BERLIN Dienstag, 2i.Zebrnar 10 Pf. Ar. 88 B 44 45. Jahrgang. £ r fd) e i tt t täglich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe des»Vorwärts". BezugSv�i« für beide Ausgaben 7« Pf. pro Woche. 3 M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SWK8, Lindenstr.3 ff Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile so Pf.. Reklamezeile s M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwürts-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37530. Fernsprecher: Dönhoff 292 bi« 297 Sie 800000 Arbeiter mit Aussperrung bedroht.- Wird der Schiedsspruch sür verbindlich erklärt? Die letzten Verhandlungen. Heute vormittag um 1 0 Uhr begannen im Reichs- arbeitsmtnisterium unter dem Vorsitz des Ministerialrats Dr. M e w e s die Nachverhaudlungen über den S-Pfeuuig» Schiedsspruch, der am 18. Februar vom Sonderschlichter» Ministerialrat Dr. Hauschild, im mitteldeutsche« Ronslikt gefällt worden ist und der bekanntlich von beiden Parteien abgelehnt worden ist. Ter Vertreter des Reichsarbeitsministeriums äußerte gleich zu Beginn der Verhandlung den Wunsch» mit den Der Streik führer. W. RSssIer, Bezirksleiter des Deutschen Metall- arbeitet-Verbandes, vertritt die Metallarbeiter bei den Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium. Parteien getrennt zu verhandeln. Es begann dann de? übliche Pendelverkehr zwischen Unternehmern und Ulrueitervertretern. Die Unternehmer brachten natürlich ihre bekannten Argumente vor» wonach es ihnen un» möglich f tragbaren" Schiedsspruches. Von den Vertretern der Metallarbeiter wurde mit allem Nachdruck der Verbindlichkeitserklärung wider- sprachen, d.� er vor allem infolge seiner langen Lauf» zeit praktisch keine Verbesserung des Z-Pfennig-Schieds- sprnches des Magdeburger Schlichters vom 12. Januar bedeute. Der Vertret-r des Reichsarbeitsministeriums er» klärte schließlich nach längeren Verhandlungen gegen 12!4 Uhr. daß er seine Entscheidung über den Schiedsspruch bis spötestens nachmittags 4 Uhr treffen werde. Mit dieser Erklärung waren die Ver- haudlungen erledigt. Tv? allgemeine Eindruck ist» daß der ReichsarbeitSminister den Schiedsspruch für ver» bindlich erklären wird, obwohl beide Parteien gegen die Verbindlichkeitserklärung entschieden Einspruch erhöbe«. Wird ein Schiedsspruch verbindlich erklart— und die Schlichtungsbehörde kann dies nach freiem Ermessen tun, mich wenn beide Parteien und die Beisitzer der Schlichter- tammer den Schiedsspruch ablehnen— dann tritt der Schiedsspruch in Kraft mit allen Wirkungen eines frei- willig vereinbarten. Tarifvertrages. Var dieser Situation befinden wir uns im mitteldeutschen Konflikt, der nicht mehr auf Mitteldeutschland beschränkt ist: Morgen sollen auf Beschluß des Gesamtverbandes deutscher Metallindustrieller in ganz Deutschland noch 800 000 Arbeiter, davon 250 000 in Berlin, ausgesperrt werden. Das ist der Alpdruck, unter dem die Oeffenttichkeit, unter dem der Reichsarbeitsminister als Schlichter, steht! Die E r p r e f f e r p o l i t i k, die die Schwerindustriellen mit Erfolg am Jahresschluß ausgeübt haben, ist auf die Dauer nicht mehr zu ertragen. Einigen unentwegt reaktionären Industriellen gelingt es, den Vorstand einer Sp'tzenorganisa- tion zu einem Beschluß zu veranlassen, daß das gesamte Wirtschaftsleben einer Schlüsselindustrie stillgelegt wird, wenn der Achtstundentag durchgeführt wird/ so war es im Ruhrgebiet— oder wenn den Arbeitern eine Lohnerhöhung von mehr als sechs Mark i m M o n a t zugebilligt wird— so ist es im m i t t e l d eu t» scheu Konflikt! Es ist gar nicht ausgeschlossen, daß die Metallindustriellen den Befehl eines mit unbeschränkten Machtvollkommen- hellen ausgestatteten Ausschusses sogar ausführen, trotzdem der Reichsarbeitsminister den Schiedsspruch für verbindlich erklärte, den Schiedsspruch, der den mitteldeutschen Metall- arbeitern eine Lohnerhöhung von monatlich nur zehn M g r k zubilligt. Die Möglichkeit dieser Katastrophe, die morgen eintreten kann, beweist, daß die Diktatur der Großindustriellen und ihrer Syndizi zu einer öffentlichen Gefahr ge- worden ist. Die Rechtsprechung macht eine vertragschließende Partei zivilrechllich verantwortlich, wenn sie eine Arbeitsnieder- leguna— durch Streik oder Aussperrung— durchführt, um eine Aenderung eines giltigen Tarifvertrages herbei- zuführen. Wenn also ein Schiedsspruch für verbind» l i ch erklärt ist, muß eine Gewerkschaft gewärtig sein, zur Zahlung von Riesensummen verurteitt zu werden, wenn sie einen Streik führt, oder weiterführt, um über den Schieds- spruch hinaus Verbesserungen durchzusetzen. Wenn aber die Spitzenorganisation der Unternehmer— hier der Gesamtverband der Metallindustriellen— eine Aussperrung vornimmt, kann sie nicht haftpflichtig gemacht werden, denn sie ist keine vertragschließende Partei, und sogenannte Sympathiestreiks oder Aussperrun- gen sind nach der Rechtsprechung zulässig, auch wenn ein giltiger Tarif die Parteien bindet. Daraus werden die Gewerkschaften sicher noch Folgerungen ziehen. Was die Rechtsprechung den Unternehmern gestattet hat, muß auch den Gewerkschaften recht sein. Dieser Terror eines für das Wirtschaftsleben längst nicht mehr notwendigen Gremiums von Scharfmachern muß g e- krochen werden. Das kann aber nicht nur auf gewerk- schafllichem Wege geschehen. Das ist eine eminent politische Frage, die das deutsche Volk bei den bevor- stehenden Reichstagswahlen zu lösen haben wird. Amanullah wundert sich. „Verzeihung, wenn ich fidre, Herr Präsident find sehr beschäftigt?« Hindenburg:„Ja, Majestät, ich mache dauernd Wieder- belebungSversuche mit dem Bürgerblock!« Die Tragödie der Lugendlichen. Was nach dem Krantz-Prozeß gesagt werden muß. Einer der häßlichsten Prozesse, die wir seit langem erlebt haben, ist zu Ende gegangen, ein Prozeß, der ein Aufsehen erregte, wie kaum einer zuvor. Unwillkürlich fragte-man sich manchmal, ob die Oeffenttichkeit sich in der gleichen Weise aufgeregt hätte, wenn Paul Strang ein Fürsorgezögling, Günther Scheller ein Ar- beiterjunge und Hilde Echeller ein sogenanntes öffent- liches Mädchen gewesen wären. Wahrscheinlich hätte kein Hahn danach gekräht, und wie das Urteil ausgefallen wäre, weiß man auch nicht. Freilich, es war ein ausgesprochener Gym- nasiastenprozeß. nur erklärbar aus dem Milieu der höheren Schüler und Schülerinnen. Die Ueberfpannlheiten, die schiefen Ehr- begriffe, die im Laufe der Verhandlung zutage traten, sind— und das ist erfreulich— in Arbellerkreifen so gut wie unmöglich. Da will der junge Krantz, weil er, wie es ja auch im Prozeß festgestellt wurde, geistig etwas reger ist als die Mehrheit seiner Schulkame- raden, ins Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold eintreten. Er kann es aber nicht, weil er dann bei seinen Kameraden in D e r r u f gekommen wäre, und so gclst er denn in einen rechtsradikalen Ver- band, der ihm den Revolver der Steglitzer Schreckensnacht in die Hand gibt. Friedrich Dulle von der„2> e u t s ch e n Zeitung" schreibt hierzu: „Mein Gott, wir sind doch auch einmal in jenem Aller ge- wesen, haben gezecht und unsere Dummheiten gemacht, aber der Revolver wäre uns nie in den Sinn gekommen. Denn wir hatten die Ehrfurcht im Blute, die Ehrfurcht vor dem Leben des anderen, vor dem göttlichen und menschlichen Gebot„Du sollst nicht töten". Ja, die Ehrfurcht,.. Es ist nicht die„neue Zeit", die de? Lugend diese Ehrfurcht mnr dem Leben des anderen genommen hat. Wir haben diese Ehr- furcht verloren, als wir in den Gräben logen und nach einem falschen„menschlichen und göttlichen" Gebot das Leben der anderen vernichteten. Es waren die Kreise der„Deutschen Zeitung", die diese Außerachtlassung des„Du sollst nicht töten" priesen, verHerr« lichten und einen Gesundbrunnen der Nation nannten. Die verloren« Lichtung vor dem Leben des Mitmenschen ist leider auch heute noch in weiten Kreisen des deutschen Doltcs Alltagserschetnpng, und dies« Mißachtung wird wachgehalten und geschürt gerade von den Kreisen der„Deutschen Zeitung" und der Wehrverbänd», die deshalb mitschuldig sind an dem Unglück von Tteglitz. Aller- dings, in der Familie W u l l e Ist auch während des Krieges die „Ehrfurcht vor dem Leben des anderen" hochgehalten worden: Man weiß ja, welche„schweren körperlichen Leiden" Reinhold Wnlle, den Bruder, zwangen, nur in der cheimatsfront zu kämpfen... Die Evangelisch« Kircheng« metnde Berlin« Steglitz ist mit einer Kundgebimg ausgetreten, ,chaß die in dem Prozeß enthüllten Entartungserscheinungen nicht auf unser« Steg« litzer evangelische Jugend in ihrer Gesamtheit bezogen werden dürfen". Das hat niemand getan: außerdem ist es Moralin, das hier nerzapft wird, und mit Moralin lassen sich die Schäden am allerwenigsten reparieren. Ein« neu« Erziehungsmethod« tut not, die dafür lorgt, daß der jung« Mensch überhaupt gar nicht auf den Gedanken kommen kann, zum Revolver zu greifen und auf seine Mitmenschen loszuknallen. Hausfrauenvereine und Kranh-Prozeß. Die Zentral-« der Berliner Hausfrauenoer«ine hatte gestern zu einem außerordentlich gut besuchten Diskussion»- nachmittag eingeladen. In drei Referaten wurden Fragen der Haus- Wirtschaft und der Hausfrauenorganisationen behandelt. Im An- schloß daran brachte der Vorstand«ine Resolution gegen die Oeffent» lichkeit des Krantz-Prozestes und die Presseberichterstattung«in.— In der Diskussion wurde leider nicht nur der Boden der fach- lichen Referate, sondern auch der stets betonten Ueberparteilichkeit der Hausfrauenvereine verlassen. In unverantwortlicher Weise wurden die«�schiilternden psychologischen Tatbestände des Prozesses mit den Bestrebungen der modernen Schul- und Erziehungsresonn in Zusammenhang gebracht, obwohl der gesamte Dertaus des Pro- zesses nicht die geringsten Anhaltspunkte für solche Zusammenhänge erbracht hat. Es wurde protestiert gegen eine Erziehung, die der kindlichen Entwicklung Freiheit lassen will, und es wurde vom Magistrat Berlin gefordert, nicht weiterhin.Phantasten als Lehrer" einzusetzen. Man sah die einzige Rettung in einer Erziehung, welche die Kinder.fest an die Kandare" nimmt. Nur ein« einzig« Dame. Mitglied des Bundes für Erneuerung der Erziehung, erhellte da» trübe Bild einseitiger, politisch voreingenommener Betrachtungs- weise durch ihre auf hoher menschlicher Warte stehenden Au»- sührungen. Es wäre im Interesse der von den Housfrauenvereinen ver- tretenen Ziel« zu wünschen, daß man sich in Zukunft von derartigen, andersdenkende Mitglieder verletzenden, au, politischen Ressenti, ments geborenen Verallgemeinerungen fernhält. Das Rechi der Zugevd. Zfosgenmgen avS dem Kranh-prozeß. Was zum Krantz.Prozeß die vorwärtsdrängende Jugend zu sagen hat, dies« Frage wurde in einer vom Sozialistischen Schülerbund»Inberufenen ösfentlichen Versammlung beantwortet. Der Sozialistische Schülerbund ist eine Vereinigung sozia- listisch gerichteter Schüler und Schülerinnen höherer und mittlerer Schulen, doch steht der Bund nicht Parteipolitik als sein« Aufgabe an. Di« Versammlung im großen Lichthof de» Stadthauses war sehr stark besucht, größtenteils von Jugendlichen. Stadtarzt Dr. H o d a n n, der den Hauptvortrag hielt, hob aus dem Prozeh gegen Krantz das alte Iugendproblem heraus, die „ständige Gegensätzlichkeit zwischen dem, was man das Alter nennt, und dem, was man die Jugend nennt". Die Haltung der Erwachsenen vor Gericht habe aus? neu« gezeigt, warum die Jugendlichen sich von den Er- wachsen«» nicht verstanden fühlen und zwischen stch und ihnen eine unüberbrückbar« Scheidewand sehen. Zu den Folgerungen, die stch für die Pädagogik ans diesem Prozeß«vgeben, gehör« in erster Linie die. daß«in Weg zur Aussprache über«rotisch« Ding« zwischen Eltern und Kindern gesunden werden müsse. Kameradschaft In der Erziehung und kameradschaftliche Acht- tung vor den Heranwachsenden sei zu fordern. Die zweit: Folgerung sei, daß man nicht langer die Jugend aus einer schwülen Atmosphäre in die Sexualität hineinwachsen läßt, sondern die Schule in den Dienst der Aufklärung über sexuelle Ding« stellt. Drittens habe dieser Prozeß gezeigt, daß für Jugendliche noch über da» 18. Jahr hinaus bis zum 21. Jahr das Iugcndgerichtsoerfahren angemessen ist. Frau Dr. H e- lene Stöcker sprach gegen die in dein Prozeß vorgekommene „unerträglich« Art der Befragung Jugendlicher über erotische Er- lcbnisse". Im Gegensatz zu dem unwahrhaftigen Phari- säertum. das über diese Jugendlichen aburteilt, stehe die gesunde Geschlechtsmoral, die wir anstreben müssen. Für Jugendliche werden wie nach diesem Prozeß vielleicht zu besonderen Sexuolberatung» stellen gelangen. Etudienrat Dr. Au»- l ander hielt sür da» Beschämendste an dem Prozeß Krantz die Tatsache, daß die Beziehungen zwischen Paul Krantz und Hilde Echeller„sich in einer niedrigen Sphäre abspielten". Er forderte sür die Schul« die gemeinsam« Erziehung der beiden G« s ch l e ck) t e r. An der Diskussion beteiligten stch Jugendlich« und Er- wachsen«. Man redet« über alle» möglich«. Eine Mutter wandt« sich gegen die von Hodann geinacht« Bemerkung:„Wenn der Mensch über-59 Jahre alt ist, kann er anscheinend nichts mehr lernen." Gerode die Jugend von heute werde, sagte sie, Einspruch dagegen erheben, daß nach 3Ü Jahren auch sie den Trotteln zugezählt werden solle. Da» Schlußwort des Bersammlungsleiters führte zu dem inneren Grund dieser Versammlung zurück, zu der Sexualnot der Jugend- In der sexuellen Frag« ist, betont« er. d i« reinst« Wahrheit die wahrst« Reinheit der Jugend. Einsam in der Weltstadt. Was trieb die Siebzehnjährige in de« Tod? vo» falsche« Verdacht befrei«. Der Rennstollb«sitzer E. L- Kontng in Münster i. W.. der im Zusannnmhang mit dem Brand« in seinem Rennstall auf der Telgte? Rennbahn unter dem verdacht der Brandstiftung vor einigen Togen ver- hostet worden war, ist inzwischen aus der Hast entlassen worden. Bei dem Haftprüfungsversahren traten 17 Zeugen für die Unschuld Konings«in- Der Beweis, daß Koning zur Zeit des Brandes nicht am Tatort sein konnte, wurde einwandfrei erbracht. „Zm Haas« Skroßmaanstt. 12 wurde gestern abend dt« irjährige Näherin Irmgard S. von heim- kehrenden Familienangehörigen durch Gas ver. giftet bewußtlos ansgesunden. Mederbelebuugsoerfuche (Illeben ohne Erfolg." iZeitungsnoliz.) Am gleiche» Tage erschoß stch aus unbekannten Gründen«in l'jähriger Lehrling in Lankwitz. Auch bei Irmgard G. weiß man nichts von den Motiven, die das junge Mädchen in den Tod trieben. Wo sind sie zu suchen? Geschehen die zahlreichen Jugendlichen- Selbstmord« der letzten Zeit vielleicht unter dem Eindruck der S t e g- litzer Rorgänge? Haben dies« eine Art Selbstmordepidemie bei den Jugendlichen ausgelöst? Unter dem suggestiven Einfluß der Krantz. Affäre hat mindestens Irmgard G. nicht gestanden. Aber ein Moment, das oft bei dem Freitod Jugendlicher ein« treibende Rolle spielt, und das auch in Steglitz wenigstens«inen wesentlichen Teil der Ursachen ausmacht, die zu der tragischen Katastrophe geführt haben, sst für den Tod der Irmgard G. sicher ausschlaggebend gewesen- Die Einsamkeit. Wer wußte von den zunächststehenden Erwachsenen in Steglitz etwas von dem, was dies« jungen Menschen seelisch und körperlich erlebten? Und wer wußte von Jrmard G„ die einige kindlich naive Abschiedszeilen mit der Ueberschrsst„Lieber Bubi" an ihren Freund hinterließ?„Nach dem, was zwischen uns vorgesollen ist. kann ich nicht mehr leben" heißt es darin. Sind es seelssch« oder körperlich« Erlebnisse, die hierin berührt werden? Niemand kann e» sagen. Aber da» ist auch unwesentlich. Wir sind heute leider viel zu sehr geneigt, die Rolle, die da, rein Körper« .'ich« für die Jugend spielt, zu überschätzen, es zum Teil auch aus uneingestandenem Censationsbedürfnis stärker als notwendig zu be« tönern Wesentlich ist aber, daß dieser einzige, niemanden bekannt« Grund einen jungen, gesunden Menschen oeranlaßte, den Tod zu suchen. Oder ist dieser Grund gar nicht unbekannt? Das Mädchen, vielleicht, ihrer körperlichen Entwicklung entsprechend, mit �knem starken Hunger der Sinn« ausgestattet, lebte nicht bei den in der Nähe wohnenden Eltern, verstand sich nicht mit ihnen. Möglich, daß es nicht gut tat. Di« Großmutter, dem jungen Ding noch um eine Generation in der Weltanschauung ferner, nahm es auf. Irmgard nähte, zu Weihnachten verkauft« sie mit der Großmutter Tannenbäume. Das Mädchen hatte Wohnung, Essen. Aber der Lebens- und Erlebnishunger des jungen Menschen konnte in dieser Geineinschaft nicht befriedigt werden. Dazu ließ ihre Beschäfti- gung nach. Sie hatte ziemlich viel srei« Zeit, dafür um so weniger Geld. Wer kann es sägen, wie stch das Mädchen mit diesem Problem abfand? Niemand. Sie war einsam. So einsam, wie in ihrer Todesstunde. Irmgard oergiftete sich am Tage mit Gas. Das ganze Haus war davon erfüllt. Die Nachborn rochen es, diskutierten, wo es wohl herkomme. Sie wogten nicht, die eigene Kochgasflamme zu ent« zünden. Doch niemand kam auf den Gedanken, die Aruerwehr oder das Gas- revier anzurufen, um die Wohnung, der der Gasgeruch ent- strömte, unkersuchen zu lassen. Vor etwa anderthalb Jahren erstickte ein Mann in demselben Hause an Kohlendämpfen, die aus schwelender Glut entstanden. Auch damals spürten die Nachbarn den Geruch— und auch damals wurde nichts dagegen unternommen, eh« es zu spät war. Das ist die große Einsamkeit der Großstadt. Wenn zwei Menschen auf einer weiten, wüsten Insel leben, so wissen sie viel eher, viel rascher voneinander als zwei Nachbarn in einem großen Miethause, die hier auf demselben Flur wohnen. Di« große ziemlich sauber« Mietkaserne im Osten Berlins ist«in Bild unserer großen, nach dem Weltkrieg In ihrer Fassade wenigstens etwas renovierten Erdkugel. Sie täuscht etwas vor, was nicht vorhanden ist: menschlich« Gemein» samkeit. Etwas, das noch nicht vorhanden ist. Stuhlbeine gegen Waffereimer. Meuterei in der Girasanstali Tegel. Ja der Strafanstalt Tegel kam e» gestern abend zu einer Meuterei, die jedoch durch da» energische Eingreisen der Anstallsbeamten schnell unterdrückt werden konnte. Mehrere Beamten wurden durch Schläge mit abgebrochenen Stuhl- deinen und durch Messerstiche verletzt. Zu den Vorgängen er- fahren wir von zuständiger Stell« folgende Einzelheiten: In einer Semeinschoftszell« waren drei Gefangen«, die noch ein« längere Straf« zu oerbüßen haben, untergebracht. Einer diefer Zelleninsassen,«w H atb, ig«uner, der einig« Zeit in der Irrenobteilung der Etrafonftast intervtert war und der wegen seiner Gewalitätigkeit und Brutalität bekannt ist, sollte wegen «ine» Borkommniff«, in ein« E i n z e l z« l l e gebracht werden. Alz dem Gefangenentrio die Verfügung der Befängnisdirettion in den gestrigen Nachmittogsstunden bekannt gegeben wurde, bekam der Halbzigeuner einen Tobfuchtsonfall und demolierte die Ein- rlchlung der Zelle. Di« beiden anderen gerieten ebenfalls in Ekstase und fingen fürchterlich zu schreien an. Mehrere Stühle und der Tisch wurden von den Tobenden kurz und klein geschlagen. Mit den abgebrochenen Stuhlbeinen hämmerten sie dann gegen die A« l l e n t ü r. Dieser Vorgang war natürlich in den übrigen Zellen nicht un- bemerkt geblieben. vi« anderen Sefangrue« stimmten in da« Gebrüll mit ein, und- e, entstand ein unbeschreiblicher Lärmt Nach kurzer Zeit erschien der Direktor de» Strafgefängnisses, um die drei durch gutes Zureden von der Zwecklofigkeit ihres Unterfangens zu überzeugen. Die drei, die stch bei ihrem Unfug sehr wohl zu fühlen schienen, bedrohten den Direktor, anstatt nach» zugeben, und randalierten weiter. Den dreien wurde dann ein„Ultimatum" gestellt, sich bi» zum Abend zu entscheiden und den Widerstand aufzugeben, da sonst Gewalt angewendet werden müßt«. Sie ließen es aber darauf ankommen. Als der festgesetzt« Termin herannaht« und mehrer« Beamte di« Zellentür öffneten, wurden st« von den Ge- fangen««, die stch in einer Eck««in« Barritade errichtet hotten, mit allen' möglichen Sachen bombardiert. Jetzt wurde zu einem Raditalmittel gegriffen, da» aber auch bei den Dreien teinen Erfolg hatte. E» wurden mehrere Eimer Wasser herangeholt, mit denen die Gefangenen übergössen wurden. Aber auch dies« Maß» nahm« war vergeblich. Es blieb nun nicht» weiter übrig, al» die Gefangenen zu überwältigen. Hierbei kam«s zu einem wüsten Handgemenge. da» ein» dreiviertel Stund« dauerte. Mit den Stuhl- deinen der Halbzigeuner schwang sogar ein Messer in der Hand— wehrten sich die Gefangenen au» Leibesträsten, ohne ober Oes Spießers Mage. Der Spießer nimmt sein Blast zur Hand Und läßt es wieder sinken-- Kein Krontz-Prozeß. von Gott gesandt, Tut dem Genießer winken I Er fraß so nest und voll Moral Die schmutzigen Pointen—, Nun scheint ihm olle» blöd und schal, Well sich dir Schleier senkte«! Er war so sittsam animiert, Zwar schien"» ihm tief verächtlich, Als Nochtisch täglich frisch serviert Erregt es ihn beträchtlich. Er ruft als echter deutscher Mann Nach dem Diktatorbesen, Worauf er«» nicht lassen kann, Roch mal von vorn zu lesen!- -th. dabei zu vergessen, di« Beamten mit den gröbsten Schimpfe namen zu belegen. Schließlich gelang e» di« Tobenden zu über. wältigen und in Einzelhaft unterzubringen. Mehrere Beamten hotten Verletzungen davongetragen und mußten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. * Gpaie Wiedergutmachung. Revision einest tlrieilst der französischen Kriegstjosiiz. Im Jahr« lSlK wurde der Soldat Mognaval wegen Desertion zu ll) Jahren Zwangsarbeit oerurteilt. Er hatte 8 Tage Urlaub erhalten, um an das Lager seiner sterbenden Mutter zu eilen. Er beging nun da»„Derbrechen", S Tage über den Urlaub zu bleiben, weil sein« Mutter stch noch einige Tag« länger hinschleppen tonnte. Die Verurteilung war erfolgt, ohne daß dem Schuldigen«in Verteidiger gestellt worden war. Letzt sst«s gelungen, das Revisionsverfahren durchzusetzen. Ts beginnt Anfang März v«! dem Kassationshof. Wirih soll nicht mehr in den Reichstag! Baden stellt andere Zentrumsttandidaten auf. Wie in anderen Parteien, so ist man jetzt auch im Zentrum bei der Vorbereitung der Kandidatenlisten für di« Reichemgs« wählen. Zwar rekrutiert stch die Zrntrumewählerfchast zu einem guten Teil au« Arbeitnehmern, aber schon der Gedanke, st« bei de» Kandidatenlisten gebührend zu berücksichtigen, wird von den besitzenden Schichten imerhalb der Zentrums Partei, de» katholischen Adel, den Lndustriellen und Agrariern entschieden z�» cückgewiesen. Auch setzt zeigt sich das wieder. Den Ardeid» nehmern macht man groß« Versprechungen— aber dabei bleibt es auch. Die Dürgerblockfreunde im Zentrum hingegen fordern und erhalten di« aussichtsreichen Kandidotenstellen. voraus- sichllich wird auch der als überzeugter Republikaner bekannt Reichskanzler a. D. Wirth ein Opfer dieser Cliquenwirsschoft. Im Vorstand der badischen Zentrumsparte r besteht ernsthast prr Plan, auf Dirths Kandidatur zu oerzichten. Wirth sst in Baden groß geworden und hat dort seit Lahre» für die Zentrumsportet kandidiert. Jetzt soll er unter dem Driuk der reaktionärer Eliqu« im vorstand de» Zentrum» seil Amt quit» tieren und für den gegenwärtigen badischen Landtagspristdenten Baumgärtner Platz machen. Ihm soll auf der Kandidaten» liste der gegenwärtige Reichsfinanzminister Dr. Köhler' folgen. Erst dann sst der langjährige Reichstogsaligeordnet« und Arbeite?, sichrer E rj in g in Aussicht genommen. Vervierfachte Wählerzahl w Japan. Die erste demokratische Wahl. eradon. TL Februa». Skstern war P a rla m«» is«. Hit» g w L»? a». De« Wählerzohl ist gegen früher durch Wahlrechtsenvesterung vervter. focht. Di« Wahlbeteiligung war t»otz schwerer herrschender Schne». stürme im Norden Japan» unervoartet groß. Bisher hatte die Lv- beiterschast t« t n e n Vertreter, viesmol standen SS sozialistische un» kommunistisch« Kandidaten im Feld«. Nicht weniger als vier proletarische Parteien hatten Kandidaten aufgestellt, ver Führer der sozialdemokrat'ichen Gruppe, Professor Ab« no» der Universität Woseda erklärt«, baß feiner Information noch sämtlich» wahlberechtigte Studenten dir Universität ihr« Stimmen für de» sozialistischen Kandidaten abgegeben habe». Schwesternheim in Klammen. Drandunglück in Moabit. Ein größeres Z�uer, dessen Bekämpfung mit außer- otdcnlliiten Schwierigkeiten verknüpjt war, entstand heute vor- mittag in dem Keller des Hauses O t t o st r a h e 17 in Moabit, in dem sich das Schweslernheim und die Küsterei der»Heilands- kirchc" befinden. Die Wehren waren fast drei Stunden au der Brandstätte mit den Löscharbeiten beschäftigt. Kurz nach IlZ Uhr drangen aus den Kellcrfenfteni dicke Rauch» fchwodcn hervor. In dem hcizkcller. in dem größere Vorröte an Brennmaterial lagerten, war aus ungeklärter Ursache Jener ent- standen, das sich in kurzer Zeit nach allen Seilen ausbreitete. Als dv? Wehren an der Brandstätte mit fünf Löschzügen eintrafen, stand der Keller ii seiner vollen Zlu-dehnung iti Flammen. Unge- hcure Rauchmosien ersüllien in kurzer Zeit das Haus, so daß unter den Zuschauern der Eindruck entstehen mußte, daß das ganz« Ge» däude brenne. Die Bewohner und Beamten hatten sich zum Teil selbst rechtzeitig in Sicherheit gebrocht oder wurden durch Feuer- wehrbeamte ins Frei« geschasst. Die Bekämpfung des Feuers gestaltete sich Insofern sehr schwierig, als nur zwei schmale Zugänge nach unten bestehen, die einen uunsossenden Löschangrifs fast unmöglich machten. Durch starkes Wasiergeben aus sechs Schlauchleitungen konnte der Brand jedoch um die zwölfte Stunde niedergekämpft werden. Die gewaltige Rauchsäule, die weuhin sichtbar war, hatte eine niübersehbor« Menge Neugieriger angelockt, so daß ein starkes Schupoaufgebot umfangreich« Absperrungen voriithmen mußte. Stark« Verkehrsstockungen waren die Folge. Schluß des Gchachiunn'ers. Rimzowitsch Sieger vor Bogoljubow. Belm Iubiläumeturnier der Berliner Schachgesellschaft wurde am Montag abend die IS. und letzt« Partie gespielt. Rimzo- witsch gewann gegen Ahne« und sicherte sich damit den ersten Platz sowie den Preis der Stadt Berlin im Wert« von 8000 Mark. Bogolsubow, der gegen B. Koch gewann, mußt« sich mit dem zweiten Platz benügen vor T a r t a k o w e r, der als Nachziehender gegen Iohner schon nach 15 Zügen gewann. Weiterhin siegten Ein Sechzigjähriger. Karl Schräder, der zweite Vorsitzende des-Jextil- arbelterverbandes, vollendete vor einigen tagen sein sechzigstes Lebensjahr. Leonhard gegen Stoltz, Schlage gegen Helling und Steiner gegen Reti, während sich S ä m i s ch und Brinkmann unent- schieden trennten. Das Schlußklassement lautet: Nimzo- witsch 10. Bogolsubow 91!, Tarlakower 8, Iohner 7X, Helling I Punkte._ Funksprüche aus vier Kontinenten. Die Panamerika-Konferenz In Havanna ging zn Ende. Di« wochenlange« Beratungen drehten sich nur daS Recht der Großmächte, in andere« Staate« einzugreifen. Die Konferenz«ahm einstimmig Beschlüsie an; gegen die meisten erhoben die vereinigten Staate« Vorbehalte. In Montevideo— Hauptstadt vo« Uruguay— fiudet die nächste Konferenz statt» in ungefähr vier Jahre«. « Der hapag-Dampfer»Hamburg' beachte fünf Millionen Dollar Sold ans der russischen Staatsbank nach Rewyork. Damit wurde« amerikanisch« Liesernngen an die Sowsewnloa bezahlt. Der russisch-amerikanische Handel betrügt seht jährlich etwa 100 Millionen Dollar: er ist größer als vor dem Kriege, obgleich diplomatische ve- Ziehungen nicht bestehen. « Da, Kriegsmlnssterlum zu Washington prüfte ein neue» Doppel- de>kerbombenflugzeug. Es trägt über eine Tonne Sprengstoff und fllnk Maschinengewehre und soll 67 Stunden hindurch in der Lust bletbeu können. Z5 rou dieser Sorte sind im Vau. « Vus Verbot des Sas- und Seuchenkrieges wurde bisher�«sie Paris nur von J rankreich und Venezuela ratifiziert. SZ von den 55 Staate« der Welt dürfen also noch gegeneinander Sas- und Stachen krieg führen, ohne das Völkerrecht zu oerletzen. • ziach n-'unstündiFer Debatte lehnte der amerikanische Senat (48 zu 51) sä, einen Sonderausschuß zur Untersuchung des Power Trusts(Trust für Lieferungen an Reich. Länder und Gemeinden) «inzusetzen, der alle kleinkren Unternehmungen aufsaugt. Statt dessen übertrug er die Untersuchung der?«di*m Fälle beseitig werte«. Usaalestbart Hcilereljc. 'estiligcig«od Relerer, te«. ärztl. empfohlen. «ralideistnle 106. 7 II, 1-4. Samt«; 10-12. Jsetir PROGRAMM für die Zeit vom 21. bis 23. Februar 1928 K I N O- TAF E L tfladdabzcG Berti/)■ Le ipzigersfr. 12Z- 123 PROGRAMM ftlr die Zelt vom 21. bis 23. Februar 192% Potsdamer Straße 38 Mein Freund Harry m. Harry Liedtkr, Maria Paudler Rheinstraße 14 Wien. Wien— nur du allein dazu: Die große Zirkusnummer mit Tom Ml* LulsensTheater Reichcnberger Straße 34 Die(ealohlene Braut Bheskandal BShneoschaa Rim-Paiast Kammersäle Teltower Straße 1— 4 Der alte Frlt*(2. Teil, Ausklang). mit Otto Gebühr Viktoria«Lichtblld'Tli. Frankfurter Allee 48 Der all, Fritz(r. Ted)) Ferner Bühnenachau jugendliche haben Zutritt Odeon, Potsdamer£lr. 75 Verlängert Der alte Fr!t£(l.Teil) mit Ott» Gebfibr Für Jugendlich« Turmstraße 12 Verlgrgert! Der alte PHfE(2.TeiU mit Otto Oebülir Für Jugendliche Alexanders!, aße 39-40 Passage Verlßn.rcitl Mein re nd Harry „>. Harry LIedtite. Maria Pau ler tt d<• i» B Th. am Moritzplatz Beginn: W. 5�0, 7. 9,15. S. ab 3�0 Haaay Porten In Vlolantha i Hurray la Zimmer ttr, I# KolibrirLichtspiele Belle-Alliancc-Platz 2 Pankzanber, A.Braun. W.Krans Mit Tomahawk und Büchse PassageeLichtsplele Neukölln. Bergstraße 151—52 Unzusaug Bühne: Die Aosstaraingsrc-.-ue Warum, WaahaJb, Wtesof W. t»» t 45 n| Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Bis Donnerstag verlängert Der Beitelstudent Femer: Die Revue Wararo, Weshalb, Wieso 9 Jugendliche haben Zutritt ConcordiaePalast Andreasstraße 64 Alraune Ferner: Mädchen, die sich nicht verkaufen Ph arus- Lichtspiele Mflllerstr. 142 Funkzanbe r( Werner KrauBJand Da. Ochelmnls des Abbd X Alexander Fleßburg persönlich Kammerlichtspiele Friedrichsfelde. Berliner Straße 18 Das große Los Der Kampf im Palverturm Welt.Kino Alt-Moahit 99. W. 5,15. Stg. 3 Uhr Zwei rätselhaft« Kriminalfällo: Der jrolic Unbekannte Oer Detter seines«terrn Alhambra Mühers.r. Mein Freund Harry mit Barry Liedtke Bühne: Die fr. Nctson.Rc-vaa Metro=PaIast Chausseestraß« 30 3 lustige Tage; Fräulein, hltto Anschluß. Bühne: Die gr. Lachrevue Sieh mal guck G eHiiiin KristalUPalast Priprenallee 1—6 Die Leibeigenen- Bühnenschau MarienbadsPalast Bad Straße 35— 36 Das Geheimnis des Abt>£ X Mi. Tomahawk and Büchse Buhnenschaa PrinzensPalast 0 nzenaiiee 42—43 Das G heimnis des Ahds X Mit Tomnhaw. und Bucnse Buhne schau LSP Lichtspiele am Senefeiderpiatz Botel Erzherzogin Viktoria V-Doot in Qsfabr KumboIdttTheater Badstraße 19 Des großen Erfolges weg. verlängert! Schlndcrbannes Bübnenscbsti „Alhambra� ßadstraße 58 Brand im Osten Artistenliebe Bühnenschan FilrapalaslBallschmleder Badstraße 17 Die Jugend der Königin Luise An der Orenze des Todes Bühneaschnu Tivoli Lichtspiel Th. Berliner Straße 27 Wenn Menschen reif zur Lfebc werden.— KSnlg Har.ekln Bahne» Lange u. üorlf(Komische Equitibristenj BörgergartenaLichisp« Hauptstr. 51 und Lindauer Straß* Mary Piektord In Das Ladentnidel Tom Mix In Die Panzerpost Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 Wochent 7, 9.16- Sonnt, ab 4 Uhr Der fröhlich s Weinberg, femer Gefahren dr-t Ehe_ PalastsTiieater Breit* Straße 21 a Werner K auss in Die Hölle da, Jungfrauen Linden> Lichtspiele Restdenzstraße 124 Mein Freund Barry ii*» Liedtke. M. Paudler) Der Komödiant enprckhg FaunaLichtspiele Krumme St.eSe 37 Könlia Harlekin Auf--eis. Wunsch Bud. Valentin» Der Sohn des Scheich_ irnelka»Palast (A'ttambia) Kurfürslendamm 68 Lrau, fährung dss grollen Fox« Pinn»! Mädchen hülst Euch TiianiaePalast Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Spielzeiten; Wochentags 630 und 9 Uhr, Sonnabends und Sonntags 4 630 und 9 Uhr. Der alt« Fritz(2. Teil)(Aasklang) (Beilage Dienstag, 21. Februar 1928 3g»r|l§mSl SpaJauXiyajße Aßl ibumsdi Wir zahlen allein! Schluß. Zlber acht talentierte Beine mit vier kichernden Bienen- körben war eine solche Naturseltenheit, an der auch alle Augen der Lebewelt hängen blieben. Es fehlte nicht an Versuchungen, anzubandeln, besonders aus den Kreisen solcher Herren, die schon durch die Mühe. die sie sich bei der Geburt gegeben hatten, zur Welt zu kommen, ihr Lebenswerk vollendet. Mancher von ihnen gab sich alle Mühe, da ein Kovf nicht in Erscheinung trat, unter den Konditortischen Anschluß mit den Beinen zu er- halten. Die acht Beine waren aber viel zu natürlich und— zu boshaft veranlagt, um aus dem Bienenkorb nicht gleich die listigen Worte ertönen zu lassen:„O entschuldigen Sie. Unsere langen Beine belastigen sehr oft die liebe Mitwelt." Manchen alten Licbesritter jagte eine solche, sehr oft überlaut gegebene Feststellung seiner Annäherungsversuche noch einmal das Blut in die abgelebten Wagen. Das Jneinanderverschlungensein und klettenhaste Zu- sammenhalten der acht Beine bot sogar einen ungewollten Selbstschutz. Bei vier Deinen finden sich schon leichter die Gegen- füßler, wenn auch hier die Anschluß suchende Herrenwelt etwas zurückhaltender war. Erstens, wenn es ein Eingänger, wegen der doppelten Kosten und der verminderten Aussicht aus Erfolge, skills man nicht für das andere Paar Beine Ab- lenkung schaffen konnte. Noch schwerer aber war der Anschluß bei acht Beinen. Daher kam es, daß, obwohl in der Tauentzienstraße der Konditoranschluß nicht selten war, ein oder zwei Paar so wagehalsiger Pedalen sehr schnell wieder sortpendelten, wenn acht Beine rücksichtslos herumwirbelten. Wenn aber die Herren es für selbstverständlich hielten, daß sie zahlten, gab es jedesmal eine geradezu beleidigende Abfuhr. Die acht Beine hatten sehr bald herausgefunden, daß es am meisten auffällt, wenn man sich nicht freihalten läßt. Das wirkte geradezu verblüffend. Man konnte sich das ja leisten. Einmal hatten sich sogar acht Beine genähert, die aber dieselbe Abfuhr erlebenten, nachdem vorher die ausgelassenste Lustigkeit alle Augen auf den Tisch der vier Kobolde gelenkt hatte. In der Tauentzienstraße, ja im ganzen Westen, waren sie natürlich längst Stadtgespräch. Alle noch nicht Wissenden in Restaurants, Bars, auf der Promenade ufw wurden auf sie aufmerksam gemacht. Das aber gerade war es. was die Besitzerinnen der acht Beine wünschten und was ihnen nicht nur Köstlichen Spaß machte, sondern ihnen Lebenselement war. Je mehr sie florierten und die Tauentzienstraße mobil machten, je tiefer rutschten die Hüte auf ihre Schultern und übers Gesicht Sie wurden immer mehr das Rätsel der Tanentzienstrahe. Selbst die Beamten der Sittenpolizei, die sie unter die Lupe nahmen, mußten feststellen, daß die �usammengebün- bellen acht Beine ihrerseits zu keinerlei Bedenken Anlaß gaben, sondern nur vier übermütigen Jähren gehörten, die, durch reichliche Taschengelder angereizt, allerlei tolle Streiche zur Ausführung brachten, die aber den Strafgesetzen und Polizeivorschriften keinerlei Anlaß zum Einschreiten gaben. Daß die acht Beine aber alle Männeraugen aufsaugten und sie somit der anderen Beäugelung entzog, empörte und hätte sicher irgendwelche Revancheplane ausgelöst, wenn nicht die Tauentzienstraße plötzlich eine neue Sensation ge- habt hätte. Diese Sensatwn verdrängte die erstere keinesfalls, fon- dern— komplettierte sie. Vier Herren tauchen auf. Es waren vier junge, hübsche, hochmodern gekleidete Herr— lichkeiten, die eines Tages urplötzlich hinter den acht Dä—, pardon, acht Beinen herstolzierten. Acht Beine in feinster Aufmachung führten ihre Besitzer spazieren, die sich neben den acht weibuchen— oder richtiger — dabinter wohl sehen lassen konnten. Als bei der ersten Wendung sie aufeinanderplatzten, hätte die Elfenhaut an den acht Beinen fast dasselbe getan. Zum mindesten kamen die acht Beine aus der Balance. Aber mit einem Ruck, wie gutgeschulte Skiläufer, hatten sie sofort ihre Haltung wiedergewonnen und tänzelten, als wäre nichts geschehen, weiter. Don nun an folgten die acht männlichen Beine unent- wegt den weiblichen. Die sechzehn Beine wurden natürlich viel beäugelt, viel bestaunt und viel belacht. Die weibliche Konkurrenz oersöhnte sich mit den acht Beinen, welche die Priorität hatten, wieder, denn dgs stand jetzt bei ihnen fest: Das Ganze ist eine geschickte Reklame für irgendeine neue Revue, welche die Augen des pp. Publikums von der Himmelsreklame wieder zur Erde lenken sollte. Die Gegenfüßler hatten nicht nur richtige, sondern hübsche Köpfe und trugen sie sogar sichtbar. Alle vier besaßen sorgfältig gepflegte Locken und ge- hörten zum Verband der Hutlosen, um die vom Friseur wie Grünkohl in Alleen gepflanzte Ordnung nicht zu zerstören. Wo die sechzehn Beine auftraten, zogen sie einen Schwärm Neugieriger hinter sich her. Die meisten folgten, um bei Lösung des Rätfels der neuen Revue dabei zu sein. Von jetzt an waren die sechzehn Beine unzertrennlich. Sie promenierten, kneipten und konditerten gemeinsam und so kamen die„Erstgeborenen" bald dahinter, daß die„Nach- kömmlinge" vier Studenten waren, also nach dem Willen der Papas zukünftige Kollegen. Eines Tages wurde einstimmig beschlossen— man denke, bei sechzehn Beinen—, daß man künftig an drei Tagen der Woche, immer streng nach Geschlechtern getrennt, die Tau- entzienwelt mit seiner Gegenwart erfreuen wolle. Schon nach zwei Wochen beantragte Nelly in einer Vorbesprechung der weiblichen Linie, den mittleren Promenaden- tag als Pärchentag einzurichten. Röschen hatte bedenken. Klarissa aber sagte, nach der nochmaligen Durchsicht von Papas Manuskript sind wir wohl wie keine andere Geschlechtsgenossin gegen alles gefeit. Als aber Hildegard auf den gescheiten Einfall kam. vor- zuschlagen, damit aus dem Jux nichts Ernsthaftes entstehe, an jedem„Pärchentage" einen Personenwechsel vorzunehmen, stimmten wieder einmal die acht Deine in glänzender Har» monie überein, insbesondere, da Klarissa die Idee der Aus- tauschprofessoren als großartigen Selbstschutz erklärte. Die„Gegenfüßler" waren natürlich von der neuen At- traktirm emzückt, denn schließlich wird das„Dloßhinterher- laufen" auf die Dauer besonders gerade dann langweilig, wenn der Bortrupp aus so netten Käfern mit acht reizenden Deinen besteht. Nach und nach dehnten sich die Pärchentage bis in die Abendstunden und bis in den— Tiergarten aus. Und wenn sich ein Pärchen im Tiergarten verlief, was bei der schlechten Beleuchtung immer mal vorkam, wurde in einer Konditorei in der Dorotheenstraße zu einer vorher festgesetzten Stunde Wiedersehen gefeiert. Den Eltern der acht Beine wurden diese Tage als Spa- ziergänge mit anschließendem Kinobesuch angegeben. Und da die kleinen Mädchen sich abwechselnd gegenseitig abholten, hatten die Papas, die bis über beide Ohren in ihren Berufs- ideen steckten, keinen Arg und die Mamas glaubten so gern, was ihnen— bequem war.— Wenn die acht Beine nach einem Pärchentage dann solo waren, zwitscherte und kicherte es auf den Schultern in den Bienenkörben und gegenseitig versicherte man sich das Unfchuld'ge der Tiergartenexkursionen. Das wäre wahrscheinlich noch lange so gegangen wenn nicht eines Abends am Pärchentage zwei Beine und ihre Gegenfüßler ihr Erscheinen in der Dorotheenstraße ver» gessen hätten. Nach langem vergeblichen Warten mußten sich statt der acht Beine sechs und die dazu gehörigen Gegenfüßler bequemen, wenn auch mit beklommenen Herzen, sich in den Schutz der elterlichen Wohnung zu begeben, Wo ist Netty? Nach Nelly, den verlorenen zwei Beinen, wurde am frühen Morgen duxch die besorgten Eltern, als sie von einem glänzenden Fest zurückkehrten, telephonisch, aber ohne Er- folg geforscht. Als Nellys Pava sich gegen Mittag schweren Herzens entschloß, bei der Polizei den Verlust anzumelden, ward ihm dort die Nachricht, daß seine Tochter am gestrigen Abend im Tiergarten von der Kriminalpolizei in einer für öffentliche Parkanlagen nicht üblichen und nicht statthaften Situation in dem Augenblick angetroffen wurde, als zwei Erpresser, auf die man lange gefahndet, sich die Situation der Zwei zunutze machen wollten. Alle vier feien festgenommen. Seine Tochter sei von der Gesundheitsbehörde als geschlechtskrank der Heilanstalt zu- geführt. » Man mag sich selbst die Situation ausmaleb, in welcher sich der höhere Justizbeamte bei dieser Eröffnung befand. Beneidenswert war sie keinesfalls.— Als er abends in seinem Arbeitszimmer die Papas der übrigen sechs Beine empfing, erklärte er bei der Dar- stellung:„Ich glaubte, mich trifft der Schlag." Was ihm jeder der Anwesenden nachfühlen konnte, da es ihnen nicht viel besser erging. Von der Beratung nach Hause zurückgekehrt, nahm jeder der Pavas sein Töchterlein in ein strenges Verhör, bei dem aber viel weniger herauskam als bei chrer Untersuchung durch den Haus- ooer Vertrauensarzt. Hier wurde fest- gestellt, daß alle drei infiziert waren. Nellys Vater als Jurist erklärte', rücksichtslos vorgehen zu wollen. Er wollte den Krebsschaden mit Feuer aus- brennen. Die ermittelten Studenten mußten erfahren, daß auch sie sich angesteckt hatten. Wer alle, bis auf den im Tier- garten erwischten, welcher mit alier Syphilis behaftet war, waren leicht infiziert. «- Gegen das Mutterwerdcn hatte Klarissas Papa, wie es schien, alle geschützt, nicht aber gegen die viel schlimmere Gefahr der Ansteckung. Die Gewissenlosigkeit eines Kranken hatte sieben junge Menichenknospen verseucht. ver modernste Kopfputz die hllb'rfieste Larve noch d! schönst« Frisur konnten die fehlende Vernunft und Ueber- legunq ersetzen. Ich will hier, wenn auch in ganz anderer Bedeutung, der Jugend das Wort eines ehemaligen Polizeipräsidenten zurufen, das auf diesem Gebiets verdient, ein geflügeltes zu werden: «Ich warne Neugtprtge." Friedrich IL von Afghanistan. ömir Amanullah- der„erste Diener seines Volkes". „Wie schön ist'g in Afghanistan!", so sang vor einigen Monaten die.Kreuz-Zeitung".„Dort herrscht noch der g e» sundeZustandoerasiatischenDespotie.derstch vorteilhaft vom europäischen Parlamentarismus unterscheidet." Kein Wunder also, wenn die Bürgerblockregierung den Emir Amanullah ungewöhnlich feierlich empfängt. Der erste König, der die deutsche Republik besucht! Dos schwellt jedes Spiehcrherz. Aber es steckt hinter dem Aufwand für den asiatischen Potentaten doch mehr als nur die Liebe zur Despotie, die Minister, Beamte und Unternehmer aus Ostclbien hinter der säbelzerhackten Visage tragen. Gang reale wirtschaftliche Inter- essen sind im Spiel. König Amanullah ist der Selbstherrscher aller Afghanen. Er bestimmt, was die europäische Industrie an Autos, Dampfflügen, Eisenbahnwagen, Lokomotiven, Schreibmaschinen und Telegraphenapparaten in sein Land liesern darf: er erlaubt, er verbietet die Einfuhr fremder Waren. Von Hauptstadt zu Hauptstadt fährt er in Europa. So darf die deutsche Regierung nicht zurückstehen und ihn etwa weniger feierlich empfangen und weniger gastfrei be« Herbergen als die anderen Regierungen, die der„hohe Gast" beehrt. Und die deutsche Industrie weiß wohl, warum sie im Palaste des Prinzen Albrecht, den das Reich von den Hohen- zollern gemietet hat,„fürfttiche Geschenke" häuft... Ein„Mörder", den Oeuischland freikaufie. Es mag in Amanullahs Reiche zugehen, wie es selbst in Ostelbien nicht mehr der Fall ist: durch einen freundlichen Akt gegenüber einem Landsmann war der Herrscher vor längeren Monaten hier bekannt geworden. Der deutsche Forschungsreiscnde Stratil-Sauer hatte in der Not- wehr einen Afghanen erschlagen. Die geistliche Ge- richtsbarkeit hatte ihn darauf zum Tode verurteilt: nicht der Staat, sondern die Verwandten des Erschossenen erhielten dadurch das Recht auf des„Mörders" Leben. Aber sie bestanden nicht auf ihrem Schein: die deutsche Gesandtschaft konnte Stratil-Sauers Freiheit und Leben mir barem Gelde kaufen. Dann aber bemächtigte sich die st a a t l i ch e G e- richtsbarkeit des Falles und Sauer wurde zu lebens- länglichem Gefängnis oerurteilt. Und eben daraus befreite ihn der Gnadenckt des Emirs, der im Salonwagen des Reichspräsidenten jetzt über die Schweizer Grenze fährt. Das Land der Detter Tamerlans. Doch was ist denn eigentlich Afghanistan,„dort hinten, weiter noch als die Türkei?" Nun, ein Land, f a st f o g r o ß wie Frankreich, aber nur von sieben bis acht Millionen Menschen bewohnt, kriegerischen Stämmen, aus denen einst T a m e r l a n seine besten Reiter warb. Die Hauptstadt Kabul zählt IKOtKiO. die anderen„Großstädte" Ehazni, Kandahar, Mazor-i-Scherif, Herst 20 000 bis 00 000 Ein» wohne?. Seit Jahrtausenden ging dos Land von einer Hand in die andere: nach der griechischen, syrischen, mongolischen, persischen Herrschaft wurde es zuletzt, ebenso wie das im Westen benachbarte Persien, von England und Rußland um- kämpft. Aber während in Persien vor allem die E r d ö l- quellen diesen Wettkampf erregten, war es bei Afghanistan ein anderer Grund. Rußland im Norden, Afghanistan und die kriegerischen Stämme an der Westgrenze zwischen Afghanistan und Indien — das waren die großen Sorgen des britischen Weltreichs. und sind die beiden großen Sorgen des britischen Weltreichs. Schon 1809 beginnen die Engländer, als erste Europäer, Verhandlungen mit Kabul, um es auf ihre Seite zu ziehen. Da der russische Einfluß dennoch ins Land dringt, unter» nimmt General Roberts 1839 einen Feldzug ins Land, wird aber von den kriegerischen Einwohnern hinausgedrängt. Fast vierzig Jahre danach dauern die vergeblichen Versuche Englands, mit diesem aufsässigen Volte fertig zu werden— bis der Emir Abdur-Rahman 1880 eine englische Geld- suboention annimmt und damit in die englische Vormund- schaft einwilligt. Die Interessensphären der beiden Groß- mächte werden abgegrenzt. Habibullah, der 1901 den Thron besteigt, ist englandtreu auch während des Weltkriegs, trotz der eifrigen deutschen und bolschewistischen Agitation im Lande, die beide aus Afghanistan einen Mittelpunkt der panislamitischen Beweguna machen wollen. Aber mit der Befriedung der kriegerischen Stämme an der Westgrenz« Indiens ist England eigentlich nie fertig geworden. 1895 annektierte es zwar Beludschistan im Südwesten: grau- same Expeditionen sollten die Stämme im Nordwesten zur Ruhe bringen. Aber da» ist nie ganz gelungen, und so kam es, nach der geheimnisvollen Ermordung Habibullahs im Februar 1919 und der Thronbesteigung des heutigen Emirs Amanullah, im Mai 1919 im Zusammenhang mit den Kämpfen der Grenzstämme der Afridis, Mohmands und Mahfuds zu einem Kriege zwischen Afghanistan und England. Da es zu gleicher Zell auch in Britifch-Jndien(in Peschawar) sehr unruhig war, aab England nach und unterschrieb am 8. August 1919 den Friedensvertrag von Rawalpindi, durch den Afghanistan zu einem unab- hängigen Staate wurde. G«„Revolutionär" auf dem Thron. Er folgte nunmehr eine Reihe innerer Reformen, i» denen Amanullah seineu Wille» kundgab, vom Feudalis- Von p. Schirzajew. r 5. Fortsetzung. „N— nein! das habe ich nur so geschrieben!" antwortete Nikolai noch verlegener und wandte sich ab, während dunkle Röte sein Gesicht überzog.„Ich habe Sie gar nicht erwartet, wollen Sie Tee?"— Nataschas Gesicht war dicht verschleiert. Sie hob den Schleier nicht, setzte sich an den Tisch, nahm das Buch in die Hand und begann langsam darin zu blättern. „Es ist ein sehr gutes Buch!" sagte Nikolai.„Wollen Sie vielleicht Tee?" „Nein, nein, ich habe Eile," lehnte Natascha ab,„ich bin nur auf einen Augenblick gekommen." „Morgen müssen Sie nach Saltykowka fahren," begann sie, während sie mit blassen, zuckenden Fingern schnell die Seiten umblätterte,„dort find in einem Landhaus Waffen, illegale Schriften und verschiedenes andere versteckt. Man muß das alles nach einem anderen Ort hinschaffen. Kennen Sie den Genossen Semjon? Nein?" Nikolai hörte aufmerksam zu.' „Er wird Sie dort erwarten, auf einer Bank auf dem Bahnsteig. In den Händen wird er eine Zettung hatten, ,Utro Rossii'. Werden Sie sichs merken? Sie werden an ihn herangehen und ihn um Feuer bitten. Er wird eine Zigarette rauchen... Er wird Sie fragen: ,Wie spät ist es?' Dann werden Sie mit ihm in das Landhaus gehen und ihm helfen." „Wann muß ich dorthin fahren? „Mit dem Zug um 10,30." „Ich kann auch früher! Ich stehe ja sehr früh auf!" „Semjon wird Sic dort gegen 11 Uhr erwarten", unter- brach ihn Natascha, indem sie ihn aufmerksam betrachtete. Ihr Blick war seltsam: so blickt man Gegenstände an, so blickt der Mensch, wenn er allein ist. Natascha wandte sich an Nikolai und sagte leise: „Nikolai, hören Sie... Sagen Sie... Sagen Sie es nur mir.. Nikolais Gesicht straffte sich, seine Augen klammerte» sich an das tief verschleierte Gesicht Nataschas. „Was denn?" Natascha schlug das Buch zu. Klamdia Poljakowas Ge- ficht hatte ebenso unschuldige Augen und einen so großen Mund... „Werden Sie nicht durcheinanderbringen, was ich Ihnen gefagr habe?" sagte sie hastig, während sie sich erhob.„Also, veraessen Sie nicht, mit dem Zug um 10.30 Sattykowka, Ge- nosse Semjon..." „Soll ich dann nachher zu Ihne» kommen?" fragte Nikolai. „Nachher?,. Natascha blickte ihn einen Augenblick schweigend an. als verstünde sie feine Frage nicht. „Wenn wir dort olles erledigt haben?" erklärte Nikolai. ,La. ja! Natürlich, natürlich!" sagte Natascha eilig. Hastig klapperten ihre tletnsn Absätze auf den steilen Stufen. » Der Wind raschelte leise mit den herbstlichen Blättern, die auf dem hölzernen Bahnsteig lagen. Auf einer Bank saß ein Mann, der die Zeitung„Utro Rossii" las. Er trug einen Regenmantel mit hochgeschlagenem Kraqen. Zigaretten- stummel lagen zahlreich verstreut zu seinen Füßen. Er rauchte eine Zigarette nach der anderen. Verspätete Sommergäste gingen an ihm vorüber. Der Zeitungshändler bot ihm schon mehrere Male Zettschriften zum Verkauf an. Als der Zug sich in der Ferne zeigte, hatte es der Mann im Regenmantel plötzlich sehr eilig; er knüllte die Zeitung zusammen und steckte sie in die Manteltasche: dann schritt er hastig über die Schienen und betrat den anderen Bahnsteig, von dem die Züge in der Richtung Moskau abfuhren. Unter den wenigen Fahrgästen, die den Zug vertteßen, befand sich auch Nikolai. Als er auf dem anderen Bahnsteig die unbewegliche Gestall im Regenmantel bemerkte, überschritt er zögernd die Schienen und näherte sich der Gestalt. Der Mann im Regenmantel, der mtt dem Rücken zu ihm stand, wandte sich in dem Augenblick um, als Nikolai schon dicht bei ihm war. Zwei Augenpaare trafen sich. Der Mann-im Regenmantel drehte sich um und mus, der vordem im Land« herrschte, ijur Neuzeit überzugehen. Bei dieser Reformarbeit unterstützte ihn in beträchtlichem Maße der Umstand, daß er nicht nur ein weltliches, sondern auch ein geistliches Oberhaupt(Imam) ist In dieser Eigenschaft stiftete er religiösen Frieden zwischen Afghanen und Hindus, die in seinem Lande Zuflucht fanden. Er verstaatlichte das Kirchenverrnögen(Watuf), schaffte die Sklaverei ab(1921), trieb Propaganda für Einehe(der Emir selbst hat nur eine Frau), führte die Einwilligung der Frau zur Eheschließung ein und setzte das„Aalym"(d. d. die Abfindungssumme) herab, wodurch die Eheschließung auch den Minderbemittelten zugänglicher gemacht wurde. Er lckaffte die ehemaligen Feudalprivilegien der Sirdars, Häupter der vornehmen Geschlechter, ab und führte die allgemeine Wehrpflicht ein, wodurch er den Steuerprivilegien der Stämme, die bisher die Rekruten stellten, ein Ende machte. Trotz des modern zugeschnittenen Staatsapparats(neun Ministerien!) lassen sich asiatische Sitten nicht mit einem Federstrich abschaffen. Eine besondere Kommission zur Be» tänpfung des Bestechungswesens wurde zwar geschaffen; aber in besonders drastischen Fällen werden noch heute ungetreue Beamte auf Befehl Amanullahs öffentlich gehängt oder von einer Behörde zur anderen herumgeführt und zur Belehrung und im Beisein der anderen Beamten öffentlich der Prügel» erekutton unterworfen.... Ein Ende machte dem asiatischen Gebührenwesen die Einführung fester Zolltarife, wäh- rend man ehedem Abgaben vom Gewicht, vom Preis, von der Zahl der Waren, für den Taxator, die Ortsbedürfnisse, die Ber- sicherung, das Geleit usw. in orientalischer Buntheit erhob. Am eiftigsten scheint es der Emir auf die Bekämpfung der eng- lischen Einfuhr abgesehen zu haben. So berichtet Raskolnikow. der frühere Sowjetgesandte in Kabul, boshaft, daß Amanullah, sobald er an irgendeinem seiner Hofleute einen englischen Anzug erblickt, ohne weiteres mit der Schere auf ihn zugeht und ein groß« Loch hineinschneidet.... Nun. anders ging u //' \ Aus dem Russischen von Nina Siein. entfernt« sich. Nikolai holte ihn ein. Als er rechts an ihm vorüberging, warf er einen Blick auf feine Manteltasche; er sah eine Zeitung darin stecken, es war„Utro Rossii". Hastig holte er eine Zigarette hervor, und während er sie ungeschickt zwischen Mittel- und Zeigefinger nahm, wandte er sich an den Mann im Regenmantel: „Dürste ich um Feuer bitten?" Wieder trafen sich zwei Auaenpaare. Der andere streckte ihm seine Zigarette entgegen und wollte sich dann wieder ent- fernen, machte auch schon einige Schritte, während Nikolai erstaunt dastand. Doch plötzlich wandte er sich schroff um und fragte: „Wie spät ist es?" „Uff— f!" atmete Nikolai erleichtert auf.„Sie sind doch Genosse Semjon? Ich bin Nikolai, komme von Natascha." Sie schüttelten sich hie Hände. Nikolai betrachtet« auf- merksam Semjons Gesicht und versuchte angestrengt, sich au etwas zu erinnern. Semjvn hotte es plötzlich sehr eMg..Lommen De. wir müssen gehen!" „Ist es weit?" fragte Nikolai. „Da— dahin!" Semjon zeigt« auf den Kiefernwald jen- setts der Schienen.„Dort wartet ein Genosse«uf uns." Im Wald schloß sich ihnen Wanja an— ein stämmiger. breitschultriger Arbeiter mit einer verblichenen Mütze und in einem wattierten Rock. Er schüttelte Nikolai schweigend die Hand. Sie gingen alle drei nebeneinander, unter ihren Füßen knisterten leise die Nadeln und raschelte das herbst- liche Laub. Es roch nach Moder und Feuchtigkeit. In der Nähe eines großen Teiches bog Semjon vom Weg ab und ging in den Wald hinein. Er verlangsamte die Schritte. „Ich möchte rauchen. Willst du auch, Wanja?". „Ich habe extra zehn„Duchesse" getauft." sagte Nikolai. der gleichfalls stehengeblieben war,„und dabei rauche ich gar nicht! Natascha hat gesagt, ich solle Sie um Feuer bitten und darum habe ich sie gekaust. Wollen Sie? Bitte, nehmen Sie sie nur! Nehmen Sie doch, ich rauche sie ja doch nicht!" Er reichte Semjon das gelbe Schächtelchen. „Nein, ist nicht nötig. Gehen Sie, gehen Sie!" sagte Semjon mit seltsamer Stimme und verzerrtem Gesicht. „Gehen Sie voraus, ich... komme gleich." Kaum hatte Nikolai sich umgedreht, als Semjon einen Browning aus der Tasche riß und ihm hastig in den Rücken schoß. (Fortsetzung folgt.) es am preußischen Königshofe im 18. Jahrhundert auch nicht zu. Die Sowjets aber feiern Amanullah als einen Revo- lutionäraufdemThron. Amanullah selbst betrachtet sich(so in der Rede vor dem Durbar am 14. Juli 1924 über 5 Jahre Refcnnarbeit) als„ersten Diener seines Volkes", wie das Friedrich der Große tat. Mit Amanullah ziehen die Schatten preußifch-deutscher Vergangenheit Unter den Linden lang und durch die Wilhelmstraße ins Palais eines sagenhaften Hohenzollernprinzen. Aus alten Gazetten. In einem Wiener Blatt las man einmal im Parlamentsbericht was folgt: Cs ergreift nunmehr dos Wort: Der Ernst der Situation Ministerpräsident Dr. Ernst v. K ö r b e r: Hohes Haus!... » Als im Weltkrieg der deutsche Gouverneur von Kiautschou heim. funkte:„Einstehe für Pflichterfüllung bi» zum äußersten, v. Meyer- Waldeck", versah die„Reue stete Presse" in Wien diese» Telegramm mit der stolzen Ueberschrift: Bevorstchcndcr Heldentod des Gouverneurs von Kiautschou. » Da» hotländssch« Schiff.Tubantia" war von den Engländern auf» gebracht worden. Darob natürlich große Bettachtungen über da» Redjt der Neutralen und wer es mißachte. Im„Berner Tagblatt" erschien ein Leüartitel mit folgendem Ittel: vo» we« droht Holland die größte Gefahr? (Don unserem Berliner Korrespondenten.) Sechs Tage in Breslau. Eine bewegte Nacht. 5n der Nacht vom Montag zum Dienstag wies die Dreslauer Lahrhunderchalle einen ausgezeichneten Besuch auf. Der dritte Tag hatte mit einer Kilometerleistung von 1841,540 geschlossen. Dann wurde, nachdem Dewols und von Kempen einige harmlose Vorstöße unternommen hatten, die natürlich nichts einbrachten, die Abendwertuog in Angriff genommen, deren sechs Spurts wie folgt ausgingen: 1. Girardengo,, Dewolf, Wambst; 2. Girordengo, Tietz, Skupinski! 3. Ricger, Dewolf, Lacquehoy, 4. Kroschel, Rausch, Girordengo; 5. Ehmer, van Kempen. Skupinski; 6. Linari, Knappe, Girardengo. Ohne jede Abwechselung verliefen die nächsten Stunden, die Fahrer schienen durch nichts zu bewegen zu sein, aus ihrer Reserve herauszugehen. Erst als zwei Prämien im Werte von 500 und 1 000 Mark für die meisten Vorstöße bzw. eine Ueberrundung ausgesetzt worden waren, änderte stch das Bild etwas. Da« Publikum hielt mit seiner Meinung über die Passivität der Fahrer wieder nicht zurück, des öfteren entstand«in minutenlanges Pfeiftanzert. inzwischen war die Zeit zur Nachtwertung gekommen, deren Spurte nachstehende Resultate zeitigten: 1. Linari, Richli, Binda; 2. van Kempen, Suter, Tietz; 3. Linari, Girardengo, Richli; 4. Rieger, van Kempen, Junge; 5. Linari, Girardengo, Grimm; 6. Frach, Suter, van Kempen; 7. Linari, Knappe, Kroschel: 8. Frach, Suter, Ehmer; 9. Grimm, Kroschel, Tonani; 10. Frach, Suter, Girardengo. Alle Borstöße nach dieser Wertung verliefen im Sande. Stets führten Wambst-Lacquehay das Feld heran und stoppten dann ob. Bei einer sich über etwa zehn Runden erstreckenden kleinen Jagd stürzen Binda. Skupinski, Seiserth und Rausch. wobei sich vor allem Binda und Rausch erhebliche Fleischwunden zuzogen. Rast 20 Minuten waren alle vier Fahrer wieder auf der Bahn. Gegen morgen wurde noch eine 250-Mark-Prämie gestiftet. Von den fünf Spurts gewannen von Kempen drei, Linari zwei. In der 6. Stunde unternahmen Skupinski-Krollmann einen Versuch, ihre Position durch einen Rundengewinn zu verbesiern, auch dieses Vorhaben scheiterte an der Wachsamkeit der übrigen Fahrer. Ebenso erging es van Kempen. Um 6 Uhr morgens, nach 80 Stunden hatten die Epitzenpaare 2100,200 Kilometer zurückgelegt. Der Stand des Rennens: Girardengo-Rieger 329 Punkt«; »an Kempen-Knappe 270; Linori-Seifsrth 201; Bindo-Tietz 118; Ehmer-Sroschel 113, Lacquehay-Wambst ZO;eineRundezurück: Kucer-Richli 190; Tonani-Frach 121; Grimm-Junge 75; Rausch- chürtgen 26; zwei Runden zurück: Dewols-Stockelynck 62; drei Runden zurück: Skupinski-Krollmann 40 Punkte. Teutonia Mannschaf tsmeistcr. Stettin er Box-Club 11:5 geschlagen. Der BfB. Teutonia und der Stettiner Box.Elub standen sich in Stettin vor Lbcrfülltem Hause in der Endrunde um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft gegenüber. Zum '• ersten Male kam so durch den Sieg der Teutonen der Trtel nach Berlin. Der Siegeswill« beider Mannschosten sorgte für außer- ordentlich harten Sport auf der ganzen Linie. Im Fliegengewicht trennten sich Pfitzner(Teutonia) und Steindamm(St. B.-C.) unentschieden, trotzdem«in Urteil: Sieger Pfitzner d«m Kampfoerlauf bester entsprochen hätte. Im B a n t a m» gewicht tonnte Ionschker(Teutonia) trotz hestiger Gegenwehr den Sieg des Stettiners Titel nicht verhindern. Im F e d e r g e w i cht hat sich der jung« Teutone Kratzel durch seinen Sieg über Solomon (Stettin) in die Reihe der prominenten Federgewichte gestellt. Auch Eckardt(Teutonia) tonnte gegen alle Erwartungen den Nordost- deutschen Meister Ruppel im Leichtgewicht nach Punkten schlagen. Billige Lorbeeren erntete Stahlberg, der kampflos Sieger wurde, da Pautz nicht antrat. Im Mittelgewicht war Deumen (Teutonia) über Iaeckel(Stettin) siegreich, während Panne(Teu. tonia) im Halbschwergewicht durch seinen Sieg über Sporke! (Stettin) die Punkte für seinen Berein sicherstellte. Im Schwer« gewicht endlich zwang der deutsche Meister Jaspers(Stettin) Habermann(Teutonia) in der dritten Runde zur Aufgabe. Die Olympier in Berlin. Räch der tschechischen Olympiamannschaft setzen heute im Sportpalast die Schweden die Reib« der großen internationalen Eishockeywettkämpfe fort. Die Schweden haben bei den Olympischen Winterspielen in St. Moritz-nach den Kanadiern am besten von allen anderen Rationen abgeschnitten und sich den zweiten Platz und zugteich denEuropameistertitel geholt. Die Gäste werden diesmal in ihrer stärksten Aufstellung, genau wie in St. Moritz den Internationalen des BSC. gegenübertreten und so aller Voraussicht noch die vor St. Moritz erlittene Niederlage in Berlin wieder weit machen. Beginn des Spiels 20.30 Uhr. „Sportbegeisterung." In Tunis kam es gestern km Anschluß an ein Fußball Wettspiel zu einer wilden Schlägerei. Die Zu- schauer waren mit dem Ausgang de» Spiels augenscheinlich so unzu» frieden, daß sie zunächst dem Schiedsrichter eine Tracht Prügel ver- obreichten, dann sielen sie über die siegreiche Mannschaft her. Ein Spieler erhielt«inen lebensgefährlichen Messerstich in den Rücken. Wöhrend des Handgemenges fielen auch einige Revolver- schüsse, die glücklicherweise keinen Schaden anrichteten. Die fron- zösifch« Behörde hat all« öffentlichen Fußballkämps« in Tunis bis auf weiteres untersagt. Campbell bricht den Automobilgeschwiadtgkeilsrekord. Wie aus New Port gemeldet wird, hat Major Campbell den Auto- mobilgeschwindigkeitsrekord gebrochen. Er er- reichte in Daywn Beach auf seinem Wagen„Der blaue Vogel", 900 Pfevdokräste stark, eine Stundengeschwindigkeit von 332,9 82 Kilometern. Der bisherig« Rekord betrug 327,971 Kilometer. Campbell gewann damit den für dies, Leistung erst vor kurzem von Sir Wackerfield gestifteten Preis,«ine jährliche Rente von 1000 Pfund. Die sportliche Leitung der Berliner Olympia-Radrennbahn hat der ehemalige Schrittmacher Werner Krüger übernommen. Auf der»ahn sollen in diesem Ichre auch 25 bis 80 groß« Windhund- rennen stattfind«, zu welchem Zweck neue große Tribünen errichtet und eine moderne Lichtanlage hergestellt werden. Der Sportpalast baut seine Radrennbahn wieder auf. Der Sportpalast setzt seine durch die Eislaufsaison unterbrochene Winterradrennsaison Sonntag. 4. März. fort. Am Tage der Wiedereröffnung geht als Auftakt zum 20. Berliner Sechstagerennen ein D r e i st u n d en-Mannschafts» fahr«« mit erstklassiger internationaler Besetzung vor sich. cf�beiter�-port' Schach dem König. Magdeburg— Berlin iVa: 7'/-. Am Sonntag weilte die S t ä d t e m a n n s ch a f t des Berliner Arbeiterschachklubs in Magdeburg als Gast des dortigen Ber- eins. Aus Anlaß des Kreistages des 8a Kreises spielte eine Aus- wahlmannschaft gegen die Berliner. Nach hartem Kampfe sieg- ten die Berliner mit 7/i:2X Punkten, trotzdem einige Er- sotzleute mitspielten. Am ersten Brett gewann Ezach in einer unregelmäßig eröffneten beim 6. Zug ins Damcngambit überge- leitete Partie gegen Körner. Dessau. Rauch, der am zweiten Brett gegen Badcstein, Halle, spielte, verlor. Ohlberg, Dessau. spielt« unregelmäßig gegen Osten remis. Bogt eröffnete«2—«4. was Müller. Magdeburg, mit sicilianisch beantwortete. Ersterer gewann die Partie. Bohne gewann bereits nach 114 Stunden gegen Dettmar, Halle. Kubiczek verlor gegen Hobusch, Dessau. Lehmann. Magdeburg, mußt« den Gewinnpunkt G ä d i ck e überlasten. Gnoerrlich gewann in einem Damengambit gegen Ecke, Schönebeck. Grasemann, Halle, verlor ebenfalls im Damen- gambit gegen Völker. Schwabe spielte spanisch gegen Heuer, Magdeburg, und gewann. Die Berliner haben gute Aussichten die Bundesmcisterschaft, die Ostern in Stuttgart ausgetragen wird, zu gewinnen. Die Handballergebnisse. Das Spiel in der 2. Gruppe brachte eine Ueberraschung: Groß- Berlin-Süden mußte von Fichte 7. Abt, eine Niederlage von 3: 2 hinnehmen. Bei Seitenwechsel stand das Spiel 1: 1. Erst zwei Minuten vor Schluß konnte Fichte das entscheidende Tor einsenden und erhielt so die Punkte. Etwas reichlich hoch war auch die Niederlage, die Groß-Berlin-Norden 1 von Groß-Berlin-Wedding mit 5:1(4: 0) erhielt. Wedding 2 l. erhielt kampflos die Punkte, da Wittenau nicht antrat. Bei den Frauen wurden folgend« Resultate erzielt: Groß-Berlin-Wedding und Fichte 9 trennten stch 1:0(0:0). Das Spiel Spandau und Fichte-Nord verlief torlos. Adlershof und Groß-Berlin-Lichtenberg mußten sich leider mit einem Gesellschaftsspiel begnügen, da der Schiedsrichter es Nicht für nötig hielt, zu erscheinen. Adlershof gewann mit 5: 0. Natur und Freude. Die Ortsgrupe Wedding des Touristenvereins„Die Naturfreunde" rief am Sonntag zu einem geselligen Abend zusammen. Der Bortrag von Goethes„Dsterspaziergang* leitete die Feier ein, es folgten Musik, und Gesangdarbietungen, den Höhe» puntt bildete ein Lichtbildervortrag von Maasphuhl über die Arbeit der Naturfreunde. An Hand von reichem Licht- bildmaterial wurde die Entwicklung der Berliner Organisation ge- zeigt. Bilder von dem Wachsen und Werden des Kremmen« Heimes, der Luchhütte, das in Gemeinschaftsarbeit erstanden stt, bewiesen den Teilnehmern, daß die Naturfreunde wirklich etwas leisten. Andere Lichtbilder zeigten Wanderungen und Spiele, Baden, frohe Fahrten, kurzum, augenscheinlich Beweise freudigen Wan- derns. Die Kindcrgruppe tanzte einige Volkstänze, der Kegelkönig ging am flottesten, den Abschluß bildete die immer wirkende Rezitierung der Glaßbrennerschen Menagerie, die mit ihren,.Humor jederf andächtig lauschen ließ. Noch ein Ehorgesong„Heute wollen wir dos Ränzlein schnüren" gab den Uebergang zum geselligen Teil, der alle Teilnehmer noch recht lange vereinigte. Hervorzuheben ist,.daß alle Darbietungen aus eigenen Reihen gegeben wurden, damit also ein Bild des Könnens, der Weddinger Naturfreunde- gruppe._ Schauturnen der F.T.G.B. Die Freie Turnerschaft Groß-Berlin Bezirk Brandenburg feierte kürzlich ihr Ibjähriges Bestehen mit einem Schauturnen in der Turnhalle des Luisenftädtischen Gynmo- stum», Gleimstraße. Um 15 Uhr begann das Schauturnen mit dem Einmarsch der Turner. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden trat die Männerabtcilung zu Freiübungen an. Gym- nastik- und Atemübungen wurden vorgeführt Die Sportabteilung zeigte besonders schwierige Uebungen zur Durchtrainierung des Körpers. Seilspringen, Spiele mit dem Medizinball und Hochsprung der Männer- und Frauengruppen wurden dann gezeigt. Ein lustiges Wettrennen mit dem Medizinball zeigte auch, daß der Humor bei unseren Turnern nicht fehlte. Tauziehen der Männer und der Jugend und Freiübungen der Frauenabteilung schlössen das Programm ab. Es gab keine Wettkämpfe, keine Re- sultate, aber guten, dem Körper zweckentsprechenden Sport zusehen. Tagung hn Bundesspielausschuß. Die Spiel-Verbandsleiter des Ostdeutschen, Nord- westdeutschen, Süddeutschen und Deutsch österreichischen Verbandes kamen dieser Tage in der Bundesschule zu wichtigen Beratungen zusammen. Die Endspiele um die B u n d e s m e i st e r s ch a s- t e n wurden wie folgt verteilt: das Handballspiel findet an, 30. Sep- tember in Magdeburg statt, während für die Faust- und Trommel- ballspiele wieder Weißwasser festgesetzt wurde. In der i n t e r- nationale» Spielbewegung wurden mehrere Vereinbarungen genehmigt. So finden Spiele zwischen Vereinen Oesterreichs, Deutschlands. Belgiens und der Schweiz statt. Das der deutschen und österreichischen Ländermannschasten findet am 12. Mai ick Wien statt. Anschließend daran wird die demsche Mannschaft ein Spiel gegen die Grazer Städtemannschast In Graz austragen. Anläßlich des 2. Bundesfeste« werden 1929 keine Ländermeisterschaften aus» getragen. Dafür werden internationale Feftmeisterschafteck aus- gelragen werden, on der sich voraussichtlich Mannschaften aus Doutsck)land, Oesterreich. Belgien, Schweiz und der Tschechoslowakei beteiligen werden. Beihilfen für Arbeitcrsporfler. Aus dem Stadtamt für Leibesübungen. Die Stadt Berlin hat im Haushalt des Stadtamts sü- Leibesübungen auch Beihilfen für die im Stadtgebiet bestehenden Dereine ausgeworfe.1. Nach einem Beschluß der Depu- tation, für den auch die KP D.-V ertreter gestimmt haben, werdoi diese Beihilfen, soweit sie direkt vom Stadwmt ver- teilt werden, je zur Hälfte an die beiden Richtingen im Sport gegeben. Die Sozialdemokraten hatten im Stadtamt beantragt, die Verteilung nach der Fraktionsstärke vorzunehmen. Dabei wären Wintertraining für den Sommer! Die Oberdadüe und heizbare Ausbüdungssiatte des Arbeiter- Ruder. rerelns„Vorwärts". die Arbeiterverein« um ein geringes bester weggekommen. Als der Magistrat sich weigerte, diesem Verteilungsmodus zuzustimmen, hoben die Kommuniste.i stch mit den Bürgerlichen auf die Zuteilung je zur Hälfte geeinigt. Diese Beihilfen betrogei rund 40 000 M. Außerdem erhielt bisher schon der Deutsche Reichsausschuß für Lei- besübungen für die Unterhaltung seines Stadions und der Deut- sch«, Hochschul« für Leibesübungen jährlich 30 000 M. Demgegenüber erhielt die Z e n t ra l k o m m i j j i o n für Arbeitersport und Körperpflege nicht», wohl aber der Kartellverband Groß-Berlin 10 000 M. In diesem Jahre sind auf Antrag der Sozialdenwlro- ten auch für die Zenwalkommisston 10 000 M. eingesetzt worden, so daß nun insgesamt der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen 30000 M. und die Zentraltommif. sion 20 000 M. erhält. Die höhere Unterstützung des Deutschen Reichsausschustes wird eben mit der Unterhaltung des Stadions und der Deutschen Hochschule für Leibesüungen begründet. Wetter bekommt der Haup�ausfchuß für Leibesübungen— das ist der halb- amtliche staatliche Ausschuß, der beim Oberpräsidium In Charlotten- b»rg gebildet ist— eine Beihilfe und ebenso der Zweigousschuß Brandenburg des Iugendherbergsverbandes. An dem Hauptaus- schuß für Leibesübungen ist dos Arbetterfportkartell mit allen sein«, Dereinen beteilig". Diese Derein« erhalten von dort im Derhältnis zu ihrer Stärke die gleichen Lethilsex wie die bürget- li chen Verein«. Ebenso sind am Iugendherbergsverbond die Arbettersportvereiie im gleichen Maße beteiligt wie die bürgerlichen. Die Summe aller dieser Beihilfen beträgt insgesamt 166 500 M. Das alles ist den kommunistischen Vertretern im Stad"amt für Leibesübungen bekannt. Das hindert aber den kommunistischen Stadtrat Gäbe! nicht, öffentlich zu behaupten, von der Gesamtsumme der Beihilfen erhalle der Arbeitersport nur 20000 Mark, während mehr als 140 000 Mark den bürgerlichen Vereinen zusielen. Tatsache ist, daß d i e Mittel durchaus paritätisch verteilt werden und daß die Kommunisten im Stadtamt für diesen Beriet- lungsplan gestimmt haben, wie überhaupt in 99 von 100 Fällen die Kommunisten mit den sozialdemokratischer Vertretern stimmen. Man kam, urmöglich annehmen, daß Herr Gäbe! von diesen Dingen nicht unterrichtet ist. Wenn er trotzdem die falschen Be- hauptungen aufstellt, so mögen die Arbeitersportler selbst über ihn ein Urteil fällen. Ruderbezirk der Freien Turnerschasl Groß-Berlin. Sitzung am 23. Februar, 20 Uhr. Dortrag über„Arbeitersport",„Wander- rudern und Rennrudern".. Bootshaus und Vereinslokal Nieder» schöckeweide, Berliner Straße 97/98. Mitglieder werden aufgenommen. Bootsstände sind frei und werden auch an NichtMitglieder vermietet. Oskar N o a ck, Neukölln, Nogatstraße 46. Ein drille» Uebernachlungs- und Ferienhelm für ArbeitersporUer im Kreis Sachsen des Arbeiter-Turn- und Sportbundes wurde in Ionsdorf bei Zittau errichtet. Das neue Heim bietet mehr als 60 Personen Unterkunft. Es ist von Wiesengelände und 14 000 Quadratmeter Wald umgeben. Die Austragung der Wasterballmeisterschast in Osnabrück am 11. und 12. August 1928. Als Kampfbahn für die In diesem Jahre fällige Austragung der Wasferballmeisterschaft im Arbetter-Turn- und Sportbund ist das Osnabrücker Sckwimmstadion, eines der schönsten Freibäder Deutschlands, vor- gesehen. Die nordwestdeutschen, ostdeutschen, süd- und mitteldeutschen Kreisverbandsmeister werden sich hier am 11. und 12. August in den Endkämpfen gegenüberstehen. Ferner sind bundesoffene Schwimm- kämpfe ausgeschrieben worden. Die Gesamtorganisation der Per- anstaltung übernahm der Verein„Freie Schwimmer"-Osnabrück, dem die Stadtverwaltung in anerkennenswerter Weise ihre Unter- stützung gewährte. Verefaukalender. Berliner«rbeitre-Schachllnb. Dicnsts», 21. Frbruar, 20 Übt;«bt. Nor». west! W>N>«Im»havenrr Str. H, SKittelfpitl. Abt. Brifc, diesmal Audvwcr Straß««Z. Boctrag. Abt. Charlotten barg: Bismarcksir. 57, Bortrai,. Abt. Hamboldthai»! BoUastr. 18, Kombinationen. Abt. Norden: Tegcl-r, Eck« Sprengelstraßr, bei ttath, Vortrag. In allen Abteiinngen lostsn loser An- "" clchtftmno.■~-■--- �Er�sknunaotheori«." Abt. 22. Februar, 20 Uhr: Abt.»artc-plah: Vfluastr. 8. ' �«Nl Blllowstr. 55, Vortrag. Abt. Alt Berlin: Saiserslr. 41,„Aurnet im Schach". In allen Abteilungen kostenloser Anfänger- lthrlursllo. Saft« willkommen. Touristeaverrin.Dir Ratarfreandr", zentral- Wie», vrtsgruope BerN», Donnerstag, 2S. tzrbruar, in der Städtischen Lichtbildüühnc, Rrukälln, Berg- Pratze 147: �umor im Film". ffritz.Reutrr.Film. Roisefilm. Bcawn 1S>� Uhr. Einlaßkarten» 80 Pf. an der AbrnUasse.— Abt. Friedrich,. Hai» Dienstag, 21. ffetruar, 20 Uhr, Ebertlistraße 12, ffahrtenberichtr.— Abt. Fricdenau: Dienstag, 21. ffebruar, 20 Uhr. vfstndachrr Str. 5», .Natur-rk-nntnis".— Att. Lichtenberg: Dienstag. 21. ffebruar, 20 Uhr, Schornwcderstraß»».— Abt. Norden: Dienstag, 21. Februar, 20 Uhr. Eonnenburger Str. 28, Teneralvrrsammlung.— Abt.«cdding: Dienstag, 21. Februar, 20 Uhr, Turiner, Ecke Seestraße,.Äuntcrbuntt.— Ait. Treptow: Dienstag, 21. Februar, 20 Uhr, Slsrnstr. Z, H-imabrnd.— Wintersport. Abt.« Dienstag, 21. Februar. 20 Uhr. Zusammenkunft in der Seichäftsstellc, Johannis- praß« 15.— Abt. Panks«: Dicustog, 21. Februar, 20 Uhr. Sörschstr. 14.— sä a ssk s äte teie»,iÄaÄ sammln ng. Der Kastnachtspfannkuchen. Millionen Pfannkuchen werden heute hergestellt, „Fastnachtspfanntuchen in verschiedenen Füllungen!— so lockt es mit großen Lettern von bunten Pla- taten, mit denen die Schaufensterscheiben der Konditoreien und Bäckerläden beklebt sind. Meister und Gesellen stehen schwitzend in der Gluthitze der Backstube, um aus dem gärenden Teig die runden Bälle sonnen, sie in das siedende Fettbad zu tun, durch den Streu- zucker zu trudeln und ihnen die süße Füllung zu geben. Erdbeer — ch i m b e e r— Ananas... Durch die dünnen Glaswände der Schaufenster dringt der Dust der stischen Pfannkuchen. Fastnacht! Wie ein letztes Aufbäumen des in Norddeutschland unbekannten über- mutigen Narrenspiels brandet noch einmal die bunte Karneoalswoge empor, um die ewig Unbesorgten und Unbekümmerten in ihren sinnoerwirrenden Strudel zu ziehen. Aber schon huscht über den lauten Trubel der Schatten des Aschermittwochs, hinter dem drohend des Lebens rauhe Wirklichkeit emporwächst. Der bunt« Tand fliegt in die Ecke, der Flirt der heißen Nächte sinkt In das Meer der Vergessenheit— die überreizten Sinne und übermüdeten Körper fordern ihre Rechte: Ruhe und eine solide Mahlzeit! Das genügt für jene, die sich der„Buße� und der„inneren Einkehr* nicht aus religiösen Gründen hingeben, wie es die katholische Mägige Fasten- zeit bis zum Eharsreitag verlangt. Der biedere Berliner Psann- kuchen ist das Symbol für den Beginn des„soliden Lebens*, das — wie der Pfannkuchen selbst— doch auch seinen„Zuckerguß" und seine„verschiedenen Füllungen* hat. Der Pfannkuchen erscheint in diesem Sinne als die Frucht vom Baume der Erkenntnis— die der Aschermittwoch bringt. Wir haben elekirische Schnellzüge. Halle— Leipzig 100 km in öer Stunde. Se.it gestern verkehren die ersten elektrischen Schnellzüge in Deutschland, und zwar auf der Strecke Hall e— Le i p z i g. Es sind Wager in der Form der modernen v-Augwagen, die sie an Größe allerdings noch übertresfcn. An beiden Enden sind die elek- irischen Antriebe eingebaut, den übrigen Teil des Wagens nehmen die 16 Plätze 2. Klasse und 50 Plätze Z. Klasse sowie die Räumlich- keiten für Gepäck, Waschgelegenheit und Toiletten ein. Mit den Stehplätzen können 100 bis 110 Personen nach der Art der Unter- grundbahr befördert werden. Diese elektrischen Siemens-Schnell- zugtriebwagen erreichen eine Geschwindigkeit von 100 Kilometer in der Stunde, womit sie die elektrischen Züge München— Garmiich (60 Kilometer) Übertressen und auch die Geschwindigkeit der Fern- D-Zuge(90 Kilometer) hinter sich lassen, während nur gewöhn- liche Preise für Personmschnellzüge gezahlt zu werden brauchen. Die Einführung dieser Schitellzugtriebwagen bedeutet also einen wesentlichen Fortschritt im Eisenbahnverkehr. Zur Sicherung des reisenden Publikums haben die Siemens-Schuckerttverke ein« wert- volle technische Neuerung im Führerstand angebracht, den söge- nannten Totmann sknops, das ist eine kugelähnliche Erhöhung an der Fahrkurbel, die vom Wagenführer mit der Hand ständig niedergedrückt werden muß. Beim Loslassen des Knopfes wird der Fahrstrom selbsttätig unterbrochen, die Bremsen kommen in Tätigkeit und der Zug wird zum Stehen gebracht. Da beabsicfstigt ist, dies« Schnellzugtriebwagen später nur von einem Fahrer bedienen zu lassen, dürft« diese Einrichtung bei plötzlicher Er- trankung des Zugführers für die Reisenden von großer Bedeutung werden. Im Hinblick auf die Leipziger Messe wiid dieser beschleu- mgte Zugverkehr Halle— Leipzig gewiß sehr angenehm entpsunden werden._ Aus Grund gelausen. Fünf Tote bei einer Strandung. Der Dampfer„N o r g e" ist heule nachk nördlich von h a l g e s u n d(Norwegen) mik voller Geschwindigkeit auf G r u u d gelaufen und so schnell gesunken, daß keine Zeit mehr zum Aussehen der Boote vorhanden war. Bei dem Unglück fanden der kapllän, ein Passagier, zwei Stewardessen sowie m Slrasgesangener. der in einem Raum eingeschlossen war. den Tod._ Wellerberichk der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin uns Umgegend.(Nachdruck verboten.) Trocken und zeitweise heiter, nachts stärkere Abkühlung, auch die Tagestemperaturen unter Nutl.— Für Deutschland: Im äußersten Nordosten noch stärker beim) Ii?. sonst überall trocken und besonders im Westen und Süden heitercs Frostwetter. � Gs/MM-Jtnseiger /r* föezirfc füden-Wefien. Bonbon fcSkofcolade Monfitüren a.F.31 „Damplwäsdierel Westend" Charlottenbnrg, Walktraije 22 Tel.: Wilhelm 6693 übernimmt Wäsche jederArt: Trocken-, Rol I- u. Naßwäsche nach Gewicht. Berufskleidung u. Plättwäsche. Inhaber A. Schmetle. Allen Organisationen empfiehlt sich MAURER& DIMMICK* BUCHDRUCKEREI BERLIN 8016, KOPENICKER STRASSE 36 38 Sport-Restaurant Inh.; Otto Lehn�ut[G.F.26 Adlershof, Sedanstr. 3. Verkehrslokai: Partei u. Reicbsbanner. Filialen in fast allen Stadtteilen kWliiSMillSlIW Gkalcher Str. 126 MorikoUch 9424[17o Säle und Vereinszimmer k Amt Bärwald 4684 G. F. 61 Für Bekleidung Jeglicher Art flSI Kleider-Vertriebs Gesellfdiafl ■UaGebr. 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