Avendausgabe � A Montag ztrr ,6~ t�- Kcidtsmoit tm oerous iotUxt. H IK�H; M M■ �« W W W f/■r Ol-. Uni«. Streifband im In- und Au» I�MW W W W W■ ll~. M H f-- 60 Pt-m»» Ret, am-z.U. 5.- Kfrfjv (and U0«eich-mar, wo SRonat fpB?{ W W H WWW W W WW)W Wi //»alt.ftlctao Au-, eigen" da- I.Nae- M�W I W> W W W W>> SW druck» War, 25 Wennig tzulalsiz jmei Sa.Sorm&rts* mit du Muftria» fGM I Bn|B i JB RUi WW/ Icttge druckte®orte).»des weitere fflon ten Sonntagsd-ilage.VoU und Z-ir» I gl HBl M» 12 Wtnntg. Stellengeluche das-ri» !°»l' d°n.»eil-gen.Unterhaltung W WM �W>>/ W«°N 15 Mennig,.-de. weiter. Won �d-�g.-'.FrauZ» � /_■ w Memng Wort. ade. 15 Buchstaben .Da Sindmr-vnd-..Jugend. Dar. �W/T_ sme'®,,rtt«rbetlsmartl ttärts*„BHtf i» die Bücherwelt�. W 4.* m»' Zeile K0 Pfennlg FaniMenanzeigen füi „Kullurarbeit- und.Technik'' A AA �JkAA_ A.W%#Ü WLA. M S«bonnemen Zeile 40 Pfennig Anzeigen. scheint-och-ntäzNch»weimat. li�WfmmmUußWf Sl D MW> W»CM«W> MW??«modm. In«auptgelchäft Anden. Sonntag» und Montag»«ttraal totttel wachenlSgl non»>/, bis 17 llha Senteawvsan der GozialdemokraiisOen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoss 232— 297 Telegramm-Wr.: Sozialdemokrat Scilbr Der Schiedsspruch!o der miiieldeulschen Metallindustrie hat einen grasten Streik heraufbeschworen.« Eine am Sannabend in Halle tagende Kaufe reu; der Geschäftsführer des Deutschen Metallarbeiterverbandes erklärte den Schiedsspruch für unannehmbar, ebenso der Haupt vor- stand de» Verbandes. Das Tarifgebict umfastt die Bezirke Magdeburg, Halle und Anhalt. In Magdeburg nahmen am Sonntag die Verlranen«. männer des Metallarbeiterverbandcs zu dem Schiedsspruch Stellung und lehnten ihn einstimmig ob. Beschlossen wurde, in den Grohbetriehen am Montag eine ll r a b st i m. m u n g vorzunehmen und dort, wenn die erforderliche Zweldriitel- Mehrheit dafür erreicht wird, sofort in den Streik zu treten. Der Schiedsspruch selbst ist eiues der tollsten Stücke, die sich Schlichter geleistet haben. Abgesehen van der minimalen Zulage von drei Pfennigen und der langen Gellnags- dauer bis zum 30. September 1928 ist interessant, dast der Schlichter Dr. Lüttsens den Tarifstreit sehr gegen den Mllen der Metallarbeiter an sich gezogen hat. sich dann aber plöhlich .verhindert" fühlte und die Erledigung der Sache seinem von Sachkenntnis nicht allzusehr bedrückten Verlret« Herrn Köpl üb«. trug. Dieses V«hallen Dr. Ciittjcn» verdient ein« scharfe Büge. Es besteht kein Zweifel, dast die Velegschasten d« Magdeburg« G-ostbetriebe den S»rei kb es chlu h fassen und heute. Montag mittag 3 Uhr, geschlossen die Arbeit niederlegen. Zn Halle und Anhalt wird es ähnlich gemacht werden, so dast für Tftontag mit annähernd 20 000 streitenden Metollarbeitern zu rechnen ist. Ungefähr 10 000 in Magdeburg und 5000 in Holle. Zur AnHoll liegt noch ke'ne zuverlässige Schähung vor, da dort vielfach noch K ü n d i. gungsfrlsten lavsen. Znsgesamt wird jedoch die Zahl 20 000 «reicht w«den. So ist durch die harlnäckigkeil der Unkernehm«, die vom Schlicht«»«langten, er solle den laufenden Lohnlarif ohne jede Lohnerhöhnog einfach verlängern und durch die Ilaivität eine» Ersahschlichiers, d« ans diesen Unternehm«. bluff hineinfiel, ein Riesenkampf entbrannt, mit all seinen Schädi. gungen für da» gesamte Wirtschaftsleben. • Holle o. d. S. 16. Januar.(Eigenbericht.� Am Sonntag tagten in Halle die Vertreter der Ortsverwal- tvngen des Deutschen Metallarbeiterverbandes der Tarifgebiete An- heute vormittag 10 Uhr ist im historischen Saal der Reichs- kanzlei. tu dem d« V«lin« Kongreß von 1878 stoktgrsvnden hat. unter dem Vorsitz de» Reichskanzl«» die Konserevz der Reich». regterung mit den Minislerpräfidente« d« Länder zusammengetreten. Das Programm der Konferenz sieht bekanntlich folgende Punkte vor: Veränderung des Verhältnisses zwischen Reich und Ländern. Maßnahmen zur Gewährleistung sparsamster Finanz- Wirtschaft und die Frage der Derwaltunzsreformen im Reich und in den Ländern. An d« jtons«enz nehmen etwa IVO Personen teil, und zwar sämtliche Reichsminister, Reichssparkomissar Saemisch, die ktaatssekretäre der Reichsministerien, Staatssekretär Dr. Meißner tu Vertretung des Reichspräsidenten, die Minister des p r e u ß i- scheu Kabinetts mit ihren Staatssekretären, die Minister- Präsidenten der übrigen 17 deutschen Länder mit ihren Innen- bzw. Finanzministern sowie die Bevollmächtigten der Länder im Reichsrat. Die Eröffnungsansprach« des Reichskanzlers Marx ließ durch ihren Ton und Inhalt bereits«kennen, daß die Regierung von der Aussprache einschneidende Eingriffe in das bestehende Verhältnis zwischen Reich und Ländern nicht erwartet. Marx erklärte, die durch Tradition gewordene und die durch die Verfassung verankerte gegen- wärtige staatliche Struktur Deutschlands solle nicht zer- st ö r t werden. Ueber das Verhältnis zwischen Reich und Ländern sprachen Staatspräsident Dr. Petersen- Hamburg und Staatspräsident Bazille-Württemberg. Di« 5torreferate hielten der preußische Mi- msterpräsident Otto Braun und der bayerisch« Ministerpräsident Held. Kür die Einheit des Meiches. Frankfurt o. Main. 15. Januar. Nur ein« Kundgebung des Republikanischen Reich s- ixind es führte am Sonntag Genosse Hermann Wendel u a. aus, für keime Idee in d«r deutschen Geschichte sei soviel Blut hin- gegeben worden, wi« für di« Idee von Freiheit und Einheit. Ab« tm heute sei diese Idee«och weit von ihrer Verwirklichung«nt- Vorwäris-Verlag G. m. b. H. halt. Halle und Magdeburg, um zu den Lohnschredssprüchen Stellung zu nehmen. In d» Aussprache kam die Empörung der Metallorbeiter über die Schiedssprüche zum Ausdruck. Es wurde dcshall, einstimmig beschlossen, di« für die einzelnen Gebiete gefällten Entscheidungen den Kollegen zur Ad- lehnung sowie die Arbeitsein st ellung zu empfehlen. Die von d« Bezirksleitung zu dieser Bewegung vorgeschlagene Tat- tik wurde ebenfalls gutgeheißen, so daß heute. Montag, und an den folgenden Tagen in den. in Halle, Magdeburg und anderen Orten vorgesehenen Betrieben die Arbeit eingestellt wird. In den Betrieben im Anhalter Gebiet, wo zum Teil in der Arbeitsordnung eine Kündigungsfrist festgelegt ist und nicht sofort die Arbeit eingestellt werden kann, wird die Kündigung eingereicht. Damit beginnt ein Kamps, an welchem etwa 50 000 Arbeiter, Arbeiterinnen und Lehrlinge interessiert sind. Bei der halwng des Verbandes mitteldeutsch« Metallmdu- strtelter ist mit einem langen und zähen Kampfe zu rechnen. Di« Metallarbeit« verfügen in fast ollen Betriebm über eön« gute Organisation und haben auch im Laufe d« Jahre gezeigt, daß sie zu kämpfen verstehen. Vei den heute. Montag früh, in den halleschen Betrie- b e n vorgenommenen U r a b st i m m u n g e n ist die«forderliche Mindcstprozentzahl von 75 in allen Betrieben weit überschritten worden. Infolgedessen sind heut« früh sämtliche Metall» betrieb« in Halle stillgelegt worden. Eine Metoll» arbester-Generaloersammlung«n Merseburg hat gestern ein- stimmig für Streik votiert, nachdem vorh« bei den Vorstands- wählen die Amsterdamer mit 189 Stimmen über die Moskau« Richtung mit 03 Stimmen gesiegt hatte. Morgen Verhandlungen in Berlin.) Oer Zieichsarbeitsminister hat die Parteien geladen. Zw Lohnkoaflikt in der mitteldeutschen Metallindustrie, in dem von den Arbeitern der Streik befchlosicn und zum Teil heul« früh bereits die Arbeit uted«getegt wurde, hat d« Reichsarbeiksmlnlst« die Parteien zu morgen vormittag 5�11 Ahr Zv Verhandlungen iu das Reichsarbeitsmillist«illm geladen. fernt. Wir können nicht eher von einer deutschen Einheit sprechen, als bis auch Oesterreich deutsch sei. Vorher gelte es, die Ein- heit Im innaven Deutschland herzustellen. Ws Vorbild stellt« der Reim« die Entwicklung in Frankreich hin. wo durch die Revo- lution aus sin« Unzahl von Völkern ein einziges einiges Reich geschaffen worden sei Auftakt und Tagung des LGB. Heute Dorfiandsfitzung im Bundeshaos. Der vorstand des Internationalen Gewerkschaft sbutides trat heute vormittag im Bundeshaus des Allgemeinen Deutschen Gewerk» schaftsbundes zu sein« ersten Sitzung in Berlin zusammen. Anwesend waren die Genossen L. Iouhaux, Frankreich, L. Mertens. Belgien, M a d s« n, Dänemark, R. Tayerle. Tschechoslowakei und Th. L e i p a r t. Das Sekretariat in Amster- dam vertritt Genosse S o s s e n b a ch. Die Verhandlungen sind natürlich nicht öffentlich und dürften hauptsächlich der Vorbereitung der morgen vormittag beginnenden Ausschußsitzung dienen, an der auch die Internationalen Derufs- sekretäre teilnehmen werden. Wie wir soeben erfahren, ist dos stellvertretende Vorstandsmit- glied des IGB., d« Vorsitzende des Schweizerischen Gewerkschofts- bundes, Genosse K Dürr in Bern, d« zu der Berliner Tagung erwartet wurde, plötzlich gestorben. Wahlsieg in Zürich. Zürich, IL. Zavuar. Bei d« Stadtrate«sahwahl«hiev da sozialdemokratische Kandidat 11 000 Stimmru mehr als fein freisinnig« Gegeukondidat. v«r blsh«»au den Freisinnigen Innegehabte Sih geht an die Sozialdemokraten über, die damit die stärkste Partei im Stadt. rat«ade». Ponichrckkonto: Berlin 37 656— Bankkonto: Bank der Zlrbetter. Angestellten und Beamten Wallstr. 85. Ditkvnto-Eelellschaft. Depositeirkalse Lindenstr. 3 Pan-Amerika. Ann 6. panamerikanischen Kongreß in Havanna. G. Buenos Aires. Ende Dezember. Unter Umständen, die der friedlichen Verständigung der amerikanischen Völker nicht besonders günstig sind, tritt in der kubanischen Hauptstadt Havanna am 16. Januar der 6. Panamerikanische Kongreß zusammen. Der innerste Kern dieser Tagung, die periodisch wieder- kehrt, ist, alles, was die amerikanischen Völker trennt, zu de- seftigen, um eine große, starte, nur dem frieden dienende amen- kanifche Völkerfamilie zu schaffen. Dieses hohe Ziel ist in dem vierzigjährigen Bestehen der Panamerikanischen Union noch nicht erreicht worden, und man wird ihm auch auf der gegenwärtigen Tagung nicht viel näherkommen. Das Hin- dernis bilden die Bereinigten Staaten von Amerika, die mit ihrer offen betriebenen imperialistischen Po- l i t i k in Mittelamerika, besonders aber gegen die Republik Nikaragua, die amerikanischen Völker äußerst mißtrauisch gemacht haben. Was Nikaragua vor wenigen Monaten passierte, kann einer jeden anderen mittelamerikanischen Re- ublik in absehbarer Zeit widerfahren. Dieses Mi ß t r a u e n at sich aber bei den fünf Isthmusstaaten jetzt in Furcht verwandelt, so daß sie Mitte Dezember übereinkamen. ihre zwischenstaatlichen Streitigkeiten zurückzustellen und sich diplomatisch in Verteidigungsstellung gegenüber einer möglichen nordamerikanischen Intervention zu begeben. Eine solche Intervention, die sich kaum von der in Nika- ragua durchgeführten unterscheiden würde, wäre aber mög- lich, wenn sich beispielsweise Honduras, Guatemala, Kostarika, Venezuela und Panama über ihre zahlreichen Grenzftreitigkeiten nicht einigen würden. Dann hätte Washington einen guten Anlaß, unter dem Vorwand. den Frieden aufrechtzuerhalten, die uneinigen Länder ebenso zu besetzen wie Nikaragua. Mißtrauen und Furcht werden. also die Kongreßver- Handlungen wesentlich beeinflusien, und Washington hat auch tatsächlich alles getan, sie nicht nur nicht zu zerstreuen, son- dern noch größer zu gestalten. Allein die Zusammensetzung der nordamerikanischen Delegation hat in Süd- und Mittel- amerika überrascht. Steht sie doch unter der Führung des früheren Staatssekretärs Hughes, dem der neue Bot- schaster in Mexiko, M o r r o w, der Botschafter in Rom, F l e t s ch e r. der den Vorsitz auf dem 5. Panamerikanischen Kongreß in Santiago de Chile führte, ferner der ehemalige Delegierte zur Washingtoner Flottenkonferenz, Oskar Un- d e r w o o d, der Völkerrechtssachverständige Morgan I. O' B r i e n und der Verfasier des zur Behandlung stehen- den Kongreßprogramms, James Brown Scott, zur Seite stehen. Ein jeder dieser Männer verkörpert ein i m p e r i a- listischesProgramm. Grund genug, um die schwachen amerikanischen Völker mit einem bis zur Furcht gesteigertem Mißtrauen zu erfüllen, namentlich da sich Präsident E o o l i d g e entschlossen hat, an der Kongreßeröffnung per- sönlich teilzunehmen. Das erhärtet die Meinung, daß Washington dem Kongreß ein besonderes Gepräge gibt, weil es besondere Ziele anstrebt. Nach den Grundsätzen der Panamerikanischen Union ist die Gleichberechtigung und Souveränität aller Mit- gliederstaaten oberstes Prinziv. In Washington ver- steht man aber darunter: gleiches Recht und Souveränität nur denjenigen, die sich der'Washinatoner Mittel- und Süd- amerikapolitik nicht widersetzen. Kolumbien hat das im Jahre 19t)3 durch die von den Vereinigten Staaten be- triebene Abtrennung eines 86 256 Quadratkllometer großen Gebietsteiles verspürt, der als Republik Panama der Liste unabhängiger Staaten einverleibt wurde. Wie aber diese Unabhängigkeit beschaffen ist, schilderte der panamenser Außenminister auf der letzten Völkerbundsversamnilung. Die „Gleichberechtigung und Souveränität" der Republik Nika- ragua wird durch die bewaffnete Intervent ion und dauernde militärische Besetzung durch die Vereinigten Staaten der Welt kundgemacht. Peru, Bolivien und E h i l e geben durch den Schiedsspruch Eoolidqes über T a cn a und A r i c a weitere Beweise von der Washingtoner Auffasiung des obersten Prinzips der Panamerikanischen Union! Und schließlich zeigt auch der heroische Kampf Merikos gegen die im- perialistischen Bestrebungen der Vereinigten Staaten, welche.�. Schicksal die Dollardiplomatie den lateinamerikanisches Staaten zugedacht hat. Das alles hat in Südamerika einen so tiefen Antagonismus gegen den„großen Bruder" im Norden geschaffen, daß die führenden Politiker fast aller Parteien schon ganz offen erklären, der Panamerikanismus b a b e aufgehört zu bestehen? Au seiner St-lle wird denn auch schon in allen mittel- und südamerikanischen Re- nubliken die Gründung einer,.Lateinamerikanischen Union" mit der ständig wachsenden Tendenz betrieben, eine enge Verbindung mit Deutschland, Frankreich und C n gl a n d zu suchen. Politiker, die im Dienste des DankeeiMperialismus stehen— und deren gibt»e ziemlich viele—, geben sich Mühe. diese Bewegung zum Zusammenschluß aller lateinamerikaui- Mitteldeutscher Metallarbeiterstreik Oer A-Psennig-Gchiedsspruch abgelehni. Zusammentritt derLänderkonferenz -106 Teilnehmer der Reichsregierung und der Ländervertreier. schen Staaten so hinzustellen, als ob sie die Gründung eines amerikanischen Völkerbundes zum Ziele hätte. Das ist aber durchaus falsch! Einen solchen„Völkerbund" möchte wohl Nordamerika haben, Lateinamerika aber, soweit es nicht schon dem Genfer Völkerbund angeschlossen ist, neigt immer mehr diesem Friedensinstitut zu. Es hat während eines ganzen Jahrhunderts gesehen und am eigenen Leibe verspürt, wie Nordamerika in beiden Hemisphären konsequent eine imperia- listische Politik verfolgt, wie es durch Eroberungs- kriege seine Grenzen nach Westen und Süden vorgeschoben und durch kampflosen Erwerb benachbarter Gebiete seinen Einfluß vertieft hat. Selbst in der englischen Dominion Kanada breitet sich der nordamerikanische Einfluß immer stärker aus.„Ganz Amerika für Nordamerika" ist der neue Sinn der Monroedoktrin und der Schlüssel der Washingtoner Politik am Kontinent. Präsident Coolidge hat das im Laufe seiner Präsidentschaft, besonders aber im letzten Jahre, durch seine Reden und Botschaften bewiesen. Der nordamerikanische Kapitalismus hat sich durch den Weltkrieg nicht nur die Stellung des führenden Fabri- kanten und Kaufmanns in der Welt erobert, sondern auch zmn Bankier der Welt gemacht. Seitdem hat er sein ökono» misches Uebergewicht noch bedeutend vermehrt. Die industri- elle Produktion der Vereinigten Staaten gebt weit über den eigenen Bedarf hinaus und gleichzeitig ist das überschüssige Kapital gewaltig angewachsen. Die süd- und mittelamerika- nischen Länder bieten aber ein neues und fruchtbares Feld für die Aufnahme des nordamerikanischen Uebcrschusses an Jndustrieprodukten und an Geld. Und nun führt Nord- amerika den Feldzug zur„wirtschaftlichen Durchdringung Lateinamerikas" mit seiner Dollardiplomatie rücksichtslos durch. Die Kernfrage, die sich wie ein roter Faden durch die Verhandlungen des 6. Panamerikanischen Kongresses ziehen wird, ist, ob„Lateinamerika" den Lockungen und Drohungen der Dollardiplomatie wird widerstehen können. Auf dem 5. Kongreß in der chilenischen Hauptstadt hat dieses Ringen der lateinamerikanischen Völker mst dem nvrdamerikani- schen Imperialismus begonnen, und seitdem hat Präsident Coolidge wiederholt die Bereitwilligkeit des nvrdamerikani- schep Kapitalismus erklärt, den lateinamerikanischen Staaten Anleihen zum„Ausbau der Verkehrsstrahen, zur Entwicklung der Industrien und des Handels" zu gewähren. Aber Nordamerika hat auf dem 5. Panamerikanischen Kongreß durch seinen Wegmacher in Südamerika, B r a- silien, erreicht, daß eine Aera des„bewaffneten Friedens" begonnen wurde. Argentinien, Uru- g u a y und Chile haben sich, von Mexiko unterstützt, der * brasilianischen Rüstungspolitik energisch widersetzt, allein der noijbamerikamsche Einfluß war stärker. Seitdem haben sich Bolivien und Peru ganz, Chile aber recht beträchtlich der Rüstungspolitik angeschlossen, und auch Argentinien hat feine Rüstungen in einer Weise„modernisiert", die stark be- unruhigt. Argentinien ist es um seine politische Unabhängigkeit nicht bange, vielleicht aber um seine wirtschaftliche. Sollte die in Santiago de Chile inaugurierte nordamerikanisch-brasilia- nische Rüstungspolitik in Havanna sanktioniert werden, dann würde ganz Lateinamerika in die Notwendigkest versetzt, einen allzu großen Teil seiner staatlichen Einnahmen auf un- fruchtbare Rüstungen zu verwenden. Dann würde Wirtschaft- lich eine Situation geschaffen, die dem nordamerikanischen Kapstalismus zustatten käme, weil die von Natur aus schwachen Staaten gezwungen wären, Anlechen im Auslände aufzunehmen. Die nordamerikanische Hochfinanz hätte dann Südamerika dort, wo sie es schon lange haben will: bei der Preisgabe sein er Bodenschätze an den Wirtschaft- lichen und der Beschränkung seiner Souveränstätsrechte zugunsten des politischen Imperialismus der Bereinigten Staaten! So wird der im Jahre 1861 von dem nordamerikanischen Staatssekretär James G. B l a i n in die West gesetzte Ge- � danke von der Panamerikanischen Union am 6. Panamerika- Zwei Städte. Von Paul Suimann. Das Bewußtsein, daß der Städtebau eine Kunst ist, war in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts verloren gegangen. Zwar versetzten die Ueberbleibsel abgeschlossener Bauperioden, dank der erweiterten Reisemöglichkeiten, den Architekturbeflissenen in helles Entzücken, aber anstatt das ererbte Gut den neuen Forde- rungen organisch anzupassen, begnügte er sich mit einer mehr oder minder geschickten Wiedergabe. So entstanden jene Greuel, die bei- spielsweise in Berlin ganze Stadtviertel verheert haben und denen inan jetzt durch„Renovierungen" auf den Leib zu rücken sucht. Der Kurfürstcndamm und die angrenzenden Stadtteile spiegeln das Zeit- alter Wilhems II. wider, in welchem jegliche Tradition zugunsten eines frechen vom Kapitalismus gewährten Individualismus ver- lassen wurde. Was Wunder, daß der kunstbegeisterte Mensch seinen Blick auf andere Städte richtet, wo die Entwicklung dank der Gunst der Umstände und einem angeborenen Feingefühl eine stetiger« und geschlossenere gewesen ist. So entstand das Buch von Fritz Stahl:„Paris! Eine Stadt als Kunstwerk."(Ver- lag Masse, Berlin.) Der Verlag kündet das Buch als„eine Biographie der schon» sten Stadt der Woit" an. Es ist das anerkannte Recht aller Ber- liebten, das Objekt ihrer Wahl als dos schönste zu bezeichnen. So hat unter anderen Georg Simmel Rom als die schönste Stadt der Welt bezeichnet, ja sogar behauptet, daß etwas Vollkommeneres nicht denkbar sei. Andere behaupten das gleiche von Venedig, wieder andere von Prag, Toledo und Sevilla. Fritz Stahl liebt Paris mit jener inbrünstigen Liebe, deren man zu Unoecht den Renegaten bezichtigt, jener Liebe, die aus dem Haß gegen eine überwundene Sache entspringt. Er liebt Paris nicht wie ein Pariser, sondern als B.rliner, der kraut ist von den Attentaten, die«ine barbarische Zeit ems seinen Geschmack und sein Lebensgefühl verübt hat. Mit einer Inbrunst durchlebt er die Geschichte dieser Stadt, wie sie im Zuge der Straßen, in ihren Plätzen, Brücken und Palästen sich ausdrückt. Eine seltene Gunst der Umstände, nicht nur der von der Natur ge- aebenen, sondern auch der historischen, hat Paris zu dem gemacht, was es ist. Die Hauptstadt eines reichen Landes, das früh unter ein««inzige Herrschast gebracht worden ist. konnte Pari? unge- hindert den vollen Glanz künstlerischer und geistiger Größe ent- falten. Der Vargleich mit Berlin, als der Hauptstadt de» Deutschen Reiches, zeigt den Unterschisd eine» stark gefestigten Volkes zu der t logischen Geschichte Deutschland«, das auch heute noch mehr ein Pegrisf als Totsache ist. So konnte Pari» in dem Wandel der ver- schiedenen Stile«ine monumentale Emheiilichteit wahren, die in der Geschlossenheil der Fassaden, in der Großartigkeit seiner Platze, der genial ausgenützten Perspektiven zum Ausdruck gelangt. Dig Preiihsnstadt hingegen in ihrem Wandet zur Reichshauptstadt mußte nischen Kongreß seine Feuerprobe zu bestehen haben. Be- steht Washington auf der Durchsetzung seiner gegen Süd- amerika gerichteten Politik, dann wird Havanna zum Aus- gangspunkt einer lateinamerikanischen Bewegung werden, deren Folgen nicht zu überblicken sind. Trotzdem, e i n Er- folg ist dem 6. Panamerikanischen Kongreß sicher: der Be- weis, daß deb Imperialismus Nordamerikas den Fort- schritt der süd- und mittelamerikanischen Länder hin- d e r t. DieUnterwerfung Nikaraguas und die schweren Ein- griffe in die Souveränität Mexikos wird Washington in Ha- vanna rechtfertigen müssen. Aus dem Kommunistenlager. Für Erschießung von Trohki und Gen.—„Ein Eichenwald von Redakteuren mit auswechselbarer Gummigesinnung." Ist das Diktatur des Proletariats? Die Kommunisten haben gestern das Andenken Karl Liebknechts und RosaLuxemburgs gefeiert, die vor neun Jahren nach der Niederlage des wahnwitzigen Sparta- kistenaufstandes von viehischen Landsknechten ermordet wur- den. Selbstverständlich haben sie dabei der Sozialdemokratie die Schuld an dem Morde zugeschoben, denn die Sozialdemo- kratie hat ja jenen wahnwitzigen Aufstand bekämpft. Daß kein Sozialdemokrat die Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs gewollt, betrieben oder gebilligt hat, ist unter an- ständigen Leuten selbstverständlich. Grund genug für die Kom- munisten, das Gegenteil zu behaupten. Im Gegensatz zu den Sozialdemokraten sind die Bolsche- witi und ihre deutschen Nachbeter mit dem Erschießen gar nicht zimperlich. So erklärte laut Bericht des„Loltswillen", des Reichsorgans der kommunistischen Opposition, dieser Tage der kommunistische Parteisekretär Schmidt in Schmalkalden vor Zeugen: Bon einer Verbannung kann noch gar keine Rede sein.!) Macht es sich ober notwendig, dann werden sie verbannt, wenn es im Interesse Rußlands liegt, dann werden sie auch erschossen. Dieser kommunistische Gemütsmensch ist also durchaus dafür, daß den russischen Freunden und Kampfgenossen Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs, den Trotzki, Sino- wjew, Rodek usw., das Schicksal Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs bereitet wird— von k o m m u l! i st i s ch e r Hand! » Das Zentralorgan der Oppositionellen, der„Volkswille", wendet sich in einem langen Artikel gegen das Zentralorgan der Offiziellen, die„Rote Fahne". Es spricht in diesem Zu- sammenhang in edelkommunistischer Bildersprache von einem „Eichenwald von Redakteuren mtt auswechselbarer Gummi- gesinnung". Dieser merkwürdige Eichenwald wird dann fol- gendermaßen geschilderte Dieses Geschmeiß ist sehr mutig, wenn das keine Anforderungen an ihre eigenen werten Leichname stellt, so etwa als Bataillons- adjutonten der Königlich Sächsischen Armee beider Füsilierung von Bolschewiken in der Ukroina(Schneller), als königlich preußische Leutnants im Weltkriege, weniger aber in revolutionären Situationen(Den gel), als Ministerialadjunkten in Sachsen (Ewer t), als Schlachtenbummler in chinesischen Kneipen, weniger bei den Revolutionskämpfen(Heinz Naumann), als 51er oder auf § 51 Beobachtete im Kriege(Leo w), als Anhänger weiß gar- d istisch er Regierungen in den Jahren 1918/19(Sleptow, Ras es), kurz� bei ollen Gelegenheiten ihrer eigenen erbärmlichen Geschicke. Diese Revolutionäre mit„abwechselbarer Gummige- sinnung" sind es also, die täglich den„Vorwärts" beschimpfen. Man versteht, wenn der„Vorwärts" wenig Neigung zeigt, sich mit ihnen einzulassen. * Was ist„Diktatur des Proletariats"? Auch darüber scheint man bei den Oppositionellen und Offiziellen nicht ganz in ihrer allzu plötzlichen Entwicklung die Spuren jenes mit Ge- schmocklosigkeit gepaarten Größenwahns aufweisen, woran das Reich der Hohenzollern zugrunde gegangen ist. Fritz Stahl ist ein Liebhaber, dem kein noch so leiser Reiz der Geliebten verborgen bleibt. Nicht nur in der strengen Ge- schlossenheit der Fassaden, in dem Schwung eines Giebels oder Balkons, sondern selbst in dem bizarren Gewirr der Dachkamine entdeckt er künstlerische Vorzüge. Er schält die gotische Stadt aus der späteren florentmischen, zeigt den Einfluß Roms und weist nach, aus welchem Lebensgefühl heraus der jeweilige Stil erwachsen ist. Er, als Deutscher, ist vielleicht der beste Biograph von Paris ge- worden, wie es ja Gewohnheit der Deutschen ist, sich im Fremden heimisch zu fühlen. Hier offenbart sich ein Gesetz, dos sicherlich in der so fragwürdigen und zerrissenen deutschen Kultur seinen Ur- sprung hat. Die Schwärmerei für das Fremde ist in mancher Hin- ficht doch Heimotsliebe, eine Liebe, die in dem Wunsch nach Dervoll- kommnung ihren Ursprung hat. Welcher Berliner, wenn er noch so sehr das mancherlei Schöne seiner Stadt empfindet, wird nicht von Wehmut ergrissen, wenn er die architektonischen Sünden an dieser Stadt erkannt hat. Der einzigartige Vorzug seiner vielen und zum Teil breiten Wasserläuse ist nicht nur nicht ausgenützt, sondern zum Teil zur Verhäßlichung des Stadtbildes verwandt worden. Siehe die Gegend an der Weidendammerbrücke und weiter im Osten. Der Kapitalismus im Bund mit einer unkultuvierten Monarchie, mtt einem schnöselhaften Kasernengeist Hot Berlin Wunden geschlagen, die es nur schwer verwinden kann. Russische Zensur in Berlin. In den nächsten Tagen— wenn nicht schon morgen erwarten wir, in der Presse den geharnischten Protest der 37 Prominenten— oder waren es 43— donnern zu hören, die dauernd die Freiheit der Kunst überwachen. In der P i s c a t o r- V ü h n e ist die Roll«, die Trotzt! in der russischen Revolution spielte, zensuriert worden. Natürlich! Was hat in einem kommunistischen Theater der Trotzki noch zu suchen? Zwar war er hier noch' vor einigen Wochen regelmäßig beklatscht worden. Aber die gefallene Größe ließ man zunächst unsichtbar werden, und jetzt nahm man ihr auch noch seine fulminanten Schlager. Russische Zensur? Gott bewahre! Freiwillige Liebesdienste von Leuten, die in Ehrfurcht und Unterwürfigkeit vor Moskau ersterben. Und die Prominenten schweigen. Wie beredt waren sie doch, als Piscators Volksbühneninszenierung den Dichter Welt vergewalligte und die Volksbühne ssch die kommunistische Propaganda verbot. Ab«r gegen Moskau darf man nicht lästern. Eine Stiftung zur Lebensoerlängeruna. D« frühere Präsident des Schiissamtes der Vereinlaten Staaten. Albert D- Laster, hat der Universiläi Chikagv eine Million Dollar gestiftet, zur Errichtung eines Instituts, das dem Studium der Lebensverlängerung gewidmet fein soll und l)auptsächlich die Krankheiten untersuchen und bekämpfen soll, an denen die Vienschen nach dem 50. Lebensjahr sterben. Di« meisten Todesfälle in diesen Jahren werden durch Herzkrankheit und Krebs und die Bright'sche Krankheit hervorgerufen., einer Meinung zu fein. Denn der„Volkswille" erlaubt sich die folgenden höchst bezeichnenden Bemerkungen: Daß die Diktatur des Proletariats darin bestehen soll, die W o r t- f ü h r e r des Proletariats an„nicht gar zu entfernte Plätze" zu verschicken, wie es in der zaristischen Sprache hieß, ist eine ort- ginelle Erfindung der scharfsinnigen Jünglinge in der„Roten Fahne". Wir dachten in unserer Naivität bisher, daß eigentlich die Diktatur des Proletariats sich gegen die Bourgeoisie als Klasse richten sollt«. Unserem Verstand geht nicht recht ein, daß die Genossen Sinowjew, Trotzki, Rakowsky, Smilga, Kamenew, Radek, Serebrjatow, Beloborodow, Sapronow, Muralow, Sasarow, So- snowski, um nur einige zu nennen, als Vertreter der bürger- lichen Klasse unterdrückt werden müssen, während der Korrespou- dent des„Berliner Tageblattes", Paul Echeffer. alles was ihm beliebt, an Rußland kritisieren tan» und Derserna grata(lies: bürgerlicher Liebling) bei Stalin ist, während der deutsch natio- nale Professor Hötzsch als„Freund Sowjetrußlonds" auf dem Posienkongreß dieser„Freunde" mit„Genosse" tituliert worden wäre, während eine Hohen zoller»Prinzessin Lust- reisen nach Rußland machen darf, während Clärenore Stinncs auf der Ehrentribüne bei einer Demonstration am 7. November mit einem Sowjet photogrophiert wird, während der Ideologe und Führer der russischen Bourgeoisie, der Professor Ustrjalow, glänzend bezahlter Angestellter der Sowjetrogierung ist. während „werktätige(!) P fassen" in Sowjets gelassen werden. Wir find der ZNeinung, daß dieser Liberalismus der Bourgeoisie gegenüber, verbunden mit der Polizeibrutalltät gegen die Wortführer des Proletariat» die proletarische Dil- tatur an ihren Wurzeln absägt. Der„Volkswille" meldet dann noch triumphierend, daß in einer großen Bersamnrlung in Suhl H ö l l e i n gegen Schalem elend unterlegen ist. Gec,en Höllein und seinen kleinen Anhang wurde fast einstimmig eine Resolutron an- genommen, die die Verbannung der russischen Altbolschewisten aufs schärfste verurteilt._ Llm Geßlers Nachfolge. Die Entscheidung wird hinausgezögert. lieber die Nachfolgerschaft des Reichswehrministers Dr. Keßler wird osfiziös erklärt, die Reichsregierung fei mit der gegen- wärtig tagenden Ländsrkonferenz und anderen Fragen derart beiastet, daß dies« Entscheidung nicht vor Ende der Woche ge- troffen werden könnte. Im übrigen hüllt man fich in Stillschweigen auch darüber, ob Hindenburg Geßler neuerdings gebeten höbe, im Amt zu bleiben und fich durch einen längeren Urlaub zu erholen, worauf Geßler jedoch ablehnend geantwortet haben soll. Oer Lutherbund. Oberbüfgermeister VeitnS zieht seine Unterschrift zurück. Der Magdeburger Oberbürgermeister, Genosse Belms, ver- dffentlicht folgende Erklärung: „Der Aufruf des Bundes zur Erneuerung des Reiches trägt auch meinen Namen. Oberbürgermeister Delius (Wesermünde) hatte mir den Aufruf zur Unterschrift gesandt und dabei auf den Provinziallandtog zu Hannover verwiesen, der ganz ähnlich, wie die von mir im Provinziallandtog Sachsens herbei- geführten Beschlüsse, für den Einheitsstaat und für eine Verwaltungsreform eintrat. Dieser im übrigen ganz all- gemein, gehaltene Aufruf cnthieft nichts, was auf eine sogenannte überparteiliche, grotzpolttische Unternehmung schließen ließ. Erst aus dem Auftreten und doc Rede Dr. Luthers wurde mir offenbar, daß neu« Unklarheiten im Entstehen sind, die der Be- wegung für den Einhettsstaat nicht dienlich sein können. Ich habe deshalb meine Unterschrist zurückgezogen." Das Slausenburger Kriegsgericht rerurtetttc fünf Lehrlinge. die sich an den Ausschreitungen in Großwardein beteiligt Hatten, zu Gefängnis zwischen zwei Wochen und jünf Monaten. „Di« Wächter." Potsdamer Uraufführung. Ein einsamer Leuchtturm. Die beiden Wächter, lange über die Jugend hinaus, vom Leben da draußen enttäuscht, dämmern dahin, bis eines Tages«ine Frau die Situation ändert. Ein Schiff ist im Sturm gesunken, die Frau als einzig Ueb erleb ende rettet sich auf den Leuchtturm. Plötzlich erhält das Leben der beiden Männer Glanz, sie erwachen aus ihrer Starrhett, bewerben sich um die Frau? Wem soll sie gehören? Ihr Vorschlag, zu Dreien zu leben, wird von dem älteren abgelehnt. Gewaltsamkeiten drohen. Die Männer find nur noch Geschsechtswescn, die Frau,«ine Aus- gestoßene der Gesellschaft, will nicht mehr ans Land zurück. Wo liegt die Lösung dieses Problems? Als es zu einer neuen, wilden Auseinandersetzung zwischen den Männern komenk, stürzt sich die Frau von der Leuchtturmspitze ins Meer. Dies kurz skizziert der Inhalt des Schauspiels von Paul H c a g. Regisseur und Schauspieler, das am Sonnabend im Rahmen der Volksbühne im Potsdamer Schauspielhaus seine Uraufführung erlebte. Das alte Probien, von der Liebe zu Dreien, aber diesmal zwischen primitiv« Trieb wesen verpflanzt, ist dos Hauptmotiv des Stückes: dock Haag gibt«her Ansätze als Vollendung und Lösung. Dos ochrrnspiel setzt prachtvoll ein. Knapp und prägnant sind die ersten Szenen ausgebmit, mit wenigen Worten ist die Situation, sind die Charaktere umrissen, die Hand- lung entwickelt sich schnell, ist stark konzentriert, bis zum Ende des zweiten Aktes, wo sich zmn erstenmal die Männer unversähnbar gegenüberstehen, dann versandet das Schauspiel. Im dritten Akt erscheint der revidierend« Oberlotse, der bie Frau nicht sehen darf. Aber er erscheint nur, um die Spannung zu erhöhen, er ist jür den Verlauf der weiteren Handlung bedeutungslos. In den letzten Akten� wiederholt Haag nur das Thema der vorhergebenden, und der Schluß wirkt wie ein Derlegenheitsschluß, ist dem Ganzen un- organisch angehängt. Trotz dieser Mängel ist ein theaterwirksames Schauspiel ent- standen. Jede Szene ist mit Hinblick auf die Bühnenwirkung ge- schrieben. Es findet sich nichts Abstraktes, nichts Verstiegenes, leider cntgeleist die Sprach« manchmal zu sehr ms Triviale. Be- sonders unongenebm berührt die zitotenschwanger« Sprache der Frau, wie dies« Rolle überhaupt am wenigsten befriedigt und geoenüber dem fest gefügten, psychologisch fundierten, älteren Wächter verblaßt. Es ist Haags erstes Bühnendrama, und immer- hin ist dieser Auftakt verheißungsvoll, auch wenn der Derfasser mit dem Problem nicht fertig wurde. Di« Aufführung unter der Regle des Intendanten Kurt P« h l e» mann hielt Rivecm. Haag hat sein« Menschen in Holzschnittmonier entworfen und dem Schauspieler die feinere Ausarbeitung über« lassen. Die Darsteller begnügten sich in Potsdam mit der Zeichnung des Umrisses. Pauk Conrad! als älterer Wächter in Maske, Haltung und Dialekt überzeugend, ein erdverwachsener Kerl und stark in seinen Ausbrüchen. Der Beifall war groß. F. S. Oer srevzäillche Schriftsteller Jol« Kornain» spricht Dienstag, 6 Uhr, im Herrenhaus e über da« Thema:.Aus dun Wege zur beutich-konzösische» Freuudschast". Jakob Wafferuuum hält«tuleitenll eine Rebellion der Zentrumsarbeiter. Zmbusch gegen Marx.— Zentrumswählerversammlung beschließt Mißbilligung gegen Marx. i)err Marx, der Reichskanzler, hat gestern seinen 65. Geburtstag gefeiert. Sein Fraktionskollegc I m b u s ch hat ihm in einer Versammlung der Zentrumswähler des Wahlkreises Essen in O b e r h a u s e n die Geburtslagsrede gehalten: Die Beseitigung des Reichskanzlers Marx aus der Leitung der Partei, so suhrte Jmbusch aus, ist nicht unerwünscht. Die Zen- trumspartei wolle und solle eine Volkspartei sein, heute aber sind in der Partei und in dm Fraktionen Kreise vertreten, die nicht mehr in die Partei gehören. Seit der Revolution kann man auch als Zentrumsmann einen Posten erhalten. Deshalb sind h ö- here Beamte. Akademiker usw. zur Partei gekommen, ohne ihr innerlich anzugehören. Auch aus der Wi r t s ch a f t ist mancher zum Zentrum gekommen, der an und sür sich mit ihm wenig oder gar nichts zu tun hat. Diese Leute sind innerlich nicht Anhänger einer Voltspartei, weil sie nicht gerecht und nicht sozial sind. Ten Arbeitern fehlt der ihnen gebührende Einfluft in der Partei. Die einflußreichen Posten besetzen die anderen, und in der Zentrumssraktion sind zuviel Beamte vertreten. Die Zen- trumsfraktion des Landtags zum Beispiel besteht zur Hälfte auS Beamten. Der Beamte soll dem Volke dienen, aber nicht das Land beherrschen. Bei der Besoldung?- r e s o r m hat man maßlose Dummheiten gemacht. War es not- wendig, daß die Minister 6l)00, der Reichskanzler Svfttt Mark, die Cberpräsidcnten 50 Proz. Zulage erhalten in einer Zeit, in der mancher nicht satt zu essen hat? In der letzten Zeit habe er zahlreiche Briefe erhalten mit der Aufforderung, endlich die erforderlichen Schritte zu tun, um eine neue Arbeiterpartei zu gründen; der begeisterten Zustimmung könne ich sicher sein. Diese«-Weg halte ich nicht für den richtigen. Es muß vielmehr in der Zentrumspartei der richtige Geist wieder geweckt werden. In weiten Kreisen hält man manchen unserer Führer nicht mehr sür das, für dos man ihn vor drei Jahren gehalten hat. Und damit hat man recht; mancher ist nicht mehr das, was er vor drei Jahren war. Ter bekannte Brief von Marx verrät keinen Zentrumsgeist, keine Kollegialität. Das hätte dem gleichen Mann vorfünfJuhrennochnichtpassierentönnen! Da ist innerlich etwas anders geworden. Der Weg vom Kandidaten des Volksblocks bis zum Kanzler der Rechtsregierung ist weit. Die Aeußerung, die Zentrumspartei sei keine republi» kanische Partei, läßt tief blicken. Auch daß man ohne Anhörung der Fraktion B o r l o g e n einbringe, die die gewaltige Erhöhung der eigenen Gehälter zum Ziele haben, während man die Erhöhung der Renten und Invalidenbezüge als unmöglich hinstelle, ist be- zeichnend. So ist manches faul in der Partei. Wir brauchen eine christliche Partei wie das Zentrum. Wenn nicht, anders, muß man hier und da einen Schritt unternehmen gegen gewisse Vertreter und Führer in der Partei,«ud man muß sie so lauge wegschicke», bis bei ihnen die Be» finnung-wieder zurückkehrt. Zum Schluß wandte sich Jmbusch gegen die Ausführungen des Industriellen Reusch vor der Duisburg-Ruhrorter Hgndelskanvner. Nicht die Nominallöhne feien ausschlaggebend, sondern ihre Kaufkraft, und die liege in Deutschland noch acht Prozent unter der vor dem Kriege. Außerdem werde sür den gezahlten Lohn heute mehr gefördert als füher. Den Vorwurf der Aufreizung zum Klassen- kämpf wies der Redner zurück, und den des mangelnden Christen- tums ironisierte er. Ter Geist, der aus Reuschs Auslassun- gen sprechö, mache sich auch in der Partei breit. Ihm müsse entschieden entgegengetreten werden, eventuell durch eigene Kandidaten gegen die offiziellen Kandidaten des Zentrums. Der alle Geist müsse im Zentrum zurückkehren! Die heftigen Angriffe Imbuschs gegen Marx und den Rechtskurs im Zentrum fanden stürmischen Beifall" Der Ver- such, das Zentrum zu einer monarchistischen Unternehmer- und Großagrarierpartei umzuwandeln, stößt auf heftiaeu Wider- stand der Zentrumsarbeiter. Der Bogen ist straff gespannt! Die Stimmen der katholischen Arbeiter im industriellen Westen bilden die Basis der Zentrumspolilik und Zentrums- macht. Wöhlerprotest gegen Marx. Essen, 16. Zanuor. 3 m Anschluß an die gestrigen Aussührungen des Reichstags- abgeordneten Jmbusch aus der Wählerversammlung der Z en t r u m spa r t c i des Stadl- und Landkreises Essen wurde mit allen gegen drei Stimmen eine Entschließung angenommen, in der die Versammlung in sehr sttjarser weise Kritik an dem Schreiben de» Reichs- kanzlers Dr. Marx an den Katholischen Lehrerverband übt und betont, daß von dem obersten Beamten des Reiches und dem ersten Vorsitzenden der Partei ein anderes Verhalten hätte erwartet werden müssen. Die von durchaus sachlichen und grundsätzlichen Erwägungen getragene Stellungnahme Siegerwalds und seiner freunde sei außer von den Arbeitern auch von weilen Kreisen des Mittelstandes und der Landwirtschast geteilt worden, worüber sich der Reichskanzler auch in seinem eigenen Wahlkreise Gewitzheil verschossen könne. Durch die Veröffentlichung des zwar nicht für die Oeffenlilchkeit bestimmten Schreibens sei die taisächliche Aasfassung de» ersten Vorsitzenden der Partei bekannt geworden. Herrn Stegerwald spreche die Versammlung ihr o o l l e» v e r- trauen aus. , Marx und Jmbusch. Das katholische„W est deutsche V o l k s b l a t t' schreibt zu dem M a r x b r i e s gegen die Gewerkschastssekretöre: „Daß der Brief. des Kanzlers wenig glücklich war, erklärt sogar die„Tremvnia". Wir sind etwas weniger zurückhaltend, wenn wir aussprechen, daß die Wendung von„Stegerwald und eini- gen Gewerkschaftssekretärcn" so ungefähr das Unglücklichste war. wo? dem Reichskanzler passleren konnte. Einer der Sekretäre, an die Marx sicher gedacht hat, war der Abg. Jmbusch. Wir hasten es für sehr bedenklich, wenn der Führer unserer Partei keinen weg findet, um sich mit einem Abgeordneten vom Formal Jmbusch» zu verstäudigen." Das einheitliche(Strafrecht. Beratung der gemeinsamen Ausschüsse. Die Vertretung des Strafgesetzausschusses des ö st e r r e i ch i- t ch e n und des deutschen Parlaments beriet am Sonn- abend und Sonntag den allgemeinen Teil des Strafgesetzemwurfes. Zur Frage der Todesstrafe hob Genosse Renner(Wien) hervor. daß man in Oesterreich dringend wünsche, daß die Rechts- Ungleichung beider Länder nicht vor der Todes- strafe halt mache. Man betrachtet in Oesterreich die Be- seitigung der Tode-strose als Zeichen der höhe der Kultur eines Landes und man sei überzeugt, daß das deutsche Volk den Grad der Kultur erreicht habe, der ermögliche und notwendig mache, von der Todesstrafe abzusehen. Gerade in diesem Punkte dürfe die Rechtsangleichung am allerwenigsten scheitern.. Oeslerreich Holle an der Abschaffung der Todesstrafe fesi. Dculschland möge sich anschließen. Auf Vorschlag des Vorsitzenden kahl wurde die Sitzung über die Todesstrafe in diesem Ausschuß der beiden Parlamente vorläufig zurückgestellt. Bei dem bedingten Straferlaß wünschte Genosse Eisler(Wien), daß der vom österreichischen Strafgesetzausschnß gefaßte Beschluß, dem Gericht das Recht des Straferlasses bei Strafe bis zu einem Jahrs zu geben, von Deutschland übernommen werde. Der deutsche Rechtsousschuß hat den bedingten Straferlaß auf Strafe bis zu sechs Monaten beschränkt. TNil allen Stimmen gegen die Deutschnationalea wurde beschlossen, das deutsche Gesetz dem österreichischen anzupassen. Ebenso wurde gemäß einem Be- schluß des österreichischen Ausschusses beschlossen, die Mindest- Probezeit für die Bewährung nicht auf zwei Jahr« zu bemessen, wie in Deutschland beschlossen war, sondern auf 1 Jahr. Dagegen wurde gegen die Stimmen unserer österreichischen und deutschen Genossen beschlossen, abweichend von einem milderen österreichischen Beschluß, dem Gericht die Möglichkeit zu geben, die Probezeit nachträglich bis auf insgesamt fünf Jahre zu verlängern. Zur Frage der Sicherungsverwahrung hotte der deutsche' Ausschuß beschlossen, diese Maßregel bei Jugendlichen unter 21 Jahren nicht stattfinden zu lassen. Auf Antrag des Genossen Rosenfeld wurde beschlossen, die österreichische Regelung der besseren deutschen Regelung anzupassen. Die Rcichsverweisung gegen Ausländer, die zu einer Frciheits- strafe verurteilt sind, waren nach deusschcm Beschluß in das Er- messen des Gerichtes gestellt, während nach dem österreichischen Beschluß die Ausweisung automatisch zu erfolge» hat. Unsere Genossen beantragten die Uebernahm« des deutschen Beschlusses auf beide Länder, da die zwangsläufige Dorschreibung der Ausweisung in vielen Fällen eine große Härte bedeuten würde. Der Antrag wurde aber gegen die Stimmen unserer deutschen und österreichischen Genössen abgelehnk. In der Frage der Verjährung wurde der vom deutschen Ausschuß gefaßte Beschluß, die Verjährungsfrist bei Verbrechen, die mit Todesstrafe oder mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht sind, auf 36 Jahre herauszusetzen statt auf 26 Jahr« wie in Oester- reich bescklossen war, gegen die Stimmen unserer Genossen aus- recht erhalten. Ein besonders lebhafter Kampf entbrannte um die Frage, ob einem Rechtsanwalt, der zu einer Gefängnisstrafe von minde- stcns einem Jahr»erurteilt worden ist, vom Gericht noch freiem Er- messen auch�as Recht zur Ausübung der Rschtsanwaltfchaft soll aberkannt werden können. Genosse Rosenseld beantragte die Streichung dieser Bestimmung und im gleichen Sinne sprachen auch die Genossen Eisler(Wien), Renner(Wien) und Saeager, indem sse insbesondere darauf hinweisen, daß die Rechtsanwälte der Ehrengerichtsbarkeit ihres Standes unterständen und daß die Ehrengerichte schon darüber wachten, daß die Anwaltschaft von wirklich unwürdiges Elementen gereinigt wurden. . Die christlich-soziolen Vertreter aus Oesterreich und die deutsch- nationalen Vertreter aus Deutschland traten für dies« Bestimmung Zwei Marierln aus Geßler. i. hier ruht Geßler. mit Vornamen Otto. Immer gerecht sein, das war sein Motto. Er ist allem und jedem gerecht geworden: Dem Leutnant Schulz und den Fememorden. Ihm wurden die einfachsten Dinge zum Rebus. Er foh nicht Küstrin und er sah nicht die Phoebus. Er konnte sich in alles hineinversetzen, In Kolbe und in deutschnationalc Hetzen, In monarchistische Wegebohner. Bloß in eines nie: in den Republikaner. II. Hier ruht Otto Geßler, Rcichswehrminifter. Ein Freund des Dementis gewesen ist er. Er dementierte das Weiße vom Schimmel, Das Schwarze vom Rappen und das Blaue vom Himmel. Ist darüber nicht bald ein Dementi zu lesen, Ist der ganze Rücktritt nicht wahr gewesen. Hans Bauer. Vumerangen Sie? Co wenig auch der moderne Sportmann mit den australischen Uneinwohnern in Kultur und Wellanschauung etwas zu tun hat, so hat er doch mit ihnen das Interesse an einem Gegenstand gemein, der die neuest« Mode des englischen Sports bildet. Es ist dies der Bumerang, das bekannt«„Schwirrholz' des australi- schen Urwaldes, das, geschickt geworfen, in die Hand des Schleudern- i»«n zurückkehrt. Solche australischen Bumerangs sind mit leichten Veränderungen auf dem britischen Markt erschienen, und das Bumerangwerjen ist die jüngste Kunstfertigkeit, die geübt wird. Der Sportbumerang ist«in buntfarbiges Stück holz, das zwar nicht so gefährlich ist wie die ursprüngliche Waffe, ober doch nur auf einem großen Platz oder auf dem Felde gebraucht werden darf. Wenn keine Gefahr besteht, daß das Schivirrholz ahnungslosen Vorbei- qehenden an den Kopf fliegen kann, ist es ein sehr lustiger Sport, der besonders bei einem kräftigen Wind viel« Ueberrafchungen bietet. Es ist ziemlich schwierig, das Instrument, dessen seltsame Schwingungen und Sprünge in der Lust zunächst Verwunderung erregen, zu meistern, aber es gibt bereits Bumcrangwerfer, die es zu einer großen Fertigkeit gebracht haben, und es sollen demnächst die ersten Wettbewerbe in dieser Kunst veranstaltet werden. 0»kar Maria Gras und Heinrich Lerfch lesen Dienttag.'Ijä(im Verbände Deutscher Erzähler), im Herrenhaufe, gemeinsam au» ihren»erkcn. Eine deutsche ExpediNa«»ach»er Mangalel wird nach einer Mittelluna der .Jtweiiija' im kommenden Sommer von der Notqemelnlchaft der deutschen Wissens chatt entsandt. Ihr Zweck ist d>e Ersorlchung der SvpbilULal« einer Iiisache des Zluisterben» der dortigen Bevölt�riiilg, die bis zu Proz. aiigelteikt Ist. deutsche iiuastaueslelluaaea tu Moskau. Da» Museum der schönen Künste in Mo»kau veranitaltct im Februar eine Sticht» R o t I wi tz-Ausstellung. Lin April wird an der gleichen Stätte zur 400. Wiederkehr de» Todestage« Al. brecht Dürer« eine Ausstelttmg seiner Stutfu*«ud holzjtich» erögn«t. ein, leider auch Ministerialdirektor Bumke. der eine einheitliche Stellungnahme der Anwaltschaft gegen die Bestimmung des Eni- wurfes vermißte. Von den Vertretern der bürgerlichen Parteien äußerte nur der Vorsitzende Abg. kahl seine Sympathie für den sozialdemokratischen Antrag, er bat aber, die Beschlußfassung vor- läufig abzusetzen, und der Ausschuß beschloß demgemäß, hauptsächlich, um der Anwaltschaft Gelegenheit zu geben, zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Nachdem dann noch eine größere Anzahl unwichtigerer Fragen besprochen und die Rechtsangleichung in diesen Punkten beschlossen worden waren, wurden die weiteren Beratungen auf heute vertagt. Schreck und die puischverbände. Beziehungen des Kronlbanns zum Beichswehrministerium. Leipzig. 16. Januar. Im Dokuinentensälschcrprozeß Schreck und Genossen begann heute, nachdem fünf Tage hindurch nur die Angeklagten vernommen worden waren, die Beweisausnahme, und zwar waren UtnäcW 18 Zeugen geladen, darunter vor allen Dingen führende Persönlichkeiten der vaterländischen Verbände Bayerns. Der frühere Geschästsführer.des Bundes„Oberland",-Haupt- mann a. D. Röder erklärte als elister Zeuge, er kenne Schreck nicht Von einer Bermittlungsstcll« in Bayern, die Ende 1924 oder An- fang 1925 die Einioung jämtlicher nationaler Verbände betrieben "lx-ben soll, will der Zeuge nichts wissen. Geld sei damals in Boyern für eine solche Stelle nicht gesammelt worden Schreck habe kein Recht gehabt, sich als Vertreter des Bundes„Oberland" zu be- zeichnen. Hauptmann a. D�Röhm bekundet als Vertreter des aufgelösten Frontbannes, dessen Stempel Schreck für seine Fälschungen benutzt. lediglich in Berlin seien Bestrebungen zur Einigung der Verbände im Gange gewesen. Schreck hätte die F�ontbannstempel gefälscht. Aus die Frage des Vorsitzenden: Besieht zwischen Ihnen und dem Reichswehrministerium irgendein« Beziehung? Waren Otstziere des Reichsmehrministeriums bei diesen Sitzungen anwesend? er- widert der Zeug«: Es bestehen wohl zu einigen Herren de» Mnisie- riuni» persönliche, private Beziehungen, in dieser Angelegenheit aber nicht. Ebensowenig waren Offiziere bei diesen Sitzungen anwesend. Nach weiteren Vernehmungen erklärte der nationolsozialisttsche Schriftleiter Hermann Esser, daß er Schreck von München her kenne, und-war sei er ihm vor dem Hitler-Putsch einmal im Nestaurant Platzt im Beisein Hitlers von dem später verstorbenen Dietrich Eckard vorgestellt worden. Damals lzab« gegen ihn, Eckard und Hitler«in Berjahren wegen Landfriedensbruckes geschwebt, und Schreck Hab« ihnen angeboten, wenn sie ihre Strafen dafür absitzen müssen, die Kosten für ihre Verpflegung usw. aufzubringen. In ncftionalsozialistischen Kreisen habe Schreck keine besondere Rolle gespielt. Schreck und die Einwohnerwehr. Gutsbesitzer Puhl, der in der Einwohnerwehr in leitender Stelle tätig war, bekundete, daß man noch Besprechung mit Sanitätsrat Pittinger die Ausnahme der von Schreck gegründeten und mit Waisen ausgerüsteten Einwohnerwehr in den großen Verband beschlossen Hobe. Schreck sei zum Bezirksleiter ernannt worden. Der Angeklagte selbst erklärte hierzu, daß er feine Einwohner- wehr während der Röterepublik ausgerüstet habe, und zwar habe er durch Bestechung bes Vollzugsausschusses in Nürnberg, dem er erklärt habe, es handele'sich um die Bekämpfung dgr Gegenrevolution, ein Maschinengewehr und 382 Gewehre getaust, die er dem Leiter der Einwohnerwehr übergeben habe. Bei der Durchführung der Entwossnungsvorschristcn habe er selbst, nachdem man ihn angezeigt hatte, noch 86 Gewehre besessen und auch schließlich abgeliefert. Bei der Einwohnerwehr habe er unter dem Kommando des Oberleutnants Schmidt und des Gutsbesitzers Puhl gestanden. Italien bewaffnet Ungarn. Enthüllungen in Paris. P a r i s. 16. Januar.(Eigenbericht.) Der sozialistische„Populaire" kündigt heule eine Reihe von Eni- hüllungen an über die Wassenschiebungen, die zwischen Italien und Ungarn ständig vorgenommen worden seien. Alan dürfe nicht annehmen, daß die jetzt entdeckte Schiebung die einzige gewesen sei. Seit Jahren habe Ungarn Waffen aus Italien bezogen, und gerade zu diesem Zweck Hobe es in Szt. Gotthard eine Militär- aktteilung ständig in Alarmbereitschast gehalten, die auch jetzt sofort eingegriffen habe. Die bisherigen Schiebungen feien mit größter Vorsicht vorgenommen worden. Zunächst habe man von Italien au» eine Anzahl Waggon» mit Früchten nach irgendeiner ungarischen Station gesandt, wenige Tage daraus sei die gleiche Zlnzahl Waggons mit Waffen unter der Deklaration„Früchte" scheinbar nach einem Vohnhos in Rumänien, Polen oder der Ischechoslowokei abgegangen. Aus ungarischem Boden wurden nun die Früchte umgeladen und die wasscn ausgeladen. Diese Schiebungen feien den Behörden bekannt gewesen. Einmol habe sich sogar der Völkerbundsrat damit befchäfligt, aber es feien niemals Strafmahnahmen erfolgt, da man— keine juristische kiandhobe gesunden habe. Gegen andere Länder haben die Friedensbestim- mungen genug„juristische.Tzandhaben" geboten: aber die Ge- Heimrüstungen �ortby-Ungarns haben von Anfang an die Billigung Englands gefunden— bis auf das allzu kurze Zwischenspiel der sozialistischen Regierung Mac- donalds. Die Gamoaner demonstn'eren. Gegen den Abtransport der Ausstandsführer. London, 16. Januar.(EP.) Gelegentlich der Deporti«rung von zwei Rebellen» f ü h r e r n bei den Clngeborenen-Unruhen auf Samoa kam es zu Eingeborenen-D?monstrationen. Mehrere Hundert vli» ihnen waren nach Apia gekommen, wo einige Demonstranten aus Handfeuerwaffen S ch ü f j e in den Straßen abfeuerten, ohne jvdoch Schaden anzurichten. Der Trmisport der Deportierten jell-st vollzog sich ohne Schwierig ketten. 7 Ein„vorsorglicher" Direktor. Wenn der Mann tödlich verunglückt, macht die Witwe„ein Geschäft". Im städtischen und Kreiskrastwerk Spandau K.nrb.ch., m twlcheni ungefähr 65 Ardeiter beschäftigt werden und das van einem Direktor Möller(Iah res geholt von 46666 M.) geleitet wird, verunglückte am 7. Dezember 1927 der 32jährige Elektromonteur Alfons P a w i z a t, indem er mit einer chochspannungsleilung(6060 Volts in Berührung kam und derart schwere Verbrennungen erlitt, daß er kurze Zeit nach seiner Auf- nähme im Spairdauer Krankenhaus v e r st a r b. P., der unter seinen Kollegen sehr beliebt war, hürterließ Frau und Kind. Dieser besonders tragische ilrrglücksfoll veranlaßte den Betriebsrat, mit dem cherrn Direktor Möller.zu verhandeln. Er erreichte dabei, daß die Firma sich bereit erklärte, die Beerdigungskosten zu übernehmen und der Frau des Verstorbenen, um sie vor der größten?dot zu schützen, einen Geldbetrag von 5 06 Mark zu geben. Tatsächlich wurden an die Frau nur 166 M. gezahlt. Wenn auch dieses Entgegen- kommen als sehr bescheiden zu bewerten ist, so war es immerhin ein Entgegenkommen, da eine rechtliche Verpflichtung nicht bestand. Di« Angelegenheit wäre damit erledigt gewesen, wenn nicht der cherr Direktor ihr eine andere Wendung gegeben hätte. Die Arbeiter des Werkes kennen die Art d«r sozialen Ein- stcllung ihres Direktors aus früheren Anlässen zur Genüge. Daß der Herr sich ober erlaubte, der Witwe bei der Krankenkasse das Sterbegeld zu sperren, dos hätie ihm denn doch keiner der Arbeiter zugetraut. Wenn auch nach der Reichsversicherungs- ordnung demjenigen das Sterbegeld zusteht, der die Beerdigungs- kosten trägt, so wird doch in diesem Falle dos Verfahren des Herrn Direktors niemand gutheißen. Die Arbeiter erachteten es als unwürdig und brachten dies mich zum Ausdruck. Au feiner Rechtfertigung erklärte Direktor Möller, daß die wilwc aus dem Tode ihres Mannes dann ein Geschäft mache. Daß mit einem Todesfall neben den Beerdigungskosten viele Nebenkosten verknüpft sind und daß dazu 160 M. nicht ausreichen, liegt klar auf der Hand. Auch einem wohlbestallten Direktor sollte dies einleuchten. Und wenn wirklich der Witwe ein paar Mark übrig geblieben wären, es würde dies immer noch kein« Eni- schädigmig für den Derlust des Ehemannes, des Ernährers, dar- stellen. Der Witwe aber gar„ein Geschäft"' aus dem Tode des Ehemannes anzudichten, ein Geschäft, vor dem sie der Herr Direktor— wohl nur aus erzieherischen Gründen zur Pietät?— sorgsam zu bewahren sucht, dazu gehört eine Gemütsverfassung, um die wir den Herrn nicht beneiden. Die Stadtgemeinde Berlin ist Besitzerin dieses Werkes. Es wäre deshalb angebracht, wenn die maßgebenden Körperschaften sich mit diesem Fall estustal beschäftigten. Vorläufige Einigung bei Heinkel. Der in Nr. 21 des im Streik bei den Warnemünde wurde Arbeiterschaft nahm den Berbindlichkeitserklärung. gancsationen der Arbeiter zunehmen, da die Firma „Vorwärts" veröffentlichte Schiedsspruch H e in ke l- Flu gz cu gw er k e n in von der Firma abgelehnt. Die Schiedespruch an und beantragte eine Die Firma machte daraufhin den ür- den Vorschlag, die Arbeit zunächst aus- als Provisorium die Lohn.zulage von 8 Pf bewillige, und die Entscheidung über die Verbindlichkeit?- ertlrnTing im Betriebe abzuwarten. Wenn die Entscheidung über' die Verbindlichkeitscrklärung gefallen ist, soll erneut inst den Organisationen über ein schriftlich festzulegendes Lohnabkommen v e r- handelt werden. Diesem Dorschlag hat die Belegschaft zugestimmt. Nach dem Schiedsspruch hotte die Firma nur nötig, zunächst erst die Hälfte der Belegschaft einzustellen, und es war durch Verhandlungen mit den Orgamsationsvertretcrn möglich, weit darüber hinaus Streikende zur sofortigen Einstellung zu bringen Der Rest der Arbeiterschaft soll in den nächsten Tagen eingestellt werden. Wenn die Forderungen der Arbeiter in diesem Streik nicht voll erfüllt worden sind, so liegt das daran, daß sich leider ein großer Teil Streikbrecher gefunden hat, die den Kamp- senden in den Rücken gefallen sind. Oer Krebsgang der Kommunisten. Gelsenkirchen, 15. Januar.(Eigenbericht.) Bei den Ortsoerwaltungen des-Deutschen Me- tallorbeiter-Lerbandes in Gelsenkirchen erhiell die Rich- hing Amsterdam 719 Stimmen und die Richtung Moskau 239 Stimmen. Dieses Ergebnis ist deshalb'bemerkenswert, weil vor 2 Iahren die Kommunisten noch die Verwaltung innehatten, und es damals der Amsterdamer Richtung nur mit einer Mehrheit von 36 Stimmen gelang, die kommunistische Verwaltung zu entfernen. Inzwischen Hot die Amsterdamer Richtung, wie Figura zeigt, eine neue erfreuliche Stärkung erfahren. Vereinbarung der£anö- und Forstarbeiier. In Bayern rechts des Rheins. Nach viertägigen Verhandlungen in München sind in der Land- arbeitsgemeinschast der land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberund Arbeitnchmervercinigungen Bayerns Vereinbarungen zustande gekommen, die in der Hauptsache folgendes bestimmen:' a) L a n d w i r t s ch a f t. Die bisherigen sieben Lohngebiete sind aufgehoben. Forton gelten vier Ortsklassen. Der Spitzen- barlohn erhöht sich von 2.86 M. auf 3,10 M. Dies ist der Borlohn in Ortsklasse A für einen über 26 Jahre alten landwirt- schaftlichen Arbester bei zehnstündiger Arbeitszeit. In den übrigen drei Ortsklassen beträgt der Spitzenlohn 93, 88 bzw. 78 Proz. Die Frauenlöhne betragen 75 Proz. der Männerlöhne. Die Barlöhne für Schweizer, Gutshandwerker, sowie die tariflichen Zulagen für technische Arbeiter, Gespannführer usw. bauen sich auf den Spitzenlohn von 3,16 M. auf und erhöhen sich nach den üblichen Schlüsseln. Die Barlöhne der ländlichen Dienst- boten erhöhen sich um 5 Proz. Erreicht die Reichsinderziffer inner- halb der Dertragsdauer mindestens 166 Punkte, so erfolgt eine neue Regelung. b) Forstwirtschaft. Für die Forstarbester in den Forst- betrieben einschließlich der Staatsforst gelten folgende Sätze: Der Spitzenlohn ist von 54 a u f 5 8 Pf. erhöht. Von den vier bis- herigen Ortsklassen wurde die letzte aufgehoben. Die Forstbetriebe, die dieser Klosse angehörten, rücken in die nächsthöhere Klasse ein. Die Spitzenlöhne�dc'r bisherigen vier Ortsklassen waren 54, 56, 46 und 44 Pf. pro Stunde, die der neuen drei Ortsklassen betragen nun 58, 54 und 49 Pf. Die Erhöhungen betragen durchschnittlich 8,4 Proz. Die Löhne in der R h e i n p f o l z werden besondersgeregelt. Trotz der eingetretenen Erhöhung weifen die Löhne der Land- und Forstarbeiter, im Vergleich zu den Löhnen der Industrie- arbeiter, immer noch einen erheblichen Abstaizd auf. Durch weiteren Ausbau und Stärkung des Deutschen Landarbeitervcrbandes wird es den Land- und Forstarbeitern möglich sein, den Abstand zu ver- ringern. !tm den„industriellen Frieden" in England. London, 15. Januar.(TU.) Die Bestrebungen auf Herstellung einer engeren Zusammen- arbeit zwischen Unternehmern und Arbeitern als Basis für eine groß- zügige Förderung der englischen Industrie finden auch in parla- mentarischen Kreisen der Arbeiterpartei warme Unterstützung Mae- d o n a l d und seine nähere Umgebung fördern diese Entwicklung, obwohl die parlamentarische Arbeitersraktion sich aus Zweckmäßig- keitsgründen bei den Verhandlungen zurückhäll.. Diese Einstellung wird in manchen Kreisen als Beweis für die„Wandlung der sozialistischen Bewegung in England angesehen.—„Sun- day Times" meint in diesem Zusammenhang allerdings, daß die englische Arbeiterpartei noch einen westen Weg zurückzulegen habe, bis sie zu dem von den amerikanischen Gewerkschaften bereits er- reichten Stand gelange. Wer der Staatssozialismus sei auf alle Fälle tot. Das hätten die letzten Vorgänge wieder deutlich gezeigt. Wenn das Blatt den„Staatssozialismus" etwa in der Sub- ventionierung der Bergwerke erblickte, der Prämie auf rückständige Betriebswerke, dann wäre eine Todesanzeige richtig. Dem Sozi- alismus schadet sie nicht. Gewerkschastsrat kontra Cook. Aus der sogenannten Friedenskonferenz, also im Beisein der Unternehmervertreter, hat Cook den Gewerkschastsrat und feine Politik heruntergerissen. Der Gewerkschaftsrot will sich deshalb mit dem Verholten Cooks befassen und ihm wahrscheinlich einen offiziellen Tadel erteilen. Moskau für Restgiosität- in Indien. (JGB.) In einem Aufsatz über die indische Gewerkschaftsbewe» gung befaßten sich die Presseberichte des JGB. kürzlich u. a. mit den im indischen Menschen und damit auch in der Gewerk- schaftsbewegung wirksamen religiösen Trieb- kräftcn. Der Artikel setzte sich dabei für gegenseitiges Verständnis ein und betonte, daß olle derartigen Aeußerungcn aus der Kultur des Landes heraus begriffen werden müssen, wobei zu bedenken sei, daß es im Westen Sitten gibt, über die die Inder wahrscheinlich mit Recht ebenso erstaunt sind wie wir über Insti- tutionen der Inder. Dem Roten Gewerkschafts-Bulletin scheint diese Stellungnahme nicht in den Kram zu passen, und Moskau, das in letzter Zeil eine besonders energische Kampagne gegen Kirche und Religion führt, glaubt die indische Reli- giositätgegendie.KritikdesIGB. inSchutzne h m e n zu müssen. Die Ausführungen des JGB. werden dabei einfach auf den Kopf gestellt und so kommentiert, als ob man den indischen Kameraden religiöse Vorurteile und Rückständigteit vor- werfe. Gleichzeitig wird dem JGB. vorgehalten, daß er undemokratisch sei, indem ähnliche Symptome in Amerika und anderen Ländern nicht angeprangert werden. Dazu ist zu bemerken, daß wir es gleichermaßen als absurd und als eine Verirrung betrachten, wenn die russisch« Jugend De- monstrationen gegen Gott organisiert oder amerikanische Priester für die Reubelebima der Anthrozitindustrie beten. Im übrigen ver- hallen sich die freien Gewerkschaften bekanntlich gegenüber den Kirchen und Religionen, trotzdem viel gegen die ersteren zu sagen wäre, neutral. lind ganz fern liegt ihnen auf alle Fälle eine Kampagne gegen jene natürliche und deshalb vielleicht einzig wahre Religiosität, wie sie den Indern eigen ist. Eindrucksvolle Eisenziffern. Oer Rekord �927.— Was die Rationalisierung der Eisen- indnstrie einbrachte.— Trotz Arbeitszeiwerknrzung. Nach der Veröffentlichung der D e z« m b e r ergebnlsse in der Roheisenprodukion, die mit 1,14 gegen 1,11 Millionen Tonnen im November auf einen günstigen Fortgang der Eisenkonjunklur hin- deuteten, ergibt sich für 1927 folgender inlereffanter Vergleich mit den Ergebnissen der Vorjahre. Es betrugen die Leistungen auf dem jetzigen Reichsgebiet(ohne Saar): Tages- Monats- Durchschallt im Jahre 1913. 29,966 To. 969.266 To. ,„ 1924. 21,309. 651,000. „„ 1925. 27,900„ 834,800„ „ 1926* 26,400„ 803,600„ .„ 1927. 35,900„ 1091,800.. Jahresproduktion 10910 000 To. 7 929 000. 10177 000, 9 643 000. 13 102 000. So stellt sich 1927 als ein Eisenkonjunkturfahr ersten Ranges dar. dessen Rekord erzeugung sogar die Ergebnisse von 1913(neues Gebiet ohne Saar) um rund 20 Proz. hinter sich läßt. Das Jahr 1926. dos in seinem letzten Viertel doch bereits im Zeichen eines kräftigen Ausschwunys stand, wird um 36 Proz. und das aller- dings ungünstige Jahr 1924 um fast 70 Proz. übertroffen. Auf die Ergebnisse der Rationalisierung der Hochofen- betriebe wirft die Entwicklung der Tageskopfleistungen ein interessantes Licht. Im Januar 1925— also vor Einführung des Achtstundentages an den Hochöfen— betrug die durch- schnittliche Tageskopfleistung 1341 Silogramm, die nachher vorüber- gehend eine Senkung um 8 Proz. erfuhr. Bis zum Mai 1927 stieg sie aber— dos muß Herr Reichert selbst feststellen— auf 18?3 Kilogramm. Die Tageskopfleistung hatte sich also trotz der Herab- setzung der Arbeitszeit um 37 Proz. erhöht. Der Rückgang der Tageskopfleistungen bis zum Oktober 1927 auf 1752 Kilogramm ist nur auf die JnbetriebnalM« veralteter Anlagen infolge der stark wachsenden Konjunktur zurückzuführen da die modernisierten und neuerbauten Hochöfen allein den Bedarf nicht mehr decken konnten. Trotzdem logen auch die Ziffern vom Oktober 1927 noch um 31 Proz. über den Ergebnissen vor der Einführung des Acht- sturchentags. Die Verkürzung der Arbeitszeit in Ver- bindung mit planmäßiger Rationalisierung hoben also in den Hoch- ofenbetrieben die denkbor günstigsten Erfolge gehabt. Dasselbe ist jetzt auch für die Stahl- und Walzwerke zu erwarten, und es ist im höchsten Maße unaufrichtig und dumm, wenn die Eisen Herren gegen die Arbeitszeitoerkürzung schreien und jetzt gar deshalb die Preise erhöhen. Berantwortlich Ni- P-litil: Dr.«art Wirtschaft: 6. jNingelhösll: Sewertschaftsbn-eaiirg: Z. Steiner: Feuilleton:». K.«»scher; Lokalcz und Sonftiaes: gri»«arstidt: Aiueiaen: Id.«l»ckr: sänitlich in Berlin. Brrlag: Vorwärts-Berlag®. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärtz-Buchdruckerei und Berlaft-anstalt Paul Sinzer v Berlin SW SS, Lindenstraße 8. chiergn 1 Beilage. Volksbühne Tluitu an Bilovplah 8 Uhn Morgen 8 Cbr: Mann ist Mai Tb. an Sdiiffbaoertanir 8 Uhr: Schieber des Rahms Morgen 8 Uhr MÜMMs CASINO-THEATER s um Hleln-HlecKersdorf! Dienstag, 17. Januar zum I. Male: Die spanische Fliege. Outsch. 1— ♦ Pers. Faut 1.10, Sess. 1.60 M. Stoves Schauspielhaus Norden 295I'M Anfang 8 Uhr Ende.11 Uhr. Die neue Char eil Inszenierung Mi mit Nassau Heidemann Bendow Jankuhn Werkmeister Wcstermeler Pltha Ruth Walke, BlIHe Cotllas Snovball Winkelstern Sunshlne Slrls Ausstattung; mt. Ernst Stern w. Ernst Haute Rose-Theater 8'/, Uhr Orpiieiisi.tl.Diitervell Lostspielhaus 8>,« Uhr: üuido Thielscher „Hilter Gesdwftjaafstör 8ur Ab- gäbe von Steuererklärungen für die Einkommen-, KörperschaftS- und Um- satzsteuer, welche in der Zeit vom 1. bi» 15. Febr. abzugeben sind. _ Sternwarte Ireplo«: Karten zum Preise von 80 Pfg.(Gültig sür alle Plätze) im Aureas deS Bezirk« bildungZauZschufieS, Lindenstr. 3, 2. Hof, II, Zimmer S. Eishockey im Sportpalast. BSC. schlägt die auswärtigen Gegner. Ncich einer Pause von ziemlich vier Wochen wickelte der B e r- iiner Schlittschuh-Club gestern im Sportpalast seine erste Eishockoyveranstaltung im neuen Jahr« ab. Der ÄST. hatte sich einen alten und gefährlichen Rivoleir. die t s ch e ch i- s ch e Nationalmannschaft, sowie den Troppauer Eis» l a u f o er e i n verpflichtet. Beide Gegner mußen g e s ch l a g« n heimziehen. Die erstmalig in Berlin spielenden Troppauer verloren tnapp 0; 1; die tschechischen Nationalen erlitten die unerwartet hohe Niederlage von l): 7 Toren. Dgs erst« Spiel der Reservemannsckzaft des BSC. gegen Troppau stand auf sportlich mäßiger Höhe. Beiderseits wurde schlecht kombi- niert, und zumeist herrschte ein unentschlossenes Hin und Her, das mehr den Charakter eines Trainingspiels trug. Bei den sympa- tbischen Deutsch-Böhmen gefielen der Torwart Waschmenko, dann noch Dorasil und Heinz. Immerhin war eine zeitweise Uebcrlegcnheit der Berliner festzustellen, und Melonder, Krüger und Naschte brachten das gegnerische Goal mehr als einmal in arge Bedrängnis. Das einzige Tor für den BSC. erzielte Raschke im zweiten Spiel- drittel im Alleingang. Was das erste Spstt an rassigen.stnmpfmomenten schuldig ge- blieben war, holte die Begegnung BSC.- Internationale gegen Tschechische Nationalmannschaft nach. Im ersten Spieldrittel erzielte der BSC. zwei Tore. Das erste fiel durch Iohanssen, der eine haargenaue Flanke Dr. Holsboers nur einzulenken brauchte. Den zweiten Erfolg brachte Iänecke auf sein Konto. Er hatte sich die Scheibe von hinten geholt, täuschte und sandte an der tschechischen Hintern»annschast vorbei einen fabelhaften Weitschuß«in. 'Nach dem Wiederonpfiff drückte sich di« hohe lteberlegenheit der Einheimischen durch drei weitere Tore aus. Iohanssen war der Schütze des dritten und vierten, H. Brück der des fünften Tores. Nach der zweiten Pause zunächst mähiges Tempo, bis Herbert Brück init dem sechsten Treffer dos Finis ciirleitete. Kurz danach wurde Peea im Tschechentor durch eine Kombination Iänecke-Iohansien zum siebenten Male überwunden. Der Beifall des vollbesetzten Hauses war überaus stark. Die tschechische Mannschaft bedeutete ein« Enttäu- schung, sie konnte, wie schon aus dem Ergebnis hervorgeht, dem BSC. in keiner Beziehung gefährlich werden.— Heute abend um 20 Uhr(8 Uhr) sindet das Rückspiel Troppau-Berlin statt. $CRie£erscc«BayerlscfaerEishockeymeistcr Aus dem Rießersee bei Gormisch wurden am Sonnabend und Sonntag di« Kämpfe um die Bayerische Eishockey- Meisterschaft li>S8 zum Austrag gebracht. Münchener Eis- iaufoerein, Ii. B. Füssen und SC.?üehersee waren die Gegner Am ersten Tage waren die EisveAMtnisse nicht besonders, durch das Tauwetter war die Lmifstäch« weich geworden, trotzdem eitt- wickelte sich im Borspnt zwischen Füssen und München ein tnter- essantes Spiel, das nach ossizlellem Schluß 0; 0, nach z w ei ma l i° ger Berlängerung 1:1 unentschieden stand. Das Tressen wurde am Sonntag vormittag bei leichtem Frost wiederholt. Dies- mal konnte Füssen einen knappen 2: 1-Sieg herausholen. Im ersten Drittel war München einmal erfolgreich, das zweite Drittel endete torlos, dann hatten die Füssener das Uebsrgcwicht und brachten dies durch zwei Tore zum Ausdruck. Der Entscheidung?- kämpf zwischen SC. Rießersee und C.B Füssen war ein« du'ch- aus offene Angelegenheit. Rießersee, ohne Slenogt und Gruber spielend, hatten lediglich durch ihr« glänzend« Verteidigung einen kleinen Borteil, der schließlich auch zugunsten bes SC. Rießersee den Ausschlag gab. Dieser legte im ersten Drittel ein Tpr vo*, noch dem Ausgleich, kurz nach Wiederbeginn ging Rießersee neuer- lich ln Führung. Bei- diesem 2: 1 für Riehersiee blieb es bis zum Schluß._ Trabrennen In Ruhleben. Sei trübem und regnerischen Wetter wurden die letzthin«ms- gefallenen Trabrennen in Ruhleben nochgeholt. Auf durchweichtem und stellenweise sehr klebrigem Geläuf konnten natür- lich nur mäßige Zeiten herausgeholt werden, dennoch bekamen die in äußerst stattlicher Zahl erschienenen Besucher flott« und interessant« Rennen zu sehen. Im Mittelpunkt des Pro- gromms stand der Preis vo» Charlottenburg, den der favorisierte Willy A. nach einer mäßigen Fahrt des jungen Jauß verlor. In Front sorgten nacheinander Clematiz blau, Northern volo und Monrico für«ine flotte Fahrt. Willy A. wurde vor d«n Tribünen, nachdem«r einig« Zulagen bereits gutgemacht hott«, un- nötigerweife zurückgenommen und dann auf der Gegenfeste, als Mannco ansprang, schnell aufgebrocht. In der überhitzten Fahrt sprang Willy A. in der Geroden vor Ermüdung schließlich an und geriet vollkommen ins Hintertreffen. W a i n s c a hatte sich gut nach vorn gearbeitet und siegte in 1:30,4 gegen Northern Polo und Dawson Watts. Eine beachtenswerte Leistung vollbrachte Euba im B l i tz. R e n n e n, das der Hengst nach einer geschickte» Fahrt von I. Mills nicht leicht nach sich brachte. Di« Ergebnisse: 1. Mimosen-Preis. 1. Dr. H. Pfeiffers Glücksvogel(Jauß jr.). 2. Leuchtkäfer. 3. Mia Halle. Toto: 31, Platz 22. 20. 14. Ferner liefen: Quo vadis. Heider. Fritz Palmetto, Farmer, Linsca Harvefter. .tie Letzte, Athener. Horfenmödchen, Lux. 2. Preis von Ruhwald. 1. W. Boß' Armenier kett des Turnsaales und auf den Galerien ein volles Haus. Dieses- mal hatten die Sportler, männlich und weiblich, das Wort.— da. wo sonst alle Abteilungen nur neuzeitliches Turnen und Gym- nostit und Körperübungen zeigten, spielten am Sonntag die Hockeyleute ihr fast selten gewordenes Spiel, liefen Pendel- st a f e t t e n oder umkreisten Paarläufer die Bahn mst den .scharfen Kurven. Die Ausführung der einzelnen Disziplinen war im ganzen gut. nur in der Organisation sollten sich die Berantwort- lichen von gestern die Verantwortlichen der früheren Turn- und Sportseste mehr zum Vorbild nehmen. Trotzdem braucht aber unter solchen Mängeln internen Charakters die Werbekraft des Abend-Sportfestes nicht zu leide». Aktive Teilnehmer wie auch Zuschauer sind mit manchen neuen Anregungen nach Hause gegangen. Hier eimges über die Konkurrenzen: Uebungen mit dem Medizinball zeigen Möglich- keiten, wie der Ball nicht nur die Arme, sondern durch die vielseitige Berwendungsart auch Brust- und Dauchmuskulotur zur Tätigkeit anregt. Hantelübungen,«in Gebiet, das nicht vernachlässigt werden sollte, ünd das in Verbindung mit den modernen Freiübungen den Gesamtorganismus in Bewegung bringt. Durckzweg gute, flotte Ausführung, begrüßenswert, daß auch die Turner innen und Sportler i n n e n sich so.fahlreich beteiligten.— Hockeyspiel. Als Hallenspiel vorgeführt, büßt das Spiel viel an Tempo und Lebendigkeit ein. Trotzdem lieferten die Spieler den Leweis, daß Regsamtest, schneller Entschluß und Tresssicherheit durch syste- matischen Uebungsbetrieb gesteigert werden können. Die v-Mann- schast erreichte durch gutes Zusammenspiel bald das erste Tor, dem noch zwei weitere Tore bis zum Schluß folgten. Die A.-Mannschoft erholt« sich gut und brachte zwei Tore ein. Endresultat 3:2 für v-Mannschaft.— Pendel st afette 10X40 Meter. Frauen: 1. Lauf: 1. Wedding II 59,1 Sek.: 2. Wedding III 62 Sek.: 3. Westen 63 Sek. 2. Lauf: 1. Osten 56,3 Sek.: 2. Süden 57,1 Sek.: Z. Wedding I 57,3 Sek. Die Besten der beiden Läuse: Osten 56,3 Sek.: Süden 57,1 Sek. Jugend: 1. Wedding I 50,3 Sek.; 2. Süden 51,9 Sek.: 3. Nordring(Sportler) 59 Sek Männer: 1. Lauf: 1. Süden II 54L Sek.; 2. Wedding III 56 Sek.: 3. Zentrum 57,4 Sek. 2. Laus: 1. Wedding II 50,4 Sek.: 2. Süden 51,1 Sek.; 3. Nordring(Turner) 55 Sek. Die Besten beider Läuse: Wedding 50,4 Sek.: Süden 51,1 Sek. Der Stabwechsel ließ zu «Müschen übrig, wodurch kostbare Sekunden verlorengingen.— 7- Minuten-Paarlaufen der Männer. Die inter- «ssanteste Veranstaltung des Abends! Eine Mannschaft besteht aus zwei Läufern, die sich beliebig ablösen. Aeußerst reich an spannenden Momenten. Lebhaste Anteilnahme der Zuschauer. Spannungsvoll bis zum Scklußzeichen. 1. Laiy: 1. Rordring II(Sportler) 23 Run- den; 2. Süden II 12 Meter zurück. 2. Lauf: 1. Nordring(Sportler) 24 Rund«»: 2- Süden I 16 Meter zurück. Die Rordring- und Süd«»- Mannschaften entwickelten großartige Technik und brachten die besten Läufer ins Feld.— H o ch s p r u n a.» Männer: 1. Rewald-Wedding 1,62 Meter; 2. Butter-Süden, Hofrmann-Wedding, Nielsen-Osten je 1,56 Meter; 3. Mielke, Schubert. Paullcke je D5ö Meter. Frauän: 1. E. Pleul-Oste», H. Pleul-Osten je 1,40 Meter; 2. Curmg-Suden. Zabel-Weddmg je 1,35 Meter; 3. Berg-Süden, Henns-Weddmg, Bontel-Wedding je 1,25 Meter. Gute Beteiligung, elegant und sicher gingen die Leute über di« Latte.— Turnen der V er eins- riegen. Glücklicher Gedanke, auch die Turner mit turnerischer Vorführung hervortreten zu lassen.— 40-M«ter-Lauf für Frauen. Dieses kurze Ziel veranlaßt« die Läuferinnen zur oller- äußersten Anspannung. 1. Rou-Wedding 5,1©ct.; 2. Plat-Osten, Blüml-Osten je 5,2 Sek.; 3. Iäger-Wedding-5,3 Sek.— 800- Meter-Lauf derIugend. Schr zahlreiche Beteiligung, trotz der langen Strecke ein flottes Tempo. 1. Kittler-Rardring 3 Min. Die 6 Tage in Dortmund. Dcwolt— van Kempen in Front! Selbstverständlich staiü» die Dortmunder Westfalen- halle, die Kampfftätte des Sechstagerennens, in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag im Zeichen des Massen- besuch?. Am Ende des ersten Tages hatte das Feld 664,300 Kilo- meter bedeckt. Berschiedene Plänkeleien einzelner Mannschaften sorgten für lebhafte Moment« im Felde. Bei einem gegen 1 Uhr nachts von Rausch-Hürtgen angelegten Vorstoß gab es einen Massensturz, der jedoch glimpflich verlies. Nach der Wertung gab es wieder mehrere Verstöße, die jedoch dos Feld nicht verän- derten. Später wurden Beinert-Dette und Richli-Suter überrundet. Die Schweizer erhielten dann noch wegen abermaliger schlechter Ablösung eine Strafrunde. Sonntag früh um 6 Uhr(Beginn der Neutralisation) waren 940,400 Kilometer durchfahren. Nach der Sonntognach- mittagswertung war der Stand des Rennens folgender: Binda-Linari 8-5, von Kempen-Dewolf 78, Göbel-Stockelynck 75, Tonani-Lovenz 55, Dedertchs-Knappe 53, Bruskie-Schorn 48, Ehmer-Kroschel 36, Kroll-Miethe 27, Rausch-Hürtgen 23, Wambst- Lacquehay 15; eine Runde zurück: Richli-Suter 59; zwei Runden zurück: Beinert-Weste 9 Punkte. Der. Dortmunder Neumann gab nach Mitternacht wegen Sturz auf! Dülberg fährt als Ersatzmann weiter. Di« große Jagd und die Sprengung des Feldes, auf die man vo» Beginn des 3. Dortmunder Sechstage- remiens an wartet, Hot sich auch in der Nacht vom Sonntag zum B�ontag nicht eingestellt. Das Fazst dieser Nacht waren einige ernst gemeinte Lorstöße, die aber alle resultatlos Verliesen. Jeder Kenner der schweren Bahn ist sich darüber im klaren, daß ein Runden- gewinn, zumal bei der Gleichwertigkeit des ausgezeichneten Sechs- tagefeldes, nur nach lang andauerndem Jagen und unter Einseße» oller Kraft möglich sein kann. Sonntag abend wieder ein gut besuchtes Haus. Ilm 10 Uhr sind 1267,700 Kilometer gefahren. Dann wurde die dritte Nacht in Angriff genommen, die um I-sll Uhr die 7. W«!*- t u n g brachte, deren sechs Spurts wieder nett« Kämpfe brachten. Linäri-Binda lagen noch dieser Wertung noch wie vor i n Front, dagegen mußten van Kempen-Dewolf den zweiten Platz an Göbel-Stockelynck abtreten. Gegen 1412 Uhr entspannen sich einige kleine Jagden, die aber sämtlich erfolglos blieben. Ernster sah die Situation aus, als Bruskie-Schorn gegen M2 Uhr auf eine halbe Runde vom Feld« wegkommen kannten, schließlich aber ebenfalls geholt wurden. Nach dem 6. Spurt der 8. Wer- tunq enilefselte xrofchel ein« Jagd, in deren Aerlauf Pein«rt zu Fall kam und sich eine Gehirnerschütterung zuzog, die sein Ausscheiden notwendig machte. Auch sein Portner Weste stellte die Weiterfahrt ein. Um 5 Uhr morgens wao« 1696,200 Kilometer durch- 0,9 Sek.: 2. Block-Friedenau 3 Min. 1,9 tock.; 3. Streu-Wedding 3 Min. 4 Sek.— Handballspiel. Die weiße �- M a n n-> schast war von'Anfang an darauf eingestellt, den Verlust vom Bußtag aufzuholen und war im Zusammenspiel, besonders der Stürmer, geradezu glänzend. Die schwarze L-Mannschafr mußte sich dadurch auf die Verteidigung beschränke». Es wurde äußerst lebhaft, aber durchweg fair gespielt. Resultat für die A- Mannschaft 6:1(4:0). Die Zuschauer verfolgten mst Inter- esse di« besonderen Momente des Kampfes und versagten den flotte» Spielern nicht die gebührende Anerkennung.— Stafetten- laufe. Diese Läufe wurden vom Publikum mit regstem Eifer verfolgt und die einzelnen Kampsmomente Lebhaft applaudiert. Die Läufer legten ihre Distanzen im schärfsten Tempo zurück und sporn- ten sich durch Aufholen und Ueberrunden zu schärfstem Tempo a». FrauenlOXl Runde. 1. Lauf: 1. Wcdding II 2 Min. 22 Sek.: 2. Osten II 2 Min. 56,8 Sek.: 3. Westen 2 Min. 57,4 Set. 2. Lauf: 1. Süden I 2 Min. 15,7 Sek.: 2. Osten 2 Min. 40ß Sek.: 3. Wedding l 2 Min. 473 Sek. Die Besten beider Läuse: Süden I 2 Min. 15,7 Sek.: Wedding II 2 Min. 22 Set. Jugend 10X8 Run- de n: 1. Wedding I 5 Min. 6.7 Sek.: 2. Nordring(Sportler) 5 Mm. 20 Sek. Man ner 10X3 Kunden. 1. Lauf: 1. Deddino II 6 Min. 543 Sek.: 2. Osten II 7 Min. 73 Sek. 2. Lauf; 1- Wedding 6 Min. 35 Sek.: 2. Nordring 8 Min. 9,8 Sek. Die Beste» beider Läufe: Wedding 6 Min. 35 Sek.: Wedding 6 Min. 543 Sek. Die Spiele am Sonntag. Trotz schlechter Boden- und Wisterungsverhöstnisse fand«» sich doch einige tausend Zuschauer zu den F u ß b a l l- A u s- fcheidungsfpielen in Reinickendorf ein. Adler 08 und Velten standen sich hier gegenüber. Der von vielen erwartete bzw. befürchtete Sieg Veltens ttat nicht ein. Adler 08 blieb mit 4: 2 Sieger. Nachdem Vellen in der 14. Minute durch den Mittelstürmer in Führung ging, glich Adler fünf Minuten später aus. Kurz vor der Pause gelang es Adler, die Führung an sich zu reißen. In der Zwesten Spielzeit mußte Velten durch schlechte Abwehr der Verteidigung den Ball noch zweimal zur Miste nehmen. Adler war technisch die bessere Mannschaft, Velten außerordentlich eifrig, jedoch der Sturm zu unentschlossen. Im Entscheidungsspiel um den Ausstieg zur ersten Klasse mußte S ch ö n h o lz von Fichte-Rosen- thal eie 1: 3- N i e d e r l a g e hinnehmen. Somit steigt Fichte zur ersten Klasse aus. Minerva und Fichle-Nord tämpsten um den Ner- bleib in der ersten Klasse. Minerva blieb hier mit 6:1 sieg- reich. Im Südwesten anden sich in Testvw Hertha-Lmkenwalde und Neukölln gegenüber. Neukölln, jederzeit der körperlich Uebec- legen«, vermochte bis zur Pause nur ein Tor zu erringen. Doch dann machte sich die Ueberlegenheit der Neuköllner bemerkbar. Bei Schluß hieß es dann: 3:0 für Neukölln. Hertha verdankt diese Niederlage seinem schuhulichcren Sturm.— Die Gesellschaftsspiele wurden zum größten Teil abgesagt. Adlershos konnte gegen den Neuköllner Ballspielklub mit 9:2 siegreich bleiben. Berolina und Bavaria trennten sich 3; 2. Teutonia 1910 wurde von Schmargendorf 2: 1 geschlagen. Der ständige Regen machte die Plätze für di« H a n d b e l l- spiele spielunfähig, so daß viele Spiele ausfallen mußten. �3» Schöneberg. Damini cusplatz, spielten Freie Sportvereinigung Schöne- berg und Groß-Berlin-Rorden 1. Das Spiel lstt unter Unsachlich- keift wodurch Norden in der zweiten Halbzest die Lust verlor. Schöneberg gewann mst 3:1(1: i). Eiche-Tegel verlor gegen Fichte-Spielabieilung mst 1: 8(0: 1). Vor der Pause war Ficht« überlegen, konnte aber nur ein Tor erringen. In der zweite, Halbzest vervollständigte sich Tegel. Das Frauenfpiel mußte ausfallen._____ Heute turnt die FTGB. Das öffentliche Turn en der Iungmädche,-Ab- t eilung in der Turnhalle Boekhstr. 17/20 beginnt heute abend pünktlich itm 20 Uhr. Di« Eltern und besonders di« loch- ter unserer Parteigenossen hallen hier Gelegenheit, den Hallen- betrieb einer neuzeitlich gelesteten Mädchen-Abteilung keisnen ju lernen. Der Besuch kann nur empfohlen werde«. t fahren. Der Stand des Nennen: Dewolf-van Kempen und Göbel-Stockelynck je 105 Punkte, Binda-Linari 104. Bruskie-Schorn 78. Tonani-Lorenz 70. Dederichs-Knappe 64. Chmer- Kroschel und Kroll-Miethe je 38 Punkte, Hürigen-Raufch 24, Wambst-Laquehay 21 Punkte; eine Runde zurück: Suter- Richli 74 Punkte. * Sechstageschluß m Chikago. Die letzte* Stunde» der£ 1 1 B«= g»er Sechstage fahrt standen im Zeiche» aufregender Ja«- den. Dem Ansturm des in der letzten Nacht neugebildeten Paares Gerard Debaets-Beckman zeigt« sich kein« der noch im Rennen befindlichen Mannschaften gewachsen. Die belgischamerikanische Kombination siegte bei nur 249 Punk- ten mit zwei Runden Borsprunq gegen di« Amerikaner Fred Epencer-Walthour, die in den Wertungskänipsen weitaus am er- folgreichsten waren uni> es auf 853 Punkte brachten. Do« Runden zurück endete die amerikanisch-holländische Mannschaft Lands-Ban Ret(240 Punkte) an dritter Stelle. Zurückgelegt wurden 3682,830 Kilometer. Moller, der Winlcrfavorit! In AnwesenlM einer zahlreichen Zuschauermenge wurden die Sonnabend- Abendradrennen auf der Stuttgarter Winterbahn abgewickelt. In den Dauerrennen um das G o l- den« Rad von Stuttgart über 4mal 20 Kilometer war der Opelfahrer Möller der beste, der im Gesamtergebnis eine» sicheren Sieg vor Bauer, Iuby und Blekemolen davontrug. Oskar R ü t t dominierte in den F l i e g e r p r üf u n g e n. Nach- stehend die Einzelergebnisse: Goldenes Rad»o» Stuttgart. 1. Lauf 20 Kilometer: Bauer 21:05: Iuby 110 Meter; Möller 180 Meter: Blekemolen 2000 Meter zur. 2. Lauf: Möller 21:25; Bauer 290 Meter; Iuby 310 Meter: Blekemole» 1650 Meter zur. 3. Laus: Bauer 22: 28: Möller 2 Lg.: Iuby 145 Meter; Blekemolen 830 Meter zur. 4. Laus: Möller 21:45. Bauer 130 Meter; Iuby 1400 Meter: Blekemolen 2100 Meter zur. Gesamtergebnis: 1. Möller 79,810 Kilometer: 2. Bauer 79.580 Kilometer: 3. Iuby 78,035 Kilometer; 4. Blekemolen 72,429 Kilometer. Henry Mayer 50 öahre. Der Hannoveraner �ptn feiner Glanz- zest einer der best?» Flieger der Well, begeht heut« seine» 50. Ge- burtstag. Mayer konnte noch in der letzten Saison auf verschiedenen Bahnen Erfolge verzeichnen. veuksche Automobil cm ssteller in Amsterdam. Aus der i» der Zeit vom 20. bis 27. Januar in Amsterdam stattfindendes internationalen Automobilausstellung haben av Deutschland die Firmen Mercedes-Benz, Opel uv Horch Stände gemietet, aus Oesterreich mir Steyr. Stärker s!i Deutschland bei den Lastkraftwagen oertreten. Neben Mercede Benz und Opel sindet man Erzeugnisi« der Finnen Krvp. Büsfing. vaa« rmd Mag»?»».