Morgenausgabe Nr. S9 A 45 45. Jahrgang WSchentNch 70 Pfg.,«lmatltch S/— M. voraus Zahlbar. Postbezug 3.72 M. einschl. Bestellgeld. Anslandsabonne- ment 5L0 M. pro Monat. Hc Der �Vorwärts" erschetm wochentäglich zweimal. Sonntags und Montaas einmal, die Abendausaaben für Berttn und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilaaen„Boll und Zeit' und �Kinderfreuno" Ferner .Unterhaltung und Wissen".Frauen- stimme"..Technik". Blick in die Bücherwelt" und.Iugend-Borwärts". Berliner Voltsblatt Mittwoch 22. Februar l928 Groß-Äerlin 1V Z)f. Auswärts 15 pf. Di«• t« f p• I( t g• SkvaparetllezeN« 80 Pfennig Reklamezeiie S— Reichs- mark.Kletne Anzeigen" dos senge» druckt« Wort 2S Pfennig lzulässig zwet senaedruckte Wone).>edes wettere Wort 12 Pfennig Stellengesuche da» erste Wort 15 Pfennig. ied«s wettere Wort 10 Pfenneg Won» über 15 Buchstaben «öhlen füi zwei Wort« Arbeusmarkt Zeile 60 Pfennig Fam«l, anzeigen für Abonnenten Zeit»«0 Pienntg Anzeigen- annahm« tm Hauptgeichöft Linden- Aroße Z. wochentägl. von 8�/, dt» 17 Uhr Jsntralorgan der Sozialdemokratischen Darlei Deutschlands Nedaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher Tönhosl 292—297 Telegramm-Adr: Ssnaldemokr« Berlin Vonvärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin Z7KZe— Bankkonro: Bank der Arbeiter,«ngestellien und Bemmen Wallstr. 65 Diskonto-Gesellschast. Deposttenkastt Lindenftr 2 Metallschiedsspruch verbindlich. Die Unternehmer vertagen die Aussperrung. Wahrung des öffentlichen Interesses- auf Kosten der Arbeiter. I« de« Lohnstreit der mitteldeutschen Metallindustrie hat der Reichsarbeitsminister die Schiedssprüche vom 18. Februar 1928 im Sffentlichen Interesse für »erb inblich erklärt. « '. Der Reichsarbeitsminrster Dr Brauns kann wohl nicht zu der lleberzeugung gekommen sein, daß eine Lohnzulog« von fünf Pfennigen an Stelle der von der Metallarbeiterfchaft in Mittel- Deutschland geforderten Zulage von 1.°> Pfennigen ausreichend fei. Der Reichsacheitsminister hat den Fünf-Pfennig-Schiedsfpruch bis Ende 1028 für verbindlich erklärt, obwohl er nicht wissen kann, wie die Preise auf dem Lebensmillelmarkte sich in bwi nächsten Dreivierteljahr gestalten werden. Der Reichsarbeitsminister kann also den Schiedsspruch nicht etwa deshalb für verbindlich erklärt haben, well er davon überzeugt ge- wcsen wäre, daß dieser Schiedsspruch den berechtigten Anforde- rungen der Metallarbeiter zur Friftung ihrer Lebensexistenz gerecht würde. Was ihn bestimmte, die Berbindlichkeitserklärung auszu. sprechen, war nach ollem nicht die Rücksicht auf die Loge der 50 000 Metallarbeiter tn Mitteldeutschland und ihrer Familienmitglieder, sondern die Drohung des Gesamtverbandes der Metall- industriellen mit der Aussperrung der übrigen 7ä0 000 Metallarbeiter in Deutschland. dl« heut« einsetzen sollt«. Die Unternehmer, die um keinen Pfennig über den Drei-Pfennig- Schiedsspruch hinausgehen wollten, wuhten von vornherein, daß ihre Drohung, die als Druckmittel gedacht war. die beabsichtigte Wirkung aus den Reichsarbeitsminister nicht verfehlen würde. Es besteht auch kein Zweifel darüber, daß die Unternehmer ihre Drohung verwirk- licht und alles darangesetzt hätten, die Aussperrung durchzuführen. Nachdem der„erweiterte Vorstand" des Gefamtverbandcs der Metallindustriellen einmal den Beschluß gefaßt hatte, konnte er aus Prestigegründen nicht mehr davon abgehen. Vernunftgründe, die gegen ein« derart unsinnige Aussperrung sprachen, zählten nicht mehr. Der Reichsarbeitsministcr hat geglaubt, daß es im ö f f e n t- lichen Interesse notwendig sei, die Aussperrung unter allen Umständen zu oerhüten. Das nur um feinen Prosit und um die „Bildung eigenen Kapitals" besorgte Unternehmertum, das bei jeder Gelegenheit versichert, nur das allgemeine Interesse der Wirtschaft im Auge zu haben, pfeift auf das„öffentliche Interesse". Tie Wahrung des öffentlichen Interesses erfolgt auf Loste» der Arbeiterschaft. Sie soll zum Nachgeben gezwungen werden, weil das Unternehmer- tum nicht nachgeben will. Dieses Derfahren ist aus die Dauer uner- träglich. Di« freien Gewerkschaften wollen gewiß nicht, daß wegen irgend- welcher geringfügiger Differenzen es zu einem Riefenkampfc kommen soll,„die Kampffront verbreitert" werden soll, nach dem Rezept, das der Gefamwerband der Metallindustriellen und darüber hinaus die Vereinigung deutscher Arbeitgcberverbände, in diesem Falle in ideeller Uebereinstimmung mit der KPD. angewandt haben. Laust aber die Politik der Uniernehmerorganisationen darauf hinaus, jede notwendig« Lohnforderung mit aller Gewalt abzu- schlagen, dann sind die Gewcrlschasien gezwungen, den Kampf einmal ausz'tragen. Kein vernünftiger Mensch wird einen Aussperrung»- kamps mii 800 000 Arbeitern, in den noch ein großer Teil von Un- beteilizlen direkt hereingezogen wird, leicht nehmen. Wenn aber die Denkschrift der Arbeitgeberverbönde zu den bevorstehenden Früh- jahrslohnbewegungen die Taktik der Metallindustriellen von heute zu einem allgemeinen Gesetz erhebt, dann wird der Kampf unvermeid- lich, der jetzt durch die Vcrbindlichkeitserklärung nicht beendet, sondern nur aufgeschoben wurde Bei der in der neuesten„Denkschrift" bekundeten Eisenstirnigkeit des Unternehmertums in der Lohnfrage, muß es über kurz oder lang einmal zur Entscheidung kämmen Diese Entscheidung liegt sehr im öffentlichen Interesse, weit medr als die gestrige Verbindlichkeftserklärung des ReichsarbeitsministersI Auch der Bogen der vcrbiudstchkeilserklärung darf nich, überspannt werden, soll er nicht eines Tage» zerspringen. Jedenfalls muß dem Unternehmertum mit aller Deutlichkeit klar- gemacht werden, daß di» Sewerkschasten trotz aller Drohungen nach wie vor auf die Lerbesscrung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter und Angestellte', weder verzichten wollen noch verzichten können. Ist dies nicht möglich auf dem Wege der Verständigung, Sann muß e» durchgesetzt werden auf dem Wege de« Kampfe»! Eine lehie provokaiion. Der Gesamtvcrband Deutscher Metollindustriever teilt mit: .Die Schiedssprüche im Arbeitsstretk.der mitteldeutschen Metallindustrie sind gegen den Willen beider Parteien vom Rcichsarbeits- minister im öffentlichen Intercsse von Amts wegen verbindlich erklärt worden. Di« Arbeitgeberschaft wird selbstverständlich alle j u- ristischen Konsequenzen aus der Derbindlichkeitserklanmg ziehe« und, soweit das technisch möglich ist, die Arbeiter, ohne Maßregelungen vorzunehmen, wieder einstellen. Da mehrfach von Gewerkschastsfette und in der Arbeitnehmer- presse zum Ausdruck gekommen ist, daß möglicherweis» der Kampf durch die Derbtndlichkeitserklärung noch nicht beendet würde und insolgedessen damit zu rechnen ist, daß die Arbett im mitteldeutschen Streikgebiet nicht oder nicht in vollem Unifange wieder aufgenommen wird, hat der Gesamtoerband Deutscher Metall- industrieller beschlossen, den Aussperrungskermin aus Mittwoch, den 29. Februar d. 3,«U Arbeitsschluß zu verschieben. Sollte sich di« Notwendigkeit ergeben, zu diesem späteren Zeit- punkte die Aussperrung in Wirksamkeit zu setzen, so würde sie nicht die Bekämpfung der für verbindlich erklärten Sprüche, sondern lediglich die Abwehr der rechtswidrigen Fortsetzung des Kampfe»durch die Arbeiter zum Ziel haben. Dabei wird aber ausdrücklich bemerkt, daß die Aufhebung der Aus- fperrung sofort erfolgen wird, sobald die Arbeiter zur Arbett zurückgekehrt sind." Die Aussperrung wird nicht eintreten. Pro- vokotorisch und sttzarfmocherifch bis zuletzt kleiden die Unter- nehmer diesen Beschluß ln die Formel: Aussperrung wird verschoben, um zu sehen, ob die Arbeiter den Kampf wirklich abbrechen. Die starken Männer, die dem Arbeitsminister den Fünf- pfennig-Schiedsspruch abgepreßt haben, hätten sich mit einem besseren Schiedsspruch ebensogut abgefunden. Die Verantwortlichkeit des Relchsarbcitsministcrs ist damit festgestellt. Die Unternehmer wollen provozieren. Allein die um eine erträgliche Existenz feit über fünf Wochen ringenden Metallarbeiter lasten sich weder durch Drohungen einschüchtern noch provozieren. Sic lassen sich nicht von Gefühlen leiten, wo der Verstand den Ausschlag geben muß, sie lassen sich nicht durch provozierende Scharfmacher ins Unrecht setzen. Sie lassen sich nicht durch eine plumpe Spekulation der Unter- nehmer auf kommunistische Quertreiber in Verwirrung bringen. Diese legte Provokation bekräftigt die moralische Verurteilung der gewissenlosen Metalllcharfmacher in den Augen der Oesfentlichkeit. 4 Eine Bezirkskonserenz des Deutsche» Metallarbeiter» Verbandes in Salle wird heute vormittag zur Verbind- lichkeitserklärung Stellung nehmen. 800 Mittionen Freigabevennögen. Wer sind die Glücklichen?— Oer Gteuerfiskus Hai auch ein Interesse daran. Di« Helligkeit des Privateigentums war es nicht allein, die den amrikanischen Senat, nachdem er vor einem Jahre noch das Freigabegesetz zur Ablehnung gebracht hatte, jetzt zur Freigabe des beschlagnahmten deutschen Berrnögens veranlaßt hat. Dt« Prä- jidentcnwahlen stehen in den Bereinigten Staaten bevor. und man durste weder die Deutschamerikaner durch die Verhinde- rung der Freigab« verstimmen, noch durste man den Wahlkampf mit den Skandalen belasten, die mit der unsoliden Verwaltung des tm Jahre 1917 beschlagnahmleu deutschen Eigentums ver- knüpft waren. Jedenfalls, die Freude bei den Betroffenen in Deutschland ist groß, und. wenn die Börse diesmal nicht mit den Kursen in die Höhe sprang, als das Gesetz nun endlich an- genommen war, so deshalb, weil man schon früher die sozenannien Freigadewerte mächtig hinaufpoussiert hatte. Es wird in der Tat sür Deutschland ein großes Per- mögen zur Verfügung stehen, wenn Präsident Eoolidge das Ge- setz unterzeichnet haben wird und auch die Ausführungsbcftim- mungen bekanntgegeben sein werden. Wie groß diese Summen sind, weiß kein Mensch: denn für jeden einzelnen Fall müssen die endgültigen Summen noch festgestellt werden. Noch den bisher be- kannten Schätzungen— die Beteiligten selbst hüllen sich in Schweigen— kommen auf die großen deutschen Reedereigesellschcsten NorddeutscherLloyd und Hamburg-Amerita-Linie immerhin Beträge, die sicher 80 Millionen Dollar erreichen wer- den. Fünf Berliner Großbanken haben für sich und ihre Kundschaft nach den vorliegenden Meldungen rund 35 Mil- lionen Dollar angemeldet, und auf eine Anzahl Prioatsuanen werden auch sehr erhebliche Beträge entfallen. So nennt man sür den Deutschen Chemietrust 12— 15 Millionen, für die Firma Bäsch 20—25 Millionen, für den Stöhr-Konzern 20 Millionen, sür Oren- stein u. Koppel 7 Millionen, für Gebrüder Stolberg 8 Millionen Mark. In der Oeffentllchkcit werden natürlich nur di« großen Firmen genannt. Aber auch über deren Ansprüche ist gar nichts klar, well keine Bilanz der großen Firmen diese Ansprüche aus. weist, vielmehr in aller Regel nur ein Erinnerungswert von 1 M. darin verzeichnet Ist. Die 700—800 Millionen, von denen d!« Red« Ist, werden auch kaum sehr bald nach Deutschland fließen. Die 20 Prozent der Prioatfvrderungen und die 50 Proz. der Entschädigungssorderunaen für Schiffe. Radiostationen und Patente, die nicht sofort ausgezahlt «erden solle«,«erden unter Umstände» erst nach einem Dutzend von Jahren und mehr hereinkommen. Aber auch die„sofortige" Auszahlung ist dahin zu verstehen, daß für jeden einzelnen Fall von einem amerikanischen Schiedsrichter erst eine Entscheidung zu treffen ist. Ein Kapilaloerlust wird durch Verzögerung nicht entstehen. weil die Fordeningen schon seit dem 1. Januar 1925 verzinslich sind. Die Ungewißheit sowohl über die Höhe als über das Eingehen der Beträge macht es deshalb auch zweifelhaft, wie sich die Frei- gäbe volkswirtschaftlich auswirken wird. Privrtwirt- fchafllich liegt ganz zweifellos in ollen Fällen, wo die Entschädi- gungsforderungen bereits abgeschrieben waren, ein bilanzmäßiger Gewinn vor, der auch den Steuersiskus interessieren muß. Es ist auch von besonderem Interesse, daß die Nutznießer der Frei- gabebill zu einem erheblichen Teil dieselben Kreise sind, die Forde- rungen aus dem deutschen Liquidationsschädengcsetz haben, und sicher sind es auch hier diejenigen, die sür die Ordnung der Liquidalionsschädcn die höchsten Beträge angemeldet haben! Infolgedessen werden sich die politischen Stellen die Auswirkungen des Freigabegesetzes In der Zukunft noch sehr genau anzusehen haben. Krieg im Irak. Opferreiche Kämpfe mit Wahabiten. Basra, 21. Februar.(Reuter.) Ein englisches Flugzeug ist im Verlauf der Lvera- tionen gegen die W aHabiten, die. 2000 Mann stark. die Grenze des Irak überschritten und die Lager von Stämmen des Irak 80 Kilometer südwestlich von Basra angegriffen hatten, abgeschossen worden. Zu dem Kampfe hatten die Wahabiten 00 Tote und 200 Verwundete, die sie auf dem Schlachtfelde zu» rückließen. Die Stämme des Irak hatte« stärker« Verluste. Es wurden ihnen außerdem alle Ka» mele und Schafe geraubt. Englische Flugzeug«, dereu Basis sich in U r befindet, griffen dir stch zurück» ziehenden Wahabiten an und brachten ihnen schwer« Verlufte bei. Stimmungsbild aus Rußland. Es wird gehamstert.— Allgemeiner Warenmangel.— Die Geireidekontribuiion. In den Mitteilungen dar Russischen Sozialdemokratischen Partei wird folgender Brief ans Moskau veröffentlicht: In Moskau ist die Stimmung jetzt sehr gedrückt. Der Mangel an Lebensmitteln macht sich immer fühlbarer. Erst fehlte es an Medikamenten. Textilwaren. Gummi- schuhen. Aber daran gewöhnte man sich schließlich. Besondere Besorgnis, die bereits an Panik grenzt, erregt unter der Bevölke- rung das Verschwinden von Mehl, besonders von Weizenmehl. An den Tagen, wo man in den Genossenschaftsläden Mehl verob- folgt—- 5 Pfund pro Person— stehen endlose«Schlangen� vor den Läden, genau wie im Jahre IVA). Auch Textilwaren, mit Ausnahme der teuren Sorten, sind verschwunden. An vielen Geschäften prangt dex Anschlag: Textilabteilung geschlossen. Interessant ist, daß der Warenmangel sich im Zentrum der Stadt weniger bemerkbar macht. Aber auch das ist eine Täuschung. In den Schaufenstern und Auslagen sind freilch verschiedene Waren ausgestapelr, aber aus dem Laden selbst gähnt eine Leere entgegen, und gerade die notwendigsten Waren sind nicht vor- Händen. Freilich ist der Warenmangel zum Teil auch auf die all- gemeine Panik zurückzuführen. Wer nur kann,„hamstert". So geht beispielsweise irgendeine Frau über die Straße, die einen Besuch oder ein« geschäftliche Angelegenheit zu erledigen hat, ohne jede Absicht, irgendwelche Besorgungen zu machen. Plötzlich sieht sie eine„Schlange" vor einem Laden.— Was gibt es hier, meine Liebe?— Es ist chr ganz gleich, ob hier Butter oder Seif«, Reis oder Mehl verabfolgt wird. Sie zählt sofort ihr Gew nach und stellt sich gleichfolls an und wartet geduldig eine Stunde und mehr, bis die Reihe au sie kommt. Es ist nicht gelungen, den G etr eid e a u k auf durch Re- pressivmaßnahmen günstig zu gestalten. Ende Januar war freilich ein kleiner Aufschwung zu verzeichnen, aber schon im Februar macht sich ein neuer Rückgang bemerkbar.?n einer besonders un- günstigen Lage befinden sich die Städte: die Mehlvorräte sind sehr gering. In Moskau geht es noch einigermaßen, aber in manchen Städten der Ukraine reichen die Vorräte bestenfalls auf 3 bis ö Tage. Auch auf dem flachen Lande ist das Leben jetzt sehr schwierig. Dor kurzem sprach ich mit einem Arbeiter, der von einem Besuch des Heimatdorfes, das in einem der fruchtbarsten Getreidebezirke liegt, zurückkehrte. Er erzählte, daß das Leben in seinem Dorfe sich in der letzten Zeit vollkommen geändert habe. Den Bauern ist verboten worden, das Getreide unmittelbar zum Verkauf nach den nächstliegenden Märkten zu bringen. Ma« verlangt von ihnen, daß sie das Getreide an die staatliche» Getreidestellen oder die Genossenschafte« abliefer«; die letztere« haben den Verkauf von Ware» gegen Geld eingestellt. Industrielle Erzeugnisse werden nnr im Austausch gegen Getreide verabfolgt, wobei für l Pud Getreide nur 80 Kopeken berechnet werden, wäh- rend man in der Stadt 1,50 bis 1,70 Rubel für 1 Pud erhält. (Beim Austausch der Waren gegen Getreide sind folgende Sätze sestgestellt: für 1 Pud Seife 14 bis 15 Pub Roggen, für 1 Mets- minderwertigen Barchent 25 Pfund Roggen usw.) Die Bauern sind sehr unzufrieden damit.„Dos Dorf muß seine Getreidekontn- bution zahlen," so sagen sie.„Wir dachten den ganzen Herbst, daß es bald Krieg gibt, noch hoben wir zwar keinen, aber eine Kontribution ist uns auch ohne Krieg auferlegt worden." 3000 gegen 300000. Oas LiqoidatiovsschädenschMßgeseh.- Oer Dür.�rSlvck verteiU Die Beute. Der Leichnam desOBurgecklocfs wird zu Grabe gejstagen. Aber die BestattungsMr ist recht kostspielig. Jeder der trauerenden Hmterbliebe«m bekommt als Andenken, etwas mit. Die ostelbischen Junker> sollen ihre Umschuildungs- Millionen noch erhalten. Die Lnlftschiffahrt wird nicht ohne das versprochene Subventionsg.kschenk bleiben, llnd die großen Kolinialgesellschaften, sowifp die von den Spitzenoer- bänden der Wirtschaft animierten Erben liquidierten Groß- exportfirmen werden auch nicht umsonst auf i h r Kriegs- schädengefetz gewartet haben. In den fröhlichen Faschingstagen 1S28 soll das Not- Programm der verwesenden Reichsm-ttweser fertig werden. Der Aschermittwoch wird dem deutschen Volte ge- hören. Ein langer, langer Aschermkttwoch für die deutschen Reichsfinanzen: so lang wie die Tilgongsdauer für all die Lasten, die man jetzt„übernehmen" d. A. in Wirklichst der künftigen Reichsregierung aufbürdan will. Der Tote ergreift den Lebenden: der alte im Dezember 1924 gewählte Reichstag wird die Schulden seiner Grchifenzeit noch dem jungen Mai-Reichstag aufladen. Schon der Entwurf des Liquidationsschödengefetzes, der in den besseren Tagen dem Bürgerblock von seinem Finanz- minister vorgelegt wurde, litt an großen Mängeln. Er ver- goß, daß man in den engen Grenzen, die nun einmal den deutschen Finanzen gesteckt sind» nur an Befestigung sozialer Härten, nicht an weitgehende Befriedigung der Vermögensansprüche der ehemaligen Röichen denken darf. So ergab sein Entwurf folgendes Bild: ' Den rund 300 000 Kleingeschödigtco(mit Schäden bis je 20 000 Mark) wird ein Anspruch von insgesamt 410 MUliouai zueÄonnt, wovon der größte Teil als bereits befriedigt gilt, so daß nur noch 1ZS Millionen zu decken blieben; die rund 25 000 Mik'elgeschädigten(bis 200 000 Mark Schaden'-- betrag) hoben insgesamt noch 300 Millionen zu erhallen: die rund 3300 Großgeschäoiglen(bis je 20 Millwnen Schadens- betrag) bekommen Anspruch aus rund 270 Millionen; endlich wird den 40 Größtgeschädigten ein Anspruch aus etwa 70 Millionen zuerkannt, Drelhunderttausend ärmere Geschädigte stehen den drei- tausend Großgeschädigten gegenüber. Unter der Maske der „W iederausbanzuschläge" soll ferner den Groß- geschädigten(und nur ihnen) eine zusätzliche Entschädigung gewährt werden. Dieser„Wiederaufbau" sollte schon nach dem Köhlerschen Entwurf 130 Millionen Mark kosten, also fast genau soviel wie die gesamten Entschädigungen, die an die kleinen noch nicht befriedigten Geschädigten zu zahlen wären. Die Sozialdemokraten hatten beantragt, diese 130 Millionen Mark dazu zu verwenden, das Los der Kleingeschädigten zu verbessern: aus diesen Rvser- neu könnte nämlich die von Köhler vorgeschlagene etwa äOprozentige Entschädigung der Sachschäden bis 10 000 M. apf 100 Vroz. erhöht werden. Aber auch andSre Gruppen der wirtschaftlich Schwächeren wären zu berücksichkigen. Man denke an alle diejenigen(etwa 30 000 Personen), die ihre Anmeldungsfristen versäumt haben und so um ihre Entschä- dtgung gekommen sind. Zahlreiche oberschlesische Zlrbeiter, ostdeutsche Geschädigte, kleine Ansiedler und Handwerker- leutc, die keine Möglichkeit hatten, sich Rechtsanwälle zu hallen, und die den„Deutschen Reichsanzeiger" nicht zu ihrer täglichen Lektüre zähllen. Die Anmeldungsfristen waren nämlich einzig und ollein in diesem intercffanten, aber wenig verbreiteten Blatt veröffentlicht, und so verloren die in entlegenen Orten oder in schwere ungewohnte Berufe verschlagenen Flüchtlinge ihren gesetzlichen An- spruch: ganz anders als die Reichen, die gute Rechts- anwälle und regsame Berbandssyndizi zur Verfügung hallen. Endlich denke man an die große Gruppe der „Kleinstgeschädigten", die zwar auf dem Papier als„voll befriedigt" gelten, denen aber in Wirklichkeit das zum Teil noch in Zellen der Geldentwertung erhaltene Geld in nichts zerflossen ist. Die Sozialdemokraten hatten ihre Forderungen auf Ausschallung der zum angeblichen„Wiederaufbau" aus- gesetzten Summen mll gutem volkswirtschaftlichen Gewissen verfochten. Denn sie haben längst bewiesen, daß ihnen die Exportförderung am Herzen liegt— aber mir dann, wenn sie wirklich erreicht und nicht nur vage gehofft wird. Die Exportkreditversicherung, die schon längst mll Unterstützung der Sozialdemokraten geschaffen worden ist, gibt dem Reich in der Tat die Möglichkell, den volkswirtschaftlich rentablen Exportunternehmungen, bei denen Erfahrungen und welt- wirtschaftliche Verbindungen tatsächlich fruchtbar gemacht werden können, durch Reichsbürgschasten zu helfen. Bei dem System der Wiederaufbauentschädigungen würde es sich hin- gegen um etwas ganz anderes, nämlich häufig genug um Transaktionen mit„toten Seelen", um Unterstützung von Erben ehemals wichtiger, heute verschollener Großfirmen handeln. Dos„Notprogramm" soll nun, wie verlautet, noch wellergehen als der Köhlersche Entwurf. Man verspürt den Einfluß der Unter nehmerspitzenocrbände. Diese predigen, wie bekannt, die Tugend der Sparsamkell— doch nur solange es sich um..soziale Lasten" Handell. Wo es sich aber um Verteilung von Reichsgeldern an Angehörige ihrer Klassen handelt(die Wiederausbauzuschläge kommen ja erst von einem Verlust von 200 000 M an in Betracht), dort vergißt man die Grenzen recht bald. Dies geschah auch in der von dem Reichsverband der deutschen Industrie, dem Zentralverband des Bank- und Bankiergewerbes und an- deren Spitzenverbänden veröffentlichten Denkschrift. Wenn, wie man hört, der im Reichswirtschaftsrat durchgesetzte Vor- schlag angenommen wird, so bedeutet dies zunächst eine Er- höhung der Wiederausbauzuschläge um mehr als SO Proz. (auf 205 Millionen): zweitens sollen auch die sonstigen Ent- fchädigungen insgesamt um 225 Millionen Mark erhöht werden, wovon aber die Kleingeschädigten nur Brocken bekommen. Nach den Anträgen der Sozialdemo- kraten sollte das Prinzip der lOOprozentigen Entschädigung bis zu den Schäden von 10000 M. erstreckt werden: nach dem jetzt aufgetauchten Vorschlag, der das Wohlwollen der Rechtsparteien gefunden zu haben scheint, nur noch bis zu 5000 M. Dafür sollen aber die Entschädigungen der Millionäre(ganz abgesehen vom Wiederaufbauzuschlag) von den 4- bis öprozentigen Sätzen des Köhlerschen Ent- wurfs auf 10- bis ISprozentige Sätze kommen. Und das Mißverhältnis wird noch krasier dadurch, daß die überhaupt zulässige Höchstgrenze, die von Köhler auf 2 Millionen (ohne Wiederaufbau), von den Sozialdemokraten auf 1 Million beziffert war, jetzt ganz abgeschafft wer- den soll! Die sozialdemokratischen Verbesserungsvorschläge gallen den zahlreichen Armen und waren ohne weitere Belastung des Etats, lediglich durch Streichung der „Wiederaufbauzuschläge" durchführbar. Die Borschläge, die jetzt von den Bürgerblockparteien gemacht werden, gellen weniger den Reichen und belasten den Etat mll weiteren 300 Millionen, ohne auch nur den Tterslich zu machen, die Deckung dafür anzugeben.. Die letzten Spuren finanzpolitischer Veraniwortüchkell. die der Bürgerblock noch besaß, solange er regierte, haben der zersetzenden Wahldemagogie der Ewzelparteien Platz gemacht. Und so beschert man noch zum Abschied dem deutschen Volke ein teures.Kriegsschädengesetz. Aber„für meine Gesundheit ist mir nichts zu teuer", sagte ein Schnorrer dem erstaunten Rothschild, den er um Geld für eine Badereise nach dem teuren Ostende gebeten hat. Durch ähnliche„Großzügigkeit" auf Kosten anderer hoffen die bankrotten Parteien des Bürgerblocks sich noch Leben und Gesundhell zu verschaffen. Miniaiurland ohne Regierung. Mecklenburg-(Streliher Regierungstvirrwarr. Keuslrelitz, 21 Februar. Der am 29. Januar d. I. gewählte Mecklenburg-Stre- litzer Landtag trat heute zu seiner konstituierenden Sitzung zu- sammen, die sich fast sechs Stunden ausdehnte und einen sehr dra- malischen Berlauf nahm. Anwesend waren sämtliche 35 Abgeord- net«. Di« Wahl des Präsidenten fiel mit 33 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen auf den bisherigen Präsidenten Landrat Dr Foth (Saz.). Der Präsident teille sodann mit, daß die bisherigen Staafe- minisler Dr husloedl(Dem.) und Schwabe(Dnat.) ihre Aemter niederlegten. Im Anschluß hieran ernannte der Präsident den früheren(bis 1923) Mecklenburg-Strelitzer Staatsminister Dr. Frei- Herr v. Reibnih(Soz.) und den Bürgermeister der Landeshauptstadt Reusirelitz, Dr. heiperh(D. Vp.) zu Staatsministern. Der Antrag der Deutschnationalen, festzustellen, ob beide das Bcrtrauen des Landtages hätten, löste eine stundenlange sehr erregte Debatte aus, die mehrfach zu Unterbrechungen der Sitzung führt«. Gin Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, über den deutsch. nationalen Antrag getrennt abzustimmen, wurde mit 17 gegen 15 Stimmen angenommen. Di« Vertrauensfrage wurde sodann hinsichtlich Dr. R e i b n i tz' mit 19 gegen 16 Stimmen nerneint Für das Bcrtrauen stimmten 13 Sozialdemokraten, ein Bolkspar- teiler. gegen das Vertrauen stimmten 8 Deutschnationale, ein Haus- besitzer, 2 Demotraten, 4 Handwerker, 1 Löllischer und 3 Kommu- nisten. Das vertrauen hinsichtlich Dr Heiperh wurde mit 18 gegen 17 Stimmen verneint. In diesem Fall« stimmte der völ- kisch« Abgeordnet« für das Verteauen. Im übrigen stimmten die Abgeordneten wie vorher Em weiterer sozialdemokratrscher Antrag, die bisherigen Mi« nister Dr. Huftaedt und Schwab« von der Weiterführung der Ge» schäjte zu entbinden, wurde mit der Mehrhell an geno-m» m« n. Demnach ist zurzeit in Mecklenburg-Strelitz kein Staatsministerium vorhanden. Der LanWagspräsideirt wurde ermächtigt, die nächste Sitzung des Landtags nach Anhörung de« Aeltefteneates einzuberufen. Das ukrainische Lemberg. Genosse Lobe hatte in einem Aussatz im„Vorwärts" vom 12. Februar Lemberg als eine poln'fch« Stadt bezeichnet. Demgegenüber weist der Ukraimsch« Rationalrat in einer Zuschrift an uns darauf hin, daß die Bewohner Lembergs vor- wiegend Ukrainer sind. Notprogramm im Mantel?! Eine groteske Idee. Verschiedene Nachrichtenbureaus melden, es bestehe die Absicht, die einzelnen Gesetzentwürfe des sogenannten Rot- Programms durch ein Mantelgesetz zu einem einheit- lichen Ganzen zusammenzufassen. Das würde bedeuten, daß dem Reichstag das Recht ge- nommen werden soll, chm zweckmäßig erscheinende Teste des Notprogramms anzunehmen, unzweckmäßige aber abzulehnen. Die alleroerschiedensten Dinge, die mlleinander nichts zu tun haben, sollen miteinander zu einem„unteilbaren Ganzen" verkoppelt werden, so daß es unmöglich würde, auch die un- zülängllchsten und unerträglichsten Vorschläge der Regierung abzulehnen, ohne zugleich damll auch alle anderen Entwürfe mll zu Fall zu bringen. Beispielsweise würden die S o z i a l r e n t n e r die chnen zugedachten paar Mark nicht bekommen, wenn der Rr'chs- tag die Drosselung der Gefrierfleisch ein fuhr ablehnen oder«ine Hilfsaktion für verkrachte Grotzgrund- besitzer nicht mitmachen wollls! ts•. zt:.' Die Sache wird noch sonderbarer, wenn man hört, daß dem R e i ch s r a t die Gesetzentwürfe ab Mitte diesar Woche geliefert werden sollen, o h n e daß sie durch ein Mantelgesetz mlleinander verbunden sind. Später aber will man für den Reichstag noch ein Mantelgesetz machen, dos naiürllch später gleichfalls auch den Reichsrat passieren müßte. Wir nehmen das Auftauchen einer solchen Idee für ein Zeichen der vollkommenen Kopflosigkeit, die in der Vürger- blockregierung herrscht, möchten aber einstweilen nicht glauben, daß damll Ernst gemacht wird. Die Aussichten für das Zustandekommen des Notprogramms würden dadurch noch schlechter werden, als sie es ohnehin schon sind. Wie der„Reichsdienst der deutschen Presse* erfährt, wird der Reichskanzler M a r x am Montag kranlhellshalber nicht imstande sein, seinen Etat selber zu vertreten und die geplante Regierungserklärung über das Rotprogramm ab- zugeben. Er wird von dem deutschnationalen Vizekanzler Hergt vertreten werden. Verluste bei der Veichswehrvank. Herr Groener wird schwer einen Käufer der Aktien finden. Das Reichswehrministerium erlebt als Großakiionör bei dem Berliner Bantverein(ehemals Berliner Makler- verein) wirklich keine Freude. Erst der S t a n d a l in der Oefsentlich- kell, der die Fäden, die von der Bendlerstraße zum Phoebusfilm und dem Berliner Bankverein liefen, restlos aufdeckte und jetzt auch noch Verluste beim Jahresabschluß. Die Bilanz, die schon zun, 31. März 1927 fällig war, ist wohl aus guten Gründen erst jetzt ver- öffenllicht worden, um über die Phoebusaffäre erst etwas Gras wachsen zu lasten: vielleicht hatten die klugen Herren im Reichswehr- Ministerium auch gehofft, inzwischen für ihr Aktienpaket noch einen Käufer zu finden. Der Vertust für 1926/27 beträgt 30 000 Mark. Wie die Ver- luste entstanden sind, läßt sich bei der undurchsichtigen Bilanz nicht feststellen. Ausfallend war auf der Generalversammlung, daß die Deutsche Girozentrale keinen Vertreter mehr in den Aufsichtsrat wählen ließ, nachdem von den beiden Mitgliedern Präsi- dcnt Kleiner bereits im Laufe des vorigen Jahres ausgeschieden war. Honorige Leute und Banken scheinen sich also nach den polltischen Affären für den Aufstchtsrat nicht mehr zu inte restieren. Britisches Geschenk abgelehnt. G» mdischer parlamentsbefchluß. London. 21. Februar.(Eigenbericht.) D6e indische gesetzgebende Versammlung beschloß mit 55 gegen 54 Stimmen, einen Gesetzentwurf, der die Grundlage für die Schaffung einer„selbständigen" Kriegsflott« unter britischer Führung schaffen sollte, von der Tagesordnung abzusetzen. Der Gesetzentwurs sieht die Besetzung eines Drittels der Ofsiziersstellen durch Inder vor. Obrigfeiisstaai und Volksstaat. Genosse Lobe sprach bei den republikanischen Polizeibeamten. - D> Republikanisch« Bereinigung bei der preußi- fchen Polizeiverwaltung hatte zu gestern abend zu einer Kundgebung im Großen Saale des Herrenhauses eingeladen. Än seilen Einleitungsworten führte Regierungsrat Abramowitsch aus, daß die Republik sich gefestigt habe. Aber nicht olle Beamten hätten begriffen, daß der früher« Staat sich selbst überlebt habe. Wir wallen den republikanischen Gedanken vertiefen, wir sind nicht wirtsck?asts. oder parteipolitisch eingestellt, sondern eine Kampf. organisation für den Gedanken de? Republik. Run nahm Reichstagspräsident Genosic Lobe dos Wort zu einem Bortrag über das Thema �Obrigkeitsstaat und Dolksstaat�. Die Polizeibeamten, so führte er aus. hätten in den politischen Kämpfen der letzten Jahre gesehen, wie, wenn man die Kommunisten ausschalte, dos deutsche Volk in zwei Lager geteilt sei: ein schwarzrotgoldenes und ein f ch wa r z w e i ß r o t e s. SchwarzrotgoS» ist uns das Banner der Zukunft, das Zeichen des neuen, freien, sozialen, dereinst mit Oesterreich vereinten deutschen Staates. Schwarzweißrot ist uns das Symbol derer, die rückwärts wollen zum Obrigteits- und Mili- t ö r st o a t. Der alte Staat habe einen einzigen an der Spitze ge- sehen imd sonst nur Untertanen. Der Volkestaat aber geh« von dem Gedanken aus, daß alle gleickiberechtigt wären und in ständiger Prüfung die Führer auswählten. Morgen käme d«r König Amanullah aus Afghanistan. Cr sei einer der wenigen ab» soluten Monarchen, die es noch gäbe. Ab« man müsse schon nach Asten geben, um«inen zu finden. In Europa sei«n die Zeiten der absoluten Monarchen vorb«i. Solle nun Deutschland das unfähigste, am weitesten zurückgeblieben« europäisch« Volk s«in? Rein! Wenn man sage, daß die Demotrasie undeutsch und welsch sei, vergesse man, daß an der Schwelle der deutschen Geschichte die Gemeinde»«rfassung steht, bei der von ollen Gleichberechtigten der Herzog gewählt wurde. Die absolute Monarchie sei am stärksten in Frankreich ausgeprägt gewesen und durch Bosiuet theoretisch begründet worden, der die Monarchen die Stellvertreter Gottes nannte. An dieses Gnaden» tum habe Wilhelm II. auch noch geglaubt. Die Angriff« gegen die Republik, die ihr bie wirtschaftliche Rot. die Arbeitslosigkeit und das Wohnungselend in die Schuhe schieben, sind unberechtigt. Wir übernahmen das Erbe des zusammengebrochenen Kaiserreiches. Und selbst in den Siegerstaaten, ja auch bei den Neutralen, sind heute die Röte groß. Wenn man sage, die Republik s« durch Handstreich gekommen, so erinnere er an in« Worte des verstorbenen Zenirumsabgeordneten, Reichsgertchtsrat Burlage, der«inst zu Helfferich sagte:»Ich oltler Mann habe ge. wartet, daß jemand ausrief« zur Berteidigung der Monarchie. Es kam keiner, da erst ward ich Republikaner.� Die Rechte hör« man oft nach einem Retter schreien. Und als der hochverehrte Reichspräsident gewählt wurde, da hatte man chn mit lautem Munde„Retter' genannt. Heute ober schreibt In ihrem Weihnachis. artitel'«in führendem konservatives Blatt schon wieder„Wann endlich wird ein Reiter kommen unserm Volke?" Daneben aber auch seien noch Retter zweiter Ordnung aufgetreten: Ehrhardt. Ludendorff, Hitler und andere. Ludendorfs habe er bei seiner legalen und illegalen Retterarbeit beobachte', können. Er habe ihn im ganzen dreimal als Abgeordneten im Reichstag grtehen. Ludendorn bilde eine Fraktion für sich, die er als die Fraktion der Fleißigen bezeichnen möchte. Di« allegal« Arbeit dieses Reiter? kenne man vom Odeonsplatz. Ksiy Retter, sondern»ur geweiasame Arbelk kann Helsen. Dir wollen die Republik des sozialen Ausbaue» und der Gleich. be-echiiaung für alle, der Ordnung, die vom Vertrauen getragen wird. Wr wollen die Republik, die in Verwaltung und Wehr. macht kein« Kaste, kein« Adel bevorzugt. Wir wollen die Republik. die nach innen die törichten dynastischen Grenzpfähle umwirft und nach außen mit Demschösterreich vereint wird. Wir wollen ine Republik des wirklichen deutschen Rechtes, in der höher als der Besitz der Mensch geachtet wird. Wir wollen die Republik, in der die Beamten nicht mehr Diener des Fürsten, sondern Diener. Helfer. Schützer und Freunde des Volkes sind! Genosse Lobe schloß unter stürmischem Beifall. Mit einem Hoch aus die deutsche Republik wurde die Kundgebung beendet. Abrechnung in Norwegen. Hornsrod entlarvt die Bankenregienmg.- Die Kommunisten spalten sich. Oolo. 2t Februar.(Eigenbericht) Die nur eintägig« Debatte üb» die Erklärung der neuen Re» gierung wurde noch am gleichen Tage damit beendet, daß der M ißtrouin,antrag der Arbeiterparteien mit 85 gegen 62 Stimmen abgelehnt wurde. Genosie Horn»rud. der gewesen« Ministerpräsident, hotte betont, daß die Banken den Staat zwingen wollten, einen großen Teil ihrer Verluste zu tragen. Diese Zumutung habe die Ar. beiterregierung abgelehnt und deshalb sei sie gestürzt worden. In dem Mißtrauensvotum, dos ebensalls Hornsrud begründete, heißt es, daß die Regierung Mowinkel keine ander« Erklärung abgegeben habe als das vorige Rechtstabinett. Die Politik dieser Regierung sei ab» durch die letzten Wahlen verurteilt worden: die gegenwärtige Regierung wäre durch eine oußenparlamen» tarische Aktion entstanden und nur ein gehorsames Institut der privaten Bant, und Seldinteresfen. Die Regierung teilte im Laufe d» Debatte u. a. mit daß bie von der Arbeiterregierung für 1928 geplante Einstellung der Militörübungen nicht erfolgen soll. Auch die anderen von der Arbeiterregtcrung vorb»eitet«n Pläne habe das neue Kabinett f a l le n g e l a ff e n. Innerhalb der Kommunistischen Partei ist wegen der Unterstützung der Arbeiterregiernng durch die kommunistischen Ab- geordneten neu» Streit entbrannt Moskau wünschte offenen Kamps gegen dos Arbeiterkobtnett. Di« kommunistischen Abg«. ordneten hoben sich diesem Befehl sedoch nicht gefügt. Es ist zu »warten daß sie jetzt zum großen Teil zur Arbeiterpartei übertreten._ französisch-belgische ZoNeinigung. Parts, 21. Februar.(Eigenbericht) Di« Handelsvertrogsoer Handlungen zwischen Frankreich und d«? belgisch-luxemburgischen Zollunion sind am Montag abend zum Abschluß gelangt Da französisch« Ministarat hat den Handelsminist« zur Unterzeichnung des Uebaeinkommens ermächtigt Die Notstandsaktion für die Landwirtschast. Wenn es au den Empfang von Subventionen-— und wenn es ans Steuerzahle« geht. Belgien will Garantien. . Eine Rede des belgischen Außenministers. Brüssel. 21. Februar.(Eigenbericht.) Im Senat sprach Außenminist» H y m a n s zu seinem Etat ' üb» die Außenpolitik. Obschon» nicht viel Neues sagte, wichen Inhalt und Ton seiner Ausführungen doch unangenehm von dem ab, was man in den letzten Iahren vom Außenminister Bandervelde gehört hatte. Sowohl Hqmans' Auslastungen über die Beziehungen zu Deutschland wie seine Bem«kungen über die Iriedensbestrebungen des Völlerbundes ließen an Wärme und Ueberzeugungstrast viel zu wünschen übrig. In bezug aus die Rheialandräuwung betonte der bel> zische Außenminister zunächst, daß bisher weder direkt noch indirekt ein Schritt in dieser Frage bei der belgische» Regierung getan worden sei; andererseits habe sie die bestimmteste L«sicheruug, daß in dies» Frage ohne B�lsien» Austsmmnug nicht« geschehen würde. Zur Sache selbst sagte Hymans. daß die belgische Regierung es nicht ablehnen würde, Verbesserungen in der Ausführung der Friedensverträge zu prüfen, daß ab« Borsicht und Wachsamkeit geboten seien. Belgien laste sich in sein», Beziehungen zu Deutschland von dem Geiste von Loccum o leiten und habe da» auch durch Zurückziehung eines Teiles sein» Besatzungstruppen und durch Milderung der Besatzungsmethoden bewiesen.(Damit gibt er zu, daß diese Methoden milderungsföhig waren— und ob! Red. ä„B") Wer man dürfe nicht vergesten, daß die Rheinlandbesetzung den Zweck habe, die Durchführung des Friedensv»troges in bezug auf die militärische Sicherheit wie aus die Leistung der Reparattonszahlnngen zu garantieren. Es sei Sache Deutsch- lande, das die Rheinlandräumung dringend fordert, genaue Vorschläge zu machen, die geeignet wären, diese Garantien für die Sicherheit und di« Reparationszahlungen durch andere zu«r» setzen. Sobald Deutschland solche Vorschläge mache, werde die bel- gische Regierung nicht zög»n, sie im Eino«nehmen mit ihren früheren Verbündeten im Geiste der Objektivität und der Gerechtigkeit zu prüfen. Besonders wichtig wären dabei die Garankien. daß Deutschland seinen Verpflichtungen in den ent- mllliarisierteu Zonen nachkomme. Di« Garantien in bezug aus die Reparationen seien insbesondere auch im Hinblick aus die Agitation in Deutschland auf Herab- minderung der Leistungen»forderlich(?). Am Schluß jordertc Hymans Einlösung der 6 Milliarden Papiermark, die von der deutschen Besatzung in Belgien in Umlauf gebracht wurden und die heute wertlos sind. Deutschland habe«in« derartige Verpflichtung verschiedentlich anerkannt, ab» bis- her nichts zu ihrer Einlösung getan. Boncour häli an der„Sicherheit" fest. Sie muß der Abrüstung vorangehe«. Genf, 21. Februar.(Eigenbericht) Die Reden d» verfchiedenen Delegierten zur Sicherheitsfrage wurde am Dienstag vormittag fortgesetzt Das Ergebnis war«rt- schieden magerer als dos des Montag. Weder d» Vertreter Italiens, de M a r i n, s. noch der französische Vertreter Paul Bonrour. rückten auch nur einen Finger brett von der bekannten bisherigen Einstellung ihrer Lander ab. D« Italiener schloß sich in d« Frag« d« Schiedsgerichtsbarkeit dem englischen Standpunkt an und wünschte für den Völkerbund Handlung«» frei he it Abrüstung lehnte er vorfichlig ab. Paul Boncoür hielt ein Plädoyer gegen dl« sofortige Abrüstung. Er versuchte, z» beweisen, daß die Sicherheit weder Europas noch der W«lt jo weit gesichert fei. daß man schon abrüsten konnte. Sicherheit und Abrüstung bildeten ei» einheitliche» Gang». bei d» die Sicherheit voranzugehen(?) habe. Auf- gab« des Sicherheitsausschusies sei die Ausarbeitung ein« welt- umspannenden Friedenssicherung als Vervollständi. gung und Präzisierung de« Bölkerbundspakte«, unter D�ugnahme auf die gestrigen Ausführungen Polens und da» Gutachten von P o l i t i s forderte Paul Boncour als Voraussetzung der Wrüstung regionale Sicherheitsverträge mit wa> tsrieller Unterstützung gegen Angreif». Aechtung des An- griffskrieges und Ausbau der Sanktionsbestim- münzen. Einer ollgemeinen Schiedsgerichtsbankeit könne Frankreich beitreten, wenn hinter dieser die Sankstonsdrohung stehe, um die Durchführung der Urteil« zu erzwingen. Nach Boncour trat der Vertreter Finnlands für de» norwegischen Gedanken eines allgemeinen Schiedsgerichts- paktes ein und begrüßte die deutschen Dorschläge als technische Maßregel zur Krtegsverhinderung. Für einen trotzdem erfolgenden Angriffskrieg wünscht Finnland finanzielle und materielle Unterstützung des Völkerbundes. Di« Angst vor Rußland stand unausgesprochen hinter den sinnischen Worten. Die großen Gegensätze in der Auffassung üb» die Auf- gaben d» Sichorheitskommlssion und di« Möglichkeit einer baldigen Wrüstung, die nach den deutschen und französischen Darlegungen sich zeigten, haben«« dem Vorsitzenden geraten erscheinen lassen. heut« nachmittag keine Vollsitzung einzub»us«n. Dagegen suchen fnofsizselle Besprechungen von Delegation zu Delegation statt Di« allgemeine Debatte soll morgen weitergeführt werden. Man hofft, dann mit einigen Unterkommissionon die praktische Arbeit beginnen zu können. D« russische Beobachter Stein hat«inen Antrag ongr- kündigt der einen allgemeinen Sicherungsplan ent- hatten soll, auf Grund dessen die sofortige Abrüstung vorgenommen werden könnte. Sozialistischer Zusammenschluß. Ja der Tschechosiowatei. Der Wille zur Einigung und politischen Zusammenarbeit der v sozialdemokratischen Parteien in d» Tschechoslowakei kam In den letzten Tagen neu»dtng» dadurch zum Ausdruck, daß die Fraktionen der tschechischen und der deutschen Sozialdemokratie in, Ab- geordnetenhous und im Senat aus chrer Mitte je einen gemeinsamen Ausschuß wählten, der aus j« drei Bertretern des tschechischen und deutschen Klubs besteht und dem die Durchsührung gemeinsamer parlamentarischer Aktionen obliegt Der gemeinsame Ausschuß nn Senat hat. u. a. beschlosie», die Regierung sofort üb» ihre Stellung zum Achtstundentag zu interpellieren. Der Ianuarkongreß der tschechischen und deutschen Soz!ald«no. kraü« und sein« Beschlüsse haben in der Arbeiterschaft l e b h a s t e n Widerhall gefunden. Zum erstenmal seit Jahrzehnten tagen wieder gemeinsame große Versammlungen, in denen tschechische und deutsche sozialdemokratische Parlamentarier zu den Ar- beitern sprechen. Die bisherigen Kundgebungen in Brünn und Irauteuau ließen bereits den ersten Erfolg der gemeinsamen Politik erkennen. Oie Wahl in Japan. Keine wesentliche DerSndervng. Tokio, 21. Februar. D« Wahlbeteiligung betrug m-Pesamt 69,4 Proz.. ,n Tokio 75,8 Proz., in Kode 77 Proz. und in Osaka 68 Proz. Die Seiyukai- Partei»hiett 220. die Minseito-Partei 2l6, die Linksparteien 5 Sitze. Zu der von der Seiyukai-Partej erhofften Vehrhei' ist es nicht gekommen. Für die Minseito-Partei ist bei einem Zu- sammengehen mit den Linksparteien unter Umständen ein« Mohr- hatsbildung möglich. Mtnseito ist die Oppofitüm, deren übergroße Störte d» Rc- gierung des Gen»als Tanaka zur Aiftlösung des Parlaments Anlaß gegeben Hot Der Begisieur de»«aoell-Films.Dann," erklärte Presse. Vertretern, daß d» Film trotz Zensurverbot demnächst in einem Londoner Kino gezeigt werden würde. Im übrigen kann der Film, falls die englische Theaterzensur es erlaubt, in jedem Londoner Theater gezeigt werden. Aves Gnyok. Dorkämpf» d» Frelhandlerbewemmg in Frank- reich, bedeutender Publizist und mehrmals Minister.'st als Fünfund- ochtzigjährig» gestorben. Zur Zeit der Dreyius-Kampognr war sein Blatt Jie Steele"(Das Jahrhundert) ein ftoupttainpsorgon für die Revision und gegen die reaktionären Militärs. Großadmiral von Soester gestorben. Großadmiral von Svester gestern mittag#12 Uhr infolge Herzlöhmung im Atter von Jahren gestorben. Konferenz der Textilarbeiter. Berliner Funktionäre und Betriebsräte. Am IS. Februar tagt« im Fraktionssaal ber SPD. des Preußi- schen Landtages eine gutbesuchte Funktionär, und Betriebsräte- konferenz des Deutschen Textilarbeiterverbande-, Ortsoerwaltung Berlin. Dr. Bruno Bröker vom ADGB. referiert« über„2> a s Betriebsrätegesetz und sein weiterer Ausbau*. Die Schwierigkeiten, die den Betriebsratsmitgliedern in den Betrieben bei der Ausübung ihrer gesetzmäßigen Tätigkeit oft bereitet werden, seien nicbt allein aus das Konto der Unternehmer, sondern ost auch » der.'_ L' im großen und ganzen die Betriebsräte ihre Aufgab« gemeistert auf das der Arbeiterschaft zu buchen. Trotzdem sei festzustellen, daß "rfgabe haben. Auf die Mängel hinweisend, die hauptsächlich bei der Bestellung eines wahlvorstandes eintreten, konnte der Redner berichten, daß die Bemühungen der Ge- werkschoften zur Abhilfe jetzt endlich zum Erfolge führen werden. Der Sozialpolitisch« Ausschuß des Reichstages habe in den letzten Tagen beschlossen, den 8 33 des BRG. dergestalt abzuändern, daß aus Antrag von Belegschaftsmitgliedern oder Gewerkschaft bzw. Gewerbe- oustchtsamt, der Vorsitzende de? Arbeitsgerichtes einen Wahl- vor st and bestellen kann, der berechtigt ist, die Wahloorbe- reitungen im Betrieb« zu treffen. Mit dieser Abänderung des 8 33 dürfte zweifellos die Zahl der Betriebsvertretungen allerorten bedeutend zunehmen. Mehr aber sei noch zu tun. Besonderes Augenmerk sei dem Ausbau des Kündi- Hungsschutzes der Betriebsräte, wie auch dem des Wahlvorstandes und der Kandidaten zuzuwenden. Die Tätigkeit der Betriebsräte und deren Machtstellung sei bedingt durch die Stärk« der hinter ihnen stehenden Berufsorganisation. Die Anfragen der Konferenzteil» nehmer wurden vom Referenten zufriedenstellend beantwortet.— Hierauf erläutert« Kolleg« P. Jung die Aufgaben'der Gewerkschoflsfunkklonäre und Betriebsräte. Das jetzige Aufgabengebiet fei größer und viel» gestaltiger geworden. Um die Aufgaben bewältigen zu können, sei engst« Zusammenarbeit der Betriebsräte mit den Funktionären der Gewerkschaft und mit deren Führung unbedingt notwendig. Wenn von einer gewissen Parteirichtung versucht werde, die Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre gegen die Führung der Gewerkschaften auszubringen, durch Einberufung von politischen Versammlungen, Aufstellung von Vorschlagslisten für die Ortsverwoltungswahlen in Betriebsversammlungen(unter Mitwirkung der„klassenbewußten* Nnorganisterten) und Inszenieren von Streiks, nicht die Aufgab« der Gewerkschaftsfunktionäre und Betriebsräte sein. Ihre Aufgaben Jeien, Einblick in den Produktionsprozeß zu gewinnen, Material zu '»n Verhandlungen über die Lohn- und Arbeitsbedingungen zu be- schaffen, und aus die Vorbereitung der sozialen Wahlen und die Aus- geftaltung der sogenannten Wohlsahrtseinrichtungen der Betrieb« hin- zuwirken. D>e Gewerkschaften feien wohl ein Organ der Arbeltertlasse, ober nicht das einer bestimmten Partei. zumal nicht einer Partes die chre Anweisungen von ausländischen Zentrasteitnngen bekommt. Werde in diesem Sinne m Zukunft auch in den Textil- betrieb-n Groß-Berlins gearbeitet, die Werbetätigkeit für die Organisation und das Vertrauen zu ihrer Leitung gestärkt, so müsse es auch gelingen, dem Diktat der organisatorisch festen Unternehmer- schoft»u begegnen und die Forderungen ber Ar- beiterschafr durchzusetzen. „Gelbe Sumpfblüten." Unter den gelben Sumpfblüten bei Siemens in Nr.<0 des „Vorwärts* vom 24. Januar, wurde auch ein Wertzeugmacher Brayfek aus dem Vlockwerk aufgeführt. Herr Wilhelm Broüser bat sich deswegen an«inen Rechtsanwalt gewandt, ber uns die Aufnahme folgender Berichtigung ersucht: 1. Es ist unrichtig, daß die Versetzung des Herrn Brauser aus der Wertzeugmacherabteilung wegen Unfähigkeit erfolgte. Er wurde vielmehr in die Revistonsabtellung versetzt, weil er von vornherein als Revisor angenommen worden war. &, 1 Grand d» Autle ff NN« Brauser, war nicht die Be- drohung eines Kollegen, sondern seine Absicht, eine Werkstatt- Versammlung einzuberufen. Dies« Absicht war in entstellter Form der Betriebsleitung hinterbrocht worden. 3. Es ist unrichtig, daß Broufer seinen Meister beschuldigt hat, bei den Ueberstunden m>t den weiblichen Arbeitern allerlei liebe Dinge gemacht zu haben. Diese Beschuldigung hat Brauser nicht vorgebracht. Di« Berichtigung ist insofern beachtenswert, als sie an ver- schieden«» Behauptungen glatt vorbei geht. Brauser berichtigt nicht, daß er der KPD. angehörte, daß er aus dem Deutschen Metall- arbeiterverband ausgeschlosien wurde und daß er bei Siemens ent- lasten wurde, trotzdem er den nationalen Mann spielte. Wenn er sich in der Berichtigung als Märtyrer seiner neueren völkischen Ueberzeugung hinstellen läßt, der nur entlasten wurde, well er die Absicht hatte, eine Werkstattoersammlung einzuberufen, so mag ihm dies bei den Gelben als Empfehlung dienen. Arbeiter- und Angesiettten-Vetriebsräte! Zu den nachstehend aufgeführten Kursen der Gewerkschaftsschule können noch Anmeldungen angenommen weichen: Di« Wahlen zum Betriebsrat und die Geschäfts- f ü h r u n g. Kurcleiter Bernhard Görtng. Beginn Dienstag, den 28. Februar, l9 llhr, im Sophieniyzeum, Weinmeisterftr. 16,'17. Das Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte. Kursleiter Fritz Fricke. Beginn Donnerstag, den 23. Februar, 19 Uhr, im Sophienlyzeum, Weinmeisterftr. 16/17. Die Hörgebühr beträgt 2 M. Anmeldungen können schristiich an das Bureau der Gewerkschaftsschui«. Engelufer 24/25. oder in den Lehrberotvngssprechstunden Montags und Freitags von 16 bis 19 Uhr, Engesuser 24/25, vorn 1 Tr.. Zimm rS. vorgenommen werden._ Die Vergarbeiiennteruaiionale. 3d ihrer heutigen Tagung in Brüssel. Bochum. 21. Februar(Eigenbericht.) Die am 22. Februar in Brüstet zusammentretende Konferenz der Bergarbeiter-Internationale wird sich u. a. mit den in der Oeffentlich- keit neuerdinge stärker hervortretenden Verständigungsbestrebungen im internationalen Sohlenbergbau befasten. Als Diskustionsgrundlage ist eine Untersuchung überdi« Kohlenwirtschaftslage der verschiedenen Länder vorbereitet morden, wobei namentlich auch auf die englische Unterhausdebatte und auf die Acußerungen des Vorsitzenden des Zentralkomitees der französischen Kohlenbergwerksbesitzer eingegangen werden wird. Auch die angebahnte dcutsch-polntscheVerständigung über die Absatzbehandlung der polnischen Kohlenkonttngente soll dabei eine Rolle spielen. Der Bergarbeiter-International« ist daran gelegen, auf diese Bestrebungen Einfluß zu gewinnen. Außerdem soll die Brüsteler Sitzung der Vorbereitung des für den 27. Mai in R i m e s(Südfrankreich) vorgesehenen I n t e r- nationalen Bergarbeiterkongresses dienen.— Der Deutsche Vergarbeiterverbond wird in Brüssel durcki die Reichstags- abgeordneten H u s« m a n n und Limberg und durch den Volk»- wirt des Verbandes, Dp. Berg er- Bochum, vertreten sein. Sitzung öerTransportarbetter-Iniernationase. London. 21. Februar.(Eigenbericht.) Dt« Transportarbeiter-Jnternational« beendete am Dienstaa in London Ihr« zweiiägiqe Exekutivfktzilng mit der Annahme einer E n t fchl tehu Kg zum Schutz des Lebens und der Gesund- heit der Hafenarbeiter. Der Führer der britischen Transportarbeiter betonte als Vor- sitzender der Konferenz, daß es nunmehr Pflicht der angeschlossenen Gewerkschaften sei, dies« SchutzmoßnahmeninFormeiner Internationalen Konvention auf der nächsten Genfer Internationalen Arbeitskonierenz durchzusetzen. Li« Transport- orbeiter besäßen, mit der einzigen Ausnahme der Bergarbeiter, den größten Unfallprozentsatz sämtlicher Arbeiterkategorien. In Genf werde auf der nächsten Internationalen Arbeitskonferenz die Probe auf das Exempel gemacht werden, ob die Unternehmer bereit feien, an dem Schutz des Lebens und der Gesundheit der Transportarbeiter gemeinsam mit den Arbeitern zusammenzugehen. Die Vorschläge seien von größter Wichtigkeit. Die Tatsache, daß z. B. für die amerikanischen Hafenarbeiter keinerlei wie immer geartete Schutzbestimmungen bestanden, zeige den anarchischen Zu- st a n d, der zurzeit herrsche. Es �ei zu hoffen, daß Amerika, trotzdem es nicht dem Völkerbund angehöre, im Falle der Festsetzung inter- nationaler Grundlinien durch die nächste Arbeitskonferenz ähnliche Maßnahmen ergreifen werde. Der Sekretär der Transportarbeiter-Internatiomile, F i m m e n. überreichte dem Generalsekretär des britischen Transposfarbeiterver- bandes im Namen feiner Organisation am Schluß der Tagung ein mit den Buchstaben des britischen Verbandes geschmücktes Banner. Das neue Moskau-Einheitskomitee. Ersah für das anglo-russische Bündnis. Oslo, 21. Februar. Die nonve?rsch- sinnssch- russische Gewerksäoftskonferen.z in Kopenhagen hat ein Kommunique oeröfjentlicht, in dem es heißt, die Konferenz habe befchloss.'n, die Arbeit für gewerkschaftliche nationale Einheil aufzunehmen, den Kampf gegen die „wachsende Kriegsgefahr" eiirzuleiten und ein« näher» Zusammen- arbeit zwischen den norwegischen, sinnischen und russischen Landes- organstationen herzustellen. Die Ergevnisie der Verhandlungen der Konferenz werden nunmehr den Präsidien der beireffenden Landes- organisaiionen vorgelegt werden, worauf die Beschlüsse dann ver- öffentlicht werden._ Der Führer der niederländ'schen viamanlarbeiter, Henry Polak, vollendet am 22. Februar sein 6 9. Lebensjahr. Polak gehört zusammen mit Oudegeest, Troel'tra und D l i e g e n zur großen Kämpsergeneration, der e» gelang, die niederländische Arbeiterschaft zum Klastenbewußtsein zu erziehen und au» dem Ehaos des syndikalistisch-onarchistischen Sektentums auf die Dahn des demokratischen Sozialismus zu führen. Auch die deutsche Arbeiterschaft wünscht Henry Polak zu seinem 69. Geburtstag von ganzem Herzen, daß er noch recht lang« auf»eine Art schaffen und wirken möge zum Besten der Arbeiterbewegung. «im Acht»»g, Spinvftofiadrii»»d Slrait g«hl»udori! St. ijcbcuat, 16 Uhr. im Lokal W-Udschlögchrn� Srrhof, wichtige tionsversammlung aller SPD.�Senossen. ifreitag i» w, v i. greti' Der Fraltioaovorstaud. Polier-, Werk-»od Schachtmrlsterbrm». Leute, Mittwoch, 22. Februar. 1916 Uhr, findet ta den Tophiensälen, Sophien str. J7/1S, unsere Monatoversammlung statt. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Unsere Brrufskrant.'nlaiso. Der Vorstand. Zerie Sewerkschattojnqeud chres,. Berlin. Leute, Mittwoch, 19<£ Uhr. tagen die Gruppen: gentrum: Jugendheim Zehdenilker Str. 24126. Dortrag:..SchUch- tungswesen llnt> Gewerkschaften."— Siordring: /inqcnhheim Eberowaidcr Str. in, Aimmer 12. Bortrag:„Die kulturellen Ausgaben der Gewerkschaften."— Weihenlce: Grupvenbcim Barls». S6. Boriroa: ,Au» ber Geschichte ber englischen Gewerkschaften."— Reuköila: Jugendzeit» Berg sie. 2S, Los. Bor- trog:„thcwerkschaftowesen."— Süden, Südwesten: Stadlisches Zugendheior Borchstr. 11. Dortrag:„Die Gewerkschaften als Nultursaktor."— Baumschnlen. weg: Iugcndhr m Srnftstr. 16. Bortrag:„Sinführung in da? modern- Ar- beitsrecht."— vstkrei»! Iugendtursu» im Zugendheim liieslelmenerslr. 5.„Gewerkschaftlich« Ingenbarbeit— Gewerkschaftliche Jugendbewegung."— Zügen». »eranstoltnng in ber«ultueabteilung de, MBB.. Linienstraße, um IL Uhr. Zugendgrnpp« de« AdA. Leute, Mittwoch, Idii Uhr, solgcnd« de, irkliche> tarische Jugendbewegung"(Mann).— Zienköln: Jugendheim BSHmischu Str. 1/4. Bilhelm-Busch-Aben»(Schneider).— Nordwest: Realgymnasium Schleswiger Ufer 14. Vortrag:„Helmut Larringa"(GLrlng).— Spandau: Jugendheim Lindenuser 1. Liederabend.— Wedoing-Seinndbrnnne»: Jugendheim Schön- stedtstr. 1(Ledigenheim, i Tr). Vortrag:„Die Stellung der Frau in de« Gesellschaft"(«üthe Sern). verantwortlich für Bolitik: Dr. Kurt Geher; Wirtschaft:».»liogelhöfer; Sewerkschastsbewegung: Fr. Sßkor»: Feuilleton: st. Z. DSlchee: Lolaled und Sonstige»: IBrig stoestZbt: An, einen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts-Berlag G. m. d. H., Berlin. Druck: Vorwärts. Bucddruckcret und Berlagsanstalt Baul Singer u Ho.. Berlin SD 68. Lindcnitraße 8. siertn 1 Beilaaev an».UIntrrdaltnna and Willen" l�lcidersicffe 1 A «Ä» m * WUT GwormhSXUgeSi�tS�! Verkauf antxiru�-St�hen. ÜHAHH Niftwocfa Donnerstag FreSlag Leipzig« Str.» Alexondetpliitz« ßoiikliittet Allee» BeUe-AUuite-Ut.» Bnuueostr.« Rottlwui OainiD• WüniasdorielStr.» fiadteitsti.» ihiirneestr tfr. 89* 45. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Mittwoch, 22. Kebruar 1928 Bluttat in Berlin W. Eine Hausangestellte von ihrem Bräutigam erschossen. Am Dlenskagabend gegen 10 Ahr lpiclke sich im hause Düffel- dorfer Straffe 43 eine Liebestragödie ab. Aus dem Treppen- slur des Hauses wurde die 25 Zahre alte Hausangestellte Elise Stollberg schwer röchelnd in ihrem Blute aufgefunden. Die Stollberg hatte einen Bräutigam, mit dem sie seit längerer Zeil verkehrte. Abends hatte sie eiue Aussprache mit ihm in dem Hause Düsseldorfer Straffe 43. hier müssen beide in einen Wortwechsel geraten sein. Der Bräutigam, der 27 Zahre alte Buchhalter Rudolph Krisler. der in der Irankenftr. S wohnt. Halle plötzlich eine Pistole gezogen und aus die vor ihm stehende Brau» gefeuert. Die Slollberg sank mit schweren Verletzungen in der Brust zusammen, während der Bräutigam die Flucht ergriff. Hausbewohner fanden das Mädchen aus dem Treppeuflur aus. Die alarmierte Feuerwehr brachte sie nach dem Achenbach- trankenhaus. wo sie aber unter den Händen der Aerzle bald verstarb. Oer beliebie Autobus. Verkehrszuwachs voa 2000000 Fahrgästen bei der Aboag. Der Berliner Nahverkehr, den die drei Gesellschaften mit Einheitssahrschein bewältigen, hat im vergangenen Jahr mit wenigen Unterbrechungen von Monat zu Monat zuge- n o m m e n und ist im Dezember auf eine Besörderungszifser von 1 12 Millionen Fahrgästen gestiegen. Diese gewaltig« Zahl ist auch im Januar erreicht worden: das bedeutet, daß 8 Mil- lmnen Fahrgäste mehr befördert worden sind als monatlich im Durch- schnitt seit Einführung des Einheitsfahrscheins. Die gleiche Gesamtziffer für Dezember und Januar läßt die Einwirkung des gegenseitigen Umsteigeverkehrs auf die Benutzung der verschiedenen Berlehrsmittel erkennen. Nach der Statistik der drei Berliner Derkehrsgescllschoften ist im Januar ein« starke Mehrbenutzung der Autoomnibusse zu perzeichnen i die Umsteigemöglichkeit von Straßenbahn und U-Bahn aur Aboag sowie die Inbetriebnahme von 11» neuen Wogen und die damit verbundene dichtere Wagenfolge auf den einzelnen Strecken hat also großen Anklang beim Publikum gefunden. Bon der Aboag ivurden im Januar 1K,S Millionen Fahrgäste befördert, während im Dezember nur 14.3 Millionen Fahrgäste die Omnibusse bemitzten. Der Durchschnitt für das Jahr lü28 feit Einführung des Einheits- fahrscheins beträgt 14 Millionen. Die Statistik der Berliner Verkehrs- gesellschaften berücksichtigt alle zweiten Fahrten, die auf Wogen der anderen Gesellschaften gemacht werden, als Extrafohrten, nicht aber den Umsteigeverkehr von einem zum anderen Wagen derselben Gesellschaft. Ebenso sind die Schülerkarten und Abonnements mit- eingerechnet. Die Straßenbahn beförderte 1 M'llion Fahrgäste weniger im Januar, nämlich nur 72,3 Millionen gegenüber Dezember mit 73,5 Millionen. Auf der Hoch- und Untergrundbahn fuhren statt 24,2 Millionen im Dezember 23 Millionen im Januar, also 1.2 Mil- lionen Fohrgäste weniger. Mütter, achtet eurer Kleinsten' Das Opfer einer Derbrühuiw ist das ein Johr alte Töchterche i dar Arbeftereheleute A. aus der�ieienftraße zu Neukölln geworden. Frau A. machte vorgestern ein Bad für die Klein« zurecht. Nach- dem sie heißes Wasser in eine auf einem Stuhl stehe che Wanne gegasten hatte, wollte sie kaltes holen, um es nachzugießen. Während sie sich abgewandt hatte, richtete sich das Kind, das in einer Kiste spielte, auf und griff nach der Wain«. Diese kippte etwas und dos heiß« Wasser ergoß sich über den Körper der Kleinen. Die Mutter eilte mit ihr nach der Rettungs- wache, wo das Kindchen einen Verband erhielt. Schon'nach ei ier Stund« verschlimmerte sich der Zustand so sehr, daß ein Arzt die Klein« nach dem Krankenhaus in Buckow dringen lieh. Dort starb sie gestern an den Folgen der Verbrühung. Siedlung zwischen Bahndämmen. Der Bahndamm durch die Siedlung. Die Anmohner an der Ostseite der Siedlungom Bahnhof Heer st rohe hatten vor einiger Zeit gefordert, daß dort ein be- sonderer Wall ausgeschüttet werde, da die Gleise der Hamburger Bahn bekanntlich im Zusammenhang mit den Gleisverlegungen der Reichsbahn im Messegelände näher an die Siedlung herangelcgt werden und sie deshalb Belästigungen durch die Geräusch« der vor- beifohrenden Züge usw. besürchteten. Die Charlottenburger Bezirks- Versammlung hatte auch beschlossen, von den städtischen Instanzen die Erfüllung dieser Wünsche zu sordern. Die Reichsbahn hat den bei der Ausschachtung der neuen Bahnstrecke.zwischen den Bohnhösen Charlottcnburg und Heerstreße gewonnenen Boden aus Wunsch der Stadt zur Ausfüllung des Geländes nördlich des Sausuhlensees ver- wandt, und im Messegelände ist bereits ein Hügel cnlstonden, der den �,7 j Der Berg, der den Kreuzberg überragen soll. Kreuzberg bi seiner höhe erheblich überragt und der späierhiu nor- aussichtlich den Miltelpunki der Anlagen im Messegelände bilden soll. Dieser Hügel soll auch für den geplanten Bau der Brücke über die Hamburger Anschlußbahn im Zuge der Schwarzburg-Allcc benutzt werden. Di« geforderte Aufschüttung eines Walles an der Oftseite der Siedlung Heerstraße soll aber wegen der ungewöhnlich hohen Kosten nicht zweckmäßig sein, denn es müßte hierfür eine besondere Fürder- brücke über die bereits im Betrieb beiindliche Bahnstrecke gebaut werden. Dos Bezirksamt ist ferner der Ansicht, daß die Aufschüttung dieses Dammes den entschiedenen Widerspruch einer großen Reihe anderer Anwohner hervorrufen wärde und nimmt dann oi/f die zahlreichen Einsprüche Bezug, die gegen die Verlängerung der Schnellbahn vom Bahnhof Stadion nach der Charlottenburger Chaussee als Dnmmbahn eingegangen sind, ferner macht das Be- zirksamt darauf aufmerksam, daß für den gewünschten Dam« städtisches Gelände nicht zur Verfügung steht. Die Deuische Reichs- bahn-Gesellschafl habe gleichfalls nicht das Recht, eine größere Fläche In Anspruch zu nehmen, al» durch die festgesetzten Pläne angrwielen worden sei. Im übrigen sei das Gelände an der Ostseitc d-r Siedlung voll iL m> t W a l d b e st a n d e n. der im Falle einer Wall- aufschüttung eingehen würde.'Die von einzelnen Antiegern crhoW Wirkung des gewünschten Dainnres dürfte nach Ansicht de? Bc.gx�z- nintes höchst zweiselhäst sein/und es hofft, durch Anlagen und An- Pflanzungen die befürchteten Störungen verhindern zu können. Das Bezirksamt Chailottenburg hat deshalb davon abgesehen, den Antrag der Bezirksverordneten an die Zentrolvcrwaltting weiterzugeben. Verbefferungen im Straßen bohnverkehr. Am Donnerstag, den 23. Februar, wird der Straßenbahnbetrieb durch die Haienheide wieder aufgenommen, und zuKir mit den Linien 15. IIS und 58. Die Linien 15 und IIS werden der Blücherstraße über Hasenheide, Berliner Straße geführt von (statt über Camphaujenstraßc, Urbanstraßes, die Linie 58 wird von der Bärwaldstraße über Gneiienmistraße, Kajser-Fricdrich-Platz. Hasenheidc, Berliner Straße. Bergstraße bis zum B a h n h o s Neukölln verlängert. Menschen, Göttern gleich... 25] Roman von Herbert George Wells. Mr. Catskill befand sich jetzt in einem Zustand stärkster Gehirntätigkeit. Er machte kurze Stoßbewegungeu mit der geballten Faust, seine Stimme fiel, stieg und überschlug sich. Er schwenkte und drehte sich nach allen Seiten, forderte mit Blicken den Beifall seiner Erdengenossen heraus und lächelte Mr. Burleigh hin und wieder zu. Der Gedanke, daß unsere arme, kämpfende, entnervte, vom Zufall regierte Welt wirklich ein stolzes und verwickeltes System mächtiger Wirkungen und Gegenwirkungen im Gegensatz zu der abgeklärten Heiterkeit eines gemachten und fertigen Utopien darstelle, hatte vollständig Besitz von ihm er- griffen.„Niemals zuvor, mein Herr, wurde mir die hohe, fürchterliche und abenteuerliche Bestimmung der irdischen Rasse so bewußt, wie ich sie jetzt erkenne. Ich blicke aus Ihr goldenes Paradies, dieses göttlich vollendete Land, aus dem jeder Streit verbannt ist--" Mr. Barnstaple entdeckte ein feines Lächeln auf der Ge- ficht der Frau, die ihn an die Delphische Sybille erinnerte. „-- und ich anerkenne und bewundere seine Ordnung und Schönheit, so wie irgendein staubbedeckter und zielbc- wußter Pilger auf. seiner begeisterten und geheimnisvollen Suche eine Rast macht und die Ordnung und Schönheit der lieblichen Gärten glücklicher Sybariten anerkennt und be- wundert. Und wie jener Pilger, mein Herr, möchte ich die Weisheit Ihres Lebensweges in Frage stellen. Denn, mein Herr, ich nehme es als bewiesene Tatsache an, daß das Leben und alle Kraft und Schönheit des Lebens geboren wird aus � Kampf, Wettstreit und Gegensatz. Durch Not wurden wir geformt und geknetet und so auch Sie, mein Herr. Und doch träumen Sie hier davon, daß Sie den Kampf für immer aus- geschaltet haben. Ihr wirtschaftliches System, verrnute ich, ist irgendeine Art von Sozialismus; aus allen Friedens- geschäften haben Sie den Wettstreit verbannt. Ihr Staat stellt eine politische Einheit dar. Sie haben die stärkende und rreredelnde Gefahr sowie die reinigende und abschreckende Er- fahrung des Krieges ganz und gar ausgemerzt. Alles ist geordnet und vorgesehen, alles ist gesichert. Alles ist gesichert, mein Herr,— mit«ner Aufnahme... Es tut mir leid, Ihre Ruhe zu stören, mein Herr, aber ich muß das eine, das Sie vergessen haben, beim Namen nennen—— Degeneration! Womit oerhindern Sie die Degeneration? Verhindern Sie sie überhaupt? Was für Strafen haben Sie auf die Dauer für Indolenz? Welche Belohnungen für außergewöhnliche Tatkraft und An- strcnaung? Womit erhalten Sie das Volk fleißig? Wodurch wachsam, wenn es keine persönliche Gefahr und keine persön- lichen Verluste, sondern nur irgendeine fernliegende Gefahr oder eine Unbill für die Allgemeinheit gibt? Eine Zeitlang mögen Sie sich durch eine Art Beharrungsvermögen in Be- wegung erhalten. Es mag Ihnen sckeinen, als ob Sie Fort- schritte machten. Ich gebe zu, es scheint wirklich so, als ob Sie Fortschritte machten. Herbstlicher Glanz! Sonnenunter- gangspracht! Während um Sie herum in Universen, parallel dem Ihren, ähnlich geartete Rassen sich abplagen, noch leiden, noch wetteifern. Stärke und Krast ausscheiden und auf- speichern!" Mr. Eatskill schwenkte seine Hand in rednerischem Triumphe gegen die Utopen. „Ich möchte nicht, mein Herr, daß Sie denken, ich hätte diese Kritik Ihrer Welt in einem feindseligen Sinne geübt. Sie wird Ihnen in der freundlichsten und hilfreichsten Weise dargeboten. Ich bin bei Ihrem Fest das drohende Gespenst, aber ein freundlich gesinntes und einsichtsvolles Gespenst. Ich stelle meine eindringliche und unangenehme Frage, weil ich muß. Ist es wirklich der klügste Weg, den Sic gewählt haben? Sie haben Holdseligkeit und Licht und— Muße. Zugegeben! Und.wenn es diese Vielheit von Universen gibt, von denen Sie uns, Mr. Serpentin, so klar und einleuchtend erzählt haben, und wenn sich eines plötzlich einem anderen öffnet, so wie unser Universum dem Ihren, möchte ich Sie 1 ernstlich fragen, wie sehr Ihre Holdseligkeit, Ihr Glanz und Ihre Muße gesichert sind? Wir unterhalten uns hier, von unzähligen Welten durch eine, ich weiß nicht, wie dünne Scheidewand getrennt. Und bei diesem Gedanken, mein Herr, scheint es mir, daß ich, während ich hier an diesem Orte in seiner erhabenen, goldschimmernden Ruhe stehe, schon fast das Getrampel hungriger Myriaden hören kann, wild und hartnäckig wie Ratten oder Wölfe, die knurrenden Stim- men von Raffen, die an jede Qual und Grausamkeit gewöhnt sind, die Drohung furchterregenden Heldentums und er» barwungsloser Angriffe. Er brach seine Rede plötzlich ab. Er lächelte matt. Es schien Mr. Banrstaple, daß er über Utopien triumphiere. Er stand da, mit den Händen in den Hüften, und, als ob er auf diese Weise seinen Körper biege, verbeugte er sich steif. „Mein Herr," sagte er mit jenem leichten Lispeln, das ihm eigen war, den Blick auf Mr. Burleigh geheftet,„ich habe inetncn Spruch gesprochen." Er drehte sich um und betrachtete Mr. Barnstaple einen Moment lang mit einem Gesicht, dos sich schon fast zu einer Grimasse verzerrt hatte. Er nickte mit dem Kopf, als ob er mit einem Hammer Nägel einschlüge, raffte sich auf und kehrte zu seinem Platz zurück. Urthred antwortete Mr. Eatskill nicht direkt, sondern saß, die Ellenbogen auf die Knie und das Kinn in die Hände gestützt, da und dachte für seine Umgebung hörbar: „Das zerstörende Nagen der Ratten," dache er,„die zähe Wildheit des Wolfes, die Hartnäckigkeit der Wespen, Fliegen und Ärankheitskeimc sind aus unserer Welt verschwunden. Das ist wahr! Wir haben viele von diesen, das Leben auf- zehrenden Mächten, vertilgt. Und haben nichts Wertvolles verloren. Pein, Schmutz und Unwürdigkeit für uns selbst— oder für andere Lebewesen; sie sind verschwunden oder sie sind im Verschwinden. Aber es ist Nicht wahr, daß der Weit- streit aus unserer Welt verschwunden ist. Warum sagt er das? Jeder hier arbeitet nach besten Kräften— um zu dienen und sich auszuzeichnen. Keiner wird sich aus Mühe oder Pflicht herausfchwindeln wollen, wie es die Menschen im Zeitalter der Verworrenheit taten, als Geiz und Erwerbs- gier herrschten und man an einen Luxus gewöhnt war, der über die. Harmlofigkett großmütigerer Individuen trium- phierte. Warum sagt er, daß wir degenerieren? Er ist schon eines besseren belehrt worden. Der Indolente und Minder- wertige gedeiht hier nicht. Und warum droht er uns mit solchen Wahnvorstellungen, wie vom Einfall anderer, wilder und barbarischer Welten? Wir sind es, welche die Tore in andere Universen öffnen oder schließen können, wie es uns beliebt. Weil wir wissen! Wir können zu ihnen gehen— wenn wir genug wissen, werden wir es tun—» aber sie können nicht zu uns gelangen. Es gibt keiyen anderen Weg aus den Käfigen des Lebens als dos Wiffen... Was für eine Gesinnung hat dieser Mann? (Fortsetzung folg!.' Roesch freigesprochen. Sraeger beantragt Untersuchung gegen fich selbst. Im Prozeß Bergmann-Roesch, über den wir gestern ausführlich berichteten, erkannte das Gericht nach längerer Beratung auf Frei- fprechung des Angeklagten Roefch auf Staats» kosten. In der nur sehr kurzen Urteilsbegründung betont« da» Gericht, daß fich der Angeklagt« der Dkchtswidrigteit seiner Handlung nicht bewußt gewesen fei. Der im Prozeß dos Geschäftsführers Roefch als Zeuge ver» nommene Paul Bergmann hatte angegeben, daß ihm kurz vor dem Geschäftszusammenbruch des Allgemeinen Lombard- und Lagerhauses der Detektiv Graeger den Major von Hindeuburg als Kunden zugeführt habe. Graeger hatte auf die Frage des Porfitzenden bestätigt, daß Major v. Hindenburg fich bei ihm über die tinanzlelle Lage des'Allgemeinen Lombardhaufes und über die Per- son Bergmanns erkundigt habe. Daraufhin hat Graeger um Ein» leitung einer Untersuchung gegen sich selb st bei der Staatsanwaltschaft ersucht, da er der Ansicht ist. daß er sich in diesem Falle nicht strafbar gemacht habe, weil er dem Major v. hiudenburg mitgelevl Hab«, daß Bergmann wiederHoll bestraft worden sei. daß er aber auch an Oberregierungsrat Jäger und vier ander« Kreditgeber die Einlagen zurückgezahll habe. Drohdem habe Major v. hindenbnrg geglaubt, eine Stellung bei Vergmanu annehmen und ein« Einlage von 40 000 Mark machen zu können. Wie wir weiter erfahren, untersucht das Polizeipräsidium gegenwärtig, ob die Beamten des Polizeireoiers. in dessen Bereich das Allgemein« Lombard» und Logerhaus liegt, stch strafbar gemacht haben und ob die Einleitung eines Offizialverfahrens gegen dies« Beamten notwendig werden wird. Aus dem Derhondlungsverlauf sind nur noch einige kleine Einzel- heilen erwähnenswert. So ist von Interesse, daß«in Arzt, der bei Bergmann 1000» Mark Einlage verloren hat, schon Anfang 1927 »on Direktor Roefch vor Bergmann gewarnt, durch den Geheimen Oberregierungsrat Sennewald und das Detektiv- Institut Gräger ober beruhigt worden ist. Das Polizeirevier habe ihm erklärt, es dürfe au» dieostllchen Gründen keine Auskunft geben. Sin Vberrrgierungsrot Dr. Jäger, der auf«in« Anzeige Berg. mann» hin rechtskräftig wegen Betruges verurteilt worden ist, hat sein Seid rechtzeitig zurückgezogen, versäumte es aber, pflichtgemäß gegen Bergmann Anzeige zu erstatten. Interessant ist die Ausfaz« des Moiors a. D. H i n tz«, der dem Staatsanwaltschaftsrat Dr. Iaeobi] I über seine Erfahrungen mit der Firma Bergmann genau« Auskünfte gegeben hat. Jacoby aber sagte, daß für ihn. den Major, kein Grund vorläge, Anzeige gegen Bergmann zu erstatten. 2lm II. AprU hat Hinge dem Staatsamvaltschostsrat ein« ausführ- liche Niederschrift über die Verfehlungen Bergmanns gemocht, mit dem Ergebnis, daß dieser Stoaleauwol« wenige Tage daraus einem mit Hinge befreundeten Herrn die beste Auskuust über Bergmann und seln« Firma gab. Bergmann selbst erklärt als Zeuge unter großer Heiterkeit, daß fein« Lücher auf das allertorretteste geführt worden seien. Die Vreslauer Deute des Lombardschwindlers Dergmann. Die Ermittlungen der Breslauer Kriminalpolizei über die Aus- Wirkungen der Betrügereien des Berliner Lombardschwindlers Berg» mann in Breslau sind nunmehr zum Abschluß gelangt. Dos gesamt« Material wurde der Berliner Polizeibehörde zugeleitet. Insgesamt find aus Breslau an die Berliner Zentral« rund 200000 Mark Einlagen geflossen. In Breslau selbst sind 3S Kunden des Lombardhauses geschädigt, darunter eine Buchdrucker«; mit 40 000 Mark, ein Direktor mit 20 000 Mark, zwei Kaufleute mit je 10 000 Mark und efn Deterinärarzt in einem Borort Breslaus mit. 18 000 Mark. • Im Falle Friedländer-Potsdam er Straße ist die jugendlich« Prokuristin Eichhorn, die festgenomffien war. gestern nach einem Hastprüsungsversahre» au» der Unterfuchungshost eut» lassen worden. Friedländer ist noch immer flüchtig, die ver- haftet« Prokuristin erklärte, daß sie seinen Aufenthaltsort nicht kenn«. Halsfreie Gchupo. Aach die Schupo erhält neue llniformen. Auf d«? nächsten Zusammenkunft der preußischen Polizeipräsidenten im preußischen Ministerium des Innern, die am 28. und 2 4. Februar stattfinden wird, soll auch die versuchsweise Einführung einer neuen Postzeiumform oe- schlössen'werden. Die Borarbeiten sind soweit abgeschlosse r, daß jetzt der versuch in der Praxis durchgeführt werden soll. Die Uni- formen snch den neuen Reichswehrunisorwen ähnlich und werden dazu beitragen, den Beamten ihren schweren Dienst auf der Straße — besonder» im Sommer— zu erleichter«. Die neue Uniform sieht einen halsfreien Rock vor, zu dem ein weißes oder farhiges Hemd mit weichem Umlegekragen und eine Krawatte getragen wird. Die Neuerung soll vorerst in einigen Städten, darunter auch in Berlin erprobt werden. Was zeigt das Gesicht? Ein lehrreicher Vortrag über Physiognomik. Auf Einladung der Iournolistinnenkommlsston des Deutschen Lyzeumtlubs hielt Sanitätsrat E e h n, Guben, zu dem Thema .Was lehrt das Gesicht?" einen interessanten Bortrag über sein« Forschungen aus dem Gebiete der Physiognomik. Physiognomik ist nicht nur die Lehre vom Gesicht, sondern vom ganzen Wesen des Menschen, die Wissenschaft vom Mensch- liche n. Da» menschliche Gesicht trägt also nicht nur den Stempel des Seelischen: es hat den Stempel der Raffe, des Landes, in dem man lebt, den Stempel der Familie, den Geschlechtsstempel, den Altersstempel und den Stempel gesunder oder kranker Körperlich- kett. Dazu kommen noch Rebenstempel, wie der Stempel der sozialen Schicht, der Berufsstempel und viele andere. Mag auch das «Ine oder ander« Merkmal besonders stark hervortreten, über- wiegend als Grundlage bleibt immer der Stempel der kör- perlichen Konstitution«ine» Gesichtes. Wir unter. scheiden drei menschliche Hauptraffen, die K a u t a s i« r. die Mongolen und die Neger und, nach Koch, vier verschieden« Haut- färben, die weiße, schwarze, gelb« und rote. Durch Mischung der einzelnen Bölkerstämm« entstanden die Misch- oder Nebenraffen, die im Lauf« der Jahrhunderte die reinen Raffen fast gänzlich verdrängt haben. Trotzdem kann man in jedem Gesicht den Stempel seines Landes wiedererkennen. Während wir ganz oberflächlich vom Typ des Engländers, Holländers, Franzosen oder Deutschen sprechen, gibt es hier wieder die seinen Unterschiede, den Stempel der betreffenden Provinz. Wir kennen z. B. die Der- schiedenheit des Nord- und Südfranzosen, des Nord- und Süd- deutschen usw. Ueber den Stempel der Familie erzählte der Dortragend«, daß jeder Mensch im Gesicht««ine väterlich« oder mütterliche Linie, oder auch beide aufweise. Besonders intereffant sind diese Wahr- nehmungen beim Kind«, dessen Züge in den Entwicklungsjahren großen Schwankungen unterworfen sind. Wir alle kennen, schon aus der frühesten Geschichte, di« Familien na s«, die berühmt gewordene Habsburgische Unterlippe, deren Vorhandensein am Mund der Gattin Napoleons diesem vom äschetijchen Standpunkt aus allerlei zu denken gab. Der Geschlechtsstempel eines Gesichtes macht sich durch die verschiedenartige Bauart de» Schädels und durch die stärker betonte Nundung des Gesichtes beim weiblichen Geschlecht bemerkbar. Die ollgemein empfunden« Schönheit manches Frauengesichtes hält, biologisch gewertet, nicht immer stand, und für den Raffenphysiologen gibt es gerade unter diesen bevorzugten Gesichtern ost zurückgebliebene, kindhafte Typen Was den Stempel des Körperlichen.anbetangt, so unterscheiden wir nach K r c tz s ch m e r drei Arten, den zarten, den muskulösen und den behäbigen Typ. Neben diesen MetTmalen angeborener Konstitution gibt es aber dann noch die der« r w o r b e n e n. die sich in Form krankhafter Beränderungen. prie z. B. Rachitis, Schwind- sucht usw. zeigen. Zum Schluß kam der Redner auf die uns geläufigst« phyfiogno- mische Wahrnehmung, den seelischen Gesichts st empel, zu sprechen. Hierbei spielt naturgemäß die berufliche und ge- s«llscha ftli che Einstellung des Menschen eine wesentliche Rolle. Wir unterscheiden weiter typische Berufsgesichter körperlich oder geistig Tätiger, wie z. B. den euphemistischen Ernst des Arztes, den amtlichen Ernst des Juristen, das beweglich«. ewig wechselnde Gesichtsmuskelspiel des Schauspielers, den kraftvollen, in sich selbst ruhenden Ausdruck des körperlich schaffenden Arbeitsmenschen usw. Daneben trägt da? aber auch noch den Stempel der Abkunft, der sozialen Stellung, der materiellen Freiheit oder Unfreiheit. Bergleichen wir nur den krassen Unterschied im Gesicht« de» behäbigen, satten Bürgers und der leidzerquälten, sorgenbelasteten Proletorierfrau. Das menschlich« Gesicht hat also einmal in rein körperlicher Bezie- hung. durch den S-�ädelbau, das ander« Mal In seelischer Be-iehung, ols Spiegel des Gehirnzustandes, seine Funktionen und die daraus entstandenen Merkmale. waren ihm auf einer Studienreis« die Geldmittel ausgegangen, und der Bater, so schwindelt« er. befinde sich auf einer Urlaubsreise im Ausland, werde ober das Geld ersetzen. So erhielt er in kurze? Zeit etwa 2000 Mark, wenigstens so weit erschwindelte Beträge zur Anzeig« gelangt sind. In einigen Fällen erhielt er wegen seines günstigen Aeußeren als Sohn des alten Geschäftsfreundes sogar mehr, al» er gefordert hatte. Don dem erschwindelten Geld« lebt« er aus großem Fuße. Der Bater, der all« Hoffnungen auf die Besserung seine» Sohnes ausgegeben hatte, weigerte sich, für die Schulden aufzukommen und stellte den geprellten Geschäftsleuten anHeim, gegen den unverbesserlichen Sohn Strafantrag zu stellen. Das Schöffengericht nahm noch einmal Rücksicht auf die Jugend des Angeklagten und verurteilte ihn zu sechs Monaten Gefängnis. Die Untersucknmgshaft wurde mit drei Monaten an- gerechnet. Da die Bewährungsfrist bisher wirkungslos geblieben war, wurde sie dem Angenagten jetzt versagt, und er wurde auch zur Derbüßung der Strafe in Haft geholten. Ein Verlorener. Hochstapeleien eines kaum Einundzwanzigjährigen. Einen Bettrag zu dem gegenwärtig im Mittelpunkt des öffent- lich«n Jnt«rcffes stehenden Kapitel der Erztehungsschwlerigketten Jugendlicher liefert« eine Verhandlung, die vor dem Groß«» Schöffengericht stattfand. Angeklagt wegen sortgesetzten Betrug«« in 2 7 Fällen war der knapp 21 Jahre alt« Eugen W. Er war da» Sorgenkind seine» Vaters, eines Direktor» her Städtischen Betrieb« in einer größeren Stadt Süddeutschlands. Mit knapper Not hatte es der Jungs b!» zum Einjährigen gebracht und sollte das Technikum besuchen. Das Schulleben und die häusliche Zucht'und Ordnung bchagten ihm nicht. Aus Abenteurerlust ging er auf die Wanderschaft und trieb fich überall herum. Der Bat« Holle ihn wieder heim, bracht« ihn in«in« Lehrstell«, aus der er aber wiederum ausrückte. Auch au» einer Erziehungsanstalt entwich er. Ebenso macht« er e» in anderen Stellungen und Lehranstallen. Schließlich wurde er ftraffälllg und erhielt zweimal laicht« Gefängnisstrafen, wegen feiner Jugend aber mit Bewährungsfrist. Der letzte Versuch seine« Vater», den Taugemcht, in einer Fabrik im Nheinland unter. zubringen, deren Direktor und Prokurist nahe Verwandt« waren, mißlang auch. Der Jung« fürchtete, daß«r hier unter strenge Aufsicht genommen«erden würde und ging wieder in hie Welt hinaus. Nunmehr sagt« sich der Dater von ihm lo«, so daß die bisherigen Unterstützungen ausblieben. In einer Reihe von Stadien erscbwindelte sich der junge Bursche auf den Namen seines Baters Geldbeträge. Er suchte die Leiter von De- trieben aus. die Vit seinem Bater gut bekannt waren. Angeblich\ Schießt er den Hirsch...? Oer König von Afghanistan soll in Potsdam jagen. Großes Befremden hat' in Potsdam ein« amtliche B e- tanntmachung hervorgerufen, wonach der gesamte Wildpark für die Zeit vom 23. Februar bis 1. März für jeden Verkehr, auch sür die Holzabfuhr gesperrt wird, auch der Zugang zum Bayerischen Häuschen. Der Grund ist folgender: Dem König von Alghanistau soll der Borschlag gemacht werden, einen Hirsch im Pols- damer Wildpark abzuschießen. Große Iagdschirme stnd beretts an der Wildmeisterei aufgestellt und in diesen acht Tagen soll da» Wild zahm gefüttert werden, so daß der Hirsch dem König gewiffermaßen in die Fllnte laust. Nach der Jagd soll die Jagdgesellschaft im Bayerischen Häu-chen ein Früh- stück einnehmen. Sämllich« Zugäuge zum Wildpark werden Polizei- fich gesperrt geholten. Alle seine Wünsche sollen erfüllt werden. Das afghanische Känigspaar mll seiner Begleitung traf am Dienstag um 19,20 Uhr in Automobilen von Basel kommend pro. grammäßiz bei Leo-poldshöhe ein. Das Känigspaar wurde zunächst vom afghanischen Gesandten in Berlin begrüßt, der es hierauf dem Ehrenbegleiter, Retchsminister a. D. Exzellenz von Rosen, und den Herren der deutschen Delegation vorstellt«. Exzellenz v. Rosen begrüßte im Namen des Reichspräsidenten und der Reichsrezierung das Känigspaar mit einer in persischer Sprache gehaltenen Ansprache, in der es u.> a. heißt: Die deutsche Regt«. wird sich bemühen, all« Wünsche Eurer Majestäten nach Möglich- keit zu erfüllen. Der König erwiderte mit kur-en Worten und be- stieg kurz nach 20 Uhr den bereitgestellten Sonderzug, der» pro- 20,20 Uhr programmäßig nach Berlin abfuhr. Schweres Bauunglück in Leipzig. Drei Arbeiter 21 Meter tief abgestürzt. Leipzig, 21. Februar. Auf dem Au» stellungsgeländ« am Bö l kerschlocht- denk mal ereignete sich heute nachmittag ein schwerer Unglücksfall. Infolg« von Ueberlastung des Betondachbelages brachen drei mit Berglasungsorbciten an dem Oberlichtfenster de« Neubaues der Halle? beschäftigte Arbeiter der Frankfurter Firma Klau» Mayn durch dos Dach uitt» stürzten 21 Meter tief in das Innere der Halle ab. Em in der Halle beschäftigter Detonsacharbetter wurde von einem stürzenden Balten schwer ins Genick getroffen. Bon den Abgestürzten war derLrbeiterKrau« sofort tot. Di« drei anderen Verunglückten erlitten schwer« innere Verletzungen und Brüche und wurden in» Krankenhaus gebracht. Straßcnhilfsdieust für Ueberlandautos. In einer Sitzung im Reichsverkehrsministerium haben sich die am Kraflsahrwesen beteiligten Spitzenverbände dahin geeinigt, zusammen mtt dem unter dem Namen Aha-Hilse G. m. b. H. bekannten Unternehmen den telephonischen Nachrichten- dienst im Intereff« de» Ueberlondveriehrs mit Kraftfahrzeugen auf gemeinnütziger Grundlage auszubauen. Sowett für die Ein- richtung eines Patrouillendienstes nach englischem Borbild «in Bedürfnis besteht, soll die Durchführung den einzelnen Ber- Händen überlassen bleiben. Tollkühner FassadenNetierer. Im Maskenanzug aus die Spitze des Kölner Ooms. SSla. 21. Februar. Eln bisher noch unbekannter junger Mann vollbrachte soebe». eine Rekordleistung im Fassadeuklettern. Er tleflerle au den Grundmauern des Kölner Doms empor ubod schwang sich dann von Stflnstrebe ,u Sleiti strebe, bis er nach halbflündigew Klettern auf der ISO Meter über der LrdoberslSchc liegenden Kreuzblume des Domes anlangte. E» Ist dies da» erste Mal in der Geschichte des Kölner Dome», daß ein Toll- kühner es wagte, an dem Mauerwerk von außen bis zur Kreuzblume iu die höhe zu klettern. Der Kletterer war mit einem Maskeoanzug bekleidet. Eine dichlgeräugle Mevscheu. menge verfolgte die Klettersahrt de» Tollkühnen mtt ängstlicher Spannung._ Ein Schwarzbrennerprozeß. Enthüllte GeheimnUe der Branntweindestillation. Magdeburg. 21. Februar. Im Verfahren gegen den Lackfabrikbesttzer Kögler, der an- geblich für seine Lnckfabrik große Mengen denaturierten Spiritus bezogen hat, der dann von ihn! u m d e st i l l i e r t und als T r> n k b r a n u t w c i n weiterverkauft wurde, wurde heute das Urteil gefällt. Kögler wurde wegen fortgesetzter schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mtt Amtsanmaßung und � Monopolhinterziehung zu acht Monaten Gefängnis, 90 000 Mark Steuerstrofe und 25 000 Mark Wertersotz verurteilt, der Likörfabrikant N u t h m a n n wegen Steuerhehlerei in drei Fällen zu einem Jahr Gefängnis und 208 000 Mark Steuer- strafe. Einer der übrigen Angeklagten wurde freigesprochen. Ins- gesamt erreichen die in diesem Beriahren verhänaten Stenerstrofen den Gesamtbetrag von etwa% Millionen Mark. Außerdem wurden Gefängnisstrafen von zwei Wochen bis zu einem Jahr ver- hängt._ Sprechchor für proletarische Feierstunden. Die Uebungsshrnde findet am Donnerstag, 195� Uhr, im Gofangssaol der Eophienschul«, Weinmeisterstraße 16 17. statt. Es muffen alle Beteiligten cr- scheinen. Probe zur Jugendweihe. Sport. Breslauer Sechstagerennen. Die vierte Nacht.— Höchst eintönig. Mit wenigen Worten lassen sich die Gcschehniffe der vierten Nacht des Bre- lauer Sechetagerennens zusammenfassen. Es ging im allgemeinen h ö ch st eintönig zu, am bisherigen Stande des Rennens änderte sich so gut wie nickst». Linari ausgeschieden. Eine der stärksten Mannschaften wurde am Dienstag nach- mittag gesprengt. Der Italiener Linari hatte fich bei einem Sturz in den Morgenstunden eine Schulterverletzung zugezogen, di« ihn schließlich zur Aufgabe des Rennens zwang. Er er- schien nach längerer Ruhepause zwar gegen V64 Uhr wieder auf der Bahn und absolviert« einige Proberunden, mußte aber hierbei die Feststellung machen, daß ein Welterfahren unmöglich Ist. Sein Partner Seifetth bleibt vorläufig als Ersatzmann im Rennen. In den Spurts spielten die Favoritenpaare wieder die erst« Roll«, besonders vorteilhaft machte sich van Kempen bemerkbar. Di« einzelnen Spurts: 1. van Kempen, Girardengo, Richli, Binda: 2. Kroschel, Knappe, Rieger, Tonani: 8. Ehmer, van Kempen. Girardengo, Richli: 4. Kroschel, Knappe, Rieger, Grimm; 5. van Kempen. Frach, Ehmer. Richp; 6. Rieger. von Kempen, Ehmer, Richl: 7. Girardengo, Lacquehay, Knappe, Grimm: 8. oan Kempen. Tonani, Rieger, Rausch: 9. Knappe, Girardengo, Wambst, Frach: 10. van Kempen. Rieger, Richli. Rausch. Nach 90 Stunden(2242,700 Kilometer) ergab fich folgender Stand des Rennens: Girardengo— Rieger 397, van Kempen— Knappe 307. Ehmer— Kroschel 159. Binda— Tietz 120. Wambst— Lacquehay 43; eine Runde zurück: Euter— Richli 200, Tonani— Frach 141, Grimm— Junge 79, Rausch— Hürtgen 30; Zwei Runden zurück: Dewolf— Stockelynck 00; drei Runden zurück: ä'lMüiui— SIuMIli 40 PuMe. a«» Unterhaltung unÖ �Dissen Ookior Friedmann. Aon Krih Brenneisen. Jetzt wohn« ich, weih(Sott, schon»Iber ein halbes Jahr in diesem Fremdenort im Süden, das ist kein gutes Aeichen für mich, ich bin kein richtiger Wanderer mehr, längst sollte ich wieder aus- brechen: die Well ist so groß und schön und weit, dies dumme Sitzenbleiben hat seine Nochteile. Immerhin sind auch Lortelle dabei! Wer lang genug am gleichen Ort wohnt, wird, ohne zu wollen, ein wenig sein Bürger, lernt Menschen, die er nie suchte, kennen, und sobald die Leute merken, dah man ein Schriftsteller ist, öffnen sich ihre cherzen, das Leben trägt einem, ob man will oder nicht, kleine und große Schicksale zu und die sonderbarsten Geschichten. Eine solche, die der Giana Orivolo, heute noch Serviertochter im Ristoronte Bella Bista, will ich hier wiedergeben. Ich kam mit diesem sympathischen, nicht mehr allzu jungen Mädchen zum erstenmal recht ins Gespräch, als ich ihren runden, nach reiflicher Ueberlegung srifchgewagte» Bubikopf rühmte: das war«ine schone Gelegenheit. Sie war mir aber schon früher, schon lange aufgefallen, ich lese hie und da in diesem Restaurant die Zeitungen: man kann da im Freien sitzen, an der guten Luft, was bei dieser Wärme sehr freundlich ist: man kann dazu kaltes Bier oder einen Maraschino hoben und gratis einen Blick auf die Promenade hinaus mit ihren weiblichen Reizen. Giana war mir schon lange aufgefallen, weil sie etwas im Gesicht hatte, das mich frappierte, eine Trauer oder Melancholie, die im Begriffe ist, in chumor umzuschlagen. Ich weiß, etwas ganz Besonderes, etwas ganz Wichtiges schien ihr Gesicht fortwährend sagen zu wollen: das Leben ist traurig-komischl Außerdem glaubte ich gehört zu hoben. Giana sei sehr reich, was bei einer dienenden Seele nicht gerade alltäglich ist. Ich sah tatsächlich Gäste, die sie anstaunten, auch solch«, die sie mit der Anrede.Frau Doktor" zu necken schienen, kurz, ein Geheimnis schien in' dieser Serviertochter zu schlummern. „Es ist gewiß ein interessantes Metier, das Sie da haben," sagt« ich zu ihr. die gemerkt haben mochte, dah ich mich für Menschen interessiere,„und wenn man' hübsch ist und freundlich, kann man während der Saison schön verdienen!" .,3a, seit die guten Deutschen wieder kommen. Die geben gute Trinkgleder." „Und außerdem haben Sie die besten Chancen, sich einen Mann auszulesen unter den vielen, die jeden Tag an Ihnen vorübergehen. Oder haben Sie schon einen?" „Ich bin Witwe!"* „Witwe, oh!" sagte ich verblüfft und wollte, sie gleichsam tröstend, mit einem Seufzer beifügen:„Und noch kein« fünfund- zwanzig Jahre alt!" Sie war aber schon fort, hatte viel zu tun. mußte Kaffee. Brandy, Pilsner auftragen. „Eine komische Art von Witwe." fuhr sie selber ohne merk» bare Trauer fort, al» sie zurückkam und mit der Serviette in der Hand wieder neben mir saß,„ich habe meinen Mann nur zwei Abende gesehen. Vorher sah ich ihn im Eafi mehrmals, seit einem Jahr taucht« er hie und da aus, trank schnell ein Glas Wein und ging wieder. Auch sah man ihn viel auf der Promenade spazieren. Ich kannte ihn und kannte ihn nicht. Nahm so viel und so wenig Notiz vock ihm wie von anderen gelegentlichen Gästen. Jedenfalls war ich mit ihm nicht freundlicher als mit den anderen. Er war immer sehr still, staunte vor sich hin und schaute einem manchmal so merkwürdig ins Gesicht. Er schien ein gebildeter, aber ein ver- lasiener Mensch zu sein. Er war immer allein und hatte die Un» ficherheit eine» Jüngling» an sich, trotzdem er über dreißig Jahre war. Er gab gute Trinkgelder und war doch wie ein Zigeuner. Ein paarmal sah ich ihn von der Promenade her ins Cafä herein- fchouen und da hatte ich das merkwürdige Gefühl, er meine mich. Sonst fiel er nicht auf. Mein Gott, wenn ich zurückdenke, tut es mir leid, daß ich ihm nicht früher helfen konnte. Ich hätte es gen, getan. Er hätte Liebe nötig gehabt. Jetzt bin ich so, reich beschenkt. Ich tonnte nicht ahnen, daß er mich liebte; er liebte mich auch nicht richtig, er sagte selber, es sei nur Sympathie. Er sprach ja so schwer und so wenig. Vielleicht liebte er mich doch." Derart von Giana mit Neugierde gespannt und aufgezogen, mutzte ich wieder warten, denn sie hatte zu tun. Ich dachte. während das Leben auf der Promenade an mir vorüberflutete, über ihr« Geschichte nach. Mir schien, ich kannte den Mann, von dem sie so sprach. Es schien einer von diesen Herumläufern und Spaziergängern zu sein, wie es hier so viele gibt. Man kennt diese Leute. Sie fallen in ollen Kurorten auf. Haben Geld, können, ohne zu arbeiten, leben und machen doch einen unfrohen Eindruck. Sitzen da im Cafä, dort auf einer Promenadenbank, man kennt sie an ihren Manieren. Gewohnheiten, am Schritt, an der Kleidung wie nahe Bekannte, ohne daß man weiß, wie sie heißen, und hat für sie einen passenden Uebernamen bereit, der einem schon im Halse steckt, aber nie über die Zunge will. Einer von diesen, dachte ich, war ihr Mann. Nun kam Giana wieder und erzählte weiter: „Also, eines Tages und ganz unerwartet wurde dieser Mcnich bei leinem Wein' gesprächig und bevor er wegging, steckte er mir ein Papier zu:.Lesen Sie diesen Brief am Abend', sagte er..Er ist sehr wichtig. Zeigen Sic Ihn niemanden!' Jetzt hat er es gewagt, dachte Ich halblaut für mich, und steckte da» Papier in meine Tasche. Ich vermutete, es stehe ein Witz darauf oder eine Anzüglichkeit, durch die der sonderbar stille Mensch zeigen wollte, daß er doch ein Mann wie die anderen sei. Ich war aber stark best'äftlgt an dem Tag und vergaß den Herrn sowie seine Mitteilung bald. Erst abend, kam mir der Brief wieder in' die chand. Mein Gott, was darin stand: .Liebe« Fräulein Giana! Nun schreibt Ihnen hier ein Mensch, den Sie kaum kennen, der Sie nicht kennt und nicht weiß, warum er gerade Sle in sein Vertrauen schließt, und dieser Mensch macht Ihnen»Inen Borschlag: wollen Sie meine Witwe werden? Ich kann Sie nicht wohl fragen: wollen Sie meicke Frau werden?, denn ich bi» ziemlich krank. Hingegen möchte ich. nachdem ich viel gesündigt habe, vor meinem Tod noch ein gutes Werk wn und einem Menschen, der mir sympathisch ist, eine Freud« machen. Heiraten Sie mich, das wt Ihnen ja nichts: ich bin zwar leider schwindsüchtig, die Aerzt« geben mir nur noch ein halbes Lahr, ich trage Ihnen aber nicht meinen Körper an: heiraten Sie mich auf dem Papier und treten Sie später als meine Witwe meine Anwartschast an. Es Handell sich um ziemlich viel Geld, das ich Ihnen zuhalten möchte. Herzlichst grüßt Sie Dr. F r i e d m a n n." Und Giana fuhr fort:„Wie im Kino, dachte ich Aber wie ein Prinz fchaute er eigentlich nicht aus. Er hat im übrigen nicht schlecht dreingesehen, etwas englisch, wie«in Sportsmaun. mager und sehnig. Und haste die Schwindsucht, aber gehustet hatte er nicht. Di« Adresse stand in dem Brief, doch mochte ich nicht ant- warten. Ich fchreibe nicht gerne; was Höst« ich schreiben sollen? Ich habe so wenig Zest. Du wirst ihn wiedersehen, dachte ich. und dann schaust du ihn mst neuen Augen art. Er kam ober nicht wieder. Ich war schon froh, auf Viesen dummen und frechen Witz nicht hineingefallen zu sein, dachte nur: Oh dies« Männerl. als er mir einige Tage später doch wieder schrieb, und zwar diesmal vom Spital aus. Und jetzt besuchte ich ihn. Ich fand zu meiner Ueberraschung alles Nötige zu einer Not. trauung vorbereitet, ein Notar und eine Aranfenschwester amtierten als Zeugen, und plötzlich und wie im Traum wurde ich Frau Dr. Friedmonn. Ich war auch am nächsten Abend bei meinem Mann am Krankenbett, konnte aber nicht lange bleiben, denn ich hatte Dienst. Er war sehr mager und bleich und in der folgenden Nacht ist der Arm« gestorben. Es sind heut« genau fünf Wochen seither." Giana war warm geworden vom Reden, eine Trän« hing w ihren Augen, sie seufzt«. „Und das Geld?" fragte ich nach einer Weile ergriffen. „Das Geld, das kommt später," antwortete meine Erzählerin lachend,„es Legt noch beim Erbonkel. Alles ist ober in Ordnung und vom Notar unterschrieben, er war kein Betrüger: mehr als eine Million werde ich einst mst feinen beiden Brüdern zu teilen haben. Ja, alle» ist in Ordnung, nur ich selbst bick nicht mehr in Orb- nung, mordsdumm komme ich mir vor. Da» kann ich Ihnen sagen: seit Ich um dieses dumme schöne Vermögen weiß, um diesen Haufen Geld, den ich heute gut gebrauchen könnt« und der doch erst in zehn Jahren kommt, geht mir dieses harte Schaffen nicht mehr leicht. Solange Ich wußte, daß ich arm fei. habe ich immer fröhlich und felbswerständlich gearbeitet und fühlte mich auch wohl dabei. Heute, da ich fast dos Geld habe, um Auto fahren zu können. reut es mich, von morgens bis abends jedermaivn nach der Pfeise tanzen zu müffen. Schließlich ist es doch selbstverständlich, wenn man Sehnfucht nach einem fchönen und behaglichen Leben Hot. So zu schuften und dir die Beine abzulaufen hast du eigentlich nicht mehr nötig, sage ich zu mir. und wenn ich mein« Stelle auf- gebe, fehll mir das nötige Brot. Denn Sie können sich denken, daß die Brüder meine» verstorbenen Mannes nicht gerade Lust haben, mir einen Borschuß aus jenes Geld zu geben, auf das sie selber schon zählten. Auch ist es hier unangenehm mst den Gästen, die mir die Geschichte nicht glauben wollen und mich fortwährend mst meinem toten Doktor ausziehen. Ich glaube, auch er, mein Mann, hatte es nicht leicht und ist aus diesem Grunde gestorben. Er war sehr gebildet, aus guter Familie und wie für ein schönes Leben geschaffen. Wenn er nur regelmäßig gearbeitet hätte! Auch Ihn hatte das Geld gestört. Wie sehr hotte er Immer daraus gehofft! Wenn er es nur früh genug bekommen hätte! Er hatte so schöne Pläne, wollte ein großes Unternehmen gründen,«in Bureau, eine Zestung, wie man mir nachträglich erzählt«. Hingegen um einen mageren Lohn in einer untergeordneten Stellung arbeiten, das wollt« und mochte er nicht, dazu war er zu stolz und zu gut. So tot er schließlich gar nichts und schlich, auf den Tod seine« Onkels wartend, von schmalen letzten Ersparnissen lebend, Tag um Tag von seinem Zimmer ins Cas�. von der Promenadenbank zum Restaurant, bis er schließlich lange vor dem Onkel selber so traurig und elend gestorben ist..." • Giana haste ihre Geschichte beendet: ich blieb nicht mehr lange sitzen. Ich war nachdenklich geworden, dieser tote Dr. Friedmann hatte den gefährlichen Abgrund meines eigenen Lebens aufgerissen. Auch ich bin sa ein solcher unnützer Promenadenspazierer und Kafseehausbruder. auch ich bin ja im Begriff, über Zukunfts- träumen, denen vielleicht nie Erfüllung wird, an Gegenwart und Zukunft zu scheitern. Und als ich jetzt durch den lauen Abend meinem leeren, lieb- losen Mietzimmer zuschritt, war ich fest entschlossen, koste es. was was es wolle, mst meinem verlorenen Leben zu brechen, alle dies« eitlen Wünsche nach Ruhm, nach Erfolg und nach ungewöhnlichen Geistestaten preiszugeben und sofort statt dessen in aller Bescheiden- hest einen sicheren, vernünftigen Beruf zu ergreifen, wie die guten Bürger ihn lieben und wie er seinen Mann(und vielleicht sogar eine schön« Frau dazu!) ernährt, befriedigt und vor dem Unter« s gange bewahrt. Die Menschen sind ei» unzufriedene« Geschlecht. Jetzt paßt chneo sogar schon nickst mehr der gute alte Kalender, die fest Jahrhunderten bestehende Anordnung der Tage zu Wochen, der Wochen zu Monaten und der Monate zum Jahr. Man revoltiert dagegen, empfindet es al» peinlich, daß die Wochentage der Jahre seweilig ein verschiedenes Datum tragen, hält es weiterhin für unerträglich, daß einzelne Mo- nate Zl Tage haben, andere sich mst 30 begnügen und einer von den zwölsen sogar sich mit noch weniger begnügt. Dann hat man an unserer Jahreseintellung auszusetzen, daß man gezwungen Ist, die Fest« zu feiern, wie sie fallen, man jedoch bei zwei hochwichtigen Festen eben nie weiß, wie sie im kommenden Jahre fallen werden. Kurzum, der Papst Gregor, aus den unser heutiger Kalender als Urheber zurückgeht, soll gründlich revidiert werden. Wie es auch sonst bei Umstürzen der Fall zu sein pflegt, daß sie nicht von einem einzigen Punkt aus in Szene gesetzt werden, son» dern hier ein Unruhherd aufflackert und dort und noch wo anders. so ist es auch bei der Kalenderreoowtion. Den Anfang der Kalender- reoolution kann man vielleicht auf die Bestrebungen gewisser Kreise zurückführen, zu denen auch kirchliche zählen, die daraus gerichtet waren, die Hochfest« des Jahres ein für allemal zu stabilisieren. Dies käme in erster Linie für da« Osterfest in Frage, für das ein bestimnster Tag vorgeschlagen war, unter anderem der erste Sonntag im April, der am geeignetsten erschien, wodurch automatisch das Pstngstfest ebenfalls einen bestimmten Termin erhatten hätte. Aber von diesen Bestrebungen hat man in der Oeffentlichkest so sehr viel nicht gehört; als«ine eigentliche Kalenderrevolution sind sie auch kaum zu bewerten. Anders steht es aber mst den Vorschlägen, die zu gleicher Zest, aber jeweils verschieden, aus Deutschland und Oesterreich für eine umstürzende Aenderung des Gregorionischen Kalenders kommen. Mit der Neigung der Deutschen, wenn ein Anlaß dafür vorliegt. einen Verein zu gründen, hat man auch bereits eine„Gesellschaft zur Förderung der Blachmannschen Kalenderreform" gegründet. Blochmann ist nämlich der deutsche Kalenderrevolutionär, er hat seinen Wohnsitz in Kiel. Blochmann macht folgende Borschläge zur Umstürzung des Gregorianischen Kalenders und zur Einführung eines„immerwährenden Kolendariums". Die ersten Monate eines jaden Quartals, Januar, April, Juli, Ottober, sollen>e 31 Tage haben, die übrigen Monate eines Quartals nur 30 Tage, wodurch erreicht werden soll, daß alle Viertelsahre die gleiche Länge von 91 Tagen haben und alle Monat« die gleiche Anzahl von 2S Werk- tagen, da jedes Quartal mit einem Sorrntag beginnt, wie überhaupt das Jahr mit einem Sonntag beginnen soll. Dadurch will Bloch- mann weiter erreichen, daß jedes Datum innerhalb des Jahres durch alle Jahre mit einem bestimmten Wochentag« zusammenfällt. Das Jahr hat somst 364 Tage, die genau 52 Wochen ausfüllen, und einen überzähligen Tag, der als 183. Tag des Jahres zwischen Sonnabend, den 20. Juni, und Sonntag, den 1. Juli, al»„Mittfahretag" ein- gefügt wird. Der alsp vier Jahre-intretend« Schalttag wird, eben- fall» ohne Wochentagsbezeichnung, an da» End« des Jahres gesetzt. Ostern fällt Immer auf den 8. April und Pfingsten dementsprechend auf den 26. Mai. Gleich, estig mekdet die österreichische Press«, daß auch in Oester. reich«in Kalenderresormator. oder wenn man will, ein Kalender- revolutionär, Fußgänger mst Namen,«inen„Ewigen Kalen- der" unter Abänderung des Gregorianischen Kalenders propagiere. Die Gründe dafür sind bei ihm etwa dieselben wie bei Blochmann, er mochte, daß sewell».Immer dasselbe Datum eines Jahres auf derselben Tag salle. Wer er nimmt«ine ander« Verteilung der verschiedenen ungleichen Monatslängen vor. Diese stellen sich fol- gendcrmaße» dar: Jeder zweit« Mapat im Jahr hat 31 Tag«.- ** V I V* VW* Der Februar erfährt also einen plötzlichen Zuwachs van drei Tagend In einem Jahr ohne Schalttag mutz freilich diese Einteilung durchs" brachen werden, da unbedingt zwei Monate hintereinander erforder- lich sind, die nur 30 Tage haben. Denn die Gesamtsumme von je sech« Monaten zu 30 Tagen und je sechs Monaten zu 31 Tagen beträgt 366 Tage, also eir Schaltjahr. Fußgänger will nun den Schalttag auf einen 31. Monatstag verlegen, cknd zwar auf deu 31. Juni. Auf dies« Art ergibt sich näinlich die weitere Möglichkeit, daß der 1. Juli genau so wie der 1. Januar, den man auf«inen Sonntag verlegen will, eben auf einen Sonntag kommt, so daß das zweite Halbjahr denselben Anfang hat wie das erste. In Schal!- jähren will Fußgänger den Schalttag als einer„Tag ohne Datum" eingestellt wissen. Dasselbe Verfahren würde natürlich auch beim Silvester angewandt werden müsien, der sich wie der Schalttag Ende Juni auch bei der zweiten JahreshAste als Störenfried einstellt. Einen weiteren Unterschied zwischen Blochinann und Fußgänger findet man darin, daß Blochinann seine Kalendcrrcfonn erstmalig für das Jahr 1933 wirksam werden lassen möchte, weil dieses Jahr das nächste sst, da» wieder mit einem Sonntag beginnt; Fußgänger aber möchte seine Bestrebungen schon jetzt für das laufende Jahr 1928 durchgesetzt wissen, well dieses sa mst einem. Sonntag begonnen hat. Es ist natürlich außer Zweifel, daß der alte Gregorianssche Kalender Mängel ausweist, die von einzelnen Kreisen als poi stich empfunden werden. Unter diesen Mängeln steht die Tatjach« de» stets wechselnden Datums und Tages, auf den dieses Datum sällt, •obenan. Juristen, die viel mst Terminkalendern arbeiten müssen, ebenso die Verwaltungen von Staat und Wirtschaft empsindeit diesen Umstand als lästig. Aber um eine Kalenderreform durch- zuführen, dazu gehört in erster Linie einmal Klarhest darüber, wie man dies« Reform will, und diese Klarheit ist eben bei den ver- schiedenen Vorschlägen nicht gegeben. ver öltefie Wagen in Mesopotamien. Die Ausgrabungen zu 5ttsch in Mesopotamien, die von einer Expeditton der Universität Orford durchgeführt werden, sind jetzt bis zu einer Tief« von 43 Fuß unter dem Gipfel des Rumenhügels geführt worden, und der interessanteste Gegenstand, den man bei diesen Grabungen«nt- deckte, waren zwei Wagenräder, die mst Gefäßen aus Kupfer, Stein und Ton die Beigaben eines Grabes bildeten. Die Räder, die aus der Zeit»m 3200 v. Ehr. stammen, sind die ersten dieser Art, die man in Mesopotamien gefunden hat; es sind hölzerne Scheiben von zwei Fuß Durchmesser, die mit zwei Zoll starken Bändern umaeben und mit kupfernen Nägeln beschlagen sind. Die Weite zwiscken den Rädern war wer Fuß und sechs Zoll. Die Entdeckung, die viele wissenichastliche Fragen auswirft, hat etne besondere Bedeutung im Zusammenhang mst unserer Kenntnis der sumertscheu Kultur. Ein d'etäuglge« Vorwelluag ebener. Das Skelett eine» drei. äugigen Pleslosm'nt», eme« vorgeschichtlichen Ungeheuers, da« vor einer oder zwei Millionen Iahren lebte, sst vor kurzem in einem Steinbruch zu Harbury in England gefunden worden. Das Skelett, das jetzt im Londoner Raturgeschtchtlichen Museum ausgestellt wirb. Ist von Prof. W. E. Swinton wsssenschattlich untersucht worden. Die besondere Seltenheit dieses Fossils liegt darin, daß der Kopf noch erhalten ist. Der Kopf ist dreieckig und hat an der Spitze des Schädels ein drittes Auge. Alle Zäbne sind noch in den Kiesern. Die Länge de» Skelett» beträgt 16 Fuß. Der Plesioiauru« gehört zu der Echsemamili« und lebte wie ein Fisch-, er hatte einen langen Hals, kurzen Schwanz und vier Flossen. Das Fossil muß zu einer Zeit gelebt haben, als England noch vom Meer überflutet war oder al- vielleicht fein Mittelpunkt etnö Küste bildete, auf Mt ha» Reptil hinaus kroch: um zu sterbe«. Zum Kampf um das Gefrierfleisch. Oas Gefrierfleisch eine Bedrohung der deuifchen Viehwirtschast? Mit großer Sorge verfolgen weite Verbraucherkreise den Kampf um die zukünftige Einfuhr von zollfreiem Gefrierfleisch, der jetzt im Reichstag ausgefochten wird, denn hier wird darüber entschieden, ob di« minderkaufsähigen Mafien in Zukunft noch Fleisch esfe- dürfen oder zur Unterernährung verurteiU werden. Im Landbundinteresse wird der Spieß umgedreht! Vor einigen Wochen wurde vom Enqueteausschuß ein Gutachten veröffentlicht, in dem die krafien Mißstände im Gefrierfleischhandel und die enormen Gewinne desselben aufgedeckt wurden. Di« agrarischen Parteien und mit ihnen das ReichsernShrungsministerium haben hieraus nicht etwa den Schluß gezogen, daß diese Mißstände in Zukunft abgestellt werden müssen, sondern sie haben spitzfindig das Gefrierflcischgefetz dahin umgedeutet, daß die zoll- frei« Gefrierfleischeinfuhr unterbunden werden müsse, weil das Gefrierfleisch nicht, wie es im Gesetz oerlangt wurde, zu Selbstkosten- preisen oder mit einem mäßigen Auffchlag an die Derbraucher ob- gegeben wurde. Obwohl diese Begründung an den Haaren herbeigezogen ist, hat doch Herr Schiele auf Befehl des Landbundes dos zollfrei« Kon- tingent von jährlich 120 000 Tonnen in gesetzwidriger Weise um 20 vooTonnengekürzt und in dem landwirtschaftlichen Rot- Programm der Regierung wird ein« weitere ratenweise Vermin» derung der zollfreien Gefrierfleifcheinfuhr oerlangt. Angeblich macht dos Gefrierfleisch der deutschen Viehwirtfchaft solche Konturrenz und drückt so auf die Preise des deutschen Viehes, daß damit die deutsch« Landwirtschaft schwer geschädigt wird. Es ist nun notwendig und «l�chtig. einmal ganz objektiv nachzuprüfen. ob tatsächlich die Gefrierfleifcheinfuhr dies« schwere Schädigung der deutschen Landwirtschast zur Folge gehabt hat oder ob die Leseiti- gung des„Froststeisches". wie der Landbund das Fleisch der armen Leute verächtlich nennt, lediglich eine der vielen hohlen Agitation»- forderungen der Rechtsparteien ist. mit denen diese die Landwirt» schaft in den letzten Jahren immer abgespeist haben. Die Annahm«, daß die Verbraucher, wenn die Gefrierfleisch- einfuhr unterbunden würde, anstatt der bisher verzehrten 120 000 Tonnen Gefrierfleisch nun 120 000 Tonnen deutsche» Fleisch essen würden, ist i r r i g. Allerhöchstens würde für anderes Fleisch dieselbe Geldmeng« aufgewendet werden, dl« bisher für Gefrierfleisch ausgegeben wurde. Das bedeutet aber, da Gefrierfleisch um ungefähr S0— 60 Pfennig das Pfund, d. h. um 40 Prozent billiger ist als frisches Rindfleisch, daß für dasselbe Geld nicht 120000 Tonnen, son» dern nur ungefähr 70 000 Tonnen frisches Rindfleisch ge- kauft werden könnten. Aber auch diese Zahl ist noch wesentlich z u h o ch. denn Zweifel- los würden zahlreiche Hausfrauen, wenn sie kein Gefrierfleisch taufen könnten, für einen großen Teil des bisher für Gefrierfleisch ausge» gebenen Geldes gor kein Fleisch, sondern andere billige Lebensmittel "kaufen. Man wird daher mit ziemlicher Sicherheit annehmen können, daß die Beseitigung der zollfreien Gestierfleischeinfuhr allerhöchstens einen Mehrabsotz von 40 000 bis 4S 000 Tonnen anderen Rindfleisches zur Folge haben würde, d. h. 1— Prozent des deutschen Fleischverbrauchs. Die deutsche Landwirtschaft ist jedoch außerstande, selbst diese geringen Fleischmengen an die Verbraucher zusätzlich zu liefern. In den letzten Iahren fit der Bestand an Ochsen und Lullen in dauernder Abnahme begriffen und beträgt jetzt nur noch ungefähr halb so viel wie kurz vor dem Kriege. Diese Abnahm« hat in den letzten Iahren neben der Gestier- fleischcinsuhr den Import großer Mengen vont-�hochoerzolltem Rind- vieh und frischem Rindsiefich aus dem Ausland notwendig gemacht, um den deutschen Bedarf zu decken. Allein im Jahre 1927 mußten etwa 130 000 Tonnen Rindvieh und 22 000 Tonnen srfiches Rind- fleisch eingeführt werden. Trotz dieser Einfuhr von Rindvieh und Rindfleisch, die die Gestiersleischeinfuhr noch um Zehntausende von Tonnen übertrifft, sind die Preise für Rindvieh in dauerndem Steigen begriffen und haben allein im letzten Jahr« um 10 Proz. angezogen. Es ist ein wirtfchaftllcher Unsinn, die Gefrierfleifcheinfuhr ab- drosseln zu wollen, solange die deutschen. Uinderpreise in keiner weise durch die Gefrierfleifcheinfuhr gedrückt werden und solange mehr als 150 000 Tonnen Rinder und frische» Rindfleisch im Zahr eingeführt werden müssen, um die deutsche Ernährung sicherzustellen. Die Behauptung der Agrarier, daß wir im Inland genügend Dich haben, um das deufiche Volt zu ernähren, trifft demnach nicht zu. Wenn wir eben zeigen tonnten, daß die Rindviehprefie und der Rinderabsatz keineswegs unter der Gestierfleficheinfuhr leiden, so trifft das noch viel mehr für die Schweinepreise und den Absah von Schweinen zu. Es ist ein grundlegender, aber weit verbreiteter Irrtum, anzu- nehmen, daß ein« Verringerung der Gefrierfleischeinfuhr den Absatz von Schweinefleisch steigern und damit die zurzeit für die Landwirt- schaft durchaus unbefriedigenden Schweineprefie heben würde. Rind- fleisch und Schweinefleisch können sich nicht gegenseitig ersetzen. Der Derbrauch von Schweinefleisch hat wieder seinen Vorkriegsantefl am Gesamtflefichoerbrauch erreicht und die Einfuhr von 1S0 000 Tonnen hoch oerzollten Rindviehs und Rindfleisches trotz sinkender Schweine- preise im letzten Jahr hat deutlich gezeigt, daß die Verbraucher selbst das teure Rindfleisch dem Schweinefleisch vor- ziehest. An dieser Gefchmackseinstellung kann auch der Wunsch der Landwirtschaft noch besseren Schweinepreisen nichts ändern. Auch die durchaus verschiedene Preisentwicklung von Rindern und Schweinen ist ein Beweis für die Unabhängigkeit des Schweinemarktesoom Rindermarkt. Die Rinder. preise, die allein von der Gefrierfleischeinfuhr bedroht sein könnten, sind gestiegen, die Schweinepreise dagegen im letzten Jahr gefallen. Sie folgen ganz bestimmten eigenen Gesetzen, die aus einer Unter- suchung des Äonjunktunnstitutes genau bekannt sind. Auch dort wurde festgestellt, daß Rinder- und Schweinepreise zueinander in keiner Beziehung stehen und daß es ganz andere Faktoren sind als' die Gestierfleficheinfuhr, die die Bewegung der Schweineprefie be- stimmen. Wenn dies« Bewegung der Schweinepreise bisher absolut unabhängig von derjenigen der Rinderprefie oerlies, so wird das nach aller Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft so bleiben. Die Schweineprefie werden aus ihren eigenen Gesetzen lzeraus in diesem Jahre w i e d e r o n st e i g e n. Eine ratenwefie Verringerung der Gefrierfleischeinfuhr würde mit dieser kommenden Verteue- rung des Schweinefleisches zusammen die Verbroucherschaft schwer betTÜdev. Herr Schiele verschlechlerl selbst die Handelsbilanz. Aber selbst von dem irrigen Standpunkt des Herrn Schiele aus, der annimmt, daß eine Verringerung der Gestierfleficheinfuhr den Absatz de» Schweineflefiches vergrößern würde, wäre dieser Erfaß des Gefrierflefiches durch Schweinefleisch wirfichoftlich fassch. Die in Deutschland gemästeten Schweine sind nämlich durchaus nicht alle ein deutsches Erzeugnis, vielmehr werden etwa 40 Prozent der Schweine mit ausländischer Futtergerste und Mais gefüttert. Zur Herstellung von einem Zentner Schweinefleisch sind etwa K— 654 Zentner Futtergerste oder Mais notwendig. Allein die ausländischen Futtermittel, die zur Erzeugung von emem Pfund Schweinefleisch gebraucht wer- den, belasten unsere Handelsbilanz um 7 Pfennig mehr als ein Pfund Gefrlerflefich. Herr Schiele, der immer ein Vorkämpfer für die Besserung der deutschen Handelsbilanz gewesen ist, will also mit der Abdrosselung der Gefrierfleifcheinfuhr ganz bewußt«ine Maßnahme treffen, die zu einer Steigerung der Pafswität der Handels- bilanz beitragen muß. Damit ist nichts gegen die Einfuhr von Futtermitteln, noch weniger gegen die zollfreie gesagt, aber die Be- seittgung der Gestiersleischeinfuhr müßte in der Tot die Passivität der Handelsbilanz erhöhen, was gerade Herr Schiele so energisch bekämpft. Ein« Absperrung der zollfreien Gestierfleischeinfuhr würde weder die Schweinepreise heben, noch den Absatz deutschen Rind- vichs steigern können, sondern nur zur Folge haben, daß die Einfuhr von hochverzolltem ausländischen Rindvieh und stischem Rindflefich um vielleicht 40 000 Tonnen wachsen würde. Den Verbrauchern aber wäre das billige Flefich genommen und die ohnehin schon Mangel- hoste Ernährung weiter Kreis« müßte sich noch weiter verschlechtern. In welchem Ausmaß eine Aufhebimg der zollfreien Gefrierfleisch- einfuhr die Verbraucher schädigen muß. zeigt folgende einfache Berechnung: Der Gestierfleischgroßhandel hat bei einem Monopolpreis von 70 Pfennig je Pfund in einem Jahre 14 Millionen Mark Extraprofit gemacht. Der Wegfall des zollsteien Gefrierfleisches würde jedoch ein« Verteuerung von rund SV Pfennig je Pfund Fleisch oder«in« Schädigung der Verbraucher um nicht weniger als 120 Millionen Mark bedeuten, ohne daß die Landwirtschaft auch nur den geringsten Nutzen davon hatten Jede Befchnefdung der zollsteien Gefrierfleischeinfuhr ist nicht» andere» als ein« für die Landwirtschaft nutzlos« schwer« Schikane der minderbemittelten Derbraucherschaft. Die Quittung für solche Ernährung spoliti? werden Herr Schiele und sein« Freunde bei den Wahlen erhalte». Schwankungen im Außenhandel. Oer Einfuhrüberschuß im Januar aui 505 Millionen gestiegen.— Statistische und Saisoneinwirlungen. Der deutsche Außenhandel hat im Januar gegenüber dem Monat Dezember starke Veränderungen erfahren. Der rein« Warenverkehr über die Grenzen fit bei der E i n f u h r von 1257 auf 1370, also um 113 Millionen Mark g« st i« g e n, eine Steigerung, die noch den Mitteilungen des Stattstischen Reichsamtes sich zum Tefl aus der Häufung von Terminabrechnungen für den Nioderlogeverkehr er- klärt. Auf der anderen Seite ist die Warenausfuhr von 953 auf 862, osso um 91 Millionen zurück gegangen, ein Rückgang des Exportes, wie er alle Jahre erfolgt, der zwar im vergangenen Monat stärker als im Januar der Vorjahre war, jedoch das statistisch al» Regel an- genommene Fünftel noch bei weitem nicht erreicht. Der gesamte Warenverkehr über die deutschen Grenzen, also Einfuhr und Aus» fuhr zusammen, ist mit 2232 Millionen fett der Stabilisierung der Währung ein Rekord, und zwar trotz der starken Verschiebung zwischen Ein- und Aussuhr. Warengruppen Lebende Tier«.... 2. Lebensmittelu. Getränke 3. Rohstoffe u.halbf. Waren 4. Fertige Waren... Einfuhr Ausfuhr Zan. im$m. 1927 Jan. im®fj. 1927 In 1000 RM nach Segenwartswnten 14 414 452 340 672 648 230 627 13300 369 136 661 600 213 010 811 37 278 191 907 632 121 1315 44 916 197129 709 667 Reiner warer verkehr 5. Gold und Silber >370 02?>257 046»62 II? 953 027 5 750 8 839 2 243 1 710 Zusammen.... 1375 779 1 265 885 864 360 934 737 Die C i n f u h r steigerung um 113 Millionen entsällt zum sehr großen Tefl, abgesehen von den statistischen Momenten, auf die Mehreinfuhr von Futtermitteln; aber auch die Rohstoff- einfuhr und die Einfuhr von halbfertigen, sowie Fertigwaren ist bei relativ starkem Abfallen der Baumwoll« und Wolleinfuhren 39 bzw. 17,6 Millionen) für Eisenerz«, Kupfer und Zink nicht un- erheblich gestiegen. Die Fertigwareneinfuhr hat sich um 17,6 auf 230,6 Millionen erhöht, bleibt damit aber noch unter dem Stande der Monate November und Oktober. Der gesamte Ausfuhrrückgang von 91 Millionen Mark entsällt mit 78 Millionen auf Fertigwaren und mit 8 bzw. 5 Millio- nen auf Lebensmittel und Rohstoffe. Maschinen wurden 16,2, Eisen- waren- und Walzwerkserzeugniffe 7,6, elektrotechnische Erzeugnisse 6,3 Millionen weniger exportiert, während die Textilserttgwaren- ausfuhr eine leichte Zunahme erkennen läßt. Die Erhöhung des Einfuhrüberschusses gegenüber dem Monat Dezember ist trotz ihrer Größe durch die Ungenauigkeit der Wert- erfassung geringer, als sie scheint. Abgesehen davon und den Saison- Momenten ist auf die starten Schwankungen zu achten, die seit August festzustellen waren. August, September und Dezember brachten be- trächttiche Rückgänge(138,51 bzw. 77 Millionen), Oktober. November und Januar brachten dagegen mit 43,96 bzw. 204 Millionen Der- größcrungcn des Einsuhrüberschusses. Es wird sich also sehr schwer darüber etwas sagen lassen, wie in den kommenden Monaten die Außenhandelsbilanz sich entwickelt. Als Maßstab für Richtung und Wert der Wirfichaftskonjunktur darf man die von sehr vielen Zu» fälligkeiten abhängigen Außenhandelsziffern nicht allzu hoch ein- schätzen. Nach den Erfahrungen früherer Iabre wird allerspötestens im März der saisonmäßig« Rückgang im Warenerport aufhören, und es wird sich erst dann erkennen lassen inwieweit Moment« der allgemeinen Wirtschaftspolitik, zu denen natürlich auch die Politik der Auslandsanleihen und der industriellen Monopol« gehört, auf den deutschen Außenhandel ein« besonder« Wirkung ausgeübt haben und ausüben. Ueber �Konjunktur, Arbeiterklasse und sozialistische wirttchasls- Politik" spricht am kommenden Sonnabend, dem 25. Februar, 195? Uhr, nn großen Saal des ehemalige» Herrenhauses, Leipziger Straß« 3, im Rahmen der Freien sozialistischen Hochschul« Genosse Fritz Napbtali. Karten zum Preise von 50 Pf. in der Puchhandluna S.S.«. Dietz. Lindcnstraße 2, und q» der Abendtasse. Die Arbeiterbank dehnt sich aus« Beteiligung an einer Hypothekenbank. Wie wir erfahren, hat die Bank für Arbeiter, Angestellte und Beamte A.-G. an der Hannoverschen Bodenkreditbank A.-G. in Hildes heim durch käuflichen Erwerb eines größeren Aktienpostens beteiligt und dadurch die enger« Zusammenarbeit mit einem Hypotheken- und Pfandbriefinstitut sich gesichert. Die Arbeiterbank wird demnächst auch im Aufsichtsrat der Hannoverschen Bodenkreditbank A.-G. vertreten sein: aus der anderen Seit« werden aber auch die vier privaten Bankhäuser, die bisher Großaktionärs waren, im Aufsichtsrat vertreten bleiben. Das Jahr 1927 war für die Hildesheimer Bank wieder sehr günstig. Es wird für 1927, ob- wohl das Kapital im Juni des vergangenen Jahres von 1B auf 3.6 Milliarden Mark erhöht worden fit, wieder eine Dwidende von 12 Prozent verteilt werden. Diese neue Verbindung der Arbeiterbank wird dieser bei der rentablen Verwendung auch der Spareinlagen ein« wertvolle Hilfe sein und es vor allem ermöglichen, den S i e d l u n g s- und Wohnungsbau noch mehr zu fördern als bisher. Darüber hinaus ist es durchaus zu begrüßen, daß Gelder der Arbeiterschaft, abgesehen von der sicheren und kostensparenden Anlage, auch auf dem Wege der Beteiligung an Privatbanken stärker als bisher u n° mittelbar Zwecken zugeführt werden, die, wie beim Siedlungs- und Wohnungsbau, Interessen der breiten Massen betreffen. Schwarzmalerei umsonst! Erheblich besserer Weltmarkt für die Eisenindustrie. Auf der Tagung des Langnamenoereins, der dl« privat- tapitolfitischen Interessen von Rhein und Ruhr wahrnimmt, haben kürzlich die Obermacher der Schwerindustrie, wie es in die Politik der Montanherren paßt, wieder schwarz in schwarz gemalt. Geht es um fozialpolitfiche Kämpf« wie jetzt und bald wieber, dann liegt den Herren nicht viel an der Wahrheit. Jedenfalls ist seit einiger Zeit auf den Welteisenmärkten eine sehr gute Preis« konjunktur eingetreten. Der Stobefienpreis ist gegenüber dem Herbst vergangenen Jahres um 12 Mark die Tonne ge, stiegen, so daß die Eisenindustrie mit erhöhten Erlösen aus dem Eifenexport rechnen kann. Natürlich profitiert davon auch der Berg- bau, der in der Regel mit den Hütten- und Walzwerken kombiniert ist.' Diese Veränderung des Welteisenmarktes verringert auch den, von den westlichen Montanherren immer so stark betonten Doesprung der eisenerzeugenden ehemaligen Inflationsländer, so daß auch hier die Eisenherren mit ihrem ohnehin unberechtigten Jammern einige Löche zurückstecken dürfen. Autoreifen gute Gewinne. Kapitalbedarf und Geschästsausdehaung. Bei dem starken Bedarf der Automobil- und Fahrradwerke hat auch die Bereifungsindustrie im letzten Jahr eine gute Zeit gehabt. So weist eins der größten westdeutschen Gummiunter- nehmen, die Peters Union A.-G. in FMnkftirt a. Main in ihrem Geschäftsbericht auf die sehr groß« Aufnahmefähigkeit des Inlands Marktes trotz verstärkten Angebotes hin. Auch das Auslandsgeschäft konnte sich im Verhältnis zum Gesamtunfiatz auf feiner bisherigen Höhe beliaupten. obwohl sich vielfach die hohen Zollschranken, insbesondere aber der unvermittelt festgesefltc eng- tische Zoll von 3316 Proz. auf Bereifungen aller Art als sehr hemmend erwiesest" Zur Abzahlung von Bank- und Hypotltekefischuiden und.zur Finanzierung der erweiterten Produktion hat die Gesellschaft außer einer iieuaufgenommeneii Hollandanleih« von 4,2 Millionen Mark auch noch das Aktienkapital von 6 Millionen auf 9 Millionen Mors erhöht. Da sich der Reingewinn trotz wesentlich erhöhter Abschreibungen um nind 100 000 M. aus 1,1 Millionen Mark erhöht hat, wird auch auf das erhöhte Kapital die Vorjahrsdioidende von 8 Proz. gezahlt. Wie die Bilanz zeigt, ist ein Teil der neuen Mittel zum Ausbau der Betriebe verwendet worden. Außer einigen kleineren Zugängen auf Grundstücke und Gebäude sind ollein iür 709 000 M. neue Maschinen angeschafft worden. Durch den Zufluß neuer Kapitalien ist die Finanzlage trotz der Beanspruchung der Betriebsmittel aus dem erweiterten Geschäft sehr gut. Die Forderungen, unter denen sich zweifellos erheblickje Bankguthaben befinden, sind von 5,5 Millionen auf 8,8 Millionen Mark ge stiegen, dagegen sind Wechsel-, Bank- und Warenschulden von 5,7 Millionen aus 4,2 Millionen Mark gesunken. Im laufenden Jahr wird sich aber erst die Umstellung der Betriebe und die Erweiterung der Produktion voll auswirken. s Bilanz des Berliner Wohnungsbaues-1922. Gegen 1926 ein Zugang von 54,3 Prozent. Aus den Mitteilungen des Statistischen Amts der Stadt Berlin entnehmen wir, daß im Jahre 1927: 19 571 Wohnungen neu erstellt worden sind. Das bedeutet gegenüber dem Jahre 1926 mit 14 57« neuen Wohnungen einen Zugang von 34,5 Prozent. Der Anteil der Kleinwohnungen(mit vier Wohnräumen einschl. Küche und Kammer) ist von 65,6 auf 71,4 Prozent gestiegen. Die höchste Ziffer neuer Wohnungen verzeichnet der Bezirk Reinickendorf mit 2694, während in Steglitz, Neukölln, Tempelhof. Wilmersdorf. Lichtenberg, Pankow, Spandau, Schöneberg, Köpenick und Zehlen- dorf zwischen 1774 und 1032 Wohnungen neu zugingen. Wenn der Abgang durch Häuscrabbrüche berücksichtigt wird, ergibt sich ein Rcinzugang von 19 801 Wohnungen gegenüber 14 748 im Jahre 1926. 3n der dritten Februarwoche hat sich die Loge des Arbeits» Marktes im Deutschen Reich weiter gebessert. Abgesehen von der stärkeren Beschäftigung bei den Außenberusen haben die chemische Industrie und die Textilindustrie noch immer einen günstigen Arbeits» mavki. Die Wirkwaren, und die Kunslseidenindusirie find sogar sehr stark beschäftigt. Soweit in der Textilindustrie ein« Verringerung der Beschäftigung zu verzeichnen war. dürste das mit der erhöhten Arbeitslosigkeit der letzten Monate zusammenhängen. Im Metall- gewerbe war eine Abschwächung des Beschäftigungsgrades zu verzeichnen. Eine Viertelmilliarde Ivarenhausumsatz. Wie die Rudolf Karstadt A.-G. in Hamburg mitteilt, hat das Jahr 1927 steigende Gewinne mit sich gebracht, so daß auch auf das erhöhte Aktienkapital von 51 Mill. Mark etwa 12 Proz. Dividende gezahlt weiden könmen. Der Umsatz stieg von 175 auf 245 Mill. Mark, also um 40 Proz. Das Geschäft im neuen Jahr hat sich bisher wctleihin günstig entwickelt. altbewährt bei Stoffwechsel- •krankheiten (Gicht, Diabetes, Fettsucht, Blutarmut und Rachitis) fachioger Versau data U«, Bartta SW II. Str. Ms. T.Utzow StStySI. flr. 89* 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 22. Februar 1928 Aus der Partei. Brandenburger Bezirksparteitag. Der BBVksausichuß kxnift hiermit auf Grund des Z 27 des Bezirksitaiute.den diesjährigen OrömUitfKH Zezirkspaitettag zum 24 und 21 INär, 192S nn.-h Verlin, Lavdtog, Prin�Albrecht-Str. 5, Saal 12, ein. Die Ta- aung beginnt ayi Sonnabend, den 24. März, pünktlich abends 6 U hr. Die vorläiifigt» Tagesordnung ist folgende: 1. Geschäftsbericht. Verichrerftatter: Milhel�m K'rüger, Richard Schmidt. Anna Matfchke. 2. Dj-r bevorstehende Wahlkamps. R-jerent: Ernst ch e j l m a n n, M. d. L. Z. Ausstellung der Kandidaten zum Reichs- und Landtag. 4 Wahl der Delegierten zum Reichspartei. tag. 5. Wahl von zwei weiblichen Mitgliedern zum Zentrolvor- stand. 6. Anträge, soweit sie durch die vorstehende Tagesordnung nicht erledigt sind. Die Wahl der Delegierter erfolgt entsprechend den Bestimrnun- aen des Z 31 des Bezirkssiatuts aus den Unterbezirkstagen. Es wählen Unterbezirke bis zu 1000 Mitgliedern 3 Delegierte, über 1000 bis 2000 Mitglieder 4 Delegierte, für jedes weitere ongefan- gcne Tausend 1 Delegierten, wenn die Zahl der Mitglieder im an- gcsangenen Tausend 2S0 übersteigt, bis zur HSchstzohl von 8 Dele- gierten. Des weiteren nehmen am Bezirkstag teil die im Bezirks- verband gewählten Reichs- und Landtagsab geordneten, die Mit- glieder des Bezirksvorstandes und die Sekretäre der Unterbezirke, je 1 Vertreter der in der Provinz erscheinenden Parteizeitungen und die Vertreter der Provinziallandtogsfraktionen. Wir fordern die Ortsvereine auf, in ihren Mitglied ervcrsamm- hingen zur Tagesordnung des Bezirksparteitages Stellung zu nehmen und Anträge an den Bezirkspartestag bis spätestens 17. März an den Unterzeichneten einzureichen. Soweit Delegierte Nachtquartier wünschen, muh die Meldung bis spätestens 19. März beim Bezirkssekretariat eingegangen sein. Der Bezirksaussthuh. I.A.: Wilhelm Krüger. SüMcBtamgea fftz diel« SabrU fimb Berti» SB«. üiatettjtrofc« t, Ott» aa da»«eztrklrtret-ri»» 2. Hof,: Step, recht», z» richte». A 4. Jtrti» Pee«,l»«r«erg. Kreit«g, 24. Kebr»»«, 1» llhr, i» de» Ml tasmo-Zeltläten, Bapptltlte 15, a«i»»eiteeter»etlamml»»g. Jahre». r be eicht, Sieuwahlea. iltle Delegierte» aliisie» de stimmt Ulk Stelle sei».(, ' i: t r l t jdaS i— j f l-r t u s- 5. greis Friedrichahai». Dannerstag, 25. Kebrnar, l» Uhr, in den Tsmenius- lairn, Mcineler Ltr. 57. Kreisvarftandsflgung mit sämtlichen Aitellunzs- lelleru. .geei»»r«»,herg. tlreiamieteranrsch»�: Donnerstag, 23. g-bm-ar, pünktlich IS Uhr. im Saal 5 de» Gewerkschaft�auses. Engeloler 24125, mlchtigc 3ii! tag. Doge�ordnnng: t. Bericht. 2. Wahlen. greif llharlottendneq. Die Krüftlinqniugendweibe findet am Sonntag. Nart, im Etaatlichrn Schillertheatcr jiatt. Der Borbereitungsiinter- r-cht findet irden Donnerstag von 15 bis 15 Ubr in der Weltlichen Schule Veftaloluiftr. 40 durch den Genossen Lehrer Atlias statt. Anmeldungen dortfelbi ». geei» S>lmcr»dsrf. Donnerstag, 2z. Kebrnar, 2» Uhr, im d »iktaeiaaerten, Wilhelm»«« 1t?»4. grelshelegiertenoersammluag. f 1 SeneMebnana: Jahrefdericht, Wahl des ttrrifnoeftande» nsw. Er lAtiacn ist Pflicht. Die«inladnngflart» ist«t« Anameia aUtzudringe». H •' ri? 11. llrel« Schineterg�sfledenan. Deute, Mittwoch. 22. Februar, 17«, Uhr, Frallionfüturng mit den Bürgerdeoutierten im ZIathau», Zimmer 14Z. 14. streif Neistöll». Btldnirgf-Nfschnh! Donnerstag. 23. Februar, IS'.: Uhr, Sigung im Partcidureao Neekarstr. 3. •t.* r»rrif lirrw�-t- 6. VH? ei -i 15. greif XBpenUL Freit» g. 24. Februar, ist, 8hr, im Stadttheater, Friedrich»». 5, kleiner Saal, greifoeetreterverfammlnnq.«ortrag:.Die f!q palitisch« Sagt." Refrrent Mar Wrftphai.»enwahl de, greif. Kl lZ nar stände». Um oalliählige» erscheinen der Delegirrt«»»od der sau- W stigen demchtigte» Venasse» wird gebete». heute. Mittwoch. 22. Februar: rent Lehrer heiraismahlen. Wir erwarten nolljahlioes Erscheinen. .«dt. Ist's. Uhr Zahsabend«. Blafiynfri. kastanienalle« 54. Dolirohlaw Äninemünder Str. u. Deblisl. Rhctnfderger ötr. 37. Redman», Rhein» 33.«dt. tat und 57. hi, 73.«dt. Morgen. Donnerstag. 23. Februar: ilmerfdoriKchmargendors. Achtung! Siehe greisnachrichten. !. 25 Uhr. Weibeoersammlnng für die Weltliche lla Britzer Str. 17/13. Vortrag:.In welche Schule Referent Lehrer Fa»si. Freie Anfiprach« über 44.««. Freitag. 24. Tchvlt in der schick» ich«ei» giad?' Resereat Lehrer Faust. alle Schul- und Ergiehmigfsrogen. berget Str. 43. Freitag, den 24, Februar. 19 Uhr(7lI2 Uhr abends), im gr. Plenarsaal des Reichswirtschaftsrates. Rellevuestrage IS: Kommunale Konferenz aller kommmialpoliMch tätigen Partei- mllglleder.•/ Lichtbildervortrag über „Die Entwicklung der Berliner städt. EleRnzitStswerke 1924-4927" Bortragender: Genoffe vr. lax. Majerczik. Einladungen hierzu find ergangen. Da» tiommuaole Sekretariat. Frauen Veranstaltungen. 5. geri» Friedrichfhai». Freitag, 24. Fehruar, IstZj Uhr, in den Tomenillfsälen, Memeler Str. 57, Lichtbiloervartrag:.Di« Mode im Sandel der Iahrhundertr." Vortragende: Seiwssin Lartig. Eintritt 20 Pf. Um rege Beteiligung wird ersucht. ZZ./3Z. Abt. Achtung, venossinnen! Wir beteiligeu uns Lichtbildervortrag.Die Mode im Wandel der Iahrhu 24. Februar, 19',: Uhr, in den Evmeniussillen, Mcmel 54. gebeten. RastAln. 92.«dt leschlosse» an dem .,-rte" am Freitag. emeler Str. 57. bruch. Ecke 22. Februar, Istc» Donnerstag, 25. Februar, Besuch der Zill«.Ausstellung im n Museum in der Nähe der I Iomwwitzbvllcke. Treffpunkt 9H —' t«. Mitt� Vortrag der ____________________________________ Ja?« lim reg« Beteiligung wird gebeten.— st«./97.«dt. Sonnabend, 2ö. Fe. bnuar, ltza Uhr, BestchÜgung des Gefundheitsbanses greutzberg. Treff- vunlt 1414 Uhr vor dem Gesundheit-chaus Am Urban lv/U. Die Bezeichnung.F r a u e n s ch! ck s o l e" für die Nachmittags- Veranstaltung klingt zu pathetisch, besonders wenn man beachtet, dag die vorgetragenen Dichtungen wenig mit dem Schicksal zu tun habe». Dazu eine merkwürdige Zusammensetzung. Die Gedichte von Peter Hille. Storni und Hesse vertragen mm gar nicht die Derkoppelung mit der schwachen u'.ch veraitetsn Novelle ..Das Liebesnest* von Richard Boß. Novellen von dieser lächer- lichen Art und dazu noch von dieser durchaus traditionellen Form sollte der Rundfunk aus seinem Repertoire streichen. Der pein- kickse Eindruck wird auch nicht durch den Vortrag der Ilse Stapff ausgelöscht. Ilse Stapff verfügt über eine ausdrucksstarke, be- seelte und in ollen Logen schön klingende Stimme und ihr Dortrag durchbricht nie die epische Linie, auch wenn sie dramatisch akzen- wiert wird.—„Aus dem Leben de r höheren Schule* heißt ein neuer Vortragszyklus, der in erster Linie für die Eltern berechnet ist. Der Zyklus soll Aufklärungsarbeit leisten, soll ein Bild von dem Aufbau der höheren Lehranstalten geben, von dem Lehrstoff, von den Prinzipien und von der Art des Unterrichts. Vielleicht ist dieser Zyklus auf Angriffe hin entstanden, die anläßlich des Krantz-Prozesies und anderer Affären gegen die höheren Lehranstalten gerichtet wurden. Vorläufig wirkt jedenfalls die De- hauptung des Studienrats Monzel beruhigend, daß auch die hö- Heren Lehranstalten nicht mehr den Akzent auf die Anhäufung des bloßen Wissens legen, sondern auf die Ausbildung der Gesamt- perjönlichleit des Schülers. Noch beruhigender klingt die Behauptung, daß diese Institute keine sozialen, politischen oder religiösen Unterschiede kennen. Manchmal mag diese Behauptung zutreffen, aber sie kann kaum verallgemeinert werden.— Und abends gibt es Foschiugsball. F. S. 153. Abt. vberfchöneweide. Heute, Mittwoch, 22. Februar, iszz Uhr. bei Winkler, Wilhelminenhofstr. Sä. Lichtbildervortrag. Vortragender: Genosse Birnbaum. Anschließend gemütliche» Beisammensein. Um rege Beteiii-. aung wirb gebeten. 105. Abt. Johanniathal. Heute, Mittwoch, 22. Februar, Ist?, Uhr. bei Botba, Etüden rauchstr. 12/18, Bortrag der Genossin Else Scheibenhuber über:.Die Frau im Ehcrccht.'- Bezirksausschuh für Zlrbeikerwohlfohrt: 2. greif Tierg Ech-Mer, rentner n retcke Veteillgunq wird gebeten. 4. greif Prenzlauer«erg. Donnerstag, 23. Februar, 1914 Uhr, im Alierohetne Danziaer Str. 62. Schul schütz." Referentin Gen, und Genossen find herztidist eingeladen. 12. greis Steglitz. Freitag, 24. Februar, 20 Uhr pünktlich, im Rathaus Steglitz. Vortrags» und Ausspracheabend Über„Ausbau und Ausgaben der Wohl- fahrtsämter". Referent Genosse Stadtrat Oppei. All« Genossinnen u.-.s Genossen sind herzlichst eingeladen. 13. greif Tempelhos. Freitag. 24. Februar, pünktlich 20 Uhr, im Degirksawi Tempelhof Echulungskursu». Thema:.Schutzaufsicht und Fürsorgeerziehung als Massnahmen der GefLhrdetenfürsorge/- Referentin Genossin Dr. L. Morgenstern. All- Genossinnen und Genossen sind herzlichst ein. geladen. 15.»reif Pankow, ssreltag. 24. Februar. 1»'4 Uhr, im Lokal Wever, Tür. kikchef Seit, Pankow. Breite Str. 14, Vortrags- und Ausspracheabend über:„griegsbeschädigten. und Hinterbliebenenversoranng." Rcserent G-» nosie Hellmut Lehmann(Reichsbund der griegsbeschädigten). Um zahl- reiche Beteiligung wird gebeten. Zungsozialisten. Danzig'er Str. 52. Schulnngslursus. Thema: �Kinderarbeit und Jugend. m.,.«, Zieserentin Genossin Gertrud Hanna, M. d. L. Alle Genossinnen ______________ Jahrhundert» j I Ulit." Referent Studienrat Erwin Marquardt.— Gruppe Reulolla 11$ Heute, Mittwoch, 20 Uhr, im Heim Bergstr. 29. Zimmer 10, Fortsetzung der Debatte Über:„Preusicnpolitik." Referent Stto Meier, R. d. L. Kinderfreunde Grotz-Verlm. «chtu»g! Freitag, 24. Februar, 20 Uhr, in der Geschäftsstelle Sitzung de» engeren Lorstandes. Sozialistische Arbeiterjugead Groß« Verlin «asendmigen für diese Iwbril nur a» da« Fagmdsetresarlai, Deelw«W«3, AIndenssraze i Waaderleiterlansere», Jugendheim Linden str. 4..Geologie der Rark.-- Referent Schuhhos«. garten zn« Jack-Lanban-Abend sind im Sekretariat erhältlich, garten und Feftnadeln zum Dortmunder Zugendtag sind eingetroffen. heute, Mittwoch, 22. Februar, 1914 Ahr: Sedding: Jugendheim Lee. Ecke Turiner Straße. Diskussion:»Unsere Generalversammlung."— Kohenschiinhanse«: Jugendheim Freienwalder Str. 5 5. .Die Rot« Feldpost.— Rosentbaler Vorstadt: Jugendheim Gipsstr. 23z..Di« Zugendbewegung in den anderen Ländern."— Friedeichfhai»: Jugendheim Dieftelmevcrstr. 5/6.„Erste Hilfe bei Unglücksfällen."— Peterfbnrgcr Viertel: Jugendheim Edertystr. 12. Parteiveranstaltung.— Reichenberger Viertel: Literarischer Abend sUpton Einelair).— Südwesten: Zugendheim Porckstr. 11. Wichtige Funktionärlonsuenz. Morgen kein Heiinabend, sondern Besuch des Filmabends„Seekamp" der ginderfreunde im Sitzungssaal des Vezirksamtes greuzderg. Eintritt 20 Pf.— Spandau: Jugendheim Lindeuuker 1.„Theodor Fontane.— Wauusee: Jugendheim Schule Charlottenstraße. Aussprache über: .Berufsschule."— Falkenberg: Jugendheim Am Fallcnbera 117. Aussprache libcr:.Arbeitspapiere."—«anlfdaef: Zugcndhcnn Adolsstraße..Die Eni. stehnng des Christentums."— Lichteuberg-Mitte: Zugendheim Echaenweber» straße 28.„Bub und Mädel."— Zlev-Lickstenberg: Zugeirdheim Heußerstrasie. .Angnst Bebel."— Lichtenberg-Rord: Zugendheim Dosscstr. 22. Glaßbrenner. Abend.— Knmannplatz: Jugendheim Eberswalder Str. 15..Forderungen der '''— Lichtende~ arbeitenden Jugend West: Schaenweberstr. 28.„Bursche und : Danziger Sit. 02. Fort. 41* VI: Jugendheim Berl,. Mädel in der Arbeiterjugend."— Prenzlauer Vera: setzung der Berufsschularbeitsgemrinschast.— Rculöl stkäße. FnnktioNSrsitzhng.____'_________• Vorträge, Vereine und Versammlungen. Relchsbaaner„Schwarz-Rol-Gold*. Geschäftsstelle: Serlln E. 14. S-basiianstu. 37/Z8. Hof? Tr. Bernau: Mi., d. 22.. Uebungsabenb fällt aus. Dafür 19--, Uhr Antreten zum Fackelzug beim Kameraden Rodisch. Pflichtverankwi- tung für aktive und passive Kameraden und die Ortsvercine Ladeburg. Bär. MM im Usa- Palast am Zoo. Vi« evtsetzliches Verbrechen bei einer Wohltättgkeltsvorstellimq konnte darch da» tatkräfttg« Eingreifen eine» bekannte» Detektivs vereitelt werde». Dieser hielt die wilden Tiere, die von dem be- rnchtigte» Verbrecher Ars»»« Dnpi» ans die entseßtea Zuschauer gehetzt wnrden, so lang« zurück, bis dos Theater geleert und der Verbrecher verhaftet war. Der Detektiv war kein anderer als der berühmte Senfationsdarsteller Sarry Piel. Diese ansregevde» Vorgänge find vor«in Ausscknitt aus dem neaeu Sarry-Piel-Film der Ufa,„P a n i k". der ab Donnerstag, de» SS. d. M., im Ufa- Palast am Zoo läuft. nicke unk Ztiuigental.— XonamUa, Zt. ffelcau. RttOSn-ftrt»: Sungkemsee 20 Uhr SBcrbcübeni btt t(f>utfpomSt«lIang in btt Walter-i" «»dbinstraße. Teilnechwe der älteren AaMeraben erwünsl. W neiiß Aomerabschaften: AI Uhr Gruppen, unk Aamerndscha'tsMrrrsitzuna ffiefdintnorftanb bei Ewald Sciple, Kronprinzen. Ecke Scharnweberstraße. w. »ich« Hain: Antreten sämtlicher Kameraden in Bannerlleidnna 17� Uhr in ibren«ameradschaftslviaren. Kameradschaft BUschlng 20 Uhr Bsockführeriihung bei Bcnsch, Wederstr. 15.— Freitag. 24. Februar. Reulälln. Britz: Z. Kamerad. schaft Turnabend 20 Uhr Turnballe Marrendorfer Bea 69/70. Köpenick: Bon l'J bis 21 Ubr Sportäbcr.d in der Turn hake Köpenick, Amtottrahe. Lichtenberg: ilameradichaft Travcplatz 20 Uhr Monatsperfamwlung. Bortrag des Kamera- den Schlicht. Erscheinen PsNcht. RnsUtorps„Zirichabanner Benlölln". Sonntag. Iii. Februar, 17 Uhr. findet —.n...............», Mufivorp,»Reichs. MuflNorp». Konzert- «i�viw�tzTOiine« y;xa-uiuu. i�uii________... Pafiage-Säle. Bergstr. 151/152. das Grllndungskonzert des JHujiflorp»»Reichs- danner NeulWn" statt. Mitwirkend«: Das 18 Mann ste sängerin Herta Eicke, das Berliner Ulk. Trio, verftörkte, 1« Uhr. Anfang 17 Uhr. Eintritt einschl. Tanz und Steuer 1 ckter. Einlast deutsch«, Monistenbund.. hes Ministerialrat« H. Freund der Lchuiaula Ehgrlottendurg logie des �ozinlidmus." Arbeiter. Abstinentenbuud. Bezirk Kreuzberg: Mittwoch. 22. Februar. 19"" Uhr, im Gesundheitsbaus Am Urban 10/11, im Didliothekszimmer, Bor. trog des Genossen Dr. I. Rosendaum:„Der Alkohol als gesellschaftlicher Schädling." Freie Hochschule. Mihwoch. SS. Februar. 20 Uhr, Prinz. Lonio-Ferdinand. Strage z I. Speisebaus. Schriftsteller Goebel Snrlitison, Thema:»Der Kultur. uzert der Märchen." Gaste willkommen. �_____ Ort«»«reli BetTt«. Donuarodag. ZU. Ssnat, im Übt, IMandslr. 9, Bortrag mit Dioiussion: Esperanto, die Welthilss. spräche.— Zugeadgrupp« Osten: Freitag, 24. Februar. liHH Uhr. Sostlerstr. 61. „Die Frau in der sozialistischen Gesellstbast." Rrferenttn Genossin EU« Beck. — Zngendgrnpp« Süden: Freitag. 24. Februar. 19sh Uhr, Neukölln, Schierke. straste 44.»Probleme des Marxismus._. Freidenleraoll»hochschul« Berlin. Donnerstag, 28. Februar, im Uhr. A-r-nisches Snmnaswm. Berlin EW. Hallesche Str. 26 u.,: Lothringer Str. 37. Die spanische Fliege. AuMCfaneidea! Gutsdieln 1—» Pers. Fauteull nur 1,10 M„ Sessel nur 1,60 M. Volksbühne Tb. im Sdliffltmniimm I 8 Uhr; Schieber des Kahms Theater am Slllowiilafi 8 Uhr LlMMW ilcjlliitQoioCarossa Hieatsr ilesWeäeiu Täglich 8'/, Uhr: Kfinmuaiueos letzte uebe Wir), Hoffmann, •loian, Gl»,, Albu 1l ii Uniralipalitt Tägl. 8'/, Uhr mum RETDE „WanDQndwo!" Komische Ja1/, Ohr Oper l'/ä0hr| jjames Klein'sl gewaltiges neues R«vue>StUck: Zieh' didi aus! zoo mnrtrtieaöe. Varverkaul ab 10 Uhr ununterbrochen. tenaissance- Theater Steinplatz 901. 8.iü uho Coeur Bube. Freddy Rieh m. seinen I« unerreicht. KOnetlem Hierzu das rrcBo Varietä-Prosr. 81 MÄiÄ Nolleadorf 7360. lAlbertina Rasclt-ßirls! im Pahman des groben Variete-Programms! Theater am Kottbusser Tor Kotlbaxer StraSe 6. Täglich 8 Uhr Elite- Sänger Feernr in festsr Fem! Jeden Soanue aaebni. 3 Ubr: finUM) FamiUea•Vsntelliuift (ungekürzt). vo'ksor 6.40. 0.75. I.—.1,35.1 JQ. 1.73 Mk Arnold Scholz, tlaeenbeldt I0&II4 TS gl 1 c ht mmm] tat den liayr* Alpen 7 Kapellen /Nene Dekorationen 30 bayr. Madeln. Dommtap: fir. Sdtweiiitsdiladtni. SMÄUMM Korden 12310 Abocnementsbaro: Korden 70138—39, 10185 6", U, Ende nach 10 Zwfilftaasend von Bruno Frank Kammerspiele Norden 12310 �/chO, Ende 10 Ubr Findsn Sit, daS [oiislaBct sidi riditis, vttltälf? Die Komödie Bismarck 2414/7516 8", U. Ende 10«/, U. Marcel Fradelin (Der Eunuch) Bitiioer Tkeattr Direktion Kuhnert taäHmh.N'9I.IBee.l7t 8", Uhr Max Adalbert als Der Herr von. Ooaamtafl. z» Robeaao. aa�a,. »>/. Atze, la, Cokat»»» Cdmauu Blaokaaoe SU. 11: sc Versammlung'on der Ladeapp«rate-Slewp»«r. Tageoordnuug: l. piscalordkime ldezi. l tilludorfelili Kurfllrst 2091/93 Anf.8, Endegcgll Die Abeuiener de» brarrn Soldaten Sd>ve]k mit in Pilleiherg lau. Enrii Pisator BmmtHftan Th.lC8Bl«Täti.St. Bergm-Zlia 8", Uhr Flucht a. Mi Stlretrfhi >ak: TktvBmantY s. Klaffe 30. Pieichiich'ESddeittlch« SUoRen.Eetterk. Oboe Gewähr Nachdruck verbot«» Zluf jed« ge,vge»e Nwmrn« pich gelalle». u»d»war i« einer aus die in de» beide» . b«de gleicher Abteilungen 1 ach U (SetphnM 9tama« 11. Zichlwgstag 20. Februar 1928 ön der Nachmtttagszichmig wurden Gewlooe über ISO M. gezogen s Wewin». M 8000 SS. S0284 181447 SZS88S - IS G-Win«» 3000 OL 122 BS 38123 38392 73066 262889 274627 304437 361981 366456 14•eubqwa« 2000 OL 689 30680 102686 137081 198301 321742 p: 1000«. 2928 16201 18691 44676 66826 81364 84426 93120 93800»8233 101673 100448 116248 170283«71899 178326 201403 279887 341376 357497 84•armm« m 600« 3318 18429 21329 27926 33728 34103 34668 36381 64839 56072 69663 76253 130421 189053 145168 172627 176649 162800 189393 268000 272373 281486 285091 294731 303449 350476 332664 334357 337900 359305 382773 963606____ 214«ewin», ,» 300 W. 6271 21667 22364 22810 23768 27669 28684 28841 29030 31226 36205 35397»4707 47031 S3346 53541 63795 69141 831 04 88266 73356 74667 77633 64936 65460 86955 87292 98499 103638 107103 107776 107994 109762 111843 1I47I3 116168 128177 129666 130980 143208 162788 164061 165016 166018166599 168910 172140 172786 1742S2 174789 178994 181488 181672 184491 186064 193512 203058 204004 213800 216418 220089 223010226388 227948 240022 240991 241011 255660 268036 266868 271738 273314 274181 281168 285647 286254 291480 21 300326 300616 301530 304867 306397 31 323366 326485 326886 327002 331»69 334981 347147 347380 347711 353232 364610 371869 372177 IlL. Ziehungstag Sl. ßebruar 19LZ In der Boroüttagsziebung wurden Gewinne über ISO ist. gezogen 2«awiou, in 6000 W. 1496. 12 Gewinn« p, 3000 W. 77860 121543139162161280 24162? 346078 8®etotnn«|a 2000«. 11404 138766 140504 162087 --- 000« 3018 11083 34797 72134 90383 102238 . 299795 2 319287 341991 KomMieahaiu Korden 63W. S.15—I0.40 Uhr Boknspokns von Curt Götz Wie gesagt,! gnädige Krau, ich bin erstaunt, daß Sil, Henkels Äleichmiiiebselbst die hartnackigsten Flecken so rasch entfemt. Ich freue mich, dieses ausgezeichnete Äleich. mittel, das die Wasche gar nicht angreist, kennengelernt zu haben. Es stimmt: \3um ßißicbim- , oßnßQlßicßGn! Walbaila-Th Weinbergsweg 19/20 Täglich PI, Uhr: Das IltistelgEüiiartler Schwank in.1 Akten figaflide ktini latriitl Vorzeiger dieses zahlen für Parkett auch Sonntags statt Mk. nur 60 Pt. Sonntag nehm. 4 U. Dornröschen Parkett r. 3» Pf. an. Lnstepielbans SV, Uhr Golde Thielscher Jrter Cßdiäflsaufsidif Netropol-Tb. Nur nodi zwei Ttjel Uhr Freitag>,,l Uhr Premiere Der Graf von Luxemburg Sah. Htdir, Stpstut. lirhki). Rilpk Jrlir F.tMrli Kill. Pnli . jlhwen�ttiB Ots. Künstler- Tb. 8 Uhr ejvdync" Lessing.Tbeaier 8 Uhr II l»r........... Kleina Theater Täglich SV,. Uhr Erika GlS�ner Ii Gretchen Fflr lugendliche nicht geeignet TägL 8>1« Uhr Wiederauftreten d. Rundfunktenors Franz Baumann in der Operette Frliiig am Rhein Uiriirci am Zco f trüig. iMdisnihiier Sink Noll. 1578 18'/, und 21 Uhr Der Sternbimmel der Heimat 18 Uhr Reise z. Aequator 19'/, Uhr Im Belebe der Hillerniebtssonoe Eintritt 0,50 M. Klrdir««!. IS itdinö.!! tz. Rose-Theater Gr. Prankt-Str. 132. P/t Uhr Der Pterrer von Klrdtleld Tnalia-Theater Dresdnerstr. 72,73 8 L: Das Kamel Ol ladalühr durdidasHa Reichshallen•Theater 8 Ubr, Sonnig. nachm.! Uhr. Stettiner Sänger „Rottes Voebenende" | nachm. halbe Preise. Ottnhoff• Brett'i: 25. Februar: 1000. Falkner- Kontert. Achtung! Gänse-Verkauf 1 in der Zentral-Markthalle Reibe I u. II, Eingang Gontardsfr. VeranlaBt durch die nicht aufhörende Kachfrage stelle Ich wieder einen, den 10. Wagen an Privatleute, Pfund von 55 Pfennig an(unter FriedensprcU). zum Verkauf. Verkauf Mittwoch and Oonnerotac von 8—1 und 5—7 Uhr. B. llnwUh!. Metallbetten 12-« Kchlafchaiselongaes 26— Piüschsofas 50 M.. Ratenzahlung (!2ÄhP Berlin, Pappelallee 12 vfaf Ell PankoWjSchmldtstrl Der gme Kapil&n" ttaulaöaH ssr 1 4. RUcker, Berlin Uchtenberger StraSe 22. Kgsll ZSbl zur»iiabigua» reo snmteuartfe. 2. Di» UffiML Da» Erscheinen Aus sehen Kollegen ist Pflicht. Achlung! VkDhtükbÄtkf �chkhNd! Schlafzimmer. 150 breit, dreitllrlg. schwere Auslllbrung. mit echtem Mar. mar und Spiegel 365.—, Speisezimmer, Herrenzimmer, komplett, echt Eiche. 515.—, Aurichtekllchen, stedenieilig, mit Linoleum, lästert und lackiert, 95,—. MSbel-Megazin, Znoalidenstraß« 131, Haltestelle Stettiner Bahnhof. «belegeubeit. Bllsett TS—. llmt 58,—, Nugbaum-Schreiblische mit s-tz 35.-. Kleiderschrank 1»,-. 9 Freitag,»an 24. Februar, abmba T Ahr. hn ein, nan«»»schlckger. «bolbertstr. 11: Branche» Versammlung Tageoordnuaa: 1. Bericht vde, die mit den Arbeitgebern Verhandlungen detrefi» gaunausstevertaris. ftundenregewng. Es ist undediugt notwen Kolleginnen und Kollegen 2. Ueder- bog alle einen. Freitag, kan 34. Zebra ar. abend» 6 Ahr. im varterresaal de» Oer- baakshaoses, Q intens«». 65 S5: Branchenversammlung der Bon- und Seldschrankschloffer Tageaardaang: 1. Bericht der Branchentomwisstan. 1 Stellungnahme zur Kündigung de» Maateltarifs.«.«er. Ichtedenes. Ohne Mitgliedsdnch keiu Kutrttt. Di« Kollegen werden ersucht, die Ber» faunnlung restlos zu besuchen. vi» Ortanerrnaltung. Verkäufe Beachteaaweztl Deutsches Zeppichhaus EmU Lefeor« seit 1332 nur Oranieu ttraß, 158.»einerlei Beziehungen ähnlich klingenden Firma. Man auf Bahrtpiaa»,. Prachtinstrument«, Teill. Zahlung. teilweise Mielanrechnung. Pianofabrik. Hauptstraste I, Ecke Gruni ptaloSraste.______________* Zahlung nach uns gebraucht, mit ohne Anzahlung, bekikiduniissiucki'. Wasche usw ■Barn»OMluzta wenig getragene, wie auch neue elegant« Iackettanznze, Smoking., Frackanzüge, Paletots. Gummi. Mäntel, Hosen, mr jede Figur passeud oerkaust spottbillig, sein« Lsmoardware. Leihhau, Friedrichstraß- s. am Holl- scheu Tor. i W■ Staig g-i ragen« Iack?t:an>llz«. teil» aus Seid«. 18,—. Smoktnaanzlig«, Bauch. anzllge. Taille nn:ar:-l. Pal etat», stau- nsnd billig. Gelegenheitskiaif« in neuer Herrcnaarderob«. Leihhau» Rosenthaler Tor. Lnlenftrasta»»-204. Ecke Rosen. liialerliraße.«eiue Lomdardwar». Wenl» aetraaea«»aoalieraarderad« oon Millionären Aerzten. Anwälten. Fadeshaft billig« Preis«. Smsfcbie >W»>MW»WWW>W� tataeW Lolbringfrsttostc 5«. 1 krepp«. Sofcn. thaler Platz. Möbel «aebel-Boebel, Moritzplotz. Fabrik. grbänd«, liefert aebiegene Schlafzimmer, cipcisezimmer. Herrenzimmer,»ochen. Möbel, Einzelmob,! aller Art zu nie. brigsten Brechen. Bestchttgung erbeten.' allnftigrn Fnvalid,'! Au»aahm«.AAg«b»te! zu tatsächlich lustigen Preisen nur Möbel-Magazin. �nvalidenstraß» 1.71, Haltestelle Stettiner Bahnhof.�Eiammbaus Rvgenerstraße 1.7. Polierte Schlafzimmer in Birke. Eiche. Rußbaum, Mahagoni 630,—, eichene Eß. immer. 250 breit, zerlegbar, ganz erst. Tafflg« Verarbeitung, 645,—. Möbel. Magazin. Invaliden straste IZi. Haltestelle Stettiner Bahnhof.______ Aulleidescheänk«, Nußbaum fourniert, 150 breit, aus Pianobank, dreitllrig, «rtr» Wösche.Anteiiuna und Spiege!. 128,—. Englisch« Bettstell, n. komplett, 55,—. Waschkommoden mit Marmor und Spiegel Till—. Nodittifche mit Apotheken 27,—. Mokettesafa 65,— Chaiselongue tlll-e Standuhren 88, plomaten 52,—. Vierzugtifch« 78,—. Riesenauswahl in Einzelmöbel, kam- otelti iletle Etnrjchlungin. Rrnaiffaneemöbel. oblungserlcidifctung. Möbel-Ragozin. �noalidenstraße 131, Haltestelle El ner Bahnhof Eoa 30©ctoinn# m._____________._______________ 116896 204887 969134 271791 280516 287074 334707 384066 366185 ■ 73»low.-* 600 90. 37387 49207 42489�62787 64977.76262 77088 80308 041 99 toi9Ö2J 04681 10 19 38041___ 47 323991 833909 361124 372441 124295 163423 166632 185619 1 971 71 216791�2341 39 937946 SSI407 261587 264686 26561 1 ---------- 88 984661 98 402 27321 7816 288209 290646 291201 292018 218«ewtaue» 300 M. 790 4795 6714 S887 13119 17226 19814 29402 30330 30920 37101 39491 42111 43696 48472 64336 64343 64656 57993 59099 63629 64099 71660 73366 79223 79669 82469 86803 93039 93697 95359 98222 99506 100376 103104 105332 108 165 113086 113388 114324 115113 124761 131334 139106 139101 139493 140411 140848 142734 150077 162662 157572 169322 159806166806 168490 169387 174922 179033 182593 190250 190946 201231 201859 906669 207650 213918 217466 218519 222981 226278 237337 243350 248600 249099 257397 257770 268090 270138 277776 282173 292814 292886 299726 301844 306023 306830 309351 311109 317417318808 324631 326817 326937 336436 337694 341826 346086 347488 350429 360764 360838 362918 362969 360630 365152 387692 38786S 370338 Sellen Sie MA? Millen sie II»? Wen Sie Snllenlnnle»? Fub-,Bein-, Knie, Rücken- od. Hüftschmerzen, Schwielen unter den Füßen, 4)ühneraugen, Hohl-,Schwnch-. Sent-.Flach-.Platt- fuh. friß- od. Beinoertrümmung, Gicht, Nheumn, Muskeler- schiaffung, laufenSie die Schuhe schief? so tragenSie nur mein patentiertes))t)gtcnifd)C9, in Hall Wirkung einzig«9a» stshenües FuBkorsett„Original Buge" kombiniert mit Ballenheiler(wie?lbbildung) oder ohne Ballen-___ heiler, falls keine seitlichen Bgllenknoten vorhanden sind.***""— üdtiS1 preis pro paar, je nach Ausführung und Größe, Mk. 10,— sti« Mk. 20.—. Sie aehen wieder leicht und schmerzlos und haben sofort wieder Halt in den Füßen, aarantle für Wirkung, da nur„Original Buge" die Grunderkronkung, die erschlasste gußmuskulatur, faßt, was ein« PlatFußeinlagc oder irgendein„Fußkorsett", ganz einerlei welckie» System, überhaupt gar nicht fertig bringt. Bei Bestellung durch die Post Fußlänge in Zentimetern angeben oder Fuhumriß cinsenden. Fm Falle des Richtpassens bereitwilligst Ilmtausch. Keine Binden, keine sonstigen l'ipparatc, kein größeres oder sogenaiinteü orthopädisches Schuhwerk mehr und immer eleganter Fuß und Schuh. Ich warne vor minderwertigen Nachahmungen und maurerfockenähnlichen Plagiaten meine» Origtnal-Zußkorsetts. Zv jährige Fußpraris. Fußkorfett„Original Ziuge" seit 1012. Eigene Werkstatt. Lieferant vieler Anstalten, Krankenkassen, Lersorgungsstellen usw. chaupttundenzu- wachs durch Weiterempsehlung in Aerzie-, Fach- und Patientenkreisen. Pu8«Nygiene Buge, Berlin 7(055, Greifswalder Str. 152, Ecke«uglerstr. Tel.: Alexander 7SS4 —. Umbauleu mit Aul- WMWD�DWWWWWWWWWNnk«» is�—, Kstchcn 24,—, Beilfielleu 15,— ZSaschtoi leiten mit Marmor 14.—. Möbel.Maggziu. Invalibenstrasta IN, Salteftelle Stettiuer Bahnhof.____• ehMifeloagues. Retallbetteu. Auflege- Matratzen. Patentmatratzeu. Walter. Stargarderstrazo achtz-hu. Spezial- g-schöft. W W W I Leder- Funiiindfllnizig Herrenzimmer, sosas, Lederfefscl. Klubtifckie, heral Preise, ßahlunaserleichterung. Iing. Kastanienallee" Seit hei Sehenswerte Ausstellung in mehreren Etagen. Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer in Eich« und polierten Hölzern, ßupor- kommend«, sächmännisch« Bedienung. Langjährig« Garantie. Kastanien. alle« 57. Musikinstrumente Liakpiana«. überaus preiswert. Piauo» tadrik Link. Brunnenstraße 85.• ich. Piano« neu kicher Tonfülle. eine Raten, sehr preiswert." Langjährige Sarautt«. Piano- hans�»öniggrätzerstrast« SL__• Bandonions. Lange. Ilhlig, weltb«- rühmt, ffabriklager. Fabrikpreis«. Teil« Zahlungen, kleine Anzahlung. Musik- weigel, Adalbertftraste SI.__* 9»,— monatlich, ohne Anzahlung, nur Firmenxiano»,� la ng j iü: �Garantie. Stollen- keine Bbantastepreise. dorfplatz 7(Piano- Adam). Fahrräder Fahrräder, erstklastige Markenräder, Teiizoolung. Fahrradhau» Tentruw. Linien strüß« neunzehn.___• Frei lauf räder, Ha ldsenner, Teil. hiuug 5.—� Krau», Große Frank. BEI Kaufgesuche Tinn. Blei. Thristionat, kqlbertftraße). Beiefmaekea, Münzen lauft Groß. mann, Johannisstraße 4.* Unterricht »urzlchrist, Raschineschreideli, Buchführung, Rechnen, Koerrefpondenz. Deuifch, Schönschreiben, Bucherrevisor Aulich. Seydelstraste I.(Spiltelmartt). Verschiedenes Saalbau Alprndars. Invaltdenstr. öl, Lehrter Bahnhof. Jeden Mittwoch. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Großer Ball. Tretipunkt der Stroh- Witwer. � Erftflaflige Stimmungstavellc. Eolibeisäl«, Martin. Luther. Straße 69. Mittwochs. Donnerstag», Sonnabends und Sonntags Elitedall der reiteien Jugend. Fabelhaft« neu» Saaldeloratton. .tSeltdetettio", Ermittlungsinstitut Preist. GW.«leiststr-ß- Sö. 1(Hoch. bahnhof Rollendorkplatz), Kurfürst 45t!. zuoerläflige Erledigung aller Ermitt- lungen, Beobachtungen, Auriiinfte. Tau» send« Anerkennungen..» Gpickvvrteukir Beleihung von Werten, Pfänderper- kauf. Pfandleihe Lange, Mowxplatz, Aschingerhaus.' Vermietungen Wohnungen Klein«, abgefchlostrn« Wohnung ab» zugeben. Marten, Alexauderftraß: 20-. Gewerblich. Arbeitsmarkt ZBBnBmz� Knabeomittklschale der jSilisciiea fcüKlode zu Ber-ln Di. Sdiulwarlstelle ist ooraiustditlich zum 1. Apilt 1978 zu brftfen. Im Hand wert erfahrene und m Berlin aniöisig» Bewerber wollen sich unter Einretchung von zeugnisien schrtft. lich di« 28. Februar meiden Schuibureau, Oranienburger Str. 2ll, II, Fluimer 70. � Weröer-BeamlenaflwSrter� für combin. Versich., Spar-, Sterbegeld-Policen, sof. gesucht Verlangt wird gutes Auftreten, Ehrlichkeit: geboten werden feste Bezüge und Provisionen. Offert, m. Lebenslauf . USMnn.-Exp.Qersfmann, Berlin W 9