McndausgaVe Moniag � OOOGG Osl� �°p»e»� WöchnilPrti 10$)rnnlg. monotrid) tÜRK>> g» ülonparrilltjfil» Urlet ewISbanS Im 3n. nnb«US. �sSW ITlmi ffJf W SB �9) HB Hg WZ I.�S M[BS£_ RW mB r-— y« ttcimlg««namrjul» 5.- Wciüs. lanb 5.50 Wrtdjsmarl uro Monat R:.. zWl Bsfij™ ,' ZW! X»a>>.Meine An� eigen" vus ieilge. * Op�Sl| HH BH HU BH HB DU■RR[H UW Hb Hb BBS i M»».«niikt' Won 2S Pienni» izuiäüig ,w»i ! m mM. ML WGM 4ML M B sowie den Beilagen.Unterhaltung SU j föB ZM. � � Vkenn.g..edee wektere Ton und Wissen-.Aus der Filmwelt"■ 10 Pfenmg Worte übet 15 Buchstaben .Etadtdeilag?-.Frauenstimme* /i****. B«.\ zählen für zwe, Worte Ärbeitfinartt .I*er ÄinbetfrcuiTd*»�uAend-Bor. Zelle 60 Pfenntg Familtenanzeigen für ��rarbrtt-'n ml» �fcn»« � T m.*. � a WlA � A A ill-onnenlen Zeile«oPiennis. anzeigen. �»nntag. Jenivawrgan See GozialdemoSraMchen Waviei NeMGSmws ff»W>!UHI!>IWIVIHVUHHH«�MHHHW>>«�WUH>WH�HWMWHHHHWUWMW>WWH>M«U»W>»>»>»>>M»>»M»�»>»>M»�U»»>M»U>M»»»»»»>»»M»»»UrU»»»«»UH»«W I IIIUUil«» IÄ»»»M»»RW»M»»» Redaktion und Verlagi Berlin SW 68. Lindcnstraße 3 Fernlrrecher. Tönhoft 292—291 Telegramm-Adi Eozialdemokroi Berlin Bochum, 22. Januar.(Eigenbericht.) Eine von 7 Delegierten beschickte Rcvierkonsercnz des Deut- schen Bergarbeilerverbandes nahm am Sonntag zu dem bevor- stehenden Tartfkamps im tiuhibergbau Stellung. In einer grotz angelegten Rede gab der Vorsitzende des Deutschen vcrg. a'betlerverbande» Reichetageabgeocdneter husemann einen tlcberblick über die Lage im R'.ihrbergbau. husemann führte unter anderem aus: Unser Lohntarif laust bis 30. April d. I. und kann am l. April zum Monoleschlutz gekündigt rverdcn. Von diesem Kündigungsrecht werden wir Gebrauch machen. Wir haben vor einigen Monaten versucht, zu eine? zwischenlarislichen Lohnerhöhung zu kommen. Der Zechenverband hat das nicht nur abgelehnt, sondern sogar die Rotwendizkeit einer Lohnher- obsehung vertreten. Ein Schiedsspruch, um eine zwischenlarisiich« Lohnerhöhung zu erhallen, war nicht möglich, vom tarlsrcchtlichen und gewerkschaftlichen Slandpvnkl aus war es uns unmöglich, gegen einen bestehenden Tarif den Kamps aufzunehmen. Wenn der Lohnlarif am t. April gekündigt wird, flehen wir völlig srei und unabhängig da. Datz es dann in freien Verhandlungen zu einer brauchbaren Lohnvereinbarung kommt, ist bei der Kurzsichtigkeit unserer Anlernehmer nicht anzunehmen. Im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau wurde im Juni und Juli vergangenen Jahres ein Schiedsspruch mit dreipro- zentiger Lohnerhöhung für unl agbar erklärt. Als aber die gesamte Belegschaft im Oktober fast restlos den Kampf ausnahm, kounte eine Lohnerhöhung um It.S Proz. getragen werden. Daraus müssen die Rnhrbergleute lernen.?m Ramen des Verbandevor- stände» und der Ruhrbezi.kelcitung spreche ich aus, dasi die jetzt einsetzende Lohnbewegung nur dann von Erfolg sein kann, wenn die g e s a m l e Bergarbeiterschafl des Ruhrgebicts hinter uns Vonväris-Verlag G. m. b. H. steht und mit uns bereit ist, auch vor dem letzten gewerkfchasMchen Mittel, dem Streik, nicht zurücksprechen. Ich fasse zum Schlutz zusammen: Tie Löhne der Berg- arbeiten müssen um ein Bedeutendes heraufgefetzt wer- den. Auch sonstige Verbesserungen sind dringend not- wendig. Die Lage im Ruhrbergbau ist so. daß diese For- derungen erfüllt werde» können. hieraus nahm die Konferenz einstimmig eine Ent- schliehung an. in der es heißt: .Die Konferenz hält eine bedeutende Erhöhung der Löhne und eine Verkürzung der Arbeitszeil für drin- gend erforderlich. Sie billigt ausdrücklich die bisherige Haltung der Vecbandsleiluag In der Lohnsrage. Sie beaustragt die Organisa- lionrleitung, zum ZV. April die Kündigung des Lohn- tarifs und des Mehrarbeilsabtommens auszu- sprechen und sonst alle Maßnahmen zu treffen, welche zur Durchführung der Forderungen notwendig sind." Zum Schluß nahm die Konferenz noch eine Entschließung an, die sich außerordentlich scharf gegen die Sommuni- stische Partei und die Schreibweise der kommunistischen Presse zu der Bergarbeiterüewegung wendet. Die A n n o h m e der Ent- Schließung erfolgte gegen ZS Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen von mehr als 700 Delegierten. Auch die christlichen Bergarbeiter fordern. Bochum, 23. Januar.(TU.) In mehreren von christlichen Gewerkschaflsvcreinen des Bezirks Lochum abgehaltenen Zahlstellenversommlungen wurde ein gemeinsames vorgehen mit dem alten Verbm-d!n Sa-hm Lohntarif- und Arbeitszeilabkommcn gefordert. Pouicheckkonto: Berlin S7b3e— Sanklonioi Lank der Arbeiter. Angestellten und Beamten Dallstr. 65 Diklomo-Eeiellschalt. Teposttenkafie Lindenstr 8 Lufigelder. Aureaukratifche Subventionen-eine Fesselung der Luftfahrt Von Klugzeugsührer Walter Binder. Wer seit Jahren die Entwicklung des Luftverkehrs und seiner Technik aus nächster Nähe verfolgt und ihr zu dienen sucht, der muß mit wachsender Beunruhigung feststellen, das; die„Förderung" und Subventionierung der Lustfahrtfirmen durch die Ministerialbureaukratie sich der anfechtbarsten Methoden bedient. Ich will hier die Frage ununtersucht lassen, ob die Höhe der für 1928 geforderten Summen— mehr als S 5 M i l- l i o n e n Mark— anfechtbar ist. Die Aufstellung des Luft- fahretats ist derart dunkel und unübersichtlich, daß man zur Höhe der angesetzten Beträge gar nicht Stellung nehmen kann, ohne vorher eine genaue Abrechnung über die bisherige Subventionsverteilung eingesehen und gevrüö. zu haben. Jedenfalls ist die Notwendigkeit einer größere: Subventionierung im Interesse der Westverkehrsentwlck- ur•- nicht anzuzweifeln, und es wäre sehr kurzsichtig, wenn?>-' für den raschen Ausbau des immer dringlicher wür!)�-": Nachtvcrkehrs und der t r a n s k o n t i n e n t a- u Weltverkshrslinien. sowie für die technisch Weiterbildung von Motoren und Flugzeugen nicht alle möglichen finanziellen Anstrengungen machen wollte. Aber gerade weil dies so ist, weil es sich noch auf absehbare Zeit um die regelmäßig wiederkehrende Hergabe recht erhebliche? Summen vorwiegend an rein nrioate Unternehmer handelt— in diesem Jahr etwa 28 Proz. der gesamten Reichsverkehrsausgaben!— so muß unter allen Uin- ständen die längst dringend notwendige Kontrolle ge- schaffen werden, die die sachgemäße Verteilung der Reichs- gelber nach reiy oerkehrstechnifchen Gesichtspunkten fort- dauernd überwacht. Was geschieht heute?— Das Reichsverkehrsministerium erhält in ganz großen Pauschalsummen, deren allgemeine Zweckbestimmung jede Auslegung offen läßt und die überdies teilweise„übertragbar" sind, viele Dutzende von Millionen Mark bewilligt. Ueber die Verteilung dieser Gelder ent- scheiden wenige Ministerialbeamte und ehemalige Offiziere (der Herr Verkehrsminister st>r. d. c. Koch kann als Nicht- fachmann kaum mitreden). Abgesehen von den Kilometer- geldern für den planmäßigen Berkehr liegt dieser Geld- hergäbe keinerlei grundsätzlickzer Plan oder ein übersehbares System zugrunde,- vielmehr vollzieht sich dies alles in den selbstherrlichsten Formen. Selbst die subventionierten Firmen wissen oft heute nicht, wieviel Mittel ihnen morgen zur Verfügung stehen und od sie in einem Vierteljahr noch am Leben sind. Mit dieser raffiniert betriebenen Methode erreichen es die Herren„Suboentions- räte" in der Wilhelmstraße, daß die Industrievertreter sowie andere auf Subventionen angewiesene produktiv Schassende fortgesetzt bei ihnen antichambrieren und um gut Wetter bitten müssen und so in völlige Abhängigkeit von einer Bureaukratie geraten, die schon mehr als einmal durch ihre Maßnahmen das Kopfschütteln der Fachkreise wachgerufen hat. Aber leider ist man dort zum Schweigen verurteilt; denn wer aufmuckt, kann— finanziell— erschossen werden! Das Kardinalproblem des fluqtechnisdien Fortschritts liegt heute in der Motorenfrage. Unsere Millionensuboen- tionen haben es nicht zuwege bringen können, daß wir auf diesem wichtigsten Gebiete mit den führenden ausländischen Firmen in ernste Konkurrenz treten können. Dem von Fach- kreisen immer wieder geforderten öffentlichen, mit bähen Geldpreisen dotierten Motorenwettbewerb hat man sich bis heute widersetzt. Dafür werden ein paar einzelne mit guten Verbindungen versehene Firmen, vor allem die B a y e r i- schen M o t o r e n- W e r k e, in monopolistischer Art sehr hoch subventioniert mit dem Resultat, daß das in der Praxis stehende Luftfahrtpersonal den Erzeugnissen dieser Firmen jeden anderen Motor vorzieht und ausländische Per- tragskontrahenten unseres planmäßigen Luftver- kehrs berests die E r s e tz u n g dieser Motore durch ausländi- sche und zuverlässigere beantragt haben. Dabei glaubt man es sich leisten zu können, gegen andere Firmen mit zwei größerer flugtechnischer Erfahrung und besseren Resultaten ein wahres Kesseltreiben der Intrigen zu dulden oder gar zu ermutigen- Es ist kein Wunder, daß bei so ungesunden Suboentions- Verhältnissen das ganze deutsche Luftfahrtwesen von einer Stickluft durchsetzt ist, in der niemand dem anderen traut und wo Gruppen und Vereine, Cliquen und Firmen gegen- seitig konspirieren und sich schlecht machen. Nicht die schlechte- sten produktiven Mitarbeiter fühlen sich von diesem Milieu der Suboentions- und Stellenjägerei abgestoßen und ziehen sich lieber heute als morgen ins Ausland oder in andere Produktionszweige zurück. Gerade junge aufstrebende Kräfte, die der Luftfahrt am meisten not tun, werden so von der Mitarbeit ausgeschaltet, sofern sie nicht über den richtigen „Anschluß" und— nicht zu vergessen— die vorschriftsmäßige Gesinnung verfügen. D-c Nichtachtung, die die Minislerielbureaukratic dei' Lachtreljen glaub: cmgegenbrulgen zu lönnen, wird schlag Neuwahlen im Mai? Zieichswirischastsminister Curiius kündigt sie an.-(Sonntag der Mnisterreden. Am gestrigen Sonntag hat eine Reihe von rechts- gerichteten Parteiführern wieder Reden gehalten, die bereits deutlich im Zeichen der Wahlvorbereitungen standen. In Mannheim kündigte der Reichswirtschaftsminister Dr. E u r t i u s auf einer volksparteilichen Tagung an, daß die Wahlen etwa im Mai zu erwarten seien, und daß die Deutsche Volkspartei frei von Bindungen nach rechts oder links in den Wahlkampf gehen wolle. In der Frage des Einheitsstaates erklärte Curtius, daß weitere Konflikte nur durch eine völlige Verschmelzung der preußisäzen Regie- rnng mst der Staatsregierung vermieden werden könnten. Ein Kompromiß, wonach etwa der Reichskanzler zugleich preußischer Staatspräsident sein solle, lehnte er ab. Dagegen hätte man in Preußen eine Vereinigung zwischen Baden und Württemberg ins Auge gefaßt. Dem neuen Staat würde Preußen dann das Gebilde Hohenzollern als Morgengabe schenken. Diese Stellungnahme ist deswegen von Interesse, weil die Deutsche Volkspartei ganz offenkundig unter dem Druck der Industrie die Propaganda für denEinheits- st a a t 3" einem Agitationsmittel machen möchte, nachdem sie in der Frage des Schulgesetzes den einst bombastisch pro- pagierten Liberalismus weitgehend preisgegeben hat. Um so interessanter ist, daß selbst in der Frage des Einheitsstaates in der Volkspartei keine Einigkeit besteht. Während Curtius darin ziemlich optimistisch sieht, hielt sein Fraktion?- kollegc und Parteiführer Schal z in Berlin eine Rede, in der er sagte, ohne eine gewisse Dezentralisation sei der Einheitsstaat nicht durchzuführen. Er ging dabei soweit, eine Zerschlagung der Steuerhoheit des Reiches in Aussicht zu stellen, bei der das Reich, ähnlich wie vor dem Kriege, lediglich die indirekten Steuern behalten solle, während den Ländern und Gemeinden die direkten Steuern bleiben sollten. Einheitsreich durch Zerschlagung der Steuerhoheit— das ist in der Tat ein neuartiges Rezept. Man kann es nur als Zeichen der Verwirrung ansehen, die in der D. Vp. in in dieser wichtigen Frage besteht. Oeutschnationale Arbeiterfreundlichkeit. Reichsverkehrsminister K o ch hat auf einer deuffch- nationalen Reichsgründunasfeier in Kiel eine Red? gegasten, mit dar er sich an die deutsche Arbeiterschaft anbiedern wollte. Er jagte u. o.; Auch diejenigen, die das parlamentarische System nicht billigen, müssen erkennen, daß man neue politische Verhältnisse nur auf dem Wege über die Parteien durchsetzen kann. Notwendig ist vor allem auch eine soziale Befriedung. Dazu gehört, daß der Arbeit- nehmerschaft auch im Staat ein inaßgeblicher Platz eingeräumt wird. Kaum hatte er jedoch diese Sätze ausgesprochen, als er auch gegen die„marxistische Agitationsphrase von Aus- beutern und Ausgebeuteten" wütend zu Felde zog und forderte, daß die Arbeiterschaft unter der Fahne Schwarz- weißrot für„den deutschen Freiheitsgedanten" kämpfen müsse. So sind die Herren Reaktionäre: Eine Mitbestimmung der Arbeiter nehmen sie hin— wenn diese Arbeiter sich vor den Karren des nationalistischen Großkapitals spannen lassen. Sonst aber wird Widerspruch nicht geduldet. Die Arbeiterschaft wird sich mit Abscheu von diejen Methoden deutschnationaler Agitation abwenden und bei den Wahlen den Herren der Rechten die notwendige Antwort geben. Wahljahr auch in Japan. Wahltag 20. Februar. Die japanische Regierung l>at. um einem Mitztraueusvotum zu entgehen, das Parlament aufgelöst. Die Regierungspartei mit ihren 18g Stimmen stand einer Oppofitmu von 222 Stimmen gegenüber, so das, Ministerpräsident T a n o k a infolge des Fehlens einer Majorität sich außerstande sah, sein Programm durchzuführen. Bei der Neuwahl a m' 2 0. Februar wird der Sieg oder die Niederlage der Regimiugspartei davon abhängen, ob es ihr gelingen wird, sich die Stimmen derjenigen zu sichern, die erst kürzlich das Wahlrecht erhalten haben, und die angesichts des Steigens der Lebenshaltungskosten eine gewisse Unruhe ver- raten. Ganz Amerika freut sich— über e«ne Verlobung in Japan- Washington, 22. Januar. Präsident Caolidge sandte dem Kaiser von Japan telegraphisch seine Glückwünsche zur Verlobung des Bruders des Kaisers, des Prinzen T s ch i t s ch i b u. mit der Tochter des japanischen Bot- schafters in Washington, M a t s u d a, r a. und wies daraus hin, daß beide Verlobte ihm persönlich bekannt seien und dost das ciilcrm-msch' Polt die Nachricht mit großer Freude auf- tzenommen habe. Gärung im Nuhrbergbau. Tarifkünöigungen zum-1. Mai. lichtartig erhellt durch die Behandlung des sogenannten „Beirats für das Luftsahrtwesen". Dieser Beirat— aus Fachleuten zusammengesetzt—, der nach dem Luftverkehrs- gesetz bei den wichtigen Fachfragen beratend hinzugezogen werden soll, ist im Jahre 1S27 �age und schreibe ein einziges Mal auf zwei Stunden einberufen worden! Selbst die dabei einstimmig gefaßten Beschlüsse und Anregungen sind teil- weise überhaupt nicht beachtet worden, wie z. D. die An- -Ygung, ein Preisausschreiben zur Nebelbekämpfung zu erlassen— wahrscheinlich weil es verkehrstechnisch von hervor- ragender Bedeutung wäre! Die hochtönenden Begrühungs- worte des Herrn Derkehrsministers Koch, welche dem Wunsche nach enger Zusammenarbeit mit dem Beirat Ausdruck gaben, hoben sich in der Folge als leere Phrasen erwiesen! Es werden nicht nur die eigentlich produktiven Fachkreise beiseite geschoben, sondern auch die bestehenden Reichsgesetze sabotiert Es ist Höchste Zeit, daß hier Wandel geschaffen wird Es ist zu fordern, daß eine detaillierte Rechnungs- legung über die Verteilung der bisherigen Subventionen erfolgt. Hierbei wird von hohem Interesse fein, festzustellen, in welchem Verhältnis der L e i st u n a s e f f e k t der subventionierten Firmen zur er daltencn Suboentionsstimme steht und welche Firmen über Haupt ohne Subventionen lebensfähig find. Man könnte hierbei manche Ueberrafchung erleben.— Für die Zukunft ist ein genauer Berteilungsplan zu verlangen, nach welchem für ganz bestimmte Bauleistungen und Fortschritte bestimmte Subventionen bezahlt werden— und zwar ohne Rücksicht darauf, ob das Gesicht des Produzenten dem zu- ständigen Herrn Ministerialrat gefällt oder nicht. Freilich wäre dringend zu wünschen, daß die Ausarbeitung der Lcistungsforderungen und Formeln nicht denselben Herren überantwortet wird, welche die flugtechnische Verantwortung für die recht blamablen Wettbewerbsausschreibungen des Iahre� 1927 tragen! Die Funktionen des Luft- b e i r a t s find zu erweitern und eine paritätisch zu- sammengesetztc Kommission für Suboentions- f r a g en zur ständigen Mitarbeit heranzuziehen. Nur wenn in dieser oder ähnlicher Weise eine Bürgschaft für eine Aenderung der bisherigen Praxis und für eine un- parteiische, gerechte Geldverteilung gegeben ist, kann man den Subventionsforderungen zustimmen. Dem jetzigen System aber darf in der geforderten verschleierten Form im Interesse einer Gesundung der deutschen Luftfahrt kein Pfennig bewilligt werden. Man wird auch sehr genau darauf acht zu geben haben, inwieweit der Einfluß gewisser Offiziere dazu führt, Mittel für Zwecke abzuzweigen, die zwar das Gegenteil von Verkehrsförderung sind, sich dafür aber aufs vortrefflichste dazu eignen, die offizielle Regie- rungspolitik des Herrn Stresemann zu desavouiren. Der Reichstag halte die Augen offen; dann auch hier scheint die vom Ministerium so wenig geförderte„Nebelbekämpfung" im öffentlichen Interesse zu liegen! Die Einheitsfront marschiert! Kommunisten gegen den Sowjetstern.— Maölow mit der Hundepeitsche gegen iRote-ZrahneORedatteure. Die Einheitsfront der Kommunisten untereinander nimmt schlagende Formen an. Der Suhler„Volkswille" veröffentlicht folgenden Protest: „Aus Göttingen erhallen wir folgende Erklärung: Die linken Kominunisten Göftingens aller Richtungeu haben erfahren, daß drei KPD.-Funktionäre in Hannover den Genossen Iwan !ft o l i n Eiche Dezember in einem bürgerlichen Lokal tätlich an- gegriffen und ihm seinen Sowfelstern geraubt haben. Die linken Kommunisten Nöttingens protestieren aufs schärsst« gegen diese Anwendung von Mitteln des Terrors im Kampf gegen die linke proletarische Bewegung. Sie wenden sich mit Abscheu von diesen M e t h o d e n d e r F a s ch i st e n ab, durch deren Anwendung Forderungen der Landwirtschast. Aussprache im Haushaltsausschuß. Im weiteren Verlauf der allgemeinen Aussprache über den Haushalt des Neichsministcriums für Ernährung und Laadwirlfchaft. die in der Montagssitzung des 5)aushalt?ausschuss«s erfolgte, fragte Genosse Schmidt-Köpenick. weshalb der Finanzminister nicht anwesend sei. Seine Anwesenheit fei in der letzten Sitzung von den Deutschnationalen verlangt worden und diesem Verlangen schließe sich die sozialdemokratische Fraktion an, denn es sollen wieder einmal hunderte von Millionen in die landwirtschaftlichen Betriebe hineingepumpt werden, die dann so gut wie sicher verloren seien. Diese Absicht habe eine überaus große finanzpoiitische Be- deutung, da die benötigten Summen Im wesentlichen wieder aus den Einnahmen aus der Lohnsteuer genommen werdcn. Genosse Schmidt regte weiter an, daß vwn landwirtschofilichen Unterausschuß dos dort vorhandene Material über Art und Unrfang der Verschuldung der Landwirtschaft beschleunigt vorgelegt werde. Au» diesem Meuerial werde hervorgehen, daß man von einer Verschuldung aller landwirtschaftlichen De- triebe nicht sprechen könne,. sondern, daß nur ein bestimmter Teil von Betrieben, die sich mit Krediten übernommen haben in einer Notlage sich befinden. Aus Betriebsergebnissen, geliefert von den Buchstellen des Reichslandbundes gehe hervor, daß in bestimmten Betrieben eine hohe Verschuldung vorhanden sei, keineswegs aber in ollen Be- trieben, denn wenn man auf dieser Grundlage weiter rechnen würde, müßte die Verschuldung der landwirtschaftlichen Betriebe zurzeit sich auf 30 Milliarden Mark belaufen. Vom Reichslandbund und den Interessenten werden eben immer nur die schlechtesten Betriebe ge- schildert. Dieses Material werde dann von der Regierung als Beispiel angeführt und verallgemeinert. Dagegen müsse sich die Sozialdemokratie mit aller Entschiedenheit wenden. Auch die Berech- nungen über die Reinerträge werden in tendenziöser Weise entstellt und verallgemeinert. Die vom preußischen Staai bewirtschafteten Betriebe hätten ein besseres Ergebnis als die Privatbetriebe. Genosse Schmidt machte den Minister und den Bürgerblock mit ihren über- triebenen Elendsschildernngen auch dafür verantwortlich, daß die Lage der Landarbeiter immer mehr verschlechtert werde. Fast alle Schlichkungsslellea könnten sich bei Lohnforderungen immer aus diese amtlichen Schilderungen der Not der Laudmirl- schaft berufen, um damit in bequemer Weise Lohnforderungen abzulehnen. Dafür trage Reichsminister Schiele und die deutschnationale Fraktion die volle Verantwortung. In der weiteren Aussprache, die voraussiclstlich erst am Mittwoch erfolgen würde, werden noch die Genossen Schmidl-Berlin, Dr. Hilserdinz und die Genossin Wurm das Wort ergreifen. die KPD. den wirklichen Kommunismus in dm Augen aller ehr- lichen Arbeiter diskreditiert." Die„Rote Fahne" bezeichnet M a s l o w als Polizei- fpitzel, feine Rolle werden offenbar werden, wenn die siegreiche kommunistische Revolution die Polizeiarchioe öffnen werde. M a s l o w antwortet darauf mit der Androhung schlagender Gegenbeweise: „Nun habe ich nicht so vielZeit und nicht so viel Geduld, bis zu diesem Zeitpunkt zu warten. Erstens, weil diese„Führung" der KPD. n i e die Macht erobern wird, zweitens, weil ich keine Lust habe, mich von jedem Schmeck, der noch vor wenigen Jahren ekelhafte Lobeshymnen auf mich schrieb, mich anpiflen zu lassen. Die Gesellschaft in der Redaktion der„Roten Fahne" weiß, daß es mir nicht einfallen wird, meine revolutionäre Ehre durch das bürgerliche Gericht schützen zu lassen. Da mit dieser Gesellschaft andererseits auf die unter ehrlichen Revolutionären übliche Art über derlei Angelegenheiten nicht zu verhandeln ist— denn f i e find bewußte und gemeine Verleumder— so erkläre ich: ich werde jeden Redakteur der„Rolen Fahne" wo und wann ich ihn treffe und unbeschadet der für ihn entstehenden Folgen, körperlich züchlige«. damit er wenigsten» für seine Verleumdungen einen Lohn bekommt, an den er denken wird. iL Maslow." Die Redakteure der„Roten Fahne" werden nun wohl den Schutz der preußischen Polizei suchen oder einen Preis- boxer in die Redaktion aufnehmen. Es lebe die Einheitsfront! Eine Hugsnberg-Enie. In Delitzsch erscheint ein Blatt mit dem Namen„Allgemeine Zeitung". Dieses Blatt scheint seine Selbständigkeit zum großen Mißvergnügen des Zeitungskjönigs Hugenberg behaupten zu wollen. Deshalb hat am Sonntag der„L o k a l- A n z e i g e r" die aufregende Mär verbleitet, daß dem Delitzscher Blatt 200 000 M. preußische Staats- oder Reichsgelder zugewendet worden feien. Sowohl die preußische Staatsregieruug wie die Reichskanzlei und das Auswärtige Amt erklären diese Behauptung, die übrigens auch in der„Täglichc.i Rundschau" gestanden hat, als unwahr und grundlos._ Gchreck-prozeß ohne Zeugen. Ein Zwischenfall im Dokumentenfälscherprozeß. Leipzig. 23. Januar. Als heute morgen die Beweisaufnahme im Dotumentenfälscher- prozcß Schreck und Genossen sortgesührt werden sollt«, stellte fiä) heraus, daß nichts! ireinzigervondenzwölfsürheute geladenen Berliner Zeugen zur Stille war, so daß das Gericht beschloß, zunächst in die Beweiserhebung über die der Zlnklage zu- grundeliegeNden gefälschten Urkunden einzutreten. Zunächst kam die angebliche Denkschrift des Majors Bock v. Wülfingen(Folge 12 der Problem« der Landesoerteldigung) zur Erörterung, von der bisher keine Lichtbilder aufgetaucht sind. Auf Befragen des Vorsitzenden gab Schreck noch einmal zu, daß nicht der große Unbekannte Klier diese Denkschrift versaßt hätte, wie er dies zueist behauptet hotte, sondern daß er selbst sie aus Zeitungen, Broschüren und militärtschen Büchern im Herbst 1S24 zusammengest-llt habe. In der Denk- schrift„Dle Neuorganisation der Deutschen Wehrmacht" wurde dann unter Hinweis auf die völlige Entwaffnung Deutschlands, aus die antinationale pazifistische Tätigkeit gewisser Parteien und auf das Wettrüsten der übrigen Länder betont, daß die nationalen Militärperbynde die einzige Hoffnung der militärischen Zukunft Dautschlands seien. In Tabellen, die als Anhang beigefügt sind, wird auseinandergesetzt, wie die„Offiziere und Mannschaften" der Bünde, vom Stahlhelm bis zur Organisation Consul im Mobilwachungsfalle in die Reichswehr eingegliedert werden müssen. Insgesamt ließen sich aus den Derbäuden 2 792 7S0 Mavn aufbieten, zu denen dann noch 100 000 Mann an Reichswehr und 130000 Mann an Schupo im Ernstfälle kämen. Auf die Frag« des Vorsitzenden, woher er diese Ziffern erhalten Hab«, erklärte Schreck, er habe sie aus«in«r Hamburger Zeitung entnommen und habe die Gesamtziffern nach Gutdünken auf die einzelnen Verbände in den Tabellen verteilt. Die„Königliche Bibliothek" Aus einem rückständigen Staatsinstitoi. Bor kurzen, war von den miserablen Telephonoerhält- Nissen in der Preußischen Staatsbibliothek die Rede: daß es in diesem Rieseninstitut einen einzigen Fernsprecher zur ösfent- lichen Benützung gibt, der täglich von einem halben Dutzend verzweifelter, zum mindesten stark nervöser Menschen belagert wird. Aber diese Telcphonanlage ist nur ein Symptom für die Verfassung, in der sich das ganze Institut befindet. Diese Bibliothek, eine der größten und angesehensten der Welt, ist von einer skandalösen Rück ständigkeit. Dos Danaer- Hefchenk aus wilhelminischen Zeiten, den Neubau des Hofrats Ihne, mußte man übernehmen: dos war schon bitter genug. Der Haupllese- saal ist eine idiotische Kopie des Lesesaals im Britischen Museum in London. Dort hat nwn vor mehr als einem halben Jahrhundert die Tische konzentrisch angeordnet, um von der Mitte aus die Bücher, die bestellt werden, rasch an die Plätze der Leser bringen zu können. In Verlin hat man den Mittelkreis, kein Mensch weiß warum, leer gelassen. Die Leser sitzen andächtig um ein Loch herum. Die Lücher- ausgäbe erfolgt an einer Seite des kreisrunden Saales, an einer Stelle, zu der man sich, je nach feinem Platz, auf weiten Umwegen hinbegeben muß. Diese Einrichtung ist ebenso häßlich wie sie un- praktisch ist. Mag sein, daß es so für die Beamten bequemer ist. In KuUurländem denkt man in erster Linie an die Bequemlichkeit des Publikums, in Deutschland ist das Publikum für die Beamten da, auf d t Post nicht nur, sondern auch auf der Bibliothek. Der Leser be- kommt die bestellten Bücher nicht etwa an seinen Platz gebracht. o nein, er hat sie sich selber abzuholen. Es ist alles so zurückgegangen in dieser Staatsbibliothek. F.üher bekam man«in Buch noch zwei bis drei Stunden, heute muß man einen ganzen Tag verstreichen lassen. Es gibt Leute aus der Provinz, die sich diese Zeitverschwendiing nicht leisten können: es gil t aber auch genug Berliner, die einmal geschwind etwas nach- «chlagen möchten und daran durch diesen Zeitlupen betrieb gehindert werden.(In London, aber auch auf der Berliner Kunst- �werbeblbliothek. hat man ein Buch in längstens einer Viertelstunde.) litis den einzelnen Plätzen gibt«ekeineSchreibgelegenheit niehr: seit der Instation hat man die Federhalter entfernt und liefert nur noch die Tinte. Die F«der kann sich jede? gefälligst selbst mit- bringen. Man wird sich mit„Spormaßnahmen" und„Personal- abbau" herauszureden suchen, ober das verfängt nicht. Es gibt ein lnuiz einfache« Mittal, um eine Menge Beamten zu entlasten: man braucht bloß dös veraltete System der Entleihung nach Haus«, dos nieder die Pariser Bibliotheque Rationale kennt»och das British Museum, abzuschoisen, durch das die Bücher am schnellsten und sicherste» ruiniert werde«. Man verwandle die Lerimer Staats- bibliokhck in eine P r ä fs n z b i b l i o t h e k, sretlich in eine zeitgemäße und mustergültige. Dann muß allerdimjs ein neuer Geist in ihre Räume einziehen. Den Geist, der bisher hier herrschte, kennzeichnet am besten die Benutzungsordnung aus dem Jahr« 1909, die noch immer, ohne daß auch nur ein Buchstabe geändert worden wäre, im Lesesacil aufliegt. Es heißt darin: Jeder Besuckzer Hot sich den angeordneten Kontrollmaß- nahmen zu unterwerfen. Bestellzettel. Die Ausschrift h a t zu lauten: An die Königliche Bibliothek Berlin NW., Dorotheenstraße 97." So stehls da und kein Haar anders. Ein bißchen happig, nicht wahr? In diesem Kullur!nst!tut„hat man sich zu unterwerfen" und man„hat zu adressieren: An die Königliche Bibliothek". Ein vcr- trautes Tönchen, das freilich echt königlich-preußisch ist und ebensowenig in die„Iudenrepublik" paßt w!« ein Teil der Be- amtenschaft. die hier die Fuchtel schwingt. Dr. H e r m a n n H i e b« r. Reichsverband bildender Künstler. Sei»e virtfchastlichen und kulturellen Ziele. Der bisherige Reichswirtschaftsverband bildender Künstler, der auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung den allgemeineren Rainen„Reichsverbond bildender Künstler Deutsch- l a n d s" angenommen hat, bezweckt die einheitliche Vertretung der deutschen Künstler in ihren ftandesmäßigen und beruflichen Inter- essen. Er umfaßt siebzehn Gauvcrbände und zählt 8700 Mitglieder. Die ersten Namen der deutschen Künstlerschaft haben ihn als Be- rufsvertrerung anerkannt. Zu den Ziele» des Reichsverbandes gehört die Arbeits- beschaffung für Künstler. Er will im Reich uni> in den Staaten dahin wirken, daß in ollen öfsenttichen Gebäuden, Kircken, Krankenhäusern. Schul«» usw. olle Gelegenheiten ausgenutzt Wersen, wo Arbeiten künsilenscher Art in Frage kommen. Weiter soll er- reicht werden, daß bei allen neu zu errichtenden Staats- und Kam- munalbauten neben den handwerklichen Ausführungen von vorn- herein auch die künstlerische Ausführung in den Boranschlag hinein- gebracht wird. Die Not der deutschen Künstlerschaft kann wesentlich behoben werden, wenn den Künstlern solche Arbeiten direkt über- tragen werden. Da sich gezeigt hat, daß der K u n st u n t« r r i ch t in künstlerischer wie in technischer Beziehung auf unseren hzutigcn Akademien nicht den?l0twcndigte!ten entspricht, die sich vielen aus- übenden Künstlern in der späteren Berufspraxis darstellen, wird der Reichsoerband«ine Kommilstou von Sachverständigen wähle», die in jenen Fragen Einfluß auf die Unterrichtsministerien zu gewinnen suchen, zwecks Revision der bestehenden Verhältnisse. Ferner tritt der Reichsverband dafür ein, daß die Ateliers der Künstler nicht aus der Zruanaswirtschaft herausgenommen werden. Wenn wider Erwarten die Erhalruiuz gesetzlichen Schutzes für die Ateliers ausgeschlojseu wird, dann will er die Regierung ersuche.� durch Zuschüsse Neubauten von bewohnbar«» Ateliers zu solchen Mietpreisen ermöglichen, die die Künstler in ihrer gegenwärtigen wirischaftkiche» Lage trogen können._ Märchenspiel im Theater de» Westens. In einer Matinee wurde im Theater d e s W e st e n s ein Werk von Gustav Richter und Erich Kühn„Dos klagende Lied" aufgeführt. Die Verfasser nennen es«in„romantisches Drama" Der eigentliche dramatische Aufbau fehlt ober. Es gibt keine Entwicklungen in dem Werk, es gibt nur fertige Tatsachen. Die Personen sind nicht mensch- lich gezeichnet und� motiviert, fondern jede ist nur Träger einer Eigenschaft: gut, böse, gerecht, treu. Man könnte das Werk ein „Märchenspiel" nenne» oder ein„tragisches Singspiel". Denn die Musik ist djjcnttich das wesentlichste an ihm. Der Komponist Gustav Richter hat mit gutem Verständnis für den vclks- tümlichen Sogenstoff die Melodien geschaffen. Im Mittelpunkt der Handlung steht das„klagende Lied", das die Knochcnslöte singt von der Königstochter, die von ihrem neidischen Bruder im Walde er- schlagen und verscharrt wurde. Die schlichte Form des mittelatterlichen Volksliedes ist hier außerordentlich glücklich getroffen. Auch gut ge- baut« Ehorsätzc vermag Gustav Richter zu schreiben. Das„Lied von der alte» Linde" gibt den Beweis dafür. Für die weiilich« Hauptrolle halt« man Elsa Schumann gewonnen, die stimmlich sich sehr für diesen volksliedhaften Gesang eignete. Die Aufführung war dem Werke angemessen und recht nett bis auf den gänzlich bühnenungeeignetcn Joachim von O st o u. der ein fürchter- liches Gezappel vollführt« und herzzerreißende Schmieren-Kreifchlöne ausstieß.„Dos klagende Lied", das sich auf der großen Bühn« sicher nichl halten kann, wird bei Schüler- und Schulaufsührungen wahr- scheinlich noch manche Freude bereiten. T c s. Uraufführung im Deuffchen Nalionalthoater in Weimar. Die Uraufführung der neuen Dichtung von L i l i e n f e i n„Theater" errang einen lehr starken Beifallsersolg. Es ist die Geschichte der Entwicklung einer Schauspielerin, die— etwas konstruiert— den Satz beweist, daß erst durch größtes persönliches Erleben in Liebe und Schmerz gegangen sein muß, wer zur Höhe des Künftlertums aufsteige» soll. Der Erfolg war vor allem der feinen dichterischen sprachlichen Gestaltung und der geschickten Eharakterzeichnung der handelnden Personen zuzuschreiben. Im Rahmen des Kammerfpiels wird die Wirkung amt) anderwärts eine sympathische sein. H. L. Ein inlernationoler Volkskuusttovgreß. DieBölkerbundskomnnsflon für geistige Zusammenarbeit hat den Beschluß gefaßt,«inen inter» nationalen Kongreß für Volkskunst zu veranstalten, der im Mai in Prag tagen wird. Das Gebiet der Tagung umfaßt alle Themen plastischer, dekorativer nnd handwerklicher Kunst, soweit sie volte- tümticher Herkunft sind, wie auch Musik, Spiet, Tanz, Lied. Prof. Dupierreux. der Leiter der Abteilung für künstlerische Beziehungen bei dem Internationalen Institut für geistig« Zusammen- arbeit in Paris, wurde mit der Führung des Haupffekretoriats des Kongresses beauftragt. Für die Beteiligung der verschiedenen Staaten sind naliana!« Ausschüsse gebildet worden. Die vorbereitenden Ar- betten für die deutsche 5komm!ssion hat das Völkerbunds- institut an Dr. Konrad Höh in in Berlin übertragen, der auch die Voröercirung der vom Reichskunstwan Dr. Redslob geplanten Deutsche« VoUstunftausstellung Dresden ISA leitet. Bürgerblock für Hausbesitzer. Kampf gegen die Meier. In acht Wochen hat der W o h n u n g s a u s s ch u ß iwz Reichstags die Novelle zum Mieterschutzgesetz und zum Mietengesetz erledigt. Es war ein zähes Ringen der sozial- dsmokraicn für die Mieter gegen den Bürgerdlock. der vom Zentrum bis zu den Dcutschnationalcn hartnäckig die Interessen der Groß- Hausbesitzer vertrat. Dos Zentrum ließ sich nicht bloß mitschleppen, sondern es war vielfach der Antreiber, weil in Preußen wie im Reich ihre Freunde die betreffenden Ressortminister stellen, obgleich der preußische I u st i z m i n i st e r. gleichfalls ein Zentrumsmann, gegen die Lockerung des Mieterschutzes ist. Schon!VZ6 wurde der Mieterschutz gelockert. Die Verzugs- fristen für die Mieten wurden um die Hälfte gekürzt, die Klag- fristen herabgesetzt, dem Mieter, der schuldhast die Räumungsklage veranlaßt-, wurde der Anspruch auf eine Ersatzwohnung entzogen, dem Hauseigentümer wurde das Recht eingeräumt, in seinem Hame Wohnung und Eewerbcriiume zu beanspruchen, dem herausge- drängten Mieter wurde nur ausreichender Ersatzraum an Stelle„angemessenen" zugebilligt. Die Länder hatten möblierte Zimmer, große Wohnungen und gewerbliche Räume, soweit sie nicht mit Wohnungen verbunden waren, aus dem Mieterschutz ausgeschieden. Man hatte das Gewissen mit der Anweisung an die Fürsorge- behörden beruhigt, daß diese für den Mieter eintreten sollten, wenn Mietrückstand der Grund zur Räumungsklage war. So steigerte man die S o z i a l l o st e n der Gemeinden und dann schmähte man ste wegen der zu hohen sozialen Ausgaben! Im Juni 1927 brachte die Regierung trotzdem ein« Novelle zum Mieterschutz«in, die an Stelle der Klage das Kündigungs- verfahren brachte. Wunsch der Deutschnotionalen und der Voltsparieiler waren der Anlaß. Zwar sagt« Herr Hergt, daß die vorjährige Lockerung keine erhebliche Steigeruilg der Miet- klagen gebracht habe, ober das erzwungen vorgelegte Material ergab doch ein anderes und zwar sehr trübes Bild. In dem ersten Winterhalbjahr 1927 wurden in einem Oberlandesgerichtsbezirk Preußens(für 11 Oberlandesgerichts- bezirke fehlen die Angaben), in Bayern, Baden, Hamburg und Sachsen 19306 Mictaufhebungsklagen erledigt. Don diesen endeten 7248 gleich 37,6 Proz. durch Verurteilungen. Dieser Durchschnitt wurde aber in einzelnen Ländern weit überschritten; er betrug in Sachsen 52 Proz., in Hamburg 72 Proz. der Aufhefeungstlagen. Bon 65 30 Aufhebungsurteilen entfielen wegen„erheblicher Be- lästigung" des Hauswirts oder Bewohner, bzw. unangemessenen oder rechtswidrigen Gebrauchs der Wohnung 1559 gleich 24 Proz., wegen rückständiger Miete 40SS gleich 62 Proz., wegen Inanspruchnahme der Räume durch den Hausbesitzer 807 gleich 12 Proz. Nicht erfaßt sind die Fälle, in denen durch Eingreifen der Fürsorgebehörden und Uebernahm« der Mietrückstände die Räu- mungsklage oerhindert wurde. Das von den Städten beigebrachte Material vervollständigte, wenn auch unzulänglich, dieses düstere Bild. In 38 Städten waren im ersten Vierteljahr 1927 insgesamt 13620 klagen eingegangen, die in 5409 Aällen gleich 62 Proz. mit der Verurteilung zur Räumung der Wohnung endeten. Diese Zahlen geben nur ein unzulängliches Plld von dem Mieterelcnd. Die Gemeinden sind häufig nicht in der Loge, die Exmittierten unterzubringen. Die Familien werden in u n z u- länglichen Massenquartieren oder Obdachlosen- Heimen, selbst in Arrestlokalen untergebracht, die Kinder von den Eltern getrennt, die Möbel in Kasernen oder anderen Logerräumen untergebracht. Do eine baldige auch zwangsweise Unterbringung in anderen Wohnungen schwierig ist, so bedeutet dies« Lockerung des Mieterschutzes eine Zerstörung der Familie, der Ehe und ein« trosilal« Loge für die in diesem Elend aufwachsenden Kinder. Die Berichte einzelner Städte vervollständigen das Bild. So berichten: Köln: „Zwei Beamte des Wohlfahrtsamts nehmen in jeder Woche täglich etwa 20 Termine in Mietaus hebunas« fachen wahr, in denen es sich um nicht gezahlte Miete handelt. An Mietrückständcn übernahm die Abteilung für Wohnungscrhaltung allein in der Zeit vom 1. April 1926 bis 31. Mörz 1927 in 6633 Fällen 162 623 ZNark. In den letzten Monaten wurden durchschnittlich je 23 000 Mark auf- gewendet. Diese Zahlen enthalten auch die Fälle, die über- Haupt nicht zu gerichtlicher Austragung gekommen sind." Breslau Hot, um die Obdachlosigkeit zu verhüten, im Jahre 1926 lausend? ZNietbcihilsen von rund 1056 009 Mark, meistens an Erwerbslose zur Befriedigung von Vermietern, auf- gewendet. In Nürnberg wurde durch Uebernahm« des Mictrück- standes die Zwangsräumung in 239 Fällen in der Zeit vom 1. Lul 1926 bis 31. Oktober 1927 verhindert und dafür 20 106 Mark auf- gewendet. Unbeschwert von sozialen Bedenken hat der Aürgcrblock dt Kündigungsversahren durchgedrückt. An Stelle der Klage des Vermieters tritt die Kündigung, die beim Amtsgericht eingereicht, vom„Urkundenbeaniten", ein neuer Titel statt Gerichts- fchreiber, dem Mieler und, wenn es sich um Mietrückstand handelt, auch der Fürsorgcbehörde zugestellt wird. Für die Zustellung gilt auch die Ersatzzustellung,— Hinterlegung des Kündigungsschreibens, wenn der Atieier nicht angetroffen wird, bei der Orts-, Polizei- behörde, Post oder Amtsgericht. Durch dieses Verfahren wird dem Mieter ein völlig neues Kündigungsversahren ausgedrückt, das völlig gegen die bisherig« Praxis ist, und durch die Art der Zustellung „amtliche n" Charakter erhält. Innerhalb zwei Wochen kann der Mieter Widerspruch erheben. Erhebt er ihn, dann gilt der Airtrag auf Zustsllung des Kündigungsschreibens zugleich als Antrag aus Klageerhebung. Damit werden erneut die Klagefristen gekürzt. Wenn Widerspruch erhoben wird, dann soll amtlich die Räumungz- klag« durchgeführt werden, wenn der Vermieter dies innerhalb zwei Wochen fordert. Versäumt der Mieler den Widerspruch, dann kann dcr Gerichls- fchreiber die Räumung anordnen. Kann der Mieter nicht glaubhast nachweisen, daß er unverschuldet den Widerspruch versäumte, dann soll er kein Recht mehr haben, gegen die Räumung anzukämpfen. Er ist schlechter ge- stellt, als der gewöhnliche Schuldner, der gegen ein Versäumnis- urteil Einspruch erheben und alle Rechtseinwönde gegen die Klage geltend machen kann. Diese Schlechterstellung des Mieters ist ab- sichtlich von der Regierung und dem Bürgerblock gewollt, „weil ohne diese das Kündigungsverfahren wirkungslos wäre". Alle Bemühungen der Sozialdemokraten, den Mieter vor diesem Nachteil zu schützen, das Klageverfahren aufrecht zu erhalten, das oll« Recht wieder herzustellen und Rechtsgarantien für das Kündi- gungsverfahren— Prüfung durch den Amtsrichter— prallten ad an dem gefchlossencn Widerstand des Dürgerblocko. Das Gesetz ist unübersichtlicher geworden. Der Lürgerblock hat auch den Schutz des Mieters vor Inflotionsgewinnler und Schieber gestrichen. Bezeichnend für das Zentrum war seine Haltung zu dcr sozialdemokratischen Forderung, den Z 34— ein Zentrumsprodukt— zu streichen. Di« Borschriftcn richten sich gegen die im Auslaird arbeitenden und in Deutschland wohnenden Arbeiter. Obgleich diese Bestimmung, irotz ihres fünfjährigen Bestehens, von keiner Landesregierung angewendet worden ist, verlangte das Zentrum die Beibehaltung und lehnte den sozialdemokratischen Antrag ab. Der Zcntrumsabgeordnet« Sinn ließ erkennen, daß dieser Paragraph eventuell gegen nach Holland ob- wandernde deutsche Bergarbeiter ongeivandt werden könne, uni deren in Deutschland bleibenden Familien aus den Werkswohnungen bringen zu können. Den Sozialdemokraten gelang es nur, die eventuell« Verlange- rung der Räumungsfrist und die statistische Erhebung über die Aue- Wirkung dieser Lockerungen und einige formale Aenderungen zu erreichen. Die Uebergangsvorschriften für die freigewordenen Räume wurden im Mieterschutz- und Mietengcsetz, im letzteren mit einer weiteren Lockerung in§ 1 des Gesetzes, verabschiedet und beide Gesetze bis 81. März 1980 befristet. Das war das Ende des Bor- spiels, im Plenum geht es weiter. Brutal und rücksichtslos vertritt der Bürgerblock die Kapital- intsreffen der Großhausbesitzer. Bei ihm handelt es sich um die rücksichtslose Ausnutzung seiner Macht. Diese Macht haben ihm die Mieter bei der letzten Reichstagswahl durch die Wahl bürgerlicher Abgeordneten verschafft. Der Mieter muß diese Macht des Bürgerblocks bei der nächsten Wahl brechen, um den Mieterschutz Zu sichern und ein wirklich soziales Mietrecht zu schaffen, wie die Sozialdemokraten es im Reichstag beantragt haben R. L i p i n s k i. Wer ächiei den Krieg? Die franzosisch-nordamerikanifchen Verhandlungen aussichtslos. Paris, 23. Januar.(Eigenbericht.) Räch der neuen französischen Note in den Antikriegspaktver- Handlungen mit de» Vereinigten Staaten, die nun veröffentlicht wurde, kann kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß die Der- Handlungen als gescheitert anzusehen sind. Die französische Note, die den bisherigen französischen Stand- punkt restlos ausrecht erhält und nur in der Prozedurfrage einige Zugeständnisse macht, versucht in ihrem Schlußsatz den Vereinigten Staaten die Initiative für alles weitere zuzuschieben. Nach dem „New Aork Herald" aber will Washington diese Initiative wiederum den übrigen Großmächten überlassen, die für die Teilnahme an dem Pakt evtl. in Frage gekommen wären, das bedeutet also nichts anderes, als daß die Paktoerhandlungcn ehrenvoll begraben werden sollen. Der Eindruck der Briand-Note muh als katastrophal bc- zeichnet werden. Die in Paris erscheinenden amerikanischen Blätter erklären,-daß man daraufhin in Washington die Fortsetzung der Verhandlungen für nutzlos halten werde, denn die Meinungsvcr- sch-cdenheiten seien zu groß. Damit treffen sie durchaus überein mit der Ansicht der französischen Presse. Die Linkspresse, wie„Oeuvre" und„Lalonte", aber auch die Rechtspresse vom„Gaulois" bis zum „Figaro" erklärt, das Beste sei, die Verhandlungen einzustellen oder sie zu vertagen. Es besteht noch die geringe Hoffnung, meint der„New Jork Herald", daß man am dem Ilmweg über unverbind- liche Besprschungerz mit den übrigen Großmöchten zur Abgab« einer gemeinsamen Erklärung kommen könne, worin ähnlich wie in der polnischen Slntikriegsresolution aus der Septembertagung des Völkerbundes der Krieg verabscheut werde. Diese Erklärung habe aber nicht einen juristischen Charakter wie etwa ein formeller Pakt, sondern nur moralische Bedeutung. Der ossiziöse„Petit Parifien" sagt, noch sei die Tür zu weiteren Verhandlungen offen geblieben: aber auch er muß zugeben, daß sich der Inhalt der französischen Note darauf beschränkt, die Vereinigten Staaten zum Beitritt zur polnischen Antikriegsresolution zu bringen — das aber ist etwas wesentlich anderes als der Abschluß eines Pakwertrages! Aeußerungen Josef WirthS in pans. Der Pariser„Matin" veröffentlicht ein Interview mit Dr. Wirth. Dr. Wirth sprach zunächst von der Bedeutung der bevorstehenden Wahlen in vielen Ländern und erklärte dann, er stehe Bewegungen, wie der van europäischen sympathisch gegenüber, es wäre jedoch unvorsichtig, wenn man allzu schnell vorgehen wollte. Niemals sei die Atmosphäre in Deutschland für eine friedliche Annäherung an Frankreich so günstig gewesen wie jetzt. Cr wünsche, daß Frankreich den Deuffikpm' sich nicht immer mit der Pickelhaube auf dem Kopf vorstelle. Er habe nach den Besprechungen, die er in Paris mit leitenden Persönlichkeiten gehabt habe, den Eindruck, daß der Standpunkt in dieser Hinsicht sich ändere. Mit der Annähe- 'ung Frankreichs an Deutschland könne ein gesunder Wiederaufbau Europas beginnen. Die Haupffach« fei, daß man auf beiden Seiten undbesondebsunterderIugend von dem Gedanken durchdrungen werde, daß der Krieg«in nicht mehr zeitgemäßes, v e ra b- scheuungswürdiges Mittel sei und daß nur durch friedliche Methoden die Böller zu Wohlstand gelangen könnten. „völkischer Kampfblock". Einige Verbände aus der reichhaltigen Garnitur völkischer Bereine wie: Wehrwolf, Deutschbanner Schwarz- W-isi-Rot, Nationaler G«.wcrkschastsbund, Deuffch-völkischs Frei- heitsbewegung haben sich mit den Resten der Knüppcl-Kunze-Partei zu einem.„Kampfblock" zusammengeschlossen, dcr mit eigenen Listen in die nächsten Wahlen gehen will. Dos Programm dies» Gruppe ist ein Sammelsurium von völkischen Phrasen, die schon jetzt keinen Hund mehr hinter dem Ofen hcroorlocken. Nemunzsstreil mit Stinkbomben. Der am Sonnabend von Pros. Lotb im Pariser College de Franc« gehaltene Bortrag über die prähistorischen Funde von Glozel wurde wiederum von den 0t'a,el-Geonern durch lärmend« Kundgebungen gestört. Die Ruhe- störer wurden aus dem Saal gewiesen, sammelten sich aber draußen und schritten mit Stinkbomben zur Gegenoffensive, wobei zahlreiche Fensterscheiben in Trümmer gingen. Roch Schluß de» Dortrogs mußte ein Polizeiausgebot die Demonstranten zerstreuen, um dem Professor und seinen Hörern den Abzug zu ermöglichen. Sergsou— Kandidat für den Robelpreis. Die philosophisch« Fakultät dcr französischen Akademie für politisch« und moralische Wissenschaften hat beschlossen, der Königlich Schwedischen Ata- demie den Philosophen Henry Bergson als Kandidaten für den Nobelpreis zu bezeichnen. Ein Aufruf Sorki» für Johanne» Becher. Di« ofsiziöfen Mos- tauer.Lswestija" veröfsentlichen einen Aufruf Maxim Gortis, in welchem er dagegen Protest erhebt, daß der kommunistische deutsche Dicktsr Johannes Becher vor Gericht gestellt werden soll. Im übrigen enthält der Aufruf eine scharse Kritik gegen die gesamt« bürgerliche Weltanschauung und schließt mit einem Appell„an alle ehrenhaften Menschen", sich mit diesem Protest solidarisch zu erklären. Gorti unterzeichnet seinen Aufruf„Sorrent, den 1. Januar", es wird in den.Lsweft'.ja" nicht mitgeteilt, warum die Beröffentlichung erst jetzt erfolgt. Der Erbaue? des Panamakanal», Generalmajor Georg« W. G o e t h o l s, ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Er war Ingenieuroffizier gewesen und hatte 1907 als Ehesingenieur die Leitung de» Konalbaucs in Panama übernommen. Im Jahre 1918 »vurde er Generalquartiermeister und Ches des amerikanischen Kriegstransportwesens. volkebSho«. E S m Welk svrlSü«um Thema:„Gesiunanq». t b e a t e r' aus dem Autspracheab-nd der Gopderebleilungen der Voll« bühne am S. Februar in der Aula der Schule»etnmeisterstr. 17' Ela Voala-Geozger-'tlbev» mird vom Oesterreichisch-Deutsche» V i) 1 k t b il>1 d gemeinsam mit der Oesterreichilchenätesandt« schast am Donnerstag, dem 26., 20 Uhr, Im Saale der Augu'ta« Schul«. 2357, Elhhalz'tr. 34, veranstaltet. DaS literarisch, mufikalische ainicrftinm umfaßt Rezitationen dcr Dichterin und berufener Ktlnstl-r low!« fSleto'flSvvr tröge.— SinlrittSkarte» zu ,0 Vi., 3 TO. 2,50 Vi. bei Bote& Bock. Wertdeim. Leiptiger Straße, und in dcr EeschZsiSslcve dcS JolkSbundeZ, VW 40.«ronprstizeauier 10. 3b de? bbb So>h-vB»fte0«B> bei Paul Ca stirer wird Dr. I. B. de!a Buitle am 24., 16 Uhr. über van Gogh sprechen. 3m MuseBM sür Meereskunde spcickit Dienstag S Ubr Dr. Rolf«ngcrt, Dresden, über: DaS Reer al« Symbol in Sprache und Dichtung. Lee Verlag v« Leb erblick" veranftallet am Toimtag, dem 2S., vor- mittag« l t 94 Uhr. tm Deutschen Künstler. Theater eine Staiüer-iÜBria-Rill« und Andre. Eid,-Feier. tn Somponist"neel i«" M w«»bapeft«« einem Herzschlag g e- starben. Er schrieb zahlreiche Kirchenlieder und Chöre sowie etn Ballett unter desi Titel.AoMöreS Suite". Kern war auch längere Zeit Direktor der kköuiglicheu Oper in Budapest. Nikaragua will demonstrieren. Zutritt zur panamerikanischen Konferenz verweigert. London. 23. Januar.(Eigenbericht.) 3« Havanna wird zurzeit eine große«vvetaander- setz ung zwischen einer Delegallou au» Nikaragua und den offiziellen amerikanischen Delegierlea varbereilet. Zutritt zu der gegenwärtig hier staitsindendea Konferenz hat dies« Delegation aus Nikaragua nicht. Sie will deshalb in einem Saale von ho- vonna eine große Gcgenkonferenz uud einen großen De- mouflralloaszug durch die Stadl veranstalten. Zu diesem Zusammenhang sind bereit» Dutzende von Studenten verhaftet worden. Heuchelei, dein Name ist Hughes. Havanna, 23. Januar. Bei einem Bankett der amerikanischen Handelskammer hielt der Vorsitzende der amerikanischen Delegation. Hughes, eine Red«, in der er erklärte, die Vereinigten Staaten hätten hinsichtlich Latein- emterikos keine i m p e r i a l i st i s ch e n Ziele und wünschten südlich des Rio Grande nur blühende Republiken. Er sagte weiter, die Vereinigten Staaten hätten in Sau Domingo, Haiti und Nikaragua„zum Zwecke der Herstellung geordneter BerhAt- nisse eingegriffen" und würde» sich aus Haitt und Itikaragua zurückziehen, sobald es ihnen in Anbetracht dieses Zieles vernünftig erscheine. Hughes erklärte weiter, es sei völlig sicher, daß die Politik der Bereinigten Staaten die territorial« Un- versehrtheit der lateinamerikanischen Republiken achtem Wir treiben, so sagte er. kein« An g r i f s s p o l iti k. Wa» wir in Nikaragua lun. fuhr Hughes fort, geschieh, auf Veranlassung beider Parteien(7) im Znleresse des Frieden» reichen. Falls bis dahin der Streik nicht beendet ist, muß mit einer Einstellung der Verschifsungen nach Deutschland gerechnet werden. Am heutigen Montag treten 4000 Grubenarbeiter in den Sympathiestreik. Nach einer EP.-Meldung haben die schwedischen Metallarbeiter beschlossen, sich den Grubenarbeiter,! anzuspießen und am 30. Januar den Sympatbiestreik zu erklären, falls der Kon- flikt bis dahin noch nicht beendet ist. Bei der schwedischen Streikbewegung scheinen kommunistisch« Einflüsse eine Rolle zu spielen. Wie die„Daglight Allehairda" schreibt, sind zwei Vertreter der schwedischen Grubenarbeiter An- sang Januar nach Moskau gefahren, wo ein schwedisch-russischcs Komitee für die Streikunterstützung gebildet wurde. Ms Forde- rungen wurden die Einführung des Sechsstunden-Arbeitstozes und die Nationalisierung der Gruben aufgestellt. Aussperrung in der dänischen Schuhindustrie? Kopenhagen, 22. Januar. Nachdem die Varhandlunge» zwischen Arbeitnehmern und Ar-. boiigebern in der dänischen Stzuhindustrie bisher ergebnislos ver- laufen sind, rechnet man mit der Möglichkeit einer Aussperrung. Vorher sollen jedoch noch andere Schritte getan werden, um den Ausbruch eines Arbeitskonflikts zu verhindern. Lohnstreit im nordwestböhmischen Bergbau. Prag. 22. Januar.(TU.) Der Verein für bergbauliche Interessen in Nordwestböhmen hat beschlossen, die Forderung der vereinigten Bergorbciterverband« auf eine 20prozent!ge Lohnerhöhung astzuleh-ren und dos bisherige Lohnübereinkommen zum 17. Februar zu kündigen. Mussolini macht Sozialpolitik. Für die bessere Einhaltung der Arbeitsverträge hatte Mussolini gestern mit dem Iustizminister Rocco und dem Unterstaatssekretar der Korporationen, Bottai, Maßnahmen vereinbart, die nach den Blättern die Ueberweisung aller Streitfäll« über Einzel- und Zwllek- tivvcrträqe an ordentliche Gerichte und die Aus schal- tung aller Schiedsgerichte und Kommissionen voriehen. Bei ihren Entscheidungen können die Gerichte Sachverständige zu- ziehen.(Da können die Arbeiter lange warten, bis die„ordentlichen Gerichte" in Mussolimen entschieden haben werden. Im ubngen ist diese Verfügung eine Bankerotterklärung des Faschismus.) -192? auch glänzendes«Stahljahr. Ein Drittel mehr als i926. Die eindrucksvollen Ziffern über die Roheisen erzeugung im letzten Jahr, die wir kürzlich mitteilten, werden jetzt durch die in ?tahl und Eisen" veröffentlichten Ergebnisse der Rohstahl- Danach betrug die Produktion der Stahlwerke erzeugung ergänzt. in den Jahren 1923 1926 1927 1913 insgesamt 12,15 Mill. Tonnen 12.34„ 1b, 30., arbeitstöglich (heutiges Reichsgebiet) 39 970 Tonnen 40 332„ 53112, 39 819 Das letzte Jahr weist also eine Mehrproduktion von über 32 Proz. gegenüber den letzten beiden Jahren auf und übertrifft mit seiner d u r ch s ch n i t t l i ch e n T a g e s l e i st u n g von 33 112 Tonnen die Friedensleistung auf dem jetzigen Reichsgebiet wieder um mehr als 33 Prrz. Wenn auch die Dezemberergebnisse einen gewissen Rückschlag gegenüber den letzten Monaten ergeben— die durchschmtt- liche Tagesleistung ging um 6,2 Proz. zurück— so ändert dieses leichte Abgleiten nichts an der Tatsache, daß seit dem September 1926 die deutschen Stahlwerke von einer selten stabilen Konjunktur be- günstigt waren. Eins Prüfung der durchschnittlichen Tag es köpf- leistungen in den Stahlwerken zeigt, in welchem Maße die Mehrleistung des einzelnen Arbeiters in den letzten Iahren gestiegen ist. Im Januar 1923 betrug die durchschnittliche Tagesleistung, nach eigenen Feststellungen von Herrn Reichert, je Kopf 1441 Kilo und stieg bis zum Mai 1927 auf 2026 Kilo, also um 40 Proz. Erst die Inanspruchnahme veralteter Anlagen in der Hochkonjunktur des Sommers tührte zu einer Senkung der Tageslopfleijtungen. die jedoch mit 1927 Kilo im Oktober 1927 immer noch um 33 Proz. über den Ergebnissen vom Januar 1923 lagen. Dies« wirtlich beweis- kräftigen Zahlen kann auch Herr Reichert nicht entkräften, wenn er sich auch endlich Mühe gibt, nachzuweisen, daß von einer erfolg- reichen Rationalisierung noch nicht die Rede sein könne, da dies sich erst in den gefährlichen Zeiten der Krise erweisen müsse. Uns scheint, daß die Montanindustrie mit ihrer unsinnigen Preispolitik schneller in diese„Probezeit der Krise" hineinschlittern könnt«, als ihr selbst lieb ist._ »eralitwortlich fit: Politik: Dr.«urt«Sepet; Wirtschaft:«.»li-g«lhSter: vewerksckaiisbrwe-iiina: Z. Stria«»: ftruitirton:*. S Dtlchrr: Lokales und Sonftiars:«vi*»arslädt: An�iarn: st).»I»«e. s-mtlich in Berlin. Bertas: Borwärts-Vc-loz®. m. b. H.. Berlin Druck: BorwSrts.Vuchdruckciet und Vcrlaasanstalt Paul Sinaer u tko., Berlin SB 68, Lmdcnstrahe 3. Lierz» 1 B-ila«c. MkWMM. Montag, 23. 1 28 Staats-üpsr AmPl.d.Republ. 8 Uhr Ml Stull. Stapitlh. ta Cuürmeirorid 8 üür Penttta Montag, 23.1.28 Städtisäe Oper Bismarckstr. «i.-Tuni. II.'Aof. 7 fiel Staatl. Sdiillertt). Charlottenburg 3 und 8 Uhr: Volks büh ne lauter am Bültwplali 8 Ulm Th. aci SthitthanentaBiii 8 Uhr Schieber des Ruhms Ihalia-Theater Täglich 8 Uhr Das Kamel seht ü'utcit das Hadelibr 55ose-7hea{er Uhr Der Pfarrer von HlrtfUeld Walhalla-Th.,?. Weinbcrgsueg 19,20 Eine liebesnadit Operettenschwank in 3 Akten v Haiton Musik von Osterloh loni Pjrrinoat in der Hauptrolle V'orz. Park, stall 4.— aucli Sonntag nur M PL mit 6roBes I Schauspielhaus ! Norden 2951/53 Anfang 8 Uhr Ende II Uhr. Die neue |C ha r e 1 1 Inszenierung| P tan Heldeimmo Bentiaw Jankuhn Werkmeister Westcrmeier Pidia Ruth Walker Bülte Collins Snowball Winkelstern Sunshlne6iri$ AnastaUang; fni. Ernst Stern »i,. Ernst Hauke SallntnHiliiu )is. kflnstler-Th. 8 Uhr „Eveiyne" -essinz-riieatcr 8 Uhr „Rosa Bernd'4 PiscatorbQhne flieat. a. Rolliailorftlatr Kurfürst 2091/93 Heute Abd. 7 Uhr Premiere Uraufttihrung Die Ahen teuer des braven Soldaten Scbvelk mit Mai Pallanbn; Insc. Eni» Piscatw Burizvkj-BiilMn Th.Königerütz. St. Bergtn.2110. »>/< Uhr; Sdiioss Wetterstein von Wedekind Btpe Tita Simwsij Komödicahaas Norden 63(14. 8.15—10 40 Uhr Hokuspokus von Curt Götz pImlMilt an Im Verllsj. MlBsnialtr Stritt Noll. 1573 Venus, die Schwester der Erde. Vorführungen; 16'/,, 1S,19'/8,21 Uhi Eintritt 1 M. üinitT»»i. tS likm».5»«. Lustspielbaus SV, Uhr Guido Thiclschcr „Unter fetiftHiföir S�lionifsdieOper 8�1 1 Neuartiges RevacStuck I Alles Nacktl! [(Nach d. glcicbn. Paris. Rcvuel I„Tout nuff- 200 Mitwirkende il 1 Original. Pariser Kostüme Parkett 3,80 Mk. | Theaterkasse ununterbr.geöffn.l Theater am Hottbusser Tor Kottbu«scr Straße 6, Täglich 8 Uhr Elite- Sänger im sroScn iannrpncnnm! Jeden Sunnlag nachm. 3 Ihr: Grofte Familien-VorstellimS (ungekürzt). Voikspr. 0,40,0,75, ,1,25,1,50,1,75 Mk. Nur noch wenige Tegel ae*tsr>lel PAUL DIEBEL. Das R&icl voa Koaucrtreulb am& liegt über Mit- teleuropa eine Teildepression, die auf ihrer Nordostseite kalt und auf ihrer Südwestseite warm ist. Die Grenze geht fast ziemlich genau anderlinkenElbseite entlang. Es ist dies eine Erscheinung, die im allgemeinen nicht sehr häufig vorkommt. Immerhin ist sie nicht ungewöhnlich und alle paar Jahre pflegen derartige Druck- Verteilungen einzutreten. Im großen und ganzen ist eine schnelle Aenderung des augenblicklichen Witterungscharakters nicht zu erwarten, und in Berlin und Umgegend werden die Tempera- turen zunächst unter dem Gefrierpunkt bleiben. Ein Gonniag der Tragödien. Selbstmorde durch Gas. Der gestrige Sonntag verzeichnete wieder eine ausfallend hohe Zahl von Selbstmorden. Ein Doppelselb st mord wurde gegen 8 Uhr früh im Hause Brandenburgischostraße 21 entdeckt. In der völlig mit Gas angefüllten Küche der Wohnung, wurde dort die 40jährige Hausangestellte Anna Bella und deren 18jährigc Tochter Erna bewußtlos aufgesunden. Sämtliche Gashähnc waren geöffnet. Die Bemühungen der zu Hilfe gerufenen Feusrwchr blieben ohiie Erfolg. Nach den polizeilichen Ermittlungen sind beide Frauen im gegenseitige» Einverständnis freiwillig aus dem Leben geschieden. Das Motiv ist noch unbekannt. Auf dem Treppenslur des Hauses K a i s e r i n- A u g u st a- Allee 9 a mochte sich in den Morgenstunden des Sonntags starker Gasgeruch bemerkbar, der aus der Wohnung des bijährigen Kraft- Wagenführers Max Hofmeier drang. Mieter benachrichtigten das nächste Polizeirevier und die Feuerwehr Die Beamten oer- schafften sich gewaltsam Einlaß und landen in dem oergasten Schlaf- zimmer Hofmeier und seine(59jährige Frau Anna bewußtlos auf. Die angestellten Wiederbelebungsversuche waren nur bei dem Manne von Erfolg. Er wurde in sehr bedenk- lichem Zustande in dos Moabiter Krankenhaus übergeführt. Beide Eheleute wollten wegen schwerer Krankheit der Frau gemeinsam in den Tod gehen.— In der Küche ihrer im Hause Fchrbelliner Straße 45 gelegenen Wohnung wurde die 87jähngc Frau Anna Koczmarovi durch Gas vergiftet tot ousgcsunden. Unglückliche Liebe war das Motiv zu dem Lerzweiflungsschritt. In seiner Wohnung, Portstraße 14a, schoß sich aus noch »inbekannten Gründen der ZSjährige Maler Hans Lang eine Kugel in die Schläfe. Er war auf der Stell« tot.— Bor dem Hause F r i e d r i ch st r a ß e 22 stürzte sich gestern abend der Z8>ährige Ar- beiler Josef L. in die Spree. Der Feuerwehr gelang es, den Lebensmüden nach kurzer Zeit zu bergen. Er wurde in das Urban-Kranken- Haus gebracht, wo die dort angestellten Wiederbelebungsversuche jedoch keinen Erfolg hatten.— In ihrer Wohnung. Tegeler Weg, vergiftete sich aus noch unbekannten Gründen die öckjährige Anna M. durch Gas. Die Hilf« der Feuerwehr kam bereits zu spät. Ein aufregender Lorsall spielte sich am Sonnlag abend auf dem Worortbahnhof Rennbahn(Grunewald) ob. Hier warf sich der Ibjährige Lehrling Helmuth M. aus der Neuen Königstraße vor die Maschine eines einfahrenden Zuges. Der jugendliche Selbstmörder erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wurde in bedenklichem Zu- stände in das Wcftender Kronkenhaus übergeführt. Der Grund zu dem Vcrzwciflungsfchritt ist ebenfalls unbekannt. Wieder eiu Vermißter. Das rätselhafte Verschwinden eines Mannes beschäftigt wieder die Kriminalpolizei. Der 38 Jahre alte Ernst Simon, der in der Rosenthaler Straße 40 als Junggeselle bei Schröder in Unter- miete wohnte, war schon seit längerer Zeit als B u ch h o l t e r an- gestellt und als sehr gewissenhast und pjiichttreu allgemein bekannt imd geschätzt. Am Freitag voriger Woche verließ er zur gewohnten Zeit um S Uhr nachmittags seine Dienststelle und ging nach Haufe. Um 6 Uhr ging er fort, ohne ein Ziel anzugeben. Seitdem ist er spurlos verschwunden und hat nichts mehr von sich hören lassen. Auf seiner Dienststelle wurde, als er ausblieb, sofort fest- gestellt, daß nicht das geringste gegen ihn vorliegt. Eine Nack)- Prüfung der Kasse und der Bücher ergab, daß alles tadellos in Ordnung ist. Der Vermißte ist etwa 1,68 bis 1,70 Meter groß und kräftig von Gestalt, hat braunschwarzes Haar mit kleiner Stirn- glotze und trägt eine dunkelbraunkarierte Sportmütze, eine braune Lederjacke und darunter seinen gewöhnlichen Straßenonzug. Mit- teilungen über seinen Verbleib an die Bermißtenzentral« im Polizei- Präsidium. Ausbau der weltlichen Schule in Schöneberg. Schöneberg begann vor einem Jahr eine weltliche Schule mit vier Klassen. Die Schule will wachsen im Interesse der arbeitenden Bevölkerung von Schöneberg, damit die in diesem Bezirk herrschende reaktionäre Ein- stellung ein gesundes Gegengewicht in der weltlichen Schule hat. Meldet die Kinder umgehend an! Holt Anmeldungsscheine bei: Rieth, Schöncberg, Wartburgstr. 37. Hoffleith. Echöneberg, Gustav- Müller-Straße 2üa und Lindenberg, Friedenau, Bornstr. 12. Auf dem Schnihos das Auge ausgeschossen. Aus dem Schulhof der 3. G e m e i n d e s ch u l e in der I o a ch i m- F r i e d r i ch- Straße zu Haiensee ereignete sich ein folgenschwerer Unfall. Wäh- rend der Frühstückspause vergnügte sich ein lOjähriger Knabe durch Schießen mit einem Gummiring und traf hierbei ein kleines Mädchen so unglücklich am Auge, daß man leider mit dem Verluste der Sehrkraft des Kindes rechnen m»h. Eltern und Lehrer sollten auf dieses gefährliche Spielzeug ihr Augenmerk richten. Ein Zugendtauzseft in Heimat- und Slandcslrachten hatte der Orlsai�schuß für Jugendpflege des Bezirksamtes Berlin- Schöneberg im Bürgersaal des Rathauses in Schöneberg veranstaltet. Dieses Fest sollte wohl den Beweis� erbringen, daß die alten Volkstänze geeignet sind, nicht nur im Freien, sondern auch in inschlosienen Räumen getanzt zu merken und die modernen Gesellschaftstänze zu ersetzen. Zwar hotte der künstlensche Leiter Die Bluttat von Kaputh. Das Geständnis eines Mordes. Das ruhige Fischer-, Schiffer- und Obstzüchicrdorf Kaputh befindet sich heute in großer Aufregung. Der Sohn des Schlächter- meifterz Schwarze steht vor den Potsdamer Richten» unter der Anklage des Mordes an der Hausangestellten Martha John. Der Andrang zum Gerichtssoal ist ein ganz außerordentlicher: die Zuhörer- und Zeugenplötze sind von Kaputher Einwohnern besetzt, etwa 50 Personen drängen sich am Eingang zum Saale. Aus der Straße stehen Gruppen von Menschen. Etwa 30 Kaputher Ein- mohner sind als Zeugen geladen. Den Vorsitz führt der Land- gerichtsrot Kaufmann. Die Anklage wird vom Oberstaateanwait Pfoff vertreten. Die Verteidigung hat Iustizrat Dr. Joseft'ohn iime. Di« Tat gesckxrh in d e r R a ch t v o m 1 8. z u m 1 9.. D e z e in- her 192 6. Erst ein Jahr später wurde der 26iähnge Albert Schwarze als Täter oerhaftet. Die Leiche fand man in einem gräßlich zugerichteten Zustande im Garten des Schwarzeschen Grundstücks vergraben. Schwarze war noch anfänglichem Leugnen ge- st ä n d i g und schilderte noch und ncch, in welcher Weise und aus welchen Motiven heraus er die John getötet hatte. Hinterher wider- rief er wieder verschiedene Einzelheiten. Heute rückt er nun mit einem halben Geständnis heraus. Der Angeklagte unterscheidet sich dem Aeußeren nach durch nichts von jungen Leuten seines Schlages: er hat übrigens eine Vorstrafe von vier Monaten wegen Dieb- stahls. Auch sein Lebensgang stellt nichts Abnormes dar. Bon Bedeutung für die Beurteilung seiner Tat könnten seine Krampf- anfalle werden, von denen er erzählt. Im Jahre 1901 geboren, besuchte er die Kaputher Volksschule, blieb nach der Beendigung der Schulzeit als schwächliches Kind ein halbes Jahr zu Hause, trat daraus in einer Mechanikerwerkstatt in die Lehre und hals van seinem a äst.zehnten Jahre an seinem Vater. der Vichhondel trieb: zwischendurch arbeitete er in seinem Beruf. Roch dem Tode des Vaters in: März 1926 arbeitete er bei seinem Schwager als Mechaniker. Der Vater scheint kein sanfter Mensch gewesen zu sein und den Sohn streng gelwlten zu haben. Als ein Kaputher Mädchen Schwanzes Vaterschaft für ihr Kind beanspruchte, erklärte der alte Schwarze, er würde den Sohn aus dem Hause weisen. falls er die Vaterschaft anerkennen sollte. Vor Gericht bestritt daraus der Sohn, der Vater des Kindes zu sein und wurde schließlich zur Zahlung von Alimenten verklagt. Während Lebzeiten des Vaters zahlte er jedoch keinen Pfennig und verglich sich erst nach dessen Tode mit dem Mädchen. Im Jahre 1926 trat der Anoeklagie'.II Beziehungen zu der Hausangestellten M a r t h a I o h n, die in der benachbarten Gastwirtschaft beschäftigt mar. Im Juni verl'�, die John Kapuch. Anfang September besuchte sie ober ihre B:- konnten und teilte bei dieser Gelegenheit der Schwester des'Auge- klagten mit, daß sie von diesem in anderen Umstände» sei. Einige Tage später erhielt die Mutter des Angeilagicn von der John rinen Brief, in der sie u. a. schrieb, daß weder sie noch ihre Eltern je mit dem Gericht zu tun gehabt hätten, und daß sie haife, daß auch die Alimenienangelegenheiten für dos zu erwartende Kind außergerichtlich in Ordnung gebracht werden. Schwarze bestritt der Mutter gegenüber seine Vaterschaft: Tie Iah» habe auch mit anderen Männern poussiert. Dann bestellte er sie aber, wie er jetzt be- hauptet, noch Kaputh zu einer Aussprache. Er habe der Angeklagten vorgehalten, daß er nicht der Vater sein könne. Sie habe dem widersprochen, er sei in Wut geraten, habe aus seinem Zimmer ein Hackmesser geholt und sie gctölet. Der(Einzelheiten entsinn« er sich nicht mehr Als er ober die Leiche vor sich gesehen habe. Hobe er einen Spaten geholt und die Leiche vergraben. Die Spuren im Garten habe er verwischt, die Briefe und das Taschentuch, das in ihrer Handtasche war, ver- bran-nt. Nach dem Verschwinden des Mädchens hatte sowohl die Polizei als auch die Mutter der John bei dem Angeklagten Er- knndigungen über ibre Tochter eingeholt. Er hatte aber r-'läri, nichts von ihr zu wissen. Nach seiner Verhaftung am 17. Sep- tcmber vorigen Jahre? brach er s ch l i e ß l i cb zusammen und erzählte mit allen Einzelheiten, wie er den Plan gesaßt hat!', das Mädchen.zu töten. Der Gedanke, es zu tun, fei ihm sofort nach Eintreffen des Brieses der John an die Mutter gekommen. Er habe sie zu diesem Zm'ck au? Großbeeren. wo ne in Stellung war, aus den Potsdamer Bahnhof bestellt, habe sie hier erwartet, sie mit dem Postauto nach Kaputh oeschickt ind iei seihst per Rad zurückgefahren. Im Ganen des Grundstückes hätten sie sicki dann unterhoiten, und dann habe er das Hackmesser und den Svatrn geholt, habe die John aufgefordert, sich zum Schlafen inederzvlssen und habe dann die Schiaiende mit zwei Schlägen a u i de n Kops getötet. Der Angeklagte bebauplet, sich an kiese Ein-el- heilen setzt nicht mehr erinnern zu können: er bestreitet, die Tat mit lleberlegung begangen zu haben. des Festes, der JugendtanzleHrer Trumpler, in eurer Vorankündigung mit drolligem Pathos verkündet, daß man die„BuntHcft des Karnevals mit Neqerkostümen unbedingt ablehne", aber die Mädels hatten sich glücklicherweise nicht daran gekehrt: denn als die „Trachten" antreten sollten, da waren es zwar nur vier bunte Knotren, während die Mädels zahlreich in Trachten, oder was sie eben dafür hielten, lossprangen. Und ob nun die Tänze Pariser Polka oder Gelbzahn oder Krüz König oder Gimpel oder Kaffeekannen- walzer waren, es war tmuner ein luftiges, frisches Hüpfen und Springen. Natürlich amüsierte sich die Jugend ohne Alkohol und Ntkottn köstlich. Nur konnte man sich der argen Bermutung nicht erwehren, daß nach sünf Iahren diese netten Jungen und Mädels nicht mehr daran denken werden, alle diese naiven Tänze zu tanzen. Man gewinnt immer mehr die Gewißheft, daß die alten Volkstänze heute nur noch Geltung haben als Tänze einer frischen und natürlichen frühen Jugend, deren sich diese selbe Jugend mit dem Reiserwerden ganz von selbst entäußert. Ergebnis der Konsumwahlen. Der Ansturm der Kommunisten abgeschlagen. In den Berliner Abgabestellen der Konsumgenossenschaft wurden gestern vormittag die Vertreter zur Generaloersammlung gewählt. In 199 Abgabe st ellen wurde die Wahl vollzogen. Von diesen Wahlbezirken haben 173 bis heute mittag ihre Resultate be- richtet. 26 stehen noch aus. Insgesamt wurden von den berichteten Wahlbezirken 42 766 Stimmen abgegeben. Die Liste Genossen- schostsousbau erhielt 27 566 Stimmen. Die Oppositionslifte konnte 15 196 Stimmen auf sich vereinigen. Die Wahlbeteiligung war gestern überaus stark. In zahlreichen Abgabestellen hat sich die Stiminenzahl verdoppelt. Bs! den letzten Konsumwahlen vor drei Jahren wurden insgesamt 24 432 Stimmen abgegeben. Die Verteilung der Mandate ergibt bisher, daß die Liste„Genosienschasls- ausbau" 376 Vertreter erhält, beinahe das Doppelte der letzten Wahlen, während die„Opposition" auf 149 kommt. Schätzungsweise wird dos Gesamtresultat aller Abgabestellen die Ziffer der Vertreter aus der Genossenschaftsausbauliste auf 430 erhöhen. Die Kommunisten werden 173 Vertreter erholten. Insgesamt müssen 603 Vertreter gewählt werden. Die Kommunisten haben wochenlang gegen die Konsumver- tretung gehetzt. Die Zahlen sprechen klar genug, um zu erkennen, daß der Ansturm der Kommunisten aus die Konsumbewegung ob- geschlagen ist. Die Liste„Genossenschastsousbau" hat sich gut be- hauptet und die Zahl ihrer Vertretung verdoppelt. Genziulager i« Wshnhäuseru. Die Erregung in der Berliner Bevölkerung über die letzten Explosions- und Einsturzkaiastrophen hat sich noch nicht gelegt und in verschiedenen Fällen haben Hausbewohner alt« Beschwerden gegen die Einlagerung von explosiven Stoffen in Wohnhäusern wieder dringlicher erhoben. Von einem Hausbewohner in der Schwerin st raße wurde uns mitaetellt. daß dort eine Auto- reparaturwert statte große Mengen Benzin und Benzol in einem alten Pferd est all aus dem Hofe des Miethaufes eingelagert hat. Die Autoreparaturwerkstatt Schmerinftraße 12 hat, das haben unser« Recherchen ergeben, auf dem Hos desselben Hauses eine alte Remise aus Fachwerk gemietet, und dort wird, wie uns von mehreren Hausbewohnern bestätigt wurde, Benzin und Benzol eingelagert. Ein Tankwagen bringt in nnregel- mäßigen Abständen etwa 1500 Kilogramm Brennstosfe, die dann bis zum Verkauf eingelagert werden. Es handelt sich um keine Tantstell«, bei der mit einer Pumpe und einem Schlauch das Benzin in die Autotanks gepumpt wird. Vielmelr füllt man das Benzin in Kannen und trägt dies« dann offen über den Hof bis zur Straße. Die Schwerinstraße ist in den Gründeriahren bebaut worden, hat vieretogige Miethäuiser, die durchweg einen Seiten- und Ouerflügel außer dem Vorderhaus haben. Schätzungsweise wohnen in den umliegenden Häusern rund 400 bis 500 Familien, die durch die leichtsimng« Einlagerung de? Benzins natürlich«esährdet sind. Roch einer uns zuteil gewbrdenen Auskunft bestehen für die Einlagerung von'Äutobetriebsstoisen sehr strenge Be st i mm u ng e N: zu»» Beispiel darf der Auiobesitzer nicht mehr als 5 Liter in seiner Garage aufbewahren, bat er größere Vorräte, so muß er diese in einem ausgemauerten Keller unterbringen. Ein« sosortioe Nachprüfung, um festzustellen, wieweit in dem angegebenen Falle die Verordnungen überschritten worden ist, erschc int dringend notwendig. Die Obdachlosen untergebrachi. Neue Wohnungen für die Familien aus der HebSelstraße. Das Wohn u ii g s a m t des Bezirks Charlottenburg war am Sonnabend und Sonntag ununterbrochen tätig, um den obdachlosen Familien Reich und Koch aus der Hebbelstraße neue Wohnungen zu besorgen. Beide Familien waren persönlich bei'Nachbarn und Verwandten untergebracht. Gestern gelang es, neue Wohnungen für die beiden Familien freizubekommen, die heute bezogen werden können. Die Wohnung m der S y b e l st r o ß e, in die die Familie Reich einzieht, wird heute von der Pokzei geöffnet. Dia bisherige Inhaberin der Wohnung ist g e st o r b e n, die Erben wohnen in Breslau. Die Möbel der Verstorbenen werden zusammengerückt, so daß auch die Möbel der Familie Reich heute untergebracht wer- den. Die Wohnung für die Familie Koch in de? Gralmanustraße wird morgen frei. Der bisherige Inhaber zieht nach der Suarez- straße. Er hat sich aber bereit erklärt, schon heute seine Möbel zusammenzurücken, so daß auch das Mobiliar der Familie Koch noch heute untergestellt werden kann. Bezirksamt und Wohnungsamt Chorlottenburg und der Ber- lincr Magistrat strhen in Verhandlungen, um alles für den Aus.zua der übriaen Familien vorzubereiten. Es sollen all« Formalitäten aus dein Wege geräumt werden, um den anderen Familien i o s o t, wenn sie das Haus räumen, andere Wohnungen.zur Verfügung zu stellen. Es muß verlangt werden, daß die zuständigen Behörden eng zusammenarbeiten, damit die unersreulickten Bealcit- umstände, die sich be' den ersten Räiimiingen zeigten, unter allen LI m st a n d e n vermieden wer tat..Heute mittag um 2 Uhr tritt ein Sachverständigenausschuß zusammen, um zu prüfen» ob dos vorliegende Gutachten, nach dem für das Haus keine Gefahr mehr besteht, zutrifft. Erst nach Abschluß dieser Beratungen werden endgültige Beschlüsse gefaßt. Vom Walzwerk zermalmt. Wien, 23. Januar. Wie die Blätter aus Leoben melden, hat sich im Hüttenwerk Donawitz ein gräßliches Unglück zugetragen. Der 19 Jahre alte Siegfried Haindler, der im Walzwerk beschäftigt war, geriet in die Mittel st recke und wurde bis zur Unkenntlichkeit ausgewalzt._ Die älteste Frau Deutschlands. Im Alter von 107 Jahren starb gestern nachmittag in Embsen(Kreis Lüneburg) die Landwirlswitwe Johanna P r i g g«, geborene Schellhammer, die älteste Frau Deutschland. Am 6. November 1821 in Hamburg als Tochter eines Schuhmachers geboren, war sie mit einem LanNwirt aus dem Kreise Harburg verheiratet, lebte nach dessen Tod lange Jahre in Fallersleben(Kreis Falling- bostel) und siedelte im Alter von 103 Iahren zu ihrer Schwieger- tochter nach Embsen über. Aus'Anlaß ihres 100. Geburtstages wurden ihr zahlreiche Ehrungen zuteil, u. a. auch von der preußi- schen Etacitsregierung. Die Greisin war bis zum letzten Augenblick bei vollem Bewußtsein. Groß-Berliner Parteinachrichten. 24 MI. Di? Vitliqe Funllioniirfitzung findet IN/» Uhr bei Mmer, Winssir. Ecke Christdurger Str. ktalt. 34. Abt. Der ffioucrabcnb findet heute IS>/, Uhr bei Siosm, Kubener Str. 19 ftutt. Bortrag der Genossin Hertha Votthelf Ober: Rationelle Hausbaltswhrung. Sterbetafel der Groß> Berliner Partei- Organisation 45. Abt Genosse Sur Schlifft-. Lot-siber 6tt 2 ist»lögllch gestorben. Einäfcher "in Dt-netog?z genuar, 15V; Uhr im Rrcmatvrram Balliitfchuscilv-eo bltteti um rege B-telllzung. Trabrennen zu EuMeben. Die Fortsetzung der B u h l e b« n e r W i n t e r r« n n z e i t ge- Mtet« flch am Vonntaz. kedingt durch den W!itervngsumsli>laina. Tot: 24, Pl,: 22, 27. 17: ferner liefen: Harlekin, Dichtung Potsdam, Christi(o, W,), Susi Leyburn, Good Boy, Abdullah, Silvcr, Antenne 3 Preis von Kreuzbruch. Fi Brauhänfers Mari« Luis?! II. Kaupper jr.), 2. Leuchtkäfer, 3. Minni Holle. Tot.: 51, Pl.: 26, i H. 54; ferner fiefcn: Heider. Mirabelis I, O'Captain, Leerberg, Pro- peller. Erbprinz jr., Graf Dorn, Gelbstern. 4. Preis von Zossen. 1. P. Gaigl sein.'s Northern Polo sKnöp- nade! jr.): 2. True Fox: 3. Kammersänger. Tot.: 134, Pl.: 24, 13, 16: ferner liefen: Clematis blau, Crpal, Dawson Watts, Iokonnis- tafer, Prinzeß Peters. 5. Preis van Marzahn. 1. P. Klees Jram(H. Schröder): 2. Cilento: 3. Eisen tömgin. Tot.: 142. Pl.: 23. 17, 23; ferner liefen: Kasimir(1. o S).), Martha Halle, Lombardei, Pusselchen. Diana Magoman, Dinisionär. b. Preis von Wiederau. 1. I. Kauvpcr jr's Lustiger Bruder (Bes.), 2 Erisa: 3. Interessent Tat.: ßA, Pl.: 38, 48, 27: ferner liefen: Importeur(1. o. W.), Einsicht. Notula, Arnfiicd, Peralta,! Ilona W. Goudstcrs Gtona, Heideprinz I, Crasius, Baromeier, Quitte B� Stopellauf, Barmaid. 7. Preis von Poulinenaue. 1. G. Kucklicks Peter Harvester; (3. Mills): 2. Freund Edelstein: 3. Gerhard. Tri: 29, PI.: 13, 12, 22; ferner liefen. Meister B.. Angriff, Katzbach, Prmzefsin Etawah. 8. Preis von KSritz. l. W. Grimm? Droga Wails(P Finn): 2. Koryphäe: 3. Dino Watts. Tot.: 64, Pl.: 26, ZI. 44: ferner liefen: i Heimchen, Leuchtturm, Wtnlermärchen. Mistral, Charley Worihn, Harfenmädchen, Propeller, Beate, Morgensonne, Wagner, Korten- spieter. � Das Winlcrspori-Olympia. Vorprobe ip St. Moritz. Den C n g ci d i n e r A e r b a n s s k t r s n n e n, die am Sonn- abend und Sonntag in St. Moritz zum Austrag gelangten, kam deshalb besondere Bedeutung zu, weil an ihnen neben den besten schweizerischen Sktläuscrn noch die Olympiakandidaten o o n Deutschland, der Tschechoslewakei, Ilallen und Japan beteilgt waren, so daß man also von einer Qlymviavorprobe sprechen kann. Die deutschen B�treter vertraten die Farben ihres Landes I» St. Moritz in einer Weife, die dus beste für die kommenden schweren Kämpfe erhessen lasten. Der deiusche Stimqistsr Gustav Müller, Bayrischzell, krönte die eindrucksvolle Porstektung der deutschen Olympiakandoditen durch einen überlegenen Sieg im kombinierten Laus. Der am Sonnabend stattgefundene l8-Ailometer.Tanglai.is ging vom Chan- terella nach Tatet, also über die gleiche Tirccke, d:e der olympisch« 13-Kilometsr-Laus ausweisen wird. Das Terrain ließ natürlich an Tchwieeigkeit nichts zu wünschen übrig, da ober die Schnesverhölt- nifse ausgezeichnet rroren, fanden sich die bestens vorbercilete» deutschen Vertreter glänzend mit allem ab und spieltcif eine dominierende Rolle. Den Sieg errang der Thüringer Olta Wohl. Zella-Mchlis in 1: 22: 46 vor Gustav Müller, Bauer. Bayrischzell und Murat-Frciburg.— Bei herrlichstem Sonnenschein gina dann ?.-■*'.f.. t* Jl-'iV �: .■: fi&dm �*■«l W»WM»PWM»»W»��MMWHMWW»»W>WWWMM« Ng am Sonntag aus der Olympiaschanze der S p r u n g l a u s vor sich, dem viele Tausende von Zuschauern beiwohnten. Obwohl die deutschen Vertreter bisher nur wenig Gelegenheit hatten, die Schonzs auszuprobieren, war auch hier ihr Abschneiden im Sprung- lauf überaus eindrucksvoll. Sie mußten zwar m der Wertung den beiden Schweizern Lauener und Feuz den Aortritt losten, dafür entschädigte jedoch der bereits oben erwähnte Sieg des deutschen Weisters Gustav Müller, der durch sein« gute Plazierung im Lang- lauf die beiden Schweizer in dcr Kombination hinter sich lasten konnte. Dcr 51 e k o r d der O l y m p i a s ch a n z e, der bisher auf 63 Meter stand, wurde von dem Schweizer Renischler auf 63 Meter verbessert Deutsche£is$pori~Meisierschaften. Bei prachtvollem Winterwetter nahmen am Sonnabend vor- mittag aus den, R i e ß e r s e« bei Garmisch die Kämpfe um die Deutschen M e i st e r s ch a s t en im Eisschnelläufen und Eis- hokey ihren Anfang. Bei 3 Grad Kälte waren die Cieverhältniste ausgezeichnet, Besuch und Organisation ließen ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Für die E i s s ch ne l l a u f m e i st e r s ch a f t wurden die 566 uub 3000 Meter gelausen, lieber beide Strecken gab es Zeiten, die noch erheblich hinter den deutschen Bestzeiten zurückbleiben, so daß man den deutschen Berlretern in St.-Moritz selbst bei größtem Optimismus keine Chancen einräume» kann.'Nach Erledi- gung der beiden Strecken ist die Frage ffach den«' neuen Meister vollkommen offen. Der Titelverteidiger M a y k e(Bett. Eislauf- verein 1886) gewann zwar die 566 Meter gegen Grell(Berl. Echl.-Cl.) und Vallstedt(Altona), über 5 666 Meter behauptete sich dagegen Vallstedt, während May?« nur vierter werden konnte. Die Ueberrafchung bildete bier das gute Lauf«« des Berliners Müller(B. Sp.-Cl.), der mit Richter, Berlin, zusammen in totem Rennen aus den zweiten Platz einkain. Biel P«ch hatte der Scniorläuser Grund, der über 566 Meter sicher die best« Zeit hemusgekouse» hätte, wenn er nicht kurz vor dem Ziel zu Fall ge- kommen wäre. Di« Kämpfe um die E i s h o ck e y m e i st e r s ch a f t führten im ersten Treffen de» Titelverteidiger SC. Rießersee mit dem Berliner FC. Preußen zusammen. Die Berliner lieferten ein über Erwarten gutes Spiel, unterlagen aber doch mit 6: 2. Im zweiten Spiel zeigt- der SC. Nießerjcc gegen tarn Hnl�z-öilub Stuttgart ein« welenliich besser« Leistung und gewann hoch mit 11: 4(2: 6, 7: 1). Die Ergeh niss«: Eis schneit- laufen, Reisterschast, 366 Meter: 1. Mayk«(Bett. EB. 86) ?i,Z Sek.:?. Grell(Berk. Schl.-Cl.) 53,1 Set.: 3. Bollstedt. Altona. 53,4 Set. 5066 Meter: J. Vallstedt 9:49,4; t Müller(Beil. Sp.-C.) und Richter(B-r. Dt. Eisschnell.-Verstn) je 16:12. 1669 Meter: 4. Donaubauer 1:56,4: 2. Klett, Berlin, 1:55,8; 3. Hellwig Berlin, 1:58.."-666 Meter: 1. Höfiwr iMünchenor EV.) 5:48,4: 2. Müller "BSG.) 5:61 2; 3. Klett, Bettln. 6:19L. Eishockey: SC. Rießcr- I-e VFC.Preußcn Ve lin?.:6(6:6. 1:6,: SC Rießerfeg- HC. Stuttgart N: 1(2: 6, 7:1). � Die Ergebnisse des zweiter! Tages: E i s h o a e y m e t st« r s ch a s t: Gesamt« ergebnis: 1. Berliner Seliiittschuh-Club, 2. SC. Rießettee, 3. CA. Füssen, Schnelläufen, Meisterschaft, 1566 Meter: Großkampftag im Boxen. Ein erfolgreicher Kampfabcnd in Neukölln. Zu einem großen sportlichen Erfolge gestaltete sich ein Groß- Kampftag im Boxen, den die Arbeitersportler der Box- , ablellungen des S. C. B e r o l i n a- Neukölln, Allzeit bereit, Lurich 62, Nordost und Liberias anr Freitag i,» Städti- schen Saalbau Neukölln abwickelten. Das Interesse der Boxsport- anhänger war so groß, dckh bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung der Saal wegen UebsrfiUung geschlossen werden mußte; eine Maßnahme, die wohl selten an Boxksmpsabenden in Erscheinung tritt und noch der anderen Seite einen schlagenden Be- weis für die ständig wachsende Anhängerschaft de- Boxsportes in Arbcitersporllerkreisen gibt. Hundert« fände» keinen Einlaß nrehr und mußten leider unverrichteter Sache wieder abziehen. Die Kämpf? selbst standen sportlich i'ehr hoch. Wohl selten sind auf ähnlichen Veranstaltungen so hervorragende Kämpfe, die mit großer Härte und hohem Fairneß geführt wurden, zu verzeichnen gewesen. In besonderem Maße waien es die B e r o l i» y- V o x e r, die unter ihrem Trainer F r e d e r erstaunliche Fortschritte gemacht haben und einen ausgezeichnete» Eindruck hinterließen. Im Verlauf des Kampfabcnd? gab es mehrere Niederschläge, im anderen Falle wurde sehr erbittert um«inen Punktsieg gestriten. Der Ringrichter Sggener vom S. C. Siegsried dirigiert? geschickt im Ring und das Kampfgericht urteilte gerecht, so daß es zu keinem Fehlurteil kam. Die Orgonisation klappte wie am Schnürchen und so konnten 11 Kampf« In flotter Foig? ii, einem Zeitraum von knapp 21? Estun- den ei ledigt werden. Zu den Kämpfen: Nach«jnem I u g e n d- E i n l e i t u n g? k a m p f im Papier- gewicht, in dem sich Rudi Arnold(Ber.) äußerst clever und angrisss- freudig zeig-«, kletisrten im Fliegengewicht Richtsieiq(Si«g- fried-Mariendorf) 162 Pfd. und Weiß(Bcr. Neukölln) 94 Pfd. durch die Seile. Die besser« Technik verhais Weiß zu einenf verdienten Punktsieg. Den zweiten Fliegengewichtskampf bestritten Kanitzk: (Lurich) 164 Pfund und Ritter(!Ull.zcit bereit) 161 Pfund. Ein aus- aegli6><>ner Kampf, in dem beide Gegner gleichviel einstecken mußten. Das Kampsgericht gab unentschieden. Im P a n t a in kam e? zwischen Walter. Müller. i666-Meter-Iuiiior- laufen: 1. Müller, Berlin, 1:47,5, 2. Häfner, München, 1:50,2. 3. Klett, Berlin, 1:53,9. 1566- Meter. Altherrenlaufeu: 1. Topp, Berlin, 3:05,7, 2. Ncustifter, München, 3:68,7, 3. Henschel, Berlin, 3:26,4._ Berliner Eishockey. Der Norddeutsche Eisspvrtverband veran- staltete am Sonntag aus dem Müggelsee zwei Propagandaspicle. Der Berliner S ch l i t t s ch u h- C l u b, bei dem Iahanien und Molander mitwirkten, siegte gegen he« SC. Charloitenburg mit 9: 2 Toren, in einem zweiten Spiel« schlugen die Junioren des SCC. die Mannfchait der Technischen Hscyschnle Chorlottenburg mit 8: 2. vieOer mach* in Breslau schnelle Arbeit. Die Breslouer Iahrhunderthalle war am Sonntag abend der Schauplatz internationaler Professional-Boxkämpfe. (Silva 4000 Zuschauer hatten sich eingesunden, um den deutschen Schwergewichtsmeister Diener im Kampf mit dem Engländer Jack S t o n e zu sehen. Der Engländer wog zwar etwas mehr wie fein Gegner, dafür fehlten ihm aber die nötigen boxcrischen Fähigkeilen, so daß es mit der Herrlichkeit bald vorbei war. Schon in der e r st: n Runde' wurde S t o n e ausgezählt, nachdem er vorher schon einmal bis„7" Hafte den Boden aufsuchen müssen. Trotzdem waren die Zuschauer nicht enttäusllzt und brachten Diener viel Beifall. Bon den übrigen Kämpfen gefiel das Treffen zwischen Richter- Dresden, den wir in Berlin als Ersatzmann schan einmal bewundern tonnten, und Hendi!ck°Vclgien nach am besten. Der Deutsche zeigte sich«iedsr einmal als guter Techniker und siegte über die acht Runden klar nach Punkten._ Tüclkampf Domgorgen— Kcrse. Im Sportpolast wird am 10 F e b r u o r die Deutsche Meister- schaft im Mittelgewicht zwischen dem Titeihalter Hein Domgörgen und Hermann H c r s e ausgetragen. An diesem Tag« wird auch Breitenstroter Nack seinem verlorenen Kampf gegen Diener in Leipzig wieder im Ring erfcheinen, und zwar unter'Aussicht seines neuen Trainers Samsan-Äörner. Nach seinem schnellen Siege über den italienischen� Halbschwer- gewichtimeister Bonaglia hat E'.irapvmeikter Max Sch m e l> n g nun auch die Hand nach der Würde eines Europameisters im Schwergewicht ausgestreckt, indem er durch die Baxsportbehörde Deutschlands eine Herausforderungon den Titelhalter Paolinp zu einem Kampf um die Europameisterschaft im Schwer- gewicht bei der Internaffonalen Boxunion einreichte. Berliner Reichsbanner in Tirol. Im Rahmen ihres äußerst reichhaltigen Winterprogramms ver- anstaltete vi« Reichsbannerwintersportabteilung Berlin eine zehnlögig« Skifohrt noch Tirol, in dos Kitz- büheler Skiparcdies. Die gut organisierte und wohlgelungene Reife brachte allen Teilnehmern unvergeßliche Eindrücke und Ettebnisie in den österreichischen'Alpen, wo sie sich bei Schnee und prächtig« Wintersonne von ihrer Alltagslost glänzend erholten. Die Reis« war aber auch von hohem propagondfftischem Werte, da das Zeigen unserer schwarzrotgoldenen Reichssarben gerade in den besuchten Orten(Nürnberg, München. Kitzbühel, Innsbruck) und auf dem flachen Lande sehr angebracht war und die großdeutsche republikanische Idee durch das geschlossen« Austreten der Winter- sxortabteilung wesentlich gefördert wurde. JnteressentenmeRmnge» sind zu richten an di« Gcschästsstelle: James Breslauer. Berlin SW. 68, Markgrafeuftraße 22. VDR.-H aupivers ammiimg. Der Verein Deutscher Radrennbahnen hiev om Sonntag in Berlin seine Jahreshauptversammlung ab. die sich eines überaus starken Besuches erfreute. Vertreter waren die Bahnen Berlin-Rütt-Arena, Berlin-Olympia, Bettin-Sportpalast, Dresden, Breslau-Iabrhundetthalle, Breslau-Krüneiche, Dortmunks- Weftfalenhelle, Dertmund-Lommerbahn, Nürnberg, Stuttgart, Erfurt, Frankfurt a. M., Elberfeld, Hannover, Chemnitz, Kö�n-- Stadion,.Siiln-Riehl, Köln-Dinterbahn, München-Gladbach, Leipzig- Leipzig- Achilleion, Magdeburg, Forst, Münster i. W., Lank t. Rheinl. und Tongerhütt«. Stettin, Krefeld, Sommerbahn, Mainz,. s Jahres- und Kassenbericht wurden angenommen, nachdem einig« vom Vorsitzenden des Sportausschusses de» Bundes Deut- scher Radfahrer gegen den Kassenbericht erhobenen Ein» wände geklärt worden waren. Gegen die Neuwahl des bis- herigen Vorstandes per Akklamation wurden Wiedersprüche geltend gemocht, so daß Geheimobstimmung erfolgen mußte. Dies« ergab trotzdem die Wiederwahl des alte» Vorstandes ein- schließlich kcs Schatzmeisters W. Lücke, Pettin(!). Erster Lgr- n genier ist wieder Felix Otto, Hannover, stell». Vorsitzen!!« Steven?. Köln, und Schumacher, Berlin., Hierauf erfolgte die Durch- sprach« der eingelaufenen Anträge. Von besonderer Bedeutung ist die Neugestattung des tj 4 der Satzungen, der nunmehr folgende» Wortlaut hat:„Mitglieder des Vereins Deutscher Radrennbahnen müssen alle Bahnen werden, aus denen Berusssahrer- oder Amateur- rennen für Mitglieder des BDR. und der UCJ. veranstaltet we'den. Aus Lahnen, die dem VDR. nicht ongeschiossen sind, dürfen Mit- glieder der ongesührten Verbände nicht statten.' Fern« wurde ein Antrag angenommen, dar besagt, daß Dauerfahm zwei Tag« vor einem Renntag, zu dem sie nerpslichtei sind, keine Rennen bestreiten dürfen. Heute setzte die Versammlung ihre Be- ratungen fort.