Morgenausgabe 7lr. 73 A 37 45. Jahrgang Wöchentlich Ä VfemttA.«snatlich 5/— Reichsmart»m voraus zahlbar tlnke? Streifband im In- und Aus» land$S> Reichsmart vre Rtonol # V«„Sorairts* mtt der tüuftrter» ten Sonntagsbeilage.Dolk und Zeit� sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wiffen�.Au» der Filinwelt*. .Stadrdeilage�.Frauenstimme�. .Der Mnderfreuad-.Jugend-Vor» wätts".Blick n» dl» Bücherwelt�. Kulturarbeit* und.Technik� erscheint wocheatäglich zweimal. Sonntag» und Montags einmal. Berliner Volksbla« Eonniag 12. Februar 1925 Groß-ÄerlinIL Pf. Auswärts 20 Pf. Vie e t a| p o! 1 1 g e Ronpareillezet!» SO Pfennig Reklomezeile 5— Reich»« mark.ftletne Anzeigen" das fettge» druckte Wort 25 Pfennig lzuläsfig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig Stellengesuche das erst» Wort 15 Pfennig, jedes weiter« Wort 10 Pfennig Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt 2ieil» 60 Pfennig Famtlianzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen» annahm» im Ljauptgefchäft Lindeu» Brafeei wochentägl don&V) bis 17 Uhr. Jentrawesan der GoziaidemoSvattfOen Vavtei Neutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstrahe 3 Ftrnsprccher: Tönhost 222—291 Telegromm-Adr; Soz:aldemokrat Berlin Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Dostscbeckkonto: Berlin 87 KSK— Bankkonto: Bank der Ardctter. Angestellten und Beinmen Wallstr. 65 Diskonio-Gesellschast. Deposiienkasie Lindensir S Lobe über den Anschluß. Eine Antwort an Professor Aulard. Vie„Neue Zürcher Zeitimg" veröffentlichte vor kurzem einen Aufsatz des letzljähngen Präsidenten des Balloerbandes der Bölkerbundsgefellschaften Professor A u l a r d gegen den Anschluß Oesterreichs an Deutsch- land. Ihm erwidert an der gleichen Stelle Reichstags- Präsident L ä b e, der als Vorsitzender des österreichisch- deutschen Volksbundes und Ehrenmitglied der Deutschen Liga für Völkerbund zu dieser Entgegnung doppelt berufen scheint. Wir betrachten als eine unerschütterliche Basis unserer Forderung des Zusatnmenschlusies der beiden Staaten das Selbstbestimmungsrecht der Völker, wie es in den Grundsätzen Wilsons vor dem Waffenstillstand als Grundlage des Friedens und der neuen Weltgestaltung gerade von unseren ehemaligen Kriegsgegnern in die Welt gerufen und gegenüber anderen Nationen auch durchzuführen oersucht tourde. Herr Profestor Aulart macht nun den merk- würdigen Einwand, dieses Selbstbestimmungsrecht schließe nicht das Recht eines Volkes in sich, seine Unabhängigkeit aufzugeben und sich mit einer anderen„Nation" zu oer- einigen. Wie aber kann Herr Profestor Aulard zu der An» schauung kommen, es handle sich in Deutsch-Oesterreich i�n ein anderes Voll als in Deutschland, um eine fremde Nation. Davon kann doch gar keine Rede sein. In Wien wie in Berlin wohnt das deutsche Volk. Et handelt sich gar nicht um den Anschluß an eine andere Nation, sondern um die durch fremde Gewalt oerhinderte Hximkehr Deutscher ins Mutterland. Sprache, Sitte, Kultur, Geschichte. Blut an der Donau sind so deutsch wie an< Rhein und an der Elbe. So ist der Ausgangspunkt, bei dem die Beweisführung des Herrn Profesior Aulard einsetzt, ein durchaus irrtümlicher. So wenig man zweifeln konnte, daß die Bewohner von Galizien. von Krakau und Lemberg Polen waren, so wenig man sie gehindert hat, sich dem polnischen Staat, also ihrer eigenen Nation anzuschließen, so wenig ist das erstere bei den Deutschen in Oesterreich fraglich. Selbst- verständlich gilt das Gleiche für eine etwaige Bereinigung der Belgier französischen Blutes mit Frankreich, was Herr Profesior Aulard als zwar nicht praktischen Fall Vergleichs- weise heranzieht. Würden sowohl Frankreich als auch die Belgier dieses Verlangen stellen, so unzweifelhaft als es bei den Deutschen in Deutschland und Oesterreich der Fall ist, dann würde man es sich in Paris und Brüssel verbitten, wenn Deutschland dazwischentreten und einen solchen Schritt bekämpfen oder gar hindern wollte. Nein,� was jetzt uns gegenüber„Recht" ist, ist nur das Recht des Siegers gegen- über dem Besiegten, aber die Welt soll doch auch nach Ansicht des Herrn Profesior Aulard nicht ewig aus Siegern und Besiegten, sondern aus gleichberechtigten Gliedern des Völker- bundes sich zusammensetzen. Es kommt also rrnseres Erachtens nur auf den eigenen. frei verkündeten, unzweifelhaften Willen der beteiligten Be- völkerung an. Heber ihn Klarheit zu gewinnen, schlagen wir allen Zweiflern eine Abstimmuna in Oesterreich vor. sind auch mit einer solchen in Deutschland einverstanden, wenn da Zweifel gehegt werden. Eine Abstimmung genau so, wie sie in der Erwartung für uns ungünstiger Resultate in Schleswiß, Ostpreußen und Oberschlesien angesetzt wurde. Wir verlangen auch hier nur das gleicffc Recht. Solange man Oesterrcid) das verweigert, erstens eine klare Bekundung dieses Willens, zweitens die Vollziehung dieses Willens, solange verletzt man meines Erachtens aller- dings einen Grundsatz des Völkerrechts, nämlich das Selbst- bestimmungsrecht. Denn Oesterreichs„Unabhängiges i t" ist n i ch t f r e i gewählt, wie etwa die der Schweiz und Belgiens, sondern sie ist ihm aufgezwungen, wider seinen Willen, wider die Beschlüfle seiner National- ' oersammluttg, gegen alle Resultate der Abstimmungen in Tirol und Salzburg. Der Zusammenschluß Oesterreichs und Deutschlands würde weder die Sicherhest Italiens noch der Tschecho- slowakei bedrohen, denn gerade die Friedensbestrebüngen in Groß-Deutschland erhalten durch den Zutritt der beiden friedlichen Parteien in Oesterreich, der Sozialdemokraten und der Ehristlich-Sozialen eine ausschlaggebende Stärkung. Wir wehren uns aber überhaupt dagegen, daß man in Fragen des Völkerrechts auch heute immer nur in Rekruten und Bataillonen denken kann, während wir doch das Recht gegenüber dem Machtprinzip zum ausschlaggeben- den Einfluß bringen wollen. Wir wehren uns auch dagegen, als sei die Wiedervereinigung nur eine Forderung oder Folge österreichischer Not. Diese Not kann den Willen und die Sehnsucht zur Heimkehr steigern, sie ist aber allein nicht ausschlaggebend. Ausschlaggebend ist das nationale Recht eines Volkes. Drum überrascht es uns, daß Herr Profesior Aulard den Antrag der österreichischen Delegation in der Nölkerbundliga als eine„sensationelle Ueberraschung" erklärt, denn in keinem iptadium der Existenz des erzwungenen Staates Oesterreichs. von der Verfassunggebenden Nationalversammlung bis zum heutigen Tage, ist der Wille Oesterreichs zweifelhast gewesen. Oesterreichs Bevölkerung, die deutsch ist, will zur deutschen Einheitsrepublik. Diese Stimme wird der Völkerbund eines Tages erhören rftüsien und aus dem Grundsatz des Rechtes heraus sollten die Völkexbundsligcn die hohe Aufgabe an- fasien, die Erfüllung dieses Rechtes vorzubereiten. Kranh-prozeß und preffe. Zentrumsanfrage im Sinne Mumms. Im Preußischen Landtag ist eine Kleine Anfrage Dr. Faßbender lZentrum) eingegangen, in der um Auskunft ersucht wird, was ge- schehen solle,„um eine die Voltssittlichkeit in schlimmster Weise gefährdende Berichterstattung der Presse über Pro- zcsse mit einem das Geschlechtsleben berührenden Inhalt zu verhüten, wie wir sie zurzeit in einem Teil der deutschen Presie über den Prozeh Krontz erleben". Es wird in der Anfrage gefordert, daß hie Gerichte bei ihren Erwägungen über die Ausschließung der Oessesttlichkeit sür Gerichts- Verhandlungen sich in erster Linie von der Rücksicht aus sittliche und vaterländische Belange leiten lassen sollten, da ja auch das Ausland durch eine Berichterstattung nach Art der gerügten ein unerhört oer- zerrtes Bild der sittlichen Zustände in Deutschland gewinnen würde. Die Anfrage ist ganz im Stile des Anträges Mumm gehalten, den in der gestrigen Reichstagssitzung schon Genosse Dittmann zu» treffend gekennzeichnet hat. Wenn der Prozeß Krantz ein so außer- ordentliches Interesse auslöst, so hauptsächlich, deshalb, well hier in ein bisher so gut wie gar nicht erforschtes Gebiet hineingeleuchtet wird: in dos Geschlechts- und Seelenleben einer Jugend, die in der Kriegs- und Nachkriegszeit unter ganz anderen äußeren Bedingungen heranwächst als die Generation, aus der die Mumm und Genossen kommen. An der Kenntnis dieser Dinge haben nicht nur der Staats- anwalt. Gericht und Derteidlger, sondern alle Leute ein Interesse, die die Welt nicht wieder zurückschrauben wollen aus den Zustand vor fünfzig Iahren. Zugegeben, daß hier und dort die Presseberichte über da» Maß de, durch Tat« Gebotenen hinaus geschildert seien— da» ändert nichts an der Tatsache, daß gerade die Vermummerei dieser Dinge viel gesährlickar ist als offene und vertrauensvoll« Aussprache. Man bilde sich doch nicht ein, daß die Anwendung der Dunkel. larnrner im Sericht»saal«»eignet sei. all« auskommenden Sexualtragödien bei der Jugend abzutöten. Im Dunkeln gedeiht etwas ganz anderes als gesundes Leben. Wir warnen dringend davor, aus der gegenwärtigen Prozeß- führung in Moabit neue Fessel» für die Presse schmieden zu wollen. Gerade d i e Presse, die man damit treffen will, ist gewandt genug, Schlüpfrigkeiten statt ernster Berichterstattung einzuschmuggeln. Der ernste, ihrer Verantwortung vor der Gegen- wart und der— Zukunft bewußte Zeitungsdienst um Volke aber darf nicht muckerischen Tagesmeinungen ausgeliefert werden. Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit. Bei den Frauen noch Zunahme. 3n der Zelt vom tS. bis 31. Zonuar Ist die Zahl der mäaaltchen hanpwnterstühungsempiänger in der Arbellsloscnverflchernng von rund 1 200 500 aus 1 155 500, das ist um 45000 oder am 3,8 Ptoz. gejunfen, während bei den Zrauen noch eine Zunahme um 7000(von 170 500 aus 177 500) oder um 4.1 Pro;, zu verzeichnen war. 5ür die Gesamtzahl der hauplunlerstützungsempsänger er- gibt sich daher nur eine Abnahme um 38000 lvon 1 371 000 aus 1 333 000) oder um 2,8 Proz. Stärker ist der Rückgang in der Srisenfürsorge. hier ist die Gesamtzahl der hauplunter- stützuagsempsänger von rund 228 000 aus 215 000, da» ist um 13 000 oder um 5.0 Pro», zurückgegangen. Der Rückgang ist bei den Frauen verhällnismäßlg größer al» bei den Männern, ikr betrug bei den Männern 11 000(von 101 000 aus 180 000) oder 5.8 Pro».: bei den Frauen 2000(von 37 000 aus 35 000) oder 8.4 Pro». Die Zahl der Rotfiandsarbeiker in der Arbeitslosen. Versicherung und in der Krisen fürsorge zusammen ist im Zusammenhang mit der milden Witterung von rund 31 000 aus 4? 000, de» ist um 18000 gestieg«». Oer korrigierte Retter. Oeuischnattonale gegen Hindenburg.- llm den„liberalen Mantel" der Volkspartei. „Doch auch hier, wie überhaupt, kommt es anders als man glaubt." Es gab schon ein vernehmliches Getnurre, als der Reichspräsident ungeachtet aller beschwörenden Mah- nungen der deutschnationalen Presse den General G r o e n e r zum Reichswehrminister ernannte. Jetzt ist die Rebellion da, und die Partei, die auf ihre Fahne die„Stärkung der Stellung des Reichsprsidenten" geschrieben hat, kündigt dem Retter offen den Gehorsam. Offen, öffentlich, offiziös und offiziell verkünden die Deutschnationalen folgendes: „In der Presse sind Unklarhelten über Sinn und Absicht des Briefes des Herrn Reichspräsidenten hervorgetreten. Nach deutschnationaler Auffassung trifft es nicht zu, daß in dem Brief der Erledigung des Schulgesetzes eine geringere Beden- tung beigelegt werde als den sonstigen vom Herrn Reichspräsidenten genannten Aufgaben, vielmehr geht die Mahnung de» Herrn Reich»- Präsidenten an die Parteien in erster Linie dahin, sich über dos Schul- gefeh»u einigen. Nur dadurch würde auch eine wirksame Boraus- setzung für die Erledigung der anderen Ausgaben geschaffen werden. Die Deutschnationale Bolksportci ist jedenfalls gekillt, olles zu wn, um das Schulgesetz unter Dach zu bringen und damit die politische und psychologische Voraussetzung iür die, dem Wunsch des Herrn Reichspräsidenten entsprechende Erledigung der sonstigen Aufgaben einschließlich des Strafgesetzbuches— also fürdenweiterenBestandderjetzigenRegierungs- k o a l i t i o n bis zum versasiungsmäßigen Endtermin der Legislatur- Periode— zu schaffen. Die Deutschnalionaleu sehen es also al» die erste Aufgabe an. alle»»u tun. wa» in ihren Kräsleu steht, um die Schwierigkeiten»u beseitigen, die einer Einigung über dos Schvl- geseh entgegenstehen." Wer Augen hat, zu lesen, der weiß, daß im Brief des Reichspräsidenten das gerade Gegenteil von dem steht, was hier behauptet wird. Mit ganz klaren, gar nicht umzudeuten- den Worten hat der Reichspräsident den Wunsch ausge- sprachen, man möge zunächst alle anderen schwebenden Aufgaben der Gesetzgebung lösen, bevor man die bestehende Koalition wegen des Schulgesetzes vor die Existenzfrage stelle. Die Parteien haben selbstverständlich das Recht, sich einem Wunsche des Reichspräsidenten zu versagen. Die Deutsch- nationalen beschränken sich jedoch nicht daraus, dies zu tun. sie erklären außerdem noch öffentlich, daß der Reichspräsident gar nicht das gemeint hätte, was er gesagt- habe. Sie fügen damit zum Widerspruch den Hohn. Warum verstehen die Deutschnationalen Hiridenburg ab* sichtlich falsch? Weil die Voltspartei ihn richtig verstanden hat. Das zeigt nicht nur ihre Presie, sondern noch viel mehr eine Entschließung, die von ihrer Reichstagsf Sonnabend nachmittag gefaßt wurde. Diese E lautet: raktion am ntschließung „Die Reichsiagssraktion der Deutschen Volkspartei hat sich an- läßlich des Schreibens des Herr« Reichspräsidenten an den Herrn Reichskanzler-mit der dadurch geschossenen Gesamtlage befaßt. Sie ist der Auffassung, daß im Hinblick auf die dringenden, von der Koalition übernommenen, iwch der Lösung harrenden Aufgaben der Reichspolitik— Verabschiedung des Etats, Abwendung der Not der Landwirtschaft, Kriegsschäden-Schlußgesetz, Kleinrentner-Vcrsorgungs- gesetz, Sicherung des Wohnungsbaues sür 1928, Reform des Strol- gesctzbuches u. a. m.— eine vorzeitige Auflösung de» Reichstags vermieden werden muß, auch wenn das Reichsschulgeseh in dieser Legislaturperiode nicht mehr verabschiedet werden sollte. Die Fraktion wird sich deshalb der Aufforderung des Herrn Reichspräsidenten nicht entziehen." Die Volkspartei geht also freudwillig aus den Vorschlag ein, den Bürgerblock durch Vertagung der Schuloorlage für absehbare Zeit, mindesteng bis zum Äblauf dieser Gesetz- gebungsperiode, zu retten. Die Deutschnationalen hätten wahrscheinlich gern das Gleiche getan und das Schulgesetz über Bord geworfen, wenn sie Aussicht gehabt hätten, mit dieser Taktik beim Zentrum durchzudringen. Sic haben sich davon überzeugen müssen, daß das nicht Mötzlich ist. Darum haben sie sich entschlossen, gemeinsam mit dem Zentrum auf eine schleunige Lösung des Schulftreits zu drä»- gen und die Volkspartei unter Druck zu setzen. Damit ist das Gegenteil von dem geschehen, was der Reichspräsident ge- wyllt hat: alles soll auf diese Karte gesetzt werden, und wenn sie nicht sticht, sollen Regierung und Reichstag vsr« spielt fein. * Im interfraktionellen Ausschuß hat am Freitag, wie erst jetzt bekanntgegeben wird, Herr v. G u � r a r d die Volks» partei aufgeforder, ihre Mini st er aus der Regierung zurückzuziehen. Die Boye» rische Volkspartei hat sich diesem Vorgehen angeschlossen. Da» bei wird folgendermaßen argumentiert: Die Bürgerblock» oarteien haben sich gegenseitig verpflichtet, während der Dauer ihrer Koalition keine Anträge um Aenderung der Verfassung einzubringen. Nun ist der volksparteiliche Simultanschulantrag nach den Erklärungen des Staats« sekretärs Z w e i g e r t verfassungsändernd. Als» haben dt» Voltsparteil« das Abkämmen aebrochen, auf dem der Biir- gsrblock beruht: sie haben damit den Anspruch verloren, dies« erlauchten Gesellschaft weiter angehören zu dürfen. Die Volkspartei hat diese Beweisführung für nicht ganz durchschlagend gehalten. Man kann sich denken, warum. Jenes Abkommen wurde geschloffen, um monarchistische Seitensprünge der Deutschnattonalen zu verhindern. Auf den Gedanken, es auch auf die Schuloorlage anzuwenden, ist man bisher noch nie gekommen, obwohl diese Vorlage nach der Auffassung hervorragender Juristen auch in anderen Punkten verfassungsändernd ist. chat Herr v. Guetrard ernstlich daran gedacht, nach einem Ausscheiden der Voltspartei die Ehe mit den Deutschnatw- nalen fortzusetzen? Das ist kaum anzunehmen. Biel eher handelt es sich um einen Versuch, die Schuld an der aus- brecheirden Krise vor der Oeffentlichkeit auf die Volkspartei abzuschieben. Die aber roch den Braten und bedankte sich. Wie die Dinge heute stehen, kann der Bürgerblock nur noch gerettet werden durch einen Umfall der Volks- partei. Darum wendet sich auch die„Kreuz-Zeitung" jetzt mit einer gar nicht mehr gewohnten Zärtlichkeit an die „Schwesterpartei" zur Linken und mit dem brüderlichen Rat, „den liberalen Mantel, der heute gerade nicht mehr zu den modernsten Kleidungsstücken gehört", fallen zu lassen. Aber modern hin, modern her— wenn die Volkspartei diesen Mantel fallen läßt, wird sie als Monna Vanna dastehen, denn sie hat sonst gar nichts an. Ihr Charakter als Klassen- Partei des Besitzes wird dann auch jenen Hütern der Bildung sichtbar werden, die bisher nur nach dem„liberalen Mantel gesehen haben. Wir Zuschauer können ohne sonderliche Spannung er- wartem ob die von der Partei des Herrn Mumm gewünschte Entkleioungsszene vor sich gehen wird oder nicht. Die Er- füllung dieses Wunsches könnte aber vielleicht doch die un- erwartete Wirkung haben, daß der Scbrei nach Schluß der Vorstellung zum Sturm anwächst. Schließlich merkt dann auch der Retter, daß hier nichts mehr zu retten ist. Die Dolkspartei erklärt: „Hier bin ich, hier bleibe ich!" Bon volksparteilichcr Seite erfährt die Telegraphenunion: „Zu der von Zentrumsseite verbreiteten Behauptung, daß die Haltung der Deutschen Volkspartei in der Frage de» Schulgesetzes einen B r u ch d e r vereinbarten Richtlinien bedeute, wird erklärt, daß diese Auffassung völlig willkürlich sei und weder in dein Wortlaut noch im Sinne der vereinbarten Richtlinien die geringste Stütz» findet. Auch sei die Koalition, wie die ossiziell« Erklärung der volksparteilichen Reichstagssrattion besagt, nicht geschossen worden, um allein ein Schulgesetz zu verabschieden, sondern um da- neben eine ganze Reihe wichtiger und dringlicher Ausgaben zu lösen. Wer etwas anderes behauptet, zeige damit nur. daß er den Bruch der Koalition wolle. Im übrigen haben die volksparteilichen Vertreter im interfraktionellen Ausschuß Herrn von Guerard bereits erwidert, daß sie über die Zurückziehung ihrer Minister selbst zu befinden haben." Oer besteltte Hindenburg-Brief. «STme pariser Wertung. Poris. 1l. Februar.u der Standesherren auch auf die Renten auszudehnen, die sich auf den Reichsdepu« totionshauptschluß von 1803 stützen. Es würde sich bei dieser Kategorie von Rentenempfängern in erster Linie um kleine Reichsunmrttelbare handeln, die niemals Landeshoheit innehatten. Eine zwelle Anfrage bezieht sich auf Vorkommnisse bei dem Bau des Ncckarkanals. Darin wird gefragt, ob es wahr sei. daß bei Ausführung der Staupump« Ladenburg am Necka» kanol große Unregelmäßigkeiten vorgekommen seien. Ortginalpläne sollen vernichtet und der Kostenberechnung sollen falsche Pläne zugrundegelegt worden sein mit dem Erfolg, daß eine Baufirma 60 000 Reichsmark mehr erhalten Hab«, als sie zu beanspruchen hatte. Um den Betrag zu verdecken, seien Schweigegelder in Höhe von 5000 Mark und von 1800 Mark an technijchen Angestellten der Banftrma gezahll worden. Die Regierung wird geragt ob sie beabsichtig«, die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen, und wie es möglich fei, daß diese Bau. ftrma ttvtz dieser Unregelmäßigkeiten wiederum mit großen öffentlichen Aufträgen bedacht worden sei Di« württembergische„Ortmirngsregienrng" wird auf diese pein» lichen Anfragen wahrscheinlich am Dienstag antworten. Auf einen Skandal mehr oder weniger kommt es dieser„nationalen" Regierung schließlich ebensowenig an wie den.nationalen" Regenten in Bayern. Bewersdorff. Wie das Preußisch« Justizministerium nunmehr festgestellt hat. sind bei dem Landgericht in Magdeburg für das Jahr 1928 12 Tagungen des Schwurgerichts vorgesehen. Der„Amtliche Preußische Pressedienst" terll mir, daß nur fürei»« dieser Tagungen. die übrigens bereit» stattgefunden Hot, der Lairdgerichsdirektor Bewarsdorfi al» Vorsitzender bestellt worden ist. Für die übrige» U Tagungen sind ander« Porsitzende bestimmt Schiedsverirag Deutschland- Amerika. Washington wird dazu auffordern. New Jork. lt. Februar. Me Afsociaked Preß aus Washington meldet, werden die Uer- einigten Staaten Deutschland einladen, einen Schiedsvertrag nach dem Wüster de» franzSsisch. amerikanischen Schiedsvertrages abzuschließen. Staatssekretär Kellogg erklärte, die Verhandlungen mit den verschiedenen Ländern, die Schiedsverträge mit Amerika haben, würden je nach Ablaufizeit der Verträge begonnen. Da Deutschland keinen solchen Vertrag mit den Ver- einigten Staaten hat, werde Deutschland eingeladen werden, einen solchen abzuschließen. Basly gestorben. Oer Vorkämpfer der französischen Bergarbeiter. pari». 11. Februar.(Eigenbericht.) Der Führer der Bergarbeiter lllocbfrankreichs und sozialistische Abg. Genosse B a s l y ist in der Stadt Le n s, deren Bürgermeister er war. im Alter von 74 Jahren gestorben. Mit ihm verliert die Partei einen ihrer Vorkämpfer, der sich neben seiner unermüdlichen Tätigkeit für Partei und Gewerkschast durch die Resormarbeit. die er als Bürgermeister leistete, einen Ehrenplatz in der sozialistischen Bervegung Frankreichs gesichert hat. Lens, das durch den Krieg am schwersten gelitten hat. war die erste sranzösische Stadt, die in geradezu vorbildlicher Weise wieder aufgebaut worden ist. Basly. dessen Vater Böttcher und dessen Mutter Hilfsarbeiterin in einein Kohlenbergwerk war, verwaiste schon im Alter von lüJahren. Im Hospiz von Balendenne erhielt er zunächst eine dürstige Erziehung. Später arbeitete er als Vierzehn- jähriger in der Kohlengrube. 18S0 beteiligte sich Basly aktiv an einem B-rgarbeit-rstreit. Die Folge war. datz er seine Arbeit verlor.'Seitdem ist er in der Gewerkschaftsbewegung tätig gewesen. 1890 wurde er vom Wahlkreis Pas de Calais in die Kammer entsandt, der er bis zu seinem Tode ununterbrochen angehört hat. Gchwerbeschädigie und Versicherung. Pom Reichsbund der Kriegsbeschädigten wird ms geschrieben. Das Reichsversicherungsamt hat vor einiger Zeit eine Ent- scheidung getroffen, die für alle Schwerkriegsbeschädigten, die aus Grund des Schwerbeschädigdengesetzes eine Beschäftigung nachge- wiesen erhalten haben, von Bedeutung ist. Der Sachoerhalt ist folgender: Ein Schwerkriegsbeschädigter wurde auf Grund des Gesetzes über die Beschäftigung Schwerbeschädigter bei einer Firma ein- gestellt Nach einiger Zeit wurde der Arbeitsvertrag ohne Zu- stimmung der Hauptfürsorgestelle, die nach ß 13 des Schwer- beschädigt engesetzes einzuholen ist, gekündigt� Don diesem Tage an wurde der Beschädigte von seiner bisherigen Arbeitgederin, obwohl er ihr seine Arbeitskraft weiterhin zur Verfügung stellte. nicht mehr beschäftigt. Die Firma wurde zur laufe rden Lohn- zahlung oerurteilt. Sie hatte stch auch gegenüber der Allgemeinen Ortskrankenkasse zur Weiterzahlung der Krantenverstcherungsbei- träge für den Beschädigten erboten. Die Annohme dieser Beiträge hat die Kasse aber mit der Bsgriindung verweigert, da das per» sichcrungspfllchtige BeschSftigungsoerhältnis erloschen sei. Die Sache wurde, nachdem der Spruchausschuß de» Versuche. rungsmnts die Angelegenheit abgelehrt hatte, von dem Oberver- sichermrgsamt zur E�s Heidung abgegeben. Da» Reichsversich«. rungsamt hat dahin entschieden, daß das die Krankerwersicherungs- Pflicht begründende Beschäftigungsvsrhältnis auch nach der Beendi- oung der tatsächlichen Beschäftigung des Arbeiinehmers nicht erlösche. solange das der Beschäftigung zugrundeliegende Dienst» oder Arb oitsoertragsv« rhaltnis und der sich daraus ergeberde Anspruch dos dienstbereiten Arbeitnehmers aus die Gewährung des vertrag»- mäßigen Entgelts weiter bestehe. Das sei hier der Fall. Der Wäger gehörte daher der beklagten Kasse zur Zeit de« Eintritts de» Versicherungsfalles noch als Mitglied an. obwohl er tatsächlich damals nicht mehr beschäftigt wurde. Cr hat demnach die ihm gesetzlich zustehende» Leistungen der Familienhilfe von der Käste zu beanspruchen._ Das indische Reformwerk. Zunehmende Geneigtheit zur Mitarbeit. Landau. 11. Februar.(Eigenbericht.) Der Dizekösiig von Indien wird— wie der Indische Pressedienst meldet— am kommenden Montag die Führer der großen parla- menlarischen indischen Parteien, auch die radikalsten, zu stch berufen. um eine Verständigung über die Zusammenarbeit mit der englischen Reformtommission herbeizuführen Inzwischen haben die Vorschläge Simons', des Kommissionsvorsitzenden, auf Mitarbeit indischer Volks- Vertreter insofern Frucht getrogen, als sich zehn Mitglieder des in- dischen Staatsrates bereit erklärt haben, mit der Kommission zu- sammenzuarbeiten. Trotz Widerstands einflußreicher Politiker scheint die Boykottbewegung gegen die Kommission angesichts der Einladung Simons' zur Zusammenarbeit im Abflauen begriffen zu sein. . Könnecke in Kalkutta gelandet. Varl». 11. Februar. Nach einer Weldung au» kakkulla ist der deutsche Flieger Sönnecke. der am 20. September einen Flug nach Zapan an- getreten hatte und seit dem 5. November verschollen war. unverhofft in Kaltuttoangetommen. Sännecke war zuletzt 200 Wellen von Allahabad entfernt gemeldet worden, wo er in den Urwald niedergegangen war. Zn den letzten Oktobertagen hatte er seinen Reisebegleiter, den Grasen Solms, der vermißt worden war. in V ersten zurücklassen müssen._ 900 NscheraufEisschollen abgetrieben Mit 300 Pferde« ins offene Meer.. R e v a l, 11. Februar. Der hiesige rafstsche Gesandte hat bei der estläadische» Regiernng tun bringeade Hilfe für 900 rnsstsrhe Fischer, die mit 300 Pferden aus dem Finnischen Meerbusen auf Visschollen infolge starten Sturmes i u s offene Meer hinanSgetrieben wurden, gebeten. Die estländifche Regierung hat ihee Hilfe zugesagt. »Schluß!"—»FleichStagsauslösung!"— »Neuwahl!" »Nach dieser Gemütserleichterung können wir weiter verhandeln..." »Wir wollen versuchen, uns über das Schub geseh zu einigen." Block fchlägi sich— Block verträgt sich! »Ich bleibe unentwegt aus meinem Stand- punkt"—„Ich auch"—»Ich erst recht!" Die brüchige Gmytschka. Diktatur und Bauern in Rußland. Vorbei ist der Subfläumsrulmnel., Verllungen sind die Stalinschen Stegestrompeten auf dem TV. Parteitag. Mit der Erledigung der lineskommunistischen Opposition scheint das russische Leben in ein ruhiges Fahrwasser geraten zu sein. Die bürgerliche Auslaaospreste spricht mit Genug- tuung über die Konsolidierung Rußlands unter Stalin. Und trotzdem— keine Beruhigung: Die Opposition ist erledigt, die Krise ist geblieben. Gerade jetzt» da der betäubende Rausch der Diskussions- wrniere und der Fraktionstämpfe verklungen ist, kommen die tiefen sozial-ökonomischen Ursachen der Parteitrtse zum Borschein. Die Wirtschaftskrise hat sich seit dem Jubiläumstage der- maßen verschärft, das die übliche Berschönerungs- und Ber> schweigenslaktik gänzlich versagt hat. Selbst die Stalinsche Presse schlägt Alarm. Umsonst bemüht sie sich dabei, die Verantwortung für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten auf die Opposition abzuwälzen, die angeblich mehrere Monate hindurch die Parteimehrheit durch den Fraktionstampf in ihrer»positiven Tätigkeit" gehindert hätte. Die äußerlichen Erscheinungen der gegenwärtigen Wirtschaftskrise bilden kein amtliches Geheimnis mehr. Warenhunger sowohl in den Städten, als auch auf dem flachen Lande. Lebensmittel- Mangel in den Großstädten, bei wachsender Teuerung. Wieder„Schlangen" vor den Ladentüren. Scharfe Krise der staatlichen Getreideanschaffung, die alle Export- und damit Industrialisierungspläne zu sprengen droht. Wachstum des Staatshaushaltes, das weit das Zu- nehmen des nationalen Einkommens überflügelt. Ueber- triebens Geldemissionen, die die ganze Tscherwonetzwährung ins Schwanken zu bringen drohen. Planlosigkeit und Miß- Wirtschaft bei dem Bau neuer Fabriken und bei der Be- stellung neuer Maschinen. Dazu chronische Arbeitslosigkeit bei steigender agrarischer Uebervölterung... Alles in allem ein beunruhigendes Bild einer Krise, die die Opposition, wie sie sich rühmt, vorausgesagt hatte. Aus dieser Tatsache versucht jetzt Trotzti„die Konsequenzen zu ziehen" und zu beweisen, daß folgerichtig nur die links- kommunistischen„Richtlinien" die Ueberwindung der Wirt- schaftskrise und die Errichtung des Sozialismus sichern körnt- ten. Er irrt: es hieße, den Beelzebub durch den Teufel zu vertreiben. Bekanntlich hat gerade das linkstommunistische Wirtschaftsprogramm der Opposition die ursprünglichen Sympathien geraubt. Die Wirtschaftskrise in Rußland ist keine Konjunktur- krise, wie sie in den gewöhnlichen kapitalistischen Staaten aufzutreten pflegt. Sie ist vielmehr eine Krise des Systems. Gewiß ist die wirtschaftliche Lage in Rußland jetzt un- gemein g ü n st i g e r, als in der Zerfallszeit des Kriegs- tommunismus. Die Industrie und die Landwirtschaft haben fast das Borkriegsnioeau erreicht. Damit sind die Wieder- aufbaukrisen überwunden, aber zugleich ist die russische Wirt- schgst vor die gebieterische Aufgabe gestellt, das gänzlich ab- genutzte, von der Bourgeoisie ererbte Grundkapital zu er- neuern und im raschesten Tempo zu erweitern, um mit den stark zunehmenden Bedürfnissen der Bevölkerung und der Staatsflnanzen Schritt zu halten. Hier versagt das bolschewistische Wirtschaftssystem. Die Entwicklung der Produktivkräfte wird daher, wenn nicht ver- hindert, doch zumindest stark gehemmt. Die berühmte „Planwirtschaft" kann den Wirtschaftskrisen nicht vorbeugen. Die Bolschewisten glauben, mit Hllfe der verstaat- lichten Industrie und des Handelsmonopols 22 Millionen privatwirtschaftliche Bauernwirtschaften zu kon° trollieren, regeln, ja sogar sozialisieren zu können. Aber ihre besten Plätte werden durch die privatwirtschaftlichen Element« der Bauernwirtschaft gesprengt. Die auf der grenzlosen russischen Ebene zerstreute Bauernschaft scheint einen gemeinsamen Willen zu haben. Sie weigert sich, die Kosten der sogenannten„Industrialisie- rung" zu tragen. Sie weigert sich, das Getreide zu allzu niedrigen Preisen dem monopolistischen Käufer, dem Staate, zu verkaufen, um nachher die mangelhaften Erzeugnisse der Staatsindustrie ungemein teuer zu bezahlen und dabei noch an Warenhunger zu leiden. Einstweilen beantwortet die Bauernschaft den von Stalin aus parteitaktifchen Gründen eingeschlagenen linken Kurs auf dem flachen Lande mit der längst erprobten„passiven Resistenz", die sich zurzeit in der eigenartigen Form eines „G e t r e i d e st r e i k s" äußert, die aber morgen, wie es schon in der„Prawda" selbst angedeutet ist, zur Berringerung der Saatenfläche zu führen droht. Der linke Kurs ist wohl gegen die.Kulaki", d. h. die wohlhabenden Bauem, gerichtet, richtet sich aber in der Wirk- lichkeit gegen die gesamte Bauernschaft. Die von dem XV. Parteitag verkündete Kollektivisierung der Landwirt- schaft wird, wenn sie nicht auf dem Papier stehen bleibt, un- oermeidliche gefährliche Folgen zeitigen. Die brüchige„Smytschka", d. h., das Bündnis mit der Bauernschaft, auf dem die Parteidiktatur aufgerichtet ist, scheint wiederum ins Schwanken geraten zu sein. Immer schwieriger wird es für die herrschende Partei, zwischen ihren ideologischen Einstellungen und den gebieterischen Rot- wendigkeiten des Wirtschafts- und Staatslebens zu balancie- reit. Nach dem Linkskurs wird unvermeidlich eine Rechts- schwenkung kommen, die die Rahmen des„Rep", d. h. der neuen ökonomischen Politik stark erweitern wird. Aber auch diese„Reo-Rep" wird nur eine Atempause bedeuten. Denn die bolschewistische Parteidiktatur ist nicht gewillt und nicht imstande, weder politische Konzessionen zu machen, noch das falsche Wirtschaftssystem aufzugeben. Die Opposition ist tot. Eine neue unter neuen Um- ständen wird erstehen, diesmal vielleicht unter Führung von Stalin. Die siegreiche Mehrheit von heute ist nichts weniger als in sich einig. Auch wenn die Schwierigkeiten irgendwie überwunden werden, werden sie morgen aufs neue auf- tauchen. Früher oder später wird der Siegerblock unter dem Drucke der wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten sich spalten und«in neuer Fraktionskampf auflodern. Peter Sarwy. Aussperrung ist Migliedergewinn. Was die Aussperrung dem Tabakarbeiterverband brachte. Der Deutsche Tabakorbeiterverband zähll jetzt mehr als 70000 Mitglieder. Die Aussperrung im No» vember des vergangenen Jahres hat die Mitgliederzunahme beträchtlich gesteigert.— Am 1. Juli des Vorjahres hatte der Tabakarbeiteroerband 6S 088 Mitglieder, am 1. Oktober 65 299. In folge der Aussperrung hat der Verband also rund 5000 Mitglieder gewonnen. Dieses Ergebnis ist allen Aussperrern zur besonderen Beachtung zu empfehlen..' Der nächste Internationale Tabakarbeiterkon- greß findet am 16. Juni d. I. in Paris statt. Auf dÄn Kongreß soll die endgültig« Beschlußfassung über die obligatorische Unterstützung bei Aussperrungen erfolgen. Die Bezirkswahlen im Holzarbeiierverbanö. Starkes plus der Amsterdamer Richtung. Am 7. Februar fanden in allen Branchen und Bezirken die Neu- wählen der Bezirks- und Branchenleitungen statt Das Ergebnis ist für unsere Genossen durchaus zufriedenstellend. Wenn die Kommunisten in der„Roten Fahne" eia�qroßes Siegesgeschret anstimmen, weil es ihnen gelungen ist/oen Bezirk Osten III mit IZStimmenMehrheit zu erobern, so ist ihnen dabei sicherlich auch nicht ganz wohl. Es handelt sich hier um einen seit Jahren heftig umstrittenen Bezirk, den unsere Genossen im Äorjahre mit einer Mehrheit von zwanzig Stimmen hielten. Die Bergleichszahlen, die die„Rote Fahne" für das Vorjahr angibt, stnd falsch. Es sind die Zahlen, die bei der Urwahl zur General- Versammlung abgegeben wviden. Diesmal haben die Konz- munisten gerade nach jenem Bezirk Abkommandierungen vorgenommen und trotzdem nur die schwache Mchrhest erzielt. Dafür können wir jedoch mit Freude konstatieren, daß die größte Branche des cholzarbeiterverbandes, die Musikinstrumenten. a r b e i t e r. die aus Kollegen Amsterdamer Richtung bestehende Branchenleitung mit einer Mehrheit von 367 Stimmen wiederwählten. Diese Mehrhest ist v i e l größer als im Vor- fahre. Im Bezirk Süden war im Vorfahre S t i m m e n g l e i ch- h ea t, während in diesem Jahre unsere Genossen eine Mehrheit von 65 Stimmen erzielten. In einer ganzen Reihe anderer Branchen und Bezirke waren die Kommunisten so schwach, daß sie nicht einmal eine eigene Liste aufzustellen vermochten, so daß unsere Genossen ohne Gegenkandidaten miedergewählt wurden. Die Gesamt- z a h l der abgegebenen Stimmen, soweit sie wegen der erfolgten Zettelwahl sich zählen ließen, bedeutet für unsere Richtung ein starkes Plusgegenllber 192 7. Der Wahlausgang war ein guter Auftakt für die am 8. März stattfindende Urwahl, in der die Generaloersammlungsdelegierten gewählt wer- den. Diese Wahl ist die eigentlich entscheidende. Unsere Ge- nassen werden alles daransetzen, um den Kommunisken zu beweisen, baß sie zu früh triumphiert haben. Konflikt beim Landesarbeitsamt Sachsen. Die freigewerkschaftlichen Mitglieder de« Ver- waltungsausschusses des Landesarbeitsamtes Sachsen haben ihre Aemter niedergelegt und die Sitzung demon- stratio verlassen, weil der neue Präsident des Landesorbeitsamte» X>i„jSch«l.Ue die Rechte des Verwal�ungsousschusses nicht beachtet Ein halber Pfennig Lohnzulage. Ein Schiedsspruch, von der„Aotlage" der schlesischen Landwirtschaft diktiert. wäre, zur Cxtensivlerung der Wirtschaft überzugehen, well chr das Kapital mangelte. Eine solche Erscheinung ist m ganz Preußen nicht Unter dem Vorsitz des Schlichters für Oberschlesien, Dr. B r a h n, wurde in dem Lohnkampf in' der schlesischen Landwirtschast vor kurzem folgender Schiedsspruch gefällt: Die Ackerkutscher und Lohngärtner erhalten a b 1. Juli 1 928 eine Varlohuzuloge von einem halben Pfennig pro Stunde. Die Frciarbe»ter und Arbeiterinnen ab 1 S. I a- n u o r 1928 eine Barlohnzulag« von 1 Pfennig pro Stunde. Den jugendlichen Arbeitern wird ab 15. Januar 1928 eine. Barlohnzulage von 3 Pfg. pro Stunde unter der Bedingun'g gegeben, daß sie sich während der Saison, winde- stens aber auf 7 Monate, zur Arbeit in der Land- Wirtschaft oerpflichten. Was diese Regelung bedeutet, veranschaulicht folgende Aufrech- nuna: Die Barlohnzulage von einem halben Pfennig pro Stunde ergibt fünf Pfennige für den zehnstündigen Arbeits- tag oder 30 Pf. in der sechzigstündigen Arbeitswoche. Die Bar- lohnzulage von 1 Pf. pro Stunde ergibt 10 Pf. bei dem zehn- stündigen Arbeitstag, 60 Pf. bei der sechzigstündigen Arbeitswoche. Die Barlohnzuloge von 3 Pf. pro Stunde ergibt: 30 Pf. bei dem zehnstündigen' Arbeitstag, 1,80 M. bei der sechzigstündigen Arbeits- wache. Der Schlichter Dr. Brahn begründet seinen Standpunkt.. mit der Notlage der schlesifchen Landwirtschaft. Was es damit aus stch Hot, zeigt die Rede, die der pteußifche Landwirt- schastsminister Dr. Steiger vom 10. Januar dieses Jahres bei der Beratung des Haushalts der landwirtschaftlichen Verwaltung gehalten hat. Aus den Angaben über die Loge der schlesischen Landwirtschaft ergibt sich folgendes Bild. Bon den 14 750 Hektar, die im 1. Hilbjahr 1927 in ganz Preußen zur Zwangsversteigerung gelangt stnd, auf Ostpreußen 6247 Hektar entfallen, auf Brandenburg 2877, entfallen auf Nieder- fchleften nur 193SHektar Auch kann in ganz Schlesien nicht davon die Rede sein, daß die Landwirtschast etwa gezwungen gewesen festzustellen, nur in der Provinz Ostpreußen sind Anfänge davon zu bemerken. Auch was die Viehhaltung angeht, steht Schlesien ins- gesamt nicht übermäßig schlecht da. Die schlesische Landwirtschaft kann sich aber auch nicht darüber beklagen, daß ihr im vergangenen Jahre nicht die nötige Hilfe zuteil geworden wäre. So gelang es ihr mit Unterstützung des preußischen Staates, eine Kreditanleihe durchzuführen, die ihr eine Anleihe von 6 Millionen Dollar brachte, mit 20jähriger Laufzeit und 6 Prozent Zinsen. Der Land- Wirtschaft wird diese Anleihe zu 7 Prozent weitergegeben, wobei die Zinsspanne von 1 Prozent den Kreditnehmern später, bei der Tilgung der Anleihe, wieder zugute kommen soll. Daß die Lage der schlesischen Landwirtschast tatsächlich nicht schlecht ist, ergibt sich auch daraus, daß in beiden schlesischen Provinzen, nach Schätzungen der schlesischen Landschaft, die erste Stelle des Grundkredits noch in erheblichem Umiange frei ist, das heißt also, daß ein großer Teil der schlesischen Güter und Bauern- höse auch heute noch nichr einmal erststellige Hypotheken hat aus- nehmen müssen. Diese erststelligen Hypotheken sind vielmehr noch in großem Umfange für eine Umswuldung frei, so daß eine Umschuldung der noch vorhandenen Personalschulden in Realschulden in Schlesien keine großen Schwierigkeiten machen kann. Durch diese Festellungen wird der Standpunkt des amt- lichen Schlichters Dr. Brahn schwer erschüttert. Der Notstand der schlesischen Landwirtschaft ist n i ch t g r ö ß e r, als der der Landwirtschast der anderen Bezirke Deutschlands. Es ist Ausgabe des Reichsarbeitsministers, sich unverzüglich des Lohnkonfsiktes in der schlesischen Landwirts l�aft an- zunehmen und zu versuchen, ihn auch auf die Gefahr hin beizulegen, daß der Standpunkt des Schlichters dabei korrigiert werden muß. hat. Cr hat den Etat für die Monate Februar und März aufgestellt sowie Anstellungen und organisatorische Veränderungen vorgenommen, sich aber nicht mit dem Berwaltungsausschuß, sondern nur mit dem Borstand in Verbindung gesetzt. Der Bezirksausschuß Sachsen des ADGB. hat sich mit dem Vorgehen der Mitglieder des Berwaltungs- ausschusie« einverstanden erklärt. Der ADGB. ist bereit, noch schärfere Kompfmaßnahmen anzuwenden, wenn die Miß- achtung des Selbstverwaltungsrechts nicht aufhört. Freigewerkfchastliche Schulbeträte! Dienstag, den 14. Februar 1928, 1914 Uhr. im Gewertschasts- Haus(großer Saal), Engelufer 24/25, Zusammenkunft der freige- werkschaftllch organisierten Beirät« an den Berufsschulen. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag über das Ortsgesetz betr. Berussschulen. Referent ist Magistratsschulrat Schulze. Es soll auf dieser Zusammenkunst unseren Kolleginnen und Kollegen die organisatorische Grundlage der Berliner Berussschulen aufgezeigt werden, daher erwarten wir da« bestimmte Erscheinen aller betelligten Kollegen und Kolleginnen. Derbandsbuch und Einladungsschreiben legitimieren. Allgemeiner Deutscher Gewerkfchaftsbund. Ortsausschuß Berlin. Achtung. SPD.-Eisenbahnert D»»»cr»t»g, r». Fkbrva«, 19'? LH». I» SHmidt« S«lellI>Saft»ha-», Berlin. jjra�tstr. 36;,, Bersammlung aller im Eiahritaverbaad der Siscubahiier Deutsch» lanS» organisierten SPD.-Senosien. t. Stellungnahme zu diu Sletchatag». mahle» und zu he» Treibercieu der Oopostttan s»PD.). 3. Unsere weiteren Bnfqabeu im Eisenbahnbetrieb. Zu Anbetracht dessen, bah die steeigewer?. schasrlichen Eisenbahner bi» jetzt aha« jealich« Vertretung im Parlament waren, hat»», die Vergangenheit gelehrt, Hätz d!» bei de» lammenden Wahle» unbedingt berllcksschtigt werden mutz. Daher isi ea Pflicht»ine» jed-u Genossen, für eine» Pesuch der Berlammlung z» sorgen. Slitgt'ed-. und Parteibuch legitimiert. Der Werdrauaichutz. Achtung, Bstzirkramt Rcinlckendors! Am Montag, IS. Februar, f 19 Uhr, im Lolal ltastanienwäldchen, Zieinickendort-Olt, Pankowcr Allee f. fiele Z!efldenzstratze, Bertammlung aller im Dienss des 20. Bezirls stehenden Parteigenossen. Tagesordnung: I..Die Notwendigkeit, der iebsfroltionen." Referent fi Aufbau und dir TStigkcit der Betrie, A. Lolz. 3. Diskussion. Z. Wahl des Vorstandes. 4. Verschiedene« Vollzähliges und pünktliches Erscheinen erwartet__'M ktionen." Referent Senossc M Jeden c». Der Fraktlonsoorstand. Der Fraktiousuorsiaud. verantwortlich für Politik: Dr. Cnri Seyen Wirtschaft:®. AlingelhSser; fiewerkschaftsbewegnng: Fr. Etzkor»; Feuilleton: ft. K. Döfchee: Lokale» und Sonstiges: Fritz»arltädt: Anzeiaea: lh Stocke, sämtlich in Berlin.. rwärts-Versag fi m l» H.. Verlin. Druck: Vorwärts-Buchbrnckercl v«rl> und Vorwärts-Beriag©. m l»$.. Berlin. Druck »rlaasanstalt Paul Singer u fio Verlin SS 68. 4.Mrteqald««ch der Lindenstratz»£. IjilmAm*!»*•- WOLLENE KLEIDERSTOFFE WASCHSTOFFE SEIDENSTOFFE UND SAMT F r s c o- L a in e mit K'selcke, a p■ r t e l AKT Traverottrelfen 1»»k 9 �VoIImussslinsA. M neue»oart« Mli.oteri2»�U Wollcrepe de Chine•»«rv der neue U n I• S( o M O-efU' Woll-(JeorgeLte � neues Gewebe, für� QA Kleider, aparte Farben Kasna-Hanama der neue Stall fürö Q/i Mäntel, 130 cm O.OU Echt engl. Stoff e f. Kostüm(Mi. Mänt-J A rj A ea. 140 cm I tss.rMP Woll-Kashao AA travera, mit Ooldfäden Metiii L.repe de tdnne a a» K'telde.neueDnickm. ,90cm M-cIO Kasha-Tapisserie ff ma mit Lame, traven(emuet; ssleOU K a s h a reine Wolle, nenaPe QA Pastelltöne, I30cmt>-OV T Q I 1- K a s Ii a aparte BoraoreC CA mit Metall, ca. 125cmOeOv Kam m ff a rne Aachener, i. HcrrenstoK-.- ort, für Kostüme und j"J 4* A Mäntel. 140 cm breit 1. 1.1)1/ Kunstseide mit Atlssstreifen, farbig Baumwolle tsrb.m. gerauht. Innenseite Damen Strümpfe senm reine Wolle. Kaschmir WasebknDStse I d e m. Seitennaht. TS cm lang 3.50 3.90 M, r ii»m» fe 2.65 2.95 Wolle m.K'seideff A-v gemustert K'seide Charmeuse/* AA farbig.............. U.elil Her rensocken Seldenflor, schwarx Wolle Brraberir Jac-| fiA Waschknnst-O QA quard 1.Ott Beide. schwr-O-OU 1.75 (ur KinnPKnunct 1 e i< I r t a f t clüe mtl Kunsueide.•_> Ali ;hw.nod weiß.abcoi»l-e/i» Zur Klnnricnunci Cr� pe Caid rr cm 3.90 ?P reine wolle, u. farbig, ca. 12.50 Trae h te n• tof f e-o-A tndanlh„ aparte Neufielua SaOv V«l 1 T Ol I fl bed m ekt i nenaata Mutter, 100 Voll voil« >ßordQrei>o o a neneste Mode, 110-125 cm O.OV Voll voile, deatieh» Handdruck J. A •parte Neuheiten, 100 cm'x.4:U Voll» o i I e ffKA Bestickt, elegJMuiL, 100cm(9.0 V »onJorownofcohi Vollvoile bedruckt, schöne Muster, 100 cm breit 0— »AMENKLEIOIJIV« Jumperbluse aus vo rz 0 gl 1 c h em Charmeuse, mit Falten Kleid reinwollener Kasha. weißer Kragen und farbige Krawatte Mantel s�tund- ganx gefüttert Jackenkleid au» Shetlandstoff, Jacke auf Futter 14.50 18.50 26.50 39.00 Zur Kinoocnungi R o I i e n n e Wolle m. Seid., schwant| pj/v u. elfenbdn, ca. 100 cm'| otfU Pulgurante K'seide mit B'wolle, In O ck»ff leuehteoden Farben Ed.vrl Cr6pe de Chine reine Seide.schwarz, weis I 4* A u. moderne Färb., ea 100 cm"l.v) II Cr�pe Georgette zarte Dr uck m u» t e r, O QA ca. 100 cm b r e 1 t«T.oU Cr6pe Satin relneSelde, eleg. doppel- 1 QA seitlgc* Gewebe, 100 cm V'/.Clll Damast K'seidem. B'wolle, f. Jack.- 1 A!? u. Mantelfutter, ca. 85 cm X.tIO F o u 1 a r d reine Seide, auf Peau de 4? Q A gant fond, ca. 90 cm breit U.Oll Gr6pe de Chine modern, buntfarbig. Druck- Q QA muster, ca. 100 cmOaöU Reversible doppelseitig für Mäntel, Q fTA ca. 90 cm............. O.OU Lindener Köpersamt f. ElnaecBaafr-ktcider, ft ff A TO c n b r a I t....... U.öU Waschsamt t, Damen u. Kinderkleider, 9 O g ca. 7 0 c ra............ HERREN STOFFE Sport- Cheviots A«A moderne Muster, 146 cm An z färb. g> Kam mgarne ugstoffe| a Aft färb, gute Qual., 146cm I.A. Vf 19 Shetland|AAA marengo f. Palet, 148cm 1 U 1119 16.00 Aachener QaäÜt., in unl und gemust., 148/160 cm Kammgamstoffo farbig, deutsche und 1 Q AA engllectae Qualität lO.Ull Covercoat- sto*.-g»» gute Qualitäten, 148cm S h e t 1 a n d 15.00 nrir. engllBcb. marengo,"t Q AA f. den modernen Paletot lO.IHI Kammg.-Gabardiu elegant, mit Abselte,"f cktz aa f. den Frühjahnmantei 1 N.l/U Maßanfertigung unter Leitung bewährter Fachkräfte Zur KlnneynunB« Kleid schwarz. K'.nil.r 9 7 Taft, Lg 90-1 00 er» l 4» 4 f} Zur Z I nar sn n•• st Anzug marine, blau, Melto«- Cheviot, 2 reib. Form 29.50 «-«37.50 od T R A 5 S e• Q£ Q R Ü N D E T ISIS Damenhnt OlanzgefLA m i t Filze) 90 Oamenhut Filz, Stroh- n stoff n. PerL f 50 > M L W4 Damen hat Strohstoff, ckb zwei farbig«/73 Nr. 73» 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Gonniag. 42. Kebruor 4925 Minors tragisches Erleben. Oer Kampf zwischen Verteidiger und Staatsanwalt.— Angst vor dem Meineid.— Vertagung bis Dienstag früh. Der Prozeß des Schülers Paul Krantz droht immer mehr sich zu einem Skandal ersten Ranges auszuwachsen. Sehr überflüssigerweise. Der preußische Iustizminister Dr. Schmidt erschien gestern in Begleitung des Londgerichtspräsi- denten in der Gerichtsverhandlung. Welchem Umstände war dieser hohe Besuch zu verdanken? Wollte sich etwa der Minister persönlich davon überzeugen, ob die Vorwürfe, die die weißen und schwarzen Dunkelmänner gegen die ö f f e n t- l i ch e Verhandlung des Falles Kranft erheben, gerechtfertigt sind? Dann hatte er jedenfalls den Augenblick für seinen Be- such sehr unglücklich gewählt. Schade, daß er nicht etwas früher gekommen war und nicht etwas länger geblieben ist. Wäre das geschehen, so hätte er Gelegenheit gehabt, die schnarrende Reservcleutnantsstimme des Staatsanwaltschafts- assessors und dessen hämisches Lächeln zu bewundern, sich von der eigenartigen chandhabe der Strafprozeßordnung durch den Ersten Staatsanwalt zu überzeugen und die wenig erfreu- lichen Zusammenstöße zwischen Verteidigung und Vorsitzenden mitzuerleben. Er hätte dann auch die sechzehnjährige Ellinor Ratti darüber weinen gehört, daß man sie durch die Vereidi- gung in die schlimmsten Gewissenskonflikte gestürzt habe: sie fürchte sich auszusagen, erklärte sie, da sie nicht mehr wisse, was sie selbst gesehen, was andere ihr gesagt und was sie in dep Zeitungen über den Vorfall gelesen habe. Das aher, was die Sechzehnjährige trotzdem bei ihrer größten Gewissen- haftigkeit ausgesagt hat, genügte, um die Aussage ihrer Freundin Hilde zu erschüttern. Der Angeklagte selbst ist aber durch die schlaflosen Nächte und die ungenügende Nohrungs- aufnähme während des Prozesses erschöpft. Als feine Mutter ihm heute Essen aus dem Restaurant besorgen wollte, wurde ihr dieses abgelehnt mit dem Erfolg, daß er hinterher einen Schwächeanfall erlitt. Man ist human in Moabit. Einem zum Tode Verurteilten gestattet man vor der Hinrichtung eine Henkersmahlzeit mit Wein und Braten; einem Achtzehn- jährigen jedoch, dessen Kopf der Staatsanwalt laut Eröff- nungsbefchluß zu fordern beabsichtigt, verweigert man wäh- rend der Gerichtsoerhandlung ein besseres Mittagsmahl, dessen er bedarf, um feinen Kopf verteidigen zu können. Nachdem im Krantz.Prozeh über die Antrage der Verteidigung deraten worden war, verkündete der Borssgende, daß dos Gericht ein« Ausfehung der Verhandlung abgelehnt habe, da es einer Erkundigung über den Sachverständigen Dr. Plaezet nicht bedürfe. Es ist fernerhin beschlossen worden, vier Zeugen, darunter den Trainer Kranz zu laden und zu vernehmen. Die weiteren Anträge der Verteidigung werden zum Teil als wahr unterstellt, zum Teil als unerheblich abgelehnt! Andere Anträge behaupten nicht Totsachen, sondern enthalten lediglich Urteile. Der Antrag, Hilde Scheller durch eineä Sachverständigen untersuchen zu lassen, wird noch zurückgestellt. Der schlimme Morgen. Die Freundin Hildes, die wichtig« Zeugin Ellinor Ratti (deren Aussagen wir im Abendblatt bereits kurz erwähnten) er» zählte über den trogischen Morgen im Schellerschen Hause das folgende: Ich ging etwa um 12 Uhr nachts nach Hause und am anderen Morgen früh nach sieben Uhr ging ich gleich wieder zu Scheller». Paul öffnete mir und wir gaben uns einen Kuß. Dann kam auch Günther, der mir.guten Tag" sagte, aber dabei zur Seite sah. Ich fand sein Benehmen sehr komisch und fragte:„Was hast du", worauf er antwortete:„Ach, nichts". Daß er betrunken war, habe ich nicht gemerkt. Dann ging ich zu Hilde ins Bode- zimmer und sagte auch zu ihr:„Ihr seid doch alle so konüsch", worauf mir Hilde erwiderte:„Na ja, der Hans war doch die Nacht hier".(Lächelnd.) Darauf machte ich irgendeine Redensart, ich sagte wohl:„Du bist verrückt", jedenfalls, ich war entsetzt. Dann klopfte Paul an die Tür:„Die Beiden sind im Schlafzimmer zu- sommen", worauf ihn Hilde nochmals bat, er solle Günther nicht verraten, daß Hans in der Wohnung war. Paul gab ihr daraus das Ehrenwort. ging dann auch ins Schlafzimmer und mochte die Tür hinter sich zu. Zunächst ohne jegliche Erregung, in demselben gleichgültigen Tone, wie bisher, fährt dann die Zeugin fort: Gleich danach hörten wir drei Schüsse. Hilde stürzte als Erste heraus, schlug mit der Faust an die Schlafzimmerlär und eilte hinein. Zch kam hinler ihr her. Beim ersten Anblick sah ich jemand tot liegen und ich dachte zunächst, weshalb weih ich nicht, daß Paul sich erschossen habe. Aber dann sah ich Paul stehen und tonnte erkennen, daß der Tote Günther war. Hilde schrie aus:„Günther, was hast du gemacht, bist du wahnsinnig geworden?" Paul sagte aber nicht», sondern sah mich nur an, ich blickte ihn an und sagte auch nichts. (Achselzuckend.) Nachher habe ich wohl auch ein bißchen geschrien. Dann hörte ich Hilde weiter schreien:„Hans. Hans wo bist du?" Sie eilte zum Schrank und riß dos Handtuch weg. Die Zeugin verliert plötzlich die Fassung, blickt zu Boden und bricht darauf in Tränen aus; schluchzend fährt sie fort: „Da war er eben tot." (Große Bewegung im ganzen Saal.) Hilde schrie in einem fort: „Ellinor, der Einzige, den ich geliebt habe!"(Erneute Bewegung.) Ellinor Ratti brach wiederum in heftiges Schluchzen aus, so daß der Vorsitzende sie fragt«, ob vielleicht«in« Paus« eintreten solle, damit sie sich beruhigen könnte. Ellinor(weinend): Es war ja so furchtbor, wie die Hilde immer schrie:„Hans, mein Hans." Mit einemmal faßte sich die Zeugin dann aber und fuhr fort: Ich fragte Paul, wie das bloß gekommen sei, woraus er die Achseln zuckte:„Weiß nicht." Dann gingen wir beide ins Kinderzimmer, wo Hilde auf dem Stuhl saß und schrie. Plötzlich wurde Hilde aber ganz nihig und sagte: Was sollen wir jetzt machen, vielleicht wird Paul verdächtigt. Damals ist sie wohl auch dazugekommen, zuerst eine falsche Aussage zu machen. Plötzlich stand Paul auf: „Ich mache Schluß!" Hilde sprang ebenfalls auf und rannte vor ihm ins Schlafzimmer, während ich Paul festhielt und ihn be, ruhigte:„Du bist ja noch jo jung."(Verlegen lächelnd.) Ich hotte ja nicht Angst, mir war eben nur so komisch. Als dann Hilde zu- rückkam und fragte, ob man nicht helfen könne, sagte Paul, sie solle Verbandszeug holen. Gleichzeitig meinte er zu mir, ich solle ihm helfen, Günther aufzuheben, aber ich konitte nicht. Ich ließ ihn wieder fallen.(Erneut in Tränen ausbrechend.) „hier sind so viele TNensche«.... ich weiß nicht..." Vors.: Geniert Sie das? Ellinor(schnell gefaßt): Nein.(Plötzlich wieder in ihren gleichgültigen Ton zurückfallend:) Also, was habe ich zuletzt gesagt? Ich habe bei meiner ersten Aussage von dem Verbandzeug nichts erwähnt, aber es war bestimmt so. Mir fällt vieles erst jetzt ein, nachdem man«s mir vorgehalten hat und nachdem ich die Zeitungen gelesen habe. Hüde fragte:„Was soll ich machen, soll ich den Arzt oder die Polizei anrufen?" Paul meinte daraus:„Wir drei sind dach genug." Mir ist es wenigstens so, als ab er das sagte. Hilde ist dann doch hineingegangen und hat telephoniert. Ich Hobe ihr noch den Namen von Dr. Freund gesogt. Dann war Paul in der Küche. Pias er dort machte, weiß ich nicht. Ich habe nur gesehen, daß er Gläser abgewaschen hat. Da» kam mir so sehr komisch vor. Er sah überhaupt so komisch au». Ich fragte ihn: Paul, hast du das getan? Ich glaube, ich hob« nur „Paul?" gesagt. Das andere, was ich sagen wollte, muß er ver- standen haben, denn er rief ans:„Denkst du das von mir?" Und ich erwiderte:„Ich weih nicht, was ich denken soll." Im Zimmer hatte er gesagt, es war Günthers Revolver, und ich hatte gesogt: „New. es war deiner."" Ich habe auch gesagt:„Du lügst." Als ich schon aus der Treppe war. rief er mir noch etwas nach Genau weih ich nicht, was es war. Entweder sagte er:„Es war doch nicht mein. Revolver" oder:„Sage nicht, daß es mein Revolver war". Ich Hobe geantwortet:„Gut." Vors.: Also mit Hilde haben Sie auch darüber gesprochen? Zeugin: Ganz wenig. Sie war nur einmal bei uns, ober auf dem Polizeipräsidium kamen wir ja immer zusammen. Vors.: Haben Sie da besonders besprochen, was auszusagen sei? Zeugin: Das nicht» ober der eine wußte das, der andere das. Es sind uns ja auch unsere Aussagen vorgelesen worden, und da habe ich dann gesagt: Das stimmt doch alles, was wir beide sagen. Vors.: Haben diese Gespräche mit Hilde irgendwelche Ein- Wirkungen auf Ihre Erinnerung gehobt? Zeugin: Mancher Sachen erinnerte ich mich erst, nachdem ich die Zeitung gelesen hatte. Einmal sagte Hilde aus, daß es so gewesen sei, und dann hotte sie meistens recht. Vors.: Danach können Sie jetzt nicht sagen, ob da» alles ihre eigenen Erinnerungen sind? Zeugin: Nein. Vors.: Sie hoben auch gesagt, daß Günkher Ihnen komisch vorkam? Zeugin: Ja, äußerst komisch, aber ich kann nicht sagen, wie das war. Er sah direkt an mir vorbei, als ich ankam. Vors.: Ist Ihnen sonst irgend etwas an ihm aufgefallen, etwa Trunkenheit? Zeugin: Nein, bei Günther Hab« ich nichts gemerkt. Paul sah ich an, daß er wohl getrunken habe, aber an dem Benehmen beider habe ich nichts gemerkt— Vors.: Wo blieben Günther und Paul, nachdem sie Ihnen„guten Tag" gesagt hatten? Zeugin(nach längerem Besinnen): Ich weiß, daß Günther ins Schlafzimmer ging, aber es muh da noch etwas vorausgegangsn sein. Ach richtig: Paul und Hilde standen neben mir, und sie sagte zu Paul, er soll ihr dos Ehrenwort geben. Wo Günther in der Zeit war. weih ich nicht. Als wir ober im Badezimmer waren, kam Paul und lagt«, Günther sei im Schlafzimmer. Da hat Hilde gesagt:„Geh rein" oder:„Laß die beiden nicht allein". Paul ist irgend wohin gegangen. Der Angeklagte Krantz bat nunmehr wegen Erschöpfung um die Mittagspause, die Laudgcrichtsdirektor Dr. Dust dann kurz vor 2 Uhr eintreten ließ. Vorher machte R.-A. Dr. Frey darauf aufmcrksani. daß entgegen den strengen Weisungen des Vor- sitzenden das Ehepaar Scheller dauernd mit der Zeugin Ellinor auf dem Korridor gesprochen habe, und er bat den Vorsitzenden, Vorsorge zu treffen, daß ein derartiger Verkehr während der Pause nicht wieder sortgesetzt werde. Zeugin Ellinor: Frau Scheller hat zu mir gesagt, ich-dürste mit Fritz K. und anderen Zeugen nicht sprechen, Gchönleinstraße— Kottbusser Tor. Untergrundbahnhof Kottbusser Tor. Am heutigen Sonntag wird auf der T« i st r« ck e der Schncllbahnlinie Gesundbrunnen— Neukölln, die vom Bahnhof Boddinstraße bis zum Gesundbrunnen führen soll, die Strecke vom Bahnhos Schönleinstraße bis zum Kottbusser Tor eröffnet. In einer Vorbesichtigung, an der Vertreter der Behörden teilnahmen, wurde am Sonnabend der neue Bahnhof Kottbusser Ton gezeigt. Die Eröffnung dieser Teilstrecke bringt für den dicht bevölkerten Südosten eine neue Schnellbahnverbindung mit dein Osten und Westen. Die neue Bahnlinie vom Gesundbrunnen über Alcxanderplatz nach Neukölln sollte bereits vor 20 Jahren gebaut merden. Zunächst sollte dieses Projekt als Schwebebahn ausgeführt werden, später wurde der Plan geändert und im Jahre IllIZ begann die Allgemeine Elektrizität::-Gesellschaft mit den Bauarbeiten für«ine Untergrundbahn. Infolge des Kriege« wurden die Arbeiten einge- stellt, und erst in den letzten Iahren konnte das Projekt von der Stadt Berlin übernommen und bereits zum Teil ausgeführt werden. Im Laufe der Arbeiten wurde die Linienführung dieser Strecke ge- ändert, und zwar wurde der Moritzplatz in dieses Schncllbahnnetz mit eingezogen und auch das verkehrsreiche Gebiet an der Iannowitz- brück«. Für die ab heute eröffnet« Streck« bestanden besondere Schwierigkeiten bei den Bauarbeiten in der Unterttmnelung des Landwehrkanals. Der Bahnhos Kottbuser Tor wird einer der großen Umsteigebahnhöfe des Berliner Schnellbohnnetzes werden. Der Hochbahnhos Kottbusser Tor wird so weit vorgelegt, daß eine Rolltreppe die Untergrundbahn- und Hochbahnhöfe ver- binden wird. Infolge dieser Neuanlage des 5)ochbah»hases wird auch der ganze Platz am Kottbuser Tor umgestaltet Der Bahnhof ist besonders umfangreich angelegt, um den größten Verkehr be- wältigen zu können. Er muhte unter einer Reihe von Mietshäusern gelegt werden, wodurch notwendig wurde, daß eine große Anzahl Stützen auf dein Bahnsteig errichtet wurde», um die Mietshäuser z» trogen. Bei der Vorbesichtigung begrüßte Stadtrat Ge- nasse Reuter die versammelten Vertreter der Behörden und Presse und schilderte kurz den Ausbau des Berliner Schnellbahnnetzes. Ober- baurat Z a n g« m e i st e r berichtet« über die technischen Einzel- fragen dieses neuen Projektes. Die Untertunnelung des Landwehr- kanals konnte so beschleunigt iverdcn, daß die Schiffahrt nur vier Monat« unterbunden werden mußte. Das Umsteigen von dem Unter» grnndbahnhof Kottbusser Tor auf die Oft-West-Hochbohnverbindung ist zurzeit noch kompliziert. Der Fahrgast muh über die Straße und seinen Schein zur Fortsetzung seiner Fahrt ab- stempeln lassen. Nach dem Umbau des Hochbahnhofes liegen beide Bahnsteige, ähnlich wie am Hermannplatz, übereinander und sind mit Rolltreppen verbünde» aber ich wußte nicht, daß«r sich im Schlcfzimme? befonb. Dr. Frey: Uni> was dachten Sie wohl, weshalb Günther in das Schlafzimmer ging? E l l i n o r(nach fchr langem Nachdenken): Das kann Ich auch nicht sagen. Jedenfalls bin ich nicht auf den Gedanken gekommen, doh sie sich dort hauen würden. Dr. Frey sucht« dann aus der Zeugin«ine klare Schilderung darüber heraus- zubekommen, wo Hilde Scheller in dem Augenblick gestanden habe, als auch Paul Kräng Günther Scheller in da» Schlafzimmer folgte. Auf weitere Fragen de« Verteidigers über den Vorgang im Badezimmer, den die Zeugin Natt! allein bekundet, erklärt sie schließlich: wenn Ich nicht den Eid geleistet hätte, könnte ich alle» ganz ander» sagen. 3ch kann doch aber kelnen Meineid leisten. Der Dorstgend« ließ daraus die Zeugin Hilde Scheller vortreten und richtete an sie die Wort«: Sie haben die Darstellung der Zeugin Ellinor über die Badestubenszen« gehört. Was sagen Sie dazu? Sie Die Lehrer üb Oberstudiendirektor Burhenne von der Oberrealschule in Martendorf, die Kräng zulegt besuchte, teille sein« Wahrnehmungen über den Entwicklungsgang und die Lebensweise de» Kräng mit. Nach seiner Angabe kam Sranh als sehr befähigter Schüler von der Gemeindeschule aus seine Ansloll. Er machte den Schulplan glatt durch und gehörte stet» zu den besseren Schülern. Deshalb verschaffte er ihm materielle Erleichterungen, um ihn zu fördern. Als Krantz den dummen Streich machte, plötzlich die Schule zu verlassen, tat es ihm leid, daß ein derartig begabter Mensch von der Schule dadurch kommen sollte und veranlaßt« deshalb sein Dableiben. Im Mai vorigen Jahres fing Krong plötzlich an, die Schul« zu schwänzen. Alle» In allem hält er Krantz für einen befähigten jungen Mann von besonderer über den Durchschnitt gehenden Begabung, gleichzeitig aber auch für einen lelchtflanigen und phantastischen Menschen, der hier und da etwas renommiert und leicht au» der Bahn zu bringen war. wenn ihm etwas ankam. Die Aeuherung de« Krantz von der ver, alteten Schule posie ganz zu seinem Wesen, da» zum Teil schon aus der Schul« Herausgewochsen wäre. Dem Bericht an seine vorgesetzte Behörde habe er die Worte zugefügt, er halte Krantz nicht sür willensstark und sicherlich nicht für einen kaltblütigen Mörder. Krong habe zu Hause die feste Hand gesehlt, dl« seine Erziehung leitete und von der Krantz glaubte, ohne sie auskommen zu können. Ueber Günther Scheller besragt, erklärt« der Zeuge, seine Person weniger zu kennen, da er sich nicht viel um ihn kümmern konnte. Ausgefallen ist dem Zeugen, daß alle Schüler, als er sie nach dem Ereignis befragte. Scheller für den kräftigeren Teil hiellen und der Ansicht waren, daß Krantz sich mehr oder weniger beeinflussen ließ. Es wurde dann als nächster Zeuge der Oberstudiendirektor Kuhn vom Oberlyzeum Marie n'dorf, in dem Hilde» gard Scheller Schülerin gewesen war, als Zeuge aufgerufen. Landgerichtsdirektor Dust wollt« die Vernehmung des Zeugen dann aber zurückstellen, weil dieselbe möglicherweise unnötig werden dürfte. Für das Gericht sei das Bild der Hilde genügend geklärt und man brauchte eigentlich keine weiteren Beweismittel nach dieser Richtung hin zu erheben- Der Zeuge erklärte aber, daß er, fall» er an einem Tage der nächsten Woche dennoch geladen werden sollte, durch die Prüfungsarbeiten oerhindert sei. Der Zeuge wird darauf sofort ver- nommen. Oberstudiendirektor Kuhn bekundete: Hildegard Scheller hat meine Anstalt von 1320 ab besucht. Persönlich habe ich sie nicht unterrichtet, ober ich bin mit ihr genügend in Berührung gekommen, so daß ich mir«in Bild von chr habe machen können. Sie ist ein Mädchen, da» durch ihr Aeuheres zweisello» s ü r sich ein- nimmt. Auch die Art Ihres Verkehr» hat etwas Freundliches, An» schmiegsames. Dazu trat eine Hemmungslosigkeit und Exzentrizität, die aber nicht zu erheblichen Konflikten mit der Schule führte. Dazu ist sie ein zu intelligenter Mensch gewesen und verstand es immer, sich rechtzeitig zurückzuziehen.— Vors.: Wir haben un» davon nicht» gesagt.-- Hilde Scheller: Ich weiß nicht, ob Ellinor und ich in der Bodeswb« waren. Nach meiner Erinnerung standen wir im Korridor.— Vors.: Was wissen Sie von der Mitteilung des Paul, daß Günhter oder beide im Schloszstnmer seien?— Zeugin: Davon weiß ich nichts.— Vors.: Sie haben ja die Aussage gehört und werden Sie schon in Ihrem Gedächtnis geprüft haben. Erinnern Sie sich dieses Vorganges?— Zeugin: Nein.— Vors.: Wollen Sie es abstreiten oder sür möglich halten? — Zeugin: Nein, es ist nicht so gewesen.— Dr. Frey: Fräu» lein Rotli, Sie haben drei Schüsse gehört?— Ellinor: Ja.— Verl.: Und daraus ist Hilde zur Tür gerartnt? Sie haben srüher gesogt, daß sie sofort hinstürzte, aber zuerst gegen die Tür„gebum- wert" habe.—Zeugin: Ueber diesen Punkt haben wir beide uns schon auf dem Polizeipräsidium immer gestritten. Damit war die Vernehmung der beiden Zeuginnen Ellinor und Hilde und ihre Gegenüberstellung beendet. er die Schüler. sitzen hier nicht über Hilde Scheller zu Gericht: es sind aber Angriffe gegen ihre Glaubwürdigkeit erhoben worden und da möchten wir hören, welcht Erfahrungen Sie hinsichllich ihrer Wahrheitsliebe gehabt haben.— Zeuge: Spezielles kann ich nicht angeben, aber der allgemeine Eindruck bei uns war. und darin stimmen all« Mitarbeite- rinnen mit mir überein. daß man ihr nicht ganz trauen kovnle. Die vorsichllgen Beobachter waren geneigt, sie nicht ganz so zu nehmen, wie sie sich gab. Es war da ein Widerspruch vorhanden. Dt« Schule hat auch schon In früheren Jahren einen Verkehr mit Jungen festgestellt und es ist darüber auch wll den Eltern verhandelt worden. Schließlich wurde die Verhandlung, nachdem der Angeklagte Krantz erklärt hatte, daß er infolge Erschöpsung nicht wester folgen könne, um 6 Uhr abends auf Dienstag früh 9H Uhr vertagt. Der Montag bleibt sitzungsfrei. Voraussichtlich werden am Mittwoch die letzten Zeugen vernommen werden und es wird dann mit den Gutachten der Sachverständigen der Anfang gemacht werden. Man rechnet frühestens am Freitag mst einem Ende des Prozesses. Oer fehlende«.Konservativismus�. Was ist leichter, als dl« Probleme des Krantz» Prozesses zu lösen, was ist einfacher, als«ine Formel zu finden, die leben Zweifel heben muß? Der.Berliner Lokal-Anzeiger" hat den gordischen Knoten zerschlagen und die Formel entdeckt! Er schreibt:.Verwahrlosung, herbeigeführt durch dk««v> störenden Einflüsse einer Kulturtendenz, der wir Deutschen zu wenig gesunden, im Bolle wurzelnden Konservativismus entgegenzusetzen hoben." Die Waffe, durch die Günther Schell er und Hans Stephan ums Leben kamen, ist in den Besitz von Krantz ge- kommen, weil er Mitglied eines nationalen Wehroer- bandes war. Setzt wissen wir also, was gesunder Konservati- oismu» nicht ist: Mitglied eines nationalen W e h r v« r- bandes zu sein! Wenn die Dinge so liegen, dann stehen wir einem Rörsel gegenüber, das zu lösen vielleicht der aller höchstc Herr und Ehest 3)err Hug ende rg. selber kaum berufen wäre. ..LokaI-Anzeiger".Logik ist zu allerhand s'öyigk Auf der einen Seile die nationale gugeribbeiceflung feiern und als Ideal hinstellen, auf der anderen Seite aber von.Verwahrlosung, herbeigeführt durch die zerstörenden Einflüsie einer Kulturteirdenz" sprechen bei einem jungen Manne, der gerade durch die gerühmten nationalen Verbände erst in den Besitz der furchtbaren Waffe kam. die zwei Menschen tötete, das ist entweder unlogisch oder unehrlich! Aber die Hugenberger legen weder auf Logik noch auf Ehr- llchkeit besonderen Wert. den« sie könnten mich beeinftuffen. aber meine Mutter meint«, ich könnte mit diesen jungen Leuten ruhig sprechen, da komme keine Beeinflussung in Frage.— Bor s.: Wäre es nicht richfiger gewesen, wenn Sie sich seder Unterhaltung über diesen Gegenstand enthalten hätten? Natürlich können Sie über andere Dinge sprechen, aber jetzt untersage ich Ihnen ausdrücklich, daß Sie mit irgend jemand in der Pause über die Dinge, die hier verhandelt werden, sprechen.— Als dann der Saal sich leerte, erlitt Ellinor einen Nervenznsammeabrach. Sie fiel schluchzend und weinend ihrer Mutter in die Arm«, und diese brachte sie zu einer Bank, wo sie sie streichelte und aus sie einredete. Ellinor rief: Ach Mutter, es war schrecklich.— Dabei schluchzt« sie immer wieder. Anders war Hilde Scheller, die sich voll- kommen ruhig und sicher bewegte, wie sie es auch während ihrer langen Vernehmungen an den Vortagen gezeigt hatte Nach der Mittagspause wurde die Zeugin Ellinor Ratti wieder aufgerufen und es wurde ihr« Vernehmung fortgesetzt. Landgerichtsdirektor Dr. Dust rihtet an st« noch ein« Reihe von Fragen, die sich auf ihr« Wahrnehmungen, bevor die Schüsse fielen, beziehen. Krantz' Zusammenbruch. Rechtsanwalt Dr. F re y: Ich bitte die Verhandlung doch setzt zu untefbrehen, bis der Angeklagt« Krantz Kaffee bekommen hat. Er kann sich nicht mehr aufrechterhalten und es besteht die Gefahr, daß er zusammenbricht. Vors.: Krantz, machen Sie kein« Geschichten. Es liegt doch auch in Ihrem Interesse, daß wir die Verhandlung durchführen und möglichst schnell zu Ende bringen. Sie müssen die Zähne zusammenbeißen. Es trat dann die Kaff««- paus? für Krantz ein, und später vemnlahte der Vorsitzende, daß der Angeklagte Krantz in einem Nebenzimmer von dem Gerihts- arzt MÄ.-Rat Dr. Hommerich auf seinen Körper» und Ge- sundheitszustand untersucht wurde. Krantz sah schon seit heute früh sehr zusammengefallen au». Man merkt«, daß er unter einer hochgradigen Nervosität und Ausregung leidet. Nach etwa halbstündiger Unterbrechung hatte sich Krantz, der, ans der Bahre liegend, Medikamente zu sich genommen hatte, soweit er» halt, daß die Sitzung wieder ausgenommen werden tonnte, doch wurde vorsichtshalber vor de» Gerichtstisch ein Kvmrkenstuhl aufge- stellt, in dem der Angeklagte halb liegend mit einer zusammengelegten Deck« unter dem Kops Plah nahm, während sich die Aerzt« und sein Verteidiger um ihn bemühten. Krantz sah noch immer sehr angegriffen und erschöpft aus. Der Vorsitzende betont«, daß dieser kein« Zusammenbruch des Angeklagten Beranlassung gebe. die Derhandlung auf das notwendigst« Maß zu beschränken� um einen eventuellen Abbruch zu vermeiden. Darm wurde in der Vernehmung der Ellinor Ralll fortgefahren. die zunächst auf Wunsch des Vorsitzenden vormacht«, wie die dvei Schüsse hintereinander gefallen waren. Sie machte.Bunr-Dum- Burn", erkärte dann aber unter allgemeiner Heiterkeit:„Es kann auch anders gewesen sein." Bors.: War nun die Tür zum Schlafzimmer geschlossen oder aus? Ellinor: Das weiß ich nicht. Ich hörte nur, wie Hilde an der Tür bmmnerte und wie sie dann auch hinein konnte. Später weiß Ich dann, daß Hilde gesagt hat: .Wir müssen genau überlegen, damit Paul nicht in Haft kommst" Darauf sagt« dann Paul:.Ich mache jetzt Schluß, drei Schüsse sind � im Revolver." Vors.: Hat Htlde nicht gesagt, Sie sollten die Sache so darstellen, als ob Paul nicht im Schlafzimmer war? Ellinvri Davon habe ich nur gelesen, aber nichts Tatsächliches gehört.(Sehr entschieden):, Andernfalls hätte ich ja auch mein« erst« Aussage nicht so bestimmt gemachst Vors.: Sie sollen einmot zum Vater Ävantz gesagt haben, Sie hätten vor dem Untersuchungsrichter nicht die Wahrheit gesagst Elliaor: Nein, das war anders. Ich ging mit einer Freun- bin in die Wilhelmshallen tanzen, wo der Bater von Krantz spielte. Ich wollte gar nicht mit ihm sprechen, sondern erkundigte mich nur bei dem Kellner nach ihm. Dann setzte sich aber der alte Herr Krantz zu mir und fragte, ob ich denn seinen Sohn der Tat für fähig hielt«, worauf ich ihm erwidert«, ich hält« soviel über die Sache hin und her gedacht, daß ich über die Sache überhaupt nlchl, wehr wüßte. Vielleicht habe ich dann auch gesagt, Ich nehme an. daß Günther nur geschossen habe, ich kann auch gesagt haben, daß Paul vielleicht geschossen habe, das weiß ich all«» nicht mehr. Erster Staatsanwalt: Bor den, Untersuchungsrichter haben S'« angegeben, Paul habe mit übcrcinandergeschlagener. Armen dagestanden, habe Günther angesehen und still vor sich hin- genickt. E l l i n or: Jawohl. Er stand da, als ob er etwas überlegte Nachher sagt««r zu mir:.Hast du Nerven? Faß mal mit an." Erster Staatsanwalt: Hat er nicht auch gesogt: .Wenn ich nicht um �6 Uhr am Bahnhof Mariendorf bin. dann bin ich in Hasst" Ellinor: Jawohl, das sagte er beim Abschied. Dr. Frey hielt dann der Zeugin vor. daß st« doch wahr» scheinlich gerade in die Wilhelmshallen gegangen sei, weil Krantz dort spielte. Ellinor Ratti erklärt« aber, sie selbst habe weniger darauf Wert gelegt, den Vater zu sehen, als ihre Freundin. Dr. Frey: Wie hat sich denn die Hilde zu Ihnen über Paul Koontz geäußert? Sie waren doch intimste Freundinnen. E l l i- nor: Jawohl, w" sprachen aber nur einmal darüber, am Sonn- tag zuvor. Wir sprachen so von allen Freunden und da sagte Hilde:.Paul habe ich sehr gern, ich habe Mitleid mit ihm." Wes- halb, sagte sie nichst Dr. F r e y: Was haben Sie beide im Badezimmer t«n gedacht, als Günther Scheller in das Schlafzimmer ging? E l l i n o-: Ich hatte mir gar nichts gsdachst Ich hatte ja aus Hildes Worten entnommen, daß Hans noch tn der Wohnung war, Skandal Numero sechs! Lombard und kein Ende. Den Fällen Bergmann. Slandard. wialer, Fried- l S« d e r und S ch l e w i n s k y schließt sich ei» sechster an: der Fall Slegmnnd Bob. Friedrichstraße 211, Ecke Puttkamer- stroße. ver Untersuchungsrichter beim Landgeiicht I ha! gegen Bad und seine Frau gestern wegen Meineide» und Betruges die Voruntersuchung eröffnest E» handelt sich um das.Deutsche Leihhau»", das die ihm anvertrauten Pfänder an eine andere Firma w» i t« r o e r» pfände! hat. Weiter hat Bad nach dem Muster von Bergmann usw. groß« Beträge geliehen und für die Hergab« de» Geldes Zinsen bi» zu 50 proz. jährlich versprochen. Freilich hat er seinen Glau. bigern keinen roten Pfennig ausgezahlt. Als dann die Gläubiger gegen Bab Arreste herausbringen wollten, meldete erKonkurs an um» hat auch den Ofsenborungseid geleistet. Jetzt freilich hat sich herausgestellt» daß die von ihm als Sicherheit übergebenen Pfandscheine gefälscht waren. Etwa hundert Gläu- b i g« r haben sich gemeldet, die um Beträge zwischenSOOlZund 10000 Mark geschädigt sind. Besonders stark mitgenommen sind ein In Rehbrücke wohnender Freiherr v. G. und«in M a k l« r N. Sie waren es auch, die zur Anzeig« schritten. Das Meineidsversahren gegen Bab geht dahin, daß er trotz des Offen» barungseides noch über beträchtliche Dermögenswert« v« r f ü g t e. Im Fall S ch l e w i n s k y gehen die Nachforschungen der Polizei augenblicklich hauptsächlich dahin, sestzustellen, wie die Verträge zwischen der Firma Schlewinsky und der Handelsgesellschaft .H o l s a t l a bzw. der.Vaterländischen Kreditver, icherungs A.>G." zu beurteilen sind. Die Frau des Ge- eimen Oderregierungsrat» Kaufmann vom Reichsfinanzministe. rium hat die Beziehungen zwischen der Firma Schlewinsky und den beiden Gesellschaften vermittelt und von Schlewinsky eine B e. teil! zun g zugesichert erhalten, gleichzeifig aber auch von«-»r „Hol so Ha* monatlich 200 Mark ausbezahn bekommen. Wewer- hin ist unbestritten, daß Kaufmann seit>02? ein« beträchtlich« Summe zu dem oft erwähnten hohen Zinsfuß bei Sehlewiniky angelegt hatte und bis zum vorigen Jahre die Zinsen ausbezahlt erhielt. Von da ab soll Schlewinsky freilich, wie der Berliner sagt, zu.st o t t e r n" angefangen haben. E» stehen den bisher festgestellten 7 0 0 0 00 Mark Passiven 800 000 Mark Aktiva in Bargeld oder Werten gegenüber, so daß immerhin mit einer Konkursmasse von etwa 40 bis 45 P r oz. der in Frage stehenden Summe zu rechnen ist. Bei Schlewinsky— und das beweist ja auch die Haltung der Polizei— scheine» die Dinge tatsächlich etwas anders zu liegen als bei Bergmann, Winter und Friedländer. Die Fülle von Lombardskandalen, die wir in den letzten Wochen erlebt haben, beweist, daß der Hauptgrund allen Uebel» in den zurzeit noch gültigen rechtlichen Best immun- gen liegt. Gesetzlich hat der Lombardeur das Recht, sehr hohe Zinsen zu nehmen, so daß er selbst, wenn er Geld ausnehmen will, natürlich auch mit ähnlichen oder noch viel höheren Sätzen auswotten muß. Theoretisch besteht sür ihn die Möglichkeit, ein Kapital mit 2 Proz. monatlich mindesten» zwölsmal im Zahre sich verzinsen zu lassen. In der Praxi, aber muß, wenn er seiner- seits mtt noch viel höheren Versprechungen an sein« Goldgeber heran- tritt, die Sache an ihrer inneren Unmöglichkeit scheitern. Eine Sebmctinn-StlL WilmercitorferStr. pn den Ri««mnpeU-Str Daunendecke prima Jaune-satln, Rück- seit# ta ftanaSs Daunen- parkal. bunt gemustert, mtt ta Daunen. 150X200 59-00 Oberbett-inlett rat w)w ratroM gMtrartt 6« 130**00 90 Bosenbettstelle Kinder-Klappwasen _ i....., t«M(Verk-uf nur PrinunttiaS« m. tuter Zuaiedtrm»trau«. Eck« reich« M«».lnflv«r.£ mit sitl- und rlcrung Im Kopf- und Jr Rflck««- r\ | Fu«l«ii.33ir,mge3chL polstei 1830 ( Elahlrohr, wail«de '»ehwsri. 80 X<90 lt Appildung. ireil« Farben, mit Veidatk, Ladäituch- FuSaack Ruhebett mit bufitam Sazug, gut �«T gapolBterf..... r&O-' 75 O-Gummi rädern 30 .90 Monopoldaunen- Oberbett*>*•">*1««» ,«« »der Iii«, gold. fralaa Inlett, indanthrenfarbig. 130X200. 47 .00 Korrektor de? gesetzkiche» Bestimmunge» ist deshalb intbedinstt natweodiq. « Zum Fall Friedkönder erfahren wir weiter, daß es dem Lonibardhqusinhaber Fricdländcr gesungen ist. zu slüchien, dagegen am gestrigen Sonnabend auf Antrag der Siaalsanwaltschoft feine Hauptangestellte, Fräulein Eichhorn, verhaftet und dem Untersuchungsrichter vorgefahrt wurde. Die Staatsanwaltschaft glaubt Grund zu der Annohme zu haben, daß die Elchharu de» Aufenthalt Friedlönder» kennt. tag, fortgesetzt.„ digten K r a a tz. Ohnstein, Landauer und S a l i n g e r. Zum Fall S ch l e w i n s t y teill dle„Vaterländische Kreditoerslcherungs A.-G. mit, daß sie mit der Firma nur durch Vermittlung der o l f o t i a' verkehrt habe und alle Verein- barungen normalen Charakter getragen hätten. Weitere Aufklärun- gen sind abzuwarten. Zugzusammenstoß in Steele. 3 Schwer«, 30 Leichtverletzte. «vesteru ucuhmttlag kurz vor 17 Uhr ereignete sich w uomltlel. barer Ztähe de» hauptbahnhose» in Steele fRuhrgebiek) aus der Streck« Essen— Lochum ei» solgenschwerer Zugzusamme». slotz. wobei drei Reisende schwer uud dreißig leicht verletzt wurden. Zu dem lluglllck werde» sotgeude Cinzelhciteu mitgeteilt: Der personeozug StZ. von Vohwinkel kommend, suhr bei der Einsahrt in den. haupkbahnhos von Steele aus den im Siel» l V hallende» Personenzug»SS, der zwischen Steele und Supserdreh verkehrt. mU großer Wucht auf. Mehrere wagen wurde» schwer beschädigt und zum Teil ineinander. grschoben. Der Zogsflhrer de» Personenzuge»«lZ und drei Reisend« desselbev Zuges wurden schwer oer- letzt. Dreißig weitere Reisend« erlitten leichtere Verletzungen. während die Schwerverlehlen in das Krankenhaus in Steele über- geführt werden mußte«, lounl« ein großer lell der telchtverletzleu vach SrzMcher Behandlung und Anlegung von Rotverbänden ihre Reise fortsetzen. Kurze Zell»ach vekaanlwadea de» Unglücks trafen der ans dem Sahnhos Steele flalioolerle Rettungszug sowie«i» sosort an» Lochum alarmierter tzllsszug mit mehreren Aerzlen»od Sa- nilälspersoual aus der Uasallslelle ein. Dt« Aufräumungsarbetleo. bi« bei Zackelschein von einer großen Arbeitskolonu« vorgenommen wurden, dauerten dl» in die Ztachlflundeu hinein. Di« Schnldfrag« konnte bis zur Stund« noch nicht einwand. frei geklärt werden. Räch einer letzten Nachricht wird vermutet, daß das Unglück durch Uebersohren de» aus Soll stehende» Ei» sahrlslgnal» verursacht worden Ist. Wie die Eisenbahndtrektion Essen zu dem Unfall meldet, muß die Geschwindigkeit des«nfahvenden Perfouenzuges 813 nur gering gewesen sein, denn die Wagen wurden nur gestaucht «ud leicht beschädigt. Dt« beiden zusammengestoßenen L»to>»otiven sind schweeer beschädigt. Di« Reisenden wurden durcheinander ge- warfen. Hchoerverletzt« sind nicht zu verzeichnen. E» meldeten sich<5 eeichkverlehte. die sämtlich die Reise fortsetzen konnten. Erheblicher verletzt wurde» S Personen, darunter ein Oberzug, schasfner. die teil» inner» Verletzungen, teils Snochenbrüch« davontrugen, und in di« Srunkenhäufer übergeführt wurden. Der Betrieb ist nicht gestärt. Die Schllbfrage ist noch nicht geklärt: die Untersuchung ist eingeleitet._ Berliner Schachturnier. Di» sechst« Rund« war di« interestanteste im bisherigen Verlauf de» Durniet«. Vier Partien konnten bereits beendet werden und alle vier endeten mit Remis, so da» Damen» bauernspiel Dr. Tartakower— Mm.zvwirsch, die Retl-ErSsfmrng Retb— Iohner, die Caro-Kannparti« Steiner— Koch und da» Damen- bauernspiel Eoemisch— Ahues- Brinckmann hat in seiner Partie mit Leonhard Sewinnaussichien, dagegen wird Bogolsubow noch schwer kämpfen müssen, um in dem Damengombit gegen Schlag« die Oberband zu deHalten. An der Spitze siebt setzt N i m z o w i t s ch mit Punkte» vor Reil mit 4(1) und Bogolsubow mit SX(1) Punkten. Die Stadtverordneten haben in dieser Woche ihr« Sitzung am Donnerstag um lS?4 Uhu Der sozialdemokratische Dringlichkeitsantrag gegen die Beschränkung der Gefrier- fleisch« ivsuhr, dessen sosorllge Verhandlung in der vorigen Sitzung die Deutschnaiionaien oerhinderten, ist nun geschästsordnung»- gemäß an die letzt« Stell« der Tagesordnung geraten. Wie lang« es hiernach dauern wird, bis der Antrag zur Verhandlung kommt, und die Stadtverordnetenversammlung den von der lazial- demokratischen Fraktion beantragten Protest zum Beschluß erhebt. läßt sich einstweilen nicht übersehen. Dre Verzögerung, an der die Gegner einer Verbilligung des Fleisches ihre Freude haben werden, ist— das sei hier nochmals betont— auf das Konto der Deutschnotionolen zu setzen. Verwahrloste Häuser! Die pankower Baupolizei rührt sich! Wir hatten in der Morgenausgabe de».Vorwärts" vmn S. Februar den trostlosen Zustand de» Hauses Pankow. Kaiser, Friedrich- Str. S3. behandelt. Der Erfolg ist nicht ausge- blieben. Schon am Nachmittag des gleichen Tages erschien die Pankvwer Baupolizei und wollte die am meisten gefähr- dete Wohnung stützen lassen: msolg« der vorgerückten Zeit wird dies heufs geschehen. Nun ist mit einmal Geld d a, um die größten Gefahren sofort zu beseitigenl Die Baupolizei hatte angeblich all« Vorkehrungen getroffen und die Anweisung der Räumung der gefährdeten Wohnung.wäre schon längst er- folgt", ober es fehlt« nur loch ein« Unterschrift. Hier. aus geht hervor, daß die Baupolizei von der bestehenden Gefahr schon bei der Besichtigung vor drei Wochen überzeugt war. daß aber erst die öffentliche Behandlung der Dinge sie oemnlaßi«, aktiv einzugreifen. Di« Unkosten zur Beseitigung der schlimmsten Schäden brausen sich nach der Schätzung der Laupolizei auf 20 000 M. »Hängende Gärten.� Diesmal sind damit nicht die historischen Plantagen der ägypti- scheu Königin Semarimis gemeint, sondern es handelt sich um einen. allerding» auch„antiken" und darum reparaturbedürftigen Balkon einer Berliner Mietskaserne. Immer wieder zeigt sich der v!«l rasch«? fortschreitend« Häuservsrsall jener Syaßenzüge, durch die die Untergrundbahn fährt: deren Bauart ist scheinbar solch starken Erschütterungen nicht gewachsen. Der im ersten Stock de» Hause» Berlin O. Oberboumstraß« 5 befindlich« Balkon zeig! sehr bedenklich« Verfallserscheinungen, di« für sein» Bewohner wie auch für die Straßenpasionten von recht unangenehmen Folgen sein können. Da» ganz« Bauwerk ist in ständigem Sinken begriffen: an der unteren Fläche ist der Verputz bereit» verschwunden— teilweise bröckelte er ab. reNweise wurde er dann abgehauen— und di« kahlen Blechwände ragen, von Wind und Wetter verbeult und verbogen. in» Land. An den Sestenwänden bietet sich dasselbe Bild, hier haben sich außerdem die Blechteile vom Mauerwerk des Hauses losgelöst, so daß di« ganz« Schwere de» Balkans jeder stützenden Verbindung Gartenbauinspektor Pöthlng gab Anweisungen för die An lag««ine» Kleingartons. Er ging von der leider richtigen Voraus- letzung aus, daß der Pachtgarten des kleinen Mannes meist ein recht unsicherer Besitz ist. Daher werden für den Laubenbau und die BauMairpslanzungsn selten große Koste« aufgewandt werden Winter" machte Dr. Max M i nt« l. mch zu t,40 Mk.-(Suppe, Braten mit verschiedenen Beilagen garniert und gemischte» Kompott) verabfokgt. Die Portionen sind reichlich, und die Zuberestung der Speisen eine wirklich guta Eine reichhaltige Speisen- und Getränkekarte trägt außerdem allen Spezialwunscken Rechnung. Ein abwechslungsreich zusammengestelltes kaltes Büfett sargt für Schnellimbisse und di« Kassee- und Kuchenstation bietet ebenfalls, was das Herz begehrt. Tflrtilch mit(So ausgidracht, di« tu »In« neu« S,Pf..,zioarette imter d-m Ztasu« p»»««e« ndstllck und ohn» Mimdstllck rund in WIrfrlpscknng bor. (ualitLt etwa» ganz Bcsondere» bl,tet. Grünfcld ist führend, billig und gni! UndeabnlarLdBeB-iLGebUdwebard. GröS«-, Soodi»h«ii» tür Uliun a.Wl«h, Das MÄRCHEN- WUNDER liegf Inden JJugen dieser Iran aus dem saQenhaßen Orient und Inder neuesten O'�areffe mm Iii i.'T:< mm mvm z&k III Iii mm zm «te» mm 6)« 1 Iii III I WERTHEIM ex™ A-p»eise WM HHi III WWW III HBuiioiiiuiiuuuDiiiiiiiiiiiiiniiiinitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiB iiiiiiiiiiiiiiniiiinniinmmiramniiiEEnmin Leipziger Str.(V«r*and-Abt.) Könlgstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Montag bis Freitag Soweit Vorrat VERKAUF Porzellan weis, mit fahlarn Teller»ad w.... 25 w. Platten....... 78m.»185 Dessertteller...... 18pt BellageschaJe..... 35 m. Kompottellcr..... IQpf. Kaffeekannen 35ptM«1io Terrine.......«...225 Teekannen... 55«»1 m Kartoffelnapf...... 125 Zuckerdose...... 10 m. Sauciere......... 85 p«. Mllchtöpfe...65»90m, Salatieren... 65?'.»1 10 Tasse m» lln«-»—... 15m Kaffaa« und Teagaschlrr„Ooldatralfen** Kaffeekannen I45» 245 Butterdose......... 1« T eekannen... 1 so w« 1 95 Brotkorb.....,.«... 825 Milchtöpfe...45»75 pl Tasse......vLA.. 60 m: Zuckerdosen. 85pl»1 15 Mokkatasse.,. 40« Kuchenteller....... I10 Dessertteller..... 65m. Bunt Ponaltan Frühstückservice«.() bstkör be'AAM 3» 75«. »r, CMJ �yj mOold- op ätto- oo � Kaffeeservice.~ Tassen 23« � 33? 9 m«.« p�«» 4?» 625 Töpfe ,nK■.« 1 85 Kompottschusse!« r«. 1 M Tafelservtce�»... Kuchenteller» em., 42« ,??«».. 85. 95 m Rosenthal-Porzellan Kartaa- und Taralgasclilrp„Maria walB" Speiseteller a.» I40 Platten««»..1 70» 13 so Dessertteller...... 70?'. Kaffeekannen 825» 585 Kompotteller..... 50?'. Teekannen... 345» 5» Terrinen...... 12« ISso Milchtöpfe... los» I75 Kartoffdschösseln 625 8« Zuckerdosen loa»215 Saucleren...... 3ao 380 Kuchenteller...... 275 Salatieren---- 225» 420 Tasse....; V..;... 1 so Kartaa- und Taralgaschlrr„SlranblumanM Tbemas Kaffeekannen 75 pt 285 Tassen USJa 60 pt mwi 90?». Teekannen... 1«» 3 50 Speiseteller«•tm.uat 95?' Mllchtöpfe... 22» 65?«. Dessertteller..... 60?'. Zuckerdosen 55 n 75«. Sauciere........... 3 so Butterdose........ Iss Salatieren...... I75 325 Kuchenteller..... los Platten...... Ivo» 450 Steingut Waschgarnitur b»nt.. 1 95 S teil O Hirt« te in mit, Oold,« O von«75•» Schüssel 42ctn� teil. 1«25 Küchengarnituren aSg. 7 75 Küchen-Etageren HoIsgesteH, IZtix. StclogutksitMi 1025 T ortenplatte rtIn�6n«trt 195 pl Wasserkrug"ZUbSUfc' 48 pt Blumentöpfe gelb, grün. Irvendel 50 Pt» 1 70 Toilette-Eimer""«ge!"' 3ss Glaswaren Römer...... 28 pt 38 Pt Kellerrömer grün stw 50?t Likörrömer.. 28« 45 f. Bierbecher 15?'. Satzschüsseln'"»sra«* I55 PraBglassaria„Antlgona", Schlaudarstarn Kompotteller..... 20?'. Kuchenteller. 90 pt 1 10 KompottschaIen22 1 10 J ordiniere......... 1 35 Butterglocke...... I10 Blumenvasen. 80 pt I35 Käseglocke....... Iis Tafelaufsatz»>1«-.. 250 Kalchgiasgarnltur„St.Laulsi' Klanggfas, Panlhogravur„Regina" mit Fehlern Bierbecher...... 60 pt Likörglas........ 50?». Portweinglas..... 60 pt Rotweinglas gro».. 75 Pf. Bowlenglas...... 85«. Bleikristall Sannanschliff Bowle mit Teller u. UJOel 4750 Kompottschale..» 625 Bonboniere....... 825 Blumenvasen» an... 675 Römer Kristell, fertig..... 325 Jardiniere»«-...... 025 Stangenvasen«o bl«a 10 bis 40 cm hech IO b,s Ww Vasen, Schalen, Dosen verschiedene Farben, mit kleinen Fehlem Pf. Für elektr. Licht i ZB|lanpi mit 60 cm Seiden sdtlnn 19» SpelsiilBBier- ZugkroDi Leselampe Messin;, braun, mit Seidenschirm 24- Mwatng. brenn. S n. 9 Flammen, mit 70 cm Seldcnodilrm Stladtriampi mit Ttodi u. Seiden- schirm, 70 cm 0 85 Emaille Schmortöpfe ßri« Küchenschüssefn� 25� jür Gas 60?'. Mal 45 �schschüsseln �- PL Schmortopfe Sc� t, wem. mit Selfnapl s« b.>05 c Waschtöpfe 4 5 Pf- bis 1 05 verzinkt, m Siebu.Dcckcl 250 bla 425 Konsole Mr Sand, Seife, Soda 1 45 Wannen"oval1" 2 25 bla 3 M Kochgeschirr sehr billig Aluminium Kasserollen"nS" 115» 2 10 Wasserkessel 1 90 m. 4 00 Maschinentöpfe 1-0» 3-0 7 80 1 2 m Milchkannen Bagei 1 00 225 Konsole f.saTid.seiie.sodt 3 78 Stahlwaren Sollager Slahlwaran Eßbestecke ÄZT 80pt Backenhett echt Ebenholl m. Ebenholz' OC D. echt i o« ÖOP'. Ebenholl>« Radcenhelt Scheren ia siaw 45?'. 75pt Salatbestecke Oalanth 60 Pt cdi) Horn 75pt Eßbestecke gfStm�Heft I00 Tischmesser glaiTat 65 Pf Alpaka-Bestacka glatt und gamustart Kaffeelöffel...... 20«. Eßlöffel.......... 40m. Eßbestecke.....?•» I35 90 Oramm Slibaranflaga Kaffeelöffel...... 95« Eßlöffel.... 1 8v Eßbestecke..... 42» Nickelwaren Kai2f�fS».£>* 10-° Gebäckkasten..... 275 Untersatz vuit«in>sr, veraict. für Ktfleekannea und heiß® PUtten• 90 T ortenplatte«cm. mmtDÄ. 225 Krümelschaufel 3» Kakaokanne' SnidTSckZ« Zigarrenkasten.... 1 71 Zigarettenkasten... 1 7» Isolierflasche»nicgita 95« Eisenwaren TeUerwage 225 Reibemaschine.... 225 Mandelreibe.... 95?'. Messerputzmaschine mit 2 Lederscheiben O 75 Brotschneide-Tn�e,«! 875 2 Gaselsen oi« Brwti«.. 675 Kohleneisen.. 250 w, 875 Stabgarderobe«•»« 11« Personenwage g�i 17« Waschtisch(mcmou« 29m Gaskocher 9 uui,«««in. 9« Gaskocher 90 2 Loch, mit u. ohn« WlnpML 1 0 M tU50 Gasherde 79m TeUuhlang für fiauihnrhmer 4rr BerL SildL Gaswerk« Blechwaren Springformen 70 it. bia 1 m Rehrückenformen*. 55 Universalsiebe 50» 85?!. Suppensiebe 30his40pt Kartoffelpressen SOptlio Reibeeisen 25 pt bi» 40 pt Garnierspritze---- 60m. Kuchenspritzen 75pth.1i5 Weißblechtablett*©• 15« Krümelschaufel«« fein lackiert mit Besen Ov/Pt* Leuchter mit uc«.... 50 Pt Holzwaren Kaffeebretter.. I50»290 Kaffeemühle« mit geschmiedetem Werk 4 75 Wandkaffeemühle« Pfund, dekoriert 025 Besteckkästen nn 2 bis 3 teilig'Ohls 90 Pf- Handtuchhalter 85 bi« 3 50 Fleischbretter 60?'»4« Waschbretter, 4 mit Zinkelnlagt I 10 bia| 20 Plättbretter bezog. 250 w« 890 Aermelbretter 50» 85 pj. Garderobenfeisten 45 Pt M» 1 M Borstenwaren Roßhaarbesen isckierf..I90 Roßhaarhandfeger sC iaekiert 45 Pt Möbelbürsten..... 50 pt Bürstengarnitur 90 pt Kleiderbürsten.... 45 pt Haarbürsten...... 50 Pt Rohrklopfer...... 45 Pt Parkettbohner..525 975 T eppichkehr-""*1"bo, 875 Scheuertücher sstodt.. 1 m Elektrische Artikel SUndlgar Verkauf,»owett Vorrat. IIa Pesten Bügeleisen 675 Reise-Bügeleisen- HO u. 120 Volt, mit Zuienung 022 'nta'gJSÜ 9 75 b. 14-0 �ek<�herM-i7x * HO u 120 Volt, mit Zulellung w Kessel: 7lr. 73* 45. Iahrgang 2. Beilage des Vorwärts Soimfag, 12. AeSnwr 1925 Bürgerblock und Sozialpolitik. Oer Haushali des Arbeitsministeriums vor dem Reichstag. Bei der zweiten Beratung des Etats des Arbeitsminist«- rtuws im Reichstag führte Abg. Aadjcakamp(DnaN aus. die Deutschnationalen seien zwar von der Natwendigkeit der Sozial- palitik überzeugt, aber fte müsse mit den wirtschaftlichen Röten in Einklang bleiben. Da der Sozialetat aus weit über vier Mil- liarden angewachsen sei. halt««r die Besorgnisse der Wirt- fchost für durchaus verständlich. sAustiinmung rechts, Unruhe und Widerspruch links.) Di« SNoppschaftsbeiträge hätten 29 bis 84 Proz. der Lohns umnen erreicht, schärt! hört! rechts.) Die Vereinheitlichung des Ärankentassenwesens lehnt der Redner ab. In der Lohnpolitik werde die Verantwortung immer mehr aus die Schlichtung? st ellen abgewälzt. Diese schwer« Belastung müsse dem Arbeitsmini st erium abgenommen werden. Avg. Thiel(D. Bp.) weist darauf hin, dgß die Ersparung von 40Ü Millionen gegenüber dem Vorjahr keine« sozialen Rückschritt bedatte. sondern daraus zurückzuführen sei, dasz dre lieber- gangsmittel für die Arbeitslosenversicherung in diesem Jahr nicht mehr nötig seien. Die Prarts der Arbeits- g e r i ch t e habe die Gegenftandslossgkctt der sozialdemokratischen und kommunistischen Bedenken gegen die ordentlichen Richter be- wiesen. Zugunsten der älteren Angestellten verlangt« der Redner ein ge!«kgcb«risches Eingreifen, nachdem die Selbsthils« der Wirtschast unfruchtbar geblieben sei. Die I n v a l i d e n v e r> i i che ru n g brauche seh« schon ein Drittel Reichszuschuß. Ihr« Inflationsverluste und die der Angestellten Versicherung legten dem Reich Mlliardenoerpflichtungen aus. dl« i ni D a w e s- Plan nicht berücksichtigt worden seien. Bei einer erneuten Prüfung der deutschen Leistungsfähigkeit svr Reparationen müsse das Arbeitsministertmn für Ausmerzung dieses Fehlers sorgen. Abg Schneider-Berlin(Dan,.) betont, daß das Arbeitsgerichts- gesetz nur durch die Mitarbeit der Opposttiou zustand« gekommon sei. denn große Teile der Volkspartei»md der Deutsch- nationalen hätten dagegen gestimmt. Das Schlichtungs» wesen will er>wch ausgebwit. die Zahl der deutschen Beamten belm Internationalen Arbeitsamt vermehrt und einen stellvertretenden deutschen Direktor ernannt wissen. In Gens müsse «mch«ine selbständige Abteil».� für Angestelltenfragen errichtet werden. Die Versicherungsämter werben nach Ansicht de« Redners noch nicht modern und rationell verwaltet. Dreißig Landes- "ersicherungsämter— davon allein acht in Bayern— seien «in Luxus. Der Rodner legt ein» Entschließung vor, die von der Regierung eine Reform der Sozialversicherung auf der Grundlage der Selbstverwaltung verlangt.(Beifall bei den Dem.) Abg. Rädel(Komm.) schildert an Äani> statistischen Materials das Elend der Textil- und Tabakarbeiter. Herr Im husch, der gestern so radikal geredet habe, werde sich nach den Wahlen mit Dr. Braun» wfeder aussöhnen. Als die Wahlen noch nicht drahte», dabo Ja Imbusch die Bergarbeiter und die Eisenarbetter auch im Stich gelassen. Der Rechtsanspruch, den die Arbeitslosenversicherung bringen sollte, sei völlig illusorisch gemacht durch die Verschärfung der Prüfung der Bedürftigkeit und der Borausseßunyen für die Unterstützung. Wirtfchastspartei gegen Sozialgesetzgebung. Mg. veter- Dresden(Wp.) verlangt»in« Zusammenlegung von VinchscrdeitS' und Reichswirtschaftsmimsterium. Er bekämpft die gesamt« sozial« Gesetzgebung, die nur zu» gunsteu der Arbeiter gemacht worden sei. Besonder, die Arboitszeituotverordnun g wirke für Handel, Hand- wqrk und Gewerbe geradezu vernichtend. Dar Achtstundentag könne verhängnisvoll werben, da dos Ausland b« geringerer Steuerbelastung 10 bis 12 Stunden arbeite. Wieweit sei der Rot- stock der Arbeitslosenversicherung ausgesM? Die Beiträge müßten doch bald herabgesetzt werden. Abg. Schwarzer(Bayer. Dp.) erkennt an. daß die Sozialpolitik in den letzten Iahren ein Hemmnis für ine Wirtschaft gewesen sei. Aber die Anträge der Regierungsparteien hatten die Wirtschast nie gefährdet, höchstens die Anträge der Sozialdemokraten und Kom- munisten seien manchmal gefährlich gewesen. Auch eine Link«» ve g i e r u n g würde übrigens keine ander« Sozialpolitik machen können. Die große Mehrheit für all« sozialpolitischen Gesetze beweis«, daß die Einsicht bei allen Parteien gewachsen sei. Die Wider st änd« lägen außerhalb des Reichstages bei den wirtschaftlichen Organisationen. Ohne Sozialpolitik gehe es nicht: ohne sie würde auch die Landflucht noch stärker sein. Mit Beitragserhöhungen müsse man sehr vorsichtig sein. sie seien nicht mehr tragbar. Bei der Ratifizierung de, Arbeit»- zeitabkommens solle man England vorangehen lassen. Es sei nicht richtig, wenn Wg. Hoch behauptet«, daß Bayern sich der Durchführung der sozialen Reichsgejetz» widersetz«. Ohne Not und ohne Berechtigung habe sich die Arbeitslosen» Versicherungsanstalt bei der Einteilung der Landeearbetts- amtsbezirke überdieGrenzenBayernshinweggeseßt. (Sehr richtig! und hört! hört! bei der Bayer. Vp.) Abg. Esser-.n geführt worden ist, wie dieser Vorsitzende, her absolut die Berurtei« lung des angeklagten Jungen erzwingen will, sein« Macht miß- braucht,»ine lSsährlge Zeugin vorher zu vor« «idigen, obwohl er von vornherein weiß, daß da» Mädchen ge- zwungen sein würde, über die delikatesten Dinge auszusagen, und daß ein solches Mädchen naturgemäß zögert, alles auszusagen, während es doch unter seinem Eide nichts verschweigen darf. Em Vorsitzender, der«n sunges Mädchen In em» solche Situation bringt, zeigt, oaß ex seinem Amt w keiner Weise gewachsen ist. Diesem Iustizskandal müssen wir allerding» ein End« wachen. Zu einer G«k«g««» heit»s»s«tzmach«r»i, wie fi« Dr. Mumm verlangt, liegt aber kein Anlaß vor. Wenn fein........*" auf die Tagesordnung gesetzt Verden sollte, dann werde» wir über de» ganzen Prozeß ausführlich sprechen müssen. Es wär» Pflicht de» Reichsiustiz» Ministers H« r a t gewesen, mit dem preußische» Iustizminister Schmidt darüber zu sprechen, wie dieser Prozeß gegen die fthtder denn Kinder sind sie allesamt zu süh'en gswesen wäre. Da somit Widerspruch erhoben ist. schlägt Präsident töbe vor. daß der A«l testen rat am Dl«n»tag darübe'- Beschluß fasse, wann der Antrag beraten werden soll. Wg. Dr. Mumm(Dnat.) ist damit«moerstanden. Di« Weiterberatung des Haushalts des Reichsarbeitsmimste- rimn» wird auf Montag. 14 Uhr, oirtogt. Schluß gegen Issl-i Uhr. Eiwas von der Gchreibkuvfi. Die Stahlfeder, dieses kleine steißig« Wertzeug, das den, Kulturmenschen unschätzbare Dienst« leistet, da« ihm zur Seite steht von der ersten Schulstunde bi» in die späteste verufszeit. ist nicht .erfunden" worden. Die Mutter der Stahlfeder war die Kiel- feder. jene Feder aus Vogelposen, die fast«in halbes Jahrtausend die gesamte abendländische Schreiberei in meisterhafter Ausführung beherrschte. Als die Leute noch Zeit ljaüen, viel Zeit nach unseren heutigen Begriffen, als die Schreibarbeit noch keines- wegs drängt«, und die Wsassung einer schrisllichen Aeußerung fast «ine feierliche Handlung bedeutete, galt die Selbstanfertigunz des Schreibgeräte« noch als ein« Voraussetzung sür gelungene Arbeit. die ohne sonderlich« Mühe als selbstverstöndtich hingenommen wurde. Als die Zeit dann schneller ging, als der Dampf der Mensch- heit lehrt«, mechanische Leistungen ms Gizantische zu steigern und größte Entfernungen in kürzester Zeil spielend zu überwinden, kam die Erkenntnis vom Wert der Zeit sieghaft zum Durchbruch und man prägt« die Devise: Zeit ist Geld! Hierzu paßte recht wenig die Vergeudung an Zeit, die der umständliche Zuschnitt der F«b«rpose bedingte, über dessen regel- rechte Ausführung die alten Schreibmeister ganze Bände gründli chster Anleitungen mit belehrenden Darftellungen hmterwss«, habe». Die schneller lebend« Zeit verlangte mmmehr ein fertig« Werlzeug. Schreibfedern au» Stahl werben in der Chronik schon recht frühzeitig erwähnt, und zwar sind es deutsche Köpfe, die sich mit deren Herstellung allerdings zunächst nur handwerklich beschäftigt habe,. So hat, um nur einig« Beispiele Herauszugreisen, zur Zeit des Aachener Friedens(1784)«in'Aachener Bürger namens Janssen. Schretbfedern aus Stahl angefertigt und dem Kongreß zur Unterzeichnung de» Friedensvertrages zur Verfügung gesiellt, mit dem Wunsche, daß dieser Friede so dauernd sein möge, wie das Material seiner Federn. Ebenso wird berichtet von einem Mechow- ker Manteufel in Berlin. Kronen st r. 8, daß er stählerne SHoeibsedern um 1829 mit großer Geschicklichkeit angefertigt habe. Insbesondere hat dann Alois Scnefeldcr, der Ersmder des Stein- drucks, schon Anfang des 19. Jahrhunderts für fein« lithographische, Arbeiten Federn au» Stahl benutzt und selber hergesteüt. Sern-- selber beschreibt diese Herstellung in seinem Werke München 1831 recht ausführlich. Besonders bemerkenswert ist seine Anweisung über die Zubereitung des Stahls sür den gedachten Zweck. Gene- selder sogt darüber: .Man leg« ein Stückchen einer Gackuhrseder in«in Geschirr von Ala» oder Porzellan und schütte Scheide wasser mit ebensoviel Wasser gemischt darüber. Das Scheidewasser vtzrd sogleich zu ätzen beginnen und dieses lasse man solange dauern. bis die Feder ohngeföhr dr« Viertel von ihrer Dick« verloren hat. und so biegsam geworben ist. wie ein ähnlicher Streifen van mittlerem Schreibpapier." Der Stahl, wie er damals zur Persügung stand, war also nicht ssin. nicht dünn genug für die zarten Plättchen seiner Federn, daher der umständliche wenig zuverlässige Prozeß de, W«?- hetzen, der überflüssigen StaMärke. Die Industrie hatte noch nicht gelernt, den Stahl so weit henrtterzudrücken und ohne Schaden für sein« Eigenschaften so weit auszuwalzen, wie es für dl« Herstellung von brauchbarem Stahffedermatsrial nötig ist. D«r Fabrikation d« Stahlschreibfeder wußte die Herstellung von äußerst dünnwandigen Stahlbändern als zwingend» Notwendigkeit vorausgehen. Mit der Beschaffung diese, Materials war die Ausführung des machanü tz»« Teils der Ausgabe ohne weitere» eingeleitet, und es bedurft» keiner „Erfindung" mehr, um da, stählerne Schreibwerkzeug als reite Frucht aus dem gegeberen Material auszuschneiden, zu formen und sür die Zweck» der Beschriftung mit Vorteil zu verwenden. Di» Wiege der deutschen Stahlseder-Industrie ist zur Geburts- statte einer blühenden Industrie geworden, die vordem in Deutsch. lantz unbekannt, sich im Laufe der Jahrzehnte auch als fruchtbringend und belehrend für fast alle ähnlich gearteten Zweige der heimischen Metallindustrie erwiesen hat. Menfchen.Göttern gleich... 1?! Roman von yerbert George well». Die Utopen blieben dabei, daß die Uebervölterung des Planeten im letzten Zeitalter der Verworrenheit da« grund- legende Uebel gewesen sei, ans dem alle die anderen erwachsen seien, unter denen die Rasse zu leiden gehabt habe. Eine überwältigende Flut von Ungebildeten ergoß sich über die Welt und untergrub jede Anstrengung, welche die geaü.ere Minderheit machen tonnte, um einen genügenden Teck jener das Schicksal der Rasse in die Hand zu nedmen. Die grosse Mass« der Bevölkerung, die in» Leben hineingestoßen wurde. beherrscht von fadenscheinigen und verbrauchten Traditionen und den plumpsten Anregungen zugänglich, war die natür- liche Beute und Stütze für jeden Abenteurer, dessen Wesen genug lärmend und dessen Auffassung von Erfolg genügend grob war, um auf sie zu wirken. Das Wirtschaftssystem. ungeschickt und krampfhaft erneuert, um den neuen Be» dingungen mechanischer Gütererzeugung und Verteilung zu genügen, wurde zu einer immer grausameren und schäm- loseren Ausbeutung der vielfältigen Bedrängnis des gemeinen Mannes durch die räuberische und erwerbstüchtige Minder- heit. Dieser allzu einfältige„Gemeine Mann" wurde von der Wiege bis zum Grabe durch Elend und Unterwerfung gehetzt; er wurde umschmeichelt, belogen, gekauft, verkauft und beherrscht durch eine schamlose Minderheit, die kühner und zweifellos tatkräftiger, aber in keiner anderen Hinsicht besser war. als er selbst. Für einen Utopen von heute sei es schwer, sagte Urthred. den Grad von ungeheurer Dummheit. Verschwendung und Gemeinheit zu schildern, zu dem diese reichen und mächtigen Männer des letzten Zeitalters der Verworrenheit gelangt waren. (»Wir wollen Sie nicht bemühen," sagte Mr. Durleigh, ..leider— wissen wir es... wir wissen es. Nur zu gut wissen wir esj") Ueber diese mit Krankheitskeimen durchsetzte und über- trieben dichte Vevölkerungsmasse sielen schließlich Unglücks- fälle her wie«in Schwärm Wespen über einen Haufen ver- saulter Früchte. Es war das natürliche, unentrinnbare Schicksal. Ein Krieg, der nahezu den ganzen Planeten in MiUeidenschaft zog, brachte das lockere finanzielle Gefüge und die Wirtschaftsmoschinerie aus den Fugen, so daß keine Möglichkeit bestand, sie wieder in Ordnung zu bringen. Bürgerkriege und ungeschickt angelegte Versuche einer sozialen Revolution setzten das Wert der Desorganisation fort. Jahre- lang anhaltende Witterungsunbilden hoben den allgemeinen Niedergang noch deutlicher hervor. Die ausbeuterischen Abenteurer, zu dumm, um zu begreifen, was geschehen war, fuhren fort, das Volk zu betrügen und zu belügen, und ver« hinderten so jedes Sich-Aufraffen anständiger Männer, so wie Wespen weiterfressen, selbst wenn ihnen der Leib ab- getrennt worden ist. Der Antrieb zum Schaffen war aus dem utopischen Leben verschwunden, siegreich verdrängt durch den Trieb zum Raffen. Die Produktion schrumpfte auf ein Nichts zusammen. Der angehäuft« Wohlstand ver- schwand. Ein bedrückendes Schuldensystem, ein Schwärm von Gläubigern, moralisch unfähig, hilfreich zu verzichten, vernichtete jede frische Initiative. Die bedeutenden Fortschrite, welche in Utopien zugleich mit den großen Entdeckungen begonnen hatten, gingen in plötzlichen Stillstand über. Was in der Welt noch an Ueber- fluß und Vergnügen vorhanden war. rofsten die Glücksritter der Hochfinanz und Spekulation in gierigster Weise an sich. Die organisierte Wissenschast war schon sett langem in den Dienst des Gelderwerbs gestellt und wurde nun hauptsächlich für eine Jagd noch gewinnbringenden Patenten und Mono- polen auf Lebensnotwendigkeiten„angewandt". Die ver- nachlässigte Leuchte reiner Wissenschaft schwand dahin. flackerte und schien ganz und gar zu verlöschen. Utopien einer neuen Reihe dunkler Perioden überlassend, wie es jene vor dem Zettalter der Entdeckungen gewesen waren. „Es ist wirklich wie eine düstere Diagnose unserer eigenen Aussichten", sagte Mr. Burleigh, außerordentlich ähnlich. Wie hätte sich Dechant Inge über all die« gefreut." „Einem Ungläubigen semer Sorte würde die» zweifel- los äußerst erfreulich vorkommen." sagte Pater Amerton»in wenig ohne Zusammenhang. Diese Bemerkungen ärgerten Mr. Barnstople, der be- gierig war, mehr zu hören. „Und was ereignete sich dann?" fragte er Urthred. 5. Was sich ereignete, war, wie Mr. Barnstaple oernahm. eine allmähliche Wandlung im utopischen Denken. Eine wachsende Anzahl von Leuten kam zur Erkenntnis, daß angesichts der machtverleihenden und leicht zu entfesselnden Kräfte, die durch Wissenschaft und Organisation jedermann erreichbar wurden, die alte Auffassung vom sozialen Leben im Staate, als eines gesetzlich zugelassenen Kampfes inner- halb gewisser Grenzen zwischen Männern und Frauen, um einander auszunützen, zu gefährlich geworden fei. um von Dauer zu sein, genau so, wie die gesteigerte Furchtbarkeit moderner Waffen die besondere Borherrschofl einzelner Nationen aus die Dauer zu gefährlich machte. Neue Ideen und neue Vereinbarungen für da« menschlich« Zusammen- leben mußten geschaffen werden, wenn die Menschheits- gefchichte nicht in Auflösung und völligem Zusammenbruch enden sollte. Jede menschliche Gesellschaft habe ihr« Grundlage in der Einschränkung der eingewurzelten wilden Streitbarkeit des Urmenschen durch Gesetze. Verbote und Verträge; jener alte Geist der Selbsthilfe mußte sich nun neuen Einschränkungen fügen, die mit den neuen Machtmitteln und deren Gefahren im Einklang standen. Die Idee des Wetlkampfes um den Besitz, als herrschende Idee des menschlichen Verkehrs drohte, wie eine schlecht bewachte Feuerstelle, die Maschine, die sie früher angetrieben hatte, zu zerstören. Die Idee der schassen- den Dienstleistung sollte jene verdrängen. Wenn das sozial« Leben gerettet werden sollt«, mußte sich der menschliche Geist dieser Idee zuwenden. Man begann nun Vorschläge, die man in früheren Zeiten für einen begeisterten und über- schwenglichen Idealismus gehalten hatte, nicht nur als ein- fach« und nüchterne psychologische Wahrheiten, sondern auch ai» praktische und dringend notwendige Wahrheiten zu er- kennen. Indem Urthred dies erklärte, drückte er sich in einer Weise au», die Mr. Barnstaple an gewisse ihm sehr vertraute Sätze erinnert«; er schien zu sagen:„Wer sein Leben retten wil». wird es verlieren, und wer sein Leben hingibt, wird damtt die ganze Welt gewinnen." Pater Amerton» Tedanken schienen in der gleichen Weis« darauf zu reagieren. Denn er unterbrach plötzlich:„Aber was wie da sagen, ist ja ein Zitat." Urthred gab zu. daß er einen Spruch im Sinne hatte, eine Stelle aus den Lehren eines Mannes von großer dichte- rischer Kraft, der vor langen Zeiten, in den Togen der ge- sprochenen Worte, gelebt hatte. Er hätte weiter gesprochen, aber Pate? Amerton war zu aufgeregt, es zuzulassen. (Fortsetzung folgt.) Die Not im Von Hein Dos Soargebict ist deutsches Grenzland. Es zählt 680 MO Ein- wohncr. Diese sind Schicksalsträger des Krieges in jeder Beziehung, jetzt noch, fast Ist Jahre nach seinein Ende. Das Gebiet wurde von Deutschland abgetrennt und zu einem Völkerbundsstaat gemocht. »ahmeil der Regierungsroimnisfion äußern. Das jetzige Rechtsverhältnis soll bis 1335 bestehen bleiben. So bestimmt der Versailler Vertrag. Dann sollen die Saargebietsbewohncr durch eine Volksabstimmung entscheiden, ob sie die Beibehaltung der geschossenen Rechtsordnung oder die Vereinigung mit Frankreich oder die Wiedervereiirigung mit Deutschland wünschen. Bis dahin wird das Saargebiet von einem den Völkerbund vertretenden Ansjchuß verwaltet, der vom Rate des Völkerbundes ernannt wird. Aus die Bestellung der Regierung?- kommission hat die Saargebictsbcvölkerung weder direkt noch in- direkt einen Einfluß. Das Saargebiet hat zwar eine Volksvertretung, Landesrat genannt, der übrigens am 25. März neu gewählt wird. aber er darf sich nur gutachtlich zu allen dos Saargebiet berührenden wirtschaftlichen und politischen Angelegenheilen und zu den Maß- nahmen der Regierungskoinnnssion äußern. Das ist Autokratie im N a in e n des Völkerbundes. Für den größten Gewerbezweig, den ehemals staatlichen und nur in geringem Ausmaß privaten Steinkohlenbergbau des Saar- gcbicts und der Pfalz wurden im Versailler Bertrag auch besondere Rechtsveihälinlsse geschaffen. Als Ersah für die kriegszerstörlen Bergwerke in Rordsrankreich — so heißt es im Versailler Vertrag— muß„Deutschland das volle und unbeschränkte, völlig schulden- und lastenfreie Eigentum an den 5lohlengruben im Saarbecken mit dem ausschließlichen Ausbewrungs- recht an Frankreich" abtreten. Die kriegszerstörten Berg- merke Frankreichs lagen in den Departements du Nord und Pas de Calais. Sie hatten im letzten Vorkriegsjahr 1313 eine Steinkohlen- fürderung von 18,(55 Millionen Tonnen und 1926 bereits eine solche von 21,08 Millionen Tonnen. Im gesamten alten französischen Staatsgebiet betrug 1913 die Steinkohlenförderung 19 Millionen, aber bereits 46.9 Millionen Tonnen in 19261 Hinzu kam dann noch in 1926 die Förderung des einst deutsch-lothringischen Gebiets mit 5,32 Millionen Tonnen, so daß Frankreich eine Gesamtsteinkohlenförderung von 51,42 Millionen Tonnen aufzuweisen hatte. Die Zluswärtsbewegung der Steinkol>lengewinnung hat auch 1927 angehalten. Inner- halb der jetzigen Staatsgrenzen Frankreichs betrug sie 52,84 Millio- »en Tonnen. Diese Entwicklung bestätigt einwandfrei, dah die Kriegszerstörungen beseitigt sind. soweit sie den Bergbau betrafen. Jeder wahre Friedensfreund wird das begrüßen, denn noch augenfällig bleibend« Kriegsoer- Wüstungen müssen immer haßerregend wirken. Es ist aber auch die wirtschaftliche Begnmdung, mit der einst die Abtretung der Saar» bergwerke gefordert und auch erreicht wurde, durch die Entwicklung vollständig überholt. Frankreich hat nicht mehr den Bedarf an Saartohle, wie es einst wohl voraussetzte. Da auf dem Gebiete der tztationalisiening nur wenig im Saarbergbau unternommen wurde, kann mit der Saarkohle auch kein ernsthafter Konkurrenzkampf zur Eroberung von Absatzgebieten in anderen Ländern geführt werden. So leiden nun die Bergarbeiter unter einer schweren Absatzkrise. Einschließlich der Beamten sind 72(XXI Mann im Saarbergbau tätig. Mit Angehörigen sind rund 59 Proz. der im Saargebiet wohnenden Menschen vom Bergbaü abhängig. Ihre wirtschaftliche Lage ist trostlos. Zur Einschrän- kung der Produttion wurden 1927 nmd 26 Feierschichten eingelegt. Dadurch ist den Arbeitern ein voller Monatslohn ent- gan g e n. Zur Linderung der Not mußten Unterstützungen gezahlt werden. Selbst die französische Bergwerksverwaltung konnte sich der Notlage der Bergorbeiter nicht verschließen und muhte vor Weih- nachten nach dringlichen und wiederholten Borstellungen der Ge- werkschasten Beihilfen an die Bergarbeiter zahlen. Auch im neuen Jahr wurden bis zum 19. Febnior bereits sechs Feier- schichten eingelegt. Wenn das so weiter geht das ganze Jahr, dann dürften die Bergarbeiicr 1928 einen Lohnansfall von zwei vollen Monaten haben! Die armen Menschen müßten dann verzweifeln� da ihre wirtschaftliche Lage unerträglich würde. Gaargebiet. ich Löffter. Der L a h n der Bauarbeiter betrug im zweiten Vierteljahr 1927 noch den Mitteilungen des Saorobcrbergamtes 37,02 Franken im Durchschnitt je Schicht. Das ist der durchschnittliche Bruttolohn, wovon noch Beiträge zur Sozialversicherung, Gezähe(Werkzeug)- kosten, Steuern usw. abgezogen werden. Zu beachten ist, daß die Reichsmark an der Pariser Börse mit 6,95 Franken notiert wird, so daß der Bruttolohn nur 6,11 Mark je Schicht beträgt. Zu dauern- den Produktionseinschrönkungcn beabsichtigt nun die französische Bcrgwcrksverwaltung 4999 Arbeiter zu entlassen. Davon sollen in der Isauptsache solche Arbeiter betroffen werden, die im besetzten deutschen Gebiet, aber außerhalb des Saarremers wohnen. Da tut sich eine neue Schwierigkeit aus. Dies« Bergleute gehören, da sie auf den einer französischen Berwaltung unter- stellten Saargruben beschäftigt sind, der deutschen Arbeitslosen- Versicherung nicht an. Weder die Arbester noch der französische Arbeitgeber zahlen Beiträge zur deutschen Arbeitslosenversicherung, so daß sie aus Grund des Gesetzes keine Ansprüche haben. Wenn es aber zu den angedrohten Entlassungen kommen sollte, dann dürfen die Arbeiter, sofern sie nicht baldigst anderweitig Beschäftigung finden, von, Deutschen Reich nicht im Stich gelassen werden. Was ist zu tuu, um die Rot zu weuden? Die Gewerkschaften uijd die Parteien des Saarreviers stellen die Forderung auf, daß die Saarbergwerke baldigst an das Deutsche Reich zurückgegeben werden sollten. Nach der Rückkehr des Saar- gebiets, sei es erst 1935 nach der Volksabstimmung oder fei es in- folge von Vereinbarungen schon wesentlich früher, hat Deutschland das Recht, die Saargruben käuflich zurückzucrwerbsn. Von diesem Recht muß natürlich unter allen Umständen Gebrauch gemacht werden. Niemand wird auch daran zweifeln, daß es geschieht. Der Sarge um den künftigen Absatz gilt der Kampf aller Parteien im Saargebiet gegen das Eindringen des Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswerks mit seinem Leitung?- netz. Man fordert mit Recht, daß die künftige Stromversorgung des Soargebiets und seiner Umgebung vom dortigen Bergbau aus- gehen muß. Zu dieser Erkenntnis sollte man auch im Rheinisch-West- fälischen Elektrizitätswerk kommen und unbedingt Eroberungsversuche im Saarrevier unterlassen. Im Saarrevier stehen höhere als kapita- listische Expansionsinteressen ans dem Spiele. Wenn man beim RWE. angesichts der trostlosen Lage der Bergarbeiter und der all- genieinen Sorge um die Zukunft kein Verständnis für die Empfin- düngen im Saarrevier hat. dann ist das in hohem Maße beklagen?- wert. Raum für den Absah der Saarkohle zu schassen ist ein« Aufgabe, die Deutschland in der Zukunft zu lösen haben wird. 1913 betrug die Förderung der Saar- und Pfalzgruben 14 Millionen Tonnen. Mit 4,27 Millionen Tonnen hotte Deutsch- land innerhalb der jetzigen Grenzen den größten Absatzanteil an der Saartohle. Im Saargebiet wurden 4,93 Millionen Tonnen abgesetzt, in Elsaß-Lothringen 1,51 Millionen Tonnen, und dann erst kam Frankreich innerhalb der alten Staatsgrenzen mit einer Abnahme von 9,96 Millionen Tonnen Saärkohle. Nachdem die Saarbergwerke in französischen Besitz übergegangen waren, wurde zunächst der Absatz nach Deutschland fast ganz gesperrt. 1929 z. B. wurden nur 79 999 Tonnen Saartohle in Deutschland abgesetzt. Langsam steigerte sich dam, der Verkauf von Saartohle in das alle deutsche Absatzgebiet bis auf eine Million Tonnen im Durchschnitt der Jahre 1924/25. Während des großen englischen Streiks im Jahre 1926 hat sich aber die französische Bergbauverwal- tung ihre deutschen Abnehmer verprellt, indem sie selbst feste Liefer- vertröge nicht erfüllte. Feste Abnehmer wurden vorübergehenden Vorteilen geopfert. Dies« Einstellung rächt« sich, als der englische Bergarbeiterstreit beendet war, denn die Saarbergbauverwaltung konnte das ihr zugestandene Absatzkontingent in Deutschland nicht unterbringen So sind die Bergarbeiter der Saar, damit der größte Teil des Saarvolks, die Opfer der unklugen französischen Werks- und Absatz- Politik, die Opfer einer Raubbau treibenden Pachtwirtschaft, die Opfer des Krieges mit vervielfachten Lasten und Leiden, die heute ihr Brot, morgen ihre ganze Existenz verlieren, wenn nicht in Deutschland alle Kräfte angesetzt werden, die Existenzfähigkeit des Saarbergbaus vorsorgend zu sichern und so das Saarvolk lebens- fähig zu erhalten. Ein Scharfmacher geht. �inke-Hofmann schifft den Inflationskönig Gchberg aus. Der Generaldirektor der Linke-Hosmomi-Werke A.-G. m Breslau, Dr. E i ch b e r g, scheidet jetzt, wie ein Bericht der Verwaltung sogt, nach„sreundschastlicher Vereinbarung" aus der Direktion der Ge- sellschost aus. Wir lassen dahingestellt, welcher Art diese freund- schaftlichc Vereinbarung war, soviel ist jedenfalls sicher, daß der nngcbotcne Aussichtsratsposten für dcn�Ehrgeiz dieses Mannes kein Pfloftcr auf seine Wunden ist. Der„Ruhm" des unseligen Hugo Stiunes hatte Eichberg nicht schlafen lassen, und so trieb er mit den ungeheuren Jnflationsge- Winnen, die den Linke-Hofnionn-Werken aus fortlaufend großen 'Auslandsaufträgen zuflössen, eine Ausdchimngs- und Aufsauge- Politik, deren Endergebnis der einstmals sehr große Linke-Hofmann- Lauchhammer Konzern war, ein Koloß auf tönernen Füßen. Schon in den Jahren 1925/26, als der Linke-Konzern aus den Geldschwieriq- keilen nicht mehr herauskam, gab es heftige Zusammenstöße zwischen Eichbcrg und dem mächtigen Großaktionär Karl Flick, die jedoch nock, einmal beigelegt wurden. Da der zur Zeit der Auflösung des Linke-Hofmann-Lauchhommer-Könzerns im Herbst 1926 erwartete Rücktritt Eichbergs nicht erfolgte, muß die'»jetzt gefallene Entschei- dung uni so überraschender wirken. Sein Nachfolger wird der srühere 5!nipp Direktor Dr. Oesterlcn, der erst seit einem Jahre der Direktion der Gesellschaft angehört. Die alten wie die neuen Belegschaften der Linke-Hofinonn-Werkc werden Dr. Eichberg keine Träne nachweinen, denn er war als einer der größten Scharfmacher bei der Breslauer Arbeiterschaft bekannt. So begann er seine Direktorentätigkell in Breslau im Frühjahr 1914 damit, daß er die Belegschaften zu einem Streit trieb, dem erst nach fünf Monaten der Ausbruch des Wellkrieges ein Ende machte. In der Inflationszeit trieb er durch rigorose Lohnpolitik di» Erbitterung so weit, daß er einmal in einem Fahrstuhl Reißaus nehmen mußte. Unvergessen seien auch Dr. Eichbrrgs Erklärungen vor bürgerlichen Pressevertretern Breslaus im Jahre 1925. daß es in Deutsch- land erst besser würde, wenn eine Million Arbeiter auf der Straß« läge» und mn Arbeit, betteln würden. Ebenso feindlich wie der Arbeiterschaft stand er der organisierten Ange- stelltenschost gegenüber, der er noch einem Solidaritätsstreik nnt den Belegschaften„fürchterliche Musterung" androhte. * So das Bild eines Mannes, der 14 Jahre an der Spitze des größten Waggonwerks Europas stand und als Konzernleitcr drei Jahre Herr über 49 999 Menschen war. Bessere Arbeitsverhältnisse in Berlin. Oas Landesarbeitsamt Brandenburg veröffentlicht leider keine Arbeitslosenziffern mehr. Im letzten Bericht des Landesavbeitsamts Bvanidenburg wird ein neuer Rückgang der Arbeitslos.igkeit für den gaizzen Bezirk gemeldet,.�u unserer Ueberroschung ist in dem Be- richt aber davcrus verzichtet worden, die Zahl der beim Lande»- arbeit samt für Berlin bzw. für Brandenburg eingetragenen Per- sonen bckamttzugeben, so daß sich über das zissermnäßig« Derhält- nis der Besserung aus dem Arbeitsmarkt nichts mitteilen läßt. Auch die Gliederung nach männlichen und weiblichen Arbeit- suchenden und Unter st ützung beziehenden Personen wird nicht mehr bekanntgegeben. Diese Unterlassung ist in h o h c m M o ß e bedauerlich, denn es wird dadurch absolut unmöglich, die Bor- gänge auf dem Berliner und dem braitdenburgischen Arbeitsmarkt wirtschafispolilisch auszuwerten. Jeder arbeitende- Berliner Hai außerdem ein besonderes Interesse gerade für die Bewegung der A r b e i t s l o s i g k e i t s z i s f e r. Wir sprechen deshalb den drin- genden Wunsch aus. daß die genaueren Angaben über die Arbeits- lostgkeit und die Unterstützungen wie jrüher in der Zukunft wieder gemacht werden und für die Woche.zum 11. Februar noch nachgetragen werden. Entspre hend der Jahreszeit ist bei der Landwirtschaft die Beschosttgung im Wachsen. Die Lage in der Metall. industrie ist im allgemeinen günstig und gegenüber der Bor- wache ohne wesentliche Veränderungen: bei der Berliner Auwmobil- mdustri« ist allerdings eine Abschwächung in der Beschäjtigung zu verzeichnen. Im Holz, und Schnitzstoffgewerb« ist für Berlm die Arbeitswssgkeit um rund 329 Personen gestiegen. I« Bangem»rbe hat sich der BeschSftstmngsgroH fat Berkk» rat für Maurer und Stukkateur« gehoben. Das Landesardeits- amt Brandenburg sagt zur Lage: Im Bereiche des Landesarbeitsamtes Brcmdenburg ist wiederum ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Entsprechend der erhöhten Bcschöftigungsmöglichkeiten sind di« Vermittlungs» ergebnisjc teilweise recht erheblich gestiegen. Als gut beschäftigt kann immer noch gelten: der Braunkohlenbergbau sowie Zweige des Spinnstofsgeiveroes und der Papierherstelluug und-Verarbeitung. Ebensalls bot die Konsektwnsindustrie. ins- besondere für weibliche Krasl«, gute Auftwhmesähigkeit. Ein Zu-> gang Zlrbeit suchender ist im Holz- und Schnitzstossgewerbe, mit Aus- nähme der Sägewerke, zu verzeichnen, was sed'och keineswegs als ein« Verschlechterung der allgemeinen Lage in diesen Berufen ge- wertet werden kann. Die Konjunktur in der Metallindustrie ist fortlaufend als günstig zu bezeichnen: dagegen will das Bau- gcwerbe in der Gesamtheit noch nicht recht in Gang kommen. Di« Landwirtschast dagegen gab bereits stei- gende Aufträge. Eine Eittlastung des Arbeitsmarktes brachte in wesentlicher Hinsicht die Gnippe Lohnarbeit wechselnder Art. Die Gesamtzahl der Unterstützung beziehenden«Prsonen betrug in der Berichtswoche 299 598(217 175), davon entfallen auf die Arbeits- losenunterftützung 184 723(199 362), Krtsenunterstützungsempfänger 24 785(26 813)._ Veröffentlicht das Braunkohlengutachten! Warum nur für Interessenten? Wie gemeldet wird, sollen sich das Mitteldeutsche und Ostelbische Braunkohlensyndikat am 17. Februar in einer gemeinsamen Sitzung darüber schlüssig werden, ob sie bei den Organen der Kohlenbewirt- schoftting Preiserhöhungsanträge st e l l e n wollen oder nicht. Die Frage ist für die Syndikate schwierig, weil das vor einigen Wochen fertiggestellte Gutachten der Schwalenbach- Kommission, an der auch Genosse Dr. Baade mitgearbettet hat, den Synditaten, wie es scheint, einige unangenehme Nüsse zu knacken gibt. Nötig ist auf olle Fälle, daß die Oeffentlichkeit durch Preis- erhöhungsanttäge nicht überrascht wird, und es sollte«ine Selbst- Verständlichkeit sein, daß das Gutachten nicht nur den interessierten Syndikaten und der Regierung zur Verfügung steht. Jedermann erinnert sich noch der Leidenschaftlichkeit, mit der beim mitteldeutschen Braunkohlenarbeiterstreik die Frage erörtert wurde, wer die.Lasten" der vorzunehmenden Lohnehöhung eventuell tragen könne. Ohne Zweifel ergibt das Gutachten auch für diese Frage die wichtigsten Anhaltspunkte. Für eine Stellungnahme der Oefsenttichkeit zu Preiserhöhungen und zur Beurteilung der besonders im Braun- kohlen Handel herrschenden Derhättnisse ist es deshalb eine unob- weisbare Forderung, daß das Gutachten sofort zur Ver- ösfentlichung kommt. Ostpreußen geht zur Deutschen Bauernfchast. Di« politische Unabhängigkeitsbewegung der Bauern, die die Loslösung von der großagrarischen Führung er- strebt, hat für Ostpreußen einen neuen endgültigen Erfolg zu verzeichnen. In den kürzlichen Vorstands- und Dertretertagen der oft- preußischen Bauernschaft wurde nach einem Referat des Geschäfts- führers Lübke-Berlin der definitive Anschluß an die Deutsche Bauernschaft vollzogen. Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 8. Februar berechnete Großhandelsrndexziffer des Statistischen Reichsamts ist mit 138/) gegenüber der Vorwoche nahezu unverändert. Von den Hauptgruppcn ist die Indexziffer für Agvarstofse um 9H Proz. aus 139,4 gestiegen Gleichzeitig hat die Indexziffer für Kolonialwaren aus 129,1 um 9,2 Proz. nachgegeben. Die Inder- zisser der industriellen Rohstoffe und Halb waren stellte sich ans 134,9(134,2) und diejenige der industriellen Fertigwaren auf 156,7 (156,5). Die Einführung des neuen Fordwagens in Deutschland hat dadurch eine Hemmung erfahren, daß die Ausführung der Vierrad- bremse den gesetzlichen Bestimmungen nicht entspricht. Die Ford- Motor-Corporation ist deshalb zur Vornahme einiger kleiner Aendc- rungen gezwungen, hat aber bereits einen Probewagen mit der Ver- änderung versehen. Wie mitgeteilt wird, sei die Produktion durch die Umstellung nur für wenige Tage beeinträchtigt. ,/Ueue Festigung des Eisenmonopols." Unter diesem Titel ver- öffemlichtcn wir gestern eine beunruhigende Mitteilung, noch der Ausnahmepreise für die Versorgung der Waggonindustrie durch Sonderoereinbarungen der Eiscnverbäiide festgelegt seien. Wie die „Franksurter Zeitung" feststellt, handelt es sich nicht um neue Ver- einbarungen, auch nicht um Sonder preise, sondern um eine schon seit Jahresfrist durchgeführte Zentralisierung des Einkaufs der Wagcnbauvereinigung, bei der nur durch die größeren Einkaufs- mengen höhere Mengenrabatte erzielt worden seien. Wir stellen das zur Ergänzung unserer gestrigen Mitteilung sest, weisen aber daraus hin. daß unsere grundsätzlichen Bemerkungen in der Frage von Sonderoereinbarungen mit einzelnen Käusergruppcu dadurch nichts an Bedeutung verlieren. Guter Abschluß eines staatlichen Grube minlernehmcns. Bei dem kürzlich geschlossenen Elektrosrieden zwischen dem Reich. Preußen und dem RWE. waren die Brounschweigischen Kohlenbergwerke in Helmstedt ein wickstiges Tauschobjekt für Preußen. Reichselektrowerke und Preußisch« Elektrizi- täts A.-G. teilen sich heute in den Besitz und den Einfluß. Die Gruben und dazu gehörige Kraftwerke, die auch das Netz der Elek- trizstäts A.-928. Der Stadtausschns, Berlin. Abt. I Schnei der. �VkRGlN; M*xaa4«rplal liAn. Fi Ihr. k£rsauteile Mllih jrall: lWMö Pumpenfabrik Berlin M 68. üiinidumiarfit Sb. SS 1. J. SS 27. Streffaiche gegen den Seschä'tssührer und Redakteur Richard Barthel, in Eharloitenburg wegen öffentlicher Beleidigung. Da» Schöffengericht Berlw-Mate. Ab- teilung 201, in Berlin hat am 10. Oktober 1927 für Recht erkannt: Der Angeklagte wtrd wegen öffentlicher Beleidigung durb die Preffe zu einer Seldstrase von 700lflebenhundert) Reich«- mark, im Unvermögenssalle zu 2«zwei Wochen Gesängni» oeruneUt Semätz fi 41 CkGB. wird die Unbrauch- barmachung aller Exemplare sowie der zu ihrer Herstellung deuimmlen Platten und Formen angeordnet Den beleidigken Reichsbankprästdenien Dr Schacht wird die Befugnis zuerlannt. den verfügenden TeU deS Urteils durch einmalige Einrückung in den Zeitungen ..Gläubiger und Sparer"..Berliner Lotal-i Anzeiger" und.Borwäits" tnnerhalb sechs Wochen nach Zufteüung deS rechlsträstigen Urteils an ihn aus Kosten de» Berurleilten bekannt zu macheu. D,e Kosten de» B erfahren» trägt der Angeklagte. Das Urteil ist vallfireckbar. vorInetr»tk»nen, Bncnschmack und dergl. beauftragt; damit ist mir in meinen Einkünften schon oft im rechten Augenblick eine sehr wohltätige Hilfe geworden. Ihnen hin ich zu Dank insofern verplUchtet, alt Sie einen guten Anteil an meinen Erfolgen haben. II.« Ktmonborat.Hebe raeinenKursos beend«t,bm nun am Ziel Heine Tätigkeit als Plakatmaler belebt sich allmählich Habe bereits ständig Bestellungen ans Geschäite- kreisen Zum Scblnese meines Unterrieb te meinen ver- bindtlchsten Dank. Allee Gelernte werde ich Jetzt praktieeh vsrwsrton können Uebsthanpt verdanke Ich__—- nur Urnen meine Kenntnlaaa— Ohne aieielben wäre Ich ein jämmerlicher stamper Gutschein Ich bitte mn kostenlose nnverbmdllche Zaecadasg Ihrer Sobrüt„Wege aar Kunst" Br.4 Kamst i Berafi i i, . Alter u. Btrsaas:. Herren-Hüte WoNfll� dunkle Farbe» 0.15 Männer-Yemcken 2.10 K5per-Bard)ent x«..shtaojo(l.7® Herrenhemden 2,~ H�dcnflanelleJÄ�« O.70 Herren-Ünterbof«««nMi««,.. t20 ÖHafdj-Sammete....aweue 1.9° Unterjacken I.20 Satins........■*. 0» Hcrren-Unterbofen■omoa.«t< 1.� Zücben f«int so o»>««.... n»«« O.7" Herren-Unter boten«wssä«es 2.10 Zepbir � Ä fl.70 Herren-H�den«ks�ms.« Z.» Strick wetten S5»!" i25 Damen-Scblüpter***»«»«.. V.7S Vamen-Strlckjacken � ß.95 Damen-Sd)lüpfer in»»«»».. I.10 Männer-Unterjacken»7»?� Z.95 Spring-Höschen O.70 Strickanzüge 7.50 Hemdboten io»«»»« m» sww.. 0.70 Vamen-Mäntel.......... ß.50 Rnaben-Homden e»» Ö.35 Damen-Röcke........... l.25 Krttllngs-Zäckchen»«mMi.... O.30 Dirndl-Rlelder......... ß.25 Rlnderttrümpte(«»m.•».«.»<.« O.30 Sodenmäntel t«»«-»»-»«ta» 15.— Herren-Socken SälsÄlSM�a O.80 Herren-Mäntel....... u- 15.— Herren-Socken f«»«»«.»»«.».o O.4� Herren-Manchetter-Unzüge 24."" Jrauentlrümpte»»«»...»»<>« 0.45"Windjacken i«»»»««....... 7.50 Cakcn-tlettel» mo« hM..«um» j.— Monteur-Hoten.......... 2.50 Bettbe)üge•»*<»«> eim««»Ii». 8. 75 Reilner-Jacken»8»«»»...... 3.90 Bettbezüge taM, tamum.,. 7.75 Ulelhe Berutsmäntel»om»« 5.— Aufträge von außerhalb werde« geg. Kachuahme ausgeführt. Kreter verfaad».NM.«« Baer Sohn« Berlin N 4 nur Ctau tfraOe 29-30 .KOCHEN. nk aulIW W-IM-n...551. SÖBL UAeCtiristiiieftliL UL 135L RISS BN AUSWAHL rober. lackierter, lasiert. KOcbe«, ein. Kleider* u. KOcbeoscbrSaKe w ca. 135 Hustern. HIMMEL HaaptgcscbJJti tliWMNt.lUldWv.Illt PUUlat Gt.FiaDHiiit8rStr.405SÄ «efcseaSni.«ftS. «uSÄ. U-. KU »ich«» [(chtBirttUa ... BötReafna IfÄ» KU äüit- \£r~, See."?-« aüßUUn U SRötil.äBagajin, Znvalidcr.straz- 131, ÄcrtfirfU«£i«trtaet gellBbat.__• S&fukHaktta Smiititmia«, lünb. tchten, Qabellniefae detabätUSt. Steift Sablimssctltiichtttjir.j. Kamtc MtT SoBinungag 5. MaN« 30. Prevhhch�wdeatlche«ahoufoftttfe. Ohne Gewähr Rachdnut verböte» Aus jede gezogene Ramm« sind zwei gleich hohe Gewi»»» gefalle», und zwar ie einer auf die Lose gleicher Stwawer i» de» veide» Zldteilaage» I ond U !|» lOOOO ffll 313833 > m 3000 an. S4169 162774 91 >ib 2000 9t 13870t 161 811 10. Februar 1928 wurde» Gewinne übet ISO M. gezogen 3. Ziehungslog In der Na r. 8 eewimt §««»>»»« Sttäian» 34S136 30«uetaM n 1000«L 34163 I 183547 225539 242802 866363 i SO Stiaunu n 500 SL 4gIS 71... Ä'm&MsSfM 816774 329208 3' 371864 4. Ziehunggtag Ja der Bvrmittagezlehwig wurde» 2»«wm»« z» U. Februar ISA über ISO M gezogen 27ic 474S0 53147 1191-55 141 208982 2 Ä�iieeol' 3000 2». 179789 1SSS44 i 9000 9L»4SI» 170913 10«L t 153 371 i I w. 1- I 83116 1« 166t 46 2191 50 2S3k ______ i fl«. 11 28653 30060 31193 63t 75076 76668 89333 92 132540 134370 139488' 6©ttoinn« M 14»«toinii«|B 314128 356472 "' HM 37137 K 500 w. U." 63779" 840747 ' 171338 308154 30618« 49892 1- 18948 2191 54419 156579 I 80910 83138 08818 16171» 108737 11 1377 2(9792 33581 282486 288464 289450 293876 3071 367013 142®«miw» ja 300 2». 1 235701 23_ >287868 202187 1 352312 353865 354660 1 371817 12400 6aB!84 105759 60777 II 203199 20 259504 25 306313 31 356501 35 13810 90222 23040 26317 7 64900 66838 62735----- 52735 6946 110346 112876 11640. 11 10676» 168658 168575 »MMMMIN-fMi Claaalag. de» 14. Jfebruar, abcaba X Ahe. Impadamfaal ÖealJerbonb» Hanfes, ClalcnBc. 83/55 Branchen Versammlung fchakkicher In denEisenkonstruktion». betriebe« NeschSstigtea sowie dar IN an teure oad Heiser. Sfagelordnu»«: 1. Bwcbt-vrechnng M« aene» Sahnfeeberuna 5, Branchen. angtleztnheilta. 3. Berich teiro«- ®cs etfchcinett' aller Sollegiu ist und«. !>i»gt eefsiderlich. »wtpOch. ben 13. Jcbrtuxr. aachm. 5 Ahr. I»« w a 1». 9aft(4Iaa, CtoUHec»trabe 128 DM" Versammlung-W» der Sravear. u. Ziseleurlehrliag«. Zaesesebnuna: S.»ertrag Sderi .B-rn'strankdiiK»'. I.«arnfsangiltgen. Kahlraich»»efv» wird Spielplan Unserer«alvirmitMI Zu bar«ach» wai U. bia Ig. Aebruar i L Au» betet Lade»«tue« Befpetea. 3. fftsbrtimim de» Dampfpftugea. 3.(umcttaU. S» btt Bachs mk ML Ks M. 1«us der Heimat des tesptfchen »«Ifstrauies. 2- Pi««ia Buch 5. Humor«st«. der«ochs sam 5. Ks U.»ie,: I. Indien, das Sand der TrSnw«. Ptanbfaugersabrllation im Fli- bandvrrfahren. Ze dse Bach« aaK«. Ssb».K»«.»»e,! I«eist und M-Ich.nr. t. Wer gut, Snmerad Za der«ochs-am 5. Ks U.»ie,: WW«" MU M-ß ______.uo. U Humeretft BW Dazu für feile»«stelluna Mr lueftc Wochenschau mit einer Einlage anfragen wtaen Ueberlaffung und Btfuch der«dteUmls find telcphonifch oder fchrifi- ltch an das Bureau, Kulmradleilunz. \\i richten. Ol« Ortaaatsoallstaq- KredU Uelere elegante HerrenanzlUe Ulster. Paletots Preise: 60,65.70 bis 100 M. nach MaB HO. 110, 150 bis 1,0 Mark. Anzahlung Va»est 4 bis 6 Monatsraten. Tomporowskl Schneldermstr, fireibundstraOc 47. Laden und L Etage (a-U- 8h I.Kreu eher ö Dlvandecken besonders preiswert. volle OröQen. Kelimard'lfi. VfeilmoUewiC m. Franse lü. dersermwrerüü. Kelifti 03 MohoiewoileAC u.Verdure LT,' modern*T\J, Tkmikhi Läufersroffe MfÄF Möbelbezugstoff e m�w.5?5 Verkauf" n UT C 2, Spandau er Sfr. Veloup-TeDDichp Id.Tournay* la. Perisran-Teppichs ges.qesch Harke Pnma Vfelour-Teppidle KSÄ K-er�W�� 13V IT 1 45- m 1R ZSZ.-1105UM 168.- 1115 KM NZ- AM- N65RMRW Verkäufe Brachten»weetl Deutsches Teootchhaus EmU Lefevre feit 1882 nur vrantr» straie 155,«einerlei vealrhungea Zur cimlich kltnasadeu.rirma. Mau achte auf Dornauieu Emil. »embaaKches», vierzehntarätig, 12,—. 25�-. Lobmann, Reue �chöabauser, straße IL. Leihhaus. geiiii,dunq:?lucl mnnnftraf;e 25/38, früljrr M�lackiirahe betragene und neue Hrmnnardrrzhr hmtflst. Roß,«aftanienallee 84._ Brtfcascclaafl Reue! 9.751 15.� IfljOl Prachtvoll« 37.501 Kauernbetten 82,— 1 Daun ige 872101«inderdetirn 8.7SI Bettwilfchel Inletts! spottbillig und gut!«eine Lomkardoaren. Leih. haus, Brunaenltrahe 47 nend billig«rlegenheitsläuf»_ Serrenaardeeobe. Leihhaus Rofeuthalee Tor, Ltuirnftraße SS— 204, Eck« Rofen. thalersirafte«eine Lomkarbwaee. »sm Lel/niore»»is«v__________ meiftee. Große Äuswahl, Mllloe Preise, auf« OuaiitStcn. 9t Siichaell,. Berlin TO. 18, Eroßr ssrantfurter Straße SS, * b�trud Herren.. Ismcn-Bieilma«. Total.«uo. »erlauf wegen Aufgabe. Selten glln. sttg« iSelraenheit. SO Prozent Preis nach. laß auf«leider, Blusen,«a"" men.Wiutee. und SommerK»! Damen. SuormivldnteL Blusen,«nftihne, Da. S*"» pelze, i etofft'' Pniacks. deutsch« und»Nl Stöfs«. 40' Prodeut Preis nachl.— und Damenwische. Oderhemd«». Herren» i «ragen. «rawattea. llntergarnitiir»», Leihhon» Morigolaii�ik» B-ltSagstt 12.--. Pelzfacken Sie—, Belzmünt«! ~~~" 13Se~, Sn. Hardware sedern Pfnnh Dampfreinl. nenstoaßo' 133, ab ifttSti!, gmne ühznf. SO Pfennig an, B«ttfed«rn. c tßLKMBXlllBchB 1 Aochentlich 8,—. Fischer, Potsdamer. llrage 108 Dil!«»p. Nähmaschinen gegen S-Mart. sochenraten Wlostit. Brunnen strahe 185. nischen Rofenthalervlad und Znvali. Äochenraten zwischen Ro__________ wnstraße Norden 118. Thoams-Rähmaschinen. erste Starten. für Haushalt und Ofmerh«. auch mit Zickmck. El-Itromotore. große Auswahl. bequewlte gahluagoweise. streß» 80. Lochringoe- Tlermarkl I toi' «aaaricnl ilmaß» 7. rienhähn« fiüKuL Admt. Leaehithnee. junge, rehhuhnsardia italtenet, Leghorn. Andv" itand 277. »merllanisch« Leghorn, ttb Italiener, rluchllaninchen, iteslauerflTcße 2L Möbel «smahRt'Vagtbsi«! tu iotsllch fttnen Preisen nur Zliädel.Wagau uoalidenstrahe 181, S-I!.s-,li, lahnhof, Stammhaus Ritg-nerstraßt v. Poliert« Schlafzimmer in Birk«, Eich«. Rußdauw, Mahagoni 650�-, eichen, Etz- dg, 845,—. NiSdel. str< � W �. S»»i �.W »immer.'250 breit, zerlegbar, ga klassige Berardcitung. 545.— Magazin. Inualidenstraße 1ZL Hallestelle Sleniner Bahnhof._ Schlafziwmre," HiO"" Steii, bteitfitig, schwere Ausfuhrung. mit echtem»ar. mor und Spiegel 865,—, Speisezimmer, Herrenzimmer, komplett, echt Eiche. 515,—, AnrichtekUcheu. stebenteilig, mit Linoleum, lasiert und lackiert, Ür-. Möbel-Diagaziu. Invalide»sirahe 13L Haltestelle Stettin er Bahnhof »nveidelchsinb. Ruß 130 breit, auf Pianol____. ertra Wasche.Abteilung und(Smegel, IiS�-. Englische Bettstellen, tomoütt. 55�-. Wafchlommoden mit tlstarmoe stdaum iaurnsert. »bank, dr'ilAig. t und Smeael, liest WWW ipfabl«: Elite 3 4- Dianen..... SeTbatreiBen M. Ucv-Lo 1 S'iäftSl lOwrisaaoe Federn, Mtfillead, M. 150, XM, 430, 5.0t .................. LSÄ-J« I W ttOQCIr C U Atta CSI,*»*•".00*1].- bis xu 12 Jtlonatsraien !fladdafa&fa\ »WW»Wn» Mfün.UJBvgf te tWUS�mmmmmm atlamnetrr unter Angabe| "ersand per Nachnahme.| ' meine Kotten iurUck y Neu-Trebbin f 2. _____ edem- Dampfviacfearai and Belnigaageanstalt. lEms« Weinberg: | Ernte Odcrbracher Bcttfci und Spiegel 78.—. Rachitisch, mit Apotheken tls-. älloteitefofa 55.- , iselongue 18�—. Standuhren 55�-. Diplomaten 52.—. BierzugtUche 75�-, Riesenanswobi in EinzelmSbel, kam» pleite Einrichtungen. Renaifsaneemiioel fiahlungseeletchterung. � Miidel-Zstagattn. Invalidenstrahe IZL Hallelüöe Stettt. ner Bahnhoi__________• Palcataatotlcn..'Primsstima�.BAall. betten. Sliiflegema ttajen, i «alter, Stargardtrstraße iialgeschiiit Möbel- Udelsmenn. nur Holzmarkt. ftrahe achtuichfechzia, Rstckstchtslos heeeb. aefidte Prei!-� Anil'idefchronle 85,—, flüdicn SB,-, Beiistellen, Sofas, Ruhe. betten SS,—. Schlafzimmer, Speiiezim- met, Herrenzimmer 24ä�-, Nußbaum. büfetts. Anrichten 115/-. LanaMrig' Garantie! Iahwagserlelihterung!(Sttaße und Haudnummer dsachstm.s« ling.«astanienalle« 56 "«Sei. IwSsuwSR._ praße 3/4. Ecke«i-nerstraße. liefert zu dekaant hllltgen Preisen Schlafzimmer, Speisezimmer 835,—. Anlleidefchrdnle TS,—, Bettstellen 43/—, Solas. Ruhe. ketten 50/—. Einzelmöbel,«llchen. emailliert und roh.»an 28/— an. stahlungserleichterung.___• »näMbiestea, Oberbavm Aeußeest preiswerte Speu'ezunmer.«üchen.«.nt.eme Eiche, Nußbaum. Bettstelleu, Sofas, Ruhebetten, Einzelmöbel. Große Aus. w�h�ihlungserletchterunz ohne Preizu Möbelhaas Stein.' Sei Besonders gitnstiges Angebok: Schlaf Zimmer 175,—. Speisezimmer, Ru vamubstsetts, Ankleideschranke m öpiegel«üchen, Polstermöbel. stahlungserleichterung.___* leilzahluaa. reell. Möbel- Milch. Drohe«rankfurterstra», 45/4«.____• leilz-K-na. Komplette Kimmer. Ein. zelmöbel Kllia. Wenger. Marstlius- strahe 8 kAleranderplah). Große Frank turierstrahe sechaundfllufzia.__' «tHsahte—, kulant. Möde'i-Mi ich._' �«hitfstaWyys>d»«f. g.alawKgW», .c:� j"1, /. frjfojf Ai iliaih Tiiji: ,«cht. �n "iÄ' 4/»—. SchSaleLllüraßp 2. MW Sparröhee» 3,—, Kaufgesuche SSSejcr, Briefmarken kauft Stoß «aint. Zohanniesttaße 4. f Briefmarten. Münzen lauft«Srsfj. wann, Zohannisstraßo 4.________* stahnaebistr. Sdelin-tallbmS Oueek. stlder. stian. Blei. Silberschmelze Edristionat«öpenickerstrahe 20« kMa». teufrelftrahel. «laviere kaust Bergmann 5807. sösort von privat Unterricht Berliß Schaol. Fremde Sprachen Leip. reilaadlaRa. btllia. Möbel-Misch. «Ute Möbel für'billiges»eldl Wir verkaufen zu bekannt billigen Preisen: isezimmer. schwer Eiche, innen Ma- � ons. rund vi* vittinenaufsaß, 5 NindlederstüHle."komvfett —. Desgleichen schwerere Aus- - ich geschnißt. apartes Modell, 673.—. Schlafzimmer, echt Eiche, elegante UNS. komplett 586/—. Desgleichen ,. e Ausführung in Eiche. Birke. Zlirschdaum 605—, 875/-.»75.—. Herren. »immer, schwere BIMiothek. Dipiomoi 1,60 breii. komplett 505,-.«röche Au«. wadl. Speise.. Herren., Schlafzimmer, «llcheneinrichtungen und EIn»elm5beI. Troß niedrigster Preise beaueme stad. lungsdedinavngenl Drmlnherz Möbel. Niederlagen. Nachfplger.«rohe Frank. furterstraße 55. Eingang Waßmanw straße. nur erste Etog«. AuguNstraß. 47/47a, Bosen lhaler Tor. Friede ichstr. 7 am Hallesche« Tor._• Speisezimmer, Eiche, innen Mahagönli modernes«üiett, groß« Anrichte. 825,—, eichenes Schlafzimmer, Spiegelschrank, dreiteilig, komplett, mit Spiralboden 105,—, Anrichtekllche» 145/-. Einzel. Möbel enorm dllliu. Morde!. Boedel. Morihplah, ffadrikgedstude.• MbsteNeestU bis 20»anätzte? Schlafzimmer, Speisezimmer. Einzel. Möbel,«stche», Retallbetten Mode'. hnus Suifenstadl«Zpenickerstraß» 77/78. Ecke Brückenstraße. «�»«««»u«»««11«?« 21/— Schlafchaikrlongnes 22/—. Äaifekongue. deck«»«/-.«andbebing»«/— Ba. teuimatrah» 2/— Bolsterauklanen SochenabeahlunU S�-. Göhr,«avpel. olle» 12- Banknm Echmfdistru«e 1« Möbel. Rassle». Jnnungumeister. Seit SS fahren erfwfall'ge Serarh.itung bei kon!"rren,losea Preise». Sehenswerfe MALUSsWkdSst Eiche onst posierte» Hölzer». Rnnot. kommende, sachKstuuifche Bedienung. LanglShrig» Saoantia.«astanien, alles 17._|| IfßllUBCA«| ■< Sch«. weiß."275,- 86—.«Teifjerfofnbe «TüfchifBfaa 86/—. lyeÄersptnben Aäschespinste» 80/—.«Schen.elnrichtun. 7°n.� t�btA. R,— Sellin. Sarta». HubihinstruRienle Ohu«»ug-hlN»� Auswahl, neue und ge scher ZsnfBBt. chttn. kleine__ Brnunenstraße 191, 1 tbalervlach._ tiatpiaM«, überaus iadrit Link. Brunne Plan» Baten na««uns«, ohne 'ung fite Pianos, neu und S«. ---- große Auswahl. Piaiuzhaus, Sönizgräherstroche 81 Zahlungen, nein» Auzad »eigtl.«dalderlstrache Ol. Bandoalaalager. Spezlalberatung. Ab. »ahlveriauk. Fachunterricht,«ckerstr. ZS. Mr~ monatlich, ohne Anzahlung, nur Firmenpianos. longjöhrlae Sarantie. keine Phantastepreife. Adam. Rollen, dorfplaß 7 fBiaao.Adam).» .ÄTSni «teiabergplaass. vI-le'Aner kennull, e/r, lonaiahtlge Fabrikgarantie Steiubeegpiaass,»erkauf« iadrik. Frankfurter Alle, 12. «»kauf nur Haupt. «teiaKsgpsauss. ausgezeichnete LuaN. tat. beauemste dohlmtift. Reue 900/- an.» Osalttatsirianps,»elegenheiteu. Teil. Zahlung. Prinzen straße neunzig, Moritz. »last.» HausKu« auf«rehit. Frevovbon der neu« Svrechavvarat Kit«ollklang. direkt »st Fabrik ohne ieden«wifchcnhnndel. Tischavvarafe 25.~J3.~ Mark. Schrank. apparate 62.—. 65— Mark. Gerinaste Anzabluna. kleinste Abzahlung, von 1.— Work an. Langiiihriae Garantie. Ein Plattensoriiment nach Wohl. Ä Stücke. 19.50 Mark. Borssthrungsrönm« nur in drr Fabrik, bis 7 Uhr aeöifnrf. Eprecha»oarate»Bau. fllhcung. Rechnen.«vrrrelpandenz. De'lisch, Schönschreiben, Bücherrevisor «ulich. Senl, eiste aste 1 kSvittelmarkt). Safchioesbau. Elektrotechnik. Tag?»- lehrgänge, Abendlehrgönge, ferner Lehr» ganze zur Lorbeceirung für Elektro- meister. und Dehilfenprstfunq. Tech. nifche Prtvalfchule. Diplomingenieur SteNmacher. Friadrichstraße US.• Verschiedenes Herrenichueiderei fertigt erstklassige Naßgarderod«! I, Seri« in 6 Monat.-- rate» ie 20/- Mark. 2. Serie in sechs Monatsraten je 25/— Mark,«asta- köufer 15 Pro». Rabatt. Statu. Inno lidenstraße 185. ��8s.�Bülvwfiraße 62. ■UeteHwibHH lanzjährigo iL. �WDWWWWWWW reiche Ansepa» inen, Herren, liühler. Lützowst stiollendorf Km. StOM-tläU, Martin. Luther-Straße SO. Heute iu zwei großen Säle» altdeutsche- Boll und moderner Tan». 2«apellsS.' inzleibneg; Retithold imb Ottchen- ittwochs Walzeradend. Donnerstags, Sonnabend« und Sonntags Slire-Sall» Fadelhefte neu« Saoldckorafisn.' Sndethinfälc, sSdiÄuböli. fün qtS&üp. über 1000 Personen fassenden Ballsaol der elegante Rundtauz.__• 10 000«rklamrsettel 3.-. dmih rei Schmitz Rominttntrstraste WSschh'ääch Semicht. Buchsteucka- rück per 'hr'aw�' dreus 2820. HaNN Stund nur 20 Pfg-, ttuu�n ! 85 Pfa. Dampfwäfcherei Frankfurt, All« 507.»a- Detektivdueeaa Sbausse». fhwfte 77 Fernsprecher Norden 7886. Beobachfnng«». Ermittelunoon Au»- kifnste allerorts. los gerollte Le�wäsche' 15. Schourndsto B�airtlmt�. Abholung Donnerstag Vermietungen Wohnungen «ohnangstausch. Bezirksvermi ttlung, Prenzlauer Berg. Sonnenburgerftraß« 8. Eckhaus Gleimstraßi 45, anbietet laulch- weise: Ei»,stimmer.wohuunge»,.zwei- stlmmer-Wahnungen. Deei.pimmer.löoh. nungen bis Füns-stimmer-Wohnungeu. Portierstellon.«ochstuben, Leerziiupter. aller Stadtteil«. Zimmer.j! sei Balkonzimmer mit«ige «legenbeit abzuoebeu. Besicht-g: tag. Marten, Alexanderstraße' Leeses pocht Ron Immobilien. ner gung Arbeitsmarkt Stellenangebote «tSarbclirt werden eingestellt. Riesel» seldbav Waßmannsdorf, an der Ehaoisee «lein-Fietheu— Baßmannsdorf. Wilhelm Sommert.____ «ehettaeiane» für Swsfkseidcr. Leinen- und«lirtetflelbet, Stapelgeure, gesucht. Dauernde Arbeit. Tariflöhne,«emp- ner u. Eo., Reulölln, ILgerstraße 80. »erren-vameii kür den Verkauf eines ueara «loktrlia-cc ArtlKfU HoheVer- dlenstniöglichkelt. Melden ll-?Uhr. Oskar W. Schmidt KOpeDldoer Strohe 103/9 ZSSaute-BSR; Fahrräder Linien straße neunzehn.» Sohiräber. gebrauchte. Mark 15»-. o"/"-'"'r-.S-Vr''. f'1" Tourenräder mit Torpedo fre.leuf. prima Beeeiiune. komplett mit Dvuamolampe. 5.stabre �ttantie. Mark 68.-. Ernst Machnow. Kxm": **9* rrtatuTuziwrfuUQt sB» Lebrenbauer I erstklassig.«Bellt sofort Barllner Spezlalflrma. Offen, ont Sek. B. 14.' jr»udoli Mos*«. Schone l>c r; HaoptttraO; iX I! esonden wirksam sind 41, KLEINEN ANZEIGEN Im .Varairts" und trotzdcK n oiiiid ii lehrUn� istr Dreherei und Sstrtleret stellt zum 1. Lprtl ein Melellworenabrit Rstckerstr- 4. 7tr. 13* 45. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Sonntag, 42. Februar 4925 Kormal-juristischer Unfug. Ein Llnternehmersyndikus vor dem Arbeitsgericht. s, ist«w im Arb«stsgerlcht»gesetz avsgesprochentr Grund« atz, daß ein Prozeß möglich st in einent Termin er- -digt werden soll. Das kann natürlich nur geschehen, wenn neben- sächliche Formalitäten, die für die Sache selbst gar tein« Bedeutung haben, nicht in den Vordergrund der Verhandlung gerückt werden. Aber dos Gericht kann diesen anerkennenswerten Grundsatz in dem Fall« nicht durchführen, wo ein Prozeßvertreter aus kleinlichen Formalitäten herumreitet, dadurch aus einer an sich sehr ein. fachen Sache eine juristische Streitsrage macht, wodurch das Verfahren erschwert und der Prozeß ungebührlich in die Länge gezogen wird� Ein derartiges Versahren wird nicht selten von manchen der rechtsgelehrten Angestellten von Großindustriellen und llnternehmerverbänden beliebt. Ein Beispiel dafür, wie man nicht vor dem Arbeitsgericht oer- handeln soll, lieferte Dr. Lange, der Syndikus der Seemens-Werke. Es handelt sich uni einen alltäglichen, höchst einfachen Fall. Die Arbeiterschaft eines Sieinens-Betriebes, vertreten durch den Vorsitzenden des Arbeiierrats, klagt für einen Arbeiter, besten Entlassung als unbillige Härte be- zeichnet wird. Genosse Koch vom Metallarbeiteroerband tiitt als Vertreter des Klägers auf. Dr. Lang« beantragt, Koch solle als Vertreter zurückgewiesen werden, denn Gewerkschaftsvertreter dürsten nur für Mitglieder Ihrer Organisation austreten. Aber die klagende Arbeiterfchast des Siemens-Werkes bestehe nicht nur aus Mitgliedern des Mctallarbeiterverbondes, sondern es feien auch Unörganisiert« Und Wirtschaftssriedliche vor. handen. Mit diesem Einwand hatte Dr. Long« kein Glück. Das Gericht beschloß, daß Koch als Vertreter zuzulassen ist. Nun kam Hr. Lange mit einem zweiten', äußerst kleinlichen Einwand. Er sagte:.Kläger ist der Arbeiter. rat. Unterschrieben ist die Klage aber vom Hetriebsrat, der nicht zur Klage berechtigt ist, also muß die Klage aus diesem Grunde abgewiesen werden.' Hierzu erklärte Koch: Der Vorsitzende des Arbeiterrat» und des Betriebsrats ist«in und dieselbe Person. Der Dolsitzende hat die Klage unterschrieben und den Stempel.Betriebsrai' dar- Untergesetzt, weil ein Stempel.Arbeiterrat' nicht vor» handen ist. Weiter bemerkte Koch, Dr. Lange habe ihn schon im vorangegangenen Termin auf diesen Formfehler ausmerk« sam gemacht: er, Koch, habe sich erboten, den Fehler sogleich zu korrigieren. Aber Dr. Longe habe erwidert, dann müsse er die init .Arbeiterrat' unterzeichnete Klage als eben erst eingereicht be- trachten und Abweisung wegen Frist Versäumnis be« antragen. Schließlich habe sich Koch ober mit Dr. Lange dahin v.-r- ständigt, daß dieser die Klage wegen der fehlerhasken Unterschrist nicht ansechten wolle. Nun be st ritt Dr. Lange, daß er «ine solche Vereinbarung mit Koch getroffen habe. Ein neuer Termin wurde angesetzt, um durch Verneh- mung eines Zuhörers aus dem vorigen Termin festzustellen, ob die erwähnte Verabredung zwischen den beiden Prozeßvertretern ge- troffen worden sei. Der Zeuge konnte über den InHoll des Ge- sprächs, dem er keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte, nichts sogen. Nun geschah, was schon vor Wochen hatte geschehen sollen: Der formal-juristischen Streiterei wurde ein stilles Begräbnis berettet. Man sprach nicht mehr davon, sondern kam nach dem zeit« raubenden Vorspiel endlich zur Sache, die sehr bald erledigt wurde. Ein Eisenformcr hatte mit.dem Meister eine Auseinander- setzung wegen nichtbe zahlten Ausschusses. Dabei sagte der Former zu dem Meister:.Wenn Sie das behaupten, dann lügen Sie.' Der Former wurde.wegen Beleidigung des Vorgesetzten' entlassen. Das Gericht erklärte, diese Aeußerung sei zwar nicht zu bll« llgen. sie hätte aber, da sich der Former 19 Jahre im Be- trieb« einwandfrei geführt habe, nicht mit Entlastung, fondern mit einer Geldstrafe gerügt wirden können. Die Firma wurde verurteilt, den Former weiter zu beschäftigen oder ihm 1198 M. zu zahlen._ Erhöhung der Holzarbelterlöhne. Schiedssprüche des Lohnamts. Die Verhandlungen zur Neuregelung der Holz« arbeiterlöone im Reich, die am 8. Februar vor dem v« r- tragltchen Lohnamt in Berlin begonnen, hatten folgendes Ergebnis: Für ISLohnbezirke wurden Schiedssprüche gefällt, die eine Stundenlohn' erhöhung von 6 Pf. ab sofort und von 3 bzw. 2 Pf. ab 1. Ottober bringen. Die Laufdauer der Schiedssprüche beträgt 1 Jahr. Es handelt sich also um«in« Gesamtlohnerhöhung für ein Jahr in Höhe von 8 bzw. 9 Pf. pro Stunde. Di« genannten Lohnerhöhungen gelten nur für die Facharbeiter! für die übrigen Arbeiter erfolgt prozentual« Abstufung. Die Erklärungs- frist für die Schiedssprüche läuft am 24. Februar ab. Am 23. findet in Berlin ein« Konferenz der Funktionäre statt, die über die Annahme oder Ablehnung der Schiedssprüche zu entscheiden hat.— Die Arbeitgeberpreste hat vor den Lohnverhandlungen die Dinge so hingestellt, als ob die Unternehmer damit gerechnet hätten, daß die bisherigen Lohnabkommen stillschweigend um ein halbes Jahr ver- längert werden. Wie der Ausgang der Berhondulngen zeigt, ist man über diese gewollte Naivität zur Tagesordnung übergegangen. Der Beschluß des Holzarbeiterverbandes, 15 Proz. Lohnerhöhung zu fordern, war gegen eine erhebliche Minderheit gefaßt worden. Schon das allein zeigt, daß der Verband bei der Aufstellung seiner Lohn- forderung sehr nüchtern und maßvoll vorgegangen ist. Die Berliner Holzarbeiter kommen für diese zentral« Lohnregelung nicht in Frage, da sie einen lokalen Lohntarifvertrag haben, der noch in Geltung ist. Die Metatlinöusirie in Gefahr! Die Unternehmer greisen ein. Für die Mecklenburger Eisenindustrie ist, wie uns «V Rostock gemeldet wird, ein Schiedsspruch gefällt worden. der Stilen S p i tz e n l o h n v on 75 P f. bis 1. Juli und von da ab w«iter?H P f. Lohnerhöhung vorsieht— eine Erhöhung der bis- herigen Löhn»',.die weit unter den Löhnen anderer Industrien lagen. um 7 bzw. fsi Pf. Der Bund der Metallindustriellen erhob Widerspruch, wobei er den Vorsitzenden des Schlichtungsaus, schuffes persönlich«mrempelte. Oer Bergarbeiterstreik in Böhmen. Sie fragwürdige Dsrmittlungsaktion gescheitert. p r>,g. 11. Jebruar.(Eigenbericht.) Die Derm>ktlllnJ»or«k<»n der Burgerblockregierung im weslböhmischev vergbaukonflikt war keineswegs ernst gedacht, ver Streit, an dem 30 llOd-Dcrgarbeiter beteiligt sind, wird iasolgedesten am Montag beginnen. polnische Eisenbahner fordern Lohnerhöhung. Warschau. 11. Februar.(Eigenbericht) Die Berussoerbändr der polnischen Eisenbahner haben der Re» gierung eine Denkschrift überreicht, in d?r sie unter Hinweis aus die allgemeine Teuerung eine 2 5 Prozent ige Gehaiis- erhöhung ab 1. April verlangen. Die Regierung hat den Eisen« bahnern bereiis wiederHoll versprochen, die GeHölter heraufzusetzen, ohne es jedoch bisher getan zu haben. Keule, Eonnlaz, lZ. Februar, 9 Übe, Treffxunit v.n sparlltchcn Spielen teUnchmen. am Sadnbai .....-----------.SBeft aus gehe» wir zum Lpmlplot, In Spandau. Lemuegen ift pilnffllcSt* Erscheinen nsiw.'ndig. Ilm 18 Uhr Se« scll gei Abend im Zugcndheim NetHenbcraer Kir. SS, l Fr.(Sfeutrrochrlxjus). — Morgen, Monlaz, 19V} Uhr. siiidsn folgende bezirtliche Beranstaltunge» statt: Sbarlottenburg! Jugendheim ZiostidStistr. 4. Vortrag:.Sozialismus und Relioidn"(«urt Kirche).— Tempclhos: Jugendheim der Schule German ia- strahc 4,'S. Dir gehen werben— wir berichten Uber den Gr so lg!— Norden: Augcndheim Danzizer SP. S2. Barocke 7. Bortrag:„Ernst Toller" iLewinsti). — Achtung I Shmnostiktursu« statt Donnerstag bereit» heute 20 Uhr im Orisburcou. Hunde?, Enaclnfct 2i/25, Aufgang H, pari, l�otl Bogi. Leiter 8tä Sprech, und Bewegungschores der Volksbühne, spricht Uder:„Stegreifspiel."— Ostlrci,: Um 18 Uhr im Jugendheim Edertrftr. 12.„Leben. Denken und Empfinden der Krohltadtjugend.— Rarbwesttrei»: Um 18 Uhr Im Jugendheim Lehrter ~~...~ sim 18 Uhr in der Sirahe 18.19. R-rdkr ______»Junge Kähne im Stritt.". �WW�WMWW Städtischen Wärmehalle, Berliner Allee, Eingang Lehderstr. 1W, Filmoortrag. — ttrei« vbeespeee: Um 19 Uhr im Jugendheim Baumschulenweg, Ernststr. IS, '"'IWIritMMaaaMiMMWiaaMaWM.—- ZIt o r A« n. "um ISV, Uhr _________________________________. M/SS. ordnung:„Unser Wirken und Schaffen 192?— Unser Wollen 1928." Derdands- huch und Funktionärausweis leaiiimieren. Di« Gruppenleiter treffen stch zu einer Besprechung sckon um 19 Uhr im Jnaendheim des 2MB. Deutscher Berkehrsbund. Bollversammlung der Deiriebsräte. Arbciterrät« und Bttricbrphmänner morgen. Montag. 1!N, Uhr, in. den Bestdenz-Feftfälen, Landsberger Str.»1. Stellungnahme zur Reichskonfcrenz der BetriebsrSte. Wahl der Delegiertet. Mitglied»buch und Betriebsräteanswel» legUimiert. Betrlcb-rätcsckretorirt. -TT r.: ar»'.«.'__. Blond echt Chcvrcau-Spangemchuh nd-dareh Tentredt Herl in SO 16, hkmidMlemtH MtUe .. sr....-Unterhaltung unö ÄAissen Auf Abzahlung. Bon Alf Zlöd. S« bastton Hansens Kunst- und Rcchmenladen ging ausgezeichnet. Der ging so ausgezeichnet, daß Hansen sich schon seit langem „Kunsthändler" titulierte, trotzdem das Geschäft eigentlich nur ge- schmocklos« Rahmen mit kitschigen, billigen Bildern darin umsaßte. Während der„goldenen* Kriegszeit blühte das Geschäft gewolttg aus Da kauften die Leute Bilder, ohne zu mäkeln, die gingen wie roarme Semmeln, auch Rahmen verkauften sich glänzend, denn damals muszie alles möglich« seinen Rahmen haben, die selbst- gedichteten Hochzeitslieder wie dos„Portrait" der verstorbenen Familienkatze. Aber Sebasttan Hansen hatte die Fähigkeit besessen, das Geschäft auch gewinndringend weiterzuführen, als die Zeiten wieder schlechter geworden waren. Er war eben ein rühriger Mann. Und ein GeschäststalerN in seiner Art. Borstchtig war er auch. Sehr vorsichtig. Das war er besonders, als die mageren Jahre sich einzustellen begannen. Gleichzeitg machten sich religiöse Anwandlungen bei ihm bemerkbar. Der Kunsthändler bekehrte sich schließlich zum wahren Glauben, der Lehre der„Urkirche". Das Geschäft blüht« auch kräftig, die Bekehrung wirkte sich aus, gemeinoerständlich«, religiöse Oeldrucke steigerten den Umsatz. Unter den Glaubensbrüdern am Orte setzte er eine umfangreiche Kollektion von Goldrahmen mit Bildern darin um. auch in den Nachbarstaaten arbeiteten sich seine weihevollen neuen Erbauungs- bilder langsam ein. Er organisierte einen Stab unermüdlicher Reisender, die ununterbrochen göttliche Symbols zu billigen Preisen oder auf Abzahlung herabrieseln liehen über alles Bolt.— Hansens ganzes Geschäft beruhte auf dem Abzahlungssystem, das den Umsatz so glänzend befruchtete, daß er selber die Abzahlungs- betrüge nicht kassieren konnte, weshalb er mehrere Reisende dazu anstellen muhte. Rur wenn es sich in irgend einer Stadl um ein« gröher« Summe drehte, fuhr er selber. Das war nicht deshalb, weil er fernen Leuten mihtraute, er wallte einfach niemand in Versuchung bringen. Uebrigens hatte er allen Grund dazu, seinen Leuten zu vertrauen, denn die stammten fast alle aus feiner eigenen Sekte, sie waren seine Brüder im Geist, und er muht« wirklich sagen, dah sie sämtlich tüchtig waren in ihrem Amt. Hansen konnte nicht umhin, an den letztangesiellten Reisenden zu denken, Bruder Rakor Salin. Dieser legte von Ansang an«in« verblüffende Tüchtigkeit im Verkauf religiöser Oeldrucke an den Tag. Er lief mit einem Ehrgeiz herum, der sogar Sebastian Hansen imponiert«. Hansen nahm Bruder Salms letzten Brief vor und los ihn noch einmal durch. Eine lange Liste über neue Abzahlungskunden lag bei. Das war nun schon die dritte lange Liste in unglaublich kurzer Zeit. .Meine geringe Arbeit hier in der Gegend", stand im Brief«, „war ein großer Segen für Käufer und Verkäufer. Alles ist aus« verkauft. Der Herr sei gelobt. Schicken Sie erneu WaMvn nach der nächsten Stecht." Trotzdem der Brief Geschäfte behandelte, fühlt« sich Sebasttan Hansen doch beinahe relZgiös ergriffen. Und in Sedanken sah er Bruder Salin auf dem Rednerpult im Lechaus stehen, das immer von Frauen jeden Alters überfüllt war, wenn er redet«,«sie lauschten seiner Stimm«, die so weich und tief durch den Saal wogte, in Ekstase... Ja. da» war ein guter Mann, ein herrlicher Mann war das. ein Segen für Käufer und Verkäufer... Hansen suchte Sa lins drei Listen wicber zusammen und ging sie durch, summierte die Beträge, studiert« die Daten und fand, daß er eigentlich schon morgen eine Reise zur Einziehung der Gelder unternehmen konnte, die Beträge waren nämlich zahlreich und groß die Summen. Erwartungsvoll landete Kunsthändler Hansen im Bezirk Bruder Salin», er führte die Listen in der Tasche bei sich. Ziemlich u» bekannt in der Stadt, hielt er einen Mann an. „Verzeihung, können Sie mir sagen, wo Matheus-Böghs- Straß« liegt?" „Die Matheus-Böghs-Strahe.. Der Mann strich sich nachdenkend über» Kinn.— New, die kannte er nicht. „Und die Cisenbahnstrohe?" fragte Hansen weiter. „Ja. die, die ist hier gleich in der Röhe," antwortete der Mann und zeigte. Hansen dankte und ging. Er wollte nach Nummer 17ä. aber nachdem er bis Nummer 64 gekommen war. geriet er plötzlich in eine andere Straße und blieb ratlos stehen. Das verstand er nicht.— Er hielt wieder einen Mann an und fragt«, wo die Eisenbahnsirah« wäre, Nummer 174. ,174? Nein, so lang geht doch die Eisenbahnstrahe nicht." „Hm,.. Das muh«in Mihverständni» sein, ein Schreib- sehler," murmelt« Hansen und sah die Liste an.—„Aber Sie wissen vielleicht, wo die Untere Hafenstrahe Ist?" „Watten Sie," antwottete der Mann langsam und sah sich um, al» wenn er nach der Unteren Hasenstrahe suchte. Er wieder- holt« den Namen einig« Mal«, während er über die Sache nach- dachte.„New, die liegt hier nicht, die muß am anderen Ende der Stadt sein." Und Hansen ging weiter. Die Stadt war ziemlich weitläufig. zur anderen Seite hinüber, das war ew langer Marsch. Er fragte mehrere Leute, keiner konnte ihm aber Bescheid geben, wo die Straß« lag. Da versuchte er es mit einer anderen Straß«.„Flußstrahe"— ihm schien, da» hört« sich bekannt an, er oermeint«, diesen Namen schon früher einmal gehört zu haben, als er einmal auf Durchreise hier war. Und suchend wandette er weiter. Einige Leute, die er fragte, wußten zwar auch nicht, wo die Fluhstrahe log. ab« dah die Einwohner hier chne eigene Stadt nicht einmal kannten, verwundert« ihn nicht länger. Cr begann, sich daran zu gewöhnen und beschloh, doch mit eigen« Kraft dorthin zu finden, kurz— er legte die Angelegenheft in die Hand des Allwissenden. Noch am späten Nachmittag schleppte Kunsthändler Hansen sich müde und erschöpft durch die Straßen des Weichbildes der Stadt. Nicht einen einzigen Kunden hatte er geftmden und ein vewer Funke Mißtrauen zu der Unbestechlichkeit Bruder Salin« war in sew« mild« Lruderseel« gefallen. Er sah dl« langen Listen durch und fragte sich wrmer wieder, ob ew so demüttg« Dien« und Derkünder de» Herrn viellncht doch«imnal w Versuchung fallen könnt«, chn hinters Licht zu führen. Hansen lcmd die» un- begreiflich und schüttelt« verneinend den Kopf. Er konnte nicht. wollte nicht glauben, daß Brud« Soli« sich vermessen tonnte, die Bilder gegen bar zu verkaufen und zu einem Spottpreis. Zu einem Spottpreis, darauf lieh der gewalttge Umsatz schließen. Die Liften waren wohl bloß gemacht, um ihn in gutem Glauben zu halten. Aber beinahe ängstlich, diesen Gedanken zu End« zu denken, blieb er jäh stehen und sagte ein vernehmliches, inniges „Nein!". Einen solchen Schluß zu ziehen,— das stritt doch ein- fach gegen seinen Christenglauben. Ew Gedanke schlug plötzlich in Hansens Hirn ein. Vielleicht hatte Bruder Solin aus praktischen Gründen doch in«wer anderen Stadt zu arbeiten begonnen und dies vergesscn mitzuteilen. Hansens Gesicht klätte sich auf, er griff diesen Gedanken mft Begierde aus. Er befand sich nicht in der richtigen Stodtl Gelobt sei der Herr! Es war, als stieg« Bruder Salin wiedergetauft und sündenfrei aus des Jordans Fluten. Kunsthändler Hansen trocknet« den Schweiß von der Stirn und sah sich nach«wer Stätte um, wo er seine müden Glied« aus- ruhen konnte. Ein Kirchhof war just vor ihm. Durchs Gitter sah er«in« weiße Bank blinken, er ging hinein und setzte sich Während die«rsttschende Ruhe sein zeitliches Wohlbefinden steigette, wirkt« der Gedanke, in die falsch« Stadt geraten zu sew, erbaulich auf seine seelische Niedergedrücktheit. Den Listen In d« Hand sandte er einen freundlichen Blick zu. Petttne Rikolaisen stand zu Oberst auf der einen. Er meinte, daß nicht das Gerwgft« an diesem Namen verdächtig sein konnte. Im Gegenteil. Der Name kam ihm zuverlässig vor. Zuverlässig und wahrscheinlich. .Petrin« Nckolaisen, ja, gewiß, das hatte schon feine Richttg- Heft," murmelte er beruhigt, und halb geistesabwesend ließ er seinen Blick hinüber gleiten auf die kleine Marmorsäule, die vor ihm stand. Plötzlich sah er schärf« hin... Aettoge des Vorwärts Das war doch putzig.„Petttne Nikolotfen" stand auf der Säule. Ein mettwürdiger Zufall! Er mußte beinah« lächeln. Sein Blick wandette unwillkürlich zum nächsten Kreuz hinüber. Er stand verwundert aus. Stand da wirklich:„Andrea Olsen?" Das war ja Nummer zwei auf der Liste. Er stellte diese Tat- fache sest und ging zur nächsten Säule. Er wurde mit ewcnunol ernst. Der Name paßte für Nummer drei auf der Liste. Eine böse Ahnung durchzuckte ihn. Konnte dos möglich sein? Aber Hansen war nicht derjenige, d« einen Bruder im Geist« wegen zw«., drei« Zufälle bereits schuldig sprach. In Glaube, Liebe. Hoffnung ging er zum nächsten Grabe Er sah angestrengt,—- zog dt« Liste zu Rat« und erbleichte. Er dachte an all die Bilder, an die Höhe des Gesamtbetrages und bat im sttllen Gott den Herrn. doch wenigstens die Hälfte all« Adressen echt sew zu lassen. Wäre e« so, so wollt« er Bruder Salin trotzdem vergeben. Und Hansen ging wefter, von Säule zu Kreuz und von Kreuz zu Säule, und machte ein Kreuz bei jeden Namen, den er fand. Er blieb stehen und sah die Liste an. Siehe, mehr als die Hälfte war bereit» falsch: er betete in seinem Sinn, daß doch wenigstens zehn, bloß fünf echte unt« den falschen Namen sein möchten, so sollte Bruder Salin Dergebung widerfahren. Im entgegengesetzten Fall wollte er unbarmherzig jede Bruderschaft mit dem Erzschelm Nokor Salin von sich weisen für Zeit und Ewigkeit. Ab« flehe, es fanden sich' weder zehn noch fünf echte unter den falschen, seder ewzrge Name gehött« dem Kirchhof an. Da riß Kunsthändl« Sebasttan Hansen in heiligem Zorn die Listen in Fetzen und fluchte kaut.— Zum erstenmal, seit er religiös geworden war. lttus dem Norw-gischrn mm Eenft tz il ch«« r.> Termiten als Ackerbauer. Die seltsamen Beobachtungen des Dr. Bathellier. Di« Wespen und die Dienen sind leibliche Verwandte. Aber während uns die einen Honig erzeugen, verspeisen die anderen unsere Früchte. Das Völkchen der Insekten ist. je nach dem Standpunkt der Betrachtung, gut oder schlecht. Es gibt gute Raupen, welche die Gelehtten anderen, unheilvollen gegenüberstellen: w den kalifornischen Orangensarmen verhindert z. B. eine Armee von gutartigen Insekten Zerstörungen durch plündernde Attgenossen, da deren Larven sie w Schach halten. In der schrecklichen Well der Termiten, deren höllisches Treiben Maeter- linck so prächtig geschildert hat, ließen sich bisher keine der Mensch- Heft nützlichen Arten unterscheiden. Aber nun scheint es. daß dieses Utteil torrigi«t werden muß. Es gibt«ine Art der Termiten, welche die Farm« w den Kolonien zu ihrem Porteil geradezu züchten. Diese Wiederherstellung ihres guten Rufes»«danken die Termiten dem Dr. Vathelll« von der Akademie d« Kolonialwissenfchssten. Wollen wir nun hören, was Dr. Bathelli« beobachtet hat? Wie« uns Mast«linck geschildert hat, sind die Termiten ein« Att klein« Schwaben, die sich von Zellulose nähren. Diese Zellulose nimmt das Insekt aus dem Holz der Bäume, aus de» Balten der Häuf«, ja, selbst aus den Möbeln und Fußböden der Angeborenen- hüllen. In einer Rächt(denn diese Insekten sind lichtscheu) verspeist so ein Zug von Termiten gerne einige Tonnen Holz. Diese sürcht«lichen Tiere setzen ihren Weg durch wn«e Gänge sott, sorgfällig das Tageslicht vermeidend, und das Ende ihrer Zer- störung ist der plötzliche Zusammenbruch der ausgehöhllen Gebäude (Baumstämme od« Hausgebälk). Di« von den Termiten verspeiste Zellulose wird von ihnen auf zwei sehr verschiedene Arten verwendet. Der eine Teil wird in einen Baustoff verwandell, d« härter als Zement ist und zur Er- richtung der Termitenhügel dient. Berge von ein od« zwei Meter Höhe, möchtigen Ungetümen, deren Reihen die normale Behausung der Kolonie bilden. Der andere Teil der Ernte wird zu Nahrungs- zwecken verwendet. Aber die rohe Zellulose ist unverdaulich. Nicht nur der mensch- liche Magen verweigert die Aufnahme dieses Leckerbissens, auch die Termiten weisen sie zurück— wenigstens ohne vorbereitende Küche. Die Küche, durch die die Termiten die Holzzellulose in ein Nahrungs- mittel verwandeln, ist die Arbeit, die je nach den Arten entweder eine bestimmte Mitrobe oerrichtet, welche das Insekt in seinen Ber- dauungsdrüsen mit sich trägt, oder ein Pilz, durch dessen Arbeit die Zellulose in eine überaus sinnreich erdachte Anstatt geliesett wird. eine wahre Pilzzücht«ei, die von speziell dafür eingerichteten Galerien gebildet wird. Nach einiger Zeit hat der Pilz, der wie ein Gärungssaktor wirkt. die Holzpastete in eine Rahrungspastete verwandelt. Man fleht also, wie groß die Ersindungsgabe dieser Insekten ist. Nun darf es einen nicht verwundern, wenn beispielsweise einige Arten von Termften sich folgendes zurechtgelegt haben: Es ist«ine arge Plage sür uns, unsere Termitenhügel aus dem- selben Matettal zu errichten, das uns als Nahrung dient. Wäre es nicht praktischer, wenn wir unsere Baustoffe aus dem Ton gewinnen würden, den die Erde uns so reichlich bietet. Wir hätten dann nur die Mühe, uns jene Menge von Zellulose zu verschassen, die wir zur nötigen Nahrung brauchen Diese Att der Termften hat nun das Problem, da» uns Menschen so natürlich scheint, die Trennung der Fabttkatton der Baustosse und d« Nahrung, gelöst. Und wenn diese Termften nun ihre Hügel aus Ton erbauen, brauchen sie für ihre Nahrung nur mehr welke Bläu« und Pflanzenab fälle und nicht mehr Balken und Baumstämme. Und h!« nun der Mechanismus, den diese sparsamen Termiten anwenden. Ihre unendlichen Gänge durchqu«en die Erde bis zu einer Tiefe von zehn Met«n. Aus diesen Gal«ien ziehen sie den Ton für ihre Baustosse, und die gebildeten Höhlungen werden Pilz- züchtereien. Die von den Ti«en geleistete Arbeft hat als unmittel- bare Folge die Gesundung und Fruchtbarwerdung des Bodens. Di« Regenwass« dringen in die Galetten ein und die tief« Erde wird ohne Unterlaß von dem Insekt zur Oberflpche gebracht. Run hat sich in Kambodscha, das das Beobachtungsfeld de« Dr. Bathelli« war, gezeigt, daß die Landwitte rund um die T«- mitenhügel in einem Umkreis von 20 Metern viel bessere Ernten als sonst feststellen konnten. Des weiteren bemerkt man, da die Termiten Erbfeind« der Ameisen sind, niemals Ameisen in den von Termiten bewohnte« Feld«». Das ist bemerkenswett für jene Länder(wie beispielsweise Jndochina), wo die roten Ameisen eine wahr« Landplage sind. Die Schlüsse aus den Beobachtungen des Dr. Bathellier sind augenscheinlich. Wenn es gute Termiten gibt, wie die Bienen unter den Wespen, muß man sie von nun an methodisch züchten und ihre Verbreitung überall dort, wo es die klimatischen V«hältnisse er- lauben, fördern. Deswegen muß man in Afrika oder in anderen tropischen Län- dern. wo man bis jetzt dies« wohlgesitteten Atten. wie sie Dr. Bathellier in Kambodscha gefunden hat. noch nicht kennt, versuchen. sie dort einzuführen, wenn sie sich damft abfinden. Kurz, hier ist die Tcrinft« zur Wohlanständigkeit«zogen, und wenn schon kein Haustter, wenigstens ackerbautechnisch« Mitarbeiter des Menschen. Und eine neue Wissenschaft ist in Sicht:»Die Termltokvltur". Jean E obre rat s.� Die Indianer sterben nichi aus. Anläßlich der große« I n d i a n»r aufst S n d e, dl»»0? Monaten in Bolwien niedergeschlagen sind, wurde hl« und da in d« in- und ausländischen Presse die Frag« lebhost erörtert, ob die Indianer aussterben oder nicht. Zwei große Parteien streiten um diese Doktorfrage. Di««ne behauptet, daß es in kurzer Zeit keine Indian« mehr geben wird: die andere verkündet, daß von eurem Aussterben der Indianer keine Rede sein könne. Im Gegenteil ist man hier der Ansicht, dah die Indianer sich vermehren. Wer hat recht? Wenn maittda» Tatsachenmaterial d« ersten Gruppe betrachtet, lo kann man ihre Ansicht verstehen. Denn tatsächlich sind viele In- oionerstämme vollkommen ausgestorben, und von anderen ehemals großen Stämmen existieren heute nur noch ganz wenig« Vertret«. Das ist z. B. ier Fall bei den Lumniindianern. Whisky, Krankheit und der„weiße Mann" sind die Ursachen, denen der Stamm der Lumniindten« seinen Untergang verdankt. Von diesem Stamm, der einst Tausende wehrkräftiger Männer zählte und zu den mächtigsten Stämmen Nordwestamerrkas gehötte, leben heute nurnoch vret Indianer. Dos Territorium, dos dies« Stamm ursprünglich bewohnt«, dehnt sich um die Olympiaberge aus. Van Britisch-Kolumbien und der Vancouoettnsel aus wurden gegen die Indianerstömine des nördlichen Amerikas viele Kämpfe geführt. Der plötzliche Untergang d« Lumniindianer begann aber eigentlich erst im Jahre 1900, als 100 Männer infolge einer Herzkrankheit starben. Auch die Ueberlebendcn, 150 an der Zahl, starben seitdem rasch hinweg: sie sielen bem„Feuerwasser" zum Opfer Heute leben nur noch ein« alte Scjuaw und zwei junge Männer vom Stamm der Lumni. So ging es auch zahlreichen anderen Stämmen. Was die andere Gruppe betrifft, so hat sie viel Tatsachen- mat«ial in Händen, daß die Indianer nicht aussterben. Hermann Dengler äuhett sich darüb« folgendermaßen„Die Indianer sterben nicht aus. das kann man nicht behaupten, sie sind immerhin noch ziemlich zahlreich. Es werden für sie Schulen errichtet, man sorgt für ihre Erziehung und Bildung: aber man versucht dabei, sie mög- lichst ganz zu Weißen zu machen, und so verschwindet das Ur- indianertum immer mehr." Das Gleiche gill von den H o p i- i n d i o n« r n und den„Black feet" oder„Schwarzfußindianern". In den von der Kultur noch unb«ühtten Gegenden des nördlichen Arizona, die mit ihren purpurnen Klippen, ihren erloschenen Dulkanen, den schattigen Canons und den damit abwechselnden weiten Sandstreckcn«inen stets wechselnden, faszinierenden Reiz aus- üben, wohnen die Hopiindianer, die sich ihre alten Gebräuche in unberührt««strenge«haften haben. Dies« Hop! oder Hopitu, das „Voll des Friedens", wie sie sich selbst nennen, sind nach der An- »ahme von Professor Moajen die direkten Abkömmlinge der alten Höhlenbewohner und leben noch in einer i>!csen prinntivsten An- siedlunaen ähnlichen Form in F e l s d ö r f e r n auf den Spitz«, der hohen Klippen, die mftten in der malerische» Wüste des nörd- llchen Arizona aufragen. Sie sind noch sehr zahlreich vertreten. genau so wie die„Schwarzfüße". Namentlich hat sich die Familie er Pieaan im nördlichen Montana an d« Grenze der Bor einigten Staaten sehr gut erhalten. Aber auch die Statistik der USA. weist für die letzten 25 Jahre ein Anwachsen der Zahl der Indianer um 25 Proz. nach. Wenn auch viel« Indian« in dos modern« zivilisierte Leben eingereiht sind, so gibt«s doch noch viel Stämme, die sich ihre allen Lebensweisen als Jäger und Fis-her sowie die Reinheft ihrer Rasse bewahrt haben. Sogar im Staat« New Pott werden noch 25000 Acres von dem Indlanerstamm der Onondaga bebaut, die noch reine Abkömmling« d« alten In- dianer zu sein behaupten. All diest Ausführungen und schließlich die statistischen Angaben und der letzte Wasfenaufttand der Indianer Boliviens gegen ihre weißen Unterdrücker zeigen wohl an, besten, daß von einem Aussterben der Indianer nicht die Red« sew tarn, Dr. Krack. Der Ochsenknecht. Von Ulrich Kamen. Der Ochsen?n echt Furegger war ein kleines, krummbeiniges Kertchen, mit einem mächtigen Kropf am Halse. Er hatte nur ein Lug«, das link« hatte ihm der Stier ausgestoßen, aber dafür hatte er acht Kinder. Und«ine Frau, die beinahe noch einmal so zroh war wie er selber, der Furegger. Furegger dient« seit vielen Iahren bei einem Kroßgrund- desttzer in Kärnten. Schöne Gegend, guter Voden, Berg und Wald und blauer Himmel darüber. Gerade� ein' Freud' war's. ju arbeiten. Und so schöne Ochsen hatte der Furegger noch niemals gepflegt Mtd gehegt. Man meint immer, ein Ochs« sei ein dummes Bich! Weit gefchlt! Abends, in der Wirtschaft, beim Viertel Wein, erzählte der Furogger nur von seinen Ochsen. Und davon, was für gescheit« Biecher das seien. .Alsdann, Grohknechtl" sagt« er zu seinem Nachbar.„Was meinst, was mir heut' mein.Ziezerl" für eine Freud' g'macht hat!" .Ziezortk" meinte der Großtnecht..Dös is dös graupate Viech mit der lahmen Haren hint'l" .I«. ja! Die lahme Haxen!" brauste der Furegger duf..Die ihm so ein damischer Knecht mit einem Scheit Holz geschlagen hat! Derschiasscn und hinrichten und aufhängen müßt' man so einen Kerl!" Und er verstummte. Was verstandm solch« Leute von Ochsen! Gar nicht? verstanden sie davon. Höchstens was von Sauen, oder vom Wein und Schnaps, oder von den Menschern. Aber Ochsen? Keine Ahnung. Und all« Abend ging der FureyKr, wenn er heimkam, gleich- viel, ob»r«inen Rausch hatte oder nicht, zuerst durch seinen Ochsen stall. .Ziezerl!" rief er.»Mmmmm!" kam es aus dar Stallecke. �Da hast ein Stückerl Brot. Aber morgen mußt fleißig sein. Und wenn dich der Vrubersepp haut, rumst ihm die Hörner in den Magen!" .Flackerl!" war der nächst« Ochse. Der sagt« gor nicht». Drehte nur da« Haupt nach seinem Wärter und steckte dl« Zunge heraus..Ein schönes Züngerl hast, Mackerl!" sagte Furegger. .Dös wird einmal ein schönes g'räuchertes Ochsenzüngerl. Aber mein'»wegen kannst nach lOO Jahr* leben!" Und er steckt« dem »Flackerl" ein Stück Brot in» triefende Maul. Und so ging's weiter zu.Hoanagoiß", zu.Kalbsmuata", zu .GendarmslSdel", und wie er fein« Ochsen alle benannt hatte. Dann erst ging er nach Hmise. Er wohnte in einem kleinen Häuschen, das sein» Frau, eine .Windische" aus Slowenifch-Kärnten, rmgon-ein sauber hielt. Auf den ersten Mick erkannte sie, ob ihr Mann im Gleichgewicht war. Und war er«« nicht, ws»»imnal vorkam, dann gab es eine mächtig« Predigt— was ja anderswo auch vorkommen soll, nicht nur unter Ochsenfütt»r«rl«uten im Kärtnerischen. Früh um 4 Uhr, Im Sommer und Winter, ob mit oder ohne Rausch, war der Furegger aus. Kroch in seine Hirschlederne und betreut« seine Ochhen. Und wenn ste hinausfuhren auf die Felder, rief er den Leuten nach:.Net hauen mein Vieh! Ein« Sünd' ist's, lmd im Feg'feuer müht ihr's abbüßen, ihr Rammeln, wenn ihr das Vieh, da» kiebe, nicht gut behandeln tut!" Der Gutsbesitzer freute sich über seinen Furegger. Er ließ ihm dies und jenes zukommen, was seiner großen Familie sehr zustatten kam. Die Ochsen, eine teure Rasse, gediehen sichtlich unter Furegger, und wenn er einmal im Haferstalle für das Vieh einen Diebstahl beging, drückt« der Herr die Augen zu, trotzdem sie dem Futtermeister nicht recht war, die Stehlerei. Eines Abends, es war im Mai, saß der Furegger daheim in seiner Stube. Er hatte seine Augenbrill« aus und las im.Welt- blatt". Drei Kinder machten Schularbeiten, die anderen schliefen bereits; die Frau flickte Wäsche. Mit einem Male fuhr der Ochsenknecht auf. Es roch noch Brand! In der Stube war alles in Ordnung! Aber als der Furegger in den Hof trat, sah er Licht im Ochsenstalle. Licht im Ochsenstalle? Mit drei Sprüngen tvar er an seinem Stalle. Und als er die Tür aufriß, schlug ihm bereits die Loh« entgegen. Der Ochsenstall brannte. Die Tiere risien an den Ketten und brüllten. Durch das aufgemachte Tor war der Brand erst richtig entfacht worden. .Nix wie außer meine Viecher!" schrie Furegger. und machte sich an den Ketten zu schaffen. Leute ka nen gelaufen. Und bald hörte man vom Kirchturm« die Feuerglocke. Furegaer zog.Ziezerl" und„Flackert" ins Freie. Band ste an einen Baum im Hofe und stürzte sich wieder Ins Flammenmeer. Sein ganzer Futtervorrat brannte. Und himmelhoch stürmten die Flammen. Schon hatte das Dach Feuer gefangen, da kamen die Feuerwehren..Aus und gar ist's mit dem O�senstall!" sagte der Hauptmann..Den Kuhstall retten und das Haus und die Scheune!" Und der Ockienstall brannte nieder, mit neun Ochsen und— dem Furegger. Man fand nicht mehr viel von ihm. Wehklagend lief sein« Frau um die Brandstätte. Die große.Windisch«"..Er fft erstickt und dann verbrannt!" sagte der Doktor. Ein Martel steht an der Tür des neuaufgebauten Stalles, das der Besitzer malen ließ: .Hier starb in Feuersnot Ein Mann gar scbnellen Tod. # Mitten in seinor Pflicht. Dergiß im Gebet ihn nicht!" Oer s— pihe S-iein. Es ist ein« wettverbreitet« Auffastung, wir Deutschen fpräßen im Gegensatz zu Franzosen und Engländer so, wie wir schreiben. Das ist ein Irrwm. Wir sprechen nicht mehr, wie Walther von der Bogelwetde und seine Zeitgenosien, li— eben, sondern liben, nicht bi—«ten, sondern biten; wir sprechen Saal nicht ander» au» als lchmal. Boot nicht anders als rot. beachten also den Doppellaut tn der Aussprache gar nicht; wir sprechen Burk oder Burch, Lop, Kint, Solt irnd meinen Burg. Lob, Kind, Sold; wir machen in der Aus- sprach« keirwn Unterschied zwischen tot und Tod, wir schreiben in der Endung— en und sprechen in Wirklichkeit greif'n, reich'n, fasi'n, ohne nn» damit eines Fehlers schuldig zu machen. Also auch im Deutschen decken sich Schreibung und Aussprache nicht. Wer viel- leicht haben wenigstens die Bewohner des nisderdeutfchrn Nord- westen» r«cht, wenn sie unter Hinweis aus die Schreibung für ihre Aussprache des fp und st im Anlaut eintreten? Um da klar zu sehen, müsien wir«inen kurzen Ausflug in unsere Sprachgeschichte unternehmen. In mittelhochdeutscher Zeit, also im Zeitalter der Hohenstaufen, sprach man das s in Verbindung mit anderen Mit» lautern auch zu Anfang des Wortes wirklich als s, man s chrieb hier also, wie man sprach: flac, smechen, ßiitzen, swert, ebenso aber auch spitze, stein. Mit dem Uebergange zun. Neuhochdeutschen, der im wesentlichen durch Luthers Bibelübersetzung bezeichnet wird, trat in all dieftn Loutverbindungen ein sch an die Stelle des s; man spricht also seitdem Schlag, schmecken, schnitzen, ochwert, aber oiuch Sch— pitz«, S50 mit Seidenschirm, 4flanimig dQl 1650 Emaille- und Blechwaren SchmortOpfe 69,76» lio Wüllelnr.r mit Deckel 4 90 QU nnd Schrift, weiss.........* � Wassereimer 75,95» Toiletteneimer«« gestanzt, mit Eohrbügel, weiss* Brotkasten lacuen 2" S75 Haushaltmaschinen Re'bemaschinenweissl6s2S5 Wandkaffeemühlen dekorierter Stclngntbeh Alter, OSO geschmiedetes Mahlwerk...... Personenwagen �5 17� Gaskocher-.Ä750 12» Gasherdanzünder 19» Kücliengarnlturen 22telllg. Porzellan, mit Golddekor....l65<' Waschgarnituren 5Ä875 ÄMO50 «SksS Bler-oil. Teehedier oa Traube, geschliffen....... fcOPf. Siorzilasciien.iw. 65» C0IDii0iS'Go»aon'25biS95» Konmoileller 15� Hoiootteller 8» Bausen e.pre»t,. 28» K&seMengepresst.. 58» TolIelle�arDitaren ».Meteor", 8 teilig, gepresst... W _ Sanitäre BedavksarMel. Verbandwatte ehemiseti rein, hochfeine. SOg 100g 2S0g«Xlg schnell«augende Onalitlt............ prima 35Pf. 65 Pf. 1,50 2,75 Hygien. Regia-Binden Paketmitiostock 95Pf. 1.15 1,35 1.50 Frauen-Duschen dtlg..raitKUstierrt)hr,i.Kart.,Gr.7 3,25 Gr.» 3,75 F.chtennadel-Extrakt............................. kg 60»«ki Franzbtannlwein«nn fein,'i, Ltz. 1,50 V.Ur. 2,85 i Ur. 5,50 „Rema"-Kohlen»änrebÄder rein und mit Fichtennadei-Kztnkt....... Btttck 1,20 10 Stck. 11,00 Echte Palm- nnd OlivenOI-Seife.................. stock 20» Feinstj Edeitannsn-Badeseife........ Stack 45» s Stck. 1,25 Eucalyptns-Mundwasser............ Flasche SOPf. 95 Pf 1,25 Pfefferminz-Zahnpulver eiitrafeU....,'4Pfd. 30 Pf.'Ii Pfd. 50» igat? die tSSiebe Waschbretter...................................... 95» Kohlenbügeleisen................................ I08 Plättbretter...............................2�4" Wringmaschinen m» HefsswasserwaizcIT�Ig30 I Volks- m eeol Moderne Meeeln«. emSOp Badewannen 13 i Schirmstander#| Quir:gamituren95pf27ä Brotkasten 14°° Besteckkasten'��Spi. Holztabletts 45,95» Äluminwm- tt.Ni5vttenwaven 8rl!eaerlzMlea-o.-.15» 8MMer....... eo,«a 20» Bossliaarliesen 1" Teppicb- Keliriastlilnen 850 üi TIBTZ ISP*- Sclianmlöllel 35» Mllclikaiin8n»e!.nnd125 Wasserkessel... 29J375 Sckmor.ünie'mit ots IS, 20. 22. 24 cm............. O Lelpzager Strasse» Alexanderplatz» Frankfurter Allee» Belle-Ailiance- Strasse, Brunn enstr.» Kottbuser Damm, Wilmersdorler Str� Aadreasstrn Chausseestrasse In unserem neu eingerichteten Ertrischungeraum Im Hause Beile Ailiance Str.: Künstler-Konzert von'/,12 bis h,2 und 3 bis V»? Uhr MMedech oD'/ilZ Uhr ?!r. 73» 45. Jahrgang Sonntag, �2. Februar �92S «wlesduage» Mr diel« Rubrit find verliu SWS«. Liadeultratz« Z. parieinachrichten��fürGroß-Bertin stet, an da, Beztriiiekrtarta» Z. Hot. 2 Jeep, recht», zu richten. Achtung, Genossinnen? Junklionärinnen für Agitation und der Arbeikerwohlfahrk der Kreise 7 bis 20. «�mjkochlehrversührung am Dienstag, dem 14. Februar, pünktlich >4 Uhr(nachmittags 2 Uhr), im Vortragssaal des Amtsgebäudes der Städtischen Gaswerte, Berlin T. 2, Veue Friedrichslrahe 109.(Verbindung: Stadtbahn bis Jannowihbrücke und Untergrundbahn bis Klost�rstrahe.) * !• Are!» Mitte. Brbeitersportlcr: Alle Arbeitersportler des l. Kreises, welche lllltglikder der SP?, find, werden hiermit zu einer dringenden Be. sprcchung aufgefordert, welche am Dienstag, 14. Februar, Ill'H Uhr, im Lokal Schilling. rTungestr. 30(Holzarbeiterverdandshausf stattfindet. Das rricheinen aller Parteigenossen jeglicher Sportart ist unbedingt erfordcr. lich. Mit uns fnmrathifiercnde Sportler können mitgebracht werden. Partciauswcis ist mitzubringen. J. flrei» Tiergarten. Dienstag. 14. ffebruar, 10 Uhr, Sitzung der Pildungs- kommission mit allen Vertretern bei Joseph, Wilheimshavener Str. 4». Die Ärcisdclcgiertenvcrsammlung findet am 24. Februar im Arlushos statt. Die Abteilungen werde» ersucht, rechtzeitig Anträge usw. beim Krcisvorstand einzureichen. Di« Karten vom Maret.Abcnt find bis 12. Februar beim Genossen Bauer abzurechnen. t. Krei» Prenzlauer Berg. Achtung, Freidenker! Wichtige Fraktionsver. sammlung am Montag, 13. Februar, IDVi Uhr, in den Cafino-Festsälen, Pappelallee 15. Tagesordnung: 1, Die Urwahlen der Freidenkerorgani- sation am 25. Marz zur Gaugcneralversammlung und die Bezirksleitung»- wählen. 2. Wichtige Wahlbesprechungen und Mitteilungen. Alle SPD.- Freidenker werden dringend ersucht, in der Versammlung zu erscheinen. bT ,*«• 4(\ i fr« t i-fc»f+ rn» 4-jnbi»«?» rtr»«_(T';« Of t,, Ä.1: i Bezirksamt Danziger Str.«4, Znitmer 20. All« Abteilungen müssen un- bedingt vertreten sein. t. Krei»«reuzberg. Der Kursus des Genossen Bienstock fällt am Dienstag, 14. Februar, aus. Der nächste Kursusabcnd findet am Dienstag, 21. Fe- bruar, pünktlich 1914 Uhr. Porrkstr. 11, Zimmer 29, statt. 7. Krei, Charlottenburg. Montag. 13. Februar, 1914 Uhr. Fraktionssitzung mit allen Vllrgerdeputierten im Eitzungszimmer 1 des Rathauses. 7. Krei» Charlottenburg. Dienstag, 14. Februar, 1914 Uhr, Krei».=3 »ertreterueriammlung in der Aula de» Schiller-Realanmuasium», W Schillerstr. 2». Tagesordnung: 1. Geschäft», und Kassenbericht 1927. t i 2. Stricht der Aurschüsse und Kommissionen. 3. Neuwahl o«, gesamten i= Krri-uoritaud«», 4. Neuwahl der Neuiforrn. der Au»schüffe und Kam. i-i s: missiaaru. 4. Stellungnahme zu den eingegangenen Anträgen. Mit-|| Q giicd»b»ch ist am Saaicingang vorzuzeigen und da, Mandat zur Krei».;=• t' oeriretrrvrrsammluug abzugeben. Der Kr«i»»arstand. 9. Krri» Silm«r»dorf. Montag, 13. Februar, Monatsversammlung der parteigentzssischen Beamten der Andreas, Psalzburger Str. 55. Vortrag: ..Der Einheitsstaat." Referent Kurt Kietzmann. Erscheinen aller De- nossen ist Pflicht. Gäste willkommen. j' 19. Krei, gehleudors. Montag, 13. Februar. 2» Uhr, Kr«>»b«Ir. - gicrtenuersammlung im Lokal Miaiey, Potsdam«» Str. 25. 14. Krri» Neukell». Montag, 13. Februar, 19 Uhr, Fraktionssitzuna im Rat. Haus Neukölln.— Montag, 13. Februar. Kinoabrnd im Saaldau Berg- strotze 147. 20 Uhr.„Panzerkreuzer Potcmkin." Die nichtverkauften Korten müssen an der Kasse abgerechnet werden.— Dienstag, 14. Fe» bruar, 2V Uhr, im Ideoltossnv, Weichselstr. 8, Versammlung der Ab. Iciluags-Mietcrobleute, Mielsschöfsc», Mieierausschüsse und aller inter. »ssierten Genossinnen und Genossen. Portrag:.„Aktuelles aus dem Niet- recht." Referent Ernst Rüben. 15. Krri» Treptow. Mittwoch, 15. Februar, l»'i> Uhr, i» Treptow, Lokal Ritichkc. Am Treptower Park 25,«reisdelcgierienvertammiung. Berichte, Neuwahl«» sowie Anträge zum Bezirkstag. Kiciooorstaub». siguua bereits um 18>4 Uhr rbendort. Auowei«: Ciuladuugolart«»ud Mitgliedsbuch. 19. Krei» Lichteabrra. Achtung! Alle Genossinnen und Genossen der Ab- teilungc» 114 bis 119, soweit sie Mitglieder des Berbandcs für Frei, denkerinm und Feuerbestattung sind, besuchen am Dienstag. 14. Februar, 1914 Uhr, die Freidcnlervcrfammlung im Lokal Hugo Wegner, Frank. furter Allee 230. Wichtige Tagesordnung. Pünktliches Erscheinen Pflicht. Ohne Mitgliedsbuch der Partei und des Verbandes kein Zutritt. Krei, Pankow. Montag, 13. Februar, 18% Uhr, Fraktionssstzung mit den Bürgerdcputicrten im Rathaus, Zimmer 17, zu Pankow. Husten Sie, dann schnell 1 Flasche Reichels chustentropfen, mehrmals tätlich 15—20 Tropfen nehmen. Kinder die Halst«. In Apotheken und Drogerien erhält- lich, aber echt mir mit Marke Medico und der Firiim Otto Reichel, Berlin SO., Eiscnbahnstrahe 4. Heule. Sonnkag. 12. Februar: 191.»tt. Treptow. Besichtigung der Zille-Ausstellung im Markischeu Museum (in der Nähe der Iannowitzbrücke). Trcispunkt für Genossinnen und Genossen, die im Besitz einer Eiulatzkarte sind, pünktlich um ST-i Uhr vor dem Eingang des Museum». Anschlictzend Rundgang durch Alt-Berlin. Für Genossinnen und Genossen, die ssch an dieser Führung beteiligen wollen, est der Treffpunkt 11% Uhr im Gasthaus„Zum Nutzbaum", Fischcrstratze. Morgen. Montag. 13. Februar: 10. Abt. 19% Uhr wichtig« Funltionärsitzung bei Trümper, Fsensburger Straße 3. 34. Abt. 1914 Uhr im Bereinszimmer der Someniussäle wichtige Sitzung aller Genossen, die in den Wohlfahrtskommissionen. Kinderschutzkommissionen und in der Arbeiterwohlfahrt tätig sind. Erscheinen unbedingt erforderlich. 47. Abt. 19% Uhr bei Linke, Watdemarftr. 05, Vorstandssitzung. 57. Abt. Charlotteuburg..........~ tionärsitzung. 19% Uhr bei Werner, Stuttgarter Platz 14, Funk- BeDii-ksgiiZLdiiilZ für sozialistische Bildungsarbeit Sonntag, den 12. Februar, vorm. 11 Uhr im Groden Scfaauspielhaut, KarlitraHe Proletarische Feierstunde Achtzehnhundert achtundvierzig — Adatzigsic Gedenkfeier der Revolnrion, MännerdaSrc, Dlch- toDgen der Zeil, Dokamcxaic, Briete, Szenen und Sprcdadaor Mitwirkende: Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Elnzelsprecher: Margarete Schön, Lothar MOthel, Helnr. Witte, Beri. Lendvai-Chor(Namenlos). Dir. Georg Schumann.' Festrede; Landtagsabgeordneter Hermann Lfidemann. ■BHHnBBHBHHI ElntrifltpreU I,— Mk, WWWWSMMWWW Karten sind noch im Vorraum des Theaters zu haben schöneberg. 77. Abt. 20 Uhr bei Schmidt, Grnncwaldstr. 10. Vorstands. sitzung.— 79. Abt. Am Montag, 13. Februar, nicht Dienstag, 14. Fe- bruar. bei Groß, Sebanstr. 17, 20 Uhr, ffunktionärfitzung mit den Dele. gierten zum Kreisvertreteriag. Wichtig« Tagesordnung. Erscheinen UN. bedingt erforderlich. Dienstag. 14. Februar: 13. Abt. 19% Uhr bei Liebsch, Wilheimshavener Ecke Birkenfiratze, Funk» tionärsitzung. 108. Abt. Köpcuick. 20 Uhr Zusammenkunft des Abteilungsvorstandes und der Bezirisfllhrer anläßlich des Geburtstages unseres Genossen Hermann Dittmann bei Stippekohl, Schönerlinder Str. 5. Fraueuveranstaltungeu: 1. Krei» Mitte. Feritag, 17. Februar, abends 19% Uhr, Fortsetzung de» Frauenkursus im Bezirksamt Mitte, Berlin E. 2, Klosterstr. 08. Um rege Beteiligung wird gebeten. 25. Abt. Die Notiz des Kreisbildungsausschusse» über die Bkldungsschule wird dringend der Beachtung empfohlen. 74. Abt. gehleudors. Der Frauenabend mutz umständehalber ausfallen. Frauenveranstaltungen am Moutag. 13. Februar. IS� Uhr: 19. ae. 20. Abt. bei Bontk«, Schnsstr. 74, Vortrag der Genossin Elara Böhm. Schuch. M. d. R., über„Die Fronen und die kommenden Wahlen." Psircht aller Genossinnen ist es. M erscheinen. Freunde und Bekannte sind mit. zubringen. 01. AbL Friedenau bei Klab». Händlern str. 00/01, Vortrog der Genossin Hartig. Thema:„Proletarische Dichtung." All« Genossinnen und Genossen sind dazu herzlichst eingeladen. Gäste willkommen. 82. Abt. Steglitz in Mündts Festsälcn, Slldend«, Lichterkelder Str. 17, Vortrag des Genossen Dr. Leibbraird über„Sexualfrogen und Ehe." Alle Ge. nolsinnen und Genossen find herzlichst eingeladen. Gäste willkommen. Fahr» Verbindung Linie 97 bis Elte Lichtcrfelder Strotz«. 04. Abt. Lankwitz. Achtung, Genossinnen! Der Frauenahend mutz umstände- halber aussallen. Frauenveranstaltungen am Dienstag, 14. Februar. 19�4 Uhr: 23. AbL 7% Uhr, Otavistr. 37. Referent Hans Barthel. Thema:„Tolstoi." 24. Abt. bei Winzier. Wins., Ede Christburgcr Strotze, Beginn de, Kursus „Die prentzische Verfassung." Refercntin Genossin Hedwig Wachenheim. Um rege Beteiligung wird gebete». 91. Abt. Achtung, Genossinnen! Die Gaskehrvorträge mit praktischen Vor. sührungen finden am Dienstag, den 14. Februar, 19 Uhr, in den Aus- stellungsräumen de»„Hausdienst". Berlin W., Am Karlsbad 12/13, nah« Potsdamer Brücke, statt. Wir Hilten um zahlreiche Beteiligung. 93. AbL Neukölln im Jugendheim, Böhmische Stratze. Bortrag des Genossen Kunstmann über„Wir Frauen und miserer Kinder Zukunft." Um zahl- reiche Beteiligung wird gebeten. III. Abt. Bohnedors bei Heimann, Waltersdorfcr Str.(00,„Humoristischer, satirischer Abend." Vortragender Genosse Ioh. Schönherr. Um rege Bc. teiligung wird gebeten. Abt.>2Za KauUdors.Süd im Lokal Iägerhciin, Vortrag der Genossin Helene Michaelis über„Sozialistische Gesinnungspflege in der FamiNe." Um zahl- reiche Beieijigung wird gebeten. Gäste willkommen. 128,430. Abt. Pankow im Lokal Meetz. Berliner Strohe. Eck« Lindenprvmenade, pünktlich 19% Uhr,„Reutcr.Abend." Vortragender Genosse Hugo klüß. Alle Genossinnen sind herzlichst«ingeladen, desgleichen Frauen von Partei- genossen. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, 15. Februar. 19% Uhr: 1. Abt. bei Zlchiesing. Ackerstratz«, Vortrag der Genossin Erna Vüssng über ..Tppe» aus der Türkei." Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Gäste willkommen. 7. Abt. In Cornis-Festlöle. Gartenstr. 0. Michaelis über„Sozialistische Genossinnen und Genossen sind tenstr. 0, Vortrag der Genossin Helene Gesinnungspflege rn der Familie." All« herzlichst eingeladen. Gäste willkommen. 77. Abt. Echöuebcrg bei Jürgens, Barborossastr. 5a, Lichtbildervortrag „Eine romantische Reise ins Rheinland" Vortragender Genosse D Bothur. Alle Genossinnen und Genossen sind hierzu eingeladen, g Gäste willkommen.' � P 24.». 25. AbL Boranzeige! Sonnabend, 18. Februar, abends 19% Uhr, im Lyzeum, Greifswalder Str.. Film- und Vortragsabend. 1.„Der Kreuzzua des Weibes." 2. Ansprache der Genossin Elara Böhm- M Schuch. M. d. R. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Sym. pathisiercndc und„Vorwärts"-Lcscr find besonders eingeladen. � � ikt ili; i ii 1~T i! 1:v 79. AbL Schöneberg bei Groß. Sedanstr. 17, Vortrag des Genossen Dr. Friede- berger üb«.„Die gesetzlichen Grundlagen der iLesährdetensürsorge." Um zahlreiche Beriiligung wird gebeten. Gäste willkommen. 80. Abt. Marieudort bei Niendorf, Mariendorf, Chausseestr. 19, Vortrag des Genossen Hildebrandt über„Ehe und Wirtschaft." Um recht rege Betcili» gung wird gebeten. 138. Abt. Hcrmsdorf bei Dewold, Glienickcr Str. 5, Frauenahend. Bericht vom Kursus„Einführung in die Wirtschaftspolitik." Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Sinderschuh. 2. Krri» Tiergarten. Montag, 13. Februar, abends 19% Uhr, bei Trümper, Flensburgcr Str. 3. wiämge Sitzung der in der Arbeiterwohlfahri tätige» Genossinnen. Alle Funknanärinnen müssen wegen wichtiger Tagesordnung erscheinen. 3. Krei» Wedding. Dienstag, 14. Februar, abends 18 bis 19 Uhr, Lütticher Stratze 8. O. I, g. 13», erweiterte Kreisausfchutzsstzung. Tagesordnung: Etellunanahm« zur Wahl des Kreisausschusses. Vorher Aktenauswusm. All« Abteilungen müssen»nbcdingt vertreten stin. Dannerstag, 10. Februar, abends 20 Uhr, pünktlich im Ledigenheim, Echänstedtstratze, Bejirksoersanunlungssaal, 1. Echulungskursu», Themar „Psydiologische Ursachen der Grfährdrtcnfürsorge." Referent Genosse /tz>M»J"/L>zL'U M u,*- l /'„.. Dr. Siegfried Bernfeld. 2. Jahresbericht über die Tätigkeit der Arbeiter. wohlfahrt des 3. Kreises Wedding. 3. Wahl des Kreisausschusses. 4. Ber- schieden«». 4. Krei, Prenzlauer Berg. Der nächste Kursusobeud mutz auf Donnerstag, 23. Februar, verschoben werden. 5. Keei, Friedrichshaln. Dienstag. 14. Februar, abends 20 Uhr. im Lokal «lomenius.Sälr. Mcmelcr Str. 07. konstituierende Sitzung. Alle von den Abteilungen gewählten Ausschußmitglieder müssen erscheinen. 0. Krei» Wil««r»dors. Montag, 1». Februar, abends pllnkllich 20 Uhr. bei Kraiß, Holsteinische Str. 00, Ecke Gaste, ner Stratze, Echulungskursus: Thema:„Aufbau und Aufgaben der Wohlfahrtsämter." Referentin Kr» nossin Minna Todcnhagen Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. 14. Kreis Neukölln. Dicnsiag, 14. Februar, abends 19% Uhr, im Zimmer 138 des Neuköllner Rathauses, Schulunaskursus: Theura:„Gesundheitsfürsorge und Sozialversicherung." Refercntin Genossin Dr. Henriques. Zungsozialisten. Gruppe Tempelhof: Leute. Sonntag. ll% Uhr. Treffen Milaplotz,— Gruppe denzstr. 49, Vortrag:„Böllerbund Skradei. Uhr, im Jugendheim Seebad, Rest- Abrüstung?" Nefcrentiu Genosfin Arbeii»genei«lchaft für bildende Kunst. Die früheren Teilnehmer werden gebeten, ihre Adressen zwecks Wiederaufnahme der Kurse anzugeben beim Ge. nossen Graeser. Fnhtenau�brätzwalde bei Berlin, Rödcrnstroße, oder beim Genossen Stadtrat Dr. Loewenstein, Rathaus Neukölln. Kinderfreuude Grob-Berlin. Delegiute zvr trag über:„Prügelstrafe". Unsere Arbeit und Berschiebene». Außer de» Eltcrnmitgliedern sind die Vertreter der Organisationen freunblirblt eingeladen. Wir bitten mn.«>I>Irei6?es Crsibcinen. Boranteige: Arn Sonnabend, 9. Märq, teigen wir den Aindersreunde.ssilm von, Zeltlager Seekamp. Dazu Musik und Vortrag. Weitere Ankündigungen beachten. Are» StegAd. Vienetogs von 16 bis 1» Uhr, Seimabend im Heitn, AI. brschtstroße. Are!» Treptow. Wittwob,. Ib. Februar, um lg Uhr, Selferlliuing beim Gr. .nossen Rudolpb, Treptow, Elsenstr. «rei» Lichten'.- straj Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sctif Charlottcnburg: Heute, Sonntag, 16 Uhr, Kelsersitzung mit den Hordenführern im Heim Rosinenstr. 1. Die Leiter der SAZ.�bruppcu herzlichst eivgelade». Montag. 13. Februar, 20 Uhr, Eltcrnversammlung im Heim sposinenür. 4. Tagesordnung: Lichtbildervortrag und Aussprache. Erscheinen aller Eltern tss Pflicht. Gruppe Freiheit: Dienstag l7>/z Ulir Nofinenstr. 4 Spielabend. Gruppe Einigkeit: Mittwoch, 1,1 Februar. 18—30 Uhr, Heim. abend. Thema:„Was tut ein Poter Falke bei Unglllcksfiülcn?" Are!» Neukölln: Slternmitgliederverfammlung Dienstag. 14. Februar, t 7 Uhr, im Gesangssaal de» Lyzeum», Bertiner Str. 10, Rübe Hernurnnplag, Vortrag de» Deimssen Dr. Aurt Löwenssein:„Die Ausgaben der Glternorgani» sat on in der Aindrrkreuniebewegung, Wir bitten alle"■ der Bewegung um zahlreiche« Erscheinen. Eltern und Freund« Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation z. Abt. Unser Genosse Hermann Diamant, Luikauer Str. 15, ift am g. Februar im 71. Lebenssohre vcrstorbe», Ehre seinem Andenken. Be, eediaung am Wontag, 13. Februar, 19 Uhr, von der kleinen Halle de» Jüdischen Fried hose» In Weißensee, Lothringer Straße. Wir bitten um rege Beteiligung. Sozialistische Arbeiterjugend Groß'Verlin Glnsendunaen für dt-sc Budril nur an das Fugendsekreiaitat, t'erlin GW«. TIndensirab« 3 ■ Zusamwerkunst de» Siagfaeif» Montag, 13. Februar. 101z Uhr, im Heim Lindenstraß« 4. Heule. Sonnwg. l2. Februar: Warbabrzirk Osten: Zugindheim Tilflter Str. 4. Ruhr von dir LuÄr bis Arnsberg."— Waunser: i der Schul« Eharlottenburger Straße, Lichtoilderoortrag________________ katnp." Beginn 18 Uhr.— Werbe bezirk Prenzlauer Berg: Treffpunkt z»e Fahrt nach dem Erossinse« 7°? Uhr Babnbof Schonbaufer Allee.— Aeulöll« Vi: Spisr»» in der Adniasheide.""" f*" Verb« Trag:„Knlturlehr« des Sozialismus."— Tempelhoft Tresspin�t zur Fabn '14 Uhr Bahnhos Tempelbof. Abend, kein Leimglvnd.- Franiinrter Blertel: Traf fpunkt i»r Fahrt 61h Uhr Baltenplnß.— Wiste, Aalaiub«? Park, Zentrum: Fug'.-dhe m."ebdeniiker Ecke Gormonnttraß«.>9 Uhr. Gemeinsamer Gruppen. v oem uroiiimee i'i unr raonyoi Schonnauirr Aüee.— Neut«9» vi: ieTeo in der Aönigsheide. Trcffpnnkt 9 Uhr Hcrßderaplaß. Zeitungskiosk. Tegel: Zugrndbeim Babnhofftr. Id. 18 Uhr,„Bor fümzia Zähren."— rbedezirl»rnkölln: Ke'mabend In Beiß, C>»"ss,ei'r, 48. lst� Uhr Vor- abend mit L4chtbild> den ,.—,— depvortrag.— Zatlplaß I: Treffpunkt zur Fabrt m't Aindcrfreunden 8 Uhr Gesundbrunnen fMillionenbrücke). Treffpunkt zum Heiteren Abend des Werdcheziri» 1? Uhr an der Sozialisten ecke.— Werbe- bezirk Schöneberg! Zugendheim BÜlomstr. 83. Heimabend.— Stegliß: Fugend. he m Albrechtstr. 47. Treffpunkt zum tfruppenbesuch um Vf Uhr am Heim.— Huvtanitplaß: Fahrt. Treffpunkt 7'4 Uhr Prenzlauer Alle». Morgen. Montag. lZ. Februar, 19� Uhr: k!vva»rplatz:.�usammevkunft m-t der Treffpunkt �elVhoskplotz. WerbeK«K?rte Sckoncberfl. Teltowkeval, Tiergarten, Westen: Wanderleiter. fums im Jugendheim Schöncdcrg, Hauptttr. 152-30: Die Viertel» iunde Illr dea Landsvtrt. 13-30; Bilder von einer Ostasienreise. 16: Fremdsprachliche VortrAge: Esperanto. 16-30: Ans der Werkstatt des Schauspielers. 17; Tanzmusik. 18.30: Kopischmerz. Migräne und verwandte ZusUnde. 19: Rationelle Hansbaltstechnik. 49.23: Nitnrkräfle und Nätarkatastrophen. 1983. Porträts ans der deutschen Romantik. 20-30: Requiem von Dietrich SteinHecker. 22.30: Firafcfanrsfunde. Freilag. 17. Februar: 1830; Die Berlinerin im 18. Jahrhundert, 16: Medizintsch-hygleniscbe Plauderei. 16.36: Vom Sinn des Lebens. 17; Unterhaltungsmusik. 18.30: Itillcoisch. 19: Die aJca dem ischen Stadien triuJ Benfe. 19�5: Das Wetter in FeNei�e? nnd weltllcbar Dicbtensr. Fnnatwerke babca Schicksale, 2n.iV>: Dlobfer nad Spieler. M.!5: Kammermusik. ZZ-W: Znr UnferbaltaHR- "nop.naheud, 18. Februar: 16; Die Sportschau des Monats 16A0: Unterialtangnainsik. 18.43: Das deutsche Handwerk. 19.10; Die ladcgennanen. 19J3: Afrlkatnsehe Küsten- bildet. 20.11: Grolle karnevalistlsche. Stirb rüg. 22-30; Funkfannstuode. Königswustcrbausen. Soiin tag, 12. Februar: Ab 9: Ltehertragun* aus Berlin. 11; Uftbertragner aus SchneideoiaM. Ab 11-30: Uehcrtragung ans Betl«. 14: Schachlnnk. Ab 14JO: Uebertrsgnns ans Berlin. 18: Das Ziel der technischen Entwicklung. 18-30: Die Symbolik des Ringes. 19: Das dramatische Leben klassischer Werke. Ab 20: lieber 2 tragung ans BerUn. Montag, 15. Februar: >6: Französisch Ornlturlgjndlieh-Uterarlsche Stande). 16.30: Die. Oesehiebt« des deutschen Roman*. 17: �.'ebertragung aus Berlin. 18s Technischer Lehre gang für Facharbeiter und Wetjpneister. 48-30; Englisch für Anfänger, 18-83: Der ostpreußische Wald. 19.20: Wilhelm Busch. Ab 20.30; Uebertragung au* Berlin. Dienstag. 14. Februar:. 16: BchnlkJndlicbe Fragen(Dialog). 16-30; Die Kunst des Rokoko. 17J Uebertragung ans l�lpzig. 18: Technisches Zahlen-, Tabellen- nnd Buobsubeni rechnen. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.35: Deutsche Mundarten-Or4tinaIe, Ab 20-30: Uebertragung ans Berlin. Mittwoch, 15. Februar: 16; Gesamtunterricht al* Grundlage rjes Unterrldtisweseos. 16.30: Ein: fühmng in das Verstehen von Musik. 17? Uebertragung aus Hamburg. IS: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. ISJO: Französisch für Anenger. 18.5.3: Die ExportkreditversicheMng 1927. 19�0: Vom AntlH« der Erde. 20; Uebertragung aus Leipzig. Ab 225 Uebertragnng ans Berlin. Donnerstag. 16. Februar: , 16: Erziehungsberatung. 16.30; Vom Antlitz der Erde. 17: Uebertragung au* Berlin. 18: Das Deutschtum in Skandinavleo. 18-30: Spanisch für Fort» geschrittene. 1SJ55: Meliorationen und yerflnttegelnngea. 19.20: Junge Deutsche, Ab 20.30: Uebertragung au* Berho. Freitag, 17. Februar: 16: Bern fsber, tang. I0. Neukölln- Vrif-; 2. Kamerabschakt 2. Fug*> Uhr Bersammlung bei Zhorm-thien, Vertu bergstr. 22,?dler»hrf lKameradschast.Spvrtgrnvpe): 19 Uhr Öusammenkunft im Jugendheim Baonstraße. Pankow: 101, Uhr Bollnersammlung iim Türkischen Fslt. Breite Straße. Cho» her Zungen tMitgTieb den HALB.). Wir singen in d« Siechenanstali Buch Lonntan, 12. Februar, 13 Uhr. Borher Chorfährt. Treffpunkt 7 Uhr Haur-tbchnhok Riederfchönewetbc IKepnbllkantsche Red-eroereinignag. Montag 2V Uhr Bortragseerlammlung im-Alten Asianier", Anhaltstr. U. GSste willkommen. Adolf«amafchke spricht Freitag, 17. Februar. 20 Uhr. im Bürgersaal be» Berliner Bathause» auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur über:.Tie Wohrrunganot eine Kulturschanbe." Miaterperbai-d Berlin e.«. 6 Bern>aUung»d»s>zt. Lreockowstr. 88: Ab- teisungsvirsammlünsrn. ÄSt. Faiknlaß: Zllsntag, 13. Februar, im Vestaurant Moßmann, Gle'mstü. 10 Abf. Sürtber Blaß: Montag. 18. Februar, im Zirstourant Büttner, Schwedter Str. 23 Metner SaaN. Arbciter-Elperantohnnd. Monaisvezsammlung für Grvß.Berlin Menetag. 14. Februar, 19'» Uhr, Schule Gipsstr. 23a. Sfellungnahmc in> den Antrügen zum Bundestag. Reich»burd der Kriegabelchlldigtep, Kriegsteilnehmer nnb Kriegerhintez- bliebenen. Bezirk Westen: Bezirlsverfammlung Diensfaa. 14. Februar, 20 Uhr, im Zahnärzte Hans, Blllowstr. 104. Bortrag her Bundeofekreiärin Frau Harnoß: -Welche Pflichten erwachfen Krlegereliern, Ezzieher» und Bormündern gegen die in« Lehen tretenden Konfirmanden."— Bezirk Sebbing: Miigkiober- nerigmmluna Montag. 18. Februar, 20 Ubr, Ehausscestr. 04, Paßenbofer. WaudersShrerlehrgang. Bfe Genossen, welche sich am Wanderfllhrrrlehr. gang de* Bezirlsamts»reuzberg beteiligen wollen, müssen Montag, 13. Fe. bruar, 22 Uhr. im Sefundheitehans Am Urban sein. Der Unkostenbeiirag wird non sedem Teilnehmer selbst getragen. Dienstag, 14. Februar, lO)h Uhr, im Gesundheitehau» Drisauoschuß. De« Deutsch« Arbeiter-Tbeaterburb sDATHB.) tagt Dstern 1028 in Berlin (10. Bundestag). Der erste Bezirk des DATbB. tGroß-Berlin) arrangiert au» diesem Anlaß«in« Laiensplelergruppen schast zum DATbB.— ,.—---------—— W- WP■ 1328»rüffnet mit ein« roriuisstchrlichen Dauer von 14 Togen- Dte Au». stellung ist oerbundrn mit tdglichen TheaternorfüKrungeti und eilckiemttlrfu«. gm. Wir bitten olle Srggnisatwnen, big au einer Betcisi gung Interesse haben, schnellsten» mit un» Fühlung zu nehmen. DATHB., 1. Begirf, Au». stelliingtiomite«. F. A.: Haren Wilde, Berlin d 2. Parbchiallk. A, Hof. N.lch-bund jüdisch.«« Frontsoldaten«. B. Drtsgrupp««erlln, Bezsr» Moabit: Dienstag, 14. Februar. 201Ö Uhr, Bortragsabend im Ulav.«lt. Moabit 4—10.-Beierent Mittelschullehrer H, Stern. Thema:-Dia Anden in der deutschen Bissenschast und Rechtspssege.� Giista wMIonrmen. laborTsta-Esperano-Asoclo Partin. Gropo Onenlo. Chlun lavdsn, je 1» 20 a. ckzcrca vespero cn la junülarheirro«Atti Ostbahnhor 1/• Oiitii memtn-oj de la grupo kaj sajutendencanaJ izoluloj CttMx Invitataj. BeHcrttrlchl der«FentUchev DJeaetbUnffflen« 8«tta»»6 tboeefn* sNgchbz. verst.). Zeiüveiio anfbeiiernd, lübi, vereinzelte laichte.Negen a-r. Irische noldwestliche Kinde.— Für Denffchlonb: Im fiflbeil bewölkt, mit Regensällen. trn Nut den. Besserung des Welter,. Temperatur«, ttttrall wenig verändert. Die Staatliche Porzellan. Monafaktur Berlin unterböv— tnic befonnt— in ihren Vertaussraiunen. Wegelystr. 1. om«tndtbahichos Tiergarten, werktäglich vo» S bi» 5 Ubr dauernd einen Sonderncrtouf ihrer im Preise zurückgesetzten bemalten und weißen Porzellane. Dieser Sonberverkauf bietet augenblicklich eine besonders reichhaltige Auswahl von Geschirren, D�seuners. Basen. Wandlellern, nigurcn,«ammel- und Mokkatassen usw., da die Zaht der hier zum Berkoui gelangenden Stücke eine erhebliche Vermehrung erfahren hat durch solche Porzellane, die infolge des Umbaue» der Ausstellungsräume in der Leipziger Straße 2 aussortiert und im Preise wesentlich herabgesetzt worden find. JE« wird hierdurch Liebhabern von Berliner Porzellan reichliä schöne Stücke zu äußerst günstigen Preisen erweri Gel! cnheu geboten. >n zu lünnen. Kenner trinken nur Pilsator ■das Qualitätsbier■ in allen einschlägigen Geschäften zu haben, eventuell weisen wir Bezugsquellen nach. Anzufragen: Amt Alexander 2975. „ LÖWENBRAUEREI BÖHMISCHES BRAUHAUS AKTIENBESELLSCHAFT |j| Allofn-Vortrotungon wertfan für grdBore Prwinzplätza vergeben. jUI»rr*«t» ll»ff«tf*SHV nohta» Fabrik! äger bat Fn»ata.i 1. 1. 8c*Hian er« lach Ws Server r i*i»il« loser VuSeiverkimK. Lager karte GET ioo Postamt MW mit Sprech sei taagab 9, Bettfedern Metallbetten SGblafcäaiselooQQes Plüschsofas 50 M„ Ratenzahlung UtiHw Bertin, Pappeialle« 12 llUfiir Pankow. SchmMfstri nicht roh. Send, grflndl gereinigt(gew.).|arant frei v. Krankheiiikeinu, _ Rupf p. Pfd. OjO, 9-SO. UO, daun. 1.96, Rupf �'8 2-M. Halbr. weist - IVZCZ.. weiB rebioi» 2-., ichlelllhatbfl. 380, Daunen SAD, woill» Daunen 7.—, 986, gef. O herbetten mit stark. Inlett. 2 m lang, 9.93, 11.40, 14.90, 17«, Unterbetten T.ft, 920. 11.90, 1120, K 5fn t A00. 5-40, MS. Portofrei V. M. 20.—. Mlchtpass, zurück od. Crn- taosch. Preisl. Nr. 42 u. Muster grast* H, Sannemann, Berlla aa». Kotibossar Oauuu M/89 Zweigniederlassung: Berit« N«4, Rosentlialer StreS* 9. Internationale Automobil-AusftBlIung für Last-und S onderfahrzeuge auf derleipzigerMenc vom 4-i4.Mäpz 1928 Organifiertvom Reidisverband derAutomobil-Indiiftrie Die Äusfiellung findet ftatt im Rahmen der BROSSEN TECHNISCHENMESSE UND BAUMESSE ZU LEIPZIG die den umfaffendfien Überblnk über das gewaltige Schaffen der gesamten deutfeben Industrie geben wird. Auskünfte durdi das Leipzig er Aießamr inLcipzig Aus flet Mlm-ZVelt Beilage kes Vorwärts Sonntag il. Kebruar 1925 „Zirkus." (Der neue<5haplin im Sapttol.) ZunäMt� der Film hotte in der Nachir»orstell>nHk, bei der natürlich i>o» Ball mcht zugegen war, einen— ime die Kurfürstendammer so schön saacn— blendenden Erfolfl. Also auch die Miralieder der oberen Zehntauseich, denen zu Ehren man zunächst eine nur durch Intervention Chaplins oerhindsrtc Festvorstellunff mit phantastischen Preisen vcranstoUeu wollte— kamen aus dem Lachen nicht heraus. Und das ist. ja gerade das Geheimnis von Ehaplm, daß er ollen etwas zu bieten weiß und daß er wie kein zweiter die Filmwirkung beherrscht. Er hat sich ja selber darüber ausgelassen, daß der Film ebenso gut van dem amerikanischen Landorbeiter wie von den chine- fischen Kulis oerstanden werden müsse, und so ist auch sein neuer Film wieder zunächst nichts weit« als— ein Film. Ab« da Eharlic sein eigen« Manuskriptoersasser, Regisseur und Hauptdarsteller ist. und nebenbei dos große Genie des Films, so ist das Mmische in sein« Art oolleitdel. Die Handlung ist geschlossen, die Spanmmg ist vom ersten Moment wach und findet bis.zum Schluß i miner neue Steigerung. Dazwischen ober geht ein Feuerwerk von lustigen Film- rateten los. die den Zuschauer nicht zu Wem kommen lassen. Wie zu Anfang ist auch am Schluß dieser arm« Pechvogel wieder allem. wieder hat ihn dos Leben mit einem Glückverheißen genarrt, ober er hat rechtzeitig resigniert, denn er weiß, für ihn ist das nichts. Er muß weit« wandern, auf seinen Plattfüßen mit den viel zu großen Schufen, die gewohnte Melone auf dem Kopf und das Stöckchev in der chand— als der ausgestoßen« Tramp, der ewige Vagabund, der nie dazu gehört, üb« den die Menschen lachen, wenn« etwas»er- kehrt macht, und den sie nicht verstehen, Venn er es ernst meint. Wer gemach-, er laßt sich nicht unterkriegen, lustig schwenkt« dos Stöckchen md scheint uns zuzurufen: Auf zu neuen Abenteuern.! In einem Film von Chaplin schwingen mancherlei Obertöne mit. die üb« das allen Sichtbar« hinaus ein««igen« Melodie spinnen. Man könnte dieses nicht Allsgesprochene, aber deutlich Fühlbar«, die Philosophie Chaplins nennen und die braven Deutschen, denen es nicht genug ist, daß Chaplin d« größte Mann und vor allem.Hand- werter seines Faches ist, fragen natürlich noch der Seele dieses neuen Films. Sie dürsten rocht haben, wenn sie im.�Goldräusche mehr Wettanschauliches finden als im„Zirkus. Ab« die eigenartige Komik, die auf«n« tragischen Grundlage beruht— Chaplin soll non dem eben verstorbenen grandiosen Komiker Little Titch beeinflußt worden sein—. ist natürlich die gleiche in ollen Thaplin-Filmen. Rur läßt manche Wendung im„Zirkus", besonders der resignierend« Ausgang darauf schließen, daß die Erlebnisie Chaplins in den letzten Iahren—« hat in den letzten beiden Jahren nur diesen«inen Film geschaffen— ihren Niederschlag in diesem Film gefunden haben. Aber sein Motto bleibt: Ich hob' mein' Sach' auf nichts gestellt, wozu freilich gleich hinzugefügt werden muß: Ich bin allen Leidenden und Verstoßenen verbunden. Ein Zirkus hat im Städtchen seilte Zelte aufgeschlagen. Charlie ist auch auf dem Auuunelplatz, er möchte gern in den Zirkus, aber er hat wie imm« kein Geld. Aber schon wird« in den Strudel der Gesihehnisie hiitemgezogen. ein Dieb steckt ihm fein« Beut« zu. der Bestohlene versolgt ihn. Charlie flüchtet in einen Spiegel- irrgarten und wir sind m ein« der grotesksten Situationen. Charlie kennt sich nicht mehr aus vor dieser Beichllrtdertfachung, du Polizist kann ihn nicht greifen, ab« mit einem Male findet der Verfolgte den Ausgang und ist mit einem Mole im Zirkus. Er richtet hi« den heilosesten Wirrwar an und erntet den größte» Applaus, da das Publikum glaubt, daß das alle» Spiel eines neuen Clowns ist: d« Zirkusdirektar engagiert ihn, weil sein Personal plötzlich streikt. Charlie macht alles, denn er ist ja der dumm« Kerl» mit dem man alle» machen kann. Köstlich, wenn er fein erstes Frühstück zwischen den Zirkuswogen bereitet und die miso robel behandelte Kunstreiterin, die Tochter des Ziriusdirettors. sättigt und tröstet»nd darüber seinen eigenen Hunger vergißt! Grotesk seine Abenteuer im Löwenkäftg, in den er unfehlbar— als ewiger Pechvogel— gerät Charlie wird die grosy? Nummer des Zirkus, well ex alles verkehrt macht, und die Tücke des Objekts mit ihm dauernd Fangeball spielt. Schpn kann er auftrumpfen. Das Glück scheint Ihm hold, die Kuiistreitertn ist seine ganze Liebe geworden. Ab««in schöner Seiltänzer sticht ihn aus, und in sein« Melancholie belustigt Charlie alsbald das Publikmn nicht mehr. Noch einmal trägt ihn die Woge hoch: der Seiltänzer bleibt aus. Charlie übernimmt seine Nummer und nun kommt der größte Lacherfolg des Abends: Charlie als Seiltänzer, der sich aber wohl- weislich durch einen Strick gesichert hat Natürlich verliert« ihn, der Zuschauer ist in Todesangst, weil der Nichtsahnende sein« kecken Äunsistückr fortsetzt, bis er selb« sich d« tragischen Situation bewußt wird, ab« nun auf der unentrinnbaren Bahn weiter» schreiten muß. Tiere fallen über ihn her und ziehen ihn aus. während er um sein Leben balanciert. Dann kommt das rettende Fohrrad ihm zur Hand, und«r saust«löst davan. Die Kimst. reiterin ist aeflohen. Charlie Holl sie wieder und führt sie dem Sell- tanz« als Braut zu und sichert ihre Stellung dem bösen Vater gegenüber. Der Zirkus zieht weiter: man will Charlie einen Platz im letzten Wagen gönnen, aber er bleibt allein auf dem lc«en Platz zurück und wandert dann beschwingten Schrilles in die Ferne. Charlies Partner. Memo K e n n e d h als Kunstreiterin und Harry Cracker als Seiltänzer, bilden die stärksten Kontraste zu ihm, es sind schöne Menschen, die ihr Glück als etwas Selbstoerständ- liches entgegennehmen. Auch der Zirkusdirettor ist durch Allen G a r c i a n besser und glaubwürdiger charakterisiert, als es sonst im amerikanischen Film mll dem Bösewicht der Fall zu sein pflegt. Die Photographie Ist selbswerständlich ersten Ranges- D. Weltkriegfilm Nr. 2. (llfa-palafl am Zoo.) Der vor Jahresfrist ur aufgeführte Ufa-Film.Der Wellkrieg, I. Teil, der„historische Kriegsfilm" der beiden durch.ante- marxistische" Schmähschriften hervorgetretenen Majore des Pots- damer Reichsorchios, Soldan und Dolkmami. mußte natürlich einen II. Teil hoben, der vor einem illustren, mit etlichen Anne«- und Mariwmisormen durchsetzten Publikimi uraufgeführt wurde. Die feudal au Premierengäste(unter denen sich auch der ehemalige Krön- prinz befand), die sich von diesem..Mittelstück" des Wellkriegsfilms, der die Kriegsjohre 1915 und 1916 behandelt, ein« besonder» hfn- reißende Wirkung erwartet haben, werden sicherlich schwer enttäuscht gewesen sein. Herr Sofdan und Herr Dolkmann. die „Historiker", und Leo Lasko, der Regisseur de» Wellkriegfillns, haben sühertech nicht im mindesten an irgendeine vorwärtspeitschende Handllliig od« gar an eine Idee gedacht, sondern sich lediglich de- müht, einen Kriegsbilderbogen der Jahre 1915 und 1916 herzustellen, der bei keinem d« Hauptbetelllgten anstößt und ein möglichst farbloses milllärpolitisches Resümee der beiden Kriegs- jähre zieht. Im I. Teil des Wellkriegfillns wurden wenigstens noch ftrateflifche Fehlgriffe und Rückschläge angedeutet oder möglichst samt berührt. D« II. Teil hat auch solche, schüchtern« militärische Krllik restlos ausgeräumt. Kein Wort von den schweren miliiärischcn Friktioiren der„A«a Falkenhain"! Kein Wort von dem harten Aufeinanderstoßen von Hindenburg und Falkenhoin. Kein Dort von d« schwierigen deutsch- österreichischen Zusammenarbeit. Kein Wart von dem strategischen Fiasko der großen Ostofsensto« 1915. die den Mssen viel Land obnah-n, ihre Kampfkraft angesichts der geschickten Rückzugsmanover keineswegs entscheidend zu treffen vermochte! Kein Wort über Hindenburgs zu spät losgebrochene Ilm« iassungsvperation in Kurland. Kein Wort über den Wohnwitz der Verdunossensiv«, die ohne jode aperativo Chancen ausgerechnet am stärksten Punkt der französischen Front angesetzt wind« und sinnlos einen Haupttell der deutschen Kampskrast zerfraß. Dafür lediglich„Wahldilderbogen". Ein Flugblatt de» �Lokol-Anzeigers", das Siegssnachrrchten aus dem Oft«« und aus dem Westen negistriert! Ein« Großaufnahme des Marschalls Mackensen hei der Truppen- inlpektion. Eine«Srohaufnahm« des Marschalls Hindenburg von einer Truppenrevue. Eine Großaufnahm« des Kais«« mir»rem Sultan vor dem Ersenhahnzug. Ein Stimmungsbild„Stille Rocht. heilige Rocht" im Mannschaftsunterftarrd. Eine Großaufnahme des ehemaligen Kochers und des Kronprinzen, der bei Derdun Truppen dekoriert. Filmisch packende Stellen sind höchst spärlich in den Massen- kllsch eingestreut, so z. B. d« Gang des Leutnants d. R. Radtke durch die Gänge de» Fort« Douaumont. Man sieht den Stoßtrupp Radtke, der als erst« das Fort erstürmte, durch die Gänge huschen— von Ecke zu Ecke— von Sandsack zu Sandsock— von Gang zu Gang! Bis sie sich gegenseitig an die Gurgel haben und das gegenseitige„Hemusliacken" beginnt! Filmisch bedeutsam wich da» Werk damr«st zum Schluß, den die Regie zwelfcslos Piscator abgeguckt Hot. Sie schmeißt die Katastrophen des ausgehenden Jahres 1916: Berdun— Samme— Rumänien— Materialschiacht gegen Dentschlanb— Blockade— firchlr üben winter und Hungersnot in einem großen Tops zusammen und läßt ihn rotieren, daß einem der..Atem vergebt! Trotzdem »«läßt man nach diesem..Weltkcieg".FUm feelisch unberührt dos Hau«.___ H. Sch. „Hercules Maier." (llfa-palost am Zoo.) Dieser.Herkules Maier de» Reinhold Schünzel ist ein kleiner Nebbich, der kaum auf Roscn gebettet ist, der sich mit Müh« und Not durch das Leben schindet. Er ist Stadtreisend«. daneben auch noch Hilfskellner und repräsentative Figur in einem Institut, das dekorativ« Persönlichkeiten, wie Generäle oder Großfürsten, zu Abeirldgesellschoften bei Raffkes ausborgt. Maitrs Frau ist wenig mit diesem kargen Leben zufrieden und trennt sich schließlich von ibrem Manne. Hercules kommt immer tiefer herunter, bis er schließlich eine Mappe' mit Banknoten im Onmibus findet. Es macht uichts, daß diese Roten gefälscht sind, denn Moser, der selbst- verständlich das gefundene Vermögen dem Inhaber abliefert, erhäll gerade in dem Moment, als dies« verhastet werden soll, sür diese unwahrscheiirlrche Ehrlichkeit soviele Gaden, daß er sortan ein sorgenloses Loben führen kann. Mit seinem Vermögen gründet er einen modernen Kindergarten. C» ist selbstverständlich, daß Hercules am Schluß mir fern« Frau und seinem Kind wieder«reinigt wird. Wiederum scheitert der Film an dem unzureichenden illianustript. Dic Verfasser Alfred Schirokaucr und Reinhold Schünzel finden keinen Ausgleich zwischen bürgerlicher Tragikomödie und Groteske. Der Schluß, der sich durchaus ins Groteske steigert, wirkt gegenüber der kleinbürgerlichen Affäre, die vorausgeht, an- geklebt. Beide Teile verschmel.zen nicht organisatorisch miteinander. Die« Ist der Hauptfehler des Films. Reu, hold Schünzel selbst, der Schauspieler, kann sowohl grotesk als auch realistisch sein. Es ist wunderooll. wenn er mit eingezogenen Schultern und schiefen) Kops, mit abgeschabtem Ueberzicher und ausgetretenen Schuhen durch das Leben geistert, imm« in Angst, er könnte irgendwo an- stoßen od« jemandem verletzen. Dazu aber paßt weniger seine groteske Lustigkeit am Schluß. Schünzel müßte sich endlich ent- schließen, ein« klare Scheidung vorzunehmen: entweder Groteske oder bürgerliches Lustspiel. Dies« Zwitter ist nur schwer vcrdaulich. Und schließlich ist es schade, daß sich Schünzel in Affären verliert, die ihm nicht gestatten, sich künstlerisch voll zu entfalten. F. S. „Krau Sorge." (Äeba-Palast„Atrium"). ck Eine Fomrliengeschiäste grau in grau. Mau sieht nur dos Leiden vorbildlich braver Leute unter der Macht eines Säufers und verkommenen Individumns. Heute wird man durch diese Vorgänge weniger berührt als beim Erscheinen des Sudermannschen Romans „Frau Sorge": denn man fragt sich, worum wird der alle Trunken- bald, der das durch den Söhn«arbcllete Geld mit vollen Händen unt« die Leute streut, nicht unter Kuratell gestellt. Der ausgeprägte Fomlliensinn d« Ostpreußen wird doch noch überragt van der Liebe zu der angestammten Schalle. Etwas Tragikomisches umwittert diese Menschen, die nichts weiter türmen als schusten und sich in«in bodenlos dummes Schicksal ergeben. Was bei Sudermann bereils merkwürdig berührt, wird in diesem Film noch unterstrichen. Der ganze Film ist nichts weiter als eine bis ins Endlose aiisgesponruue Leidensgeschichte, und nur am Schluß naht das glückliche Ende mit Stumischntt und in Großsormat. Der Film kennt keine dramatischen Höhepunkte, keine pointierte Situationen Und trotzdem festete er. Das liegt an der diesmal wirtlich vorzüglichen Regie Roberte Lands und an den Darstellern. Robert Land gibt Miliericchtheir. Dies« Gestalten verkörpern wirklich den schweren ostpreußijcheir Bauernschlag. Sie sind in Bewegung, Haltung und Maske voll- kämmen echt und bodenständig. Dies gilt selbst von den kleinsten Statisten. Eine Ausnahme machen die Frauen, die auch in der Weltabgeschledenheit dieses ostpreuhischen Bauerndorses mit gut onduliertem Dubikops herumlaufen. Doch von dieser Entgleisung abgesehen, gibt der Regisseur in den Landschosisansnahmen etwas von dem h«ben Dust der östlichen Landschaft, von der trüben Melancholie der großen Maare und non der Weltabgeschieden Heft brejtt veroesienen Gehöfte. Dazu bewegen sich die Darsteller mit derselben Schwerfälligkeit und Langsamkeit, die den Ostpreußen eigen ist. Es sind Menschen, die mehr noch innen als nach außen leben, die verschlosten und rauh erscheinen und die trotz ihrer Schwerfällig- keit ein zart empfindliches Gemüt hoben- Daß der Regisseur diesen Tan trisst, daß er völlig non theatralischen Poie» absieht, läßt andere Mängel des Films übersehen. In erster Reihe der Darsteller stehen die Wust« der Mary Carr. die Amerikanerin mll ihram durchaus vertemrerlichten, phrasenlvsen Spiel, und die Käthe der Grete Mos- heim, die jetzt aus das Filmeschs eingestellt ist und in kurzen. knappen Zügen einen Charakter bildhast auszudeuten versteht. Fritz Kortner ist d« Tyrann der Famstie, der Säuser und Der- schwender. der trotzdem noch immer Konolrersollüren zeigt. Selten ist Sotten« im Film so vielsestig. so spielerisch leicht gewesen. Den braven, biederen Sahn, da» Arbeitspferd mit dem goldenen Herzen. gibt Dfeterle mit tapsigen Bewegungen und treuem, hingebendem Hundeblick, ein Mensch, der mit der Erde verwurzelt ist und sich still resigniert in da» Schicksal ergibi. F. S. «.Oer brave(Soldat Gchwejk." (sKtchard-Oeiwald-Lichtspiele.) Au» Prag, wo man nicht erst durch den Roman zu einem Der- stärrdni» des braven Soldaten Schwejk kommen muß, gelangt er als Film zu uns. Der Regisieur Karl L o nr a c steht also im Milieu. und er schildert es vorzüglich, doch wurde ihm injolge der Welt- bcrühmcheü des braven Schwejk wähl etwas beklommen zumute. Und jo ist« übereijrig bemüht, die Hauptfigur mit dem Glorien- schein der Volkstümlichkeit zu umgebe». Auch alle anderen Personen schildert« nie gallig, sondern stets humorvoll und gemütlich. Der ganze Film bringt eine komische Siruoiioii noch der anderen, und der Schwejk des Karl Noll wird jeder Lebenslage H«r. Er nimmt jede Ausgabe ernst, er führt jeden Auftrag aus, wie e r ihn aufsaßt, und trottet dabei mit dem Gefühl absoluter Wurstigkeit durchs Leben. Er zieht im Zug die Notbremse, er geht zu Fuß nach Budweis, um dort seinen verlorengegangenen Oberleutnant wlederzusindeir. er ist als Liebesbrieszusteller tätig, er gerät an die Front, und er landet in russischer Kriegsgesoirgcnschast. Bei all diesen Handlung«! vrsrkt man es dem Film au, daß er durch di« Anregungen des Romans entstand. Rein filmisch hat er keine überragende» Momente,»ein. er ist sogar so gehalten, daß « letzten Endes steht und fällt mit dem Text. Der � ist in der deutschen Bearbeitung gut: denn Paul Morgan verfaßte ihn in bewußter Schnoddrigkeit. e. d. „Oer Keldmarschall." (Emelka-palast.) Das FUmhaus Wilhelm Foindt stellt die Tocht« des Hauses» Cilly Fe in dt. als Frlmftot vor. Cilly hat ahne Zweifel be- deuteiches reiterliches Talent, aber das ist schon so ost in den Vordergrund gerückt morden, daß man jetzt nolgedrungen den Star einmal andere Qualitäten zeigen lassen mußte. Darum nahm man eine gehörige Portion Edelmut und olle Kamellen und schrieb ein nästiges Filmschmoerenmanuskrlpt. Cilly ist der Sonnenschein de» Daters, der andauernd Herzkrämpse kriegt, sie ist der Liebling der Landarbeiter, die sie von einem ungerechten Verwalter erlöst. Der Gutsnachbar ist in Liebe entstammt und will Cilly durch eine Hypothek ergattern, und ein Ingenieur liebt Cilly ehrlich und de- kommt sie auch. Wenn man nun meinen sollte, der Film ist aus, irrt man sich gervoltig, dem, er sängt noch mal wieder von vonre an, weil plötzlich und unerwartet der richtige Bot« austaucht, der ein Verbrecher ist. Doch er ist ebenfalls von Cillys Liebreiz entzückt und scheidet mit langem Abschtedskriß. Das alles verfilmt der Regisseur Romano Mengon mit dem Talent.zur Langeweile. Schauspielerisch stellt er Cilly Feiudi sehr unglücklich heraus. Falls sie nur natürlich zu sein brauch!, ist sie g&fw Schlage* ist die neue 4-Pf..Zigarette in WOrfelpackung ifWER BEV bi MST TUBÜISCB mit Qoldmundstück und ohne Mundstück rund geworden. Sie bietet etwas ganz Besonderes In Qualität Rauchen Sie diese und Sie werden eich überzeugen, daO hier für den Preis von 4 Pf. etwas geboten wird, was noch nie dagewesen Ist. «« Intsrusanto Bilder über dl« Entwickelung 4er riugtachnlk liegea jeder Packung bei «cht nett, öfter ht hochbrmnattschen Szenen muß sie oersoqen, da ihr die Ausdnicksmöglichkeit fehlt. Desgleichen ist dos Rennen nicht pockend genug herousgeb rocht. In den Woctenschauen sieht man. namentlich wen» sie aus England kommen, weit bessere Rennousnohmen. Ein Endkampf findet überhaupt nicht statt. Gerade der ist aber in solchen Filmen unentbehrlich. Van den Darstellern ist nach Paul Reh topf zu erwähnen, er bot eine wirklich gute Leistung.__— g. ».Oer Löw' ist los!" (llfa-Theater am Kurfürstendamm.) Wer erinnert sich bei diesem Titel nicht des wunderbaren Münchener Bilderbogens, der das Entzücken unserer Jugend war! Aber leider hält der Film nicht, was der Titel verspricht, und man entdeckt zu seinem Schrecken, daß auch die Amerikaner langweilig sein können und manchmal nicht verstehen, zu spannen und komische Situationen auszunützen. Der Film braucht einen langen, langen Anlauf, in dem eigentlich nichts geschieht, um endlich auf die Haupt- sache zu kommen, die unfreiwillig« Teilnahm« zweier Amerikaner an einer Löwenjagd misten in As'ika. Porher mußte der eine von beiden sich Hals über Kopf in ein junges Mädchen verlieben und unter dem Vorwand, ein von ihr verlorenes Taschentuch zurück. geben zu wollen, ihr von New Aork nach Afrika folgen. Die Konslikl«, die sich dabei ergeben, sind nicht gerade sehr witzig und, auch die schwrnkmäßig«-Einleitung der Löwenjagd, wobei der Hauptheld eine Zeitlang ohne Hosen mitzuwirken hat, ist nicht gerade sehr kurzweilig. Die Löweniagd selber, bei der das gut dressierte schöne Löwenexemplar sich natürlich viel ver»rüitftig«r benimmt als die beiden blöden Amerikaner, ist in amerikanischen Grotesken schon besser ausgenützt worden. Trotzdem: hier gibt es endlich Erlebnis und Spannung! Voran ging ein Trickfilm, der in der Art des Katers Felix einige neu« Phantosietiere ulkig in Szene setzte. Aus der Wochen- schau sind schöne Bilder vom Sport in St. Moritz hervor- zuheften._ r. »Dl! sollst nicht stehlen." (Mozart-Saal.) Der Titel ist dazu geeignet, sogar Menschen aufhorchen zu lassen, die sich für soziale Probleme interessieren. Darum sei sogleich vorweg erwähnt, daß es sich hier um einen Film allerplattester Art handelt. Der arme Robert L l e b m a n n durfte nichts anderes, als für Lil-an Harvey est» Vomdarrove Wnwftea. Und das tat er mit der notwendigen Routin«. Als Bub' verkleidet, bricht Lilian mit einem Komplicen bei einem reichen Jüngling ein. Der verliebt sich prompt in die schöne Diebin und— erzieht sie zur Weltdame. Eben, vor der offiziellen Verlobung, wähnt er, die Herzallerliebste sei rückfällig. Doch. nein, nicht sie. die Schwester des reichen Jünglings, ein« Spielerin. hat Perlen geklaut. Lilian entwendet« nur einem Schuft von Lebemann einen Scheck, der bewußter Schwester Ungelegenheft bc- reitete. Mithin ist zun? Schluß alles wieder gut, und der Dauerkuß kann erfolgen. Victor I a n s o n läßt bei seiner Regiefllhrung auch nicht eine Wirkungsmöglichke't außer acht. Die Photographen Eduard H ö s ch und Walter Harvey- Pape erreichten mit ihrer weichen, den Star verklärenden Photographie ihr« amerikajtischen Vorbilder. Lilian Harvey kann schöne Toilellen, ihre körperliche Gewandtheit und ihre Anmut zeigen. Werner Fuetterer spielt den reiften, vornehmen, schönen Jüng'ing so, wie ihn der Durchschnitts- backfisch schmachtend begehrt. Bruno K a st n« r ist ein Weltmann ohne Charakter, jedoch sein« Manieren entzückten wieder allgemein. Dina G r a l l a sst sehr abwechselnngsreich in ihren Toiletten, leider aber nicht in ihrem Spiel. e. b. Zornitag, 12.2 28 Slaats-Opet ArnPT.d.Republ. 8 Ulm La Traviata Stntl. Stapielb. An GinAanneimiitt 8 Uhr le wenn Sonntag, 12.2.28 Städtisdie Oper Bismarcks tr. IUi.-Itni.IV. Aul. TV. Der StaatL Sdiillerth. Charlottenburg 8 Uhr Ende gnt alles gut Volks büh ne Tbeitu in Bülowplili >l,z Uhr Peer Gynl 8 Uhr MMW Tb. im Sdiilfbinntiiniii 3 und 8 Uhr Schieber des Rntams Mn Sonntag, den 12. Februar nachm. 1 Uhr CASINO-THEATER« un Lothringer Str. 37 Die spanische Fliege. Ausschneiden! Gutschein 1— 4 Pers. Fauteuil nur 1,10 M., Sessel nur 1,60 M. nmm/ Sonntag um 3 Uhr halbe Preiaa Die Komödie Bismarck 2414(7516 8'/, U- Ende 10',, U. Marcel Fradelin Komische 1 8V4 Ohr Oper SViDhrl Allabendlich (James Klein'sl gewaltiges neues Revue«StU. seilten>4 unerreicht KGnttlern Hierzu das jroße Varletä-Progr. Cletile 2 Vorste-IunSen 2 u. 8 Uhr. 3» kleine Preise Piscatorbühne lbtat. i. Hollenilnrfplali Kurlürst 209' 93 Hcate 8 Uhr: 25. Vorstellun g! Die Abenteuer des braren Soldaten Scbwefk mit Mai Pallenbeni Inst Erwin Pistatnr ,. Uhr; Opereltev.Oifenbach Lein, Liditmlrn Xethin. iemoa. Hirne, iatzner. Sonntag'(,4 Uhr Kleine Preise 6rftlin Marina Planetariüm am Zoo 'ttläag. Jotdiimtltnltr Slraie Noll. 1578 16», u. 21 Uhr Venus, die Sdiwesler der Erde. 13 u. 21 Uhr im Reiche der Milternachissomie tinirln t M. Alidsnl. IS Jahnn 0.50.. >KEUEQWELT< in den bayr. Alpen und OroBer Aipenball. 7 liptlien /Nene Dekorat./ 30 bayr. Midtlo Voranzeige: Oiensia?, 14. l-ebruar Primiierarg 1 kinderreidist. Ehepaares (Legitimationen sind mitzubringen; Geldpreise 75. 50, 25 RM Saltnburg-aangn dis. Künstler- Th 8 Uhr: „Eveiyne" essing-Theaier 8 Uhr „Rose Bernd" Hose-Theater 4 Ohr: Sdnieewittdien -■/, Uhi Der Plarrer von Klrclileld Lostspielbaus . 8>,, Uhr Quido Thielscher Gesthäftsaofsicht" Philharmonie 7>/, Uhr KONZERT des Philharm. Orch. Oirii. Prof. J. Prtiwer Ausschneiden I Aufbewahren t j Wegen Tarif bruch und Nichtbenutzung des öffentlichen Arbeitsnachweises| werden hierdurch folgende Gastwirtsbetrfebe! für die Mitglieaer unseres Verbandes gesperrt: Moabit: Restaurant„Nord-West", Inh. Teichmann, Huftenslraße 2 Norden und Nordosten: Restaurant Reinhold Hilscher, Koloniestraße 6 Lai6 Gesundbrunnen, Inh. Sinijemann, Exerzierstr. 24 VHla-Säle, Inh. Basseck, Schönhauser Allee 130 Destillation Bartsch, Qreitswalder Straße 33 Zentrum! Sojohien-Säle, Sophienstraße 17/18 Munz-KIause, Inh. Ei ick, Münzstraße 16 Osten und Lichtenberai Restaurant u. Cafd Komet, Inh. Hartmann, Warschauer. Str 3 Dampfer der Reederei Nobiling und der Stern A.-G. Restaurant Kutulla, Brückenstraße 6 Süden und Neukftlln: Deutsches Wirtshaus, Inh. Zem'in, Neukölln, Bergstr. 13" Bierhaus und Ca e am Moritzplatz, Inh. Schubert Restaurant Wahlstatt, Belle-AUiance-Straße 89 Baumschulenwepi Restaurant„Zur Glanz-Ecke", Inh. Zscheyge, Baumschul Straße Ecke Qlanzstraße Frledtlchshagem Gesellschaftshaus, Inh. Ww. Schröder St Hubertus, Inh. Maus Cafd Mignon, Friedrichstraße Res.aurant Büttner, Friedrichstraße Bürgersäle, Inh. Trepping, Friedrichstraße 112 ZtotniManil Htsi-, üesMraJt-ii[afe-iogtslellten Zwei Tcrein GioZ-Kerlin, Efiässcr Sir. 86/88. Telz Norden 1813 and 80.