Morgenausgabe Nr. 39 A20 45. Iahrgang fBtocnttift A VsmtG»»««ach t«— Keichsmart m vor««««oblboc. Uma Stxeifdand a» 2»«ab Tu«- lanb tJSO Ke,chsmart vre Monat. * De»„SonDärts' md de» tfluftrter* tcn Eonnragsdeilage.Volk und Zeit� ßowle den Deilagev»Unterhaltung ond Wisiea* �ln« d« Filmwelt�. .Stadtdeilage'.tzrouentttaune� .Der tlindersreuad�.Äugend-Dor» warts"»Dlitk w die Bücherwelr'. �kulturarbe� und.Technik� erscheint wochemäglich ipveimal. Sonntags und Montag««tmnal. f. Berliner Vottsbla« Dienstag 24. Januar 1928 Groß-Äerlin 10 ps. Auswärts 15 Pf. SHt e I» I»« I« Ig, San|»ntn. lede» weiter» WoN lZ Pfennig klellengewche da» erli» Won 15 Pfennig. iedes weiter» Wort 10 Pfennig Won« über 15 Puchfladen «ähl-n lüt zwei Won» Ardeitsmarki Zeil» CO Pfennig gamtliaiueigen iü, Rbonnenlen Zeile 40 Pfennig. Anzelgrn- annahm» im chaupigefchaft Linden» Ilraß» 3. wocheniügl oon 6'/, dl» 17 Uhr. Jentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhosf SL2— 2S7 Telegramm-Adr: Sozialdemokrai Berlin Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Posiicheckkorito: Berlin 37 K3S— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angesiellien und Beamten Wallsti. K5. Ttskonio-Gesellschafl. Depositeniasie Lindensn S Der Luther- Skandal wächst! Verduntlungs- und Verschleppungsversuche der Bürgerblockregierung. Die Koalitionspresse hat auf Verabredung den Skandal um Luther totgeschwiegen. Gestern abend in später Stunde oerbreitete die Telegraphen-Union eine Auslassung, von der noch dahinsteht, wie weit sie die Ansichten des G e- famtkabinetts wiedergibt. Sie lautet: ,Ln parlamentarischen Kreisen sind die Ausführungen des Reichskanzlers Dr. Marx über die Berücksichtigung der oon der preußischen Regierung erhobenen Ansprüche auf einen Siß im Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesell- s ch a f t dahin verstanden worden, daß die durch die Dawes-Gesetze begründete Autononie der Deutschen Reichsbahngesellschast der Reichsregierung keine Möglichkeit gibt, auf die Zusammensetzung des Verwaltungsrates außerhalb der gesetzlich genau geregelten Fälle einen Einfluß zu nehmen, zumal den einmal bestellten Ver- waltungsratsmitgliedern durch ihr Amt ja nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten erwachsen. Die Polemik, die sich um die Person des früheren Reichs- kanzlers Dr. Luther in dieser Frage entsponnen habe, sei schon deshalb unangebracht, weil Dr. Luther nach seiner ersten Er- nennüng bekanntlich gleich wieder ausgelost worden sei, und zwar gleichzeitig mit Herrn von Siemens und dem früheren Staatssekretär Dr. Fischer. Durch die Wiederernennung dieser drei damals ausgelosten Mitglieder sei die Frage, welcher der dret Sitze für die Berücksichtigung der preußischen Forderungen nun eigentlich in Betracht komme, nicht mehr ohne wetteres zu beantworten. In parlamentarischen Kreisen betont man, daß die Entscheidung des Staatsgerichtshoses vom?. Mai 1927 lediglich ein Aeststellungsurleil gewesen sei, das keinerlei Aus- führungsrichtlinieo festgesetzt habe, wie die Telegraphen-Union hört, beabsichtigt die Reichsregierung insolgedesjon, dem Reichstag das gesamte Ulolerial dieser Angelegenheit zu uaterbretten und gleichzeitig mitzuteilen. daß nach Ihrer Ansicht eine erneute Anrufung des Slaatsgerichts- hos» durch Preußen der geeignetste weg sei, um die notwendigen Richtlinien für die Ausführung der damaligen Entscheidung des Staatsgerichtshoses festlegen zu lassen. In parlamentarischen Kreisen ist man der Ansicht, daß dieser Weg auch schon deshalb notwendig sei, um klarzustellen, wie weit die von den übrigen Reichsbahnländern Württemberg, Bayern, Sachsen und Boden im Hinblick aus die preußischen Forderungen ge° äußerten Wünsche nach einer analogen Berücksichtigung ihrer Inter- esien im Verwaltungsrat mit der notwendigen Sicherstellung des ge- setzlich festgelegten Einflusses der Reichsregierung auf die Deutsche Reichsbahngesellschast vereinbart werden können. Wie verlautet, rechne! man in parlamentarischen Kreisen damit. daß in dieser ganzen von Preußen wieder ausgerollten Angelegenheit kein weiterer Schritt erfolgen wird, eh« der Reichstag dos ihm von der Reichsregierung unterbreitet« Material ge» prüft hat." Aus dieser Auslastung geht die Absicht hervor, den Skandal um Luther zu o e r t u s ch e n und die Ausführung des Urteils des Staatsgerichtshofes zu oerschleppen. Das einfachste Mittel, däs der Rcichsregierung zur Verfügung steht, um Preußen zu seinem Recht zu verhelfen und das Urteil des Staatsgerichtshofes auszuführen, wäre, Herrn Luther aufzufordern, seinen Sitz im Verwaltungsrat der Reichsbahn freizugeben, damit ein preußischer Vertreter er- nannt werden kann. Nach dieser Auslastung wird die Reichs- regierung diesen Schritt nicht tun. Und warum nicht? Sie ist durch einen Vertrag an Herrn Luther gebunden. Dieser Vertrag ist zwar nicht, wie der Staatsvertrag mit Preußen, in feierlicher Form niedergelegt worden. Es ist eine Vereinbarung, die zwischen Ministern getroffen worden ist. Als die Stellung des Herrn Luther als Reichskanzler in- folge der Flaggenverordnung unmöglich geworden war, haben ihm feine Kollege� aus dem Kabinett nahegelegt, bis auf weiteres aus dem Reichsdienst auszuscheiden. Es ist Ihm zugesagt worden, daß er für diesen Fall den Sitz im Verwal- tungsrat der Reichsbahn erhalten würde. Es ist ihm ferner aus Reichsmitteln jene Reife nach Südamerika be- zahlt worden, die er unmittelbar nach seiner Ernennung zum Berwaltungsratsmitglied der Reichsbahn angetreten hat. Diese Reise hat ein halbes Jahr gedauert. Ein halbes Jahr lang war also der Sitz, auf den Preußen von Rechts wegen Anspruch zu erheben hat, praktisch unbesetzt. Die ehemaligen Kollegen des Herrn Luther sind ver- tragstreu— allerdings nicht gegenüber Preußen. Sie halten nicht den rechtsgültigen Staatsvertrag, den sie mit der preu- ßischen Regierung geschlossen haben, wohl aber halten sie jenen ungeschriebenen Vertrag, mit dessen Hilfe Herrn Luther sein Abschied erleichtert wurde, ein Vertrag, der gegen die guten Sitten verstößt. Nach der Auslastung der Telegraphen-Union scheut sich jedoch die Reichsregierung, den Vertrag mit Preußen offen zu brechen. Sie wendet deshalb winkeladvokatorische Kniffe an, um die Rechtslage zu verdunkeln und die Ausführungen des Urteils des Staatsgerichtshoses zu verschleppen. Was sind das für faule Ausreden, die in dieser Auslastung wiedergegeben werdenl Diese Ausreden sind durch das Urteil des Staats- gerichtshofes und seine Begründung längst widerlegt. Daß sie trotzdem noch angewandt werden, zeigt nur den Willen der Reichsregierung, die Angelegenheit bis zum Herbst hinaus- zuziehen. Dann werden nämlich einige Verwaltungsratsmit- glieder ausgelost, und dann kann man einen anderen gehen lassen, damit Luther bleiben kann. Die Reichsregierung ist die Gefangene eines früheren Ministerversprechens an Luther, sie ist die Gefangene der Schwerindustrie, die sich schützend vor Herrn Luther, ihren vielbewährten Aufsichtsrat, gestellt hat. Die kleine Entente hat Zeit ttntersuchungsanirag in Gens noch nicht überreicht. Gens, 23. Januar. Dir Demarche der Kleinen Entente beim Völkerbund in der wassentransporlassäre in Szenl Gotthard hak eine wettere Der- zögerung erfahren. Die beim Völkerbund akkreditierten Der- treler Zugoslowiens und der Tschechoslowakei sind be- reit» im Besitz der Roten ihrer Regierungen. Zedoch ist die Role der rumänischen Regierung immer noch nicht eingelrofseu. Die Verzögerung scheint aus den Bestich zorückzusühreu zu sein, den der rumänische Delegierte beim Völkerbund, E o m n e u, der kürzlich zum ramänischea Gesandten in Berlin ernannt worden ist. dem rumänischen Außenminister Tituleseu In San Rems er- stattet hat._ Woldemaras in Berlin. Handels- und Schiedsvertrag mit Litauen. Amtlich wird mitgeteilt- Am ZS. Zanuar trlsst der litauische Zllinisterprästd�i« und Außenminister. Prof. woldemara». zu «ehrläglgeu Besprechungen lu Berlin ein. Gegenstand der HZer tu BesprechavGea wirb ta erster Linie«lue grundsätzliche Verständigung über den Abschluß eine» neuen Handelsvertrages und verschiedener damit im Zusammen- hang stehender Fragen zwischen Deutschland und Litauen bilden. Außerdem sollen weitere deut'ch- litauische Abkommen verhandelt werden, deren boldiger Abschluß durch den Uebergang der Slaals- Hoheit über das M e m e l g e b! e t aus Litauen nötig geworden ist; hierher gehören Abkommen über Grenzverkehr. Fischerei. Wasser- Wirtschaft. Beamtensragen. Pensionen und Militärrenten. Endlich wird, wie bereits bekannt, auch die Frage de» Abschlusses eines Schied», und Bergleichsverlrages Gegenstand der be- vorstehenden Besprechungen sein. Litauen reißt Eisenbahnstrecke auf. Die Litauer hatten vor einiger Zeit den durch litauisches Gebiet führenden Teil der Eisenbahnlinie Libau— Romny abgerissen. um mit dem Material eine neue Dahnlinie Telschi— Mcmel zu bauen. Di« letlländische Presse fordert die lettische Regierung auf. Litauen gegenüber die streng st en Repressalien zu ergreifen und auch nicht vor einem Wirtschaftskrieg zurückzuschrecken. Die lett- ländisch« Presse ist der Ansicht, daß Litauen diese Bahnlinie zerstärt. um den polnischen Transit von Libau abzulenken und«bens« den Der» kehr m dem Gebiet von Euwalki nach Memel zu leite« Der Eiterherd Makedonien. Gendarmen und Geheimorganisattonen. Von Hermann Wendel. Wenn Zeitungen mit einer Nachricht aus Makedonien ausgerufen werden, weiß man von vornherein: wieder krach- ten Brownings und Bomben, wieder floß Blut, wieder liegen Leichen in einer Stadt dieses unglücklichen Landes. So hat eben in S k o p l j e die junge Maria B u n e w den Justiz- refereiten Welimir V r e l i t s ch niedergeschossen und sich gleich darauf selbst tödliche Verletzungen beigebracht: Täterin und Opfer hauchten im Krankenhaus ihr Leben aus. Seit im Ottober v. I. General Kowatschewitsch in Schtip „umgelegt" wurde, hat kein makedonisches Attentat Europa mehr aushorschen lasten als dieses, aber inzwischen liegen genug Anschläge auf Kasinos, Hotels und Bahnstrecken und dahinter wird das Totenkopf wavpen der IM NO (Innere Makedonische Revolutionäre Organisation) sichtbar und erhebt sich das Medulenhaupt der makedonischen Frage. Worin besteht das Wesen der makedonischen Frage? Die Antwort der gerade im Ausland fanatisch tatigen make- donischen Propaganda ist: In der nationalen Unter- d r ü ck ii n q der Makedonicr, die sich insgesamt als Buk- garen fühlten und 3u Serben gemocht werden sollten! Der größte T-nl der deutsch-n Presse w-ckt durch seine Schilderun- aen die Vorstellung, als rolle in Makedonien ein nokionales Trauerwiel ab wie in Südtirol, wo einer deutschen Bevölke- runa eine ort- und svrachfremde Herrschaft die Sporen in die Weichen stößt. Aber wenn der kleine Matedoslawe in die serbische Schule gebt, widerfährt ibm keineswegs die nationale Vergewaltigung, der der kleine Südtiroler in der italienischen Schule ausgesetzt ist. sondern er mag sich vorkommen wie der o b e r b a n e r i s ch e Bauernbub, der sich in der Sch'lle hochdeutsch ausdrücken soll. Denn die Mundart der Makedoslawen stebt dem Schriftlerbischsn nicht viel ferner als dem Schristbulgarischen. Ja, mehr? Das Vro- blem arbeitet in seiner Schärfe nur beraus, wer sich stets vor Augen hält, daß auch Serben und Bulgaren Nachbar- stämme ein- und desselben Südslawenvolks, Serbisch und Bulgarisch Dialekte der gleichen slldllawi- scben Sprache sind. Auch dem Laien macht es ein beliebiger Satz aus einem beliebigen Lesestück anschaulich:„Der berühmte Franklin hatte die Gemohnbeit. zu sagen, daß jener, der früh zu Bett gehe und früh aufstehe, zu Reichtum, Ge- sundheit und Klugheit gelange." Dieser Satz lautet: bulgarisch: Tnamenitijst Franklin irnal navika, da kaiva, ce tozi. ieoito rano. serbisch: Znameniti Franklin irnao naviku, da kaze, dasonaj, kon' n-no. bulgarisch: lega! rano stava, ste bilde bopat, zdrav! umen. serbisch: legne irano ustane, ce buditi bopat,-drav i uman. Wahrhaftig, weit stärkere Unterschiede klaffen zwischen oberdeutscher und niederdeutscher Mundart als zwischen den Sprachen dieser feindlichen Balkanbrüder! Dennoch ist die makedonische Frage nicht aus der Welt zu reden. Nur trägt sie. obwohl die ganz dünne Bildung?- fchicht in Makedonien sich überwiegend als Bulgaren fühlt, nicht in erster Reihe nationales Gepräge, sondern ist ein Kompler von ökonomischen und sozialen, kulturellen und poli- tischen Problemen. Der christliche Makedonier, Iahrhund-rte unter dem Türken versklavt, zum Halbtier erniedrigt, hoffte» daß mit dem ersten Balkankrieg 1912 die Stunde seiner Befreiung geschlagen habe. Statt dessen rauften zu- nächst Serben und Bulgaren um seine Haut, und dann gingen die Schrecken des Weltkrieges über das geprüfte Land hin. Hätte nach 1918 Begrad den Wiederaufbau tatkräftig be- gönnen, eine gründliche und gerechte Agrarreform durch- geführt, Verkehrswege angelegt, das Wirtschaftsleben ge- fördert, das Unterrichtswesen entwickelt und vor allem den Makedonier die frische Luft politischer Freiheit atmen lasten, so wäre die makedonische Frage längst arg zu- sammengeschrumvst. Aber von allem geschah ungefähr das Gegenteil. Ins Land kamen Gendarmen. Gendarmen und abermals Gendarmen: es wurde zum Ausbeutung?- objekt für gewissenlose und bestechliche Beamte und zum Kerker für seine verzweifelten Bewohner. Wenn unlängst im Finanzausschuß der Skuvschtina ein so glühender süd- slawi'cber Nationalist wie Swetosar Pribitschewitsch die Zustände in Makedonien schlimmer als in Asien nannte, saat das genug. Diese Zustände bieten den Nährboden für die Tätigkeit der revolutionären Komitees, die, in Bulgarien gebildet und ausgerüstet und mit den Sofioter Ehauvinisten unter einer Decke steckend, den Kleinkrieg in Makedonien führen: in ihrer Art unseren„völkischen" Geheimbünden durchaus verwandt, arbeiten sie mit Terror und for- dern damit den Terror der südslawischen Behörden heraus. Bon der„völkischen" Presse Deutschlands werden sie folge- richtig als Freiheitskämpfer gefeiert, aber ein merkwürdiger Freiheitskampf, der auf das ungeheuchelte Wohlwollen Horthy-Ungarns rechnen kann und sich der tatkräf- tigen Unterstützung durch da» fascht st Ische Italien erfreut! Sin Stück alt« Tragik in neuer Auflage ist es, daß tmrd> die makeöcmische yrcgc wieder einmal Talkannölter 'zum Spierzeug imperialistischen Großmachtstrebens werden. denn pon dem Eiterherd Makedonien hofft die faschistische Außenpolitik nicht nur, daß er ganz Sudslowien vergiften, sondern daß er eines Tages den gmizen Balkan fiebrig ent- zünden und Mussolini für seine Kurpfuschereien Gelegenheit geben wird. In England, wo man diese Entwicklung der Dinge mit immer bedenklicherem Kopfschütteln betrachtet, erwägt . man neuerdings, wie sich der Völkerbund mit der ma- kedonischen Frage beschäftigen könne. Das wird bei der Zu- rückHaltung der Genfer Institution nicht leicht sein, zumal auf Grund der Friedensverträge Südslawien Makedonien als feine innere Angelegenheit betrachten darf und d i e Makedonier außerhalb des Minderheiten- f ch u tz e s stehen. Aber die bulgarische Sozialdemokratie hat vor kurzem die Exekutive der sozialistischen Internatio- n a l e aufgefordert, eine Untersuchung dex Verhältnisse in Makedonien, Thrakien und Dobrudscha vorzunehmen. Ob die südslawische, griechische, bulgarische und rumänische Regie- rung einer solchen UntersiHhung Tür und Tor öffnen werden, steht auf einem anderen»latt, aber daß sie, sachkundig, un- voreingenommen und Potemkinschen Dörfern ausweichend, wenigstens der Internationale Richtlinien für die Lösung dieser Probleme verschaffen konnte,, ist sicher. Bisher nämlich find sich nicht einmal die Sozialisten in Belgrad und Sofia über die zweckmäßigste Ausheilung des Eiterherdes Make- donien einig. Abrüstung und Gicherheii. Cm Vortrag Professor Quiddes. J» den Spichernsälen sprach gestern Prosessor Ludwig Q u i d d e über„Abrüstung und Sicherheit". Nachdem Genosse Aälkenberg den Träger des Nobelpreises in herzlichen Worten ge- feiert fratte, führte Quidd« aus, daß es die Friedensgesellschast gewesen sei, die zuerst das Problem von Abrüstung und Sicherheit im -echiün Zusammenhang ausgeworfen hätte. Fried habe gesagt, daß r-? pnmnr die Sicherung durch Recht zu gelten habe. Dann erst käme die Abrüstung an zweiter Stelle. Die Abrüstung werde «ine Folg« der Friedenssicherung sein. Vor dem Krieg« seien auch die Pazifisten so bescheiden gewesen, nicht von Abrüstung, sondern nur von Begrenzung der Rüstungen zu . sprechen. Heute sei man für totale Abrüstung. Welche Relation solle gelten? Rull zu Null sei einfach, 12 zu 10 sei schon schwierig? Papst Benedikt sei es gewesen, der im August 1917 in seiner Berühmten Note der Herrschaft der Gewalt die Herrschaft des Rechts gegenübergestellt habe und die allgemeine Abrüstung verlangte. Heule stände im Vordergrund bei der Arbeit um die Friedens- sicherung der Gedanke der Schiedsgerichtsbarkeit, der Arbitration-oerträgc. Das genüge nicht, denn die gefährlichsten Konflikte seien nicht prozeßfähig. Die organisierte Vermittlung müsse hinzukommen. Die Abrüstung sei den Mittelmächten durch die Mantelnote der Alliierten und Assoziierten zum Friedensvertrag zugestanden worden. Es könne nicht Sinn der Verträge sein, dauernd z w ei e rl e i R« ch t gelten zu lasten. Frankreich wolle seine Sicher- heit: das müsse man auch in Deutschland begreifen. Auf der anderen Seit« ober müßten wir verlangen, daß in der Ab, rüstungssroge endlich tüchtige Arbeit geleistet werde. Dazu seiew aber Generale als ftom- - tnistiansmitßlieder nicht geeignet. Ebensogut könne man Bierfahrer old Apostel der Mäßigkeit anstellen.•■ . Wir fordern, daß endlich Ernst gemacht wird, und wissen wohl, daß ohne Kontrolle keine Abrüstung möglich ist. Wir müssen das Vertrauen der anderen gewinnen. Seit Thoiry aber haben sich die Vaziehungen zwischen Deutschland und Frankreich versckilechtert, nicht .zujtt wenigsten durch den Eintritt der Deutschnationalen in die. Regie- rung. Wenn wir die Räumung der Rheinland« wollen und die inter- nationale Abrüstung, dann müssen wir genau wissen, daß in diesen Fragen ungeheuer viel davon abhängt, wie das deutsche Volk ii» diesem Jahr« wählt. Mögen diese Wahlen so- aussallen, dO Abrüstung und Sicherheit bei allen Völkern gefördert werden! Reichsbanner und AGP. CrtlZrvng des Aondestvorsiandes: Die ASP. keine republikanische Partei. Der Bundesvorstand des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold hat sämtlichen Gauvorstanden mitgeteilt, daß er die altsozia- listisch« Partei nicht mehr als republikanische Partei ansehe, so daß deren Mitglieder nicht ohne weiteres dem Reichsbanner angehören könnten. Der Beschluß wird damit begründest daß die Altsozialistische Partei Sachsens im Jahre 1926 als republikanische Partei im Sinne des§ 11 des Bundesstatuts anerkannt worden sei, weil man damals von der Auffassung aus- glyg, daß der Bestand nur ein vorübergehender sein würde. Am Schluß erklärt der Bundesvorstand, unterzeichnet Hörsing, noch, daß die Aeußerungen des Schriftleiters Nietisch, die nationalsozialistisch seien» mit dazu beigetragen hätten, jene An- er kenn um g von 1926 aufzuhebe». Im Einzelsalle müsse -geprüft werden, ob Mitglieder der Altsozialistischen Partei im Reichsbanner als Einzelmitglieder anerkannt werden könnte». Eine Splitterpartei mehr im Mich. Die sogenannte.Ll l ts o z i a l i st i s ch e Partei" hat am Sonntag in einer Sißung in Dresden beschlnsten, bei den kommenden Reichstagswahlen ebenfalls Kandidaten aufzustellen. Der Plan geht dahin» in einer Anzahl non Wahlkreisen in, Reich kondi- .dieren zu losten. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Mitgliedschaft der„Wtsozialistischen Partei" zum Austritt a u s d e m Reichs- b a n n e r aufzufordern. Die Altsozialisten hoben damit entgegen '- ihren früheren Behauptungen klar zu erkennen gegeben, daß sie sich ganz in den Bann der Nationalsozialisten R i e k i s ch und W i n nig begeben haben. Sie hätten deshalb auch ganz offen zun, Eintritt in den Stahlhelm auffordern solle»! denn da gehören sie in Wirtlichkeit hin. Lteberbleibsel der Länderkonfereuz. Der von- der Länderkonserenz in der Vorwoche beschlossene Ausschuß zur Erärteruna des V e r h ä l t n I sie s' z wi scheu !tt« i ch und Ländern wird, wie der„Soz. Pressedienst" erfahrt, m der nächsten W o ch e seine Arbetten ausnehmen. Der Ausschuß wird 18 Mitglieder zählen. Davon benennt die Reichsreoierung neun, die andere Hälfte wirb non den -Ländern entsandt. Die Nerchsregiennig hat an die im Berfostungs- auskchuß des Reichsrats vertretenen Länder bereits-das Erst,«den gerichtest- ibre Vertreter namhaft zu machen. Außer dem Reichs. kanzler. der den Vorsiß führen wird, sollen der Reichs» minister des Innern« der F i n a n z m i n i st er und der Wirtfchaftsminister und der Reichssparkommifsar / Verwirrung im Vürgerblock. „Auflösung der Schlachtordnung vor den Wahlen." Die Etatdebatte war eine Entblößung der vollkommenen Verwirrung des Bürgerblocks. Man streitet sich im Kabinett — zum Schluß der Länderkonserenz drohten E u r t i u s und Strefemann mit Rücktritt, falls die partikularisii- sehen Tendenzen noch mehr nachgegeben werde. Man streitet sich im Reichstag— Cremer und Guörard gegen die Deutschnationalen. Man streitet sich in der Presse, wobei man offen zugesteht, daß die Zerrüttung der Koalltion offenbor ist. ,L r e u z- Z e i t ü n g" gegen das Zentrum und von Guörard: „Der Sekunda ntendicnst für die Sozialdemokraten, die Stellung- nähme für die Forderung der preußischen Linksregierung im Kon- slikt wegen der Reichsbahnverwaltung, persönlich« Kritik an den Handlungen des Reichsinnenministers Dr. v. K e u d e l I, die geflissentliche hervorkehtung der republikooischen Gniadeiostellung seiner Partei mit deutlicher Zpihe gegen die Dcutschnalionalen, das alles sind, ganz gelinde ausgedrückt. Rücksichtslosigkeiten, und zwar gewollte und wohlüberlegte, die die Marschroute des Herrn v. Guerard aufzeigen. Der Verlaus der bisherigen Etaksdebatte machte überhaupt nicht den Eindruck eines festen Zusommrahaltens der Koalition sondern eher den der Auslösung der Schlachtordnung vor den Wahlen." „GcrMania". gegen„K r e u z- Z e i t u n g": '„Sehr erstaunt. sind wir, wenn wir in der„Äreuz-Zcitung" weiter den' Vorwurf finden, daß Herr v. Guärard die r e P u b l l- konische Grundcinstellung des Zentrums so geflissent- lich hervorgehoben habe. Ist es etwa schon so weit gekommen, daß eine Partei, die einer republikanischen Regierung angehört, ihre positive Einstellung zu eben dieser Republik nicht mehr betonen darf, ohne daß die Deutschnaticrnalen Anstoß nehmen?" Der„Deutsch e" unter der höhnenden Ucberschrift „Wir kennen euch nicht wieder!" gegen G u 6 r a r d: „Es sind seltsame„Etai"-Reden. die man eben im Reichstag zu hören bekommt. Daß die Oppositionsparteien die Gelegenheit benutzen zu Angriffen auf die Regierung und ihr« ganz« Politik, de> nutzen auch zu ausgiebiger Agitation, das ist nicht weiter oerwunder- lich. Aber auch die Redner der Regierungsparteien hauen aus die Regierung los. So der Fraktionsvorsitzende des Zentrums. v. Guerard, und der Volksparteiler Crem er. Mit ihrer Kritik können wir in vielem durchaus einverstanden sein, möchten dabei aber nicht versäumen, sesizustellen, daß man es uns sehr übelnahm. als wir— zur rechten Zeit— die gleiche« Bedenken äußerten. Es scheint uns denn doch allzu bequem und durchs ich t i g, wenn jetzt die Parteien, im Hinblick aus die Wahlen, ihre Hönde in Unschuld waschen und alles Unzulängliche, Versäumte und Verfehlte einfach der Regierung anhängen möchten. Die Rcgierungs- Parteien sind mitverankworMch für die gesamte Politik der Regierung im vergangenen Jahre und sind mitverantwortlich für den bor- gelegten Etat. Ihr« Kritik und Angriffe richten sich also gegen sie selber. So stellen wir z. B. die Einsicht des Herrn v. Guerard, daß die rechtliche und gesellschaftliche. Stellung der � Arbeitnehmer noch nicht dem Geist eines Voltsstaates entspreche» mit Genugtuung sesst Aber was nützen uns hier schöne Reden und Wunsche! Wäre die Politik des Zentrums im vergangenen Jahre mehr auf diese Ausgabe eingestellt gewesen, so hätten die christlichen Ge- wertschaftssührer heute keinen Grund, sich über die Entwicklung zum Gegenteil zu beklagen. Aber nun sind Wahlen in Sicht und da stellen sich die schönen„Parolen" wiehet ein. Dabei gewinnt solche sehr von Wahl, und sonstigen Rücksichten diktierte Kritik keineswegs, wenn man den peinlichen Nebengeschmack gewinnt, daß sich der«ine oder andere Redner schon gewisiermaßen als Kandidat sür die nächste, anders geortete Regierung in Emp- fchlung bringen möchte." Die Verwirrung kann nicht größer fein! Es ist die Auf- lösung der Schlachssront vor den Wahlen. Das böse Ge- wissen treibt die Bürgerblockparteien zum inneren-Äampf aller gegen alle, zum Versuch jeder Partei,- aus dem Bankerott zu fluchten und die anderen in der Verantwortung, sitzen zu lassest!" Eine wahre Begebenheii aus Gowjeirußland. Die„Prawda" vom 17. Januar erzählt: Eines Nachts wurde in Kasan der Rettungswagen in ein« Privat- wohnung gerufen. Die wachhabend« Sanitäterin erklärte dem Arzt: „Fahren Sie schnell hin, am Telephon ist der Vorsitzende de» Ge- richte» er schimpft."• Der Arzt' traf w' der Wohnung eine stark angettittikest« Gesell- schast an. Der Wohnungsinhäber war von einem Hund gebissen worden. Der Arzt legte einen Verband an und bat, daß sowohl der Gebissen« ol» auch der Hund am nächsten Morgen im Bakteriolo- gischen Institut erscheinen möchten.„Den Hund haben wir bereits zum höchsten Strafmaß verurteilt und erschossen," erhielt er zur Antwort. Ferner erklärte man den Wagen des Arztes für„requiriert", man wolle einen zwecken Arzt holen. Während der Arzt nun auf' die Rückkehr seines Wogens wartete, kam einer von den Anwesenden, dessen Bruft mit dem Abzeichen des allrussischen Vollzugsrats geschmückt war, auf ihn zu und begann ihn in einer Weise, wie dos nur ein Besoffener tun kann, mck den un- slätigsten Schimpfworten zu belegen. Dann riß er an der Tasche des Arztes, in der sich seine medizinischen Instrumente befanden und versetzte ihm schließlich einen heftigen Faustschlag ins Gesicht. Am nächsten Tag stellte der Arzt fest, daß die Person, die ihn mißhandelt hatte, der Borsitzende des Obersten G-e- richtshofes der tatarischen Republik, Sultansw. gewesen sei. Er erstattete gegen ihn ei,� Beschwerde bei der örtlichen Parteiorganisation. Die Kontrollkommission, deren Nstolied auch Sulta- nnw war. befaßte sich darauf mit dieser'Ängelsgenheit, erteilte ihm einen Verweis und veranlaßt« ihn, sich bei dem Arzt zu entschuldigen. Letzterem wurde aber zu verstehen gegeben, daß er auf dies« Affäre krankhaft reagiert und die Tendenz zu einer Uebertreibung gezeigt Hab«. Damit war die Sache nicht zu Ende. Sowohl der Verband der Mediziner als auch die Swolsamvaltschast der USSR. befaßten sich mck ihr. Di« führenden Männer de? Tatarischen Volkskommissariats der Justiz erklärten, daß die Entscheidung gegen Suttanow zu scharf gewesen sei, und daß di« ganze Sache niir der Absicht des medizi- nischen Personals entspringe, die Episode zu politischen Zwecken zu mißbrauchen. Schließlich gelangte die Angelegenheit auch an die Zentrale Kontrollkommission. Dies« hob den Beschluß der Bezirke- kontkolltommissivn auf und übertrug die Untersuchung an die Gerichtsorgane. dem Ausschuß angehören. Ferner ist die Zuziehung angesehener Staatsrechtslehrer geplant: man nennt u. a. A»schütz und Triepel.__ Handetsveriragskn'se Paris— Brüssel. Belgien will leine weiteren Zugeständnisse mache»». Brüssel. 23. Januar.(Eigenbericht.) Das belgische Kabinett besaßt« sich am Montag mit den jranzösisch-belgischen Zollvertragsverhandlun- g e n, die sich feit längerer Zeit in einem kritischen Stadium befinden. Der Entscheidung des Kabinetts wurde allgemein mit großer Spannung entgegengesehen, ohne daß über das Ergebnis bisher offiziell etwas verlautet. Bon unterrichteter Secke erfahren wir jedoch, daß die an Frankreich zu richtende neue belgische Note keine Konzessionen an die französischen Forderungen enthält. Die Lag« bleibt infolgedessen weiterhin sehr undurchsichtig und g espanick. An sich wären die liberalen Minister zu Konzessionen bereit. Der eigenttiche Widerstand kommt aus dem katholischen und insbesondere aus dem flämischen Lager. Nowgalewskis Auiriiisrede. Fester Entschluß zur Freuodschast.- OoumergueS Antwort: Oie Voffchast hör' ich gern... Pari», 23. Januar. Der neuer lannte Sowjetbotschaster Dowgalews ti hat heute vormittag dem Präsidenten der Republik sein Beglaubigungsschreiben überreicht. In seiner Ansprache erklärte er:„Die Regierung und die Völker der Sowjetunion sind s est entschlossen. -den Fried e n ousrcchtzuerhalt-cn und auszubauen. Ich werde mich vollkommen der Aufgabe widmen, die Bande der Fr c u>, d> schast, die unser« beiden Länder u>. so glücklicher Weise vcrbin- den, in noch stärkerem Maße zu fördern, in der Ucberzeugung, daß die nolle Verständßpt'g zwischen unseron Völkern«in wichtiges Unterpfand für ihre Wohlfahrt und für den allgemeinen' Frieden bilden. Meine Regierung stellt mit Befriedigung die glückliche Eick- wicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Lätzdcrn fest und hat mir al? wesentliche Ausgabe ausgetragen, jedes Hindernis zu beseitigen, das ihrer Ausdehnung und Bekrästiguna im Weg« stehe." Der Präsident der 5depublik erwiderte:„Ich höre g ew n, daß Sie Ihren Entschluß bekräftigen, Ihre ganze Tätigkeit auf die E r» Haltung des ollgemeinen Friedens und auf die Besserung der Beziehungen, die bereits � zwischen unseren beiden Lau- dein bestehen, zu richten. Die französische Regierung wird glück- 1 i ch sein, Ihiie» bei Durchführung dieser Ausgabe beizustehen, und sie wünscht, daß die wichtigen Fragen, die zwischen den beiden Re- gierungen noch m der Schweb« sind, unter Bedingungen geregelt werden, die es gestatten» in einer Atmosphäre des Ver- trouens di« Beziehungen zu entwickeln, die unsere Regierungen mckeinander verbinden. Indem wir unsere loyale Zusammen- arbeit über jede vom Auslande koinlneirde vorgefaßte Meinung stellen und sie der Sicherstellung unserer gemeinsamen Interessen widmen, wrrdtn wir in nützlichster Weise der Sache des Friedens dienen." Borah gegen die Admirale. Sin Kampfruf gegen den Rüstungswahnwist. New Aark.. 23. Januar.(Eigenbericht) Der amerikamsche Senator Borah, der Vorsitzende der Ssnatskommijsion für Auswärtiges, hat sich in einein überaus scharfen Ausruf gegen die aussehcnerregende Rede des amerckani- schen Admirals Pluntett gewairdi. Dieser Adiniral Hot vor zw« Togen ein«„der größten existierenden Flotte gleich große Flotte für Amerika" gefordert. Borah rust die Steucr.zahler der Vereinigten Staaten auf. dieser irrsinnigen Politik, die auf den Bau der größten Flotte aus Erden obziell, energischen Widerstand entgegenzusetzen. Vor wenigen Tagen hätte, so stellt ar fest, ein englischer Admiral ein« ähnliche Forderung aufge- stellt. Wenn irgend etwas zum Krieg« zwischen den großen Na» tionen führen könne, so seien es solche Rüstungen zur See und ihpc Begrüitdung mit Admiralsraden. des Inhalts, daß der Kr k« g u n pe r mt i ö l i ch' sei. Dies sei die gleiche Politik wie zur Zeit der wahnwitzigen Wettrüstungen- zwischen Großbritannier und Deutschland in den Jahren 1900 bis 1914. Diese Rüstungen hatten Damals wesentlich mck zu dem Ausbruch de, Weltkrieges bei- getrogen. Alles das, so schließt Borah, sei ein Teil eines wohlvor- berefteten Plan?, die Oeitentlichkeit auf ein Wettrüsten zur S e c vorzubereiten. Eine beschrankte Linzalss von Kreuzern zum Schutz' des Handels sei gcrehlfertixt. Dqs gsgenwöi-tigc Schiffs« bouprogramm der Vereinigten Staaten jedoch und die sie begleiten- der' aufgeregten Reden über Krieg ünd Kriegsgefahr seien reinster Wahnwitz. Die Komödie gehi weiter- Weiterberown«, des Schulgesetzes, ober Uneinigkeit des Vürgerblocks. Der Bilöungsausschuß des Reichstages nimmt heute die Beratungen zum Schulgesetz wieder auf. Die und 2V sind an die Reihe. Während sich der Burgerblnck über den§ 19 geeinigt hat, ist man mit dem Z 20 nicht weiter- gekommen. Er behandelt die S i in u l t a n s ch u l f r a g e. Während die Volkspartei unbedingt an der Verankerung der Simultanschulen im Gesetz festhält," wünscht das Zentrum, daß den Ländern, die das Simultanschulwesen in ihrer Gesetzgebung festgelegt haben, zwar eine gewisse Schonfrist gegeben wird, daß dann aber der Unterminierarbeit der Klerikalen freie Hand gelassen werden soll. Alle Einkgungsversuche in dieser Frage sind bisher ge- scheitert. Der Interfraktionelle Ausschuß, der gestern in letzter Stunde noch eine Annäherung versuchte, mußte unverrichtetcr Dinge wieder auseinandergehen. Er soll angeblich die Absicht haben, heute zu einer weiteren Sitzung zusammenzutreten. Ob sich das allerdings technisch ermög- lichen läßt, ist bei der gleichzeitigen Tagung des Reichstags- Plenums und des Bildungsausschussez eine andere Frage.' Angesichts dieser Sachlage ist es nicht erstaunlich, daß vom Zentrum und von der Volkspartei die Lage als „außerordentlich pessimistisch" bezeichnet wird. Während die..D. A.Z." noch für diese Woche eine große A k t> o n der Reichsregierung und speziell des Reichskanzlers Dr Marx ankündigt, um endgültige Klarheit über das Schulgesetz zu schaffen, wird von deutschnationaler Seite nffiziSs erklärt, es fei nicht wahrscheinlich, daß für den � 29 schon in der ersten Lesung eine allseitig befriedigende Fassung gefunden werde; diese Frage dürfte den Besprechun- gen»wischen der ersten und der zweiten Lesung vor- behauen bleiben. Der Bürgerblock wird also auch in dieser Woche im Schulaus'chuß das Schauspiel einer Koalition bieten, die keine Koalition mehr Ist. Der Verfall zeigt sich auch an einem andern Objekt. Da die D e u t s ch n a t i o n a l e n nicht mehr an die Lebens- fähigkeit des Besitzbürgerblocks glauben, haben sie noch kurz vor Torssschluß einen Raubzug inszeniert, der ihren Großgrundbesitzeranhang die Taschen füllen soll. „Kredithilfe für die Landwirtschaft" nennen sie das. Auch mit diesem Thema hat sich der Interfraktionelle Ausschuß be- faßt. Das Resultat ist folgende Veröffentlichung: „Es bestand Einigkeit über. die Noboendigkeit dieser Hilfe, doch konnte bisher noch kein gangbarer Weg für die Auf- bringung der erforderlichen Mittel gefunden werden." Es scheint so, daß es für den Besitzbürgerblock überhaupt keine gangbaren Wege mehr gibt. Er hat abgewirtschaftet. Evangelischer Bund gegen Papst. •„Oer konfessionelle Friede empfindlich bedroht." Der Papst hat Anfang des Jahres ein Rundschreiben an die Katholiken gerichtet, in dem er als den einzigen W�z zur Einigung der christlichen Kirchen die Rückkehr aller Dissi- denken zur rämlsch-katholischen Kirche bezeichnet. Das ist nicht weiter ausehenerregend. Der Papst kann gar keinen an- deren Standpunkt vertreten, wepn er nicht die Grundpfeiler der katholischen Glaubenslehre umstürzen will. Der Evangelische Bund regt sich trotzdem darüber «uf. Er glaubt aus dem Rundschreiben eine halbe Kriegserklärung herauslesen zu müssen und erläßt eine Gegenerklärung, in der es heißt: „Wir stellen mit Wdauern fest, daß durch diesen überaus schroffen Eingriff des Papstes in die ernsten Angelegenheiten de, Glaubens und- Lebens der gesamten nichttatholischen Christenheit die kons est ion«lle Spaltung von römisch-katholischer Seite her erneut verschärft und damit der k o n se s s i o u cll e Friede erheblich bedroht wird." Das klingt beinahe nach Kulturkampf. Und in diesery Geiste gehen die Freunde der evangelischen und der katholischen Kirche daran, den Einfluß der Kirche auf die Schule gesetzlich festzulegen! Erziehung zum echten Christentum nennt man das wohl. Ein Roßbach-Kührer verhaftet. . Unter dem Verdacht der Anstiftung zum Mord. München. 23. Januar.(Eigenbericht.) Auf Grund, eines Haftbefehls des Untersuchungsrichters beim Landaericht Stettin llt am Sonntag de? ledig« Kaufmann Ober- l e u t n a n t o. D. Heines, ein Truppführer des Bundes Roßbach, in der oberbayerischen Stadt Schougou durch Münche- ner und Stettiner Kriminalbeamte festgenommen und am Montag früh nach Stettin abtransportiert worden. Heines ist eines Verbrechens der Anstiftung zun» Mord dringend verdächtig, der im Sommer tSZO auf einem pommerscheu Gut an einem ZlngehSrigeu de» Sunde» Roßbach be- gangen worden ist. Oberleutnant Heines ist eine der übelsten Er- scheinungen aus der Münchener Hitler-Zeit. Er war langjähriger Stoßiruppsührer und chatte als solcher bis in die letzte Zeit hinein Raufhändel. Ueberfälle und Versammlungsstörungen provoziert und sich dabei immer einer sehr milden Polizei erfreut. Vor etlichen Monaten ist er ganz plötzlich aus der nationalsozialistischen Partei cursgeschlofsen worden. Seitdem zog er nach echter Landslnechtsart mit einer Spielschar, bestehend aus Angehörigen der Schilljugend, im Lande herum und fang gegen Bezahlung an verschiedenen Orten religiöse Und Kricgerlicder. In Schongau wollte er eben Vorbc- reitungen für ein neues Gastspiel treffen. „Der brave Soldat Schwejk." pisrator-Bühtte. Max B r o d und Hans R e i m a n n haben versucht, dos'moderne Simplizius-SimplizissinmS-Buch des Iaroflaw Haschet„Die Wen- teuxr des braven Soldaten Schwejk im Weltkrieg" zu dramatisiere». Es ist ihnen gelungen, aus der ungcheucr lebendigen Schilderung des tschechischen Dichtere eine dürre, dürstig« und leblose Anekdoten- sanunlmig über einen Hanswurst von Osfiziersburschen zu machen. Piscator semcrseits stellt einige Aildcrbuchszetzen hin. in denen P o ll c n b e r g rm Gründe nur Monologe hält. Dos allerdings mit überwältigendem Humor. Als der Vorhang fiel, glaubte olles, nun würde- es erst richtig losgehen. Die Logenschließer belehrten uns aber, daß es tatsächlich schon zir End« sei. Trotzdem war der Beifall recht herzliche nur«u ewjamer Psisf ertönte. Dgr. Luther „Und wenn die Welt voll Preußen wär. Mein pöstchen gebe ich nicht her,- Und wollt' ihr Recht erzwingen: Es muß mir doch gelingen?" Das Ende eines Glücksritters. Zusammenbruch des tschechischen Faschismus. W. N. Prag, 22. Januar. Vor knapp eineinhalb Jahren veröffentlichte der Führer der tschechischen Sozialdemokratie, Rudolf Bcchync, einen aussehen- erregenden Artikel unter dem Titel.,.Ein General wird gesucht", in dem er den damals noch an der Spitze des Generalstabs der Armee des tschechoslowakischen Staates- stehenden General R a d o l a G a j d a beschuldigte, in geheimer-Verbindung mit der faschistischen Bewegung zu stehen. Dem-Faschismus, aus reichen Geldquellen gespeist. strömten zahlreiche ehrgeizige und beüteliisterne Elemente, aber auch viele.durch die versälschte Demokratie. Enttäuschte zu und er drohte eine Gefahr zu werden, da er überdies die osfene Unterstützung gc- wisser tschechischer politischer Parteien fand, die ihn als Droh- mittel in Reserve zu hallen suchten. Gajda wurde von der bürgerlichen Mehrheit der Regierungsparteien gestützt und ge- deck� und. als die sozialdemokratischen Abgeordneten im Parlament interpellierten, wie es dos Heeresminifterium verantworten könne. daß der Chef des Gensralstabe in allen faschistischen Versammlungen als Führer uich künstiger Diktator gefeiert werde, ohne daß sich dieser dagegen verwahre, antwortete der Minister für nationale Verteidigung, General Gäjda sei nut Svldä«, der jeder Politik fernstehe und der mit dem Faschismus nicht das geringste zu tun habe. Kurz« Zell dqrauf veröffentlichte General Gajda einen Artikel, in dem er das demokratische System bekämpft«, sich offen zum F aschis- m u s bekannte und diesem die Mission des.Drdnungmachcns im Staate" zuschrieb. Der Herr Generolstobsches wachte immer weniger Hehl aus seiner Neigung, einen Staatsstreich in Szene ,u setzen, er warb unter den Ossizercn und Generälen für seine Pläne, und so mußte sich die Armeeleitung, wohl unter dem Einfluß M a s ä r y k s, bequemen, ihn von seinem Posten zu entfernen und ihn in Disziplinoruntersu6>ung zu ziehen, die für ihm aber recht glimpflich verlief, denn es wurden ihm drei Viertel feiner Pensions- aenLsse und sein unlitärischer Rang belassen. Gajda tonnte sich nun bei gesicherten Grundlagen seiner matc- ricilen Existenz ungehindert der faschistischen Bewegung widmen. und da er bis in die letzten Tage in voller Generalsunisorm und mit ordenbesätcr Brust in den Versammlungen auftrat, so war er für viele natürlich eine Attraktion. Auch umschwebte ihn der Glorien- schein des Märtyrers, denn die Gründe des DisziplinarerkemN- nisses waren geheim gehalten worden und sein Anhang konnte in dem Glauben erhallen werden, daß ihm billeres Unrecht widerfahren sei. Cr erlieh an seine Scharen Detrete und Befehle ganz im Stil« Mussolims, setzte sich ein„Direktorium" zur Seite und fühlte sich schon ganz als künftiger ditlalorischer Beherrscher des tschechoslowakischen Staates. Die Staatsgewalt beobachtete ihm und dem Faschismus gegenüber die w o h l w o l l e n d st e Duldung, die sie auch bewies, als im vorigen Sommer einige seiner Anhänger mit vorgehaltenem Rc- vower einen MinisterialbeanUen in seiner Villa übersjclen, um sich wichtiger Akten aus dem neu gegen ihn eingeleiteten Disziplinar- verfahren zu bemächtigen. Die faschistischen Räuber kamen mit einigen wenigen Monaten Gefängnis st rase davon, also Strafen, wie sie oft härter wegen bloßer Vcrsammlungsreden über Angehörige sozialistischer Partelen verhängt werden. Dieses sazu- sagen amtliche Wohlwollen nützte, nichts, der tschechoslowakische Faschisnms ging doch seiner Zersetzung entgegen. Zuerst rückten die tschechischbürgerlichen Parteien von chm enttäuscht ab. da er seine Selbständigkost betonte und sich nicht als ihr Partei- politische» Werkzeug gebrauchen lassen wollte. Gajda wollte die Früchte eines Sieges des Faschismus selber ernten. Dann begann die Rivalität der faschistischen Führer untereinander, die zur Bildung von Gruppen Innerhalb der faschistischen Bewegung führte. Unter diesen Gruppen geht es jetzt zu wie nach einer Kirmes auf dem Lande. Jeder dieser ehemaligen faschistischen ..Direktoren" hat. ein Häuslein aus der zusanunengeschmolzenen Schar um sich versammelt, führt sie zum Angriff gegen die anderen und die saschistischey Zeitungen wichen schon Extraausgaben heraus geben, um den zur gegenseitigen Verunglimpsung und Verdächtigung dieneirden Stoff bewälligen zu können Wirksamer noch als Argument« sind die Fäuste, die gegenwärtig die wichtigsten lieber- zeugungsmlllel im faschistischen Bruderkrieg bilden. Sie stürmen einander gegenseitig die Versammlungen, bewerfen«inander mit dem Schmutz, der srüber zur Besudelung der Demokratie und ihrer Führer diente und ner einigen Togen entging der frühere Gests- oberste Gajda selber nur mit größter Mühe der Gesohr der Ver- prügelung. Wenn es dem ehemaligen Generalstabschef nicht einmal gelang, sich als Diktator m der eigenen Partei zu behaupten, so traf ihn überdies noch ein anderes. Ungemach. Nach monotelangem Verfahren ist soeben das lirstil der-gegen ihn neu eingeleiteten Disziplinaruntersuchung oerössentlicht worden. Er wurde schuldig erkannt,-sich im Jahre 1920/21'-- um den Dienst in der Sowjetarmee beworben und im Jahre 1925/26 den General S ch n e j da r e k über die Absicht eines Staatsumsturzes informiert zu- haben, wobei er dem General Schnejdarek.fiir den-Fall des- Umsturzes eist wichtiges Kommando irr Prag versprach. Neben einigen anderen militärischen Delikten wurde er auch der Verletzung der Standespflichte» deshalb schuldig erkannt, weil er zur Zeit, als ihn die Armeeleitong zut Ausbildung an die Kriegsschule in Paris schickte., sich dem. russischen Obersten Krotöwiccki erbötig mochte, für S o wj e t r u ß l a.p d wichtige militärische N o ch r i ch I e n zu liefern und weil er mit dem genannten, russischen Oberst- und dessen Adjutanten kompromittierende Beziehungen unterhtell.-Die Strafe lautet auj Entziehung des milkärischen Ranges. Doch welche Milde»och immer! Gajda wird wohl zum JnsatUeristen degradiert, aber er behält weiterhin drei Viertel seiner G c t�e.pa iSp-g x- lMh■tSteifc Iffgcit■ Gtunölgspu? tr«m- zustürzcn sucht, erkennt ihn seines militärischen Range? für un- würdig, aber er stellt chm Noch berühmtem Muster auch für die Zukunft die Mittel bei, gm seine Tätigkeit sorgenlos betreiben zu können. Gajda könnte also, da er, der mit knapp 50 Jahren Chef des. Generalltabs wurde und der lzeuie erst Sö Jahre oll ist, wenn ihm die Umstände günstig waren, nach lange auf Staatskosten seine den Staat unterminierende Töiigkeit betreiben.'■ Seine Degradation, die Veröffentlichung der Urteilsgründe und mehr noch die fortschreitende Fäulnis der.soschistischen Bewegung werden dies allerdings, hindern. Am Abend der Verkündung des Urteils wurde chm zwar von dem ihm verbliebenen Fähnlein von Aufrechten in einer Prager. Versammlung eine solenn« Ver» t r au e ng k-u n dg e b u n g bereitet, ober ein General des Foschis- rnu», der bereit war, den Moskauer Diktatoren als Landsknecht zu dienen und ihnen Spionagedienst« leistete, hat wenig Hoffnung, einen größeren Anhang dauernd um sieh zu versammeln. Da man, wenigstens auf dem Präger Hrodschin,.nicht den Ehrgeiz hat. die Tschechoslowakeich,!muke«I O»»iec>straß-! Am Donnerst««, A. Za. r i Nliar, 1« Uhr, spricht in den Arnrinhallrn, llpmmandantcnsir. R/59, N Reichztagspräflhent iisb« Uber:„Bllrgerbiock und Sozialdemokrat!«.- j Arbeiter, Angestellt«, Beamte, erscheint in Massen) Si H___ ri Polier-, Berk,»ad Schachtmeifieebnnd. Am Mittwoch, 85. Januar. 19 Vi Uhr. in den SophirnsSlcn, Sophienstr. 17,19, außerordentliche Beneralversammlung. Geschäftsbericht für 1927, Kassenbericht vom 4. Quartal 1927, Reu wähl des gcsamien Borstandcs und sämtlicher Kommissionen. Freie Gewerlsikaftsjngend Sroß-Perlin. Heute, Dienstag, 19Vi Uhr, tagen die Gruppen: Lichtenberg! Jugendheim Dosseitr. 22. Bortrag:.Warum Etc.,. reifspiel?"— Frankfurter Allee: Städtische» Jugendheim Litauer Str. IS. Jim- mer 2..Aus den Briefen Karl Liebtnechts und Rofa Luxemburgs."— Land». berger Plag: Jugendheim Dieftelmeperstr. 5. Dislussionsabcnd:■Jugendlchufc und Juaendrecht."— Südosten: Sruppenheim Sewerkschaftshaus, Enaei. ufer 24/W, Aufgong B. Lichtbildervortrag:„Eine Wiritcrfahrt durch das Riesengebirge/'— Treptow: Gruvpenheim Schule Wildenbruchstr. 53'54(Hort- Zimmer). Bortrag:„Der Weltkrieg und seine Ursachen."— Humboldt: Wir Gruppenheim Berliner Str. LI. Uirterholtuttgsadend. Ingendgrupp» de»?»A. Heut«, Dienstag. Turnaden» 20— 22 Uhr in der Turnhalle der Schule Baruther Str. 20. Turnsachen mitdringen) Verantwortlich wr Politik: Dr. Eurt«eye»! Wirtschaft:«.«liugelhöfer: Gewerlschakisbeweguna: Z. St«:ucr: Feuilleion: lt. S. Diilcher: Lotales und Sonstiges: Frjg starstäbt: Anzeiaen: Th. Gl»««, sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärta-Beriag(S m d. H.. Berlin Druct: Borwärte-Buchdruckeret und Verlag sanstaU Paul Singer u Co.. Berlin SB«iL. Lindcnstraße L. Hier,» 2«eiiaoev»nb.Unterbaltnna und Visse»- tybkK# fiif/zden hauche*- ist es zu wissen, daß ENVER BEY eine neue 4-Pf.-Zigareile unter dem Namen: ENVER B tiRKlSCH mit Goldmundstück und ohne Mundstück rund in Würfelpackung herausbringt. Rauchen Sie diese, und Sie werden feststellen, daß es keine bessere 4- Pfennig- Zigarette gibt "jf Hochaktuall« Bilder Ober di» Entwicklung d*r Flugtacbnik liegen jeder Packung bei. 'Tr. 39 ♦ 45. Jahrgang DienSkag. 2t. Januar 492» Turmhaus am A .?»ot dl« Gegend om Anhalter Lahnhof durch den Kau des .,(?urspal>a!rses" bereits ein modernes Gesicht bekoinmen, so wird idaz im Bau befindlich«„Tumchaus" mit seinen elf Obergeschossen zu einen, einprägsamen Wahrzeichen für das chäuferviertel am ?l°?onisch«n Pietz. Auf einer Grundfläche von 50 X 50 Meter er« ftcbt sich der gewottige Vau fast unmittelbar hinter der langgestreckten Fassade des Europohaus«s: die Pfeiler d« Eisenkon- f'.ruftion, die bis zur siebenten Etage bereits fertiggestellt sind, recken sich immer höher und höher. Nicht weniger als 3000 Tonnen Eisen tverdcn zur Konstruktion des 50 Meter hohen Baus benötigt. 400 Ar- heiter finden hier Beschäftigung. Nach den Piänen der Erbauer ist a)as Turmhaus als chotel größten Stiles gedacht(für zirka 1W0 'Beilen). Eigentümerin ist die Großbauten A-G. Berlin, mit der Ausführung ist die Firma cheilmann und Littmann betraut, die Mäne stammen von den Architekten Bielenberg und Moser. Fn der höchsten Etage will man ein großes Neftourant einrichten, »on dem aus man einen weiten Ausblick über die Gärten des Prinz-Albrecht-Palois und einen großen Teil von Berlin habe» wird. Sieben Schnellaufzüge«erben der Personenbeförderung dienen, vvedes Zimmer wird ein eigenes Bad erhalten. In dem mohlfundamentierten Kellergeschoß soll«in großer Feftsaal eingebaut >»erden. Ein« Werkstem-Putzfasiad« in verschi«dcn«r Tönung und Körnung ist als einziger Außenfchmuck vorgesehen. Nach oben wird her quadratische Bau mit einem flachen Dach adgeschlosien. Sollten die zuständigen Behörden, die bei diesem in ainerikanifchen Ausmaßen 's>ekaitenen Bau es für nötig halten, von Zeit zu Zeit Schwierigkeiten .zu machen, nicht allzu hindernd eingreifen, fo kann mit der Fertig- stellung des Hotels„Europahaus" noch in diesem Jahre gerechnet werden. Das Gebäude wird mit den beiden vorgelagerten bereits fertigen Neubauten, einem Geichäitsräumehaus und einem Nestau- rations- und Cafehausbau, nicht nur sür den Platz vor dem An- Holter Bahnhof, sondern für Berlin überhaupt eine Sehenswürdig- keit sein. Die Königgrotzer Straße zwischen Potsdamer Bahnhof und AnHolter Bohnbos, die noch bis vor kurzem trog allem Verkehrs oöne besonderes Aussehen war, wird in Zukunft eine Geschäftsstraße ersten Banges werden. Leider Hot man die schöne schlichte Fasiode Sie Gesundung Berlins. Wnfzig Jahre Berliner Siodtenlwäfferung. Wieviel« Opfer In Berlin noch vor wenigen LohrzehMen durch ansteckende Krankheiten hingerofft wurden, davon verinag mancher der Ietztlebenden sich kaum eine rechte Borstellung zu machen. Die in neuerer Zeit eingetreten« unverkennbar« Besierui'g des Gefimdheitsziiftandes in Berlin wird hattpifächlich auf die Fortschrift« der Hygiene zurückgefükrt, 5- B auf die Einführung der Konaltiatioir, mit der man die bedeutende und früher so kaum für möglich gehaltene Minderung der Tnphussterbesälle in Zusammenhang bringt. Ein km Austrope des Magistrats herausgegebenes Buch ..Fünziq Jahre Berliner Stodtentwässerung 1878 bis 1028", bearbeitet von Stadt baurat Hohn und Oberbourat Langbein, bringt für dos.Halbjahrhundert 1870 bis 1020 eine t irbeneinonderstellunq der K a n o l i s a t i o n s f o r t s ch r i t t e und der T y p h u s e i u s ch r ö n k u n g in Berlin. Im Jahre 1873 wurde die seit 18IZ1 in der Stadtverwaltung erörterte Frage, ob d.-e Abwässer Berlins durch Schivemmkanalisatian zu beseitigen snrn. von, Magistrot und von der Stadtverordnetenversammlung t.ejaheich entschieden. Mit der Bauausrühnmg wurde baldigst b«- eonnen, und im Januar 1878, vor jetzt fünfzig Iahren, konnte Kirn ein erstes Pumpwerk mit Leitungsnetz. Druckrohr und Niefelfetd betriebsfertig übernommen werden. Das Radioliystem III, das den Westen»miaßt, hatte den Vorzug gehabt, zunächst kanali- s>rt zu werde». Slrrdere Stadtteil« folgten nach, so devß die lile samtzahl der an die Kanalisarion anaefchlosfenen Grundstücke, die im Jahre 1878 erst 2315 war, bis 1888 roich au' 18 745 und c7) 3eraetit fXoman von Zfodor Gladlo». (Schluß.) .Suchst an verkehrter Stelle. Dein Revolver ist schon om richtigen Platze. Mußt dich nicht beunruhigen: die Re- volocrtasche ist fest zu." Und in seinem letzten Blick sah Gljeb unausloschbare Funken von Haß aufflammen. Badjin drehte sich langsam und fremd um und ging mit schweren Schritten in sein Zimmer. Und aus seinem rasierten Nacken bewegten sich elastisch bei jedem Schritt dicke Muskelstränge. Dascha nahm weich Gljebs Hand und führte ihn über den Gang. „Geh, Gljeb... geh, Lieber... Ich werde zu dir kommen... geh. werde rubig." Er stieß Dascha von sich und lief schnell die Treppe hinunter. Und auch jetzt, hier, ist Badjins rasierter blauer Nocken mit seinen Beulen und Narben vor ihm und sieht ihn, Gljeb. unter der flachen Tellermütze herausfordernd an. Dieser Nacken schrest nach einer Kugel... Teufel... « ,.. Schidkij stand vor Gljeb, und sein« Nasenflügel blähten sich vor unterdrücktem Lochen... Was ist mit dir? Bist du taub?" Und schleppte Ihn zur Barriere. Lange nock blieben die Massen in Bewegung, longsam nur schmolz das Getöse der Stimmen, erloschen die Lieder und Orchester, und die zahllosen Menschenmassen strömten mit ihren Köpfen und Fahnen in wassersallartigen Wirbeln hinunter. Badjin sprach—- lange, mit der ganzen Lunge, mit dem ganzen Körper. Ist es möglich, oll' das zu sagen, mos Badjin sprach? Alles ermahnte er: die Sowjetmacht, die neue ökonomische Politik, den wirtschaftlichen Aufbau, den Genossen Lenin, die Russische Kommunistische Partei, die Arbeiterklasie.. Und dann— kam er zum Wichtigsten: „.. Und hier ist einer von unseren Siegen an der Wirt- ch des Gesthästsniumebauses durch eine alles andere denn geschmack- volle Licht- und Firmenreklame verschanheln losten. Dadurch wird dos Haus um jede architektomsche Wirkung gebracht. dann werter bis 1808. 1008, 1018 auf 26186. 31083, 32 203 stieg. Es ist begreiflich, daß in dein Gesundhcitszustond der Elesami- bevölkcrung. im besonderem bei den Typhuserkrankung«» und Typhussterbcsällen, die Wirkung der Kanalisation erst allmählich bemerkbar werden konni«. Auf je 100000 Personen der je weiligen Benölkeiamg starben an Typhus in den zehn Jahren 1870 bis 1870 noch 77, 00, 140(!), 05, 73, 97, 63, 60, 31, 27 Personen, in den zehn Jahren 1880 bis 1880 noch 45, 20, 30, 18, 10, 16, 13, 14, 13, 19 Personen, in den zehn Jahren 1800 bis 1800 mir noch 9, 10, 8, 9. 4, 6, 5, 5, 5, 4 Personen, in den.zehn Jahren 1900 bis 1909 6, 5. 3, 4, 4, 5, 5, 4, 4, 4 Personen, in den elf Iahren 1910 bis 1920 3, 3, 2, 1, 2, 2» 1, 4, 3, 2, 2 Personen. Die in 1872 beobachtete außerordentlich Hobe Zahl van 140 Typhussterbesällni.aus sc 100 000 Personen bedeutet, daß heute in Berlin bei gleich hoher Tqphnssterblichkeit(die natürlich undenk- bar ist), allein in den sechs inneren Verwaltungsbezirken mit jetzt rund 2 Millionen Einwohnern etwa 2800 Tyvhussterbeiälle im Ia.hr vorkommen müßten. Das zeigt, wie man den Typhus einzudämmen vermocht hat, was gewiß iricktz nur durch die Kanalisation, aber doch größtenteils durch sie erreicht worden ist. Im letzten Jahrzehnt kam es zu einer vorübergehenden Zu- nabme der Typhussterbesälle, noch in den Kriegsjahren 1017 und 1918(mit 4 und 3 Sterbefälle» auf je 100 000 Personen). „Hypnose und Verbrechen." Die Berliner Geiellsche-ft für Psycholog-e»ich Charakterologl« veranstaltet am Donnerstag, dem 26. Januar, um 8 Uhr abends, in ihren Nämiren Kursürstendamm 43 ihre nächste ordentliche Sitznia. Im Verlause derselben wird Geb. Sanriätsrat Dr. Wbert Moll über dos Thema„Hypnose und Verbrechen" sprechen. schaftsfront— ein gewaltiger, übermenschlicher Sieg,— die Inbetriebsetzung unseres Werkes, dieses Giganten unserer Republik. Ihr wißt, Genossen, wie unser Kampf begonnen hat. Im Frühling war es, als wir zum ersten Male mit organisierten Kräften, mit Hammer und Erdhacke auf diese Bergschichten losschlugen. Unser erster Schlag gab uns— den Bremsberg und Heizmateriol. Die Arbeiter ließen die Häm- mer nicht aus den Händen, Schlag um Schlag schmiedeten sie Leben in die Maschinen, in das ganze komplizierte System dieses kolossalen Werkes hinein. Das Werk— ist in Betrieb. Mit seiner ganzen Wucht ist es zur Arbeit bereit. An diesem vierten Oktobergedenktage feiern wir einen neuen Sieg an der Front der proletarischen Revolution. Im Kampfe erstehen aus der Arbeiterklasse ihre Organisatoren und Helden. Werden je unsere Arbeitermassen den Namen des Kämpfers, des roten Soldaten vergessen können, der freiwillig sein Leben der großen Sache der Revolution geweiht hat? Werden sie je den Namen des Genossen Tlchumalow ver- gessen?... Er ist hier, an der Front der Arbeit, derselbe Held, ebenso bereit, sich zu opfern, der er auf den Schlacht- feldern war." Weiter konnte man nicht hören. Als ob der Berg sich von seinem Platz wälzte und mit schrecklichem Getöse über Gljeb, über den Turm, über das ganze Werk zusammenstürzte. Geschrei. Geheul, Getöse... Der Turm zitterte und schwankte, als wäre er aus Draht. Einen Augenblick noch— und er wird wie ein Spielzeug zusammenstürzen, in die Lust stiegen, wird über diesem Meere von Köpfen hüpfen, über den Fahnen, in diesem wogenden Menschensodom. Unten, und noch irgendwo, und in der Ferne dröhnten metollen die Orchester. Gljeb, bloß, bestürzt, stominelte seltsame, ihm selber unverständliche Worte, keuchte, winkte mit den.Händen und lachte, ohne sich zurückholten zu können, nicht von innen heraus, sondern nur mit dem Zucken des Gesichtes. „Sprich... Du host jetzt das Wort. Los!" Wozu sprechen, wo doch alle? auch obn« Worte klar ist? Er braucht nichts. Was bedeutet sein Leben? Ist es doch nur ein Stäubchen in diesem Ozeane menschlicher Leben. Wozu sprechen, seine Stiinme und seine Worte sind hier nicht nötig, unnotwendig, dumm und unwichtig! Er hat keine Worte, bot kein Leben außerhalb dieser dröhnenden Massen. Seine Äiescr zitterten und die Zähne schlugen aufcin- Das Neugeborene getötet und verbrannt Schreckenstat einer unehelichen Mutter. Die ftriminolpaiizei wurde gestern nachmittag nach der Holl- sleinischen Straße in Wilmersdorf alarmiert, wo in dem kosser des?Zjährigen Hausmädchens Martha F., die dort iu Stellung ist. die halbverkohlte Leiche eines neugeborenen Mädchens gesunden wurde. Bei der verneh- mung gab Martha I. an. das Kind, das sie in der Kackst vom 15. zum 16. voriger Mockie zur Welt gebracht Halle, gleich nach der Geburt getötet zu haben. Mit einem scharfen Messer Hai das Mädchen dem neugeborenen die kehle durchgeschnitten und die kleine Leiche in einem kosser in ihrem Schlafzimmer versteckt. Um die Spuren der Tat völlig zu verwischen, faßte sie den Plan, den kleinen Leichnam zv verbrennen. hierbei entwickelte sich aber ein so starker Geruch, daß sie die Leiche dem Feuer wieder entriß und abermals im kosser versteckte, um sie bei passender Seiegenheil zu beseitigen. Durch die k-'vfmerksomkeil der Dienstgeber, die gestern den kosser nachsahen, wurde die Tat entdeckl. Die jugendliche Mörderin ist in vollem Umfange geständig. Sie wurde festgenommen und in dar. Polizeipräsidium gell rockst. Ergebnis der Konsumwahlen. Die sieghaste leiste„Genossenschastsaufbau". Am Sonntag wurde, wie bereits mitgeteilt, in 190 Waren- abgabestellen, die gleichzeitig Wahlbezirke waren, die B c r- t r e t u n g zur G c n e r o I n e r s a m m l u ng der K o n s u m- g e n o s s e n s ch a s t gewählt. Das endgültige Ergebnis der Wahlen ergab, daß die Wahlbeteiligung in diesem Jahr rund 33!;> Praz. herrug, während in den früheren Jahren mir 20 Proz. zu ver- zeichnen waren. In den 199 Wahlbezirken wurden insgesamt 48 309 Stimmen angegeben. Davon erhielt die Liste„Genosienschast?- aufbau" 30 910 und die Liste„Opposition" 17 374 Stimmen. Bei den Wahlen im Jahre 1925 waren aus die Liste„Genvssenschafts- aufbau" 16 277 Stimmen abgegeben worden. 21 Stimmen wurdc» vom Wohlvvrstand für ungültig erklärt. Insgeftinst mußten 608 Vertreter gewählt werben. Auf die Lifte„Genossenschaftsouibau" kamen 429 Vertreter, auf die der„O p p a s i t i o iz" 17 7. Zwei Mandate müssen ausgelost werden, da in zwei Warenobgabe- stellen Heide Liften die gleiche Stimmenzahl haben. Trotz dieses erheblich stärkeren Stimmenzuwachses der Lifte„G»nasienschoitsauibau" hat sie nicht die Zunahme an Ver- Irelern erhallen, die entiprechend ihres Zuwachses zu erwarten war. Die Wahl van 1925 brachte bei 529 Vertretern insgesamt 407 für die Liste„Genossenschastsavsbau", l2'2 sür die Lifte der Kammunl teil inid einen sür die Unabhängigen. Hebbelstraße-17 wirb geräumt. Im Rathaus Chorlattenburg trat gestern ein Sach- nerständigenausschuß zusammen, der prüfen fällte, ab die Räumung weiterer Wahnungen notwendig wird und wie das gefährdete Haus wieder so fest sundomentiert werden kann, daß es bewahnbar wird. An der Beratung nahinen Vertreter des Polizeipräsidiums, der städtischen zentralen und Bezirksbaupalizet und der zentralen Bau- Verwaltung, der Bezirksbauverwoltung, des Zentral- und Bezirks- Wohnungsamtes teil. Die Sachverständigen prüften nicht nur die Gutachten sür das Haus Hebbelstr. 17, sondern untersuchten auch die .Ho u s e r Hebbel st r. 18 u n d l 9 jrnd F r i t s ch x st r. 17. Ais Ergebnis der Verhandlungen wurde die Räumung der W ö h- nungen im Hause Hebbelstr. 17, soweit sie im Norderhause gm Eingang I liegen, beschlossen. Die Wohnungen sollen nach und nach von den Bewohnern geräumt werden, so daß spätestens am 29. Februar der letzte Mieter auszieht. Bei der Durchsührung der Räumung sallen Schärfen vermieden werde». Das Bezirkswohnungsamt hat die notwendigen Arbeiten begonnen, um bis zu diesem Zeitpunkt sämtlichen Mietern eine geeignete Wohnung nachweisen zu können. Der Ausschuh beschloh weiter, daß die zu räumenden Wohnungen bis zur ersolgten Räumung unter besonder e Beobachtung gestellt werden, um evtl. Veränderungen rechtzeitig ander. Die Augen sahen nichts mehr, und die Massen flamm- ten in einem Feuerwirbel auf. „Also sprich doch... fang endlich an." Und er wußte nicht, was er sprach, und es schien ihm» als ob er nicht spräche, sondern mizusauunenhängenden, kläglichen Unsinn stammelte. Aber seine Stimme war weit hinaus hörbar, bis in die Berge hinauf. .. und nicht Worte schwätzen, Genossen... und nicht die Zunge wetzen... den Schädel fest zwischen den Schultern halten und mit der Hand die Sache am Genick packen... So ist die Frage zu stellen. Das ist kein Ber- dienst, wenn wir uns init der Schaffung unserer proletarischen Wirtschaft herumschlagen... Wir alle... einig und ge- schloffen... Wenn ich ein Held bin, dann seid auch ihr olle Helden... Und wenn wir nicht alle unsere Eingeweide an- spannen bis zum Heldentum, dann müßte man uns alle, verflucht noch mal, vom höchsten Turm kopfüber... Aber eines will ich noch sagen, Genossen: wir werden alles schafsen, olles leisten und werden allen, hol's der Teufel, vierzig Punkte nvrausgeben... wenn wir nur mehr solche Techniker hätten, wie es unser Ingenieur Kleist ist, und noch irgendetwas... davn würden wir sehr bald ganz Europa überraschen... Und dos wird sein, Genossen... das muß sein!... unser Einsag war unser Blut, und mit unserem Blute hoben wir die ganze Welt entzündet... Jetzt, im Feuer gestählt, setzen wir alles auf die Arbeit... Unser Hirn, unsere Hände zittern... nicht vor Anstrengung, nein, sie verlangen nach neuer Arbeit... Wir bauen am Sozialismus, Genossen, und an unserer proletarischen Kultur... Auf zum Sieg, Genossen!" Wieder senkte sich dröhnend der Berg und explodierte mit einem Heulen und metallener Orchestermusik. Gljeb erinnerte sich nur wie im Traum, wie er die rote Fahne gepackt und sie dreimal über die Massen geschipenkt batte. Und im metallenen Brüllen stöhnten alle Berge aus einmal auf. und tolle Wirbel erschütterten die Lust. Sirenen heulton— eine, zwei, drei...— heulten gleichzeitig, in verschiedenen Tonarten, zerrissen das Trommelfell, und es schien, als ob nicht Sirenen heulten, sondern die Berge, die Felsen. die Massen, die Werkbauten und Schlote. Und mit den Sirenen heulten und dröhnten auch die unzähligen Massen. Sie tanzten dort unten, unter dcm Turm, auf den Felsen, aus den Bergobhängen. Wie feurige. Flügel flatterten die Fahne!', und die"Orchester klangen wie Glocken. zu«kennen. Um die Häuser neu zu fundamentieren. werden ein» gehende Untersuchungen der Badenverhältnisse durch die beteiligten Behörden festgesetzt. Nach Abschluß der Untersuchungen soll erneut beraten werden, welche Maßnahmen getrosjen werden müssen. Tragödien lediger Mutier. Oer Mordprozeß von Caputh. Die Leweisaufnahme in der Nachmlttogssitzung galt in der Hauptsache der Frage: Hat Schwarze die ungsüalvoli»ei waren zwei bis drei Vermißten- anzeigen eingelaufen. Die Mutter fuhr nach Caputh, sucht« auch Schwarze auf und stellte Ihn zur Rede. Der meinte aber:„3ch bin doch kein dumm« Junge, ich würde mir doch kein« Laus in den Pelz setzen." Das war im März v. I. Erst im August tand endlich die Berliner Kriminalpolizei den Weg nach Caputh und nabrn den Angeklagten nach Berlin mit. Anfangs leugnete er, die John gekannt und mit ihr fniime Beziehungen miterhalten zu haben. Bon Vernehmung zu V«. nehmung änderte er seine Aussage. Als er danp mit dem Kriminal- beamten nach Caputh fahren sollte, erklärte er: er habe sie Im S�argeweet während einer Auseinandersetzung in seiner Wut er» würgt und bei dem Vergraben durch den Spaten den Schädel v«- letzt. Daß er sie mit Ad sich: nach Caputh gelockt habe, bestritt« jetzt. Und schließlich lchikdeste er in einer weiteren Vernebmung, wie er sie zuerst gewürgt, bann aus ihr geknlet und schließlich mit dem Hackmesser, das er bsreitasballen bab«. den Schädel zer- trümmert habe. Diese letzte Darstellung, die ihm den Kopf kosten lkonnte, bestueitet er jetzt. Das Urteil dürfte erst heute abend zu «warten stin.__ Ach, das find ja die Mostrichbrüder! Gefängnis wegen Beschimpfung der lNeichsfarben. Das rüpelhafte Betragen eines jungen Burschen, der in un- verantwortlicher Weise die R e i ch s f a r b e n und Angehörige des Reichsbanners beleidigte, fand vor dem«wetterten Schöffengericht Lichtenberg sein Nachspiel. In den Abendstunden des 4. November v. I. waren mehrere Mitglieder des Reichsbanners von ein« Versammlung gekommen. Sie gingen bis zur Frankfurt« Allee und begegneten dort einigen juirgen Leuten, van denen einer ein« Bemerkung machte. Als einer der Reichsbannerleute darauf eine Antwort gab, rief ein« der Burschen:„Ach, das find ja die Mostrichbrüder! Die Reichs- bannerleute veranlaßten die Festnahme dieses Burschen, der sich nun in der Person des 18 Jahre alten Arbeiters Karl K l e m t wegen Beleidigung und wegen Beschimpfung der Rcichsfarben vor dem Schöffengericht Lichtenberg zu verantworten hatte. Mit Rück- ficht aus seine Jugend verurteilte chn das Gericht zu einem Monat Gefängnis, gab ihm jedoch gegen Zahlung einer Buße von 50 M. eine dreijährige Bewährungsfrist. Vereinheitlichung der Müllabfuhr. Em feines Lesebuch. Bei der Berlin« höheren Mädchenschule, der sogenannten Auguste-Victoria-Schule in E h a rl o t ten b u r g, istdas Lesebuch für deutsche Mädchen„Lebensgut", Ausgabe für Brandenburg 6. Teil 2. Auflage(Verlag M. D i e st e r- weg, Frankfurt a. M. 1925) eingeführt. In diesem Buche findet sich der Aussatz„V am g r o ß c n K r i c g" von GustavFrenssen aus Seite 146/149. Eine Stelle-aus dem Aufsatze ist für die hetzerische Gesinnung des Buches charakteristisch:„Aber Frankreich hotte noch nicht genug: es liegt noch aus dem sterbenden Volk und saugt sein Blut." Die Republikanische Beschwerde st ekle Berlin wandte sich in dieser Angelegenheit(Verstoß gegen Artikel 148 RV.) an das zuständige Provinzialschulkollegium und weiter an den preußischen Unterrichtsminist«, der durch Erlaß vom 16. Dezember 1927 folgende Entscheidung traf:„Ich habe die Verlagsbuchhandlung M. Dlefterweg in Frankfurt a. Di. ersucht, den Verfassern des beut- schon Lesebuches„Lcbensgut" nahezulegen, in einer Neuauflage des Buches das von Ihnen beanstandete Stuck„Dom großen Krieg" von Gustav Frenssen zu streichen. Im Auftrage gez. Iahnke." Es wäre best« gewesen, wenn zu gleicher Zeit den Schulen ausgegeben worden wäre, dieses Lesebuch überhaupt nicht eher an- zuschassen, als bis die beanstandete Stolle ausgemerzt ist. Sozialistische Hochschulausschüsfe. Nachdem die staatlichen Studentenschaften in Prenhen ihr End« gefunden haben, hat sich zur weiteren Per- trctung und Wahrnehmung der wirtschaftlichen und hochschul- re-ormerifchen Interessen der linken Freistudenten an einigen Hochschulen ein„S o z i a l i st i s ch e r Hochschulausschuß gebildet. An der Berliner Universität wird« in Fortführung der Arbeit der bisherigen Studentenfraktion„Soziasisten", hinter der ffti den letzten Btudsntenwahlen 12 Prozent aller Wähl« standen, in engst« Zusammenarbeit mit den sozialistischen Dozenten und Altakadcmikern praktische Arbeit leisten durch Hilfe für Minder- bemittelte und Werkstudenten, durch Wohnungsvermitttung, Studien- und Berufsberatung. Polltisch stehen die „Sozialistischen Hochschulausschüsse" in cnger Verbindung mit der V e reinigung sozialdemokratischer Studierender. Dex Vorstand besteht an der Universität aus bekannten Führe« der Viele Arbeiten ein« modernen Stadtverwaltung haben die Eigentümlichkeit, daß sie gewöhnlich von der Bevölkerung fast gar nicht beachtet werden. Ihre Regelung gehört so sehr zu den selbst- verständlichen Boraussetzungen des modernen großstädtischen Lebens, daß man auf diese Dinge nur dann achten würde, wenn sie eines Tages einmal nicht funktionierten. Dazu gehört auch die Müll- abfuhr. Wer weiß, daß unzählige Waggons mit Hausmüll tag- lich die verschiedenen Bahnhöfe Berlins verlassen, wer weiß, daß weite Flächen d« Mark durch diese Abfallprodukte der Großstadt im Laufe der Jahre urbar gemacht werden? Man sieht vielleicht ge» dankenlos die großen pferdebespannten Berliner Müllwagen an den Bordschwellen halten und sicht die Müllarbeiter aufeinander gestützt die schweren Müllkasten von den Höfen der Häuser zu den Wagen schleppen. Aber wer denkt noch daran, daß vor wenigen Iahren in der schlimmsten Jnflationszett das Müll auf den Häfen bergehoch lagerte! Das war zu der Zeit, wo der angeblich„hochbezahlte" Müllkutscher ein unentbehrliches Requisit bürgerlicher Demagogie im Kampfe gegen die Arbellerschaft war. Bon dieser Zett h« stammt in Berlln noch d« organisatorische Wirrwarr in der Regelung der Bersiner Müllabfuhr. Früh« wurde die Müllabfuhr von allen möglichen Organisationen. von kleinen und großen Unternehmern bedient. Der größte Unter- nehmer, die Wirtschaftsgenossenschaft d« Berlin« Hausbesitzer, ruinierte in der Jnflationszett chr eigenes Unternehmen unter ein« aiterkannt unfähigen Leitung. Die Not der Inflationszeit er- zwang dann schließlich in B«lm eine polizeiliche Regelung für fast ganz Verlin mit Ausnahm« einiger Außenbezirks, es blieb aber insofern bei dem organisatorischen Durcheinand« als neben dem großen Privatbetrieb der Berliner Müllabfuhr- Aktiengesellschaft eine Reihe kleinerer Bezirks- betrieb« bestanden. Dter Schöne berg« Betrieb kam 1924 zum Erllegen, weil die Versuch« mit der Schönebcrger Müllv«bremntngs- anstatt scheiterten. Die Stadt wollte damals«in weiteres Risikos nicht übernehmen und oerpachtete auch diesen Betrieb. An der Ber- liner Müllabfuhraktiengesellschaft war die Stadt nur mit einem Vi«t«l beteiligt, einen nennenswerten Einfluß auf die Geschäfts- pcbarung d« Gesellschaft hatten sie nickst. Die Derhältnisie bei dies« Gesellschaft entwickelten sich nicht günstig und auf den Generalversammlungen mochte sich eine immer stärkere Opposition bemerkbar. Ißt letzter Zeit hat die Stadt ihre Polltik auf diesem Gebiet radikal geändert. Der Magistrot hat im Laufe des vergangenen Sommers ein größeres Aktienuaket von ungefähr 2 Millionen Mark erworben. Dadurch kam er m den Besitz ein« vollständig über- ragenden Majorttät. Er hat seitdem ununt«brochen Aktien der Go- sellschast weiter aufgekauft und in letzter Zett sich noch ein wetteres Aktienpaket gesich«t. Als letzter Großaktionär ist bei d« Gesell-, schaft noch der Deutsche Berkehrsbund, die Orgamsation der Müll-| arbeiter. verblieben. Es versteht sich von selbst, daß die G«w«kschast in der Gesellschaft mtt dem Magistrat Hand in Hand arbeitet. Diese Entwicklung hat dem Magistrat Veranlassung gegeben, durch dre, Dorlagen der Stadtoerorbnetenversammliing cm« oollständige R e u- organisationderMüllobsuhriuBerlin vorzuschlagen. Es"soll die gesamte Berliner Müllabfuhr einheitlich an die Aktiengesellschaft übertragen w«den. Man will, wie bei allen anderen städtischen Werken nur einen einzigen Betrieb haben, her seinen Tätigkeitsbereich auf das ganze Weichbild der Stadt ausdehnt. Die heute noch nicht durch das Ortsgesetz erfaßten Außenbezirke sollen ebenfalls der ortsgeseglichen Regelung unter- warfen w«den. Die kleineren Bezirksbetriebe sollen der großen Gesellschaft angegliedert werden. Auf diese Weise kann mtt einein einheitlichen Wogenpark, gemeinsamen Verladehallen und gemeinsamen Schuttplätzen in der Atark billiger und rationeller gearbettet w«den. Die Zusammenlegung soll in Etappen erfolgen. Vom April dieses Jabres ab sollen die Bczirksbetriebe von Köpenick, Treptow, Neukölln und Tempelhof mit der Gesellschaft vereinigt werden. Schon im letzten Jahre sind alle Anteile der Schöneherger Müllindustrieaktiengesellschast auf die Berliner Müllabsuhraktieu- gesellschoft übertragen worden. Auch diese Betriebe werden in kurzer Zeit miteinander verschmolzen. Die Betriebe von Wilmersdorf, Charlöttenburg und Spandau werden später nachfolgen. Schon in diesem Jahre wird sür Eharwüenburg«rmeinsam mtt der Gesell- schast«ine neue große leistungssähige Verladebrücke wie ein neues Depot gebaut werden. Diese Neuorganisation ist auf einem bestimmten Teilgebiet eine radikale Verwaltungsresorm. Sie führt zwangsläufig zu ein««- hebllchen Verbilligung. Tatsächlich haben die Müllgebühren in letzter Zeit sich nicht unwesentlich gesenkt. Im Jahre 1926 betrug die Gebühr für eine wöchentliche Abholung eines großen 2cX)-2tter-Müllkastens im Monat noch 5L3 M.. 1927 ging der Preis bereits auf 4/99 M. herunter und von 1. April 1928 schlägt der Mogistrat der Stadloerordnetenoersammlung eine wettere Preisermäßigung auf 4.69 M. vor. Die Verwaltung hofft, nach Durchführung d« Zusammenlegung all« Betriebe mit der Berliner Mullabsuhrarnengesellschost und nach Durchsühnmg weit«« Rationalisierungemohnahmen im Laufe von ein bis zwei Jahren weit«e Preisermäßigungen vorschlagen zu können. Vor- aussetzuug für diese Reorganisation ist selbstverstäitdsich sine Kontrolle der städtischen Körperschaften über die Tätigkett der Gesell- schalt. Zu dem Zweck soll der A u f s i ch t s r a t in Zukunft ocm der Stadt durch 8 Stadtverordnete, 4 Magistratsmitgliedern und je einem Vertreter der Hausbesitz« und der Mieter beschickt»«den. Die drei auf die ganze Frage bezüglichen Borlagen des Magistrats Legen augenblicklich dem Haushaltsausschuß d« Stadtverordnetenversammlung zur Beratung vor. Es ist damtt zu rechnen, daß sie mtt großer Maioritöt von der Stadtverordnetenversammlung angenommen werden. Republikanischer Abend II DonaertiaS- den 20. Januar, 20 ühr. Im Viktoria- Garten, Wilmersdorf, Willie'.m aue 114 Genosse Philipp Schcldemann, M. d. R., spricht Ober: Der Kampf um die Republik. Alle Republikaner sind eingeladen. SPD. Wflmersdorl VerdiilgiiKg sozialdemohraL Stadierender. Der prenhlidxe Minister des Innern, Genosse Gr res ine ki, spricht am Mittwoch, dem 25. Januar, 20 Uhr, im Bürgersaal des Rathauses, Königstraße, über: Bevölkerung und Behörden Im neuen Staat. Alle Parteigenossen sind eingeladen. sozialistischen Studentenbewegnng: Kurt Berlowitz, Tosca Umbrett und Heinz Krüg«. An der Handelshochschule ist der„So- ziallsttsche Hochschulausschuß" ebenfalls gebildet worden. Frauenarzt Or. Joachim freigesprochen. In sechstägig« V«hanÄlung beschäftigte die Straskainmer des Landgerichts III d« Fall des Frauenarztes Dr. Georg Joachim, der wegen Verbrechens nach� 218(Abtreibung) in einem Falle in Verbindung mit fahrlass-ger Tötung vom Schöffengericht Charlöttenburg zu 1 Jahr 8 Monaten Zuchthaus verurteilt worden war. Der Prozeß hatte in medizinischen Kreisen in weitestem Maße Aufregung hervorgerufen, denn es handelt sich um«inen öLjährigen Arzt. Auf die Berufung des Angeklagten hin hatte sein Verteidiger, R.-A. Watter Bahn, noch eine ganze Reihe von wetteren medizinischen Sachverständigen geladen. Es drehte sick) bei den Gutachten vorwiegend um die so- genannte medizinische Indikation. Diese Frage fft schon seit längerer Zeit in der medizinischen Well ein Gegenstand des Heftigsten Streites. Die eine Richtung, die besonders von Professor Dührßen vertreten wird, geht sehr wett in der Befugnis des Arztes, ein« Unterbrechung vorzunehmen, während die k o n s e r» vative Richtung auch bei schwer« Erkrankung der Mutter das Kind zu erhatten sucht. Dieser Prozeß zeigte auch, in welchen Gefahren der Frauenarzt täglich schwebt, wie Rechtsanwatt Bahn, der die Freisprechung des Angeklagten verlangte, hervorhob, während der Staatsanwalt eine Erhöhung der Strase beantragt hatte. Nach fünfstündiger Beratung kam die Große Strafkammer unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Ohnesorge unter Aufhebung des Schöffengerichtsurtells zu einer Freisprechung Dr. Joachims. Fordausstellung! Der Kaisersaal im Zoo beherbergt augenblicklich eine Ausstel- lung d«_ Fo rd-Co m pauy. Der long erwartete neue Food- Wagen, über den zahlreich« Gerüchts in den Umlauf gefetzt waren. ist imn erschienen. Ford hat dem allgemein herrschenden Geschmack Konzessionen gemacht. Die Wogen hoben ansprechende schnittige Formen: sie sollen von Anbeginn bis Ends neu durchkonstruiert worden sein. Ford, der stolz darauf war, daß seine Kunden„Wagen in jeder Farbe haben konnten, sofern diese Farbe schwarz sei", hat sich entschlossen, auch bezüattch der Farbe eiitgcgenzukontmen. Die Käufer haben heute die �Möglichkeit, unter vier Farben, und zwar niagarablau, arabischer Sand, morgcngrau und stahlblau zu wählen. Der Motor ist völlig ausbalanciert so daß seine Arbeiteschwin- gungen auf ein Mindestmaß herabaeletzt wurden. Er hat eine BremSlcistung von 49 bzw. 28 PS. Es wird ein« Gefchwindtgtctt von rund 8S Kilometer garantiert. Als besonderer Vorzug wird da, hohe Anzugsmoment des Motors gepriesen, d« innerhalb von SK Sekunden von 8 auf 49 Kilomet« Geschwindigkeit übergehen kann. Der Wagen soll nach den Behauptungen der Ford-Company im Gegensatz zum alten Ford-Wog», absolut geräuschlos laufen. Der Preis ist insofern eine Ueoerraschiing, als viele geglaubt ho�en, daß Ford den neuen Wagen wesentlich billiger herausbringen wurde. Der billigste Ford-Zweisitzer kostet nach immer Z67Z Mark, die übrigen Prelle liegen um 4999. Immerhin wäre dies« Preis für den Fall, daß der Wagen alles dos hält, was er oerspricht, mit deutschen Fabrikaten durchaus konkurrenzfähig. Das interessanteste, was der Besuch« in der Ausstellung im Kaisersaal, die von 9. Uhr morgens bis 19 Uhr abends geöffnet ist, sehen kann, sst der neue Ford-Film, den die Kuttur-Fittnobteckung der Ford-Motor. abteilung hergestellt hat. Der Film zeigt die Herstellung und Funktion des Phzlors in vorbildlicher Welle und macht unter Vermei- dung des aufjällig Reklamehosten die beste Reklame, die man sich denken kann. Ford will in diesem Film vor ollem der Auffassung entgegentreten, taß der Fovd-Wagen Schleuderwar« sei. Er will beweisen, daß Massenfabrikation mtt höchst« Präzision in den Ford-Werken verbunden sind. Und diesen Eindruck ruft der Film bei den Beschauern.zweifellos h«vor. Ob d« neue Ford alles das hält, was er verspricht, wird die Zeit lehren. Vorschußlorbeeren kann man mcht erteilen. Es könnte immerhin doch sein, daß der deutschen Automobilindustri«, besonders dann, wenn die Fyrd-Com- panie sich zu Preisherabsetzungen entschließt, einen sehr ernsthaften Wettbewerber erhatten hat. Schwere CinsturzkatastropHe in Nürnberg. Ein Arbeiter getötet, sechs weitere und eine Frau verlcht. Nürnberg. 23. Zanuar. Bei dem Bau ein« Schuhfabrik stürzte ein Üb« dem Dock lagernd« Teil einer Giebelmauer uuler großem Gctöfc plötzlich h«ob und durchschlug da» Dach eine» Sohlen. schuppen», in dem sich mehr«« Arbeit« und Arbeiterinnen befanden. Während einer der Arbeiter ans der Siellege- t S k e t wurde, wurden zwei weitere schw« und vi« Arbeit« leicht verletzt. Eine Frau wurde so schw« von dev herabstürzenden Gestemsmassen getroffen, daß an ihrem Auskommen gezweifelt werden muh._ Eröffnung der Berliner Aerztekammer. Die Berliner Aerztekamm«, die zum ersten Male nach dem Proportionalwahlsystom gewähtt ist, trat am Sonnabend zusammen. Schon in den Borocthaikilumten zur Wahl des Borstandes hatte es sich darum gehandett. sich mit der Existenz der kleinen Fraktion der Ambulatoriumsarzte abzufinden. Do eine aktions- fähige Mehrheit für ten Vorstand sich nicht ergab, hatte man sich aus einen nach dem Proporz zusaimnenzusetzmden Vorstand geeinigt. Auch die beiden sozialistischen Fraktionen, die.Arbeits- gemein schaft sozialdemokratischer Aerztc" und d« stark unter kam- munistischem Einfluß stehende„V«sin sozialistischer Aerzte" hatten ihre Beteiligung an einem Proporzoorstand zugesagt, unter der Voraussetzung, daß wirklich alle Gruppen daran beteiligt würden. Aber nur die erste der beide» Fraktionen, die der„Arbeitsgemen- schaft" zog aus dem Ausschluß d« Ambulatoriumsarzte von der Vorstandsbildung die Konsequenz, sich nicht am Vorstand zu be- teiligen, der sich also nunmehr aus allen Gruppen d« Kammer, mit Ausnahme der Arbeits eemeinjchast und der Ambulatoriums- örzte, zusammensetzt. Doch gelang es mtt Drohung durch Obstruktion und dank der Verhandlungsführung des neugewählten Vorsitzenden. Rudolf Lennhoss, den Ambulatoriumsärzten die von ihnen beanspruchte Vertretung in den Kommijsio- n e n zu verschaffen. Aus prinzipiellen Gründen lehnte die Arbeits. gemeinschaft sozialdemokratischer Amte die Beteiligung am ärzt. lichci Ehrengerichtsaueschiiß ab, wahrend sich dar„Sozwsistische Acrzteocrein" durch einen kommunistischen Bertrctor daran beteiligte. Rubiustem kontra Piseator. In dem Ziollprozeß. den der russische Dankt« Kommerzienrat Dimitri Rubinstein gegen Erwin Piseator dagegen angestrengt hatte, daß in dem Tolstqischen Stück ,M a s p u t i n" seine Person� auf die Bühne gebracht wird und in ehrenrührig« Weise von ihm in melprenS zenen die Rede ist. hat jetzt das Landgericht 17 das Urteil verkündet. Das Gericht hat den Antrag der Rechtsanwälte bestätigt, wonach der Piscaior-Bühne verboten ist. ehrenrührig« Bem«kungen über Rubinstein zu machen, und ihr fern« imterscigt wird, die Person Rubinstetns aus die Bühne zu bringen. «£* • Das ideale 9C%n Abfuhr-Konfekt Eine Frau, öis sich nichi verblüffen ließ. Mit eiriem neuen Trick arbeitete seit einiger Aeit ein T a s ch e n di e b aus dem Wochen markt an der Groß- Märschen st rohe. Ein junger Mann, in dein jetzt ein 23 Jahre aller gewerbsmäßiger Taschendieb Stanislaus Kusnieret aus Warschau festgestellt wurde, beobachtete die Frauen auf dem Markt, die, wenn sie eingekauft und bezahlt hatten, ihr Porte- mannaie in die äußere Manteltasche steckten. Er drängte sich an sie heran, griff nun ober nicht in die Tasche, sondern stieß von unten her mit der Hand dagegen, so daß das Portemonnaie oben>'°raus- sprang und zur Erde fiel. Merkte eine Frau etwas und beschuldigte 'hn des Diebstahls, so spielle er den Entrüsteten, wies darauf hin, daß das Portemonnaie ia an der Erde liege und behauptete, er lfabe nur.aus Versehen" gegen die Tasche gestoßen. Es gab zwar jedes- mal längere„Ausein mdersetzungen", die Frauen beruhigten sich aber in der Regel und ließen den jungen Mann laufen, weil sie zufrieden waren, ihr Geld wieder zu haben. Hatte er mehr Gluck, so hob der Dieb das Portemonnaie rasch auf, steckte es ein und ging mit der unschuldigsten Miene davon. Jetzt endlich kam er an die II n rechte. Wieder versuchte er es einer Frau gegenüber, die rasch fein« Hand gefaßt hatte, mit der alten Ausrede. Die Frau ließ sich aber nicht täuschen und fand Hilfe bei den Markt« besuchern. Der Dieb, der wieder davongehen wollte, wurde von den Leuten festgenommen und der Polizei übergeben. Kusnierek war im April vorigen Jahres als Wochsnmarkttoschendieb schon einmal fest- genommen. Der„Mädikops" vor 100 Jahren. Wie ein alles Märchen ziehen heute oll die Epochen stark be- tonter äußerer Weiblichkeit an unserem oernunftgestähllen, sachlich scharf eingestellten Auge vorüber Zehn anmutige und etwas schüch- kerne Viedermeierdamen saßen gestern aus Anlaß des Schau- frisierens des Damenfriseur- und Perückenmachernereins 1334 in den Äammersälen, Teltower Straße, und ließen ihr von der Verführerin Mode bewahrtes.Tanges.Haar" i Ia Bieder meier frisieren. 70 Minuten wurde den zehn kunstfertigen Figaros Zell gegeben, den Aufbau zu vollführen. Und sie mußten tüchtig schassen, die gegebene Zeit einznhallen. Ein mühsames Stück Ar- delt. Das Haar wird drei-, vierfach oder auch noch öfter gescheitclt, dann, wj« zum Skalpiere-, bereit, straff nach oben gespannt und in der- Kopfmitte beiestigt. Und nun gill es, den Kopf mit Phantasie und Geschicklichkeit genau nach dem vorliegenden Muster — jeder Friseur hatte sich«in« bestimmte Vorlag« gewähll— zu drapieren. Da werden Schleifen gelegt, die durch Drahtstützen ge- dalden sind, an den Seiten gibt es ganze Tusss aus gedrehten Lock- chen, oder das Haar wird geflochten und kränze rüg arrangiert. Zum Schluß wird der fertiggestellte.Haarturm— denn alles strebt nach oben. Nacken und Ohren sind meist gänzlich frei— mit Federn, Blumen, Schleifen und Spitzen, ja, selbst mit kleinen präparierten Vöglein geschmückt. Heut« mutet uns all das ein wenig seltsam an, und wir lönillen uns wohl vorstellen, daß die närrischen WiQen sich solch* grotesken Kopfschmuckes bedienen, nicht aber, daß unser« Ururohnen solch' ein Monstrum am Kopf« trugen. Und in weiteren 100 Jahren wenden vielleicht die anderen ebenso über uns lachen, wenn man, wer weiß, längst im Lendenichur.z einherstolziert und von Lippenstift, Puder und Seidenstrünipschen bloß noch die Legend« zu erzählen weiß. Ein« fachmännisch« Jury prüfte genauestens die geleisteten Ar- bellen, dann zogen die holden Zehn im Polonäsenschritt vor den -erstaunten Augen oll der Kurzhaarigen vorüber. Don ersten Preis, «ine silberne Schale, erhiell Herr Grammelsbach, den zweiten Preis, ebenfalls einen Kunstgegenstand, Herr Zkau: dieser erhiell gleichzeitig als Höchstpunktierter die Anwartschaft aus den Wanderpreis,«inen silbernen Lorbeerkranz, der nach dreimaligem Punktsieg errungen wivd. Den dritten Preis erhiell Herr Hclfgott. Sechs Monate Gefäugvis für eine Hebamme. Ein lg Jahre aller Masseur hatte ein Verhältnis mit einem fungen Mädchen, das nicht ohne Folgen geblieben war. Sie wandten sich an einen Arzt in Biesdorf, der das junge Mädchen zu einer Hebamme nach Mahlsdorf schickte, die sich auch bereit erklärte, den Eingriff vorzunehmen. Nach dem Eingriff kam das Mädchen jedoch ins Krankenhaus, wo sie drei Wochen zubrachte. Sie hatte eine Blut- veraiftung davongetragen, die schlichlich den Tod der erst Zwanzig- jährigen herbeiführte. Gegen die Hebamme und den Masseur wund« nun«in Verfahren wegen �Derstoß gegen§ 218 eingeleitet» mit dein sich das erweiterte Schöffengericht Lichten- berg zu beschäftigen hatte. Es verurteilte die 48 Jahre alte Hebamme wecien verbotenen Eingriffs zu sechs Monaten Gefängnis, sprach sie jedoch von der Anklage der fahrlässigen Tötung frei, weil der Bewels fehll«, daß das junge Mädchen an den Folgen dieses Eingriffs gestorben war. Der Masseur wurde ebenfalls wegen Mangel an Beweisen freigesprochen. Der Fabrikdirektor als Brandstifter. Vor einigen Tagen war bei der Kieler Firma Emil Schul, u. Co. «in größerer Brand ausgebrochen. Jetzt hat der der Brand- stiftung verdächtige Mitinhaber der Firma. Ludwig Feddern. unter der Wucht des erdrückenden Beweismaterials ein E e st ä n d- nis abgelegt. Der Entschluß zu der Tat ist. ihm erst gekommen, als die Deckanzeige der V e r fi ch e r u n g eintraf, die am Tage nach dem Brande ablief. Die Versicherung war aus 9 5 000 M. abge 78 Äckogramm Putzbaumwolle----------, �.D..... � sion erfolgen mußte, über deren Folgen er sich im klaren war. Zur Ausführung der Tat Hatto er über eine Stunde angc- strengt gearbeitet._ Die Einschulung für die weltliche Schule in Neukölln findet bereits vom 2 3. bis 2 8. Januar statt. Ehrenpflicht aller Ar- beitnehmer ist es, in dieser Zeit für die weltliche Schule zu werben und so durch die Tat die Reaktion des Reichsschnlgesetzes zu be- kämpfen. Getragen von der Freundschaft zwischei, Eltern und Lehrern, geleitet durch die erprobten Methoden modernster PSda- gogik, ist die weltliche Schule berufen, zum Aufstieg der breiten Loiksmasien wesentlich beizutragen. An den Toren der weltlichen Schule zerschellen die religiösen Streitereien der Gegenwart, in ihr allein werden auch in Zukunft die Geistlichen kein Mitbestimmuirg»- recht haben. Deshalb ist es nötig, im Haufe, auf der Arbettsstätt«, die Bekannten immer wieder zu mahnen:„S ch i ck t c u r c K i n d c r in die weltlichen Schulen". Die einzelnen welllichcn Schulen Reuköllns erfährt man durch Säulenanschlog. Sozialistische ArveiterjugeO Groß-Ierlm. Heule, Dienstag. 24. Januar, Igst- Uhr: »«»--»pl-tz- Sckml« Wiesen.ulsra«n."- A-Jm(*><». ffae'jitr-nM* i-ctr.aß-» an« r,»;„ i_ Zörthu Tlafc; Hasvuhe, iSi1»' fj r: d>'itt! ito Ct'-Xi c 1'—'«s-slig:! th~ Pb«ch«stn/47?"j-eTtcrcc «b«nz>._ Kcnlöla Ii fcclBi cartöst.«tfe Hobrrchtstraß-..L-ndan und s»in« •Zuatttd al» fttitü-r d»r PcIiliJ, nn Vis schul- A-rtzb-rg-saß..©«. Ichsch»- drr sWenKf-rfunff."—«riß:*a%n» cy-ussrestrass«. iVunltienat. stßunn 30 Uljt. Um pUnftlitfi« arfrfuini" tp.ri) grtit-n._«erautoftt H-!m Stopfstrnßf..Wir I-f- t» eine Wand-rkurt-? Wrr»<-brzlrl Pankow- Bildunn-knrlu» Mr 5I-Itew im Hri-n Kissinst-nstraß». .Eirnlhrung in di« Politi!.- ZUr Zb'�cr- im H-im Törfchstr. U. F>«r Augendlich« in Sittitd," � «mS!» 30 � �ld-nw-t-ag-.ü«4-h-t in. Ndsnvaroand an Haim Zorastn. u. kinl«ndanzea für diese RndrU sind Berlin S W GS, Ltadenstraße 3, pariemachrichisn für©roß-Berlin stet» an da»•Bejtrtslclretartat 2. Hol. z Step, recht», ju richten. 7. ftcci» gharloitenburg. Tonners! a«, 36. Januar, 30 Uhr, im Limmer t ba Äatdauses. Eißung den erweiterten Sreienorstandes. lZ«reis Treptow. Mittwoch, 3ö. Januar, 10''. Ußr, in Züederschönewelde, Berliner Str. SN, Nrclonarstandssitzung. Abteilungsleiter und Obleute der Kommissionen sind eingeladen. ld.«ret, Söven ie?. Miilwnch. 2ö. Januar. lOsO Uhr, itreisnarstandssißung an bekannter Stelle. Pjtnktlillies Erscheinen dringend ersarderNch. IS.«re!» Wcißensec. He->!e, Bienslag, 20 Uhr. im Echulhau», Wilhelmstraße. Zortseßuna des Kursus:„Die Wirtschaiispolitik der iSol-ialLeinokratic." Ztcfcient Dr. Bloch. heule, Dienstag. 24. Januar: U. Abt. Die arbeitslosen Senolsen hole:, sich tzreikarteo fsir die Sinovorstelluna vom Adteilunavlciter Hampel, Beußelftr. 3, ab. Desgleichen haben die Iczirlsiü-hrer ÄugblZttcr sofort in En-pfang zu nehmen. 13. Abt. ISOb Uljt bei Stcüget, Hussitenstr. S4, Erl» Schcrinasiraße, Mitalieder. Versammlung. Bericht Und Neuwahl der Abtellungotcitung. Erccheinen aller Mitalieder ist Pslidn. tS. Abt. 3ü Uhr bei Gitn'.her, Brandenburg-, Ecke Nitlsrstraß«. FunUionZr- sixung. Acußerst wichtige Tagesvrdiiung. Mitgliederversammlungen und Zahlabende. Morgen, Mittwoch, 25. Januar. 19'- Uhr: Z. Abt. Gaal I de» Gewerkschastshause», Enaeluser Z4/SS, Borlrag:„Auf- aabcn und Liele des neuen Nö!ck>staass. Nescrcnt Albert Kallenberg. i. Abt.«ommunale Kommission. Satal Brandenburg, Etvalauer, Eck« Waisen, straße. Bortrag des Eenosse» Paul Brendel. Neuwahl des Obmannes. 7. Abt. Lablabende bei OÄl, Bcraftr. 71. Nauscr, Boyenstr. IS.«übe. Gtrebliper Str. SZ. Beirau. Pstugsir. 1, Vortrag:..Da»«omvfiahr 1923." Referent Hans Bauer. BLrwalde, Schlegelstr.». Bortrag:„Polit-sche Lag«. 3. ». I«. 1Z. IZ. II. 13. 17. I». 1». A. 2L S. 24. Li. 27. 28. 23. Wahljahr J938, Referent Emil ftlodt, M. d. L, ~'-"illomftr. 37, Vortrag:„D. Neuwahl der Abteilungolettung. as«ampfjahr 1338." Rc. Abt. Nationachof. Blllowstr. 37. Sotlroj fercnt Dr. Abt. So tat Jober. Llephansir. 11, Lahtabcnd und Diskutierabend. Vortrag: ..Der Etratgeteßentwurt.'- Referent Alfred Hornig. Abt. 20 Uit. Moaditer Bi erhallen, L-rchftr. 13, Jahresbericht und Neu- wähl der Abrellunaeleitunq. Abt. 30 Uhr. bei Schmidt. Wielefstr. 17, Junkliondrsihunq.«chwngl öisiung de» Abtcilungsnorstandcs bereits um 13 Uhr etenbort. Abt. ISli Uhr bei Lausch. Bredow.. Eck« Wiclesstroße, Junltuniärsitzunz. Erscheinen aller Junktwnöre dringend ertorderlich. Abt. Schule. Piitbusserstr. 3. Vortrag:..Reaktion auf allen Gebieten." Re- tercnt Dr. Julius Moie». M. d. R. Neuwahl de: Abteilnngsleimnz und der Delegiert«». Die Bezlrkefilhrer laden ein. Abt. Echmiedl, Vinctaplatz 7, Vortrog:„tzreidenkertum und Äirchc." R«. fcreat Mar Slumr». Nunze, Ackerstr.!!i. Vortrag:„Bodenreform." Rc. ferent Genosse Eckel.'__ Abt. Schreibet, Sriflfit.«3, Vortrag des Genossen Otto Meier. M. d. L Neuwahl der AbteilungZleitmiq. Erscheinen ist Pflicht. Abt. Sachs-, Ln-dower S'r. 3», Bortrag:„Die wirtschaftzpoliiische tage." Ret-rent Georg Raibke. Neuwahl der Adteilungeleitung. Abt. Graue Schule, Got»nburaer Straße. Vortraa:„Rußland von heute." Reserevt Alegonder Stein. Neuwahl der Adtcilungsleitung. Ast: Mtl. giieder sind verpflichtet, zu erscheinen. Abt. Wende, sioloniesir. 117. Vortrag:„Rückblick nnd Ausblick." Referent August Riemann. Neuwahl der Abteilungsleiv-ng. Abt. Schraderbai:», Marvlaauetstr. Itstsi. Bortrag:..Da» Wahljahr 1328- ein Äompflalir fllr di» Partei." Referent Bürgermeister Dr. Ostro«sil. Reuwahl der Adteilungeleitung. Abt. Pharu-siil«. Milsterstr. 113. Vortrag:„Sowjet.Rußland und Soziali». m»»." Referent Dr. Gregor Bienstock. Erscheinen aller Mitglieder ist dringend« Pflicht._. Abt. Altersheim, Danziger Str. 83. Neuwahl der- Abteilungslectung und der Delegierten zur Ärelsvertreterverfammsupg. Abt.«leinee Saal des Eaalbau gricdrichshain, Dortraq:„Das»ampljnhr 1328." Ref-re»t Richard Moicr. Neuwahl der Abteilungslettung. Mit- ali«d«b»ch-r sind vor,rz«izen.„... Abt. Schönhauser ffestiäle, Schönliouser Aste.» l2g. Vortrag:„Das Wahhahr 1338." Referentin Elara Bohm-Echuch, M. d. R. Gefchllftsberlcht und Neuwahl der Ahteilungsleitunz. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Abt. Ditttner. Schwedt«! Str. 3, Bericht und Neuwahl des Abteilung». '-erstände» und der Ärsisverlreter.___ Abt. Zahlabende: Älug, Daniiger Str. 71. Klaus, Prenzlauer Astee 51. Richter, Schliemannftr. N. Riebe, Duuckrrstr. lö. SuchhoU, storgarder Straße, Ecke Prenzlauer Aste«. Die„Stunde der Lebenden" beginnt jetzt am Sounta-g um 11,30 Uhr. Die frühere Disposition oes Programms war Mnr, da sie zwischen der Moraenseier und der„Stunde der Lebenden" noch ein populäres Orchssterkvnzert vorsah. Die Komponisten, besonders Walter Hirschberg. gehören nicht zu denen, die jede Tradition verleugnen und nur Neue" schassen wollen um jeden Preis. Hirsch- bergs sechs Licdstr nach chinesischen Gedichten zergen eine lyrische, verinnerlichte Stimmung. Leider klingt die Stimm« der Jnter- prctin Belli Hermann im Rundfunk zu spitz. Das Wnidtonzert, ausgeführt von dem Musiklorps des 9. Potsdamer Infanterie- rsgiments, bringt Im ersten Teil histmische Märsche und betitelt den zweiten Teil mit„Ständchen". Unersindlich, warum diese Vezeici>- nung gewälltt wird, da Ouvertüren und Fantasien ans Opern gc- spielt werden. Uebrigens sollten Kompositionen, die für gemischtes Orchester bestimmt sino, nicht den Bläsern allein übertragen werden. In seinem letzten Vortrag der Serie„Bilder ans der Berliner Wohl- fahrtspfieg«" behandelt Richard Paul Frank»eben den Krüppci-, Atters- und Sielyenhcimcn eingehend die A r b e i t c r w o h 1 f a h r t. Er betont, daß im Proletariat das Bestreben nach gegenseitiger. menschlicher Hilfe am stärkstcn ausgeprägt ist, er lobt die Organisation und die Tatsache, daß das Hilfswerk w.'it über die Grenze» der Parteizugehörigkeit hinausragt. Der Redakteur des„Berliner Tageblatts" Kirch hofer spricht in der„Stunde des Journalisten" über die Jagd nach der Sensation, dieser von Amerika nach Deutsch- land verpflanzten journalistischen Betätigung. Cr lehnt entschieden die Sensation um der Sensation willen ab und gibt im Lause des Vortrags interessant« Bilder vom Journalismus und von der Psyche des Publikums. Romanze», Serenaden und Fantasien stehen aus den. Pragramm des Nachmittagskonzerts am Montag, d. h., es handelt sich hier um sene süßliche Salonmusik, die eine glatte, unproblematische und kultivierte Haltung wahrt und sich durch irgendeine originelle Melodiesührung vom Kitsch unterscheidet. Es bleibt eine Musik, wie sie früher höhere Töchter bevorzugten. So ist das Konzert, trotz- dem sich Lombinon und Zeelander als Solisten betätigen, nicht sehr ersrenlich. Dagegen zeigt der zweite Teil der Abendvcränstattuiig mit Trios von Beethoven und Mozort, gefpiett von dem Budapester Trio, künstlerisches Niveau. Lily Nevinny liest zwei Novellen „Fiona Macleod" mit zu lebloser nüancenarmer Stimme. Anders Oskar Maria Gras, dem der erst« Teil des Abendprogramms gewidmet ist. Die Worte ringen sich nur schwer von ihm los, die Sätze wirken monumental und doch ist alles be! ihm durchgefühlt und humorvoll durchleuchtet. Dann zwei Borträge, die aus dem üblichen Schema herausfallen. Ausgezeichnet in Form und Inhalt sind die Ausführungen Viktor Noacks im Rahmen des Zyklus „Mensch und Arbeit" über die Heimstätten der Groß- sta dt, über dieses dringendste soziale Problem der Gegenwart. Temperamentvoll w«nd«t sich Nvack gegen die Lauheit der Rr- gisirungen in dieser brennenden Frage, gegen die Gleichgültigkeit, die man dem Wohnungselend gegenüber aufrecht erhält. Noack formuliert seine Forderungen wie salat: Ausstellung eines Reichs- wohnungsbauprograwms auf zehn Jahre» Aufnahme von'Anleih«n, Senkung der Baupreise durch Zölle, Normierung und Typisierung der Baut«» und damtt Verbilligung der Kosten, vor allem aber Mieterschutz, solange sich Angebot und Nachfrage noch rncht die Wage hatten. Begrüßenswert, daß diese notwendigen Forderungen auch einmal durch den Rundfunk verkündet werden.— lieber den d«utsch-sranzös»sch«n Schüleraustausch spricht Kurt Grohmonn in seinem Vortrog„Jugend und Aölkerversöhnung". Bei der Jugend muß di« Verständigung beginnen, und diese wird dadurch gefördert, daß man sich im eigenen Land« kennenlernt. F.S. 38. Adt. Easino-Jeststle. Pappelastee 1Z, Voriraa.- i.Arbeit und Wirtschaft." Referent Heinrich Löfflet. Achtung! Die tzunltionäre treffen sich zu eine: kur-en Besprechung bereits um 13 Uhr ebendort. 31. Abt. Schulaula, Echönfließer Str. 7. Vortrag:..UrwerbsXcsenmTÜcheruna, Tariftäinpfe und Arbeitsvermittlung." Referent Genosse Hofjmaiui. Reu. wohl der Abtetlung-leitung. 33. Abt. Schmidts Gesellschaftshaus, Jriichtstr. 38a. Bortrag:„Dos Kampfjabr 1328." Rrferenk: Rcichstagspriisident Paul Löae. Alle Mitglieder milssen erscheine». Gäste können durch Mitglieder eingeführt werde». Mitglieds- buch ist am Eaaleingang vorzuzeigen. 33. Abt. Schulaula, Hahenlobestr. 10. Bortrag des Genossen Eduard Lächert. M. d. L., über:.Lauozinssteucr." Zicuwahl de« Abtcilungsleitung. Be- richte. 33. Abt. Schulaula, Samaritersir. 30, Bortrag:„Zentrum und Sozialdeino- keatie." Referent Dr. Earl Mierendorff. Neuwahl der Abteilungsleitung. Vcst�ühliges Erscheine» dringend erforderlich. 36. Abt. Schulaula, Etraßmannstr. 0, Vorlrag:„Fleischvcrsorguna und Fleisch- Vergiftung." Referent: Genosse Schnitter. Neuwahl der Abteilungsleitung, Die Funktionäre treffen sich ein- halbe Stunde früher. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen dringend erforderlich. 37. Abt. Pasienhofer Brauerei, Landsberger Alle«, Vortrag:„Dos neue Ruß, land. Referent Dr. Otto Lriedländer. Neuwahl bcr Abteilungsleitung. Wegen der wichtige» Tagesordnung müssen alle Mitglieder bestwimt er- scheinen. 88. Abt. Schmidt» Gesesttchaftshous, Druchtsir. 38a, Lichtbildervortrag:„Da, Sturmjahr 1888." Borlragendec Erich sZraenlel. Neuwahl fet Abieilung!» leitung und Kommissionen. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Die Be. zirksführer laden dazu bestimmt ein. 3». Abt. 1« Uhr. im Alerandeiner. Alexandrinenstr. 37-, Regelung der Be- zirke. Kein Ve�irksführer darf fehlen. 11. Abt. Bader, Züterboger Str. 7, Jahresbericht. Neuwahl der M> teilst ngs, leitunch 48. Abt. Rabe, Fichteftr. 20. Neuwahl der Abteilungsleitung. tä. Abt. Echulaula Forster Ecke Reichcnberger Straße. Neuwahl der Ab, tellungsleitung. Aste Mitglieder müssen zur Stelle fein. j«. Abt. Zahlabcnde: Elchholz, Eunrystr. 33. Wallentin, GörNtzer Str. 72. Wir erwarten zahlreiches Erscheinen. ii. Abt. Wollschläger, Adalberistr. 21. Jahresbericht und Neuwahl her Ab» tellungsleitung Charlottenbnrg. öl. Abt. Mitgliederverfamnilung. Vortrag:„Die Entwick. lung zum Einheitsstaat." Referent Dr. Steinbrecher. Neuwahl der Ab» teilungsleitung und der Delegierten. Verschiedene».— Sil. Abt. Lokal Nußbaum, Straße 12 am Verbindnngskanal. Jahresbericht und Neuwahl fiiuirlicher �untl'onäre. Ohne Mitoliedsduch kein Zuiritt.— 3«. Abt. Joslowiack, Holßendorssstr. 20. Bortrag: �trirnkentgssenwefcn." silefercnt Gettosse Roch, Vorsitzender des Gesamtbetriebsratc, der AEG.— 37. Abt. Thunack, LZielandstr. 1. Geschäftsbericht und Neuwahl her Abteilung»> leltuna. Vortrag:„Das Kampsiahr 1333." Referent Rektor Heinrich «ahlke. «chünebero. 77. Abt. 20 Uhr bei Will. Martin.Luther.Str. 80. Vortrag mit Lichtbildern:„Das rote Wien." Referent Genosse tzlatau. Alle Genossen sind verpflichtet, für guten Besuch zu fergen.— 73. Abt. Lokal Rosenthal, Ebersstr. 68. Ganeraloerfamwliing. Jahresbericht und Reuwahl der Ab. teilungsleitung.— 73. Abt. Gelelllchaflshans de« Westens, Hauptstr. 30- Vortrag:„Die Sozialdemokratie einst und jetzt." Referent Stadtuerordnc. tcr Adolph Hoffmann. Aussprache. GefckiLsiebericht. Neuwahl der Ab» teilungslciiung. Verschiedenes. Aste Mitglieder' müssen unbedingt er- scheinen. 81. Abt. Friedeuaa. Zahlabend« he! Boginski, Taunus. Ecke Stubenrauch. straße. Vortrag:„Das Wahljahr 132« in Teutschland und im Auslande.' Referent Dr. Adolf Braun.«labe. Handiernstr. 80 81. Vortrag:„Innen. politische Probleme." Referent Adolf Wuschil. Reuwahl der Bezirks- führet. 83. Abt. Lichterselbe. Lokal Schmidt. Hindenbnrgdamm Ecke Raonstraße. Generalversammlung. Vortrag:„Alitielle agrarpolitifche�nragen. Reir. reni Genosse Tempel, M. d. R. Neuwahl de» Vorstanixe. Parte!» an«elegenye>t«n. v-erieyleoenez.. 8t. Abt. Lankwitz. Lehmann. Kaiser-Wilhelm-cir. 23/31. Vortrag: Lüh. land." Referent Dr. Schwarz. Erschenien aller Mitglied-: ät Pmcht. Gleichzeit'g weisen wir aus den Beschluß hin, daß alle Versammlungen und tzunktionärsttzungen in Zukunsi pünktlich zur angegebenen Zeit be» ginnen. Reakrll,'.#2. Abt. Lokal H-nnia, Roseggerltr. 3, Ecke Wilhelm-BustsstStraße. 7ldteil>ingsoersammluna. Geschäftsbericht und Neuwahlen. Kassenbericht Trete Aussprache. Anträge zinn Äreisvertretertag und zum Vezirtsrartei- tag Aueltehende Anträge müssen s-drtftlich spätestens am Versamm-ungc- tage dem Vorstand, der um IDa Üb: zplammentrUt. uor der Bettamln- Iura eiuactc�t ToctbcTt �uic tt nuc mit M tglieksh'vuch. crfcifili.n it� Pflicht.— 31, Abt. Lokal Bergschloßhijhe.. siarssgartenstr 8ftk. Ab» teilung»versammlung. Vortrag:„Das Dawofte.hr 1328 und d e w octtchafto. politische Lage." Refer'n, Arthur Eri»p:e». M. b. R. Neuwahl der Abtciluoasleitung.—«8. Ab«. Teich. Sinc'cbetfftr. I&j. Geschäfts- und Kassentericht. Neuwahl der Abteilungsleitung. - iftj 09. Abt. Britz. Buckow. Müller,?est!ä>e. Ehansseestr. 33.»NentNG« � Ver'ammliing. Vortrag-„Unsere Arbeit in der«ommnae." Referent m Z Stadtrat Ernst Reuter. Alle Srnostwn-n und Genossen musse- er. ß-si N fchaiuen. Sympathisierende,.Porwgrts'-Lcsee und Gaste find herzlichst n| IM. Abt Riede rschöneweide. Thiele, Berliner Str. 38. Funktionörsitzung. IIS.«btl Lichtenberg. Tempel, Tudrunstr 7. Vortrag und Zieuwaht der Abteilungsleitung. Erscheinen aller Mttglicder>st Pflicht. 137. Abt. Kohenscheinbansen.»olsnie Weiße Taub«: Werbeocrfamn,. lung im Lokal■Stiblst, Dingclstädicr Str. 33. Dortra« des Genossen Ernst Talck. Alle Mitglftder,-gisse» erscheinen. Gäste,„Vorwärts. Leser und Sympathisierende sind freundlichst eingeladen. iN ■-.___ fei ____ 128./U0. AM. Pankow. Tstriisäie» Zell, Breite Str. 14. Neuwahl der Ab- teilungsleitung 13'/- Uhr Satzung des Abteilungsvorstandes ebendort. 13«. Abt.««inickeitdorf.vft. Lokal Schützenhaus.'Desidenzstr. l.».»r.ras: ..Deutschland in der Weltwirtschaft. Referent Rutols Äissell, M. d. R. Erscheinen oller Genossinnen und Genosse', Ist Pv'cht. «1. Abt. Rosentbal»rd Ricd-rfchönhauscmMst. t°ral t-chwesig. Waiderfte. itraße 5. Neuwahl der Abteilungsleliunz und der fftn.khoiutc. Ct* scheine» aller Genossen ist Pflicht. 14«. Abt. Reichsdrnckerri. Donnerotag. 38. st�nuar, 18 Mr, spricht Geiwssa Paul Lödc in den Arminhalli». Lommandantenstr. 58„'3, über:„Pilrgre- block und Sozialdemokratie." Es ist Pflicht oller Genossen, für zahlreltoe Beteiligung zu sorge». Bezirkvausschub für Arbeiterwohlsahrt und Lindseschuh. 12.!8«i, Steglitz. Heute, Dt-nstag, 34. Januar. 20 Uhr pünktlich. �>m Stzung-zimn'er I des h'athoufes Steglitz Vortrags- und Ausipra-Heabend i'ber:„Die Aufgabe» dce Schtttzaufstcht und der soziale» Gerich-yilfe. Referentin Walpurga Geiger. Jntercssierie Gcuossinncil und Genosse» sind herzlichst eingeladen. Jungfozialiften. Gruppe Lichtenberg: Heute. Dierstag, 20 fthr, in der Bibliothek Weichs«!. straße 38 Vortrag:„Belastung und Unternehmer. Rqcrent Genosse Aucharskl. Voriräge,Verejne und Versammlungen. Tieilftsfianner.Säiwarz Rok-Gold" Geschäftsstelle: Berlin S. 14, Scbafti-nstr. 37,38. Lok 2 Tr. S»ön-wclde> Iugcndkameraden Mi., d. 28., 20 Uhr, Zusammenkunst in�Niederschöneweidc im Jugendheim in der ststädchenschule.— Ncu> kiillu-Brih! 2.«amcradschaft Do., d. 28., Saincradschaftegencralvirsaminlung bei Thomählen. Sertzberastr. 22. Einführung des Musttkorps in die Oegan,» salion I«am. Guischmidtb Jahresbericht. Zieuwahlen.— Rowawes lllamerod. samft)- Di d. 24., Antreten 13 Uhr mit Tambourkorps am Eisenbahiihotel. Pflichltetlnahme. Hermeborf lkamcrodschaftl: Mi„ d. 33., 20 Uhr, Saalschutz für die DDP. In der„Hütte" bei RUnzel, Äaiserstr. 1,2. ikreideokcrvolkshochschnle Berlin. Donnerstag, 28. Januar, I3'ö Uhr, Askanisches Snmnasium, SW, Hallelche Str. 28 sa'm Anhalter Bofmhoil, Vortrag Mar'n firiieit:„Neue Ergebnisse der Setualwisscnschast Uich ihre B» deuluag sür die Lcbcnsgestallung." isragenbeantwortung. Bcrliaer Verein In» Schulgcfurdheitspflege. Sitzung Dirnsiag, 31. Januar, 20 Uhr, im großen Hörsaal des Hygicnifchei, Instituts der Uniorrsttät, Dorv. »heeiistr. 38». Stadt, chularzt Dr. G. Wolfs:„Die Bekämpfung der ansteckenden Äeankheitc» in den Schulen." Gäste willkommen. Referent Bezirksoerordncter Glegsri'ed Szarlinskt. 2. Neuwahl des Borstaades. hanetello» Entzli&h Dodsün; Club. Bstlowllr. 104. Mittwoch, abends 8 Uhr Pro,. Wendtand„Shakespeare on Driends 4ad Oriendsh'p". undJhrbleibtgesund! Sie Waflersportbewegung de» titbdtet-Iom-«ud Spettbruü Dcukfchlands hat im letzten Jahre eine ganz varzü gliche � v w i ck l u n q»u verzeichnen qehabt. An 32 337 Uet> unostagen u.h Neue Aufgaben. Ziele und Forderungen find Dinge, die sehr wohl die Massen .«■oeiftcrn können, solange diese Ziele noch im Schoß der— oielleichi weiten— Zukunft schlummern. Sind di« Forderungen und Wünsche adcr einmal durchgesetzt, so gelten sie als eine selbstverständliche Tat- fach«, über die viel zu reden sich nicht sonderlich verlohnt. Ein Um- schwunq tritt nur dann«in, wenn das Errungene wieder verloren geht. Diese Gleichgültigkeit gegenüber dem Erreichten ist auch beim Arbeitersport in Berlin bemerkbar. Das errungene gleiche Recht gegenüber d«ni bürgerlichen Sport erscheint den meisten gar nicht mehr als Errungenschaft, deren Sicherung für die Zukunft nötig ist. Hier wirkt sich auch wieder das alte konservativ« Gesetz der Deharr- lichkeit, des gesthaltens am Altgewohnten, aus. Der rechtlose Arbeitersport der Borkriegsjahre mar— zwangsläufig— den Behörden gegenüber negativ. Der vollberechtigt« Arbeitersport müßte naturgemäß den Behörden gegenüber positiv sein, schon um das in den Nachkriegsjahren Erreichte zu sichern. Aber in Berlin ist man mir gezwungen positiv, das Negative der Vorkriegszeit gilt auch heute als das allein Richtige. Positive Mitarbeit kommt nur soweit in Frage, als sie zur Ausnutzung der gewährten Rechte gor nicht zu vermeiden ist. Aber nicht nur gegenüber den Behörden erscheint eine neu« Einstellung angebracht, sondern auch gegenüber dem b ü r g e r- lichen Sport. Dieser rekrutiert sich nur zum Teil au? Volks- kreisen, die reaktionär eingestellt sind, die Masse bildet das große Heer der Indifferenten, di« durch den ausgeprägten individuellen Wettkamps, Preise, Diplom« usw. angezogen werden. An di« Indifferente« heranzukommen, ist«in schwieriges Problem aller Arbeiterorganisationen wie auch der Arbeiterpresse. Di« bürgerlichen Sportverbänd« haben durch die bürgerliche Presie«ine große Propagandamöglichkeit, im weiteren benutzen sie Sportwerbe- wachen usw. der Kommunen in geschickter Weise, um nicht nur Gratispropaaonda gemeinsam mit den Volks-, Fach, Fortbildung?- schulen und der Lehrerschaft zu machen, sondern auch gleichzeitig die Ueberschüsse sl927: 1-l0 000 M.) zum Besten ihres Sports zu ver- wenden. Dabei braucht der Berliner Arbeitersport keineswegs eine otsen« Konkurrenz mit den Bürgerlichen(etwa wegen mangelnder Sportleistung oder Teilnehmerzahl, zu fürchten. Maßgeblich ist nur die alte Negation der Vorkriegszeit: Nur ja keine positive Mitarbeit. Lieber wird auf dies« großzügige Werbemöglichkeit verzichtet. Zu den Ausgaben, die die neu« Zeit stellt, gehört auch«ine engere Verbindung mit der Gelamtorbeiterschast. Der Arbeitersport kann in seinen Rechten nur gesichert werden, wenn politisch und wirtschaftlich der sozialistische Gedanke entscheidenden Einfluß hat. Die gefühlsmäßige Einstellung zu den Problem«!, der Zeit ändert nichts an der Tatsache, daß olle Entscheidungen letzten Endes von politischen Machtverhältnissen abhängig sind. Die sreiheilliche Neu- gestaitung Deutschlands brachte notwendigerweise auch dem Arbeitersport sein Recht. Das Jahr 1SSS wird reichlich Gelegenheit bieten zu der Entscherdung. welcher Kurs in Zukunft gesteuert werden soll. Wer den Einfluß der Arbeiterschaft aus den Staat und seine ausführenden Organe sichern will, kann sich der Mit- arbeit nicht entziehen. Wollen wir den Staat in unserem Sinne gestalten, so muß die Negation der Vorkriegszeit fallen und au ihre Elelle der Wille zu positivem Aufbau treten. Sdiwlmmfcsi In der Odcrbergcr Strafe. Der Schwlmmvsrein Freiheit hotte die Vereine Wittenberge, Rathenow, Spandau, Siemensstodt, Lichten- berg. Weißensee. Berlin Xll. Union. Welle und Norden zu seinem CWftiöhrigcn S ch w i m m f e st eingeladen. Sie traten mit einer stattlichen Schar von Schwimmern an. Die„Kanonen" fehlten dies- mal, trotzdem wurde guter Sport geboten. So erzielte ein Rathenower Genosse im Männer-Frei stilschwimmen vor den Berlinern eine Zeit, die als sehr gut zu bezeichnen ist, wenn man. bedenkt, daß die Provinzoereine im Winter keine Uebungs Möglichkeit hoben. Sehr gut gefielen das Gruppe„springen und die beiden Reigen. Es wurde tref- send demonstriert, wie Unglücksfälle geschehen können: sogar ein Schwimmer faßte diese Rettungsoorsührnngen nicht als solche aus, denn er sprang mit den Sachen ins Wasser, um beim Verlassen des Wassers zu erfahren, daß der Unfall nur vorgetäuscht war. Die Wasserballspiele sahen nur teilweise gute Leistungen. sz-lrtt-t»:«cöfFnnngifUfetlt 6X2 Soh-aen: t. Union 3: 14,1; 2. Sroitifit B; 10.- aMmiL Zug-nObnistIch-immen 4 Söhnen: 14-16 tzchtc; 1. cdiblj. einnfneflobt, i; 20.4; J, Sodianj, Sxonixvi, i: 30. 16—19 1. Gcinfl. Minen. Union. 1; 28; 2. Sottifxr, Nonden. 1: 29._«eidl Inaenfeniifeii' sthiBimmea 4 Söhnen: I. Steinte. 9lotben, 1:32 4: 2. 9:ofe,'»orben, 1:54. - äKonnettontfiftafrite 4X1 Sahn; 1. Welle 1:08,1: 2. Lichtenberg 1:11.— Kr«BenbtBfl(*ttiimireii 4 Sahnen; 1. Kraule, Weißensee, 1:37; 2. Schiller. Jmiheit. l••39.— Mä«>>erf»istillchwimm«» 4 Sahnen: 1. Seraer, Ratbenom. l»nchlger, Welle, I: 66,2: 2.«lucfoai, Union, 1: 12,1.— WetfcL Znaer». loieufto fette 3X2 Sahnen: 1. Norde» 2:23: 2. Weißensee 2:24,2.—»ä»»er rueentchwtmmen 4 Bahnen: 1 Lange, Weile, 1:19,1;> Schrumpf, Welle, I. 20-»aanl. Zu8en»fK.stil;»Mi«m-n 2 Bahnen: 14-16 Achre: 1. Regli». gpenbau, unb Sohl. Union. 0:32,4; 2. Mochran, Welle, und Wegener. Sreindau, 0:96. 16—18 Jahre: 1. Gaioro». Sierae iiäftobt. 0:31; 2. Bechthois. S" 3»ixderftofett«: I. Norden 3:19.4: 2. Union 3:29.2.— 2ban»erli>tefchwim«e« 4 Bahnen: 1. Winkelraann, Freiheit, 1:16: 2. Miethe, Weißensee, l: 19.—»eibl. Znqendbrustichwimmen 4 Bahnen: I. Scharf. ?en Ratl>enow 7:3(5: 1). Freiheit II gegen Witten. Schönholz nicht gonz entsprach, da sie.zeitweise im Vorteil waren. Unergründlich bleibt aber das Zusammenklappen der Nordost- Spieler nach der Pause. Zeigte der Sturm vorher ein gutes Kam- binationsspiel, so war jetzt kaum mehr alz ein Ansatz übrig ge- blieben, während Schönholz mehr und mehr die Oberhand bekam. Der Mittelläufer und die linke Stürmcrhälite sorgten noch für die restlichen drei Tore, und ein schnelles und besonders bis zur Halbzeit äußerst interessantes Tressen war vorüber.— Weiter« N e s u l t o t e: HSV. Fichte l gegen Lichtenberg Sportler 3: 3, SV. Moabit gegen Jahn Treptow l 3:2, Nordost ll gegen Schön- holz II 4:2, Fichte 12 gegen Lichtenberg Sportler II 3:2, Fichte 10 II gegen Nordring III 3:2, Schönholz Iugend gegen Lichtenberg Sportler Jugend 2: 2, Frauen Fichte I gegen Frau«, Lichtenberg Sportler 1:3._ Wer spaltet? Wieder eine Sezession im Kannspori. Man schreibt uns: Erst vor fünf Jahren gelang es einigen Ge- nosien, dem bürgerlichen Kanusport eine proletarische Organisation entgegenzusetzen. Mü zähem Fleiß und großer Opferwilligkeit baute man sich ein eigenes Bootshaus. Dem rastlosen Wirken und Schaffen sollte Glück und eine gute Zukunft beschieden sein. Da schlich sich ein„Sportgenosse"«in. der«s verstand, mit be- vedtem Munde die gutgläubigen Mitglieder zu beschwatzen, ihn zum ersten Dorsitzenden zu machen. Der Aufstieg zum Spartenschrififührer folgte sehr schnell. Am Anfang war er recht freundlich, als er aber glaubte, die Situation zu beherrschen, und eine gehörig- Anzahl junger Kommunisten hinter sich liatte, drängte er mit Hilfe dieser Freunde so sachte di« alten Borstondsmitglieder ans der Führung. Geheime Fraktionssitzungen und die Richtlinien Mos- kaus bewirkten, daß bald jeglicher Zusammenhalt innerhalb des Ver- «ins in die Brüche ging. K u b i ck, der Führer dieses Ganzen, setzte rücksichtslos und brutal, auf die Stimmen feiner Jünger vertrauend. alles durch. Die Begründer, die Erbauer, die alten Genossen, die unter Hingabe ihres letzten Pfennigs den Bootshausbou nach voll- brachter Tagessron errichtet hatten, wurden vor den Kopf gestoßen. Bei der internen Regatta 1327 wurde zur musikalischen Unterhaltung die„M usik" des Roten Frontkämpferbiindes bestellt und„Rot Front" hallte über den Platz sportlicher Kämpf«, wo jede Parteipolitik ausgeschlossen sein sollte. Da? Maß unserer Genossen mar übervoll. In der folgenden Sitzung kam der unvermeid- l i ch e Bruch. Hier hatte man sogar die Unverschämtheit, zu sagen, wer noch nicht kommunistisch denken könne, solle es hier lernen. Friedrich Eberl wagt« man auch in den Schmutz zu ziehen, trotzdem man dessen Zuschuß gern genommen hatte. Von allem Lieb- gewordenen sich losreißend mochten unser« Genossen einen scharfen Trennungsstrich und verließen, angeekelt von dem ewigen Hader, demonstrativ die Reihen von..auswärtsstrebenden Arbeitersportlern". Ein längeres Verweilen in diesem Verein, den„Freien Kanu- fahrern Berlin e. B.", dem einstmals größten von Berlin, war unmöglich! ein Genosse nach dem anderen verschwand spurlos im großen Heer der wilden Paddler. Durch„Schlauheit und L'st", Rück- sichtslosigleit und Brutalität hat es dieser Kubick verstanden, seinen kommunistischen Anhängern ein Bootsheim zu verschaffen. Die Ausgetretenen hoben sich zur„Bereinigung der Kanu freunde" zusammengetan. Ihre beantragte Aufnahme in den Arbeiter-Turn- und Sportbund ist vom Spartcnausschuß abgelehnt worden, wobei man den Standpunkt vertrat, daß di« Zer- splitterung zu bekämpfen und der Zusammenschluß zu großen Der- einen zu erstreben sei. Man sollte es unseres Erachtens nach kleinen Bereinen nicht zu schwer machen, zum Bund zu kommen oder in ihm zu verbleiben Di« Zusammenarbeit mit den Kommunisten im FÄB. mar den Andersdenkenden verekelt worden; kann man ilmen verdenken, wenn sie als gebranntes Kind jetzt dos Feuer scheuen und lieber allein im Verein bleiben wollen? berge 5:3(3:3) Hockey am Sonntag. H o rf« y. Di« Freie Turnerschaft Groß- Berlin N o r d r i n g 1 geivann ihr letztes Spiel aus der Herbstseri« gegen -HS ZV Fichte- West in eindnicksvoller Weise 3:2. In alter Aus- stellung antretend, legte Nordring ein sehr schnelles Tempo vor, das von den Fülte-Spielern gleich schwungvoll geholten wurde. Der Sturm von Fichte-ZHest fand sich jedoch eher zusammen und konnte nach gutem Zusammenspiel den ersten Torschuß erfolgreieh anbringen. Nordring konnte ober bald gleichziehen, und 1: 1 ging es in die Pause. Nach Wiederbeginn gelang es Fichte, das zweite Tor vorzulegen. Aber knappe zwei Mimiten vergingen, und Nord- ring hatte wieder gleichgezogen. Nordring bot jetzt etwas mehr vom Spiel, und etwa eine Viertelstunde vor Schluß brachte Nord- ring durch einen prächtigen Rückstondschiag das entscheidende dritte und letzte Tor in dem interessanten und spannenden Spiel zuwege. Das Ergebnis entsprach voll und ganz dem Spielverlauf. Nordring siegte knapp und verdenk. Veim Sieger war entgegen dem Vor- soimtag die Umstellung von großem Nutzen und bewies wieder einmal in der beutigeei Spielweiie, daß er eine« schwer zu be- zwingenden Geisner abgeben kann. Mittel- und Halbstürmer sowie der Mittelläufer wären besonders hervorzuheben. Bei den Fichte-Westlern klappte es vorzüglich. Wenn man jemand hervorheben würde, müßte man die anderen zurücksetzen; ein« Ausnahme sei bei dem Mittelläufer gemocht.�der immer und immer wieder in eleganter und äußerst Sicherer Spielweise den Sturm mit guten Vorlagen versorgte. Aber >e mußten sich dem Besseren beugen. Die Freie Turner- schast Schönholz l gewann gegen di« Sportl. Vereinigung Nordost 3: 1 sicher, ober keineswegs eindrucksvoll. In der ersten Spielhälfie glaubte man jedenfalls mcht an einen solchen Sieg der Schönholzer, denn die Nerdoitlei lieferten, bis zur Voiise«in gus- gcglichmcs, el»eiiöürtiges Spiel, das dem Haibzcitresultat 2:1 für Sperfbrnbef 'nt- g zu nerzeichnen gehabt. An 32 337 Uebungstagen L.btim ungefähr 1,02 Millionen Teilnehmer: rund 13 0M SchwimmschiX'er bestanden die Schwimmprobe, indem sie sich 13 Minuten ohn.e Unterbrechung schwimmend im Wasser aufhielten. Auch der Arbeiter.- Wasserrettungsdienst hat sich ausgezeichnet weiter entwickelt. Füti das Wosserballspiel sind gegen 700 Mannschaften gemeldet. „Die Schachspieler wollen nach Moskau." Zu unserer Mitteilung: in der Arbeitorspartbeiloge vom vergangenen Dienstag teil: uns Genosse Franke mit, daß ein Antrag, sich an der Spartikade in Moskau zu beteiligen, nach einer Erklärung des Bundesvorsitzenden ohne Debatte von der Tagesordnung abgefetzt wurde. „SporlpolMsche Rundschau". Soeben ist die erste Nummer der von der„Zentralkommission für Arbeitersport uns Körperpflege" herausgegebenen„Spartpolitischen Rundschau" erjchie- neu. Die Zeiffchriit will ein Blatt sein, das die Fragen der ge- samten Arbeitersportbewegung sachlich bespricht; dos unabhängig von den einzelnen Verbänden der Gesamiheit dient und die Beziehungen der Arbeitersportbewegung zu allen großen Erscheinungen des öffent- lichen Lebens klarstellen wird. Allgemeine spoittheoretische und sportärztliche Artikel leiten die erste Nummer ein. Wettere inter- essoMc Artikel über„Das Problem der Körperbildung in der neuen Erziehung", über die„Gewerkschaftlichen Ausgaben der Arbeiter- sportler", über den Wertsport; Turn- und Sportanlagen als„über- flüssiger Lurus" usw. deuten den gestellten Ausgabenkreis an. Ein informierender Artikel über dos„Fußballspiel in Rußland", sowie Glossen auf Sport, Politik, Wirtschast, Nachrichten aus der natik»- nalen und internaiionalen Arbeiiersportbcwsgung. Büchersehau«r- ganzen und runden die Schrift zu einem Zcntralblatt des deutschen Arbeitersports. Sport. ver neue Vorstand des V.D.R. Herr Lücke mutz ausscheiden. Im weiteren Verlauf der Jahresversammlung de? Verbandes Deutscher Rodrennbahnen wurde auch der „Fall Lücke" behandelt. Lücke hatte, wie erinnerlich, einen Ver- trag mit dem sran,;ösischen Dauerfahrer Brünier einseitig zu seinem(Lückes) Gunsten geändert und wurde daraufhin vom Bund Deutscher Radsahrcr, der die Oberhoheit im deutschen Radsport inue- hat, zu 1000 Mark Geldstrafe verurteilt..Herr Lücke zahlte die Strafe nicht, und seine Bahn wurde gesperrt! Als damals der Sportausschuß des BDR. die Strafe verhängte, wurden im VDR. Stimmen laut, die die Zuständigkeit des Bundes in diesem Fall be- stritten. Am Montag war es anders. Nach vielem Hin und Her ergab schließlich die Abstimmung eine vollkommene Anerken- nung des Bundes. Daraufhin wurde gegen das Bontandsmitglied W. Lücke ein M-ßtrauensantrag eingebracht, auf den dieser jedoch nicht reagierte, so daß die Versammlung sich schließlich gezwungen sah, einen Antrag aus Aberkennung de? Vor- standssitzes von Lücke zu stellen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Wetterbericht der öffentlichr» wetterdieasfflelle Hertin vnd llmzegeo» (Nachdr. verb.). Ziemlich trüöc bei unverändei ten Temvernluren. einzelne Lchneejölle.— Jür Veusschland: Im Arsten und Süden Temperalirreit über Null, sonst weiterhin Frost, in Best- und Nitteldoutschland Nieder- schläge. Reue Welt. Die bayerischen Alpenfeste im Zeichen des Bocks mit ihrer Fülle von Ueberroschungen und Sehenswürdigkeiten haben ihren Höhepunkt in den originellen Prämiierungen, die den Dienstag-Eiiteabend«! ein fesselndes Gepräge ocrleihcn. Die-lächsie Proiskrönung am heutigen Dlenswgabend gilt dem schönsten roten Frauenhaar. Ertaltaagen und de»« gefährlich« Jalgra für das ScTarn'hrfmiifn des gär per-, dir oft gar nilht ahzufchijhrn find, drkärapkt man erfahrunassemäg durch di? natürlichen Heilrafitei Smfer Vesser(Srünchen), Pastitleii unb naefi. falz. Ihr?» norzllcitithen Wirkungen gegen ftotorthe. Hasten. Heilerk-it. Be». schleimang, auch Astlitita, Grippe and Grippefakgen verdonke» st? feit langem Weltruf. Gegen Magensäare iSobbrennett), Zacker und hgrnseare Diathese haben sie sich ebenfalls heroorragend heraahrt. mentatr. dem 23. Januar 1928 erVllnuna metner 3, Verkauis-niederitz&e £andsber®er Straße S€(am Aicxanderpiatz) Aus An las s dieser N euer off nung gebe idx in meinen sämtlichen Geschäften auf die Gesamikaufsumme s% Rabatt bis zum 26. 1. 192S Speisezimmer, Schlafzimmer. Oerrenzimmer Moderne Küchen P Enorme Ausn'ehJ/ Traft mefner bekennt g\ za XnMa- Preisen bUUgen Preise gebeich i ÄUHOIC.ItlCUll 4- 1'la Au/schlag pio Monat Hcb.SeeUsch j£andsber£er Str. 50*(Rosenitkaler Sir. 9 yttößetfaßriß:&ti£aer Str. 71—73 a 4»!N.. sseöiZt AuSftahl, billissote ------ Fabrikpreise, Teiliahle. ohne Aufschlag bis 13 Monate. SOXklER. Hooptstr.>51, Kürfürstendamm IM- 164, Eing. Brandenburgisch« Str., Ooltrstr. 44 (�1 Suite Kapiiän Kaulabali ,!iÄSr C. Röckcr. Berlin Uchtcnherger StraSe ZZ. Kgst. Z?«lM 21 trt 20. Januar starb nach einem ischlagantall im 70. Ledensjahrt unser Genosse, der Stichler Adolf R&ckert N«itSlln, Weichselstr. 37. «hre feinem«»denke»! Einascherang Mittwoch. 14 Uhr, im gremaloriam Boaraichaienwea. Um zahlreiche Brieiligang biltet Der Vorstand der 60. Abteilung. Leihhaa» Sange. Morlgpfah.«schinger. Haas, beieiht alle W-rie. auch Zssolor- tiiOec. Piandirvcrlaui.• Danksagung. Kgr die zahlreichen Beweise inniger Sriinahm» dri der Ewäfcherung meine» Ueben Mannes Withold von Paledzki tage ich allen Berwandien and zreanden, sowie für ihre innigen?:p» ichiedsworte den Nrdnren des Herein» tl'.r ssreidenlertum. der 101. Abt der GPD. Drrp ow, des Sieichsdanner», des NaUchklabs and de« Gparoereins meinen herzlichste» Donk (Emilie ooo JSaltbstl. geh»abiger DsiitsdierMetMeMerliaiiil Oienolag, der» 34. 3anaae. abend» 7«Hr. Im Cotal.»grchenbrnnnrn». Um Sr4rbelch»Haln 2t 32 Branchenversammlung aller Werkzeugmacher Gr-verlin». Tagesordnung: I. Bericht po» der Perhandlang mit dem Verband Seritner Metall-Jndüstrieller. 2. Diskussion. Da die Verfammiang wichlige Eni- schetdangen za treffen hat. erfachen mir olle Werkzeugmacher Groß- Beriins, an dieler Periammlang tellzaaehni-n. Die Versammlung wird Punkt 7 Uhr eriiffnet. Offne MitgNedsdach fei« Za tritt. Oannrt»fag, de» 26. Joonor. abenb» T»Hr. Im arafecn Saal be» fflemet«- Idhaftshonfea. ttngelofet 24 23 Branchen Versammlung der Rohrleger vnd heiser. Tagesordnung: 1 Bericht hon be: Tagung der R-ichskommitflon der Heizangsrohrleger und-Helfer in Erfurt. 2 Derdands» und Pranchenangriegenheilen. 3. Berfchiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Berianiiniang wird pünktiich eröffnet. Es ist daher unbedingl notwendig, dak die stollegen pünktlich und zahlrcich erscheinen. UM!NchllMk.SvM.W' mm, Wer u Werlmev; Oeanet»eng. bea 20 Jcvaar, abenb» Z'/j Mhe. in den„9lrml»haven-. •ommaadanieoftr»« 5P Branchenversammlung der NIe-bauiker, Optiker, Uhr" wacher. Eicher und Eicherinven. Tagesoed»ang: 1 Dorieog de» stollegen Donau. Direktor im stnternallo. naiem Arbeitsamt, über:»Das Znter- natianair Arbeilsamt inSenf" 2. Branchen- angeiegenheiirn. 3. Berfchiedenes. Miizliedsbach. mit einem der obigen Berase»ersehen, legiiimiett. Bollzähligeo Erscheinen wird erwarlet. vannee,laa. den 2S. Zannoe abend» 7 Uhr. Im„Salcnlfcalcr Hof-, Hofetv- Ihaler L kratze 11 12 Mitgliederversammlung der Wickler, Wicklerinnen, Isolierer und Zsoltereriunev. Tagesordnung: 1 Die Arbeits- iofenverstcherang Referent: Soll. Zamlr. 2. Disiafsion. 3 Bronchenangelegenhdlen. Mitgliedsdach legitimiert. Pffichl eine« feden Mitgliedes ist«. in dieser Versammlasg za erscheinea. Vi« OrttMTaralkvng* 7ir. 39* 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag. 24. Januar 492» Löhne in England. Oer Reallohn steigt, weil die preise sinken.- Trotz Niederlage der Bergarbeiter. Das Jahr 1926 hat den englischen Arbeitern eine bittere Niederlage gebracht: nicht nur für die Kergarbeiter allein. scirdern auch für das gesamte Proletariat des vereinigten König- reichs bedeutete der Zusammenbruch des Kohlenstreiks einen harten Schlag. Die Unternehmer und die Reaktion hoben ober den Sieg zu früh gefeiert: die Widerstandskraft der Gewerkschaften war nicht gebrochen und im Laufe des folgenden Jahres ist es ihnen ge- lungen. Erfolge zu erreichen, die in den Jahresergebnissen der eng- lischen Arbeitsstatistik mit voller Deutlichkeit in Erscheinung treten. Die Streikbewegung in England war im verflossenen Jahre außerordentlich schwach. Vcrlorm« Ardelt.tage 9,8 Millionen 86,0 26.6 65,9 19.8 10.7 8.-1 7.9 162.2 1.2 In den Arbeitskonflikten des Jahres 1927 sind 114 Konflikte im Bergbau(mit 70 200 beteiligten Personen und 700 000»er- lorencn Arbeitstagen) einbegriffen, die einen verspäteten Nachklang der großen Kmnvfc des vorherigen Jahres darstellen. Scheiden wir diese Fälle aus. so bleiben noch 189 Streiks mit etwa 34 000 Teilnehmern und rund 600 000 verlorenen Arbeitstogen, ganz niedrige Zahlen, die davon zeugen, daß in den letzten zwölf M.' raten die englischen Gewerkschaften zu der Waffe des Streiks so gut wir gar nicht begriffen hoben. Sie haben aber den Kampf für die Besserung— und noch mehr gegen die Verschlechterung— der A rbei tsb ediiigun gen mit allen anderen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln geführt. Und dieses ist nicht ohne Folgen geblieben. In der L rage der Arbeitszeit sind in der Beobachtungsperiode keine besonderen Berschiebungen zu verzeichnen: nur bei 1660 Arbeitern wird eine Kürzung der Arbeitszeit(im Durchschnitt um 4,7 Stunden möchenttich) nachgewiesen und bei 18 650 Arbeitern ist die Arbeitszeit verlängert worden(und zwar um 3,5 Stunden in der Woche). Dies« Per- timgeruirg der Arbeitszeit entfällt ausschließlich auf den Bergbau und ist mit dem verlorenen Streik des Jahres 1926 ouss engste verbunden.' In den übrigen Wirtschaiiszweigea hat die Arbeitszeit keine— sei es auch unbeträchtlich«— Verlängerung erlitten. Die Lohnbewegungen. In den Löhnen stnd dagegen im Jahre 1927 erhebliche Ver- änderungcn erfolgt. Die englische Lohnftatistik berichtet nicht über das durchschnittliche Niveau der Löhne in den einzelnen Berufen. wie es in Deutschland üblich ist. Sie ermittelt ober die Zahl der Personen, die von einer Bewegung der Löhne— noch der einen oder der anderen Richtung— getroffen worden sind, meist die ge- samten Beträge der Berluste mib der Gewinne an Wochenlöhnen nach und gibt die endgültige Summe der Lohnveränderungen an. Bei der Beurteilung der Bedeutung dieser letzten Summ« ist es zu berücksichtige», daß die Gesamtzahl der Arbeitnehmer, auf die sich die britisch« Lohnstoiistik erstreckt, etwas kleiner als die Zahl der ..Versicherten� ist und rund 10 Millionen beträgt. Man kann also die durchschnittliche Stetgerung oder Senkung der Wochen- löhne für dos gesamte Proletariat errechnen und mit den Per- önderungen in den Lebenskosten in demselben Zeitabschnitt ver- gleichen. Die nach der englischen Methode ermittelte Bewegung der Löhn« im Jahre 1927 loht sich wie folgt zusammensossen: 280 000 Arbeitnehmer(davon 188 000 im Schiffbau) haben eine Erhöhung der Löhne erhalten; bei. 186.3 000 Personen(davon bei 792 000 im Bergbau, 232 000 in der Textilindustrie und 196 000 im Bekleidungsgewerbe) sind die Löhne gesunken. Der Gesamt- betrag der Steigerung der Wochenlöhne mar 30 000 Pfund Sterling, der der Senkung 389 000 Pfund Sterling. Im Er- gebms ist also die Summe der Wochenlöhne um 369 000 Psund Sterling oder um 7 018 000 Schilling(— Mark etwa) gesunken' was eine durchschnittliche Senkung des Wochenlohnes eines Ar- beiters um etwa 0,7 Schilling bedeutet. Im Vergleich mit dem Stand der Vorkriegszeit schätzt die englische Arbeitsstatistik die durchschnittlichen Wochenlöhne des Jahres 1926 auf 172,6 Prozent und die des Jahres 1927 a»f 170 Prozent. Dieses bedeutet aber nicht, daß die Reallöhne der englischen Ar- beiter im Laufe des letzten Jahres gesunken seien. Im Gegenteil! Die Senkung der Geldlöhne blieb in der Bcob- ochtungsperiode hinter der Senkung der Lebens- k o st e n zurück. Der L-ebenshaltungsindex betrug nämlich im Dezember 1926: 179, im Dezember 1927: 169. Die Preise sind also um 5,6 Prozent gesunken, die Geldsöhne aber kaum um 1,5 Prozent. Der Reallohn der englischen Arbeiter ist also gestiegen und hat unbestreilbar den Vorkriegsstand übertroffen. Diese Lohnbewegung wurde von einer erfreulichen Abnahm« der Arbeitslosigkeit begleitet. Die Aufsaugung des Arbeitslosen- Heeres ist aber in England nicht so sprunghaft wie in Deutschland vor sich gegangen. Der Prozentsah der Arbeitslosen in den versicherten Industrien betrug im Für das ganze Jahre 1927 ergibt sich im Durchschnitt ein Prozentsatz von 9,7, der an und für sich noch sehr hoch ist, aber im Vergleich zu den vorherigen Jahren von einer wesentlichen Besse- rung der Lage zeugt. Größere Produktion.— weniger Arbeitslose.— Durch Preissenkung! In, ganzen Hot sich die Arbeitslosigkeit in England im Jahre 1827 etwa um ein Sechstel vermindert. D! e Produktion ist also g« st legen. Wo hat aber die englische Industrie die neue» Absatzmöglichkeiten erwarben, deren Fehlen das Grundproblem der britischen Wirtschaftskrise war? Jedenfalls nicht auf den äußeren Märkten! Die Ausfuhr Großbritanniens betrug: Im Monatsdurchschnitt von 1924 1925 66.7 Mill. Pfund Sterling 64.4*„„ Für die ersten zehn Monat« des Jahres 1927 ist die eni- sprechende Zahl 58 Millionen Psund Sterling. Berücksichtigt man die Bewegung der Großhandelspreise(1924: 166; 1926: 159; 1927: 141,6), so ergibt sich, daß im Jahre 1927 England ungefähr dieselbe Menge von Waren wie in den Jahren 1924 oder 1926 aus- geführt hat. Und trotzdem konnten die Fabriten rund 200 000 neue Arbeiter einstellen! Dieses wurde nur dadurch ermöglicht, daß der innere Markt des Landes sich erweitert hotte. Die chebung der künstlich herabgedrückten Reallöhne wurde also in England von einer Erweiterung des inneren Marktes, einer Steigerung des Be- schästigungsgradez, einer Besserung der allgemeinen wirtschaftlichen Konjunktur begleitet. Die britisch« Wirtschast hat die Besserung ihrer Loge den G« wcrkschaften zu verdanken, die es verstanden haben, die cherabsetzung der Geldlöhne bei der Senkung der Preis« zu bremsen und dadurch ein« Steigerung der Reallöhne zu erreichen. Wl. W. Vom Elektrokampf an der Saar. Anschluß an Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk ein. stimmig abgelehnt. Saarbrücken, 23. Januar.(Eigenbericht.) Der Kreistag St. Wendel hat gestern e i n st im m i g den A n- schluhandasRheinisch-WestsälifcheElettrizitäts- wert abgelehnt u»d ebenso einstimmig beschlossen. sich an die Saarland-Lothringen-Elektrizitäts- gesellschaft anzuschließen, die bekanntlich eine rein kommunal« saarländische Elektrizitätsversorgungsgcsellschast ist. Der erbitterte Elektrowirtschaftskampi. der seit Monaten im Saar- gebiet entbrannt ist, und der vom RWE. unter Hintansetzung aller paliiischcn und volkswirtschaftlichen Bedenken gegen die Jnirnstrie- imereiien vor allem der saarwirtschaftlichen Zukunft geführt worden i ist. bot damit vorläufig für diesen saardeuischcn Kreis fein Ende gefunden. Diese Entscheidung ist um so bedeutungsvoller, als das RWE. den Krei» St. Wendel bereits von zwei Seiten her um- klammerte, und zwar durch den Rcstkreis Baumholder und den Zweckverband Wsyer-Zentrale. Es ist erfreulich, daß damit sowohl über die privatwirtschaflliche Machtpolitit des RWE. wie über die Äurzsichligkelt gewisser kommunaler Äirchturmspolltlker ein nicht z» unterschätzender Sieg errungen worden ist. Allerdings darf dabei nicht übersehen werden, daß da« schwerste Stück des Tlektrokampfes an der Saar, den das RWE. in polstisch unverantwortlicher Weise vom Zaun gebrochen hat. noch bevorsteht. Da» Saargediet kann vom Standpunkt seiner politischen und wirt- fchastlichen Aukunftsinteresien aus nicht aus die Rückgliederung des Zweckverbandes Weyer-Zentrale(Kreis Ottweiler) vom RWE. an die saarländische Elektrooersorgung verzichten. Es wäre dringend zu wünschen, daß vor allem auch die in Frage kommenden und an den polltische» Folgen besonders interessierten Stellen der Reichs- regierung gegenüber dem RWE.«in nicht mißzuverstchendes Wort reden würden. Oeuisches Anfeiheexperiment. In New Port ist gestern die L0.Millionen-Dollar-Anleihe der Dereinigten Elektrizitätswerke Westfalen, eines kommunalen Per- bands-Elektrizitätswerkes, ausgelegt worden, über deren Verwen- dungszweck wir schon berichtet haben. Die Auslegung der Anleihe ist von ganz besonderer Bedeutung. Es wird mit ihr das Experiment gemacht, ob der amerikaniiche Kapitalmarkt das durch die Schach tschen Reden zerstört« Vertrauen in die deutschen Anleihen wiedergefunden hat oder nicht. Seit vielen Monaten und nach dem harten Kamps gegen die deutschen Gemeinden und öffentlichen Unternehmungen ist es die erste öffentlich« W« r k s a n l e i h e. die die Amerikaner wieder zeichnen sollen. Aus das Ergebnis darf man deshalb gespannt sein. Verhandlungen, Verhandlungen... Sie polnischen Maximalzölle gelten für Oeutfchland nicht. Seit fast 14 Tagen ist die offizielle deutsche Delegation mit Hermes an der Spitze in Warschau wieder am Verhandeln über den deutsch-polnischen Handelsvertrag, ohne daß man irgend etwas Zu- verlässiges über den Gang der Verhandlungen hört. Ein« War- schauer Meldung dürste den weiteren Verlan! der Verhandlungen immerhin günstig beeinflussen. Räch dieser Meldung hat die polnische Regierung beschlossen, das schon für Ende vorigen Jahres norgesehene, dann auf den 1 Februar verschobene Inkrafttreten der Maximolzölle für Deutschland nicht gelten zu lassen. Es soll vielmehr auf diejenigen Staaten beschränkt werden, die mit Polen weder einen Handelsvertrag haben, noch in Handelsvertragsverhandlunge» stehen. Am 26. Januar soll serner die Besprechung zwischen deui- schcn und polnischen Wirts chafts fuhrern. die in Berlin begonnen wurde, in Warschau wieder ausgenommen werden. Unter den 23 Teilnehmern der deutschen Delegation besinden sich vom Relchsverbond der deutschen Industrie der Geschäftsführer Herle und Assessor.Hartmann, vom Berein deutscher M aschin endananstalten dessen Geschäftsführer Direktor Lange. Wir weisen auch heute wieder daraus hin. daß derartige private Besprechungen von Industriellen neben den Staatsverhandlungcn eine neue Einrichtung sind, der� man nur mit größtem Bedenken gegenüberstehen kann. Solange die Massen der Verbraucher, die das entscheidende Wort bei Handelsverttagsverhandlungen zu sagen hätten, nicht eben- salls an derartigen Verhandlungen teilnehmen, so lange handelt es sich um eine b e s o n d-e r e Aktion und D e m o n st r a t I o n des P r i�v a t k a p ht a l o, die von Staats wegen nicht zugelassen werden dürfte und von der össenllichen Meinung bekämpft werden müßte. Warum find die Gtadie verschuldet? Eine Erklärung des deutschen Städteiags. Wir haben vor einigen Tagen berichtet, daß nach der offiziellen Statistik des Reichssinanzministerium die kurzfristige Verschuldung der deutschen Städte mit rund 700 Millionen Mark weit unter der phantastischen Summe von anderthalb Milliarden zurückgeblieben ist, mit der der Rcichslwnkpräsident Dr. Schacht nicht nur die deutsche Oefsentlichkeit, sondern auch die ausländischen Kapital- markte alarmiert Hot. Eine Veröffentlichung der Zeitschritt„Der Städtetag" zeigt, daß auch diese kurzfristige Verschuldung ihre ganz besonderen Gründe hatte. Eine kurzfristig« Verschuldung der Städte habe es immer gegeben und werde es auch immer geben müssen, so wird mit Recht ausgeführt. Um die kritische Zeit aber— Ende 1926 und Anfang 1027—, von der ab die kurzfristige Verschuldung rasch zunahm, haben entweder sehr vernünftige Erwägungen oder aber die Anleihepolitik des Reiches bzw. die Kreditpolitik der Reichs- dank selbst zur vorläusigen Inanspruchnahme kurzfristigier Kredite geführt. Die damals noch geltenden hohen Zinssätze ließen mit Recht erwarten, daß die Aufnahme von Anleihen zu einem späteren Zeitpunkt weniger Zinsen tosten würden. Dann hat die Auslegung der hprazentigen 500-MiUjonea- Anleihe des Reiches erfordert, daß dem Reich« auf dem deutschen Inlandsmarkt von den Städten keine Konkurrenz gemacht wird. Der von I9l4 bis 1024 aufgestaute Anleihebedors der Städte aber konnte nach dem Fehlschlag der öprozentigen Reichsanleihe aus dem deutschen Kapitalmarkt nicht mehr befriedigt werden, weil sich nicht nur die Städte, sondern auch olle offiziellen Stellen in der Kraft des inländischen Kopitalmarktes getäuscht hatten. Seit diesen viel zu spät er- kannten Umschwung ober ist durch die Politik des Reichs bans- Präsidenten in der Beratungsstelle die Aufnahme von langfristigen Auslandsanleihen den Städten unmöglich gemacht worden. So erkläre sich also die heutige kurzfristige Verschuldung der Städte auf vollständig natürliche Weise. Zum Schluß wird gefordert, daß die V e r a t u n g s st e l l e nach dieser weilgehenden Klarstellung ihre Arbeit baldmög- lichst wieder aufnehme und weiter, daß die Städie in der Beratungsstelle, was auch wir schon gefordert und unterstützt haben, durch einen Delegierten vertreten werden. Steigende Kohlenproduktion im Dezember. Die Kohlenförde- rung im Ruhrbergbau erreichte im Monat Dezember 10, 13 gegen 9,8 Millionen Tonnen im Nooember, während die Koks Produktion mit 2,6 Millionen Tannen den November um rund 100 000 Tonnen überstieg. Auch der Absatz muß sehr gut gewesen sein, denn trotz der M«l)rsordenn,g konnten die H a l d e n b e- st ä n d e bis Ende Dezember um 0,2 aus 1,5 Millionen Tonnen verringert werden. Die Berichte aus den s ch l e s i s ch e n Grubenbezirken melden eine, wenn auch unwesentliche Erhöhung der Fördermengcn und guten Absatz. Obwohl die zeitweise Herr- schende strenge Kälte im Braunkohlenbergbau empfindliche Bettiebsstörungen hervorrief, stieg die Rohtohlenförderung in Mitteldeutschland von 0,3 aus 0,6 Millionen Tonnen und die Brikettfobrikotion aus 2,23 gegen 2,17 Millionen Tonnen. Die Noch- frage war wegen des Frostes sehr stark. Da der Dezember�einen Arliettetag mehr auswies als der November, halten sich die Tages- leistungen ungefähr die Wage. Die Belegschaften im Ruhr- bergbau betrugen 308 043(— 800) und in Schlesien 75 330(4- 208). Und wieder Werslsusionen! Bei der vor einigen Monaten erfolgten Verschmelzung der Stettiner Aulkanwerfi mit dem Bremer Werfttrust, der Deschimag, deuteten wir bereits an, daß die Zusammenschlußbewegung im Schiffbau noch weitere Kreise ziehen würde. Wie jetzt von der Deschimag-Verwoltung bestätigt wird, bereitet diese Gesellschaft neue Fusionen mit der ischiisswerst See- deck in Wesermünde, der N ü s k e u. Co. A.-G. in Stettin und der Rostocker Neptun werft vor. Während der Ermerb der Seebcck-Werst dem Nordsectrust nur zur Abrundimg seines Bremer Anlagcbesitzes dienen dürste, ist der weitere Ausbau der Ostsee- Position, die durch den Besitz des Stettiner Vulkan schon recht stark ist, von Bedeutung. Der Widerstand, den die Deschimag mit ihren weilgesteckte» Dertrustungszielen in H a m b» r g fand, ist doch wohl so stark gewesen, daß sie es vorgezogen hat, ihre 5)amb»rger Fusionspläne zunächst zurückzustellen und dafür ihre Stützpunkte an der Ostsee auszubauen. Die nicht gerade rosigen Verhältnisse bei d.'t kleineren Wersten— den großen geht es ausgesprochen gut— kommen diese Pläne der Deschimag jetzt sehr gelegen. Für die kleineren Werften besteht so gut wie gar keine Aussicht, bei der Ver- gebung von Neubauten berücksichtigt zu werden. Diese Gesellschaften sind also gezwungen, Anschluß an die großen Werften zu suchen, wenn sie nicht ein langsames Absterben dein Verlust ihrer Selb- ständigkeit vorziehen. Die Deschimag will die Fusion dieser drei Werften, die zusammen rund 7,0 Millionen Mark Kapital besitzen, ahn« eigene Kapitalcrhöhung durchführen. Tschechoslowakische Freizone» im Hamburger Hasen. Der Ver- ' soiller Vertrag hat Deutschland verpflichtet, in den Häsen Homburg ! und Stettin der Tschechoslowakei Landstücke zu verpachten, die als ! Freizonen gelten und den unmittelbaren Durchgangs- verkehr von Waren von oder nach der Tschechoslo wakei dienen sollen. In Berlin wurden jetzt zwischen Ver. tretern der beiden Regierungen Verhandlungen geführt, die über die Größe des tschechoslowakischen Durchgangsverkohrs im Hamburger Hafen, Umfang sowie Auswahl der Hasenplätze und die - Einzelheiten für die Benutzimg der Hascnplätze zu einem positiven Ergebnis geführt haben. Ein aus Vertretern Deutschlands, der ' Tschechoslowakei und Großbritanniens bestehender Ausschuß soll über die in Berlin beschlossenen Borschläge demnächst endgültig entscheiden. «in russisch-spanische» Oelgeschäst ist abgeschlossen worden, das über 160 000 Tonnen lautet. Goldpfandbrlefe der Thüringischen Ländeshypolhekenbank A.-G. Weimar. Da der Ansang Januar aufgelegte Teilbetrag von 5 Millionen der Serie Xll der 8prozentigen rcichsmündelsicheren Goldpfandbriese überzeichnet worden ist, und zwar nicht durch tpekulaiive. sondern durch viele tleine Sparerzcichnunpen. hat sich die Landeshypotheken- dank entschlossen, weitere 3 Millionen Gold mark dieser S e r i e und außerdem 3 Millionen Gold mark reichsmündel- sichere Gold-Kommunalschuldoerschreibungen auf- aufzulegen. Nähere» in der heutigen Anzeige. Bazitle hat Württemberg nicht hinter sich. Genosse Keil protestiert im Namen der Württemberger. D< r Reichstag setzte gestern die erste Lesung des Reichshous- holts für 1928 fort. Einem formnimiftifchcn Antrag, einen Antrag auf Vorlegung des Berichts des Sparkon-missars Saemisch über die Pdaeb US- Angelegenheit mit der Beratung zu verbinden, mird von den Demschnationolen widersprochen, Der Präsident tobe teilt bei dieser Gelegenheit mit, daß die An- gesegenheit ohnehin zur Sprache kommen werde, weil durch einen Hachlragselal die dem Reiche aus der Phaebus- AstSre entstandenen kosten vom Reichstag angefordert werden mutzten. Äbg, Sciffert v* s,, Wt e,-«» /> V n»«/>»..< MI 1 1■>(•/* v* u» n* I-Vt-> rt»«1«*»•> rt vr e,!s„ � MI yi tJ____' Jj..' Rednern seien zumeist größere Ausgaben gefordert worden, ober man habe nicht angegeben, wo die Deckung hergenommen werden tolle, stn einem Rachiragsetat sollen Mittel für den Osten, aber auch für einige Gebiete des Westens angefordert werden. Dos, S,t euer- nereinheitlichungsgesetz liege dem Reichsrot vor, öon der Regierung sei es nicht verschleppt worden. Für die Berwoltungs-- resörm und für die Vereinheitlichung des Reiches bedeute die Länder- ksifserenz einen Fortschritt: das Habs auch der preußische Minister- Präsident am Schlüsse der Verhandlungen anerkannt. Man soltc das Scheusal also nicht ohne weiteres in die Wtlssschlurlst werfen. Das Drängen des Abz, Eremer nach dem Einhsitsstaat werde von seiner Partei durchaus' geteilt. In bezug auf sparsame Finanzwirtschasi müstc der Reichstag dem englischen Beispiel soigen und seinem Ausgabedrang im Laufe des Jahres Zügel anlegen. Mit der Verwoltungsresorm habe man bei der Post und bei der Finanz- Verwaltung bereits begoimen. Die für diesen Zweck eingesetzten Ausschüsse würden wertvolle Arbeit leisten, Abg. Keil(Soz.) Die Generaldebatte über den Etat hat sich in diesem Jahre als eine sehr nützliche Veranstaltung erwiesen. Rur einmal hat uns Wehmut rrsostt, als wir die Rede der Frau Gohlke hörten, die wohl ihre Abschiedsrede in diesem Hause war,(Heiterkeit.) Im allgemeinen hatte mohl ohne diese Debatte die breit« Oesscntlichkeit kaum Gelegen- beit gehabt, einen so tiefen und lehrreichen Einblick in das traute Familienleben des Regierungsblocks zu nehmen. Wir salzen da, wie der beste Etatskenner der Regierungsparteien, Herr Dr, C r e m e r, den rosenrote» Optimismus des Reichsfinanzministers mit einer wohltuenden Voriirteilolosigkeit beleuchtete, als fühlte er die Verpflichtung. die Richtigkeit der an der Finanzpolitik Dr. Köhlers geübten Kritik mkines Freundes Severing im einzelnen zu erweisen. Wir sehen so- dann, wie derselbe Wortführer einer maßgebenden Regierungspartei die Schäden und Gefahren der im vorigen Jahr auf Wunsch der Bayerischen Voitspartei betriebenen Politik der Data- tionen auszeigte, wie er auch der gesamten Regierung, namentlich aber dem Reichsinnrnminister, den Mangel an Führung in der wichtigsten Frage der Innenpolitik, die zur Zeit das deutsche Volk bewegte, be- stätigt. Wir sahen weiter, wie ein anderes Mitglied der Regierungs- Parteien gegen den kritisch gestimmten Koalitionsfreund den Vorwurf erhob, daß er die Gesetz« der Loyalität und des Anstandes außer acht gelassen habe. Wir sahen ferner, wie der berufene Vertreter der zmtitstärksten Regierungspartei heikle Anfragen an den Reichskanzler stellte, dem Innenminister Unterricht über seine Pflichten gegenüber dem Reichstag erteilte und zugleich der stärksten Regierungspariei ihre verantwortungslose Opposition in Preußen bescheinigte. Roch haben wir hier kein Echo ans diese erfrischenden Zurecht- «eisungen vernommen. Wohl aber hat die deutschnotionale Presse zu erkennen gegeben, daß sie die wohl abgewogenen Andeutungen des Harrn v, Guerard richtig verstanden hat. Gerecht und unparteiisch, wie wir Sozialdemokraten immer sind(Lachen rechts), wenn wir unfreiwillige Zeugen der internen Auseinandersetzung Mischen gegnerischen Parteien sind, erkennen wir gern an, daß sowdhl Herr v,(B ii£ r o r!i im Recht war, als er den Deutschnationalen, wie man in Württemberg zu sagen pflegt, als Deckel« vom Häfelc tat,(Heiter- keil), wie umgekehrt auch die K r e u z- Z c i t u n g mit ihren Be- schwerden darüber im Recht ist, daß das ohne die unerhäßliche Rücksicht- nähme auf die deutschnationale Regierungs freudig- teil geschehen lei. Rur können wir leider aus die stark Ketoni« Ankündigung der Kreuz-Zeitung kein? grotzen Hoffnungen setzen, daß die Deutschnationalen in allerletzter Zeit die Frage einer gründlichen Prüfung unterziehen würden, ob Ansehen und Würde ihrer Fraktion derartige Belastungsproben ihrer Koaliiionsfrcudigkeit noch lange er- tragen würden. So oft noch Ansehen und würde der Deutschnationalen mit ihrem Drang zu den Fleischlöpfeu des Begierungstisches in Wettbewerb getreten sind, hat stets dieser Drang den Sieg davongetragen. (Sehr wabrl bei den Sozialdemokraten,) Aber dos Bild, das die erste Rednerrunde dieser Debatte ergeben hat, wäre nicht vollständia, wenn man die Regierungsbank dabei im- berücksichtigt lassen wollte. Der Reichssinanzminister läßt sich bei seiner.zveitausschauenden" Finanzpolitik immer durch die Sieuererirägnisse der letzten vier Wochen entscheidend beeinflussen. Er Hot sich heute aus einige Aeußcrungen meines Freundes Hertz und von mir selbst berufen. Wir unterscheiden uns aber von dem Reichssinanzminister vor allem dadurch, daß wir trotz der günstigen Steuer- erirägnisie der letzten Monate die größten Besorgnisse um die künftige F i n a n z g c st a l t u n g haben. Wir können uns nicht vorstellen, wie man einen Ausgleich für das Jahr 1929 erzielen will, wenn man nicht wesentliche Kürzungen vornimmt, je- dech unter Aüircchterhaltung der Ausgaben für soziale und kulturelle Zwecke. Im übrigen hat Herr Dr. Eremer das Notwendige dazu so ausführlich gesagt, daß wir uns wesentlich daraus beziehen könnten. Auch der Reichskanzler hat wiederholt in die Debatte einge- griffen. Das eine Mal hat er eine übclduftcnde Korruptions- afsärc bei der Reichs marine zugegeben, die sie immer mit A b l e u g u u n g s v e r s u ch c n zu verdecken gesucht hol. Das z w c! t c M a l hat der Reichskanzler in die Debatte eingegriffen, um selbst ein Bild vollendeter Hilflosigkeit zu zeigen. Di« Sachlage ist so, daß Preußen einen Anspruch daraus hat, ein Mit- glied zum Lerwaltungsrot der Reichsbahn zu ernennen. Der Reichskanzler verneint den Anspruch und besetzt den Posten mit Herrn Luther. Der Siaatsqerichtshof hat aber den preußischen Slnspruch anerkannt und Preußen wünscht, daß Luther zur Räumung des Postens oeranlaßt werde. Die Reichsregierung lehnt es ab mrd fragt die Berwoltungsmitglieder, ob nicht eines von ihnen zurücktreten wolle. Diese lehnen das ob. Und nun tritt der Reichskanzler vor den Reichstag in einer Fassung, die der des aus dem Dache sitzenden Greises gleicht. warum lehnt cs die Reichsrcgierung ab. Herrn Luther in aller Form mitzuteilen, dost seine Ernennung ans Grund eine, Rechts- irrtams. also unter falscher vormisielzung erfolgt sei. und warum ersucht sie ihn nicht, von seinem Amt zurückzutreten? .Schließlich hat sich auch der Minister des Innern hären lassen. Allerdings erst aus Grund sehr energischer Aufforderung des Hauses UNd nach einer Belehrung durch den Reichskanzler. Herrn Kcudell muß' gesagt werden, daß die sazialdemokrotischc Fraktion und darüber hinaus auch weite Kreise des Reichstags in seiner Erklärung eine nicht sehr mutige Verlegen heitsausrede sehe, dringlicher sind als die Pflicht zur Teilnahme an unseren Berhand- lungen. Wenn er sich in sachlicher Form für die Verhandlungen des Land-bundes beurlaubt hätte, dann würde nichts dagegen einzuwenden gewesen sein. Wenn er aber soin Fernbleiben in eine so hämische Form Neidet, daß die Versammlung des Landbundes wiederholt in ein gegen den Reichstag gerichtetes Gelächter aus- bricht, dann fehlt ihm das Mindestmaß von Respekt gegen die Ver- tretüng des deutschen Volkes.(Sehr wahr! be! den Soz.) Im übrigen haben die Redner de, Bürgerblocks in wirksamer Weise durch ihre Ausführungen die Bemühungen meines Partei- freundes Severing unterstützt, die Wähler über den Charakter dieser Regierung aufzuklären. kein Wort ist darüber gefallen, wie die Versprechungen ersüllt werden sollen, die den Wählern vor den letzten Wahlen gemacht worden sind! E, ist auf jener Seite auch kein Wort der Kritik gegenüber der Profit- und Gewalipolitik de, großen Kapitals gefallen! Wir wissen ja längst, daß die Vertretung der großen Kapitolsintc rossen vorwiegend bei de» D e u t s ch n a t i o- n a l e n liegt. Gegenüber der Umschmeichelunq der Wählerschalt in den Vcrsammliinge» und in der Presse der Deurschnationalen müssen wir dieselatsache vor dem deutschen Volke immer wieder feststellen. Der deutschnotionale Redner hat seiner Enttäuschung über die Außenpolitik der R e cht s re g i er u n q offen Ausdruck gegeben. Dieselbe Außenpolitik, wie sie seil 1919 mit einigen verhängnisvollen Unterbrechungen getrieben morden ist, und auch weiter getrieben werden muh. wenn Deutschland nicht weit zu- rückgeworscn werden soll. Aber diese Außenpolitik muß in ihren Wirkungen auss Schwerste geschädigt werden, wenn an ihrer Durch- sührung eine Partei beteiligt ist, bei der tagtäglich in unverantwort- licher Weise gegen die eigene Regierung gehetzt wird. In einem Punkte freilich suchte der deutschnatiouale Redner als mit einer außenpoliiischcn Tat zu prunken, nämlich mit der Bemerkung HindcnburgsbeidcrTannenbergfeier über die Kriegs- schuldlüge, wie bescheiden doch plötzlich die Deutschnationalen geworden sind! War der in Tannenberg erhobene Widerspruch gegen die deutsche Kriegsschuldlügc elwa neu? Hat nicht jede Regie- r u n g seit 1919 bei jeder Gelegenheit Erklärungen des gleichen Inhalts abgegeben? Die Deutschnationalen haben doch, solange sse nicht in der Regierung saßen, gefordert, daß die Rotifizicrunq des Widerspruchs gegen die entsprechende Bestimmung im Versailler Vertrag bei den Mächten abgegeben werde. Auch diese Forderung haben fie jetzt ausgeben müssen, weil sie von ihrer Ueberflüssigkeit überzeugt find, denn das weiß die ganze Welt, daß Deutschland niemal« die Sriegsschvld anerkannt hol.(Sehr richtig! bei den Soz.) Eine große Rolle hat in der Debatte der unfruchtbare Verlauf der Länderkonserenz gespielt� Auch außerhalb Württembergs wird kaum jemand ein solches Auftreten erwartet haben, wie es sich der Württemberg ischeStaatspräfident auf dieser Kon- ferenz erlaubt hat. Herr Bazills hat m Herrn Wallraf einen Der- leidiger gefundeiz. Er hat seinen Freund mit der Behauptung in Schutz genommen, der Satz in der Rede Bazilles, der die unmittelbare Gefahr für den Bestand des Reiches und den europäischen Brand her- oufbeschwört, für den Fall, daß man zum Einheitsstaat zu gelangen versuche, sei aus dem Ausammenhoiig herousgegrissen. Herr Vazille behauptet, er habe seinen Worten noch einen Satz hinzugefügt, wonach« zu großen innerpolitischen wirrungen in Deutschland kommen werde' und dann würden die mißgünstigen Rochborn sich diese Gelegenbeit zum Eingreifen nicht entizehen lassen. Zch stelle fest, daß dieser Satz in d->r Rede des Herrn Vazille. die im genauen Wortlaut im würlteinbergischen Staats- onzeiger abgedruckt wurde, nicht en(holten ist.(Stürmisches hört, hört! bei den Soz.) Im übrigen hat Herr Bazille seiner Drohung noch ein« Per- dächtigung politischer Kreise hinzugefügt, die angeblich auf eine Zerstörung des Reiches hinsteuerten. Diese Unterstellung ge- stattet sich ein Mann, auf dessen Rede die„K ö l n i s ch e Z c! t u n g" das Wort.„Hochverrat" angewandt hat. Als einer der Abgeordneten Württembergs ist es meine Pflicht, zur Wahrung des Ansehens des Landes hier festzustellen, daß Herr Vazille mit seinen g:o.esken Drohungen das württembergischc Volk selbstverständlich nicht hinter sich hat. Das führende Blatt des württembcrgischen Zen- t r u m s. dos mit Bazille gemeinsam die württembergischc Regie- rungskoalition bildet, hat erklärt, daß seine eigenen Parteifreunde ihn in diesem Punkte nicht allzu ernst nehinen.(Hört, hört! links, Zuruf: 8 51.) Herr Bazille gehört hier im Reichstag der deutsch- nationalen Fraktion an. Die Drohungen, die er aus der Länderkonferenz ausgesprochen hat, sind aber weder deutsch noch national. Sic sind umsoweniger verständlich, weil die würtkem- bergische Regierung unter seiner Führung in den letzten Zolzren in zahlreichen Fällen gesetzgeberischen Maßnahmen des Reichstags zugestimmt hat, die in grader Richtung zur Vereinheitlichung des deut- scheu Staatswesens führen. Im Jahre 1919 bemüht« sich die württem- bergische Regierung darum, das damals vorgesehene Rcichsoerwal- tungsgericht nach' Siuttgart zu bekommen. Es wurde zu diesem Zweck auch«in schloßartiges Gebäude erworben. Heute, wo der württembergischc«taatspräsident dieses Gebäude bewohnt, erhebt feine Regierung Protest gegen die Errichtung des Reichsvcrwaltungs- gcrichts.(Hört, hört! links.) Gegen den Beschluß beim Reichs- befoldungsgesetz, wonach für die Dauer von fünf Jahren von je drei freien oder frei werdenden Beamtenstellen eine wegfällt, und durch den der innerste Nerv der sogenannten Eigenstaatlichkeit berührt wird, hat nur die Sozialdemokratie gestimmt. Er ist angenommen worden von den Parteien, die sich heute als die berufenen Hüter der Eigenstaatlichkeit aufspielen. Die Ausdehnung der Zustän- digkeit des Reiches ist nicht geschehen im Wege des Zwanges. sondern oufGrundgcgcnseitigcrV er st ä n d ig ung. und auch alle weiteren Eingriffe in die Rechte der Länder noch Schaffung der Weimarer Dersassung geschehen mit ausdrücklicher Zustimmung der sogenannten Föderalisten. Die württembergische Bevölkerung denkt nicht daran, dem deutschen Reiche die Treue zu kündig«». Die Zeiten sind vorbei, in denen ein Oberhaupt Württemberg, Söhne des schwäbischen Volkes an einen feindlichen Eroberer ver- kaufen konnte. An die Seite des schwäbischen Vauern und Vürgcrs ist jetzt noch der Arbeiter getreten, der sich zu einer starken sozialen Schicht und damit zu einem politischen Macht- sakioc entwickelt hat und der die Reichseinheit nicht antaste» lassen wird.(Sehr richtig! bei den Soz.) England und Württemberg sind von Historikern als die einzigen europäischen Länder gerühmt worden, die sich schon im Mittelalter eine konstitutionelle Bersassung errungen haben und im Verlause des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der württembergische Staat zum freiheitlichsten unter den zahlreichen deutschen Ländern. H«lte ist tue Grimdlagc der staatlichen Willensbildung, beruhend im allgemeine« demokratischen Wahlrecht, die gleiche im Süden wie im Norden. Damit sind die psychologischen Hemmnisse beseitigt, die es bisher ver- hindert haben, die Konsequenzen zu ziehen, aus der Entwicklung der Wirtschafts- und Verkehrsvcrhältniss«, aus den politischen Erkennt- nisten und Einsichten. Deutschland wird nicht, wie gewisse Kreis« es darzustellen versuchen, den Zentrolismns irgendeines anderen Landes blindlings nachahmen, sondern bei der dringend notwendigen Reichsresorm das historisch gewordene und die kulturellen Möglich- keiten berücksichtigen. Und wenn der würktembergische Staalsprä- fidcnl den Anschein crweckl, als ob das württembergische Volk die Augen gegen solche Erkenninis verschließe, so muß in aller Deutlich- teil festgestellt lverden. daß es iich dabei um ein Manöver der Rechts- regierung für die in Württemberg bevorstehenden Wahlen handelt. Man schätzt jedoch das württzmbergische Volk viel zu tief ein, wenn man glaubt, daß es einer solchen par-eipolilischcn Demagogie auf Kosten des Reichsgedankens zum Opfcr fallen würde. Württemberg wird bei seinen Landtagswahlen ein Vorposteiigefecht für die große Entscheidung im Reiche liefern, uni dem deutschen Volke zu bewei.se», daß bei ihm nech der knorrige alie Freiheitsdrang herrscht. Damit wird es sich im wahren Sinne des Wortes als deutsch und als national erweisen, und auch die sozialen Kräfte werden sich in Württemberg entfalten zur Schaffung eines wahren sozialen V o l k s st a a I e s. lStiirmischer Beifall bei den Soz.) Abg. Dr. Ouaalz(Dnat.) crtlört. die Rot der Landwirischast bedrohe das gesamic dcutso'zc Volk mit einer Katastrophe. Wir liefen Gefahr, mitten im sogenannten Frieden die Kernprovinzen des alten preußischen Staates zu verlieren. Deshalb sei eine großzügige Ost- Politik notwendig. Die deutsä'e Zahlungsbilanz biete unter dem Druck der Reparationsleistungen ein hossnungsloses Bild. Die Idee, daß wir unsere Stellung aus dem Weltmarkt erheblich verstarken könnten, werde sich als Illusion erweisen. Das Geld für Export- kredite soll!« man lieber für die Landwirtschaft oerwende». Ganze landwirtschastliche Gebiele würden von den Steuern besreit werden müssen. Der Redner weist weiter die Angriffe auf den deutschnationalen württemberqisäzen Staalsprasidenten Vazille zurück, dessen Ausführungen auf der Länderkonserenz nicht so ausgelegt uvrdcn dürften, wie es hier geschehe» sei. Abg. Schräder-Mecklcnbiieg(Volk.) halt eine Revision der Dowes-Gesetzc für die Voraussetzung zu einem Wiederausbau Deutschlands. Dazu scheine ch-er der richtige Zeitpunkt schon verpaßt zu sein. Die Länderkonserenz sei ein Schlag ins Wasser gewesen, ihr Ergebnis fei gleich Rull. Ilm 18?* Uhr wird die Weiterbcratung auf Dienstag, 11 Uhr, vertagt. Außerdem steht auf der Tagesordnung die Fortsetzung der Debatte über die Ruhr-Entschädigungen und die.zweite Beratung des Iuftiz-Etats. -Unterhaltung unö AAissen Beilage des Vorwärts das Gespräch so jäh ab, wie sie es begonnen hatte, und»«cht««ine Handbewegung, als wolle sie etwas oerscheiichen, dos in ihrem braven Leben keinen Platz hoben durfte... f■ ♦ Nicht wahr, sie ist gar nicht sensationell, die kleine Geschichte der braven Frau.fteinicke? Nur so, wie alle Geschichten von rebellischen Herzen, die still geworden sind: ein bißchen lächerlich und ein bißchen traurig. Schnee in der Heide. Von Hans Vlunck-Oldemaren. Wie stehen die Erlen düster zwischen dem Himmel and meiner weißen Heid«. Ihre Besen, um eine versiegte Quell« gedrängt, drohen kohlschwarz mit Strünken und Ruten wie aus unterirdischen Kräiten gegen die müde Einsamkeit. Denn aller Schnee ist blind und die Wette ist grau und zufrieden. Auch der Wind ist schlafen gegangen und die Wolken blieben seit langem milde stehen. Die Erlen rühren sich nicht, aber sie drohen ihren Widerspruch gegen die rein«, helle Welt lautlos in die Rund«. Noch nie sah ich ein Schwarz so aufsässig, so zerstörend, mitten in der gemessenen, schwcnnütiaen Einsamkeit der Heid«, wie diesen Erlenbruch. Ohne lastenden Schnee, den über?og eine Stunde Sonn« schmolz, ohne Uebcrgang, ausrecht, mit gesträubten Schöpsen und geballten Fäusten haben sie in ihrer Mulde Platz genominen und lauern auf«ine Stunde, die dieser Heide Frieden. bricht. Bielleicht, daß sie dann zu Flammen ausbrennen werden. Sie knistern, wenn man zu ihnen hinüberwandert. * Wieviel friedlicher ist der weiße Kiefenrrond! Sonne und Mittagswind hatten ihn noch nicht berührt. Mit weißen Barten und struppigen Greisenschöpfen reiht sich ein Daum an den anderen, wer weiß ihre Zahl? Den» diese Einsamen, an deren Füße schon die saure Evde reicht, die Riesen, die einst einem ruhmlosen Sterbxn vor den Seinen wuchernden Büschen oerfallen, scheinen so alt, wie die Heede selbst. Ungeheuer, wie Eichen zerspellt, halb vorgebeuzi von der weißen Last, neigen sie sich gegen die Wette, als lauschten sie seit undenklichen Tagen auf einen König, der über die Heide kante, oder auf ein Wort, das au» dieser dürren Evde einen Garte» zaubert. Ihnen gehören drüben in der Schwellung des Bodens die Wacholder, dunkle Freund«, die nicht von ihrer Wurzel weichen und doch ewig die Haltung ruchlosen Wandcrns haben, ihnen gehört die Weite dieses Winters. Ich sah viel Pinien und Zypressen jenseits der Alpen Seltsamer, urgewaltiger steheu diese Kiesern in der nordischen Landschaft mit ihren Kronen, wie treibende Wolken, mit ihren roten Hochstämmen, die auch an grauen Togen vom Sonnenlicht etwas bewahrt zu höben scheinen. Eindringlicher, träum harter sprechen die Wacholder zu mir, hie zu meiner Seele gehören und unseres Lebens rätselvollen Zlbklang tragen. Was hat er doch für Rot. was bullert der arme Waterkerl den ganzen erfrorenen Bach entlang! Mein Schlitten antwortet lustig klingend, der Schnee stäubt zu thm hinüber. Er fährt mitten durch die wette Weiße, die vom schwarzen Hohlsaum unter den Wolken bis zum Kiefernrand drüben nach Norden reicht. Eine Reihe kurz- köpftger Pullweiden weift den Weg. Sie werden alljährlich ge- jchoren und haben echte arme Strubbelköpsc. Ohren und Kropf wachsen fast über den Schädel hinaus. Dazu wenig Kurzweil, selbst im Sommer, denn es ist selten, daß ein Mensch diesen Weg ins Moor ohne End« fährt. Aber jetzt haben sie ihren vertrackten Spaß: nntcrm Eis kullert und bullert und hämmert einer vor Atemnot. Der alte Waterkerl, der im Sommer nicht genug über ihre Fratzen lochen kann, obschon ihm selbst dos Moos auf dem Rücken wächst, neidet in diesen Wochen den Pullwicheln die stille, frostkalte Lust wie das Leben. Und well er bei ihnen kein Mitleid erfährt, schreit er neben meinem Schlitten her, hofft wodl, ich werde ihm eine Tür in die Eisdecke schlagen. Slber immer, wenn ich hatte, ist er just totenstill oder knockt weiter ab und ruft mich dorthin. Er hat Furcht, sich mir zu zeigen, ich weiß es. Aber schließlich kann ich nicht hinter ihm drein lausen. Er hat auch noch jeden Winter überstanden, ich könitte wett rennen, müßte ich allen Waterkerlen Lusllöchcr hauen. Ich schaue lieber über die tnippendeit Schellenbüsche der Pferde hinaus, suche dahin, wo Heide und Walken sich berühre». Einmal, sagte man mir als Kind, würde dort ein Schloß oder ein Rosengarten aufsteigen, der für mich bereitsteht. Ich suchte ihnen seitdem Jahr um Jahr entgegen, aber noch fand ich nichts. Wer weih auch, ob sie nicht längst Fremden gehören, die mir zuvorkamen, was suche ich noch? Ich bin ja doch dieser Weite ver- fallen, diesen weißen Ebenen, die mein sind und meines Wesens Teil. Ach, ich möchte oft die Arme ausbreiten, mich flach vornüber werfen und mich von ihnen einsaugen losien, um eins zu werden mtt ihrer schwermütigen Innigkeit, mit der sie mich rufen und an sich locken. Aber immer, wenn ich schon die Zügel falte, schweift mein Blick wieder voraus> dahin, wo Himmel und Erde«ine» schmalen Strich bilden, der einst zum Garten aufspringen soll. Darwins Dohusih als Nationaleigentum. Der Präsident der British Association, der Anatom Sir Arthur Keith, hotte kürzlich zur Sammlung eines Fonds aufgefordert, damit man Darwins Haus zu Down« in Kettt als Natt onalei gen tum erwerben könne. Dos Haus ist noch im Besitz des hochbetagten Sohnes des großen Naturforschers, des Pflattzcnphysiologen Prof. Francis Darmin. mtd dient gegenwärtig einer Mädchcirschule� Unmittelbar nachdem die Aufforderung bekannt geworden war, lief dos telegraphische Angebot des als Sammler bekannten Arztes G. Browne ein, die nötige Jjumme für den Ankauf und für eine zur Erhaltung erforderliche Stiftung zur Verfügung zu stellen. Der Spender machte zur einzigen Bedingung, daß ihm die Kosten allein zur Last fallen sollten. Er äußert« ferner den Wunsch, daß das Haus, die Studier- und Arbeitsräum« ubd die Wohnzimmer sowie der Garten möglichst wieder in den Ziistond w'« zu Darwins Lebzeiten versetzt und kastenlos zugänglich gemocht würden: zum Kustos möge man einen bcdfirftigen und verdiente tt Arzt bestimmen. ,«.„• /, 5« 7,: 5 . 7»7.1s .'■anft .;T?- Pflanzennahrung der Urbevölkerung Von Dr. W. Wächter. Die brave Frau Heinicke. Von Frida Edel. Frau Heinickc ist eine oußeordetttlich brave Frau. Der ehren- werteste Idiot findet keinen Makel an ihr. Ja, der ehrenwerteste non allen, ihr Mann, aeruht zuweilen, ihre Bravheit anzuerkennen. Und dos will was heißen... Es ist gar nicht so einfach, eine so brave Frau zu sein wie Frau Hcinicke. Es gehört unheimlich viel dazu: unermüdliches Schaffen von morgens bis Mitternacht, ohne Anerkennung zu finden und ohne Anspruch darauf zu erheben, stetes Bereitsein für die Launen und Wünsche der Famlltenntitglieder, ohne selbst Launen tind Wünsche zu hoben, und dabei immer den unangenehmsten Dingen ein geduldiges Lächeln zeigend: so ist Frau Hcinicke. Ich bewundere sie sehr... Es ist ausgeschlossen, daß soviel Braohett ein Naturzustand ist. Ich glaube, daß man darauf trainieren muß, daß diese Bravhett■ erworben werden muß durch sehr viel Verzicht, durch vollständiges Auslöschen aller eigenwilligen Wünsche»nd Traume und Sehnsüchte — mancher lernt das nie. Es gibt keine absolute Braohett. Wir alle haben unsere Flegel- jähre gehabt— bis wir unter die Fuchtel kamen... Auch Frau Heinickc, die brave, still«, kleine Frau Heinick«, die für alle Schikanen des Lebens das gleiche geduldige, resignierte Lächeln hat, war nicht immer die brave Frau Heinickc. Nicht etwa, daß sie sensationelle Abenteuer hinter sich hätte. Sie ist gor nicht wetter sensationell, die Geschichte ihres»dunklen Punktes', nur so, wie alle Geschichten von rebellischen Herzen, die still geworden sind: ein bißchen lächerlich und ein bißchen traurig... Es war in einer jener Stunden zwischen Tag und Däinmerung, eine jener sellcnen stillen Stunden, in denen wtr das Schlagen unseres Herzens hören, in denen unsere gestorbenen Träume die Augen aufschlagen, in denen dos Sonnenschiff der Sehnsucht in die Ferne fliegt... Das Zimmer lag schon im Dunkel, draußen flammten einige Lichter auf, der Schnee fiel so sacht, ans der Nebenwohnung drangen oereinzette Akkorde eines Chopinschen Nocturnos— da sagte die kleine Frau Heinicke plötzlich, so ganz aus ihrer Gedankenversunken- hett heraus:»Ja... genau so ein Tag war das. als ich meinem Mann davongelaufen bin.' Ich traute meinen Ohren nicht. »Kind— was machst du für große Augen? Ja fteilich... Du weißt so nicht... Aber— dos ist schon so lauge her. Wozu davon reden... Ist sa längst Gras über die dumme Geschichte ge- wachsen. Läuft alles wieder so hübsch im allen Gleis, fo viel« Jahre schon...- »Ja, so viele Icchre schon, die ich dich kenne, läuft alles bei dir st» hübsch im Gleis. War dos nicht immer so?' »So viele Jahre, ach...' Sie lachte, ein sonderbares Lachen. Ich hatte Frau Heinicke noch nie so merkwürdig lachen hören. Ich kannte ja an ihr mir dieses kleine, geduldige Lächeln. «Iß, denk' dir. damals schon spielte irgendwer hier sin Haus« dieses Ehopinsche Nociurno. Ja— und da war so ein Dintcrtag. lind die beschneiten Gärtchen sahen so lustig aus. Damals war ich noch so dumm, mußt du wissen. Und so anspruchsvoll. Ach Gott, ich hatte geglaubt, die Eh«, das wäre so ein Hand-in-Hand-Gehen, so eine prachtvolle Kameradschaft, weißt du. Und dann war alles ganz anders. Weißt du, die Möimer brauchen ja gar keinen Lebens- kameraden, da» bilden wir uns bloß ein.' »Aber du darfft das doch nicht so verallgemeinern...' »Ach, laß... mein Mann ist nicht bester und nicht schlimmer, als tausend andere... Aber damals war ich über manches empört, woran ich mich heute längst gewöhnt habe. Man gewöhnt sich ja an olles.. »Nun. und...', fragte ich, als mir ihr Schweigen zu lange dauerte.»An jenem Wintertog?' »An jenem Wintertag... ja, da hotte sich mein Mann ganz besonders unkameradschaftlich benommen. Und als ich dann weinte, nannte er mich ein hysterisches Frauenzimmer... und dann ging er fort... zu seinen Kegelbrüdern... Männer ltaben ja immer Kegelbrüder oder Skatfrcundc oder Berufskameraden, zu denen sie gehen, wenn sie sich ärgern... Wohin gehen wir?' „Und dann liefst du also fort...", unterbrach ich wieder ihr Schweigen. »Ja, dann lief ich fort. Ich wußte nicht, was ich wollt«, wohin ich wollle. Es war etwas sehr Sinnloses, dieses Davonlaufen. Do lief ich nun in der Stadt herum. Und alles war so grau und sinnlos häßlich, die Häuser und der Himmel und der Schnee, der in dcr Dorstadt so lustig ausgesehen bot!« und in dem Straßengewivr der Stadt zu schmutzigem Schlamin wurde. Und daim wurde es Nacht, so eine kalte, sinsterc, sterncnlosc Nacht. Da stand ich nun out einer Brücke und starrte in das dunkle Woher hinunter. Ich fand nicht den Mut, hinunterzuspringen. Stundenlang habe ich da gestanden. Und dann kam ein Schutzmann und brachte inich ins Obdachlosenasyl. Gräßlich war das! Stelle dir vor: ich wtirde untersucht, ob ich Ungeziefer hätte, ich mußte einen rot und weiß gestreiften Kittel anziehen, und donn mußte ich mich aus eine eiserne Bettstelle mit Drahtmatratze lege». Ich habe die ganze Nacht kein Auge zugetan. Neben mir lag ein junges Mädchen, das die ganze Nacht stöhnte und wiinmcrte. Sie war schwanger. Denk' dir: ichwanger und obdnchlosl Dann war da eine siebzigjährige Fron, die die halbe Nacht über die Schlechtigkeit der Menschen schiinpste. Und dann war noch eine Polln da. die kannte fast sämtliche Obdach� losenainle Deutschlands und erzählte gräßliche Geschichten. Es war ejv« e-'chic eliche Nacht... .'Und am anderen Tage kam dein Mann und bolte dich zurück ins traute Heim!" »Ja. Woher weißt du das?" »Das ist ja nicht schwer zu erraten. Der merckchenfteundllche Schutzmann wird ihn benachrichtigt haben." „Ja, das hat er.' „Und du warst lehr froh, daß du nicht mehr obdachlos warst. wie das schwangere Mädchen oder die siebzigjährige Frau oder die Polin, die samtliche Obdachlosenasyle Deutschlands kannte.' »Ja. ich war sehr froh. Und Hab' mich sehr geschämt!' »Geschämt? Weshalb? Weil du davongelaufen oder weil du wiedergekommen bist?" Auf diese Frage hat mir Frau.Heinickc keine Antwort gegeben. „Und dein Mann hat dir großmütig verziehen?' „Dos bot er." „Ja, und dann brst du die brave Frau Heinicke geworden. Und bist nie mehr davongelaufen. Und hast dich an alles gewohnt.. „Wir wollen L'cht anzünden." brach da die klein« Fron Heinicke Als die Menschen den Ackerbau noch nicht erfunden hatten, als sie sich von der Jagd, vom Fischsong ernährten oder nomadisierende Hirten waren, mußten sie natürlich irgendwelche pflanzliche Nahrung genießen, da der Mensch von Fleisch allein nicht zu leben vermag. Wenn sie also noch nicht verstanden. Pflanzen zu kultivieren, so blieb ihnen nichts anderes übrig, als zu nehmen, was ihnen die Natur an wilden Pflanzen bot: sie sammelten also Kräuter. Wurzeln, Zwiebeln, Knollen iml) Früchte, ganz wie die Tiere.— Bevor die Menschen gelernt hotten, Feuer zu machen, wurden die Pflanzen wie das Fleisch selbstverständlich roh gegessen, was unseren Vorsahren übrigens ganz gut bekommen sein muß. Bekanntlich wird ja auch heute noch dcr Rohkost das Wort geredet, und wir olle essen ja immer noch rohe Früchte und Salate, wie wir Tatarbeefsteok und rohe gesalzene Heringe mit mehr oder weniger Genuß verzehren. Alts Professor M a u r i z i o s neuem Buche(Die Geschichte unserer Pflanzennahrung von den Urzeiten bis zur Gegenwart. Berlog von Paul Parey, Berlin) können wir zu unserem großen Erstaune» lernen, welche Fülle non verschiedenen Pflanzen den„Sammlcrvölkern" zu Gebote standen. Etwa-Ml Pflanzenarten hat Maurizio ausfindig gemacht, die aus der nörd- lichcn Halbkugel, ohne Berücksichtigung der Tropen, gesammelt wurden. Würden wir die Pslanzen der südlichen Halbkugel und die der Tropen auch kennen, so würde die Zahl dcr Nohningspflonzcn sicher auf das Doppelte anschwellen. Mit Erfindung des Ackerbaues wird die Johl dcr Nutzpflanzen immer geringer, und heutzutage, wo wir eigentlich nur noch angeboute Pflanzen esten, lasten sich diese fast an den Fingern abzählen. Es mor natürlich nicht leicht, festzustellen, welche Pflanzen unsere Vorfahren vor Tausenden van Iahren gcgestcn hoben, ober wir ge- Winnen dach ein ziemlich zunerlössiges Bild non der pflanzlichen Ilrnahrung, wenn wir ausfindig machen, welche Pflanzen jetzt noch non den primitiven Völkern gesainwett werden, was sich an Pflanzenresten in den Gräbern vorgeschichtlicher Völker, der Pfohlbauern usw., findet urch welche Pflanze» in geschichtlicher Zeit von den Menschen bei Hungersnöten gesommett werden.. Unsere Farschungsreisenden haben nur zum Teil auf die Nahrungspslanzen der»Wilden' acht gegeben, und selbst die Botaniker unter den Reisenden hoben sich meistens darauf beschränkt, die wildwachsenden Pflanzen zu sammeln und zu bestimmen. Forscher, wie der berühmte Atrikareisende Schmeinjurth, der großes Gewicht auf die Erforschung der Nahrungs- mittelbeschaffung der Eingeborenen legte, sind selten. Auch die PräHistoriker, die Erforscher vorgeschichtlicher Völker, hoben lange| Zeit die Bedeutung psianzlicher Reste in den Gräbern verkannt, und der Inhalt mancher Urne ist als unwesentlich verschüttet worden. Die Bedeutung der Pflanzen, die in Hungerszeiten gesammelt wer- den, für die Fragestellung Mourizios wird feder begreifen, der sich an die ,.Wildflemüjc"-Zeit des letzten Krieges erinnert. Daß diese Wtldgemüse einstmals zu den-Sammlerpslanzen unserer Lorsohren gebort haben, ist mtt Sicherheit anzunehmen. Es ist ein soziologisches Gesetz, daß in Zeiten rückläufiger Kultur die Menschen immer wieder auf die Sitten und Gewohnheiten bereits durchlaufender Enttvick- lungsphasen zurückgreisen. Wenn plötzlich alle Maschinen ver- schwänden, so würden wir genau wieder die Werkzeuge unserer Vor- eitern benutzen: wenn es plötzlich kein Eisen oder Kupfer wehr gäbe, würden wir wieder unsere Wösten und Werkzeuge aus Stein her- stellen. So geht es also auch mit den Nahrungsmitteln/ An wie interessanten Dingen man uorübergehen kann, ivenn man die Kenntnisse der menschlichen Ernährung nicht genug würdigt, lehren die Fälle, in denen die Forscher sich einmal mit diesen Dingen etwas eingehender beschäftigt haben. Zu den anregendsten Kapiteln des Maurizioschen Buches gehört dasjenige, in dem die Rede ist von dcr gemeinsehastlichen Nahrung dcr Menschen und der Tiere. Wie die Menschen sich Wintervorriite beschössen, so gibt es außer dem Hamster eine ganze Reihe van Tieren, die in guten Zeiten an die schlechten denken. So sammelt z. B. eine Wasserröttc Wurzeln, die sie sorgsästig reinigt mtd sortiert. In Sibirien gibt es eine Wühl- maus, die ebenfalls große Mengen von Wurzeln sammelt, sie sorg- fällig reinigt und in zollange Stücke zernagt. In der Mongolei lebt eine Hasenart, die sich Heunorräte anlegt. Die Menschen spüren ihnen nach und treiben ihre Schafe in jene Gegenden, wo der Hase lebt, wenn das Futter knapp wird. Die Schafe rauben dann dos Heu, das die Hofen mit Mühe ziisammengebrgcht haben. In Norst- osien bcstchlen die Itälmen die Vorratskammern dcr Mäuse, die die Zwiebeln des Türkenbundes, einer auch bei mts vorkommenden Lisic, aufspeichern. Diese Zwiebeln gelten bei den Itälmen für einen Leckerbissen, sind aber etwas mühsam zu sammeln/ und so lassen sie die Mäuse für sich arbeiten. Als Ersatz legen die Menschen in die Mäuselöchcr Zirbelnüsse, und außerdem lassen sie den Mäusen etwa ein Drittel der Zwiebeln zurück. Aehnlichcs wird von einem Indianerstomm in Amerika berichtet: auch sie entnehmen den Bor- ratskamniern der Mäuse schwer zu sammelnde Pflanzenteilc, eine Erdbohne. Dafür legen sie den Mäusen Mais in das Nest, und auch sie lassen einen Teil der Erdbohnen zurück. Der Entdecker dieser sonderbaren„Interessengemeinschaft" spricht non einer Symbiose zwischen Mensch und Mau?. Da wir aber in der Biologie unter Symbiose ein Gemeinschaftsleben verstehen, in dem'jeder Partner dem anderen nützlich ist oder zum nündesten keiner den anderen schädigt, so ist die Bezeichnung Symbiose wohl nicht ganz zutreffend, denn ohne Frage ist die Maus im Nachteil. Im Grunde genommen ist es ein ganz raffinierter Egoismus, wenn die Itälmen und In- dianer den Tieren so viel der kostbaren Zwiebeln und Bohnen lajsen. daß sie nicht die Lust zum Weitersammeln verlieren. i Es ist merkwürdig, mit wie sicherem Instinkt die. Tiere die ihnen bekömmlichen Pflanzen sammeln und dos Schädliche vermeiden. Und so müssen wir wohl annehmen, daß auch die Naturvölker noch mit einem ähnlichen Instinkt für dos ihnen Zuträgliche ausgestattet sind, der uns ganz verlorengegangen ist. Wer von uns heute, ohne Kenntnis der Pflanzen zu befitzen, darauf angewiesen wäre, sich seilte Nahrung zu sammeln, würde ganz' bestimmt nicht immer das Richtige treffen, sondern manche giftige Beeren und Wurzeln erst kennen lernen, nachdem sie ihm Beschwerden gemacht haben. pMiptaj Dienstag�4.1.28 Staats-Oper AmPl.d.Repubi. 7V- Uhr itutl. Sduaspislb. to Otidiinciinatti TVj Uhr Berearliier?OD Sevilla Dienstag�4.1�8 Städtisdie Oper Bismartkstr. tt.-TonuII. tot.7>/j Staad Sdiiliertt. Charlottenburg 8 Uhr Charleys Tante Volks biih ne Tbsatet an SSIowplah S Uhn Mann ist Mann Tb. an SAiffbioarteniii 8 Uhr Schieber des Rahms I�Momlsöic Oper 8�1 I Neoartiges KevacStück I Alles Nackttl (Xach d. glelchn. Paris. Revue I «Tont nu-). 200 Mitwirkende| Oiisloal- Pariser KostOme Parkett 3,»0 Mfc. | Theaterkasse nnunterbr.ge6ftn| CASINO-THEATER* Uhr Lothringer Str. 37. Die spanische Fliege. AoHchnelden■ Gutschein 1—4 Pers. Fauieuil nur 1,10 M- Sessel nur 1.60 M. 8anicnk).Bihui> Th.Känlrträtz. St. Bergm.2110. a'/4 Uhr SM« Wetterstaii von WedaKlnd Üq!» Vidoi äamvü) Komödicnhftcu Norden 6304. 8.16— 10 40 Uhr ThaSia-Theater 8U.; Das Kaiel gellt dutth das Ifadciöhr Lastspielhaus Sr. Uhr ouj da Tbieiscber „Uoter Gesdiäftsaifsidit" Kleines Tiieater Täglich R'/. Uhr Erika GUgner it Grcichen Sonntag, nehm. 4 Uhr ErUta suunaer LUsy dieUoiiotie Resideez-Theater T(gl.»>,. Uhr: Oergr.lJKlspielerlolg Sdetmama mit Kaoti Arnstaedt 11» Ktutb, Pao! Rnduls. Emil UlanilaLasanKattogi. ftose-7heater UV, Uhr Der Pfarrer von Kirdaleld Nollendorf 7360. | Jack Hyltonl und das neue Internationale Varlste-Pfoofanim Renaissance- TheaSer Steinplatz 901. fhidiiedsyprsteilinig Ls Venia. Coeur Bube» CllCSIS BDSCH t'/j Uhr: Wiederautlrsiea isdiSoen Ändaiasierin Simone LUlerer: Nfickl im löweiiifaildl ■f R und weitere Clrcau-gemaiioaaenl Zum Schluß: »Weißes Gold" mit Olga Cesmocd bis Z. Febniar. BeMesRiM Norden 10334—37 8 U. Ende geg 11 U. ..Peer KM" Kammerspiele N'orden 10334— 37 1 8' a Ende nach 10| Finden Sie, daS [nnstance sidi riditig verhZIt? Die Komödie| Bismarck 2414,7516 8'/« U� Ende 10«/, U Berlioer Tiieater Direktion Kuhnert j MriMr.N'lt.DiiLITt j 8',. Uhr Max Adalbert! als Per Herr voo». Walhalla-Iii.; Weinbergsweg 19/20| Eine UeBejoadit Operettenschwank in 3 Akten v Haiton Musik von Osterloh Rnndfinikteiineliiner zahlen f. Orchester- Sitz statt 7 M. nur.| 3 M., Loge statt 7 M nur 3 AU, Parkett statt S M. nur 1 M SraBes Schauspielhaus Norden 2961/53 Anfang 8 Uhr Ende 11 Uhr. Die oeua Char eil Inszenierung Missan Ualclcmana Bendow Jankuhn Werkmeister Westermeler Pldia Ruth Walket Blllle Collins Snneban Winkelstern Sunshlne Girls Auntsttnng: rnt Emst Stern Dir. Ernst Hauke Mscatorbühne Thcat. l Rillintorfiiliti Kurfürst 2091,93 Täglich 8 Uhr: Die Abentener de» braven Soldat cm Sefawrjk Uli Hai Pallcnbcrg Insu Erwin Plstator Zeichnungs Einladung] auf neue reichsmündelslchere gm 3 Millionen 80/oige Goldpfandbriefe Serie XII Januar— Juli-Zinsen— Zeichnungskurs 97l;40/0 (Zweite Tran che der Serie XII über 10 Millionen Goldmark) Die erste Tranche mußte wegen Ueberzeichnung vorzeitig geschlossen werden. gm 3 Millionen 87«ige Gold-KoHunal-SchuldverscIirslbunijen Serie XIII Mai— November-Zinsen— Zeichnuneskurs W/«0/# (Teilbetrag der Serie Xiii über 5 Millionen Goldmark) der Thüringischen Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft in Weimar Obige Papiere haben«II» elw Anlage- gaglepJUbertaupJ�ble�ei�JcaiBBjMalejJndhi I. reichsraündelsicher, 2. hochverzinslich, nicht konvertierbar vor 1933, Z. gesichert durch erste Hypotheken bzw. Koramunaldar- lehen und auSerdem Staatsgaranllc. Die Lombardfähigkeit bei der Reichsbank in der höchsten Klasse sowie die Einführung an der Berliner Börse, entsprechend den vorangehenden Serien, wird beantragt. Aktien-Kapital der Bank..... nom. GM 5000000.— Ausgewiesene Reserven.....»„ 1 000 000.— Summe der seit 1924 erfolgten Ausleihungen an Hypotheken und Kom- munal-Darlehen rd.......»„ 80000000.— Zeichnungen können erfolgen bei allen Banken, Bankiers u. Sparkassen. Zelchnaagsbeglnn; 25. Januar 1928.— ZelchnougsschlaB: 14. Februar 1928. Früherer Zeichnungsschiufi bleibt vorbehalten.— Lieferung der Stücke nach Erscheinen. Weimar, den 23. Januar 1928. Thüringisdie landes-Bypofliehenbanlt (früher Bank für Goldkredit Aktiengesellschaft) U. im Adiiralspalar Tägl.S'/.Uhr BAUER' REVUE Jannnndwot' Metropol-Th. Täglich SV, Uhr: „OiesdiDne Bslena" Oper. v. Offenbach Hirfii Kethier. tnii Jolu, H. UAtrcsteii. Giruo, ZiBpi, ßitrotr. SiHnbug-IIhun Ots. KOnstler-Tb. 8 Uhr „Eveivnc" Lessfag-Tbeater S Uhr „Rose Bernd" Philharmonie 8 Uhr desPhilhami.Orch. Ihia. Prof. J, Prüwei Viol.-Konz. D-dur- Brahms(Holst) 4. Slnf.-Beethovcn Planatannm am Zoo Verl3ag. Joadiiiufhaler Straße Noll. 1578 Vcaas, die Sdivestei der Erde. Vorführungen; t6Vft 18, 19'/ft2l Uhr Eintritt I M. 3IMtrtrt.1SJNim0.10 f. Theater am Koitbusser Tor Kuttbu.scr StraUe 6. » Taglich 8 Uhr äL Elite- Sänger KSn in greäen JuioantfOäraitiml KW Jeden Sonntsz nachm. 3 Uhr: H n Qro»e Fnnuuen-VorsteUunp (ungekürzt). Volksor. 0.46. 0,75, 1,—. i�tz, i.50, 1,76 Mk. Heute erster Elite- Tag her Aussteifung„Deutscher Rhein- Deutscher Wein" Funk-Haus verbunden mit einem Empfang von Der- tretern deö preiihi|chen Staatsrate« und den Vorhänden des pteußiichcn und Denf- schea Slädtefagc» unter Mttwirlunz de» Äheinisch.Mnner-GesangvereinS Dazu das g r o tz e Programm.— Be- ginn 8 Uhr abends.— Einlrllfspreis nur Mark 2.00 SS'ISS Sonnabend, 28. Jan.: Kölner Maskenball. 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