht, weil er sie liebt. Sie fährt nach Paris, er baut den Staudamm. Als er nach Paris kommt, da ist sie nur ein Wrack, eine verkommene Trinkerin. Das Manuskript ist mit Handlung überladen. Fred N i b I o wollte osiensichtlich alle sein« Fähigkeiten als Filmregisseur spielen lassen. Er bietet viel, sehr viel sogar, aber er bietet es so filmisch, daß man an jeder Einzelheit seine helle Freude hat. Da ist das Maskenfest, angefüllt mit Szenen voll buntesten Lebens. Dann das große Fest im Hause des Pariser Finanzmannes, es ist knalliger Prunk und doch eine famose Schilderung eitler Gosellschasts- maskerad«. Ferner zeigt er in den argentinischen Bildern Land- schoftsaufnahmen von wunderbarem Reiz und beim Dainmbruch eine dieser großen Katastrophenaufuahmen die eben filmisch ihre Wirkung nie verfehlen. Di« Einweihung des Staudammes bringt dann wieder ein Sckwclgen in Gepränge und Massenszenen. So werden alle SpezialWünsche der einzelnen Filmfreundc auf ein- mal«rsüllt. Greta Garbo ist aus dem Maskenfest schlecht geschminkt, nachher jedoch ist sie� eine wirklich interessante Schanjpiclerin, auch interessant zurechtgemacht. Antonio M oreno spielte den Ingenieur nicht schlecht und nicht außergewöhnlich. Roy d'Arcy aber war ein ganz romantischer, verwegener, kesser Bandit. Die Photographie sehr gut.___ e, b. „Theodora." (primud- Palast.) Dieser historische Film hat den doppelten Fehler, daß er im Anschluß an Sardous gleichnamiges Spektakelstück gearbeitet ist und so aus theatralisch« Efsekte losgeht, und daß er ein historischer Film im alten Stile ist. Es scheint, der Film kann sich von den Irr- tümern des historischen Romans und des Historienbildes nicht einan- zipirren, er macht sie getreulich nach. Die Nebensachen, das Drum und Dran, werden zur Hauptsache. Psychologie und das historisch Bedeutsame werden vernachlässigt. So haben wir denn einen histo- rischen Ausstattungsfilm mehr, der etwa in den Bahnen von„yn» vadis* sich bewegt. Wie sein Vorläufer sucht auch dieser italienische Film durch Massen zu imponieren. Ungeheure Gebäude werden aufejetürnü, um das antike Byzanz mit seinem grellen Prunk vor- zutäuschen, Menschenmasien werden in Uebersülle in Bewegung ge- setzt, und zu guter Letzt läßt die Kaiserssi. als sie sich gar nicht mehr anders zu helfen weiß, Löwen auf die Zirkusbesucher los, die sie bedrohen. Im übrigen ist dies« Kaiserin, die aus der Theaterprosti- tution herkam, keineswegs das Lasterwesen und Schausal, das man erwartete: wie eine gute Bürgersfrau aus der Zeit des Sardou begnügt sie sich damit, ein Verhältnis nüt einem jungen Patrizier zu haben, der sie für ein einfaches Mädchen halt und schließlich der Führer der gegen sie als Kaiserin gerichteten Revolution ist. Die Kaiserin, die in Wirklichkeit eine große Intrigantin und machtgierige Herrscherin war, benimmt sich wie eine empfindsame Liebhaberin des typischen bürgerlichen Liebesromans. Da alle Psychologie fehlt, interessieren die'Darsteller olle insgesamt nicht, sie sind Theater- puppen— nichts weiter. Rur ein paarmal erzielt der Film größere Wirkungen, wenn die Volksmenge durch den Zirkus stürmt oder wenn die losgelassenen Löwen die Ballustraden hinausklettern. Voran ging der erste Teil des von der Hapag veranlaßtgn Kultur- films„Aus der Heimat des Golfstroms", der vielerlei Bilder von Land und Leuten und vor allem prächtige Mceresauf- nahmen bietet. r. Aaispringen-»r Eande und de» cveflcht», schmerzhafte» Brennen, sowle Röte und Juckreiz der Haut werden beruhiat und ausgeheilt durch die wundervoll kühlende, reizmildernde Cren»« Leodor. Elcichzeiüg herrlich duftende losmeliiche Unterlage lür Puder. Tube K0 PI. und 1 Mi. Erhältlich in allen Chlorodont-Verlaussftelle«. Probelube gratis bei Einsendung dieses Inserate» durch Leo-Werie A. ib., Dresden-Zl. 6 "dT'n'Sr Frühjahrskleid aus prima reinwollenem Rips. Rodnrorder- lell plissier! mit seliUtber Raffung. Doppcl« Jabot aus prima Crepe Georgette mit dunklem Paspel Kragen und Manschcacn ebenfalls mit Crepe Georgette belegt. In der Form das Allerneueste. 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Januar: 15.30: Das Kind der Kenzeit. 16; KräfteBkonomie bei den Bewegungen des täglichen Lebens. 17: Konzert. 18.20: Technische Wochenplauderei. 18.4S: Die Richtungen der Poesie. 19.10: Die Arbeiterheimstätte in der Großstadt. 20.10:„Gustav Adolf", Oratorium von Max Bruch. 22.30: Unterhaltungsmusik. Dienstag, 17. Januar: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30: Männer der Wissenschaft auf der Schulbank. 16: Stunde mit Büchern. 16.30: Vortrag und Rezitationen. 17; Uebertragung Hotel Espfanadc: Tanztepmusik. 18.30: Schachstunde. 19; Die Urgeschichte der Menschheit. 19.30: Die Zeit der Reichsgründung 18-0— 1871. 20; Uebertragung Herrenhaus: Lersch-Abend. 21: Märchen(Musikvorträge). Mittwoch, 18. Januar: 15,30: Bahnbrechende Frauen. 16: Deutsche Pioniere der Natnrforschnng. 16.30: Jagendbühne. 17: Unterhaltungsmusik. 18 30: Verhütung des Krüppel- tums. 19: Das neue Berufsausbildungsgesetz. 19,30: Die öffentliche Musik- pflege. 20.15: Uebertragung Metropol-Theater:„Die schöne*HeIena", Oper Von Offen baeh. Husten Gie, dann schnell 1 Flasche Reichels 5)ustentropfen, mehrmals täglich lS bis 20 Trapsen nehmen. Kinder die Halste. In Apotheken und Drogen erhältlich, aber echt nur mit Marke Medico und der Firma Olto Reichel, Berlin TO 33, Eisenbahnslrahe 4. zkriscl 18.3*: Donnerstag, 1?. Januar:..... 12.31): Die Viertelstunde für den Landwirt. 13J«: Zum 60. Geburtstag von Gustav Mejrlnk. 16; Die Olympischen Spiele. 16.30: Die neue französische Dichtung. 17t Konzert 18,20: Fremdsprachliche Vorträge(Esperanto). 18.45: Deutschlands Erzvorräte. 19.30: Uebertragung Staatsoper:„Die Macht des Schicksals", Oper von Verdi. Anschließend Funktanzstunde, Freitag, 20. Januar: 15.30: Wie wünscht die Hausfrau sich die Küche? 16.15: Wilhelm Schäfer zum 60. Geburtstag. 17:' Uebertragung Hotel Kaiserhof: Tanzteemusik. 18 30: Italienisch. 19.30: Die Sonnenenergie als Ursache von Bewegungsvorgängen. 19.55: Kunstwerke haben Schicksale. 20,30: Uebertragung Singakademie: „Stunde der Lebenden"(Musikvorträge). 22.30: Nachtmusik. Sonnabend, 21. Januar: 12.30: Die Viertelstunde für Jen Landwirt, 16: Plauderei. 16.30: Rezitationen. 17: Unterhaltungsmusik. 18.36: Das Maler- handwerk. 19: Künstler und Kritiker. 19,30: Verkehrsgeographischas von der Reichsbahn. 19215: Zur Psychologie der Kinderhandschrift. 20.30: Sendespiele;„Ein Roman in der Waschküche", Schwank von Dr. Fischer. 21: Kunterbunt. 22.30: Funktanzstunde. Königswusterhausen. Sonntag. 15. Januar: Ab 9: Uebertragung aus Berfin. 14.30; Schachfunk. Ab 15: Uebertragung aus Berlin. 18: Psychoanalyse. 19; Moderne Schauspielkunst, Ab 20; Uebertragung aus Berlin. Montas* 16. Januar: 16: Französisch(kuUiirkundlich-literarische Stunde)*. 16.30: Philosophische Gespräche zur Lebensgestaltung. 17: Uebertragung ans Berlin. 18: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister, 18.30; Englisch für Anfänger. 18.55; Der deutsche Wald in Einzelbildern. 19.20: Aus Werken von Siegfried von der Trcnck, Ab 20.10; Uebertragung aus Berlin. Dtenstas, 17. Januar? 16: Fragen der Berufswahl. 16.30: Die deutsche Anekdote als Kn!tui2 Spiegel. 17; Uebertragung aus Leipzig. 18; Grundlagen des technischen Zahlen- und Tabellenrechnens. 18.30; Spanisch für Anfänger. 18 55; Religiöse� Volksleben zu Ende des Mittelalters. 20: Uehertragung aus Hamburg. Ab 2U Uebertragung ans Berlin. Mittwoch, 18. Januar: 16; Amerika im Spiegel seiner Scholen. 16.30; Einführung in das Vcr-3 stehen von Musik. 17; Uebertragung aus Hamburg. 18: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 18.30: Französisch für Anfänger. 18.55; Der schwedische Zöndholztrust. 19.20: Sammeln von Graphik. Ab 20a Uebertragung aus Berlin. Donnerstag. 19. Januar: 16; Erziehungsberatung. 16.30: Der Drei ßiglähr ige Krieg. 17; Uebertra3 gung aus Berlin. 18; Das Grenz- und Auslandsdeutschtum in der erzählenden deutschen Literatur. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18 55: Zusammenarbeit zwischen der Industrie und Landwirtschaft. 19.20: Clara Schumanns Briefwechsel mit Brahms. Ab 19.30: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 20. Januar:• 16; Ein hygienisches Märchen. 16.30: Die Geschichte des Konservativismus. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18 30: Englisch für Fortgeschrittene. Rohstoffe und ihre Märkte. 19.20; Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 21. Januar: 16; Aus dem Kultusministerium. 16.30: Der Beamte im Entwurf des allJ gemeinen deutschen Strafgesetzbuches. 17; Uebertragung aus Hamburg. 18; Hausratkultur in der Arbcitcrwohr.ung. 18.30: Französisch für Fortgeschrittene. 1SJ5S: Der vorgoethische Faust 19.20: Die vorbachische Zeit. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. überptbt man nur dem Nachweis des Deutschen Musiferverbandes. Berlin. Rem- manbaMenstr 63,64'Dönhoff 327- 7fk Geschäftszeit 9—5. Sonntags 10-2 Uhr. Äuf Wunsch: Dertreterbesuch. RompoMeres8>lOpL Kompottscbalen�lSüsTSpt Rudienteller Kr»..-..stock tSfl Minim ää 95 Siurzflasctien nF..r," 8� 65pt RonfeKtKörlJClißnG"t' 75pl ButterglocRen��ckSSpt UüSßll groa............. Stock 95 Pt AUfSQtZe 2 tclllg........ stock 95pl Bier-odleeUecher-Äie PL Blpr-oJeebecber Bier-aiTeebecher .Surdt". Oft Stück A VF SMChüffH. Oii Stück MW«Mtlian Buntes Rorzellan »1t FelUern■■■■■■MDBBSGEEMZMBSHHBttaHBBBnEn Sueiseleller ,iel oätrB�25PL Tafelservice 2250 AbendiiroKeiler....... stw 18pl Tafelservice ��0�0 cöo KOOliJOlleller< � 1 Llüs« Läpoemm, m:t VailzolJiiepkcI V J auuiuuiieuei.......... stück lapi. 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