Abendausgabe Nr. 34 BIZ 45. Jahrgang Wöchentlich fO VlemNg. monatlich I,— Ne chsmort»m voraus zadlb«. Unter Streifband im In- und Lus- lsnd 5.S0 Reichsmart orr Monat ♦ D«i„ConDörts* mti o« tfluftner» ten Sonntagsbeilage.Öolf und Zei� fowi» den Beilagen»Umerbultuni und Wissen".STus der FUnuvelt" �Stadlbeiioge".tzrauenstimm«� �Der Kinderfreund".Iugend-Po?' warts".Blick m die Bücherwelt" Jtufmrarbett" und.Technik" erscheint«ochentoglich zweimal. Sonntags und Montags einmal sw Nerliner VoMblatt Freiiag 20. Januar 1.925 1V Pfennig ilt»«>» I»<>>.>,>•XanpattmeieOt 80®JenBtj ftfOomignl» i- 5tr/djs. taut.Älcln» Sn-ttflcn"»at tt«««- Hnitft. Bon 2t Wenn,, Moldllig gnn tctigetruOt» Borte) irOes»euere Bon t! Btnnia Siellrngeluck)« doe erfte Bon 18 Bmma ledee»euere Bon 10 Benm* Borte Qbre 18 Bochslobne ) üblen für icei Borte Srbeitämortl Zelle 80 Pfennig ßcmUrenonjeigeti Ige Abonnenten Zelle 40 Pfennig Anzeigen» -»n-chme m> ftonpigelchäft Linden- ftrohe8 wochentägl von«>/, 81» 17 Übe. Jenirawvsan der SoziaidemoSraMche« Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstratze 3 F«rnlprechert Dönbosi 232—297 Telegramm.Ldrt Eozlaldemokrai Berlin Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Voirichelkkom«: Berlw S7öSS- Bonffrntto:©anf Kr«tbrtt«. flngefletttt« s«b Beamte« Voll in 66 Di«o«iv.TeIelIIidasi Teposiinikslie äinbertftt 8 LGV. blelbi vorSäufig in Amsterdam. Vorstandswahl und Bestimmung des Eitzes auf 6 Monate vertagt. Vie Tagung de» ZGB. Hai heute vormittag nach eingehen- den Beratungen den Veschluh gefaßt, sowohl die Veflimmung des Sitzes des ZGB. wie auch die Wahl des Vorsitzende« und des Generalsekrekärs auf sechs Monate zu vertagen. Znnerhalb des Ausschusses machte sich zwar eine starte Strö- mung geltend zugunsten einer Verlegung de, Sitzes nach Deutschlaud. Da jedoch mehrere Ländervertreter kein bestimmtes Mandat hatten und ohne ein solches einem so weittragenden Beschlutz nicht zustimmen wollten, bcschlotz die Sonferenz, die gesamte Materie aus die nächsts Sitzung zu vertagen. Der Antrag aus Vertagung entsprang einer Znilialive der deutschen Delegation. Als Ergebnis der Aussprache kann immerhin eine erhebliche Klärung festgestellt werden, so datz man mit Bestimmtheit daraus rechnen kann, daß der Ausschutz in seiner nächsten lagung end- gültige Beschlüsse fassen wird. Die Enttäuschten. DI» Rechtsparteien machen aus ihrer Enttäuschung über die Ernennung Grocners zum Reichswehrminister kein izehi. Die Deutschnationalen haben offiziell ihre Gedanken verlautbart. Der Presiedienst der Deutschen V ol k e p a r t e t erklärt: .Di« Ernennung Eroeners zum Reiche wehrminister ist in den Kreisen der Deutschen Volkspartei mit Erstaunen, um nicht zu sagen, mit Befremden aufgenommen worden. Daß die Deutsche Volkspartei auf die Besetzung des Reichswehrministeriums einen Anspruch hatte, ist bekannt und oft gemig dargelegt worden, ebenso, datz sie ihren Anspruch aufrechterhalten Hot.* Di« Reichstagefrattion der Deutschen Volks» Partei hatte auf Donnerstag nachmittag Z Uhr eine Fraktions- f i tz u n g einberufen. Tagesordnung:„Die Ernennung des W e h r m i n i st e r».* Sie wollte die ftondidotur Kardorff aufrechterhalten. Leider war um 2 Uhr Herr Groener dereit» ernannt. * Der bisherige Reichswehrminister Dr. Getzler wird sich morgen vormittag im Reichswehrministerium verabschieden und den neuen Reichswehrminister(3 r o« n« r vorstellen. Oer Arbeitsplan des Reichstags. Der Aeltestenmt des Reichstages hat heute mittag den vorläufigen Arbeitsplan für das laufende Quartal festgelegt. Folgend« gröbere Pausen sind für das Plemim vorgesehen: von Freitag. den Z. Februar bis Montag, den K. Februar! von Somrabend, den 18. Februar bis Sonntag, den 26. Februar: von Sonnabend, den 10. März bis Dienstag, den 1Z. März und von Sonnabend, den 31. März bis Sonntag, den 15. April. Dos Plenum will in dieser Woche die erste Lesung des Etat» erledigen. Drei Regierungen suchen Beweise. .Vie Verlautbarung über Ezent-Gotthard". L o u d o«, 20. Januar. Der diplomatische Korrespondent des„Dailp Tele- nroptz" hört, datz der Schritt der Kleine« Entente in »Senf wegen des Zwischenfalles von Szent Gotthard nur cineu vorbereitende« und nuformellen Eharakter gehabt habe. Gegenwartig feien die Regierungen der Kleinen Entente bemüht, Beweismaterial dafür zn sammeln, datz die fragliche» Maschinengewehre, wen« nicht für die ungarische Regierung, so doch für ungarische irredentisttsche Organisationen bestimmt qe- Wesen seien, die die Absicht gehabt hätte», sie unter de« ungarischen Minderheiten in gewisien Grenzbezirken der Länder der Kleinen Entente zu verteilen. ♦ Die auf ungarisch« Anrogung zusammengetretenen Vertreter der österreichischen und ungarischen Zoll- und Bahnvcrwaltungen haben die Einzclhciien de» Vorfalles vom l. Januar untersucht. Die Waffen waren danach von Oberitalien, von Verona, abgesandt, nach Slovenske Novo Misto, einer tschechisch-ungarischen Grenzstation. Sie waren als Transitgut deklariert: die Fracht- briefe trugen in der Kolonne für besonder« Bemerkungen(und zwar in gleicher Schrift wie alle übrigen Eintragungen des Absenders) den Vermerk: Transita für Warschau. Polonia. Für die zarte Rülkstcht, mit der die Seipel-Reglerung die Waffenfchicbung über das österreichische Gebiet behandelt, ist die Bemerkung am Ende der„Verlautbarung* bezeichnend:„Seitens des Vorsitzenden der ungarischen Delegation wurde den österreichischen Delegierten a n h e i m g e st e l l t, die dermalen in der Station Ratat stehenden fünf Wagen zu b e s i cht i g e n. Die österreichische Delegation nagin diesen Antrag zur Kenntnis, glaubte aber hiervon Ab st and nehmen zu sollen, da die Delegation nur die Aufgabe hatte, die Vorgänge des Borsall« vom t Januar ISA sestzustellen.* Oer Geheimvertrag zugestanden! Erklärungen über den Geheimverttag mii Bayern/ Herr Luiher war federführend Zu den ZNiklellungeu unseres München er siorrespondenken, die wir in der heutigen Morgenaurgade verössenkllcht habe», cikläri das Reichswehr Ministerium, datz im Zahre IgZ4 oller- Vings Verkrägc des Reiches mli den Ländern wegen des lleber- ganges der früher einzelstaolllchen Millkärgeböude usw. in den Be- sitz des Reiches geschlossen worden seien. Da Bayern im vorrevolukionäreu Deutschland der einzige Bundesstaat mit eigenem Milikörckal und die bayerische Milikär- Hoheit die ousgeprägleste von ollen gewesen sei. so habe man diesen verlragsabschluh zunächst mik Bayern angestrebt und auch erreicht: man erwartete davon, datz nach diesem Vorbild die anderen Länder um so bereitwilliger zur Befolgung dieses Beispiels sein würden. Zm übrigen jedoch sei nichl dos Relchswehrmlnlste- rium. sondern Sab SkelchSsinanzmlnlstevlum„federführend* in dieser Sache gewesen. Finanzminister war damals Herr Luther! Eine Acutzerung des Reichsfinanzministeriums zu dieser Angelegen- heit ist in Aussicht gestellt. Vorläufig Hot sich die Reichsreglerung�u der Behauptung, datz sie einen Geheimvertrag mit Bayern geschlosien habe, worin für den Fall einer Wiederherstellung der MilitSrhoheit der Länder, also einer entsprechenden Verfassungsänderung, Bayern die Rückgabe de» im Reichsbesih übergegangenen' Milikäleigenkums in Aussicht gestellt habe, also nicht geäutzert. Ausgesprochener Hochverrat! Sie Oeutsche Vottsportsi gegen KozMe. Die Drohung des Herrn Bcizilk mit dem Raichsscr- tat erfährt in der„Nattonallideralen Äorresponder«*, dem amtlichen Pressedienst der Deutschen Volkspartei, die folgende Zurückweisung: „Inwiefern kSunte der«ngstc Zusammenschluß oller deutschen Länder und Stämme zu einem großen nationalen E'nKcitsstaät den europäischen Kontinent in Brand stellen? Glaubt Herr Bozills. datz eine solche Entwicklung etwa van Po in cor« oder Mussolini nicht geduldet und zum Anlaß genommen würde. einen neuen Weltkrieg zu entfesseln? Wir glauben nicht daran und könnten uns auch Nicht vorstellen, daß es ihnen gelingen würde. Jedenfalls sind wir der Ansicht, daß ein jeder Deutsche, unbeschadet seiner persönlichen Stellimg zum Einheitestaat, das Recht des deut- schen Volkes, sich sein Haus nach eigenem Gutdünken einzurichten, jeder fremden Einmischung gegenüber aufs s ch ä rf st e w a h r e ti müßte. Insbesondere dürfte ein deut- scher Staatspräsident in dieser Hinsicht keinen Zweifel aus" kommen lasten. Oder will Herr Bazllle mit seinen Worten gar ä ä d e ü t e n, dost in dem Augenblick, wo sich die große Mehrheit des deutschen Voltes für den Einheitsstaat aussprechen wurde, e t n Teil der Minderheit sähig wäre, dagegen die Hilfe dee Auslandes, etwa Frankreichs, anzurufen? Dos wäre aukgefprochener Hochverrat. Trübe und traurige Beispiele aus der deutschen Geschichte liegen vor. Es wäre deshalb zweckmäßig, wenn der Herr württembergische Staat-prgsident Bazllle zu seinen unklaren Worten einen klaren und eindeutigen Kommentar gäoe. Das scheint er uns seiner hohen Stellung um so mehr schuldig zu sein, als niemand die Reichstreue der Würtleinbergcr bezweiscln wird-* Der klare Sinn der Worte des Herrn Bazillc läßt sich durch keinen Kommsntar umbiegen. Dieser beschränkte Kopf, der unter den Kirchturmspolitik'ern. die Gott in feinem-Zone zu Stoatsleitorn gemacht hat, an letzter Stelle steht, hat feinem haß gegen die Republik und den Einheitsstoat so offen Luft gemocht, daß ihn keine Interpretation rettet. Er wird in Berlin und Stuttgart über seine Drohung mit dem Reichs- verrat Rede stehen müssen. Der Kampf um Trotzki. Was sagen die deuischen Kommunisten? Die„Rote Fahne* ist, wie niemand anders von ihr er- wartet hat, mit den barbarischen Methoden, die gegen die ehemaligen Führer der bolschewistischen Revolution an�c- wandt werden, vollkommen einverstanden. Sie setzt ausein- ander, daß eine Verbannung nach Sibirien unter dem jetzigen Regime etwas ganz anderes ist als zur Zarenzeit, und schließt: Laßt sie toben! Die Sowjetunion weiß, datz die klasienbewutzte Arbeiterschaft der ganzen Well die Berteidigungsmahnahmen des ersten Arbciterstaate» restlos b i l l i g ti Dagegen läßt sich der oppositionelle„Volkswille" folgen- dermaßen vernehmen: Die Schöpfer der Sowjets als Feind« des Sowjetstaates denunzieren zu können, wird Stalin bei der denkenden internatio- nalen Arbellerklasie ebensowenig gelingen wie seine schmutzige Ver- leumdung van der Zusammenarbeit der Opposition mit der Bour- geotsie. Die Drohung mit den„MinimaN-Mindestmatznahmen besagt, datz Stalin mit seinen Mamelucken die Pogromstimmung zum Er- s ch i« h e n der russischen Oppositionsführer vorbereitet. Die Arbeiier- schast mutz diesen geplanten Meuchelmord verhinderu. „Keine Straf« ist zu hart*, sagt die KPD.-Presse. Wir erwidern: Sein verbrechen am iniernationaicn Proletariat ist groß genug, um nicht von Stalins knechten„gerechlfertlgl* zu werden. Danach scheint sich doch die„restlose Billigung* der Ver- dannungsmaßnahmen auf eine ganz kleine Minderheit der Arbeiter zu beschränken. Protest der Weddinger Opposition. Die Weddinger Opposition erläßt einen Aufruf, in dem es heißt: „Der 12. November 1927 wird als ein Wendepunkt in der Ge- schichte der proletarischen Revolution verzeichnet werden. An diesem Tage ist der heihesle Munsch der internafionalen und der neuen russischen Vonrgeolsie erfüllt worden: Sinowjew und Trotzki find von dem Apparat Stöllns aus der Partei auegeschlossen worden. Damit wird der Weg für die voll- ständige Entartung der proletarischen Diktatur gebahnt, damit werden für dt? Beseitigung der Errungenschaften der Ottoberreoo- lutlon Tür iriid Tor geöffnet. Der S) 0 l z des internationalen renn- lutionälen Proletariats— die KPSli.— mSrb von Stalin durch hoollgonbanden terrorisiert, die freie Meinung der Partei- Mitgliedschaft durch faschistische Kampsmethoden unmöglich gemacht. Diese Kampfmethoden sind dem Proletariat fremd: sie fiötzeii Ihm nur Ekel und Verachtung ihren Urhebern gegenüber ein. Die ofsizlelle monopolistische Preste weiß nur von Stalins Siegen zu berichten, aber nichts von der Leningrader Demonstration. Ader auch in den anderen Sektionen dcr JK. regt sich immer stärker der Ruf der Leninisten: Hände weg von der Leninschen proletarischen Oppo- sitlonl Hände wog von der Oktoberrevolution! Dieser Ruf der deut- schen Kommunisten hat bereits das deutsch« ZK. gezwungen, die Plattform der russischen Opposition zu veröfsenilichcn, dieselbe platlform. slir deren Verbreitung Stalin dir besten Bolschewik! durch die GPU. verhaften läßt. Genossen! Kommunisten! Stalin spaltet die KominternI Duldet nicht die Aufgabe de» Oktobers, duldet nicht die Politik, die zum Untergang unseres sozialistischen Vaterlandes sühril Keine einzige kommunistische Versammlung darf auseinandergehen, ohne datz der Ruf erschallt: Hände weg von der alten Garde der Bolschewlki! Nieder mit dem Stalin lemusl Es lebe die einheitliche Leninsche Kommunistische JMernailo- nale!' Oer Kampf ums Brot in Sowjetrußland. Wie die �kommunistische Jugend-Prawda* mitteill, stnt» die Mitglieder der kommunistischen Jugend in die Dörfer entsandt woichen. damit sie sich hier aktiv an dem Heranschasfen des Getreides von den Bauern beteiligen Die„Kommunistische Jugend-Prawda* spricht von einer Kampfbereitschast. Anscheinend entsteht Im Dorfe eine neue Kampfeesront gegen den Bauern, der nicht gewillt ist, sein« Getreide der Regierung hinzugeben, sondern es vorzieht, an Privatleute zu verkaufen In Verbindung Mit dieser neuen Kampffront ist ein« größere Anzahl von Getreidehöndlern verhastet worden. Allerdings versucht die Sowsetregierung es vorläufig noch mit gutem Zureden. Aber wer weitz, od nicht bald zu schärferen Maßnahmen gegriffen wird. i fe Mimaium pommerfcher Lanöwirie. Rückkehr zur extensiven Wirtschaft angedroht. Der Provinzialwirtschaftsrat von Pommern Hot der Reichs- und Staatsregierung eins Denkschrift über die Lage der Land'lvirts6?aft überreicht, in der es heißt: „Die landwirtschaftlichen Organisationen könne» allerdings keinen Zweifel darüber lassen, daß sie in der Beeinflussung der Wirtfchoftsgestaltung in der Provinz eine klare Stellung einzu- nehmen haben, die sich notwendig nach der Beurteilung der ge- machten Vorschläge durch die Reichs- und Staatsregierung zu richten hat. Solange noch Teile der Provinz durch E i n st e l l u n g auf Extensität zu retten sind, wäre es ein Verbrechen am Bsrufsstand, diesem Mittel zu widerraten, wenn die Anträge aus Ablehnung stoßen oder bis zum 1. März unentschieden bleiben sollten. Zurzeit bedeutet in Pommern die Fortführung der Wirtschaft in allen Betriebsgrößen eine fortschreitende Enteignung. Nachdem die weitere Aufnahme von Krediten praktisch unmöglich ist, wird von den landwirtschaftlichen Organisationen mit Recht eine Ent- scheidung gefordert, ob die Landwirte im vertrauen aus eine Beste- j rung der Loge an der Intensität der Betriebsführung festhalten oder zu einem Zustand zurückkehren sollen, der etwa praktisch dem vor 20 Zohren entsprechen würde. Die Deutschnationale Volkspartei hat im Preußischen Landtag einen Antrag eingebracht, der die in dieser Denk- schrift betriebene Landbundhetze kräftig unterstüttt. Dia ultimative Drohung mit dem Uebergang zur exten- sioen Wirtschaft wird seit fünf Jahren stärrdig wiederholt, wenn dem Landbund etwas nicht in den Kram paßt. Irgend- wesche Wirkung auf verantwortliche Stellen hat diese Uebung nicht. Die Bliiiiai von Wehdel. Der Täier Etahlhelm-Trunkenbolt» und deutschnaiional.— (Seltsames Verhalten des Landrats. Osnabrück, 20. Januar.(Eigenbericht.) Zu der Bluttat in Wehdel bei Badbergen, Regierungsbezirk Osnabrück, wird noch folgendes mitgeteilt: Der erschossene Anbauer Unland stand politisch der SPD. nahe, war' jedoch nicht, wie zuerst gemeldet, Mitglied des Reichsbanners, wenn er auch . mit den Bestrebungen desselben sympathisiert«. Der Hofbesitzer Beuke, der den tödlichen Schuß abgab. war schon vor Iahren einmal als Trunkenbold erklärt und ihm die Erlaubnis zum Besitz einer Schußwaffe entzogen. Aus seine.Eingaben machte jedoch der zuständige Landrat die diesbezügliche Verfügung rückgängig, trotz der Warnung des Orlsvorflehers und de» Landjägers. Beuke ist Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei, des Lcrndbundcs und des Stahlhelm. Wahlanfechiung auch in Sachsen. Das Zentrum appelliert an den Staatsgerichtshof. Dresden, 20. Januar.(Eigenbericht.) Das sächsisch« Zentrum Hot beim St a af s g e r i ch t s- Hof die letzten sächsischen Landtagswohlen wegen der Ungültigkeit der Bestimmungen des sächsischen Wahlgesetzes ongesochten. Das gleiche gilt von der sogenannten„Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei", die 1926 wegen Mangel an Geld und an einer genügenden Zahl van Unterschriften sich an der Landtagswahl nicht beteiligen lvnnte. Tataren in Polen. Eine Delegation der totarischen Be- vöikerung Polenz, die an Zahl sehr gering ist, traf in Warschau ein, um Pilsudsii eine Adresse der mohammedanischen Gemeinden zu überbringen und deren Anschluß an den Regierungsblock bekanntzugeben.— Der berühmteste Gouverneur des südrussischen Tatarengsbiets hieß P o t c m k i n... Henry Kord erzählt dir was.! Von Haas Datier. Henry Ford: das ist ja schon kein Name mehr, das ist ein Be-! griff. Henry Ford produziert in Detroit und ist der reichst« Mann der Welt. Undenkb«r, mit ihm am Easthaustifch ins Gespräch zu kommen, kaum denkbar, ihn mit eigenen Augen in Person zu Gesicht zu bekommen. Diel hunderttausend Arbeiter hat Henry Ford am Bändel. Wer ist nicht olles auf ihn angewiesen, wer zittert nicht alles vor ihm! Henry Ford ist Milliardär, Dollannilliardär!� Und nun kommt dieser Henry Ford daher und ist gor nicht stolz und gar nicht eingebildet, gor nicht reserviert und gar nicht un. nohbar, sondern er hat sich sckzön gekämmt, bat sich einen blendend weißen Kragen umgebunden, blickt dich freundlich und nett an und will etwas von dir. Er hat da einen neuen Wagen konstruiert und möchte dich gern dafür gewinnen, mit ihm ein Geschäft zu machen. Eine Anzahl Blätter, die sich an ein besonders kaufkräftiges Publikum wenden, veröffentlichen ein oollfeitiges, mit einem Bildnis des Autokönigs geschmücktes Inserat Henry Fords,„eine wichtige Botschaft", wie er es im Stil der ernsthaften Bibelforscher nennt. Darin wird sehr ausführlich, sehr prinzipiell und— wie man zugeben muß— sehr überzeugend auseinandergesetzt, nicht nur, daß sein neuer Wagen ein Meisterwerk des Automobtlbanes ist. sondern daß er es geradezu sein muß. Aber es genügt deni Henry Ford nicht, feinen Wagen anzupreisen. Sein Aufsatz sprengt den Rahmen einer propagandistischen Ankündigung und nimmt Getrogenhsit und Pathos gn. Der Autokönig der Welt begnügt sich nicht mit der Rolle eines Jndustriehcrrschers, er beansprucht Weltoerbcsscrerqualitäten für sich und behauptet, durch den Bau seiner Wagen„unser aller Dasein angenehmer gestaltet, den modernen Straßenbau«ingeleitet, entlegensten Orten Zivilisation vermittelt und ganz allein den Menschen mehr Muße und reichlicheres, besseres»nd froheres Arbeiten gebrocht zu haben". Es ist klar, was Ford meint. Er will sagen, daß et das Auto populär gemacht hat— und das freilich hat er getan, und das läßt sich beweisen. Aber was Ford weiter sagen will. Ist, daß er dl« Menschen glücklicher gemacht hat— und hier stimmt etwas nicht, und das läßt sich auch nicht beweisen. Durch die Technisierung der Welt, die an sich und losgelöst von ihren BegteitersäzeimlNgen gewiß kein Uebel ist, sind die Menschen nicht froher und leichter und vor allem nicht inwendig freier, nicht kullioterwr geworden. Amonka selbst, mit seinem Ktrwkitsch, seiner Bibeloerrarmlheit, seinem Sozia- listenhatz, seinen Babittes, seinen Himdertprozentigen. seinen unvergessenen Justizmorden ist das deutlichste Beispiel dafür. Henry ' Ford hat dazu beigetragen, das Verhältnis der Menschen zu den Dingen erfreulicher zu gestalten. Das brauchen wir, und das wollen mir nicht gering acht««. Aber weit wichtiger ist, daß das Verhälinls der Menschen zueinander erfreulicher gestaltet merde. Hier hat er Groener im Hakenkreuzlerlied. g e n A m t s fort, ohne daß am Rsgierungsentwurf erhebliche Abänderungennvor- � genommen wurden. In der Debatte sprach der volksparteiliche Ab- geordnete von Rheinbabcn unter anderem davon, daß der jetzige ordenlose Zustand in Deutschland aus die Dauer gerade sssr den Bereich des Auswärtigen Amts unhaltbar sei. Es w?r interessant und bemerkenswert, daß der Ausschußrcferent für den auswärtigen Eist, der deutschnationale Abgeordnete Dr. höhsch. erklärte, er für feine Person würde es für iocherlich und töricht halten, in Deutschland wieder Orden einzuführen. Eine Frau als Erbauerin des Shakespeare-Theaters. Die Frauenwelt hat einen'' neuen Triumph erzielt. Wie bereits mit- geteilt wurde, ist zum ersten Mal« bei einem großen Architekten- Wettbewerb eine Dame als Siegerin hervorgegangen. Bei der Aus- schreibung für den Bau des neuen Shakespeore-Theaters in Shake- speares Vaterstadt Stratsord-vn-Avan, das an Stelle des vor zwei Iahren niedergebrannten mit Hilfe van Sammlungen in England und Amerika neu errichtet werden soll, hat von dem englisch- amerikanischen Preisrichterkollegium unter 72 Bewerbern Elisabeth Scott einstimmig den ersten Preis erhalten. Die erst 29jöhrige Dame, die an der Londoner Bauakademie studiert hat, stammt aus einer Familie, aus der bereits einige bedeutende Baumeister, so Sir George Gilbert Scott, hervorgegangen sind. Ihr Entwurf sögt sich in idealer Weise dem schwierigen Terrain ein, auf dem der Bau stehen wird.„Meine Grundidee war," so sogt sie selbst,„dem Zu- schouerraum die beste Gestalt zu geben, damit man überall gut sehen und Hören kann, und zugleich so viel Raum wie möglich rund um die Bühne frei zu lassen. Die Wahl meines Bcrrns wurde durch die Familienüberlieferung bestimmt, aber Ich sehe keinen Grund, warum sich nicht Frauen überhaupt als Baumeister aus- zeichnen solle». Bei einem Shokespeare-Theater glaubte ich. die Dekoration ganz einfach und zurückhaltend gestalten zu müssen. Die Bühne ist so eingerichtet, daß sowohl Werke Shakespeares als auch modern« uich antike Dramen aufgeführt werden können." Die Zahl der deutschen Aerzle. Die Zahl der Aerzte in Deuiich- land ist seit dem Kriege in außerordentlichem Maße gestiegen. Eine Statistik van Sanitätsrot Dr. Prinzinq in der„Deutschen Medizinischen Wochenschrist" zeigt, daß 1901 27 098 Aerzte gezählt wurden, d. h. 4ß2 aus 10 000 Einwohner, und daß die heutigen Zahlen 47 338 und 7,43 sind. Die Zahl der Medizin Studierende» iit zwar sehr beträchtlich gesellen ist aber immer noch sebr hoch. Das Verhältnis von 7 Aerztcn auf 10 000 Einwohner kann Deutsch- land zur Not ertragen, mehr nicht. In Groß-Berlin sind es aar 14,9. Eine gute Ausbildung tonn heute dem Arzt kaum mehr für die ersten Jahre«ine Praxig schaffen. kvanda ca die«enosse»- schaft mit dem reichsdentschen Auiorenverdand in einem Kaitellverböltui« steht, bleiben für da« Bürgertheater alle Stücke gesperrt. Mugesiollung des Verlmer Eiatö. Der ntuc. Ttodtheu? haltsplan ist in seinem Ausbau und in saiivr orgamsatorischen Gliederunq grundlegend geändert. Mokgebend sür diese Aenderung war das VestreNen, daß der neu« ausholt ollen Forderungen gerecht werden müsse, die o» die Form, den Aufbau und die Uebersichtlichfcit gestellt werden können. In feiner Zirßeren Glied" run/ ist er setzt den von der T�reinigung der Finanzdezernenten aufgestellten und vom Städtctog empfohlenen ?aushalten. durch die Ka- pitel I— X auf die Bezirke und Kapitel Xl— XXI auf die Zentrale entfälst, weist der Haushaltsplan nunmehr folgend« Gliederung auf: Kapitel I und XI Allgemeine Verwaltung, Kapitel II und XII Pciizeiverwaltung, Kapitel III und XIII Bauwesen, Kapitel IV und XIV Wohnungs- und Siedlunoswelen, Kapitel V und XV Schul- Wesen, Kapitel VI und XVI Kunst und Wistenlchost, Kapitel VlI und XVII Wohlfahrt, Kapitel VIII und XVIII Gesundheitswesen, Kapitel IX und XIX Betriebe, Kapitel X Grundstücke, Ka- pitel XX Steuern, Kapitel XXI Finanzverwaltung. Bon den Unterabteilungen dieser Haushaltslopliel sind gegenüber dem Borjahre neu die Hausholtsabtcilungen für die Hovpt- nerwaltmig, die Sonderverwaltungen der allgemeinen Verwaltung, sür Darbe Halts- und Vcrstärlungsmitiel, für die staatliche und die stödtiiche Polizciverwaltung, für das Bermeifungswesen, das Stadt- «rweiterungsamt. die Hochbmivsrwaltung und die städtische Oper. Der Haushalt..Leibe-übungen" ist von dem Haushalt„Iugendwohl- fahrt" geirennr und der Haushalt über Ans Wendungen für Berein« auf die Sachgebiete verteilt worden. Bei den Betrieben der Zentrale ist die U.bersicht vermehrt durch Trennung in„g e- winnbringend« Betriebe in Gesellschast-farm".„i,e- meinnütz, ige Betriebe in Gesellschaftsform",„sonstige Be- triebe mit«umiännisch.'r Buchführung" und„Betriebe mit lamera- listischer Buchführung". Auster den bisher vorgelegten Haushaltsplänen der einzel- nen Bezirk« wird in diesem Jahre erstmalig ein Plan gegeben, der. kapitclweise, abtcilungsweii« und titelweise geglied-rt, die E i n- nahmen und Ausgaben sämtlicher Bezirke, neben- einanderge stellt zeigt Dies.? Neuerimg verspreche nicht nur verbesterte Bergleichsniöglichkeiien für die Be.zirkshoushalic unter- «inander, sondern dadurch entsteht ein Ztachweis über die(Linnahinen und Ausgaben sämtlicher Bezirke auf einem bestimmten Gebiet, so daß sich beim Studiimi de? Haushalts die bisher notwendigen Zu- fammenstellungen aus den 20 Bezirkshaushaltungcn erübrigen. Für künftige Hauschaltsplänc wird angestrebt, diese vergleichende Zu- sammenstellung noch wester auf die kleinste Gliederungseinheit, die einzelnen Etatsposten auszudehneig was in diesem Jahre wegen der beschränkten Zeit nicht mehr durchführbar war. EM Remfeldi nichi gesunden. Sine erfolglose Suche bei Zigeunem. Die große Suche nach der vermißten Glli Reinfcldt wurde dieser Tag«/ wie wir mitt«s?teN, aus Neranloffimg der Berliner Kriminal- Polizei' bei ollen Z> g e u n e r t r u p p s im ganzen deutschen Reich? dnxchgestihrt. In der vergangenen Nacht war mm aus Grund von Privatmeldungen das Gerücht verbreitet, daß das vermißt« Mädchen in einem Zigeunerlager in Os m ü n d« bei Göbers im Bezirk Halls 0. d.©. aufgefunden worden fei. Eine amtliche Mit- ielluNz war an die hiestge Kriminalpolizei nicht gelangt. Auf ihre Anfrage bei der zustönlBzsn Landjäger«, Hot sie jetzt erföhren, daß in Osmünde von dem zuständigen Landjäger ein Zigeunertruvp angehalten würde, bei dem sich ein kleines Mädchen befand, oas mit anderen Zigeuncrkindern sich mit den Dorflindern auf der Straße aufhielt. Dieses Kind fiel durch eins etwas weißere Haut- färbe auf. Es wnrde aber einwandfrei festgestellt, daß es nicht dievermißte Eili R e i n f« l d, s o n d er n«in Zigeunerkind ist._ Republikanischer Autoklnb. Erste Hauptversammlung des SAG. Die deutsche Republik, reich an rechtsgerichteten Sportorganiia- tionen, arm an republikanischen Institutionen gleicher Art, hat nun den ersten republikanischen Automobilklub! Engstirnige Politik, die sich der Allgemeine Deutsch« Automobilklub(der sich früher stolz der kaiserlich« nannte) glaubte noch im neunten Jahre der Republik erlauben zu dürfen, schuf mit einem Schlage«ine Gegenorga- nisation auf republikanischer Grundloge. Männer fanden sich zusammen und leiteten, unter Hintansetzung persönlicher Interessen, die Bnrarbeiten der Gründung des Deutschen Automobilklubs(D. A. E.) ein. Gestern abend ging nun im Festsaol des ehemaligen Herren- Hauses die erste Hauptversammlung vor sich. Bald zeigte es sich, dos der s ch w a r z r o t g o l d geschmückte Saal viel zu klein war, um alle austmehinen, die herbeigeeilt waren. Und so zog die gesanrte neue Sportgemeinde zum Pleno riaal um, der ebenfalls im Nu gefüllt war. Unter den Ehrengästen be- merkte man u. o. Polizeipräsident Genosse Zörgiebel, Poli- zeioizepräsident Dr. Weiß, für die Stadt Berlin Stadibau rot Adler und sür den Bundesvorstand des Reichsbanners Kam. Hörsing. Rechtsanwalt Dr. Arthur Brandt gab alz provi- sorischer Vorsitzender den Grindunqsbericht. Er dankte zunächst allen Mitarbeitern sür die freudige Unterstützung: auch der repu- blikonilchen Presse müsse gedankt werden, die sich sofort in den Dienst der guten Sache gestellt habe, lieberoll aus Deutschland sind Zustimmungserklärungen eingetroffen, ausländisch« Automo- bilklubs haben Sympathiekundgebungen gesandt. Wir wollen, so führte der Redner weiter aus, die politische Neutralität wahren und werden die Reillissarben als Symbol unjs- oer Nation führen. Wir wollen Einhalt aedieten dem Treiben der- jenigcn Deutscht», die im Auslände ihre echenrn Landesfarben bon- kotticren. Nicht Kaiupi'organisation, sondern Sportorganisation wollen wir sein und sind bestrebt, mit allen sportlichen Orzzonisa- tioncn in Freunds chost zu leben. Nicht zu verstehen ist daher das Verhalten des A. D. A. E., der sich bemüßigt fühlt, uns durch seinen Syndikus ein Schreiben zu übersenden, worin man uns auisordert, die Bezeichnung..D. A. E." abzulegs-i, da sie ein Teil des Titels des A. D. 51.(L. bildet. Sollten wir das nicht tun. so ist der A. D.A. ei: natürlich Einbrecher, die Silber- und Schmucksachen eingesteckt holten. Ein Korlshorster Bürger verfolgte die Flüchtlinge die Tre:.-vil-t; entlang, und einer, cm wohnungsloscr Heinrich Rex, konnte fest- genommen werden. Zusällig hatte gerade er die ganze Beute bei sich. Der Entkommene ist nach nicht ermittelt. Kundgebung der republikanischen Hausbesitzer. In einer vor geladenen Interessenien abgehaltenen Werbe- versammliing der„Freien Haus- und Grund- b« s i tz e r" sprach der Regierungspräsident L ii d e m a n n, M. d. L., über„Mittelstand und M i t t e l st a n d s p-> l i t i k". Der Redner beHandel, e den Begriss„Mittelstand" und kam zu dem Ergebnis. daß der Mittelstand ein undeiinisrbarer Begriss ist, von dem man sagen kann: wo? man>nicht definieren kann, spricht man alz Mittelstand an. Ursprünglich waren Rechtsanwälte, Aerzte, Pfarrer und Lehrer der sogenannte Mittelstand. Kluge Politiker rechneten dann die Beamten hinzu, wobei strittig blieb, ob auch die„höheren Beamten noch zum Mittelstand zu zählen sind. Noch klügere Po!-- tikcr machten dann den Angestellten zun,„Prinatbeainten. 2Iuch die Gegensätze zwischen städtischen und bäuerlichen Mittclstandlcrn sind so verschieden, daß der Begriff„Mittelstand" eindeutig nicht gefaßt werden kann. Niemand wird behaupten, daß der„Land- bund" die Interesse» der kleineren und mittleren Bauern vertritt. Ein Konglomerat von ollen möglichen Interessen ist hier zusammen. gesoßt, und so dars man van der„Wirtschaftsparte!" sagen, daß sie der„.Kommunist der Bourgeoisie" ist. Ihr Programm ist ein Ncga- tiBum, das im demokratischen Parlamentarismus keine Existenz- bercchtigung hat. Nur der republikanisch? Hau-besitzer kann eine ein- deiitig« Politik treiben, weil seine Funktion eine dem Staats- und Zlllgc'meinwahl dienende sein soll und er demzufolge ein Recht auf Entgelt sür seine Tätigkeit im Rahmen« r s ch w i n g b a r o r Er- trägnitze besitzt. Die Republik lätzt keinen Hausbesitzer verhungern: die Varzugsstellung aber, die die Rechtsparteien für die Hausbesitzer beanspruchen, kann ein demokraiisch-sozialer Staat nicht zugestehen. Dem Bortrag solgte eine anregende Diskussion, an der sich u. a. Profesiar Doegen, Stadtrat Pseisscr und Fabrikant Keil be- teisigten und wertvolle Anregungen sür den weiteren Ausbau der Bereinigung gaben. In der angenommenen Entschließung wird den r e p u- b l l k a n i s ch e n Parteien der Dank ausgesprochen sür den Kamps um ein soziales Miet- und Wohnrecht. Bei der kämmenden Wahl w-.'rdcn sür die sreirn Hausbesitzer nur solche Kandidateii und Parteien in Frage kommen, die eine die Republik sichernde Politik unter Berücksichtigimg der Lag« aller schassenden Volkskreisc gewährleisten._ Die Wohnuttsi.cn mit mehr«ls fünf Wohuränme». Der Bejihlutz des Wohnuncisausschusscs d.s Reichstaas über Aushebung d?r Vorschriften des Rcichsmietengesctzcs für Wohnungen mit mehr als fünf Wohnräumen ist teilweise m i ß v c r st a n- den worden. Retchsniietengefetz and Illlekerschuhqesetz bleiben nach ivle vor sür die bereits vormiekclen Dohnunaen dieser Art In Geltung, der P e r ni i e l e r ist also nicht berechtigt, eine E r- höhiing der Miete zu fordern oder zu kündige». Nur falls nach dem l. April 1928 eine Wohnung mit mehr als fünf Wohnräumen frsigcworden ist und neu vermietet wird, soll der neue Mieter an die von ihm vereinborte Miete gebunden sein. im Mpapier. id eine Anregung. diese Frage restlos zu lösen, es vermittelt lieber bibliophile Werte ebne Rücksicht auf ihren geistigen Gehalt, bei kleinen Objekten lohnt sich der.Handel nich,. Neue wissenschaftliche Bücher sind nur dem kleinsten Teil des alten büchertoufenden Publikums zu- gänglich. Dabei handelt es sich zum größten Teile bei den der Ber- nichiung anheimfallenden Büchern um die Erzeugnisse des 19. Jahr- Hunderts, die für geistige Aufbauarbeit grundlegend waren, ebenfalls fallen Dichter und Philosophen in dieses Gebiet. Man möchte darauf binweilen, wie schwer es städtischen und Vercinsbibliothekcn wird. ihre Bestände in jetziger Zeit aufzufüllen und wie besonders schwer es gerade den Arbeiterbibliotheken wird, ohne große Kosten eine gute Bibliothek einzurichten. Ein Vorschlag fall an dieser Stelle gemacht werden, dem vielleicht Anregungen aus dem Publikum folgen kannten, wie diese Altwerte zu erfassen sind. E? könnte in jedem Unterbezirk«in bücherkundiger Der- trauensmann gewählt werden, der die Ausgab« übernimmt» wöchentlich«in- oder zweimal an den wenigen Altpapier- sommel stellen anzufragen und der hier ohne viel zu markten die vorhandenen Bücher zu einem Gewichtspreise des Händlers über- nimmt Dabei können schon ganz werttose Micher ausgestoßen werden, während das Sortieren der wichtigere» dann im größeren Rahmen siattsindsn würde. Manches gute Buch, das dann für den kleineren Bezirk von minderem Interesse ist, würde seinen Platz in einer städtischen oder Fachbibliothek oder im Parteiarchiv finden, so daß die interessant« Arbeit sich doch durch einen kleinen Ziffern- mäßigen Gewinn bezahlt macht. Die Forderung geht freilich»och weiter: man sagt sich mit Recht, ebenso, wie es einen staatlichen und behördlichen Naturschutz gibt, müßte es einen behördlichen Schutz geistiger Werte geben: eine Maßnahme, die gewiß von allen geistigen Menschen lebhaf, begrüßt werden würde. Denn auch ein alte? Buch, das durch Einstampscn vernichtet wird, ist unersetzlich für alle, die es hätten brauchen können. Abermals ein Hochofenunglück. Die Arbeiter vom flüssigen Eisen überschüttet. Hörde. 20. Januar. Gestern nachmittag ereignete sich auf dem Phönix-hörder Verein eine schwere Hachosenexplosion. Der Oscn t brach plötzlich durch, dos slüssige Eisen ergoß sich über die umstehenden A r b e i l er. Es enlstand eine gewaliig» Veto. nation. Eine vlaucr wurde eingedrückt und die Ojenbühne brach zum Terl ab. Vier Arbeiter erlitte« dabei teilweise schwer« Vcr- Ichungen, so daß sie dem Hütlenhospilal zi'gesiihii werden mußten. ->0(Hrad JläÜc in Nordschwede«. Während in Dönemarl die Temperatur aus 5 Grad unlec Null aesunken ist, werde» aus der Provinz D a l c k o r l i e n i» Schweden 35 bis 40 Grad Celsius Kälte gemeldet. Im?l i, g e r- m a n l a n d ist die Kälte sogar aus 50 Grad unter Null gesunken. Der Konsiitt in Mitieldeuischiand. ?toch keine Entscheidung deei ReichSorbeitSminisier*. Wie wir aus dem ReichLorbsitsministeriüm erfahren, hol sich der Reichsorbelkeminister im Laufe des Vormittags über die von den mitteidculschen INclallindusiriellen beontrogie Verbindtzchketts- erklSrung des Schiedsspruches noch nicht entschieden. Es wird jedoch erworiel, daß die Entscheidung heut« noch getroffen wird. Kundgebung der allgemeinen pofigewerSschafi. Gegen reaktionäre Besoidungö- und k.ohnpoUtik. Die bei der Deutschen Reichspost und in den Reichs- und Staats- betrieben heschäftigiei, Gehalts- und Lohnempfäliger waren am Dienstag abend in sehr großer Zahl zu einer Kundgebung im Eewerlschailshaus erschienen, die von der Allgemeinen Deui- schcn Po st gewerks ch oft, Mitgliedschaft>m Deut- schen Verkehrsbund, einberufen war Die Beravstaktunz wurde umrahmt von Eesonasnortrögen der Arbeiter säuge?. Reichstagsabgeordneter Genasle Bender behandelte ausiühr- lich zuerst das neue Besoldungsgesetz und ging dann auf das Verhalten der Regierung und der Bürgerbloetparteien bezüglich der Ei höhung der Löhne für die Reicksarbeiter ein. Seine Ausführungen wurden mit lebhafiem Aeiiall entgegengenommen, besanders, als er betonte, daß fmar dos Besoldungsgesetz mit Hilf? der reaktionären Parteien de? Reichstag? die jetzige Gestalt erhalten bade, daß nunmehr aber erst recht der Kampf am eine Verbesserung und Beseitigung der Mängel dieses Gesetzes aüfgenanimen werden müsse. ,rür die erfolgreiche Durchführung des bevorstehenden Kampfes um eine wesentlich« Erhöhung der Löhne der Arbeiter der Deutschen Reichspost mrd der Reichs- arbeit er sei es vor allen Dingen natwendig, die Stoßkraft, der Organisation durch Werbung neuer Mitglieder zu starken. Der Sekretär der Internatianale der Post-, Telegraphen- und Telephanbetriebe, Gcnasse D. Mayer- Wien, der gleichzeitig auch Sekretär der O c st c r r e i ch! s ch e n P o st g« w e i k s ch a i t ist und gegenwärtig an der Tagung des Inlernattonalen Gewerkschaftsbundes teilnimmt, begrüßte die Anwesenden im Namen der ösler- rcichischen Postter und brachte zum Ausdruck, daß er sich belonders freue, feststellen zu können, daß die gleichen Wege und Ziele für beide Organisationen gelten. Die internationalen Beziehungen der Arbeitnehmer müßten trotz aller Tagc-sorgen unausgesetzt ge- pflent werden. Der sehnlichste Wunsch der österreichischen Kollegen sei, so schnell wie möglich mit d:n deutschen Stammesbrüdern vereinigt zu werden. Es sei unver- stündlich, daß den Deutschösterreichern nicht das gleich« Recht de r Selbstbestimmung eingeräumt werde, wie den tschechaslowa- fischen Völkern. Rumänen u. a. Seine Worte klangen aus in cineni Hoch auf die Internationale, i» das die Anwesenden begeistert einstimmten. Die Kundgebung war ein voller Erfolg für die frei- gewerkschaftliche Bewegung und zugleich ein Warnung ssignal sür die, die de» Gehalts- und Lohnempfängern ihre berechtigten Forderlingen nicht erfüllt hoben und auch weiter nicht erfüllen wollen. Ein„liebenswürdiger" Meister. Kosernenhofkon im Fabriksaal. In der Abteilung Rohr. zieherei der Metr.llwarensabrik G. G o l i a s ch u. Co., Neukölln, Kaiser-Frledrich-Str. 227/228, mar bis zum Tode des Meisters Fritsche noch ein erträgliches Arbeite». Dieser Meister hatte nicht nur gute Fachkenntnisse, sondern auch ein Derständ'us dafür, daß Arbeite� nur mit persönlicher Hingabe chres ganzen Könnens ihren Beruf ausüben, wenn sie auch menschenwürdig behandelt werden. In dieser Auffassung stimmte er auch überem mit dem Inhaber der Firma, Herin Donath, her immer mit sein« Selegschast und seinem Jetrieds. rat im besten Einoerständnis lebt«. Als vor etwa«inem Jahr der damaliae Vorarbeiter Körner dos Erbe dieses Meisters antrat, änderte sich das Bild in der Rohr�icherei mit«inem Schlag. Er wollte die Produktion dieser Abteilunc, steigern, ohne aber technische Bebesse- r u n g e n einzuführen. Was er von den Arbeitern, die zum Teil schon johv- und jahrzehntelang in diesem Betriebe arbeiten, oer- langte und auch heute noch verlangt, ist einfach nicht durch- j ü h r b a r. wenn di« Arbeit qualitativ einwandfrei sein soll. Wenn ihn die Arbester auf �ic Undurchsührbarkeit seiner Anweisun- gen aufmerksam machen, hat er stets nur die eine Antwort bereit: „Much gehen!" Er lebt mit seinen Arbeitern ständig im S-treit, weil st« bei leinen.rationelle»" Arbeitsmethoden oftmals noch nicht einmal ihren Stundenlohn verdienen. Stehende Red«- Wendungen sind bei ihm:„Ich werde mal andere Saiten mit euch aufziehen", oder.Wem es nicht mehr pafjt, der kann ja gehen". Wenn z. B. der Wertzeugmacher ein Werkzeug Härten soll, sagt er zu ihm nicht etwa: Härten Sie doch einmal", sondern einfach: schärten!" Lohnbücher und-karten wirft er den Arbestern, ohne ein Wort zu sagen, auf die Werkbank. Die Arbeiter kennen von diesem Pteister keinen anderen Ton als den. der früher einmal bei der Rekrutenausbildung auf dem K a s« r n e n h o s üblich war. Widerholte Berhandlun- gen des Betriebsrates mit dem Firmeninlmber, der stets von seinen Meistern eine anständig« Behandlung der Arbeiter oer- langt, haben ein« Aenderung immer nur für wenige Tag« erwirkt. f. Di« Belegschaft dieser Abteilung, dl» restlos organisiert ist. hat sich nun am Donnerstag in einer Versammlung mst diesen u n- haltbaren Zuständen beschäftigt und den Vertreter des Metallarbesterverbandcs beauftragt, scharfe Maßnahmen zur Befestigung dieser Mißstände zu«greifen. In der Versammlung kam llar zum Ausdruck, daß die Arbeiter ernsthaft gewillt sind, mit allen gewerkschaftlichen Mitteln dies« Be- Handlung zu bekämpfen, wenn der Inhaber der Finna selbst dazu nicht in der Lage fein wird. Oer Achtstundentag marschiert. Fortschritte in ollen Ländern. Die Fortschritte, di« a in der letzten Zeit in verschiedenen Ländern gemacht hat, gehen deutlich aus einer U e b e r s i ch t her- vor, die das Internationale Arbeitsamt dieser Ta�e veröffentlicht hat. Dicse Uebersicht weist zunächst auf das teilweste Inkrafttreten des Achtstundentages in den deutschen Eisen- gießereien hin. Aus Australien wird derichtet, daß in den Gaswerken der Staaten Tasmanien und Viktoria die Kürzung der 4Z«Stunden-Woche auf 4 4 Stunden vorgenommen ist. Aus Kanada werden Fortschritt« des Achistundenlages in der Holzindustrie gemeldet. Das spanische Direktorat hat eine Arbeitszeitstatistik für di« Zest von tölt bis 1ö2Z aufae- stellt: aus ihr geht eine�starke Tendenz zur Durchführung des Aast. ftundentages hervor: Während sich 1914 nur 13,68 Proz. der spanischen Arbeiter des Achtstundentages erfreuten, waren es 1920 bereits 81 Proz. und 192S 89 Proz. In Mexiko ist am 1. Oktober vergangenen Jahres der Achtstundentag für Arbeiter und Angestellte im E n g r o s- und Detailhandel in Krast getreten. Im belgischen Po st- und Telegraphenwesen, bei den französischen Eisenbahnen und in den holländischen Geschäften und Hospitälern sind In d« letzten Zeit eben- falls Arbeitszeitverkürzungen in der Richtung zum Achtstundentag durchgesetzt worden oder in Vorbereitung. Verschärfung der Krise im Saarbergbau. Saarbrücken, 20. Januar. Die Krise im Saarberybau hat sich in den letzten Tagen wieder erheblich verichärft. Die französisch« Bergverwaltung soll die Absicht haben, eine bedeutende Verringerung der Belegschasten vorzunehmen. Im Zusammenhang damit wird von der bevorstehenden Stillegung einiger Drüben ge» sprachen. Diese Pläne, deren Verwirklichung eine neue starke Belastung de» saarländischen Wirtschaftsleben« bedeuten würde, haben in d« ganzen saarländischen Beoötterung st a r k e Ve u n« u h i gu« g her. vorgerufen. Allgemein herrscht die Ueberzeugung, daß eine durch. greisende Rationalisierung der Gruben durchaus möglich ist, wenn man die erheblichen Gewinne aus den Borjahren dazu oer- wendet, und gleichzeitig eine wirtschaftliche Preispolitik treibt. Es würde dann auch genügen, einen Llbbau der Belegschasten durch den natürlichen Abgang herbeizuführen. Man erwartet von der Negieiungskommtssion. daß sie in diesem Sinne ihren Einfluß bei der Grubenverwaltung geltend macht. Intemotionale sozialpolitische Ratifikationen. Genf. 20. Januar. Das Internationale Arbeitsamt Hot gestern von der fronzä» fischen Regierung«ine Mitteilung über die Ratifikation der internationalen Konvention über das Minde st alter für die Heizer auf S Regierung die indische ti o n von « r u ng Auswanderern chiffen erhalten. Ferner hat die Konvention über die I n l p« k- an Bord von Schiffen ratifiziert. Zunehmende Streikbewegung in Polen. Warschau, 20. Januar. Die Streikwelle in Polen wächst weiter an. In der Eisen- g! e ß e r e i Herzfeld und Viktarius in Graudenz legten gestern gegen 600 Arbeiter die Arbeit nieder, weil tue Direktion die ge- fordert« Erhöhung der Arbeitslöhne ablehnte. Man be. fürchtet, daß die Streikwelle auch auf andere Betriebe über- greifen wird. Derantworttich Nlr Politik: vr. Ststi Gey»! Wirtschaft:®. lUiagethSsl:: fficacitfdiafiabCDcauns: Z. Stciau; Feuilleton:>. K. Dischert«otalcs und Sonftiacs: geiz»arftädt: Lnzeiaen: Td. Oloit. siimuich in Sehr. Vertag: Vorwärts-Vertag© m. b. H., Berlin. Scad: Borwärte-Buchbruckeret und VertageanstRll Paul Singer u Co.. Berlin SW w, Linb-nstraß« 3. ' vier,» 1 Beilage. Mengenabgab» «orbshalien ■it Maiaan Fahlem Beachten Sie bitte die Preise in unseren Schaufenstern Porzellan, wem soMeiler 0.30 AbGnMtelier.,..,20.18 Saucieren..........»»0.05 Salats, ccui......»«»0.45 Buitoraosen.......,.»0.58 lernnen.nD.aw....... 2.75 KariolfgiscbQsselo 1.85 laeKannen_______.0.78 Elerbeciiep.............. 0.06 Kompotisciiaiciien 0.18 Kaiieeserulce�l4 ach. Kcntcodckor« 4.15 Kaiieeserulce tchdo« Dekorc... 2.25 4.25 1.75 Steingut, wem und bunt 15< mit Dackeln. BralBiiiauen ,„0.75 Kacneni8lier».u.0.25 TaSSCn. Unt.n.un, ,» 0.15 KaiieeDeciiep.......... 0.18 miiciiisgie... ,-,�,0.22 Kaneek3nnen.wM,0.35 nalleeKannen�'%'1.35 fflllchglegerrü£:";.vi0.42 zgeherdosendä. ,,,0.08 zgcKurdosen..... u>0.75 Kaffeegeschirr% Kagreekannan......s.»s, ,.» 2.15 MIKhgieBer...____ i ,a.«>, 0.78 Zuckerdosu................... 1.80 Teller......... a.Te, i) cm 0.55 TaSSan, Sch>).mfem........... 0,85 Tafelgeschirr"A!ü Speiscteliar, ti.i oder»»«>> ,,,» 0,58 Abendbrolteller it cm......... 0.4«» Salats,..... x.2), 1.93 Saucleren.................... 1.98 Platten,»„I> 21. g.se 0.85 liddlsgieildkWtÄ.. 0.12 ggsddgkdilgliek„.»...0.08 dgeiselelisk 0.14 ddkddgkgiieüek..�. 0.10 daiieegeiüiek........... o.io Teeganned,_____».,0.58 Salz S3lals,-:t,:;ii0.85 CeiuärzlDnncüen a.0.95 ini'ch»agneflb„tM 0.95 Sall'Od.ldeaimesien« b«»«................... e.«j W»# 9 salz saiaisrÄ... HatleeDecnep b»»«,#.12 rönnen->» 5«»�«........ oOlalS rnad....« 24«18 iilapmela(l.-Dosenbat saiz-ooineiiiinesL� Sil. SiSraadbut,«.48,«.SO Platten»»»h«-»,«»«.«.«» WasserHPüoefÄ. Ufascüoarniluren «old, S t«U,»•> r.Weeehb.«TS 1.20 0.10 0.45 9.15 0.32 0.60 0.22 0.32 0.75 7.50 mit Gsldrud »»» 0.S2 uad Öalertan. Q 25 lassen aeKa�vä»»«- n 25 taaae TafeSservke Porzellan, deko-_ �__ riert, 21teilig, für 00 6 Perionen......■■■ PROGRAMM für die Zalt vom 20. bis 23. Januar 1928 KINO-TAFEL PROGRAMM für die Zeit vom 20. bis 23. Januar 1928 IbtlI Potsdamer Straße 38 Doiuclas O.oCbo F.trbanks In Der Rheinstraße 14 Die Geliebte de» aoaTeraeurs mit Majgda Sonja Odeon, Potsdamer Str. 75 Die Jugend der KBalfln Lala. mit Mady Chrlatlane — Für Jußendliche— Turmstraße 12 Der Bcttclstudeiit mit Harry Lledlke — Für.suftendllche— Alexanderstraße 39-40 (Passage) Der BetUlstudcnt mit Harry Ucdlke — Für Jugendliche— Passase'Lichtsplele Neukölln, Bergstraße 1SI— ö? Am RQdesheimcr SchloO atehl «ine Uade Aut der Bühne; Henry Bender per.».»et, Jugendliche haben Zutritt Filni-Palakt Kamtnersdle Teltowcr Straße 1—4 Die Jagend der Königin Lntsc mit; Mady Chrlatlnns H tt<1<■ n Th. am Moritzplatz Cnaanova Antang», 7, 9 Uhr Sonntags 4, 5.15, 7,15, 9,13 Uhr Si o r d», i Caslno.Lichtsplele Brunnenstr. IM Der Weg allen Plelschcs mit Emil Jannlnga Beiprogramm und Bflliacnschau Senelelder Lichtspiele am Senefelderplau, Ecke Metzer Straße Henny Porten In Die zroBe Panse, dazu Bheterlen Concordia'Palast Nndreasstraßc 64 Die Apachen der Liebe Beiprogramm ftuhnenschau ViktoriaiLlchtblld.Th. Frankfurter Allee 48 Die Jartnd der KSnlgin LnUc Femer Bühacnscbaa Jagendliche haben Zutritt Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Harold Lloyd Willen in Um Himmel»- Ferner Bfibnenach.a KristalbPalast Prinzenallee 1—» Der rota Ritter dar Luft BQtinenschau MarlenbadsPalast BadstraBe S5-46 Das Qebelranis von Qetif Der schwarze Satan Bühnenüchau Prinzen=Palast Prinzenalice 42— U Der Gaucho mit Douglas Palrhaak» BQhuer, schau Tivoli Lichtspiel-Th. Berliner StraBe 27 Emil Jannings Der Weg aNeo Fleiache. Bühne: Phlilppl mit seinen Pferde- Diessuren Die i Lyrikos(die 3 lustigen StraSenmusikanten) „Alhambra" Bad straße 58 Talmadgea größter Coup Bühnenschau Humboldt«Theater BuJslraBe 19 Gustav Mond, du gehst so stille Uübneaachau WeltsKino ilt-Moablt 99 Der rote Ritter der Luft Ferner: Die Frcmdengaa.e Ton New York PalastsTheater Breite StraBe ZI a Gustav Mond, du gehst so aHlle m. Relnb. SchGnzel u. d. gr. Belpr. SärgergartenaLichtsp. tiauplstr. 51 und Lindauer Straße Wer wirft den ersten Stein? und Li« Unschuld ohne Kleid Wochenschau FauneLichtspiele Krumme StraBe 57 Dollarprlnzessln und Ihre sechs Freier Außerdem: Kln.T1a-Tln in Der Schrei aus den LCiten Wochentags 7,9,15, Sonnt 5, 7. 9,15. Sonntags Z Uhr Jugendvorsiellung Schlüter-Theater �chlöterstraße 17, Harry Lledlke, Maria Paudlcr in Der Beitelstudent Ferner: Die elf Teufel Jugendliche haben Zutritt Anfang 7 u.9,I5, Sonntags ab 4 Uhr. Schaufenster-Tapete! Allr Eigenmustcr ohne Zwischenhandel. Sädisisdie Tapelen-Indusfrlc, BcrUn W* WUkclnutr. 44, zwischen Leipziger u. Zimmersti BefllcöcrnÄdolfPchl Dresdener Straße 15 (FaM-iKgebaiide! wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in derGcsamtnadage de»„Vorwärls" nud Holzhäuser Wochenendhiujer- Prospekte gratt» Wald- u. Wasecroanellea-Nadhwels. Am Dienstag, bem 17. Januar. abend, 9'/, Uhr, ,et schieb Into.r.c Herzschwäche meine heißgeliebte Fra:i, unsere treuesle, gut« dliuttu Frau Agnes Böhme im«4. Lebensjahr«. Dies zeigen in tiefstem Schmerz« au Walter Böhm, and Kinder Al|reb, Ruit, Hau». NeukZlln. den 18. Januar 102« Wesertlr. R Die Einäscherung stnbel am Sann- abend, dem 2l Jan, nachm. 4 Uhr. im Jttematscium Kaumschuienmeg statt.,, EmHHnearsrRil aalliungs-.Babaii- a.Reklamemarken ;egenNachanmung qesetn i esen. Ieitigiseit45 Jahr. als Spezialität Conrad Müller ce i pzig- aeukeud i(i "llfl"!' I'li"* 1 ratawaiwa 1 Familien- Anzeigen mW il L-Juorgeri} A! j.tanJeri''.« lweiz er Musikhaus Moderne Schallplaflen --------- fflr die Tanzsaison------ (Passend Hr alle Apparate) 15 cm 0.50 M., 18 cm 0.95 25 cm 2.-, 2.50 u. 3 50 HL« 30cm 5*— M- »Owie die Orammojihoa-Raumton-Aufnahmen der Polyfar-Seric, Brunswick- Fanzplattcn und die herrl. Homokord-Elektro-Femaufnahmtn «mlspredteit d. henttstew Zelkdrstfanitsck Musikapparate Musikschränke im.> zo.-.iso—..w. Alle übrigen Muslkwaren In enormer Auswahl. 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Denn sie und der ausübende Künstler sind gebunden an ihre Zeit. Diese Bindung bestand auch da, wo das Bürgertum den Künstler zum Äusnahmemenschen stempelte. So also werten wir alle Kunstwerke nicht allein vom Gefühl genossener, nacherlebter Schönheit, wir forsäzen in ihnen vielmehr als den Ausdrucksformen gesellschaftlicher Struktur und chrer geistigen Verfassung. Was tonnte jener primitive �Mensch der Steinzeit anderes gestalten, als seinen Kampf um die Erhaltung des Lebens. Sein triebhaftes Dasein bestand im Jagen, Fischen, Spiel und Lust: das lassen uns die Höhlenzeichnungen und Plastiken des Urmenschen erkennen. Jahrtausende der Entwicklung schassen aus den freien Jägerhordcn organisierte Völker mit Unterdrückung und Sklaverei. Von den Grabkammern, den Pyramiden der ägyptischen Könige strahlt die Machtstellung jener Herrscher, die aber Tausende von Sklaven quälten, um sich ihre ge- waltigen Grabstätten und grandiosen Werke der Mystik er- richten zu lassen. Sonnenkönige wähnten sie zu sein, die sich mit den Göttern gleichstellten, deren Reichtum und Macht un- ermeßlich war. Sie sollten nach ihrem Tode weiter persönlich wirksam sein, die irdische Macht ins Ewige steigern. Neben ihnen herrscht die Kaste der Priester, sie sorgten dafür, daß aus ihrer raffinierten Meisterung der Sklaven der Ahnenkult menschlichen Geist erfüllte. Dla Griechen: wie anders ihr gesellschaftliches Leben, und wie anders auch ihre Kunst. Der Tüchtige, der freie Mann, erlebte im Standbild seine Huldigung. Der Herrenkult der königlichen Herrscher und ihrer Priesterkaste wurde hier Suchen nach ewigen menschlichen Werten. Die Kunst jener Alten, der Philosophen, Dichter und Denker atmet den hohen demo- kratifchcn Geist ihrer Zeit. Einfach und doch monumental sind ihre Skulpturen und Tempel, in klassischer Schönheit den klassischen Geist des Volkes deutend. Zlbcr die Zeiten wechseln und bringen Versall der Schöngeisterei, des freien Gedankens, des kritischen Erkennons. Dunkler Mystizismus breitet Nebel um das freie Geistes- schwingen. Die Kirche herrscht im frllheu fLllttielalter. Das Fleisch ist Sünde und wird verpönt; nur der Blick ins Jenseits gut! Dome streben empor, Heiligenbilder entstehen, bunte Glasfenstcr in den Kirchen. Die Kunst ist kirchlich: sakral. Mönche sind ihre Pfleger. Unpersönliche, kollektive Zusammenarbeit unter der allein geltenden kirchlich-religiösen Macht manifestiert sich im Dombäu. Neben diesem Macht- geisl der Kirche, der alles im Bann hält, kommt nichts anderes auf: die Kunst spiegelt das in den religiösen Ojsen» barunaen wider. Dw klerikalen Bande lockern sich, Reichtum fließt in die Länder, in die Kassen der Händler, der Bürger. Jetzt ist wieder fleischige Lust möglich und bürgerliche P rocht- entfaltung. Die Kunst steht im Zeichen dieser Wandlungen. Rubens, Rembrandt, Franz Hals in den Niederlanden; Tizian. Michelangelo und Rasfael in Italien: sie wirken nicht mehr allein für die Kirchenfürsten, sondern auch für die Geld- känige des Pürgertums. Erst kämpft die Kirche mit den welllichen Mächten, dann schließt sie mit ihnen Bündnisse. Die 5XeuaistaNce prägt diese Umwandlung. Eine neue, geldgierige, prunkliebeude Aristokratie entsteht. Die Fürsten plündern inehr als ihre Völker aus. Die Kunst fleht im Zeichen des rafsiniertesten Genusses. Das Barock ilt das Sinnbild dieser Fürstenmacht. Letzter Glanzpunkt dieses Feudalismus ist die rein höfische Kunst: das Rokoko. Aber diese Zeit trägt ihre Ueberwiltderin in ihrem Schöße. Mit der französischen Revolution Ende des acht- zehnten Jahrhunderts macht sich das Bürgertum srei, gewinnt es polilifche Freiheiten. Ein neuer Kunststil erwächst, ein neuer Klassizismus zuerst, der an die Antike anklingen will, Verwandtes mit ihr sucht.* Auch religiös» romantische Elemente spielen hinein, ganz die geistige Einstellung des Kleinbürgertums widerspiegelnd. Langsam erst, und dann immer schneller aber erleben wir den Sprung der Kunst zur Natur, zum �HataraUsmus. Der Kapitalismus ist zur neuen Macht geworden. Er macht sich Wissenschaft und Technik zunutze. Zeitalter des Ratio- nalismus! Aber in der neuen wirtschaftlichen Macht stecken bereits die Keime zur Zerstörung und zur Formung neuen gesellschaftlichen Lebens. Die Künstler spüren Kommendes: Krieg und Revolution. Der Krieg zerreißt alle Bande, fchasst Zerriflenheit. In der Kunst wird die Form zerschlagen, neue monumentale Bindungen werden gesucht. Der Expressionismus spiegelt das moderne Geschehen wider. Und noch ein Neues brachte das wodsrne Ringen der gesellschaftkichen Kräfte: die politische Befreiung des Proletariats, die auch in der Kunst unserer Zeit ihren' Niederschlag findet. �Wohnungen für Unverheiratete. Ein verN Ä �T."ih flhrt Üt iffl Ül �**** ...aufhaus Max Cohn| S(Inhaber Georg Hirschtcld) X p OrUnstr. 23.S4 KÖPENICK am Schloßplatz« S Das Haus der guten Qualitäten ,7V Z GOGGGBOOOOOBBOSOOOQOOO»»• Berliner Ratskeller Oierabteiiuag Kömgstr. is t« Weinableilung KlinstSerkonzert Vorzügliche Rüche MM Falker, Sirs Paul Schattschneider Et amISm EAKF Zossener Sir.' 6a und ClESallll vMaf Liodenstraße 97,98 m_m Breltestr. 60 Snanfflnu. Sf hönv alder Str. 29 gnj M>p»HBa«au«a) pirdels.orfer Str. 99 Butter— Käse— Eier Werkfreude- G. m. b. H. W35, Potsdamer Straße 104 G.F.ss Eingang Kurfürstenstraße.- Fernruf: Kurfürst 79C4. Spielzeug/ Geschenke Werkstatt für Arbeits-, Fest- und Wander- Kleidung. Kurs© u. Beratung für Selbstschnaidernde. Bicsfs Festsäle Krcuzbcrgslrelje 48— an der Katzbachstrafje Täglich au�er Diznsiag und Freitag Großer aiideutscher Ball RncdiSnze— Zwei Kapellen— Ende 3 ühr ,105 Iii EAi m. b.ll. Genossen$diafts-Tis(li!erei„!ileal SfEscftlcrnl fiiv ZU« UM u. 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