Morgenausgabe Nr. 63 A 32 45. Iahrgang Wöchentlich /V fStemrtt«vnaAch S.— Reichsmark tm voraus zohld«. linker Streifband«m In- und Au»» land bLV Reichsmart pro Monat. Der.Dorwörts' mit bei rLuftrter» ten Sonntagsbeilage.Volk und Zeit� fowie den Deilagen.Unterhaltung und Wissen*»Aus der Filmwelt*. .Stadtbeiloge*.Frauenstimme*. .Der Kinderfreund*.Äugend-Dor» rnärts*.Blick i» dl» Bücherwelt*. .Kulturarbeit* und.Technik* erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montag» einmal W-v Berliner Voltsblatt Oiensiag 7. Februar 1928 Groß-Äerlinly Pf. Auswärts 15 pf. Dl» 1 1 m I p 1 1 1 1 1• RoapareillezeNa 80 Pfennig Reklomezeile Reichs» mark.Kletne Anzeigen* dos fettge» druckt» Wort 2S Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), ledes weitere Wort 12 Pfennig Stellengesuche das erst» Wort 10 Pfennig,(edes wertere Wort 10 Pfennig Worte über 15 Buchstaben zählen für zwe» Wort« Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig Familianzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig Anzeigen» annahm»«m k>auptgeschäft Linden» ftrabeS. wochemügl von L�, bis 17 Uhr. Zentralsrgan der Sozialdemokratischen Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher! Dönhost 292—28? TelegrammÄdr.: Sozlaldemotra« Berlin Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheikiomo: Berlin 87 bSK— Bankkonto: Bank der ArbeUer. Angestellten und Beamten Wollstr. 65. DiSkonio-Gesellschast, Depositenlasse Lindenstr 3 Oer bedrohte Mieterschutz. Zu den heutigen Beratungen des Reichstags. In einer stark besuchten Versammlung, die von dem Verband Berlin des Reichsbundes deutscher Mie- t e r E. V. und von den Ortsausschüssen der freien Gewerkschaften am gestrigen Abend im Großen Saale des Gewerkschaftshauses veranstaltet wurde, nahmen die Mitglieder der genannten Organisationen Stellung gegen den von der Reichsregierung geplanten Abbau des Mieter- tchutzgesetzes. Als erster Referent ergriff der Vorsitzende des Reichsbundes deutf�cr Mieter, Dzicyck, das Wort, der daran erinnerte, daß die Micterichutzgeietzgcbung in. ihren. Ansängen eine Kriegsinabnahme war, die langsam alle Bevölkerungskreife erfaßte. Abgesehen von den einer jsompromißlösung neigenden Demokraten stehen heute alle bürgerlichen Parteien dem gesetzlichen Mieter- / ch u l- ablehnend gegenüber Ödgcnmärtig fehlen in Berlin 1 65 000 Wohnungen, ein Zustand, der unge- iheuerliche Wohnverhältnisse zur Folge hat. Bor dem Kriege bestand cm alljährlicher Bedarf von 200 000 Wohnungen, durch die Ein- Stellung aller Bauten in der Kriegszeit fehlt auf dem Wohnungs- mark ei.-re Million Wohnungen. Bei der heutigen Beratung im Plenum des Reichstages über das Rlieterschuhgcseh s,eht es um den gesetzlich gesicherten Zlnspruch des Mieters auf die Woynuäg gegenüber dem Vermieter, dem die Reichsregierung ein weitgehendes Kündigungsrecht in die Hand geben will. Nach Ab- lehnung eines dahingehenden Vorschlages durch den Reichsrat haben jetzt die Rechtsparteien der Verlängerung des Mieterschutzes um ein lrall« Jahr zugsstlmml, nachdem sie den Aulrag der Linksparteien aus eine mehrjährige Verlängeruijg abgelehnt hatten. Leider stehen die Mieter vor der Tatsache, daß der Reichsrat Pen neuen Vorschlägen der Regierung zu st Immen wvd. Der Gefahr, die daraus für die Mieterschaft entsteht, gilt es im letzten Moment zu begegnen. Die Regierung will den von ihr vor- geschlagenen Mieterschutz auf zwei Jahre verlängern. Wenn es bei der Wahl nicht gelingt, die Macht der Rechtsparteien zu brechen. wird das Jahr 19Z0 noch größeres Unglück über die Mieter bringen. Als zweiter Referent des Abends nahm Landtagsabgeordneter Genosse Dröge müller dos Wort, um über das Problem der Hauszins st euer zu sprechen, die sich nicht nur als eine Vermögenssteuer für den Hausdcsitz, sondern auch als eine B c stcuerung der Mieter darstellt. Allein der preußische Haii> besitz hat aus der Hauszinssteuer ungeheure Summen l)era:/�- gezogen. Die Erhebung der Stadt Kiel und mehrerer anderer Großstädte hat ergeben, daß die Veranlagung des Hausbesitzer zur HausKnssteuer auf der Grundlage der vorläufigen Steuer zum Grundvermögen zu einer ungerechlserliglen Bereicherung des haysbefihes auf Kosten der Allgemeinheit führt. Nach vorsichtigen Schätzungen werden auf diese Weise allem in Berlin jährlich mindestens 80 Millionen Reichsmark dem Wohnungsbau entzogen. Am Schlüsse seiner Ausführungen for. derte der Redner vom Reichsarbeilsministerium planmäßiges Vor- gehen auf dem Gebiete des Wohnungsbaues. Die Versammlung, die die Ausführungen ttzer Referenten durch demonstrativen Beifall unterstrich, nahm am Schluß der Kundgebungen zwei Entschließungen an, in kdenen Protest ;egen die Politik des Bürgerblocks erhoben unv allen mieter- eindlichen Parteien die schärfste Gegnerschaft im Wahlkampf angesagt wird. � l! Kommunisten für Reaktionssieg. Parole: Lieber Pomcar6 als Blum!, Paris, 6. Februar.(Eigenbericht.) Der Kommunistische Partelta g/hat beschlossen, die bolschewistischen Kandidaturen im zweiten Wahlgang auch dann aufrechtzuerhalten, wenn ein Sozialist gegen einen Reaktionären in die Stichwahl käme. Rur in einzelnen Fällen soll die Partei- zentrale das Recht haben, Ausnahmen zu gestatten. Als Begründung wird mitgeteilt, daß durch die Regierung isc nationalen Einigung ein Unterschied zwischen Re- äktionären und Linksparteien in Frankreich nicht mehr bestehe. * Da haben wir wieder den Bolschewismus in Reinkultur! Lieber soll der Sieg der Nationalisten und Reaktionäre er- möglicht werden, als daß man den über alles verhaßten So- zialisten zu Erfolgen verhilft. Selbst in Deutschland haben die Kommunisten längst eingesehen, daß die unter Ruth Fischers glorreicher Führung beschlossene Aufrechterhaltung der Kan- didatur Thalmanns. die den Sieg Hindenburgs ermöglichte, eine verfehlte, arbciterfchädlichc Maßnahme war. Aber in Frankreich wollen die Kommunisten drei Jahre später in zahlreichen Fällen den gleichen Liebesdienst der Reaktion leisten: Sowjetstern und Hakenkreuz ins Französische übersetzt! Die französischen Arbeiter, die für die Tragweite solcher Beschlüsse ein besonders feines Empfinden haben, werden den Kommunisten die Quittung für diesen Verrat schon im e r st e n Wahlgang erteilen, und selbst ihre eigenen Anhänger werden sich bei der S t i ch w a h l um diese verrückte Parole größtenteils nicht kümmern, sondern so handeln, wie es ihr proletarisches Gewissen ihnen vorschreibt. Im übrigen wird in der Praxis die kommunistische Jntransigenz ganz anders aussehen: dort, wo Kommunisten bei der Stichwahl Aussicht auf den Sieg über den reaktw- narcn Kandidaten haben, werden sie, wie das in den letzten fahren mehrmals geschehen ist, nicht nur um die sazlalisti- scheu, sondern auch um die linksbürgerlichen Stimmen form- kich betteln!. 'Iv Jahre Ztatiettwahlrechi in England. Massenaktion für völlige Gleichstellung. London.?. Februar.(Eigenbericht.) Der 7. Februar, der 10. Jahrestag der Einführung des Frauenwahlrechts in England, wird durch eine besondere Äküvität der Frauenwahlrechtsolrgcinisationen Graßbritcmniens gekennzeichnet. Sowohl dem Ministerpräsidenten als dem König wird eine von einer Reihe namhafter Borkämpferinnen des Frauen- walsirechts unterzeichnete Adresse überreicht werden, in der aus die Tatsach« aufmerksam gemacht wird, daß nsoch immer 3 Millionen Frauen über 21 Jahre des„elementarsten Rechts eines Staats- bürgere, des Stimmrechts" beraubt seien.(Das Wahlrecht der Männer beginnt mit dem 21. Lebensjahr, das der Frauen bisher erst mit dem 30. Red. d.„V.") __ 1 Die Krise des Arbeiisamts. Was wird aus dem Washingtoner Abkommen? Paris, 6. Februar.(Eigenbericht.) Die sozialistische Kammersrattion hat eine Interpellation über die Ralisizierung des Washingtoner Abkommeng eingebracht. In diesem Zusammenhang verössentlicht Leon Blum im„Popu- laire" einen Alarmruf gegen die Halwng der englischen Regierung: sie habe sogar unter Beniiung des Artikels 21 des Abkommens bestimmte Acnderungen verlangt. Das bedeute aber praktisch nichts andere« als die Sabotage des Abkommens. Das Genfer Arbeitsamt stehe nun an einem Wendepunkt in seiner Ge- schichte. Von seiner Entscheidung hinsichtlich des Washingtoner Abkommens hänge nicht nur desien Ausrcchterhaltung. sondern auch die Existenzberechtigung des Zlrbeitsamtes ab. Die Toryregierung muß sich verantworten. London, 6. Februar.(Eigenberichs.) Fraktion und Parteivorstand der Arbeiterpartei haben be- schlössen, die erste sich bietende Gelegenheit in der neuen Parlaments- session zu benutzen, um«ine Debatte über die Haltung der britischen Regierung gegenüber der Raliskation der Washingtoner Konvention zu erzwingen. Die Sprecher der Arbeiterpartei werden der st arten Erbitterung Ausdruck verleihen, welche die Genfer Erklärungen der konservativen Regierung in der englischen Arbeiter. schast hervorgerufen haben. Litauisch-polnische�verhanölungen. Pie ln Genf vereinbarten polnisch. litauischen Per- Handlungen über die Wiederherstellung normaler Beziehungen zwischen Litauen und Polen sollen am 23. FebruarinKopen- Hagen beginnen. Die Wahl der dänischen Hauptstadt ist auf den Dorschlag der litauischen Regierung zurückzuführen. Demokratie und Einheitsstaat. Bon Hermann Wendel. Unser Süden wird seiner Ultramontanen, der Norden seines Junkertums dann erst völlig Meister werden, wem: die gesammelte Kraft des deutschen Staates gegen diese Mächte ins Feld geführt wird. T r e i t s ch k e(1864). Die täglich anschwellende Bewegung für den deutschen Einheitsstaat pflegt in erster Reihe wirt- s�iaftliche Gründe ins Treffen zu führen. In der Tat ist es cln Unding, daß, während in der Industrie längst der Groß- betrieb, der Riefenbetrieb herrscht, noch staatliche Klein- betriebe aus der Zeit der Postkutsche ihr kärgliches Leben fristen, ein Unfug, daß, während schon die Einheit Europas auf der Tagesordnung steht/ wir uns mit Souveränitäten wie Anhalt, Waldeck und Schaumburg-Lippe herumschlagen, und eine Unmöglichkeit, daß Deutschland, das an dem von Ludendorff verlorenen Krieg finanziell noch lang zu kauen hat, sich den Luxus von" insgesamt 74 Minislern, 18 Parlamenten und 2562 Abgeordneten leistet. Aber so einleuchtende Gründe der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit sein mögen, so wenig sind sie für den Sozialdemokraten alles. Villige Regierung hieß ein kleinbürgerliches Schlagwort des Vormärz, und noch billigerer Verwaltung rufen auch heute die Hasser der Sozialgesetzgebung. Für uns muß in der Frage der Staatsgliedening nicht das Oekonamische, sondern das Politisch ei m Vordergrund stehen, aber auch das bejaht mit Heftigkeit den Abbau des Mittelalters durch Schaffung des Einheitsstaates. Will�Demokratie- zum Sieg vorstoßen, muß sie sich aus breiter Flache entfalten. Soll europäischer Wind durch Deutschland wehen, darf er nicht durch 18 Zwischenwände abgefangen werden. Die Große Revolution wußte, was sie tat, als sie an jenem 17. Januar 1790 die altüber- kommene Gliederung Frankreichs rücksichtslos zerbrach und das Land ohne jene Sentimentalität rein nach der Zweckmäßigkeit neu einteilte. Vordem lagen auch dort die einzelnen Provinzen, wie sie dynastische und feudale Zufälle zu- sammengefügt hatten, unorganisch nebeneinander, meist zoll- politisch gegeneinander abgeschlossen, mit Extrawürsten, mit Enklaven und den tausend Äerwaliungsschwierigkeiten der Kleinstaaterei. Der 4. August 1789 aber beseitigte mit einen: Federstrich alle Privilegien der einzelnen Gaue, und die ratio r.\«li st ische Departementseipteilung des folgenden Jahres brachte, mit dein bedeutenden Historiker der Revolution. A u l a r d, zu reden,„die Zusammenfassung der insurgierten Gemeinden, um die Nation zu bilden", die Organisation der einzig lebendigen Elemente Frankreichs. Während früher Provencalen, Bretonen, Normannen und Pikarden, während bislang die Bewohner der Champagne, der Touraine, des Dauphinö und des Languedoc mit ihrer „bodenständigen Eigenart" aufgetrumpf hatten» wuchsen sie jetzt, ohne ihre wahre Eigenart einzubüßen, zu einem Körper mit einer Seele zusammen, zu Franzosen, deren Elan die Söldner der europäischen Gegenrevolution bei Volmy und Jemappes zu spüren bekamen. In bald ändert- halb Jahrhunderten voller Stürme und Umwälzungen ist diese Departementseinteilung die unerschütterliche Grundlage der französischen Einheit geblieben. Das schwarze Los De u t s ch l a n d s'aber war es, daß seine Teile stets nebeneinander lagen, ohne ein Ganzes zu bilden. Pulverisiert zu 1800 Zwergstaaten im achtzehnten, zerbröckelt in 34 Kleinstaaten im neunzehnten Jahrhundert. vermochte Deutschland nie die Kraft einer cinnmtigen Nation aufzubieten. Wa Franzosen und Engländer Nationalgesühl, Nationalbewußtsein, Natianalstolz zeigten, gedieh bei den Deutscken eine das Rückgrat verkrümmende Hoflakaien- und Haflieferantengesinnung als Nährboden jenes schäbigen. engherzigen, kurz stirnigen Partikularis- mus. der in einem mitteldeutschen Kirchenaesangbuch anstimmte: Gib Regen, Herr, und Sonnenschein Für Schlciz und Greiz und Lobenslcin! Und woll'n die andern auch was ha'n, So mögen sie's dir selber sa'nl Zu einem Fluch des deutschen Parlamentarismus wurde es, daß er nach 1815 in Kleinstaaten ohne jede europäische Bedeutung zur Welt kam. Während die französische Kammer und das englische Unterhaus Brennpunkte �Seilschaften eines großen Landes waren, verstrickten sich, den: Betrachter zum Gelächter, die Landtage zu Karlsruhe, zu Stuttgart, zu München, in allerhand Kräh- winkeleien und Eulenspiegeleien, und ebenso brachte das 55 s c'ne deutsche Revolution, sondern nacheinander, nebeneinander, zum Teil gegeneinander eine preußische, eine bayerische, eine sächsische, eine badische, eine schleiz-greiz-lobensteinische Revolution, eine'verzettelte De- wegung� die, statt die gesamte Nation vom Bodensee bis zum Belt mächtig zu erfassen, sich kläglich in den Einzelstaaten totlief. Wenn sich gleichwohl im Nachmärz ehrliche Demokraten süddeutscher Prägung die Einheit des Vaterlandes nur in fodtraiwer Form vorMtellen vermochterr, fürchteten sie mit Recht, daß das u n i t a r i f ch e Deutschland jener Tage lediglich auf ein G r o ß p r e u ß e n der 5) o h e n z o ll e r n lzerauskommen werde. Wer die anderen sahen weiter, die vom Einheitsstaat auch das demokratische Heil Deutschlands erwarteten. Dazu gehörte Ludwig Bamberger, der 1861 scharf formulierte:„Der Föderalismus hat nirgends die Probe bestanden von Hellas bis Nordamerika. Es ist die legte, ober vergebliche Transoktion des Familiengeistcs mit dem politischen Beruf. Natürliche Grenzen hat nur die Ge- meindc. Zwischen ihr und dem Staat soll es nichts Drittes geben." Dazu gehörte vor allem Ferdinand L a s f a l l e, der im Dienst der Demokratie glühender, leiden- schaftlicher Unitarist war. Semen Franz von S ick in gen ließ er aus der Vorausschau des sechzehnten Jahrhunderts von den deutschen Kleinstaaten späterer Zeit sagen: Es streicht nicht mehr die Zuglust der Geschichte Durch solche Landparzellen, und neben dem großen Gegensatz von Föderation und Volkseinheit sank ihm sogar der Gegensatz zwischen Monarchie und Republik zu minderer Bedeutung herab; er glaubte ernsthaft, daß selbst die Politiker, die ein erbliches einiges Kaisertum mit gänzlicher Kassierung der 38 Untersouveränitäten wollten,„und sei es auch mit ollen Schwächen, Quasten und Sentimentalitäten der Burschen- schaftszeit", auf einer viel höheren Stufe politischer Einsicht und Wahrheit stünden als die deutschen Föderativ- Republikaner! Das Kaiserreich aber, das 1871 unter Wfrecht- erhaltung aller Untersouveränitäten als ein Bund der F ü r st c n erstand, glich nur außenpolitisch dos Defizit aus, daß der Wille von vierzig Millionen Deutscher dank ihrer staatlichen Zersplitterung keinen Ausdruck fand; innerpolitisch gab es auch jetzt keinen Willen der deutschen Nation, und immer wieder erwies sich in diesen achtundvierzig Jahnen die Einzelstaaterei als der Mist, auf dem jede reaktionäre Mufferei gedieh. War Deutschland gewissermaßen durch 24 Schotten gegen die Flut der Revolution abgedichtet, so taten sie wirklich im November 1918 insofern ihre Schuldigkeit, als trotz der Flttkht der Dynastien wieder die ein- heitlich deutsche Revolution ausblieb. Da Bayern, und zwar unter Ausnutzung partikuloristifcher Gefühlswallungen, zuerst die Republik ausrief, nahmen, statt daß die innerdeutschen Grenzpfähle auf den Komposthaufen flogen, die Einzelstaaten einfach die Krone aus ihrem Landes- wappen und ließen das Wappen selbst hängen. Bald zeigte sich auch, welche für die Republik lebensgefährlichen Lücken in der deutschen Emheit die Weimarer Verfassung nicht zu- gebmn hatte. Das Zentrum wurde zu einer' wesentlich republikanischen Partei, aber die Eigenstaatlichkeit Bayerns erlaubte ihre Schwächung durch das Svnderdajein der Bayerischen Volkspartei, und vollends brenzlich roch es im November 1923, als hinter der blauweißen Kulisie nicht nur von Hitler und Kumpanei, fondern auch von Kohr und Konsorten der finsterste Hoch- und Landesverrat gegen die schwarzrotgoldene Republik geschmiedet ward. All diesen Zettelungen und Hosftnmgcn der Ewiggestrigen, die wohl noch zeitweilig eine kleine zurückgebliebene Landparzelle zu beherrschen, aber nimmer das Reich zu erobern vermögen, mcfte m't einem Schlag ein Ende gemocht, wenn Demo- k r o t i e ttrch S o zi a lismn s'hke E t o ß k r a f t in breiter Frora. in einem einheitlichen Deutschland entfalteten. Die.Einheftsrexüblik ist sparsamer? Gewiß, aber vor allem ist sie repubkikan sicher! Darum kann es für uns bei den kommenden Wahlen neben der Parole: Für de« europäischen Frieden! keine andere Losung geben als: Für den deutschen Ein«- heitsstaat! Weimarer Koaliiion in Hessen. Das neue Kabinett. Darmstodt, 8. Februar. di« Nildung der neuen Regierung in Hessen ist heute vollzogen worden. Es wurde wkgsnde Verteilung der Ministersitze beschlossen: Staatspräsident und Kultusministerium: Adelung lSoz.): Inneres Leuschner(Soz.); Finanzen Kirnberger(S): Arbeit und Wirtschaft: Korell lDem.); das Justizministerium wird wie bisher durch den Ministerialdirektor Dr. Schwarz versehen werden. Das neue� Kabinett wird sich dem Landtag in einer Sondersitzung am 14. Februar vorstellen. Der Separatist als Parlamentarier. Eintogeminister Muller-Donn taucht wieder auf. Köln, 6. Februar. �Eigenbericht.) Wie der„Rheinischen Zeitung" aus durchaus zuver- lässiger Quelle mitgeteill wird, sind einflußreiche Zentrums- kreise bemüht, den Eintogeminister Müller-Bonn, der Gc» neralsekretär der Rheinischen Landwirtschaftskammer ist, als P a r- lamentskandidat aufzustellen. Müller-Bonn war im November 1922 als Reichsernährungsminsster in das Kabinett Cuno berufen worden, wurde aber noch am gleichen Tage durch die Sozial- demokratie, die ihn als Separatisten und Reaktionär enthüllte, gestürzt. Ein Aachspiel zu Arensdors. Die bekannten Arensdorfer Vorgänge, die erst unlängst das Frankfurter Schwurgericht so ausführlich beschäftigten, werden jetzt noch ein Nachspiel haben. Am kommenden Mittwoch hat sich der Vorsitzende der Ortsgruppe des Stahlhelms in Arensdorf, der Landwirt Hoff mann, vor dem Amtsgericht Fürstenwolde wegen Beleidigung der Reichsforben zu verantworten. In der Nacht nach den bekannten Vorgängen hatte Hofstnanv ge- legentlich eines Gesprächs mst Pressevertretern über den Stahlhelm- tag die Aeußerung getan:„Gott fei Dank, an diesem Tage hat man in Verlin wenigstens keine Mostrichfohnen gesehen." Wegen dieser Aeußerung ist nunmehr gegen Hoffmann Anklage erhoben worden. Wie unier dem Zarismus. Die Arbeiterinternationale geißelt die politischen Verfolgungen in Sowjetrußland. Di« beiden Lorsitzenden der Kommission der Sozialistischen Ar- beiterinternationale zur Untersuchung der Loge der politischen Ge- fangenen, Genosse deBrouckäre(Brüssel) und Genosse Arthur C r i« p i e n(Berlin), sandten am 2- Februar folgendes Schreiben an den Vorsitzenden des Zentralexekutivkomitees der Sowjetunion, M. Kalinint Zürich, 2. Februar 1928. An den Lorsitzenden des Zentralexekutivkomitees der Sowjetunion, M. Kalinin Moskau. Am!. Dezember 1927 haben wir ein Schreiben an Sie ge- richtet, um dem Wunsche des internationalen Proletariats Ausdruck zu geben, daß die Amnestie aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens der Sowjetunion auch eine allgemeinepolitischeAmnestie in sich schließe. Unser Schreiben blieb unbeantwortet. Aber dennoch ist inzwischen von Ihnen«ine Antwort, wie sie nicht aufklärender sein tonnte, erfolgt. Sie haben nicht nur keine politisch« Amnestie gegeben, sondern Sie haben neue politische Verfolgungen verhängt. Dutzende der Führer der Opposition in Ihrer eigenen Partei wurden in die Verbannung geschickt. So soll Leo Trohki im serueu Asien, in Turkestan. hunderte Kilometer von ollem politischen und kulturellen Leben entfernt, sein Dasein fristen. Die Derbannungsorte Ra- kowskis, Rädels und anderer wurden noch nicht bekanntgegeben. Die Ausrede aber, mit der Sie bisher das Deltproletariat über l Ihr Verfolgungssystem zu täuschen suchten, enthüllt sich diesmal für I jedermann deutlicher als jemals zuvor. Sie haben in olle» diesen Jahren Hunderte und aber Hunderte überzeugungstrsne, ehrliche Sozialisten in die Verbannung geschickt und in die Gepngnisse je* warfen, und wenn Sie zur Rede gestellt wurden, dann hoben Sie die Verfolgungen durch alle möglichen Fabeln, daß es sich um Konterrevolutionäre handle, zu rechtfertigen gesucht. Die Beschuldigung war. wie Ihnen an Hunderten von Fällen nachge- wiesen wurde, «lue direkt« Verleumdung von Männern und Kraue«. die ihr Leben im Dienste der Arbeiterklasse opfer- bereit hingegeben haben. Im Falle Ihrer jetzigen Parteiopposition können Sie diese gewöhn- liche Verleumdung, es handle sich um.Konterrevolutionäre", nicht einmal in den Rechen Ihrer eigenen Partei vorbringen Denn so- weit wir entfernt davon find, die Auffassungen und Taten etwa Leo Trotzkis in den letzten zehn Jahren als segensreich für die Arbeiter- Uosse zu betrachten, daß er ein überzeugter Revolutionär gewesen. werden wir niemals bestreiten, und das können auch Sie nicht leugnen. Und daher wird die Verfolgung Ihrer Parteiopposition und insbesondere der Fall Trotzki zum Schulbeispiel für Ihr System. das keinerlei Meinungsfreiheit duldet, das olles unterordnet dem Diktat Ihrer absololistifchen Regierung. Die Vorsitzenden der von der Sozialistischen Arbeiter-Internutionole eingesetzten Kommission zur Untersuchung der Loge der politischen Gefangenen. Louis de Droucköre. Arthur Crisplcn. Wien, Wien, nur du allein... Eine Dölkerbund-Seusaiion und ihre Hintergründe. Siresemann in iSrlatih gefahren. Der Relchsnynffter des Auswärtigen Dr. Stresemann ist gestern abend vom Anhalter Bahnhof abgereist. Zum Abschied hatten sich der hiesige französische Botschafter, Reichsinnen. minister Dr. v. K eudell, und Staatssetretäre und Mitglieder de» Auswärtig« Amt« auf dem Bahnsteig eingefunden. Die Veröffentlichung eines Artikels in der Pariser Zeitung „Exceisior", in dem für die Verlegung des Völkerbunds- s> tz e s von Genf nach Wien Stimmung gemacht wird, hat in einem Teil der deutschen Presse aufgeregte Kommentare ausgelöst. Man erblickt in diesem Artikel eine„französische Propaganda gegen den Anschluß", weil von dem Augenblick an, wo Oesterreich den Sitz des Völkerbundes beherbergen würde, der Rentraiitätscharalter des Landes automatisch und auf unabsehbare Zeit sanktioniert wäre. Diese Aufregung steht in keinem Verhältnis zu dem wirklichen Tatbestand. 2>ie Wahrheit ist. daß einig« o u gels ö chsi sch e Journalisten vor längerer Zeit«inen Feldzug un Sinn« der Der- leguvg des Völlerbundssekretarimv von Gens nach Wen inszeniert haben, nicht etwa, um dunklen, hochpolitischen Zielen zu dienen, son- Sern lediglich, um sich Stoff für sensationell e Reportogeartitet zu»er- fchafien. Der Dater der Vee ist ein Amerikaner, White W i l l i v ms, derzeitiger Vorsitzender der Vereinigung der Völker. bundsjournaliften, der sich in Genf longo) tili Er hat vor Jahres» frift Wien kennen gelernt und wlkr von der Don ausübt, ihrer Log«, ihrem Aeußeren. ihrem Leben und Treiben bei Tag und bei Nacht begeistert. Von diesem Augenblick an setzt« er sich m seinem Blatt. den„New Uark Times", für den Gedanken �»er Verlegung mächtig ins Zeug. Diese in seinem Kopfe entstanden« Idee bot ihm auch zu- gleich den Borwand für«ine ganze Anzahl von Interviews mit öfter- reichischen Persönlichkeiten über die Frag«: Wie denken Sie über Wien als Volkerbundsstadt? Da Mr. Williams ein unter den Bertreiern der internationalen Presse sehr beliebter Kolleg« ist und da er nicht der einzige Journalist ist, der sich in der prüden Calvm-Stadt langweilt, ist es ihm gelungen, verschiede»»« Pressevertreter für seinen Feldzug zu int«. essieren. Der Außenpolitiker des„E x c e l s i o r", der zugleich Vertreter der anglo-amerikanischen Nachrichtenagentur„Exchange Telegraph" ist, hat nun den Gedanken Williams' zum Gegenstand eines Artikels gemacht. Da aber dieser franko-eng lisch« Journalist ein durchaus vernünftiger, keineswegs deutschfeindlicher Mann ist. hat er ausdrücklich unterstrichen, daß der Plan gar nicht gegen den Gedanken des Anschlusses gerichtet fei. Gerade das ober macht die delüschnationale Presse mißtranisch und schon wirb von ihr gegen dies«„neue französisch« Intrige" Alarm geblasen. In Wirklichkeit ist die ganze Angelegenheit schau deshalb nicht ernst zu nehmen, weil außer den betreffenden Journalist«» und einigen B saunen des Sekretariats, denen die Wiener Mädel mit Recht sympathischer stich als die Genserionen, niemand ernsthast die Verlegung wünscht. Ehamberlatn denkt nicht daran, dir von ihm ohnedie» als lästig empfundene viermalige Resse im Jahr zum Dölkerbvndssitz um etliche 15 Stunden zu verlängern: Bria nd ist �7, froh, daß Genf nur 10 Stunden von Paris entfernt ist und übrr Rocht erreicht werden kam»: Stresemann wird sich hüten,«in. mats überflüssiges Hindernis gegen den Anschluß mutwillig ausstl- richten: Scialoja würde sich im roten Wien mit seiner Matteotti- strnße als Vertreter der faschistischen Regierung nicht übermäßig wohl fühlen— kurz, alle maßgebenden Raismächie sind sich darin einig. an Genf festzuhalten. Eine einzige von ihnen kann eine Verlegung des Vundessitzes verhindern. Außerdem wird deumöchft die Entscheidung über den Entwurf eines neuen Dölkerbundspakns am Ufer des Genf« See» fallen und mit dieser Millionenausgabe wird zugleich das Problem, ob Genf oder Wien, endgültig gelöst sein(sosern es über- Haupt jemals ein solches Problem gegeben Hai). Dann wird auch Mr. White Williams sich nach einem anderen Stoff für feine Sen- fatwnsreportagen«mssehen müssen. Bewersdorff. Wieder Äorsikender einer Strafkammer. Der Landgerichtsdirektor Bewersdorff ist vom Präsidium des Landgerichts Magdeburg wieder mit dem Vorsitz einer Strafkammer beauftragt worden. Dom 1. Ja» nuar 1926 bis zum 31. Dezember 1927 hat Bewersdorff den Vorsitz in einer Zivilkammer geführt. Bewersdorff war der Borsitzende im Rothard-Prozeß. Seine Prozeßführung und feine Urteilsbegründung war politischer Mißbrauch des Richteramtes für rechtsradikale Zwecke, ein Stück Äustizfronde. Nach dem Prozeß richtete Genosse Landsberg heftige Angriffe in der Justiz gegen Bewersdorff. Er hat fein Bild gezeichnet— das Bild eines voreingenommenen politischen Richters. Trotz der unbarm- herzigen Bloßstellung durch den Genossen Landsberg wagte Herr Bewersdorff nicht zu klagen. Auf Grund der Anschuldigungen gegen Bewers- dorff wurde ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet. Wegen der Aeußerung gegen den Reichspräsidenten Cbert: „Der Sattlergeselle da oben muß oerschwinden" wurde er mit einer Berwarnung bestraft. Dieser nachweislich voreingenommene Richter ist vom 1. Januar 1928 an wieder Slrafrichter. Gegen den Beschluß des Magdeburger Landgerichtspräsidiums stehen formelle Handhaben nicht zur Verfügung, da die Bestimmungen des Gerichtsoerfaffungsgesetzes eingehalten worden sind. Das preußische Justizministcrmm erklärt deshalb, daß es nicht einschreiten könne. Um so schärfer muß öffentlich festgestellt werden, was ist. Die Betrauung Bewersdorffs mit dem Strafrichteramt ist ein Hohn auf die Objektivität der Justiz, ein Akt des Miß- brauchs der richterlichen Unabhängigkeit, eine Provokation aller Republikaner. Gegenüber solcher Justizfronde, die die Dertrauenskrise der Justiz oerschärft, hilft nur straffste und rücksichtsloseste Führung der Personalpolitik der Justizverwaltung. Berufung im Sievcking-Prozeß. Gegen das freisprechende Urteil des Altonaer Schöfsengerichls im Prozeß gegen den Reichs- führer der Bismorckjugend. H. O>S ieveti ng. wegen Verstoßes gegen das Republikschutzgesetz hat dar Staatsanwalt Berufung em» 0** <1 Ungarischer Menschenraub. Ein Emigrant aus Oeutschöfierreich verschleppt. Wien, R. Februar, fpfigeuberieht.) Erst jetzt wird bekannt, daß am St. U. M. zw«i an, garisch« Gendarmen in das nah« der Grenz«, ans bnrgea» landischem Boden liegend« Kohlenbergwerk Rihing gekommen sind und einen dort arbeitenden nngarischen politischen Flüchtling namens Raab zu sprechen der» langten. Als Raab geholt wurde und ahnungslos vor den„Besuchern" erschien, legten sie ihm sofort Ketten an and schleppten ihn ilbee die Grenze auf ungarisches Gebiet! Seither weiß man nichts von dem Unglücklichen. Der Landeshauptmann des Burgenlandes hat diesen schweren Rechts- und Friedensbrnch alsbald dem Bundeskanzleramt gemeldet, es ist jedoch bisher nicht» davon bekanntgeworden, daß das Bundeskanzleramt irgend etwas zur Erlangung von Sühne und Wiedergnt- machung unternommen hätte. Zwischenfall in Nanking. Reorganisierung der südchmesischen Regierung? London. K. Februar.(Eigenbericht.) 2S« aus Nanking gemeldet wird, sind da, dortige britisch« Konsulat und verschiedene britisch« Gebäude von Soldaten der 2t. chinesischen Arm« besetzt worden. Die britischen Behörden haben daraufhin einen schrisllichen Protest an den obersten Kvm- mandierenden der chinesischen Rationalarmee, T s chi an käisch et, gerichtet, In den letzten Tagen haben Besprechungen innerhalb der chiiir- fischen Natwnolpartei mit dem Ziel stattgefunden, eine R e 0 r g a n i° sation der bestehenden nationalistischen Regie- r u n g ovr.pmehmen und«inen Parte»tagd«r Kuomintang einzuberufen. Ferner wurde beschlossen, den Kamps gegen die kam- munistssche Bewegung in den eigenen Reihen zu verfchärsen und die bestehend« chinesische Arbesterbewegung in die KNommtangbemeMns einzugliedern. Ist Preußen bauernfeindlich? Eine Landbundbüberei. Die Hetze der Großagrarier gegen die republikanische preußische Regierung nimmt immer groteskere Formen an. Wollte man dem Organ der Landbündler, der„Deutschen Tageszeitung" glauben, dann wäre es bereits so weit, daß die Preußenregierung nicht einmal Bauerndeputationen empfangen will. Mit großer Schlagzeile oerkündet« sie am Sonntag das ihren gläubigen Anhängern, nur um dem Staatssekretär des Landwirtschafts. Ministeriums, Genossen Krüger,«ins auswischen zu können. Was ist geschehen? Eine Deputation märkischer Landbündler hatte sich beim Lcmdwirtschaftsminister Steiger angemeldet und war für Sonnabend, den 4. Februar. 1t) Uhr, vorgeladen worden. Der Land- wirtschastsminister mußt« aber in dringlichen Dienstangelegenheiten verreisen und beauftragt« seinen Staatssekretär mit dem Empfang. Jetzt mußte die Bauerndelegation aber einige Zeit warten, weil zur gleichen Stunde die Deutsche Landwirtschastsgesell- schaft, also die wirtschaftliche Spitzenorganisation der Landwirt- schaft, ihre Haupttagung hatte, an deren Eröffnung Genosse Krüger teilnahm. Darob groß« Entrüstung! Die angeblichen Laucrnsührer, in Wirklichkeit vom Landbund aufgeputschte, ohnedies der Demo- kratic feindlich gesinnte Kreise, benohinen sich nun in dem Warteramn so r ü p e l h a s t wie möglich. Obwohl sie wußten, daß der Minister und sein Vertreter dienstlich verhindert waren, fragten sie die an- »vesenden Beamten, wann denn überhaupt der Staatssekretär Dienst tue, und einer erklärte sogar,„der Demokrat tat seine Pflicht von 10— 1, darüber nicht". Das ist bereits kennzeichnend für den Geist der„Bittsteller". Trotzdem wurden sie empfangen und konnten ihre Klagen vor- tragen. Einen Zwischenfall gab es jedoch, als Herr Hamp« aus Königsberg(Nemnart) einen Landtagsbericht des„Vorwärts" dem Staatssekretär vorhielt, in dem wahrheitsgemäß berichtet war, daß der Landtag einen Antrag zugunsten der Bauernschaft ange- nommcn hatte. Der Antrag ging dahin, daß ebenso wie in Westfalen auch in anderen Landesteilen notleidende Bauerngüter aufgekauft und zu Mustergütern gemacht werden sollten, um den benachbarten Bauernwirtschaften den Borteil moderner Produk- tivlismethoden zu zeigen. Dies« Maßnahme, die sonst den Beifall der Bauernschaft gefunden hat, war, wie gesagt, vom Landtag bc- schlössen worden. Der wildgeworden« Herr aus der Neumark aber sah wohl in dem Antrag, für den die preußische Regierung ja selbst gar nicht verantwortlich ist, einen Beginn der Soziali- s i e r u n g und fragte den Genossen Krüger, ob das etwa die Antwort Preußens auf die Notschrei« der Landwirtschaft sei. Daß der Staatssekretär eine solche hysterische Unterstellung auf dos schroffste zurückwies, ist selbstverständlich. Die Landbündler ver- stiegen sich übrigens soweit, daß sie mit angeblichen Fort- schritten der Kommunisten auf dem Land« drohten, um der preußischen Regierung bang« zu machen. Die deutschirationalcn Agrarier kennen ihre kommunistischen Pappenheimcr, wenn sie von ihnen Hilfe erwarten. Ueber ihre„Erfolge" aber sind sie, wie die mecklcir burgischen Wahlen beweisen, offenbar recht schlecht unterlichtet. Die.Zeutsch« Tageszeitung" stellt die ganze Sache vollkommen verzerrt dar, nur um zu zeigen— so heißt es in der Schlagzelle- Ueberschnft—.„wie Preußen feine Bauern be- handelt". Unsere Leser werden sich an Hand des geschilderten Tatbestandes ein anderes Bild oon diesen Borgängen machen; von dem Agrarierorgan jedoch erwarten wir nicht genug Anstandsgefühl, -um hojfen zu können, daß es seine unsinnigen Anschuldigungen zurwkntmmt. Juttgdeutsche uniereiuauder. Mabraun und Aornemann gegen Mattenms. Bor dem Amtsgericht Berlin-Mitt« standen gestern als Be- klagter das ehemalige Mitglied des Iungdeutschea Ordens Matter- n u s und als Kläger der Großmeister des Jungdeutfchen Ordens Mahraun und dessen Ordenskanzler Bornemann. Mattern us hatte in einer Broschüre„Mahraun und sein Werk" gegen Mahraun und Bornemann«in« Reihe schwerer Be schukdigungen erhoben. U. a. hatte er Mahraun vorgeworfen, daß er Derbandsgelder für feine eigenen Zwecke verwandt habe, daß er Hugenberg«inen Brief geschrieben habe, in dem er unter Bor- Täuschung falscher Tatsachen um Unterstützung für den Orden ge- beten habe; daß er Mitglieder, die mit seiner Taktik nicht einver- standen sind, unter Beschuldigungen falscher Kafienführung aus dem Jungderllschen Orden hinausgegrauit habe, und dergleichen mehr. Die Parteien lehnten jeden Vergleich ab. Mahraun erklärt«, daß sämtlich« Behauptungen des Beklagten erlogen seien. Dieser war dagegen bereit, den Wahrheitsbeweis für feine samt- lichen Behauptungen anzutreten. Sein Verteidiger benannt« etwa 30 Zeugen, darunter auch Escherich. Ludendorff. Hitler .und Prinz Iosias v. Waldeck. Das Gericht gab der klägerifchen Partei«in« Frist, damit sie die Stellen der Broschüre angebe, tne als Beleidigung aufzufassen feien, und«ine weiter« Frist dem Beklagten, damit er dem Gericht schriftlich seine Beweise vorlegen könne. Es dürfte ein sensationeller Prozeß werden. Aach-150 Jahren... Oer neue Schiedsvertrag Paris— Washington unterzeichnet. Washington. K. Februar. Der neue französtsch-amerikanische Tchiedsver» trog ist heute durch Unterstaatsserretiir£ l d s und dem srauzosische» Botschafter Claudel unterzeichnet worden. Veröffentlichung durch den Senat. lvashinglon, 6. Februar. ver Text des heute unterzeichneten fronzösisch-amerikanischen Schiedsvertrages wird vom Staatsdepartement nichtoeröffent- licht, da die Beräsfentlichung internationaler Verträge ein Bor- rechtdesSenatsist. Nach der Unterzeichnung hielt Botschafter Claudel eine kurze Ansprache, in der er betonte, wie Frankreichs Unterzeichnung des Bündnisvertrages mit den Bereinigten Staaten vor genau 150 tzahrea die diplomatisch« Anerkennung ein« neuen Nation einleitete, so leite der heutige Vertrag ein« neue Aera der Aechtung oon Kriegen ein. Frankreich sei Kellogg dankbar für die Initiative zu diesem Schiedsvertrag, der einen gewalhgen Schritt vorwärts auf dem Wege zur Vermeidung kriegerischer Konflikte bedeute. tAm ö. Februar 177« hatten König Ludwig XVI> und Benjamin Franklin den gegen England gerichteten Bündnisvertrag zwischen Frankreich und den Bereinigten Staaten unter- zeichnet. Red. d.„B.".) Beförderungsausficht. ,£urro, meine janzen Akten find jeklaut! Letzt werd' ich bald Lateral!' Sinkende Ausfuhr nach Rußland. Moskau will in Berlin verhandeln. Moskau, S. Februar. Tie von der Sowjetregierung für die Wirtschastsbe» sprechungen mit der deutschen Regierung in Aussicht ge- «ommenen Delegierte» Schleifer, Mitglied des Kol- leginmS des HandelskommissariatS. Kauf- mann. Direktor der Abteilung für Vertrags- und Rechtsfragen im HandelSkommiffariat. und Rosenblum. Direktor der handelspolitischen Abtei» lang des AnsienkommisfariatS, find nach Berlin abgereist. » Die Handelsbeziehungen mit Rußland haben sich nicht so günstig entwickelt, wie man im Oktober 1925«hofft«, als beide Mächte„die Form des rechtlichen und wirtschaftlichen Brrtehrs" mit- emander festlegten. Im März werden zwei Jahre seit dem In- trafttreten dieses Bertragswerkes verstrichen sei» Der Wirtschaftsverkehr Deutschlands mit der Sowjetunion läßt sich am besten mit dem Wirtschaftsverkehr der Sowjetunion mit anderen Ländern vergleichen. Di« wichtigsten Abnehmer der russischen Export- waren waren folgende Länder: Der Anteil der wichtigsten Länder am russischen Import ist nach vorläufigen Daten folgender: Deutschland... Bereinigte Staaten, England.... Frankreich.,,, Aegypten..,, Finnland.,,, Polen...,, Estland..,,, Lettland...,, Das bedeutet also: Deutschland steht bei der russischen Aus- fuhr an zweiter Stelle, hinter England. Das bedeutet aber zugleich: Deutschland ist zwar bei der Einfuhr nach Rußland an erster Stelle geblieben, etwa ein Viertel der russischen Gesamteinfuhr sind deutsch« Waren. Aber der Anteil Deutschlands ist relativ, im lverhältnis zu den übrigen Staaten, gefallen. von 25,6 auf 25,2 Proz.: er ist aber vor ollem absolut, um 15 Millionen Rubel, gefallen, wahrend dagegen der Anteil Frank- reichs, Polens und vor ollem der Bereinigten Staaten in dem gleichen Zeitraun,(1925/26 auf 1926/27) stark, zum Teil sehr st a r k stieg. Woher dieser Stillstand und Rückschritt? Der Rückgang Deutschlands auf dem russischen„Markt" ist Totsache, nicht weil deutsche Waren wettbewerbsunfähig wären: es gibt ja keinen freien Markt in der Sowjewniom Sondern er ist Tatsache, weil der politische Wille der Sowjetmacht- Haber es so gewollt Hot Die Sawjetunion hat mit ihren, Außenhandelsmonopol die porläusige Höchstgrenze der Kredit- gewährung bei deutschen Firmen erreicht. Nun vergib� sie ihre Aufträge an andere Länder, um dort ebenfalls Waren auf Kredit zu«halten. Es besteht freilich Meistbegünstigung für Deutschland; aber der Derwaltungsapparot der Sowjetunion wird so gehandhabt, daß offen« Vorstöße gegen die Vertrage nicht vorkommen. Du künstliche Drosselung deutsch« Ausfuhr wird z. B. so vor- genommen: lange Wochen nach Ausführung eines Lieferungs- austrage-«hält die deutsch« Firma die Nachricht, daß die Lieferung schadhaft angekommen sei oder den Anforderungen in dieser oder jener Hinsicht nicht entsprochen habe. Aber es ist dem deutschen Lieferanten nicht möglich, an Ort und Stelle die Beschwerden nach- zuprüfen, festzustellen, wen die Schuld trifft imd durch Eingreisen am Bestimmungsort die Sache wieder in Ordnung zu bringen. Da der deutsche Lieferant nicht direkt mit seinen, Abnehmer verkehren dort, ist er der Willkür der Sowjetbureaukratie ousgelieserl. Deutsch« Werkmeister und Arbeiter, die z. B. das Schulgeld ihrer Kinder in Deutschland bezahlen wollen, haben lächerlich« Schikonen zu überstehen, bis es ihnen gelingt, die Zahlungen nach Deutschland zu lessten. Selbst sie dürfen nicht mehr als 25 Rubel monatlich noch der oerpflichtet, da es ihnen gelingt, die Zahlungen noch Deutschland zu leisten. Selbst sie dürfen nicht niehr ol» 25 Rubel monatlich nqch der Heimat senden. Dies« Geist der kleinlichen Scherereien widerspricht dem Sinn der Abmachungen, die formell zwischen den beiden Land«n bestehen. Daß die Sowjetunion darauf eingegangen ist, Delegiert« nach Deutschland zu senden, deutet daraus hin. daß man sich auch in Moskau innerlich nicht dem Zugeständnis verschließt, daß an den Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland sehr viel nicht so ist, wie es sein sollte. Es mag nicht leicht sein, eine vertrag- l i ch e Form für eine Zusage der Sowjetunion zu finden, in Zu- kunst dem Geist des Vertrages von 1925 besser als bisher noch- zulebem Das Ziel der in den nächsten Tagen beginneichen Verhandlungen muß daher sein, in Moskau A e r st ä n d n i s für die deutschen Beschwerden zu schassen. Die bisherigen Schäden«virten sich unmittelbar auf den Auf- tragsbestand der deutschen Industrie und damit auf den Arbeit»- markt aus. Sic abzustellen, hat die Zndvstriearbeiterschosl Deutschlands ein unmittelbares, starkes. materielles und ideelles Interesse. In diesem Sinne begrüßen wir die Berliner Besprechungen. Sie werden im Ausland aufmerksam verfolgt werden: von ihrem Ausgang wird nicht nur gegenüber Deutschland, sondern auch gegenüber anderen Ländern, die russisch« Güter ein- und noch Rußland eigene Güter ausführen, viel für die wirtschaftlich« Stellung der Sowjet- unian in der Welt abhängen. Meiallarbeiierkouferenz im Xuhrgebiei. Sympathie mit den Streikeaden in Mitteldeutschland. Bochum, v. Februar. Di« Ruhrbezirkskousereuz des Deutsche» Metallarbeiterverbaudes nahm eine Entschließung an. ta der eine Verkürzung der Arbeitszeit bis zur Erreichung des allgemeine« Achtstunden. tages. eine Erweiterung des gesetzlichen Arbeiterschuhes und der Sozialgesetzgebung, ferner ein erweiterter Ausbau des Ar- beilsrechtcs und des Letriebsrälegesehes verlangt wurden. Die Soufercu, verurteilt die letzte Etseuprei». erhähung iusbesondere angesichts d« großen produklloa»- steigerungen. Sie sprach den in Mitteldeutschland im Kamps flehenden Metollarbeilern ihre Sympathie au». Fünf Bergleute verunglückt. Castrop-Rauxel, S. Febriwr. Am Sonnabend wurden aus d« Schachlanlage Victor Ill/lV fünf Bergleute durch Zubruchgehen einer Strecke»«schüttet, vier der Verschüttelen wurden nach kurzer Zeil in schwerverletztem Zu- stände g« eitel. D« fünfte Verunglückte konnte bi-heuleabeud nicht geborgen werden, so daß mit seinem Tode gerechnet werden muß. wohlkramalle in Argentinien. Obwohl die argentinischen Präsidentschaftswahlen erst in zwei Monaten erfolgen werden, Ist es im Zusammenhang mit den Wahlen in den Promisen Santa F ä und Cordoba zu Unruhen mit politischem Hintergrund gekommen, bei denen verschiedene Personen getötet und ver- mundet wurden. / Heute Holzarbeiterwahlen. Wählt die Liste Amsterdam! Heute abeird flehen in allen Bezirken und Branchen die Neu» wählen der Bezirks- und Branche nleitun gen vor sich. Seit Wochen betreiben die Kommunisten eine fieberhafte Wahlpropaflanda geflen Ine bishenfle Berwaltung. Ein Schwindel- lugblatt, dos von der Vcrwalrunfl bereits im„Mitteilunflsblott" Mührend gekennzeichnet morden ist, zeigt den Verbandsmitgliedern mit aller Deutlichkeit, worauf es den Kommunisten ankommt In der„Roten Fahne" voni letzten Sonntag bemühen sich die „wahren Klossenkäinpfer" enieut, ihre Flugblattgeschichten auszu- >»armen. Bolze und Köhler sollen wegen ihrer kommunistischen tstesinnung ausgeschlossen worden sein. Wahr ist, daß beide nach dem von der kominunistischen GewerksstKisiszentrale im Jahre 192-3 aufgestellten Grundsatz Sobottkas arbeiteten: „Es ist ein Prinzip der KPD., die Zentral- organisationen zu zertrümmern. Um dieses Ziel zu. erreichen, müssen wir in den Gewerkschaften bleiben, um sie von Innen heraus zu unter- höhle n." Warum ist denn aber Lieske ausgeschlossen worden, der heute eine führende Rolle bei der„Union" bekleidet? Die wahre Behauptung. F r e i g a n g und B o e s e hätten gegen früher ihre Ansichten gewechselt, ist offenbar darauf zilriickzufuhren, dost sie immer noch nicht zur KPD. übergegangen find, sondern als Gewerkschafter eine Politik der politischen Bevormundung mit allen ihnen zu Gebote stehenden Kräften bekämpfen. Gegen die unwillkürliche Feststellung des Artikelschreibers, daß in der KPD. nur eine Auffassung bestelzcn darf, dost aber im Holzart, eiterverband jeder Arbeiter Aufnahme findet, wenn er nur bereit ist, um die Verbesserung seiner Lebenshaltung zu kämpfen, ist nichts einzuwenden. Eine Frage aber: Was ist die„richtige Auffassung"? Darüber kam es in Halle am 3. Januar zwff'chen den Stalinisten und den linken Kommunfften— unter Mitwirkung dos Roten Frontkämpferbundes— zu einer sechsstündige» Prügelei. Auf der einen Seite Urbahns und Kilian, auf der anderen Seite die Leute um Pieck, geführt von unserem bekannten Bolze. Der Kampf un> die„richtige" Auffassung endete zunächst u n e n t» schieden. Daß Bohze während dieser Vorgänge zu dem Stoß- seufzer kam:„Jeder Sozialdemokrat ist mir lieber, als dieses Ge- sindel..." spricht Bände. Die Geister, die sie riefen, werden sie nicht mchr los. Ueber das Aufgabengebiet des Holzorbeiteroerbandes kann der Artikelschreiber die Paragraphen 2 und 3 seines Statuts nach- lesen. Die Organisation ist nun einmal kein Tummelplatz für kom- munisttsche Auseinandersetzungen nach dem Vorbild in Halle. In der Angelegenheit Gründe! ist nur zu sagen, daß die Kollegen aus eigenem Entschluß die Arbeit eingestellt hatten und die Kommunisten diesen Fall als W a h l m a ch c ausnutzten. Genau so liegt es mit der Sache Gast u. Co. Warum bringen aber die Kommunisten denn heute nicht mehr die Kündigung des Manteloertrages auf die Tages- ordnung? Haben sich die Befürworter etwa inzwischen überzeugt, daß die von ihnen geforderte Kündigung unverantwortlich war? Warum operieren die Leute um Pieck und Henning nickst mit ihren auf dem Verbandstazf erhobenen Vorwürfen, daß der Vor- stand zuviel Geld für die arbeitslosen Mitglieder vergeudet habe. Kollegen des Holzarbeiterverbandes, was wiindet ihr sagen, wenn der Vorstand zurzeit, wo die Arbeitslosigkeit wieder anwächst, die Unterstützungen abbauen würde? Das hättet ihr dann den Leuten zu verdanken, die heucs- abonnemeM 6 M., im Postabonnement kann sie für 9 M. jährlich bezogen werden. Organisationsmitglieder erhalten bei E'nrcichung der Postquittung 3 M. Rückvergütung aus das Jahres-Postabonnc- MCitt._ � gttie Scwcrlsch<»!t,jugc»d«»»H-Berli». Heute, Dirnrtag, Uhr. tagcu Leseabend. Aufgang B, pari, ttnls.„Süchsi. Wildcnbruchstr. SS St fHorrzimmerl. lontrolle.— Franlfurtcr Allee: Städtifchcs Jugendheim Litauer Str. IS. tzim- mcr 2. Tanz, und Musiladcnd.- Landsberger Platz: Jugendheim Dietzel. meyerstr. S. Wir gehen zur»rcisveranflaltung, Litauer Str. 18.— LitHen-. berg: Jugendheim ToNeftr. 22. Mufil- und Tanzabend.— Schöncweide: Gruppenhcim Niederlchijnewcidc. Berliner Str. Sl. Leseabend.— vstlreia: Um 181? Uhr im Jugendheim Litauer Str. 18. Kreistanzabend. Zugendgruppe de« Z»A. Heute abend Turnen in der Turnhalle der Schule Baruther vir. 20. Turnkleidung mrtbringenl Verantwortlich dir Politik:®t. llur» Seger: Wirtschaft: S. Klingelh-fer: Gewerkschaftsbewegung: Fr. Etzkorn: Feuilleton: fl. H. Döfcher: Lokale, und Sonstiges: Fr:tz Karstädt: Anzeigen': Th. SI»<«. sämtlich in Ber'in Verlag: Vorwärts-Verlag®. m b H.. Berlin. Druck: Vorwor!s.Budruckcret und V-rlagsansralt Paul Singer u Co.. Berlin SW 88 Lindcnftratze 3. »ierzd 2 Veilaoea und Uatertzaltuno und Willen» Schule Heimbesprechung und Berbandsbuch- Sckictgej*- ist die neue 4-Pf.>.Zigarette in Würfeipackuns ENVEEt BEV TÜRKISCH mit Goldmundstück und ohne Mundstück rund geworden. 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Nunmehr hat Regierungsrat Schmidt vom Polizei- Präsidium zwei Kommissariate der Abteilung IV und ebenso die Handelsüberwachungsstelle mobil gemacht, ferner ist von der Staalsanwallschast ein Anlerfuchungsoersahren eingeleitet worden. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, handelt es sich um den konzesflonierleu Psandleiher Bernhard Minier, der bis vor kurzer Zeit in der N e u e n W i n t e r f e l d t st r. 7a fein Geschäft be- trieb, jetzt aber in der Friedrich st raße naye dem Apollotheater fein sehr elegant eingerichtetes Pfandleihegeschäft eröffnet hat. Winter, der im S8. Lebensjahr steht und Tschechoslowake ist, hat 1919 trotz des Einspruchs des Reichsverbandes der Pfandleiher Deutsch- lands vom Berliner Stadtausschuß die Konzession zur Er- öffnung der Pfandleihe erhalten. Schon Ansang 1924 kamen die ersten Klagen über ihn, da festgestellt wurde, daß Winter Pfandscheine nicht ordnungsgemäß ausgestellt hat. Er erhielt vom Reichsverband eine ernste Verwarnung, die er jedoch nach keiner Rich- tung beachtete, so daß gegen ihn bei der Polizei schon nach kurzer Zeit Anzeigen einliefen. Winter verstand sich jedoch aus der Untersuchung herauszuziehen, ließ aber oorsichtigerwelfe die Konzession auf seine Ehefrau übertrogen und arbeitete nach be- rühmtem Muster als„® e s ch S f t s s ü h r e r" mit einem so lächerlich niedrigen Gehalt, daß alle Pfändungen fruchtlos oerliefen. Schließlich taten sich eine Anzahl Gläubiger zusammen und ver- suchten, ihn zum Offenbarungseid zu laden. Winter erschien nicht und wurde infolgedessen zwangsweise vorgeführt. Aber auch da war es nicht möglich, ihn zur Manifestation zu zwingen, da W. ein ärztliches Gutachten aufwies, laut welchem er so krank sei, daß jede Aufregung Lebensgefahr für ihn bedeute. Nach dem Muster Bergmanns inserierte Mater in Berliner Tageszeitungen und suchte„Spareinlagen", die er mit 24— 36 Prozent zu»erziusen versprach. Er war jedoch in diesem Punkt gerissener als Bergmann, denn er griff die Gelder selbst nicht an. arbeitet« nur mit ihnen und weigsrt« sich überhaupt, auch nur einem Pfennig Zinsen zu zahlen., indem er einmal erklärte, daß bei ein« Zlnzeig« der Kre- dithergebe'r sich des Wuchers schuldig mache, wenn er so hohe Zinsen einstecke, zum anderen an es er immer wieder darauf hin. daß er als iAeschäftsführer mit etwa II« Mark Einkommen nicht pfändbar f«. So gelang es ihm. einem m der Umgehung Berlins-lebenden Kaufmann Wiensdruck 30000 Mark abzunehmen, von denen der Betrogen« nur etwa 4000 Mark anedergesshsn hat. In einem zweuen Fall ha? er einem Herrn Saeger 14000 Mark abgenommen, die er auf feine bekannt« Manier einstecken zu können glaubte. Saeger ging srdoch sehr entschlossen vor, erwirkte einen Zahlung?- beseht gegen Wimer und beschlagnahmte eines Tages m der Pfandleihe 120 Pfandscheine im Warte seiner Forderung, die Wim« gekauft hatte. Nach dem Gesetz darf ein Psandleiher Pfand- scheine überhaupt nicht erwerben. Winter halle jedoch in raffi- Mfirter Art es oerstanden, die Pfandscheine, die meist auf Gold- oder Silbersachen oder Brillanten lauteten, deren Wert also unbezweisel- bar war, dadurch an sich zu bringen, daß« sie zunächst a u f d r e i Monat« belieh. Die Berseher mußten jedoch 10— IS Prozeuk Zinse» pro Monat zahlen und konnten nach einem Vierteljahr schon meist nicht mehr Me Scheine einlösen. Bei besonders rvertoollen Dingen belieh Winter auf sechs Monate die Pfandscheine, so daß nach dieser Zeit die Zinsen ans L0— 90 Proz. ausgelaufen waren, die Inhaber also praktisch ste nicht mehr zurück- holen konMen. In einem anderen Fall oerrouft« W. an einen Kaufmann Hundsdörser aus Berlin W Pfandschein« über Schreibmaschinenfarbbänder, die angeblich einen Wert von 10000 Mark darstellen sollten, für 1724 Mark. Der Kaufmann, der Sohn eines Landgerichtsdirektors, mußte dann jedoch feststellen. daß die wertvolle Ware in Wirklichkeit vollkommen wertlos war, da es sich um Kriegsware handelte. Mit demselben Trick legte Winter einen Kaufmann Kokowsti hinein, dem«S000Markob- nahm. Merkwürdigerweise verließen sich die Kreditgeber immer auf die Angaben des sehr suggestiven Mannes, der als Referenz ein« Bank im Zentrum Berlins angab. Als eines Tages ein Kaufmann, der bei Winter Geld anlegen wollt«, zu der Bank hinging, um Auskünfte einzuziehen, erfuhr er zu seinem Erstaunen, daß W. dort vollkommen unbekannt sei. Entrüstet fuhr d« Be- treffende zu dem Pfandleih« und bezichtigte ihn des Schwindels. w.«klärte mit Seelenruhe, daß« lediglich mit dem ersten Direktor d« Bank arbeite, dn augenblicklich aus ein« Auslandsreise begriffen sei. Die Zahl der Geschädigten tst wie bei Bergmann recht er- h e b l i ch. Es ist anzunehmen, daß sich jetzt all« Betrogenen melden werden, da zunächst Winter und sein« Ehefron die Konzession entzogen nxrden soll. Die Untersuchung der Polizei dürfte wohl auch Klarhell darüb« bringen, ob es nicht mög- lich fein wird� gegen den Schwindl« gerichtlich energisch vorzugehen.. Disziplinaruntersuchung gegen Zacobi. Frav Bergmann als Ratgeberin der Polizei. Amllich wird bekanntgegeben:„Dle in der Oessenllichkeit erhobenen Behauptungen. Slaalsanwaltjchaftsrat Walt« Zorobi Hab« Anzeigen, die sich gegen kutist« richteten, pflichtwidrig nicht weiter- verfolgt, werden von der Zufiizv«waltung nachgeprüft." * Morgen wird Frau Charlotte Bergmann, dre Ehe- frau des Lombardhausbesitzers Bergmann, der S. Strafkammer des Landgerichts I vorgeführt werden, um sich axgen öffentlicher Beleidigung eines Polizethauptwachtmeisters zu osram wollen. Diejer Prozeß jchtpebt Jckjpn in der vierten Instanz und hat.«inen eigenartigen Beigeschmack bekommen. Am 19. August 1928 wuide das Auto der Frau Bergmann Unter den Linden angehalten, well e« einen Stand, d« den polizeilichen Porschrifteu widersprach, eingenommen Halle. Nach eineni Wortwechsel des Polizeibeamten mll dem Chauffeur mischte sich Frau Bergmann in den Strell und rief dem Beamten zu:.Di« Polizei sollte sich lieb« um Verbrecher kümmern.� Wenn die Polizei diesen Rat befolgt hätte, wäre ihrem Wann schon längst das Handwerk gelegt uwrden! Frau Bergmann hatte aber auch dem Beamten das Schimpfwort:„Altar Affe!" an den Kopf geworfen. Menschen, Göttern gleich... ig| Roman von Herbert George wells. „Ah," sagte Mr. Burleigh spitz,„entschuldigen Sie. ich leh' das nicht ein!" � Er folgte also jedenfalls auch der Rede. „Jedes Universum, das sich im Gleichgewicht befindet, mutz notwendigerweise der Schwertraft unterworfen/ sein." wiederholte Serpentin, als ob er eine selbswerständliche Tatsache behauptete. „Bei meinem Leben, ich kann das nicht einsehen," sagte Mr. Burleigh. nachdem er einen Augenblick überlegt hatte. Serpentin ging kurz auf ihn ein:„Es ist so!* sagte er und setzte seine Rede fort. „Unsere Denkweise." fuhr er fort,.chatte sich im Sinne dieser praktischen Auffassung entwickest. sie nahm sie als wahr an und es bedurfte einer durch grotze Anstrengungen ge- stützten Analyse, um sich darüber klar zu werden, daß dieses Universum, in dem wir leben, sich nicht nur gradlinig, sondern sozusagen mit Krümmungen und Verzerrungen in eine An- zahl anderer lange Zeit unvermuteter, räumlicher Dimensio- nen erstreckte. Außer in seine drei räumliche Hauptdimen- sioncn erstreckte es sich nach jenen anderen ebenso, wie sich ein dünnes Blatt Papier, das praktisch zweidimensional ist. nicht nur infolge seiner Stärke, sondern auch durch seine Falten und Krümmungen in eine dritte Dimension erstreckt. Werde ich taub?" flüsterte Lady Stella deutlich hörbar. „3ch"verstehe kein Wort von alledem." ..Auch ich nicht," sagte Pater Amerton. Mr. Burleigh machte eine beschwichtigend« Gebärde gegen die beiden Bedauernswerten, ohne feine Augen von Serpentins Gesicht abzuwenden. Mr. Barnstaple zog die Stirn in Falten, umfaßte seine Knie, krampfte die Finger zusammen und hiell ver- zweifelt aus Er mutzte hören— naturlich horte er! Serpentin fuhr fort, zu erklären, daß. ebenso wie es für «ine Anzahl praktisch zweidimensionaler Universen möglich sei, in einem dreidimensionalen Raum nebeneinander zu liegen wie Blätter Papier, sich im mehrdimensionalen Raum, über den der schlecht ausgerüstete menschliche Geist nur langsam und mühevoll Kenntnis erwirbt, eine un- . Zählbare Menge praktisch dreidimensionaler Welten- körper nebeneinander befinden und annähernd parallel durch die Zeit bewegen könnten. Das tiefsinnige Werk % von Monopetros und Kephalos habe schon feit langem die gesündeste Basis für die Annahme geschaffen, daß es eine grotze Zahl solcher Raum-Zeit-Universen gebe, die untereinander parallel und ähnlich seien— sehr, aber doch nicht völlig ähnlich— so, wie die Blätter eines Buches ein- ander gleichen. Alle seien von Dauer, jedes derselben sei ein Gravitationssystem— (Mr. Burleigh schüttelle den Kopf, um zu zeigen, daß er dies immer noch nicht einsehen könne.) — Und diejenigen, welche am nächsten beieinander lägen, ähnetten einander auch am meisten. Wie sehr, das hätten sie nun Gelegenheit, zu erfahren. Denn die kühnen Versuche jener zwei großen Genies, Ardenn und Chrysolagone, den— (unhörbar)— Stoß der Atome auszunützen, um einen Teil des utopischen Weltenkörpers in jene Dimension, die k'-Di- mension, in welche er sich bekanntlich auf etwa eines Armes Länge erstreckt, hineinzubewegen, diesen Bruchtell utopischer Materie zu drehen, so wie man ein Tor in seinen Angeln dreht, sei osfensichttich vollständig erfolgreich gewesen. Das Tor habe sich wieder zurückgedreht und einen Schwall dumpfer Luft, einen Sturm von Staub und zum grötzten Er- staunen Utopiens drei Gruppen von Besuchern aus einer un- bekannten Welt mitgebracht! „Drei?" flüsterte Mr. Barnstaple voll Zweifel.„Sagte er drei?" (Serpentin schenkte ihm keine Beachtung.) „Unser Bruder und unsere Schwester wurden durch eine unerwartete Entfesselung von Kräften getötet, aber ihr Ex- periment hat einen Weg eröffnet, der nun nie wieder ge- sperrt zu werden braucht, aus den gegenwärtigen Grenzen Utoplens hinaus in einen unermeßlichen Raum voll bisher nicht vermuteter Welten: dicht neben uns, so wie es Mono- petros Jahre zuvor annahm, uns näher, wie er sich aus- drückte, als das Blut unseres Herzerts—" (Näher als unser Atem oder als Hände und Füße.- Pater Amerton hatte, plötzlich aufwachend, falsch verstanden. „Aber worüber spricht er denn? ich verstehe es nicht!) entdecken wir einen anderen Planeten, der nach dem Matzstab seiner Bewohner zu urteilen, ebenso groß ist wie unserer, und der sich, wie wir bestimmt annehmen können, um eine Sonne dreht, die derjenigen in unseren Himmelsräumen ähnlich ist, einen Planeten, der Leben auf sich trägt und wie unserer langsam durch Geisteskräfte unterworfen wird, die sich offenbar unter fast genau denselben Bedingungen entfallen, wie die unserer eigenen Entwicklung.- Diese Schwesterwelt ist, sowett wir nach Erscheinungen urteilen können, im Ver- hältnis zu uns in der Zeit ein wenig zurückgeblieben. Unsere i Vor dem Amtsgericht war grau Bergmann zu 300 Mark Geldstrafe veruiteill worden, welche Strafe die Strafkammer auf 100 Mark ermäßigte. Die Angeklagte hatte sich damit ver- teidigt, daß sie„Alter Affe" erst aus die Worte des Schupobeamten „Dämliches Frauenzimmer" gebraucht habe. Die Beweis- aufnahm« ergab, daß diese Beschimpfung der Frau Bergmann von dem angesammelten Publikum auf der Straße herrührte. Die Strafkammer hatte jedoch in diesem Punkte angenommen, daß Frau Bergmann sich in einem entschuldbaren Irrtum befunden hätte und�eshalb geglaubt habe, eine Beleidigung auf der Stelle beani- «orten zu dürfen, deshalb war sie wegen des Ausdrucks„Atter Affe" freigesprochen worden. Es blieb nur noch die andere Aeuße- rung, die das Gericht als eine Beleidigung auffaßte. Auf die Revision d« Staatsanwallschaft hat das Kammer- gericht das Urteil zur erneuten Prüfung an die Straf- kammer zurückverwiesen, ob in den Worten„Alter Affe" nicht ebenfalls eine Beleidigungzu finden fei und ob das Land- g«icht nicht irrtümlicherweise Frau Bergmann den Schutz des§ 199 zugebilligt habe. Ein Mordgerücht in Berlin 71, Mit Kopfverlehungen tot in der Wohnung aufgefunden. 3» der Küche jelner Wohnung im Hause Stolplsche Skraße 44 wurde gestern abend d« ZZjährige Arbeiter Maltet Sodrl von heimkehrenden Angehörigen durch Gas v«gisle! leblos ans gesunden, vom Gaskoch« war d« Schlauch abgerissen worden. Die zu Hilfe gerufene Feuerwehr war läng«« Zeil ohne Erfolg mit Wiederbelebungsversuche» beschäftigt. ver Tote lag aus dem Fußboden d« Küche, die nur schwach mit Gas angefüllt war. Da am Kops Kobrls mehrere klaffende Wunden festgestellt wurden, bestand d« v«dacht, daß an K. ein verbrechen verübt worden war. von der kriminalpolizel des zuständigen Pol!,eireoi«s wurde deshalb die Mordkommission benochrichligk.die unter Leitung des Kriminalkommissars S a l a w sowie des Gerichtsarztes Dr. Strauch an den Tatort eilte. Da die Todesursache an Ort und Stelle nicht einwandfrei festgestellt werden konnte, wurde die Leithe in das Schauhaus übergeführt, wo die Obduktion das weitere«geben wird. Kriminalkommissar Sataw war noch bis in die späten Abend- stunden hinein mit den Vernehmungen der Augchöri- gen beschäftigt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß vielleicht auch ein Selbstmord oder Anglückssall vorliegt, und daß sich S. die Sopfverlehnngen beim hinstürzen zugezogen Hai. Kommunistische Finanzpolitik. Im Haushaltsaasschuß der Stadtverordneten- Versammlung gab es gestern gleich in der ersten Sitzung den ersten der großsprecherisch angekündigten Vorstöße der Kam mu nisten auf dem ihnen so fremden Gebiet« der Finanzpolitik- Er endete, wie zu erwarten war. mll einer b ofert Blamage. D«r Vertreter der kommunistischen Fraktion verlangte nämlich die- Etreichung des Zuschusses von 16 Millionen für die staatliche Polizei. da die Polizei in Berlin vollkommen überflüssig sei und seine Partei das militaristische Instrument des einstigen Polizetminifters Sepc- ring bis aufs äußerst« zu bekämpfen entschlossen sei. Der Stadt- kämmer««klärt« darauf kurz und bündig, daß die Stadt zur Lei st ungdiesesZuschussesaufGrundderbe stehen- den Gesetze gezwungen fei. und daß bei einer Streichung dieses Postens der Oberpräfident die betreffende Summe einfach von den an die Stadt abzuführenden Steueranteilen einbeholten würde. Worauf es lange Gesichter bei den Kommunisten gab und man sich Besucher tragen Kleider und zeigen physische Eigenschaft!». ähnlich denen unserer Vorfahren im letzten Zeitalter der Ver- worrenheit. Wir sind bis jetzt noch nicht berechtigt, anzunehmen, daß ihre Geschichte sich ganz genau parallel der unseren entwickelt hat. Nicht zwei Teilchen der Materie sind einander gleich, nicht zwei Schwingungen. In keiner Dimension des Seins, in keiner Welt Gottes gab es je oder kann es jemals eine genaue Wiederholung geben. Daß dies unmöglich ist, haben wir einsehen gelernt. Nichtsdestoweniger ist uns diese Welt, die Ihr Erde nennt, offenbar sehr nahe und unserem Welt- körper ähnlich. Wir sind begierig, von euch Erblingen zu lernen, unsere Geschichte, die noch sehr unvollkommen bekannt ist, an Hand eurer Erfahrungen zu kontrollieren, euch zu zeigen, was wir wissen, ausfindig zu machen, was an Verkehr und gegen- fettiger Hilfe zwischen der Bevölkerung eures Planeten und der des unseren möglich und wünschenswert wäre. Wir hier find die reinsten Anfänger im Wissen: wir haben bis jetzt kaum mehr erkannt, als die Unendlichkeit dessen, was wir noch zu erlernen und zu tun haben. In einer Million ver- wandter Dinge könnten unsere beiden Welten vielleicht ein- ander belehren und helfen... Möglicherweise gibt es auf eurem Planeten Entwicklungs- stufen, die sich auf unserem nicht entwickeln konnten oder ausgestorben sind. Möglicherweise gibt es Elemente oder Mineralien in der einen Welt, die in der anderen selten sind oder völlig fehlen... Die Struktur eurer Atome(?)... unsere Welten könnten sich miteinander vermischen(?)... zu ihrer gemeinsamen Erstarkung.. Er wurde gerade dann unhörbar, als Mr. Barnstaple am meisten bewegt und am begierigsten war, seinen Worten zu folgen. Trotzdem hätte ein Tauber' erkannt, daß er noch sprach. Mr. Barnstaple begegnete dem Blick Mr. Rupert Eats- kills, der ebenso bestürzt und verwundert war wie er. Pater Amerton hatte das Gesicht in die Hände vergraben. Lady Stella und Mr. Mush flüsterten leise miteinander: sie gaben sich sett langem nicht einmal mehr den Anschein, als ob sie zuhörten. „Dies ist," sagte Serpentin, auf einmal wieder vernehm- bar,„unsere erste rohe Erklärung eures Erscheinens in uns«- rer Welt und der Möglichkeiten unseres Zusammenwirkens. Ich habe euch unsere Ideen so deutlich, wie ich nur konnte, auseinandergesetzt. Ich möchte vorschlagen, daß' nun einer von euch, einfach und offen erklärt, wie Ihr über das Ver- hältnis eurer Welt zu der unseren denkt." (Fortsetzung folgt.) auf den Boden der mit Recht so deliebten agitatorischen Entschließung stellte. Wir zweifeln nicht, daß die Kommumsten auch nach dieser ersten Blamage weiterhin fortfahren werden, den Etat durch Reso- lutionen ins„Gleichgewicht" zu bringen. Eine andere Forin der Mitarbeit ist ja von ihnen nun einmal nach Lage der Sache nicht zu erwarten. Oer Mord an der Braut. Das Urteil: Fünf Jahre Gefängnis. Der Z�ljährige Arthur Fischer, der am 26. Juli o. I. seine Braut erdrosselt hat, ist vom Landgericht II zu fünf Jahren Gesang- n i s verurteilt worden. Der Staatsanwalt hatte sieden Jahre Zuchthaus beantragt. Das Gericht billigte ihm jedoch mildernde Umstände zu, und zwar, wie der Borsitzende ausführte, emmal wegen seiner krankhaften Erregbarkeit und zum anderen, weil er selbst das Opfer der ungünstigen Umwelt geworden sei. Schuhet pflanzen und Tiere! Mitarbeit der Schule am Naturschuh. Die im„Vorwärts" angekündigte Ausstellung„Naturschutz und Schule", die von der staatlichen Stelle für Naturdenk- malpflege veranstaltet wird, öffnet heute ihre Pforten den Besuchern. Sie will zeigen, wie es der Schule möglich ist, Liebe zur Natur in den Kindern zu wecken und sie zur N a t u r f ch u tz g e> i n n u n g zu erziehen. Dazu bedarf die Schule nicht, eines stundenplanmäßigen Unter- nchts über Naturschutz als besonderen.Lehrgegenstand". Aber das ist.nötig, daß in dem gesamten Unterricht an passender Stelle die Naturschutzgesinnung zur Geltung kommt. Die ausgestellten Arbesten von Schülern und Schülerinnen, viele Zeichnungen, Modelle und Aufsätze geben Einblick in die Bemühungen der Schule, die Jugend dazu anzuleiten, daß sie Fühlung mit der Natur gewinnt. Wer die Natur kennt und liebt, der begreift auch die Notwendigkeit, sie vor gedankenloser Zerstörung zu schützen. Aus vielen der ausgestellten Arbeiten spricht unverkennbare Freude an der Natur. Die Ausstellung verdient die Beachtung aller, denen der Naturschutz am Herzen liegt.. Sie ist im Schöneberger Rathaus (Rudolf-Wilde-Platz) untergebracht und kann bis zum 23. Februar an allen Werktagen in den Swnden von Ist bis 3 Uhr besucht werden. Aus Erhebung von Eintrittsgeld wird verzichtet, weil man zur För- dcrung des Naturschutzgedankens möglichst zahlreichen Besuch wünscht. Zu dem Chorkonzert der„Typographia" Begeisterte Zustimmungen von auswärts. Z» dem Chorkonzert der„Ty p o g ra p h ia". das am letzten Sonntag im Großen Schauspielhaus stattfand und durch Rundfunk übertragen wurde, erhielten der Chormeister wie auch der Vor- sitzende aus Deutschland und selbst aus dem Ausländ ein« Reihe von Schreiben, deren Verfasser einmütig der Veranstaltung de- geisterte Zustimmung erteilen. Nachstehend ein paar Auszüge: Aus Arn heim(Holland) schreibt ein Zuhörer.„i)ie einlachen Volkslieder sind in dieser Interpretation Perlen des Gesangs- kunst. Was die„Typographia" leistet, ist unbedingt große Kunst.'" Aus Halm st ad(Schweden) kommt der Gruß:„Meine An-. rrtennünq für den entzückenden irnd außerordentlich schönen Gesang".„Mit dem wllude.nZ0lleli.Miizert in her Fünf-Mätillee im Großen Schauspielhaus habeil sie uns eine' große Freude bereitet� berichtet ein Lübecker.„Was ich hörte, war eine gesangliche Morgenseierstunde", bekennt ein Parteigenosse aus Nord hausen. Ein Sängesbruder aus Marbach bei Marburg a. d. Lahn be- richtet:„Das Konzert war uns hiesigen Kollegen und Sangesfreun- den«in erlesener, hervorragender Genuß". Und dazu eine Meng« von Gratulationen der einzelnen, auswärtigen Gesangvereine, die dem. Arbestersängerbund angegliedert sind. Man sieht also, daß die Kunst der„Typographia" weit über das'Weichbild Berlins die ver- diente Anerkennung suchet.___ Tchwarzrotgold auf dem Land. Noch sind die Wählt erinine nicht bekannt, und schon rühren die Kameraden des Reichsbanners Schwar.z-Rot-Gold eifrig die Werbe- tromniel für di« republikanische Idee: Jeden vonntag geht es dahin, wo die Aufklärungsarbeit am notwendigsten ist: aufs flache Land. Am letzten Soimtag zogen nun die Kameraden von Eichwalde, Wildau und Konigswu st erHausen mit klingendem Spiel binaus. Zuerst ging es nach Neu-Schulzendorf, später nach Miersdorf, Zeuthen, dann wieder.zurück nach dem Aus- gangspunkt Eichwalde. Ueberall gelangte Werbematerial zur Ver- leilung, das von der Ländbevölkerung säst ausnahmslos freudig und interessiert entgegengenommen wurde. Die jugendliche Bevölkerung drängte sich vielfach geradezu danach, Flugblätter zu bekommen. Der Zweck der Veranstaltung ist vollkommen erreicht worden. Eine verworfene Revision. Wie erinnerlich, hatte in der Siloesternacht 1326 der Buchhalter GustaoGreiling aus Berlin nach einem Streit selneBraut von einer Brücke in die Spree gestoßen. Schnell ernüchtert sprang Greiling nach, konnte aber das junge Mädchen nicht mehr" retten, während er gerettet wurde. Dom Schwurgericht in Berlin war Greiling am 17. Oktober 1927 wegen To tschla g s zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden und haste gegen dieses Urteil Revision eingelegt,, die jetzt aber vom Reichs- gericht verworfen wurde., Verhaftung eines Rennstallbesitzers. Ans der Telgter Rennbahn in Münster brannte, wie der „Doinvörts" seinerzeit berichtet hotte, am 8. Dezember eine Baracke des Rcnnstallbesitzers C. A. Konink nieder. Bon den 22 darin untergebrachten Rennpferden kamen zehn der wertvollsten .föwie zwei Muttertiere und zwe.i. Fohlen in den Fl.qrjimcn um. Ursprünglich glaubte man, daß die Stallwoche die Schuld träfe, da sie sich angeblich widerrechtlich entfernt hatte. Nunmehr sickert aber durch, daß die finanziellen DerhÄtnisse des Rennstallbesitzers Konink, eines Holländers, nicht sonderlich gut waren und es tauchte der Verdacht der Brandstiftung auf. Am Sonnabend wurde Konink, der in Münster wohnt, in dem Augen- blick, als er nach Hollaich abreisen wollte, unter den, Verdacht der Brandstiftung uich des Versicherungsbetruges verhaftet. Ei« rätselhaftes Explosionsunglück. In Waterbury im Staate Connecticut wurde durch eine Explo- sion ein dreistöckiges Gebäude zerstört und die umlie- genden Geschäftshäuser stark beschädigt. DrciPcrsonen wurden g et.ö.tet, eine verletzt. Die Ursache der Explosion ist vorläufig noch nicht bekannt._ vir vlerzlgjährlge Markthalle. Im Februar 1888, vor nun- mehr 40 Jahren, haben sich zum erstenmal die Tore der Markt- hall« t« der Acker st raß« den LtaMnhabern und Käufern geöffnet. Anläßlich dies« JubilSmu» prangte die Markthalle, di« über 366 Stände zählt, gestern in buntem Girlanden- und Fahnen- schmuck. Es sind heute nur noch wenige, die alle vier Jahrzehnte hinter ihrem Stand oerlebt haben. Der Verein der Standiichaber hat diese Jubilar« am vergangenen Sonntag durch die feierliche Ueberreichung von Diplomen geehrt, die im Rahmen eines schönen Festes vor sich ging. Denn gleichzeitig weihte man das neue Banner, das den kommenden Iahren entgegenwehen soll. Und für die Zukunft haben die Händler der Markthalle VI drei Wünsche: die Behörden sollen endlich die so dringend gebrauchte, aber bis jetzt nicht vorhandene Kühlanlage einbauen, die Gasbeleuchsting durch eine e l e k t ri s ch e ersetzen und die ganze Halle einer gründ- lichcn Renovierung unterziehcnl Generalversammlung der Sonsumgenosienschaft. Die erste Generalversammlung der ncugewöhsten Vertretung findet heute, Dienstag, 18)4 Uhr, im großen Saal des G e w c r k sch a f t s- Hauses, Engeluser 24/23, statt. Zutritt haben nur die gcwähllen Vertreter. Die Mitglieder der Fraktion Genossenschastsausbau müsien vollzählig anwesend sein. «ellenlUdie Kundgebungen Morgen, Mittwoch, den 8. Februar,� 9'/, llhr im Moabiter Sesellschafishaus, Berlin NW, Wicleffiraßt 24 Tagesordnung: Die Sozialdemokratie im Kampfe gegen die politische und wirtschaftliche Reaktion Neferevten: Oberpräsidetst a. D. Otto Hörsing und Neichstagsabgcordneter Siegfried AufhSufer Seid alle aktiv und erscheint rechtzeittg zur Kundgebung! 5?I>.— 2. Kreis Tiergarten— SPD. Heute, Dienstag, den T.Februar, um 2V Uhr in der Aula d. Hohenzolleruschule, Schönebg., Belziger S. Eifenacher Sir. Tagesordnung: Dolk und Reichstag Referent: Reichstagspräsident p a u l L ö b e Männer und Frauen, erscheint heute abend in Mafien! SPD. 11. Kreis Sdbdneberg-Friedenau SPD. Vor e s c n g s über die Tageserlcbnisse eines Hotel- di.eners in der Reihe»Mensch und Arbeit" Ein paar Moment- bilder von dem Leben in einem großen Hotel,«in paar Ausschnitte, die das Betragen der Gast« zeigen, ihre Sorglosigkeit, ihre Anforde. rungen, gesehen von einem Angestellten, und dazu der Pflichtenkreis, in den dieser Angestellke eingespannt ist. Ruhig und objektiv schildert Dieseng manchmal»in Erlebnis pointiert formend. Eni Dortrag. der di« Hörer aus einig» ihr« Fehl« aufmerksam macht. F. S. Ewseadvvgen für diese Rnbrit find Perlt»«««. Li»de»straße 3. pafieinachn'chienFM�fürGroß-Berlin stet» a» de» V«zttl»lettetartvt Z. Hof. 2 Tre». recht», ja richte». 2. Srei, Tiergortev Dleleniqeu Genossen, di« im Hofzardeiterverband orga- nifiert sind, werden dringend ersucht, die Bezirksversammlung am heutige» Dicnsiag, 7. Februar, 17 Uhr, bei Schreiber, Triftstr.«3, zu besuchen, da wichtige Angelegenheiten vorliegen. Mitgliedsbuch ist mitzubringen, da genaue Sontrollc. «.»r«I, Sreucheeg. Freie Schulgemeinde. Heute, Dienstag, 7. Fe- bruar. 20 Uhr pUnltlich i- Raab«, F-stsölen. Fichtestr. 2»,»berer Saal.: Werbe Versammlung für die weltliche Schule unter Ritwirkung vov L 7« Sinder» an« de« weltlichen Schule, Pankftraße. Da» Schuleeorchester s bringt uns 4 S-uz-rtstiickc von Gnea. Mozart und Pröckrrs und der Eher einige Lieder zu Gehör. Außerdem werden die Soadeu und t- Mädchen iu der Symnastil wetteifern. Der Eintritt ist frei. Sorgt siir r- cincn Massenbesuch! I g. Srei» Sreuzbeeg. Der Kursus des Genossen Dr. Bienstock, Aorckstr. ll. Zimmer 29, fällt heule, Dienstag, 7. und 14. Februar, aus. Nächster Sursusabend Dienstag, 2l. Februar....,, 2«. Srei, R-Inick-nd-rf. Sämtliche Teilnehmer des Surfu, müssen heute, Dienstag, 19)4 Uhr, im Zeichcnsaal der l. Gemeindeschule, Rcinickendorl, Lindaucr Straße, erscheinen. Mitgliederversammlungen und Zahlabende. Morgen, Mittwoch, 8. Aebrnar. t9>- Ahr: I. Abt. Schulaula, Auguststr. 68, Bortrag: Kultur und Sozialdemokratie.» Referent Wilhelm Landa.___ 2. Abt. Ohngemach, Kommandantenstr. 89, Bortrag:„Der neue Strafgesetz. «ntwurf. Referent Robert Frndel. 3. Ab«. Saal l de- G-wcrkschastshause-, Engelnsrr 24«. Bortnag:„Die indische Arbeiterbewegung. Referent Genosse Zurtwangler. Wahl der Delegierten zur Sreisvcrireteiucrsammlung. Die Bezirksfuhrer laden«in. «. Abt. Lokal Brandcnbara, Stralau« Straße, Eck- Waifenftraße, Bortrag: „Das groß« Wahljahr 1928." Referent Dr. Julius Moses. M. d. R.. 5. Abt. Rofcnthaler Hof, Rosenthaler Str. U/lZ, Bortrag:„Das Arbeits. Zeitgesetz." Referent Will» Roggc. «. Abt. Bllttner. Schwcdter Str. 23, Zahresbericht. Neuwahl der Abteilungs. leitung. Wahl der Delegierten. Anträge an den B-zirksparteitag. 7. Abt. Eornis Festsäle, Gartcnstr. 6. Jahresbericht. Reuwahl der Ab. teilungslcitung. Verschiedenes.„_,_„ 8. Abt. gahlabcnb« mit R-fcrate» in folgende» Lokalen: Fe«. Magde- buraer Platz. Meyer. Llltzowstr. 7. Rickert, Steinmctzstr. LS». Seiler. Steinmetzstr. 29. Leuschner, Elsholzstr. ö.. lt. Abt. Moabitcr Bicrhallcn, Kirchstr. 1.?, Vortrag:„Du weltlich» Schul« und ihre Aufgaben." Referent Stadtverordneter Gustav Hädüke. U. Abt. Die Mitgliederversammlung am 8. Februar fällt au» und findet dafür am 15. Februar bei Bergcr statt. Sämtliche Mitglieder beteiligen sich an der öffentlichen Kundgebung im Moabiter Sesellschaftshaus, Wielef- strafte 24. Die Bczirksfllhrer haben fosort„Unser Weg" vom Genossen Hampcl. Veusselstr. 9, abzuholen. 12. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt ans und findet am 15. Februar im Lokal Daldstr. 32, statt. Alle Mitglieder beteiligen sich an der öffeut» liehen Kundgebung in Schmidts Gefellschoftshaus. 13. Abt. Sie Mitgliederversammlung fällt aus und findet am 15. Februar statt. Alle Miigiieder beteiligen sich an der öffentlichen Kundgebung im Moabiter Gesellschaftshaus. Wir erwarten zahlreich« Beteiligung. 14. Abt. gahlabcnde bei Gottschalk. Putbusscr Str. 24: Stark. Putbussc» Straß« 14 und bei Kallies, Graunltr. 41. 15. Abt. Schmiedl, Binctaplatz 7, Vortrag:„Partei und Genossenschaft.� Referent Emil Klodl, M. i>. L. Kunze, Ack-rftr. 49. Vortrag:.Arbeiter. Wohlfahrt und Rote Hilfe." Refcrentin Dr. Clara Kenriquies. 16. Abt. Ächtung! Di« gohlabende finden nicht am Dienstag, sondern am Mittwoch, 8. Februar, bei Karl Döhling, Brunncnstr. 79 und bcl Robert Leuschner, Ackerstr. 110, statt. Gäste willkommen. 17. Abt. gohlabende bei Locsftz, Tegeler Str. 50: Hllbner, Triftstr. 49 und Säircibcr. Triftstr. 03.'...___. 18. Ab,. Zahlabc ii de bei Sachse, Lindower Str. 26: Schade. Köolnicr otr. 9. Vortrag des Genossen August Riemann: Schmidt» Kolbergcr Str.„4: Köpfe. Pantstr. 46 und Müller, Ufcrstr. 12. IS. Abt. Aahlabcnde: Bezirk m, 806: Gruncrt, Pankftr. 49? Bezirk W7.MV- Echrepel, Grüntbaler Str. 13; Bezirk SU: Brodzinsk,, Grün thaler Str. 6? Bezirk 812: Scj>ulz, Stettiner2. Abt. Reis, staiferin-Augusta-Allec 81. Vortrog:„Wie begrllndet man den Sozialismus?" Referent Stadtrat Carl Wermuth.„Borwärts"-Lcser und Gäste find willkommen.— 58. Abt. sfahlabende. 1., 2. Bezirk: Schwei- kert, Erasmusstr. 2. 4., 5. Bezirk: Lug. Suttenstr. 28. 8., 7., 8. Be. zirk: SIeininger, Huttrnstr. 84.-54. Abt. Jugendheim Rosinenstr. 4. Bortrag des Genosien Stadtverordneten Hans Wopwod:„Reichspolitik und Neuwahlen."— 55. Abt. Reimer, Wilmcrsdorfer Etr. 21. Vortrag:„Pro- blcme der Weltpolltik." Referent Erich Suttner, W. d. L. Anträge zum Bezirkstag am 14. Februar und Wahl der Delegierten.— 58. Abt. 1. und 3. Gruppe: Zahlabend bei Licrfch, Äontstr. 82. Bortrag:„Strcifzllge durch die Innen, und Außenpolitik.» Referent Dr. Norbert Marx. Gäste sind willkommen. 2.. Gruppe: Ioskowiack, Holtzendorffstr. 20. Zahlabend.— 57. Abt. Zahlabendc. 1. Gruppe: Arndt, ktantstr. 51. Dortrag:„Die Dcrkehrsverhältniffe in Groß-BerNn.» Refercntin Johanna Zkllhn. S. Gruppe: Thunack, Wielandstr. 4. Bortrag:„Ein Besuch in den Leuna- Berken." Resercnt Pfarrer Blcier.— 58. Abt. Pünktlich 20 Uhr im Eitzungssaal Rankestr. 4 IT Bortrag:„Welche Bedeutung hat die Auf- Hebung der Gutsbezirk« für das ländliche Proletariat?" Referent Wilhelm Schult. Stellungnahme zur streisvertreterversammlung. 80. Abt. Spanbau-Wilhelmstabt. Lokal Wich, Pichelsdorfer Str. S. Vortrag: .Wohnungsbau." Referent Stadtrat Hermes. Gäste sind eingeladen. 88. Abt. Haleulee. Sandmann. Westfälische Str. 42. Bortrag:„Republik und Justiz." Referent Oberverwaltungsgerichtsrat Dr. Wilhelm Kroner. Wilmersdorf. 89. Abt. Lokal Eerrin, Drandenburgifche Str. 89. Vortrag: „Die Kulturpolitik der Sozialdemokrat«."• Referent Dr. Kurt Läwenstein, M. d. R.— 70. Abt. Kroiß, Holsteinische Str. 80. Vortrag:„Pov, Europa und der Bölkerbund." Referent Dr. Kaminfki.— 71. Abt. Jonas, Durlachcr Ecke Bruchsaler Straße. Dortrog:„Wirtschaftspolitisäic Fragin." Referent Rudolf Karsten. Gäste willkommen.— 72. Abt Sckiäfer, Augustastr. 8l. Geschäftliche Mitteilungen. Allgemeiner Diskussionsabenb. 7Z. Ab«. Schmargendorf. Lokal Deutsches Haus, Breite Straße. Vortrag: „Das Wahljabr 1928 in Deutschland und im Auslände." Referent Dr. Adolf Braun. Adstung! Borstand und Funkt onäre tagen um 19l4 Uhr im gleichen Lokal. Die Bczirksführer laden ein. 74. Abt. Zehlendorf. 19H Uhr bei Micklep. Potsdamer Str. 25, wichtige Funktionärsitzvng. Schöneberg. 77.«dt. Zahlabende. 1. Bezirk: Milde, Rollcndorfstr. 18. Borirag:„Probleme der deutschen Innenpolitik." Referent Paul Bern- stein. 2. Bezirk: Jürgens, Barbarosiastr. 5e. Bortrog:„Der Kamps der Unternehmer gegen die Sozialperücherung." Referent Genosse Belger. 8. Be- zirk: Zeugner, Grunewalhstr. 88. Vortrag:„Die letzten Vorgänge in Sowletrußland." Reserent Genosse Dr. Wladimir und Emma Woptinlkn. 4. Bezirk: Will, Martin-Luther-Str. 89. Bortrag:„Kommunalpolitit." Referent Franz Ezeminsli. Alle Genossen müssen erscheinen.— 78. Abt. Zahlabende, l. Bezirk: Wandtke, Bahnftr. 2>. Bortrag:„Bauern und das Reich." Referent Genosse Eafper. 2. Bezirk: Kllllmer, Hauptstr. 8. Vortrag:„Der Berliner Wohnungsbau." Referent Stadtrat Georg Wendt. 8., 4. Bezirk: Rosenthal, Ebersstr. 88. Bortrag:..Fragen au» dem Wirt. schaftslebcn." Referent Genosse Thyes.— 79. Abt. Zahladende. l. Be- zirk: Arndt, Bantzrncr Str. 10. 2., 8. Bezirk: Grunow, Geßlerstr. 13. Bortrog:„Politik, Wirtfckait und Partei im Jahre 1928." Referent Fried- rich Schlegel. 4. bis 8. Bezirk: Groß. Sedanstr. 17. Vortrag:„Die Partei in Alarmbereitschaft fSt'mmensong oder Aus- und Au»baii>." Reserent Arthur Rachow. 7. Bezirk: Podszus, Sachfcndamm 40. Vortrag:„Der Einheitsstaat." Referent Felix Müller. 8. Bezirk: Siedlung Lindenhof. Lokal Achtenhagen, Röblingstraßc. Vortrag:„Bürgerblock oder Macht des Voiles?" Re'erent Sermann«rüger. Wichtige Tagesordnung. Stellung- nähme zum Rreisvertretertag. 81. Abt. Friede--». Gefellfckaftszimmer des Rathauses, Am Louterplatz. Bortrag:„Die materialistische Geschichtsauffassung." Referent Dr. Hein, rich Eunow. 82. Abt. Steglitz. Zahlaicnde. 1. bis 4. Bezirk: Echellhaafe. Ahornstr. IS». 5., 8. Bezirk: Eelix, Bismarckfrraße. 7. Bezirk: Mund, Südende, Lichter» selber Str. 17. 8.. 9. Sevri: Wernicke, Berlinickestraße, Ecke Carmcrplatz. 8z„ Abt. Lickterfelde. Lokal Schmidt, Hindenburgdamm Ecke Roonstraß». Bor- „ trag:„Finanzausgleich." Referent Ernst Falch Der.Lablabend" für alle �'Genossinnen und Genossen von Süd ist im Lobal Breitickne�der, Bei» . liner Str. lAd. B-rtrog:.�Zertehrssragc» im lS. Beiirk." � Erscheinen ist Pflicht. Die Genossinnen und Genossen von Ost treffen sich beim Ge- nossen«rafft, He>neredorfer Str. 17. Ersche'nen ist Pflicht. 8t. Abt. Lonlmitz. Lohmann, Kaiser-Wilhelm-Str. 29/81. Bortrag:„19*28— «in Eroßkavivfiahr." Reserent Adolf Buschick. 85. Abt. Tempelhos. Zah-abenbe. 1. Bezirk: Lokal Wehr, Barussiastr. 70. 2. und 5. Bezirk: Kufe, Werder. Ecke Kaifer-Wilhesm-Stroße. 8. und 4 Bezirk: Zur Linde, Werder- Ecke Frledridi-Karl-Straße. Lichtbilder. Vortrag:„Geschichte der Sozialdemokratischen Pater." 8. Bezirk: Lange, ' Ringdahnsir. 8. 7. Bezirk: Happeldt,. Gottlied-Dunkel» Ecke Germania» ftrabe. 98. Abb Marieodorf. Zahlabende 1., 2., 7. Bezirk: Reumeyer, SchZneberger Straße. Re'erent Genosse Schlüter.„Ferienkurse der Arbeiterschaft." 8 bis 6. Bezirk: Niendorf. Ebausseestr. 19. Vortrag:„Die kommenden Wahlen." Reserent Dr. Hirfchfeld. 8. bis 10. Bez-rk: Irmer, Lichtrnrader Ehaussee. an der Rennbahn. Bortrag:„Die kommenden Wahlen." Referent Franz Klühs. 87. Abt. iw-rienfelde. Schuster, kirchstr. 88. Gefchäftsbemcht und Reuwahl der Abteilungsleitung. Neukölln. 89. Abt. Zahlabende. I. bis 4. Bezirk: Grommeck. Sanderstr. 10. Bortrag:„Stadt und Land." Resercnt Gustav Fuhs. 5., 7„ 8. Bezirk: Wille, Reuter- Ecke Sanderstroße. Bortrag:„Arbeltslosenverstcherungs- pesetz." Referent Stadtverordneter Robert Rsbde. U., ki. Be�ri: Lösche, Pflüger. Ecke Nansenstraße. Bortrag:„Aufklärung her Köpfe." Referent, n Margarete Schenkalowsky. 9., 1nd um Bureau Luther. Referent Mar Giüme'fler. 86., 100. Bezirk: Brandt, Thüringer Eck« Äipperstraße. 98., 94. Bezirk: Frenkel. Schierie- Ecke Bode» straße.— 97. Abt. Zohlabende. 79., 89., 92. Bezirk: Kutzii, Leinesir. 1. Bortrag:„A-nderung Groß-Berlins." Referenten Genosse Willi Groß» mann, August Heitmann. 90., 9l. Bezirk: Helmke, Warthestr. 48. Bor» trog:„Geschichte und Entwicklung der Feuerbestattimg." Referent Ernst Oberllber. 104. bis 106. Bezirk: Krüger, Emser Str. 85/88, Ecke Reiße» straße. Bortrag des Genossen Fritz Wildung.— 98. Abt. Zahlabende. 107., 108. Bezirk: Krüger, Knesebecksir. 48. 109. bis 112. Bezirk: Becker, Delbrückstr. 55. Iis., 114. Bezirk: Klabunde, Moriendvrfer Weg 1. 99. Abt. Britz-Buckow. Zahlobende. 1. Bezirk: Lokal Lindenvark. Chaussee- straße 19.-2., 4. Bezirk: Kohlfchm'dt, Rudower Str. 88/87, Bortrag:„So,*al» demokratie und Agrarfragen." Referent Ernst Gehrke.— 3.. 5., 8. Bezirk: Bachmaun, Rudower Str. 82. Bortrag:„Strafgefetzentwirrf und Arbeiter. k?asse". Referent Gerhard Kramer.— 7. Bezirk: Groß-Siedlung: Lokal Bi'fchkrug, Rudower Str., Dortrag:„Preußcnvolitik." 101. Abt. Treptow. Zahlobende. 1., 2. Bezirk: Stevhan. Graetzstr. 1, Bortrog: „Das neue Strafoefetzbuch." Referent Dr. Oskar Cohn.— 8— 5. Bezirk: Lolal Enge, Graebltr., Ecke Plesserftr.. Bortrag:»Lugend und Partei." Referent Georg Albrecht. N 102. Abt.«aumfchulenwen. WerSeversommtunq um im Ute bei fe ■ Borgmann. Kiefbolzstr.. Ecke Baumschutenttr., Portraa: �trasrecht»» s'-i ! resorm.» Referent Dr.«nrt Roseaselb, M. h. R, Sympatbifterende /: und.Vorwärt,».Lrser sind besonder, eingeladen. 108. Abt. Oberschöneweid«. Lokal„Schilleralocke", Schillerpromenade, Bortrog: „Der Etat des Bezirksamis Treptow." Referent Stadtrat Dessen. Stellung» nähme zur Kreisgeneralpersammlung. Anträge zum Bezirkstag. Dele- oiertenwahl. 104. Abt. Ricderfchöueweide. Lokal„Brückenklanfe", Brückenstr. 15, Portrag: „Die wirtfchns.gpaittifche Lage ulld das Wahljahr 1928." Referent Rektor Heinrich Dahlie. 105. Abt. Adler»hos. Mitaliederverfammlung im Lokal Bogel. Bismarckstr. 74. Bortrag des Gen. Stadtv. Sermann Lempert. Alle Mitglieder müssen erscheinen. l08. Abt. Iobannisthal. Lokal Schreiner, Friedrichstr. 8. Vortrag:„Die Auf» gaben der Sozialdemokratie im heutigen Staat. Referent Gustav Link. 107. Abt. Alt-Glienicke. Falkenberg. Lokal Zohian. Alt-Glienicke. Grünauer. Ecke Eöpenicker Str. Bortrag:. Weekiinlerricht." Referent Gen. Werle- mann. Anssornche. Parteianaelegenhei»en und Verschiedenes. ll>8. Abt. Cövenick. Zohlabende. Dammv«»ftadt: Oskar Sckiulz». Bobnhofstr. 84. Vortraa:„Das Wahljabr 1928." Relerent: Georo Schmidt. M. d. R.— Eölln'fche Borstabt: Stivvekohl. Schönerlinder Str. 5, Bortrag:„Das Wehliahr 1928." Referent Dr. Hennigfe».— Alt. t», Kietzvorstabt: Lietsche, Dorotbeenstr. 1, Bartrag:.Berssncr Vau- und Wohnungswesen." Res«- rent S'odtrat Rothmonn. Die Be»irksfi>berer werden gebeten, einzuladen. ll». Abt. Grünau. Lokal Werner, Eüvenicker Str. 125. Bortrag des Gen. Hans Bauer. Alle Mitglieder müssen erscheinen. III. Abt. Bobnsborf. Zahlassend bei Heimann. Waltersdorfer Str. 100. Die Bezirksführer werden ersucht, das Abressenutaierlal mitzubringen. Lichtenberg. 114. Abt. Lokal Echentke, Crvssener Str. 14. Bortrag de» Gen. Stadtarzt Dr. Georg Löwenstetn.— 115. Abt. Zahlaiende. t. Gruppe: Gonell. Hauptstr., Ecke Scharnmeberstr. 2. Gruppe: Lobann. Ober-, Ecke Iungftr. 8. Gruppe: Radtke. Mllooel-, Ecke Scharnweberftr. 4. Gruvpe: . Eeivke, Kronprinzen-. Ecke- Schornweberstraß«. In alle» Gruppen Reu- mahl der Grirnpenleituno..—>18. Abt. Albrecht. Reue'Bobnhofstr.. Ecke Borhoaener Str. 62. Vortrag:.Schlichtvnoswefen." Referent Rudolf Wissell. M.. d. R. Niemand darf febken! Gäste willkommen.— 1t?. Abt. Schule. Lückstr. 80. Borträg:„Die Tätigkeit unserer Be-irksoerordneten." Referent Gen. Illnemann. Berichte. Neuwohl der Abteilunoslettung.— 119. Abt. Eerllien Lvzeum, Zeichensaal. Rathauostr. 8. Vortrag:„Die Stellung der volitischch, Parteien zur Außenpolitik Deutschlands." Refe» rent Hanns Kamm. 120. Abt. Frledrichsfelb«. Lokal Tempel. Prinzenalle« 45, Bortrag:„Das Arbeitslosen vernckieti, ngsi'ksetz.» Referent Paul Iubrian. Parteiangelegen. heiten. Wahl der Delegierten zum Bezirlsvarteitag. 121. Abt. K-rfah-rst.„Deutsches Laus". Stolzenfelsstr.. Bortrag:„Aus dem Porteileben. Referent Georg Schovflin. M. d. R. 122. Abt. Biesdars. Poratb. Marzahner Str. 81. Vortrag de. Gen. Otto Aust. Alle Mitolieder werben gebeten, bestimmt zu erscheinen. 125. Abt. Seißensee..Wirtsbau» zum Pferdemarkt". Vortrag:»Die Aufgaben des kommenden Parlaments." Referent Stadtrat Wilhelm Reimann. Be- rickt aus der Funklionäroerfammlung. Erfchetnen dringend erlorderlich. Mitgliedsbuch legitimiert. 128., 130. Abt. Pankow. Zohlabende. 1. Bezirk: Lokal Roack. Kaifer-Friedrich. straße 58. Borteag:„Land und Leute von der Wasserkante." Referent: Gen. Tempel, M. d. R.— 2. Bezirk:„Schweizerhlltie.,, Ma--imil°anstr. IIa, Vortrag:„Die Elektrizitätsverforgung von Groß-Berlin." Referent Stadt» rat Rudolf Echlichting.— 2s-Bezirt:.Müsslcneck». Mühlenstr. 45, Bortrag: »Dfa StenarvolitS de« Bltrgerblvcks." Referent Ken.«w»«.—» 8. Be. zirk: Dreier,«ifstnger Str.«. Vortrag:„Die Kulturpolitik her Sozial» demokrotia." Referent Gen. Güntber,— 4. Bezirk: türkisches Zelt". Breite Str. 14. Bortrag de. Gen. Josef Müblmann.— 5. Bezirk: Lokal Grunowstr.. Ecke Schulstr. Bortrag:„Die tulwrpolitische Lage." Referent: Kurt Lücke.— 8. Bezirk: Neumann, Rendelstr. 17, Bortrag:„Gegen den Bürgerblock." Referent:» Luise«äbler. R. d. L.— 7.. 8.. 9. Bezirk: Schulaula, Schmidtstr. Lichtbildervortrag:„Das rot« Wien." Referent: Rektor Ziechert. Heinersdorf. Zahlabend im Lokal Raddatz. Tinius straße. Niemand darf fehlen l 131. Abt. Rieberlchlnbanse». Lokal„Wilhelmshof". Kaifer-Wilhelmstr 04. Vor- trag: Luftiz und Iustizrefvrm. Referent Landgerichtsrat Ernst Rubcn. Gaste willkommen. 182. Abt. Blanleuburg.„ Lokal»lug, Dorfstr. 2. Vortrag:„Wohlfahrtspflege." Alle Mitglieder müssen unbedingt erscheinen. 188. Abt. Bnchbolz. Lokal Rossack. Hauptstr. 71, Vortrag des Gen. Dr. Fritz Schloß:„Die wiitschaftspolitifchc Lage." Gäste willkommen. 134. Abt. Buch. Lokal GSpfert. Am Bäbnbof. Dortrag:.1928— ein Groß» kämpft abr," Referent Hans Waldmonn. Alle Genossen müssen wegen der Mitgliebsbuchkontrolle unbedingt erscheinen, 137. Abt. Reinickendorf, West.„Bolksbaus", Scharnweberftr. 114. gemeinsamer Zahlabcnd für alle Bezirke. Berichte der Bezirksverordneten. Dibknssibn. Stellungnahme zur Kreisgeneralpersammlung und Wahl der DrlegierZen. Partetangelegenheiten. Verschiedenes. 188. Abt. Serm»b»rs. Hauptversammlung im Lokal Okrent. Bahnhof». Ecke Berliner Sir. Geschäftsbericht. Neuwahl des Borstandes, Boetrag:„Das Reichsschulgesetz." Referent Gen. Krüger, Die G« n o f s i n n e n werden gedeten, bereits um 19 Uhr dort anwesend zu sein. Rege Beteiligung wird erwartet. 139 Abt. Tegel, Lokal„Alter Krug", Hauptstr. 4, Mitgliederversammlung. Bortrag:„Der Klassenkampf." Referent Dr. Striemer. Berschiedenes. Nie- wand darf fehlen. 140. Abt. Borsigwalde. Lokal Woitschach, Ernststr. 1, Bortrag:„Inner« v»Ii- tische Tagesfragen." Referent Georg Raible. Parteiangelegcnheiten.„Bor- wgrts"»Les«r und Sumvathisierende sind einzuladen., i 149». Att. Wittenau Der Zoblabend fällt am 8. aus und findet am Mittwoch. 22. Februar, statt. Bortrag:.Wirtschaftsfragen." Referent Kurt Heinig, M. d. R, 141. Abt. Rosenthal»ab Rieberschönhauseu-Weft. Lokal Moeller. ,Zur Wort- bürg. gemeinsamer Zablabend. Bortrag:„Das Reichsschulgesetz." Refe- rent Rektor Richard Schröter.. 143. Abt, Waidmauaelust. Zablabend im Lokal Dreißig, Waidmannstr. 4. Bortrag:„Der Wucher steigt— die Dividenden steigen!" Referent Gen. Oll. Gäste wiMommen. Lezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrt., 14. kteto A-nkiNIu. Heut«. Dienstag. 7. Februar, abeuds ISlh Uhr. im Zim» . wer 188 des Neuköllner Rathauses Schulungskursus. Thema:.Rechtlich» Grundlaaen des Fürsorgewesens. Aufgaben der Wohlfahrtsämter." Res«. - rentrn Genossin' Dr. Hellinger. Alle Geckossinnen und Genossen find ein- geladen. ' Jungsoztalistea.'' Obers, oee: Dienstag, 7. Februar, pünktlich 20 Uhr, Gruppenabend im Jugendheim Berliner Straße lSchule). Thema und Referent werden am Abend bekanntgegeben. Gäste willkommen. Siaderfreuude ffitoft-Bertin: keei, Friebrichehai»: Die Kretshelferfitzung findet nicht am Donnerstag, 9. Februar, sondern erst am 18. Februar statt, und zwar im Jugendheim Tilsit« Str. 4/5. Für die neuzugründende Gruppe im Jugendheim Brommn» straße brauchen wir noch Helfer. Genossen und Genossinnen der 82. Abteilung wollen sich heim Kreisletter Hugo Schnee, O 84, Memelee Str. ll. melden, krei, Steglitz: Heute von 18 bis 18 Uhr Heimabend im Heim Albrechtstraßr. Sozialistische Arveiterjugend Sroß-Serlia. Außerordentliche B.-B..Sitz»»s heute pünktlich l9ib Uhr. Politischer Informationeabend Freilag, 10. Februar, pünktlich 19>� Uhr, in der Aula der Schule Kochftr. 18. Thema:„Prinzip und Taktik." Referent W. Sollmann. Heule, Dienstag. Abteilungsmitgliedcrverfammlungen: Brnnneuplatz: Jugendheim Schule Wiesen. Ecke Pankstraße.— Gesund. brnnne«: Jugendheim Gotenburaer Str. 2.—«ebdiag-Rorb: Jugendheim See- Ecke Türmer Straße.— Hasenheib«: Iirgendheiin Bezirksamt Borckstr. 11. — Schoneberg IT: Jugendheim Hauptstr, 15.— Lichterselde: Jugendheim Al» brechlstr. 14--.— Britz: Jugendheim Rathaus, Ehausscestr. 48.— Neukölln l: Jugendheim Sander- Ecke Hobrechtstraße.— Nenlölln ll: Jugendheim Wanzlick» straße.— Reulölla III; Jugendheim Steinmetzstr. 14.— Neukölln IT, Jugend» heim Schierkestr. 44.— Reulölla T, Jugendheim Böhmische Ecke Kanner Straße. — Nenlölln Vl: Jugendheim Hertzbergplotz.— Riederschioeweibe: Jugendheim Berliner Str. 81.— Hennsdors: Jugendheim Roonstr. 1.— Reioickcüborf-Oft: Jugendheim Residenzstraßc. aften! Jugendheim sveien Arbeiter." Z altplag I: Jugendheim Gberswalder Stv. 111. Vortrag:.Lialionalismus." Hnmaonplatz: Jugendheim Schercubergste. 7. Glaßbrenner-Adettd. v- Nord» "*>hetm Danziaer Str. 82, Vortrag:„Bom Zirnftgesellen zu» r:"— Wörth« Platz: Zugendheim Kastanienallee 81. Bortrag: „Entstehung der bürgerlichen Zugendbeweguna."— Tchöaeber« ll: Jugendheim Hauptstr. 15.„Wie rüsie ich mich zur Fahrt?"— Westen II: Iugenddeiin Blllowstr. 88.„Unsere Stellung zum Kriege."— Eharlottenhurg: Jugendheim Rostnenstr.'---------—*..... »ei::' lismu»/...._____.—.______ Steglitz: Jugendheim Albrechtstr. 47.„SAZ� und Kinberfreundt."' «erbedezirk Pankow: Pildungskurse: für die Jüngeren lm Jugendheim Sörfchstr. 14,„D« Jugendliche im Betrieb": für die Aelteren im Jugendheim Kissingen. Ecke Grgnitzstvaße, Einführung in die Politik". Werbebeztrk Schöaederg: Am Dienstag fallen alle Gruppenveranstaltungen aus. Teilnahme an her öffentlichen Kundgebung /Referent Paul Lüde), Hohenzollern» Schule, Selziger Ecke Eisenocher Straß«, 190, Uhr. ♦ «erbebezirl Sebdiug: Festabend am ll. Februar, 20 Uhr, in der Aula de« Schiller-Lnzeums, Pank. Ecke Büttgerstraße. Aufführung des Sommernachts» traums. Mitwirkende: das Orchester der Aufbaufchule Neukölln, der Singirei, und die Spielgemeinschaft d« EAZ. Satten zum Preise von t0 Pf. im Zugendsekretariat zu haben. Pi 12 Verlangen Sic das verstärkte Forma! und überzeugen Sie sich von der verbesserten Qualität! Darf das sei«? Oie zollfreie Einfuhr vor, Gefrierfleisch soll verschwinden. Die vom'-Reichslondbimd inszem«rt«n Demonstrationen der Landwirtschajt waren einig auch in der Forderung, daß die zollfreie Einfuhr von Gefrierfleisch beseitigt werden soll. Was heißt dos? Das heißt, daß die Masse von Arbeiterfamilien, die sich w e- nigsten» Gefrierfleisch leisten tonnten, überhaupt kein Fleisch mehr eflen dürfen. Warum das der Fall fem wird, zeigt folgendes Vild: «0- Durchschnitt aus 13 deutschen GroBstidten in Pfg-!• S 1 9 2. 6 1 9 2, 7 Krankreich vor der Rationalisierung Llmstellung mii amerikauischem Kapital. d Das Bild zeigt, daß dos Pfund Gefrierfleisch trotz des von uns aufgedeckten Wuchers vieler Großhändler in den beiden letzten Jahren ein Drittel bis die.hälft« weniger kostet« als frisches Fleisch. Dorum allein konnten viele Familien, besonders auch au? dem verarmten Mittelstand, überhaupt noch Fleisch essen. Sämtliche Spitzenge wcrtschastea Haben schon in einer Einflabe an die Reichsregierung die»eibehalsung der lW000 Tonnen Gefrierfleisch jährlich in zollfreier Einsuhr gefordert. W«nn die Bauern einen stärkeren Fleischkonsum durch die Fernhaltung des Gefrierfleisches(oder die Verteuerung durch den vollen Zoll) erwarten, so irren sie sich. Es wird nicht mehr frisches Fleisch gegessen rverden, weil es zu leger fein wird. Steigen aber die Fleischpreise Mrklich, so wird auch noch weniger grischsleisch ge- geisen werden als bisher. Das sollen sich alle Interessierten drei- mal stberlegetu•.. Z.■;: Füvr die arbeitende» Massen ober gilt«s, die zollfreie Gefrier. fkeischeinfuhr mit Zahn und Kralle zu verteidigen. Kapiialeriragsteuer soll fallen. Wie weit sollen die Aesihfleuern noch abgebaut werden? In den Blockparteien der Rechtsrcgierung scheint man sich einij darin zu sein, daß die Kapitalertragsteuer aus sestoerzinsliche Wert- popierc vollständig fallen soll. Auch die Demokraten sind zur Beseitigung dieser Steuer bereit. Man hat bisher schon die zehn- prozentigc Kapitalertragsteuer für sestoerzinsliche Wertpapiere überall da beseitigt, wo es sich um im Auslaich aufgenommene An- leihen in ausländischer Währung Hatbelte. Man hat das damit begründet, daß der geldgebende Ausländer ohnehin die Steuer nicht trage, da sie von vornherein in den Zinsfuß mit ein- gerechnet werde, den der deutsche Kapitalsucher für das Auslaichs- gelb zu bezahlen habe. War schon diese Maßnahme unerfreulich, well es das Ergebnis einer Zwangslage war und weil die Reichs- fi-mnzen wirklich auf keinen Pfennig möglicher Steueret imahmei verzichten dürften, so ist der neu« Versuch, Besttzsteuern weiter ab- zubauen, noch unerfreulicher. Er ist aber auch überflüssig und un- gerecht. gestverzinutich« Inlandsanlechen, die auf Reichsmark lauten, brauchen nicht von der Steuer befreit zu werden, um die inländische Kapitakbeschafsting zu crleIHtern. Die inländische Kapital bil- d u n g wird mit und ohne Kapitalertragsteuer um keinen Pfennig größer oder kleiner. Aber e» wird überhaupt— und hierin liegt das Bedenklichst«— das Prinzip der Besteuerung des Kapital- crtrags durchbrochen, wo dieser Kapitalertrag in deutschen.standen bleibt. Wird damit ein Anfang gemacht, dann ist man von der t�o I l st S n d i g c n Beseitigung der Kapitalsertragsteuer auch auf " tktien- und Anieileinkoinmen nicht mehr weit entfernt. Dieselben Gründe, die für die Beseitigung für Markanleihen angeführt wer- den könaeii, können auch für die Beseitigung der Kapitalertrag. steuer bei Dividenden und sonstigen Zinseinkommen geltend ge- macht werden. In der Tat ist es mich schon geschehen. Ausländer, die Geld nach Deutschland geben'wollen, sind ebenso gern bereit. ausländische Valuta-Anleihen zu zeichnen, wenn sie für Deutschland bestimmt siikd. Weniger Geld fließt deshalb nach Deutschland nicht hinein. Sollen aber währungspolitischc Gründe maß. gebend sein, so ist es nicht Sache des Reichsflnanzministenums, (midcrn Sache des ReichsbankpriPdcnteii. die deutsche Mark stärker zum internationale, t Zahlungmittel zu machen. Dazu kommt ein fteuertheoretifches Argument, das viel prnk- tischer ist. als es scheint. In der Tat ist die Kapitalertrogsteue- du einzige Besitzsteucr. die an der Quelle erfaßt wird Im ganzen deutschen Steuersystem ist die Ouellenbesteuerung viel zu selten vertreten: aber die wichtigste Quellenbesteueryng erfolgt gerade bei den Einkommen der arbeitenden Massen' in der Lohnftcuer Die Kapitalertragbcsteuerung an der Quelle beseitigen, heißt nicht einen Schönheitsfehler beseitigen, sondern ein in der Zukunft auszubauen- des System durchbrechen. Aus allen diesen Gründen darf der demnächst zu verhaudel ide Initiativantrag im Reichstag, der die Beseitigung der Kapital ertragktcuer will, nicht leicht genommen werden. Die Beseitigung der Kopltalertragsteuer auf festverzinsliche Markanleihen hat. ivie jede Senkung von Besitzsteuern, nur allzusehr den Charakter einer Die Aufhebung der amerikanischen Anleihesperr« für Frank« reich, die wir kürzlich meldeten, läßt darauf schließen, daß in den Kreisen der amerikanischen Finanz gewisse stoffnungen bestehen, ähnlich wie in Deutschland»ach der Stabilisierung der Währung auch in Frankreich aus der Rationalisierung«in Ge- schäft zu machen. Das Schatzamt der Vereinigten Staaten hatte seinerzeit ein vertrauliches Rundschreiben an die wichtigsten amerikanischen Bankiers gehen lassen, in dem es darauf hinwies, daß die st e r- gäbe von langfristigen Krediten an den franzö- fischen Staat oder die französische Industrie so- lange unerwünscht sei, als Frankreich keine endgültigen Schritt« zur Regelung seiner Kriegsschulden an Amerika unter- nehme. Nun hat sich das Schatzamt— vor allem wohl auch unter dem Eindruck der deulschen Diskussion über die Begrenzung der AiMandskrebite— entschlossen, in Zukunsl der Emission französischer Jndustriepapiere auf dem amerikanischen Kapitalmarkt keinen Widerstand mehr entgegenzustellen. Damit ist zwar das Aiileiheverbot einstweilen nur für Industriekredit« ausgehoben, praktisch gesteht man aber in Amerika dadurch ein, daß man mit den bisher üblichen Methoden im amerikamsch-französischen Kriegs- fchuldenkanflikt nicht weiter kommt. Für die so schnelle Umstellung der Meinung der offiziellen limerik- talisieren— diese Zahlungen werden einstweilen für die Regelung der französischen Schulden an Amerika zurückgestellt werden müssen—, wären an sich die Aussichten für ausländisch« Kapitalgebcr auf dem französischen Markt verhältnismäßig gut. Das große Problem liegt hier jedoch auf dem Gebiet d c r Kreditwürdigkeit der einzelnen Unternehmen. Gerade bei den strukturellen Grundlagen der französischen Industrie ist das Risiko nicht zu unterschätzen, das besonders ausländisch« Kredit-- geber eingehen, denen die französischen Banken mangels geeigneter Organisation nicht als Treuhänder zur Seite stehen können. So dürfte, da größere Zufammenschlüsie in der französischen Industrie schon aus steuerlichen Gründen in der nächsten Zeit nicht zu er- wanen sind, das amerikanische Iudustnefinanzieruiigsgeschäft in Frankreich nach der Befriedigung des ersten, in der Verbotszeit an- gesammelten Bedarfes kreditwürdiger Großunternehmen zunächst wahrscheinlich keinen sehr bedeutenden Umfang an- nehmen. Nur für die Aktien und Obligationen einiger französischer Großkonzerne der Nachkriegszeit, cm denen heute schon aus- ländifches Kapital beteiligt ist, wird sich vielleicht die New Porter Börse öffnen. Im übrigen wird aber die französisch« Industrie die Bereinigung in sich selbst abmachen müssen, mn später vielleicht die Möglichkeiten zu neuer Organisation und zur Aufnahme aus- ländischer Kredite zu haben. steuerlichen Subvention, ynb unr haben bisher Ifeidcr noch nie die Erfahrung gemacht, daß Steuersenkungen ine Produt- tivität der Betriebe wirklich erhöhen bzw. die Produktenpreise ver- billigen, und man wird die Erfahrung auch hier Nicht machen. Schulze-Oelitzsch-Taguug. Prof. �nn sagt über»vstaiMiu&kh«. Am 3. und 4. Februar habe» i» Berlin die Kredrtgenosieiis chatten Schulze-DAitzscher Richtung getagt, die in der.Hauptfach« städ- tische Handwerker und Gewerbetreibende umsasse-t und die ihren Geldausgleich von der Dresdner Bank besorgen lassen. Seck der alle Führer C r ü g e r t o t ist, scheint man auch die städtischen Kreditgenossenschaften schärfer vor den Wagen der Interessen des Privat- kapitals spannen zu wollen, obwohl die Mitglieder alles weniger als Kapitalisten sind. In den programmatischen Ausführungen zur Giroverbandstagung hat Rechtsanwalt Dr. E. H. Meyer unterstrichen. daß die Kreditgenossenschaften wohl als ein Bindeglied zwischen der össenllichen Wirtschaft und der Privatwirtschaft anzusehen seien, aber doch mehr nach der prioatwirtschaftlichen Seite neigten. Ob dies« Betonung vernünftig ist, darüber zu entscheiden, müssen wir den Mitgliedern überlassen. Jedenfalls ist öffentliche Wirtschaft grundsätzlich als Konsumenten wirtschgst anzusehen, und Konsu- mentenwirtschaft war es bisher immer, die auch das Schicksal der Handwerker und Kleingewerbetreibenden bestimmt hat. Gut immer- hin, daß die Handwerker und Kleingewerbetreibenden durch eine solche Zweifel weckende Bemerkung zum Nachdenken über ihre wirk- liche soziale Lage veranlaßt werden. Der Aufbau der städtischen Kreditgenossenschaften ist weiter erfolgreih gewesen. Um 83 Genossenschaften hat stch die Mitglied- schaft des Girooerbandes erhöht, der heute 1138 Genossenschaften an 3090 deutschen Inkassostädten vereinigt. Das eigene Dermögcn ist um 33 Proz. gestiegen. Die geschickte Propaganda der Dresdner Bank hat der Tagung durch die Anwesenheit zahlreicher führender Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ei» großes Relief zu geben vermocht. Reichs- und Preußenministerium waren durch mehrer« Minister, das auswärtige diplomatische Korps durch mehrere Botschafter und Gesandte vertreten. Bon der Reichsbank war statt Dr. Schacht, der in Italien ist, der Vizepräsident Dreys« erschienen. Natürlich fehlten auch die Vertreter des Reichsverbandes der deutschen Industrie nicht, der es aus begreiflichen Gründen für gut hält, dem von seinen wirtschaftspolitischen Der- bänden sonst wenig pfleglich behandelten gewerblichen Mittelstand wenigstens durch freundliche Gesten gefällig zu sein. Recht bemerkenswert und von allgemeiner Bedeutung waren einige Ausführungen des Universitätsprofessors Dr. Moritz Bonn zum deutschen Kapitalprobleni und zur Frage der Ausländsanleihen. Die Steigerung der Erträge in der Industrie sei fälschlich durch klin st liche Preiserhöhung versucht worden, die nur die Kaufkraft des schon geschrumpften Marktes noch ver- ringer« und schließlich die Produktionskosten erhöhe. Man habe die Gefahren der iremden Anleihen oft betont und oft übertrieben. Auslandsbcsstz an deutschen Aktien— den die Industrie besonders fürchtet— sei viel ungefährlicher als a» Obligationen, da Aktien nur dann Dividende zahlen, weiin sie verdient sind. Schuldverschrei- bungszlnseii aber auch dann abgeliefert werden müssen, wenn nichts verdient wurde. Auf der anderen Seite seien Staats- und Kommunal obligationen vom deutschen Standpnnkt gefährlicher als private, weil Immer die Geiahr bestehe, daß der Steuerzahler ein evtl. auftretendes Deftzit decken müsse. Gegen übermäßige und unzweckmäßige Staats- kreditc wandte sich der Präsident der Bank von Danzig. Staats- Unterstützung am unrechten Ort sei«ine moderne Krankheit. Sie löbine die persönliche Tüchtigkeit, vermindere das Berantwortungs- aesiihl und die LcistungssäHiakeit. Das beweise auch die besonder« Notlaae, in die die deutsche Landwirtschast jetzt durch unzweckmäßige und sibennäßig« Staatskredite gekommen sei. Vle größte Eisenerzeugung seit der Stabllisieeuogwird von der .hj.— m------•——•(... k.»"»rgangenen Monat Januar '«genüber Dezember! .Deutschen Äerawerkszeitung" für den vergangenen ll gemeldet. Die Rohei'enerzeugung ist gegenü■| von 1,14 auf rund 1,40 Millionen Tonnen, die R o h st a h l e r z« u g u n g vqn IL? aus rund 1,60 Millionen Tonnen gestiegen! Öhmii st die höchste bis jetzt erreichte monatliche Produttionszifser seit de, tob ilisiecung der Währung erreicht. Diese bedeutende Steigerung der Eise»t«rz«ugung bringt den klaren Nachweis, daß schon durch die LSViSliOM was die Erhöhung der eV m««4« w hätte erreicht werden können, tsenpreste jetzt einbringen sollte Die Eistn-i Preiserhöhung kann dagegen in den nächsten Monaten den Eilenabsatz nur drosseln, statt ihn.zu erhöhen. Wieder eiu« deutsche Sirchenanlethe in Holland.— Neun Airchen- onleihcn seil Jahresbeginn. Eine neue deutsche Kirchenankeihe wird wieder in Holland ausgelegt. Die Arnold Gilissen's Bant bietet 200000 Gulden SOjährige 7piwzentige Obligationen der Benedi k- tinerabtei in Nieder-Altech bei Passau in Bancrn zum Zeichnungskurse'von 90 Proz. an. Die Bcnediktlnerabtei hat bereits im Juni 1926 durch dasselbe Bankhaus eine lOjährig« Sprozentigc Anleihe im Betrage von 150000 Gulden in Holland ausgenoinmc». Einschließlich dieser neuen Emission und der bekanntlich noch einer im September 1927 mißglückten Emission jetzt nochmals ausgelegten Anleihe des Bistums Ermland find feit Jahresbeginn bereits neun deutsch« Kirchenonleihen im Gesamtbetrag« von 4% Millionen Reichsmark am holländischen Kapitalmärkte angeboten worden. Regelung der Zinshöhe für Pfandbriefe und Hypotheken strebt das Reichswirtschaftsministerium nach den bösen Er- fahrungen des letzten Jahres an. in welchem vollständig regellos und sprunghast die Zinsen der Pfandbriefe heraus- und heruntergesetzt und die Hypothekenztnsen ebenso verteuert. wurden. Verhandlungen mit den Spitzenoerbänden der privaten und öffentlichen Realkredltinstitute sollen sicherstellen, daß Lei zukünstiaen Ausgaben von Psandbriefanleihen der Zinsfuß uifter gebührender Berücksick)- tigung der Notwendigkeit einer möglichst ruhigen und gleichmäßigeii Entwicklung der allgemeinen Zinshöhe festgesetzt wird. Die Spitzen- verbände haben sich auch bereit erklärt, eine interne Regelung dahin zu treffen, sich über die evtl. notwendig erscheinende Veränderung des Nominalzinosußes und Hypothekenzinses gegenseitig und auch die Regierung darüber zu verständigen. O'ienbar rechnet das Reichswirtsckaftstninisterium mit einer in diesem Jahre stark steigen- den Kapitalknäppheit und der Gesahr einer übermäßigen Zins- steigerung für Realkredite. Da, Agrarprogratnm der englischen Arbeiterpartei. Der Deutsche Landarbeiterverbond hat durch die Genossin Dr. Henriette L e r o i- Fürst von unserer Forschungsstelle für Wirtschaftspolitik das Agrarprogramrn der englischen Arbeiterpartei übersetzen lassen. Die Arbeit liegt gedruckt vor und zwar als Sonderheft des.Landarbeiter- Archiv", der wissenschaftlichen Zeilschrift des Deutschen Lcindarbeiler- Verbandes. Im.Landarbeüer-Archiv" werden auch die Agrarpro- gramm« der politischen Parteien Deutschlands veröffentlicht. Sie erfahren durch die Äcröffentlichung des Agrarprozramms der englischen Arbeiterporrn ein« werloolle Ergänzung. De--<"r�s des Sonderheftes, das 40 Seiten stark ist, belauft sich aus 2 Niort. Z>c beziehen ist es �urch die Enckehaus G. m. b. H., Berlin SW. 48, Enckestraße 6. Die Zeichnung der Reichsbahnvorzugsaktien kann vom 8. bis einschließlich den 14. Februar ersolaen. Es werden Zertifikat« für 200, 500, 1000 und 10000 Mark Vorzugsaktien ausgegeben. Die vom Reich garaniierfe Dividende von, 7 Proz. läuft ab 1. Januar 1928. Der Zeich»ungspreis beträgt 93!-- Proz. Anmclduugen mit sechsmonatlicher �perrverpsli chtunq werden Vorzugs- weise berücksichtigt. Die Einzahlung ans die zugeteilten Stücke hat mit 40 Pro.z bis 29. Februar, mit weiteren 30 Proz. bis 31. März, mit dem Rest bis 30. April 1928 zu erfolgen. Der Zeich- nungsprospekt wird in dieser Nummer oeröffentlichc. ftytjn&äsßiMte. undJhrbleibfgesund! 3?r. 63* 43. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Oiensiag. 7. Februar 4973 Arbeitersport-Konferenz in Leipzig. Wichtige Beschlüsse der Krcisvcrtrctcr. Die Tagung der Kreisvertreter, des Bundesans- fchusses urrd des Vundesvorstardes des Arbeiter-Turn- und Sport- bundes fand Ende Januar in Leipzig statt. Beratend zugezogen waren drei Lertreler der Spartenkommission. Der Bundesvorsitzende, Genosse Geliert, behandelt« In seinem Bericht die organisatorischen Fragen des Bundes und mutzte leider feststellen, daß die Entwicklung des Mitgliederb« st an- d e s nur langsam vorwärts g-he. Der Bund hat in der Zeil vom 1. Januar bis 1. Oktober 1927 einen Zugang von 39 377 Mit- gliedern zu verzeichren. Dem steht aber eine große Fluktuation des Vereins- und Mitgliederbestandes gegenüber. Die Unfall- z i f s e r ist zurückgegangen, ein Zeichen dafür, daß die Matznahmen der Bundeslechniker zur Verhütung von Unfällen sich bereits aus- wirkten. Aus die Beziehungen des Arbeitersports zu den Gewerkschaften ging Gewsie Gellert besonders ein. Die Verhandlungen mit dem ADGB ergaben in der Beurteiluig und Bekämpfung des Werksportes Uebereinstimmung zwischen Gewerk- schastcn und Arbeitersport. Hervorzuheben ist noch die Stellung des Bundes zu städtischen sportlichen Werbevera n- st a l t u n g e n. Gellert betonte ausdrücklich, daß eine B e t e i l i- fl u n g an solchen sportlichen Werbeveranstaltungen notwendig ei, wenn die Dorsührutgen des Arbeitersports von denen der Bürgerlichen zeillich und räumlich getrennt stallsinden. Das Jugcndturnverbot und die eigenartigen Verhältnisse in Bayern wurden besonders behandelt. Auch mit den Verhältnissen im erste» Kreis beschäftigte sich die Tagung. Es wurde ein Antrag dem ge- schäftsführenden Ausschuß überwiesen, der wieder eine Z u- sommenlegunsi des l. und 16. Kreises vorsieht, um m gedeihlicheres Arbeiten im Kreise wieder zu erreichen. Zur Russensrage wurde beschlossen: Die Kreisvertreter- konferenz nimmt den Bericht über den gegenwärtigen Stand der Beziehungen zu Rußland und über die internationale Lage enl- gegen. Die Sitzung unterstreicht die vom Bundesvorstand gefaßten Beschlüsse und erklärt sich mit den Maßnahmen des Kongresses rn Heisingsors einverstanden. Der Kassenbericht zeigte be- friedigende Verhältnisse, jedoch wird mit einer Beitragserhöhung gerechnet, da zu den laufenden Ausgaben noch gewaltige Aufwen- düngen für den Ausbau und den Betrieb der Bundesschule be- nötigt werden. Ganz besonders erfreute der Bericht des Bundesschulleiters. Es haben 25 Bundcslehr- g ä n g e mit 618 Teilnehmern stattgefunden, außerdem noch 21 Kurse mit zirka 699 Teilrehmern. Eine lebhaste Aussprache rief die Spart enfroge hervor. Hier standen sich zwei Aufsassungen über die Organisationssorin gegenüber. Zentralorganisation mit Kreis- und Bezirksverwaltungen oder föderalistische Sparten- verbände im Bunde. Nur wenige Redner bekannten sich zur letz- teren Aussassung, während die Mehrheit den Gädankcn der Zentralorganisation vertrat. En zehngliedriger Ausschuß soll weiter beraten. Ueber Presse und Pressedienst referierten die Genosien Kreutzburg und Koppisch. In der kurzen Aussprach« gaben die Kreisvertreter Anregungen für den Ausbau der Presse. Gcnosie Gellert sprach über die stallzufindenden Kreistage und behandelte dann die Togesordnuig und die Durchführung des Bundes- tages 1928. Gellert konnte noch berichtet, daß zum Bundes- fest 1929 die Ausschüsse gebildet sind. In einer Gsneralversamm- lung der Bundesverwaltung des Arbeiter-Turn- und Sport- bundes e. D., die inzwischen stattfand, wurde einstimmig die Ueber- nähme des Bundesfestes 1929 von Nürnberg beschlosien. Im letzten Punkt der Tagesordnung behandelt« Gewsse Püchle: aus Wiener-Neuftadt das Wehrturnen in Oesterreich. Zum Konflikt im 1. Kreise. Der 1. Kreis des Arbeiter-Turn- und Sportbundes hat in seinem Vorstand bekanntlich eine kommunistisch« Mehrheit, bestehend aus den arrogantesten Vertretern dieser angenehmen Partei. Es ist hier schon mehrfach darüber berichtet worden, wie diese Leute den Sport mißbrauchen, um für ihre bankrotte Partei Pro- paganda zu machen. Nunmehr ist ein neuer Konflikt im Kreisvorstand selbst ausgebrochen. Die kommunistische Mehrheit des Kreisvorstandes will absolut vor dem im Juni in Leipzig stattfindenden Bundestag noch einen Kreistag zusammenberufen, um den jetzigen Krcisvertreter, unseren Genosien Reichert, von seinem Posten zu entfernen und an seine Stelle einen Kommunisten zu setzen. Die Kreisvertreter, die Genossen Reichert und Oehlschläger. haben es abgelehnt, einen Kreistag einzuberufen, weil«in- mal dafür die Mittel fehlen und zweitens die ganze Tagung doch nur in politische Katzbalgereien ausarten würde. Nun- mehr beruft die Schriftführerin des Kreises einen Kreistag ein. Die kommunistische Mehrheit behauptet. daß Mittel in ausreichendem Maße vorhanden seien: aber diese Mittel entstammen nicht dem Fonds, der für den Kreistag an- gelegt ist, sondern sie sind«in Rest der Beihilf«, die die Stadt Berlin für das im letzten Sommer abgehaltene Kreissest bewilligt hotte. Diese Beihilfe betrug 19 999 M., wovon nur 6999 M. benötigt wurden. Die verbleibenden 1999 M., die doch eigenllich für Iugendpslegezweck« bestimmt sind, gedenkt man jetzt für einen kommunistischen Paradekreistag zum Fenster hinauszuwerfen. Auch sonst gehen mancherlei schöne Dinge im ersten Kreis vor sich. Ein Konflikt, der im hiesigen Schwimmvercin„W eile* schon seit Jahresfrist tobt, hat jetzt dazu geführt, daß die Kommu- nisten mit schwacher Mehrheit den Berem erobert haben. Fast sämtliche älteren Mitglieder dürften jetzt die Konsequenz ziehen und sich einem anderen Verein anschließen, in dem sie vor kommunistischen Anpöbeleien geschützt sind. Es ist überhaupt eine starke Tendenz noch«iner reinlichen Schci- dung in Berlin vorhanden. Aus den Vereinen mit kommunistischen Mehrheiten scheide» die Anhänger unserer Partei mehr und mehr aus und schließen sich solchen Vereinen an, die den kommunistischen Rummel nicht mitmachen. Wenn dieser Prozeß weitergeht, wird er naturgemäß zu einer völligen Scheidung führen müssen. Auch«in Teil jener Sportgenossen, die bisher nicht wußten, noch welcher Celle sie sich weichen sollten und deshalb politisch unorganisiert blieben, hat nunmehr den Mut zur klaren Entscheidung gefunden. Für diese dürste das Beispiel des Genossen Oehlschläger, der das Treiben n der KPD. reichlich satt hat und zur Sozial- demokratisch en Partei kommen will, ermutigend wirken, sich nun auch endlich zu entscheiden. Es wird Aufgabe der sozialdemokratischen Arbeiterschaft Berlins sein, den Läuterungsprozeß in der Arbeitersportbewegung nicht nur zu beobachten, sondern auch aktiv zu fördern. Das sind sie sowohl ihrer Partei wie auch der Arbeitersportbewcgung schuldig.__ Für die städtische Sportwoche. Der Arbeiter-Turn- und Sport- verein Jahn Treptow-Daumschulenweg hat sich in folgender En:- schließung für eine Beteiligung an der Sportwerbewoche erklärl: „Durch die Größe und innere Geschlosienheit der Arbeitersport organisationen können wir den öffentlichen Körperschaften die be- rechtigle Forderung aus gleiche Unterstützung, wie sie die bürgerlichen Verbände genießen, aufs neue eindringlichst dcmon- strieren. Die geplante Sportwerbewoche bietet die Gelegenheit, den breiten Massen die bedeutende Ueberlegenheit unserer Sportaus- fassung gegenüber der gegnerischen, was Begeisterung und selbstlose Hingabe für die Gesamtheit betrifft, kraftvoll zu zeigen. Wir sehen keine Ursache, einer Gegenüberstellung mit den bürgerlichen Ver- bänden auszuweichen. Wir haben dabei nichts zu verlieren, doch sehr viel zu gewinnen." Freie Schwimmer Reukölln, Ortsgruppe Lichtenberg. Die reservierten Uebungsabende im neuen Stadtbad Lichtenberg, Azpodienstraße, finden jeden Donnerstag um 29(8) Uhr statt. Die Vorführungen der kreisschule werden heute, Dienstag, 29 Uhr in der Turnhalle Prinzenstraße wiederHoll. Eintritt S9 PI Jugendliche gegen Ausweis 39 Pf. Alle Kreisspieler sind»m >�29 Uhr in der Turnhalle anwesend. Die neue Fußballseric hat begonnen. Di« neue Serie hat einen wenig verheißungsvollen Anfang genomnicn. Biel« Spiele fielen den schlechten Ziodmverhältnissen zum Opfer. Die ge. spielten Treffen hatten magere Ergebnisse. Im Osten wurde der Neuling in der 1. N lasse, Ncuer.hagcn, mit 1: 8 von Sparta geschlagen. UebcrgroKe Nervosität der Neucnhagener pcrhalf die Spartaner zu vier Selbst'oren. Je aufgeregter Rcucnhagen spielte, desto ruhiger blieb Sparta. Wenn das Resul- tat troddem nicht hoher ausfiel, so lag es an dem guten Neuenhagrncr Tor. wart. Adlershof lo»nte gegen Wildau, ebenfalls ein Neuling der ersten ftlasie, mit B: 2 gewinnen. Weiß.'nsee hatte gegen Askania einen schweren Kampf, um mit 2: l die Oberhand und Punkte zu behalten. Auch Vorwärts 20 machte feinem Gegner den Sieg recht schwer: erst nach hartem Kampf blieb Fichte.SLdost mit z: 1 siegreich. Tasdvrf spielte gegen Birkenstein o: 1, Friedrichshagen gegen Hertha 22 8:2.— Im Norde« blieb Velten überraschenderweise mit �: 2 über Tegel 24 siegreich. Bis zur Pause lag Bellen schon mit 2:0 in Führung. Doch dann gelang den Tcgclern der Ausgleich. Im Endspurt blieben die Veltener jedoch Sieger. Ueberraschend ist auch der Sieg Bernaus über Nordiska. Nordiska, der„König vom Excr", wurde sicher mit l: S geschlagen. Unentschieden lZ: H) endete der Kampf zwischen Adler 12 und Union. Porussiq gegen Brieselang S: 1. Arbeitcr-Sporrvereln gegen Steinfurth 4: 0. Helvet:a gegen Hansa 3: 1. Schönholz gegen Angermünde 44: 4. Fichtc-Nord gegen Sowjet 5: 0. Amateure gegen Fichte-Gesundbrunnen 2: 4. Bavaria gegen Pankow 08 3: Lichtenrade gegen Kolz-nburg 2: 0. Fehlendorf gegen Lnckenwalde V 4:3. Hertha gegen Luckenwalde 14 4:4. Teutonia 40 gegen Luckenwalde III 0:7. Krcuzberg gegen Titania S: 0. Bero» lina gegen Zossen 7.: 4.. Wetterbericht der öffentlichen wetlerdlenstsielle Berlin and llmaeiievd INachdr. verb). Wo tig und zeit weise heiler, keine wesrn'bchen Niederschläge, Togcslcmperaiur über Null, mänige ivcilliche Winde.— Für venffchlond: In Süddeulschlaiw trocken, sonst imr vereinzelte leichte Schauer, nachts ver- s breitete leichte Fröne, am Tage Temperaturen auch im kält-ren Offen über Null. ..-ja«.. - a s s t deutsch e MAR G A R'l n et Outteifein. Ausgabe von GoldmarK 125 Millionen reidismiindelsidierer Vorzugsahiien SerieV der Deoisdien ßeidisbahn- Gesellsdiaü in Inbaber-Zertillhalen der ßeldisbanh Gruppe H mit vom ReieJi garantierter 70/o Vorzugsdividende ab I. Januar 1928, von denen Goldmark 100 Millionen Zertifikate jetzt zur Zeichnung aufgelegt werden (Eine Goldmark Aleid» dem Gegenwert tob Vsrco kA Feingold) Die Deutsche Reichsbahn-GcscUschaft ist auf Grund des Reichsbahngesetzes vom 30. August JIM(RGBl. II, S. 372) am 11. Oktober 1924 errichtet Sie ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts und steht nach Maßgabe der§§ 31 ff. des Reichsbahngesetzes unter der Aufeicht der Keichsregierung. Das der Gesellschaft vom Reich übertragene ausschließliche Recht zum betrieb der Reichseisenbahn endet am 31. Dezember 1964, vorausgesetzt, daß alsdann sämtliche Reparationsschuldverschreibungen und sämtliche Vorzugsaktien getilgt, zurückgekauft oder eingezogen sind. Die Reichsbahn-Gesellschaft ist keine Aktiengesellschaft im Sinne des Handels- sesetzbuches, jedoch ist die finanzielle Gestaltung der bei Aktiengesellschaften üblichen nachgebildet. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 15 Milliarden Goldmark, wovon auf die Vorzugsaktien.,... 2 Milliarden GM auf die Stammaktien 13•Milliarden GM entfallen. Die Vorzugsaktien werden w verschiedenen Serien ausgegeben, die mit verschiedenen Rechten ausgestattet sein können(§ 4{2] der Oesellschaftssatzung). Von den Vorzugsaktien sind 1.5 Milliarden GM bestimmt zur Kapitalbeschaffung für werbende Anlagen der Gesellschaft (neue Linien usw.). Die Stammaktien werden auf den Namen des Deutschen Reichs oder auf Verlangen der Keichsregierung auf den Namen eines deutschen Landes ausgestellt. Die Gesellschaft ist mit Reparationsschuldverscbreibungen in Höhe von 11 Milliarden GM belastet. Für die Verzinsung und Tilgung dieser Schuld sind feste Jahresleistungen vorgesehen, ..- erste Reparationsjahr, d. h. für die Zeit vom 1. September 1924 bis 31. August Millionen GM. für das zweite Jahr auf 595 Millionen GM. für das dritte Jahr auf 550 Millionen GM stellen und vom vierten Jahr ab 660 Millionen GM betragen. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft ist das größte Betriebsuoternebmen der Welt Ihr Efscnbabnrfetz einschließlich der Bahnhofsanlagen besitzt eine Ausdehnung von 53 000 km. Die zahlreichen Stationen— ihre Zahl beträgt 1 1 760— sind neuzeitlich ausgestattet und unterhalten; die Gleisanlagen und die Betriebseinrichtungen, insbesondere das Sicherungswesen, sind unter Benutzung aller Erfahrungen auf dem Gebiete moderner Eisenbahntechnfk ausgebaut. c'1} Fuhrpark von 26 000 Lokomotiven und Triebwagen, 63 000 Personenwagen, 21 000 Gepäckwagen, 670 000 Güterwagen zur Verfügung. An baulichen Anlagen sind außer den zahlreichen Kunstbauten(Brücken, Tunnel usw.) 10/ 000 Wohnungen für das Personal, 105 Kraftwerke. 43 Gasanstalten, 1157 Wasserwerke, 1978 Lokomotivschuppen vorhanden. Das Geschäftsjahr der Gesellschaft ist das Kalenderjahr. Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung der Gesellschaft sollen innerhalb einer Frist von 6 Monaten nach Ablauf eines jeden Geschäftsjahres veröffentlicht werden. Im Geschäftsjahr 1926, welches die Zeit vom 1. Januar 1926 bis 31. Dezember 1926 umfaßt, stellten sich die Beirlebseinnabnten a) aus dem Personenverkehr auf.,, 1,320 Milliarden RM b)„„ Güterverkehr auf.... 2,830 c).. sonstigen Einnahmeduellen auf. 0,390 4,540 Milliarden RM die Betriebsausgaben a) persönliche auf........ 2/111 Milliarden RM b) sächliche au«......... 1,212 c) Ausgaben für Erneuerung der Reichsbahnanlagen auf..... 0,457___ 3,680 Milliarden RM Mithin Betriebs Überschuß rund 0,860 Milliarden RM öer nach der Bilanz wie folgt Verwendung gefunden hat; 574 Millionen RM für den Dienst der Reparationsschaldversdireibuftgeii. 91.... als Zuweisung Zvr gesetzlichen AusgleichsrücklagC. 140„ für Abschreibungen und Rückstellungen, 55„ als Reingewinn. Von diesem Reingewinn Sind 40 Millionen RM als Dividende für die bis zum Ende dös Geschäftsjahres 1926 ausgegebenen Vorzugsaktien verteilt und 15 Millionen RM auf neue Rechnung vorgetragen worden, so daß der Vortrag für 1927— einschließlich des Vortrages aus 19,5 in Höhe von 153 Millionen RM— rund 168 Millionen RM betrug. Der Verkehr bei der Reichsbahn hat sich auch im Geschäftsjahr 1927 weiterhin günstig entwickelt. Die Leistungen an Personenkilometern stiegen von rund 43 Milliarden im Geschäftsjahr 1926 nach dem vorläufigen Ergebnis auf 45,18 MiTlrarden im Geschäftsjahr 1927, die Leistungen an Güterfonnenkilometem von 64,8 auf 74,2 Milliarden. Das finanzielle Ergebnis des Geschäftsjahres 1927 liegt noch nicht fest Die etwas über 5 Milliarden RM betragende Einnahme deckt alle erforderlichen Ausgaben und Rückstellungen. ts ist eine durchaus befriedigende Bilanz zu erwarten. Von den Vorzugsaktien der Gesellschaft sind bisher 881 Millionen GM(Serie 1. II III. IV) « ausgegeben worden, so daß zurzeit noch 1119 Millionen GM unbegeben sind. Von diesem Betrage beabsichtigt die Deutsche Reichsbabn-G&sellscbaft jetzt zur Beschaffung von Geldmitteln für den Ausbau von werbenden Anlagen der Reichsbahn(Fortführung der Elektrisierung, Verstärkung der Brücken, Ausbau von Bahnhöfen und Werkstätten) eine Serie von 125 Millionen GM(Serie V) auszugeben. Hiervon werden 100 Millionen GM zur offentticbCn Zeichnung aufgelegt und der Rest, der bis Ende dieses Jahres gesperrt ist, zur anderweitigen Verfügung der Reichsbahn zurückgehalten. Die Vorzugsaktien lauten auf den Inhaber. Sie gewähren den Anspruch auf Kapitglrück- zahlung spätestens bei Ablauf des Betriebsrechtes sowie auf eine Vorzugsdividende, die für die Serie V auf 7% bemessen ist. Im Falle einer weiteren Verteilung eines Reingewinnes getnäß § 25(2) Ziffer 4 c der Gesellschaftssätzung wird% auf die 3 Milliarden GM Vorzugsaktien als Zusatzdividende und V» auf die Stammaktien ausgeschüttet. Da das Stammaktienkapital 13 Milliarden GM und das Vorzugsaktien kapital 2 Milliarden GM beträgt, würde die Ausschüttung einer Dividende von 1 � an die Stammaktionäre die gleichzeitige Verteilung einer Zusatzdividende von 314% auf 3 Milliarden GM Vorzugsaktien zur Folge haben. Die auf den nicht begebenen Teil von 2 Milliarden GM Vorzugsaktien entfallende Zusatzdividendc wächst den Stammaktien zu. Auf die Vorzugsdividende von 7?» wird am 2. Januar jedes Jahres eine Abschlagszahlung von 3/5 so des Nennbetrages der Stücke in Reichsmark geleistet. Die Zahlung der Restdividende erfolgt am dritten Tage nach Genehmigung der Bilanz durch den Verwaltungsrat. Hierbei wird der Goldmarkbetrag der gesamten Dividende in Reichsmark umgerechnet und von diesem Betrage die in Reichsmark gezahlte Abschlagsdividende in Abzug gebracht(Eine Goldmark ist gleich dem Gegenwert von V"»» kg Feingold. Dieser Gegenwert wird errechnet nach dem atn dritten Werktage— oder falls an diesem Tage kein amtlicher Goldpreis veröffentlicht wird, nach derp zuletzt vor dem dritten Werktage— vor der Sitzung des Verwaltungsrats amtlich bekanntgegebenen Londoner Goldpreise und dem Mittelkurs der an diesem Tage an der Berliner Börse erfolgten amtlichen Notierung für Auszahlung London. Ergibt sich aus dieser Umrechnung für das Kilogramm Feingold ein Preis von nicht mehr als RM 2820 und nicht weniger als RM 2760. so ist für jede geschuldete Goldmark eine Reichsmark in gesetzlichen Zahlungsmitteln zu zahlen.) . Das Deutsche Reich hat sich gegenüber den Aktionären der Serie V verpflichtet, die Zahlung der Vorzugsdivrdende von 7% zu garantieren. Die Reichsregierung hat ihre näch § 4(2) der Oesellsohaftssatzüng eriordcrlicbe Genehmigung zu der Begebung von Vorzugsaktien der Serie V unter Nennwert erteilt Für den Fall einer Erhöhung des Dividenden-Steuerabzuges über 10% bat sich die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft verpflichtet, für diejenigen Vorzugsaktionäre, denen der Abzug bei der Steuerzahlung nicht angerechnet wird, den über 10% hinausgehenden Betrag selbst zu tragen. Die Vorzugsaktien jeder Serie können vom Beginn des 16. Jahres nach ihrer Ausgabe ab ganz oder zum Tel) eingezogen werden. Sollten jedoch alle ReparationSschuIdversclirelbungen in einer kürzeren Frist getilgt oder zurückgekauft sein, so kann die Oesellschaft auch sogleich die Vorzugsaktien einziehen. Bei Einziehung der Vorzugsaktien vor dem II. Oktober 1959 wird e i n erhöhter Cinlösungskurs gewährt, und zwar beträgt der Einlösungskurs bei Einziehung vor Ab lauf des 25. Jahres nach dem Uebergang des Betriebsrechts an die Gesellschaft(also vor. dem 11. Oktober 1949) 20% über den Nennwert, bei Einziehung vom 26. bis 35. Jahre nach dem Uebergang des Betriebs rechts(also In der Zelt vom II. Oktober 1949 Ins 10. Oktober 1959) 10% fl.ber den Nennwert; nach dem 35. Jahre(also nach dem 10. Oktober 1959) erfolgt die Einziehung zum Nennwert Die leichsregierung kann verlangen, daß die Gesellschaft von ihrem Rechte der Einziehung unter egehfung der vorstehenden Bestimmungen Gebrauch macht, wenn das Reich ihr die erforder- ithen Mittel zur Verfügung stellt Die Einlösung der aufgerufenen Stücke kann ieweflig mir zum 1. JuB eines jeden Jahres vorgenomroco werden. Die Einlösung erfolgt in Gokfanark unter Berechnung des Gegenwertes *J| a He! Bö: lief in Reichsmark nach dem für die Auszahlung der Restdividende vorgesdbenen Verfahren, wobei die am dritten Werktage vor der Einlösung erfolgende Notierung der in Frage kommenden Kurse zugrunde gelegt wird(siehe oben). Der Aufruf der einzulösenden Stücke muß mindestens si Jahr vor der Einlösung bekanntgemacht werden. Die Aktionäre haben für das Geschäftsjahr, in dem die Einlösung erfolgt keinen Anspruch auf Dividende oder Zinsen. Die Dividendenscheine und die zur Rückzahlung aufgerufenen Vorzugsaktien sind zahlbar bei der Reichshauptbank in Berlin und bei der Zentralkasse der Deutschen Reichsbahn-Qesell- schaft in Berlin___ Die Reichsbank übernimmt als Treuhänder die Verwaltung und Verwahrung der Vorzucvi aktien Serie V und gibt dafür auf den Inhaber ausgestellte, über den zweifachen, fünffachen, zehnfachen, hundertfachen Betrag einer Vorzugsaktie von 100,— GM lautende Zertifikate über 200,— GM. 500,— GM, 1000,— GM, 10 000 GM mit Dividendenbezugsscheinen aus. Die Vorzugsdividenden und etwaigen Zusatzdividenden(vermindert um den Steuerabzug) sowie die Rückzahlungsbeträge, welche auf die durch die Zertifikate vertretenen Aktien entfallen, werden von der Reichsbank erhoben und an die Zertifikatinhaber durch die unten- genannten Zahlstellen unverkürzt ausbezahlt. Außer diesen Rechten auf Dividende, Zusatz- divrdende und Rückzahlung steht den Inhabern der Vorzugsaktien lediglich das Recht zur Wahl für den Verwaltungsrat gemäß§ 11, Ziffer 3 der Satzung zu. Dieses Recht wird für die bei der Reichsbank niedergelegten Vorzugsaktien durch den jeweiligen Pnäsidenten des Rechnungshofes des Deutschen Reichs, der an Weisungen der Deponenten nicht gebunden ist, ausgeübt Die Inhaber der Zertifikate sind jederzeit berechtigt, ihre Aktien bei der Reichs- bauptbank in Berlin gegen Rückgabe der Zertifikate innerhalb der üblichen Geschäftsstunden am Schalter in Empfang zu nehmen. Die Dividendenbezugsscheine und die Zertifikate über zur Rückzahlung aufgerufene Stücke sind zahlbar bei der Rcichshauptbank in Berlin und sämtlichen mit Kasseneinrichtung versebenen Reichsbanlcanstalten, bei der Preußischen Staatsbank(Seehandlung), bei sämtlichen Mitgliedern des unterzeichneten Konsortiums einschließlich ihrer Niederlassungen, hei der Deutschen Verkehrs-Kredit-Bank Aktiengesellschaft in Berlin, bei der Zentralkasse der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft in Bedin und bei den größeren Kassen der Reichsbahn-Direktionen. Die Zertifikate können im Lombardverkehr mit der Reichsbank unter den Bedingungen des § 21 Ziffer 3 des Bankgesetzes vom 30. August 1924 beliehen werden und sind auch im Lombardverkehr der Preußischen Staatsbank(Seehandlung) als Deckung zugelassen. Die Erklärung der Reichsmündelsicherheit der Vorzugsaktien und der Zertifikate durch den Reichsrat ist beantragt. Zum Handel an den deutschen Börsen werden lediglich die ZertHfkate eingeführt werden. Bedingungen Durch die unterzeichneten Bankfirmen gelangen hiermit die vorstehend bezeichneten Zertifikate der Reichsbank Gruppe II über nominal 100 Millionen GM Vorzugsaktien der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft. Serie V. ausgegeben am 1. Februar 1928, zur öffentlichen Zeichnung. Die Vorzugsaktien werden in Abschnitten von 100,— GM ausgefertigt. Die Zertifikate lauten über 200,—, 500,—. 1000,— und 10 000 GM Vorzugsaktien. Der Zeichnungspreis für die mit voller Dividendenbezugsberechtigung für das Jahr 1928 ausgestatteten Zertifikate beträgt 93 V,#/o franko Stückzinzen. Die Börsenumsatzsteuer geht zu Lasten des Zeichners. Zeichnungen werden in der Zeit vom Mittwoch, dem 8. Februar bis einschließlich Dienstag, den 14. Februar d. J. bei den In der Anlage zu dieser Zcichnungsauffordenmg genannten Bank- firmen und deren Zweigniederlassungen während der üblichen Geschäftsstunden entgegen� genömmen. Vorzeitiger Schluß der Zeichnung bleibt vorbehalten. Die Zuteilung der Stücke auf Grund der Zeichnungen erfolgt baldmöglichst nach-Ablauf der Zeichnungsfrist und bleibt dem Ermessen der Zeichnungsstellen"überlassen. Anmeldungen auf bestimmte Stücke können nur insoweit berücksichtigt werden, als dies mit dem Interesse der anderen Zeichner verträglich erscheint. Atunelduogen auf Stücke mit sechsmonatiger Sperrverpfllcbtong werden bei der Zuteilung vorzugsweise berücksichtigt werden. Ein Anspruch auf Zuteilung kann aus etwa vorzeitig eingezahlten Beträgen nicht her-« geleitet werden. Die Bezahlung der zugeteilten Stücke hat in der Zeit bis zum 29. Februar 1928 mit.... 40% franko Zinsen „„ 31. März 1928 mit werteren. 30%) zuzüglich 7% Geldzinsen ah „„ 30. April 1928 mit restlichen. 30*>( 1. März d. J. bis zum ZaMungstagc bei derjenigen Stelle, welche die Zeichnung entgegengenommen bat, zu erfolgen. Jederzeitige Vollzahlung und frühere Teilzahlungen(letztere nur auf durch 100 teilbare Nennbeträge)• sind zulässig; bei allen Zeichnungen nach dem 29. F ebrnar d. J. werden 7% Geldzins en, wie oben angegeben, berechnet. Die Zeichner erhalten zunächst Kassenqmttungen, gegen deren Rückgabe später die Ausgabe der Zertifikate erfolgt. Die Einführung der Zertifikate an den deutschen Haupffiiörsenplätzen wird alsbald nach ihrem Erscheinen veranlaßt werden. Den 5- Februar 1928- Berlin, Braunschweig, Breslau. Dresden, Düsseldorf, Essen, Frankfurt(Main), Hamburg, Karlsruhe. Köln, Leipzig, Mannheim, München. Nürnberg, Weimar. Reichsbank. Preußische Staatsbank (Seehandlupg)- Berliner Handels-Qesellschaft. S- Bleichröder. Commerz- und Privatbank% Darmstädter und Nationalbank Aktiengesellschaft. Kommanditgesellschaft auf Aktien- Delbrück Schickler&. Co- Deutsche Bank- Deutsche Girozentrale Deutsche Landesbankenzentrale — Deutsche Kommunalbank—• A G. Direction der Disconto-Oeseilschaft- Dresdner Bank- J. Dreyfus& Co- Hardy& Co- F- W- Krause& Co- Bankgeschäft Gesellschaft mit beschränkter Haftung Kommanditgesellschaft auf Aktien- Mendelssohn& Co- Mitteldeutsche Crcditbank- Reichs-Kredit-Gesellschaft Aktiengesellschaft. Braunschweigische Staatsbank E- Heimann. Gebr. Arnhold. Sächsische Staatsbank- (Leihhausanstalt) Barmer Bank-Verein Hinsberg, Fischer&, Comp. Simon Hirschland. Kommanditgesellschaft auf Aktien. Gebrüder Bethmann- Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank- Deutsche Vereinsbank �..... Kommanditgesellschaft a- Aktien- Lincoln Menny Oppenheimer. Lazard Speycr-Elhssen. Jacob S- H- Stern- L- Behrens& Söhne- Norddeutsche Bank in Hamburg. Vereinsbank in Hamburg. M- M- Warburg& Co- Veit L, Homburger Sfraus& Co. A- Levy. Sab Oppenheim jr. 6t Cie- A- Schaaffhausen'scher Bankverein A-G. J. H. Stein- Allgemeine Deutsche Credit- Anstalt. Rheinische Creditbank- Süddeutsche Disconto-Oeseilschaft A-G Äufhäuser. Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank- Bayerische Staatsbank- Bayerische Vereinsbank. Merck, Finck 6t Co. Anton Kohn- Thüringische Staatsbank. Offizielle Zeichnungstellen in Berlin sind: Reichsbank Preußische Staatsbank Zeichnungsabteilung, Breite Straße 8/9.(Seehandlung). Gedr. Arnhold- Berliner Handels-Gesellschaft. Berliner Stadtbank S. BIcichröder. Brandenburgische Girozentrale Girozentrale der Stadt Berlin- Brandenburgische Kotnmunalbänk- Commerz- und Privat-Bank Darmstädter und Nationalbank Aktiengesellschaft. Kommanditgesellschaft auf Aktien. Delbrück Schickler 6t Co. Deutsche Bank, Deutsche Effecten- und Wechselbank Börsenabteilung Berlin. Deutsche Girozentrale Deutsche Landesbankenzentrale Deutsche- Verkehrs-Kredil-Bank Deutsche Kömmunalbank- A. Q. Aktiengesellschaft- Direction der Discönto-Qcsellschaft Dresdner Bank- J- Dreyfus 6t Co. Hardy 6t Co. p. w. Krause& Co- Bankgeschäft Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Kommanditgesellschaft auf Aktien. Mendelssohn& Co. Mitteldeutsche Creditbank- Refcbs-Kredit-QeseUscbaft Aktiengesellschaft. A- E. Wassermann. , Unterhaltung unö A9issen jzz*. Der Antrag. Bon W. Lebedew. Zln diesem Abend rehte sich Werotschta ganz besonders lange nor dem Spiegel. Zweimal ändert« sie ihre Frisur, puderte ihr Gesicht, zupfte an ihrem Kleid« und war überhaupt sehr aufgeregt. Ein besonderes Vorgefühl sagte ihr, daß gerade heute etwas Wichtiges und Entscheidendes geschehen würde. Semjon Kon- dratjcwitsch hotte gestern solche„istindeaugen* wie er sie bisher nie gehabt hatte, und dann hatte er ihr zum Abschied schrecklich lange die chand gedrückt und geseufzt. Werotschta sprengt« das Zimmer mit billigem Parfüm, ordnete noch einmal das Sofatissen und wollte gerade irgendein geöffnetes Buch auf den Tisch legen, als im Vorzimmer die Glocke ertönte. „Eins... zwei... drei... vier. Das ist er!* In Kostrizyns Händen bemerkte Werotschta ein Neines mit buntem Bändchen verschnürtes Paket und einen zusammengerollten Bogen Papier. „Was haben Sie da, Semjon Kondratjewitsch?* Kostrizyn wurde verlegen. „Das ist für Sie, Wera Ziitolajewno, Marzipantortoffeln. Ich glaube, Sie essen sie gern?* „O ja! sehr! Wie lieb von Ihnen! Und was haben Sie dort?* Semjon Kondratjewitsch drückte die Papierroll« an sich. „Dos ist... so... das ist... nichts...* „Irgendwelche Papiere?*/ „I— ja... so etwas wie Papiere...* „Etwas Geschäftliches?* .N— nein... nur so...* „Ist das auch für mich?* Kostrizyn schwieg und stopfte das Papier verlegen in die Seiten- tafche. „Nun gut, Semjon Kondratjewitsch: ich werde gleich den Tee herrichten und nachher zeigen Sie mir, was Sie da haben. Gut?* Und Werotschta begann mit den Tasten in dem kleinen Schränk- che» zu hantieren. Der Samowar war längst bereit und stand fünf Minuten später dampfend auf dem Tisch neben den belegten Bröt- chen und den Marzipankartoffeln. „Nun, jetzt zeigen Sie mal, was Sie da haben.* Kostrizyn wurde dunkelrot. „Mir ist es wirklich so peinlich, Wera Nikolajewna.* „Was ist denn da peinlich? Sie haben es doch für mich gebracht! Nun? Was haben Sie denn? Gedichte? Ja? Hab ich's erraten?* „N— nein, keine Gedichte.* ,�a. warum werden Sic denn rot, wenn es keine Gedichte sind?* Kostrizyn errötete noch mehr. „Sehen Sie, Wera Nikolajewna, ich war hier auf einem Dis- kussionsobend, da wurde über Familie und Ehe gesprochen. Und da bat eine Frau etwas gesagt, das hat mir sehr gefallen. Und da habe ich also...* „Nun?* und Wera Nikolajewnas Blick wurde weicher. „Da habe ich mich also entschlossen.-, Entschlossen» nach ihren Worten zu handeln., Lesen Sie, was hier stekch* � Und Kostrizyn reichte Werotschka das Blatt, ging zum Fenster und begann mit dem Finger an die Scheibe zu trommeln. Ehelicher Arsseitskoirtraktt Wir, Endesunterzeichnete. Bürger Kostrizyn, Semjon Kondratjewitsch, und Bürgerin Pekarskaja, Wera, Nikolajewna. schliefen unter- einander folgenden Vertrag: l. Wir oerpflichten uns, als Mann und Frau zusammenzuleben mit allen daraus entstehenden Konsequenzen. 2. Di« Bürgerin Pekarskaja verpflichtet sich zu dem Bürger Kostrizyn überzusiedeln, zu weichem Zweck er. Kostrizyn, sich oer- pflichtet, eine entsprechende Behausung zu beschaffen. 3. Der Bürger Kostrizyn verpflichtet sich zu Arbeiten und die Kosten des Lebensunterhaltes nicht unter der lS. Lohnkatqgorie aufzubringen. Die Bürgerin Pekarskaja verpflichtet sich, im Falle, daß sie den Dienst quittiert, zur Uebernahme der Haushaltung»- ptlichten, als da sind: die Zubereitung des Essens, die Sorge um die Kleidung, die Sauberhaltung der Wohnung usw. Anmerkung: Mit der Sorge um die Kleidung, sind nur die kleinen Arbeiten genieint: das Annähen von Knöpfen, das Stopfen der Socken u. a. m. Das Waschen der Wäsche und da« Scheuern der Fußböden wird durch besondere, in Dienst genommene Personen ausgeführt. -l. Die Anschaffung von Kindern wird von beiden Teilen ge- meinsam durch einen besonderen Vertrag geregell, jedoch frühestens anderthalb Jahre nach Abschluß dieses Vertrages. 5. Der Bürger Kostrizyn verpflichtet sich, mindestens zweimal im Monat gemeinsam mit der Bürgerin Pekarskaja das Theater oder ein sonstiges Dergnügungslokal zu besuchen. 6. Das Abstatten von Besuchen und der Empfanst von Besuch muß nach einem von beiden Teilen gemeinsam aufgestellten Verzeichnis der Bekannten streng geregell werden. Anmerkung: In einzelnen Fällen darf diese oder jene Person nachträglich eingefügt werden. 7. Im Falle der Abwesenheit einer der beiden vertragschließen- den Personen oerpflichten sich beide Teile einander Nachricht zu geben, wohin sie gehen und wann sie wiederkehren. Der Vertrag enthielt im ganzen 150 Punkte, die Anmerkungen nicht mitgerechnet. Als Werotschta bis zum 28. Punkt gelangt war, welcher von den„intimen ehelichen Pflichten* handellc, warf sie das Papier zu Boden sprang brüsk vom Stuhl auf und begann die Marzipan- kartoffeln aus dem Schälchen in die Schachtel zurückzuschülleck. „Bitte! Nehmen Sie Ihre Kartoffeln und gehen Sie! Und lasten Sie sich hier nicht mehr blicken! Hören Sie?* Kostrizyn zog den Kopf in die Schullern, hob das zerknitterte Papier vom Boden und fchlich errötend seitlich zur Tür. „Ich verstehe wirklich nicht... Es ist ja nur ein Projekt... Sie konnten ja Aenderungen vorschlagen... Ich bin zum Beijpiel bereit, was den 28. Punkt betrifft...* Werotschta hielt es nicht aus— sie hielt sich die Ohren! zu und kreischte hysterisch: ..Hinaus! Elendes Gewürm! Hinau— au— aus!" Im Vorzimmer brummt« Kostrizyn»och lange und murmelte etwas von hysterischen Weibern, die ihr eigenes Glück nicht begrijfen. „Zum Teufel mit ihr! Werd' schon ein« andere finden,«ine er- «acht« Fraut* t»« um«n«.&> Wellensittiche Von Dr. Unser Kanarienvogel, der besonders beliebt ist, wenn er im schönen gelben Gesieder sein Lied vorträgt, ist ein Kulturvogel. Er kommt in der Freiheit in dieser Form nicht vor. Sein Stamm- vater ist der auf den kanarischen Inseln lebende wilde Kanarien- vogel. Im Laufe der Zeit sind aus diesem alle die bekannten Farben- und Gestaltsvögel gezüchtet worden. Etwas Aehnliches erleben wir bei einem kleinen grünen Papagei, dem Wellensittich. In seiner Heimat, Australien, bewohnt er in großen Flügen die Grossteppen. Er hält sich immer dort auf, wo gerade der Grassamen, der seine Nahrung bildet, reif ist. So wandert er von einem Gebiet zum anderen, geleitet von der Entwicklung des Graswuchses. Der berühmte Naturforscher James Gould machte uns als erster mit dem Wellensittich, den er von seiner großen australischen Reise mitbrachte, bekannt. Das war im Jahne 18-tO. In England fand man Gefallen an diesen Vögeln, und Seeleute, die ab und zu einige Paare dieses Sittichs mitbrachten, fanden willige Abnehmer und erhielten hohe Preis« dafür. Die Erfahrung halle gezeigt, daß er sich leicht an unser Klima und die Verhältnisse in der Gesangen- schast gewöhnt. Das bekundete er besonders dadurch, daß er zur Fortpstanzung schritt. Von England gelangte er auch nach Belgien und Frankreich: in diesen Ländern entstanden größere Züchtereien, die den ganzen europäischen Markt mit den„Gesellschaftsvögeln", wie sie wegen ihrer Anhänglichkeit aneinander genannt weihen, versorgten. Inzwischen wurden aber auch mehrfach größere Mengen in Australien gefangener Vögel nach Europa gebracht. Schon im Jahre 1850 unternahm es ein Mann namens Bolzani, etwa fünfhundert Paare australischer Vögel nach Berlin zu bringen. Cr hatte infolge der Unkenntnis der Lebensbedingungen dieser Vögel einen großen Mißerfolg. Die erfolgreichen Züchtungen in Westeuropa machten die Ein- fuhr größerer Mengen australischer Vögel überflüssig. Trotzdem erfolgten immer neue Importe aus der Heimat, die dazu führten, daß der Preis des Vogels erheblich sank, und daß man selbst bei den minderbemittelten Volksschichten diese Vögel als traute Hans- genossen vorfand. In großem Maßstabe wurde die Zucht in Aill- werpen. Amsterdam, Paris und Köln betrieben. Während der Handel mit gezüchteten Wellensittichen blühte, Der lachende Tote. Von Michael Marefch. Hasche! starb einigemal in seinem Leben. Bast» Meldete ein« Nachricht» daß«r einmal von den Oesterreichern» et« andermal von den Bolschewistm— standrechtlich hingerichtet worden sei. Bald wurde dies« Nachricht wieder dementiert, und zwar durch Haschet selbst. Nicht lange danach traf eine Todesnachricht aus Odesia ein» die ausdrücklich meldete?„Tod Iarpslav Hascheks während ein« Prügelei betrunkener Matrosen in Odessa.* Hierauf hörte man lange Zeit nichts. Haschet war für die Bevölkerung Böhmens tatsächlich gestorben. Und plötzlich, mehr als ein Jahr nach Kriegsschluß, tauchte« lebendig in Prag auf. Die Todesnachricht aus Odessa war scheinbar einer seiner gelungensten Scherze. Aber der Zurückgekehrte war nicht mehr jener Haschet, den wir zu Kriegsbeginn aus dem Auge verloren hatten. Jener Haschet, der alle Säufer in den Schotten stellte und aus dem göttllicher Humor nur so hervorsprudelt«. Es war«in anderer, der in Prag eintraf. Ernst, würdig, Wasser und Limonade trinkend. Vor dem Krieg, wenige Jahre vorher, war er unter den Säufern blitzschnell durch seinen Humor, vor allem aber durch sei» falsches Singen bekanntgeworden. In rascher Reihenfolg« waren seine Bücher„Die Geschichten des Herrn Damals".„Mein Geschäft mit Hunden* und viele- andere erschienen. Er hatte„Die Tierwcll*, ein Blatt der Tierfreunde, redigiert, ja man kann beinahe sagen, begründet, war Redakteur des meist- gelesenen Prager Tageblattes, des„Ceskö Slovo*, war Inseraten- jäger. Schnapsogeitt und wer weiß was noch in einer Person ge- wese». Hatte auf der Moldau Eis gebrochen und es in die Keller der Gastwirte geschafft— aber während der russischen Revolution war er roter Kommissionär und Kommandant einer ganzen Division geworden. Der Beherrscher eines Gebietes, das wohl größer war als fein geliebtes Böhme,'. Und sonderbar: Dies« Funktion war die einzige in seinem Leben, die«r tatsächlich ernst nahm und nicht lachend ad absurdum führte. Mit allem anderen, ja sogar mit seinem eigenen Leben hat er dies getan! Ich könnt« Dützcndc van Geschichten aus Hascheks Leben er- zählst und werde dies gelegentlich auch tun. Heute will ich nur eine einzig« wiedergeben. Das Blatt, in dem Haschet LokalredaUeur war, ist noch heute da? Zentralorgan der Nationalsozialistischeo Partei. Diese Partei halle seit jel)er ihr Bollwert' unter den Straßenbohnbedienstcten. Einige Jahre vor dem Krieg gärt« es unter den AngesteMen der Prager Elektrizitätswerke. Die Parteisllhrer hetzten die Leute im Interesse d« Partei zum Streik und begannen dann zu bremsen. Di« Leute wollten den Streit, die Partei unterstützte diese Be- wegung, im letzten Augenblick vor dem entscheidenden Meeting wurde abgeblasen und ein Protest nach dem anderen diplomatisch unterbreitet. Iarvslav Haschet saß im Präsidium der Versammlung als Pressevertreter der Partei! Plötzlich stand er unvermittelt aus und sagte:„Brüder und Genossen! Die, welche ihr bisher sprechen gehört habt, haben euch mit Haut und Haar den Elektrischen Unter- »ehmungen der königlichen Hauptstadt Prag verkauft. Ich bin Redakteur des„Eestt Slovo' und war Zeug« aller Machinationen, die man mit euch vor hat.„Gebt ihnen nichts und glaubt ihnen nichts.*') Ich bringe daher den Antrag zur Abstimmung ein: Wer will, daß morgen gefahren-wird?* Ein donnerndes„Niemand* war die Antwort. M« waren für *) Berühmtes Zttat aus Haokicek, dem großen tschechischen Publizisten des 19. Jahrhunderts, Kulturvögel. Neunzig. nahm auch seine Einfuhr stetig zu. So gelangten im Jahre 1868 zehntausend Wellensittiche aus Australien noch Deutschland. Die Folge des großen Angebotes an eingeführten und gezüchteten Sittichen roor eine neue erhebtiche Preissenkung. Allmählich nahm auch in unserer Heimat die Liebhaberei des Wellensittichs einen großen Aufschwung. Zoologische Gärte» und Zeitungen sorgten für die Verbreitung der nötigen Kenntnisse. Bold wurde er in demselben Maße gezüchtet wie der Kanarienvogel. Deutschland war nicht mehr auf die Einfuhr und die Züchtercien benachbarter Länder angewiesen. Ja, es gelang sogar, den aus» ländischen Züchtereien Konturrenz zu machen und sie zu überflügeln. Der Export der gezüchteten Vögel nach Nordamerika und Ruß- land begann. Der Ausbruch des Weltkrieges mochte dem ein End«. Ein großer Teil der Züchicreien ging ein, die Zuchtvögel starben aus Mangel an geeigneten Sämereien, die uns das Ausland lieserl« Nach Kriegsende setzte eine neue Einfuhr aus Frankreiä) und.Holland ein. Di« noch vorhandenen geringen Bestände konnten aufgesrisdst und neue Vögel erworben werden. Auch trafen aus der Heimat des Wellensittichs, Australien, einige wenige Importe ein. Die Wellensittichzucht geht auch bei uns einem neuen Auffdiwunge entgegen. Hinzu kommt noch, daß der Wellensittichzucht neu« Bahnen eröffnet wurden. Achnlich wie beim Kanarienvogel treten infolge der Demestikation Färbungsabänderungen auf. Es wurde allmäh- lich der gelbgefärbt« Wellensittich gezüchtet. Anfangs ei» Zufalls- Produkt, ist es im Lauf der Jahre gelungen, eine gelbgefärbtc Rasse zu züchten. Die Farben wellenstttichzucht nimmt, namentlich in Frank- reich, auch in Deutschland, einen großen Aufschwung. So sind jetzt bereits neben den verschiedenen Graden der grünen Färbung auch blau- und weißgefärbte Wellensittiche bekannt. Vögel, die«ine der beiden Farben aufweisen, sind sehr hoch im Preise, und auf ihre Züchtung wird ein besonderer Wert gelegt. Alle dies« Färbungs- unterschiede kommen durch das Fehlen irgendwelcher Farbkörpcr- chen zustande, aus denen sich die Färbung der Bvgelfedern zusain- menfetzt. Gelb entsteht aus grün durch das Fehlen der blauen, blau aus grün durch das Fehlen der gelben, und weiß ans grün durch das Fehlen beider Fardkörperchen. den Streik. So blieb dank Iaroslav Hafchei Prag tagelang ohne jeden Verkehr der Straßenbahn. Hasche! wurde aus der Redaktion herausgeworsen, ober der lokale Teil dieses Blattes hat dies« Rubrik nie mehr auf die Höhe gebracht, die er unter Hascheks Leitung erreichte.(Denn er dachte , sich all«? gsönzend ou?.),. ,.;;:.,'" Einige Zeit noch leiner Ruckkehr, paß)« sich der Autor des Schwej! wieder dem Prager Milieu an. Er begann neuerdings zu lachen und zu trinken. Trank alles, nur nicht mehr alkoholfreie Getränke. Und hm Wochen vor seinem Tod schlug er den Rekord mit achtzig Tassen sdnvarzem Kaffee, der zur Hälfte mit Rum gemischt war... Als einziger Journalist stand ich an seiner Leiche. Denn niemand wollt« glauben, daß Iaroslav wieder einmal gestorben sei. In einem kleinon weltentrückten Städtchen an der böhmisch- mährischen Grenze fand ich ihn diesmal wirklich tot. Er sollte zur Einäscherung nach Prag geschafft werden, allein das Geld zum Transport war nicht vorhanden. Er lag auf einem Tisch, denn auch das Geld für einen Sarg fehlte. Und dennoch hatte Hasihek viel» viel Geld vevdient. Aber er halt« die Zeche für das ganze arme Städtchen und außerdem heimlich, um es seiner aus Ruß- land miigebradsten Lebensgefährtin. Fürstin Schira Lwoiva, nicht zu verraten, das Schulgeld für eine ansehnliche Reihe unbemittelter Studenten bezahlt! Mit einem breiten Loche» aus dem Antlitz, selbst des Todes spottend, log er aus dem Tisch. Hinter seinen, Haupt stand ein Glas Sliwowitz auf einem Schrank. Für ihn eingeschenkt, doä) nicht mehr von ihm getrunken! Und doch hatte er noch eine halbe Stunde vor den, Tode seinen letzten Witz gemacht. Die Dorshebamm« war gekomme» und hatte Haschek ein Älystier gegeben. Und Häsdick hatte lächelnd gesogt: „Gott, was hat der arme Schwejk leiden müssen, als er im Garnisonsspital täglich ein Klystier bekam." Ich nahm das Glas und leerte es auf die Unsterblichkeit des Schwejk! In die Welt ober sandte ich die Depesche: ..Iaroslav Haschek wirklich gestorben!" Es war kein Witz mehr, damals, am 3. Januar 1923. __(Ucbcrfetzt vi», Grete Reiner.) Polygamie nur mil Erlaubnis der ersten Frau. Der amerikanisch« Etnologe Dr. Linton, Leiter des naturhistorislhcn Museum« in Chikago, hat sich zwei Jahr« auf Madagaskar aufgehalten, um dort die wcnig bekannten Sitten der Eingeborenen zu studieren. Er hat dabei sehr wichtige Beobachtungen gemadst. Bei den Einwohnern von Madagaskar gibt es noch Vielweiberei, die aber durch ganz eigenarttge Sitten geregelt ist. Die erste Frau behält während ihres ganzes Lebens eine Vorrangstellung. Sie hat den größten Einslug auf ihren Mann, der sich nur mit ihrer Einwilligung eine andere Frau nehmen darf. Dies« Erlaubnis wird gewöhnlich durch kostbare Geschenke erkauft. Will sich der Mann noch wettere Frauen nehmen, muß er die Erlaubnis sämtlicher übrigen Ehefrauen erhalten, was bei einem großen Har.em eine kostspielige Sache werden. kann. Jede Frau ist berechtigt, ein eigenes Grundstück zu besitzen, und der Mann hat es zu bearbetten, während er bei der betreffe-wen Gattin weilt Der Ertrag des Grundstückes wird zwischen den Eheleuten geteitt. Di« religiösen Anschauungen der Eingeborenen von Madagaskar wurzeln in einem Ahnenkutt. Götter kennen die Eingeborenen nicht. Im nördlichen Teil der Insel hat jede Familie ein Gradhaus, da» auf einer Anhöhe gelegen ist. Die Luft ist in dieser Gegend so trocken, daß die Leichen nicht verwesen, sondern zusammenschrumpfen und vertrocknen. Einmal im Jahre werden die Leichen umgedreht und aus die andere Seile gelegt» damit sie, wie die Eingeborenen sagen, nicht müde werden, weil sie immer aus derselben Seit« liegen müssen. Vor jedem Unternehmen von Bedeutung begibt sich der Eingeborene in das Grabhaus seiner Familie irnd betet die Leichen seiner Ahnen an. Die Kleidung ist nach europäischen Ansichten luxuriös. Auf Madagaskar wird von den Eingeborenen viel Seide produziert und mit schön«! Mustern bemalt. Besnahe all« Ein- wohner trogen daher Kleidung au« Seid«. Verlängert bis Sonnabend, den II. 2. Sellen gSnsliges Angeboi! Um meiner verehrten Kundschaft im neuen Jahre etwas ganz Besonderes zu bieten, habe ich mich entschlossen, die Preise meiner gesamten Bestände in §!i3aistl!.Rorw€iaen Bordeauxweinen ganz bedeutend herabzusetzen. Lire, UMU Jam.-Rom-Vendiii. osw. in brannten Qualitäten Eduard SUsskind Likörfabrik u. WeingroOhandlung Hauptgeschäft: BrunnenstraBe 42. Berlin, MülierstraBe 144 Berlin. ChausseestraBe 76 Berlin. Petersburger Str. 60 Berlin. KoppenstraBe 87 Berlin, Grünauer Straße 15 Steglitz, SchloBstraBe 121 Spandau, Potsdamer Str. 23 Pankow, WollankstraBe 98 Neukölln. Berliner Straße 13 Moabit. Wlisnacker Straße 25 SchOneberg, Kolonnenstraße 9. Ecke Feurlgstraße Charibg., Wilmersdoifer Str. 167| Obschw., Wilhelminenhofstr. 40 Kraken, Flaschen asw. werden geliehen t Dienstag. V. 2 28 Staats-Opsr Am Pl.d.Republ, W. L'hr itaatl. 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Lnstspielaans 8'/, Uhr Guido Thielscher „Unter Gesdiäftsanfsidir h. im Ädmiralspalas Tägl.SW, Uhr HAUER REVUE f Theater 8«/. Uhr Der Pfarrer von für Afeld Philharmonie 8 Uhrdes Philharm. Orch. Oirin.' Prof. J. Prüwer unter gefl. IVUtw v Wilhelm Quitmann Reichshallen-Ihealer 8 Uhr, Lonnig, nachm. 3 Uhr. Stettiner Sänger „Noites Wochenende" nachm. halbe Preise. Dönhoff•Brett'l: Kabarett, Varleti Konzert. Tanz, Bekanntmachung. Der 29. Nachtro» unterer Satrana ootn 2t Mai 1913/22. Oft. 19>3. befdiloflcn in der Sitjunp bez Auetibusses»am 29 November 1927. ist seitens be» Oderverliihe- runpsamls Berlin am 27. Dezember 1927 genehmiat warben. Derselbe enIHäU tt a. folgende Aende- runaen: S 20. Abs 1 Nr. 1 fliehe 15. Narblraai Rtonfenrfleae vom Be.'inn der Zlrant- heit an, sie umtahl örztli-be Behandlung und Versorgung mil Arinei. sowie Brillen' Bruchbändern und anderen kleinen k>eil, mi'Iein dl» zum Höchlldelrage von 30 Reich». mark. Die zkoiie gewährt auch einen gn- schuh bis zur Sähe von 30 Reichsmark tllr gröbere SyfUmittel Die Salle gewährt mich einen guschnst bis zum Betrage von 75 Reichsmark für fSiltsmitlel gegen Bernnll'Itung und Ber- krüvpeiung, d�e nach Beendigung deg Hei!- Verfahrens nätia find, um die Ardeits- 'ähigkeit des Kassenmitgliedes herzustellen oder zu erhalten. 8 20. Abs 1 Rr 2. Satz 2 und 3 sol- gende neue Fassung: Es wird vom 4 Krankheitstage, wenn aber die ArF-eitsunsSd'gFeit erst später eintritt. vom Tage des Eintritts ad gewährt. Nach sechsmonatiger Wartezeit wird das Krankengeld vom 1 Tage der Ertrankung ab gezohlt bei Krankheiten, die durch einen Betriebsunfall entstanden stnd. Bei an- deren Krankheiten nur dann, wenn sie länger als 2 Wochen dauern. Sinter§ 45 ist folgende» eingeschaltet worden: 3 45a. Das Eterbeaeld kür den Ehe- galten oder ein Kind wird gegen Einliefe- rnna der(fterdeutkimde. wo u beim Tode der Eheirau noch der Nachweis der ehe- lichen Gemeinichast. beim Tode eine» Kindes der Nachweis hinzuzuirelen hat. dasi das verstorbene Kind in der häuslichen(Se< meinschatt des Kassenmitgliedes lebte, gezahlt. Eine» deionderen Nachweises bedarf es nicht, wenn die'e Taitachen Ichon ans! der Eterbeurlnnde ersidnlich stn. Das Knssenmitglied hat ansterdem, wenn, ertorderlich, eine eidesstattliche Bernche- rung dahin abzugeben, dast die verstorbene Perlon nicht in einer Irantenvetstcherunq», oftichtigen Beichästignng gestanden ha'. aui Grund weichet den Kintetdiiebenen noch ein weiterer Stetbegeidanlptuch an eine Kasse zusteht Hinter ß 87 ist eingeschaltet worden: 8 87a Der Dienst- erechtigte ist ver- psiichtet. tllr dieieniaen Berstchrrten, welche Metroyol-Ib. Täglich 8 Uhr „Die schöne Helena" Operette v.Oifendach Uji, LiditeiuUiB Belgier, larnu. Cemn, Mittler Sonntag> ,4 Uhr. Kleine Preise Gräfin Haritia Operette v. Kalmin s In der Gesamtauflage de».Vorwfirts* stnd besonders«nrksaip und trotzdem sehr billig! Am Äretmg, dem s. Februar, verstarb plötzlich da» Arbrngeder-Bot- standsmitglied unserer Kasse, Herr �Vilhelm Merker Der Verstorbene hat sich lederzeit mit warmem Herzen und grossem Znleresse für untere Wünsche eingesetzt. Wir werden sein Andenken stets t» Ehren harten. Das Personal der Ortskrankenkasse für das Maurergewerbe zu Berlin. DanKMutmuk. Für die überaus herzliche Teil- nähme bei der Einäscherung meines liebe» Manne» Richard Schirge läge ich dem Bezirks- und Arbeilsamt Prenzlauer Berg, der 24 Abt. der SPD. dem Metallardeiter-Verband. denKieingärrnernBi-riin-Heinersdorr, towre allen Freunden und Betannten meinen ausrtchiigsten Dank. ».ene Schlrge. Nachruf Am t. Februar verschied der Werkführer meiner Fabrik Herr Albert Matz In nahezu fflnfunddreißigjähriger Tätigkeit hat er in treuer Mitarbeit zum Gedeihen meines Geschäftes sein Bestes geleistet und werde ich das Andenken dieses braven Mannes stets in Ehren halten. Siegfried Weinbaum »cMwgl VettzeiMMel UM ZMitwoch. den«. Zedruar. abends S>. Adr. im Parkereesaal de» Per- danbshaases, Llaienskr. 63 86 AuVierordentliche velllllvevsmäRRttkogierenz der Werfzeugmacher SV Ru biefer Verltauensmänner» tonfernw haben gutriit diejenigen Der- Itauengreute. die sich durch die Bet. -tauensmännerkarle legitlmieeen könnerr. Fetner hat von Betrreben, wo kein Ber. irauensmann. jedoch e'n Werkzeugmacher Betriebsratsmitgiied ist. dieser gutritt.. aber Tin Stimmrecht Bei letzteren giid da» Mügliedebuch als Legitimatron. Wir ersuchen die Funktionäre, pünktlich, und zahlreich zu erscheinen,- von ihm frei« Betpflegung und Wohnung erhalten, den dafür festgesetzten Werl (§ 160, Abs. 2 der Reichsvetsichetungsotdl nungi während der Dauer der Kranken. hauepflege, längstens aber füt den im§ 617 BSD. votgeiehenen gctttaitm an die Ktankenkaste zu erstatten. lotetn die An!- nähme ant seinen Antrag ertotgie und es sich nicht um eine austedende Krankheit handelt. Bln.»gehlendors. den 2. Februar 1928 Der Borstand der Allgemeinen Ortskrantenkafle für gehlendoes und Umgegend. c> cr>. an i i u /t: �4,.. t, sprfdit von einem völliö nnavvänMSen SiandpnnKi ans: Dlentiaß.">. Febrnrr: BranAen wir nodernen eine OlSrnbanrnst nonnersiod. 0 V Hr.: Der üetunimtiidieieiiu. FreitaS, 10. Februar: Jesus a.s Hfbrfle. Mon'aik: 13 Februar! Hann ein cenbender nensdi nofli an die«oklf-.eil Jesu ßkaubrn. Dlensiad, 14- Februar: Ist die Auterwedi'tRst Jesu ftesCbiamwissensdialllldi denfiäend be enöt T Donner tati, 16. Februar: HrtliK des Klrdi- Udien lensflksßtaüDens- Frei'nd, 11. Februar; HrltlK des KlrdUldien taKramemsdiaubens. Hon aa, 20 Februar: Der moderne Mensch und die SuKnr.ttsKlrdie. Htliwodi. 22. Pebrn r: Entweder- oder! Beginn abends 8 Cbr pünKUidi Zur Deckung der Unkosten sind an iedem Abend 20 Pfennig zu entrichten.— Reservierte Plätze auf Wunsch an der Abendkasse und beim Haupt- pförtner der Technischen Hochschule. Cbarlotlcnbnrd. Berliner Strebe [Fordern Sie sich in den Geschäften ausdrücklich 1 den durch letnsten Geschmack ausgezeichneten Ii J KapUän-Kaulabak is«, Kapitän-Kopenhagener vet'paÄ" 20?!. ! Carl Rtcker, Ber. in NO, Lichtenberger Str. 22(Kgst. 3861 1! Bellfcfleni Adolf Pohl Dresdener StraBe 15 (Fat riKgebäudc) Lehrlinge, jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen des S. Bezirks des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes! Donnerstag, den 9..Tebtnor, naihtn, V Ahr. im Cofal von Prasser, ZNichaeltirchstrasie 23 a 3or Versammlung TaaeSordhZing: I Bortrag Dir Autgaben und giStC der I. gendardeil im D-Utichen Metallarbeiter- Berband. 2. Anssorache. Alle Jugendlichen sink», freundlichst ein. geladen._ f Lehrlinge, jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen des3.Ve;irks des Deutschen Meiallarbeiier- Verbandesi Donnerstag, den 9. Zedrnar. einehm« 5 Uhr. im eoknl von Seipie,. kironprinzenstroste 47 war Versammlung Taaekordnnng- 1 Warum mnss llch d.-r suqend'iche Metallarbeiter im Deutschen Metallarbeiter-Berband eroa- nisteren? Neterent Kollege Franz Remnann. 2 Aussprache. Alle Jugendlichen sind steundlichst ei». geladen._ Lehrlinge, jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen des 5. und 7. Bezirks des Deutschen Me.'all- arbeiler-Berbandes! Donnerstag, den 9 Februar nadim. 47, Ahr. in(Eroalbs Dereiashaus, Skalitzer Strohe 126 sr Versammlnnn �rz Tagesarbnung- 1. Aus ber Jugend» arbeit der Freier- Eewerkichailen Ne'ercnlr Kollege Karl Tfchecker. 2. Auskorache Alle Jugendlichen sind freundlichst eingeladen._ Lehrlinge, jugendliche Arbeiter u. Arbeiterinnen des II. Bezirks des Deutschen ZNetallarbeitcr- VerbondesZ Vottnevefag. öea 9. ffebvuat nadtttK 4'/z Ahr im Cofal von Hofen tat« Scf'önebetg. Edersstr. 6G Versammlung Taaesardnuna: I Bortrag Die Aufgaben und Ziele der Zuaendardeit im- Deutichen Melallarbeiler» Berband. 2. Ans prache. Alle Jugendlichen sind freundlichst ein- geladen. Dannerstag. den 9. Tebrvor. abends t Ahr, im akeeuerrschaslshans, Gngeinfer 24 23 bbt Versammlung aller in den ntelaUgieftereien be» schäfllgleu Sernmachrriuueu und Seinmacher DI« Tagesordnuna wird in der Bersammiung bekanntgegeben. Die Orlsncrmaltann. Verkäufe ssärbt'ehler, 8X4, 69,—. Farbfehler. 3X4, 85,—. Körner. Potsdamersttasse Rr. 26a.* Bekleidungsslücke. Wasche usw Setrageno Herrengarderobe. Speziali. tat Bauchtiguten, spottbillig. 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