Morgenausgabe Jir. 53 A22 45. Jahrgang WS»«nii>» Itl Ctenctg, monaMch I.— Reichsmark im ooroui jadlbar. Dnui klrelldond im Sn- unk Ausland b.SO Reichsmar» ort Monat Dtt.Bormam* im» de» tflulmtr- ten Lonmagadettage.Soll und 3*1»* lowie den Seilagen.Unierdallung and Siffen* ,Xn» de, FUmwe»* .Tiadldeilage*.Frauenstimme*, .Ziel Rinderlreund*.Jugend-Bor- «urtd*.Slitf m dt, Sücherwelt*. �tiilfurorbeli* und.Technil* ersche.ni mocheniäglich eweimal, Sonntag» and Montag»»imnul .... f•,'% Berliner Volksblatt Mittwoch 1 Februar 1928 Grsß-Verlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. fH( a»» Ig» I»Ige Rnnparei Nezell» BO Pfennig ReNamezeile 5- Reich»- mart.Kleine Anzeigen" da» ietige- draikl, Wart 25 Psennig tzulöiiig zwei tettaedniille Doriei. ,»«»» weile,» Wort lZ Plennia Slellengeiuche da»«rfl» Woe, 15 Pfennig. iede» weiter, Wort 10 Psennig Wort, übe, 16 Puchstaveu !öbl»n füi zmn Won, Ardeiismarl» seile 50 Pfennig Famiiianzeigen für ldonnenlen Zeil»»0 Psennig Anzeigen- annabm» im kianpigeschäsi Linden- ltraste Z. wache ntägl oon»>/, dt» 17>15«. Jentralorgan der Sozialdemokratischen Härtel Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 8 Fernsprecher: Tönhoss 292—297 Telegromni-Adr: Sojlaldeniokral Berit« Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 97 5SS— Bankkonto: Bank der Arbetter.«ngestelllen «nd Beamten Wallstr. SS. Ditkontv-Gesilllchost. Depositenkasse Lmdenstr 2 „Gtresemann! Gtresemann!" „Wo ist die Führung der deuifcheu Außenpolitik?" Herr S t r e s e m a n n hat sich in der außenpolstischen Debatte des Reichstags zum zweitenmal zum Wort gemeldet. Er wird heute als erster sprechen. Man erwartet von ihm Nicht nur eine Red«, sondern eine Entscheidung. Am Montag hat Freytagh-Loringhoven das außenpolitische Programm der größten deutschen Regierungs* Partei oerkündet. Es heißt Wkehr von der deutsch-franzö- fischen Verständigung, Annäherung an Mussolini, Dil- ilung eines antifranzösischen Blocks. Gestern hat das Zentrum durch U l i tz k a die Unverein- barkeit dieser deutschnationalen Programmrede mst den Richtlinien der gegenwärtigen Regierungskoalition nach- gewiesen und eine Erklärung der deutschnationalen Fraktion verlangt, wie sie sich zu dieser Rede stelle. Darauf hat die deutschnationale Fraktion durch L i n- beiner-Wildou eine Erklärung abgegeben, in der sie sich mit chrem Fraktionsredner solidarisiert. Der Versuch Lindeiner-Wildaus, nachzuweisen, daß die Rede Freytaghs mit den Richtlinien vereinbar sei, ja eine Unter st ützung der Regierungspolitik darstelle, ging im allge- meinen Gelächter unter. Wieder erlebte man das Schauspiel, daß der Minister aus dep Regierungsbank sein Nichteinoerständnis mst einer Erklärung der stärksten Regierungspartei in lebhasten Gesten kundgab. Aber mit Pantomimen, so eindrucksvoll sie auch auf den Zuschauer wirkey, kann man keine Außenpolitik machen. Darum erscholl nach den Ausführungen Lindeiner- Wildaus von den sozialdemokratischen Bänken immer wieder der Ruf:„Stresemann! Stresemann soll sprechen! Wo ist die Führung der auswar- tigen Politik?" Wahrhaftig, es ist Zeit zu zeigen, ob die deutsche Außen- polstit noch eine Führung besitzt. Es ist Zeit, Worte zu sprechen, die Klarheit schaffen. Soll es erlaubt sein zu glauben, daß die Rede des Herrn v. Freytagh in der Rich- tüng der deutschen Außenpolitik liegt oder mit ihr auch nur irgendwie vereinbar ist? Diese Frage schließt eine andere in sich: Soll es wieder, wie in der Kaiserzeit, den Feinden Deutschlands möglich gemacht werden, die deutsche Außen- polstit als zweideutig, verlogen und hinter- listig anzuprangern und emen moralisch« Feldzug gegen Deutschland zu führen, zu dem die deutschen Nationalisten die Waffen liefern? Die Außenpolitik der ffiaiserzett schi« verlogen und hinterlistig, well sie direttionslos w«r. Von den ver- schiedensten Strömungen umhergetrieben, taumeste sie im Zickzackkurs dahin. Die Welt tonnte an soviel Unfähigkeit nicht glauben, suchte hinter dem Unsinn einen Sinn und ver- mutete hinter offenbaren Widersprüchen ein wohlüberlegtes Doppelspiel. Soll das jetzt wieder so sein? Wenn es möglich ist, daß die Regierung sich zur Ver- ständigung m i t Frankreich, die stärkste Regierungspartei aber zur Verständigung gegen Frankreich bekennt, und wenn es möglich ist, daß nachher diese beiden Standpunkte für miteinander übereinstimmend oder vereinbar erklärt werden, dann kann man von keinem Menschen in der Welt mehr verlangen, daß er an die Ehrlichkeit der deutschen Politik glaubt. Darum erwarten wir heute von Herrn Stresemann nicht nur eine Rede, sondern eine Entscheidung. Wir er- warten eine Tat, die geeignet ist, den Glauben an die Ehr- lichtest der deutschen Politik in der West wiederherzustellen. Es geht nicht um Bestand oder Zerfall einer ohnehin längst brüchigen Regierungskonstellation. Das sind Fragen zweiten Ranges. Es geht darum, ob Deutschland seinen Auf- stieg weiter fortsetzen oder noch einmal dem Abgrund zu- getrieben werden soll. Di« deutsch-französische Verständigung ist der Grundpfeiler des europäischen Friedens. Hinter den Plänen einer antifranzösifchen Koalstion steht die Spaltung Europas in zwei Lager und der zweite Weltkrieg. Herr Stresemann und die Mittelparteien stehen heute vor der Entscheidung, ob sie in Uebereinstimmung mst der un- geheuren Mehrheit des deutschen Volkes eine ehrliche Friedenspolitik treiben oder— den Bürgerblock retten und damit den Glauben der Welt an deutsche Ehrlich- kest zerstören wollen. Es ist eine wahre Schicksals- st u n d e. die heute für sie schlägt. Das Echo in Krankreich. Außenpolitische Debatte im französischen Senat. Paris, 31. Januar. lEigenbericht.) Die mü Spannung erwartete außenpolitische Debatte im Senat wurde am Dienstag durch ein Expos« des Dar- s I g e n d e n der Auswärliigen Kommission Lucien Hubert eiti- geleitet. Trotz der Friedensversicherungen sei der Geist des Natio- nalismus immer noch lebendig, der politisch« Horizont Europas von Wolken bedeckt. Der deutsche Außenmini st er, der seinem Lande die volle FreiMt miedemcbcn wolle, bede om llPemlrm.rflSrt. daß er die'.fkäumi-ng de» d-setzteni Gebiete» nicht durch neue, über den Vcrsailler Vcrkraa hmaiK gehende Verpflichtungen erkaufen werde. Es sei neu, daß Frankreich über den Friedensvertrag hinausgehen wolle, da es doch immer in seinen Verträgen geblieben wäre. Hubert glaubt nicht, daß Locarno den Friedeneoertrag ausgehoben habe. Man müsse ihn vielmehr im Geist« der Locarno- Abkommen zur Anwendung bringen. Aber auch unier den Siegern seien Schwiarigkeiten ausgetaucht. Die Friedensverträge k.ättcn wohl keine Nar.on befriedigt. Zwischen Frankreich und Italien-seien Wißoersiändnissc entstanden, die beseitigt werden müßten. Ein gutes Ueberetnkommen zwischen vier Staaten sei immer se zwei Verträgen zwischen zw« Ländern vorzuziehen In bezug auf die Antikriegspattverchanblimgen mit Amerika bemerkt« Hubert, daß die Tatsache, daß der Krieg dem Sieger wie dem Besiegten unermeßlichen Schaden zufüge, nicht ausreiche, die Möglichkeit van Kriegen für immer auszuschekden. Das Völker. bundsstatut Hab« dies« Frage auch»ich, gelöst. d«m, IS lasse d«m Krieg«In« Tür ossen. Da, Pwtokall oon !st24 wäre hingegen befriedigend gewesen: es sei aber durch den Widerstand der kvnservatken Regierung Englands zu Fall gr kwronen. Für Frankreich sei die These Paul Bon- cour, maßgebend. Ohne varganislerte Schiedsgerichisbaticil fei keine Sicherheit und ohne Sicherheit keine Abrüstung megllch- Stresemann sagte, daß Deutschland abgerüstet habe, aber d>« potenzielle Rvstungskraft der deutschen Industrie sei sucht- bar geblieben. Der nächste Interpellant, der zur Rechten zählende elsässischc Senator Eccord, bemühte sich um den Nochweis daß die Politik in Deutschland in diametralem Gegensatz zu den von Stresemann in Gens und Locarno gegebenen Friedensversicherungen stehe. Er führte zmn Beweis dafür lange Zitate ausdenRedendeutsch- nationaler Mini st er und aus Hindenbürgs Königsbergcr Rede an. Auch die Aufwendungen, die Deutschland für soin« Armee mache, zeigten deutlich, daß es nach wie vor. wenn nicht auf die Revanche, so doch zumindest aus einen Umsturz der durr h den Friedensvertrag geschossenen politischen Neuordnung Europas abziele. Asiruf des Saafgebieis. Taufende Äera- und Hüttenarbeiter vor der Entlassung. GaarbrLcke», 21. Janu� sMgenIxrlcht.j Die Sozialdemokratische Partei hat an Reichskanzler Dr. Marx ein Telegramm gerichtet, in dem ans Anlaß der angedrohte» Entlassung von 4000 Saar- berglente», die die Entlassung von Hüttenarbeitern zur Folge habe» soll, die sofortige Einberufung des Saarausschufse» gefordert wird. Außerdem wirb ersucht, durch Abnahme größerer Kohleumen» gen der Zlohleukrife an der Saar steuern zu helfe«. slowenischen Unabhängigkeitsbewegung, der I ratsabgeordnete Dr. Tressitsch-Hawit Ein Vorspiel von Kiel. Oer Matrosenaufstand von Sattaro. Do« Hermann Wendel. Bar zehn Iahren, am 1. Februar 1918, erlebt« die Bucht von Eattaro, der große natürliche füddalmatinische Kriegshafen Oesterreich-Ungarns, ein seltenes Schauspiel. An diesem schönen, sonnigen Vorsrühlingsmorgen lag die k. und k. Schlachtflottille in gewohnter träger Ruhe vor Anker, abe." genau um die Mittagsstunde rollte vom Admiralsschi „St. Georg" ein Kanonenschuß über die Bai, und am Gro� topp stieg die rote Flagge hoch. Die Antwort war ein die Ohren zerschneidendes Getöse und Geheule sämtlicher Dampfpfeifen und Sirenen zu Wasser und zu Lande, und während allenthalben die Mannschaft auf Deck stürzte und unter stürmischen Rufen: Es lebe der Friede! Schüsse in die Luft abgab, hißten auch die anderen Einheiten, die Panzer- krcuzer„Karl VI.', Kaiser Franz Josef L", das Wachschiff .Kronprinz Erzherzog Rudolf" und die Menge der Zerstörer, Hochseeboote und Torpedoboote die Fahne der Revolution. Damals erfuhr im Bereich der Mittelmächte der gewöhn- liche Sterbliche von dieser Marinerevolte nichts, aber euch heute noch sind die Ereignisse von Eattero den Wenigsten zuverlässig bekannt. Dafür rankt sich in den Nachfolgestaaten der Donaumonarchie die Legende um die Meuterei, die als Ausbruch der vom Hause Habsburg vergewaltigten Natto- nalitäten gefeiert wird. Als 1923 die Gebeine eines der Matrosen, die im Februar 1918 als Opfer des Standrechtcs fielen, nach seiner Heimatgemeinde bei Split(Spalato) übergeführt wurden, verherrlichten ihn alle Redner als Märtyrer oes südslawischen Gedankens, so daß die Auflehnung der Matrosen als ein Stück des südslawischen Freiheits- und Einhettskampfee erscheinen mußte. Nun arbeitete zweifellos ein unterirdisches R�volutionskomitee unter den südslawischen Angehörigen der k. und k. Kriegsmarine, und Siidfla'-'n, deren die Flotte fchr viele zählte, hatten an den Geschehnissen von Eattaro ihren wichtigen Anteil. Aber deshalb trugen. die DiNge bei weitem nicht das Gepräge eines südslawisch- nattonalen Aufruhrs. Einer der Köpfe der ferbifch-kroatisch- frühere Reichs- ... schitsch» hat schon-im Mai 1919 bekannt, daß die Revolte von Eattaro ohne Weisung, ja, gegen den Willen des Revolutionsaus- schusses ausgebrochen sei, und in der lichtvollen Darstellung „Die roten Matrosen von Eattaro", die Genosse Bruno Frei unlängst im Verlag der Wiener Volksbuch- Handlung herausgab, werden die Zusammenhänge und Hintergründe der Aktion vollends klar. Aehnlich wie bei der deutschen Marin« in Kiel und Wilhelmshaven hatte sich bei dem Teil der österreichisch- ungarischen Flotte, der in der Bucht von Eattaro tatenlos vor Langeweile umkam, die Spannung zwischen Offizier- korps und Mannschaft bis zur Unerträglichkeit ver- schärft. Während die„Herren" in ihren Messen nicht nur selbst in einer der Not der Zeit Hohn sprechenden Weise schwelgten, sondern auch ihre Frauen an Bord aus den' ärarischen Beständen herausfütterten, wurde an die„Kerls" verwestes Gefrierfleisch ausgegeben; als einmal der Küchen- Unteroffizier eines Linienschiffes dem Arzt den Mannschafts- kochkessel wies, in dem mehr Käfer als Erbsen herumschwam- men, meinte der Sanitätsoffizier lächelnd, der Koch sollte die Erbsen nur auswaschen und die Käfer herausfischen, die Wiener wären froh, wenn sie so etwas zu essen hätten— ganz wie auf dem„Potemkin'l Dazu trat eine hochfahrend nichts- würdige Behandlung der Matrosen, die für jedes geringe Bergehen mit Bord- und Dunkelarrest und Jn-Eisen-Legen bestraft wurden, und blies die allgemeine Sehnsuchtnach Frieden zu Heller Flamme an. Den unmittelbaren Anstoß aber gab die Streit- bewegung, die im Januar 1918 unter der Losung: Friede. DemokrattckundBrot! durch ganz Oesterreich flackerte, angesacht durch die Sorge, daß der bei den Verhandlungen von Brest-Litowsk enthüllte Imperialismus der Habsburger den Krieg bis ins Endlose verlängern werde. Als Wien schon wieder zur grollenden Ruhe zurückgekehrt war, griff die politisch-revolutionäre Streikbewegung über Wiener-Neustadt und Graz zu den Arsenalarbeitern von Trieft und Pola hinüber und lief von dort die dalmatinische Küste herunter. Da am 1. Februar auch die Arbeiter der Marinewcrkstatten an der Ducht von Eattaro in den Ausstand zu treten gedachten, beschlossen die erbitterten Manu« ' o.0' mnJl.er flotte ihm durch eine mächtige Knud- gcbung Nochdruck zu verleihen. Der Bewegung die Richtung gab der Geschützmeister " i �- ein Deutschösterreicher, der als aktiver Unter- ------ gebung für den Frieden zu steigern wußte. Aber daß es sich nur um eine Kundgebung ohne Kampfzisl und Lchlachtpian, um da» Gegenteil eine« vorbedachten und angelegten Aufstandes handelte, wurde den Matrosen von Eattaro zum Verhängnis. Der einzige Ossizier, d«r sich der Bewegung anschloß, der Schisfsfähnrich S e s a n, ein national bewußter Südslawe aus Dubrovnik(Ragusa), schlug vor. die sunkentelegraphische Verbindung mit der Entente aufzunehmen und, aus der Bucht auslaufend» die Flotte den Italienern zuzuführen. Der Matrosenrat aber, unter dem Vorsitz des Fliegermaats Gustav Stonakocsty, lehnte dieses taktisch richtige Ansinnen schroff ab, da niemand dem Feinde in die chände arbeiten wollte. Statt dessen stellten die Meuterer, die die Offiziere mühelos überwältigt und entwaffnet hatten, eine Liste von Forderungen auf, die sich ebenso auf Einheitsküche und bessere Urlaubs- Verhältnisse wie auf sofortige Einleitung von Friedensver- Handlungen und die Einführung demokratischer Regierungs- formen in Oesterreich und Ungarn erstreckten, und warteten im übrigen ab. Die nur vorübergehend ausgeschaltete Staatsgewalt bekam so Zeit, den Gegenschlag zu rüsten. Einen ersten Trumpf hatte sie dadurch in der Hand, daß die der Flottille zugeteilten zwei deutschen U-Boote sofort in die innere Bucht steuerten, bereit, jedes Schiff zu torpedieren, das seinen Ankerplatz verlassen würde. Der zweite Trumps waren die Küstenbatterien, die gehorsam ihre Feuerrohre auf die auf ständischen Schiffe richteten. Den dritten und stärksten Trumpf bildeten die Schlachtschiffe der aus Pols herbei gerufenen dritten Flottendivision, die in der Morgendämme� rung des 3. Februar die schmale Einfahrt m die Bucht ab- riegelten. Damit saßen die roten Matrosen in der Mausefalle. In Vorahnung dessen hatten schon am Tag vorher ein Kreuzer und alle Torpedoboote die rote Flagge niedergeholt, das Kommando wieder den Offizieren über geben und sich zu den deutschen U-Booten zurückgezogen. Am Morgen des 3. Februar strichen nach einer von den Offizieren beeinflußten Abftimtnung an Bord auch die übrigen Einheiten die Revolutionsflagge, und zweimal vierundzwanzig Stunden nachdem der Signalschuß vom„St. Georg" gefallen war, lagen, während S e s a n und Stonakovsky auf einem Wasserflugzeug die Flucht nach Italien ergriffen hatten, 800 Matrosen unter scharfer Bewachung als Gefangene in den Kasematten der Landforts. Den sich Ergebenden hatten die Offiziere Straf- f r e i h e i t zugesagt, aber auf dieses Versprechen pfiffen die wieder übermütig gewordenen Ausüber der Befehls gewalt. Die vielen Hunderte von Verhafteten sparte man zwar für einen Prozeß auf, der im September begann und wegen Liquidierung des Hauses Habsburg„auf unbestimmte Zeit" vertagt wurde, aber vierzig Meuterer, davon die Hälfte Süd- jlawen siebte man aus und stellte sie vor ein Stand- gericht, das nach dreitägiger unwürdiger Farce von Ver- Handlung gegen vier Angeklagte die Todesstrafe verkündete. Am Morgen des 11. Februar wurden Franz Rasch und die Serbokroaten Grabar, Bernitschewitsch und Eis- g o r i t s ch an der Friedhofsmauer von Schkaljari, oberhalb von Cattaro, erschossen; Rasch starb mit dem Ruf:»Es lebe der Friede!" So begann, verlief und endete der Matrofenaufftand von Cattaro. Wenn Bruno Frei mit Recht von chm sagt, daß er als einzige Episode des Zusammenbruchs der österreichisch- ungärischen Armee einen wahrhaft revolutionären Sinn hatte, und ihn ein Glied der österreichischen Revolution mentst, deren Träger das Proletariat war, jo weist uns diese Meuteroi auf die Erhebung der deutschen Flotte hixt. die im November 1918 We Revolution ins Rollen brachte. Die gleichen Ursachen, die horchen Wirkungen, die gleichen Losungen: Friede, Demokratie und Brott Cattaro war ein Vorspiel von Kiel.__ Oer Rechtsblock zum Kall Luther. Vergebliche? Jiechtfertigungdversuch. Die R e i ch s r e g i e r u n g hat sich endlich bequemt, dem Reichstag den Wortlaut des Urteils des Staats- gerichtshofes im Streit um den preußischen Sitz im Berwaiiungsrat der Reichsbahn vorzulegen. Sie benutzt die- sen Anlaß, um gleichzeitig einen Versuch zu ihrer Rechtser- tigung zu machen. ?n längeren Ausführungen erklärt sie nämlich, sie habe mit Preußen zu verhandeln versucht, um dann schließ- lich die Stelle van Reichs wegen mit Herrn Luther zu be- setzen. Lediglich ein sachlich wichtiges Moment führte sie dafür an: die Reichsregierung fürchtete, daß sie unter Um- ständen k e i n en Vertreter im Verwaltungsrat der Reichs- bahn mehr haben würde, wenn einmal die Besitzer von Vorzugsaktien einen Anspruch auf einen Sitz im Verwal- tungsrat machen würden. Diese Sorge vor einer fernen und durchaus ungewissen Zukunft ist in Wirklichkeit doch nur ein B o r w a n d. Man hat jedenfalls diesen Grund nicht anderen Ländern gegenüber geltend gemacht, die eine wesentlich kleinere Zahl von Einwohnern vertreten und die nicht das Urteil des Staatsgerichtshofes von vornherein für sich hatten. Die Reichsregierung sah sich, so sagt sie, außer- stände, eines der Mitglieder des Verwallungsrates zurückzu- berufen, sie könne Preußens Forderung auf einen eigenen Vertreter erst im Herbst dieses Jahres berücksichtigen. Wenn die Rcichsregiening erklärt hätte, daß ihr der Vertreter Krupps im Verwaltungsrat der Reichsbahn lieber wäre als der Preußens, dann hatte sie wenigstens ni-bt soviel Umschweife zu machen brauchen. Es ist nun einmal u bestreitbare Tatsache, daß Preußen vom Reiche unter ein Ausnahmerecht gestellt worden ist und daß der Rechts- block bei seiner Auffassung auch beharrt hat, nachdem er vom Slaatsgerichtshof eines besseren belehrt worden war. Lacher- lich ist insbesondere, wenn Luther selbst in seinem von uns gestern veröffentlichten Briefe sich darauf beruft, daß nicht ein Verwallungsbcamter, sondern ein W i r t s ch a f t l e r in den Verwoltungsral der Reichsbahn eintreten sollte. Luthers Autorität als Wirtschaftler ist nämlich allerjüngsten Datums. Er ist erst, nachdem er feine Laufdahn als Kommunal- und Staatsbeamter vollendet hatte, als Wirtschaftsführer fozu- sagen„entdeckt" und in mehrere Aufsichtsrätc delegiert worden. Um so eigenartiger inuß es wirken, daß dieser neu- gebackene„Industrielle" sich berufen fühlt, das Vorrecht der Wirtschaft gegenüber dem Staate zu betonen. Uebrigens hat man auch nie von den Vertretern Bayerns, Sachsens und Württembergs oerlangt, daß diese der Wirtschaft naheständen. Die ganze Konstruktion des Rechtsblocks und seines Freundes Luther fällt so jämmerlich zu- j a m m e n. Uebrig bleibt nur die Tatsache, daß der Reckits- block aus politischer Abneigung gegen die preußische Regie- rung sich weigert, dem Rechtsanspruch der preußischen Staats- regierung nachzukommen. Notprogramm der Bankerotteure. Was der Reichslandbund alles verlangt. Als Ergebnis seiner Beratungen veröffentlicht der Landbund ein „Nvtprogramm", das in seinem ersten Test die sattsam bekannt« verbraucherseindliche Forderung nach höheren Zöllen und Ab- sperrung vom Ausland enthält. Grotesk werden die Forderun- gen, die vom kurzsichtigsten Jnteressenstandpunkt diktiert sind, in ihrem finanzpolitischen Teil. Hier oerlangt man zuerst die Ab- drosselung der Auslandskredite, um sofort im zweiten große Summen für die sogenannte„U m s ch u l d u n g", also für langfristige Festlegung in der Landwirtschaft, zu verlangen. Praktisch würde das bedeuten, daß künstlich eine Geld- und Kapital- knappheit größten Ausmaßes herbeigeführt wird, die die Land- Industrie zum Erliegen bringen müßte. Den» es wäre eine selbst- verständliche Folge, daß bei der Abdrosselung der Auslandskredite unter gleichzeitiger Vermehrung der Lanbwirtschaftskredite die Zinssätze ungeheuerlich st e i g e n mühten. Das ist Bankerott- pollttk, die nach den Rückwirkungen der Interessentenwünsche auf die Volkswirtschaft überhaupt nicht fragt. Diese Praxis entspricht aber durchaus den Traditionen des Landbundes, der bisher feine Schutzzollpolitik, seine Kreditpolitik und feine Agitation auf dem Lande niemals nach staats- und volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten, allein nach demagogischen Bedürfnissen orienttert hat und infolgedessen auch so schmählich Fiasko erlitt, daß er jetzt mit einer Propaganda sür die„Bauern- r e v o l u t i o n" seine erregten Anhänger zu beschwichtigen sucht. Um so arroganter tritt der Landbund aus, wenn er dem Staat Lehren zu erteilen hat. So fordert er„keinen Mißbrauch der Kreditmittel und der Krcditarganisationen seitens einzelner Landesregierungen für polltische Ziele". Das ist etwas dunkel ausgedrückt. Uns was bisher nur bekannt, daß die Renten- bankkredUe einseifig zugunsten des reaktionären Großgrundbesitzes verteilt worden sind. Ist jede Vergebung von Geldern an Bauern ein politischer Mihbmuch? Weiter verlangt der LondbuM» die Entlastung des platten Landes von Schulausgaben. Auch das entspricht landbünd- lerischcr Tradition, daß man die Bauern dumm hallen will. Aber sind es nicht die Vertreter des Londbundes keudell und Schiele, die zusammen mU der deulschualioimlen Relchslagsfrattion bis zum heutigen Tage auf die Durchführung des Schulgesetzes drängen. obwohl dieses nicht nur in den Städten, sondern auf dem Lande Mehrausgaben von Dutzenden und Hunderten von Mil- l i o n e n bringt? Daß die Großlandwirtschaft keine Steuern zahlen will, ist«ine alte Sache und brauchte nicht erst programmatisch erklärt zu werden. Mit Entrüstung werden es aber die deutschen Landarbeiter auf- nehmen, daß eine„Rationalisierung" der Sozialversicherung gefordert wird, die die ländliche Arbeiterschaft noch s ch l ech t e r als schon jetzt gegenüber den Städtern stellen soll. Natürlich fehll auch nicht die Forderung nach den polnischen Saisonarbeitern. Zur Lohnfrage erklärt der Londbund, die Landwirtschaft müsse in die Loge verfetzt werden, ihren Arbeitern die gleichen L ö h n e z u zahlen wie die Industrie. Das hört sich schön an. Praktisch hat die Großlandwirtschaft aber noch nie den Versuch gemacht— selbst nicht in den besten Erntejahren— die Landarbeiterlöhne den städtischen Löhnen anzupassen. Will man die hohen Löhne etwa an die so sehnlich geforderten polnischen Landarbeiter zahlen? Zur Siedlung verlangt man mehr Aufklärung, aber Schutz des Privateigentums— also W o r te sür die Siedlungsbedürstigen, aber kein La nd I Denn Siedlungsland ist zu den erforderlichen niedrigen Preisen natürlich nur aus dem Wege der Enteignung zu erreichen. Gtaatssubvention für den Schwindler Bergmann? Das Notprogramm des Reichslandbundes nimmt sich bensonders eigenartig aus, wenn man es zusommenhäll mit den Feststellungen anläßlich der Assäre des Lombardschwindlers Bergmann. So hat, wie wir meldeten, ein bekannter Großgrundbesitzer eine halbe Million Mark Hypotheken aus seine Güter aufgenommen. um sein Geld gegen das Versprechen von 48 Proz. Zinsen z u Herrn Bergmannzu tragen. Ein Graf, ebenfalls Agrarier, hat den Betrügern 400 000 Mark zu den gleichen Bedingungen ge- liehen. Sollen auch solche Schulden„u m g e sch u l d e t", das heißt auf ewige Zeit verlängert werden? Soll das Reich auch für diesen Zweck Millionen bereitstellen? Der Sache nach würden sie auf eine Subvention für den Schwindler Bergmann hinauslaufen. Diese Frage ist deswegen wichtig, weil eine derartige u n p r o, duktive Verschuldung der Großagrarier durchaus nicht so vereinzelt dasteht, wie man meinen könnte. Nicht unerhebliche Schul- den dürften aus agrarischen Kreisen an der Börse entstanden sein. Das Geschästsgeheünnis verhütet allerdings, daß solche Tatsachen an den Tag kommen. Immerhin leuchten die Geschäft« der erwähnten Gutsbesitzer in gewisse Praktiken hinein, die der Landbund zu verhindern eigentlich ein Interesse hätte. Ob man davon etwas hören wird, möchten wir allerdings bezweifeln. Frankreichs presse über Stresemann Sachliche Aufnahme der Rede Sirefemann.— Briand wird antwoi ieu. Part», 51. Zaavar.(Ngsaberlchß) vle Red« Skresernann» hock MeAragc der Rhelu- landräuman g wieder in den Vordergrund der deussch-fran- zösischen Aussprache gerückt. Man war hier über die Aussage Stresemann» zunächst ein wenig überrascht, da man eine Lösung durch irgendein- stillschweigende Vereinbarung zwischen den Außenministern der beiden Länder bis zu den Reuwahlen vertagt glaubte. Trotzdem ist die Aufnahme, die Stresemaans Ausführungen hier finden, mcit besser, als wie man nach der Einstellung eines großen Teils der össentlichen Meinung Frankreichs gerade zu diesem Problem erwarten konnle. Sicht man von den vergiftete« Kommentaren einiger Rechtsblätter und den unvermeidlichen Vrnnvenvergifwngen, zu denen sich am Dienstagabend auch der„Temps"' gesellt, ab. so wird man sich ln Deutschland über den Gesamtkon der sranzösischen presse nicht ja beklagen haben. Der von Stresemann entwickelte Standpunkt wird bis in die Reihen der gemäßigten Blätter hinein ohne Voreinge- nommcnheit gewürdigt und selbst eine Erklärung, daß Deutsch« land nicht gesonnen sei, die vorzeitige Räumung des Rheinlandes rntt neuen über die Verpflichtungen des Versoiller Vertrags hin- ausgehenden Garantien.zu erkaufen— man sieht darin hier eine Antwort auf Paul Boncours jüngst« Ausführungen—, werden durchaus sachlich uttd ohne allzu scharfe Polemik diskutiert. Selbst ein Blatt wie der im Lager der Richten stehende„Paris Midi" erkennt am Dienstag an, daß Stresemann mit seiner Mon- tagrede ein« für die Entwicklung der deutsch- französischen Be- Ziehungen entscheidende Phase eingeleitet habe. Der deutsch« Außenminister habe am Montag von der Tribüne des Reichstags herab Frankreich nochmals in feierlicher Wesse die Freundschaft und die praktische Mitarbeit Deutschlands angeboten und als einzige Bedingung dafür nur die Räu- mung de» Rheinlandes gestellt. Er habe dabei deutlich durchblicken lassen, daß, obwohl es der deutschen Regierung bisher gelungen sei, dt« öffentlich« Meinung, die immer stLrm-scher die Räumung ver- lange zu beschwichtigen, sie in ihrer Zukunft keineswegs sicher sei und daß von einer dsutsch- französischen Verständigung in abseh- borer Zeit nicht mehr die Rode sein könne. Der linksstehende „Paris S o i r" gibt der M-inung Ausdruck, daß man es Herrn Stresemann nicht verübeln könne, wenn er für die Räumung möglichst günstige Bedingungen zu erlangen suche. Dieser habe jeden- falls wieder am Montag seinem Wunsch nach einer loyalen Versiän- digung mit Frankreich unzweifelhaft Ausdruck gegeben und damit zu einer weiteren Besserung in den deussch-sranzösischen Beziohun- gen beigetragen, von der allein die Konsolidierung des Friedens zu erwarten fei. Der„T« m p»" hat den von Stresemann ins Feld geführten Argumenten nichts anderes entgegenzusetzen als den Text der einschlägigen Bestimmungen des Friedensoer- Vertrags, mit denen er in der üblichen Wesse jongliert, um aus ihnen den Nachweis abzuleiten, daß Deutschland keinerlei rechtlich« Ansprüche aus eine vorzeitige Räumung des Rheinlandes Hab«. Die am Dienstag im Senat begonnene Interpellation s d e b a t t e über die auswärtige Politik dürfte B r i o n d noch Gelegenheit geben, auf Stresemanns Ausführungen direkt zu antworten. Da der Text der Reichstagsrede hier im Wortlaut noch nicht vorliegt, ist anzunehmen, daß dk? nicht vor ZMitwoch oder Donnerstag goschchen wird. Briands Antwort sieht man hier jedenfalls mit nicht geringerer Spannung entgegen als in Deutschland, da mon sich sehr wohl darüber Rechenschaft gibt, daß von ihr die Zu- kunft der deutsch-smnzösischen Beziehungen vielleicht auf Jahre hinaus bestimmt werden wird. Allerdings wäre es verfrüht, schon jetzt von Briand irgendwelche positive Zusage erwarten zu wollen, da ihm die UngeNärthett der innerpolitischen Situation und die Nähe der Neuwahlen Bindungen auferlegen, die es ihm geraten erscheinen lassen dürften, die endgültige Liquidation der Rhcinlaadsrage bis noch de« Reuwahlen zu verschiebea. Oesterreich und das neue Strafgesetz. Ein Vortrag des Wiener Iustizministtrs. Der deittschösterreichische Justizminister Dr. Franz Ding- h o f e r zählte in einem Bortrog ,D>esterreichisch« Rechtsgedonken im gemeinsamen Strafgesetzentwurf" die wichtigsten Bestimmungen des Entwurfes auf. die von Oe st erreich beeinflußt worden siird. Im allgemeinen Teil sind dos§ 7, 1, der das Recht des Zu- fluchfftaates festlegt,.zugereiste Verbrecher zu bestrafen für Taten, die sie außerhalb dieses Staates begangen haben(Univerfalprinzip): der Begriff der Unzurechnungsfähigkeit, in dem nun auch das psychologische Merkmal seine Bedeutung erhält und auf die Unfähigkeit, der Einsicht gemäß zu handeln. Rücksicht genommen wird: die Abschwächung der Idee der Derbrechens t« i l- nähme: die Aenderung des Begriffes des N o t st a n de s u. a. m. Im besonderen Teil sind das die Strafandrohung wegen Aus- Übung eines Zwanges bei Wahlcnabstimmun g, gegen Neutralitätsverletzung im Kriege, gegen Verletzung des Amtsgeheimnisses und gegen falsche eidliche Zeugkngu?sags. 2luf österreichischen Einfluß sind auch zurückzuführen die Tatbestände der wissentlichen und gewissen- lasen Lebens gesährdung. der Verleitung zum Selbstmorde. des Vorwurfes einer oerbüßten Strafe oder eines nicht versolgbaren Verbrechens, die Ausgestaltung des Tatbeslandes des Bersicherungs- betrüge- und der fahrlässigen Hehlerei. Am Schluß äußerte der Dorirageiche, daß Deutschland diesem Einfluß nicht übermäßige Opfer bringen müsse. Die Uebernohme der betreffenden österreichischen Gesetzbestimmungen würde«ine Ver- vollkommnung des Strafrschts bedeuten, ebenso die �Ueber- nähme gewisser deutscher Bestimmungen eine Derbesserung für Oesterreich Der kriminalpolitische Zwiespalt zwischen den beiden Ländern sei nicht so groß, wie es behauptet wird und eine Der- schmelzung der beiden Strafrechte in einem als Zeugnis der zu erstrebenden Einheit der beiden Völker wohl möglich. Der Referent berührte im großen und ganzen nicht die großen Streitpunkte, die bestehen, und begnügte sich bei der Streisung des Abschnitts„Strafen" mit der Erwähnung, daß dieser 2!dschnitt ein ausgesprochen deutscher sei: daß dieser Abschnitt gerade die in Deutschösterreich abgeschaffte Todesstrafe behandle, wußte der Zuhörer natürlich, ohne daß es ihm gesagt wurde. Eine Aaschistenversammlung gesprengt. Tlietisch will das„Reichsbanner" niederringen. Die sogenannten„Altsozialisten" Sachsens gleiten immer mehr in das Fahrwasser der Hitlerpartei. Besonders ihr jetziger„geistiger Führer� Ernst Nietisch, der schon in seiner Berliner Zeit sich durch allerhand Extravaganzen ausgezeichnet hatte, verleitet sie zu immer weiterem Abrücken nach der nationalsozia- listischen Seite. Nachdem der Bundesvorstand des Reichsbanners zwischen der republikanischen Schutzorganisation und der Niekisch-Partei den Trennungsstrich gezogen hat, begibt sich diese unter den Schutz des Stahlhelms und ähnlicher Organisationen, um ihre neu errungene Staatswnsheit In Deutschland zu verbreiten. Gestern abend hatte Niekisch in Berlin zu einer öffentlichen V e r- s o m m l u n g aufgerufen, in der er sein« Stellungnahme zum Reichsbanner darlegen wollle. Es wäre gut gewesen, wenn man ihn mit seinen Oberlandleuten unter sich gelösten hätte. Aber es ist mensch- lich verständlich, daß sich Berliner Reichsbannerkeute, besonders in Erinnerung an die z a h l r e i ch e n O p f e r, die sie für den Bestand der Republik gebracht haben, das Auftreten des �>l>erland"manncs als eine gewollte Provokation ansahen und durch ihren Besuch in der Versammlung zum Ausdruck bringen wollten, daß sie sich von Renegaten nicht beschimpfen lasten wollten. Die Versammlung nahm einen stürmischen Verlauf, da der Vor- sitzende, ein bekannter Stahlhelmmann, schon noch den ersten Zwischenrufen die Versammlungsmehrheit mit der Polizei bedrohte. Es entstanden an mehreren Stellen des Saales Schlägereien zwischen Stahlhelmleuten und Republikanern, bis die Versannnlungsleitung wirtlich die Polizei in den Saal rief, um die Republikaner zu entfernen. Tatsächlich wurde eine Anzahl von Versammlungsteilnehmern durch Polizeibeamten obge- führt: die übrigen republikanisch gesinnten Besucher verließen darauf- hin sreiwillg den Stadthaussaal und liehen Niekisch mit einem chäuflein von etwa 30 Getreuen zurück. Bei den Allsozialistcn Sachsensesind sehr viel«, die in jahrzehnte- langer Arbeit für die Sozialdemokratie sich bewährt hatten, die aber infolge der besonderen sächsischen Verhältnisse in eine starte Verbitte- rung geraten sind. Trotz dieser ihrer Verbitterung aber glauben wir nicht, daß sie es billigen, wenn ihr Niekisch sich offen zum Reiseapostel der national-sozialistischen Organisa- tionen macht und mit ihnen im Kampf gegen die Partei des arbei- tenden Volkes zu wetteifern sucht. Nie norwegische Arbeiierregierung. Umfassende Reformen geplant. Oslo, 31. Januar. In der Erklärung der neuen Arbeiterregierung wird ausgeführt, die Regierung beabsichtige, die Abschaffung des im vergangenen Jahr vom Storthing angenommenen Gesetzes über den Schutz der Arbeitsfreiheit vorzuschlagen. Ebenso soll das Gesetz über die direkte Unterstützung des Getreidebaues in. Norwegen wieder abgeschafft werden, das einen Einfuhrzoll auf Weizen zur Voraussetzung hat. Die Getreidegesetz« sollen durch ein Staatsmonopol ersetzt werden. Als Hauptausgabe betrachtet die Regierung die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, weiterhin boabsichtigt sie, Maßregeln vorzuschlagen, um die Schulden- last der Kbeinpächter und Fischer zu erleichtern. Ferner ist geplant eine Änderung der Besteuerung, um die Belastung der kleinen Steuerzahler zu oermindern, und«in Gesetz über Grundeigentum. Die Regierung will vorschlagen, daß in diesem Jahr militärische Hebungen unterbleiben. Sie will den Versuch machen, die vollständige A b rü st u n g Norwegens vorzubereiten. Die Arbeiterpartei ist Minderheit! Oslo, 31. Januar. Das Storthing wähkte heute den früheren Ministerpräsidenten Mowinckel(Linke) zum Vizepräsidenten an Stelle des neuen Ministerpräsidenten Horasrud. Mowinckel erhielt 78 Stimmen, der Kandidat der Arbeiterpartei 65. Schadenersatz für den U« Bootkrieg. MTB. meldet: Die von der norwegischen Regierung während und nach dem Kriege trncderholt geltend gemachten Forderungen aus Entschädigung Norwegens für die vom Deutschen Reich während des Krieges getrossenen Maßnahmen sollen nunmehr auf Grund einer freundschaftlichen Vereinbarung durch Zahlung eines Betrages von 6.6 Millionen Reichsmark abgegolten werden, den die norwegrjchc Regierung zum Ausgleich von Härten bei der Entschädigung von Familten infolge des Krieges um» Leben gekommener norwegischer Seeleute zu ocr- wenden beabsichtigt.___ Das britische Wahlrecht. Keine Entrechtung wegen llnterstützungsbezug. London. 31. Januar.(Eigenbericht.) Di« Regierung hat ihre anfängliche Absicht aufgehoben, in dem neuen Wahlgesetzentwurf all« Personen männlichen und weiblichen Ge- schlechts, die in dem der Wahl vorausgegangenen Jahr« Armen- Unterstützung bezogen haben, vom passiven Wahlrecht auszu- schließen. Dieser Entschluß ist darauf zurückzuführen, daß sich unerwartete technische Schwierigkeiten für die Durchführung eines Ge- setze? mit derartigem Vorbehalt gezeigt haben. Kommunisteukrach in Belgien. Ein Rvßlandfohrer beichtet seine Sekehnmg. Brüssel, 31. Januar.(Eigenbericht.) Der Bruch in der Kommunistischen Partei macht Fortschritte. Der Brüsseler Kominunist Lehrer Brokops, der dieser Tage von der Sowjetscier aus Rußlaich zurückkehrte, wandte sich in stark besuchter össentlicher Versammlung scharf gegen die Versal- gung der Opposition und die Unterdrückung jeder Meinungsfreiheit. Dos Referat machte auf die fast aus- schließlich au» Kommunisten bestehende Versammlung tiefen Ein- druck. Der Versuch des kommunistischen Abg. Jocquemotte. das Regiment Stalins zu verteidigen, wurden mit lauten Protest rufen aufgenommen. Der neue deutsche Botschaft« w Washington, v. Prittwitz, bat dem Präsidenten Coolidg« fem B-gla�miuneizschreibev überreicht, wobei die üblichen freundlichen Reden gewechselt wurde«. 48 Prozent Zinsen! Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn: Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhast; 50 Prozent, positiv waghalsig...(Vgl. Karl Marx, Kapital Bd. 1, Kap. 24,7.) Die Seuche der Meineidsprozeffe. Jede Zeugenaussage ist objektiv falsch"- sagt ein erfahrener Jurist. // Die scharfe Kritik, die an der großen Zahl der Meineids- prozesfe geübt werden mußte, weil man heut« schon sogar von einer Meineidsseuche sprechen kann, ist den Deutjchnationalen un- bequem. Jedenfalls fand der Abg. Barth(Dnat.) bei der weiteren Beratung im Strafgefetzausschuß, daß die Gericht« heute noch viel zu milde vorgehen. Demgegenüber wies Genosse Dr. Adolf Braun darauf hin, daß das Strafgesetzbuch nicht nur für Richter uni) Rechtsanwälte wichtig sei, sondern mehr noch für das arme Volt, das unter dem künftigen Strafgesetz leiden werde wie unter dem gegenwärtigen. Als Redakteur sozialdemokratischer Zeitungen habe er mancherlei Ersahrungen mit der Vernehmung und Vereidigung als Zeug« machen können. Es habe sich immer wieder gezeigt, daß die Richter zu wenig die inneren sionftikte im Menschen baückjichllgen. und daß man viel zu viel Eide abnehme. Man verlange oft«id- lichc Aussagen über Ding«, die der Mcnich gar nicht genau sagen könne. Bei den neuen Strafbestimmungen müsse man aus größte Vorsicht bedacht sein, um zu bewirken, daß die Zahl der Meineids- prozess« abnehme. Ministerialdirektor B u m k e bekannte sich trotz mancher durch eine unzulängliche Statistik begriurdeten Vorbehalte zu den Be- strebungen, die Zahl der Eide zu verringern. Der Entwurf wolle in vielen Fällen an die Stelle der eidlichen Aussage die Aus- sag« ohne Eid sogen, die ober dann, wenn auch mit g e r i n- gercn Strafen, bedroht sein müsse, falls sie falsch sei. Bei polizeilichen Vernehmungen und bei Voruntersuchungen wolle man auch von einer strafbaren uneidlichen Aussage absehen. Nach dem in Vorbereming befindlichen C i n f ü h r u n'g s g e s e tz würde die Pflicht zur Eid-Aeiswng bei ilebertrctungen und Privaiklage- sachen in Fortfall kommen. Die Erklärungen über den bisher unbekannten Inhalt des Ein- führungsgcfetzes zum Strafgesetz veranlaßten Genossen Rosen- feld, die Regierung aufzufordern, den Entwurf schon jetzt dem Ausschuß vorzulegen. Ministerialdirektor Bumke erklärte sich dazu dereit. Genosse Landsberg sagte u. a., die Flut der Meineids- anzeigen sei vor allem auf den Zwang zur Vereidigung und auch daraus zurückzujühren, daß ein Wiederaufnahme- antra g mit Hllfe eines abgegossenen Verfahrens oft nur auf elfte Verurteilung wegen Meineid gestützt werden könne. Die Schwierigkeit der ganzen Bestimmungen über den Meineid liege darin, daß man sagen könne: Zede Zeugenaussage ist objektiv falsch. Das menschliche Auge ist kein photogrophischer Apparat, dos menschliche Ohr keine Schallplatte, deshalb kämen bei seder Aussage Fehler vor. für die der Aussagende aber nicht ohne weiteres dürfe bestrast werden können. Fehlerquellen ergeben sich auch daraus, daß die Zeugen nicht imr das Bestrebe», sondern auch die Verpflichtung in sich fühlen, von den zu bezeugenden Vorgängen ein Gesamtbild zu kon- struieren. Jeder Mensch sucht Lücken in seiner Beoluichtung durch Schiiisse auszufüllen. Das eben ist das Charakteristikum menschlicher Erkenntnis. Wenn ein Zeuge beispielsweise sieht, wie einer der Streiteirden den Stock erhebt und ihn hoch in die Lüste schwingt gegen den anderen Streitenden, wenn der Zeuge dann weiter sieht, wie der andere Streitende zusammenbricht, jo wird er den logischen Schuß ziehen, daß der eine Streitende den anderen Streitenden mit seinem Stocke niedergeschlagen habe. In Wahrhell kann der Vorgang sich ganz anders abgespielt haben. Der eine Streitende hatte lediglich wutentbrannt den Stack geschwuitgen, der andere Streitende war herzkrank und ist schon infolge dieser drohenden Bewegung feine? Gegners mit einem Aufschrei zirsonmiengebrochen. In diesem Falle würde also der Zeuge falsch ausgesagt haben. Bekannt-ist ja der Versuch des Professors Liszt in seinem Seminar. Liszt verabredete, daß zwei seiner Hörer scheinbar«inen heftigen Streit plötzlich von, Zaune brechen sollen, wöbe: der eine den anderen heftig anschreien solle, und der Angeschrien« drohend den Arm gegen den Schreienden recken solle. Das geschah so. Professor Liszt macht«, anscheinend selbst aufs tiefste empört über die Störung seiner seminaristischen Hebungen, dem Streits der beiden Hörer ein Ende und sagte, mit verstellter und vor Empörung zitternder Stimme zu seinen Hörern: „Meine Herren, dieser unerquickliche Vorgang wird ja noch ein gerichtliches Nachspiel haben. Ich bitte Si«, unabhängig voneinander, die Beobachtungen, die Sie gemacht haben, aufzuschreiben, damit wir für das Gericht zuverlässige Unterlagen haben." Es geschah, daß die meisten dieser Zeugenaussagen, die doch von juristischen Hörern gemocht worden waren, unteroin- ander stark abwichen, ja, einer der Hörer, ein Richter sogar, wollte in der drohend erhobenen Faust des einen Streitenden einen Revolver gesehen hoben, trotzdem eine Waffe gar nicht»ochanfcen war. Damit halte der Slrasrcchtslehrer Liszt das weite Gebiet der falschen Aussagen. Illusionen und Täuschungen bei gerichtlichen Zeugenvernehmungen crwiescn. Geradezu ungeheuerlich fand Landeberg das Verhalten der Vor- tcidigung in dem Falte L i ni b o u r g. Selbstverständlich l>al>e der Redner keine Sympathie für den Separatisten Limbourg oder sür dessen Bruder, aber die Art, wie hier die gegnerisch« Partei dem Limbourg wissentlich eine Grube gegraben habe, damit er mit seinem Meineid hineinstürze, sei ein strafwürdiges Varhalten im schlimnrften Sinne. Di« Verteidigung hatte die Briefe mit den Unterschriften des Limbourg in den Händen, und sie ließ es zu, daß Limbourg einen Eid schwor, er lhitte derartige Briese nickst geschrieben. An vielen Beispielen wies Landsberg nach, daß insbesondere auch gegenüber Sozialdemokraten die Bestim- mung über den Meineid oft mißbraucht werde. Ein« vernünftig« Abänderung des Meineidsparagraphen, eine Eindämmung der vielfach zu weitgehenden Rechtsprechung fei ein Gebot der Not- wendigkcit. Ginowjews klägliche Kapiiulaiion. Ein Tritt von der KPO.-Oppositton. Das Organ der kommunistischen Opposition veröffentlicht folgende Meinungsäußerung über die Kapitulation Sinowjews vor Stalin: .�Innerhalb der russischen Opposition hat sich Sinowjew und Kamenew völlig isoliert. Ihre eigenen intimsten politischen Freunde wie Safarow, der mit den„Trotzkisten" das Los der Ver- bannung erträgt, erklären, daß die von Sinowjew In den Platt- formen der russischen Opposition aufgestellten Tatsachen und Fest- stellungen unerschütterlich sind. Nach dem Verhalten Sinowjews zum Parteikongrcß haben wir sofort festgestellt, daß er nicht m«r als Wortführer und Vertreter der russischen Opposition gellen kann. Die von Stalin vogeschriebene Kapitulationslinie wird mit obenstehender Erklärung innegehallen. Die gesamte nunmehr in Verbannung geschickte Opposikio« rückt einmütig von Sinowjews kläglicher Kapitulation ab und wird für die politischen Auffassungen, deretwegen sie von den Liquidatoren und Renegaten des Kommu- nismus verfolgt und begeifert werden, weiter eintreten und kämpfen Die Richtigtest dieser Ausfassungen wird die weiter« Entwicklung noch klarer als heute erweisen." Der offene Gashahn. Eine Iran und zwei Kinder vom Tode gerettei! Die Feuerwehr wurde gegen 22 Uhr nach der yorckflraße 22 gerufen. Dort hatte sich auf dem Trcppenflur des Borderhauses ein überaus starker Gasgeruch bemerkbar gemacht. Das Gas kam aus einem Loden. Da der Inhaber nicht anwesend war, mußten sich die Feuerwehrleute gewaltsam Einlaß verschaffen. Der Hohn des Kochapparotes in der Äüch? war geöffnet und große Gasmengen konnten ungehindert entweichen. Vorsichtshalber wurde i» den da- neben und darüberliegenden Wohnungen nachgeforscht, ob die Gase nicht bereits Unheil angerichtet hätten. Tatsächlich wurde m der Wohnung des Verwallers die Frau und zwei Kind« durch Gas vergiftet bewußklos aufgefunden. Die Wiederbelebungsversuche der Feuerwehr waren von Erfolg, doch mußten alle drei in weckst bedenklichem Zustande in das Elisabethkrankenhaus üoerqefiihrt wer. den. Di« Nachlas sigkest des Ladeniichabers hätte unter Umständen mit em« entsetzlichen Katastrophe enden können, die so durch da Eingoeifen der Feuerwehr noch vermiede« werden kannte. HÄöAWkiZOMW. Verkauf nup so weif Voppai! Taschentücher Damen-Tücher M» QK Hikelkmte Bäpp«!..... Stack SS. 33, 23, 1 L/Pt 68, 45, AdV/Pt i fyil X L/i �„ mll ptusendee SenrteUM, i S �ljchtucher w i besonders preiswert! 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Schade, dost Lichten- berg so wenig repräsentativ« Ströhen und Plage hat. Denn der neue 8<1 Meter lange Bau liegt zwischen der Hubertus- und Atzpodienstraste ziemlich versteckt, und doch ist er wert, in die Erscheinung zu treten. Ein« Lorbesichtigung, die von Stadtrat Turm, Bezirksverordnetenvnr- steher Tempel und Stadtrat Preindl geleitet wurde, verschaffte den Beschauern einen ungemein günstigen Eindruck. Die Hauptteile des Baues, die beiden Schwimmhallen, find Muster moderner Innenarchitektur. Die Männer- schwimmhalle ist im Ausmaß von 10'4 mal 25 Metern geholten. Ueber den grüngekocheltcn Zellen des Erdgeschosses steigen die Wände in rötlichen Eisenklinkern empor, die ihren Abschluß in bunten Derglosungen finden. Die Frauen- s ch w i m m h a l l e ist nur 20 Meter long und baut sich in rötlich-gelben Kacheln farbenfroh aus. Dos Männerbad hat 7S Zellen und 120 Schränke, das Frauenbad 60 Zellen und 112 Schränke. An die Schwimmhallen schließen sich an: 48 Braus e- bäder, 74 Wannenbäder und im zweiten Obergeschoß die rö m i s ch- i risch en und die medizinischen Bäder mit Ruheräumcn. Aus dem Dach wird, was ungemein an- zuerkennen ist, ein Licht-, Luft- und Sonnenbad errichtet werden. Besonders beachtenswert ist die Wörme- Versorgung, lim eine neu« Feuer stelle mit Aauch- und Nuß- Entwicklung zu sparen, bezieht man d'e gesamte Wärme aus dem benachbarten städtischen Krankenhaus, von dem der hochgespannte Dampf durch Hochdrucks crnrohrleitung in dos Bad übergeführt wird. Das Wasser der Schwimmbecken wird mit Hilfe von Umwälzungs- Vorrichtungen in einer Fiiteranlage ständig, also auch nachts, ge- reinigt und desinfiziert. Der gesamte Schwimmbecken- i n h a l t wird innerhalb zehn Stunden vollkommen er- »cuert. Zur Verhütung von Unglücksfällen ist die Beleuchtung tiesstrahlend und so stark eingerichtet, daß die Srchle der Becken er- iennbar ist. Die Gesamt.k'osten des neuen Baues betragen etwa 2 Millionen Mark. Ein geschultes Personal steht in allen Abteilun- gen den Badenden zur Verfügung. Während auf der einen Seite die Sportler, die Schwimm- und Wasserfrcunde aller Art, ihre helle Freude an den schönen Schwimmbädern haben werden, haben die Freunde der Licht-, Luft- und Sonnenbäder auch hier endlich eine Stätte für sich, die übrigens gegen rauhe Winde geschützt ist. Für die Kranken ober ist durch die medizinischen Bäder in einer Weise gesorgt, die vorbildlich und nachahmenswert zugleich ist. An der Lichtenberger Bevölkerung wird es liegen, daß der durch seine schlichte Schönheit ausgezeichnete Bau von regstem Badetreibcn erfüllt wird. Die große Schwimmhalle in Lichtenberg. Die Eröffnung der Schwimm- und Brause- bäder findet am Montag, dem k>. Februar, die.Eröffnung der medizinischen Bäder jedoch erst am'Montag, dem 13. Februar, statt. Bergmanns Komplice Kraafc verhastet. Dr. Iacoby förmlich suspendiert.- Die zahllosen Opfer des Lombardschwindels. Der engste Mitarbeiter des Millionenschwindlers Bergmann. der Kaufmann Willi Kraatz, ist bei seinem Lintresjen mit einem Automobil in Berlin verhaftet worden, kraatz entzog sich in Garmisch. Bartentirchen der Berhastung in dem Automobil des Bergmann durch die Flucht. Gestern um 20.30 Uhr ist er in der M a a ß e n st r a ß c. wo er in einer Wohnung gerade an- gekommen war. von den das Haus überwachenden Beamten er. könnt und verhaftet worden. Kraatz ist sofort in dos Untersuchungsgefängnis Moabit übergeführt worden. Er hatte sich unterwegs ein zweites Automobil zu verschassen gewußt und ist mit diesem in Berlin angekommen. Bereits Montagmorgen ist, wie wir meldeten, der Slaais- anwallschaslsral Dr. Walter lacoby I durch den Oberstaatsanwalt aus den verdacht hin, in das Strafverfahren gegen Bergmann und Genossen verwickelt zu sein, von der Ausübung seiner Amtsverrichtuug vorläufig cotbunden worden. Ztach Eröffnung der gerichtlichen Voruntersuchung ist gestern mittag durch Beschluß des preußischen Justizministeriums gegen ihn förmliche Suspeodierung vom Amt verfügt worden. Inzwischen' haben sich die Anzeigen gegen Bergmann auch aus der Provinz immer mehr gehäuft. So sind allein auf dem Wege über die f ch l e s i s ch e Filiale annähernd 300 000 M. Kapital dein Berliner Haupthaujc anvertraut worden. Unter den Einzahlern befinden sich ein schlesischer Graf, ein Breslauer Ober- regierungsrat und ein bekannter Breslauer Geschäftsmann mit zu- samme» fast 100 000 M., daneben liegen aber auch Anzeigen von einer Anzahl kleiner Leute vor, die, durch das Versprechen bestochen, monatlich drei Prozent Zinsen zu erhalten, Ihr Geld in die Berg- mannjche Firma gesteckt und nun ihre Ersparnisse höchst wahr- scheinlich eingebüßt Hadem Aus Veranlassung der Berliner Kri- minalpolizei sind sämtliche Bücher und Korrespondenzen der Bres- lauer Filiale, soweit solche vorlzanden waren, beschlagnahmt worden. Unter diesen befindet sich ein sogenanntes Sundenregister. noch dem in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum allein von Breslau aus 142 000 M. nach Berlin abgeführt wurden. Einzelne Betröge belaufen sich auf 20000, 10 000 und 5000 M. Dazwischen sind aber auch sehr viel kleinere Beträge von 2- bis 300 M. vorhanden. Neben vielen Breslauern sind auch zahlreiche Personen aus der ganzen Provinz unter den Geschädigten, und ähn- lich lauten die Nachrichten aus anderen Teilen des Neiches. Bergmanns Methode war außerordentlich roffi- niert. Ein nicht übermäßig aufsölliges Inserat nerkündetc. daß „4 8 v. H. Ja h r e s g e w i n n, regelmäßig monatlich auszohlbor, Berlins ältestes und bedeutendstes Lombardhous für Kapitalien von S00 M. an aufwärts bei vollständiger Faust pfandsicher- h e i t gewähre." Tatsächlich bestanden freilich die Faustpsondsicher- heiten in gefälschten Lombardscheinen! Wer sich nun aus dieses günstige Angebot hin meldete, wlirde brieflich zu einer Aussprache in die lururiös ausgestatteten Geschäftsräume in der Pasioge gebeten. Einige Tage später erhielt der Interessent ein Schreiben, in dem ihm Reserenzen angegeben wurde» mit hohem Rang und gutem Namen, wie der Oberstaatsanwaltichoitsrot Dr. Ja c o b y l, der Geheime Obcrregierungsrat Dr. Senne- w a l d, der schlesische Rittergutsbesitzer Dr. L ö w e n s e l d usw. Es ist natürlich keineswegs unwahrscheinlich, daß sehr viele Rese- renzev in gutem Glauben' gegeben sind, denn Bergmann war klug genug, Leuten, die er zur Anknüpfung neuer Gcschätts- Verbindungen zu brauchen meinte, die versprochenen Zinsen p ü n k t- lich zu bezahlen. Durch diese Reserenzen vollkommen sicher gemacht, gaben dann immer neue Kunden ihr Geld her, bis endlich der Schneeball zur Lawine angewachsen war und das Gebäude zum Einstürzen brachte. Zwei Verkehrsstörungen. Am Köllnischen Fischmorkt entstand gestern, kurz nach 18 Uhr, eine«np-sindlichc Verkehrsstörung von längerer Dauer. Der Trieb- mögen einer Straßenbahn sprang in der Weiche aus den Schienen und rollte auf den Fahrdamm. Erst nach stündiger Arbeit kannte der Wagen wieder eingegleist werden. Der Sttaßmbahiwerkehr war durch den Dorfall eine Zeil lang lahmgelegt, und es kam zu langen Wagenanfommlungen.— Von einer weiteren Verkehrsstörung wurde die Straßenbahn an der Dircksen- und Grunersttaße betroffen. Ein schwerbeladener Kohlenwagen stockte unmittelbar neben den Gleilen ein und sperrte den Strahenbahirverkehr. Die Feuerwehr beseitig?? dos Hindernis nach 20 Minuten. Der verkehr konnte teilweise durch Umleitungen ausrecht erhalten werden. Die Polizeibeamten-Tagunst. Im Verlauf der Tagung des Schroder-Verbandes der preußischen Polizeibeamten führte Polizeischulrat B ose zur Frage der Prüfungen aus, daß vom Innenministerium die Zusicherung der endgültigen Anerkennung der von der Polizeiberussschule abgelegten Prüfungen durch die Behörde» von Reich und Staat er- folgt sei. Von Interesse war ein« Entschließung, beim preußischen Staatsministerimn vorstellig zu werden, daß anonyme Be- schwer den gegen Pvlizeibeamte in Zukunft nicht mehr zum Gegenstand disziplinarischer Untersuchungen und Maßnahmen gemacht werden.— Ueber die heute zu Ende gehende Tagung werden wir berichten. Menschen.GSttern gleich.. ?! Roman von Herbert George lvells. „Stimmt," sagte Mr. Burleigh.„Einstein könnte es uns erklären. Oder der liebe, alte Haidane könnte eine Erklärung versuchen und mit seinem schmalzigen Hegelianismus den Schleier vor uns lüften. Aber ich bin weder Haldanc, noch Einstein. Hier sind wir in einer Welt, die für alle praktische Zwecke, einschließlich unserer Sonntagsvcrabredung,„Traum- land" ist. Oder, wenn Sie den griechischen Ausdruck vor- ziehen, wir sind in„Utopia". Und, da ich nicht sehe, wie wir von hier wieder wegkommen können, bin ich der Ansicht, daß wir uns als vernünftige Wesen so gut wie möglich in die Lage finden und auf alles uns Nützliche bedacht sein müsien. Es ist sicherlich eine sehr liebliche Welt. Die Lieblichkeit ist sogar noch größer als das Wunder. Und es gibt menschliche Wesen hier— vernunftbegabte. Aus dem ganzen hier herumliegenden Material schließe ich. daß es eine Welt ist, in der chemische Experimente durchgeführt werden— durchgeführt bis zu einem bitteren Ende— unter beinahe idyllischen Bedingungen. Chemie— und Nacktheit. Ich fühle mich verpflichtet, zu gestehen, daß es mir als eine Frage des persönlichen Geschmacks erscheint, ob wir diese zwei Leute, die sich hier offenbar soeben selbst in die Luft gesprengt haben, als griechische Götter oder als nackte Wilde zu betrachten haben. Ich bekenne mich zu der Ansicht, es seien ein griechi- scher Gott— und eine Göttin!" „Nur, daß es ein bißcheu schwer ist, sich zwei tote Un- sterbliche vorzustellen." quäkte der Mann mlt dem Monokel in einem Ton. als ob er einen Trumpf ansagte. Mr. Burleigh war nahe daran, zu antworten und, nach seinen Stirnfalten zu schließen, hätte seine Antwort einen zurechtweisenden Ton angenommen. Statt dessen stieß er einen kurzen Schrei aus und drehte sich um. zwei Neu- ankömmlinge zu betrachten. Die ganze Gesellschaft wurde ihrer im gleichen Augenblick gewahr. Zwei vollkommene Apollogestalten standen auf der Ruine und betrachteten unsere Erdlinge mit einem Erstaunen, das mindestens so groß war, wie dasjenige, das sie seldst hervorriefen. Einer sprach, und Mr. Barnstaple war über alle Maßen «staunt, verständliche Worte zu»«nehmen, die in seinem Bewußtsein Widerhall fanden. „O Himmel!" rief der Utope.„Was seid Ihr für Dinger? Und wie seid Ihr in die Welt gekommen?" (Englisch! Es wäre viel weniger erstaunlich gewesen, wenn sie griechisch gesprochen hätten. Aber, daß sie sich über- Haupt in einer bekannten�Sprache ausdrückten, war eine Tat- fache von unglaublicher Seltsamkeit.) 2. Bon der ganzen Gesellschaft geriet Mr. Cecil Burleigh am wenigsten aus der Fassung. Er sagte:„Jetzt können wir hoffen, etwas Bestimmtes zu erfahren— angesichts vernüns- tiger und artikuliert redender Wesen." Er räusperte sich, faßte die Aufschläge seines langen Staubmantels mit zwei schmalen, nervösen Händen und übernahm die Rolle des Wartführers. „Meine Herren, es ist ganz unmöglich, Rechenschaft über unsere Anwesenheit hier abzulegen!" sagte er.„Wir stehen genau so vor einem Rätsel wie Sie. Wir haben uns auf einmal in Ihrer Welt statt in unserer eigenen gefunden!" „Ihr kommt aus einer anderen Welt?" „Jawohl, aus einer ganz anderen Welt, in welcher jeder von uns seinen besonderen, ihm von der Natur bestimmten Platz einnimmt. Wir waren in jener Welt gerade in unfern — äh— äh— in gewissen Vehikeln unterwegs, als wir uns auf einmal hierherversetzt fanden. Eiirdringlingc, ich gebe es zu, aber ich kann Sie versichern, unschuldige und unfrei- willige Eindringlinge." „Wißt Ihr nicht, wieso Ardenn und Chrysolagone bei ihrem Experiment verunglückten, und wie es kam, daß sie tot sind?" „Wenn Ardenn und Chrysolagone die Namen dies« beiden schönen jungen Leute hi« sind, so wissen wir nichts von ihnen, außer, daß wir sie so vorfanden, wie Ihr sie jetzt liegen seht, als wir von d« Straße hierher kamen, um herauszubekommen, oder eigentlich, um zu fragen.. Er räusperte sich und verschluckte das Ende seiner Rede. Der Utope, wenn wir den, der zuerst gesprochen hatte, der Bequemlichkeit halber so nennen wollen, blickte nun seinen De- glefter an und schien ihm eine stumme Frage zu stellen. Dann wandte« sich wieder an die Erdlinge. Er sprach, und wieder erklangen klare Laute— Mr. Barnstaple hatte den Eindruck, als schlügen sie nicht an seine Ohren, sondern ertönten in seinem Kopfe. „Es wird gm sein, wenn Ihr und eure Freunde nicht weiter auf diesem Trümmerhaufen herumtrampelt. Es wird gut fein, wenn Ihr alle zur Straße zurückkehrt. Kommt mit mir! Mein Bruder hier wird den Brand löschen und wird das tun, was für unfern Bruder und unsere Schwester noch nötig ist. Und dann wird dieser Ort von jenen untersucht werden, die von dem Werk, das hier unternommen wurde, etwas verstehen." „Wir müssen uns ganz auf Ihre Gastfreundschaft ver- lassen," sagte Mr. Burleigh,„und stehen vollständig zu Ihrer Verfügung. Wir haben diese Begegnung, lassen Sie es mich wiederholen, nicht gesucht." „Obwohl wir sie sicherlich gesucht hätten, wenn uns eine solche Möglichkeit bekannt gewesen wäre," sagte Mr. Eatskill. sich an die neue Welt tn ihrer Gesamtheit wendend, und blickte Mr. Barnstaple, eine Bestätigung heischend, an.„Wir finden diese Ihre Welt... äußerst anziehend!" „Auf den ersten Blick," bestätigte der Szerr mit dem Monokel,„eine äußerst anziehende Welt!" Als sie hinter dem Utopen und Mr. Burleigh durch die dichtwachsenden Blumen zur Straße zurückkehrten, bemerkte Mr. Barnstaple, daß Lady Stella an seiner Seite einher- rauschte. Die heitere und unbekümmerte Oberflächlichkeit ihrer Worte, inmitten der reinen Wunder, setzte chn in Ver- wirrung.„Haben wir uns nicht schon irgendwo getroffen— bei einem Essen oder dergleichen, Herr— Herr—?" War dies alles doch nichts weiter als ein Schaustück? Er starrte sie einen Augenblick verblüfft an, bevor er ergänzte: „Barnstople." „Mr. Barnstple?" Sein Geist paßte sich dem ihren an. „Ich hatte niemals das Bergnüaen. Lady Stella. Ob- wohl ich Sie natürlich kenne— ich renne Sie sehr gut von Ihren Photographien in den Mustriorten Wochenblättern her." .„Haben Sie gehört, was Mr. Cecil soeben gesagt hat? Ob dies Utopien ist?" „Er sagte, wir sollten es„Utopia" nenn e-n!" „Ganz Mr. Cecil! Aber ist es Mopien?— wirklich Utopien?" ,Lch habe mich imm« so nach Utopien gesehnt!" fuhr die Lady fort, ohne Mr. Barnstaples Antwort abzuwarten. „Was für prächtige junge Leute scheinen doch diese beiden Utopen zu sein! Ich bin sicher, sie gehören zur Aristokratie— trotz ihres— ungezwungenen— Kostüms. Oder gerade deswegen.. Mr. Barnstaple hatte einen glückliche« Getanfe». (Fortsetzung folgt.) J Tragödie einer Landarbeiierfamilie. Ärei Kinder verbrannt. vor einigen Tagen wSiete in einem Achkfamllienhaus in Slanowlh hei Striegau in Schlesien ein Jeuer. dem drei Me n s ch e n zum Opfer gefallen find. Zn der ausgebrannlen Wohnung des eandarbeiters Vänfch fanden die eöfchmanoschafien die drei verkohlten Leiche« der noch nicht schnlpslichligen Sinder der betroffenen Jamilie. Zu diesem erschütternden Vorgang werden von einem Augen, zeugen folgende Einzelheiten berichtet: „B ä n f ch ist auf dem Dominium Stanowitz als L o h n g ä r t- ner beschäftigt. Da aber, wie bei allen Landarbeitern, auch bei ihm der kärgliche Lohn nicht ausreicht, um eine fünfköpsige Familie zu ernähren, so ist die Frau zur Mitarbeit gezwungen. Auch gm IT Januar begaben sich die beiden Eheleute früh zu ihrer Arbeits- stelle und schlössen, wie immer, ihre dreiKinder(ein vierjähriges Mädchen, einen sechs- und einen zweijährigen Knaben) in die Wohnung ein. Als Bänsch am genannten Tage gegen 10 Uhr vormittag» von seiner Arbeitsstelle mit einem Auftrage fortgeschickt wurde, wollte er erst schnell einmal in seine Wohnung gehen, um noch den Kindern zu sehen. Er unterließ e» jedoch aus Furcht, well er annahm, man könnte es ihm als Entfernung von der Arbeits- stelle auslegen. Hätte er trotzdem feine Absicht durchgeführt. vielleicht wäre er noch nicht zu spat gekommen. Tatsächlich nahmen Hausbewohner de, Achtfamilienhause«, in dem Bänsch wohnt, gegen 10 Uhr starken Brandgeruch wahr, der aus der Väaschschen Wohnung drang. Hofort wurde die Feuerwehr alarmiert. Bänsch war als erster zur Stell« und versucht« durchs Fenster in seine Wohnung «nzudrmge». um hjg Kind« zu retten. Mtt verbrannten Haaren und schweren Brandwunden mußte er jedoch mied« zurückkehren, ahne in d« rauchgefüllten Wohnung etwa» bemerkt zu haben. Ein erschütternd« Augenblick war es, als ein Feuerwehrmann. mit Rauchmaske versehen, in die Wohnung eindrang und bald daraus au» dem Fenster eine« sein« Kameraden die«sie oerkohlte Kinder- leiche herau»relchie. Wie«in zu Tode getroffene» Tier schrie d« von mehreren Männern festgehaltene Bat« auf. al» sich von der kleinen Leiche ein Bein läst« und herunterfiel. Di« Mutter lag hereits in tiefer Ohnmacht, au» der sie erst am späten Abend mied« erwacht«. Auch die anderen beiden Leichen, der sah»- sährige Knabe und das vierjährige Mädchen, waren verkohlt. Diese beiden Sinder wurden eng umschlungen in den brennenden Ueber- reste» de» Belle» gefunden, während die kleine, zuvor geborgene Leiche beim Ofen lag. Da» Feuer im Osen war verlöscht, so daß mau als Brandherd da» Bett annimmt, da von dort aus auch die Dielen in Brand geraten waren." • Schuld an dem schauerlichen Ereignis haben einzig und allein die empörenden Lebensverhältnisse der Land, a r b e i t e r. Sie zwingen dazu, daß sich beide Ehegatten in das Arbeitsjoch einspannen lassen müssen und die Kinder sich selbst überlassen bleiben. An dem. was sich in Stanowig zugetragen hat. kann so recht der wahre Charakter unserer„gött- liche» Wellordnung" ermessen werden. Hieran kann«in jeder er- kennen, was es heißt, Landprnletorier zu sein. Hoffentlich trägt die Stanowitz« Tragödie dazu bei, auch den rückständigsten Kreiseu die Augen zu össnen und sie von der Notwendigkeit zu überzeugen, den unwürdigen Verhältnissen, unter denen die Lanharbeiter leben und arbeiten müssen, endlich ein Ende zu bereiten. Gieuerkarie für 2,— Mark? Verhaftung von Lohnsteuerschwindlern. Auf Kosten d« Allgemeinheit haben sich einige raffiniert« Be- trüg« zu bereichern gewußt. Sm Dezember v. 3. gab das Landes- finanzamt Berlin durch die Zeitungen die Bedingungen bekannt, unter denen Arbeitnehmer Erstattung von Lohn st euer sür da« Jahr 1327 beanspruchen können. Die Hauptbedingung ist. daß dies« Arbeltnehm« für das Jahr 132? nicht zur Einkommensteuer ««anlagt worden sind. Dazu kommen die Einzelbestimmungen, die in der Bekanntmachung ebenfalls genau aufgeführt find. 2luf verschiedenen Finanzamt«» siel nun aus, daß wi«d«holl dieselben Leute kamen und die Erstattung der Lohnsteuer bean- rrogten. Zunächst waren auch die begehrten Beträge nach Prüfung d« Unterlogen gleich ousgezohtt worden. Da» häufigere Erscheinen der gleichen Personen gab aber Veranlassung zu Ziachsorschungen, die«in überraschendes Ergebnis hatten. Die Kriminalpolizei stellte fest, daß hier eine Schwindler g.ss«llschajt an der Arbeit ist, die ganz planmäßig vorgeht. Die„Hauptunternehmer" lassen durch Mittels« Personen die Arbeitslosen an allen Stellen, wo sie sich zu versam« meln pflegen, aufsuchen. Ihnen kaufen sie die Steuerkarte süx 1327 sür den billigen Preis van 2 b i s Z M das Stück ab. Zu den Karten werben dann die Anträge formuliert und die erforderlichen Papiere mtt dem gefälschten Stempel irgend einer erdichteten Firma versehen, so daß alle» in Ordnung zu sein scheint. Das Finanzamt prüft und zahlt den Antragstellern den Betrag gleich aus. Eine Fabrik sür derartige Fälschungen hat»ine Zeitlang In einem Lokal in der R a m l e r- und dann in der Dunckerstrahe bestanden. Vorgestern wurden sechs Personen wegen Beteiligung an diesem Schwindel fest- genommen. Gestern erfolgte noch eine weiter« VerhofttiiVg. Die Verhasteten wurden wegen Urkundenfälschung und Betruges der Staatsanwaltschaft vorgesührt. Die Ermittlungen werden noch fortgesetzt, denn der Kreis der Personen, die zu dieser Schwindlerorganisation gehören, ist augenscheinlich noch größer. Die Finanzämter sind von dem Ergebnis dieser AusklärungsarbeU unter- richtet worden. vl« preußische Zev«raI.S»t>eutredtl.?tftiengeskU chast veröffentlicht im Jnler-tcnteil einen Proipett über ein» Zeichnung aus neu« 8 p r ozeniiae «»old-Sommunal-Schuldverschretbunge» v. gv tS?7. Di« Anleihe ist an d« Vflrie ,u Berlin kSrjlich neu etnaesührt und wird bereit« amtlich natiert; letzihm mit SS Proz. Billige lPH tage. Durch grohe Zufuhren ist der vlartt mit Böcklingen gut beschickt. Die der Verein der Räucherwarcnhändler von Grog- Berlin mitteilt, kommen DonnerSiag und iolgende Tage ,um Verlaus: frische geräuchert« Makrelenbückling« S Stflck nur 25 Vf. Fern««erden lebcnd- siiich« Schollen und Flundern anaeboie«. S» losten Schollen und Flundern pro Pfund nur 35—50 Pf. Die Lerlauszfiellrn sind durch Plakate teimttich gemacht, tpracheu'chul« sstr«edel»« und«»gestellte. Anfang Kedrnar beginnen Anfängerlurf« iAbendunterrfcht) in Engllsch. Frau,»stich und!stu! stich lür Genossinnen und Genossen ohne jegliche Vorkenntnisse. Hörer mit Vor- kenntniflen können entibrechenden Mittel» und Ober dufen bcMeten. Ferner wird«M Kur in«.�auptichwieriokeiten in der deolschcn Sprache' einre« richtet. Anmeldungen zu allen Surfen bis zum 7. Februar(ichrssttich oder persönlich» beim Genossen H. Huch». Bertin W 57. Zietenftr. S». 1. Stag« fnoh« Noltendorlplaß). Sprochenschute d« Arbeiter und Angestellten Grog- B«linS. Sprachooschule'Cr Arbeit« und Angestellt Anfang FebruD beginnen Anlöngerwrs« fAbendunterrtcht) m Sngliich, Französisch und Ruistich sstr Genossinnen und Genossen ohne jegliche BorkennUrifse. Hörer mit Vor- semitnisfen können enlfprechenden Miilcl- und Oberkur>«n beitreten, gern« wird ein KinssuS.Hauptichwierialeuen in der deutschen Spruche' einge- richtet. Anmeldungen zu allen Kursen b'S zum 3. Februar(schristllch oder peeiinlich» beim Genossen H. FuchS, Bert in ffi 57, Zietenftr. 6a, U Stag« (nahe StollendorsPlat). Die unverhüllteu Wärmekruke«. Schwere Körperverletzung in einer Klinik. Dt« 2. Große Strafkamm« des Landgerichts Iii! hatte sich m der Berufungsinstanz mtt dem Vorfall in der früheren Solmschen Klinik in der Meierottostraße zu beschäftigen. Dort war eine Patientin nach einer Blinddarnioperation im Kranken- bell durch unverhüllie Wärmetruken an den Füßen schwer verbrüht worden. Wie der„Vorwärts" seinerzeit berichtete, waren die Ober- s ch w e st e r Brodsühr und die Stationsschwester Bergcr vom Schöffengericht wegen fahrlässiger Körperverletzung zu je 500 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Beide Angeklagten hatten B e- r u f u n a eingelegt. Die Krankenschwester Berger war diesmal aber wegen Krankheit nicht erschienen und hatte erklären lassen, daß sse die Berufung zurückziehe. Es wurde daher nur noch über die Schuld der Oberschwester Brodführ verhandelt. Diese hatte die Klinik erst vor wenigen Tagen neu übernommen, hatte völlig neues Personal eingestellt und bestritt jedes Verschulden. Gleich am ersten Tage habe sie über die Anwendung der Wärmekruken der Krankenschwester Weisungen gegeben. Nach der Operation sei sie noch im Saal dringend nötig gewesen und Hobe sich darauf verlasien müssen, daß die Stationsschwester Derger, die staatlich geprüft war und gute Zeugnisse hatte, die Wärmekruken entweder umwickeln oder rechtzeitig herausnehmen würde. R.-A. Dr. Klee vertrat den Stand- punkt, indem er sich auf verschiedene Gutachten berief, daß eine Be. strafung der Oberschwester ein« Ueberspannung der Aufsichtspflicht bedeuten würde. Di« Strafkammer kam im Gegensatz zu dem Antrag de» Staatsanwalts zu einer Aufhebungdesersten Urteil» bezüglich der Oberschwest« und sprach dieses nf Kosten der Stoatskassefrei Die Angeklagte hätte ihren Pflichten genügt. indem ste der Stationsschwester die nötigen Anweisungen gegeben batt« und ste konnte bei dies« angestchi» ihr« Prüfung und guten Zsugnifie erwarten, daß sie die geeigneten Maßnahmen treffen werde. Sine«efelfchaN, fahrt uckl Jronffntf«. 0.»eranffaktet b« DomMen- derein.Die Naturireunde"— Ztcifebureau— Sonntag, 5. Februar. Unt« fachtimdiger Führung durib Stadlbau nieistrr Gesing«erde» auf einer Auto. fahrt die DohnungSsiedlungen der Rcichibahnverwallung, die Arbeiter« sirdlung der Gewoba, Frantfurt a. O. und das Stadion d« Ostmark am Kleistturm besichtigt. Die Autoiabrt endet am Zlatbau». da« ebenfalls besichttgt wird. Nach dem Miltagrssen im Gen>»rl!ck>aftShauS iolgt ein Spaziergang durch de» Sichwald läng« der Oder nach Bufchmllble. Die Abfahrt von Berlin erfolgt um 7.45 Uhr vom Schlesiiche» Bahnhof, Ist« Rückfahrt ab Frankfurt a. O./Bufchmühl« um»3U l20 50» Uhr. Ank mft in Berlw. Schlcfischer Bahnhof, 20.28 133.48) Uhr. Die Teilnehmer losten betraaen für Estenbabn Hm- und Rückfahrt. Autofahrt, Mstlagessen und Besichtigungen 730 M. Teilnehmerkarten find im Reilebureaude» Toueiftenverein«, Berlin N 3t, 3ohannisftr. It/15 kGemeinde- arbeiterverh-ndtbau»». Telephon Norden 4177, täglich von IS bi« 20 Ubr, zu haben(ausser Sonnabend und Sonnlag). Ferner bei Tbsmat, Berlin N 65, Luxemburg« Str. l fSadcnl, Dressier. Beilin N. Swinemünd« Str 73, vorn l Treppe, VorwärtS-Spedltwn. Treptow. Grätzstr 50, Waller. NeukSlln. Siegfriedftr. 55 lLaden), Schmidt, Berlin W 50, Rankestr. 30(Laden), Hugo Sinn. Berlin N 20, Stettin« Str. 30. Die Pdotoaufnahmen von der Weihnachtsiahrt der Naturfreund« liege» Dienstag und Freitag von 6 bis 8 Uhr im Neisebureau auf Aeivickendori. ckllernaben» der welllich«» Schule». Mittwoch, t. Februar. lZ'/, Uhr, spricht Genosse Rettor Wolf auf einem Elternabend der (weltlichen) Schulen 8 u. 10 in der Aula des Realgvmnastumt. Bern« Strasse, über das Thema:»DaS können wir in dieser Ze't reaktionär st er Schulgesetzaebung von den Wien« Jchul- verhätwissen lernen?" Ter Vortragende kennt d'« Wien« Verhältnisse auS «Igen« Anschauung. Di« Veranitaliung soll gleichzeitig ein Werbe- abend sür die weltlichen Schulen fein. Alle inl«e!ll«ien Genossen imd Genossinnen sind herzlichst eingeladen und werden gebeten, Eltern aus ihrem Belanntentreii», die jetzt Kinder zur Ein- ichulung bringen müssen,«uj diese Deranslaltung ausmerlsam zu machen. Etntrttl steil Nachwuch». Vor einem KrelS geladener Gäste produzierten sich unlängst im SchuderUSaal zwei Delmlanten der Larietötunft Man fleht n» all- gemeinen derartigen Voisührungen unbekannt« Grössen mit der entsprechen- den Portion PciflmiSmuS entgegen und meist nicht mit Unrecht. Diesmal ab« wurde man angenehm cnNSuicht. Fiäulein Mirlha Cle» alier, ein« holde Siebzehnjährige,»«fügt über eine recht«staunliche Gedächtnis- kunst. b0 verichiedene Znruie au» dem Publikum, deren Wahl dem Humor d« Anwesenden überlassen blieb und demgemäg toll« Btülen zeingie, musste die Künstlerin d« Reibe noch, nach Zahlen geordnet, van lückwärtS nach vor» usw. memorieren. Und die memotechnifchc Aufgabe gelang vor- tiefslich. Der Zweite im Bunde ist ein neuer Breilbarl. Andax Alerlu», der Eisenketten mit den Zähnen zerpflückt, Bandeisenilöbe von 55/7 Willi- met« Stärke zu zierlichen Spiralen dredt. ein« D-Zuz-Rückschlagsed« mit ein« Spannkrosl»on 8 Zentnern üb« den Händen und üb« dem Racken spannt. Unt« feinen vielen anderen Krailproben sei noch das Einschlagen eine» Nagels mit blas,« Hand durch ein- stark« Eichenbohl- genannt. Den künftigen Varielösternen. die unt« der Firma.Kraft und Geilt" arbeiten werden, wäre zu wünschen, dass sie im Hinblick aus ihre gMeu Leistungen recht bald Engagement erhielten. v« Arbeiwr-ttadio-Lund beginnt nach seiner Propagandawoche eine W«bung sür sein BundeSorgan.Arbeiterfunk". E» ist belannt. dass immer noch eine Anzahl Parteigenossen, die Rundfuntteitnedm« find, andere Kunlzcil'chnsien lesen. AuS den lüizlich dem.PorwärlS' bei- gelegten Probeexemplaren wird«sichtlich, dass der.Aldeitcrsunl' daS einzig« Blatt ist, da» die durch den Deckmantel der Neulralilöt ge- setzlich geschützte Ewseittgleit der Sendedarbletungen bekämpst und die Weltanichauung d« überwiegend starten sozialistischen Hörermassen per, tritt. Der.Arbcitersunl' tostet mit seinen Beilagen ,D« Bastelmeistcr", .Die Reue Musik',.Der Neue Film",.Das Neue Tbeater' und»Der Neue Sport' durch Postbezug monatlich 26 Ps. und«scheint im V«lag der Neuen Gescllschajl, Berlin-Hesi-nwinkel. Im S o l i st e n k 0 n z e r s des Abends sang LotteLeonard, eine der wenigen Sopranistinnen, die sich vor dem Mikrophon völlig bewähren. Die Sängerin hatte sich ein sehr geschmackvolles Pro- aramm mtt Volksliedern und seltener gehörten Kompositionen zu- sammengestellt. Hervorragend schön waren die Cellovortrchge Prof. Nicolai Graudans, dessen kraftvolle», persönlichkeitsstarkes Spiel von Bruno Seidler- Winkler ausgezeichnet begleitet wurde.— Aus dem interessanten Buch von James Joyce „Ulysses", dos ein seelische, Spiegelbild mtt modernen Durchschnitts. menschen gibt, brachte Erich Franzen am Nachmittag gut ge- wählte Kostproben.— In seinem Zyklus„Ardettsstätten in der Dichtung" behandette Dr. Wolfgang Hossmann- Harnisch das Thema„Vor Fabriken und Kesselräumen". Die Zusammen- stellung von Max kyth und Upton Sinclair war nicht sehr glücklich. Eyth sieht in die Fabrik durch eine romantisch« Brille. Eeraoe im Gegensatz zu den amerikanischen Realisten, au» dessen vor Iahren im �vorwärts' verösf-nllichtem Roman»Dar Suwps" der Vortragend« las. wurde der seelische Abstand Syths vom Fabttk- bild ds» Arbetters recht fühlbar. Ueber die„Epoche der Barbarei" sprach Prof. Dr. Hans Friedenthal m der Vortrogsreihe „Menschenkunde und Menschhettskunde". Er zeigt«, wie unsere heutige ZivUisotion durch viel« Fäden mtt jener Epoche verknüpft ist, von der nicht nur Ackerbau und Liehzucht ihren Ausgangspunkt nahmen, sondern in der bereit» Ansänge unsere» Handels und Geld- verkehr» zu suchen sind.—„Tierschutz— eine Kulturpslicht". nannte sich der Vortrag von Hermann Michaeli». Der Redner führt« aus, daß Verständnis für das Tier und vernünftige Tierbehandlung bereits dem Kind« beigebracht werden müssen. Dir Verächtlich- machung des Tieres vor dem Kind» führt dieses zur Mißachtung und zur Mißhandlung. Eine recht beherzigenswerte Mahnung sprach der Bortrogende au», als er riet, Sindern kein» Peitschen zu schenk«. ihnen also nicht erst die Freude am Schlag« beizubringen. Tes. Die Mnanzierung der Zugspihenbahu. Verhaftung des Präsidenten. Innsbruck. 81. Januar. 1 Auf Grund einer Anzeige des gegenwärtigen Gemeinderats vo« Reutte verfügte die Staatsanwaltschaft die Verhaftung des Prä- sidenten der Zugspitzbahn-A�G. Dr. Stern, de» AUbürgermeisters von Reutte Dr. Schretter und des Schwagers des Dr. Stern, Hildebert K Nittel, der auch her Redakteur des Dr. Stern gehörigen„Außenferner Boten" ist. Gestern nachmittag wurde Altbürgermeister Dr. Schretter und Knittel in Reutte in Unter- suchungshaft genommen, während Dr. Stern bis jetzt noch nicht verhaftet werden konnte, da man seinen Aufenthaltsort nicht kennt. Gerüchte besagen, daß er In die Schweiz geflüchtet sei. Die Haftbefehle haben ihren Grund darin, daß die eh«,astgen Letter der Gemeindeverwattullg R e u t t e znr Ausbringung des Kapitals für den Bah»bau auf die Zugspitze ohne B e- fraaung des Gemeinderats fremdes Geld zu auherordent- sich harten Bedingungen aufgenommen und Gemeindebesitz von Reutte verpfändet haben. So steht die Nordtiroler Stakst. die eine der reichsten Gemeinden der Alpen war, heute mit einer Schuldenlast von zehn Millionen Schilling (6 000 000 M.) da. ste muß 13 vis 22 Proz. Zinsen zahlen und kann dem Rückzahlungstermin des Kopitals nur mtt Schrecken entgegensehen.— Der Betrieb der Zugspitzenbahn ist nicht gefährdet. Sport. Canadians wieder geschlagen. Auch die jjnlernationalen" siegreich! Di» Mannschaft der Pariser Canadians, bi« am Sonntag im Eishockeymatsch von der deutsch« National mannschast überlegen mft ö: 0 geschlagen wurde, mußte am Montagabend im Sportpalast abermals eine Niederlage hinnehmen. Das Spiel, das die inter, nationale Mannschaft des Berliner Schlittschuhklubs gegen dta wieder durch Dr. Roch« verstärkten Pariser Canadians in die Ett- aoena bracht«, endete nach einem flotten Spiel mit einem Siege Z:0derBerlin«r. Die Canadier spielten um eine ganz« Klasia besser als am Vortage, verlegten sich aber leider zettweise zu sehr auf die Verteidigung, um ein« abermalige hohe Niederlage zu ver- hindern. Es gab unausgesetzt schön« Kampfmomente vor beiden Goals und das gutbesuchte Haus kargte mtt Beifallsstürmen nicht. Im ersten Spieldrittel schössen I o h a n s o n und Dr. G o l s. b a e r je ein Tor. Im zweiten Spielabschnitt ist e» abermals Io- hanson, der den Pariser Torwächter Ron überminbet und den Tor, oorsprung der Berliner auf drei erhöht. Be! diesem Stande bleibt es bis zum Schluß. Auf beiden Seiten arbeiteten die Torwächter Steinte- Berlin und Roy-Paris ausgezeichnet. Heute. Mittwoch, treten die Internationalen des BSE. gegen die Schwedische Olympia-Mannschaft an. Sozialistische Meiterjugend Sroß-Serlm. Vwletarilch« Feicrfkiad«: Sonntag, 13. Februar, 11 Übe, im Grossen Cckmi■ spi-lbau»: ,Achiz«tzntzuiU>krt!u!itu!U>v!-rzIa". SiUec, Szenen, Dolumrnte aua b« zeit. Barten zum«rmlissigten Preise im Sekretariat. Adteilungsmitgliederversammlungell am LUtlwoch. 13 t? Uhr: Atcvdtag: firim See., Ecke Turiner Strasse.- Kirmaiurplass: Helm gvero- malder Str. lä.— SUfcntssalct Vorstadt: Schul« Gipastr. 33». Ariedekch»- Hai»: Heim Diesielmencrftr. 5-«.— Peteroburg« Viertel: Heim Ldertr- strasse 12.— eharl-tterburg.Noid: Heim Olberstrgße.— Soaada»: Hei« Lindenuf« l.— Tempelhost Heim Gerinaniastr. 4—5.— Wa»»I«et Schule öerg-Mitie: Heim Scharnweberstr. 23.— Aeu-Li-» teadergl Heim Pi!Ul> Alvere-Etrasse.— Lichtenberg-Liord: Heim Dosseftr. 2-. Südwest: Treffpunkt 13 Uhr Blücherplass zur Betetligon« am„Bunten Abend" der AM. Deichenberg« Viertel. «erteJejirf Schönebeeg: Heim«itlowftr.«.»ildungokurfus:„Stn- führiing in den Sozialiemua." � m m Werbe bezirk Kreuzberg: Di« Srnpoen betetligen sich am„Btmten Abend der Gruppe Rrichenberger Viertel. Eltern «zichenberger Viertel, Schulaula Aeichenderg« Str.«», 3-?� im und Parteigenossen, besucht unsere Beranstaltungl Eintritt» Pk. Vorträge,Vereme und Versammlungen. Reichsbanner.Schwan Rot-Gold" Geschäfts stelle: Berlin S. l«. Sebaiiianstr 37«». Hol L Tr. Küpen Ick: Unser Kamerad Karl Schulde ist-erstorben Die Sin- äscherung findet am Mittwoch, l. Februar, 17 Ubr, im«remaierium Baumschulenweg statt. Die Tameraden werden gebeten, sich recht zahlreich daran zu beteiligen.— Teltow: Tonnerotag, 3. ffebruar, l»� Uhr, Antreten „..—?-.....-- srossdeeren.— fimita«, 3. Zebruar. «ea 6S-70. Herm-dors. Kameradschaft! 20 UM Versammlung mit Bortrag bei Okrint. Bahnhos..«icke Berlin« Strasse. K-uIedorf: Vett-�lung um � Uchr bei Hiibncr.- Witte: K-memdschastooersammlungen M.ttw�, l. fsedruar. 30 Ubr. 3. Kameradschaft: Berbandobau».«rumm««ameradsä-aii bei Brandis, Stralauer Str. lO. 5. Kameradschaft: Mmerbeerftr. 7. Zu allen Versammlungen Dortrag.__ «nnd de« Freidenkeijngend, vrtogrnpp,"'«üSlL kw2f". bruar, 19', i Uhr. Musikgruppe Soldiner Str. 13 be. Schurig—«euppe kstte». Donnerstag. 3. gebruar. 20 Uhr, Jugendheim Litou-r Str lS D�Iusnon über.Vegetarismus".— Gruppe Stordeu: Freitag, 3, Februar. 30 Uhr, Ledigen» heim Pappelallee 1», Monatsverfammlung..... m.... Gesellschaft sür«exnalreiorm. Mittwoch, t. Februar.»Uhr.«chulaufa Frledriststr. 120. spricht Bechlsanwalt Dr, Alfred Klee über.Warum muss der Sexualreformer Gegner der Dodeeftrafe fein? Gäste eingeladen. «ei-lsbund b«»e'eqsbeschäd'gten. ltriegeteilnehmer»nd«riegerhl-te-. »liebenen, 0rt»gr,ppe viteu v. Versammlung Mittwoch. 1. Februar, 30 Uhr, in Schmitts Srsellfchaftshaus. Zruchtstr. 38*. Wetterbericht der SssenINchen welkrdienstffelle Berlin und Uwgegrr.d fNachdr. oerd.). Wolkig und zettweiie h- ler odne welemstche NiedalDIäge bei schwachen iüdwesllicheii Winden.— Für Oeufichland: Nur im Nord- w-slen ielcht» Niederichläae. ionft vorwiegend trocken, nur in Oi'pre»neli leicht« Frost, Ionft Temperaluren am Tage üb« Null, gn Mittel- mW Süddeutfchland stellen weite noch Nachlstöst«. Auch der H«r so» mied« elpmal billig kaufe»! Srumach cschrägwiei dem votlu Berliner Dathau») veranstaltet oom 1. Februar ISA eine.Woche des terwi". Für diesen Sonderoerkaui hat die Firma aussergewiihnlich preiswerte »geböte in Serrensocken, Oberhemden, Kragen, Krawatten, Handschuhen, Stückwesten. Pullooer, llnterzeuge, Nacktthemden und Schlafanzügen herauf gebracht. Fu den KarneoalsbSLen ist das Lag« von Iheatertnkots und Thraterstrümpsen delonder» gut sortiert. Gri mach ist seit über dZ Zähren da- Hau» der Lnal'täten, machen Sie Ihren Sinkaul fesst, meine Herren! DI« Firma M. SSulmeifter am«otttusser r»» feiert heute ihr dstiährlge» SeschäftslnbilSum. Aus den kleinsten Anfängen herau» hat der letzt"Siähr ge SchneideomeiM» Schulme ft«. welcher noch heut« im Betrieh» tätig ist, das Geschäft gegründet. Stet, aon dem Geiste befeett. seinen Käufern nur dl« besten Waren zur Berfügunq ,u stellen, ließen e, ihm mäglich werden, dass sein Unternehmen Immer gresser und arSsser wurde und heute wohl zu einem b« beliebtesten Geschäfte der Knaben- unt Herrenkonfektion gehört, welch« von Ard-iterireisen ausgesucht werden. 9-si(ricU. ha-ttw.QutL• HerrftimockanA* Doppvisohl«....*i Vchlafanßug 7» rpitolOFOOtor /W V»*»chntzfuno• S£.Ätt:2fi Spoft-t-wGOarJAm rv np W£Ml%«ä|/ Rollkroaeo-.. Merrenhamdnit| sösss&sZ;| N t r r• 11• UntGrhos«. wolloomloeht. OrfiOo 4. S.• 1 ObGrhGIhdB Parkol. mtt«vot' Krsfloo Obertiamd prima PapoUn«. 4f mit Ro«ervo- III oionsohottM H• r r• 11• Unttrh*»« 4n rnkkokottzia. er.*,«»! 1 N• r r• n< ftlUW!« ,�•0�2® Unltrgamltur Art 9 mit tpoTmaseh«, jC I ■xxUoiU.Or.tz.S.all 1 1 rrGiio *,(*.4,0,011 I P i S.lbstbird« «raSOÄ CG rr• n• HlGI w«o«�WW VoWb.G-.4.0. ChiGGUhtrmt «e4«rn« Muaker. 0«:4A« 2.00. t» IN• r r•»«ck �•ä5b Harra*»«« Handrcbuha lM Abg. Gerig(Z.) und Thiel(Dnat.) versuchten, diesen vor- stoß der Scharfmacher in den Regierungsparteien als harmlas hin- zustellen. Geiwss« Hoch stellte fest, daß es das Recht der Gewerk- schosten bleiben muß, für die Jnneholtung der Arbeite rfchutzbestim- mungen zu sorgen.' Genosse Graßmonn verwies auf die Landwirtschaft, in der die Gewerbeausflchisbeamten nicht eingreifen können, also der Arbeiter aus die Hilfe der Londräte und Regierungspräsidenten an, gewiesen sein soll. Die Entscheidung über den sozialdemokratischen Antrag werde, falls im Ausschuß keine vetständigung zustand« kommt, den Prüfstein für die G e«er kschas tssreund- lichkeit der bürgerlichen Parteien bilden. N G»»»n Pul(ove ;t0!1 ortfllnol onQlifcch 8U I ß;.'.'.',::«»! i»o4«mo Muofef Iii N• rfGllo J Aq* I »irsrftw" | Udor-Ersetz.eai'o» | H• r r• n• | Handschuh« • seh lodor« Stic...... ThGaiGf- _____ r-Triaota In SoIds.F28." Referent Lehrer Ernst Goedtke. Erscheinen unbedingt erforderlich. 7..strei« E» �--------•—-•~ nntglieder dazu einzuladen.— Der Vorbereitungsnnterricht fllr die ?uaendweihe am 2b. März im Schiller-Theater beginnt am Donnerztaq, 2. Februar, von lk— l« Uhr in der Weltlichen Schule. Pestalozzi str 4«— Freitag, Z. Februar, pünktlich 20 Uhr. in der Aula der Weltlichen Schul«. Iahreeversainnilung der Freien Schulgemeinde. Lichtbildervortrag:„Ein gefahrlicher Feind der Ztindee." Reterent Simon flahenstein. 13. Ami* lempelhef Der Darbereitungsuntereicht für die Zngendmeihe am Sgnnlag, 2«. Februar, im Festfaal de» Lyzeums, Demoelhof, Germania. strohe, findet fllr Tempelhof Mittwochs von 15—17 Uhr in der Schule Werderstrahe CLehrer Witthauerl; fllr Mariendorf in der Schule«dnig. strahe Donnerstag, von.15-17 Uhr fLehrrr MIMer) statt. Anmeldungen znm Unterricht zu Beginn jeder Stunde oder fllr Semvelhaf beim Genossen WItthaner, Montenfkelstr. 45: fllr Mariendorf bei esebauee..gailerstr 31 14. Ätet» Renkölln. Donnerotag, 2. Febrriar, Ift'.i Uhr, erweiterte»reis. vorstandssshung an bekannter Stelle. henke. Mittwoch. 1. Februar: Wittenau. 30 Uhr beim Genossen Pfeiffer. Schmidtstrasse, wichtige DorstanOssitzung. Morgen, Dounerskag. 2. Februar: * SU"„Wöe�bei aMtibt», Stralauer Str. 10, Funktioniirssssunq. *. wbt. 13� Uhr bei Dobrohlaw, Swinemllnder Str. 1>, wichttge Funktionär, fissung. Erscheinen ist Pflicht. *' S64'. Uhr bei Lindner, Lehrter Str. 44. Funktionärfissung. Alle Bezirksfllhrer müssen anwesend sein. 3., 10., 11., 12. nnd 13, Abt. Die Ab teilungsleiter werben zu einer Au», gebeten 19 Gtpedition Josef, Wilhelmshavener Strasse, 27. Abt. Pünktlich 19 Uhr im Sportteftaurant, Eantionstrosse, wichtige Bor. stondssissung— Achtung! Um 20 Uhr obenbort Funltianärssssung. Nie. wand darf fehlen. M. Abt. 201; Uhr bei Valentin, Kroutstr. 36. Fiinktionärfissunq. Wichttge DagesorSnung. Erscheinen unbedingt erforderlich. Abi. Die Funktioniirssssiing fällt au». iOth Uhr bei Busch, Silsiter Str. 27, Funkt ionärfissung. Erscheinen aller Funktionäre ist Pflicht. Abt 30 Uhr bei Bartusch, Friedenstr. LZ, wichtige Funktionärssssung. Erscheinen ist Pflicht. ii- Abt. 20 Uhr im grossen Slssnngssaal de« Be,iek»amts»ernzberg, Poeck. st rosse>1, Merbereesommlnng mit Liibtbildervortrag für die Freie S»nl. gemeinde. Alle Funttionäee müssen fne einen guten«eluch Sorge tragen. 43. Abt. Die Genoissnncn und Genossen werden ersucht, sich recht rege an der cfsentlichen Elternverfammlung in der S-dulaula»raefeste. LS— LS ,n btteiliq-n. T°ge«»rdnung:„Aebriterfchaft nnd«eltliche Tstxile." Refc. rent Lehrer Fanst. 78. Abt. Siböneberg. 20 Uhr bei Sönig. Feurigflr. 5l, Sissuna sämtlicher Funkttonäer. Lichtende eg. 114. Abt. 19 U Uhr des Schwarzer, Gabriel-Max-Ste. 17, Bor» stands- und Funktionärssssung.— 110. Abt. 30 Ul>r bei Morr, Neue Bahn. hoffte. 28, SUtung sämtlicher FnnkttonSrr mit de» lauten. Erscheinen ist Pflicht.. 139. Abt. Segel. 20 Uhr im Lokal Ehriftrnstn, SchNeperstr. 60, Funktionär. fissung. Niemand darf fehlen. * 32, Abt. Die Freie Schulgemeinde des Kreises Friedrichshain veranstaltet am Sonntag, S. Februar, ein- Flugdlatwerbreitung in unserer Abteilung zwecks Errichtung einer weltlichen Schule.— Di« Flugblätter können ab Frei lag, Z. Februar, in den Fahlabendlokalen abgeholt werden. Alle Grnofstnnen nnd Genossen beteiligen sich an der Virdr:i>ui>g. Die 34. weltliche Volksschule, Lichtenberg, Schaenwederftr. 19, hält nm Sonn. tag, 5. Februar, ihre Räume zur Besichtigung offen. Alle Genossen, Zreund« und Bekannte, vor allen Dingen Eltern, welche Rinder»ur Ein lchulnng bringen, dürfen diese Besichtigung»ater Fnhrnng nicht verab- lanmen. Anmeldungen zur Einsts'..- Befichtigung von 10-13 Uhr. Bezirksausschuh für Arbeikerwohlfahri: 2. Rrei» Sicrgattrn. 8. Abt.! Freitag, 3. Februar, 19� Uhr, bei Schefsfer. Blllowstr. 58, Beginn des Schulungsiurfus mit einem Bortrag»- und Aus- fpracheabrnd:„Sinfllhrnng in die Sozialpolitti." Referontin Genossin Regicrungsrättn Hedwig Wachenheim. Alle Scnossinuen und Genosscii sind herzlichst eingeladen. >. strei, Sedding. Donnerstag, 2. Februar. 19'4 Uhr, im Sitzungssaal des Ledigenheims Echünstcotstr. 1, Schulungskursus. Thema:„Die gefundheit. lichrn Ursachen der Gefährde irr. ist vsorge." Referentin Genossin Dr. med. Käte Fronkenthal. Alle interessierten Genossinnen und Genossen sind eingeladen. 4. Rrei» Prenzlauer Berg. Donnerstag, Z. Februar, 19sb Uhr, im. Altersheim Danziger Str. 62, Schulungskursus. Thema:„Schutzaufsicht und Fürsorge. erzichung." Reserenttn Genossin Dr. Hellinger. Um zahlreiche Beteili» gung wird gebeten, 17. Ree» Lichtenberg. Freitag, 3. Februar, 194b Uhr, im Rathaus Lichtenberg, Cchnlungsknrsus. Thema:„Das Arbeitsarrichtsgesetz." Reiereirt Genosse Döring(AfA). Alle interessierten Genossinnen und Genossen sind ein. geladen. F rauenveranstaltuugen: 1. Rrei» Mitte. Freitag, 3. Februar, Igt» Uhr, im Sitzungszimmer des Bezirksamt, Mitte, E. 2. RIosterstr. 68. Beginn des Frauenturfus. Refr. renttn Genossin Klara Bohm-Schuch. 4. Prenzlanee Berg. Donnerstag, 3. Februar, pünktlich 19 Uhr, im Alters. heim Danziger Str. 62, kurze wichtig« Besprechung mit den Abteilungs. leiterinnen. krsie Sozialistisdie Hodisdinle. Sonnabend, den 4. Februar» 19 V2 Uhr im Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Straße 3, Vortrag des Gen. Prof. Dr. Alfred Grotjaho: „BevölHeniiigspolUitt und soziale Frage." Eintrittskarten rum Preise von SO Pf. sind zu haben an der Abendkasse sowie an folgenden Stellen: Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr..1 2. Hof, Ii, Zimmer 8— Buchhandlung J. H.W. Dietz, LindenstraBe Z— Verband der graphischen Hilfsarbeiter. Ritterstraße Ecke Luisenufer.— Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24-25, Oewcrkschaftshaus.— Tabakvertrieb, Insclstr. 6.— Verlag des Bildungsverbandes der Deutschen Buchdrucker, Dreibundstr. 5.— „Werktreude" BOcherstuben, Potsdamer Str. 104.— Berliner Gewerkschaftskommission Engelufer 24-25(Gewerkschaftshaus).— Vcrlagsgcsellschaft des ADGB., Abteilung Sortiment, Insclstr. 6a. S. Rrei» Friedrichshain. Dsirnerstaa, 2. Februar. IT. Ahr, r» ho» Eaottnfagn Ealen, Memelrr Str. 67, Fortsetzung des Kursus„Einführung in die Wirtschaftspolitik". Reserenttn Genossin Mathilde Wurm. 7. Rrei» Eharlottenburg. Mittwoch, 1. Februar, 19 Uhr, im Jugendheim Rosinrnstr. 4, Adteilungsleiterinnensitzung. 132. Abt. Bicsdorf- Freitag, 3. Februar, 20 Uhr. in de» Schiller- W Sälen, Rönigftr. 120. Frauenwerbeveranstaltnag. 1.„Der Rrenzzng de, P Weibe»." 2. Ansprache der Genossin Minna Zodenhogr». Einttttt». preis 30 Pf. Ratte» sind bei den Abt«iln»g»I»atti»»»re» zu haben. B Abt. 124a Mahlidori-Düb. Achtung, Genossinnen! Der fllr Donnerstag, 2. Fe» bruar. festgesetzt- Fraucnabend muss umständehalber bis auf weiteres verschoben werden. Kinderfreunde Groh-Verlia: np läuft. Mir erwarten auch regen Beiuch der senosien und Genoinnnen. Rrei, Eharloitcnburg, Gruppe Einigkeit: Heut« 20 Uhr Liederabend im Seim am Bahnhof Westend. Bitte pünktlich zu fttn.— Die Hordenfllhrer sorgen dafür, dass am Sonnabend alle Sinder der Jung, und Rote. Falken. Gruvpen pünktlich zum Basteladend im Jugendheim Rosinrnstr. 4 kommen. Rrtt» Rrevzberg: Morgen, Donnerstag, 2. Februar, 18>.r Uhr, HelfersitzuiiE im Jugendheim Rcichcnbcrger Stt. 66. Zungsozialisten: Gross. Berlin: Heute. Mittwoch, L Februar, 19 Uhr, Belle- Sllianre- Sirasse 7-1«, 3 Tr. f?dA.),»ruppenkonfettn,. Jede Gruppe entsendet ,w«r Bettreter.— IL Uhr«beudott Att>«it»a»»sch»sssitzuvg. Wichtig« Tag««ott>»»»g. Vollzählig«, Erfchriaen erforderlich. Die Kruppeuleiter werde» gebeten, die „Umfragen" ausgefüllt mitzubttngen. Gruppe Reutölla T: Heute. Mittwoch. 20 Uhr. im Raifer. Friedrich-Realgymnasium, Kaiscr,Fricdrtd>.Str. 2W. Fottsetzung der Arbeitsgemeinschaft „Etaaisaufsassungen de»>9. und 20. Jahrbunderts und ihr« Berw-ndung in. der Politik". Leiter: Studienrot Erwin Marouordt.— Gruppe Renkölln II: Keutr, Mittwoch, im sUigei'dbeim Bergstr. 29, Limmer 10, 10V, Uhr Gruppen- ongelegenheiirn, 20 Uhr Bottrag:„Sozialdemokratische Rommunalpolitik in Berlin. Rrfcrrni Max Fechncr. SPD.-Aeu erwehr: «>tt die«erfammlung am F-eitag, 3. Februar, wir» von pottaittag, 10 Uhr auf nachmittags 3 Uhr Im frlben Lakai. Rene Friebricksstr. 1. verlegt. Der De-beau,ichuss. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 39. Abt. Unsere Genossin Ann- v-berstroh, Lindenstr. 2. ist vctttorben. Ehr« ihrem Andenken! Einäscherung am Donner-bag. 2. Februar. 17 Uhr, im Rrematorwm Wilmersdorf, Berliner Strasse. Wir bitten um ��lM�«b?."Äzpe»ia. Unser Genosse«arl Schulze, Flemmingfir. 15. ist am 29. Januar verstorben. Ehre seinem Andenken! Einäsiyerung heute, Mittwoch, 1. Februar, 17 Uhr, im Krematorium Baumschulrnweg. zahlreich« Beteiligung wird erwartet._ Verantwortlich für Volitik: Dr. ffurt Geyer: Wirtschaft:«.«ingclhöfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. K. Dtfcher: Lokales und Sonstiges:?friH Rarßtadt: Anzeigen: Th. Glocke: sä mtUch in Berlin. Verlag: Lorwärts.Ver'.ag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwarts.Buchdrucker-t und Verlagsanstalt Paul Singer u Co., Berlin SW K8. Liudenstrase d. Hierzu 2 Beilagen nnd„llnttrhaltnna nnd Visse»". Verkäufe. Uckleidungislütkf. Wasct)« uiir Herren., Damen. Kleidung. Total-Aus. verkauf wegen Aufgabe. Selten gün» stlge Gelegenheit, 60 Prozent Preisnoch- lass auf Kleiber. Blusen, Kostüme, Da- men.Winter. und Sommcrmäntel, Pelze. Damen.Gummiinäntel. 50 Prozent Preisnachlass auf Anzüge. Ulster, Pale. tots, Sportanzüge. 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Gegen- wärtig sind 43 Dampfer und Motorschiffe von mehr als 19999 Lruttoregisterionen im Bau, darunter drei mit einem Tonnen gehalt von über 39 999, zwölf zwischen 29 999 und 39 999 und 33 zwischen 19999 imd 29 999. Der Norddeutsche Lloyd hat für den Nordatlantikdienst zwei Schiff« mit je 46 999 Tonnen im Bau. Die französische Schiffahrtsgefellfchast Cernpanie Generale Trans- atlaniiqu« hat kürzlich das Schiff �Jle de France' mit 43 399 Tonnen in Betrieb genommen. Die klavigarione Generale Italiana beabsichtigt. für die Strecke Genua— New York zwei 46 DOO-Ionnen- Dampfer zu bauen. Hinzu kommt dee Wettlavf um die Geschwindig- keit der Schiffe. Während die bisher«reicht« Geschwindigkeit der Motorschiff« etwa 21 Knoten betrug, soll die �II« de France' 23 bi» 24. die unter Bau stehenden deutschen Schiff« 26. die italienischen 27 bis 28 Knoten zurückleg«». Alle dies« Pläne werden überboten von der amerikanischen Brown- Bovert» Elektnzitötsgesellfchast, welche die Gründung einer Schiffahrtsgesellschaft unter dem Nomen �Blau-Band- Li»i e'(Klus Riddon Line) beabstchtigt, um zehn Turbinendampfer von einem Bruttoraumgehalt von 29999 Ton- tum und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 31 bis 35 Knote» zu bauen. Die Strecke Plymouth— bzw. Hr«— New Park soll mit diesen Schiffe» in vier Tagen zurückgelegt werden können. Di« Baukosten dürsten die nett« Summ« von 169 Millionen Dollar betragen, wozu der Staat ein großes Darlehen und später dauernde Subventionen geben soll. Die Schiffe sollen nur die I. Klasse führen und für 499 Reifend« eingerichtet sein. Schiffahrtskartelle und SarlellkvafUkte. Di« sogenannten internationalen.Konferenzen' der Schiff- fahrtsgesellschaften sind in Wirklichkeit nichts anderes als tnter- nationale Kartelle, und zwar Gebiets- und Preiskartelle, die sowohl die von den einzelnen Reedereien zu bedienenden Häfen. wie auch die Frachten festsetzen. In der Personenschiffahrt bestehen von Europa aus nur zwei solche Konferenzen, die Nord- atlantikkonferenz und die La-Plata-Konferenz, an welchen die an diesen Strecken beteiligten Schissahrtsgefellfchaften teilnehmen. In der Frachtschiffahrt gibt es dagegen eine groß« Anzahl von Konferenzen. Allein für die deutsche Schiffahrt kommen 20 Frachtkonferenzen für die verschiedensten europäischen und überseeischen deutschen Frachten in Betracht. Unter den Mitgliedern der wichtigsten Konferenz, der den Per- sonenoerkehr zwischen den nordeuropäischen Häfen und Rem Port betreffenden R o rdatlant i k t on f er« n z, entstand in letzter Zeit ein Konflikt, der beinahe zur Sprengung dieses Kartells geführt hat, nachdem einer der größten Teilnahmcr, die Ganackian Pacific, bereits seinen Austritt angemeldet hat. Die englische Cunard Line das seiner Derkehrsziffer nach bedeutendste Mitglied der ganzen Kon- ferenz, hat auf ihren Schiffen die I. Klasse in.Kabinen' umgetauft und den Fahrpreis von 85 auf 62 Pfund Sterling herabgefetzt, in der III., als Touristenklasse umbenannten Kasse, von 38 aus 3711 Pfund Sterling:— selbst wenn man Dertustpreis« annimmt, zeigen die Ermäßigungen die gewaltig« Höhe der gegen- wärtig berechnet«» Preise. Auf der vor kurzem abgehaltenen Tagung konnten die Gegen- säße vorläufig überbrückt und das Kartell um«in weitere» Jahr verlängert werden. Indessen war dos nur ein Vorspiel zu der großen Auseinandersetzung, die bevorsteht, wenn die neuen Riesen- schiff« in den Verkehr kommen und eine Neueinteilung der Schiffe durch dos Kartell— entsprechend den bei den Industriekartellen üblichen Quotenkämpfen— unvermeidlich werden wird. A. H- der Reichsbant stehende» Bankenkonsortium wird der Reichs- bahn vorerst die erforderlichen Gelder zur Durchführung de» Be- fchossungsprogramms zur Verfügung stellen Dafür übernehmen die Banken zunächst 199 Millionen Vorzugsaktien, allerdings nicht diese Aktien selbst, fondern von der Reichsbank an Stelle der Aktien aus- gestellte Scheine(Zertifikate). Dies« Zertifikate werden von den Banken alsbald zur o f f e n t l i ch c n Zeichnung ausgelegt, und zwar zum Kurse von 93� für 100 M. Alis dem Erlös machen sich dt« Banken für das Darlehen an die Reichsbahn bezahlt. Gleichzeitig verpflichten sich die Danke», in den nächsten Monaten entweder weiter« hundert Millionen Zertifikate über Vorzugsaktien zu über» nehmen, oder an deren Stell« hundert Millionen mst 7 Proz. ver- zinsliche Schatzfcheine der Reichsbahn, die drei Jahre laufen sollen. Auch die neu« Ausgabe der Reichsbank-Dorzugsaktien genießt eine vom Reich garantierte Dorzugsdtvidende von 7 Proz. Dies« muß auf alle Fälle bezahlt werden. Wenn auch die Stamm- aktlen eine Dividend« erhalten, was aber bisher noch nicht der Fall war. erhalten die Vorzugsaktien eine Zufatzdividend«. So ist zu erwarten, baß die Reichsbahn für ihre Vorzugsaktien reichlich Käufer in Deutschland finden wird. Für die Schatzscheine, die eventuell aus- gegeben werden sollen, ist der Umtausch in Zertifikate vorgesehen.— 25 Millionen Mark vorläufig gesperrte Zertiftkate bleiben der Reichs- bahn zur eigenen Verfügung. Wvm wird nicht gesagt. Für die Volkswirtschaft fft das Vorgehen der Reichs- bahn-Gesellschost von doppelter Bedeutung: Es wird möglich sein, daß die Reichsbahn ihr Beschaffungsprogramm erheblich weite? durchführt, als e» bisher schien. Das ist zweifellos für die Aufrecht- «rhaltung der von anderen verantwortlichen Stellen ernsthaft be- drohten Konjunktur ein Anreiz. Auf der anderen Seit« laßt sich noch nicht übersehen, wie der Geldmarkt auf die Anleih« reagiert. Zweihundert Millionen sind ein große? Betrag, und es ist ja bekannt, daß im vorigen Jahr die 399 Millionen-Anleih« de» Reiche» ganz plötzlich der Kopitallüll« in Deutschland ein End« gemacht hat. So handelt es sich auch bei der Aktion der Reichsbahn um ein E x p e r i- meut, dessen Gelingen oder Mißlingen wichtig« Schlüsse für die Verhältnisse auf dem Geldmarkt zuläßt, allerdings auch auf die zu erwartende Konjunktur. Denn, wird die Anleihe sehr leicht lm Inland« unterzubringen sein, dann wird es mit der Konjunktur nicht günstig stehen, denn nur«ine ungenügend beschäftigt« Dirffchaft kann so große Beträge auf die Dauer freimachen. Schwache des deuifchenKapitalmarkies. Erhöhung des Zinsfußes für die Kommonalanleih«-1925. Die Schwierigkeiten, der der Deutsche Sparkassen- und Girooerbond bei der Wslegung des ersten Teilbetrages seinrr öO-MiWonen-Markonleihe im Januar vorfand, beleuchten blitzartig die Schwäch« des deutschen Kapitalmarktes. Lei einem 7prozen- tigen Zinsfuß und einem Verkaufspreis von 923 Proz., also einer Realverzinsung von fast 8 Proz., konnten von den im Januar auf- gelegten 19 Millionen nur knapp zwei Drittel untergebracht werden, daß sich der Sparkassen- und Girooerband gezwungen sieht, für den zweiten Teilbetrag von 25 Millionen Mark, dessen Ausgabe fetzt vorgesehen ist. den Zinsfuß von 7 auf 8 Proz. heraufzu- fetzen. Die deutschen Gemeinden sind also gezwungen, auf dem schwachen inländischen Kapitalmarkt sich mühselig da« Geld zusammenzukratzeti, das sie aber nur unter besonders schweren Zinslasten erhalten. Sie sind dazu gezwungen, weil Herr Schacht ihnen den Zufluß bilkigen ausländischen Kapitals oerstopft Hot und auch noch gar nicht davon denkt, die Schleuse wieder zu öffnen. Offenlegung der Gemeiudehaushalie. Vkerielfahresberichte über Steuereinnahmen und Schuldenstand. Der«orftertd des Deutschen StOttetages hat in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen, zur Förderung der Publizität in kommunalen Fragen in kurzen regelmäßigen Zwischenräumen(zu- nächst viert«lljährlich) ausführlich«? statistische» Mate- rial zu veröffenÄichen, da« der OeffenMchkeit ein selbständige« Urteil über die Finanzgebarung der Städte ermöglichen soll. Es ist beabsichtigt, in diesen Veröffentlichungen«ingehend« Nachweise über den jeweiligen Stand der kurzfristigen und lang- fristigen Verschuldung zu gebet». Dabei sollen auch Angaben über die Verwendung der Anteihemitiel gemacht werden, ins- besondere darüber, welch« Beträge endgültig verausgabt sind, bzw. in welchem Umfang« noch Reitmittel aus den Anleihen zur Ver- fügung stehen. Darüber hinaus hat der Vorstand des Deuffchen Stödtetages beschlossen, gleichfalls in kürzeren Zeitabschnitten«ine Statistik über die Entwicklung der Steuereinnahmen der Städte aufzustellen. Die Engebnisse dieser Erhebungen sollen in einer statistischen Beiloge des„Städte tag'(der Mitteilungen des Deuffchen Städtetage,) veröffentlicht iverden. Der Aufstieg der Konsumvereine. Jedes Mitglied hat seit-1925 um 63 Proz. mehr gelaust. Der Monat Dezember de» vergangenen Jahres zeigt in der Statistik des Zentraloerbandes Deutsch« Konsumverein« von neuem, wie sehr der Dezember mit seinem Wethyacht»- und N e u- jahrsgeschäst der stärkst« Monat des Jahres ist. Gegenüber dem Monat November ist der durchschnittliche Wochenumsatz je M't- glied von 8,92 auf 9 34 Mark gestiegen, also um 1,42 Mark. Gegen- über dem Dezemb« 1926 liegt«ine Steigerung von 6.87 auf 934 Mark vor. also um 2,67 Mark pro Kopf und Woche. Daß die Konfumoerein« für die Weihnachtseinkäuf« in zunehmendem Maß« in Anspruch genommen werden, zeigt der Vergleich der beiden letzten Iahresmonot« für 1927 und 1926. Der Zunahm« von 1926 mit 1,12 Mark pro Kopf steht ein« Zunahme für 1927 mit 1,42 Mari pro Kopf gegenüber. Ein recht deutliches Bild von der verhältnismäßig rapiden Auf- wärtsentwicklung gibt der Vergleich des Wochenumsatzes pro Kopf in den drei Iahren feit 1925. Von 4,26 Mark im Jahr« 1925 fft«r auf 5,11 Mark im Jahr« 1926 und auf 5,95 Mark im Jahr« 1927 im Durchschnitt der gesamten von der Statistik erfaßten Mitglied- schaft des Zentralverbandes gestiegen. Da» ist eine Steigerung um 53 Proz. Die größte Steigerung hat in diesen drei Iahreu der Verband Sächsischer Konsumverein« erfahren, dessen Durchschnittsumsätze pro Kopf«od Woche von 3,07 aus 9,76 Mark, das sind 92 Proz. mehr, anwuchsen. Der Umsatz pro Mitglied im Verband Ostdeutscher Konsumvereine, zu dem auch Berlin gehört, ist in den drei Iahren von 3,62 Mark auf 5,28 Mark oder um 46 Proz. gestiegen. So erfreulich die Konfumvereinsbewegung in Berlin gewachsen fft, so zeigt doch d« Vergleich mit Sachsen, daß noch ein großes Feld zu erobern fein wird. Die Reichstadexziss« für die Lebenshaltungskosten(Ernährung. Wohnung, Heizung. Beleuchtung, Bekleidung und„sonstigen Be- darf") belauft sich nach den Feststellungen de« Statistischen Reichsamte» für den Durchschnitt de» Monat, Januar auf 159,8 Proz. gegen 1513 Proz. im Vormonat. Ge fft sonach um 93 Proz. Zurückgegangen. Der Rückgang Ist mt wesentlichen auf eine Senkung der Srnährungscmsgcrben zurückzuführen: insbesondere haben die Preise für Butter. Fleisch und Eier nachgegeben. Innerhalb der Bedarfsgrupp« Sletdung haben vor allem die Preis« für Schuhzeug angezogen. Di« Inderziffern für die einzelnen Gruppen betragen: für Ernährung 151,9 Proz., für Wohnung 1253 Proz., für Heizung und Beleuchtung 146 Pro».. für Bekleidung 1663 Proz.. für den sonstigen Bedarf' «üffchließlich Berkehr 155,7 Proz. Merlhelm in Breslau. Di« Berliner Warenhaus-Gefellschsst Wertheim GmbH- macht nun mit ihrer großen Filiale in Breslau doch Ernst. Wertheim hat längst in Breslau ein« Anzahl Häuf« besessen und war auf die Errichtung der Breslau« Filiale schon eingerichtet. Die alten Häuf« falle» niedergelegt, imIuni 1929 soll das neu« Hau» eröffnet werden. 40000 Angestellte treten in Aktion. Gehattsbewegung im Berliner Einzelhantel. Am 3. Zaanar hol nuf Antrag dos Ziutralverbande» der Angestellte» ewe Verhandlung mit dem Arbeit- geberverband im Einzelhandel(Brost. Berlin stattgefunden. Diese Verhandlung hat troh ihrer langen Dauer zu keinem Ergebnis geführt. Das Entgegenkommen der Unter- nehmer in der Gehaltsfestsehung ist so geringfügig, daß die Tarif- kowwissiou de» Zeotcalvcrbandes der Aagestellle» sich nicht ent- jchliesten konnte, auf der Basis des Vorschlages der Unternehmer einen neuen Gehaltstarif abzufchliesten. Der weitere Verhandlung»- verlauf führte dazu, dast der Zentraloerband der Angestellten die Kündigung des Vlanleltarifoertrage, mit lvirknog zum Zf. März d. 3. aussprach, hiermit werden die für die Auge- stellten des Einzelhandels ganz besonders schwierigen Fragen der Arbeilszeikre gelang erneut in Flust gebracht. Dl« Mitglieder de» ZdA.«erden in diesen Tagen z» den Fragen der Tarifneu geslaltung in einer Versammlung Stellung nehmen. Da e» sich sowohl bei der Gehaltsfesisestnng. als auch bei der Zkenregelnng des Manlellarifvertrages vm Fragen von überaus weitgrelfender Bedeutung handelt, zumal sie sich auf einen Verfoneu kreis von etwa 40 0 0 0 Angestellten in Berlin erstrecken, kann damit gerechnet werden, dast diese Bewegung der Einzelhandclsangesiellteu weile Kreise ziehen wird. Die arbeitende Bevölkerung hat allen Grund, den Kamps der Eiazelhaadelsaugeflelllen um GeHall und Arbeitszeil nach Kräften zu unterstützen. Der Einzelhandel hat gerade in letzter Zeil so off in der OrsfeutUchkeit zum Ausdruck gebracht, dast die Kaufkraft der großen Masse der Bevölkerung einer dringenden Hebung bedarf, dast er nun endlich einmal im eigenen Hause mit dieser Hebung der Kaufkraft beginnen könnte. Baukosten und Achistundeniag. Eine Antwori der Berliner Bauarbeiter. Ueber„Die Arbeitszeit frage km Baugewerbe' sprach am Von- togabend vor den im Baugewerksbimd organisierten Berliner Bau- delegierten der Vorsitzende der Bougewerkschost Berlin, Genofle D r ü g e m ü l l e r. Er erinnerte einleitend thiran, daß die Arbeitszeitfrage besonders im Baugewerbe stets heftig umstritten war. An dieser Frag? drohte oftmals der Abschluß von Tarifverträgen zu scheitern. Der letzte Reichstarifvertrag kam nur zustande, iveil die Unternehmer schließlich darauf verzichteten, von den Bau- arbeitern für die Sommermonate«in« längere al, die achtstündige Arbeitszeit zu verlangen. Die Bauunternehmer haben aber trotz des Abschlusses des Reichs- tarisvcrtragcs versucht, noch nachträglich chre damals aufgegebenen Absichten durchzusetzen. Genosse Dröge müller ging kurz auf die bis jetzt ergebnislosen Bemühungen der Unternehmer beim Reichs- arbeitsminiftcrium und beim preußische» Handelsministerium ein urib fem dann auf die Vorgänge in der vorigen Woche im P reu- ßischen Landtag zu sprechen. Als bei der Beratung des Etats de? Ministeriums für Loltswohlsahrt der Abschnitt Wohnungs- und Siedlungswesen und das Bauprogramm für 1Ü28 behandelt wurden. wurde von den Abgeordneten der Deutschnotionalen, der Bolkspartei und der Wirtschaftspartei die Frage der Arbeitszeit der Bauarbeiter in Verbindung mit derEenfungder B a ir f o st e n aufgeworfen. Darauf wurde diesen„gelehrten' Herren erwidert, daß man ur Senkung der Baukosten schon andere Weg« beschreiten Msse. Durch die Ausschaltung der Bermittler zwischen Bauauftraggeber und Bauunternehmer würden allein schon 50 Pf. pro Kubikmeter umbauten Raum gespart werden können, die jetzt als müheloser Gewinn den Vermittlern zufließen. Was weiter die Anfetzung der vorhandenen Arbeitskräfte und den Ruf nach Verlängerung der Arbeitszeit betrifft, so muß gesagt werden, daß kein Mangel an Laufacharbeitern herrscht. Im vorigen Jahre find in Preußen 176 000 Wohnungen und in Berlin mehr als 80 000 Wohnungen erstellt worden. Trotzdem sind bis in den Juli hinein in Berlin Taufende und im Reich Hunderttausende von Berufsfacharbeitern arbeitelos gewesen, was auch in der Denkschrift des Reichs- arbeitennnisteriums bestätigt wird. Das beweist mit aller Deutlich- feit, daß die Bauprogramme mit den vorhandenen Facharbeitern bewältigt werden können, ahne daß die Arbeitszeit»er- l ä o g e r t werden muh und daß noch umfangreichere Bouprogramme erledigt werden könnten, wenn die Arbeiten planmüßig m>s das ganze Jahr verteilt werden würden. Die Bauarbeiter denken jedenfalls nicht daran, ihre achtstündige Arbeitszeit preiszugeben. Wenn auch die Unternehmer mit ihren Bestrebungen wenigstens in Preußen vorläufig Schiffbruch erlitte» haben, so muß die Bauarbeiterschoft dennoch wachsam bleibe». Die Ausfühningen de« Referenten fanden in der Diskussion volle Zustimmung. �... j1:. Oppvsiiion im Deutichev Veamienbunö. mir Gegen die Aechtsschwenkyng. Aus Kreisen des Deutschen Beamtenbundes wird uns geschrieben: An dieser Stelle ist auf die bedenklichen Erscheinungen hin- gewiesen worden, die sich im Vorstand des Deutschen Beamte» bundes durch das Ausscheiden des Genossen Lockenvitz als Leiter der Organisauoirsobteiluirg bemerkbar gemacht haben. Auf der letzten Bundesvorstaichssitzunz, die am Freitag, dem 27. Januar, stattfand, hat der Führer der Eisenbahirbeamtenorganisation, Rusch, ohne Widerspruch zu finden, festgestellt,.daß man, wenn man ehr- >ich sein wolle, zugeben müsse, daß die Leltimg des Deutschen Beamtenbundes augenblicklich in der Hand von Aentnsmsleirtcn liegt, und daß auch die Politik des Deutschen Beamtenbundes eine dementsprechende ist.' Diese Politik hat sich während der letzten Besoldungsaktion für die breiten Massen der schlechtbezahlten Boamtengruppen verhängnisvoll bemerkbar gemacht. Zum Beweise dafür führen wir die Stellungnahme des Bundes der Reichs st euer- beamten an, die die Befoldungspolitik des Deutschen Beamten- bundcs mehrfach schon recht stark und absällig kritisiert hat. Auch der Deutsche Lehrerverein steht in starker Opposition gegen die Leitung des DBB. Dosselbe gilt für den Reichsverband Deutscher Post- und Te l« gro p h en be a m t« n, den Zentralgewerkschaftsbund Deutscher Reichsbahn- beamten»nd nicht zuletzt für den Derband Preußischer P o lize i b ea m t e n(Schrader-Derband), dessen Leiter in dieser Sitzung sehr scharf gegen die offizielle Bundespolitik vorging, die durch Flügel verteidigt wurde. Auch dem Leiter des.Komb a'. Herrn E h r m a n n, ging die Zentrums freundliche Politik des Herrn Flügel zu weit. In die gleiche Kerbe hieben auch die Vertreter des Eifenbahnbeamtenbundes. die durch das Dowm ihrer Reichskonferenz zu diesem Borgehen gegen die beamtenfeindliche Politik des DBB. bcoollmächtigt waren. Die Karossenearbeiter sotten entscheiden? Gn Vergleichsvorschlog über die töhae. Die Berliner Lorofieriearbeiter hatten vor kurzem mit er- drückender Mehrheit«inen Schiedsspruch abgelehnt, der an, l. Februar in der Spitze für die Facharbeiter eine Lohnerhöhung von 8 Pf. pro Stunde und eine Erhöhung der Akkorde um 6 Proz. vorsah, mit einer Laufzeit bis zum 31. Oktober ix I. Die Ablehnung erfolgte hauptsächlich wegen der zu langen Geltnugsdauer des Lohntarifs. Der Schiedsspruch war auch von den Unter nehm ern abgelehnt worden, weil nach ihrer Auffaflung die im Schiedsspruch vorgesehene Lohnerhöhung für ihre Betriebe„untragbar' sei. Der Vorsitzende de« Schlichtungsausschusses, Geroerberot Körner, hat daraufhin die Parteien zu gestern nachmittag noch. maks zu Verhandlungen eingeladen- Roch läng««, Verhandlungen macht« er schließlich ew«,� Beegleechsvarfchlog, der im 'v�enMchems siegend«» befägl: sf*'. Die bisherigen" Löh,« und Akkord werden mit Wirkung vom 1. Februar um 5 lstroz. und mit Wirkung vom 1. September um weit«« 2 Proz., insgesamt also um 7 Proz. erhöht. Außerdem gilt vom 1. Februar ob für die Facharbeiter der Gruppe I ein Mindeste instellimgsl ohn von 148 M pro Stunde und vom 1. September ab von ILO M. Die Akkordbasis beträgt für dieselben Fach- arbeit« ab 1. Februar 1,10 M. pro Stunde und ab 1. September 1,13 W. Hinsichtlich der Tariflöhne d« übrigen Gruppen soll es für die beiden Zeiträume bei d« bisherigen Prozentualstaffelung bleiben. Das Abkommen soll bis zum 31. Dezemb« gelten und sich jeweils um drei Monat« verlängern, wenu es nicht vi« Wochen vor feinem Ab- lauf gekündigt wird. Die Erklärungsfrist für diesen Bergleichsvor- schlag wurde auf den 2. Februar, nachmittags 4 Uhr, festgesetzt. Mit diesem Dergleichsvorschlag beschäftigten sich gestern abend die Funktionär« der Berliner Korosseriearbeit«, die es ab« ab- lehnten, über die Annahme od« Ablehnung de» V«gl«ichsvorschlag«s zu entscheiden. Sie beschlossen vielmehr, daß über dies« Frage die Karosferi carbei t« selbst entscheiden sollen. Zu diesem Zweck wird ein« Vollversammlung für alle freigewerkschaftlich organisierten Karossenearbeiter der Betrieb« einberufen, die dem Karosierie- kartell angeschlossen sind. Die Versammlung findet am Freitag. nachmittags 5 Uhr, in Boekers FestsAen, Weberfwaße 17, statt. Die KPD. gebranömartt durch ihre Mitglieder Ginstimmiger beschloß der Gisenbahaer. Die Eisenbahner waren schon imm« ein gesuchtes Objekt für die KPD. Um sich die Herrschast über sie zu sichern, war die KPD 1923 auch vor d« gewerkschaftlichen Spaltung nicht zurückgeschreckt. Von der kommunistischen Organisation ist zwar nichts übriggeblieben, ab« die Berliner Eisenbahner müsien zum Teil noch heute unter den Folgen d« gewerkschaftlichen Schwächung leiden. D« offene Mißerfolg ihr« selbständigen Gewerkschaftsarbeit veraillaßt die KPD., unter dem Namen„Opposition' im Trüben zu fischen. Alljährlich im Januar, wenn es z» den Reuwahlen kommt, geht domi die Kommunistische Partei«ms den„oppositionellen" Dummenfang. diesem Jahre hat sich die KPD. mit de» Eisenbohnern bei den Neuwahlen zur Generalverjamnllung ein besonderes Stück ge- leistet. Sieben den altbekannten kommunistischen Walzen war die Oppofilivtwparole„jVr Verrat der Reformisten im letzten Jahr'. Nun war ja dos letzte Jahr wirklich kein erfolgloses für die Eisen- bohner. Ab« was schadet es? Die KPD. spetuUert eben auf die Interessenlosigkeit und Unwissenheit. In ihr««cht moskowitiscken Verleumdungssucht riß die„Opposition" ab« auch alle Beschlüsse der Berlin« örtlichen Derbandskörperschaften herab, obwohl auch die der Opposition angehörenden verantwortlichen Funktionäre die Beschlüsse mitgefaßt haben. M» mateftertt Mmtermatbmg tormfc« diese» Borgänge»>» möglich vorübergehen. So einmütig, wie sie die Beschlüsse Im Vorjahr gefaßt hat, hat sie auch gegen den offenen Verrat der KPD.- Fraktion Stellung genommc» und s olgenden Beschluß gefaßt: „Zu den m den letzten Wochen von einer sogenannten Oppo- sttinn in Wort und Schrift erfolgten Angriffen gegen die Orgoni- sotion nahm die«weitcrte Ortsverwaltung am 27 Anwar 1928 Stellung. Sie erklärt, daß die Taktik insbesondere bei den letzten Bewegungen« i n st i m m i g von der erweiterten Ortsoerwaltung beschlossen und den vorhandenen Möglichkeiten durchaus ange- paßt war. Die jetzt aufgebrachten gegensätzlichen Behauvtungen« n t- sprechen in keiner Weis« den Tatsachen und sind nur geeignet, die Organisation auf das cinpsindlichste zu schabt- gen. Die erweiterte Ortsverwaltung weist diese Angriffe aus dos entschiedenste zurück und erwartet auch von jedem Berbondsmit- glied, daß es den unberechtigten Angriffen ganz energisch ent- gegentritt. Funktionäre und Mitglieder, die zukünftig solchen durchsich- tigen Treibereien nicht entgegenarbeiten od« gar Vorschub leisten, werden satzungsgemäß zur Rechenschaft gezogen.' Rahn, Paul, Meißner, Weber, Vogel(SPD.), Trinks(KPD.). Janke(KPD.). Schiemenz lKPD). Ficht(KPD.). Roesftl. Paulick, Lorsdorff, Alb. Schulze, Szelinkskr). Schwensen. Waack, Hinrich, Friedrich, Alb. Schmidt, Lieske, Guse, Wilh. Schmidt, Bonatzy, Mietz Laß, H«old, Grübler, Johl, Heyne. Winkler, Schäl«, Jas«. Also auch die Mitglieder d» Kommunistischen Partei gestehen den offenen Betrug d« KPD.-Fraktion den Eisenbahnern gegenüb« ein. Best« kann das Verräterische dies« sogenannten Oppositionsbcwegung nicht gekennzeichnet werden. Es wird ober an d« Zeit, daß auch in den Betrieben die sogenannten Oppositionellen etwas schärf« unt« die Lupe genommen werden. Llrwahl der Sattler, Tapezierer, portefeuiller. Jedes Jahr, werai die Wahl der Geschäftslettimg bevorsteht. beginnt die emsigste Maulwurfsarbeit der Kommü- nisten. Der sehnlichste Wunsch, die Ortsoerwaltung zu ein« kommunistischen Filiale zu machen, treibt zu den äußersten Anstrengungen. Flugblätter üb« Flugblätter, gezeichnet von dem kommunistischen Landtagsabgeardneten Kaspar,»«den besonders imter den Arbeitslosen zur D«teilung gebracht. Denn die im Beruf herrschende Arbeitslosigkeit ist notLÄich auch das W«k fcr bösen Reformisten. Auch glaubt man hi« den besten Boden für lügenhaft« Propaganda zu Hadem Kennzeichnend ist es auch, wie wenig wählerisch man bei der sogenmmten Opposition bei der Aufstellung der Kan- d i d a t e n gewesen ist. Zum erstenKassierer stellt man einen Kollegen auf, d« erst vor wenigen Wochen wegen Verbands« fchäoigung eine Rüge«halten hat; als zweiten Kas- sierer«inen Kollegen, der rückständige Beiträge vom Sommer mit d« ausgezahlten Weihnochtsunterstützun« begleicht. Diesem ganzen Spuk heißt es ein Paroli zu bieten. Alle Mit- alied«, denen es ernst ist mit gesunder gewerkschaftlicher Arbeit. treffen sich heute, Mittwoch, abends 7 Uhr, im Gewerk- schaftshaüs, Saal 1. Keiner darf fehlen! Ein Notschrei aus dem Saargebiet. Appell der Sozialdemokratie aa die ZieichsregienmA. Saarbrücken. 31. Januar Die Sozialdemokrat tfche Partei des Saargebietes hat den Reichskanzler Dr. Marc tsl«graphisch um die sofortig«(5mb«rufunfl des Saargusschttffes ersucht und gleichzeitig darauf hingewiesen, daß die ongednzhte Eirklasiung von über 4000 Soarbergarbeitern durch die Erhöhung der abgenommenen Saarkohlenmenge verhindert werden müsse. Auch die Zentrumspartei hat im gleichen Sinne an den Reichskanzler telegraphiert. Gehaltstreit in der oberfchlefifchen Schwerindustrie. In dem Geholtsftreit- der Angestellten d« oberfchlesischen Schwerindustrie haben heute die Parteien vor dem Vertreter des Reichsarbeitsministeriums mehrere Stunden verhandelt. D« D«- treter des Reichsorbeits Ministeriums machte schließlich einen Vor» schlag, die Gchaltsjrage in folgender Weife zu regeln: S Proz. Zu- schlag für die Zeit von Januar bis März 1928, 6 Proz. von April bis Juni und 7 Proz. von Juli bis September 1928, zu welchem Zeit. punkt der Tarif erstmalig gekündigt werden kann. Den Parteien ist ein« Ertlärungsfrist bis zum 6. Februar gegeben worden. abrit u»i»«nml, SetUnbae» 3. Februar, nach Arbeitsschluß, ffrotiicmsfiimmz der SPD..Genossen bei M Meurer, Waldschlößchen, Sechol. Alle schichtsmeu chenois-il müssen" erscheinen. Ter Frattinnsnorftand. Iagendgrnvpe de, ZdA. Heute, Mittwochs IS'.-- Uhr. fmden solsenbe Der. onflnltunflcn statt: Bezlr, Wedbliiq.tSesunSbr-ua-n:?uq»ndh«ia cchbnsiedt. ftrastf l(Lediqenheim, 5 je.). Geiippelrbes vrechung,«rnschlleöend Desuch äez Werbedezirks.-«wd Spandau: Zugcndheim Lwdenufer t. ArbeitsgMeia. schaft:..llugeudbewcgung— Ardeiterbeiveauna"(felhmfl; Michaelis).— Peziri Nordwest: Realgymnasium Echlesmiger Ufer It..�imdeiprrchuu�. Aufstmunq des Märzprogramm s.— Bezirk ReAköllu: Wir hte �Bcrfammlung bes Werbebezirls.—«chtn-g, neu. Sruppel«ejirt Luhten�rg U- Zugenbbeim choßlerftr. HD(nahe Rubolfplat). Poeiea«:.Der Bauerulrieg lDr. Schllttch. - Vezirk Osten: Insendhrim Litauer Str. IS. Ansipracheabend über»Reform. bemg�r««i»ed96ott,ii,nen» Sroß-Bertin. Heuw. Mittwoch, lBi Mr. tagen die Gruppen: gentrnm: Jugendheim Aehdenxter Str. 24—2» Heiinbesprcchuu.q. Ohne Berbandsbuch und Helmauswei? kein Autiltt.— Rordrmg! Jugendheim Gberswalder Str. 10, Zimmer 12. Heimbesprechung. eontrolle der? erdend». düchet— Weißense«! Gruppe,: heim Pantstr. ZK. Vortrag:»Uolleltwismus bce Juaend."— Zieukölln: Jugendheim Rcrgstr. 2S, Hof. Heimbesprechung. Drett. spielabend. Bcrbaudsbücher und Heimausweis« Mitbringen.— Süden, Süd- westen: Stiidt. Jugendheim Dorckstr. Ii. Seimdesprechung. Lustiger Ad-iw. Verbandsbuchkontrolle.— B-nmsch-lcnw«,: Jugendheim Ernststr. 15. Reihen- nortrag:»Arbeitsrecht."— Zügen dpcranftaltnng in der stultitradteilnng de» TM?., Linien ltr. S3—9S, um J# Uhr. Ans dem Programm:»Ferdinand Lassalle".— Oftkreis-Iugendlnrsur: Schul« Diestrlmeyerstr. ö.»Gcwerkschast- Ilch« Jugendarbeit." Berband der Gemeinde-»nd Staat« rbeiter. Brauch« Gamnerkc. Donners- tag. 2. Februar,>s Uhr, im Saal de, Verbandshausen, Berlill 3t. 24, Johannis- Itroße 14— tZ, Funltionarversammlung. 1. Jahresbericht, 2. sl Wahl der Branche, d) der Tari Kommission, Z. Betriedsangrlegenheittn und Verschiedenes. Erscheinen aller Funktionäre ist Pflicht. Dir Branchealcttnag. XitdevStir- t»ei Nieren-» Blasen-, Harnleiden Fwlilnger Tcisandste le. Berlin SW II SchÖcebergcr Str. a» TeU Lützow 8261-61 Oer Jubiläums- Verkauf zu beispiellos billigen Preisen hat begonnen M. Schulmeister Mittwoch 1. Februar 1925 Unterhaltung unö AAissen Beilage des Vorwärts Der Paragraph. Von Hans Wieland. Zwölf llhrl Die Glocke lchrUlt durch die Galerien der ein- zeln«: Flügel, in den Zellen oerftunnnt das eintönige Lied der Arbeit. Und die Insassen, die Allen und die Jungen, die int Verbrechen ergrauten und die Neulinge auf der schissen Ebene des Lasters, sie spülen den Arbeitsstanb von Händen und Gesicht, ent- nehmen dem Wandschränkchen den Eßnapf und harren der Mahlzeit. Mit einem Mole ist es still geworden in diesem Haust. Still? Schon immer gibt es hier einen Ort, wo sich die Still« ein ständiger Gast weiß. Es ist eine traurige Ställe, das Lazarett des Gefängnistes, mit feinen eisenvergitterten Fenstern, den gvaugetünchten Wände», den langen Reihen uniformer, eiferner Vettgestelle. Eine troimge Stätte! Und die Krankenl So erdfahl die Gesichter, so müde, so ve» lassen starren die Augen in die kalte Leer« des Raumes. Kein Laut wird hörbar, als die stöhnenden Seufzer des Schmerzes, der Ungeduld. Was ist die Qual der ltrmrkhett gegen die Qnol der Host, zu der sie mis Monate, auf Jahre hinaus verdammt find! Ja— es ist ein« traurige Stätte. Das scheint auch die Dezembersonn« zu empfinden, die durch die Mattglas igen Scheiben hineinbliitzell. An der gegenüberliegenden Wandfläche cricheinen schentenhast die Schatten der Eisenstäb«' Rur stir Sekunden, dann fließen sie wieder ineinander, und die Wand ist wie vorher grau und kalt. Selbst die Dezembersonne ist hier unbehaglich. Wer könnte sich hier wohl auch wohlfühlen? Da vernimmt man Schritte aus dem Flur. Die Wärterin erhebt sich von ihrem Mbch: die Kran««««ehe» setzt auf die Tür. Zwei Herren treten ein. Der eine grauhaarig, mit satten» reichem, bärtigein Gesicht und dunkler Hornbrille vor den streng klickenden Augen, der andere hoch und schlank gewachsen, mit jugetriv irischen Zügen: der Gefängnisarzt und fein Assistent. llnd sie gehen van Bell zu Bett, bei der einen nur stüchtig, bei der anderen länger verweilend. Wie die Kranken aufhorchen bei jedem Worte des Arztes! Di« fie in seinen Augen, in seinen verschloffenen Zügen zu lesen suchen! Rur nicht sterben hinter diesen Mauern, nur nicht begraben «erden al, Ranrenlose, auf dem Friedhof der Verrufenen. Di« Stimme des alten Herrn klingt rauh und barsch;«r wirft »on Zell zu Zell seinem Begleiter einige kurz«, nur diesem ver- stündliche Worte zu, die diestr aus einem Notizblock verzeichnet. Run stehen sie vor einem Bett, in dem eine hagere Fmn Legt. Der Mund ist weit offen; ihr Atem geht schwer und longfom. Tfieberrib« Röte aus ihren sohlen, bleichen Wangen und kalter, groß. ttopfiyer Schweiß auf ihrer Stirn, und das Haar in wirren Strähnen daran klebend. Der«echte Arm hängt schlaff am Bett herunter, der andere liegt quer über der Decke. Wie die beiden vor ihr stehen, schlägt sie für einen Augenblick Me müden, schweren Lider aus, dann senkt sie sie wieder. .Run. Fron Herlrn, wie befinden Sie sich?" llnd nun klang die Stimm« des alten Herrn so ganz ander» tfß vorher. Fast talnohmsvall. Die bkusteeren Lippen der Kranken hatte« sich wie znr Antwort bewegt. Aber kein Wort war darüber gekommen. Der Arzt fühlte ihren Puls. Er weiß, daß fie keinen Tag ««ehr zu leben hat. Der Morgen wird kommen und mit ihm die Erlösung für die Bedauernswerte. Di« Fnm tut ihm fast leid, ihm. dessen Brust gestählt fft geg» ««ichherzig, Rührungen, der hier fett zwanzig Iahren die Getan. yenen kranken und sterben gesehen. Er Holl ein Buch aus der Tasche und blättert darin: »Frau Berta Herfm, geb. Schneider, Ehefrau. Zwef Jahre Gefängnis...§ 218!* lind macht mit dem Blefftist ein Kreuz dahinter. Die alle, traurige, ewig neue Geschichte. Die Geschichte einer Frau und Mutter, die aus Verzwenllrng diesen Schritt getan, nm dem unschuldigen Würmchen den Hunger und das Elend ihres jämmerlichen Doseins zu ersparen. Zwei Jahre Gefängnis! Zwei Jahr« lebendig begraben! Zwei Jahre getrennt von dem geklebten Mann! S'e hatte nickst gemurrt, nickst geklagt: sie war fleißig, b». scheiden, wunschlos. Aber in den fürchterlichen, grabesstillen Nächten nagte in ihr um so gewaltiger die Verzweiflung und zehrte an ihrem Lebensmark. Und die Zeitnioschm«. so rasend schnell im stetig wechselnden Getriebe außerhalb dieser düsteren Mauern, so erschreckend träge tnnerhalb— sie hotte weit in das zweite Jahr hinein ihren Lauf vollführt, als die Gefangene an der Schwelle der goldenen Freiheit das eiserne Vettgestell in ihrer Zelle mit dem Krankenbett ver- tauschte. Und wieder klagt sie nicht. Sie weiß, daß sie dem Schicksal nicht entgegentreten kann... Die Tür hat sich hinter den Aerzten geschlossen. Das bleierne Gespenst der Langewetle schwingt sich wieder aus den Thron. Ringsum fft es still— totenstill. Und der Abend kommt und geht. Mitternacht ist längst vor- übet. Die Uhr der Wärterin weist die dritte Stund«. Derselbe Ort, dieselben Gestüte r. Die jung« Frau lebt noch; aber das langsame, schwere Atmen fft zu einem Röcheln geworden. An der Seite des Bettes sitzt«w« Kronkenschwester, lltwer. BKrnbt blickt si« tn der Sterbenden wachsbleiches Gestcht. Um die Frau tuts ihr weh. Da schlägt die Krank« die Augen auf. „Schwester Melitta... nicht wahr... mtt mir... geht» z» Ende?" Diese antwortet nicht. Sie kann nicht. Em inniges Mitgefühl beraubt sie ihrer Sprache._ Di« Kranke hat die Augen wieder geschloffen; die Brust«beitet heftiger. Plötzlich wirst sie den S°pf herum. „Schwester Melitta... wemu.. wenn ich... tot bin... sogen fie... meinem Mann... daß..- Ein furchtbarer Hustenansall verschlingt das wettere. Schrill Reffend klingt das aus der Brust hervor. Die Adern schwellen hoch auf am Halse, an der Stirn; die Augen drohen aus ihren Höhlung«» PI springen: die Finger krallen pch in die Decke.., � Endlich legt sich der Husten. Ader da» Röcheln klingt fort, nicht mehr leise, sondern laut und tönend. Die Krankenwärterin hatte zu wiederholten Molen noch der Tür geblickt, als erwarte sie dort jemand. Wenn die Arme jetzt stürbe... Die Tür wird vorsichtig geöffnet, urtt» der Kopf einer anderen Wärterin drängt sich durch den entstandenen Spall. Die Krankenschwester winkt hastig. Die Tür wild ausgestoßen, und aus der Schwelle erscheint ein Mann. Wie angewurzelt bleibt er dort stehen und läßt die Augen irrend mtd bangend derrch den wetten Raum gleite». Und dann sieht er sie, die Arme, die Dedaueinswerte, sein Weib, sein Lest«», sein Teuerstes. Er eilt auf fie zu und ergreift ihr« mager«, knochige Hand und drückt sie an seine Lippen. Und noch einmal öffnen sich die Augen der Sterdeickten. Der starr«, glasige Blick irrt umher: an der weißgetünchteu Deck«, über die grauen Wände und dann... Alles Leben, welches den Körper noch erfüllt, finnmekt sich setzt in dem einen Blick, der leuchtend in den müden Augen aufflammt. Mtt gewaltiger Kraftanstrengung stützt sie sich auf den Hönde»«ff, joder Nerv in diesem fahlen Antlitz fft angespannt: „Wein Mann— mein Otto!* Kraftlos sinkt fie zurück. Ein schmerzhaste, Lächeln fickiet sich zwifchen ihren fahlen Wangen. Ihr« Augen schließen sich... Der Mann wirst sich«ff die Knie. Tränen stehen ihm w de« Augen, er bittet und beschwört sie:„Nicht sterben— Berta— nicht sterben— bitte— bitte!* Aber vergebens! Es ist zu spät! Der Paragmph hat sein Opfer gefordert... Johannes Dehmke. Der«teste der lebenden deutsche» Philiff o phev feiert hatte in Marin mg a. d. Lahn sein«« 80. Geburtstag. Er Hot die philosophische» Grundbestirnmungen wie Gefühl, Empsindung, Wahrnehmung. Vor- stellung, K« griff, Urteil— die sogenannten spezifischen Fachaus. drücke, hinter denen die philosophischen Taffachen verborgen sind, mtt so scharfer Lupe wie wenige vor ihm untersucht und mtt seiner analytischen Metbode gerade dem ungelehrten Laien brauchbar« Werkzeuge zum verstehenden Lesen philosophischer Schriften an die Hand gegeben. Daß er Fremdwort« vermeidet, ist kein« Deuffch- tümelei, sondern pädagogisch« Gewiffenhaftigkeit. Er hält die sogenannten Termini für so stark mtt Borurteilen belastet luud weist die Vorurteile nach), daß er ein« teilweise oigeit« deutsche Terminologie einführt. Rehmke fft Wellmonist aber Wesensduolist:« lehnt also jede zwette oder Hinterwev als„nicht gegeben* ob, aber er findet im Gegebenen Überhaupt zwei völlig von einander verschieden« Einzel- wesen vor: Da» Ding(Raum, Körper, Ausgedehntes) und das Bc- wußffein(Wissen swefen oder Wissendes). Was wir lebendige Wesen nennen, sind allerdings nicht wieder Einzelwesen, sondern Wirkens- einheiten aus den beiden Einzelwesen Bermißtstin(Seele) und Ding (Leib), zum Beispiel. her Mensch. Eine erdrückende Last von Beweisen hat er für diese Lehre in ferner„Philosophie als Grund. miflenschaft* und dem Lehrbuch der ollgemeinen Psychologie* (3. Auflage 1926) ausgetürmt, und als Propädeutik gewissermaßen steht vor diesem immerhin gewalligen und ganz originellen Werk die.Logik oder Philosophie als Wiffenslehre*. in dem gegen ein« uralte und heilig behütete Tradittoit ein unerbillllcher Kampf ge- führt wird. Er hat"begeisterte Anhänger und heftige Gegner, aber niemand streitet ihm durchdringende Kiarhett, Rücksichtslosigkett und Tics« ab. Möglicherweise wird seine Bedeutung erst in Zukunft deutlich werden: seine Widerlegung der Kanttschen Philosophie im Mtttelleil der„Grundwiffenschost* jedenfalls— wenn sie. wie es heute den Anschein hat, in ihren Hauptzügen zutrifft— würde fast drei Jahrtausende philosophischer Forschung erschüttern. Johannes Rehmke ist am 1. Februar 1848 als Sohn eines Volks- fchullehrers in Elmshorn bei Hamburg geboren, studierte Theologie und Philosophie in Kiel und Zürich, wo er mtt Friedrich Albert Lange befreundet war, wurde dann Lehrer in St. Galle» und 1885 Professor in Greffswald. Erst 1921 schied er aus dem Amt. Im Jahr« 1918 begründete der Schreiber dieser Zeilen gemeinsam mtt Ilse Reick««nd Erich Heyde die Johanncs-Rehntke-Gesellschost, die in ihrer Zetffchrift„Die Grundwissenschaft* seitdem dos Erb« des Meisters bchütet. Im Verlag« Teutmer ist in der Sammlung .Aus Natur und Geisteswell* eine gute Einführung unter dein Titel „Grundwiffenschastliche Philosophie* von Johannes Erich Heyde «schienen. Dr. Hermann Borchardt. Die Urgeschichte der Zahnen. Di« Fahne als ein Sinnbild staatlicher Macht, dos Ehrfurcht fordert, fft uns allen heute eine Selbstverständlichkeit. Aber wie ist ein« solche Stange mtt einem Tuchfetzen daran zu dieser De« deuttmg gelangt? Dafür bieten die neuesten Ausgrabungen in Indien eine intereffante Erklärung, die zugleich eine Lücke in unserer Kenntnis der allen Kulffymbole schließt. Unter den Funden, die man zn Mohetrjo-daro aus der indischen Urzell vor 5000 Iahren macht«, gehörten auch„vier Standarten. die von Männern aufrecht getragen wurden, jede mtt einer Totem- figur geschmückt, die den bekannte» Totemstandarten des alten Aegypten ähneln.' Das Totem, das Sinnbild des Stammes, das noeh heute bei den primitiven Völkern eine so große Rolle spielt, war also ursprünglich der Gegenstand, de:» man Verehrung eitt- gegenbrochte. wenn es, hoch aufgerichtet auf einer Stange, vorbei- getragen wurde. Der engliscke Archäologe G Elliot Smith weist in den„Times* aus die Aehnlichkeit der ägyptischen Totemsiaudarten mtt gewissen Kultgegenständen hin, die oon den Inseln des malaiische» Archipels stammen und im Leydener Museum bewahrt werden. Es war aber bisher schwer.zu erklären, welche Zusammenhänge zwischen den altägypttscheti Standorten des vierten vorchrist- liclKN Jahrtausends und denen der heutigen Indonesier bestanden. Dieses Geheimnis wird jetzt durch die altindischen Tvtemstongen geklärt, und zugleich wird auch die Tatsache verständlich, daß die Deffiguren der allägypttschen Standarten zu der mythischen Fourn Indiens gehören. In Indien also halten wir die frühsten Urbilder unserer Fahnen zu suchen. Die Standorten mit dem Totem waren nickst nur das Simtbifd des Stammes, sondern zugleich das des Königs und seiner göttlichen Ahnen; Ist: wurde als ein beseelter Gegenstand betrachtet, mit dem Glück'und Reichtum der ganzen Gemeinde und jedes einzelnen zus tmyterching. Wir halten also hier den Ursprung für die Heilighaltimg der Fahne, die gleichsam das Glück des ganzen Landes verkörpert, Am den Krakatao. Von Franz Friedrich Oberhauser. Z» der euildaftwtze.«m-schr» Sem-nd Srnettm. liest i» tzrfelnalJon Srclato«,»wer der g-sShrluhst-n»ultan« der Sw-. In wn letzten Tegt-n ist wieder eine gesteizert« Tätigt-it fdt- (KltcHt worden. Zu erinnern ist an den(trotzen Ausbruch im chriire 1883, de gen Jtermüfhiwn bis noch So»«»nd öumatr« reichten. Der Segler hatte, van Snntnsn konmtend. m ciner ruhigen und Pillen Fahrt unter einem scharfen, blauen, inditchen Himmel die Westküste von Java errei cht. Die Segel waren halb gerafft: dte ge- fährlichen Pranken der Korallenrifie. die knapp unter dem Wasser lauerten, oerlangten eine genau« Kenntnis des Meeres. Barfufrg stand der javanesische Loff«—«in»einer, zäher, dunkelbrauner Mann mtt einem kraushaarigen Kops und pfeilschnellen, scharfen Augen— am Steuerrad. Ein Maler hatte während der Fahrt die Strandbilder skizziert: flache Sanduser mtt wenigen hohen Palmen und einem schmalen, aus das Land gezogenen Boot. Plötzlich hörten wir ein fernes, klares, dünnes Rollen. Dann sahen wir draußen in der Ferne Berge aus dem Waffer steigen. wie halbgeöffnete Schirme, mtt Rinnen vrrt Fallen. Das waren die Vulkanberge, die unter dem Meere mit dem Festland in Der- bindung stehen. Wenn olle alten Kulturen des Ostens, all« Tempel uub hundert« klein« Inseln verschwinden würden, ein« Rotte von Vulkanen würde bleiben. Sie haben dieselbe Sprache wie vor Jahr- taufenden, dasselbe Grollen erschüttert die Erde und das glühend« Herz fft dasselbe geblieben. „Poele Krakatao!" sagt der Javanese und zeigt in die Fem«. In einer schwachen rote« Farbe schimmert der Vulkan aus der Weite herüber: Poele Krakatao, wie ihn die Inselbewohner nennen, eine Kette von kleinen Felstegsln mtt sich ziehend. Man rechnet ihn zu den Vulkanen Javas: er fft der erste von den sechstausend anderen des Jnfellandes. In sich versunken, lauern sie hinter de, dichten Wäldern, hinter blauen einsamen Seen, in seltsam roten Mänteln. Manchmal steigt ein dünner Rauchring aus dem Krater und hängt lange Zett an den zackigen Rändern wie ein« verde rbll che Krim. Sie bedeuten für die Eingeborenen die bösen Geffter, deren Nomen sie tragen. Immer wieder kommt man, durch Java oder Sumatra fahrend, an Vulkanen vorüber. Aus dem Meer« steigen sie auf und wenn sie auch gewöhnlich stA und untätig find, eine» Tages beginn«, die kleinen Hügel zu donnern und zu grollen. Di« Größe des Krakatao erschüttert nicht. Ab« sein« Gefährlich- kat fft auf den Sundamseln bekannt. Die kleinen Gesteinsmaffen, die Hunderte oon Metern in die Lust geworfen werden— was be- deuten Zahlen in der Endlosigkeit des Ozeans!— fallen meist in den Krater zurück und veriegen sein« Oesfnungen. Eine Explosion ist die, Folge und d»» ist die Gefahr des unscheinbaren Buttons. 1 Einsam und still, gefolgt von den niederen Felskegekn, die immer kleiner werden, lag er draußen in der See. Man sieht kaum zu ihm zurück. Interessanter sind die Brondungsn, denen wir jetzt näher- konvrnen, der Schaum des Wassers, der über die rötllchen und gald- gelben Felswände der Küste» schlägt. Ein unbffchrdblihes Orchestrieren der stürmischen Gewässer imffäumt unsere Fahrt. Immer noch sahen wir den Krakatao mtt dem zerrissenen Kegel- spitz und immer noch sahen wir die kleinen rötlichen In selchen, die Gruppe der„DerlaffenheU*. die sich ab« regelmötzig einmal wah- rend eines jeden Jahrhunderts mit Gewalt zur übrigen Welt be- kennt. Dann strömen die eruptiven Golfe zu den Eilanden, über sie hinweg zu den Küsten Javas und Sumatra», legen die Palm- wälder nieder und tragen die Eingeboren«»!» rf er fort, lind die See ist voll von kleinen hellfarbigen Bimssteinen. Ein hellweißglühendes Licht hängt Tag und Nacht am.Himmel über der Sundastroh« bis weit hinüber zu den großen Inseln. Dann flüchten die Eingeborenen in dos Innere des Landes, ver- laffen ihre Fischerdörfer an den Küsten und suchen Schutz zwischen anderen Bergen, m Tälern, die— zwischen Vulkanen liegen! Wir hotten die Hosendämme von Tandjeek Priok erreicht und bald sührte uns der holländisch« Zug durch die tropische Landschaft. Zlus den Strömen gleiten die Bambusflöße nach dem Hafen zu. I, den Eingeborenendörfern kann man stundenlang den Frauen zusehen, wie sie einen Sarung baliken. Sie machen es in einer Art, die wohl nirgends kunstvoll« und unbeschreiblicher zustande gebracht wird als zwischen diesen«insache,, von einem heftigen Windstoß zer- reißbaren Hittten. Rot mff Blau in kunstvoll und zierlich geschwun- genen Linien sind diese Muster gezeichnet,«in« Arbeit von Monaten und Iahren. Eine halb« Stund« weit« hoben wir die Gefahr der Vulkane vergessen. Ausgetauscht mtt einem Tropengarten, einem der gepfleg- testen und schönsten botanischen Gärten der Erde: der Garten von Butten zerg. Ein« dunkle, dämmerige Allee von Kanarienböumen, dann eine Allee von Palmen, dazwischen.Schlinggewächs«, mtt wwcktervollen Orchideen. Zwischen breitästigen Feigenbäumen, auf den Teichen, zwischen den hochstrahligen dünnen Wassern der Springbrunnen Lotosblumen und unübersehbar die Victoria regia! Im Hintergrund verblauend ein Feuerberg, der sich ttn lichtroten Mantel wie ei» verzauberter wilder König im unbeschreiblich blauem Spiegel de» Bergs«? spiegelt. Sicher, hier ist Natur: ihre Sprache folgt nur den Gesetzen der Elemente. Am lautesten rauscht der Bergstram herauf, hemmtkich in feinem Ungestüm, eindringlich und kräftig, und wir all« verstehen seine große laute Sprach«, er übertönt alles und er sagt nichts anderes als«um« nur das eöw, atex ewige Wart: Wettset I\ Centralbode/v Preußische Central-Bodenkredit-Aktiengesellscbaft Die neue Emission unserer 87« Gold-Komm.- Slhuldverschreibunaen vom Jahre 1927 mit ApribOktober-Zinsen Vach VreuB. Gtsth mnlldtlßchtr ist an der Berliner Börse zugelassen und wird bereits amtlich no.- tiert. Wir legen davon 5 000 000©OtömÖff zum Kurse von 95/60% — abzügl. Stückzinsen vom Abnahmetage bis 1. April d. I.— zur Zeichnung auf. Die Zeichnung findet statt bis zum 15. Februar 1926, früherer Schluß vorbehalten, bei der NnnUchw Lkillrlil-Koiiwlindit-Aktitil- ßtstllschift, Wrectioil der Dismtü-KeskHMiiift uttii ieten ZveiWkaltcii, S. Kleichriidn. ßtrlin, „.. Sa!. Gppevhtlm jr.& Tit.. Köln „... Allgemrink« Dentschen ssredit-Ankalt und deren Iweiganstaltrn, „.. Norddeutschen KanK in gambnrg. „„ A. Achaaffhausen'scher Kankvertin JL-G. und deren Zweiganstaltea, M. M. Marburg& Ca.. Hamburg. und bei anderen Zeichnungsstellen und Bankfirmen, wo auch aus- führliche Prospekte zu beziehen sind. Die Abnahme der Stücke kann jederzeit bis Ende Februar geschehen. Die Sicherheit der Gold-Kommunal-. K. Sanateab, btn S5. Frbruar, 16 LH» tm©etdjäftolofoX granfiüttcr«De« 307 Generalversammlung. £aatsatbnuna: 1. Bilanz: 2. Neuwahlen! 3. Antrüge und Verschied ene« DWIG KLOPF VOR STc I.l.UNGE� 8 UHU Oer vorstand. MUMMlM. /�itNvOch.l. 2.28 Nilsitclie llsies viüuarckstr. td.'Iltl.III.»»I.?>/> Ein Staat!. Sdiiüerth. Charlottenburg 8 Uhr Ende gut alles gut Volksbühne Ttieitu an äSlowjlati 8 Uhr: Mam ist Mann TL an SdütliasanliniBi 8 Ulhr Schieber des Rnbrns Renaissance- Thealer Steinplatz 901. 8 to Uhr: Coeur Bube. Molleodorf 7360. Hente Premiere! dum ersten Male in ueutschiand Albertina Rasch-Girls z. Zt die beliebtest, die» V» ker Rerueglri« Ferner: 3 Andreux die besten spaalsetaeo Musical-Clown» Thea Alba Ins wissenschaftliche Phänomen und weitere Internat UllraKüonen! � �seitigen wU/J WiederauWühruna !■ ständiger Todesgefahr habos dl«(Uglssouro da« hart« Sehlde asl«lasr slsmoslschsn Fssilll«(ad daran unarblttlichen Kamp» gagea Tlgar, Laepardaa, Schlangen and Elafanton In dinam grittan aller Oaenungslfllma«r ewig mit dar Kamera faatgahalla« Ab Mittwoch, den t. Februar Wech.ntagt Sonnabend und Sonntag g] Hü/[E 0 ED Theater am kottbusser Tor Kottbasser St rotte 6. Täglich 8 Uhr Elite-Sänger Felirau Ii jmfUi Fnrml Jeden Sonntte nachm. 3 Uhr; 6roÄ« FnmtUcn-vorsteilnng >(ungekürzt). Vo'kspr. O.än. 0,75, 1,—, 1.25. IAO. 1.75 Mit. UFA-PAVILLON II Am Nellenderfplatas 5 Jugandlich« habtm Zutritt Vor» er kauf an allen Theaterkassen A. Werfhclm and ab 12 Uhr nnoDierbiodten Im Uta-PavUlon (EH�S$3 Relchshalien»Theater • Uhr, Sonnig, nachm. 3 Uhr. Stettiner SSnger „loites ä ocheneDde" nachm. halbe Preise. üerWanderer ms Jenseits /Blacimag Dönhoff. Bratt'lt Kabarett, Variatd Konzert. Tan». "MetröpoT-TF Täglich 8 Uhr rhutefilfiWestMT Täglich 8 Uhr: noadduuuem letzte Liebe Ader.KÜrty, Albu WirU Schulz, dpcrtttcr.Off«Bb«ch Mn, littir, EiUMiBUi Ema lanemlni-UkM- Th-KSnierrätz Si Bergm.2119- (F/, Uhr Sdiloss Velterstein von Wedekind Regit Titin Barwwtkt KomSdlenhana K'Orden 630» 8.1Ä-10.40 Uhr Hobnspobns von Cart Götz Walhalla-Th..; Weinbergsweg 19 20 M lieliuDadit Operettenschwank. in 3 Akten v Haiton Musik von Osterloh Vorzeiget dieses zahlen tOr Parken auch Sonntags statt ».-Mk nur 60 PL Ri Heute und morgen 89, Uhr Kar ustelL Freitag 8 Uhr Premiere Operette L 3 Akt mit Eki Inn.»«»<* stütupn ut rnu Binm SaltnüBtt-BShttn 31s. Künstler- Th. 8 Uhr „Eveiyne'* -essIng-Theaier 8 Uhr „Rose Bernd" Kieloei rieater Täglich 8 Uhr Erika GlO�ner in Grclchen Für Jugendliche nicht geeignet Rose-Theater SV, Uhr Der Pfarrer von Htatileld Lustspiel tians 8i/, Uhr Guido Thlelsehcr Jnts findiattaufsidir Planetariira am Tm iulta». iMdl.mtttltr Unit N'Oll 1578 w/, u. a Uhr Der Steroh mmel der Heinat 18 Uhr Reise z. Aequator 19'/, Uhr IIB Icltlii der MUteniMiHBMBBt Eimritt l M. M* nl. Ii item 1�1 k TfiäMieater SIL: Dar Kanal dmdi das Nadel Ol. In Ädrairalspalasl Tägt.S'/iUhi fl ALLER REVUE B esonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN im -Verwlr«»- ond trotzdem mmugo hos FernsnrzduisdiL Norden 12310 (Sammelnummer) 8", U. Endeil Uhr forlititelkitffibingl »Peerfiynr Freitag, den 3 abds. 7V,U Zum 1. Male Robert Emme» Kanunenpiele Rest FsrnsgrsdiiiisdiL Norden I23i0 (Sammelnummer) 8>.,U,Ende nach to [outaua$1 riditig fertiSIt? Die Komödie Bismarck 2414/7516 TV, U, Ende nach 10 Zum I. Male: Marcel Fradelin Schauspiel von Bniniis tnd Binbui. 4tit]iS tu Inn Fmk h|h: FaiV« Uniugt. Berliner Theater Direktion Kuhnert CluiMlnstr.H Sl.UaUlO 8'/, Uhr Hai Adalbert als Der Herr ron... ?l8calordiibae ltuL t. agiluüiiißiäli KurFürst 2091,93 Täglich 8 Uhr: Die Abeoteoer de« brav» Soldat ce Scbwe/k Bit Mc finutiri Inu Ervin Plitatw rmt QBitlanqs-.Sabalt- tt.Beklamemarken egen Nachahmung gesetzt esch 'eTtigtselt45 Jahr. a.s Spezialität Conrad fttllier Leipzig- Schkeuditz Fomilien- Änzeigen msmm Arnold Scholz Hasenheide 108-114 Grones 30 6ajt.«M Aufstieg des Riesenluftballons ssoituna' mit gr. üabenaschnngen L- jucrgeiu 1 AJexonderplaU J +Biiiiii!iilß+ Eine Erlösung von dauernder Qual ist das berühmte Spranzband (D-tttach— RelcKap— tont) Kein Gummiband, ohne Feder, ohne Schenkelriemen, trotzdem unbedingt zuverlässig, für alle Arten von Brüchen. Leiste vollste Garantie. Glänzende Zeugnisse, auch Heilerfolge. 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