Morgenausgabe Nr. 91 A 46 45. Jahrgang «Sch-ntttch 70 Wu i bn oorau«<«bld«r PoS�ug I.TJ St etnfdjl Bestellgeld Hn»lon&Mbonu« ment bäO? Der.Ponvün»' erlchet««otdentSg- lich zwecmol. Sonntag» und Montags einmal, die Adendausaaden für Lerlm und im Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Boll und Zeit" und„Kinderfreuno" Ferner �Unterhaltung und Wisten"..Frauen- stimme"..Technik". Blick in die Bücherwell" und..Iugend-Vorwärts". Vee«««! Volksblatt Donnerstag 25. Februar 1928 Groß-Äerlin lg pf. Auswärts 15 pf. &(••tBipaillf««onpareillezest» §0 Pfennig Reklamezeile 5.- Reich»« mark.«lerne Anzetgea" da» iettge« druckt» Won 2Ü Pfennig(zulässig zwe» fettgedruckte Wone). ,edes weitere Won 12 Piennlg Stellengesuche da» erst» Won IS Pfennig«edes weiter»©ort 10 Pfennig Wort» übet 15 Buchstaben zählen für zwei Won» Arbeitsmarkt Zeile SO Pfennig Familianzelgen für Abonnenten Zeue 40 Pfennig Anzelgen» annahm»»m Hauptgefchäfi Linden» straste S. wochentägl von 8V) dt» 17 Ud� Jentvalorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprcchei� Töndosi 202—291!elegrammi t des Bölkerbunds- ratcs(ohne Zählung der Stimmen dq- beteiligten Staaten) oder aber auch bei einfacher oder qualifizierter Majorität zu übernehmen wären. Auch wäre.zu prüfen, welche �orm den Verpflichtungen zu geben wäre, damit sie mit dem Mcchawlsmus der Völkerbunds- fatzung im Einklang stehen. Diese Derpslichtungen könnten in«ineun Vertrag oder Protokoll festgelegt werden, das üllen Mitglieds- und NichtMitgliedsstaaten des Völkerbundes zur Unterzeichnung offen stände und, vielleicht ähnlich, wie dies i» einen, Entwurf des Der- träges über gegenseitige Hilfeleistung von 1923 vorgesehen war, für die verschiedenen Kontinente gesondert in Kraft treten könnte. » Simons begründete am Nachmittag diese Vorschläge eingehend; mit weiteren Reden nahm die allgemeine Aussprache ihr � Ende. Oer Landbund putscht weiter. Verbrecherische Drohungen.— Llnd die Regierung belohnt mit Subventionen. Es ist klar, daß das vom Genossen Wendel ausgewählte Veifplel nicht das deweist, was er beweisen will. Hinter u),d neben der sichtlichen Verwandtschast der Sprachen gibt es andere und für die Volker, scheint es, mehr ausschlaggebende Dinge, die sie voneinander unterscheiden und die der Anlaß sind, die eigene besondere Nationalität wie den Augapfel zu hüten. Das sind wahrscheinlich die Freuden, Leiden und Kämpfe, die man gemeinsam durch Jahrhunderte erlebt hat, das ist sicherlich die gemeinsame Kultur und Geschichte, die sich Jahrhunderte hindurch in dem Bewußtsein der Völker festgesetzt haben. Das, was der ganzen tausendjährigen kulturellen und politischen Vergangenheit der mazedonischen Slawen das Ge- präge ausdrückt, ist, daß sie die ganze Zeit von ihrer Taufe bis auf den heutigen Tag eine Sprache gesprochen und e i n ökonomisches, soziales und politisches Leben mit den Slawen von Mysien und Thrazien geführt haben, die alle den Namen Bulgareit tragen. Die Byzantiner, Lateiner, Türken und hunderte europäische Reisende haben sie nie anders als Bul- garen genannt. Vor mehr als hundert Jahren, am Ausgang der Feudal- zeit, haben die Mazedonier von Saloniki, Bitolja, Ochrida. Prilep, Uesküb und vielen anderen kleineren Städten zu- sacmnen mit den Bulgaren aus Nord- und Südbulgarien die Kämpfe um ihr? kulturelle und politische Wiedergeburt ge- führt. Eine Reihe von Jahrzehnten hatten sie harte Kämpfe mit der damals allmächtigen griechischen geistlichen Macht für eigene Kirchen, eigene Schulen und für ihr eigenes bulgari- fches Buch. Nach dem Ferman des Sultans von 1870, der ein bulgarisches Exarchat schuf, fuhren sie fort, eigene Kirchen und Schulen zu bauen, eigene kirchliche und weltliche Bücher zu schaffen. Aus ihrem kärglichen Einkommen, mit ihren eigenen Volksmitteln vollzogen sie ihre geistige, nationale Wiedergeburt. Es gibt keine Bevölkerung am Balkan, die jahrhunderte- lang so viele und schwere Opfer gebracht hat, wie die maze- dömschc. Griechenland und Serbien sind ein halbes Jahr- hundert früher als Bulgarien befreit worden, und sie konnten als fortgeschrittenere und reichere Staaten und Nationen ein Anziehungszentrum für den mazedonischen politischen und kulturellen Emigranten werden. Die Geschichte aber hat dem mazedonischen Flüchtling die Wegrichtung nicht nach Griechen- land und Serbien gewiesen, sondern über 350 000 Maze- donker nach Bulgarien geworfen. Da erkennt auch der Blinde, daß Seele und Voltsbewußtsein dieser Menschen, die in Bul- garien Obdach suchten und noch suchen, nicht serbisch noch griechisch sind. Serbien Hai nach 1918 alle von den Mazedoniern ge- bauten Kirchen, Schulen und Lesehallen geschlossen und Junge und Alte mit Gewali gezwungen, sich Serben zu nennen, in serbischer Sprache zu lesen, zu schreiben, zu sprechen und zu singen. Mit der Peitsche des Gendarmen und der Flinte des Soldaten terrorisiert man die Mazedonier, zwingt man sie, eine Kultur und ein Volkstum anzunehmen, die nicht die ihrigen sind. Bis 1912 gab es im heutigen Griechisch- und Serbisch- Mazedonien, mit Ausnahme des Petritscher Gonvenisme"tq, das den Bulgaren gegeben wurde, in Griechenland 378 Kirchen mit 300 Geistlichen und 340 Schulen mit 750 Lehrern Und 19 000 Schülern: im heutigen serbischen Mazedonien bc- standen ober 761 Kirchen mit 6 Bischofssitzen/ 833 Gcrstlkchen. 641 Schulen mit 1013 Lehrern und 37000 Schülern. Allee dies ist heilte weggefegt und' mit serbischer GeisUichkest und Lehrerschaft besetzt. Was ist da noch zu sagen? Wenn das geistig unterdrückte Volk der Mazedonier auch politisch und sozial so rächtlas und mißhandelt ist, wie Genosse Wendel und Pribitschewitsch es feststellen, ist es für uns nicht verwunderlich, daß dieses un- glückliche Land ein Tal der Tränen geworden ist. Zkusgabe der völkerbesreienden Sozialdemokratie ist es, die Stimme des Protestes gegen diese barbarische Vergewaltigung der mazedonischen Bauern und Bürger zu erheben, ihren Befreiungskampf zu unterstützen und sie so womöglich davon zurückzuhalten, daß sie in ihrer Verzweiflung ein Werkzeug imveriakistischen Unterdrückungsstrebens werden. Aeuer Mord in Mazedonien. Diesmal eia Aulgarenfreund erschossen.— Tiefes Schweigen der serbischen Polizei. Sofia, 22. Februar.(Eigenbericht.) Dieser Tag« wurde in S ko p l j e(Uesküb) der butgarcnfreund- liche Mazedonier Apotheker Genoff van„unbekannter" Hand erschossen und sein Mitarbeiter schwer verwundet. Das ist der dritte politische Mord innerhalb weniger Tage. Die südslawische Presse sacht die Mörder im Lager des niazedonischen Komitees, weil Genofs diesem Komitee nicht mehr dienen wollt«. Die bulgarische Oesfentlichkeit erklärt diese Vermutung jedoch sür wenig wahrjchein- lich, die mazedonischen Blätter weisen sie mit Entrüstung zurück, da das mazedonische Komitee nach dieser Logik Taufende seiner Lands- l'cute niederschießen lassen müßte. Es liegt der Verdacht nahe, daß der neue Mord ein süd- slawisches Rachewert für den kürzlich getöteten„Rechts- konsulenten" Prelitsch ist. Wie wäre anders die v ö l l i g e. P a s s i- uität der südslawischen Polizei zu erklären? Vorläufig ist nicht eine einzige Verhaftung vorgenommen worden, während noch Attentaten, soweit sie von Mitgliedern des Mazedonischen Komitee« verübt wurden, häufig ganze Ortschaftcn ins Gefängnis wanderten und meistens die Täter oder deren Helfershelfer ergriffen wurden. Di« Ermordung Prelitfchs und des Generals K.o w a t f ch e w! t f ch sind in der gesamten demo- kratischen Presse Europas mit Recht vcrurteill worden. Die gleiche Verurteilung muß aber auch das südflawifchc Ausnahme- regime, in Mazedonien treffen. Innerhalb von 3X Monaten. feit dem 1. November v. I. wurden sieben Mazedonier meuch- lings niedergeschossen. In allen sieben Fällen wurden weder die Täter gefaßt noch Verhaftungen vorgenommen. Die südslawische Polizei schwelgt, wie sich z. B auch die bulgarische Polizei nach den türchtcrlichen Mossakres in den Jahren 1923/25 ousschwieg. Dieses Lchm.ügen besagt genug. Aw!s6>en einem britischen Panzerwagen und wahabi» kam es zu. eurem schweren Kampf, in dessen Verlauf die Wahabis ver- n i ch l c t wurden. Der Landbund fetzt das Aufputschen seiner Anbänger zu Gewalt- aktionen fort. Anders rann man den Verlauf der General- Versammlung des Landbundes des Kreises Delitzsch nicht aussassen. Im Wittelpunkt der Veranstaltung stand das Referat des Ritter- gutsbesitzers von Alvensleben- Reugattcrsleben. In echt junkerlicher Ueberheblichkeij bezLHnete' er den„Großbesitz als d f e g e b o r c n e Z ü h r�e r s ch? cht im p.o l l t i s ch en Kamp fe*. Eharokteristisch für den Landbundgeist sind die Drohungen, die der Landbundredner aussprechen zw müssen glaubt«, um die nicht großagrarischcn Kreise von der Richtigkeit serner Ausführungen und von der Zweckmäßigkslt seiner Fordsrungen zu überzeugen- Herr v. Alvensleben wies auf die Not der Winzer hin, denen sofort Mittel bewilligt wurden, als sie«in Finanzamt nieder- brannten.„Zu lange haben wir gewartet, und uns auf bescheidene Bitten beschränkt. Unsere Geduld ist nun zu Ende. Gnade Ein Deuischnatioualer bei pomcar6. Professor Hoehsch. Der deutschnationale Reichstagsabgeordnet« Professor H o« tz s ch, der zurzeit in Paris weilt, wurde gestern vormittag von B r i a n d und am Nachmittag von P o i n c a r e empfangen. Als vor einigen Wochen die beider' links stehenden Reichstags- abgeordneten Koch- Weser und Josef W i r t h von Briand und Poincarc empfangen wurden, da gebärdet« sich die deutschnationale Presse, vor ollem die.Lreuz-Zeitmrg", sehr aufgeregt. Daß ein Politiker aus den eigenen Reihen die leitenden sranzösischen Staatsmänner aufsucht, dagegen dürste sie aber nichts einzuweichen haben. ?lls wohlerzogener Mensch wird Professor Hoetzsch dem„Erb- feind" Poincore artig die Hand gereicht und sich mit ihm über alles mögliche, nur nicht über die Äriegsschuldfrage und ähnliche heikle Probleme unterhalten haben. Mcr der Durchschnittsleser der Hugenberg-Presie wird weiter in dem Glauben erhallen, daß in den Augen eines..nationalen" Mannes der Verkehr mit Franzosen an sich eine landesverräterischc Angelegenheit sein muß und daß es gar . gegenüber einem Paincars nur eine Form der Begegnung geben kann» nämlich ihm ins Gesicht zu spucken. Krise im Deuischen Landgemeindetag. Deutschnationale Einflüsse. We wir erfahren, soll man sich im Vorstand des Deutschen Londgemeiirdetages mit dem Gedanken tragen, dem deutsch« nationalen Reichstagsabgeordneten Dr. G e r« k e die Verbanhsleitung zu übertrazen. die heut« beim Preußi- schen Landgemeindetag West liegt.- Dr. Gerek« war früher Landrat des Kreises Torgau. von wo er. laut eigener Biographie, im Jahre 1922 wegen feiner national-völkischen Gesinnung nach Hannooer ver- setzt wurde, moraus er seinen Abschied nahm. Es ist daher größte Wachsamkeit unseren Landgcmeindevertre- tern geboten, uni noch rechtzeitig diedeutschnat'onale Polt- tisiernng des Deutschen Landgemeindetazes zu verhnchern. II eberhau pt scheint es die höchste Zeit zu sein, sich mehr um die Zusammensetzung des Vorstandes zu kümmern, in dem zurzeit fast ausschließlich Syndizi und hauptamtlich« Gemeindevertrelcr das Wort führen. Sollte der deutschnationale Abgeordnete Dr Gerek« der auf Londbundtogungen die Sozialdemokratie beschimpft. Letter des Ver- bandes werden, ohne daß die Landesverbände gehört werden, so werden es sich die Sozialdemokraten wohl überlegen, ob ihr Der« bleiben in einem solchen Verbände noch angängig ist. Gott dem Lande, in dem der Bauer aufsteht.'' Und am Schluß des Referates hieß es weiter:.Soll der Kampi gegen das Bauerntum fortgesetzt werden, so werden wir ihn ausnehmen und sortführen bis zum bitteren Ends. Und wenn es sein muß, dann werden wir uns auch ni cht nu-r der geistigen Waffen bediewen,. sondern auch derer, die uns sonst zu Geboia stehen, und sollten wir dabei auch das Leben einsetzen. Nützt unsere warnende Stimme nicht, dann kämpfen vir mit anderen Mitteln, wie sie btr Herrgatt in unser« Hand gelegt hat' Di« Herren des Landbunbs haben ein großes Matth Hiev aber wird es so bedenklich aufgerissen, daß die Achtung vor jeder Regierung schwinden muß. dia so verbrecherisches Aufputschen noch mit Subventionen belohnt. Sechs Sozialisten im Tokio-Parlament. Wahlalederlage der Regierung. London. 22. Februar.(Eigenbericht.) Dir bisher vorliegende« Ergebnisse der iapanische« Wahl scheine« ans eine Niederlage der Regie» r« n g hinzudeuten. Minseito, die Qppo fit ionspart ei. hat einstweilen 65 Sitze erobert, dir Regierungspartei Seihukai nur 53. Den proletarische» Parteien gelang es. zun» erstenmal 6 Abgeordnete in das japanische Parlament zu entsende«. Diese Ziffer dürste sich erhöhen» sobald die endgültige» Ergebnisse vorliege«. Professor Ave, der Führer der japanischen Sozialisten. und S u s u k i, der Borsitzende des japanischen GeWerk- schaftsbundcs, sind gewählt. Was wird Alfons dazu sagen? Wenn ein ihm verwandter Zechpreller filmt. Paris. 22. Februar.(Eigenbericht.) Der von mehreren französischen Gerichten wegen Zech- Prellerei verfolgt« Prinz Ferdinand von Bourbon hat das Interesse einer englischen Filmgesellschaft gewonnen. Sie hat ihn zur Darstellung der Hauptroll« in einem Film„Der spa- nisch« Grande" verpslichtet. Der Prinz soll dazu wegen seiner Verwaildtschaft mit dem König von Spanien das Schenken geäußert haben:„Was wird Alfons dazu sagen?" Kährbootunglück am Wendenschloß. Heute abend um 17 Uhr 30 Minuten fuhr das Fährboot bei der Ueberfahrt von Wcndenschloß nach Grünau gegen den Frachtdampfer„Frankfurt". Der Anprall war so stark, daß das Boot in der Mitte durchbrach. Der Fahrmau« sowie zwei Insassen fielen dabei ins Wasser, wurden aber sofort durch de« Führer des Frachtdampfers gerettet. Wettere Personen find nicht verunglückt. Die Gchnldfrage ist »och nicht geklärt. Mehr Arbeiierkurse! Lniversitätsdebatte im Hauptausschuß des Landtages. Der Ha�ptausschuß des Landtages begann oin Montag nnt der Beratung des Etats für Wisjcnfchoft, Kunst und VltlfsbÄmng. Dieser Etat ist der zweitgrößte Preußens. Er schließt in �imiahme und Auepabe mit werkschaften Luft zu machen und wähllen die„W e r t s g e m e i n» schaf t". Eine größere Dummheit konnten die Straßenbahner nicht machen. Die Verwaltung wird sich freuen, daß sie 3 2 86„Wirt- schaftsfriedliche' im Betrieb« zählen kann. Sie kann den nächsten Forderungen der freien Gewerkschaften mit aller Ruhe entgegensehen. ro£r?n drei Listen eingereicht: Liste 1: freie Gewerkschaften. Liste 2: Reichsverband der Klein- und Straßenbahner(Werksge- meinschaft). Liste 3: Ehristen. Wahlberechtigt waren 13 250, ge- wählt hoben 11 092 Straßenbahner— 83 Proz. Stimmen erhielten: Liste 1: 6903-- 62,5 Proz., Liste 2: — 2 9 Proz. und die Liste 3: 602— 5,5 Pro,z., ungültig ■->34== 3 Proz. Die 28 Mandate verteilen sich wie folgt(in Klam- mern sind die Wchlziffern für 1927): Liste Ii 16 Arbeilerräle und 3 Ergänzungsmitglieder---- 19(21) » 2) 7„„l Ergänzungsmitglied=8(6) » 3) 1 Arbesterrat(1). Kundige sagen, dieses R/fultat fei bei den Straßenbahnern nicht anders zu erwarten gewesen. Relchsgewerkfchast der Kommunalbeamien. Die Ortsgruppe Berlin der Reichsgewerkfchaft Deutscher Kom- munalbeamten hielt vor kurzem in chaverlands Festsälen ihre Iahresdelegcertenoersammlung ab. Der Geschäftsbericht skizzierte die Aufgaben und Arbesten, die der Organisation im letzten Jahr« auf den Gebieten der Beamtenbesoldung, der Beamtenbildung, des Be- amtenrechts usw. gestellt waren. Mit Hilfe der Linksmehr» heit im Stadtparloment gelang es. wesentliche Verbesse- rungen für die Beamten zu erzielen. Erfreulicherweise ist ein erheblicher Mitglieder- Zuwachs und ein Erstarken der freigewerkschastlichen Kommunal- beamtenbewegung zu buchen. Da die Besoldungsneuregelung alle Kräfte in Anspruch nahm, konnte leider die gewerkschaftliche Schulungsarbeit nicht im notwendigen Maß getrieben werden. Der Berichterstatter Soldes hob hervor, daß gerade hierauf das Schwergewicht in der nächsten Zeit gelegt werden müsse, da die Gewerkschaft w chtige gesellschaftliche Funktionen zu erfüllen habe. Die Beamtenschaft einzugliedern in die gemeinsame Front aller Arbeitnehmer, um den wirtschaftlichen Sozialismus zu verwirklichen. fei die große gewerkschaftliche Ausgabe der RDK. Auch die Berichte des Kassierers L a m p r e ch t und des Ver- treters Im Hauptbeamtenrat S ch a a ck zeigten, daß die Gewerkschaft in finanzieller und ideologischer Beziehung gut fundiert ist. Die Aussprache über die Geschäftsberichte ergab llebereinstim- mung in allen Grundsatzfragen. D'e Neuwahl der Ortsverwaltung brachte einig« Veränderungen, die durch das Ausscheiden einzelner Kollegen notwendig wurden. Lohnbewegung der Brauereiarbelter. Die Funktionäre aller Organisationen der in den Berliner Brauereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen haben be- schlössen, da« mit dem Verein Berliner Brauereien im Herbst vorigen Jahre, abgeschlossen» Lohnabkommen zum I März zu kündigen Dt» Organisationen wurden beauftragt, eine Erhöhung der Löhn» sämtlicher Arbeiter um 6 M. pro Woche und der SugenNich-n und peW�eeeivat eW BeehÄtdeia DE kae West»,»lch ein» demeistspe-h-nd» Eehöhvn«»ejöfl,«u» S616 BSV und eine Aakbelserun« der Zehrgelder für a» Fohr personal gefordert, vi« Forderungen stnd dem Verein Berliner Brauereien bereits übermittelt worden. Ein Ber- Handlungstermin ist noch nicht festgesetzt. Die Zntemationale der Bergarbeiter. Brüssel. 22. Februar.(Eigenbericht.) Der Borstand trat am Mittwoch unter dem Vorsitz von Herbert Smith- England in Brüssel zusammen. Neben Deutschland waren vertreten Belgien, England, Frankreich und Holland. Schweden und Norwegen haben zum erstenmal Vertreter entsandt. Ueber die Frage, ob der Schwedische Bergarbeiteroerband aufgenommen werden soll, entstand eine lange Debatte. Von den englischen, deutschen und belgischen Delegierten wurde darauf hingewiesen, daß der sch wedische Verband mit dem Russischen Bergarbeiteroerband einensogenanntenFreund- schaftspoit abgeschlossen habe. In dem insbesondere viel von der Mostauer„Einheitsfront' die Rede sei und dessen verschiedene Bestimmungen mit den Statuten der Bergarbeiterinternationale schwer zu vereinbaren seien. Dem widersprach der schwedische Dele- giert«, der gleichzeitig die Bersicherung abgab, daß der schwedische verband entschlossen sei. die Statuten der Internationale anzu- nehmen und deren Beschlüsse l o ya l zu b es o l g e n. Es wurde beschlossen, die Entscheidung über die Aufnahme der Schweden bis zur nächsten Sitzung zu vertagen und inzwischen dem schwedischen Verband eine Abschrift des zwischen der Internationale und dem Rüsssschen Bergarbeiterverband erfolgten Briefwechsels zuzuschicken. An Hand dieser Briefe sollen sich schwedische Berg- arbeitersührer über die wahren Absichten der Russen unterrichten. Borerst nehmen die Schweden weiter an den Verhandlungen teil. Da» Komitee�besaßte sich dann noch mit der Tagesordnung des nächsten Internationalen Bergarbeiterkongresses. der am 28. Mai in Rime« in Frankreich eröffnet werden soll Auf diesem Kongreß werden Referate über die verschie» de asten Probleme gehalten. In bezug auf die Anstellung eine» vollbesoldeten internationalen Sekretärs wurde auf Autraz der Engländer beschlossen, dem Kongreß in R i m e s vorzuschlagen, die Entscheidung auf westere 12 Monate hinauszuschieben. Die Sitzung wird am Donnerstag fortgesetzt. Bakßwin und das Achisivndentagahkommen. Ministerpräsident B a l d w i n tellte am Dienstag im Unterhau» mit, daß es nicht möglich fei, ohne weitere» die Schwierigkeiten dar- zulegen, die die Regierung von der Ratifikation der Washingtoner Achtstunden-Konoention abhielten. Die Regierung fei aber bereit, bei anderer Gelegenheit die Frage ausführlich zu beantworten. Das Geheimnis pfeifen die Spatzen in England von den Dächern: Die Unternehmer wollen nicht. ilfA-Funkilonäre der ZNelallindustrlei ssreitag, 2t. ffcl'ruar, pllntUich l» Uhr, im«ord.schcn Hof, IirvaNdev- straße ia6, g-gcntidcr Etettiner Bahnhof. AfÄ-FunttionarverfammIung. 1. JS>it Lchrcn bei mitteldeutschen Mctallarbeitcrkampfes." Rcierent kloUcge Z- Beb erwarten wcc com?MV. 2.„Wozu vervfl'chtct uns die Künd.gung der Vehaltsfähc? der Wichtigkeit der Tagesordnung und der zu fassenden Äeschlttise erwarn bestimmt das Erscheinen oller ijsZl.Funkt oniire. AsA.Mctallkartcll. Günther. Lange. Ziothe. SPD..B»o' drulkcr. Bezirks. (trage ISO, ssrakt.oussitzung. Freitag, 34. Februar, 20 Uhr, Oranien. fj Der Fraktion,»», stand. � I I I I KiSfet e-»tral»erl>ai.d der Moschinistcu und S-izer. Dir in den Metallbetrieben Groß-Berlins beschäftigten Maschin stcn, Heizer sowie Berufskollegen laden NKr auf Grund der augenblicklichen Mafznahm.-n der Aroettgeber zu einer Branchen. Versammlung am Sonnabend, 25. Februar, 17 Ubr, nach unserem S kungssaal, Berlin, Engelufer 24.25, Aufgang A, Zimmer 27. Bercandsduch oder-karte legitimiert. D.e Bra-chenlr.t-n». Donnerstag, UM Uhr, Lehrter Str. 18/19. Musik- ____|_________________ Eprrcstr. 30. Vortrag:„Das Dinta>— S-ülboldt!' Jugendheim«raun. Ecke Loefc.ngstrage. Humor und Satire.- Weiöenscr: Zugendhcim Parkstr. 8«. Brode der Singschar- Ge- snndbrunnen! Zuaendhe m 9 otr Schule. Gotrnburger Etrage Dl,kuss>»ns. abend— Tempelhos, Gruxprnheim Lyzeum Eerman.astr.«/S Lust.grr Adend. — Südosten: Gruopmheim Ncich'nberaer Str. es iFeuerwehehaus). Lefeadend: „Broletarische Dichtungen."-»Sp-nick: Iugendht'm Grünauer Str S. Bor- trag:„Das Sozialistengesetz und d.e Gewerkschaften-. FranIsurter Büer. Etiidtisches Iugendbe-m L tauer Str. 18,?-mmer 3.„Geister und Scsvenstrr _ Lardsberger Bläh: Inge"dhe m des Ostens. Große ffrank'urter Str. l«. Ouergeb. pari.. Fimmer Z. ltamofliederabend.— SckSnewe.d«: Zugendhe.m Niederschöneweide, iinier." .mmer 2. tcamptneoeraoeno.—«,.> «ctlincr Str. 31. Leseabend. Sonnenltitnrr: sohlen. Zügen dar» pa» de,?dB.«ckSnebera: Jugendheim Sauptstir 13 sHosgedSnd« ----- xontrag:„Was bringt uns der Reichsiugendtag?" inn-rtih, m Br'ker Str. 27/30. Borteaa: l Dr., DHUringenz mmer)........ l Engen Ernst).— SLdcst-Trevtovi „Der Wohnun.gsbau der Stadt Wien" /Fritz Wcigclt) Wirtschaft:«.«»ngelhelr,! >: st. K. Döschr,: Lokales "Frltz»arstädt: Anzeigen' Zd Glocke, sämtlich i» Berlin BenTna-''»rwä'rts-Ber'aa GmbH Berlin Druck: Borwarts-Bu-bdruckere« � �.rwa-°nst°It B°?.I Sinaer u E° Berlin E« 88 Lindenftrast. 3. Sie, zu 2 Beilaae»»»d.Unterhalt»««»ad«lllen" Verantwortlich tür Bolitit: Dr.-ur»»eq-r: W Gewerkschaftsbewegung: Fr. Etzkor»: Feuilleton: und Sonüiaes: Fritz tz-rstadt: Anzeigen:!d Gl XON UNON cniaö öerVär? sWÄk rx4� N. 3"" laichen der Werhchalzunff: BerAnka uf des Alf-Berlin er Hauses du r cli die Sfadl und der Ka uf Jen er Alf-B erlfn er CfgareffSj von der man sagf: Jos etti Berlins meistgerauchte 4s Cigarette 7tv. 91» 45. Jahrgang -1. Beilage des Vorwärts Vonnerstag, 23. Februar 1928 Ein geheimnisvoller Aktendiebstahl Oberleuinani Knill als Vigilant des Landesfinanzamtes. Oberleutnant Krull, vom Rosa-Luxemburg-Mord her wohl- bekannt, ist auf den Moabiter Anklagebanken steter Gast geworden. Vielfach vorbestraft, findet er merkwürdigerweise immer wieder den Weg zu Behörden. Und diese machen trotz alledem von seinen Diensten Gebrauch. Zlumnehr hatte er sich wegen Veamtenbeleidigung zu verant- warten. Man tat da einen Blick m die eigenartigen Beziehungen, die zwischen Landesfinanzamt und Zollgrenzkommissariat bestehen: man lauschte erwartungsvoll einer eigenartigen Köpenickiade, deren ftauptaftcur Herr Krull war. Der Sachverhalt war folgender: Das Zollsahndungsamt de» arbeitete die bt voll genügt. Der Wasserschwund war so erheblich, daß eine große MengeGas durchgelassen wurde, eineMengc, die genügte, bei einer Explosion die furchtbaren Wirkungen hervorzurufen. Das ausgeströmte Gas füllte nach und nach den ganzen Keller und entzündet« sich an dem Gasofen in der Pökelei. Naö) Abschluß der Besprechungen hat die Swatsanwaltschast das Grund- stück zu den erforderlichen Abriß- und Aufbauarbeiten nunmehr freigegeben. Folqeuschwcrcr Autozusammcuftost. Gestern abend gegen 22 Uhr ereignete sich an der Ecke Fchr- bellmer Straße und Weinbergsweg ein folgenschwerer Zusammen- stoß zwischen einer Au t o d r o s ch k e und einem Motorrad. Das Motorrad wurde vollständig zertrümmert und der Führer, der llöjahrige Kartoffelgraßhändler Wilhelm S t r e h l o u, aus der Swinemllnder Straße 104, sowie dessen 60 Jahre alte Mutter, die in dem Beiwagen saß, wurden in hohem Bogen auf das Straßcnpflafter geschleudert. Blutüberströmt mußteil, beide zur Rettungsstelle 3 gebracht werden, wo der Arzt schwere Schädelbrüche und inner« Verletzungen feststellte. Die Verunglückten wurden in bewußtlosem Zustande in das Kranken- Haus Am Friedrichshain übcrgesührt. Ihr Zustand ist äußerst lx- denklich. Auch die Droschke wurde schwer beschädigt, doch kam der Führer mit geringfügigen Verletzungen davon. Die Schuldsragc ist noch völlig ungeklärt. Selbstmord eines jugendlichen. In seiner Wohnung in der Blücherstr. 36 erschoß sich heute vormittag der 19jährige Elektro- monteur Heinz Reiche. Als man ihn auffand, war der Tod bereits eingetreten. Die Leiche wurde beschlagnahmst, aber in der Wohnung gelassen. Das Motiv zur Tat ist Liebeskummer. Menschen, Göttern gleich... 26s Roman von Herbert George wells. Diese Erdlinge sind erst im Anfangsstadium der Wissen- schaft. Sie befinden sich praktisch genommen noch in dem Zustand der Furcht und der Verbote, der auch in der Eni- Wicklungsgeschichte Utopien geherrscht hatte, ehe Vertrauen und Verständnis einzogen. Aus diesem Zustand hat sich unsere Welt während des Zeitalters der Verworrenheit her- ausgerungen. Die Gesinnung dieser Erdlinge ist voll von Furcht und Hemmungen und, obwohl es ihnen aufdämmerte, daß sie möglicherweise ihr Universum beherrschen könnten, so ist doch der Gedanke für sie zu fürchterlich, um ihn ernstlich zu erwägen. Sie kehren ihren Geist davon ab. Sie wollen noch so denken, wie es ihre Väter vor ihnen taten, nämlich, daß das Weltall allein besser seinen Gang gehe, als wenn sie es selbst beherrschten. Und weil es so ist, steht es ihnen frei. ihren eigenen, gewalttätigen, kleinen persönlichen Beweggründen zu folgen. Ueberlasse die Dinge Gott, schreien sie, oder überlasse sie dem Wettkampf." „Evolution war unser geheiligtes Wort," sagte aufs tiefste interessiert Mr. Barnstaple. „Es ist alles dasselbe— Gott oder Evolution, oder was ihr wollt—, so lange ihr glaubt, daß es eine Macht über der euren gebe, die euch von eurer Pflicht enthebt. Utopien sagt: „Lasse nichts aus! Halte fest!" Aber diese Erdlinge können sich nicht daran gewöbnen, die Wahrheit zu sehen— die ungeschminkte. Dieser Mann mit der weißleinenen Fessel um den Hals fürchtet sich sogar, Männer und Frauen anzusehen» so wie sie sind.� Er wird in ekelhafter Weise durch den nackten menschlichen Körper aufgeregt. Dieser Mann mit der Glaslinse vor dem linken Auge strengt sich an zu glauben, daß es hinter der Erscheinung der Dinge eine weise alte Mutter Natur gebe, die ein gewisses Gleichgewicht aufrechterhält. Es war phantastisch, ihn über das Gleichgewicht in der Natur sprechen zu hören. Kann er mit seinen zwei Augen und einer Linse nicht besser sehen? Dieser letzte Mann, der so ein- drucksvoll gesprochen hat, glaubt, daß diese Allmutter Natur eine grenzenlose Quelle des Willens und der Energie ist, wenn wir uns nur ihren Grillen und Grausamkeiten fügen und ihre äußerst wilden Launen nachahmen, wenn wir nur genügend stoßen, töten, rauben und einander bestehlen... Auch er predigt den alten Fatalismus und glaubt, daß es eine Wahrheitslehre sei. � Diese Erdlinge wagen es noch nicht, zu sehen, was unsere Mutter Natur ist. Im tiefsten Grunde ihrer Seele schlum- mert noch der Wunsch, sich ihr völlig hinzugeben. Sie sehen nicht, daß sie, unsere Augen und unseren Willen ausge- nommen, ziellos und blind ist. Sie ist nicht erhaben, sie ist fürchterlich. Sie nimmt keine Rücksicht auf unsere Lebens- gesetzt, noch auf irgendwelche anderen Gesetze höherer Art. Sie erzeugte uns durch Zufall: alle ihre Kinder sind Bastarde — ungewünschte. Sie wird sie versöhnen oder aussetzen, lieb- kosen oder aushungern und quälen ohne Sinn und Verstand. Sie nimmt keine Rücksicht und sorgt sich nicht. Sie wird uns zu Macht und Klugheit erheben oder sie wird uns zur wehr- losen Schwäche des Kaninchens oder zum schlammigen, grauen Schmutz von Tausenden ihrer parasitischen Erfindungen er- niedrigen. Es muß etwas Gutes in ihr geben, weil sie alles, was in uns gut ist, geschaffen hat— aber auch endloses Uebel. Ihr Erdlinge, seht ihr nicht ihren Schmutz, die Grau- samkeit, den sinnlosen Unwert vieler ihrer Werke? „Diese Dinge sind klar," sann Urthred,„wenn sie es nur zu sehen wagten. Die Hälfte aller Lebewesen, auch auf unserem Planeten. die Hälfte und mehr als die Hälfte alles Lebendigen war häßlich oder schädlich, nichtig, erbärmlich, nichtswürdig, mit komplizierten Krankheiten behaftet, für die ununterbrochen wechselnden Naturbedingungen schlecht ausgerüstet, als wir zum erstenmal diese alte Unholdin, unsere Mutter, vor- nahmen. Wtr haben, nach Jahrhunderten des Kampfes, ihre ![arftigen Launen unterdrückt, haben sie gewaschen und ge- triegelt und haben sie gelehrt, das letzte Kind ihres Mut- willens— den Menschen zu achten und zu berücksichtigen. Mit dem Menschen kam Logos, das Wort, und der Wille in unser Universum, um es zu belauschen und zu fürchten, um es kennen zu lernen und um es dann nicht mehr zu fürchten, um es zu kennen, es zu verstehen und es zu meistern. So daß wir in Utopien nicht länger mehr die geprügelten und verhungerten Kinder der Natur sind, sondern ihre freien und erwachsenen Söhne. Wir haben das Besitztum der alten Dame übernommen. Wir lernen täglich ein wenig mehr diesen kleinen Planeten beherrschen. Unsere Gedanken befassen sich mit täglich wachsender Sicherheit mit unserer Erb- schaft. den Sterbenden: und mit den Tiefen unter und über den Sternen." „Ihr habt die Sterne erreicht?" schrie Mr. Varnstaple. „Noch nicht! Noch nicht einmal die anderen Planeten. Aber sehr deutlich rückt die Zeit heran, da uns diese großen Entfernungen nicht mehr zurückhalten werden." Er machte eine Pause. „Viele von uns werden in die Weiten des Raumes hin- ausgehen müssen... und nicht wiederkehren... sie wer- den ihr Leben hingeben... Und in diesen Weiten— werden unzählige brave Männer—" Urthred wandte sich zu Mr. Catskill.„Wir finden Ihre so ehrlich ausgesprochenen Gedanken heute besonders inter- esiant. Sie helfen uns, die Vergangenheit unserer eigenen Welt zu verstehen. Sie sind uns bei der Beschäftigung mit einem dringenden Problem, das wir Ihnen gleich erklären wollen, behilflich. In unserer alten Literatur von vor zwei- oder dreitausend Jahren gibt es Gedanken und Ideen, ähn- lich den Ihren, die selbstsüchtige Gewalttätigkeit predigen, als ob sie eine Tugend wäre. Sogar damals wußten es kluge Männer besser und Sie selbst müßten es besser wissen, wenn Sie nicht eigensinnig und in falsche Ansichten ver- bissen wären Aber aus Ihrem Gehaben und Betragen ist es klar ersichtlich, daß Sie tatsächlich sehr eigensinnig auf Ihrer Meinung bestehen. Sie müssen sich dessen bewußt sein, daß Sie keine sehr schöne Erscheinung sind und wahrscheinlich sind Ihre Ver- gnügungen und Handlungen auch nicht sehr schön. Aber Sie hoben überschüssige Energie und so ist es natürlich, daß Sie sich den Aufregungen, die Gefahr und Entrinnen mit sich bringen, zuwenden, in der Meinung, daß das Beste im Leben die Sensation des Kampfes und des Gewinnes sei. Ebenso gilt es in dem wirtschaftlichen Durckieinander einer solchen Welt, wie es die Ihre ist, eine unerträgliche Menge von schwerer Arbeit, die getan werden muß, einer Arbeit, die so unangenehm ist. daß jeder nur darauf sinnt, soviel wie mög- lich davon abzustoßen und auf Grund vornehmer Abkunft, kriegerischer Tapferkeit oder eines Zufalls eine Ausnahme- stellung für sich beansprucht. Ohne Zweifel reden sich die Leute m Ihrer Welt sehr leicht ein. daß sie berechtigterweise eine Ausnahme bilden und auch Sie sind selbst davon über- zeugt. Sie leben in einer Well der Klasseneinteilung. Ihr schlecht geübter Verstand hat es nicht für nötig befunden, eine Entschuldigung dafür auszudenken: die Klasse, in welche Sie geboren wurden, hält für Sie alle Entschuldigungen � bereit. So nehmen Sie ohne Bedenken von allem das Beste und spielen mit dem Leben, hauptsächlich auf Kosten anderer Leute. Ihr Geist ist durch alle Lebensumstände dazu erzogen worden, sich gegen die Idee zu wehren, daß es noch einen anderen möglichen Weg des menschlichen Lebens gebe, das beständig und diszipliniert und doch gleichzeitig kräftig und glücklich sein kann. Gegen diese Einsicht haben Sie Ihr ganzes Leben lang angekämpft, als wäre sie Ihre persönliche Feindin. Sie ist Ihre persönliche Feindin, sie mißbilligt vollständig Ihren Lebensweg, sie verurteilt Sie aufs schärfste wegen Ihrer Abenteuer. (Fortsetzung folgt.) Schwere Explosion bei Dürnberg. Ein Aluminiumwerk in die Lust geflogen. Nüruberg. 22. Jebruat. Keule vormilkzg gegen Ii Uhr ist In dem elwa eine halbe Stunde von Schmuboch entfernt liegenden Aluminiumwerk Welgand, das erst seit einem Zohr In Betrieb ist, eine schwere Explosion erfolgt. Kurz vor il Uhr flog mit einer mächtigen Detonation das Fabrikgebäude zur Herstellung von Aiuminiumbrouze in die Lust, nachdem eine Slichslamme, die teilweise bis über Z0 Kilometer weit sichtbar war. das Unglück angekündigt hatte. Das erst ungefähr ein Zahr im Betrieb befindliche neue Werk wurde bis aus die Grundmauern vernichtet und auch eine ganze Anzahl von Maschinen ist vollkommen zer- stört. Kurz noch ii Uhr konnte ein schwerverlehter Arbeiter namens Rupprech» von Kahwong durch die Sanitäter geborgen werden: er hatte schwere Brandwunden erlitten und dürste kaum mit dem Leben davonkommen. Eine ganze Zeit später wurde die völlig oerkohlteLeiche eines zweitcuArbeiters namens M i t s a m au» Uutermaingau gesunden. Die Ursache des Unglücks konnte bis seht noch nicht geklärt werden. Eine Gerichts- kommission weilt gegenwärtig an der Stelle. Bemerkenswert ist, daß die Fabrik, die früher in Schwabach selbst ihren Betrieb hatte, bereit» vor einem Zahre von einer ähnlichen Kala- st r o p h e heimgesucht wurde, wobei zwei Todesopfer zu beklagen waren. Explosion einer gefüllten Gußform. Die im Dombrowaer Gebiet gelegene Stahlwerkshütte t5 z e n st o ch a u bei Ralow in Polen war der Schauplag einer sichweren Explosionstatostrophe. Bei einem Walzabguh explodierte mit furchtbarem Getöse eine Form mit 120 Kilogramm flüssigen Stahls. Die glühende Moste ergoß sich auf die aus 2 4 Arbeitern uird 2 Ingenieuren bestehende Belegschost. All» tragen schwere Verlegungen davon. Drei von den Derunglückten liegen im Hospital hoffnungslos danieder, während die anderen wohl mit dem Leben davonkommen dürften. Wir sind gerüstet! Die Konferenz der Beiriebs- und Gewerkschastsfunkiionare. Kleingewerbetreibende gegen Oeutschnationale. Di«.Reichsgemeinschaft der Handel» und Gs» merbetreibenden, der ÄleinlnduftdeHen und der freien Be- rufe' veranstaltete am Dienstag abend in der Stadthalle eine Kund- gebang, die gegen die Aufhebung der Mieterschutz» bestimmungen für gewerbliche Räume protestierte. Zu der Kundgebung waren die bürgerlichen Parteien eingeladen, die den kleinen Gewerbetreibenden Rechenschast geben sollten über die in den einzelnen Parlamenten in den letzten Wochen angenommenen Gefetze. Wie überall, so mußten auch hier die Bürgerbtockporteten die größten Vorwürfe über sich ergehen losten, daß sie nur ganz be- stimmte Jnteressenkreise vertreten und in der rigorosen Handhabung ihrer Macht in Regierung und Parlament den Mittel st and zu- gründe richten. Bon der Reichsgemeinschaft waren sieben Fragen formuliert, auf die die Vertreter der Parteien eine Antwort geben sollten. Di« erste Frage galt der freien M i e t«- zinsbildung für gewerblich benutzte Räume, die, obgleich die zwangsweise Bewirtschaftung der im Haus- und Grundbesitz an- gelegten Kapitolereseroen des Mittelstandes unter dem Aufwertungs- geietz fortbesteht, noch andauert. In der zweiten Frage wurde Aus- kunft über die Erhöhung der Mieten für Wohn- räume verlangt, und in der dritten, ob«e wirtschaftlich vertretbar fei, den gewerblichen Mittelstand der Kündigung-s- will t ür der V e r m i e ter a u szuli« fern. In den weiteren Fragen wurde die Erhöhung der Gewerbesteuern behandelt, und wie die Berringerüng der Kaufkraft der Reichsmark verhindert werden kann. Als Redner der einzÄncn Parteien sprachen neben dem Demo- kroien Nuschle der deutschnationole Abgeordnete Paeth und Dr. Falz von d«r Belksparlei. Der Redner der Wirtschattlicken B«r° einignng, der Abg. Mädel, konnte den Standpunkt seiner Fraktion nicht darlegen, weil die Versammlung so stachk randalierte, daß er am Sprechen gehindert wurde. An die Ausführungen der Partei- Vertreter schloß sich eine erregte Diskussion, und Dertreteru der Deutschnationalen Dolkspartei wurden allerlei Liebenswürdigkeiten an den Kopf geworfen. Neben den Auslandsdeujfchen, den Sparern und Rentnern, hoben nun auch die kleinen Industriellen und Gewerbetreibenden den Deutschnationalen ihre Freundschaft ge- kündigt, und sie werden in der kommenden Wahl auf den deutsch- nationalen Wohlschwindel nicht m«hr hineinfallen. stluk offener Ttraße mit Zyankali vergiftet. In der G r u n e w a I d st r a ß e brach gestern nachmittag«in bessergekleideter Fußgänger auf dem Bürgersteig bewußtlos zu- lammen. Polizeibeamle wurden herbeigeholt, die den Mann zur nächsten Rettungsstelle brachten. Hier stellte der Arzt eine schwere Zch ankaliverglstung fest. Sofort vorgenommene Gegen» Am Dienstag, dem 21. Februar, fand in den Musikersälen esne gut besuchte Konferenz der Betriebs- und Gewerkschaftsfunktionäre sowie der Werbeausschüste der Beamten statt. Genosse Dr. Mose» sprach über das Wahljahr 1928. Er schilderte die E n t w i ck- lang der Krise im Reichst age. Wenn auch der Bürgerblock kaputt ist, so sind doch noch sestv Minister im Amte und oersuchen den Reichstag noch künstlich am Leben zu erhallen. Wir aber sind gerüstet und freuen uns schon auf die Abrechnung mit dem Bürgcrblock. In außenpolitischer Hin- ficht hat uns die jetzige Regierung in eine Sackgasse gesührt. Die Räumung der Rhein lande ist«ine der wichtig st cn Fragen der Gegenwart» doch kann diese, sowie alle damit zusammenhängenden Fragen nur vom internationalen Standpunkt geregelt werden. Die International« hat olle Beran- lassung.«in wachsames Auge aus alle jene intervatio- naien Dinge zu haben, die geeignet sein könnten, neue kriegerische Verwicklungen und damit einen neuen Weltkrieg hervorzurufen. Bei der letzten Reichstagswahl hat sich auch in Berlin gezeigt, wie innig Sowjetstern und Hakenkreuz zusammen- arbeiten. Wir haben aber trotzdem keine Veranlastung, den Sturz der Sowjetregierung zu erstreben, sondern müssen es der Entwicklung in Rußland überlasten, auch dort mit der Zeit gesunde Verhältnisse zu schassen. Wir wollen nicht In russische innenpolitische Berhöllniss« hineinreden, verbitten uns aber auch von dort irgend welche Vorschriften. Nicht gegen Kapital und Reaktion, sondern ausschließlich gegen unser« Partei führt zur Freud« und Nutzen der Bourgeosie die KPD. den Kamps. Das Zentrum ist um sein Handel svbjekt betrogen. Die großen Wirtschaftstämpfe. die sich augenblicklich abjpielen, zeigen so richtig, daß das Unter- nehmertum teine Mittel scheu t', die Arbeiterschaft niederzuhallen. Aus das große Problem der Menschen- ö k o n o m i« wird leider gerade in Deutschland zu wenig Wert gelegt. Die Bolksgesundheit, die das größte und wertvollste Gut einer Nation ist, wird von dem Unternehmertum ver- nachlässigt. Aus allen diesen Gründen muß auf den Ausbau der Sozialgesetzgebung hingearbeitet werden. Die Straf rechts- r e f o r m ist auch«ine der dringendsten Fragen und wenn omz rechts oersucht wird, Begnadigungen für die Fememörder zu er- reihen, so muß es unsere Aufgab« sein, die vielen Opfer von links aus den Zuchthäusern und Gesänge � i s stx n zu befreien, dazu gehört auch Max H ö i z. Zum ÄMuß seiner Ausführungen sprach Genoste Moses über die Auf» gafttyi,.die der neue Reichstag zu erledigen hat, neben den schon angefahrten Fragen, vor allen Dingen die Arbeiterschutz» gesestgcbung. Reichswehr usw. Alles dieses kann nur durch cTven großen Sieg der Sozialdemokratie für die Arbeiterschaft geregelt c�rden. Also auf zum Kampf für Republik und Sozialls» rnus zum l�ohle der ganzen Menschheit.(Stürmischer Beifall.) In der«anschließenden lebhaften Diskussion wurde von allen Rednern das Einverständnis mit den Ausführungen des Genossen Moses aufs lebhafteste bekundet. Es wurde» verschiedene Wünsch« und Anregungen gegeben, u. a. wurde verlangt, daß unsere leiten- den Genossen meho wie bisher sich für die Demokratisierung der Derwallung einsetzem Es folgte dann di� Wahl der drei Vertreter zum Bezirk-vor. stand. Dazu wurden d�' Genosten Georg Moderholz. Adolf Hoff mann jr. und S-org Hansen wiedergewählt. Nach einigen anfeuernden Worten des Genosten Holz, nun auch in den Betrieben mit großem Elser an die Wahlarbei« zu gehen'. wurde die Bersammlung m/t einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. maßnahmen blieben ohne Erfolg: der Selbstmörder starb kurz nach seiner Einiieserung. Nach den polizeilichen Feststellungen handelt es sich bei dem Toten um den. 48jShrigen Drogisten Waller Schmidt aus der H ö ch st e st r a ß e 12- Was Sch. zu dem Der. zweifiungsschrill bewogen hat, ist noch unbekannt. Llnruhen im Krankenhaus Ktrchstraße. Im Krankenhau» Kirchstraße in Eharlotten- Kurz ist es zu schweren Störungen gekommen. Seit langem wollen dort die Klogen über schlechtes Essen und falsch« Matznahmen nicht aufhören. Die meist Unterleibs- kranken Insassen sind mit faulen Kartosscln und übersaizenen Heringen gespeist worden. Der Tagesraum ist viel zu klein(25 Ouadrat- metcr), es gibt keinerlei Gelegenheit zur Unterhaltung(Spiel«, Lektüre). Die Wäschern richtung ist ab 9X Uhr gesperrt. Kurz, es ist ein trübes Bild, das genaue Untersuchungen ergeben haben. Ebenso ist offenbar in der Behandlung der Kranken gefehll war- den. Ihre Darstellungen und Klagen sind nicht so beachtet worden. wie es notwendig gewesen wäre. Die Dinge kamen in der Be- z i.r t s v e r(.».mmlu y g Charlo.ttenburg zur Sprach«. Genosse Dr. Iasfö begründete- eine An frag« der smzial- demokratischen Fraktion ruhig und durchaus sächlich. Der Vertreter des Dezirksamts, Stadtrat Prof. Dr. O e t t i n g e r. hatte einen schlechten Tag. Schon vorher hatte er Beanstandungen ivegen Ucbergehung der Gesundheltsdepntation in einer so herab- lastenden und lächerlichen Art behaut«!», daß ihn der Bürgermeister Aug» st in sehr energisch berichtigen mußt«. Nun setzte«r diese Methode fort. Er machte Scherz« über die sauten Kartoffeln. Wir äßen, sagte er, auch faulendes Fleischt Die versalzen«» Heringe wollte er mit einem Witz über Aersalzung aus Liebe abtun. Hatte die Bersammlung zuerst diese Ausführungen mit Gelächter begleitet, so machte sich später ein« wachsende Erregung gellend. Die Zuhörer auf den Tribünen machten Zwilchenrufe. Der Vorsitzende warnte zunächst, plötzlich aber ordnete er bei einem scharfen Zuruf die Räumung der Tribünen an. Ein Sturm der Eni- rüstung war die Folge, so daß die Versammlung unterbrochen wer» den mußte. Der Aeltestunausschuß tagte und die Bezirksversamm- lung beschloß dann Vertagung der Sache. In der nächsten öffentlichen Sitzung soll dem Bezirksamt Gelegenheit gegeben werden, auf Grund genauerer Informationen Auskunft zu erteilen, und dann wird man in die Besprechung«intreten. Nachdem dos Be- zirksamt Eharlottenburg erst kürzlich das völlige Versagen des Hochbauamtes erlebt hat und die nöiigen Konsequen.zcn hat ziehen müssen, scheiitt sich jetzt in dem vielgerühmten Charlottenburger Gesundheitswesen ein Zustand zu«rgsben, der die schärfste Kritik herausfordert. Man gefällt sich hier in autv. kratischem Regiment und versagt dabei in den notwendigen Auf- gaben.__ Oer Afghanenvesuch. Um die langatmigen Hofberichte der amtlichen Bureau» üb« den Besuch desKönigsAmanulloh abzukürzen, sei miigeieill: Gestern nachmittag hat der König dem Reichspräsidenten einen Besuch gemacht, dann empfing er den Vizekanzler Hergt. dem er seine Freude über den Berliner Empfang mlltellte. und darauf das diplomatische Korps. Heute vormittag wird der König von Afghanistan dem Flug- Hafen Tempelhofer Feld einen Besuch abstatten. Dia Ankunft erfolgt um 10,45 Uhr. Krach bei einem Vortrag über Eheuot. Der Vortrog des Dr. van der Beide über die„E r o t I- s i e r u n g der Ehe als Rettung aus der Ehenot' wächst sich beinahe zu einem kleinen„Theaterskondal' au». Schuld daran war wirtlich nicht irgendwelche Pikartterte des Dortrags, sondern allein die Tatsache, daß man es anscheinend nicht für notwendig befunden hatte, wenigstens eine Generalprobe daraufhin vorzunehmen, ob die Stimme des Bortrogenden überhaupt den Riesenraum der Philharmonie füllen konnte. Die überfüllte Versammlung(zumeist weibliche Angehörige des sogenannten besteren Bürgertums) protestierte schon nach den ersten Sätzen D-. von der Beides. Signalpieifen traten i» Aktion, der Krach nahm zum Teil bedrohliche Dimensionen an und vorsichtigere Gemüter verließen den Saal. Endlich erschien als Retter in der Not Sanitätsrat Dr. Magnus Hirschseld. der den Vortrag Dr. van der Veldes aus dem Manuskript vorlas, Den Inhalt des an sich interessanten und beachtenswerten Vortrages werden wir in dem Heilligen„Slbctii)* ausführlich wieder- geben. Vollendung des England- Auftralien-�luges. Der Flieger HInkler ist in Port Darwin m Austrakisn eingetroffen. Hintier hat damit seinen Flug England— Australien im Leichtflugzeug innerhalb 16 Tagen beendet und den bis- herigen Rekord von 28 Togen gebrochen. Der Octsverein Dankow de» Reich, daneer» Schworz-RoMBold ver- anital'.ei am Freilag. dem 24 Fcbrilar. um 20 Udr, im Tüilijcheii Zelt,. Breiielirahe 14 eine Berbeverlammiung. Rejerenl Kamerad Süiger- meisler Mielitz. llm zadlleichcS Erscheinen der Republitaner wird gebeten. wetlerberichl der Sfferlllchea weilerdieastflelle verNo and Umgegend: iNachdr. vcrb.). ziemlich heiler, leiibl« öslücb« Winde, am Taar Tem- veralmen etwas über Null, nachls mä'U eFröile.— Für Veatzchlond: Zun Osten nur noch umne'enllichc Schneesällc, Tcmperaluren unier Null, in Norddeulichwnd»achlS Fröste, im Westen Temperaluren meist über Null, teine Niederschläge. VMM der Gklnrniüe- und SkMMelter Orlsverwoilung Berlin SreUag Ve»«r> de« den 24. Stbtnar 1028. ts Uhr, Im Saal 4 e««rrschast»hool»». Lngeliiker r-US.V Generalversammlung. Taaesordnnng: J. Jahr»«' ericht über da« Jahr 1937: a) Gelchii ieberlcht, b) Ziasienberichl. .«,C' Bericht der Nrvisoren. Neuwahlen der FlliaUSrxerschasten: a> der Ortsverwalluiig, b) der Revisoren. C) der BidNothe's-ommtstion, dl BeTISUguna der ÄnaejtelUe». S. verbandsangelegenheilen »-lliähllpe« nnb pünktliche« Trschrw-n M PMch«!- Su'Htt nur flenm»otj'inunfl de» M-tg iedebuche» und der aTelegierlentari« iür da» Jahr 1918. Ol« Oc'noCTneaUnnn Vytuißnwß* Jistiima sof ort �eliwrdctt unter Garantie 7 Wenn Asthmador-Zigaretten nicht sofort auch bei den schwersten Antillen von Asthma. Bronchlal-Asthma und Atemnot Underung br.ngen. ode» wenn Sie nicht finden, daB diese Zigaretten tu den besten Mit ein tählen, die man je angewand hat, so wird Ihnen ihr Geld zurückgegeben werden. Das ist die Bedingung, unter welcher Dr Schiif- ntanns Asthmador-Zigaret en in allen Apotheken Deutschlands vei kauft werden. Wie schwer und hartnäckig Ihr Leiden, wie oft oder heftig die Anfälle auch sein mögen dieses Mittel wird Ihnen stets Underung bringen, gewöhnlich In 10 Sekunden. Immer aber innerhalb 15 Minuten. Ihre Meinung ist allein maBgebend. und auf Grund positiver Garantie riskieren Sie absolut nichts, da ja Ihr eigener Apo heker Ihnen das Geld zur Ockerstattet, wenn Sie mit dem Erzeugnis nicht zufrlefen sind. Unter dieser Garantie wird Ihnen das Mittel zum Preise von Mk. t 20 für 12 St. i'neuf, oder Mk. ZJS'24) auch per Nachnahme zugesandt werden, wenn Sie sich an die Victoria-Apotheke, Berlin SW4B, Friedrichsfr. 19, wenden, falls etwa Ihr Apotheker es nicht liefern kann. Sollten Sie trotzdem vorher einen Versuch machen wollen, schre ben Sie umgehend an obige Apotheke unter Beifügung von 10 Pfg. Briefmarken, und es wird ihnen sodann eine Probe zugesandt werden. yp/ld' Donnerstag 23. Februar 1925 nterhaltung und issen Loge Nr. 22. Eine Oetektlvgeschichte von Alina Äutrymowltzowua. Glowacz, der geschickteste Detektiv der Hauptstadt, desuchte pflichtgemäß jeden großen Maskenball. Der Ballsaal war für ihn ein riesiger Bienenstock, in dessen vergoldeten Wänden die Bienen und Drohnen summen. Hier im Rahmen des glitzernden wildes starrten im Trubel unsichtbare schwarze Kleckse der Untat, verdeckt vom Spektrum der reichsten Farben. Eine Schar von männlichen und weiblichen Hilfsdetettiven, die sich in den Menschenknäuel ge- mischt hatte, erstattete in bestimmten Zeitabständen ihrem Meister Bericht über... das gesährl'che Individuum im Kostüm des Eyrano, die bewußte„Spanierin", den berüchtigten Galgenvogel im schwarzen Domino usw. Opernball. Grell flutendes Licht. Aufgänge, Treppen, Gale- rien beängstigend überfüllt. Gelächter. Pfiffe, Schreie. Das Foyer ist in einen zweiten Tanzsaal umgewandelt. Eharleston. Eine RigLe»- bände paukt mit wilden Grimasien aus die Musikinstrumente los. Glowacz ist überall. Er umlauert die tanzenden Paare. Jemand zupft ihn am Aermel. Es ist einer seiner Gehilfen. „Der Filmschauspielerin Olma ist soeben eine Brillantbrosche verschwunden."—„Wer war's?"—„Keiner von unseren„Bekannten". Die Ballgesellschaft ist bisher ziemlich einheitlich, lauter hohe Würdenträger, Beamte und Künstler. Keine fragwürdigen Existenzen."—„Wie geschah's?"—„Ganz zufällig erfuhr ich davon. Die Olma eilte blaß und verstört mit einer Bekannten nach der Garderobe. Ich hörte scharf hin Sie sagte, sie hätte eine Brillant- brofche von hohem Wert verloren" Glowacz faßt den Agenten unter den Arm und zieht ihn zur Seite. Da nähert sich ihnen ein zweiter Agent: „Frau Bankier Rotstern hat soeben, angeblich im Tanzgedränge, ihr Perlenkollier verloren" Glowacz lacht laut auf. vi« Agenten blicken voll Unruh« aus ihn „Run Iungens. spitzt dt« Ohren! Wir fangen diesen Bogel, den Schmucklicbhaber." «-??—* „Die Olma ist die Freundin des Fürsten T., eines eifersüchtigen Schwerenöter». Die Brosche war sicher ein Geschenk von ihm. Der Bankier Rotstern ein asthmatischer Fettkloh, ist bestimmt nicht der recht« Mann, die eheliche Treue seiner Gattin zu gewährleisten. Beide Damen haben vermutlich In einem günstigen Augenblick in irgendeiner dieser diskret versteckten Logen dem Eros gehuldigt. Lust wurde mit Verlust gebüßt. Augenscheinlich wollen sie beide lieber schweigen als einen Skandal herbeiführen. Ich kenne diesen Typ des unwiderstehlichen Mannes, auf den die Frauen fliegen." Glowacz erteill einige Dispositionen, schickt einen der Gehilfen fort und begibt sich mit den anderen zu weiteren Beobachtungen zurück in den Dallsaal. „Ich habe ihn", flüstert der Detektiv.—„Wo? Wer ist es?"— „Dort, der Blonde, der eben mit Frau Rotstern tanzt."—„Der Dieb mit seinem Opfer!?"—„Klar. Dadurch will er seine Spuren ver. dc�'m: die Frau ist machtlos. Beachten Sie ihre Blässe. Jetzt— ousgepaßtl" Plötzlich kreuzen sich die Blicke des Detektivs.und des Tänzers. Aber dieser tut so, als kenne er Glowacz nicht. Der Zlgent läßt alle Ausgänge besetzen und verbietet, den blonden Herrn ohne Legitimierung aus dem Hause zu lasien. Glowacz sondiert weiter. Nach dem Tanz geleitet der Blonde Frau Rotstern aus ihren Platz und scheint nach einem neuen Opfer zu spähen. Er oerneigt sich vor einer allein dasitzenden, reichgeschmückten jungen Dame, die ihrem Aussehen nach eine Amerikanerin sein könnt«. Sie tanzen lange. Darauf führt er sie zum Thampagner- kiosk, und nach einiger Zelt sieht Glowacz das Paar in der Loge Nr. 22 verschwinden. Sehr bald jedoch kommt der Blonde wieder heraus und geht zum Büfett, wo er mehrere Kognaks zu sich nimmt. Glowacz stutzt. Vielleicht will sich der Dieb für feinen nächsten Coup nochmals stärken? Nach etwa zehn Minuten kehrt er in die Loge zurück. Eine halbe Stunde wartet Glowacz und beobachtet unausgesetzt den Logenausgang. Plötzlich tritt die„Amerikanerin" ge- senkten Blickes allein aus der Loge. Sie schreitet langsam durchs Foyer die Logen entlang wie hypnotisiert, am linken Ohr sehst ihr ein Ohrring. „Nun schnell zugreifen!" beschiießt Glowacz und eist auf die Loge zu, um den Dieb sofort zu fassen. Er reißt die wsichwattierte Tür auf und erbebt vor Wut: die Loge ist leer. Auf einem Sesicl liegt ein Frackanzug, auf dem Frackhemd eine Karte mit den Worten: ,Aa, ho. ha— Glowacz, Eiowaczl!!" Verflucht! Das war sein« Komplicin! In dem Augenblick, wo Glowacz den Blonden beobachtete, ging sie nach der Garderobe und hoste sich dort ihr Doininokostüm, das sie in der Loge anzug, während sie die Balltoilette ihrem Kompagnon zurückließ. Dieser hatte Zeit genug, sich in der halben Stunde umzukleiden, und verließ dann ungemerl die Loge. Noch während Glowacz die Zusammenhänge kombiniert, tritt Bankier Notstern erregt aus ihn zu. Der Bankier zieht den Detektiv auf die Seite und berichtet, soeben habe ihn eine schöne Frau angesprochen, zu einem Glas Sekt animiert... Und dann,|a dann... Rotstern zeigt dem Detektiv seinen kurzen dicken Ringfinger, an dem der Trauring fehlt. Glowacz muß laut auslachen. Er empfindet plötzlich Sympathie kür diesen witzigen Gauner. Den Bankier läßt er ohne Antwort stehen, holt schleuniost seinen Pelz aus der Garderobe und eilt dem Ausgang zu. Alle Türen sind mit scharf lauernden Agenten besetzt Sobald Glowacz erscheint, nähern sie sich ihm in Erwartung neuer Befehle. „Kein blonder Herr ist hinausgegangen", melden die Aufpasser alle nacheinander. „Aber zwei Damen gingen doch eben hinaus, zwei Damen von fast gleichem Wuchs?" „Jawohl, Meister." „Sie haben uns überlistet, Freund«.� Meine Herrschaften, wir können schlafen gehen. Gute Nacht!" Wie man einen Kixstern erzeugt. Daß man im Loboratorium die Temperaturen der Stern« er- reichen und Himmelskörper nachahmen könnte, erschien noch bis vor kurzem als-ine ganz phantastische Vorstellung, und doch ist es jetzt geglückt, im Versuch einen Fixstern zu erzeugen, der allerdings billionenmal kleiner ist als sein natürlicher Bruder und eine ganz minimal« Lebensdauer hat. Immerhin sind diese Versuche, die von amerikanischen Gelehrten unternommen wurden, van großer Wich- tigkeit, da sie uns die Vorgänze im Wellenraum verständlich inachen. Diese Arbeiten, über die„Die Umschau" berichtet, wurden von Anderson und Sinclair Smith aus der Moun.-Wilson-Stern- warte durchgeführt. Man kann dazu jedes Nietall verwenden, das sich tn hinreichend dünne Drähte ausziehen läßt. Die Drähte wer- den zur Explosion gebracht, indem man sie in einen Stromkreis einschaltet, der außerdem einen großen Kondensator enchäst, der sih bis zu 40 000 Volt aufladen läßt. Di« dann aufgespeicherte Energie würde ausreichen, um eine 50-WaU-Lampe eine halbe Minute brennen zu lassen. Wird aber der Stromkreis plötzlich geschlossen, so entlädt sich die Energie in einem Strom von 60 000 Wechseln in der Sekunde und erreicht dabei eine Stärke von 30 000 Ampere. Die Schwingungen klingen rasch ab, und in weniger als einer zehntaufendstsl Sekunde ist die Explosion vorüber. In dieser wi.i- ztgen Zeitspann« ist aber Energie in Form von Wärme ausgestrahlt worden, und zwar in einem Betrage von mehr als 10000 Kilo- watt. Ist der dünne Draht eingelegt, dann erfolgt das Aufladen des Kondensators durch einen Hochspammngstransformator. Man hört dessen Brummen«ine DIertelstund« lang: es wird Immer schwächer, se mehr sich die Ladung des Kondensators seiner Leistung»- grenze nähert. Dann schließt der Experimentator aus sicherer Ent- fernung den Stromkreis:«in blendender Blitz— ein durchdringender scharfer Ton— und der Droht ist verschwunden. Nicht die kleinsten Spuren von ihm sind zu finden. Die einzelnen Borgänge bei dieser Explosion, die sich mit unse- ren Sinnen nicht ergründen lassen, enthüllen sich durch die Photo- graphie. Der Draht wird fast augenblicklich In ein dünnes Band glühenden Dampfes verwandelt: der Dampf breitet sich nach allen Seiten hin aus, und hat die Wolke eine Breite von etwa 2,5 cm erreicht, dann ist ihr innerer Druck aus Atmosphärendruck gesunken. Das geschieht binnen einer jünsund zwanzigtausendstel Sekunde. Dann Beilage des Vorwärts kühst sich der glühende Dampf ab und das Leuchten verschwindet. Bei dem Vorgang handelt es sich eigentlich um keine„Explosion", sondern der Draht wird bei der Entladung durch die gewaltig« Energiemenge so stark erhitzt, daß er sich mit einem Schlage in Dampf verwandelt. Dieser leuchtend« Dampf hat«ine Temperatur von 3000 Grad und würde einen Druck von etwa 100 Kilogramm aus jedes Quadratzentimeter ausüben. Er wird infolgedessen mit einer Geschwindigkeit, die die der raschesten Geschosse übertrifft, nach allen Seiten auseinandergeschleudert. Eine solche Masse sehr heißen Gases ist zum Teil in Jonen zerfallen und außerdem reich an freien Elektronen und geladenen Atomen. Die Höchsttemperatur, die sich am besten nach der Hellig- keit des ausgestrahlten Lichtes schätzen läßt, wird nur von wenigen der heißesten Sterne erreicht, denn das Licht ist heller als die Sonne, und das Gas muß bis zu einer Temperatur erhitzt sein, die etwa 20 000 Grad beträgt, also dreimal so viel wie bei der Sonne. Während der Dampf noch dicht ist, liefert er ein kontinuier- iiches Spektrum und ein intensiv bläulich-weißes Licht. Dieser Höhepunkt wird zwei- oder dreimillionsdel Sekunden nach der Ent- ladung erreicht. Alle Erscheinungen, die an dem explodierenden Draht zu beobachten waren, lasien sich ganz entsprechend an Sternen erkennen. Läuft die Vergasung des Drahtes in einem begrenzten Raum ab, so Ist die Ueberemstimmung der Dorzänge auf der Sonne und bei dem explodierenden Draht bis Ins kleinste vorhanden. Er- folgt die Explosion im Freien, so ist die Aehnlichtest mit den Bor- ggängen aus der Sonne nicht mehr zu erkennm, dagegen treten Erscheinungen auf, wie sie neu aufleuchtende Sterne, die sog. „Novae", zeigen. Das plötzliche Aufleuchten beruht auf ungeheurer Tempcrawrsteigerung aus unbekannten Ursachen an der Oberfläche. jener Sterne. So ist es also möglich, die Vorgänge im Wellall in winzigem Maßstab im Laboratorium zu wiederholen. Die Aepfel d> ,T>er Phantasie des Nordländers, der sich wie alle hyper- boreischen Völker feit mehr als zwei Jahrtausenden nach dem schönen Süden sehnt, schweben vor allem die Hesperidenbäum« mll den goldenen Früchten vor, die er unter seinem Nebelhlmmel nur in Papier gewickell aus der Hand des Schiffers und des Kauf- manns erhält. Und in der Tat, welcher Gartenbaum könnte der Orange an Schönheit und Adel den Rang streitig machen! Hoch und stattlich, wo das Klima mild und der Boden üppig genug ist, mll glänzendem, dunklem, immergrünem Laube, mit' litten- artig duftenden weißen Blüten, mit erst grünlichen, dann golden schimmerenden Früchten, deren Schale, mit flüchtigem Oel gefüllt, aromatisch duftet, deren Geschmack von balsamischer Bitterkeit und der feinsten Säure bis zum süßesten Nektar aussteigt, mit festem dichten Holz und einer Lebensdauer, die die des Menschen bei weitem übertrifst— in welchem anderen Baum des Südens wäre so die Kraft der Sonne und der sanfte Hauch der Lüfte und der lichte Glanz des Himmels zusammengefaßt als in den Aurian- tacecn." Mit solchem Hymnus feiert der berühmte Historiker der Kulturpflanzen Victor Hehn die Gattung Citrus, in der die Zitro- nen. Orangen, Mandarinen»sw. vertreten sind. Die griechische Sage erzähll von den„goldenen Aepfcln" der Hesperiden, von jenen Wunderfrüchten schimmerden Glanzes, die in den' Paradieses- Vorstellungen vieler Völker eine so große Rolle spielen und von den alten Germanen in„Freyas Garten" versetzt wurden. Als Alexander d. Gr. durch seinen Siegeszug nach Indien den Schleier von den Geheimnisien Jnnerasiens hob, da brachte er die Kunde von einem Wunderbaum mit goldenen Früchten nach Griechenland, und diese„medischen Aepfel", die Theophrast zuerst beschrieben, wurden dann von Vergil als die„Goldäpfel" der Hesperiden ge- feiert. Es handelt sich dabei aber nicht um unsere Apfelsine, son- dern um den sog. Zedratbaum, eine Zitrus-Art, deren Früchte noch heute das Zitronat, aber nicht die Zitronen lieferit. Die goldenen Frpchte, in denen sich für die Nachsahren der Antike die sagenhaften Aepfel der Hesperiden verkörperten, die Orangen, sind erst nach der Völkerwanderung zu uns gekommen, und zwar war es nicht die süße Art der Orange, unsere Apselsme, sondern' die bittere, die Pomeranze, die Jahrhunderte hindurch als der kostbarste Schmuck der Gärten den Zauber der.hesperiden" unter den nordischen Himmel verpflanzte. Die Pomeranze, die zu- erst von den Arabern gezüchtet wurde und mit den Kreuzzügen nach dem Abendland kam, wurde„poma aurantia", goldener Apfel genannt. Die Inder, die wohl zuerst im Altertum diesen Baum mit den rotgoldenen Früchten und den wundervoll duften- den Blüten zogen, nannten ihn„nagrunga", woraus lm Persischen „narungschi", im Arabischen„nvranschi", im Italienischen„naranci", entstand. Daraus machten die Franzosen Orange, das zugleich eine Farbebezeichnung wurde, während man bei uns die mittel- alterlichc Bezeichnung„poma aurantia" in Pomeranze zusammen- zog. Die Pomeranzenbäume, deren verzuckerte Fruchtfchalen als Leckerbissen dienten und deren Oel für Liköre verwendet wurde, waren doch hauptsächlich kostbare Zierpflanzen, die die Orangerien' der Prachtgärten schmückten, und ein Nürnberger Patrizier Volck- Hammer hat den zahlreichen Spielarten dieses Baumes als den .hesperiden" des Altertums ein stattliches Werk gewidmet. Die süße Schwester der bitteren Pomeranze, die Apfelsine. Ist erst viel später zu uns gekommen. Schon der Name„Apfel aus Sina". d. h. China, verkündet ihre Herkunst. Der„chinesische Apsel" stammt aus Südchina und wurde von den Portugiesen, die den ersten Handel mit dem Reich der Mitte pflegten. 1518 nach Portu- gal gebracht. Der Name des Bringers dieser köstlichen Frucht war -Juan de Castro, und der Stammvater aller europäischen Apfel- stnenbäume stand noch lange in dem Garten des Grafen St. Lau- rent In Lissabon. Die Portugiesen waren es auch, die in der zweiten Hälfte de» 16. Jahrhunderts den ursprünglich in dem Gebirgsland südlich vom Himalaya beheimateten und zuerst in Südchino kultivierten Baum noch der neuen Welt brachten, wo In unserer Zeit Kalifornien und Florida die Lieferanten großer Mengen von vorzüglichen Orangen für die ganze Welt wurden. Der Apselsinenbaum hat sich von Portugal aus an den Küsten des Mittclmeere« bis tief nach Westasien hinein verbreitet, und für den Nordländer wurde allmählich die Apfelsine zum Sinnbild seiner Sehnsucht nach Süden und Sonne, nach dem Land, w dem „im dunklen Laub die Goldorange glüht". Das Lied der Goethe- :r Hesperiden. schen„Mignon" spricht von der Orange noch wie von einem sei- tenen Wunder, und ein solche» ist es bis ins letzte Viertel des 10. Jahrhundert» geblieben. Im 17. Jahrhundert war«ine Apfel- sine eine solche Rarität, daß sie nur sürsUiche Personen einander schenken konnten. Auch im 18. Jahrhundert war die Delikatesse nur den Höfen vorbehallen. Für die französischen Prinzessinnen war aus Malta«in besonderer Garten angelegt, aus dem sie zur Zeit der Reife wöchentlich eine Kiste mll Apfelsinen erhielten. Aus Malla, wo früher die besten Apfelsinen gediehen, soll auch ihre kleinere, ebenfalls südchinesische Schwester, die Mandarin«, im Jahre 1848 nach der Riviereo gebracht worden sein, wo sie sich dann bald zu einem wichtigen Nebenbuhler der Apfelsine ent- wickelle. In Griechenland bestand noch um 1850 die Sitte, daß man jemandem, den man besonders ehren wollte, eine Apfelsine schenkte, die dieser dann als stolzes Zeichen so hoher Gunst in der Hand nach Hause trug. Max v. Waldau erzähll um diese Zeit aus Schlesien, daß man in den kleineren Städten eine bei der Fahrt nach der Hauptstadt erstandene Apfelsine nicht etwa aß, sondern in den Glasschrank legte, wo sie von allen Besuchern als Sehens- würdigkell angestaunt wurde. Diese Kostbarkell und Seltenheit ist dem„goldenen Apfel" erst genommen worden, als die Beförderung durch die besieren Eisenbahnverbindungen leicht wurde. und heute ist die Apfelsine unser beliebtestes Winterobst, dos sich auch der Aermste kaufen kann. Schmektersingssarben, dl« Millionen Jahre hallen. Die Mal- färben aus Gemälden des Mittelalters haben sich Jahrhunderte hin- durch vortrefflich gehalten, aber das bedeutet nichts gegenüber der Haltbarkeit natürlicher Pigmente, die kürzlich von dem neujeeländi- schen Gelehrten Dr. R. I. Tillyard entdeckt wurden. Tillyord hat Insekten untersucht, die sich in den Schlommschichten des Staates Kansas erhalten haben. Diese Tiere, die Flügel hatten, denen unserer Schmetterling« ähnlich, lebten in der Zell der Permischen Formation, in einer geologischen Epoche, die von dem Sachoer- ständigen wenigstens 100 Millionen Jahre zurückdatiert wird. Einige dieser fossilen Insekten zeigten deutlich noch Spuren ihrer ursprünglichen Färbung. Lecher haben sich die Farben bald ver- flüchtigt, nachdem die Schutzschichten von veisteinertem Schlamm ab- gelöst waren, unter denen die alten Farben gegen Licht und Lust sicher waren. Die ungeheure Dauerhaftigkeit der Naturfarben wird durch diese Tatsache erwiesen, und damit werden auch früher« Be- richte wahrscheinlich gemacht, die man bisher anae-weiselt hat.. Bor einigen Jahren fand Dr. R. D. Günther von der Universität Oxford Spuren eines röttichen Pigments Im Rückgrat eines fossilen Krokodils, dessen Alter man auf Millionen Jahre schätzte, und Geologen der Vereinigten Staaten entdeckten ein grünliches Pigment, ähnlich dem in unseren Laubblättern, in einem mehrer« 100 Fuß tiefen Brunnen in den Wüsten des Staates Nevada. Nachdem Dr. Till- yard nun die Erhaltung von Farben an den Jnfektenslügeln aus so fernen Vorzeiten festgestellt hat, darf man annehmen, daß die rötlichen Flecken der Krokodilsknochen wirklich Blut waren. Die Kunst des Schlafens. Obgleich der Schlaf als der„größte Erhalter des Lebens" gilt und wir alle gern schlafen, wissen dpch die wenigsten, wie man schlafen soll. Auch das Schlafen ist eine Kunst, die freilich vielen als glückliche Gabe von der Nawr mit. gegeben ist. ohne daß sie sie erst zu erlernen brauchen. Da aber schlechter Schlaf immer häufiger den nervösen Menschen von heut« verfolgt, so sind die Regeln sehr beachtenswert, die ein Psychologe m einem englischen Fachblatt für das Schlafen aufstellt. Wie viele beklagen sich, daß sie am Morgen„müde aufwachen!" Das ist nach der Ansicht dieses Gelehrten kein Wunder, denn wenn sie sich ins Bett legen, dann legen sie sich sin Kissen unter den Kopf. ja. sogar zwei und drei Kissen'. Das ist ein großer Fehler, denn der Kopf kommt dadurch in ein« erhöhte Lage. Die richtige Art zu schlasen aber ist die, sich mit den Füßen in höherer Loge niederzulegen Das Gleichgewicht des Blutkreislaufes, das für den Schlaf so wicktig ist, wird durch die Hochlagerung des Kopfes gestört. Der Kopf soll mtt dem Körper sich in gleicher Lage befinden, und nur der Nacken bedarf einer Stütze. Der unwissende Wilde, der ein Stück ausgehöhlten Holzes beim Schlasen unter seinen Nacken schiebt, handelt nach dem ihm eigenen sicheren Instinkt sehr viel richtiger. Die beste Unterlog» beim Schlafen ist eine Roßhaarmatratze, die den Gliedern die not- wendige �«tütze verleiht und zugleich eine gewisse Elastizität besitzt. Die natürliche Stellung beim Schlafen ist die, daß man aus der rechten Seite liegt mit dem Gesicht nach Osten. Die Füße sollen warm sein und der Kops kalt. Man soll sich zur Regel machen, daß. wenn man am Morgen von selbst aufwacht, man dann nicht wieder einschläft. Dieser zweite Schlaf" bringt kein« Stärkung und Er- srijchung. Der Schacher mit dem Saarvolk. Neue Zollregelung.- Was ist Wahrheit?- preußischer Friedensvorschlag. Zu t» endete wiederum mit einem Verlust von einer Viertelmillion Mark, so daß bei einem Aktienkapital von IL Mlllonen Mark jetzt ein Gesamtverlust von 364 999 M. ausgewiesen wird. Wieder aber soll der gesamte Verlust auf Iahresrechnung vorgettagen werden und von einer Zusammenlegung des Aktienkapitals und Beschaffung neuer Mittel durch eine Wicdererhöhung des Kopitals ist zurzeit noch keine Rede. Dabei ist die Gesellschaft zeitweise so knapp bei Kaste, daß sie oft genug die am Freitag fälligen Lohnzahlungennicht ein-- halten konnte und die Belegschaften sich bis zum Sonnabend oder Montag gedulden mußten. Daß unter diesen Umständen an eine durchgreifende Rationalisierung nicht gedacht werden kann und die Betriebe langsam aber sicher versacken, llegt auf der Hand. Auch dieser Entwicklung schaut die Verwaltung untättg zu und sieht den für sie bequemsten Ausweg in der Stillegung dieser veralteten Abteilungen. So sollen von den etwa 539 Mann in kurzer Zest über 139 entlassen werden, was in dem ziemlich entlegenen Industriegebiet für die Bettofsenen sehr hart ist, da andere Arbeitsmöglichkeiten sich schwer finden lasten Es kennzeichnet die Verwaltung dieses Unternehmen» zur Ge- nüge daß diese ttostlosen Derhältniste in einer wirtschaftlichen Hoch- tonjunktur Platz greifen konltten, in einer Zeit wo sich der U m s a tz der Gesellschaft gegenüber dem Vorjahr verdoppelt und gegen 1924/23 sogar um 169 Proz. erhöht hat. Hinter den verschlossenen Türen der Direktoren, und Aufsichtsratszimmer wüsten sich aber auch sehr merkwürdige Dinge abgespielt haben, denn das frühere Vorstandsmitglied. Direktor Lauritz Mahler, erlitt auf der Ge» nerawersammlung unter persönlichen Augriffen«ine scharfe Abfuhr bei der vorgeschlagenen Wahl zum Aufsichtsrat. Auch der vom Stahlwerk Henningsdorf herangeholle kaufmännische Direktor Börner, der vermutlich den festgefahrenen Wagen wieder flott machen sollte, wird keinen leichten Stand haben, denn die F a-> m i l i e n b a n d e, die bei dieser Gesellschaft vom Aufsichtsrat über den Dettieb bis zu den Lieferanten gehen, sind ziemlich fest geknüpft. Daß sich auch im laufenden Jahr Produktion und Umsatz weller« hin erhöht haben, hat für die Entwicklung des Werkes so lange gar nichts zu besagen, bis durch eine gründlich« Sanierung und technische Erneuerung die Betriebe wieder rentabel arbeiten, dannt endlich auch die- schlechten Löhne aufgebessert werden. 1 j Vatikan pumpt in Amerika. Wie aus Rom gemeldet wird, soll sich eine Chitagoer Bank bereit erklärt haben, dem Vatikan ein- Dollaranleih« von anderthalb Millionen, also rund 6 Millionen Mark, zu gewähren. Es soll mit dem Anleiheerlös ein großes Gebäude für das Zenttolinftitut der katholischen Missionsarbeit errichtet werden. Opel dehnt sich aus— Erwerb der Elile-Dimnanlwerke. Nach» der erst kürzlich erfolgten Großfusion zwischen den RAG.- und Presto-Werkcn wird jetzt ein neuer bedeuteiider Zusammenschluß in der Automobilindustrie bekannt. Am Montag ist zwischen den Opel-Werken in Rüsselsheim und der Elite-Diamant A.- G. in Chemnitz ein Vertrag abgeschlosien worden, durch den Opel 75 Proz. des Sechs-Millionen-Mark-Akttenkapitals ver-CIU« A.-G. erwirbl. Du beide Gesellschasten im Autobomil» wie itft Fahrradbau Markenfabrikonten sind, ist der Zusammenschlliß sicher aus produktionskbchnischen Gründen erfolgt. Es ist beachtenswert. daß Opel durch die Lerschmclzung einen Konkurrenten weniger haben wird. Die Äutofabritation der Ellle-Diamant A.-G. beschränkt sich auf teure Spezialwogen, so daß noch nicht feststeht, ob Opel hier eine Umstellung größeren Stiles beabsichtigt. Jedenfalls wird die Stellung der Opel-Werke innerhalb der deutschen Automobllindustrie durch diesen Erwerb bedeutend verstärkt, da Opels tägliche Leistungsfähigkeit bisher schon 229 Wagen betrug. Die Beleg- schasten der Ellle-Diamant A.-G.. die übrigens seit vier Jahren ohne Dividend« blieb, bezifferten sich im letzten Jahr aus etwa2999Mann. Konzentralion in der Zinkhüttenindustrie. Zwischen dem Mansfeld-Konzern und der Fürstlich von Donnersmarckschen Zinkhütte in Oberschlesien ist ein Bertraa zustande gekommen, wonach von Anfang des nächsten Jahres an die Zink e r z e. die Mansfeld ach Grund besonderer Vereinbarungen von der Berg- und Hütten gesell- schaft Georg von Giesches Erben geliefert werden, bei Donnersmarck umgearbeitet werden. Dieser Vertrag bedeutet einen Fort- schritt in der Zusammenschlußbewegung der deutschen Zinkhütten- industrie, wobei Mansfeld sich in den letzten Monaten durch besondere Aktivität ausgezeichnet hat. Die Zinkhütte des Fürsten Henckel von Donnersmarck gehört zu d.en bedeutendsten Unternehmungen der oberschlesischen Zinkindustrie. Im Jahre 1927 sind dort zirka 19 999 Tonnen Zink hergestellt worden; etwa ein Neun tel der gesamten deutschen Erzeugung entfällt also allein auf diese Hütte. Ob mit diesein Vertrag gleichzeitig Kapitalinteresten des Mansfeld-Konzerns an der Donnersmarck-Hütte verbunden sind, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Für den Ausbau der schleflschen Elektrizitätsversorgung will die Elektrizitätswerk Schlesien A.-G. in Breslau eine Dollaranleih« aufnehmen. Der Anleihebetrag ist noch nicht bekannt. Ostcnbar handelt es sich um finanzielle Borbereitungen für jenes G« in e i n- s ch a f t s w e r k, das die Reichs- Elektrowerke zusammen mit den in Schlesien interessierten privaten Elcttrogesellschaften in Cosel an der. Oder errichten wollen. gföfaet* ScfUageic ist die neue 4-Pf.-Zigarette in Wflrfelpacicuns ENVER BEV MF TÜRKISCH mit doldmundstQck und ohne MundstUdc rund geworden. Sie bietet etwas ganz Besonderes in Qualität Rauchen Sie diese und Sie werden sich überzeugen, daß hier für den Preis von 4 Pf. etwas geboten wird, was noch nie dagewesen ist wt« t«« Interessant« Bilder Ober die Entwickelung dtr Fluatochnik isdAt Psckuna ImL 5lr. 94» 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Donnerstag, 23. Februar 4923 DerLiebhaSerim Kleiderschrank Oer verschmähte Greis— eine halbgelungene Rache. Aus der Untreu« einer Frau können sich mitunter die ver- wickelt sten Folgen ergeben. Nicht nur, daß es Schlägereien gibt mit blutigen Köpfen und blau angelaufenen Augen, kommt es auch vor, daß manche Prügel erdulden muffen, die einem anderen zu- gedacht waren. Man sagt oft, daß das Leben prosaisch sei und daß sich nur in Romanen Ereignisse abspielen, die.unglaublich' klingen. Das ist nicht immer der Fall. Irgendwo in einem Hause in Köpenick wohnt ein anscheinend glücklich lebendes Ehepaar. Der Ehemann ist nicht hübsch und nicht häßlich. Aber in seiner Kleidung sticht er sehr, nur zu sehr, von seiner lieben Ehefrau ab. Diese Frau ist ebenso raffiniert wie ele- gant gekleidet, denn ihr Ehegemahl verdient als Geschäftsreisender eine.schöne Stange Geld". Ein Nachbar dieses Ehepaares ist ein aller pensionierter Beamter, der trotz feiner fast weißen Haare noch Flausen schlimster Art im Kopf hat. Er versuchte, sich der jungen Frau, während der Ehemann auf Reisen war, zu nähern. Die Frau verbat sich seine Anzüglichteuen ebenso energisch wie bestimmt, so daß der Alte sich grollend zurückzog. Aber er beobachtete hinter der Korridortür ständig das Aus- und Eingehen der Nachbarin. lind wieder unternahm der Reisende seine Ausflüge. Am dritten Tage nach der Abreise sah er durch das Guckloch dessen Frau in Begleitung eines jungen Mannes die Treppe heraufkommen. Sie unterhiellen sich nur flüsternd und als sie die Wohnungstür aufgeschlossen, schlüpft« er mit in die Behausung. Der Alle war wie gelähmt: damit er wenigstens auf seine Kosten kam, legte er iein Ohr recht dicht an die Wand, und er glaubte das Geräusch feu- rig«? Küsie zu hören. Das ging seiner Vernehmung nach den ganzen Nachmittag: nicht genug damit, blieb der saubere Bursche. wie er den jungen Mann bereits im stillen nannte, die ganze Nacht bei der Frau, die ihn, den alten Herrn, verschmäht hatte. Der All« verschaffte sich die auswärtige Adresie seines Nachbars und sandte diesem unter fingiertem Namen ein Telogramm, in dem er ihn von der Untreue seiner Frau Mitteilung machte. Das verfehlte die Wirkung nicht. Am nächsten Tage bereits war der Ehemann auf dem Wege nach Köpenick. Er glaubte, den Nebenbuhler in der Person seines allen Nachbars suchen zu müsien, dessen„Tugend' er ja kannte. Als er die Treppen emporstieg, hörte er zu allem Un- glück noch ein« Tür gehen. Und als er kurz vor seiner Wohnung stand, sah er dort seinen alten Nachbar, der im Begriff war, die Treppe hinunterzugehen. Der Reisende fiel über den vermeintsichm Nebenbuhler her und verabreichte diesem eine Tracht Prügel. Die Schläge waren bis in die Wohnung zu hören, und die ungetreue Frau, die nun wußte, daß ihr Mann wieder da war, ver- steckte ihren Liebhaber rasch in den Kleiderschrank. Und als schließlich der Mann seine Frau, die inzwischen die Tür geöffnet hatte, sah und aus ihren, Munde hören mußte, daß er eine große Dummheit begangen hatte, bat er flehentlich um Entschuldigung, die ihm seine Frau auch großmütig ge- währte. Inzwischen schwitzte der M.airn im Kleiderschrank Blut itnd Wasier und als er so nach mehreren Stunden doch einen Laut von sich gab, war die Katastrophe da. Der Ehemann riß die Schranktür auf und— es gab Prügel umer Johlen und Schreien. daß man Raubte im Tollhause zu sein. Erwähnt sei nur noch, daß das Krankenhaus gleich zwei nett« Patienten aufnehmen mußte. Schießt er den Hirsch...? Au der Rotiz umer der obigen Ueberschrist in der gestrigen Morgenausgabe des.Vorwärts' wird uns von amtlicher Stelle mitgeteilt, daß bisher keine amtlichen Be- kanntmachungen über«ine Jagd des Emirs von Afghanistan er. lassen worden ist. Es steht auch noch nicht fest, ob im Wildpark «che Jagd im Beisein des Emirs veranstaltet wird. Der Wildpark wird auch nicht für die Aeit vom 23. Februar bis 1. März für das Publikum gesperrt. Wird«ine Jagd im Wildpark veransraliet, so wird, wie bei früheren Jagden, nur für diesen Tag der Wild- park geschloffen, um das Publikum nicht in Gefahr zu bringen. Belmonte-QualgftSVs-UhrenirsX1?".�" Aparter ElawgBaagttdliiuKSc ta grober Aaswahl. parieinachrichten etnffu&ungen fflr dies« Rubrik find verlt» SB«8. Lind-ustratz« 3. für Groß-Verlin stet» eti de»«ezirkssekretartet 2. Hos. 2 Step, recht», ja richten. 2. firei» Tiergarten. Freitag, 34. Februar, VJ UT)i, Artushof, Pcrlcderger Nudolf-Ärchow.Sraulcnhauses. Augufienburge? Platz. Treffuuukt 13?» Uhr »ot dem l.rankcnhauz. Recht zahlreich« Beteiligung erwünscht.— Freitag. 24. Februar, lg Uhr, in der Lbwenbrauerei. Hochstr. 2, Kreisvertrctcr- Versammlung. Seschlistsbericht. Vvrstoudsrvahl. Antrüge. 3. Areio«reuzberg. Freitag, 24. Februar. IS Uhr, erweiterte ttreisoorstands- sltzung bei«rüger, Grimmstr. I. 11.«reis SibSnebrrg.Fricdenan. Freitag, 34. Februar. 20 Uhr. bei KZnig, Feurig. Ecke Prinz-Ecorg-Strotze. engere Krcisoorstantssitzung mit den Abteilungsleitern und Äommissionsobleuten. Morgen. Areitag, 24. Februar: 34. Abt. 19 Uhr im Bereinsimmer der Eomcniusfitl«, Memeler Str. 97. wich. tige Funktionärsitzung. Stellungnahme zum Kreistag. Alle Funktionäre and eben To die Kreisvertreter müssen bestimmt und pünktlich zur Stelle sein. 79. Abt. Wilmcrsbors. 20 Ubr im Caft Trautcnau. am Riiolsburqer Platz. Diskussionsabenb. Dorlrog:„Die politisch? Lage." Referent Erich tzracntes. Mi«..Vorwärts-Leser und Sumpathisiereaben find besonberz einqeiaden. 131. Abt. Riederschönhausen. chrnppe bar jungen Äenofien: 20 Uhr im Lokal Sreth. Bismarckpsatz, Bortragsabenb. Sämtlich? Senossen find herzlichst eingeladen. 5 rauenveranskaltungen. 5. ttrei, Friedrichshain. Freitag, 24. Februar, 19 ib Uhr, in den fi !■ Eomcniussäleu. Memeler Str. 37, Lichtbildervortrag:„Dir Mode im sZ U Wandel der Jahrhunderte." Vortragende: Genossin Sartia. Eintritt rs g 30 Pf. All- Genossinnen und Genossen find herliibst eingeladen. 39.■ beteiligen. Fahrvcrbindung: Hochbahn. Linie b9. Renlölln. 92. Abt. Heute, Donnerstag, 23. Februar, Besuch der tzille-Aus» stellung im Märkifchon Museum sin der Nähe der Iannowltzbrilcke). Treff. Punkt 9'b Ubr Wildenbruch. Ecke fiaiser-Frledrich-Stratze.— 96.,'97. Abt. Äonnadend, 25. Februar, ilfe Uhr. Besichtigung des Gesundheitshauses Krcuzberg. Treffpunkt 14� Uhr vor dem Sesundheitshaus Am Urban 1911. 199. Abt. Friedricksbagru. Heute, Donnerstag, 23. Februar» 20 Uhr, im Lokal Scholz, Friedrichstr. 31, Fraucnabcnd. Vortrag der Genossin Elsriede Rnneck, M. d. L., über:„Die politisch« Bedeutung des Jahres 1923 für die Frau." Um rege Beteiligung wird gebeten. Gäste willkommen. Bezirksausschuß für Arbeilerwohlfahrt: Die füe Donnerstag. 23. Februar, angesetzte Ztonserenz der ttre>»leiteein»e» der Arbeiterwohisahrt muh»mstäudchalber bi» nus weiteres verschoben«erde». Bei der Vertonung Goethescher Gedichte erwies sich Schubert zum ersten Male als der begnadete Komponist, als der unerichöpf- liche Melodienspender und als der geniale Forinkünstlcr. Dr. James Simon spricht hier in dem Dortrag„s ch u b e r t- G o e t h e- Lieder' im Rahmen der Serie„Goethe in der Musik' wenig von Goethe und desto mehr von Schubert. Am Klavier er- läutert er Charakter und Wesen dieser Lieder, ihren Aufbau, ihre innere Dramatik, die sich, wie in den Gretchen-Liedern, besonders in der Begleitung zeigt. Darüber hinaus untersucht James Simon die Unterschiede zwischen dem alten und dem modernen Lied. Wollte man früher allem den Stimmungsgehalt der Dichtung durch die Musik unterstreichen, so entsteht seil Schuberts Erlkönig' etwas Neuartiges. Musik und Gedicht bilden eine neue Einheit, ein eigenes Kunstgebilde. An Hand der Vertonung Goethescher Dich- tungen gibt Simon gleichzeitig eine ästhetische Analyse des Liedes überhaupt und einen Ueberblick über den Entwicklungsgang.— Schiackenlos ist die Uebertragung des.C o r r e g i d o r s" aus der Stadtischen Oper. Das Fehlen einer gestrafften Handlung, die lyrische Haltung des Werkes kommen der Wirkung im Rundfunk entgegen. Man hört hier nur auf Hugo Wolf, den Liedertompo- nisten, der gefangen nimmt. Die Oper wirkt in der Uebertragung wie eine kostbare Kette von Liedern. Der München er Tenor Karl Erb in der Titelrolle tritt zum erstenmal vor die Berliner Rund- funkhörer. Vor allem sprich: er die Worte vorbildlich deutlich aus und versteht es, nur durch die Stimme einen Menschen vollendet zu charakterisieren, ohne daß der Tenor dabei an Klang verliert. Gerade diese Bereinigung von Belkanto und scharfer Charokte- ristik bedeutet für den Rundfunk die beste Lösung. F. S. Linderfreunde(Brost-Berlin. ÄreU llreuzberg. Heute, Donncrstao, 23. Februar. läuft der Film„ftiuäer- revublik Seckamp" Int Saal des Bezirksamts Äreuzberp, Porckstr. II. Beaiim 19Vi Uhr. Ansprache Genosse Dr. Kurt Lijwenstein. Eintritt 29 Pf. Eltern und Freunde sinb herzlichst cingelodeu. Jeder Genosse des Kreises muh diesen Film gesehen haben. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation 19«. Abt. Friedrichohagen. Unser Genosse Richard Sillmann ist verstorben. Ebre seinen, Andenken. Einästberun.g am Freitag. 24. Februar, ,7 Ubr, im Krematorium Baumschulenweg, Kieiholzstrahe. Wir bitten um rege Beteiligung. Sozialjfiische Arbeiterjugend Groß-Verlin Sinsendunqea für diese Iftubri? nur an das fugend sc kretariat, ?eriw GW SK,«Lindenfiraße 3 Karte« zum Iack-Loudon Rbevd sind im Sekretariat erhältlich. Aa?t4 Ubr in ihre» Kaineradschaftslokalcn. Käme» radschaft Düsching 29 Uhr Blockführersitzung bei Bcnsch, Wederstr. lö.— Freitag, 24. Februar. Pankow: 29 Uhr Werbcversammlung im Türkischen Feit, Breite Str. 14 sPflichtveronftatliing). Mahlsdorf:'29 Uhr Sitzung bei Anders, Bahnbosstrahe. Erscheinen Pflicht.— Sonnabend, 2Z. Februar. Tiergarten: Uhr Lehrtet Für Er. ��MW>W»WW__________________________ bei Bcnsch. Weberftr. 19. Referent Kamerad. Jenge. Sämtliche Kameraden müssen er. scheinen. Bernau: Stiftungsfest beim Kameraden Läwe. Anfang 20 Uhr. Ein» tritt 79 Pf. Die Ortsvereine des Kreises sind herzlich willkommen. Schöoe- weide-IobannIsthal: Mitgliederversammlung bei Schöps, Grüna urr Strohe. Gruppenführer ein« Stunde früher. Arbeiter. Samariterkolonne Frebersdo es. Pete-»Hage«. Freitag, 2« Februar. 20 Ubr, bei Lachmann, VadeanstaU Petershagen, Lichtbildervortrag:„Die Tuberkulose." Eintritt 49 Pf. Deutsche Frieden, gesellschast, Ortsgruppe Berliu. Donnerstag. 2g. Februar, 20 Uhr, im Restaurant„Wablstatt", Belle-Alliance-Str. 87(Ecke Gneisenau» und Porckstrahe, U>Dabnhof Bellr.AManec.Strahe), Vortrag des Herrn Pastor Francke:„Wodurch gefährdet der Faschismus den Weltfrieden?" Frei« Aus- spräche. Jutritt für jedermann. Gäste willkommen, Arbeiter-Radiobuud e.®. Gruppe Südost: Im Gruppenlokal LUbbeuer Straß» 18 am Donnerstag. 2g. Februar, Beginn pllulilich 20 Ubr, Werbeadcnd mit Lichtbifdcrvortrag:„Rundfunk und Arbeiterfchast." Referent Genosse Scheffel. Alle Rundnmkbörer des Bezirks Südost sind herzlichst eingeladen.— Werbe»« ranftaltung bee Griippl Kreuzberg am Donnerstag.'23. Februar, 29 Uhr, im Iägerheim, Rostizstr. 29. Lortrog:„Vom Detektor bis zum MeHrroHreu» gerät." Verband ffi» Freidenkertum und Feuerbestattung. Glienicke(Rordbahn): Die Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Glienicke findet am Sonnabend, 29. Februar, 19 Vi Uhr, bei Matthcs, Prinz- Friedrich-Karl-Str. 37, statt. Thema: „Die Urwghl." Bolksbund Ratnrfchutz e. V. Sonntag. 20. Februar: Ab 81h Uhr Stettinkt Bahnhof. Sonutagskarte Melchow. Schwärzetal— Ronneiielieh. Führer Dr. Husck. Sonntag. 11. März: Treffpunkt 19 Uhr Spreetunnel Friedrichshagen. Kulturstelle— Müagclberqe. Führer Schriftsteller K. Poettcrs. Donnerstag, 49. März. 29 Uhr, Grunewaldstr. 0/7, Mitgliederversammlung. Lichtbilder. Vortrag Pros. Dr. Schoenichen und Dr. Hueck:„Eine Studienfahrt nach Schweden.". In der Nacht vom 29. zum 21., bruar verstarb infolge Herzschlage« aus dem"-etuiwcge von der Funktio» närbersammluna unserer Abteilung, wo er noch beredt seiner Ueberzeugung Ausdruck verlieh, unser lieber Freund und langjähriger Par eigenosse (Zöttkarä Hübner Koch hannstrahe 33 im 44. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken. AbteUunoovorstand und Fnuktionäre der ZÄ. AbteUnng SPD. Z A.: Wendtcke. Di- Einäschening findet am Freitag, dem 24 Februar. 19>, Uhr, un Krematorium Baumschviemveg statt WM �etallariieiter-Verbanii Vcrwaliuagsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, bah unser Kollege, der Maschinenformer Albert GrapeDtbin am 29. Februar geltorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Frritag, dem 24. Februar.>7 Uhr, im Are- malorlum Ger'.chtltrah« statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwattmig. klsu-.K»etten»W� Stahlmauatzen.OUnstlg an Priv. Kat fr. fiiseamabeiiatiriii»um(Tuar.) DIE RIESENSTADT DER MILLIONEN roiti verslanJen sein! J E DER in diesemMenscIvS: meer kl ein ftampfer! JEDER will jiblenfeunQ nach voiibrachlem TagemerR! JEDER such! und findel ün der rwuesien Gga rette nSftmaw-Fa- Hochwertige Möbel und doch bllligl WrJP Ld M h ll D ü KW U U�U LID LH W A�«zz. vrudttadtsv vlld«Lo hl. SdnW:„A»5NM«I5 Im Vohursum" sendeo wir Sern Kosleafre? a&i�- m a m w �aam m» s W Sesle�tioung ordetsnl/ Mlvllcvnmsrlct s SerlßN �suvnttlsnskr. 1V lieiiüüiuWw Korden 12310 AbormemenwbOro:| Norden 1013?— 30. I01S3 'V.U., Endenadi in] ZwSIflansend von Bruno Frank Katsinerspiele i| Norden 12310 iS'/.L's Ende 10 Uhr Fitdei Sit. dal Grippefrei VoBks büh ne IIieitH im Sülmsläti 8 Uhr eli �sintcnioCarossa TS. am SAIfftiinrdimm 8 Uhr Schieber des Hehnts Krtilit? Bismarck 24U/7516 I SV. u. Ende 10V, u. I j Marce? Fradei'n _(Der Eunuch) üurllBir Iteaftr Direktion Kuhnert laUtajtf.nil.ttDtlT» 8». Uhr Max Adalbert als Oer Herr rtm... pizcatvrdllhne l>is,t. 3. ilt:ier,ierf|!ili Kurlifrst 2MI 93 Anf. 8. Ende geg. U Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk mit Mai Pvliiiibn] In«. Erwin Pisolei i>!?! 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Zi'ehungsiag LZ. Februar 1S2S In der Bormtiiagsziehung wurden Gewinne über JA) M. gezogen 6 Detmnne ,a 5000 W. 66933 31 6261 325908 8«ewma. ,a 3000 M. 22827 492? 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