Morgeuausgübe Jlr. 49 A 25 45. Iahrgang Wöchentt,«v /O Pfennig monatlich 5.— Reichsmark im voraus zadlbae. Unter Streifband«m In- und Aus« land S.50 Reichsmark tue Monat. De?.Sonvörts* mit d« iHuftner» tcn Sonntagsbeilage.Volk und sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen".Aue der Filmwelt". .Siadlbeilage"»Frauenstimme�, »Der Kinderfreunb".Iugend-Dor» mälts".Blick w dt» Bücherwelt�. .Kulturorbeif and.Technik� en'cheint wochentäglich �we.mai. Sonntag» und Momag» einmal. P> berliner Vottsblait Gonniag 29. Januar 1928 Groß-Äerlin 15 pf. Auswärts 20 Pf. Sie«ttlpalttgt RonpareMezeN« 90 Pfennig ReNamezeile S.— Reiche mark»Kletne Anzeigen" da» fettge« druckt» Wort 2S Pfennig lzuiässig zwet tettaedruckte Worte), tedes weitere Work Z2 Pfennig Stellengeluche das erste Wort 15 Pfennig' tedes weitere Wort 10 Pfennig Worte übet 15 Buchstaben zahlen füt zwei Worte Arbeitsmarkt Zeile S0 Pfennig Familionzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen« annahm» im Hauptgeschäft Linden« Krabe S. wochemögt oon L'/, dl» l? Uhr. Zenivawvsmt der«Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 dernsprecher: Tönhost 292—297 Telegramm-Adr; Sojialdemokrat Berlin Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Boftscheckkonto: Berlin 37536— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Ängesiellien und Beamten Dollslr. K5 Diskonto-Eclellllhast. Tepositentasle Lindensir 3 Oer Einheitskongreß in Prag. Würdiger Ausiaki des allnaiionalen Arbeiierparlaments. Prag. 28. Januar.(Eigenbericht.) Im Festsaal des Volkshauses in Prag-Smichow trat heute zum erstenmal seil 22 Jahren ein gemeinsamer Kongreß der tschechischen und deutschen sowie der polnischen und madjarischen Sozialbemv- kralle der Tschechoslowakei zusammen. Vor etwa 660 Delegierten fand der Kongreß eine seieUich symbolische Eröjsnung«durch ein Gruppenbild tschechischer und deutscher Arbeiter- turn er, die den internationalen Gedanken versinnbildlichten, während zugleich die Arbcitersänger dle Internationale vor- trugen. Die Eröffnungsreden hielten der tschechische Parteloorsitzende ch a m p c l und der deutsche Parteioorsigende Dr. E z e ch. champel wies auf die durch Krigg und Umsturz veränderlen Verhältnisic und auf die jetzt immer stärker werdende reaktionäre Welle hin. Das brutale Vorgehen des Burgel blocks h..be der Arbeiterschaft dle Wahrheit des Kommunistischen Manifestes und seiner Parole„A r- tteiter aller Länder, vereinigt eu ch!" zum Bewußtsein gebracht. Es seien keine grundsä glichen Gegensätze zwischen den einzelnen Parteien, und die taktischen Differenzen wären nicht so groß, daß sie nicht zu überbrücken wären Dr. C z e ch sagte u. o.: Mit angehaltenem Atem hat das deutsch« Proietar'ot dieser Stunde entgegengesehen. Der Gedanke der«in- Heitlichen Piolctarierbewegung ist auf dem Woge der Verwirk- ticgung. Die bloße Tatsache, daß nach?g Ichren . endlich an gemeiitsamer Kongreß iagt, gibt ihm schon Historisch« Bedeutung. Wir sind all« ent- schlosien, die großen Aufgaben der Tagung einmütig im I o z i a- l i st i s ch e n Geiste zu lösen und eine dauernde Arbeits- und Kampfgemeinschaft aller sozialistischen Parteien der Republik zu schassen. Als sich der Kongreß konstituiert hotte, führte, lebhast begrüßt, der Vertreter der Arbeiterinternationale, Dr. Fritz Adler, aus: per Kongreß hat Bedeutung weit über die Grenzen der Tschecho- stowakei hinaus als eine Tagung der Zuversicht der ganzen Inter- nationale. Leider ist noch eine Schar von Proletariern, die Kam- jnunisten, hier nicht vertreten. Sie glauben, daß die Spaltung de» Proletariats ihre eigentliche Aufgabe ist. Wir find es. dle dle wahre Einheit des Proletariats verwirklichen* wollen. Wir hoffen, daß, wenn wir im August In Brüssel zum Kongreß der Sozialistischen Zlrbeiterlnternationale zusammentreten, wir auch als einen der Erfolge werden mitteilen können, daß die Arbeiterschaft aller Nationen in der Tschechoslowakei es war, die zum Siege der internationalen Solidarität beigetragen hat.(Stürmischer Beifall.) Im weiteren Verlaus der Tagung nahmen die Vorsitzenden der tschechischen und der deutschen Sozialdemokratie das Wort zu dem ersten Punkt der Tagesordnung: die Zusammenarbeit aller soziald«inokrat!sck)«n Parteien in der Tschechoslowakei. Der Kongreß nahm schließlich ein kampfmanisest an die Arbesterschaft an. In dieser Kundgebung wird der Bürgerblockregierung der schärfste Kampf angesagt. In einer außerdem angenommenen Resolution heißt es: „Die auf dem Kongreß vertretenen Parteien verpslichten sich, auf dem Boden dieses Staates brüderlich für die Forderungen des Proletariats zu wirken Nach diesem Kongreß muß der zweite �Schritt die engste Zusammenarbeit der sozialistischen Parteien sein. Der Kongreß beschließt die Einsetzung eines vorbereitenden Aus- fchusies aller sozialdemokratischen Parteien, den er beauftragt. alle wirtschaitlichen, kulturellen und nationalen Probleme zu er- örtern und alle programmatischen und organisatorischen Arbeiten zu leisten, die zum erfolgreichen Ausgang der Eint- gungsbe strebungen nötig sind. Die sozialdemokratischen Parteien werden alles daransetzen, um den Einfluß und die Macht der Arbeiterklasse in diesem Staat zu stäidm, eine wirkliche Ver- ständigrng»wischen den Nationen dieses Staates herbeizuführen und diesen Staat zu einer politisch und wirtschaftlich, national und kulturell gerechten Rapnblik zu nestelten." Am Sonntag wird der Kongreß, dem Konserenzen der einzelnen Parteien vorangegangen waren, über die Sozialversicherung und die reaktionären Pläne und Taten des deutsch-tschechlschen Bürger- blocks beraten. Arbeiterpoliiik Siabiliflerung. Programm der sozialistischen Regierung Norwegens. Oslo. 28. Januar.(Eigenbericht.) Der Ministerpräsident Genosse chornsrud erklärt« Press«vertletern. daß eine der ersten Aufgaben seines Kabinetts die endgültige Stabilisierung der stark schwankenden Krön« sein müsse. Es wäre unbedingt notwendig, endlich den Kronenkurs entsprechend seinem wirklichen Wert festzumachen. Hinrichtungen in England. proteststurm des Volkes. In der Äohlenhasenswdt Cardifs sind die Bergarbeiter Driscoll und Edward R ow l a n d s hingerichtet worden. Der Bruder des Hingerichteten Rowland, John, der gleichfalls zum Tode verurteilt war. mußte wegen Geisteskrankheit ins Irrenhaus gebracht werden. Alle drei waren angeklagt, dem Meisterboxer David Lewis während einer nächtlichen Straßenrauferej«ine schwere Verletzung zugefügt zu haben, an deren Folgen er ge- starben ist. Das Todesurteil gegen die drei hatte nicht allein in Eardiff un- geheure Erregung hervorgerufen. Verteidiger Abg. Ö' C o n n o r war von der Unschuld jejner Klienten überzeugt. Acht Ge- schworen« hatten gemeinsam mit ihm den jetzigen stellv. Innen- minister Ehamberlain, der die Begnadigung abgelehnt hatte. darum gebeten, das Urteil dem König vorzulegen. Der Friedens- Robslpre.sträger weigerte sich jedoch, d.es zu tun. Ergebnislos blieb auch eine Petition mit mehr als 200 000 Unterjchriften: ebenso die Fürsprache der E r z b i s ch ö s e von Cardifs und Birmingham sowie von 28 Bischösen, mehr ms hundert Richtern. Geistlichen. Aerzten, Advokaten, führenden Politikern, hervorragenden Schriftstellern wie L c r n a r d Shaw und Wells, die schriftlich oder telegraphisch H-im Innenminister interveniert hatten. In Cardifs wurden große Prole st meeiings abgehalten. Di« Gewerkschaften drohten mit dem Generalstreik. Eine vieltausendköpsig« Menge umlagerte lagelang da» Gefängnis— trotz alledem wurden die beiden Berg- arbeiter hingerichtet. Es ist festzustellen, daß England wo die Bewegung gegen die Todesstrafe vielleicht am ststematischsten betrieben wird. In den letzten Wochen mehr Hinrichtungen erlebt hat als irgendein- wcst- europäisches Land. So sind lüngst allem In einer Woche vier Hinrichtungen vollstreckt worden. Es ist schwer denkbar, daß etwa in Deutschland und Frankreich wegen eines Totschlages, begangen bei einer nächt- lichen Rauferei, ein Mensch zum Tode verurteilt, geschweige daß die Todesstrafe an ihm vollzogen worden wäre. Sozialisten und Radikale. Die Kwst vertieft sich. Paris, 28. Januar.(Eigenbericht.) Das Interesse an der großen finanzpolitischenDebotte in der Kammer konzentriert sich mehr und mehr aus die Inter- vention Löon Blums, der man in Kreisen der bürgerlichen Parteien mit wachsender Unruhe entgegensieht. Was man befürchtet, ist weit mehr noch als die sozialistische Kritik an der Santerungs- Politik Poincaräs die gründliche Abrechnung, die Löon Blum mit der radikalen Partei hatten wird. In der radikalen Presse wird Läon Bwm neuerdings zum Bor- wurf gemacht, daß er dem Wahlkampf der Partei eine in erster Linie gegen die demokratische Linke gerichtete Spitze gegeben habe. In Wirklichkeit liegen die Dinge umgekehrt. Die schwächliche K a p i- t u l a t i o n der Radikalen vor Poincarä und ihre man- gelnde Entschlußkraft, der Koalition der„Rationalen Einheit" end- gültig den Rücken zu kehren, sowie der ausgesprochene, gegen die Sozialisten gerichtete Frontwechsel ihrer gesamten innenpolitischen Einstellung tragen die alleinige Schuld daran, daß die Kluft zwischen Sozialisten und bürgerlicher Demokratie sich von Tag zu Tag vertieft. Die Sozialistische Partei hat keinen Anlaß, mit dieser Entwicklung der Dinge unzufrieden zu sein, denn die Miß- stimmung der radikalen Wählerschaft über die Schaukelpolitik der eigenen Frattipn, die von Woche zu Woche größeren Umfang annimmt, wirkt sich schon setzt in einer Masse nslucht.in da» sozialistische Lager aus. Bedauerlich ist daran nur. daß diese Derschärsung der Gegensätze die politische Stoßkraft der Linken l n ihrer Gesamtheit aus die Dauer beeinträchtigt und früher oder später der Reaktion zugute kommen muß. Im Zirkus. Die Woche der Agrarier beginnt. Im Zirkus Busch finden sie sich wieder zusammen. die Herren von Ar und Halm, mit dröhnendem Baß und gewaltigen applausbegeisterten Händen: Die„Grüne Woche" beginnt-, der Reichslandbund führt feine Parade auf und hofft, daß der Welt vor Staunen der Atem vergehe! Jede solche Tagung ruft Erinnerungen wach, die nicht immer und nicht jedem angenehm fein mögen. Die agrarischen Zirkusoeranstaltungen früherer Jahre haben sich immer einen besonderen Ruf erhalten. Seit einer der Gründer des„Bundes der Landwirte" das klassische Wort prägte, man müsse„schreien schreien und noch» m a l s schreien", seit Rupprecht aus Ransern die Land» wirte aufforderte, sogar„unter die Sozia ldemokra» t e n" zu gehen, um ihre Sonderwünsche durchzusetzen, waren die Zirkustage der Agrarier immer wieder auf den Ton des seligen Diest-Daber gestimmt:„Die Minister können uns— sonst was! Sie reden ihre eigene Sprache und wußten, daß sie Verständnis fanden bei den königlichen Mi» nistern von ehedem, die sämtlich aus ihrer Klasse entnommen waren. Heute„schreien" sie wieder nacb bewährtem Rezept. Heute sind sie zwar nicht„unter die Sozialdemokraten" ge» gangen, aber dock im Begriff, die„Bail-rnrevollition" zu machen, von der ihre Presse in schöner Offenheit spricht. Auch morgen wird„geschrien" werden: Wieder im Zirkus Busch. Aber auch im Großen Schauspielhaus. Und es sind dieselben Arrangeure von ehemals, es ist derselbe Geist von ehemals, nur daß die Qualität der Führer eine andere, aber keine bessere ist. Sckarfmacher sind es auch heute. Aber die Führer des alten Bundes der Land- wirte waren dock keine Bankrotteure. Fast vier Ighre lang stand nach dem Schreien der heutigen die deutsche Landwirt- sckaft„vor dem Untergang". Vier Jahre lang wurden die Zölle erhöht, wurde die Landwirtschaft mit Krediten voll- gepumvt auf ihre Veranlassung. Sieben Milliarden neuer Kredite sind in die Landwirtschaft hineingeflossen, v l e r Milliarden davon sind noch dem Urteil der Sachverständigen heute nichtmehraufzufinden, sind spurlos ver- schwunden. sind nutzlos verbraucht! Das Ergebnis ist die heutige Krise. Aber es wird morgen im Zirkus Busch wieder qesckrien werden nach der Erhöhung der Zölle, nach neuen Milliarden für neue Kredite, nach ermäßigten Zinsen und Steuern, nach verschärfter Aushungerung der Armen in Deutschland durch die Beseitigung der zollfreien Gefrierfleisch- einfuhr. * Die Krise der deutschen Landwirtschaft ist keine K r i s i s der B a u e r n w i r t s ch a f t. Es ist die Gefahr des Zusammenbruchs der ostelbischen Großbetriebe, die aus dem Vollen gewirtschaftet und verbraucht haben. Der Beweis dafür liegt vor. Ihn leisten die Ziffern der in der Landwirt- schaft festgestellten Zwangsversteigerungen. In der Vor» krieaszeit kamen von allen Zwangsversteigerungen nur etwa 45 Proz. auf die Betriebe von 10(1 Hektar und mehr. Im Jahre 192S ist der Prozentsatz auf 72 gestiegen. Im Jahre 1927 haben sich die Zeichen des Zusammenbruches der Ostelbier verstärkt: 90 bis 95 Proz. der insgesamt versteigerten Bodenflächen entfallen auf die fünf östlichen Provinzen des Deutschen Reiches. Dagegen haben sich die Zusammenbrüche und die Zwangsversteigerungen bei den K e i n b a u e r n bis zu 20 Hektar seit 1924 auf ein Drittel verringert, bei den M i t t e l- und Großbauern von 20 bis 100 Hektar ist die Ziffer stabil geblieben, und nur bei den Großgiitern über 100 Hektar ist sie um über 40 Proz. gestiegen. Wenn ein Beweis dafür nötig ist, daß die Land- Wirtschaftskrise in Deutschland nur die Großagrarier angeht: hier ist er. « Die Lage der Bauern ist keineswegs rosig, sie ist vielfach schlecht, und Hilke für die Bauern ist not. Aber der Retchslandbund ist nicht dazu berufen. Hilfe für die Bauern zu fordern. Wo auch bei den Bauern heute Not herrscht, danken die Bauern diese Not dem Neichslandbund. Daß der größte Teil der vier Mit- liarden in der Landwirtschaft verschwundener Kredits nach Ostelbien ging und dort verpulvert wurde, das hat den lan!'- wirtschaftlichen Kredit in Deutschland so verteuert, daß auch die Bauern ihre Not haben, ihren Zins- und Steucrverpflich- tungen nachzukommen. Wenn das von den Bauern in ihren Genossenschaften an- gelegte Geld teuer geworden und teuer geblieben ist, so war da? ausschließlich die Folge davon, daß der ostelbische Moloch zum Schaden aller Bauern und zum Schaden der gesamten Landwirtschaft die Kredttderke so verkürzt hat. daß die Zinsen hoch bleiben mußten. Aber auch billige Hypotheken waren für die Bauern nicht zu beschaffen, obwohl sie unvergleichlich viel sorgfältiger gewirtschaftet haben und für die Hypotheken- gewährung unvergleichlich viel würdiger gewesen wären. Nach dem Osten sind die meisten und billigsten Hypotheken gewandert, weil die Großagrarier durch ihre unersättlich ge« steigert Schutzzollpolitik die künstlich hochgehalten haben. Bodenpreise Der Bauer erkennt immer deutlicher, daß es nicht die wenigen tausend ostelbischen cherren sind, mir denen er seine Geschäfte macht, sondern die arbestenden Massen der Städte, die von ihm kaufen, an die er viel, an die er gute Waren nerkausen muß. Er muß auch einen gerechten Preis dafür erhalten, der durch direkten Verkehr der ländlichen und städti- schen Genossenschaften höher sein könnte als heute, damit er wieder viel und gut produzieren kann. Er weiß, daß billiges Saatgut, billige Maschinen, billiger Dünger, billige Futter- mittel für seine harte Arbeit wichtiger sind, als alle Zölle auf Rohprodukt«, die die Kaufkraft der Massen verringern und nur die Bodenrente der Kroßgrundbesitzer künstlich steigern. Und der Bauer lernt auch seiner eigenen Kraft mehr und mehr vertrauen. Er begreift, daß er in der D e m o k r a t i e und inderRepublikauf eigene Füße gestellt ist, wenn er sich im Staate durchsetzen will, daß sich seine organisierte Maäit heute gerade gegen die Großagrarier richten muß und daß er ein für allemal dem Reichslondbund den Rücken kehren muß. Mag der Reichslondbund sich noch so laut und aufdringlich gebärden. * Erst vor wenigen Tagen hat ein M i n i st e r der beut sehen Republik auf einer Landoundtagung es gewagt, den Deutschen R e i ch s t a g z u verhöhnen, der ihn selbst als Mitglied ertragen muß. Die pommerschen Agrarier haben ihm dröhnend ihren Beifall bekundet. Wir zweifeln keinen Augenblick daran, daß auch im Zirkus Busch den Ministern der Republik der gleiche Beifallsdonner entgegenstürmt, wenn sie in gleicher Art den Ar- und Halm-Bewehrten zü Munde reden. Die Jtzcnplitze und Köckeritze, die Rupprccht und die Diest sind noch nicht ganz ausgestorben. Sie wissen, daß ihr „Schreien" am meisten Erfolg hat, wenn Männer ihrer Klasse im Gchrock des Ministers auftreten. Aber, ob Schiele oder Keudell, ob Koch oder Hergt— sie mögen sich noch ja sehr in der Manege verbeugen, zum Schluß gilt ihnen so gut wie ihren„königlichen" Vorgängern der Lieblingsgedanke der Agrarier:„D i e Mi nister könnenunsfo n st was, ,i" 30 Millionen für Agrarier. Keine Finanznot fühlbar. Van �zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Dem aus londwirtfchost» bcken Kreisen vielfach qeöußerien Wunsch, die Renten dank» grundschuldzinsen ganz oder auch nur zum Teil auf öffent- Hch? Mittel zu übernehmen, hat die RelcOsregiening aus allgemein- politischen Gründen verschiedener Art nicht entsprechen können. Sie ist jedoch bereit, zur Behebung der gegenwärtigen außervrdent- lichen Notstände in der Londwirtschast zwecks Sicherung der rationellen Fortführung der Betriebe einen einmaligen Betrag von.iO Millionen Mark zur Berfügung zu stellen. Der Reichstag wird dazu in der allernächsten Zeit Stellung zu nehmen hoben. Wenn die Maßnahme ihren Zweck voll erreichen soll, wird die Reichsregierung in die Lage verseht werden über diesen Betrog sofort zu verfügen. Anfrage an die Reichsregierung: Wie steht es mit der Erfassung des VertnögenszuwachseS? Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat im Reichstag folgende Kleine Anfrage eingebracht: Der Steuerausschutz des Reichstags hat am 5. Juli 1&27 beschlossen. die Regierung aufzufordern, eine Denkschrift über die steuerliche Erfassung des Zuwachses des Aer- mögens seit der Veranlagung des Wehrbeitrags vorzulegeo Bei Beratung dieser Angelegenheit wurde davon ausgegangen, daß die Denkschrift noch im Laufe des Jahres 18Z7 dem Reichstag zugehen werde. Bis heut« liegt die Denkschrist nicht vor. Im chinblick auf die dringliche Notwendigkeit, jinanziell« Mittel für eine ausreichende Aersorgung der Opfer der Geldentwertung zu beschasien, fragen wir die Reichsregierung, bis wann sie dem Ersuchen des Steuerausschusses zu entsprechen gedenkt? Der Kall Röttcher. Kasteiltlossung gegen Hinterlegung einer Kaution. Leipzig, 28. Januar.(Eigenbericht.) Der 5. Sioastenat des Reichsgerichts behandelte am Sonnabend die chastprüiungsbelchwerde des Redakteurs Fritz Röttcher von der pazifistischen Zeitschrift„Die Menschheit" in Wiesbaden. Röttcher wurde Anfang November in Wiesbaden wegen angeb- lichen Landesverrats verhaftet und sitzt feit dieser Zeit in Untersuchungshaft. Er ist beschuldigt, in der Zeitschrift„Die Mensch- heit" über die legale Verstärkung der deutschen Reichswehr zum Schaden Deutschlands bestimmtes Material veröffenllicht zu haben. Die Verhandlung über den chaftentlassungsantrag der Der- leidiger fand unter Ausschluß der Oesfentlichkeit stall. Das Gericht kam noch kurzer Beratung zu folgendem Beschlutz:„Röllcher wird gegen Hinterlegung einer Kaution von 10 000 M I. und gegen eine Summe von 10 000 Mk„ für die er zwei Bürgen bringen muß. auf freien Fuß gesetzt." Gtädteiag und Giädieetai. Der Deutsche Städtetag hat sich—.wie der„S o z. Pressedienst" erfährt— mit dem Reichssparkominissar in Verbindung gesetzt, um über ein osreinfachtes und Übersicht- liches lzaushaltsschema der Städte zu beraten. Dieses Schema soll sich dem Fragebogen der Reichsfinanzstaiistik möglichst angleichen. «fo der am 4. Februar beginnenden Ausschutzbesprechung der Finanzminister wird u. a. auch die Frage einer De rein heil- lichung de» kommunalen Haushaltsrechts zur Sprache kommen. Einzelne lZänder wie Württemberg. Bremen u. a. entbehren überhaupt einer gesetzlichen Regelung des kommunalen Haushaltsrechts. Es soll nun angestrebt werden, auch aus diesem Gebiet einheitliche Rechtszustände zu schaffen, um das Zusammen- arbeiten der Kommunen mit Reich unh Ländern zu vereinfachen. Frau Elisabeth Köhler in Schwartbuck- Oschcllsteiit. die Großmutter des Kindes, wegen dessen Ermorduna seinerzeit der Landarbeiter Iakubowski als vermeintlicher Täter zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, bittet uns mitzuteilen'daß sie in letzter Zelt nicht ernstlich krank gewesen ist noch sich schon des- wegen nicht aus dem Totenbett der Mordtat bezichtigt haben kann. Wir haben gleich noch Bekanntwerden des wahren Sochoerbalts die Meldung von dem Geständnis der Großmutter dementiert, kommen aber der Bitte selbstverständlich nach, da wir volles Verständnis für die Log, der fälschlich Bezichtigten hoben. Rotschrei aus Armenien. Vorbereitung von Armeuiermeheleieu? Die Gowjetregieruug bewaffnet die Tataren und entwaffnet die Armenier. Die Pariser russische Zeitung„Dni", das Organ Kerenskis, druckt einen Brief ab, der ihr aus Armenien eingesandt wurde. Der Inhalt dieses Briefes ist derart alarmierend, daß man nicht umhin kann, einige Auszüge aus ihm der europäischen Oesfentlichkeit zugänglich zu machen. So heißt es da u. a.: „In der letzten Zeit haben viele Verhaftungen stattgefunden. Die Gefängnisse sind bis zum äußersten überfüllt, unsähr so, wie die Schlachthäuser mit Vieh. Von irgendeiner geordneten Verteilung der Gefangenen kann keine Rede sein. Es ist diesen buchstäblich unmöglich, ein Plätzchen zu finden, wo sie einen Augenblick ruhen könnten. Die gesundheittichen Zustände, die in den Gefängnissen herrschen. sind unbeschreiblich. Etwas ähnliches gab es selbst in der Türkei unter der Regierung Wiml-fjamids nicht Die Gefängnisse sind höchstens mit den Arrestlotalen Persiens vergleichbar, wie sie vor 40 Iahren waren. Die Gefangenen erfairfen im Schmutz. Sie dienen als Fratz für die Läuse. Und zu all dem gesellen sich noch die qualvollen F o l t e- r u n g e n, denen die Gefangenen ausgesetzt sind. Mißhandlungen bei den Bernehutnugen sind eine alltägliche Erscheinung. Das Volk beißt die Zähne zusammen und duldet. Es ist so, als erwarte es von irgendwdher eine Nachricht, die zu einer allge- meinen Volksempörung Anlatz geben könnte... Die Jubiläumsfeier der Ok oberrevolution ist in Armenien sehr matt verlaufen. Allein in den Gesängnissen herrschte die größte Er- regung. Man sang unaufhörlich revolutionäre Lieder und immer wieder ertönten Rufe:„Nieder mit den roten Tyrannen! Nieder mit den Bolksverrätern— den armenischen Kommunisten! Es lebe Armenien und das armenische Volk!" Die Tschckisten waren außer sich. Die politischen Gefangenen ließen sich aber nicht irre machen. An alle Verhafteten wird die Frage gerichtet, ob sie unbefuzt Waffen besitzen und an alle wird die gleiche Forderung gestellt: Die Waffen auszuliefern. 3n Wirklichkeit aber sind«s die Totaren, die sich ganz offen vor den Augen der Behörden bewaffnen. Die Machthaber, die mit den Türken und Tataren auf gutem Fuße stehen wollen, lassen diese Bewaffnung der tatarischen „loyalen" Bevölkerung innerhalb Armeniens ruhig gewähren; die „illoyale" armenische Bevölkerung wird dagegen entwaffnet Das Ende vom Lied« ist, daß ähnlich, wie während der Zarenzeit, die Armenier entwaffnet, die Totaren bewaffnet fiad, was das zur Folge haben wird, ist jedem klar. Den Widerwillen, der eine derartige Einstellung der Macht- Haber bei dem armenischen Volk hervorruft, ist unbefchreibkich. Es erblickt darin eine Politik der Erurutigung, An- stiftnng der mvselmanischen Bevölkerung gegen die Armenier. Mgn muß mit eigenen Augen unsere armenischen Bauern gesehen und mit eigenen Ohren ihre Gespräche darüber gehört haben, um die Einstellung der Bauernbevölkerung zu der Regierung zu verstehen, die im Namen dieser Bauern ihre provokatorische Politik treibt Wirtschaftlich ist dos Volk vollständig ruiniert. Das erhöht selbstverständlich den Haß gegen die Machthaber... Das Ausmatz der Berzweislung des Volkes ergibt sich aber- aus den epidemisch austretenden Selbstmorden. Bold bedeutet der Selbstmord hier Protest, aber öfter ist dies die Folge der Freud- und Zlusweglosig- keit des Lebens in Armenien." Es genügt, fick) vor Augen zu halten, daß die früheren Armeniermetzeleien hunderttausende Opfer von Männern, Frauen und Kindern gekostet haben, um die Bedeutung dieses Aufschreis zu verstehen.' Abschluß der Zustizdebatte. Das Recht der unehelichen Mütter und Kinder.— Oer Etat des Rechnungshofs. Im wetteren- Berlouf der gestrigen Reichstagssitzung forderte Abg. Frau Dr. tüdero(Dem.) eine schleunige Reform des Rechtes der unehelichen Mütter und Kinder. Der schon seit Jahren angekündigt« Gesetzentwurs müsse nun endlich kommen. sehr dringlich fei vor allem eine Anpassung des verolteten E h« r« ch t s und E h.e s che i d u n g» r c ch t s an die moderne Entwicklung. Dazu, gehör« auch hie gleichmätzige Verteilung der elter- lichen Gewalt auf Mann und Frau. ReichsfusiizmiNlster Hergt erwidert, er könne noch keinen Termin anaeben, werde aber die Erledigung der von der Vor- redneiin erwähnten dringlichen gesetzgeberischen Aufgaben nach Mörlichteit bejchleumgen Abg. Dutz(Komm.) führi Beschwerde über die Gerichts- präzis, die gegen die notleidenden Kleinbauern geübt werde. Gegen sie würden die Strafgesetze weit schärfer angewandt als gegen die Großgrundbesitzer. Abg.«. Ramin(Volk.) verlangt die Erfüllung der Rechtsprechung mit deutschem Geist. Das deuilche Volt leide jetzt unter der im Namen der Masse ausgerichteten Willkürherrschast(!). aber diese Willkürherrschait werde bald zusammenbrechen(!). Abg. höllein(Komm.) fragt den Reichssustizminister, ob es zu- trissti daß an einer Kundgebung zugunssev der verurteilten Feme- mörder sich auch hohe Beamte seines ZNinlsteriums beteiligt haben. Damit schließt die allgemeine Aussprach«. Die Abstimmungen sollen noch einer Ankündigung des Präsidenten am Schluß der Montagssitzung stattsindcn. In der Ein-elberatung führt Abg. Lohmann(Dnat) aus, der sozialdemokrattsche Reichssiistizwinister Dr. Radbruch habe bei der Einbringung des GeletzeiUwurfs Zum Schutze der Republik erklärt, unbegründet lei die Befürchtung, daß dos Gesetz seine Spitze gegen die Arbeiterschaft richten köttMe. Wetm trotzdem, die meisten Eni- schekdUngen sich gegen link? richteten, so sei das nur ein Deweis dafür, daß die A e p.u b li k m e h r von links als von rechts gefährdet worden sei. Abg. Dr. LA(Z) tritt im Gagerssatz zu verschiedenen Anträge,'. dafür ein. daß das Reichspaientamt beim Ressort des Reichszusiiz- menisterlums bleiben möge. Zu dem dann folgenden Etat der Reichsschuld liegen keine Wortmeldungen vor. Leim Elat des R-chnuugshofs bedauert Abg. Simon-Schwaben(Soz), daß der Drösideak des Rech- nungohofs durch die Dearbeiluna von anderen Angclogcnheileu, wie Ruhr-Entschädigungen und Dhoebus-Aogeleg-mheit, überlastet werde. Darunter leide offenbar die Erledigung der lausenden Arbeilen, denn der Reichstag wart« heute noch auf die Haushaltsrechnungen von 1034. » Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Die Absliinmungen auch über diesen Ciat werden auf Montag vertagt Um 15.15 Uhr vertagt sich dos Haus auf Montag 13 Uhr. Auf der Tagesordnung steht der Etat des Auswärtigen Amts. Die polnische Grenzzone. Neue Aerordnung— neue Verhandlungen. Eine Verordnung des Präsidenten der Republik Polen gestattet den Behörden, innerhalb 30 Kilometern von der Staatsgrenze Aus- ländern und Polen den Bodenkaus und die Niederlassung zu verbieten. Dies würde eine Einschränkung der Niederlassung reichs- deutscher Kausleute. Techniker oder Arbeiter erlauben und ist deshalb geeignet, die schwebenden Handels- vcrtragsverhandlungen zu erschweren. Run ist der Polen- referent des Auswärtigen Amtes. Geheimrat Z e ch l i n, nach Warschau gereist, um zu versuchen, inst der polnischen Regierung zu einer Verständigung etwa in dem Sinne zu kommen, daß durch Aussührungsbestimmungen zu der Verordnung eine Schädigung Reichsdeutscher vermieden wird. Die Verordnung soll ohne Kenntnis des polnischen Außcnministeriums erlassen worden und ihm sehr unangenehm sein. In Warschau waren setzt Besprechungen zwischen deutschen und polnischen Wirtschastsführern, an denen 23 Reichsdeutsch« und 50 Polen teilnahmen. Graf Kayserlingk und Geheimrat E a st e l hietten für Deutschland. Dr. R o s e und P l u c z y n s k i für Polen Referate Curtius und Eisenpreise. Eine Warnung nur für die Zukunft. Wir haben kürzlich geschrieben, der Reichswirtschaftstninister werde gegen die Erhöhung der Eisenprcise nichts unternehmen. wir müssen das heute berichtigen. Er wird nur gegcn die jetzige Eisenpreiserhöhung nichts tun. es bei den angekündigten Untersuchungen und Verhandlungen lassen, aber sür die Zukunft will er ein W a r n u n g s s j g„ a l sür die Eisenindustrie ausziehen. Was das heißt, hat er im Haushaltsausschuß des Reichstages gestern gesagt und durch eine entsprechende Verordnung durchgeführt Im Reichstag sprach er die nicht überraschende Weisheit aus. daß die Ausnutzung monopolähnlicher Stellungen durch die Erzeuger- kartelle zu Schädigungen der deutschen Gcsamtwirsschast führen könne. Auf Grund der Verordnung gegcn den Mißbrauch wirtschastlicher Machtstellungen vom 2. November 1923,§ 4 Abi. 1 Ziff. Hl, hat er hn Hinblick daraus, daß die Kartell» vertrage der Eisenindustrie und ihre Auswirkungen der letzten Eisen- priiserhöhung die Gefamtwirtschaft und das Gemeinwohl g e s ä h rd e n, angeordnet, daß dem Reichswirtschasts- minister in Zukunft Abschrift oller zur Durchführung der Eisen- kortelloelträge gefaßten Beschlüsse, Vereinbarungen und Ver- sügungen, die Preise und Geschäftsbedingungen betreffen, ein- zureichen sind. Ferner daß alle Motznahmen dieser Art erst nach Zugang der Abschrift in Kraft treten können. Vorzulegen sind die Verträge der internationalen Rohstahlgemeinschaft, die Verbands- vertrage für Halbzeug, Eiseiiüahnobcrbaumaterial und Formeisen, des Stabeisenverbandes, der Bondeisenvereinigung und des Grobblech- Verbandes: ferner die von diesen Verbänden mit der Stahlwerks- verband A.-G. als ihrer Geschäftsstelle abgeschlossenen Verträge und endlich die Satzungen des Wal�drahtverbandes einschließlich der von ihm mit der Deutschen Walzwerke A.-G. geschlossenen Verträge. Wir sagten schon, diese Mahnahme betrifft die Zukunft und nicht die Gegenwart. Sie ist eine halbe Maßnahme, die Nichtigkeit der Verträge ist beim Kartellgericht nicht beantragt. So wird ernsthaft zu überlegen sein, ob dem Wunsche von Dr. Curtms entsprochen wevden kann, die Anträge zur Essenpreiserhöhung erst später zu behandeln. Zu Kreuz gekrochen. Kamenew und Sinowjew verraten Trohki. Die„Prawda" veröfseittlicht einen Antwortbrief Sinowjews und Kamenews auf die in der„Prawda" am 15. Januar veröffent- lichten Briefe der trotzkistsschc» Zentrale. Sinowjew und Kamenew erklären, daß sie sich von der Trotzki-Gruppe in der Frage der volleil und wirklichen Unterwerfung unter die Beschlüsse des 15. Parteitages trennte», die Richtung der Organisation einer zweiten Partei für verderblich erachteten und tker D e r z i ch t a u f weiteren Kampf gegcn die Partei unbedingt von den Grund- interessen der Diktatur des Proletariats diktiert werde. Vczüzlich der Weisungen der trotzlistischen Zentrale an ihre Anhänger im Aus- lande lxbcn Sinowjew. und Kamcnow hervor, daß die Trotzkisten ihre Stütze unter der R e ch t e n der Sowjetunion und den der Kam- munistischen Internationale feindlichen Gruppen suchten und verurteilen die Gruppe Maslow-Ruth Fischer in Deutschland. Sic verwerfen die Plattform des Organisationsblocks und erklären, in ihrer Tätigkeit nur den Beschlüssen des 15. Parteitages folgen zu wo'leir. Sie lprechen weiter die tteberzeugung aus, daß der überwiegende Test der ehemaligen Opposition sich mit der Partei versöhnen werde. Die Lage im Zentrum. <5ine Stimme aus der katholischen Wählerichost. Reichsvorstond und Ausschuß der Zentrumspartei sind zusammengetreten, um über die Disserenzen im Zentrumsbau zu beraten. Niemoud zweifelt, daß es gelingen� wird, eine noch außen verhüllende„Formel" zu finden, die völlige Einige feit betont. In Wirklichfeit aber wühlt auch im Innern dieser Welt- onschauungspartei der soziale Zwiespalt, der nach reinlicher Scheidung drängt. Wir geben im nachsteheirden einer Zuschrift aus katholischen Kreisen Raum, die manche Andeutungen über den Kamps im Lager der Marx und Stvcsemann macht und manche Schlußjolgerungen gestotlet. Es erübrigt sich, zu betonen, daß wir der Gründung neuer Splitterparteien nicht das Wort reden. Wir sind überzeugt, daß die mit der Rechtsentwtcklung des Zentnuns un- 'uiriedenen proletarischen Schichten seiner bisherigen Wähler über furz oder lang den Anschluß an die Sozial- d e m 0 f r a t i c finden werden. Die Rode des Bergarbeitersührers I m b u f ch hat einmal die im Zentrum vorhanden« Kluft klar zutage treten lasten. Der Zen- trumsturm ist im Schwanken, auch wenn nach außen hin wieder verkittet worden'.st. Wenn Marx und Stegerwold sich versöhnlich die Hände reichen, da alles nur aus Mißverständnisten be- ruhte, so hat man wohl in der Fraktion eine gewisse Harmonie erzielt, die wählenden Massen dagegen denken anders! Als vor einiger Zeit der Abg. Stegerwald sZ.) in Ehar- lottenburg sprach, konnte man die Stimmung der bisherigen Zentrumswähler klar erkennen. Der Redner wies daraus hin, daß das Zentrum seit dem Zusammenbruch ständig in der Regierung ge- scssen habe. Anwesende Mitglieder der Chrisllich-sozialcn Reichs- parte! machten deshalb auch die Zentrumssraktion niitverantwortlich dafür, daß die Wohnungsnot nicht gelindert wurde, daß kein Land zu Siedlungen zur Verfügung gestellt wird, daß der Heeresetat von 450 aus zirka 700 Millionen angewachsen ist, daß die Lebenshaltung der Schafsenden des Volkes sich ständig oer- schlechtert usw. Ein großer Teil der Versammelten spendete diesen Diskussionsrednern lebhaften Beifall. In Weißensee sprach vor einigen Tagen der Zentrums- obeeordnete Schimborn. Der Saal faßte zirka 400 Personen, anwesend waren aber nur 65. Schon der Vorstand des dortigen Zen- trumsvereins geißelte schwer die Politik der Partei. Als in der Debatte erklärt wurde, daß man all« Z e n tr u m s v e r s a mm- lungen sprengen werde, in denen die alten Parteibonzen wieder aufgestellt würden, erfolgte spontan allgemeiner Beifall. In Oberhausen erklärte I m b u s ch u. a., daß man von verschiedenen Seiten an ihn herangetreten wäre mit der Forderung, eigen« Arbeiter kandidaten aufzustellen. Aehnlich ging es an verschiedenen anderen Orten des Westens zu. Di« Arbeit der ZsntrumssrakUon im Reichstag, besonders während der letzten Legislaturperiode, hat eben viele stutzig gemacht. Der„gefolgstreue" Zentrumswähler ist aus seiner Lethargie erwacht und lehnt die absolute„Gängeiung!" ab. Als vor Iahren sich der reaktionäre Flügel des Zen- t r u m s loslöste und die Bayerisch« Dolkspartei gründete, hielt der Rumpf der Partei es für unbedingt erforderlich, einen Gegenpol zu schassen. Von fülzrenden Zentrumspokitikern— Dr. Brauns, Giesberts, Stegerwald— wurde in Bayern die Christlich-soziale Partei ins Leben gerufen und ihre Leitung j>sm Sekretär des Voltsverecns, Vitus Heller, eufgentftigt. Es folgte die erste Rechtsschwenkung des Zentrums. Da wurd« an Heller das Ansinnen gestellt, die Christlich- soziale Partei wieder eingehen zu lasten. Stegerwald äußerte lgA» in Esten:„Thristliche Gewerkschaftler sind oft genöagt, im Interesse ihrer Partei parolen gegen Beschlüsse der Gewerkschaften zu stimmen. Das kann die christliche Arbeiterbewegung auf die Dauer nicht er- trogen. Daher ist«ne große christliche Partei mit unverwischbaren sozialen Zielen notwendig." Aus der Erkenntnis heraus, daß die Belange der großen Masten der Schaffenden unseres Volkes bei der Zentrumspartei me mehr gebührende Beachtung finden werden, folgt« nun Heller nicht der erwähnten Aussorderung. seine Sonderarbeit einzustellen, sondern erstrebte und erzielte einen Zusammenschluß der Christlich- sozialen Partei Bayerns mit der im Rheinland und Westfalen ent- standcnen Christlichen Volksgemeinschaft zur„Christlich-sozialen Reichspartei", die nach ihrem Programm„die Einigkeit des gesamten Proletariats in einem großen Linkskartell" erstrebt, aber durch- aus nicht als ein Wiederaufleben der alten Stöcker-Partei gelten will. War mancher Zentrumsanhänger anfangs über die Zweckmäßigkeit einer neuen Partei aus christlichsozialer, republikanischer Grundlage noch im Zweifel, so wurden durch die weitere Aktion des Zentrums bald vielen bisherigen Zentrumswählern, besonders aus den Kreisen der Schaffenden des Voltes, die Augen geöffnet. Eine riesige Zahl ehemaliger Zentrumsanhänger, die mit ihrer Partei zerfallen sind m'.d sich aus Gründen der Weltanschauung nicht den bestehenden Linksparteien glauben anschließe» zu können, suchen nach einen neuen politischen Halt. Sie glauben es in der vom Zentrum gegründeten Ehristlich-sozialen Reichspartei gefmüten zu haben und sind der Meinung, daß der rechte Flügel des Zentrums mit der Bayerischen Volkspartei völlig zu- sammengehen, der linke aber an der Linken Anschluß suchen müsse. Kürzlich erfolgte ein« Einladung vom Lorsitzenden der Rhei- nischen Zentrumspartei an die dortigen Geistlichen zwecks Be- sprcching kulturpolitischer Fragen. Worin die kurz vor den Wahlen bestehen, bedarf kaum näherer Darlegung. Jzkvch würden viele Katholiken es lebhaft bedauern« wenn der Klerus sich noch einmal von einigen reaktionären Zentrums- führern in eine so schwierige Situation hinein- manöverieren läßt, wie seinerzeit bei der Fürstenabfindung. Dann kann es nicht mehr in Erstaunen versetzen, daß das kirch- lich« Leben ständig zurückgeht. In einer immer weiter nach reckts strebenden Zentrumspartei kann eben eine große Zahl von Christglcubigcn ihre Vertretung nicht mehr seifen: denn zuviel ist ihnen geboten worden durch Einseitigkeit und Derständnislosig- keit für ihre wirtschaftliche Verelendung. Die Zentrumsiagung. Der Parteivorstand des Zentrums hat am Sqnn- abend nachmittag cinc Sitzung abgehalten, an der unter dem Vor- sitz des Parteivorsitzenden Marx fast sämtliche Mitglieder teil- nahmen, darunter die Minister Brauns, Steiger und Hirtsief»r, serner die Abgg- Stegerwald und Dr. W i r t h sowie Fürst Loewenstein. Der Finanzmlnister Köhler konnte wegen dienstlicher Verhandlungen an der Sitzung nicht teilnehmen. In der mehr als fünfstündigen Aussprache wurde die politische Lage und die Fragen innerhalb der Zentrumspartei eingehend verhandelt, ohne daß zu irgendeiner Frage Beschlüsse gesaßt wurden. Erst in der Sitzung des Reichsausschustcs am Sonntag wird in einer Entschließung die Austastung der Partei zu den behandelnden Fragen zum Ausdruck gebracht werden. Grüne Woche. „Unmöglich für die Landwirtschaft, Herr Steuer- inspektor, jetzt irgendwelche Steuern zu zahlen." „Die Stundung hätten wir erreicht.— Und nun: auf nach Berlin, zur Grünen Woche!" „Meine Brieftasche ist futsch."—„Und meine auch nicht zu finde»." „M. H.! Ungeheuer sind die Verluste der Laad- Wirtschaft; Wir forden, staatliche Subventioueu!" Bazille wird gestellt. Erregie Debatte im Württembergischen Landtag.— Das Zentrum für Vazille. Stuttgart, 25. Januar.(Eigenbericht.) Im Württembergischen Landtag kam es am Sonnabend bei der Besprechung der Red«, die Staatspräsident Bazille auf der Länderkonferenz in Berlin geholten hatte, wiederholt zu stürmischen Auseinandersetzungen. v'4 im Dc:zllle wartete.dir Begründung der sozialdemokratischen Interpellation erst gar nicht ab, sondern nahm sofort zu Beginn der Sitzung das Wort. um„die Interpellation überflüssig zu machen". Cr be- hauptete zu diesem Zweck, daß er der Presse nur ein Stück seiner Rede zur Veröffentlichung übergeben lfabe, in Berlin selbst ober verschieden« Einfügungen gemacht und Erläuterungen gegeben hätte, die den gegen ihn erhobenen Vorwurf entkräfteten. Hin- sichtlich der Stellung zum Föderativ- oder Einheitsstaat hätte er gesprochen. Der Ausgangspunkt seiner Betrachtungen sei gewesen, daß heute die Wirtschaft und die nur für sie maßgebenden Gesichts- punkte.das Leben der Ration zu sehr überwuchern und sich ein« zu starke Neigung zur Abstraktion zeige, die aber nirgends gefährlicher sei als in der Politik. Daraus ergebe sich dann auch die außen- politische Gefahr, auf die er verwiesen habe. So sei er zu den Worten gekommen: der Doktrinarismus der Unitarier verbünde sich mit dem Großkapital. Die Todfeinde. Kapital und Sozialismus. wirkten hier zusammen, und so entständen Gefahren, da sie ihr Ziel durch mehr oder weniger sanften Druck oder auf Umwegen zu erreichen suchten. Das könnten sich die Länder nicht gefallen lassen, und fo werde es zn mnerdeuischen Unruhen kommen, die dem Auslände den Anlaß geben könaicn. sich einzumischen. In diesem Sinne einer Befürchtung und nicht einer Drohung habe er ron einer europäischen Brandgefahr gesprochen. Auch der preußische Ministerpräsident habe sich ähnlich ausge- drückt und die Spaltung des Reiches, die Neubelebung der Main- linie für den Fall angekündigt, daß der Einheitsstaat durch den Beschluß«iner Dcrsassungsänderung herbeigeführt werden sollte. Auf diese freche Verdrehung erhielt Bazille aus dem Hause heraus sofort die richtige Antwort. Otto Braun hat nämlich nur gegen einen ganz bestimmten Plan, den Höpker-Aschoff entwickelte, gesprochen, nicht aber den Einheitsstaat als politisches Ziel grundsätzlich abgelehnt. Auf die faulen Ausreden des FranzosenstSmmlings Bazille erwiderte namens der sozialdemokratischen Fraktion Genosse Dr. Schuhmacher. Dabei wurde die ganze„staatsrechlliche und politisch« Einstellung' dieses Pseudo-Germanen einer grundsätzlichen kritischen Betrachtung unterzogen. Bazille habe— so führte Schuhmacher aus— jetzt in Berlin die Rede gehalten, die zu halten der bayerische Held zu klug gewesen sei.„Organisch" sei für Herrn Bazille alles, was den Schutz von Privilegien bilde,„mechanisch" erscheine ihm alles, was dagegen ankämpfe, vor allem die Arbeiterbewegung. Er verwechsele die Begrisie Stamm und Nation und mißverstehe völlig die politischen Ziel« Bismarcks. Die Abgrenzung der beut- schen Staaten sei absolut unorganisch. Die deutsche Boltskrast habe sich 1914 nicht wegen, sondern trotz des Föderativ- staat-s offenbart: denn das Volk sei marschiert wegen des Deutschen Reiches, nicht aber wegen des Bundesstaates. Die kulturelle Ent- wicklung der einzelnen Länder sei von der Frage der Erhaltung einer Staatspersönlichkeit ganz unabhängig. Das beweise das Schick- sal Münchens, dos kulturell veröde, während die Pro- vinzstadt Frankfurt am Main ausblühe. Die endgültige Gestaltung des Reiches stehe nach der versasiung dem Volke zu. Die Androhung, sie sich nicht gefallen zu lassen, sei cinc Drohung gegen die Verfassung, also Hochverrat. Das württembergischc Volk verbitte es sich, durch solche politischen Tendenzen in den Strudel nationalistischer Entwürdigung hinein- gezogen zu werden. Ein föderativ ausgelockertes Deutschland wäre das Kriegsziel der Entente gewesen, wie der Briefwechsel zwischen Delcasse und Jswolsii beweise, vazillc habe fehl da, Auslaad mit der Rose daraus gestoßen, daß in dieser Hinsicht noch etwas zu machen fei. Der heutige Versuch, die in Berlin gehaltene Rede abzuschwächen, könne den Effekt der schweren r e i ch s- politischen Schädigung nicht mehr beseitigen. Es wäre nur das Glück Deutschlands, daß die Staatsmänner des Auslandes nicht so tatastrophensüchtig seien wie Bazille. Der Hintergrund seiner partikularistischen Einstellung bildeten klassenkämpferische Tendenzen, gegen die sich die Sozialdemokratie mit aller Schorfe wenden müsse. Im Gegensatz zur Sozialdemokratie zeigte sich dos w ü r t t e m- bergische Zentrum als treuer Koalitionsfreund von Bazille. Die Ausführungen seines Redners waren so extrem, daß es wieder- holt zu erregten Auseinandersetzungen kam. Die Demokraten wandten sich dagegen ebenfalls in äußerster Schärfe gegen die m der Presse erschienene Ausführung des„Staats- mannes" Bazille. Immerhin wurden die von sozialdemokratischer und demokrati- scher Seite gegen Bazille eingereichten Airträge von der Bürger- blockmchrheit niedergestimmt. Bazille wird sich jetzt vielleicht daraus berufen, daß ihm die Mehrheit des Landtages trotz feiner Red« auch weiterhin das Bertrauen schenkt. Dos stimmt, soweit die Mehrheit des Landtages in Frage kommt, aber nicht von der Mehr- heit des Volkes. Die gegenwärtige Landtagsmehrheit entspricht schon längst nicht mehr der Balksstimmung. Die Helden von Gchattendorf. Frontkämpfer als Einbrecher. Man weih, was der Anlaß zu der Iulimittedemonstration in Wien gewesen ist, die zu so grauenhosten Folgen führte: die Frei- sprechung jener„Frontkämpfer" aus Schaitendorf, die auf sozial- demokratische Arbeiter geschcssen, einen von ihnen und ein zusehendes Kind ermordet hatten. Jetzt sind mehrer« Mitglieder dieser Schatten- dorfer Frontkämpfergruppe, Grast und Konsorten, wegen schwerer Einbruchsdiebstähle im Konsumverein Schaitendorf und bei Privaten in Ocdenburg(Ungarn) dort zu Zuchthausstrafen bis zu zwei Iahren verurteilt worden. Dos schlecht« Gewissen wegen des Arbeitermorders hatte Graft und andere am IS. Juli nach Ungarn flüchten lassen.• Wiener Elend. In der gleicheu Nacht, da die Redoute im Opernhaus glanzvoll verlies, haben sich in Wien sieben Menschen durch S e l b st m o r d aus ihren Nahrungssorgen geflüchtet.— Einer Anzahl Arbeitsloser, die in Erdhöhlen gewohnt und sich richtig bei der Polizei gemeldet hatten, sind infolge des Alarms in der Linkspresse Wohnungen zugewiefen worden. AmenkasArbeiiergegeuImperialismus Offener Brief Greens an Hughes. London. 28. Januar.(Eigenbericht.) Der Präsident des amerikanischen Gewerkschoftsbundes. Green, hat an den Staatssekretär der Vereinigten Stgaten Hughes als den Führer der Delegation der Vereinigten Staaten zum panamerika- "ftchen Kongreß einen offenen Brief gerichtet, in dem er im Namen der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung erklärt, daß die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter Amerikas geschlossen jede Intervention der Vereinigten Staaten in die inneren An- gelegenhciten irgendeines lateln-anierikanischen Staates verurteilen. Der Aeliestenrak des Reichstags, der sich mit den Zwischen- fällen!n der Freitagsitzung beschäftigen soll, wird wn nächsten Montag zusammentreten. Massenenitassungen im Gaarbsrgbau. Ende Februar sollen 4000 Bergarbeiter abgebaut werden. Saarbrücken, 28. Ianoar. heule nachmlllag waren die Vertreter der Saa'g uben Organi- Nationen zu vesprechunnen auf der s-an, titschen Ve'gwertedlrettiou eingeladen wo ihnen mitgeteilt wurde, daß troh aller Bemühungen bessere Zlbsahmöglichkeiten nicht gesunden worden seien. Es bliebe nl(*to anderes übrig, als die.Feierschichten beizubehalten oder Entlassungen vorzunehmen. Man Hobe sich dahin entschieden. Ende Februar weitere 4000 Mann der Belegschaften zu entlassen. Die Vertreter der Organisationen wurden aufgefordert, zu den geplanten Mahnahmen Stellung zu nehmen. Eine Einigung kam nicht zustande. Es sollen weitere Verhandlungen in nächster Zeit slaktflnden. Die Berliner Gaflwirisgehilfen-1927. Gtäkkung und Erfolge der Organisation. Für den Zweizverein Berlin dez Zeutralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Caföangestellten ist das Jahr 1927 ein Jahr des Erfolges und Aufstieges geraesen. Infolge des allgemeinen wirtschaftlichen Auftriebes war es der Organisation auch möglich, bedeutende Verbesserungen der Lohn» und Arbeitsbedingungen durch- zusehen. Außer einer großen Zahl von Einzelbewegungen, die m t den Betrieben wegen der Anerkennung und Durchführung des Tarif- v-rtrages und anderer Differenzen geführt wurden, waren die wichtigsten Bewegungen die M a n t e l t a r i f- und die Lohn- b e w e g u ng für die Berliner Gastwütsangcstellten. Dies« Bewegunzen endeten mit ansehnlichen Erfolgen, trotzdem gerade die Lohnbewegung weaen des verregneten Sommers schwer zu lühren war. Das Ergebnis dieser beiden Bewegungen war ein« i Lohnerhöhung für das Jahr 1927 von Millionen Mark, ein« � Berlürzung der Arbeitszeit um 3 Millionen Stunden. Verbesserungen des Urlaubs und ein erhöhter Kündigungsschutz für die Gastwirts- angestellten. Der Zweigverein hat auch erfreuliche Fortschritte in der Mitglied erbe,.-gung gemocht, die um so höher zu bewerten sind, als die Arbeitslosigkeit im Gostwirtsgewerbe im Laufe des Jahres nicht fo zurückging, wie es allgemein erwartet wurde. Trotzdem schloß das Berichtsjahr mit einer Zunahme von 532 Mitgliedern ab, gegen 392 im Jahre 1926, so daß der Zweig- verein Berlin am Schluß des Dorjahres insgefaibt 5987 Mitglieder musterte. Bon diesen S98? Mitgliedern find 4309 männlich« und 1678 weibliche, Eine ebenso günstig« Entwicklung wiesen auch die Kassen- Verhältnisse auf. Am Schluß des Jahres 1926 hatte der Zweig- verein bei der Hauptkasse noch 8589 M. Schulden, denen etwa der gleiche Kassenbestand gegenüberstand. Diese Schulden wurden im Lause des Berichtsjahres nicht nur gedeckt, es konme darüber hinaus sogar noch der Kassenbestond aus 10 969 M. gebracht werden. Diese günstige Entwicklung bietst die Gewähr dafür, dah die Organisation allen Stürmen dieses Jahres trotzen und weiter« Fortschritte machen wird._ Berliner Gewerkschüstsschule. Am Montag, dem 6. Februar, 19,30 Uhr, beginnt Im Leibniz- Gymnasium, Mariannenplatz, der Kursus des Genossen Simon K a tz e n st e i n:„Der Arbeiter und die Gssellschast". L Was ist die Arbeiterklasse? Woher kommt sie? 1. Geschichtlich: Klasienscheidung. Entstehung der Lohnarbeiterklasse. Entwicklung des Kapitalismus. 2. Zähl und Gliederung. 3. Wirtschaftliches und geistiges Wesen. II. Auf dein Wege aus der Untertänigkeit. 1. Arbeiterschütz, Sozialversicherung, Arbeltsrecht. 2. Organisation: Hilfskasse. Ge- werkschast. Partei. Genossenschaft. 3. Wachsender sozialer Einsluh. Es können noch Teilnehmer für diesen Kursus aufgenommen werden. Anmeldung Montags und Freitags von 4 bis 7 Uhr im Bureau der Gewerkschaftsschule, Engeluser 24/25, v. 1 Tr., Zimmer 6. Oelegierienwahlen im Fabrikarbeiterverband. Die Wahlen der Delegierten zur Generalversamm- l u ii g und die Bezirks- und Gruppenleiter wahlen bei den Berliner Fabrikarbeitern sind bis auf einen Bezirk ab- geschlossen. Die Mostauer, die im Vorjahre ungefähr 50 Sitz« von 160 in der Generalverl>rnnnlung hm« hatten, haben die größten! Am'trengungen gemocht, um die sichere Mehrheit der Amsterdamer Richtung zu brechen. Sie sind dabei nicht vor den verwerflichsten Mitteln zurückgeschreckt. Die übelsten Berleumdüngcn und Verdächtigungen, namentlich ül>er den Bevollmächtigtem R ü ck e r, wurden verbreitet nach dein Grundsatz:„Verleumde nur, es bleibt schon etwas hängen!"— um„Stimmung" zu machen. Aber alle Anstrengungen haben den Kapedisten nichts genützt. die Amsterdamer Richtung behält ihre sichere Mehrheit. selbst wenn der größte Bezirk, in dem 13 Delegierte zu wählen sind, zugunsten der Moskauer entscheiden sollte. Um dies aber zu verhindern, müssen alle SPD.-Genossen und alle mit ihnen Sympathisierende zu der Bezirksversammlung des Bezirks Wedding am Sonnabend, dem 4. Februar 1928, abends 7 Uhr, in der Turnhalle der weltlichen Schule, Puttbusier Straße 3,� erscheinen und nur Kandidaten der Amsterdamer Rfch» tung wählen._ Einstweilige Verfügung eines ArSeitsgerichis? Im Kampf in der sächsischen Hüttenindustrie. Das Dresdener Arbeitsgericht hat— wie der„Boss. Ztg." qe- meldet wurde— auf Antrag der Unternehmer in der sächsischen Hüttenindustrie eine einstweilige Verfügung erlassen, wonach es den Gewerkschaften verboten wird, den streitenden oder aus» gesperrten Arbeitern der sächsischen Hüttenindustrie Streikunterstützungen zu zahlen. jk Die neuen Verhandlungen auf Einladung des Arbeitsmiinfter» zwischen den Tarifparteien der Hüttenindustrie über die Beilegiiiig des Konflikts und die Wiederaufnahme der Arbeit in den stillgelegten Werken verliefen ergebnislos. Sie sollen> Ansang nächster Wriche fortgesetzt werden. Ceraniroortüd) für Politik: St. Snrt Scijct; Wirtschaki! ffi. ifitirtrlfrtMi.cbtrocsiinq: z. Sinnet; ÄcuiDtiCJi:*. i- Sölchcr; Üololcs und Scr.ftiacs: Rtt> totflSM: Snieiocn Ih Stockt.(Smtlid) in Berlin Strian: BorwariS-Beriag GmbH, Berlin Stufl: kottvarts-Bu-r dr.urtee und Letlansanliali Paul Slnutt u Co, Bttlin ES SÜ. 2inö'"t!rafip•>. Sierjn 5 Beilagen, wuttldalinng und Wissen- nie»„Bno dee ssilnnueli-. PL. Z , 1 f€tT 1815 ö Ai TISCH- UND HAUS W ÄSCHE BETTWÄSCHE DAMEIVWASCHE DAMENWÄSCHE Gebl. Jacquard 130/100 A.40 130/130 2»0() Halbleinen Jaeqnard 130/100 f�.DO 130/130 3.20 Servietten pi�Sd 0.75 Reinleinen Jacncard 130/160 4 85 130/130 3.95 Reinleinen, vollgeblcicht 160/160 8.45 130/130 4.95 226 11.45 130/160 0.90 Servietten gg/!|Snd 1,15 Tischgedeck Rel n leinet, feDlcicht Jacquard.� 60 /3 30 cm, mltfc3(| 12 Servietten, 60/60 cm O Hohlsaum-Tischzeug Reinleinen, gebleicht Jacquard Teö 11.99 130/160 8,95 m 22.50 2Z 17.50 Servietten pn,.«nd »6/66 1.60 36/36 0.75 Hostlsaurn-T eegedecke Reinleinen 130/160 c™ J 6) m p mit 6 Servietten Rm«! v 160/225 cm AJ AA mit 12 Servietten m jkeÄlvf Teegedeck 130/160, m. 6 Servietten, A O pj weiß, mit indanth. Karten Kün'atlerdecken weiß Rips, Haustuch o d c-------''' 130/1 ein K 1 p s, naustucn. der grau Kochel, /f JK 50/160-160. EinheiUpr. Deckbettbezug t nA Linon, ca. 1 20/200, z. Knöpf."X.11 U Deckbettbezug /» Linon.ca. 1 30/200.2. Knöpf. 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In dieser Zeit sind von der Sendegesellschaft der ausführenden Rund- funk.A..G. viele Fehler verbessert worden, aber viel Ballast wird unnötigerweis« noch immer mitgeschleppt. Vorträge. Der Rundfunk ist nicht in der beneidenswerten Lage, mit einem Publikum aus einer bestimmten Gcfelljdwftsfdpcht zu rechnen, sondern er wendet sich an oll«. Er will alle Znteccsf engebiete gleich. möhig vertreten. Darum die Buntheit und scheinbare Systemlosigkeit seiner Vortraosprogramme, die aber eben durch diese Einstellung bedingt sind. Trogdem muß er. well er sich an alle richtet, Themen. die spezielle Gebiete irgendeines Wissensgebietes behandeln, ein- schränken oder wenigstens Sprecher auswählen, die die sellene Kunst ihr«igen nennen, diese Speziallhemen einem großen Hörerkreis inleresiant za machen. Das geschieht leider selten. Die meisten Redner glaube», daß ihr Spezialwissen auch dem Laien selbst- verständlich sei. und sie arbeiten deshalb mit Voraussetzungen, die nicht zutreffen. Ein anderes Moment kommt hinzu. Der Berliner Rundfunk veranstaltet oft Vorträge, die sich auf ein« eing«hende Beschreibung irgendeines Gegenstandes, eines Kunstwerks oder einer Landschaft beschränken. Der Hörer, der diese Dinge nicht kennt. kann sich ober ohne Anschauung kein Bild von ihnen machen. Vor- rröge über bildende Kunst, Film, Theater oder über landschaftliche Themen müssen sich deshalb vom Detail lösen und das Allgemeine betonen, um dem Hörer etwas zu geben. Und dann sei hier auf die Serienvort-räge hingewiesen, die in letzter Zeit das Programm be- herrschen. Es ist nicht möglich, manche Themen m einer halben Stunde zu bewältigen, doch das Ueberhandnehmen der Zyklen schadet Der Hörer kann nicht immer jede» Vorttag hören, und verliert dann den Zusammenhang. Hier. müßte ratio- niert werden. Mchtig ist natürlich, daß der vortragende sprechen kann, daß er nicht seinen Vortrag herunterhustet oder herunterstottert, und daß e>r auch richtig akzentuiert und steigert, dadurch erleichtert er dem Hörer das Verständnis. Die Novellenstunde und ähnliche literarische Veranstaltungen— die man übrigens häufiger in die den meisten Hörern freien Abend- stunden legen sollt«— lassen ebenfalls noch manche Wünsche un- erfüllt. In vielen Fällen hat die Berliner Funkstunde„Dichter" gekrönt, die auch die bescheidenste Kritik nicht als solche anerkennen konnte. Dagegen dürsten eine ganz« Reihe weniger oder mehr be- konnte Dichter und Schriftsteller gern häufiger zu Wort kommen. Eine Unsitte ist es, kleinen, anspruchslosen Feuilletons, die im Rahmen der Tageszeitung gewiß ihre Lebensberechtigung Haben, in der Novellenstunde den Stempel der Unsterblichkeit aufdrücken zu wollen. Die Vorträge für die Frau sind in der letzten Zeit im Niveau g e st i e g e n. Die Behandlung verschiedener geistiger Interessen- gebiete der Frau und die Schilderung von Lebensbildern bedeutender Frauen war dankenswert. Auch die Behandlung verschiedener Erziehungssragen konnte man mit Freude begrüßen. Dagegen bleibt die Behandlung anderer Haushalwngsprobleme häufig allzu sehr im Theoretischen stecken oder aber sie gleitet hinab in die Region primi- tio schwatzhafter, kleinbürgerlicher Frauenzeitschristen. Klare, fach- liche Vorträge, die praktische Ratschläge auch für die einfachen Haus- frouen vermitteln, fehlen dagegen noch sehr. Sehr traurig fallen vor ollem die Märchenstunden für die Zugend aus. Die Kinder werden hier oft mit Geschichten abgespeist, die nur Kitsch ii� Reinkultur genannt zu werden verdienen. Da spukt an den Sonntagen immer ein Funkheinzelmann vor dem Mikrophon, dessen Lebensöußerungcn olle echten Märchen- heinzelmänner jchamrot ob solcher Bruderschafi machen müssen. Fade Belanglosigkeiten werden mit allem möglichen Ausroond groß ausgezogen, viel Musik soll den mangelnden Inhalt und die erst recht mangelnde Märchenstimnmng dieser Darbietungen ersetzen. Mü den F u n k p r i n z e s s i n n e n ist es nicht weniger kläglich bestellt. Sie erzählen den Kindern mit unerträglicher, verlogen-naioer Sprache, blutleere, unkindliche Geschichten, die wahrscheinlich Akkord- arbeit aus irgendeiner Märchensabrik sind. Gewiß gibt es gerade in der Jugendlitsrowr sehr viel Schund. Aber es ist dringende Pflicht für die verantwortliche Stelle der Berliner Funkstunde, ihn vom Mikrophon scrnzuhalten. Das Hörspiel. Der Rundfunk weist auf ein« neue Kunstgestaltung hin: auf das Hörspiel. Dramatische Kunst nur für das Aug« ist der Film. Jetzt soll ein Weg gesunden werden, dramatische.Kunst nur durch das Ohr zu vermitteln. Der Berliner Sender Hat uns schon mancherlei Ber- suche aus diesem Gebiet gebracht. Meist aber blieben die Hörer sehr unbefriedigt davon. Das letzt« Spiel dieser Art, der „S t u r m ü b c r d e m P az i f i k", war eine Art akustisches Schul- drama, mit viel Fleiß und Beachtung der bekannten Gesetze aus- gebaut. Aber es felflte diesem Werke nicht nur an künstlerischem Wert, es mangelte ihm auch die Kraft der Form. Wahrscheinlich war ein Mißverstehen der Grundbedingung daran schuld. Ein Hör- spiel ist kein akustischer Film. Das Auge nimmt den Ablauf einer Filnchandlung naiv Bild-gläubig entgegen. Dos Ohr ober leitet das gesprochene Wart an den Verstand weiter, schickt es also gleichsam unmittelbar durch einen kritischen Filter, Während daher im Film eine recht äußerliche Scheinlogik dem Publikum im allgemeinen ge- nügt, verlangt es im Hörspiel starke innere Logik. Zurzeit über- wiegt bei den maßgebenden Stellen mischeinend noch so sehr die Freude an den technischen Möglichkeiten, daß sie an dem Grade, in dem diese beansprucht werden, die Funkeignung eines Werkes messen. Hier muß sich die Erkenntnis Bahn brechen, daß die Vollkomnieirheit jedes technischen Apparates sich daran erweist, daß er unmerklich vorhanden ist. Der Rundfunk braucht ihn für un- zähllge fein« und feinste Nuancen im Handlungsablauf. Je besser er hier arbeitet, desto geringer wird das Interesse an einer lärmen- den Dokumentierung werden. Mit der Ueberweriung des Technischen hängt auch die Freude an tragischen Haupt- und Staatsaktionen zusammen. In ihnen ist am leichtesten die Möglichkeit gegeben, sich geräuschvoll auszuwirken— aber auch sich wichtig zu nehmen. Man könnte hier ohne Mühe eine Parallele zu den irüheren historischen Filmen ziehen.— Es ist bedauerlich, daß noch kein Dichter sich der neuen Äunsizweige angenommen und«in Hörspiel geschrieben l)at. Vorläufig scheinen dieser neuen Kunst zwei Wege offen zu stehen. Erstens kann man an eine Art akustisches Kammerspicl denken: mit feingeschlsisenen Dialogen, die die Handlung sormen, die Menschen charakterisieren. Die Einheit von Zeit und Ort müßte möglichst gewahrt bleiben. Doch auch eine anspruchsvollere Kompo- sition mit hineinkomponierten— aber möglichst wenig unrsong- reichen— Ansagcterten und betonterer Verwendung der Technik kaim gewiß befriedigend dem Hörer vernnttelt werden. Solches Werk fordert ober einen genialen Regisseur, der die Geräusch- Wirkungen in Stärke und Dauer so abwägen kann, daß sie nicht aus dem Werk herausfallen mid von den Hörern richtig verstanden, doch nicht störend empfirnden werden. Das dramatische Sendespiel. Blieb un» also das Hörspiel eigentlich noch alles schuldig, so sieht es mit dem dramatische» Sendespiel besser aus. Natürlich ist jedes Sendespiel ein« Halbheit uird muß es bleiben. Es ist Ursprung- lich für die Schaubühne geschaffen und kann auf der Hörbühne daljer nur ein Schattendasein sühren. Immerhin können kleine Lustspiele, aber auch ernste Kammerspiele, am besten Einakter, auch in der Rundfunkübermittlung einen guten Teil ihrer Wirkung behalten. Bedenklich ist dagegen da» Zurechtschneiden der großen Dramen für die Sendebühne. Solang« es, wie häufig in der Nachmittags- jugendveranstaltung, nur bei einer Art Vortrog mit verteilten Rolle» bleibt, kann man die Darbietung wohl begrüßen. Doch sollte der Jugend weniger ausgiebig das klassische Drama, das schon in der Schul« hinreichend gepflegt wird, geboten und dafür mehr die Werke neuerer Dichter berücksichtigt werden. Auch für die Abendprogramme wären ähnliche Veranstaltungen wünschenswert. Umdichlungen für die Sendebühne blieben dagegen bisher stets zweifelhaftes Flickmerk und werden es wohl auch naturgemäß wohl bleiben müsse». Boll- kommen abzulehnen ist die Funkübertragung einer echte».Theater- anfsührung. Glücklicherweise ist man von diesem üblen Brau anscheinend endgültig abgekommen. Konzerte und Tanzmusik. Trotzdem in den Kritiken mancher Zeitungen Klage darüber geführt wird, daß die Musik im Berliner Programm einen.zu breiten Raum beansprucht, muß darauf hingewiesen werden, daß der Rund- funk nicht genug Musik bieten kann, da gerade Musik alle Hörer interessiert und kaum künstlerische Probleme dem Rundfunk bietet. Kritik kann höchstens die Programmgestaltung hervorrufen. Der Berliner Bundsvnk übt keine Oekonomie. Er gibt beispielsweise am Nachmittag ein Solistenkonzert mit Stücken von Schubert, Schu- mann oder Chopin, und am Abend ein Sinfoniekonzert. Das ist zuviel des Guten. Wiedenim lausen andere Tage völlig leer. Nach- mittags geschieht nur Belangloses, und dos Programm wird dann mit einem„Bunten Abend" oder einer Operettenauffllhrung be- Menschen, Göttern gleich... öj Roman von Herbert George Wells. 2. „Bor fünf Minuten," sagte Mr. Barnstaple,„hätte ich gesagt, wir sind auf der Maidenhead Road, in der Nähe von - Slough." „Stimmt!" sagte der lange Herr in einem ernsthaften und nachdrücklichen Ton.„Stimmt! und ich behaupte, daß nicht die geringste Ursache vorhanden ist. anzunehmen, daß wir nicht noch immer auf der Maid�ihead Road sind!" Der herausfordernde Ton des Dialektikers klang aus seiner Stimme. „Aussehen tut es nicht wie die Maidenhead Road," 'vgte Mr. Barnstaple. „Zugegeben! Aber, haben wir nach Erscheinungen zu urteilen, oder haben wir auf Grund der geradlinigen Kon- iinuität unserer Erfahrung zu urteilen? Die Maidenhead Road führte hierher, sie stand in lückenlosem Zusammenhang mit dem hier, und darum bleibe ich dabei: das ist die Maidenhead Road!" „Diese Berge?" gab Mr. Barnstaple zu bedenken. „Windsor Castle sollte dort sein!" sagte der große Herr strahlend, als ob er einen guten Schachzug getan hätte. „Es war dort vor fünf Minuten." sagte Mr. Barnstaple. '�Dann ist es klar, daß diese Berge durch irgendeinen Trick verändert scheinen." sagte der große Herr triumphierend,„und die ganze Geschichte nichts weiter ist als„Mache", wie man es heutzutage nennt. „Es scheint merkwürdig gut„gemacht" zu sein!" er- widerte Mr. Barnstaple. Es entstand eine Pause, während welcher Mr. Barn- staple die Begleiter des langen Herrn musterte. Ihn selbst kannte er ganz genau. Er hatte ihn ein dutzendmal in öffentlichen Bersammlungen und bei Festessen gesehen. Es war Mr. Cecil Burleigh. der große Fuhrer der Konservativen. Nicht nur als Politiker war er ausgezeichnet, sondern auch im Privatleben ragte er als Gentleman, als Philosoph und als ein Mann von umfassender Bildung hervor. Hinter ihm stand ein kurzer, untersetzter, nicht mehr ganz junger Mann, den Mr. Barnstaple nicht kannte. Das an und für sich Un- sympathische seiner Erscheinung wurde noch durch ein Mo- aotet verstärkt. Der Dritte in der Gruppe war ebenfalls«ine bekannte Figur, aber Mr. Barnstaple konnte ihn einige Zeit nirgends einreihen. Er hatte ein glattrasiertes, rundes, derbes Gesiebt und war wohlbeleibt: seiner Kleidung nack konnte man ihn entweder für einen Geistlichen der Hochkirche oder für einen wohlbestallten römisch-katholischen Priester halten. Der jungen Mann mit dem Monokel sprach nun mit der Stimme eines Eunuchen:„Es ist kaum einen Monat her, daß ich die Straße nach Taplow Court hinausfuhr und da- mals war bestimmt nichts Derartiges am Weg zu sehen!" „Ich gebe zu, es bestehen Schwierigkeiten!" sagte Mr. Burleigh gewählt.„Ich gestehe, es sind sogar bedenkliche Schwierigkeiten vorhanden: immerhin wage ich noch zu glauben, daß meine Behauptungen im wesentlichen zu Recht bestehen." „S i e glauben nicht, daß dies die Maidenhead Road ist?" sagte der Herr mit dem Monokel schüchtern zu Mr. Barn- staple. „Für ein Machwerk sieht es zu vollkommen aus." er- widerte Mr. Barnstaple mit sanfter Hartnäckigkeit. „Aber, mein Herr." protestierte Mr. Burleigh,„diese Straße ist doch allgemein durch die Kunstgärtner bekannt, die manchmal aus Reklamegründen die erstaunlichsten Schau- stellungen veranstalten." „Warum fahren wir dann jetzt nicht geradeaus weiter nach Taplow Court?" fragte der Herr mit dem Monokel. „Well," sagte Mr. Burgleigh mit einem Ton von Schroff- heit, die gmtz natürlich ist, wenn man immer wieder auf eine Tatsache zurückkommen muß, die schon genau bekannt ist und eigensinnig übersehen wird,„well Rupert dabei bleibt, daß wir in einer anderen Welt seien und er nicht weller will. Das ist der Grund! Er hat immer zuviel Einbildungskraft ge- habt. Er glaubt, daß Dinge, die nicht existieren, doch existie- ren können. Und jetzt glaubt er sich in irgendeine wissen- schaftliche Geschichte versetzt, sieht sich außerhalb unserer Well, in einer anderen Dimension. Manchmal glaube ich, es wäre für uns alle besser gewesen, wenn Rupert sich damit beschäf- tigt hätte, Romane zu schreiben, anstatt sie zu erleben. Wenn Sie. als sein Sekretär, glauben, daß Sie ihn dazu bringen können, zur rechten Zeit in Taplow zu sein, um mit den Leuten aus Windsor zu frühstücken.. Mr. Burleigh deu- tete durch eine Gebärde an, daß er für solche Ideen keine passenden Worte finden könne. Indessen hatte Mr. Barnstaple eine ernste Gcstall mll einer gelblichen Gesichtsfarbe nnt�r einem grauen Zylinder mit schwarzem Band, eine aus Karikaturen vertraute Er- scheinung bemerkt, die mit langsamen Bewegungen das Blumengewühl neben der Limousine untersuchte. Dies konnte niemand anderer sein, als der berühmte Rupert Catskill, der Staatssekretär für Kriegswesen. Ausnahm?- weise befand sich Mr. Barnstaple in voller Uebereinstimmung mll diesem allzu abenteuerlustigen Politiker. Dies war eine andere Welt. Barnstaple stieg aus dem Wagen und wandte sich an Mr. Burleigh:„Ich denke, mein Herr, wir werden es eher aufklären können, wo wir sind, wenn mir das hier nebenan brennende Gebäude untersuchen. Mir war soeben, als ob ich eine auf dem Hang hinter dem Hause liegende Gestalt gesehen hätte. Wenn wir nur einen von diesen Hexenmeistern fangen könnten..." Er ließ diesen Satz unbeendet, weil er nicht einen Augenblick daran glaubte, daß sie gefoppt seien. Mr. Burleigh war in den letzten fünf Minuten sehr in seiner Achtung gesunken. Alle vier wandten ihre Gesichter der rauchenden Ruine zu. „Es ist doch sehr eigentümlich, daß weit und breit keine Seele zu sehen ist." bemerkte der Monokelmann, den Horizont absuchend. „Gut. ich sehe nicht im geringsten etwas Unrechtes darin, nachzusehen, was da brennt." sagte Mr. Burleigh und lenkte seine Schritte nach dem zusammengestürzten Haus zwischen den umgebrochenen Bäumen, während er seine schlaue, besser- wissende Miene.beibehielt. Aber ehe er noch ein Dutzend Schritte gemacht hatte, wurde die Aufmerksamkeit der kleinen Gruppe durch einen lauten Schreckensschrei der Dame, die in der Limousine sitzen geblieben war. wieder dahin gelenkt. 3. „Das ist aber wirklich zuviel!" rief Mr. Burleigh in auf- richtiger Entrüstung.„Es muß doch polizeiliche Verordnun- gen geben um solchen Unfug zu verhindern!" „Er ist einem Wanderzirkus entsprungen," sagte der Herr mll dem Monokel.„Was wollen wir tun?" „Er sieht zahm aus," sagte Mr. Barnstaple, aber ohne die geringste Neigung, seine Theorie zu erproben. „Wie leicht kann man durch so etwas sehr ernstlich erschreckt werden," sagte Mr. Burleigh. Und mit einem be- ruhiaenden Ton in der Stimme rief er:„Rege dich nicht auf, Stella! Er ist wahrscheinlich ganz zahm und harmlos, reize ihn nicht mit dem Sonnenschirm, er könnt« dich anfallen, Stella!" j&at.: (Fortfchuug jstgt.) Betrügereien im Lombardhaus. Oer Betrieb geschlossen. Betrügerischen Machenschaften von riesigem Ausmahe ist die Kriminalpolizei auf die 5 pur gekommeu.?a der lehleu Zeil liefen bei der Dienststelle F. 7 der Kriminalpolizei mehrfach Anzeigen ein. dah in einem Lombardhaus Unter de« Linden nicht alle, mit rechten Dingen zugehe. Sriminaikommisiar Seifert beobachtete den Betrieb mit seinen Beamten mehrere Tage laug und beseht«— unterstützt von Beamten der Aahndungsinspektion— die Gefchöfls. räume am Sonnabend. Die unter dem Nomen„Allgemeines Lombard- und Lagerhaus, JnhabcrPaulBergmann'in weiten Kreisen bekannte Firma hat in dein Gebäude der großen Passage Unter den Linden die ausgedehnten Räume inne, die früher Caftons Panoptikum beherbergten. Als diese nicht mehr ausreichten, wurde noch eine weitere Etage sowie groß« Kellerräume In Anspruch genommen. Die solide und vornehme Aufmachung der sämtlichen Räume mutzte auf jeden Kunden den Eindruck machen, daß er es mit einem reellen und gut sundierten Geschäftsbetrieb zu tun hatte Nur so ist es zu erklären, daß verschiedene hochgestellte Persönlich- leiten gute Referenzen über den Ruf der Firma abgegeben haben. Der Inhaber, der 58 Jahre all« Kausmann Paul Bergmann, arbeitete Hand in Hand mit einem Helsershelfer, dem 48 Jahre allen früheren Pferdehändler und jetzigen Kaufmann Felix Salinger aus der Elsasscr Straße. Der Ursprung des Lambardhausez zeigt das Bild eines einwandfreien Geschäftes. Es wurden Waren aller Art in Lombard genommen, ihrem Werte entsprechend beliehen und bei Derfall ordnungsmäßig versteigert. Dann aber setzt« die Werbung der„Sapilalkunden- ein. Durch Agenten und auf anderem Wege wurden Geldgeber gs- fucht, denen die lombardierten Waren als Pfand zugesichert wurden. Berliner Kunden erhiellen für ihre Darlehen 48 Proz. Zinsen. solche aus der Provinz 3« Proz. Diese ungeheuerliche Berzinsung verlockte natürlich Leute aus allen Gesellfchattsschichten, dos irgend verfügbare Geld herzugeben. Die hergeliehensn Summen schwanken. zwischen Sw und 60 000 bis 100 000 Mark, je nach der finanziellen Lage des Kapitalkunden. Bergmann hatte ein lohnendes Werbe- system sür diese Art Kunden eingerichtet. Als die Kriminalpolizei gestern überraschend injwn Betrieb einfiel, wurden außer gefälschten wechseln auch gefälschte Lombard- scheine in großer Zahl vorgesunden. Es stellte sich heraus, daß die Waren den Geldgebern, die einer vom anderen nichts wußten, bis zu siebzehnmal als Sicherheit verpfändet worden waren. Während dos vorhandene Warenlager nach vorsichtiger Schätzung höchstens eine Million Wert hat, stehen ihm mehr als drei Millionen an auf- genommenen Darlehen gegenüber. Bergmann wurde am Sonnabend in feiner Villa fest- genommen und nach stundenlangem eingehenden Verhör aus dem Poll.zeipräsidium dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Dasselbe Schicksal traf Sali ng er. der auf offener Straße fest. genommen wurde. Sämlliche Geschäftsbücher sowie die aus- gedehnte Korrespondenz wurden beschlagnahmt und zur Prüfung den Sachoerftändigen überwiesen. Sichergestellt wurden auch alle oorgesundenen gefälschten Wechsel und Lombardscheine, die noch nicht untergebracht worden wareck. Sie füllten zwei große Zigarren- listen. Der Betrieb wurde polizeilich geschlossen und die Räume oersiegelt. Um den betrügerischen Manövern ganz auf den Grund gehen zu können, ist es dringend erwünscht, daß sich alle, die Bergmann Darlehen gegeben und Lombardscheine oder Wechsel als Sicherhell erHollen haben, bei Kriminalkommissar Seifert, Dienststelle F. 7 im Polizeidienstgebäude In der Georgenkirchstraße 30 A meldeck. schloffen. Hier mutz endlich-in Ausgleich gefunden werden. Vor alle« aber sendet die Fuakslunde zu wenig populäre vrchesler- konzrrte von Niveau, Veranstaltungen, die sich besonder� für de« Sonntag eigner«. Zu begrüßen ist die Neuerung dieses Winters, Orchester- und Solistenkonzerte aus Konzertsälen zu übertragen, da sie in akustischer Beziehung gerundeter klingen als die Sendungen. Beruft man heute schon hin und wieder bedeutende Dirigenten als Leller der Sinfoniekonzerte, jo wählt man noch aicht genügend gewisieuhasl die Solisten, vor ollem die der Nachmittagsveranstal- iungea, aus. Ost singen Künstler, deren Stimmen durchaus nicht für den Nundsunt geeignet sind, Kloviervirtuoscn treten auf, deren spitziger Anschlag im Rundfunk wirkungslos bleibt und den Hörer beinahe schmerzhaft trifft. Und noch ein Wort zu der Tanzmusik. Nachmittags ist sie überhaupt nicht angebracht, die Uebertrogungen aus moirdänen Hotels erübrigen sich, und auch am Abend muß die Funkftunde Rücksicht auf diejenigen Hörer nehmen, die nicht tanzen, sondern nur etwas Musik hören wollen, deshalb wäre reine Jazzmusik mit ihren Soxo- phonorgicn am besten aus dun Rundfunk zu verbannen oder ihre Wirksamkeit müßte auf ein Minimum reduziert werden. Oper und Operette. Zwei Jahre liegen zwischen der ersten und der letzten lieber- tragung von Richard Wagners„Tristan und Isolde", und die beiden Ucberkcagungen zeigen die Entwicklung des Rundfunks. Frülzer trat eine Berjchicbung der Akzente ein, der Sänger deckte das Orchester zu, trotzdem das Orchester in dieser Oper wie überhaupt im Musik- drama ebenso wichtig ist wie der Sänger, heute halten sich Orchester und menschliche Stimm« die Wage. Ein Argument gegen die lieber« tragung von Musikdramen ist alio gefallen, ein anderes bleibt de- stehen. Dos Mujikdrama— fasten mir unter diesem Begriff die geiamte moderne Oper zusammen— ist mehr Schaujptel, ist psychologisch iundierter als die alte Oper. Die Musik untermalt die Bühnen- Vorgänge, deutet sie aus, ist stellenweise ohne Bühnenbild un- vcrstäitdlick in ihrem Aufbau. Der Hörer kann sich kein Bild sonnen, und aiiheroem sehst die Melodie, die alle Unklarheiten vergessen läßt. Eine?liisnahme bedeutet die veristische Oper der Italiener, etwa „Tosca",„Der Schmuck der Madonna" oder..Caoalleria rnsticana", weil hier Melodien vorhanden sind. Das spricht weder sür noch gegen ein Work, bestimmt keineswegs seinen musikalischen Wert, bleibt aber entscheidend sür den Rundfunk. Im vergangenen Jahr»er« oirstaliet« Bronsgeeft einen Zyklus„Die Entwicklung der deutschen Oper", der mit Glucks„Iphigenie aus Tauris" ein- setzte und mit Parsifal" schloß und einen Zeitraum von hundert »iahren umfaßte. Hior wurde fast demonstratio gezeigt, welche Opern im Rundfunk wirken und wo diese Wirkung aufhört Man darf an dieses Problem nicht als Musiker herantrete», sondern als Laie. als Mensch, der diese Werke zum erstenmal hört, sie jedenfalls von der vülme nicht kennt. Gluck. Mozart, selbst Webers..Enryautbe" und Goetzenz„Der Widorspenstizen Zäbmunq" wirkten dank ihrer Melodiensülle. Anders aber„Der Ring", denn Längen, die bereits ,m Opernhaus stören, traten ohne Bühnenbild noch deutlicher her- vor, und manche Borgänge wurden nicht geklärt. Trotzdem diests Moment oft gezeigt worden ist, übersieht e» Bronsgeeft, denn das Opernrcoerloire der Berliner Annkflimde In diesem Zohr zelgl alles andere eher als ein Systnn. Den Spielplan beherrschen lieber- tragungen au» der Städtischen Oper oder aus der Oper am Platz der Republik. Nun bleibt es verdienstvoll, neue Opern den« großen Rundfunkpublikum bekannt zu»wchsn. ober ein« llebertragung von Busonir„Dr. Faust" oder v-m Krcncts„Iouny • f aus den oden«erwähnten Äründsn bochstens einen «nstnrktiven. kaum einen ausgeprägt rünftferifchrn Charakter. Und ftinzii kommt ein Mangel, der allen Uebertrogungen anhastet. Der Sang« spielt und slnq««n erster Linie sür da, ynblikum im Opern- bans, nicht für die Rundfunkhörer, er muß sich ans der Bühne de» wegen, dadurch entstehen Undeutlichkeitcn, die den Genuß beeinträch. i'gen. Man müßte systematisch arbeiten, die OpernIIkeralur der Ver- gangonhell and Gegenwart aus ihre Oucililät und aus ihre ver- ivendbmkett für de« Rundfunk prüfen und dann eine geeiguel« Ans- mahl treffen Und auf diese Art eine Art Ergänzung der Opsrn- theater bilden. - Was die Berliner Funkstunde bei der Oper versäumt, Holl sie bei der Operette nach. Jede Wochr erfreut mit einer Operetten« send«mg, doch man gehl werken, die im Rundfunk eine starke wir- kung erzielen könnten, scheu aus dem Wege. Man beschränkt sich leider auf die Tanzoperette der Nachkriegszeit. Hagen, anns Inszenierung der„Nacht von Venedig" von Johann Strauß tonn als Aus- nähme anqesehe«« werden. Ein Kapitel sür sich find die„Bunten Abende" und das„Heitere Wochenende. Leider fehlt es der Berliner Funkstunde augenblicklich be, keiner Art ihrer Darbietungen weniger an Selbstkritik als bei diqen bunten Programmen. * Der Rundfunk ist eine Institution sür alle. Trotzdem muß«• auf die breite Masse der Arbeitenden besonder- Rücksicht nehmen, denn aus diesem Gcselljchostskreis rekrutieren sich die meisten Hörer, die oft keine andere Unferhaltung haben, als de» Rundfunk. Di« Leitung der Funkstunde muß dies auch In ihrer Programmgestaltung berücksichtigen. Das Programm muß rationeller aufgebaut werden. Es geht nicht an, daß ein Tag fast nur mit Dortrögen, ein anderer dagegen allein mit klastischer Musik ausgefüllt wird. Liebhabereien und Protektionen der einzelnen Restortchefs sind vom Uebel. Auch über den Ausbau des Tagesprogramms müßte ein Mann wachen, der die Akzente richtig verteilt und über den Dingen steht. Weiße Woche. Ein Triumph modernster Dctorationskunst, planvoller Außen- fastaden und feenhafter Lichtreklame. Sinfonie!n Weiß, aus Spitzen, Leinen, seidigen Geweben. Abertausende von Taschentüchlein, ge- formt.zu Bäumen und anderen kunstvollen Drapierungen. Ueberall aufgestapelt Berge von schneeigem Linnen, Batist, Opal und wie die Stoffe alle heißen mögen. Heute ist gewissermaßen die General- probe mit gleichzeitigem Borverkaiifsrecht. Vorläufig übertrifft der Ansturm der Seher well den der Käufer. Seit die farbig« Wäsche- mode aufgekommen«st, hat der traditionelle Wäschestoff, soweit er zur Anfertigung von Leibwäsche dient, ebenso wie die fertigen Wäsche- stücke in weiß, viel an Kausintereste verloren. Die großen Stau- decken Kaufwütiger ließen sich bisher noch nicht seststcllsn. Aber es kann noch werden. Es gibt auch diesmal wieder einige wirklich preiswerte„Reißer", so zum Beispiel ärmellos« weiße Kleider aus Panamastoff oder Opal sür 6.75 M.. Pullover, weiße Blusen schon von 3,50 M. angefangen, ebenso preiswerte Handtücher, Küchen-, Tisch- und Leibwäsche. Der einzige Rummelplatz ist vorläufig das Handschuhlager, wo e» sür 2�5 M. schon weiß« Glacehandschuhe gibt, ebenso solche aus Waschleder. Aber das weiblich« Publikum Hat wieder sein« kleine Sensation und Augenweide an den vielen. zu gigantischen Höhen aufgebauten Herrlichkeiten. Eine Ausstellung junger Buchdrucker. In den Räumen de» Buchgewerbesoals findet zurzeit eine Ausstellung von Schülerarbeiten der Kunstgewerbe- l ch u l e F r o n k f u r t a. M. statt Die Airsstellung gibt einen guten tieberblick über die Ausbildungsmöglichteiten an einer Kunstgewerbe- schule auf dem Gebiet« der Buchdruckeret. Cs stt erstaunlich, wa» für Kunstwerke mit den bestehenden Typen geschaffen werden können. Au» Typen zusammengesetzte Bilder werden so ichon immer mehr in der Reklame angewandt. Noch geeigneter sind sie bei Illustrationen. Der Typentasten schafft immer neue Möglichkeiten. und was hier gezeigt wird, ist vorbildlich. Man möchte jedem Buch- drucket gönnen, daß er eine Kunstgewerbeschule besuchen tgrtn. und wieder einmal sieht man, wie nahe Technik und Kunst verwandt sind.. Die Ausstellung hat zudem durch die Bilder der Berliner Künstler Fritz Steinert und Walter H eisig für Abwechslung gesorgt, so daß die Auestellung Beachtung weit über das Fachintercst« hinaus verdient. Die beide» Künstler sind gleichzeitig auch Lehrer an der Berliner Kunftgewerbeschule. Die Aauarelle von Fritz Steinert, Motiv« aus der Berliner Umgegend und aus dem fernen Osten, sind ebenso gekonnt, wie lebendig. Ein Eisersuchtsatientai? Die Geliebte niedergesch osseu und geflüchtet. Eine geheimnisvolle Schießastäre, bet der es sich noch den bis- herigen Ermittlungen vermutlich um ein Eifersuchtsattentat handelt. beschäftigte gestern die Berliner Kriminalpolizei. Dt« bet dem Kaufmann F. als Wirtschasterin beschäftigte ZOsährige Frieda Meiling aus der Bautzener Str. 8 wurde gestern abend in der Wohnung ihres Arbeitgebers im Hause M ü l l e r st r. 14, im tziorden Berlins, ovn einem noch unbekannten Mann niedergo- schössen und schwer oerletzt. In der allgemeinen Derwirrung, die unter den.Hausbewohnern entstanden war, gelang es dem Täter, ungehindert zu entkommen. Folgendes wird hierzu mitgeteilt: Die Wirtschasterin war in den Abendstunden in der Küche mit Abwascharbeiten beschäftigt. Kurz vor 18 Uhr wurde mehrmal» ge- klopft. Al» die Frau ahnungslos die Wahnungstür öffnete. fielen im selben Augenblick kurz hintereinander zwei S ch ü f f e. Don" einer Kugel in den Unterleib getroffen brach die Frau zusammen. Trotz der schweren Verletzungen gelang e, der Wirtschafterin sich auszurafsen und laut um Hilfe msend die Trepp« hinabzueilen. Aus dem Hof sank sie dann bewußtlos .zusammen. Der Tater eilte hinter seinem Opfer her und versuchte den Nevolver noch mehrmals obzitdrücken, ohne daß aber ein Schuß losging. Auf die Hilferufe der Frau eillen von ollen Seiten Haus- bewoh'ner herbei und nrhinen sich der Schwerverletzten an. Der Täter entzog sich seiner Festnahme durch schleunige Flucht. Aus der Treppe und aus dem Hof wurden zerstreut fünf Patronen auf- gesunden, die der Täter bei der Verfolgung seines Opfere verloren halte. Die Ueberfallene wurde zur naheliegenden Rettungsstelle 16 in der Lindowor Straße gebrockt, wo der Arzt einen lebensqesähr- lichen Unterleib, schuh feststellt« und die sofortige Ueberfüh- nmg in das Birchow-Krankenhaiis anordnete. Die Frau liegt be- wußtlo» danieder. Eine polizeiliche iBenwchmung war deshalb bis zur Stunde nicht möglich. Zweifelsohne handelt es sich um ein Eifersuchtsatte» tat. Hausbewohner wollen in dem Täter einen Mann erkannt haben, der sich in letzter Zeit wiederholt vor dem Hause aufhielt und sich mehrmals in Begleitung der Meiling zeigte. Wahrscheinlich wollte Frau M. aus irgendwelchen Gründen das Verhältnis lösen, sodaß der Mann aus Rache zur Waffe griff. Die erste Annahme, datz cs sich um einen Raubübersall handeln könnte, ist durch verschiedene Pegleitumstände bereits widellegt. OaS heiratslustige Berlin. Die Eheschließungen haben sich in Berlin im Jahre 1027 sehr beträchtlich gemehrt. 40 928 Ehen wurden diesmal geschloffen, um 4335 mehr als im Jahre 1926, wo Berlin es nur auf 36593 Eheschließungen brachte. Di« Zunahme in 1927 beträgt gegenüber dem Vorjahr fast 12 Proz., während für die Be- völkerungszahl ein« nicht annähernd so starke Zunahme vermutet werden darf. Aus je 1000 der durchschnittlichen Bevölkerungszahl kamen In 1926 knapp 9 Eheschließungen, in 1927 aber dürfte die Ber- höltniszahl rund 10 Eheschließungen aus je 1000 der durchschnittlichen Bevölkerungszahl sein. Die Zahl der Eheschließungen war nach dem begreiflichen Aufschwung, den sie seit Kricgsschiuß genommen hatte. schon von 192t an wieder beträchtlich abgesunken. Eine mit 1925 einsetzende neue Zunahme dauerte 1926 fort und hat jetzt in 1927 sich wieder merklich beschleunigt. Die Ehcschließungszohl stellte sich für das heutige Stadtgebiet Berlin in 1919 und 1920 auf 51 835 und 52 833. in 1921. 1922, 1923, 1924 auf 45 188. 47 685, 41 519, 30 650, in 1925, 1926, 1927 auf 35 092, 36 593, 40 928. Verglichen mit der Bevölkerungszahl waren die Eheschließungen in 1920 etwa 14 Ehe- schließungen auf je 1000 der Bevölkerungszahl, in 1924 aber nur noch knapp 8 Eheschließungen aus je 1000 der Bmölkerungszahl. Das Ergebnis v�o n 1927 ist mit rund 10 Eheschließungen auf je 1000 der Bcvölkerimgszahl sooar günstiger a.ls das des letzten Jahres vor dem Kriege. In 1913 wurden in dem jetzigen Stadtgebiet Berlin nur 36 280 Ehen geschlossen, was rund 9 Eheschließungen auf je 1000 der damaligen Bevölkerungszahl dieses Gebietes bedeutete. Raubmörder Kiebach geisteskrank? Ver Raubmörder Horst Kiebach. der sich seit dem Lvkql- termin im Untersuchungsgetängnis befindet, ist bereit» eingehend vpm Untersuchungerickter vernommen worden. Die gegen ihn ipegen des Raubmordes im Eisenbahnzuge geführte Lonmtersnch'ing würde auch bereits abgeschlossen worden sein, wenn nicht R.-A Dr. Sidney Mendel mit Rücksicht auf die von dem zwanzigsährigen Schwer- Verbrecher bezeigte völlige Gesühlskälte gegenüber den Folgen seiner Tat und der Gleichgültigkeit gegenüber dem seiner harrenden Schicksal-ine Untersuchung auf den G e i st e s z u st a n d angeregt hätte. Diesem Antrage hat Land- gerichtsrat Dr. Birnbach stattgegeben und Medizinolrot Dr. vyren- surth mit der Beobachtung Kiebach» beaustragt. Was ist eine Zdeal-Ehe? Lese ich da neulich in unserem lieben„Lokal-Anzeiger" unter „Vermischtes", wo„Ein Zweispännerfuhrwerk Beschäftigung sucht". strenge, aber gerechte Masseusen ihre Dienst« anbieten und Heb- ammen„liebevolle Ausnahme' versprechen— sür Geld kann man sich sogar Liebe taufen!— Dame. 27, elegante, selch« Erscheinung, größeres Barvermögen, wünscht Ideolehe. LW 1211 Scherlfiliale Wittenbergplatz. Da scheint jo alles beieinander zu sein, denke ich und schreibe flugs hin.„Eine Idealehe dächt« ich mir auch sehr schön", und so. Am übernächsten Morgen habe ich schon die Antwort. Ein schlichter Briefbogen ohne Initialen und mit der Hand geschrieben: Sehr geehrter Herr. In höfl. Beantwortung Ihres w. Schreibens möchte ich Sie zw. näherer Rücksprache um einen Besuch bitten. Nachmittags zwischen 1 und 7, außer Sonntags und Montags. Hochachtungsvoll Frau T. Gemütvoll klang das ja mm gerade nicht. Sollte mein« Zu- künftige wirklich so wenig Zeit sür mich übrig hoben, datz sie„höfl.", „rn." und„zw." schreiben mutz anstatt.Löslich..uvert" und„zwecks"? Oder sollte dos beim Adel so üblich sein? Aber wenn st« buch gleich hinbestellt, muh sie doch ernste Absichien haben, denke ich bei mir und gehe in dt« Neitelbeckstratz«. Ein veriiändmsvoll lächelnd«» Mädchen führt mich in«in großes, ungeheiztes Zimmer, dessen Ausstattung sich tm~wesentltchen auf einen Staubsauger chefthränkt. � Nachdem iö, hier gute zehn Minuten heftig gefroren hatte, trat endlich eine jüngere Dom« herein, klein und aschblond, aber weder„elegant" noch„fesch". Das anstoßend« Zimmer, in das sie mich hineinsüdrtc, enthielt statt eines«taubsaugers. einen Weihnachtsbaum, sonst sah es genau wie da» erste aus. Aber es war wenigstens gebeizt Der Häuslichkeit schien das„größere Barvermögen" nicht zustatten zu kommen. „Sie kommen wegen der Siebennndzwanzig- jährigen'?", begann die Blonde.„Darf ich fragen, ob Sie«ine eigen« Wohnung haben? Wie groß ist Ihr Einkommen? Sie sind geschieden? Sind Sie uittcrhallspflichiig? Wie all sind Sie?" Ich unterbrach diesen Fragenschwoll mit der schüchternen Bemerkung, datz ich alle Auslünst« bereits in meinem Brief«rteill hätte-.La. wissen Dt«, wir bekommen täglich so viele Angebote, daß ich das unmöglich alles im Kopf haben kann," bemerkt« sie. nachsichtig lächelnd. Womit sie auch noch mein« lernen Zweifel beieiligle. Dann wurden aus einem Leporello-Album acht bis zehn dicke, dünne, alte, junge Mädchen in Gruppe» und einzeln mir vorgeworfen. Das hier sei die, die sür mich in Frage komme. 160 000 M Mitgift, monatlich 300 Zuschuß, später noch mehr. Möchte einen Akademiker, der Vater ist Oberpfarrcr. Mack sollte gar nicht denken, wie ein- träglich es ist, die Schafe Ehristt zu weiden......Auch diese Dame hier könnte ich Ihnen sehr empsehlen. Die erbt eine größere Gärtnerei. Sie ist groß und schlank." Wo Hobe ich das doch schon einmal erlebt, daß man mir Photographien zur Auswahl der Originale vorlegte— allerdings keine Oberpfarrerstöchter? Auch dürste die liebenswürdige Vermittlerin keine Adlige gewesen sein. Irgendwo aus Reisen... „Meine Bedingungen sind: 50 M. bar— dafür bring« ich Sie mit der Dom« in den nächsten Togen zusammen, und dann nach der Heirat zwei Prozent vom Vermögen Ihrer Gattin. Das Ist noch seh» vorteilhaft. Bei der Konkurrenz bezahlen Sie das Vierfache an Vorschüssen und drei Prozent." 3200+ 50 ist kein übler Verdienst, denke ich in meinem ausgewühlten Gemüte, laut aber sage ich: ,Lch bin sehr überrascht, an eine Vermittlerin zu geraten. Weder an dem Inserat in der Zeitung, noch an Ihrem Brief war das Fu erkennen." Wieder lächelte sie erhabenes Mit- leid und sprach:„Neunzig Prozent oller Heiratsgesuche werden von Vermittlern hineingesctzt. Di« Dame—„gnädige Frau" redet man so etwas an. glaube ich--- wartet heute noch auf ihre 50 M. Immerhin verdanke Ich ihr wertvoll« Einblicke in das. was der christlich« Adel deutscher Nation unter einer„Idealehe" versteht. Oesterreichischer Abend. Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Landsmannschaften in Berlin lud zu einem Gesellschaslsabend nach dem Aestaurant Dreher. Im Nahmen zwanglosen Veisammenseins wurde auch der An- schlußgedanke in kultureller Beziehung arörtert und beleuchtet. Nach der Begrüßungsrede von Oberregierungsrat Hofsmann er- griff der österreichisch« Gesandte Dr. Frank das Wort und bot eineck mteresianten Rückblick über Entstehen und Werdegang deutschöster- reichücsier Kultur. Der deutsche Stamm w Oesterreich habe im Laufe der Jahrhunderte«ine schwere Ausgabe zu erfüllen gehabt, die auch heute noch nicht beendet sei. Oesterreich ist der Frontpfeiler des Deutschtum» gegen den Osten. Wohl habe Oesterreich ebenfalls fremde Kulturen in sich aufgenommen, um sie getreu der eigenen weller zu verarbeiten. So wurde z. B. der ursprünglich itallenische Barock in Oesterreich umgestallet zum deutschen Barock. Oesterreich will ein Teil de» großen deutschen Kullurgebiets sein. Gerade die Verschiedenheit de» Kulturlebens deutscher Stämme sei es, die Formen, und Forbenreichium in kultureller Beziehung bedeute. Mit dem Wunsche, daß die Wurzeln der Weiterentwicklung deutscher Kultur in dem einheitlichen Bogen, dem Kulturbogen des gesamten deutschen Volte» ruhen mögen, schloß der Aorttogend, sein.: Rede. Es folgten Gesangsvorträge und Violinsolis von Mitgliedern der österreichischen Liedertafel. In launiger Rede, gewürzt mit allen Mitteln echt weiblicher Fleurettsührung, sekundierte die Reserentin des Abends, Frau Dr. Ann! I a ck e r, zum Thema„Die Frau und der Anschluß". Lieb-wienerisch, das Ewig-Wciblichc zum hohen Fundament erhebend. Vielleicht aber doch ein wenig zu spielerisch im Hinblick auf den ernsten Grundgedanken. Die Stadtverordneten haben in dieser Woche wieder zwei Sitzungen, am Donnerstag um 16?» Uhr und am Freitag um 1V?L Ufr. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die allge- mein« Debatte über den Haushaltsplan. Gertrud Lodahl fünfzig Jahre alt. Am gestrigen 26. Januar wunde Genossin Gertrud Lodahl SO Jahre alt. Das Arbeitsfeld, auf dem sich die Jubilarin besonders betätigt, ist die k o n s u m- genossenschaftliche Organisation, der sie seit 25 Iahren ihre Dienste mit voller Hingabe widmet. Wenn im Lause der Zeit dos Interesse der Berliner Arbeiterhausfrauen für die Verbraucher- organisatwu sich gehoben hat, so ist das nicht zuletzt auf ihre siihrende Mitarbeit in der genossenschaftlichen Werbung zurückzuführen. Be- reits im Jahre 1966 wunde Genossin Lodahl ehrenamtliches Vor- standsnutglisd im Berliner Eonsumverein und 1968, bei der Ber- schmelzung mit der Äoistum-Genossenschaft Berlin, trat sie in den Aufsichtsrat ein. dem sie bis 1914 und in einer zweite» Amtsperiode von 1922 bis heute angehört. Für ihre Wirksamkeit in der politl- scken Bewegung zeugt die Tatsache, daß sie 1919 in die Verfassung- gebende Nationalversammlung gewählt wurde. In den Sielen gestorben. Der Schalterbeamte Richard S ch i r g e ist gestern vormittag in der N st o d e r Straße auf dem ?l r b e i t s o m t am Schalter während der Arbeit vom Herz- schlag getroffen worden. Er war sofort t o t. Schirge ist Partei- genosie. Er hätte in diesem Jahre sein 25jähriges Parteijubiläum begehen können. Dle Werbung der freien Schulgemeindc für im D« r w a l- tungsbezirk Kreuzberg zu errichtende weitere weit- Ii che Schulen hat im neuen Jahre mit erhöhter Kraft eingesetzt und dem Gedanken der freien Schule viele Anhänger zugeführt. Während die neuen Schulen für den Südwesten geplant sind, gilt es für den Südosten, die im vergangenen Jahre geschaffene Schule auszubauen. Bei Neueinschulungen müssen alle Mädchen in der Schule Waldemar st raße 77 angeineldct werden, die Abteilung für Knaben befindet sich G ö r l i tz« r Str. 51. Vor allen Dingen ist es notwendig, daß auch die älteren Kinder aus den Kvnfefstonsschulen in die weltliche Schule umgemeldet werden. Dazu ist die Abmeldung vom Religionsunterricht und das Verlangen, umgeschult zu werden, erforderlich. In ollen Schulfragen geben für den Südosten bereitwilligst Auskunft die Genossen M i l l- b r o d t, Pücklerftr. IL v. II. Hans Friedrich, Mariannenplatz 22, Quergeb. II. und Paul Schwabe. Muskaucr Str. 18 Stfl. 1. Reichskagsprässdenk Genosse Lobe sprach in einer von der 14b. Abteilung(Reichsdruckerei) einberufenen Werbeoerfamm- lung für die Sozialdemokratische Partei im großen Saal der Arminhallen vor den Angehörigen der Reichsdruckerei über das Thema„Bürgerblock und Sozialdemokratie"'. In überzeugender Weife rechtfertigte er die Haltung der Sozialdemokratie in außen- und innenpolitischer Beziehung und geißelte besonders die Haltung der Deutfchnationalen vor und nach dem Eintritt in die Reichs- regieruna. Im weiteren Verlauf feiner Ausführungen kritisierte er die unendlich vielen und hohen Pensionen an ehemalige hohe Staats- beamte und Offizier« und stellt« sie im Vergleich tu den Renten der Kriegsbeschädigten. In seinem Schlußwort richtet der Referent einen Appell an die Angehörigen der Reichsdruckerei, auch im neuen Jahr tattröstig an den Ausbau der Republik mitzuarbeiten. 5reie Sozialistische Hochschule. Der nächste Vortrag der„Freien Sozialistischen Hochschule" findet' am kommenden Sonnabend, dem 4. Februar, abends 1% Uhr, im ehemaligen Herrenhaus. Leiozig«r Straße 3, statt. Genosse Prof. Dr. Alfred G r o t j a h n spricht über das Thema:„Bevölkerungspolitik und soziale Frage". Karten zu diesem Vortrag sind an folgenden Stellea zu haben: Bureau des Bezirksblldungsausschusses, Luiden- straße 3. 2. Hos. 2 Tr.— Buchhandlung I. H. W. Dictz, Ltndenstr. 2. — Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstraßc Ecke Luisen- ufer.'— Zigarrengoschäst Harsch, Enacluser 24/26.— Berliner Ge- werkschaftskommission, Engelufer 24/25.— Verlagsgesellschaft des Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbundes, Abt. Sortiment, Insel- straße 6s.— Tabokvertrieb, Jnselstr. 6.— Verlag des Bildungsverbandes der Deutschen Buchdrucker, Dreibundstr. 5.—„Werk- freud«"»Büch«rstube. Potsdamer Str. 164. Für die Jugendweihe Eharloltenbnrg, die am Sonntoa, dem 25. März d. I., im Staatlichen Schiller-Theater stottfittdet, beginnt der lebenskundlich« Unterricht am Donnerstag, dem 2. Februar, von 16 bi« 18 Uhr, im Klassenzimmer der weltlichen Schule. Pestalozzistraße 40(zwischen der Wilmersdorfer und Kaiscr-Friedrich- Straße). Derselbe wird erteilt von Herrn Lehrer Z i l i a s. Anmeldungen zur Teilnahme werden vor Beginn des Unterrichts entgegengenommen. Die paneuropäische Idee im Licht des deutsch-sranzösifchen Derhältaisse» behandelt am Mittwoch, dein 1. Februar 1928. 8 Uhr abend», im großen Hörsaal der Deutslen Hochschule für Politik, Schinkelplatz 6. Herr Reichskanzler a. D. Dr. I. W i r t h, M. d. R«, im Rahmen der Vortragsreihe des Geopolitischen Seminars der Hochschule über das paneuropäisch- Problem. Die Bibllolhek der Arbellerbildungsschulc bleibt diese Woche geschlossen. v«z>rl»bilduag»a«»lchutz. Tbealervorslellung am Sonntag, dem ö Februar, nachmittag» 8 Uhr,»Die Geschwister", Schauspiel von Goethe,.Der zerbrochene Krug", Luit'picl von Heinrich v. Kleist. Karten a 1,20 M. im Bureau de» Bczirtsbt dungSausschusse», Milden- straße 3, 2 Hof IT, Zimmer 8 und i« allen bekannten Verkaufsstellen.— Nächste Feierstunde am Sonntag, dem Ii Februar, vorm. 11 Uhr, im Großen Schautpielbaus..Achtzehnhundertachtundo.erz'g"(achtzigster IahreStag der Revolution von 1848». Mtttnu keirde der Sprechchor für Proletarische Feierstunden unter Leitung von Albert Floralh, Mitglieder vom TtaatStbeater, Beritner Lendva!-Ebor(Männerchor). Eintrittspreis l M. Karten in den bekannten Verlau'Sstellen.— Sternwarte Treptow. Karten zum eimäßlgien Pi et e von SO Ps. für alle Plätze sind im Bureau des BezirkSbUdungSauSichusseZ zu haben. Freie S�ulgeme'n'chast OberlchSaeweide. Oeffentliche BerkammltJng Mittwoch, den 1. Februar, 20 Ubr, bei Fmbei g, BIn.-Obertchöneweide, Wilbelminenbotstr. 34. Es spricht Rektor Kreuziger über da» Thema:.In welche Schule schicke ich mein Kind?" Der®ott Groß. Berlin de» verbände» vreußischer VoNzeibeamten Tv. bält am 30. und 31. Januar im Logenreilaurant. Cbarlottenburq. Kirchbos- straße 2, seine dieSjädrige ordenilich« Sa itagung ab. WS Abichluß der Tagung veianstaltet der Gau Groß. Berlin am 31. Januar. IS Ubr. in sämtlichen Räumen des Saalbaues FricdrichSbain, Berlin, Strane am FiiedrichShain. ein Feil, da« von dem Gedanken getragen iem toll, die Bürgerichast BerbnS und die Poiizclbeamtenichait einander näherzubringen. Den Beiuchein wird ein erstklaifigrs Piogramm geboten. Nach Schluß de« Programms wird die Tanzmusik von jüns Kapellen«uszefllhrt. Die Typhuserkrankungen in Hagen. Bisher fünf Todesopfer. Iroh umfassender Gegenmaßnahmen hat die Typhusepldemle feit gestern welter um sich gegriffen. Bis gestern mitlag waren insgesamt 43 Erkrankungen und fünf Tode»» fälle zu verzeichnen. Rudolf Scudig gestordeu. In Bad Schandau verstarb Im 81. Lebensstihr der Senior der deutschen Hotslindustrie. Rudolf Sendig. nachdem ihm erst vor kurzem zu seinem 80. Geburtstag große Ehren zuteil geworden waren. Rudolf Sendig war Gründer und langjähriger General- direktor des„Europa-Hofes" in Dresden sowie mehrerer anderer Hotels in Dresden und in Bad Schandau. Die Stadt Schandau hatte ihn zu seinem Ehrenbürger gemacht. Sendig ist aucki bekanntgeworden durch sein« Reformbestrcbungen auf dem Gebiet des Hotelgewerbes. Zeppeliulandunq auf Fsustzeuqmutterfchiff steluu*en. Wie aus New Park gemeldet wird, ist die.Lo» Angeles" noch Lakehurst zurückgekehrt, nachdem sie die geplante Landung auf dem Flugzeugmutterschiff„Saratoga" erfolgreich ausgeführt Hot. Der Landung auf dem Schiff wird große De- deutung beigemessen, da durch sie bewiesen ist. daß der r«q«l- mäßige Ozeanflugdienst aufnehmbor ist, sobald auf hoher See Landungsstationen errichtet sind. 90 Meilen südlich Eerv> port kam die Landung.zustande. Da» Luftschifs ging kurz hinter der „Saratoga" mit der Spitze hinunter, der Rumpf folgt« nach und schob sich langsam über das Flugdeck, bis die Führergondel die..Saratoga" erreicht hatte. Darauf zogen die Matrofen das Luftschiff mit dem ab» geworfenen Seil noch, bis die Führergondel sicher auf dem Flugdeck ruhte. Der Hinterteil des Lustschisfes wurde nicht nachgezogen. Nach der Benzinversorguno sloa die.Los Angeles" wieder sich» davon. Bei dieser Operation fuhr das Schiff 15 bis 30 Knoten Geschwindigkeit. Die Abschiedsoorstellung des I a zz o r ch c st e r s Jack Hyltons wird am Freilag ganz spät am Abend aus der Skala übertragen. Das Desondere der Kapelle, d. h. das Schauspielerische, Tänzerisch« geht dem Rundfunkhörer verloren. Wer trotzdem bleibt die Wirkung stark. Ganz abgesehen von der Exaktheit des Zusammen- spiel«, von dem hinreißenden Temperament der Kapelle liegt die Wirkung hauptsächlich darin, daß hier keine Spur von Erkünsteltem zu finden ist, daß diese Menschen tatsächlich über Geist und Witz ver- fügen und daß sie bis in die Fingerspitzen musikalisch sind. Kein Sinsoniekonzert. keine klassische Musik, doch etwas Vollendetes, Hoch- künstlerisches,«enii auch mit anderem Vorzeichen. An Stelle des Vortrags über Kleingärtner spricht Dr. Georg Zenn über Entfettungskuren. Hilft Punktrollern und Mensen- diecken nicht, soll man Liegekuren, Fasten und das Essen von Rohobst oder ungekochtem Gemüse»»suchen. Etwas wird bestimmt die Er- losung bringen, zum Trost aller mit Fett Geschlagenen. Daß nicht mir heute allein die schlanke Linie weit über Pari notiert, sondern daß schon im Altertum der gleiche Kult betrieben wurde, zeigt Zenn an ein paar Beispielen aus der römischen Äaiserzeit. Sogar außer- ordentlich schm»zhaste Operationen wurden damals nicht gescheut, nur um die jugendliche Figur wiederzuerlangen.— Englands Wirtschaftslage behandelt Professor W. Müller und kommt dabei auf die englischen Arbeiter zu sprechen Trotz der großen Arbeitslosigkeit ist England bessergestellt als der Kontinent dank seiner Kolonien, wo es den Arbeitslosen Lebensmöglichkeiten zu schaffen vermag. Dann betont Müller das bessere Verhältnis zwischen den englischen Arbeitern und den Unternehmern, das unbedingt auf da» vernünftigere Verhalten der englischen Kapitalisten zurückgeführt werden kann.— Das heitere Wochenende unterscheidet sich so gut wie gar nicht von den bunten und heiteren Abenden, die vorausgegangen sind. Das Schema bleibt dasselbe, nur die Solisten wechseln. Dabei manche netten Dinge wie Bcmdonionvorträge und der Funkchcirjmt Liedern von Milläcker und Mendelssohn. F. S. Schweres Eisenbahnunglück in Birma. Bisher 4a Tote und 2S Schwerverletzte. Raugoon(Indien), 28. Januar. Nach ein« hier eingegangenen Nachricht sind die Lokomollv«. Zwei Gepäckwagen und drei Personenwagen driller Klasse des Zuges Blaodalay— Raugoon ungefähr 170 Kilometer von Rangoon von ein« Brücke herabgestürzt. Ver Zug ist durch Eni. sttnaug ein« Lasche in der Nähe der Brücke zur Entgleisung gebracht worden. Dle wagen wurden vollkommen z«stört. Da die Irümm« noch nicht vollkommen ansg«äumt werden tonnten. ist e» nicht möglich, die genaue Anzahl der Verungluckien au zu- geben. Insgesamt wurden bisher vierzig Tote geborgen, unter denen sich auch d« Lokomotivführer und der Heizer befinden. Als schwerv«leht wurden bisher ZS Personen geborgen. Nach ein» weiteren Meldung aus Rangoon Ist das Eisenbahn- Unglück, da« sich etwa 150 Kilometer von Rangoon entfernt er- eignet hat. a u s e i n A t t e n t a t z u r ü ck z u f ü h r e n. Die Unter- suchung hat nämlich«geben, daß die Bolzen der Schienen auf einer längeren Strecke durchlöchert waren. Eine Untersuchung ist ein- gelestet worden. (Schluß de» redaktionellen Teils.) Nochmals dle rüffelhaflen Briefe. Eine de? vielen Zuschriften, die in der Angelegenheit de? rätselhaften Briefe eingingen, wird veröffentlicht und damit der Fall abgeschlossen: hieber Herr Heklarnechefl Daß Ihr Kathrelner gesund ist und daß er auch nicht teuer ist, das d r_�c_hen_ S i e_ d en_ Leuten wirklich nicht immer wi_eaer_ zu sagen] Das weiß ja heute jedes Kind? Die Leute wollen Ja nur wissen, od er tatsächlich gut schmeckt. Und da nutzt es garnichts, wenn Sie immer vom„feinröst- bitteren Aroma" sprechen. Das muß jeder selber probieren. Also bitte, sparen Sie sich |ruhig Ihre, schönen Redensarten, [mein guter Herr Reklamechef,- ['und sagen Sie den Leuten nichts [weiter als:„Probleren Sie mal' eine Tasse heißen Kathreiner. .richtig nach der Vorschrift gekocht. und�Sie sollen mal sehen..... Die Jlrma SaiHreiner, Malzkaffee- Fabriken schreibt dazu: Wir freuen uns über jede Aeußerung von feiten unserer Kunden. Auch dann, wenn sie— wie in diesem Falle nicht sehr freundlich klingt. Nur möchten wir dem obigen Dorschlag noch hinzufügen: Mai? soll sich nicht gleich beim ersten oder zweiten Schluck Kathreiner entscheiden, fondern beim zwölften oder fünf» zehnten. Am besten trinkt man mal ein paar Tag« lang seden Morgen eine Tasse und urteilt dann erst. Denjenigen, die an starken Bohnenkaffee gewöhnt sind. empfehlen wir. zunächst Bohnenkaffee mit Kathreiner» Malzkaffee gemischt zu trinken. Schon nach 2 oder 3 Wochen werden sie gqnz von selbst auf das Richtige kommen, nämlich auf unoermifchten. reinen Kathreiner» Malzkaffee! vettviSscke Bettlaken sUrktädiger Wäschestoff g"«"«-'«o». 3«5 riani a»»«»»« Obeidett"• tzoxaoo. 4.30 Prlffla Dowlia,EZ-w� 1/*ir ca. 150X220,,. I. Oowl« 50 Bettlaken too°m>«>». 1.95»»um. et- i3ox«oV"3U Dimiti. Oberbett- Bezug fi «, isoxice. ium Kntpftn-- Kissenbezüge Rar................... mit Ueniuati»»» V#r»-d<,» , I• mm......... 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Mertens leistete den Zeugencid und machte dann folgende Aussage: „Ich lernte Ende 1023 in Berlin einen polnischen Herrn, einen Journal! st en. kennen, dessen Namen ich nicht nennen möchte, der uns aber als Pazifist einwandfrei vorgestellt worden war. Er mochte mir eines Tages die Mitteilung, daß im Besitz des polnischen General st obes sich eine Denkschrift des Reichswehrmini st eriums,„Probleme der Landesver- teidigung", befinde, die ein Zivilbeamter, und zwar ein Ministeriol- rat. für wenige Zeit aus dem Schrankfach genommen und den Polen übergeben habe, die sie photographieren ließen. In einigen Aitilcln habe ich dies« Tatsache angedeutet, woraus dann Reichs- cxhrministcr Dr. G« ß l e r im Reichstagsausschuß mitteilte, es handele sich um'F ö l s ch u n g e n, und der Täter sitze hinter Schloß und Riegel. Den Namen Schreck kannte ich damals noch nicht. Ich bat den polnischen Journalisten, da e» sich um«ine Mystifikation handeln sollte, mir einige Blätter zu überlassen, und ich bekam dies« dann Ansang 1926. Drei habe ich noch bei mir.(Der Zeuge überreicht die betreffenden Blätter dem Gericht.) Gleichzeitig sagte mir der Pole, daß die polnische Delegation beim Völkerbund mit diesem Material beweisen wolle, daß in Deutschland Dinge vorgehen, die sich nicht mit der Völkerbundspolitik und mit Locarno vertrügen. Ich ließ dann die deutsche Delegation durch Hellmuth v. G e r l a ch von dieser Mitteilung benachrichtigen. Später bekam ich von Professor Q u i d d e noch weitere Bilder, von denen ich mir Kopien macht«. Ich glaubte, daß dieses Material entweder von einer bestimmten deutschen Behörde stamme, die damit gegen die „Liga für Menschenrechte� vorgehen wollte, oder aber von dem polnischen Herrn selbst, der jede Mitwirkung daran aber entschieden bestritt. Inzwischen wurde nun der Name Schreck bekannt, doch erklärt« mir der Pole, daß der verhaftet« Schreck dafür nicht in Frage komme. Der betreffende Zioilbcamtc des Reichswehr- ministeriums, der Polen die Denkschrift verschafft Hab«, sei nicht verhaftet. End« 1926 kam ich nach Genf und lernte dort einen„Dr." P a c i o r k o w s t i, einen vom Völkerbund akkreditierten polnischen Journalisten kennen, der angebllch Pazifist war, sich aber so auf- fällig an mich heranmachte, daß ich ihm eines Tages auf den Kopf zusagte, daß er ein polnischer Spion sei. Als ich mich dann bei der polnischen Dölkerbundsdelegation darüber beschwerte, daß man mir Spione auf den Hals schicke» bestritt diese ganz entschieden. daß Paciorkowski irgendeinen amtlichen Auftrag habe. Im ZNärz 1927 erzählte mir dann ein englischer Journallfl in Gens, daß er bei seinen Itachsorschungen nach dem Fälscher des bekannten Slnowjew-Vriefes aus einen gewissen„Dr." Pacior- kowski und aus die Tatsache gestoßen sei, daß dieser Brief in der Anhaltstratze 1 in Berlin hergestellt worden sei.(Große Bewegung.) Die gleiche Angabe wurde dann später in der amerikanischen Zeit« schrift„Nation" sehr ausführlich gemacht, nämlich auch, daß dieser Brief unter Mitwirkung Paciorkowskis in der Anhaltstr. l in Berlin angesertigt worden sei. Damals wußte ich noch nichts da. von, daß Schreck in der Anhaltstr. 1 gewohnt hat. Das habe ich erst jetzt in der Zeitung gelesen.(Erneute Bewegung.) Ich selbst habe die Dokumente zum Teil für ganz falsch, wie zum Beispiel die Protokolle, zum Teil aber für verfälscht gehalten. Mein polltische? Gewähremann sagte mir ober, das Material sei von den Mi- litärs verschiedener Länder geprüft und für echt gefunden worden." Der Vorsitzend« prüft« dann die von Mertens mitgebrachten Lichtbilder und erklärte plötzlich mtt dem Rufe der Ueberraschung: „Das sind ja Bilder von der Denkschrift Bock v. Wülfingens. die uns bisher sehiten. Jetzt ist also seflgefiellt, daß auch diese Denkschrift dort war. wo die anderen waren. Aus den Bildern befinden sich auch dieselben Bleistiftnotizen, die wir aus den bei Schreck beschlagnahmten Exemplaren der Denkschrift festgestellt haben." Zeuge Merten»: Ein viertes Bild von einem Titelblatt, aus dem die Stempel des Reichswehrministeriums herausgeschnitten waren, hatte ich auch in Besitz, tonnt« es aber nicht mehr finden. Im übrigen sagte mir ein Ausländer, daß zwef Serien von Dokumenten existierten und daß andere Serien auchin Frankreich undItalien bekannt wären. Auf Veranlassung des Rsichsanwaltz wurde dann Mertens das Bild Paciorkowskis vorgelegt, worauf Mertens sofort er- klärte: Jawohl, das ist Paciorkowski. Ich weiß auch, daß er in Berlin war, und daß er von dort unter Umständen verschuvunden ist, ine stark nach Flucht aussahen, und zwar erzählte mir der mir be> kannte englische Journalist, daß infolge seiner Recherchen wegen des Sinowjew. Briefes Paciorkowski Im Aulo Berlin verlassen habe. Später sollte ich selbst äu» der Schweiz wegen meines Verkehrs mit Paciorkowski ausgewiesen werden, konnte aber nachweisen, daß ich den Verkehr abgebrochen hatte, so daß diese Maßnahme rückgängig gemacht wurde. Von Begehungen Paciorkowskis zu Schreck weiß ich nichts, auch nicht von seiner Ber- liner Spionagetätigkeit. Er ist dann auch aus der Schweiz spurlos verschwunden. Niemand weiß, wohin. Sachverständiger Major Hartman»: Daß diesen Denkschriften echtes Material zugrunde gelegen habe, ist doch wohl nur Ihre sub- fektive Annahm«? Zeuge Merten«: Ich möchte jedenfalls daran erinnern, daß in diesen Denkschriften von Woffentransporten von Rußland nach Stettin die Red« ist und daß totsächlich einmal solche Wasfentransporte nach Stettin festgestellt wurden, was außerordent- liches Aufsehen erregte. ?m übrigen hat mir ein Mitglied der inleralliierlen Kontrollkommission gesagt, daß diese Dokument« bei der Kommission herum- gelegen hätten, und daß niemand von ihnen etwas wissen wollte, weil man sie nicht für Ernst nahm. Er sagte wörtlich:„Man hat sie uns aufgenötigt." Vors.: W i« kamen Sie dazu, ein Mitglied der interalliierten Kommission danach zu fragen? Zeuge Mertens: Weil mir von meinem polnischen Gewährsmann gesagt worden war, das Material fei von vcrfchiedenen Militärs geprüft worden.- Es tonnten doch dabei nur diese Kreise in Frage kommen. Meines Erachtens hat Schreck dieses Material in leichtfertiger Weife kolportiert, ohne daß ich allerdings sagen könne, daß er mit der Sache nichts zu tun habe. Damit war die Vernehmung des Zeugen beendet. Mertens wurde darauf entlassen. Die Frage des Vorsitzenden, ob er etwas von der Herstellung des Sinowjew-Brieses in der Anhaltstrahc wisse, wurde vom Angeklagten Schreck verneint. Am Montag wird die Beweisaufnahme definitiv zu Ende ge- führt. Boraussichtlich wird auf Grund des Gutachtens des militari- schön Sachverständigen und der im Prozeß getroffenen Feststellungen, daß kein echtes Material aus dem Reichswehrminifterium den Schreck- fchen Dokumenten zugrunde lieg«, der Anklogeoertreter die Anklage auf Landesverrat überhaupt nicht mehr aufrechterhalten, fondern nur auf Urkundenfälschung und Spionagebetrug plädieren, worauf aber obenfall» hohe Zuchthausstrafen stehen. Das Urteil ist nicht vor Donnerstag abend oder Freitag vormittag zu erwarten. Landestagung der Sozialdemokratie Preußens Der Porteioorstand beruft zum Di«ns tag. dem lä„ evtl. auch noch dem IS. Februar, vormittag» 19 Uhr, noch Berlin, Festsaal des früheren Herrenhauses, Leipziger Straße 3/4, Haupt- eingang Ehrcnhof, eicke Konferenz der preußischen Bezirke und preußischen Mitglieder des Parteiausschusses ein mit der Tagesordnung: 1. Die Verordnung über die Aushebung der Gutsbezirke in Preußen. 2. Bericht der preußischen Landtagsfraklion. 3. Organisationsfragen. Ltae ausserordentlich günstige Gelegenheit Damen-, Herren- und Kinder- Schuhe trotz ständig steigender Lederpreise fabelhaft billig zu kanten. Für Damen < eck-tpratonicbuh« i Backliieb-lack- i Ct9m« 15 fein perforiert, S pa n g cn I eh N h e iBfO Qr. 51-55 6,90, 15-305,30, 30-01 4,50.......... Uli» heoueme"form. en*lüeher Abufz....... CrOue 55-38 9 Lack-Scha Arsdiahe mm an Knaben- •.Kapp«, bequ. brellt Tonn, � �*J- Oü»;3«7 ,50�51*5,80�1 Udc-Sdutftrttbnk« velH gad. Ort««»*-* «d�oUnwg» f8r diese ftndxü fisd »erliu SS 68, Lisdeustr»«« 3, pariemachn'chien fürGroß-Vertln stet, da» eegtrlssateiartM Z. Hos, 2 T«p. recht», ja richte». l. Srri» Witt«. Montag, ZV. Januar,>V'4 Uhr. Sitzung des-raxiteeie» Aeeisvorftandes bei Dobroblaw, Swincinstnder Str. 11. PLnktl'ch», 5t- steinen ist Pflicht, 2.»tri» Tieraarttn. Achtung! Der Eeelamp-Filn» läuft n i ch t am 1. Februar in der Aula Bochumer Straße, sondern Donnerstaq, 2. Februar, ebendort. S. Ätri» Wedding. Der Äutfus de» Genossen Bien stock muß am Donnerstag, Martin-Dpitz-Ltraße. Zusammenkunft. Vortrag:„Die Elternbeiratswablen IW." Referent Genosse Lehrer Ernst Goedtte. Erscheinen samtliche» SPD.»Elternbeiräte unbedingt crft>rderlich. t. strei, Prentzlancr Berg. Freie Schulgemeinde: MitgliederoersammUrag«» Mittwoch. 1. Februar, 11% Uhr. i« Altereheim Danziger Str.«2. Tage». »rd»»agi Bericht»»» de« Bnadeetagung i» Magdeburg und die Ausgabe» de« Freien Schulgemeinde Prenzlauer Berg. Rrscreut»rttor Richard Schrätre. Der Borftaud. 6.«rei»»reuiidcrg. Montag, 30. Januar, 1» Uhr, erweiterte«reisoorstaud». sttzung bei Ärüger, Grimmstr. 1. 7.»rei, gharlottenburg. Die Frstlssahroiugendweihe findet am Sonntag. 2S. März, im Schister-Theater statt. Der Lorbereitungsunterricht beginnt am Donnerstag. 2. Februar, 16—18 Uhr, im Klassenzimmer her Weltlichen Schule Pestolozzistr. 40 und wird erteilt vom Genossen Lehrer Mio». Anmeldungen vor Beginn des Unterrichts. ». fttei» Silmersbori. All« Genossinnen und Genossen bzw. deren Sinter. die Tennisspvrt treiben wollen, werden zweck» Gründung einer Tennis- abteilung gebeten, ihr» Anschrift dem Genossen Chagm, Wilmersdorf, Auguftaftr. 6, mitzuteilen.— Montag, M. Januar, 20 Uhr, Sitzung de» erweiterten Sreisvorstaiides bei Sroiß. Holsteinische Str.«0. Vorher. Uhr. Sitzung de» cngcrrn Sreisuorstandcs ebendort. Wegen der wich» tigeu Tagesordnung Erscheinen Pflicht. 17. Seei» Lichtenberg. Di« für Montag. SO. Januar, ooraefeheue Film- ooeführung»Der Kreuzzug des Wcib-s* lann ntdn stattfinden, da die »okizeilichc Senchnrigung nicht erteilt wurde.— Mittwoch. 1. Februar, >9:4 Ubr, Srcisvorstandssstzung bei Albrechtl Boxbagener Str. 62. 18. Ktri» Weißeusee. Montag. 30. Januar. 20 Uhr. bei Galla, Sre>,fu»lti,uir- nersamurluug. Außerordentlich wichtige Zage»ord»uug. Vollzählige»«r. scheinen uubehiugt erforderlich. S»w»issi»»eu. Zutritt haben auch die Mitglieder»er (L Svci» Pantow. Moutag. 30. Januar, 1014 Uhr, im TSrlischeu gelt. Breite Sl ratze 14.«reisbelegiertenoersammlung. Neuwahl de«»rcirnorsi 70. Socio Reiuickendors. Montag, 30. Januar, 19 Uhr, im kleiur»___ laal de» Rathauses zu Wittenau. Sitzung des erweiterten Sreisoorstande». »orftaube». Sitzung». 23. Abt. 87. bi» Morgen. Montag, 30. Januar: 117. Abt. Lichteuberg. 19 Uhr beim Genossen Herzbcro.. stnaße., Funktionärsstzung. Wahl zur Adteilungsleitung. Erscheine» sSmt. licher Funktionäre dringend erforderlich. Dienstag, Zl. Januar: 63. Abt. 1?u. Uhr Glternverfammlnng in der Aula der 188. Gemel»beschule, Dieffendachstr. Zl. Bartrag:.In welche Schule schick» ich wein Siildl* Referent Lehrer Donner. Um reg« Beteiligung wird aebeten. v. Adr. Sharlotteudurg. 20 Uhr bei Lur, Hutten str. 26. Funktionärsitzung. 108. Abt. Sopeitick. 19% Uhr Borstandssitzung mit den Bezirlsführera lanntcr Stelle. an b o» 68. Abt. Straß«. Mittwoch, 1. Februar: Böhm, 1 ftret» MW», Freitag.& Februar. 19tzh Uhr. Beginn de« tm Bezirksamt Mitte. E 2. Slofterstr.«8. Referentiu Genossin Echuch, M. d. R. Um zahlreich- Beteiligung wird gebeten. 3. Srei» Fried richihain. Fortsetzung de» Kursus.Ewführung in di» Wirt. schafhgpolitik" fHeferentin Genossin Mathilde Wurm) am Donnerstag, 2. Februar, 19% Uhr. in den Eomentus.Sölen, Wemcler Str. 87. 10. Siel» gehlendors. Wonrag. 30. Zanuar. 19% Uhr, bei Schnorr«. Potsdamer Str. 3, Frauenodend. Vortrag des Genossen Erich FraenM über -Die Frau in der beutigen Wirtschaft�. All« Genossinnen find herzlichst eingeladen. Der Surtusabend mußte umständehalber verschoben werden Der nächste Abend findet am 6. Marz statt. 11. Srei» Schöneberq. Montag, 30. Zanuar. 19% Uhr. Beginn de« Kurse, »Einführung in die Gedankenwelt de» Sozialismus", bei Dähn. Echänebeig. Mllhleustr. 9. Refercntin Genossin Minna Dodenbagcn. Um reg« Be» tciligung wird gebeten. Araueoveransialtungen am Montag. 30. Januar. 19% Uhr: Abt. Im Rofrnthaler Hof, Ros-nthaler Str. 11/12. Thema:.Bibelstunde." Reierent Genosse Ad. Hoffmann. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. 13. Abt. Im Lokal Oblige, Stralsunder Str. 11, Bortrog be» Genossen Dr. Friedebcrger über»Sexvolprobleme". All« Genossinnen find herzlichst«in. geladen. Gäste willkommen. 28. Abt. Pünktlich bei Baronski, Pasteurstroß«, Eck« Esmorchstraße, Fritz. Reuter.Abend. Vortragender Genosse Arthur Rochow. Reuwahlen. An. schließend gemütliches Beisammensein. Alle Genossinnen und Genossen find herzlichst«ingeladen. 27. Abt. Bei Wcoßmaa», Gleimftr. 10. Lid bilde» Vortrag»Die ■. H._________ stortragend« Genossin M Alle Genossinnen und Genossen sind herzlichst ein» geladen. Desgleichen Borwärts-Lefer und Sympathisierende. proletarische Frau— da» proletarisch« Mädchen" Herta Gotthelf.---~" Bei Böttcher, Hagelberger Str. 8, Bartrac über-Lozialbvgienisch« Forderungen i der Genossin Dr. Elara «r Proletarierfrau". All« W 60. Abt. Kenrioues.-(1._ B|, Genossinnen sind herzlichst eingeladen. 66. Abt. Bei Ewald, Ekalitzer Str. 128,»Bunter Abend". Bortragender Genosse Hoscmann. Außerdem Neuwahl der Leiterin. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Gaste willkommen. 67. Abt. In der Waldemarstr. 77, Vortrag der Genossin Helene Schwitz über -Die Frau und die kommenden Wahlen". Um zahlreichen Besuch wird ge- beten. 87. Abt. Gr»»ewald. Bei Wurzbacher. Bahvhoss.Restavrant Grunewald, Bor. trag der Genossin Lisa Albrecht über»Rationell« Haushaltssgbrung". Alle Genossinnen sind herzlichst eingeladen. Genossinnen� werden gebeten, sich möglichst ge. Schönebera. schlösse» 18>4 Uhr Kinovorstellung in her Schulaula Reiche» beiger Ecke Forst«, Lieder zur Lautr. Rezitatwnen usw. Eintritt 20 Ps. All« Ge. «offtanen»tife Genossen sowie Sympathisierende find H. Abt.«harlottenburg. 20 Ul--- 72. Abt. Silmersbori. ,9 Uhr sitzung. Erscheinen ist Pflicht 20 Uhr hei Lehmann. Königsweg 8, 19 Uhr bei Schäfer, Augustastr. ZI, wi< «ingelode». ionitrsitzvng. ztige Funktwnäv» Donnerstag. 2. Februar: 61. Abt. 78 Uhr I« großen sitznngssanl de, Bezirk»,»rt» Kreuz berg. vnrck, strafe 11. Werbrnersnmmlnng mit Lichtbildervortrag siir di« Frei« Schal, gemeinde. Alle Fnvttioväre sorgen für regste Propaganda. 78.»t«. All«>WWW�W am KreiÄursus. Beginn Montag. Ä. Januar, trilzunehinen. Thema:„Einführung in. die Sedankenwelt des Sozialismus." Rcserentin Genossin Minna Todcnhagen.— 80. Abt. Bei Sllrlich, Begasstr. 1, Vortrag des Genossen Paul Judrian über JSi« Stellung der Frau in der heutigen Wirtschaft". Um zahlreich« Beteiligung wirb gebeten. 81. Abt. Bei Lüddecke,«arlsgarten.. Eck« Fontanestraß«, Vi des Genossen Felix Fechendach über»Im Lande der Puppen und KominunaleKoiiferenz Marge«, Montag, ben 30. Januar, 1» llhr(nachm. 6 Uhr), im Saat SS des Berliner Ziaihaufes.— Tagesordnung: GcsinuUicfflifflc Fürsorge In BerUn. Singeladeu hierzu sind: Die Mitglieder de« Vorstandes der Stadt. wordaciciifrafnon, die parteigenössische» Mitglieder der zentralen lSesundheiisdeputaiion, der Vorstand der Arbeiisgemeinschafi sozialdeluvkratischer verztt, die parteigenössischen Dezernenten der Sestmdheitsdeputationen sowie die parteigenSsflschen Stadt. Srzt«. Da« Kommunale Sekretariat. rndustriel. 82.«it. B. Uni Genosse»,___ Simon. Rerthelsdorfer Str. 9/ Di »z-�»r-t�»—> s der Genossfn Wall. vurga Geiger über.Gesöbrdetensürsorg» nach dem neuen Gesetz zur?». kämpfung der Geschlcchtsirankbeiten". Um zahlreiche Beteiligung wird ac. beten.— 9.1 Abt. Bei Grieger, Lesfingstr. 9. Vortrag des Genossen Iaduczynskl über»Die Stellung der Frau in der beutigen Äirtfchast". All« Genossinnen und Genossen sind hemlichst«ingeladen. Lorwärts-Leier und Sympathisierende sind ebeniost» willkommen.— 06. Abt. Bei Loban. Wipperstr. ltz. Bortrag der Genossin Alice Götz über»Arbei.terwohlfodrt 101 .... KI.. IllgeNdreebt". Alle Genossinnen sind dazu herzlichst eingeladen.— 88. Abt. Bei Teich. Knesebeckstr. 136» Bortrag des Genossen Dr. Norbert Marx Uber sozialhygienischen Forderungen der Prolctariersyau". All». Genossirmen sind berzlichst eingeladen. Desgleichen Vorwärls Leier und Sympathisierende. . Abt. Treptow. Bei Zanke, Kiefholzstr. 21, Bortroa des Genossen Heinz Barthcl über»Romane und Filme". Außerdun Neuwahl der Leiterin. Verschiedenes. Alle Genosswnen und Genosse» sind herzlichst eingeladen. Gäste sind ebenfalls willkommen. 138. Abt. Tegel. 20 Uhr im Zugrudherm. Schöneberger Str. 6. Frauenadenb. 1. Jahresbericht. 2. Reumahl der Leiterin. Die Funttionärinnen werden ersucht. Vi Stunde vor Beginn m erscheinen. Fraueaverauftallungen am Dienstag, 31. Zaavar. 19% Uhr: 16. Abt. In den Räumen der Arbeiterjugend. Lortzinaftr. 18.»Heilerer Abend". Bortragcnder Genosse Hosemann. Außerdem Neuwahl der Abteilung S» leiterin. Gäste willkommen. 30. Abt. Im Lokal Mahnkopf, Earmen.Svlva. Straß«, Ecke Greifen. Hagener Straße, Lichtbildervortrag»Die proletarische Fva»— das prnle. tarisch» Mädchen". Bvrtragende Genossin Erna Kresse. Um zahlreich« Beteiligung wird gebeten. Gäste ssnd herzlichst willkommen. 1? cF '■i 0 90. Abt. Neukölln. Im Ideal-Kostno, Weichselstr. 8, Bortrog der Genossin Helene Michaeli» über»Sozialistische Gefinnungspsleg« in der Familie". Alle Genossinnen und Genossen sind herzlichst eingeladen. Gäste willkommen 80. Abt.«ritz. Im Jugeudbeim im Rathaus. Ehausseestr. 68, Bortrag der Genossin Dr. Käthe Fvankenthal über»Gesundheitspflege in der Familie." Gäste herzlichst willkommen. 102. Abt. Banmichnlenweg. Bei Haß.. Baumschulenftr. 72, Vortrag der Genossin Schenkalowski über»Die Frau und da« kommende Wabljohr". Alle Ge. nossinnen find herzlichst«»ngeladen. Gäste willkcmmeu. a-fizs i.« 122 Abi Biesdorf. Freitag. 3- Februar, 20 Uhr, im Schillersaal, H KLuigstr. 120, Werbeoeransioltoog. l.»Kreuzzug des Weibes." Ein' packender Film zur Frage der Bevölkerungspolitik. 2 Ansprach« der f? Genossin Minna Todenhazen. Karten zu 30 Pf. das Stück find bei den M' Abteilungstunktioniiren zu hoben. 131. Abt. Niederfchonhaufen. In der Genieinfchoftsschule, Bismarckstroße, Bor. trog der Keuossiu Elke Scheiben huber über.Einführung in die Sedanken. weit des Sozialismus". All« Genossinnen find herzlichst eingeladen. Gäste des Sozialismus" willkommen. ä 137. Abt. Reinickenborf.Sest. Im Bolkshan», Schorn webcrftr. 116, Lichtbildervortrag»Im Lande der Mitternachtssonne". Bortvagenber Genofle Kunkel.. Um pünktliches»nd zahlreiches Erscheine» wird ge. beten. Gäste willkommen. Arauenveranstaltuugea am Mittwoch. 1. Februar. 19% Uhr: 6*. Abt. Sitzung aller in der Arbeiterwohlfahrt und Agitation tätigen Ge, nossinnen bei Walenthin, Görlitzer Sil 72. 101 Abt. Bei Bogel, Bismarckstr. 76, Bortrag d« Genossin Hertha Sattheit über»Bürgerliche und sozialistisch» Frauenbewegung". All« Senofflune, find herzlichst eingeladen. Gäste willkommen. 121. Abt. Karlshorst. Im»Deutschen Haus", Tieskowall««. Bortrag der Ge- nosslu Henny Rewalb über �eue Menschen". Um zahlreiche BeteMgnng wird gebeten. Gäste willkommen. -aeurrv. r..»•; .*,,< v. a und duftet so Wundervoll /(fiese mollige Weichheif/ der frische Duft und das srfione Aussehen wollener Sadien nad) der Persil wasdie! Persil hä/t Wolle weich und rein! 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M""' Wachrnheim. 3. Rt»i« Seoting. Dannerstag, 2.«»btuar, 13'- Mr. im Siknn«sfaal bts .Die ßffunbt eingciabcn. i- Stau Prenzlauer Danneratas. S. ffetejar, ISij M». im Altersheim Danziixr Str. W Schulungslursus. Thema: �3chiitzai,ffiau unl, Mrsera». erziehung� Neierentin Genossin Dr. Helinger. Um zahlreiche BetcUi. O aller interessierten Genossinnen uni> Genossen wirb gebeten. > Neukölln. Dienstag. Sl. Januar. i'Nz Uhr, im Mmmer l38/1ZS de» Rathaufe- Neukölln Beginn bes Schulungskurfus. Erster Vortrags, unb ichtsinracheabenv:.Die rechtlichen Hrunblagen des Fürsorgewesens." Refe» rentin Genossin Dr. Hellinger(leitenbe Fürsorgerin im Bezirksamt Lichten. hcrg>. Allc interessierten Sennssinnen und Genossen find herzlichst ein« geladen. 16.»rri,»Spenich. Zdontag. 3«. Januar. IS'h Uh«. im Naihau» «öfcuick Auffiihrnug de» Filme».ssreuung de» Weibe»-,«i» packender Beitrag zur Frage der Beoelkerung-volitil, mit Ansprach« de» Seuassen Dr. med. Mole», R. d. N. Eintrittskarte» 23 Pf., scdoch bei B» ein«, Arbettermohlsahrtslofe, freier Eintritt. Recht zahle«' tetlissnug au» dem ganzen tkrei» Zöpen ick sowie an» den Abteilungen no» Treptow und Lichtenberg wird erwartet. � � f— f l 17. Zreis Lichtenbreg. Freitag,». Februar, tdl» Uhr. im Ratbaus Lichtenberg S-Iiulungsk»rlus. Thema:„Das Arbcilsgerichtsges-tz." Referent Genosse Döring(AfA). Allc interessierten Genossinnen und Genossen sind eingeladen.• 123. und 123a. Abt. Montag. 30. Januar. 90 Uhr, pünktlich, bei Sübner, Kaul-bors, Bahnhof. Ecke Wilhelmstrane, Vortrags- und Ausspracheabend über'Nesundhütsfürtorge. Referent Genosse Cchtemann(Gesundheitsamt Ftiedrichshain). Alle Genossinnen und Genossen find herzlich«ingeladen. Iungsozialistea. Gross. Berlin:«cht»»«. Arbeit»» uolchuhmiigNederl Mittwoch. 1. Febrnar. 15 Uhr. wichtig« Zihuuq Belle-Allianee�tr. 7/1»,» Tr. Unbedingte« Er. WnJrf Itpfcf nh 19 Ußc(Smtsiieiifflnfciteiia. Ambm scheinen ers orderlich. Anschließrnd 1» euiseNdet zwei»ertreter.- Srnpp« Rv» ---,— Jede Srnpp« dalag, 30. Zanuar, 20 Uhr. im Augenbhetm SerAach,«�nkckendarf�st.»effhenzstn. M. 1 begriff« der Psnchologie�(8. Teil). � Gruppe Wilmersdorf: Gruppenabend im Zugendheim Wilhelmsan« 123. Sortan nuar, unb Gemeinschaft willkommen. Rrfcrent Genosse Ehay». Erscheinen ist aArurch, 80. Sa. ___ sltät acht. Gäste SP». »ormil eueewehr! Am Freitag,*.. und Sonnabend,«. Februar. W 10 Uhr. Miigliederoersammlungen im Lakai.Schiefische Heimat-, Reu« Friedrichstr. l. Thema. ,B. A. I.— Di« Besaldnng»- rcaelung.- Reterent«enasse RSllee. Aussprach«. Alle MitaNcber müsse» vnbedingt erscheinen. Sinderfreunde Grog-Rerlin. Achtung! Gen'ralnersammlungl Mittwoch. 1.! soal des Bezirksamts Kreuz herg, Horckstr. U. Eint bruar, 90 Uhr. im«ihungs. tt nur gege» Ausweis. «rei» Tiergarten. An, Sonnersiag. 2. Februar, 101a Uhr, läuft der Film Minder republik Seekamp- im Frichrich.Werberfmen Snmnastum iAulo), Bochumer Str. 8b. Alle Genossen müssen fich diesen Film an. sehen. Karten bei her Leiterin Frau Anna Pacrsch. Essener Str. t. Keei»«cddiug.«rupp« Leopolbplatz. R»t- Falle». Dienstag. 31. Zanuar, Lieberabenb im Ledigenheim. Freitag. 3. Februar. Turn- und Tanzabend mit den Zungiallen in der Turnhalle Ruheplatzstrahe. Znugsalle». Donnerstag. 2. Februar, Basteln. Freitag. 3. Februar. Turn, und Tanzabend mit de» Roten Fallen in der Halle Ruheplatzstrafie.— gur Kreishelserfltzung bitte die FührerauZweis« für Jugendherbergen mitbringen.— Gruppe Schillcrpork. Am Freitag, 3. Februar. lOsh Uhr. Elternversammlüng im Zugrndheim. Turiner Stratze, Ecke Scestratze. Eingang Seestratze. Ar»,» Prenzlauer Berg,»indersreunbefilwabende. Freitag. 3. Fe. bruar, 17 Uhr. für Kinder, um ISIH Uhr für Ernachsene. Sonnabend, 4. Februar. 17 Uhr, für Kinder, um ISlh Uhr für Erwachsene. Ein. tritispreise für Kinder 15 Pf. und für Erwachsen«<0 Pf. E« wird der Silw.Kiuberrepnblik"—— ortragssaal des Bezit Danziger«tr. 64, Seh______________ den.Kinderg rupprnlcitern zu haben. Aiii« WtMlIOM. Geuppe OaeSe, Dkenstaa. Ä. Zanuar, 90 HSt. Bunte» �7>»nd im geichenfaal der 5.«ektN�en Schul«. Marienborfer Weg. . Pankow. Heut«. Sonntag. 23. Zanuar, Zahreshauptversanrmluug b«i Mar,« Muck», Riederschiinhausen, Lindenstr. 35». Beginn 15 Uhr. Montag. der Helfer, im Zugendheim. K'sfingenstrafie. Eck« Berliner Strasse. Sonnabend, 4. Februar. Helferarbeits. gemeinschast bei Marie Muck», 20 Uhr.— Gruppe Pankow.' Montag. 30. 3a. nuar, Holzorbciten für die angemeldeten Kinder lin Bostelkellcr des Zugenb. Heims. Beginn 18 Uhr. Dienstag. 31. Zanuar, 10. bis Illjahrige. Zimmer 5 be» Zug-ndherms: Brettspiele. Donnerstag. Z. Februar, für alle Gruppen: Basteln unb Büchrrausgah«. Beginn 18 Uhr. Sonnabend. 4. Februar, 6- bis llliahrige: Zusammaiikunft im Heun. 12. bis 14jahrig-: Lieberabenb, Brettspiele. 18 Uhr.—«rupp« Riederschilnhavs-n. Montag, M. Zanuar. 18 bis 20 Uhr: Betbr Gruppen; Tanzen. Donnerstag. 2. Februar, für beide Gruppen: Basteln. Verewigung fozwldemokralischer Swdierender. Dienstag, 7. Februar. 2» Uhr. in der Schule«einmeisterstr. 16/17 Fort. fetzuiM de, Zykln»:„Psgchologi» und Sozialismus.- Referent Dr. Agnes Sperder: �-d,»id»olpsnchol«gie.- » �SPD..Betr,«b»f-aki,,»»er Arbeiter,«»gestellten und Beamten de» Bezirk«. »mte» Eharlsttenburg. Versammlung am Wontaa. 3ll. Zonuar, 90 Uhr, in der Aula der Gemeindeschul- vranienstr. 13/13- Referent Genosse Zosef Ernst über:„Parteiprogramm und die kommenden Wahlen." »«. B«irk,gmt ReuISIl». Mittwoch. 1. Februar. 1bU Uhr, im �owllölino, Weichielstr. 8, Fraklionsvollo�cscmmilung aller kommunalen Ac-- arteiausweis legitimiert. llDMM_______ Der Fraktionavorstand. ve»ofle Ferdinand Si»s», vornn-r Str. 1», begeht am Montag, 30. Ja. nuar, seinen«0. Geburtstag. Gleichzeitig gebenkcn wir bei dieser Gelegenheit auch seiner Ehefrau Martha Simon, die seit 20 Jahren ununterbrochen an vorderster Stelle steht. Zuerst in Bremen und dann in Berlin, wo sie gegen. wärtig das Amt der Areisleiterin im Bezirk Areuzbevg versieht. Sterbetafel der Groß» Berliner Partei- Organisation 162. Abt. B«umlch»le»w«g. An der Tnauerfeier für den verstorben«» Gr- Nossen Lemm aus Treptow am Montag. SO. Zanuar, 16'i Uhr. im Krem«. tsrium Bazimschulenweg beteiligen fich liimtliche Genossinnen und Genossen. Das Bann» ist mitzofuhren. Achkunss! ZrffhlMM«chwno! Ukontag. 30. Zanuar. abend» T»Hr. in Caeol von TDallfchlOgac, «dalbertstr. 21 Brancheuversammlung Toge,ordnu»tz: 1. Bericht über die Deedandlttngen nor dem Schlichtung»- aus chutz. 2 Disiulfion. Zn dieser Bersawmlirxg wirb stder da« Ergebnis der Lohnerh. � Betchluh geiatzt. daher müssen alle Kog«gtnn:n und Kollegen-rfchetue». LlllltSe der ZeilemdM! Montag, ban SO. Zanuar. » Ab«, in Vorbau»» Hanf». Ltuie». ftrah« 63»5, Do» Gr'chslnsn aller Kollegen ist dringe erforderlich. Vllge«'S.SlmWefmMMe NOcktzM. fö dar »lauslas. tm 31. S»Hr. in Sari.. ScIoBocbaUac. Ctelcuftcabc»3/03 (Zinner 24) Funktionärsitzung t a g«« f r d»* n« rStrirbBgnahin« zu «nfercr Lohubewegung. Zlllr Betriede müssen neiirete» Jiria. Dienstag, da» 31. Zauner. abends r»Hr. In vresdener Marten. Dresden«» Strub» 45 Branchenversammlung der Schwarzblechschlosier. Di« Tagesordnung wird in der Bersamoilung dekanntgegeben. Zeder Kollege mutz erscheine». Sevtedsrille SWlgWve IV. Dienstag.. de» 31. Zanuar, abend, Ab», in Parterresaal de» verbaudshause». Dlnlenstr. OS/O» gr Versammlung »oge sorduung: 1. B-rtrag: �>ie Kiwolibrn- und Aücrsorrficheruug im Deutf-ben Metallaibeiier. Verband�. 2. Perba ndsongelezenhilten u. Lerschtedened. lmlmmlem ml» Selfer! Dienstag,»an Sl. Zannar.——-— t»he. InZlnnee 20 de» veeband». han>»», Dlnlenstr. OS/O» »M" Versammlung' Tagesordnung: 1. Die Rvtwendig- feit I�r B-rtrsserung der Loh"' und ArdeiisnerhSItnifl«. 2. B-rschteden-». Erscheinen sämtlicher Kollegen Ist dringend notwendig. «chluoss! � Am Monteg. dem 1». März. findet dir ardenlllehs«eueraluerfannlnni unserer Berwouungssteve für dos vierte Lnorlal 1927. fest. Anträge dazu müssen M* spatesten« den 11. Febniar b«l der Berioaitnng eingereicht fein »telÄPStSÄÄ abgehaticn werden. Etwaige Reumeidungen werden nur dt» Moniog. den 12. März, enlgegengenommen. Spielplan unserer»uliuradleUung. K» der Dache»ow 30. Januar dl» b.Fedr.: -. Ferdinand Lost alle. T SchwechniaschÄeu. 8. Hunioresfe Z» der«ache aom 6. bt, 11. Febrnar: Z S�.�ium�°ir.�aü�u Erfolg (�.schütz W- SiBschastlicheFta.- «sumg, Lmsenftr. so). A. Humoreske In der Dach« so« U.«- 1. Aus dem Leb«,«ine« Delpnien. s. Fobrilation d«» Dampwstuge«. 3. Humore:!«. Zn der»och« oo»-O- 1- Au» der Heimat des tropischen GoUftrome». 2. Dt»«1» Buch entsteht. 8. Humoreske. st" D fchuhsttzung beschlossene Wahlordnung iür '"«krankentassc der Tischler� die mnnn vom nehmigi worden.' Druckllücke in ist am 6. Januar l02S ernngsamt Berlin ge find im Kassenlokal SO 16. Michael kirchstr. lj, zu haben. Der Vorstand Otto Granau, Borfitzender. Rlcbard Wlttlnj Schriftführer. Bcffledern nicht roh, sond. gründl. gereinigt(gew.), garant. frei v. Krankheitskeim. Rupf p. Pfd. 050, 050, 1.40. daun. 1.90, Rupf wciB 250, Halbfl. weiB 350, weiB SchlelB 2—, SchleiBhalbfl. 350, Daunen 5.80, weiBe Daunen 7.—, 0.80, gef. Oberbetten mit stark. Inlett, 2 ra lang. 9.93, 11.60, 14.90, 1755 Unterbetten 7.85, 920, 11.90, 13.20, Kissen 2,90. 3.90, 540, 6.65. Portofrei r. M. 20.—. Nichtpass. zurück od. Umtausch. Preisl. Nr. 42 u. Muster gratis. H. 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Prinzeft- Unterröcke 325 fnter Renforce mit rcls- deliesening tonne aliaemein um 1 Pfennig pro Kubikmeter bilttger erfolgen, ober oersck wieaen wurde, daß da- aegen, weil die rund 30000 Tonnen, in Hannover oechrauchten Gaskoksviengen nach der Stillegung durch den t«» e � e n Hütten- kok» ersetzt werden, dt« teuere Kokdbelieserung di« Gasverbilligung mehr als ausgleicht? 1926 1927 Woche zum 24. 10. .. 31.10. „, 7. 11. .. 14.11. .. 21.11. .. 28. 11. .. 5. 12. .. 12.12. .. 19-12. .. 25. 12. . 31.12. . 8. 1. . 15. 1. . 22. 1. . 29. 1. — 2 800 — 3 090 — 3 000 — 1 400 + 3600 -f 4 900 + 4 200 d- 7 000 +11 400 + 2 600 + 7 200 + 8 700 -+- 4 200 + 1300 — 3 400 1927 1928 Koche zum 22. 10. .. 29. 10. .. 5.11. .. 12. 11. .. 19.11. ., 26. 11. .. 3. 12. .. 10.12. .. 17.12. .. 25. 12. .. 31.12. . 7. 1. . 14. 1. . 21. 1. . 28. 1. — 320 — 150 — 700 + 1050 + 5 000 + 5 800 +18 400 — 7 200 + 9 300 + 8 800 + 14 000 + 4 600 + 9 300 — 2 350 — 4 300 Dos Tempo der eingetretenen Besserung ist iinvcrkennbor langsam bisher. Es beweist nichts für die Konjunktur, wie sie für die nächsten Monate zu erwarten ist. Die großen und ernsten Befürchtungen für den Banmarkt und den Ausfall öffentlicher Aus- träge bleiben. Groß e politische Wachsamkeit ist notwendig, damit das Frühjahr wirtlich genug Arbeit bringt. Es waren 199 687 Personen bei den Zlrbeitsnachweisen ein- getragen gegen der Vorwoche. Darunter befoüdiw sich 1-Zsi.M,(lZGUsi) mäimliche und 66.463,(67 707) weibliche Personen. Unterstützuna bezogen 136325 1145383). davon SlrbeftÄosen- Unterstützung 78 028(82 780) männliche und 34 976(36 088) weibliche, zusammen 113 004(118 868), Krisenunlerstützung 17127 (18 077) männliche und 6194(6438) weibliche, zusammen(24 515) 23 321 Personen. Außerdem wurden noch 26 246(25 630) Personen tnrch die E r w e r b s l o s e n h i l s e der Stadtgemiende Berlin unierstützt. Bei Notstands arbeilen wurden 2315(1832) Personen beschäftigt. Der Großhandelsindex. Di« auf den Stichtag de, 25. Januar berechnete Erosihandebsindexzisfer des Statistischen Rcichsam.ts ist gegenüber der Vorwoche oon 138,8 auf 138,4 z u r ü ckg eg e n g« n. Bon den Haupigruppen ist die Indexziffer für Ag rarst off e um 0,9 Proz. auf 130,9 gesunken. Gleichzeitig hat die Indexziffer für Kolonialwaren aus 129.8 angezogen.-Unter den In- d u st r i e st o f f c n lag die Indexziffer der industriellen Rohstefse und Halbwaren mir 134,6 gegenüber der Vorwoche unverändert. während die Jndexzifser der industriellen Fertigwaren auf 156,6 um 0,2 Proz. gestiegen ist. Große Umsahsle'gerung bei der Minimar-'U.-G. Die Mini- max-A.-G. in Berltn unff Neunippin, die im letzten Jahr eine Kapitalerhöhung um 1,5 auf 3.9 Millionen Mark vornahm, versfsentli.cht setzt in einein Bärienprospekt eine Zwischenbilanz zum 31. Oktober 1927, aus der ein bedeulendei Aufichwinig des Unter- nehmen? zu entnehmen ist. So beziffert sich der U in s a tz in der eisten Hälfte des Geschöftsjahres 1927 28 aus 4,42 Millionen Mark und übertrifft damil den durchschnittlichen Umsatz in den letzten drei Jahren um rund 5 0 Proz. Die Belebung scheint sich g'.eich- falls ans die Tocknergesellschasten auzgcdebnl zu haben, denn In der Bilanz wurden verdoppelte Konzecnsordernngen mit 18 Millionen Mark gegenüber April 1927 aufgewiesen. Die Gesamtsorderunqeii stiegen van 18 auf 2,78 Millionen Mark, wogegen die Schulden sich von 1.14 aus 1 Millionen Mark verringerten. Bezeichnend für den Ausbat» der Der- kaufsorganifation ist, daß die Gesellschaft von insgesamt 1250 Be- schäftiglen 450 auswärtige Vertreter untcrhäll. Die hahe Votjahrs« dividend« oon 10 Prez. wird bei die'er günstigen Lage zum April- abschluß wahrscheinlich noch ü b e r t r o s f e n werden. Zu nnklaren Zwecken, aber mit inleresianten Zlssern. veröffentlicht die Vereinigte Stahlwerk« 21.(ä. für das Bierteljahr Oktober— Dezember 1927, das erst? Lnartel nach dem am 30. September abgeschlosscnen.alten Geschäfteiahres, einen Mertoliahres- bericht. Unklar ist der Zweck, nachdem die Bilanz für das aite Ge- schäftsjahr der Ociseiittichkeil noch unbekannt ist. Jnteteüant ist die Tatsack)«, daß di« Gcsamtprodukticn in dem Verichtsvierieljahr gegen- über dem vorhergehenden Quartal ans dcr ganzen Linie gestie-- gen, die Belegschaften mit einer kleinen Ausnahme oder verringert find; die KvhlenförLerung ist von 6,55 aus 6,67, die Äoks-.rzeugung von 2,15 aus 2451, die Raheisenerzeugung von 1,6g auf 1,73, die Rckhstachlerzeugung von 1,78 aus 1.83 Millionen Tonnen gestiegen. Die Gesamtarbeiterzahl aing von 183 179 guf 182 235, die Bergwerk-beleaschait dabei von 88 730 auf 87 324 Mann zurück. Die Gesamtzahl ter Angestellten hat sich geringfügig von 15 740 auf 15 866 erhöht. Der Gesamtumsatz an Fremde, also nickst auch der innerhalb der Werke bzw. mit den Konzernwerkeii, betrug 361,67 Millionen Mark gegenüber 1417,33 Millionen im ganzen Geschält: jähr 1926'1927. Aich euck, der Un sgtz cn Fremde>st im Berhältnis gestiegen. Am 31. Dezember 1927 betrugen die Auf- tragsbestände der Hüttenwert« und Vcrseinerungsbetriebe an Eisen- und Stahlerzeugnissen 99,9 Proz., also um einen Hundertstel Bruchteil genau soviel wie om 30. September 1927. Wichtige Neuerungen der kreditstatistik. Unter dem Vorsitz de» Reicchsba'ikpiäsidxiilen hol eine Sachverständigenkommission der deutschest Banken beschlossen, daß die bieh-rigen zweimonal- l i ch e n Uebetstchten(Zwischenbilanzen) der privaten und ossent- ftchen Krodftbanken jeden Monat zur Berössentstchuna konmicn sollen, daß das Bllanzschema verbessert und genauer gefaßt werden und einheitlich für privat« Kreditbanken, ötsemiich« Banken, v. öirejctitivi&n unb Hypoth-�nbanken V-rwsiGam, fimVn soll. Jor Zoktpun�t der Durchführung ist noch unbestimmt: jeboch ist hie erst. nialig« Durchführung für Ende Mörz zu erwarten, so daß hie lebte Zweimonotsbilairz am 23. Februar nach dem alten Schema aufgestellt werden wird. hochbeldeb Im Vergischen Mesfinglrust. Vierfacher Umschlag des Kapitals. � Die Fusion der C. lfechmann A.-G.. Duisburg. »Iiftisck« Sschiibül«: Eo»n»bc»d.<. sscbruar. W.i Uhr. im gtogrn eajl Ikd chrnrnligen Hcrr.-uhnuscc.. Cfipjlflcc fclr. 3, Lortrag!»Scuöllccunga. xoiltil uiih'JiMiotf gfage." Referent- Prof. Dr. Alfred«Srotiahn. Karte» zum r.MlARtrn.-preise.in» Ettretarlat... Prctctarilchc Zeierltui-dc! Cpiintaa, IS. Februar. U Uhr, im Yroßcn echouspicihausi„.?!chtpl>i>hu>ider-a c!.tuno»Icrmabc>'.d.— Fpandau: Keim Kinde»? Ufer- t. Heiwabend.— Ärpcnjck: Keim Grünauer Str. i. Heimabend.— LiHtetiberg.Nardi s Uhr-PküSittaung-des Gtoßträftwerte« Klingendrrg.-A> llbr ?unt!-r-zbend..-" Reinickcndaef-Sst: Heiin Äesi-drnzstr.-Ii!. Heimabeiid. Tegel! Tie EruvpeuveeanNollnng fällt ans. lä Uhr Treffpunkt vor dem Heim jut TeteUigung o» der Kundgebung des Weebebezirls.>Z>,ä Übe Heimabend. Schöiehäuscr Vorstadt! Schul» Echönstießre Straße. Heimabend. Wert rbeigrl SteutäUar Heim. Kann«: Cito Vöhmitzhe Straße. I»'/, llbr Hichl. bildcrvortrachi Sa* rote Wien.".. ®ftiib«icf Relusikciiboes: 16 Übt im Volksbous Rcinichendcn-s.Dcst'bffont- licher Gruppenabend.„Bürgerliche und proletarische Augendtiowegung." Morgen, Montag. 30. Zanuar. 19 Vi Uhr: einolwi»: Uebüngsstunde pünktlich 1964 Ul>r Im Heim Lindcnstr. 4. Ui-Schule Greifenbagener Str. SS. z'bn.Miniitem.Äeserale.— Humaaapla«: szunktianärsikung bei der Genollln'Frieda Kürbi?,?unaiillr- 3. - Trantsnrte« Viertel! Heim Litauer Str. IS.„Alt.Berliner Humor."— Slenipeldes:-Funk'ionoriißung im Heim. Frscdrtchebageo! Rathau« Friedrich. srräß««1. kVecltN»« Humor."— 3!eii-8irf tenteiQi t«ün Prlnz.ÄIbert.vtroße. a''*" ST «erbebm'N»««lLIIn.- Heil?!»annei? Htpaß». Raum 1. Vildungcau.-schuß- .Vilduagenblcut» der Gruppen müsi-n erscheinen. SeürluÄUüMSssmsowS kroS-Serlw Mo. blllttvocd, des IX. Februar, W\ls Uhr, tu de» Pbarut-S&len, MOilentr. 142(Kroger Saal) Wanderratten-Abend für die Leserinnen dar J'rauenwelt" und ihre Freunde. L Die SelUien. 1. Patriotische IntroduKtian........ Claus CUubarg Am Flügel: Claus dauberg 2. Die Wanderratten........... Heinrich Heine Sprecher; Theo Maret 3. Proletenlieder............. Claus Clauberg a) Die modernen Barbaren(Karl Henckell) b) Der Revoluzzer(hrich Mühsam) Sänger: Hans Koarad 4. Was uns nicht fehltl a) Der Philister............ Pfau b) Rellelonspliilosophie........ Arno Hole C) Der Wanrerich........... Heinrich Heine d) Aus Krähwinkels Schreckenstagen... Heinrich Heine el Armes Bayern!........... Glasbrenner f) Zar Beruhigung........... Heinrich Heine Sprecher: Theo Marek 5. Panoptikum a) Postdienst aul dem Bahnhot..... Schäfer bl Gespräch zweier Tischlergesellen... Glaübrenuer c) Militär.............. Puggl Muck Sprecher: Puggl Muck IL Dl« Revue„Was uns kehlt*'. Ein politisch-satirischer Bilderbogen von Hans Richter. Mit Beiträgen von Clauberg, Klabund, Kroner, Mühsam. Prolog: Die entfesselte Revue. 1. Vorwärts! 2. DI« Reichsober- amme. z. Die Extrawurst 4. Der Mann Im Mond. S. Doorn. 6. Es geht uns immer besser. 7. Zeitung; Zeitung! S. Arrest b. Die Soldaten der Zukunft Epilog: Abschied der Revue. Inszenierung: Hans Richter. Musik: Claus Clauberg. Bilder: Kurt-Haralo Isenstein. Heim Schmäu. Darsteller: Priedel Hall, Hans Konrad, Theo Maret, Puggl Muck. Eintrittskarten iu 50 Pfennig: sind bei den Funktionären des 3 Kreises und im BeilrksbildungsausschuS, Lindenstraße 3, 2. Hof 2 Treppen, zu haben. Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner. Schwäre- Rok-Gold" Seschäftssteffe: Berlin S. 14. Cedastianstr. 37/33, Hof Z Tr. Gottntttg, 3». Zaauar. Kreinberg(Kunamannftfxift 2): Antreten zur *• Beteiligung In Weißensee pünktlich ldt, Uhr am Worißplaß. Steg. I't!(Sungmonnfdwftli Antrete» zur Betetllauna an der republifonlfchen Kundgebung in Weißens»? um 12 Uhr Babnhaf«(ffllit sWortehalle). Erscheinen Pflicht.-- Rotttog, 30. zgMiiar. Keenzber« sgiinaschar): 20 Uhr Im zuaend. heim Porditr. IL Arbeitsgemeiiisdiaft!„Prattifche Fragen". Reukolln-Btiti! 4. Kameradlchaft SO— Z2 Uhe Turnen in der l. Gemelnoefchulr, Chaulseeslr. 137. — tlreuzbeea fIunginonnschaft ZI: D!.. d. 31.. Versammlung bet Krepp, Plan. vier 76. Vortrag.— Mittwoch. 1. Februar. Frtedeichsha!»- Samerndfchait Feonkrurt 20 Uhr Kam-radschaftoverfammlung bei Bomb«, Bolgtftr. ZZ. Er- sdieinen Pflicht. Krenzherg!-tilg z(Abt. 3 und 0) 20 Uhr Versammlung bei Krepp, Planufcr 76. Zug 3 lAbt. 12 und Jß) 19'A llhe Bersammlung mit Aiigehör'gen Im Relchrnheeger Kok. Velchenberaer Str. 147, Vortrag: Gan» vorsißender Kamerad Stelling. Wahl de» Vorstände». Silweredorfi 30 Uhr Versammlung des tznnabannere dei Funk, Holsteinische Straße. Do., d, Z., 20 Uhr, Kamcradschoii slld Versammlung bei Kroßst, Kolsteintfche Straße der bevorstehenden Generalversammlung und Vorstandoneuwahl. wegen Branden burglsibe iandeearuppe der„stentralftcle für Deutsche Versenen. und Famillengeichichte". Montag, 30. Ianuar, Vortrog des Vißliothefs- dircktor» und Privatdozeiiten Dr. Willi, Hoppe:„Die Ouißatr»." Rollendorf. Platz. Pole» Hau», 30 Uhr. Verband für F-eldenkertum und Feueebestattnng, Befiel«erlia. Unter- bezlri 0 W>ln:ee,dorf. Mltglieberverfammfung Dienktag, 31. Zanuar, Z» Uhr, im Restaurant Kulf«, Wi'mersdors. Lauciiburaer Eil. A. Tagerordnung: Bericht von der KSlner Frelbenkertagung. Verschieden«». veffentllchr Vorträge tn> äRutenm für SBeewfanbe. Dienstag, 31. Zanuae, 20 llhe. spricht der Staatliche Fische rrldireftor H. Lübbert, Hamburg, in der Georgenftr, 34/30 zu eigenen Lichtbildern über die durch Ratur und Lage gleich ausgezeichnete Ultima Thüle, über:„Island und seine Wirtschaft." Kartei! taglich und am Vortrageabend int Muiiiui, Reich-bi-rd jüdischer Frontsoldate« S.V.«ezirt Süd: Mittwoch, l.„Februar. 20s, Uhr. Deutscher Hof. Luckau, r Str. 15, L:chtbilberr>»rtr«a Dr. Wiener: „Vontzleben im Lande der Bibel." chilft« wiruommen.„' ßeffertnchtt Vortrag mit»tchtdlldern da,«»>>«««,.»»atv«»»»»»«» von Dr Schiri. Mittwoch. I. Februar. 20 Uhr, im»SninstZdtischen Gvmnasium, Glisabethstr. RlstS(am Weranderplatz) Wer:.FrauenNetinrnz. Zkallglan, Se. kellschast." Sititriet 50 Bf.— vefsenlliche Avesproche. Oderpoitrat Dr. Ä-jwdl- lenbach. Dt. War Der! im Torotheenstäbtischen Ziealgnmnastum, Torolgee,,. sttaßa 12, Mittwoch, IZ. Februar, 20 Uhr.„Rcligion— vpiu« für da» Ztöllfi" Siniritt 60 Pf. (iaborlsia— Fspcranio— Asocio. Berlin. Orup» Oriente. Chlun jaudtln ja la 20 a. h.»«maina hunveno«n la junularhymo �Am Ostbahnhof 17". ithinj de la grupo kai samtendemanaj izoluloj estas invitau). nJetferfaclcht her öffenllicheu fficlletblraflftelle Berlin und llmgeg| ab (Xachdr. verb). Weift bewölkt wtd percinzell Nicderschlöge, Xeuibetolu.Wti mehrere(Ltad über Null. Mäßige 5übme(tmiitbe.— Für veulichlrn p-. In West- und Milteldeutschland bewölkt, nicht ohne Ziegrninlle, Im Ostpn trocken und Nachtfröste. ������»M»»»»�»»»»»a»a�«»»aU»»aW�MW»�»W»a»-Mnm»-aM>MaWaa°»M Während de«.Weiße» Wache" bietet die Firma Vertrieb von Erzeugnissen sächsischer Eardineu.Zabriten, Johann Pellet n. Eo., 6. m. i. H., durch Sonder. angebote eine hervorrogende lSeleaciiheit» Sardinen, Detoralionen usw. in byf bekannt guten Qualitäten, die tue Firma führt, zu außerordentlich billigen Preisen einzukaufen. Wir empfehlen die Kesichti-iung der Echauieiisterausilele lungcn sow:e der Läger der Firma, die in Groß-Berlin elf eigene Verlauf» stellen unterhält. Wir verweisen auf da» Inserat in dieser Seltuug. Zw leuchteNbe» Weiß erstrahlt die Außenfront und der Lichthof de» he-- kannten Warenhauses K. Joseph». So., Äentälln, Berliner Str. 31.35. 12» kündigt die so beliebten»Weißen Wochen" an,— Die in den Echauienstcrn anegestellte» Riesenmengen weißer Waren, di« großen Auslagsn im Hause selbst sowie die seheuswerte» Iniiendeforationen aeben ein«indrliiglich«» Vild von der Bedeutung der„Weißen Wochen". Und in der Tat sind dlese wirklich ein« Einkausogrlcgenheit ersten Range» zur Ergänzung der Wäschebeständr und zur Beschaffung von Aussiattungrn für alle Schichte,, der Vevollerung. um ihren Vedarf an weißen Waren aller An vorteilhaft zu deckrit,— Auf tu freunden die besonder» günstige Gelegenh-lL»u den während der„Grlln-n Woche" geltenden ungemein niedrigen Preisen bei der Firma Bace Soh»«.-S. ihre Einkaufe zu besorgen. Die Firma strllt ihre Erzengnifse der eigener- Aleiderwerke und Eummimäntelfabr.k nur in ihren Geschäftsräume!-, eijaitlfef- straße 29/30— Untergrundbahn Stettiner Vohnhof— aus. Ein Besuch dei de» Sirma dürfir sich als sehr lohnend erweisen. Die außergewähnlich vorteilhaste» ngebotc sind in den Tageszeitungen veröffentlicht. Zriturgs-Katalog Rudolf Moste 1928. Die 54. Ausgab« des populären Fül,rcrs auf dem(."ebiete der Zeitung», und Zeitfchrlstenriklame, der Rudolf. Moste-Kalalog für 1928, ist soeben erschienen. Wenn da» vergangene Jahr auch manch« wirtschaftliche Krise brachte, so lasten sich anderseit» doch deutlich fühlbare Fortschritte in der Gesundung der deutschen Wirtschaft feftstcllr!'. Diese.» Gesundungsprozeß fördern und beschleunigen zu Helsen ist»weifellos die Zettungsreklame eine» der gecianesste» Mittel. Bon diesem Gesichtspunkt aus. gehend, hat die Annoneen.Exvedikion Rudolf Moste, unterstützt durch ihre zahl. reichen Riederlastungen im In- und Auslände, ein fast lückenlose» Maicrlal für die Durchführung pon Wcrbefeldzügen, selbst ollergrößten Formals. zu> fammengetragen. da» in dem Zeiwngs.Katalog 1928 vereinigt ist. Sein redaktioneller Teil mit der erptobten, mustergültigen Anordnung unterrichtet d-i> Inftrenlr» über alle den Anzeigenteil der Zeltungen und Zeitschriften betreff.'». den Frage». Fn dem hieran anschlietzende» Anzelqenanhang hoben wieder die Herren Verleger Gelegenheit genommen, den reilameuerb'.auchenden Firmen die besondere Eignung ihrer Organe für die jeweiligen Zwecke zu schildern. Einem vielfach geäußerten Wunsch zu genügen, ist dlesmal dem Kalneog ein von der Dinckecri Rudolf Moste eigens hierfür hergestellte», 30 Seiten:-0i. fastende» Kartenwerk beigegeben, da» die Länderlarten des Deutschen Reide» sowie de» gesamte» übrigen europäischen Kontinens» belngf. Seine Ausgabe. den Interessen der Inserenten und Verleger mit bestem Wisten und Können zu dienen, dürfte somit der Rudols-Moste-Katalog 1928 voll und ganz erfüllen. Riesengroß« keltern verkünden dl«»cht billigen Däschetage de» größten Sonderhause», für Leinen und Wäsche F. V. Grünseld, Berlin ffl 8, Leipziger Straße 29/22. Verkünden da» Ereignis de, Monat» und machen mit Recht jeden einzelnen, vor allem die Berliner Hausfrauen, darauf aufmerksam, daß die acht billigen Wäschetage die günstigste Gelegenheit für die Besä-affung von Wäsche jeder Art für den Hau»holt und für Anostattnngen ist, die sobald nicht wieder geboten werden kann. Soeben erfahren wir noch, daß die Firma während der acht d-lligen Wäschrtage vom 30. Januar bis 7. Februar einen Sonderaufobu» zwischen dem Neubau Kurfllrstrnbamm Ecke Ioachimsthaler Straße und dem Havvtgeschäft Leipziger Str. 20�22 verkehren läßt. Die Ab. fahrt vom K-.irüirstcndamm erfolgt stündlich von u. Uhr vormittag» bis 8 Uhr abends für die Besucher de» Hauses kostenlos. AnLsprwZvi» Hände und de» Sestchi», schmerzhafte» Brennen, sowie Röt« und Juckreiz der Kant werden beruhigt»nd ausqeheift durch di« wundervoll«ühlende, retzmildernd, Oeiwe».eoetoi-, Gieichzeisiz herrlich duftende tosmttstche Unlerlage für Pubrf,■ 2«®« 60 tn. unb l MI Erhältlich lu allen EhGrodanl-Berlaufsstellen. Probetube gtach» bei Aniendung dieje» Snleral«» lmrch Leo-Wetle 2.-».. Dresden-ZL-st'., reSS zu spottbilligen preisen Wäschestoffe Settbezüge Kistenbezuge Tischzeuge tzanötucher Zrottienväfche Taschentücher Leibwäscke Damen-Hemöen. Domeu-Seintleiüer Damea-Nachthemöea Herren- Taghemöea Herren-NachZhemSen Morfett.v.Hüstenholter Kunstfeiö.�nlerkleiöer Regenschirme Strickjacken Seidenstoffe Sammete waschjammete waschseiüen Zutterselüen Voll- Kieiberstoffe woll. Monte lpoffe Waschstoffe pertalUeTritoline Wollmuffelkne tzerren'/lnzugstoffe Herren'Msterstoffe Spitzen Seidene Dänöer Brautschleier hanöschuhe Normaihemöen Normaljacken NormalSeinkleiöer Makohemöen Matojacken Matobeintlelöer Dame«- UatenvSfche Ribaoa UtUerklekSvng Damenfch.'üpser Kinüerfchlüpfer Damenstrümpfe ßerrensocken Kinöerstrümpfe Gberhemöen Sporthemöen Kragen Krawatten Ausverkauf Damen betleibung Mäntel plüsthmäntel Kostüme wollene Kleiöer Seiüene Kleiber Sallklelber Hefellfthasts- Kleiösr Morgenröcke Mäbchen- Kleiber Mäbchen-Mäntel D!eyletleibung Vamenputz Verkaufszeiten vormtttas« von 9-1/»! Uhr Nach«ittag» bon 4-7 Uhr yerrenbetleibung Mnzüge* Mäntel Seinkleiber Serufskleibung Kinberbekleibung Knaben-Rnzüge Knaben- Mäntel Teppiche Lauserstoffe Möbelstoffe Ruhebettbecken Tifchbecken Kamelhaarbeckea Sarbinea Seiten Settstellen Matratzen Robelgarntturen Pullover«.Westen vamea- Mäntel nur ollerbcftzr Velour unü Gtiomane in großen Welten fpottbillis Sall-, unö Gefellfthafts-Kieiöer aus eanz vorjüglkchem Chinatrepp. Kripp» Georgette �' unü Velouttae ta eutzüöndig«n, ohne auch nur einen Blick in deren Inneres geworfen zu haben. Und doch! Versuchung und Neugierde waren zu groß! Nur einen Blick, bevor er an den Schaller Villavecchios pochte. Settimo Iacopi öffnete bi« Tasche. Dabei zitterten seine Hände und der Blick, mit dem er die ihm aus der Tasche ent- gegenqiiellendey Geldscheine musterte, glich dem eines Irren. Geld aus aller Herren Länder. Geld, das er noch nie in seinem Leben gesehen, nach seiner laienhaften Schätzung unermeßlich Biel Gell»!'.. ''�W-ÄrM-Schlucker tvoltt«-gor nicht mehr hinsehen. Die Miete und jsnw Frau und das.Mhy, das. in diesen Togen komme» mußte, fuhr es ihm noch durch den Kopf... aber schon hätte sein Fing«? an da» Schiebesenst« de» Signor Pillavecchia gepocht. —„Wo» ist los. Iaeopt?" „Tin Fund, wie mir scheint, ein sehr wertooller Fund. Signor Mllaoeecksia!�* Der in Geldangelegenheiten seit Jahr und Tag versierte Beamte nahm die Briestasch« au» Sellimos zitternden Händen. Nachdem er«inen flüchtigen Blick auf diese geworfen hatte, sagte er: „Das ist da» Porkfeuille des Amerikaners, der heute Schlaf- wagenplätze für den Pariser Schnellzug um 10 Uhr 15 belegt hat." Billavecchia hatte die Brieftasche, als. dies« Iacopi nun weiter nichts angehe, neben sich aus sein Pult niedergelegt und blättert« in seinem Register. Räch zwei Mimiten hatte er das Gesuchte gesunden. .Ts handelt sich um einen Mister H. H. Powers, Präsidenten j�s Lyreoo vi University Tra.ll aus Newton in den Vereinigten Staaten, Iacopi. Ihm gehört dies« Brieftasche. Er hat drei Fahr- karten bestellt und 1000 Lire angezahlt. Zum Glück sagte er mir, das er heut« morgen mit dem englischen Dampfer.Liverpool' aus Alexanhria angekommen ist, und daß seine Frau und Tochter sich noch an Bord befinden. Cr hat sich dorthin zurückbegeben. Kommen Sie mit zum Signor Baudracco, er wird mit uns zusammen den Inhalt der Dneftasche feststellen.' Baudracco war Stattrnsvorstaiü) der Stazione Principe. Ein sehr gewisienhafter Mann, der zur Vorsicht noch den Pr-liz-itommisiar rufen ließ. Dieser erschien wegen der Wichtigkeit des Falles nicht allein, sondern brachte noch einen Wachtmeister mit. So wurde vor den Augen des glücklichen Finder« Iacopi und in Zln Wesenheit von vier amtliche» Zeugen der Inhalt der von Mister H. H. Powers perlorernrn Briestasch« festgestellt. Der Inhalt der Briestasche war noch Angab« der fünf Männer der folgende: 1. Eine Fahrkarte erster Kajüte von New-York nach Chorboiirg aus den Namen der Familie Power». 2. Ein Scheck über 10 Dollars. 3. Zwei Kreditbrief«, jsder über 20000 Pfund lautend. 1. 4000 Lire m bar. 5. 15 Nfund in engliscken Roten. 6. 1000 griechisch« Drachmen. 7 Perfchiedenes Kleinaekd im Werte von 12 000 Lire. Der durch seinen Beruf an das Addieren gewohnt« Billavecchia addierte und reckmete um. Ilm schwindelte. Er kam auf die Summ« von 4 Millionen und 70 000 Lire Erstaunt nannte sie Settimo Iacopi. Dem war es. als stände ihm der Verstand still. Gr mach'« ein«rzvummes Gesicht und sperrt, Mund und Nase auf. Aber auch den vier anderen war da« maßlose Erstaunen über diese Unsumme aus den Gesichtern zu lesen und aller Blicke hafteten aus die Tür. denn man war der festen Meinung. Mister H. H. Powers müsi« jeden Augenblich hereinstürzen, um nach seinem verlorenen Riesenvermögen zu fragen. Aber nichts davon geschah. � Da- Heß dem alten Billavecchia denn doch keine Ruh- Er machte sich aus den Mg nach dem Hafen, die..Liverpool' zu suchen und dem Amerikaner von seinem ungsahnten Glücke de» Wiederfindens seiner Brieftasche Mitteilung zu machen. Nach vieler Mühe konnte er das Schiff auefindig machen und traf Mister H. H. Powers nebst Frau und Tochter im Speisesaal. wo dies« gerade damit bes-hästhtt marcn, den Tee einzunebmen. Erstaunt sah Mister H. H- Powers auf. Die Lebhaftigkeit de» erzöblsnden Billavecchia stand in einem schreienden Gegensatz zu der Behäbigkeit de» Amerikaner». Bon der ganzen Erzählung Billwecchias verstand er nur da« Wort Portes«rille. Fahrt nach Südamerika. Sonderberichi für den Vorwärts von Max Winter. Atlantischer Ozean, 24. Dezember 1927. So ist er also da, d«r Tag, auf den sich unser« 80 Kinder an Bord so freuen wie die Millionen Kinder draußen auf der festen Erde. Schon vor einigen Tagen wurde auf dem Hinterdeck zu abend- sicher Stunde ein Tannenbaum versteckt. Er wird heute abend im Glänze von hundert Lichtern prangen, wenn uns das Wetter keinen Streich spielt. Im Augenblick, 5 Uhr morgens, schaukelt unser Boot so, daß mich der Schlaf flieht und ich lieber auf das Land fliehe, wenigstens in der Erinnerung. Ja, gestern haben wir nach sechs- tägiger Fahrt fünf Stunden genießen dürfen, wir Glücklichen von der zweiten Klasse: Las Palmas, die Hauptstadt der Kanarischen Inseln. Mit dem flinken offenen Autobus. ging g in die Stadt und von dort hinauf zur Höhe von Tarisa, einem kleinen Städtchen oberhalb der mächtig wachsenden Hauptstadt der Kanarischen Inseln, und außerhalb dieses Städtchens wartet« unser ein wahres Paradies. All«» steht im herrlichsten Frühlingsgrün, so wi« in deutschen Landen zur Zeit der Lilienblüt«. Schon unten in der Stadt hatten wir«inen Vorgeschmack davon. Die ersten Schritte ans Land, und schon leuch- teten die scharlachroten, faustgroßen Hibiskusblüten im Sonnenglanze und die mächtigen Fikusbäum« werfen gerade ihre Früchte ab. Da und dort sin Eukalyptusbaum, hochragend, am leichtesten erkennbar an seinem gleich der Platane zcnn Teile entrindeten Stamm, überall Lorbeerbömne, und in den Beeten der vielen Parkanlagen eine Fülle von blühenden Blumen. Förmlich Übergossen von rosabsiihenden Pelargonien ist die Mauer, die das Beet eines jetzt freilich fast ver- trockneten Flußlaufes«infaßl. Von der Hand des Stadtgärtners wurde st« auch sonst von dem ganzen Zauber subtropischer Vegetation umsponnen. Schon die Pelargonien hängen drei Meter tief hinunter und jede einzelne Pflanz« trägt hunderte von Blüten, aber dort drüben, jenseits der Brücke, da brennt im Sonnenlicht das Feuer der Vougainvillen und in d«m engen Gäßchen, das recht von der Fluh- zeile, von der Fünte, abbiegt,. springen zwei- und dreijährige Kinder im schmutzigen Hemdchen umher, blonde Guanchenköpfchen mit tief- schwarzen Augen. Das Mut der Ureinwohner schlägt immer wieder durch. Hat der Borübergeheude für dies« Kinderschönheiten ein gutes Wort, dann glänzen in den Augen der Mütter Tränen. Ihre schwarz- braunen Gesichter sind von tieffchworzen Haaren umrahmt und um diese ist ein weißer Schleier geschlagen, gefaltet wie der Schleier Mariens auf den Madonnenbildern. Aber alles dos, was man unten in der Stadt mit ihren nirgends aufdringlich bunten Häusern sehen kann, verblaßt, wenn man sich dem Autobus anverttaut, der von der Brück« weg zur Höhe führt, nach El Monte. Erst fo eine Fahrt, zehn Kilometer weit ins Land, und auf die Höhe, enthüllt uns die Freuden dieser paradiesischen Ellandzgruppe, Äeijchom dsifAlten die vGsücklichen Infein' gemumt haben. Di« Eukachpiusailee, die mit ü«r Strahe hmanstihrt, ist oft von wildwachsenden Opuntienhecken unterbrochen, auf denen schon die rosigen, stacheligen Früchte heranreisen, die faustgroßen„Erd« beeren" des Südens. Im frischesten Grün stellen die Bananen- Pflanzungen da, und da'«» Abend werden will, sind die Schleusen der Wasserleitung geöffnet und in den Wassergräben rauscht das töft- liche Nah nieder, das oben auf dem Berge in großen Teichen und Behältern gesammelt wird. Längs der Rinn« aber knien überall, wo es am Wege Häuser gibt, Frauen und waschen noch rasch ihre Feier- tag«wäfche. Manche stehen dabei auch in dem niederraufchenden Wässertem und bi« Opuntienhecken werbe n zur Hängstatt. Aber oben auf der Hohe, im Garten des Brigidahotels, da erst wird die ganze Pracht dieser Welt offenkundig. Der Gärtner beladet uns mit einem Strauß von der Schwere einiger Kitcgramme, und nun brennen die violetten und roten Feuer, die von den Bougainvillen ausstrahlen, m unseren Speisesäien. Auch die dritte Klasse Hot ihr ehrlich T«il davon abbekommen, stc, die von aller dieser Herrlichkeit nichts zu sehen de- kommen hat, sie, die die Gefangene des Schiffe» war. Auch während diese» fünfftündigen letzten Landaufenthaltes vor der großen Fahrt der nun zwälftägigen, die uns ohne Aufenthalt nach Rio de Janeiro bringen soll. Diese» Menschentausend ist darum gefangen, weil die Aus- und Cinbootung für einen etwa 10 Lire tostet und well die Gesahr gegeben ist, daß mancher draußen auf dem Lande die Herr- schaff über sich verlieren, in eine Weinstube geraten und dann das Schiff versäumen könnte. So hat die Erfahrung auf den Aus- wandererschiffen daz Gesetz gebracht, daß es für die dritte Klasse bei kurzen Landausenchalten kein Verlassen des Schiffes gibt. Auch die Paß- und Einwcnderungsbshürden verlangen es so. Daß es ein anderes Land ist, vor dem das große Schiff nun liegt, haben stc nur dadurch erfahren, daß stch einig« Dutzend Händler mit Orangen, Backwerk, Bananen, Brieffnarkcn und allerlei«iii- heimischen Geweben in Barken an den Dampfer heranzeiuacht haben und nun mit Hilfe von Seilen und Körben einen schwunghaften Handel mit dem Zwischendeck beginnen. Bejanders di« Bananen' sind begehrt, als erst« Boten einer anderen West. An das Schiff gebannt, konnten sie also die Berg« nur von ferne sehen, nicht auch die Prachk oben aus der Höh«! sie konnten aber auch nicht sehen di« Genießer dieser Pracht. Eben als wir aus dem Park traten, geführt von dem Mohren des Hotels, springt eine kleine Kavalkade die gut gepflegt- Hohenftraße hinan. Eine reitend« Dome im Frack, gefolgt von drei befrackten Herren zu Pferde. Englische Mihnachl-fr-uden im Süden! Nicht London-vst natürlich: nein, Bas London des Bank- viertel». Aber diese» London,«s versteht zu leben Schade, daß dem Zwischendeck, das mit heiligen Liedern und Kartenspiel den Tag znm guten Teil ausfüllt, dieser Anschauungsunterricht verloren ging und daß die Augen unserer 80 Bordkindcr nicht die Kamele sehen tonnten, di« der Bauer hochbeladen zum Stall trieb. Und nicht die vielen Eselein, die die Bäuerin aus ihre Rücken trugen und dazu noch Fäßchen oder Säcke oder Kannen, je nachdem die Bäuerinnen Milch oder Wein oder Karfiol zum Markte bringen.- Schade auch, daß sie den Frosch nicht quaken hörten, der uns aus dem herrlichen Park verabschiedete. 1. Januar 1928. Das Kino spielt nun auch schon für das Zwischendeck. Bald als wir in di« warm« Zone kamen, wurde auf dein Hinterdeck das Frei- lichtkino eröffnet. Leider meist seichter. Kitsch, humorlose Humoresken oder Dramen, hie und da etwas Besseres, wie an dem heißen Abend den Aequator, ein Filmdrama, dessen Schauplatz die Südseeinseln waren, so daß dem Drama herrliche Landschaftsbilder den Rahmen gaben. Aber zur Belehrung dient der Film für das Zwischendeck auch jetzt nicht. Dies« überlassen die italienischen Dampfer den Aus- wanderungsgesellschaften, die solche Filme in den Auswanderung?- Häusern zeigen sollen. Schade, s«hr schade! Auch Spanisch lernen könnten diese Menschen mit Hilfe des Films, stwas für den Ansang wenigstens. Lustig war die Aequatorfeter, das heißt hie Taufe, die ein Neptun im Bademantel mit ulkiger Würde vornahm. Mit den Gästen der zweiten Klosse, die zum ersten Mole den Aequator über- fuhren, wurde dabei sehr sanft umgegangen. Etwas derber ging es am Nachmtttag bei der Aequatorfeter des Zwischendecks zu, bei der alle alten Matrosenscherze ausgeprobt wurden. Sie erregten stürmische Heiterkeit bei den Nichtopfern d«r Scherze, aber auch die Opfer wußten sich mit gutem Humor in ihre Rolle zu schicken. Da galt es' zum Beispiel, aus einer MehlschüssÄ mit dem Munde ein Zweilirc- stück herauszuholen, ohne Zuhilfenahme der Hände: Kinder mußten' eine klein« Tasse Marmelade ebenso auffchiecken, und wer zuerst fertig war, bekam noch ein Extrogefchenk, wi« d«m Mann« mit der Mehl- schüssel, der glücklich das Zweilirestück herausgeholt hatte, außerdem noch eine Torte alz Siegespreis wurde. Nur einer, machte mit dem Nah Bekanntschaft: es wurde ihm vorn«, zwischen Hemd und Hosen-. rienwi, ein großer Trichter gesteckt, in dem er ein Geldstück auffangen 1 sollt«, das man ihm auf die Sttrne des rückwärts gebogenen Kopses preßte. Der Trichter diente aber natürlich nur dazu, um dem Opfer eine Kanne Wasser in die Hosen zu schütten. Auch dieser Moni, nahm den Scherz mit dem besten Humor auf. Die Silvester fei er war ein reines Alkoholseft. Es ging da auf dem Schiff« zu wie auf dem Lande. Bei der Gelegenhett darf ich wohl«inen Gast- der zweiten Klasse vorstellen, einen von denen. . die immer für Schädeleivschlagen sind,-die immer hochmütig auf die Arbeiter herab sei)« a, auf dtefe ungadlldetsu Menschen, die nicht Maß halten können, ihren Lohn versaufen und. dann mit der Welt unzu- frieden werden. Dieser sympathische Herr hatte am 23. Dezember Weihnachten so kräftig vorgefeiert, daß er dann volle zwei Nächte ynd den dazwischenliegenden Tag— eben den 24. Dezember—durch- schlief, und damit niemand glaube, daß das bei ihm eine Ausnahme- srfcheinung fei, trank er beim Aequatorfest am 30. Dezember wieder so viel, daß er 24 Stunden früher vom allen Jahre Abschied nehmen mußte. Er erschien erst wieder am Abendessen des ersten Januar. Heute hatten wir«in herrliches Naturschauspiel. Unser Schiff geriet in einen Schwärm von Taufenden Delpisinen, die uns nun eine Streck« lv«it begleiteten mit ihrem herrlichen Spiel. Es schien,. • al» ob das ganze Meer tanzte. Wohin man sah, sprangen die spielen- den Riesenfische aus dem Wasser. Das Allerliebste war eine Müller vorn« am Kiel des Schiffes, die,«in Junges neben sich, immer wieder flink-vorstieß und sich dann wieder von dem rauschenden Strudel packen ließ. All« Bewegungen machte das Junge mit, das nur ein Drittel der Länge der Mutter hatte, so flink wi« diese selber. 2. Januar 1V28. In zwei Togen sollen wir in Rio de Janeiro einttefssn. Heute vormittag war auf dem Schiff« Probealarm. Es war ein doppelter Alarm, aber nur für die Mannschaft. Zuerst ging's an die Boote: Schiff in Gefahr! war. der Ruf der Sirene. Binnen einer Minui« standen bei jedem Rettungsboot und bei' jedem Floß die dazu de- stimmten Mannschaften, aber nicht die Passagiere. Mit diesen wird gar kein Probealarm gemacht. Es sind solche Versuche schon unter- nommen worden, erzählte dann später der Kapitän, aber die Pasja- giere haben sich dadurch beschwert gefühlt: st« lebten, wenn man so vorsichtig war, sie vorher für den Moment der Gefahr einzuüben, in der ständigen Angst, daß etwas geschehen könnte. Auf deutschen Schiffen werden von Haus aus Kameradschaften gebildet mit verant- wörtlichen Leitern, die aus freier Wahl hervorgehen, fo eine Art Zimmer- und Tischkommandanten. Dies« können dann auch im Augenblick der Gefahr, dank dem Ansehen, daz sie sich erworben haben, gut« Dienste leisten. Wir haben auch ein Spital an Bord. Die zwei Pflegerinnen und die zwei Pfleger haben aber bisher nichts zu tun bekommen. E» gab wohl an einigen Tagen viele Seekranke, obcr.im großen und ganzen erfreut sich unsere schwimmende Stadt bester Gesundheit, und je näher wir zum Ziel« kommen, desto bänger wird manchem, daß nun die schönen Tage des Genießens bald vorüber fein werden und daß an das Auswanderertausend das Leben, bald mit seiner ganzen Härte herantreten wird. Plötzlich schien«r sich über die Situation im Aaren zu sein, denn er griff mit einem erstaunten: Ach so.. ü: die Innentasche seines Cutaways. »Richtig, die habe ich verloren. Haben'S f..' vielleicht wieder- gefunden? Schön! G.ehen nur und holen ri st? urück! Mister H. H. Ponters leerte in aller(i:m;,--..he die vor ihm stehende Tasse Tee und machte sich dann mit Billavecchia auf den Weg nach dem Bahnhos. Hier war nun alles In gespannter Erwartung. Das Gerücht von dem Funde hatte stch in der Zwischenzeit rosch verbreitet und vor dem Bahnhof stand ein Hause Neugieriger. Mister H. H. Powers nahm aber vpn diesen Leuten nicht die geringste Notiz. Er betrat den Amtsraum des Stationschefs. »Richtig, da? ist ja meine Briestasch«,' sagte er. Thank»! Und nun... nach einem flüchtigen Blick auf deren Inhalt... noch einmal? »Thailksl' Schon befanden sich das Portefeuille und fein kostbarer Inhalt wieder in der Innentasche, des Cutaways. Mister H H. Powers wandt« stch nach der Tür und Settimo Iacopi zitterte an qll�n Gliedern. Da drehte sich der Amerikaner an der Tür noch einmal inn und meinte: »Ach so... Wer l)at eigentlich di« Briestasche gesunden?" Ich,".bekannte verlegen Settimo Iacopi, und von der anderen Munde kam e« wie in einem Atemzuge:»Settimo Iacopi!' Mister H. H. Power» griff in die Seitentasche seiner Weste.,, Settimo Iacopi schwind rite. Das war der große Augenblick! »Good by«.. Der Amerikaner war gegangen. In der Hand des Bahnschafsners knisterte eine Hunderttire- note, die alle voll maßlosen Staunens betrachteten. Ab« Settimo Iacopi hat sein« Septmb erntete mit ihr bezahlt, Der brave Soldat Schwejk spricht. Lieber Eisenbahnfahrien und ähnliches. ..Mit der Eisenbahn bin ich auch schon gefahren," erzählte Echwejk,„aber ich bin nicht so gut gefahren wie der Herr Reichs- ftmzler a. D. Luthes Denn es ist damals Krieg gewesen, wo der Herr Neichswehrminister G r oe n e r das Eisenbahnwesen unter sich gehabt hat, und es haben die Offiziere in der II. Klasse gesessen und die Mannschaften in Viehwagen, und es hat draufgestandem„48 Mann oder 6 Pferde." Weil das aber nicht genügt hat, so haben einige mit Kreide ihre Einfälle dazu geschrieben, wie in der ersten Zeit:„Hier werden noch Kriegserklärungen entgegengenommen," was der Smn von der deutschen Außenpolitik gewesen ist. Aber später hat man des öfteren gelesen: sticht aus, Messer raus!" Und daß so etwas vorkommen kann, zeigen die letzten Vorfälle bei der Potsdamer Reichswehr, wo sie haben einem Feldwebel das Licht ausgedreht und ihn jämmerlich verdroschen. Aber vor Gericht ist festgestellt worden, daß der Feldwebel nur in seiner Betrunkenheit mit dem Kopf gegen einen Gewehrschrant gerannt ist und sich eine Schramme geholt hat. Es ist aber auch besser so; es bleibt der gute Ruf der Reichswehr erhalten, und man soll selbst in seinem Vor- gesetzten den Menschen achten, denn viel« können nichts dafür. Deswegen kann ich es auch begreifen, daß der General Groener im Weltkrieg die Mannschaften immer nur so im Schneckentempo herumgefahren hat, während daß die Offiziere mit Blitzesschnelle befördert worden sind. Und mancher ist kaum von der Schul- bank gekommen und so rasch befördert' worden,, daß er mit achtzehn Jahren Leutnant gewesen ist. Und wenn er dann einen 4Sjährig«n Landsturmmann vor sich gehabt hat, so ist es dem Herrn Ober- fekundaner eine Wonne gewesen, daß er ihn hat anbrüllen können: „Sie Mistoieh, wollen Sie vielleicht vor Ihrem Leutnant die Hacken zusammennehmen." Es ist aber auch mancher von diesen Kriegs- leumants mit dem Kopf im Dunkeln gegen einen Gewehrschrank gerannt, und es ist das selbst im Schützengraben geschehen, wo gar keine Gewehrschränke gewesen sind. Was aber den General Groener anbetrifft, so bin ich ihm noch heute dafür dankbar, daß er uns Soldaten soviel hat mit der Eisenbahn spazieren fahren lasten. Und wir haben nicht einmal Fahrkarterln zu haben gebraucht, sondern wir haben die Viehwagen für gratis gehabt. Das ist sonst nicht so aus der Eisenbahn, und wer keine Fahrkarte hat, der wird hinausgeworfen, wie das meinem Freund Janek ergangen ist, als er hat zu seiner Braut fahren wollen und er hat kein Geld gehabt. Sie hoben ihm auch noch acht Tage Gefängnis aufgehauen, dem Janek, und im Urteil hat gestanden, daß es eine ganz gemeine Betrügerei ist, wenn einer in der Eisenbahn sitzen tut und er hat kein« Berechtigung dazu. Es kann einer aber auch im Direktorium der Eisenbahn sitzen und hat keine Berechtigung dazu. Dieses aber ist etwas ganz anderes. Da habe ich einmal in Gsfchästen von Berlin fahren müssen nach Prag. Und grab, che der Zug aus dem Anhalter Bahn- Hof gefahren ist, da ist noch«in Herr hinzugestiegen in das Abteil und hat sich umgeschaut, denn es sind alle Plötz« besetzt gewesen. Nun hat der eine Platzkarte herausgezogen und zu einem dicken Herrn gesagt, der auf dem Eckplatz vor sich hingeglotzt hat:„Ver- zeihung, Herr, Sie sitzen auf meinem Platz." Der Dicke aber hat sich nicht gerührt, sondern immer nur durch sein Monokel geradeaus gestiert. Da hat der Herr mit der Platzkarte den Schassner gerufen, der hat Max geheißen, und es ist ihm die Sache sehr peinlich gewesen, weil daß er dem Dicken den Platz angewiesen hatte. Hat der Herr mit der Platzkarte sich an den Stationsvorsteher gewandt, und der hat entschieden, daß jenem der Platz zusteht. Und wie der Stationsvor- sicher das gesagt hat, da ist der Zug angefahren und aus den, Bahn- Hof hinaus. Hat der Herr mit der Platzkarte zu dem Schaffner Max gesagt:„Wollen Sie mir nun endlich meinen Platz anweisen?" Aber der Max hat verlegen die Hände gerieben und hat jeden ein- zelnen im Kupee gefragt, ob er vielleicht dem Herrn Platz machen würde, und alle haben es verneint, und am lautesten der Dicke mit dem Monokel. Hat der Herr zu dem Max gesagt:„Ich will gar nicht den Platz von den anderen Herren haben, sondern den, der mir zusteht, und der Stationsvorsteher hat es festgestellt." Hat der Max mit pfiffigem Lächeln erwidert:„Ja, lieber Herr, das war eine Fest- stellung, aber nun fragen Sie bitte nochmal, ob ich sie auch aus- f ü h r e n soll" So hat der Herr bis Prag stehen müssen, und der Dicke hat sich eins gelacht. Man sieht hieraus, wie recht seder hat, der seinen Platz ver- teidigt, auch wenn er keinen Anspruch daraus hat. Und so denkt auch Herr Reichskanzler a. D. Luther, und er gibt seinen Platz im Derwaltungsrat der Eisenbahn nicht wieder her, auch wenn der Staatsgerichtshof entscheidet, daß der Platz nicht ihm, sondern den Preußen zusteht. Denn es ist sittlich« Pflicht eines jeden, sein Recht zu verteidigen, und es wird die Stelle mit LS 000 Mark im Jahr bezahlt. Aber um die ist es Herrn Luthcr nicht zu tun, sondern er kämpft»m das Prinzip, und es verkörpert sich so in ihm der deutsche Idealismus. Und es ist ein wohltuendes Gefühl, daß es In unserer Zeit des krastcn Materiolismus solch« Idealisten noch geben tut, für die ein gut bezahltes Amt kein Schacherobjekt ist, sondern sittliche Pflicht. Jonathan. Aeue Michelson-Versuche. A. Ai. Michelson, der berühmte amerikanische Physiker, Prä- Michekson gibt mm für dl« Vakuum< Lichtgeschwindigkeit«in« sechsstellige Zahl mit einer Uimenauigkeit von plus minus 4 m der letzten Stell«. Er überflügelt damit weit Ii« Genauigkeit aller bis- herigen Messungen. Der Forscher arbeitet« mit einem Lichtstrahl, der zweimal den Weg zwischen dem Mount Wilson, dem großen amerikanischen Höhenobservatorium, und Mount San Antonio zurücklegt, insgesamt eine Strecke von annähernd 71 Kilometern, in einer Zeit von 0,00023 Sekunden. Die klare Luft zwischen diesen Bergen ermöglicht es, besonders bei aünstigen Tages, und Jahreszeiten über eine Strecke von solcher Länge noch hinreichend scharfe und intensive Lichtstgnale zu geben. Die Strahlen wurden über achtkantige rotierende Spiegel geworfen, die sich in 1er Sekunde S28mal drehten. Die Länge der Luftlinie zwischen den beiden scsten Punkten auf den Bergen wurde mit größerer Genauigkeit bestimmt als die irgendeiner anderen Linie auf der Erde. Die gefundene Geschwindigkeit hat«inen Miltelweri von 290,790 plus minus 4. Michelson hat die Absicht mitgeteilt, lie Versuche mit noch verbesterten Hilfsmitteln und über eine noch größere Entfer- nung hin fortzufühien. Ein anderes, schon berühmtes Micycljon- Experiment ist von A. Piccard und E. Stahcl von der Universität Brüssel auf der Spitze des Rigi, 1800 Meter über dem Meere, vor- genommen worden, um den hnvothetifch«» Millerfchcn Asthenvind festzustellen. Da der Rigi..°>0 Meter höher als der Mount Wiston, vor allem nach Norden völlig freisteht, wäre er ganz ohne Hin er- ms dem von Norden kommenden Actherwind ausgesetzt. Die Ber- suche der belgischen Forscher ergaben, daß auch auf dem Riri keine Spur von einem Aetberwinde vorhanden ist— eine neue Bestätigung der Theorie Einsteins. sident der nationalen Akademie �»er Wissenschaften in Washington, ng der Lichtgeschwindigkeit ab. geschlossen, die nicht nur durch den echt amerikanischen Maßstab der hat in fünfjähriger Arbeit«ine Messung dabei aufgewandten Hilfsmittel, sondern auch durch die Genauig> keit des gefundenen Wertes die Aufmerksamkeit der gelehrten We't erregt. Die Lichtgeschwindigkeit, eine der sechs elementaren physt- knlischen Konstrnten, Ii« die Physik heute kennt, erwies zuerst, wie P. Jordan sGöttingen) in den„Raturwisienschosten" darlegt, in der Maxwellschen Theorie der Elektrizität ihre weit über das Gebiet der Optik hinausreichend« Bedeutung. Daß sie, ebenso wie in der Optik und Elektrizität, auch in den Gesetzen der Mechanik hervor- tritt, ist durch die spezielle Relativität! thcorie gezeigt worden. In ähnlichem Sinn« darf man«ine andere Konstante, die der Gravi- tation, die Grundkonstcnte der allgemeinen Relativitätstheorie nennen. Sie beherrscht quantitativ den merkwürdigen Zusammen- hang von Raum und Zeit, in dem Einstein den Ursprung des Newtonschen Gravitationsgesetzes erkannt hat. Uebrigens haben ja die Forschungen Einsteins das Bestehen noch etner weiteren physikalischen Wcltkonstante wahrscheinlich gemacht, nämlich einer Gesemtmasse des Weltalls. Doch besitzt man für sie bis jetzt nur Ungewisse Schätzungen. ,,,.....__ JJentf über die Bewohnbarkell der Erde. Professor Albrecht Penck, der berühmte Geograph der Berliner Universität, hat kürz- sich aus dem ersten iirternationaien Kongreß für Bodenkunde in Washington über die produktive Kraft der Erde gesprochen. In seinen Zlussühirneen. die jetzt im Druck vo-licgen, ring der G/- lehrte von der Widerlegung der Lehren des Robert Malthus durch das letzte Jahrhundert aus: die Ernten, die 1820 900 Millionen Menschen ernährten, reichten 1920 sür die doppelte Zahl gut aus. Kann nun eine solch« Zunahme sich fortsetzen' Nimmt man an, daß die Eckte nicht mehr als 2S00 Millionen Menschen ernähren kann, wie mancherorts behauptet wird, so wird sie schon in diesem Iahrhirndert übervölkert sein Noch gibt es aber große Gebiete, die dem Menschen nutzbar gemacht werden«önnen, und auch das Erträgnis der Flächeneinheit kann noch aesteigert werden. Penck hat geschützt, daß die Erde etwa 8000 Millionen bei den jetzigen Anbaumethoden ernähren kann. Er ging dabei von der Boraus- setzung aus, daß jedes Klima ein« gewisse Dichte der Bevölkerung beben kann, aus die er aus statistischen Ergebnissen in Ländern jener Klimate sckloß. Er nahm an, daß die feuchten Tropen die größt- möglich« Dichte der Bevölkerung erlangen könnten, weil dort die Begetation die größte Ueppigteit entzsaltet. Die Insel Java liefert dafür den Beweis. Gegenwärtig sind die feuchten Tropen nur sehr dünn bevölkert, und ihr Klima ist dem tätiaen Menschen nicht zuträglich. Diele bezweifeln, daß der weiße Mann st'b dort länger als eine Gene- ration halten könne. Noch Penck? Meinung kann er sich indessen auch dort akklimatisieren, wenn er Schritt für Sckrltt von den Hochländern in die Ebenen herabsteigt und diesen Weg innrhalb mehrerer Generationen vollzieht. Brasilien gewährt sür eine solck« Wandlung die besten Bedingunaen. damit auch für«ine schrittweise Akklimatisation. Wenn die Tiefländer de« Amazonas besiedelt werden können, wird Brasilien das volkreichste Land Geschah die große Vermehrung der Menschheit im letzten Iahrbundert vor-ugs- weise in der gemähigten Zone, wo weite Grae'änder unter den Pflug genommen werden konnten und der Urwald gerodet wurde, so hängt die Zukunft von der besseren Nutzung der Tropen ab. Diese Arbeit muß von den sollenden Generationen geleistet werden, wenn der Zan-acb« tz«? Bcväl'erung im gleichen'Maßstabe erfolge« soll toi* toi diesem Jahrhundert. Weiße Bettbezüge m. Knopf- sdiluß mit-£280 1 Oberbettbezuf! 1 30/200 cm 2 KisscnbezOjje 8l,8l cm aus gutem Wasdiestofi Leincnglanz, Satz..... AI. aus mittesfeinem gestreiften Bettsarin, Satz....... M. aus hodifeircm M ko-Bott- ��50 satin(beste Güte) Satz.. M.-t»/ Bettlaken aus gutem mittelstarken Wäsdiesrofl Größe 148/235 cm Stück M. 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Dir Zentraloerband der Maschini st en and cheizcr schreib! uns: Gemeinsam mit dem Deutschen N c r- k e h r s b u n d stehen die Maschinisten und 5)eizer auf den west- deutschen Kanälen, von Emden bis Duisburg, seit dem 12. N o- v e m b e r 1 9 27 i m Kampf. Obgleich die Unternehmer bisher schon olle Mittel gegen die Kchnpienden angewandt haben, um sie einzuschüchtern, haben wir uns bisher der größten Zurückhaltung befleißigt. Am 24. Januar 1928 hatte der Reichsarbeitsminister aus öffentlichem Interesse die beiden Parteien zu neuen Schlich- tungsocrhandlungen geladen. Der Verlauf dieser Verhandlung, die Einstellung der Unternehmer zwingt uns, nun auch!n die Oeffentlichkeit.zu gehen. Die Schiffahrtsfirmen stellen sich auf den Standpunkt, sie können keine Lohnerhöhung zugestehen, weil da- durch die Kohlen- und Erzfrachten für die westfälischen Hüttenwerke usw. verteuert würden. Diese Rücksichtnahme ist ganz schön, soweit sie von beiden Seiten erfolgt. Wir sehen aber, daß gerade die Nord west gruppc in allerletzter Zeit ihre Eisenpreise um mehrere Prozent erhöht hat, obgleich eine zwingende Notwendigkeit nicht vorlaa. Sogar dem Bergbau sind vor wenioen ffio+en für einzelne Kohlensorten neue Preise durch den Reichskohlenrat zugebilligt worden. Nur der Arbeiter soll voir einer Besser st ellung ausge- schlössen bleiben. Er soll sogar noch obendrein einen L o h n a b z u g v o n S P r o z. auf sich nehmen. Wie wahnwitzig diese Zumutung ist, läßt sich erst ermesien, wenn man bedenkt, daß die übriger: Arbeiter ihren Lohn.zumeist in acht oder neun, höchstens zehirstündiger Arbeitszeit verdienen, während auf den Kanälen die tägliche Fahrzeit zwischen 12 und 1� Stunden schwankt, im?ahresdurchschnitt bestimmt über 13 Stunden hinaus geht. Ganz unverständlich ist die angebliche Rücksichtnahme auf die Schwerindustrie, die in ihren eigenen Betrieben gar nicht in der Lage ist, solche rigoros« Forde- rungen durchzusetzen. Wir beweisen das wie folgt. Abgesehen von der allgemeinen Telastuno durch» die gesetzlich« Regelun" der Ueberstvndenzuschläge, durch Soziallohn usw., für die die Industrie mindestens ebensoviel aufwenden muß wie die Reeder aus den Kanälen, trat in den verschiedenen Gewerbe.zrveigen nach dem 1. März 1923 folgende Steigerung der nackten Tariflohnsätze ein: im Ruhrbergbau(Heizer, Facharbeiter).... lli,9 Proz. in der Chemischen Industrie lBetriebsarbeiter).. 14,1„ in den Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerken.. 16,1„ in der Metallindustrie(Nordwestgruppc).... 18,2„ auf den westdeutschen Kanälen....... 7,0 Trotzdem also die Maschinisten und Heizer imr die Hälfte der niedrigsten Steigerung erreichten und hinter dem Durchschnitt der Steigerungen noch um mehr als 50 Proz. zurückgeblieben sind, sollen sie nach dem Ansinnen der Unternehmer aus fünf von den sieben Prozent noch obendrein verzichten: ihre Lohnsteiqerung seit 1915 würde dann noch 1,66 Proz. betragen, trotz der Lebensmittel- tcuening um 20 Proz. Die Zumutung der Unternehmer Hölle— von deren Standpunkt aus— noch einen Sinn, wenn die Arbeiter auf den west- deutschen Kanälen ausnahmsweise viel verdienten. Doch was wird gezahlt? Der Heizer verdiente bis zum Oktober 1927 bei einer tag. lich vierzehnstündiqen Arbeitszeit einen Wochenlohn von 35.30 IN. Der abgelehnte Schiedsspruch vom 24. Oktober sah vor 3 8,10 Mark, und die Erfüllung unserer Fordetunq von 15 Proz. Lohnerhöhung hätte den Lohn aus 40,30 Mark für die ganze Woche gehoben! Darin«ingeschlossen sind die Lasten für Füh- rung eines doppelten.Haushaltes! Es bedarf mithin keiner Frage, daß nicht die Forderung der Streitenden unberechtigt ist. sondern die Weigerung der Unternehmer sie zu erfülle» und die zynische Provokation obendrem, den Wochenlohn von 35 M noch herunterzudrücken. Die Maschimsten und Heizer der westdeutschen Kanäle kämpfen um ihre nackte Existen.z. Sie führen keinen olltäglichen Streik, soydeni einen Kamps aus Leben und Tod. Nachdem die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen werden mußten, geht der Kampf in ung-chchwächter Form weiter. Wir bitten die gesamte deutsch« Arbeiterschaft, ins- besondere unser« Berusskollegen, um volle Solidarität, lediglich in der Beziehung, daß jeder Zuzug strengstens ferngehalten wird! Lohnkampf in der papiererzeugenden Industrie Drohender Streik im Bezirk Hannover— Hamburg- Bremen. Don den Arbeiterorganisationen ist der im März v. I. vereinbarte Tarifvertrag für die popiererzeugende Industrie des Bezirks Hannover— Hamburg— Bremen am 31. Dezember mit 'Wirkung zum IS. Januar gekündigt worden. Gefordert wurde eine Lohnerhöhung von 9 Pf. pro Stunde. Die Unternehmer machten in der Verhandlung kein Angebot. Auch vor dem Bezirks- tarisomt>n Hannover und vor dem Haupttorifamt in Berlin kam es'weder zu- einer Einigung noch zu einem Schiedsspruch. � In einstfen Betrieben ist daraus die Arbeft e in g e st« l l> worden. Es ist damit zu rechnen, daß im Lause der nächsten Woche i e ganze papiererzeugende Industrie des Bezirks zum Erllegen kommt. Einige Unternehmer haben aber bereits eine Zulage»on 7 Pf. pro Stunde bew-illigt. Die Lage der Landarbeiter. Eine Regierungsdenkfchrist. Der Haushallsausschuß des Reichstages nahm vor einigen Tagen die Abstimmungen zu dem Haushalt des Reichsministeriums für Er- nährung und Landwirtschast vor. Bei dieser Gelegenheit wurden auch zahlreiche Anträge der Regierungsparteien angenommen. Einer dieser Anträge hat nach der„Deutschen Tageszeitung� Nr. 41 fol- acndcn Wortlaut: „VII. die Reichsregierung um Vorlegung einer Denkschrift über die wirtschaftliche und soziale Lage der Landarbeiter und über die Belastung der Landwirtschaft durch die Beiträge zur sozialen Versicherung und anderen sozialen Einrichtungen zu ersuchen. Hierbei ist besonders die Belastung, die durch die Mitversicherung von Betriebsinhabern und die Entlastung, die die Gemeinden und Betriebe durch die soziale Versicherung erfahren, zu berück- sichtigen." Dieser Antrag ist sehr beachtenswert. Durch ihn wird bewiesen, vskksntli«?»« Kundgebiing Iaro Freltaa, dem 3. Februar, um IS'/z Uhr •n der Schulaula des Luisenstädtischen Gymnasiums, Gleimstr. 49 Thema: Das Kampfjahr 1928 Referent: Ernst Heiimann, M. d. L. Männer und Frauen, erscheint in Massen! SPD. 4. Kreis Prenzlauer Berg. daß die Regierungsparteien das Gewissen plagt. Sie vernehmen die smmer stärker werdenden Klagen der landwirtsdfostliäfen Ar- beiteryrgqnisationen über das Elend des Landarbeit� rstandes. Sie sehen, wie dieses Elend zu einer noch nie dagewesenen Entvölkerung des platten Landes führt und kommen trotz oller widerstrebenden Empfindungen nicht umhin, in eine amtlidfc Behandlung des Land- arbeiterprodlems einzuwilligen. Die Reichsregierung wird sicherlich sehr erfreut sein, wenn wir sie hiermit wissen lassen, daß sie sich dank der Vorarbeit des Deut- schen Landorbeiterverbandes sehr viel Arbeit spare» kann Der Deutsche Landarbeitcrvcrbond hat in diesen Tagen eine Denkschrift herausgebradst, die sid, in instruktiver und aus- sührlicher Weise übcr die wirtschaftliche Lage der Landarbeiter und Landarbeiterinnen Deutschlands ausläßt. Einen besonders breiten Raum in dieser Denkschrift nehmen die Angaben über die Entlohnung der Landarbeiter und Landarbciterinnen ein. Um eine gute Uebersicht zu erzielen, weiden fünf Tabellen über die Löhne der Dep» tauten, der weiblichen Frei- a r b e i t e r, der männlichen jugendlichen Landarbeiter. der N a t u r a l e n t l e h n u n g an die Spitzenlohnempsänger und der I a h r c s a r b e i t s st u n d e n in den Jahren 1924 bis 1927 sowie vi?'' Diagramme über die Entwicklung der landwirtschastliche» Stundenlöhne und über ihr Berhältnis zu den Stundenlöhnen der Bauhilfsarbester veröffentlicht. Vielleicht überlegt die Reichsregierung, ob es nickst das zweck- mäßigste ist, diese Denkschrift als Grundlage der amtlichen Unter- suchung gellen zu lassen. Oer Chorsänger- und Batlettverbanö. Ein außerordentlicher Berbandstog des Deutschen Chorsänger- und Ballettverbandes, der dem AsA-Bund angeschlossen ist, fand dieser Tage in Stuttgart statt. Der Tagung wohnte als Vertreter des TliA-Bundes Reichstags-abgeordneier A u s h ä u s c r bei. Nach dem Geschäftsbericht bezifferte sich der Mitqliederstavd Ende 1927 auf 3472. Durch eine Aenderung der Satzungen wurde den Lehrern, Leitern, Mitgliedern und Eleven von Tanzgruppen die Erwerbung der Mitgliedschaft ermöglicht. Der Verband wird künftig den Namen„DeutscherChorsängcrverband und T ä nj e r b u n d E. N." führen. Scharf verurteilt wurde von der Tagung die Gagcnkonven» tiondes Deutschen Bühnen Vereins, die den einzelnen Mitgliedern des Vereins unter Androhung von Konventionalstrafen verbietst, über die G a g e n h ö cki st g r e n z e von 300 Mark hinauszugehen. Wie der Verbandsvorsitzende F r i c d e b a ch mitteilte, will der Verband durch eine Feftftellungsklage beim Arbeits- gericht die Konvention als gegen die guten Sitten verstoßend on- fechtcn. Eine Anzahl von Bühnen ist zur Zahlung höherer Gagen bereit gewesen, wurde aber durch) die Konvention daran gehindert. Der durch die Konvention für die Mitglieder entstandene Ein- kommenssall wird auf etwa 100 000 M. beziffert. Vereinbarung in der Kölner Textilindustrie. In der Kölner Textilindustrie kam es dieser Taoe, nachdem der Schiedsspruch vom 29. Dezember von der Arbeiter- sch-ft abgelehnt worden war, zu einer Vereinbarung. Sie verkürzt die im Sdstedsspruch sestgesetzten Löhne der Hilfsarbeiter in den drei obersten Altersstufen um je 1 Pf.: dagegen erhalten die Akkordarbeiter, die bei einem Ueberverdienst von mehr als 30 Proz. über die neuen Löhne keine Erhöhung bekommen sollten, eine feste Zulage von 2 Pf. pro Stunde. Das Endziel der Moskauer. Soomo, 28. Januar.(TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, veröffentlicht die„Pro wdo* anläßlich des zehnjährigen Jubiläums der Gewerkschaften einen Ar- tikel, in dem die Tätigkeit und die Verdienste der Gewerkschaften erwähnt werden. Die.Kommunistische Internationole und die Gc- werkschasts-Internationale hotten für die Arbeitaeberorgamsationen (ein Schreibfehler, der aber das Richtige treffen dürste. Red. d.„D") in den zehn Jahren ihres Bestehens nicht unbedeutende Arbeit ge- leistet. Beide Organisationen müßten künftighin den ausländischen Zlrbeiterorgonisotionen die größte Aufmerksamkeit widmen, um die russischen Gewerkschaften den ausländischen näher zu dringen und dadurch zum Endziel zu gelangen: der Vereinigung der aus- ländischen Gewerkschaften mit der Roten Ge- werkschastsinter nationale. Unbeschadet der Frage, ob der Anschluß der RGI. an den IGB. nicht das einsachere Ziel wäre, scheint uns denn doch, als ob dos Moskauer Endziel mit anderen Mitteln als den bisher beliebten angestrebt werden müßte. Organisation arabischer Arbeiter in Palästina? Der Gewerkschaftsgedanke hat in der letzten Zeit unter den arabischen Arbeitern Palästinas Fuß gefaßt. In den größeren Stödten des Landes hoben sich Komitees gebildet, die süv zentralisierte Berussverbände als Grundstock dienen sollen. Diese Komitees haben sich an den Führer der ägyptischen Arbeiterbewegung. Maghet Zadah, der zugleich sozialistischer Ahgeörd- >i e t c r des ägyptischen Parlaments ist, mit der Bitte um Unterstützung gewandt. Sic habe.« um die Uebersendung der Statuten der ägyptischen Gewerkschaften und um organisatorisch geschulte Kräfte nochgesucht, um eine arabischegewerkschaft- lichc Arbeiterorganisation zu schaffen. S-ttl-r. Tap-zicrer und Portes»!»«». Mittwoch, 1. ftrtnior, 19 Ufte, im Eaal 1 des Gcwerlschaftshauscs, CEnfltlufer 24/25, Versammlung aller auf dem Boden der Amsterdamer International« und der SPD. stellenden Uollegeu. Portrog und Stellungnahme ,ur Urwahl am 4. ftebniar. Parteigenossen und Sympathisierende milssen wegen der Wichtigkeit unbedingt erscheinen. „., Der Fraitiououarstoud. >,«>« wcwerkichastslugeitd«rosi.Perli». S-utc, Sonntag, solgende Per. anstaltungen:»reu Oberspreri»reiswaiidcruna.—«o-d-xstlreia: Um Igz» Uhr im Jugendheim Turiner lidt Seestrasie..Dichter und Dichtungen de» Pro. lctariate."— Rordlrei»! Um 19'- Uhr im Jugendheim»eljjcnsee, Part fit. 36, Lichtbildervortrag:„Streifzilge durch Wald und Flur im Winter."— Llldlreio: Uin(8 Uhr im Jugendheim Tempclhos. Geemaniastr. 4 6, Poltotttmlicher Abend:.Dörfer und Städte unserer Mark und ihre Bewohner."— Ostkeel»: Um 16 Uhr im Jugendheim Diestclmencrstr. 5 Satirischer Abend:..Wilhelm» Geburtstag."— Morgen, Montag, folgende Veranstaltung: zusammen» kunft der Sruvpenlehmgen im Jugendheim des Deutschen Metallarbeitcroer. bandes, Linienstr. 83/83. Lichtbildervortrag des Kollegen Furtwängler:..Meine Indicnfahrt." Zugcndgnippe de» Zd«. Morgen. Montag, 19'- Uhr, finden folgende«er. anstaltungen statt: Vezlrl Südost. Zrcpto«: Jugendheim Nejchenberger Str. 66. „Politische Satirc aus Vergangenheit und Gegenwart" fScilbrunnl.— V«j!rt Vörden: Jugendheim Dankger Str 62, Barocke 7. Seimbesprechung und Aufstellung des Mär, Programms.— Bezirk ckhorlottenburg: Jugendheim Vo. sineiislr 4. Liederabend. Liederbücher mitbringen.-- Bczir» Zewpclhvf! 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In der Tat hat das.ihaus abends etwas Märchenhaftes, wenn sich, Lichtturm und die gon.t aus Lichtwirkung angelegte Fassade im Glan, von Zehntausendcn von Kerzen erstrahlen. Auch der Innenraum, der an iweitousend Personen saßt, ist von den Baumeistern Zchoessler, Schloenbach und Iocobi ganz im Sinne enies Lichtsvieliheaters ausgestaltet. Ein einziger Rang schiebt sich über das Parterre mit etwas unorgamfchen Ausbuchtungen. Ein großes Oval gliedert die Deck«. Vor der Bühne erheben sich drei große c-otisiercndc Bogenwölbungen. die zwischen sich die Orgei pfeifen umfassen. Diese ganze, zunächst etwas befremdend anmutende Ein« richb'ng steht in den, Dienst der Lichtwirkuno. die sozusagen die Architektur bestimmt. Es wird nur indirektes Licht verwe,chet.«in« Lichtorgel üdergießt die Böoen, die stark gebauchten Konturen des Ranges und das Oval der Decke mit dauernd wechselnden Farben- essekten, die man seenartig nemien darf. Die Bühne ist'o ein- gerichtet, daß sie auch für aroße Konzerte, Revuen oder Variete. Vorstellungen dienen kann. Die National Film A. die die Eigen iümerin der ganzen Anlag« ist, hat mit ihrem Haus dem Südwesten der Stadt«in Uvaussührungstheater beschert, da, sich prägnant heraushebt. Die Feftnorstellung des Eroffmmgstaoes, die Tausend« von Faunpasten angelockt hatte, brachte außer einem reichhaltigen Konzertprogramm einen witzigen Prolog ,md einen Film, der die Baugeschichte des Hauses vorführte, eine Uraufführung..Der Sprung ins Glück" hat dos Glück, im Manuskript wie Regie von demselben Augvsto G e n i n a zu stammen. Dadurch sind allerlei Unel�nbeiten, die sich sonst stickt ergeben, vermieden. Der neue Film ist freilich in seiner Grundidee und auch in den Einzel zögen wenig neu. Er variiert das Thema von dem Mll'onarssohn. der sin armes Mädchen heiratet. Auch das ist nichts Reue», daß es sich zunächst nur um ein« Ehe auf Prob« handelt, aus der nachher Ernst wird. Trotzdem bat der Film rn« ausgezeichnete Wirkung. weil der Regisseur die Dinge mit neuen Auaen ficht und die Kann? aus den Bildern holt Auch das Milieu ist neu Ein mondaiiur Frisiersalon, in dem sich allerlei Gel-bickten anbandeln, wird mit erfreulicher Frische geschildert. Der Millionäresohn entdeckt in der Maniküre, die ihm aus diesem Salon geschickr wird, gerade noch zur rechten Zeil, die entsprechende Partn-:rin. mit der man sich, um die von dem gestrengen Pater projektierte Geldheirat zu vereiteln, schnell m England trauen zu lassen. Aber der Aste läßt trotzdem den Sodn aus einen Dampfer verfrachten und hofft inzwischen das arme Mädel durch Geld zur Raison zu bringen. Der Zufall, d. h. die ausaeklügeste Absicht des Autors, macht den alten Herrn, der selbst noch auf Abenteuer crurgeht. mit der Frau seines Sohnes bekannt, und er?t natürlich so entzückt von ihr, daß er mm doch seine Zustimnmnq zu der Ehe gibt. Earmen B o n i gibs der Moni- füre so viel prickelnden Reiz, daß der Zuschauer darüber die Un- Wahrscheinlichkeit ihres Aufstieges zeitweise vergißt. Andrä R o o n n e ist der richtige Lebesohn. Die üblichen Personen des Ailmschwanks, der gestrenge Pater, der sich als Lebemann entp'ippt, und der tatterige Graf sind durch Hennann Dallentin und Hans Junkern, an n vortrefflich vertreten. Eine teste Friseuse gibt Lya Eh ri st y und auch soirst findet man«rüeiÄiche Besetzungen. D. »Alraune.� (Capitvl.) 'Nachdem die Sensation des Romans verpufft ist, entsteht der Film„Alraune". Aber die Bearbeitung Henrik Galeens hat wenig mit dem Roman des Hanns Heinz E v« r s zu tun. Die Akzente sind vollkommen verschobeiu Alraune, die durch künstliche Be« sruchtung Erzeugte, an der die Männer.zugrunde geben, diese Frau, die keine Liebe empfindet, wird zu einem etwas kalifchnäuzigen aber manchmal backftschhaft siebenden Girl. So wird also wegen der tief eingewurzelten Semimeickalität das Publikum mit Courths-Mahler- Del vorsichtig gesalbt. Ueberhoup, bemüht sich der Bearbeiter, den Roman zu veranständigcn schon mit Rücksicht auf die Zensur. Und der Zuschauer verliert auch wenig, wenn der Seheime Medszinalrat ten Brinken nicht bei Kinderschändungen vorgesühürt wird, und wenn sein Nesse Frank Braun die Vergnügungsreise durch alle Laster nisterläßt. Aber Gasten reinigt daneben auch gründlich die ganze Atmosphäre des Originals und dichtet die Menschen um. Die Semationslust dos allen Medizincstrat« wird.zur Liebe snblimiert. Alsts würde gut gehen, wenn Alraune nicht das Tagebuch ten Brinkens, das ihre Herkunft enthüllt, entdecken würde. Nein, sie ist nicht seine Tochter, sondern au« dem Samen eines erhängst» Worders entsprossen. Jetzt Rache um jeden Preis. Ten Brinken wird also nicht wie bei Evers aus erotischen Gründen totgequält. Und der Schluß wirkt geradezu grotesk. Alraune und Frank Braun. der sie im Roman tötet, schreiten durch einen gut arrangierten Palmengartcn einem bürgerlich ehrbaren Ehelcben entgegen. Wozu also diese Bearbeitung, da heute nicht einmal der Name „Alraune" fasziniert?«zenen, die im Film unbedingt stark wirken würden, sind gefallen. Vielleicht um die Handlung zu tonzentriere», ober©eisten dehnt diese andrerseits durch abgedroschene Ball-, Tanz- tee- und Spielsaalausnahmen. Alsts Groteske, Barocke, Bunte und Irqnische ist wegoperiert worden, um eine bürgerlich anständige Hallung zu sabrizieren. Aber auch als Kunstwerk bstibt der Film durchaus im Durchschnittlichen, und er wart« mit dem schlimmsten Fehler eines Films aus, er langweilt. Der Regisseur Henrik Gasten ist bedeutend besser als der Bearbeiter und er leistet in Einzelheiten Borzügliches. Durchweg gut ist die Szene. Gasten läßt auch die Darsteller sich ousspielen. aber es fehlt der große Zug, die innere Gliederung der Handlung. Selbst die Katastrophe wickelt sich zu langsam ob. Brigille Helm ist die Zllroune. Sie spiell sie mit kotzemrrtig geschmeidigen und dabei doch eruptiven Bewegungen, mit einem mastenhast starren Lächeln. Ist aber am stärksten als hingebende, liebende Frau. Den schleimigen, lüsternen und phantastischen ten Brinken gsstallet Paul Wegener als ehrenwert«, gesestigte, gesund fundierte Existenz, die allmählich durch eine amtändig« Leidenschaft unterhöhll wird. Mit der Oriainalsigur hat Wegener nichts gemeinsam, aber er bietet eine wundervolle Leistung, er ist ganz groß in seinem Verfall und in seiner Leidenschaft. Für den Frank Broun hotten Farster oder Abel Figur und Haltung gehabt. Iwan P e t r o v i ch drückt der Rolle den Stempel absoluter Un- bcdeutenheit auf._ F. 6. »Vonna Zuauo.� sSlorsg' Palast.) Elisabeth Bergner in«in« neuen Filmrolle zu sehen, wird immer ein erlesenes Vergnügen bleiben. Dst Eigenschosten, die ihren hohen Rang auf der deutschen Bühne ausmachen, sind auch in der Fillngcstalluug' noch stark genug, un, zu entzücken und zu fas.zi nieren. Wo wäre ein so anmutiges Spiel, solche Zierlichlcit und soviel beseelter Ausdruck in einein an sich schon seelenvollen Gesicht zu finden! In diesem spanischen Film, der nach einer Mantel- und Degenkomödie des allen Tirso de Molino gearbeitet ist, sucht Paul E zi n ne r olle Quolitnten seines Stars in bellstem Lichte erstrahlen zu lasten und vernachlässigt darüber eürigermaßen die anderen Mitspieler. Dos Ganz« ist freilich nur ein heiteres Spiel der Laune und des Witzes mit all dem Zubehör des oltspanijchen Dramas, Verkleidungen, Verwechslungen, kuisttlichen Zujpitzungen. Solange das Tempo nicht ausläßt und die Bergner im ewigen Wechsel der Situationen im Vordergründe bleibt, ist olles gut, aber auf die Dauer verliert diese Komödienspielerei, die mehr Theater als Film ist, doch ein wenig an Iatersst«. Zwei Worte nur über den Inhalt. Donna Iuana. die Tochter eiries verarmten Adligen, soll in« Kloster, aber st« rückt auf einem Esel in Begleitung eines treuen Dieners aus nach Sevilla. Ihrem Geliebten auf der Spur, d« dort sehr gegen seinen Willen ein« von den Vätern verabredete Ehe eingehen soll. Iuona tritt— die Verg- n«r spielt hier wieder eine Hosenrolle, wie in den, auch sonst verwandte».Geiger von Florenz"— als Bräutigam auf, und es kommt nun zu all dielen luftigen Verwechslungen und Zunschc»- fällen, die die altspanische Komödie liebt. Iuana spiell ihre Rolle als Liebhaber«mzückend. und es entwickeln sich anmutige Bilder in dem spanischen Park, in dem die Szenen nun vor sich gehen. Zum Schluß kommt natürlich der SchtrinM auf, die Keraner muß zuvor noch als beschwipster und sich duellierender Kavalier brillieren. Dann findet sich dos rechte Paar pisammen. Max Schreck, Wolfganq von Schwind(als Diener) und Waller Rillo als Liebhaber, Herta von Dotter als Braut bilden die gntgewöhlle Komparserie.zu der Star- leistuna. Di« Photoaraphie bringt unter Kar! Freunds Leitung .charakteriftiiche �panisch? Latibfchöjstn und in den im Atelier auj- genommenen Szenen sehr gute Helldunkelbilder, tn denen manchmal der Ton oltsponischer Malerei anklingt. D. „Artist«».' (Smelka-palast.) Es ist etwas Eigenariigcs am das Erzählen eines Filmiichal.'s. Dieser z. B. Lest sich viel kolportogehafter, als er aus der Leinwand wirkt. Ein Tanzgirl betonant im Verlaufe von soundsoviel Filinatten drei Verehrer mit den ernstesten Absichten. Da Ist zuerst«in Magier, der nach eigener Ansicht ohne sie incht leben tan». Aber da» junge Ding fiirchiet sich vor ihm, lieben kann es ihn nicht. Dam, taucht ein Todesfahrer auf, der die Kleine dem Milieu ent- reiht. Sie empfindet Dankbarkeit iür ihn.«in Gefühl, das er fälschlicherweise mit Liebe verwechselt. Trotz oller Verwickelungen (ein Mord- und ein Selbstmordversuch werden zuschanden) be- kommt sie den Liebhaber, der.zu ihr paßt, nämlich einen blut« jungen DollarimlliPiär. Der Regisseur B o l v a r y, auf das Dor.ziiglichsie unterstützt durch die saubere, vaffimerte Photvgraphierkunst Sophus W a n g o e s, lreserte eine durchaus brauchbare Arbeit. Wenn auch schon inanchc Einzelheit dagewesen und sogar zu ost daaewefen ist, so wacht doch auch bei ihm der ganze Zauber der Manege auf. Wahrhast enisallsreich erweist«r sich in der Schilderung der Well der kunstjünger. Wem, diese Dallesbrüder Karlen schlagen und nicht iun Geld, jondern um Anzuglnöpse spielen, so ist das überaus ulkig in der Wirkung. Di« Schauspieler sind nach dem Gesichtspunkt: schöne Menschen, elegante Bewegungen, erstklassige Kleidung ausgesucht. Das gilt namentlich für Werner F u e t t e r e r. den Millionär, Anton E d t h o f e r. den Todesfahrer und Marp Johnson, das Tanzgirl. Ernst Deutich hat die Rolle des Magiers wohl nur und doch zu Recht wegen seiner dunklen, wunderbaren qnd so rastelhasten Augen. Fein auch Dillo Lom- b a r d i: einem sollten alten Artisten begegnet man auf den ZirtusgSngen. Karl Harbacher, Teddy Bill und Karl von B a r a n y sind ein Freundes-Terzett, wie man es jedem anständigen Meistchen von Herzen gönnen möchte. c- b. Beilage des Vorwärts „Die Hölle der Lungfrauen.' (Mozart- Saal.) Die Hölle der Jungs rauen—, das ist em Mädchenpensionat, In dem die ihm anvertrauten Zöglinge um die Erstlinge ihrer Jugend betrogen und an Leib und Seele gemartert werden. So wenigstens ist es die Absicht der Manuskriptverfasser, die einen Roman der potnischon Schriftstellerin Gabriele Zapolska benutzt haben. Aber die Absicht kommt licht allzu überzeugend heraus. Ziemlich gemächlich tmd breit entwickelt sich die Hankbmg. Die Tochter eines Gutsbesitzers Stasjo wird in dieses Pensionat ver- schickt, weil ihr verwitweter Bater unter dem Einfluß eines Bauern- mädchens steht, dos ihn zur Heirot treiben will. Stasjos Erlebniste sin Pensionat sind nicht allzu ausregend und in anderen Filmen bereits besser und lebendig«- dargestellt worden. Zug kommt erst in die Handlung, als der Klavierlehrer des Pensionats, ein Bauern- söhn aus Stasjos Heimat, sie zu erobern gedenkt und zu diesem Zweck die Geliebte des Gutsherrn so bloßstellt, daß der Gutsbesitzer sie verstößt. Aber Stassa will nichts von ihm wissen. Es kommt zu einem Skandal in dem Pensionat, imd obendrein bricht ein Brand aus, als der Klavierlehrer in einer leidenschaftlichen Aus- einander setzung mit dem Banermnädchen eine Lampe unnvirft. Stasta wird gerettet und findet bei einem jungen Arzt, in dem man schon längst ihvcn künftigen Gatten ahnt. Trost und Stütze. Der Klavierlehrer und dos Bauernmädchen kommen bei dem Brrmd elend um. Die Moral ist gerettet, aber der Zuschauer ist nicht recht be- friedigt davon, um so mehr, da wich die Darstellung die Mängel des Manuskripts nicht gut macht. Werner Strauß weiß mit dem bäuerLchen Klavierlehrer, für den er itbrigens rvichllch all fit. nicht viel anzufangen, nur in der gmßen Szene mit Stafja geht er heraus. Eliza la Pvrta sieht zwar nett aus, aber besonders zu er- wannen weiß sie für die Stasta auch nicht. Das robuste Bauer-,- mädchen gestattet Dagny Servaes stark im Opernstii. Gut sind die Lehrerinchpen und ein junger Bursche, der in der Pension de- schästigt ist. Voraus ging ein ausgezeichneter Kulturfilm„Der Horn st er", in dem Leben. Meinungen und Taten dieses felstamen Gesellen sehr anschaulich dargestellt sind.___>. Fräulein, bitte, Anschluß.' (Tauenßien.palofi.) Es trifft sich mal wieder so. daß der Dollannillionär ein armes braves Mädchen heiratet. Sie träumt von Reichturn, und ihre Träume werden realisiert: sie lehm arme Verehrer ab und bekommt «inen Millionär. Es ist ja etwas Eigenartiges um den omerikan!- scheu Geschmack und um die aiuerilanisch« Filnüogik. Sie lieben die Puppengesichter, sie liebe» die ausdringlich koketten Mädchen uno lasten sie allesamt im Hasen der Ehe landen. Damit ist die Moral gerettet, und der gute Bürger darf seine halberwachsenen Linder mit >n? Kino nehmen. Astes kann nach solchem amerikanischen Film ruhig schlafen gehen, der gute Filmschluß duldet keine Probleme. Dennoch könnte eines Tages das Preblem auftauchen, daß der ameri- fanifche Gelellschaitsiilm an seinem schlechten Manuskript stürbe. In, Interesse der ollgemeinen Volksbildung wäre ihm ein solches Ende zu München. .Die auch in Deutschland sehr beliebte Colleen Moore spielt die Hauptrolle. Sie ist eine alleriiebste Range, in die sich auch aicher- Sterbliche als Dollarmillionäre verliebeil können. Alfred S a n t e l l,„ sühri die Regie, doch bemerkt man von femer Tätigkeit nichts: denn sich in den Vordergrund stellen, das köliuen die Filmstars auch ohne Regisseur. Die Torte sind sehr schlecht, der Titel hingegen beweist große An- ziehungskrast.___ c. h. „Mein Kreund Harry." (primuS-palast.) Für die Kreise, denen der Film als leichteste Unterhalrungs- wäre gemigt, ist dieser Freund Harry sogar«in Leckerbissen. Präsentieren sich doch dem Publikum Harry L> e d t k e und Bruno Kästner, die beiden Lieblinge der filinbeslissenen Frauen- und Backfischwelt. als Erzschelme. Bruno Kästner ist sogar ein reges- rechter Verbrecher, der die Millionärin Moria Pondler beinahe verschleppt hätte, ivenn sie nickt durch Harry Liedtke, der nur ein Abenteurer ist, rechtzeitig gerettet worden wäre. Der Film ist mit fabelhafter Raufin« gespielt. Harry Liedtke weiß haargenau, wieviel schnuchtende Äugenaufschläge, wieviel Portionen verschmitztes Lächeln, sonniges Lachen und männlichen Trotz«r zu liefern hat. Und Bruno Kästner ist ganz der schöne Mann, der durch gewollt« Znrückhaltung sehr gewinnt. Dazwischen Maria Pandler ein« strahlende Schönheit von anmutiger Natürlichkeit. Die Regie führt Max O b a l und die küisttlerische Oberleitung wurde Nitdols W o l t h c r> F e> n anvertraut. Geschmack waltet im ganzen Film, so in dem guten Zirsammeistpiel der Darsteller, den geschickt eingeschobenen prächtigen Landschastsaufnahme» und den richtig ausgenutzten Spannunzsmomenten.— g. tyUdfyfifc Jeden haue/tett ist es zu wissen, daß ENVER BEY eine neue 4-Pf.-Z!garette unter dem Namen ENVER B URRISCH mit GoldmundstQck und ohne Mundstück rund in Würfelpackung herausbringt Rauch/sn Sie diese, und Sie werden feststellen, daß •a keine be&aere 4- Pfennig- Zigarette gibt. * Hochafctuen« Bilder Ober die Entwfekfmo der Flufltecheik üefiea jeder Paetaiae bm. -fomkMiiuiefegte ifl-sller-Wiiir«75 Steilig, g-�dt. Qu»«- � behäng mit Quasten..• KüDSller-ßanillur 075 engl. Beliet-Tttll. 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KBU 9m hierzu O II Kopfkissenbezug 3" 4" Einsatz imitiert Wickelajoax........................» hlersa � 19 Ueberlaken iOO SchMoriiiiieii Sthoisordinen� Gordinenmull Qordlnenoolle Etoniin MlWMRMS Etomln-Holbuorlidns Tftll,neueMu8t. Meter 70, 48, breite Ware [eter 1,60, 95, gemnetert, doppelt- hredt, Meteii ,80, f 35, doppeltbreit Meter 2,90, 1,90 130 cm breit, verschiedene Muster Meter 95, 75, neue Muster 4,50, 2,75 mit Einsitzen 2, 25, ISO, 25. 58 80. 135 48 .1'° 75 Kopfkissenbezug 4" u®barlak« mit KiSppei-Einsatz und Klöppel-Ansatz, Iseltig garniert..... hierzu......... M Kopfkissenbezug 7" u®b®r,ak® Stickerei-Einsatz nnd Stickerei-Ansatz.........................■ hieran....... 19 mit bandgestouft Filet- reiche Handstopf- arboit.. 9,75, 6, SO, arbeit, 24,-,19, 50, 13 pt 50 MIlMM für Schlafzimmer, mit Volant, in verschiedenen Entwürfen.................. 14 75 TQll-QDrnlfur—............ r Etomln-(5oriiltur—»n», 250 Etomifi-Gof nitur 9° Tüll-Bettdecke säss,*?»: 2 90 5�� zweibettig. schwere Aus- 1"750 fShrung, 29,75, 22,50,># sin- 1 73| 1450 Hwdbettig, �'" zweibettig, schwere Aus- 13, SO, 9, SO fahrung, 29,75, 22, 50, Etöii!ln-Bettdeckes.iÄ3,?5i95 TAlCHEMTUCHik Pf. 'Pf. Kinder- 1 UCher weiss Linon, butkutif.........1/, Dutzend 55 Kinder-Tücher ä.ää 75 Herren-Tücher�' 95 Herren-Tücher wa,M"" 95�1 25 A wßwߣ% M_T 21m tu A Wß weist Linon, mit farbiger Kante, schwere 4 85 M 05 nemsn* l QnalltAt, ca. 14 cm, gross.>1, Dutzend I I I�SBM 6 MMR» weiss, mit farbiger Hakelkante O» IoMOIIIIRShI- I UCffltSr und farbigem Hobisaum, Btck. A4M 'Pf. Du. 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