Morgenausgabe Nr. 65 A33 45. Jahrgang WüchentNch K Pfemttg.»ovaSch I,— Reichsmark rni vorausmt erlassen können— dann soll der llrkund-cheamie aus Antrag des Vermleters innerhalb weiterer zwei Wochen die Räumung der Wohnung anordnen können. Ein Widerspruch geoen den Räumunasbesehl ist nur möolich, wenn der Mieter nach- weist, daß er die Frist ohne lein Verschulden versäumt hat. Damit wird die BeweHalt dem Mieter statt dem kim>»beslßer auserlegt. Er hat keinerlei Rechtsmittel gegen die falschen Vebauvtunaen des Nermietrs etwas einzuwenden, wenn er die Einspruchsfrist versäumt. Das bedeutet eine wesentliche Schlechterstellung des Mieters gegenüber dem einfachen Schuldner. Wir hatten eine Formulierung voraeschlagen. die eine solche Eni- rechtung ausschließt, das wurde abaelehnt. Sie lnach rechts) wollen «ml die ktnwistenheit, Unqeschickllchkeik und llnersahrenheit de» Mi-kerz spekullereo, und dadurch eine Beschleunigung des Verfahren» erreichen.(Sehr richtig! bei den Soz.) Dabei handelt es sich hier nicht bloß um die Personen des Mieters und leine Wohnirng, es handelt sich mn da» Obdach seiner Familie, und da darf man»s nicht dem Zufall überlassen, ob den Mieter das Kundiounasschrslhcn erreicht oder nicbi und ob er in der Lage ist. Widerspruch zu erheben oder mcht. Das um so mehr, weil wir m Deurschtand eine Wohnungsnot haben, deren Nack,. raff«» für die nächsten zehn Jahr« kau» zu erwarte» ist. t Nach den statistischen Feststellungen haben wir heute ein« Million ! Wohnungen zu wenig.(Hört! hört! bei den Soz.) Alljährlich entsteht ein Neubedars von 250 000 Wohnungen, so daß wir innerhalb von 8 Jahren einen Fehlbedarf von etwa 2'A Millionen haben werden. Zn einer solchen Situation die Zwangswirtschast abzubauen, ist du sinnloses und zweckloses Beginnen.— Wir haben einen umfastenden Antrag für die Schaffung eines sozialen lvohn- rechts eingebracht. Die ganze Vorlage ist keine Verbesse- rung, keine Vereinfachung, sondern sie ist nur das Mittel, um Verwirrung bei den Mietern zu ihrem Nachteil zu schaffen und sie in größtem Maße obdach- los zu mache«. Deshalb sage ich: Werfen Sic das Scheusal in die W o l s s s ch l u ch t.(Lebhafter Veifall bei den Soz.) Reichsjustizmi nister H« r g t begegnete diesen Ausführungen mit der Ausrede, sie entsprängen der Kampfstellung: Hie Wohnung,- Zwangswirtschaft,— hie Wirtschastssreiheit und Eigentum? Dieser große programmatische Kampf sei jetzt durch eine schranken- los« Agitation neu entsestelt worden, obwohl der vorliegende neue Gesetzentwurs gar keinen Anlaß zur Ausrollung des großen grundsätzlichen Streites biete.(Laute Zurufe links:„Sie haben ihn ja mit Ihrem Entwurf entfesselt!">. Ich bekenn« mich grundsätzlich zu dem Standpunkt, daß jede Zwangswirtschast ein Uebel ist. Der Gcsetzentwurs bält genau die Mitte zwischen den Interessen beider Seiten. Die Lockerung der Wohnungszwangswirtschast überlassen wir bewußt den Ländern. Der Redner der Dcutschnationalcn und der des Zentrums legten Wert auf die von Lipinski bereits widerlegte „Feststellung", es bleibe alles beim Alten. Sie mußten sich ober zu dem Eingeständnis bequemen, daß ihnen an der Festigung des Grundbesitzereigcntums besonders gelegen ist. Nur der Demokrat Bült schloß sich in wichtigen Punkten der sozial- demokratischen Kritik an, wenn man von den wenig belangreichen Ausführungen des völkischen Redners absieht. Darauf wird die Weiterbcratimg auf Mittwoch, 14 Uhr, vertagt. Kapital gegen Arbeiterregierung. Vorstoß der Vanken gegen das Parlament in Norwegen. Oslo. 7. Februar.(Eigenbericht.) Die Arbeiterregierung wird wahrscheinlich a m F r e i- tag demissionieren. Maßgebend für diese Absicht ist der Verlauf der Storthingdebatte über die RegierungS- erklärung. Tie linke Bürgerpartei ließ ihre anfängliche Zusage, die Arbeiterregternng unter gewissen Vedin- gunge« zu unterstühen. zurückziehen und stellte gleichzeitig einen Mißtrauensantrag. •Sßor dem Storthinggebäude begehrten schon in den ersten Vor- Mittagsstunden Hundertc Einlaß. Ganz Norwegen wartet mit großer Spannung auf das Ergebnis der Debatte. Als erster Redner bestieg kurz»ach 10 Uhr vormittags der Führer der Linken M o- winket die Tribüne. Anfänglich hatte man erwartet, daß feine Partei der Arbeiterregierung wenigstens auf absehbare Zeit die Möglichkeit zur sachlichen Arbeit geben werde. Mowinkel, der auf dem rechten Flügel seiner Partei steht und zu den besitzenden Schichten gehört, hat aber einen Frattionsbcschluß gegen die Regierung durchgesetzt. Er erklärte deshalb zu Beginn, daß seine Partei unter dem Druck der Banken eine Ar- beiterregierung nicht länger dulden könne. Die Regierungserklärung bezeichnete er als einen Sieg der- Parteileitung über den gemäßigten Teil der Partei. Dazu komme, daß diese Erklärung eine sehr ernste finanzielle. Lage geschaffen habe. Eine große Kapitalflucht habe In den letzten Tagen eingesetzt und die Banken zeigen überaus große Nervosität. Die Kapitalflucht fei zwar als Vaterlandsoerrat zu betrachten, aber leider sei mit ihr zu rechnen. Infolgedessen könne die Linke eine moralische Mitverantwortung für die Arbeiter- regierung nicht länger übernehmen. Sie zlehe daraus die Kon- sequenz, indem sie beantrage, der Regierung das Mißtrauen aus- zusprechen. Aus diese Rede antwortete der Führer der Arbeiterpartei Genosse Madsen: Statt Loyalität walten zu lasten, habe man der. gegen- wärtigen Regierung gegenüber sozusagen Peitschen mit Eisennägcln angewandt, um das Volk zur Siedehitze zu bringen. Es fei außerordentlich bedauerlich, daß die bürgerliche Linke dem Druck unverantwortlicher Finanzmagnaten nachgegeben habe. Auch das zeige, daß es sich hier um Gegensätze zwischen alter und neuer Zeit handele. In scharfen Ausdrücken charakterisierte Madsen dann die in den letzten Iahren von dem Rechtskabinett ge- trieben« reaktionäre Politik. Diese Politik sei gekennzeichnet gc- wesen durch eine leichtsinnige Finanz, und Deflation s- Politik. Erst dadurch s« dt« große Bsrschiebuug bei de« letzt« Wahlen möglich gewesen. Aber trotzdem sichre man jetzt eine un» verantwortliche Agitation gegen die Arbeiterregierung. Diese Agitation bilde den Ursprung der gegenwärtigen U n ru h e im wirt- schaftlichen Leben: aus sie und nur auf sie sei der Sturm auf die Banken zurückzuführen. Der Führer der Rechten erklärte dann, daß seine Fraktion für den Antrag Mowinkel stimmen werde. Jin gleichen Sinne äußerte sich der Allhrer der A g r a r i er. Das Schicksal der Regie- rung ist damit besiegelt. Wer die Arbciterregierung ersetzen wird. ob eine bürgerliche Koalitionsregierung oder'eine Bauernrcgierung als Minderheitskabinett, ist»och unbcstinnnt. Der Redner der Kommunisten erklärte, daß noch nie eine Regierung in Norwegen eine» so großen Anhang gehabt habe, wie die Arbeiterregierung. ZNinisterpräfldent Genosse hornsrnd stellte fest, daß die Begründung des Mißtrauensantrages äußerst künstlich gewesen und im Auftrage der Finanz Magnaten erfolgt war: sie wünschten eine Regierung, über die sie bestimmen könnten, aber diese Voraussetzung werde eine Arbeiterregierung niemals erfüllen. Die Bankiers haben versucht, auf die Regierung einen best im in ten Druck auszuüben. Die Debatte wird Mittwoch vormittag fortgesetzt. Wahrscheinlich wird über den Mißtranenar�trag bereits am Mittwochabend abge- stimmt werden. Groener im Reichstag. Donnerstag Debatte im Haushaltsausschuß. Am Donnerstag vormittag beginnt im Haushaltsousjchuß des Reichstags die Beratung des Haushalts der Reichswehr. Der neue Rcichswehrminister, General Groener. wird bei dieser Gelegen- hcit seine Programmredc halten. Zu seinen Aufgaben wird es auch gehören, die Geldforderungen für den neuen Panzerkreuzer zu vertreten, besten Herstellungsbeginn der Reichsrat bekanntlich auf bester« Zeiten verschieben will, während das Reichskabinett an den» sofortigen Bau sesthält. In der folgenden Aussprache wird auch die P h o e b u s- A n- gelegenheit besprochen werden, da, wie ein offiziöses Bureau richtig feststellt, die Sozialdemokratie auf diese Besprechung nicht verzichtet. Berichterstatter über den Rcichswehretat ist an Melle des er- krankten(Senosten Stü cklen der Zentrumsobgeortmete Ersing. Seuost« Hüslich ist Mitberichterstatter. Indiens Protest. Zur Reise der(Simon-Kommission. Bon Kranz Josef Kurtwängler. Als vor sechzehn Monaten die aus Engländern und Deutschen bestehende Textilarbetter-Delegation im Morgen- strahl der orientalischen Sonne die indische Erde betrat, wur- den wir von den Bewohnern Bombays mit Blumen und Girlanden überhäuft, und dieser Willkommengruß, der in hundert Städten und Dörfern sich wiederholte, war so echt und innig, wie der Duft der Blumen, in deren Spende er seinen Ausdruck fand, iheute bereist das große und seltsame Land wiederum eine Europäer-Delegation. Sie ist als „S i m o n- K o m m i s s i o n" von der englischen Regierung mit dem Auftrage ernannt und entsendet worden, die Er- folge der im Jahre 1919 erlassenen und 1921 in Kraft ge- tre'tenen Verfassungsreformen zu prüfen die in ihrer Kümmerlichkeit mehr ein Bruch, als eine Einlösung der im Welt- kriege gemachten„Self-government" oder Eigenregierungs- zusagen darstellen. Die jetzt begonnene„Prüfung der Re- sultate" wurde vor zehn Jahren bei Einführung der Re- formen von der Regierung versprochen um, wie es hieß, auf Grund der Untersuchung weitere Reformen zu gewähren. Sollte die Arbeit der Kommission mehr sein, als eines der administrativen Verschleppungs- und Roßtäuschertunststücke, mit denen das zur Selbstbestimmung strebende Indervolk seit Kriegsende von der Regierung hingehalten wird, so war es klar, daß in der Reformkommission auch Inder selbst mitwirken mußten, die die Verhältnisse und die Politik des Landes kennen und im Zusammenwirken mit den Vertretern der britischen Regierung vielleicht ein Ergebnis hätten her- beiführen können. Diese Hinzuziehung indischer Vertreter wurde vom indischen Volke auch ausdrücklich gefordert. Trotzdem blieb es bei einer Inspektionsreise von Euro- pä e r n und die Inder, die aus einer Folge von bitteren Er- fahrungen in jedem Einzelfalle genau unterscheiden gelernt haben, ob es sich bei den von der Regierung beliebten Kom- Missionen um die Absicht zu nachfolgenden Maßnahmen oder um die bekannte„Geste zur Beruhigung der Oeffentlichkeit" handelt, lehnten das ganze Unternehmen als zur zweiten Ka- tegorie gehörend ab, und ihr Nationalkongreß beschloß dessen Boykott. Dennoch erschien die Kommission im Lande, und ihr Vormundschaftscharakter mußte das wachsende Selbst- bewußtsein des Indertums kränken. So allein erklärt es sich, daß die von der britischen Insel als Heilbringer Ent- sandten, von der Menge, und namentlich von der Jugend, mit Protestdemonstrationen an Stelle von Girlanden und mit Bananenschalen statt der landüblichen Blumensträuße empfangen wurden. Die ganze Erbitterung Indiens über der Reform- komödie zweiten Akt ist jedoch nur verständlich, wenn man sich den vor mehr als einem Jahrzehnt abgc- spielten ersten in die Erinnerung ruft. Während des Krieges in Europa, an dem Indien sich mit einer Million Soldaten, riesigen Geldsummen und ge- waltigen Teilen seiner Lebensmittelernte zwangsweise be- teiligte, brachen allerorts im Lande Teuerungskrawalle und politifch-revolutionäre Unruhen aus, die mit Blutbädern und Massenschlächtereien auf die Dauer nicht zu unterdrücken waren. Wirksamer erwies sich Lloyd Georges Ber*- h e i ß u n g. nach dem Weltkrieg, der gewiß der letzte' sei, erhalte das indische Volk unverzüglich seine Selbstreg, erung, denn hiese den Völkern jeder Zunge und Hautfarbe zu bringsrr. sei ja das hohe Ziel des gigantischen Kampfes. Im Jahre 1919 war das Werk der sogenannten Mon- tagu-Chelmsford Reformen beendet, das am 1. Januar 1921 unter dem Namen„Government of India Act"(Gesetz über die Regierung Indiens) in Kraft trat. Seitdem hat Indiens zentrales Parlament neben vierzig meist aus der englischen Beamtenschaft ernannten Abgeordneten eine Mehrheit von 194 gewählten Vertretern, die. bei der Art des gewährten Wahlrechts, zwei Prozent der Oberschicht vertreten, während die 98 Prozent des Volkes von dem„Reformwerk" völlig unberührt blieben. Dürftiger noch als die Wählerbasis ist die Zuständigkeit der merkwürdigen Volksvertretung. Ueber Einnahmen und Ausgaben des Staates hat sie weder Ent- jcheidunq noch Kontrolle, ja. die Gehäller der englischen Be- amten Indiens, die höchsten Beamtengehälter der Welt, dürfen im Parlament nicht einmal erwähnt werden, wie es überhaupt eine Reihe von Dingen gibt, deren Diskussion der Volksvertretung nicht er- l a u b t ist. Machtmittel verschiedener Grafle gestatten dagegen dem Vizekönig, jedes Gesetz zu Fall zu bringen, das vom Parlament beschlossen wurde, wie er umgekehrt alle Gesetze und Maßnahmen in Wirkung treten lassen kann, zu denen die Parlamentsmehrheit die Köpfe schüttelt. Die jüngste vizekönigliche Leistung dieser Art war die von den Protesten der„gesetzgebenden Versammlung" beglestete Entsendung indischer Truppen nach China. Zum Erlaß der blutigsten Verfolgungsgesetze{jegen die Inder selbst holte er sich die „Notstandsvollmacht"(swkrxsuvv power), die er aus London auf Grund seiner Situätionsberichte unweigerlich erbält. Ein verkleinertes Abbild dieser zentralen„Ver- fassung" hat ferner das Reformwerk jeder indischen Provinz beschert. Warum(so fragen mich heute Dutzende deutsche Ar- beiter) setzt denn imn die mdssche Freiheitsbewegung nicht ebenso viel Vertrauen auf die englische Arbeiter- partei und deren fraglos wiederkehrende Regierungs- gemalt, wie die englischen Arbeiten selbst? Hier muß, aus Wahrhaftigkeit wie aus Zweckmäßigkeit, vor haltlosen Hoff- nungen gewarnt werden. M a c d o n al d. der 1912 ein gutes(und deshalb in Indien verbotenes) Buch über feine damalige Indienreise geschrieben hat, nannte den klettenbaft zusammenklebenden, überkonservatioen, jedes andere Ele- ment fernhaltenden Engländerklüngel, der jenes Land regiert, eine;„Freimaurerloge", womit er die Abschließung und Heimlichkeit jener Kaste und chrer Herrschaftsmethoden kenn- zeichnen wollte. Und welche Erfahrungen mußte er mU dieser Kaste währeiid seiner Ministerzeit machen! Denn da- mals(im Sommer 1924) wurde in Indien das Verfolgungs- gesetz gegen die bengalische Freiheitsbewegung eingeführt und in London mit Berichten über Räuber- und Mörder- banden begründet, deren Richtigkeit nirgends in Europa geprüft werden konnte, da solche Informationen als unan- greifbares Monopol aus der„Loge" der indischen Verwal- tungsaristokratie kommen. Einmal, im Jahre 1884. erlebte es Indien, daß selbst ein Vizekönig, der damalige Lord Ripon, anders tat als die„Loge" wollte. Dieser hochgesinnte Mann plante, die richterliche Disqualifikation der Inder abzuschaffen und da- mit den„Schandfleck der Strafrechtspflege" zu beseitigen. der noch heute darin besteht, daß kein Engländer Indiens, wie schwer sein Verbrechen auch sein mag, sich von einem anderen Richter als seinem englischen Klubgenossen aburteilen zu lassen braucht, wodurch die schlimmsten Verbrechen am indischen Volte oft genug unbestraft bleiben. Die Herren- käste aber, die ihre Willkür gefährdet sah, verschwor sich in Kalkutta, die vizekönigliche Wache zu uberrumpeln, Lord Ripon auf ein Schiff zu schleppen und gewaltsam nach Eng- land zurückzubringen. Und die Verschwörung brachte den einzigen indischen Vizekönig, von dem Gerechtes zu berichten ist, zu Fall. Die englische Herrenschicht Indiens ist seit Ripons Zeit die gleiche geblieben, und würde auch ein eng- lisches Ministerium, ob liberal, ob Labour, das nicht das ge- samte Engländervolk hinter sich hat. sondern von der Dul- dung durch die Opposition lebt und eine fundamentale Aende- rung in Indien zu beginnen wagte, unter Pferdeäpfeln be- graben. In der„New Vork Tribüne" vom Jahre 1833 ist eine Artikelserie über die„Geschichte der ostindischen Handels- kompanie", wo es an einer Stelle heißt:„Indien wird seine Freiheit nicht eher erlangen, als bis die englische Arbeiterschaft die jetzige herrschende Klasse Englands abgelöst hat oder aber das Volk der Inder selbst stark genug ist, das englische Joch von sich zu werfen." Der Perfasser dieser Sätze war Karl Marx. Und in den gleichen Aussätzen zeigte er ausführlich und bildhaft, wie der indische Eisenbahnbau mannigfallige Industrien nach sich zieht, die den Boden bereiten für einen grandiosen sozialen und nationalen Frei- heitskampf. Ueber die Beschleunigung der geistigen und tech- nischen Voraussetzungen dieses Kampfes durch die Wekd- revolution des europäischen Krieges brauchen wir hier nicht dozieren. Heute rasseln, weithin hörbar, die Sträflingsketten im Weltzuchthause des Imperialismus, und zu des Sozia- listen prophetischen Worten ist ihr Klirren und Aufruhr Be- gleitmusik und erfüllende Tat. Einlenken der Regierung. Aufnahme von Eingeborenen in den Derfassungeiausfchuß. London, 7. Februar. tEigenbericht.) Der Borfitzend« der englischen Berfasiungskommission für Indien hat einen offenen Brief an den indi- schen Bizekönig gerichtet, der einer Erfüllung der indischen Forderungen hinsichtlich der Kommission gleich- kommt uud geeignet sei» dürfte, die Stellung der indischen Bevölkerung zu den Arbeiten der Kommission grundsätzlich zu ändern. Sir John Simon regt an» siebe« indische Mitglieder zu bestimme«, die mit gleichen Rechten und Pflichten zur Mitarbeit herangezogen werden sollen. Wahrscheinlich wird der für den 12. Februar einberufene Kongreß aller indischen Parteien diesem Kompromiß unter der Voraussetzung zustimme«, daß die sieben Mit- glieder von der indischen Nationalversammlung gewählt werden. Genosse Ramsay Macdonald hat inzwischen eine Botschaft an die Bevölkerung Indiens gerichtet, in der er die Hoffnung ausspricht, daß Indien jetzt durch die Einladung von siebe« Mitgliedern ermöglicht werde, an der Kommission mitzuarbeiten. Elend der Landproletarier. Abrechnung mit der Landbunddemagogie. In der Dienstagsitzung des Preußischen Landtags machte zu Beginn und außerhalb der Tagesordnung Abg. Kasper(Komm.) davon Mitteilung, daß aus der Festung Gollnow 15 politische Gefangene durch verdorbenes Essen an Vergistungs- erscheinungen erkranll sind. Davon liegen sieben Gesangene. deren Zustand zum Teil sehr ernst ist, zu Bett. Die vom Anstalts- direktor und vom Anstaltsarzt getroffenen Maßnahmen seien um zureichend. Außerdem seien die Kranken von Beamten als Simu- lanten bezeichnet worden.— Der kommunistische Antrag, eine Untersuchung einzuleiten und die Schuldigen zur Rechenschast zu ziehe», wird auf die Tagesordnung gesetzt und ohne Debatte an- genommen. Das Haus überweist die Denkschrift der Staats- re gierung über hie Berttetung Preußens im Verwaltungsrat der Reichsbahn ohne Debatte dem Hauptausschuß. Zur zweiten Lesung des Landwirtschaftsetots erhält zunächst das Wort Abg. Brandenburg tzöhung des Ausländerkontingents einsetzen will. Wir sind der Meinung, daß in Deutschland genügend Arbeitskräfte für landwirtschofttiche Arbeiten vorhanden find. Es fei noch auf die Klagen vor Schlichtungsousschüssen,«Schiedsgerichten usw. hingewiesen und auf die Behandlung der Betriebsräte uns der Gewerk- schaftsftmttionäre. So hat man auf dem Gute Ludwigsdors im kreise Oel». da« dem früheren deutschen Kronprinzen gehört, den nach dem vetriebscälegesetz gewählten Wahlvorstaad am Tage vor der Wahl entlassen, obwohl es sich um Leute bandelte, die bis zu 24 Zähren auf dem Gute beschästlgt waren.(Pfuirufe und: Hört. hört! bei den Sozialdemokraten.) Wir bitten den Minister, sich auch mit aller Kraft für die Umgestaltung der Landwirt- schaftskammern einzusetzen, die heute rein« Unternehmer- kammern sind. Das Hofgängerunwefon fordert geradezu einen Ver- gleich mit dem Sklaven tun, des Altertums heraus.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Gauger(Dnat.): Wenn die Londwirsschaft jetzt am Boden liegt, so sind d eigroßen Lasten daran schuld, die mon ihr auf- erlegt hat. Abg. Hagemaan(Ztr.): Die Unwetterkatastrophen der letzten Jahre haben die Krise der Landwirtschatf verschärft. Die Rollage der Landwirtschaft ist nur zu beheben, wenn ihr ausreichende Preise gesichert werden und die Spanne zwischen Erzeuger und Verbraucher herabgesetzt wird. Abg. Saiser-Äurhessen(D. Bpt.): Die preußische Regierung Hot bisher sehr wenig für die Landwirtschaft getan. Wir ersuchen die Regierung, von der Erhebung der Grundsteuer abzusehen, die un- tragbar ist. Abg. kellermann(Komm.) bezeichnet die Gegnerschaft der Rechts- Parteien gegen die Handelsverträge als demagogischeHeuche- le i und Wahlmache und bringt eine Reihe von Fälle» zur Sprache. in denen Grundbesitzer oder ihre Beamten Landarbeiter mißhandelt haben. Abg. Heesch(Dem.) führt die Not der Landwirtschaft wesentlich auf die großen Unwetterschäden zurück. An der Demonstration des Landbundes in Schleswig haben Nationalsozialisten mit- gewirkt und Flugblätter verbreitet. Die Forderungen des Land- bundes seien vielfach unmöglich durchzuführen. Abg. Pelers-hochdonn(Soz.): Zu den Demonstrationen des Landbundes, z. B. in Stettin, hat man vielfach dieArbeitergepreßt. Die Landarbeiter sind ein- fach dazu kommandiert worden. Die Reden, die die Herren von rechts gehalten haben, bewclsen, daß chnen die Fell« weg- geschwommen sind. Zn Schleswig-Holstein haben die völkischen bereits im tandbund das hett in der Hand. Die Geister, die die Deutschnationalen riefen, werden sie nun nicht wieder los.(Sehr wahr! b. d. Kaz.) Herr v. Rohr hat im Landbund bereits die Wahl- paro(x für dieses Jahr ausgegeben: Errettung der Landwirtschaft durch Kampf(regen den Marxismus! Die Landwirischaft ist durchaus nicht der einzigste Stand, der in di« allgemein« Not hineingezogen wurde. Um die Arbeilerschafl. um das Heer der Erwerbslosen vnd um die betrogenen Spa-er bot-en sich die Herren von rechts nicht bekümmert. Gegenüber diesen Ständen geht es der Landwirtschaft noch sebr gut, denn kein anderer Stand tst so berücksichtigt worden wie sie Oer stille Teilhaber. Zu den Fälle» Bergmann, Winter usw. ,Sie zahlen 4S Prozent Zinsen für die Einlage, damit jut. Wo die Verzinsung herkommt, interessiert mich nicht. Als Aristokrat hah ich— jottlob— mit Wucher nischt zu schaffen!'' Aufdeckung eines Fememordes? Verhaftung von ehemaligen Gfaßbachern. Stettin. 7. Februar. sLZ.) Nach fast acht Jahren ist jetzt in Pommern in der Nähe von Greifenhagen eine Bluttat, und zwar allem Anschein nach ein neuer Fememord, aufgedeckt worden. Zu Beginn dieses JahreS lief bei den dortigen Behörden eine Anzeige ein, dast an einer bestimmten Stelle in der Umgebung GreifenhagenS die Leiche eines im Jahre 1SS0 ermordeten ittostbachers, und zwar eines gewissen Paul Schmidt, verscharrt liege. Wie verlautet, soll diese Mitteilung einen Racheakt im Bcrlauf eines Schcidungs- Verfahrens zwischen Eheleuten darstellen, die von dieser Tat gewustt haben. Die Nachforschungen ergaben alsbald die Richtigkeit dieser Behauptungen, so dast gegen eine Reche von Personen, die als Beteiligte und als An- stifter zu diesem Fememord verdächtig sind, ein Haftbefehl erlassen werden konnte. Als Täter kommen durchweg ehemalige Angehörige einer Ro ß b a ch> F o r matt o n in Bestacht, di« im Jähre 1920 noch dem Kopp-Putsch auf Gütern bei Greifenhagen untergebracht war. Der von der Staatsanwoltschast Stettin erlassene Haftbefehl richtet sich gsgen den Leutnant a. D. Cdmuiü» Heines, den früheren Feld- webel Hans Otto, den früheren Unteroffizier Johann Vogt und den Arbeiter Max O l s ch e w s k i. Heines, der zurzeit der Roß bachschen„S p i o l f ch a r Ekkehard" angehört, wurde am 22. Ja- nuar durch Münchener Kriminalbeamte in Schongau(Oberbayern) verhaftet und zunächst nach München gebracht, von wo er dann in das Gerichtsgefängnis Stettin übergeführt wurde. Auch Vogt. der aus Turawa(Kreis Oppeln) stammt, konnte festgenommen wer- den, während Otto und Olschewski noch flüchtig sein sollen. Außer- dem wurde ein Lldministrator Bergfeld aus Rosenfelde verhaftet. Vogt und Olschewski sollen den Fememord an dem Roßbacher Paul Schmidt begangen, Heines und Otto sollen sie hierzu angestiftet haben, außerdem steht Heines im Verdacht der Mittäterschaft. Die Nachforschungen nach der Leiche des Schmidt auf Grund der bei der Polizei gemachten Angaben führten zur Auffindung einer Stelle, wo die Leiche anscheinend zuerst verfcharrt, von wo sie aber nach einem anderen Ort umgebettet worden war. Neuermngs soll es aber gelungen fein, den Körper des Unglücklichen unweit der ersten Stelle zu entdecken. Die Ermittlunge» in diesem neuen Femefall, der in der Greifenhagencr Gegend großes Aufsehen erregt, find noch nicht abgeschlossen. Verschwundene Aktenstücke. Nur keine Geßler- Ausreden! Wie wir bereits mitteilten, erklärte das Reichswehr- Ministerium, daß aus der Abteilung des Obersten v. Bonin überhaupt n u r c i n einziges Schrif ist ü ck seinerzeit ve.r° schwunden sei. DaMt soll wohl behauptet werden, daß die in der Oeffentlichkeit allgemeine Annahme, im Reichswehrministerium hätten die Akten Beine, auf einem Irrtum beruhe. Wir möchten darauf aufmerksam machen, daß das Urteil der Oeffentlichkeit doch nicht aus der Luft gegrifsen zu sein scheint, denn das wlchllgste Aktenstück In der Phoebus-Afföre ist seinerzeit im Reichswehrininisterium ebenfalls verschwunden und nie wieder ausgesunden worden. Mit Mühe und Not hat man aus anderen Aktenstücken einige Borgänge mit Hilfe von Kopien wieder rekonstruiert. Wir empfehlen dem Rcichswchrmmistcrium, ein F a h n- dungsverfahren für davonlaufende Akten einzu- richten. Das Kommando sollte in solchen Fällen anrufen: Halt oder ich schieße. Bielleicht bekommen danii die davongelaufenen Akten Angst und bleiben stehen. mit Saatgut-, Grnteeinbringungs- und Düngänultelkrediten. Der vermehrte Viehbestand gegenüber der Vorkriegszeit, der gesteigerte Verbrauch von Düngemitteln zeigen alles andere als eine zusom- menbrechende Landwirtschaft. Wenn es anders wäre, hätte sich Herr Minister v. K e u d e l l sicher nicht erst kürzlich«in Gut g e- lauft im Werte von 240 000 Mark. Der Landwirtschaft kann nicht durch hohe Zölle, sondern durch Steigerung der Pro, duktion geholfen werden.(Bravo! b. d. Soz.). Abg. Alilberg(Dnot.) polemisiert gegen die politischen Parteien, die die Landbundpolitik nicht unterstützen. Nach Ausführungen der Abgeordnetenn Stendel(D. Bp.), Mörick«(Komm.) und Meincke(Dem.) schloß di« Aussprache. Hier- auf vertagte sich das Haus auf Mittwoch, den 8. Februar, mittags 1? Uhr. Tagesordnung: Einzelberatung des Lcmdwirtschastsetats, Eingemeindungen m Westfalen, Etat des Staatsrats und des Q Landtags. Oer Kampf um die preußenkaffe. Eine Zurückweisung. Lei dem Bestreben, die Preußische Zentralgenossenschaftskasse, das größte genossenschaftliche Kreditinstitut, dem Reichslondbund in die Hände zu spielen, hat das Organ der Großagrarier dem von Preußen neuer, Mnnten Leiter der Koste, Rechtsanwalt Klepper, nach- gesagt, er Hobe seine Eignung für dieses Amt durch einen eklatanten Mißerfolg bei der Leitung der Domänenbank bewiesen. Daraufhin hat der Aufstchtsrat dieser Bank folgende Erklärung abgegeben: Der Aufsichtsrat der Deutschen Pächterkreditbank(Domänen- bonk) E. G. m. b. H. w e i st d e n A n g r i f f der„Deutschen Tages- zeitung" gegen Rechtsanwall Klepper(Nr. 37 vom 3. Februar 1928) mit Entschiedenheit zurück. Der Aufstchtsrat dankt Herrn Rechtsanwall Klepper für die erfolgreich« Lellung der Do- mänenbank, er versichert ihn? seines uneingeschränkten Vertrauens imd gibt seinem Befremden über einen derartigen unsach- lichen Angriff in einem der Landwirtschaft nahestehenden Blatte Ausdruck. Marx und Luther. Amtlich wird mitgeteill: In einem Teil der Presse(darunter auch im„Vorwärts" D. Red.) ist die Behauptung aufgestellt worden, daß vom Herrn Reichs- kaitzler bzw. ans der Reichskanzlei bei der preußischen Re- gicrung angeregt worden sei, den Reichskanzler a. D. Dr. Luther zum Präsidenten der Preußischen Zentralge- nossenschaftskasse(Preußentaste) zu ernennen. Diese Nach- richt ist f r e i e r s u n d e n. Es wird festgestellt, daß weder vom Herrn Reichskanzler, noch seitens der Reichskanzlei zu irgendeinem Zeitpunkt weder unmittelbar, noch mittelbar in der Angelegenheit auch nur die geringste Einflußnahme auf die preußische Slaatsregicrung versucht worden ist. Dieses Dementi haben wir erwartet. An den Tatsachen, wie wir sie mittcillen, ändert es jedoch nicht».» Frankreich schuht den Achtstundentag. ttabinettsbeschluß gegen Verschlechterung der Konvention. Parts. 7. Februar.(Eigenbericht.) Der Ministerrat hat auf Antrag des Arbettsministers beschlossen, sich seder Revision des Washingtoner 'lchtstnndenverträgö zu widersetze» und den im Par- lainent festgelegten Standpunkt aufrechtzuerhalten. I» Frankreich wurde die Regierung bereits in» Früh- jähr 1927 durch Gesetz zur Ratifikation des Washingtoner 'llbkonrltteus er«acht igt. sobald England«nd Deutschland ratifiziere». Abgesehen davon, ist der Achtstundentag in Frankreich durch ein Gesetz von 1919 mit gewisse» Einschrnvknnge» eingeführt. Behördenterror im Wahlkamps. Unbequeme Agitatoren sperrt man in polen ei«. Warschau. 7. Februar.(Eigenbericht.) Der Führer der unabhäagige» polnische» Sozialisten. Dr. Drob»er. wnrde in Bromberg verhaftet, weil er sich durch eine Wahlrede, in der er zum aktiven Klassen- kämpf aufforderte, des Hochverrats schuldig gemacht haben soll. Drei weitere Führer der unabhängige» So- zialisteu wurde» schon vor einiger Aeit verhaftet, so daß diese Partei im Wahlkampf führerlos ist. In Lemberg verhaftete die Polizei zahlreiche Mit- glieder der ukrainischen sozialistischen Partei, darunter den Vorsitzenden und Redakteur der Parteizeitnng. Sie werde« einer Verschwörung gegen die Regierung bc- schuldigt. Auch im Wllnagebiet sind 18 Personen ver- haftet worden. Sie gelte« alS Kommunisten. Verhaftet und wegen„Staatsverrats" usw. in Untersuchungshast gesetzt wurden die polnischen unabhängigen Sozialisten Zacharjasiewicz und Maus in Bromberg, di« polnischen Linkssozialisten Iankowfkt in Ezenstochau(wegen Agitation sllr die KP. aus einer Wählervcrsammlung in Petrikau heraus ver- haftet) und B e m in Posen: der ehemalige Abgeordnete D u b r o w- n i k von der Bauernpartei Piast(freigelassen, doch unter Polizeiaufsicht gestellt) und der ehemalige Abgeordnete O k o n, Führer der radikalen Bauernpartei, von Warschau nach Lublin transportiert. Ergänzen wir diese Liste, die wir. einer einzigen Nummer der täglich erscheinenden— uns aber neuerdings nur sporadisch zu- kommenden—.Lodzer Bolkszeitung" entnehmen, noch durch die Mit- teilung, daß in Warschau eine jüdisch-bürgerliche Wählerversammlung auf dem Borplatz einer Synagoge» nachdem mehrere Redner ge- sprachen hatten, von der Polizei aufgelöst worden ist und daß sogar im Lodzer Gebiet Versammlungen der PPS. gehindert werden. private Kriegsschulbenzahsung. Wieder 40 Millionen Mark in England gestistet. London. 7. Februar. «chatzkanzler Churchill hat von einem Unbekannten 300 000 Pfund mit dem Bankvermert erhallen, daß dieses Geld zur Deckung der englischen Kriegeschulden verwandt werden soll. Nach einer Erklärung Ehurchills vom 9. Dezember 1927 waren bis dahin bereits von Privaten für die Schuldendeckung ins- ««samt 1078000 Pfund gestistet worden. Eine Spende von 120 000 Pfund war, wie später festgestellt werden konnte, von B a l d w i n, der damals Finanz jekretar beim Schatzamt war, gekommen. Zum zehntenmal vor dem Kriegsgericht. Oer Prozeß Boris Stefanoff. Zum jehntenmal steht jetzt Boris Stefanoff vor rumänischen Offizieren als Richtern. 1922 bis 1924 hat Stefanoff die „Verbrechen" begangen, wegen deren er jetzt verurteill ward«» soll. Di«„Berbvechen" bestehen in ein paar Aufsätze � für das bessarabisch« S e l b st b« st im mungsrecht im„So- cialisnml". Die Aufsätze erschienen domats unbeanstandet. Stefa- iwff lief frei herum. Ader je schwieriger die innerpolitische Lage für die herrschende Oligarchie wurde, um so schärfer wurde der Druck»ach unten. So kam es. daß 1923 die im Jahre 1922 und 1923 geschriebenen Aussätze plötzlich voin Militär st aats- anwalt neu entdeckt wurden. Sie wurden nun zum Glied einer Verschwörung gestempelt und deshalb die Anklage geger Stefanoff erhoben. Zehnmal wurde dieser Prozeß bereits vertagt. Seit 1926 sitzt dieser Manu in Untersuchungshaft. Die herrschend« Klasse wagte es nicht, diesen Prozeß zu Ende zu führen, weil sich in Boris Stefanoff die gnize Unzufriedenheit, die ganze Empörung der Masten verkörpert. Bukarest, 6. Februar. Im Komnmnistcnprozcß Stefanow wurden die Angeklagten verhört. Sie sagten übereinstimmend aus, daß sie im Gefängnis von der Sicherheitspolizei durch unerhörte Mißhandlungen zum Geständnis gezwungen worden seien. Der Arzt des Ge- fängnisses von Sillaoa gab in seiner Zeugenaussage zu, daß die Gefangenen mißhandelt wurden und ungenießbares Esten vor- gesetzt erhiellen. Stefanow sei in Ketten in einer unterirdischen Zelle gchallen worden, wo er sich ein Nierenleiden zuzog. Erst auf Intervention des Arztes wurde seine Lage erleichtert. pariser Anwälte ausgewiesen! Zwei Pariser Rechtsanwälte. iMa urica Juncker und Rene Delbert, die Stefanoff zu verteidigen gehabt hätten, haben folgendes erlebt: Sie sich Freitag abends in Bukarest angekommen, um von der Militärbehörde die Erlaubnis zu erwirken, mit Boris Stefanoff in Fühlung zu treten. Denn in Rumänien herrscht noch immer seit 1916 der Kriegszustand. Der französische Gesandte gab ihnen einen Empfchlnngsbrief an den Imenminister Duca. Sie wurden von seinem Kabi uttschef empfangen, der einen Emp- sang beim Minister für den nächsten Tag zusagte. Statt dessen erschien cnn Abend im Hotel«in Siguranzabeamtcr, der den Anwälten mitteilte, sofort das Land zu verlassen. Sie er- hoben dagegen Einspruch und beriefen sich auf die Zusage, am nächsten Tag vom Imrenminister empfangen zu werden. Tatsächlich erschien am nächsten Morgen wieder der Siguranza- beamte, um sie, wie er sagte, zum Minister zu führen. Statt dessen brachte er sie zur Siguranza. Dort wurden sie von dem berüchiig- tcn Letter der Siguranza, Bladimirescu, der in einer berühmten Broschüre Costa Forus als der ärgste Folterknecht geschildert wird, empfangen. Es kam zu einem großen Kroch, in dessen Verlauf der Befehl erteilt wurde, unter allen Umständen mtt dem nächsten Zug abzureisen. Es gelang de» Anwälten noch, mit ihrer Gesandtschaft in Verbindung zu trete», wo sie einen ge- hornischten Einspruchsbricf überreichte»», den der Gesandte an das Ministerium zu leiten versprach. „Mein Eindruck," sagte Juncker auf der Rückreise in Wien, „ist in folgenden Worten zusammen�, fassen: Riiinäricn steht unter der Allmacht des Militärs. Das Militär beherrscht die Straßen. Und obwohl das gane Land hinler der Opposition stchl,«vagl nie- wand, sich zu rühren, denn die TNaschincngcwchrc stchen bereit. Rumänien will eine äußere Anleihe aufnehmen. Es muß dafür gesorgt werde», daß die öfsenlliche Meinung der Wett über diesen Zustand des Landes unterrichtet wird. Ob danr noch jemand Lust haben wird, sein Geld in diesen, Lande des ewigen Schreckens anzulegen, bleibt eine offen« Frage." Acht Jahre unschuldig im Kerker. In einem der berüchtigten rumänischen Kerker wird seit acht Iahren der Altmeister der rumänischen Sozialdemokratie, Genosse Bujor. gefangengehalten. Er hat die ersten Jahre heldenhaft überstanden, jetzt ist er körperlich gebrochen, geistig erschöpft und todmüde. Ein bäuerlicher Abgeordneter der Regierungspartei hat jetzt eine Interpellation zugunsten Bujors eingebracht, was ge- wattiges Aussehen erregt hat. Die Vereinigung„Republikanische presse" veranstaltet heut« abend in den Räumen des„Demokratischen Clubs, Biktoriastr 24, einen politischen Bortragsabcnd, bei dem der srüherc Hof- mors6)all des Kaisers Graf Zcdlitz-Trützschlcr und Dr. Sven von Müller über den politischen Boykott sprechen werden. Eine Aussprache wird sich de« Borttägen anschließe». PICHEN iGümi feSaa® mn cflteffZM SSOSsßß S.TJ Handarbeit, rund, Stck. Pf. EMmn siftciscPütze a« gut Linon, ra. halb. Ann w Arm» ScliwesternKieidbuu.w�c9o offen und geschlossen zu tragen... Sciiuesternsciiürze 275 gut Linon, m. halb. Ann sternKleii geschlossen zu tragen sternsciiürzi guter Linon, mit 2 Taschen NkluWeibimg MülerKÜtel auch schatzmantel. on gute Nessel quali tat, mit Sattel und Gurt...................... w Aerziemanlelin ä« quali tat. offene u. geschlossene Form W Aerztemantel schwere Köper- quali tat, gute Passform, offen und geschlossen zu tragen.......... W Lejnenwaven Kuchenhandfucher Äoo�Ät 42 Kuchenhandlücher�ÄRI�Är�bÄ 85i Slubenhandtücher 58 Stubenhandtücher 78 Wischtücher..w.ei":.rot. f�st�SSpt Wischtücher Ä? 48 TakMeutkPbe« TisÄtvSkfbe pt 'PL PL 'PL 'PL Daincn-Taeiier- w... mit farbiger Hükelkante und Q farbigem Hohlsaum..... 6 Stück m*0™- Herren-Tücher 25 «elas Linon, g bunt kariert, wasch- u. lichtecht, SSL i 75- L�eTaschentöcher. ■weiss oder weiss- schwarz, mit Atlaskante................ 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Paris. Revue| |„Tout nu"». 200 Mitwirkende lOrlginal• Pariser Kostüme B'(llllliillttlllltllll MIIIIIIIHIIIIIIimilllHtllHIMIIIfllll. 1 |$onnabend, 11. Februar[ Premiere iGroßes Revue- Stück| "Iii ■•iiHiMiiiiiiiiMiiiiMiiiniifMiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiniinii| 1 Parkett 3,5U Mk. ■ Theaterkzisse ununterbr.geöftn i QeotsdisiTlieaiei Norden 12310 (Sammelnummer) 3U, Ende nach 10U Robert Emmet Kammerspiele forden 123.0 (Sammelnummer) 8' 4 U-, Ende nach 10 Hoden Sie. daB Coostaoce sidi richtig verhält? Die Komödie Bismarck 2414.7516 8", U. Ende 10'/, U. Marcel Fradelin SerliDet Theater Uirektion Kuhnert. hincllrastr.ao 91.DMI>.iriJ 8>., Uhr Max Adalbert als Der Herr von••. Piscatorbflhne raeat.«.«ollenaortpiati Kurfürst 2091/93 räglich H Uhr Die Abenteuer des braven Soldaten Schwefle mit Mai Pallenbug insu Erwin Pisutir Walhaila-Th. Weinbeigsweg 19 20 Eioe lietoeadii Operetten schwank Looy Pyrmoni In der Hauptrolle Vorzeiger dieses zahlen für Parken auch Sonntags statt > MK nur 90 PL � f t 8)! � � f ff n Joh.-Seb.-Bach-Saal Berlin W. 35, Lützowstr. 76 Freitag, 10. Februar 1928 19 und 21 Uhr: Film Vortrag Canada das Land der eigenen Scholle Ueberfahrt auf einem Dampfer des Norddeutsch.Lloyd Bremen Der bekannte Vortragsredner üapitio Gotttnl Sptöwmi- Berlin Der neue große Reisefilm der DOring-Film-Werke Hannover zeigt nicht nur die wlrtschaftl. Bedeutung, sondern auch die Schönheiten und Reize, sowie einige seltene Naturwunder des unbekannten Canada Hersteller: Dörlng-Fflm- Werk© Hannover In Gemeinschaft mit dem Nordd. Lloyd Bremen Preise Mk. 1.—, Mk. 1.50, Mk. 2.— Vorverkauf: Theaterkasse A W.rtheim, Bote u. Bock, Leipziger Straße und Tauenul.nstr Näheres siehe auch Plakate heaterdesifestens Täglich 8 Uhr Möncntuiuseas letzte Li be Wirt, Bergmann, Xürly.Schulz.Albu Kleines Ttieater Päßlich � Uhr Erika GT&�ner in Gretchen Für Jugendliche nicht geeignet E ■ larrmln-Höhiier rh.Kftnl*"rät* St Bergm.21ia Uhr Sdiloss Wefiersleic von Wedekind Rsgie ItHctoi Bamowskr Komödienhaas Norden 630» 8.15—•!(MO Uhr Roknspokiis von Curt Götz Residenz-Theater Tägl. 8'1, Uhr ffüti'jng am Rliein Operette I 3 Akt. mit Ru h Ardin, Franz aanann Tilly FtiMr. I Iso Plescw. Helene Bnhm RnffKanzlig SaftM5nro-3anB«n Ms. Künstler-(I. « Uhr „Efciyne" cssing-fheaier « UTir „Rose Bernd" Thalia-Theater 8 D.: Cas Kamel geilt duidi das tladelölir Lastspielbaus «'/, Uhr iiuldo Thielscher Gesdiäftsagfsiditu Rose-Theater sV, Uhr Der Pfarrer von Kirdiield Metropol-Th. Täglich k Uhr „Die sdiöne Helena" Operette v.O. icnbach Uui, Üditenste.B Reflnef, Imw. G rron, Httznef. h. im Admiralspalas Tägl.S1, Uhr KALLER REVUE Jannnniwo' Planetariom am Zoo 'oläog. Jtadi nsiitaln Ural Noll 1573 16'. u. 21 Uhr Oer Sternh mntel der Heimat 18 Uhr Reise z. Aequator >»'/, Uhr im Reiche der dillernaeaissonoc Eintritt I M. TudoiuLtJJatTuOjO.< CASINO-THEATER« uhB Lothringer Str. 37 Die spanische Fliege. AaMchnciden. Gutschein 1—4 Pera». Fauteuil nur 1,10 AU Sessel nur 1.60 M. Reichshallen-iheaer 8 Uhr, Sonntg. nachm. 3 Uhr. Stettiner Sänger „No.tes tfoebenende" .g-, nachm. heb»? Preise I ÄÄ uönhoff-Brett'i: n Kabarett, Vaiiete w>T Konzert. Tanz, Theater am Kottbusser for Kottbusscr Slralie 6. § Täglich 8 Uhr Elite-Sänger febnia; in graBsr Form. Jeden Sonnta" njthm. 3 Uhr; Grobe Pamtilen-Vorsieilnnt (ungekürzt). t/olkspr. 0,4«, 0,75,. 1�5.'�0.>.75 Mk. �üeQwflk Arnold bcuolz. Ifaj>e.is Forluea mit grotten Uebei ranchungen. Donnerstag i Gr. Sdiweinesdiladtten. Nr. 65» 45. Jahrgang Miiwsch, S. Kebruar 4928 In feierlicher Weife wurde am gestrigen Vormittag die in der II l m e n st r o st e in Kaulsdorf-Süd gelegene neue Volks- schule ihrer Bestimmung übergeben. Von hohen Mosten flatterten die schwarzrotgolden« Reichsfahne und die Stadtfahne. Zu den zahl- reichen Vertretern der verschiedenen st ä d t i- schen und staatlichen Behörden hatten sich die der Elternschaft gesellt. Die Feier fand ihre künstlerische Umrahmung durch die Liedervortrög« eines Kinderchores» der «uf einer mit Blumen und schwarzrotgoldenem Fahnentuch geschmückten Bühne Aufstellung Senommen hatte. Bürgermeister Genosse Dr. S i g g e l begrüßt« mit herzlichen Worten die Versammelten und gab nach einem kurzen Rück- blick auf die Entwicklung des Schulwesens im Lichtenberger Bezirk dem Wunsche Ausdruck, dost in der Schule neben ernster Arbeit auch eine gesunde Lebensfreud« ihren Platz finden möge. Nach weiteren Ansprachen. die vom Oberrcgierungsrat Dr. S ch e p p für das Provinzialfchulkollegwm, vom Oberfchulrot Dr. Fischer für den Magistrat und vom Echulrot Joe nick« für den Schuwezirk Lichtenberg geholten '»vurdcn, übergab der Bürgermeister die Schlüsselgewalt über das chaus dem Rektor Dr. Poppendick, der, vereint mit der Elternschaft, sich seit Jahren um die Errichtung der Schule bemüht hotte. Ein Rundgong durch das Haus gewährte einen erfreulichen Einblick in einen schönen Schulhausneubou, der mit seinen Ein- richtungen auch anderen Schulbauten als Beispiel dienen tonn. Die Schuloer Hältnisse waren in den Siedlungsgebieten der früheren Außengemeinden Kaulsdorf, Biesdorf und Mohlsdorf lange Zeit hindurch die denkbar un- günstigsten. Aber auch nach der Bildung der Stadtgemeind« Berlin war es dem Bezirksamt Lichtenberg wegen Mangel an Mitteln nicht sofort möglich, eine zentral gelegene Schule zu erbauen. Erst im Herbst 1926 konnte damit begonnen werden. Der Gesamtbau gliedert sich in dos eigentliche Schulgebäude als Hauptbau, die Turnhalle und einen beide verbindenden Dcil, in dem sick) die Rektorwohnung und einige Neben räum« befinden. Das Gebäude, in das man durch zwei Portale gelangt, denen offene, ober gedeckt« Lorhallen vorgelagert find, ist van der Straße durch einen breiten Vorgarten getrennt. Im Erdgeschost liegen zwei W c r k st ö t t e n, die S ch u l k ü ch c, die Bücherei, hr.s Lesezimmer und das Bureau. Im ersten Stockwerk find sechs Klassen, ein« Kombinationsklasse, das Zicktor- und Konferenz z im in er und.zwei Lehr- in i t t e l r ä u m e untergebracht. Im zweiten Stockwerk befinden fich ebenfalls sechs Klassen, dann der Zeuch« n.s aal-, das P h y f i k z i m m c r und ein Unterfuchungszimmer für den Arzt. 51» der Nordseite der 12 Meter breiten und 22 Meter langen Turn- Halle, die auch als Aula dienen kann, befindet sich eine Bühne mit Umkleideräumen. Erwähnenswert find ferner die Brause- o n l o g e n mit den Auskleideräumen und die für Gäste «ingerichteten Garderoben. Große, breite Fenster belichten die Klaffen, in denen zweisitzig« Mittelholmenbänke stehen: drei Klassen find mit zweisitzigen Tischen und Stuhlen versehen. Alle Räume f>er Schule sind in frohen Farben gehalten. Ein S ch u l h o f und her Garten für die Schüler vervollständigen das Bild einer modernen Schule, deren äußere Linienführung sich gut in das Laudfchastsbild einfügt. Menschen.Göttern gleich... J3) Roman von Herbert Dearge Wells. Die Regierungsform und die Geschichte Rtopiens. 1. Es entstand eine Pause. Die Erdlinge blickten einander (in und ihre Blicke schienen sich auf Mr. Cecil Burleigh zu konzentrieren. Aber dieser Staatsmann tat so, als ob er die allgemeine Erwartung nicht bemerke. „Rupert," sagte er,„möchtest du nicht...?" „Ich hebe meine Bemerkungen für später auf," sagte Mr. Catskill. „Pater Amerton, Ste�sind gewöhnt, Abhandlungen über andere Welten zu halten." „Nein nicht in Ihrer Gegenwart, Mr. Cecil." „Aber was soll ich ihnen erzählen?" „Was Sie darüber denken," sagte Mr. Barnstaple. „Jawohl," sagte Mr. Eotskill,„erzähl' ihnen, was du darüber denkst." Kein anderer erschien würdig, in Betracht gezogen zu werden. Mr. Burleigh erhob sich langsam und schritt ge- dankenvoll nach dem Mittelpunkt des Halbkreises hin. Er faßte seine Rockaufschläge und verharrte einige Augenblicke mit gesenktem Antlitz, als ob er überlegte, was er sagen solle. „Mr. Serpentin," begann er endlich, indem er eine ehr- liche Miene aufsetzte und den blauen Himmel über dem ent- fernten See durch seine Gläser betrachtete,„meine Damen und Herren—". Er begann seine Rede als wäre er bei einem Gartenfest der Primrose-Liga oder— in Genf. Es war geschmacklos, aber was sollte er anderes tun? „Ich muß gestehen, mein Herr, daß ich mich bei diesem Anlaß gewissermaßen in Verlegenheit befinde, obwohl ich im öffentlichen Sprechen keineswegs Neuling bin. Ihre bewun- dernswerten Ausführungen, mein Herr, einfach, zutreffend, klar und inhaltsreich, bisweilen zu Momenten ungekünstelter Beredsamkeit anwachsend, haben mir ein Vorbild errichtet, dem ich gerne folgen tNöchte— und vor dem ich, in Bescheiden- hstt, verzage. Sic fordern mich auf, Ihnen so einfach und klar wie möglich die Haupttatsachen über jene verwandte Welt zu berichten, aus der wir mit so geringer Absicht zu Ihnen gelangt sind. Ich glaube nicht, daß meine schwachen Kräfte, so geheimnisvolle Angelegenheuen zu oerstehen oder zu be- Am heutigen Lormittog holten IbOMahlsdorfer, 100 Kaulsdorfer und 27 Biesdorfer Kinder ihren Einzug in die Schule, um die sie von vielen beneidet werden, nämlich von denen, die ihre Schulzeit in Räumen verbringen mußten, die sich wenig von denen einer Kaserne unterschieden. Tempo! Haushaltsauöschuß gegen Baupolizei. Im Haushalt Hausschuh des Rathauses saß gestern die Baupolizei auf der Anklagebank. Der langweilige Geschäftsgong, dos Durcheinander und Nebeneinander der einzelnen Instanzen bei der Genehmigung neuer Bauvorhaben wurde durch eine Füll« von charakteristischen Beispielen l>«legt. Der- gebens bemühte sich der Vertreter der Baupolizei, die Notwendigkeit dieses schleppenden Geschäftsganges zu beweisen. In einer Zeit, in der die gesamte Verwaltung Berlins sich«rsreulicherweis« dem Tempo der Millionenstadt anzupassen bemüht, wirkt der Burcaukratis- in u s der den Neubau„begutachtenden" und„genehmigenden" Dienststellen, von denen jede eifersüchtig über ihr verbrieftes Recht wacht, wie ein Ucbcrbieibselausvcrgangenen Tagen, Monate, Jahre vergehen, bis ein Projekt, das nicht ganz in das Schema? paßt, alle Instanzen durchlausen hat. Und immer neue Instanzen schalten sich ein: Polizeipräsidium, Wohlsalirlsministcrium. Tie Sozichdemolrati� tritt gewiß für straffe Zenrralisatioii ein: Gerade darum aber verwahrte sie sich gestern aus das Entschiedenste gegen das gelegentliche, tapsige Hineinrcgicrcn arbeits- loser Regierungsstellen in die Aufgaben der Selbstverwaltung(vgl. Europahous!). Der Ausschuß einigte sich, einer Anregung der sozialdemokra- tischen Fraktion folgend, ans eine Entschließung, die den Magistrat ersucht, eine Vereinfachung des G e s ch ä f l s g a n g c s bei der Genehmigung von Bauvorhaben mit größter Beschleunigung durchzuführen und der Stadtverordnetenversammlung darüber Be- richt zu erstatten. Gleichzeitig sollen entsprechende Schritte bei den Reichs- und Landesbehördcn unternommen werden. Da der Ma- gistrot selbst die Unhaltbarkeit der jetzigen Zustänve anerkennt, sprechen, ausreichen, um Ihre bewunderswcrte Darlegung der mathematischen Gesichtspunkte dieses Falles verbessern oder sie überhaupt irgendwie ergänzen zu können. Was Sie uns erzählt haben, umfaßt die letzten, tiefsten Gedanken irdischer Weisheit und geht fürwahr weit über die uns ge- läufigen Ideen hinaus. In gewissen Dingen, zum Beispiel was die Verknüpfung von Zeit und Schwerkraft anbelangt, fühle ich mich allerdings verpflichtet, zu gestehen, daß ich nicht Ihrer Meinung bin, aber dies ist eher aus ein Richiverstehen Ihres Standpunktes, als auf irgendeine tatsächliche Meinungsverschiedenheit zurückzuführen. Bon einer höheren Warte aus betrachtet, braucht der Fall keine Schwierigkeiten zwischen uns hervorzurufen. In der Hauptsache schließen wir uns vorbehaltlos Ihren Behauptungen an; das heißt, wir sind uns dessen bewußt, daß wir in einem Universum leben, das dem Ihren gleichgerichtet ist, auf dem Planeten, der als echter Bruder des Ihrigen ihm wirklich merkwürdig ähnlich sieht, auch unter Berücksichtigung aller möglichen Gegensätze, die wir hier entdeckt haben. Ihre Ansicht, daß unser System aller Wahrscheinlichkeit nach durch die Wirkung der Zeit etwas weniger abgeklärt und gereift ist und vielleicht einige hundert oder einige tausend Jähre hinter Ihren Er- fahrungcn zurücksteht, interessiert uns und wir find sehr geneigt, sie zu teilen. Indem wir dies zugeben, mein Herr, können wir es nicht vermeiden, daß unser Benehmen Ihnen gegenüber eine gewisse Bescheidenheit annehmen muß.?lls den Jüngeren steht es uns nicht zu, zu lehren, sondern zu lernen. An uns liegt es eher, zu fragen: Was habt Ihr geleistet? Was habt Ihr erreicht?, als mit nolncr Ueber- heblichkeit all das, was wir noch zu lernen und zu leisten haben, vor euch auszubreiten..." „Rein," sagte Mr. Barnstaple zu sich, ober halb hörbar, „das ist ein Traum... Wenn es jemand anderer wäre.. Er rieb sich mit den Fingerknöcheln die Augen, öffnete sie dann wieder, aber immer noch war er da und saß neben Mr. Mush inmitten dieser olympischen Gottheiten. Und Mr. Burleigh, dieser glatte Skeptiker, der an nichts glaubte, der sich über nichts wunderte, beugte sich auf den Fußspitzen vor und sprach und sprach mit dem Selbstbewußtsein eines Mannes, der schon zehntausend Reden gehalten hatte. Er hätte seiner selbst und seiner Zuhörerschaft im Londoner Rachause nicht sicherer sein können. Und sie oerstanden ihn! Dos war widersinnig! Es blieb weiter nichts übrig, als bei dieser erstaunlichen Sinnlosigkeit mitzutun— dazusitzen und zuzuhören. Manchmal schweiften Barnstaples Gedanken von dem, darf man daraufhin mit baldigen einschneidenden Mast- nahmen rechnen, die hoffentlich weder vor sachlichen noch vor persönlichen Unzulänglichkeiten holt machen. Die Reichshouptstodt verlangt nach Te m p o, gerade auf dem Gebiet des Bauwesens! Wir find auf dem Vormarsch! Sin Dortrag Lobes in Schöneberg. In einer öffenllichen Kundgebung der Partei sprach gestern abend Genosse L ö b e in einer überfüllten Versammlung in der Hahenzollern-Oberrealschule in Schönebevg. Di« Bersammelten stauten sich in den Gängen. Biel«, die keinen Eintast mehr fanden, wurden in einer Paralleloersammlung vereint, in der Genosse Eschbach sprach. Genosse Löbe wies auf die Bedeutung des kommenden Wahljahres hin. Nicht nur der deutsche Reichs- tag wird neugewählt, verschiedene andere europäische Länder werden ihr Parlament erneuern! In den politischen Entscheidungen hängen die Länder voneinartder ab, so daß ein Sieg der Linken bei uns outomotrsch ein« verstörkt« Lintsbewegung in anderen Ländern zur Folge hat. Auch«in wirtschaftliches Zu- sammengehen der verschiedenen Länder ist notwendig! Dann begründete Genosse Löbe die F r i ede n sp oliti t der SPD. und die Unterstützung der Außenpolitik Stresemtfnns und zeigte, daß, wer in der Welt herumkommt, überall«in sried- liebendes Volk findet. Den Verhetzungen, die durch Blätter wie den„Lokal-Anzeiger" und den„Tag" erfolgen, müsse mit allen Mitteln begegnet werden. Der Krieg ist nicht eine Naturerscheinung. wie ein Erdbeben, wie oft von Militaristen behauptet wird, sondern wird von Menschen gemacht und kann deshalb auch von Menschen verhindert werden. Nun kam Genosse Löbe auf die deutsche Jnnenpolitik zu sprechen, die von der SPD. auf das schärfst« bekämpft wird. Der Dürgcrblock führt nur noch ein Scheindasein. Trefflich sühne Genosse Löbe die unzähligen Widersprüche der Bürgerblock- Politik vor Augen, namentlich den Umsall der Deutschnottonalen in unzähligen Fällen. Zum Schluß trat Genosse Löbe sür eine Ent- giftung des politischen- Meinungsaustausche» ein und bracht« starke Argumente gegen die Zollpolitik. Mit einer scharfen Geißelung der Futterkrippenwirt- schaft der Rechtsparteien schloß Genosse Löbe sein Referat imter dem begeisterten Beifall der Versammelten. Wie sie auf Abwege kam. Eine falsche rumänische Gräfin. Wegen fortgesetzter Uitterschlagung hat sich eine 26 Jahre alie Kässensührerin der Kriminalpolizei selbst gestellt, nachdem ihre Vor- untrci-imgen entdeckt wurden Bei einer Berliner Firma angestellt, bezog sie ein jämmerliches Monatsgehalt von nur 90 Mark, wurde aber für das geringe Einkommen durch die„liebevolle Behandlung", die ihr der Chef erwies, einigermaßen entschädigt. Eines Tages, vor% Jahren, aber wandte der Ehcs feine Neigung, die ihr bisher zugute gekommen war, einer anderen zu. Das kiänkte sie doppelt. Nicht nur die Eisersucht quälte sie, sondern ebensosehr der Gedanke, daß es mit dem schönen Leben, den Theaier- besuchen, den Autasahrte» usw., zu Ende sein sollte. Verwöhnt, wie st- nun einmal war, suchte und fand sie»ach beiden Richtungen einen Aqsweg. S.tqti des Chefs juchje sie einen n e u o n F r e.u n d, der allerdings erst. 1.9 Iast.r« zahlte und aus seiner Tasche zu einer besseren Lebenshaltung weingi beitragen kannte, weil er noch Ka u s ma n N S l e h r l i n g war. Darüber beruhigte sie ihn aber sebr bald. Sic erzählte ihm, daß sie eine rumänische Gräfin und verheiratet sei. Ihr Gatte sei ein großer Spartsmann, der im Wellenbad im Lunapark für eine große Schwiuimkonkurrcnz eifrig trainiere. Ab ugd zu fahre er mit einem Flugzeug nach Paris. Wenn das Traisting zu Ends sei, was ollerding? nach geraume Zeit dauern werde, so seien große Reisen geplant, zuerst nach Aegypten. Dazu gehöre nuch ein Reisebegleiter, und das sollte der junge Freund werden. In dieser schönen Ans- sich ließ er sich leicht überreden, seine Stelle zu verlassen und ans Kasten der„Gräfin" englische» und spanischen Privatunterricht zu nehmen. Er hatte auch nichts dagegen, daß die„Grasin" ihn jetzt was Mr. Burleigh sagte, vollkommen ab. Dann kehrten sie wieder zurück und hängten sich verzweifelt an seine Rede. In seiner zurückhaltenden parlamentarischen Art, mit seinem Augenglas tändelnd, oder mit den Händen die Rockausschläge umkrampfend, gab Mr. Burleigh Utopien kurz Bericht über die Welt der Menschen, indem er versuchte, wesentlich klar und vernünftig zu sein. Er erzählte ihnen von Staaten und Königreichen, von Kriegen und dem Weltkrieg, von wirk- schaftlicher Organisation und Desorganisation, von Revolu- tionen und Bolschewismus, von der schrecklichen russischen Hungersnot, die eben begonnen hotte, von der Schwicrigkeitz anständige Staatsmänner und Beamte zu finden, von der Ratlosigkeit der Zeitungen, von all dem dunklen und vcr- wirrten Spektakel des menschlichen Lebens. Serpentin hatte den Ausdruck„das letzte Zeitalter der Verworrenheit" ge- braucht, Mr. Burleigh griff die Phrase aus und baute sie weitschweifig aus... Es war eine große rednerische Improvisation. Sie mußte ungefähr eine Stunde gedauert haben: die Utopen hörten mit klugen, aufmerksamen Gesichtern zu und gaben dann und wann ihren Beifall und ihr Verständnis für diö eine oder andere Darlegung durch Kopfnicken zu erkennen. In Mr. Barnstaples Hirn erklang es leise:„Ganz wie bei uns— im Zeitalter der Verworrenheit." Endlich kam Mr. Burleigh mit der ruhigen Ueberlegung eines alten Parlamentariers zu Ende. Beifall... Er verbeugte sich: er hatte es hinter sich. Mr. Mush erschreckte olle durch ein heftiges Händeklatschen, i» das niemand anderer einstimmte. Die Spannung in Mr. Barnstaple war unerträglich ge- worden, er sprang auf. 2. Er stand und machte jene schwachen entschuldigenden Gebärden, die für den unerfahrenen Redner so charakte- ristisch sind. „Meine Domen und Herren, Utopen, Mr. Burleigb!" begann er.„Ich bitte Sie sür einen Augenblick um Ent- schuldigung. Eine Kleinigkeit! Sehr dringend!" Für kurze Zeit blieb er stumm. Dann fand er Aufmerksamkeit und Aufmunterung in den Augen Urthreds. „Etwas verstehe ich nicht. Etwas Unglaubliches— ich meine etwas Widerspruchsvolles. Die kleine Lücke— sie macht aus allem eine phantastische Wahnvorstellung!" (Fortsetzung jo'g' schon mit Frack und Smoking und drei Straßenanzügen ausstattet«. Außerdem erhielt er 10 Mark tägliches Taschengeld, und abends lebte er mit der reichen und freigebigen Freundin auf deren Kosten in den seinen Lokalen. Das ging lange ohne den geringsten Zwischenfall. Die K o s s e» s ii h r e r i n bestritt den ganzen A u s w a n d aus den Geldern des Chcjs und verdeckte das so geschickt. daß nichts zu merken war. Endlich kam es aber doch an den Tag. Als die Ungetreue erfuhr, daß der Chef sie anzeigen wollte, ging sie gleich selbst zur Kriminalpolizei und stellte sich zur Versiigung. Der angehende Reisebegleiter war wie aus den Walken gefallen. Es war ihm nicht ganz lieb, daß er alle seine schonen Sachen wieder abgeben mußte. Er ist aber der einzige, der nicht geschädigt ist, son- dem einen dauernden Vorteil davangetragcn hat, denn die Sprach- kenntnisse, die er durch großen Fleiß erwarb, kann ihm niemaird nehmen. Die Geständige wurde auf freiem Fuße belassen, weil kein Fluchtverdacht vorliegt. Die kommende Gerichtsverhandlung wird hoffentlich auch Klarheit über den merkwürdigen Chef bringen, der es wagt, eine 26jährige Angestellte in verantwortlicher Stellung mit einem erbärmlichen Gehalt von 66 Mark abzuspeisen und der mich wohl nicht unschuldig daran ist, daß die Angestellte aus Abwege geroten ist. Ltntergang eines Dampfers. Durch Explosion.- 43 Passagiere ertrunken. parle. 7. Februar. Wie die Abendpresse aus Hanoi(französisch Zndochina) meldet. sank auf dem Niekonz infolge einer Explosion der Flußdampfer Trintinlan vier Kilomeier oberhalb von Thokhek. hierbei kamen 4.� Personen, darunter zwei hohe französische Beamte und der frühere Deputierte Bartholoni, ums Leben. Der Kapitän de» Dampfers wurde schwer verletzt, zahlreiche eingeborene Passagiere mußlen in das Krankenhaus übergeführt werden. Muh der ersten Feststellung ist die Katastrophe aus die Explosion einer an Bord befindlichen Bcnziolodung enlweder durch Unvorsichtigkeit oder Selbstentzündung von Benzindämpsen zurückzuführen. Beamte und Sozialdemokratie. Kundgebung sozialdemokratischer Beamten. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer 'Beamten im Deutschen Beamtenbund hatte zu Montag nachmittag nach Berlin eine Reichskonferenz einberufen, die emen sehr guten Besuch aufwies. Als Vertreter des Partei- Vorstandes waren die Genossen Stelling und Bogel, ooni Bezirksverband der Genosse holz sowie eine?ln.zahl Reichstags- und Landmgsabgeardnete der Sozialdemokratischen Parte! anwesend. Die Konferenz wurde eingeleitet durch ein Referat des Genossen F r i ck. Stuttgart über„Der Deutsche Beamtenbund und die Sozial- demokratische Partei". Wenn die Beamten erklären, Partei- politisch neutral zu sein, so bedeute das keineswegs, daß sie politisch neutral sind. Die Beamten haben an der Politik und der politischen Entwicklung ein sehr starkes Interesse, weil nichr nur ihre engeren Stondesfragen, sondern darüber hinaus olle Wirtschosts-, Steuer- und Zollsragen politische Fragen sind, die die Beamten in ihren Existenzbedingungen stark berühren. An dem kommenden W a h l k a m p f sei die Bcomtenschast ebenfalls stark interessiert, well es dabei um die Ordnung der innerstaatlichen Verhältnisse, um den Einheitsstaat und um den Frieden in Europa geht. Das gemeinsame Ziel der Beamten, Arbeiter und An- gestellten in diesem Wahlkampf sei, einen Staat der Freiheit, eine irziale Republik und eine höhere Kultur des gesellschaftlichen Zu- sommenlebens zu schaffen, wie sie nur in einer sozialistischen Ge- sellschastsordnung möglich ist. Dem beifällig aufaeiwmmenen Resciat schloß sich eine ausaiebkge Debatte an, an der stch auch die Mitglieder des Pörteioorstandes beteiligten. Es folgte dann ein Referat des Vorsitzenden des Seist bandes Preußischer Polizeibeamten, Genossen Schräder, über die Werbearbeit vor den Wahlen, das ebenfalls eine längere Debatte auslöste. Die Kundgebung fand ihren Niederschlag in zwei En tschließungen, deren eine an die Beamten den Appell richtet, der Sozialdemokratischen Partei bei den Wahlen zum Siege zu verhelfen, während es in der«uidcren heißti„Dem Deut- fchen Beonuenbund gegenüber haben die Parteigenossen die beson- der« Pflicht, mit Nachdruck für eine einwandfreie neutrale Tendenz einer gewerkschaftlichen Politik sich einzusetzen. Von der SPD. er- warten die im DBB. gewcrkschaillich organisierten Parteigenasien, daß die Tatsache ihrer Mitgliedschaft im Deutschen Beamtenbund ahne Einsluß auf die Rechte und Pflichten ist. die sie als Mitglieder der Partei haben." Am Abend fand im Plenorsitzungssaale des Borläufigen Reichs- wirtschastsrates eine öffentliche Kundgebung statt, in der Reichsminisler a. D. Genasse David über die E n t st e h u n g und Bedeutung der republikanischen Verfassung sprach. Genosse David schilderte in feinem vorzüglichen Reserat die'Ursache» des militärischen Zusammenbruches und die politischen Schwierig- leiten, unter dsne» die jetzige Reichsoerfassung zustande kam. Er legte an ihren wichtigste» Artikeln dar, welche Rechte sie dem beut- ichen Volke verleiht, und zeigte ferner die Ursachen oul, warum viele Bestimmungen der Reichsverfassung leider noch auf dem Papier iieheii.«eine Auslühniiigen klangen ebenfalls aus in ejncn, Appell an die Beamtenschaft, durch ihre Stimniobgabe bei den kommenden Wahlen dostir zu sorgen, daß die heutige Republik endlich zu einem wirklichen Voltsstaat ausgebaut werden kann. Sie wollte ins Wasser. .. Tin aufregender Aorsnll spielte sich gestern nachmittag in der Freibades Adlershof ab. Dort stürzte sich gegen 16 Uhr die sechzehigährize Else R. aus der Wühlischstraße zu Lichtenberg in die Spree. Da das Walser an dieser Stelle>ehr stach > ii, mißlang die int zunächst, und die jugendliche Selbstmörderin watete noch der Mitte des Stromes zu. Das Borliaben des Mädchens uwr icooch aus einiger Entfernung von einem Fußgänger beobachtet iiioröc», der so> ort herbeieilte, in das eisige Wasser sprang und die ,!k. k"«''9 bis zur Brust im Wasser stand, wieder her- ausholte. Das junge Mädchen, das unter der Kälteemwirkung am Itter odnmachtig zujaminengebroclzcv war, wurde von herbsigerusenm iii.' ro e• en'«©dMW' genommen und später von den Eltern (nfia., stf1 111 xr iC Ol'Ocholt. ZmisticU'citen mit den Eltern |. icn tic Jugendliche zu dem VcrzweifiungsschriU oeranlaßt lzaben. Selbstmord eines unbekannten Berliners. In Stuttgart !'?.1!� an" c.ln unbekannter junger Mann von etwa I n f /Vbn!n."lchosw. der dem K a u f m a n n S st a n d e w�rfi n rt 1., Sci ihm fand man einen in »»Vn-t? c. 1 f e p a fl' aus dem er ledoch alle i 7? 9 6" v.l t hmte. Der Unbekannte ist etwa In Veter groß und schlank. Hai dunkelblondes Haar, ein glatt- t, u"h �raue Augen und trug einen Lttfrm,?m lÄL..lne�raU'iroa� karierten Ueberzieher. einen Dir Seschlechkskrankhcilen In Kunst und Literatur. Dieses bock- interessante Thema behandelt Universitätsprofelsor Dr stuliu« ch« l l e r an �and. zahlreicher, zum größten Teil noch nicht veröffent- firbfer Pirfrihinior in /im" Hat Bergmann beamtete Freunde? Vor der Vernehmung Lacobys.— Die Rolle des Riiiergutsbesihers.— Die Pfandleihe Winier und das Siandard-Warenkaufhaus. Zm Lause des gestrigen Tages haben die Vernehmungen des houptbeschuldlgken im Lombardskondol, des Kaufmanns Paul Bergmann, angefangen. Bergmann dcslreitet energisch, sich in irgendeiner Weise schuldig gcmachi zu haben, doch ist das Leweismaieriol vernichtend. Paill Bergmanei hat im Verhör erklärt, daß er bei seinen großen geschäftlichen Transaktionen sich um E i n z e l h e i t e n nicht habe kümmern können. Er sei gewissermaßen nur„über den Wolken" tätig gewesen, und die freilich sehr dichten Wolken, die über diesem Geschäftsbetrieb lagerten, hat er nicht, bemerken können. Eine Teilnahme an irgend welchen Schwindeleien kommt „selbstverständlich gar nicht in Frage". Die Untersuchungs- behörden sind hier freilich etwas anderer Aasicht. Heute wird das erste gristrdliche Berhör des schwer belasteten Staatsanwaltschaftsrates I a c o b y I stattsinden. Entgegen den Meldungen einiger Berliner Blätter liegt ein H a j t e n t- l o s s u ii g s a n t r a g der Bcrteidigung Jacobizs bis zur Stunde 'nicht vor. Es handelt sich lediglich um eine H a s t b e s ch w e r d e. Haftentlasiungsanträge sind eingereicht für Frau Bergmann, ihren Freund, den früheren Mitinhaber und Prokuristen der Firma, Willi Kraatz, sowie die Angestellten des Allgemeine» Lombord- und Lag« i Hauses, Landauer, Ohnftein, Wustrow und Frau. Zinvie- weit diesen Anträgen stattgegeben wird, läßt sich zur Zeit noch nicht übersehen. Inzwischen sind über die Angelegenheit in den..Breslau er Neuesten Nachricht« n" neuc interessante Mitteilungen er schienen. Ein Beamter, der seinen Namen vorläufig verschweigt, hat sich nämlich vor etwa neun Monaten an die Betrugsob- teilung des Berliner Polizeipräsidiums gewandt, um zu erfahren, ob die Firma Bergmann sicher ist und wie sie die ungeheure Verzinsung von Zö proz. jährlich — soviel war ihm als„kleinem Anleger" geboten worden— ermöglichen könne. Das Berliner Polizei Präsidium wies ihn an die „Zentralstelle zur Betämpsung der Schwindel- firmen, B e rl i n- F r re d e n o u". Da antwortet« man ihm, daß bis zur Stunde„keine Beschwerde gegen das Unter- nehmen vorläge". Drei Tage vergingen, als er von dem inttme.r Mitarbeiter Bergmanns, Herrn O h n st e i n, einen Brief erhielt, der mit folgenden Worten begann:„Nachdem Sic nunmehr auch genaue polizeiliche Informationen über das betreffende Unter- nehmen eingezogen haben, nehme ich nut Bestimmtheit an, daß Sie jetzt über die Rcellilät desselben eingehende Auskunsi erlzalten haben." Angefügt sind dann die bekannten Referenzen der Herren I a c o b h und Kompanie. Es ist verwunderlich, daß Ohnsteins Schreiben das Dawm 14. Iimi 1627 trägt, das Schreiben der Zentralstelle zur Bekämpfung von Schwind dfirmen ober das Datum vom 11. Juni 1627. Znnerhalb von 72 Stunden ist es demnach Herrn Ohnflein gelungen, von der Korrespondenz über das Lom- bardhou» unterrichtet zu werden. Auch diesen Dingen wird man bchördlichersefts nachgeben müssen.— Wie unser Breslauer Partei- blatt mitteilt, ist inzwischen der Rittergutsbesitzer Löwen seid- Hühnern ou»sühriich über seine Rolle in der Bergnvnn-Assäre vernommen worden. Er hat zugcgeb.en, zahlreiche günstige Referenzen über das Unlernehmm erteilt zu haben. Er gibt an, daß er daiür«in Prozent Provision der Summen erhielt, die mif Grund seiner günstigen Aus» künite von den Persönlichkeilen bei Bergniann eingezahlt wuvdein die sich bei ihm über die Sicherheit des Unternehmens erkundigt hatten. Daß er seine eigene Einlage mit 5 Proz. monatlich, d. h. also mit der geradezu phantastischen Zisser von K0 proz. pre> am'" verzinst bekam, will ihm nicht weiter sonderbar vorgekommen lein. Unser Breslauer Parteiorgan fügt mit Recht hinzu:„Damit ist erneut sestgestellt, daß unter olle, die dem Betrüger Bergmann Z u- treiberdicnste leisteten, das Geld der Dummen auf- geteilt wurde."„ Wie wir schon gestern abend mitteilten, sind die Meldungen über eine Gegenüberstellung Bergmanns und Iacobys falsch. Bor Abschluß der Einzelvcrhöre ist mit Konfrontationen nicht zu rechnen. Gestern berichteten wir weiterhin über den Skandal des psandlelhinstilutes winler in der Friedrichstr. 22b. Wie wir erfahren, beschitftigen sich Staatsoiiwaltschast und Polizei schon seit längerer Zeit mit diesem eigentümlichen Geschäjtsmorm. der mir einer ganzen Rejhe wenig gut beleumundeter Leute in Verbindung stand, �ic ihm Schlepperldienste leisteten. Es handelt sich ii. a. um eine» gkimji'N' Scheuer niann aus der Paul- ftraßc, einen Georg Ott ittjd einen Menschen, der vorgibt. Koh r zu heißen, dessen Rame aber noch nicht ermittelt ist. Alle diese sind schon wegen Schwindelei vorbestraft, unch es ist kaum glaublich, daß ein G-schäsl-maun. der aus seinen Ruf sieht, sich mit solchen Leute,, einläßi. Gegen Oll uiö Scheuermann ist inzwischen nach einer vorläufigen Festnahme ein neues Verfahren ein geleitet, und die Anklageerhebung steht bevor. Aui Weisung des Oberstaatsanwalts ist gestern bei der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft je ein Sovderdezernat errichtet worden. da die Anzeigen gegen Winter bereits in die Hunderte gehen. » Ein Berliner Biall brachte weiterhin schwere Beschuldigungen gegen das Standard- Worenkausiious, an dem der berüchtigte Arthur Seil beteiligt ist. Auf Aerarllassung der Staatsanwaltschaft sind inzwischen die Geschäftsbücher des Standard-Warenkaufhauses beschlagnahmt und einem Bücherrevisor übergeben, der vpn dieser Untersuchungsbehörde beauftragt ist. Das Blatt schreibt, daß es seine Leser habe warnen wollen und es ihnen überlaste, über Herrn Keil selbst zu unellen. Wir enchasten uns vorläufig jeden Urteils, erwarten aber bestimmt, daß die zuständigen Behörden auch hier mli aller Energie durchgreifen und nachprüfen, ob etwas faul ist oder nicht. Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbett Sonntag, den 42. Februar 192», vormittags ttl Uhr, tm ärt«"-Sveditioaen] nnb in Bureau des Bezirk». bUdnngsauHschnfsea, Llndensirahe 3, 2. Hof II, Zinunrr f. Die Slodkverordnele Genossin Dr. fiälhc Frankenthal spricht heute, Mittwoch, mn 16 sä) Uhr im Rundfunk über das Thema: Die sozial-hyzienischcn Einrichtungen der Stadt Berlin. Billige Flschlage. Die seltene Gelegenheit, sich ein billiges Aal- essen zu verschossen, ist gegeben. In der Woch? vom Donnerstag, dem 6. Februar ab. kommen zum Berkaus: lebendirisch eingefrorene Aale, im ganzen Fisch pro Pfund nur 1,35 M.(im Anschnitt entsprechend teurer); Die Berkaufsstellen sind durch Plakate kenntlich gemacht.,,..... Sprechchor für proletarische Feierstunden. Die Uebungsswnde findet in dieser Woche am Donnerstag und Freitag, abends um 7 Uhr, in der. Sophienschule, Weinmeisterstr. 16—17, stall. Es müsten alle alle Mitglieder bestimmt und pünkllich erscheinen., mkeL Walzer von Millöckcr und Johann Strauß sang im ersten Teil der Abendveranstaltung Hedwig Knufmann-Francillo. Ihr leichter und eleganter Koloratursopraii brachte die Kompositionen gut zur Geltung. Bruno Seidler-Winkler bewährte sich als Klavierbegleiter. Im Anschluß� an diese Darbietung gab es ein« literarische Ber- anstaltung„F r ü h v o l l e n d e t e'. Hermann Kasack sprach ein- leitende Worte und umriß die Persönlichkeiten einer Reche früh verstorbener, verheißungsvoller Talente und Genies, die teils schon in ihrem Iugendwerk die Grundidee ihres ganzen Seins dokumen- tierten, teils aber nur schwache Andeutungen dessen geben konnten, was die Erfüllung ihres Lebens der Welt geschenkt hätte. Lucio Mannheim rezitierte aus verschiedenen Werkerl. Einen Bortrag, der in gewissem geistigen Zusammenhang mit dieser Veranstaltung stand, hielt Dr. Hans Zbinden, Zürich,„M arterwege des Genies". Die Men�e tröstet sich gern damit, daß erst der Gekreuzigte«in Heiland ist und daß das Genie nur aus Not und Entbehrung sein Werk für die Well schassen kann. Der Redner be- tonte die ilnsinnigkeü solcher Auffassung. Unschätzbare Werte gehe» dadurch der Menschheit oerloren, daß das Genie verkannt wird und sich im Kampfe für sein Werk und in der Sorge um das tag- liche Brot zermürben muß. Berftändnts und Achtung vor dem Genialen, das im Durchschnittlichen keinen Raum findet und her» ausfällt, muß in der Menschheit lebendig werden.„Dom guten Massengsschmack" handelte ein Rartrog Paul Westheims. Westheim legte die Entwicklung von d«r handwerksmäßigen zur fabrikmäßigen Herstellung der verschiedenen Gebrauchswaren dar und zeigte, wie nach einer Epoche, die kitschige Nachahmungen bevorzugte, der Mastengeschmack sich im allgemeinen geläutert und einer schönen Zweckmäßigkeit zugewandt hat. lieber ,2)ie international eOrganisation der Presse" und ihre Bedeutung für die internationale Verständigung sprach Ministerialrat Dr. Kurt Häntzschel. Tos. Zu unserem Bericht über den Fstmoortrag Tvas Frauenkleid" bittet uns das Frauensekretariat beim Bezirksoerband Berlin der SPD. mitzuteilen, daß es sich nicht, wie ün gestrigen Abendblatt angegeben, um eine Veranstaltung des Hauptausschustes für Ar- beiterwohltahrt..{oudem um ,« rire B« r a» st a ltu« g Fraüen'ekretariats., M der die Funktwnärinnen beir; Ar beiterwohlfahrt Zutritt hotten, hattdelte. Venns im Gchachiurnier. Koch-Brinkwann, Ahnes— Nest, Vogoljubow— Leonhard. Beim Iubiläumsiurnier der Berliner Schachgesellschast wurde am Montag die in der zweiten Runde abgebrochene Partie Brink mann— Stoltz unentschieden gegeben, da e» sich heraus- stellte, daß der Kieler Brinkwann mit einem Turm gegen zwei vor gerückte feindliche Freibauern mehr erreichen kennte. In der dritten Runde wurden alle Partien mit Ausnahme der Begegnung Stoltz— Schlage mit den Damenbauern eröffnet. In der d r! t k e n R u n d e des Iubilmnnsturnters der Berliner Schachgesellschast siegten: Stoltz gegen Schlage und Dr. Tar- t o k o w c r gegen Helling, in der noch nicht beendeten Partie Sämisch— Steiner steht Sänüsch stark auf Gewinn. Roch nicht beendet ist auch das Treffen Iobncr— Nimzowitsch, daaegen einigten sich K o ch— B r i n t m a n n, A h u es— R e t i und Bogoljubow— Leonhard auf Remis. Nach der dritten Rund« ergab sich sol- gcnder Stand: Bogoljubow 2, Reti, Stoltz 1H(1), Brinkmann, Zortakower IZö, Nimzowitsch 1(2),' Ahnes, Johner, Steiner 1(1), Helling, Leonhard, Koch 1, Sämisch Vj(2), Schlage 0(1). Ein Lpelbahuhof. Die Opelwerke in Rüsselsheim planen eine riesig« Bahnhofsanlage für ihren Werkbetrieb. Beamte der Reichsbahn besichtigten das Gelände, auf dem der Bahnhof er- richtet werden soll. 20 hessische Morgen werden für diese Anlage benötigt: 16 Gleislinien sind vorgesehen Die Reichsbahn wird auf den Strecken von Dannstadt, Mainz und Wiesbaden Sonder- zöge fahren lasten, die direkt in den Opelbahnhof einfahren und nur von Werksangehörigen benutzt werden dürfen. Grubenexplosion bei Aachen. Aus noch unaufgeklärter Ursache entstand auf der Grube „L a u r w« g- V o c c a r t"«ine Explosion, die den Tod eines Arbeiters zur Folge hatte. Sechs Schwerverletzte bc- finden sich im Krankenhaus: ihr Zustand ist bedenklich. Gpsrt. Die Belgier liegen im WalferbalL Im Mittelpunkt des Schlußtages der intirnationalcn Schwimmwettkämpfe im Wellenbad Lu na park stand das Wasserball spiel zwischen Belgien und Tschecho- s l o w a k'e i. Beide Maimschasten zeigten hervorragende technische Feinheiten, die beiderseitigen Torhüter erwiesen sich als Leute intcr- nationaler Klasse. Die Mannichast der Tschechoslowakei mußt«. obwohl sie fast durchweg mehr vom Spiele hatte,«ine 3:0- Niederlage durch Belgien hinnehmen. Bous« 1:0. Die Ergebnisse: Große Freistilstafsel 10x66*! Meter 1. Magdeburg 06 7:01: 2. SEE. 89 Berlin 7:11.2— 2. Lagenstalfel 4X100 Meter: 1. SSE. 89 Berlin 5:14,4; 2 Posetdon-Gelsenkirchen 5:17B:_ 3. Berliner Schwimmklub. Große Damen-Bruststasfel 10X66:!) Meter: 1. Nixe-Charlottenburg 10: 53,4: 2. Oller-Berliit 1l!20.—2. Brustschwimmen 200 Meter: l' Pöckel-Berlin 3:02,2; 2. Wenk-Weitzensee 3:08 B. 2. Freistilstafsel 100, 200. 400. 200. 100 Meter: 1. SSE. 89 Berlin: 2. Poseidon. Verlin. eßs • Das ideale Ab führ- Konfekt Drohung der Metallindustriellen. Schwerstes Geschüh im Kamps in Mitteldeutschland. Sie HL meldet: Orr erweiterte Vorstand des Gesamtverbandes Deutscher vletakllndaslrlekler Hot In seiner Sihung am 7. Aebruar dieses Jahre» einstimmig beschlossen: l. Die mitteldeutsche Gruppe in dem ihr ausgezwungenen tohnfampfe mit allem ihm tu Gebote stehenden Mitteln;u unter- stützen: 2. zu diesem Zwecke die vorhandenen Zands durch eine da» ge- samte Verbandsgebiet unifasiende geldliche Umlage zu vcr- stärken; Z. zur Unterstützung der mitteldeutschen Gruppe zu gegebener Zeit zur Gesomtauvsperrung zu schreiten; 4. eine Kommission von zwölf Herren au» allen Teilen des Reiches einzusehen, die mit der Durchführung der beschlossenen vlahnahmen beauftragt und mit allen Vollmachten ausgestattet ist. Wenn die Herrschaften vom Gesamtoerband etwa glauben, durch ihre Veschlüsse die kämpfenden Metallarbeiter in Mitteldeutschland ins Bockshorn zu jagen ader gar durch ihre Drohung mit einer G e s a m t a u s s p c r r u n g der gesamten deutschen Metallorbetterschast die Leitung des Deutschen Metall arbeiteroerbandes zum Abbruch des Streiks zu zwingen, dann sind sie auf dem Holzwege. Nachdem sie mit ihrem Schreckschich so lange droliten. bevor sie ihn losknallten, hatte er seine Wirkung von vorn- herein verloren. Der den Metallarbeitern:» Mitteldeutschland, nicht den Unternehmern aufgezwungene Lohnkompf wäre längst wieder beendet, wenn die Berliner M c t a l l i n d u- st r i« l l« n sich nicht eingemischt hätten, um zu verhindern, daß es durch dos Zugeständnis einer annehmbaren Lahnausbesserung zu einer Einigung kam Die vorstehenden Beschlüsse sind für die Metallindustriellen ch a- r a k t« r i st l f ch. Es kommt ihnen in ihrem Machtdünkel gar nicht in den Sinn, auch nur den Versuch zu machen, den Kampf auf friedlichen, Wege beizulegen. Nein, ste diktieren, und wenn die Arbeiter stch diesem Diktgt nicht fügen, wenn sie nicht zu den alten Löhnen weiter fronen wollen, dann schwingen sie die hungerpeitsche, suchen„Arbeitswillige", und wenn das olles nicht Hilst, drohen sie mit der Stillegung der gesainten deutschen Metallindustrie, mit der Gesamtaussperrvng. Käme es auf die Absicht der Brutalität an. dann könnte der Ec- somtverband erwarten, daß seine Beschlüsse den von ihm ge- wünschten Eindruck machen. Allein derartige Absichten sind schon so oft bekundet und ausgeführt worden, daß sie keinen klaffen- bewußten Arbeiter mehr schrecken können. Die Herren dokumentieren durch ihr Borgehen nur, daß sie ihren letzen Rest von Nimbus als„W i r t s cha f t s f ü h r e r" aufs Spiel letzen, um ihr«, Machtgelüsten zu frönen. Sie zeigen, daß sie nicht die deutsche Metallindustrie nerkörpcrn, sondern lediglich die jeweiligen Nutznießer dieser Industrie, die sie skrupellos zu schädigen bereit sind, sobald es um ihre augenblicklichen Profitintcresscn geht. Wollten die Herren vom Ge somtverband, daß der Kampf ln Mitteldeutschland schleunigst beigelegt wird, dann müßten sie es aus vernünftigem Wege versuchen. Wollen sie diesen Weg erst nach einer Gesamtaussperrung begehen, dann trogen sie die Berant- wortung für die Folgen. Die mitteldeutsche Metallorbeiterschoft wird ihren Kampf unbeirrt weiterführen, bis ihr Ziel erreicht ist und die iinternehiner zu einer Tersiandigung bereit sind. Achistundeniagkomödie öecDstegienuigen Das Proletariat muft ihr ein Snde bereiten! vari». 7. Februar. Im heutigen Ministerrat berichtete Arbeit» mini st er Falliere» über die Genfer Berhandlungen über da» W a s h i n g> t on« r Achtstundenadkommen. Die Negierung beschloß, in dieser Frage ihren bisherigen Standpunkt aufrechtzu- erhalten, das Washingtoner Abkommen nur zu ratisizie- xtn, wenn es vor hervonEnglandundDeutschlond anerkannt würde, und sich jeder Revision dcs Abkommens zu widersetzen. Da England nicht ratisizieren will und Deutschland ge nau wie Frankreich nicht eher ratisizieren will bevor England nicht ratifiziert hat, ist die seit Fahren hinausgezögert« Ratifizierung da mit einstweilen„erledigt". Solange nur, bis es der Arbeiterschaft in England und in Deutschland gelungen, ihre Macht in den Regie- rungen ihrer Länder zu gehöriger Geltung zu bringen. Die Geschichte des Washingtoner Abkommen» ist ein schlüssiger Beweis für die Unfähigkeit der vom Unternehmertum abhängigen bürgerlichen Regierungen, die Arbeitskraft der Arbeitnehmerschost vor d«n Raubbau des Kapitalismus zu schützen. Die notwendigen> Schlußfolgerungen daraus ergeben stch von(eftst. Das Spiel mit den Erwerbslosen. Die kommunistische Konferenz. Die KPD. hatte zu ihrer gestrigen Beranstallung atwa 150 Per- innen als Delegierte der Erwerbsloien in Berlin, der Provinz Brandenburg und der Lausitz auf die Beine gebracht. Steffen sprach über die Lage der Erwerbslosen und die Auswirkungen der Arbeitslosenversicherung, Wloch über die Organisierung der Erwerbslosentewegung. „Mit Hilfe des Erwerbslosenvcrsicherimzsgesctzez sollen die Arbeitslosen zu einer Armee van Stlcikb-e6>crn und Lohndrückern or- aonisien werden. Durch die Trennung der Arbeitslosen in Klassen (gemoint sind die Lohukiassen. Red. d. B.) soll die Äompftrast der Arbeiterschaft gegen die Arbeitslosigkeit wailer zersetzt werden." Daraus geht hervor, daß die Kommunisten deshalb so schlecht auf die Ardeitolosenoersicherung zu sprechen sind, well c» ihre parteipolitische Agitation unter den Er- werbslosen erschwert. Schuld daran sei die Politik der sozialdemokratischen Führer und die Politik des Borstaude» des ADGB., die erst die Darausetzungen für die Sckzasfung de? reaktionären Gesetze? geliesert habe. Die soz'aldeinakratische Kewerksthoftsbureaukratie sabotier-' jeden Kamps der Erwerbslosen. Die seindfoUge Haltung der Sozialdemokratie gegen die Arbeitslosen soll der Genosse Brühl dokumentiert haben durch Derweisuing solcher Arbeitslosen, die seit Iahren kein« Arbeit mehr fanden, weil sie insolg« ihres Allers nur noch teilweise arbeitsfähig waren, an die Äriiensürsorgc. Kurz. um: Kampf gegen das Arbeitslosenversicherung». -esetz, gegen di«. Herrschaft des Reformismus in «n freien Gewerkschaften und zum Schluß, für die Auf- richtung einer Arbeiter- und Ba uer n r«gi eru ng. In den Richtlinien für die kommunistische Erwerbslosen- bemegung wird die Bildung non Kampsorgonen der Erwerbslosen- bewegung als notwendig erklärt und den Gewerkschasten vorqe schrieben, was sie zu tun haben. Den Vertrauensleuten der Erwerb»- losen und Erwerbslosenausschüsse, d. h. der KPD. ist in den Orts- Verwaltungen der Verbände und in den Ortsausschüffen«ine entsprechende stimmberechtigte Vertretung zu gewähren. Zu diesem Zweck soll«in entschiedener Kampf um vis Anerkennung durch die Gewerkschastsführer geführt werden. Don den„Forderungen"" wenden sich neun an Reich und Kommunen und neun akwdt? Kommunen besonders. Die ersten neun Punkte betreffen die Acnderung des Arbellslosenverstcherungsgesetzes, das durch ein«„Erwerbslosenfürsorge" ersetzt werden soll. Die Kommunen sollen bis zur Aufhebung der Lohnklofsen 1—6 die Differenz bis zur Klasse(5 zahlen, eine regelmäßige Mietsunter- stutzung, noch länger als zweimonatiger Arbeitslosigkeit die Miets- rückstände und die rückständigen Beträge für Gas und Elektrizität; sie sollen allen langfristig Erwerbslosen und deren Angehörigen die nötige Kleidung liefern. Gutscheine für Lebensmittel und Kind�rmilch, die sogenannten Arbestslofenausschüffe anerkennen und ihnen Räume zur Verfügung stellen. Anstatt die Erwetbslosen mit den Bestimmungen der Arbeit, losenoersicherun« vertraut zu machen, wurden die Gewerkschaften und die Sozialdemokratie in der üblichen Weise herunterzureißen versuch« und Phrasen und Parolen verzapft, vne es eben zur kommunistischen Agitation gehört. D'e Not der Erwerb«lo!«n soll zur parteipolitischen Agitation mißbraucki lverden. Di« Anzahl der Erwerbslosen, die sich da» gefallen lassen, ist aber heute nicht nrehr groß und wird zum Leidwesen der Drahtzieher immer kleiner. Der Rummel zieht heule nicht mehr. Berliner Gewerkschastssthule. Die Teilnehmerinnen am Frauen-Lehrgong der Genossi n Wallq Z e p l e r werden daraus aufmerksam gemacht, daß der nächste Unterrichtsabend morgen, Donnerstag, abends 8 Uhr, im Z e i ch e n- saol des Leibniz-Gizmnasiums, Mariannen platz (5 Minuten vom Gewerkschoftshaus), stattfindet. Um besonders pünktliches Erscheinen wird gebeten. Mißstände bei der Aschinger A.-G. Logiswesen und Lehrllngsmißhandlnag. Man schreibt uns: Das Problem, die Not der alleren Ange- stellten zu lindern, wird bei der Aschinger A.-G. aus Anordnung des Herrn Kommerzienrots L e h n e r t in der höchst einfachen, jedoch wenig empfehlenswerten Weise gelöst, die ällmn Angestellten zu entlassen. Im Weinhaus„R h e t n g o l d" soll dir ganze Belegschaft entlassen werden, da sie den schlechten Geschäftsgang verschulde. Das Personal, das es durch seine jahrzehntelang« einwandfreie Tätig- keit der Firma ermöglichte, alljährlich einen erklecklichen Reingewinn auszuschütten und jüngst noch 10 Proz. Dividende zu vertellen, ist jetzt„veraltet",„Museuinstvore". Das Loglswefen für die«eiblichen Angestellten führte zur Kafernierung und einer demeillfprechenden Behandlung. Die Logis im Haufe Bi'iowstr. 95 werden durch Beamte der Wach- und Schtiehgesellschaft kontrolliert. Zugleich auck die Arbeiterinnen, die sie bewohnen, selbst während ihrer freien Zeit. Sie müssen beim Derlassen ihrer Wohnräume auch während der Freizeit und an ihrem Ausgehetag eine Kontrolluhr passieren. Di« Kontrolle erstreckt sich auch darüber, was die Mädehen und Frauen sich zu ihrem per- sönlichsn Gebrauch kausen. Eine Wirtschafterin G. übt nachts die Bettkontrolls aus. Wer später kommt als noch der Dorschrist, riskiert «ine gründlich« Moralpauke, hat aber immerhin noch das Glück, «ingslaffsn zu werden. Einer Angestellten in der 4. Bierquelle passierte es. daß sie in ihre Wohnung nicht mehr cingelaffen wurde undanf der Straße kampieren mußte. Die„Erziehung" der Kellner- und Kochlehrlinge im „F ü r st e n b o s" wird durch Stockprügel zu fördern gesucht. Der Küchenchef Sch. soll darin besonder? Hernarragendes leisten. Die Firmenleitung sollte derartige Mißstände o b st« l l e n und bald darauf verzichten, Angestellte m Logis zu holten. Vertagte Verhandlungen. Wie von der Stoatskonzlci mitgcteill wird, sind die Derhand- lunyen.zur Beilegung des Konfliktes in der sächsischen Hüttenindustrie auf Freitag, den 10. Februar, 1l ilhr vor- mittag?, vertagt worden. Me hierzu weiter gemeldet wird, besteht Aussicht auf eine gütliche Einigung. Oer ostoberfchlesifche Arbettszettlonstttt. Saltowttz. 7. Februar. Die Warschauer Regierung hat infolqe der Vorgänge auf der Dismorckhütte einen Ministerialdirigenten entsandt, der den ostober- schlesisäxn Arbeitzzeitkonflikt untersuchen bzw. schlichten soll. Der Delegierts, Ingenieur Roskowski, hielt bereit? gestern eine Konserenz mit den Arbeitgebern und der Wojwodschostsbehörde ob mit dem Ergebnis, daß sin Sonderausschuß gebildet wurde, den' neben Roskowski der Leiter der Abteilung für Handel und Industrie Rudowski sowie der Demobilmochungskommiffar Gallot angehören Diesem Sonderausschuß liegt es ob. weitere Schritte zur Lösung des Konflikts zu unternehmen.___ 5«rle Sew«rtlihait»tua>mb Heut«, Wltus-ch, l»\i Ukr. losen sie«Stuopen: ftenitnmr Suoortil-eim �-htsniUtr Sfr. 34,25. Loclrag:„S05m l»-/ JUbeitetbeufJurq- August y-bel."... SsTbriBO: IugendVuN Sbtrt. wolöer Str. 10,.Zimmer 12. Snrltoo:„Unsere tirtxn Berwanbten."— w«IK»Bleei Aruppeulicim Poriftr. 86. Sottras; JtoOeltiplamu« und 3"8Cnb." — 9tc«(81a; zugentiheim Sergftr. 20, Äof, gortseBung der Sortragsreihe: .Grmertschaftowescn."— LKOen, SLOrnefteu: Slllbl Ische» Zugendkcim sdorck- ftrqRe II. Sottiag:.Lars Stfqirn."— 0a«aiMuftaawa; zusmhaelm Cruft- uroR« 16. fifiUTilefptcdjunü. Ohne Keimauowei» uns äkthanbsbuif) lein tz'itrltt.— Ostlrel»! Um ZN llhr In»er Telule Dloftrlmeiterftr. 5. grciatursu»: .iSemertschaslllSie guncnNirdrit."- Um I!> Uhr Zugrnsperanllaltung in der tiulNiravteiluns des Deutschen MetallaroeitcrocrdanSe». Linien strußc. IBgendsrnpp« I>«, Zd«. Heute. Mittwoch: vlt'N! Zugendheim der Schule Litauer Str. 18. 19' j Ufr. Stegreifspiele.— Stalenbüa Ui Iugenblieim der Schul« koglersir. 61. 10�, Uhr. Sinsdhrungoakend.— Rcuffffn: ZuzendheiBi Blhmische Str. 1 1, 1!N? Uhr. Unirrhailungsabenh..» Nordwest: Neslgnm. nastum SSNeswiger Ufer 14. Spieladenh.-. Spandau: Jugendheim Linden. user 1, J9V, Uhr. Siinict Ädend.— Weddinn-SelundbriuiBe»: Zugendheiin Schön(tcdtllc. 1(Lciiaendcim 5 Tr.), lö'-j Uhr. Borirao:.Ardeitziofgkcil— ihre Ursachen, ihre Seförnpfunq." Neserent Solleg« Michaeli». Perantwarilich shr'loliiik: Tr. Sur! cheyer: Wirtschaft: ch. ftiingeihSsrr: ftewertlchcftäbemcguna; gr. tzeuilleio»:#. t. T äschert Lotale» und Soiistise«-. Frig«qrstädl: Nnirtgen: th. Siecke.(amtUcb in Berlin. B erlag: Borwörie-Berlag S. m d. K.. Berlin. Druck: Borwärls-Buchdruckeret und Berlogcanllaii Bau! Einqer;> äs. Berlin SW 68 Linbeiiltrqh« 8. Hierzu 1 Beilage und UtBterhaltung und Visleu'. I iBSt. DDWD Um Ii iU Mi det hn Sauses mit lemea umfoffmben Äemcküssm wob Grjuhnmgsu bm eöLm Rohstoff perstatlch öeschasti.jo ist- damit die Grundlose einer ganz besonderen Leistung gegeben. Die besten Lagen der- Dchnbernten 25 und 26. welche der unseres Laufes im Grient selbst' ewkauste. gewährleisten in unserer Zisoretwu.Gtzeugung einen Fortschritt, den jeder Siaucher- freudig bsgriisten wird.�- ST** OBERST M pyngcr m .NEUE ARBEIT die StandardMarßeu derKaldorstAstvria. tuzuscne Ein neuer Großbantabschluß. Auch die berliner Handelsgesellfchafi bleibt bei ihren -12 Prozent Dividende. Au 6) mit dem jetzt bekanntgegebenen Geschäftsabschluß der Berliner Handelsgesellschaft ist der Reigen der eigentlichen Groß-- bonkabschliisse noch nicht eröffnet. Im Gegensatz zu den O-Banken und ähnlich mie die oon uns schon besprochene Reichskredit-A.-G. Hat die Berliner Handelsgesellschaft keinen Filialenappa- rat, sondern nur ein großes Bankhaus in Berlin und infolgedessen statt hunderttauscnden Kleinkonten— heute ja auch Sparkassen- kanten— mit verzettelten Groß- und Kleinbeträgen nur wenige tausend Konten oon umsoschwererenKunden. Carl Fürsten- berg, der Leiter, rechnet richtig, daß ein Millionenkonto oder-Wechsel nicht mehr, sondern weniger Kosten verursacht als ein Tausend- oder Hundertmarkkonto bzw.-Wechsel. Und da er nun einmal gut „akkreditiert" ist beim in- und ausländischen Finanzkapital, folgen andere große Geschäfte den großen Kunden und dem hohen Ansehen von selber nach. Solche„große" Kundschaft ist auch für weniger gute Zeiten für ein Bankhaus wichtig, weil sie kaum zu jenen Letzten gehören wird, die die Hunde beißen. Virtschafts- und Bankkonjunklur. Nun war gewiß das wirtschaftliche Glanzkonjunkturjahr 1S27 auch für die Banken kein schlechtes Jahr, und schließlich — Meckern gehört ebenso.zum Bankier wie das Schreien zum Groß» ograrier. Aber die seit Mai 1927 geschwächte Börsenspekulation hat dem spekulativen Bank- und Börsengeldgeschäst ziemlich Abbruch getan. Und wenn auch die wirtschaftliche Glanzkonjunktur in den letzten dreiviertel Jahren den U m s a tz w e r t der gemachten laufenden Geschäfte möchtig g e st e i g e r t hat, so ist doch per Saldo— auch durch die oerschärste Konkurrenz— weniger geblieben, als der rosen- rote Optimismus vom Jahresanfang erträumt hatte. Bei der Berliner Handelsgesellschaft konnnt das sicher, wie schon bei der Reichstrcdit-A.-G., noch weniger deutlich zum Ausdruck. Versteckte Reserven und Gewinne. In den Ziffern unserer Tabelle sind natürlich auch für 1927 einige Borbchalte zu niachen, und zwar über die Totsache hinaus, daß Bilanzen über Geschäfte und Gewinne fast nichts erkennen lasien. Abgesehen von dem von uns nicht ausgeführten Gebäude- und Grundbesitz(nur bescheidene 7,37 Millionen stehen dafür) und sonst!- gen in der Bilanz nicht benannten Fonds stehen auch heute noch, trotz aller Kursverluste, in den van 17,39 aus 29,26 Millionen erhöhten eigenen Wertpapieren, Beteiligungen und nicht begebenen Anteilen von Emissionen große, geheim gehaltene Reserven.„Zivile Preise" seien dafür eingesetzt, sagt Herr Fürstenbcrg. Steuerrück- stelluiugen sind— nur gegen Neberraschungen des Finanzamts natürlich— sicher sehr reichlich, denn was ausgewiesen wird, sind nur faktisch im Geschäftsjahr gezahlte Beträge. Und in den Einnahmen aus dein Börsen- und Anleihegeschöst werden außerordentliche, das sind die„guten" Gewinne überhaupt nicht aufgeführt und von dem großen Rest möglichst nur ein kleiner Teil. Gestiegener Umsah.— Für später ist vorgesorgt. Immerhin aber, und das ist für wirtschaftliche Hinter- gründe wichtig, die Gläubiger der Handelsgesellschast sind nach dem großen Ausstieg 1923/26 für Ende 1927 um 6 Millionen niedriger. und die Kreditgeschäfte spiegeln von Jahresende zu Jahresende zwar eine für die Wirtschaftsentwicklung sehr charakteristische Verschiebung vom Spetulations- zun, regulären Geschäft, aber sie sind insgesamt niit rund 398 gegen 298 Millionen kaum erhöht. I» die gleiche Richtung weist die nur von 383,6 aus 388,9 erhöhte Bilanzsumme. Das Geld, mit dem die Banken arbeiten können, ist knapper geworden. Natürlich waren die Geschäfte im vergangenen Jahre deshalb nicht kleiner. Das ist nicht möglich bei so großer Konjunktur, bei immerhin noch respektablem ausländischen Kapitylzusluß und einem halben Jahr tollster Börsenhausse. Der U in s a tz ist denn auch von 19,7 auf 22,3 Milliarden erhöht und der(ausgewiesene) Rein- gewinn von 3,99 auf 4,75 Millionen gestiegen. Bei der Berliner Handelsgesellschaft braucht deshalb Fürsten- bergs Wort:„Unsere Bilanz macht den Eindruck einer unter allen Umständen angestrebten Parität mit dem Vorjahr" bei weitem nicht so gedeutet zu werden, daß man wegen des besseren Eindrucks etwa nach oben abgerundet habe. Die wieder verteilten 12 Proz Dividende auf das 22 Millionen Kommanditkapital sind ebenso echt wie die großen stillen Reserven, die noch nicht angetastet sind, und man wird Herrn Fürstenbcrg glauben dürfen, daß er für alle Zwischenfälle, die etwa das laufende Jahr bringen könnte, bei der Handelsgesellschaft wirklich gut vorgesorgt hat,— auch aus dem jetzt vergangenen Jahre. Internationale siartellfragen. Ueber die rechtliche Gestaltung internationaler Kartelle, insbesondere den Glühlampenvertrag, spricht am Freitag, dem 19. Februar 1928, abends 8 Uhr, Generaldirektor Rechtsanwalt Dr. Meinhordt im Hause des Vereins deutscher In- genieure, Friedrich-Ebert-Straße 27(gegenüber Reichstag). Llnfinn und Verminst. Ernährung aus eigener Scholle?— Konzentration ostpreußischer Großgüter. Die deutschen Agrarier beschweren sich darüber, daß man der deutschen Landwirtschaft angeblich nicht die Möglichkeit gibt, die deutsche Bevölkerung lediglich aus den heimischen Fluren zu ver- sorgen, jeglichen Getreidebezug vom Ausland überflüssig zu machen und die so �ersparten" Milliardenbcträg« der deutschen Landwirt- schaft zugute kommen zu lassen. Die nüchternen statistischen Ergeb- niss« beweisen allerdings, daß die deutschen Agrarier völlig im Un- recht sind. Denn die Getreideoersorgung Deutschlands ist, wie uns die Graphik so anschaulich zeigt, ohne den Zuschuß vom Ausland unmöglich. DieGetpeideversor�uit� Dcutscklaiuk 1P 9.6«.ipq'if 16 S109 ül2TTV � e U Aus fuhr � | IDEmfuh/p B Versorgung In. 1000 d-z., 66X14 663X7 66 516 m 58 9X1 H"!»' 4710X rm i*|i£ I?m =SI=Ki £ Ig " lä 4? 283 4X0X9 *■=£ 41=9 1*1=61 igli* iäliz Ii i i B i| 1 2 s ö 4* 19X619X7 19X6 19X? 19X6 1927 19X6 19 X7 Joggen.'WeiT-en. Ger s Hafer Das war schon vor dem Kriege uni» das ist jetzt erst recht der Fall. Im Jahre 1927 z. B. ist die Getreideernte(zirka 89 Proz. der Dorkriegscrnte) besser ausgefallen, als im Borjahr: an Roggen wurden 6,67 Proz., an Weizen 26,23 Proz., an Gerste 11,17 Proz. mehr geerntet. Und doch mußt« man 3,4 Millionen Doppelzentner Roggen, 4,4 Millionen Doppelzentner Weizen, 2,6 Millionen Doppelzentner Gerste und 14 Millionen Doppelzentner Mais mehr einführen. Was die Brotgetreideoersorgung betrifft, so fällt bei der Graphik besonders die Tatsache auf, daß trotz besserer Wcizenernte die Versorgung mit Weizen 29,69 Proz. größer war als 1926, während die Roggenvcrsorgnng eine Steigerung von 17,66 Proz. aufweist. Die deutsche Landwirtschaft. war und ist nicht allein in der Loge: die deutsche Bevölkerung zu ernähren, und die den deut- scheu Agrariern fortgesetzt gewährten Liebesgaben köniren keines- wegs zur besseren oder gar billigeren Getreideoersorgung Deutsch- lands führen. Großgüier- Konzentration in Ostpreußen. Durch Zusammenfassung von Betrieben in der Landwirtschaft etwas zu erreichen, ist nichts Neues. Kreditgenossenschaften, Ein- kaufs-und Berwcrtungsgenossenschaften sind ja schon seit über einem halben Jahrhundert die Zeugen dasllr und haben auch außerordent- lich Gutes geleistet. Dennoch wirkt es wie eine Ueberraschung, von horizontaler Konzentration in der L a n d w i r t s ch a s t zu hören, nachdem die Zusammenfassung gleichgearteter Betriebe zu gemein- samer Wirkung imicrholb der Betriebe und auf dem Markt bisher in der Hauptsache der Industrie vorbehalten geblieben ist. Weniger verwunderlich, deshalb aber nicht weniger erfreulich, wird die Sache dadurch, daß sie aus Ostpreußen gemeldet wird, wo in der Haupt- fache sehr große Güter bewirtschaftet werden. Seit dein 1. Januar 1927 besteht dort ei n Ring, der heute 16 Betriebe in einer Gesamtfläche von 184 999 Morgen umsaßt. Offenbar handelt, es sich nur um sehr große Guter. Das Neue daran ist die verhältnismäßig geringe Zahl und der verhältnismäßig sehr große Umfang der teilnehmende» Betriebe, weiter auch, daß die Erzielung des höchsten kaufmännischen und technischen Nutzefsektes systematisch angestrebt wird. In kaufmännischer Hin- ficht soll durch gemeinsame und dadurch verbilligte Beschaffung von Brenn- und Kraftstosfen, Maschinen, Motoren, durch gemeinsamen Abschluß von Versicherungen, gemeinsame Verwertung landwirt- schoftlicher Produkte, insbesondere von Schweinen und Großvieh und gemeinsame Beschaffung von Personalkrediten zur Durchführung bestimmter Zwecke mehr erreicht werden als bisher. Austausch von Zuchtvieh und Saatgut, interne Abgabe von Weidevieh, Besichti- gungen und Kontrollen der beteiligten Ringwirtschafte», Austausch von Erfahrungen und gemeinsame Durchfiihrung von Bersuchcn sowie direkte Zusammenarbeit mit Maschi»enbaufirn>cn, verbunden mit Maschinenkontrolle uiid Beratung sollen die agrartechnische Leistung der verbundene» Betriebe erhöhen. Dabei soll der Handel keineswegs ausgeschaltet werde»: weil aber größere Abschlüsse durchgeführt werden können und dadurch die Risikospanne des Handels verkleinert wird, soll auch eine Senkung der Verdienstspanne des Zwischenhandels erreicht werden. Die Selbständigkeit der einzelnen Betriebe bleibt dabei restlos erhalten. Die bisherigen Ergebnisse waren günstig. Die Arbeit dieser Interessengemeinschaft von Großgütcrn ist als selbständiger Versuch zur systematischen Kostensenkung und zu vernünftiger Erlössteigerung sehr zu begrüßen. Die Grün- dung ist um so erfreulicher, als sie in Ostpreußen erfolgt, wo bisher der Ruf nach Wiederherstellung der Rentabilität in der Landwirt- schaft durch S t a at s h i l f e nur allzu laut und nicht zum Nutzen der einzelnen Güter ertönt war. Wäre diese Art Selbsthilfe für jeden vernünftigen Landwirt auch selbstverständlich, so ist sie leider bisher viel zu wenig betrieben worden. Hoffentlich nehmen sich recht viele Ostelbier an dein Geist, der hinter diesen Versuchen steht,«in Beispiel. Wirkliche Intensivierung. Nicht alle Teilnehmer der„Grünen Woche" sind nach Berlin gekommen, um sich an lächerlichen und demagogischen Phrasen zu berauschen, es gibt auch zahlreiche Landwirte, die gewillt sind, mit ihrer ganzen Kraft an der Förderung und Steigerung der landwirt- schaftlichen Produktion und damit an einer wirklichen, dauer- haften Rettung der Landwirtschaft mitzuarbeiten. Besonders stark kam diese ernste Einstellung zur landwirtschaftlichen Pro- duktionsförderung in einer großen Kundgebung für Landeskullur zum Ausdruck, die in der vorigen Woche vom Deutschen Grün- l a n d b u n d, vom Verein zur Förderung der Moorkultur, vom Per- band deutscher Landkulturgenossenschaften veranstaltet wurde. In der Tot haben die Meliorationsmaßnohmen, die Entwäsie- rung des Bodens. Oedland- und Moorkultur und die Zusammen- legung von kleinen Parzellcngrundstücken für die landwirtschaftliche Produktion die größte Bedeutung. Nicht weniger als zehn Mil- lionen Hektar Land, dos sind etwa 39 Proz. der landwirt- schaftlichen Fläche, sind entwösserungsbedürstig. Auf diesem Land können alle Jntenstoierungsmaßnahmen, wie künstliche Düngung, Anbau hochgezüchteter und ertragreicher Sorten und sorgfältige Pflege der Saaten sich in der Steigerung der Erträge mir zu einem geringen Teil auswirken, weil die Grundlage allen Ackerbaues, der Boden, nicht gesund ist. Hier gilt es den Hebel anzusetzen, um die enormen im deutschen Boden ruhenden Produktivkräfte zur vollen Entwicklung zu bringen. Nach einer Berechnung, die der Genosie Wilbrandt in seinem Referat über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Meliorationen vortrug, können in Deutschland durch Bodenverbesserung und mit ihnen verbundene Jntensivierungsmaßnahmen Agrarprodukte im Wert oon nicht weniger als 3 Milliarden Mark, das ist nahezu soviel, wie die gesamte deutsche Lcbensmitteleinfuhr und die Passi- vität der Handelsbilanz, erzeugt werden. Zweifellos wäre diese Produktionssteigerung für die Hebung der ländlichen Kaufkraft, für die Verminderung der Arbeitslosigkeit und Absatzerschließung der Industrie von großer Bedeutung. Rur eine Schwierigkeit steht der Durchführung großzügiger Melioratiousprojekte entgegen: die Finanzierung. Denn mehrere Milliarden müssen für durchgreifende Bodenocrbesserungs- maßnahmen aufgewandt werden. Da es sich jedoch hier nicht um Liebesgaben, soudenr um produktive Geldanlage handelt, und iK». landwirtschastliche Meliorationen nicht nur eine Angelegenheit der Landwirtschast sind, sondern auf die ganze Volkswirffchast befruchtend wirken, ist eine energische Förderung der Landestulturnwtznohmcn sehr zu wünschen. Was der Staat bisher für Meliorationen aus- wirst, reicht bei weitem nicht aus und der Herr Finanzministcr und der Reichscrnährungsminijter sollten sich gerode jetzt, wo die.Land- Wirtschaft uügeinesscne SubvcMionswnnschc an die Reichskosie stellt,- genau überlegen, ob sie Staatsgelder für eine kleine Gruppe von Großagrariern verschenken oder aber wirtlich für die Hebung der gesamten deutsche», insbesondere der bäuerlichen Landwirtschaft verwenden wollen. Hier wäre Platz dafür. Der Großhandelsindex im Januar. Die für den Monats- durchschnitt Januar 1928 berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Rcichsamts ist gegenüber dem Vormonat um 9,6 Proz. auf 138,7 zurückgegangen. Der Rückgang ist hauptsächlich auf die vorwiegend s a i s o n n> ä ß i g bedingte Äbschwächung der Preise für Bich»nd Vieherzeugnisse zurückzuführen. Bon den Hmiptg nippen ist die Indexziffer der Agrarstosfe um 2,3 Proz. auf 132,2 zurückgegangen. Die Indexziffer für Kolonialwaren lag mit 139 nahezu unverändert. Unter den Industriestoffen ist die Indexziffer für Rohstoffe und Halbworen um 0,4 Proz. aus 134,4 und diejenige der Fertigwaren um 9,3 Proz. auf 156,1 g e st i e g e n. Der Sapitolbedars der Reichsbahn. Der im„Vorwärts" kürz- lich veröffentlichte Reichsbahn Prospekt, der zur Zeichnung auf die neuen 199-Millionen-Vorzugsaktien aufforderte, enthält interessante Angaben über die Substanz dieses größten Betriebs- lintcrnehmens der Welt. Das Eisenbahnnetz besitzt einschließ- lich der Bohnhossanloqen eine Ausdehnung von 33 999 Kilometer und die Zahl der Stationen beträgt 11 769. Eindrucksvoll sind ferner die Slugabeu über den Fahrpart. So stehen der Reichsbahn 26 999 Lokomotiven und Triebwagen, 21 999 Gepäck- wagen, 63 999 Personenwagen und 679 999 Güter- wagen zur Verfügung. Dazu kommen an Gebäuden 107 000 Wohnungen für das Personal, 1978 Lotomotioschuppen, 1157 Wasser- werke und 43 Gasanstalten. Die finanziellen Ergebnisse für das letzte Jahr liegen noch nicht fest, jedoch werden die Einnahmen mit mehr als 5 Milliarden Mark(gegen 4,3 Milliarden Mark im Vorjahr) beziffert. Die Ausgabe der lOO-Millionen-Borzugsaktien— ins- gcsamt find von den 2 Milliarden Mark Vorzugsaktien erst 881 Millionen begeben— dient zur Beschaffung von Geldmitteln für einen weiteren Ausbau der Elektrisierung, Erweiterung von Bahn- Höfen und Werkstätten. Vo rbeugend bei Neigung zu Gicht, Rheumatismus usw. Fachinger Te sandste'le, Berlin S9 II Schftreberger �tr. 16a. Tel. LQtzow 826(-6] **• Die sparsame Hausfrau verwendet KAGGI' Würze, denn sie wsiS, daS es nur weniger Tropfen bedarf, um dUnnan Suppen, FleisehbrOhe, Gemüsen und SoSen sofort einan kräftigen Wohlgeschmack zu geben.— Vorteilhaftester Bezug in grollen, plombierten Originalflaschen zu RM 6.50. — Man verlange ausdrücklich MAGGIS Würze— Unterhaltung unö ÄVissen Beilage des Vorwärts Utopist und Abenteurer. Zu Jules Vernes-Ivo. Geburistag. Ein Roman wie»Die Reise um die Welt in achtzig Togen� hat in der Gegenwart an Aktualität verloren trotz des Presto- tcmpos der Handlung und der Fülle des Geschehens. Die Wirklich- keit hat die Phantasie des Dichters geschlagen, und auch das Unterseeboot uni» das lenkbare Luftschiff rechnen heute zu den Sekbstoerständlichkeiten, und man liest darum nicht mehr gern Roinane, die unsere Zeit aus der Perspektive des vergangeilen Jahrhunderts betrachten, die die technischen Einrichtungen der Moderne vorausahnen, sie aber von Menschen mit altertümlicher Haltung und Weltanschauung handhaben lassen. Und doch, es bleibt erstaunlich, daß ein Schriftsteller in den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von der Entdeckung des Nord- pols, von der Erforschung der Meerestiefe, von einer telephonischen Verbindung zwischen den Erdteilen und von künstlichen Inseln fabulierte, daß er in seinen, Roman»Die Reise zum Mond" das Raumschiff auf das Prinzip der Rakete aufbaute, man muß des- halb heute Hoch die kühne Phantasie des Frcmzosen Jules Verne bewuildcrn, auch wenn die Zeit ihn überholt hat und wenn wir andere Anfofderungen an deiv technischen und Utopist! scheu Roman stellen und selbst den Abenteurer als ausgeprägte Individualität gestaltet sehen wollen. Man bezeichnet oft Jules Verne als den Schöpfer des techni- sehen Romans. Ist er dies— oder ist der technische Roman der Gegenwart vorbehalten geblieben? Weil Jules Verne die Idee des Luftschiffes, des Unterseebootes faßte, lange bevor die Wissen- schast dieses Problem ernsthaft diskutierte, ist er noch nicht der Dichter der Technik. Laßwitz beschreibt in seinem Roinan»Ans zwei Planeten" eingehend die Meßinstrumente der Marsbewohner. gibt genaue Konstruktionsangaben, Hans Dominik liest beinahe in seinen utopiftischen Romanen physikalisch-mathematische Kollegs über elektrische Wellen, er versucht seine Apparate durch Vergleiche mit bekannten Dingen zu erklären, damit aber gibt sich Jules Verne nicht ab. Er setzt seine Erfindung als Gegebenheit voraus und legt den Hauptakzent auf die Abenteuer, die seine Menschen erleben. Das Unterseeboot ist eben da, und der Leser muß sich damit abfinden. Und noch ein Moment kommt hinzu. Man ver gleiche etwa Jules Verne mit Herbert George Wells. Beide be- handeln beispielsweise das Flugzeug, ehe es erfunden war, der eine in»Fünf Wochen im Ballon" und in„Die Reis« zum Mond", der andere im„Luftkrieg" und in dem gechalen Buch»Wenn der Schläfer erwacht". Für Wells ist nun die Erfindung des Luftschiiss keineswegs die Hauptsach«, sondern er demonstriert vor allem wie der Siegeszug der Technik die sozialen, wirtschastfichen und staat- liehen Verhältnisse umgestaltet. Der utopistische Roman nähert sich in der Gegenwart wieder den Staatsutopien eines Thomas More oder Campanella. Hinter der Munderwelt einer zukünftigen Technik steht der neue Mensch in seiner sozialen und wirtschaftlichen Ge- bundenheit und dieser neu geprägte Menscheniyp ist bei Wells, bei D ö b l i n oder Alexei T o l st o j Träger einer spannenden Hand- lung. Jules Verne aber gibt allein die Handlung, die Technik wird bei ihm nur zum Auslöser des Geschehens. Di« Melodie, die er anschlägt, orchestrieren seine Nachfolger reicher, vielgestaltiger, und deswegen erfcheini dem modernen Menschen der phaniasiereiche Franzose zu arm. Verne hat keinen Sinn für soziale Dinge. Gleichgültig, wann und wo seine Romane spielen., seine Gestalten bleiben immer Gestalten aus der Romanwelt des neunzehnten Jahr- Hunderts, also aus der Zeit, da der Kapitalismus seinen Siegcszug antrat. Es sind Gestalien, die heute kein Interesse mehr erregen. Hinter den iectnifchen Erfindungen, hinter den Utopien steht der Verfasser von Abenteurerromanen. Nur um die Visionen seiner Phantasie gestalten zu können, nur um einen bis dahin nie er- reichten Gipfelpunkt des Abenteurertums zu erklimmen, eilte Jules Verne in die Zukunft. Dies bleibt das Entscheidende. Dennoch müßte heute der Dichter der.Linder des Kapitän Grant", der »Familie ohne Namen" und„der geheimnisvollen Insel" eine neue Hochkonjunktur erleben, deim gerade die Gegenwart steht im Zeichen des Abenteurerromans. Die Amerikaner Zane Grcy und George Challis werden ins Deutsche übertragen. Stevenson, Mel- ville, Jack London und Joseph Conrad sind in Gesamtausgaben er- schienen, nur Julei Verne scheint vergessen zu sein, allerdings noch nicht von der Jugend. Woran liegt das? Beirachtek man zwei seiner bekanntesten Figuren: den„Phileas Foog�' und den„Michael Strogoff", so erkennt man sofort, daß es sich hier um Typen handelt cchne individuelle Ausprägung. Es kominl nicht darauf an, was diese Menschen innerlich in gewissen abenteuerlichen und csc- fährlichen Situationen erleben, sondern es kommt nur auf die Fülle der Situationen an, die Jules Verne in verschwenderischem Maße erfindet. Michael Strogoff benimmt sich, wie man es von einen, Helden auf der Bühne gcwöhick ist. und Fogg bleibt immer der Typ des vornehmen, ungerührten Gentleman, den später Karl May mit besonderer Vorliebe karikielt«. Bei Conrad oder Jdck London dagegen findet man scharf umrisscne Individualitäten, einmalige Menschen, die keine Spur von Typisierung zeigen und selbst nnudere Begabungen wie Ehallis geben blutvolle Menschen und kein« Typen. Auch der moderne Abenteurerroman ist psychologisch fundsert und keine bloße Revue von Schicksalsschlägen, Gefahren und Heldentaten, keine Aneinanderreihung von Abenteuer an Abenteuer, wie es Jules Verne liebte. Mindestens zwei große Romane publizierte Jules Verne jähr- lich, und so ist es nicht verwunderlich, daß die Menschen in den Dichtungen nach einem bestimmten Sckeina gearbeitet wurden, und noch eins ist zu berücksichtigen, der Stojf war so ungeheuerlich reich, daß Jules Berne, bedrängt, von seiner Phantasie, kein Jnter- esse mehr für die psychologische Ausbeutung finden konnte. Und wie lebte dieser Mann, dessen Phantasie so ergiebig war, daß selbst «in Karl May daneben ärmlich erscheint? An seinem Schreib- tisch in Amiens entwarf Jules Verne, der ehemalige Jurist und Bühnenautor, seine abenteuerlichen Unternehmungen. In Amiens ist er auch im Jahre 1905 gestorben. Ein paar Reisen führten ihn in die Welt, ober sein Leben verlies glatt und reibungslos wie das jedes gutsituierten Bürgers, Nur in seiner Phantasie durchlebte er die' Abenteuer, die er schilderte. Felix S ch c r r e t. Mittwoch S. Februar 1928 Die Parkbank. JJon Ikobert(ssrotzfch. Als Herr Theobald die Mittagsstunde hinter sich hatte, nahm er seinen Weg zum Bureau durch den Park— wie immer seit fünfzehn Iahren. Die Maikätzchen schaukelten im Winde. De Vögel tirilierten. Sonnenflut schwelgte unter blauem Himmel. Der ganze Kosmos sagte ein Frühlingsgebet auf. Herr Theobald hatte es sehr eilig. Immerhin: als er den schön geschwungenen Sandweg längs der Böschung des Flusses dahin- schritt und an die Stell« kam, wo sonst eine Bant gestanden, blieb cr stehen. Wo war die Bank? Ein leerer Fleck gähnte zwischen den Holundersträuchern, am Boden zwei Steinschwellen mit starren- den Schrauben— wo war die Bank? Der Atem stockte ihm. Er witterte seitlich über die Böschung und erschrak. Die Bank lag im Wasser des Flußufers. Die Wellen spüllen über die Lehn« hinweg, die eisernen Beine streckten sich trostlos in die Lust und klagten gen Himmel. Herrn Theobald stockte der Aken, noch immer. Er sieht die Burschen vor sich, die sich hier geschunden und abgerackert haben, um zu zerstören, zu schänden, Verwüstung zu verbreiten. Jeden Tag im Sommer hat cr nach Bureauschluß hier zwischen blühendem Holunder gesessen, jeden Tag im Sommer. Eine Turmuhr schlägt in der Näh« und fährt in Herrn Theo- daids Bein«: automatisch setzen sie sich in Marsch. Doch schon noch iünfzig Metern kommen sie wieder ins Halten und Herr Theobold wirft einen Blick zurück. Das Wasser plätschert leis und bös über das Holz der Geschändete.r. Nein, das kann man so nicht liegen lassen. Und er kehrt wieder zurück, steigt die in sanfter Schrägung abfallende Löschung hin- unter, geht bis dicht ans Wasser, faßt eins der eisernen Beine und beginnt zu zerren. Mit großer Gemächlichkeit rückt sie hinter Herrn Theobald her. die sandige Uferlehn« hinaus. Der Schweiß tritt ihm auf die Stirn, aber er jetzt erst ab, als ein breite? Schotten vom Weg her-über das besonnte Ufer fällt. Der Schatten hat«nen Helm auf. Und als sich Herr Theobald umdreht, steht auf dem schön geharkten Wege ein Schutzmann. »Was treiben Sie hier?" Herr Theobald ist sowohl atemlos als auch entrüstet, doch zu- nächst zieht er die Bank mit einem letzten Ruck auf die Gvasiläche I>erauf und richtet das Gestell empor. Die Sonn« entzündet aus dem durchnäßten Holze flimmernde Reflexe, während Herr Theo- bald Schweiß wischt und die Frage des Schutzmanns beantwortet. »Das Betreten der Böschung ist verboten!" Und er habe da unten am Wasser überhaupt nichts zu machen. Die Stimme unter dem Helm hat etwas gelassen Entschiedenes, Diskussionsfeindliches. Herr Theobald begibt sich auf den recht- mäßigen geharkten Sandweg. Der Schutzmann mißt die hagere Gestalt mit einem blauen Blick.„Warum wollten Sie die Bank da herunterwerien?" „Ich? Ich? Erlauben Sie mal. Ich habe sie den Fluten entrissen'!" Der mir dem Helm lächelt geringschätzig, steckt zwei Finger in die Knopfrechen der Uniform und meint» jetzt müßten sie erst mal zufanunen zur Wache gehen.-- An diesem Nachmittag kam der erste Buchhalter der chemischen Farbwerte zwei Stunden zu spät. Der Bureauchef konnte sich nicht entsinnen, so etwas je an Herrn Theobald erlebt zu haben. Die Wangen des Buchhalters glühten in der Röte der Erregung, sein: Augen waren wie schwelender Zu. cd er und sein Mund bebt« eine «beschichte, die niemand im Bureau verstand. Nur soviel erfaßte der zweite Buchhalter, daß sich Herr Theobald der mehrfachen Be- amtenbeleidigung schuldig gemacht habe. Am Rande der Böschung jedoch stand die Bank wieder auf ihren vier eisernen Beinen, tropfte noch immer Wasser aus ollen Wunden und ließ auf der schwarzen Anschrift»Nur für Er- wachsen«" dieMonne brennen und leuchten. Als abends die Dunkelheit Busch und Strauch einhüllte, kam des Weges, eng umschlungen, träumerisch und flüsternd, ein Pärchen. ?ln der gewohnten Stelle tostet- es nach der Lehne, tastete sich bis zum Rande vor, fühlte die Bank und ließ sich vergessen und selig nieder. Die Lank aber gab nach, kippte um und blieb an der Kante der Böschung liegen, indes das Pärchen den Abhang HU- 'mterkoverte. Der junge Mann fauchte und eine mörderische Wut überkam ihn. Er packt« die Bank, kantete sie empor und gab ihr einen Stoß, daß sie sich überschlug. Das Wasser des Ufers spritzte klatschend hoch. Auf das junge Mädchen jedoch machte dies-Erlebnis einen solch' niederschmetternden Eindruck, daß sie an diesem Abend nicht mehr in Stimmung zu bringen war. Am nächsten Morgen kam Herr Theobald wieder an der Stelle vorüber, wie immer seit fünfzehn Iahron. Die Bank lag wieder «m Wasser, die eisernen Beine klagend gen Himmel gestreckt..... Da schüttelte Herr Theobald den Kopf. Er verstand diese Welt nicht mehr. Edouard Manet. Bon Max Liebermann. Die Manct.Ausstelluiig in der?erliner Galerie M-ltbi-sen wurde am S. Februar mit einer Rede Dr. Emil Waldmanns, de» Direktors der Bremer«unfthalle, eröffnet. Im«aialog der Veranftaltuiig, d-r neben den Werken aus Prioatbefttz besonders die Bilder aus den Museen-von Paris und Skandinavien ihren Glan, aeben, fchreibt in letacr temperamentvollen Art Licdermann. der Altmeister auch der Manet-Sammler: Manet ist„Nur-Maler". Er malt ebensowenig Poesie wie Musik: worüber die sogenannten Gebildeten oller Nationen guitticr- ien. indem sie ihn gleichermaßen verabscheuten und wohl immer noch verabscheuen, wie sie sich jetzt auch schämen, es einzugestehen. Manet so recht verstehen kann wohl nur der Maler, und auch nur der, welcher in der Wiedergabe der Natur das A und O der Molerei sieht: was freilich der moderne Maljüngling und noch viel mehr der moderne Äunstskribifax für einen überwundenen Stand- Punkt hält. Wie jener Maler, den einer fragte, worum er aus einem Naturalisten ein Symbolist geworden, antwortete:„Nach der Natur malen ist zu leicht." Ja! Nqch der Natur malen kann heutzutage fast iedcr Malkiassenschülcr, beinahe so gut wie Manet. jedenfalls viel- «uviel 4 la Manet. Und sind dock keine Manets wordent Bei der Wohl seiner Themata— er malt einen Schinken oder«in Blwnenlmtett, Pfirsich»«der eil» Mel»»», Fisch»«d«r«ta« Brtoch«, Porträts, männliche und weiblich«, oder«inen Akt wie die Olympia— ist es klar, daß das Außergewöhnliche nicht in seinen Sujets liegt. Manets Kunst beruht also, wie die eines jeden echten Malers, in seiner neuen Auslassung. Der eigentliche Maler sucht nichts Neues zu malen» sondern das Alte neu zu malen. Ueberhoupl ist es ganz gleichgültig, ob der Künstler ein schon tausendmal dar- gestelltes Thema behandelt oder ein funkelnagelneues— was übrigens schwer zu finden sein dürfte—, da es in der Kunst nur darauf ankommt, daß das Thema in persönlicher und daher neuer Weise dargestellt wird. Wenn einer einen Rosenstrauß oder einen Schinken so persönlich wie Manet zur Darstellung bringen kann. so ist er, wie es in der Kunstgeschichte heißt, ein bahnbrechendes Genie: denn indem er neue Reize an dem Schinken entdeckt und dargestellt hat, hat er das Bereich der Malerei erweitert. Der Moler sucht überhaupt nicht, sondern er findet. Er empfängt. wie Schiller von Goethe sagt, sein Gesetz vom Objekt. Tausend Maler haben einen liegenden Akt oder ein Damenporträt gemalt: daß Manet den Zlkt oder das Porträt in dieser Einfachheit sah und für diese Einfachheit die adäquate Farm fand, darin liegt sein Genie. Nicht in seiner Malfaust, sondern in seiner malerischen Phantasie liegt seine Größe. Er sieht malerisch: er weiß aus dem Frauen- körper das Typische herauszuholen, ohne die momentanen und zufälligen Reize, die die Natur bietet, einzubüßen. Er malt nicht nur wie der„akademische Maler", was er gelernt hat. was er kann, son- dern wie der wahre geborene Maler, was er sieht. Aber er ist auch ein Poet doz», denn die Idee„verdichtet" sich unter seinem Pinsel zur plastischen Form. Daher da? Verblüffende des Eindrucks eines jeden Striches Manctschcr Kunst: die Form, die er uns zeigt, hat nur cr gesehen. Es ist daher der größte Unsinn, Manets Bedeutung in seiner Technik zu sehen, wie wir's täglich zu lesen bekommen— und welcher Unsinn würde nicht gedruckt!—» als wäre er ein virtuoser Maler gewesen, nur ein äußerlicher Kovist der Natur. Man vergleiche nur einen nach der Natur photographierten Akt mit der Olympia, um zu erkennen, daß ein Maler einen Frauenkörper weniger von der Natur „abgeschrieben" hat: weder Tizian noch Rembrgndt noch Velasquez haben einen Akt persönlicher aufgeiaßt. Manet hat mehr als I« ein Maler vor ihm oder nach lhm die konventionelle„schöne Form" vermieden: die ganze Pos«, die Linie, der Rhythmus i» der Bewegung— m m« der Walerei ganz zu schweigen— sind in der Olyinpia ebenso wie in einem Damenporträt so momentan, so ungezwungen, als hätte er das Modell in einem unbelauschten Augenblick gesehen und gemalt. Daher das lieber- raschende, das Frappierende, daß wir beim ersten Anblick jeder Arbeit von Manets Hand, sei es Oelblld, Pastell, Aquarell, sei's Radierung, Lithographie oder Zeichnung, die Empfindung haben, als hätten wir Achnliches nie zuvor gesehen. Und dieses Wunder sollte die Hand vollbringen können? Nein, nur der Geist vermag Geist zu erzeugen, nicht aber die Hand oder der Körperteil, der uns von der Natur zum Sitzen gegeben ist. Es versteht sich von selbst, daß der Maler desto mehr die Aus- drucksmittel seiner Kunst beherrschen muh, je mehr cr sich auf die Malerei beschränkt, d. h. je mehr er auf literarischen Inhalt verzichtet, und wir müssen schon bis auf Balesquez und F. Hals zurückgehen, um einen„Malermeister" wie Manet zu finden. Aber selbst Iusti, der berühmte Verfasser des Valcsquez, nennt noch Manet in seinem Pamphlet gegen die moderne.Kunst einen geistreichen Skizzisten. Was freilich nicht geschimpft ist, wenn damit gesagt sein soll, daß Manets Bilder die Frische der Skizze, die leider im Bilde fast immer verloren g�ht, bewahren. In der Skizze feiert der Kunstler die Brautnacht mit seinem Werke: mit der ersten Leidenschaft und mit der Konzentration aller seiner Kräfte ergießt er in die Skizze, was ihm im Geiste vor- geschwebt hat, und er erzeugt im Rausche der Begeistcmng, was keine Mühe und Arbeit ersetzen können. Im längeren Zusammenleben mit seinem Werte erkaltet die Liebe, und der Künstler sicdt zu seinem Schrecken, daß das Bild nicht halt, was oic Skizze versprochen hat. Ausführung heißt nicht Ausführlichkeit. Kunst gibt nicht breite Lettelsuppc. sondern Extrakt. Manet macht keinen Strich zuviel, auch keinen zu wenig, ein jeder ist notwendig. Wie jeder wahre Maler ist Manet vom höchsten sinnlichen Reize. Die Mathematik in seiner Kunst ist völlig versteckt. Aber hinter der scheinbaren Zufälligkeit verbirgt sich die vollkommenste Kunst der Komposition und die Kultur der Holländer, Spanier und— ia-t not loast— der Japaner. Und des sollte keine Kunst sein? Weil die Alien es anders gemacht haben? Wer das behauptet, beweist nur, daß er von alter Kunst ebensowenig versteht wie von moderner. Denn es gibt nur eine Kunst: die lebt, ob sie all ist oder modern. Was jung geblieben an der alten Kunst, imrd an der modernen KinC' iung UaitaL Las übrig« veraltet. etsfcnhangta für diele ÄBirU find Berlin j® 68, Sindenttrafi« 3, pariemachnchien ffTgk für Groß-Berlin stet» tm•«* eN. Berthe l». /tenberg darfer Str. g, Funktianiiriivenfitzung. Wegen wichtiger LwZ-schdirung werden alle Funttivnärinnen Witten, vSntjllch m ericheink" Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. i. greis Pr«»»lauer Berg. Donneratan, 9. Februar, 18% Uhr, in» Alter». heim Sanziger Str. KZ Lchulungskursu». Shema:.Zugendgericht-gesetz und Zugendgerichtthilke." Reserentin Genossin Seiger. Um zahlreiche Beteiligung wird geberen. i � i fi CEVCmmi.** 191 i Iffts» a** 7. fttei» Charlottenbnrg. bekannter Stelle Aktendesprei Freitgg. 10. Februar, 18% Uhr, im Rathau» an Hing. 10. Februar, 18% Uhr. im Rathau». Fim. ~.......-« iit»ring«.» Da» Erscheinen aller Obleute «undgebung au» und findet dafifr am Mittwoch, lä. Februar, statt. '' WWW,--------- I. Feh»" � n bell dctanntcn»lokalen. ziri WWWW Referent G-nofse Fächert. M. d. L. 22. Abt. Fablabend ftlr die Rorduferde�irle bei Bartz, Fehmarnstr. 1. Sie > Bezirke in den bciannicn»lokalen. Bezirk bei Spät, Seorgenkirchstr.«z. �Da» Wahljahr ISN." iikrigc». 38. Ab«. 1!». 67. Abt.«rnnewald. 20 Uhr im Bahnhossreftaurant Grunewald. Wurzbacher. Mitgliederversammlung. 80. Abt. Schineberg. 20 Uhr bei Gürlich, Begasstr. 1, wichtige Funktionär» nhung. 83. Abt. Zempelhof. 1. Bezirk: Achtung! Der Zahlabend jindet im Lokal Wegner(nicht Wehr), Borussiastr. 71, statt. Referent Burgemeifter:»Der Tarnvertrag in rechtlicher Beziehung.' 88. Abt. Lichtenrade. Sie Mitgliederversammlung findet heute nicht statt, sondern an, Mittwoch, 13. Februar, 20 Uhr, Schule Rohdestra&e. Er. icheinen Pflicht. Rcukäll». gl. Abt. Der Fahlabend de»«8. Bezirk» findet bei Stahmann, Mitnchencr Säe Reutcrflraß«, heute abend statt.-»2. Ab«. ÄHIavende. Bcl»irke� 11, Ai. Kanter. Karzer Str. 88. Vortrag. Bezirke 27, 28.- nni bru>....... �________________ P deutung für Staat und Gesellschaft/- Rescrent Genosse Rektor Schmidt. bauer. Bezirke hl, 11, 13, 35: Wolf.«aiser.Friedrich-SIr. 173, Ecke C oleggerstrahe. Vortrag:„Die Äitchi- in der Karikatur und udlere i-«oll Kort t voe iSe>ii Vf,vr»'J-JCi oSiwayt l.-SfitaairM.»« i«.p»<11 8«7 SA. trag!„Politische und wirtschaftliche Demokratie.-' Referent Geuofie K. Schlimme. Sehr wichtige Mitteilungen auf allen Fahladrndcn. Er. scheine» aller Mitglieder dringend erforderlich.- 13. Vezieli Bei Rüdiger, i'obntühlenftr. 88, Bortrag des Genossen Rar Heidsmann. M. d. L. !>g. Al-t. Britz. Zahlabende. Bezirke 3. s, t>: Lokal Bachmaun. Rudowcr Straße 80. lii». Abt. Buckaw. Zahlabend im Lokal Fischer. Bortrag:.Erschautes und Erlebtes— Aus meiner Rußlaitdreij«." Referent Genosse Pichocki. Gäste willkommen. lug.«dt. Feiedeilb» Hägen. Mitgliederversammlung bei Scholz. Friedrichstc. 81. Vortrag:.Nommunale Angelegenheitei! des 1«. BeäNks." Reserenr Be, 118. Abt. zlrtsbUi-gcrinetster«obl. Abt. Lichtenberg. Temp Rrfei-ent Genosse Peter», M. d. L. enberg. Tempel, SudrunNr.?. Bvrtrag:„Das Agrarvrogramm." 124. Abt. Mahlsdorf. Fahresgeneralversammluua im Lokal E. Ander», Bah». boistr. 37. Zabresbericht.»ossenbericht. Reuwohlen. Sohl de» Dele giericn zum Bezirlsparteitaa Parieiangelegenheite».«eacn der wichtigen Tagesordnung wird vollzähliges und vllnltlichcs Erscheinen erwartet. 127. Abt. Kahcnschaahansen. Der Fahlabend am 8. Februar lall: au». Am Mittwoch. 15. Febri-ar, findet die Seneralverlawmlll»» statt. 118. Abt. Zicinntendors.vlt. Lokal Schägenhauo. Restdenzitr. l. Abtoilunos» Keneralversammluna. Pti nillich».- Ericheinen sämtlicher Mitglieder drin- grnd erforderlich. Auch Belträg» werden kaMert. Rowaw:,. Al Uhr bei Hicmke, Wallstr. 55, wichtig» Funktionärversavunlung. » P»ter,h«gr».Fe»d»««bors»od Umgegend. Freitag. 10» Februar. 80 Uhr. im „?llten SMIauer", P»t'r,hag«n. Dortraa des Genossen Dr, R. Breitscheid, M. d. R.i.Der sterbend« BGegridlock.'?ah~" Bi-rltand der SPD Zadlrei�n Besuch erwartet der 17. ttrei, Lichtenberg. W mer 25, Sbleutekonserenz. erforderlich. Zungsozialisten. Groß. Berlin: Douverstag, 8. Februar, 17—1813 Uhr. Liiedevstr. 4, i- Kok. i« Arbeiterivgeodheim Abrechnung der BeitrSge. Smptana der Blätter»»h Schrittevreih«. Mänprogramwe find dort abzulitzjerN.— Sr»»»« Renkitl» I: «»?»«, k ire f V m« IV fXTfir t11*eT4«n fl«,*>"CUftQOtt SRlt*« . improgramme find»ort ofc.v. Die Brbeltogemeinschaft Erwin Marquardt fällt wegen gliederverfammlungen und Fahlabende aus. Kinderfreunde Groß-Verli». Bokfta»dsfitzu»g am Fceitas, 16. Februar, 20 Uhr. in bee GeschSftsßelHe Lindenstr. 3. Der Baftelkursus Noröen und Osten wird Sonnabenö, 18. Februar, IS M» 22 Uhr, und Sonntag, 16. Februar. 8 bis 12 Uhr, im Hevn Tieckstr. IS Heute vo,h 17 bis 18 Uhr Sprechfiunbe in der Baracke Sani?. hoferstraße. Die Umladungen zur(klternversammlung können abgeholt werde?». Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serlm. MUM ii'fW Politischer Znlormotionsabend Freitag, 10. Februar, pltnktNch 7.1 lS'3 Uhr. in der Aula der Schule ftochftr. 1». Thema!„Prinzw und tt, �! Taktik." Referent W. Sollmann. Abteilnngileiter,«eiert umgehend die Rärzprsgromme«». henke. Mittwoch. 8. Zebruar. 191* Uhr: stuuiannplatz: Iugendheivi Eberowalder Str. 10. Bortrag:„Fordechingen der arbeitende» Jugend." Rosevthaler Borst«»«: Jugendheim Gipsstv. 28». Vortrag:„Tageovolitifche Umschau*— SSdwefteni Jugendheim Barikftzr. U- Lichtbildervortrag:..Etwas von der Walze."— Tempelhoi: Fugendhein« Ger- manlapiati 13. Arbeitsgemeinschaft:„Vartenlesen."— Fnlie-berg:?uge«dheim Am Fallenberg 1!?.„Relig-o» und Sozialismus."— Lichtenberg.«ittee Fugeiidheim Scharnwebe�ftr. 2S. Zehn-Winuleo. Referate.— � Ren.Lichiänbeeg: Jugendheim Turiihalle der Schule Prinz-Albert.Straße. Beteiligung am Fahl- abend der SPD.— Li0% Uhr Ledigenheim Poppelallee 15. Begetarismus. �.Der«,, er«rheiter. SchackUnb. Mittwoch, 8. Feheuar: Abt. Sartenplaß MUHr bei Burkhardt, Pfingstr. 8, W-rbeabcnb. Abt. Alt-B' Schill' «erbe bezirk Prenzlaner Belg: Am SvitlUag, IL. Februar, IS Uhr, im Altersheim Danziqer Str. 03 Heiterer Abend. Werbebezirl Wedbivg: Fettabend am 11. Februar, 30 Uhr, in der Aula de» Schiller. Lpzeum», Pank. Ecke Böttgerstttiß«. Auffiihpung de» Sommernachts. iraums. Mitwirkend«: das Orchester der Aufbauschul« R-ukolln, der Srngkrer, und die Lpielgkll-.einschafi der SAP. Karten zum Preise von<0 Bk.«« Fugendsetretariat zu haben._________ Wetterberich» fer offeoiilchen westerbieuftffekl« Berfta«uib llmaegeu» sRachdr. verb.). Wo.ki«. ohne erhebliche«ieberichläge, bei ziemlich nnschen westlichen Tinden. Am Tage wlld— Jttt Veakschland t Rur für Borddeutschland vereinzelt leichte Siiederschkäge. im übrigen Reiche vorwiegend trocken. Fn der islliche» Halste und m Süddeutschland pOIsach leichte Nachtfröste....... Uhr bei Burkhardt, Pslugsir. 8, Werbeabcad. A?t. Alt-Brrlin neues Spiel- lt Kaiserstr.«1. SO Uhr Spielabend.— Donnerstag, 9. Februar: Abt. llerpark 30 Uhr bei Beger. Mstlleritr. 120. Simultanspiel des Schatd- ge>l«ssen Borknwski. Abt. Gesundbrunnen 20 Uhr bei Wendt, Koloniestr. 147. topielabenS. Abt. Rordring 30 Uhr bei Boßmann. Gleimstr. 10, Spielabend. Abt. Süden 20% Uhr bei Hackbarth. Muskaner Str. 10.-Vortrag des Schach- genossen Ezach:„«orrespondenMartl« n.- ,.«eehan» de» LUnge». nnd Zudertuloseerkeankten Deutschland»«. V. S«- fchästch�elle: Berlin R 30. Schönstedtitr. 1, vorn 1 Tr., Fimmer 121. MittwoM. 8. Februar, 30 Uhr, HauptvorstandsssNiiiia in der Geschäftsstelle Ortsgruppe Berlin: Mittwoch, 15. Februar, 19% Ubr, erweiterte Funllionärkonferenz in, Sitzungsiaal Schönstedtstr. 1. vorn 1 Tl., Fimmer 123 130. Erscheinen all«: Borstaeidrtnitalieder und Funktionäre dringend erforderlich: ebenso find die Mitglieder der Arbeit»tommission zu dieser Sitzung eingeladen. Frrtdenkerndlkshochschul, Berlin. Doiinersiag. 9. Februar. 19% Uhr, Aolanisches Si/mnastum. Berlin SW, Halleiche Str. 20(am Anhalter Bahnhof». Vortrag Paul und Maria Krisch«:.Fomilienhämmerung?" Der Männerchoe Roahlt beobstchfigt, eine gemischte Ehovabteilung z» und Männer werden zu der am Sonnabend, Restocker Str. 82, statrsindenden Grllndungs. Leitung de» Ehor» hat Stubienrat Richard Siltte. Arheiter-Samariteebnnd«. 43., Kolonne Berlin. Geschäftsstelle: R 4, Große Hamburger Straße 30, Der Bezirkstag der Kolonne findet Sonntag. 12. Fe- bruar. 9 Uhr, in Schinkels Festsäleu, BrUck-nstr. 3. statt. Pstnltliches Erscheinei, ist Pflicht. Auswei» und Mtgliedsbiich mitdringen. Wer länger als drei Monat« mit seinen Beiträgen im Rückstände ist, hat keine« Futriti. UnMollow Enrflib vobatine Club, Bülowstr. 101. Mitlwach abend 8 Uhu, Mr. K. Kol« null. B.«:„Hamlet". Aus der hochentwickelten niacht. Anstatt brahen und die st.llm. Sie s u« lochende« %«tr»- 1 die Kiasrtan, ine sich die Errunaeuschasreu unserer kllcheuhausbält zi Ra�gsmitöllnduitrie' illr' ihoe'n' KLcheu�u-�l- zu' Ru-» d»s MeZsch der Neischbrühe weHea aA�ukochen, Vrrd fie e* -- SttiMtWhe ebenso aut aus My�gis meischbiMwurfsln Hernie spart dabei viel Keil und Feuerung, ha: ü? doch nur die Gärfei. '�de» Wasser auiHulösen. 1 RaIgss H?eisÄ)brü�»td7fel erbt gut S' Nuderverein Vorwärts Berlin c. V Am Sonnabend, dem t. d. Ml»., verstarb poch lgngem schweren Lenden unser Spvrtgenosse tterinann krieciricir MG guter Freund und Wir werden sein Andenken ?r war un» stet« ein lieben streiler istr unser» Sache. allzeit in Etzren halten DI' Beerdigung findet am Donnerstag. 10 llhe, aus dem S«-Tdomus- Friedhol. Reukölln. bermcmnfir. 140. «. um" statt. rege Beteiligung ersucht vor vaestand. Am Dienstag dem 7 Februar 1328. morgens 10 Uhr entschlte« noch tun»«», schwerem Leiben»nssre lieb» Mutter. Schwieger. mb Großmutter Frau Minna Slmanowakl psb. Malabo im 70. Lebensjahr«. Ja tiefer Trauer Dl« vier Jangent nebst Fraaen und Kindern. Berlen.Zrgel. Beitstr 7. I Ausg. pt. Die Glnälcheruua stnbet am Sonnabend, dem 11. Fe» bruar. vormittag» litt, Uhr im Krematorium Gerecht» straße 37,88 statt. Kranzspenden usw. hdflichst«erbeten. IMiIieiüMiIiM-WMS Jdrtnjll Aan/n. DnkzevgvMer WM ______ mtihaod», den S. Februar abend» 0% Ab«, tw Parterres»-» de» verdanbohause», Oinienser. 0.1 85 NS" Außerordentliche-WN VelttllvevsmSvvelkoojelellz der Werkzeugmacher chllM- Fu dlesor Btrtrmi-nomijaner- wnseren» haben Zutritt dieienigen Per- irauenSieut«. die sich durch dl« Ber- trauensmännerkorte legitimieren kijnncn. Ferner hat von Betrieben, wo kein Ber- Dir dos Mugliedkbuch als Legitim«»»»«. .rsuchcn die Funltionäre, pünktlick und zahlreich zu erscheinen. vt» Ortovermeltaeg. kdazltsn ic<»»tttmch eiexant uncj nur ,m i-llat-tCoztszrvKartz Willi Ernst UBKUN SO, Köpenicker StraBe 35 b Vorreijer 10«/» ErmiSlg Verkäufe Beachtenswertl Deutsche» Teppichhau» Emil Ltieor« seit 1882 nur Oronien straße 158. keinerlei Beziehungen»ur ähnlich llingenden Firma. Man achte auf Pornamcn Emil. frvfilleiuillLIMdi'lMN in zackss tlsa/i, xscktSLSvs und schön» Möbel. Wenn Sie»ofart unter B. tt eo die Ex- pechtion des„VorwSrts*, LmdenstrsD« Z, schreiben, dann liefert»ach Ihnen ein bekanntes Berliner Möbelbeos Schlaf-, Speise- und Heneniitotner sowie Küchen und Einneloiiainer jeder Art su einer Zahlungs weise, die gana aal Ihre besonderen Wünsche Rücksicht nimmt. To» Sic es sofort, nnd Sie haben alle Mlftel ohne Anzahlung! Fardkehler, 3X4." Sir. 30«. Bikleillurgssliici'e. 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