Morgenausgabe 3fr. 67 A34 45. Jahrgang WüchenUich 10 Memug. monatlich f.— Reichsmark im voraus zalzld«. Um« Streifband im In« und Au». tand KLO Reichsmark vro Monat. * Da.Lsnoüns' mu Oei illustner» ten Sonntagsbeilage»Volk und Zeit� sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wiffea�.Aus du Filmwelt". .Stodtdeiloge�.Frauenstimme�. »De» Äfnbcrfreuni)*.Iugend-Dor» »arts*.Blick w die Bücherwelt�. »Kulturarbeit� und.Technik� erscheint wochentäglich zweimal. Sonntag» und Montags einmal. Berlin«« Solksblatt Oonnersiag 9. Februar 1928 Groß-Äerlin f© Pt- Auswärts 15 pf. Di» 1 1 Ii f p o 1 1 1 g e NonpareMezeN» 10 Pfennig Retlamezelle 5— Reichs- mark»Kleine Anzeigen" dos ieltg»» druckt» Wort LS Pfennig lzulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes we«lere Wort 12 Pfennig Stellengesuche das erste Wort lo Pie.inig. jedes weitere Wort 10 Pfennig Worte übe» l/? Buchstaben zählen für zwei Won» Arbeilsmarkt Keile 60 Pfennig Fanulianzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen- annähme im Hauptgeschäft Linden» ltraheZ. wochentägl. oonSVa bt» 17 Uhr. Aeittvalovstm dev GsziaidemoSvatifOen Oaetei DeMfchlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 kernspnchtr: Dönhost 222—227 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwaris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berün 27 226.— Bankkonto: Bank der Arbetter, Angestellte» und Beamten SSallstr. 65. Diskont o-Gesellschaft, Deposilenkasie Lindenftr 3 Krisenalarm im Reichstag. Man spricht schon von Märzwahlen!- Aprilwahten wahrscheinlich. Gestern abend tagte der Fraktionsvorstand des Zentrums, heute nachknittag tritt die Reichstagsfraktion des Zcn- »rums zu einer Beratung über das Schulgesetz zusammen. ' Am Sonntag wird der Kulturpolitische Ausschuß der Deutschen Bolkspartei sich mit dem Schulgesetz be- jchäftigen. In diesen Sitzungen fallen die letzten formellen Entscheidungen über das Schulgesetz. In der Sache scheint die Entscheidung bereits gefallen zu sein: keine Einigung zwischen Zentrum und Bolkspartei, Begräbnis des Schulgesetzes. Mit dem Schulgesetz fällt die letzte Bindung, die die Koalition noch notdürftig zusammenhält. Es bleibt dann nur noch die Frage, zu welchem Zeitpunkt die Koalition formell gelöst und der Reichstag aufgelöst wird. Gerüchte, die gestern im Reichstag oerbreitet waren, wollten von einer Demission der Zentrumsminister nnd Auflösung des Reichs- tnges in spätestens vier Togen wissen. Diese Gerüchte sind wenig wahrscheinlich. Der Etat wird bis Ende März verabschiedet sein, dann ist der Zeitpunkr für die Auflösung des Reichstags gekommen. Die Reichstagswahlen würden dann Ende April gemeinsam mit den preußischen, bayerischen und württembergischen Landtagswohlen stattfinden. Die Haltung des Zentrums. Der Reichsdienst der deutschen Presse teilt mit: In parianunta- rjschen Kreisen beurteilt« man am Mittwochabend trotz aller Ver- barchlungen dos Schicksal des Schulgesetzes außerordentlich pessi- ry i st i s ch und oertrat die Anschauung, daß eine Einigung auf Grund, der von Minister v. Kendell ausgearbeiteten Komprmniß- pprschläge nicht möglich sein werde. Offen ließ man allerdings die Frage, ob die Regierung die Vorlage zurückziehen»der die Perhandlungen weiier führen lassen werde. Man neigte Im all- gemeinen der Anschauung zu, daß beim Scheitern des Gc- fetzes aus takttschen Erwägungen heraus das Zeittrum von einer Zurückziehung seiner Minister Abstand nehmen werde, um so die Verabschiedung des Etats und der wich- tigsten anderen Vorlagen noch zu ermöglichen. Konjunkturrepublikaner im Zentrum. Herbe Selbstkritik. Das„Westdeutsche Volksblatt" veröffentlicht einen Leit- aufsaß über die.Koalition der Zwischenfälle". Das rhei- nische Blatt findet es„tragisch und lächerlich, daß in der Re- gierung des Dolksstaats Leute sitzen, die den Voltsstaat heute noch, am liebsten erwürgen möchten". Die Unruhe im Volke darüber gehe in die Tiefe, und mit einer Parteidisziplin, die Schäden und Eiterbeulen verbergen wolle, sei nichts gegen sie auszurichten. Dann wendet sich das„Volksblatt" der eigenen Partei, dem Zentrum, zu und sagt: Auch in uusern Reihen sitzen Leuke, die konjunklurrepublikaner sind, denen am Staat des Volkes kein Jota gelegen ist: gerade in den örllichen Parteigruppen gibt es Leute, zu deren Familien- t r a d i t i o n es gehört, zum Zentrum zu gehören, die aber zur Re- publik und zum volksstaol und zu sozialer Gestaltung gar keiu Verhältnis aufbringen können. Man kann es in gewissen Kreisen gar nicht erttagen, daß Bewegung und Geftaltungswille in der Partei ist, und man' ist immer sogleich bemüht, zu kleistern, an Traditionen zu appellieren und vertuschende Resolutionen in die Well zu senden. Das kann auf die Dauer unerträglich werden: es bildet sich dann eine Sttmmung heraus, die dem Organismus der Partei sehr gefährlich werden kann. Der Artikel klingt aus in einen Schrei nach Wahlen und nach„einer Regierung der republikanischen Volkes". Ser mitteldeulsche Kampf geht weiter. Die Verhandlungen ergebnislos.— Am Sonnabend Schiedsspruch? Die gestrigen Einigungsverhondlungen im Reichsarbeilsniinlsle. Hum zur Beendigung des Lohnkampses in der milkeldeulschcn Rletallindustrie. die unter dem Vorsitz von Direktor Lütt- gens vom Landesarbeitsamt Sachsen-Anhalt geführ, wurden, sind ergebnislos geblieben und wurden bis kommenden Sonnabend vertagt. Die Beschlüsse desGesamtverbandes deulscher Metall- industrieller haben der Einigung nicht gedient, sondern geschade« und zu einer wesentlichen Verschärfung der Situation beigetragen. Mar dies der Zweck der Beschlüsse, dann ist er erreicht. Die Vertreter der mitteldeutschen Metallindustriellen— übrigens war auch der Syndikus des v B M Z., Dr. O p p e n h e i m e r. bei deu Verhandlungen zugegen— stützten sich jetzt bei ihrer Weigerung. deu streikenden Metallarbeitern entgegenzukommen, aus die Beschlüsse ihre» Gesamtverbandes. Sie waren entschlossen, auf keinen Fall über die Dreipsennigzulage des Schiedsspruches hinauszugehen.„Grundsätzlich" nicht. Sind solche Grundsätze auch nicht billig, so sind sie doch um so prosiilicher. Die Vertreter der mitteldeutschen Metatlarbeiterschas» gingen oou ihrer Forderung nicht ab. Die Dreipsennigzulage ist sür sie nach wie vor undiskutabel. Eine Annäherung war unter diesen Umständen nicht möglich. Der Kamps der Fünszlglausend gehl also zunächst weiter. Politischen, eine Tendenz in sich trägt, die mit gewissen syndikalistischen Gedankengängen nicht gänzlich unverwandt ist. Wenn die ZentruirtSpartei ein Instrument der christlichen Gewerkschafts- bewegung werden soll, dann liegt darin ein Ansatz zur Beseitigung der politischen Demokratie, es wird dann versucht, zur Durchführung zu bringen, was die radikalsozialistischen Kreise gern« mit dem in sich widerspruchsvollen Begriff der„D e m o k r a t i od e r Arbeiterklasse" gekennzeichnet haben. Wir haben zwar dann eine» Por- lamentarismus, aber einen u n d e in o t r a t i s ch en. Sind sich die Herren Imbusch li»d Stegerwald lolcher Konsequenzen ihrer ein- seitigen gewerkschastlichen Haltung bewußt? Unter Syndikalismus verstehen wir eine Richtung, die darauf ausgeht, den Staat durch Anwendung g e w e r k- sch astlicher Kampfmittel, wie des Generalstreiks, unter den Willen der Arbeiter zu zwingen. Das Streben der christlichen Gewerkschaften nach erhöhtem Einfluß in der Zentrumspartei hat aber mit einer solchen Richtung nicht das geringste zu tun. Es verstößt auch nicht gegen das Wesen der Demokratie, da sich in einem Arbeiter st aat wie Deutschland die Form der Demokratie auf dein regulären Weg der Wahlen schließlich mit dem Inhalt der A r b e i t e r- demokratie erfüllen muß. Von der„Gefahr" einer Gewerrschastsherrschaft in Deutschland könnte vielleicht die Rede sein, wenn die eigent- liche Arbeiteroertretung in den deutschen Parlainenten aus- schließlich gewerkschaftlich eingestellt wäre. Die Sozial- demokratische Partei ist aber weit davon entfernt, eine bloße Gewerkschaftsvertretung zu sein, sie ist sozialistisch- demokratische Gesinnungsgemeinschaft. Hier besteht keinerlei Vermischung der Funktionen und kein Kult der „schwieligen Faust". Aber freilich kann hier das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft ein viel besseres fein, toeil die Sozialdemokratie eine Arbeiterpartei ist, was das Zentrum eben nicht ist. Darum kann es i n der Sozial- demokratie keinen Klafsenkamvf geben— im Zentrum dagegen entwickelt er sich mit Notwendigkeit aus den Jnter- essenqegensätzen seiner verschiedenen sozialen Schichten. Arbeiterpolitik ist nicht gleichbedeutend mit Gewcrk- schaftspolitik. Selbst wenn Dr. Wirth die Entwicklung im Zentrum richtig sehen sollte, so würden die Gefahren, die er fürchtet, nicht besteben, weil links voil den christlicheit Gewerkschaften die große Sozialdemokratische Par- t e i st e h t, deren Ziele weit über den gewerkschaftlichen Tageskamvf hinausgreifen. Sollten also just die ch r i st- l i ch e n Gewerkschaften eines Tages vergessen, daß der Mensch von Höherem lebt als von Brot allein— die große Arbeiterpartei links von ihnen würde sie daran erinnern! Wirth setzt sich dann weiter ganz niedlich mit St e g er« w a l d auseinander, dem er vorwirft, die Bedeutung der Re- publik für die Arbeiter nicht erkonnt und staatsvolitische Ideale entwickelt zu haben, die im Gegensatz zur Politik von Weimar stünden. Jetzt aber sei er wie aus dem Traume er» wacht und falle aus Mangel eines Besseren„in den engen gewerkschaftlichen Kreis" zurück.„Dieser Vorgang." fähr: Wirth mahnend fort,„muß gerade in der Gefolgschaft Stegenvalds bald die Frage wecken, weshalb man überhaupt noch in getrennten Gewerk schaf- ten dem Arbeiterinteresse dienen zu müssen glaubt� Wir geben zu, daß auch uns diese Frage durch- aus aktuell zu sein scheint. Wirth schließt seine Betrachtungen Mit folgendem Appell: Meine Herren! Sie sind so auf dem Wege in die Zlufchauungs- weisen des wirtfchafttlchen Sozialismus. Nur Ihr besonderes ge- wertschafllidjes Organisationsinteresse hindert Sie noch, dies in irgendeiner Weise anzuerkennen. Aber es wird immer mehr zu einer Selbsttäuschung. Sie werden erzürnt sein, wenn ich so etwas ausspreche, und doch muß ich es sagen, gerade well ich die bestehenden Partei- und Gewerkschastsschranken nicht als das letzte Formungs- ideal unseres Voltes anerkennen kann. Für mich war die letzte Par- teitagung des Zentrums ein unerhört inneres Erlebnis. Das Soziologische der Zentrums st ruklur will alle Rande politischer und anderer Art von innen her- aussprengen. Noch gibt es äußere technische Hemmungen, aber schon zweifle Ich, ob sie aushalten werden. Rechter Hand, linker Hand— alles vertauscht! Wirth, der für die Rechtspresse längst nichts anderes mehr als ,cher Sozialdemokrat im Zentrum" ist, Wirth stellt sich mit er- habenen Armen vor Stegerwald und beschwört ihn, nicht „in die Anschauungsweisen des wirtschaftlichen Sozialismus tu verfallen!!" Wir halten diese Mahnung Herrn Stegerwald gegenüber für ganz überflüssig. Andererseits wollen wir die Hoffnung nicht aufgeben, daß Herr Wirty, der Zweifel- los ein mutiger Republikaner und ein sozial denkender Mann ist, sich eines Tages auch das Grauen vor ,chen Anschouungs- weisen des wirtschaftlichen Sozialismus" abgewöhnen wird. Seine Verwirrung können wir uns nur aus der Erschütterung erklären, die ihn, den alten Zentrumsmann, angesichts der offenbaren Zerfallserscheinungen seiner Partei ergriffen hat. Wir denken ja als Sozialdemokraten nicht so optimistisch, wie Wirth als Zentrumsmann pessimistisch denkt. Gerade, weil wir selbst Weltanschauungspartei sind, kennen wir die Stärke der Weltanschauungen und glauben darum nicht, daß das Band, das den katholischen Arbeiter mit dem katholischen Kapitalisten verbindet, von heute auf morgen zer- reißen wird. Sicher aber sind die inneren Spannun- g e n, die sich aus den Klassengegensätzen ergeben, gewaltig, und sie werden über kurz oder lang zu neuen Gruppierungen führen. Wirth selbst hat schon einmal weiter gesehen. Das war damals, als er sagte: Wenn es einmal zum Kampf zwischen Arbeitern und Bürgertum komme, dann werde er auf feiten der Arbeiter stehen. Dieses Wort braucht er nicht zu bereuen. Denn wo die Arbeiter stehen, dort wird auch das stehen, wofür er bisher stets eingetreten ist: der Geist echter Demokratie und der Wille, chriftlich-ethifchc Ideale in einer bisher sehr unchristlichen Welt zu verwirklichen. Das ist das große Lebendige unserer Zeit, und wer es sieht, braucht nicht um Formen und Formeln zu bangen, die heute noch in Qualen zucken, morgen aber kalt ünd tot sein werden. Ein Maggengesetz für Preußen. Gemeinsamer Antrag der Koalitionsparteien. -' �n�eußisKen RegivnrngFpartesen haben dem Bdnbtpg folgend« gemeinsamen Antrag über da? Flaggen durch össentsich-reihtliche Körperschaften unterbreitet:- .Die Reslaggung der Dlrnstgebäude. der zum osfcvtUchen Gebrauch bestimmten Gebäude und sonstigen Einrichtungen der Gemeinden und Gemeindenerbäade sowie der öffentliche» S i r d ß c n und Plätze gehört als Angelegenheit der Landeshoheit zu den örslichen Gefchäficn der allgemeinen Landes- vermoliung. Da» gleiche gilt in Ansehung der Schul. gebävde für die llnterhaltsträger der nicht vom Staate allein unkechallencn öffentlichen Schulen. Auch das Flaggen durch die übrigen fiörperfchasten des äffen ilichen Rechts unterliegl der Ve- stimmung durch das Stoalsministerium." In der Begründung dieses Antrages heißt es: Die Notverordnung vom 8. Zlugust 1927(GS. �s. 164) beschränkt sich lediglich auf die Beflaggüng gemeindlicherDienst- g e b ä u d e und bietet keine Handhabe, staatsfeindliche Demonstrationen außerhalb der Dienstgebäude auf öffent- lichen Straßen, Plätzen und sonstigen Anlagen zu verhindern. Sie bedarf daher zunächst nach dieser Richtung hin einer entsprechenden Ergänzung. Mit Rücksicht auf die zum Teil auch von anderen Körperschaften des öffentlichen Rechts gezeigte staatsablehnende Haltung bedarf es weiterhin einer gesetzlichen Klarstellung, daß das Flaggen durch Körper- schafteu des öffentlichen Rechts allgemein ein Ausflußdes st a o t l i ch e n Hoheitsrechts ist. Hierbei ist nicht be- absichtigt, diesen Körperschaften die Befugnis zur Führung e i g e n e r Flaggen zu entziehen. Nähere Bestimmungen hierüber können indessen dem Staatsministerium vorbehalten bleiben. Schlesiens Wirischastsnoi. Ein Appell an die Regierungen. Wenn etwas die Notwendigkeit einer Hilfeleistung des Staates und des Reiches für die Provinz Oberschlesien überzeugend darlegen konnte, so war es die Einhelligkeit der Meinung, mit der Führer der Privat- und öffentlichen Wirtschaft. Arbeitnehmer und Arbeit» geber, das bei uns bereits kürzlich besprochene Wirtschaftsprogramm des riisderschlesischen Ausschusses einem breiteren Kreise vortrugen. Im Hause des Reichstagspräsidenten L ö b« fand gestern abend eine Zusammenkunft von Parlamentariern und Regierungsvertretcrn statt, in der führeitde Persönlichkeiten der schlcsischcn Erwerbsstönd« das Programm erweiterten. Betont wurde vor allem die Notwendig» keit, nach der Abtrennung Schlesiens von seinen früheren Absatz. gebieten den Verkehr nach Innerdeutschland und nach der See zu erleichtern durch Ausbau derEisenbahn und der Wasserstraßen und durch eine zweckmäßig« Tarifpolitit. Besonders auffallend war dabei die starke Betonung der Der- treter Schlesiens, die Eigenwirtschaft des Landes durch eine tatkräftige Siedlung in Gang zu bringen und durch den Ausbau des Schulwesens aller Arten, angefangen von der Volksschule bis zur Fachschule und den Universitäten, die Voraussetzungen für Oualitäts» arbeit in Industrie Handwerk und Landwirtschast zu schaffen. Man beschränkt sich also nicht auf die Forderung nach Subventionen, son- dern man will den starken Willen zur Selbsthilfe mit einsetzen, wenn die Reichs- und Staatsbehörden hierzu eine hilfreiche Haild bieten. Namens der schlesischen Gewerkschaften sprach Genosse W U rs Ich, der im besonderen den Ausbau der Wasserweg« und Weniger Kinder- Aufgabe« der Volkswohlfahri.—„Die Man kann sich darüber freuen, man kann es auch erstaunfich finden: Als der preußische Wohlfahrtsminifter Hirtfiefer in einer Pressebesprechung das Programm seines Amtes entwickelt«. sah er sich veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß die Wirtschaft des Menschen wegen d a sei. Das Volkswohlfahrtsministerium habe nun die Aufgabe, dafür zu sorgen, daß eia möglichst großer Anteil des Wirtschaftsertrages der Steigerung der Wohlfahrt des Menschen gewidmet werde. Tatsächlich hat im alten Preußen eine solche Behörde nicht bestanden. Heute wird sie bereits von der „Wirtschaft", d. h. dem Unternehmertum als unbequem empfunden. Denn so stark ist noch unser wirtschaftliches Leben vom Profitstreben beherrscht, daß der Mensch dafür eigentlich Nebensache ist. Jedenfalls besteht das Ministerium, und es hat allerlei geleistet. Die Beobachtung und Pflege der Gesundheit erfordert erhebliche Arbeit. Nimmt doch die Bedeutung der Menschenkraft in Deutschland ständig zu. nachdem sich jetzt der Geburtenausfall während des Krieges in empfindlichster Weise geltend macht. Bereits am 1. April kommenden Jahres werden 600 000 bis 700 000 Kinder weniger aus der Schule ins Erwerbsleben treten als sonst— weil diese Kinder gar nicht geboren wurden. Und das wird sich so jahrelang hindurch fortsetzen mit dem Ergebnis, daß nach Ablauf von fünf Jahren 2 Millionen junger arbeitsfähiger Mensche», auf deren Mitarbeit das Volk und die Wirtschaft zn rechnen pflegten, zunächst einmal fehlen werden. Dieser wirtschaftlich« Gesichtspunkt allein schon zeigt die große Be- deutung einer wirklichen Volkswohlfahrtspflege— gar nicht zu reden von der sozialen»nd kulturellen Bedeutung, die die sozial« Hebung großer Volksmassen für sich beanspruchen kann. Eine interessante Folge des Geburtenrückganges ist es, daß auch die Sterblichkeit wesentlich abgenommen hat. Sind doch die»leisten Todesfälle in den ersten Lebensjahren zu vsrzeichnen. Die Geburtenzahl ist in den letzten Iahren weiter zurückgegangen und beträgt in Preußen für dos erste Halbjahr 1S27 10 aus 1000 Einwohner(gegenüber 20,3 im Jahre 1926). Der Ueberschuß an Geburten ist in der gleichen Zoit von 8 auf 6,1 die Melioration forderte, dann aber in eindringlicher Weise die Wohnungsnot und die schlechte soziale Lage der Bevölkerung in den Großstädten, namentlich in Breslau und Waldenburg, schilderte. Wiersich betonte dabei auch die Notwendigkeit einer vernünfti- gen Kulturpolitik zur Erhaltung des Deutschtums in diesem bedrohten Gebiet. Im Anschluß daran wurde ein Film vorgeführt, der die be- sondere wirtschaftliche Lage Schlesiens darlegte. Erfassung des Vermögenszuwachses. Die Denkschrift soll endlich erscheinen. Der Reichsrinanzminffter hat jetzt auf eine Anfrage der sozkal» demokratischen Reichstagsf raktion miignteilt, daß die Denkschrift über die steuerltche Erfassung des fest Krlegzbsginn rfn. getretenen V e r m ö genszuwachse» bis Ende dieses Monats zu erwarten ffit Der vom Steuarausfchuß des Reichstages aus- gesprochene Wunsch nach eine? solchen Denkschrift beruht aus einem s ozialdcmokratischen Antrag. Mit ihm wird das Ziel vsrfdkgt, durch eine Sonderabgabe von den neu entstandenen oder ge, wachsen«» Vermögen größeren Umfanges die Mittel zu beschaffen, die zur menschenwürdigen Versorgung der Klein, r c n t n e r erforderlich sind. Macht vor Recht! Sie Haltung der Rechtsparteien im FvgendauSfchvft Der Bürgerblock fühlt den Boden unter seinen Fußen wanken und nutzt daher die Macht, die er zurzeit im Reichsparlament noch besitzt, in der rücksichtslosesten Weise aus, selbst wenn dies auf Kosten des Rechts geschieht. Das Gesetz über den Schuh der Zugend bei Lustbarkeiten, gegen das sich alle Kreise der Kunst, der Wissen- schaft und der Volksbildung erhoben hatten, war im Reichstag im Mai 1027 mit einer Rechtsmehrheit angenommen worden. Im Juni erhob der Reichsrat Einspruch gegen den vom Zteichstag ver» abfchiedetcn Gesetzentwurf. Im Dezember 1927 erklärt« er sich be- reit, seinen Einspruch zurückzuziehen, wenn, entgegen dem Mehr- heitsbeschluß des Reichstags, der Paragraph 1 in der Fassung der Regierungsvorlage wieder hergestellt werde. Die Regienmgs- Parteien stellten sofort entsprechende Abänderungsanträge zur noch- maligen Beschlußfassung. Nach Artikel 74,3 der Reichsversossung hatte sich der zuständige Ausschuß nunmehr mit der Neu- beratung des Gesetzes zu beschäftigen. In der gestrigen Ausschußsitzung oerlangten die Regierungs- Parteien, daß der Ausschuß sich ausschließlich mit dem§ 1 des Gesetzes auf Grund ihrer Antröge beschäftigen dürfe und bestritten den Linksparteien da» Recht, in die Erörterung des ganzen Gesetzes einzutreten oder Anträge dazu zn stellen. Sie fanden willig« Helfer in den Vertretern des Reichsinnenmimsterlums wie des Reichsrats. Herr Rlnmm von den Deuffchnationalen beantragte, das Gesetz unter ausschließlicher Beschränkung auf den§ 1 neu zu beraten. Die sozialdemokratischen Vertreter erhoben unter Berufung auf ß 74 der Verfassung energischen Einspruch und verlangten, daß zuvor eine Entscheidung des Aeltesten- rats über die gefchästsordnungemäßige Behandlung herbeigeführt werde. Diesem Vorschlag schwß sick) auch die Demokratin Frau Lüders an, ebenso die Kommunisten. Der Vertreter des Reich»innenministeriums erklärte, er wolle nicht untersuchen, ob es rechllich zulässig sei, das ganze Gesetz zu e»> örtern, für ihn sei allein die Frage entscheidend, ob es notwendig sei, was er verneint. Der Antrag, eine Entscheidung des Aeltestemat» herbeizuführen. wurde abgelehnt, der Antrag Mumm a-rgenommen. Da- raufhin erklärte Genosse Seydewitz. daß die sozialdemokratisch« Fraktion sich an den Verhandlungen nicht mehr beteiligen und Be- schwerde beim Reichstagspräsidenten einlegen werde. Sozialdemo. kraten und Kommunisten verließen daraus die Ausschußsitzung. Deuffchnatwnale und Zentrum wollten die Beratung ohne die Vertreter beider Fraktionen abHallen, erst aus Verlangen der Deut- schen Volksportei wurde die Beratung bis zftm Freitag vertagt Die Bürgerblockparteien wollen mit Gewall dos reaktionär« Gesetz noch vor Auslösung des Rei6)«tags unter Dach und Fach bringen! - eine Kriegsfolge Wirtschast ist der Menschen wegen da." se Einwohner gesunken. Verlln hat 1026 zum ersten Male weniger Geburten als Todesfälle zu verzeichnen. Das Ministerium betreut auch den Wohnungsbau, über dessen letzte Ergebnisse wir im Wirtschaftstell berichten. Interessant ist. daß die Pfleg« der heranwachsenden Jugend— eines der wichtigsten Gebiete der vorbeugenden Sozialfürsorge— neuerdings mit besonderem Eifer betrieben wird. Es bedeutet viel für die Volksgesundheit, wenn gerade die noch schulpflichtig« Jugend recht- zeitig in Erholungsheimen gehellt werden kann, ehe die Krankheit schwere Störungen in der Entwicklung hervorruft. Heute bestehen in Preußen 1400 Kindererholungsheime mit über 100 000 Betten. Im letzten Jahr konnten 200 000 bis 250 000 Kinder, deren Gesundheit durch den Aufenthalt in der Groß- stadt schwer mitgenommen war, durch solchen Er- holnugsanfenthalt rechtzeitig geheilt werden. Aber natürlich genügt das nach keiner Richtung. Denn wenn das Kind in seine alte Umgebung zurückkehrt, in enge Wohnungen, in ungesunde Höfe und überhaupt in sozial gedrückte Verhältnisse, so besteht die Gefahr neuer Erkrankungen. Deswegen muß aus die weiter« Pflege der Jugendlichen und ihre ständige gesundheitliche Ueberwachung besonders gehalten werden. In das Gebiet oorsorgender Gesundheitspflege gehört auch die Förderung der Leibesübungen, die heute— ein erfreuliches und nicht zuletzt der Arbeiterbewegung zu dankendes Ergebnis— immer mehr in den Dienst der gesundheitlichen Stärkung anstatt in den der Erziewng von Rekorden gestellt wrvd. Sowohl Preußen wie die Städte haben auf diesem Gebiete eine Menge geleistet. Bekannt ist allerdings, daß die Fürsorge gerade der G e- m e i n d e n aus dem Gebiete des Sports den heftigsten Widerstand jener Kreise gesunden hat, die in dieser Art Menschenpslege einen verschwenderischen Luxus sehen. Di« Arbeiterschaft wird also noch viel zu tun haben, um diese sozialen Interessen wirklich gegen die Angriffe berufener und unberufener Kritiker zu verteidigen und die Wohlfahrtspflege so auszubauen, daß sie ein positiver Faktor nicht nur zur Förderung der Vollsgesundheit, sondern darüber hinaus zur sozialen Gestaltung der Republik wird. Die Siadi Löwen wehri sich. Eine Gegenschrift gegen das Gutachten von Prof. Meurer. Das Gutachten des Würzburger Universitätsprofessors M e u r e r über den„belgischen Volkskrieg" ist als Bestandtell der vom Untersuchungsausschuß des Reichstages herausgegebenen Aktensammlung über das„Völkerrecht im Weltkrieg" erschienen. Die deutsch« Sozial- demokratie ist von diesem einsettigen Versuch, die Kriegsführung des kaiserlichen Heeres reinzuwaschen, sofort und energisch abgerückt. Dadurch ist wenigstens ein Teil des ungeheuren moralischen und außenpolitischen Schadens wieder ausgeglichen worden, den diese tölpelhafte Arbeit dem deutschen Volke zugefügt hat Nun hat die S t a dt Lö w e n. die bekanntlich im ersten Monat des Weltkrieges furchtbar gelitten hat, eine Pr o pa�a ndaf ch r i ft in mchrsren Sprachen haronsgsgeben. die sich oor allem gegen die Darstellung der Ereignisse von ÜBwen tu dem Gutachten des Pro- fessttr« Meursr wachet: Di« Schrist selbst ist von Professor. May« nc» von der �acholischen Universität Löwen oerfaßt und enthalt ein Bannart. das vom Bürgermeister Van der V a«ren und von den Spitzen der Löwen«? Justiz, und Umversitätsbehörden unterschrieben ist. Die Schrist, die den Titel trägt:„Die 2-8 w en e r Franc- Tireur-Legende". geht mtt dem deutschen Professor nicht gerade sanft um. Das kann man wohl begreifen, denn an zahl- reichen Beispielen wird der Beweis erbracht, daß Meurers Dar- stellungs- und Untersuchungsmethode mit wissenschaftlicher Geschichtsforschung nichts gemein hat. Die Gegenzeugnisse zweier holländischer Persönlichkeiten, des Arztes und Universitätsprofessors Noyons und des Direktors des Wasserwerks R u t g e r s, die die tragischen Ereignisse vom 25., 26. und 27. August 1914 in Löwen persönlich miterlebt haben, werden als Anhang zu der. Schrift Mayences abgedruckt und bilden eine schwere Anklage gegen die kaiserlichen Truppen. Aus diesen Zeugnissen wie auch aus dem übrigen Inhalt der Broschüre gewinnt man den Eindruck, daß die Stadt Löwen mit ihren herrlichen, zum Tell durch Brandlegung zerstörten Bauten einem grauenhaften Mißverständnis, einer Massenpsychose zum Opfer gefallen ist. Die deutschen Soldaten glaubten an das Wirken von Freischärlern— die wohl mich hier und dort, besonders in den ersten Tagen bei Lüttich, aufgetaaucht sein dürften—, sie waren durch Er- Zählungen ihrer Offizier« von Grausamkeiten, die an den Derwun- deten und Gefangenen von der belgischen Ziollbevölkerung systematisch verübt würden, fatanisiert. Da mag am Abend des 25. August irgendein Schuß gefallen sein— er tonn auch unabsichtlich von einem Deutschen abgefeuert worden sein— und nach wenigen Minuten war in der ganzen Stadt die tollste gegenseitige Schießerei zwischen deutschen Truppen im Gange, die an einen vereinbarten Ueberfall durch Franctireurs glaubten und die die ganze Stadt anzuzünden begannen... Wer auch nur in Berlin die Revolutions- und Spartakusnächte mitgemacht hat, wird sich eine derartige Panik leicht vorstellen können. Daß sich heute noch Dutzende von deutschen Zeugen finden, die— durchaus gutgläubig— über das Wüten der Löwener Franctireure die unglaublichsten Fasscheide schwören, ist ohne wettere? anzunehmen. Daß aber die bürgerliche Mehrheit des Reichstagsuntersuchungsausschusses dreizehn Jahre später diese Bekundungen mtt ihrer Verantwortung gedeckt und für, ihre Verbreitung gesorgt hat. ist ein unverzeihlicher Fehler. Gewiß kann auch die Schrift von Mayence keinen Anspruch auf leidenschaftslose Wisscnschaftlichkeit erheben Auch sie stützt sich zum Tell auf Zeugen, deren Eindrücke nicht minder durch die Panikstim- mung und durch die nationale Erbttterung getrübt worden sind, als es bei den deutschen Zeugen der Fall war. Aber eins läßt sich unschwer voraussagen: die Sympathien des Auslandes werden sich instinktiv der belgischen Gegenbroschüre zuwenden— weil eben der deutsche Versuch, die Ereignisse von Löwen zu rechtfertigen. psychologisch eine hoffnungslose Angelegenheit ist.. Die Verant- wortung für diese neue schwere— und so überflüssige!— Schädigung des deutschen Ansehens in der Dell trögt der Bürgerblock, der dem Gutachten Meurers uild der übrigen„Aktensammlung" des Untersuchungsausschusses trotz der wohlgemeinten sozialdemokratischen Warnungen sein Placet erteill hat. Demokraten gegen Panzerkreuzer. Di« demokratisch« Reichs- . tagsfoaktion hat beschlossen, di« erste Rate für den von der Re- ßfcmrtß geforderte» Bau eines Pmzerkreuzers abzulehnen Peiroleumkapiial soll verdienen. Drei Regierungen gegen ein Staatsmoaopol in Spanien. Parks. 8. Februar. LEigeubericht.) Die frauzösische Regierung hat geuleinsau» mit der englischen und amerikanischen Regierung in Madrid gegen die Einführung des staatlichen Petroleum» mono Pols Verwahrung eingelegt. Durch die Maß- nähme der spanischen Regierung würden die Juteresse« der ausländische» Petroleumgesellschafteu schwer geschädigt. Anscheinend beabsichtigt Primo de Rivera das Mo» nopol aufrechtzuerhalten, jedoch de» Oelgesellschaften eine Entschädigung zu gewähre«. Englische Zensur über Amanullah. Was er sagt, darf Indien nicht erfahren. Der diplomatische Korrespondent des sozialistischen„Daily Herald* in London erzählt folgenden, von der bürgerlichen eng- tischen Presse totgeschwiegenen Dorfoll, der«in Licht auf die politische Zensur wirft und nicht der tieferen Ironie entbehrt. Der König von Afghani st an hatte während seines Aufenthalles in Indien einem Korrespondenten der„Daily Mail* ein Interview gewährt, dessen wichtigste Stell« lautete: Ich fragte König Amanullah, ob er mir einige Worte der Freundschaft für Großbritannien übermitteln möchte. Er zögerte und ich fragte:„Kann ich zumindest sagen, daß A s g h a- nistan ein Freund Großbritanniens sei?* Der König blickte seinen Minister und dann mich an und antwortete: „Wir wollen warten und sehen, was sich ereignen wird, sobald ich Gelegenheit Hobe, mit Ihrem Auswärtigen Amte in London zu sprechen. Das Interview wurde auszugsweise von dem Londoner Korrespondenten einer indischen Nachrichtenagentur r-'ch Indien .zurückgekabelt. Noch einigen Tagen erhiell der indische Korrespon- dent in London ein Telegramm mit einer Anfrage seiner Zentrale. warum er das angekündigte„Daily-Mail'-Interview mit König Amanullah nicht gekabell habe. Eine Untersuchung brachte die Tatsache zu Tage, daß das Interview mit einer Verspätung von vier Tagen der indischen Rachrichten-Zentrole zugestM worden war. Die oben angeführte Stelle war von der Zensur gestrichen worden. Der diplomatisch« Korrespondent stellt fest, es sei ungeheuerlich, wenn die Zensur Bemerkungen eines befreundeten Staatsoberhauptes, der sich auf dem Wege nach London befinde, unterdrücke, nur weil sie chr nicht ins Konzept passen: Die indische Verfaffungsfrage. Jtoch(ein Erfolg des Vermittlongsvorfchlags. New Delhi. S. Februar. Die indischen Parteiführer extiären, ihre Einwendungen gegen ine englische Derfossungstommkssion beruhten auf Prinzipien- fragen, die auch von dem neuen Kompromißvorfchlog Simons nicht berührt würben. Sie seien genötigt, bei ihrem früheren Ent- schluß, toinerlei Beziehungen zu der Klmunisfion zu unter. hasten, zu beharren. Dem Parlament in Delhi bleiben die Swaraüsten(Selbständig. kertsphirtekf fen�■ L—, prager Mandaie aberkannt Ein politisches Teudenzvrteil. Prag. 8. Februar.(Eigenbericht.) Dkr Dahlgerichtshof in Prag hat nach dreitägigen Dcrhand- lungen den beiden Angeklagten des Bundes der Landwirt« Mayer und Hanreich die Mandate aberkannt. Die Klage vor dem Wahlgerichtshof war gegen sie erhoben worden, weil sie bei der Abstimmung über das technische Derwallungsreformgesetz ent- gegen den Beschlüssen ihrer Fraktion gegen das Ge- fetz gestimmt hatten. Die Entscheidung des Wahlgerichtshofes ist als ein ausge- sprochenes politisches Urteil im Sinne der Bürgerblockregie- rung anzusehen. Die beiden Abgeordneten waren nämlich auf der gemeinsamen Liste der Landbündler und Gewerbeparteiler, Deut- scheu Slowaken und Ungarischen Nationalparteiler gewähll worden. In solchen Fällen Halle der Wahlgerichtshof früher dos Klagerecht nur der gesamten Wahlpartei zugestanden. Diesmal wurde die Klagelegitimation des Bundes der Landwirte, einer der beiden Desitzerparteien. anerkannt, obwohl die deutschen Slowaken und ungarischen Nationalparteiler dagegen protestierten und die Ge- werbeparteiler sich neutral erklärten Die zwei Abgeordneten wurden also unter Umgehung der bisherigen Praxis des Wahlgerichtshofes dafür, daß sie es gewagt hatten, gegen die Per- wallungsreform zu stimmen, mit dem Verlust ihrer Mandate bestraft. Das Attentat auf den Mieterschutz. ßraunS Aufgewacht, Mieter, man nimmt Dir das Dach überm Kopf weg! Die Arbeiterregierung gestürzt. Oer Staatsbankpräsideni als Sturmbock des Finanzkapitals. Zuwachs für Winuig. Im Blatt der ostelbifchen Großgrundbesitzer, der„Ostpreußijchcn Zettung*, erklärt der frühere Sozialdemokrat Adolf Bartcl, daß er aus der sozialdemokratischen Partei aus- trete und sich der ASP. anschließe. Er begründet diesen Schritt mit Stohlhelmphrasen. Die Herren W i n n i g und Rausch haben also einen dritten Mann zum Skat gefunden. Die Rechtspresse macht aus diesem Schritt eines Mamies, der längst nichts mehr mit der Partei zu tun hatte, eine große Affäre. Um die Dinge auf die richtige Bedeutung zurückzuführen, ist es not- wendig, den Entwicklungsgang von Adolf Bartel zu zeigen. Herr Bartel war vor und nach feiner Tätigkeit an der„Königsberger Polkszeiwng*. 1917— 1919, Redakteur der.Danzjger Volks- stimme*. Er wurde in Danzig plötzllch seiner politischen Hallung wegen entlassen und führte dann in der Rechtspresse einen Feldzug gegen Danziger führend« Genossen. In Königsberg wurde Herr Bartel gleichfalls auf einstimmigen Beschluß der Funktionäre der SPD., der Parteileitung und der Pressetom- misston sofort entlassen, als er in einer für die Partei unerträglichen Weise Winnig scher Richtung arbeitete. Cr gehörte zum Kreis um Winnig, der mtt den K a p p i st e n gemeinsame Sache machte. Er wurde dann Redakteur der Heimat" und deckte mit seinem Namen nationalistisch« Schmierereien, worauf gegen ihn ein Ausschlnßverfahren anhängig gemacht wurde. Durch Loyalität�- erklärungeu kam er um den Ausschluß herum. Aber auch die Re- daktton der„Heimat" hat Herrn Bartel nicht sehr lange geschon und seit einiger Zeit schrieb er Korrespondenzen für die Rechtspresse. Beiträge zur Partei hat Herr Bartel schon jähre- lang nicht inehr gezahlt. Es ist völlig bedeutungslos für die Soziatbemokratische Partei, daß dieser Manu wk» auch offen zu scheinen wagt, was er längst ist. Oslo. S. Februar. Der Ttorthing hat Mittwoch abend de« von Mowiakel eingebrachte» Mißtravensantrag gegen die Regierung mit 86 gegen 63 Stimme« angenommen. Ein Mit- glied war abwesend. Dagegen stimmte» die Ar» beiterparteie» sowie ei» Mitglied der radikalen Volkspartei. Im Verlaus der Debatte machte Miuisterprästdent Hornsrub MttteSnnge« über die Versuche der Vanke«, von seinem 5knbin«tt ,»e»e Ttaatssnbveationen" zu erhalten. Di« Regierung habe diese Forderung a b g e- lehnt und darauf sei die Aktion der Bänke« gegen das Arbeiterkabinett zurückzuführen. Auch der Vou- b erneut; der norwegischen Staatsbank habe dabei eine große Rolle gespielt. Das Mißtrawensvotnm der radi- kaleu Linken sei in erster Linie ans ihn zurückzuführen. indem er gedroht habe, den gegenwärtigen Kurs der Krone nicht zu halten, falls die Arbeiterregierung wicht zum Rücktritt gezwungen würde. Nach der Abstimmung erklärte Ministerpräsident Hornsrud, daß die Regierung am Freitag ihre De» Mission beschließe» und dem König empfehlen werde. sich zwecks Bildung einer ucneu.Regierung an den Führer der Radikale«. Mowinkel, zu wenden. Mowinkel hatte im Rauten der radikalen Linke« den Mißtranens- antrag eingebracht und begründet. Voraussichtlich wird es Mowinkel gelingen, eine bürgerliche Links- regiernng zustande zu bringen. Die erste Arbeiterregierung Norwegens hat nur vierzehn Tage gedauert. Ihr Sturz hat nichts Ueberraschendes. Ver- fügte die Arbeiterpartei doch nur über eine Minder- h e i t im Storthing und hatte sie doch die Regierung an- getreten, ohne sich zuvor mit irgendeiner der übrigen Gruppen über ein P r o g r a m m zu verständigen, auf dessen Grundlage ihr wenig st ens für eine gewisse Zeit die Aufrechterhaltung der Macht möglich gewesen wäre. Sie war wohl der Ansicht, daß es ihr ähnlich wie seinerzeit dem KabinettMacdonald in England gestattet sein würde, für eine bestimmte Frist am Ruder zu bleiben, und bedachte nicht, daß der Klassengegensatz in ihrem Lande sich in dem politischen Verhalten der Vürgerlichen sehr viel schärfer aus- prägt, als es in Großbritannien der Fall ist. Allerdings kann sie für sich geltend machen, daß sie sich in keiner Weise zu der Kabinettsbildung gedrängt hat, sondern nur in die Bresche getreten ist, nachdem olle anderen Kom- binationen fehlgeschlagen waren. Die Arbefterpartei hatte bei den Wahlen einen Z u- wachs von etwa 106 000 Stimmen erhalten und damit von 150 Mandaten 59 erzielt. Die Gruppe der Rechten, die bis dahin regiert hatte, war von 54 auf 31 gesunken, die der Linken von 56 auf 31 zurückgegangen, während die Partei der Großgrundbesitzer 4 Mandate gewann und dannt einen Bestand von 26 Sitzen erreichte. Der Sieg der Sozialisten war in erster Linie auf die stark« Unzufrieden- heit der Bevölkerung mit der reaktionären Politik des Kabinetts Lykke zurückzuführen. Dieses Ministerium hatte jahrelang eine Deflationspoli4ik getrieben. Sie führte zu Schwierigkeiten in der Industrie, zu einer starken Steigerung der Arbettslosigkett und einer beträchtlichen Er- höhung der öffentlichen Lasten. Als die Regierung dann noch ein Gesetz zum Schutze der Streikbrecher und andere Maßregeln gegen die Gewerkschaften durchsetzte, steigerte sich die Empörung der Arbeiterschaft zur Siedehitze. Die Folge war der große Wahlsieg der norwegischen Ar- beiterschaft. Trotzdem versuchten die bürgerlichen Parteien zunächst, die norwegische Sozialdemokratie von der Verant- wortung auszuschalten. Erst als der Versuch zur Bildung einer bürgerlichen Koalitionsregierung an dem Wider" stand der bürgerlichen Linken gescheitert war, forderte der König die Sozialisten auf, die Kabinettsbildung zu über-> nehmen. Er ließ dabei keinen Zweifel darüber, daß er für den Fall einer Ablehnung die Fraktion der Groß- grundbefitzer mit der Kabinettsbildung betrauen würde. In d i e s e r Zwangslage haben die Sozialisten das schwierige und von vornherein so gut wie aussichtslos« Experiment der Kabmettsbilduua auf sich aenommen. Sie gingen dabei allerdings von der Voraussetzung aus, daß sich unter den 31 Mitgliedern der bürgerlichen Linken genügend wirk- liche Demokraten zu ihrer Unterstützung finden würden, und es gelingen würde, wenigstens einige der dringendsten Aufgaben zu lösen. Man dachte u. a. an die Aufhebung des Gesetzes gegen die Gewerkschaften, an einen ersten Schritt auf dem Wege der Abrüstung und an ähnliche Dinge. Daneben hoffte man hinsichtlich der Schuldenerleichterung für die Kleinbauern und die Kommunen auch die Unter- stützung der Rechtsparteien zu erhalten. Diese Erwartungen sind nun getäuscht worden. Der Führer der bürgerlichen Linken, Mowinkel, hat am Dienstag die Regierungserklärung als unannehmbar bezeichnet, weil sie jede Mäßigung vermissen lasse, und offenbar von der radikaleren, ehemals kommunistischen Gruppe in der Ar- beiterpartei diktiert worden sei. Zweifellos sind in der bürgerlichen Linken die fortschritllichen Elemente unterlegen. Gesiegt haben die Wortführer und die Interessenvertreter, des Finanzkapitals. Was hilft es. daß Mowinkel die Ks- pttalflucht als unpatriotisch bezeichnete? Tatsache bleibt, daß er und seine Freunde sich unter das Joch des Groß- k a p i t a l s gebeugt haben. Sein Ziel war von vornherein, mit allen Mitteln eine Arbeiterregierung zu verhindern. Es wiederholt sich so in Norwegen der Vorgang, der sich in Frankreich und in Belgien abgespielt hat. Wenn man auch vielleicht darüber verschiedener Meinung sein kann, ob die norwegischen Sozialisten recht daran taten, trotz ihrer Minderheit im Parlament eine Regierung o h n e v o r- hergegangene Verständigung mit anderen Par- teien zu übernehmen, so ändert das nichts an der Tatsache der Auflehnung der Finanz gegen den Versuch der Durch- setzung der AroeUerforderungen. Dänische Gozialreakiion. Kopenhagen. 8. Februar.(Eigenbericht.) Im Folkething wurde der sozialdemokratische Dorschlag auf Gewährung einer vorläufigen Unterstützung für die ausge st eu«r- ten Erwerbslosen, deren Zahl van den Gewerkschaften auf etwa 59 009 angegeben wird, mtt 74 gegen SV Stimmen abgelehnt. Die ausgesteuerten Erwerbslosen sind nunmehr lediglich auf Unter- stützungen von Hilfskassen und die Armenkasse der Ge- mein den angewiesen. Die letzte Nacht in Stuttgart. Dan Kempen— Frankenstein Sieger im Sechstagerennen. Ohne bemerkenswerte Geschehnisse verlief die letzte Nacht des Stuttgarter Sechst agerenn ens, und auch an den Nachmittagsstunden des Mittwoch, also wenige«Stunden vor Schluß des Rennen», er- eignete sich nichts von Belang.» 1. van Semper»— Frankenstein 726 Punkte. 2440,140 Sllomeler. 2. Eine Runde zurück: Zunge— Rieger. 256 Punkte. Z. Duray— Standaert. 292 Punkte. Bon den 22 ausgefahrenen Spurts gewann van Kempen alle elf von ihm ausgefahrenen. Rieger war fiinfmal, Frankenstein drei- mal erfolgreich. Dir kommen noch ans das Rennen zurück. Das Ende einer Hetze Bedürstigkeitsprüfung und Arbeiislosigkeii. In txn letztm Wochen sind in der Rechtspresse, vor allem in den Organen des Landbundes, ungerechtfertigte Angriffe gegen die Arbeitslosenversicherung gerichtet worden. Man erklärte den Sprung der Arbeitslosenziffern während des letzten Winters kurzerhand mit dem Wegfall der Bedürftigkeits- Prüfung. Richtig ist, daß vor allem in den ländlichen Bezirken eine Zunahme der Haupt Unterstützungsempfänger zu verzeichnen ist. Wenn auch die amtlichen Stellen in den letzten Tagen in einer be- sonderen Verlautbarung als eine Ursache für die Zunahme den Ver- zicht auf die Bedürftigkeit als Boraussetzunq für die Unterstützung bezeichnet haben, so muß demgegenüber aus Grund einer inzwischen erfolgten genaueren Nachprüfung der Ziffern daran festgehalten werden, daß in die wesentlichen Ursachen der sprunghaften Steigerung der Unterstütztenziffern der Fortfall der vedürsligkeilsprüfung nicht mit eingestellt werden kann. Zu diesem Resultat komnit auch eine Darlegung, die im Reichsarbeitsblatt(Nr. 4 vom 1. Februar 1928, nichtamtlicher Teil) veröffentlicht wird. Aus der Begründung des Entwurfs eines Gesetzes über Arbeitslosenversicherung geht hervor, daß bei vorsichtiger Schätzung die Zahl der Fälle, in denen Unterstützungsgefuche inongels vor- liegender Bedürftigkeit abgelehnt wurden mit 5 P r o z. der Zahl der Unter st ützungsempfänger angenommen worden ist. Wenn man von der durchschnittlichen Zahl der Haupt- Unterstützungsempfänger in der bisherigen Erwerbslosenfürsorge bzw. Arbeitslosenversicherung im Jahre 1927 mit rund 0,9 Millionen V-ersonen ausgeht, dann bedeuten, so wird in der Darlegung des Reichsarbeitsblattes hervorgehoben, die vorerwähnten 5 Proz. eine Zahl von 4500t» Personen. mit deren Mehraufnalzme in die Versicherung zu rechnen war. Daß diese Zahl an der Jahreswende 1927/28 sich in diesem Rahmen gehalten Hot, ergibt sich aus den Erhebungen. Donach sind in den 13 Landesarbeitsanitsbezirken die Zu- und Abnahme der Haupt- Unterstützungsempfänger in Orten mit weniger und mehr als 10000 Einwohnern- zusammengestellt worden. Wenn man auch die nach der Einwohnerzahl der Geineinden geschiedenen Unter- stütztenziffern nicht vollkommen mit den wirtschaftlichen Begriffen „Stadr(mehr als 10000 Einwohner) und.Land"(weniger als 10 000 Einwohner) identifizieren kann, ko kann man doch von der Annahme ausgehen, daß in Gemeinden mit mehr als 10 000 Ein wohnern der Arbeitsmarkt in größerem Umfang« von Handel und Industrie beeinftußt wird, während in den Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern die Abhängigkeit von der Landwirtschaft vorherrschend sein wird. Während die Zahl der Ablehnungen wegen mangelnder Bedürfligkeil in den industrieabhängigen Gebieten sicherlich nur eine sehr gering«Rolle gespielt hat, ist im Gegensatz dazu die Bedeutung der Bedürttigkeitsprüsung in den landwirtschaftlichen Be- zirken ohne Zweifel eine weitaus größere gewesen. Wenn man in den Geineinden mit weniger als 10000 Einwohnern in den ein- zelnen Landesarbeitsamtsbezirken die Entwicklung während des Jahres 1927 betrachtet, so zeigt sich, daß sich Zunahmen von Unter- stützten mir in den Londesarbeitsamtsbezirken Ostpreußen, Schlesien, Brandenburg, Pommern. Nordmark und Niedersachsen ergebe i, während die Unterstütztenziffern in Orten mit weniger als 10000 Einwohnern in den übrigen Landesarbeitsamtsbezirken mehr oder minder geringer sind als am 1. Januar 1927. In den sechs Be- zirken Ostpreußen, Schlesie i, Brandenburg, Pommern, Nordmark und Niederfachfen beträgt nun die Zunahme mit Orten mit weniger als 10 000 Einwohnern iasgefaml ruud 40600 Personen. .Dies« Ziffer," so heißt es in der Darlegung des Rsichsarbeits- Mattes,.wird man im Höchsffalle als die ansehen dürfen, die man durch den Fortsall der Bedürftigkeitsprüfung als Mehrzugcrng in die Arbeitslosenversicherung ansehen kam. Sie liegt somit in der Höhe der bei Vorbereitung des Gesetzes in Rechnuig gestellten 5 Proz. der Unterstutzungssälle. Man kann also in die wesentlichen Ursachen der sprunghasten Steigerung der Unterstütztenziffern den Fortsall der Bedürftigkeitsprüfung nicht miteinstellen." Damit dürfte die Hetzlegende gegen die Arbeitslosen- Versicherung erledigt sein. Das unschuldige Zieichsarbeiisminisierium. Jm Streit zwischen Reichsbahn und Betriebsräten. Die merkwürdige Haltung des NeichsarbeUsmrmsteriums sin Kampf gegen die ungesetzliche Verkürzung der Amts- zeit der Betriebsräte bei der Reichsbahn wurde von uns vor einigen Tagen kritisiert. Auf unseren Vorwurf, das Mini- sterium habe in diesem Kampf gegenüber dem Einheitsoerband nicht ganz fair gehandelt, wird uns von maßgebender Stelle erklärt, daß das R e i ch s a rb ei t s m i n ist e ri u m in keiner Weise in den zwischen dem Einheitsverband der Eisenbahner und der Reichs- bahnverwaltung beim Arbeitsgericht Berlin anhängigen Rechtsstreit eingegriffen Hab«. Die Frage der Berschiebung des Beginns der Wahlperiode der Betriebsvsrtretungen sei lediglich im November— cflo längst vor dem gerichtlichen Austrug der Sache— als das Roichsverkehrs- mimsterium mit den Gewerkschaften Verhandlungen über die Aende- nmg der Betriebsräteoerordnung führte, Gegenstand eines resiort» mäßigen Meinu-rzsaustaufches zwischen Reichsoertehrsminksterium und Reichsarbeitsmiaisterium gewesen. Irgendeiner weiteren Be- teiligung am Austrag der strittigen Frage habe sich da« Reich». orbelksminffterium«fthallen, inÄesontiere habe zu keinier Zeit eine Fühtmrgnahme mit der im Streit befangenen Reichshahnvenvaltung stattgefunden. i Diese Erklärung des Reichsarbeitsministeriums geht a n d e n Kern unserer Kritik vorbei. Das Reichsarbeitsministerium hat dem Einheitsoerband auf sein Schreiben vom 23. Novem- ber am 1. Dezember lakonisch geantwortet, daß es eine Abschrift dieses Schreibens dem Reichsvertehrsministerimn übermittelt hohe. Das Reichsorbeitsministcrium hat aber auch zu. dem Schreiben des Verbandes Stellung genommen und diese seine Stellungnahme zwar dem Derkehrsministerium mitgeteilt, nicht aber dem Einheitsverband. Bon dieser Stellungnahme des Reichsarbeils- miifteriums erhielt die Reichsbahn-Hauptverwaltung Kenntnis, nicht ober der Einheitsverband. Die Reichsbahn-Hauptoer- «altung platzte dann vor dem Arbeftsgericht mit der Stetlungnahm« des Reichsarbeitsministeriums in die Verhandlungen hinein. Konnte das Reichsarbeftsministerium es nicht verhindern, daß seine Auffassung, die es d e m E i n h e i t s- verband nicht mitteilte, in die Hände der Reichsbahn-Haupt- nerwoltung kam? Was man der einen Partei nicht sogt, soll man auch der airderen Partei nicht mftteilen— lassen. ■■■'* Der Re chtsstreit.zwischen dem Eiicheitsverband der Eisenbahner gegen die R e i chs ba h n v« r wo l tu n g über die ungesetzliche Verkürzung der Amtszeit der Betriebsräte bei der Reichsbahn ist, wie wir erfahren, nunmehr an das Reichs- a.rbeitsgericht gegangen./ Bor dem Berliner Arbeitsgericht hat der E i n h e i ts v e r b an d recht behalten. Hoffentlich fällt das Reichsarbeitsgericht möglichst bald eine Entscheidung. An einer Berzögerung der Entscheidung hat mir die Rcichsbahnhaupt- ve waltung ein- Interesse. Die Arbeiterschaft hat alle Ursache, auf rasche Klarstellung der Streitfrage zu drängen, da sich sonst leicht bei Einsprüchen gegen unberechtigte Entlassungen und dergleichen schwierige Verhältnisse ergeben können. Die Reichsbahngesellschaft kann in Streitfällen unter Umständen er- klären, sie wisse nicht, ob der amtierende Betriebsrat der richtige ist oder nicht. Die Metatffransportarbeiter 1922. Die Sektion V des Verkehrsbundes(Industriearbeiter) hatte am Sonntag im Gewerkschaftshaus ihre Iahresdelegiertenversammlung. Genosse Franke erinnerte einleitend an das 2öjährige Bestehen dieser Sektion und kam dann auf die Lohnbewegungen im Vorjahre zu sprechen. Es wurden insgesamt 13 Lohnbewegungen geführt, davon antsiele» 8 aus die Berliner Metallindustrie in 450 Betrieben mit 20 000 Beschäftigten. 2 auf die Karosseriebranche mit 150 Be- teillgten in 13 Betrieben, 2 auf die Geldschrankschlossereien mit 200 Beschäftigten in 55 Betrieben und eine Bewegung in 75 Be- trieben der Schilderanmacherbranche, an der nur 89 betelligt waren. Der sechswöchige Streik der Schilderanmacher ist mit einer Entschlossenheft geführt worden, die allen anderen Gruppen, beson- ders den Metalltronsportarbeitern, als Vorbild dienen sollte. Die im Berichtsjahre erzielte Lohnerhöhung beträgt für die Transportarbeiter her Metallindustrie 10 Pf. oder 15.6 Proz., der Karosser iebetri�»« 8 Pf. oder 10,5 Proz., der Geldschrankbetriebe 8 Pf. oder 9,5 Proz. und für die Schilderanmacher 20 Pf. oder 15 Proz. Trotzdem die Steigerung be! den Metalltransportarbeitern prozentual am höchsten ist, sind die dort gezahlten Stundenlöhne von 74 und 75 Pf. nicht ausreichend, um ein menschenwürdiges Leben führen zu können. Die Sektion zählte am Schluß des Dorjahres 7 4 8 M i t g l i e- der mehr als Ende 1926. Dieser Werbeersolg kann nicht befriedi- gen, wenn man berücksichtigt» wieviel Unorganisierte besonders noch in den LBMI.-Betrieben vorhanden sind. In der Diskusston wurde an der Tötigkeft der Sektionsleftung keine Kritik geübt. Eine Entschließung, in der der Sektionsleftung das vollste Vertrauen ausgesprochen wird, wurde gegen 8 Stimmen angenommen Gegen 3 Stimmen wurden dann als Sektions- leiwng die Genossen Fromke, Strauch, Nothmann und Bock gewählt. Die Kommunisten haben nicht einmal den Versuch gemacht, mit Gegenkandidaten auszutreten. Tanfabschluß der Handelsarbeiter. Der Verkehrsbund hatte zu Freitag abend nach dem Dewcrk- schaftshaus eine Versammlung aller im Berliner Einzelhandel be- schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen einberufen, um das Ergebnis der Lohnverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband des Groß- Berliner Einzelhandels bekanntzugeben. Die sehr gut besucht« Ber- fammsirig wurde eingeleitet durch ein Referat des Genossen Schlimme vom ADGB über„Die Erwerbslosen- Versicherung und Arbeitsvermittlung", dos die volle Zustimmung der Versammelten fand. Im Anschluß daran ging Genosse P o ll mei e r auf die Lohn- bewegung der Handelsarbeiter des Einzelhandels ein. Er erinnerte daran, daß der Lohntarif, der im Frühjahr vorigen Jahres abgeschlossen wurde, noch bis zum 31. März gellen sollte. Nach er- einer zwischentarislichen Loh»«rhSH»»g gesühri wurden, kamen die Vertragsparteien überein, in den ersten Januar- tagen in neue Berhandlungen einzuireteu. Da in diesen Verhond- lungen die Unternehmer den Vorschlag machten, überhaupt s i n neues Lohnabkommen zu treffen, wurden die VerHand- dmgen vertagt, bis eine Branchenoersamnüung der Verhandiungs- kommifsion die Vollmacht zu solchen Verhandlungen gegeben l)attc. Die neuen Verhandlungen waren am 27. Januar. Nach mehrstündigen Besprechungen erklärten sich die Unter- nehmer bereit, ab 28. Januar die Löhne der über 22 Jahre allen Arbeiter um 2,25 M. pro Woche und die der übrigen Arbeiter und Arbeiterinnen um etwa den gleichen prozentuaiea Betrag zu erhöhen. Sie waren auch damit einverstanden. da>z das neue Lohnabkommen bis. zum 5. Oktober lausen solle, machten aber die Zahlung der Zulage schon von der laufenden Lohnwoche davon abhängig, daß bis zum 31. Januar vormittags die Zustimmung der Organisation erfolgt sein müsse. Wegen der geringen Zeitspanne wurde den Funktionären die Entscheidung überlassen, die'.nach eingehender Beratung das An- gebot der Unternehmer annahmen. Von wenigen Rednern abge- sehen, die anscheinend„grundsätzlich" Oppositionelle waren, billig- ten alle Diskussionsredner das Verhalten der Lohnkommission und der Funktionär«. Die Versammlung sprach zum Schluß der Lohntommission einstimmig das Vertrauen aus. Das Ziecht des Lehrlings. Entscheidung gegen Lehrherr und Innung. Der Friseur Otto in Johannisthal Halle«inen Lehrling an- genommen, obwohl er bei einem Filmunternehmen tätig war und der Ausbildung des Lehrlings nicht genügend Zeit widmen konnte. Aus die Klage des Lehrlings hin, daß er in seiner Ausbildung zurückbleibe, mahnte dessen Vater den Lehrherrn wiederholt an die Erfüllung seiner Pflichten. Da die Mahnungen erfolglos blieben, nahm der Vater seinen Sohn aus der Lehre. Daraufhin wurde der Obermeister der Innung in Köpenick an- gerufen. Dieser setzte ein„Schiedsgericht" aus drei Imningsmeiftern und einem Gehilfen zusammen, das sich für die Fortsetzung des Lehroerhältnisses aussprach, der Vater fügte sich dieser einseiligen Entscheidung nicht und forderte den Lehrvertrag zurück, damit sein Sohn die Lehre bei einem anderen Meister fortsetzen könne. Meister O. war mit der Lösung des Lehrverhältnisses einverstanden, be- hielt sich jedoch die Zustimmung des Obermeisters vor. Der Herr Obermeister machte jedoch die Lösung des Lehrverhältnisses von der Zahlung einer Entschädigung von 100 M. abhängig, die nicht etwa dem geschädigte» Lehrling, sondern dem Lehrherrn gezahlt werden sollten, der seinen übernommenen Pflichten nicht nach- kommen konnte. Der Vater des Lehrlings, ein Invalidenrentner und fest Iahren krank, mußte dieses merkwürdige Ansinnen ablehnen. Er klagte beim Arbeusgericht Berlin auf Herausgabe des Lehrvertrages und erlangte ein obsiegendes Urteil. Das Arbeftsgericht kam zu der Fest- stellung, die dem„Schiedsgericht" offenbor nicht paßte, daß die Ausbildung eines Lehrlings nicht möglich ist, wenn der Lehrmeister anderweitig beschäftigt und in seinem Hauptberuf nur zeitweilig tätig ist. Für die Eltern sollte dieser Fall eine Mahnung sein, sich um die Lehrverhällnisse ihrer Söhne und Töchter gehörig zu kümmern und sich auch durch die kollegialischen Enffcheidungen eines Jnnungsmeisters nicht irre machen zu' lassen. Das Spiel mit Arbeiterexistenzen.• Die Firma Daimler-Lenz beabsichtigt, wie uns aus Mannheim gemeldet wird, wegen Rationalisierung 700 Arbeiter abzubauen, davon die ersten 70 diese Woche. Di« Belegschaft arbeitet zurzett 38 Stunden in der Woche. Kündigung in den vberlemsiß« Granitschleisereie». Die' in de« Lausttzer Granitschleifereien beschäitiglen Steinmetzen toben:am Montag geschlossen die Kflndlgullg eingereicht. Ltreits vor längerer Zell sind den Unternehmern die Wünsch« und Forderungen der Arbeiter für den Abschluß eines neuen Tarises mft dem Ersuchen um Verhandlungen unterbrettet worden. Anscheinend wollen die Unternehmer die neue Lohnregelung verschleppen, dem, sti« sind absolut nicht zu bewegen, sich mit den Steinarbeftern an den Der- handlungsttsch zu setzen. Die Arbeiterschaft wird gebeten, Zuzug sernzuhalten. Der Schiedsspruch für die weser-Schissochrt ist von den Arbeit- nehmern angenommen worden. Die Arbeitnehmerorgani- fationen haben Derbindlichkeftserklärung des Schiedsspruches beon- tragt.__■ gttit fttBMttzgaffoiascB« Oaft.ettrliB. Heute. ftBnnttrfag, ,314 USr, tagen die Gruppen! Moabit: Städtisches Iugendhebn Lehrter Str. IS/l». Bortrag:„Voltswirtschaftslehre."— äharlottenbnrg: Jugenheim Spree str. 30. Äussprochcabend.— Humboldt: Jugendheim Graun. Eck« Loräingslrage. Bor» trag:„Die englischen Gewertschaften.-—»el«»dbr»»»e»: Iugendheim S'ote Schule, Gotenburger Straße,«ortrag:„Lolkswirtschaftliche Grundbegriffe.' — rempelhos: Gruppenheim Lnzeum, Sermaniastr. 4/8..Sächsischer iSrant." — SSd-ften: Gruppenheim Reichenderger Str. 85 lffeuermchrhaus). Bortrag: „Zentrale gewerkschaftliche Jugendarbeit und Iugend'ektionen"— ftiscnief; Jugendheim Griiiiancr Str. 5. Dir feiern unseren Z. Geburtstag. Be'oirdcrcs Programm.- Feankfurtcr«llee: Städtischem Jugendheim Litauer Str 15. Zimmer il. Musikalische Genüsse in der frankfurter Allee.— Landrberaer Blaß: Jugendheim des Ostens. Große frankfurter Str.>8, Ouergeb. part.. Zimmer 2. Bortrag:„Aus Karl Liebknechts und Rola Luxemburgs Briefen." —«eißenfee: Jugendheim Parkstr..3«. Probe der Eingschar. Sewerkschaftojugend de» ZbA. Di« Kolleginnen der südwestlichen Bezirke treffen sich zur lbymnastik im Jugendheim de» Ortsbureaus, Bellc.Alliance. Straße 7/10.— Schönederg: Jugendheim Hauptstr. 1Z, Hofgebäudc 1 Treppe. Thllringcnzimmer. ISs, Uhr. Vortrag:.Freud und Leid aus unserem Berufs. leben." Referent Erwin Bunzel. Verantwortlich für Politik: Dr. ffurt Geyer: Wirifchoft:«.«lingelhöfer: Gewerkschaftsbeweguna: fr. Eßkoe»: feüilleton: 9. 6. Doschcr: Lokales und Tenstiars: frt» Karstädt: Anzeiaen: Ich. SIscke: sämtlich in Berlin Verlag: Borwärts-Bcelag G. ni. b. H.. Berlin Druck: Borwärts-Buchdruckeret und Berlagsanltalt Paul Singer u So.. Berlin SD 8«� Lindcnstraß« a. chierza 3 Beilagen and.Unterbaltnna und Sliflts* Schlaga*- ist die neue 4-Pf.-Zigerette in warfelpadans ENVER BEV MF TÜRKISCH mit Goldmundstflclc und ohne MundstUdc rund geworden. Sie bietet etwas ganz Besonderes in Qualität Rauchen Sie diese und Sie werden sich überzeugen, daQ hier für den Preis von 4 Pf. . etwas geboten wird, was noch nie dagewesen ist »,»»»» hlleraumte BiMtr Ufr ckl* Fntwickeluog 4er Plugtooltnlk liegen jedei Peckueg�Ml tfr. 67* 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Donnerstag, 9. Februar 4928 Verwahrloste und gefährdete Häuser Vor kurzem wurde ein» gehend über die katastrophalen Zustände einiger Häuser in der Hebbelstrah« zu Charlottcnburg berichtet. Aber mit diesen Hau- sern ist die Zahl der Menschen- sollen in Berlin noch nicht er- schöpft. Da ist das Haus Kott- busser Straße 11, das durch den Untcrgrundbahnbau stark gelitten hat: Risse klaffen in den Mauern, jede Erschütterung läßt Putz von den Wänden rieseln. Do ist ferner ein Haus in Pankow, Kaifer-Fried- rich-Straße 33, in dem sich Wohnungen befinden, bei denen Decken und Böden so verfault sind, daß die Mieter fürchten müssen, in jedem Augenblick mit ihrer Möbeleinrichtung in die Tiefe zu stürzen. Kottbusser Str. 44. Jahrelang wurde hier ge- buddelt, gemauert, betoniert, Eisenträger wurden in den Boden gerammt, um das Werk der Unter- grundbahn zu vollenden. Eine ewige Unruh«, ein unablässiges Schwingen des Arbertsgeistes im neuen Berlin. Alle Häuser spürten diese Stöße, olle Bewohner sehnten das End« dieser Arbeiten herbei, svür die meisten Häuser war der Untergrundbahnbau nichts weiter als eine Episode: sie ertrugen die Schwingungen, ober sie blieben in ihren Gnmdfesten unerschüttert. Nur ein häusergreis von 70 Zähren, das haus Sottbusser Straße 11. war diesem Ansturm von Erschütterungen nicht gewochsen. Zn seinem Mauerwerk bildeten sich Risse. Fußböden uod Decken begauncu sich zu senken. Wände bekamen schiefe Neigungen. In kurzem wird nun die Untergrundbahn i» knappem Abstand an den Grundmauern des Hause» vnriiberfahren. Ihre jagend« Hast vertrögt das alte Gebäude noch schlechter als die Erschütterungen, die es denn Untergrundbahn- bau aufnehmen mußte. So werden denn die Risse größer und gefährlicher. man kann heut« von den Wohnungen aus durch die dicken Mauern des Hauses ins Freie sehen. Die Baupolizei weiß, daß da» Haus sterben muß: aber wie in der Hebbelstratze glaubt sie, daß auch in diesem Falle eine unmittelbare Gefahr nicht vorliege. Das scheint uns aber nicht dos Wesentliche zu sein. Tatsache ist, daß die Nervenkrast der Bewohner in solchen Häusern aufs äußerste angespannt wird, daß sie ihre Leistungsfähigkeit vermindert, und daß der Anspruch auf Wohnkultur, dos Wohnen in einwandfreien. gesunden Wwhnungen nicht berücksichtigt wird. Das Bezirksamt Ireüzbetg Hot mit den Mietern dieses Hauses, das im Besitz der Nordsüdbahn A.O. ist, Mietverträge mit vierwöchiger Kündigung abgeschlossen. War« es nicht das beste, dem Mietern dieses �Zauses neue Wohnungen zuzuweisen und das baufällig« Gebäud» schleunigst abzubrechen? Die Gefahr nimmt, wie erwähnt, in den nächsten Tagen, sobald die neue 11-Bcrhnlini« nach der Schönleinstraße eröfsnet wird, bedrohliche Gestalt an. Das Haus, das etwa IE Meter vor der Boufluchttinic der anderen Häuser steht, ist nur ein«n Meter von der Tunnelfutterwond der Schnellbahnlime entfernt, und man kann sich die Angst der Hausbewohner leicht erklären, die jetzt das Allerfchlimmste befürchten. Was nützt es, daß die Baupolizei das Haus seit längerer Zeit unter ständiger Beobachtung hat und sast allwöchentlich«ine Besichtigung vornimmt. Man vertröstet die aus- geregten Hausbewohner damit, daß«ine unmittelbare Gefahr nicht vorliegt, und daß das Haus ohnedies in absehbarer Zeit abgerissen werden muß. Es ist zu hoffen, daß die Säumigkelt in diesem Falle Das Hauswrack Kaiser- Friedrich- Straße 53 in Pankow. nicht so weit getrieben wird, wie in der Hebbelstraß« 17, wo die armen Menschen Knall und Fall mit Sack und Pack auf die Straße gesetzt wurde«. Kaiser-Friedrich-Straße 53 in Pankow. Wenn man die Parterrewohnungen des Hauses Koiser-Fricdrich- Straß« 53 betritt, so schwanken Fußboden und Möbel im Zimmer derartig, daß der Besucher veranlaßt sein könnte, an ein Erdbeben zu glauben. Man gewinnt den Eindruck, als ob jeder feste Schritt das Haus zum Einsturz bringen könnte. Fußboden und Balken sind verfault. Eine Zeit lang hatte man das Vergnügen, ans der Wohnung in den darunterliegenden Keller hinabschauen zu können. Der So sieht es im Keller aus. Mieter verklebt« die Spalten notdürftig mit Gips, um wenigstens etwas gegen die eindringende Kälte geschützt zu sein. Fußbode» und Balken hoben sich zum Teil bis um 20 Zentimeter gesenkt. Das Bc- treten des unter der Wohnung liegenden Kellers ist mit Lebens- gefahr verbunden. Die Deck« in der Wohnung selbst hängt so tief, daß man sich in der Tat wundert, daß der Einsturz bisher noch nicht erfolgte. Beim Passieren schwerer Wagen hält man unwillkürlich den Atem an, da man durch die auftretenden Erschütterungen eben- falls in jedem Augenblick einen Einsturz befürchtet. Ein„guter" Rat der Baupolizei. Im Quergebäude sieht es ähnlich aus. Auch dort hat sich der Fußboden gesenkt, aber die Beamten der in Pankow zuständigen Baupolizei haben den Mietern den weisen Rat zuteil werden lassen, ja nicht die Mitte des Zimmers zu betreten, sondern immer hübsch sorglich um die gefährdete Stelle herumzugehen. Sie haben sie auch fürsorglich ermahnt, in ihrer Wohnung ja keine Besuche zu empfangen, denn die Anwesenheit mehrerer Personen in der Woh- nung, die sonst nur von der Mieterin des Nachts als Schlafstelle benutzt wird, könnte den Einsturz zur Folge haben. In einer anderen Wohnung im Ouergebäude stürzte der Putz herunter und ganz ähnlich wie in der Hebbelstraße war es auch hier nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, daß die Kinder des Mieters nicht schwere Verletzungen davontrugen. Im Seitenflügel kann man durch eine Wand in die Wohnung hineinschauen. Sollte jemand auf den tollkühnen Gedanken kommen, die Wohnungstür kräftig zuzuschlagen, so könnte er dadurch der Urheber einer Katastrophe werden. Jeden Augenblick droht das Mauerwerk einzustürzen. Im Haufe ist noch eine Gastwirlschast. in der zuweilen zwanzig bis dreißig Gäste anwesend sind. Auch hier schwankt der Fußboden, und vielleicht bricht er einmal unter der Lost der Menschen zusammen. llnd die WohnungSaufsichtS-Behörde? Das preußische Wohimngsgcsetz vom 23.. März 1gl8 und die in der Wohimngsordnung vom 22. April lEZg verankerte W a h- nungsaufsicht und Pflege, insbesondere die Anordnung des Volkswohlfohrtsministeriums sowie des Obcrpräsidentcn der Provinz Brandenburg weisen daraus hin, daß der Magistrot Berlin an- gehalten und verpflichtet ist, die amtliche systematische Wohnungs- aufstcht und-pflege zur Auswirkung zu bringen durch die technische Abteilung des Bezirkswohmmgsamtes. Trotzdem die Vezirks- verordnetenfrakkion der SPD. im IE. Bezirk im Jahre 1927 eine» Antrag beim Bezirksamt einbrachte, der die Durchführung des Ge- sctzes und der Berordming über die Wohnungsaufsicht und-pflege schnellstens forderte, und trotzdem dieser Antrag auch in einer Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung gegen die Stimmen der Wirlschaslsparteiler angenonnncn wurde, ist bis heute noch so gut wie nichts der Oessentlichkeit von der Arbeit dieser Aussicht?- und Pflegestclle bekannt geworden. Es scheint daran zu liegen, daß der Mogistrat in Personolfragcn zu sehr aus Sparsamkeit ein- gestellt ist. * Es ist die höchste Zeit, daß Schritte unternommen werden, tun das Leben und die Gesundheit der Mieter zu schützen. Bisher ist noch nicht das geringste geschehen, um Abhilfe zu schaffen. Dieses Versagen ist geradezu ein Skandal, der schnellstens beseitigt werden muß. Die Hilfe, die den Einwohnern des Hauses Hebbelstr. 17/l? zuteil wurde, ist nur dem persönlichen Eingreisen des Berliner Polizeipräsidenten, unseres Gcnosicn Z ö r g i e b e l, zu verdanken. Sollte ein derartiges Eingreifen immer nötig sein, sollten unter- geordnete Stellen einer Behörde sich immer wieder als unfähig erweisen, wenn es gilt, energisch durchzugreifen? Die Behörden mögen nicht überall versagen, und sie leisten sicherlich auch viele anerkennenswerte Arbeit. Aber solche Einzelfälle, wie die hier an- geführten, werfen ein so schlechtes Licht auf die Beweglichkeit der Bureaukratie, daß sie sich nicht zu wundern braucht, wenn es ihr trotz vielfachen Bemühens nicht möglich wird, eine gewisse Volks- tümlichkeit zu erlangen. Menschen, Göttern gleich... Iis Roman von Herbert George wells. Dos Verständnis, das aus Urthreds Augen leuchtete, war sehr ermutigend. Mr. Barnstaple unterließ jeden Versuch, sich an die ganze Versammlung zu wenden, und sprach direkt zu Urthred. „Sie leben in Utopien mit einem Vorsprung von Hunderttausenden von Jahren. Wieso.ist es möglich, daß Sie zeitgenössisches Englisch sprechen— genau die gleiche Sprache wie wir? Ich frage Sie, wieso kommt das? Es ist unglaublich! Es ist ein Widerspruch. Es macht aus Ihnen einen Traum und Sie sind doch kein Traum? Es macht mich schon— fast— verrückt!"— Urthred lächelte belustigt.„Wir sprechen nicht Englisch." Mr. Barnstaple fühlte den Boden unter seinen Füßen entgleiten. „Aber ich höre Sie doch englisch sprechen!" „Trotzdem sprechen wir es nicht," sagte Urthred. Sein Lächeln wurde noch breiter.„Wir sprechen— für gewöhnlich— überhaupt nicht." Mr. Barnstaple, dessen Hin: den Dienst versagte, ver- harrte in einer Haltung, die achtungsvolle Aufmerksamkeit ausdrückte. „Vor Zeiten," fuhr Urchred fort,„haben wir sicherlich Sprachen gesprochen, wir gaben Laute von uns und wir hörten Laute. Man dachte, dann wählte man Worte, setzte sie zusammen und äußerte sie. Der Zuhörer hörte, registrierte und übersetzte die Laute wieder in Gedanken. Dann begann man auf irgendeine Weise, die wir noch nicht genau verstehen, den Gedanken zu erfassen, noch bevor er in Worte gekleidet und durch Laute ausgedrückt war. Man begann mit dem Verstand zu hören, sobald der Sprecher seine Gedanken geordnet und ehe er sie bei sich selbst in Wortsymbole geformt hatte. Man wußte, was er sagen wollte, ehe er es sagte. Diese direkte Uebertragung ist jetzt ollgemein geworden. Man fand, daß die meisten Leute mit einer kleinen Anstrengung sich auf diese Weise bis zu einem gewissen Grade miteinander verständigen konnten, und diese neue Art der gegenseitigen Verständigung wurde systematisch ausgeNmt, Das tun wir nun in dieser Welt gewohnheitsmäßig. Wir denken direkt miteinander. Wir beschließen, den Gedanken zu entsenden und schon ist er entsandt— vorausgesetzt, daß die Entfernung nicht zu groß ist. Wir ver- wenden Laute in dieser Welt jetzt nur noch für Dichtungen und zum Vergnügen oder in Augenblicken der Erregung, auch um auf eine weite Entfernung zu rufen, oder Tieren gegenüber, aber nie mehr für die Ikbermittlung von Gedanken von einem menschlichen Geist zu einem ver- wandten anderen. Wenn ich zu Ihnen denke, so reflektiert der Gedanke in Ihrem Kopfe, soferne er entsprechende Gedanken und passende Worte in Ihrem Geiste vorfindet. Mein Gedanke kleidet sich in Ihrem Geiste selbst in Worte, die Sie zu hören glauben— und natürlicherweise in Ihrer eigenen Sprache und in dem Ihnen geläufigen Satzbau. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die einzelnen Mitglieder Ihrer Gesellschaft hören, was ich Ihnen jage, jeder mit den ihm eigentümlichen Verschiedenheiten des Wortschatzes und Satz- baues." Mr. Barnstaple hatte diese Rede mit heftigem und ver- ständnisvollem Nicken begleitet, und war manchmal nahe daran, zu unterbrechen. Jetzt platzte er heraus:„Und daher kommt es, daß wir— z. B. als Mr. Serpentin seine wundervolle Erklärung abgab— gerade dann gar nichts hörten, wenn Sie sich zu Gedanken aufschwangen, von denen wir in unserem Verstand keine blasse Ahnung haben." „Gibt es solche Lücken?" fragte Urthred.' „Viele, fürchte ich— für uns allel" sagte Mr. Burleigh. „Es ist so, als ob man in Zwischenräumen taub wäre," sagte Lady Stella,„in weiten Zwischenräumen." Pater Amerton nickte zustimmend. „Und daher kommt es, daß wir uns nicht darüber klar sind, ob sie Urthred oder Adam heißen und weshalb sich in meinem Kopf die Namen Ardenn, Arbor und Silva durch- einander mengten." „Ich hoffe, daß Sie sich nun geistg wohler fühlen," sagte Urthred. „O, völlig," sagte Mr. Barnstaple,„völlig. Und wenn man es recht überlegt, so ist diese Methode der Verstöndi- gung für uns wirklich sehr bequem. Denn andernfalls wüßte ich nicht, wie wir es hätten vermeiden können, uns wochen- lang mit der Sprachlehre zu quälen, mit den Anfangs- gründen unserer beiderseitigen Grammatik, Logik, Schrift- zeichen usw., ein langweiliger Gegenstand für die meisten, ehe wir uns annähernd so hätten verstehen können wie jetzt." „Ein sehr guter Gedanke, tatsächlich ein sehr.guter Gedanke." sagte Mr. Burleigh, indem er sich in sehr freund- licher Weise zu Mr. Barnstaple umdrehte.„Ich hätte es niemals bemerkt, wenn Sie mich nicht darauf aufmerksam gemacht hätten. Es ist ganz außergewöhnlich, ich hätte nichts von diesem— diesem Unterschied bemerkt. Ich muß gestehen, ich war mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt. Ich setzte voraus, daß Sie englisch sprachen, ich hielt das für ganz selbstverständlich!" 3. Mr. Barnstaple erschien, was er in so wunderbarer Weise erfahren hatte, so vollkommen in sich abgeschlossen, daß außer der absoluten Glaubwürdigkeit dieses Erlebnisses selbst nichts mehr übrig blieb, worüber man sich wundern mußte. Er saß in diesem schönen kleinen Gebäude inmitten einer merkwürdigen Mischung von englischer Sonntags- kleidung und der mehr als olympischen Nacktheit, die ihn schon längst nicht mehr befremdete, und blickte hinaus auf Traumlandblumen und den sonnenbeschienenen See; er lauschte und beteiligte sich gelegentlich an der langen un- gezwungenen Unterhaltung, die nun folgte. Es entspann sich eine Diskussion, welche äußerst seltsame und grundlegende Verschiedenheiten der moralischen und sozialen Ansichten ans Licht brachten. Alles hatte nun so greifbare Gestalt an- genommen, daß Barnstaple es sich als ganz selbstverständlich dachte, er werde bald nach Hause gehen, um darüber im „Liberal" zu schreiben und seiner Frau über dos Benehmen und die Kleidung in dieser bisher unentdeckten Welt zu berichten, soweit ihm dies zurzeit ratsam erscheinen würde. Für die dazwischenliegende Entfernung war ihm schon jeder Begriff geschwunden. Sydenham schien ihm gerade nur um die Ecke zu liegen. bereiteten zwei hübsche junge Mädchen Tee auf einem fahrbaren Tischchen zwischen den Rhododendren und reichten ihn herum. Tee! Wir hätten ihn als chinesischen Tee bezeichnet, er war sehr wohlschmeckend und wurde in kleinen henkellosen Schalen nach chinesischer Art serviert, ja es war wirklicher und sehr erfrischender Tee. Die erste Neugierde der Erdlinge drehte sich um die Regierungssorm: das war in Gegenwart zweier solcher Staatsmänner, wie ÜBurleigh und Mr. Catskill, vielleicht selbstverständlich.(Forssetzimg folgt) Vor der Vernehmung Larobys. Bergmanns Angestellte belasten den Gtaatsanwaltfchastsrai. Lustsonntagsausflug nach Paris. Personenzug- und Schnellzugstrecken im Luftverkehr. In einem Doetrage über hie für 1928 vorgesehen« Erweiterung des deutschen Flugstreckennetzes und den heutigen Stand der Sicherhellsmahnahmsn im Flugverkehr, den der Direktor der Lufthanso, Moosmeier, aus Deranlassung der Rheinischen Luftverkehrsgesellschaft soeben im Kölner Rathause hielt, behandelte der Redner die deinuächst immer mehr sich herausbildenden Probleme der Einteilung in.Vuftpersonenzug- und Luftschnellzugs st recken" sowie der Trennung zwischen Personen- und Güterverkehr. Als Durchgangsstrecken seien vorge- sehen Berli n—Z ü r! ch, Berli n—K openhagen, Berlin — K ö l n. Berlin— Königsberg und Berlin— Wien. Außerdem beabsichtige man auf einigen Strecken die Einrichtung eines Sonntagsverkehrs, wie Berli n— P a r i s. Ob der Verkehr Berlin— Warschau und Budapest— Konstantin opel ausge- nommen werden kann, hänge von politischen Erwägungen ab. Was den Güterverkehr angehe, so sollen aus den Strecken Berlin— Paris und Berlin— London Frachtflugzeuge eingesetzt werden, wobei der Verbindung zwischen Eisenbahn und Flugverkehr ein« große Rolle zufallen dürste. Naubüberfall in der Tempelherrenstraße Ems GeschästsinHoberin schwer verletzt. Ein frecher Raubübersall wurde gestern in den frühen Räch. Mittagsstunden aus die SSjährige Therese Priegnltz im kaufe Tempelherrenstraßc 6 verübi. Frau JJ, die dort ein Zigarettm. und Konfitüren geschäsl betreibt und zugleich die Haus- wartstelle versteht, wurde von einem jüngeren Zftanne. der unter der Maske eines Käufers den Laden betreten hackte, niedergeschlagen. so daß sie bewußtlos zu Loden sank. Diesen Augenblick benutzte der nach unbekannte Täter, um die Ladenkasse auszurauben und zu flüchten. Am Mittwoch gegen 14 Uhr betrat«in etwa 2? bis ZOjähriger Mann in dunklem Anzug den Kellerladen und fordert» ein Päckchen Zigaretten. Als sich Frau P. umwandte, um dem Regal die gewünschte Zigarettousorte zu entnehmen, erhielt sie plötzlich von.hinten mehrere wuck�ig? Schläge mit einem Harken Gegenstand über che» Kops. In ihr» Angst lief die Frau in die angrenzend« Stube, wo fie bqwußtlos.zu Boden fiel. Nach wenigen Minuten kam die Ueberfallene wieder Mir Besinnung und schleppte sich unter Ausbietung ihrer letzten Kraft« auf die Straße, wo sie durch.Hilferufe Passanten alarmierte. Das Ueberfallkommando und die' Feuerwehr wurden sofort benachrichtigt, die nach kurzer Zeit am Tatort erschienen. Frau P., die eine klaffende Schädel. Verletzung erlitten hatte, mutzte durch einen Rettungswagen der Feuerwehr nach dem Krankenhaus in der Gitschiner Straß« übergeführt werden. Von dem Täter, dem genüaend Zeit geblieben war, unbemerkt das Weite zu suchen, war keine Spur mehr zu finden. Beanite des Raubdezernates nahmen an Ort und Stelle die notwendigen Ermitttungen auf. Bisher war es nicht möglich, von dem flüchtigen Täter eine genau« Personalbeschreibung zu geben, was naturgemäß sein« Festnahme erschweren dürste. Di« Verletzungen der Ueberfallenen sind zwar schwer, doch besteht zum Glück keine Lebensgefahr. Schießerei am Gachsendamm. Ziolgen eines Streites.— Zwei Schwerverletzte. Zu einer schweren Schießerei kam es gestern nachmittag vor dem Grundstück Sachsenbamm 4 in Schöneberg. Dort streckte der �Ijährige Händler G. aus der Rotiborstraße nach einem vorangegangenen Streit den Ilsährigen Arbeiter Sch. aus der Ilse- straße zu Neukölln und den 48jährigen Klempner K. aus der Ratibor- straße durch mehrere Schüsse nieder. Der Täter konnte sofort fest. genommen werden. Zu dem Vorfall, der vermutlich einen Cifersuchtsakt dar- stellt, werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Kurz nach 4 Uhr verließen K. und Sch. ihre Arbeitsstätten In einem Groß- betriebe am Sachsendamm. Der Händler G. hatte einen der beiden aufgelauert. Es kam zu einem hsttigen Streit, der schließlich in Tätlichkeiten auszuarten drehte Plötzlich zog G. ein« Mehr- l a d e p i st o l e hervor und gab mehrere Schüsse auf seinen Gegner ab. Don einer Kugel in den Kops getroffen, brach K. bewußtlos und blutüberströmt zusammen. Auch Sch. sank mit einem Bauchschuß zu Boden. Der Revolverheld wurve van Passanten festgehalten, der Polizei übergeben und in das Polizeipräsidium eingeliefert. Volle Klarheit wird erst die Vernehmung der in da» Schöneberger St.-Norbert-Krankenhaus übergeführten Schwerver- letzten ergeben. Linie 77 wird bis Westend verläuqert.. E» ist seit längerer Zeit In Aussicht genommen, die Straßenbahnlinie 77 don der Ioachimsthaler Straß« durch die Kant st roß« über Savignyplatz, Grolmanstraße, Bismarckitraße. Leibnizstratze, Berliner Straße bis zur Kirjchenallce in Westend ZU führen. Nach einer Mitteilung der Straßenbahn-Betriebs- G. m. b. H. werden die notwendigen Bauarbeiten so gefördert wer- den. daß die Linie voraussichtlich am 1. April in Betrieb genommen werden kapm. Um deu Milchverbrauch. Eine wichtige Tagung, die sich im Rohmen der..Grünen Woche" abspielt«, verdient noch erwähnt zu werden. Der R e I ch» m i i ch- ausschuß hielt seine 2. Mitgliederversammlung ob. Gehelmrat Dr. Bose» der die Versammlung erössiietc, konnte ieststellen, daß die Tätigkeit des Ausschusses tatsäckiich schon zur Hebung des Milch- konstrms beigetragen hat. Nach wie vor müssen alle Bestrebungen danach gerichtet sein, die Qualität der Milch zu heben. Die Propaganda ist gegen kein anderes Produkt gerichtet, und sie soll nur dazu dienen den Milchkonsum zu beleben. Milch ist immer noch eins der billigsten Boiksnahrungsmittel. Die folgenden Refe» renten berichteten über die verschiedenen Propagandamittel; da- sondere Sorgfalt wurde dem Kapitel Milchverschank in Schulen und ffadnken gewidme.. Alle anderen Propaoandamöglichkelten. wie Film, Radw und Plakat«(Trinkt mehr Milsch) sind im vergangenen Jahr zur Hebung des Konstims erfolgreich anaewendet worden. Di« H°be der Einfuhr von Milch und anderen Malkereiprodukten be- lauft sich auf etwa eine halbe Milliarde Mark, es wäre zu begrüßen wenn dies« Summe durch hochwertige Qualität verrinoert würde! Ww«-rb�d ist für diesen Zweck auch«,n Merkblatt.Die 19 Gebote der Milchwirischast" herausgegeben worden, das den Zweck »erfolgt, die hngiensschen Maßnahmen In londwirtschaiMchen Kreisen etwas zu modernisieren, was durchaus möglich ist. In seinem Referat über das Thema„Einige ausländisch« Versuche über d'e Be- deutung der Milch für die Ernährung der Kinder" brachte Prof Scheune rt-Leipzig hauptsächlich Forschungsergebni's« aus Amerika und England Die Ergebnisse differierten' zwar In der Quansstät der Milch, bewiesen aber erneut die alte Erkenntnis daß Milch bei Jugendlichen gesundheitsfördernden Einfluß ausübt lieber di, zweckmäßigste Menge von täglicher Milch gehen augenblicklich Zm Lombardskandal wurde gestern die Vernehmung des Haupt. beschuldigten Sclly Paul Bergmann noch immer nicht beendet. Zwischendurch Hörle der Untersuchungsrichter, Landgecichtsrat S t a e ck e l, auch Ohnstein, Sraah und andere frühere A n g e. stellte der Firma Bergmann. Staotsanwallschastsrat Dr. VZaller Zacoby wird erst nach Abschluß der sämtlichen anderen ver. nehmungen verantwortlich vernommen werden. Auch die gestern vernommenen Angestellten Bergmann» sagen für Staatsanwalt- schaftsrat Zacoby wenig günstig aus. Einmütig wird bekundet. daß Zacoby als„Justitiar" der Firma sich mit allen Fragen befaßte, die mit den Kreditgeschästen des Lombardhausc, in Zu- saminenhang standen. Die Untersuchungsbehörde beabsichtigt, in den nächsten Tagen Direktor R o e s ch von der Treuhandgesellschaft und Major a. D. H i n tz e als Zeugen zu hören. Sie waren es. die schon vor mehreren Monaten auf die U n z u v e r l ö s s i g k e i 1 der Firma Bergmann aufmerksam gemacht hatten. Die h a s t b e s ch w e r d e, die von den Rechtsanwälten Dr. Pindar und Dr. Klee für Iacoby eingereicht wurde, wird infolgedessen erst in der kommenden Woche in einem mündlichen hastprüsuivgsversahren entschieden werden. Letzthin berichteten wir über den Beleidigungsprozeß, in den Frau Bergmann verwickelt ist. Als sie mit ihrem Auto Unter den Linden an vorschriftswidriger Stelle hielt, hatte sie den ein- greifenden Polizeibeamten mit Schimpfworten traktiert und ihm den gewiß löblichen Rat gegeben,»sich um die Verbrecher zu kümmern". Nachdem Frau Bergmann zunächst zu 300Mork Geldstrafe verurteilt war. rief sie nacheinander olle Instanzen an. Gestern war eine neue Verhandlung vor der fünften Strafkammer des Landgerichts I. Die von Grund aus oeränderte Situation veranlaßte Frau Bergmann, vor Eintritt in die Der- Handlung einen Rückzug anzutreten: Ihr Verteidiger erklärte, daß sie die Berufung zurückzöge. Jede Unterhaltung der Frau Berg- I die Ansichten der Kinderärzte sehr weit auseinander, so daß die Forschungen noch nicht als abgeschlossen zu betrachten sind. Es wäre zu begrüßen, wenn sich Dentschland an der zukünftigen Wissenschaft- lichen Arbeil auf diciem Gebiet betätiaen könnte. Direktor �ahn vom hygienischen Institut ergänzt« die Ausführungen des Leipziger Professors insofern, als er es für notwendig erachtet, daß in Zu- kurrst die Psrsuche mit gesunden Kindern angestellt wenden. Mobilmachung des werktätigen Volkes. Ein machwoller Auftakt zur kommendeu Wahl. Der Kreis Tiergarten der SPD. veranstaltete gestern abend im Moabiter Gesellschaftshaus eine Kundgebung mit der Tagesordnung: Sozialdemokratie im Kampf gegen die politische und wirtschaftliche Reaktion. Der große Saal des G es« llschaits Hauses ivar bis auf den letzten Platz gefüllt. Unzählige der über 2990 Erschienenen mußten stehen. Der 1. Vorsitzende des Kreises Tiergarten, Genosse h e n n i g, eröffnet« die Versammlung und mußte das Fenibleiben des ersten Referenten, des Genossen hör- sing entschuldigen, den«in schweres halsleiden am Reden verhinderte. Der Männergesangverein Moabit leitete mit zwei Liedern die Kundgebung ein. Genosse A u f h ä u s e r, M. d. R., hielt das Referat. Die werktätige Bevölkerung, so führt« er aus, steht im Zeichen der Mobilmachung für die bevorstehenden p o l i.t i s ch« n K ä m p f e. Es wird sich zeigen, ob die 19 Jahre Anschauungsunterricht— 1918—1928—«ins Umstellung der geistigen Anschauungen der Massen zur Folge haben wich. Die wirlschasllicheu Folgen der deulschnatlonaleu Politik machen sich in gefahrdrohenden politischen Situationen bemerkbar. Die Republik wird von ihren schwersten Gegnern regiert. Wenn wir die Bilanz der Fehler ziehen, die das möglich macht, so sehen wir, daß Tausende immer noch nicht die Zusammenhänge zwischen Politik und Wirtschaft und ihrer eigenen sozialen Lage erkennen. Siür eine Aenderung der Wirtschaftspolitik kann Abhilfe schaffen. Die Deutschnationalen machen, was man von ihnen verlangt, um ihre politisch« Macht für ihre wirtschaftlichen Interessen ausnützen zu können. Trotzdem di« Industrie stark be- schäftigt gewesen ist und ihre Produktion infolge technischer Be» desserung und größerer Ausnutzung der Arbeiterschaft ungeheuer gesteigert hat. sind nur Lohnerhöhungen von 6 bis 7 Proz. erfolgt, die durch die Teuerung bereits wieder aufgehoben sind. Nur eine Steigening des Profits ist also erfolgt. Durch die Preis- steigerungen des Eisen» ist die deutsche Industrie zu einem großen Teil aus dem Weltmarkt nicht mehr konkuroenzsähig. Dadurch ent- steht eine Belastung der gesamten Bevölkerung, die durch die Schutz- Zollpolitik der Deutschnationalen noch erhöht wird. DieSteuer- Politik der Reichsregierung ist ein einziger Stan- dal. Den Arbeitern wird die versprochene Senkung der Lohnsteuer vorenthalten. Für die Agrarier, für das reaktionäre Schulgesetz, für ein Stammkapital zur Fleischoersorgung der Agrarier dagegen sind ungeheure Summen vorhanden. Eine weitere große Gefahr für die Arbeiterklasse bedeutet die Absicht der Regierung, noch vor Toresschluß den Mieterschutz zu beseitigen. Di« zu fordernd« Wirtschaftspolitik muß verbunden werden mit einer Friedenspolitik, die als stärksten Friedensfakwr die sozio- listssche Arbeiterinternationale als Grundlage haben muß. Wer die Republik stärken will, der muß internationale Friedens- Politik treiben. Beides läßt sich nicht trennen. Der eindrucksvolle Vortrag wurde von den gespannt lauschenden Zuhörern mit machtvollem Beifall aufgenommen. Ein verkrüppelter Lehrl'nq vermistt. Seit Sonnabend wird der 2l Jahre alte Erwin Eitner vermißt, der an einer Beinverkrüppeluna und Rückgratsverkrüm- mung leidet und im Oskar-Helene-Heim, wo er die Buch. bindere! erlernte, untergebracht war. Eitner erhielt am Sonnabend abend Urlaub, um fein« Eltern in der Elbinger Str. 6S zu besuchen. Er fuhr mit dem Autobus 7 von der Kronprinzen- allee ab, kam �aber bei den Eltern nicht an und ist auch nicht in da» cheim zurückgekehrt. Der junge Mann trägt einen künstlichen Gehapparat, der IS Pfund wiegt. Er ist schon einmal unter- weg» umgefallen, so daß er sich nicht wieder erheben tonnte. Man oermutet, daß ihm wieder ein Unfall zuaestoßen ist. nachdem «r irgendwo den Autobus, mit dem er um 1914 Uhr abfuhr, ver- lassen hat. Mitteilungen über seinen Verbleib cm hie Vermißten- zentrale im Polizeipräsidium. mann mit dem als Zeugen geladenen und aus der Untersuchungshaft vorgeführten Prokuristen K r a a tz wurde vom Gericht oerhindert. Die Zurücknahme der Berufung, wurde trotz juristischer Einwände der Staatsanwaltschaft vom Gericht'. a nerkannt. Inzwischen nehmen die polizeilichen und staats- ockwaltschaftlichen Ermittlungen über den gesamten Komplex der verschiedenen mehr oder weniger einwandfreien Firmen ihren Fortgang. Wir erhalten in diesem Zusammenhang eine Z u- schrist, die vielleicht gleichfalls der Beachtung wen ist. In der bürgerlichen Presse erscheint seit langem fast täglich ein Inserat, daß ein Herr„M.. Iägerstraße, bis 214 Prozent M o n a t s z i n s en für Kapitaleinlagen zahlt. Mindestkapital 100, evtl. Großbankaktien, Sicherheiten." 214 Prozent monatlich bedeuten 30 Prozent im Jahr. Der Leser unseres Blattes schreibt uns, daß er vor einem Halden Jahre Herrn M. besuchte, um sich über die An- läge der eingezahlten Gelder zu informieren. Er fand drei gut eingerichtete Zimmer mit schönen Schildern. Im ersten Zimmer saß eine Stenotypistin, der er sein Anliegen vortrug: Er wollte Geld einlegen. Nach einer Weile wurde er zu Herrn M. geführt, der ihm erklärte, daß er Gelder zu dem inserierten Zinsfuß annehme. Auf die Frage, welche Sicherheiten er böte, sagte er: Bei kleineren Beträgen von 100 Mark z. B. gebe ich einen Schuld- schein, bei größeren verpfände ich Aktien, die bei Banken lagern. Bei Perpsändungskapital zahle ich jedoch nur 12 Prozent, gegen Schusdschein aber 24 Prozent und noch mehr. Die Anfrage. auf welche Art von Geschäften denn dieser hohe Prozenlsatz heraus- zuwirtjchasten sei, beantwortete er dahin, daß er ausgewertete Hypotheken lause unb verkaufe. Unser Gewährsmann meint nicht ohne Grund, daß ein solches Unternehmen kaum solide sein könne, und daß man es für ausgeschlossen halten müsse, dauernd auf diese Weise einen solchen Zinsfuß zü er- zielen. PielleichtbeschästigtsichdlezuständigeBe. Hörde auch mit diesem Institut. Neuregelung der Schulgeidsäpe. Für die höheren und die mittleren Schicken der Stadt forderte ein Stadtoerordnetenbeschluß vom Juni vorigen Jahres eine Schul- aeldneuregelung. die Erleichterungen bringen sollte. Jetzt legt der Magistrat den Stadtverordneten zur Beschlußfassung einen Regelung»- plan vor der jene Wünsch« in einigen Punkten erfüllt, in anderen ablehnt. Gleiebzeitiq soll, nach diesem Plan, das Schulgeld für die städtischen An st alten erhöht werden, wie es für die staatlichen Anstalten bereits geschehen ist. Vom 1-�April ab soll das jährliche Schulgeld für die höheren Schulen 299 Mark, für die mittleren Schulen 72 Mark betragen. Die Unterscheidung zwischen deutschen Staatsangehörigen und Ausländern(die bisher ein böbercs Sonderschulgeld zu zahlen hatten) soll aufhören. Dagegen will der Magistrat die gewünschte Gleichstellung auswärtiger Schüler mit den einheimischen noch nicht durchführen, sondern die Regelung des Schullasienausgleichs zwischen Gemeinden und Kreisen avwanen. Er will auch be! Schul- geldermäßigung nicht aus die sogenannte L e i st u n g s- klausel verzichten, sondern daran festhalten, daß wegen andauernd schlechter Leistungen eines Schülers di« Ermäßigung entzcgen werden kann. Für die Schulgeld st affelung nach Einkommen und Kinderzahl wurden bisher nur die Kinder einer Familie mitgezählt, die eine höhere, mittlere oder sachliche Schule der Sladt besuchen. Künftig sollen all« Kinder mitgezählt werden, für die. wenn 'der Vater Beamter wäre, das preußische Besoldungsgesetz Kinder- beihilse vorsah«. Auch sollen bei der Berechnung des Bruttoein- kommens, die zur Schulgeldstaffelung vorgenommen werden muß, für jedes dieser Kinder 299 Mark außer Ansatz bleiben. Den Ein- nahmeaussoll aus den Ermäßigungen schätzt der Magistrat aus 900 900 Mark. Zur Deckung soll die oben angegebene«chirf- geiderhöhung dienen._ Bluttat aus einem Fischdampfer. Ein Meuterer oder ein Wahnsinniger? Oslo, 8. Februar. Räch einer Meldung von„Aslenposieu" ans Hastard geriet gestern an Bord des Euxhavener Fischdampsers Senator Sander der Kapitän mit dem zweiten Maschinisten in Streit, in dessen verlaus der Kapiiän einen so Hefligen Schlag erhielt, daß er in Ohnmacht siel. Rachdem der zweite Maschinist auch den ersten Maschinisten schwer v e r l e h l hatte, stoppte er die Maschine und ö s s n e l e die Bodenventile, um das Schiff zum Sinken zu bringen, vi« Mannschasi hielt er mittels des Dampsrohre» in Schach Die Mannschaft ließ daraus die Anker sollen, und von Land kam hilse au Bord. Es gelang schließlich da» Schiss nach Hastard zu bringen. wo der Maschinist, der vermutlich im Delirium gehandelt ha», nach heftigem Kamps überwälligl und ins Gefängnis gebracht ward«. Hebbelstraße-17 geräumt. Die Räumung des Hauses Hebbelstr. 17, des Charlottenburger Einsturzhauses, ist jetzt fast vollständig vollzogen worden. Sämtliche Mieter, auch diejenigen, die nicht unmittelbar von dem polizeilichen Räumungsbcfehl betroffen worden sind, haben in der Zwischenzeit durch Zusammenarbeit zwischen Baupolizei und Wohnungsamt, an der man es bekanntlich bei den ersten Räumungen fehlen ließ, anderweitige Wohnungen bekommen. Die letzte Partei wird ani 15. d. M ausziehen, so daß dann das Haus mit allen seinen Quer- und Seitenflügeln leer sein wird. Lediglich der Inhaber des Restaurants ist gewillt, in dem Hause zu bleiben, weil er beabsichtigt, die Baukantine während der Renovierungsarbeiten zu übernehmen. Obwohl die Konferenz der Bausachverständigen, der zentralen und Bezirtsbauverwaltnng noch keinen endgültigen Beschluß über die Sanierung des Hauses gefaßt hat, ist damit zu rechnen, daß man Anfang März mit der Wiederherstellung des bedrohten Gebäudes beginnen wird. Das Thema der nächsten Feierstunde, die am Sonntag, dem 12. Februar, im Großen Schauspielhause stattfindet, hcißt: Achtzehnhundertachtundvierzig. Es sind jeßl 89 Jahr« vergangen seit jenen Ereignissen, die, obwohl in erster Linie eine Angelegenheit des Bürgertums, in der Erinnerung lebendig erhalten wurden vom Proletariat als dem legitimen Erben der 1848er Revolution. Diese Feierstunde wird jene Ereignisse künstleriich auswerten. In einer Red« werden di« historischen Tatsachen und d!« Bedeutung von 1848 gewürdigt, der Sprechchor und Einzelsprecher werden Revolutionsdichtungen jener Zeit sprechen, aus Briefen und Dokumenten au» dem Vormärz und den Tagen der Revolution r�rben wir hören, ber �Bertlner Lendvai-Chor'(Namenlos� wirb Reoolutionschöre sinken, und mit dem gemeinsamen Gesang der Arbeiter-Marseillaise wird die Feier schließen. Mitwirkende werden sein: der Sprechchor sür Proletarische Feier- stunden unter Leitung von Wbert F l o r a t h. Heinrich Witte, Lothar M ü t h e l und Margarete Schön vom Staatstheater, der Berliner Lendvai-Chor unter Leitung von Georg S ch u. männ. Die Ansprache Höst Landtagsabgeordneter Lüde- mann Der Eintrittspreis beträgt 1 Mark. Karten sind in den bekannten Verkaufsstellen und im Bureau des Bezirksbildungs- ausschusses, Linde nftr. 3, 2. Hof, Zimmer 8, zu haben. Das Berliner Schachturnier. In de? vierten Runde machten R i m z o w i t s ch und Bogoljubow ein durch Zugumstellung entstandenes Damen- gambit schon noch IS Minuten unentschieden, vermieden also jeden Kamps. T a r ta k o w e r gewann gegen Leonhard und R eti gegen Stög. Die Partien Brinckmann-Johner, Schlage-Koch und Stelner- Ahues endeten remis, abgebrochen wurde das Treffen Helling-Sämisch in einer für Helling günstigeren Endspiel- jtcllung._ Schulsportsesie. Die sportbegeisterte Jugend Neuköllns hatte kürzlich ihren großen Tag beim Schulschwimmfest im Stadtbad Neu- k ö l l n. Das sportliche Interesse, die Begeisterung und der fast de- ängstigende Zuf chau« randrang hätte einem Vierkötter oder Arn« Borg zur Ehre gereicht. Eng aneinandergepreßt, Kopf an Kopf standen sie. hingen sie an den Pfeilern, erklommen dfe Garderoben. schranke oder sahen, allen feuchten Gewalten zum Trotz, rings um das Bast in. In der Mitte stand die sprungbereite Mannschaft, ringsherum herzlich-st begrüßt und heimlich bewundert. Ganz kleine Stepke», die besonder» eifrig bei der Sache waren und streng darauf sahen, daß Mutter, Geschwister und Kameraden auch alle zur Stell« waren, größer« und ganz große Schüler und Schülerinnen bildeten d!« Teilnehmerschar. Auf das Signal stürzten sie sich dann mit allerlei kunstvollen Hechtsprüngen und Saltos in die Fluten. Den Reigen der sportlichen Dorführungen eröffneten die Mädchen mit einem Lru st st asselschwimmen: die kleinen 2cBC-- Schützen legten sich mit einem wahren Feuereifer ins Zeug, und was Veinchen und Arme an notwendiger Länge vermissen liehen. das wurde durch verdoppelte Geschwindigkeit wettgemacht. Dann schwammen die gröheren Mädchen und zum Schluh eine bunte Staffel von je 5 Mädchen und 5 Knaben. Im Parterre und auf den Rängen wurde an Hand des Programms alles genauestens kontrolliert und die Sieg« registriert: aufmunternde Zuruf« und frenetischer Beifallssubel sorgten sür die nötige Stimmung. Ganz besondere Begeisterung und fröhliche Laune schuf da» Lichterschwimmen der Doltsschülerinnen und dos E i er- schwimmen. Leim Lichterschwimmen wird einhändig geschwom- men und in der anderen erhobenen Hand eine brennende Kerze getragen: sämtlich« Beleuchtungskörper kamen wohlbehalten am Ziel an: beim Eierschwimmen— hier wird im Mund ein Löffel balan- eiert, aus dem ein Ei schaukelt— ging die Sache nicht ganz so glatt vonstatten: ab und zu sprang«Ines davon, ober der Besitzer konnte es immer wieder einfangen und an seinen Platz bugsieren. In den darauffolgenden Ret t u n g s v o r f ü h ru n g« n zeigten die Schwimmer allerfei Kunstfertigkeit im Retten von Verunglückten. Fröhliche Wasserbollspiele bildeten den Schluh der wohl- gelungenen Veranstaltung: neben dem sportlichen und gefundheits- fördernden Moment hat die Schwimmerausbilllung auch noch das ethisch« Plus der Hilfsbei eitschaft am Nächsten für sich. Die seit Einführung der Leibesübungen an den Berufs- und Fachschufen bestehend« Arbeitsgemeinschaft der Turn- und Sportlehrer und- lehrerinnen dieser Anstalten trat am letzten Sonntag mit einem großen Hallenturn- und - s p v r t f« st wiederum an die Oeffentlichkett. War schon der ersten großen Winterveronstaltung im vergangenen Jahre ein großer Er- folg beschieden, konnte die Arbeitsgemeinschaft abermals ein gelungenes Sportfest in der Zentralturnhalle Prinzen st roß e, das einen sehr guten Besuch auswies, veranstalten. Zahlreiche Meldungen lagen vor: allein das Geräte-Wett-Turnen(Mannschasts- und Einzelkampf) wurde von 30 Mannschaften bestritten. Pünktlich um 14 Uhr nahm dos Fest mit einem Geräte- Weit- Turnen seinen Ansang. Das inhaltreiche Programm, Staffeln und ausgezeichnete Sondervorführurgen, bot den zahlreichen Zuschauern dann im weiteren Verlaus ein mteressantes und abwechs- lungsoeiches Bttd Di« Geröteturner hinterließen den denkbar besten Eindruck: die jungen Leute arbeiteten mit einer Sicherheit, die zu- weilen verblüfft«. Die harte Schule der B o x t u n st, vom Seil- springen bis zum behandfckmhten Kämpfer, wurde von der 3. B.-Schule, Schöncberg, lehr nett illustriert. Die 1. B.-Schul«, Oberschöneweide, erntete sür gute Leistungen beim Bodenturnen unter ihrem Leiter Brückner starken Beifall. Gut, leider nicht ganz einheitlich, wftckt« die KSrperschule für Mädchen unter Fräulein M e l l i n. Die Ursache lag wohl darin, daß die Sportlchrerin nie Gelegenlzsit hatte, mit den Mädchen der verschie- denen Berufsschulen geschloffen zu üben. Außerordentlich starken Beifall rief noch die rhythmisch« Gymnastik und der Tanz mit Musik der 2. B.-Schule für Mädchen hervor. Eine Fabrik der Gewerkschaften. Das Lindcar. Fahrradwerk, Akttengesellschast, Unter. nehmen der Gewerkschaften, eröffnet am Ist. Februar 1028 in Berlin, O r o n i e n st r. 127, eine Fabritniederlage. Das Werk, das«ine erfreuliche Entwicklung verzeichnen kann, bc- sitzt bereits eigene Niederlagen in Breslau. Dres- den. Hannooer, Dessau, Holle usw. und hat bewiesen, daß es in Arbeiterkreisen durch Liesening eines qualitativ hocH- werttgen Fahrrades zu Bedingungen, welche den Bezug jedermann ermöglichen, immer mehr Eingang sindet. In den umfangreichen Räumen der neu eröffneten Berliner Niederlag« zeigt das Werk sämtliche von ihm hergestellten Fahrradmodelle, vom normalen Gebrauchsrad bis zur schnittigen Rennmaschine. Die Besichtigung und der Derkauf sür Berlin findet von jetzt ab nur noch in dieser Niederlage statt, und zwar werktäglich von S bis 7 Uhr. Der Niederloge angegliedert ist«ine gut eingerichtete Reparaturwerk st att. Diese neue Einrichtung des Lindcar- Werkes kann von uns nur begrüßt werden: gibt sie doch allen Freigewerkschaftern die Möglichkeit, in der zentral gelegenen Niederlage ein Fahrrad noch ihrem Geschmack auszuwählen und so- fort in Empfang zu nehmen. Bei dieser Gelegenheit weisen wir nochmals auf die Bedingungen des Werkes hin. das a n a ll e M i t- glieder der freien Gewerkschaften Lindcar- Fahrräder ohne jede Anzahlung gegen Wochen- raten von 3 Mark oder Monnteraten von 12 Mark liefert. Wir möchten wünschen, daß die Gewerkschaftskollegen von der günstigen Fahrradbezugsmöglichkeit bei ihrem eigenen Unternehmen in immer stärkerem Maße Gebrauch machen. Wieder ein Kleingärtnerprotest. Die Siedlungspächter von Wendenheide bei Adlers- Hof und Irrgarten bei Alt- Glien icke hielten gestern im Erholungshaus Spindlersfeld«ine stark besuchte Versammlung ob, um gegen den m Aussicht genommenen neuen Pachtvertrag Stellung zu nehmen. Wie der erste Redner des Abend«, o a n H«« s. ausführte, haben die Kleingärtner bereits einen langen Leidensweg durchschritten. Der Vertrag mit dem ursprünglichen Pächter des Geländes— der Oberspree-Siedlungsgefellschast— wurde auf An. trog der Siedler, die sich durch die Geschästsgebarungen de, Bevollmächtigten übervorteilt fühlten,»ach langen Bemühungen endlich gekündigt. Nun weist jedoch d«l' neue Pachtvertrog mit der Genossenschaft Märkische TchoS> noch viel größere Härten auf. Sa soll vor allem der auf 20 Iahte lautend« Pachtvertrag mit de«, Siedlern auf ein Jahr reduziert werden, bei halbjährigem Kün» digungsrecht, säumigen Zahlern gegenüber soll fristlose Kündigung angewandt werden und noch einige andere strenge Maßnahmen stehen den Kleingärtnern im neuen Vertrogsverhältnis bevor. In einer einstimmig gefaßten Resolution gaben die Siedler ihren Wünschen dahin Ausdruck, daß ihnen im Interesse einer gesunden Siodlungspolitit das Gelände unter möglichst günstigen Zahlungs- beding ungen in eigener Regie überlassen werden möge. Die Er- regung der Siedler, deren Traum van Eigenbesitz mit dem Erwerb eines Streifchens Pachtbodens greisbar« Gestalt anzunehmen be- ginnt, ist natürlich begreiflich. Nachdem sie durch den neuen Per- trag vom Regen unter die Traufe kommen würden, wollen sie nun alles daran setzen, ihre Wünsche nach Möglichkeit durchzusetzen, und wenden sich mit der dringenden Bitte um Unterstützung an die maßgebenden Stellen._ Rose-Theoler: Der Pfarrer von stirchseld. Bor ausverkaustem Hause feierte der.Pfarrer von Kirchfeld" nach längerem Winterschlaf in der Großen Frankfurter Straße seine Auferstehung. Dieses bald sechzigjährige Bolksstück— 1870 schrieb Heinrich Laube die Preinierenkrittk— hat auch heute noch die Resonanz in der Volks- seele nicht verloren. Und wenn auch alle die vom Amor seinerzeit an- geschnittenen Fragen kirchlicher und weltlicher Natur längst über- wundene Thcmatos bedeuten, so gebt doch immer vom Kampfschrei nach Befreiung aus irAendwelcher starren Verzopscheit ein starkes Flrttdium auf den Zuborer aus. Die urwüchsige Art und die blut- volle Sprache bäuerischer Kampsnaturen tun das ihre, den Effekt zu unterstreichen. Der.Pfarrer von Kirchfeld" ist ein Werk, das an volkstümlicher Popularität seinesgleichen sucht, und es gibt wohl schwer ein Theater oder Theaterchen, wo man es noch nicht gespielt hätte. Die Hauptpersonen des«Äückes, der Pfarrer, der Wurzel- sepp und die Anna Birkmeier, jede der drei Rollen eine bomben- mäßige, hallen die Fäden der Handlung. Der Pfarrer als leidvoll entsagender Vorkämpfer, der Wurzelsepp, der Finsterling, dem menschliche Güte das starre Eis des Verzweifelns zum Schmelzen bringt, und das grundg'scheite Deandl Anna, Weibsteufel und kreuz- braves Menschenkind in einer Person. Die Darstellung unter der Regie Paul Roses, der iptt viel Liebe und gutem Ausdruck den Wurzelsepp spielte, war eine wirklich lobensivert«. Vor allem der Pfarrer des Willi Rose und die Anna Birkmeier(Traute Rose) erwiesen sich als gute Anzengruber-Interpreten: aber auch all die vielen Nebenfiguren gaben, im wackeren Kampf mtt dem fchwie- rigen Dialekt, ihr Bestes. Die Elite- Säuger am koklbusser Tor eröffneten ihren Februar- Spielplan mit einem guten UUmarsch. Ein„Faschings grüß aus Lilliput". Maz Hennings gefiel besonders in der„Schönen Helena". Großen Beifall fand Alfons Bornemann in seiner Ortginalszenc: „Die Wurschtanna am Kottbusscr Tor". Wohlverdienten Applaus konnten Hans Renö und Hans Naumann ick ihrem Gesang- und Tanzspiel„Wintersreuden und Lcnzeswst" ernten.„Die komische Serenade von der Pepita", reichlich alt, und ein a cappella gesungenes Quartett fanden großen Beifall. Schorsch Ruselli„die sächsische Type" gab wie immer emen zwerchfellerschütternden Humor zum besten. Ein etwas rührseliges Liederspiel„Seemannsleben", „Deutschlands große Zett" fand geteilte Aufnahme. Dsn Schluß des Wends bildete ein Schwank: ,�>er lebende Leichnam" von Bernhard Croä, in dem Schorsch Ruselli als Gespenst erscheint und stürmisch belacht wird. Sunstabend ln der Hasenheide. Das Dolksbildungsamt Kren z- berg hatte diesmal zu einem philharmonischen Konzert nach dem Orpheum Hasenyeide geladen. Das erwähnte Orchester unter seinem feinsinnigst Führer Prosesior Justus P r ü w e r bot kern vollbesetzten Hause einen wirtllch genußreichen Abend. Schuberts bl-Moll-Sinjoni«(Unvollendete) bildete den Auftakt: im dar- auffolgenden Violinkonzert L-Moll von Mendelssohn brillierte Konzertmeister Harry Holst durch sauberste Technik und schöner Strich, mtt dem er die süße Melodik des Andante und das kapriziös schillernde des �Ilexro molto vivace sehr fein heraushotte. Ein wenig gehörtes Werk, Smetanas sinfonische Dichtung �Aataoo"(Moldau). eine Verherrlichung des heimatlichen Stromes, fesselte durch die weiche Verträumtheit slawischen Volkstums, das sich hier durch einen. der fest mtt dem Hennatboden verwachsen ist, offenbarte. Nicht im rein Musikalischeu liegt eigentlich hier die Stärk«, sondern im Erd- geruch der Scholle, der durch die Töne dringt: jene Sprach«, die alle Völler der Erde sprechen und verstehen, die sie mtteinander atr- bnHet ohne Worte, einzig durch die Kraft qrd haften Verbunden- sein». Bvahms prächtige Sinfonie Nr. 2 bildet« den Schluß des Programms. Es ist eine ungemein erfreuliche Tatsache, immer wieder feststell«, zu können, wie sehr da» Kulturempfinden und mtt ihm das Bildungsbedürfnis der großen Mäste berett» Auf- schwung genommen hat und in stetigem Wachsen begriffen ist. Ein ehrlicher und wirklicher Erfolg vollstnldnerischer Arbeit. „Die Dame und Ihr Hund." So hieß ein« Beranstaltung, die im Funkhaus amKaiferdamm abgehalten wurde. Die Domen «ntfatteten sehr viel Eleganz. Zu den Bewerbern in der vierbeinigen Schönheitskonkurrenz aber konnre jeder Berliner Straßenköter kraus- nasig und von oben herab schnüffelnd sagen:„Bist du ooch noch een Hund?", denn in diesem vornehmen Kreis waren nur K l ei n r a ss e- Hunde geduldet. Etliche der Kleinrassehund« haben ein lebhaftes Temperament und sind zuverlässige Wächter, während ander«, infolge unheilvoller Ueberzüchtung. nur noch ganz geringen Ansprüchen ge- nügen. Im großen und ganzen sind nahezu alle Kleinrassehunde«in sehr teures lö>endes Spielzeug für reiche Leute, bei dem man ja frei- lich auch nicht außer acht lasten darf, daß mancherkleineMann (Ich schlecht und recht mtt der.Hundezucht durchs Leben schlägt. Bei der Preisverteilung gab es ejnen Riesenkrach. Keiner der Hundebesitzer war zufrieden, alles schrie durch«,, cluber. die Preisrichter gaben zu, sich geirrt zu hqben und die einzigen, die die Nerven nicht ganz verloren, waren die Hunds. Die Zahresausstellung der Phologemeinichaft de» Touristen vereine „Die Naturfreunde" zeigte einen guten Besuch. Ctwo tausend Besucher aus Amateur- und Fachkreisen fanden sich«in. Die Photogemeinschaft hatte das Publikum gebeten, ihr Werturteil infttt fern abzugeben, als es die d i e r besten B>1 d e r bezeichnen soM, Als die besten Bilder wurden vom Publikum bezeichnet: 1. Abend- frieden: W. Eckert(BUd Nr. 91), 2. Wintersonne: W. Nieder- meier(Bild Nr. 71). Z. Ungebändigt: W. Preidel(Bild Nr. 56), 4. Sonnenspiel: A. K o b s(Bild Nr. 85). Zahlreiche Interessenten fanden sich für die neuen A n f ä n g e r k u r s e, die sie in die schwarz-weiße Kunst einführen sollen. Diese Kurse beginnen schon in der kommenden Woche. Auch eine Auskunft» stelle ist neu eingerichtet worden, die beim Anlauf von Apparaten mtt Rat und Tat zur Seit« stehen soll.(Anschrift derselben: W. Preidel, Berlin N2I1. Hochstraße 8.) Auch viele neue Mttgsteder wurden in der Photogemeinschaft neu gewonnen, die schon im Herbst dieses Jahres in der dann in größerem Rahmen geplanten Ausstellung ihre Kunst zeigen werden. valtslfederebend in Adlershef. Der Frauen chor.Neue» Werden" in AdlerSbos veranftaliet Donnerstag, S. Februar, lg'/, Uhr. tn der Schulaula Radickestrai!- 11, einen Volkslied erabind unter Mitwirkung von Ursula M o b r tBioloncello) und Kurt B u r ch a r d(Violine). Eintrittskarten zu 75 Pf. nur im Vorverlaus bei den Mitgliedern, keine Abendtasse. BITTE doxa AUGEN BUCH! y'mnis- fremde/i Frou. Die Frage dieser Schönen gitf Jedem, auch Ihnen: RAUCHEN SIEJ,-,r. die neuesk Ciqareüe? Sieheissf: JKÄUfe Verschärfung im Gaargebiet. Versammlungen gesprengt.— RWE. weiß von nichts.- Regierungen schweigen. Trog der großen Schäden, die ein« Abschnürung der Elettrizitäts- Versorgung des Saargebiete von seiner Kohlcngrundlage zur Folge Kaden mußte, gehen die Treibereien fort, um dein Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswerk den Absatzmarkt in die Hände zu spielen. So wird jetzt folgende Meldung verbreitet: Am vergangenen Sonntag sollten Versammlungen in den einzelnen Ortschaften der Bürgermeisterei Namborn(Kreis St. Wendel) der Abtretung der örtlichen Stronioerteilungsnctze an die Saarland-Lothringen-Elektrizitätswerk A.°G. entsprechend dem einstimmigen Beschluß des Kreistages zustimmen. Außer in Nain- dorn selbst, wo der Uebertragung des Ortsnetzes an die SLE. zuge- stimmt wurde, wurden die Versammlungen überall ge- sprengt. In Bliesen, ein Ort der Bürgermeisterei Alsweiler (Kreis St. Wendel), wurde der Antrag, das Ortsnetz an die SLE. abzutreten, abgelehnt und der Wunsch ausgesprochen, das Ortsnetz an das RWE. zu veräußern. Im Kreise St. Wendel wird neuer- dings der Gedanke propagiert, einen Gemeiirdezwcckverband zum Zwecke des Anschlusses an das RWE. zu gründen und damit den Kreistagsbeschluß in seiner praktischen Wirkung zunichte zu machen. Hierzu erfährt WTB.-Handelsdienst auf Anfrage beim RWE., daß dieses mit den gemeldeten Vorgängen, über d!e es im übrigen nicht unterrichtet ist, in keinerlei Zusammenhang steht, wie dies gerüchtweise verbreitet ist. Das RWE. hat sich nielmehr, noch- dem der Kreis St. Wendel sich vor einigen Wochen für den Anschluß an die Saarland-Lachringeir-Elektrizitäts-Gesellschaft entschieden hat, jeder weiteren Tätigkeit im Kreis« St. Wendel cntfwlten. Von Elektrofrieden feine Spur. Eine weitere sehr beunruhigende Meldung geht uns aus Saar- brücken zu: Wie hier bekannt wird, ist es dem RWE. gelungen, fast 9? Prozent des Aktienbesitzer des Elektrizitätswerkes Illingen auf nicht ganz einwandfreie Weife in seine Hand zu bekommen. Dos Elektrizitätswerk Illingen wurde bisher von der saareigenen Stromversorgung beliefert, die sich nunmehr ihrem größten Gegner als Vertragskontrahenten aegenüberfieht. Auch setzt das RWE. seine Bemühungen, saarländische Gebietsteile, die es durch das Eindringen in den Zwecknerband Weiherzsntrale und dos Versargungsgebiet in den sagenannten Restkreisen wie in einer Zange hält, langsam zuzcrmürbenundabzubröckeln. Obgleich der Kreistag St. Wendel einstimmig den Anschluß an das RWE. abgelehnt und sich der saareigenen Versorgung angeschlossen und ihr auch die treiseigenen Anlagen(Hochspannungsleitungen und Transformatorenstationen) verkauft hat, geht das RWE. jetzt dazu über, mit allen Mitteln die Gemeinden des Kreises St. Wendel, die an der Grenze seines Versorgungsgebietes liegen, zum Verkauf ihres Ortsnetzes an das RWE. entgegen dem Kreistagsbefchluß zu bewegen, und diese Gemeinden, soweit dabei nicht Kreisstraßen über- quert werden müssen, durch sein benachbartes Versargungsgebiet mitbeliefern zu lassen. Das hat dazu geführt, daß in diesen Ge- meinden ein bisher beispielloser Kamps entbrannt ist, der sowohl vom Standpunkt der Saarwirtschaft als auch aus politischen Gesichtspunkten der Rückführung der Saar nach Deutschland uner- träglich geworden ist. » Demnach hat also die Oeffentlichkeit im rechtsrheinischen Deutsch- land die Unerträglichkeit der im Saargebiet eingetretenen Verhält- nisse eher über- als unterschätzt. Erstaunlich, daß das RWE. er- klären kann, ihm seien die Vorgänge weder bekannt, nach sei es daran beteiligt. Wenn das richtig ist, so ist es noch erstaunlicher, wie schlecht informiert die Essener Leitung des RWE. über Vorgänge ist, die seine allernächsten Interessen angehen. Die Verbindung zwischen Essen und dem Saargebiet muß offenbar recht dürftig sein. Jedenfalls scheinen die Beauftragten des RWE. im Saargcbiet in vieler Hinsicht anderer Meinung zu sein als der Vorstand selbst. Es wäre deshalb auch im Interesse des RWE. in hohem Maße wünschenswert, weim dieses selbst im Saargebiet über seine eigentlichen Absichten volle Ausklärung schaffen würde. Es könnte sehr wohl durch Maueranschläge und Zeitungs- artikel im Saargebiet ganz deutlich erkennen lassen, daß es die bedauerlichen Vorgänge weder kennt noch billigt oder unterstützt. Die wiedergegebenen Meldungen räumen auch die allerletzten Zweifel aus, daß im Saargebiet Ruhe werden muß, wenn nicht politische Interessen des deutschen Reiches auf das schwerste geschädigt werden sollen. Noch einmal appellieren wir deshalb an die verantwortlichen Reichs- und Staatsbehörden, dafür Sorge zu trogen, daß das RWE. seine geringen' Restinteressen liqui- diert. Dann wird Ruhe sein. Wo bleiben die Wohnungsbauanleihen? Preußen fehlen allein 400 Millionen Mark für den diesjährigen Wohnungsbau. Nach Erklärungen, die dos preußische Wohlfahrt?- in i n i st e r i u m vor Vertretern der Presse machte, ist die Lage des Wohnungsbaues in diesem Jahre außerordentlich besorgniserregend. Im vorigen Jahre konnte man außer den benötigten lZülXX) nach rund Wl 000 Wohnungen zusätzlich in Preußen schaffen. Dazu war ein Kapitolauswand an ösfentlichen und privaten Mitteln von ins- gesamt l, 7' Milliarden'Mark erforderlich. Nach vorsichtiger Berechnung werden in dieseur Jahre ober höchstens 1,3 Milliarden Mark Baugelder und Hypo- < Helen aufzubringen sein. Hiervon muß man wahrschein- lich noch Abzüge machen für solche Bauten, die bereits in der(Erwartung der kommenden Einnahmen aus der Hauszinssteuer im Borjahre begonnen worden sind. Das Ergebnis ist also, daß unter alle« Umständen Auslands- kapital zur Finanzierung des Wohnungsbaues heran- gezogen werden muß. Das Preußische Wohlfahrts- Ministerium steht mit Recht auf dem Standpunkt, daß der Wohnungsbau zu den produktiven Ausgaben zu zählen ist. daß also für ihn in jedem Falle Auslands- gclder bereitgestellt werden müßten. Im Lichte dieser Erklärung erscheint das Verholten der Reichs- bonk und der onf ihr Betreiben eingesetzten Anleiheberatungsstelle für die deutsche Volkswirtschaft doppelt verderblich. Noch immer hat dieses Institut, das über die Aufnahme von Auslandsanleihen zu beschließen hat, keine entscheidenden Beratungen über die Bewilli- gung neuer langfristiger Kredite aus dem Ausland gehobt. Es ist im höchsten Grade bedenklich, daß auf diese Weise bereits Monat um Monatver st reicht, ohne daß die neue Bausaison genügend vorbereitet werden kann. Denn alle Projekte bleiben Phantastereien, solange man nicht sehen kann, woher die großen Mittel zur Finan- zierung des Baues beschafft werden können. Das Privatkapital hat sich vollkommen außer st ande erwiesen, die öffentliche Bautätigkeit auch mir annähernd in dem Maße zu ersetzen, daß Angebot und Nachfrage sich die Wage halten. Mit Recht steht daher das preußische Wohlfahrtsministerium auf dem Standpunkt, daß von einer wesentlichen Lockerung des Mieterschutzes jetzt und auf absehbare Zeit nicht die Rede sein könne. Darüber hinaus ist es zu begrüßen, wenn der Wohlfahrtsminister per- sönlich erklärte, daß wir niemal»'mehr den Wohnung»- bau in Deutschland ausschließlich dem privaten Erwerbs- und G e w i n n ftr e b e n überlassen können, sondern daß volkswirtschaftliche und staotspolitische Gesichtspunkte auch späterhin im Wohnungsbau geltend gemocht werden müssen. Doch was mitzt es, wenn derartige Erklärungen, die von einem starken sozialen Geist zeugen, dem Volke noch nicht einmal den Vor- teil bringen können, daß nun auch wirklich in ausreichendem Maße gebaut wird. Dem Fortschritt in der Bautätigkeit im letzten Jahre steht die Gefahr gegenüber, daß in diesem Jahr sehr viel weniger gebaut werden wird. Noch immer aber fehlen allein in Preußen 600 000 Wohnungen am Bedarf, von denen im letzten Jahre nur SO 000 geschaffen werden konnten. Soll das Wohnungselend nicht auf lange Zeit hinaus verewigt werden, so dürfen die Bestrebungen nach einer sozialen Bauwirtschaft nicht weiterhin durch die sogenannte Beratungsstelle durchkreuzt werden. Ziealkrediie aus Holland und England. Nach der Deutschen Bau- und Bodenbank A.-G. versucht auch die Württcmbcrgische Wohnungskrcditanstalt gegen Hinterlegung von Goldpfandbriefen sich Auslandsgeld zu beschaffen. Unter Mitwirkung der Darmstädter und Nationalbank sowie der Württembergischen Notenbank werden einem holländischen Bank- konsortium für 4 Millionen siebcnprozentige kopitalertragsteuerfreie Pfandbriese zur Zeichnung aus dem holländischen Kapitalmarkt über- lassen. Aber wie schon bei der Bau- und Bodenbank A.-G. soll auch hier kein neues Bautapital hereinfließen, sondern der Anleiheerlös soll ebenfalls zur Abdeckung kurzfristiger Verpflichtungen aus dem vergangenen Baujahr dienen. Ferner wird die Preußische P f a n d b r i e f b a n k, die sich im vorigen Jahre die Landwirtschaft- liche Psandbriefbank, früher Roggenbank, angegliedert hat, in London Realkredit zu beschaffen suchen. Es sollen für 6 Mil- lionen siebcnprozentige Pfandbriefe bei Londoner Bankhäusern deponiert werden, um als Grundlage für die Zeichnung von Zertifi- taten zu dienen. Oer Rückzug der Eisenindustrie. Weicht auch der Veichswirtschastsminister? Kürzlich fanden beim Reichswirtscha-ftsminister Curtius unter dessen Vorsitz, sowie unter Betelligung süddeutscher Länderregie- rungen zwischen der eisenschaffenden und eisenverarbeitenden In- dustrie Verhandlungen über die Preisgestaltung für die süddeutschen Eisenkäufer statt. Zu Beginn der Sitzung gab der Vertreter der Eisenindustrie bekannt, daß am 6. Februar, zwischen den beteiligten Industrien eine interne Vereinbarung erzielt war- den sei, wonach für die Dauer des Bestehens der gegenwärtigen Vertragsverbände die Grundpreisspanne zwischen Frachtbosts Ober- hausen und Neuntirchen von 6 Mark pro Tonne auch weiterhin unverändert bleiben soll. Damit haben die Vertreter der Schwerindustrie die Preis- erhöhungen für Stab- und Formeisen zum Teil wenigstens für Süd- deutschland rückgängig gemacht, denn die Grundpreisspanne sollte von 6 Mark, wie bisher, auf 4 Mark ermäßigt werden, was für die süddeutsche eisenverarbeitende Industrie eine faktische Ver- teuerung ihrer Eiscneinkäufe und damit eine gefährliche Verlagerung ihrer Standortbedingungen bedeutet hätte. Die Cisenherren haben also das von ihnen mit Schmähungen und Unwahrheiten bekämpfte Eingreifen des Reichswirtschaftsministers doch respektiert, wozu noch der Druck kam, der von den süddeutschen Regierungen in der öffentlichen Meinung auf die Haltung der Eisenindustrie ausgeübt wurde. Dos Zurückweichen der Eisenherren wird dadurch nicht weniger blamabel, daß sie den erreichten Fortschritt als aus eigenem Entschluß durch ein« Prioatvereinbarung mit den Eisenverarbeitern erreicht darstellen. Zu dieser besseren „Einsicht" würde ohne den Druck der ösfentlichen Meinung, ohne die Daumschraube der angeordneten Kartellaufsicht die Eisenindustrie wohl kaum bereit gewesen sein. Bei dem jetzt Erreichten darf nicht halt gemacht werden. Di« Entlastung für Süddeutschland ist zwar verhältnismäßig bedeu- tend, aber die allgemeinen Preiserhöhungen bleiben unongelaitet, und vor allem weiß man nicht, was etwa auf sozial- oder Handels- politischem Gebiet das Geschäft zwischen den beiden Gruppen ge- kostet hat. Darüber muß noch Klarheit geschaffen werden. Darüber hinaus beunruhigt eine Andeutung der„Deutschen Allgemeinen Zeitung", die gewöhnlich als gut informiert an- gesehen werden kann. Es erhebe sich nach dem Zugeständnis der Eisenherren die Frage, ob die Verordnung jetzt noch zu Recht bestehe, die die Verbände auf dem Weg über die Kartelloerordnung unter Aufsicht gestellt hat. Wir wollen nicht hoffen, daß darin schon eine Meinungsäußerung des Reichswirt- schaftswinisteriums in der Richtung zu erblicken ist, daß die Aufsicht wieder beseitigt werden soll. Die Aufstäst ist trotz des teil- weksen Rückzugs der Eksenverbtznde»«Nneichchg. Wstc habe» fcl Deutschland in der Tat keinen freien Eisenmarkt mehr, sondern ein absolut unkontrolliertes Eisemnonopol. Eine Präoentioaufsicht ist deshalb eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit, und es wäre nicht zu verstehen, wenn sich das Reichs wirtl chojts- Ministerium dem verschließen würde. Hochbetrieb bei Ludwig Loewe. Die Moabiter Werke bis August voll beschäftigt. Wir wir kürzlich berichteten, hat die Ludwig Loewe A.°G. in Vertin-Moabit eine Erhöhung des Aktienkapitals von 15 auf 20 Millionen Mark und außerdem die Aufnahme einer Anleche von 5 Millionen Mark beschlossen. Die Beschlüsse der Verwaltung wur- den gestern von der Generalversammlung genehmigt. Bei einem Kurs von 14S Proz. für die jungen Aktien werden der Ge- sellfchaft einschließlich der aus der Anleihe zufließenden Gelder über 12 Millionen neue Mittel zur Verfügung stehen. Die Erklärungen, die Generaldirektor Oliver zu dieser Kapi- talbeschasfung gab, waren in mehrfacher Hinsicht interessant. Sa soll ein Teil der neuen Mittel zum weiteren Ausbau der Leteili- gungen des Loewe-Konzerns dienen, deren wichtigste die Knorr» Bremse und die Gesellschaft für elektrische Unter- nehmungen sind. Weiterhin werden große Beträge zur Finan- zierung des stark angewachsenen Geschäfts benötigt, da bei dem Charakter der Loewc-Fabrikatton— Einrichtung vollständiger Werkstätten— die Gejellfchaft ihre Betriebsmittel auf längere Zeit fest- legen muß Die Beschäftigung bei Ludwig Loewe hat im letzten Jahr einen weit über die allgemeine Moschinenkonjunktur hinausgehende'i Um- fang angenonmien. So betrug der Umsatz 13,5 M i ll. Mark und hat sich damit gegenüber 1926 fast verdoppelt. Da der Auftragseingang sich bis jetzt in keiner Weise vermindert hat, sind sämtliche Werke bis in den August hinein voll beshäf- tigt. Die Dividende für das Geschöftsiahr 1926/1927 soll wie im letzten Jahr wieder 10 Proz. betragen. Arbeitsmarkt bessert sich nur langsam. Bauarbeiten kommen nicht in Gang. Die Entwicklung zur Besscrimg hat sich auf dem Arbeitsmarkt in der Berichtswoche, endend mit den, 4. Februar, noch nicht deutlicher durchsetzen können. Während die Landesorbeitsämter teilweise noch eine leichte Steigerung der Zohl der Arbeitsuchenden melden, haben im größeren Teil der Bezirke die Befchäftigungs- Möglichkeiten zugenommen. Im ganzen ist infolge der müden Witterung eine Auswortsbewegung unverkennbar- die sich allerdings noch in engen Grenzen halt. Zum größten Teil beruht der augenblickliche Stillstand darauf, daß vor ollem der Baumarkt, der sich gegen Mitte Januar zu beleben anfängt, gegen Monatsende wieder stockte. Die Neuinangriffnohme der Bauten verzögert sich, wobei auch die Ungewißheit über die Fi- nanzierung der kommenden Bausaison zunächst noch zum Ab- warten zwingt. Lediglich die Großindustrie, vor allen, in Westdeutschland, hat größere Bauaufträge erteilt, deren Ausführung jedoch erst in die nächsten Wochen fallen dürfte. Die Folge dieser zögernden Inangriffnahme ist, daß die Baustosfnebenindiistrien in der Beschäftigungslage nur gering angezogen haben. Oer Güterverkehr steigt weiter. In der Woche vom 28. Januar hat sich die orbeitstSgOche Stellung von Wagen der Reichsbahn weiter von 139 400 auf 141 106 erhöht. Tabellarische Wache Uebcrsicht seit Dezember(in 1000 Stück) wöchentlich durchsiliniltlich vro Ardkil-I-iq Wie unsere Tabelle zeigt, steigt der Güterverkehr zwar nur verhältnismäßig langsam wieder an, aber doch in einein etwas rascheren Tempo, als in den entsprechenden Wochen des vorigen Jahres. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß in den ersten Wochen des vorigen Jahres auf der deutschen Wirtschaft noch eine ausgesprochene Krise lastete. Räch Kurzarbeit noch Entlassungen. Wir hoben kürzlich von der sehr bedeutenden Erhöhung des Umsatzes und der Auftrags- bestände bei den Daimler-Bcnz-Werken berichtet, lieber die spezielle Durchführung des von der Verwaltung schon festgelegten Produk- tionsprogramms sollte noch näheres beschlossen werden. Jetzt meldet die Mannheimer„Voltsstimme" von einer Mitteilung der Daimler- Benz-Verwaltung an den Betriebsrat, wonach etwa 7 0 0 Mann der Belegschaft nach und nach entlassen werden sollen, weil sie durch die zu Ende geführte Rationalisierung entbehrlich geworden seien. 70 Arbeiter sollen noch in dieser Woche zur Entlassung kommen. Offenbar ist die Verwaltung von Daimler-Venz mit ibren Uni- stellungserfolgen zufrieden. Wie man sieht, geht diese Umstellung aber auch hier wieder auf Kosten der Belegschaften. Hat die Daimler-Benz-Verwaltimg in ihr neues Produktionsprogramm auch eine Beantwortung der Frage aufgenommen, wie die noch bcschäs- tigte Belegschajt aus den erzielten Ersparnissen für die zweifellos cn-tretendc stärkere Ausnutzung der Arbeitskrost entschädigt wer- den soll'? Vertikaler Ausbau beim Ehemielrust. Räch den Maschinen. sabriken ein clgxncs Röhrenwert. Von den großen Werken des Chemietrusts in Oppau und Leuna ist bekannt, daß sie eine viel- tausei, dköpsige Belegschaft im eigenen Maschinenban für die Ver- sorgung der Trustwerke beschäftigen. Jetzt hat die I. G. Farben- industrie A.-G. in Troisdorf ein modernes Röhrenwalz- wert in Betrieb genommen mit einer Jahresproduktion von 12000 bis 15 000 Tonnen und mit einem Kostenauswand von rund 3 Mil- lionen Mark. Die eigene Maschinenoersorgung wird also durch die Versorgung mit selbst hergestellten Röhren noch ergänzt. Der Chemictrust geht also immer stärker dazu über— er hat sich ja früher bereits eine große eigene Braun- und Steintohlenbasis zugelegt—, seinen Werksbedorf in eigenen Fabriken zu befriedigen und den vertikalen Ausbau immer stärker durchzuführen. Das neue Röhren- walzwert in Troisdorf soll übrigens dem Röhrenverband nicht beitreten, weil es nur die Trustwerke beliefern soll. Texsilkortelle und scharfe Preiserhöhungen in Polen. Sieben der größten Textilsirmen in Lodz haben eiii gemeinsames Vorgehen zur Regelung der Produktion und der Preise vereinbart. Bei der zunächst vorgenommenen Preisrcgelnng für Sommerwore soll sofort ein Preisausschlag von 18 Proz vorgenommen worden sein, wobei man sich aus die Verteuerung der Rohstoffe beruft. Da das Kartell bedeutende Außenseiter hat, wird der Lebens« faden des Kartells, salls die Außenseiter nicht noch hincingezoge» werden, wohl bald abgeschnitten sein. Nr. 67* 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Donnerstag- y. Februar i925 Die Hausbesitzer sind zufrieden! Geständnis der Wirischastspariei im Reichstag. Der Reichstag setzte gestern die zweite Beratung des Eni- wurss zur Acnderung des Mieterschutzgesetzes fort. Abg. fjcttdn(Komm): Die Feinde der Wohnungszwangswirtschaft benutzen Drohungen und Korruption zur Durchsetzung ihrer Zwecke. Sie haben sogar Abgeordneten 500 Mark für einen Dortrag in ihrem Sinne geboten.(Hört! hört!) Abg. Dr. Zörissea(Wirtsch. Dgg.) ist zufrieden. Die Vorlage ist eine Verbesferug der Stellung der Hausbesitzer. Der Regierung fehle aber leider der Mut, mit der„bolschewistisch beeinflußten" WohnungszwangMvirtschaft Schluß zu machen. Abg. Winnefeld(D. Vp.) wendet sich zunächst gegen den Abg. Jörissen. Die Wohnungszwangswirtsdjast könne nicht mit einem Schlags aufgehoben werden, wenn ihre Lockerung auch notwendig sei. Der vorliegende Entwurf komme den Bedürfnissen der Hausbesitzer entgegen. ober ein bescheidener Wieterfchuh sei erforderlich, um Ruhe und Ordnung im Reiche aufrecht zu erhalten. Wenn Dr. Iörissen im„Grundbesitz" die Haltung der Regierungs- Parteien im Ausschuß scharf angriff, so l)abc er wohl vergessen, daß er selbst den meisten Anträgen dieser Parteien zugestimmt hat.(Hört! hört!) Der preußische Landesverband der Haus- und Grundbesitzer habe leider seine Neutralität aufgegeben zugunsten der Wirffchafts- parte!. Der Redner wünscht eine Befristung des Gesetzes nur bis 1 920. Die Wohnungsämter sollten vollständig beseitigt werden. Der deutsche Mittelstand würde Selbstmord begehen, wenn er die Wirtschaftspartei zu feiner Vertreterin machen würde. Abg. Schirmer-Franken(Bayer. Bp.) ist die energische Hzaltung des Genossen L i p i n s k i unangenehm. Früher hätten alle Parteien im Wohnungsausschuß sachlich zusammengearbeitet. Erst als der Radikalinski Lipinski hineinkam, sei der Wohnungsausschuß zum Ekandal-Ausschuß geworden. Die freie Wohnung swirffchaft sei heute noch unmöglich, denn ste würde bei der bestehenden Wohnungsknapp- heit zu unerträglichen Metssteigerungen führen. Reichsjustizminister hergt weist darauf hin. daß noch der preußi- fchen Verordnung der Mieterschutz bestehen bleib« für die Ateliers von Künstlern, die Teile der Wohnung sind. Es werde ober weiter geprüft werden, wie jede Gefährdung der Künstler durch solche Der- crdnungen oerhindert werden könne. Ebenso sei ein Schutz für die- jenigen Inhaber größerer Wohnungen beabsichtigt, die auf die Unter- Vermietung als einzige Einnahmequelle angewiesen sind. Bei der bevorstehenden Wohnungskonserenz würden diese Fragen mit den Länderoertretern und den 5) a u s b e si tz er- verbänden besprochen werden. Nach einer noch im Reichsrat liegenden Vorlage sollen auch die Fürsorgeoerbänd« einge- schaltet werden zugunsten derjenigen Mieter, die sonst eine Miet- erhöhung nicht aufbringen könnten. Abg. Schlecht(linker Komm.): Rur durch scharfe Beschlagnahme des Grund und Bodens und der Wohnungen sowie durch Derteilung des Wohnraums streng noch der Kopfzahl läßt sich die Wohnungsnot beseitigen.(Zuruf: W i e in Rußland!) Za. in Ruhland ist mau leider vou den proletarischen Srund- jä.eu abgewichen(Stürniisches Hörtl hört! im ganzen Hause.) «nd hat sich dem Opportunismus in die Arme geworfen, wie hier die Sozialdemokraten. Wir fordern Kommunalisierung desWohnungs- mesens, Mieterlaß für Arbeirslosc. Kriegsopfer und Sozialrentner, sowie Beschränkung des Wohnraums nach der Kopfzahl. Abg. Tremmel(Z.) weist den Vorwurf zurück, das Zentrum habe mit den anderen Regierungsparteien gemeinsam die Debatte im Ausschuß beschränkt. J.in übrigen hätten gerade die Sozial- demokraten keinen Anlaß, das Zentrum anzugreifen, denn die in der Berliner Stadwerordnetenverjammlung herrschenden Sozial- demokraten trügen z. B. die Schuld daran, daß in Berlin achttausend Wohnungen nicht gebaut wurden. Den Bersuch, die Zentrumspartei in den Schmutz und Kot zu ziehen, werde die Partei mit blanker LSoffe und reinem Schild zurückweisen. Der Redner schließt, zu den Sozialdemokraten gewendet: Wenn Sie den Kamps wollen. gut. Sic sollen ihn haben!(Beifall ün Zentrum.) Abg. Frick(Ratsoz.) lehnt jede Lockerung des Mieterschutz" ab. Damit schließt die allgemeine Aussprache. In der Einzelberatung begründet Abg. Nowack(Soz.) den Antrag, daß der Zustellung der Kündigung ein Sühnelarmin vorausgehen müsse. Ferner beantragt er, daß die Kündigung nicht vom Gerichtsschreiber, sondern vom Amtsrichter selbst zugeschickt werden soll. Die Begründung des Entwurfs fordere geradezu die Hansbesitzer auf, von dem neuen Kündigungsrecht möglichst umfangreich Gebrauch zu machen. Das widerspreche der gestrigen Mimsterre. Ferner beantragt der Redner, die E r f o tz z u st e l l u n g der Kündigung für unzulässig zu erklären. Eine Wohnung sei doch! keine Bagatelle. Gestrichen werden müsse die Bestimmung, daß der Mieter den Be- weis für feine Schuldlosigkeit zu führen hat, wenn erdie Einspruchsfrist hat verstreichen lassen. Ministerialdirektor Abegg bezeichnet die Gründe, die der Bor- redner geltend gemacht habe, nicht als durchschlagend. Eine Kündi- gung seitens des Vermieters erfolge auch zurzeit nicht durch Urteil. Parallel stehe jetzt die Aufhebungsklage und die gerichltiche Zu- stellung des Kündigungsschreibens. Materiell werde also nichts ge- ändert. In einer ganzen Reihe von Vorschriften weich« der Eni- wurf zugunsten der Mieterschaft von den bestehenden Zustünden ab. Man könne nur zu dem Schlüsse kommen, daß die Abweichungen im§ 1a dem Mieter überhaupt keinen Nachteil bringt. Abg. Koenen(Komm.) wirft die Frage auf, welchen Sinn denn dieses Gesetz überhaupt noch habe, wenn es keine materielle Aende- rung bringe. Hierauf wird die Beratung abgebrochen. Nächste Sitzung Donnerstag 14 Uhr: Forffetzung der heutigen Tagesordnung. Schluß gegen IM Uhr. Oer Ciat des Landtags. Es wird fleißig im Parlament gearbeitet. Die Disnstag-Sitzung des Landtags war erst in der elften Nachtstunde zu End« gegangen, nachdem sie über zehn Stunden gedauert hatte. Die Mittwoch-Sitzung nahm nur drei Stunden in Anspruch. Den Hauptteil der Berhandlungszeit sollte nämlich die U m° gemeindungsvorlage im Ruhrrevier einnehmen, die Dortmund, Bochum und andere Städte wesentlich erweitert. Die Mehrheit des Zentrums will von diesem Gesetz nichts wissen, weil es nicht gleichzeuig eine Erweiterung des Stadtkreises Essen vorsieht. Hierfür sind aber die Pläne noch nicht fertig, und die Mehrheit des Ausschusses wollte dos Notwendige nicht verzögern, bloß weil es nicht alles bringt, was man für wünschenswert halten kömrtc. Das Zentrum beantragte daher R n ck o e rw e i s n n g an den Ausschuß und fand dafür Unterstützung bei den Deutsch- nationalen und den Demokraten. Obwohl also heute das Zentrum seinen Willen durchgesetzt hat, wird die Eingemeindungsveulage für das Ruhrrcvier, ebenso wie die für Frankfurt am Main und Breslau noch vor Ostern fertiggestellt werden. Außer diesem Genieindegesetz stand auf der Tagesordnung nur der Etat des Landtages und des Staatsrates. Mit einer sehr interessanten Zusammenstellung bewies der Volks- parteiler Metzenthien, daß die in der Rechtspresse so häufigen Klagen über die ungeheuren Ausgaben und die zwecklose Schwätzer«! im Parlament völlig unbegründet sind. Der Landtag der Republik hat wenigen Plenarsitzungen als das alte Dreitlassenparlament. Dagegen hat sich die Zahl der Ansschußsitzungen nahezu verdoppelt, es wird also fleißig g e- arbeitet. Biel zu groß sst die Zahl der Initiativanträge und Resolutionen: es find dreimal soviel als vor dem Krieg. Die größte Zahl von Anträgen stellte die Kommunistische Partes,, dicht hinter ihr folgen die Deutschnationalen: dann in großem Abstand die Deutsche Dolkspartei und zum Schluß die größte Partei des Hauses, die Sozialdemokratie, die mit der Zahl ihrer Anträge weit unter der Hälft« der kommunistische» Anträge bleibt. Im übrigen klagten in der Debatte abwechselnd die Völkisch e n und die K o m m u n i st e n, daß der Präsident ihren Schimpfereien nickst genügend weiten Spielraum lasse. Di« große Mehrheit des Landtages lachte die Beschwerdeführer aus. ?lm Donnerstag beginnt die Beratung des Wohlfahrtsctat'. Mangelnder Reformwille. Fahrlässiger Falscheid soll strafbar bleiben. Der Strafgcsetzausschuh des Reichstags setzte gestern tste Beratung der Eidesdelikt« fort. Genosse Landsberg wies , zur Begründung des sozialdemokratischen Antrages auf Streichung der Strafbarkeit des fahrlässigen Falscheides darauf hin, daß früher auch in vielen deutschen Ländern ein« Strafbestimmung für den fahrlässigen Falscheid nicht bestanden Hab«. Auch England, Frankreich, Schweden, Holland, Italien, Norwegen und Japan kämen ohne solch« Strafbestimmungen aus. Das Rechtsbewußtsein des Kulturmenschen erfordere also nicht die Strafborkeit des sahrlässigen Falscheides. Die Regierung wolle offenbar an ihm nur deshalb festhalten, damit die Gerichte da, wo eine Bcrurtcilunq wegen Mein- «ides zweifelhast sei, wenigstens wegen sahrlässigen Falscheidcs ver- urteilen könnten. Um so notwendiger sei die Streichung des fahr- lässigen Falscheides. Abg. Bell(Z.) hob hervor, daß die sakrale Form des Eides die Bestrasung jeder, auch der fahrlässigen Eidesverletzung notwendig mache. Die Meineidsfenchc müsse auf andere Weise be- kämpft werden. Ministerialdirektor Rumke wendete sich gegen de» sozialdemokratische Antrag. Die Regierung könne sich nur damit einverstanden erklären, daß die Zahl der Fäll« eingeschränkt werde, in denen Eide abgenommen würden. Werde aber die Eidcspflicht auch nur fahrlässig verletzt, so müsse Bestrasung eintreten. Genosse Rosenfeld erwiderte, daß die Frage aufgeworfen werden müsse, ob es überhaupt noch aufrecht erhalten werden könne, daß die Zeugen teilweise mit, teilweise ohne Anrufung Gottes den Eid leisteten. Der zwiefache Eid dürfe nicht länger aufrecht erhalten werden. Wie sehr die Strosbarkeit des fahrlässigen Falscheides den Richtern als Eselsbrücke diene, um in zweifelhaften Fällen dock» noch verurteilen zu können, ergebe sich aus einem in Sondershqussn geführten Prozeß, in dem drei Sozialdemokraten an- geklagt waren, die nach bestem Wissen ausgesagt hatten, in erster Instanz aber doch wegen s a h r»l ä s s i g e n Falsch- ei d e s verurteilt wurden. Selbst Geheimrat kohl sei schon im Jahre 1302 gegen den fahrlässigen Falscheid ausgetreten. Er enparte, daß Kahl seiner damaligen Stellung gemäß den sozialdemokratischen An- trag aus Streichung des sahrlässigen Falscheides unterstütze Abg. kahl(D. Bp.) erklärte, daß er sich diesem auf Grund seines frülzeren Vortrages an ihn gerichteten Appell nicht entziehen wolle. Cr behalte sich für die zweite Lesung des Gesetzes Anträge auf A b f ch w ä ch u n g der Bestimmungen über den fahrlässigen Falscheid vor. Auf Antrag des Genossen Rosenfeld wurde die weitere Be- ratung einem Unterausschuß überwiesen. Zu 8 185, der die falsche Versicherung an Eidesstatt behandelt, begründete Genosse Saenger einen sozialdemokratischen Antrag, den Versuch der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung für straflos erklären wollte. Der sozialdemokratische Bertreter machte darauf aufmerksam, daß es genüge, die eidesstattliche Versicherung, wenn sie falsch abgegeben werde, unter Strafe zu stellen. Auf die Verfolgung des bloßen Versuchs könne man sehr gut verzichten. Die Vertreter der bürgerlichen Parteien erklärten sich gegen den sozial- demokratischen Antrag, der alsdann abgelehnt wurde. 8 187, der die falsche uneidliche Aussage betrifft, wurde dem Unterausschuß überwiesen. Di« anderen Bestimmungen des Gesetzentwurfes über die Eides- delikte wurden unter Ablehnung sämtlicher sozial- demokratischer Berbesserungsanträge nach dem Regierungsentwurf angenommen. ,Ftebervleibsel aus der Königszeii.� Der&au<ls Va l t so u s f ch u ß d c s Reichstags nahm am Mttlwoch einen demokratischen Antrag an, in dein die Ausgaben tür die R e i ch s v e r t r e i n n g in München.als künftig m e g f a l le n d" bezeichnet werden. Dem Antrag stimmten außer den Sozialdemokraten, Demokraten und Kommunisten auch zwei Dolk�parteiler zu. Die Minderheit setzte sich aus 1? Stimmen d>er Deut schnoti analen, des Zentrums, der Bayerischen Bolkspartc! und der Wirtschaftlichen Bereinigung zusammen. Dm Verlaute der Dekalte bezeichnete der nolksparteiliche Abg. Dr. C r e m e r die Münchener Vertretung der Rcichsregierung als übertlüstig und als ein U c b e r b lei b s ei aus der Königs- zeit. Diese Aeußorungen riefen innerhalb der Deutschnotionolen Bolkspartei und der Bayerischen Balkspartei eiraßc Entrüstung hervor. Der Ausschuß befaßte tich dann u.a. noch mit dem Etat der . R e t ch s z e n t r a l e-f ü r. kämpf: B r e i t e i, st r ä t e r 2.""sgl B>' f t i, Italien: l0 Runden 3 II uzen harte Bandagen. .im M r. i st e r s cha f t? k a yi p f im Mittelgewicht treffen Iiffr X a m g ö r gen, Köln(Verteidiger), und cherse, Berlin (Hermtssordereri: 13 Runden I Unzen garte Bandagen. End tanrnt; Bnul C Z i r f a n, Berlin(deutscher Leichtgewichtsmeister) —)-oung S p e a rs. England: 8 Runden 3 Unzen weiche Ban- d.-g.-n.. Die. Kämpfe nehmen um 20 Uhr ihren Aniang. (• 0««6»lUt Vr_ 00* kit Spiels-oreiurchaft irr«SHS. xn» DrnZ« nen 40 �vomMffTttariai»u ho fern, i 9?«SrfWjlr» Sdoiiichrtfl; Die Sk-frrf Aiwo jut SBtrrafr'fifr floirt m-ra-n, i'3rtitc Uhr, im Jugendheim Pcuptllr, 15. ZSommttitjimmer. frati. ! 5? nrtOTtrn tri!; Hinöcrfrfundc, gungsazwlistr», Teuristcnoerein.Di« Nuhir. freunde"(Wie»)»>Ä>A..?uaeed. canpunntcr. Turner, Cnortfct und SAg. Voriräqe, Vereine und Versammlungen. G poriemachrichien��fürGroß-Bertin »rn'endoOgrn tör diete»tndeik sind l »e rlto SD ü«. tinoeoitrsh,*. stet» an da, Beztrtasetrrrartat !.Kl>k. Z Trep. recht», tu richte». n. a-cJf N-eddiag. Fr-'Ia». 1«. Aedruar. ,«!. Uhr. Im««,lrk,»e«>rt>»et.a. i. Brvsneaplaj;- Frak�w»«veDn«. nkrfammlkkNt, an? Mentaa. 13. Februar, 1MH Uhr.\m Ledigenheim Pappe l. ftQ?« 15'Kosins-Aeids d Wl. Tagesordnung; 1. Die Urwahlen der denikc�or�v'n�fion a,m X>. März zirc Gauo/'neraf Versammlung und die 4-- u keiruna5mahlen. 2 Wichtige St�kiNrelpreciwngeu ui'd Mi��isi�gon. ANe>sP.D..Aei.denkie SPD.-Arbeiterfportler bc* 13. Kreise? .••rrfsfett Ttd). morgen,'Freitag. 10. Februar, pitnkrlich 1.0TA Uhr. im Lokal .-u? Linde". Tempelboi. Friedriche- � �. ...______(frfc Äerdersnaße. ist mitjufcrlTtg«!. Bsllzcthliges Erscheinen wird emnartet. Parteibuch Alorgen. Freitag. 10. Februar: 5.«dt. U'v Ubr Mitoliedcrvcrsammlung Artushos, Perseberger Ertrag:.L'as Kompfjahr Ufiä." Neferent Siegfried Aufbäuser. »7., Str. 20. � WWW—— WWW»--- WWW----------------- P M. d. R. -Ali? Genossinnen und Genossen müssen erscheinen. SympafhisierenH« und ..Vörmarts�-'Le.ser sind millkommen. 05., 90. fsty. Abt. Reukölln-Britz'BuckvV. Wichtige Zulammenkvaft a?''« APD. Freibeuter IS. tlhr im Lolal Rudolph. ReukÄln. Her««»».<�ke Kaeiebeckstraß.-. Srscheive» aller SPD., Freidenker»»bediugt ertotcherlich. Varteivittrlicdsduäi legitimiert. 'Ulst- 124:. Mablsverf'Snd. 30 IIb r'bei Dieh. Uhlandstr. 18. Vichtige Funk. tionärsilt'kng. erscheinen unbedingt erforderlich. r=mmm «�ttilvsgslcite?. liefert umgehend die Rarzpragmmme ab. heule, Donnervlag. 9. Zebruor. fg''2 Uhr: Kein Porträt, das genau noch her Natur gezeichnet ist, gibt Hans Kafka von Jules Berne, kein« erfchäpsende Analyse, hie beladen ilt mit tiefsinnigen Bergleichen und ähnlichen'oachen, sondern nur ein paar Daten aus dem Leben des Dichters und cm paar Satze, die dos Wefentliclie der Utopie und des Abenteurer- romans skizzieren und die Neugierde der jugendlichen Hörer auf stacheln, diesen merkwürdigen Franzosen näher kennen zu lernen. Aus dem selben Gesichtspunkt heraus wählt Paul Günther die Bruchstücke' der Romane, die er vorliest. Es sind Kapitel, die aus dein Höhepunkt der Spannung obbreehen und trotzdem«in Bild van der Eigenart Jules Bernes vermitteln. Die Jugendbühne Et diesmal also zwecknoll arrangiert. Es schließt �sich«in Konzen mit der M e n d e l s f a h n 1 ck. e n Musik z u m„v o m m e r n o ch t s- > träum" on. Das sebr gute Salonqiiartett bildet leider keinen vollkommen besriedigenden Ersatz für ein großes Orchester. Diese unvergeßlichen graziösen Melodien klingen deshalb etwas dünn, es fehlt ihnen der Glanz einer reichen Orchestrierung. Immerhin ist aber das Konzert einem Potpourri von Schlogermelodien bei weitem vorzuziehen. Die Reihe der Operettensendungen vervoll- Händigt Stessens„M illiardenfo u pe r". Melodien olme hefonders originelle Prägung und eine Handlung ohne geglückte Pointen charakterisieren diese Operette. Man weiß nicht, warum die Wahl gerade hieraus fiel. Die Aufführung ist allerdings gut. Der Tenor Hermann W o l d e r singt im Rundfunk nicht fo stroblend und sieghaft wie out der Bühne, trotzdem ist er für den Berliner Sender eine begrüßenswerte Erwerbung, wie auch Lisii Helling. Beide sind frei nan Operetienallüren, sind weder forciert lustig noch betont sentimental und können vor allem singen.— Die sozial- hygienischen Einrichtungen der Stadt Berlin behandelt Dr. Käthe Frankenthal. Dieser Bortrag, der sehr eingehend die sanitären Maßnahme:! gegen Tuberkulose und Geschlellitskrankheiten be- leuchtet, zeigt endlich einem großen Hörerkreis, wie intensiv Berlin den Kampf gegen diese Bnlksoeißeln führt. F.«. Zraueuoeranstaltungen: II.??«!» V-izirebeea.?nnner»to>i.?.(Tebmar, wli•'Tfir, �#rtfcfejin«seni kr» fturk«»:.Sinfulniniz in»!, Scbanfor.ioelt lies Sojuitisinu». Lakai "ftkn, iPi1;lifrn|Tr, Kefenentin Genossin Rinn« ihobenkaoen. Un- .e'le Äcieillaiiilg N.ir5 eclxieil. Rezirksausschutz für Arbeilerwohlfahrt: «.»„j, Vrenzloner?ee«. Donnerst««,. Z. sscbruar, tM) Ilbr. im Älter-, kenn Danziqcr Str. fc? Schulungskurflls. Thema:„Iogen dgerichtsgesey . iuik> guAcntgeriSitodilfe." Nefercntin Genossin Geiger. Um zahlreich« Beteiligung wird gebeten. Jungsozialisien: Gr»h.?«r.li»: Di-»ärz.Peogeomme»mssen»i, spöt-sten« t». F«w»«r kur«: die Gruppenleiter o» den Genossen H«NS Wald««»», B«rlio.Bitt«o»M, Snupissr. ,7. geiaodt werden.— ilchlnng!?ebruar.G«l-»tocr-oI»»ltoog»m ?«.»reden«-. Genosse kl lern oder Steil» spricht Uber:.gs«ssent«inpf»od Äoltor. selitit." Tagnngvrt wild noch dctoniitgegebcn. Kinderfreunde Groß-Lerlin. »rei« Treptow: Freitag, lo. Februar. 19'»!lhr, läuft in der Sternwarte Srrntoo der Film„Ainderrepubli! Seetamp. ünkostenbeitrag für Sinder zo Pf., siir Erwachfene-tg Pf. Alle Parteigenossen und-qenossinnen müssen iteftn Film gesehen haben. Wir erwarten recht regen Des, ick). Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Ierlm. Politischer Znsornlatiooradrnd Freitaa. 19. Februar, vörcktlich l» j'Ihr, in der Aula der Schule Sochsst. V>. Thema:„Prinzip on» Taktik." ill-kerent ffl. Sollmann. •—»bpenicker«iertel: Fnoendheim Wrangoiftr. UL.„Serualfrage."— Friedenau: Iug'ndheim Ollenbachrr Sir. s».„Au» iozialistischen Schritten." •«chineberg PJ: Jugendheim Hauptslr. Ii.„Arbeiterjugend und Oetv'«- *— ftaitfintfe' hfrim cn-Yio.er.jfc� et»___-/ Neukölln Vi guelndbri« öanner Straße Funktivnärkursu».' Nrrdedeziek vste». Aelterengroppe: Alle Gerossen und Genossinnen trecken sich um. l? Uhr an der Weverwiese, Normaluhr. » WorKeberirk Prenzlauer»erg:-Am Sonntag. 12. Februar, 19 Uhr, i* .jfrttr&tjeim Ranziger Str. 62 Heiterer Pdend. ' Werbedeiirt Zkedding: Fessabend am II. Februar, ZV USr, tu der Polt des {rch:rrr,rns,-:rrtf. Pank- Gch« Börtaerssnell». Aukssthrun« de« Sau-meenackck?» Reichsbanner.Schwarz- Rok-Gold". Gefchaktsstell«! Berlin E. It. Eebassianssr. 97/9», Hof 2 Zr. Freitag, 19. Februar. ssäneniS! 19-.-21 Uhr„LÄujckno-t" in dir iurnbollr der 1. Semeindoschuie, Riiggelneimer Straße. Radl»- darf: 20 llhe Mitqliedcrvertammlung bei Ander«. Äahnaofftraße. liefere,-t Aamerod Schlicht:„.nie Bauernkriege und ihre Au.nmirkung out die Nenoiiition." — Prenzlauer-Per,(Spoetgruppe): So., d II.. 19 Uhr, Schontiirnen Turn- Halle Greifenhagener Straße. Intchließend gemlltliche» Beilanrnrensein IM Svorttiaus Cantianstraßr.— Areuzbcrg: Sonntag, d. 12., Propagandafohrt nach Großbeeren-Blankenfelde. Treffen mit Tanrbonetorp.» und Fahnen 8 Übe Anhalter Bbk. Fahrgeld 70 Pf. Nsschfohet non Rablew SV P>. Bai-mneii» biackten. Aachrllbtanzug 8 Übe Zeltomee Gcke Velle.-Alliance.Strag-. Gr. scheinen Pflicht.- ZIreuzberg: Fug ss i-Abt. IN) Fr„ d. 19.. 29 Uhr. B°r. sommluna te- Mendter. Biefte.>I,ochsir� S.i.-sseu-olln Brch- llomeradtchott:»- kassicrcr: Emloßtarten flir den IS. Februar(, Zirkus Busch, sind non IS— 20 Uhr hei Kamerad Schmidt, Zleuterftr. 16, abzuholen.- Schöneberg.Friedenau: Kameradfchakt Ruhen» Fr..». 19., 29 Uhr, Generalrersommiung in der Wenzelklause, Renzel, sscke Thorwoldsrnstroße. Zleumahl und Berichte. Filehuer?a»k-mo»uschalt zu Berli». Bonneritag.?. Februar. V Uhr. Foek- Vereinshaus, Oranienssr. 29. Gösse willkommen. ZIeiieeindrücke«ns dem faschistischen Ztalien. Ueber dieses Thema spricht an der Ho id von Lichtbildern Genosse Sie Br.. PiochowM im Bund religiöser Sozialisten Freitag. ,c>. F-dr.ii«r. 19'? Uhr, Neukölln, Fuldattr. SO(Gemeinde. !'10lP»rfieUthcr Pfälzer ia Berlia». B.„Pfälzer Kerme" Sonntag. 12. Fe- bruar. ssammersälr. Teltow-r Str. I.'i. Gintritt-2 R. Kartrn in d-r Ge- schättsstcll, Giienocher Str. B..._._.«».„...■ Prdciter.Abstinentenbnad. Bezirk Norden: Donnerstag.» Fehruar. 29 Übe. in der melk.'ichen Schul- Wiesen. Ecke Ponkssroße. Lss-roritcher Abend. B-te. renk Genosse Herlinger. Gäste willkomnien.. vir Schule Z«b(weltlichei Serlw- Llchlenberg, ceopoldflr. lK-lS, der. an'taltet Sonnabend. II. und Sonntag, 12. eine AuSstelluna von Schülerarbeiten aller Art w der Turnhalle Lückitr. ssss. Geöffnet Sonnabend von 16—50 Uhr, Sonntag von 10—18 Uhr. Eintritt frctl— SIm Ronlag. de« 13., um 19-/, Uhr. öffentliche Elternreriammlung mit Lichtbildervortrag:.Aus de« Leben unlerer Schule". Olnffiootfäljtnng der Preußlfchen Hochschule s«r teibesLbangeri Wie alljährlich, will au» m diese« Jahre die Preußische Hochlchule für LeibeZübungen(Lande Sturnanstalt) in Sv-mdau a« End- der Au?- büdung der Lehrgänae. durch welche Turn- und Sportlehrer und-lehre- dritten für alle preustischett Schmen ausgebildet werden� der grasten Seffent« I'cbleit Zeugnis ablegen über die geleistete Arbeit. Za diesem Zwecke oer- nnstallet sie am Sonntag 12. Februar, 11 l-br, m der stadtifchen Uder in Eharlostenburg eine Wintervnr'ührnng. Karten von '.A big 4 Zss. an der städtischen Oper und in den bekannten �.beaterver- kaussstellcn. Wetterbericht der öffrvtlichev w-klerdtenststellc Sersta und Umg-geud (Nnchdr verb.). Bleist wolkig mit einzelnen Negensällen. sehr mild bei sriichen westlichen Dmden.-?ür Deutschland: I« Süden welkig ohne erhebliche Niederschläge., ffellenweife Nachtfröste. Im Norden und Osten mild mit lstegenfällen. .f'if /•('''' ''1 W 1 1 -»- t�ßa$ja$t öerßär K�, /< � /. /f v TiilWlwi f 1 üfp 1.� ■ I l-i/J �'yi ,/:> m! M!H l«-) <\ Jy• i »4 -- u»"i H E Ü£ flÖ. � Ä ll" rn m• < JZ\'�r O, fh ■v-'/M � J OS E TT! j-i«; .i" Treue Freund sdiaf/en hall der Berliner. Sie gelten der Feuerwehr, die ihm hilfi.Brsmde zu loschen, und jener Ciganeiie, die, in Brand geseizr, ihm kösi= liehe Stunden spenden JosettiJuno Berlin s meislgera uchte 4S Cigarette Dieser mein Hund da... Von Henry Lowsov, Sydney(Australien). Das-t. Arbeiier-Gängerbundesfest Hannover-16. bis 48. Juni 4928. Dem Schafs chsr er Mskarnis war ew Uiwll zuyeswßen. Nw iyif Wahrheit zu sagen, er hatte sich in einer am Wege gelegene i Schenke in trunkenem. AustciÄe in eine Keilerei eingelassen, aus welcher er txjnn mit drei gebrochenen Rippen, einem zerschlagenen Kap�« unb nerschi ebenen kleineren Äufschiinungen bovangckommcn war Sein chnnb Tally war zwar ein iiichterner, aber wilder Teil- nchwer in der Wirtshausprüzelei gewesen, und war von dort mit einem gebrochenen Dein entkommen. Makarius schulterte also nach- dir seirKM Ranzen und schlug sich schlomikeitd. und wie er, eben ging, eine Stocke von zehn Weilen bis.zum städtilichen Gewerkichaftslpital - durch. Weih der chimmel, wie er dos„plweqc" brachte! Er mußte es{-scher nicht genau. Tally binkte hinterdrew. immer wacker auf leinen drei Beinen. Die Doktoren untersuchten des Mannes Derletzungsn mck» waren non iciner Ausdairer überrascht.?luch Doktoren sind mitunter über- rascht, obgleich sie es nicht immer zur Schau tragen. Ja, natürlich, sie wollten ihn schon in Pfleg« nchmen, aber sie erhoben qejai Tally- Einweichungen, chuntv waren an Ort und Stelle nicht z«. stattet. -„Sie müssen diesen.Hund wegjagen', sagten sie m dem Schaf. scherer, als er sich am Rande eines Bettes nieldersehte.. Makarius gab darauf keine Antwort. „Wir rönnen absolut keine Hunde gestattsa. Gelber Mann', jagt« jetzt der Doktor in etwas lmrtcrem Ton«, weil er dachte, daß der Mann taub sei. „Dann kettet ürn im Hofe an!' „Rein, keineswegs. Er mutz weg von hier, f�xrtt stnld inner» halt, des Anstaltsgebäudes iricht erlaubt.' Makarius erhob sich langsam, bis er wieder auf fenca Füheo ftmch, verbitz sein« großen Schmerz hinter seinen geschlossene« Zahnen, knöpft« sich dann schmerzvoll sein Hemd über seiner bt» haarten Brust zu. ergriff dann sein« Jack«, rmd wankte m der Ecke. wo sein Rucksack lag. „Was fällt Ihnen den««in, was machen Sie da« haf „Ihr wollt meinen Hund also nicht hierlassen?' „Rein. Das wäre gegen die Borschriften. Hund« find«n Ort irnd Stelle keiaesfalls erlaubt.' Er bückte sich, wa seinen Ranzen H die höhe zn Heden, oder der Schmerz war ga groß, und er lehnte sich gegen die Mauer. „Mso kommen Sie, kommen Sie, Menschenskindl' eiserte der Doktor jetzt ungeduldig, �ie scheweu verrückt zu sein. Sie wissen doch sehr gut. daß Sie nicht imstande sind, wegzugehen. Der®är. ter wirb Ihnen behilflich sein, Sie zu entNeiden.' .Rein!' sagte Makarius..Nein, wenn Ihr meinen Hund nicht »ifnehmei wollt, dann braucht Ihr mich auch nicht aufzunehmen, Er hat«in gebrochenes Dein m» bot es notwendig, daß man ibm's einrichte, genau so— genau so— wie ich. Wenn ich gut genug bin, um hier bleiben zu kSnnen. dmm ist.«r« auch— irrb— und vielleicht noch besser!' Er hielt einen Augenblick dm«, atmete schmerzvoll. ni«> dann wandte er sich zum Sehen. „Dieser— dieser mein alter Hund da ist treu und vedfich hinter mir einher gelaufen, zwölf Jahr«, all diese schweren und hungrigen zwölf Jahre hindurch. Er war dos einzige Ding—, dos einzig« Ding mn mich Herinn. das immer besorgt war, ob ich aus dieser ver- tarninten Wegstrecke am Leben war oder liegen Wirf, oder ver- faulte.' Wieder hielt er iNne«nd nach einem Weilchen sich? er fort: „Dieser— dieser mein Hund da wurde auf der Landstraße geboren,' sprach«r mit einer Art von traurigem Lächeln..Monatetang Hab' ich ihn in meinem Teekessel herumgetragen, und nachher, als er ein wenig größer war. auf meinem Rucksacke, und die alte Hündin, seine Mutter, lief ganz befriedigt hinter uns einher, hin und wioedr schnüffelte sie am Teekesiel herum, gerade nur, mn sich davon zu überzeugen, ob alles mit dem Jungen in Ordnung sei... Weiß der lieb« Herrgott, wieviele Jahre sie hinter mir einhertrmnpelte. Sie lief hinter mir, bis sie blind war, und dann sogar noch ein paar weitere Jahre. Sie lief mir hinterdrein, bis sie sich nicht mehr länger durch den Staub schleppen konnte, und dann— daim bab' ich sie getötet, weil es nicht mehr möglich war, sie am Leben zu lasten!' Wieder machte er eine Atempause. „lind dieser da. mein aller Hund,' fuhr er fort, indem er Tallys emporgeftreckte Nase mit seinen knöcherigen Fingern be- rührte,„und dieser mein aller Hund da ist hinter mir zehn, ja. zehn Jähre cinhergelauken: durch Wasserflut und Dürre, durch gute Zeit und böse— sehr, sehr böse, und hat mich davor bewahrt, daß ich toll wurde, wenn ich keinen Kameraden hall« und kein Geld auf der einsamen Landstraße, und Wochen hindurch hat er mich behütet und bewacht, wenn ich etwas zuviel hinter die Binde g-gosten hatte. wenn ich mich in den vermaledeiten Schenken betäubt und ver- gistek hatte, und mehr als einmal hat er mir das Laben gerettet, und ostinals, sehr oft dajür Tritte und Flüche als Dank geerntet, und mir trotz alledem oergeben, und—' Er ruhfe wieder ein wenig aus. Dann schöpfte er Luft, biß die Zähna fest zusammen, nahm seinen Pack aus den Rücken, trat in den Türeingaug bmaus und blickte nach oilea Seiten herum. „Dieser mein Hund da,' sprach Makarius zu dem ganzen Spitalspcrsonal. das um ibn herumstand,„dieser mein Hund da ist ein heiserer Hund, als ich ein Mann bin, und auch, wie es scheint, ein besserer als ihr— und ein besserer Christ. Er war mir ein besserer Gefährt« und Freund, als ich es je einem Menschen war, und ei» Mensch jemals mir. Er Hot mich bewacht, oft und oft davor behütet, daß ich beraubt wurde, für mich gekämpft, mein Leb«, gerettet' und als Dank von mir betrunken« Tritt« und Flüche be- kommen— und mir stets vergeben. Er war mir ein träuer, aus. rechter, rechtschaffener und ergebener Kamerad— und ich will ihn setzt nicht verlassen. Ich denke gar nicht daran, ihn mit einem gebrochenen Bein auf die Landstraße hinauszustoßen. Ich— oh. med, Gott, mein Rücken!' Er seufzte auf und tauinolte nach vorwärts, aber sie packten ihn. nahmen ihm sein Bündel ab, und'brachten ihn zu Belle. Eine halbe Stund« später Holls man de?, Wollscherer einigermaßen wieder in Ordnung gebracht..Wo ist mein Hund?' fragte er. als«r wieder zu sich kam. ,0h. der hin* befindet sich wohl.' sagte die Pflegern, ziorfich «»geduldig..Plagen Sie mich nichts damit. Der Dakllw richtet Gerat»« kell» Ped, mllen im Hof« ein.' Die ersten Anfänge der deutschen Arbettersängerbewegung lasten sich bis in den Beginn der sechziger Jahre des vorigen Jahrhundert» zurück verfalzeu. Gleich der bürgerlichen Sängerbewegung(die Berliner Singakademie, 1731 gegründet, ging aus dem Salon der sreisimtigen Frau Prof. Partus hervor; 1808 rief Friedrich Zelte r, der ehemalige Maurergeselle und spätere Freund Goethes, die Berliner Liedertafel ins Leben) huldigten auch die Arbeite rsänger anfänglich ausschließlich den Männergesang. In ihren Reihen finden wir 1861 August Bebel als Mitglied der Gesangs- abtettung des„Gewerblichen Bildungsvereins', des späteren„Ar- beiterbildungsverems', für den sich Bebel tatkräftig«insetzte; ex bewirkt, daß ein Flügel fiir 130 Taler angeschafft wird und die Leipziger Stadtverordneten die Subvention des Vereins von 100 auif 500 Tale? jährlich erhöhen. In Frankfurt sehen wir 186 t Ferdinand Lassall« bei der Gründung eines Arbeitergefang. Vereins.Sängerbund' beteiligt. Lastalle verdanken wir das Zu- stände kommen des ersten Bundesliedes:.Bet und arbeit', von Tier- wegh gedichtet, von keinem Geringeren als hon» v. Bülow, einem nahen Freunde Lostalles, vertont Mit dem Erstarken der Arbeitersängerbewegung, die stch trotz Verbot und Verfolgung während des Sozialistengesetzes rege weiterhin entfalten konnte, hall allgemach auch die Frau ihren Einzug in die Chöre der Arbeiterfönger. Zunächst in der Minderzahl— 1831 umfaßt die zwei Jahre früher gegründete �Liedergemeinfchast' 513 MSmier- und 27 gemischte Chöre—, sehen wir ihr« Beteili- gungszstfer von Jahr zu Jahr steigen. Nach Beendigimg de» Krieges gewinnt die Frau absolute Gleichberechttgung neben dem Arbeiter- sänger in nnseren Dolkschören. Es ist«in Irrtum, zu behaupten. erst nach dem Krieg« Hölle die Fron ihren Einzug in die Chöre de» „Deutschen Arbefterfängerbundes'(h, der heute besteh«*«« Form im Mai l907 in Berlin gegründet) gehalten: bereits der zweit« Bundeschor, im Eigenverlog der„Liedergemeinfchast' erschienen, ist ein gemischter Chor! In diesem Einbeziehen der Frau in den Wirkungsbereich der Arbciterchöve unterscheidet stch der Arbeiter- fängerbund mesmtlich und grundsätzlich vom Deutschen Sängerbund, der, ungeachtet sein«» längeren Bestehen», diese Umstellung noch nicht vorzunehmen vermocht«. Da der inner« Ausbau de» Deutschen LrbeitersSngertmnde» ein durchaus anderer ist, als der des Deutschen Sängerbundes, sollt« e» un» iricht wunder nehmen, wenn da» erste Fe st der Arbeiter- sänger einen anderen Charakter annehmen wird, als. ihn das Fest der deutschen Sänger i«. Hannover trug. Dem Nur-Männergesong setzen wir die Oratorienaufführungen und �.�»ppellÄ.Konzerte unserer Bolkschöre. Jugend- und Kinderchö« entgegen. Neben diesen kon- zelllühen Darbietungen. werden wir naturgemäß auch den Männerchören gebührenden Anteil an den Konzerten des 1. Deutschen Arbeftersängerbundesfeste»«'nräumen. Eingeordnet in alle unsere Veranstaltungen, bilden sie so einen organischen Bestandteil der ge- samten Darbietungen. Die groß« Zahl der Veranstaltungen wird eröffnet mit dem Begrüßung? konzert unserer hannoverschen Sänger, das am Sonnabend, dem IC Juni, in der Stadthalle stattfinde« wird. Unter Mitwirkung des Opernhausorchester» Hannover kämmen in der Stadthalle zur Aufführung: Schubert:.Mirjams Siegesgesang'. Brahma:.Schicksalslied'«Nd.Alt-Rhapsodie',.Erntelied' von Die Grdwärme als Kraftquelle. Das Problew der Erschließung neuer Kraftquellen wurde kürzlich in Leeds in England aus der Tagung der Mitglieder des„Verbandes der britstchei, Wissenschaftler' behandelt. Dabei entwickekt« der Ingenieur I. L. Hodyjen in einem großangelegten und äußerst detaillierten Referat einen Plan, wie man die im Innern der Erde vorhandene Hitze für die Menschheit dienstbar und nutzbar machen könne. Ausgehend von dem Raubbau, der zeit- und stellenweise im Kohlenbergbon getrieben wird und der gerade, zu auf die Vernichtung einer kostbaren und vielfach verwertbaren Erdsubstanz hinauslaufe, forderte er zunächst einen planmäßig«,, von den Staatsregierungen beaufsichtigten Abbau der Kohle. Schon jetzt laste sich berechnen. warnt der Kohlenvorrat der Erde erschöpft sei, wenn in der.bisherigen Weife weiter gewirtfchaftet werde. Schon in 100 bis 150 Jahren dürste die Menschheit dann unter einem empfindlichen Kohlen- mangel zu leiden lsabcn, der sich aber lange vorher schon in einer enormen Verteuerung dieses unschätzbaren Moieriols ausdrücken werde. Dann ging der Gelehrte auf die Grundlagen Inn es Planes ein. Er erwähnte die allgemein bekannte Tatsache, daß der Erdkern sich heute noch in einem glutflüstigen Zustand« befinde, der in seiner Temperatur dem der Sonnenoberflächc sich nähere. Während das Soimeninnere eine Temperatur von etwa 10 000 Grad haben dürfte, besitzt der Erdkern eine solche von 5000 Grad. Die Erde birgt aber in ihre», Innern ein.gewaltiges und unvergleichliches.tytzereservoir, und es fei sonderbar, daß noch kein Techniker mit brauchbaren Plänen zur Ausnutzung dieser brachliegenden Naturkräfte an die Oeffentlichkeft getreten sei. Aus dieser völlig unbenutzt«, Energie- quelle in, Innern unseres Planeten laste sich eine 30 Millionen Mal größere Hitze ziehen, als wir bei der Verbrennung des gesamten unterirdischen Kohlenvorrates zu--erzeugen vermöchten. Der Redner fordert« dann die Bohrung von Schächten nach dem Innern der Erde. Schon bei einer Tief« von 33 Meiletz müsse man überall im Erdinnern auf weißglühend« Felsmasten stoßen. In vulkanischen Gegenden aber treffe man schon weit näber der Erdober- fläche auf diesen Glutzustand. Eine einzige Kubikmeile dieser weiß- glühenden Fclsmasten gebe eine Hitzeenergie, wie sie bei der Ler- brennung von 200 Millionen Tonnen Steinkahle erzeugt werde. Die technische Lösung des Problems der Anzapfung der Hitze- quellen der Erde will Ingenieur Hodyson durch 5 Meilen voneinander entfernte Tiefbohrungen«-reich«, Die Menschen, die die Arbeit der Bobrungen im Erdinnern ausführen, sollen wegen der Hitze durch undurchdringliche Anzüge geschützt werden. Mitgeführte Behälter mit veiflüssigtcr Lust sollen sie instandsetzen, kühle und trockene Ateinlust aus einem taucherholmartigen Apparat einzuziehen. Der Plan des Ingenieurs Hodyson war in allen Details so sorgsam ausgearbeitet und das Gelingen der Versuche erscheint tatsächlich als im Bereiche de» Möglichen liegend, denn an» der ganzen Zuhörer- schast, die nur aus durchweg ernstzunehmenden Wissenschaftlern de- stand, erhnd stch rächt der geringste Widerstand oder Zweifel an den Ausführungen des Redner», her lebhaften Bestall erntete Fried und»An da» Vaterland' von Hugo Wolf. In. der großen Ausstellungshalle wird non anderen Gruppen der über 4000 Stimmen zählenden Arbeitersängerfchoft Hannovers ein.Vcippella-BegrußurigS' konzert dargeboten. Sodann sind acht große Chororchesterkonzerte zu nennen. Westfalen-Ost und Harzgau singen„Bach-Kan.- taten', die Bolkssingakademie Mannheim: Beethoven:„M i s s a solernnis', die Gaugruppe Berlin: Berlioz:.Faust s Verdammnis', Chöre des Bezirks Dresden geben genieinfam ein .D rahm s- Konzert'(All- Rhapsodie, Schicksalslied, lllänie und Frauenchöre), Bergischland(Rheinprovinz) wird ,J u d a s M a r e a- böus' von Händel singen und Thüringen.Salomo' von Händel, Frankfurter Chöre bieten Haydns„Jahreszeiten' und Westfalen-West das Verdifche„Requiem', während di«..Gau chorgruppe Hamburg zwei sozialistische Kantaten„Arbeiter auferftehüng' des holländischen Komponisten Olmann im gemischten und Knöchels„Eiserne Well' im Männerchnr singen wird. Zur Mitwirkung an diesen 10 Orchesterkonzerten wurden„er pflichtet das Berliner Philharmonische Orchester, das Berliner Sin- forneorchester, das Operrchausorchester Hannover und über 20 erste Solisten. In diesen Konzerten werden die ArbeitersängerinneN und -sänger zeigen, daß es ihnen ernst ist mit der Pflege der großen und besten Musik, die sie aufführen, mn ihren Arbeitsbrüdern und -fchwestern eine Freude zu lweitei,. au? eigener Kraft sich die Werke unserer Meister zu erschließen. Zu diesen 10 Konzert«, gesellen sich wettere 25 Caaltonzert« ahn« Orchester. In ihnen werden neben den gemischten Chören auch die Männetckiove de» Deutschen Arbeiters ängerbundes zur Geltung kommen. Bayern utrd Württemberg werden gemeinsam einen Süddeutsche. n Dolk»- liederadend ausfüllen; der Berliner Dolkschor bringt einen Internationalen Volksliederabend, an dem als Solist SvenScholander mitwirken wird;«ine Chorgruppe des Gaues Hannover(Celle) gibt«inen La« w«-Abend, Harzgou und der Pfalzgau werden ihr« Programme dem Andenken von Franz Schubert widmen, desten 100. Todestag in diesem Jahre de gangen werden kann. Gau Rheinland widmet«inen Abend dem Lied der.Arbeit. Kampf mrd Freiheit*, die Micha eis che» Chöre. Leipzig, setzen stch sürErwinLendvaiein. Frankfurter Chöre musizieren unter dem Motto Der Männer char der Gegen- wart*, der Arbettersängerchor mit Frauenchor Cisenach(Gau Thüringen) und Dolkschor Köln wollen ein mustkhistorifches Konzert geben, der Dresdener Bolksmännerchor«inen Kampflieder- abend, Iugendchor Eisenach und Lendvai-Quartett Leipzig, Destauer Kinderchor und Kinderchor Hannaver und der Junge Chvr, Berlin, kommen al» Repräsentanten der Jugend, der«, Musizieren dn Deutschen Arbeitersängerbund im ausgiebigsten Maße Beachtung und Pflege findet. Don ausländischen Vereinen'meldete sich zu eigenem Konzert der Singverein der Sozialdemokrat tischen Kunst stelle Wien. Neben den Massenchören, die im Stadion am Somttog. dem 17. Juni, mittags, gesungen werden, wollen die Sachsen' mn Montag nachmittag ein zweite» Stadionkonzert gemeinsam zur Aus- führuug bringen. An 15 verschiedenen Plötze«erden die einzelnen Gaue am Sonntag vor dem Weggang aus ihren Quartieren Frei- konzert« geben. Man rechnet, daß zu diesem Konzert 50000 bis 60 000 fingen de Mitglieder des Deuffchen Arbeitersängerbundes kommen werden. Die Auiostadi Oetroit. Kaum eine andere Stadt der Well wird so viel genannt wie di« Stadt in den«ereinigten Staaten, in denen Ford seine Automobil- fabriken hat, die Stadt Detroit, gegründet mn 23. Juli 1701 von dem franzosischen Entdeckungsreisenden Cadillac, an dem Detroit River. dem Fluß, der den Huronsee mit dem Erisee verbiirdet und die Grenze zwischen den Dereiniglen Staaten und Kanada bildet. Die ersten Anfänge waren für die neu« Ansiedlung Detroit alles andere als leicht. Der Indianerhäuptling Pontiac gab sich alle Mühe, die weißen Teufel auszurotten, aber sie hielten stand. Doch nicht nur non fetten der InÖ inner wurde der Versuch gemacht, sich der jungen Stadt zu bemächtigen, sondern es kämpften auch die ver- fchiedenften anderen Nationalitäten um ihren Besitz: sie ging von einer Hand in die andere. Nach den Franzosen herrschten die Eng- länder in ihr, dann die Kanadier und schließlich die Amerikaner. Mit den Krieg«, und Kämpfen kamen die unvermeidlichen De- gletterscheinungen aller Kriege früherer Zetten: Hungersnot. Cholerä, Pest. Co verging das erste Jahrhundert unter schwers,«, Prüfungen. Mit den, neuen Jahrhundert aber, dem zweiten des Bestehens dieser Stadt, kam der inner« Fortschritt: im Jahr« 1830 wurde beschlossen, die Sklaverei abzuschaffen, im Jahre 1846 ging man noch weiter: man schaffte auch die Todesstrafe ab. Detroit wolle freie und in ihrer Freiheit stolze und starke Meu- schen in sein«, Mauern haben. Doch noch weitere fünfstg Jahre verstrichen, ehe Detroit seine eigentliche Bestimmung in der Welt eist- deckte: einen großen Teil ihres Bedarfs an Automobilen zu decken. Ende des vorigen Jahrhunderts, etwa im Jahre 1838. als' die ersten Automobile auskamen, brach di« neu« Zeit an. Schon 1903 also nur fünf Jahre später, tauchte Henry Ford auf, begründete seine Automobilfabrik in Detroit und machte den Namen dieser bis dahin herzlich unbedeutenden Stadt wellbekannt; denn da im Mai vorigen Jahres die Gesamtsumme der bis dahin hergestellten Wogen 15 Millionen betrug, kann man wohl von Wellbekanntheit sprechen Riesenhaft« Fabrik- und Verwalttingsgebäude geben heute der Stadt ihren Charakter, Es gibt Verwalttmgshäuser, in denen nickst weniger als 6000 Angestellte arbeiten I In den Kellerräumen sind Schwimmliallen angebracht; auch Billard- und Kegelrästme sipd vorhanden. Sehr erfreulich ist das Bild de r W o h n p i e r t e l von Detr oitt keine hohen Rietkasernen, in denen die Menschen zuiammengestopst und gepfercht werden und keinen Ausdehmmgs- räum haben, nein, jeder Mann hat sein eigenes Häuschen, seinen kleinen Garten, sein Auto. steine Puppen mehr in Rußland. Eine neue bolschenüsttsche Frauenzeitung, die in Moskau nnt Unterstützung der Regierung zur Hebung der russischen grauenkustur begründet worden ist. enthält einen Bericht über die Debatten des Moskauer Schrerverbandes um die Frag«, ob man den kleinen Mädchen noch gestatten. dsipse, mit Puppen z« spielen. Die Versammlung entschloß sich zu einem Der- bot und begründet« dieses mV dem Hinweis, daß sich in der Puppe der bürgerliche Gedanke des Aannlientedens' verkörpene. Für den Ubergang W 6ttGf a NälltGl besonders billig: Gummimäntel für Herren Ol vane einzelne Mantel. 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Fiehungstag 3n der Nonnittagsziehung wurde» Gewinne über 2«-Winne»a 1 0000 92 27834 2«ewimie in 5000 M. 1 39283 4«ewinn, zu 3000 92. 39094 126190 12 Wewlnne ,u 2000 SDL 31203 52617 149652 162467 154812 224327 32 S-winn« zu 1000 fill. 1S582 64S07 SSOSS 110053 116155 144473 176376 180534 193062 237217 263125 305179 911383 317421 336472 367734 76»-Winne»» 500 92. 8742 11379 15388 18604 26230 28188 40702 44393 65233 81560 99523 104708 107248 110380 121003 12308t 132831 142987 164599 162410 176293 191009 195262 202548207842 226185 233927 235825 258030 267122 267506 276691 282889291378 292383 312082 316665 341695 210«-Vinn- ,U ZOO W. 2986 3332 5837 6434 11453 13652 13841 16209 16949 17516 21506 22915 29428 39795 41217 46267 52675 53142 61426 66205 69392 62909 88359 93472 96703 99333 100040 101754 102356 108164 113054 114847 115033 116782 121950 128149 131222 131800 136136 141459 142460 150914 1635S6 166906 168005 161836 165744 165931 183800 184019 184281 190718 195078198783 -------, gt 1638 21 1 904 212228 226679 228258 230455 234931 _______ 237329 243005 247121 293165 25373) 264024 272318 279977 274871 277767 279794 280927 287249 290399 292484 296468 298818 299787 302228 319119 314199 316754 317653 320259 321411 -------------------------------------- 878361114 201112 207 298818 299787 302228 319119 314192 316764 317653! M r« 348807' Arbelter-Radiahr. rbund Solldartut Bezirk 21(Gau 9) Allen(Benoffen zur ftenntni«, datz» unser langjähriger Safstcrer der Bezirksleitung, Genoffe Franz Gramz ebrnar. nachm. VI, Uhr ge- 4- Febtuac, uuuuu. 4 ftorben tft Um rege Beteiligung Bundesgenossen erfuchi vi« Bezirksleitung. Die(Emfifchcning findet am Freitag, dem 10. ffebrnar. abend« 6 Uhr, im Krematorium(Berichtfiratze statt der Am 6. Februar verschied pIStziich und unerwartet infolge Herzschlags mein lieber Mann, unser gute: Bater, Bruder. Schwager und Vnlel Franz Lawrenz im Alter von 5t Jahren Die zeigen tiefdetrüdt an Brau Minna Lawreoa nebet Thchter. Die Einäscherung stnbet am Freitag. dem 10 Februar, abend» 7t,, Uhr im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße 101—103, statt. Oanksasung Für die herzliche Teilnahme bei der Einäscherung metner lieben Frau und Een Mutter ulse Graul SJ�cke sowie für die Blumenspenden sagen wir allen Freunden. Verwandten und Bekannten, dem Herrn Redner und dem Stufitchor der Freien Turnerschast NeulSlln unseren ausrichtigen Dank Mae Qraul und Sohn nebst Braut Die Beisetzung findet am Freitag. 10. Februar, nachm. Vi, Uhr, auf dem Neuköllner Frledh.,Rudower Sir, statt. Danksagung. Für hie vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung meiner lieben Frau, unserer guten * l,t Emma Eng sagen wir hierdurch allen Berwandten, Bekannten. Parteigenossen n. Kollegen unfern herzlichsten Dank. Ernst Eng und Rinder. DankBagiing. Für die herzliche Anteilnahme an dem Tode ineine» iieben Datteu. unsere» Dater» und Schwiegervater», de» Tischler» Wilhelm Groger sagen wir allen Freunden und Se- Nossen unseren herzlichsten Dank. Witwe Ida Groger Max Groger Martha und Richard Krebs DiihijiällletallaMrtM cheuka, Sonnctafag. den 9. Februar, abend» 7 Ahr. im SiHungofaal de» verbandahanses, Clnienslrafze 83 85 Funktionärkonferenz der Uutozcparafur- und Molaren- ichiesjer. Die Tagesordnung ist äußerst wichtig Jeder Betrieb muß nertrelen fein. Um! Betnjflltnnosniltgljeöer! Am Freitag, dem 10. Februar, findet kein« Sitzung der Mittleren Ort»- Verwaltung statt Nähmaschinen Dnrtopp. Nähmaschinen gegen tz.Mar!» Wochenraten. DIofik. Brunnenstraße 185, zwischen Aosenihalerplatz und Znoali- deustraße. Norden 118. Schlafzimmer, Speisezimmer, Herren» zimmer, Küchen, Bfiseit», Bücherschränke» Schreibtische, runde Tische, Standuhren, Ankleideschränle aller Grüßen, Sofa», Ruhebetten. Kulante.-.ahlungsweise. Moevel-Boebel. Mvritzplatz, Fabrik. gedäude.____________* Patentmateatzen,.P7imiss>ma-»Mctaiü bellen. Auflegematratzen, Chaiselongue». Säaltcr, Stargarderstraße achtzehn, Spe» zialgeschäkt_* Aweinndsünszig Änrfchteküchen. Besen» schränke, Abwaschtische. Herabgesetzte Preise, flahlungserleichterunz. kamer» Ii na. Kastanienalle« 58_* Mübel-Nnlenberg, Oberbaumstraße L Aeußerst preiswerte Schlafzimmer, Speisezimmer, Küchen. Anileideschränke. Eiche, Nußbaum. 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