Morgenausgabe Nr. 69 ASS 45. Jahrgang SSoctentiidj A Venmg. auma'.Nch 8.— R-ichsmart un voraus zakld«�. Untet Streifband nn In- und Aus» taud SL0 Neicbsmar» vre Monat. * Du.Coradtis* mil 0« tBuftner» ten Sonntagsbeilage.Volk und ZeK" sowie den Beilagen.Unterhaltung und Dissen�.Aus der Filmwelf, .Staötbeilage".Frauenstimme�. .Det Älnberfreund*.Jugend-Bor» «Därts".Blick m die Bücherroelt�. .Kulturarbeit* und.Technik� «icheint wochentäglich tweimal. Sonntags und Montag» einmal. Berliner Vowsbiatt Kreiiag 10� Februar 1928 Groß-Lerlin IQ Pf. Auswärts 15 pf. ttt e t n I» o 1 11{|« SoKpar.m.jnll tO V.nnlg R.riom.l.il. ü.- Neich». mart.ftictne«nzeiyeii"(w» I.ltg» trurfit Sort 24 Plennlq izulölüg zs»> fettoebrudl»®onf). jede? rnfiierf©ort 12 Plennia Sl.U.ng.iuch» Da.«rltj Wsrl 14 Hlennig. teb.5 ircit.rt©an 10 Nninig ffiorti über 15 Buchslabe» tziblen lür zwei©UN. Ardailemarkl 8»>I. SO Blenmg Famillanzeige» Iii» Ldanneni.n Zeile«v Pieunich Anzeige». annahm, n» rhaupiaelchöil Linden» tbratt3. wochemihl bonS'/i di» 17 Ufeb Jentvawvsan der Goziaidemokratifchen HSaviei DeMOlmtds Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstrahe 3 Fernsprecher: Tönhosi Ä2— 2S? Te!egramm»Adr.: Sozialdemolrai Berlin Vorwarts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkomo: Berlin S7536— BanNonio: Bank der Arbeiter. AnzesteHren und Beannen Wallsir. 65. DiSkonro-Geselllchasl. Depositeniasse Lindenstr S Bericht vom Krisenschauplatz. Zentrumsentscheidung aus heute mittag vertagt! Eine Entscheidung auf dem Krisenschauplatz im Reichs- tag ist gestern nicht gefallen. Sie ist vertagt worden. Zunächst auf heute mittag— wieweit in Wirklichkest, muh abgewartet werden. Die Berichte vom Krisenschauplatz lassen erkennen, wie sich die sterbende Koalition direktionslos in legten Krämpfen windet. Iaterfraktionciler Ausschuh: Heute nachmittag 4 Uhr wird die interfraktionelle Besprechung über das Schulgesetz wieder aufgenommen. Di« DeutschnaNonalen: Die deutschnationale Pressestelle teilt mit:„Die Deutschnationale Dolkspartei hält nach wie vor die Erledigung des Reichsschulgesetzes nicht nur für politisch notwendig, sondern die Beseitigung der Disscrenzpunkte für durchaus möglich. Einem Ausschub der Entscheidung werden die Deutschnationalen nicht zustimmen. Graf Westarp wird noch in dieser Woche den interiraktionllen Ausschuh der Regierungsparteien des Reichstags einberufen, um die endgültige Klärung herbei- zuführen." Die Deutschnationalen erleiden einen- Energieonfall— weil sie die dauernde Angst vor den kommenden Wahlen einfach nicht Mehr aushallen— und ihre Angst beherrscht die Stunde. Die Deutsche Volkspartei: Di« Fraktion der Deutschen Dolkspartei besprach die Lage des Schulgesetzes, ging aber ohne Beschlüsse auseinander, da sie «rst das Ergebnis der Verhandlungen innerhalb Per Zentrums- fraktlon abwarten wollt«. Man wartet zunächst auf die anderen, hat noch die Sitzung des Reichsschulausschusses der Bolkspartei am kommenden Sonntag in Reserve— der Reserve des gnrndsatzfesten Rückfalls in letzter Minute— und läßt inzwischen mutig die Köpfe hängen. Das Zentrum: Mitteilung des parlamentarischen Nachrichtenbureaus:„Die für heute nach der Vollsitzung des Reichstags angesetzte Fraktions- sttzung des Zentrums ist auf Freitag mittag vertagt worden, da die Beratungen des Vorstandes der Fraktion noch nicht abge- schloffen sind." Voraussage des dem Zentrum nahestehenden„Reichsdienst der deutschen Presie": „Rein sachliche Erwägungen führen nicht zu dem Ergebnis, daß es die Fraktion zu einem sosorligen Vruch der Koalition, zu einem Sturz der Reichsreglerung und Neuwahlen kommen läßt. Nicht übersehen werden dürfen hierbei rein menschliche und allzu menschliche Erwägungen. Die Zentrumsabgeord- n e t e n. die als l« tz t e auf den Wählerlisten gewählt wurden, wissen. daß ihre Wiederwahl infolge des Stimmungsumschwunges, der sich in einem beträchtlichen Teil der Zentrumswählerfchoft zeigt. gefährdet ist. Ihre Stellungnahme in der Fraktionssitzung ist unschwer zu erraten. Andere Zentrumsabgeordnete laufen Gefahr, nicht wiederum auf die Wählerliste ge- fetzt zu werden, wenn die Bestrebungen auf eine gründliche Erneuerung der Zentrumsfraktion Erfolg haben, wie sie sowohl von Dr. Wirth wie auch von Stegerwald und Imbusch seit geraumer Zeit betrieben werden. Wer sich diese Gedanken ruhig durch den Kopf gehen läßt, kann sich über die Entscheidung der Zentrums- froktion nicht im unklaren sein." Da rechnet ein jeder mit der Wahlangst des andern: die Volkspartei mit der Wahlangst von Zentrum und Deutsch- nationalen, die Deutschnationalen mit der von Volkspartei und Zentrum, und das Zentrum droht massiv, der„Deutsche" redet heute schon von Märzwahlen. Inzwischen aber hört man, Herr Marx und Herr Dr. Brauns wollen min- bestens noch die Verabschiedung des Etats abwarten, Herr v. Gu�rard wolle zwar sofortige Auflösung» habe aber die Mehrheit der Zentrumsfraktion nicht hinter sich... EntHaftung Schmelzers aufgehoben. Das Kammergericht gegen die Anordnung des Landgerichts. Der vierte Strafsenat de» Sammergericht« hat gestern den Beschluß de» Landgerichts Frankfurt a. d. 0., durch den die EntHaftung de» Landwirt» Schmelzer angeordaet war. ausgehoben und angeordnet daß der Angeklagte zur llntersuchungshasl zu bringen ist. Der Beschluß wird damit begründet, daß dringender Tat» oerdacht sorlbestehk und bei der höhe der erkannten Strafe der Flvchloerdocht weder durch die Eintragung der Vormerkung für eine Sicherheilshypothek, noch durch die weiteren Ansführnngen in dem Aufhebungsantrag ausgeräumt wird. Gtraßenbahnkatastwphe. Bei Äiedenhofen.— 12 Tote, S4 Verletzte. Paris, v. Februar. Havas meldet aus Diedeuhofen: Heute abend hat sich in der Gegeud von Diedenhofen ein Teil ebnes StratzenbahnzngeS der Straßenbahngesellsrhaft Nord et Lorraine losgelöst und ist mit einem von Hayingen kommende« Straßenbahnwagen an einer Ueberführung zusammengestoßen. Bis 7 Uhr abendö verzeichnete man zwölf Tote und vierunddreißig Verlebte, die in verschiedenen kranken- hauser« der Gegend untergebracht worden sind. Der Straßenbahnschaffner ist verwundet worden, der StraßenbahnfUhrer hat die Flucht ergriffen, er scheint irrsinnig geworden zu sein. SsrÄbimd SfuUauktfaße xLtä IbtHthzsfa Ab 15. Jebruar erscheint die Abendausgabe des..vor- wäris" in verdoppellem Umfang und reich mit Illustrationen ausgestattet unter dem Titel„Per Abend, Spätausgabe des Vorwärts". „Der Abend" soll den Charakter eines sozialdemokratischen Sampfblatls beibehalten, zugleich aber auch, den Wünschen der Berliner partelgenosi?» enisprechend. das vielfach bunte Leben der arbeitenden Weltstadt Berlin in Text «lad Bild widerspiegeln. Illustrierte Aufsähe historischen, naturwissenschaftlichen und sozialen Inhalts, spannende Erzählungen sollen der Auf- klärung und der Unterhaltung der Leser dienen. Ein aussühriicher Sportteil wird über da« sportliche Leben, unter beso: dcrcr Berüäsichiigung des Arbeitersport», Duell und zuverlässig unkerrichleu. Die Berliner Abonnenten des„Vorwärts" erhalten an Stelle des blsherigen Abendblattes den„Abend" zugestellt, ohne daß eine Erhöhung des Bezugspreises eintritt. Den Postabonnenten wird das Abendblatt in der neuen Form, aber mit dem allen Kopf geliefert. Der Preis des„Abend" beträgt im Strohenhandel 10 Pf. Wir bitten unsere Freunde und Genossen, darauf zu achten, dotz„Der Abend" überall erhältlich ist und uns von auftretenden ZNängeln sofort zu unterrichten. Darüber hinaus gilt es jetzt, alle Kräfte zu enlfalteu. um dem„vorwärts" mit seiner Spälansgabe, dem„Abend", den ihm gebührenden Platz als dem Blatt der werktätigen Blasien Grotz-Berlins zu erobern. Au die Arbeit! Verlag und Vedaktw« des»VonsärtS�. Die Gplitterparieien. Kein doppeltes Recht für große und kleine Parteien. Von Wilhelm Keil. Die Entscheidung des Staatsgerichtshofs über die Behandlung der Splitterparteien bei den Wahlen hat zu einer lebhaften Debatte darüber geführt, ob es nicht möglich ist. dem Entstehen von Splitterparteien durch die Reichsgefctz- ?ebung Hemmntsie zu bereiten. Aufsätze von den iozialderno- ratischen Abgeordneten Bernstein und Dlttmann haben inzwischen namentlich bei der Volksrechtspartei den Anschein erweckt, als ob im besonderen die Sozialdemokratie auf Wahlrechtsbeschränkungen sinne, die das Aufkommen neuer Parteien verhindern sollen. Die Presie der Sparer- und Kleinrentnerverbände hat diese Aussätze bereits zum An- laß lebjchfter polemischer Ausführungen gegen die Sozial- demoht'atie genommen. Auch aus zahlreichen Zuschriften aus den verschiedensten Teilen des Reiches, von verarmten Sotrrern und Gläubigern, darunter nicht wenige Anhänger hier Sozialdemokratie, ist zu ersehen, daß im Lande die Mei- liung herrscht, als sei die Sozialdemokratie eifrig bemüht, die sogenannten Splitterparteien durch neue gesetzliche Vor- schriften zu erdrosseln. Es scheint deshalb geboten, nachdrücklich zu betonen, daß diese Meinung irrig ist. Irgendwelche Beschlüsse der So- zialdemokratischen Partei oder der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zu dieser Frage liegen bis jetzt nicht vor. Gelegentliche Besprechungen haben ergeben, daß, wie in an- deren Fragen, so auch in dieser Meinungsverschiedenheiten bestehen Niemand aber denkt daran, durch Aenderung der Verfassung oder des Wahlgesetzes die Bildung neuer Parteien oder die Entwicklung bestehender kleiner Parteien zu unterbinden. Einigkeit besteht in der Sozialdemokratie darüber, daß wir am allerwenigsten Anlaß haben, den Kchnpf gegen die Splitterparteien aufzunehmen, denn die Sozialdemokratie wird in ihrer Starke und Werbekraft durch keine der auftauchenden Splitterparteien bedroht. Die Abgeordneten Bernstein und Dlttmann haben darin durchaus recht, daß in einem parlamentarisch regierten Staate bei den Wahlen der Gesichtspunkt der M e h r h e i t s- und Machtbildung von entscheidender Bedeutung ist. Es ist daher unerwünscht, daß die Zahl der Parteien immer größer wird und die Vielheit der kleinen Parteien und Gruppen die Machtverhältnisse sich inimer unübersichtlicher gestalten. Die Erfahrung lehrt auch, daß diese kleinen Gruppen in den Parlamenten in der Rege! eineil sehr ge- ringen Einfluß ausüben. Sachkundige Männer werden mit der Vertretung berechtigter Forderungen im Kreise einer großen Partei sehr viel mehr erreichen, denn als Führer einer kleinen Gruppe. Sehr ernstlich zu überlegen ist aber, od gesetzliche Maßnahmen zur Erschwerung der Bildung kleiner Parteien ratsam sind. Parteien werden und vergehen! Aus kleinen und klein- sten PaNeien sind große geworden, aus großen werden kleine. Eine Partei, die in dem einen Gebiet des Deutschen Reichs die mächtigste von allen ist, kann in einem anderen Gebiet eine einflußreiche Splitterpartei sein. Eine Partei, die gestern einen maßgebenden Einfluß auf die Landes- oder Reichs- Politik ausübte, kann morgen von einer neuentstandsnen ..Splitterpartei" an Mitgliederzahl und Einfluß überholt fein. Eine der kleinen Parteien, die den Anlaß zu dieser Auseinandersetzung gegeben haben, ist die schon erwähnte Dolksrechtspartei, die von den Organisationen der durch die Reichsgesetzgebung enteigneten Sparer und Gläubiger ins Leben gerufen wurde. Diese Partei hat bei Gemeinde- und Landtagswahlen gewisse Erfolge erzielt, den relativ größten wohl bei den Hessischen Landtagswahlen, bei denen sie de» Deutschnationalen die Hälfte der Stimmen wegnahm und ein? größere Anhängerschaft erzielte als diese. Nach diesem Wahlergebnis kann man unmöglich die Volksrechts- partei als„Splitter"- und die Deutschnationalen als alte große Partei bezeichnen und behandeln. Der Volksrechtspartei ist vorgeworfen worden, daß sie nur eine Spezialfragc, die mit jedem weiteren Jahr an Be- deutung verliere, der Lösung entgegenführen wolle. Daran ist etwas Wahres. Wer sich aber in die Seele eines Menichen zu versetzen vermag, der früher ein behagliches Dasein führte und nun durch einen Akt der Gesetzgebung buchstäblich cm den Bettelstab gebracht worden ist, wird verstehen, daß das Geistesleben dieses um die völlige oder teilweise Wiederher- stellung seines Eigentumsrechts kampfenden Menschen sich nicht lediglich um„individualistische Besonderhenen" dreht. daß er vielmehr das ganze Staats- und Gesellschaftsleben im Lichte seiner traurigen Erfahrungen sieht. Das soll nicht heißen, daß das Auftreten der verarmten Sparer und Gläu- biger als besondere Partei bei den politischen Wahlen zu be- grüßen oder gar zu unterstützen wäre. Diese bedauern?- werten Volksschichten würden sicher mehr erreichen, wenn sie sich ini Rahmen der Parteien betätigren. die seither für ihr« Interessen eingetreten sind. Aber wir haben kein Recht, die Entwicklung einer solchen Partei zu unterbinden Jeder Aer- such dieser 21rt müßte sich auswirken zu einer E r d r o s j e- lung aller»euen politische» Ideen und zur ©IcrHf f Fcrong: P ar k e« s d er G e�en- wart. Richtig ist, daß das gegenwärtige Wahwerfahren mit dem amtlichen Einheit? st immzettel die Bildung neuer Parteien erleichtert und fördert. Es braucht nur eine verhältnismäßig kleine Gruppe Gleichgesinnter einen Wahl? Vorschlag einzureichen, der dann auf Staatskosten mit den übrigen Wahlvorschlägen gemeinsam gedruckt und den Wählern in die Hand gegeben wird. Das kann zu Miß- bräuchen führen. Vereinigungen, die mit staatspolitischen Fragen nichts zu tun haben, ist es auf diese Weise leicht gemacht, sich als selbständige Partei an dem großen staatsposi- tischen Akt der Parlmnentswahl zu beteiligen. Den Einheit?- stimmzettcl will aber keine Partei preisgeben. Gibt es eine andere Mogltchkcii, solchem Mißbrauch vorzubeugen, so mag das geschehen. Es darf aber nicht geschehen durch eine pluto- kratische Vorschrift, die das Recht der Einreichung eines Wahl- Vorschlags von einer Geldzahlung abhängig macht, oder durch eine Vorschrift, nach der zur Gültigkeit eines Wahlvorschlags eine unverhältnismäßig große Zahl von Unterschriften er- forderlich ist. Soweit es sich um Vereinigungen oder Parteien mit ernst haften politischen Bestrebungen handelt, darf kein Unterschied gemacht werden zwischen klei- neu und großen, allen und neuen Parteien. Die Sozialdemokratie war einst eine sehr kleine Partei. Als sie heranwuchs und in der großen Mehrzahl der Wahlkreise als Minderheitspartei Stimmen erzielle, die auf die Mandatsverteilung ohne Einfluß blieben, forderte sie die Proportionalwohl, um ihre Stimmen im ganzen Reiche zu- sammenzählen und die entsprechende Zahl von Vertretern in den Parlamenten beanspruchen zu können. Es wäre eine Verleugnung unserer eigenen Vergangenheit, wollten wir diesen Vorzug des nunmehr erreichten Proportionalver- fahrens heute den kleinen Parteien verweigern oder beschrän- ken. Daran denkt kein Sozialdemokrat. Das einzig Zulässige und letzten Endes auch wirksame Mittel gegen das lieber- wuchern der Splitterparteien besteht in der wirksamen Vertretung der berechtigten Interessen aller Entrechteten und Ausgebeuteten und inderpolitifchenErztehungderWählerschaft zum Verständnis für den demokratischen Staatsgedanken. t Die Aufgeregte». Mar?, Luther, Preußenkasse und»Germama". Nach dem Vorbild der„Deutschen Tageszeitung" hält es die„G e r m a n i a" für nötig, die Besprechungen des Herrn Reichskanzlers Marx über den Plan, Herrn Luther zum Präsidenten der Preußenkasse zu poussieren, abzuleug- nen. und obendrein von einem„Lügengewebe des„Bor- wärts"" zu reden, das„endgültig zerrissen sei". Die Re- daktion der„Germania" stellt sich, als ob sie das„Dementi" des preußischen Pressedienstes nicht lesen könne. Die„Germania" hat sich m der letzten Zell häusig über den„Vorwärts" aufgeregt, und der Grad ihrer Aufregung steigert sich täglich. Woran siegt das? Die Sozialdemokratie hg! sich nicht geändert— eher könnte mau das vom Zentrum behaupten. Ebensowenig hat sich die Redaktion des„Vor- märts" geändert wohl aber die Redaktion der„Germania", und zwar gründlich. Die Reoakllon der„Germania" wird hoffentlich einen Fernsprecher besitzen. Wir empfehlen ihr, ihn zu benutzen und sich � erkundigen, ob bei uns Lugen gewebt werdim. Im übrigen, nichts törichter, als häuslichen Stre-it zu leugnen, dessen Lärm bereits die Oeffentlichrell km Land- tage erfüllt, und um Tatsachen herumzureden, die man mit Dementis nicht aus der Well schafft. Bon solchen Dingen schweigen die Beteiligten besser, wenn die Oeffentlichkest da- von redet. Amnestie in Norwegen. Oie sehte Tat der Arbeiterrcgieruug. LSlo. g. Februar. sEigeubericht.) Tie Aeberterregiemrng wird vor ihrem Rücktritt, der am Freitag beschlossen werde» soll,«och eine umfassend« Amnestie für politische Gefangene erlasse». Oer britische Bergbau stockt. Sozlallstlsche Anklage im Parlament. Loadon« S. FÄruar. Orn Unterhau» brachte Hendersou den Adänderuvgsontrag der Arbeiterpartei zur AMwortädresse auf die Thronrede ein. Der Antrag betont, daß die Thronrede keinerlei Maßnahmen erwähnt, um die Arbeitslosigkeit besonders im Bergbau und in den übrigen Schlüsselindustrien zu bekämpfen. Die Lage in der Berg- worksindustrie, führt« Henderfon aus, ist so wie noch nie, ein Fünftel unserer Arbeitslosen sind Bergarbeiter. Die Annahme des Gesetzes über die achtstündige Arbeitszeit hat 100000 Bergleute zun, Feiern- gezwungen, und es ist Pflicht der Regierung, dieses Gesetz sofort rückgängig zu machen Solange das nicht geschehen ist. wird man in den Bemühungen, die guten Beziehungen zwischen den Bergleuten und ihre» Arbeitgebern wiederherzustellen, kaum Fortschritte erzielen. Die Regierung, schloß Hcnderson, sieht mit gekreuzten Armen zu, wie eine der wichtigsten Schlüsselindustrien in Trümmer fällt. Knedensversuch in Mexiko. Angebliche Vermittlung Nordamerikas. Washingkoa, 9. Februar. fPie, Herold and Tribüne" meldet, werde augenbiülltch oersucht, den Streit Zwischen der katholischen Kirche und der mexikanischen Regierung zu schlichten, um das religiöse Leben in Mexiko wieder zu«möglichen. Der nordamerikanische Botschafter m Mexiko wüvde in diesem Falle seine Vermittlung anbieten, um Be» sprechvngen zw!ich--n Vertretern des Staates und der Kirch« herbei- zuführen. ll-Vvot-Derbot? Die Fwia Vickers-Armstrong hat nun der bri- tischen Admiralität einen Äustvag für vier U-Bowe schalten. England für Rheinlandräumung. Kalls eine Vereinbarung möglich ist.— Keine isolierte Zurückziehung der englischen Truppen. London, S. Februar. Zur Unterhaus wurde heute die Regierung ge» fragt, ob sie angesichts der Tatsache, daß die französisch» deutsche Grenze durch den Loearno-Bertrag garantiert werde, die baldige Zurückziehung der briti- scheu Truppen ans dem Rheinland erwägen wolle. Der Unterstaatssekretär im Auswärtkae» Amt, Locker-Lampso«, erwiderte, daß von einer iso- Herten Zurückziehung der britischen Truppen nicht die Rede sein könne. Das würde seiner Meinung nach unter de» gegenwärtigen Umstände» niemand zum Bor- teil gereichen. Die allgemeine Räumung des Rheinlandes vor dem im Bertrage von Versailles nieder- gelegte» Termin könne nur das Ergebnis einer Ber- eiubaruug zwischen den Bcsahuugsmächten und der deutscheu Regierung sein. Falls ein derartiges Ab- kommen möglich sei. würde die britische Regierung dkeS sehr begrüßen. In diesem Zusammenhang möchte er sich aus die Reden beziehen, die kürzlich von dem deutsche« und dem französischen Außenminister in dieser Frage gehalten worden seien. Eine neue Rede Boncours. Kür internationale Kontrolle- aber vvr auf Gegenseitigkeit Paris. 9. Februar.(Eigenbericht.) Der sozialistssche Abgeordnete Paul Boncour hielt am Mittwochabend in Guöaet eine Wahlrede, in der er das Rhein» landproblem streifte und feine bisher vertretenen Gedanken- gänge über eine internationale Kontrolle der Grenz- zonen. wenn auch auf Gegenseitigkeit, aufrechtechiell. Bei den kommenden Wahlen, so führte B o n c o u r aus, müßten die Volk« nicht nur in Frankreich, sondern auch in anderen Lön» dein kundgeben, was sie von, Völkerbund erwarten. Die Reaktion sei überall am Werke und oersuche die alten diplomatischen Künste mit ihren Geheimverträgen wieder«inzuführen. Sie lehne die Schiedsgerichtsbarkeit ab oder wolle sie zum mindesten beschränken, um sich die Möglichkeit ein« Kriegführung offen zu halten. Sie wolle auch keine internationale Kontrolle zulassen, ohne die jed« allgemeine Abrüstungsvertrag Mischen den Ratio- nen eine Täuschung bleiben müsse. Gegen die finsteren Be- strebungen wende sich dos Pragraimn des internationalen Sozialismus, der die allgenreine und obligatorische Schiedsgerichts- barteit ohne Ausnahm« und Vorbehalte fordere, sowie die Un- terstützung der angegriffenen Ration, so daß die Staaten im Der- trauen aus die Kräfte all« ihr« eigenen Armeen auf das Minimum herabsetzen könnten. Paul Boncour betont« dann nochmals, daß ohne inter- nationale Kontrolle ein dauernder Friede uu- m ö g li ch sei. In dieser Hinsicht erhebe sich d« heftigste Widerstand wegen der angeblichen Beschränkung d« nationalen Souveränität, ab« ohne solche Beschränkung könne es keinen wirksamen Völkerbund geben. Die sozialistischen Parteien könnten m allen Ländern zu dies« Frage offen Stellung nehmen, da nur mit Hilfe des Sozialismus ein wahrer Friede voll oerunrk- licht werden könnte. « Man wird diesen Ausführungen des Genossen Paul Boncour nur beipflichten können. Die Frage ist allerdings. ab eine internationale Kontrolle auf Gegenseitigkell, so wie heute die polllsschen Kräfteverhältnisse in den einzelnen Län- dern liegen, praktisch erreichbar ist. Wir müssen es leider bezweifeln. Als Ziel ist die gegenseitige internationale Kontrolle der Wrustung von den Sozialisten unbedingt hoch- zuhalten, und deshalb ist auch dieser Gedanke in die Luxem- burger Resolution seinerzell aufgenommen worden. Anderer- seits kann man natürlich nicht die Abrüstungsverträge da- von abhängig machen, daß die internationale Kontrolle vorher von allen Staaten akzeptiert werde. Denn da England. Italien und Amerika, um nur drei von den wich- tigsten Rüstungsländern zu nennen, einer gegenseitigen Völkerbundskontrolle der Abrüstung kaum ihre Zustimmung geben dürften, so hieße es, die Abrüswngskoisserenz selbst auf unbestimmte Zell vertagen. Darin würde für den Gedanken des Völkerbundes eine viel größere Gefahr siegen: aus Angst davor, daß die Abrüstung zu jener Täuschung werde, vor der Boncour warnt, wurde man den Völkern die noch schlimmere Enttäuschung berellen, daß auf dem Gebiete der Abrüstung nichts geschieht! Vie Rechtspresse schweigt— nur die �Börsen- zeiinng" blamiert sich. Während die deutschnatwnale Presse die ersten Aeußerunqen Paul Voncours über die Luxemburger Resolution in«rößter Auf- machung mit gehässigen Kommentaren gegen die deutsche Sozial- demokratie wiedergegeben hatte, verschweigt sie natürlich die von allen Telegraphenagenturen gemeldete Antwort des französischen Parteivorstandss auf den Brief des Genossen Wels. Ebenso baue sie die bereits gemeldeten Aeußerungen des Genossen Leon Blum im„Populaire" totgeschwiegen, aus denen die volle Uebcr- einstimmung zwischen d« deutschen und der französischen Partei- leitung Nor hervorging. Das wundert uns nicht, da wir an die unanständige Kompsesweis« der reaktionären Presse nachgerade gewöhnt sind. Rur ein deutsckmationales Blatt veMriert die Antwort des französischen Parteivorstandss. Das ist die„Berliner Börsen» Zeitung". Die Bemerkungen, die sie daran knüpft, zeugen aber von erschreckender politischer Ignoranz. Sie m«lit, dieses B«- kermtnis der Sozialisten zur sofortigen Räumung ohne Bedin- gungen sei bedeutungslos, beim die Radikalsozlalisten dächten darüb« anders. Aon..diesen Genossen" sprächen die deutschen Sozialdemokraten nicht. Der Außenpolitiker der„Börsen. Zeitung" weiß also nicht einmal, daß die sogenannten„Radikal- sozialisten" ein« bürgerliche Linkspartei sind! Mit politischen Analphabeten zu diskuSeren, lohnt sich wirklich nicht. Preußens Wohlfahrtsetat. 0,24 Prozent der Gesamtausgaben. Der Landtag begann am Donnerstag mit d« Mellen Lesung des Haushalts des Ministeriums für Volkswohlfahrt. Zunächst steht d« Msschnill„Volksgesundheit" zur Beratung, für den insgesamt 8,2 Millionen Mark in den Etat eingestellt sind. Schon der Berichterstatter, d« Zenlrumsabgeordnete Dr. Stemmler, wies darauf hin. daß die Mittel zur Hebung der volksgesundheit völlig unzulänglich find. Sie beiragen insgesamt OM Prozent der Slaotsausgabeu und mit ihnen steht Preußen tu der Reihe der kapUalisüschen Sulturflaalcu erst au zwanzigster Stelle, sogar noch hilller Spanien. Was der Wohlfahrtzminister Hirtfieser über den Äefundheits- zustand in Preußen und über die VevoU«ungb«vegung m lang« Rede zu berichten wußte,«gab denn auch ein recht trübes Bild. So ist die Zahl der Erkrankungsfälle b« den meisten ansteckenden Krank- hellen gestiegen und auch die beim Kindbettsieb« tödlich verlaufenen Fälle haben«heblich zugenommen, was die Sachverständig«, den Abtreibungen zuschreiben. Zum Glück Huben sich jedoch die Le- fürchtungen in bezug auf eine wellcrc Steigerung der Tuberkulose- sterbiichlell nicht bestätigt, denn diese ist um ein g«inges zurückgegangen. Dagegen ist die G e sa m t st erd l i ch ke it von 11.6 auf 1000 im Jahre 1926 auf 12,8 im ersten Halbjahr 1927 gestiegen. Auch das Sinken der Geburtenziffer, nach Meinung des Ministers auf Wohnungsnot und wirtschaftlichen Druck zurück- zuführen, eröffnet recht trübe Ausblicke. Leider habe der Finanz- minister in, Hinblick auf die schlechte Finanzlag« seinen Bestrebungen auf Erhöhung d« einzelnen Posten d« Medizinaloerwaltung bis jetzt Widerstand entgegengesetzt. Für die sozialdemokratisch« Fraktion»ahm nach dem Minister die Abg. Frau K u n e r t, Berlin, das Wort. Sie schilderte besonders die traurig« Lage der Heimarbeiter im Eichsfeld und im Waldenburger Industriegebiet. Mit ihrem 2lusspruch, daß das soziale Elend der kostspieligste Luxus eines Volkes sei, fand sie die volle Zustimmung dar Linken. Insbesondere beschäftigte sich die Redn«in. deren schlichte und einfache Ausführungen das Haus fesselt»», mll d« Frag« der Abtreibungen, die nach angestellt«» Berech- nungen die erschreckend hohe Zahl von 43800«reicht haben. Leider habe d« Minist« im Ausschuß erneut sein« Gegnerschaft gegen den weiteren Ausbau d« Eheberatungsstelleo bekundet. Da» würde jedoch die sozialdemokratische Fraktion nicht hindern, well« bahnbrechend aus diesem Gebiete zu wirken und insbesondere eine Erhöhung der Wittel zur Hebung der Dollsgesundhell zu ver- langen. In der Debatte führte die deutschnationale Freifrau o. W a t t er den Geburtenrückgang auf den Mangel udsn Sinn für das Familien» leben zurück. Der Zentrumsobgeordnet« Dr. Faßbender behan- dolto die Frage der Bolksernöhrung und beschwerte sich üb« Koch- rezepi«. die heute noch ebenso rückständig seien wie zu Liebigs Zellen, und der Volksparteil« Dr. Böhm war d« Auffassung, daß dies« Regierung überhaupt nichts zur Hebung d« Lotksgejundhell tun könne. D« Kommunist Gehrmann, Rathenow. zog«in« Parallel« zwischen Preußen und Sowj«rußland. wobei« die Mit. teilung machte, daß in Rußland ein« Bevölkerungszunahme zu ver- zeichnen sei und daß die Zahl der Abtreibungen, obwohl dort völlige Frecholl in dies« Beziehung herrsche, bis auf ein Mmllnmn zurück- gegangen ist. Hierauf wurde die Debatte abgebrochen und auf Freitag, den 10. Februar, vertagt._ Oer Schuh der Rechtspflege. Oer Strafgesetz ausschuß berät:„Falsche Anschuldigmig" und „Fälschung mit Beweismitteln". D« Strasgesetzausschuß des Reichstages beriet gestern die zum Schutze der Rechtspflege vorgeschlagenen Bestim- münzen des Strafgesetzentuwrfes. Dabei kam«s bei der Beratung des ß 192. d« die falsche Anschuldigung b-trifst. zu einem inter- essanten Zwischenfall. Genosse Landsberg halle bei Begründung eines sozial- demokratischen Verbesserungsantrages davon gesprochen, daß kein Angeklagt« die Pflicht habe, sich selbst zu belasten, und er sprach in diesem Zusammenhange von einem Recht auf Lüge. Abg. Emminger erwiderte ihm, daß es verwunderlich sei. daß gerade ein Sozialdemokrat von einem Recht auf Lüge spreche da er gerade als Staatsanwalt die Erfahrung gemacht habe, daß vor Gericht nur deklassierte Bourgeois Lügen vorbrächten, aufrechte Arbeller aber die Wahrhell sagten. D« sozialdemokratische Antrag wurde abge- lehnt und d« im Entwurf vorgeschlagene§ 192 angenommen. Zu§ 193, der von der Mischung mll Beweismilleln handelt, begründeten die Genossen R o s c n f e l d und S a e n g e r einen Derbesserungsantrag, der ab« auch von allen Vertretern der Regierungsparteien abgelehnt wurde. Luch§ 193 wurde»ach dem Regierungsentwurs angenommen. Die Fortsetzung der Beratung am Mittwoch. Sozialdemokraiische�eichsiagsfrakiion. Stellungnahme zum Neichswehretat. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion befaßte sich am Donnerstag mll dem Roichswehretat. Sie beschloß, filmlich wie lln Vorjahre zu den einzelnen Positionen Anträge auf be. stimmte Abstriche zu stellen. Diese Abstriche betrogen bei der Reichswehr 50 Millionen Mark und bei der Marino 40 Millionen Mark, Die Waffe der Monarchisten. Gesellfthastliche Aschtang der Republikaner— selbst in 25� Hörden der Republik! Anfpsitschende Tatsachen darüber, was Monarchisten noch im zehnten Jahre der Republik sich herausnehmen dürfen— nicht zuletzt dank der Milde, die die Republik nach rechtshin zu üben nicht müde wird—, brachte der gestrige Voctragsabönd der Vereinigung„Republikanische Presse" zu Gehör. Cs sprach zunächst der chemalige Verufsofsizier und jetzige Schriftsteller Dr. Sceu 0. Müller, der als Sohn des Chefs des kalfer- lichen Ddarinekabinetts viel erfahren, aber auch selbst genug von der Rache seiner Standesgenosien erlebt hat. Cr ging von dem bekannten Fall chasso v. Tresckow aus, um dann zu sagen: Gar nicht so weit östlich von Berlin herrscht teilweise noch das Mittelalter. �Denken ist Glücksache, Stramm- hell Mnnnestugend" ist heute noch der maßgebende Grundsatz des Junkertums. Viele alte Generäle, denen die Pension der Republik einen sorgenfreien Lebensabend bereitet(der den unzähligen Prole» toriern und Jnflationsopfera fehlt. Red. d. V.), sollten doch Takt genug baden, um nicht länger durch die Offiziersoereine. Ehrenrät« nsw. Terror gegen die Jugend und die neue Zeit zu üben. Die Hetze unter den Eltern hat auch die Schuljugend schon ergriffen, so mußten die Kinder des Polizeiobersten Lange Schule bzw. Stellung auf dem Lande verlassen, als bekannt wurde, daß chr Bater der „Bolschewistenhund", nämlich der republikanische Polizeiches von' Mecklenburg-Schwerin war. General o. Deimling wird, seitdem er 1924 mit Fehrenbach und Lobe eine Verfajsungsseier abhielt, von den vielen Pensionsbeziehern der Republik in Baden-Baden nicht mehr gegrüßt, selbst Zivilisten nicht, die mit ihm gehen, und Damen dieser Schicht danken nicht für den Gruß des ehemaligen tomman- dierenden Generals! Viele Regimentsvereine haben durch monarchistisch« Kundgebungen die eingeladenen Reichswehrossiziere in so peinlich« Situationen gebracht, daß von da aus scharf« Kritik eingesetzt hat und vielleicht Besserung kommen kann. Aus dem Lande aber ist noch mit zunehme hmendem Terror gegen Republikaner zu rechnen, besonders auch bei den Wahlen. Ist doch der Landwirt Schultz im Kreis Königsberg(Neumark), der gegen die Teilnehmer an der Volksabstimmung über die Fürstenenteignung schamlose Boy- tottdrohurfgen erließ, zwar angeklagt, aber ungeachtet des Staats- anwalisantrags auf zwei Monate Gefängnis freigesprochen worden! Major a.D. Anker: NurinDeutschland wird die politische Gesinnung moralisch und gesellschaftlich klassifiziert. In sehr vielen Fällen verschweigen Bdamte und andere ihre republikanische Gesin- nung nur ihrer Frau zuliebe, die sonst der Rache der„Damen" aus- gesetzt wäre. Den deutschen Republikanern fehlt vielfach noch der freudig« S t o l- aus ihre Gesinnung. Mehr republikanischer Stolz und der Boykott der Gegner wird zusammenbrechen: mehr EritVne- rung daran, daß das Streben nach deutscher Einheit und Zusammen- scssung aller deutschen Stämme demokratische Gedanken waren. Polizeioberst a. D. Lange berichtete humorvoll von seinen Er- kbnissen in Mecklenburg-Schwerin, wo schon der Strelitzer als Aus- londer angesehen wird..Llls ich hinging, dachte ich als alter Reuter« kenner, da würde ich lauter Bräsig« und Habsrmän'ner treffen— aber mir schien nachher, der einzige Bräsig war Reuter selbst-, dafür haben sich die PomuchelskLppe gewaltig vermehrt imd denen hat die Recht« ihre Wahlerfolg« zu danken. Di« Republik ober müßte sich der Opfer des Boykotts mehr annchmeiu.(Lebhafter Bvisalll) Nun sprach ein preußlscher Regierungsassessor über da», was« bei der Regierung in Arnsberg erlebt hat. Von den 12000 Einwohnern dieses Städtchens sind fast die Hälfte Regierungsbeaia» und deren Angehörige. Es gibt dort Gastwirt- schäften für jede Besoldungsgruppe besonders. Als Minister S e v e- ring vor wenigen Jahren ein neues Amtsgebäude einweihte, war in ganz Arnsberg keine republikanische Fahne zu sehen, dafür aber an dem Hotel, worin der Regierungslnittagstisch tagte, eine große schwarzweißrote-, deren Entfernung erzwang der Assessor durch ener- gischen Zuspruch an den Wirt— dafür wurde er von den meisten Beamten boykottiert, man verzettelte und verweigerte seine Aufnahm« ins Kasino, ja als der Assessor lS26 in der presse zur Berfassuogsfeier auf. forderte, verbot ihm der deuifchnatlonale Regierungsoizepräsidenl die weitere Teilnahme am Reglerungsmittagstlsch. Dieser Vizepräsident ist seither infolge Erreichung der Altersgrenze ausgeschieden, der Assessor aber wurde ins Rheinland versejst. Ein Redner erzählte von der Vorstellung eines Regierungs« assessors bei einem ostpreußischen Londrat. Der fragt ihn, ob er denn bei einer Studentenverbindung aktiv gewesen sei. und als er die Antwort erhielt, bei einem katholischen Studentenverein, ist das für ihn gleich Fehlanzeige. Dann sagte er dem Neuen, Demokraten und Republikaner würden ick» Kasino nicht aufgenommen— wie das bei Zentrum fei, wisse er nicht, den Fall habe man dort nicht gehabt. Der Neue:„Ich gehöre dem Zentrum gar nicht an." Der Landrat:„Tragen Sie rote Unterhose n?"—???—»Ro so, sind�Kie vielleicht so einer vom sinken Zentrumsflügel? Unter den weiteren Rednern war auch Genosse Scheidemann, der u. a. auf den schon vor Jahrzehnten üblichen Boykott gegen so- zialistische Arbeiter hinwies, unter dem er selbst als Buchdrucker unter dsm Sozialistengesetz zu leiden gehabt hat. Scheidcmann er- innerte bei Besprechung der Reichswehrfrag« daran, daß die Maß- regelung antirepublikanischer Exzesse wegen der„Tüchtigkeit" der Vetresfenden unterblieben sei, wie man denn auch die vermutllch wirksame RtchlbefSrdernag von Mißbrauchern der llustlz noch immer nicht anwendet. Die Republik müsse endlich ihre Macht» mittel energisch gebrauchen. Hellmuth 0. G e r l a ch: Wollte ich von meiner Boykottierung er- zählen, so wurde ich an einem Abend nicht damit fertig. Eine Aus- nähme gab es nur, als ich in der Revolution Staatssekretär im Innenministerium war: damals kam«, Korpsbrüder und andere alte Bekannte, die ich 20 Jahre nicht gesehen hatte, zahlreich zu mir und boten mir gleich da» brüderliche Du an.— Republikanische Beamte, die solches erleben, wie hie? berichtet wurde, müssen geeignete Abgeordnete sofort unterrichten. Bedenkt man, daß nur ein geringer Teil der Boykottfälle bekannt wird und weiß man, was für Märtyrer der Republik als Beamte. Lehrer usw. einsam aus dem Lands sitzen, so möchte man zum republikanischen„Scharf- wacher" werden.(Lebh. Beifall.) Wederholt ist in dieser Versammlung dem Reichs- banner Schwarzrotgold rühmend nachgesagt worden, daß sein Austreten den Republikaner auf Dem Lande zur Stütze geworden ist. Leider war der frühere kaiserliche Hofmarschall Graf Z e d l i tz- T r ü tz s ch l e r. der als Redner angekündigt war, verhindert zu erscheinen. Die Einigkeit im Bürgerblock. cm. P.MV K P.V,p. ,Llnö in diesem Zustand sollen wir nun vor unsere Wähler treten!" Reichstag und Mieterschutz. Alle sozialdemokratischen Verbesserungsantrage im Reichstag abgelehnt. Der Reichstag setzte gestern die Mieterdebatte fcnst. Der Antrag Lipinski(Soz.). den§ 1 �>es Meterschutzgesetzes in seiner bisherigen Form bestehen zu lassen, der die Aushebung?- klage, aber kein Kündigung so erfahren vorsieht, wird in namentlicher Abstimmung mit 159 gegen 145 Stimmen der Kam- munisten, Sozialdemokraten, Demokraten, Völkischen und National- sozialisten a b g e l e h nt. Auch kommunistsche Abänderungsanträge zu Z 1 werden abge- lehnt, desgleichen kommunistische und sozialdemokratische Anträge zu den übrigen Paragraphen der Vorlage. In namentlicher Abstimmung wird der Antrag Lipinski' (Saz.). der auch nach Versäumnis des Widerspruchs gegen die Kündigung durch den Mieter die gerichtliche Nach« Prüfung der vom Vermieter gellend gemachten Kündigungs- gründe zulassen und die Weigerung des Mieters, die Wohnung zu räumen, als Widerspruch gellen lassen will, mit 165 gegen 154 Stimmen abgelehnt. Die erste Hälft« des Gesetzentwurfs, die das Kündigungsver- fahren an Steve der Aufhebungskloge einführen will, wird in zweiter Lesung in der Ausschußfassung angenommen. In der Einzelberatung d« Restes der Borlag« bringt Äbg. 5«!(Soz.) eine Reche von Anträgen ein. Er führt aus, daß die Eozialdenuo- kratte im Ausschuß eine Reche weiterer WSnderungsanträg» ein» gebracht hat, die von den bürgerlichen Parteien abgelehnt wurden, trotzdem sie im Interesse der Mieter lagen. Es wird sich jetzt zeigen. ob die bürgerlichen Parteien auch im Plenum diese Anträge ab- lehnen werden.— Zum Z 2 beantragt die Sozialdemokratie, daß auchdiesozialeNotlage berücksichtigt wird, wemt der Mieter wiederHoll mit der Mietzahlung Im Rückstände geblieben ist, und daß das nicht als böswilliger Verstoß gegen die gesetzlichen Bestim» mungen angesehen wird. Bei den Gewerbetreibenden muß auf den schlechten Geschäftsgang und auf mißliche w i r t- schaftliche Verhältnisse Rücksicht genommen worden. Im § 4 beantragt die Sozialdemokratie die Wiederherstellung des Abs. 4, damit nicht jeder, der ein Grundstück erwirbt, ohne wsttere» die Gewerbetreibenden hinauswerfen kann. Wir beantragen weiter, daß Ateliers von Künstlern al» gewerbliche Räume gellen sollen, denn auch die Künstler müssen vor Willkür der Haus- besttzer geschützt werden. Im ß 6 wünschen wir für den ersten Absatz eine andere Fassung, wonach die Zwangsvollstreckung ab- hängig sein soll von der Stellung eines angemessenen Ersatzraumes. Wir haben festgestellt, daß sehr häusig Mietern gekündigt und die Dollstreckung durchgeführt worden ist. ohne daß angemessene Crsotzräume zur Verfügung gestellt wurden. In Stendal hat der Bürgermeister sogar erklärt, daß man auf solche Art am besten die Möglichkeit habe, solche Mieter zur Räumung zu ver- anlassen, die als asozial zu betrachten seien. Sie würden dann von selbst vernünftig werden.(Hört, hört! bei den Soz.) Zu§ 29 Abs. Z wollen wir eine Bestimmung angefügt wissen, wonach die Untcrvermietung eines Teiles der Mieträume allgemein zulässig sein soll. Der Hausbesitzer darf in solchem Falle nicht das Recht haben, gegen den Mieter vorzugehen. Im ß 32 Abs. 4 rmiß bestimmt werden, daß zu den Körperschaften öjsentlichen Rechts auch die Deutsche Reichsbahngesellschaft gehört. Wir beantragen serner die Streichung der§§ 34 und 3o. Im Ausschuß haben Vertreter der Großindustrie zur Begründung dieser Para- graphen die Auffassung vertreten, daß es den Arbeitern aus dem Aachener Bezirk unmöglich gemacht werden solle, in Holland zu arbcilea. aber diesseits der Grenzen zu wohnen. Auch das Zentrum hat unbegreisticherwesse dies« Auffassung ge- teilt. Wir wenden uns dagegen, einmal aus dem Grunde, weil Preußen von den Bestimmungen gar keinen Ge- brauch gemacht hat. und zweitens, well sie zur Zeit der In- flation geschaffen worden sind, wo ganz andere Berhällnisse waren. Die Arbeiter aus dem Aachener Bezirk sollen nur gezwungen werden, in Deutschland zu niedrigeren Löhnen zu arbeiten. Diese Paragraphen gehören zu den Teilen de» Gesetzes, von denen ein Vertreter de» Reichsarbeitsminister» im Ausschuß gesagt hat. daß sie gar keine VorechNgung mehr haben. Für den§ 49- wünschen wir eine Fassung, die den Berkaus von Wohnungen unmöglich macht. Die setzt in dieser Beziehung herrschenden Zustände sind einfach unerträglich.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Weiter beantragen wir auch die Streichung des 8 52. Gerade dieser Paragraph beweist am besten. wie unerträglich bisher am Mieterschutz herumgedoktert worden fft. Er gibt den Ländern die Möglichkell zur Lockerung der Mieterschutzgefetzgebung. Die Aufrechterhaltung des Paragraphen wurde im Ausschuß damit begründet, daß die Verhältnisse im Reich verschieden seien und daß bicher den Ländern die Möglichleü� zur Lockerung des Mieterschutzes gegeben werden müsse. Es ist dabei be- sonders auf Württemberg hingewiesen worden, wo es angeblich keine Wohnungsnot mehr gebe. Der Redner zeigt an einigen Bei- spielen, daß tatsächlich gerade m Württemberg noch unerträgliche Zustände im Wohnungswesen Herrichen, daß dort Mieter in Unter- künften Hausen, die geradezu als Brutstätten der Tuber- tulose bezeichnet werden müssen.(Hört, hört! bei den Sozialdem.) Die Politik der Regierungsparteien ist im Ausschuß und auch letzt bei den Verhandlungen immer wieder darauf ausgegangen, die Wohnwirtschaft zugunsten der Vermieter und zuunguysten der Mieter umzuändern. In einem Punkt geben wir dem Minister Hergt recht, daß unbedingt gebaut werden müsse. Als wir aber unseren Antrag auf Borlage eines Bauprogramms und die Bereitstellung von Mitteln zu seiner Durchführung stellten, erklärte der Vertreter des Reichsarbeitsministeriums, man könne die Wohnungswirtschaft � nicht mit dem Potsdamer Exerzierplatz vergleichen(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Im Jcchre 1928 könnten nu r 200 Millionen M a r k für den Bau von Wohnungen zur Verfügung gestellt werden. Bisher ist auch nichts darüber hinaus zur Förderung des Wohmmgs- baues geschehen, es wurde lediglich zur Prüfung der Berliällnisse ein Unterausschuß eingesetzt. Gegenüber dem kommunistischen Abg. Koenen, der die sozial- demokrattsche Regierung in Braunschweig angegriffen l/ch, weil sie«rngeblich nichts für den Wohnungsbau getan habe, stellt der Redner f«st. daß dort bereits TW Millionen M a r k für den Wohnungsbau bereitgestellt wurden und daß es sine der erste* Taten der Regierung war. die von der Stahlhsbnregierung erlassene Verordnung ßtr Lockerung der Wirtschaft für gewerbliche Räiistiö- wieder rückgängig zu machen. Die Behauptung de»?lbg Iö rissen von der Wirtfchastspartei, daß die Sozialdemokratie die Mieter gegen die Hcnizbesttzer aufhetze, weisen wir auf das entschiedenste zstriick. Wir wissen sehr gut, daß man die Hausbesitzer nicht in Bausch uiid Bogen verurteilen darf. wir wissen genau, daß ss eine Menge von Hausbefihern gibst die wirtschaftliche Rot leiden. Aber wir wehren UN» dagegen. daß dem Teil der Hausbesitzer, die ausschließlich auf kosten der Mieter leben, besondere vorteile zugewendet werden. Unser Bestreben geht darauf aus, den wirtschaftlich Schwachen zu Helsen, und wir sind jederzeit dazu bereit, dies« Stellungnahme vor der Oesfentlichkeit zu oertreten.(Lebhafter Beifall bei den Sozial- demokraten.) Abg. Ronneburg(Dem.) beantragt gleichfalls Erleichterungen für Künstler. Äbg. Obendiek(Komm.) beantragt die Streichung der Bcsttm- mungen des Meterschutzgesetzes, die eine Kündigung von Werkwohnungen zulassen. Abg. Dr. Zörijsen(Wirtsch. P.) beantragt, der Räumungsklage in jedem Falle stattzugeben, wenn der Hauswirt Erfahraum und vmzugstosten, zur Verfügung stellt. Ferner solle das Gesetz nur noch bis 1929 verlängert werden. Abg. Hälleiu(Aomm.) verlangt nochmals, daß den Ländern die Ermächtigung genommen werde, die Wohnungszwangs Wirtschaft zu lockern. Abg. Vinnefeld(D. Vp.) erklärt seine Zustimmung zu den Anträgen Dr. Iörissen. Di« Abänderungsanträge der Sozialdsmokraten. Demokraten. Kommunisten und der Wirtschaftspartei werden, diese letzten gegen die Stimmen der Deutschen Volkspartei und der Wirt- jchaftspartei, abgelehnt. Angenommen wird die von den Regierungsparteien beantragte Zuläsflgkeil der Kündigungen von kverkswohnungen unter gewissen Sicherungen, zu denen eine„Mitwirkung" des Betriebsrats gehört. Dafür stimmen nur die vier Koalitionsparteien und die Wirnchaftspartei. Abg Lipinski(Soz.) erklärt dazu, die Sozialdemokraten inüßlen ihre in Aussicht gestellte Zustimmung zu dem Antrag zurückziehen. da aus der Zustimmung de» Betriebsrats nur ein Verhandeln mit dem Betriebsrat gemacht worden sei. Auf gemeinsamen Antrag wird beschlossen, daß die Novelle o m 1. April 1928 in Kraft tritt und bis dahin die bishenge Fassung des Gesetzes gilt. Im übrigen bleibt.«s bin der Ausschuß- vorlag«. Nachdem der Entwurf auch in dritter Lesung erledigt ist, wird die Schlußabstimmung für Hreitag, 18 Uhr. in Aussicht genommen. Das Haus vertagt sich auf Freitag 14 Uhr: Reichsmietengesei;. Etat d«s Reichsarbeitsministeriums. Wstimmung über Mieterschutz- Novelle. Schluß nach 161ü Uhr. Die„Löbauer Volkszeitung" hatte ein Inserat abgedruckt, in' dem für ein Knabenerziehungsheim ein Erzieher gesucht wurde,„ehe- masiger Feldwebel oder Schlächter bevorzugt". An dieses Inserat hatte die„Volkszeitung" einige kritische Bemerkung»« geknüpft. Das Reichswehrministerium stellte daraufhin Strafantrag wegen Beleidigung des llnterojsizierkorps der Reichswehr. Das Gericht sprach den verantwortlichen Redakteur der„Volkszeitung" jedoch frei, well sich die Kritik nur auf Angehörige des alten Heeres und nicht der Reichswehr bezogen hab«� Vier Lahre Arbeitslosigkeit. Die Aufwendungen aus allgemeinen Mitteln. Heber die Aufwendungen für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenoersorgung in den Iahren lS24 bis 1027 werden soeben in der neuen Nummer des Reichsarbeilsblattes hoch st interessante amtliche Ziffern oeröffenUlcht. Wir haben hier zum erstenmal eine Art Generalüberblick über die Kosten der Arbeitslosigkeit vor uns. Im Gegensatz zur Sozialoersicherung fehlen in der Statistik über die Arbeitslosigkeit Vergleiche mit der Vorkriegszeit, da vor dem Kriege eine öffentliche Erwerbslosenfür- sorge noch nicht existierte. Die Aufwendungen für Arbeitslosenunterstützung betrugen 1324: 333 Millionen Mark. 1925: 270.7. 1926: 1214 und 1927: 745.6 Mil- lionen Mark. Zusammen mit der Kurzarbeiter- und Krlsenunterstützung betrug die Arbeitslosenunterstützung 1Ö24: 333,3 Millionen. 1925: 270,7, 1926; 1226,9 und 1927; 906V Millionen Mark. Die Auswendunoen für wenschoffende Arbeitslosenfürsorge betrugen 1924: 70 Millionen, 1925: 97 Millionen. 1926: 160 imd 1927 ebenfalls 160 Millionen Mark. Im Durch- schnitt des Kalenderjahres belief sich die Zahl der Arbeitslosen 1924 auf rund 728 000. 1926: 384 000. 1926: 1672 000 und 1927: 685 000. Im einzelnen gliedern sich die Aufwendungen für die Arbeits- losen- und Kurzorbeiterunterstützungen folgendermaßen: K o st e n der Arbeitsnachweisümtcr einschließlich der Kosten der Arbeitsvermittlung im Jahre 1924: 30,7 Millionen, 1925: 31.4. 1926; 55,7 und 1927: 63,0 Millionen Mark: Unterstützun- g e n 1924: 259V Millionen. 1925: 200,1, 1926: 981 und 1927: 547,1 Millionen Mark: Krankenversicherung der Arbeitslosen: 1924; 26,3 Millionen, 1925; 17,7, 1926: 96,2 und 1927; 60,7 Mil- llwnen: Zuschüsse und Darlehen für Notstandsarbeiter(sogenannte (Brundförderung): 1924: 11.2 Millionen, 1925: 16,1, 1926: 79,6 und 1927: 68,1 Millionen: sonstige Aufwendungen für Reise- und tlmzugsbeihilfen, Arbeilsausrüstungen, Anlernezuschüsse, Umschulung und dergleichen 1924: 2,6 Millionen, 1925: 5.4. 1926: 8,6 und 1927: 6V Millionen Mark: zusammen 1924: 333,3 Millionen. 1925: 270.7. 1926: 1221,1 und 1927: 746V Millionen Mark. Für Ar- beitsvermittluirg und eigentliche Verwaltungsausgaben zusammen wurden in den vier Iahren 1924 bis 1927: 9 Proz., 11V Proz., 4,6 Proz. und 8.6 Proz. des Gesamtaufwandes oeraus- gabt, im Durchschnitt der vier Jahre also 81j Proz. Ueber die Aufbringung der Mittel kür die Arbeitslosen- und Kurzarbeiterunterstützungen gibt folgende Uebersicht Ausschluß: Beiträge der Unternehmer und Arbeitnehmer: 1924: 222,4 Millionen, 1925: 165, 1926: 523,6 und 1927: 682,3 Millionen Mark: Leistungen de? Gemeinden: 1924: 34.1 Millionen, 1925: 36,2 Millionen. 1926: 148,4 und 1927: 53.8 Millionen Mark: Beihilfen des Reiches: 1924: 74,6 Millionen. 1925: 0,2, 1926: 258,3 und 1927: 116 Millionen Mark: Beihilfen der Länder: 1924: 74,6 Millionen, 1925: 0,2, 1926: 243 und 1927: 52V Millionen Mark. Rückcinnahmen aus Darlehen(iür Arbeitsaiisrüstungen, Rotstandsarbeitcn u. a.): 1924: 6.7 Millionen. 1925: 7.7. 1926: 6,5 und 1927: 3.4 Mil- lionen Mark. Die Einnahmen aus den Beiträgen der Arbeitgeber »nd Arbeitnehmer waren 1925 infolge der günstigen Arbeitsmarkt- läge und der Senkung des Beitragshöchstsatzes oerhälinismäßig gering. Seit dem 1. März 1926 beträgt der Beitrag durchweg wieder 3 Proz. Das Beitragsaufkommen.belies sich 1927 im Durch- schnitt auf annähernd 57 Millionen Mark. In den Beihiffen des Reiches von 1927 sind die 50 Millionen Mark zur finanziellen Aus- stattung der Arbeitslosenversicherung(Grundlage des Notstockes) nicht enthalten. Soweit die Gesamteinnahmen die Ausgaben über- stiegen, bildeten sich Rücklagen: soweit die Einnahmen Himer den Ausgaben zurückblieben, wurden die Rücklagen zur Deckung heran- gezogen. Seit dem 1. Oktober 1927 bilden die Ueberschüsse den Nolslock der Reichsanstalt. In den Notstock kamen auch die erwähnten 50 Millionen des Reiches. Der Notstock hat sich vom 1. Oktober 1927 an folgender- maßen eiitwickelt: 1. Ottober 1927: 57,9 Millionen, L November 96,7 Millionen, 1. Dezember 118,2 Millionen, 4. Januar 1928: 118V Millionen, 11. Januar 107,2 Millionen, 21. Januar 117V Millionen und 1. Februar 91,1 Millionen Mark. Die Scharfmacher im Unternehmerlager werden bestimmt die Arbeitslosenkosten zu den übrigen Ziffern der Sozialoersicherung hinzurechnen und ein neues Ach- und Wehgeschrei über die Höhe der Sozialbelcstung anstimmen. Demgegenüber muß gerade bei der Arbeitslosenunterstützung mit besonderem Nachdruck darauf hin- gewiesen werden, daß der Arbeitslose auch in der Vorkriegszeit nicht verhungern konnte, sondern der A r m c n f ü r s o r g e zur Last siel, die ja auch aus allgemeinen Steuermitteln finanziert wurde. Ferner ist zu beachten, daß der Arbeitslose als Konsument seine Gesamtunterstützung wieder restlos bei der Deckung seines Bedarfs für Nahrung und Kleidung mit in die Wirtschaft hineinträgt. Die Unterstützung dient also auch der Erhaltung der Kaufkraft gerade in Krisenzeiten und verhindert eine noch schärfere Stockung des Absatzes. Hermann Müller 60 Jahre alt. Der stellvertretende Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftebundes Genosse Hennann Müller(Lichtenderg), ge- boren am 10. Februar 1868 in Werdau i. S. ist heute 60 Jahre alt geworden. Als Lithograph war Müller in seiner Gewert- schaftsorganisation hervorragend tätig, insbesondere auch für deren Verschmelzung mit dem Senefelder-Bund. dessen Vor- sitzender er in den Jahren 1907 bis 1908 war, bis der Einheits- verband zustande kam. In der Redaktion des.Bochumer Volksblattes� wirkte Hermann Müller in den Iahren von 1898 bis 1900, woraus er in das von Fritz Ebert mitbegründete Arbeitersekretariat in Bremen eintrat. Die Generalkvmmission der Gewerkschaften Deutschlands berief ihn dann im Jahre 1905 in das Zentralarbeits- setretariat, in dem er bis zum Jahre 1922 wirkte, bis er in die Redaktion des Korrespondenzblattes hinüber- wechselte. Zwei Jahre später wurde Hermann Müller als stell- vertretender Vorsitzender in den Bundesvorstand des ADGB. ge- wählt. Während der Kriegszeit. 1917 bis 1918, war er als sozial- politischer Mitarbeiter der„Vorwärts'- Redaktion tätig. In Berlin-Lichtenberg wurde Hermann Müller 1917 zum Stadtrat gewählt, im Januar 1919 in die Nationaloersammlung. Durch eine Reihe von Schriften trug er zur Kenntnis und Kritik der Sozial- Versicherung bei. Ein großer Wurf glückte ihm mit seiner 1918 erschienenen Geschichte der Organisationen der Litho- g r o p h« n, Eteindrucker und verwandten Berufe, deren erster Teil über die deutsche Gewerkschaftsbewegung großen Anklang fand. Genosse Müller ist zweiter Vorsitzeiider des Bezirtsverbandes der SPD. Berlin und Mitglied der Kontrollkommission der Partei. Als Vertreter der deutschen Gewerkschaften im Internatio-- nalen Arbettsamr tritt Hermann Müller besonders hervor. In jüngster Zeit hatte er dort Gelegenheit, auf die Erklärung des englischen Regierungsvertreters gegen die Ratifizierung des Washingtoner Achtstuirdentagabkornmens die gehörige Antwort zu geben. In der Gewerkselzasts- wie in der Parteibewegung kann unser Genosse Hermann Müller auf ein« vielseitige ersprießliche Tätigkeit zurückblicken. Wir hoffen, daß es ihm vergönnt ist, noch manch« Jahre hindurch in ungeschwächter körperlicher uni> geistiger Frische im Dienste der Arbeiterbewegung weiter zu wirken. Zur Frage der Ratifizierung. Brüssel. 9. Februar.(Eigenbericht.) Der Delegierte der belgischen Regierung im DerwaUungsrat de« Internationalen Arbeitsamtes M a h a i n, der in Genf den eng- lischen Dorschlag zur Revision des Washingtonc: Abkommens über den Achtstundentag bekämpfte, äußerte sich zu dieser Frage einem Vertreter des Brüsseler„Peuple" gegenüber u. a. wie folgt: „Ich glaube, daß dos Abkommen revidiert werden wird. Ich glaube andererseits aber auch, daß anseliicn Grundsätzen nicht gerüttelt werden dürste. Für alle Fälle muß die D i s- k u s s i o n begrenzt werden. Falls die englische Regierung die Revision hinsichtlich bestünmter Punkte erreichen will, dann wäre sie in einer viel günstigeren Stellung, wenn sie c r st einmal das Abkommen ratifiziert, da davon die Ratifikation durch viele andere Länder abhängt."_ Oer Umschwung in Frankreich. (IGB.) Mit der seit zwei Iahren anhaltenden Bewegung der Rückkehr kommunistischer Organisationen in die freigewerkschastlich« Landeszentrale geh: in Frank- reich eine allgemeine Mitglieder zunähme Hand inHand. Besonders erfreulich sind die Fortschritte im Seine-Departcment (Poris), wo trotz der besonders stark spürbaren kommunistischen Propaganda die Mitgl'ederzahlen durchweg steigen. So wurden von der Departementszentrale im Jahre 1922 54 314 Mitglieder- karten ausgegeben, ihre Einnahmen beliefen sich auf 52 614 Fron- ken. Die entsprechenden Zahlen beliefen sich im Jahre 1924 cmf 60 000 und 121 257, 1925 77 325 und 150 000, 1926 90000 und 164 000, in den ersten neun Monaten 1927 90 830 und 191 766. Freie Se»crlsckaft«j»gend Sr»ß.»«rli». Heute, Freitag,:»'4 115 r, tage» die Gruppen: Brdding! Gruppenheim Ttadtbad Wedding. Geriäilftr. SS 69. treihenvortrag:„Wie lebt, dcnlt und ftlhlt die Großstadttugend?"— Zeppelin- Platz: Zug-ndheim Turiner Ecke» Secstrahe. Vortrag:.Die Rechte der Zugend» lichen und Lehrlinge."— Kerirnnnplatz: Ingcnbhetm Eanderstr. N. Eck« Hobrechtstraße. Bortrag:„Wirtschaftliche Grundbegriffe."— Lichtenberg: Iugendbeim«ck>arnn?cberstr. 29, um l9 Uhr. Vortrag:„Nikotiu und Alkohol." — Rorbkrei,: Jugendheim Gberswaldcr Str. 10.«reiskurfus:„Zucendm'ncho. logic."— Voranzeige: Am 12. Februar,>6 Uhr, Schu!ung-tag der Epicllriler im Zugcndheim des Vcrkehrsbundeo. Enaelufcr 34/25.«arl Voigt(Leiter des Sprech, und Bewegungochoreo der Loltobtihne) spricht Uber Stc'grei-spielr.— Voranzeige: Montag, 13. Februar, 191* Uhr. Fusammenkunfi der Gruppen- leitungcn im Jugendheim des Deutschen Mrtallarbeiterverbaiches, Linien. straße 33/Z5. Gewerkfihafto'ugend de, 3dA. Li-f'ienberq 7: Im Gefana-raum des Real- gymnastum», Barkaue 12, 19'/j Uhr. Bortrag:„Aus der Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung." Referent Dr. Schütte.— Sudwest: Im Iugendbeim Belle» Alliance-Er. 7/10, 10', i Uhr. Bertrag;„Bub und Mädel" Referent Schnitze- Frentzel. Verantwortlich fstr Politik: Dr. Gurt Geyer; Wirtschaft: S. tUingelhefcr: Gewerkfchafisbeweguna: Ft. Stzkoro: Feuilleton: ft. Ä. Däscher: Lokales »nd Sonstiges: Fritz»orftidt: Anzeigen: tl».«locke: Amtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Berlag G m d. H.. Verlin Druck: Borwärts-Suchdruckerot und Berlagsanstalt Paul Singer u to., Berlin SB 63 Lindenstraße 3. Hierin 3 Veilagcu und„Unterhaltung und Wiste»". WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise soweit Vorrat; Fleisch, Fische, Obst o. Gemüse werdeir nicht zugesandt fleisch Schweinebauch 80 n. Schweinekamm«»d m-u. rhmd 85 p«. Querrippe........... p«»»d 70 Rinderkamm u. Brust pw-d 85 pt Schmorfleisch SitetoT�PtaS 90«. BCalbSkamm Onui».Recken.Pin»«* 75PI. Kalbskeule g«--»». g«triu...Pfand 90 pt Hammeivorderfleisch pfa-d 88 pi Kaßler, Speer u. Kamm pw 1» Liesen p-d. 70 n. Gehackfies p». 7 0 p«. Ausgelassener'Talg.«»nd 55 pt (Pt4nta Sieff Igt fleisch Rinderkamm u. Brust Pfand 56 pt Schmorfleisch«°o-k«n Pfand 70 ru Hammelfleisch v'»-«">-» 70 Pt. Hammelrücken....... p»»» 75 pt Kuheuter.............. pumd 25«. SefiHjel GänSe getroren.... Pfand 58, 70, 80 l t. Enten faimte, gefroren«..... Plnnd 1 10 1 25 Wolgahühner...... n-nd lio las Schneehühner..........»o-k Iis Frische Masthühner....Pfand I40 Fasanen-Hennen...... steck 2*» fische Grüne Heringe 5 Pfand 42». 58«. Bratschollen Ä 2Sn pgs 14*. Schellfische............. iw 22«. Kabeljau vbr« Kopf, g«n»e Fleche, r.und 22 Pf. Goidbarse»!.«««-w«.......?>»-«, 26p£. Filet von Kabeljau.....rtund 29 pt &Conserven 'h Dose Brechbohnen. Pfand sew Stang.-Brechbohnen 80 Pt HariCOtS VertS exira(ein 1,95 Spinat 46 Pf Sellerie 93 pi. Jg. Erbsen 76 miticiielnQSP' Kaiserschoten..... 1.67 Leipziger Allerlei•■ 92p(. Karotten&»"«..... 63 m Bruchspargel 2 90 St. Spargel«x>fa stark 3.30 Apfelgelee s-pm-Mm«- 2.70 tfCettfitüre, Pflaumen Im Aprikosen 1.10 Johannisbeer, Orange 1.15 Erdbeeren, Kirschen, Himbeeren 1.35 Ananas 1.60 dfem Prelle für"t Flasche ohne Clei Sonder anflebot au/:eTgcwöhnllih billiger abgelagerter Bordeauxwein 1922 ChäL La Qrolet Wadialum Lacrolx, sUfflg.... 1,45 1922 Chät. Raba Wachst. Lllaaen. voll U. Ueblich...» 1.65 1921 00 Gobineau Mfiiger Mgdocwein........ 1.75 1921 Chät. Renouii Wecholun, Rodert, aalllg, elexani.. 2 dt 1921 Haut Sautemes Sll0-r. velver vorckeau»..... 3.30 1926 Wöllsteiner Höllberg aa'IIger vheinhease.... 1.40 1924 Trlttenheimer Laurentiusberg vo"��2j,IW 1.60 1925 Liebfraumilch(nxc Kapsel) bestechende Art... 2 M Tarragona Rot vonogiiche.................. 1,10 Malaga golden oder dunkel.............. 1.50 Halb& Halb Ber,mer Spe�avJ)uIrroren, n. 2 m v. n. 3.50 Original französischer Weinbrand„Fine Dolfi"_.. 42 Vot.-Prozeni, In Frankrcldi abgetUllt w.2U Wein vom Faß zu ßxtrapreisen iKonfSturen Milchkaramellen........ vcPtond 25 Pt Pfand 45Pt Dessert-Brezeln........«;« Pfand 33 P' Pimd 75Pt Vollmilch Schokolade m. ganz HaselaQssenZ Tel h 100 Qn 759t Olympia Block-Schokolade.........«0 Gramm 1.15 Ts« >,« Ptund Ceylon U Indien MUch an j MUtb. 1,25 1.55 China MUd». 1.70 Ceylon DerfeeUng h-uf3>. M>dnnig iTso~2m Apfelsinen Mesiln«(Halbb'uf) M g* KUle 100 u. 150 SL BW 50 Amoretten-Birnen wt 15 P'. Boskop-Renetten m 18 Pf. Ananas-Renetten pi4 Voss Kürbis 78 Birnen 1.10 Pflaumen, Apfelmus 1 65P) Ananas HawaH, 8 Scheiben 1,20 Mirabellen■uo. 63 P» 1.25 MelangefrQchta... 1.40 Lachs in Gelee 1,05 Oelsardlnen Kinbdose 42 Pf Brat- u. Bismarckheringe, Heringe in Gelee, Rollmöpse, Krön- sardinen a Pw.-Dose L/v/P'- 2>Pfund>Elmer Fettbucklinge ....Pfand HO Pf. Sprotten..... piund 34p(. Fteckherlnge ser. pm 40Pf. Flundern Pfund von 28Pl.an Bücklinge Kieler, Pfand 45 Pf. Seeaal abgezogen, Plund 78 Pf. Camembert vollfett, Schachtel 19 Pf. Romadur halbielt. Stck. 22 Pf vollf. Pid. 72 Pf. Allgäuer 45 vpid. 92 Pt Edamer halbfett. Plund 73 Pf Holländer halbfett, Pid. 73 PI Steinbuscher vom: drelv1erl€l;cll, Pid öü pjd, 9oPt Tilsiter voiireti.p,d 95 Pt 1.15 Schweizer ÄÄ, 95« Schweizer ,.45 Molkerei-Butter Pfand 1.80 Tafelbutter Pfand 1.92 Dänische Butter Pfand 2 02 Margarine Pf-nd 50, 58 pi. Kokosfett I-Pfund-Talel 55 Pt | Hannov, Botwurst �4 75 Pf. Mettwurst henn, gekocht 1,10 Zervelat u. Salami bannovcische, Pfund 1.85 Landleberwurst Pfand 1,15 Dampfwurst. Pfand 1.15 Speckj SiUck 5.70. StUck 1 � Pf- Solvente unsoilieri�ehrprda- r.tft. Kls!« M stlirt 1'S o> 7.is...s:ua Gladiator mu (eine Sumaira-Ha- �— vasna. KlaleSOStUdi SllOf srnn, fcw rl, .StUck Sellm-Zigaretten .Spezfal-Verhe.(«00** r~- smel..13.äo. ti/j Qn O) Siüdi 3.00, 2ä SI Nr. 69» 45. Jahrgang Freitag, 40. Aebruar-tS2S Wie sich die Schüler-Tragödie vollzog. Primaner Krantz schildert Entwicklung und Ausführung der Bluttat. Uebcr seine Beziehungen zu Hildegard Scheller erzählte der Angeklagte Primaner Krantz im Laufe der gestrigen Ber- Handlung das Folgende: Herr Scheller fuhr am Sonnabend nach Stockholm und w i r warennnsfelb st überlassen. Günther und ich hotten, wie schon öfter, die Schule mehrere Tage geschwänzt. Das vertufchte Günther Scheller damit, daß Hilde Schreiben der Schule abfing und sich Günther auch falsche Entschuldigungszettel schrieb. Am Sonntag mar Hilde mit ihrer Freundin El li n or nach Berlin zum Tanzen gefahren. Ich holte st« verabredungsgemaß abends vom Mahlmoer Bahnhof ob und begleitete sie nach Hause, wo wir uns schlafen legten. Ich ging jedoch nicht, wie sonst, in Günthers Kammer, sondern auf den Boden. 3n dieser Ilachl wurde Hilde Scheller meine Freundin. Vors.: Hatten Sie vorher davon gesprochen? A n g« t l.: Nein, es lag aber in der Luft, weil Hilde Scheller iimncr versteckte Anspielungen gemacht hatte. Sie kam überraschend hinauf. Der Angesagte erzählt dann weiter, wie sie am nach st en Morgen vo neinanderschieden, weil Hilde in das Bureau ihres Vaters wollte, während er in Mahlow bis in den Nachmittag hinein schlief. Auf Vorschlag von Günther Scheller fuhren sie dann beide in die Steglitzer Prioalwvhnung, um sich hier vor dem Antritt seiner, des Krantz, Sommerrette noch einmal zu vergnügen. Vors.: Wie sollte denn dies geschehen? A n g e k l.: Wir wollten Obstwein trinken und Mädels einladen. Vors.: Trotz Ihres Erlebnisses mit Hilde? Angekl.: Ich war in gewisser Beziehung abhängig von Günther und wollt« ihm deshalb nicht den Wunsch abschlagen. Ich glaubte auch Hilde dort nicht vorzufinden.— Wetter erzählt nun Krantz. wie sie der Hilde dann überraschend auf der Treppe der Steg- litzer Wohnung begegneten. Da die Fenster der Wohnung beleuchtet waren, glaubte Günther zunächst, daß Einbrecher dort waren. Krantz aber beruhigte ihn mit den Worten: Habe keine Angst, ich habe einen Revolver bei mir. Vors.: Wie kamen Sie zu dem Revolver? Angetl.: Als Mitglied eines wehrverbandcs bin ich oft überfallen worden, und deshalb wurde mir ein Revolver geschenkt. Günther schickt« dann die Hilde fort, um die Ellinor zu holen. Als ich dann die Treppe hinunterging, um sie beide hinauszuholen, sah ich Hilde mit Stephan stehen, den ich flüchtig kannte. Ich ging mit Ellinor dann in den Salon, wo schon Obstwein und Liköre auf- gebaut waren. Ellinor sagte uns, Hilde sei mit einem guten De- kannteo zusammen und wolle nicht gestört werden. Diese war nach uns beiden mit Stephan unbemerkt in die Kammer gegangen, die neben der Küche liegt.— Der Angeklagt« muß jetzt an den Richter- tisch treten, um an Hand eines Logeplans der Wohnung die Situation zu beschreiben. Der Abend und die Macht. Vors.: Wie alt war Günther Scheller? Angekl.: l!) Jahre, ein Jahr älter als ich. Vors.: Und seine Schwester? Angekl.: Gerade 16 geworden. Vors.: Duldete Günther denn überhaupt, daß seine Schwester jemand bei sich hatte? Angekl.: Er hatte nichts dagegen. Vors.: Fühlte er sich denn nicht als älterer Bruder verpflichtet, der Schirmherr seiner Schwester zu sein? Angekl� Nein, im Gegenteil, sie haben sich gegenseitig erpreßt. Vors.: Wie ist das zu verstehen? Menschen, Göttern gleich... lös Roman von Herbert George Wells. „Was für eine Regierungsform haben Sie/ fragte Mr. Burleigh,„Monarchie. Autokratie oder reine Demo- kratie? Trennen Sie die Exekutive von der Legislative? Und gibt es eine Zentralregierung für Ihren ganzen Planeten oder gibt es verfchiedene Regierungszentren?" Mit einiger Mühe wurde es Mr. Burleigh und seinen Gefährten verständlich gemacht, daß es in Utopien überhaupt keine Zentralregierung gäbe. „Aber." sagte Mr. Burleigh,„sicherlich gibt es doch irgend jemanden oder irgend etwas, einen Rot, ein Bureau oder sonst etwas, irgend eine Stelle, der die letzte Eni- scheidung vorbehalten ist, wenn es sich um ein geineinfchaft- liches Vorgehen im Interesse des Gemeinwohles handelt. Meiner Meinung nach muß es irgend eine letzte Instanz und ein Organ der Reglerungsgewalt geben.. Nein, die Utopen erklärten, daß es in ihrer Welt keine derartige Konzentration der Autorität gebe. In �er Ver- gangenheit habe es eine solche gegeben, aber schon seit langem sei sie wieder in den großen Körper der Allgemein- heit zurückgeströmt. Entscheidungen über irgendwelche de- sondere Angelegenheiten würden"durch diejenige» getroffen. die am meisten von der Sache verstünden. „Aber angenommen, es wäre eine Entscheitning, die allgemein befolgt werden muß, z. B. ein Gesetz, welches die öffentliche Gesundheit betrifft? Wer würde es durchsetzen?" „Warum sollte es durchgesetzt werden müssen? Es würde freiwillig befolgt werden." „Aber angenommen� jemand würde sich weigern, es zu befolgen?". „Wir würden nachforschen, warum der oder die Be- treffende nicht unserer Meinung ist. Es dürste dann doch irgend ein besonderer Grund vorliegen." „Aber mangels eines solchen?" „Wir würden ihn auf seinen geistigen und sittlicheil Gesundheit szastand hin untersuchen." „Der Irrenarzt tritt an die Stelle des Polizisten!" sagte Mr. Burleigh. „Ich zöge den.Polizeimann vor." sagte Mr. Rupert Catswl. Angekl.: Sie drohten einander, daß sie sich bei den Eltern lvegen ihrer Beziehungen verpetzen würden. Der Bruder ließ es zu, daß seine Schwester einen jungen Menschen in die Wohnung mitnahm. Günther und ich tranken mit Ellinor nun viel Obst- wein und unterhielten uns. Dann war Günther plötzlich ver- schwunden und ich ging mit EMnor in ein Schlaszimmer; wo Günther hin war, wußte niemand. Vors.: War Ellinor nicht für Günther bestimmt gewesen, und hatte er nicht verlangt, daß sie geholt wurde? Angekl.: Das ist richtig. Vors.: Und nun überließ er sie Ihnen? A ngekl.: Ja. V o rs.: Was geschah nun in dem Schlafzimmer? Angekl.: Wir haben uns geküßt und einander genähert. Vors.: Sie hatten doch die Hilde gern und mm warfen Sie Ihre Gunst plötzlich über den Hausen? Angekl.: Ich habe eingesehen, daß es keinen Zweck hat. sich an ein Mädel festzukeilen, ich sagte mir: wenn die well so ist. bin ich auch so. Hilde gibi sich mit Stephan ob. dann mache ich es ebenso. Ich mar durch ihr rücksichksloses verhallen un» angenehm berührt und wollte ihr beweisen, daß ich mir aus ihr nicht soviel machte wie sie dachte. Vors.: Hat Günther sich etwa entfernt, um Sie urtf» Ellinor nicht zu stören? Angekl.: Nein, das war«ine ganz unberechenbare Laune von ihm, wie er sie öfter hatte. Im Schlafzimmer unter- hielten wir uns, Ellinor und ich, es ist aber ganz Intimes nicht geschehen. Inzwischen kam auch Hilde ins Zimmer zu uns. Es paßte ihr durchaus nicht, daß wir uns küßten und um- armten. Sie ging dann aber wieder weg zu Stephan. Nachher kam sie wieder m:d dann stellten wir fest, daß Günther den Hausschlüssel mitgenommen und uns eingeschlossen hatte. Wir glaubten, daß er uns einen Schabernack spielen wollt««Nd nach Mahlow gefahren fei. Hilde schlug nun vor, daß wir in der Wohnung nächligen sollten, Hilde mit Stephan und Ellinor mit mir. Ellinor hatte aber B e- denken, ob sie Erlaubnis von ihren Ellern bekommen würde, die Nacht wegzubleiben. Darauf erbot sich Hilde, die Erlaubnis einzuholen. Hilde kam mit einem negativen Bescheid zurück. Ellinor sollte sofort heimkommen. Sie ist dann auch gegangen. Kaum war sie weg. da hörten wir die Schritte von Günther. Stephan eilte ins Schlafzimmer zurück und Hilde verlangte nochmals, daß ich von Stephan rnchte sage. Ihrem Bruder sagte sie, st« gehe jetzt schlafen und wollt« nicht gestört sein. In der Küche tranken Günther und ich weiter. Er drang immer wieder in mich, ihm zu sagen, wer bei ihr s«. Ich hätte doch keinen Grund, es ihm. seinen Freund, zu verschweigen. zumal Hilde so schlecht an mir gehandelt habe. Ich sagt« ihm. der Name würde ihm unangenehm sei.n Darauf erwiderte er: Dann kann es nur Stephan sein. Meiner Anficht nach hatte er schon vorher diesen Verdacht. Ich gab e» ihm zu und da geriet er in fürchterliche Wut. Mit diesem Menschen könne er nicht unter einem Dach bleiben, er wolle Schluß machen mit dem Leben. Ich erwiderte, dann mache ich mit, und legi« meine Pistole auf den Tisch. Nun berietm wir lange, weil keiner als Letzter sterben wollte. Plötzlich ver- zerrte sich Günthers Gesicht und ein Schuh ging lo». Der Schuh ging dicht an meinem Ohr vorbei. At» Hilde herbeieilte, sagte Günther, es habe nichts zu bedeuten, sie hörte aber, als ich äußerte, daß ich beinahe getroffen worden wäre. Aus den weiteren „Das würdest du, Rupert," sagte Mr. Burleigh. als ob einer sagte„jetzt habe ich dich ertappt!" „Dann wollen Sie also sagen," fuhr er fort, und wandte sich mit einem besonders schlauen Ausdruck an die Utopen, „daß alle Ihre Angelegenheiten von besonderen Körper- schaften oder Organisationen— ich weiß nicht recht, wie ich sie nennen soll— durchgeführt werden ohne irgendeine Zu- sammenfassung ihrer Tätigkeit?" „Die tätigen Kräfte unserer Welt." sagte Urthred,„sind alle einander gleichgestellt, um die allgemeine Freiheit zu sichern. Wir besitzen eine Anzahl von Talenten, die sich der Rassenpsiichologie und dem Studium der Wechselwirkung geMeinschaftlicher Funktionen zugewandt haben." „Gut, stellt nicht diese Gruppe von Begabten eine regierende Klasse dar?" fragte Mr. Burleigh. „Nicht in dem Sinne, daß sie irgendeinen eigemnäch- tigcn Willen ausüben," sagte Urllzred.„Sic befassen sich mit den allgemeinen Beziehungen, das ist alles. Aber sie nehmen keinen höheren Rang ein, sie haben deswegen keine größeren Vorrechte, als sie ein Philosoph einem gelehrten Spezialisten gegenüber hat." „Das nenne ich eine Republik!" sagte Mr. Burleigh. „Aber wie sie arbeitet und wie es dazu kam, kann ich mir nicht vorstellen. Ihr Staat ist wahrscheinlich in hohem Maße sozialistisch?" „Sie leben noch in einer Welt, in der ungefähr alles Privateigentum ist. mit Ausnahme der Luft, der Land- straßen, der hohen See und der Wildnis?" „Jawohl," sagte Mr. Catskill,„Eigentum— und um- kämpftes!" „Wir find über diese Stufe hinaus. Wir hoben ge- funden, daß Privateigentum, außer in ganz persönlichen Dingen, für jeden letzten Endes eine unerträgliche Last war. Wir sind davon losgekommen. Ein Künstler oder ein Ge- lchrter verfügt vollkommen über das ganze Material, das er benötigt, wir haben alle unsere eigenen Werkzeuge und Vorrichtungen und haben unsere eigenen Räumlichkeiten und Plätze, aber fiir Handel und Spekulation gibt es kein Eigen- tumsrecht. Dieses streitbare, unruhebringende Eigentum sind wir vollständig losgeworden. Aber wie wir es los wurden, das ist eine lange Geschichte. Es war keine Sache von wenigen Jahren. Die Uebertreibung des Privat- cigentums war ein durchaus natürlicher und notwendiger Abschnitt in der menschlichen Entwicklung. Sie führte Aligaben des Angeklagten ging nicht klar hervor, ob er die Auffassung hatte, daß Günther zunächst ihn erschießen wollte und dann sich selbst. Aus die weitere Frage, weshalb er denn nun. nicht Güncher den Revolver weggenommen habe, antwortete der Angeklagte: Nachdem die Schwester hinzugetreten war, glaubte ich, er sei davon abgekommen.� Als dann aber Hilde weg war, wuchte in mir die Erinnerung an die vorlzergegcmgene Nacht wieder auf und mich ersgßle Eisersucht. Günther sägt«, er sehe nicht ein, weshalb wir beide sterben wollten, Stephan am Leben bleiben und sich mit seiner Schwester amüsieren sollt«. Ich fragte: Und deine Schwester? Er antwortete: Du hast doch allen Gnmd. Runmehr beschlossen wir. daß wir alle vler sterben sollten. Vors.: Das wurde nun auch bekräftigt? Angekl.: Ja, wir brachten den Plan zu Papier. Zuerst hatten'wir beschlossm, daß Günther Stephan und dann ich Hilde darauf ihn und zuletzt mich erschießen sollte. Er bestand nämlich darauf, daß ich auch ihn erschießen sollte. Ich schrieb verschieden« Briese an meinen Freund K. und einen aus Günthers Bedangen an eine Zeitung. Günther selbst schrieb einen Brief an„Das Weltall". Dos sollten unser« Abschiedszeiten jein. Als mir das später vorgelegt winde, habe ich nicht verstanden, daß jemand derartiges zu Papier bringen konnte. Verschiedene Briefe existieren ja noch. Andere lzatte ich schon verbrannt. Vors.: Wer sollte den Brief an das„Weltall" bekommen? Angekl.: Das weiß ich nicht. Günther meinte damit das ganze Universum. Wir standen unker der Ciawirkung des Alkohols. Vors.: Aber der Enischluß war ernsthaft gesaßt??ln- geklagter: Ja. Die Abschiedsschreiben. Nach Eröffnung der Nach mittagssitzung verlas Land» gerichtsdirektor Dust die Abschiedsschreiben des Angeklagten und Günther Schellers, soweit sie noch vorhanden sind. Das Schreiben von Günther Scheller an„Das Weltall" ist sehr verworren. Es enthält folgende Sätze: �„Liebes Wellall! Em winziges Stück des Organismus vergeht. Sei nicht böse darüber. Du wirft den Untergang einer Zelle nicht als Verlust empfinden, denn neue Zellen drängen sich zum Leben. Di« Zeit rollt weiter. Ein kurzer aufleuchtender Schein in der Gemeinwirtschnft der Menschen, und dann Staub und Asche." Schließlich ist noch die Red« von Klassen- und'Nasserigegcnsätzön zwischen.Weiß ussd Schwarz. Di«. Handschrift Schellers bricht ovtten im Satz ob. und es folgt ein Zusatz von Krantz, der abschließt:„Wir solle» un.d werden die letzten Konsequenzen ziehen" Auf einem Zettel von demselben Bogen und von Krantz beschrieben, steht:„In dieser Minute Verden Hans Stephan und Manne(Kosename für Hilde Scheller) sterben durch unser« Hand. Wir beide. Günther und ich. werden lächelnd aus dem Leben scheidenl" Der Angeklagte behauptete, daß dieser Zettel zu dem Brief an seinen Freund K. gehöre, während der Vorsitzende dieser Angabe widerspricht. Anscheinend handele es sich um die Fortsetzung des ersten Schreibens. Der Zettel stehe zu dem Schreiben in gedank- lichem Zusammenhang, während das Schreibe» an K. abgeschlossen sei. Das Schreiben von kranh lautet: „Mein lieber Fritz! Nimm diese Zeilen als letzten Gruß, den Dir Dein wirklich wahrhafter Freund sendet. Dir mag mein Schritt schließlich zu ungeheuerlichen Erlebnissen, aber nur durch diese ungeheuerlichen und katastrophalen Folgen erkannten die Menschen die notwendigen und natürlichen Grenzen des Privateigentums." Mr. Burleigh hatte eine Stellung eingenommen, wie er sie wahrscheinlich gewöhnt war. Er saß tief im Sessel, die langen Beine übereinander gekreuzt und ausgestreckt, den Daumen und die Finger der einen Hand mit peinlicher Genauigkeit gegen die der anderen gelegt. „Ich muß gestehen," sagte er,„daß mich die besondere Form der Anarchie, die hier �u herrschen scheint, außerordentlich interessiert. Wenn ich Sie nicht ganz mißper- standen habe, so geht jeder als Diener des Staates seinen eigenen Geschäften nach. Ich nehme an, daß eine große Anzahl Leute— Sie müssen mich verbessern, wenn ist etwas Unrichtiges sage— mit der Erzeugung, der Verteilung und der Zubereitung von Nahrungsmitteln beschäftigt ist: diese Leute erforschen, vermute ich, die Bedürfnisse der Welt, sie befriedigen sie und sie haben ihre eigenen Regeln, nach denen sie handeln. Sie stellen Forschungen an, sie machen Versuche. Sie sind niemandem verpflichtet, niemand zwingt sie, stört oder hindert sie.(„Man spricht mit ihnen darüber". sagte Urthred mit feinem Lächeln.) Und wieder andere er- zeugen, bearbeiten und studieren Metalle für allerhand Zwecke und haben gleichfalls ihre eigenen Regeln. Andere wieder sorgen für die Wvhnlichkeit eurer Welt, planen und errichten diese reizenden Wohnstätten, bestimmen, wer sie benutzen soll und wie sie benützt werden sollen. Andere widmen sich der reinen Wissenschaft. Andere versuchen sich in seelischen und phantastischen Möglichkeiten und sind Kunst- ler. Andere wieder lehren." „Diese sind sehr wichtig," sagte Lychnis. „Und sie alle tun es in Harmonie— und jeder qn feinem Platze, ohne zentrale Gesetzgebung oder Exekutive. Ich will zugeben, daß mir dies olles bewundernswert er- scheint— aber unmöglich. Nichts dergleichen wurde bis jetzt in der Welt, aus der wir kommen, auch nur vor- geschlagen." „Etwas Aehuliches wurde vor langer Zeit durch die Gildensozialiften vorgeschlagen," sagte Mr. Barnstaple. „Ach," sagte Mr. Burleigh.„ich weiß sehr wenig über die Gildensozialisten: wer war das? Erzählen Sie." Mr. Baniftaple lehnte diese Ausgabe stillschweigend ad. (Fortsetzung solgt.) unverständlich sehr,«ms ich jedoch' fmm» annehm«. Jhi magst eventuell wenig Wert darauf legen, daß Dich ein Doppel- und Selbstmörder mit seinem letzten Gruß beehrt. Jedoch, mcm eher ami Fritz, verstehe ich mich selbst vollständig. Liebe leitet mich zu dieser letzten Konsequenz. Ks gibt Mädel, deren Hingabe ein ja durchdringendes süßes Gefühl hervorrust, daß man es nie vergißt. daß man den Sinnesrausch und letzten Taumel nie vergessen kann." Es folgen dann Verfügungen als letzter Wille:»Meine werke fallen einzig und allein zustehen. Ich gebe Dir das volle Recht, sie in meinem Namen nach meinem Tode zu veröffentlichen. Ich wünsche Dir für die Zeit, die Du noch im Leben bleibst<2 Jahre?) alles Beste. Ich erschieße erst Hilde, dann Günther, vorher wird Günther Hans Stephan erschießen. Das ist die volle Wahrheit. Denke daran, daß mein Schritt die letzte Konsequenz eines vom Leben Getöteten ist. Günther ist vollständig einverstanden und grüßt Dich zum letztenmal." �Der Brief ist von beiden unterschrieben. Vors.: Was bedeuten die zwei Jahre? A n g e t l.: Wir hatten oft davon gesprochen, wie lange wir leben würden. Fritz K. sagte immer, er habe so eine Ahnung, daß er nur noch zwei Jahre leben werde. Eine Zigeunerin hott« es ihm geweisfagt. Vors.: Was geschah dann? An gel l.: Günther sprach von seinem haß gegen Stephan innner wieder. Er erzählte, daß er mit einem Herrn in dessen Auto n�ach Paris ge- fahren war, zu Hause aber erzählt habe, daß er eine Wanderung mache. Stephan habe der Kriminalpolizei und seinem Vater ver- raten, daß er einen anormalen Herrn begleitet habe. Er erzählte auch, daß er in Paris ganz ausschweifende Situatio- nen kenne«gelernt habe. Vors.: Wie äußerte sich der Ein- driuk dieser Dinge auf ihn? Angekl.: Es hatte ihm Spaß gemacht. Nachdem wir diese Briefe geschrieben hatten, versuchte Günther, ins Schlafzimmer einzudringen, es war aber verschlossen. Wir tranken weite? in der Küche und besprachen diese Dinge. Dann kam ich aber, als ich etwa» klarer geworden war. zu der Einsicht, daß alles doch eine Albernheit sei, und daß es keinen Zweck habe, aber Günther war nicht davon abzubringen. Dazwischen war auch Hilde zwei- mal in die Küche gekommen und hatte mit uns gesprochen. Wie es geschah und nachher. Vors.: Aber Güncher war entschlossen, zu schießen? Angekl.: Ich glaubte nicht, daß er allein die Tat ausführen würde. Ich weiß nur, daß er ins Schlafzimmer ging, als Ellinor morgens wiederkam und klingelte. Hilde war bei uns auf dein Flur und öffnete. Wir begrüßten Ellinor, und ich sah, daß GüMhsr ins Schlaf- zimmer ging. Die Tür stand offen. Während ich mich mit den Mädeln unterhielt, kam Günther heraus und sprach auch in i t uns. Dann ging er wieder ins Zimmer, und ich folgte ihm. Die Situation war so, daß ich annahm, Stephan sei schon weg. Ein Fenster war auch geöffnet. Günther sah sich im Zimmer um, und ich sagte zu ihm:„Es ist doch keiner mehr da." Ich war schon im hinausgehen und hatte die Hand aus der klinke, als ich die Schüsse fallen hörte. Als ich mich umdrehte. schoß Günther aus sich selbst. Nachdem ich gesehen hatte, was Günther angerichtet Halle, kniete ich nieder und nahm ihm den Revolver weg, denn ich wollte mich jetzt auch erschießen, aber die Mädel nahmen ihn mir weg. .Hilde rief dann den Arzt an. Vors.: Sie sollen dagegen gewesen 'seiu und gesagt haben, es sei bester, wenn es niemand erfahre. Angefl: Erfahren mußte man es doch. Ich habe nur gesagt, daß menschliche Hilfe vergebens sei. Der Arzt sagte mir, daß ich Unannehmlichkeiten haben könnte. Ich selbst sagte mir auch, daß ich ein« gewisse moralische Verantwortlichkeit habe. Ich fürchtete, daß meine erotischen Beziehungen herauskommen würden, und dann bestand auch noch der frühere Plan, Hilde zu erschießen. In dieser 'Angst hatte ich zu den Mädchen gesagt, sie' sollten«klären, der Revolver gehöre Günther. Vors.: Sie sollen ganz ruhig gewesen sein, auch der Arzt hatte diesen Eindruck, Sie haben sogar von ihm eine Zigarette verlangt. Angekl.: Das geschah in der Aufregung. Durch das Gefühl meiner moralischen Mitschuld und in meiner Angst hatte ich den Drang nach einer Zigarette, da ich fast die ganze Nacht nicht ge- raucht hatte. Der Vorsitzende hält Krantz vor, daß er vor dem Arzt und vor der Polizei wechselnde Darstellungen gegeben habe. Cr habe bestritten, überhaupt im Schlafzimmer gewesen zu sein, indem er erklärte, er wisse von nichts: ols die Schüsse fielen, habe er längst geschlafen. Dann habe er seine falschen Angaben immer mehr ein- geschränkt und sich immer mehr dem wahren Sachverhalt genähert. Angekl.: Ich war stets in großer Angst, daß meine Anwesenheit im Schlaizimmer einen Verdacht auf mich werfen könnt« und ich der Täterschaft bezichtigt würde, ganz abgesehen von meiner moralischen Mitschuld. Vor f.: Was sagte die Hilde, als sie ihren toten Bruder am Boden liegen sah? Angekl.: Günther, Günkher. mein armer Bruder. Vors.: Nach einer späteren Vernehmung will sie Ihnen„Mörder" zugerufen haben. Angekl.: So etwas hat sie nicht gesagt. Vors.: Welches Motiv trieb Sie nun zu Ihrer unseligen Vevab- redung? War es Eifersucht? Angekl.: Eifersucht war es nicht, ich war nur erbost, weil Hilde die Nacht mit Stephan verbrachte, nachdem sie die Nacht vorher bei Mir gewesen war. Auch eine große Traurigkeit war über mich gekommen. Damit war die Vernehmung des Angeklagten vorläufig beendet. und es wurden nunmehr vom Staatsanwalt, Verteidiger und den Sachverständigen zahlreiche Fragen an Krantz gerichtet. Die 16jährige Hilde Scheiter. Unter allgemeiner Spannung wurde dann, nachdem die Vernehmung des Angeklagten beendet worden war, die Hauptzeugin, die Ibjährige Hildegard Scheller, aufgerufen. Sie ist ein kleines, zierliches, außergewöhnlich hübsches Möd- che n, und mit frischer Gesichtsfarbe. Si« macht keineswegs den Eindruck von Verschlagenheit, sondern eher den eines naiven un- schuldsvollen B a ck f i f ch s. Landgerichisdirektor Dust wallte die Zeugin vereidigen, hiergegen erhob R.-A. Dr. F«ey Einspruch. Mit. erhobener Stimme ries er: Ich beantrage, die Zeugin Hildegard Scheller wegen Verdachts der Mittälerschaf» und well sie nicht sähig ist. die Bedeutung des Gerichts und dieses Falles wie de» Eide» zu erkennen, nicht zu vereidige«. Rechtsanwalt Dr. Frey weift ferner darauf hin. daß Herr Sch-ller während, der verhandln»? feine Tochter Hildegard den Journalisten gegen Entgelt zum Interviewen vorsührle. Der Vor- sitzende, Landgerichtsdirektor Dust, ruft daraufhin Herrn und Frau Scheller in den Gerichtssaal und verwarnt sie. Glsichzcttig beinertt der Vorsitzende bei dieser Gelegenheit, daß schon über derartige Dinge einiges in der Presse gestunden habe, und daß er die Sensations- hascherei, msbesovde« da» Interviewen in diesem Prozeß verwickel- . ter Persönlichtetten, iv der schärfsten W mißbilli» ««9 müsse. Es entspann sich hierauf zwischen Staatsanwalt und Verteidiger eine Debatte, ob Hilde Scheller zu vereidigen ist oder nicht. Das Schwurgericht lehnte nach längerer Be- ratung den Antrag der Verteidigung, Hilde Scheller nicht zu vereidigen, ab. Es fei keinerlei An- Haltspunkt hervorgetreten, daß die Zeugin irgendwelcher Teilnahme an den hier zur Aburteilung stehenden Straftaten verdächtig fei, ins- besondere einer Nichtanzeige von dem Vorhaben des Mordes. Weiterhin fei nicht dargetan, daß die Zeugin wegen mangelnder Ver- ftandeskraft oder Geistesreife von dem Wesen und der Bedeutung des Eides keine Vorstellung habe. Das Gericht hat außerdem be- schlössen, die Zeugin Hilde Scheller vorzuoereidigen. Eine Proiokollicrung des von der Verteidigung erwähnten Vorganges lehnte das Gericht ab. Nach weiteren Einwendungen des Vertei- digers wird der bisherige Gerichtsbeschluß erneut bestätigt und unter Anrufung Gottes leistete Hilde Scheller mit vruillcher Skimme den vorgeschriebenen Zeugeneid. Unter allgemeiner Spannung und lautloser Stille macht« dann Hildegard Scheller ihre Aussage, zwar ziemlich klar, aber mit verschiedenen Stockungen. Vors.: Wie gestalteten sich die Beziehungen zu Krantz? Zeugin(nach einigem Besinnen): Zuerst habe ich mich gar nicht um Paul gekümmert, bis mein Bruder mir sagte, daß Paul so Vezittsausschuß für sozialistische Vildungsarbeit Sonntag, den 12. Zebruar 192», vormittags 11 Ahr, im Großen Schauspielhaus, Karlstraße.' proletarische Feierstunde Achtzehn hundert achtundvierzig Achtzigste Gedenkfeier der Bevolutton/ Männerchöre, Dichtungen der Zeit, Dokument«, Briefe, Szenen und Sprechchor Mitwirkende: Sprechchor für proletarische Feierstunden Einzelsprecher: Margarete Schon, Lothar Müthel, Heinrich Witte Berliner Lendvai-Ehor(Namenlos), Dirigent: Georg Schumann Festrede: Landtagsabg. Hermann Lüdemann/ Eintrittspreis 1 M. schöne Gedichte mache, und meine Freundin Ellinor mir mitteille, Paul könne sich sehr gut unterhalten. Dann erzählte mir mein Bruder noch, daß Paul zu haus sich nicht wohlfühlte und liederlich fei. Infolgedessen kümmert« ich mich mehr um ihn, sorgte für seine Anzüge, und so gewann ich ihn schließlich sehr gern. Bor f.: haben Sie sich auch geküßt? Zeugin(schweigt und sagt dann schließlich): Ja. Bars.: Dabei ist es auch nicht geblieben? Zeugin: Nein. Mit niedergeschlagenen Augen und wegen der Peinlichkeit der Situation mit dem Weinen kämpfend, sagt sie schließ- lich: Wir sind auch weitergegangen, aber zu einem Bertehr ist es nicht gekommen. Es war nicht Liebe. Vors.: Was hatten Sie denn für einen Eindruck von Krantz? Z e u g i n: Ich glaubte, er hätte mich gern. Vors.: Wer war nun der tätigere Teil von Ihnen beiden? Zeugin(langes Schweigen), dann sagt sie endlich: Ich weiß nicht, was Sie damit meinen. Vors.: Ist nicht ein sexuelles Begehren in Ihnen aufgetaucht? haben Sie ihm vielleicht etwas nachgegeben? Zeugin: Etwas ja. Nunmehr kommett die Borgänge des kritischen Sonntags zur Sprache. Hildegard Scheller erzählt darüber: Wir gingen zum Hotel „ExZelsiok" tanzen. Verabrede termaßen holte mich Pauk am Abend ab. Wir gingen nach Haufe und wollten Schlafengehen. Günthers Kammer war verschloffen. Wiederholt oersuchte ich, hineinzugehen, indem ich klopfte, aber Günther schlief schon. Da sagte ich zu ihm, er solle sich auf den Boden Schlafen legen, wahrend ich unten bei dem Mädchen mich niederlegte. Schon war ich halb im Einschlafen, als mir einfiel, daß Paul oben keine Deck« hatte. Ich brachte ihm eine hinauf und dabei haben wir uns dann geküßt. Vors.: War das eine verabredete Sache? Zeugin: Nein. Vor f.: Aber es war vielleicht ein stillschweigender Wunsch was sich dann ereignete. Zeugin: Ich habe an sowas nicht gedacht, sonder» wirklich nur an Küssen. Vors.: Beim Küssen ist es dann aber nicht geblieben? Zeugin: Wir sind weitergegangen, aber auch jetzt ist es zu einem Verkehr nicht gekommen. Vors.: Gingen Sie wirklich nicht weiter als vorher.— Die Zeugin kämpft mit sich und antwortet schließlich: Ich habe ihn aus Ekel weggestoßen. Die Zeugin belzauptet dann weiter, daß sie höchstens zehn Mi- nuten oben bei Krantz geblieben sei und erzählt nun, wie sie am nächsten Tage in das Buremi ihres Baters fuhr. Am Abend wollte sie mit einem Bekannten, der sie eingeladen hatte, in das Theater gehen. Als dieser aber absagte und es nun bereits Wend geworden Dr. Karl Hagemann beginnt seine Tätigkeit als Schauspielregisseur mit der Inszenierung von Oscar Wildes„Salome". Das Debüt steht von vornherein imter eineni glücklichen Stern. Denn dieses Drama ist für den Rundfunk geeignet wie kaum ein anderes. Die Bühnenoorgönge erscheinen mir als Illustrationen zum Wort, zu Sätzen, die farbig glitzern und von schwerer barocker Kostbarkeit sind. Di? Menschen sprechen unentwegt, und der chörer kann sich aus den Worten«in plastisches Bild von den Bühnenvorgängen formen. Der Rundsunkregisseur hat darum nicht viel Mühe, durch Striche und Umstellungen das Geschehen zu verdeutlichen. Er kann sich darauf beschränken, den t-timmungsgehalt der Worte herauszuarbeiten. chagemann streicht trotzdem, um die chandlung zu konzen- frieren. Sonst betont er das Balladenhafte der Dichtung., indem er Theo Mackeben ein« Begleitmusik schreiben läßt, die leit- inotioisch den Refrain der Reden unterstreicht. Doch den Akzent legt Hagemann auf die Charakterisierung der Menschen, aus die Modellierung der Sätze. Selten ist im Berliner Rundfunk so sinngemäß und nuanciert gesprochen worden, wenn auch einige Darsteller nicht immer genügen. So Grete Iacobsen, die Salome, stellenweise eher Girl als dekadente Prinzessin mit orientalischen Allüren. Doch trägt in ihrem großen Dialog mit Iochanaan die Stimme sinnliches Verlangen, während die Schauspielerin in der Schlußszene versagt und zu deklamieren beginnt. Die Ueberraschung des Abends ist Alfred Braun, der an Stelle Steinrücks den Hcrodes spricht. Die Stimme hat plötzlich alles Monotone, Tenorhafte verloren. Braun zeigt sich diesmal als Gestalter, als Cliarakterdarstcller, alz Künstler von starkem Ausdruck. Hagemann scheint der Regisseur zu sein, der die Farbe einer Dichtung auch sin Rundfunk zu geben versteht, der das Wort zu beleben weiß und der dabei immer auf die Eigenart einer Sendung Rücksicht nimmt: Der Auftakt seiner Tätigkeit ist zedenjalls verheißungsvoll. F. S. war, wollte Hilde Scheller bei ihrer Freundin Ellinor übernachte«. Auf dem Wege dorthin kamen sie an chrer Steglitzer Woh- n u n g vorbei und wollte oben einmal nachsehen. Als ich oben war, kam mir mit einemmal der Gedanke, den Stephan zu be- grüßen und telephonifch ihn zu mir zu bestellen. Ich wollte jedoch nicht zu Hause mit ihm bleiben, sondern mit ihm zusammen spazieren gehen. Vors.: Woher kam das plötzliche Interesse für Hans Stephan. Er war doch aggressiver als Krantz, wie Sie van früherher wußten. Haben Sie vielleicht an die Nacht vorher gedacht? Zeugin: An so etwas habe ich bei dem Telephomeren wirk, lich nicht gedacht. Nach einigen weiteren Fragen des Vorsitzenden, die diese An- gaben nachprüfen fallen, wurde die Vernehmung der Hildegard Scheller abgebrochen und die Verhandlung gegen 7 Uhr abends auf den heutigen Freilog stüh, gls Uhr, oertagt. Die Vernehmung der Hildegard Scheller wird voraussichtlich noch den ganzen Freitag in Anspruch nehmen. Bergmann undJacoby gegenübergestellt pfandleiher Winter und Herr v. Knebel-Döberitz. Gestern hat die langerwartete Gegenüberstellung des Kaufmanns Sally Bergmann vom Allgemeinen Lombard- und Lager- haus mit dem Staatsanwaltschaftsrat Walker Jacoby I endlich stattgefunden. Leide bleiben bei ihren Aussagen: Jacoby will in gutem Glauben gehandelt haben, während Bergmann nach wie vor erklärt, daß Jacdby über die Vorgänge in der Firma unterrichtet gewesen sei. Iin Verlauf der Untersuchung gegen Jacoby hat sich heraus- gestellt, daß Dr. Jacoby andere Geschäfte ohne Kenntnis feiner vorgesetzten Behörden gemacht und bei sonderbaren finanziellen Transaktionen mitgewirkt hat. lN2k lernte Jacoby«ine Frau Et. kennen und übernahm ihre juristische Vertretung in«in-r Aufwertungssache. Der verstorbene Mann der Frau St. hatte in der Inflation ein Haus oerkaust, und die Witwe verlangte nun eine Aufwertung. Jacoby verhandelte mit dem unlängst verurteitten Bankdirektor K u n e r t, dem Borsitzenden der Gesellschaft, die das Haus gekaust hatte, und verlangte eine Kapttalaufivertung. Kunert schlug vor. er wolle der Witwe eine Leibrente von jährlich 1140 Mark zahlen. Jacoby riet seiner Mandantin zur An- nähme, erwirkte sich aber von ihr gleichzeitig die bindend« Erklärung, daß sie für das Zustandekommen des Ausgleiches ihm lll Proz. der zugesicherten Jahresrente lebenslänglich zahle. Frau St. nahm dies Verlangen an und hatte monatlich an den Staatsanwaltfchaftorat 12MarkProvision abzuführen. Auch diese unerlaubte Tätig- keit wird besonders untersucht werden. Die Untersuchung im Fall Winter hat inzwischen soviel Be- lastungsmaterial zu Tage gefördert, daß man wahrscheinlich in Kürze zur Schließung des Geschäfts schreiten wird. Winter hat sich nämlich zur Täuschung kapitalkräftiger Geldgeber mit einem Graf v. Knebel-Döberitz in Berbindung gesetzt, der früher ein großes Gut befaß, dann aber wegen Berfchwen- d nngsfucht entmündigt ist und in der letzten Zeit eine Reihe von Handlungen verübt hat, die ihn noch mit dem Strafrichtcr in Konflikt bringen dürften. B. Knebel-Döberitz hat Winter einen Schuldschein in höhe von 1 Million Mark ausgestellt, und mit diesem Dokument konnte Winter feinen Kapitalgebern gegenüber operieren. Die Schuldverschreibung des Hern v. Knebel besagt, daß das Dar- lehen von 1 Million Mark auf die Herrschaft Spülshagen eingetragen werden solle, sobald v. Knebel da? Majorat übernehmen würde. Selbstverständlich ist dieses Abkommen völlig werllos, da v, Knebel kein Recht besitzt, finanzielle Transaktionen auszuführen, die fein Gut betreffen. B. Knebel hat jedoch auch in anderen Finanz- ossären bereits eine wenig rühmliche Rolle gespielt. So hat et versucht, von der Stadt B i e s e n t h a l ein Darlehen in Höhe von Si) 000 Mark zu erhalten, und verpflichtete sich, dies« Summe hypo- thekarisch als Grundschuld auf das Gut eintragen zu lassen. Dn v. Knebel sehr sicher auftrat, zahlte die Stadtverwaltung ihm sofort lZOOO Mark an. und der Rest der Hypothek war bereits dein Notar zur Auszahlung überwiesen, als man erfuhr, daß v. Knebel entmündigt imd daher unfähig fei, Rechtsgeschäfte abzu, schließen. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin. Kartrn jnt Pr»let»risSc» Jfrictfhrnpc cm Sonnina, IX S'tanat, find an ermäßigtem Preise im Zugendsekretariat zu haben. Ui M _j Politischer Inform-tion-obend heute, ssreitag, 1». ssedruar, pHnMich t j u IS'- Uhr, in der Aula der schule Sochstr. tZ. Thema:»Prinziv und N Taktik." Si ose reut SB. Sallman». ßi «bteilnngoleiter, liesert umgehend die Rärzprogromme ob. Heute. Freilag. 10. Februar. 19.'� Uhr: Hanl«: Jugendheim Dochumer Str. Bd.„Alt-Berkiner Humor."— SRna- bit 1: Augendhcim Woldenierstr. 21.„Att-Berliner Humor."— SSocHit II: Jugendheim Lehrter Str. 18/19.„Ereiguisse im Jahr« 1927."— Hohenichön- Hausen: Jugendheim Zreieuwalder Str. 5 8. Glaßbrenncr.ZIbend.— Rordosten: Jugendheim Tanziger Str. 82.„Die Bedeutung der Gewerkschaften."— Sinsen» thaler Borstadt: Zuqendheim ZeHdenieker Str. 35.„Zugend und kommend« Wahlen."— Kcißeuicc: Jugendheim Porkstr. Z8. Lichtbrldcroortrag:„Sozio- lisiischer Aufstieg."- Zentrum: Jugendheim Landsberger Str. 50.„Was wir wollen."— Andreaaplag: Zugeudheim Brommystr. 1. Diskussionsabend— »altenplatz: Jugendheim Tilfiter Str. 4 5.„Bub«und Mädel."— Stralauer Biertel: Zugendbcim GoHlerstr. Bl.„Die kommenden Wahlen."— Warschauer Viertel: Jugendheim Litauer Sir. 18.„Wir und das Reichsbanner."— stott» bnsser Tat: Jugendheim Aula der Schule Reichenbcrger Ecke Grstnaurr Strohe „storl Marc, sein Leben und fein Birken."— Schöneberg Ii Jugendheim Souptstr. 15.„SAZ. und Krieg." 2. Teil.— Westen I: Jugendheim Haupt. straße 15.„Der Tanz in der Zugentbewegung und in der bürgerlichen Gefell» schast."— Halensec: Zugendheim Schule Zoachim.Zriedrich.Str. 55/58.„Ar. beiterdichtcr und ihre Werke."—»ohaadorf: Zugendbcim Wachtelstr. 1, bei Mohr.„Die Beruisschule."— Köpenick: Zugeudheim Grünauer Str 5. >i-klavenaufstände im alten Rom."—»avmlchulenweg: Zugendheim Ernst. fttaBc 18.«ternwarte.Zilmobend:„Die Äinderrepublik Seeiaoin."— Nieder. schönem«!»«: Zugeudheim Berliner Str. A. Sternwarte.Zitmabend:.Di« Aindrrrepublii Seekamp."- Irepiaw- Zugendheim Elsenstr. 3. Sternwarte. Filmabend:»Die Sinberrepublik Seekamp.�— Lichtenderg.Siaid: Dosseftr. 22. �Zisgend und Partei."— Riederschönhauseii: Zugendheim Blonk-nburger vlrahe 70/7t.„Unsere Zeitschrift."— Panlaw s- Zugendheim Görschsir. I. Wir lesen Tageszeitungen.- Paakaw N: Zugendheim Zchule«aiser.FriedriM. vtraB->i D-„Alt-Beriiner Humor."— Tegel:„Bub und Mädei." Die Gr. noslfii aus den Gruppen des Werbebezirks stnd uns herzlichst willkommen.— Renkolla, Aelterengrupp« if; Der Heimabend fällt aus. Wir beteiligen uns aä der ,>'NtralDfrnnsiaIIung der Organisation.— Falkpla» N: Zugendheim GIc:msir. 49.„Technik der Urzeit." .. Werbe bezirt Schonederg: Die Besprechung zur Morgenfeier findet heute pünlilich 30 Uhr trn Zugendheim Hanptstr. 15, Pommernzimnicr. statt. Es nehme» teil: stinderfreundc, Jungsozialistcn, Touristenverein„Die Natur« srcundr(Wien), ZdA..Iugerid, Schwimmer, Turner, Sportler und SAZ. * «erbebezirk Prenzlauer Berg: Am Sonntag, lZ. Februar, 19 Uhr, im Altersheim Danzigcr Str. 82 Heiterer Abend «erbebezirk Wedding: Festabend am 11 Februor. 30 Uhr. in der Aula de, Schiller-Lnzrums. Pank- Ecke Bötige-stragd. AuMihrunq de» Sommernacht� traums. Mitwirkende: das Orchester der Aufbaufckiule Rrukölln, der Singlrei, und d:e Lpielgemeinschaft der SAZ. Starten zum Preise von 40 Pf. im Zugendsckrctariat zu haben. Wcrbebezirk Reinickcndors: Die Gruppen werden gebeten, lich au der Set- onftoltuiig� des. Wcebebezirks Wedding am Sonnabend zu beteiligen. Werbe bezirk Renlölln: Die Wanderleiterkonferenz findet nicht heute, sonder» erst Montag, stall. allein Aerzllich«apfrßita. Melwillioaeafach bewHrt. Packung 15 pfg. Berlins„Boulevards".- Ring« und Ausfallstraßen.- planmäßige Einheitlichkeit. für die Äusgestaltunq Jahrzchms wird in Berlin steht vcrkehrstechnisch vor Aufgaben, wie sie niemals einer Großstadt in einer so knapp bemessenen Zeitspanne gestellt worden sind. Die Frage des Ausbaues der öffentlichen Verkehrsmittel ist ebenso dringend wie die Frage der «traßengestaltung. Das Programm des Verkehrsneftcs während des nächsten wenigen Wochen dem Gemein- schoftsausschuß der nunmehr ver- eil, igten städtischen Verkehrs- gesellschaften vorgelegt werden. Heute schon liegt uns ein groß- Zügiges Projekt für den Ausbau des Straßennetzes während desselben Zeitraumes vor, das der Dezernent für das Tiesbauwesen Berlins, Stadtbau- rat Hohn, soeben der öffent- lichcn Kritik unterbreitet. Die Denkschrift, die der Stadtbaurat mit einer Füll« von Karten- Material vorlegt, ist schon des- halb besonders erireulich, weil sie sich nicht in Phantastereien und utopischen Plänen austobt, sondern bewußt und folgerichtig an die bisherige Entwicklung des Berliner Verkehrs und an die daraus basierende bisherige Ge- staltung des Straßennetzes a n- knüpft. Es gilt also nicht, irgendwelche neuen Straßenzüge zu„erfinden", sondern die bereits vorhandenen nach den sich von Jahr zu Jahr steigernden Anforderungen des Verkehrs auszubauen. Di« Lösung, die die Denkschrift vorschlägt, ist darum so einfach wie das Ei des Kolumbus. Sie Unterscheidet Ausfall-,.Ring-, Schnellverkehrsstraßen. Die Ausfall st raßen sind die Schlagadern des Verkehrs. Für den Norden, Osten und Süden genügen die bestehenden Straßen nvch für längere Zeit. Für den Westen und S ü d w e st e n aber, also für den gc- samten Verkehr nach den großen Industriegebieten in Rheinland-Westsalen einerseits, in Mitteldeutschland(Halle— Bitter- seid) andererseits sehten hinreichend leistungsfähige vcrkehrsstraßen. Die Ueberlastung der Strecke Wannsce— Werder ist in den letzten Mähren wiederholt mit Recht Gegenstand der örsentlichen Kritik gewesen. Hier sieht der Eistwurs den sofortigen Ausbau der dafür geeigneten Entlastungsstraßen vor, indem sowohl in der West- wie in der Südwcstrichtung je zwei durchlausende Straßen- züge aus dem Weichbild Berlins herausführen sollen. Der inter- essanteste Teil de» Projektes beschäftigt sich mit dem Ausbau der „Ringstraßen" in Berlin, also jener Straßcnzüge, die unter Umgehung der Hauptverkehrszentrcn eine möglichst schnelle Ver- Hindling der einzelnen Stadtteile gewährleisten sollen. Auch der gewiegteste Kenner des Berliner Straßennetzes wird staunen, wenn er aus der Hcraushebung der in Betracht kommenden Straßen- züge auf einmal sieht, daß unsere Reichshauptstadt schon seit langem mindestens drei verkehrswichtige„Boulevards", genau so geschlossen wie die Pariser, besitzt, die die großen Ring- slrahen der Zukunft abzugeben berufen sind. Der innerste Ring wird gebildet vom Halleschcn Tor ab durch die Girschiner, Skalitzer Straße usw. bis zur Danziger Straße im Norden: er geht dann über den Stettiner Bahnhof und den Großen Stern in den Zug des Landwehrkonals über. Der zweite Ring liegt fast 3 Kilometer von diesem entsernt. Er führt von der Tempelhoser Dorsstraße bis zur Elsenstraßc in Treptow, setzt dort auf einer neuen Brücke über die Spree und läuft über Bornholmer, Scestraße zum West- Hasen. Im Bereich von Charlottenburg muß wiederholt zu Ein- bahnstraßen gegriffen werden, so z. B. von der Schlohbrückc und am Bahnhos Charlottenburg. Der Ring schließt sich dann über den Hochmeisterplatz in Wilmersdorf, Westfälische Straße usw.. bis Darmbeschwerde»» infolge von Verdauungsstörung. Biel« an Leibschmerzen Leidende begehen ojt den großen Fehler, bei der Behandlung dieser Beschwerden nicht auf den Magen zu achten. Wenn Sie Leivschmerzen haben, ist meistens mich Ihr Magen nicht in Ordnung. Wenn der Magen nicht richtig arbeitet, leiden auch die Därme. Behandeln Sie Ihren Magen auch bei Darmbeichwcrden mit Biserirter Magnesia. Biscrirte Magnesia neutralisiert den Ueberschnß von Säure im Magen, so daß der Verdaunngsprozcß schmerzlos vor sich geht. Indem man schon dem Magen hilft, diese wichtige Verrichtung normal auszuführen, wird die Ärbeit der Gedärme bedeutend erleichlert, und Schinerzen werde» bald verschrvinden. Biserirt« Magnesia ist in jeder Apotheke "�äBichtig! hüten Sie sich vor Nachahmungen und bestehen Sie daraus, nur die echte Biserirte Magnesia zu erhalten, die den Romen Bismag CR». Condon trägt. er in den Sachsendämm und damit wieder in die Dorsstraße ein- mündet. Der dritte, der„Außenring", verbindet' die einstigen Bor- orte an der Peripherie, also z. B. Lichtenrade, Buckow, Oberschöne- weide, Karlshvrst, Blankenburg, Tegel,.über die Avus nach Schlachtensee, Düppel, Schönow, Lichterfelde. An den Stellen des stärksten Autoverkehrs sollen besondere„Schnellverkehrsstraßen" Das künftige Straßennetz Berlins.— Ring- und Ausfallstraßen mit den neuen Straßennamen. gebildet werden, also z. B. stn Zuge der Kaiserallee, der Kantstraße, des Kurfürstendamms, der Urbanstraße, Koiser-Friedrich-Straß« usw. Für jeden dieser Straßentypen sieht der Entwurf besondere Straßenquerschnitte» vor. Selbstverständlich liegt in allen Straßen die Straßenbahn in der Mitte auf einem besonderen Gleiskörper. Von dieser Regel, wird nirgends mehr abgewichen. Die Breite der ein- zclnen Fahrdömme mit Richtungsverkehr ist je noch der Bedeutung der Straß« verschieden. Sic beträgt außerhalb des bebauten Ter- AusImo des torfiMT StrtftonetzB, fttfüfnndtaiH« ffr HiuftwMn�rafc* i 0 � V i 9 K vi --!' fTX QQ�J-Ä|-, V- Si .00.- V«f-e-u*— l»— U- r UM MK»r«*tv MaM -QQO-j •*-— a-•«- ---- lyt- Endgültige und provisorische Querschnitte der wichtigsten Verkebrsst aßen. roins 8 Meier, Innerhalb 7,5 Meter. Es sind ober Zwischen- lösu'ngen vorgesehen, um die Anlagekosten nicht auf eisten zu kurzen Zeitraum zusammenzudrängen. Bei den Ausfall- und Ring- strgßen ist besonderer Wert auf praktische Radfahrwege gelegt. An den wichtigsten Knotenpunkten dieses„Spinnennetzes" des Verkehrs sollen nach und nach regelmäßig Krcisplätze mit einem Halbmesser von mindestens 150 Meter angelegt werden. Der Gesamtplan soll in drei Bauab- schnitten von je 5 Zähren, ins- gesamt also in 15 Zähren, von innen nach außen durchgeführt werden. Er wird einen jährlichen Kostenauswand von IS Millionen Mark erfordern, wobei etwaige Durch- brüche, Erwerb von Stroßcnland usw. allerdings nicht mit«inbe- rechnet find. Der Entwurf sieht endlich eine U n> b e n c n nu n g oller dieser Vcrkehrsstraßen vor, die lediglich. den Zwecken des Verkehrs dienen soll. Die Ausfall- straßen sollen z. B. den Namen des Fahrzieles, die. Ringe den Namen des Ortsteiles trägen. Je noch der Lage innerhalb der Ringe soll es in Zukunft„Stra- ßen",„Alleen" uird„Landstraßen" geben. Sehr wenig glücklich er- scheint die Benennung des in- ncrstcn Ringes nach den deutschen Stämmen: mit den Zwecken des Verkehrs haben diese Nomen nichts zu tun. Doch die Frage der Straßennamen ist von untergeordneter Bedculung. I« nächster Zukunft wird eine solche Vereinheitlichung nicht in die Debatte gc, zogen werde» können. Die Hauptsache ist der Plan des sysleivakischen. einem einheitlichen Gedanken folgenden Ausbaues unseres Straßennetzes. Und soviel dars schon jetzt gesagt werden: Man mag manche Einzelheit dieses Planes kritisieren, abändern können — in den großen Zügen wird und muh er jedenfalls durchgeführt werden. Und wir können es nur mit unverhohlener Freude bc- grüßen, daß mit der Fortwurstclei Schluß gemocht werden soll, daß nun endlich ein seslcs Programm ausgestellt wird, das das Gesicht der Reichshauptstadt im nächste« Zahrzel>nk im voraus fefttegt. Größ-Berlkn wird die Bor teil« seiner Verein- h ei t l I ch ntig nun auch aus denr Gebiete des Stroszenbaües' in vollem Umfange sich zunutze machen können. Aus den Bezirken. «. Bezirk- Krcuzberg. In der letzten V e z i r k s v e r s a m m l u n g erfolgte die Vor- stondswahl. Das Bureau wurde mit.dein Genosten'Ä e k b er als 1. Vorsitzenden in seiner alten Zusammensetzung wiedergewählt. In sachlicher Begründung gab der Genosse Bartelmann der in Sport- und Jugendkreiscn herrschenden Unzufriedenheit mit dem Stand der Spiel- und Sportplätze sowie Jugendheime im Bezirk Kreuzberg Ausdrucks Der U r b a n s p i e l p l a.tz soll bekanntlich mit Einschluß des Straßenbahnhofs dem Neustau einer Ge- wer beschule für das graphische Gewerbe Platz machen, ohne daß vollgültiger Ersatz vorhanden ist. Auch das Jugendheim Reiche nbcrgcr Slraßc lik, in dem wöchentlich durchschnitt- lich 25 Jugcndgruppen tagen, soll wegen Vergrößerung der Schlaf- räume für die Feuerwoäimannschaften verschwinden, ohne daß Ersotzraum geschaffen ist. Unser Redner schlug vör, in einem sofort zusämmenlretendcn Neunerausschuß diese wichtige Frage zu prüfen, um gcmciistam mit den, Bezirksamt wirksame Abhilfe za schassen. Bürgermeister Genosse Dr. H c r z begrüßte diese An- regung und versprach, daß der Spielplatz mcht eher entsernt werde, bevor der volle Spiel- und Sportbetrieb aus einem anderen Platz in der Nähe des alle» aufgenommen werden könne. Einsetzung des Ausschusses wird beschlossen. Eine Vorlage des Bezirksamts will die«zragc der G l c i s k ö r p e r v e r l e g u n g der durch die Gneisen au- und P o rck st ra ß c sahrcndeii Straßenbahn in anderer Weise regeln als bisher vorgeschlagen, da bekanntlich um die Erhaltung der erst neu geschaffenen Mittelproinenodc in der Gneisenoustrohe ein Streit zwischen Bezirksamt und.zentraler Deputation entbrannt ist. Nach dem neuen Vorschlag sollen die beiden Gleise südlich von der Promenade und in direktem Anschluß an sie aus den Fobrdomm verlegt werden. Sollte der aus 0 Meter ver. kleinerte Fohrdamm dein Verkehr später nickst genügen, so können die Borgörten beseitigt werden. Die Bezirksversannnlung stimmte dem Vorschlag ohne Debatte zu. Angenommen wurde ferner ein vom Genossen Klenz begründeter Antrag, der den Magistrat er- such», für Anbringung von Auskunsiiaseln in allen Hausfluren der Groß-Berliner Häuser zu sorgen. Die Tafeln sollen Angabe» über den nächsten Feuermelder, II n s a l l st a t i o n, Polizei- r e v i e r, den zuständigen W o h l j a h r t s- bzw. Bezirks- üderzib» man nur bm Jtatfnutt» d-, Deultcken Mu!U»rv,cband«s.>B?rIin.«orn- mandantenstr. 63/61 Dönhoff 3277-7S. «clchöftozel» 9—5. Sonnlag» 10-2 Uhr. auf Wunsch: Ltrttilerbcsuch. „Ich hafte als Gymnasialschüler und als Student an der Universität oar viel art Zahnschmerzen zu leiden, da ich leider von niemanden zu einer zweckmäßigen Behandlung meiner Zähne angeleitet wurde. Es gab in meiner Studienzeit keine Schulärzte und man ging eben nur zu einem Arzte, wenn man die Schmerzen nicht mehr ertragen konnte So verlor ich während meiner Studienzeit 2 Mahlzähne und 2 Stockzähne Da erfuhr ich durch irgend ein Inserat— ich weiß nicht mehr wo— von Chlorodont. Seitdem benütze ich täglich Chlorodont zum Reinigen der. Zähne und der Mundhöhle— vielfach zweimal am Tage— und es wäre mir heute unmöglich, Chlorodont Entbehren zu müssen. Seitdem ich Chlorodont gebrauchte, hatte ich niemals mehr Zahnbeschwerden. Ich habe noch alle Zähne mit Ausnahme der vier, die ich in meiner Jugend verlor. Meine Zähne sind weiß wie Elfenbein und allseits werde ich darum beneidet.* Professor P.J.L, H.LT.(Oriäinaibriek bei unserem Notar hinterlegt.)_ überzeugen Sie sich zuerst durch Kauf einer Tube zu 60 Pt, große Tube 1 Mk. Chlorodont-Zähnbürsten 1.25 Mk., für Kinder 70 Pf. Ghlorodortt-Mundwasser Flasche 1.25 Mk, Zu haben in allen Chlorodont- Verkaufsstellen. Lassen Sie sich durch angeblich billigere Preise, dafür aber weniger Tubeninhalt, nicht irreführen. Verlangen Sie ausdrücklich eckt Chlorodont und weisen Sie jeden Ersatz dafür zurück. Urteil: * Vorsteher u. a. entholtev. Bei der Beratimg der Vorlage über die Umbenennuiig der doppell in Grotz-Bcrlin vorkommenden Straßen wurde die Versammlung vertagt. 9. Bezirk- Wilmersdorf. Die Bezirksversammlung am I. Februar lSZL gab den Rechtsparteien erwünschte Gelegenbeit, gegen die ihnen so unbequeme Zentralisierung Groß'Berlins zu polemi- sieren, indem sie gegen den neuen Toris des ElektrizitätswerkH„Süd- west" Sturm liescn, der vom 1. Januar ab dem Tarif der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke angepaßt worden ist.— Gegen den Taris der Stadt Berlin von 1« Pf. je Kilowall gegen bisher— 35 Pf. hat natürlich niemand etwas einzuwenden: aber die Fest- setzung der Grundgebühr noch dem Zöhlermeßbereich, wobei die Inhaber von Piclzimmerwohnungen mit ihrer großen Fülle von Brennstellen gerechtcrweise mehr zu bezahlen haben, als die Mieter von Mittel- und Kleinwohnungen, paßt den Herrschaften ganz und gar nicht— sie mußten jedoch die Belehrung einstecken, daß die Teilnehmer am Stromnetz, die sich Hunderte von Brcnnstcllcn zur Verfügung halten, das Elektrizitätswerk nötigen, sich mit seinen Betriebseinrichtungen, der Belegschalt usw. auf die entsprechende Stromabnahme einzurichten, und diese ständige— sozusagen— Zlrbeitsbereitschast muß natürlich abgegolten werden. Ab- gesehen davon wäre es unbillig und unsozial, wenn die- jenigcn, die sich eine luxuriöse Beleuchtung leisten, aus Kosten der minderbemittelten und sparsamen Verbraucher nur wenigen Brennstelle»— den elektrischen Strom verbilligt erhalten.— Eine lebhost« Aussprache entfesselte die Anfrage unserer Genossen über die Betätigung des M u s i k k o r p s d e� r frei- willigen S a n i t ä t s t o l o n n e W i l in e r s d o r f- S ch m a r- g e n d o r f. Dieses Musikkorps miterhält eine G e f ch ä s t s st c I l e für die A n n a h m e von Musikgcsch ästen in Räumen des alten Rathauses und warb in Zeitungsinseraten— unter Angabe der Geschäftsstelle und des amtlichen Fernsprechers— für sein Unternehmen. Genosse Schi ein entz geißelte in scharfen Worten diese Art, unter mißbräuchlicher und irreführender Bc- Nutzung össentlicher Einrichtungen dem so schwer um seine Daseins- berechtigung kämpfenden Mnjirergewerbe einen Wettbewerb zu bieten, der gesetzlich aufs strengste untersagt ist. Der zuständige Dezernent, der deutschnationale Stadtrat Stein hosl— Vorsitzender der freiwilligen Sanitätskolonne— bemühte sich, die erhobenen Anklagen zu entkräften, konnte aber die Richtigkeit d-r behaupteten Tatsachen, die unter Beweis gestellt wurden, nicht aus der Welt schaffen. Jedenfalls jagre er sofortige Abhilfe zu, und der Bestrksbürgermeister gab die Erklärung ab, daß er jedes gewerbliche Musizieren, sowie jede dahingehende Be- tätigung von Beamten und Angestellten des Beürksanlls aufs schärfste disziplinarisch ahnden werde. Dos Musikkorps ist inzwischen aufgelöst worden. Frauenwerbeabend in Köpenick. Die Genossinnen des 16. Kreises veranstalteten kürzlich im großen Saal des Stadttheaters Köpenick einen Frauenwcrbeabeiid. Vorgesührt wurde der Film:„K r c u z- zug des Weibes." In einem einleitenden Borkrag wies Ge- nolke Dr. Moses die außerordentlich zahlreich erschienenen Frauen auf die Wirkungen des 8 216 hin. Er zeigte, wie es dem Bürger- tum trotz des Bestehens dieses Paragraphen möglich ist, die Nach- wuchssräg« zu regeln. Es ist aus Grund seiner Mittel in de? Lage, rechtzeitig Borbeügungsmoßiiohmen zu treffen, und letzten Endes steht auch der Weg zum gefälligen Hausarzt offen. So besteht in der bürgerlichen Familie schon seit elwo 20 Jahren das Zweikinder system und in neuerer Zeit sogar dos Einkindcrsystem. Der Prolc- toriersrau dagegen fehlen die nötigen Mittel, den Geburtengong zu regeln. Der Staat, der blühende? Leben Jahre hindurch auf den Schlachtfeldern vernichten ließ, gibt heuchlerisch vor, keimende? Lehen im Interesse der Allgemeinheit schützen zu müssen. Ihm kommt es nicht darauf an. wenig«, ober oesunde Kinder auszuziehen, sondern recht viele, die später b*f lige Arbeitssklaven werden. Aber auch der Arbeiter müßte in dieser Frage eine größere Berankwortlichkeit zeigen. Andererseits hat es auch die Frau in der Hand, über dos Fortbestehen der gegen sie so grausam wirkenden Bestimmungen zu entscheiden, indem sie bei den kommenden Wahlen für die SPD. ihre Stnumc abgibt. Bessere Beleuchtung der Schutzinseln. Die Schutzinseln auf Fahrdämmcn gewähren Schutz den Fußgängern, werden aber bei Dunkelheit oft zu einer Gefahr für Fuhrwerke, lim Unfällen vorzubeugen, will der Magistrat vierzig dieser Schutzinseln mit niedrigen Leuchtjäulev ausrüsten, die am Tage als Prellpiosten dienen. Die Kosten schätzt er aus 7.5 060 M.. die er als unmittelbare Polizeikastcn vom Staat zurücksordern will. In diesen vierzig Schutzinseln sind nicht die für die Straßenbahn angelegten Schutzinseln einbegriffen. Für deren Beleuchtung wird die Straßenbahngesellschost sorgen. Billiges Fleisch-„nicht dringlich"! Neuer Siurmlauf gegen das Anschaffungsamt der Stadt. Zwei Borgänge waren gestern in der Berliner Stadt- »erordnetenversammlung kennzeichnend für die Deutsch- nationalen. Bei dem D r i n g l i ch k� i t so n t r a g der sozial- demokratischen Fraktion, �»er eine Erleicherung und Mehrung der Gesriersleischeinfuhr bezweckt, erhoben sie Widerspruch gegen die sofortige Verhandlung. Dajß die Stadt- oerordnetenversammlung sich für diese Forderung dar Sozialdenw- traten ausspricht und den Magistrat aufruft, schleunigst entsprechende Schritte bei der Regierung zu tun, halten die Deutschnatio- nalen nicht für dringlich. Sie treten für die Taten der Bürgerblockoegierung des Reiches ein und machen sich keine Sorge darum, daß für die Minderbemittetten der Genuß von Fleisch zu einem unerschwinglichen Luxus werden muß. wenn die Unterbindung der Konkurrenz des Gefrierskeijck�cs bestehen bleibt. Oer andere die Deutichnationalen kennzeichnende Borgang war die Unterstützung des erneuten Ansturms, den die Wirtschafts- parte! gegen das Anschaffungsamt der Stadt unternahm. * Die Demokraten hatten eine Anfrage wegen des Diebstahls im Krematarium Wilmersdorf eingebracht, in der der Magistrat gefragt wird, ob er Auskunft über die Angelegeuheit geben könne und was geschehen sei. um solche Borkommnisse in Zukunft zu verhindern. Nach einer Begründung der Anfrage durch Stadtv. vullo(Dein.) sprach namens des M a g i- st r a t s Stadtrat Genosse kvuhky: Die Ermittlungen de? Magistrats hätten kein versehen der krematoriumsaerwallung feststellen können. Der Fall ist in der Oeffentlichkcit mit eiyem gewissen Maß von Sen- sation behandelt worden, so daß es schein»' ii konnte, als sei etwas saut. Wenn überhaupt ein feststellbarer Aehfer vorgekommen ist, so höchstens der, daß der Brief der Angehörigen, der das Bor- handensein des goldenen Gebisses anzeigte, nicht auf dem ordnungs- niäßigen Wege in die Hände der Verwältusng gelangt ist. Segen die Angestellten des Srcmatoriuois ist keine klage zu erheben: es find alles olibeschastigie Ccvfe, die sich nie etwas zuschulden kommen liegen. Uebrigens hat fa auch das Bcrfahrcn der Etaatsanwaltschost nicht d e n geringsten Anhalt für eine Anklagecrhebung ergeben. Soweit überhaupt etwas geinack�i werde» konnte, sind die schon äußerst scharfen Bestimmungen noch«ergänzt worden, um alles Menschenmögliche zu tun. Zur Frage der iicderlastung der Krematorien äußerte sich Genosse kv.ihky wie folgt: Im Rah- inen der Neuordnung des gesamten B e st a t t u n g s- wcsens der Stadt Berlin wird auch die Frage der E r w e i t e- rung der Kreniatoriumsbetriebc geregell werden. Die zuständige Deputation wird sich in nächster Zeit mit den Plänen zu beschäftigen haben und sie wird dann auch über Zahl, Ort und Lage der etwa neu zu errichtenden Krematorien, zu befinden haben. Der Redner verwies in diesem Zusammenhang«ruch ous die Arbeiten des Spezialausschusios, der den von den Änninxu nisten gestellten Antrag wegen des Weiterbaues des Kr epv otoriums in der Diestelmeyerstraße zu beraten habg. Eine Störung des Bc- triebcs tritt in den Verbrennungsanstotten nur dadurch ein, daß die Leichenfeiern mit der� Zahl der Verbrennungen nicht Schritt halten können. Feiern finden nur im beschränkten Umfang statt, Verbrennungen könnten aber Tag und Nack» vorgenommen werden. — Eine Besprechung der Anfrage wurde itfcht verlangt, die Ange- legenhett war erledigt.— Die von den Kommunisten geforderte A n- steklung von Diphtherie-Schwestern wurde durch die Versammlung gufgeheißen.— Ueber die im Norden und Osten Berlins seit langem auftretend« Snmdwassernot berichtet« aus dem Ausschuß Stadtv. panichow(Dx V). Die Frak- nonen der« o z i a l d e m v k r o t e n, der Kommunisten und der Deutschnationolcn hatten Anträge auf Regulierung des Neuenhagener und des Erpe-Fließes gestellt, weil die von diesen Gewässern bei feuchter Witterung geführten Waisexiuassen die umliegenden Ländcrcien, besonders Siedlunlfsland, dauernd überschwemmen. Für die Geschädigten wird eine anqe- messe ne Entschädigung verlangt. Bürgermeister Schaltz erklärte, daß der Magistrat ein Verschulden d«r StaiPvcrwaltung nicht anerkennen könne, vielmehr„höhere Gewolt" ats vorliegend erachte. Es sei quch keine Verzögerung der Regulierungen festzu- stellen. Mit dem zuständigen Bezirksantt seien Verhandlungen schon sett einiger Zeit im Gange, um die Schäden abwenden zu können. Stadtv. Genosse Rohde-Friedrichshagen betonte demgegenüber, daß die Feststellungen des untersuchenden Stadtverordnetenausschusses etwas anderes ergeben, als der Bürgermeister mitteilt. Im übrigen hoffe er, daß die heute, Freitag, wieder stattfindende Besprechung zur Zufriedenheit der Anlieger aus- fallen werde. Die Anlieger seien durch die ständigen Ucberschwem- mungen schwer geschädigt," Emzelschädea gingen bis zu 17 000 Mark hinauf. Insgesamt betrage der Schaden etwa 77000 Mark, der den meist kleinen Leuten in der Gegend irgendwie ersetzt werden müßte. Der Redner erwähnte besonders das tatkräftige Eintreten des zuständigen Bezirksbürgermeisters, Genossen kohl- Köpenick, aus dessen Mitwirkung es nicht zuletzt zurückzuführen jei, wenn die Sache endlich ihre Erledigung sindet. Angesichts der dauernden mißlichen Verhältnisse in der Wasserhaltung der fraglichen Gegend warf Genosse R o h d e die Frage nach der A u f st c l l u n g eines einheitlichen Entwässerungplanes auf. (Bravo! bei den Sozialdenwkraten.) Nachdem noch Stadtv. Kraulz- gaul. Sechs Monate und darüber ausverkauft sind die sächsische» Strumpssabrikea. ttintenBimgen für dies« Zlubrit find Beclln SB W. Eindeaftrog« 3, parieinachnchien/M�fürGroß-Verlin stet« an dos Scätetsjcttetoria» 2. Hof. 2 Trep. recht», zu richte». Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbeit. Am Frellag, dem 10. Februar, abends S Uhr. findef Im Abge- ordnelenhaus, Priaz-Albrechl-Str� Fraktionszimmer der SPD., eine Konferenz ftatl. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Welmann:„Lichtbild und Film im Dienste der Propaganda�. Dr. Felix Günther!„Die Schallplatte als Hilfsmittel in Erziehung und Unterricht". Alle Vildungsausschuhmilglieder find eingeladen. ? f S?im. Sic nicht ntttaufien Korten zur Proletarischen Fei«» stund, und dl» Sonnabend. 11. Februar, an den Genossen Eziunann. Rbgener Str. 2. zurllckzuscnd-n. ». Kret« Witwe redorf. Fu der am 12. Februar, u Uhr, Ml Är-K-N Schau. spielbau» stattfindenden Proletarischen Feierstunde sind noch Karten zu 1 W. durch den Btldungoauzfchuß, Genossen Michel. Aachener Str.<1. zu haben. 12. Kr«>« Steglid. Lanlwist. Lichtcrfetbe und die zur Gruppe 23 gebörende» te. Achtung. Freid-nier! Heute, Freitag, 10. Februar, 12� Uhr. im), Stcglch. Jiocortr. Achtung. Freid-ni-r! Heute. Freitag, l!>. WU»H> |m Lokal R. Dolle, Steglixer Bereinehaus lfrüher Hodenzollern), Stegich, Mmelta_ 1, direkt am Dada hos. sichtige D-rsammlung aller Parteigenossen, seiche Mrtgl'.ed de» Bcrbande» filr Frcidcnkcrtum und Feuerbestattung stutz, Tagesordnung: Stellungnahme zu den dcvorstehenden Freidenker- »3. sqtzleu. «reis Tewpelhos. Die Jugendweihe findet am Sonntag, 2Z. März, im ~ lhof. Germaniastraße, statt. Der Po» Dcinpclhos jeden Mittwoch IS— l« Uhr in ....... Mariendorf jeden Donnerstag 1Z— IS Uhr Konlastraße statt. Anmeldungen werden entgegengenommen fllr Marien. darf v-ini Genossen August Tlboc, Kaiferftr. ZI, für Tcmpclhof bei Zahn, ÄLbrechtstr. 51. Maegea, Sonnabend. It. Februar: Abt. 123« Kaul-dorf-Süb. Die Freie Schulgemeind« veranstaltet NM ldch Uhr eine Schnleiuweihunasfeier. Gintritt frei. Alle Genossiuuc» und Sa nassen sowie Interessierte find herzlichst eingeladen. Abt. 13g» Freie Säolle»ei Tegel, so Uhr im„Schollenkrug" wichtig« Mit. aliederoerfammlung. Portrag:„Die politische Lage." Referent Georg wtiegUtz. Alle Genossinnen und Genossen werden um bestimmte» Gr. scheinen dringend gebeten.„Borwärts".Lescr und Sgmpathisier-Nde sind eingeladen. * 101. Abt. Treptow. Sonntag, 12. Februar, Besichtigung der Zille. Ausstellung im Märkischen Museum(Nähe der Jannowitzb rücke). Treffpunkt aller Ge. nossinncn und% Uhr vor dem Eingang des Museums. Anschließend Rundgang durch Alt-Berlin. Für«tzenossinnan und Genossen, die stch an dieser Führung beteiligen wollen, ist der Treffpunkt lliu Uhr im Gast' daum�in der Fifcherstraße. ssthaus„Zum Ruß. Fnmeuveranstaltungen. Z. Kreis Beddtug. Freitag, 10. Februar, Id'ni Uhr, Funkfianärinnensißung an bekannter Strll«. Tagesordnung: 1. Wahl der Kreisleiterin. 2. Azi. tation. 3. Berfchiebenes. 14. Kiei, Neukalla. Freitag, 10. Februar, 19H Uhr, bei Simon, Berthe!». dorfer Str. St. Funktionärinvenkonferenz. Wegen wichtiger Tagesordnung müssen all« Funkfionärinnen anwesend sein. Bezirksausschuß für Arbeikerwohlfahrt 2. Krei, Tiergarten. Freitag, 10. Februar. IDH Uhr. bei Schessler, Bülo». stiaße 68. Schulunoskursu». Thema:„ffürsorge für Kriegsbeschodigt« und Hinterbliebene." Refemnt Genosse Stadtrat Schuldt. Alle Genossinnen stiaße 68, Schulona»kursu». Thema: Hinterbliebene."> Refemnt Gl und Genosse« find eingeladen. 7. Kreil Charlottenburg. Freitag. 10. Februar, IZZh Uhr, im R.athau, an bekannter Stelle Aktenbesprcchung. 12. Krei» Steglitz. Freitag. 10. Februar, 20 Uhr pllnktlich. im Rathau» Stech litz Schulung«tursu«. Erster Portrag», und Ausspracheabend über:„Der rechtlichen Grundlogen des Fürsorgewesens." Referentin Genossin Wronski). All« Genvlfinnen und Genossen stntz herzlichst eingeladen. 17. Krei» Lichtenberg. Freitag, 10. Februar, l8H Uhr, im Rathaus,?>«- wer 26, Oblcutetonsecenz. Erscheinen aller Obleute dringend notw'ndig. Anschließend ISVj Uhr im Rathaus Lichtenberg Echulungskurfus. Thema: „Die rechtlich« Stellung de« Kind«»." Referentitl Genossin Dr. H ellin zer. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. II. Lreis Paukow. Frcttag, 10. Februar, 12sz Uhr, im Lokal Meyer, Türk,. sche« Zelt. Pankow, Breite Str. 14. Portrag» und Ausspracheabend über „Kranken., Unfall- und Invalidenversicherunz." Referent Genosse Dr.!S«r. bert Marx. Außerdem Reuwahlen. Zahlreiche BeteUigung an der Grnc» ralversammlung wird erwartet. Zuagsoziallste». Heute. Zreilag. 10. Februar: Gr»pp« Wedding-Selunbbmtune»: 20 Uhr im Jugendheim Orthstr. 10. Laden, Vortrag:„Die Betätigung der öffentlichen Hand in der Wirtschaft." Referentin Sät« Kern. Die alten SAZ.-Mitalicder sind herzlichst willkommen. -"hi im Zuaendheim Jorckstr. 11 Schule fflip" Mich erscheinen.— Gruppe Süden: 20: rtscher Baevd.— Gruppe Mitte: 20 Uhr in der Sipzstr, 23a Jack. London.Abend. Gruppe Schöueber�20 Uhr im Jugendheim Hauptflr. lä Jahreshauptversammlung. fehlen. Arbeiksgemeiaschaft sozialdemokratischer Lehreri Lehrer. Bezirk Groß-Berliu. lluen und Der»ei USA." stutzet sse Pattrag de» Genosse» Dr. Sorseu über:»Da» Schulwesen i» einer außrrordentlicheu»ettammluug am Sonnabend, 11. Fe. Ztällnifchen Ggmuasium statt. Elternbeiräte, Mit- '' und interessierte Seiwssea find willkommen. Seuosse» Dr. Sais.u über: WW. �_____ � tzautnch»» bevor, pünktlich 1» Uhr. im Kölln"" glicder der Krei«» Schulgemeind« Sterbetafel der Groß«Berliner Partei- Organisation 22. Abt. Unse« Setlosst« Minua Simauowski ist verstorben. Die. GinSscheruttg ist am Sonnabend, 11. Februar, IlZtz Uhr, im Krematorium "' hftraße. Wir erwarten rege Beteiligung. Z.«. 2». 17-18 Uhr für Verlag de« ADGB. Brieftasten der�edakiion. Wattstr. IS l. Mittwochs 12-13 Uhr für F Männer.— P—«a. Verlag z. s. W. Diez, Li SB.. Insslstr. 6.— W. H. 71. Rein. rauc«. Freitag» indenstr. 2, und 5 st., itt« Ww,«ort Iii st. Wort« mit«oiu olt 15 Sodsfibo» diüoo fär nre Works. .. ütt ttt die ottzoto iionsei imtisuni tkSd.vkuooduioZwkw t'/o»tt«zduoittoii io d» Hisot-booaiiioc dot fonrlrts. iisiowltiko 3. icho?tt«o wwdtn.Olesoltt isUoSwilijina ourjtu V'-Jh; bis otdua. 5 Diu caQiittrtfodKTi ooSffset. Nähmaschinen Hu»bette AnkleideichrSnke. Mahagoni. englisch« Bettstellen. Umbausosa». Tru» «egua Herabgesetzt» Preise.?ahwngs- erleichterung. Kamerling, Kastanien. alle« 56_____________• Mabelhana Stein, Weiubergswe« 24. Besonders gllnstige« Angebot: Schlaf« zimmer t7Z,—. Speisezimmer, Ruh. bainnbüsett». 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Unsere Opfer schassend nennen wir sie Publikum. Lassen wir sie gehen, fliegen, springen. Lassen wir ihnen Auslauf und Hürde. Dielleicht werden sie, vom Gängelband losgerissen über uns hinaus- schießen und erreichen, was wir mit unseren Tintenkämpfen, unseren Druckerschwärzeströmen, unseren Papierschlachten niemals erreichen könnten. Nehmen wir zum Beispiel ein einziges Bild. Photographie. die mit tausend Schwierigkeiten und mit schwerem Geld bezahlt aus den ll-niteä States auf den Kontinent gelangte: die der armen Mrs. Snyder auf dem elektrischen SöchL Die Auslösung des Tasters, der die Dovströme durch einen sterblichen Körper jagte, hat zugleich Hunderte, Tausend« van Artikeln, flammenden, schändlichen und rührenden, ausgelöst. Der Wert dieser Papierflut: Null. Man las—, man vergaß. Am nächsten Tage war die zerstückelte Prostituiert« und am übernächsten die Autobanditen auf der Bühne d« Aufmerksamkeit. Buchstaben bleiben nicht hasten, cg wäre denn, daß eine derartige Kraft, Flamm«, Magie aus den Worten strömte, daß st« die Form verbrennen und Vild würden— reinstes Bild. Wie wenige Professionals vermögen es. Di« Photographie: Eine schlechte, halb verwischte Aufnahme, »uster erschwerten Umständen gemocht. Der Schatten eines Stuhls. bequemen Lehnstuhls, der mit seinem hohen Rücken, den freundlichen Lehnen nichts Außergewöhnliches hat. Nur eine Art Gürtel oder Spange, breit um die Beine geschlungen, fällt aus gewohntem Bild. Die Beirre, etwas schiefstehend, schmiegen sich wie trauernd in die Spange hinein. Ueber dem Knie erst beginnt das dunkle Gewand. Wäre es das Bild einer Ruhenden, würde man in USA. erNären, ihre Pos« sei indezent. Die Hände liegen auf den Lehnerr. Gelöst. als handle es sich um«ine amikalc Konversation. Die eine fällt leicht, mit etwas müder Bewegung über die Ecke der Lehne hinab. Kommt der Oberkörper in künsllicher, steifer Haltung, als säße die Frau in einem Iahnarztswhl. In dieser Haltung ist Revolte und Angst, gebogen von dem Willen des Stärkeren. Das Gewand, das die Verurteilte trägt, ist dunkel, glänzend, wie aus Seide ober g«. ältem Leder. Ueber der Brust liegt ein weißer Latz. Der Hals ist frei. Der ganze Kopf ist in irgendeine dunkle Waffe eingchüllt. wie Tücher oder Kautschuk aussehend. Auf dieser grauenhaften Maske »legt das Rund der Elektrode. So wie ein Telephonhärer. der ver- le-hentlich auf den Mund herabgerutscht ist. In einem SchÜnheits. sälon sieht man solch« Häupter, in Kautschuk gehüllt, nur btx Wund und Rase winzig« Schlitze. Dort hat die Torwr die Jugend zu verlängern. Diese Photographie ist wie ein Schlag aus» Herz. Sie ist menschlich noch in ihrer Konventionalität und unmenschlich, damomsch in der Ängste die in ihr hockt. Ist wie ei» Schrei und zugleich das Meffer, das ihn durchschneidet. Weiß Gott, wer dieses Bild aufgenommen hat. Entweder war es ei» Held oder ein Schurke. Aber heldische oder schurkische Tat—, ökonomisieren wir doch wenigstens unsere Schande. Plakate weg—, Schaufenster ausgeräumt. Ueberau hin dieses BillZ. Pflastern wir eine Welt damit. Sie hat es verdient. (Berechtigte Uebersetzung aus dein Franzoflscheu.) Das Geständnis. Don Ztudi Eims. D« Untersuchungsgefangene Ernst Peter erhob sich von seinem Schemel. Ketten klirrten.— Gähnend reckte er die Arme. Dann begann er in der Zelle auf und ab zu gehen. Sechs Schritt zur Tür. sechs Schritt zum Fenster. Entsetzliche Eintönigkeit, die wie bleierne Lost auf die Seele drückte. Tag für Tag, Woche für Woche immer die vier kahlen Wände mst dem abgefallene» Putz vor Augen — die gleichen Gegenstände, aus denen die Blicke ausruhten. Immer dieselben Geräusche— der Hall von Nagelschuhen auf den Gängen, der Lärm der kleinen Lahnstadt, der gegen die alten Gefängnis- mauern schlug. Und wieder Stille.— Gespenstisch« Rächt«, in denen gräßliche Vergangenheit gegenwärtig wurde.— Er hielt aufstöhnend inne mit dem ruhelosen Wandern: rückt« den Schemel an den Tisch, setzt« sich und stützte den Kopf in die harten, breiten Hände... In gleichmäßigen Intervallen trommelte der Regen an das Zellenfenster. Er lauschte dieser monotonen Melodie— und nickte darüber ein. Ein scharfer, beizender Geruch ließ ihn plötzlich erwachen. Er wußte nicht, wie lang« er geschlafen hatte. Die Zelle war voller Rauch und immer noch qualmte der kein« Ofen... Drückte der Regen aus die Schornsteine? Der Kopf schmerzte ihn. Er schritt nach der Tür und schellt«. Minuten vergingen. Der Wachtmeister kam und schimpfte, weil die alten Oefen nichts mehr taugton. Ernst Peter mußt« die Zelle verlassen. Ueber Treppen und Gän�e wurde er nach einer Zelle im dritten Stockwerk gebrach!. Während der Beamte ausschloß, las er auf der keinen, schwarzen Tafel: Franz Fabian._ Die Tür war hinter ihm ms Schloß gefallen. Riegel knarrten. Dar ihm stand Fabian, ein etwa dreihigjähniger Mann. Rote Bart- stoppeln bedeckten sein Gesicht, aus dem zw« verschlagene, listige Augen blickten. Sein schmutziger, abgetragener Anzug erzählt« von Lands trotzen, von Nächten in Scheunen und billigen Pennen. Erstaun:, daß der Einundzwanzigjährige Ketten trug, fragte er sosart: „Junge, Junge. Was hast du ausgefreffen. datz man dir st» schweres Eisen anlegt?" �Snbruch," gab Peter verlegen zur Antwort. .Äiitbnxch?* echote Fabian und fügte hinzu:„Sitze wegen Straßenraub in Untersuchung. Hab« b:c längste Zeit hier zugebracht. In vierzehn Tagen werde ich nach Frankfurt transportiert.' Peters ernste Miene erhellt« sich für Sekunden. Er öffnete jäh den Mund, als ob er etwas sagen wollte. Hatte er sich anders de- fanoea?. Seine Sippen xretzten sich wrsdcr zusammen. Luch du nächsten Stunden blieb er wortkarg, obwohl Fabian immer wieder ein Gespräch anzuknüpfen versuchte. 2lis sie am Abend auf den Pritschen logen, flog«! unausgesprochene Gedanken herüber und hinüber. Peter wartete umsonst, daß sein Zellengenosse noch einmal reden würde. In den folgenden Tagen jedoch schloffen sie Freundschaft. Fabian war ein unermüdlicher Erzähler. Er konnte die Stätten der Arbeit. Bergwerke und Hüttenzechen. Die heißen Feuer der Martiniösen. Den strengen Rhythmus bäuerlicher Arbeit. Ueberau hatte er schon geschafft. Aber immer wieder trieb ihn sein Vaganten blut aus die Landstraße. Kleine Diebstähle unterbrachen mitunter die Freihett, und diesmal führte ihn ein Straßenraub ins Gefängnis. Trotzdem hatte er seinen Humor behalten und riß auch den schweigsamen Peter aus seinem Stumpfsinn. Dieser sprach dann von dem(Einbruch, den er begangen hatte, von der nahen Heimat, den Angehörigen.— Rur, wenn Fabian sein« vielen Liebschaften erwähnte, wurde er wieder still und über sein noch knabenhaftes Gesicht lies dann und wann ein Zittern.— Nachts, wenn sich der junge Mensch immer erst stundenlang auf der Pritsche hin und herwälzte, ehe er einschlief, spürte Fabian, datz dieser vieles zu verschweigen hatte.— Dann kam ein Morgen, der Anlaß zum Geständnis wurde.— .Kübel raus,' hatte der bärbeißige Wachtmeister geschrien, �gewöhn' dir die freche Schnauze ab. Wir sind auch noch Menschen,' maulte trotzig Fabian und setzte den Kübel mitten aus d« Schwelle ab. „Kübel raus,' schrie der Beamte wieder.„Leck' mich...' war die Antwort. Der Wachtmeister griff nach dem Gummiknüppel. Zorn stieg in Fabian aus.„Wag' es.. und ich schlage dich zu Mus,' brüllte er, und erreichte damit, daß der Beamte den Kübel selbst wegtrug. Kurze Zeit darauf kehrte der Wochtmeffter mft ein«» Vorgesetzten zurück, der ihn anfuhr:„Sie wallen renitent werden... Wir werden Ihnen solche Späße austreiben... Ich sehe nicht ein,' und er deutet« auf Peter,„warum nur Mörder Ketten trage» sollen... Straßenräuber sind ebenbürtige Gesellen!' Wenige Minuten später fühlt« Fabian die lallen Eisen an Hand- und Fußgelenken. Als sie allein waren, standen sie sich ein« Weile wortlos gegenüber. Peter starrte verschämt zu Boden.„Warmn hast du dich vor mir geniert. Ein Kerl wie ich hat für alles Berstehen.' „Ich bin unschuldig,' stöhnte Peter. „Glaub' ich dir. Bist ein viel zu junger Dachs, um jemand kall machen zu können.' Seit diesem Tage schloffen sie sich noch fester aneinander. Fabian zog aus dem Kopjpoister feiner Pritsche«in Halstuch, mft dem er die Frau droffelle, die«r beraubt hotte. Peter verbarg es in seinem Bett. Sie flüsterten oft miteinander— und dann schrieb der Junge zwei Kassiber, die Fabian in seinen Schuhen versteckte. Sein Abtransport nach Frankfurt bot Gelegenheu, Nochrichten in die Frei- heit zu schmuggeln. Und wieder kam ein neuer Tag. Bedrückt schlich Peter in der Zelle aus und ab.„Was hast du?" fragte Fabian. Peter begann zu erzählen, daß er einmal gelesen habe, daß man einem leugnenden Mörder einen Landstreicher in die Zelle gab und durch diesen ei» Geständnis entlockte. „Schlappschwanz... Laumann.' brauste Fabian aus..Haste Bange um deine Kosstber. Ist da» dein Vertraue»?' Er wollte die Schuh« ausziehen, aber Peter wehrte ab? „Die Angst... di« Angst...'-- Erschrocken über seine eigenen Worte verstummte er und sprach fast nichts mehr an diesem Tage. Nachts.— Beide lagen wach und hörten, wie sich der Wind cn den Hausecken fing und an den Bäumen riß. lxe im Hof« standen. Plötzlich erhob sich Peter und legte sich neben Fabian auf die Pritsche. „Franz' bot cr,„im bist der einzige Mensch, zu dem ich Bor- trauen habe. Du mußt mir helfen.' Er llammerte stch an den Freund und raunte ihm zu:„Sechs Monate leugnet« ich die Tat. Rur du sollst es wiffen, daß ich ein Mörder knn...' Sein Körper bebte. Fabian faßte ihn um die Schuller, er fühlte Tränen über seine Hand rinnen. Peter weinte. Und dann erzählt« er, daß cr eine reich« Bauerntochter heiraten wollte. Marie— eme andere— aber stand dazwischen, die ein Kind von ihm trug. Sic muß weg. dachte er in feiner bäuerlichen(Einfalt. Eines Abends traf cr sie, als sie mft Lebensmitteln auf dem Heimweg war. Sie gingen zu- sammen nach dem im Dunkel liegenden Bahnhof. Und jetzt geschah es.— Er preßte sie gegen die Wand eines Wartehäuschens und drückte ihr die Kehle zusammen, bis sie tot war.— Di« Leiche warf. er in einen Lach... Marie wurde gefunden. Der Verdacht M auf ihn. Warum? Well fem Anzug Zuckerfpuren auswies. Die Tüte war gerissen, als er die Lebensmittel in einem Gebüsch versteckte.— „Wenn du mir nicht die Kassiber besorgst, die einig« Zeugen zu bestimmten Aussagen auffordern, bin ich verloren...' rang es sich aus Peters Brust. Fabian mußte lange aus ihn einreden, bis er stch beruhigte und endlich einschlief. Erschüttert log Fabian nebe» dem Unglücklichen. Er konnte kein Auge schließen. Immer wieder hört« er die Stunden schlage» und atmete«äfft erleichtert auf, als der Morgen graute. Später wurden sie zum Baden gerufen. F ab ton weigerte sich und Peter ging allein. Als er zurückkam, war die Zell« leer. Rene A engste marterten den Jungen. Deczweifell hockte cr auf dem Schemel. Gegen Mittag rasselten die Schlüssel an der Tür.—„Zur Vernehmung.' Auf dem Tisch des Untersuchungsrichters lagen frisch beschriebene Bogen. Mit milder Stimme sagte dieser:„Peter... Legen Sie«in Geständnis ab...' Er leugnete aber, wie immer. Und dann—„Verrat.. schrie er auf, als ihm die Kassiber gezeigt wurden. Ein Leugnen ist zwecklos, deim Ihr Zellengcnoff« war der Kriminalkommissar Fabian" meinte der Richter ernst. Peter glcmbte zu fallen. Seine Augen blickten ins Leer«. Er setzte sich auf den Stuhl, den ihm der Wacht mclster hm schob und dann los ihm der Untersuchungsrichter Wort für Wort vor, was er in der letzten Nacht gestanden hatte. Der Beamte mußte den jungen Burschen fast in die Zelle zurücktragen.— Am Abend besuchte ihn der Kriminalkommiffan Der Emund- zwanzigjöhrige sah ihn mit todestraurigen Augen an. „Franz... Wie konntest du mir das antun... Hast du kein Mitleid, wenn mein Kepf rollt? sagte er gedämpft. „(Es ist wein Berns. Hattest du Mitleid, als du das Mädchen erwürgtest? War sie nicht schwanger von dir?' Er ließ den Kopf sinken— und sie schieden. Der Zug hatte die keine Lahnstadt verlaffen. In einem Abteil II. Klaffe saß Fabion. Blaß— es waren harte, anstrengend« Tag« gewesen, die ihm sein Berus auferlegte. Er überdachte das Erlebte. — Wie man das Ofenrohr verstopft«, um einen Grund zu finden, Peter in seine Zelle zu stecken. Dochte daran, wie er den Wocht- meister provozierte, damit der Junge Farbe betennen mußte. Und dann— jene furchtbar« Rächt, da er gestand... Er halle als Be- «unter einen großen Erfolg zu buchen, trotzdem suhlte er sich n cht glücklich. Bielleicht wird er nur zu lebenslänglichem Zuchthaus nen urteilt... Sein Kopf— wenn er— nein— nicht an diese Mag- lichkeit denken. Und er starrte mft müden Augen durch dos Fenster des Abtells. In dieser Stunde klangen aus der Zell« des Gejängniffes an der Lahn schaurige Laut« in die Nacht... Ein junger Mensch schrie— wie ein verwundetes Tier.— Film und Reklame in Amerika. Giaiistische Betrachiungen. Ueber zwei bedeutend« Gebiet«, die der Beeinflussung der össent- lichen Meinung dienen, sind in letzter Zett statistliche Daten aus dem Land« der unbegrenzten Möglichkeiten zu uns gedrungen. Der Prä- sident der amerikanischen Filmgesellschaft Universal Lärnatlc veröffentlichte solche interessanten Ziffern üb« die Filmindustrie, und der Amerikaner Stuart Chase hcu ein ganzes Buch herausgegeben unter dem Titel ,I)ie Tragödie der Verschwendung', das nun auch im Verlage von Oldenburg in deutscher Uebersetzung erscheint, und die amerikanischen Reklamemethoden behandelt. Zunächst die Film- iudustrie. Diese amerikanische Filmindustrie, die heut« fast konkurrenzlos die Well beherrscht, und die, abgesehen vom Gellte, nicht viel Amerikanisches aufzuweisen Hot, da«in großer Prozentsatz ihrer Schau- spieler und Schauspielerinnen sowie ihrer Regisseur« und Filmdichler in Europa geboren ist, dies« Filmindustrie hat ein Kapital investiert, dos insgesamt Ish Milliarden Dollar beträgt. Davon entfallen 250000 000 Dollar, also rund 1 Milliarde Mark aus die Filmindustrie und den Filmverleih selbst, während der größte Teck von IM Milliarden Dollar auf die Kinotheater entfällt. Beim Film sind heute in Amerika rund 300000 Angestellte de- schästigt. davon S0 000 bei der eigentlichen Filmindustrie, die übrigen bei den Kinothealein. Di« wöchentliche Einnahme der amerikanischen Kinos deträgt rund Sv Millionen Dollar und im vorigen Jahr zähllen die Kinotheater eine Besucherzahl von 7 000 000 im Tagesdurchschnitt. Der Durchschnittspreis eines Kinobesuches beträgt also entsprechend den 49 000 000 wöchentlichen Besuchern bei 500 000 Dollar Einnahme etwa 1 Dollar. Entsprechend dem amerikanischen Lebensstandard würde dieser Preis einem Durchschnittspreis in Deutschland von 1 Mark pro Platz entsprechen. Da die Kinotheater in Amerika. insgesamt 250 500, ungefähr 18% Millionen Plätze aufweisen, so zeigt die Statistik, daß offenbar auch schon in Amerika der ange- boten« Kinotheatsrraum erheblich den Scbarf an Plätzen übersteigt. Auch die amerikanislhen Kinos sind, selbst wenn man nur eine Vor- stellung für die Berechnung ansetzt, höchstens zu einem Drfttel besetzt. Sehr viel intereffanter»och sind die Ziffern, di« der Amerikaner Stuart Ehase über die amerikanischen Reklamemethoden oeröffent» licht. Cr oeranschlagt di« Gesamtjunun«, die für Inserate. Plakate und sonstig« Werbezweck« in Amerika ausgegeben werden, auf 1 284 000 000 Dollar, d. h. auf rund 5 Milliarden Mark, davon ent- fallen auf di« Inserate in den Zeitungen 600 Millionen Dollar, di« Zeitungen selbst erhatten also 50 Prozent der gesamten in Amerika aufgewendeten Rellamekosten. Dies« Ziffer ist außerordentlich inter» effant und zeigt, woher die gewattigen Mittel kommen. dU der amert. konischen Preffe zur Vevsügung stehen, und di« ihr eine so über- ragende Stellung am Weltmarkt der öffentlichen Meinung gesichert haben. Es wäre außerordentlich interessant, für Deutschland eine ähnlich« Statistik auszustellen, die erkennen läßt, ob das gleiche Per- hälmis auch in Deutschland herrscht. Die wirtschaftliche Lage der deutschen Presse legt die Vermutung nahe, daß in Deutschland dos Verhältnis wesentlich ungünstiger ist. Es ist nicht mahffcheinlich, daß auch bei uns die Hälft« aller Reklamekosten IN die Kasten der deutschen Presse fließt und so die Wirts chaft selber sich eine gesunde Grundlage ffiir die öffentliche Propagierung der Interessen der Nationalwirtschaft dem Ausland gegenüber schafft. Der nächstgrößte Posten, der wieder fast ein Viertel der Reklame- aufwendungen oerschlingt, entfällt mit 200 Millionen Dollar auf die unmittelbaren Anzeigen, d. h. auf die oerteilten Handzettel und die per Post versandten Drucksachen. Für alle anderen Rcklanteauswen- düngen verbleibt nur noch ein Viertel der Summe von IV* Milliarden Dollar, und auch hier stehen an erster Stelle wieder die Organ« der öffentlichen Meinung, nämlich die Zeitschristen, in denen für 150 Millionen Dollar Inserate erschienen. Dazu kommen noch die Fachzeitschriften mft 70 Millionen Dollar und besondere land- wirffchaslliche Zeitschriften mft 27 Millionen Dollar. Insgesamt gibt die amerikanische Wirtschaft o» die Press«, d. h. an die Tageszeitungen wie an die Zeitschriften und Fachzeitschristen 847 Millionen Dollar ihrer Rekameausgabe, also mehr als zwei Drittel. Dos letzte Drittel wird für Anschlagsäulen, Plakate, Film- Vorführungen, Schaufensterauslagen, Straßcnbahnrekamc usw. ver- wendet. So kommt es, daß bei den Zeitungen die Anzeigen 40— 75 Prozent des gesamten Umsanges ausmachen. Die großen New-Dorker Aeftungcn wie die„New Jork Times" bestehen fast imm« zu drei Vierteln aus Anzeigen. Diese gewattige Inanspruchnahme der Inserate in den Zeitungen ist vor allen Dingen ans eine im Jahre 1919 ergangene Verordnung der Regierung zurückzuführen. Noch dieser Verordnung sind Anzeigen nicht steuerpflichtig, sondern als reguläre Geschäftsunkosten anzusehen und entsprechend abzubuchen. Di« Fabrikanten und Kaufleute«greifen deshalb die Gelegenheit. ihre Mittel, anstatt sie als einen Teil des Gewinnes in Form von Steuern an die Regierung abzuführen, zu Bergen i» Propaganda- zwecken in den Inseraten der Tageszeitungen und Fächzeiffchristcn anzulegen, eine Maßnahme, die nicht nur dem einzelnen Unter- nehmen zugute kam, sondern auch den Ruf vieler amerckanischer Jndustrieprodukte begründete, und vor allen Dingen der amerikoni- scheu Presse ihr starkes finanzielles Rückgrat gab. " Vorkrage, Vereine und Versammlungen. M X t Reichsbanner.Schwar, Hof-®oiö". GtschÜftiKell«: Berlin 6. 14, Eedastianlir 37/38, Kol J Jfwitcg, 10. Februar. Milte: 50 Ubr Funltianärvcrsammlung bei Gorni. Gartenstr, S. Frirdrichuhaiu: SHutzsxortabtrilung. - urnhalle Memel ?ngeudl>ch,n uni>' Lchutzsp-rtler TurnbaZe Äem.l.r Z!r°ße. IZ'4 Uhr,'«b fit., d. 10., übt das Tambourkorps wieber jeden Freitag ab 20 Uhr in den nieniussdlen, Meneeler Straße. Bläser sämtlicher Instrumente werden noch rinaestellt.«rruzbrrar Fug S /Abt. 10) 50 Uhr Versammlung bei Mendler, vicffcnbochstr. 54. Kchlaebcrg.Friedenan: Kameradschaft Rubens 50 Uhr Acne» roloersaimnlung in der Menzciklause, Menzel- Ecke Thorwaldsenstraße. Zteu» mahl und Bericht.— Sonnabend, II. Februar. Baumschulenweg: 20 Ubr Früh- lingofest im„Alten ttierhaus", Treptow. Eintritt einschl. Tanz 50 Pf. Ren- rwu.Brttz: 2. Kameradschaft 1. Fug 20 Uhr Republilaner-Wochenend« im Ideal- iestn», Beichselstr. 8. Referent S. Kuttnes. Sonntag, 12. Februar. norstuud: Handballspiele Sportplatz Charlottendurg, Rievuhritratze. lottendurg II richshain I Ii ,cn gricdrichshain II 9 ir, Sportplatz Sau- Char- f cn Adlershos 9Ä Uhr. Sportplatz Pankow, Tiroler Straße, 1 itz: Wcdding I gegen Panlow Zip Uhr. MUtc: Ausmarschi A «icttiner Vorortbahnhof. Charlottendurg: Generalappell. Sämtli des Ortsvereins 10 15 Uhr Ziückmarsch. Antreten S Uhr WW�W�I 1 1 Sämtliche Mitglieder Uhr auf dem Pfcrdcmarlt ineben der Olumpia-Bahn). Eau- und Kreisleitung flud anwesend. ReutSlln.Briß: und Kreisleitung stud anwesend. R> 0 Ubr Hohenzollcrnplan Antreten zum techn,sck>cn Dienst. Radfahrer ebenda. Treffen Schüßenhaus fallt aus. Rotorradabteilung: 0M, Uhr Anfahren War. schauer Straße Ecke Frankfurter Allee. Nur bei trockenem Boden! Friedrich». Hain: Kamcradsckxift Büschina O'ch Uhr Antreten sämtlicher altiver Kameraden am Landsberger Platz in Banncrlleiduug. Rücklchr naäi einer Swirde.— "lln-Britz: Kameraden, die dem nengebildetcn Nachrichtendienst beitreten , besuchen die Versammlung am Dt., d. 14., 20 Uhr, bei König, Wilden. Ecke Wcsrrstraße. ReuCölln-Brl wollen. bruch- Dlpographischr» vrchestrr. Dirigent Erich Elitzeit. Uebungsstlinde jete» Freitag 20 Uhr ln Neulölln, Hermannstr. 199. Stifte strts willlommen. Thoruer Hcimatbur.d. Sonnabend. 11. Februar, 20 Uhr, Thorner Maskenball in den Sasträumen de» Großen Echauspielhauses. Im Srnft-Haeckel-Saal des Instituts für Sezualwissenschaft(In den Fellen 0») beginnt Freitag, 10, Februar, 20 Uhr, ein neue: voikstilmlicher Kursus lmit Lichtbildern) über das menschliche Geschlechtsleben. Es sprechen: San.-/at Dr. Magnus Hirschseld, Dr. Hodauu, Diese, Besser, LImann und Linscrt. Ein besonderes Kursushonorar wird nicht erhoben. Die einmalige Einschreibe- gebühr für alle fünf Abende zusammen beträgt 2 M. Karten täglich 15—13 und 17—19 Uhr in der Institutsvcrwaltung, Bcethovcnstr. 3. Tcutlcher Frauenbund für alkoholfreie Kultur. Freitag, 10, Februar» Winterfest lAufführungen und Tanz) im Künstlerhaus Lcllcvuestr. 3. Beginn 19)4 Uhr. Gäste willtommen. »Der Iuuge Eher." Sonnabend Ertraübiingsstund« sSteinstraße), Zu der nächsten Woche am Dienstag(Weinmeifterstraßs) und Sonnabend(Steinstraße). M mW L*lpK'S«r Str./ Alexanderplatz/ frankfurter Allee Usnfentbgafee rorbeUltsa- Isrkut Mwslt fornt IWWHf' f, Voss fiidlHHvUwVHMhi' / Belle-Altlance-Str./ Brunnenstr./ Kottbuser Damm/ Andreasstr./ Chausseestr. SSettS, In unserem neu eingerichteten E r 1 r i s c h u n g s r a u m im Hause Belle- ÄSSsanee- KCinitler-K�nxerJ von 1 ,12 bis ,/32 und 3 bis> ,7 Uhr WllWM ed Iii Ge-leak 93 Pf. uns',40 Karollen xqz-imitt«u.. 38pi Linsen Pfd. 20, usus 28, 38pf. Junge Breitfibohnen 56pt. Bohnen\reiMe...JMiind21Pt GemQseerbjen...... 66k. Graupen mittel........ 25k Junge Erbsc�........ 76k Hajerliocken...?i-»s 26k JungeErbsentaitt«ifein92pt Langbohnen..,.?inad28K Junge Erbsen �br i-i» 1,50 Poii.rt.ErbsenBen>«, pid. 33k Kaisererbsen.r...... 1,67 Junge Erbsen mit geschnittenen Karotten' ÖP1 Junge Erbsen tew.,.. witKarotten..........4.». pfesserlinge.......... 90k Apjelmus............. 65pt Kürbis................. 78k Bosn. Pflaumen Pfand 28pt MiSChobslsrrneht Pfd. 48pi. ler�r l*o. Faden m: 40«. M Mus8p{el........ nhmd 15k inierlk.Aepfel'WlBess.p PIiJ.42k Pflaumen'/.meiit.... 66?». Essgp}eiBeUeflenrRjpfl45P1 Klrsdien mir si«i,. 1,O5 Apfelsinen... apfuud 88K Birnen's, Pru-h»........ 1,10 Blutapfelsinen spm. 88k Mirabellen........... 1,25 Kranzfelgen....ptnad 30k Gebrannte Gerste................... Pfand 22pf. Malzkaffee...................... i-piuad-Piket 30fi. Frisch gebrannter Kaffee ptnnd mm 2 39 m Fttwe mb Riimbevwavett �-deljslla«ichg.n-„pkd.»pk. Makrelbückllnje ptad 22k •SCllBl0iSChe.it, I�Pld. 22k BäCiÖSCh........ PInnd 48pi. ieBlechs, i. igm,«4. 24k Seeiachs......... piu-d 52pt •firilne Herin fic» pinnd 40pl Grosse FlaiiilEni Phmd GSpi. labelJanfilBt...Pfand SSpi. Bäucherlachs'rStÄ 2.30 Portoftleslsche Belsardlnen................ v«. 28,38,48k *) Hur Lelpilgsr Slr� AluuidcrpUtx, frinkfurter Äll«», Hsttbaisr Damn Obii and 6em0»» smd ioniVe::.>nd ausgencblosssa faM* Pa. Schmorfleisch Keule«.Sn., Kund 1,16 Pa. Rouladen................. Pfund 1.28 Pa. Suppenfleisch... Pfand von 63pf.an Pa. Schabefleisch............ Knud 1,20 Pa. Gehacktes............... piund 70pf, Pa. Schweinsschinken..... piund 94k Pa. Schweineschulterblatt Knud 68k. Pa. Schweinebauch o. veiiag». ptd. 82k Pa. Schweinekamm und-Schutt ohne Beilage, ohne Schwarte, Pfund 1.04 Pa. Schweinekotelett........ ptund 1.12 Pa. Kass er mild gesalzen.... Pfund 98k Pa. Eisbein mit Spitrdaiu.mNch Plnnd 6Spt Pa. Uesen u. RUckenfett bniiwt., Md. 78pt. Pa. Hammeivorder.'lelsch.. Kund 88pt. Kaibskamm ohne Beilage..... Knnd 75k. Kaibsn'.erenbraten o. Beilage, Pfd. 84k Kalbskeule vi» 9 Plnnd scliwer und Blatt................ Pfund 92pf, Rlndsrbacken................ Kund 33k Pa. RlnderlalSselbstansgeL... Pfund 55k Pa. Pökelkamm anid......... Pfund 1,00 OeMesttettsb Pa. Schmorfleisch, Muleo.sn.j'fd. 96pt Pa. Gulasch Ohne Knochen...Pfund 70k Pa. Suppenfleisch....Kund von 32 K an Pa. Hammclvorderflelseh... pid. 70pt Pa. HammelrOcken......... Kund 74pf Pa. Rinderlunge wsoh...... Kund 34k Pa. Kuheuter frisch.......... Pfund 24pt Pa. Schweineköpfe mit Bache, m 46pf. G-Wsel ttttb mm GänSO gefroren...... Pfund von 53 Pf. an Supiienhülmsr gefroren, Kd. 1,30 Junge KSJmer gefroren, Pfundl ,30 Hirschfleisch. Kund von 35 K KeSCn gesrreilr u. ausgeworfen, Kd.WBlnliraiiö"J r Cr-BocMolzÄrand,.H Fl.Z°°K.5� Ausserdem TMeSSs-ÄViMs! RoolilelseFlleJlcr-D.lavealelscIlStTc�L�ck 65pf. Go£!iiein2Flie!!er*B.Lüfesflglsil32�osÄb.s90pt Eiiralctae Bafieseiie Llvendel 0- y>t.' t.': Z Wir bringen i an diesen Tagen s: :: ■ IIIMlIlllllüllllllllllllllllliMilllllllllllllllUlllUllilllMlllllWIÜlUlllhg M. 69» 4S. Jahrgang Freitag, 10. Februar 1928 Arbeitersport. Vühueu'werbeschau. _ tüSH, ttB£ gr£{ ftc�ei in Xotncn, SdDotti ®tt9 trStlar-Sporfforttll Frietrichzbain veranstaltet am Tor.ntaz, 12. S«. Bluat.»orsitwgs 10 Uhr, Im Harmanir-LichtspIi-lpalast. grmJfurtrc Met SJ3iSli. ttnt grv hange legte Bühnen-Berbeschau. Die Darbietungen de, letit, Eymnastil. ltonzert, Lorftlhrunz eint» Homoiraineriennen. Karten an und Erwerbslose SO Pf. __________________.____.enillg her Iugendvflege und LeiZeaUbung UN Pezirl Frredrichshain verwandt. Sampfabead des ST.„Einigfeit". Der er?» deutscht SewerkfKafts-Spvrttlub Einigkeit veranstaltet Freitag, lg. Zebruar. m den UnSrcas.Fcsriälen, Unbreasstr. H, un Rahmen der Eerieninannichaftsrjngtämiife des ÄÄBD. einen ttaalpfabenb» verbunden� mit artistische» Darbietungen, i keit, CE. Sanbowk friÄ�Morienbori.„_______„____|.. Im artistischen Beipragraau» treten hie S Earichs SC 33. LT. Einigteit aus. ferner der Um die Sreisfichballmeisierschaft. Am Sanntag Meisterschaftsspiel. gegenüber, l Stabion, Herzbergstraße, das gweit« kwi«, und Sparta U-Licht-nberg stehen sich hier . zirtsmeisterschaftospielen zeigte sich Wacker von «lang es doch den Lailtwihern. die io heiß savorisierten nit 3:» aus dem sselde zu schlagen. �Me HauptlrafI .- Schon bei den Bezirksmeisterschaftsspielcn zeigte sich Wacker oan ----- ma s» i'"' der besten Seite. Gel ZienkAlner Turner mit-----...—„.,„.... liegt tu b-r Kintermannschast. Eine schlag, und ballilchtre»ert-ldigung in Verbindung mit dem guten Torwort wird den Spartaleuten die Er sola-! sehr schwer machen. Rur im Sturm klappt es nicht immer so. wie t, soll. Svaria bat im Spiel gegen Adler 08 trotz der erlittenen 0: 2.R>ed«rlage bewl-sen. daß mit ihnen niwedingt zu rechnen ist. Allerdings darf sich Sturm nicht wieder in Ueberlombinationen gefallen, wie gegen Adler. Auch dllrrte es sich empfehlen, die Außenstürmer etwas mehr zu beschäftigen Das Echmerzens. lind der Mannschaft ist der Torwart. Die Kleidung der Mannschaft ist: und gutes technisches Sonnen._,..,.„ Nicht minder interestant werben HI» Serienfpiese werden. Im Osten besteht allerdings im Sroß-BerNner Bereich Spielverbot. Di« beiden anderen Beiirte warten aber mit vollem Proqramul auf. Norden: Amateure gegen Alemannia auf dem Exerzierplatz Schönhauser Allee. Bernau gegen Iichtc. Eesundbrunnrn in Bernau. Snandau 25 gegen Rordls.a in Spandau, Säten» «elde. Stadion. Teutonia«S gegen Minerva in der EhpiManiastraßc. Union in Pantow-Nordend. Wittenau gegen Tegel»n Zavaria in Pelten. Adler 12 gegen — Siidmesten: Frisch-Auf gegen Lucken. ~l in Seddin. Teutonia 10 Charlottenbur» gegen > Reulölln wald« Hl in Luckenwalde. Seddin gegen Berlw*n gegen Luckenwald« I aus dem T-mp«lh-s-r FcU>. Brandenburg in Eharlvttrnburg. Olb-rsstraß». K-l�ndurg gegen tu«olzenbura. Luckenwalde ll gegen Teltow»I Luckenwalde, s-tzh-ide. Wannsee gegen Lichtenrade in Wannsee.— 2.»laste, R-rd-n: Brieselang gegen Rathenow. Elstal gegen Borussia. Sicmcnsstatt gegen Nauen Anger. -----•---------'—— Schön holz. Britz gegen Arbeiter. WWM�W_m Komet. lidors gegen Tasmania. Teutonia 20 geac stictrrshaqen. Eablow gegen Senzig. Je- Waltersdorf gegen Niederlehme. Ragow gegen Eintracht gegen Z-HIendorf. !t»rswald« geaen Birkenstein. llnchcderg. Mahlsdorf gegen n gegen KZnigswulterhausen. Orwel'"" endorf.— Büd Westen; Richte 19. Trebbin gegen Potzham gegen Temvelhos..„., � � Schmargendorf. Dabme gegen Jüterbog. Marieudorfer«porttlub gegen Stern. Wikmmsdorf zegen Kreu>l>cra. Ruhlsdorf gegen Litrna. � Beginn der Spiele »3 Uhr. Lorher untere Mannschaften. Spieloorschcm für Soaatag. Locken. In her... VerNu-Nordring I und d mng mit ihrer besser........------ itfthBtßtt fein. Äbük fcmtpfcn f önircn joetf« bedeutend verbessert, und wen» der jungen Kroß. .. Rord» .....—„ kaum zu «jun hat sich ihre Spiel- mnfchaft es nicht wieder mangelt, dürste fte einen geben. Ein interessante» Spiel ist zu erwa.. dortige Freie Turnerschaft die Freie» Turner Lichtenberg.____ "4 einen schweren Dang�und muß� ernsthaft bemllht sein� ein allzu hohes 'iön» end. Rordrinchll gegen Nordost II g Uhr Schonhaufer Allee. ASB. Fi-Hte l II egen AST. ll 13*6 Uhr Schönhauser Allee. Schönholz II gegen Lichtenberg. -portler ll 123h Uhr, Schönholz III gegen AST. lll 9 Uhr in Schönholz. lugend: Charlottenburg gegen Schönholz in Westend Itsh Uhr. Frauen: Schön- -alz ll gegen Fichte I Mj Uhr in Schönhvlz. tag Dewinnpunkte. Der Ausoang ist ungewiß. Sparta spielt in der Soßler» straße gegen Fichte 8. Abt Der sichere Sieger ist hier Sparta. In Nieder. schöneweide, Berliner Straß«(Gasanstalt), spielen Frisch-Frei gegen Klausdorf. In der 2. Gruppe bat Fichte-Siid auf dem Mariendorfer Platz in Schmargen. darf einen leichten Gegner. In Baumschulenweg stehen sich Fichte 2. Abt. und Groß-Berlin�üden in einem heißen Kampf gegenüber. Ficht« 19. Abt. fahrt nach Brandenburg zur 2. Abt. während in der 2. Gruppe Fichte-Nord die dortigen Sportler besucht. Wird die erster« die Punkt« in Brandenburg lassen müssen, so ist Fichte der Sieg sicher. Spandau und Groß-Berlin-Rorden 1 stehen Spandau, ner Chaussee, gegenüber. Spandau wild ' behalte». Preußenplatz. In der 3.(gm: trotz des großen Eifers der Nordenleut« den Sieg behalten. Die Schönederger Sportler empfangen auf dem Dominicusplatz Schönow. Hier stehen sich zwei gleichwertige Gegner gegenüber. Bei den Franen findet in jeder Gmppe nur ein Spiel statt. Spandau und Tegel spielen in Spandau. Der Gastveiein wird leer ausgehen. In Neuköllu, Grcnzallee, stehen sich um 10,19 Uhr die beiden N-icköllncr Abteilungen gegenüber. Die Besseren find die 1. Abt. Bich. tige Spiele in der 2.«lasse sind: 1. Gmppe: Biesdorf gegen Erkner in Bies- dorf, Lessingplchtz: Wildau gegen Mahlsdorf in Wildau: Kaulsdorf gegen �i-btr.Spieladteillunq in Kaulsdorf. In der 2. Gmppe: Werder gegen Born. ' t in Werder: Wilmersdorf gegen Groß.Btrlin.Friedcnau um 13 Uhr auf ~""■~'*: Luckenwalde gegen Moabit. In der beiden Ortsrivalen Groß-Berlin-Rosen» :auen: Rüstig-Borwärts gegen Wilmers» ..rf in der Ärrnzallee und Brandenburg.2. Abt. gegen Moabit. DI« Spiele beginnen für die Männer, soweit nichts anderes permerkt, um 13% Uhr und für die Frauqn um 13% Uhr._ Tcmristenverem„Die Naturfreunde''. Zentrale Dien. Vrtsge. Berli»: Mittwoch, 15. Februar. 193h Uhr, in der Aula Bein- mcisterstr. Itfll Generalversammlung. Einlaß nur gegen Borzeiguna der Mitgliedskarte und Iahresmark« 1927.— Abt. Charlstteuburg: Freitag. 10. Fe. bruar, 20 Itzhr, Spreestr. 30. Lichtbildervortrag: Hamburg." Tellersamm. lung. Gäste willkommen.— Abt. Siibost: Freitag, 10. Februar, 20 Uhr, Rcichenberger Str.«S. Eine Arbeitsgerichtsfltzung.—«bt. Sesundbmnnen: Freitag, 10. Februar. 20 Uhr, Lortzingstr. 19. Vortrag:.Die Schule, wie sie sein soll.»— Abt. Südwest: Freitag, 10. Februar, 20 Uhr, Iugcndgruppe Porck- straße U.—»bt. Treptow: Freitag, 10. Febmar, 20 Uhr, Elsenstr. 3. Kultur. fragen im Reichstag."—»bt. Neukölln: Freitag, 10. Februar. 20 Uhr, Kopf. straße 55. JäBcfen und Zweck der Gewerkschastsbcwegung."—»dt. Tempeldos: Sonnabend, 11. Februar, 20 Uhr, Germomastr. 4/5, Zimmer 4.—»bt. Britz: Wontaa. 13. Fehruar. 20 Uhr, Jugendheim Rathaus. Epielabend.—»bt. Schöneberg: Montag, 12. Wontaa, 18. Febmar gtbtur«ussttlluug._ Zeairattsaiion im Wassersport. Di« FrAge de» Zusammenschlusses der vielen kleinen Rudervereine zu gröHeren und daher leistungsfähigeren Organisationen ist wieder einen Schritt vorwärtsgzlommen. Die.Bereinigung der Ruderfreund« E. V." hat einstiut. mig deu Anschluß an die Freie Turncrschaft Groß-Berlin E. B. beschlossen. Da« Boabshaus befindet sich in Riederfchöneweide, Berliner Str. 07/03. Da noch eine Anzahl BootsstSirde zu vergeben find, können Mitglieder, auch solche mit Privatbootcn, sich beim Borsitzenden Sskor Roack, Neukölln, Nogatstr. 40. melden.— Interesse ntrn de» Kanusports(mit oder ohne Boot) können dem Sanubeckrk der FT SB. beitreten: Borsttzender Alfred Kind, SW. Mittenwalder Straß» BO. Da eine große Zahl von Privatbootbesstzern bisher noch keinem Berem angeschlossen ist, wirb auf die obtgen Dasserspoitbezirie und dir damit verh«L>ene» Lartrile hingewiesen. Tour wird am Start bekanntgegeben. Motorfahrer bieselb« Tour. Start Waldemarstraß-'Ecke" willkommen. Freiheit 17 e. B. Die Badeabende finde» wie üblich Montag» von 203h bis 22 Uhr, Donnerstags von 19 bis 203h Uhr statt. Gäste willkommen. Sonntag, 12. Februar, 8 Uhr, 1Z3H Uhr Zehlenborf, Karlstr. 12. ke Mariannenvlotz. Gäste 10 Uhr, Seneralverfammsung des Eportkartells im Restaurant' Schützenhau». Teltow. Alle Sportsgenossen werden aufgefordert, sich rege an der General. tWWMWss.....~- 4i'Nche startell, der neuen Porstände und der stattfindenden Vereinsversammlungen. 5. Krei» Friedrichshain. All« Arbeitersportler finde» sich Sonnabend, U. Februar, Igt) Uhr, im Lokal von Busch, Tilsiter Str. 27, pünktlich ein. Bedeutungsvolle Befchlußsassung. Parteibuch legitimiert. Freier Sport»««»» Berlin XU. Freitag, 10. Februar, 20 Uhr, Schwimm- abteelung Steglitz Mitgliederversammlung bei Schulz, Birkbuschstr. 9t. Turn. abteilung Lankwitz Mitgliederversammlung bei Kunze, Zietcnstraße. Sonn. abend. 11. Februar, 20 Uhr, Echwimmabteilung Lichterfclde Mitgliedetver. sammlung bei Lenski, Hindcnburgdamm 55. Z«ii Rudervereinignng 1913 e. P. Bootshaus vberlchöneweid«, Spree. straße 4/5. Sitzung Freitag, 17. Februar, 20 Uhr, Falkeusteiner, Falkenstein. straße 49. Mitglieder werden ausgenommen. Anschrift: Willi Pirsch, Lichten. berg. Friedrichstr. 39d, Berliner Rudere««!» Freiheit«. B. Freitag, 10. Februar, 20 Uhr, Boots- haus Stralau, Tunnclstr. 28-29, Lichtbildervortrag Genosse Köhler:„Iugendnot — Iuacndpfleqe." Gäste willkommen. Schachwerbeoeranstaltung. Die ncugegründete Abt. Wilmersdorf des Bei. liner Arbeiter-Schachklub» veranstaltet Freitag, 10, Februar, bei Frick«, Ber- liner Str. 143, einen Werbeabend. Beginn 20 Uhr. Programm: Bortrag: „Warum spielen wir Arbeiter Schach?", Anfänger-Lchrkursus(der jeden Frei. tag ab 19' 3 Uhr im obengenannten Lokal fortgesetzt wird), Simultanvorstel. lung und Blitzturnier. Eintritt und Beteiligung frei. Rud«r»e«in Borwärt» E. B., Oberschöneweide, Wilhelmstrand. Rächst« Sitzung Sonntag, 12. Februar, 10 Uhr, im Bootshaus mit anschließendem ärztlichen Vortrag über„Sexnalfragen. Ausnahme neuer Mitglieder. Ab Sonntag, 19. Febmar, Bootsreinigung. Der SC. Alt-Bedding ocranstaltet Sonntag. 12. Februar, in der Turn. Halle Utrechter Str. 31/32«inen Iugendwettstreit. Da die Brudervcreine sich recht zahlreich beteiligen, beginnen die Vorkämofe um 0 Uhr. Sportoerci» Moabit. Sonnabend 20 Uhr Schule Rostocker Str. 22. Bor, trag Wildunz über Arbeitersport. Sonntag 934 Uhr Waldläufe Seestraße (Dornbusch). Radiabrerbund.Solidarität". Tou WWWß______ WWWWW>M und Berkebromuseums. Start — Ortsgr. Rckuickcndorf! Start tenburg: Sonntag, 12. Februar, 10 Uhr, im Bereinslokal gemütliche» Beisammcnlein. lieber Starkungswein« und Maltonweine an» Malz. Die Stärkung»- und Kräftigungsmittel spielen bei der Behandlung von Krantheiten und krank. hatten Zuständen, besonders solchen, wie Störungen i» der Ernährung, Redu- zierung der Köroerkräfte und allgemeine Erschöpfungen, von jeher eine hervor, ragende, wichtige Rolle. Als anerkannte Stärkungs- und nährfovdernd« Mittel Hoden neben den Malzvrävaraten immer die vollen, feurigen und süßen Süd. weine gegolten. Des bohen Preises wegen sind diese aber nicht jedermann zugänglich. Die Deutsche Malton�Sesellschaft m. b. H., Wandsbek, bringt aber seit dem Jahre 1895 die wisscnschafttich anerkannten, ärztlich empfohlenen und äußerst nährkräftigen Maltonweine aus Malz zu niedrigen Preisen in den 5m Versuch wird überzeugen. Arbeiier-Radsahrerbund.Solidarität". Touren für Sonntag, 12. Februar. Bez. 21, Ortsgr. Köpenick: Besuch des Bau- 9>-0 Uhr Straßenbahnhaltestelle Lindcnstraße.- 18 Uhr Restdenzstr. 109.— Ortsgr. Charlottenburg: Sonntag, Handel. Ei Die Zie„■. im Künstlerhaus, Bellevucstr. 3, statt. Die Ziehung der Boltswohl-Lattcrie findet am 15. und 10. Februar d. I, ntÜHg~ verschiedenes. .. end ünltnriaEell Weddinq. Stoniog, 18. Februar, 193-1 Uhr, Kartellsitzvnz im Ledigenheim am Lrunnrnplgst. Fragebogen mit. Ltvffs os«d eogliscber Art gemustert. jüt Spott-Anzüge und n"je Kostüme.. Meter 4.23, U.f U Baer Sohn a.�. Chausseestrafi« 39 30 .•St.-: XX ■;■' � r r/)cr VI "VS�■3ll�ii''*vS»/i/''U'V if'l/' tf � Mm unfeves nme.n fahvihQ'ehäudes miß. nun hold zu den Wahrzeichen"Dresdens gehören.'Über h-2 m hoch umfaßter 12 Stocks' werke. Die letzten drei Stockmerke werden abends in grahdrofer Weife erleuchtet wer- den. Viefes äufzeve deichen der enormere ßntmicklung unfeves Unternehmens ijr'das hefte Zeugnis für die ff Ute unfvevMafkeiL. -fUfC;■ f/itß ismiMimM iL in der neuen da7nfun~%an.ihi JÜl'ifchnnß. alfo aus heften tiirkifchen und rnazedonf fch.en Jahaken. hcrgcftellt, kann nichßQ üb er troffen werden. Sie ift aucli für dSruD vcrwöii ntejte n Raucher der gröflte Qeriüji berliner&aörMa£ew: Berlin fW 08. 3£odkstraße 07, JelepAon. Jtlerkur*7S3 mul 26Ä*. Freitag, 10. 2. 28 Staats-Oper Am Pl.d.Republ. 12 Uhr: SiDfonie- Mittagskomert OD.; 4. Sinioniek. Staat). Sthaosplelli. In Gendarmsnmarlrt 8 Uhr Freitag, 10. 2. 28 Städtische Oper Bismarcks tr. tt.-TanuIV.«»1.8 Ezlo StaatL Schillert!). Charlottenburg 8 Uhr Ende gut alles gnt Volks büh ne Thtatir am Bülovrplah 8 Uhr Mann ist Hann Id. am Sdiiffbaoerfanini 8 Uhr Schieber des Ruhms DeutsdiesTIieatei Norden 12310 8 U., Ende nachlOU. Robert Emme! Kamraerspiere Norden 12310 S'�U, Ende nach 10 Zum 2S. Male: finden Sie. da» Cnnstance sich riditig verhält? Die Komödie Bismarck 241 4/7516 8>/« U. Ende 10V, U. Marcel Fradelin Borline? THeater Direktion Kuhnert Ciivl«tttmtr.9IHt.Daü.110 8-/. Uhr Mai Adalbert als Der Herr tob.. Komische |8 Ohr Oper iDhrl Premiere | Sonnabend, IX. 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