Morgenausgabe Nr. 27 A-14 45. Iahrgang Wöchentlich iO P�nntg. 3.— Reichsmart, im voraus zadldos Unter Streifband im In» und Äus« land 5,50 Reichsmart pro Monat. * Der.Sonoöm* mit da lüufirta» Jen Sonntagsbeiloge.Volk und Zeit� sowie den Beilaaen.Unterhaltung und Wiflen*.Aus Da Filmwelt". .Stodtbeilage�.Frauenstimme� .Da Aindersrennd�..Iugend-Vor» roärts-.Dli«t w dt» Bücherwell�« .Kulturarbeif and.Technik erscheint wochentSglich zweimal Sonntags und Montag» einmal. ß> Berliner Volksblatt Dienstag 12, 3anuar 1928 Groß-Äerlin 10 Pt- Auswärts 15 Pf. fite•tatpalttge RonparetllezeM 80 Pfennig. Reklamezeile 5- Reichs» mark.Kleine Anzeigen" das fettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes wettere Wort 12 Pfennig Stellengesuche da» erste Wort 15 Pfennig, zede» weitere Wort 10 Pfennig Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmartt Aeil» 80 Pfennig Famtlianzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen» annahm» im Hauptgeschäft Linden» strafe 3. wocheMägl. von SV, dl» 17 Uhr. Jentraloegan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin TW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff WZ— LS7 Telegranun-Adr.: Sozialdemokrat Berti« Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postfcheckkonto: Berlin 87536.— Bankkonto: Bank der Ardeiter, Angestellien und Beamten Wallstr. 6S. Diskonto-Gelellschaft, Depositenkasie Lindenstr. 8 Willkommen in Berlin! Oer Tagung des Internationalen Gewerkschastsbundes. In internationalem Geist! Von Theodor Leipart, Ziorsitzenber des Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbundes. 5)eute tritt in Berlin der Ausse'iuß des Inter- nationalenGewerkschoftsbundeszu seiner dies- jährigen Tagung zusammen. Dem Beschlüsse des Pariser Internationalen Gewerkschaftskongresses gemäß werden die Sitzungen des Ausschusses nicht mehr wie bisher ausschließlich am Orte des Sitzes des Internationalen Gewertschoftsbundes. sondern alljährlich wechselnd in einem anderen Lande tagen. Mit diesem Beschlüsse wurde einer Anregung der deutschen Gewerkschaften entsprochen und ebenso mit der nunmehr in Kraft befindlichen Neuregelung, daß gleichzeitig und gemeinsam mit der jährlichen Ausschußsitzung die Kon- ferenzderInternationalenBerufssekretäre stattfindet. Durch diese gemeinsam« Tagung wird den letzteren eine angemessene Gelegenheit eingeräumt, die Wünsche und Interessen der Berufsinternationalen gegenüber dem Internationalen Gewerkschaftsbund regelmäßig geltend zu machen.„ Die erstmalige Verwirklichung des Pariser Beschlusses Hot die Vertreter des IGB. heute in Berlin zusammen- geführt. Die deutschen Gewerkschaften als Urheber dieser Neuregelung haben die Ehre, die erste dieser Tagungen in ihrem Lande zu begrüßen. Es werden außer dem Vorstand ungefähr 25 Delegierte der angeschlossenen Landes- organisationen und 40 Vertreter der Internationalen Berufs- sekretariate an den Beratungen tellnehmen. Die deutsche und die Berliner Arbeiterschaft heißt diese � große Zahl ausländischer Klassengenosien herzlich willkommen. Zum ersten Male nach dem Kriege wird durch die heutige Sitzung der Name Berlins wieder mit der gewerkschaftlichen Internationale verknüpft, von deren Namen und Geschichte in der Vorkriegszeit er so unzertrennlich war. Jedes Wort der Erinnerung oder geschichllichen Darstellung der gewerk» schaftlichen Internationale führt unumgänglich auf die Tat- fache, daß BerlinbiszumEndedesWeltkrieges der Sitz des internationalen Sekretariats war. und Karl L e g i e n, der Borsitzende der Generalkommission der Ge- werkschaften Deutschlands, der schon 1901 die erste Konferenz der Landessekretäre zu Kopenhagen leitete, als Sekretär der Internationale ihren Aufbau und ihre Aus- breitung äls sein Verdienst beansprchen konnte. Auch von den 32 internationalen Berufssekretariaten der Vorkriegszeit beherbergte Berlin nicht weniger als 17, während 10 in anderen deutschen Städten und 5 in England, Holland, Belgien und der Schweiz ihren Sitz hatten. Der Sinn für internationale Verständigung ist bei den deutschen Gewerkschaften immer rege gewesen. Der Wert und die Notwendigkeit dauernder internationaler Ver- bindungen wurden sehr früh von allen unseren Verbänden erkannt. Daraus folgte, daß die Initiative zum inter- nationalen Zusammenschluß vielfach zuerst von Deutschland ausgegangen ist. Dieser Geist lebt in den deutschen Gewerkschaften un- verändert fort. Es sind nicht nur ideelle, sondern vielmehr ganz nüchterne und praktische Gründe, die für die Notwendig- keit eines internatignalen Zusammenwirkens sprechen. Galt dies schon für die frühere Zeit, so erst recht für die Gegenwart und Zukunft. Die Arbeiterbewegung hat in allen Ländern erfreuliche Fortschritte gemacht. Die Stärke und der Einfluß der Gewerkschaften sind gewachsen. Sie haben sich nicht nur in der Sozialpolitik, sondern auch im Wirtschaftsleben eine Stellung erobert, die ihr Aufgabengebiet stark erweitert hat. Weder Sozialpolitik noch Wirtschaftspolitik aber können in dieser Zeit des fortgeschrittenen Weltverkehrs noch allein vom /'ationalen Gesichtspunkt betrieben werden. Der einfache '-inweis auf die internationalen Institutionen und Konferen- � des Völkerbundes und des Internationalen Arbeitsamtes 7 Genf macht jede weitere Beweisführung überflüssig. So sind die deutschen Gewerkschaften, und ebenso die- De« Vertretern der Gewerkschaftsinter- nationale» die fich hcnte in Berlin versammeln, gilt vnser Gruß! Sie kommen zu und als die Vertreter der grüß- te« internationalen Bereinigung, die die Welt se gesehen hat. und wir sind stolz, sie bei uns zu empfangen. Sie kommen zu uns als die Vertreter der Arbeiterklasse, die in allen Ländern mühsam, aber nicht erfolglos um die Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse kämpft. Sie finden in Deutsch- land eine Arbeiterbewegung, die, selber im Kampf groß geworden, i h r e p Kämpfen volles Verständnis entgegenbringt. Der ,.V o r w L r t s", das Zentralorga« der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, ist nicht nur sozialdemokratisches Parteiorgan. Er bc- trachtet es vielmehr als feines Amtes, auch den beide« anderen Zweigen der Arbeiterbewegung, der gewerkschaftlichen und der genossen- schastlicheu, mit dem gleichen Eifer zu dienen. Und niemals ist ihm aus dieser Fülle seiner Ans- gaben ein ernster Konflikt seiner Pflichten entstanden. Nur die Einigkeit kann uns vorwärts- bringend die Einigkeit von Land zu Land wie die Einigkeit im eigenen Lande selbst. Gemeinsam sind unsere Kämpfe! Gemeinsam wird unser Sieg sein! Die Redaktion des„Borwärt s". jenigen aller übrigen Länder, an einem starken und leistungs- fähigen Internationalen Gewerkschaftsbund heute noch viel mehr interessiert als früher. Denn auch die Aufgaben der Internationale sind erheblich größer geworden. Wohl sind Informationsdienst und gegenseitige Kampfhilfe auch heute noch wesentliche Bestandteile der internationalen gewerk- schaftlichen Aktivität. Aber dazu tritt heute eine intensive Betätigung auf den Gebieten der internationalen Arbeits- gesetzgebung und der Wirschaftspolitik. Sie entspricht dem größeren Einflüsse der Arbeiterbewegung auf die Regierungen in den verschiedenen Ländern, und dem entschlossenen Willen der Gewerkschaften, ihr Mitbestimmungsrecht in der Wirt- schaft mit aller Kraft durchzusetzen. Wir haben somit den lebhaften Wunsch, daß die Berliner Tagung des IGB. recht erfolgreich oerlaufen und glück- bringend für seine zukünftige Entwicklung werden möge. Wir wisien, daß es ernste und schwierige Aufgaben sind, die der Ausschuß in seinen internen Beratungen zu lösen hat. Aufgaben des inneren Ausbaues, die der Pariser Kongreß des verflosienen Jahres ihm übertragen hat. Dazu die nicht minder wichtigen Aufgaben der weiteren äußeren Macht- entfaltung. Es besteht deswegen kein Zweifel darüber, daß die Berliner Tagung für die Zukunft des IGB. von größter Bedeutung sein wird. Wenn Blätter der Geschichte und Ziffery der Gegenwart die Bedeutung der Berliner Arbeiterbewegung aufzeigen, so werden fremde Gäste auch im S t a d t b i l d e selbst sichtbare Zeugnisse dafür zu sehen bekommen: das Gewerk- s ch a f t s h a u s, die zahlreichen Verbandsgebäude, das Haus der Arbeiterpresse und die Bauten und Fabriken der Genossenschaften sind Denkmäler der Soli- d a r i t ä t und des zielbewußten Strebens der Berliner Arbeiterschaft. Die organisierten Arbeiter und Angestellten Berlins begleiten auch die internattonaten Verhandlungen dieser Woche mit größtem Interesse und mit aufrichtigen Glückwünschen. Möge der Erfolg dieser Verhandlungen auf dem Boden unserer Stadt den Namen Berlins mit dem der internationalen Gewerkschaftsbewegung neuerdings und in erfreulicher Weise verbinden, und mögen die Delegierten Ihren Aufenthalt so gastlich sinden, wie wft bestrebt sind, ihn für sie zu gestalten. E» leb« der International« Gewert- schaftsbundl Beamte und Internationale. Von A. Kallenberg, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Beamtenbunde«. In wenigen Tagen veranstaltet der Internationale Ge° werkschaftsbund iAmsterdam) eine Ausschußsitzung mit den internationalen Berufssekretariaten in Berlin. Daß' diese Tagung auch politische Bedeutung im allgemeinen Sinne be- sitzt, dürfte einleuchten. Daß auch die Beamten an der Ber- liner Tagung des IGB. teilnehmen können, verdanken sie den Beschlüssen des Pariser Kongresses vom August 1927. Auf diesem Kongreß ist die Eingliederung der Be- amteninternationale in die internationale Arbeit- nehmerbewegung unter der Bekundung weitgehender Sym- pathien anerkannt worden. Zwar sind Angestellte und Beamte wegen ihrer beruflichen Eigenart, ihrer Arbeitsbe- dingungen, ihrer sozialen Stellung sowie ihrer Mentalität besonders gewertet worden, im ganzen aber sind die gewerk- schaftlichen Landeszentralen angewiesen, den AnNestellten- und Beamtenorganisatwnen zum Beispiel durch Errichtung von Sektionen, Schaffung von speziellen Sekretariaten, Auf« nähme ihrer Funktionäre in die leitenden Instanzen, Berück- sichtigung dieser Gruppen in den Publikationen, größtes Entgegenkommen zu beweisen. Dieser Schritt des IGB. in Paris war klug, weil er nicht nur der gewerkschaftlichen, sondern auch der politischen Entwicklung Rechnung trug. Die Beamten müssen nun durch intensive Mitarbeit in der internationalen Gewerkschaftsbewegung den Beweis erbringen, daß sie die nötigen Fähigkeiten für die Lösung der großen inter- nationalen Arbeitnehmerfragen besitzen. Die Beteiligung von Mitgliedern des Bureaus der Be- amteninternationale an der bevorstehenden Tagung des IGB. zeigt am besten, daß die Führung des internationalen Gewerkschaftsbundes der drängenden Entwicklung mit der Ausführung der Pariser Beschlüsse die Bahn freizumachen gedenkt. Die sozialistische Arbeiterinternationale hat über die politischen Parteien einen Teil der Kopfarbeiter bereits er- faßt. Wenn nun durch intensive Beteiligung der Kopfarbeiter (Beamte und Angestellte) an der internationalen Gewerk- schaftsbewegung eine Steigerung der Wechselwirkungen zwischen politischer und gewerkschaftlicher Internationale entsteht, so kann diese Entwicklung für die Ausbreitung und Vertiefung des sozialistischen Gedankens in den Reihen der Kopfarbeiter im Interesse der internationalen Arbeitnehmer- bewegung nur begrüßt werden. Allzu ängstliche Gemüter werden vielleicht auch in dieser Entwicklung Gefahren für die politische Neutralität der Gewerkschaften wittern. Derartige Bedenken sind übertrieben, da die Aufgaben beider Inter- nationalen, der gewerkschaftlichen und der politischen, genau wie die der Gewerkschaften und Parteien in den einzelnen Ländern verschiedene sind. Die Ausschußsitzung des IGB. mit den internationalen Berufssekretariaten wird wegen der Tragweite in gewerk- schaftlicher und politischer Beziehung das größte Interesse aller Arbeitnehmer auslösen. Namentlich aber werden die freiheitlich organisierten Beamten lernen müssen, sich ge- maß den Beschlüssen dieser Tagung für die Lösung der den Kopf- und Handarbeitern zugewiesenen internationalen Auf- gaben bereit zu halten. Angestellte und Internationale. Von S. Aufhäuser, Vorsitzender des AsA-Bundes. Mit dem Jahre 1928 wird sich ein bedeutsamer geschicht- licher Abschnitt der Nachkriegszeit schließen. Zehn Jahre nach dem furchtbaren Völkermorden zeigt sich, daß es nicht möglich war, nach den Methoden der kapitalistischen Wirt- schaftsordnung das Gleichgewicht der Weltwirtschaft wieder- herzustellen, und daß nur die planmäßige g e m e i n w i r t- sch a f t l i ch e Zusammenarbeit der Völker einen Aus- weg weist. Immerhin konnte in diesen zehn Iahren die Atmosphäre des Mißtrauens, wie sie durch den Weltkrieg unter den Völkern erzeugt worden war, allmählich eine Ent- spannung erfahren. Hier liegt das große Verdienst de» Inter» nationalen Gewerkschastsbundes, dessen Ausschußmitglieder in diesen Tagen in Berlin versammelt sind. Auf dieser Tagung gibt es keine Sieger» und keine besiegten Staate», sondern nur Träger einer einheitlichen geschlossenen-Gewerk schaftsinternationale. Unter den Millionen von deutschen Arbeitern, die den Sendboten des Weltproletariats ihr Will- kommen zurufen, möchter, auch die Hunderttausende der frei gewerkschaftlich denkenden Ange st eilten nicht fehlen. Schon vor der Konstituierung des AfA-Bundes, die im Jahre ISZI erfolgte, hatten die freien Angeftelltenoerbände internationale Beziehungen gepflegt. Die Borläuferin des AfA-Bundes, die„Arbeitsgemeinschaft freier Angestellten- verbände" legte auf ihrer Ausschußsitzung am 29. September 1920 in sinem Manifest ihr Bekenntnis zur A m st« r- damer Internationale ab. Unter entschiedener Ablehnung der Moskauer Internationale wird darin wörtlich Sesogt: J>cr AfA-Bund erklärt sich bereit, mit der freigewerkschast- lichen Angestelltenbewegung aller Länder eine feste, dauernde organisatorische Zusammenarbeit herzustellen und zugleich die Internationale der Kopforbeiter Hand in Jäand und in dauernder organisatorischer Zusammenarbeit mit der Internationale der Handorbciterschdst, dem Internationalen Gewerk- s.afiebund, zu einer grossen International« aller Kopf- und Hand- arbeiker der Welt auszubsuem Der AfA-Bund stellt deshalb an den Internationalen Gewerkschastsbund den Antrag, die organisatorischen Äorauesetzungen zur Bildung einer internationalen Einheitsfront aller sreigewerkschaltlichen Kopf- und Handarbeiter zu schaffen. Angestellte, Arbeiter! Erkennt euren gemeinsamen Gegner, den internationalen Kapitalismus. Schafft die geschlossene Einheitsfront aller Kopf- und Handarbeiter der Welt." Die weitere Entwicklung hat innerhalb des JGB. sehr bald eine vollkommene Vereinigung der Angestellten und 'Arbeiter gebracht. Der AfA-Bund bildet heute zusammen mit dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbund die deutsche Landeszentrale des IGB. An der Berliner Tagung nimmt ein AfA-Vertreter als Stellvertreter des ADGB.-Aus- lchugmitgliedes mit teil. Die besonderen Schwierigkeiten der . Angestelltenbewegung hoben im JGB. Verständnis gesunden. 'Besonders befaßte sich der letzte Pariser Kongreß unter einem vesonderen Punkt der Tagesordnung mit der Organisations- trage der Angestellten, Beamten und freien Berufe. Auch die 'Ausschußsitzung wird die Frage der Mitwirkung von An- oestelltenoertretern in den Körperschaften des JGB. beraten. Der Punkt 7 der Tagesordnung lautet: „Vom Pariser Kongreß überwiesene Anträge betr. Wohl von Vertretern der A n g e st« l l t e n und Beamten in alle Körper- schaften der internationalen Gemerkschzftsbeweguna." Diese Beratung ist inzwischen noch aktueller geworden. Die letz'c Bemfszühlung in Deutschland und Einzelerhebungen der Industrien haben ergeben, daß die technischen und kaufmännischen Angestellten im modernen Pro- duktionsprozeh eine wachsende Bedeutung bekommen Imben. Es ist ermittelt worden, daß nach der durchgeführten Nationalisierung die Zahl der in den Betrieben beschäftigten Angestellten im Verhältnis zur Zahl der dort beschäftigten Arbeiter außerordentlich stark gewachsen ist. Die Förderung de? freigewerkschaftlichen Angestelltenbewegung durch den JGB. ist auch um so notwendiger geworden, als es nicht an Versuchen der Bourgeoisie fehlt, diese Berufe international Arbeiterinter» rmps-ro • rv WWWWWW WW.......MMit«' �«tit Vorstebs ongswändt. Das oerstäudpisvolld Zvsachmen- . arbeiten des ADÄB. und des AfÄ-Bundez im nati'onafcn Rahmen hat gezeigt, daß eine in sich gefestigte, gewerkschaftlich orientierte Angestelltenbewegung auch für die Arbeiterschaft zum zuverlässigen Bundeggenossen werden kann. Die dcut- scheu Erfahrungen, die sich auf die stärkste Angestekl- tenbeweguna der Welt stützen, werden sicher auch die Beachtung des JGB.-Ausfchusscs finden. Unsere freien Angestelltenoerbände Deutschlands find mit dem JGB. in zweifacher organisatorischer Verbindung. Ein- inal ist der AfA-Bund Bestandteil der Landeszantrale des JGB. und zum anderen find die meisten Einzelverbände des AfA-Bundes auch»och dem JGB.-Berufsfekretariat für 'Frizatangestellte angeschlossen. Dieses Berufssckretariat. der , Ij/.torngtionale Bund der Privatangestclüen" umfaßt' von dcuischcn Verbänden: Zentrolverband der Angestellten, Deut- scher Werkmeisterverband. Allgemeiner Verband der Bank- angestellten. Polier- und Schachtmeisterbund. Für die Bühnenongestellten. die bereits gute Ansätze für einen inter- nationalen Zusammenschluß aufzuweisen haben, dürfte sich die (Schaffung eines besonderen Berufssekretariats notwendig machen. Dagegen ist mit dem weiteren Anschluß der Schiffs- offiziere und der Zuschneider an den Internationalen Bund der Privatangcstellten zu rechnen. Die Geschäftsführung liegt in der Hand des holländischen Auaestelltenführers Smith: Präsident des Bundes ist der Vorsitzende des ZdA. Deutsch- land, Genosse Otto Urban. Der Fachgruppe Techniker steht Genosse Otto Schweitzer-Deutschland als Obmann vor. Der Internationale Bund der Privatangestellten hat in der letzten Zeit wertvolle Ermittlungen über die Lage der Berufsgenossrn in den verschiedenen Ländern angestellt. Er hat weiter in Gemeinschaft mit dem AfA-Bund auf der Tagung der Internationalen Bereinigung für sozialen Fort- schritt in Montreux ein umfassendes Sozialprogramm zur Annahme bringen können» dessen Erfüllung mit besonderer Aktivität angestrebt wird. So finden die AusschußmitaPeder de» JGB. auch diesmal die Angestellten zur freudigen Mitarbeit bereit. Möge auch diese Tagung beweisen, daß Arbeiter und Angestellte cnt- schlössen sind, das Wort von der Solidarität aller Arbeit» nehtner zur Tat werden zu lassen. Zentrum und Republik. Die„Germania" redet, aber Marx schweigt. In offenkundige� Gegensatz zu her bekannten Erklärung des Reichskanzlers Marx, das Zentrum fei meder«ine monarchistisch« Partei gewesen, noch wolle e, ein« republikanisch« Partei sein, hat ' d»r Porsitzend« der Zentrumsfraktion v, Guärard wiederhott in seinen Reden betont, da» Zentrum sei eine republikanische Partei. Daraus macht ihm die„Bayerische Bolksportei-Korrespon- denz" einen Dorwurs, sie hält ihm Marx als Muster vor.- Die„Ger- mania' aber versichert, zwischen den beiden Führern könne kein Widerspruch bestehen, denn nach den bindenden Parteibeschlüssen, die sie ausführlich zitiert, s e i eben da« Zentrum eine republikanisch« Partei. Damit ist oder nur bewiesen, daß sich der Parteiführer Worr über diese bindenden Parteibeschlüsse hinweggesetzt Hai..Herr Marx selbst hat bisher keinen Anlaß gefunden, seinen Ausspruch, der bei den Bayern und- den Zentrumsmagnaten lärmenden Beifall gestmden, aber auf der Linken der Partei wahres Entsetzen.hervor. gerufen hat, zu berichtigen. Die Reichskonferenz der Länder. Vorschläge Hamburgs.— Bazille wird tobsüchtig! Di« Länderkonferenz, die gestern um Ii) Uhr vormittags begann, dauerte mit Ausnahme einer Mittagepause bis 7 Uhr abends. Die Vormittagssttzung füllte die Ansprach« des Reichskanzlers Dr. Marx und die Referate des Hamburger Senatsprafidenten Dr. Petersen sowie des württembergischen Senatspräsidenten Ba zille. Nach- mittags referierten der bayerisch« Ministerpräsident Dr. Held und der preußisch« Ministerpräsident Genosse Dr. Braun. Heute vor- mittag beginnt die Diskussion. In der Eröffnungsansprache erklärte Reichskanzler TNarx. es sich versagen zu müssen, auf die materielle Würdigung der Fragen einzugehen. Es gäbe aber neben durchaus lsbensfähigcn Ländern solche,„von denen wir ganz offen zugestehen müssen, daß sie eben im Laufe der Dinge doch in eine Lage gekommen sind, die es ihnen wünschenswert erscheinen läßt, ander« Wege einzuschlagen. um dem immerhin bedauerlichen und van ihnen beklagten Zustande abzuhelfen und die weitere segensreiche Entwicklung ihrer inneren Gestaltung günstig zu beeinflussen". Auch sei es höchste Zeit, die zahl- reichen Exklaven und Enklaven zu beseitigen Wege zur Neugliederung. Das historisch, staatsrechtlich und kulturhistorisch tiesdurchdachte Rcserat des Senatspräsidenten Petersen nahm zwei Stunden in Anspruch. Et kommt zu folgender Schlußsolgerung: Wenn man in der Erkenntnis der UnHaltbarkeit des jetzigen Verhältnisses zwischen Reich und Ländern nach Aenderungsmöglichkeiten sucht, wird man eines nicht vergessen dürfen: Eine Neugestaltung ist nur aus der demokratisch- republikanischen Grundlage der Per- sajsung von R e i ch und Ländern denkbar. Jeder andersartige Versuch gefährdet die Reichseinheit. S.enatzpräsident Petersen gab dann eine Uebersicht über die vor- liegenden Vorschläge und fuhr fort: Die Uebersicht über die bisher vorliegenden Lorschläge zeigt, daß noch keinerlei Einheit- lichkeit über die Einzelgestaltimg besteht. Es wachsen bisher lediglich grundsätzliche Uebereinstinimungsn heraus. Als solche möchte ich bezeichnen: Durchführung de» demokratischen Prinzip» der Reichs- versasiung auch bei der Einwirkung der Länder auf die Reichswillens- bildung. Stärkung der Reichsgewalt. Vereinheitlichung der politischen Willensbildung in einem einzigen Reiche- p.arla-ment und damit Vermehrung der Stetigkeit i» der Ver- waltung des Reiches und der mittleren und unteren Verwaltung?- bezirke. Aufbau lebendiger unterer und mittlerer Selbst ver- wa l t u n g s b ez i r k e und Verkürzung des Instanzenweges zur Zentralregierung mit der Folge der Rationalisierung der Verwaltung. Untergliederung des Reiche» In Gebilde, die kulturell und wir!- schaslliche voll lebenssöhig sind und im Rohmen des Reiche» ihr Eigenleben führen. Petersen hält keine Lösung für möglich, die Preußene Bestand nicht solange hält, bis ein neugcgliedertcs Einheitsreich mit starker Reichsgewalt geschossen wird. Auch das Vorwegnehmen von Einzel- Problemen, wie etwa die Frage der Beseitigung der 245 Emschluß- gebiete, sei nicht möglich, ohne die Herbeiführung einer Gesamt- lösung. �_. Als Ergebnis seiner Untersuchung schlägt Petersen die Einsetzung eines unabhängigen Sachoer st ändigenausschusfes vor, der lediglich die Befugnis haben soll. Vorschläge zu machen und sie zu veröffentlichen. Ein tollgewordener Föderalist. Es folgt dos Korreferat des Württemberg ifchen Staatspräsidenten Bo zille. Zunächst mit Entsetzen, dann mit wachsender Heiterkeit verfolgt man die Gedankengänge eines engstirnigen Parteimannes und verbissenen Hassers, der von keines Gedankens Blässe ange- kränkelt ist. Grundtendenz seiner Ausführungen:„Nur die äußerste Borsicht und die schleunige Rückkehr zu den Grundsätzen der Staatswcisheit, die Deutschland vor dem Weltkriege groß gemacht haben, könne» uns vor der Entwicklung der Anarchie und Diktatur bewahren." Und: Preußen muß zerstört werden, Sein Programm— die Oeffentlichkeit wird demnächst das Ver- gnügen haben, eine entsprechende Denkschrift der würtlembergischen Regierung kennen zu lernen!—: Beschränkung des Reichs auf das Notwendigste in Gesetzgebung und Verwaltung und Sicher- heit der Länder gegen Ueberschreiwng der so gezogeren Grenzen.— Der R« i ch s r a t muß wieder eine Stellung ähnlich des Bismarck- scheu Bundesrat» bekommen.— Preußens M a ch t st e l l u n g muß zerbrochen weröen, indem der Rcichspräsidenl gleichzeitig preußischer Slaalepräsideut und der Reichekanzler gleichzeitig preußischer Ministerpräsident wird, indem die Ministervcronlworllich- keit vor dem Parlament abgeschafft wird und in dem die Reichsrals- stimmen Preußens beschränkt werden! Aus Empfindlichkeiten der Preußen darf dabei.keine Rücksicht genommen werden. �— Rückgabe der Finanzhoheiten an die Länder.— Frei- ryi lti g e r Anschluß nichtlebenssähiger Länder an Nachbarländer zweck», äßig.„Es muß dann aber dafür gesorgt werden, daß im Reichsrat keine Verschiebung der Machtverhältnisse .stotlflndet, vielmehr an dem pismarajchen Grundsatze festgehalten werde, daß«in wirksames Gegengcrvich« gegen den Einfluß Preußens bei der Wahl des Reichspräsidenten und des Rcichsloges im Reichs- rat vorhanden sein muß." Sollte hingegen— so ichloh der Staatspräsident Württembergs seine Anssührungen— der Versuch gemocht werden, durch mehr oder weniger sanften Druck und auf Umwegen zum Einheitsstaat« zu gelangen, so wird eine unmittelbare Gesahr sür den Bestand de» Reiches heraufbeschworen, denn nichis ist irriger als die Meinung, die Länder würden sich schließlich in ihr unvermeidliches Schicksal fügen. So wie die. Dinge in Europa liegen, kann dieses Spiel mit dem Feuer den ganzen kontinent in Brand stecken.(Ist das nicht ein« Drohung mit R e i ch s v e r r a t? Red. d.„D.".) Usber die Reserots der Ministerpräsidenten von Preußen und Bayern log bis Redaktionsschluß nöch keine Mitteilung vdr. Wvhnmgsballpwgramm för das Reich? Gozialdemokraiischer Vorschlag.— Oer Bürgerblock dagegen.— Reichsarbetts- minister erklärt: Weitere Mietsteigerungeu nicht beabsichtigt. Der Reichshaushaltsausschuß beriet i* seiner Montogssitzung den letzten noch übrig gebliebenen Abschnitt des Etats des Reichsarbeitsminsteriums über das Wohnungs- und Siedlungswesen. In ausführlicher und eindringlicher Weise polemisierte Genosse.Lipinski gegen die Absicht des Ministeriums, die Wohnung»- kultur der Arbeiterklasse nach Möglichkeit herabzudrücken und b«> gründet« unter Anführung zahlreicher Daten und reichen Materials die folgende von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachte wich- ti'ge Entschließung: „Die Reichsregierung zu ersuchen, dem Reichstag unverzüglich ein Wohnungsbauprogramm mit dem Ziel vorzulegen, spätestens in zehn Jahren den Alk- und Reubedarf an Wohnungen zu decken. Die Ertröge der Hauszins st euer sind ousfchließ- lich für den Wohnungsbau zu verwenden. Für die Durchführung des Wohnungsbauprogramm» find Hypotheken zu niedri- gern Zinsfuß und Auslandsanleihen sicherzustellen. Es darf keine weitere Steigerung der Mieten der Altwohaungea erfolgen. Die N c u b o u m i e t e n find den Mieten der Alt- wohnungen anzugleichen. Der Wohnungsbau für 1928 ist beschleunigt sicherzustellen." - Die Redner der bürgerlichen Fraktionen mit dem Reichsarbeitsminister an der Spitze traten der Entschlie» ß u n g e n t g e g e n. Es sei unmöglich, für längere Zeit im voraus ein fest umrissenes Wohnungsbauprogramm aufzustellen. Das habe man oft, ober immer vergeblich versucht. Niemand könne die Lag« des Hypothekenmarttev. die fortwährenden Schwantungen unter- liege, übersehen: sie sei aber mitentscheidend sür das ganz« Pro- gramni. Es sei wünschenswert, alles verfügbar« Geld in den Kleinwohnungsbau hineinzuleiten. Es fließe m« i st« n s leider in die großen Baute», weil dann die Verwaltung bequemer und billiger ist. Mit Nachdruck erklärte der Minister, daß auch Ausländsanleihen für den Wohnungsbau notwendig feien. Es sei ja bekannt, daß er den Standpunkt des Reichsbantpräsidenten Schacht zu dieser Frag« in keiner Weise teile. Di« Typisie- rung der Bauten müsse gleichfalls betrieben werden. Ein Baukostenlndex von 175 prvz. sel enorm hoch.' Das Arbeitsminifte- rium jei fchon an der Förderung der Wohnungsbautätigkeit um des- willen belonders interefsiert, weil solche Förderung zur Behebung der Erwerbslosigkeit das best« Mttel fei. Bezüglich«ven- iueller Mietpreiserhöhungen könne er die bestimmte Erftörung ob- geben, daß da» Ministerium im nächsten Zahre an eine solche Erhöhung nichl denke..--- Genosse LipinsN wie« in wiederhosten Darlegungen daraus hin. daß gerade vom Standpunkt einer Erleichterung der Erwerbslasig- keit und Beschaffung möglichst billiger Baumaterialien die Aus- stell« ng eines Bauprogrammo notweichig sei. Bei der Abstimmung wurde indessen die Entschließung Lipinski gegen die Stimmen der Linksparteien abgelehnt. Einem von der Genossin Bohm-Schuch vorgebrachten Wunsch«. daß ein sür die Förderung des Baues von Wohnungen ousgeworfe- »er Betrag von 13 Millionen dergestalt geteill»erden solle, daß 10 Millionen für Wohnungen für Reichsbeamtete und Bs- dienstet«, 3 Millionen für Wohnungen für Kriegsbeschädigte, vor- gesehen werden, sagte der Minister Erfüllung zu. Nach Erledigung des Etats des Reichsarbeitsministeriums trat der Ausschuß noch in die Beratung des Etats des Rechnung s- h'o f«»«in, in der eine Reih« schwieriger etatsrechtlicher Fragen be- sprachen wurde. Ein im Lauf dieser vom Vorsitzenden(Genossen H« i m a n n) gemachter Vorschlag, den Rechuuugeausschuß des Reichstage» aufzulösen und auch die Rechnungsprüfung dem Haus- holksausschuß zu übertragen, so daß die gesanUe Behandlung des Etats sowohl sür die Vergangenheit(Rechnungsprüfung) wie für die Zukunft(Neichshaushast) im Haushallsausschuß zusainmenlaufe, fand beim Ausschuß und bei der Regierung allseitige Zu st im- m u n g und soll weiter verfolgt werden. Die Gtrasgesetzreform. Das Ergebnis der deukfth-österreichifchen Konferenz. Die parlantentarische Konferenz der Mitglieder der österreichi- schen und deutschen Strafgesetzausschüsse bandet« gestern die Beratungen des allgemeinen Teils des Strafgesetzentwurfs. Die Bestimmungen des Gesetzentwurses über den Versuch wurden trotz Widerspruch des Ge». Eyeler-Wien in der Hauptfach« nach den Beschlüssen des deutschen Ausschusses gestattet. Wenn der Berfuch einer strafbaren Handlung wegen der Art des vom Täter ausersehenen Mittels oder Gegenstandes überhaupt nicht zur Bot- lendung führen tonnt«, war»ach dem österreichischen Beschluß eine Bestrosung ausgeschlossen. Nunmehr soll es in das Ermessen des Gerichts gestellt sein, ob es in diesen Fällen Strafe ver- hängt oder von Strafe absieht. In der Frage der Gewohnheitsverbrecher beantragte Genosse Rosenfeld eine Verschärfung der Voraussetzung sür die Ber» hängung der für Gewohnheitsverbrecher vorgesehenen Strafen da- hin, daß diese nicht schon nach zweimaligen Norstrafen, sondern erst nach fünsmakigen Vor st rasen sollen verhängt werden dürfen. Dieser Antrag stieß aber auf den geschlossenen Widespruch oller Vertreter der bürgerlichen Parteien beider Parlamente- Es verblieb daher bei den früheren Beschlüssen. Nach Erledigung einer Reih« untergeordneter Fragen wurde beschlassen, die nächst« Sitzung gemäß einer Einladung der sächsischen Regierung im Marz in D r e s d e n stattfinden zu lassen..' Das Ergebnis der dreitägigen Beratungen ist im ganzen nicht sehr erfreulich. Abgesehen von einigen durch unsere Genossen er- reichten»«rbeflerungen ist es im allgen, einen bei den früheren De- schlüssen geblieben. Di«.zweite Lesung des Entwurf wird wesentllche Verbesserungen bringen müssen, wenn die Sozialdemokroi'sche Partei dem Strafgesetzentwurf soll zustimmen können. Ein neuer linkskommuoistischer Reichslogsabgeordneter. Als Rachsolger des verstorbenen Abg. Böhla wird linkskominunipischen Blättern zufolge nicht der Postsekretär Hossmann-Schmargendors. sondern Otto Weber- Rathenow in den Reichstag eintreten. Der lmkskommunistisch« Aha. Schlecht, der sowohl in Potsdam I wie auf der Reichsliste gewählt war, bat jetzt sein Mandat in Poisdäm I niedergelegt und auf der Reichsliste angenommen. Folge davon ist, daß nicht der nächste auf der Reichsliste,' sondern der nüchste ans der Liste von Potsdam l in de» Reichstag konunt, und das ist qben Schlecht? engerer Gestunungsgenofs« Weber. Di« Zahl der-Oisiziellen im Reichstag sinkt auf 89. die der Oppositionellen steigt auf 16. t Wer kommt für Geßler? (Streit im Rechtsblock.— Angriffe auf General Heye. Die Frage, wer Geßler ersetzen soll, hat sich so verwickelt und zugespitzt, daß man die Länderkonferenz gern zum An- laß genommen hat, ihre Lösung zu v e r t a g e n. Die Rechte will zum mindesten einen Volksparteiler, auf alle Fälle einen starken Mann in ihrem Sinne, der auch nach den Wahlen ohne Rücksicht auf ihr Ergebnis bleiben soll. Das Zentrum hat Angst vor einem weiteren Rechtsrutsch vor einer Verschiebung des Stintmenverhältnisses im Kabinett, vor einer Erschwerung künftiger Regierungsbildungen. So ergibt sich in einer Angelegenheit von größter politischer Bedeutung eine Uneinigkeit im Rechtsblock, die feine Entschlußkraft lähmt— und damit ein Argument für baldige N�u» wählen mehr. Unter diesen Umständen gewinnt ein Artikel der„Deut- schen Allg. Ztg." Bedeutung, in dem manches Interessante ausgeplaudert wird. So wird darin erzählt, Herr Dr. Scholz habe seine Berufung deshalb abgelehnt,„weil die Fraktion in einem früheren Zeitpunkt Konteradmiral a. D. B r ü n i n g h a u s in Aussicht genommen hatte". Daß dieser Zigarrenadmiral als Reichswehrminister die stärkst« Heraus- forderung der Opposition bedeuten würde und daß kein ehrlich republikanischer Politker mit diesen Mann zusammenarbeiten könnte, bedarf keiner näheren Ausführung. Der Artikel der„DAZ." unternimmt sodann einen über- raschenden Vorstoß gegen den General Heye. Schon kürzlich hat ein rechtsradikales Blatt gegen diesen General ganz unverblümt den unsinnigen Vorwurf erhoben, er ton- spiriere mit der Linken. Die„DAZ." macht sich diesen Vor wurf in verblümterer Weise zu eigen, indem sie schreibt: Man kann sich in den letzten Monaten des Eindrucks nicht er- wehren, daß in den hohen Befehlsstellen jene planmäßige Hetze gegen die Reichswehr eine Beachtung gefunden hat, die sie nie und nimmer verdient, daß man dort dem verhängnisvollen Irrtum lebt, es sei möglich, dieser Hetz« durch Konzessionen und Nach- geben zu begegnen. Sollte dieser Eindruck richtig sein, so würde man einen sehr schweren politischen und psycholo- gtschen Fehler festzustellen haben. Wir wissen nicht, inwieweit der„Verdacht" begründet ist, der Befehlshaber der Reichswehr beabsichtige, zwischen der Wehrmacht der Republik und den republikanisch gesinnten Volksmassen ein besseres Verhältnis herbeizuführen. Daß. ober ein General, weil ihm diese Absicht zugeschrieben wird, zum Gegenstand öffentlicher Angriffe gemacht wird, das ist das Bezeichnende! Es zeigt, wessen wir uns zu ge- wärtigen haben, wenn die Frage der Besetzung des Reichs- wehrministeriums im Sinne der Rechten entschieden wird! Oer neue Wahlkampf in Hamburg. Gplitterlistea vor die Front!— Deutschaational-volkspartei sicher Freundschastsbund. Hamburg, 16. Januar.(Eigenbericht.) Nachdem m Hamburg am letzten Donnerstag die S o zia U tzi, m o ttaixt ihr» Kandidatenlist« zur«suen L ü r.g ei{ ch af 1 5» m ä h t am Id. Februar festgestellt hak— die alte Liste mit Bürger� schaftspräsident R o ß als Spitzenkandidaten wurde unverändert übernommen—. hat auch der Wahlkampf bereits eingesetzt. Sehr de- triebsam ist man in allen Splittergruppen und-grüppchen, die durch das Urteil des Staategerichtshofs neuen Antrieb erhallen hoben. Sie möchten sich nun alle ei« Sonderwurst braten und so hört man. daß neben den großen Parteien auch die Aufwc rtler. Mittelständler, linken Kommunisten, Völkischen, Grundeigentümer, ja selbst Natur heilkundige sich mit der Absicht tragen, eigene Listen einzureichen. Es ist also mit gut einem Dutzend Listen für die neue Wahl .zu rechnen. Der Sozialdemokratie wird dieser Aufmarsch der Skat- klubpolitiker kaum etwas anhaben körmen, besorgt aber schauen die Rechtsparteien dem Spiel« zu. Besonders den Deutschnationalen ist seit dem 9. Oktober gar nicht wohl. Ihnen sind die zahlreichen Wahlniederlagen, die der Hamburger Bürgerschaftswahl in anderen deutschen Ländern folgten, so w die Glieder gefahren, daß sie jetzt emsig bemüht sind, eine Einheitsfront mit den Bolls- parteilern herzustellen. Die beiden wildesten Männer der Hamburger Deutschnationalen, der Landesverbandsvorsitzende Dr. Lienau und der Reichsführer der Bismarck�wgend H. O. Sicoeting, beides große Stresemann-Hasser, baben jetzt plötzlich in Wort und Schrift der Bolkspartei ihre Freundschaft bekundet und ihr in aller Form das Angebot gemacht. Schuller an Schüller und unter Ausschaltung der gegenseitigen Bc- tämpfung.gegen den Marxismus" in den Kampf zu ziehen. Und der volksparteiliche Landesverbandsvorsitzende hat»mit Genugtuung" dieses Angebot begrüßt, um die Machtansprüche der Sozialdemo- traten und Kommunisten zuschanden zu machen. Der Sozialdemokratie kann dies« offene Verbrüderung nur recht sein, sie wird für die Arbeiterschaft ein weiterer Anspotn sein, am 19. Februar zu vollenden, wa« der 9. Oktober begonnen: den rechts- bürgerlichen Einfluß so zurückzudrängen, daß die Bolkspartei ferner- hin von der Mitregierung ausgeschallet wirb. Auch die Demokraten, die am 9. Oktober manch« Träume haben zerrinnen schen. machen besonder« Anstrengungen. Sie wollen jetzt, der größeren Zugkraft halber, das beste Pferd aus Ihrem Stall ziehen: Dr. Petersen, der erst« Bürgermeister, soll dem»- kratischer Spitzenkandidat werben. Zwar hatte Dr. Petersen seiner- zeit bei der Wahl zum Bürgermeister versichert, daß er sich nun nicht mehr als Vertreter einer Partei betrachten würde, sondern als über. parteilicher Führer der hamburgischen Politik— was ihn stellich nie gehindert hat, bei wichtigen Enlscheidungon als demokratischer Parieimcml zu handeln—, aber die Sorge der Demokraten um einen zugkräftigeren Listensührer ist doch stärker geworden als jene aus talscher politischer Seiüimentalüät gebaren« Absicht. Die Sozialdemokratie berührt auch dies« Spitzenkandidatur nicht mehr als jede andere. Sie geht mit verstärkter Kraft unter der gleichen Parole in den Kampf, mit der sie am 9. Oktober 1927 die Schlacht.gewann. Ran an den Staat! Nieder mit der Reaktion von rechts und von links. Der zweite Strafsenat des Reichsgerichts beschäftigte sich am Montag mit der Revision des Kaufmanns AloysKlein.der vom Schwurgericht in Oppeln am 12. Oktober 1927 wegen Raubmordes zum Tode verurteilt wurde. Klein war Mitglied der ge- en Selbstschutzorganisation in Obcrschlesi m und nU nitherrn im Kevtember 192l zwei i n d i f ch c.Kauf- Llm Geßlers Nachfolge. »Wie war's damit? Oer llnterschied gegen den Vorgänger wäre kaum zu merken!' Trotzki ins tiefste Asten verschickt. 60 Verbannungen wegen„Konterrevolution" durchgeführt. Heimen ev« I v II I Die Berbesserungen, die im allgemeinen in der Wartezeitsrage unter dem Druck der Gewerkscharten gegenüber der Verordnung des Aerwoitungsrates Herausgehost wurden, haben nur für den Augenblick eine halbwegs erträgliche Regelung, aber noch keine wirkliche Klärung der vielumstrittenen Frage geichaifen. Die Per. rrdnung mutz unbcdingl generell nochzsprüft werden, sobald einigermosten orkliche und bezirkliche Erfahrungen mit den jetzigen Bestimmungen vorliegen. Da die Verordnung nur bis zum 3l März gilt, müssen die Arbeitervertreter in den Ausschüssen rechtzeitig die notwendigen Anstrengungen machen, damit bei der endgültigen Re- gelang der Frage eine sür die Arbeiterschaft zufriedenstellende Lostina Hera us komm». Ein unmögliches Genchisgebaude. Das Arbeitsgericht Berlin. Zu den vielen Klagen über die unerträglichen Zustände beim Arbeitsgericht Berlin wird uns non gewerkschaftlicher Seite ge- schriebsn: Die Rauninerhästnisie beim Arbeitsgerichi Berlin in der Zim- »nxrstratze sind in letzter Zeit wiederholt Gegenstand erhebst ster Angrifsc gewesen. In der Tat kann, wer das zweifelhafte Per- gnügen hat, bcruslich ständig oder zumindeslcns mehrere Mal« in der Woche auf dem Arbeitsgericht Berlin tötig zu fein, die Berechti- gung dieser Angrissc■mir unterstreichen. Das in der Zimmerstratze gelegene Gebäude des Arbeitsgerichts Berlin, welches bis zum Inkrafttreten des Arbeitsgerichtsgesetzes, d. h. bis zum l. Juli 194:7, in gleicher Weife dem Gewerbegcricht und Kaufmoiinsgericht als Sitz diente, reicht in keiner Weife aus, um die Bedürfniffc einer so unstangreichen und wichtigen Gerichts- behörde, wie das Zlrbeitsgericht sie für eine Industriestadt wie Berliir darstellt, zu befriedigen. Abgefchor davon, dotz man ein Gebäude» in dem Hunderttausende ihr Recht suchen. auch in repräsentativer Hinsicht gewisse Anforderungen stelle» darf und mutz, die hier nicht im geringsten erfüllt wel'deil,»Nochen sich be! dem ständig wachsenden Verkehr des Arbeitsgerichts Berlin die Raummängel auch in technischer und hygienischer Beziehung auf das unangenehmste bemerkbar. Die Verbände der Lederindustrie, Schuhindustrie und Leder- warenindustrie haben nunmehr gemeinsam mit den zuständigen Ge> werks Hasten eine Eingabe an den Präsidenten des Landgerichts I sowie an den Polizeipräsidenten gerichtet und aus diese Zustände aufmerksam gemacht, soweit die hier in Frag« kommenden Wirt- schast-kreise davon betrofsen werden. Als Derhondlungszimmer dient ein Raum von geringstem Ausmah. Für Zuhörer, Zeugen, Parteien usw. Hot gerade eine schmale Bank im Raum Platz gefunden, so dotz die Mehrzahl der Zuhörer stundenlang in den Ecken stehen mutz oder zu der doch grundsätzlichen öffenllichen Verhandlung keinen Zutritt finden koim. Das..Beratungszimmer" dieser sogenannten Lederkammer be- steht aus einem Raum, der hinter dem Abort liegt und der eine« Umfang von noch nicht einem Quadratmeter hat, so daß in diesem Raum der Garderobenständer n'ir die Mit- glieder der Kammer knapp Platz finden kann. Die Beratung der Kammer m diesen, Raum ist naturgemötz nicht möglich. Nach jeder Verhandlung, wenn das Gericht sich...zur Beratung zurückziehen" will, mutz daher dos Berhandlirngszimmcr von sämtlichen Zeugen. Parteien, Zuhönern usw. geräumt werde», die dann aus dem zugigen Korridor zwischen verstaubten Akten Platz nehmen müssen und den Verkehr dort weiter erschweren. Dieser Vorgang spielt sitz iin Lause eines jeden Vormittags»nehrere Male ab. Sollte es wirklich nicht möglich fein, angesichts dieser Zustände in der W e l t st a d t B r r l i„ ein geeignetes Gebäude für eins der wichtigsten Gerichte zu finden? Es wird immer wieder über Verhandlungen bezüglich eines Neubaues bzw. der iiebernahm« des srüheren Kunstgewerbemuleums in der Prinz- Albrecht-Strotzc berichtet, aber etwas Positives ist immer noch nicht geschehen. Arbeiisnachweisangestellien-Konferenz. Der Zentralyelband der Angestellten hotte. zu Sonntag vor- nnttag nach Berlin eine Konserenz der Arbeitsnachweisangestellten der Provinzen Brandenburg und Grenzmark' einberusei», die einen lehr guten Besuch auswies. Genosse Haußherr, Vorstands- Mitglied des ZdA.. kielt einl eilend ein gut aufgebautes Referat über .Do? A»veitsrecht de? Personals der NestDsanstast- für Arbeits- vermittlu««»tnd Atcheiisloierwerstcherunq". Er befeuchtete zunächst die Praxis der Zlrbeitsver- m» t t l u n g in der Vorkriegszeit und kennzeichnete dabei auch die Motive, die die freien Gewerkschäfien vor etwa 39 Iahren bewogen hoben, die� gemeinsame Arbeitsvermittlung mit den Unternehmern 1 oder die«chakmng von paritätischen ArbeitsnMhweisen abzulehnen, � wie es auch die Unternehmer— allerdings mis anderen Gründen— taten. Aber schon einige Jahre vor dem Kriege änderten die freien Gelverkjcho>'ten ihre Aussasjung darüber, während die Unter- yehmer an ihrem früheren Standpunkt festhielten. Es kam dann sogar zu schweren Kämpfen, besonders in der Holzindustrie, um die Schassung poritätiicher Arbeitsnaiblversc. Von jeher haben aber die freien Gewerkschaften, wie sür alle Sozialinstiiutionen, so auch für die Arbeitsnachweise, die reine Selbstverwaltung gefordert, die aber bisher mir bis.zu einem gemissen Grade ver< wirklich!»Verden konnte. Die freien Gewerksichaften roaren stets gegen eine bureau- 7 ra Iis che Verwaltung, qegen eine Denvaltung vom grünen T i s ch her. Es ist keine Animosität gegen dos Berussbemntentum. wenn von den Geiverkschosten gefordert wird, dotz die Sclbstver waltung der sozialen Institutionen nicht ousschliehlich von Berus?. beamtet, ausgeübt wird. Die Selbstverwaltung bei solchen Einrichtungen wird bedingt dadurch, datz es sich nicht im» die Ver wastung der Steuern der Swatsbüroer handelt, sondern um die Ver- waltung von Beiträgen bestimmter Interessenten. In diesen sozialen Körpers ebernen müssen Leute sitzen, die nicht nur sozialpolitische Kenntnisse und Erfahrungen, sondern auch ein Herz für soziale Nöte haben. Die Selbstverwaltung mutz aber auch■ zur Folge haben, datz durch sie ein Einfluh aus die Personal- Politik ausgeübt werden kann. Durch die Ziiiannnensassung der Slrbeitsiosenversicherung und der Arbeitsvermittlung ist endlich der ewige K o in p e t e n z st r e i t der Belförden, wie er z. B. zwischen dein Handelsministerium und dem Ministerium für Voikswohliahrt bestand, beseitigt worden. Um die Sckvsfimg eines guten Perfonolrechtes für die Angestellten der Reichsanstält ist der ZdA. an erster Stelle bemüht gewesen. Schon im August vorigen Jahres wurde von ihm der Abschlutz eines Kollektivvertrages gefordert, um zu vey- hindern, dotz vom Verwaltungsrat der Reichsanstalt einseitig eine Dienstordnung erlassen wird, in der die berechtigten Wünsche der Angestellten gar nicht oder nur sehr gering berücksichtigt werdeir. Es ist vor kurzem auch ein R e i ch s t a r i f v e r t r a g für die Angestellten der Reichsonstalt abgeschlossen worden, der zioar nicht alle Wüitsche der Organisation verwirklicht, der aber immer- hin den Angestellten viele Sicherunaen bietet. Genosse Hautzherr ging dorm näher auf die einzelnen Bestimmungen dieses Vertrages ein und sprach die Erwarwng aus, datz es im Laufe der Zeit ge-- längen wird, noch vorhoindene Unebenheiten in diesen» Vertrage zu beseitigen. Er unterzog auch noch das Liebeswerben verschiedener Beamten- und Angestelltenorganisationen um das Pei-fonal der Reäcksanstcrit einer scharfen Kritik und ermahnte die Erschienenen, die einzijfc wirkliche Interessenvertretung der Arbeitsnachweis- angestellten, den ZdA.,.zu stärken. In der ziemlich ausgiebigen Mswssion entwickelte sich ein interessantes Frage- und Antwortipicl, das erhellt«, welche Mitz- stände es bei den Arbeitsnachweisen in der Provinz noch zu beseitigen gibt, lieber den Aufbau der k ü n s t i g e n Arbeits- ämter konnte mchts Näheres gesagt werden, da die von ver- schiedenen Seiten eingereichten Pläne noch manche Abänderuiigei» erfahren dürsten. Die Konferenz wählre zum Schlutz noch einen Arbeit sausjchutz, der dem Verbandsvorstand bei der Durch- führung der in nächster Zeit bevorstehenden Arbeiten zur Hand gehen soll.__ Die Bewegung im Ziuhrbergbau. Kündigung des Mehrarbeitsabkommens. Essen. 16. Zauuar. Gestern fanden im Ruhrgebiet etwa 40 Mitgliederversammlungen des Geiverkvereins Ehristticher Bergarbeiter statt, die sich mit der aus der Esten er Bezirkskonferenz am 10. Zanuar einstimmig an- genommenen Eatschlietzung befaßten. Zn dieser Entschlietzung er- sucht die Bezirkskonferenz die Hanplverrvaltung. unverzüglich mit den übrigen Organisationen der Arbeitsgemeinschaft der Bergarbeiter- verbände Verhandlungen über die baldige Kündigung des Mehrarbeitsabkommens«Kifzunehmen, dessen zwischen- tarifliche Regelung vom Bergbau abgelehnt worden war. und sie hosst von der Leitung des Gelvertvereius, datz eine verkürzte A r b e i t s z e l t baldmöglichst eingeführt und eine der Teuerung entsprechende Lohnerhöhung erfolgt. Der Bergarbeiteruerband wird am kommenden Sonntag in einer grotzen Kundgebung In Bochum, bei der der Vorsitzende des Verbandes, Genoffe hnsemann. sprechen wird, zu den obigen Fragen gleichfalls Stellung nehmen. Albert Thomas in Berlin. Der Direktor des Internationalen Zlrbeitsamtes, Albert Thomas, wird am 25. Januar dem Zentroloerband der Angestellten einen Besuch abstatten. Bei dieser Gelegenheit werden die sozialen Probleme der Angestelltenschaft und vor allem die Forderungen der freien Angestellten auf internationalem Gebiet erörtert»Verden. Albert Thomas wird nicht, wie er bsabsichttgt hatte, schon vor der Tagung der Oberschlesienkommission, sondern erst nach den am 18. und 19. Januar in K a t t o w i tz stattfindenden Perhand- langen nach Berlin kommen. An den Kattowitzer Derhandlunyeu nimmt als Vertreter der deutschen Regierung Ministerialdirektor Dr. S i tz l e r teil, der polnische Vertreter ist S o k o I. Von KaÜo- witz begibt sich Thomas zunächst nach Warschau. Von dort kommt er nach Berlin.__ Iubilarfeier der Berliner Metallarbeiter. 1200 Vorkämpfer der Arbeiterbewegung. Die Berliner Ortsvermaltimg des Meiallarbciteiwerbandes�ver- onstaltete am Freitag abend km Saalbau Fnedrichshoin eine Feier zu Ehren ihrer Mitglieder, die auf eine 2-5jährige un unter- brochene Mitgliedschaft in dieser Organisation zurück- blicken konnten. Von den rund 12 99 Iubilaren und Jubilarinnen waren fast alle erschienen. Unter den Ehrengästen iah man alte Mitglieder des Metall- arbeiierr>krbandes, deren Nomen in der Zlrbeiierbewegung einen guten Klang haben, wie z. B den früheren Berliner Bevollmächtigten Adolf Cohn, Genosse Wilhelm Si e ri nq usw., sowie Vertreter der befreundeten Organisation». In einer kurzen Ansprache würdigt«'Genosse Z i s k o die auf- opferungssolle Arbeit der-Iudtlär»»md Jubilarinnen. Genosse Münsinger, Bürgermeister m Spandau, sprach der Ortsverwollunq km Romen der Jubilar« den Dank aus kür die schöne Veranstaltung und für die anerkennenden Wort« des Genosse» Ziska.__ Cook macht wieder von sich reden. Im Anschluß an die sogenannt» iridustrielle Friedenskonferenz in England, d. h. an die Besprechimgai zwischen den Industriellen und den Gewerkschoflen sind zwislben demchritsscheii Ge- »vertschastsrnt und Cook, der seit dein letzten Gewerk- schastskongreß Mitglied des Generalrate der britischen Gewerkschaften ist, Differenzen entstanden. Cook erklärte in der Presse, die Mitteilungen über die gemeiniame Besprechung zwischen den Unternehmer» und den Vertretern der Arbeiter seien irre- rührend. So sei z. B. n i ch t s darüber gesagt worden, datz die Unternehmer von den Arbeitervertreter-, die Unterzeichnung einer Kundgebung oerlangten, in der der Glaube an den Frieden in der Industrie und die Notwendigkeit betont werde, eine Maschinerie zur Beendigung von Streiks' und Aussperrungen zu schassen. Demgegenüber oersichert der Sekretär des bntilchen Gcwerk« ichaftsbundes, C i t r i n e, dotz Cook eine einseitige und irre- führende Darstellung der Verhandlungen geb«. Seine Vor» »vürfe seien vermutlich nichts anderes als ein Versuch, die gemein- seinen Besprechungen zwischen Unternehmern und Gewerkschaften zum Scheitern zu bringen. Cook müsse wissen, datz keine wie immer gearteten Beschlüsse g e s a tz t worden seien und datz sämtliche Fragen vom Gencralrat in einer Sonder- sitzung Ende Januar besprochen werden. Ebenso müsie Cook wissen, datz seine Behauptung, der Generalrat wolle die Arbeiter über die Verhandlungen im Dunkeln lassen, völlig absurd sei. Der Generalrat werde sich nunmehr mit dem Verholten Cooks befassen müssen. F«ic SxwerlfchafUjuflrud(S>t oft-dcilin. Heute. Dienstay, Mz Uhr, tagen die Gruppen: Zranlsurtcr All»»: Gruppinhcim Stadt. Iup-.ldhcim Litauer Straße 1S. tzünincr?. Reihenvortrag:„Tie Stellung der ssrau im Wandel der Meschuhteck— SchSneweit»«! Zuacudhcim Berliner.Str. Zt. Äurzmcil ges und Heitere».— Landebergcr Platz: Gruvvendeim Dieftelmenerdr. ä. JiOO Zanre deutfchen Humors."— Lichtenberg: Grupp-'nhcim Jugendheim Dsgestr. 22. Vortrag:»Ärbeiterfithrer Bebel und Lassalle.' Treptow: Eruppcnhe m Schuir Wildenbruchstr. ZZ— b» IHortVimmer). Liederabend— Humboldt: Jugendheim Lorßing-, Ecke Graunltraße. Lichtdildervorkkag:„Äuf Schnee. schuhen durch das Äiesengebirge."- Siiblrti,: Im Iugcndbcim dcs Vcrlchrs. dundcs, Engrluicr 24 2t>.»eeismitgliederversammlung. Vorirag:„Die Be- Ziehungen Zwischen Staat und Wirtschaf:" Zugcndgrupp« de» gdA. Heute, Dienstag, Tnrnabend von SO— 22 Uhr in der Turnhalle der Schule Baruthcr Str. 2U. Turnsachen mitbringen! Die nicht am Turnabenb teilnehmenben Iugendmitgfieder besuchen die Kundgebung des Bundes entschiedener Schulreformcr gegen„Da, Unwesen der Bcrc.'ti- annaeu!" in der Aula des Werner-Siemens-Eymnaslums, Hobenstaufen» straße 47—«8, Beginn Ift». Uhr. in der Iugendselretär Balrcr Eschbach als Vertreter des Äfil-Ortskartevs spricht. Verantwortlich illr Politik: Dr. Cnrt Seper: Wirtschast: S. tUingelhöser; Gewerlfchasisbewegung: A. Steiner: IZeuilleton: 9. S. DSicher-. Lokale« und Sonfiiges: IZrttz ftarftüdt: Anzeigen: Ih. Glocke. famtUch in Berlin Berlag: Vorwärts.-brrlag G. m b H.. Berlin Druck: Vorwärts-Duchdruckeret und Vcrlagsanftalt Paul Singer u Eo.. Berlin SW W Lindrnftraße 3. Hierzu 2 B-ilaaen und.Unterdaltnno und«igen- 2 Teller Suppe für nur 13 Pfennig erhalten Sie mühelos auf einfache Weise— durch kurzes Kochen mtt Wasser— in reicher Sortenauswahl aus MACiCil5 Suppen-Würfeln. Tlr. 27» 4�. Jahrgang Ii* Viensiag, �7. Januar �92S Häuser auf Moorgrund. Eine Tragödie in Eharlottenburg. Schon wii-ixrkiolt beschäftigte, sich �»ie Oeffentlichkeit mit bcn bonlichen Ziistänben eines durch Einsturzgcsahr bedrohten Llädserblock? in Charlottenburg. In der letzten Zeil haben sich dort neue Schäden bemerkbar gemocht, die Veranlassung geben, sich mit der Angelegenheit zu befassen. Es handelt sich um den Häuserkom- plex zwischen der Hebbel-, Fritsche- und Wallstratze. In einer Im Charlottenburger Rathaus abgehaltenen Preise- konierenz äutzerle sich Obenbaurot Fischer von der Berliner Bau- Polizei über die Ursachen und die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen des gefährdeten Häuserblocks. Bor etwa 20 Jahren wurde das Ge- lande, das einen moorigen und morastigen Untergrund hat, von einer chrundstücksfirma zur Bebauung gekauft. Da der moorige Boden die starke Belastung der Häuser nicht aushalten konnte, wur- den hol, pfähle in da» Erdreich getrieben und darüber Zement. platten eingesügl. Jedoch bereits nach vier bis fünf Jahren macksten sich in den dort entstandenen Häusern die ersten Schäden be- Merl bor. Bei der Herstellung de» Fundament» war nicht mit der nötigen Sorgsall verfahren worden und einige Pfähle moren nicht bis auf den festen Baugrund, der an dieser Stelle etwa 14 bis 18 Meter unter dem Morast liegt, gelangt. Die Folge davon war, daß die Häuser in Bewegung oe- rieten, die ,zu schwache, Balken nachgaben und sich im Mauerwerk starke Bisse bemerkbar mochten. Es gatt nun, durch Betonierung?- arbeiten und Schasfung neuer Fundomente zunächst da» am meisten gefährdete hau» Hebbelstraße 17 zu schützen. Do jedwede Er schütte rungen vermieden werden mußten, wurde von dem Einramme-, von HolzpfäKlen mit Zementkappen abgesehen und Betonpfähle eingefügt. Bei Bohrungen, die diese Arbeiten erforderlich machten, stellte stch überraschend heraus, daß die alten hol, pfähle, die damals ein. gerammt worden waren, völlig schief, zum Teil sogar wagerecht lagen. Zn etwa 15 Meter liefe fand man«inen Betonkloß, der im taufe der Zeit abgesackt war. In der letzten Woche sind unter jedem Pfeiler mehrere Betonpfähle errichtet worden, um das Haus so im Fundament.zu stützen. Nach Beendigung dieser Sicherheitsaktion soll dann versucht werden, da» Gebäude, da» sich um etwa 4Z Zentimeter au» dem�tot geneigt hat. durch hydraulischen Druck wieder gerade zu rücken. Die Kosten für diese Zlrbeiten, die bisher etwa 20 000 M. erfordert hoben, sollen sich noch um weitere 20 000 bis 25 000 M. erhöhen. Oberbourat Fischer kam zu dem Ergebnis, daß für den Häuserblock, beson- der? für da» Hau» Hebbelstraß« 17, keine besondere Einsturzgesahr zu befürchten sei, und er wies darauf hin, daß sich ähnliche Ber- Hältnisse auch in anderen Teilen Berlins, beispielsweise am Roten Schloß, an der Friedrichsgracht und in der Besselstr. 22 befänden. Nach seinem Dafürhalten sei eine Räumung des Hauses nicht er- forderlich, und von den Gaswerken solle' bereits geprüft werden, ob die Gaszufuhr nicht wieder freigegeben werden könne. Der Dezer ient des Wohnungsamts, Stadtrat Genosse H o r l i tz, oer- trat jedoch demgegenüber den Standpunkt, daß es geivagt fei. sich aus das Urteil nur eines Fachmannes zu verlassen, und daß die Frage der Sicherheit oder Einsturzgefahr zweckdienlicher von einer be sonderen Kommission geprüft werden müsse. Er erklärte serner, daß den Mietern der gefährdeten Häuser aus Wunsch andere Wohnungen zur Verfügung gestellt würden. Allerdings werde es nicht möglich sein, derartige Räumlichkeiten im Bezirk Charlotten- bürg zu shden. Auch er betonte die Notwendigkeit, die Häuser des gesamten gefährdeten Komplexes zu heben, wofür insgesamt etwa 200 000 M. notwendig sein würden. Die sich anschließende Be- stchstgung der Häuser, besonders des Gebäudes Hebbelstr. 17, er- gab für den Laien den Eindruck, daß die Gefahr eines Einsturzes doch wohl größer.zu sein scheint als es die Ausführungen der Fach- lcute der Baupolizei erkennen lassen. Die Beunruhigung der Be- wohncr ist durch die Schäden, die besonders im letzten Jahr einen unvorhergesehenen Ilmfong angenommen hoben, aufs höchste ge- steigert. Bor ollen Dingen sind die Mieter des am meisten in Mit- leidenschast gezogenen Hauses Hebbelstrahe 17 in großer Sorg«, daß da» haus plötzlich über Ihren köpfen zusammenbrechen könnte. Bereits am Sonnabend voriger Woche wurde auf Veranlassung der Gaswerke die Gaszufuhr abgeschnitten, weil die Gaswerke mit Rück- sich auf die zum Teil faustbreiten Risse in dem Mauerwerk des Gebäudes wegen der Gasgefohr nicht mehr die weitere Verant- wortung tragen wollten. Der hos de» Grundstücke» Hebbelstraße 17 macht geradezu einen chaotischen Eindruck. Große Sandberge er- heben sich, die bei den AusschochWngsorbeiten für die Stützungsaktion an die Oberfläche gefördert wurden. Ein schwerer T-Träger, der sich vom Quergebäudc zum Vorderhaus zieht, ist völlig oerbogen, da die Fundamente weiter nachgegeben hoben. Schleunigst mußte ein neuer, durch Eisenschienen verstärkter hölzerner Schutzpseiler ge- zogen werden. Zehn bis zwölf stark« Holzbohlen, die in das Mauer- weik eingefügt sind, sollen di« Hinterfront des Vorderhauses vor- läufig sichern. Dos Haus hat sich noch den verschiedensten Rich- tungen geneigt, und die Fassade weist sowohl an der Außentront wi« oer noch viel mehr bei den beiden Seitemlügeln klaffende Bist« bis zum Durchmesfer einer Faust auf. Auch die vor vier Tagen neu angelegten Gipsmarken in den Rißstellen zeigen bereits neue Risse, woraus hervorgeht, daß die Bewegung des Hauses entgegen den Behauptungen der Baupolizei doch noch nicht aufgehört hat. Aus den AusjüHrungen der Mieter ging die große Beunruhigung und Aufregung hervor, denen sich aller Bewohner des Hauses bemächtigt bot. Soweit nicht elektrisches Licht vorhanden ist, sind die Wah- nungen infolge der Absperrung der Gaswerke vollkommen ohne Beleuchtung. Di« Besichtigung der Wohnungen im dritten Stock ergab, daß dort, wie auch in anderen Wohnungen, der Stuck von den Decken fällt, die Türen und Fenster nicht mehr richtig schließen und in sämtlichen Zimmern die wände von großen Bissen durch- surchl sind. Die Mieter, deren Nerven infolge der schon lange Zeit hindurch unhaltbaren Zustände auf da? äußerste angegriffen sind, führen lebhafte Klaae über da» verhalten der Bauvolizei und verlangen, daß man ihnen andere Wohnungen zur Verfügung stellt. In einem der Schloszimmcr im dritten Stock hat man bereits die ganze Decke mit einer Stoffbespannung versehen, um sich aus diese Weise behelfsmäßig des Nachts vor dem Herunterfallen-des ab- bröckelnden Stucks zu schützen. Nach Aussagen der.Hausbewohner haben sich die Risse in der letzten Zeit so verstärkt, daß auch der Schornstein in Mitleidenschaft gezoaen wird, und beim heizen die Wohnungen mit Kohlendunst angefüllt werden, da der Rauch durch die Ritzen in den Wänden hindurchdringt. Die Mieter stehen auf dem Standpunkt, daß von der Bauposizei mit größerer Beschleuni- gung durchgegriffen werden muß, und daß man ihnen schnellstens ändere Wohnungen zur Lerfügupg stellen muß, da die Zustände in dem.Haufe Hebbelstraße nicht mehr länger erträglich seien. Zählreiche andere Hause«' in der Hebbel-, Fritsche- und Wall- straße weisen ähnliche Schäden auf. Ueberoll starte Einrißstellen, die für die baupolizeiliche Kontrolle mit Gipsmasken versehen sind. Sehr stark bedroht scheint auch dos Haus Fritichestraße 17, wo sich vom Dachfirst bis zu den Parterreräumen ein starker Riß von etwa 0 bis 10 Zentimetern Breite hinabzieht. Oberbourat Fischer betonte noch, daß. wenn heute ein Gelände zur Bebauung erschlossen werden soll, genaue baupolizeiliche Unter- suchungen über die Beschoffercheit des Baugrundes angestellt würden, und daß es ausgeschlossen sei, daß sich ähnliche Folgen aus der nachlässigen Behandlung wie vor zwanzig Iahren in Charlotten- bürg ergeben könnten. Dement.' Dlomcm von Fjodor Gladtow. 3. Nordost. Die letzten Tage des Oyober wurden durch Ereignisse erschüttert. In der Nacht, am 28.. wurde'Schramm verhaftet und in derselben Nacht noch in die Bezirkszentrale geschickt. In derselben Nacht wurden auch unter den Spezialisten des Volkswirtschaftsrates und der Fabritleitung eine große An- zahl Verhaftungen vorgenommen. Und am 30. herrschte große Aufregung unter den Parteiarbeitern. Schidkij wurde zur Verfügung des Kreisbureaus des ZK. abberufen, Badjin zum Vorsitzenden des Bezirksvolkswirtschaftsrates ernannt, der Vorsitzende der Tscheta, Tschibis, wurde irgendwohin, sehr weil ins Innere Sibiriens versetzt. Diese Ereignisse erwartete man schon lange: man sprach darüber in leisen Unterhaltungen, erzählte einander von dumpfen Gerüchten und war sehr aufgeregt. Man wußte— was sein wird, und jeder neue Tag war mit dumpfen Er- Wartungen getränkt. Aber oll diese Geschehnisse erschütterten trotzdem durch ihre Plötzlichkeit und dadurch, daß sie Wirk- lichkeit wurden. Jeden Morgen, zur gewohnten Stunde, ging Sergeij ins Parteikomitee, mit seiner zerrissenen Aktentasche, seiner nackten Glatze, seinem weichen, gelösten Gange, gebückt, mit einer nicht erlöschenden Frage in den Augen. Jeden Tag führte er pünktlich und gut alle Aufgaben der Partei aus, arbeitete im Agitprop. In der politischen Aufklärung, oer- säumte nicht eine Sitzung, in der seine Anwesenheit not» wendig war. und sprach mit niemandem über sein Schicksal, über die Parteireinigung, über seinen Ausschluß, und über die Bemühungen, in die Partei wieder aufgenommen zu werden,— als ob dies astes unwichtig wäre und nur diese seine Arbeit, die er nach vorgemerktem Plane zu erfüllen hatte.— wichtig und unaufschiebbar sein. Und von der Äund� an. als er aus der Reinigungskommission heraus- gekommen war,— ging er nie mehr hin, bat niemanden von den verantwortlichen Genossen um Hilfe, regte sich nicht aus und beklagte sich nicht. Nur sein Kopf mit der roten, von langen Locken umrahmten Glatze schien schmerer geworden zu sein und größer, und in seinen Augen brannte fieberhaft tmausloschbare» Leid. Er hatte eine kurze Abschrift aus dem Protokoll der Kommission bekommen. Er las sie ebenso aufmerksam, wie er alle anderen Dokumente zu lesen pflegte. Geprüft: Iwagin, Sergeij Iwanowitsch. Mitglied der RKP,(B.) seit 1920, Parteibuch Nr...... Gewesener Menschewik, Intellektueller. Beschluß: Aus der Partei als typischer intellektueller Men- schewik und die Parteiorganisation zersetzend — auszuschließen. Dascha brachte ihm die Abschrift. Er saß im Agitprop und bearbeitete sorgfältig Thesen aus zur Berichterstattung über die Frage der Arbeitergenossenschaften in den Zellen- Versammlungen. Dascha sah ihn prüfAid an. und ihre Brauen zuckten über der Nase: zum ersten Male staunte sie über Sergeij— warum ist er so ruhig und sorglos? Warum schweigt er und denkt an etwas anderes? „Genosse Iwagin, man muß Einspruch erheben. Mit dieser Taktik des Draufspuckens muß Schluß gemacht werden. Bis zu den höchsten Instanzen muh man gehen." Er lächelte mit feuchten Auqen und entnahm seiner Aktentasche ein dicht beschriebenes Papier. „Ich habe schon Einspruch erhoben, Genossin Tschuma- Iowa. Hier eine Abschrift— zum Andenken, Ich habe die Sache Schidkij gegeben. Auch das Parteikomiree bemüht sich" „Wenn es notwendig sein wird, daß man über dich Auskunft gibt.— so kann ich sie dir sofort schreiben, Genosse Iwagin. Dos ist jo Blödsinn: dich und Genossin Mjechowa darf man nicht ausschließen." -„Wenn du es für notwendig hältst, Genossin Tschuma- lowa. so schreib sie und gib sie Schidkij." Er stand auf und reichte Dascha schamhaft lächelnd die Hand. „Aber ich vergesse kein Sekunde, daß ich Kommunist bin, Mitglied der Partei, der seine Arbeit ohne Unterbrechung fortzusetzen hat." „Schon gut. Genosse Iwagin, aber du mußt dich rühren, darfst nicht auf dezn Stuhl sitzen bleiben, mußt alles auf die Beine bringen." „Vorläufig ist das noch nicht notwendig. Wenn es aber so weit sein wird, werde ich schon nicht stille sitzen, ich werde überall hingehen, wo es sein muß," Dascha sah ihn wieder aufmerksam an, und wieder Kinanzgruppen unter sich! 6 Monate Gefängnis für Bankier Kuhnert. Di« Gerichtsverhandlung, über deren Beginn wir bereits im gestrigen Abendblatt berichteten, gestaltete sich zeitweise höchst dra- matisch. Ausgangspunkt der ganzen Aktenschiebung des Bank- direkiors Kuhnert mar ein Bericht des Landgerichispräsidenten und des Ersten Staatsanwalts in seiner Gnadensoche. Wi« war der Inhalt dieses Berichts, der nur den Behörden und den Vor- terdigern Kuhnerts zugänglich lein konnte, zur Kenntnis des General- konfuls F o n f ä, dem Widersacher Kuhnerts in den Mannheimer Motorenwerken, gekommen? Um diese Frage drehte sich in der Hauptfache die Beweisaufnahme. Und dieser Bericht, der allein auf unrechtmäßig« Weise in die Hände des Generaldirektors gekommen fein konnte, wurde Gegenstand der Kuhnertschen Akten- Vernichtung. Er sollt« vernichtet werden, damit er ihm in Zukunft nicht mehr schaden könne. Die Gerichlsvcrhandlung gestattete interessante Einblicke in die Kampiesweise gewisser Finanzgruppen, in die Methoden, deren sie sich bedienen, wenn es sich darum hon- delt, einen Finanzmonn unmöglich zu machen. Zwischen der Finanzgruppe des Borfißenden des Aussicktsrates der Mannheimer Motorenwerke Fonfe und der Kuhnertschen Finanzgni'stpe bestanden schwerwiegende winscha-tliche Dmeremcn. Als die anonyme Postkarte über die Vorstrafen Kuhnerts in die Berkehrxbank auf den Schreibtisch des Generalkonsuls Fans.': geflogen kam, wollte er sie, wie er behiuptete, in den Papierkorb werten. Ein Mitglied des Auisichtsrats, ein Staatssekretär, er- klärte ober:„Unter keinen Umständen. Ich sitze nicht im Ans- sichtsrat neben einem Mann«, der vorbestraft ist. Schaiien Sie Klarheit. Aehnliche Pestkarten können auch anderen Aussicht?-at-- Mitgliedern zugegangen sein." Das war allerdings nicht der Fall. Gleiche anonyme Schleiden hatten aber die Girozentrale und die Seehandlung erhalten, Fonfe setzte auch den stellvertretenden Bor- sitzenden, Rechtsanwali Stähr. von dem Inhalt her st-'te in Kenntnis. Dieser begab sich in BegleiNirg Kuhnerts nach- Moabit, erhielt hier Einblick in dessen Akten und üb erzengte sich, dar, ibnen tatsächlich ein für Kuhnert vernichtender Bericht dch- gefügt war. Letzterem erklärte er ober, daß e-ne Abschrift nicht zu erholten:ei. Als Fom'e Kuhnert den Inhalt der anannmen Post- karte mitteilt«, erwähnte er'bin gegenüber auch den Be-ickt des Landgerichtspräsiderrten. In der gestrigen Gerichtsnerhandlvng aab er zu, daß die Vermutung naheliege, er Hobe vom Rechts-mwait Stähr über den Bericht Kenntnis erholten. Das Borftandsm'tg'ied L'Orrange, der zur Kruppe Kuhnert geHärte, und der Hain- burger Bertretcr der Mannheimer Moiarenwerk hatten st dach bei ihrer kommilsarnchen Dernelyimng mit verblüffenden Ein-elhe-ten misgesagt, daß Generolkanlul Foniö ihnen oeoenüber den BeHmer Kriminnlkommiffar Ueltzcn als Urheber dr? Materials be-fichnet habe. Diesem sei bereits iür den Fall, daß ibm durch die fvb''- fchafiung des Maieriols Unannehmlichkeiten entstehen sollten,' et. e Stellung in den Mannheimer Motorenwerken vorbehalten. Unlösbare LLiderfprüche ztris-ken der Auslage de- Gei'n'« kansuls Fonfe und verschiedenen Zenaen führten zu heftiien Auseinandersetzungen zwischen dem Zeugen Fonfe und der Verteidigung. Die Verteidigung war der» Ansicht, daß nur eine Indiskretion der Polizei oder der Si'ats- anwaltfchaft zu dem unrechtmäßigen Gebrauch der Ge- � ri cht so k t e n geführt haben könne.'' Der Gruppe Fovie gelang es nicht. Kuhnert aus dem Aufsick.ts- rat der Mannheimer Motorenwerke hinauszübringen. Dagegen mirßt« Fonfe auf Grund des Beschlusses der Generalversammlung sein Amt als Vorsitzender des Aussichtsrates niederlegen, Kuhnert brannte aber danach, den Urheber des Fonseschen Materials gegen ihn fest- zustellen. Als eines Tages sein srüherei Bekannter, der Bankbeamte P e i s e r ,zn ihm kam, erzählte er ihm von seinen Widerwärtigkeiten. Peiser erkiärte sich bereit, ihn mit dem Borgesetzten des Kriminal- kommisiars Ueltzen, dem Regierungsrat Klöppel.zusammen zuführen. Zu einem Znsammentrcfsen kam es jedoch nicht. Dann aber machte Peiser den Vorschlag, die»n Frage kommenden Akten für, Kuhnert herbei zuschanen. Kuhnert sollte Ihm dafür seine Schuld er- lotsen: olles wurde aus tegalein Wege vor si.b geben. Und tatsächlich erschien bei Kuhnert nach zweimaligem telephanischen Annii Hühner mit Gerichtsakten, Der Bericht war ober nicht dabei. Hübner er- zuckten ihre Augenbrauen vor Staunen. Sie lächelte und ging rasch aus dem Zimmer. In den letzten Tagen hatte man Polja in ein Sanatorium gebracht. Seit Dascha bei ihr wohnte, kam Sergeij nicht mehr zu ihr. Sie rief ihn nicht und öffnete nicht mehr die Tür zwischen ihren Zimmern. Und hatte ihn vergessen, und seine schlaflosen Nächte waren in ihrer Erinnerung erloschen. Er hörte oft ihr früheres Lachen und ihre klingende Stimme, und ihre Stimme verflocht sich mit der Stimme Daschas. Einsam ging er mit seinen schweren Stiefeln im Zimmer herum: es war him traurig, allein zu sein mit seinem Herzen. aber in seiner Seele zitterte Freude, daß in Poljas Zimmer wieder Glöcklein spielten. Nur eines ist notwendig: die Partei und die Arbeit für die Partei. Persönliches— gibt es nicht. Was ist feine, in unsichtbarer Tiefe versteckte Liebe? Was find die Fragen und Gedanken, die fein Hirn quälen? Nichts, als das Auf- stoßen einer verfluchten Vergangenheit. Alles das ist— vom Pater, aus der Jugend, aus der Intellektuellenromantik. Alles das muß ausgemerzt werden, ausgemerzt bis zu den tiefsten Wurzeln. All diese kranken Zellen im Hirn müssen getötet werden. Es gibt nur eines— di« Partei, und olles — bis zum letzten Blutstropfen muß der Partei gegeben werden. Ob die Partei ihn wieder aufnimmt oder nicht— ändert nichts an der Sache: Er, Sergeij Iwagin, als Einzel- wefen— existiert nicht. Nur die Partei existiert— und er — ist nur ein winziges Teilchen in ihrem gewaltigen Orga- nismus. An diesem Tage durchlebte er noch einmal seine alten Schmerzen. In Schidkijs Zimmer war es ungewöhnlich still und , schwül. Dort saßen: Badjin, Gljeb, Dascha. Luchawa und Tschibis. Und daß sie alle so eng zusammengedrängt waren, Schulter an Schulter saßen— ließ Sergeij schwer werden vor Unruhe und Borausahnunaen einer Explosion. Alle waren fachlich ernst und kalt, die Beschlüsse wurden ohne Dis- kussion gefaßt. Nur Schidkijs beherrschte Stimme dröhnte. „Hat niemand etwas gegen diesen Plan«inzuwenden? ... Er ist angenommen. Der endgültige Plan der Feier ist also folgender: In der Früh, sammeln sich die Abteilungen zum Umzug in ihren Bezirken,. Luchawa hob die Hand und unterbrach Schidkij grob, „Nicht notwendig, wir kennen das alles auswendig. Weiter." Gljeb stand auf und hob seine Hand.: (Fortsetzung folgt.) Wen-w zweites Mal mit anderen Minden von Akten und«in drittes Mal mit weiteren Büitderr Der Bericht war da. Kuhnert nahm ihn an sich. Di« Akten soll Hühner zurückerhollen haben. Die Belohnung bestand in etwa 7 00 M., die dieser mit dem Justizobeilekretär Rossel und dem Justizinspektor P a h l k e teilte. Auch Hübner soll Kuhnen gesagt haben, daß die Akten bereits zum Einstampfen bestimmt gewesen seien. Der Staatsanwalt beantragte die gerichtlich zulässige Mindest- strafe in Höhe von drei Monaten. Das Gericht verurteilt« Kuhnert wegen gewinnsüchtiger Akienbeseitigung in Tateinheit mit Bestechung zu einer Strafe von 0 Monaten Gefängnis. D>e Untersuchungshaft wurde in voller Höhe angerechnet. Das Ge- richt erblickte in den beseitigten Akten Urkunden. Die Anwälte hatten auf Freispruch plädiert._ Oer Karnikeldeiekiiv. Reim„klugen Mann" aus Luckenwalde! Bor der Potsdamer Strafkammer spielte sich ein Prozeß ab, der einen ttefen Einblick in die Geistesversassung von Menschen tun ließ, die in unserem aufgeklärten" 20. Jahrhundert leben. Dar dem Richter stand der„Psychologe" Otto T. aus Luckenwalde. Di« Verhandlung begann mit folgendem Dialog: Vors.: Sie sind Hellseher? A n g e t l.: Hellseher nicht. Ich bin Psychologe, habe magnetische Kräfte in mir und heil« alles magnetisch. Beruflich bin ich als Heilmagnetifeur angemeldet und bezahle auch meine Steuern. Vors.: Dem Landwirt August Rebmann in P e t t k u s sind 18 Kaninchen gestohlen worden, und da haben Sie sich angemaßt, durch Hellsehen die Kaninchen wieder herbei- znschaffen. Dafür haben Sie 10 Mark Honorar genommen. A n g e k l.: Ja: und dafür bin ich in Luckenwolde wegen Betruges mit SO Mark bestraft worden. Hier in Potsdam will ich-mein Recht suchen. Zeug« Landwirt Äuglet Rebmann aus Pettkus: Mir waren die Karnikel gestohlen worden, Herr Richter, und da schickt« ich mein«» Sohn zu dem klugen Mann nach Luckenwald«. Vors.: Woher wußten Sie denn, daß der Angeklagte klug ist? Warum gingen Sie nicht lieber zum Oberlandjäger? Zeuge: Ja. sehen Sie, Herr Richter, das ist so'ne Sache. Man erzählt sich doch aus dem ganzen Land« von dem Hellscher. Dann schilderte der Landwirtssohn die Konsullation bei dem Luckcnwalder Psychologen: Ich kam hin und bat um Auskunst, wo unsere Karnikel geblieben sind. Da sogt« der Hellseher: Darüber muß ich man erst grübeln. lassen Sie mir Zeit. Nach einer Weile kam er aus der Stube und meinte: Die kriegt ihr wieder, die essen jetzt gerade. Gestohlen hat sie der Pollak bei euch geradeüver. Er hat schon viel Unheil angestistet. Ich komme in eure Wohnung nach Pettkus und werde mir die Kaninchenkäfig« ansehen. Ihr kriegt sie dann wieder. Und als ich den Hellseher fragte, wieviel ich zahlen muß. fragte er, ob die Karnikel 10 Mark wort wären. Na, da gerb ich ihm 10 Mark, ober die Tiere sind bis heute noch nicht da. Und bei dem Pollaken waren sie auch nicht. Bors, zu dem alten Landmann: Fühlen Sie sich betrogen, war der Rat 10 Mark wert? Der Landwirt: Ach, i wo, 10 Mark waren meine Karnikel wert, Herr Richter, aber, der Rat war für die Kotz'. Der Anklagevertreter hob die große Gemeingeföhrsichkett der -Handlungsweise des Angeklagten hervor, die gerade auf dem flachen Lande viel Unheil stiften kann. Er beantragt« Verwerfung der Be- rufumg. und die Potsdmner Strafkammer entschied demgemäß. Ia, unsere tolerante Republik! Eine von Wölfl» Bureau herausgegebene Berliner Zettungs- korresvondenz verbreitet folgende Nachricht: „Im Auftrage der Tierärztlichen Hochschule Berlin schuf Bildhauer Fritz Wagert-Berlin eine Ehrenbürger- Medaille. Die Medaille zeigt auf der Borderseite den Schöpfer der Hochschule, F r i e d ch d« n G r o ß e n, und gibt aus der Rück- feite neben der Inschrift ein neuartiges Emblem der Tierärzte wieder. Die Medaille wird am 18. Januar diese» Jahres zum erstenmal Eine Lehranstalt des Staates, der seit neun Jahren Republik ist, läßt sich eine Medaille mit dem Bild eines Monarchen an- fertigen! Natürlich wird man uns erzählen, es sei„unbedingt nötig", daß die Medaille das Bild.des„Gründers" zeigt. Und in unserer Republik, die sichsoviel gefallen läßt, wird sich keine Stelle finden, die eine Verteilung dieser Medaille zu vor- hindern bereit wäre. Kann einer mehr Toleranz verlangen? LS Jahre VoltSfeuerbeftattungSverein. Der Dolksfeuerbeswttungsverein, über desien Umsiedlung in sein neues Heim Jnvalidenstraße 110 wir kürzlich berichteten, vor- anstaltete am vergangenen Sonntag im großen Saale der Schult- helß-Patzenhofer-Brauerei in der Ehcmsseestraße eine Feier, die dem löjährigen Bestehen, dieses Vereins galt.. Zahlreiche Gäste,'auch aus dem Reich, waren der Einladung gefolgt. Unter den vielen Ehrengästen sah man Reichs- und Londtagsabgeordnete, Etadtver- ordnete, Vertreter des Magistrats, des Polizeipräsidiums, des Be- zirksamts Wedding und der städtischen Park- und Friedhossdepu- tationen. Der erste Vorsitzende dos Vereins Karl Müller be- grüßte die Anwesenden und gab einen interessanten Rückblick auf die Entstehung und das Werden des Vereins, der sich aus den be- scheidensten Ansängen entwickelt hat. Im Jahre 1S1Z hatte sth ein Kreis von 13 Männern mit ihren Frauen in einem Lokal in Neukölln versammelt und dort den Verein gegrün- det. Bereits am Johvesschluß hatte der Derein lOOO Mitglieder. Ursprünglich als eine Berliner Organisation gedacht, hat der Der- ein seit dem Jahre 1923 seine Wirksamkeit aus ganz Deuflchland ausgedehnt und heute annähernd 373 000 Mitglieder, die durch 30 Zweiggeschöftsstellen mit 100 Ortsgruppen und 1100 Zahlstellen verwaltet werden. Er verfügt über 12 eigene Bestattungs- automobile, von denen 3 in Berlin sind, 3 in Magdeburg und je eins in Hamburg, Koburg, Erfurt und Stettin. Er hat in Berlin ein eigenes Streichorchester und ein eigenes Männerdoppel- quartett, die den Beisetzungsfeierlichkeiten die Weihe geben und am Sonntag verschiedene Proben ihres ausgezeichneten künstle- fischen Könnens ablegten. Bor allen Dingen hatten die Gründer darauf gesehen, den Mitgliedern einen Rechtsanspruch aus die ver- sprochenen Leistungen zu sichern. Deshalb wurde der Verein ein Bersicherungsverein auf Gegenseifigbeit und steht' unter Reichsauf- ficht. In eindringlichen Worten wies der Redner auf die ganz- lich unzureichenden kommunalen Einrichtungen zur Beisetzung der Aschenkapseln hin. Nur aus dem alten Ffiedhos in Lichtenberg und auf dem Friedhof in Friedrichs. felde bestehen Urnenhaine, die aber bei weitem nicht mehr ausreichen. Der glänzend aufgenommene Film„dlemento mori" legt am besten und deutlichsten Zeugnis ab von der vielseifigen und Im wahrsten Sinne volksfreundlichen Tätigkeit des Vereins. Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Worten des Vorsitzenden er- griff der Borsitzende des Aufsichtsmts Karl Wolfs das Wort, dankt« den Gründern des Vereins und dem gegenwärtig arbeiten- den Funklionärkörper für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit und unterstrich dann energisch die Forderungen des Borsitzenden noch Errichtung weiterer Urnenhaine. Besonderer Dank gebührt dem Lichtenberger Stadtrat S t I m m i n g. der als ein- ziger bisher in Groß-Berlln auf städfischen Ffiedhöfen Urnenhain« eingerichtet hat. Dann kam die Schar der Gratulanten zu Wort. Reglerungsrat Abramowitz überbrachte die Gniß» und Glück- wünsche che« Polizeipräsidenten Zörgiebel und die Anerkennung de» Polizeipräsidiums für die bisherig« volkshygienische„Arbeit des Werkes. Sanitätsrat Dr. W e g.s ch e I d e r, Ehrenvorsitzender des Großdeutschen Verbandes für Feuerbestattung, überbracht« die Glückwünsche seines Verbandes. Große Beachtung und starken Bei. fall fanden die Worte des Genossen L I t k e vom Bezirksvorstand der SPD., der dem Berein die Sympathie der Sozialdemokratischen Partei zum Ausdruck brachte. In eindrucksvollen Worten pries Genosse Mirus von der Konsumgenossenschast Berlin den Ver» ein als«in omzaerkennenides Beispiel praktischer Seldsthflse und De» meinwirtschost. Di« wohlvorbereitete und wohlgSungene Beronstol- tung hinterließ den günstigsten Eindruck. Die Hochofenkaiastrophe. (Sieden Zote, zehn Verletzte. Völklingen. 11 Januar. Zu dem am Hochofen V erfolgten Explosionsunglück wird weiter gemeldet, daß von den fünfzehn ins Krankenhaus ein- gelieferten Arbeitern, deren Verletzungen teilweise sehr schwer waren, inzwischen weitere fünf Mann gestorben sind, so daß jetzt die Gesamtzahl der Opfer 7 Tote und 10 Derletzte beträgt. Unter den Berletzten befindet sich ein Betriebsführer, ein Betriebsingenieur und ein Betriebsmeister. Durch die Explosion wurden verschiedene Rohrleitungen zerstört. Die Hochofenanlage, das Stahlwerk und das Walzwerk wurden zeitweise außer Betrieb gesetzt. Stahl- und Walzwerk werden von morgen früh ab, wenn auch zunächst ein- geschränkt, wieder arbeiten. Die Ausbesserungsarbeiten und die Wiederinbetriebnahme des Hochofens V werden ooraussschllich bis Ende des Monats dauern. Zeugen gesucht. Am 5. Januar Ist auf der Chaussee Branden- bürg a. d. H.— Potsdam der Melker Willi Beuch von einem Kraftwagen angefahren und verletzt worden. B. ist bald nach seiner Einlieserung in das Krankenhaus Brandenburg verstorben. Der Unfall erfolgte beim Ueberholen eines Opel- wagens, dessen Nummer nicht festgestellt ist. Der Führer und die Insassen des Opelwagens werden als Zeugen dringend benötigt. Sie werden ersucht, sich alsbald bei der Staatsanwaltschaft in Potsdam zum Aktenzeichen 4. j, 26/28 zu melden. Arauen welt-Werbeabend de, Sozialistischen Bilbungsaue�chusses. Der Sozialistisch« Bezirks-Blldungsousschuß ver- anstaltete im Lehrers ereinshou» einen„Frauenwelt"- Werbeabend, der einen glänzenden Verlauf nahm. Das Pro- gramm des Abends wurde von Theo Marets„W onderratten" bestritten, die ihre polttffch-satirisch« Revue„W o s uns fehlt", sowie eine Anzahl Solovorträg« in guter, eindringlicher Sprach« zu Gehör brachten. Die Revue selbst, die szenisch mit den sparsamsten Mitteln arbeitet, ist propagandistisch zum Teil von außerordentlicher Wirksamkeit, Szenen wie die Doorn-Parodi« sind durchaus gutes Theater und werden mit viel Witz und Behagen gespielt. Theo Marets„Wanderrotten" werden, wenn sie zielbewußt und In leben- diger Verbindung mit den politischen Ereignissen des Tages weiter- arbeiten, ein wertvoller Faktor im kulturell-politifchen Aufklärung»- dienst wevden. Zum Schluß forderte die Genossin Todenhagen in einem zündenden Appell die anwesenden Frauen aus, ausklärend und werbend, jeder m seinem Kreis, für die fozialfltische Sache tätig zu sein. Mit einem Hoch aus die international« Sozialdemokratie und Gesang fand die wirkungsvoll« Veranstaltung ihr Ende. Sin Siebzigjähriger. Heute, am Dienstag, dem 17. Januar, be- geht einer unserer Alten, Genosse Wilhelm Bäumler. Schöneberg, Mortin-Luther-Straß« 69, seinen 70. Ge- burtstag. Bäumler kam schon früh, im Jahre 1883 zur Partei, hat die Wirrnisse des Ausnahmegesetzes über sich ergehen lassen und hat unermüdlich mit nie versagender Tatkraft für die Partei gewirkt. Schon seit 1883 wohnt Bäumler in Schöneberg. 24 Jahre lang, von 1896 bis 1920 war er Vorwärtsspediteur und hat für die Verbreitung der Presse in Schöneberg Borbildliches geleistet. Die Schöneberger Genossen entsandten ihn im Januar 1902 in dl« Schöneberger Stadtverordnetenversammlung, der er bis zur Bildung Groß-Derlins angehört«. Heute noch betätigt sich Baumler mit großer Pflichttreue an allen Parteiarbeiten. Wir grüßen den allen Kämpen und wünschen dem immer Jungen noch viele Jahre rast- loser Tätigkest im Dienste der Partei. Die Stadlverordoelen haben i« dieser Woche ihre Sitzung am Donne�st.og um lO�.fiilhr. Die Tagesordnung ist reichlich bepackt mu als Reste übernommenen und mit neu hinzugekommenen Derhandlungsgegenständen. Darunter find Anfragen und Anträge, deren Erörterung allein mehrere Sitzungen füllen könnte. Zu wünschen wäre, daß man damit ausräumte. Wie verlautet, soll in der nächsten Woche schon der Entwurf des neuen Stadthaushaltes vorgelegt werden._ Oie geflogenen Klugfchüler ... flogen davon! Prag, 16. Januar.(Eigenbericht) Gestern früh haben, wie da« Verteidigungsministerwm bekannt- gibt, zwei entlassene Flugschüler der militärischen Fliegerschule in Proßnitz ein militärisches Schulflugzeug entwen- d e t und sind mit ihm in nordöstlicher Richtung, wie man annimmt, mit dem Ziel Sowjetrußland, abgeflogen. Bisher fehll von dem Flugzeug jede Nachricht Die beiden Flüchtling« waren verschiedener Vergehen wegen aus der Pilotenschule ausgeschlossen worden. Sie schlichen Sonntag früh auf den Flugplatz, versteckten sich in einem Waschraum hinter der Tür und schalteten das elektrische Licht ein. Der diensthabende Wachsotdat bemerkte das Licht und sah nach. Dabei wurde er von den beiden überfallen und zu Voden geschlagen. Dann nahmen sie ihm die Schlüssel, öffneten einen Schuppen, machten ein Flugzeug startbereit und flogen davon. Der Diebstahl wurde erst eine Stunde später bei der Ablösung des Wachtpostens entdeckt, der immer noch bewußt» los am Boden lag. Bom Verteidigungsministerium wird weiter mitgeteilt, daß das entführte Flugzeug zu Fernflügen nicht geeignet war. da es auch nicht die nötigen Instrumente an Bord habe. Man nimmt an. daß die Flüchtlinge höchstens 120 bis 200 Kilometer weit gekommen sind und dann irgendwo nottanden mußten. Neuer Rekordversuch Chamberlins. Der amerikanische Ozeanflieger Ehamberlin ist gestern in Gemeinschaft mit dem Monteur Williams erneut ausgestiegen, um den deutschen Dauerslugrekord zu brechen. Wie jedoch vom Flugplatz Mitchellfield gemeldet wird, gab Chomberlin seinen ge- planten Dauerslug aus, da sich infolge des Rogens auf den Trag- flächen störende Eisbildung bemerkbar machte. Er landete um 4.23 Uhr, nachdem er lest 12J>6 Uhr in der Luft gewesen war. ri-l,ad»«zei> für diese Rubrik sind verli» SV«. Liudeuitraß« 3. parteinachnchien/W� für Groß-Verlin stet» ea da» B«ztrk»sekretariat 2. Hos. 2 Ire», recht». ,» richte». 1.»rei, Mitte. Mittwoch IS. Januar. 19 Uhr, bei Dodrohlaw. Swine. mündcr Str. 11, Sitzung sitmtlicher Stadt- und Bezirlsvcrordneteu de» Nrccses. Erscheinen.st unbedingt erforderlich Ii.«rei» Sriedrichehain. Heule. Dienstag, 17. Januar, 1914 Uhr, Fortsetzung de« tlursu» Marquardt in der Schul« Petersburger Str. 4. 7.»rei, Th-rlottenburg. Der«ursu»„«erfasluugskunde" ber«rteifet. bildungsschule(Letter Dr. K-rtneck) beginnt Donner-tag. 19. Zanuar, 20 ftn- int Zugendheim Slosinenstr. 4. Anmeldungen vor Beginn.— «arten filr da« Echlllertbeotcr»um Z. Februar sind bfi den Mitgliedern de-«-eizbildung-au-schusse» und beim Obmann«hls-ld,«rumme Str.«; ,u haben. 17.«res» Lichtenberg. Sitzung der sozialdemokratischen Lehrer und Eltern- beiritte Donneeztog, Ii. Januar, pünktlich 19 Uhr. im Lehrerzimmer 37. Schule, Marktsir. 12(neben der Feuerwache), Äeuwahl de» Borstande». Alle Lehrer und SlternbeirLt« müssen erscheinen,«eine Schule oder Ab» teilung darf kehlen. Die im September ausgegebene» Listen find sofort an den(Benoffen Rakewi». SSrtnerstr. 6, abzuliefern. 29.«reis R-InIckeud-rf. Heute, Dienstag. 17. Januar. 1914 Uhr, im geichen. saal der 1. Eemeindefchule, Retnickendgrs. Lindauer Strotz», Fortsetzung de»«ursu»: Die Programme der volilifchen Parteien. Lehrer: Seorg Raible. Um vollztlhlige» und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Reu« Genossinnen und Genossen Vinnen noch an diesem«ursu» teilnehmen. Heule, Dlenslag, 17. Zanuar: 4Z. Abt. 19 Uhr in der Schulaula, Retchenborger Ecke Forster Strotze, FNm- abend mit mustkalischen Darbietungen, karten 90 Pf. Wir hüten alle Senosstnnen und Genossen, sich recht reg«»u beteiligen. tU. CM. Ltchtenbsg.«4 Cht«rwnohfohetch tat Ecke ISrurnr(trage. Morgen, Mittwoch. IL. Zanuar: 94. Abt 1914 Uhr in den Comeniussälen, Memeler Str. 97, Mitgllederoer» sammlung. Vortrag:„Das«ampfjahr 1928." Referent Siegfried Auf- Häuser. M. d. R. All- Mitglieder müssen unbedingt erscheinen. «2. Abt. ISV. Uhr bei Dader. Jüterbog« Str. T, Mitgliederversammlung. Neuwahl der Adteilungsleitung. 4». Abt. Schwerhörig«, isifc Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Linden. strotze 3, Mitgliederversammlung. Vortrag:„Da, Wahljahr 1928." Reke. rrnt Stadtverordneter Hans Woywod. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Gäste willkommen. 97. Abt. Grunewald. 20 Uhr im Bahnhofsrestaurant Grunewald, Borstands- sttzung init allen Funktionären. 74. Abt. gehlendorf. 19 Uhr im Lokal«alserhof, Generalversammlung. Jahresbericht und Neuwahl der Abteilungsleitung. 82. Abt. Steglitz. 19>4 Uhr bei Schellhaase, Ahornstr. 18, Mitgliederversammlung. Bericht des Borstandes. Neuwahl der Abteilungsleitung. Renkölla.»2. Abt. Pünktlich 20 Uhr bei Wolfs.«aiser.Friedrich-Str. 179 Ecke Roseggerstratze,'äbteilungs. Funktionärsitzung.«ein Funktionär darf fehlen. Am Erscheinen behinderte Genossen sgahlabcndleiter und Be- zirksfllhrer) müssen unbedingt für Vertretung Sorge tragen.— 99. Abt. 29 Uhr im Lokal Bärwinkel, Mitgliederversammlung. Vortrag:.Religion und Sozialismus." Referent Hanns«amm. All« Mitglieder müssest er- scheinen. 198. Abt.«öpenUk. 1914 Uhr Zusammenkunft der Zungsozialisten, Schlotzstr. 27 1. Einleitende- Referat Genosse Rcinefeld. Alle Zugcndgenosstnneu und Ge- Nossen sind eingeladen. 124. Abt. Mahlsdors. 1914 Uhr an bekannter Stelle Mitgliederversaimnlung. Bortrag:„Die kommende» Wahlen." Referent Helmut Lehmann. Alle Mitglieder müssen erscheinen. 137. Abt. Reinickendors-Wcst. 20 Uhr im Bolksbau», Scharnweberitr. 114. Generalversammlung. Bericht des Borstandes und Neuwahl. Bericht der Sommifsionen und Neuwahl derselben. Bericht der Bezirkoverordneten- frattwn. Niemand darf fehlen. 139. Abt. Tegel, Schul, endorf, Heiligense«,»en-Keiligensee Siebrlnng»m Bahnhof Heiligense«. 20 Uhr im Lokal Hllhnert, am Bahnhos Schulzen. bors, Mitgliederversammlung. Borlraa:„Die Grundjüge des Sozialie- mus In Theorie und Praxis." Referent Erich Fraenkel. Besprechung über das am lt. Februar geplante Vergnügen bei Weidmann. Ron»«»«,. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Eisenbahnhotel. Donnerstag. 19. Zannar: 84. Alt. Lankwitz. DI« Parteigenossen werden mit ihren Angehörigen gebeten, ssch an dem pünktlich um 20 Uhr In Lehmanns Festsälen,«oiser-Welhelm- Straße 29— 31, stattfindenden Lichtbildervortrag„Unser«»nsum" recht zahlreich zu beteiligen. Eintritt 20 Pf. 9t.,»4„»z. Abt. Neukölln. 1914 Uhr in der Walter-Rathenau-Schule. Boddin. Ecke Kermannstratze, Elternvcrlammlung de, Schulblacks Echillerpromenade, Weisestraß« und Mahlower Straße. Bortrag:„Wie verhalten sich die Eltern bei der Einschulung?" Referent Lehrer Sans Woywod. Araueaoeranstaltllvgell: 1.«reis Mitte. Donnerstag. 19. Zanuar, 1914 Uhr, im«onserenz. y »immer de» Gewertschaftshaufes, Enaeluser, Funktionärfitzung(Agita- g non und Arbeite rwohlsahrt). Tagesordnung: L»reiskursus. 2. ,Fraueliw«It".Ag Nation. 3. Neuwahl. Der Jahresbericht ist bitte tä mi�ubringen. Wegen der wichtigen Togesordming müssen alle Abtei- � lungen vertreten sein. ».«reis Wcdding. Mittwoch, 18. Zanuar, 1914 USr, bei Lauritzen, Putbusser Stratze 11, wichtige FunktionSrinnen sttzung. All« Abteilungen mllssen ver- treten fein. i.«reis Friebrichshoin. Donnerstag, 19. Januar, 1914 Uhr pstnkt. Nch, in den Eomenius-Säl-n, Memeler Str. 97(Bereinszlmmer), Fort, ss, setzung des fturfus„Einführung in die Wirtschaftspolitik." Referentin K Genossin Mathilde Wurm. Um reg« Beteiligung wird gebeten. 7.«rei» Eharlottenbnrg. Mittwoch. 18. Zanuar, 1914 Uhr, im i- TZlrkischen gelt, Berliner Straße, Franenwerbeobend. Bortrag des Ge. P- nossen Dr. Meyer-Brodnitz über„Frauenkrankheiten und Geburten.-S regelung"(mit Lichtbildern),«arten zum Preise von 30 Pf. da» Stück ft find der den Abteilungslettern zu haben. D�WWWWWWWWWW>WWWWWWWWWWMW*!odü 14.«ttis Neukölln. Mittwoch. 18. Zanuar, 1914 Uhr,!m Zimmer l-0 de:, Rathauses, Berliner Stratze, wichtige Funktionärinnensstzung(Abteilungsleiterinnen ber Frauen und Arbetterwohlfahrt). Jede Abteilung Mutz ver. treten fein. 9. Abt. Donnerstag, 19. Zanuar, 1914 Uhr, bei Hübner, Wilsnacker Str. 84. Frguenabend. Vortrag der Genossin Suhr über„Die soziale Stellung der -Frau feit der Berüfszähüiag i« Zähre 1028." AllSl'Geno(sinnen fiya hrrz- lichst eingeladen. tt. Abt. Dienstag, 17. Januar, UH: Uhr. best«rüger. Hufsttenftr. 8S, Frauen. abend:„Alt-Berllner Humor." Vortragender Genosse«amm. Anschließend gemütliches Beisammensein. Tanz. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. 78. Abt. Schöneberg. Mittwoch, 18. Januar, 20 Ubr. bei«önlg, Prinz-Seorg-, ' Ecke Feurigstratzc, Frauenabrnd:„Romane und Filme." Bortragender Genosse Heinz Barthcl. 85. Abt. Tempelhos. Dienstag, 17. Zanuar, 29 Uhr, bei Primus, Werder-, Ecke «alser-Wilhelm-Stratzc, Frauenabend. Vortrog der Genossin SchenkakowNi Wer„Die Frau im Eherccht." Um zahlreich« Beteiligung wird gebeten. Arbetterwohlfahrt: 2, Roes, Tiergarten. Heut« 1914 Uhr bei Trümper, Flensburg er Str..9, wichtig« Funktionärinnendesprechunä. Alle Funktionärinnea müssen er- scheinen. Z.«res» Wedding. Heut« 18—19 Uhr Aktenaustausch im Zugendamt Lsttticher Straße 8, Ouergebäude I, Zimmer 18. Alle noch in den Abteilungen de, findlichen Akten find bis dahin zu erledigen.— Der Schulung»kursus über Jugend- und Eefährdetensürsorge dyjinnt Montag, 23. Januar, 1914 Uhr, im Ledigenheim Schänstrotstr. 1, Sitzungssaal, mit einem Bortrog non Frl. Eiegmund-Schultze, Leiterin de» neuen städtischen Pflegcamt-S über „Die Aufgaben de» Pflegeamtes." Alle Helfersinnen) werden gebeten, diese wichtige Veranstaltung zu besuchen. 4. fleeis Prenzlaner«erg. Freitag. 20. Januar, 1914 Uhr, im Bezirksamt. Danziger Str. 92, Zimmer 214, Beginn de» Schulungskursus über Jugend- Wohlfahrt. I. Abend:..Die rechtlichen Grundlagen der Jugendfürsorge." tReferent wird noch bekanntgegeben.) Alle Helfersinnen) werden gebeten, an jedem«urfuSabend vollzählig teilzunehmen. 17.«reis Lichtenberg. Freitag, 29. Januar, 19'; Ubr, im Rathau» Lichtenberg, »«ginn de, Schnlnugskursu» mit Bortrag de» Genossen Blaschke über„Da» neu« Arbeltslosennerfichernngsgesetz." Ml« interesfierteu Senasfiuaen»nd Genossen find eingeladen. Zungsqzialistea: arnpve Lichtenberg. Heut«, Dienstag, 17. Januar. 20 Uhr in der Bibliothek. Weichselstr. 28, Vortrag:.Fiegierung und Opposition." Referent Martin Stein. Gruppe Grunewald. 2014 Uhr Gruppenabend im Lokal Wurzbacher, Bahnhof Grunewald, Mittwoch, 18. Januar. Sinderfreunde Groß-Berlln: Grotz-Berfin. Achtung, Vorstandsmitglieder! Sitzung de« engeren Bar- standes am Freitag, 20. Januar, um 20 Uhr, in der Geschäftsstelle. Borberei- tungen für die Generalversammlung. «Lei» W-dding. Am Mittwoch, 18. Januar, um 20 Uhr«relshelfersstzung In der Schule Putbusser Str. 9. «res» Zehleodorf. Freitag von 19-18 Uhr Gruppenabend in der Nordschule. Sonntag, 29. Januar, Fahrt nach Zossen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei» Organisation 49. Abt Am 19. Januar verstarb nach langem schwerem Leiden unlere langiSbrige und rührig« Genossin Gertrud Hirsch,«isenbahnstr. 1.9. Ehr« ihrem Andenken. Einäscherung heute Dienstag, 17. Januar, 11 Uhr, im Krematorium Baumschulenwea. Wir bitten um rege Beiciltaung. 191. Abt. Treptow. Unser langsährlger Genosse Bitholb von P a 1 e d Z k I, Bouchdstr. 83, ist im Alter von 74 Jahren nach kurzem«rank-n- lager verstorben. Ehre seinem«ndenkcnl Einäscherung Donnerstag, 19. Januar, 18 Uhr, im Krematorium B-umschulenw-g. Rege Beteiligung wird erwartet. 91. Abt Neukölln. Unser Genosse F- t t t«, Mahlower Sir. 27 28, ist verstorben. Ehr- seinem Andenken. Einäscherung Mittwoch, 18. Januar, 19 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg.— Ferner ist unser Genossi Engel Hermannstr. 18, verstorben. Ehr« seinem Andenken. Beerdigung heute, Dicns- tag, 17, Januar, 19 Uhr, auf dem J-kobifriedhof. Um rege Beteiligung wird gebeten._ Briefkasten derRedakiion. «. St. 88. 1. Nein. 2. Richtet(Ich nach dem Einkommen. 9. Schulbrvuto» twn Bezirksamt«reuzberg, Porckstr. 11.- Gl S. 43. L Falsch. 2. Der Mann. sein« Frau und sein Bruder.— TL IL 7. L Ja. 2.7 Prozent. Beffetberlchf der öffevillchen Deilerdienstslell- Berlin nnd Umgegend (Nachbr. oerb.). Ziemlich trübe mit geringen Niedeischlägen. am Zage T-mperataren einig« Grade über Null." Nacht» stellenweise leichter Frost. — Für Veutschlaod: In der westlichen Wülfte de» Reiche» grötztenieil» irübe und zeilweise regnerisch, im Osten Besserung de» Wetter» nnd etwa» kühler. c/ta 0 Das ideale QC&ft A bführ-KonFekl Oiensiag 17. Januar 1925 Unterhaltung und ÄAissen Beilage des Vorwärts Für das Kind. Don Arpdd Sebes. (i-chI" „Rrrrruhe, meine Domen und Herren! Bis jetzt führ« ich immer noch di« Geschäfte im Namen des Komiteesl" Di» Gespenster sinken langsam wieder in die att« Ruhestellung zurück. „Und ich bestimm«, ich. die Gräfin Emilie von Reichenbach- Lesionitz, daß jeder Aktionär der..Standesherren-A.-G." seinen Anspruch auf den Dossitz der Genenaloessammlung kurz darlegt! Zwei Minuten Redezeit!" Ein Beifallsgemurmel ssnnt durch da, knochige Kollegium. „Ich mache gleich den Anfang! Ich beanspruch« nämlich selbst das Präsidium!" „Ohoooo!" „Da gibt'» kein Oho! Setzen Sie sich bitte ruhig auf Ihr« mosschen Backenknochen und wartetr Sie ab?---* „Aljol Mein Rentenanspruch an diesen dreimal verfluchten Staat——* Die Stand«sh«rrerr fahren sich flüchtig bekreuzigend über Nasen- höhl«. Halswirbel und Brustkasten hinweg. „Mein Rentenanspruch geht aus mein« galanten De �«Hungen zum Kurfüsst W>h«lm II. von Hessen zurück!" „Aaah!" ..Bitte kern Aah! Ein Vergnügen war das nicht! Der Baron Rrihschild aus Frantfurt hol die Sache ko» ssssänzfirt' Der kennt dos Ekel ja genau wie ich' R'.chr wobr, Bsron" „Jawohl, Frau Gräfin, viel Staat war mit dem Alten nicht mehr zu machen!" „Na— gut! Sie hören, meine Herren! Mein Legat ist sauer verdient! Ich beantrage für mich das Präsidium!" «Der Fürst Stolberg-Stolberg hat das Wort!" La, meine Harren-- äh. äh! Ich zediert« seinerzeit dem Äüchsussten von Brandenburg das Rhein-Oktroi! Sie vesstehen, den Zoll für mein« Brücke! Die tostet« sehr viel Geld!-- Aeh— Ach— Siebenhundert leibeigene Bauern arbeiteten zehn Jahre daran! Sie vesstehen? Ich verlange deshalb das Präsidium!" „Das Wort hat der Graf Matuschka-Creisenklou!" „Ja, mein« Harren! Den Oktroi ham wir alle zediert! Da is nischt dabei! Ich für meine Person Hab«„Blutzehnten" zu be- anjpruche» und hundert Mark jähssich für aufgehobene Leibeigen- schaft. Di« Institutton der„Blutzehnten" geht in das dritte Jahrtausend vor Christus zurück und-- öh— äh— ich beansprucht somit das Präsidium!" „Das Wort l>at die Freiin von Breidenbach!" ,La, meine Damen und Herren. Mit srlchem Quatsch atz« Blut- zehnten und Oktroi geb ich mich gar nicht esst ab! Berstehen Sie denn nicht: Völkische Delange stehen heutzutage doch im Zentrum des Kampfes um Lebensrechte der Notton! Ich aber ljabe als letzter Standesherr di«„Iudenabgabe" zediert! Ich war der „Roeber de bronze", der Nabel der Nation im Kampf gegen das Iudenpack! Ich verlange das Präsidium!" Ein beifälliges Gemurmel ssnnt durch das Kollegium; nur der Baron Rothschild reibt sich indigniert den knochigen Steiß. „Das Wort hat Seine Eminenz, der Bischof von Lübeck!" La, meiere Herren! 1645 habe ich bereits mein Testament gemacht und der Stadt Euttn das„Gottorper Legat" testiert! Und nun geht bisse Schweinebande her und anulliert bereits dreihundert Jahr« später mein Tsstamentl Wo bleibt da Treu und Glaub«? Wo bleibt da der Respekt vor Thron und Altar? Hssligst« Güter sind in Gefahr! Geben Sie mir den Dossitz, mssne Domen und Herren, und ich zesschmettere die feile Brut!" Er spssngt auf: di«„Standesherren" mit ihm. Ein wüster Tumult braust über den Blocksberg hinweg. DI« Standesherren ziehen ihr« Schwerter, der Bischof hebt fein Kreuz, der Baron Rothschild schvtzngt seine Geldkatze wie ssn« Schleuder, Kinnbacken hämmern aus Sckienbeine im Takt der Mosckinengewehr«. Aerme brechen, Schädel i rocken. Die Gräfin Rsschenboch aber fährt voll Cnssetzen aus ihrem Desensttel wie ssn« Rakete zum Himmel hinaus. Ein Häuflein Elend, der Baron Rothschild, deckt die Wahlstatt de« Familientages. Seine Geldkatze ist weg, sein Schädel ist zer- malmt. Wütend flucht er hinterher: „Dieses Raubrittergefindel! Da sagen, si«. sie hätten die „Iudenabgabe" abgeschafft— und mm plündern sie mit derselben Frechheit atz« tausend Jahre zuvor! Gott gnade dem Finonzmonn, her mit denen poktiert?" . Und reibt leinen Steiß. Pieter Pott. \ Die„Freien Segler" tagen! Es war dos richtig« diesige cherbst-Wintermetter, so recht ge- schaffen zu sitzen und ruckzublicken und auszuschauen, als die Freisn Segler am Sonnabend und Sonntag im Berliner Gewerkschaftshaus ihren Berbandstag abhielten. 14? Delegiert« aus allen Teilen des Reiches, aus Königsberg, Danzig. Lübeck, Hamburg, Wilhelmsburg, Rathenow und aus Berlin waren erschienen und in vollendeter Harmonie und in echter Kameradschaftlichkeit debattierten sie und faßten sie ihre Beschlüsse. Der gewandte S ch e s f n e r- Königsberg führte wieder die Verhandlungen. Er tonnte mit vollem Recht die Zustimmung des Verbandstages zu den Arbeiten des Vorstandes feststellen, als der Genosse Pähl in seinem vorslandsbericht als Ergebnis der umfangreichen Agitation die Anmelding des „Freien Wosserfportoereins Bremen' mit 50 Segelbooten und 27 Motorbooten zum Freien Seglerverband mitteilen konnte. liebelall in den Städten streckt der FSV. seine Fühler au� überall erwachsen ihm Vertrauensleute, und so sind in Altona, Dres- den. Rathenow, Brandenburg, Köln a. Rh. und in vielen Orten an der Wasserkante Einzclmitglieder gewonnen worden. die mit dem Versprechen zu den Freien Seglern kamen, in aller. kürzester Zeit Vereine in ihren Heimatstädten beisammen zu haben. Ein gutes Propogandamittel waren auch die Geschwader- fahrten, die alljährlich beim An- und Absegeln, bei der Maifeier und bei sonstigeii Gelegenheiten stattfinden und die ebenso wie das erste Seetreffen der Freien Segler auf der Ostsee ihre Wirkung nie verfehlten. Die . Mitglieder, abl ist erfreulich gestiegen, sie beträgt einschließlich der 200 Iungmannen rund 1800: gegenüber den 600 regiftrecnen Booten des Vorjahres mustert der FSB. jetzt 9 7 0 Boote oller Klaffen. Einen breiten Raum in dem Bericht nahm ganz naturgemäß die sportliche Tätigkeit der Dereine und des Verbandes ein. In einer Unzahl von Vereins- und Der- bandsregatten maßen die Boot« und die Steuerleute ihr Können. Zu gkößeren Wettfahrten trafen sich die Gruppe Ost des Berliner Kreises sowohl wie die Gruppe West. Berbandsregatten fanden auf dem Tegeler See statt, ein Schleppzug dahin wurde zu einer Demonstrationsfahrt durch Berlin ausgestaltet. Bei den unter Kontrolle des Verbandes veranstalteten Regatten wurde dem „Wassersportverein Nordstern' der Falken st ein-Wander- preis zugesprochen. Die Punktpreise für die Gruppe Ost erhielt auf der großen Bahn das Boot..Narziß', für die steine Bahn„Nachtschwärmer': im Westen konnte„Genna' siegreich über die große und„Ahoi' über die kleine Bahn gehen. Den W a n d e r- preis der 15-Quadratmeter-Rennjoll«n holte sich der„Fakir', den der lö-Ouadratmeter-Wanderjollen„Ronchi'. Die„Friede! II' des Genossen Karohl unternahm eine 25tägige Ostseereise.* die über Stettin und Swinemünde bi» nach Dänemark und zurück führte. Ihr wurde der erste Preis für Seewanderfahrten zuerkannt. Den gleichen Preis für die B in n e n w a n d« r f a h r e r erhielt die„Walpurgis' für eine Ferienreise von 22 Fahrtentagen. Den Nordstern-Wanderpreis konnte sich der in Lübeck beheimatete„Kühle- dorn II" erobern. Auch die Kraftfahrer des Verbandes, die Motorboot- b e s i tz e r, hoben ein gutes Jahr hinter sich In der westlichen wie in der östlichen Gruppe wurde am 1. Mai eine Propagandafahrt veranstaltet: zu den Regatten stellten sich die Motorboote bereit- willigst in den Dienst der Wettsahrleihingen. lieber 80 Motorboote werden ini FSV. gemustert. Daß die I u g e n d p s l« g e bei den Freien Seglern nicht zu kurz tonrmt, beweist, daß drei Vereine in Berlin,„Aeolus' in Danzig und..Undine' in Königsberg Vereins- boote den Jugendlichen zur Verfügung stellen können. Wertvoller Nachwuchs kommt aus den Iugendabteilungen in die Stammverein«. In dem„Freien S e g l e r' hat sich der Verband ein vollwertiges Organ geschaffen, das, mustergültig geleitet, und durch Bilder Riffe und Zeichnungen interessant gen acht, jetzt auch im Straßenhondel zu haben ist, und dort, wie selbstverständlich auch bei den Mitgliedern beste Aufnahme findet. Die Technische Kommission hat sich weitschauend« Ziele gesteckt: zwei Mitglieder jedes Vereins werden in Zukunft die Kommission bilden; sie wird die A u s b i l- dung eigener Vermefser vornehmen, �sie wird eine Unter- kommission als Lehrorgan für den Segelunterricht bilden, und sie ist dabei, ein Meßverfahren für eigene Bootsklassen zu schaffen. Am Sonntag ging man an die Beratung einer umfangreichen Liste von Anträgen, wobei in den allermeisten Fällen volle Ein- mütigkeit die Anträge gut hieß. Es ist bei den Seglern felbstver- ständlich daß auch bei den gestellten und angenommenen Anträgen wiederum die rein sportlichen in der übergroßen Mehrheit sind und daß man all dos, womit andere Sportorganisationen ihre Tagungs- zeit totschlagen, grundsätzlich von Anfang an meidet. Daran ändert« auch ein ohne Interesse aufgenommenes„Begrüßungsschreiben der Leningrader Segler' nichts, die bedauerten, keinen Delegierten ent» senden zu können(der auch nur als u n g e b e t e n e? G a ft er- schienen wäre!). Zu den Abgaben und Steuern, die die Seglervereine schwer treffen, wurde nach einem Vortrag des Genosien Leopold eine Entschließung angenommen, die besagt: Der freie Seglertag verlangt, daß die Stadtämter oder Orts- ausschüsse für Leibesübungen für die Steuerfreiheit der Arbeiterfportvereine sorgen. Di« Derein« werden des- halb beauftragt, an die Stadtverwaltungen und Gsmeindevertre- tungen Anträge zu stellen, daß sie die Stadtämter für Leibes- Übungen mit der Prüfimg der Gemeinnützigkeit der Sportvereine beauftragen. Die dann von diesen Aemtern bescheinigte Gemein- nützigkeit muß den ausführenden Steuerbehörden als genügender Ausweis gelten. Und daim gingen die Freien Segler in vorgerückter Abendstunde an die Neuwahl ihre» Vorstand«». Sie waren„rückständig' genug, sich ohne Diskussion, ohne gegen- seitige Verunglimpfung und Ehrabschneiderei und ohne„oppo- siiionelle Listen' wieder auf ihren alten Vorstand»u einigen, der lediglich im Amt des ersten Schriftführers und des Wettfahr- obmannes einen neuen Mann erhielt, weil die alten aus einmütig anerkannten Gründen ausschieden. Scheffner sprach dann noch klug« Worte zum Schluß, und mit dem Gelöbnis, weiter zu schaffen für die Idee der„Freies Scglcroerbandes' gingen die Delegierten in ihr« Vereine. Die Scfaacfaspfeler wollen nach Moskau! lieber den kürzlich in Berlin abgehaltenen Kreistag des Arbeiterfchochbundes geht uns die interessante Mitteilung zu, daß dort beschlossen wurde, eine Schachmannschaft zur Spartikade nach Moskau zu schi cken. Wie dieser Beschluß mit der Stellung der Luzerner Sportinternotionale gegenüber Moskau vereinigt werden fall, ist das Geheimnis der Schachspieler. Bekanntlich hat die Luzerner Internationale die Verbindungen mit Moskau abgebrochen, weil von dort aus die Der- quickung der Bewegung mit der Parteipolitik nicht Unterlasten wurde. Für unser« Genossen hat dieser Kreistag erneut die Notwendigkeit eines engeren Zusammenschlusses ergeben, um Vergewal- tigungen der Minderheit und Uebertretungen des Bundesstatuts ab- zuwenden. Alle Parteigenossen, die Mitglied des Arbeiterfchach- bundes find, müssen sofort ihre Adresse an die„K u l t u r f r a k t i o n' Lichtenberg, Augustastr. 8, einsenden. Haggenstreit im Reich sausfchulj. In unserer Neujahrsbetrachtung,«Ins neue Jahr' betstell, erwähnten wir zum Schluß, daß die deutschen bürgerlicher Sportler bei der bevorstehenden Amsterdamer Olympiade die Fahn« der Republik daheimlassen wollen und die Absicht Haben, nur die Handelsflagge mit der schwarzrotgoldenen Gösch als National- flagge zu zeigen. Auf den Protest anderer Länder hin hätten sich dann die deutschen bürgerlichen Sportler dafür entschieden, beide Flaggen setzen zu lassen. Der Deutsche Reichsausschuß für Leibe sübun- gen', gezeichnet Diem, Generalsekretär, teilt uns dazu in einer Zu- schrift mit, daß die deutsch« Sportmannschaft in Amsterdam mit einer Reichsslagge einziehen werde,„die bereits nach dem vom Reichskunstwort durchgesehenen Entwurf in Auftrag gegeben sei'. Der DRA habe nicht die Absicht, eine andere Flagg« zu zeigen. Auf einen schrifstich mitgetestten Rat der Reichsregierung hin habe aber der Reichsausschuß für Leibesübungen die Holländer unterrichtet, daß zu„Ausschmückungszwecken' neben der schwarz- rotgoldenen Flagge auch die(fchwarzweißrote) Handelsslagg« mit der Gösch gezeigt werden könne. Die Reichs reg ierung meint, daß es sich bei Amsterdam um einen Seehasen handle, in dem die deutsche Handelsflagge bekannt ist. Der Reichsausschuß hat in diesem.Flaggenstrest' zu seiner Freud« den Vorteil, daß er sich auf die Bürgerblockregierung berufen kann. Wir gönnen chm das. finden aber im übrigen unsere Mit- teilungen in dem angezogenen„Borwärts'-Artikel bestätigt. Der Arbeiter- Schochband hält in den Ostertaqen seinen fünften Bundestag in Stuttgart jib: die Tagung ist wie bisher mit einem Internationalen Schachturnier ver- Kunden, auf dem die besten internationalen Arbeiterschachspieler sich gegenüberstehen werden. Sonntag vormittag wurde die viert« Funkmatinee aus dem Großen Schauspielhaus übertragen. Man hörte ein Mandolinen- konzert, ausgeführt von den Vereinigten Finkeschen Mandolinenchören, das außerordentlich klangschön heraus- kam. Das Programm war sehr glücklich der Wirkungsmöglichkest eines Mandolinenorchesters angepaßt und beschränkte sich ohne falschen Ehrgeiz auf anspruchslose Unterhaltungsmusik. Ein Bunter Abend mit einigermaßen sunkwirksamem Programm beschloß den Tag. Im Rahm«» der Sonniagsvorträge sprach Chefredakteur Georg Bernhard über„Die Kunst der Berichterstattung". Er übte sie selber meisterlich, indem er den Funkhörern ein Bild vom Wirken des Reporters entwarf, der Mittler fein muß zwischen den Vorgängen in der Welt und dem Zeitungsleser, zwischen dem Laien und dem Fachmann. Dankenswert waren die Ausiührungen von Dr. M. Arndt, der„Ratschläge für Rundsunkhörer bei Störungen in der Empfangsanlage' brachte.— Der Montag bot ein erlesen schönes Nachmittagskon.zert. Das Trio A r p a d Sandor, Maurice van den Berg, Ivel Stegmann spielte Kompositionen von Mozart und Brahms. Alice Fränkel. von Theodor M a k e b e n am Flügel begleitet, sang mit weichem, trefslich geschultem Sopran Schumonn-Lieoer. Auch die musikalische Abenddarbiewng, Bruchs Oratorium„Gustav Adolf" von Funkchor und Funkorchester unter Prosessor Hugo Rüdels Leitung auf- geführt, stand auf recht hohem Niveau. Dr. Kurt Singer führte in einem kurzen erläuternden Bortrag zu Max Bruch und seinen Werken. In seinem Dortrags.zykws„Die Richtungen der Poesie" sprach Dr. Franz Leppmann über das Wesen und die Wirkung des Trogischen. Er ging von den verschiedenen Definittonen des Tragischen seit Aristoteles aus und erklärte die Anziehungstrost der Tragödie auf den Zuschauer im wesentlichen damit, daß von ihm eine Hebung der sittlichen Bildung und eine Erweiterung der Well- und Menschenkenntnis ausgehe. tes. Hockey vom Sonntag. Die Frei« Turnerschaft Groß Berlin(Nordring) weilte zum fälligen Hock«y-«erienspiel beim ATD. Pankow und wurde 0:3 geschlagen. Die Pankower spiellen wie aus einem Guß und waren foderzest die Besseren. Die Läuferreihe zeigt« eine wesentliche Verbesserung. Der Sturm war im Verhälbiis zu den bisherigen Spielen nicht so gut, doch genügte es zum Erfolge. Groß. Berlin war in dieser unmöglichen Aufstellung ein glatter Versager. Der beste Teil war die Läuferreihe. Aber diese allein.kann das Spiel auch nicht gewinnen. Vor ollem fehile es an einem schwungvollen Sturmführer, um einen planmäßigen Spielaufbau durchzuführen.— Der Athletik-Sportklub gewann nicht nur neun Spielern in einem harten Treffen gegen die Freie Turnerschaft Lichtenberg I1 1 gleich 2:1. An Spiel und Stocktechnik waren die ASCer den Lichtenbergern vollkommen überlegen. Das Spiel war sehr schnell, aber auch sehr scharf.— In der Gruppe L mußte der SV. Moabit I die Ueberlegenhest der Lichtenberger Sportler mit 1: 9 anerkennen.— Lichtenberg Sportler II und ASC. II spielten unentschieden 2:2.— Die zweite Mannschaft der Freien Turnerschast Groß-Berlin gewann gegen ATV. Pankow II gleich 2:1 und Pantower Frauenschast siegte gegen Lichtenberg Sportler Frauen 3: 0. Berichte von den Serienkömvfen in der Woche vom 8. bi» 15. November..A- Klasse: Lurich— Alt-Wedding 1454:131», 1. Gang 7:7: Liberia-— Spandau 12:16, 1. Gang 6:8; Köpenick— Eiche 1900 14; 14, 1. Gang 8:6. k. K l a s s e: Neukölln— Kraft Heil 15: 13, 1. Gang 9; 5; Einigkeit 26— Berolina 9: 19, 1. Gang 4: 10. C- Klaffe: Nauen— Libertags III 16:8, 1. Gang 9:3; Berolina III— Einigkeit II 15:9, 1. Gong 8:4: Siegfried Moriendorf— Arnim 5:11, 1. Gang 3:5. Jugend: Eiche 1900— Roter Stern 18:10, 1. Gang 9:5; Friedrichshagen— Köpenick 6:22. 1. Gang 2: 12. Heber Mannschaft: Lurich I— Alt-Wedding 149.8: 139,4. Termine für die Serienringkämpse in der Woche vom 16. bis 22. Zanuar. A- K l a f f e: 20. 1 Lurich— Norden, Turnhalle Berlin, Wrongelstroße, Ansang 19�0 Uhr. S- K l a f s e: 18. 1. Kraft Heil— Roter«lern, Turnhalle«traußberger Straße 9, Ansang 20 Uhr; 19. 1. Henniasdors— Neukölln, Turnholl« Hennigsdorf, Fabrikstrnße, Ansang 20 Uhr.("-Klasse: 19. 1. Libertos— Nordwest, Turnhalle Schöneberg. Tempelhoier Weg, Anfang 20 Uhr. Jugendklasse: 19. 1. Köpenick— Tegel, Turnhalle Köpenick, Brandenburg- platz. Anfang 20 Uhr. Hebermannschaften: 17. 1. Nord- west— Lichtenberg-Friedrichsselde II, Turnhalle Zwinglistr. 38, An- sang 19,30 Uhr. 20. 1. Lichtenberg-Friedrichsselde T— Berolina, Turnhalle Lichtenberg. Bürgerheimstr. 2, Anfang 20 Uhr. Der Neichsarbellersporltag, die sich über das ganz« Reich erstreckend« große Werbeoeranstastung des deutschen Arbeitersports, wird in diesem Sommer vom 17. bis zum 2 4. Juni abgehalten. Die Arbeitervereinigungen«erden gebeten, diese Woche von anderen Deranstaftungen frei zu halten. «ebeiter-T»»».»»d Sp-rtSn-d. 1.*wi»,«(tfamftMUrcIc. Tnnnrt»ta(r, 19. Iamiar, IWj Uhr. find«: in den RZumkn d«» g<>T-t»ff»«rdondc», Landsberger ödcoft« 92,»in« ZIettungsodleutekonferenz statt. Auch die Mitglieder der Prst. sungstonuniksion find dazu eingeladen. Freie rnrnerfchaft«r-fi.Äerlin. Der 2._____________________ Mittwoch, 19. Zaunor. gibt den Genossen noch Gelegenheit, anr Turner- und er-»p,-e-k,,+«• T v* U K � 1 f t.'_<•...««. Abend des koworitertvriu» an» Sportler-Samariterturfu, teiljunehtnen. Nicht nur Hilfe bei nlohlichei, Un. fällen werden behandelt, sondern auch alle anderen Gebiet« bieten sedein Zeil. nehmer reichlich« Gelegenheit, sein Wissen zu dereichern. Die Referenten find lnrni« um ai Uhr in»er Großen Hamduraer Str. 3) . benden: 18. und 25. Januar, X., 9. und lo. Februar SanriftfBwnln.Di« SaUrftetuttw*. Zentrale Sit«. Vrtogenpoe Sertin: Rittmoch, 18. Januar, SO Uhr, im Sophien. Leueum. Beinmeisterstr. Ift— 17, »-ebeabend. Vortrag von Dr. Prrufiner mit musttalischr» INustrat'onen: .Muük gl, Ausdruck von Natur und Selftck Unkoft-nbeittag 2» Pi. Käste will. kommen. Donnerstag. 1«. Januar. 20 Uhr. im Sitzungssaal der Eeschästsfttllc. Iohannisftr. 15.. 2. Adend der»orttaasreihe..Unser Wald'(mit Lichldildern). Eintritt frei. Gäste William inen.— Ab«. Friedrichshai,: Dienstag. 17, Januar, 20 Uhr, Eberthstr. 12,. Bortrag:„Alt-Derlin.-'— Abt. Friedenau: Dienstaa, 1"? T.*«,, /S<«-»tfl Sit» r:„.. t.- Are.* m*__*. 17, Januar. 20 Uhr. Off-nb-cher Str. ö».—«M. Norden fällt aus.- Abt. Bebding: Dienstes, 17. Januar. 20 Uhr. Turiner, Ecke Seestraße, hichtdilder. vartrag:„Tier« der Heimat"(Genosse Gott(charl.— Abt. Treptow: Dienstaa. 17. Januar, 20 Uhr. Elfenstr. 3, Heimabend.— Abt. Bonkow: Dienstaa. 17. Januar, 20 Uhr, Gärschstr. IC—«dt. Prenzlauer Berg: Donnerztag. l». Januar, 20 Uhr, Altersheim Danziger Str. 82, Barocke 7,„Arbeiterdichtung." -«b«. Sienatten; Donnerstag, Ig. Januar, 20 Uhr. Lehrter Str. 18.-I».- Adt. Lichtenberg- Dienstag, 17. Januar, 20 Uhr. Parkau« II». Donnerstag. 1». Januar, 20 Uhr, ebrnda.— Abt. Südwest: Donnerstag. 19. Januar, 20 Uhr. Borckstr. IX.— Naturwissenschaftlich« Abt.: Donnerstag, 19. Januar. 20 Uhr, Iohannisstr. 15,„Botanik."— Fsltdostodt.: Dannerstag, 19. ßanuae, 20 Uhr, Landsberger Str. 50.— Winterfportaw.i Dir für den 17. Januar angesetzte Beranstaltuno fällt aus. Altersriegentnrnemnnen und-turner de, f.«reiset. Am 3. Märi, 20 f. uh?. veranstalten wir eine Fahrt mit dem Märchendampfer zum Mitgg«l(chlöhchen. a»f dem eine»rsttlasfige«apelle spielen wird. Die Fahrt ab Zannowitzbrilckt hin und zurück inklusive Tan, kostet IM. Da die Dampfer nur 800 Personen fassen, müssen fich alle Genosfinnen und Genossen rechtzeitig mit starten ver. sehen,«arten im Fichte.Haus, stöpenicker Str.>08, und bei H Miller. Rv.. Lichtenderger Str. 3. pari. Auskunft erteilt Richard Sommerfeld. Berlin O.>7. Paul-Singer-Stt. 87 1. Telephon: Alexander 2533. Sozialifiische Ardeiterillgend Groß-Berlin. »..«..«itz»»U Donnersteg. 19. Januar, 19-4 Uhr püirftlich, im Sekretariat. heule. Dienstag. t9Va Uhr: Gefundbrunneil: Schule Gotrnburger Str. S.„Reichstagssitzung."_ lg-Rord: Heim See-, Ecke Turiner Stroh«.„Darwinismus."— z Heim Eberswalder Str. 10. 10-Minuten.Rtferat«.— Hnmantp dlNg.Rord: Heim See-, Ecke Turiner Strah«.„Darwinismus."— Folkplotz Heim Eberswalder Str. 10. lO-Minuten-Referat«.— H»M«»»Platz: Heim Ebersivalder Ett. 10.„Berufsausdildungsgefetz."— Schiinhauler Voeliadt U: Schule Driefener Str. 22.„Einführung in den Sazialismus." II. Teil. /- Weihenlee- Seim Parkstr. Z«. Iack-Londmi-Adend.— Wirther Platz: Heim staftanienallee 81.„störperpflege und Racktfultur."— Hasenheid«: Bezirksamt lorckstr. II. Humoristischer Abend.— Schonedrrg I: Heim Hauptsir. 15. ahrcsmitgliedcrpersammlung.— Sch-nedera II; Heim Hauptstr. 15.„Note allen gegen Allohol."— Westen N: Heim Blllowftr. 88.„Sozialistische Jugend- internationale."—»harlo neu bürg. Jüngere ngruppe: Heim Rofinenstr. 4. „Die Weimarer Berfassung."— Steglitz: Heim Albrechtstt. 47...Die Partei nnd wir."— Neukölln II: Heim Steinmetzstr.>14.„Was wir wollen."- Nrn. kill» III: Heim Wanzlilftr. 7.„Bctriebsagitation."— Neiilölo IV: Heim Sanner Strohe, Raum 1. Wozart-Adend. Es wird um rege Beteiligung gebeten.— Neukölln V; Heim stonncr Strohe.„Was ist Sozialismus?"— Neiuickendorf.vft: Heim Refideuzsttahe Dichterabend.— Osten, Aelteren. grupp«: Schule Petersburger Str. 4. Fortsetzung de» stursus. Beginn de» Bildunaslii' MMM>MWWWWW stifsingenstrahe� Thema„Einführung in die Politik": für Jüngere im Hc'm ckursu» für Aelter» im Heim Görschftr. 14. Thema:„Der Jugendliche im Betrieb." Beginn der stursc pünki- lich 20 Uhr._____ Vorträge, Vereine und Versammlungen. Zwidenkergerossen de» 29. Unterdezirk». Dienstag. 24. Zanuar. 19-� Uhr. ollgemeine Bezirk smitglicberversanimluna in bev Schönholzcr Festsälen. am Babnhof Schönhol,. Tagesordnung: Bericht von der internotlonalen stonfercnz in stöln. Restloses Erscheinen notwendig. Longlcllo* tnelleh vedupn Clun. Bülowstr. 104. Mittwoch, abends 8 Uhr, dlr!>. M. Orgler:„The Lindenhof" by Karl Wille er. C« gibt keimen herrlicheren»ennh als»in mehrfach Röhrenapparat mit Lautsprecher. Er bringt Zbncn Untcxholtungsmusik, Konzerte. Operetten uf». Die Anschaffung einer kompletten Loewe-, Loeenz-, Schaub., Dr..S«Ibt» oder Telrfuntenonlage mit Lautsprecher ist schon mit einer Ratenzahlung von 3 M. ttt r rfs o r*iTf«fi v»» ose 3«a X«« � r„: A,.. 711_w*.________ rr__ w a■ ,4- � Ein Edelerzeugnis! Nervenstärkend und erfrischend Nur 30 Pfg. das Bad die Original- Glaspackung mit 10 Bädern Mk. 3.— /fr Kinn* C, m. b. H.p Charlottenburg, Bismarkstr. 97/98 Tvlefon StelnplaU 3888 /w 4 PIIMOSAILA < Fichtennadel-V/acholderbad 3lr. 27» 45. Jahrgang 2•-�5 CI i ß � 0 V tU ß T 1 0 Oienskag 17. Januar 1 925 Schön Wetter an der Börse. Wer kauft?— Das Souderiniereffe der Vanken.— Die gestoppte Konjunktur schafft billiges Geld. Während den ganzen Sommer und Herbst hmdurch an der BSrse kein rHtiger Betrieb auskommen wollte, setzte im letzten Monat des alten Jahres eine trästige Auswärtsbemegung der Kurse«in. die nunmehr seit einigen Togen vorläufig zum Stehen gekommen Ist. Die KursentwicNung einiger bekannter Aktien soll dies verdeutlichen: Kurs an der DerNner Börse am: Untersucht man die Gründe. d:e für die zurückliegenden Surssteigerungen maßgebend waren, so muß man sich wieder davon freimachen, in der Börse das„Boro- nce er der Wirtschaftskonjunktur' zu sehen: das ist ste auch heute nur in sehr geringem Maße. In d«r Hauptsach« hängt auch heute das Wohl und Wehe der Börse, der gute oder schlechte Kursstand der Wertpapiere davon ab, ob der Spekulation viel oder nur wenig Geld zu ihren Börsenoperotionen zur Verfügung steht. Als allgemeine Regel gilt ungefähr: Wenn Geld für Börsen- zwecke reichlich angeboten wird, die Zinsen also billig sind, wird auf Grund dieses Leihgeldes eine stärkere Nachfrage noch Wertpapieren ausgeübt und die Kurse steigen. Umgekehrt hat verhältnismäßige Knappheit an Geld zur Folge, daß viele Wertpapierbesttzer go- zwungen sind, ihre Börsenwerte zu Geld zu machen: dadurch steigt das Angebot, während gleichzeitig die Nachfrage fällt, weil erstens weniger Geld da ist, um die Papiere zu kaufen und zweitens die ge> stiegcnen Geldzins«» den evtl. erhofften Kursgewinn aufzehren wurden. Di« Folg« ist, daß die Papiere fallen. So pflegt nach den Lehrbüchern der Nationalökonomie die Entwicklung zu oerlausen, wenn das freie Spiel der Kräfte au der Börse sich ungehemmt eni- falten kann. Die Entwicklung der letzten sechs Wochen aber verlief gerode umgekehrt. Im Dezember war das Geld für Dörfenzweck« ver- bältnismäßig knapp und teuer. Trotzdem stiegen die Börsenkurs«. Don wem ging die gestiegene Nachfragt an der Börse aus. woher kam das Geld zum Ankauf der Papiere und zum Durch- halten der Hausieengagements? Di« Dezemberkäufe an der Aktien- börse gingen von zwei großen Gruppen aus. Säufer waren in erster Linie die deutsche« Großbanken. die angesichts des Bilanzstichtages am Jahresend« ein Jnteresie an einer Höherbewertung ihres Dertpapierbesitzes aus Beteiligungen usw. hatten und die mit der Absicht von Kurssteigerungen nicht nur selbst stärker tauften, sondern zu dem gleichen Zweck« auch dl« Äerufsspetulatlon bereitwilligst mit dem notwendigen, wenn auch teuren Lehrgelde, versorgten. Auf diese Weise erhielt die angekurbelte Aufwärt, bewegung«inen doppelten Antrieb, sowohl von den Banken wie von der Epekulativn. Durch den Zuzug von Mitläufern und Mittäusern au» dem Publi» tum, da» sich in wiedererwachter Erinnerung an die vor einem Jahr erzielten mühelosen Börsengewinne zahlreicher einfand, wurde die Aufwärtsbewegung in Schwung gehalten und tatsächlich auch dann über den I. Januar, den kritischen Bilanzstichtag, hinausgetragen. Der zweit« Käufer war die kstidustri«, die durch ihr« Gewinn« und trotz des kaum verringerten Konjunkturbedarfes Mittel zur Wert- papierkäusen frei hatte. Also muß die Kopitalbildung i* dieser Erwerbsgruppe noch größer gewesen sein, als die Summen, die in die Rationalisierung und die gesteigerte Produktion während des Jahres hineingesteckt worden sind. Man kann aber vielleicht auch umgekehrt sagen, daß die Produltionssteigerung und insbeson- dcre die Rationalisierung in der letzten Zeit weniger Mittel erfordert haben dürften, als die Gewinnanreicherung bei den Jndustrieherren ausmachte. Diese Schlußsolgerung scheint denn auch mst den tat- sächlich zu beobachtenden Konjunlturerscheinungen übereinzustimmen. Laugsameres Tempo der Rationalisierung. Es ist nicht zu verkennen, daß das Tempo der technischen Ratio- nalisierung, die vor allen Dingen die Produttionsmittelindustrien in Arbeit hält, sich in der letzten Zeit erheblich verlangsamt hat: nicht etwa deswegen, weil durch die vorangegangene Modernisierung und den Ausbau der Betriebsanlagen die Fabrikation schon aus den höchsten Wirkungsgrad gebracht worden und nun nichts mehr zu tun wäre, sondern weil durch dir vielen tonjuntturseindlichen Maßnahmen unserer amtlichen Geld- und Wirt» schaftspolitik allmählich«in Abwürgen der Kon- junktur befürchtet wird, wodurch die Schaffung neuer oder die Erweiterung und Derbesierung aller Produktionsanlagen sich nicht mehr rentieren konnte. Also verzichtet man aus«ine mit einem solchen Risiko belastet« Neubautätigkeit und läßt da» freigesetzt« Geld und die erziellen Gewinne einstweilen an der Börse arbeiten. Es ist kein Wunder, wenn stch angesichts der fortdauernden Be- strebungen aus Berhinderung der notwendigen und konjunktur- belebenden Auslandsanleihen in vielen Köpfen die Furcht einnistet, daß die deutsche Konjunktur aus Mangel an neuem Be- triebskopital bald zusammenbrechen müsse. Die Folgen dieser psycho- logischen Einwirkung auf die Unternehmerinitiative äußern sich be- reit» in der Verminderung von Neuanlagen, die stch wiederum in einem Rückgang von Produktion und Umsatz und in gesteigerten Arbeitslosenzahlen bemerkbar macht. Saisonmäßige Gründe, also Jahreszeit- und Witterungseinflüsie, dürsten allein den seit ein paar Wochen festzustellenden Konjunkturrückschlag kaum ausreichend er- klären können. Die Börse hat sich durch dies« Ding«, wie die eingangs wieder- gegebene Kurstabelle zeigt, in ihrem Optimismus nicht beirren loste«. Nachdem der Bilanzstichtag vorüber ist, ist das Internste der Groß- danken an einer Höherbewertung der Surs« zwar geringer geworden, aber mtt dem Jahresbeginn ist die au» früheren Jahren schon be- tonnte Erleichterung der Geldmarktlage eingetreten, so daß die jetzt mit billigem Geld« reichlich versehene Börsenspekulation den tell- weisen Ausfall der Grohbankkäufe durch eine gesteigerte Nachfrage von stch aus wettmacht. Das Geld für die Börsenspekulation ist so billig wie sell langem nicht mehr. Geld auf tägliche Sündigung kostete an der Berliner Börse vom 21. Dezember—«inen Tag der Hochspannung allerdings— 8 bis 10 Proz. Zinsen pro Jahr, wäh- rend beispielsweise am 1l. Januar 1928 nur noch S bi» ö Proz. Zinsen pro Jahr verlangt wurden. Ob dies» Geldfülle anHallen wird, ist sehr fraglich: denn die Quellen dieses..Geldreichtum» am falschen Ort" fließen nicht immer: E» sind die am Jahrestermin fälligen Kupon- und Hypothetenztnsgelder sowie Gelder au» dem flotten Weihnacht»- und Jnventurumsatz de» Handel» usw.. die kür die nächst« Zell naturgemäß ausbleiben müsien. Die Börse macht sich allerdings darüber noch kein« Sorgen. Sie lebt weiter von Gerüchten und Tendenzmeldungen und wird sich— wie einst im Mai— wundern, wenn ein Reis plötzlich ihre Blüten wieder knickt. F. L. Gin Erntejahr der Wersten. Was brachte das Lahr 1927 de« deutschen Werste««ad was ihre« Belegschasten? Wem, man bei der Beantwortung vorstehender Frage die Be- teuptiingen zugrunde legen wollte, mit denen die Werst« »irettoren die Schlichter und die maßgebenden Instanzen de» Reschsarbeitsministerium» bei den setzt schwebenden Torifverhand- lungen für die Werstongestellten irre zu führen versuchen, so würde man zu dem Ergebnis kommen, daß das verflosiene Jahr den deutschen Werften gar nicht» gebracht hat. und daß e» den Leitern der Werke beim besten Willen nicht zugemutet werden könne, inen Bclegfchaften und Angestellten die längst fällige allge- meine Aufbesserung zu gewähren. Liest man die Geschäftsberichte der einzelnen Werften aufmerksam durch, so werden die dunklen Flächen des bei den Der- Handlungen von Arbeitgeberseite den Schlichiangsbehörden immer, w eder vorgehaltenen Bildes Zwar wesentlich gemildert: ober w,e � -est alle größeren Unternehmungen in letzter Zeil befleißigen sich ijnci) die Herren vom Sidilsbau in ihren Berichten, die für die Oef'en'.lichkeit und die Alitonäre bestimmt sind, der alter- arößten Vorsicht. Fast kein« Bilanz und fast kem Ge- 'ckästsbericht sind so gehalirn, baß sie ein« ubersichtliche Darstellung iiber die wirkliche Lage der Werke ergeben. Man muß also schon leibst Umschau halten, wenn man die Wahrheit«rsohren will, und wenn man hierzu Gelegenheii hat. wenn man unter anderem die nnneheur« Anzayl von lleber stunden zusammen- x\hI die trotz aller Bestimmungen de» Arbeitszeitgesttze» gerade aus den anaebl ch so Überaue schlecht beschäftigten Wersten heute immer n-v-, aeleistet werden, dann zeigt sich, daß das Jahr 1927 den deutschen Wcrsten e.nen W i e d e r a u i s ch w u ng gebracht hat. wie ibn sich die Direktoren dufe» Industriezweiges ein Jahr zuvor auch niM, im enticrntesten haben träumen lassen. Wäd rend man damals von einer erheblichen Notlage der Mehr-! ,adl der Wersten in der Tat reden konnte, ist jetzt der übergroß«, 3>a bei oeosien SchMaubetrteb« aus Jahre hinaus gut mst Neubau-. austräsen�verfehen. All« Klagen über die angeblich bestehenden grob�Schw.erigkeiten sind m der Aciip'.t«h« Irreführungen Ew- 1 mal soll entsprechend da« Retchsarbestsministerium zur A b loh-, nung von Schiedssprüchen veranlaßt werden, die den Arbeitgebern Lohnerhöhungen zumuten könnten. Sodann sollen die Angestellten und Arbeiter in Sorge v o r w e i t« r e n Eni- laf'unaen gehalten werden, mit denen man in Cr- füllunq des Rationolisienmgsprcgramms schon bisher wahrlich nicht folgenden Zahlen beweisen mit aller wünschenswerten Klar- hett, daß vgn irgendwelchen ws«ewichl Menden Schmie r>«' keiten zum mindesten bei den Großwerften bestimmt nicht gesprochen werden kann. Es befinden sich zurzeft an Neu- kauten im Bau bzw. m Austrog bei: zusammen ml Tonn«» der Deschtmag............. 180000 Blohm m Boß. Hamburg......... 130000 F. Schichou. Elbing........... 70 000 Bremer Vulkan, Vegesack......... 66 000 Deutsche Werst, Hamburg......... 60 000 Deutsche Werke, Kiel........... 40 000 Germaniawerst, Kiel........... 30 000 Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft, Flensburg. 23 000 Frerichswerft, Einswarden........ 13 000 Lübecker Maschinenbau Alt.-Ges., Lübeck.... 10 000 Obige Ailstrogszohlen garantieren diesen Werken, nachdem sie bereits sest länger als Jahresfrist voll beschästigt gewssen sind. Arbeit für weitere ein bis zwei Jahr«. Von einem Auftrags- mangel an Neubauten kann höchstens bei einigen der kleineren Werften von H. C. Stülcken Sohn, Hamburg, Howaldts-Werk«, Kiel. Henry Koch A..G.. Lübeck, Flenderwerst, Lübeck usw. die Rede sein. Dieser Mangel wird aber durch em im allgemeinen gut gehendes Reparcturgefchäst zum Teil wieder ousgeAichen und rechtfertigt keinesfalls tas fortwährend« Geschrei über die.Notlage" de» ganzen deutschen Schisfbaues, mit dem auch setzt wieder, wie immer In den letzten Jahren, die Tarisverhandlungen im für die Arbeil- gcber günstigem Sinne beeinflußt werden sollen. Im übrigen muß mst Nachdruck auch aus die Ersparnisi« hinge- wiesen werden, die die seil Jahr und Tag planmäßig durchgeführten Rrtionalisierungsmahnahmen fast jeder einzelnen Werft gebracht haben. Neben dem nicht gerinnen Abbau an Verwnltunge personal und Arbeitern fallen hier vor allem die damit im Zuiammeihang stehenden Fusionen und sonstigen indirekten Bereinigungen ms Gewicht. Hierher gehören der im Laufe des letzten Jahres bei der Wefer-A.-G.. H. E. Tecklenborg, Hamburger und Stett'ner Vulkan vollzogene Zusammenschluß unter der Firma Deutsche Schiffs- und Maschinenbau A G.(Deich iinag) und die Verbindung der Deutschen Werst A..G. mit der früheren Reiherstiegwerst, Hamburg, sowie schließlich noch die Vereinigung des Dockgeschäft» der beiden letzt- genannten Wersten mit Blohm u. Voß. Wenn nur ein geringer Teil der hier erzielten Erfparnisie zo Gehalts- und Lohnaufbesserun- gen der im Dienst verbliebenen Arbeiter und Angestellten verwendst worden wäre, so würde dieses ausgereicht haben, um endlich auf den deuts�en Wersten eine menschenwürdigere Bezahlung einzuführen. Aber große.Äbschreibungen" sind den maßgebenden Herren oifenbar bedeutend wichtiger. Die Folgen dieser verkehrten Wirt- schaftspolitik bcainnen sich bereit- zu zeigen. Schon seit lanaerer Zeit macht sich deutlich aus den Wersten da, Bestreben der Ar- bsltnedmer b?m,rkbar. in ond«r« Zweige haß Wirtschaftsleben» hinüberzuwechseln. voß diese Tatsache bislang noch nicht voll in Erscheinung getreten ist. liegt ausschließlich an dem vorhandenen Ueberongebo! cm Arbeitskräften aller Brancyen und der Schwierigtest, trotz aller Bemühungen ein« ander» Stellung zu erhallen. Da» Ergebnis lautet, daß der deutsch« Schkffbau im Jahr« 1927 einen im Vergleich zu den Vorjahren enorm großen Auftrags- bestand, die Arbeitnehmer ober absolut kein« Verbesserungen erhalten haben, die hierzn In auch nur annähernd richtigem Verhältnis stehen. Im Gegenteil, ein erheblicher Teil von ihnen ist entlasten worden und der Rationalisierung zum Opfer gefallen. E i n Gutes hat ober wenigstens dos rigorose Verholten der Werftkapitäne für die Ar- beitnehmer gezettigt. Auf den Wersten bricht sich wieder mehr und mehr die Uederzeugung Bahn, daß nur durch einen festen Zu. sammenschluß aller Beschäftigten von den Unternehmern etwa» zu erreichen stt. Das ist von nicht zu unterschätzendem Wert und«in« der schärfsten Wassen, die die Organisastonen in Lf"---- harten Kampfe zur Verfügung haben. 323 Millionen GEG-Llmsah. Reue große Steigerungen. Der Gesamtumsatz der Großeinkaufs-Gesellschast Deutscher Konsumvereine m. b. H. betrug im Jahre 192?.. 373 041?8S.29 Mark . 1926.. 294 173 971,27. Mehrumsoh 1927.?SSS7gl4.tiZ Mark 76.81 Prozent. Der Wert der in den«igenen Betrieben hergestellten Erzeugniste betrug im Jahre 1927.. 63 137 490.42 Mark . 1926.. 43 673 779,92. Slehrvmlah 1927.»7 4Si?i0.d0 �.aik-- 3».73 pro,««. zahlen: «AelawNimiat! Slqenprobiiklilni 1913. 134 047 316 M. 10111 037 Vi. 1924:'.. 168 466 278. 26 298 325. 192S... 228169 471. 35 339 389. 1926.,. 294 173971. 45 675 779. 1927... 373 041 885.«3137490. Zahl der Beschäftigten in den GED.-Betr>eben Ende 1913........ 2019 Personen . 1924........ 3598 , 1926........ 4327, , 1926........ 4698 , 1927........ 5960 Besonders erfreulich ist die Steigerung der Eigenproduktion. die am deutlichsten aus der Vermehrung des Personalbestandes hervorgeht._ Ein guies Textiljahr. Wachsende Dividenden. Der Aufschwung In der Textilmdustrte setzte bereits im Früh- herbst 1926, verhältnismäßig früher als in anderen Industrien, ein. Trotzdem hielt die Konjunktur mit unverminderter Stärke bis zum Jahresende an und die jetzt vorliegenden ersten Textilabschlüsse zum September zeigen, daß man über den Begriff Mengen- oder Preis- konjunktur in der Industrie sehr verschiedener Meinung sein tan». Die Leipziger Wollkämmerei in Leipzig ist auch ehrlich genug, in ihrem Bericht dos letzte Jahr als ein aus- nahms weise günstiges zu bezeichnen. Sie bat aber auch ollen Grund dazu. So wird ein um 50 Prozent höherer R o h- gewinn von 6,7 Millionen Mark ausgewiesen und nach Abzug der Unkosten und bedeutend erhöhten Abschreibungen von 0,36 Millionen Mark««Reingewinn von 354 000 gegen 231 009 Mark, der eine Erhöhung der beiden sünsprozentigen. letzten Dividetl- den aus 3 Prozent zuläßt. Die Zugänge aus Moschtnenaulc.gert von rund einer Viertelmillion wurden aus laufenden Einnahmen bestritten, ebenso die Zurückzahlung von über einer Million Schulden, die sich damit aus 1,5 Millionen Mark ermäßig- t e n. Auch für da» neue Geschästssahr werden die Aussichten günstig genannt, obwohl die Inlandsnachfrage im Dezember etwas zurückgegangen ist. Die Spinnerei und Weberei Kolb u. Schüle A.-G in Kirchheim und Teck tonnte ihre hohe Dorjahrkdividende v»n 10 Prozent noch auf 12 Prozent erhöhen. Die Gesellschaft, die mir mit 2 Millionen Mark Akttenkopital arbeitet, weist«igen. Roh» gewinn von 4L Millionen Mark aus. Zur richtigen Beurteilung de» Reingewinn», der mit 0,35 geze» 0,29 Millionen Mark erscheint, muß auch hier auf die mit 0,4 Millionen Mark fast o« r d o p p e I- ten Abschreibungen und Erneuerungen hingewiesen werden. Die in der Bilanz fast in dreifacher Höhe ausgewiesenen Bor- rät« hängen mst der Fusion der Flachespinnerei Baq- rsuth zusammen, deren gesamte Vorräte und Vermögenswerte auf die Gesellschaft übcrginaen. Obwohl die Bankkredit« und Waren- schulden mit einer Million sich verdoppelten und die Wechselschulden sich gleichfalls auf 0,36 Millionen Mark erhöhten, werden st« durch vi« Forderungen von rund IL Millionen Mark vollkommen gedeckt. ver Wechsel in der Preußenkaste. Wie der �Hannoversche Kurier" berichtet, ist die Verwaltung der preußischen Zentral. genossenschaftskast« aus den 20 Januar nach Berlin zusammen- berusen worden, um zu der durch die Beurlaubung de» Präsidenten Semper und sein« Ersetzung durch Rechtsanwalt Klepper geschaffenen Lage Stellung zu nehmen. Die Para G. m. b. h. erhöht ihr Kapital ans 1 Million Mark. Bi» vor kurzem hast« die breitere Oes seut lichtest von der Existenz einer Para G. m. d. H.. Berlin, die überraschenderweise in allen politischen Weltzentren Niederwsstmgen hat. kaum eine Ahnung. Ei« ist in der Inflatton gegründet und hatte ein Gesellschaftskapstat von 20000 Goldmark. Plötzlich wurde sie im Zusammenhang mst den Reparotionsschwindeleien genannt, und die Oessent- lichkeit erfuhr bald daraus, daß sie außerordentlich umfangreich« Finanzgeschäfte macht. Für die Türkei vermittelt sie bei einer führenden amerikanischen Bant die Finanzierung für einen Bahn bau und die Errichtung einer Reparvirrrwerkstästc im Wert von in»- gesamt 75 Millionen Mark. Ob fi« selbst an den Reparation»- undJhrbleibtgesund! schiebMgen bejMyt ist, muß ßÄ noch h«vussteffe«. öffcnßar ftchö sie aber ihr großzügiges Vernniltungsgeschäft bedroht, und so hört man denn jetzt von ihren bedeutenden Transaktionen und der Erhöhung ihres Geselli-toftskapiiats aus 1 Million Mark» was wohl geeignet sein mag. ihr Ansehen und ihren Kredit in den Kreisen, auf die es ankommt, zu erhöhen. Wünschenswert wäre eine Mitteilung, wer heute alles zu den Gesellschoitern zählt, und wer den Millionenbetrag als Gesellschafter einschießt. Siemens baut seine elektrowedlzinijch« Produktion ans. Die Siemens u. fjalske A.-G. hat ihre«lektromedizinischen Inter- essen in zwei Gesellschaften verankert, in der Reiniger. Gebbert u. Schutt A.-G.. Erlangen, und der Sjemens-Reiniger-Veisa G. m. b. ch., Berlin. Die Erhöhungen des Aktienkapitals bei der Erlanger Ge- sellicha-t von 3,7 auf 6,0 Mill. Mark und bei dem Berliner Tochterunternehmen auf SD Millionen deuten darauf hin. daß Sie- mens die Fabrikation elektrom'edizimscher Apparate in großem Am» fang ausbauen will. Für das Geschäftsjahr 192ß.Ä kann die Reiniger L.-G. in Erlangen wieder 6 Proz. Dividende, wie im letzten Jahr» zcchlen, obwohl der Reingewinn von fast 480000 M- eine Dividendenausschüttung in doppelter Höhe auch zugelassen hält«. Vermutlich will die Gesellschaft wegen der geplanten Produktionserweiterungen sich möglichst flüssig halten und trägt daher 20S000 M. auf neue Gewinnrechnung vor. Grundstück und Gebäude erhielten Zugänge von rund einer halben Million« dagegen läßt sich der slmfang der Maschinen, und Werkzeugbeschaffung nicht überseben, da sämtliche Zugänge sofort auf 1 M. abgeschrieben wurden. Die von 1,6 auf 3,3 Mill. erhöhten Verpflichtungen und die mit 1,3 Mill. Mark auf ein Drittel zurückgegan» genen Forderungen hängen mit der Kapüalerhbhung bei der Siemens-Reiniger Gmbch., zusammen« an der sich die Gesellschaft be- teillgte. Dem entsprechend«Höhten sich die Beteiligungen von O/i aus Mill. Mark. Der Umsatz konnte, besonders durch eine Erweiterung des Auskandabsatzes bedeutend erhöht werden. (Ein neuer Konkurrent aus dem amerikanischen Kapitalmarkt kann setzt Frankreich werden. Das amerikanische Staatsdepartement hat erkennen lassen, daß es gegen die Auslegung privater fvanzö» sischer Anlochen in Amerika nichts einwenden werde. Bisher be- stand— seit Frankreich die Schuldenregelung gegenüber den Bereinigten Staaten otfiztel nicht vollzogen" hott«— eine Sperre für französische Anleihen in New Bork, di« sür Stmusanleihen praktisch auch jetzt noch fortbesteht. Wenn die französisch« Industrie von der neuen Gelegenheft Gebrauch macht, mag sichcherrSchacht freuen: Deutschland hat einen Konkurrenten mehr, und seine Amertkakredit« werden«nisprechend teurer. In di« Reparativ ns> .Politik� des Reichsbankpräsidenten paßt das ja sehr gut. � Dienstag. 17.1 28 Staats-Oper [ AmPi.d.Republ. J'/a Uhr Luisa Milier ! ftutl. Sdnmpiilli. in Gtutarminmarkl 7'/, Uhr Fra Diavoio Dienstag, 17.1.28 Bismarckstr Ib.-Tum. I. IUI. TV, Jonny spielt auf SlaatL WIM. Charlottenburg 8 Uhr Volks büh ne Ttiuiv in aaiiwiiiti 8 Uhr; Mann ist Mann Tk. in Sdiiiftntniinn 8 Uhit Schieber des Kahms S'EtomisdieOper&l Neuartiges RcvucStück Alles Nackt II (Nach d. glelchn. Paris. Revue| „Tom nu"). 200 Mitwirkende!| Orljiioal- Pariser Kostüme f Parkett 8.50 Mk. Theaterkasse ununtcrbr.geöffn.l Nollcndorf«360, l Jack Hyltenj und das neue internationale Vaiiete-Prograrani Renaissance- Theater Steinplatr 901.— Täglich SV« Uhr Coeur Bube. WM NM Norden 1033«— 37 SU. Ende 11 U. „Peer Oynr Kamräerspiele Norden 1033«— 37 7V, Uhr Ende gegen 10 Uhr: Zum l. Male: „Pindeii Sie, daS Copstance sidi riditig nrhält?" Komödie von S Maughan Die Komödie Bismarck 2414'7516 8V,U, Ende IOV,U Berliner Iheater Direktion Kuhnert aurioteMIHI.5ooli.no 8>-, uhr- Max Adalbert als Der Herr roo... piscstvrdviine ldut. tiüiatitspiiii Kursfirst 2091 93 Tieute 8 Uhr Tansabend Letztes Auftreten Valeska Gert Mittw. u. Donnerstg. «estblosscn i mit Das RStsel ron KoanenreDih I I PlleHot Und die fr. NeaheUtn.| Theater am Kotthosser Tor Kottbnsse* StraSe 6. 9 Täglich 8 Uhr Ä» Elite- Sänger in graSon inuurprojnmBl jgVQ Jeden Sonntae nachm. 3 Uhr; Sil Grobe romiuen■VorsteUmU (ungekönt). V'olkspr. 0,«n, 0.75, 1.—, 1�5.1�0. 1.75 Mk. CroBtt Stheuspleihaui Norden 5951:53 Anfang 8 Uhr Ende 11 Uhr. Die neue Char eil Inszenierung P W Massani HeidetoaRn Bendow Jtnkuhn Werkmeister tfcstermeler Pitha Ruth Wilker Blilic colli« Jnowball Wlnkeisttrn SuitsbineSirts AsmUttnBg! kr». Ernst Stern mi Ernst Hauke Rose-Theater SV« Uhr Qrpbegsi.ii. Unterveit Reichshallen»Iheater 8 Uhr, Sonntg. nachm. 3 Uhr. Stettiner Sänger „Haltes foehenende" i nachm. halbe Preise. Dönhoff» Brelt'l i Kabarett, Varletä. Konzert. Tanz. RUNSTAUSSmOJNG UND WeiNrWERBE-WOCHEN TAQLICH: 7 UHR- SONNTAGS: 3 UHR 1.50 M. SONNABD. u. SONNT.? M. AUSSTEUUNQSRtVUElN 10 BILDERN „UOm HHEItl ZUR SPREE" HO MITWIRKENDE- 400 KOSTÜME pER PBEISWERTE WEIN v 3 KAPELLEN Morgen Mittwoch: Lieder-Festabend «slar Mltwlrkaag da» MeMMMliumMI! Ilntrlttsprale asr IJO M. slnsebL Ttaz and(teoar Sonnabend, 21. Januar Rheinischer Qesindeball Elntrütsprsla•«— N. stnehL I Kleines Theater Täglich SV» Uhr- Eine Kleine ebne Bedenlung Erika Ginssner, Enzen Bing, Max Landa. Besidenz-Theater Täfll-«V, Uhr: Der pr. lastspielerlolg dliefmama mit Hansi Arnsfaedl Jht Bwtti. Paul Haitis. MI»sn.:oi, ladt? Xaftni. ibeaterdesWesteas Täglich. Uhr: Httndiliatuent leizte Liebe Operette von E. Steffan yüEUTQwim Arnold Scholz Hasonheido 108.14 In den bayrischen Alpen und Gr. Damen-SfUOiiiieUslfoiittniTeiiz Dazu der Rlesen.Ocfasc vom Loknllns 7 Kapellen— Neue Dekorationen— 30 bayr. Mädeln EINLASS 6 UHR ANFANG 7 UHR Mittwoch, den 18. Januar: ELITETAG CASINO-THEATER s um Lothringer Str. 87. Die spanische Fliege. AnsschneldeB I Gutschein 1— 4 Pers. Fautenii nur l.IO M, Sessel nur 1.50 M. Lustspielbaos 8'/, Uhr Guido Thielscher „Hilter GKtöftsaofjlir Walhaila-Th.,* Weinbergsweg 19/20 M lieliisnadit Operettenschwank in 3 Akten v Haiton Musik von Osterloh Lonl Pyrmont in der Hauptrolle Von. Park, statt 4,— auch Sonntag nur ee pt. «fr Vruch-—BL Heilung Ohne Operation, ohne Berufsstörang!' Aur Behandlung kommen Leisten-, Tchrnkel-, Nabel», Rarben», Bauch- und Wasserbrllche. Notariell beglaubigte Neferenze» lieg, im Wartezimmer aus z-B Mein rechtsfeitiget S.-Bru» ist innerhalb 3 Monaten gu! oerheüt. Carl Dethloff, Berlin. Ehirlattiaburg, w. 8. 87. 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Freunbe» unh Bekannten, unseren lieben Hau«- genoffen, b Lokomattv'..»?sangveretn �Slilck zu', den Senaffen der SPD.. den Neiibsbannerfameraden, sowie dem Svrechchor für uroletartiche Feier- stunden für die unsecm guten Sohn. meinem treuen Berlodten erwiesene letzte Ehmng und für dt» herrlichen BluweniSenden, Herrn Pfarrer Teich. mann für tetne trostreichen Borte unseren innigsten Donk. chexmann fbrüstmann nnb Jtoa. Sbarlollr Schul, 195�_________ Rur Sic Weib, Badstt-ße 84, bietet vor- leitbofte Anrichteiuchen. weiß, farbig und lästert, in bester Ausführung, 115«—. »5«-. 225�-, 295«-._' Rur Zdehfeld, Badstraße 84, bietet vor- teilhatte Ankleideschränke. Eiche, Nußbaum, mit Spiegel, 115,—, 185,—. Waich- tvüetten mit Spiegel(SU—, 125,—. Nachttische 2S—, 28.—. Apatheken. englische Bettstellen 86»—, 49,—. 55,—. Batentmatratzen 14�-. Auflagen 19,—, 25.—.____* Nur Sehfelfe, Bedstraße 84, bietet not, teichaste PiMchsofas. 98,-, 125.-- Shaiselongues 29.—, 89,—, 45(—. 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