Morgenausgabe A A Dienstag «fit �#♦>##♦ i&iJL"" WSchentlich 70 Plg,«onatvch Üi. 98 L�9B W» H A W Hj H H W Allswälts il 5 Pf. im oorous-«hllmr. Postbezuz 3.72 3L �sSS/B IrHB> H H•/ SK ZW gH Q■: H A. H HM'— V «mf�L EtdtEstlS, Muslanb�bomt. MMM 5HM■■ B HBB B B BV)B B/ Sie e I n t»*' 1 1 g i Tion�anilluola ment SM OL pm SRaattt«MSB Wl BM B B B B MI B B B B SO Pfennig!3-N-,me,eiI. S- Reiche stäIo'äl'S�s jBI I HJi Jm> Ä'ft-™ I SLSS&SE ZSZZW™ � G>QR psisi MMM � Nevttnev Vowsbßatt Zentvawvgan der sozialdemokratischen Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoit 2S2—297 lelegrarnm-Zldr.: Sozralpeniokrat Berlin Sofia, 20. Februar. lEigeaberirht.) Der gestrige Sonntag war Gemeindewahltag. Schon während des Wahlkampfes zeichnete« sich die An» Hänger der Regierung durch Mißhandlungen der Oppositionellen aus. Diese erreichten am Wahl» tag ihren Höhepunkt. Fortgesetzt laufe» seit Sonntag nachmittag bei de« Zentralkomitee der Sozialistische« Partei aus den verschiedensten Gegenden des Landes Meldungen iiber schwere Mißhandlungen ei«. U. a. wurde der als Sozialist bekannte Rechtsanwalt M i t t e f von einer schwer bewaffnete« Horde, wahrend die Polizei untätig zusah, ans seiner Wohnung gezerrt, verschleppt und viehisch mißhandelt. Di« Räuber stahlen dem bewußtlosen Manu u.'a. eine Geld» tusche mit 2000 Lewa, füllten ihm den Mund mit Kot und ließe« ihn in der kalten Wiaternacht liege». Erst am nächstfolgenden Dage wurde Mittef, aus zahllose« Wunden blutend, mit zerbrochenen Armen und Beineu aufgefunden und ins Krankenhaus übergeführt. Das ist nur ein symptomatisches Beispiel von den unzählige« Gewaltakten. Gens, 20. Februar.((Eigenbericht Die im Dezember zum 20. Februar einberufene zweite Tagung des Sicherheitskomiiees hat heute begannen. Deutscher Hauptdelegierter ist diesmal an Stelle des Grafen Bern» storsf, der erst zur Tagung der Abrüstungskommission am 15. März in Genf erscheinen wird, ber ehemalige Staatssekretär von S i m s o n. Die beiden ersten Sigungen dieser Tagung zeigten mit voller Klarheit die drei verschiedenen Strömungen. Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Gs ist kein Wunder, daß unter diese« Umstände« die bisher vorliegenden Wahlergebnisse einen überlegenen Erfolg der Regierungsparteien zeigen. I« hunderte« Ortschaften weist die Opposition nicht eine Stimme ans. polizeibrutaliiät in polen. Warschau, 20. Februar. sn der Durchführung des Arbeitslosenschutzes. auch der Ablauf der Unterstützungsdauer von 26 Wochen nach den Vorschriften der Arbeitslosenversicherung rückt für Zehntausende in bedrohliche Nähe. Es müssen deshalb unverzüglich die erforderlichen Maßnahmen zum Schutze dieser in die Hunderttausende gehenden Arbeitslosen getroffen werden. Was geschehen muß. Das Gesetz sieht vor. dah der verwaltangsrat der ReichsanslaU die Höchstdauer der Arbslt-lasenvnterstützung bei besonders un. günstigem Arbeitsmarkt auf 39 Wochen ausdehnen kann. Diese Varao-setzung ist nach der eingangs geschilderte« Lage des Arbeits- markte? gegeben: es darf deshalb mit der Verlängerung der Unterstühungsdauer nicht mehr gezögert werdrn. Die Gewährung der Arbeitslosenunterstützung als Krisen- Unterstützung muß der Reichsarbeitsminister in Zeiten au. dauernd besonders ongünstig« Arbeitsmarktloge zulassen. Auch diese Voraussetzung liegt vor. Es genügt jedoch nicht, die An- ordnung über EkNfiihrung der Krisenunterstützung für Arbeitslose über den 31. Mär; zu verlängern, sie muß vor ollen Dwgen aus sämtliche verofsgruppeu ausgedehnt werden. Außer- dem bedarf auch die Verordnung über di? krisensürsorge kridst ein« vcnderung, vor olle« Dingen hinsichtlich der Antik. stutzungsdauer. Es muß vorsorg« getroffen««den, daß ohne Rücksicht aus die Dauer der Arbeitslosigkeit die lluterilühung gewährleistet bleibt, so- lange angemesiene Arbeitsgelegenheit nicht nachgewiesen«erden kann. Rur so tönueu die Gefah'-en verm''eden m«deu. dle aus dem Abla-t der Ueberoanasbcttimruungev am 31. März entstehe». wie lange will der R eich sar beilsminister noch zoger«. diese Maßnahmen durchzuführen? Freigabegesetz endlich angenommen Auch vom Senat.— Deutsches Eigentum wird zurückgegeben. Washington, 20. Februar. Der Senat hat die Freigabebill ohne aaneent- liehe Abstimmung angenommen. * Damit ist ein jahrelanger Kampf glücklich beendet, der sich vor allem hinter den Kulissen des amerikanischen Parlamentes abgespielt und von dem die internationale Börsenspeiulatlon profiliert hat. Vor einem Jahre war die Erledigung der Vorlage an dem Widerstand eines Teils des Senats gescheitert. Der Entwurf mußt« etwas abgeändert werden und hat nun endlich beide paria- mentorische Körperschaften passiert. Das jetzt beschlossene Gesetz sieht«ine sofortig« Zahlung der Ansprüche amerikanischer Bürger gegen Deutschland b i S zu 100 000 Dollar vor. Der Ziest soll in Rate» gezahlt werden, außer bei Entschädigungen für Tod oder Körperverletzungen. di« sofort voll zahlbar sind. Di« Vorlage enthüll ferner die sofor- tige Zahlung von 80 Prozent des deutschen Privateigen- tums, dessen Rost erst später zahlbar sein soll, sowie die sofortige Zahlung von 50 Prozent der Entschädigung für deutsche, Schiffe. Patente und Radio st otionen. Die Restzahlung dieser Entschädigung, die 100 Millionen Dollar nicht übersteigen darf, soll ratenweise erfolgen. Die Forderungen des amerikanischen Staates an Deutschland(60 Millionen) werden erst nach der Erlkdigung aller beiderseitigen privaten Ansprüche gellend gemacht. Die einzige wesentliche vom Senat vorgenommene Aendenmz besteht darin, daß ehemals regierend« deutsche Fürsteufami- l i« n, soweit sie Beteiligung an deutschen Reedereien hallen, daraus Ensschädigungsansprüche nicht gellend machen dürfen. lehr« mit feiner mutigen Offenheit, seiner kenntnisreichen Darstellung der jungen Persönlichkeit, die ihm anvertraut war, und leuchtend war trotz all ihrer Schwächen das Eltern- paar Krantz, die dem Sohn vielleicht gerade dadurch so viel gaben, daß sie nichts geben wollten, als Liebe. Die große Lehre des Prozesses für die Schule ist, daß die Menschen nicht mit ihrem 19. Geburtstag erwachsen wer- den, daß man das Schutzalter für Jugendliche mindestens um zwei Jahre hinaufrücken muß. Es ist kein Gegenargu- ment, daß es neben solchen Jünglingen wie des spätreifen Krantz vielleicht eine ebenso große Zahl frühreifer Jünglinge gibt. Auch ihnen kann eine etwas feiner psychologisch begrün- dete Behandlung nur nützen! Umgekehrt müssen wir aber sagen, daß die neun Jahre höherer Schule für unsere Jugend zu lang sind. Gewiß, wenn wir daran glauben könnten, daß alle unsere Schulen elastisch, beweglich, lebensnah genug werden könnten, um den jungen Menschen die volle Betätigung und Auswirkung ihrer Kräfte zu gestatten, dann käme es auf ein Jahr mehr oder weniger nicht an. Der pflichtbewußte Unterrichtsbeamte wird sich vor- läufig in Deutschland neben dem gottbegnadeten Lehrer noch immer in der Ueberzahl hallen. Und die Schüler können froh fein, wenn bei oller mangelnden Kenntnis ihres feeli- schen Lebens doch immerhin so viel Güte und Sympathie ihnen entgegenkommt, wie Krantz sie genossen hat. Aber bei der heutigen Schulform schafft die Tatfache des Schüler- fcins starke Minderwertigkeitsgefühle, die sich gerade im sexuellen und erotischen Leben dieser Jugendjahre fürchterlich auswirken. Die Hauptforge um unsere Schüler fragt nicht: Sind die Schüler überbürdet? die Hauptfrage ist: Wie schafft man ihnen eine Lebensform, die ein stolzes und freies Selbstgefühl zur Entfallung bringt? Dos tut die Schule nicht. Sie muß deswegen spätestens im 18. Jahr den Schüler entlassen, wenn nicht dauernder Schaden angerichtet werden soll. Tiefer noch als Gericht und Schule ist in diesem Prozeß das Elternhaus in seinem Ansehen geschädigt. Weder die liebevollen Eltern Krantz' noch das EUernhaus der Scheller war auch nur im mindesten imstande, erzieherisch richtig ein- zuwirken. Den Wissenden war das immer bekannt. Aber es muß heute besonders betont werden, weil sonst eine wich- tige Gelegenheit verpaßt würde, um den Unsinn nachzu- weisen, den wir fast schon gemacht hätten, wenn wir, wie es die bisherigen Schulgesetzentwürfe wollen, unsere Schulform und unseren Schulaufbau aus de zufällige Entscheidung der jeweiligen Schulkinderellern begründen wollten. Eltern als solche sind für diese Entscheidung nicht vorbereitet, sie haben gar keine Distance zu ihren Kindern, sind nicht imstande, all- gemeine Grundfragen der Volkserziehung mit den Einzel- wünschen für ihre Kinder in Einklang zu bringen. Sie zum entscheidenden Faktor zu machen, bedeutet die gefährlichste Durchbrechung der Demokratie, die es gibt. Vielleicht gelingt es, im allgemeinen eine größere psycho- logische Schulung, ein feineres Aufmerken auf da» Wesen der Mitmenschen, etwas mehr Einfühlung der Erwachsenen in das Wesen der Jugend zu einem Destandtnl der deutschen Kultur zu machen. Den Eltern dazu zu helfen, ist die Pflicht aller öffentliche» Erziehungsorgane. Aber bis dahin wird noch manches Jahrzehnt vergehen. Wir können bis dahin den Ellern ihre Kinder nicht allein überlassen. Eine völlige Ilmorientierung unserer Reichsschulgesetzgebung ist nötig— das ist die Hauptlehre des Krantz- Prozesses' Schrei nach der Zensur. In katholischen Kreisen verstärkt sich die Tendenz, nicht- katholische Meinungen und Werturteile als Staatsverbrechen anzusehen. Die Demokratie gibt der katholischen Kirche Freiheit, für ihre Anschauungen zu werben und zu kämpfen— sie gibt aber auch ihren Gegnern die gleiche Freiheft. Es ist Mode geworden in katholischen Kreisen, gegen anti- kacholische Meinungen nach Zensur und Staatsanwalt zu rufen. Hohe katholische Geistliche haben gegen die Aufführung des Lucher-Films von Hans Kyser in Berlin protestiert, sie for- dern von der preußischen Staatsregierung Widerruf der Genehmigung des Films. Also Zensur. Es gibt immer noch viel zu viel Zensur in Deutschland. Mißbrauch der Zensur im Dienste einer religiösen Anschau- ung— das wäre sehr undemokratisch, sehr mittelalterlich und sehr unklug.: Die„Tägliche Rundschau" protestiert vom eoan» gelischen Standpunkt aus sehr heftig gegen diesen Schrei nach der Zensur: .Es ist nur natürlich, daß, um das Wert Luthers und seinen .Kampf gegen di« römische Papstherrschast über das deutsche Volk verständlich erscheinen zu lassen, die historisch belegbaren Mißstände der katholischen Kirche zu Luthers Zeit klar beleuchtet werden mußten. Historis,che Tatsachen lassen sich doch nicht einfach auslöschen, well ji« einem Teile der Bevölkerung nicht angenehm sind: aber daß dem anderen Tell die Erinnerung an sie verboten werden soll, ist doch«in starkes Stück." Diese Abwehr ließe sich Wort für Wort auf das staats- onwallliche Vorgehen gegen Friedrich Mendels„D i e K i r ch e in der Karikatur übertragen. Hier sollen historische Tatsachen nicht durä) Zensur, sondern gerichtlich unter- drückt werden. Es muß den Dunkelmännern auf die Finger gesehen werden! So sind sie! Spiegel für Kommunisten. Ein stockreaktionäres Berliner Mittagsblatt, der.Berliner Mittag", schreibt zum Hamburger Wahlergebnis:.Erfreulich ist immerhin unseres Erachtens die Tatsache, daß die Kommunisten ttn roten Lager Erfolge erzielen. Hoffentlich geht das so av e i t e r." * .,P r o w da" schreibt zur Vürgerblockkrise:.Die deutschen Lo.zieldemolraten haben ihr« Pflicht gegenüber dem Bürgertum ge> ton und für dos Budget zu stimmen beschlossen." Gekogen, wie nur die»P ra wda" lüg« tan»! Llnanstäudig! �christliche Klage über religiöse Reutralftät. Im.Deutschen", der Zeitung der chrislltchen Gewerkschaften. bezichtigt ein christlicher Gewerkschaftler aus Halberstadt die Sazialdemokratie und die freien Gewerkschaften lebhafter, v«- aiftworUrngsloser. denmgogischer, schäbiger Agitation. Er bemüh: sich, die sozialdemokratische Presse der„Berletzmig des Gefühls aller Anständigen" zu beschuldigen. Was regt den Wann auf? Er schreibt: „Vorgegangen wird so skrupellos wie noch nie. In vorwiegend katholischen Gebieten hängt man sich das Mäntelchen der religiösen Neutralitätum und ist ängst- l-ch bemüht, di« religiösen Gefühl« ja nicht zu ver. letzen. Ist man aber unter sich waschechten Ge- nassen, kann man Reden über Religion. Kirche und Geistlich« hören, die in ihrer alles gemein herunterziehenden Weis« nicht wiedergegeben werden können." Die Erregung dieses Mannes kommt daher, daß freie Gewerk- ' schatten und Sozialdemokraten religiöse Neutralität wahren und sich bemühen, sogar ängstlich bemuhen, religiöse Gefühle nicht zu ver- letzen. Er würde vermutlich eine kulturkämpferische Haltung der Sozialdemokratie lieber sehen— weil für ihn bequemer und well dann unangenehm« sozialeTat- fachen unter dem Geschrei über die. religionsseindliche Sozialdemo- krotic verborgen werden können. So bleibt ihm nur di« Ver- leumdung: unter sich ketzern sie. Woher weiß«« das, und wenn es wahr wäre— was ginge es ihn an? Der Mann hat mildernde Umstände. Er ist christlicher.Tabak- arbetter. feine Erregung rührt daher, daß die christlichen Tabak- arbeiier nach der Aussperrung über da? Derhälluis zwischen Wort- christentirm der Ausbeuter und Scharsinachergcsinnung nachzudenken . beginnen. Die Zeitung aber, die so unbewiesene allgemeine Verdächtigungen und Beschimpfungen wiedergibt, hat diese mildernden Umstand« nicht. Bange Ahnungen. Wie geht ea dem Rotprogramm? Amtlich wird gemeldet: Dos Reichskabinett befaßte sich gestern erneut mit dem Arbeitsnotprogramm und insbesondere der Vorbereitung und Sicherstellung seiner parlamentarischen Er- ledigung. Die.Täglich« Rundschau" schreibt:..Man kann natürlich. n i cht wissen, ob da? Notprogramm ungefährdet die parlamenta- rifck)« Beratung passieren wird. Gegenwärtig besteht aber kein Aiflaß, die Krisengefahr besonders an die Wand zu malen." Gegenwärtig! Wie sie das sagt! Amnestie in Oanzig. Danzlg. 20. Februar. Dem Bolkstog ist folgender Amnestie-Gesetzentwurf des Senats zur Beschlußfassung zugegangen: Alle wegen der vor dem 11. Januar 1928 begangenen politischen Verbrechen und Vergehen erkannten Freiheits-, Geld. und Nebenstrasen werden erlassen und di« wegen solcher Verbrechen und Vergehen schwebenden Untersuchungen niedergeschlagen. Ist für solche strafbaren Handlungen eine Untersuchung noch nick» eingeleitet, so wird Strafireiheit gewährt. Ob eine Untersuchung niederzu- schlagen, ist von Amts wegen in jeder Phase des Verfahrens zu prüfen. Der Beschuldigte ist vor der Entscheidung zu Hörem, Die Not mit dem Notprogramm. Der Cavell-Mlm verboten. Eine englische Kriedensgeste. Soitvott. 20. Jftbtmtz. Tie Allmzeusurbehörde hat die Genehmigung zur Vorführung des Cavell-Films verweigert. * Man muß zu dieser Entscheidung die britische Film- behörde beglückwünschen, denn die Aufführung dieses Films hätte zweifellos die Kriegsleidenschaften im Volke aufs neue ganz überflüssigerweise aufgewühlt. Auch dem deutschen Auswärtigen Amte könnte man zu dem Erfolg seiner Vorstellungen in London gratulieren, aber die von ihm bei dieser Gelegenheit entfaltete Aktivität sticht merklich ab von der Passivität, die die Reichs- regierung gegenüber deutschen„patriotischen" Filmen bisher gezeigt hat. Es ist uns nicht bekannt, daß die Reichsregierung bisher auch nur einen Finger ge- rührt hat, tun die.nationalistische Filmseuche im eigenech Lande. zu bekämpfen. Der PH o eb ns- S k a n d ä k beweist sogar, daß amtliche Stellen im Gegenteil bestrebt waren,.nationale" Filme und damit die kriegerischen Instinkte des Publikums zu fördern, also letzten Elches ge° rade dasselbe zu tun, was man durch den Londoner Protest- schritt gegen den Cavell-Film bei den anderen verhindern wollte und verhindert hat. Briiifcher Diplomatenwechsel. Tyrrell geht nach Paris, Lindsay nach London. Im englischen diplomatischen Dienst sind zwei wichtige Der- änderungen eingetreten: zum Botschafter in Paris ist der bisherige Staatssekretär im Auswärtigen Amt Sir William Tyrrell ernannt worden, während der bisherig« Botschafter in Berlin, Sir Ronald Lindsoy, Tyrrells Posten in London einnehmen wird. Sir William Tyrrell hat in den letzten Jahren eine führend« Rolle in der britischen Außenpolitik gespielt, da er, ohne die politisch« Berantwarwng vor dem Parlament zu tragen, alz Staatssekretär den diplomatischen Beamtenapparat in der Hand hatte. Es läßt sich nicht gerade behaupten, daß die Außenpolitik Großbritanniens seit der Rückkehr der Konservativen zur Macht fortschrittlich und friedensfördernd war. Im Gegenteil: wo auch in Europa saschistische Regierungen am Ruder waren, erfreuten sie sich des britischen Wohl. wollens, was für sie von ungeheurem Vorteil war und zugleich eine indirekte Ermutigung zur dauernden Beunruhigung ihrer Nachbarn bildete: siehe Italien, Ungarn. Bulgarien, Litauen. Dagegen spitzte sich der Gegensatz zwischen England und Sowjetrußlond ständig zu, wodurch die allgemeine Unruh« m Europa bedeutend verschärft wurde. Es wird versichert, daß die treibende Kraft dieses reaktionären Kurses gerade Sir William Tyrrell war, der als Be. Herrscher der diplomairschen Bureautratie auf seinen Minister Cham» berlain den maßgebenden Einfluß ausübte. Im übrigen war Tyrrell als getreuer Angehöriger der katholischen Kirche bestrebt, möglichst viele Glaubensgenossen an einflußreiche Stellen in der Londoner Zentrale und im Außendienst' zu setzen. Es läßt sich nicht voraussehen, ob Tyrrells Versetzung nach Paris und seine Ersetzung durch Lindsay den künftigen allgemeinen Kurs der britischen Außenpolitik wesentlich beeinflussen wird. Zu wiin- scheu wäre eine solche Kurzänderung jedenfalls, denn die Sache des Friedens hat— trotz Locarno— seit der Machtergreifung durch die Konfervatwen im Herbst 1324 keine Förtschritie gemacht. Biel- mehr trifft die Kennzeichnung zu, die der„New Lea der", das Wochenblatt der Unabhängigen Arbeiterpartei Englands, vor einigen Tagen in einer Parodie auf die Thron red c von der briti- scheu Außenpolitik gab: „Meine Lords und meine Herren Unterhausmitglieder! Mein« Begehungen zu den fremden Mächten(mir Ausnahme von Ruß- - lond, Indien und anderen Ländern) sind weiter frestnd- . f ch af iiiä), obwohl sich meine Minister die größte Müh« geben, das Land in schwierige Situation«» überall in Emopo zu verwickeln, und obwohl sie durch ihr widersinniges Verlangen nach einer alleinigen Beherrschung der Meer« gespannte Beziehun. gen zu den Vereinigten Staaten von 2lmerika geschaffen haben. Es ist der dauernde Wunsch meines Volkes� daß die Regierung im Zusannnenwirken mit dem Völkerbund auf die Teilegung von intentwtionalen Streitigkeiten und auf die Sicherung des Friedens bedach« sein sollte. Leider ist aber mein Auswärtiges Amt total unfähig, etwas anderes zu machen, als Un. ruhe auf dem Äonünent zu verurfachcn und alle konstruktiven Vorfchläge für die friedliche Beilegung der Schwierigkeiten in Europa und in der Welt abzulehnen. Ich bedaure, daß es nicht in meiner Macht lag. meine Regierung daran zu hindern, das Prestige Großbritanniens im Rot des Völkerbundes herabzusetzen." Sir Ronald Lindsay, der übrigens mehr als zehn Jahre jünger ist als der bisherige Staatssekretär, ist. polltisch betrachtet, ein unbeschriebenes Blatt. Er kam im Herbst 132« als Nach- folger von Lord d'Abernon nach Berlin und befleißigte sich einer auffallenden Zurückhaltung, die von der außerordentlichen Rührig» keit feines Vorgängers auf diplomatischem und gesellschaftlichem Gebiete sehr abstach. Es ist zu hoffen, daß Sir Ronald Lindsay, der mehr in der West hennngekommen ist als Tyrrell, einen günstigeren Einfluß auf die britische Außenpolitik ausüben wird, als es unter letzterem der Fall war. Es kann jedenfalls für das deutsche Volk nur von Vorteil sein, wenn auf dem verantwortlichen Posten des Staatssekretärs in London ein Mann steht, der immerhin Deutsch» lond und dessen führende Persönlichkeiten kennengekerist hat, während Tyrrells entschiedene Frankophilie sich bei vielen Gelegen- heften, insbesondere in der Zeit der Ruhrbesetzung, sehr ungünstig ausgewirkt hat. lieber die Person des Nachfolgers Lmdfays m Berlin ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Asquich- der Mann. Em Porträt. Die sterbllchen lleberrest« Lord Oxfords (Asquitb) wurden am Montag dem Wunsche des Verstorbenen entsprechend auf dem ländlichen Friedhof von Sutton Eourtney, wo er seil 60 Iahren seinen Wohnsitz hatte, zu Grabe getragen. T. W. London. 18. Februar. Sein war nicht die Flötenstimme Lloyd Georges, die be- zaubert und verführt, nicht Ramsoy Macdonalds melodisches Organ, dessen musikalische Spannwefte— von lyrischer Weiche zu trompetengleicher Wucht— im Unterhaus seinesgleichen sucht, nicht B o l d w i n s verhaltene Nüchternheit mit ihrem Untertone von Gefühl und Leidenschaft. Er war ein Redner im alten Sinn« des Wortes. Gewiß nicht pompös, mft kontinentalen Maßstäben be» trachtet. Aber mit einem pompösen Einschlag an der rednerischen Tradition des Unterhauses, dieses„ersten Klubs der Well" gemessen. Er besaß keine natürliche Phantasie', was auf den ersten Blick so scheinen mochte, war nichts als das Spiel eines ausgezeichnet geordneten Advokatenintellektes, der all« Register nach Bedarf zu ziehen vermochte. Asquith. der Redner, war in erster Linie ein eis- kalt logischer politischer Rechner, der überdies einen Teil seiner parlamentarischen Triumphe dadurch erzielte, daß er stets, bewußt oder unbewußt, den Eindruck erweckte, er Halle mit seinem besten Willen zurück, habe mehr zu sagen, als er auszusprechen für gut hielte.' Asquith war kein Schauspieler, aber er hatte sich doch auch ein« Maske zurechtgelegt, die seiner Karriere in diesem Lande des siegreichen äußeren Anscheines unendlich zugute kam: er unter- strich da» Gebietende, Autoritative, mft dem ihm die Natur äußerlich beschenkt hatte, stilisierte sich selbst ins Klassische, irug bewußt seinen römischen Kops wie ein Prokonsul der Republik Roms hoch über dem Getümmel. Ein Bild aus der Zell der Kämpfe um die Beschneidung der Macht des Hauses der Lords hält ihn in dieser Pose für alle Zeiten fest: vorne die wütenden, tobenden Bänke der Konservativen, die ihn durch einen in der Geschichte der„Müller der Parlamente" einzig dastehenden Klamauk(eine volle Stunde lang!) am Weitersprechen hinderten. Im Hintergrund«, groß, gebietend, unerschüllert der Ministerpräsident Asquith, unfähig zwar, seine Gegner zum Schwei- oen zu bringen, aber hoch über dem Getümmel entfesselter Leiden- schaften. Daß diese Geste, die Asquith durch Sine beinahe fünfzigjährige politisch« Karriere hindurch aufrechterhalten, nicht durchweg nrnerer Stärk« entsprach, zeigt das letzte Jahrzehnt seiner politischen Karriere, die nach einem bis ins sechste Jahrzehnt seines Lebens reichenden ständigen Ausstieg, währenddessen alles zu gelingen schien, im Zeichen tragischen M i ß l i n g e n s stand. Gewiß, im Kampfe um die Vorherrschaft des Unterhauses halle er sich in schweren porlomentarischer Kämpfen als Sieger erwiesen. Aber ipätsr, nachdem er die Nation in den Krieg geführt, erwies er sich nicht mehr als der Mann der Stunde. Ihm fehll« die magnetisch« Kraft der Persönlichkeit, die Großbritannien wie ein Stimulanz stets in schicksalsschweren Augenblicken erwartet, und sein Sturz, äußer- lich gesehen, nicht« als dos Spiel schmutziger polftischer Intrigen. war, objektiv genommen, ohne Zweifel dar Ausdruck einer Stimmung der Mehrheft der Ration. Als nach dem Krieze, im Gefolge der Koalitionspolillk Lloyd Georges, die alle Grenzen zwischen Liberalen ttnd Kölifervativen zeftweise verwischt und den dritischen Liberolis- ■znus von oben bis unten-gespalten hätte. AsqUfths Partei PS zer» fallen begann— auch da versagte sein persönlicher Appell zur Eift- gung. Erst als der Haupsschuldigs an dem Zusammenbruch, Lloyd George selbst, mit sein« größeren Leidenschaft sich o» die Einigung machte, begann die zerbrochen« Partei wird« neu zu leben. War es oerfazende Kraft, die sich in diesem letzten Lebensjohrzehnt in solchen Riedetjagen auswirkte, war es Ungunst ubermächüger äutze- rer Verhältnisse, Asquith selbst hat— bei aller tiefen inneren, von semer nächsten Umgebung ständig geschürte, Erbitterung gegen Lloyd George, die er ni«f)l ganz zu verbergen ver- mochte, die Schuld nie auf Personen geschoben. Loyal gegen seine Freu.rde, hat er seine ipnere Dornehmheft auch seinen Feindeu gegenüber bewiesen. Gleiches mit Gleichem nie vergolten und schlleß-- lich mft ruhiger Würde den Zusammenbruch seiner Existenz ge- träger Im Jahre 1924 schließlich von einem verhältnismäßig un» bekannten Abgeordneten der Arbeft erpartei geschlagen, fand sein« politische Existenz, soweit sie an das Unterhaus geknüpft war, ihren Abschluß. Und es ist nicht ohne tragische Iro.iie, daß der Mann, der wie kein anderer Politiker der letzten fünfzig Jahre für die Ober- Herrschaft des Unterhauses gekämpft hatte, die letzten Jahre feines Lebens als Mitglied des Hauses der Lords verbrachte. Asquith war gewiß kein bewußter Gegner der Arbeiterschaft, hafte er doch selbst zu lang«, gestützt auf Arbefterstiimnen, die höchste politisch« Würde seines Landes be- kleidet. Aber er war nicht nur seiner Herkirnst noch, sondern in seiner ganzen Einstellung durch und durch bürgerlich. Je be- wüßter sich die Arbeiterschaft ihrer eigenen Wünsche und ihrer eigenen Sendung wurde, um so tiefer wurde die Kluft. Auch als er die Arbeiterpartei 1324 in den Sattel setzte, da geschah es weniger, um der Arbeiterpartei„eine Chance zu geben", wie er behauptete, sondern um ihr Gelegenheft zu gewähren, unt« den ungünstigsten parlamentarischen Machtverhältnissen abzuwirtschaften. Der Sturz der Arbefterregierung riß aber seine eigen« Partei in den Abgrund, und lvährenb die unterliegende Labour Party nur ein« Einbuße an Stimmen«rlill, wurden die Liberalen in den Neu- wählen völlig aufgerieben. Es ist für seine Stellung zur Arbefterbewegung am Wend seines L«benZ beinahe symbolisch, daß die letzte Gelegenheit, bei der er im Willelpunkt einer össenllichen Diskussion stand, der Generalstreik war; damals schlug er sich in einer öffentlichen Kundgebung, in der er die Aenßerungen notorischer Arbeiterfresser übertrumpfte, auf feiten der R«- gie run p. So endet« ein« pollische Laufhrbn, die beim Radikalls- mus begonnen Halle, m einer offenen Kriegserklärung an die Ärbefterschaft Asquith war der letzte in der Reihe der Polftiker des 13. Jahr- Hunderts, die man in England mft einer Mischung aus Hochachtung und Ironie ,hie großen Parlamentarier" nennt, der Männer, die die parlamentarisch« Etikette, den parlamentarischen Redestil, den „Geist des Hauses" zu einer Religion erhoben hatten und in der Politik eine Art von höherem Sport, bei dem es im Grunde nicht darauf ankommt, bei welcher Mannschaft man steht: Die Ankunst der Arbeiterpartei hat dieser Form von Pölftik in England ein Ende gemachi. Seither klang Asqulths Stimme fremd in einer fremden Welt. Sein Scheiden hinterläßt keine Lücke— er war cht lebender Anachronismus geworden. Die ZDasfcnzerstörung in S)f. Gotthard ist bestritten worden, sie stimmt aber: man läßt den Waffen den Charakter des Kriegs- Materials nehmen, d- H. sie werden verschrottet, um am 24. d. W. oersteigert zu werden, da sich ein Empfänger nicht meldet. Seipels Kotau vor Mussolini. Einmütiger Protest Ilordtirols. Innsbruck, 20. Februar. Di« Innsbrucker Blätter sämtlicher Parieirichtungen. auch die christlichsoziolcn Parteiorgane, sind mit den jüngsten Aeußerungen des Bundeskanzlers Dr. Seipel über die Sudtiroler Frage nicht einverstanden und verlangen«ine energische Ber» tretung der Interessen der Deutschen südlich des Brenners. In diesem Zusammeichang bringt di« sozioldeumkratische„Volkszeftung" die Mftteilung von einem Schritt der italienischen R«- gierung im Wiener Außenministerium wegen angebsicher für Italien unfreundlicher Reden einiger Tiroler Landtägsabge- ordneten,, die während der Debatte über die Schaffung einer Tiroler Landesgedenkmüuzc sür die Verteidiger Tirols im Weltkrieg gehatten worden sein._ Enttäuschte Tippdamen. » Brüx ein« Äonfsrenz der Der- trauensmänner und Betriebsräte der Union der Berg- arbeiter. Dieler Unten gehören 40 Prozent aller streikerdon Bergarbeiter ohne Unterschied der Nation und di« weitaus über- wiegend« Mehrheit der deutschen Lergarbciter im nordwestböhmischen Revier an. Die Konferenz billigt« in einer Entschließung das bisherige Vorgehen der Bergarbeiterorganisationen, wandt« sich gegen die undisziplinierte und u n g e w e r k sch a f tl i ch e Ver- Weigerung von Notstandsarbelten durch di« Kom- munisten und forderte schließlich dix Zurückziehung der großen Gendarmerieaufgebot«.... « Prag. 20. Februar.(TU.) Die politische Bezirksoerwaltung von Brüx hat heute, um die Sicherung der Ruhe und Ordnung aufrechizuerhallen. den kom- munistifchen Aktions st reikausfchuß in Bruch auf- gelöst und jode Tätigkeit desselben verboten. In einer Kund- machung werden Zuwiderhandlungen mit schweren Strafen bedroht. Diese Maßnahme der Behörden Hot zu einer großen Aufregung unter der Arbeiterschaft geführt. In Oberleuiensdorf hoben 4 0 kom m u- nistische Arbeiter die einfahrenden Notstands- arbeiter angegriffen, wobei einige Arbeiter verlegt wurden. Mit Ausnahme des Brucher Gebiets werden die Notstands- arbeiten in Ruhe durchgeführt. Die Kommunisten agitieren überall für den Generalstreik. Die für den 23. Februar geplanten Verhandlungen zwischen den Bergbaubesttzern und Bergarbeitern sollen wegen der Verschärfung der Lage bereits am Dienstag im Arbeilsminislerium stattfinden. d«(frttino, 91®®■®:r.»n«Dftro{ic! Mittsoch, 22, ffebruor, 15V4 Uhr. � L3 im Lokal narus. Boltaftr. 19, Versammlung aller<�PD.�Senossen der � N ÄEG�Brunneastraße. Der Fraktiouovorstand. m Freie®e>oerl!ihast»iugcnh ffitaft-Sctlin. Heute, Dicnstas, t9Vi Uhr, tage» dir Gruppen: Humboldt: Iugendhcim Graun. Giie Lortz:na>traKe. Muhl, und VD'lstauzabcnd.— Eiidoftcn: Iug:ndnc:m de» Vrrlchrsbundcs, Gnaeluicr 24 M, Aufgang B, pari. links. Tortrag:„Aus der Grfchickur der russische» Grmcrk- schaitsbctvrguug."— Trrptow: Erupp-nhe'm Schuir Wild.'nbruchstr. iWT-t(Hort- -immer). Lildrraixnd.— Fruntfurte« Asscc: Städtisch«» 3ug:»dl>«im V lauer Strahl 18, 3 mmcr 2. Vorlraa:„Die Geschichte drr S,eoolutivnen." La: d». bergcr PIuh: Iussendhrim Gicftclmrgcrssr. 5. Vortrag:„Dir Sntro�cklun» drr Eewcrkschasirn dl» zum Nricgc."— LiltUcnbrrg: Iugrndheim Vossrstr. 22. Voilstanzabrnd.— SchSaclpcld«: Iugcndhcim RicdrrschSncwridc, Srrlincr Eirossr Zl. Spiel und?anz. Zugcrdgruop« dr««dA. Heute, Dienstag, Turnabrnd von 20 bis iE Uhr in drr Turnhalle der Schule Baruther Str. 20 Durnkle�dung ist m'tzubr ngrn. In Anbetracht brs bcvorNehrnden i> eichsjugendtagcs, bei dem auch sportlich« ZSettiämps« ausgelragcn mcrdrn, bitte» wir alle Iugrndlreunde, die turnerisch dcsähigt stnd, an den Turnabrnden teilzunehmen. Serantmortlich kst: Dolitik: Dr.®urt Seyer: Wirtslhait:®. kklingrlhrser; Gctoerkschaftsbewcgnna: Fr. Etzkor»! Feuilleton: 5t. S. Dölcher: Lokales und Sonstiges: Frist Rorstädt: Anzeigen:!h Sloike. ssämtlich in Berlin Verlag: Borwärts-Brrlag GmbH Berlin Druck: Borwärts-Puebdrockere» und Bcrlagsanitall Paul Singer u Co. Berlin SÄ S8 Lindenstrone Z. Hierzu 2 Beilaoe» und.Unte�ialtuua und Wissen- Der Ablehnungsbeschluß. Der zweite Schiedsspruch nicht besser als der erste. Halle, 20. Februar.(Eigenbericht.) Die heule im Volkspark tagende Funktionärkonferenz de» Deut- fchen vletallarbsiieroerbandcs faßte ihre Stellungnahme zum Schiedsspruch in folgender Entschlleßuog zusammen: „Die am Zlloniag, dem ZO. Februar. In Halle lageude Sanier enz des Deutschen Vlelallarbeikcrverbandes erklärt nach Kenntnisnahme des am IS. Februar gefällten Schiedsspruches diesen für unav- nehm bar. Sc ist nicht nur bezüglich der höhe der Zulage vaznläuglich, sondern ouck) in feiner Laufdauer nntrag- bar. 3m Endeffekt ist dieser Schiedsspruch in seiner materielle« 'Auswirkung nicht anders zu werten, als der am 12. Januar g«- fällte, die dieser eine kürzere Laufdaoer hatte. Aus diesem Grunde hält die Konferenz es uicht für möglich, daß der Reichsarbeitsminister, nachdem er den ersten Schiedsspruch nicht gedeckt hat, diesen für�verbindlich erklärt. Eine verbindllchkeilserklä- rung dieses Schiedsspruches wäre nicht nur inkonsequent, sondern liefe auch aus die Irreführung der Oessentlichkeit hinaus. Die Konferenz ersucht den Vorstand, mit allen ihm zur ver- fügung stehenden Mitteln eine eventuell beabsichtigte verbind- lichkeitserklärung abzuwehren." Diese Entschließung wurde einstimmig ohne Stimmenthaltungen angenommen. Vor der Aussperrung in Württemberg. X Stuttgart, 20. Februar. Iu Württemberg droht die Aussperrung vou rund 7 8 0 0 0 Metallarbeiter n. In Stuttgart haben soft olle, insbe- sondere die großen und mitstereu Beiriebe die Kündigung bzw. Au». sperrung durch Anschlag auf Mittwoch, den 22. Februar. bekanntgegeben. Sympaihiekunbgebung. Der Metallarbeiter in der Tschechoslowakei. Prag, 20. Februar. Der Vorstand des tschechoslowakischen Meiallarbeiierverbandes hat In seiner Sitzung beschiosien, den ausgisperrlen vkeiallarbeitern in Deulscheu Reiche seine Sympathie auszusprechen. Was Thälmann in Moskau erzählt. Die Spekulation auf den Metallarbeiterkompf. Moskau, 19. Februar.(Ost-Expreß.) Auf dem setzt tagenden Kongreß der Metallarbeiter der Sowjet- union hatte Thälmann den Austrag, dem Kongreß einen Gruß des Exekutivkomitees der Komintern zu überbringen. Gr verband damit einen ausführlichen Bericht über die Lage der Metallarbeiter in Deutschland und führte.zum Schluß aus: Die aktuellste Auf- gab« des Gcsamtproletariats der Sowjetunion bestehe In der k u l- turellen Umerzieh nng der Massen, in ein«r kulturellen Revolution. Die Metallarbeiter würden dabei eine b e s o n- ders bedeutende Rolle spielen, weil der Verband der Metall- arbeiter bereits zu Beginn der Revolution„«in Gardekorps auserlesener Kämpfer' gestellt Hab«. itohnbewegung bei der AEG. Einrichter, Vorarbeiter und Revisoren fordern. In den AEG.-Fabriten Ackerstraße und Treptow-Hoffmann- straße haben die Einrichter, Borarbeiter und R e v i- soren eine Erhöhung ihrer Löhne um 10 bis IS Proz. gefordert. Diese. hochqualifizierten Arbeiter, von deren Leistungen nicht nur di« Quantität, sondern auch die Qualität der Pro- duktion abhängt, verdienen im Zeitlohn 1,09 bis 1,17 M. pro Stunde. Den Spitzenlohn von 1,17 M. haben jedoch nur wenige dieser Arbeiter. Die meisten haben einen durchschnittlichen Berdienst von 1,12 M. pro Stunde. Die Werksleitungen erklärten, daß sie zu Lohnerhöhungen keine Bollmacht hätten, sondern daß hierüber nur die Fabrikenoberleitung entscheiden könne. In den Betriebs- Versammlungen, die während der Arbeitszeit mit Genehmigung der Werksleitungen abgehalten wurden, gaben die Vertreter der Werke die Erklärung ab, sich bei der Fabrikenoberieitung für die Forde- rungen einsetzen zu wollen, da sie diese Forderungen für berechtigt hotten. Es wurde weiter zugesagt, daß zu den Derhandlungcn zwischen dem Metallarbeiterverband und der Fabrikenoberleitung auch Slrbener aus den Werken zugezogen werden sollen. Hoffentlich zeigt die Direktion der AEG. den Forderungen der Arbeiter gegenüber Verständnis, so daß ein Konflikt vermieden werden kann. Was diese Arbeiter fordern, ist nicht mehr, als was gleichqualifizierte Arbeiter selbst in der Berliner Metallindustrie schon längst oerdienen. August Werner. 6S Jahre alt.» August Werner, der zweite stellvertretende Vorsitzend« des Deutschen Verkehrsbundes, beging gestern seinen KS. Geburt»- tag. Werner gehört mit zu denen, di« ihr ganzes Leben in den Dienst der Arbeiterbewegung gesteltt und in selbstloser Hingab« für die Be- freiung der Arbeiterklasse gewirkt haben. Don Beruf Handels- Hilfsarbeiter, erkannte August Werner schon frühzeitig die Nat- wendigkeit einer Organisation für seine Berufskollegen. Schon in der lokalen Handelsarbeiterbewegung beginnt seine eifrige Werbe. WERTHEIM iir BÜCHBR Neue bllliae Ausgabe Conrad Ferdinand Meyer sszssplÄ! ausaemeret habe. Wir seien mit tausend Plagen behaftet, die man in Utopien nur aus alter Ucberlieferung kenne.„Die Ratten nagen, die Fliegen verfolgen einen und machen einen verrückt, ich gebe es zu, meiit Herr, ich gebe es zu. Wir versinken tiefer in Unannehmlichkeiten, Not, Bedrängnisse und Qual an Leib und Seele, in Bitternis, Schrecken und Verzweiflung, als Sie es je erfahren haben. O ja, aber steigen wir nicht auch höher? Ich nehme es mit Ihnen auf! Was können Sie in dieser unendlichen Lieblichkeit von der Stärke der wilden, furcht- gepeitschten Kraft vieler unserer Anstrengungen wissen? Was können Sie von letzter Frist, Zwischenspiel und Flucht wissen? Denken Sie an unsere vielen Freuden, die außerhalb Ihres Gesichtskreises liegen! Was wissen Sie von deil ersten süßen Tagen der Genesung? Von Ferien, in die man sich aus einer widerwärtigen Umgebung rettet? Von dem Gefühl. dos man empfindet, wenn man Leben und Glück aufs Spiel setzt und gewinnt? Vom Gewinnen einer Wette mit riesigen Einsätzen? Von der Befreiung aus dem Gefängnis? Und, mein Herr, es soll in unserer Welt sogar Menschen geben, die im Schmerz selbst Begeisterung gefunden haben. Weil unser Leben furchtbar ist, mein Herr, darum hat es Augenblicke, und muß solche haben, die unvergleichlich glänzender sind, als die Sie erleben. Unser Leben ist titanenhaft, mein Herr, während Ihres nur niedlich ist. Und wir sind daran gewöhnt und sind abgehärtet. Unsere Schneide ist schärfer gehärtet. JDas ist der Punkt, auf den ich nun zu sprechen komme. Fordern Sie uns auf, unsere Unordnung, unser irdisches Elend und unsere Not, unsere hohe Sterbeziffer. unsere scheußlichen Krankheiten aufzugeben, und auf die erst» Frage hin wird jeder Mann und jede Frau in der West jagen: „Ja, gerne, ja!" Auf die erste Aufforderung, mein Herr." Mr. Catskill hiest einen Augenblick seine Zuhörerschaft mit dem ausgestreckten Finger gebannt. „Und dann würden wir zu überlegen beginnen. Wijr würden fragen, so wie Sie uns von Ihren Naturforschern erzähsten, wie diese wegen Ihrer Fliegen und derartigem un- angenehmen Kleinzeug gefragt haben, wir würden fragen: „Was geht mit unter? Was ist der Preis?" Und wenn wir erführen, daß wir als Preis dafür jene Lebenskraft, jene kon- zentrierte Tatkrift, jene aufgespeicherte und erfahrungsreiche Zähigkeit, jene rattenähnliche, wolfsähnliche Zähigkeit, die unser fortwährender Kampf erzeugt, aufgeben müßten, dann würden wir zaudern. Wir würden zaudern. Letzten Endes. mein Herr, glaube ich, hoffe und glaube ich, wahrlich ich schwöre und bin überzeugt, wir würden sogen:„Nein, und nochmals nein?" Mttfttzuog jotgtl « •Tusgang b« Prozess« zu Sls her Angeklagte bn Portal auf her Straße erschien, und erkannt wurde, erschollen hundert» stimmige chruhmfe. Alles drängte auf ihn zu. man hob ihn unter neuen chochrufa» auf die Schultern. Es blieb schließlich Krantz, um sich vor dem Ansturm zu retten, nichts übrig, als in einen gegen- überliegenden Friseurladen zu flüchte», der sofort von Hunderten von Menschen umlagert war. Schließlich gelang«o ihm aber, ungesehen durch einen Nebenausgang des Hauses ins Frei« zu gelangen und wegzufahren. Aehnlich erging es seinem Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Frey, dessen Auto unter Hochrufen von Hun» derten von Mensihen umringt wurde. Nur mit Mühe und Not konnte sich der Wagen durch die Massen, die die Schutzleute nicht zurückzuhalten vermochten, seinen Weg bahnen. Erst lange nachher zerstreuten sich die Menschenmassen, die eifrig und mit Befriedigung den Ausgang des Prozesses besprochen. » Dreieinhalb Stunden brauchte das Gericht zur Beratung. Stand der Antrag des Staatsanwatts in keinem Berhollnis zur Schwere der Anklage, so mutete das Urteil wie eine Grotesk« gegenüber der Tragik des Prozesses an. Auf Mord lautete der Eröffnungsbeschluß. wegen unbefugten Waffenbesitzes wurde Krantz verurteilt. Selten hat sich die öffentliche Meinung so in ein schwebendes Verfahren wie im Prozeß Krantz eingemischt. Es war dies nickt nur ihr gutes Recht, es war sogar ihre Pflicht. Gäbe es noch Geschworene, ein derartiges Verhallen der Ocffentlich- feil wäre undenkbar. Ei» Schöffengericht, in dem Berufsrichter dominieren, muß es sich ober gefallen lassen. Der F r e i s p r u ch mar das Verdienst des öffentlichen Ansturmes gegen die Ungeheuerlichkeit des Verfahrens und der Anklage In Sachen Krantz. Es war auch das Verdienst der pädagogischen und wedi- zinischen Sackwerstöndixenbank. die die Jugcndpsychie dem Gericht erst verständlich gemocht Hot. Es war am wenigsten das Verdienst des Gerichts. Man denke sich einen Fall Krantz in der Provinz. Härte da der Staatsanwalt einen ähnlichen milden Strafantrag gestellt? Hält« da das Gericht ein ähnlich mildes Urteil gelallt? Die strafprozessualen Folgerungen aus dem Der- lahren gegen Krantz bleiben trotz des milden Spruches des Gerichts in ihrer ganzen Bedeutung bestehen. Gehören junae Leute bis zum 21. Lebensjahr vor das Erwachseirengerichts Müssen Äugendlich« über 16 Jahr« uirter allen Umständen vereidigt werden? Ist die Doro«re!digung tot sächlich, wie dies der Vorsitzende erklärte, ein Mütel zur Erzwingung der Wahrhaitigkeit eines Zeugen? Hat die Fusttzbehörd« sich nicht schwere Unterlassungssünden zuschulden kommen lassen, als es nicht bereits im Ernnttlungsoerfahren psych»- logische und medizinische Sachverständig« von Ruf gehört Hot? War die Durchheckelung d-r intimsten Angelegenheiten junger Leute für diesen Prozeß erforderlich? Nock» mehr von diesen Vroblemen könnten ausgeworfen werden. Es wird sich noch Gelegenheit bieten, sie ausführlicher zu behandeln. Der Prozeß Krantz bildet aber kein Rubmesl'latt in der Moobiter Gerichts- chronic— trotz des milden Urteils. Oer gekränkte Reichsbahnmafchinenmsisier. .Iungferchen, wenn du nicht willst, dann fliegst du." Im Hintergründe eines Veleidigungs�ro.zefies, der mit neunzehn Zeugen vor dem Potsdamer Amtsgericht spielte, tat sich die Tragik einer Hinkemann-Eh« aus. Wenn diese Beklagte, Frau D. aus Seddin, ein kvaft- imd gesundheffstragendsr Mensch, nicht die Ehe- trau eines Ersenbohninvaltden, eines sogenannten Hinkeinanns wäre, dann wäre es wohl gor nicht zu diesem Prozeß gekommen. Der Mann der Beklagten, früher gesund und normal, war auf dem Bahnhof Neu-Seddin beschäftigt und erlitt vor Jahren«inen schwereil, verhängnisvollen Betrisbsunfoll. Er bekommt S0 Mark Monatsrent« Die Frau half mit auf dem Betriebsbahnhof als Reinemachefrau. Ende Juni vorigen Jahres sollt« sie auf dem Wasserturm Fenster reinigen. Sie verweigerte aber dt« Arbeit. Vom Reichsbahvmaschinenmeislcr Schilling in Seddia erhielt sie die fristlose Enflossrnig. Und bald lief beim Bezirksbetriebsrat in Berlin ein Schreiben der Frau«in. in dem sie behauptet«, der Maschinenmeister Schilling Hab« sie ständig mit unsittlichen Anträgen belästigt. Vor dem Gericht in Potsdam trat Schilling als Privat- kläger aui. Versitzender: Weshalb ocrweigerren sie die Arbeit auf dem Wasserturm, Frau D.? Beklagte: Schilling wollte mich doch nur in den Wasserturm haben, damit ich allein be- schästigt bin. Er wäre mir sofort nachgestiegen. Zu Hause hat er mich mal über mein Bett geworfen, und als ich in der Lokomotiv- stub« ohnmächtig wurde und auf der Pritsche log, hat er mich an die Brust gefaßt. Ich habe mich gewehrt, aber da sagte Schilling: ,N a. Jungferchen, wenn du nicht willst, dann fliegst du." Ich rvar kaum 12 Tage im Betrieb, da war er schon hinter mir her. Vorsitzender: Na, Herr Schilling, was sagen Sie dazu? Kläger: Die unsittlichen Anträae sind all« zugedichtct. Ich bin der Frau nie zu nahe getreten. Die Frau versucht den Wahrheitsbeweis für ihre Behauptungen anzutreten, eine schwer« Aufgabe. Eine Hauptenttastungszeugin. der der Privatkläger ähnliches für Geld angeboten haben soll, ist erkrankt. Ein Eisenbahnbeamter be- kündet, daß Frau D. eines Tages mit verweinten Augen herunter. gekommen sei. Dabei soll sie geäußert haben, Schilling hat wieder seinen verrückten Tag. Cr will sein Mütchen an mir kühlen. Jetzt melde ich es aber doch dem Betriebsrat. Ein Eisenbahnobersekretär bekundet, daß der Privatkläger Schilling als lügen- boftzubezeichnensei. Im Dienst ist es vorgekommen, daß Schilling noch einem Kegelabend erst um 11 Uhr vormittags zum Dienst gekommen sei. Der als Zeuge geladen« Bezirksbetriebsrat Berlin bekundet, daß Schilling schon zweimal strasversebs worden ist. Das Gericht kam zu der Ueberzcugung. daß der Kläger sich in sittlicker Beziehung nichts hat zuschulden kommen lassen. Die Beklagte ist eine stark sexuelle Per- sönlichteit. die in ibrer Che nach einer Ricktzimg keinerlei Befriedigung «rhält. Das müsse strafmildernd berücksichtigt werden Ihr seien vielleicht sogenannte Wrmschoorsiellungen aufgestteoen. denen ver- cu ucklich ihr« Besckruldigunqen dem Privalklä-rer gegenüber entsprossen find. Di« Beklagte wurde wegen übler Nachred« zu kist Mark Geldstrafe verurteilt. Lekber war der Beklagten, die dos Armenrecht erhalten hatte, kein Rechtsanwalt, sondern mir ein vvllstänckiig gerichts- unkundiger Rechtsbeistand beigegeben wordnen. Ein Wort, ' wie diese«.Dlungserchen. wenn du nicht willst dann fliegst du", kann sich die Beklagte unmöglich aus den Fingern gesogen baden. Vielleicht gibt gerade dieser Aussvruch. dann ober auch die Vekundunaen de« Obersekretör« und de« Betriebrats Anlaß, denHerrnSchilling. der doch offenbar noch in dem Dienste der Reichs- bahnaesellschaft ist, in Zukunft etwa« schärfer zu kontrollieren. In der Mütterschole de» vr Tleumann, Sinderhauses findet wieder Unterricht in Säuglingspflege mtt praktischen Uebungen statt, und zwar wöchentlich einmal. Meldungen schriftlich oder mündlich von 2 bis 6 im Bureau des Kinderhause», Blumen straße 97. Austakt zu den Bergmann-prozeffen. Auch hierbei geht es um 48 proz. Zinsen. Am gestrigen Montag begann vor dem Amtsgericht Berln-Mitte ein gegen den Direktor der Treuhandgesellschaft Hans Roesch verhandelter Prozeß, der sich in seinem Verlauf zu einem außerordentlich interessanten und instruktiven Vor- prozeß zu dem großen Fall Bergmann gestaltete. Nicht nur wurde Paul Bergmann selbst, sondern auch ein Teil seiner Opser vernommen. Dabei wurden über Staatsanwaltschaftsrat Iacoby sowie über die Personen, die günstige Aufschlüsse über das Allgemeins Lombardhaus gegeben haben, sehr interessante Einzelheiten zutage gefördert. Dem Zlngeklagten Roesch wurde zur Last gelegt, daß er bei seinem Bestreben, das bei Bergmann eingelegte Geld seiner Kunden zu retten, diesen zu hohe Spesen angerechnet habe. Gegen Roesch war von einer Frau Deuerlein Anzeige erstattet worden, daß er sie um ISttÜ Mark geschädigt habe. Der Angeklagte Hans Roesch berichtete, daß er die Vekanntschost Paul Bergmanns durch den Oberregierungsrat Dr. Zäger gemocht habe, der SS 000 Mark bei Bergmann eingelegt hatte. Bergmann habe als Referenz über sein Geschäft ihm einen Amtsanwalt in Lichterfelde, einen Geheimrat Senncwald vom Patentamt und«inen Arzt Dr. Dohms auf- gegeben. Reg.-Rat Sennewald habe eine glänzende Aus- k u n f t über Bergmann gegeben und erklärt, daß er schon seit längerer Zeit bei ihm Einlagen stehen habe. Anfang 1927 habe dann Bergmann einen Dertrag mtt der Treuhandgesellschaft abgeschlossen, nach welchem Einleger sich an Roesch wenden mußten, der die Ueber- wachung der Bergmannschen Geschäfte gegen Zahlung«tner Pro- vision von monatlich 1 Proz. der von ihm verwalteten Guthaben durchzuführen hatte. 11. a. habe auch Frau Beuerlein SMl) Mk. ein- gelegt, und er, der Angeklagte, habe Oberreg.- Rot Jäger und Reg-RatSenne�oaldalsReferenzen aufgegeben. Frau Beuerlein habe einen Lombardschein über acht Perserbrücken, Kristall usw. erhallen und Bergmann hotte ihr wie allen anderen Einlegern 4S proz. Jahreszinsen zugesichert. Für seine Töttgkett bei Bergmann bot Roesch anfangs 200 Mark im Monat, zuletzt etwa 1000 Mark er- halten...Mir kamen," so erklärt dar Angeklagte,„die Geschäfte Bergmanns sehr bald verdächtig vor, denn ich rechnet« mir aus, daß er bei einem eingelegten Kapital von etwa IL Millionen allem rund 1,2 Millionen Spesen pro Jahr haben mußte. Aus den restlichen 300 000 Mark konnte er doch unmöglich 48 Proz. Zinsen zahlen. Ich warnte Bergmann deshalb, erhielt aber von ihm nur die Antwort: „da? kommt ja gar nicht darauf an, ich verdiene monatlich 10 bis 12 Prozent, da kann ich doch ruhig 4 Proz. Zinsen zahle». Man so die kleinen Leute auch leben lassen." lHeiterkeit Im Zuhörerraum.) Ende Januar kam ein Mafor a. D. Hintze zu mir, der für seine Berwandte S000 Mark eingelegt hatte und bei Vergleichung seiner Lombardschein« stellte ich fest, daß dieselben Waren, allerdings unter fremdem Namen und anderen Nummern bereits ettckem anderen Mandanten von mir verpfändet worden waren." Der Angeklagte schildert« dann weiter, daß er sich etwa am IS. Februar an den Ober- regierungsrat Jäger und dessen Rechtsanwall Dr. Kiok sowie an andere Mandanten, die zusammen etwa 130 000 Mark bei Bergmann ein- gelegt hallen, gewandt und ihnen mitgeteilt habe, Bergmann sei offenbar ein Schwindler und man müsse gemeinsam versuchen, das Geld herauszubekommen. Mtt einem Detektiv, dem Rechtsanwatt Kiok, dem Oberreg.-Rat Jäger sei er eines Tages zu Bergmann ge- gangen und habe ihm seine Verfehlungen auf den Kopf zugesagt. mit dem Verlangen, sofort die Einlagen herauszugeben. Bergmann habe sich anfangs geweigert, sei dann mit Dr. Jäger in«in anderes Zimmer gegangen, und nach einer halben Stund« sei Jäger zurück- gekommen mtt der Bemerkung:„Ich habe mich überzeugt, daß bei Bergmann alles in Ordnung ist." In Wirklichkeil habe Jäger jedoch ia der Zwischenzeit von Bergmann bereits einen Scheck in Höhe von SS 000 Mark erhalten, also sein ganze» Geld zurückbekommen. Detektiv Cräger habe mtt Bergmann verhandett und 3S000 Mk. von ihm herausbekommen, von denen er jedoch sofort 5800 Mark für sein« Bemühungen— nach Ansicht des Angeklagten widerrechtlich— abgezogen Hab«. Nachdem seine Mandanten ihr Kapital gerettet hätten, hob« er etwa 60 bis 80 Personen, von denen er wußte, daß sie bei Bergmann Geld stehen hatten« gewarnt, mtt dem Lombardhaus noch weiter Geschäft« zu machen. Die Spesen für den Rechtsanwalt und den Detektiv Hab« er seinen Kunden abgezogen und infolgedessen der Frau Beuerlein. die gegen ihn Anzeige erstattet Hab«, 1500 Mark einbehalten. VERSA LUNG der ASsleiiiings-Mielerverfreler sowie aller sonst für das Miel- und Wohnungswesen interessierten Parteigenossen am Donnerstag, dem 23. Febrnar, abends 7Vs Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 5 in dlejer Versammlung wird neben Organ isattonsf ragen vor allem den partet- genössisthen Funktionären Autklärung Ober die neuen Bestimmungen des Mletrechts gegeben. Es ist von größter Wichtigkeit, namentlich mit Rücksicht auf die hevorstehenden Wahlen, daß alle Parteigenossen genau mit diesen neuen Bestimmungen Bescheid wissen, um in ihren Häusern entsprechend agitieren»u können. Agitationsmaterial wird In der Versammlung verteilt 6er AusscbuSt L A.: Rüben. Selbstmord einer Siebzehnjährigen. Nachdem erst gestern„Der Abend" über den rätselhaften Selbstmord eines siebzehnjährigen Lehrlings berichtete, der sich in der elterlichen Wohnung in Südende nnt dem Jagd- g e w e h r des Daters erschoß, muh leider unmittelbar darauf von dem Freitod einer Jugendlichen berichtet werden. In der Küche der etterlichen Wohnung im Haus« Straßmonn- st r a ß e 12 wurde gestern abend kurz vor 19 Uhr die 1 7 s ä h r i g« Schneiderin Irmgard G. von heimkehrenden FamUienange- hörigen durch Gas vergiftet bewußtlos aufgefunden. Sämtliche Gashähne waren geöffnet. Die zu Hilfe gerufene Feuer» wehr und der A r z t der nächsten Rettungsstelle waren lange Zeit mit Wiederbelebung sversud)«» beschäftigt, die leider ohne Erfolg blieben. Auch in diesem Falle sind die Motive zu dem Berzweiflungsschrill des Mädchens noch völlig u n- geklärt. Die Uebertragung der Operette.Münchhausens letzt« Liebe" aus dem Theater des Westens am Sonntagabend ist nicht besonders glücklich. An sich verfügt das Werk über keine mitreißenden Melodien, die ganz iür sich und ohne Bühnenbild wirken. Die Handlung, die stark auf Sttuotionskomik und Situations- sentimentolllät eingestellt ist, bleibt bei der Uebertragung häufig unklar. Nur Erik W i r l s schlanker und prachtvoll kllngcnder Tenor «ntschäditzt einigermaßen für die Mängel. Die Funkmatinee besteht diesmal aus einem populären Orchester konzert. Dazwischen erzählt Marie Ney Anekdoten von der Wasserkante. Zwischen Liszt und Scrint-Saens nimmt sich dieses seltsam aus. Damit ist nichts gegen die Vortragende gesagt, die wie immer durch ihren sprühenden Humor griesgrämige Zuhörer zum Lachen bringt Gut in Zu- sammensetzung des Programms und in der Ausführung ist das Nach- mittagstonzert. Sonst bietet der Tag wenig Erfretllidies. Warum wird am Montag der Kölner Karnevalszug übertragen? Es ist überflüssig, das Programm mtt einer Ber- anstaltung zu belasten, die hauptsächlich für das Auge bestimmt ist. Der Rundfunk allein kann nicht die Stimmung, die ganze Alma- schäre dieses Festes wiedergeben, zumal der Kölner Sprecher nicht über das Improvisationstalent Alfred Brauns verfügt. Auch der Abend steht im Zeichen des Karnevals. Und zwar zeigt das Orchestertonzert unier Meyrowitz, wie sich der Karneval in der Musik fcriöfar Komponisten spiegett. Nur das stoffliche Moment verbindet die einzelnen Stücke, und nur aus diesem Gesichtspunkt kann man das Programm betrachten und darf es nicht allein ftilift fch beurteilen. Berlioz, Vieuxtemps, Draunfels und Schumann v«r- tragen sich nicht besonders harmonisch, und neben dem grandiosen „Romischen Karneval" wirkt die„Fantasia Apass'onato" ärmlich und überzuckert. Trotzdem ein guter Abend dank des Orchesters, des Dirigenten und des Solisten Mauritz von den Berg. Hier ist betont worden, daß die Berliner Funkstund« keine Oekcnomie in ihrem Programm kennt. Der Sonntag laust leer, und der Montag bringt dagegen gleich zwei hochwertig« Konzerte. Nachmittag» spielt Iame» Simon mtt Julius Berger«ine eigene Sonate und kleinere Komps- sitionen von Mendelssohn und Eassado mit vollendeter stabiler Technik. Vorher liest qagen Thürnav seine Novelle„Der Attas", ein« recht spannende Geschichte mit utovfftischem Einschlag und mtt dem Thema yon der Einsamkeit großer Geister. Das Ganze ist etwas kitschig aufgemacht, und«s gibt Besseres, das im Rahmen der Nvvellenstund« zum Bortrag kommen könnte. Nach dem Referat des Kurt von Paquet-Leon im Zyklus„M ensch und Arbeik" weiß nun der Hörer auch, daß das Tagewerk ein es Revue- st a r« s schwerer ist als das der meisten übrigen Sterblichen, und daß sowohl Star wie auch Girl keine Zeit zu irgendwelchen Roman- abenteuern haben. Leider geht der Vortragend« zu rnen'g auf Detail» der Lühnenarbell ein.' F. S. Oer mißlungene Mehgersprung". 124 Verlehte bei den KaruevolSfeiem in München. München. 20- Februar.' Heute nachmittag sollte am Fischbrunneu vor dem Münchener Rathaus zum erstenmal seit 32 Iahren der olthisto« rische Metzgersprung ausgeführt werden. Der Andrang des Publikums begann schon in den Dormtttagsst unden und war außer- ordenttich stark. Die Menge durchbrach teilweise die Ab. sperrung der Polizei, wobei viele Personen, vor allem Frauen, überrannt und zu Boden getreten oder ohnmächtig wurden. Im ganzen wurden 174 Personen als verletzt oder e r- krankt abtransportiert. Nach Mlltestung der Polizei wurde ein« Anzahl von radaulusttgen halbwüchssgen Personen fest- genommen. Wegen der wachsenden Unruhe der Menge mußte der Metzgersprung vorzellig im Rachaussaal abgehalten werden. Eben, so tonnte nach Aufhebung der Absperrung der W marsch der Metzgers innung nicht programmäßig durchgeführt werden. August Schmelzer nach Berlin übergeführt. Selbstmordversuche uad Tobsuchtsaufälle ia Fraatfort. August Schmelzer(Sohn), der im Arensdorser Prozeß ,v ein« langjährigeo Zuchlhausstrofe verurkeiU ist, gegen die et Revision angemeldet hat. ist vor einigen Tagen von Frankfurt(Oder) nach dem Moabil« lliitersuchuugsgesäogni, übergeführt worden. Diese Blaß. nähme hat sich al» notwendig hetausgestell». well August Schmelz«, d« in Frankfurt Selbstmordversuche gemocht hat und auch Tobsucht»- ansälle bekam, in Berlin unter besser« ärztlich« Ueberwachuvg stehen kann. Er hat sich dann in Moabil auch beruhigt. Sein Bat«. der vor einig« Zeil wieder v«haslet wurde, twrbleibt dagegen Im Frankfurter Untersuchungsgefängnis. Eine Tpielhölle zum dritten Mal ausgehoben. Eine Gesellschaft von G l ü ck s s p i e l e r n, die sich durchweg aus den Leuten zusammensetzt, die auf den Ha'usfiuren der Münz st ratze Waren mehr oder wenig« dunkler Herkunft zu taufen und zu verkaufen pflegten', versammettcn sich früh« tu dem Hinterzimmcr einer Schankwirtschoft im Hause Nr. 14. Dort wurde sie zweimal in den späten Abendstunden von Beamten des Spielerdezernats überrascht. Die Spieler glaubten nun, daß sie vom Hofe aus durch das Fenster beobachtet worden wären und verlegten ihren Betrieb nach dem Schankraum, weil sie sich dort sicherer fühlten. Darin täuschten sie sich aber. Die Beamten er- schienen plötzlid) in der Mittagszeit Und trafen 20 Personen. die sich um den großen runden Tisch gegenüber dem Schanktisch drängten. Sie spietten wieder„M eine Tante Deine Tante". Karten und Spielgelder wurden abermals beschlagnahmt. Einige Teilnehmer verjuchten sich durch das Tollettensenster zu retten. hatten ab« nicht damtt gerechnet, daß auch der Hof und all« Aus- gänge von den Beamten besetzt waren. Alle 20 Mann wurden zur Feststellung nach dem Polizeipräsidium gebracht. Unter ihnen befanden sich ein bekannter Bankhalter und einig« Leute, die gerade erst aus dem Gefängnis gekommen waren. Gegen alle und ebenso gegen den Wirt, der trotz der früheren Ueberraschungen das verbotene Spiel weiter duldete, wurde sofort das Strafverfahren eingeleitet. In der Gesellschaft befanden' sich auch mehrere Mädchen, deren Aufgab« es war. Spiellusttge anzulocken und zu verschleppen. Die Slodtoerordneleu haben ihr« nächste Sitzung am Donnerstag um 16% Uhr. Der Haushaltausschuß hat in dieser Woche wieder oier Sitzungen. Er wird wahrscheinlich rn der nächsten Woche noch angestrengter arbeiten, um mtt der Dorberatung de« Haushctttentwurses fertig zu werden. Di« zwette Lesung in der Stadtoerordnetenversammlung kann nicht vor März beginnen. Packunq nur KPtg. Verwaliungsreform und Technik. parlamentarischer Abend im IngenieurhauS. Der Parlamentarisch« Abend, zu dem der Reichsbund Deutscher Technik kürzlich nach dem Ingenieurbaus geladen batt«, fand sehr reges Interesse. Nach einer Begrüßungsansprache des ProsessorsGersten b er g. dem Vorsitzenden des Reichsbundes, führt« Diplomingenieur zur Nedden in seinen. Dortrag über den Einfluß technischer Entwicklung ans Innen« und Außenpolitik aus, daß es der technischen Entwicklung möglich gewesen sei. Deutschland aus einem Einfuhrland zu einem Aus- fuhrloud zu machen. Schnellverkehr und Nachrichtenwesen änderten auch die politische Bedeutung von Raum und Zeit. Die politisch« Bedeutung der Fernoersorgung mit Energie liege Haupt- sächlich in der Möglichkeit, die örtliche Erzeugung zu oerbilligen und die sozialen Gefahren dichter Zusammenballung der Bevölkerung um die Energiegewinnungsstätten zu mildern. Darin erschöpfe sich aber die Bedeutung technischer Entwicklung für politisches Geschehen nicht. wichtiger sei noch die Benutzung der Errungenschaften technischer Denkart und Methodik, um möglichst rasch« und reibungslose Klä- rung politischer Fragen zu ermöglichen. Das Ziel der Serbin- d u n g zwischen Politik und Technik müsse sein, mit chilfe stärkerer Führerpersönlichkeiten eine wahrhaft universelle Gcisteskultur zu gewinnen. In dem �auptvortrog des Abends, den Dr.»Ing. W. Wellmich, der Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure über Technik und Verwaliungsreform hielt, zeigte er an der Hand historischer Darstellung, daß das Problem nicht erst beut« brennend geworden ist. Die Verwaltung sei über die Stellung des Dienstes am Bürger hinausgewachsen und entfalte als Macht ein Eigenleben. Die schaffende Arbeit dürfe nicht von der verwaltenden erstickt werden. Der Verwaltung fehle die Erkenntnis und Ein- ftellung, sowie die Notwendigkeit ständiger Erfolgskontrolle, etwas, was dem Ingenieur durch seine Erziehung längst in Fleisch und Blut übergegangen sei. Der Abbau der Verwaltungsapparotes nach einer schematischen, zahlenmäßigen Bestimmung sei dem Tech- niker wesensfremd. Wohl aber interessiere ihn die Beseitigung der Verlustquellen im Instanzenzug und der Ersatz lebensunfähiger und komplizierter Derwaltungsgebild« durch solche von einfacher und fördernder Wirkung. In der guten Mittelschicht technisch geschulter Kräfte liege noch ein großer Schatz, der leicht zu heben sei. Nicht die Liebe zur Technik oder zum Techniker, sondern Staatsklugheit sollten die Verwaltungsveform nicht lediglich Im Beamtenabbau, sondern im Aufdau«ine» neuen Berwaltungsgeistes sehen. An einer solchen Ente wicklung mitzuarbeiten seien die Ingenieure bereit. Nelisiio»— Lpium für das Volk. Der Deutsche Monistenbund veranstaltete im Doro- rheenstädtsschen Gymnasium eine öffentliche Aussprach« über die Be- haupumg:„Religion— Opium für das Volk". Als Referent und Korreferent waren für den Abend zwei Vertreter der verfchiedenen Richtungen des Monismus tätig, vberpostrat Dr. Schwellen- dach und Dr. D e r i. Dr. Schwell« nbach bemüht« sich zunächst, den Begriff Religion zu umreißen, indem er ausführte, daß unser« Re- liaivn nichts mehr mit dem Christentum zu tun hat. Die Bibel ff» durchaus anders eingestellt und kennt das Wvsvdienen des Himmels nicht. Wir sollen die Verminst in uns entwickeln und mit Hilf« btt Wissens versuchen, uns das Leben so schön zu gestalten wie mir möglich. Es gibt nichts Verkehrteres, als die Erde als Jammertal hinzustellen. Dr. Deri hielt sich zunächst streng an das Thema, im dem er auveinandersetzte, daß Opium angewendet wird, um die Wirklichkeit auszuschaven. Gewiß ist das Loben eines Bergarbeit«?» qualvoll, die Aussicht auf«ine ausgleichende Gerechtigkeit ober nur ein« Scheinhilfe. Der Gott, der den Pestbazillus vor dem Sünden- fall schuf, braucht« die Naturwissenschaft, um ihn zu bekämpfen. Di« Bekämpfung der gegen den Menschen gerichteten Kräfte ist das Ziel der Naturwissenschaften. Die Religion der Nächstenliebe hat es nicht oerniocht, zu verhindern, daß wir heute einer Welt von Klossenherrfchast und Klassenkampf gegenüberstehen. Angesichts dieser Tatfachen trat Dr. Deri in der weiteren Aussprache mit Dr. Schwellenbach für den Kult der Freude ein. Seine Ethik gipfelt« in dem Wunsch«, daß jeder Mensch versuchen sollte, von Lust soviel zu nehmen wie er kann, aber nur so weit, daß sein Mitmensch und die Gemeinschaft nicht Schaden daran nehmen. Das zahlreich er- schienen« Publikum kamt« sreudeerfüllt von dieser Aussprache in die schone Welt zurückkehren. SeÄrivvuawi&MizsauU t Gr.-Beriln der SPD. III Mittwoch, den 22. Februar, IS'/,(Ihr Bh| w den Phanu-SÄlen, Malier» trahe 142 für die Leserinnen der„Frauenweli' und Ihre Freunde I„Wanderratten-Abend" B Außerdem Ansprache der Genossin Minna Todenhagen. Da* Frauen»ekretarlai. Allerneuestes am FriedrichShaia. .Die Kunst dem Volkes«in höchst lobenswert« Beginnen. Aber Kunst, egal auf welchem Gebiete sie sich bewegt, soll der Masse das vermitteln, was ihr der Alltag schuldig bleibst Freude, im Sinne rdealen Lebensgenuss«, ein Erschließen des kulturellen Welt. kaleidoskops, kurzum, ein Ausflug jenseits der dumpfen Tagessron. Das Volksbildungsamt Prenzlauer Berg veranstaltete«inen moderne» Konzertcrbend am Friedrichshain. In einem einführenden Dortvag versuchte Dr. Hans Fischer, das Publikum in die Psych- moderner Komposition einzuführen. Boll«, ungehemmt« Frei- heit des Empfindens, gebor«, aus der Materie materialistischen Ev- lebsns, das ist ungefähr das Motto der Modernen. Also: weg mit dem alten Plunder zeitloser Tonsprache künstlerischer Intuition. Laßt Maschinen stampfe», Eisenbahnen fauchen, orgastisch« Wirbel- stürme wüten! Und all die Menschen, die Feierstunde halten wollten. wurden in«inen wilden Strudel ekstatischen Jonglieren? mit atonalen Empfindungsausbrüchen gerissen. Lielleicht ssnd wir noch nicht reff für dies« Epoche, oder aber die neu« Aera fft noch stark im Werden begriffen. E» ist ein Tasten, ein Gieren nach irgendwelchem Reuen. Ein Umwondelnwollen in triebhafter Spielerest Bruch mit aller Theorie und ihren Gesetzen. Hast, Jagd, Kampfesstimrnung mit viel, viel Geräusch verbunden. Ein ekstatffch-zuckender Dirigent, der fast seinen Frack sprengt, ein rasend gepeitschter Musikkörper, der seinen Instrumenten die unsaßlickssten Töne entreißt Wie gesagt, vielleicht kommen wir noch mal dahinter. Aber jetzt steht die groß« Masse all dem fremd, unbeteiligt, vielleicht sogar etwas feindlich gegenüber. Diese Menschen wollen harmonische Ausgeglichenheit der Gefühle und nicht Selbstzerfleffchung nach Neuland Suchender. Daß ein kleines Häuflein Stürmerseelen wie rasend Beifall klatschte. konnte w'cht darüber hinwegtäuschen, daß die große Mehrzahl keinen Kontakt mit dem Dargebotenen fand. Das(Schiffsunglück in China. Lieber 400 Todesopfer. Zum Zusammenstoß des chiuesischeu Dampfers „H s i u t a m i n g" mit dem japanischen Dampfer„AtsutomarU�, der bereits im gestrigen„Abend" mitgeilt wurde, berichtet der Kapitän der„Atsutamaru", daß sein Dampser flußabwärts fuhr, als plötzlich die„Hsintaming" versucht«, den Weg seines Schiffes zu kreuzen. Die„Msutamoru'hab« die.LsiMaming" unter der Wasserlinie durchbohrst Di« 550 Passagiere der beiden Dampser wurden von einer Panik ergriffen. Einige sprangen ins Wasser, aber die Mehrzahl, etwa 300 bis 400 Personen, seien mit dem sinkenden Dampfer untergegangen. Die„Altsutamoru" und einig« Dschunken nahmen etwa 100 Passagier« auf, von denen viele indessen infolge der Kälte und des langen Aufent- halte« im Wasser starben. Vuttan-Ausbruch in Ecuador. Ans Ekuador werden heftige Ausbrüche de» Vulkans Earttvdiraz« tn den Anden berichtest Die Lava hat Eis«»- bahudSmme nnd Gebäude zerstörst Telephon- und Tele- grapheuverbinduogeu sind unterbrochen. Die Einwohner fliehen panikartig. Oer Roseumoniag m Köln. Etwa 180000 Fremd« l» der lUheiometropole. Köln, 20. Fchruar. Nach tSjähriger Paas« feiert« Köln heute zum ersten Mal« seineu Karneval unter ungeheurer Beteiligung der Einheimischen und der Besucher aus der Provinz. Die Reichsbahn schätzt den Besuch von außerhalb aus 180 000 Persooen. Nach- dem schon gestern lebhaste» Faschingstreibeu in den Straßen der Altstadt herrscht«, zog heut« der traditionelle Rosemnontagszug durch die Stadst Der Zug, der eine Satire auf die„Prefsa" darstellte, fand bei den Zuschauern große« Beifall. Utbex 25 Millionen Zloty Geldstrafe« Bon der Finanzstroskammer in Kattowitz wurden wegen betrügerischer Manipulationen zum Nachteil der Salz» Monopolverwaltung die Großkaufteute Garbinski, Iakubo» witz und Lob lenz nach vierzehntägiger VerhanMnng zu je 8,568 Willionen Zloty(da» sind etwa 4L Millionen deutsche Reichsmarks und je einem Jahr Gefängnis verurteilt. Durch die drei genannten Personen war der Staat bzw. dir Monvpolverwoltung um rund 270000 Zloty geschädigt worden. Garbinski und Koblenz wurden noch in derselben Nacht verhastet, da Fluchtverdacht vorlog. Weiheftimde im verduakelteu Saal. Im Braunschweiger Organ des„Stahlhelm". Bund d« Frontsoldaten, findet sich das folgende, köstlich« Dereinsinseryt:.Fest- sicher Einmg der Damen des.Königin- Luise- Bundes�. Darauf Wsihestunde mit Trommelwirbeln und verdunkeltem Saal."|5er Stahlhelm scheint sich einigermaßen aparter Methode» zur patriv- tischen Erneuerung des schwergeprüften Vaterlandes zu bedien«'. Wenn nur nicht das Vereinsleben der wackeren Stahlhelmisten unter das Gesetz über.Schmutz und Schund" fällt...1 ofmWejtoi die Halbinsel mit dm Bergt* Athos.der berühmten yUederiassung der griechischen Mönche, im Osten das Tal des Flusses Nestos,der ein tabakgesegnetes Ger biet'durchströmt und auch auf dem. anderen Ufer- streng genommen in Thraden und nicht mehr in Macedonien-eüm käst liehen Tabak wachsen lässt- Das ist für den Fachmann das Herkunftsland des edtt~ macedonisdwi Tabaks, auch wenn es mit: dem geschichtlichen Begriff Macedonien nicht ganz überanstimmt- Distrikte wie SERRB. DRAMA, CAVAÜA und* XANTHJ sind, dort mindestens ebenso berühmt wie bei uns in Deutschland die besten lagen eines edlen Weins- Dennoch genügt es für den Laien, sich die Hamen CAVA11A und. XAMTHI m tmrkm. denn sie sind mehr nur Mittelpunkte für den TäbakHandeldon dem auch Qiuüitdtsljeg/iße,¥ne Rhein- und Masü-Wän- lind noch ein Twdtes muss sich der Raucher nwtm der sich Eichkenntnü eruerimwül- VAr haben als Fachleute und als Verehrer des Macedorm-Tdbaks seine Eigenschaften# geschildert und die macedonisdieZigarette als die beste bezeichnet Dennoch bestehen* unsere Zigaretten nicht zum Prozent aus macedonischem Tabak/Das würde gamidrt schmecken, denn eine Zigarettenmisdiur£ ist wie eine Speise, die aus Grundstoff und Zutaten besteht- Wir verwenden als Zutaten Cd io bisif% bester Samsoun-und Sm.yma-Tabake.dia mar in ihren Charaktereigenschaften voll- kommmvon dem Macedonm-Tabak. ah- weichen,die aber ebenso wie dieser aus Län* dem alter und. edler Tabak- Kultur stammeru DicMischungsbasis gibt derZi&wdte dum Charakter, nach ihr wird sie benannt- Bei HAUS-NEUmVRß-Sigdreltotf ist diese Misdumgsbasis macedonischz widmar nicht nur bei dm teuren Society sondern auch bä der fPfg-SjUgpretto MS • O• H• G• Girafteatottfflrltat fo Verlt«. Di« in Mmeriffl zu? ständigen Einrichtung gewordenen Eirghentonk stellen für Automobile sind in Berlin erst seit etwa eineinhalb Jahren gestattet Mit dem steigenden Autooer.'ehr wurde dt« Errichtung immer dringender, und so sah sich seinerzeit die Stodtoerordnetenoersarmnlung veranlaßt, dem Antrag der Reichs- kraftsprit G. m. b. S). stattzugeben, in den Berliner Straßen Tank- stellen zu errichten. Dieser Tage zeigte auf einer Rundfahrt die RKS. einen Teil ihrer bereits fertiggestellten Tankanlagen. Es sind dies die ini Ber- liner Straßenbilde sehr auffallenden blauen Tanksäulen. neben denen kleine blaue.Häuschen stehen, in denen sich die Tank- meister aufhalten. Borfahrende Automobile, die Betriebsstoffmangel haben, werden in kürzester Zeit abgefertigt, wobei jede Uebervortei- lung der Kunden ausgeschlossen ist. Die Tantstellen geben außerdem Lust für die Reifen und Wasser für die Kühler kostenlos ab, so, die RKS. geht in der Kulanz so weit, Luft und Wasser sogar ohne aleichzeitige Entnahme von Benzin kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die Tankmeister machen auch kleine Handreichungen an Wagen und Maschine, wie das Reinigen von Zündkerzen und Düsen, Auswechseln von Reisen, Ausklärung der Chaufieurc über Wegrichtungen, Straßensperrungen und ähnliches. In den Tankstellen werden vier verschiedene Sorten Betriebsstoff abgegeben, lnrd zwar M o n o p 0 l i n, den klopffesten Alkohol kraftstoff, ferner ein gutes Fahrbenzin, Benzol, sowie auch A r a l, «in Benzol-Benzin-Äraststoffgemisch. Es ist also an den RKS.- Zapfstellen für jeden Wagen der richtige Betriebsstoff zu haben: jeder Kunde kann sich den ihm am geeignetsten erscheinenden Ve- triebsstoff aussuchen. Di« Zapfstellen sind so angeordnet, daß mehrere Wagen gleichzeitig tanken können. 5«!« sozIiiNftische Lochichul«. Der nächste Vortrag der.irielcn s ozialiltiichen Hochschule' findet am Sonnabend, dem 25. Februar, abends 7>/, Uhr. im ehemaligen Herienbaus, Leipjicer Str. 3, statt. Genosse Fritz Naphlalt sp> icht über bei Tbema:.Konjunktur. Arbeiterklasse und ioziali sl Ische WirtlchastSpolitit". Karten zu diesem Vorlra g sind zum Vrei'e von öi> Pj. an soigenden Stellen zu habe»: Bureau des BeziikSbildungFauSIchnsscS. tfindenftr. l!, 2. Hos links 2 Treppen.— Buchhandlung I. H. W Dictz Aachs., Lindeultr. 2. Verband der grapbischen Hilssnrbeiter.:>ii»leistr.. Ecke Siiiisenufer. Zigarrengelchäit Harsch. Engel- iifer 24/25, Tabakncrtrieb. Inielstr 6. Verlag des BildungSnerdandeS der Deutichen Buchdrucker, Drechundilr. 5,.Wcrksreundr'-bllcherstubcn, PotS- damer Str. lvt, so»« In allen»Vorwärts'- Spcditioneir. Sport. Breslauer Sechstagerennen. Nach 66 Shinden. In überraschend starker Zahl war Breslaus Rodjportgemeinde bei den Nach mittagsspurts d«s Montags in dar Jahr- hunderthallc versammelt. In den zehn Spurts gab es erst- malig erhöht« Punktzahl««, und zwar 10, 5, 2, 1. Di« meisten Punkt« sammelte Girordengo, aber auch sein Partner Rieger zeigte sich van einer sehr norteilhasten Seite und ichlug seinen Lokal- rivalen Knappe zweimal mit minimalem Barjprung. Nachdem der partnerlos« M i e t h e um 2 Uhr aus dem Rennen genommen worden war, erfolgten die Spurtkämpse, die folgenden Ausgang nahmen: l. Bon Kempen. Giraroengo, Tieß, Junge: 2. Rieger, Knappe, Sut«r, Skupinski: 3. Girardengo, Krojchel, Dan Kempen, Tieß: 4. Rieger, Knapp«, Silier, Junge:?. Dan Kempen, Frech, Richli, Girardengo: 6. Richli, Dan Kempen, Rieger, Junge: 7. Girardengo, Tieß, Suier, Knopp«: 8. Linari, Richli, Binda. Rieger:!>. Girardengo. Tieß. Skilpinski, Suter: 10, Dewoli, Larquehay, Linari, Tonani, Nach 60 Su nden(1607.480 Kilometers ergab sich folgender Stand des Rennens: Girardengo— Rieger 251 N'inkte, Dan Kempen— Knapsr« Sil Punkts, Linari— Seiferth 137 Punkte, Binda— Tieß 08 Punkte, Ehmcr— Krostfel 67 Punkte, TLambst-— Laequehaß 20 Punkte, Eine Runde zurück: Suter— Richli 143 Punkte, Tonani— ff roch 80 Punkt«, Grimm— Junge 46 Punkte, Rausch— Hürtgen 16 Punkte. Zwei Runden zurück: Dewo's— Stockelynck 44 Punkte. Drei Runden zurück: Krollmann-Skupinski 28 Punkte. I'schechen— BSC. 5: Z Die erste Niederlage der BSC-Internationalen. Gestern mußten die Internationalen des BSC. im SportpalosI von Oer van St. Mariß heimkehrenden tschechischen Nationalmannschaft die erst« Niederlage in dieser Saison hinnehmen. Die Tschechen, die während des ganzen Sviels das Tempo angaben, gut kombinierten und auch sonst einen Eifer an den Tag legten, der verwunderte, gewannen verdient— wenn auch etwas unerwartet— mit.6: 3 Taren. Di« BSE.-Mannschaft machte einen wenig günstigen Eindruck, und Brück, Dr. Rache, Jänecke, ebenfv wie Dr. h o l s b o e r, spielten weit unter ihrer Form. Dr. Roche und Brück waren reichlich unsicher und Jänecke schaß mehrmals scharf daneben. Im ersten Spieldrittel fiel durch R e z a k das erste Tor für die Käst«, nachdem kurz zuvor Brück vor dem völlig freiliegenden Tschechentor ein« Bombenchance nc-paßt hatte. Bald folgte aber der Ausgleich. Dr. Rache gab«ine Flank« an Brück, die er geschickt vrr- wandelte. NachderPouse sind die Tschechen zweimal, die BSC. einmal erfolgreich. Mit 3: 2 Taren für die tschechischen Nationalen geht«? dann zum legten Spieldrittel, das unter großer Anteilnahme des gittbefiichten Hauses reichlich aufgeregt verläuft. Die BSC. er drückten wuchtig auf das gegnerisch« Goal, ahne daß zunächst«in zählbarer Erfolg glückte. Die Tschechen spielten noch wie vor mit äußerster Aktivität, die durch ein viertes Tor belohnt wird, dem kurz darauf noch ein fünftes solche. Brück schießt aus eine Flanke von Dr..holsboar, dann zum Schluß das dritte und letzt« Tor. Resultat: 5:3 für die tschechische Nationalmannschaft und Pfiff«!!— siehe oben!_____ Aus der Partei. Kandidatenaufstellung im Wahlkreis s Liegnitz. Di« Sozialdemokratische Partei, Bezirk Görlitz, nahm am vorigen Sonntag die Rominierung der Kandidaten zum Reichstag und Land- tag endgültig vor. Reichstag: 1. Paul Taubadel, Redakteur. 2. Otto Surf)» witz, Parteisekretär. 3. Anna Nemitz. 4. Emil Gierbig, Perba ndsvorsltzender der Glasarbeiter. 5. Hermann K r o n o l d» Land- rat. 6. Karl W u ß m a n n, Gauleiter. 7. Karl h o f f m a n n, Landwirt. 8. Willi B r i ch t a, Eisenbahner. 9. Reinhold F i s rf�e r, Holzarbeiters skretär. 10. Alfred Wolf, Eisenbahnschlasser. 11. Frau Mal«). 12. Gustav Schulz, Parteisekretär. tandkag: 1. Hugo Sberke. Parteisekretär. 2. Otto Fritz sch. Gauleiter der Textilarbeiter. 3. hildsgard Wegscheider, Ober» schulrätin. 4. Max Simon, Rektor. 5. Paul Lehmann, Gau- leiter der Fabrikarbeiter. 6. Bruno Fehlisch, Parteisekretär. 7. Karl K u t s ch a n» Ortsbeamter-Textilarbeiter. 8. Walter K w a s- nick, Redakteur des Landarbeiterverbandes. 9. Oswald T i l l n e r, Malermeister. 10. Erich Bleil, Eisenbahnbetriebsassistent. 11. Max Latt. Buchdrucker. 12. Frau Lina Surek. SPD.-astrted». u. Gewerkschaftsfunktionäre sowie Bearnten-Werbeausschttssel Heute, Dienstag, den 21. Februar, abend» 7'/,(191/,) Ahr in den.Musikersälen". Kai cr-lvilheim-Slraße 31: FUNKTiONXR-KONFERENZ aller Letrtebs- und Gewerkfchastsfunktianäre sowie der Leamteu-Werbeausfchüffe. Tagesordnung: 1. Das große Wahl abr ISSS. Ref.: Dr. Zu'.Ius Moses, M.d R�— 2. Aussprache.— 3 Wahl der Vertreter zum Vezirksvorstand.— 4. Verschiedene». Es wird um regen Besuch gebeten.— Ohne partetansweis und Fnnktlonärkarte kein Zuirilt. Es gelten noch die Karten von 1927 Betriebs, und Bearntensekretarlal. Partemachrichten �M�fürGroß-Berlin Sinftsbunn«« fflt dies. Swftrtt find W, nj�/l st.t» ra be*«ejlrtetrtretatl« Set litt LW SS, Slnbcaftratze 3. Z. Hof,! Zre». recht«. 3» richte». 7.»«i, Th«rl«tt.»b»rg.»ais-ic..ft»««iffi»ii: Sitzung am Di.ns-tag, Zt. fte. beuor, Iflu Uhr. im Jugendheim zrafinenfir. 4, l». Nrei» NZpeniit, Viensiag, 21, Februar, ltzni Uhr, Nreitworfiaiihsfitzung an bekannter ötcllr. Segen der wichtigen Taoesvrdnung wird valltzjhliges Erscheinen erwartet. W t7. Nrei» Lichtenberg. Achtung! All« Seuoffiuue»»nb®«u»fle» D va» Fricbr'chefelbe, ttarlshorft, Bieeborf, ltautsborf»ab Mahlsbors, W M soweit sie Ritgliebrr b«, Verbände, fit. Freibeukertum ach Zeuee. W g beftattuug sind, besuche» die ,»m Rittw-ch, 22. z-brnor, UU Uhr, W fi el»b«r»sc«c zreibe°i«r»ers»mmlung in Lolol Zempel, Lichtenberg.'M S«»bruustr. 8(em B- Hudes Lichtenberg Friedrich, leide). Nichtige T->ae� iZ 5-. ord-ung. Püuttliche,»rb»allzählige» Erscheiuen ift ratwenbiq. vhac W Mitgl>cd»b»ch bei Partei»sb de, Verbände, kein Zutritt. heule. Dienstag. 2t. Februar: 17. Abt. Dir Karten für den Wanderrattenabend sind spätestens bi» heute, Dienstag, beim Genossen Schucider, Cparrstr. II, abzurechnen. tbt. Abt. Ziieberschöneweide. Ab lits� Uhr im Lokal Brilckenklause, Brilckr». llratze tk>, Kandzeli.lv.rbr.itung fiir die öffentliche Versammlung. Gleich- xeitig ist im gleichen Lokal Frauenabend. Vortrag:„Serualprodlem." slieferent?r. Frlchederger. US. Abt. Tegel. Di. Beisetzung der Urne unsere» verstorbenen Genosse» Vudols Vräuer findet l.VH Uhr auf dem Tegeler Friedhof statt. Sir bitten um recht rege Leterltgung. Mitgliederversammwngen und Zahlabende. Morgen. Mittwoch. 22. Februar, Beginn um tS>- Ahr: Z. Abt. Ekternocrsammlung her lA. Gemeindeschitle in der Aula Krilpstratze. Vortrag:„Schul->md Erziehunaosrozrn." biesceent Lehrer Keinz Reu- man». Freie Aussprache. Die kommenden Giternbeiratowahlen. 7. Abt. Zohlabend bei Barwalde. Schsegelstr. L Vortrag:.Die Welt- ansliiauung d.r Eozialdemosratie.* Referent Friedrich Bernau. Döll, Bergstr. 71. Ranser. Bonenstr. Ii». Betrau, PNugstr. l. Sude. Stre- kitzer Straße bö. 8. Abt. Rationalhos. Bglowssr. Z7, Nitgliehcroersammlung.„Die politische Lage." Referent Bicior Schiff. Anschiietzend Diskussion«laut Beschlutz der letzten Mitgliehcroeriammlung auch Uber da» Referat oom 2t>. Januar). Z. Abt. zablabend und Diskutieradend bei Husenbach. Perleberger Str. St. Aefcrent Genosse Hosfinann Die Delegiertentarten zum Nrei-wertreter- iag am 21. Februar sind beule. Dienstag. 21. Februar, von 18 bis IS lthr, dein» Abteilungslriter Gilbert Schmidt. Ratbenower Str. 25, in Empfang zu nehmen. Nicht abgeholte Rarteu werden per Post zugesandt. lZ. Abt. Lokal Echmicdl, Binetaplatz 7. Mitglicheroersammlung. Bortrag: „Zehn Jahre Sowjetrepublik." Referent Dr. Gregor Bicnsiock. Di« Ve» zirkifitbrcr msssscn einladen. 1». Abt. Die Abteilungsoersammlimg fitidet wegen der Veranftastung ber „Sandcrraiirn" erst am Mittwoch. ZS. Febrimr, ssatt. 21. Abt. Die Mitgliederversammlung findet erst am Mittwoch. 2B. Februar. statt. Am Mittwoch. SZ. Februar, lgbt lllir, im großen Pharussaal, Miillerstr. 142. Wanderratten. Abend. Wir bitten, die Veranstaltung rege zu untersttttze». Karten find in der Geschäftsstelle Utrechter Str. A zu baden. 24. Abt. Altersheim Danziger Str. 62 Mitglied« roersamm lung. Bortrag: „Was mutz der neue Reichstag tun?" Referent Albert Falkenberg. Alle .Vorwärts". Leser und Snmpaihistcrenden find herzlichst»nllkoinme». 25. Abt. Nleiner Saal de» Eaalbau» Fricdrichshain Mitgliederoersammlung. Bortrag:„Was geht im Zentrum vor?" Referent Theodor Ztotzur. M. d. R. Wahl der Delegierten zum Brzirkspertcitag. 27. Abt. Schönhauser Feftsälr. Schönhauser Allee I2S. Mitgliederversammlung. Vortrag:„Aonsumgenojsenschaft und Partei." Referent Genosse Michaeli,. 28. Abt. Büttner, Schwcdter Str. 23. Mitgliederoersammlung. Dortrag: ..Fusstzfrogen und Strafrechtsreform." Referent Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn. Ächtung! Di« Funktionär« treffen sich bereits um 19 tlhr im wn Lokal. Achtung! Es wird sehr pünktlich angefangen. 2». Abt. Zahlabcnde: Klug, Danziger Str. 71. Klau», Prenzlauer Alle« 51. Richter. Schliemonnstr 39. Riebe, Dunckerstr. 15. Buchhölz, Prenzlauer Allee Elke Etargorder Siratze. 39. Abt. Die Mitgliederperfammlung siirdet erst am Mittwoch, 29. Februar, statt. 3t. Abt. Schnlaula Schönflietzer Str. 7 Mitgliederversammlung. Vortrag: „Neuland soiialistischer Aurdanarbeit." Referent Kurt Lücke. 32. Abt. Schmidt» Gesellschaftsbau». Fruchtstr. 36a, Mitgliederversammlung. Erledigung der restlichen Tage-ordnungsvunkte oom IZ. Februar. 33. Abt. Schulaula Hoben lohestrogr Mitgliederoersammlung. Hortrag: , SozialiftistHe Gesinnungspflegc in der Familie." Referentin Clara Böhm. Schuch. M. d. R. Wahl der Äreisnertreter. Borher um>81» Uhr Funktionärsitzung bei Wertalla. 29. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt ans. Donnerstag. 23. Februar. Berfaminlung aller Konlumgenossenschaftsmilgliedec bei Pose, Kolonie» stratze 15,>.:» I9>» Uhr. 34. Abt. Vcrcinszimmcr ber Comeninsfäle, Memeler Str. 67, Mitglieber» Versammlung. Vortrag:„Die palitischc Lage." Referent Emil Kladt, M. b. L. gierten.— Am II. März veranstaltet die Abteilung einen„Heiteren ülbenb" in den Comeiiiusfälcn, Memeler Str. 67. Cintrittskarten zu 50 Pf. send bei allen Funktionären und in der Adteilungsverfammlung zu haben. 39. Abt. Schukanla Stratzmannstr. 6 Mitaliederverfammlung. Vortrag: „Kinderverfchicknng." Referent Genosse Kohler. Pünktliches und zahl- reiche» Erscheinen wird erwartet. 37. Abt. Patzcnhoser.Brauerei, Landsberger Allee. Abteilnngsnerfammlung. Vortrag:„Bürgerblocksünden." Referentin Mathilde Wurm, M. d. R. Vollzählige? Erscheinen, besonder» der Frauen, wird crwortel. 38. Abt. Schmidt» Gesellschaftsbau», Fruchtstr. 36a. Mitglieberversammluna. Vortrag:„Der Kampf um das Mict. und Wohnrecht im kommenden Wahl» kämpf. Referent Londgcrichtsdirekwr Ernst Rüden. Gäste willkommen 39. Abt. Alexandriner. Alerandrincnftr. 37, Mitgliederversammlung. Vor- trog:„Karneval und Aschermittwoch." Referent Simon Katzcnstein. Aus- aobe der Delegiertenkarten. Verschiedene». 49. Abt. Lokal Fung. früher Voigt, Dreibunbstr. UllZ, Mitgliederoersamm. lung. Beratung der Anträge zur Kreisoertreterversammkung. Wohl der Delegierten znm Bezirizparteitag. 41. Abt. Lokal Bader, Jüterbog«? Str. 7, oegrnilber ber Kaserne. Vortrag: ..Kampf dem Bürgerbkock." Referent Ernst Heilmann, R. b. 2. Gäste willkommen. 41. Abt. Zahlabenhe mit Vortrag in folgenbrn Lokalen: Soeblk«. Bergmann. stratze 69. Dogeler, Mittenwalder Str. 16. Seehoak, Willibald- Alexis- Stratze 5. Braun, Bärwaldstr. 1. Wiersdorfs, llrbanstr. 6. 43. Abt. Lokal Rabe, F-Pfgl-, Fichtestr. 29. Vortrag:„Die politisch« Lag». Referent Erich Fraenkel. Gäste. Snmpathifierend« und �arwSrt»".Leser sind eingeladen. M.«bt. ZahkoBenb»ei«chhokz. Esurnstr.«. IMkziym. afcjtzn«te. B. Rege Beteiligung wird erwartet. <7. Ab». Wollschläger. Aboibertstr. 21, Mitgliederversammlung. Bartoaa: „Die Arbeitrrbank." Referent Dr. Fritz Schönherr. Wohl der Delegierten zum Kreistag und zum Bezirkstag. Verschiedenes. Eharlotteabnrg. 81- Abt. Schellbach, Königin-Eliiabeth-Str. 6, Mitglieder- Versammlung. Vortrag:„Bericht aus der Landtagsfraktion." Referrat Eduard Zochert, M. d. L.— 53. Abt. Lokal„Nutzdaum", Stratze 12 am Verbindungskanal, Mitgliederversammlung. Vortrag:„Da» Berliner Wohnungsbauprvblcm." Referrnt Stadtverordneter Brunv Kranl». Gäst« willlommrn.— 5«. Abt. Zoskowiack. Holsten dorffftr. 20, Mitglied»-? Versammlung. Reuwabl de» Vorstandes. Wahl her Delegierten zum Bezirksporteito«.— 57. Abt. Thunock. Wielandstr. 4, Mitglieberverfamm» lung.„Bibclstunde." Referent Stadtverordneter Adolph Hoffmann. 97. Abt. Grnnewald.Eichkawp. Lokal Gurzbacher, Iugendabcnd um 20 Ilhr, Der Borstand der Iugendgenossen. 74. Abt. gehlendorf. Kaiferhof. Potsdamer Stratze, Mitgliederversammlung. Bortrag:„Da» Wohnungsbauprogramm und WohnungÄultur." Referent Willy Schneider. 78. Abt. Schöneberg. Rvsenthol, Ebersstr. 96, Mitgliederversammlung. Bortrag:„Zustiz." Referent Erich kuttner, M. d. L. Anträge zum kreis- Vertreter, und Bezirisparfeitag 8t- Abt. Friedenau. Zahlabende: t. bi» 3. Bezirk bei 9 labe, Handierv- stratze 60/61. Vortrag:„Das Wabliahr 1928 in Deutschland und im Aus- lande." Referrnt Dr. Adolf Braun. M. b. R. 4. bi« 6. Bezirk bei Baginlki, Taunus- Ecke Etubenrauchstratz». Politische Aussprache. 83. Abt. Lichterfelde. Mitgliederversammlung. Vortrag:„Menschen Äonomie.� Referentin Marie Kunert. M. d. L. 87. Abt. Rarienfclde. Schuster, kirchstr. 68, Mitgliederversavrmlirng. Bor- trag:„Unsere Tätigkeit im Stadt, und Bezirksparkament." Referent Etadwerordneter Friedrich Binie. Erfcheincv aller Mitglieder Ist Pflicht. 99. Abt. Brist-Buckow. Lotal Lindenpark. Ehausserftr. 18, Mitgliederoersamm- lung. Borlrag:„Einheitsstaat und Berwallungsreform." Referentin Re- gierunasrätin Hedwig Wachcnheim. 114. Abt. Lichtenberg. 4. Gruppe: Aahlabend im Lolal Siaocnow, Semne- stratze Ecke Wismarplast._._. 128., 130. Abt. Pankow. Türkisches Zelt. Breite Str. 14. M'tgliederverfamm. lung. Vortrag!„Die politische Laae." Referent Dr. Kurt Löwensteiv, M. d. R. Erscheinen sämtlicher Mitglieder unbedingt erforderlich.— Achtung! Um 19 Uhr Im Türkischen Zelt, Breite Str. 14. Sitzung aller Micterobleute der Bezirke. Sehr wichtige Besprechung. Vollzähliges Er- scheinen wird erwartet..„,T 131, Abt. Riede ifchönbaul-n. 6. und 7. Bezirk: Bezirk-zahlaben» ,m Lokal Kubasch. Uhlandstr. 41. Erscheinen ist Pflicht. Abt. 149» Wittenau. Lokal Schulz, am Rordbahnhof Wittenau. Mitglieder- Versammlung. Vortrag:„Die kommenden Wahlen. � Referent Franz Kostkr, M. d. R. Vollzöhligrz Erscheinen wird erwartet. 22. Abt. Für d!« Kreiso-rtreterverfammlung am Freitag. 24. Februar, müssen alle Delegierten bis Mittwoch. 22. Frbruar. 18 Uhr. den Bertr-t-rau»w«lS bei Söbnil»..?orwärts".Spedition. Utrechter Stratze. abzuholen 44. Abt. Freitag, 24. Febrnor. 20 Ubr, Rerbeverfamwlung für bie»eltlich« Schule in der Schulaula Briste» Str. 17 18. Zeder Seoosse mutz für ei»«» gute» Besuch Sorge tragen. z raucuveranskoltungea. 17. K-ri, Lichteuberg. Heute, Dienstag. 21. Februar. 20 Uhr pünktlich,«r-i- lrauenabend bei Tempel,«udruustr. 7 l Bahnhof Lichtrnberg.Friedrich». seldO. Vortrag der Genossin Gertrud Hanna. M. d. L.. über„Arbeitr- rinnen, und Zug-ndi»ustges-st." AN- Genossinnen uod Genossen sind herzlichst eingclodon.(stästr willkommen.„_ 59. Abt. Heute. Dienstag, 21. Februar. 19'4 Uhr. de,«rüarr. SussOrnstr 36. Ecke Schcrinassratze. Vortrag dcr Genossin Henny R-wald über.Bürgerliche Und soz-alifinche Frauenbewegung." All« Genossinnen und Genossen find herzlichst-inoelad-n., desaieichrn.Borwärt�.Leser und Snmpothifierrnb«. 34. Abt. Ebarlottenburg. Mittwoch. 22. Februar. 19Vi Uhr, bei �alver. Guerickestr. 1. Fraurnabend. Vortrag der Genoffin Irma ffechenvach über „Die Frau und bie kommenden Wahlen." Um reg««etmNmm« mir«, gebeten. iDa da» Jugendheim am Mittwoch, 22. Februar, besetzt ist. müssen wir in ba» Lokal Easper gehen. 1 119. Abt. Lichtenberg. Heilte, Dienstag. 21. Februar. 20 bei Tempel, Gudrunftr. 7. Die Senossinneu werden zu beteiligen. j_, 128. 139.«bt. Pankow. Acht, INS. Genossinnrnk Der Dur, labe,« stnvrr bte in ber Turnhalle Reue Schönholzer Etnatze kl. Belk�ckmlei statt. Zungsozialisten. Gruppe Zempelhas: Heut», Dienstag, 20 Uhr, imHet» stch Kratze. Zimmer 4. Arbeitsgemeinschaft:„Wirtschastavoabla �____ o: ü__ ort ITV.*4»st9 Siaderfreuade(Brofe-Betüit Di» Helserfchul« für Grotz-BerN» findet Donneralach. I im Jugendheim Ti'ckstr. 18 statt. Drei» Tiergarten: Mittwoch. 22. Febr-tar. 26 Biclefitr. 17, unser«Itrrnabend statt. Auf brr r-— 1-- Kleiderfrage. Wir bitten um zahlreich«« und pünktlich«« chi-schelaa». herzlich willkommen.. � �.... Krri»»ruköllu: Mittwoch, A. Februar, ad JT Uh,� euuchM»*»� Baracke Gaughoferstrotz«. Zur Verteluiug»et(rrmtsi ttpire#««*T w* Minen Gruppen müssen alle Gruppe nvertreter. Eltrrnobieu: kassierer anwesend sein. Krei» Treptow: Heutr pstnktlich 57 Uhr Li chsbilhet UUlkMZa stratze 3. Eltern vvd Freund« stnd herzlichst«Ingeladea. Sewimta»»zuP 5. Klasse 30. Pieubtsch.eSt»de»qch« Ohne Gewähr Nachdr»ck Aus jede gezogen« Nummer gefallt», und»war je einer t» beu bei si°b auf Iben Mleilunge» CJWÄ nar» I«ch ll 10. Ziehungstag 18. Fedr»» URS On der Nachmittagsziehung wurden Gewinne Über 150 R. 2 Gewinn, I* 75000 9B. 110440 2«ewlnne>» 6000 All. 66672 14 eonnue Stt 3000 9B. 77380 12B114 188708 tTIOOst 188001 223709 330001 12 Sonn» zu 2000 et. 36612 140706 167770 232710 28t 228 29184» 14•«Min« m 1000 TS 51763 86820 101062 272024 30347 t 309203 350220 74 Sortan. zu 500 et 18625 19229 36786 40084 44430 8128» 111874 132610 133020 138476 160827 164723 176464 181407 188597 197816 205688 210791 218418 224628 226973 236314 240483 245507 246118 256870 266742 271062 273094 277763 289830 312189 32329» �97179 1975a 7 111 IldOOfi 190 Sewino. tu 300 HL 4123 7305 9086 12580 12898 17111 22926 33210 33228 36104 47033 51362 55128 62051 69941 78715 79799 87619 89307 92464 94619 95024 95960 97164 101584 102404 102470 103156 114217 129084 132393 142586 143634 146512 151926 155241 161490 166100 16720) 170453 178308 182716 196364 197310197744 198796 201263 202883 204874 210128 212672 215191 217074 219348 227949 229003 233090 239083 243101 243840 251544 252156 254569 256922 263469 266425 269560 275237 281736 285694 291388 29411) 299728 301409 304334 305833 306723 311956 319693 324756 3251 74 325338 325955 3291 73 329277 329625 332063 332580 334550 3351 77 347873 358827 381882 369432 371397 11. Ziehungstag 20. Februar 1928 In der Dormitlagsziehung wurden Gewinne Über ISO M. gezogen 1 2 Seivinn« tu 3000 SR. 108317 184381 187888 200343 201281 276796 14 StataM zu 2000 et. 48636 60142 93944 162882 178779 202410 338889 38 Seviun« ,u 1000 ei. 3967 10192 17436 21160 56569 57230 72896 91810 112054 138576 168738 206433 208775 235617 31996? 326647 343158 353930 361027 93 Seunnn. zu 500 et. 23444 33461 37690 38028 38868 44655 54183 59034 89616 69923 76794 80157 91729 94008 106362 1 06993 119890 120022 125832 144702 147398 15974« 175010 182674 191258 191545 206857 223070 225715 237222 243865 246230 252626 260072 264478 285508 300846 310208 313444 315563 322093 324755 333178 352338 353907 359380 359546 366363 374367 204 Gewinn« m 300-w. 644 5980 6810 6898 14004 14398 14740 17400 19352 22540 22938 24109 24713 25011 22975 37220 40358 42440 52854 57675 60442 65336 65886 66645 67259 67892 70196 70521 71429 73086 75424 78918 82474 87934 96459 102129 107447 114452 117893 121131 125215 131882 128670, 45459 145466 149290 182441 182579 154750 171936 174119 175562 176976 183490 162525 192505 197294 199011 199400 200077 202264 204 566 205674 205857 214698 215971 218471 2I7I88 23,589 234969 236527 236768 239221 241191 241583 243484 248356 246395 259911 285025 265463 274798 Zur Bereitung von Suppen und Soßerv MAGGI5 Fleischbrühe 2. Beilage des Vorwärts Viensfag, 21. Februar 1926 Belgische Kohlenkrisis. Preispolitik ist machtlos.— Internationale Verständigung und Vationalifierung. Belgien steht schon seit mehreren Jahren unter dem Zeichen einer, stets weiter um sich greifenden Kohlenkrisis. Zeitweilig ge- hemmt, besonders durch den englischen Generalstreit 1926, hat sich jedoch im letzten Jahre die Lag« allgemein wieder verschlimmert. Und dabei befindet sich, theoretisch, Belgien in einer? vorteilhafteren Lage als die meisten der übrigen Kohl« produz'eerenden Länder. Uebersteigt doch der Kohlenverbrauch in Belgven die inländische Kohlenproduttion um 6— 7 Millionen Tonnen jährlich. Praktisch ist diese Tatsache jedoch ganz ohne Belang, da die umliegenden Pro- duktionsländer als Kohlenlieferanten für Belgien auftreten. Eng- land, Deutschland, ja sogar Polen führen Kohlen in Belgien ein und in einem solchen Umfange, daß die haldenbefiände in kurzer Zeil auf 1 700 000 Tonnen gestiegen sind. Uebrigens bemerkten wir diese Loge schon in Frankreich. Frankreich muß zu seiner Bedarfsdeckung jährlich über 2v Millionen Tonnen Kohlen einführen. Seins Lieferanten meinten es aber zeit- weilig so gut, daß die Regierung Einfuhrgenehmigungen vor- schreiben mutzte,.sollte nicht der französische Markt mit Kohlen form- lich überschwemmt werden. In Belgien hat die Regierung bisher in der Heilung der Kohlen- krists fast gänzlich versagt. Dieles wird unternommen, um die in- dustrielle Lage des Landes zu heben, Elektrifizierung, Kanalbauten, doch der Lage der Kohlenindustrie wird nur ungenügend Beachtung geschenkt. Dabei sind in der belgischen Kohlenindustrie 170 000 Arbeiter beschäftigt, das heißt, die Familien mitgerechnet, 500 000 Menschen leben von der Kohlenindustrie. Wie kommt es überhaupt, so muß man sich fragen, daß Belgien, trotzdem es gezwungen ist jährlich 6,7 Millionen Tonnen Kohlen ein- zuführen, noch Haldenbcstände von rund 1 700 000 Tonnen im Lande lagern hat? Statt inländische Kohle zu kaufen haben dic� belgischen Eisenbahnen einen großen Teil ihrer Brennmaterialien aus dem Auslande be- zogen, in den acht ersten Monaten des Jahres 1927 6 612 175 Tonnen gegenüber 5 2l7 615 Tonnen im gleichen Zeitraum des Jahres 1926. Dos heißt diese Mchreinfuhr der belgischen Bahnen entspricht un- gefähr der Menge der belgischen Haldenbeständ«. Natürlich wurde auch die Handelsbilanz der belgisch- luxemburgischen Wirtschasts- Union, welch« schon sowieso passiv ist, ebenfalls erheblich beeinflußt. Daß bei der gesteigerten Einfuhr von Kohlen nicht nur die Qualität«ine Rolle spielt, wie vielfach behauptet wird, sondern auch der Preis, ist leicht zu beweisen. Doch spielt in der Preisbildung?- frage das Tarifwesen eine große Rolle. Rund 90 Prozent der ge- samten belgischen Kohlenförderung müssen auf dem Bahnwege ver- frochtet werden, wohingegen die meisten der importierten Kohlen auf dem Wasierwege oerschifft werden, speziell auf den Kanalwegen. Der Frachtunterschied zwischen Eisenbahn und Wasserweg ist sehr groß. Von Mastricht bis Lllttich beträgt für holländische und deutsche Kohlen der Frachtsatz auf dem Wasserwege 8 Franken i« Tonne, von Genck bis Lüttich für inländische Kohle die Bahnfracht dagegen 21 Franken je Tonne. Schließlich sah die belgische Regierung ein, daß diese Zustände unhaltbar sind und hat eine Kommission eingesetzt, welche die Frage der Kohlenkrisis studieren soll. Wie die„Derniere Heure" berichtete, Ist diese Kommission am 2. Februar unter dem Borsitz des Herrn Themis zusammengetreten. Als Resultat dieser Konferenz wurde der Regierung unterbreitet, die Frachtsätze zu ermäßigen. Ebenfalls soll die Regierung gebeten werden, die Steuerlasten der Kohlenbergwerke zu senken. Damit stellt die Kommisston sich auf den Standpunkt, die Ge- stehungskosten der Kohlen herabzusetzen bzw. die Konkurrenzsähig- keit zu heben. Bestenfalls ergäbe sich daraus die Möglichkeit einer Preissenkung. Doch ist nicht zu vergessen, daß wo? den Belgiem möglich ist, anderen Kohlenproduzenten ebenfalls mög- lich ist.„Und würde man die Kohlen gratis verteilen, so würde der Verbrauch dadurch nicht im geringsten gesteigert, denn es handelt sich nicht um«ine Preisfrage, sondern um eine Frage der un- genügenden Nachfrage" erklärte seinerzeit der Abgeordnete Hull im englischen Unterhause, der damit wohl auch für Belgien das Rich- tige getroffen Hot. Auch der belgischeil Kohlenkrise beizukonimen Hilst keinerlei Preispolitik. Die einzige Möglichkeit wäre, wie Genosse Delattre schon öfter vorgeschlagen hat,«ine internationale Verständigung über die Einschränkung der Kohlenproduktion und Schaffung eines natio- nalen Verkaufskontors, daneben gründliche Rationalisierung der Werke und Zusammenfassung der Produktion. Als unsere belgischen Genossen noch in der Regierung saßen, hotte Wauters den Gedanken propagiert, in Genf zusammen mit dem Internationalen Arbeitsamt eine Konferenz der Kohle produ- zierenden Länder zusammenzuberusen. Seit Herr Heymann an seiner Statt im Ministerium sitzt, hört man nichts mehr davon. Und doch wäre es gerade an der belgischen Regierung, die Initiative zu einer internationalen Konferenz zu ergreifen, da Belgien unter allen Ländern von allen Seiten unter der Konkurrenz zu leiden hat. I. E. Beck er- Luxemburg. OeffenilicheBanken unter Druck Oer Abschluß der Deutschen Girozentrale.— Die Folgen der Schachtschen Kreditpolitik. Wir haben die sprunghaste Kreditpolitik des Reichsbankpräsi- denten Dr. Schacht volkswirtschaftlich nie für sehr fruchtbar und seine scharfe Stellungnahme gegen die öffentlichen Körperschaften immer für einen Ausdruck des Kampfes des Prioatkapitals gegen die öffentliche Wirtsihast gehalten. Der Jahresabschluß der Preu- ß i j ch e n Staatsbank hat schon gezeigt, daß in der Tat die öffentlichen Banken viel stärker unter diesen beiden charakteristischen Momenten der Schachtschen Politik des letzten Jahres gelitten haben als die Privatbanken. Der Jahresabschluß der Deut- schen Girozentrale— Deutsche Kommunalbank, der Zcn- tralbank der deutschen Sparkassen und der kommunalen Geldversor- gung, beweist dasselbe. Auch das Direktorium der Girozentrale stellte für das vergangene Sparkasien- und Kommunalfinonzenjahr fest, daß der Betriebsüberschutz trotz eines von 19,8 auf 24,2 Mil- liarden gestiegenen Umsatzes und einer von 473 auf 641 Mil- lionen erhöhten Bilanzsumme von 2,60 auf 2 Millionen zurückgegangen sei, weil das Anleihegeschäft ungünstig wurde und weil die herausgebrachten Kommunalanleihen ähnlich wie bei der Preußischen Staatsbank mit nicht unerheblichen Kursverlusten gestützt werden mußten, so daß die(sicher beträchtlichen) Anleihe- gewinn« aus dem ersten halben Jahr und im zweiten Halbjahr sich in einen Verlust von rund 170 000 M. verwandelt hätten. Das Bemerkenswert« in der Jahresbilanz ist denn auch, daß zwar das Geschäft im ganzen erheblich ausgedehnt wurde, zum anderen aber die von 257,6 auf 357,2 Millionen erhöhten langfrifti- gen kommunalen Darlehen nur durch einen Obligationen umlauf von 312 Millionen gedeckt sind! die Differenz auf dem Kapital- markt nicht unterzubringen war(im neuen Jahre jedoch grüßen- teils gelungen). Interessant auch in der Bilanz das Ansteigen der geleisteten Bürgschaften auf den sehr großen Betrag von 54,12 Mil- lionen Mark, wovon allein 53,8 Millionen auf bei der Reichsbant geleistete Bürgschaften für die Lombardierung von Reichs- Anleihen zu rechnen sind. Die der Ginozentrale— Deutsche Kommunalbank am Jahresschluß zur Verfügung stehenden Gelder sind von 182,5 auf 253,6 Millionen erhöht, bei im Verhältnis stärke- rer Vermehrung der länger als sieben Tage zur Verfügung stehen- den Gelder. Auf der anderen Seite sind die Wechselbe stände durch fast vollständige Abwicklung der landwirtschaftlichen und Mittelstondstredite von 30 auf 9 Millionen gesunken. Unter den von 12,24 auf 39,78 Millionen gestiegenen eigenen W«rt- papieren befinden sich allein 17 Millionen Kommunalanleihen, die zur Aursstützung hereingenommen und zum Jahresschluß noch nicht abgesetzt waren. Di« Entwicklung zum langfristigen Realtroditgeschäft, die Ab- kehr von den Krediten an di« Privatwirtschaft kommt durch das Absinken der gewährten Privatkredit« von 39 auf 34° Millio- nen ebenso zum Ausdruck, wie durch die Anteilserhöhung des Hypo- thekarkredits bei der Anlag« der Spartaffengelder gegenüber dem Jahr« 1926 von 24 auf 37 Proz. Die engere Verbindung, die der preußisch« Staat zusammen mit der Preußischen Staatsbank im vergangenen Jahre mit der Deutschen Girozentral« gesucht haben, erscheint finanziell in dem Zehnmillionenanteil des preußischen Staates an dem damit auf 38,9 Millionen erhöhten Betriebskapital der Girozentrale. Auf diese 38,9 Millionen wird aus dem Gewinn von 2 Millionen ein fünfprozentiger Gewinnanteil ausgeschüttet. Die erheblich größere Arbeit der Girozentrale im vergangenen Jahr, mit der auch di« Berwaltung des Deutschen Sparkassen, und Girooerbandes verbunden ist, kommt auch in der Vermehrung des Gesamtpersonals von 631 auf 659 Personen zum Ausdruck. f Daß Präsident Dr. Kleiner— in diesem Falle Wortführer der deutsch en Gemeinden— zahlreiche Wünsche vorzudringen hatte, in verhaltener Form zwar, aber doch mit scharfem Nachdruck, ist nur zu begreiflich. Er verteidigte den kommnialen Auslandskredit als stark überwiegend produktiv und dring- lich, yerwahrt« sich scharf gegenüber der sortdauernden Sperre für öffentliche Auslandsanleihen und warnte vor den gefährlichen Fol- gen auch für die Privatwirtschaft, die sich aus einem zu starken öffentlichen Druck auf den inneren Geld- und Kapitalmarkt ergeben müssen. Pfleglich« Behandlung des inländffchen Kapitalmarkles, die ein zwingendes Gesamtinteresse sei, verlange kategorisch— bei aller selbstverständlichen Sparsamkeit— di« organische Ausnutzung der ausländischen Kapitalmärkte. Die monatelang« Untätigkeit der Beratungsstelle habe trotz zweifelloser Bereltschaft der ausländffchen Geldgeber die über das Ausland nötige organische Stützung des inländischen Kapitalmarktes verhindert. Wenn den deutschen Gemeinden al» Preis für die Wiedereröffnung des Zu- ganges auf inländische Kapitalmärkte das Selbstverwalkungsrechl zerstörende Sonlrollmahnahmen zuge- mutet würden, so würden mit großer Wahrscheinlichkeit die deutschen Städte iroh aller Kreditnot lieber aus Anleihm ver- zichten, als das Selbstverwaliungsrecht opfern. Eine nur zu berechtigte Forderung wäre es, auch eine Kontrolle der Verwendung ausländischer Gelder in der Privat Wirtschaft durchzuführen, wenn diese Kontrolle den Gemeinden zugemutet wird. Notwendig sei eine Aenderung der gesetzlichen Anlagebestim- mungen dahin, daß in Kommunalanleihen 60 statt bisher 40 Proz. für Spargelder angelegt werden dürfen und die Kommunalanleihen bei der Reichsbank für lombardfähig erklärt werden. Man müsse sich auch scharf gegen di« kürzlich erlassen« neue Reichstassenordnung wenden, die allen Reichsknssen verbietet, für ihren Geldausgleich andere Institut« als das Reichsbank- und Postscheckkontogiro zu verwenden. Ee wurde zwar nicht ausgesprochen, aber e» ist sicher, daß auch hier eine von der Reichebank veranlaßt« Maßnahme vorliegt, die die Gemeinden in der Befriedigung ihve» vorüber- gehenden Geldbedarf noch kürzer halten wird. Ole Kohsenkonjunktur auch im Januar gut. Im Ruhrbergbau war die Ianuarförderung mit 10,29 Millionen Tonnen gegen 10,13 Millionen noch höher als im Dezember. Be- schöstigt waren Ende Januar 398 140 Mann gegen 398 043«inen Monat vorher. Die Kohlen-, Koks- und Preßkohlen bestände sind Ende Januar gegen den Vormonat von 1,54 auf 1,32 Millionen Tonnen gesunken. Auch in Aachen, Westoberschlesien. Nieder- schlesten und Sachsen blieben die Verhältnisse gegenüber Dezember bei teilweise nur ganz leichtem Förder- und Absatzrückgang günstig. Der mitteldeutsche Braunkohlenbergbau erreicht« mit 9,78 Millionen Tonnen dieselbe Rohkohlenförderung wie im De- zember. Auch im Rheinland ist das Verhältnis mit 3,96 gegen !W Millionen Tonnen fast unverändert. Neue hohe Maschinendividende. Reingewinn um das Fünffache, Llmsah um das Dreifache gestiegen. Die bisher veröffentlichten Maschinenabschlüsse für 1927 ließen bereits erkennen, daß der größte Teil der Maschinenindustrie sich in der Konjunktur des letzten Jahres gesund gemacht und die Nach- Wirkungen der Absatzkrise 1925/1926 überwunden hat. Dies gilt auch für die stark übersetzte Werkzeugmaschinenindustrie. So hat die W« r k z e u g m a s ch i n e n s a b r i k Union A.-G. in Chemnitz im letzten Jahr ihren Umsatz um das Dreifache erhöhen können und bei offensichtlich guten Preisen auch entsprechend hohe Gewinne erzielt. Während im Vorjahr bei einem Reingewinn von 28 000 M. kein« Dividend« gezahlt wurde, ist der Reingewinn im letzten Jahr fast um das Fünffache auf 128 000 Mark gestiegen, aus dem eine achtprozentige Dividende ausgeschüttet wird. Dabei ist der Gewinnanteil für die Aktionäre noch absichtlich niedrig gehalten, um den Dividendenfprung von einem Jahr zum anderen nicht zu hoch erscheinen zu lassen, denn fast 50 000 M., also rund 5 Proz. Dividende, sind in Reserve und auf neue Gewinnrcchnung zurückgestellt worden. Während die Schulden stch bei der erweiterten Geschäststäiigkeit von 167 000 auf 381 000 M. nur verdoppelten, haben sich die Forderungen und Bankguthaben mit 610 000 M. verdreifacht. Die Erhöhung des Kapitals um 340 000 M, die von der Verwaltung beantragt ist, dient daher nicht zur Stärkung der Betriebsmittel, sondern nur zur Finanzierung weiterer Betriebsausbauten. Auch im laufenden Geschäftsjahr hat die Gesellsck>aft noch einen Auftragsbestand zu erledigen, der sämtlichen Abteilungen bis in den Sommer hinein volle Beschäftigung sichert. Die Belegschaft betrug zu Beginn des letzten Jahres rund 400 Mann. Natürlich verschweigt der Bericht, in welchem Verhältnis die Belegschaft zu dem chreifach erhöhten Umsatz ge- stiegen fft, so daß die erhöhte Leistung je Kopf sich nicht fest- stellen läßt. Auch bei der Hünomag wieder Dollbetrieb. Die Hannoversche Maschinenbau A.-G.(Hanmnag). die ihre Automobilbetriebe im Dezember stillgelegt und fast 3000 Mann entlassen hatte, hat seit einem Monat die Auto- Produktion wieder in vollem Umsange aufgenommen und stellt bei starker Nachfrage jetzt 20 bis 25 Wagen täglich her. Da» Schlcppergeschäft hat sich derartig erweitert, daß die sehr leistungsfähigen Betriebe die Nachfrag« kaum befriedigen können. Bemerkenswert ist, daß die Direktion di« im Automobil- und Schleppergeschäft erzielten Preise nach der Durchführung der Fließ- arbeit al» sehr günstig bezeichnet. Auch der Lokomotivbau ist auf Monat« hinaus gut beschäftigt, da aus Siam und Südafrika größere Aufträgt erteilt wurden. Der Besserung der Betriebslag« entsprechend ist auch die Zahl der Belegschaft«», di« von 8169 Mann im September auf 4300 im Dezember gesunken waren, wieder gestiegen. «Die Entwicklung der Berliner Städtischen Eelkirizitätswerke von 1924 bis 1927' ist das Thema eines Lichtbilder. v o r t r a g e s, den Genosse Dr.< Jng. Majerczik am Freitag, dem 24. Februar, 19 Uhr, im Großen Saal des Reichswirtschafts- rates, Bellevuestraße 15, halten wird. Der Vortrag findet im Rahmen einer kommunalen Konferenz unserer Ver- liner Parteiorganisation statt und hat angesichts der stürmischen Entwicklung der Berliner Kraftwirtschast auch von den Gesichtspunkten der Elektropolitik besondere Bedeutung. jf Bauern gegen Lanöbund. Kundgebung der pommerschen Bauern in Kolberg. Aus allen Teilen Deutschlands wurde in der letzten Zeit über große Kundgebungen der Landwirtschaft berichtet. Meistens sind dies« Kundgebungen vom Großgrundbesitz arrangiert. Viel zu oft gelingt es ihm noch, die mit ihrer augenblicklichen Lage unzufrir- denen Bauernmassen vor seinen Karren zu spannen und somit nach außen hin durch groß aufgezogene Kundgebungen den Eindrück zu erwecken, als bestände innerhalb der gesamten Landwirtschaft Einig- keit über die demagogischen Forderungen des Landbundes. Aber nicht alle Bauern Deutschlands mache» dies« demagogische Landbundtaktik, deren Rezept darin besteht, di« Bauern die Kastanien für die Großen aus dem Feuer holen zu lassen, heute noch- mit. Der Bauer lernt, die echten von den falschen Freunden zu scheiden. In fast allen Landesteilen haben sich selbständige Bauernorganisa- tionen unter der Führung von Bauern gebildet. Es kracht heute überall in den Jnflationsgebäuden des Landbundrs. Darüber tau- schen auch nicht die mit Hilf« der hörigen Landarbeiter veranstalteten Kundgebungen der letzten Zeit hinweg. Klar zum Ausdruck kam das am Sonnabend in einer macht- vollen Kundgebung des pommerschen Baucrnvereins. In dem von dem Hauptgeschästsführer des pommerschen Bauernvereins gehal- tenen Vortrag wurde dem Landbu»deine scharfe Absage erteilt. An einer Füll« von Beispielen wurde belegt, wie noch heute der Großagrarier den Bauer über das Ohr haut. So trägt auf einem 8000 Morgen großen Gut das Gut pro Morgen 25 Pf. der S ch u l l n st e n, die kleinen mit dem Gut verbundenen Bauern- gemeinden dagegen 1,35 M. pro Morgen. Auf einem anderen 5000 Morgen großen Gut zahlt der Besitzer 242 M. Grundoer- mögenssteuer Im Jahr«, die B-nierngemeinden mit 550 Morgen zahlen 557 M. Bekannt ist, daß der pommerschc Großgnindbesitz fast überhaupt keine Einkommensteuer zahlt. So sieht ee heute mit den„gemeinschaftlichen' Interessen der Landwirtschast aus, die der Landbund iimner so in den Vordergrund stellt. Scharf verurteilt wurde In der Kundgebung auch die ein- seitige Zollpolitik, wobei die Zollsreiheit für Futtermittel gefordert wurde. Kredite, von denen der Landbund nicht genug fordern kann, wurden zurückgewiesen, weil sie keine wirksame Hilfe darstellen, weil ferner die kleinen Landwirte nicht in den Genuß der vom Staat bereitgestellten Kredite kommen. Vorbildlich haben die im pommerschen Bauernveretn organisierten Bauern des Kreises Köelin gehandelt! sie haben die auf den Kreis entfallenden Kredit« an di« schwer notleidenden jungen Siedler gegeben. Die 21 900. Lokomoiive bei henschel u. Sohn In Kassel. Bei der Firma Henschel u S o h n G. m. b. H. in Kassel, die ebenso wie Borsig eine reine Familiengesellschaft geblieben ist, verlieh am 16. Februar die 21 000. Lokomotive da« Werk. Die Firma Henschel ist die größte Lokoniotlvfabrik in Deutschland, deren Leistungsfähigkeit 20 Proz. der normalen deutsch«« Lokomotivproduktion über- st e igt. In den letzten Monaten hat stck der Beschäftigungsgrad der Werke bedeutend erhöht, da außer andere«» Auslandsaufträgen allein sürSüdafrikaöOschwereMaschinenzu bauen sind. �undJhr bleibtgesund! Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Verlin SInsend»ng«> fflr dies- Jtnbrif nur a» bat �ngenMehrtoriat Serfln 6a, Ilndtnlhag« S Korten zum Zoll London-Abent» siird im Eekretoriat erhältlich, Karten und ssesmadeln zum Dortmunder Iugendtaa sind eingetrosfen, Bonterleiterkonscrenz Miitmoch, 22, Februar. IS Uhr, im Jugendheim Lindcnstr, 4. Bortrog:„Geologie der Morl," Zcde Gruppe muß oertreten sein.— Der Wander, und Spielausschiiß findet im Jugendheim(nicht Selrc- tariat) Lindcnstr, 4, IS Uhr, statt. heule. Dienstag. 2t. Aebruar. tSZ� Uhr: Vrunnenplotz: Jugendheim Schule Wiesen. Eck« Pankstraße, fugend und Kirche."- Gesundbrunnen: Jugendheim Gotenburger Str. 2.„Friedrich Gbert."— Wcdding.Ziordt Jugendheim See. Ecke Turiner Straße. Kehn» Minuten-Referate.— Nordosten: Jugendheim Danzigcr Str. KZ.„Lebens. reform."— Schönhauser Vorstadt: Jugendheim Driescner Str. 22.„Staats- formen", 2. Teil.— Hasenheide: Jugendheim Porckstr. 11. Lichtbildervortrag: ..Lassalte."— Schöneberg I: Jugendheim Souptftr. IS.„Besuch im Maler- atclier."— Schimebcrg II: Jugendheim Hauptstr. 1Z.„Arbeitersport und Ehausseestr. 4>. IockLondon-Abend. Eteinmcßstr. 114.„Demokratie und Diktatur."— Neukölln III: Jugendheim Wanzlikstr. 7.„EAI. und RI."— Neukölln IV: Jugendheim Sierkestr. 44. „Das Sozialistengesetz."— Neukölln V: Jugendheim Böhmische Ecke staun er Straße.„Wirtschafliichc Kampfmittel des Sozialismus."— Neukölln VI: Jugendheim Hertzbergplatz.„Sozialistische Erziehungsfragen."- Nciuickendors. West: Jugendheim Seidelstr. 1.„Die Geschichte der Sozialdemokratie."— Riederschöu hausen: Jugendheim Blantcnburger Str. 70/71. Jehn-Minuten. Referate.— Pankow I: Jugendheim Görschstr. 14„D.ie innerpolitisch« Lage." — Zalkplatz I: Jugendheim Edcrstvalder Str. 10.„Die Geschichte der Ab- teilung."— Falkplatz II: Jugendheim Greifenhogener Str. öS.„Der Jugend- lichc vor dem Strafrichter."__ Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend (Nachdr. verb.). Meist bewölkt, ohne wesentliche Niederschläge, nachts Frost. am Tage Temperaturen um Null, schwache nordöstliche Winde.— Für Veu Ischland. Im Osten beständiges Frostwetter, in Mitteldeutschland meist leichler Frost, im Westen und Süden noch Temperaturen über Null, nirgends erhebliche Niederschläge. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner»Schwar,-Rot-Gold'. Geschäft, stille: Berlin S. 14. Eebastianstr. JT/M, Hof 2 Te. Dienstag, 21. Februar. Friebrichshain: Kameradschaft Stralau 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Wertalla, Hohenlvhestr. S. Schöneberg-Friedenau: Kameradschaft Insel Kameradschastsvcrsammlung bei Groß. Scdanstr.>7. Referent Stadtrat Vcnd. Nenlölln-Beitz: 2. stameradschatt l. und 2. Kug: Die heutige Versammlung bei Schadeiko, Weichcslstr. z, findet für beide Füge statt zwecks Stellungnahme zur Ortsvereinsaeneralverfammlung. Lichtenberg nebst Kameradschaft: Die Sitzung des engercn Vorstande» fällt au». — Prenzlauer Berg! Mi., d, 22„ 20 Uhr, Turnabend.— Nenkölln-Britz: Mustk. koeps„Reichsbanner Neukölln" übt jeden Donnerstag bei Höhnow, Emfcr Eck« Kirchhofstraßc. Gute Mustker werden noch aufgenommen. Reichsbund der Krtegsdefchädigten. Kriegsteilnehmer und»riegerhintee. blieben en. Ortsgruppe Norden 14: Mittwoch. 22. Februar, 20 Uhr pünktlich. im Ledigenheim Poppelallec 13, Eastno-Feftfäle, Mitgliederversammlung. Referent Bundcssekrciär Kamerad Noa:„Das hat den Kriegsopfern die fünfta Novelle gebracht?" e&LKdc&cfc,£ocker and roetlig. wird mein Haar durch das Pudern mit Schwarzkopf-Trocken- Schaum- pon." Das schreibt Fräulein Elsa B. in L. Ahnlich schreiben andre Damen: „Nach dem Pudern sieht mein Haar genau so aus, als ob es grade gewaschen war"—„Jetzt hab' ich immer schönes Haar." Möchten Sie es nicht auch einmal versuchen? Schwarzkopf Trocken-Schaurnpon Schönes Haar In 3Mxnuten buttefyelix Verwenden Sie Roma, wofür immer Sie wollen— kochen Sie Gemüse mit Roma Margarine, braten Sie eine saftige Lenden* schnitte mit Roma, backen Sie zum Sonntag eine Sandtorte mit Roma— jeder Versuch wird es bestätigen:Rama Margarine kommt feinster Molkereibutter gleich, Nur 50 Pfennig kostet% Pfd. 10. Am 31. Dezember 1927 anteilig fällige Darlehnszinsen und Verwaltungskostenbeiträge.......... 11. Dauernde Beteiligungen...... 12. Bankgebäude.......... 13. Sonstige Gebäude und Grundstöcke 14. Inventar............ Deutsche Girozentrale— Deutsche Kommunalbank Bilanz per 31. Dezember 1927. Aktiva. 1. Voch nicht eingezahltes Betriebskapital............. 2. Kassenbestand a) Bar......... 66 138,66 b) Bestand an Zinsscheinen und fremden Geldsorten 42 363.89 3. Guthaben bei Noten und Abrechnungsbanken............. 4. Wechsel, Schecks und unverzinsliche Schatzanweisungen a) unverzinsliche Schatzanweisungen.... 31 331,74 b) Wechsel und Schecks��S94S627Va, 5. Guthaben hei: a) Staatsbank und öffentU rechtlich. Kreditanstalt 76 484 471.98 b) sonstigen Banken.. 5 939 327,19 6. lomhard und sonstige Darlehen an Banken (täglich Geldl einschl. Reportgelder 7. Eigene Wertpapiere........ 8. Aullenstände in laufender Rechnung a) bei Sparkassen... 168 352,47 h) bei Kornmunalvenvalt und deren Verbänden 1 431 082,16 C) sonstige...... 18 865 289.97 Avale u. Bürgschaften.. 54119 091,— 9. Darlehen mit festen Laufzeiten a) kurztrist. Termingelder(auf 1 bis 12 Monate).... 107904728,22 b) langfristige feste Darlehen(auf 1 und mehrere Jahre).... 4 331 535,— c) langfristige Tilgungs- darlehen..... 357 172 453,49 dav. RM 51 814 283.73 mit fünffachem Auslosungsrecht und RM 2 496 887,50 ohne Auslosungsrechte d) Autwertungsforde- rungen ohne Auslosungsrechte..._ 25 562.50 RM 108 502 859314 8979 959 82 423 999 9216319 39 783 071 20 464 724 469434 279 5640 734 332 962 3627 539 466 153 54 17 60 641 337 562 1 25 Passivs. I. Betriebskapital a) Beteiligung der Mitgliedsverhände 28 875 000,— looooooo,— b) Beteiligung des Kreutz.Staates.,_ 2. Rücklagen............ 3. Gläubiger a) Veroflichtungen bei der Reichsbank und der Staatsbank. 200,— b) seitens der Kundschaft b. Dritten benutzte Kredite(Akkreditive)..—— c) Guthaben anderer Girozentralen sowie deutscher Banken und Bankfirmen..... 92 298 097,37 d) Einlagen auf provlsi- onsfreier Rechnung L Innerhalb? Tagen fällig 15 193 341,36 II Darüber hinaus bis zu 3 Monaten einschl. fällig.. 60 843 480,59 III. Später als nach 3 Monaten fällig.. 85289 700,86 161 326 52231 Avale und Bürgschaften. 54 119 001,— 4. Langfristige Anleihen a) langfristige Tilgungs- darlehen...... 21 149818�8 b) im Umlauf befindliche Obligationen.... 312005 191,40 davon RM 51808212�0 mit(flnffachem Aus- losungsrecht ond RM 2 496 887 J0 ohne Aus- losungsrechte e) Aufwertungsverpflichtungen ohne Aus- losungsrechte.... 333155 011,68 336Z50 5. Noch nicht eingelSste Zinsscheine und ausgeloste Obiigitionen...„.. 6. Am 31. Dezember 1927 anteilig«Tilge Zinsen.............. 7. BetriebsOberschuB......... RM 38 875 000— 3 419 221 253 624820 355138*74 ssa as 2 000167 641 337 562 25 87 18 Gewinn- und Verlust-Rechnung per 3t. Dezember 1927. Soll. I. Geschäfts- und Verwaltungskosten, einschl. der Geschäftsunkosten des Verbandes............. Abschreibungen auf Gebäude und Inventar.............. 3. BetriebsOberschuB......... Berlin, Im Februar 1928. Deutsche Girozentrale— Deutsche Kommunalbank OcSantliche Bankanstalt. Das Direktorium Dr. Kleiner. Jursch. Gehrke. Müller. Schneider. Scheele Seats. Vorstehende Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung haben wir geprüft und mit den ordnongsmätzlc geftthrtea Büchern und Rechnungen der Deutschen Girozentrale— Deutsche Kommunalbank—, Berlin, die wir gleichfalls dner Prüfung unterzogen, In Uebereinstimmung gefunden. Berlin, im Februar 1928. Deutscher Sparkassen- und Giroverband Zentral.RevUlonsstcllc. N i s s I e. Dentsdier MetailarliMeM Verwaltungistelle Berlin. Den Milgliedern zur Nachricht daß unser Kollege, der Dreher Qustav Huhle am 18 Fibruar gestorben ist. Ehre seinem Andenken I Die Beerdigung findet am Dien»- tag, 21. Februar. nachmiltagS Z Uhr, oon der Leichenhalle des Gemeinde» Friedhos» Neukölln, SoUlieb-Dunkel- Straße, aus stalt Rege Beteiligung erwarlel Die Vrtsnerwaltung. flödisleBcleilniiig jeder Werfsadie lowie carderoue rQ F 60 im Leihhaus Hermann Joel Markgralenstratze 22 II Verkäufe Teppich« mit Farbsehlern. 2X3, 24,—. Farbfehler. 2)4X3)4, 39,-. Farbfehler. 2)4X3)4, 48,-. Farbfehler. 3X4. 55,-. Farbfehler, 3X4, 59,—. Farbfehler, 8X4. 85,—. Körner, Potsdamerstraße Nr. 25».' ür>i>?iilunq55luc>'k..tzf»5ctie uzw Bau Kavalieren wenig getragene, wie auch neue elegante Iodellanzllg«, Smo. king., Frackanzüge, Paletot», Gummi. Mäntel, Hofen, für jede Figur passend. verkauft fpoltbillig. keine Lombardware. Leihhaus) Friedrichstraße 2. am Halle- fchen Tor.* Bettenperkanfl Reuel 9.731. 15.—. 19,501 Prachtvolle 27,501 Kauernbellen 32,— I Daanige 37,50! Kinderbetten 8,751 Betlwäschel Jnlellsl(pattbillig und gufl Keine Lombardwar« n. Leih» haus, Brunnenstraße 47.' Getragene Herrengarderabe. Speziali. lät Bauchfiguren, fpvttbillig. Naß, Gar. manvstraße 25/2«, früher Nulackstraße.« Bettfeder» ab Fabrik, grau« Rupf. tedern Pfund 50 Pfennig an, Bettfehern» Dampfreinigung. Ren: Bettfedern. Wäsche. Bettfedernfabrik Schwan, Brun. ncnstraße 152, Fabrikgebäude. »ISIimesehineii Dörkopp-Rähmalchinen gegen«.Mark. Wochenraten. Wlostk. Brunnenstraße 185. zwischen Rofenthalerplatz und Invali. denstraße. Norden 118. 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Die Bauern konnten mir auf meine Frage, warum sie den Bock ein solches Herrendasein führen ließen, keine andere Antwort geben, als daß seit urdenklichen Zeiten es immer so mit dam Bock auf dem Hose gehalten worden wäre. Es würde schon seinen Grund haben. Und darum soll« es auch weiter so bleiben. Nur ein alter Bauer, den ich einmal in einer Dämmerstunde fragte, zwinkerte geheimnisvoll mit den Augen und sagte:„Wo ein Ziegenbock aus einem Hof gut gehalten wird, da kommt kein« Krankheit in den Stall.*— Da sah ich Zusammenhänge, die über den Teufels- und Hexenglauben auf den Kultus unserer oltgermanischen Verfahren zurückwiesen. Auf einem solchen Allgäuerbauernhos« verlebt« lnein Freund Roderich, als er noch Gymnasiast in der untersten Klasse war, sein« Sommerserien. Der Ziegenbock und er waren bald unzertrennliche Freunde. Einer feuert« den anderen zu tollen Streichen an. und es gab Hallo und Gelochter den ganzen Tag. Ms die Bäuerin eines Morgens unseren Roderich im Stalle neben seinem Freunde schlafend fand, ermahnte sie ihn, nicht in so nahe Berührung mit dem Bock zu kommen, sonst würde der Geruch aus seinen Kleidern nicht mehr herauszubringen fein. Roderich, der schon mens» deklinieren gelernt hatte und sich infolgedessen gescheiter als alle Allgäuer Bäuerinnen vorkam, erwiderte, das wäre ganz unmöglich, daß der Geruch übertragen werden könnte. In dem- fetben Augenblick geschah das Unglaubliche: der Bock hatte seinen Geruch verloren. Dafür verbreitete Roderich einen Docksgeruch um sich, daß er selbst den abgehärteten Rasen aus dem Bauernhof« schwer erträglich wurde, und jedermann froh war, als die Ferien zu Ende gingen und Roderich nach Hause fuhr. In der Eisenbahn gab e, einen Aufruhr, vis der Zugführer die Ruhe dadurch wieder herstellt«, daß er Roderich ein eigene» Abteil anwie». AI» sein« Mutter ihn aus dem Bahnhos« in die Arme schließe« wollt«, fiel sie beinah« in Ohnmacht. Dann packte sie ihn schnell entschlossen in ein Auto und fuhr nach Haus«. Er wurde in ein Seifenbad und dann in«inen neuen Anzug gesteckt: der Geruch blieb. Tante Eüse überschüttet« ihn mit einem ganzen Parfümen e- laden: der Bock blieb Sieger. In der Schul« brach gleich w der ersten Stunde die Revolution au». M» der Primus ohnmächtig zusammenbrach, drohte die ganz« Klasse mit dem Auszug durch die ofsenen Fenster, wenn Roderich nicht sofort entfernt würde. Der Rektor griff ein und nahm Roderich zum Derhär mit in da» Rektoratszimmer. Nach fünf Minuten kehrte er ohne Bocksgeruch zurück. Die Nasen beruhigten sich, der Unter- richt nahm feinen Fortgang. Aber der Lehrer vermutet« hinter dem Verbreiten und plötzlichen Verschwinden des Bocksgeruches einen Lausbubenstreich Roderich» und prophezeite ihm ein« exemplarische Rektoratsstrase. Und richtig: die Stunde war noch nicht zu Ende. da wurden auf Anordnung de, Rektors alle Lehrer durch den Pedell in» Konferenzzimmer gerufen. Den Eintretenden schlug ein scharfer Bocksgeruch entgegen, der von dem oberen End« des langen Tisches, wo der Rektor bereit- Platz genommen hatte, auszugehen schien. Die Konferenz nahm«in überraschendes Ende. Denn als man die Aus- führunyen des Rektor» über den Fall Roderich angehört hatte und üm einmütig darin zustimmt«, daß«ine Uebertragung des Docks- geruchs— wie der Schüler behauptet hatte— unmöglich wäre, da geschah da» Unerhörte, der Bocksgeruch hatte sich auf alle Lehrer übertragen. Bestürzt hob man die Konserenz auf. Jeder, vor dem anderen Rettung suchend, stürzt« in sein Klassenzimmer: der Bocks- geruch ging mit. Aus der Schule drang der Bock in die Familien der Lehrer ein. Denn die Frau Professor, die ssch m wissenschaftlichen Dingen immer der Autorität ihres Satten beugt«, bezweifelte fclbstverftSndlich die Ueber- trngung. Don dort aus rückte er siegreich gegen die Kram, und Milchläden vor. Und manche« Dameickränzchen nahm bei seinem plötzlichen Auftreten ein jähes Ende. Die Aerzte griffen ein. In der Berfammlung des ärztlichen Bezirksverein» referierte der Schularzt über den Fall. Man nahm einstimmig eine Erklärung an. daß eme Uebertragung vom Standpunkt der Wissenschaft ausgeschlossen sei. In demselben Augenblick hatte sie der Bock befallen. Ein ollgemeiner Krankenstreik war die Folge. � � Der Bock eroberte einen Stadtteil nach dem anderen. Wo Menschen zusammenkamen und das Thema erörterten, war er Plötz- lich mitten unter ihnen. Denn alle waren sich sofort dann einig. >aß der Geruch des Bockes unmöglich übertragen werden tonne. Der Bürgermeister rief den Magistrat zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Do» Ergebnis war, daß die Vertreter der Stadt fluchtartig auseinandeistobe» Alle öffentlichen Gebäude, die Schulen. Tcheater, Banken, Wirtshäuser, waren geschlossen. Alle Bewohner hielten sich auf den Straßen. Höfen und freien Plätzen ruf. Diele zogen es vor, dort auch die Nächte zuzubringen. So glich die Stadt einem Heerlager und auch der Ton wurde immer kriegerischer. Denn die rallofe Regierung kam aus dem Stadium der Erwägungen nicht heraus. Da nahte ebenso wunderbar, wie das Unglück gekommen war, die Rettung. Die ehrsamen Bewohnerinnen des Iohannisspitals chatten sich, da auch bei ihnen der Bock eingedrungen war, ge- zwungen gesehen, ihre stillen Stuben zu verlassen, und im Spital- garten zu kampieren. Nur das Fräulein Ursula Meier war zurück- geblieben. Die Füße, die sie schon 101 Jahre trugen, wollten nicht mehr recht, Augen und Ohren hallen auch schon Feierabend gemacht, und ihre Nase reagierte nur noch auf einen Geruch: den des Kaffees. So waren die stürmischen Tage in der Stadt und der Auszug der Gefährtinnen achtlos an ihr vorübergegangen. Jetzt aber ging ihr Kaffeevorrat zur Neig«. Da niemand kam. ihn zu erneuern, so war sie in den nächsten Kramladen gehumpelt. Dort bedeutete man ihr, daß kein Kaffee zu haben wäre. Das verfetzte sie in eine solche Ausregunz, daß Ihre längst entschlummerten Lebensgeister und da- nnt auch ihre Neugierde wieder wach wurden,«o erfuhr sie die Ursach« des großen Unglücks. Ursula, die dank ihres schlechten Gehörs von der Skepsis des letzten halben Jahrhunderts verschont geblieben war, antwortete der Menge:„Wenn ihr jetzt alle stinkt wie der Bock, so werdet ihr den Gestank wohl von ihm geerbt haben.* Und o Wunderl Ursula war die einzige in der Stadt. die von dem Geruch verschont blieb. Ms die Mär zu Ohren der Regierung kam, ließ sie die at:e Ursula vor sich bringen. Der Mi»sterpräsident redete sie freundlich 50 Lahre Phonograph. Bor 50 Jahren erhiell der„Zauberer von Menlopork*, E diso«, das Patent auf den von ihm erfundenen.Stimmschreiber*, den Phonographen. Am 24 Dezember 1877 hatte er das kleine Weltwunder angemeldet. Der Patentprüfer hatte in der ge- samten vorhandenen Literatur nichts Aehnliche» entdecken können. So war denn Edinson nach kaum zwei Monaten im Besitz dieses wichtigen Patentes. Menlopork! Edison ist nnt einer Vorrichtung zur Beschleuni- gung des Telegrammverkehrs beschäftigt. Rotierende Platten nehmen die Punkte und Strich« des Morfe-Alphabetes auf und gestatten die rasche Wiedergabe. Beim Rotieren der Platten aber entsteht ein feiner singender Ton, wenn der Schreibstift sie berührt. In Edison wird der Gedanke des Phonographen geboren. Er untersucht dieses geheimnisvolle Singen, diesen Klang, der ihm die Hoffnung gibt, auf einfach« Art die menschliche Stimme fixieren zu können. Eines Tages erhält sein Mechaniker den Auftrag, ein ganz einfaches Gerät zu bauen, das aus einer Walz«, einer Mem- bran mit einem Schreibstift und einem über dies« Membran ge- stülpten Schalltrichter besteht. Die Leute von Menlopork find an viel« Ueberraschungen gewöhnt. Aber daß dies« primitiv« Dorrich- tung die menschliche Stimme wiedergeben soll, das glauben sie selbst ihrem Meister, dem großen Zauberkünstler, nicht. Man wettet, daß Edison unrecht beholten werbe. Eine Spannung, wie sie selten in den Werkstätten herrscht, erfüllt die Luft. Der Apparat ist vollendet. Edison sitzt vor ihm. Die Mitarbeiter sind versammelt und harren der Dinge, die sich jetzt«reignen werden. Mit Staunen sehen sie, wie Edison um die Walz« ein Stanniolblatt legt und e» mit einem Bleistreisen in einer zu diesem Zwecke vorgesehenen Rinn« befestigt. Edison dreht an der Walze. Er zieht den Phonographen auf. Dann spricht er einen Kindervers: „dlerz deck» little lernb,» Its fleece was white as anow, And eTerywhere that Mary went, The larnh was»ore to jjo." (.Marie hatte ein kleine» Lamm. Sein Fell war weiß wie Schnee. Und wo immer Marie ging, war auch da» Lamm zu sehn.*) Nun kommt der erwartet« große Augenblick. Edison selbst ist in der größten Erregung. Die Walze wird wieder aufgezogen. Sie beginnt abzulaufen. Der Sttft, der vorher die Schwingungen der Membran sein säuberlich in die Stonniolwalze geritzt hat, läuft die vorgezeichnete Bahn entlang. Au» dem Trichter ertönt Edison» Stimm«. Nicht» will» bei der Wiedergab« unter- schlagen. Edisons Gedanke, die Stimme selbst auszuzeichnen, ist Tatsache geworden: der Phonograph ist in seiner einfachsten Gestalt geboren. Jubel erfüllt die Räume von Menlopork. Jeder spricht in den Wundertrichter: jeder freut sich wie ein Kind, wenn seine eigene Stimme von einem fremden Gerät wiederholt wird. Die Zeitschrift .Scientific American* berichtet von dem Wunder, und bald ist die ganze Well von ihm erfüllt. Alle Ausstellungen zeigen den ersten Phonographen. Sieben Jahre später erst gewann Edison Zeit, sich mit der Ber- besserung seines Phonographen zu beschästigen. Er erkannte, daß die Wiedergabe der Sprache abhängig ist von der Umdrehungszahl der Walze. Er wußte auch, daß Stanniol nur Behelfsmaterial für die Aufzeichnung der Sprachschwingungen war. Darum bemühte er sich, einen anderen Stoff zu finden. Schon die Römer hatten Wochstafeln für ihre Schreibkünste benutzt, Edison kam auf den gleichen Gedanken. Wachswalzen von besonderer Festigkeit wurden nach langen, mühevollen Versuchen hergestellt. 1888 war der Erfinder endlich so weit, daß'er von Originolwalzen galvanisch« Ueberzüge anfertigen konnte. Diese konnten als Gußformen für die in großen Mengen herzustellenden Wachswalzen benutzt werden. Erst von diesem Augenblick an ist es möglich, die Stimme großer Sänger usw. zu verkaufen: erst jetzt beginnt der Phon»- graph ein wirkliches Geschäft zu werden. Den Arbeiten des Deutschen Emil Berliner, der nach Amerika ausgewandert war, verdanken wir die heute gebräuchliche Grammophonplatte, die gegenüber der Walze große Borteil« hat. Die zahlreichen Mängel in der Lautwiedergabe sind heute überwunden. Wir besitzen Eprechmaschinen wie das Ultraphon von Küchenmeister, die in jeder Hinsicht als vollendete Lautschreiber zu betrachten find. Reben dem Radio ist die Sprechmaschine sicherlich die volkstümlichste Erfindung der Neuzeit geworden.—». an:.Da du durch deinen Glauben von dem Verhängnis, das uns alle betroffen hat, verschont geblieben bist, so weißt du wohl auch Rat, wie wir von dem Uebel befreit werden können.*.Ja,* meinte die All«,.ich würde halt den Bock herholen und ihn schön bitten, seinen Geruch wieder zurückzunehmen.* Und so geschah es. Mit dem schnellsten Auto fuhr man in« Allgäu. Man fand den Bock, der mit dem Geruch auch seine Kräfte verloren hatte, apathisch in einer Eck« des Stalles liegen. Als aber die Herren nähertraten, ihm feierlich versicherten, daß sie von der Uebertragbarkeit seines Geruches � fest überzeugt wären, und ihn mit freundlichen Worten baten, den Geruch wieder zurückzunehmen, siehe, da wich das Verhängnis von ihnen. Der Bock ober begain feine ursprüngliche Funktion, wenn auch in bescheidenem Umfange, wieder aufzunehmen. Und mit dem Geruch kehrten auch seine Lebenskräfte zurück. Im Triumph wurde er zur Stadt gebracht. Und da niemand mehr die wunderbore Fähigkeit des Bockes be- weifelle, wurden olle von ihrem Uebel erlöst. So wurde durch eine gläubig« Seele eine garze Stadt vor dem verderben gerettet. Diese Geschichte hat mir mein Freund Roderich erzählt. Ich seh« ein Lächeln auf deinen Zügen, lieber Leser. Hüte dich, diese Geschichte für unmöglich zu erklären. Denn es könnte sein, daß ein Ziegenbock davon erführe, und dann— wäre die Wirkung für dich nicht auszudenken. Auf der Orachenjagd. Erst vor wenigen Iahren wurde«»bekannt, daß auf Komodo, einer kleinen Insel, die östlich von Java liegt, noch ein Geschlecht riesiger Echsen lebt, die die Nachkommen der vorgeschichtlichen Drachen sind. Diese Kund« hat großes Aufsehen erregt, und seitdem ist das unbekannte Nein« Eiland von verschiedenen Expeditionen be- sucht worden, die diese merkwürdigen Tiere studieren und fangen wollten. Sein« Erlebnisie aus einer solchen Drachenjagd schildert der Engländer W. D. Bürden in einem soeben erschienenen Buch„Die Drachen-Eidechsen von Komodo*. Er hat mit diesen phantastischen Ungeheuern, die bis zu neun Fuß lang werden und sehr wild sind, aufregende Abenteuer gehabt. Den ersten Eindruck schildert er folgendermaßen:„Da war ein Ungeheuer, grau und groß. Ich kroch nach einer günstigen Stelle, wobei ich sehr vorsichtig war, um nicht gesehen zu werden, denn die Augen dieser Bestien sind schärfer als die des Wildes. Die Eidechse nahm langsam ihren Weg durch das Geröll des Bergabhanges: die Sonne warf ihre schrägen Strahlen, so daß ein schwarzer Schatten die dunkle Bestie begleitet«. Es war ein wahrer phantastischer Eindruck: ein vorsintflutliches Ungeheuer in dieser vorsintflutlichen Umgebung.* Die Eidechsen von Komodo sind furchtbare Tiere von großer Gefräßigkeit. Der Ver- sosser erzählt«ine Geschichte von einem dieser Tiere, das sich auf ein Pferd stürzte und„ein großes Stück aus seiner Seite herausriß. Bei einer anderen Gelegenheit verschlang eine Eidechse das ganz« Hinterteil eines Ebers, Hufen, Beine, bis zum Rückgrat. Wenn die Tiere bei solchem Fraß« überrascht werden, können sie an ihrer Nahrung ersticken, denn sie sind sehr leicht erregt.* Diese riesige Echsen lebendig zu fangen, ist ein sehr schwieriges Geschäft. Sie werden zuerst in Fallen gelockt und dann mit Seilen gefesselt. Zu diesem Zweck hatte man einen erfahrenen Lassowerser namens De- fasse mitgenommen.„Die Malaien,* schreibt Bürden,„wagten nicht. näher als einige Meter an das gefangene Tier heranzugehen. Es war also nun Zeit für Defosse, in Aktion zu treten. Kaltblütig trat er mit seinem Lasso in den Ring. Sie waren ein seltsames Paar, der alte Jäger und fein grimmiger Gegner, der in wilder Wut zu sein schien und dem der Schaum buchstäblich aus dem Maul« heraus- tröpfelte. Aber Defosse war klug. Er setzte sich keinen unnötigen Gefahren aus Der erste Wurf mißlang: so faltete er das Seil von neuem mit derselben Ruhe, als wenn er sich üben würde. Der Drache schlug mit seinen Klauen wild um sich. Desosse stellte sich ganz nahe hinter ihn, während er nach vorn schlug, und warf ihm den Lasso um den Hals. Das Ende des Seils wurde an einem Baum fest- gemacht. Dann fesselte ein zweiter Strick den Schwanz, damit der Drache nnt dieser Waffe keinen Schaden hin könne, und nun war er wehrtet.* Gefängnisse zu verkaufen. Durch die unter dem Einfluß de» Qolkswillens erfolgte Abkehr von der mittelallerlichen Härte, mit der in England bis zum Ausbruch des Krieges„Recht* gesprochen wurde, ist es dahin gekommen, daß im letzten Jahrzehnt die Zahl der Vergehen und Verbrechen derart abgenommen hat, daß nahezu die Hälfte aller englischen Gefängnisse leer steht uiifc zum öffentlichen Verkauf ausgeschrieben sind. Das englische Äinsterium des Innern bietet daher nicht weniger als zwanzig überflüssig geworden« Ge- fängnisi« zum Kauf an, aber trotz aller Bemühungen der von ihr mit dem verkauf beauftragten Agenten ist kaum Neigung vorhanden,, dies« Baulichkeiten nnt ihren oft so grauenhaften Erinnerungen zu erwerben. So wurde für das Brecon-Gefängnis, welches sich on» einer der schönsten Stellen von Wales erhebt, und«ine wunderbare Aussicht über das Meer bietet, zusammen mit verschiedenen Morgen Land und alten Waldungen nebst der Wohnung des ehemaligen Direktors, di« erst kurz nach dem Kriege gebaut und mit allen Bequemlichkeiten der Neuzeit ausgestattet ist, nur der zehnte Teil des geforderten Preises, ltz 000 Mark, geboten— ein Gebot, welches die Regierung ohne weiteres ablehnte. Nur drei Gefängnisse von den zwanzig sind bisher verkauft worden, davon liegen zwei(in New- castle und Earlisle) in bevorzugter Stodtgegend und wurden daher von den beiden Stadtverwaltungen angekauft, während für das zum Abbruch angebotene Gefängnis von Stornoway auf den Hebriden- infeln, ein, wenn auch nicht gerade riesiges, so doch immerhin statt- llches Gebäude, von einem Unternehmer der riesige Preis von 100 Mark geboten wurde, für den die Regierung es dann auch weggab. Die Leute haben Sorgen. In der.Chronique des Gens de lettres* wurde kürzlich, wie di«„Literarische Welt* zitiert, mit- geteilt, daß das schwerste Buch her Welt di«„Geschichte von Jthaka* sei, die ein Erzherzog Salvator von Habsburg am Anfang dieses Jahrhunderts verösfent(icht hat. Das Buch ist in graues Leinen gebunden, trägt einen Titel„Parga*. und umfaßt 473 Seiten von 50 Zentimeter Lgnge und 37 Zentimeter Breite. Die Illustrationen sind farbig, Spezialzeichnungen und Aquarelle: sie stellen antike Denk- mäler, Landschaften, Familienbilder dar. Das ganze Buch wiegt 48 Kilogramm. Es wurden von diesem Werk bei Mercy in Prag 100 Exemplare in deutscher, italienischer und griechischer Sprache auf Luxuspapier gedruckt. Die Auslage soll IM 000 Kronen Friedens- Währung gekostet haben. Uebrigens wurde das Buch nur für ge- krönte Häupter aufgelegt. Die höchste Bevölkerungszisser der europölschen Völker. Nach den Untersuchungen des schwedischen Professors Dr. Sven Brisman werden die westlichen Völker Europas, bei denen die Geburtsziffer seit 1913 abnimmt/ in 20 bis 30 Iahren den Höchststand ihrer Be- völkerung erreicht haben. Der Gelehrte gesteht Deutschland eine Höchstziffer der Bevölkerung von 77 Millionen zu, Italien von 02, Großbritannien von 49, Frankreich von 42. Spanien von 35 Mil- lionen. Die Höchstziffer für Holland wird mit 10,7, für Belgien mit 9,3, für Schweden mit 6,1, für Finnland mit 4,7, die Schweiz mit 4,4 und Dänemark mit 4,3 Millionen angenommen. Warum haßt der Hund die Katze?„Sie leben zusammen wie Hund und Katze*, sagen wir, wenn sich zwei Menichen nicht ver- tragen können. Die Feindschaft zwischen diesen beiden Tieren ist also schon sprichwörtlich geworden. Trotzdem sindel man für diese allgemein bekannte Tatsache nur höchst selten eine Erklärung. Der Volksmund allerdings weiß sich hier, wie autz sonst oft, leicht zu helfen. In grauer Vorzeit, so heißt es, hätte ein Hund beim An- blick einer Katze, die gerxid« ihren bekannten Buckel machte, gerufen: „Guten Tag, Herr Kamel*. Das hätte die Katze gewaltig ver- drossen, und seit dieser Zeit besteht die Feindschaft. Das ist natür- lich nur eine hübsche Erzählung. Um den wahren Grund zu finden, müssen wir schon etwas weiter gehen. Die Katze besitzt eine Reibe van Verwandten, die dem Hund nicht hold gesinnt sind. So gehört der blutdürstige Leopard oder Panther zu den grimmigsten Feinden der Hunde. In afrikanischen Reise- und Jagdschilderungen können wir immer wieder lesen, wie es der Leopard auf die heimtückischste Art versteht, Hunde, selbst in der nächsten Nähe ihrer Besitzer, weg- zufangen. Nun haben aber alle Katzen eine große Aehnlichkeit mit- einander, und wahrscheinlich stimmen die Ausdünstungen noch mehr als das Ausselsim überein. Es ist also ganz naturgemäß, daß ein Hund, der nach dem Geruch urteill, an seinen Todfeind, den großen Verwandten der Katze erinnert wird, wenn er eine Katze wittert. Die Hauskatze und deren Vorfahren haben dem Hunde nichts getan, aber ihr großer Bruder ist der schreckliche Mörder des Hunde- gefchlechts, und dafür soll sie büßen. Der Haß des Hundes gegen die Katze erklärt sich also daraus, daß er sogen könnte:„Du selbst lyrsl mir nichts getan, aber deine großen Bruder!* Man soll aber die Hunde jo erziehen, daß sie die Katzen unzestört lasse». Am stillen Herd zur Winterszeit Wenn Burg und Hof mir eingeschneit-- da ilt auch eine innerliche erwärmung vonnöten und es geht nichts über ein Gläschen(oder einige, oder noch mehrere!)„fllte Reieruc" von ttlinkelhauien. vieler vortreffliche und wohlbckömmliche Weinbrand behütet den durchfrorenen Körper vor Lrkältung, ilt aber auch in allen anderen Lebenslagen ein köftlicher Genuß. Gin kräftiges Frühltück mit einem herzhaften Schluck.Me Relerve" hält Leib und Seele zulammen, solange das noch Ichmcckt, bats keine Hot ilnd es Ichmeckt immer! Alle belferen Geschäfte führen..Alte Relerve", den guten Winkelbaulen-SJeinbrand. h. fl. öinkelhauleo-ßlerke, Aktien•GefellKhaft, Magdeburg. tsiaefilJllatlefe-IInliaod Oonnccslog, 13. gtbtnar, uochi«. S Ahr, In([malÖB Oereinshaus, Stoliher Sir. 12« Branchen Versammlung der Graveure und Ziseleure. Tagesordnung: L Sartrag 2 Branchen- angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartel *Mil HaOmetibettieDe MüüüJ Oonnerslag. 23. Jebrnar, nach«. «>/, Ahr, im„Alerandriner-, Aiexan- drinenftrahe 3ra B*r Versammlung'•e aller in deu Rahmeubetriedeu be- schäsligleu Sollegeu u. Kolleginnen Tagesordnung: 1. Di« Lage in der Bijouterie- und Salanteriedranch« 2 Ausiprache Der wichtigen Tagesordnung wegen milksen all» IN obigen Betrieden schitiiigten Aollegen und Aolleginnen restlos erscheinen Insbesondere werden die Aollegen der Firma Zeig u Lehmann, Rosenstein, Iaeudowst! Echem, Aithne usw. erwartet. Usensiag, 71.2 28 Staats-Opei | Am Pl.d.Repub! Vi, Uhr Laisa Miller I itaatl. Sdiaospielh. Geodarmcnmarkt 7V? Uhr Dar Pilger von Mekka. Der Geizige. Ölenstag�l.2.28 Städtische Opet Bismarckstr. Ab.-Tu». H.«et. 8 Staat). Schillerth. Charlottenburg 8 Uhr Weh' dem der iflgt Waihaila-Tb. Weinbergsweg 19/20 TSglich 8i/, Uhr Das MigeWM Schwank In 3 Akten Jognailite keilen Zalntll Vorieiger dieses zahlen für Parkett auch Sonntags statt Mk nur SO PI. Oonnecsfag. 23. Februar,»ach. Mittag» 5 Ahr. im Calai oon Saint«, Orfiaaact Sic. 12 w Versammlung"M, aller in melallbrebeteien veschäfl. Lehrlinge u jugendlichen Ar beiler Tagesordnung:.Die Ausgaben der Jugendarbeit im--- DI« Berlrauensleut« werden«rsnch! sllr guten Besuch dieser Bersammiung Sorge zu tragen. Donnerstag. 23. Fedruar. abend, I Ahe. Im Gewertschattshan», /. U. Ende 10'/, U. Marcel Fradelln (Der Eunuch) Berliner Theater Direktion Kuhnert. Cbarloltnitr.tll V.OlDh.lK 8'/, Uhr Max Adalbert als Der Herr ron... Plscatorbflhne 'tieal.! NolliMertplih Kurfürst 2091/93 An! 8. Ende geg. II Die Abenteuer de« braven Soldaten Scbwejk Dil Mu Pilleabcrg Uli! Enrii Pisafor Tbaiia-Tbeater Dresdneratr. 72/73 8 II.: Das Kaniel geht Volksbühne Ibtitff an niowlan 8 Uhr DieEfltkteidQng desÄntoDiotarossa Tk. an Sdiifftauenlaimii SUhn Schieber des Ruhms Komische 1 81/, ühr Oper tVgUlir iJames Klein's gewaltiges neues R«vue'SIU cki Zieh' didi aus! 200 Hllwirkende- Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. CASINO-THEATER» utu Lothringer Str. 37. Die spanische Fliege. Aouchneldcn Cutschein 1—4 Pen. Fauieuil nur!10M.. 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Einundzwanzigster Zweiundzwanzigster Dreiundzwanzigster Vicrundzwanzigster Fünfundzwanzigster Scchsundzwanzigster Siebenundzwanzigst Achtundzwanzigster zig auf Nr. 46598 14 330 15 773 12425 39 424 10 983 8 266 1704t 29 420 36 346 48 503 47 792 51 597 40 955 Neunundzwanzigstcr DreiSigster auf Nr. 33 477 Die gezogenen Nummern gewinnen In gelber und in welBer Farbe)e einen Preis. Die Gewinn-Nummern für die weiteren 1000 Trostpreise werden veröffentlicht in unserer Hauptgewinnliste, die ab Mittwoch, den 22. Februar, in den beiden Kaufhäusern der B.-G. zur Auslage kommt, sowie in sämtlichen Depositenkassen der Bank für Deutsche Beamte und dort eingesehen werden kann. AuBcrdem erfolgt die Vcröfientlichung in der April-Nummer des B.-O.-Modemagazins. Die Gewinne für die Nummern auf gelber Grundfarbe sind abzuholen am Spittelmarkt 1-2, für die Nummern auf weiller Grundfarbe in der Neuen Friedrlchstralle 79. 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