Morgenausgabe Nr. 35 All 45. Iahrgang IvöchenUtch 90 �csntf.»mwMch %y~ Äeidjamorf un voraus zadld«. Urto Streifband tm SSn» and this* laad WO 9Uid)5mazf orv Sttonat Da.Cornjtot»* crö bei tEuftrter» ren SonntagsbeUoge.voll und Zeit� fow,e den Beiloaen.Unterhaltung und Wissen*.Aus der Filmwelt". . Stodtbeilage*.Frauenstimme* .Der Kinderfreund'.Jugend-Dor» warts" m die Dücherwelt*. Kulturarbeit" und.Technik* erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montag» einmal. * ♦ Berliner Vottsblatt Zrettag 20. Januar 1928 Groß-Äerlin 1F Pf. Auswärts 15 pf. Sie(tat»(llt(i SeapsteiSejeN« 80 Sifnniig Reflamegtilr 6.— Reich». mort.Kleine Anzeigen" da»(enge. druck» Dan 25 Pfennig(juläifig zwei lengedruckte Dorte),»de» meliere W°n »2 Pfenn.a Slellengeiuche da, erfre Dan 15 Pfennig, iede» weitere Wort 10 Pfennig Worte über 15 Puchltade» zädlen iüt zwei Warle Ardeil-marlt �eile 60 Pfennig gamilianzeigen tüi Ädvnnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen» annadme im chauptgefchüft Linden» Krabe 3. wochenlägl aou gl» bi» 17 Udr. Jentvawvsan der GoziatdemosvaMchen Oartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 232— LZ? Telegrmnm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 87 536— Bankkonto: Bank der Ardnter, Ängestellie« und Beamten Wallstr. 65. Diökonto-Gelellschas». Teposrleukasie Lindenstr S Bayernskandal- Reichsskandal! Geheimverirag Bayern-Reichsregierung, der die Durchbrechung der Reichs- Verfassung vorsieht. München. 19. Januar.(Eigenbericht.) Im Haushaltsausschuß des Bayerischen Land- tags wurde bei der Beratung des Kultusetats durch die miß- trauische Ausmerksamkeit des sozialdemokratischen Mitberichterstatters der Schleier von Dingen gezogen, die den Reichstag lebhaft inter- essteren werden. Im Juli 1926 wurde zwischen dem Reich und Bayern ein« Vereinbarung über die Rückgabe der mtt dem Inkrafttreten der Weimarer Verfassung an dos Reich über- gegangenen bayerischen Armee bibliothe.k an das Land Bayern getroffen. Danach fiel das Eigentum an dieser Bibliothek mit. ihren über lOOOOV Bänden und 15 000 zum Teil sehr wert- vollen Kartenwerken unentgeltlich an den bayerischen Staat zurück.■ Dieser verpflichtete sich dafür, die Bibliothek als g e- schlossenes Ganzes für Heereszwccke zu erhallen und fort- zufuhren und sie der Reichswehr als Bücherei des Wehrkreises VII zur Verfügung zu stellen. Zur Instandhaltung, Ergänzung und Fortführung der Bibliothek muß der bayerische Staat jährlich mindestens einen gleich hohen Betrag auswenden wie das Reich für die Büchereien der übrigen Wehrkreise. Die K o st e n der Der- wattung und des Jetrieb«« trägt der bayerisch« Staat, wozu da« Reich aber«inenZuschußbiszur Höchstgrenze von 26 000 Dt. leistet.-.. Das Interessante an dieser Vereinbarung ist, daß Im ihrem Artikel 8 Bezug genommen ist ans eine« im Frühjahr 1324 zwischen Bayer» und de« Reich dzw. dem Reichswehrministerlum abgeschlossenen Geheimvertrag, dessen Existenz und Inhalt weder dem Reichstag noch dem bayerischen Landtag bekanntgegeben wurden und der offenbar heute noch in Geltung ist. Wenn auch Sinn und Zweck dieses Vertrages bis zur Stunde geheimgehallen sind, so wird er doch zur Genüge beleuchtet durch die jetzt bekanntgewordene Tatsache, daß in ihm von dem Eventualfall der Wiederher- stellung der Telbständigkeit Bayerns auf dem Gebiete der Wehrmacht die Rede ist. In diesem Eventualfall soll nämlich die bayerische Armeebiblioihek ohne. weiteres der bayerischen Militärverwaltung ein- gegliedert werden. So heißt es in der i m I u l i 1 9 26 getrossenen Vereinbarung. Daß eine versasiungstreue Regierung Geheim- oerträge schließt für den Fall, daß die gellende Reichsver- faffung in den entscheidenden Punkten ganz oder teilweise außer Kraft gesetzt oder über den Haufen geworfen ist, stellt zweifellos im Derfasiungsleben einen höchst seltsamen Fall dar, der die unterirdischen Kräfte im Kampfe gegen die Verfassung der deutschen Republik grell beleuchtet. Von Bayern ist man gewohnt, daß es unter Zerstörung der Weimarer Verfastung seine staatliche Souveränllät der Lahre ISIS bis 1871 wieder anstrebt. Als. höchst ungewöhnlich aber muß es «rscheinen. d-atz Reichsbehörden dazu ihre Hand leihen und hinter dem Rücken der allein zuständigen Volksver- trewng Geheimverträge in dieser Richtung schsteßen. Die Loyalitätsbezeugung des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held gegenüber der Weimarer Verfastung bei der Länder- tonserenz wird dadurch in ein recht eigenartiges Licht gerückt. Liquidationsbeirug in Lothringen. Rieseudiebstahl an ehemals deutscheu Eigentum. Paris, 13. Januar.(Eigenbericht.) Die Kammerkommission zur Kontrolle der Staats- Verträge ist großen Schiebungen bei der Ber- waltung de« ehemals deutschen Besitzes in Elsaß-Loth ringen auf die Spur gekommen. Tie Liquidatiou der lothringischen Metallindustrie hätte nach den damals abgeschlossenen Kaufverträgen 480 Millionen ergeben müsse». Es sind aber tatsächlich nur 133 Mil» lione» Aktive« übriggeblieben. Die Kommission beschloh, die Regierung aufzufordern, die Liquidation des Besitzes der ehemaligen feindliche« Staatsbürger zu prüfen und insbesondere die An» nullierung der Liquidation der lothringischen Hüttenwerke mit allen Mitteln zu betreiben. Oer Manneminister provoziert das Parlament. Pari», 19. Januar.(Eigenbericht.) Die Kammerkommifsion zur Kontrolle der Staats- lieferungen hatte einen Marineoffizier zur Aussage über einen in der Kriegsflotte verwendeten Brennstoff vorgeladen: der Offi- zier erschien jedoch nicht. Der Marineminister ließ der Kommisston mitteilen, daß er selbst am Erscheinen oer- hindert sei: er habe daher dem vorgeladenen Offizier Aus- trag gegeben, der Dorladung nicht Folge zu leisten. Die Kom- Mission beschloß, wogen dieser neuen Brüskierung Beschwerde beim Ministerpräsidenten einzulegen. Einjährige Dienstzeit unter Vorbehalt. Stimmenthaltung der französischen Sozialisten. pari», 19. Januar. Die Kanuner hat heute abend da» gesamt« Rekrutierung»- gesetz. in dem. wie bereits berichtet, bestimmt wird, daß bis zum 1. November 1930 die Vorbedingungen für die Einführung ber einjährigen Dienstzeit erfüllt sein müssen, mit 410 gegen 23 Sttmmen angenommen.(Bisher bestand die iMljährige Dienstzeit.) Di« S»,ialisten enthielten sich der Ab- pnnnimg.(Well die Vorbedingungen derart sind, daß trotz de» l_____ ursprünglichen feierlichen Versprechens der Regierung die Möglich- kell besteht, die Einführung der einjährigen Dienstzeit auch über den 1. November 1930 hinaus zu verschleppen. Red. d.„V.".) Der Versuch sozialistischer und kommunistischer Abgeordneter, für die farbigen Truppen der französischen Armee die gleiche Dienstzeit zu erwirken wie für die einheimischen Truppen, blieb erfolglos. � Gegen den Gaskrieg. Erklärung der internationalen Antigaskriegskonferenz. Brüssel. 13. Januar. Die internationale viaskriegskonferenz hat ihr« Arbeiten beendet und wird dem internationalen Roten Kreuz verschiedene Entwürfe vorlegen. Sie hat eine Er- klärung abgegeben, wonach der Gaskrieg ein nicht berechtigtes Mittel sei, der Kämpsende und Nicht- beteiligte ohne Unterschied träfe und der durch das Völkerrecht abgeschafft werden müsse. Genosse de Bronckere, Mitglied der Konferenz, äußerte sich dein Vertreter des„Soz. Pressedienst" gegenüber dahin, die Brüsseler Beratungen hätten ihn in der Ansicht bestärtl» daß ein wirksamer Schutz der Zivilbevölkerung gegen den Gaskrieg so gut wie ausgeschlossen ist und die einzige Lösung darin liegt, alle Energien ans die gänzliche Abschaffung des Gaskrieges zu kon- zentrieren. Reichstagsbeginn. Reichsfivanzmiaister Dr. Köhler begründet den Etat. Der Reichstag trat gestern nachmittag zu seiner ersten Sitzung nach der Pause zusammen. Der Reichsfinanzminister Dr. Köhler begründete den Etat für 1928. Nach seiner Rede wurde auf Wunsch de» Zentrums die Sitzung vertagt. Heute nachmittag 2 Uhr wird Genosse Severins die Debatte eröffnen. Groener. Reichswehrminister gegen den Willen der Oeutfchnattonalea Der Reichspräsident hat gestern, eine Stunde vor dem Zusammentritt des Reichstages, den früheren Reichsverkehrs- minister und Generalleutnant a. D. Gröner zum Reichswehr- minister ernannt. Das Organ der stärksten Regierungspartei, die.Kreuz- Zeitung", begrüßt den neuen Reichswehrminister mit den folgenden Sätzen: „Wir haben aus unseren Be d e n k e n, die gegen eine Ver- wendung General Gröners in der Stellung des Reichswehr- Ministers sprechen, kein Hehl gemacht. Wir halten sie auch heute aufrecht. Wir können, mag auch die sachliche Eignung des Generals Gröner gerechtfertigt sein, auch heute noch nicht die Vergangenheit vergessen." Die Ernennung des neuen Reichswehrministers ist dem- nach erfolgt gegen den Widerspruch der stärksten Regierungspartei. Noch gestern morgen spielten die Batterien der deutschnationalen Presse in voller Stärke gegen Gröner. Hugenbergs„Lokal-Anzeiger" versicherte, noch sei nicht an eine Ernennung Gröners zu denken, die Links- presse nehme einen von ihrem Standpunkt aus begreiflichen Wunsch als Tatsache. Gröner störe die Homogenität des Kabinetts, er besitze nicht die notwendige Zäbigkcit, um sich den auf Politisierung und Zerschlagung der Reichswehr ge> richtete Bestrebungen der L ö b e und S elf e i d e m a n»> entgegenzusetzen, und vor allem, er habe schon vor der Revolution stark unter der Einwirkung der Idee der Demokratie und der Notwendigkeit der Revolution gestanden. Unmittelbar nach dem deutschnationalen Generalsturm gegen Gröner erfolgte seine Ernennung. Die Situation ist einigermaßen blamabel für die stärkste Regierungspartei. Die Deutschnationalen haben bei. der Ernennung von Ministern kein Glück. Die Affäre Gräf war so blamabel wie die Affäre von Keudell, und bei dieser Angelegenheit spielen sie die Rolle des fünften Rades am Wagen. Vielleicht sind sie jetzt überzeugt, daß ihre Forderung einer Stärkung der Stellung des Reichspräsidenten sehr überflüssig ist. Die Stellung eines Reichspräsidenten, der gegen den Widerspruch der stärksten Regierungspartei den Reichswehrminister er- nennen kann, scheint uns hinlänglich stark zu sein. Diese Ernennung wird von den Deutschnationalen als Abgrenzung gegen das empfunden, was das Wesen ihrer in der Agitation vertretenen Bestrebungen ausmacht. Sie können auch heute noch nicht die Vergangenheit vergesien. Sie können nicht vergessen, daß Gröner im Zusammenbruch des Jahres 1918 das für Deutschland notwendige vollzog— auch gegen den Kaiser. Sie können nicht vergessen, daß Gröner entschlossen den Weg zur Republik ging und in ihre Dienste trat— nicht um Parteigeschäfte zu treib:n und die Republik von innen auszuhöhlen, wie die deutschnationalen Regierungspolitiker von heute, sondern um den Zusammen- halt Deutschlands, seinem Wiederaufbau und seinem neuen Staatswesen zu dienen. Gestern abend stellte Genosse Scheide mann im„Acht-Uhr-Abendblatt" aus seinen Er- fahrungen fest, daß die Zusammenarbeit Gröners mit der ersten Revolutionsregierung vollkommen reibungslos ver- laufen sei, daß Gröner sich zweimal loyal in den Dienst der Republik gestellt habe: sicher werde er in seinem neuen Amte nicht antirepublikanische Treibereien dulden. Das ist die Per- gangenheit, die die Deutschnationalen auch heute noch nicht vergessen können! Ihre Bedenken gegen Gröner und die Begründung dieser Bedenken— sie kennzeichnen den Geist ihrer Politik in der Republik gegen die Republik. Herr Gröner und Herr von Keudell— das er- (bt allerdings keine Homogenität! Zur Zeit des Kapp- . utsches hat Herr von Kendel! gegen die verfassungs- mäßige Regierung die Befehle der Putschisten vollzogen— Herr Gröner aber ist dem Kapp-Putsch mit großer Ent- schiedenheit entgegengetreten. Wir glauben darum gerne, daß die Deutschnationalen diese Ernennung als politischen Prestigeocrlust und als Sorge für die Zukunft empfinden. Indessen sind Talen und Mei- nungen der B-rgangenheit nicht die Grundlage des politi- scheu Urteils über Bedeutung und Taten ei»es Mannes in der Gegenwart. Es wäre grundverkehrt, Herrn Marx von heute nach seinen Meinungen vom Jahre 1925 zu beurteilen — wobei wir Herrn Gröner nicht die gleiche Wandlungs- fähtgkeit unterstellen möchten. Der neue Reichswehrminister steht vor großen und be- deutsamen Aufgaben. Er besitzt zur Lösung dieser Aufgaben Tradition und Fähigkeit, es muß sich zeigen, ob auch den poli- tischen Willen. Die eine dieser Aufgaben ist die Bereinigung des Reichswehretats. Herr Gröner hat im Jahre 1917 im Kriegsamte gegen die Industrie Stellung ge- nommen. die sich am Kriege bereicherte. Er hat im Jahre 1921 als Reichsverkehrsministsr die Pläne derer um S t i n n e s bekämpft, die die Reichsbahn der Schwerindustrie auslieferten wollten Es wäre für die Klärung des Reichswehretats sehr förderlich, wenn Herr Gröner diese Tradition im neuen Amte fortietz-n würde. Es gibt im Reichswehretat, in der Finanz- und Wirtschaftsge- Friedensschluß Marx/Gtegerwald Marx nimmt zurück und beteuert seine soziale Gesinnung. Die Verhandlungen iiber die in der Zentrumspartei entsinn- denen Schwierigkeiten wurden in der heutigen Sitzung des Dar- standes der Reichstagsfraktion des Zentrums mit folgendem Er- gebnis abgsfchlosien: 1. Der in der Presse wiedergegebene Brief des Partei- Vorsitzenden Dr. Marx vom 19. Dezember 1927 war eine vertrauliche Privotäußerung, die irrtümlich von dritter Seite ohne Autorisierung des Empfängers veröffentlicht worden ist. 2. Der Brief war eine Antwort auf eine Beschwerde des geschöftsführenden Ausschusses des katholischen Lehrerverbandes vom' 12. Dezember 1927 und bezweckte die Beruhigung erregter Lehrerkrelfc über in der„Nordischen Vollszciwng" ebenfalls gegen den Willen des Derfassers veröffentlichter brieflicher 2l«ußerungen Dr. Stegerwalds zur Frag« der Wartestandsbeamten. Eine beiderseits beabsichtigte Aussprache zwischen Marx und Stegerwald war leider durch die in den letzten Tagen vor der Weihnachtspaufs sich häufen- den parlamentarischen Arbeiten verhindert worden. 3. Die in den Worten„unbegründet" und„unwesentlich" ent- halten« Kritik des Parteivorsitzenden bezog sich auf diese von Dr. Stegerwald referierend wiedergegebenen Aeußerungcu Dritter über einen Teil der Wartestandsbeamten. Sie richteten sich keineswegs gegen die Stellungnahme Stegerwald? zur Besoldungsfrage überhaupt. 4. Dr. Marx erkennt an. daß Dr. Stegerwald in seiner Reich». tagsrede vom 13. Dezember 1927 die erforderlichen Ansklärungen gegeben hat. Beide Kundgebungen sind erst nachträglich zur vollen Kenntnis des Parteioorsitzenden gelangt. S. Dr. Marx legt besonderen Wert auf die Erklärung, daß er sich mit Entschiedenheit gegen die Annohme verwahrt, er habe die Worte„Dr. Stegerwald und einige Gewerkschastssekretäre" in geringschätzigem Sinne gebrauchl. Bei seiner grundsatzlichen Ein- stellung zur chrisflichen Arbeiterbewegung und bei dem Achtungs- und Vertrauensverhältnis, in dem er seit vielen Jahren zu den christlichen Gewerkschaften stehe, sei derartiges völlig ousgeschlossen. Er bedauert, daß eine solche Annahme habe auskommen tönneu. Der Vorstand der Zentrumsfraktion des Reichstages ist der Ansicht, daß nach dieser Aufklärung der Zusammenhänge die An- g-legenheit als erledigt betrachtet werden muß. Um den Vorgängen auch jede persönliche Spitze zu nehmen, hat der Parteioorsitzende, Dr. Marx, nachstehenden Brief an Dr. Sieger- wald gerichtet: „Sehr verehrter fjerr Kollege! Nachdem in den Beratungen des Borstandes unserer Fraktion die bedauernswerten Witzoer- ständnisse zwischen uns ausgeräumt sind, drängt es mich, Ihnen von cherzen dafür zu danken, datz Sie mitgeholsen haben, den Weg der Verständigung zu finden. Sie dürfen versichert sein, daß ich nicht daran gedacht habe. Ihnen durch den bekannte« Brief kränkende vorwürfe zu machen, um so weniger, als wir seit Jahr und Tag an der Spitze der Partei groß« politische Verantwortung miteinander getragen haben. Ich wünsch« nichts sehnlicher, als datz Sie mich weiterhin mit Ihrem Rat und Ihrer Erfahrung, gestützt auf Ihre engste Fühlung mit der chrsstlichen Arbeite rschast gemein- sam mit uns die großen sozialen und staatspolitischen Aufgaben in Ihrer bisherigen führenden Stellung lösen helfen. Bs? dieser®e- legenheit habe ich mit tiefem Bedauern sestgestellt, daß meine soziale Gesinnung in Zweifel gezogen worden ist. Ich vertrete den Gedanken der Volksgemeinschaft und die sozialen Grundsätze unserer Partei unentwegt und bleibe festen Willens, den Ausstieg der Arbeikerschast in jeder Hinsicht rechtlich uud prak- lisch zu fördern. Mit kollegialen Grützen gez. Dr. Mar x. Ohne Gerichtsurteil verschickt. Die Trohkisten zunächst auf drei Jahre verbannt. barung der Reichswehr manches, was sich mit dem messen kann, was Herr Gröner im Jahre 1917 im Kriegsamte auf- gefunden hat. Die andere Aufgabe ist die große Reichswehrreform. Die Deutschnationalen erblicken die Aufgabe des Reichswehr- Ministers darin, einen starken Wall zu bilden gegen jeden Reformwillen, der die Reichswehr mit dem Geiste des neuen deutschen Staates erfüllen will. Die deutschnationale Politik sieht in der Reichswehr ein Gegengewicht gegen die demo- krotische Verfassung, ein letztes Stück Kaiserreich, das in die Republik hineinragt. Es gibt Kräfte in der Reichswehr, die diesen Anschauungen entgegenkommen. Der deutschnationale Ruf: schützt die Reichswehr! bedeutet: stört diese Kräfte nicht. Es ist für den neuen Reichswehrminister die Schicksalsfrage, wie er sich zu diesen dcutschnatwnalen Anschauungen stellen wird. Entweder rechtfertigt er die Furcht und die Bedenken der Deutschnationalen gegen ihn und greift das Werk der Reichswehrreform im Geiste der demokratifch-republikanifchen Verfassung entschlossen an— dann wird die Regierung des Bürgerblocks, in die er eintritt, sehr rasch auseinanderfallen. Dann wird für den Bürgerblock gelten:„Die Füße der Männer, die ihn hinaustragen werden, erscheinen bereits an der Tüt." Oder er bemüht sich, die Bedenken der Deutfchnationalen zu zerstreuen und ein Reichswehrminister nach ihrem Herzen zu werden. Will er so gefährliche Bahnen wandeln, dann wird die Agonie der jetzigen Regierung länger dauern— seine Reichswehrministerschaft aber um so kürzer. S tz Wilhelm Gröner wurde am 2. Januar 1867 in Ludwigsburg in Württemberg als Sohn eines Milttärzahlmeisters geboren. Im Jahr« 1884 trat er als Fahnenjunker ins Heer ein. Im Oktober 1312 wurde er als Chef der Cifenbahnabtei- l u n g in den großen Gencralstab oersetzt. In seinem Amt leistete er wichtige Dienste, die von allen Seiten anerkannt worden sind. Wöhrend des Krieges wurde er im Mai 1916 militärischer Vorstand de? neu geschaffenen Kriegsernährungsamtes unter Bei- beHaltung seiner Stellung als Chef der Eisenbahn. Im Oktober 1916 trat er an die Spitze des neu geschaffenen Kriegsamtes. Ws er sich im Sommer 1917 gegen die Schwerindustrie wandte, die am Kriege übermäßig verdiente, wurde er sofort seiner Stellung enthoben und an die Front geschickt. Im Oktober 1918 wurde eralsNachfolgerLudendorffs zum 1. Generalguartiermeister ernannt. In den Revolutionstagen hotte er es von sich gewiesen, dem Kaiser den Gedanken der Ab- dankung nahe zu bringen. Am 9. November 1918 hatte er die Aufgabe, dem Kaiser und seiner Umgebung die Situation klar auf- zuzeigen. Er wies nach, daß eine Unternehmung des Feldheers gegen di« Izeimat zur Niederschlagung der Revolution unausführbar war. Gegenüber dem heftigen Widerspruch des Generaloberst o. Plessen, des Grafen Schulenburg und des Kaisers selbst erklärte Gröner: „Das tzeer wird unter seiaeu Führern und kommandierenden Generalen geschlossen und ln Ordnung in die Heimat zurück- marschieren, aber nicht unter dem Befehl Eurer Majestät, denn e? stcht nicht mehr hinter Eure Majestät." Gröner setzte sich gegen den Grafen Schulcnburg, den Generaloberst v. P l e s s e n, die den Bürgerkrieg entfesseln wollten, durch Hindenburg trat an seine Seite, und Wilhelm floh nach Holland. Das hoben Gröner die Deutschnationalen nicht vergessen. Roch dem Waffenstillstand leitete Gröner den Rückmarsch des deutschen Heeres nach der Heimat. Am 16. Oktdber 1919 ließ er sich zur Disposition stellen. Im Juni 1929 trat er als Reichsoerkehrsminister in da, Kabinett Fehrenbach ein. Er blieb im Amt in den beiden folgenden Kabinetten Wirchs und dem Kabinett Enno. Im Jffuguft i923 fchiSd er nach dem Rücktritt Cunos au? dem Amh Er Hot eine Reihe von ausgezeichneten militärischen Schriften nerfoßt, die eine eingehende Kritik der deutschen Heerführung im Wellkriege darstellen. Er hat sich stet, entschieden gegen die Dolchstoßlegende gewandt. Auch das können ihm die Deuffchnotionalen nicht vergessen! Das deuischnationale Mißtrauen. Die deuffchnatlonale Pressestelle teilt mit: Wenn in der Press- verbrettet wird, die Parteiführer hätt-w sich mit der Ernennung des Generals Gröner zum Reichswehrminister einverstanden erklärt. so kriffl da? für di« venkschnaliouale Volksportei nicht zu. E, find Bedenken politischer Art geltend gemacht morden. Die Ernennung erfolgt ober nach der Verfassung durch den Herrn Reichspräsidenten aus Lorschlag des Rcichskanzsirs. Die deutsch- nationale Reichstagsfraktion erkennt das Recht des Herrn Reichs- Präsidenten gerade auf dem Gebiete der Wehrmacht, selbständig« Entschließungen zu fassen, in vollem Matze an. Das entspricht der zuletzt in der Entschließung vom 7. Dezember festgelegten grund- sötzlichen Auffassung von der Bedeutung der Stellung des Reichs- Präsidenten im Sinne des Führergedankens. Da Herr General Gröner der Mo nn des Vertrauens des Herrn Reichs- Präsidenten ist, stellt die Partei ihre Bedenken zurück. Auswärtige Debatte im Reichstag. Voraussichtlich am Donnerstag nächster Woche. Der Reichsaußenminister hat den Präsidenten des Reichstags gebeten, mitderBoratungdesEtatsdesAuswärtigcn Amtes wegen seines bevorstehenden Urlaubs schon in der nächsten Woche zu beginnen. Da die Ausschußbcratungen über den Etat in einigen Tagen abgeschlossen sein dürsten, wird dem Antrag Dr. Stresemanns entsprochen und voraussichtlich am tominenden Donnerstag mtt der auswärtigen Debatte begonnen werden. Der Aeltestenrot des Reichstags ist für Frettag mittag 12 Uhr einberufen worden, um den Gcschöftsplan für die nächsten Wochen aufzustellen.» Die auf gestern Nachmittag nach dem Plenum berufene Frak- tionssitzung des Zentrums konnte in ihre Beratungen nicht eintreten, da zunächst der Vorstand der Zentrumssrak- tion«in« Sitzung abhielt, deren Dauer nicht abzusehen war. Der Gchulgesehhattdel. #6 14—16 vom Ausschuß verabschiedet. Am Donnerstag legte der Bürgerblock im Bildungsausschuß de« Reichstags«in« n e» e F a ss u n g d e s K 1 7 des Rsichsichulgejetzes vor. Es soll babur-f) dss nerrvoltungsgenchlllche Dersohrvn, wenn Anträge von Erziehungberechtigten abgelehnt werden, auf den S 1 i Aas. 2 oder 15 beschränkt werden Hein«(2i. Vp.) übernahm die Regrundung. Der preußische Vertreter Ministerialdirektor ka estner und der sächsische Vertreter lehnten aber auch die neue Fassung ab. da kein Land tu der Lage sei, den notwendige» Apparat zv errichten. Erfurt. 19. Janwar. Wie der Suhler„Volkswille", das Reichsorgaw der Linkskomnulnisteu. erfährt, sind die rusfischeu Opposi- tiousführer zunächst für drei Jahr« verbannt. Im Gegensah zur sonstigen Verbannungspraxis wurden di« Oppositwasführer nicht von einem ordentlichen Gericht abgeurteilt, sonder« von der Staats» Polizei. Dir Verbannte« mußten sich im Verlauf von zwei Tage« melden und wurden durch Gendarmen abgeschoben. In den Moskauer Wohnungen der Oppositionsführer wurde«ine Beschlagnahme von Literatur, schriftstellerischen Arbeiten usw. durchgeführt. Die Moskauer Lubiläumskellerei. .RSD.". dos deutsch« MitteflungSblatt der russischen Sozialdemokraten erhält folgenden Bericht eines Augenzeugen: Di« Iubiläumkundgebungen im November trugen den Charakter richtiger Demonstrationen, die sich von unseren alten Demonstrationen und den polttischen Demonstratioven der übrigen Welt nur durch den eigenartigen Umstand unterschiede!», daß sie gleichzeitig auch Gegendemonstrationen waren, denn die Kommunisten waren in einem und demselben Zuge vereint: doch die Stalinisten und die Oppositionellen beschimpften einander viel schlimmer als den Wellkapitalisnms und bearbeiteten einander eifrig mit den Fäusten. Die Demonstration zog durch die Twerskoja, wie gewöhnlich. Vom Balkon des Zwesten Stockwerks des Hotels..Paris' hielten die Führer der Opposition, mit Preobrasrhenski uud Sapranow an der Spitze. Ansprachen an die Menge, in denen sie auf die Gefahren hinwiesen, di« den Oktobererrungenschasten durch die Mehrheitspolttik drohten. Ihr« Ansprachen wurden mit starkem Beifall, aber auch mtt Schmährufen aufgenommen—. es wurde gleichzeitig rasend geklatscht und ge- pfiffen. Auf den Ruf:„Nieder mtt denen, die pfeifen", wurden diese von den„Opponenten" angegriffen, und da sie sich in derselben Menge befanden, entstanden allgemeine Keilereien, bis die Menge von den Nachzüglern wettergeschoben wurde und mit blutenden Nasen, unter dem Absingen der „Internationale" ihren Marsch sorffetzte. Dieses Bild wiederhotte sich vor meinen Augen einige Male, mit abwedjsclndem Erfolg für die Stalinisten und die Oppositionellen. Plötzlich kam eine neue Gruppe heran— alle in gleichen Mützen und schwarzen Mänteln— und überschüttet« die Opposition mit tollen Schmöhrusen. Gleichzeittg wurde der Wenn die soeben geschlossene Ländertonferonz Vereinfachung der Verwaltmlg verlange, so stehe das, was hier geschehe, dazu im schärfsten Gegensatz. Der sozialdemokratische Abg. Schreck bezeichnete die Arbett der Regierung als die leichtfertigste, die überhaupt möglich sei. Irgendeine Führung der Reichsregierung sei nicht vorhondan. Es sei deshalb verständlich, wenn sett einigen Togen im Lager der Regierungsparteien große Unzufriedenheit mtt dem Minister v. Keudell herrsche. Aber auch die Regierungsparteien. die schon seit Monaten den Entwurf im Besch hätten und durch dessen einmütige Ablehnung im Reichsrat gewarnt worden seien, schienen an sachlicher Arbeit kein Interesse mehr zu haben. Achnlich äußer- ton sich die sozialdemokratischen Abgg. Biester und Fleißner. Vor der Abstimmung über die§§ 16, 16 a, die den Religionsunterricht und das Recht der Ueberwachung durch Geistliche festlegen, macht der sozialdemokratische Abg. Biester Mitteilung von einer im Hannover scheu Lehreroerein erfolgten Abstimmung. Danach smd 99 Prnz. Lehrer bereit, Religionsunterricht nach er- zichungswissenschaftlichen Grundsätzen zu leisten. Sollte« aber die varllegenden Bestimmungen de» Belchsschulgeseße» angenommen werdei». doon würde die Mehrzahl der Lehrer den Re!tzio«su«ter- richt niederlegen. Auf die Frage Biesters, was die Reichsregierung in diesem Falle tun wolle, erfolgt»— wie üblich kein» Antwort. Bei der Abstimmung ül>«r die' KZ 14—16 wurde der Antrag der Sozialdemokraten auf Streichung abgelehnt. Der 8 16» war in- zwischen von Dr. Runkel(D. Vp.) zurückgezogen worden. Der ganze Abschnitt wurde dann mit kleinen Aenderungen angenommen. Balkon mit sauren Gurken, verfaulten Aepfeln usw. bombardiert. Aus dem Balkon fuchtelle man mit den Händen und bewegte die Lippen: Worte waren nicht zu hören und ich erinnert« mich unwillkürlich an dos frühere Auftreten der Sozialdemokraten in kommunistischen Versammlungen. Daraufhin gingen die Schwarzgekleidete« zu einem Angriff auf das Hotel über, zertrümmerten die Tür und rasten noch oben Die früheren Versuche der Stalinisten, den Balkon zu erklettern und den Feind zu erreichen, hatten jedesmal mtt einer Niederlage geendet, kaup war es gelungen, das„Bsrräternest" zu erreichen, als die Keße«: die Rechtgläubigen vom zwetten Stockwerk auf die Straße herunterwarfen. Die Schwarzmäntel stürmten nun über die Trepp« nach dem Balkon und zerrten ihre vor kurzem noch so gesiebten Fuhrer vom Ballon fort Was weiter geschah— ist nsir nicht bekannt, aber bald darauf erschien der Vezirkssekretar R j u t i n auf dem Ballon und verkündete, daß der Feind nieder» geworfen fei und bat,„sich dos Fest nicht mehr trüben zu lassen". Ich ging weiter in der Richtung zur Nikttskaja Straße und hier spielle sich vor meinen Augen ein noch widersicheres Schauspiel ab- Hier— im Studentenvicrtrt— stieß>ch auf einen Studentenzug. Auch hier waren Rechtgläubige und Ketzer beisamrucn. Aber sie hatten verschiedene Losungen, verschiedene Por- träts der Führer und das wollten die Stasinisten nicht dnlden. Die Studeitten begannen die roten Fahnen der Andersgesinnten zu zerreißen. Es entstand«ine allgemeine Schlägerei, die Fahne« wurde« vernichtet und an Stelle der imposanten roten Fahnen wurden in aller Este klein« rot« Fetzen mit kaum leserlichen Aufschriften fabriziert Aber auch der Anblick dieser kläglichen Fetzen, die eine Iimgkommunistin aus ihrem Kopftuch zurechtgefchnttten hatte, brachte die Stalinisten in Wut: di« Schlägerei begann aufs neue und dauerte an dieser Stelle nicht weniger als fünf Stunden! Abends, als ich nach Hause zurückkehrte, stieß ich auf ein« Gruppe, die von Soldaten so eng umringt war» daß sie sich nicht bewege» konnte. Es stellte sich heraus, daß diese Gruppe von Oppositionellen schon seit dem frühen Morgen von den Soldaten festgehalten wurde und sie verblieb so den ganzen Tag in Stalinscher Gefangen- schaft. In dieser Gruppe herrschte solch ein Lärm, daß man kein Wort verstehen tomtte. Im engen.brüderlichen" Kreis feierte die „einheilliche" Palet ihr zehnjähriges Jubiläum! Es war e i n f ch m.a chvoller und widerlicher Anblick. Di« Spießer empfanden dabei einen ganz besonderen Genuß und b e- kreuzigten sich heimlich. Ausiriit aus der KPD. Zwischenfall im Leipziger Stadtporiamenl Leipzig 19. Januar.(Eigenbericht.) In der letzten Sitzung der Leipziger Stadtoerord. n e t e n wurde«in sozialdemokratischer Antrag zweck» Gründung �einer Wohnungssürsorge G. m. b. H. mtt 42 gegen 27 Stimmen abgelehnt. Für Ablehnung stimmten auch di« Kommunisten mit Ausnahme des Stadtverordneten Lungwitz, der eine Erklärung abgab, daß er als Vertreter der Arbeiter. schaft die Verantwortung für die Ablehnung nicht übernehmen könne. Es gebe auch noch andere Organisationen, die den Klassenkampf hochhielten und führten, wenn auch in anderem Sinn« als die KPD. Darauf wandte sich der kommunistische Fraktionsführer Lieberosch gegen Lungwitz und bezeichnete ihn als ein g e« kaufte» Subjekt der SPD. In aller Ruhe erklärte Lung- witz. daß er auf das Kraftmeiertum der komimimstischen Große nichts mehr gebe, auch habe er kein« Lust mehr, dl« verrät«- risch« Politik f« i n«r Partei mitzumachen. Ein« brittfche Strafexpedlsion in Arabien mit Dutzenden Sam. benstugzengen gegen da, Land N«dschd(Scheich Feisul) soll Ein. jällen in den Irakstaat vorbeugen. England und die Sicherheit. Eine Venkschrifi in Genf überreicht. Genf, IS. Januar.(Eigenbericht.) Daz ASlkörbundsfekretariat hat am Mittwoch die von Eng- l a n d und Schweden eingereichten Darlegungen zur Sicher heitsfrogc der Presse übergeben. Die englischen Ausführungen gehen inhaltlich weit über dos hinaus, was bisher in der Presse angedeutet wurde, und bilden eine umsangreiche umständlich be- gründete D c n t s ch r i s t zur Sicherheitsfrage, die Englands e n d- gültiges Programm zu diesem Problem sein dürste. Di« Note stellt sowohl Englands Meinung zum internationalen Schieds- und Schlichtungswesen wie seine Hcltung zum Abschluß von Sicher- b.citsverträoen dar. Ein obllgokorlsche, Schledswesen wird nur für surljlische Fragen und auch da nur unter Einschränkungen ange- rismmen. Bei politischen Streitfragen verbiekel die aaltoaale Souncräniläl nach Englands Meinung eine obligatorische Kchleds- gerlchlrborkcil und ermöglicht nur ein unoerblndLche» Schlich lungs- uersohren. wie«s im Volkerbundspakt vorgesehen ist. Dagegen wißt die englische Denkschrift den Sicherheitsverträgen, wie sie die Völkerbuiüisversammlung nach Scheitern des Genfer Protokolls empfohlen hat, höchsten Wert für die Sicherung des Friedens bei und stellt sich erneut auf den Standpunkt, den Ehamberlain bei dieser Gelegenheit eingenommen hatte. Es wird u. a. bemängelt, daß die später abgeschlossenen Sicherheits. und Schiedsverträge meist ldnc vermehrte Sicherheit schaffen, da sie Verträge befreundeter Staaten seien, zwischen denen keine Streitfragen bestanden hatten. Wert hebe der Sichcrheiisvertrag nur zwischen Staaten, zwischen denen eine Streitfrage bestünde, die durch den Vertrag friedlicher Erledigung zugeführt würde. Als Muster«Ines guten Sicherheitsvertrog«« wird schließlich der Locarnovertrag ausdrüitlich behandelt und noch einmal die obsolulc Bcreilwilligkeil Englands, für Locarno mil allen feine» Kräslen einzutreten, wiederholt. In ähnlicher Weis« müßte nach Ansicht der englischen Denkschrift auch die Befriedung anderer strittiger Oe- biete und politischer Streitfragen auf der Erde zwischen den b«< teiligten und interessierten Notionen geregelt werden. Eine all- gemeine Bürgschaft für die Friedenssicherung über den Völkerbundspatt und Locarno hinaus könne England nicht annehmen. Ohne Frankreich direkt zu nennen, betont die Note verschiedentlich die absolute Sicherheit, die der Locarnovertrag Frank- reich» Ostgrenzen und damit Frankreich im allgemeinen gewährleiste. Schwedens Antwort stimmt mit der englischen in der Wertschätzung der Locarnoverträge überein. Aber Schweden meint, daß dos in den Locarnoverträgen festgelegte Schisdsverfahren zum allgemeinen Prinzlp er- hoben werden müßte und stellt einen In 20 Paragraphen gefaßten Entwurf eines solchen internationalen Schiedsverfahrens zur Diskussion. Als letzte Instanz für alle Fälle, in denen dos im Völker. bundspakt vorgesehene Schlichtungsverfahren ergebnislos bleibt, ist das chaager Internationale Schiedsgericht vorgesehen. Auch Schweden empfiehlt die Schaffung weiterer Sicherheits- vortrage analog dem Locarnopakt. Die Ztrbeiterpartei gegen die Denkfchrist. London, lg. Januar.(Eigenbericht.) Während die bisher vorliegenden bürgerlichen Kommen« tare zu Ehamberlains Memorandum sich durchaus in zustimmendem Sinn» aussprechen, wird auf seilen der Ar- heiterpart«? mit gwßem Nachdruck unterstrichen, daß die Stellungnahme Ehamberlain««in» groß« Gefahr für den wei- t«ren Gang der Sicherheits« und Abrüftungsfrag« darstellt. Der „Daily ch« r a l d* spricht die Auffassung der Partei aus, wenn «r sagt, daß das dreifache Nein Grohbritaninens, dos im Memo- randum zu finden sei, es für dos Völkerbundskomite« in hohem Maß«, wenn nicht völlig unmöglich mache, irgendeinen Weg zu finden, der den Bedürfnissen einer ganzen Reih« europäischer Negierungen entgegenkomme Di« Vorgänge in den vergangenen Iahren seien eine Warnung gewesen, daß all« auf ein«»»eitere Abrüstung abzielenden Pläne verworfen werden würden,»»eil auf diese Bedürfnisse nicht Rücksicht genommen wertxs. Die Aussichten auf Entwaffnung und auf Durchführung der im Versa iller Vertrag gegebenen feierlichen Zusicherungen»»ürden im zehnten Nachtrieg». jähre durch die neuesten Erklärungen der konservativen Regierung gefährdet werden. Keine Klagen in Ostoberschleflen. Oer Begutachtende Ausschuß weiß vou uichtt. Wie aus Kattowitz gemeldet wird, hat der Vorsitzende des Le- gutachtenden Ausschusses für Arbeiterfragen. Direktor Albert Thomas, in der Sitzung, die gestern stattfand, sestgestellt. daß der Ausschuß sich nur mit solchen Fragen befassen könne, die ihm von der Gemischten Konnnission überwiesen»»erden. Diese habe oder keinerlei Beschwerden überwiesen. Infolgedessen wurde die Sitzung mangels«ine» Verhandlungsgegen- st a n d e s wieder g�chlossen. Da der Gemischten Kommission ober die Klogen der deutschen Arbeiter zugegangen sind, scheint hier also«inDersagendieser Kommission vorzuliegen. E« ist jedenfalls sehr merkwürdig. daß«in so großer Apparat aufgezogen und dann festgestellt wird: über Ostobcrschlesien sind Klagen deutscher Arbeiter unbekannt. Coolidges Krieg. General Oondlao gefallea? Ite« York. IS. Janovr. Nach hier aus Nikaragua vorliegenden sehr unklaren Meldungen soll General Sandino bei dem nordamerikanischen Luft- angriff auf seine Stellungen bei Elchipota am Sonnabend an- geblich mit 40 Anhängern gefallen»der schwer ver- w u n d e t»»orde« sein. Die Stellungen sollen vollkomnren geräumt und die Anhänger Sandinos in die Sümpfe an der Grenze von chonduras oder sogar hinter die Grenze nach chonduras geflüchtet sein. Bestätigung dieser Meldung ist abzuwarten. Die Union-Marinetruppen sollen in den nächsten Tagen das ganze Ge- lande absuche in Senator Borod kündigt an, daß er«ine Unter- s u ch u n g des Rikaragua-Konflikts durch den Senat beantragen werde. Zörgiebel hilf! Nicht nur in Ccharfotteuburg gibt es baufällige Hauser. Ein gewisses Bürgerblockhaus zeigt solche Bisse, daß es sofort geräumt werden müßte. Heil Kaiser Dir! Von denen, die nicht alle werden'. Man erschrecke nicht:«» handelt sich nur um«ine Tatsach«, die zur Heiterkeit ebenso reizt wie zum Traurigsetn. Es kann also jeder das seine daraus nehmen. Also dieser Tage fiel uns«ine Glückwunschliste in die Hände, die auf— Format Aktenfolio— schönem»»eißen Bogen den Bor- druck zeigte, wie ihn die folgende Probe wiedergibt. Eichenkranz mit Krone und dem Buchstobenzeichen des verflüchtigten letzten Kaisers darin: . Mit diesem vorgedruckten Sammelb ogen wird nun aus die Unterschristensammlung gegangen, um dem alten Herrn in Doorn das„Gelöbnis unwandelbarer Treu«� zu schicken. In der uns vorliegenden Liste finden wir zumeist die Namen alter und noch älterer Frauen. Unter»»elchem Druck sie für das Treugelöbnis gewonnen sind, wissen wir nicht. Aber man findet auch andere interessante Persönlichkeiten. Da ist zunächst der Herr Max Wolter. ROS.(in Wirklichkeit Reichsbahnobersetretär). von der Zorndorser Straß« 61: oder den Postassistentea a. D. Paul Nolle. Landsberger Wee 61 mit seinem Berufstollegen B r e n- scha, Clbingstr. 53 a; oder den städtischen Konrektor Bernhard T r« t t i n, Longenbeckstr. 8: oder den städtischen Arbeiter Dahlmann. Landsberger Str. 103: oder den Bäckermeister Fritz Wahl. Soppenstr. 46; oder den Kohlenhändler B. Gürtler. Große Frankfurter Str. 104 und den Tischler- meister Anton Miastowski von der Friedrichsberger Str. 14- Das find nur einig« Namen aus dem bunten Gemisch der Unterzeichner dieser«ine» Liste. Wie viel« Listen ähnlicher Art in Berlin noch im Umlauf sind, weiß man nicht. E» werden sich aber immer noch genug Leute finden, die ihrem Drang zur„un- wandelbaren Treue* nicht widerstehen können. Sie sind zu bemit- leiden, weil sie in dieser ernste» Roll« um so komischer wirken, als der Gegenstand ihrer Zuneigung bekannllich vorgezogen hat, ine Ausland zu gehen. Ernsthaft wirkt das„Gelöbnis unwandelbar«: Treue' gegen einen entlassenen Monarchen aber bei Beamten. die von der Republik ihr Gehalt oder doch ihre Pension beziehen. Don der unwürdigen Rolle«ine» Bäcker», der im Arbeiter- viertel den ArbeitersamiNen Brot und Schrippen verraufen»ukhte, aber sein Herz in Doorn verloren hat. reden wir lieber nicht erst! Llm die kommunale Gelbstverwaliuug. Da« Düsseldorfer Haoshaltsdefizit.- Ein Derwoltvags- fireitfaN erledigt. Dic Stobt Düss«L>ors hat in ihrem Haushalt«inen Feistbetrag von 3,5 Millionen zu decken. An stck keine erschütternd« Sqch«: aber zu diesem Zweck sollte die Erhöhung einer Anzahl von Steuert durchgeführt werden, die der Düsseldorfer Industrie picht paßte». Insbesondere hatte die Düsseldorfer Industrie- und Handelskammer Einspruch erboben. Der dortige Bezirkswr»» schuß hat diesen Einspruch berücksichtigt und sich ebenfalls gegen die Steuererhöhungen gewandt. Dabei wurde aus Düsseldorf leblzost darüber Klag« geführt, daß die Düsseldorfer Industrie auf k r u m- men Wegen Regierung und Bezirksaueschuß zu beeinflussen ver- sucht habe. Der„Vorwärts' hat diese Klagen am 22. Dezember o. I.—„Verwaltungsskondal im Rheinland'— wiedergegeben. Jetzt Hot die Düsseldorfer Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die Grundvermögenssteuer, die Gewerbeertragssteuer und die Lohn- summensteuer, letztere von 1250 auf 2050 Prozent, zu erhöhen. Durch diesen Beschluß des Düsseldorfer Stodtparlaments ist der Streitfall erledigt. Allerdings enthielt unser damaliger Bericht etnige Schiefheiten, um deren Berichtigung uns Regierungspräsident Genosse Bergemann ersucht hat. Andere Gründe als die in der Presse ver- öffentlichten hätten für die Stellungnahme des Bezirksausschusses keine Roll« gespielt. Der stellvertretende Vorsitzende des Bezirks- ausfchusses habe festgestellt, daß weder an ihn noch ein anderes Mitglied, das an der Sitzung beteiligt war, Vertreter der Dössel- dorser Industrie mit der Absicht der Beeinflussung herangetreten seien. Lediglich die Denkschrift der Industrie- und Handelskammer fei mit besprochen worden. Der Vorwurf einer Pflichtverletzung gegenüber dem stellvertretendem Vorsitzenden des Ausschusses sei unberechtigt. Dieser selbst, nicht aber der Regierungspräsident, hätte noch in der Sitzung im öfsentlichen Interesse Beschwerde«inlegen müssen. Außerdem sei der Regierungspräsident noch vor d-r Zu- stsllung des Beschlusses an den Oberbürgermeister telephonisch von dem Beschluß in Kenntnis gesetzt worden. Gegenüber diesen Feststellungen hat die Düsseldorfer„Volks- Zeitung*, unser dortiges Parteiblatt, schon richtig hervorgehoben, daß der.Vorwärts' nicht von einer formelleit Verletzung der Do-- schriften gesprochen habe. A t der Tatsach«, daß die Wirkung de» Beschlusses einer einseitigen Stellungnahme für die Partei der große» Steuervenveigerer gleichkomme, sei aber dadurch nichts' geändert. Unser Düsseldorfer Blatt hebt auch, wie wir es schon getan haben. den großen Einfluß der Düsseldorfer Industrie- und Ha.ndelstammer hervor, der zu>«is«llos das Recht der konununalen Selbstverwaltung erheblich beschneidet. Der vom Bezirksausschuß in der Tat durchgeführte Eingriff in HI« Rtchte der kommunalen Selbstverwaltung und der Stadtverordneten flt jetzt durch den Beschluß der Städwerordnetenversommwng repariert, womit auch für uns die Angelegenheit erledigt ist. Nicht«r- ledigt ist die Frage, wie dem wechselnden Einfluß der Handel». kammern auf die finanzielle Selbständigkeit der Gemeinden etfl- gegengewirkt werden kann. Ungarische Spionage. Lerhastungen in den Nachbarstaaten. Budapest. Ig. Januar.(Ung. Telegr.-Korr.-Bureou.) ihn der Tschechoslowakei und au? Rumänien ein- treffend« Nachrichten berichten, daß sich dort die Verhaftungen vpn Personen mehren, die man der Spionage zugunsten Ungarn» be- schuldigt. Dies« Serien von Berhgftungen Höngen nach hiesiger Aussassung mit der im Anschluß an den Zwischenfall in Szent Gotthard im Ausland« wieder auflebenden uttgarn- feindlichen Pressepropogando zusammen. Die Zeitungen im Ausland, die nicht müde werden. Horthy. Ungarns Rüstungen anzuprangern, sind mir dem Horthy-Regim�. aber nicht Ungarn feindlich, wollen vielmehr sein Volk von dieser Schandherrschast befreit sehen. Sieuerrevolie auf Kreia« Athen. 19. Januar. Von der Insel Krxta wird berichtet, daß Steuerbeamt«. die sich zur Einziehung der Steuern nach Moire» in der Landschofl Mesara begeben hatten, von den dortigen Bauern übel behandelt omrden. 500 Bauern, von denen einig« bewaffnet waren, überfielen die Steuerbureaus und vernichteten sämt- lich« Archive. Zur Wiederherstellung der Ordnung sind von Kandia Truppen abgegangen._ Rumänischer Miuderheiienschuß. Großwardeiu. 19. Januar. D!« Minderheitsvölker in Siebenbürgen wurden durch«in« neu« Maßnahm« der Regierung in große Aufregung versetzt. In Groß- wardein, wo sich vor wenigen Wochen die antisemitischen Aus- schreitungen der rumänischen Studenten abspielten, wurden sämtlich« städtischen Beamten modjariicher Abstammung setzt schon zum dritten Mal einer Prüfung in der rumänischen Sprach« unterworfen. Dabei wurden 60 Beamte zurückgewiesen, die im Disziplinarwege entlassen werden sollen. Amerika» Botschafter in Mexiko. Morrot», hat zur allgemeinen Ueberraschung Havanna verlassen, wo er nach der Abreise von Eoolidg« und Kellogg die amerikanisch« Delegation zusammen mit Hughes führte. Soll!« Mexiko doch beabsichtigen, die llebergrifse des Dollorimperialism»? zur Sprache zu bringen und hat etwa Morrow den Auftrag, auf den Präsidenten Calles einzuwirken, damit dies« für die USA. peinliche und gejährlichc Debati« unterbleib«? Aus Peirole». den sozialistischen Bürgermeister von Straßburg. schlug ein Kommunist mit seinem Stock«in. Der Attentäter wurde sofort verhastet. Verschärfung in Mitteldeutschland. Die Verhandlungen gefcheiieri.— Linier dem Druck des VBML. Der Kampf der mitteldeutschen Metallarbeiter um menfcheu- roütöig.? Löhne geht«veiter. Die Einigungsverhand- l v n g c n«wischen den Dartelen, die im Reichsarbeitsmiltislerium gesiihü wurden, find ergebnislos verlaufe»«. Die Verhandlungen scheiterten am Donnerstag abend,«veil die Vertreter der »niltelde-tichen Melallinduftriellen keinerlei Entgegenkam. «n c n zeigten. Die Arbeiter haben den völlig unmöglichen Schiedsspruch ab- gelehnt! die Unternehmer haben Verblndlichkeits- erklärung beantragt. Die Unterhändler der Arbeiterschaft haben bei den Verhandlungen dein Vertreter des Ueichsarbeilsminifleriums noch einmal eingehend die Gründe dargelegt, warum der Drei- pfennigfchiedsfpruch unmöglich für verbindlich e r kl ä r t werden kann. Allem Anschein noch wird es auch nicht zu einer Vcrbind'ichkeilserklärung kommen. Das Reichsarbeits- Ministerium kann den Wunsch der mitt?ldeutfch?u Melallinduflriellen «mmög'ich erfüllen. Diese Erfüllung wäre ein brutaler Jaust- schlag gegen die Metallarbeiter und gegen ihre nur allzu berechtigten Iotdernngen. 3n der miltcldentichen Metallindustrie herrscht seht ein taris- loser Zu st and. Der Komps um die Verbesserung des Lohnes ivi'd von der Arbeiterschaft nun mit doppelter Energie durch- gesüh't werde««. Die Strciklage ist vorzüglich. Ende der Woche «»erden wiederum einige tausend Metallarbeiter, diesmal im Anhalter Gebiet, zur Streikfront stohe»«, da dort seht die Sündigungssrist ablänsk Einige Velriebe haben sich ober bereit erklärt, die.Forderungen der A' bciter a n- zunehmen und sind sogar gewil't, bei Abschluh eines Tarif- pcrlrages, der eventuell geringere LohnsZhe bringt, als sie be- rells gezah't we'den, d'e ausgezahlten Mehrbct äge nicht zurück- zusordern. Namhafte Teile der m'tteldcritschea Melallindustrieven wären für eine Einigung zu haben: die Leitung der Metalliitdestriellen dagegen will von einer verlländigung nichts wiis'n. Sie fürchkct die Auemirkungen einer für die Arbeiter erträglichen Lohnzt'lage. Die Lnterhändler der Melallinduilriellen l-aben bei den Verhandfcngea ziemlich klar durchblicken lassen, dah sie unter dem Druck des Verbandes verli«»er Mctallindr'ktrieller stehen, der die Jolgen einer toh«»erhöh«>ng für verlin fürchtet. Daher— und nicht avs einer wirtschaftlichen Zwana-ttage berauo— erklärt sich die Unnachgicblgkeil der Unternehmer. Daher kann auch keine vede davon sein, dah der Schiedsspruch für ver- bindl'ch e klärt wird! Das veichea'beiteministlwium hat andere Aus- gaben, als den Scharf, uacheru Handlangerdienste zu leisten. KonM im Berliner Karssseriegewerbe. Oer Schiedeifpruch abgelehnt. Wir hatten bereits vor kurzer Zeit nutgeteilt, dah die im Berliner Äaroiseriegcwerbe besclzästigten Arbeiter dos Lohnabkominen zum 27. Dezember 1it27 gekündigt und eine Erhöhung der L.öhns und Akkorde um 15 Proz. gefordert holten. Da in den direkten Aerhandlungeu. n«it de» Unternehmern«ine Einigpitg nicht zu erzielen war, weit diese jede» Änrgegenkomlnen ablehnien, so wurde von den Tariforgonisationcn der Schlichtungsau-- (chuh zur Entscheidung angerufen. Dieser hatte die Parteien zu Einigungsverhandlungen geladen, in denen die Unternehmer aber wiederum völlig zugeknöpft blieben. Ihr hauptsächlichstes Argument war die Konkurrenz der a m e r i k a- nischen Automobilbetriebe, die ihnen angeblich das Ab- satzgebiet so streitig machen, dah sie ihre Betriebe bei einer Erhöhung der Löhne nicht mcbr mit Rentabilität weiterführen könnten. Als trog längerer Verhaildlungen auch nicht die geringste Zusage von den Unternehmern zu erhalten war, fällte der Schlichtungsausschuh schliehlich einen Schiedsspruch, der im wesentlichen folgendes besoHt: Die Stundenlöhne der Facharbeiter der Gruppe I erhöhen sich ab 1. Februar von l.lll aus 1,18 M., die der Gruppe II von l),99 auf 1,07 M., die Mkordbasis soll für die Gruppe I von 1,05 auf 1,10 M. und für die Gruppe II von 91 Pf. auf 99 Pf. heraufgesetzt werden. Di« bisherigen tariflichen Stundenlöhne der übrigen Gruppen sollen sich vom gleichen Tage an um 5 Proz erhöhen. Das Lohnabkommen soll bis zum 31. Oktober d. 3. gelten und mit vierwöchiger Frist erstmalig zu diesem Termin gekündigt werden können. Die Erklärungsfrist für diesen Schiedsspruch ist auf den 21. Februar festgesetzt worden. Ueber dieses Ergebnis der Verhandlungen vor dem Schlichtungs- ausschuh berichtete gestern abend Genosse H e n s ch e l vom Metall- arbeiterverband in einer überfüllten Dolloersammlung der Berliner Karosseriearbeiter in Boekers Festsälen. 3n der ausgiebigen Diskussion gingen die Meinungen über die Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches auseinander. Die Redner, die für die Ablehnung des Schiedsspruches eintraten, taten dies weniger wegen der Höhe der Lohnzulage als wegen der zu langen Laufzeit des neuen Lohn- abkommens. Die zum Schlich vorgenommene Abstimmung ergab mit übergroßer Mehrheit die Ablehnung des Schiedsspruches. Das Karosseriekartell wird sich nunmehr in den nächsten Togen mit der Situation beschäftigten und die weiter zu ergreifenden Mahnahmen beraten. Die Tagung des LGB. Rundfahrt durch Verlin. Die ausländischen Gäste vom Imernationalen Gewerkschaftsbund unternahmen gestern nachmittag eine Rundfahrt durch die Stadt, bei der.zunächst das Haus des Holzarbeiterver- bände? besichtigt wurde. Der Verbandsvorsitzende Tornow gab einen Ucberblick über die Arbeiten des Berbandes, und da die �eit recht kurz war, wurde den Besuchern die Schrift über das Haus des Holzarbeiterverbandes ausgehändigt. Der nächste Besuch galt dem Bundeshaus des ADGB. Hier begrüßte Genosse L e i p a r t die Erschienenen, gab ihnen ein Bild über die Entstehung des Bundeshauses und über das Tätig- keilsgebiet des Bundes. Genosfe Welker ergänzte seine Aus- fuhrungen. Ein Gang durch die Acbeiterbank und die Bibliothek des Bundes beendete den Besuch. Die Fahrt ging dann in den drei Wagen der Aboag durch die Stadt, vorbei ain Reichstag.-gebäude zun« Berbandshaus der Buchdrucker. Nach einer Führung durch das Gebäude gab Ge- nasse K r a u tz einige Erläuterungen über die Entstehung des Hauses. Hierauf erfolgte ein Besuch des Reichsarbeit s m i n i ft e- r i u m s, wo die Gäste vom Reichearbeitsininister Dr. Brauns empfangen wurden. Der Minister gab eine. ausführliche Erklärung über das gewaltige Arbeitsgebiet des Meichsarbeitsministerzums, in besten Dienst gegemvärttg ein Personal von<90 sttipsra tättg kst. Genosse Leipart dankte dem Minister namens der Gäste für die Ettv ladung und die wertvolle Instruktion, die ihnen über das Reich?» arbeitsministerium und über die deutsche Sozialpolitik gegeben wurde. An den Bort rag schloß sich ein Rundgang durch die neu erössnete Ausstellung, in der die Tätigkeit des Reichsorbeilsmm�'teriums den Besuchern anschaulich dargestellt wird. Der Schluß der Runduuirt galt einer Führung durch das D e u t s 6) e 3l r v e i t e 5 s ch a tz» in u s e u m in Charlottcnburg. Schiedsspruch im Hamburger Großhandel. In dem zwischen dem Arbeitgeberverband und den Angestellten� verbänden des Hamburger Großhandels ausgebrochenen Tarifstieit wurde am Dienstag vom staatlichen Schlichtungsausschuh ein Spruch gesällt, der eine E r h ö h u n g d e r G e h ä l t e r der taui- männi scheu Angestellten um etwa 11 P r o z. vorsieht. Die Er- klärungsfrist zu dem Schiedsspruch läuft bis zum 24. Januar. Konflikt in der italienischen Seeschiffahrt. Rom, 19. Januar. Im Lohnstreit zwischen den Reedern und den Seeleuten hat der als Arbeitsgericht fungierende römische Appellationshof nach vergeblichen Einigungsoerhcndlungen neue Erhebungen über die Lohnverhältnisse der italienischen Seeleute angeordnet und seine Ent- scheidung aus den 28. Januar verschoben. Bor einem Streik der griechischen Staatsbeamten. Die Organisationen der griechischen Staatsbeamten haben beschlossen, der Regierung ein S t r« i k u l t i m a t u m zu stellen, falls sie auf der Reduktion der Reujahrsgratifikation und der Streichung des bisher gewährten 13. Monatsgehaltes besteht. Die Lage der griechiscten Staatsbeamten ist sehr schlecht. Ihr E i n k o mm e n l'egt weit unter dem E x i st e n z m i n i m u m, da sie im Gegen- satz zu den Arbeitern und Angestellten nicht nach dem Index be- zahlt werden. Aibt»»g, Dr. Paul Meyer, De»«.!?>»!»- er Str. 3»— 38. Am Sonn- @ abend, 21. Januar, IZ-� Uhr. bei Fritfch, Drontheimer Str. 4, rtu- ga W sarnnicnlunft aller SPD..Genossen. Bollzähtize» Erscheinen erroarttt Dar Borstand. � - i- � �''i i Töpfer. Tn> Dienstag, 24. Januar, 17 Uhr, in den ResSenx.Acstsalcn, Land». bcrgcr Str. 32, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Stellungnahme»um Ablauf des Tarifvertrages. Verband der gerne,»««, und Staatoardeiter. Am Eonnadend. 21. Januar. 18 Uhr, im Saal des Derbandshauses, Berlin N. 24. Zohannisftr. 14—13. Bar. fammlung aller Vertrauensleute de» 1. Bezirks. Die �i �?l°4nng. j Kit gewerisilasto.ugeid groß. Berlin. Heute, ffreitaa, lllzz Uhr, teg.n /R....»..*,*.*. m �«IrtptT h flP 1 III 0"4T II h PI" I tT". 11, feCltt _____________: lvruppcnye.m ousctui�ciai ZS«.»..« �*7�. Liederabend— Wrddicg: Ccuppcnl)tini Stadtbad Wcdding. Gerichtstr. vä-W. Vortrog:„Kapitalist.sche Marals- Rordring: Eruppenhcim ZuyendhelM EK.s.-i Hagener Str. d». Vortrag:„Denkmäler in unserer Jetrochtuug.— geppelinpla»! Drnpp.-nheim Stadt. Jugendheim Turiner, Eil« oeesür-S«. Lustiger Abend. Ernst ist das Leben und deitcr das optel.— aichtcnverg: Iugerddeim Schornweberstr. 23. Vortrag:„D'e gegenmärttge Wirtfidastsiage und die Ecwcrlschasten."— Rordkrei»: Iugendkursus im Jugendheim Ebers- waldcr Str. 10.„Jugendpsychologie."— Volkstanzkurs», in der Turnhalle der Schul« Varuther Str. 20.„ � Zuge: dgruppe de»?dA Heute. Freitag. ISZ, lll>r. sind s-lg-nd- Bezirk». veranstaltungen: Lichtenberg: Eesangsraum bn Realgymnasium» Votlauf U. Aussprache Über organisa'orisck>» Frageu(EschbachZ.— Südwesl: Jugendheim Bclle-Alliance-Str. 7—10. Humoristischer Abend:.Lachende» Volk cHeilbrunn Verantwortlich wr Volitik: Dr. Eurt Geyer: Wirtschaft: s. Ztliugelhöser: Eewertschaiisbewegung: Z. Steiuer: Feuilleton: X. K. Discher: Lotale» und Sonstige«: Frjy»arstädt: Anzeiaen: th.»loche, sämtlich IN Berlin. Berlag: Vorwärts. Verlag ffi. m b H.. Berlin Druck: Vorwärts-Buchdruckere« und Verlaasanltalt Boul Singen o Es.. Berlin SW 08 Lind-nftraste 3, Hierzu Z Beilagen..Ugie, Haltung und. Wiste»" und.Stadtdcilage" l.slpükigs«' Stv. KünigstnaiZs l?ossntti«llsi' Stst. kick ostitDp Ist? preise soweit Vorrat; Fleisch, Fische, Obst u. Gemüse werden nicht zugesandt Ffsche Schinkenspeck pwnck 1.60 Leberwurst'eine. Pfunu 1.65 Bierwurst..... ptuna 1.65 Zervelat u. Salami holskeinische, Ffund»«OO lö�strs�t Bose fflaiar Xkraba. Martixaiati: Wurslwaren Hannov. Rotwurst Pid 90p' Landieberwurst Pfund 1.15 Dampfwurst. Pfund 1.15 Speck'elf. P:d. 1.20 mag« 1.25 Jagdwurst.... Pfund 1.40__________________________ Mettwurst 1.40 Mettwurst weich«. Pfand 1.20 Filetwurst.... Pfund 1,45 Knoblauchwurst Pfund 1.20 SchinkenpolnischePm 1.45 Teewurst..... Pumd 1.60 Bulter u. Käse Molkereibutter.'fund 1.76 Limburger Pfumi 44, 54 P' Tafelbutter... Pwnd 1.S6 RoIlZnder u. Fdarner 75?« Dänisobe Butter Pfund 1.3g Gouda dänischer Pfund 75 Pf Margarine Piund 50, 58pi. Steinbuscher. Pwnd S2Pf Kokosiett i-Pfund.is!ei 55 pu Steinbuscher vonr..P(d 95 Pf Camembert vosdi'achiei 19 k>'- Tilsiter voiifetupid 98 Pf. 1.15 Quadratkäse',c,'p®ünd 34 Pf. Schwelzerbeyr.98pr.diB.1.45 Konserven Br.- u.Schnittbohnen SSP' Apfelmus I...... 65 pi Junge Karotten.- 58p..?,rnen � � Gemüse-Erbsen.. 65 pf Ananas hsw.i..»�«. 1.20 Junge Erbsen... 76?' Kirschen 0 st 1.90 S) 1.35 Junge Erbsen f-w 1.25 Preiselbeeren _ la ßorwneftffi'ttstl- i io 10«Pid•Eimer ö.OÜ 2.70 Gemischt.Gemöse 1.12 Kronsardinen 1DLJLe.r 92 pi Pfefferlinge I.... 95h. Crab Meat p. Junger Spinat' 48P'- Ersatz für Hummer 2.10 4.20 St-Spargel(Kjfg) 1.80 3.40 Rindergulasch-68 pi 1.60 Gebrannt. Kaffee 2zo Vi Dose Frisches Fleisch IlSSidSkamm Bnui D. nacke».Pfund 7 5 PI. KaSbskeu!e<»»»». ä«»«lu....pfud SOpt Schweinebauch»»<> aacke». n»»d 80 p«. Schweineschinken ,tAm"0Ä 85 pt Rinderkamm u. Brust pf»>d 85«. Querrippe..........»»d 70«. Schmorfieisch 90 p«. Hammelvorderilelsch iw 88 p«. Revier, Speer u. Kamm?.».< los Liesen p«d. 65 p«. Gehacktes Hd. 70 p«. Prima Gefrierfleisch Kamm u. Brust........?.««, 56 p«. Schmorfleisch«»«s«.. p<».d 70» ttammeifieisch° � 70?«. HammelrUcken...... pn»d 75? Kuheuter pia»d 24 pl Herzen 44 pl Gefiüsea und Wild Gänse<«>«»««»....?<»»» 58, 70, 80 pl Suppenhühner....... p,»»d 98 pl.» Wolgahühner... pla«d I20.» Hirsch-Kochffieisch.. p«°.d 28«. Hirschb.äNer........ Ph«d 75«. Wildschwein Rücke«, Pln»d lio Keule 120 Grüne Heringe 5 pm. 6gP' BratSChollen«rolJ«,ranhe26H. Schellfische. Ptund 32«. Kabeljau 22?' Fischfilet... Plund 38Pt Bleie.. Pfand 35 Pf 55 Pf Leb. Karpfen Pf 75, 35«. Obst u. Gemüse Leb. Hechte PtoHi ix 1.20 Leb. Schleie.«»»<, 1.28 FettbOcklingeirose.Pid. 28 Pt Sprotten..... wst« 44 Pt Fleckheringe..Pfund 4g Pt Bücklinge Kieicr, Pwnd 62Pt SpickaalePfd. 2.45� 40k Kochäpfel u. Birnen 14« Renetten.... Pfund 16« Tafeläpfel"-»«». Pfund 24 p' Mandarinen.. Pwnd 2gPf. Kranzkelgen.«und 28 Pf Zitronen.Dui«nd 32?' Apfelsinen«r. 50. 70, 95Pt Möhren gewasch� 2«ch 15 Pf. Weißkohl dsn...«und gPt Wirsingkohl hon,«d l4Pt Rotkohl holISnd.. Pfund 18 Pt Sellerie«und 15«.» 25 Pt Kalifornische Aeptel Pfund 4g«. 16.75 Kofonäalwaren Linsen...... Pfund 20 pi. Weiße Bohnen Pfund 20?' Koch-Erbsen weiH. Ptd 26?' Gelbe Erbsen poi, pu 33«. Grüne Erbsen Pfund 34«. Viktoria-Erbsen Pfand 35?' WQin Preise für Vi Flasche ohne Glas Ker) � uhcweln I m saiiitjer( Mosel' 40 60 Haushalt-Misch.Piund 2 60 Sonder-Misch. p/und 3 m Olympia-Misch. Pfand 3.40 GlobuS-MiSCh. Piund 3.60 Residenz-Misch.Pfund 4.20 Elite-Mischung Pfand 4.60 Konfitüren, a.piunc!-Eimer Vierfrucht 90« Pflaumen 95 PI Aprikosen 1.10 Erdbeeren. Himbeeren 1.35 Ananas 1.55 Johannisbeerwein vom f«b............. uier Im Tafelrolwein»P«nl» 1926 Wöllsteiner Höllberg milder Ttadiwein,.(| 1924 Norheimer Kirschhecke lc'nb'UNlfhcwein 1924 Trittenheimer Laurentiusberg 1920 Dürkhelmer Frohnhof»Ä"\ 4 1922 Piesporter Goldtröpfchon oc','�«rt/ I 80 1922 Chät. Cap de Haut eleganter Bordeaux.... 2 bl Dessert-Rotwein|Si>«zlfllmarlie> feurig,»ÖD........ 1.65 Burgunder-, Rum- u. Arrak-Punsch...... ViFi 3 90 Deutscher Weinbrand-icjf..... i gg uifi 3.30 Schokolade rarfft r,?�: IS«. Block-Schoko!ade�,Q,«�f')1.15„0Iympia".KakaO',"'1 m eigene Ceylon Ii Indien China Ceylon Dnr/eelfnä Miachungen� � �5 TTO TQ5 2« Neuheit Holländisches Gemüse (Marke VUnderco), tatelterAz» eine Tafel= 2 Pfand FrUdbgemflfe Kostproben bei Wertheim, Leipziger Straße PefertUIe... Tafel ISPs Sellerie.... Tafel SO Pf. Jolienne.....Tafel 2S« Zwlebelpalver laei 30«. Zwiebeln...Tafel 40 Pf Karotten... Tafel 40«. Grünkohl. Wlraln�kohl Weißkohl.. Rotkohl.,. Spinat... ..Tafel 43« .Tafel 43 Pf. . Taiel 45?f. .Tafel 50 Pf Talcl 50 Pt Karotten o. Schoten 50 Pf. Zock ererbten priraa 50«. Zuckererboen extra G5«. Brechbohnen Taiel 65 Pf. Brfltteier Endivien 65« SchoUtbohnen prima 65 PI S chniilb ohnen extra 65«. Schwarzwurzel Tafel 65 PL Leipziger Allerlei Tafel 75«. Rosenkohl. Taiei 75 Pf. Blumenkohl... Taei 75Pf. Prinzehbohnen. Tale! 65«, Ar. SA» 45. Jahrgang Arettog, 20. Laavar 492S VeuWnationale für Gtadtverordneienverfammlung zu der. Die Notlage de? Bewohner der vom Einsturz bedrohten Däuser in Charlottenburg wurde gestern in der Stadt- verordnete»Versammlung im Zusammenhang' mit mehreren hierzu gestellten Anträgen geschildert. Dah die Stadt diesen Bedräng!«» ihre Hilfe nicht versagen darf, sollte sich eigentlich von selbst verstehen. In der Begründung eines Antrages der sozialdemokratischen Fraktion warnte Genosie Dr. K a we rau vor der Z u v e r s i ch t l i ch k e i t, die der Oberbaurat Fischer als Beamter der jetzt städtischen Baupolizei gegenüber der drohenden Gefahr itnmer noch haben z�l dürfen meint. Oberbürgermeister Boß stellte fest, daß zur Zeit des Baues dieser privaten Wohnhäuser die Baupolizei noch nicht städtisch, sondern staattlch war. Zunächst werden für die obdachlos werdenden Familien schleunigst andere Wohnungen beschasft werden.— Den größten Teil der Sitzung nahm die Besprechung von allerlei Be- schwerden in Anspruch, die in Anfragen vorgebracht wurden. Die Deutschnationalen eiferten unter anderem gegen eine in Neu- kölln getroffene Anordnung, daß bei Weihnachtsfeiern in Krankensälen kein Geistlicher mitwirken soll, wenn nicht allgemeine Zustimmung vorliegt. Sie spielten sich als Freunde der„Gewissensfreiheit" auf, die nach ihrer Meinung wohl darin besteht, daß man alle Kranken nötigt, den Pastor mitanzuhören, den einzelne Kranke zu hören wünschen. Dem deutschnationalen Pfarrer Koch, der in dieser Debatte mitwirkte, gaben unsere Genoflen Riese. Heitmann und Adolf H o f f m a n n die ver- diente Antwort. Lustig ist, daß der von den Deutschnationalen jetzt so heruntergeputzte kommunistsche Stadtrat S ch m i d t t e in Neu- so heruntergeputzte kommunistische Stadtrat Schmincke in Neu- » Der für das Leben dor Bewohner bedrohliche Zustand der Häuser in der Fritschestraße in Charlottenburg gab in der gestern abgehaltenen Sitzung der Stadtverordneten mehreren Fraktionen Gelegenheit, Anträge einzubringen, die sich mit den Maßnahmen beschäftigen, die nötig sind, um einen Einsturz der Häuser Fritschestraße und eine Schädigung dor Bewohner zu verhüten. Die sozial- demokratische Fraktion hat ihre gestern abend bereits im ..Vorwärts" mitgeteilte Anfrage zurückgezogen und einen Dringlichkettsantrag eingebracht, der salzenden Wort- laut hat: Der Magistrat wird ersucht, dem Bezirk Charlotlenburg au». relcheude Mittel zur verfüguag zu stellen, uw den durch Einsturzgefahr bedrohten Bewohnern shebbelstr. IT) wirksame Hilfe leisten zu käunen. Gleichzeitig wird der Magistrat ersucht, über die Erhaltung de» gesamteu bedrohten Häuserblocks der Sladtvcrordnetenversammlvng eine Vorlage zu machen. Die Deutschnationalen und die Kommumsten haben ähnlich«.Ast. rräge eingebracht. Räch einer Begründung der Anträge durch die Stadtv. velhlefssell(Dnat.) und Repfchläger(Komm.) sprach Genosse Dr. Sawerau namens unserer Fraktion. Cr betonte, daß dle Angriffe gegen den Oberbaural Fischer, der noch vor kurzer Zeil du direktes Eingreisen der Behörden oblehnle, doch wohl ihre BerechNguug gehabt haben. Das Bezirksamt Charlottenburg hat schon seit Jahren Maßnahmen zur Sicherung der Häuser ergriffen, aber alle baulichen Hllfsversuä?« hoben nicht vermocht, den Versall der Häuser aufzuhallen. Da die Baupolizei aber eln Wohnverbol nicht erlief hältc eine vonc Le- zirksamt angeordnete Räumung der Häuser den Bewohner» schwere wirtschaftliche Schädigungen gebracht. E» war daher dringende Zeil, daß ein Räumungsbesehl erfolgte. Mit größter Beschleunigung ist für die Unterbringung der Aus- ziehenden gesorgt worden, in den nächsten Wochen werden Neubau- Mahnungen im Bezirk Charloitenburg fertig, so daß den noch nicht untergebrachten Mietern alsbald ganz neue Wohnungen zugewiesen „Gewiffensfreiheil". Kausereinsturzgefahr in Charlottenburg. werden können. Nach einer«ingehenden Erläuterung unseres An- träges erNärte Genosse Dr. Kawerau, daß es das beste wäre. den ganzen 5)äuscrblock abzureißen und auf dem Sumpf- und Moorboden Grünflächen zu errichten, der Morast gibt doch keinen brauchbaren und sicheren Baugrund. (Eine Ansicht, die auch im„Vorwärts" stets oertreten wurde! D. Red.) Mit Befriedigung ist festgestellt worden, daß die Gaswerke die Gaszufuhr in die gefährdeten Häuser abgesperrt haben, so daß wenigstens nach menschlicher Boraussicht eine Explosionsgefahr abgewendet ist. Jedenfalls ist das mehr als merkwürdig« verhallen de» Ober. baurat» Fischer noch unter die Lupe zu aehme«: zur Beruhigung der Bevölkerung hat es jedenfalls nicht beigetragen. Oberbürgermeister Löß gab zu. daß Oberbaurat Fischer«ine unmittelbare Einsturzgefahr nicht feststellte, daß aber darüber hinaus nach einem Obergutachlen die Räumung alsbald angeordnet wurde. Wohnungen wurden sofort bereitgestellt, den Ausziehenden wurden nach Bedarf Zuschüsse gewährt. Als die Häuser voretwalöIahrengebaut wurde», war d i e B a u- Polizei staatlich und auch sonst halt- die Gemeinde Char- lottenburg keinerlei Einfluß aus die Bebauung des Sumpfgeländes. Was mit den Häusern geschehen wird,»ruß erst noch eine weitere Untersuchung ergeben.— Die Abstimmung ergab die Annahme aller Anträge. Zu der von den Sozialdemokraten und den Demo- kraten eingebrachten Anfragen wegen der uugenügeuden Beleuchtung der verkehrsschutzinseln erklärte Stadtbaurat Hahn, daß eine bessere Beleuchtung, die Unfälle nach Möglichkeit auszuschließen geeignet ist, in Ausführung befindlich oder schon durchgeführt ist.— Den Fraktionen der Rechten gab ein verbot der Teilnahme von Geistlichen au den weih' nachtsfeiern in den Neuköllner Sraukenanflaltea Veranlassung, Jeremiaden über die„Unduldsamkeit des Bezirksamts Neukölln" bzw. des Stadtrates Dr. Schminke anzustimmen. Stadtv. Pfarrer koch(Dnatl.) glaubte sogar die Bestimmungen der Verfassung für die(unerbetene) Teilnahme der Geistlichen anziehen zu können. Der Stadtmedizinalrat Prof. Dr. von Drygalsti er- klärt«, daß der Magistrat keine Veranlassung zum Einschreiten gehabt Hobe, umsoweniger, als verfassungsmäßig sestgelegt« Rechte der Staatsbürger nicht verletzt wurden. Der Kommunist Raddatz betonte, daß das Verbot durchaus gerechtfertigt sei und daß Kranken- Häuser dazu da sind, mit allen modernen Hilfsmitteln Kranke zu feilen. Stadw. Longe(Komm.) verlas eine ganze Anzahl Zu- ch r i f t e n, die, voll des unflätig st«n Inhalts, dem Stadtrat Schminke zugeschickt wurden. Nach der Behauptung des RSdners wären diese Briefe von kirchlich-nationalen Leuten geschrieben worden, die auf diese Weise jwjjen das Berbot des Stadtrates Schminke protestieren wollten. Äadto. Pfarrer koch(Dnatl.) bezeichnete die wiedexholten Verbote von Religion!- Übungen in den Krankenhäusern nunmehr als«ine„Angelegenheit. die jetzt auch die Bevölkerung und die Aerzteschast angehe."(!)(Ge- sachter links.) Er meinte, daß sich bei den nächsten Wahlen(Hört, hört! links.) entscheiden wird, ob da» Volk den Kommunisten folgen will oder für materialistische Unduldsamkeit sei! Stadtv. vaarh erklärte, daß in d�ukälln weder ein« christliche Weih- nachtsfeier noch«ine Religionsübung verboten wurde, wohl aber eme Bsrgewaltigung andersdenkender Parteien verhindert. Unserem Genossen Riefe blieb es vorbehalten, die Kochfchen Aus- führungen und Behauptungen richtigzustellen und auf ihren wahren Wert zurückzuführen. Pfarrer Koch habe bereits mit Bürgermeister Schneider-Neukölln über den Fall gesprochen und er habe sich mit den Erklärungen des Bürgermeisters zufriedengegeben und er habe auch erfahren, was Wahrheit und Dichtung dabei i st. Um so verwunderlicher sei es. daß Koch heule in der Stadlverordneleusihung diese Aagelegen- hcii wieder auswärme uud dieselben als falsch sestgestellteu Zkachrichleu nochmals in die Well setze. Das Urteil über ein solches Verhalten könne getrost allen anständig Denkenden überlassen werden. Genosse Heitmann: Die sozialdemo- kratische Fraktion sieht die Sache durch die Erklärungen des Stadt- m 3ement„ fRomtm»on Ffvdor Gladkow. Neben der Mauer, auf der platten Fläche lag zwischen Schutt und Wasserpflanzen— die Leiche eines Säuglings. Das Köpfchen war mit einem roten Tuch umwunden, die Füßchen steckten in Strümpfchen, die Händchen war�t unsichtbar. waren sorgfältig in ein weißes Leintuch eingewickelt. Die Leiche war frisch und das milchweiße Gesichtchen war ruhig, lebendig, als schliefe es. Hier am Ufer war es still und die Wellen strömten vom Sturm getrieben ineinander. Warum wurde diese Säuglingsleiche so sorgsam zwischen die Wasserpflanzen gelegt? Woher ist dieser Säugling mit dem wächsern-zarten Gesicht? Die warme Mutterhand«st an ihm noch nicht ertastet: man sieht und fühlt sie überall: in dem Kopftuch, in den zusammengebundenen Händchen, in den win- zigen Strümpfchen, die stramm die Beinchen umhüllen. Sergeij schaute auf den Leichnam, ohne sich losreißen zu können, und es schien ihm. der Säugling wird jetzt, gleich. die Augen öffnen, wird ihn ansehen und lächeln. Woher dieses Kindchen, das— bis zum schärfsten Schmerz— wie ein Menschenopfer anmutet? Ist es von einem gescheiterten Schiff? Wurde es von einer irrsinnig gewordenen Mutter ins Meer geworfen?... Sergeij stand und konnte feine Blicke von dem Säugling nicht losreißen. Vorübergehende blieben neugierig neben ihm steben, sahen die Säuglingsleiche an und gingen rasch weiter. Sie brummten, fragten Sergeij etwas, aber er hörte nichts und wußte nicht, wer zu ihm sprach. Er stand und sah ohne Gedanken, schmerzerfüllt, taub, mit einem großen Erstaunen und Leid in den Augen die kleine Leiche an und fühste. wie ein unverständlicher, niederdrückender Schmerz abgrundtief in seinem Herzen tobte. Und er hörte seine eigenen Worte nicht, hörte nicht, wie er laut, ohne Teilnahme semes Bewußtseins zu sich selber sprach�„Nun... ja... ,Es muß so sein... das ist es eben... 4. Wellen. Auf dem aus Elsenstäben durchsichtig geflochtenen Turm standen neben Gljeb Schidkij, Badjin, dle Mitglieder der Fabriksleitung und Ingenieur Kleist. Aber Gljeb war allein, well diese unzähligen Menschenmassen dort unten wogten und brodelten und wie Sonnenblumen glühten, dort unten, überall, soweit die Augen sehen konnten. Sie waren dort — und er hier oben. Hier, an der Spitze des Turmes, brennen in langen Streifen wie Flammmen rote Fahnen, flattern nach rechts, nach links. Und der Turm lodert in dem roten Stoff, der durch die Eifenstäbe gezogen ist. Die Fahne der Zelle weht von der Barriere, neben Gljeb und neigt sich mit den Fransen auf die anderen Fahnen, in die Menschenmassen hinein. Und von der anderen Seite, auf der Badjin lind Schidkij stehen — sind die Fahnen der Bauarbeitergewerkschast. Und unter der Barriere wogt in breiten Fluten ein blutrotes Banner, und riesengroße weiße Buchstaben lodern wie Frühlings- blumen auf ihm: Wir haben an der Front des Bürgerkrieges gesiegt, Wir werden auch an der Wirtfchastsfront siegen! Köpfe und Schultern wimmeln, wogen, lodern mit roten Tüchern auf, bralme und graue Gesichter, Hüte und Mützen, und überall, dort und dort— flattern wie rote Flügel— Plakate. Sie verdecken die Massen, und hinter ihnen weiter— wieder Massen in Bewegung und im Wogen. Ueber dem Abgrund, auf den Felsen— neue Massen und wieder Fahnen und Plakate. Sie wogen wie ein Wasserfall auf den Bergabhängen, höher, immer höher, und auch dort — Fahnen und Plakate— wie roter Mohn. Und man sieht, wie noch immer von unten aus der Schlucht unzählige Menschenmaffen heraufströmen. In der Ferne spielt Musik einen Marsch, und hier aus der Tiefe heraufdröhnender Lärm und die Dieselmotors klirren und dröhnen mit ihrem Metall. Man kann den Lärm und das Heulen der Massen nicht von dem Dröhnen der Maschinen unterscheiden. Brynsa hat recht: Maschinen und Menschen— sind eins. Die Massen können nicht schweigen. Massen leben ein anderes Leben als einzelne: sie sind m ständiger gespannter Bewegung und immer zur Explosion bereit. Der Tag war durchsichtig herbstlich, frisch und herzig. herbstlich nah schienen die Fernen, herbstlich moussierend und schimmernd die Lust. Gljeb sah auf die Berge, sah ans den Himmel: dort sang und knatterte ein unsichtbarer Aeroplan medizinolrates als erledigt an. Im übrigen ist Stadtrat Schminke- Reukölln, der Kommunist ist, von Kommunisten und D e u t s ckno ti o n a len gemeinsam gewählt worda». Stadtv. Genosse Adolf Hoisinmm»igle an einer Kundgebung der Pfarrer der Chrtstusgemeinde. wie cen Pfaffen die Schöflein aus der Kirche fernbleiben. Die Kronken in den Krankenhäusern brauchen vor allem Ruhe! Damit war die Anfrage erledigt. Dann wurde die in der letzten Sitzung vertagte Abstimmung über die die Sxplosionskalaflrophe in der Landsberger Allee be- treffenden Anträge vorgenommen. Dabei ergab sich, daß eine ganze Anzahl von Absätzen dieser Anträge überholt war. und daß für ein« weitere Anzahl nur die Kommunisten stiimnten.— Eine weitere Anfrage der Deutschnationalen beschwert sich wieder einmal über ..Mißbrauch der Schule zu Parteizwecken". Im 2. Neuköllner Lyzeum soll«ine Feier für Rosa Luxemburg stattgesunden haben, und am schwarzen Brett sollen Anschläge des sozialistischen Schülerbundes angebracht worden sein. Skadlschulrot Rydahl erklärt«, daß«in« solche Feier nicht stattgefunden Hab« und Anschläge sofort nach Bekanntwerden entfernt worden seien. Die Begründung der Anfrage durch Sdadw. Stel- mann-Eggeberl(Dnat.), seines Zeichens Studiendirektor, sprach zu allem, nur brachte er nichts zur Begründung der Anfrag« vor. Das mußte er sich auch in treffender Weise vom Genossen Dr. kawerau sagen lassen, der im übrigen den muckerischen Standpunkt seines Borredners festnagelt« und dafür eintrat, daß die Tore der Schulen für olles Reue weil aufgemacht würden. Die Angriff« gegen dos Neuköllner Li),»um erklären sich sehr einfach mit dem Ägitalions- bedürfnis der Deutschnationalcn, die gegen die im freiheitlichen Geiste geleitet« Schul« Hetzen, um, kurz vor Beginn der Einschulung. die Bevölkerung graulich zu machen.(Bravo! bei den Soz) Die Ranch- und Rußplage in Treptow, verursacht durch das Großkraftwerk Klingenberg in Rummelsburg war Gegenstand einer Anfrage der Wirtschaftsparte!. Sladlral Genosse Schlichting gab zu, daß eine unangenehme Ruß- bildung vorliege uud daß daran gearbeitet wird, sie zu beseitigen. Genosse Si rieder betonte, daß bereits beim Bau des Großtrafl- wertes vom Bezirksamt Treptow Bedenken geäußert wurden, und daß die Befürchtungen nun also eingetroffen seien. Abhilfe sei dringend nötig. * Der im„Vorwärts" bereits gestern inilgeieilie Antrag der sozialdemokratischen Fraktion wegen der Erhöhung de? Eisenbahn- tarife für Milchtransport« wurde, von allen Parteien unterstützt, angenommen. Unsere Fraktion brachte dann noch folgenden An- trag ein: „Der Magistrat wird ersucht, mit ollem Rachdruck bei den zu- ständigen preußischen Ministerien vorstellig zu werden, damit die gänzlich unzureichende räumliche 0rga«isotion des Rer- liuer Arbeitsgericht», die die rechtsuchenden Berliner Ein- roohnjet schwer behindert und die dort tätigen Angestellten und Beamten gesundheitlich schädigen kann, durchgreifend gebessert wird." Die Menschenfallen in Chartotienburg. Sie werden bald geräumt sein! Der„Vorwärts" hat m semer gestrigen Morgennummer noch- mals eingehend den unhaltbaren Zustand der Wohnungen im Hause Hebbesstraße 17/18 geschildert. Dem erfreulichen Eingreifen de» Polizeipräsidenten, unsere» Genossen Zörgiebel, ist es zu danken. daß nunmehr das bedrohte Haus zunächst teilweise, hosfemlich aber ganz geräumt werden kann. Nachdem das Charlottenburger Wohnungsamt nun auch mehrere Wohnungen in Charlotieiibyrg. die durch Todesfall oder ander« Umstände frei geworden sind, ver- fügbar hat, werden im Laufe des heutigen Tages den Mietern das Hauses Hebbelstraße 17/18, die von der Räumungsanweisung des Polizeipräsidenten betroffen werden, sogenannte Vesichtigungsscheme zugestellt werden. Auf Grund dieser Scheine können die Mieter von den vorhandene» Wohnungen eine ihnen zusagende aussuchen. In erster Linie sollen bei dieser Auswohl ch ieMieter des dritten und vierten Stockwerkes in der Hebbelftraße 17/18 be- vorzugt werden, aber auch anderen Bewohnern, die den Wunsch haben, aus dem bedrohten Haufe herauszuziehen, soll nach Möglichkeit entgegengekommen werden. Bisher ist es dem Wohnungsamt Charlottenburg gelungen, sieben Wohnungen für die Mieter mit seinem Motor, und seidene Spinngewebe schwammen in der Bläue und schimmerten wie perlmutterner Staub. Gljeb preßte bis zum Schmerz in den Händen die eiser- neu Stäbe der Barriere und konnte das erschöpfte Zittern der Beine nicht unterdrücken. Das Herz überströmte von Blut und füllte die ganze Brust, machte ihn fast atemlos. Woher diese ungeheure Menschenmasse? Zwanzigtausend sind bereits versammelt, und immer neue Kolonnen kommen. ohne Ende. Sie erstrecken sich bis zum Berg, sind auf dem Berg, teilen sich auf den braunen Abhängen zwischen Ge- sträuch und Steinen, ergießen sich in die allgemeine Masse und kriechen immer höher und höher. Man könnte mit dieser Menschenmasie den ganzen Berg bis zum Gipfel bestreuen... Dort, nicht weit, rechts hinter dem Turm, ein Regiment Rotannisten. So stand auch er einmal. Wie lange ist es denn her? Und jetzt ist er hier: ist wieder Arbeiter des Werkes, und dazu Führer seiner Werkzelle. Das Werk! Wieviel Kraft wurde da hineingelegt, wie wurde darum ge« kämpft! Do ist es. das Werk— ein Riese, schön und blen- dend. Unlängst noch war es tot, eine Ruine, ein Rattennest. Und jetzt dröhnen die Dieselmotors, klingen die Drähte, von elektrischer Kraft geladen, und die Rollen des Bremsberges und die Laufkörbc singen. Und morgen wird die gigantische Zisterne des rotierenden Ofens zum ersten Male aufheulen und sich zu drehen beginnen, und aus diesem gigantischen Schlot dort werden sich graue Wolken von Dampf und Staub herauswälzen. Ist das alles denn nicht wert, daß diese zahllosen Menschnmassen kommen, um sich zu freuen über diesen großen Sieg? Er... was ist er. Gljeb, in diesem Meere non Menschen... Kein Meer ist das. es ist ein lebendiger Berg, Steine, die durch Menschen lebendig geworden sind... Was für eine gewaltige Kraft!... Es sind dieselben, die mit Spaten und Erdhacken und Hämmern die Berge für den Bremsberg durchschnitten haben. Im Frühling war es. an einem ebenso durchsichtig-sonnigen Tage. Das erste Blut wurde damals vergossen, jetzt ist die Stadt mit Holz versorgt. und alles ist bereit, um das Werk in Gang zu setzen. Wie- viel Blut ist in dieser gewaltigen Armee der Arbeit. Dieses Blut wird für lange reichen! Der Bremsberg arbeitet. Dampfmühlen werden zu rauschen beginnen. Gibt es nicht genügend Bcrgströme, um Turbwen zu errichten? (Fortsetzung folgt.) Kontommilglleilcr! WfihU Somm, den 22. Jan., von S bis 13 Dbr die Liste GcnoffaifdMtfsaufliaii! fKi gefährdeten Häuserblocks zu beschaffen und durch D« r h a n d- lungen mit den anderen Wohnungsämtern soll »ersucht werden, auch in anderen Stadtteilen Berlins Räumlich- ketten frei zu machen. Sobald die Mieter ihre Entscheidung über die Auswahl der verfügbaren Ersatzwohnungen getroffen haben merden, wird die polizeiliche Räumung zur Durchführung gelangen. Bei. dem Umzug soll minderbemittelten Mietern auch von der Stadt m finanzieller Beziehung Unterstützung zuteil werden. Oer Mord im Vororizug. Lokaltermin im Eisenbahnwagen. Testern nachnittag fand um 1 Uhr auf dem Abftellbahmhof Grunewald der Lokaltermin wegen der Ermordung der Dora Persk« statt. Der Verbrecher Horst Kiebach war mit Hand- fesseln, begleitet von zwei Zkriminalbeamten. m einem Polizeiauto aus dem Stadwogteigefängnis hinausgebracht worden. Reichsbahn- oberinfpektor Held nahm die Gerichtskommifston in Empfang und führte sie zu dem Eifenbahnwageu 2. Klaffe, der sichergestellt war- den ist. Die beiden in Frage tomnienden Zlbtelle zeigen noch die Spuren der Tat. Die Polster, die Wände über den Polstern und die Fenster sind mit Blutspritzern bedeckt. In dem einen Abteil sind mehrere große getrocknet« Blutlochen vorhanden. Di« Stell«. ap der die schwerverletzte Dora Persk« in bewußtlosem Zustande mit zerschinettertem Schädel ausgefunden wurde, war durch Kreidestriche aufgezeichnet. Horst Kiebach blieb an dem Ort seiner schweren Bluttat völlig irabewegt. Er ist erst 20 yahpe alt und macht einen sehr rntelligen- tsn Eindruck. Dem schlanken, blondlockigen jungen Mann mit nicht unsympathischen Zügen würde niemand eine so schwere Tat zu- rrauen. In voller Ruhe schilderte er in allen Einzelheiten, wie sich die Tat abgespielt Halle. Kriminvlassistent W e r m k e mußte sich auf den Platz setzen, den Dora Perske innegehabt hatte, und Horst Kiebach setzte sich ihn» gegenüber auf den anderen Fensterplatz. Er bekam dann, nachdem er erllsesselt worden war, das Mordin- strument, die scharfkantige Eisenschiene, in die Hand und mußte vormachen, wie er den ersten Schlag ausgeführt hatte. Dabei wies er�den Beamten an, daß er den Kopf etwas mehr herunterbeugen müsie. Dieser Schlag hatte sein Opfer auf die linke Kopfseite ge- troffen und den Hut durchschlagen. Kiebach machte dem Untersuchungsrichter auch vor, wie Dora Perske flehentlich die Hände hochgehoben habe. Da sie fürchterlich schrie, habe er sich veranlaßt gesehen, nochmals zuzuschla- gen. Sie spnrrg dann auf und eilte in das Nebenabteil. Auf eine Frage von Rechtsanwalt Dr. Mendel erklärte Kiebach, daß er nicht den Eindruck gehabt habe, als ob das Mädchen in dem Nebenabteil die Notbremse ziehen wollte. Sie hätte die Notbremse auch gar nicht erreichen können, da sie zu hoch an der Decke angebracht sei. Als Kiebach seinem Opfer nacheilte, habe er. uip fi« zum Schwei gen zu bringen, so lange auf sie ein- geschlagen, bis sie zu Boden fiel. Vorher habe Dora Perske ihn nochmal mit erhobenen Händen gebeten, ihr Le- hen zu schonen. Er habe aber blindlings daraus los- geschlagen, bis sie still und leblos am Boden lag, denn er habe verhindern wollen, daß er durch ihr Schreien verraten werd«. Beim Verlaflen des Zuges auf dem Bahnhof FritLrichs- bogen habe er noch nicht hos Bewußtsein gehabt, daß er sein Opfer getötet habe. Der Gcgen.mg mich Berlin, in dem er wieder ein leeres Abteil aufgesucht hatte, hätte noch lO Minuten bis zur W- fahrt gehalten.— Von der Absicht, an Ort und Stelle ein Gerichts- Protokoll über die erste richterliche Vernehmung des des Raubmordes beschuldigten Horst Kiebach vorzunehmen, nabm Untersuchungsrichter Dr. Birnbach, der zu diesem Zweck die Protokollsührerin mitge- bracht hatte, wegen der ungünstigen Schreibgelegenheit Zldstand. Kiebach wurde wieder gefesselt uns unter sicherer Bewachung im Auto noch dem Kriminalgericht in Moabit gebracht, dort wurde das Protokoll aufgenommen. Alsdann wurde Kiebach in das Unter- fuchungsgefängnis Moabit als Untersuchungsgefangener eingeliefert. Besuch in der Neuköllner Aufbauschule. Gestern früh erschien der Minister für Wisienschaft, Kunst und Volksbildung Dr. Beck e r und der Oberbürgermeister B ö ß in Reu- kökln, um das jtaijer-Friedrich-Roalgymnasium und insbesondere die diesem angegliederte Aufbauschule und die Arbeiterkurse zu besiichen. Die Herren besichtigten durchweg«in« Ausstellung von Schülevarbeiten und ließen sich dabei die von Stadtbaurat Taut entworfenen Pläne des in Aussicht genommenen Neubaues für die neue Schule am Dammweg erklären, die Volks- und höhere Schule zu einer organischen Zusammenarbeit vereinigen und vom Kinder- garten bis zur Hochschulreife ein l5 Lebensjahre umspannendes Bsobachtungsfeld darstellen wird. Die Gäste bekundeten lebhaftes Interesse an der Neuartigkeit sowohl der Organisation wie des Ent- wurfs, der einen harmonisch geakiederten Flachbau vorsieht. Der Minister wohnte dem Unterricht vier Stunden l a n g b e i. In der abschließenden Schulgeineinde. zu der sich die Gäste mit den Lehrern und Schülern in der m den R e i ch s f a r- Ken geschmückten Aula vereinigten, wurde der Minister festlich mit Orchestermusik und Ehorgesang und Ansprachen zweier Schülerver- trejer begrüßt. Hier trat die in jahrelanger Kleinarbeit ausgebaute «Äbstoerwaltung dieser fast ganz von Kindern des Proletariats besuchten Aufbauschule in Erscheinung. Der Minister dankt« den be- teiligten Schülern, den Lehrern und dem Leiter der Anstalt Genossen Dr. Karsen sowie den anwesenden Vertretern der Stadt Stadtschul. rat Genossen Nydahl, Bürgermeister Genossen Scholz und Stadtrat Genossen Dr. Löwenstein, denen er sein lebhaftes Interesse an diesem von der Stadt so weitsichtig geforderten Schulversuch aussprach. Er betonte, er lxcke ein« Fülle erfreulicher Ein- drück« gewonnen und sprach die Hoffnung aus. daß das Unternehmen in dem neuen Hause am Dammweg sich kräftig entfalle» möge. Er schloß mit persönlichen Worten der Anerkennung an ein- zeln« Schüler, denen er wertvolle Bücher als Erinnerung an diesen Besuch zum Geschenk machte. � Wieder Selbstmordversuch eines Jugendliche«. Gestern nachmittag versuchte sich der 17jährige Lehrling Siegbert S. in der elterlichen Wohnung, Grellstr. 17. zu Pankow, durch Leuchtgas zu vergiften. Als die Eltern gegen 19 Uhr heimkehrten, fanden sie den jungen Mann in der völlig mit Gas erfüllten Küche leblos ani Boden liegend a u f. Sämtliche Gas Hähne waren geöffnet. Wiederbelebungsversuche der Feuerwehr und des Arztes der nächsten Rettungsstelle waren von Erfolg. Was den jungen Mann zu dem Verzweiflungsslbritt getrieben hat, ist noch unbekamtt.— Wegen Arbeitslosigkeit vergiftete sich der 27jSbrige Arbeiter Paul M i e l k c in der Küche seiner Wohnung in der S o n n t a g st r. 10 zu Lichten- berg durch Leuchtgas. Seine Leiche wurde beschlagnahmt.— Im Tollettenhaus der Apotheke des U r b a n k r a n k e n- Hauses wurde gestern nachmittag der dort beschäftigte Sljährige Apotheker Karl Bilow tot aufgefunden. B. hatte ein noch unbekanntes Gift zu sib genommen. Das Motiv zur Tat ist un- bekannt.— In ihrer Wohnung, Tilsiter Straße 3 6, wurde gestern abend die 72jährige Witwe Luise v. Brond- zinsti tot aufgefunden. Nach den polizeilichen Feststellun- gen liegt unzweifelhaft Selbstmord vor. Bildielegraphie und Polizei. In 2% Minuten ist ein Steckbrief an allen Grenzen! Vor wenigen Wechen wurde die telegraphisch« Dildübertragung nach dem System Telefunken-Karolus aufgenommen. Es hatte den Anschein, als ob dieses System sich in Deutschland als das einzige stegreich durchsetzen wollte. Inzwischen aber wurde im Auftrage de» preußischen Ministeriums des Innern und der preußischen Polizei bei der Firma C. Lorenz A.-G. Berlin-Tempelhof das System des Pioniers auf dem Gebiete der Fünktelegraphie, Prof. Korn, zu einem durchaus leistungsfähigen, sicher arbeitenden und sehr ein- fachen Gerät entwickelt. Wie beim System Telefunken arbeitet der Bildsendcr unter Per- mittlung einer Photozelle, aus der Empsangsseit« wird.dagegen an Stelle der Karolus-Kerr-Zelle ein Saitengolvanometer benutzt, das ist ein zwischen die Pole eines Magneten gespanntes Metallbändchen, das im Rhythmus der telegraphierten Lichtschwan- kungen schwingt und dabei aus einen Spall Schatten wirft, durch die ein photogrophisches Papier entsprechend belichtet wird. Emp- fangs- und Sendegerät bedienen sich cm übrigen der schon allgemein bekannten Sende- und Empfangstrommeln, die sich drehen und gleichzeitig seitlich verschieben. Die Einzelheiten des nunmehr durchgebildeten Systems Lorenz-Korn werden in einer der nächsten technischen Beilagen des„Vorwärts* dargestellt werden. Gestern fand ein Empfang bei der Lorenz-A.-G. in Tempelhof statt,. zu der außer den Bertretern der Presse auch her preußische Innenminister Genosse G r z e s i n s k i und Polizeipräsident Genosse Zörgiebel sowie Vertreter des Landtages und der Behörden teilnahmen. Man besichtigte die Sendeeiorichtung in Tempelhof und fuhr dann noch Zossen hinaus, um im dortigen Versuchslaboratorium dem Empfang der drahtlosen Bilder beizu- wohnen. Die Uebertragungszeit ist infolge der Verwendung von Hochfrequenzwellen auf ZVi Minuten herabgedrückt. Die über- trageuen Bilder— u. a. ein Steckbrief mit Fingerabdruck— zeigten große Schärfe. Sie genügen den praktischen Anforderungen der Behörden vollkommen. Im Anschluß an diese Vorführung hiell Oberregierungsrat Petsch, der Leiter der Polizeischule für Ver- kehr und Technik, einen Bortrpg, in dem er auf das Bestreben der Poli.zei hinwies, modernste Technik in ihren Dienst zu stellen. Inter- essant waren insonderheit dtt gelungen. Stimmlich kam neben Frida Leider und Tino Pattiera vor allem Heinrich Schlusnus zur Geltung, dessen etwas kühle, ober glänzend« und hoch kultivierte Stimme im Rundfunkempsang fast noch besser erscheint als beim unmittelbaren Hören. Im Nachnrntagkonzert sang Manfred Lewandowsky Lieder von Richard Strauß mit ansprechendem Bariton. Johannes Strauß, der ihn begleitete, zeigte in eigenen pianistischen Darbietungen mit Werken von B r a h m s und Beethoven lebendiges künstlerisches Empfinden.— Professor Dr. Berg von der Geologischen Landesanstalt Berlin begann einen Zyklus„D i e Bodenschätze Deutschlands* mil einem Ueberblick über die Fundstätten von Erzen in Deutschland..Es ist an sich erfreulich, wenn durch derartig« Vortragsfolaen einige gründlichere Kenntnis unseres Landes verbreitet wird. Leider gab der Vortragende nur eine Art Aufzählung der Fundorte und ihrer Ergiebigkeit. Ein« ein- führende Darlegung über die geologischen Zusammenhänge wäre gewiß vielen Hörern' erwünscht gewesen. kühl. Im Aquarium oermehren sich von den Meerestieren >ie winzigen Schwebegarneelen reichlich, namentlich so lange man sie mtt Wasserslöhen füttern kann. Ebenso haben sich die See- nelken und andere A k t i n i e n ausgezeichnet vermehrt. Die heimischen Süßwasserfische hingegen oermehren sich so st gar nicht, höchstwahrscheinlich darum nicht, west im Aquarium dos Wasser während des ganzen Jahres gleichmäßig warm ist. Im I n s e k t o r i u m ist Nachzucht bei ganz bestimmten Gruppen sehr regelmäßig und häusig, so sind die„W andslnden Blätter* und verschiedene große und kleine Stabheuschrecke n a r ten meist in allen Größen und zum Teil zu Hunderten vorhanden. Doch müssen zu ihrer Ernährung 10 0 Eichen in Blumen t ö p se n vom Herbst ab im Warmhouse treiben, damit stets frisches Eichenlaub vorhanden ist.___ Oewolf— van Kempen Sieger in Dortmund! Vor Rausch— Hürtgen. 1. D« w o l f- v a n K�e m p e n 471 Punkte, 2. Rausch-Hürt' g e n 93 Punkte, 1 Runde zurück: 3. Linari-Binda 536 Punkte, 4. Ehmer-Kroschel 426 Punkte, 5. Dederichs-Knapp- 414 Punkte, 6. Tonani-Lorenz 359 Puntte, 7. Ri-chli- S u t e r 331 Punkte. 8. K r o l l- M i e t h e 177 Punkte; zurückgelegt wurden 3594,100 Kilometer._ Schwarzrotgold im Autosporl. Gestern abend fand im Plenar- »saal des ehemaligen Herrenhauses die 1. Hauptoersammlung des Deutschen Automobil-Club? statt. Der Club ist auf republikanischer Grundlage autgebaut und will den Reichssarben auch in der Sportbewegung die nöfige Achtung ver- schaffen. Zum Präsidenten des DAE. wurde Rechtsanwalt Dr. Arthur Brandt,' Berlin, gewählt. Heber den Verlauf der Gründungsoersammlung werden wir im heutigen Abc ndblött aus- führlich berichten. Der..Zentralverei» deutscher Staatsbürger südischeu Glaubens". der größte Zusammenschluß der deutschgcsinnten Juden, hält in Berlin am 11., 12. und 13. Februar im Reichswirtschaftsrot seiiw diesjährige Hauptversammlung ab, zu der aus allen Teilen dc.> Reiches über 400 Vertreter erwartet iverden. Aus Anlaß der Tagung wird am Sonntag, dem 12. Februar, vormittags, im Capitot. eine öffentliche Kundgebung.Lebenssrogen des deutschen Judentums* unter künstlerischer Leitung von Professor Leopold Jeßner stattfinden. voNsfilmwochealchliu. Alle Anforderunzen, die man an ein« modern» und umiasjende Fiimderichtei stattung stellen kann, erfüllt in vollstem Mcn die V o I t S w o ch e n s ck o u. Sie führt in ihrer neuesten Nummer, in- zurzeit in der Iugendbübne Lichtenberg. Holleiilr. 7/ö, läuft, Ausnahmen vor von dem TaneSbetrieb de» LedriingSdeimS in München, einer Institution der Arbciterivokiifabrt, Bilder von der surckibaren Nebe,- schiremmunoekatastrophe in London, von dem grohen Echncesturm über New Dort: serner zeigt sie beitere Klemstadlbilder. seine Tirransnahmen. Lustiges aus einer amerilanischcn Vvxschule und vieles andere. Bezlrtsbllduagsauslchuh Groh-v-rllu. Nächste Theatervorstellung am Sonntag, dem 5 Februar, nachmittags pünktlich 3 Uhr, im Staatlichen Schillcrlbeater Charlotlenburg Aujgesüdrt werden diesmal zwei Einaltcr. und zwar.Die G- s ch w t st- r". Schauspiel von Goethe, und.Der zerbrochene Krug', Lustspiel von Heinrich N Kleist Breis der Karte einschließlich Garderobe und Theater, ettel 1,20 M. Zu haben im Bureau des Berirtsbi oungsauSschusses, Lmdeustr. 3, S Hof II. Z immer 8; Buchdandlung Borwäits, Lwdenslr. 2; Zigarrengeschäst Horsch, Eogei- u'er 24/23- Tabntvcrtticb GEG.. lrns-lstr. 6;-Verband der graplüsche» H lfSarbeiter. Rtiterlir. t; bei den BildungSableuteii der Kreis«.«nd.4»d.- ieilungeii; in den VvrwarkSIpeditionen.— Vn otetariiche Feier stunde am Sonntag, dem 12. Februar, vormittags 1-1 Uhr, im Großen Schauspielhaus. 80. Gedenktag der Mäizrcoolutum. Karten zum Prc,-- von 1 M sind ab kommenden Mittwoch in obigen Verkanfsstellen zu haben.— Sternwarte Treptow. Karten zum Preise von SO P' (gültig für alle Plätzei im Bureau des«ezirtSbilduugSauSschusscs, Linden- stratze 3, 2. Hos II, Zimmer 8. Zugendweihe tu Teltow. Da»»eloerkschaftslartell Teltow veranstaltet auch in diesem Iabre eine Jugendweihe. Anmeldungen nimmt entgegen August Förster, Teltow. Licht-rs-lder Str. 4. Alois Schopper, Hoher stein- weg 14, Stahnsdorf, Franz Förster, Mühlenstr. 23. Starke Schneefälle im Schwarzwald. Gestern frich sind über dem ganzen Schwarzwald starke Schneefälle, die unverändert anhasten, eingetreten. Nach Angab« des Observatorium. auf dem Feldüerg ist mit einer Forrdauer des kräfttge»'Schneefalles fu rechnen. Die Schneedecke beträgt auf dem Feldberggipfel 15 bis 0 Zentimeter. Sozialistische Arbestersugend Gwß-Serlin. Abrechuuog der Beiteogomorlea heut«, ssreitag, zwischen 17 und ll> llbr. heute, Areikog, Iglä Uhr: Moabit 1; Schule Wald-uferstr. 20..CntroUttuna de» Bertehts.*- Moabit II- Heim Lehrter Eir. 1�-1».„Unsere Musik, und TanzbewegunL."— Nordost: Heim Dauz-i-r Str. 62.„ftarl Marx und Ariedeich Snaels.— Weiievlu: Heim Dork,t:. 36. Lichtbilder:„Das Et-rniahr ms.'— owrtruw: Helm Landsberger Str. 30.„Gewerkschaftsliemcaung."—■ Balteaplag! Tilsiter Str. 4-5.„Der Augendlich- in Betrieb.—«tr-l-Pr«lertel: Heim iT.„ C. T„. Hl".... ÖrtkkfvillTpl' bV.llt „S ote-Aall-n-Arbeit."- Westen I: Heim Haupistr. 1».„Die Diliatur IM Au». land.'— adarlottenburg: velni Tosineustr. 4. ß-.itcjrt Abend.— Haler ser: Schule?oachlm-Arirdr-.ch.«tratze.„Bub und Mädel.'— Britz: 1 athat-s, . rr._ r-_«e>, r. rm l___»„™ Ci.x.— CU„-. p T1 to Cst f»«»r im« rt*™ rm«* TT- V-O".TT — icopaiOOtT: VSlM--------—_ mm....„ m_ etarische Jugendbewegung/-— Zreptow: Heim Sllenstr. 3.„Dosa Lurerngurg-- Karl Liebknecht.-- Nicdcrschö''-----~ Nicderschijaewe de: Schule Berliner Str. tzl.„Die Entw ck- tuiiu ou«."".— Lichtenberg. Nord: Heim Sosscsrr. 22.„Neichstagggtzun.g. — Nlederschöahaufea: Schule Blankenburger Str. 70. Seneralmitziiederver- sammlung. � W-rbebezirk S»Zneberg-.'Sit Borsianbositzung mutz umständebalber schon morgen. Sonnabend, stattsiudcu. Beginn VfiA Uhr beim Genossen Rohde, Gothensir. 83, bei Kilhue.___ Brieskasien derNedakiirm. Ort«. 27. 1. Können wir von hieraus nicht beurteilen. Legen Sie ev!7. Smspruch eilt. 2. Steuerschuldner sind die Erben. 3. 8 vom Tausend. I. b-.; 7. Setzen Sie sich mit dem Finanzamt in Beebindung. Di« einzelnen m Frage kommenden Vorschriften können wir mit VUetsicht auf ihren erheblichen Uin» fang im Briefkosten mchk veröffentlichen. S. 50») M.— Voter» M. 1 5�« Anmeldung mutz schriftlich erso'gen.«utzerdem ist«ine Eebill,- von 25 M. zu entrichten 2. Wenden Sie sich an einen Patentanwalt oder kes-n Sie di« einschlägige Literatr-r in der Bücherei des Patentamtes nach.— O F. 59. An sich ja. aber mit Pllcksicht auf das Einkommen sehr zwe-felhaft.— 0(9., Neue. 1. und 2. Die Entwertung erfolgt dadurch, dotz ans der Marke Ihr letzter Gel- tungslag handschriftlich oder mit Stempel vermerkt wird. Freiwib ge Ver- sicherte entwerte» mit dem Kusatz..f.' Der Monat darf in Ziffern eingetragen werd-n. Zm übrigen woll-n Sie sich an die Peichsversicherunqsansmlt f-ir Angestellte. Berlin.Wilnn-rsdorf, Pnhrftr. 2, wenden. 8..Zweife'hafl. Wir empfehlen den Abzug nicht.- P. R. 11)9. 1. Nicht bekannt. 2. Ilr.fprllng-ich war ein 2. Band gep'ant, fetzt aber abgeändert i»»Ter Gefangene von Vo's- dam" Zu bezieirn durch die Buchhandlung I. H. W. Dietz, Beelin SW. 68. Linden str. 3.—». 8. 4. 28. Avril 1925.— A.«.. VO 53. 1. Die D'-nsi. Vorschriften sind uns n-ebt bekau»:. Wenden Sie sich an den Beam!"-rat Lhrer Dienststelle oder an Ihre Organ'fäf on.— Billtzordt, 3!. 63. 1. Eebatt b d« gleich. 69 000 M. 2. Aufwardsentschädigung E. 60 000 JK-. 9 120 000 M. 8. 13 000 M. 4. Kein«. 5. Nicht bekannt. 6. Nein.(Abonnementsquittung fehlte.)/ Krimiralistifche Erverimertc im Drimue-Palast. Anlätzlich der Uronf» fllhtung des Kr'mlnalfilnis..Belpheger" wird als eine Neuheit im Kino» Programm der Erver'nrentalpfnchologe Dr. Shema zi-m exst-n Mole in Deutsch» laut) kriminal st sche Erper-mente mir dem Kinopubliknm durch L'chtbilder ans dem Bcri-reö-eralhrm rorfüheen,>-m die Ausbildung der Beoba�-tungsgabe, b�e de! der Aufklärung der verM muibene» kleinen Ell! Zieinfeld leider wieder v«r- sogt hat, in einer neuen Weile anzuregen. I Berlins Krematorien. Sie sind nichi überlastet! In den letzten Tagen ist sowohl vom„'vorwärts' wie auch von den übrigen Tageszeitungen wiederholt über die Leichen- Beraubung im Krematorium Wilmersdorf berichtet worden. Es ist hierbei zum Teil die Lermi�Ung ausgesprochen worden, daß die Organisation der Verwaltung der Berliner Krematorien mangelhaft sei und die �euerbestattungsanlogen selbst infolge allzu hoher Inan- spruchnahme überlastet wären. Zur Richtigstellung dieser irrigen Auffassung wird uns von zuständiger Seite folgendes berichtet: Oos Krematorium in der Aer-i cht st ratze wurde im Jahre 1912 eröffnet, hat zurzeit drei Verbrennungsöfen. zwei Hallen zur Abhaltung von Trauerfeiern und eine genügende Anzahl' von Einzettammern sowie oerschlietzbaren Kellertäumen zur Aufbewahrung der Leichen. Die Feuerbestattungsonlag« Treptow wurde im Jahre 1913 eröffnet, verschiedentlich er- weitert und hat ebenfalls drei Verbrennungsöfen mit den erforderlichen Nebenräumen Das 3. städtische Kremato» r i u m an der Berliner Stratze in Wilmersdorf wurde im Jahre 1922 in Betrieb genommen und Hat autzet Zwei Ver- brennungsöfen auch dje notwendigen Nebengelasse. In diesen drei Krematorien ist es technisch möglich, söhrlich folgend« Höchstleistungen an Einäscherungen zu erreichen: Gerichtstraß«........ 14 000 Treptow......... 12 500 Wilmersdorf........ 6 500 zusammen... 33 000 Feuerbestattet wurden in den Jahren 1925— 1927 aber nur: auch nur noch«inen Tag lang nach der erfolgten Trauerfeier im Krematorium oerbleiben. Eine Ausnahme hiervon machen selbst» verständlich.beschlagnahmte' Leichen. Hier darf die Einäscherung erst stattfinden, nachdem die Stoatsanwaltschast die Leiche frei- gegeben hat. Bis zu einer halben Stunde vor Beginn der Feier ist den Angehörigen die Besichtigung der Leiche gestattet. Die Hinterbliebenen oder zwei von ihnen der Krematoriuinsvcrwaltung bezeichnete Personen dürfen bei der Einführung des Sarges in den Ofen zugegen sein. Es liegt durchaus im Interesse der Stadt, datz von diesem Recht recht häusig Gebrauch gemacht wird. Die Berbrennuilgen selbst erfolgen"unter dauernder Kontrolle der Heizer durch den Leiter der Feuerbestattungsanlage. Die Oesen lfaben eine Temperatur von 1000 bis 1100" C. Da bei dieser Hitze Goldsachen in den üblichen Legierungen sich ver- flüssigen, fallen sie zum Teil in Form von Tröpfchen mit einem Durchmesser von Bruchteilen eines Milli» 1925 Gerichtftratze... 5 718 Treptow..:.. 3 52? Wilmersdorf.... 3508 1926 1927 5 751 6 125 3 600 4 020 3 253 3 705 zusammen 12 753 12604 13850 Au» dieser Aufstellung ist zu ersehen, datz die BerNner Kre- motorien zurzeit durchschnittlich nur etwa 50 Broz. ausgenutzt werden und keine Ueberlostung eines Krematoriums vor- liegt. Die Feuerbestattung sowohl wie die Erdbestat- t u n g sollen nicht vor Ablauf von 72 Stunden nach Eintritt des Todes erfolgen. Diese drei Tage werden auch von den Angehörigen benötigt �zur Anmeldung des Todesfalles. zur Beschaffung der Papiere, de»«arges, Uebersührung der Leiche nach dem Krematorium, Benachrichtigung der Angehörigen, und zur Erledigung sonstiger Formlich keiien. Aus diesem Grunde vergehe» -ast immer vier Tage, bcv-vv d e Trauerseier erfolgen kann, an die sich die Verbrennung am en Tag« anschlietzt. E« Ist voll- kommen ausgeschlossen, daß zur Perbrennung freigegebene Leichen meters in die Asche, setzen sich zum anderen Teil innerhalb des Ofens fest und oerflüchtigen auch noch zu einem gewisien Teil. Die chemischen Untersuchungen haben ergeben, datz die kleinen Gold- körnchen mit einer dunklen Oxydschicht überzogen und infolge ihres »veränderten Auesehens sowie ihrer Kleinheit nur noch auf chemi- schem Wege nachweisbar sind. Sämtliche Aschenüberreft« werden in«ine Aschenkapsel getan und diese selbst mit einem das National« des Verstorbenen enthaltenen kupfernen Verschlußdeckels durch Ver- löten geschlossen. Auf jeden Sarg wird eio unoerbrennbares Cha- mottetäselchen mit eingeprägter Nummer geheftet. Diese stimmt in jedem Fall mit der laufenden Nummer des Registers über die im Krematorium vorgenommenen Einäscherungen überein. Eine Verwechselung der Leichen bzw. d er Aschen i st hier- nach vollkommen ausgeschlossen. Kränze und Blumen ; werden nach der Trauerseier in einem besonderen Ofen verbrannt: Kranzschleifen jedoch den Angehörigen aus Wunsch ausgehändigt. Di« in allen Krematorien auszuübende strenge Kontrolle macht es unmöglich, daß irgendwelche Gegenstände ohne Zustimmung der Krematoriumsleitung entfernt werden. Die von der Verwaltung aus Grund de» Feuerbestattung»- gesetzes zu führenden Register werden alljährlich vom Polizeipräsi- dium einer genauen Kontrolle unterzogen und baben bisher noch nie Veranlassung zur Beanstandung gegeben. • Die beiden Heizer des Krematoriums Wilmersdorf, die unter i dem Verdacht, die Leiche des Gastwirts W i n k l e r beraubt zu baben. verhaftet wurden, sind am Donnerstag auf Antrag ihres Verteidigers aus der Haft e n tla f s e« worden. Di« Staatsanwalt- schaft' scheint sich davon überzeugt zu haben, datz hie Verdachts- Momente nicht ausreichen, um«ine Haft zu rechtfertigen. Das Rätsel der Vorgänge im Wilmersdorfer Krematorium bleibt also immer noch ungeklärt. Kommumstisthe Hetze gegen die Konsumgenossenschaft. Als vor drei Jahren die letzten Wahlen zur Vertveterverfamm. lung der Konfumgenossenschoft Berlin und Umgegend stattfanden, glaubten die Kommunisten, die Mehrheit dadurch zu erreichen, datz ' sie der Genosfenschaftsverwaltung ohne jeden Grund vorwarfen, sie habe„betrügerische Manipulationen vorgenommen'- und den Mitgliedern die zusammengesparten Groschen schlankweg gestohlen' und was dergleichen schamlose Verleumdungen mehr waren. Die Verlcumdungskampagne hat aber damals nicht den von den Kominunifien erhofften Erfolg gehabt. Sie sind vielmehr in der Minderheit geblieben und haben sich dann in den folgenden drei Jahren bei allen Gelegenheiten durch die unsinnigsten Obstruktion». oersuche gerächt. Für die am Sonntag, dem 22. Jawiar, bevorstehenden Neu- wählen führen die Kommunisten ihre Wahlagitation nicht unter ihrem Namen„Kommunisten', sondern versteckterweise„Opposition'. Sic betreiben eine wüste politische Hetze gegen die Genossen- sche.ftsoerwoltung, die sich in ihrer überwiegenden Mehrheit au» NIchtkomniunisten zusammensetzt. Seil Monaten arbeiten die Kom- munisten insgeheim unter der Parole, die Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend„politisch zu erobern', um nachher mit ihren Geldmitteln die kommunistisch« Propaganda zu finanzieren. In den setzten Tagen ist an Stelle der unterirdischen Wühlarbeit die offene Agitation getreten: die„Rote Fahne' schimpft fast Tag für Tag gegen die Konsumgenossenschaft. Di« Kommunisten wollen angeblich die reformistische« Konsumgenossenschaftsführer stürzen, die„seit der Revolution ihre Führung in der Genossenschast nicht benutzt haben, um die genossenschaftliche Organisation der Arbeiterklasse zu einem Kampsmittel gegen die Bourgeois auszugestalten'. Dos klingt furcht- bar revolutionär, aber die kommunistische„Rote Fahne' verschweigt, was sie mit diesem Phrasenschwall sagen will. Am 7. Januar halte dieselbe„Rote Fahne' darüber geschimpft, daß die Konsumgenossenschaft nicht reformistisch g e n u g sei. Da- mals sagte sie, das Wzwischen von der Genossenschaft geschaffene Kindercrholungsheim in Sperenberg sei zu klein, es genüge nicht. Folgendes müsse die Konsumgenossenschast tun:„Kinderhorte j und Tagesheime wären eine ganz« Anzahl In den Proletarier- viertejn Berlins erforderlich, damit die berufstätigen Arbeiterfrauen nicht länger gezwungen sind, ihr« Kinder in von Psafsen geleitete Heime zu geben oder sie den Gefahren der Straße auszusetzen. Das gleiche Bedürfnis besteht für die Einrichtung von Speise- Häusern und insbesondere Garküchen, von denen die Frauen die Lebensmittel bereit» in gekochtem Zustand« holen können. Roch dringender wä» die Errichtung von Wäfchereieo. deren Be- Nutzung auch den Arbeiterfrauen ermöglicht würde.' Für ihren Kampf um die Eroberung der Konsumgenossenschaft ist der„Roten Fahne' eben alles recht: sie macht reformistische Bor. llderqldt man rat Dem Z!a»wk,» Cm ttch-r Dnuied-N SIluflffrottbaTtöo», Berlin. Ront- manboittenftt 63 54. Dönhoff 327.-73 ««M&ftntQ 9—5.«Sonntag, 10-9 Uhr «ut V-mich- Seawterhefcch, schlöge für reformistisch Gesonnen«. Rur wird nicht gesagt, wo die Konsumgenossenschaft als„Mädchen für alles' die Gelder her. nehmen soll, um solche Pläne im Handumdrehen zu verwirklilhen. Gelänge es den Kommunisten, die Mehrheit in der Generalverfamm- lung zu erobern, so wären solch« Wohlfahrtseinrichtungen für die Mitglieder überhaupt nicht durchführbar. Die Kommunisten würden ja vorher die Genossenschaftsgelder für kommunistische Partei- agitationszwecke verpulvert haben. Um denen Rechnung zu tragen. die sich einbilden, reoolutionär zu sein, wirst die„Rote Fahne' nämlich der Genossenschastsoerwaltung vor:„Grundsätzlich lehnen die reformistischen Führer der Genossenschastsbewegung die Mobil!» sierung der Genossenschaftsmitglieder und der genossenschaftlichen Orgonisationskraft zum Kampf gegen die Ausplünderung der Ar- belter als Verbraucher durch den monopolistischen Wucher, die Hungerzölle und Massensteuern ab.' Als die«enossenschast in den ersten Jahren»ach der Inflation nur 2 Proz. �Rückvergütung gewährte, sümpften die Aom- munisten, das sei zu wenig. Nachdem die Genossenschaft für das vergangene Geschäftssahr 4 Proz. Rückvergütung verteilt bat. wa» sie auch künftig tu» wird, schimpfen dieselben Kommunisten. ein« derartige hohe Rückvergütung sei nicht grundsatztreu. Die Genossenschaft kann tun was sie will: die Kommunisten— die nicht einmal den Mut haben, unter ihrem eigenen Namen aufzu. treten, sondern sich als.Opposition' ausgeben— werden niemal» damit einverstanden und zufrieden sein, well sie selbst nicht wissen was sie wollen und well sie n u r schimpfen können. Die Kommu- nisten haben sür den 18. und 19. Januar für ganz Grotz-Berlin Straßen-Zellen-Mitgliederversammlungen veranstaltet, in denen über die Bedeutung der Genossenschastswahlen gesprochen und die letzten Vorbereitungen für die Wahlen getrosten werden sollen. Sie bieten also alles auf, um eine möglichst hohe Stimmenzahl zu erreichen. Diese kommunistische Wühlarbeit mutz all« Nicht- kommunisten veranlassen, am Sonntag pünktlich zur Wahl zu gehen und alle ihnen bekannten männlichen und weiblichen Mitglieder der Genossenschaft an die Wahlurne zu bringen. Es muh der Stolz der organisierten Verbraucher Berlins sein, durch die Wahl auch noch autzenhin zu dokumentieren, daß sie ihre Genossenschaft aufrechterhalten und kräftig weiterentwickeln wollen: die von den Kommunisten gegen die Genossenschaft ge. richteten Zerstörungsversuchc müssen im Keime erstickt werven. Eine geologische llebersschtskarte der Umgegend von Berlin bringt die Preußisch« Geologische Landesanstolt. Berlin, in vier Blättern mit Erläuterungen von Prof. Dr. Wriff heraus. Die schöne Karte 1: 200 000 der Umgegend von Berlin, die in hohem Matze für geologische Exkursion«» geeignet war, ist nunmehr ver- größert worden und im Maßstab 1: 100 000 erhältlich. Die Stadt Berlin liegt im Mittelpunkt der vier Blätter. Im Norden reicht die Karte bis Zeh de nick und Joachimsthal, im. Osten bis Freienwalde— Wriezen— Buckow— Fürsten» wolde, im Süden bis Beelitz— Trebbin— Zossen— Storkow, im Westen bis Altru�pin— Nauen— Ketzia. Die Berliner Kohlennoi. Sine Erklärung und eine Erwiderung. Der verein derKohlenhändlerim Weste» Groß. Berlin» e. L. schreibt uns zur Kohlennot:„Auch in nächster Zeit scheint man die seit November in Berlin herrschende Not in B ra u n- kohlenbriketis nicht beheben zu können. Wir holten es des- halb für notwendig, einmal aus die U r s a ch e n dieser Knappheit hinzuweisen. Die strengere Kälte im Vergleich zu den Vorjahren ist nicht als alleinige Ursache zu betrachten. In diesem Jahre wäre es vielmehr auch ohne die Kälte zu einer Kohlennot gekommen. Den« Syndikat ist es im verjlossenen Jahr scheinbar gelungen, die Lieferungen nach dem Aftsland und den von englischer, ichlesifcher und böhmischer Steinkohle umstrittenen Gebieten erheblich zu o e r- größern, denn es hat im Sommer die gesamte Produktion absetzen können, ohne datz nennenswerte Bestände auf Stapel g-'- nommen morden sind. Der Verbrauch an Braunkohlenbriketts ist aber im Winter auf der ganzen Linie größer. Es-mutzte demnach für das Syndikat vorauszusehen sein, datz es in diesem Winter der Versorgung nicht mehr ge- recht werden kann. Es hätte die erhöhten Aufträge nach obigen Gebieten Nur annehmen dürfen, wenn es auch die Produktion von Briketts in gleichem Matze erhöht hält«: das scheint nicht der Fall gewesen zu sein, und hier dürfte die Hauptursache der Kalamität liegen. Es mutz auch für«in Syndikat der Grundsatz gellen, nicht mehr zu verlausen, als vorhanden bzw. es m der Lage ist zu produzieren. Was Berlin anbelangt, so mutzte in diesem Lahre infolge der Frühjahrskälte, des allgemeinen wirtschaftlichen Auf» schwungs, des Neubaues von Wohnungen, des Ansteigens der Haus- Hallsziffern usw. mit einem erheblichen Mehrverbrauch gegenüber dm Vorjahren gerechnet werden. Die größten Mengen sind bis Oktober auch abgenommen und geliefert worden. Im November kam jedoch für Berlin ein Lieferungsausfall gegenüber dem Vorjahr von etwa 5000 Waggon i 400 Zentner, und damit war die Brikettknapphell da. Die bei den Berliner Kohlen- Händlern im letzten Sommer für den Winter aufgespeicherten Mengen dürsten nicht kleiner gewesen sein, trotzdem in den Darjahren bei den Kohlenhändlern die für den Winter aufgespeicherten Mengen nicht immer abgesetzt werden konnten. Die Verbraucher haben im letzten Sommer trotz der niedrigen Sommerpreise von einer Bevorratung für den Winter zu wenig Geb rauch gemacht. Demzufolge ist zu raten, datz im nächsten Sommer jeder Verbraucher sich in ge» wissem Umfange mit Briketts eindeckt. Jeder Händler mutz wiederum soviel als möglich auf Lager nehmen. Und da� Syndikar darf nach dem Auslande und den umstrittenen Gebieten nur soviel verkaufen, als es imstande ist mehr zu produzieren, als die anderen einheimischen Gebiete benötigen.' Das Ostelbisch« Braunkohlensyndikat gibt auf unsere Anfrage eine andere Darstellung al» der Berein der Kohlenhändler. Noch dieser Darstellung war die Zufuhr an Briketts im Jahr« 1926 erheblich g r ö tz e r als 1925. Bis zum. Dezember 1926 waren 90000 Tonnen Briketts mehr nach Berlin gekommen. Der Verbrauch der Haushaltungen und der Industrie ist im letzten Aobre gestiegen. Die Industrie hat 20 Proz. mehr verbraucht alsl92-Z. Der Ausfall im November lS25 betrug insgesamt 320 000 Tonnen. Berlin hat 60000 Tonnen Briketts weniger bekommen als in den Vormonaten. Der Berliner Markt ist, da« beweist die Ziffer, stärker berücksichtigt als die Provinzstädte. Der Vorwurf des Ber- ein» der Kohlenhändler, daß zuviel Kohle nach dem Ausland geliefert wurde, wird noch der Darstellung de» Syndikat» zu Unrecht er- hoben. Im Jahre 1926 sind 48 Proz. weniger Kohle exportiert worden als 1925. Ii. Vezirk— Schöneberg. Di« erste Sitzung der Vezirksverfanmilung im neuen Jahre brachte die üblichen Wahlen. Vor Eintritt in die Tagesordnung widmete der deutschnational« Vorsteher E v e r« dem verstorbenett Genossen Moltenbuhr«inen ehrenden Nachrus. Vorsteher wurde der Deutschnationale Co er». Stellvertreter Genosse Fla tau und der Voltsparteiler Dr. Täufer. Beisitzer Stadt» verordnet« Fräulein Wetzet(Dnat.) und Leonhardt(Dem.'), Stellvertreter die Genossin Diedrtch und der Komm üb ist Müller. Sitzungstag Reibt der Mittwoch. Ein« längere Au?» des Friedhof» und Umwandlung in«inen Park. Schöneberg gehöre sowieso schon zu den an Freiflächen armen Bezirken. Wahlstellen bedeuten Borrechte für die Besitzenden. Aus unseren Antrag wurde die Vorlag« einem Ausschutz überwiesen. In Ausführung eine» frühere» Antrages unseeer Fraktion hat da» Bezirksamt eine Wörmehalle in den Baracken am Bautzener Platz hergerichtet. Au» der Versammlung wurde die Einrichtung bemängelt. Der Dezernent des Wohlfahrt-- amt, Dr. Grafs erklärte, daß keine anderen Räume beschästt werden könnten. Eine längere Debatte entspann sich Über die Rodelbahn im Schöneberaer Stadtpark. Es bedurfte erst eine» Abtrage» unserer Fraktion, bis das Bezirksamt endlich für die Kleinen den Stadtpark für Rodelzwecke wenigstens teilweise freigegeben hat. In einer Vorlage wurde die Anschaffung eine« Lostkraftwagens für R« Partverwoltung gefordert, trotzdem der Bezirksiulirpac? dauernd über Beschäftigungs» Mangel klagt und noch dazu an einem erheblichen Defizit krankt. Ein Geschenk des früheren deutfchnotionalen Stadtrats Dr. tochneiderl Genosse F ri tsch wandte ssch gegen R« Anschaffung und verlangte Ausschutzberatung. Ferner bewilligte die Bezirksversammlung 8000 Mark für die Schasfung ein«» L ehr lingsheimes in der verlängerten Innsbruck«? Straße. Ebenso stimmte die Ber- sammlung den baulichen Ergänzungen auf dem Dominicusplatz zu. Schul- und vertehrsfragen bildeten den Schluß der umfangreichen Tagesordnung. Schmerzen im Magen sind oft ein Zeichen, daß die Verdauung nicht in Ordnung ist. Schon die ersten Schmerzen sollte man beachten, da keine anderen Störungen so schnell das Woblbefinden beeinträchtigen wie Magen- leiden. Wenn man Magenschmerzen vernachlässigt, können auch Beschwerden im Darm auftreten. Magenschmerzen haben meist ihre Ursache in überschüssiger Säure, und diesem Zustand kann man rasch abhelfen, wenn man Biserirte Magnesia nimmt Biserirte Magnesia neutralisiert die übermäßige Säure im Magen, lindert die«schmerzen und bewirkt eine schmerzlose uyd normale Verdauung. Leiden«sie nicht länger, denn das stört Ihr Wohlbefinden, sondern verschaffen Sie sich sofort in der Apotheke eine Flasche Biserirte Magnesia, und Sie werden bald glücklich sein, eine gute Verdauung zu haben. Wichtig! hüten Sie sich vor Nachahmungen und bestehen Sie darauf, nur die echte Biserirte kstagnesia zu erhallen, die den Namen Bis mag Lid. London trägt.. KrankenfasseuberatungÄstelleu für Ezchmangere. Jeder Frau muß in ihrem eiasne« Ärteresse drivgend empfohlen werden, sobald fie annimmt, dag fU Mutter werden könnte, eine Beratungsstelle der Krankenkasien EZr Schwangere aufzusuchen, Dort wird fie ärztlich untersucht, wem, notwendlg, auch behandelt. Sie erhält dort Arzneien, Heil- und Kräftigungsmittel und erfährt olles, was für ihre und die Gesundheit des zu er- wartenden Kindes notwendig ist. Sie erhält dort Auskunft in allen Kaffenangelegenheiten und auch jede rechtliche Auskunft. Es wird ihr die Unterkunft vor der Entbindung, zur Einbindung und nach d«� Entbiudusg nachgewiesen. Dort wird ihr Hilfe und Unterstüstung ip jeder RotlaA«. sowie Antwort auf alle sonstigen Fragen zuteil. Die Beratungsstellen des Berliner', Arankenkoffenverhondes für schwangere Frauen und Mädchen befiniisn sich in folgenden Ambu. latorien: AlexwÄerstraße 29/40, Montags ooi? 10 bis 11 Uhr; Pankow, Vinsftroße 3. Montags von 1 bis 3 Uhr; Lichtenberg, Möllendorfftraße 10, Montags von S bis i Uhr: Große Frankfurter SUfir..... von 2 bis 4 Uhr; Neukölln, Echönitedlftraße 13, Dienstags von 4 bis 6 Uhr: Belle-Alliance-Straße 7/10. Dienstags von S bis 6 Uhr; Arkonapiotz 5, Mittwochs von 1 bis 2 Uhr: Driß. Iahnstroße 82, Mittwochs von 1 bis 3 Uhr; Reinickendorf, Residenzstroge 10, Mittwochs von 1 bis 2 Uhr; Neukölln, Schönstedtstraße 13, Mittwochs von 4 bls 5 Uhr; Tegel, Brunowstraße 43, Mittwochs von KS bis %6 Uhr: Charlottenburg. Berliner Straße 137, Mittwochs von 1 bis 2 Uhr; Alexanderstraße 59/40. Donnerstags von 1 bis 2 Uhr; Klofterstroße SS— 67, Donnerstags von 1 bis 2 Uhr; Große Frankfurter Straße 137, Donnerstags von 2 bis 4 Uhr; Spandau, Potsdamer Straße 45, Donnerstags von 2 Äs Z Uhr; Belle- Allianee-Sitroß« �—!0, Donnerstags von 5 bis 6 Uhr: Pankow, Binsstroße 3. Freitags von 1 bis 2 Uhr: Weißensee, Berliner Alle« 246. Freltags von 2 bis 3 Uhr: Schöneberg. Grunewald- strahe 30, Freitags von 2 bis 3 Uhr: Große Frankfurter Straße 137, Freitag» von 2 bis 3 Uhr. Auskunft in allen einschlägigen Fragen erteilt das Bureau. Alexanderstraße 39/40, 1. Hof, 2. Ausg., 2 Treppen, täglich in der Zeit von 10 vi» 3 Uhr und Sonnabends von 10 bis 12 Uhr. fü lichen Deutichland Schneefälle Osten leichter Frost. bei Temperaturen um oder über Null. Im Bei üicli!. 1 Jidiirn, Rheuma,| Grippe hoben skh Togal-Tableflen Ein Versuch überzeugt! Nerven u.. Koplschmen, Erkältungskrankheiten hervorragend bewährt Freitag, 20. 1.28 Sf?3ts-flper Am Pl.d.Rcpubl. »'/, Uhr Don Giovanni statt. SduivItiL 4» ütaiiraumtrh r/jUhr tsvilia Freitag, 20, J. Bismarcks tr. tt.-I«r«.I. i«l. TJt' Troubadour StaatL Sdilllsrth. Charlottenburg 8 Uhr Norden icfe«— 37 8 U Ende«hg 11 U �Pecreynl" Kaanner.�icle Norden 103M— 37 8'< L'� Ende reach 10 Fiaileii Sie. ilaB jimboa sii Mliz wriiif"___ Die Komödie Bismarck KliV'dlfc S'HU, End« up/jU Dil Bii tbh Witt BsrllD« Mi Volks bllh ne TDutv 18 nitv»lltl »Ulm Mann Int Mann Tu, in SddfflumriütBi 8 Uhr Schieber des Bahras Direktion OarlattailrJI) 8''. Uhr Mai Adalbert «1* Der Herr wom». I�KonüsdicOper 8*| I Neuartiges Rcvue-Stöck I Alles Nackt S[ lOIecb d. gleiehn. Paris. Revue 1 j„Tom im*'». 200 Mitwirkende:" Original-Pariser Kostüme Parkett i,»o Mk. | Theeterkasse ünunterbr.geaffn.j LTER» Uhr iHtUtringcr Str. 37 Die«panische Fliege. Aenedmcldeai Gutschein 1—4 Pen- Fauteull nur l.io M- Sessel nur i.m M. Nauendorf 7300. IJack Hyltonl und das neue internationale Varlele-Projramm | Sonnabends n. Sonntags| le 2 Vortleilimgen S50 0. I Uhr— I®«u arnüBiitM Preisen das gsnu Progrsmm. tenaissance- Theater Steinplatz 001.— Tdglich S'/4 Uhr: Coeur Bube. 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Ab morgen täglich 8"7 Uhr Erika G'&ßzker in Gb-etchen Jlose-Tbeater SV, Uhr OrphBüs i.d.Diitenifelt dD s f fi) s. a a> D O I GJjiöne£&£aaj~ Welche Mutter märe nicht stolz, wenn man ihr das sagt! Möchten Sie, daß man es auch von Ihrem Kinddien sagt? Dann waschen Sie sein zartes Haar Jede Woche mit dem milden Schwarz- kopf-Schaumpon. Weiße Packung 20 Pfg4 .Extra"-Packung mit Dauer- Parfüm 30 Pfg.( Sorte.hell' für blondes, Sorte.dunkel' für dunkles Haar,) zkopf- Schau mpon Auf- Schaum"komm/ es an! water am Kottbusser Tor Kottbusser Straße 6 Täglich 8 Uhr Elite- Sänger Im gmltn Juurpregruiml Jeden Sonn tau nachm. 3(Ihr: I 6 roh« Familien-Vorsteuiui k(ungekürzt). volkspr. 0,40, 0,73, 1.—, 1,23, 1,50, 1,73 Mk. ®a» jede Fron verlangt zu wissen (von Hygiene, Schule, Kissen), Auf jede Frage, die sie stellt. 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Usfspielek'olg Slietmama mit Haasl ArnsUcdt Iiis höh. Tal Brote'!. Emil Ifimii««. 4 sin Mitlra. Inserate im A vorwärts sichern Erfolg) Th. im Idniratspalas Tägl.S'/.Uhr ÜALLER- REVDE JaMBnilwar 2 Sonntag Verstell z. 3 Uhr u.?'/, Uhr Kidns. is gsaa fsr- dsMm ts ksN. Siri Großes Schauspielhaus Norden 3951/63 Anfang 8 Uhr Endel] Uhr. Ole neue Cliar eil Inszenierung Ke.deoiaiio Bendow Jankuhn Werkmelstei Westermelei Plcha Ruth Walket BlUle Collins Snowbail Winkelstern Sunshlnc Girls AosstsUsag: Pni. Ernst Stern Ib. Ernst Hauke Lastspiel hau» 8>/, Uhn Guido Thiel acher Jbtet Gejdiäftsaiiflittit" Metropol-Th. Täglich 8'/, Uhr Oper. v. Orlenbach Birth Itthr. Tloktti dl Unol, Ed. Uddasimh Emse. tirnu. Kilur. SilhMorrEiwri JK. kflnstler-Tb 8 Uhr: »Evciyne" -esslng-fhcaicr S Uhr „Boss Bernd" Daatfagnng. allen denen, welch« in fo inniger Weile anläßlich des Todes meiner teeden Frau Lertrutl Nirsck ihre Anteilnahme befundilen. spreche ich hierdurch meinen herAlichften Dan! aus. Insdesender« den(Benalllnnen und ffienoffen der W und 47. abtia, lowl« dem Mdnnerchor SoUdarifai. Nlax yiefch und ZomUl» Ehendadulirahk 13 «MMMW-Ilwi! Achtung! VklslxhzMg Achtung! Die Betriedsräle.zeitfchrfli Ar. l ist erschienen und tonn gegen Borielgnng der L- gif imalianstarie des Bettlebsral«- edmannes in unlerem Bureau, Limmer 3. oder nach 4 Uhr im Zimmer 4«nlgegen» genommen werden. .vi« Orfonermalfnng. BhOtshiö?» iNlltaen vutrend v. I) Pfennig an. vomlno Masken von 10 Pf. an. Prima Atlas 30 Pf. Ricsenaos- wahl alU Pestartikcl«ehr dHllr. Vereine, Gaetwirle. Händler besonders billig. Kommlssiontware. A. H 1A5& CO. G. m. b. H. MarkgrafensirJMa d.u»d«is!i fluiHantis-.Baball- a.Seklamemarkeo egenNachatimunr gesetzl esen iettigtseii4$ Jahr. als Speziailtäl Conrad Httller .einzle- icnkcudm et et Ar •itieti p c e i 9 m e t i l'aul Golletx. vorm. stm««jra Marianncnsiraae 3. Sdte Naunynliratze Ann Aiorchp i.103 03 Heden Sie sich mir allen möglichen u. unmöglichen Mb- lein gegen Ihre» Hullen aögeu.agi da Sie nnler noch Nicht rannten. Zehr laiin Zhnen doi- nicht mehr pat> steren Sie holen ftch ein och m der noch iten Apothele eint Haiche Scgalii. Vorrätig in Apotheken. �erstellet: Otto Stomp i i.G. � Chtmnlte. J yVtRStNS Ihisnderplatr Bettledern Adolf Pobi Oreodenep Straße IS -(Fat riKgcbäudc; 1 J Nr. A3» 4S. Jahrgang 2» � Kreiiag- 20. Januar 492S Protest gegen Gsenpreisechöhung. Die ,Eisenverarbeiter� geben ihrem Einspmch eine sozialreaktionäre Begründung. Die Arbeitsgemeinschaft der eisenverarbeitenden Industrie hat ihren in Lerlin am 18. Januar beschlossenen Protest formuliert und der Oesfentltchkeit übergeben. Er zerfällt in zwei Telle, von denen der erste in beschämender Weise dem sozialreaktionären Geist der Schiverindustrie zunächst seine Reverenz erweist, damit der zweite Teil den sachlich scharfen Gebrauch der Peitsche erlaubt. Wir lassen den zweiten Teil im Worllaut folgen: „In der richtigen Erkenntnis, daß eisenschaffende und essen- verarbeitende Industrie wirtschaftlich aufeinander angewiesen sind. bat die elsenverarbeitende Industrie bisher in allen Wirtschafts- fragen ch a n d in Hand mit der eisenschaffenden Industrie ge- arbeitet. Aus dieser Einstellung heraus ist auch seinerzeit seitens der eisenverarbeitenden Industrie dos Abkommen mit der eisen- schassenden Industrie(Aoi-Wlommen) geschlossen worden. In diesem Abkommen ist bekanntlich festgelegt, daß„das Ziel der inter- «"ti analen Eijcnvereinbarung eine Regelung der Auslands- pr..fe stir Eisen sein solle" in der Weise, daß ,cher Unterschied zwischen Auslands- und Inlandseffektivpreisen verringert und möglichst bald ganz zum Verschwinden gebracht werden sollte". Tat- sächlich hat sich der Unterschied zwischen Inlands- und Auslandspreisen für Walzeisen seit Abschluß der inter- nationalen Rohstahlaemeinschaft nicht nur nicht verringert, sondern wesentlich erhöht. Ferner sollten sich.die Vereinbarungen keinesfalls nur auf eine Regeluna der gegenseitigen Belieferung der Innenmärkte der am Esscnpakt beteiligten Länder beschränken, sondern vor allem die gegenseitige Unterbietung aus den Ausfuhrmörkten für Eisen be- I eisigen". In Wirklichkeit hat gerade umgekehrt die Unterbietung auf den Auslandsmärkten zugenommen, und der einzig greif- bare Erfolg der internationalen Abmachungen beschränkt sich bisher auf die Gebietsschutzabkommen. Durch diese ist der deutsch« Cisenmarkt ssoliert worden. Bei den wichtigsten kartellierten Walz- eisensorten ist der llaterschled zwischen Inland», und Auslandspreis nahezu auf das Doppelte des Zollbetrages gestiegen. Inzwischen erwächst der deutschen eisen- verarbeitenden Industrie aus dem deutschen Inlandsmarkt ein un- natürlich verschärfter Wettbewerb seitens der mit den niedrigen Auslandseisenpreisen arbeitenden Fertigindustrien des Auslandes. Die eisenverarbeitende Industrie hat bisher, unter Zurück- stellunq berechtigter eigener Bedenken, der eisenschaffenden Indu- strie bei ihren Bestrebungen noch internationaler Kartellierung kein Hindernis in den Weg gelegt. Angesichts der vorstehend sestge- stellten Sachlage bedauert sie es auf das tiefste, daß die eisenschaffend« Industrie unter dem Drucke der Politik des Reichsarbeitsministeriums die Lage der bereits infolge der Lohn- erhöhung geschwächten Eisenverorbeitunq durch die überstürz: und trotz ihrer Warnung beschlossene Preiserhöhung noch weiter erschwert hat. Sie«hehl Einspruch gegen diese für st« in ihrer jetzigen Lag« doppelt schwere Neubelastung. die sie ihrerseits abzuwälzen nicht in' der Loge ist.- Die weiter« GntwilAung der internationÄen Eisenkartellieruag wird die eisenverarbeitende Industrie au f das auf- merksam st e verfolgen müssen. Zwischen den beiden Industriegruppen war schließlich vereinbart worden, daß„die Preispolitik für Eisen in Süddeutschland so ge- liandhabt werden solle, daß etwa die Vorkriegsrelation zwischen den süddeutschen und norddeutschen Eisenpreisen, welche früher die Grundlage für den standortmäßigen Aufbau der Industrien gegeben hat,«ingehalten wird". Die einseitig ohne Mitwirkung der Beteiligten vorgenommene Äenderung der Preis« und Rabatte für Frochtbast» Neunkirchen, von der aus bisher ganz Süd- iznd Mitteldeutschland sowie ein großer Teil von Ostdeutschland beliefert wurde, widerspricht dem Geiste dieser Berein- barung. Es muh deshalb gefordert werden, daß dieser Punkt auf gemeinsam festzustellender Grundlage neu geprüft und«tu- schieden wird." Diese Erklärung sst scharf. Sie wiederHoll die Kritik, die wir in unserem Artikel„Profit bricht Verträge" aussprachen, in unver- minderter Härte. Nur für die von uns deutlich ausgesprochene Konsequenz, daß die Montanherren Verträge und gegebene Der- sprechen gebrochen haben, daß diese nicht.gentlemen" sind, mll denen vertrauensvolle Abreden getroffen werden dürfen, vermeidet man die Formulierung. Aber die Eisenverarbeiter lassen sich für ihre Kritik einen ziemlichen Preis bezahlen. Sie haben nicht den Mal zu sagen, daß die Erhöhung der Eisenpreise verurteill werden muß, einfach well die Erhöhung weder volkswirtschaftlich gerechtfertigt noch für die Eisenoerarbeiter mit Rücksicht auf die Austondskon- kurrenz erträglich ist. Sie suchen Ausreden, wollen es ja vor der Oeffentlichkeit nicht so scheinen lassen, als ob sie nicht doch mll den Eisenerzeugern eigentlich meiner Front stünden. Sie erscheint, die Eisenpreiserhöhung, beschämend für die Eisenverarbei- ter, es festzustellen, fast nur wie ein Fehltritt der Montan Herren, für den die Verantwortung eigemiich andere trifft. Man sollte es nicht glauben, aber es ist wahr: die Essenherren werden von den Eisenverarbeitern mit den sozialpolitischen An- sprüchen der Arbeiterschaft und den Schiedssprüchen in der Ar- beitszellfrage entschuldigt. Verantwortlich erscheinen für die Eisen- Preiserhöhung eigentlich Arbeiterschaft und Reichsarbeitsminister. Das auszuführen sst nämlich der InHall des ersten Teils des von den Eisenverarbeitern beschlossenen Protestes. Die Art des Protestes ist feige und unwürdig. Das ändert nichts an der Bedeutung des Protestes. Eine u n- mittelbare Einwirkung auf die Eisenpresse hat er nicht. Aber die Oeffentlichkeit, die Reichsregierung haben für Remedur gegen den Mißbrauch der Monopolgewalt durch die Eisenverbände zu sorgen, nachdem die Arbeiterschaft sofort und am schärfften ein Ein- greifen gefordert hat. Wege dazu haben wir mehrfach gewiesen. Wir verlangen heut« Antwort von dem verantwortlichen Reichs- wlrtschaftsminister, welche Garantien er gegen den Mißbrauch der Kartell, und Monopolgewall jetzt und für alle Zukunft zu schaffen gedenkt! Ein Protest des Handwerks. Auch die Spitzenverbände des Ha-rd werks erheben gegen die Eisenpreiserhöhung Protest. Sie führen aus. daß der Beschluß der Eisenpreiserhöhung um so eher gefaßt werden tonnte, als die eisen- erzeugende Industrie �e Monoposstellung einnehme und auch den Eisenhandel beherrsche. Die Verteuerung des Rohstoffes müsse auf dem BinnönmärA all« Derarbester dozu nöKgen. auch die Press« für die Letztverbraucher zu erhöhen. Da ein« weitere Steigerung des Preismoeaus die Folge fein könne, müsse die Essenpreiserhöhung zu einer großen Beunruhigung der Allgemeinheit fuhren. Wettere Preiserhöhungen der Eifenverbände. Wie gemeldet wird, sind auch die Preis« für Dandessen, Grob- blech«. Mittel- und Feinbleche. Nieten und leichte» Oberbaumaterial erhöht worden. Gleichzeitig wurden auch die Rabatte erheblich herabgesetzt. Sozialdemokraiische Agrarpolitik. Ein Kommentar zu unserem neuen Agrarprogramm. Jahrzehntelang ist die Agrarpolitik da» Stiefkind in der Wirtschaftspolitik gewesen. Die Augen oller wirtschafllich Interessierten waren ganz auf den Ausstieg der Industrie gerichtet; die Landwirsschost wurde nahezu vergessen. Diese Bernachlässtzung eines so wichtigen Wirsschaftszweiges war jedoch nur so lange möglich, als der beispiellosen industriellen Entwicklung Europas und besonders Deutschlands eine ebenso starke Entwicklung der landwirt- fchastlichen Produktion in den überseeischen Staaten gegen- überstand. Die letzten Jahrzehnte haben uns je-doch vor ganz neue Wirt- fchaftsbedingungen gestellt: die Ueberseestoaten sind selbst sehr stark zu einer durch hohe Zölle gefchützten industriellen Produktion über- gegangen und sühren jetzt weniger europäische Industrieprodukte ein und weniger Agrarprcdukte nach Europa au» als früher. Die europäisch« und insbesondere die deussche Wirtschaft hat ein Interesse daran, die eigene landwirtschaftliche Produktion in rationeller Weis« zu steigern. Nicht zuletzt auch. r um den Absatz von Industrieprodutten zu erhöhen und der Arbeits- losigkeit entgegenzuwirken. Die Sozialdemokratie setzt sich daher mit ihrer ganzen Kraft für alle landwirsschaftlichen Förderungsmaßnahmen, Ausbau des landwirtschaftlichen Fachbildungswesens, produttionsfördernde Krodilgewährung, Meliorationen, Verbreitung moderner Agrar- tfchnit, Bodenreform und vor allem für«ine dem landwirtschaftlichen Betrieb so notwendige stabile Preisbildung der landwirt- fchastlichen Produkte ein. Sie hat dies« Forderungen auf ihrem Parteitag in Kiel in einem Agrarprogramm niedergelegt. In einer durch ihre gemeinverständliche Dar- stellung und ihr hohes Niveau sehr wertvollen Schrift:«Sozial- demokratisch« Agrarpolitik" liefern die Genossen Hans Krüger und Fritz Baad«— Verlag I. H. W. Dietz— setzt einen ausgezeichneten Kommentar. In dieser Schrift, deren Ver- fasser weit über Parteikresse hinaus als Sachverständige bekannt sind, werden olle aktuellen landwirsschaftlichen Fragen so eingehend und allgemein verständlich behandell, daß man die Schrift trotz ihres ge- ringen Umfanges wohl mit Recht als beste Darstellung der agrar- politischen Problem« der letzten Jahr« bezeichnen kann. Di« groß« Bedeutung der Agrar- und Vauernsragen liegt auf der Hand. Dte Arbeiterschaft muß sich, nicht zuletzt auch mit Rück- ficht aus die kommenden Wahlen, gründlich mit den agrarpolitischen Problemen auseinandersetzen. Dazu ist die Schrift von Baad« und Krüger die beste Handhabe._ wrigley Kaugummi verdient fünfzig Prozent seines Kapital». Im Vierteljahr Juli bis September 1327 hat die amerikanisch« Wrigley-Kaugummi-Gesellschaft in Chikaga, die auch in Frankfurt am Main eine Zweigsabrik unterhast, einen Reingewinn von 2 837 000 Dollar erzielt. Gegenüber einem Gesellschaftskopital von 22,2 Millionen Dollar ergäbe das einen Johresgewinn von etwas mehr als 50 Proz. Die Gesellschaft führt den zunehmenden Absatz wohl nicht mit Unrecht aus ihre riesenhafte Reklame zu- rück Darüber wird mitgeteilt, daß in den letzten fünfzehn Jahren für Reklame nicht weniger als 50 Millionen Dollar oder rund 210 Millionen Mark ausgegeben worden sind. Für das Jahr 1027 wurden S Millionen Dollar allein für Retlame ausgegeben, woraus sich ein Maßstab ergibt, mst welchen Gewinnen die Gesell- schaft arbeiten muß. Goldregen für Bemberg-Beinchen. i4 proz. Remberg-Dividende.- 210000 Mark für den Aufsichtsrat. Wenn die Bemberg-Herren uns auch nicht durch billige Preise für ihre Kunstseide erfreuten, so scheinen ihre Preisausschreibeii für Bilder mit süßen Beinchen doch die Gewinne sehr fett gemacht zu haben So stieg der Umsatz, der für 1925/26 rund 17 Millionen betrug, im letzten Geschäftsjahr auf nicht woniger als 41,5 M U l i o n e n, also um fast 150 Proz. Die Betnebsüber- Ichüs?« erhöhten sich von 6,8 auf 11 Mill. Mark. Die gesamten Unkosten. Steuern und Zinsen sind mit 5,7 Mill. Mark wohl um rund 2 Millionen höher als im letzten Jahr, jedoch steht diese Steigerung in keinem Verhältnis zu dem vermehrten Umsatz. Trotz 24 Mill. Marl Abschreibungen verbleibt mit 3,1 Millionen noch ein Reingewinn in doppelter Höhe des Vorjahres, von dem an die Aktionäre 14 Proz. Dividende gegen 8 Proz. im Vorjahr ge- zahlt werden. An diesen Bombengewinnen nehmen zu einem Viertel auch die Besitzer der jungen Aktien aus der Kapitalerhöhung vom August vorigen Jahres teil, obwohl dies« neuen 12 Millionen bis zum End« des Geschäftsjahres am 30. September noch gar nicht zu arbeiten begonn-n haben. Auch die sieben Herren des Aufsichts- rats erhalten nicht weniger als 210000 M. Tantieme, das ist das Dreifache des letzten Jahres. Die Bembera-Berwaitung hatte im vergangenen Herbst aber ihre Belegschaften ausge- sperrt, well diele sich der Lohnbewcgung der Wuppertalcr Tertll- arbeiter angeschlossen hatten. Angeblich konnte die Verwaltung ihr Lohnkonto nickt höher belasten! Diese 210 000 M. für die sieben Aufsichtsräte, deren Tätigkeit sich in wenigen Sitzungen erschöpft. sind dabei schon der Monatslohn für etwa 1000 Ar- b e i t e r. Di« Bilanz verrät, daß die tatsächlichen Gewinne noch viel höher waren, als die Dividende erkennen läßt. Für Reuerwcrb von Grundstücken und Reuanschaffungen sind rund 10 Millionen auf. gewendet worden, davon für neue Maschinen allein 6,5 Millionen. Da die für die Erweiterung der Anlagen aufgenommen« Anleih« nur 6,2 Mill. Mark betrug, sind also rund 4 MUl. Mark aus laufenden Einnahmen, d. h. aus dem Gewinn genommen, so daß sich damit der Gesamtreingewinn mindestens auf über 7 Millionen erhöht. Trotz der in die Anlagen gesteckten Millionen ist von Geldmangel natürlich keine Rede. Di« gesamten Forde« r u n g e n, in denen auch die aus der Kapitalerhöhung geflossenen, zum Bilonztermin noch nicht verwendeten Gelder verbucht find, werden mst rund 27 Mill. Mark ausgewiesen, während die Der- pslichtungen nur mit 10,2 Mill. Mark erscheinen. Die enorm« Reserve von 10 Millionen(im Vorjahr 100 000 M.) bei einem Kapital von jetzt 28 Millionen, die durch dos Aufgeld auf die jungen Aktien ge» schaffen wurde, zeigt, welch gutes Geschäft die Kapitalcrhöhung nicht allein für die Aktionäre, sondern auch für die Gesellschaft war. Die Hochkonjunktur hat bisher noch in vollem Umfang angehalten, die amerikanische Demberg- Gesellschaft ist auf Monate hinaus ausverkauft, die Umsätze in den Augs» burger und Barmer Werken sind weiter g e st i e g e n und sämtliche Betriebe sind für längere Zeit voll beschäftigt. So der gesprächige Geschäftsbericht. In der die Oeffentlichkeit am meisten interessierenden Frage der Preis er Mäßigungen weiß die Ver- waltung weiterhin trefflich zu schweigen. Großer Kapitalbedarf bei eudwio Cärn«. In einer Aufsichts- ratssitzung der Ludwig Löwe A.-G. in Moabit wurde zur Deckung neuen Kapitalbedarf» die Ausgabe einer Anleihe von. 5 Millionen Mark beschlossen, die mit 7 Proz. verzinst werden soll. Da die aus der Anleihe fließenden neuen Mittel aber den vorhandenen Geldbedarf noch nicht besriedigen. soll im Februar außerdem das L tt i e n k o p i t a l von 15 aus 20 Mill. Mark erhöht werden. Di« jungen Aktien werden zum Kurse von 200 Proz. ausgegeben, so daß der Gesellschaft also mindestens zu- sammen 15 Millionen neue Gelder zufließen werden, die zur Stärkungder Betriebsmittel und Ausdehnung der Ve- teiligungen Verwendung finden sollen. Zu vermuten ist. daß ein Teil der neuen Gelder der endgültigen Finanzierung der Radioproduktion dient, die sich bei Löwe riesenhaft aus- gewachsen hat. Aufträge werden schon seit längerem nur mit größeren Lieferfristen durchgeführt. Offener k-iog im internationale« Oelkapilal. Zivis hen der Standard Oil Eomparnj von New Park und der Royal Shell Eo.. der«nalisch-holländischen Gruppe, herrscht jetzt offener Preiskrieg. Standard Oil hat erNärt, daß es ihr gar nicht einfalle, kein russisches Oel zu kaufen, dessen Verwendung auf dem vorderasiati- scheu Markt ihr nur großen Nutzen bnnae. Die Royal Sliell macht daraufhin bekanirt. daß sie die Standard Oil Co. m jedem Lande bekämpfen werde, in das dies« das„gestohlene russi« schePetroleum" send«. Der Schwindel mit dem gestohlenen Oel sst von Herrn Deterding also doch nickt aufgegeben worden, obwohl er nämlich selbst einmal ein Monopol für dieses gestohlen« Oel haben wollte. Wenigsten« besteht jetzt Klarheit darüber, daß es bei dem moralischen Getue des englifch-holländischen Oel- trusts nur um Konkurrenztämpie geht. Und Herr Deter- ding darf jetzt vor der ganzen Oeffentlichkeit der Welt seine schwere moralische Niederloge als vollendete Tatsache buchen. Heue sieben Millionen aeaen die Ueberschrvemmongen in de« Oderbrüchen will das preußische Stoatsministennm durch einen Gesetzentwurs der wirtlich schwer leidenden dortigen Landwirtschast zur Verfügung stellen. Damit wirb Nosstönden abzuhelfen be- gönnen, die der„Vorwärts" der deusschen Oeffentlichkeit mehrfach mit Nochdruck ins Bewußtsein gerufen hat Hoffentlich wird dabei auch Vorsorg« dafür getroffen, daß die Verwendung der Gelder nicht nur rationell durchgesährt wird, sondern daß anck bei den Deichverwoltungen nach dem Rechten gesehen wird, über deren Vorgehen wir seinerzeit heftige Klagen oerösfent- lichen konnten. Die Lank von Frankreich Hot den Diskont wiederum um ein halbes Prozent auf 3% Proz. ermäßigt, nachdem esst am 29. Dezember«ine Herabsetzung von 5 auf 4 Proz. erfolgt war. Damit ist innerhalb eines Jahres der französische Wechsel« diskont von 6)4 auf 3)4 Proz. ermäßigt worden. Mit der neuen Ermäßigung hat Pari» den niedrigsten Banksatz der großen«uro- päischen Staaten. Weiße Zähne: Chlorodonf Em Urteil von Vielen:«Da ich schon mehrere Jahre zum Putzen meiner Zähne Chlorodont benutze, gestatte ich mir, ihnen mitzuteilen, daß ich, seif ich Chlorodont verwende, schneeweiße Zähne bekommen habe Ich hatte früher Zahnbelag und versuchte mit allen möglichen Mitteln denselben zu beseitigen, was mir mißlang, bis ich Ihre vor züq.iche Zahnpaste Chlorodont kaufte und auch probierte Chlorodont allein führte mich zum Ziel Ich werde heute oft beneidet und gefragt, womit pflegen und putzen Sie Ihre Zähne? Ich kann dann Ihre Zahnpaste Chlorodont weiter empfehlen, daß auch unsere Mitmenschen zu einem guten Resultat kommen, wie ich. Anoet ein Bild, woraus Sie ersehen wollen, daß meine Zähne auch wirklich schneeweiß sind, trotz des Rauchens. Wenn das Bild nicht mehr benötigt wird, bitte idi um Rücksendung.' Berlin-Tempelhof, Chr. R.(Ostginaibriei bei unserem Notar hinterlegt.)— überzeugen Sie sich zuerst durch Kauf einer Tube zu 60 Pfg., große Tube l Mk. Chlorodont Zahnbürsten 1.25 Mk. für Kinder 70 Pf. Chlorodont-Mundwaaser FUscbe 1.25 Mk. Zu haben in allen QUoiodont-Verkaulsetellen. Man verlange nur echt Chlorodont und weise jeden Ersau dafür zurück. Etat 1925 vor dem Reichstag. Oer Reichsfinanzminister ist optimistisch. L«r Reichstag trat heut« um Z UHr nachmittags wieder SiJfotmnen, um die Etatrede Söhler» entgegenzunehmen. Der Reichs- finmizminister warf in seinen Aueführungen zur Begründung des Etats zunächst einen Rückblick auf die Verhältnisse vor einem Jahre. Damals mußt« die Wirtschafts- und Finanzlag« Deutschlands mit großer Sorge erfüllen. Daß dennoch die an das Reich gestellten Anforderungen im Laufe des Jahres 1927 erfüllt werden konnten, liegt on dem nichtvorausfehboren Aufschwungs, den das Wirtschaftsleben genommen hat. Die Produktionsziffern hoben sich fast aus allen Gebieteir. Die Wirtschaft war überraschender. weis« in der Lage, noch und nach fast die gesamten 1,5 Millionen Arbeitslosen in sich auszunehmen. Das Tarislohnnivcau des deutschen Arbesters stieg. Die Zahl der Konlmfe sank. Di« Spar- einsagen stiegen. Ein Jahr guter Konjunktur liegt hinter uns. Es hoste für die Relchssinanzen zroei erfreuliche Ergebnisse. Einmal murden für die Erwerbslosen statt der vorgesehenen 450 Millionen nur 270 Millionen Mark verbraucht. Die zweit« Folge war ein erhebliches Mehraufkonrmen an Steuern und Verbrauchsabgaben: gegenüber dem chaushaltsfoll ein Mehr von über 500 Millionen. An die Länder ist gegemiber der Garantiesumme ein« Mehrüber- Weisung in Hohe von 83 Millionen in diesem Dreivierteljahr erfolgt. Das Gesamtergebnis dürfte fei», daß neben einer recht erheb- lich-n Mehrüberweisung an die Land« dem Reiche ein Mehr- auskommen von nicht unter 500 Millionen verbleibt. Der Mehrertrag wird zum allergrößten Teil durch den Nach- tragshaushalt aufgezehrt werden. In diesem wecden rund 160 Millionen für die Erhöhung der Kriegsbeschädigten- und Beamtenbezüge angefordert, serner 160 Millionen für die Bar- Zahlungen nach dein Kriegsschäden-Schlußgeseß. Dazu kommen Be- träge kür dos Westgrenz- und das Ostpraußenprogrannn, für Um wetien'chäden in Sachsen, Pommern usw. Znsgesamt wird der Ilachtragvhaushalt nicht unter 500 Millionen erfordern, so daß noch 150 bis 180 Millionen Mark an Ersparnissen verbleiben«»erden. Da? Wirtschaft»- und Aufräumungejohr 1927 wird also trog der Mehrbelastungen«inen Ueberschuß etwa in gleicher Lobe erbringen, wie es ihn aus dem Jahre 1926 übernommen hat. Don dem zu erwarben den Uebersckniß sind 160 Millionen in den Etat für 1928 eingestellt worden. Sollt« ein höherer Ueberschuß erzielt werden, so wird der Rest zur Abdeckung des noch immer hohen Anleihe- bÄxms verwandt werden. Der Minister geht zum Etat fnr 1928. dem ersten Etat mit der Rormalbelastung de» Dawes-Plom». über. Man kann ihn neit Recht als Etat der Sparsamkeit bezeichnen. Troß neuer zwangsläufiger Ausgaben ist es gelungen, ihn ohne Steuererhöhung zu balancieren. Der Nettobedarf des Reiches für seine gesamten Derwaltungszwecke, der vor dem Krieg« rund 2.4 Milliarden, im Jahre 1926 rund 2,5 Milliarden betrug, ist in dem neuen Etat aus rund 1.7 Milliarden gesunken. Im außerordentlichen Etat ist erreicht, daß kein« neu« An- leiheermächtigung erforderlich ist. Der Etat für 1928 schließt im Ordlnarium inst 9,356 Milliarden, im Enraordinarium mit 146 Millionen, zusammen mit 9L Milliarden in Einnahm« und Aüegabe ab. Das bedeutet zusammen ein Mehr von 367 Millionen gegenüber dem Vorjahre, also em Mehr, das noch nicht die Erhöhung der Reparatiönslast mit 396 Millionen erreicht. Unter Berückstchti- gniBg des voraussichtlichen Jstergeknnsses des Jahres 1927 wird die Gefamtaurgabe de» Zahres 1928 sogar rund 100 Millionen niedriger sein. Do« Steuerauskonnnen ist aegenüber dem Soll von 1927 um 942 Millionen höher geschaßt Diese zunöchst erschreckend« Löber- schäßiing pewmnt«in andere» Aussehen, wenn man berücksichtigt. daß da» tatsächliche Arstkommen von 1927 allein ein Nettomehr von wenigsten« 500 Millionen für das Reich ergeben wird. Di« Schaßimg des Steueraufkommens wird bedingt durch die Beurtei- limg der wirtschaftlichen Lag«. Die Koniunktur scheint ihre Löhe erreicht zu haben, es liegen aber kaine Anzeichen dafür vor, daß sich ein erheblicher Rückschlag»der gar eine Krise yor. bereite. Mit Rücksicht auf die Zollsenkungsattion ist das Zollaufkommen des Jahre» 1928 um 150 Millionen niedriger ein- aeseßt worden. Cm besonders schwieriges Kapitel bildet besonders die wachsend« Verfchulduno der Landwirtschaft. Die Regierilng hält eine baldig« Lösimg dieser außerordentlich fchwi engen Lage für erforderlich. Die Einkommen- und Sörperichaflssteuer« werden zusammen aus 3450 Millionen oeschSbl, 430 Millionen mehr a!» da» Soll de« Zahre» 1927. Don diesem Mehr enlsave« 100 Millionen auf die Lohnst eu.n. B«j der Leraufseßung der SchSßung der Umsaßsteuer mch 1050 Millionen, 150 Millionen mehr als das Soll von 1927, ist zu berücksichtiaen, haß durch den Uebergang zu den Vierteljahres- zahlunoen im Jahre 1927 die Umsäße zweier Monat« ausfallen. Da» bedeutet für 1928 einen Mehrertrag van über 1ö0 Millionen. Der Minist«? ging dann auf die einzelnen indirekten Steuern ein. deren Ertrag im alloemeinen nach dem Jsteraebnis des Jahres 1927 aejchäßt worden ist. Der ans 1926 und 1927 über- nommen« Anleihebedarf sei der dunkelst« Punkt in der Etat- und Finanzlage de« Reiches. Der Kurs der im Frübiahr 1927 begebenen Reichsanleihe hol»« fostgsleßt gestüßt werden müssen. um nicht zu stark abzusinken. Der Kassrnbestand, der Eiche 1924 noch eine Milliarde betrug, werde Ende 1928 nur noch 300 Millionen betragen. Im Laus« de« Jahres 1928 würden die für Zweck« des Extraordiimriums verausgabten Kasiemnittel ersetzt werden müssen. Ob der Anleihemarkt die Begebung von Reichsanleihen 1928 zulassen werde, steh« noch nickt fest, unter allen Umständen werde man aber der deutschen Wirtschaft und der Reichsbahn- gef ellsckaft als Kreditsuchenden den Vorrang lasten wüsten. Der Minister erklärte dann, er halte es für richtig, die Aus- gaben, die Werte für die Zukunft schassen, nicht aus Steuern und Abgaben zu bestreiten, sondern auf Anleihe zu übernehmen. Dieser Grundsatz müste aber seine Grenze in der Aufnahmefähigkeit dos inländischen Markte» finden. Im außerordentlichen Etat Hab« sich eine Kürzung der Ausgaben um mehr als zwei Drittel erreichen lasten. Im ordentlichen Etat sei das nicht möglich gemesen. weil dopt die Ausgaben.zum größten Teil zwangsläufig feien. Die Reichsreaierung wolle nur solche Auslands- gnleiben begünstigen, die unaufschiebbar sind und produktiven Zwecken dienen. Der ReichSfinan.zininister erinnerte dann an die Andeutung des Reparationsagenten, daß erwogen werden müsse, die deutschen Reparationsverpslicktungen endgültig zu regeln auf absoluter Basis und ohne Kontrolle von außen. Dazu erklärte er: Eine ungelöste Revaralionsfrag« ist das Gruadübel, an dam nicht nur da» deutsche Volk, sondern auch die andere« in die Melkwirtschaft eiageordneke« Völker leiden. Zed« Lösung der Revaralionsfrag«. die sich mit den wirtschaktlicheo Gesetzen in Widerspruch fehl, ist zum Mißlingen verurteilt. Der Minister erörtert« dann als ein«>cr zwangsläufigen Ans- gaben die Aufwendungen für die Sozialpolitik. Das Gesamt- auskommen an Beiträgen und Zuschüssen habe 1927 hierfür 3,5 Milliarden erreicht gegen annähernd 1,4 Milliarden im Jahre 1913. Da im Jahre 1929 die Reparatiönslast um weitere 300 Millionen steigt, sogt der Minister eine Verschlechterung des Lausholts für 1929 voraus. Zur Deckung komm« aber eine Erhöhung der Steuersätze in keiner Weise in Frage, von besonderer Bedeutung werde es sein, ob durch eine umfassende Umoraanlsalion der Verwaltung des Reiches wesentliche Erivarnisse erzieli werden können. Nicht nur die Rücksicht aus di« Wirtschaft, sondern auch di« Derhältnisse des Reiches selbst müßten mit unerbittlichem Zwang dazu sühnen, in der Frage der großen Reform auf dem Gebiete des Verhältnisses zwischen Reich und Ländern und einer Reform der öffentlichen Verwaltung zur Tat zu konmen. Das Reich will mit der Zusammenlegung von Behörden vorangehen. In erster Linie solle« die kleinen Landesstnanz- und Finanzämter. Oberpostdireklioaen. hauptversorgunasämler usw. ausgehoben werden. In oerschiedenen deutschen Ländern soll die Zahl der Finanzämter verringert werden. Der Vereinfachung der Derwal- tung dient auch die aus Wunsch der Länder eingeleitet« llebernahme der Landessteuerverwaltung einzelner Länder ans da« Reich. Dielen Gedanken dienen auch die neuen Vorschläge, die die Reichsregierung demnächst dem Reichsrot wegen der Errichtung eines Reichs- verwallungsgerichts unterbreiten will. Nach der Ministerrede wird um 17 Uhr di« Weitelberatung auf Freitag, 14 Uhr, vertagt. Hengst oder Motor? Pferdedebatte im Landtag. Der Landtag führte am Donnerstag zunächst die Einzel- beratung der einzelnen Titel des Forstetats zu End«. Das Laus weist den angefochtenen Titel(70 000 M. für Neubauten der Ober- förstereien) an den Hauptaussclzuß zurück. Die Abstimmungen finden am Freitag statt. Es folgt die zweite Lesung des Gestütsetat«. Bericht- erstatter Abg. von Plehwe(Dnatl.f. Abg. Dr. Lösch(Dnatl.) setzt sich für die Lebung der Pferde- zucht im Interesse der Landwirtschaft ein. Die Motortraft habe sich in der Landwirtschaft nicht bewährt.(!) Abg. Roeingh(Z.); Die Förderung der Pferdezucht ist deshalb nötig, weil die Motorkraft die Pferdekraft nicht ersetzen kann. Amerika, wohl das Land des größten technischen Fortschrittes, hat insgesamt noch 26 Millionen Pferde. Das ist ein Beweis für die größere Wirtschaftlichkeit des Pferdes gegenüber dem Lastkraftwagen. Landwirtschaftsminister Dr. Steiger: Ein weiterer Abbau der Lengstzahl ist undurchführbar. Wir sind bereit, die Anschaffung von Privathenqsten durch Gewährung von Darlehen weiter zu unter- stützen. In der Großstadt behauptet das Pferd noch seinen Platz.(?) In der Landwirtschast wird der Motor das Pferd nicht verdrängen. Es darf nidjt heißen: Motor oder Pferd, sondern: Motor und Pferd! Abg. kellertnaon(Komm.): Die Verwendung der Rennwett- steuer für Staatspreise ist ein unerhörter Skandal. Abg. Flügel(Wirtsch. Dgg.): Der Motor wird das Pferd nicht verdrängen. Die private Pferdezucht muß vom Staat« mehr unter, stützt werden. Vor allem verlangen wir ausreichenden Zoll- schütz, der auch den Bauern zugute kommt. Abg. Pekers-Lochdonn(Soz.): Wir wünschen Auskunft darüber, wie hoch die Zahl der Stuten an kaltem und an warmem Blute ist. die in den den staallichen Gestüten gedeckt worden sind. Wir sind der Zluffassung, daß auch in mittleren und kleineren landwirtschast« lichen Betrieben der Motor das Pferd mehr und mebr verdränge-» wird. Damit behaupten wir keineswegs, daß das Pferd für die Landwirtschast seine Bedeutung verloren hat. Gegen den Lochschutzzoll für Pferde wenden wir uns mit größter Entschiedenheit. Wir kommen ohne Pferdeeinfuhr einfach nicht aus: allein im Vorjahrs sind 27 000 Stück eingeführt worden. Auf meine Anfrag« hat die Schultheiß-Patzenhofer Brauerei erklärt, daß sie aus dem Ausland die schweren Arbeitspferde so lange beziehen muß, als im Inland ein gleichwertiges Gebrauchspferd nicht gezüchtet ist. Für Rennpferde hat meine Fraktion nichts übrig. Für die Züchtung kräftiger Gebrauchspferde werden wir gerne Mittel bereitstellen. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Skendel(D. Vp.): Die Motorisierung der Land- Wirtschaft ist noch nicht so weit vorgeschritten, daß die Pferde- zucht abgebaut werden kann. Abg. wachhorst de Wenk«(Dem.): Das Pferd wird auch in Zukunft für den landwirtschaftlichen Betrieb unentbehrlich sein. Aber auch die Motorisierung hat zweifellos Fortschritt« gemocht. Der Bedarf an Gebrauchspserden ist dadurch erwiesen, daß die Einfuhr sich im letzten Jahre verdoppelt hat. Abg. Frau wohlgemulh(Soz.): Die technische Entwicklung wird auch dem Motor in der Landwirtschaft Geltung verschaffen. Trotz- dem wird natürlich die Züchtung eines gesunden Arbeits- pferdes betrieben werden muffen. Wir wünschen, daß in Trakehnen nicht ausschließlich Warmblut, sondern für die Bauern brauchbare schwere Zlrbeitspferde gezogen werden. Leider ist unser Antrag, von den 9 Million«st der Rennwett st euer, die für Staatspreise bei privaten Rennen ausgesetzt sind, drei Millionen abzustreichen, abgelehnt worden im Ausschuß. Die G e st ü t s- b e a m t e n dürfen nicht mehr ouf Nebenverdienst angewiesen sein, sondern sie sollen von vornherein so entlohnt werden, daß sie menschenwürdig leben können. Landwirtschaftliche Ar- beiter auf den staatlichen Gestüten, die nach dreißigjähriger Dienstzeit im Alter von 70 Iahren arbeitsunfähig wurden, bekommen jetzt sage und schreibe 8 M. monatliche Unterstützung.(Lört. hört! bei den Sozialdemokraten.) Besondere Aufmerksamkeit muß auch den Wohnungsverhältnissen der Landorbeiter auf den Gestüten zu- gewendet werden. Die Anstellung der Gestütsanwärter fordert zur Kritik heraus. Wir haben festgestellt, daß es hier nicht nach der Reihe oder nach der Befähigung geht, sondern nach der M i t g l i e d- schaft im Stahlhelm.(Lört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Henkel(Z.) hält den Optimismus der Linksparteien be- züglich einer roschen Motorisierung der Landwirtschaft für unbe- gründet. Abg. Kasper(Komm.) kritisiert die Zustände im Buchmacher- geworbe. die sich in verhältnismäßig kurzer Zeit zu einem Herd der Korruption entwickelt hätten. Die Buchmacher hätten sich dagegen gewehrt, ihre Pfründe zu verlieren, indem weiter« selbständige Buch- inacherkonzessionen an ihre Gehilfen erteilt werden. Besonder» hätte» di« Zentrumsabgeordneten Blank und Tettscheid in unzulässiger Weise durch ihre Verbindungen im Landwirtschaft»- Ministerium Buchmacherkonzessionen besorgt. Di« SPD. stütze diese Eliquenwirischaft. Landwirtschaftsminister Dr. Steiger: Ich weise den Vorwurf, daß Beamte des Mimsterium» in der Buchmacherangelegenheft im- zulässig gehandelt hätten, mit Entschiedenheit zurück und verweis« auf meine Erklärung, die ich seinerzeft abgegeben Hab«. Abg. Teitscheid(Z.): Ich gehe nicht sachlich auf die Ausführun- gen des Abg. Kasper sin. Wegen der gegen mich in der Presse erhobenen Vorwürfe Hobe ich Strasantrag gestellt. Schluß der allgemeinen Aussprach«. Nach der Einzelberastnig vertagt sich das Laus auf Freftag 12 Uhr. Vtefeadimzen fBr»tele Stoliii sind Bttlia SB«. 8ittieaftto6« 3. parteinachn'chienjW�fürGroß-Verün stet» ob da»®«|tel»ietr«toria* 2. Hof, S S«v. recht», ja richte». X Brei» Tieraarte». Ter Bursu? i« Arbeiter» M-ungssKute tonnte am Montaq leibet nicht beginnen, ba UNS dos voegesebene Finuner im Bezirksamt nicht zur Verfügung fteitb. Der Bursus„Sit Bnlturyolitik der Eozialdemokratie", Lehrer Senssse Erwin Marquardt, b am Msntag, 23. Januar, Uhr, im Lokal r>«n" Zahlreicher Besuch wird erwartet. nnt nun bestimmt Putlitzftr. 10. 2. Brei» Wcdding. Heute, Freitag, 2«. Januar, 2» Uhr, iat Patzen- W ig hofer Ausschank, Shanfleefte. M, Breisu-italiederse-Iamwlung.«ortrag:- �„Sie tommendc» Wahlen und die»irtschaftspslitische Lage."»eserent k=f «rtnr Erispien, M. d. R. Alle Senosfiuue» und Senoffen de» Breite« fij missen erscheinen. *. Brei, Brenzberg. Bezirtenersrdnrienlraktion! Die fir den Stadwerord. neten Braun für Sonnabend, 21. Januar, vorgesehene Veranssaltung findet nicht statt. 7. Brei, Eharlottenbnrg. Ingendtemmissten: Sonnabend, A. Januar, Uhr. im Jugendheim Äofmcnstr. i, Sitzung. Jede Abteilung mutz vertreten sein. 8. Brei» Spandau. Unser« Denvsfinnen und Senollen, di« Mitglieder de» Verbandes fir Freidenkertum und Feuerbestattung sind, werden zu einer Bersammlnng heute, Freitag, A). Januar. 20 Uhr. nach dem Turmzimmer des Batskeller» eingeladen. Aeutzeest wichtige Tagesordnung. Bein Mit. glied darf fehlen. Auch dir SicmeusstSdter Genossen miiflen daran teil. nehmen. Ser Breisvorstanb. ». Brei« Wilmersdors. Abteilungsleiter: Sie Handzettel und Plakate ft!r den SeoublikanisS'en Abend sind heute, Freitag, nachmittag», von Bes'tz. Holstein-sche Str. 60. abzuholen.___... 18. Brei» Tempelhof. Sonnabend, A. Januar, 2V Uhr, Frakteonsfitzung. Torffir. 42. 2». Brei, SteiniSendors. Sonntag, 22. Januar. 17 Uhr, in der Aula der Grün. thaler Str. 8, Filmvorssthrung:„Sie Binderrepubli? Seekamv. Eintritt SO Pf. Einlaß 16r pünktlich. P:. liederversaminlung der Partei. Erscheinen aller Mit. Gruppe Weddlng.Gesnndbrnnnen: Heute, Freitag. 19H ------*' rniiti-■'''-••- }:i beziehen. Deut«cher«sxeranto.Bnrd. vrt»->ennve B-rlln. Freitag. 20 Januae, 20 Ilbr, Bonfc'tarei Dobrin. Hackescher Mark»: vebunqsabend Gäste willkommen. Berssne« GetelllGalt fK« öffentllck» G«f>endheit»»slege, e. B. Sitznn» rt-- meinsam mit der t>erär,t7ichen Gesellschaft Dienstag, 24. Iammr, im Hngteni. schon Institut, Dnrothoenftr. 20». I Freitag 2Ö. Januar 1925 Unterhaltung unö �Vissen Beilage des Vorwärts Alarm. Erzählung vo«£*o Tolstoi. 3M« im Z-lhrk 1S58 sei'djcltScnt, ob« etil not kurzem aus dem Nachlaß Tolstois verSffeotNchtr Erzöbluvg pestürt zu der sogcnonotrn .!sch«n Periode� d« Sriesserzählungcn des Dichters uob ent. bäü Erinnerungen uni Eindrücke aus der Zeit seines Aufenthaltes im Kaukasus. Im Jahre shhA verbrachte Ich einiflc Tage in der Festung Tlchachgiri, einem b«? malerischsten und unruhigsten Vrte des Kau- kasus. Am Tage nach meiner Antunlt saßen wir. ich und ein Bc- kannter, bei dem ich abgestiegen war. vor Anbruch des Abends auf der Raftribank vor seiner Erdhütte und warteten auf den Tee. niaupt-nann N.. den wir beide gut kannten, trat zu uns. Es war Sommer: die Hitze hatte nachgelassen; weiße Sommer- wölken verstreuten sich am Horizont, die Berge waren deutlicher zu sehen, und die Schwalben schätzen vergnügt durch die Lust. •fto« Kirschbäume und ein paar einförmige Sonnenblumen standen regungslos vor uns und warfen ihr« langen Schatten auf den Weg. Das Zwei-Ellen-Gärtchen hatte etwas so Stilles und Trauliches. Plötzlich ertönte das ferne Dröhnen eines Kanonenschusses. „Was war das?" fragte ich. ..Ich weih nicht. Ich glaub«, es kam vom Wachturm,' antwortete mein Bekannter;„ob es nicht gar Alarm bedeutet?' Irgendein Kösok galoppierte aus der Straße vorüber, ein Sol- dat lies, mit seinen großen Stiefeln stapfend, den Weg entlorig, im Nachbarhaus hörte man Lärm und Sprechen. Wir traten an den Zaun.„Was ist denn?' fragten wir einen Offiziersburschen, der in gestreiften, nur durch ein einziges Trägerdand gehaltenen Hosen, sich den Rücken kratzend, die Straße hinunterlief. „Alarm!" antwortete er, ohne holt zu machs-l,„Ich suche den gnädigen Herrn." Hauptmann N. griff hastig noch seiner Lammsellmütze und lies, sich den Rock zuknöpfend, nach Hause. Seme Kompanie hatte Wachdienst. Ein zweiter und dritter Schuß ertönte vom Turme her. „Lassen Sie uns auf den Hang hinaufgehen und Umschau hal- ten! Sicher hat«» an der Pferdctränke irgend etwas gegeben,' sagte zu mir mein Bekannter.„Laß den Samowar nicht ausgehen.' fügte er dam. zu seinem Burschen gewandt, hinzu,„wir kommen gleich wieder." Durch die Straßen eilten Leute: bald ein Kosak, bald ein be» rittener Offizier, bald ein Soldat mit dem Gewehr in der einen und dem Waffenrock in der anderen Hand. Erschreckte Juden« und Weiberfratzen zeigten sich an den Haustoren, in geöffneten Türen und Fenstern. Alle? war tn Bewegung.„Wo ist der Alarm, liebe Brüder? Wo?' wiederholt» ein« außer Atem g«- raten« Stimme.„Jenseits der Brücke Herfen sie uns die Antirellie- Vierde fort.' antwortete eine andere Stimm«,„eine so riesengroße Partie, lieb« Brüder, daß es ein Jammer ist!"—„Ach. du lieber Gott! Wenn sie erst in die Festuno einfallen, ai-ajai-jai-jai!" sagte mit weinersicher Stimm« irgendein Weib.„Wie wär's denn, hättet ihr nicht vielleicht Lust, in Schomlls Harem eickführt zu werden?' erwidert« ihr jminfcrtd ein junger Soldat in blauen Pumphosen und schief im Racken sitzender Fellmütze. Kaum hatten wir uns dem Hang genähert, als uns auch schon die wachhabend« Kompanie einholt«, die mit umgehängtem Kautel- tonister und vorgshaltentin Gewehr bergauf lies. Der Kompame- führet, Hauptmann 9t, ritt vorneweg. „Psotr Iwanowitsch!' rief ihm mein Bekannter zu.„gebt es ihnen ordenllich!' Aber 9t blickte sich nicht nach uns um: mit besorgt« Miene blickt« er nach vorn, und seine Augen glänzten mehr ole gewöhnlich. Am End« der Kompanie schrit der Feldscher mit seinem ledernen Derbandzeugbeutel und wurde«in« Bahre getragen. Ich verstand den Gesichtsausdruck des Kompanieführer,. Es ist erquickend, einen Menschen zu sehen, der dem Tod« mittig ms Aug« blickt; hier aber sind Hunderte von Menschen jede Stund«, jede Äinitte bereit, ihn nicht nur furchtlos, sondern— was viel wichtiger ist■— ohne Prahlerei, ohne den Wunsch, sich zu be- täitben, ruhig aus sich zu nehmen, und gehen ihm schlicht entgegen. M« die Kompanie schon aus halber Höhe angelangt war. näherte sich ein blatternarbiger Soldat mit braungebranntem Ge- ficht, weißem Nacken und einem Ring im Ohr, ganz außer Atem. im Laufschritt dem Hang. In der einen Hand trug er das Ge- wehr, mit der anderen hielt er den Beuteltornister. Als er uns eingeholt hatte, stolperte er und fiel. In d« Meng« erklang Ge- lachtet. „Obacht, Antonytfch! Fallen ist kein gutes Borzeichen!' sagte der Spaßmacher tn blauen Hosen. Der Soldat blieb stehen; sein müdes, besorgtes Gesicht nahm plötzlich den Ausdruck heftigster Lerörgertheit und Strenge an. „Wenn du doch nicht so ein Dummkopf wärest, aber du bist so der größte Esel," sagt« a mit Berochtung,„denkbar blöd' bist du. da» ist es eben!" Und er stürzte davon, um die Kompanie ein- zuholen. Es war ein stiller und klarer Abend, Wolken krochen wie immer durch dl« Schluchten, aber der Himmel war rein; zwei schwarze Adler zogen hoch oben ihre gleitenden Kreise. Jenseits vom silbernen Bande de» Flusses Argun war deutlich ein ein» sanier, aus ZiepAn errichteter Turm zu sehen— unser einziger Besitz in Groß-Tschetschno"). In einig« Entfernung von ihm trieb ein Trupp beritten« Tschotschenzen die entführten Pferd« dos stelle Us« hinauf und wechselt« Schüsse mit den Soldaten, die sich in dem Wachturm befanden. AI» die Kompanie die Brücke im Laufschritt passiert hotte, warm die Tschetschenzen schon weit üb« einen Gewehrschuh von ihr entfernt, aber trotzdem wurde inmitten der unseren ein 9iauch- wölkckxm, ein zweites, ein drittes und plötzlich Lauffeu« längs der ganzen Kompamefront sichtbar. Der Schall dieses Geknatters von Schüssen gelangte zur allgemeinen Freud« der Zufchauermenge in einigen Sekunden bis zu uns. „Da, da! Seht, wie sie rennen! Sie rennen, st« rennen? Sie kneifen aus!"«Sang Lochen und Beifall in der Menge.„Wenn man also sie so zu sagen von den Bergen abschnitt«, so gäbe es für sie kein Entwischen!" sagte der Spaßvogel in blauen Hosen, d« durch sein Gerede die Aufmerksamkeit aller Zuschauer aus sich Unfts lSchkuß strfgtH Wilhelm Schäfer. Zum 6V. Geburtstag des Dichters am 20. Januar. Wilhelm Schäfer, der Philosoph unter den rheinischen Dichtern. fit erst aus Umwegen zur Entdeckung seiner dichterischen Begabung gekommen. Ursprünglich von seinem Voter für die theologische Laufbahn bestimmt, besuchte er die Schule tn Düsseldorf, bis ein körperliches Leiden dem schwächlichen Knaben unmöglich machte, täglich den langen Weg von seinem Wohnort Gerresheim nach Düsseldorf zurückzulegen. Obwohl der Knabe schon frühzeitig ein ausfallendes Zeichentalent belaß, schlug ihm sein Vater rundweg seine Bitte ab, Maler werden zu dürfen. Kurzerhand beschloh der Voter, daß sein Sohn sich dem Lehrerbcruf widmen sollte, und so wurde der Jüngling zunächst für fünf Jahre in eine Präparandenonstalt ge- steckt, um dann auf dem Seminar zu Mettmann seine Ausbildung zu beenden. Wie der Dichter selbst erzählt, hat er seine Lehrer durch Unbotmäßigkeit und Faulheit stets gereizt, und oft genug bestand für Ihn die Gefahr, von der Anstalt verwiesen zu werden. Endlich war die schwere Zeit der Ausbildung überstanden, und der neugebacken« Lehrer wurde zunächst in Vohwinkel, spater in Elberfeld angestellt, wo er fast sieben Jahre oerblieb. Hier fand« in einem Kollegen einen Gesinnungsverwondten, und gemeinsam mit diesem beschäftigte « sich mit der modernen Literatur, wobei er sich für den jungen Gerhart Hauptmann, besonders aber für Björnson begeistert«. Durch dessen„Bauerngeschichten' angeregt, beschloß Schäfer, sich fchrist- stellerisch zu betätigen, und bald hatte er ein kleines Bändchen Bauerngeschichten geschrieben, das er„Mannsleut" nannte. Einige dies« Geschichten wurden in einer Hamburg« Zeitschrist veröffent- licht, was dem Anfänger den Mut gab, ei» Theaterstück zu schreiben, das in Merfeld aufgeführt, aber gleich darauf verboten wurde. Durch einen Beitrag in der Berliner Zeitfchrift„Pan' wurde Richard Dehmef auf Schäfer aufmerksam und nahm sich des aufstrebenden Talents an. Im Jahre 1896 erbot sich ein Verlag, d« in den fungen Lehrer große Hoffnungen setzte, Schäfer ein beträchtliches Iahresgeholt zu zahlen: dafür erhielt dies« Vertag das Recht, alle künftigen Werke Schäfers zu drucken. Run gab der junge Dichter den verhaßten B«uf auf und ging zunächst nach der Schweiz und späterhin auf einige Monate nach Paris. Als ober der Berlag, der plötzlich an der dichterischen Zukunft seines Schützlings zweifelte, sei»« Zahlungen einstellte, siedelte Schäfer nach Berlin über, um sein Brot als sreier Schriftsteller zu verdienen. Aber auch hier hielt es ihn nicht lange.« sehnte sich nach seiner rheinischen Heimat denn er sah seine Lebensaufgabe in der Zusoinnu'iisassung der geistigen und künstlerischen Kräfte der Rheinland«. Als in Düsseldorf eine neue Kunstzeitschrist.Wie Rheinlmide" gegründet wurde, übernahm er die Leitung, und bald daraus gründete er den„D«band der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein'. All diese Dinge nahmen ihn so stark in Anspruch, daß er ein« vieffähng« Pause in seinem künstlerischen Schassen«intreten lassen mußte. Erst im Jahre 1908 gab er ein kleines Anekdoten- bändchen heraus, und sein Buch»Wreiunddrcißig Anekdoten' brachte ihm einen weiteren Leserkreis. Im Jahre 1912 schrieb« da? „«tausscrbuch'. Aussehen erregte aber erst sein Buch üb« Pestaloz.z!, das 1915 erschien und den Titel„fiebenstog eines Menschenfreundes' trug. Der Verlauf des Krieges, den Schäfer von Ansang an als grenzenloses Unglück betrachtet hatte, wirkte so lähmend aus den Dichter, daß«r lomie Zeit nichts zu schaffen vermochte. Als er dann mit einem neuen Werk cm die Oefsentlichkeit trat, versuchte er durch seine„Dreizehn Büch« der deutsche» Seele', dem besiegten Volk Trotz und Hoffnungen zu, zusprechen. Auch in den kommenden Lebensjahren will der Dichter, wie er immer wieber betont, in feinen Werken ein Ziel zu erreichen suchen, dessen Verwirklichung ihm als schönster Abschluß verschwebt: die Erziehung des deutschen Volkes zur wahren Volksgemeinschaft, die viel Liebe und Opferbercitschuft, ab« auch Verständnis für den politischen Gegner fordert. Di«..«rwerfliche" Straßenbeleuchtung. In der„ftirfnischm Zeitung' stand im Jahre 1819 einmal folgende Kampfrede über die Einführung der nächtlichen Straßenbeleuchtung:„Jede Straßenbeleuchtung ist verwerflich: 1. aus theologischen Gründen, als Eingriff in die Ordnung Gottes. Nach dieser ist die Nacht zur Finsternis ein- gesetzt, die nur zu gewissen Zeiten vom Mondlichi unterbrochen wird. Dagegen dürfen wir uns nicht auflehnen, den Weltplon nicht hoi- mefftcrn, die Nacht nicht in den Tag oerkehren wollen. 2. Aus medi- zintschen Gründen: das nächtliche Verweilen auf deu Straßen wird den Leuten leicht« und bequemer gemacht und legt zu Schnupfen, Husten und Heiserkeit den Grund. 3. Aus philosophischen Gründen: die Sittlichkeit wird durch die Gasbeleuchtung verschlimmert. Die künstliche Helle»«scheucht in den Gemütern das Graue» vor der Finsternis, das die Schwachen vor manch« Sünde abhält.' Elektrisch geheizte Handschuhe. Der englische Gelehrte Prof. Low lzat elektrisch geheizte Handschuhe erfunden, die für Autofahrer ganz besonders geeignet sind. Elektrische Heizelemente besonderer Art sind aus dem Rücken des Handschuhs angebracht und mittels einer Klappe oerdeckt. Die Elemente werden auf sein« Gaze mit Druckknöpsen befestigt und in Stellung gehalten. Die Art des Handschuhs sorgt für ausreichend« Belüftung. Der elektrische Strom wird von der Batt«ie des Wagens geliefert. Die Zufuhrung erfolgt üb« einen Steckkontakt hinter dem Fahrzeuglenker. Die Anschlußleitung laust üb« den Halskragen und durch den Aermel bis zu den Handschuhen. Im Lande des weißen Adlers. Eindrücke in der einstigen deutscheu Ostmark. uJ Für den, der den heutigen P o Itu gebiete» s«in« politische Ausmertsamkeit zu»in«r Zeit zuwendete, als diese noch nicht ein neu«? selbständige» sestgeformle» Staatswesen darstellten, ist e« von besonb«vent Reiz, sich ab und zu die Gegenwartsdinge an Ort und Stell« anzusehen. Bei solch« Gelegenheit pflegt man dann leicht und gern Vergleiche zu ziehen zwischen dem, was war und dem, was wurde. liebe rflüssiges Beginnen wäre«s, wollte man durch umfangreiche Beweisführung versuchen, darzulegen, daß die in einem großen Teil der bürgerlichen Preffc noch immer anzutreffende anzügliche Redensart von der„polnischen Wirtschaft' nichts weiter als ein auf Naivität oder Böswilligkeit beruhender fauler Zauber fft Da» gleiche gilt von der auf ähnlichen Eigenschaften basieren- den. besonders den Lesern rechtsstehender Zeitungen ab und zu suggerierten Behauptung, der neue Polenstaat sei ja doch nur eine Frage der Zelt, eine vorübergehende Erscheinung, daher, na, usw. Ein Besuch im Lande selbst überzeugt davon, daß in wirt- s ch a f t l i ch e r Hinsicht Polen gegenüber den Dingen von vor zwei Iahren ganz erhebliche Fortschritte gemacht hat. Die M«ngen von Arbeltslosen, die man beispielsweise damals in der Stadt Posen antreffen kannte, sind heute längst nicht mehr in jenem Ausmaß vorhanden. Was um so mehr besagen will, als doch in- zwischen große Teile der damals tm französischen und belgischen Aufbaugebiet beschästigten polnischen Arbeiter wieder in die Heimat zurückgfflutet sind. Die Zusammenbrüche von Wirtschasts- Unternehmungen sind seit etwa Jahresfrist zum Stillstand gekommen und auch tm Bankwesen macht sich die Gesundung sehr merklich kund. Die Posener Filiale der Deutschen Disconto-Gesellschaft macht sehr gute Geschäfte mit den privaten polnischen Wirtschastsfattoren. Und dies trotz alle» Nationalitätenhaders, der allerdings an Ort und Stelle längst nicht in d«m Maße vorhanden ist, wie man als Un- eingeweihter auf Grund einer gewissen deutschen Zeitungsbericht- «rstattung leicht annehmen könnte. Die polnische Geldeinheit, der Zloty, steht sveilich nicht gut. Ein Zloty ist gegenwärtig etwa fünsundvierzig deutsche Pfennige. Indes ist es nicht unwahrscheinlich, daß hierin, nachdem das am«itamsch« Betriebskapital«st in die verschiedenen Wirtschostskanäle hinein- geflossen ist,«ine Besserung eintritt Der Verdienst, besonders des Lohnarbeiters, ist nach Lage der Dinge auch kein günstiger. Jedoch ist, am Worenoergleich gemessen, die Lebenshaltung zumindest in den ehemals deutschen Ostgebieten auch etwas billiger als bei uns in Deutschland. Dos Wohl und Wehe der einstigen deutschen Gebiete inter- essiert bei un« nicht in letzter Linie. Da verdient es Beachtung, daß man gerade im Posenfchen stark bemüht ist, die wirtschaftlichen Hände zu regen und noch neuen Berdienstmöglichkeiten Um- und Ausschau zu haltein Die neueingerichtete Posener Messe findet nicht nur im eigenen Lande olljährlich starke Beachtung, auch das in Frage kommende Ausland zeigte sich im letzten Jahre an dies« Messe interessiert Der Erfolg ermunterte sogar die Posener Be- Hörden, für da» Jahr 1929(anläßlich des dann zehnjährigen Be- stehens der polnischen Republik) ein« Weltausstellung ins Auge zu fassen. Gewiß haben seinerzeit, in den Tagen der Erhebung unter Ptlsudski, die durch mehr als vier Jahr« Krieg erhitzten Bilderstürmer die angeblichen Symbole des Deutschtums, nämlich die verschiedenen Hohenzollern- und Bismarck-Dcntmäler, radikal um- gekippt Man spannt« vi« Pserd« vor die Stein- und Bronze» figurea und riß sie unter der Anteilnchm« der polnisch fühlenden Bevölkerung von ihren Sockeln. Doch fft nirgend» heute eine Lücke I W verzeichne» Uederall schöne Anlagen, gärtnerisch gepflegter l Blumenschmuck, sauber« Plätze und saubere Straße» Nirgends«in Nachteil gegenüber früher. Durch dieses und jenes Dorf ging ich, am längsten blieb ich tn Posen, der Hauptstadt dor Woiwodschaft. Und mit Freuden erkannte ich. daß zwar durchweg a l l e s PL l o n i- fiert ist. daß jedoch die von preußischer Seite in Jahrzehnte» ins Land gebrachte Kultur von den neuen Herren durchaus hochgeschätzt und gepflegt wird. Zwei beachtenswerte Faktoren kultureller Art in d« Stadt Posen(heut« Poznan), sind die Universität und die vor sechsund- zwanzig Jahren unter großem Kostenouswand geschaffene st a o t- tichc Büch ereu In der Universität herrscht reges Leben. Viertausend Studenten sitzen hi« in den Hörsälen. Sie stammen zu- meist aus den kleinen Orten d« Woiwodschaft und aus Posen selbst. Vom Gymnasium her bringen diese jungen Leute die deutsche Sprache mit; eine Sache, von der in den Volksschulen frei- lich leid« nur noch wenig übrig geblieben ist. Durch die weiten Räume der Bücherei führte mich eine der polnischen Bibliothek- beamtinne» Mit Stolz zeigte sie, wie gewissenhaft und hochschätzend all«» verwaltet würde. Kein deutsches Buch ist verschwunden, nur viele polnische Bücher sind hinzugekommen. Im Zeiffchriftensaol liegen neben polnischen und ausländischen auch etwa zwei Dutzend deutsche Zeitschriften wissenschaftlichen Charak- ter» aus, in der Hauptsache gedacht für das Studium der jungen Leute von der Unwersität. Di« deutsche Presse und die pomphafte„Kaiserpsalz?" Von der«steren ist wenig übrig geblieben. Ein Blatt existiert noch, just da», das mit d« Masse früher am wenigstens verbünde:» war. Sein Leserkreis ist sehr eng. Die liberalen, vor dem Kriege 40 000 Bezieher zählenden„Posener vleuestc Nachrichten" haben vor Jahres- frist ihre Tor« endgültig schließen müssen. Die deutschen Lescrschichte» sind aus bekannten Ursachen sehr zusammengeschmolzen und das Feld beherrscht heute dt« polnische Presse. Durch die Kaiser- pfalz ging ich auf Filzpantoffeln, der teuren Parketffußböden wegen. Im Hochparte«« steht hier noch die alte wilhelminische Ein- richtung. Unberührt, Möbel, Bild«, Dekorationen. Aus den oberen Räumen wurde ein kirchliches Museum. Altarbilder und sonstige Heiligenfiguren, soweit das Auge schweift. Nepomuks in allen Formen und aus den verschiedensten Jahrhunderte» Einen Zloty kostet die Wanderung durch die Säle. Dies« Brief wäre unvollständig, wenn in ihm nicht noch eines inneren Zustoirdes Erwähnung getan würde, der keineswegs die Gegensätze Deutschtum und Polentum zur Grundlage hat,-der aber doch besonders in der Woiwodschaft Posen die Gemüter stark be- ivegt Das ist die Abneigung gegen die„Kongresse r". Seit Iahren findet nicht nur aus den Gebiete» um Warschau her, also aus dem einstigen K o n g r e ß p o l e n. eine starke Warenüber. schwemmung der wesllichen Distrikte(von Warschau aus ge- sehen: roestllch) statt, auch die Zuwanderung von dort in die van den Deutschen entblößten Gebiete ist sehr stark. Und das hat turn In den Bezirken des einstigen Posen und Westpreußcn unter den ansässigen Polen mehr und mehr Bitterkeit wachgerufen. Man sieht tu diesen lZait&sleuten sehr überflüssige Konkurenten in dem eigenen Gebiet Man meint, sicher auch nicht ohne Grund, daß ine neuen Ankömmlinge Berdienstmöglichkeiten und Futt«plätze weg- nähmen, zumindest einengten, und ist darob verschnupft Da die Zuworzderer aus Kongreßpolen zudem noch ein wenig übermütig und h«ausfardernd austraten und weit« auch die Handelsreisenden au» Lodz und Warschau eben von der dortigen Konkurrenz kamen. so erfand man mit der Zeit da» anzügliche Wort von den„Kon- grtssern". Etn Begriff, der weite Polenkreis« im ehemals deutschen Osten heute mehr bewegt, als d« polnisch-deutsche Segensatz. Joses Stich«. Arbeiierspori. Sonnlagssport. HTsSiclfliCelt«» 22. Sanuat. Wieder finden En ffcheit unKssxie?? um die Ze«z.rdsmeistcrschof!en ftott. Auf dem Sportplatz am Bahnhof veinerpdorf tritt Bslekow 98 gcge» Alemannia oder Adler<>8 an. D>e Bezirksleitung des Nordens scheint sich noch nicht ganz klar darilder zu sein, wer etgemiim Ab- ItUunoomeifter ist. Aus jeden Fall wird es einen harlen Äamxf geben. Auf dem Adler. t2.SportpIgtz in der Ehr.stianlastraße stehen sich Velten und Spandau 25 gegenüber. Die Spandauer haben sich In der letzten Feit sehr oer- bessert, doch dürste es ihnen kaum möglich sein, die Beltener zu schlagen. Zn Lltdweften, in Teltow, treffen sich Lankw.tz und Neukölln. Den Lantwitzern Helen am letzten Sonnlag mühelos dadurch zwei Punkte tn den Schoß, daß Luaenwalde I es ablehnte, nach Teliow zu fal>ren. An Gesellschaftsspielen sind folgende Treffen oereinbart. Arbeitersportveresn 24 gegen SckMargendorf auf /lll s. � H» s» s p s» 4» iji a(\ kh»s 2» CU I Uü« a es A A..'..... �... v e. r. i T»p» � bor D ------------------------------____.. Planetarium, Star! Dieffenbachstr. Zü. Z. Abt.- lZ Uhr Tour am Start Lausitzer Plag. 4. Abt.-. IIH Uhr Museum für Völkerkunde, Start Weberwiekr. 5. Abt.- 1« Uhr Weltpanorama. Treffpunkt Landsberger Platz.*, Bdt.i Stzj Uhr Grüne. wa!d, Tresfpunkt Schönhauser Allee 164. 7. Abt.: ltz Uhr Tour om Start Kolanlestr. 147. S. Bbt.i 13 Uhr Tour am Start Waldenscrstr. 13. t». Abt.: 13 Uhr Tour am Start Schulstr. Il4. 1«. Abt.: 13 Uhr Adlershof bei Ficge ,1.»,—\ /«.— l*■---- 1----... II. Abt.: 13 Uhr Tour am Start Bloch» ........... Uhr werden.— 9tx Start ist auf 13 Uhr angesetzt, und»war ebenso wie da» Fiel vor dem Restaurant Biklormgarten, Am Treptower Park 25—23, wo sich auch die Umkleideräume befinden. Zicchmeldungcn werden bis eine Stunde vor de» Start angenommen. Berliner Schwimmverein.Freiheit»7",«. B. Lokales Schwimmfest Sonn. tag, 22. Januar. IS Uhr, Lolksbad Odcrbcrgcr Strahe. Badcabende Montags und Donnerstags. Sitzung jeden 1. und 3. Freitag im Monat. Handballspiele: Da die Scrienspiele vorbel sind, stehen sich fast alle Mann» schaftcn nur in Gesellschaftsspielen gegenüber. In Hohenschönhausen, Sommer. tu der Seschästsstelle. Zahresausstellunz der beschaft-------- gleichen 1............. Nuderverein Vorwärts um IS Uhr und die 1. Männer siegen Spandau II um fletschen. IFamilientour), Start »latz. Nenasahror, Gruppe Moabit: 8 Uhr Trainingstour Jungs Heide. Start Arminiüsplatz. Mstorfahrer, Gruppe Norden: 13 Tour an: Start Brunnensir. 101. Hocker, spiele am Lanntag. Die Freie Turnerschoft Groß-BerNn-Rordring Muß gegen ASB. Fichte. Wesi zum rückständigen Spiel aus der Herbstserie antreten. Wenn Nordring nichts aus dem letzten Spiel gelernt hat und die •Itonßbaftsauistellun''........""~"' ffie'te.Weft hat KilfTett, darf aber IWWMW_______.. bei Ihnen bleiben soll. Das Spiel findet um 14 Uhr in der Sckiönhaufer Allec statt � Ein weiteres interessantes Spiel findet zwischen Schönholz I Sv-V. Nordost l um las? Uhr in Schönholz statt ... und Das Spiel ist vollkommen zwischen Charsottenbnrz I und Lichtenberger Freie Turnerschoft II 1 vom Start. Eharlottenburg muß infolge besserer Technik und Stockst cherheit das Spiel ge. »innen. Gruppe U: Eharlotteuburg ll— ASB. Fichte XII 1 um 12'.. Uhr tn Westend: ASV. Fichte 1— Ltchtenbergfr Sportler I um. lg Uhr in der Schönhauser Allee; Treptow I— SB. Moabit 1.1» Uhr tn Baumfchulenweg. Gruppechten. berg.Spnrtler II um llVi Uhr in Schönhauser Allee. Gruppe v: Schön. holz III— Fichte xit 3 um 13 Uhr in Schönholz: Fichte X 2— Nordring.3 um 8V: Uhr in der SMönhauser Allee. Zugend: Schönholz-Licht-nberg-Sportler v» 12 Uhr tn Schönholz. Frauen: Fichte I— Lichtenberg. Sportler 13 Uhr Schönhauser Allee. Waldlauf de» ASS. durch de» Treptoiver Park. Arn kommenden Sonntag veranstaltet der Athletik-Sport-Elub einen Wald- und Geländelauf durch de» Treptower Park und Plenterwald. Da« Meldeergednis bringt die testen Wa?dlaufmannfchaften der Berliner Arbeiterkrorrler an den Start. Der Lauf wird in Form des geschlossenen Rannschastslaufes ausgetragen über .Strecke» von Zdäg und 301» Meten. Bei den Männern beträgt die Mann. fchaftsstär?« m de: Hauptklasse über 3000 Meter 5 Mann und 4 Mann auf der llOl-l. Meter. Strecke. Für Zugend in beiden Aitcrsk'asscn ist die Laufstrecke auf ,300V Meter bei 4 Mann Mannschaktsstärke festgesetzt. Es müssen von einer Mannschaft 4 bzw. 3 Läufer das Fiel geschlossen passieren, um gewertet zu Uhr, die gleichen Zugeudmannschasten um l0?j Uhr und um 12 Uhr die 1. Männer gegen Fichte 19. Abt. Auf den Fichte-Plätzen finden folgende Spiele statt: In Mariendorf Fichte-Eiid 3. Männer gegen Ruderocrein Frei. 9 Uhr, 1 Abt. gegen S. Abt. um 19 Uhr, die Ruderr'ege gegen Groß.Berlin. Wassersport um llVt Uhr und die 10. Abt. I gegen Schönow II, während in Reinickendorf, Schäfersee, Fichte 9L Frauen gegen Schönow um 14 Uho spielt. Eiche-Kövenick hat Fichte 13. Abt. In der Marienstraße zu Gaste, es spiele» die 2. Männer um l21L Uhr, die Frauen um IZtzj Uhr und die 1. Männer um ISIsi Uhr. Auf dem Wassersportplatz Plötzensee spielt Sportverein Moabit l. Jugend gegen Groß-Berlln-�osenthal um 11 Uhr, d°e Frauen um 12 Uhr, die 2. Männer gegen Eeosi-BerNn-Rorden 1 II um 13 Uhr und die 1. Männer um 1411 Uhr. Im Bolkspar? Jungfernheide sp'elen Freie Srfim'mmcr Char. lo:teubueg.?ariuabt. gegen Laul-dorf um 10 Uhr und Schw'mmabt. gegen Bornstedt um 11V« Uhr. In Spandau, Falk'nhageuer Ehaussee, spielm Spandau 3. Männer graen?sllzeit. Bereit i um 10 Uhr und Nuderverein Eollegia gegen Ruderverein Freiheit um 1111 Uhr. In Nowawe». Priesterstraße, Wielen die 2. Männer gegen Neukölln Z. Abt. U und die 1. Männer um 13 Uhr. Doxkampfabend in Neukölln. Die im vorigen Jahre mit Erfolg veranstalteten Boxabendo werden jetzt wieder sortgesetzt. Die Dereine„B e r o l i n a" und»A l l z e i t. Bereist' veranstalten Freitag. 20. Januar. SO Uhr, im Stilbtischen Saalbau, Neukölln, Bergstr. 147, den nächsten Kampfadend. Fehn gute Vertreter der Bereine Nord-Ost, Liberias und Lurich stehen der Neuköllner Mannschaft, die aus?'!tter, Nöster, Laase, Hentfchel, Volkmar, We'ß. W'ttzack, Teske, Aren» und Niespudzmny besteht, gegenüber. Eingeleitet w'rd der Abend durch einen Schülerboxkampf. Eintritt Z0 Pf. Jugendliche und Erwerbslose 2S Pf. Tonristenvereia„Die Ilawrfreunde-, Zenkrale Dien. Ortsgruppe Berlin: Donnerstag, 20. Januar, 20 Uhr, 8. Vortrag der Bor» tragsrc'he„Unser Wald" smit Lichtbildern) im Sitzungssaal der Geschäfts. stelle, Iohannizftr. 13.— Abt. Eharlotteuburg: Freitag, 20. Januar, 20 Uhr, Spreesirr. 30,„Richtungen In der Literatur."- Abt. Südost: Freitag, 20. Ja. mtor, 30 Uhr, Reichenberger Sit 66, Lichtbildervortrag:.Die Schweiz."— Dom 22. .. w Sitz anuar bis 29. Januar lauße» saal der Geschäftsstelle, Iohannisstr. 15,„—>— u— Donnerstag, 26. Januar). Geöffnet Sonntags von 10—18«Ihr, werktags apa 18—21'- Uhr. Eintritt frei.—«bt. Schölleberg: Montag, 23. Januar, 2ij Uhr, Hauptstr. 15._ verschiedenes. Kreistag der Spielleute de» Arbeiter-Tur».»ad Sportlnendes, 1. Krei». Alle Spielleute des 1. Kreises sind hiermit aufgefordert, am sonntag, 29. Januar, 9 Uhr, im Turnerheim Spandau, an der Falkenhagener Chauffee, mit Instrumenten zu erscheinen. Tagesordnung: Berichte, Wahlen, Bundes. fest, Schafsung eine» Elitekorps im Krr.se usw. Nach Schluß der Tagung Marsch mit Mnsik durch die Stadt zum Bahnhof. Für. Bildung des El'.tekorps ist jeder Bereinsjpielmannszug per:''"'""" icnancr Angabe von~ genauer Angade von R Berlin N. 65. Hochsiädti nannszug verpflichtet, feine perfekten Notenspteler unter Namen und Adresse einzusenden an Robert Oehlschlager» dter Str. 10. Auf nach Spandau! Keiner fehle! Abt. Gesurbbruvven: Fre'tag, 20. Januar, 20 Uhr, Lvrtzingstr. 19,„Aus dem Sozialisten" sDr. Max Schütte).— Abt. SSbwr>t, Jugend. Leben eines alten Abt. Tempelbof: Sonnabeud, 21. Januar, 20 Uhr. Germaniostr. 4— 5, Z. 4.— Abt. Britz: Montag. 23. Januar, 20 Uhr, Jugendheim F atbaus. L'cderab»ud.— Photogcmeiuschaft: Montag. 23. Januar. 19VH Uhr, Kritik der Iahresausstellung gliedcrverfammlung der 1. Turnabteilung der Freren Turnerschaft WUmers» dorf. Es ist nichg nur die Pflicht jedes Genossen, die tür die politische Av. beiterbewegung wichtigen Arbeiter.Turn. und«portbestrebungen durch sein» Mitgliedschaft zu fördern, es suche auch jeder Genosse in ihr den zuc Krasn» gung und Gesunderhaltung des Körpers so nötigen Ausgleich zur � agesaroeX!.. Darum kommt und werdet Mitglieder!— 19 Uhr engerer Dorstand.. 9. Kreis Wilmersdorf. Es wird hier eine Tennisabtetlung gegründet Genossen und Genossinnen und auch Kinder von Genossen, dte sich daran beteiligen wollen, werden gebeten, ihre Anschrift dem Genossen Ehaym, Augusta» straße 6, mitzuteilen.„_..,.. SV. Moabit. Sonnabend l9-si Uhr Beremsiahresversammlung, Strom- straße 28. Sonntag 914 Uhr Waldlauf. Ceestraße 13 Uhr Treffpunkt Bhf. Beusselstraße und Wedd'ng zum ASE..Mannschastslauf Treptow. Arbolter-Sport.»rd«nlturkartell. 7. Be,:rk. Eharlott-nburg. Der Jugend- Vortrag findot nicht am I. Februar, sondern am Sonnabend, 4. Februar. 19 Uhr, im Heim Spreestraße statt. Startellbezirk«U-rred-rf. Freitag,-st Januar, 20 Uhr. Nndet w> Lostck Karl Frick«, Berliner Etr. 148. e:n Schachabend statt. Interessenten sind ra'gekfciter.Sport. � guitu-k-rt.I, 2. Bezirk. Tiergarten. Montag. 23 Januar, 1914 Uhr. findet im Kleinen Sesellschaftshans, Stromstr. 2«, Sie ��Ar�itee?T»Ä?�u?b"�Tpow�ereia �Jabm' Trept�w�Baumschulenweg. Sonn. abend. 21 Januar, 20 Uhr, wichtige Versammlung des«esomtvereins'M Lotal des Genossen Hermann Borgmann, Daum schulen» eg, Baumschulen-, Eae K:et- I?0l?9ub'-racttla„Borwärto". e. v, vberschöaewelde, W'Ihelmstrand. General« Versammlung am Sonntag, 22.Ianuar- 14 Uhr pünktlich. lmB-vts�iuse. Sämtlich« Mitglieder haben ihr Mitgl'edsbuch vorzuzetgen und wer m.t seinen Beiträgen länger als drei Monate rückständ'g:st, sowie d:eien:gen, welMe ihr«. Srganisatwnszuaehörigkeit in diesem Jahr« nicht nochgcwtesen haben, erhalten zur Generawersammlung kein Stimmrecht.„„— Berliner N-der-erei»„Fre'he't", e. B. Freitag, 20. Januar. A) Uhr.'« Pootshau». Stralau, Tunnelstr 28—20. Portrag de» Genossen Dr. Drucker: „Kulwrprvbleme unserer Zeit." Eil sie wllkominen.... «rdetter Radfahrerverel» Grvß-Berlin. e-nntag. 22 Januar, 8 Mr. w» die Tour am Start bekanntgegeben. I3'4 Uhr Mohlsdorf-Süd. Se dekruF sDräger). Motorfahrer dieselbe Tour.. Start Waldemarstraße. Ecke Mariannen. Fla*»iiM?rfutw�I>«r Lurich. Am Dienstag. 31 Januar� 20 Mr. beginntue der Turnhalle Wrangelstr. 128 e'n Riuoerkur'u- fürAnfängerund Borne. schrittcne. Anmelbuuqeu»>erden jeden Dien-tag und Freitag von 20— 22 n br in der oben angeführte» Turnhalle entgegengenomm-n. Eine Kursusgebtch'- wird. nicht erhoben. IS t.a!v2l»ek S»./ Alexanderplatz/ Frankfurter Allee/ Delle-Alllance-Str. StoiwMvdMtiMtt'Ai' / llrunnenstr./ Koitbuser Damm/ Andrcasstr./ Stadtküche Leipziqer Str., V. Stoc5< Amt Zentrum Nr. 8533— 39 weT"mn" Speisen, Elnzelgerichte, Kalte Platten, Mayonnaisen, Eisspeisen, Torten usw. Verlaag.SieitZosendg.unserecSteätkücheii-Kitatogef. btsvgenodgodo roriehtlten Terkouf soweit Torrat Obo: und Lerüse sind ,»« Versiad issgetchlassta Frisches Fleisch mMm■BBMPgawapnn— a— c— m— PlL SüiilkSlllBbfiDCb ohnfllcilape, Pfund 842t. Pa. Sdiweiflessislnten et-Blatt ptusa SOp; Pi. Säweisekamffl o.-»ehu(.o-schw, pm. 1, 1 Q Pa. ESSSlEr mild aesilze»........ Pfund 1,05 Pa. PQkelM&fflni mild ge«oIreo...Ptuo I 1,0 PB. FlÜCllEalEtt bretfertig........ Ftnud 76?. Pfl. LifiSBa dick«................. Pfand 74pi. Pa. Eisbein.»Mbsta mlldge-ai-.prd. 70pt. SalbShälBni ohne BolUga......... Pfund 75p{. Kalbsalerenbraleo«hn« v«tiago..Pknnd 86pi. Kalbskeule b,» s pid. 0-5?« 04.11»«, pid. 90pf. Pa. St&UOrQelSä Koni«•.Enoeh, Ptd. 1,18 Pa.BoolailB.................... ptund 1,28 Pa. HoMieifordcrfleiscb....... ptnnd 88.-. Pa. ScbabeOeiSEb............... pt-nd 1.20 Pa. GebaöilBS................... p.»nd 70?.. Pd. RiUOETtSlOiaibstansgelueen.. Pfund 56?). Gefrierfleisch j Pa. OcbseBSäciorlleiscbK. ,i«-.�.„ptä.06pk. | Pa.OCllSSDOnlaSEil)nneKnoehen.. Pfand 74?l. Pa. DäseB-Supreulieiscb.... Pfand«an 547° .BsuimelTorOerllelscb........ piand70?t | Pa.KllbeQtSr felsob.............. Pfand 24pt. I Pa.RiEiSerlBa08 trliob........... Ptund 32?:. Pa. RinderhEnen frisch........ piund 44?:. ! Pfl.�E ivElLEfl ElEfl.............. Pt»vd88?t. 1 Pa.Sdive(flebfipleiiiitBaäie..... ptund 62?t. bosn. PflaumenPfund28?L MiSchobsl 5!"rttcht,'1P(d.48pl. KaIi|.Birnen...p/and75PL KäIi|.Plir$Lhe Pmnd 78?:. Kalif. Aprikosen pid. 95. t Kafi;.Rlngap{elPfuni 95pf. Prünellen........ Pfund 1,25 Eierschnilfnudeln F«.46pt Eierfadennudeln Pfd. 50pi. Eiermakkaroni pfund54pt Eierhohlnudeln m 55pt Eiersch'eischen Ptund 62pt Gebr. Qersle..Pfund 23?«. Graupen groba..Pfund 25Pt. Langbohnen»»we w. 28Pf. Polierte Erbsenpfund 35rt Frühstückskäse stek. t Spt Camemberl sehscwei 22p«. Harzer Käse Pfd.-Kiste55pt Edam u.Holländ.Pfd.74pf. Tilsiter vouie«....p;und98pt. Briekäse........ Pfund 60Ff. Edamer voiifett..Pfund 98pf. Dän. Schweizer pmnd 98Pf. M Mandarinen., zpiand 55pt Apfelsinen....spfund 98ijf. Musäpfel...... s ptnnd 78Pt Amerik.Äepfel piund 38pt Ananas.......... Pfand 85pt Zitronen...... rutzend 32?/. n BowSe«- u. TafeltoeittS dooondor» protsvort- Pretoo otzna kleoan» 192tcr BByarlelder ScUoasberg'/:?!. 1,25 10 Fl. 17,00 1925er DörUicimer wenss........»1,811,50 10 Fl. 14,00 1925er Rttdesltelmcr Oberleid lS2£er Suppertsb. Linsenbuscfi| 192Scr llnllgarln. dlebrliölechca\ 1925er Krenen.Gutental Ries Ing 1925er Kestener Herrenberg... I 1925er WUUnger KlosterDcrg... 1 1925er-cller schwarc. Kerrgott j'/,F1 Raster Desscrtwc n" Valencia Dessert' Ifü: Klielmcr Feccrberg 1" FL Montagne Rotwein Beannc rlwee\or-0gl. Roiw.> Voreügliclier roter Tarragona! �85�50 200 � 060 10F1.1Ö c.n..... Ltrfl. S 4 7S 4 ARD wein i ot u.toIIs. I„ 1 tj| TLÜ !Sb."s 1�1 wF.. 1 L soo -. I50 14* 1925er Cbafc an Pontet Pachan I FL" I0F1. 1922er Grave« ifloer.eösscr, weis«. 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