' s Abendausgabe � � Montag 6nZ: «öchemlich 70 W-nnig. monaUid) I f/]H{■ 3,— Seid)« mort, im ooraus johlbor.| I�WW � Die einspaltige Nanpareillezeile Unter Streifdan!, im In- und Zlu»- �dSSSk 1 EH w) f----- SO Pfennig. Stetlamezeil- 5.— Reich?- 5, SO Reichsmart pro Mannt. ��W«W �B �B wj �B X/ mark..Kleine Anzeigen" das fettze- W�W I W» H■■ H■■ H M|H druchte Wort LS Pfennig tzuläffig Der„Barwarts" mit der illustrier. ��B> I■■■.�Ks�KsUV■■ f-ttgedruckt. Warte), jedes weiter. Wart ten Sonntagsbeilage.Dalk und Zeit- �B I �B Hl �BV H iL Pfennig. Stellengesuche das erste sowie den Beilagen..Unterhaltung I 1 Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort und Wissen",»Aus der Filmwelt".>/• 10 Pfennig. Worte über IS Buchstaben .Stadtb-llage". Frauenftlmme". A���B\ zahlen für zwei Worte. Ardcltsma» �?s-.Mch° w di.'Rücher�le'. �\M*£a. fr\i£ id MA' 3.». 60 Pfennig. s°n,il!e»anze!g.n für .Kulturarbeit- und.Technik- Jfc aaB X A A A AA A. IBSBi �JM*. M � AA/ Abonnenten Zeil« d0 Pfennig. Anzeigen. erscheint wachentäglich zweimal.' Wf AB B9 Wr B■ B■ B?MP Hl MbBBbHBBBBB■■ annähme im Hauptgeschäft Linden- Sonntags und Montags einmal. straßc?. wochentägl.oon 8>/, 17 Uhr. Jentralovgan der Sozialdemokratischen Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3'RnrNldirtä'�erta� fit ft A Poilschecklonto! Berlin S7V3S.— va»Nomo: Bank der Srbsiter.Anseftellttn Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin aVv»»vU» hUg VX«»"» v« und Beamten W allst r. 65. Dikkonto-Gesellschast. Depositcnkasse Lindenstr. Z Eine Friedensrede von££on Blum Sicherheit beruht nur auf Friedenswillen. Paris, 6. Januar. Der Führer der sranzesischm Sozialisten, Leon B l u in, weist in einer Besprechung der Rede Briands darauf hin, daß Briand die drei Gründe angeführt habe, die zur Rheiirlairdbeseßung geführt holten. Briand habe min festgestellt, daß die Frage der Kriegs- beschuldigten und die Entwaffnung geregelt seien. Die Reparation sfrage, so erklart Blum, ist heute durch den Dawes-Plan geregelt. Briand erinnerte auch an die Ostgrcnza Deutschlands, die in Locanro geregelt wurde, da Deutschland sich vcrpflichteic, im Falle eines Konfliktes mit Polen nicht gewaltsam vorzugehen. Da im übrigen auch diese Verpflichtung durä) das Bolkertmndsftatut garantiert ist, kann weder im Westen noch im Osten die Sicherheit in irgendeinem Falle abhängig gemacht werden van der misttärischen Vcsehung des Rheinlandes. Die wahrhafte Sicherheit besteht nur in dem gemeinsamen Friedenswillen, ttnd daher bereitet die Besetzung Hindernisse: die Sicherheit beruht auch auf der Stärke der Organisationen imd der internationalen Kontrolle, die zur Lösung der Besetzungssrage beitragen könften. Deshalb begrüßt Blum es auch, daß S t r e s c in a u n sich in ge- wiffer Beziehung die Gedanken der sozialchischcn Konferenz in Luxemburg zu eigen machte. Auch Briaird habe in seiner Rede die Hoffnung ausgesprochen, daß die Lösung der schwebenden Fragen im Rahmen und innerhalb des Völkerbundes gefunden werden könne. Da» sei eine ausgezeichnete Zielsetzung. Strejemann und Briand müßten also einen Weg zu finden suchen, und zwar sehr rasch, damit er vor 1935.gefunden werde. Wien Sih des Völkerbunds? Paris. 6. Februar.(Eigenbericht.) Wie der„Excelsior" zu berichten weiß, sind die Verhandlungen über die eventuelle Verlegung de s Dälkerbundssitzes von Genf nach Wien, die bei der letzten Tagung der Voll- Versammlung im September des vergangenen Jahres offiziös be- gönnen worden waren, bereits sehr weit vorgeschritten. Nach dem augenblicklichen Stand der Dinge könne man damit rech- nen, daß etwa zwei Drittel(?) der Völkevbnndstaaten sür die Verlegung stimmten. Es sei übrigens nur ein gewöhnlicher Mehrheitsbeschluß notwendig, da der Völkerbundspakt nicht Genf als Sitz bestimmt habe. Die nächste Vollversammlung werde eine Entscheidung in diesem oder jenem Sinne treffen. Wenn Deutsäiland argwöhn«, daß die Verlegung des Genfer Bundes nach Wien aus politischen Gründen, etwa zur Verhindc- rung des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland erfolgen solle, so befindet es sich damit m einem I r r t u in. Diese erfolge lediglich aus praktischen Gründen. Die. Schweiz habe sich dem Völkerbund gegenüber sehr wenig cnigegenkomincird gezeigt, Oester- reich' aber Hobe genügende Garantien gegeben, außerdem habe Wien als Völkcrbundspalais die Hofburg angeboten, so daß also eine aus- gezeichnete Nnterbrntgung gesichert sei. Großmächte dürfen eingreifen! Südamerikaner gegen die Vereinigten Staaten. Havanna. 5. Februar. Auf der Panamerikanischen Konferenz wurde über das Recht eines Staates, in die Angelegenheit anderer«waten einzugreifen, debattiert. Der peruanische Delegierte Maurtua erstattete Bericht: Die Unabhängigkeit sc! kein absolutes Recht, sondern werde durch die Pflichten des internationalen Zusammenwirkens beschränkt. Auf dem amerikanischen Kontinent habe die intcmatio- nale Zusammenarbeit ein besonderes Aussehen, sie sei intensiver als die der übrigen Welt. Diejenigen Länder! bit am meisten um ihre Unabhängigkeit besorgt seien, sollten am eifrigsten für internationale Zusammenarbeit Solidarität und Achtung der Gesetze eintreten. Der Delegierte der Vereinigten Staaten, Hughes, bezeichnete die Grundsätze des Maurwo-Berichts als kraftvolle A e u ß c r u n g der Kollekti»pflichten der Nationen. Der Argentinier Pueyrredon erklärte, jede diplomatische oder bewaftneie Int er- v c n t i v n, ob sie nun dauernd oder zeitlich begrenzt sei, sei ein A n g r i f f auf die Unabhängigkeit der Staaten. Sie sei ungerecht- fertigt in Anbetracht der Pflicht, die Rechte der Staatsangehörigen zu wahren, dadasgleicheRecht nicht von schwachen Nationen zum Schutze ihrer eigenen Staatsbürger gegenübcr den starken Ländern ausgeübt werden könnte. Der mexikanische Delegierte Elvrdi sagte, die Dorschläge Maurtuas garantieren nickt die Sicherheit kleiner Nationen, während starke Nationen keine Garan- tien nötig hätten. Der Delegierte von San Salvador, Guerrerv, beantragte, den Bericht der Juristenkonferenz von Rio de Janeiro an die Stelle des Maurtua-Berichtcs zu setzen. Der Juristenbericht enthält einen Absatz des Inhalts, daß kein Staat sich n die intimen Angelegenbeiien eines anderen Staates einmischen dürfe, wogegen der Maurtua-Bericht als Grundbedingung für die Anerkennung der Rechte eines Staates die Achtung de-r Rechte anderer Staaten fordert. wollte, wurde aus der Tschechoslowakei ausgewiesen. Als Grund wird angeführt, daß Tschernjak im Jahre 1922 einen Artikel gegen die Tschechoslowakei geschrieben habe. Faschistenkongreß aufgelöst. In Prag. Prag, 6. Februar. Der Parteikongreß der tschechischen Faschisten wurde von der Polizei aufgelöst, als einer der Redner grobe Beleidi- gungel, gegen Präsideuten Masaryk ausstieß. Die Kongreßteilnehmer zerstreuten sich unter Rufen gegen die Polizei. Ein« Faschistentagung in O l m ü tz hat angesichts des Falles Gas da beschlossen, daß die„Partei" nicht von ein ober zwei Personen, sondern von einem Sechserausschuß geleitet werden imd überhaupt nicht mehr faschistisch, sondern„nationales Lnoer* (norndni tabor) hdißcn soll. Sowjetfilmdirektor ausgewiesen. Der Direktor der ukrai iischsn Filmzenirale„Buska" T s ch e r- »jak, der mit hiesigen Filmgeselljchastcu Beziehungen anknüpfen pilsudftis Wahlmache. Antisozialistischer Behordenterror in Ostpolen. Der sozialistische„Robvinik" berichtet über den behördlichen Wohlterror im Bezirk Bialystok gegen den dortigen Wahl- block der polnischen, deutschen und jüdischen Sozialisten. Die Ab- Haltung von Versammlungen wurde durch unbegründete Verbote unmöglich gemacht, Versammlungen, die trotzdem tagten, wurden von berittenen Polizisten auseinandergetrieben. Der Gewerkschaftssekretär R u b i n st e i n ist wiederholt ohne jede Begründung verhastet und durch terroristische Maßnahmen gezwungen worden, sich zur Enthaltung von jeder politischen Betätigung vor den Wahlen zu verpflichten. Kommunisten dürfen doch wählen. Ein unangenehmer Beschluß in polen. Warschau. 5. Januar.(Eigenbericht.) Das Hauptwahlkomitee hat mit den Stimmen der Vertreter der Sozialisten und Linksparteien die von der Regierung beabsich- tigie Ausschaltung der kommunistischen Wahlliste abge- wiesen. Damit können die Kommunisten in den Wahlen ofsen auftreten. Die Kommunisten sind durch den Beschluß des Komitees unangenehm überrascht worden. Eine abermalige Un- gültigtcitserklärung wäre ihnen lieber gewesen. Durch Fäl- schung zahlreicher Unterschristen hatten sie dafür selbst eine Hand- habe geliefert. Steuerrevolte auf Kreta. pangalos wird weggebracht. Athen, ö. Februar. Auf der Insel Kreta kam es zu g r o ß e n P r o t e It v e r s a m m- l u n g e n gegen die rigorose Steuereintreibung. Die Regierung hat ein Torpe, oboot entsandt, das den auf Kreta internierten ehemaligen � Diktator Pangalos an Bord nehmen soll, um seine Befrei- j ung durch die Bauern zu verhindern Pangalos soll nach einem anderen Gefängnis übergeführt oder auf hoher See auf einen, Kriegsschiff interniert werden, da auch seine militärischen Anhänger in Athen unter Führung von K o n d i l i s und Dt hone os seine Befreiung planen. Di« Polizei hat bis jetzt 199 aufständische Bauern verhaftet. 1 Schutz dem Saargebiet! Reichstag und Saararbeiterschafi gegen schwerindustriellen Elektro- Imperialismus. Taarbrüeken., 6. Februar.(Eigenbericht.) Ter sozialdemokratische Parteitag des Taargebiets jordertc durch einstimmigen Beschlust Reichs- und Staats- Hilfe gegen das Eindringen des Rheinisch-Wcstfälischen Elektrizitätswerkeei ins Saargebiet. Reich und Staat sollen den Lebenöraum der Saar Wirtschaft in Südwestdeutschland sür daS Saargebiet selber zurürk gewinnen Helsen. Bon der prcustischcn Bergbauvcrwal- tung wird nach erfolgter Wicderanglicderuug des Saar- gcbiets an das Reich eine neue Schach tnicder- f ü h r u n g in Warndt verlangt. » Der Reichstag hat in einer seiner letzter, Sitzungen die Reichs- regiemng aufgefordert, eine auf der Saarkohle basierende Elektr'izitätswirischaft mit allen zu Gebote steheichen Mitteln zu unterstützen. Damit Hot er klar und deutlich ausgesprochen. daß er die Bemühungen des Rheiilisch-Westfalischen Elektrizitäts- werks, in die Saar-Elektrizitätswirischaft unier Umgehung des nm Preußen abgeschlossenen Demarkationsvertrages einzudringen, miß billigt und es für eine Pflicht der Reichsregierung hält, dafür zu wirken, daß das Bestreben der Saarlaiid-Lothringen-Elektrizi- täls-A.-G.(SLE.), die Saar elektrowirtichafilich zusammen- zuschließen, zum Ziele führt. Was die Reichsregierung zu tun gedenkt, ist noch unbekannt. Angesichts der Wichtigkeit dieser Frage sollte sie aber nicht zögern, ihren Einfluß im RWE. gellend zu machen, um besten Rückzug aus dein Saargebiet zn erreichen. Dies ist um so notwendiger, als die jetzige Stellung des RWE. im Saargebiet auch unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlich k e i t n i ch t z u re ch i s e rt i g e n ist. Das Gebiet der Weiherzentrale, die sich dem RWE. angeschlossen hat, schiebt sich keil- förmig ins Saargebiet hinein. Es ist für das RWE. Wirtschaft- lrch heute bedeutungslos. Für die SLE. bedeutet jedoch der Air- jchluß dieses Gebiets an ein anderes Versorgungsnetz eine schwere Hemmung ihrer Arbeit. Daß dos RWE. dennoch on feinen our krummen Wegen erworbenen Rechten in diesem Gebiet festhält, ist völlig unverständlich. In der Rechtspresse, die das RWE. jetzt mir allerlei„Informationen" in[eine.rn Sinne beliefert, beweist es selbst zahlenmäßig, wie unwichtig die Belieferung des in Frage kam- men-den Gebiets, gemessen am gesamten Stromahsatz des RWE., für es ist. Solange das RWE. im Saargebiet bleibt, besteht die Be- houptung zu Recht, daß es on seinem Besitzstände festhält, nicht um dem Saargebiet zu nützen, sondern um eigennützige Pläne nötigenfalls sogar im Gegensatz zu den Interessen der Saarbevölkerung zu verfolgen. Dabei handelt es sich keineswegs, wie das RWE. geflissentlich verbreiten laßt, nur um sozialistrscke und Gewcrkschastskreise, die sein Eindringen bekämpfen, sonder» auch Großindustrielle wie Röchling haben sich noch in den letzten Tagen mit aller Entschiedenheit gegen das RWE. gewandt. Unter politischen Gesichtspunkten ist das Verhalten des RWE. außerordentlich bedauerlich. Weit« Kreise der Saarbevölkerung empfinden es bitter, daß das RWE., ungehindert von den dem Saaroolk politisch und moralisch verpflichteten Reichsstellen, seine Interessen mit einer Rücksichtslosigkeit wahrnehmen kann, die bei geordneten Rechtsverhältnissen unmöglich wäre. Typisch dafür ist der kleine, aber für die Methode des RWE. wichtige Vorgang, daß das RWE. im Gemeindewald von Kastel- Stadt Schneisen anlegen läßt, ohne sich um die Recht« der Gemeinde zu kümmern. Ein derartiaes Verhalten kann nicht beruhigend aus die Bevölkerung wirken. Mit der bisherigen Taktik einiger Herren des Vorstandes des RWE. im Saargebiet und mit schlecht geleiteten Pressekampagnen sollte endlich Schluß gemacht, den auch im RWE. vorhandenen stimmen der Vernunft, von dem mit der Weiher- zentrale abgeschlossenen Vertrage zurückzuircien, sollte endlich nachgegeben werden. Eher wird eine Beruhigung nicht zustand« kommen. Nachdem nunmehr auch der Reichstag gesprochen hat, muß die Reichsregierung auf das RWE. entsprechend einwirke». Mag aüch die Stimme der Ruhrindustrie in Berlin schwer wiegen, die Regierung muß handeln, sie darf nicht länger die Dinge treiben lassen. Das gilt vor allem sür den Leiter der deutschen Außen- Politik, der an die in Thviry mit B'riand gesuchte Lösung sür die Wiederocreimguna des Saargebiets mit dem Reich denken möge. Im Interesse der Zukunft liegt es bestimmt nicht, daß beute die Saarbevölkerung ohne jede wirischafiliche oder politische Begrün- dung von einer der repräseiiiativsten deutschen Jndustrieuuter- nehmungen in eine fcindjclige Stimmung hineingetrieben wird. Gegen die Niederhaliung des Gaargebiets. 'aabrücken, 6. Februar.(Eigenbericht.) Am Sonntag tagte hier unser Parteitag in erster Linie zur Vor- Bereitung der L a n d e s r a t s w a h l e n am 25. März. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt, daß die Lösung der Schwierigkeiten im Saargebiet nur durch baldige Aufhebung der Abtrennung vom Reich möglich ist.- Die Entschließung appelliert auch an den zur Verständigung bereiten Teil des f r a n z ö fischen Volkes, besonders aber an die franzosischen Sozialisten und an den Völkerbund, um ein« SIendennrg der gegenwärtigen Zustände im Soargebiet herbeizuführen. In einer weiteren Entschließung fordert der Parteitag Reichs- und Staatshilfe, um den deutschen Markt zurückzugewinnen. Gegen die Enlossung von 4lXX) Bergarbeiter wird protestiert. Der- besserung der Arbeitsinarktlage, der Löhne wird gefordert und die Rückständigkeit auf sozialem und arbeitsrechtlichem Gebiete sowie, die Untätigkeit der Regierungskommission in dieser Hinsicht gegeißelt. Wahlregie. Westfälischer Zentrumsparteitag.- Marx abwesend, Imbusch redet. Am Sonntag fand in H a m m der Parteitag für die i_.eslfälische Zentrumspartei statt. Er stand im Zeichen ge- schickter Wahlregie. Herr Marx, der das Hauptreferat halten sollte, war verhindert: an seiner Stelle sprach der Reichstagsabgeordnete Prälat Schreiber— vorsichtig auf die Stimmung der Arbeiterwähler Rücksicht nehmend: Keine Aerteidigung für den B ü r g e r b l o ck, aber auch keine Per- dammung in Grund und Boden. In der Sozialpolitik habe er viel Wertvolles und Positives geschaffen— womit Herr Schreiber sagen will: Alles Gute kommt vom Zentrum und alles Böse von den übrigen Blockbrüdern. Der Simultan- s ch u l p a r a g r a p h sei ein Ausnahmegesetz, unannehmbar, die schulpolitischen Bestimmungen der Simultanschulländer seien ein Ausfluß früherer Fürstenwillkür. Man sieht, wie Herr Schreiber mit dem Klasseninstinkt der christ- lichen Arbeiter rechnet und sie für reaktionäre Zwecke ein- zufangen sucht. Nach Schreiber sprach der Reichstagsabgeordnete Im b u s ch: „In der lehtcu Zeit leiben wir nicht unerhebliche Meinungsverschiedenheiten in der Partei gehabt. Es handelt sich nicht um persönlich« Gegensätze, e» handelt sich wirklich um weitgehende sachliche Meinungsverschiedenl)«iten. Deshalb ist auch die Angelegen- Il«it nicht mit einer schönen Erklärung aus der Welt zu schaffen. Wenn die Meinungsverschiedenheiten öffentlich aus- getrogen wurden, so ist das geschehen, weil sie in Berlin nicht zu beseitigen waren. Ich persönlich habe den Eindruck, daß alles Reden und auch die durchgreifendsten Gründe auf manchen nicht wirken, und deshalb habe ich in Berlin vor der Der- abschiedung der Besoldnngsordnung in der Fraktion ausdrücklich gesagt, ich hielte es für mein« Pflicht, die Wähler aufzuklären und offen in der Partei über die Dinge zu reden, weil wir zu einer Klärung der Frage kommen rniiisen: denn schließlich sind die Wühler und nicht die Zentrale in Berlin die w i cht i gst e. In sta nz. Ich stell«. ausdrücklich fest: Die Differenzen sind noch nicht erledigt. Tie lasten sich nicht erledigen durch schöne Erkliieungent dafür können sich die armen L�ute kein Pfund Brot kaufen. Meiner Ausfassung nackz hat die Regierung in wirtschaftlichen und sozialer. Dingen manchmal falsche Aussassungen vertreten. Bei der Besoldungsorimung ist nicht auf die Wirkung auf die anderen Kreise des Volkes, auf die Wirtschaft, auf den Ar- lieiierftand und den Mittelstand, berücksichtigt worden. Wir sind nicht gegen dos Berufsbeamtentmn. Nach meiner Aunnsiuug hat sich um die Rettung des Berufsbeamtentums gerade der Abgeordnete Stegerwald hochverdient gemacht. Man hätte ober nicht die F o r-> d e r u n g«.n der Arbeiter ablehnen fallen mit dem Hin- weis darauf, daß die Wrtfchaft sie nicht tragen könne, und gleich- zeitig die Besoldungsevdnung den Beamten geben sollen. Die Be- 'nldungsordnung erfordert eine solche Summe, daß Reichsbahn und Reichspost Austräge rückgängig machen mußten und viele Arbeiter dadurch arbeitslos geworden sind. Es ist das notwendigste, daß wir für jeden Arbeit und Brot schasse». Die Partei hat die Pflicht, hier noch dem Rechten zu sehen." Zahlreiche Arbeiteroertreter nahmen zu den Ausführun- gen des Abgeordneten Jmbusch Stellung. Mgeordneter Stegerwald kritisierte die Art und Weise, wie die Be- soldungsordnung zustande gekommen sei und forderte, daß die Stellung des Arbeiters im wirtschaftlichen und gesell- schaftlichen Leben gebessert werde. Zum Schluß wurde eine Entschließung angenommen, in der sich der Westfälische Zen- trumsparteitag nach der Aussprache über die politischen Ver- Hältnisse einmütig auf den Boden der Entschließung stellt, die am 29. Januar vom Reichsparteiausschuß in Berlin be- schlössen wurde. Man spürt die geschickte Wahlreate, die selbst die eigenen Differenzen in den Dienst der Wahlpropaganda stellt. Herr Marx wird zur Vermeidung von Erregung ferngehalten. Herr S ch r e i b er redet von den herrlichen Erfolgen der Braunsschen Sozialpolitik. Vielleicht glaubt ihm mancher Zentrumsarbeiter und wählt im Vertrauen darauf Zentrum. Für die, die nicht an Brauns und Schreiber glau- den, redet ö m b u s ch. G e g e n die Braunssche Sozialpolitik, die die Arbeiterforderungen ablehnt. Die Zentrumsarbeiter, die mit ihm gegen die von Schreiber gelobte Sozial- Politik opponieren, wählen dann Zentrum— im Vertrauen auf Jmbusch und seine Kraftsprüche. Spiel mit vertellten Rollen, und am Ende sind wieder die christlichen Arbeiter die Betrogenen._. �eichswehrsoldaien als pogromheher. Fingerzeige für Herrn Groener...! Man schreibt uns. Daß in unserer beben Reichswehr der schwarzweihrote Geist prächtig gedeiht, ist keinem Republikaner ein Geheimnis. Welch' kostbare Typen das zunge. Heer der Republik bevölkern, zeigte wieder einmal ein Vorfall, der sich in den Abendstunden des Sonn- abends in einem Lokal des Berliner Westens abspielte. Zwei jüngere Leute, der eine in Reichswehrunifon», begannen hier in geradezu unglaublicher Weise anwesende Gäste, die sie für jüdisch hielten, zu beschimpfen. Im netten Jargon des hakentreuzlerischen Mobs sprachen die beiden Hitlerjünger von den„Knoblauch- juden, die ausgerottet werden müßten", bezeichneten die Juden als„Deutschlands II n g l ü ck", und sind der Ansicht, daß„die krummen Nasen bald spitzgebogen" würden, wenn „andere Zeiten kämen", usw. Schließlich verstiegen sich die beiden Krakeeler zu der unverblümten Drohung, daß einst der Tag kommen werde, an dem... Die beleidigten Gäste blieben ruhig, holten jedoch einen Schupo mann, der die Personalien der beiden„Herren" fest- stellen sollte. Dem Polizeibeamten verweigerten sie trotz mehr- facher Aufforderung die Angabe ihrer Personalien und wurden so ausfallend gegen ihn, daß dieser sich auf telephv-nischem Weg« Unterstützung vom Revier anfordern mußte. Drei Beamte oerhasteten schließlich die Widerspenstigen und brachten sie zur Wache, wo sie sich als der U n t e r s e l d w e b« l Albert Schön vom Infanterieregiment 11 in Leipzig, zurzeit a b- kommandiert zur Waffenmeistereis�ule in Span- d a u, und der Obergesreite Wilhelm Gundlach vom Infanterieregiment 9 in Spandau entpuppten. Gund- lach wurde nach Feststellung der Personalien entlassen. Schön jedoch bis zum anderen Morgen auf dem Revier festgehalten, von wo er schließlich durch Soldaten der Spondoucr Kommandantur obgxholt wurde. Hervorgehoben zu werden verdient, daß die hoffnungsvollen „republikanischen" Krieger sich- in völlig nüchternem Zustand befanden. Die Schupobeamtcn verhielten sich äußerst korrekt, griffen maßvoll ober, energisch durch und ließen sich durch die Provokationen der, verkappten Stahlhelmcr in republikanischem Dienst nicht aus der Ruhe bringen. Genosse Rcichstagsabgeordoeler Stückle» hat sich heute wegen einer schweren Mittelohreiterung einer Operation unterziehen müsse». Die Operation ist gut verlaufe». Ausuahmerechi für Arensborf. Zur Hastenttassung Paul Schmelzers. Rechtsanwalt Dr. Martin Meyer in Landsberg a.d. 2& schreibt uns: Paul Schmelzer, der für die Bluttat in Arensdorf in erster Linie moralisch Verantwortlich«, ist durch Beschluß der Großen Strafkammer des Landgerichts Frankfurt a. d. Oder aus der Hast entlassen worden, trotzdem er wegen Beihilfe zum Totschlag und versuchten Totschlag zu 1 Jahr 6 Monaten Zuchthaus verurteilt worden ist. Dieser Beschluß ist nach meiner Erfahrung genau so einzig dastehend wie befremdend. In meiner fast achtjährigen Praxis als Verteidiger habe ich weder in von mir selbst noch von anderen geführten Strafprozessen erlebt, daß bei Verhöngung einer Strafe von 1% Jahren Zuchthaus kein Haftbefehl erlassen wurde, noch weniger aber, daß er wieder aufgehoben wurde. Eine Ausnahme stellen nur die Fälle schwerer Erkrankung des Verurteilten dar, in denen eine Haftenlaffung meistens auch nur unter erheblichen Schwierigkeiten durchgeführt werden kann. In dieser Richtung spricht der„Fall Höste" eine beredte Sprache. Diese ständige liebung der Gerichte hat mich und andere ver- anlaßt, nur in außerordentlich seltenen Fällen von dem Rechtsmittel der Revision Gebrauch zu machen. Bei den erfahrungsgemäß verhältnismäßig geringen Aussichten einer Re- vision auf Erfolg besteht nämlich bei einer Verhaftung des Berur- teilten die Gefahr, daß bei Verwerfung der Revision die Strafe noch um die recht erhebliche, viele Monate betragende Zeit verlängert wird, die von der Einlegung der Revision bis zur Entscheidung vergeht.......,... Weder überzeugend noch zutreffend ist die für den sraglichen Beschluß gegebene Begründung. Fluchtverdacht entfalle, da die ver- letzten Reichsbmmerlcute zur Sicherung ihrer Schadenersatzan- spüche eine hypothekarische Vormerkung von 40 000 Mark au? das Schmelzersche Gut haben eintragen lassen, so daß der alte Schmelzer über keinerlei Geldmittel mehr verfüge. Man kann aus dieser von der Strafkammer angeführten-tat- fache gerade den entgegengesetzten Schluß ziehen, nämlich be! seiner Verschuldung habe der Verurteilte jedes Interesse für sein Eigentum verloren, sei nicht mehr an die Scholle gebunden und daher im erhöhten. Maße sluchtverdächtig. Es kommt noch hinzu, daß der von der Strafkammer gezogenen Schlußfolg«. rung die weitere Tatsache entgegensteht, daß Schmelzer nicht nur die ideelle, sondern auck) die materielle Unterstützung d e r v ö l k i s ch e n Kreise und des Stahlhelms mit Sicherheit zu erwarten hat. wie sich aus feiner Ernennung zum Ehrenmitglied der Deutschoölkischcn Freiheitspartei und aus feiner Verteidigung durch den Rechtsanwalt Bloch ohne weiteres ergibt. Die lzrank- furter Strafkammer hat ferner die bezüglich der materiellen Unterstützung von dem Feme-Aussihuß des Landtages ge» troffenen Feststellungen nicht berücksichtigt. Im übrigen kam es nach den Veftinimungen der eztrainrozcß» ordnung überhaupt nicht darauf an. ob Fluchtverdacht im tatsächlichen Sinne vorlag, da ein Verbrechen den Gegenstand der Untersuchung bildet und daher nach der Straf- Prozeßordnung«ine weitere„Begründung" unnötig ist. Sowjetrussische Justiz. Verfolgung erst nach fiebzeha Lahre«?->< Eigenartige Blüten treibt die sowjetrussische Justiz. So be-'' iichtet z. B. die„Prowda", daß zwei ehemalige Meister der.Kiewer Militärwerkstätte jetzt vor Gericht gestellt werden, weil sie 1010(!) an der staatlichen Voll st reck ung der Todes st rase gegen den Mörder des zarifchen Ministerpräsidenten Stolypin teilgenom- men haben. Also wegen einer Handlung, die 17 Jahre zurück- liegt, und die doch nach den damals geltendem Recht gcwertet werden muh, veranstaltet man jetzt»och Gerichtsverhandlungen, um neue Sowjetgesetze zur Gellung zu bringen. Das ist schon mehr als Klaffenjustiz. das ist Rachejustiz! „Die Weber." Leßners Neueinstudierung im Staatstheoier. Um Thcaterthcorien wird gestritten, und es bleibt das Theater' der Ewigkeit unvergänglich als das Theater der Zeit. Auch der Regisseur kann es sich ersparen, die Bühne» zum dramaturgiichen und szenischen Experiment allein zu gebrauche». Der Regisseur fügt sich gei>orsam dem, was der Dichter verlangt. Als der Vor- halg zum letzten Male fällt, stürmt der Beifall zu Leopold Ieß- »er und den Schauspielern hiimuf. Burgfrieden vor dem über- legen«» Dichter und Fanfare der Erschütterung. Seit 36 Jahren gehört dos Stück vo'i dem Weberleid dem deutschen Volk. Haute wagt es kein Oberverwalwngsgericht mehr zu verbieten, daß im preußischen Etaatstizeater die Rot der Armut gezeigt wird. Der Regisseur inszeniert zunächst nawroiistijch. Die Tür zur Fabrikcxpedition steht niemals stille. Herein stürmen die Typen des Weberelcnds. Sie beben, sie sind bleich, sie sind bedrückt und lend, bunt in der Mannlgsaltigkeit ihrer Armut ansstassiert. Der Bühnenmaler N e p p a ch hat die trostlose Alltäglichkeit, die Zcr- ichlissencheit, die Dumpfheit, die Kläglichkeit ergreifend ausgemalt. Im Bühnenbild zeigt sich nur eine Proletarierindividuolität, die sich schreiend empört. Zu sehen ist vielmehr die ganze zusamme ige- llebl«, nicht aueeiianderzureißende Masse. Di« Masse ist zusammen- gewachsen mit dem nüchternen Expeditionsstich, mit der abgejchab- en Warcnwage, mit all dem iobrikmäßigen Einrichtungskrempel. 0 s ist, als ob diese schlesischen Weber nicht aus einem inenschliche.i Riitterleide heroorgerommeii wären, sondern hervorgekrochen als (in scheußliches Menschenu itraut aus dem miserablen, modigen Erdboden. Alle sind Krüppel, zernagt, vermorscht, sie sind nicht Rübezahlgeschöpse. die kräftig aus der Erde herumspuken, sondern ein verdrecktes Zwergengesindel. das sich schlotternd bewegt und papierdünn ist im Mut-und m den Gliedern. Diese trübseligen Renschenmarionetten tönner weggeblasen werde,, wie vertrocknetes Slroh. Das ganze Volk der Weber ist Schwäch« und Blutlosigkeit. Ii» hellen Lichte liegt aber«Ire sehr pompös«, hohe und viel- 'lusig« Treppe. Hier ist' die Treppe am richtigen Ort mit einer starken Wi rdung, in ihrer imponierend«, Ausdehnung. Auf dieser Schloß- oder Festungstrepp« schrecket behäbig, selbstgefällig und. zu- Rieden der Fabrikherr zu dem Ameisenhaufen der Proletarier 'inunter. Er hat Zeit dabei, nachzudenken, wie er de, Sklaven ie Groschen abknapsen kann. Es ist eine symbolische Treppe, ein 'rächt stück. Die Treppe ist ein Machtsymbol imnitten des Plun- .ts an Menschen und Gemöbel. Sie ist ein sinnreiches Sinnbild. ..ichts zufällig Gezimmertes. Solche Symbole fallen in dem Stücke auf. Es sind Symbole des Bitdes und der Bewegung, sie reden nicht, und sie sprechen doch mit auffallender Deutlichkeit, ohne daß die Armut das Maul weit aufzureißen braucht. Der Fabrikherr stolziert seine Vurgtreppe empor, und eo kleben sich einige von den Avbecksameise-n mit ihrem Moder und Gejanmier an den Herren, damit er ihnen eine Gnade schenkt. Wie die Krätze heftet sich da oben, peinlich sichtbar und empörend sarkastisch sogar, dieser Prole- tarieraussatz an die strotzende Fobrikantengesundheit, und die KränNichkeit wird spielerisch abgeschüttelt. Der Zugang zur Dorftneip«, auf dem sich die Demonstration der Verzweisluiig heranfchiebt, ist ein langer Weg,«in« Veranda, weit hineingestreckt f., die Straße. Wenn alle mck dem Willen ab- gezogen sind, dem Fabrikantenschinder seinen Denkzettel zu geben, wackelt auf dein beinahe endlosen Weg der alte Baumert mit den ausgemergelten Beinen allein hinterher, um den Anschluß an seine Genossen nicht zu verlieren. Der bescheidenste und kränklichst« Genosse ist von der Angst besessen, er konnte den Anschluß an dos gut« Schicksal versäumen. Aus seine., schlenkernden Schritten über die lange Veranda redet das Symbol der Angst. Es ist ein« stumm« und trotzdem sehr beredte Sprache. Oder die vergreiste Weberssrau sitzt schon fast bli'«i> und taub, »ur,noch eine lebende Leiche, nur noch«ine beseelte Mumi«, und wickelt schattenhaft ihre Webcrwolle um das Rad. Diese Mechnnik, die sich so leise und gespenstisch rinnend u ck> doch so pathxtisch be- l)arrlich abrollt, ist dos Symbol der tiefsten Qual, der stummen Verbitterung, des gefolterten Sklaventums. Oder die demolierenden Weber huschen zunächst lautlos wie die Wanzen in die gute Stube des Fabrikanten, bis die Tobsucht der Verzweiflung über sie niederfällt, und bis sie mit den Hacken loshauen, um die Fabritantenpracht zu zerstöre,.„Arm sollst du werden," stöhnen sie gepreßt, heulen sie plötzlich auf. Es sind schleichende Demolierer, keine oberflächlichen Radaumacher. Die Verzweiflung sitzt ihnen darum desto tiefer im Herzen. Womit machen sie den Fobrikanten arm? Indem sie ihm den Kronleuchter oder den Spiegel zerschmettern, lauter Bazarschund, der billig zu ersetzen ist. Die kostbaren Aktien hat der Fabrikant schon längst gerettet, ehe er abzog. Diese Rebellen sind eben die ohnmächtigen, ewig blinden und betrogenen Opfer der Hilflosigkeit. Sie wenden stets zum Narren gehalten. In solche» Einfällen zeigt sich die Kraft der Regie Das Kunstpersonal wurde zu solchem stillen Lärm oder zu solcher lärmeichen Still« angehacken. Sie gehorchte» prächtig. Sie haben alle neben dem Regisseur gleiches Verdienst. Es ist nicht nötig, die Rangliste der Kü,stler uich Künstlerinnen abzuschreiben. An simszig Namen stehen auf dem Zettel. Die Künstler«rschütter- ten wie die Soldaten in der Arm«, die namenlos untergehen, ob- wohl sie alle Helden sind. Auch der beste bleibt unbekannt. Man zündet für ihn nur ein Licht der Erinnerung an. Max Hoch dar f. „Frühling am Rhein" im Residenz-Theater. Während die neueste ernste Musik erschreckend deutlich aller Nomantik den Rücken kehrt, hinken damck die Verfasser der neuesten Operetten mit einer entsetzlichen Behäbigkeit hinterdrein. Ein adeliger, reicher Schlohbesitzer, der seinen Sohn auf di« Wandcr- schock eickläßt, um eine Braut„ganz nach dem Herzen" zu wählen. nicht auszudenken! Die Tochter eines tiefverschuldeten Weinbauers wird dieses Ideal. Sie liebt den jungen zugewanderten„Elektro- citron-Praktikanten" ohne Nomen(ein Stück„Waffenschmied"), und wird schließlich noch den bekannten, unnötigen, hochromantischen Hindernissen von ihm vor einer Geldheirat(Marlitt!) mit dem idiotischen Sohn der Gläublger-Nachbarn gerettet. Der Papa kommt mit dem Geld und dem Segen nochgereist. Der erste Akt hat auch musikalisch sehr tiefes Niveau. Die Ouvertüre ein loses Potpourri. die Tanz- und Gesangsnuniiner» triefend van nichtssagenden banalen Phrasen. Der zweit« Akt versöhnt einigermaßen durch erhöhte Straffheit und einig« Kunst in Melodik uni Satzbou. Em gewisses volkstümliches Ersindungstolent ist nicht zu verkennen. Der Komponist Georg Endcrs leitet mit einem routinierten Orchesterchen von zehn Mann die Ausführung selbst. Trotz teilweise primitivster Regie unter Ferry Werner kommt eine frische Aufführung zustande. Ruth Arden, das sehr appetitliche Bräutchen, gehört trotz provinzieller Darstellung stimmlich und gesanglich in eine ganz andere Umgebung. Tilly Feiner, die ausgezeichiieie Vertreterin einer Berlin-Ponkow-Bombenrollc, die originelle Ellen Plessow als Anastasia, Krafft-Lortzing, der famos« idiotische Sohn Bonifaziu», der markige Max Maximilian, Reinhold Ger st enberg, Alfred Bur» g e r u. a. sind mit Kopf und Herz bei der Sache. Franz B a u man n, der Radioliebling, stellt zwar einen seschcn romon- tischen.yeiden hin, versagt aber, wie gewöhnlich auf der Bühne als sanger. Sein Piano und seine Kopftone sind kaum»och ein „Markieren r, i H M Richard Schultz gestorben. Gestern abend ist der bekannt« früher« Thcaterdirektor des Metropol-Theaters, Richard Schultz, an den Folge» eines Schlaganfalls gestorben. Schultz war Schauspieler gewesen und hatte in den V0. Jahre» das Zentralthcater in der Alten Jakob- straße geleitet, wo er die bekanmen Berliner Possen von Freund »nb©nödshöfer aufführt«. Diese Operetten bedeuteten de» dgent- lichen Anfang der Berliner Revue, ein Kunstaenre, das Schultz nach Uebernohm« des Metropol-Theaters vervollkommnete. Trotz aller Roaie mätzchen und Äns�enierungstamtam ist diese Revu«ar1 nicht mehr übertroffen worden; denn Schultz sah daraus, daß seine Libret- tisten einen witzigen Dialog zustandebrochten und daß seine Kompo» nisten auch über melodiöse Einfäll« verfügten. Zu erwähnen ist, daß Schultz die Massary und den unvergeßlichen Josef Äiampietro für die Berliner Revue gewann. Im Jahr« 1919 zog sich Schultz von der Bühnenleitung zurück. Er lebte dann auf seinem Landgut in Bayern und kehrt« als kranker Mann nach Bertin zurück, um fem« Vermögensverhältmss« zu ordnen. Hier ereilte ihn der Tod. Die Plädoyers im Narmat-Prozeß. Volkswirtfchastliche Studien eines Staatsanwalts. Sic letzte Phase des Bormat-Prozesses begann heute mit den Plädoyers der Staotsmiwoltschaft. Sie Vorträg« der Vormiitags- sitzung trugen erst einleitenden Charakter und ließen das Ziel der Staatsanwaltschost mehr ahnen als erkennen. Oberstaatsanwalt Trautmann gab einen historischen Rückblick und zeichnete ein Charakterbild Vannats, der nach Auffassung der Staatsanwaltschast außerordentlich klug, energisch, zielbewußt, aber auch von Ehrgeiz und Geldsucht«rffillt und unbedenklich in der Dahl seiner Mitlel ist. Im allgemeinen blieb der Staatsanwalt in der Seienswe, indem er die Staatsanwoltsck)oft gegen den Vorwurf verteidigte, durch ihr Vorgehen erst den Zusammenbruch des Barmat-Konzerns verschuldet zu haben. Oberstaatsanwalt Trautmann lehnt« dies mit aller Energie ab und entfaltete ein großes Veweismaterial an Zahlen und Briefen, wonach der Barniat-Konzern schon im Herbst 1S24 zum Untergang reis gewesen ist. Er schilderte dann die Höhe der von Varmat aus» genommenen Kredite, um daran die Frage xu knüpfen, wie bei den auf 1 bis 2 Millionen Mar? zu schätzenden eigenen Mitteln Bannat das Zwanzigfach« an Krediten habe erhalten können. Ser Staatsanwalt beantwortete dies« Frage dahin, daß dies nur durch eiue Reihe strafbarer Handlungen, wie Untreue, Betrug, Bestechung, möglich gewesen wäre, über deren Einzelheiten jedoch noch leine Mitteilung gemacht wurde. Be- merkenswert war, daß der Staatsanwalt in seinem Ueberblick nicht den Vorwurf gegen Barmat erhob, die Kredite außerhalb seines Konzerns verwendet zu haben. Oberstaatsanwalt Rasch ergänzte diese.Ausführungen vom volkswirtschastlichen Standpunkt. Sabei kam er zu einem Vergleich zwischen Barmat und S t i n n e s. der einiges Befremden er- weckte. Er führte nämlich aus: Im Gegensatz zu Barmat habe Stimres doch verstanden, die Zeit der Jnslatioi, restlos auszuschöpfen. Stimres habe zwar auch seinen Konzern zu- sammengekauft, aber doch„die Schornsteine, die rauchten", während die Barmotschen Konzen, betriebe nichts getaugt hätten. Gewiß sei auch der Stinnes-Konzern dann von der Krise betrossen worden, aber noch einer Stützungeaktion der Banken sei doch „der Stinnes-Konzern aus dieser Krise durchaus gesund hervorgegangen". (All gemeine Bewegung am Richtertisch und im Zuhörerraum.)— Hierauf trat eine Pause ein. Die Blamage des Stahlhelms. Eine mehr als kümmerliche Kundgebung B vrdieisor Cornch gestorben. Der bekannte Physiker und Dorsitzende der älkerbUndSkoWNiitiion tür gciMgc Zulammenarbe«. Pros. Dr. H.?1 2 o- Siilt. halle am 23 Januar au! dem Kranlendctle unler allgemeiner Teil- nabme lein 50 jährige» Jubiläum als Proscssor der lyaturwiffenschalten bc- gehen können. 8d btt Berlin« eraaustllhrnna»«. Sch-nlant.„Der gefpallen» ZUenjch», dl« nm Sonntag, dem 12. Februar, voimiilags ll'i, Nhr. im Theater am Bfllowviatz flallfinde». lieat die Leitung in den Händen von Berthe Trümpv und Karl Vogt. Da« Orcheiler wird von Wolsqang Zeller hlrlglert� Neben dem«prech.„nd Bewegungschor der Vollebühne Ii. V. wtrlt die Tan,pruppe Trumph-Sloronell mit. Schwelt.«b«a». Am Mittwoch, dem 8. Februar, abend» S Uhr, veranstaltet die Galerie Neumaun-Nierendors, Lühowstr. 82, einen Hasek« Abend. Der Präger Schauspieler Joses Pungl loirb au» de» Schriften Haffk», seinen Anekdoteu«nd au» de»»Schwöjf lese» Bonin. Es ist ihm nur ein S christstück verfchwundni. Das Reichswehrminifterium erklärt gegenüber anderslautenden Meldungen, es habe mit allen Mitteln darauf hingewirkt, daß die ganze Rcichsgerichtsverhandluiig gegen Schreck in voller Oeffentlich- keit geführt werde. Gegenüber Ausführungen der„Kölnischen Zeitung" des„3 u n g d e u t s ch e n" und des„Vorwärts" erklärt das Rsichswehnninisterium: Sie Aussage des Obersten v. B o u r n in diesem Prozeß ist durch die verkürzte Berichterstattung in etwas irreführender Weise veröffentlicht worden. A o n i n wurde vom Vorsitzenden gefragt, ab er es unter feinem Eid als ausgrschlvsten erklären könne, daß der Angeklagte Schreck Material aus dem Reichswehrministerürm bekommen haben könne. Bonin antwortete, daß sei n i cht vollkommen aus- geschlossen, und, zur Begründung ousgesordert, gab er an: Ich weiß aus meiner Dienstzeit im Retchswehrministerivm, daß dort Schrntstüct« abhandengekommen sind: zum Teil Hot man sie wieder ousgefpnderr, zum Teil nicht. In einer Sitzung der für den Schutz des Reichswehrministeriums Verantwortlichen find deshalb Schutz- maßnahmen beschlossen worder und seitdem diese eingeführt sind, ist kein Schriftstück mehr abhanden gekomMe». Aus der Abteilung des Obersten v. B o n i n ist überhaupt nur ein einziges S6,riftstück seinerzeit verschwunden. Lassattes Todespistole versteigert. Am 28. August 1864 knallte in Genf«in Schuß, dem alle Formalitäten eines ritterlichen Duells vorangegangen waren. Zwei Gegner standen«inandey und dem Tod« g«genüb«r: der junge Bojar und„walochische Schwindler" Janko v. Ratowitz und Ferdinand L a s s a l l e. Die Distal«, die Lossoll« dos Leben ausge- loscht, wurde vor kurzem im Soratheum ün Die» versteigert. Wie die Pistole gerade in Wien unter den Hammer kam, entzieht sich der genauen Kontrolle. Man weiß nur. daß sie van ihrem letzten Eigentümer freiwillig zur Versteigerung bestimmt war. Aus die Frage»ach dem Nomen dieses Eigentümers wurde die Antwort nonr Funktionsleitcr der Versteigerung mit den, Hinweis auf die Amtsverschwiegenheit verweigert. Sie V.:Zt«jgerung wurde um 3 Uhr nachmittags eröffnet. Noch antiken Statuetten, Porzellan- Nippes und Perserteppichc» kamen endlich dt« historischen Pistolen daran. Der Ausrusspreis betrug tausend S ch i l l i n a.„Tau- send Schilling zum zweitenmal', wiederhalte der Varstelgerungs- keiter und stand dem Publikum mit d«r Geste«in«? Duellanten gegenüber. Endlich bekam«r vom Sensalentisch her einen Wink und erklärte die Pistolen tür angekault. Ein Glockenzeichen schloß den Akt und tot kund, daß der Sensal Käumel die Versteizerungs- gegenftänd« rechtsgültig erworben hatte. ..Ich hatte einen Kaufauftrag bis viertausend Schilling be- kommen." jagte Herr Bäunrel. Auf die Frag«, von wem der Auf- trag herrühre, berief er sich allerding» aus ein striktes Verbot seines Klienten, der auf keinen Fall sein Inkognito lüften wolle.„Ich habe auf den Koufzettel einen Decknamen geschrieben: Maust," schloß Herr Bäumel lerne Aufklärungen,„und kann nur sagen, daß es sich um eine Privatperson handelt." Die Versteigerung nahm ungestört ihren Fortlauf, die Sensalen und Kausleut« verwickelten sich in weitere Duelle, und«a war vergessen, daß in der mit Ge- schösteobschlüssen g»schwängerten Luft des Perfteigerungssaales ««»ig« Minuten vorher die Gestalt eines riesenhaften Toten ausge- dämmert war. Der Landesverband Groß-Berlin des Stahlhelms veranstaltete am gestrigen Sonntag noch seiner Generalversammlung im Kriegeroereinshaus einen Umzug durch den Norden und Osten Berlins, dcr'werbcnd wirken sollte. Tatsächlich wirkte er im höchsten Maße klüglich: zwei kümmerliche Züge von vielleicht insgesamt 4«X>0 Menschen bewegten sich unter stärkster Bewachung der Schupo— es waren mehr Polizeibeamte als Stahlhelmer auf den Beinen— durch die Straßen, um unter sicherem Schutz« zu singen,„daß sich unsere alte Kraft erprobt". Diese Kraft erprobte sich aber auch darin, daß man in lümmelhafter Weis« und in ständig wiederholtem Gröhlen einen Refrain zmn besten gab, den wir fest- halten wollen: „Ebert an den Galgen. Di« Juden an die Wand, Di« Rote Front ins Zuchthaus- Dann wird Ruhe im Land." Daß es für Reichsbannerleute und rote Frontkämpfer bei de» heurige» Juftizoerhältnissen leichter ist, ins Zuchthaus zu konmren als für Stahlhelmcr, die etwas verbrochen haben, ist ja von uns ojt genug betont worden. Freilich kann man auf der anderen Seite den roten Frontkämpfern den Vorwurf nicht ersparen, daß, wen» sie nicht durch ihre Aufforderung zu Gegendemonstrationen die Straßen erst belebt hätten, der jämmerliche Eindruck dieses Stahlhelnizuges noch viel deutlicher in Erscheinung getreten wäre. In allerhöchstens jeder zweiten oder dritten Straße sah man aus einem Fenster eine einsam flatlernde schwarzweißrote Fahne, die van den zum größten Teil noch nicht 2ö Jahre alten Stohlhelmern mit einem„Front heil" begrüßt wurde. Die Berliner Bevölkerung verhielt sich durchaus ablehnend und war in ihrer großen Masse diszipliniert genug, diese Leute überhaupt nicht zu beachten, so daß es der Polizei Verhältnis- mäßig leicht war, die Ordnung aufrechtzuerhalten. Gegendemonstfationen und Schlägereien. 5)intcr den sehr starken Absperrungslinien hotten sich die k o rn- munistischen Gegendemonstranten aufgestellt, um beim Eintreffen der beiden Stohlhelmzüge in laute Pfiffe und Niederrufe auszubrechen, die manchmal freilich so heftig wurden, daß sie die Musik der Stahlhelmkapclle übertönten. Ueber die kleinereri Zwischenfälle wird folgendes initgeteili: Ans dem Heimwege sind an verschiedenen Stellen Stahlhelmer von politischen Gegnern überfallen und teilweise verletzt wou. Auch ein Polizeibeamter, der Polizeiwnchtmeister Gerisch von der 1. Hundertschost Alexander, wurde durch Stcinwürfe an der rechten Schläfe verletzt. Nachmittags wurde an der Ecke der?l r t il l e r i e- und Oranienburger Strohe ein Stahlhelmtrupp über- fallen. Die Schlägerei wurde schließlich durch Polizeibeamt« b e- endet, doch gelang es nicht mehr, die Täter festzustellen.— Vor dem Hause M o r k g ra se n st r. 63 wurde etwa eine Viertelstunde spoter ein Wcrwolfmann übersallcn und am Kopse so erheblich»er- letzt, daß er noch der Rettungsstelle in der Kommandanten- slraß« gebrocht werden mußte. Auch in diesem Falle konnten die Täter nicht mehr festgestellt werden. Um 16 Uhr wurden zwei Stahlhelmer vor dem Hause I n v a l i d e n st r 13 von mehreren jungen Leuten überfallen und einer van ihnen erheblich verletzt. Polizeibeamte brachten die beiden Uobersallenen zu ihrer eigenen Sicherheit nach ihren Wohnungen. An der Ecke der Jäger- und Kur- stroße sielen um 16iL Uhr mehrere Leute über den Rittmeister a. D. Werunzlow aus der Bernburger Stroße her, schlugen aus ihn ein und verletzten Ihn am Kopfe. Auf der Rettungsstelle 12 legte man ihm die ersten Verbände an. Uni 17 Uhr wurden in der Turin» stroße zwei Stahlheliner überfallen. Den Stohlhelmer Balszikot brachte nian mit einer Kopfwunde nach der Rettungsstelle und von da nach dem Moabiter Krankenhaus«. Auch gegen Abend kam es noch zu mehreren Zusammenstößen 125 sistierke Personen sind den Polizeirevieren und später der politischen Abtei» l u n g im Polizeipräsidium zugeführt worden. Alles in allem aber darf man jagen, daß es der Polizei gelungen ist, größere Zwischen- fälle zu» e r h i n d e r n. Wären einige wenige junge Polizei- offiziere nicht noch zu nervös und in Berliner Demonstrationen unerfahren, so hätte sich noch manches vermeiden lassen. Im ganzen aber darf man sage», daß sich die Polizei bewährt Hot. Natürlich fehlten bei dem Stahlhelmumzug auch einige leib- haftig« Hohenzollernprinzen nicht. Einige olle Dame» riefen ihnen, durch soviel Fürstengunst beglückt, ein Heil oder Hurra zu. Sonst beachtete sie niemand. Herr S e l d t« kam unter polizeilicher Bewachung im Kriegcrvereinvhous on. um mittags, wiederum von Polizei beschützt, den für den Stahlhelm reichlich heißen Berliner Boden zu verlassen. Oer Mörder seiner Araui. Er war Mitglied der„Schwarzen Reichswehr*. Vor dem Landgericht II steht«in junger Mann, der sich wegen Totschlags an seiner Braut zu verantworten hat! In der Nacht vom 26. zum 27. Juli vorigen Jahres erschien im Polizeirevier 112 der 24jShrige Artur Fischer und erklärte, daß«r ick seiner Woh- nung, Fidicinstraßc W, seine Verlobte Erna Marschner gl- tötet habe. Er machte«inen ruhrgen Eindruck und bot um eine Zigarette. Die. Polizei fand tatsächlich in der Wohnung des Fischers di« Tote, die mit einer Decke zugedeckt war-. Fischer war als einziges Kind von der Mutter in hohem Maß« verwohnt worden In der Mechanikerlehre hatt« er es nicht aus- aehalten. Er wurde Kinovortührer ynd lernte als �Vjähriger oic damals ISjährige Erna Marschner kennen. Das war im Jahre 1923. Obgleich die Elter. r der beiden jungen Leute gegen das Verhältnis der beiden ivaren, ließen st« nicht voneinander. Fischer führte seiideni ein recht unstetes Leben. Er gehörte eine Zeitlang der Schwarzen Reichswehr an. war dann Zeitfrei- williger in Küstrin, arbeitete später als Brunnenbauer, Kahlenarbeiter und Brouereiarbeiter. Am ersten Osterfeiertag 1926 verlobten sich die jungen Leute. Bald daraus kam es ober zu Zwistig- reiten, deren Ursache gegenseitig« Eisersüchteleie» waren. Fischer mißhandelte seine Braut auch zuweilen in der rohesten Weise. Er war äußerst jähzornig und neigte nach Aussagen seines Freundes zu hysterischen'Anfällen. Nach stürmischen Austritten versuchte er lnedrere Male, sich dos Leben z» nehmen. Ein anderes Mol ver- suchte er, seine Verlobte über das Treppengeländer zu werfen. Diese Zwistigkeiten führten dazu, daß Erna Marsch- ner im Herbst 1926 nach einer ihr widerfahrenen Mißhandlung ihm den Verlob ungsring zurückgab. Als er nun fein Gs- schenk zurückinrdcrte, kam es erneut zu eicker Versöhnung. Am 23. Juli machte Fischer mit dem Fußbollklub jdreuzberg" einen zweitägigen Ausslug. Erna M a r s ch n c r war in Berlin geblieben. Ein Kollege Fischers erzählte der Marschner, daß Fischer während des Ausflugs viel Geld für Altohol und ander« Dinge ausgegeben habe. Sic' mochte ihn, deswegen am nächsten Tage schwere Vor- würfe. Darüber geriet er in Wut. warf sie auss.Bett, würgte sie zuerst, warf dann um den Hals der Röckielnden eine Schnur und erdrosselte sie. Oen Kreund geiöiei? „Morgen werden Sie von mir in der Zeitung lesen?" Zu dem Doppelselbstmord im Hcuse Griebenowstr. 10, über den der„Vorwärts" bereits in seiner Son»ab«ttd�Ab>«ndous- gab« berichtete, ist von der Kriminalpolizei in der Zwischenzeit überraschende Aufklärungsarbeit- gelerstet worden. Am Sonntag vormittag wurde nämlich der Uhrmacher Brüning, der von der Feuerwehr ins Leben zurückgerufen worden war, während bekanntlich bei Bergmann alle Rettungsversuch« vergeblich blieben, unler dem dringenden Verdacht, seinen Freund ge- tötet zu hoben, verhaftet. Eisersucht scheint Brünning, dem innige Frcunkfchast zu Bergmann verband, zu der Tot getrieben zu hoben. Der Verhaftet« muri« heute dem Untersuchungsricht.'r vor- geführt. Die beide» Freunde wohnten seit längerer Zeit zusammen in der Küche, während di« einzige Stube an vier Schlafburschen v«r. mietet war. Bergmann, der verheiratet ist. wurde vor mehreren Monaten von seiner Frau verlassen Am Sonnabend hatten di« beiden Freunde ein Lokal aufgesucht, in dem vornehmlich anders veranlagte Männer verkehren. Hier hatt« Bergmann versucht, sich einem anderen jungen Mann zu nähern. Es kam dabei, wie häusig, zu einem heftigen Streit zwischen Bergmann und Brüning, der dänn aber scheinbar beigelegt wurde Beide gingen darauf gemeinsam noch Hause. Während Bergmann sich zur Ruhe niederlegt«, hat Brüning dann vermutlich mehrer« 10-Pfennig-Stücke. die er vorher bei einem Gastwirt in der Näh« eingewechselt hatt«, in den Gasautomaten ge- steckt, die Höhn« aufgedreht und sich dann heimlich entfernt. Später begab ich Brüning, der wußte, daß die Untermieter bald beim- kehren würden, kurz vor deren Erscheinen in die gaserfullte Küche und täuschte bei der Entdeckung Bewußtlosigkeit vor. Hauptsächlich ist dem Täter eine Bemerkung zu dem Gastwirt, wo er ein Sv-Psennig-Stück in lü-Psemrig-Stücke einwechselte: ..Wargen werden Sie von mir etwas in der Zeitung lesen," zmn Verhängnis geworden. Oer Wanderklub„Tariareublut". Eine prügele« am Teufelssee. Vom Slkademischcn Turnverein Berlin unternahm eine Wandergruppe unter Führung eines Turnlehrers am gestrigen Mittag einen Ausflug nach dem Teuselsse« bei Potsdam. Es handelte sich um acht junge Leute im Alter von 13 bis 17 Jahren Beim E i S l a u s e n brach einer der jungen Leute«in. Während seine Kleider zum Trocknen. aufgehängt wurden, lagerten sich di« anderen am Waldrand«.■•-• Plötzlich stürzten sich auf sie 18 j u n g« Leute, die zunächst urstersuchten, was für Abzeichen die Turnoereinler trugen. Sc« nahmen ihnen ihr« Deutsche-Turnerfchost-Abzeichen weg. Ferner raubten sie aus den Taschen der Uebersollenen sämtkich« Eßwar« und sln Tuch, in das Geld eingeknotet war. In der Hand de> Angreifer befanden sich schwere Schlagringes Dolche, Seitengewehr« Totschläger. Ein Pfadrirrder, der des Weges kam, versteckt« fiäj hinter einem Baum. Er ffüchtete auf die Chaussee und alarmiert» durch einen Radfahrer das ll e b e r s a l l k a m m o n d o der Pats» dam er Schupo. Dieses traf die Rotte in der Nähe von Neu» babelsberg. Sämtliche 18 jungen Leute wurden feftgenomme» und auf einem Lastauto ins Potsdamer P o l i z e i p r ö f r- d i u in geschafft. Hier stellte es sich heraus, daß man es mit dem Wonderkliib„T a r t a r e n b l u t" aus Neuköllri z» tun hatte Dieser Klub führte bei sich eine rote Fahne in der Größe na» 1 30 � 173 mit weißem Rand und goldener, ausgehender Sonne. Bei der Vernehmung«rtlorien die Festgenommenen, keine Kam» mu nisten, aber L i n t s r o d i k a l e zu sein. Sie waren noch Tiroker Art gekleidet, trugen Wadenstrümpfe, schwarz« Faschisten. Hemden, offene Blusen und Feherhiite. Wie unser lllcwährsmann mitteilt, bandelt es sich bei den zahl. reich abgenommenen Waisen um solche s ch w e rst« r Art. Di« Potsdamer Kriminalpolizei vermutet, daß«s sich um K o m m u- n i st e ii handelt, die in Verkleidung wandern, um für ihr« Toten nicht die Kommunistische Partei verantwortlich zu machen. Gros Coudenhove-Kalergl hält am Mittwoch, dem 8. Februar, 8 Uhr abends, im groß«n Hörsaal der Deutschen Hochschule für Politik, Berlin W. 56, Schinkelplotz 6, einen zusammensolsenden Schlußvortrog im Rahmen der Vortragsreihe des Geopolitischen Seminars d«r Hochschule über: Dos paneuropäisch« Pro» b k e m. Do schon zahlreiche Anmeldungen vorliegen, wird drin- gevd empfahlen, Eintrittskarten rechtzeitig im Sekretariat der Hoch- schule, Schinkelplotz 6. abzuholen. Am Vortragsabend selbst werden di« Karten voraussichtlich vergriffe» sein. Sozialdemokratie für Sparer. Die sozialistische Regierung des Freistaates B r a u n s ch w e i g hat in den Haushaltsplan für 1928. der r» Kürze dein Landtag vorgelegt werden wird, für Aus- wertungszwecke«ine Summe van 1,3 Millionen Mark ein- gestellt. Die schwarzweißrote Regierung hat im verflossenen Jahre nur 200 000 M. für Auswertung ausgegeben. Abbruch und Neubau der«inqbahnbriicke Frankfurter Allee. Aus Anlaß des Baues der UniergrundlKihn Alsxonderplotz— Licht«i»b«rg und der Verbreiterung der Straße Frankfurter Allee muß die vordanden« Brücke der Riuqboln, über die Frantsurter Allee abgebrochen und in anderer Form und in größerer Breite neu gebaut werben. Durch die Berbrelterung d«r Brücke sind auch ge- ringe Aenderungen am anschließenden Bahnkörper bedingt. San- stige Umbauten find dort nicht geplant. Münchens kleine Vcrgiunnn-Affüre. Zu de» Betrügereien einer Münchener Beomteufrau wird»och berichtet, daß die Täterin auch viel« kleine L« u t e um erhebliche Beträa» geschädigt Hot, darunter ein« Anzahl von Dienst- madchen, kleine Gewerbsiveibende und kaufmännische Angestellte. Eine Angestellt« ollein wurde um den Betrog von � vi-? geschädigt. Uebrigons scheinen sich noch nicht all« Geschädigten gemeldet zu haben. Die wertvolle Einrichtung, die Rennoserde und das Auto der Betrügerin sind bereits gepfändet Die Betnigerln gibt an, die Gesder zwei Herren vermittelt zu haben von denen der«ine Hans S t e t n b r e cb t und der ander« Wal« Jacob heißen soll. Dies« beide» Personen konnten aber n i r ermiäeü werden. Der Ehenzann der Betrügerin, her Palizeff misiar Ludwig Schnell, hm bereits um feine Bersetz'"»- Ruhestand nachgesucht. Der Reichsarbeitsminister verurteilt Enischeidtittg des Dresdner Arbeitsgerichts. Dresden. 6. Februar.(Eigenbericht.) heute, Montag früh, wurde vom Arbeitsgericht Dresden folgendes Urteil verkündet:. „Ez wird festgestellt, daß der Schiedsspruch vom 29. Dezember 1927 ungültig ist. Der Streit wird aus 5000 Mark festgesetzt." Eine mündliche Begründung des Urteils ist nicht gegeben worden. Die Klage vor dem Dresdener Arbeitsgericht war von dem Deutschen Metallorveiteroerband gegen den Verband der Metall- industriellen aus Ungültigkeitserklärung des ergangenen und vom Arbeilsminifler sür verbindlich erklärten Schiedsspruches für die Sächsische Hüttenindustrie eingeleitet worden. Vor- sitzender war Arbeit sgerichtsral Dr. Eberl, der Metallarbeiter- verband war durch Teichgräber, Händler und Schille vertreten. Für die Gegenparteien waren Dr. Bikisch und Dr. Mischelmann er- schienen. Ferner wohnten zwei Vertreter des Arbeits- und Vohl- sahrtsministcriums der Verhandlung bei. Es galt für die Gewcrkschostsvertreter. nicht nur die G e f e lz- Widrigkeit der angezogenen Punkte nachzuweisen, sondern auch den Kamps gegen die Verbindlichkeitserklä- r u n g des Schiedsspruchs durch den Reichsarbeitsminister zu führen. In dieser Beziehung ist also der Kamps, an dem Urteil gemessen. erfolgreich gewesen. Ebenso ist ein voller Erfolg zu vcr- zeichnen in den Absähen des Schiedsspruchs, die vom Melallarbeiter- vcrtKind als gesetzwidrig betrachtet werden. Es handelt sich dabei um die Bestimmungen über eine Stunde Mehrarbeit und über die Sonnlagsarbeit. Mit diesem Urteil hat der Deutsche Melallarbeiterverband einen großen Erfolg erielk. denn es unterliegt keinem Zweifel, daß die Arbei lszcitocrhäl tnisse in der Sächsischen Hüttenindustrie einer Reuregelung unterzogen werden müssen, und dabei steht noch zu erwarten, daß die Ungültigkeitserklärung des Schiedsspruches für die Sächsische Hüttenindustrie auch Rückwirkung auf die deutsche Hüttenindustrie im allgemeinen Hot. weil sich ja der Schiedsspruch sür die Sächsische hütkeninduskrie mit dem Schiedsspruch für die deutsche Hüttenindustrie deckt. Die Beinebe werden geöffnei. Es finden sich ober keine Streikbrecher. halle, 6. Februar.(Eigenbericht.) Die streitenden Metallarbeiter von Halle hoben das Rund- schreiben der Metallindustriellen, betreffend die Wiederöffnung der Betrieb« für nicht organisierte Arbeitstollegen, am heutigen Montag so beantwortet, wie von ihnen Zu erwarten war. Die Unternehmer hofften, daß ein Teil der Streitenden und natürlich erst recht die von ihnen Ausgesperrten schon des Kampfes müd« wären, aber der heutig« Montag bewies ihnen, daß sie sich verrechnet hatten. Selbst diejenigen Metallarbeiter, die aus den verschiedensten Gründen den freien Gewerkschaften nicht angehören, haben es sott,«in Spielball des Unternehmerwillens zu sein. Auch sie erkennen, daß eine zeit- gemäß« Entlohnung im jetzigen Augenblick nur durch Fortführung des Kampfes erreicht werdcn kann. Mit verschränkten Armen stehen also auch heute noch, am Beginn der vierten Streckwoche, die Metall- arbeiter den Unternehmern gegenüber. Die Arbeiter kennen ihre eigen« Stärke und sind des Erfolges gewiß. Deshalb auch dieselbe ruhige Entschlossenheit in ihrer Haltung wie am Anfang des Kompfes. Di« Posten der Streikenden waren heute morgen— wie immer— vor den Fobrikiorcn aufgezogen. In ihrer Röhe befand sich meistens auch ein Schutzpolizist, ein sicheres Zeichen dafür, daß kein Arbeitswilliger durch Terror oder Bedrohung von der Arbeits- stelle ferngehalten wurde. Das Resultat aller Beobachtungen ergibt- nicht die geringste Abbröckelung aus den Reihen der Streikenden. Das ist die beste Antwort und zugleich die würdigste, die den Unter- nehmern gegeben werden konnte. Ist schon von Holle solch eine erfreuliche Geschlossenheit und jeden Verrat ablehnende Antwort an die Unternehnier erteilt worden, so ist mit noch größerer Bestimmt- heil dasselbe von den anderen Streikorten zu erwarten. Die Schließung der Kieler Werst verschoben. Man will den Ausgang der Verhandlung abwarten. kiel, 6. Februar. Di- Werkmeister der deutschen Werte haben heute früh die Arbeit nicht aufgenommen. Der Beschluß der Leitung der dcut- schen Werke, die Werft zu schließe», wird damit Tatsache werden. Da ledoch augenblicklich i-Vnerhalb des Verbandes der Seeschiffs- werften in Hamburg V e r h a„ d l u n g e n stattfinden, deren Ergebnis bis heute mittag noch nicht vorliegen dürfte, beschloß die Werklcitung den Schluß der Arbeit unter Aufrechtcrhallung der ausgesprochenen Kündigung auf hente nachmittag fünf Uhr sestzu- setzen. Voraussichtliche Beilegung des Konflikts. Kiel. 6. Februar. Die Verifandlungen zur Beilegung des Konflikts bei den Deub schon Werken wurden heute vormittag in Hamburg durck) den Ober- prösidenten Kürbis unter Hinzuziehung des Vorsitzenden des An- gestelltenrots der Deutschen Werke fortgesetzt. Es wurde mitgeteilt, daß beiderseits befriedigende Borsch läge gemacht wurden, die für beide Teile annehmbar sind. Der Oberprösidem wird heute nachmittag in einer Versammlung berichten. Es steht zu erwarten, daß die Arbeit inorgen wieder ausgenommen wird. Loses Diermeier Bon einem furchtbaren Schicksal aschlag wurde der Deutsche Nahrungs- und Genußmiltelarbciteroerband lDenog) betroffen. Ani 4. Februar morgens verschied durch eingetretene Herzschwäche in- folge eurer Leistenbruchoperatian sein 1. Vorsitzender. Josef D i e r- ineier, im Alter von ö2 Jahren. Noch wenige Stunden vorher weilte er in der Mitte seiner Vorstandskollcgcn zur Beratung der Plan« für die zuküiiftigen Aktionen. Diermeier ging aus kleinbäuerlichen Kreisen in Miltelfrankcn her vor. Nach der Schulzeit erlernte er das Bäcker- und Mühlen Handwerk. In den jungen Gebilfenjahren lernte er auf der Waaderschaft Land und Leute kennen in Oesterreich, der Schweiz und der bayerischen Gebirgsgegend. Da fand er auch die Wege in J®"�borgonisation, der er sich am 13. Dezember 1899 in München anschloß. Nach kurzer Zeit wurde er Angestellter der Zahlstelle. Bon 1907 bis 1918 war er Vorsitzender des Verbands- ausschusses und im gleichen Jahre wurde er gegen seinen Willen vom 14. Verbandstag in Leipzig als 1. Vorsitzender gewählt. Auf diesem verantwortungsvollen Posten' entwickelte er in den bewegten Jahren der Nachrevolutionszeit eine erfolgreiche Tätigkeit für seine Berufskollegen, wie in der allgemeinen Arbeiterbewegung. Bei der Errichtung des vorläufigen Reichswirtschaftsrates wurde er in dieses Parlament als Mitglied berufen. Der Internationalen Union der Lebensmittelorbeitcr gehörte er feit der Gründung als Vorstandsmitglied an. Der Verstorbene erwarb sich in der Jnter- nationale große Verdienste bei dem Zustandekoinnien der internationalen Konvention zum Verbot der Nachtarbeit in den Bäcke- reien vor der Internationalen Arbei tskonsercnz, wosür ihm die Böckerciorbeiter aller Länder großen Dank schulden. Ein herzensguter Mensch mit grüßen Kenntnissen und Führer- qualiiät, mir überzeugender Berediamkeit ist von uns gerissen worden. Es wird uns unvergeßlich bleiben sein energieoolles Aus- treten gegen die Zersplitterungsbestrebungcn innerhalb der Gewert- schaften. Mag sein, daß ai'ch darum der Denag von den häßlichen Brtiderkämpfen in seinen Meißen verschont blieb. Oer Hunger grinst durch die Masken. 2Vi bis 9 Pfennig Stundenlohn. Zu den am schlechtesten entlohnteil Gruppen des Papiergew�rbes gehört die Karneval- und Feftartikelindustrie. Sie hat ihre Standorte vielfach in entlegenen Provinzorten und über 40 Proz. der in ihr Beschäftigten sind Heimarbeiterinnen. Welche Elendslöhne in diesem Industriezweig noch gezahlt werden, dafür gab die Berliner heimorbeilsausstellung im Jahre 1923 interessante Belege. Dort wurden Heimarbeit en ausgestellt, bei deren Herstellung die Arbeiterinnen 9, 5, 4 und sogar bis herunter zn 21I pf. pro Stunde verdienten. Jni November des vergangenen Jahres fand im Rcichsarbeits- Ministerium eine Beratung über die E r r i ch t u n g eines G e- fa in ifach ausschusses für die Karneval- und Festartikel- industrie statt, um für die Heimarbeiterinnen bessere Löhne. zu sichern. Vor der endgültigen Beschlußfassung soll zunächst noch durch einen Fragebogen bei den Regierungen und den wirtschaftlichen Vereinigungen festgestellt werden, welche Gebiete vor ollem in Frage kommen. Die Rundfrage bei den Verwaltungen des Verbandes . der. Buchbinder und Papieroerarbeiter ermittelle rund 2300 Berufs- angehörige der Karneval- und Festartikelinduftri«. darunter befinden sich 1030, also 42 Proz. Heimarbeiterinnen. Lohnregelung im Wäscheverleihgewerbe. Tariffeindliche Firmen sind zu beachten. Nach langwierigen Berhandlungen hat der Deutsche� Verkehrs- bund mit der Interessengemeinschaft der Wäscheoerleihgeschaste und der Vereinigung der Vereinigung der �Wäschcverleihgeschäitc ciir neues Lohnabkonimen geschlossen. Die durchschnittliche Lohnerhöhung beträgt zirka 8 Proz. mit Wirkung ab 1. Januar 1928. Wie von den Funktionären der halidtuchfahrerbronche sestgesteUl wurde, zahlen verschiedene Firmen, trotzdem sie der Interessen- gemeinschast angehören, nicht nur weit unter dem Toris. sondern stellen sich auch direkt organisation� feindlich ein. Die Branchcnleiwng wird genau die Verhältnisse dieser Betriebe prüfen und sie demnächst bekanntgeben. Da diese Betriebe ihre Wäsche.zum großen Teil auch in B e- trieben und Arbeiterhaushaltungen absetzen, bittet der Deutsche Verkchrsbund all« Genossen und Funktionäre, die 5?and- tuchfahrcr in ihren, Kampf um die Durchführung des Tarifvertrag-s dadurch zu unterstützen, inden, sie sich die von, Deutschen Berkehrsbund herausgegebene Kontrollkarte vorzeigen lassen. Diese muh regelmäßig im Monat mit den, Datum urid Branche Sb ge- stempelt sein. Nur die Fahrer, die die rate Kontrollkarte vorweisen können, sind organisiert und arbeiten-zu tariflichen Be- dinguirgcn._ Abstieg der Stalinisten. Dresden. 4. Februar.(Eigenbericht.) In der Dresimer Ortsverwaltung des Deutschen Metollarbeiter- Verbandes hatten neben den beamteten Gewerkschaftsführern, die der SPD. angehörten, von den zwölf Beisitzern die Kommunisten vier Sitze. Das genügte den Kommunisten nicht. Sie stellten deshalb eine eigene Liste auf, auf der sie zwei besoldete Mitglieder und acht Beisitzer in Borschlog brachten. Lei der Wohl des Bcvoll- m ä ch t i g t« n erhielt der' sozialdemokratische Kandidat 871 Stimmen, während der Kommunist nur 171 Stimmen erhielt. Dasselbe Bcr- hältnis ergab sich bei der Wahl der übrigen besoldeten Mitglieder. Bei der Wahl der ehrenamtlichen Ortsverwaltungsmitglicder erhielten die Koinmunisten gar nur etwa 130 Stimmen, wahrend auf die sozialdemokratischen Kandidaten etwa 880 Stimmen entfielen. Dadurch gingen die Kommunisten vollständig leer aus. Die Dresdner Ortsoerwaltung des DMB. setzt sich nunmehr nur aus Anhängern der Alnsterdamer Richtung zu- fammen. Die Kommunisten hoben sich durch ihre maßlosen Ansprüche also selbst aus der Verwaltung hinausgewühlt. Das geschah auch bei den Wahlen zur Tarifkommission und den Delegierten zur B e z i r k s t o n s e r e n z. Die kommunistischen Stimmen hätten übrigens selbst bei einer Verhältniswahl nicht«imnol sür die bisherigen vier Kandidaten oereicht, denn dazu wären mindestens 290 Stimmen notwendig gewesen. Oeuisch-schweizerisches Arbeitslosenabkommen. Basel, 4. Februar. Zwischen der Schweiz und dem Deutschen Reich ist heute in Lern .«ül Uebereinkoininen über die A r b e.i t s l o s e n v e r s.i che r u n g der sogenannten Grenzgänger abgeschlossen worden. Grenz- ganger si'nd Lerife, die in einer der beiden Staaten wohnen und im anderen arbeiten. Das Abkommen sieht vor, daß die Grenzgänger von der Arbeitslosenversicherung des W o h n st a a t« s erfaßt und an ihrem Arbeitsort nicht zu Beiträgen für die Arbeitslosenversicherung herangezvgen werden sollen. Dos Uebcreinkommen tritt einen Monat nach der Ratifikation in Kraft. Schuhmacher! Ani Dienstag, dem 7. Februar, abends 3 Uhr, versammeln sich die sozialdemokrotischen«chuhmocher Berlins im Lokal Blaroert, Weberstraße 24 a. Die Einberufer erwarten, daß das steigend« Jnteressc, das im letzten Jahr für unsere Zusammenkünfte gezeigt wurde, weiter anhalt. In dieser ersten diesjährigen Zusammenkunft wird über unsere nächsten Agitatiöns- aufgaben gesprochen. Wir alle erwarten von den politischen Wahlen dieses Jahres große Erfolge, wir haben ober auch noch die Ausgabe zu erfüllen, unser« Berliner Verbandszahl st eil« ovn der Versammlungsdiktatur einer kleinen Gruppe zu befreien. Wir fordern von ollen Berliner Genossen, daß sie die Schuhinachcr, die Mitglieder unserer Partei sind oder aber' mit unseren Zielen sym- pathisieren. aus unsere Veranstaltungen hinweisen. Ferner müssen un Vre Genossen mehr als bisher die Versammlungen der Berliner Zahlstelle besuchen. Der Merbeausjchuß. B-rantworNich für Politik: Dr.. Xliigtlftiftr; Eewcrkschoftsdcwegung: jjt. Etzkorn. ftcuiUctou:». K. Döschrr: Lokalcs —.-------Vitz»orftödt: Unjilgen: Ti. sämtlich in Berlin. ddruckrret strahe S. Kicrzu 1 Beilage. Volks büh ne TkMttr an BöiiVtzlati R Uhr Tb. an Sdiilfbannbanin 8 Uhr: Schieber des Kahms BantnkySühnn Th. Köniecratr. St Bergm.2110. 8'/, Uhr: StWoss Wefterstein von Wcdekind »-.,>« kiiw ßanwwskj KoanSdienhaiu Norden 6304. 8.15-10.40 Uhr von Curt Götz Dieatsr des Westens Täglich 8 Uhr: HOnmiiaiueas letzte Liebe Win, Bergmaon, Kürt}'.Schulz, Albu Hose-Theater 8Va Uhr Der Pfarrer von für difeld DOMPAÖOUH WAKAky Sonntag an 3 Uhr hatfea Praitt Der Kenner trinkt das vorzüglich nach Pilsner M gebraute EndeHanll- Spezial Heü Auch InFlaschen überall erhältlich CASINO-THEATER s utu Lothringer Str. 37. Die spanische Fliege. AuuchneidrD I Gutschein)— 4 Pers. Fauteuil nur 1.10 M, Sessel nur 1,60 M. Theater am Kottbnsser Tor Kottbusser S trage 6. Täglich 8 Uhr Elite-Sänger Februar ii jraiHr Farnl Jeden Sonntas nachm. 3 Uhr; Kroge FanlUen-VorsteUBUi (ungekürzt). Volkspr. 0,40, 0.75. 1,—, 1,25,1.50, 1,75 Mk. Reichshallcn•Theater « Uhr, Sonnig, nachm. 3 Uhr. Stettiner Sänger „»olles«oehenende" , nachm. halbe Preise. Oänherf■ Brett'l: Kabarett, Variete. Konzert, Tanz. Ianr< Oarantleacbeln der gerluschlosea i Patent-Ketten- Matratze Stempel OrlglnaKBeltma" Walhaila-Th..* Wernbergsweg 19/20 Eine Liebesnadit Operettenschwank Lony Pyrmont in der Hauptrolle. Vorzeiger dieses zahlen Tür Parkett auch Sonntags statt 4,— Mk nur 00 PL Plantarinn an Im Verih,. Juttimsflultr Stnh Noll.>578 Vtnis, die Sdiwesier der Eide. Vorführungen; 16'/,. 18, 19'/s,21 Uht Eintritt I M. (Mn Ol. 15 hkm 0.50 1. rotpeisiman iUa.MliU7 Nur dreS-Bereinl Atcxanderplalx Familien- Anzeigen Ruhebetten m. verzinkt Befema-Fed. ohne Bindfad. Für tebwerste Beiist Kein Elnliegen. 2u Jahre da ra alle Ueberau erhilttictt Berliner Feder-Matraueu-Fabrik| an." 1 Rub I ohn 1 Keil \m L-Juergens Aiexanderplaä Inlcricrcn SWOfcftlj IBABK duittOBgs-.Btbtll- a.RekitmemarkeB ■egen Nachahmung aesetzl-esch, fertigt seit 45 Jahr. als Spcztalltit Conrad Hauer teiezie- Schkeuditz znr Miete W O.Ansbachcrstr.l Verkäufe Ctzailtlaagaea, Metollbettrn. Auflege. Matratzen, Pa'.cntmatrutzen. 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Gesten, wurde er aus dem Auchdhaus in Gollnow wieder dem Großen Schöfsengericht vorgeführt, um nun endlich seine letzte Straftat auszugleichen. Er behauptete, daß er bereits an E i n z el str a f« n 296 Jahrs Zuchthaus zudiktiert bekommen habe. Landgerichtsdirektor Marcord meinte allerdings, daß Vuchmann etwas zu viel gerechnet Hab«,„aber auf hundert Jahre mehr oder weniger kommt es bei Ihnen ja nicht mehr an: Sie haben schon Ihre Gs- samtstrasc von 13 Jahren Zuchthaus erhalten und brauchen mehr nicht oerbüßen. Der Ruhm als Rekordmann des Einbruchs bleibt Ihnen auf alle Fälle." In dem oorliegewden Falle handelt« es sich um einen Einbruch in eine Dilta in der Tierqartcnftroß«, der für das Vorgehen dieses Meistereinbrechers, der einen Wald, Spang. Kaßner und Bernotat und andere berühmte Einbrecher weit in den Schotten stellt, charak- tcristisch ist. Nach seiner Schilderung hotte er im Dorbciqehen den Eindruik gewonnen, daß in der Villa etwas zu machen fei. Kurz entschlossen klingelte er an der Tür: diese wurde aber nur mit einer Sicherheitskette geöffnet. Er stellte sich als ein Graf ch« r b c r t v. Witt vor, der die gnädige Frau wegen eines Weinangebats sprechen wolle. Die Dame an der Tür mußte aber wohl Mißtrauen geschöpft haben, denn sie rief hinter sich:„charro, Nero, kusch. Johann, halten Sie die Hunde zurück."—„Ich merkte, so erzählte Buchmann weiter, natürlich gleich, daß keine Hunde da waren, sah aber ein, daß dort nichts auszubaldowern fei. Gleichzeitig aber dachte ich mir, daß in der Villa etwas zu holen fein müsse' Ich wartete, bis es dunkel wurde, kletterte dann an der Nebenvilla am Spalier hoch und warf von dort einen Draht zur Brandstange der anderen Villa. Nachdem der Draht befestigt war. rutschte ist an ihm hinüber und stieg ein. Ich fand die ganze Villa voll Alarmvorrichtungcn, die ich erst sorgfältig abschneiden mußte. Dann kam ich in ein Zimmer, in dem alte Möbel waren. Da stand auch ein alter ganz verstaubter Sekretär, den Ich öffnete. Als ich«ine Schraube bearbeitete, öffnete sich Rekord? us.- Er will„seine Ruhe haben"! ein Geheimfach. und in diesem waren vergilbte Papiere und eine Kossetie, in der sich zehn Perlenketten und drei Haisbänder aus Platin befanden." Der Einbrecher mochte außerdenl noch eine reiche Beute cm Silber. bestecken, die er in mehreren Rucksäcken fortschaffte. Morgens früh erschien er in der Goldaufkaufstelle von Kruby in der Wilmersdorfer Straße, um dos Silber zu verkaufen. Dieser ver- mies ihn aber an seinen Schwager R u t k o w s k i, der wenige Häuser weiter in der Kantstroße wohnte. Dort wurde auch das Silber gleich eingeschmolzen. Infolge des Geständnisses von Buch- mann hatten sich Kruby und Rutkowski gestern wegen Hehlerei mit zu verantworte». Luchman» behauptete, daß Kruby von ihm mindestens für 90Ü00 Mark Sachen erworben habe. Die beiden Mitangeklagten bestritten eine Hehlerei/ und behaupleten, daß Buch- mann sich ihnen gegenüber mit einem gefälschten Ausweis alz«in Polizeiwachtmeister ausgegeben hätte. Rechtsanwalt Thcmol fragte Buchmonn, ob er sich nicht einer Reihe von Einbrüchen beschuldigt Hobe, die er aar nicht begangen hätte? AngeN. Buchmann:„Da wäre ich ja schön dumm, denken Sie, daß lS Jahre Zuchthaus ein Pappenstiel sind? Ich habe bisher keinen Komplicen angegeben und es bei Kruby und Rutkowski nur getan, weil ich wußte, daß bei ihnen doch die Sache herauskommt. Da wollte ich endlich aufräumen. 21- Jahre saß ich aus dem Präsidium und wurde Tag und Rächt wegen neuer Fälle verhört. Jetzt habe ich meine Höchststrafe von 15 Iahren Zuchthaus und will nun endlich meine Ruhe im Zuchchaus haben." Interessant war es auch noch, daß festgestclll wurde, daß Kruby seine Gold- ankausstelle von dem Juwelier Plückhahn erworben hat, der vor einiger Zeit als einer der Haupthehler des Einbrechcrkönigs Wald zu längerer Zuchthausstrafe verurteilt worden ist. Auf die Beschuldigung Buchmanns konnte den Mitangeklagten allein nicht nachgewiesen werden, daß sie gewerbsmäßige Hehler seien. Kruby wurde gänzlich freigesprochen und Rutkowski erhielt wegen einfacher Hehlerei 3 ZNonotc Gefängnis mit Bewährungsfrist. Gegen Buch- mann wurde das Verfahren aus Grund des 8 154 eingestellt, da er zu einer höheren Strafe als 13 Jahre ZuchtfMUS nicht verurteilt werden kann. Lindau-Berlin in 2il Tagen. Das tknde einer Irrfahrt. Des Schicksals Tücke und der eigene Leichtsinn kennen oft keine Grenzen. Beweis: der Fall des jungen H. Ueber seine 21tägige Irrfahrt im Gefangenentransport von Lindau nach Berlin!>ot der „Borwärts" erst vor kurzem berichtet— eine skandalöse Angelegen- 5. heit. die demnächst auch im Reichstag zur Sprach« gebracht werden soll. Gestern stand er vor Gericht. Er hotte sich wegen in Z u r i ch begangener Straftaten, geringfügiger Betrügereien und einer Unterschlagung zu verantworten. Ein Deutscher kann nicht zur Aburteilung dem Ausland aus- geliefert werden. In diesem Falle wäre aber die Auslieferung für ihn vielleicht weit vorteilhafter gewesen. Denn hier galt er als rückfälliger Betrüger, in der Schweiz wäre er wohl mit einer geringeren Strafe davongekommen. H. ist der Sohn eines wohlhabende» Bier- brouereibesttzers. Er war durch sali che Erziehung und ungünstige häusliche Bsrhältnisse aus der Bahn des geordneten Lebens geworien worden. Hinzu kommen ein« schlimme Vererbung und ein unseliges Temperament. Als er auf den Rest seiner letzten Strafe«ine Be- währungsftist erhielt, fuhr er nach Salzburg. Sein Loter mar inzwischen gestorben dos Erb« haften sein« Stiefgeschwister ongc- treten. H. l�tte aus sein Erbteil Verzicht geleistet, als der Vater vor seiner letzten Straftat seine Schulden beglichen hatte. Nu» wollte er seinen Verzicht anfechten. In Salzburg erfuhr er aber, daß er in Oesterreich des Landes verwiesen sei. Er begab sich noch Zürich. Hier hofft« er bei einer alten Bekannten Gelb aus, zutreibe». Sic versprach ihn, ein« kleine Geldsumme, konnte sie aber nicht herbeischaffen H. war ohne einen Pfennig Gelb. Er suchte einig« Brauereien auf, deren Besitzer init seinen, Voter eng befreundet gewesen waren, traf aber niemand an. Da beging er einige Uiivorjichtigkcite». Von einer Bekannten erhielt er eine Uhr zur Reparatur. Er versetzte sie für 83 Mark: er müsse seine Sachen aus dem Zollamt auslösen, sagte er. Bei seinem Hotelwirt lieh er zweimal je 56 Franken und ließ ihm seinen Paletot. Dam, fuhr er nach Mailand. Hier vcrjchasfte er sich bei einem Braumeister eine größer« Geldsumme und kehrte nach Zürich zurück. Bon der Bekannten, deren Uhr er verpfändet lzotte, erfuhr er, daß gegen ihn«traianzeige erstattet worden sei. Er gab ihr 166 Franken, um die Uhr cinzulöfen, und fuhr nach Duisburg. Hier trieb er wieder Geld auf und löste eine Fahrkarte nach Zürich, um auch die anderen«chulben zu bezahlen. Als er sich im Hotel in Lindau unter seinem Namen eintrug, wurde er oerhoftet. Der Untersuch«,, gsrichter war bereit, ihn nach Zürich zu schaffen, damit er dort die Angelegenheiten regele. Das Gesetz,»ach dem ein Deutscher an einen fremden Staat nicht ausgeliefert werden dürfe, stand aber dem entgegen. So mußte er die bekannt« 2 1 t ä g i g e Reife nach Berlin anireten. Der Berteidiger gab zu bedenken, daß der Angeklagte in Zürich nur wegen einfachen Diebstahls bestraft worden wäre, und daß man es hier mit einem mit urwcr- fchülbetex Psychopathie schwer belasteten Menschen zu tun habe. Das Gericht oerurteilte H. in Derbinbuml mit sein«,, anderen«traft taten zu einer Gesamtstrafe von zehn Monaten Gefängnis. Der Kampf im Zentrum. Aus katholischen Kreisen wird uns geschriebein Vor einigen Tagen fand in Tempelhor eine Zentrumsvcr- sommlung statt, in der der Reichstagsabgeordnctc Schönborn auf verschiedene Fragen, die an ihn gerichtet werden sollten, antworten wollte. Obwohl durch das„Katholische Kirchenblatt" „alle Gemoindemitglieder herzlich eingeladen" worden waren, wurden als Debattercdner jedoch n u r M i t g l i e d e r des Zentrums- Vereins zugelassen. Katholische Gemeindemitglieder, die auch einst Anhänger der Zentrumspartei waren und nun Auskunft von ihrem Reichstagsabgeordneten, den sie mitgewählt haben, verlangten, wurden kurzerhand mundtot gemocht.«o wird in, Zentrumslager die„Harmonie" hergestellt! Das„Katholische K i r ch e n b l a t gibt offen seine varteipolitische Neutralität auf und stellt sich eindeutig in den Dienst der Zentrumspartei! Romisch- kotholikch wird ohne weiteres � gleich zentrumskatholisch gcsetzt!'_ Königsberger Studenten! Sie beweisen ihre geistige Reife? Bekanntlich wurde» in Königsberg vor kurzem die(Erweite- rungsbauten der Universität unter Anwesenheit des preußischen Unterrichtsministers feierlich eingeweiht. Der Rektor der Universität hotte durch Anschlag am schwarzen Brett an, 28. Januar mitgeteilt, daß er anläßlich der Einweihuiigsfeier auf die Beieiligung aller studentischen Verbindungen und Bereine init Bannern verzichte, da diese dos Chargieren bei der Feier von Bedingungen abhängig gemacht hätten, die dem Rektor erst nach endgültiger Ordnung des Festplanes in letzter Stunde überbrocht worden seien. Der seier- liche Einzug der Studierenden iir die Aula zum Festakte mußte daher wegfallen. Wie wir hierzu zuverlässig erfahren, soll die„Studeutenge- meinschoft" Königsberg die„B« d i u g u n g" gestellt hoben, daß der Kultusminister Dr. Becker nicht an der Veranstaltung teilnehme: es wurde zumindest für den Fall der Teilnahme des Ministers van der Studentcngemcinschost erklärt, man werde unverzüglich ab- rücken, sofern der Herr Minister etvwis Ungelegenes über den Ver- fassungsstreit sagen würde(!). * Erfreulicherweise stehen nicht alle Königsberger Studenten hinter dieser Erklärung der„Studentengemeinschasl". So hat z. B. sofort nach dem Anschlage am schwarze» Breft die Verbindung „Friburgio"(im Kartell-Convent der Verbindung deutscher Studen- ten jüdischen Glaubens, K.-C.) dem Rektor ihr Bedauern darüber zun, Ausdruck gebracht, daß sie dem Herrn Minister, der die groß- ortige Förderung der Albcrtina in dieser schweren Zeit kraftvoll ins Werk gesetzt habe, nicht in lzergebrachter studentischer Weise ihre donkbare Ehrerbietung bezeugen könne. Diese Verbindung betont dann noch ausdrücklich, daß sie an das von, Rektorat gestattete Ehnrgieren keine„Bedingung" geknüpft habe. Kein„Wunder" mehr in Konnersreuih. Therese wird gesund? Die Entwicklung der Dinge in Konnersreuth hat eile fenfotio- »die Wendung genommen. Die Frcitogsvisionen u-ni» Blutungen der Therese Ncumonn haben sich a» de» Freitagen der letzten Wochen nicht mehr wiederholt. Therese ist frisch und gefirnb und Hilst im elterlichen Hause und in der Wirft chast mit. Die äußerlichen Wunderfcheiiw igen sind bis auf die Stigmata verschwunden Haft fentlich nehme» ihr dos die Konncrsreuther nicht übel. Die gesunde Therese hat keine Anziehungskraft mehr für wundergläubig« Leute. So wird denn Konnersrouths Fremdenverkehr wieber verebbe» und sein«„Berühmtheit" wird der Geschichte oiigehörc». Die Stadtverordneten haben in dieser Woche ihre Sitzung am Donnerstag um Iß3* Uhr. Auf der Tagesordnung steht unter anderem eine Anfrage wegen der Vorkommnisse in, Krematorium Wilmersdorf. Der Haushallausschuß ist bereits heute zusammengetreten und hat mit der Prüfung des Hau, Haltplans begonnen. 23. Abi. Heule. Montag, 6. Februar, 18'/, Uhr, bei Vruwalbt, Kameruner Sir. 19, wichtige Funltionorsitzung. l'tlemand darf fehlen. (Öchfuß des redaktionellen Teils.) Vom 7. bis I«. Februar, nachmittags 4 bis 7 Iftr. finbet ix be« Au». st-llungsr-umen bor Firma?. Rabbag tu«»., Berlin, Leivgiger Str, ISS'ITS. ein Probe koche II,.brotrn und-backen auf dem neueste» strefst-Gaasterb mit Bortragen, Bornthrungeu und stostproben stakt. Internationales Schwimmfest. Sonnabend, Sonntag, Montag im Lunapark. Mit Europas besten Schwimmern am Start konnte die dreitägige Veranstaltung der Berliner Vereine Poseidon, Berliner Schwimmklub und S ch w i m in k l u b Berlin im Wellen- bad Lunapark gleich am ersten Tage in jeder Hinsicht be- friedigen. In dem bis auf den letzten Platz besetzten Hallenbad gab es auf der ganzen Linie ausgezeichneten Sport zu sehen, mehrere Rekordleistungen wurden erzielt. Im ISOV-Meter- ? r e i st i ls ch w i m m e n, dem Antos-Prag leider fernblieb, konnte Arn« Borg neuerlich seine Ausnahmeklass« unter Beweis stellen. Der Schwede gewann, wie er wollte. Der Reiz des Rennens lag in der Begegnung des sranzösischsn Rekordhalters Taris- Paris mit den, Magdeburger N e i tz e l. Bis zu 1000 Meter konnte Taris noch Schritt halten, dann zog Neitzel in überlegener Haltung davon, um in der deutschen Rekordzeit von 22,02 Zweiter zu werden. Taris verbesserte die französische Bestleistung mit einer Zeit von 22: 2.1,2 um nicht weniger al» 24 Sekunden. Eine weitere deutsche Höchstleistung gab es im 400°Met«r-Brnstschwim- men für Damen, das die Curopameisterin Hilde Schra- der-Magdeburg in 7:01,8 leicht gegen Zimmermann-Berlin an sich brachte. Der Wosserballkampf Deutschland-Belgien endete mit einem knappen, aber verdienten 3:2°Siege der Deutschen. Eine Ueberroschnng brachte der erste Teil des K u n st s p r i n- g«»s, das durch die Teilnahme der besten Springer der Deutschen Turnerschost, K o s s a g k und W i s b a r, eine besondere Note er- hielt. Europameister Riebschläger- Zeitz versagte gänzlich. I» den Staffeln holte H e l l a s- Magdeburg zwei schöne Siege heraus. In der Grohc» Bruststaffel über lOmal 100 Meter konnte Erich Rademacher erst nach Kampf den Sieg gegen Berlin 1878 sicherstellen, die Lagenstossel beendeten die Magdeburger Hellenen als leicht« Sieger vor Sparla-Köln. Die Freistilstaffel über 3mal 100 Meter ritz der ausgezeichnete Breslauer Schubert sür seinen Verein Borussia-Silefia nach scharfem Komps gegen Poseidon-Leipzig aus dem Feuer. Auch der 2. T a g brachte guten Sport, wenn auch in verschiede- neu Wettbewerben nicht olle Meldungen erfüllt wurden. Der Schwede Arne Borg begnügte sich mit einem knappen Sieg«, was ihm beinahe danebengelungen wäre, da der deutsche Meister Heinrich nur ganz knapp hinler ihm anschlug. Die Städtelagen st asfel, die zu einer besonderen Glanznummer werden sollte, hinterließ keinen Eindruck, da sich von den gemeldeten fünf Mannschaften nur die Bcr- treter von Köln und' Berlin dem Starter stellten, während Leipzig, Breslau und Brüssel fehlten. Berlin mutzte Köln einen überlegenen Sieg lassen. Im Wasserballspiel Brüssel-Berlin zriate die Berliner Mannschaft sich zwar an Schnelligkeit dem Gegner gleichwertig,»s fehlte jedoch die internationale Spielerfahrung, so dntz die B e i g I e r mit 3: 2(2: 1) sicher gewinnen tonnten. Im Kunstspringen wurde die Kür erledigt Europameister Ried- s ch l ä g e r Holle seinen Rückstand nicht nur auf, sondern sammelte durch seine in jeder Beziehung gelungenen Sprünge soviel Punkte, datz er noch einen leichtep Sieq vor dem Dresdener Baumann verblichen konnte. Der Turnermoister Kossagk holte einen schönen dritten Platz heraus. Dos Bru st schwimmen gab Europameister Rade macher erneut Gelegenheit, seine Ausnahmeklasse im dcut- scheu Schwimmsport zu beweise». Ein« Enttäuschung war der Schwede Wisnell, der vollkommen abgeschlagen einkam und nie eine Rolle spielte. In, Domenrückenschwimmen landete Reh- dorn- Bochum den erwarteten leichten Sieg. Das 1. Rückenschwimmen sah den Meister K ü v p e r s als leichten Sieger vor Schumburg-Magdeburg. Di« lOO-Metsr-Fveistilstrecke beendete Arn« Barg als sicherer Sieger.<5r hatte es jedoch nicht leicht. Bis 70 Meter lagen Derichs-Koln und Gchubert-Breslou mit dem Schweden auf gleicher Höhe. Dann setzte Borg aber stampf auf, dem phänomenalen Endspurt war keiner gewochsen. Denchs mutzte sich darauf Mchrän/en, den zweiten Platz gegen Schubert zu halten. ?cn Schluß des Sonntagsprogramms bildet« das Wasser- b a l l s p i« l.zwischen den Laudermannschaftcn von Deutschland und Tschechoslowakei. Die deutsche Vertretung gewann äuch dieses Treffen und zwar mit 4:1(2:0) und hat damit den Sieg in dem Turnier davongetragen. Tschechostowakei uns» Belgien treffen am Montag im Kampf um den 2. bzw. 3. Platz zusommer EUspoHmeutersefaaften überall. Im Rodeln, Schnell' und Kumtlaufen. Auf der Zockelfallbahn bei Schreiberhau ge- taugte durch den Internationalen Schlittensportverbond die 2. Europo-Rodel Meisterschaft zum Austrog. Die 1780 Meter lange Zackclfallbahn war m vorzüglicher Verfassung, nur in der S.-Kuro« hott« die Sonne den Schnee zum Schmelzen ge- bracht. Bon den 114 gemeldeten Teilnehmern erschienen über 90 am Start, schnelle Zeiten waren an der Tagesordnung. Im H« r r e n- E i n s i tz e r oerbesserte Kauschka-Reichenberg den Bahnrekord auf 1: 46.7. die beste Zeit der Damen fuhr Meta H a g e m a n n- Brückenberg mit 2:01F für eine Fahrt. Die Europaweisterschaft der Herren gewann der Favorit P r e i g l e r- Reichenberg mit 3,8 Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Kauichko, die erstmalig ausgefallene Europameisterschaft der Dam«» sicherte stch Hilde R a u pa ch- Schreiberhou. � Di« Skimeisterschaft von Thüringen kam am Sonntag bei sehr guten Schnecverhältnissen in Oberhof zur Durchführung. Den Meistertitel errang in Abwesenheit der drei besten thüringicheu Läuser, die am Olompiakursus teilnähmen, Rirt». Leiser- Roiterode mit der Rote 17,770. Den kombinierten Lauf gewann W. W a g n« r- Obersehönau mit der Rote 18,292 vor R. Wagner-Oberschönau mit Note 15,708. Im Langlauf über 18 Kilometer belegt« in Klasse I L. Schleicher- Gehiberg in 1: 39: 49(Note 20,000) den ersten Platz. A. L e js« r kam im Burgemeister-Erinnerungslauf über 18 Äila- meter i» 1: 17: 14 als erster ein. Den Abschluß der Kämpfe um die Stimeisterschaft vom Harz bildete dqr Sprunglauf in Brounlage. Hier schnitt der Norweger M ö h l b o ch mit drei gestandenen Srüngen von 35, 43,5. und 47 Metern Weite am besten ab. Sieger im kombinierten Lauf und zugleich M e � st e r vom Harz wurde W. K u e r t h- Brounlaze mit Note 17,73« vor seinem Bruder R. Kuerth. Di« sportlich« Ausbeut« der W e l tm e ist« r s cha f t s- kämpfe im Eisschnellauf in Dovos mutz als ganz hervorragend bezeichnet werden, denn nicht nur die Wetthochst- leistung über 500 Meter, sondern auch die über 10000 Meter hauchte ihr Leben aus. Der Norweger Armand Ca r Ifen brachte dos Kunststück fertig, die von Oskar Mothisen feit dem 8. Februar 1913 mit 17: 22.« geholten- Welthöchstleistung über 10 000 Meter -Iis 17:17,4 z„ verbesser.«. Die Deutschen Aollstoedt und Morste mutzien sich ,n diesem Laus mit dem 18 10- Platz begnügen In her am Vormittag gelousemn Strecke über 1 5 00 Meter kam der neue Weltmeister Eloa« Thunberg- Finnland, ber den Titel schon 1925 innehotie. der Weltrekordzeit beträchtlich nah«. Thunberg siegte in der Zeit von 2: 18,8. Die ausgetragen«» internationalen Kunstlaufen standen fast vollständig im Zeichen der Diener Läufer. Im Wettbewerb der Herren plazierte sich allerdings der Engländer Page mit Platz- ziffer 7 und 244,50 Punkten au erster Stelle vor Dr. Distler-Wieii. Die Berliner Bayer und Hertel mutzten sich mit den letzten Plätzen bescheiden. Das Kunstlaufen der Damen wurde«ine mehr als sichere Beute sür Melitta B r un»e r- Wien bei Platz- ziffer 6 und 182,75 Punkten. Frl. Hornung-Wien kam auf den zweiten Platz- Im Poarlavfe« war da» Ssterretchifche Meister ft Nord-Osf-Kampfabend. Ringen— Jiu-Jitsu— Boxen. Die„Sportliche Vereinigung Nord-Ost 06" wickelte kürzlich wieder einen Kampsabend im Ringen, Jiu-Jitsu und Boxen ab. Der große Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, die flotte Kampfesfolg« hielt trotz des um- fangreichen Programmes das Interesse der Zuschauer von, Anfang bis zum Ende wach. Die Ringkämpfe brachten zum Teil recht horten und er- bitterten Sport. Sie wurden mit einem Schülerkampf zwischen Knoll II(NO.) und Hordorsf(NO.) eingeleitet. Das Treffen endet« noch fünf Muiaten unentschieden. Im Federgewicht siegte Krüger(RO.) über Bcthke(Hegermühle) nach sechs Minuten durch Ueberwurf. Oppermann(Nordwest) und Gminski(NO.) trennten sich nach einem technisch schönen Kampf un- entschieden. Einen schnellen Sieg errang Henze(NO.) im Leicht. gewicht, der Dirsch(Adler) b-reils in 1,28 Minuten auf die Schultern legte. Im Mittelgewicht kämpften Friedrich (Adler) und Stange(NO.) unentschieden. Wenig befriedigen konnten die darauf folgenden Iju-Iitsv- kämpfe. Di« Gegner aus den Dereinen Slllzeit-Bereit und Süd-West waren zum großen Teil eine Klasse schechter als die Nord-Ost-Leute. Es ist allgemein bekannt, daß„Nord-Ost 06' über eine erstklassige Jiu-Iitsumannschaft verfügt, darum hätte man ihr einen Sieg nicht s o leicht machen dürfen. Die Boxkämpfe verliefen auf der ganzen Linie sehr Cnend und brachten schweren Schlagaustausch. Von fünf pfen endeten allein drei durch Ic. c>. Im Fliegen- gewicht siegt« Rhode(NO.), 101 Pfund, Über Schumann (Liberias), 10S Pfund, In de? dritten Runde durch technischen lc. o. Walter(NO.), 106 Pfund, punktete Wodke(Siegfried) 106 Pfund, glatt aus. Im Leichtgewicht schlug Mackiollo(Siegsried), 117 Pfund. Züvgeh(RO.). 114 Pfund, in der dritten Runde i<. o. Den dritten Niederschlag gab es im Weltergewicht, in dem Lehmann I(NO.). 128 Pfund, Göritz(Curich), 132 Pfund, in der zweiten Runde Über die Zeit zu Boden schickte. Der Mittel- gewichtskampf zwischen Adamkiewicz(Siegfried), 140 Pfund, und Müller(NO.), 136 Pfund, endete imentschieden. Berliner Schwimmfeste. Charlotienbarg siegt im Dreikampf. Die Freien Schwimmer Charlottenburg hatten für den gestrigen Sonntag zu einem interessanten Dreikampf in ihrer Halle Krummestrahe eingeladen. A S D. Welle, FS. Norden und Charlottenburg standen sich in einem zehn Konkurrenzen umfassenden Kampf gegenüber. Den Hauptteil nahmen die Staffeln ein, die äutzerst spannend verliefen. Der V Nachmittag wurde mit einer 16X2-Bahnläng«n-Brust- stasfel eingeleitet, die. N o r d e n in 11:2,3(6 Punkte) als Sieger sah. In flotter Folge lief dann der Übrig« Teil de? Programm» vom Stapel. Eine Paddellagen st affel. Schwellstoftel für Jugend, eine Touchstaffel. eine Doppellogenstaffel, Brust- schwimmen usw. Em ausgezeichnet vorgeführter Frauenreigen der FS. Charlottenburg fand starken Beifall. Großes Intereile riefen fernerhin«in Wasserballmehrkampf(drei Mann «me Mannschaft) und das Schauspringen(außer Konkurrenz), .......... n n an dem Schwimmer aller drei Vereine teilnahmen, hervor. Eine einfallsreiche humoristische Einlage gab auch den Lachmuskeln einige Betätigung, der K l u b k o m p f endete mit einem über- legenen Siege der F S E h a r l o t t e n b u r g, die es auf 65 Punkte brachten. Zweiter wurde A S B. Welle mit 49 Punkten, dritter FS. Norden mit 47 Punkten. Außer Konkurrenz fand noch ein Jugendwasserspiel zwischen Welle und Cbarlottenburg, das Charlottenburg mit 3: 3 gewann, und ein Männerwasserb allspiel statt, das Norden gegen Charlottenburg mit 11: 8 Toren für siiH entschied. In der Dennewigstraße sah die Schimmabtcilung der Freien Sportvereinigung Schöneberg bei ihrem sonntäglichen Schwimmfest ein volles Haus. Dereine aus Leipzig- Gautzsch, Leipzig-Wahren, Potsdam, Spandau, Falken- s e e und doneben Berliner Vereine hatten gemeldet. Ein umfang- reiches Programm brachte viele schöne Kämpfe, zog sich bis zum Abend hin,'hiell aber«eranftalter und Gäste trotzdem zusammen. Schade nur, daß die mehr als kleine Halle die richtige Entfaltung oller Kräfte hinderte. Eine Bahnlänge von 21 Metern ist reichlich kurz, ein Z-Mcter-Sprungbett sehlt ganz, die Zuschauer sitzen aus den Lausgängen so knapp, daß eine Retningswache sehr angebracht erscheinen muß.__ Eishockey der Awi. Wiederum standen sich am Sontag auf dem Langen See je ein« Eishockeymannschaft oer Arbeiter-Winlersport-Intercssengemeinschast und der Freien Turner- schafl Neukölln zu einem Freuirdschaftsspiel gegenüber. Ein äußerst interessantes Spiet mit sehr guten Kombinationen konnten diesmal die Neuköllner mit 2:1 sür sich buchen. Bei Eis finden am Sonnabend weitere Trainingspiele und am Sonntag wieder Freundschaftsspiele auf dem Müggelsee statt. 8pieler(ielmt!5e vom Sonntag. SjcnSboI. Der erst« Tonnleg der Terlenspiele verlief nicht gut, ein Teil der Epie!» mußte mcgen Epiclunfdhigleit der?Idß« abgesagt werden,(sichle- Nord tonnt» mit 1-.1(4:2) von Tchiineberg die ersten Punkt« einfteimsen. Leim(slchte-Tturm sah man die ilbliiben Einzelleistungen. Der Tormächter war in der Äbwehr mäßig. Die i. Männer gewannen gegen vaulsdori II mit 0:2<4:2), während die 3. Männer gcgr» Weddig 2.«lbt. I mit 0:- verloren. Die Augend gewann oegrn««-.-oß-Berlin-Nordring. Moabit 4. Männer mußte leider dem Tastvcrcin Kicyte 22. ilbt. den Sieg mit 0:7(0:4) tiber- lufien. Sic Zraurnmannschoit lonnu ssicktc 5. Abt. dank ihrer technischen Urderlegeiihcit mit 2:0(0:0) schlagen. ssichte-Tpielabt.»nd Erkner trenn- rrn stch mit 1:0(1: 0). Weiietr Aesullgte: Manner:(drvß-Aerli N'Nordring gegen Sroß-Brrlln-grirdrnau 2:8(»:!>, röroß-Birlln-starlshorst gezrn Grog. .Parlin-Nord«» 3 1:3<1:0). ffruuen: Lichtraderg 2. Abt, getan Adlerahos 1: o, Spandau gegen Fichte 9 a b; 0(1:0) und Schvnederg-Jugend gegen Fichte 7. Abt. II): l. Hockey. Die Freie Turnerschaft Sroß-BerNn-Nordring I itnd die Freie Turnerschaft Schänholi fpleltrn unentschieden I: l. Vi» rnm Seitenwechsel waren die Schönholvr die Pcsscre», ihre etwas fdinere technische Spielwene im Sturm kam mehr zu Geltung, was auch dem HaIb)eitresuUat I: 0 entspricht. Nach der Pause lann scdoch Norbriug gleichziehen. Zehn Minuten lang drückt nun Schänhol, fturt. ohne etwa» zu erreichen.� Nordring spleltr stch jedoch wieder frei und beherrsch! nun bis zum Schluß das Feld, tanu aber ebenialls leine Tore mehr rrreick)«». Dem äußerst schnellen Tempo und zu weit zurück und hatten die Anarif!« dadurch«Inen große» Teil'OZer Durchlchkllg»lrast verloren.?» beiden Stürmerreihe» waren die linken Hälften die Besseren.— Der Arbeiter-Turnverein Pankow hatte In der Freien Turnerfchakt Charlottenburg nicht viel an schlagen. 3: 0 mußt- Clnir.ottrn. bürg- den Pontowern den Sieg überlasten, chharlotrenburg enttäuscht« starr, mit Ausnahme der Derteiblgung. die olle Hände: voll zu tun hatte und sich ihrer Ausgabe mit guter Sicherheit entledigte. Pankom zeiate nicht ihr sonstiges Können und ließ viel zu wünschen übrig. Fichte-West schtckle d n ASS. ebenfalls Z: 0 geschlagen nach Hause und stand der Sieg nie k» Frage. Weiter« Resultate:«SB. Ficht« I— Fichte w I?: I. Zahn.Trevt»>v-?har. lottenburg II 6:2, Nordrinq n.-Schönsolz II 6: 4. Pankow ll— Nordost II 2: 0, Nordring III— Schönholz III komh. z: 2, eharlottenburg.Zugend— Noroos:- Jugend 10: 1, Chariottendurz-Frauen— Pankow 3: 3. paar gftt Scholz-Kaiser eine Klaffe für sich. Das' bayerisch«! Paar Frl. Schwendtbauer-Aichinaer mutzt« mit dem dritte« Platz hinter Frl. Brmmer-Wrede vorlieo nehmen. Thunberg-DZeltmeister im Eisschnei lausen. Für die am Sonnabend und Sonntag in D a o o s durchgeführte Weltmeisterschaft im Eisschnelläufen wurde von der Jury folgendes Gesanrtklossemeitt bekannt gegeben: 1. Thunberg- Finnland, 193,87 Punkt«: 2. Ballongrud-Norwegen, 194,38 Punkte: 3. Evensen- Norwegen, 194,86 Punkt«._ Matter Tag In Ruhleben. Trotz des nicht gevade sehr einladenden Wetters hatten sich wieder zahlreiche Zuschauer r» Stüh leben eingefunden. Das Programm bot zwar nichts Besonderes, mit wenigen Ausnahmen liefen jedoch die Favoriten«in, so daß die Besucher in dicher Hin- ficht wenigstens etwas entschädigt wurden. Das am besten dotierte Rennen, der Karnevalspreis, fiel erwartungsgemäß an Euba, mit dem I. Mills wenig Mühe hatte, um ihn vor Wainsca und Peter Harvefter als Sieger durch Ziel zu bringen. Di« mäßige Zeit von 1: 32 wich» durch das( hwere Geläuf verständlich. Auch auf den Internationalen Februarausgleich legte I. Mills Beschlag. Der tüchtige T rotier stauerte hier Marcel in 1: 31-5 zu einem überlegenen Siege über Crassus und Kammer. fänger. Eine gehörige Ueberroschung gab es im Domino- r« n n e n. einem Ausgleich für die schlechteste Klasse. Der von seinem Besitzer gesteuerte Friedrichsd'or bracht« seinen wenigen An- hängern die stattliche Quote von 292: 10. Di« Er- gebnisse: Fewsee-?»!»: I. Sir Said(Iavß jr.): 2. G-Ibstern: 3. Einsiedler. Tot.: 18:10. Plaß: 12, 18, 17:10. Ferner liefen: Rieberlälldcr, Eorlolanus, stastmir. Armenier. Bojozzo. Renne». 1. LeuS>Ikäser IReßki): 2. Mio Holl«: 8. Heider. Tot.: 26: 10. Plaß: 12, 16, 16: 10. Ferner lirfrn: Athener sass 2. disgu., 60 Proz. Pluß zurück), Heini Dusfv, Osmunba. Lux. Monostaloo, Propeller, Ehrw'olith, O'Coptoin Leetderz, Einsicht. »«rneoal« Preis. 1. Euba(3. Mills): 2. Wal»»«»: 3. P-I-r Sarvester. Tot.: 23: 10. Platz: 13. 18, 19: 10. Ferner liefen: Liadenwirtlir 1, Ilona W., Divlsionär, Meister Barometer, Isearim. Wonrico. Preis»o»«öl». 1. Tasanova II. Mills): 2. Moder»: S. Erispa. Tot.: 40: 10. Platz: 23, 34. 107: 10. Ferner lies«»: Heimchen. Propeller. Miiiz. Mistral, G»tierbot-,«arsenspieler,«boudsters Slorla, Eaprt 1, Potsdam, Lustschisfcr, Weintfranb. Angrisf. 3>i(tnaitsaalei F«kru»-.»»»gl«ich. 1. Marcel II. Mills): 2. Erastus: 3. Sommersänger. Tot.: 20:107 Platz: 13, 18, 12:10. Ferner liefen: Zlanringo, Baron«lalawah. Norchcrn Ziolo. Fels. Pom'no-Renns«. I Friedrichsd'or iBef.)! 2. tord Polo: 3. Wagner. Tot.: 202: 10. Platz: 33, 20, 18: 10. Ferner li-sen: Ostmark, Wintermärchen, Lcsstnq, Harsenmädchen. Beat-, Mistral. M-rn-nsonn«. Herlall»-»«»»«». 1. Lustiger Bruder IIB,).): 2. Ehrenbera- 3. Erbprinz>r. Tot.: 32:10. Platz: 14, 17. 21: 10. Ferner lisfen: Friedrich Rex so. B.). Mlrabeli« 1. Mantua, Lustschifser. Abdullah Sisver, Langemarrn,«ntenne. Aat�bach. Pievett--»«»»«». 1. Interessant sLemzer): 2. Importen«: 8 Rowla. Tot.: IN: 10. Platz: 12. 18. 13: 10. Ferner liefen: Prinz SuAnf, Susi Levbnrn, Haiteprlnz 1, T-rer», Eopal. Internationales Schachturnier. Das Jubiläum s-Schachturnier der Berliner Schach gesallschaft von 1827 brachte in der ersten Rund« einige interessante BeFegnungen. Dr. Tartakower, der gegen Steiner die schwarzen Steine führte, mußte ein« überraschende Niederlage hinnehmen. Helling spielte gegen Ret! ein« Damenbauernporii«. Ren verteidigte sich vollkommen unregelmäßig und gewann schließlich- Johner erössnete gegen Bogoljubow 62—64, war aber der Routin« des russischen Großmeisters nicht gewachsen und verlor. Mit der gleichen Eröffnung begann die Parti« S ä m i s ch-«chlage, die erslerer zu seinen Gunsten entschied. Die Begegnungen Ahues- Brinkmonn und Koch-Leonhardt endeten unentschieden. Der junge talentierte«chwede Stoltz zeigte sich bisher als würdiger Bewerber in diesem Turnier. In der z w e i t e n Runde gab es eine Über- aus schnelle Partie. Steiner, der vorher Dr. la-lakower be zwungen hott«, spielte gcqen Helling die spanisch« Partie und verlor schon nach einstündigem Spiele. Bon den anderen Partien gewann Nimzowitsch mit viel Glück gegen den schon stark aus Gewinn stehenden Berthold Koch. Leonhard verlor gegen Iohner. Dr. Tartakower und Bogoljubow gaben ihr«piel un- entschieden. Die Begegnungen Reil— Sämisch, Brinkmann— Staitz und Schlage— Ahues wurden abgebrochen. la Sfuiigart nichts Neues! Die Stuttgarter Stadthatle. die gegenwärtige Wir- kungsholle der Sechstogeleut«, war selbstverständlich in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag ausverkauft. Dos Publikum sollte jedoch nicht viel zu sehen bekommen. Zwar versuchten die zurück- liegenden Mannschaften wiederholt ihre Position zu verbessern. jedoch waren die drei Spitzen paar« van Kempen-�rankensieiii, Rieger-Iunge und Duray-Standaert auf der Hut, so daß jeder Aus- reißverfuch bald wieder vereitelt war. Sonnabend 22 Uhr(Schlug des zweiten Tages) waren insgesamt 1175,560 Kilometer bedeckt. Wich am Sonntognachmittag ging«s in der Halle ruhig zu. otach der Nochmittagswertung, die den Stand des Rennens nicht veränderte, waren 1607.440 Kilometer durchfahren. In der Nacht vom e-onnteg�zum Montag hatten sich etwa 4000 B«su6)er emge- snnden. Im �clde ereignete sich jedoch nichts von Belang. Ruhig zogen die Akteure ihre Kreis«. Soimtao um 24 Uhr mußte daiin der Italiener Dinale die Weiterfahrt wegen Magenkrämpfe e i liste l l e n. Sein bisheriger Partner Bojsi wurde mit dem Ersatz- mann Klaß gepaart. Di« Vorstöße dieser neuen Mannschaft blieben erfolglos. Und dann gab es wieder Langeweile! Nach der 2-Uhr-Rocht-Wertung belebten einige Prämienkämpfe mäßig das Feld. Montag früh 5 Uhr wurden 1963.130 gefahren« K i I o.m e t« r angezeigt. Staad des Rennens bei Beginn der Neutralisation(6 Uhr früh): van Kempe». Frontenstein 2)0"Punkte. Iunge-Rieger 181, Duray- Standaert 140. Eine Rund- zurück: Marcot-Blanc Gai in 89 Punkte, Manthey-Behrendt 76. Kedziersti-Schwemmler 38. Zwei Runden zurück: Blattmann-Remold III Punkte, Klaß- Bcssi 109, Bauer-Schuler 78. Matton-Bragard 49. Sportliche Ehrung für Lindberh. D'e Federation Aäronoutique Internationale hat der sportlichen Leistung des Ozeanfliegsrs Charles L i u d b« r g h dadurch ihre besondere Anerkennung ge- zollt, daß sie dem Amerikaner die alljährlich für die beste flugsporl- liche Lesstung zur Berleihun« gelangende groß« goldene Me- daille der FAI. ftir das Jahr 1927 zusprach.