BERLIN Donnerstag, 23. Zebruar 10 Pf. Rr. 92 B 46 45. Jahrgang. Erscheint täglich auger Sonntag«. Zugleich Abendausgabe des �Vorwärts". Dejugspreis für beide Ausgaben 7» Pf. pro Woche, 3 M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW6tj,Lindenstr.3 IHTIHWW Anzeigenpreis: Die einspaltige Nvnpareillezeile 80 Pf.. Rcllameieile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Dorwärts-Verlag G. m. d. H.. Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 E�a ilhelms Schwaaer als pniaelbeld. Trunkenheitsexzesse des Herrn Gubkoss in Berlin. Die Skandale um Herrn Zoubkoff, den spring- lebendigen Schwager unseres verflossenen Wilhelm, mehren sich. Er hält sich mit seiner Gattin zurzeit„geschästehalber� in Berlin auf und benutzt die gute Gelegenheit um sich noch Kräften auszutoben. Folgendes Abenteuer, das sich gestern in einem Lokal des Westens ereignete, endete mit der Fest- nähme des Kaiserf'chwagers. Kurz nach Mitternacht betrat Alexander von Zoubkoff in Begleitung mehrerer Herren in animierter Stimmung die„Cnjc� nc>r>a"-Ber In der Luthe str, 22 23. Dem Sekt wurde kräftig züge- sprachen. Als Zoubkoff bei Eint'itt der Polizeistunde das Restaurant verließ und sich mit einer Dame und einem Herrir in das Foyer begab, u>» die Garderobe in Einpfang zu nehmen, kam es zu einer widerlichen Skandolfzene. Der tkifährige Willi Friedrich aus der Wicleffstr. 32 ist in jener Bar als Page ange- stellt, und hat den Auftrag, den Gästen beim Ablegen und Anziehen der Garderobe behilflich zu fein. Friedrich, der sich ständig im Foyer aufzuhalten hat, sprang auch dienstfertig hinzu, um Zoubkoff und Genossen beim Anziehen behiistich zu sein. Z. foii nun diese Hilfe- lesttung brüsk abgelehnt haben. Der junge Mann nahm darauf wieder seinen von der Direktion festgesetzten Standplatz ein. Zoub- koff, der sich.mit seinen Begleitern über Dinge unterhielt, die für andere Ohren wahrscheinlich nicht bestimmt waren, forderte den Pagen in groben Worten auf, den Raum zu verlassen und„nicht Maulasfen setlzuhalten". Der sunge Mann weigerte sich natürlich entschieden, diesem Verlangen des Gastes nachzukommen, da dies gegen seine Dienstordnung verstoße und er den Platz nicht verlassen dürfe. Jetzt trat Zoubkoff aus den ahnungslos dastehenden zu und versehte dem Knaben mehrere wuchtige Schläge ins Gesicht, bis er zu Boden stürzte. Dieser unglaubliche Vorfall war von einer Schimpskanonade gewöhnlichster Art begleitet, so daß der Geschäfts- führer und Rcstaurantangcstellte hinzueiltcn, um den Pagen vor weiteren Mißhandlungen zu schützen. Zoubkoff, der keine Ruhe gab, wandte sich jetzt gegen die Angestellten, so daß weiter nichts übrig blieb, als d i e P o l.i z e i z u r u f e n. Der stark angetrunkene Schwager des Exkaiser» wurde daraufhin festgenommen und nach dem Polizeirevier 123 in der Layreulher Straße gebracht. Der Pag« Willi Friedrich, der erst nach einpr ganzen Weile das Bewußtsein wiedererlangte, mußte, da er über starke Schmerzen am Kopf und Körper klagte, zur Rettungsstelle 3 4 gebrocht werden. Räch ärztlicher Behandlung konnte er dann in die elter- liche Wohnung entlassen werden. Die 7S00 Vettelbriefe. Bon zuverlässiger Seite, der das Vorleben des Herrn S-u b k o f f in Berlin gut bekannt ist, werden uns solgende inter- esiante Einzelheiten mitgeteilt:• Wie aus Blut Gold wird. Geschichte des Hauses Rotschüd in der Beilage. Schwejt über Amanullah. Der brave Soldat schreibt: Lieber„Abend"? Weil du möchtest, daß ich dir soll schreiben über den Einzug von dein König A m a- N u l l a, wie er ist durchs Brandenburger Tor gekommen. Es muß ihm das. glaube ich, sehr schwer geworden sein, well daß dort der Verkehr so gut geregelt ist, daß es oft dauert eine Viertelstunde, bis man mit dem Aboag hindurch kommt. Aber ich denke mir, daß sie auf einen Fürsten werden einige Erleichterungen ge- schaffen haben, und es bat bei ihm nur zehn Minuten gedauert, daß er hineingekommen ist. denn es finden keine Standesunterfchiede statt in der Republik. Wenn einer einzieht, dann ist es eine schöne Sache, wie ich das erl:bt habe in Protiwin. wo eine wandernde Zirkus- geuppe eingezogen ist und es ist eine große Hetz gewesen. Denn es sollten wilde Völkerstämme dabei sein, und man hat sie gesehen mit großen Federbüschen aus dem Kopf und tätowierten Brüsten, daß es wie lauter Orden ausgeschaut hat, aber es find nur ein paar Bauernjungen gewesen aus der Umgegend, die sie zurecht gemacht haben für den festlichen l Zweck. Und der Kuhhirt hat dazu geblasen, denn sie können sich eine Militärkapelle nicht leisten in Protiwin. Und die Leute sind gestanden vom Eingang des Dorfs bis zum Schulzenamt, und der Strbny, was unser alter Dorfschulze gewesen ist, hat eine Begrüßungsansprache ge- halten. Aber er ist nach der Anrede gleich steckengeblieben und eingeschlafen, denn er hat vor Altersschwäche seine Ge- danken nicht mehr recht beieinander gehabt. Und der Zirkus- direktor hat sich bedankt und er hat gesagt, daß es ihm große Ehre ist, gerade in Protiwin zu spielen, wo doch seine Seiltänzerin in Protiwin studiert hat. Sie ist nämlich Wäscherin gewesen und hat auf der Wäscheleinee Kunststücke Srobiert, und die Leute haben warten müssen, weil ihre Zäsche niemals fertig geworden ist. Und sie haben geschimpft, denn es ist kein Kunstverständnis gewesen in Protiwin. Wie aber die Truppö ist schon vorbei gewesen, da hat die Gaudi für die Protiwiner erst richtig angefangen. Denn es ist plötzlich der D o r f t r o t t e l hinterher gelaufen, der hat Z n i r p geheißen und man hat ihn gekannt an seinem faden Lächeln. Und die Leute haben sich die Seiten gehalten, und sie haben„Hoch" und„Vivat" geschrien, und der Z n i r p hat freudig gegrinst und nach allen Seiten seinen Hut geschwenkt, denn er war halt ein Trottel von Jugend auf, der nichts gekonnt hat als den Weibern nachstellen. Manche sagen, daß er sich erst dadurch um den Verstand ge- bracht hat, aber er hat nie welchen gehabt, der Z n i r p. Aber was den König A m a- N u l l a angeht, so ist mir eingefallen, wie sie den Rathcnau ermordet haben, weil er hat geschrieben, die Weltgeschichte möchte ihren Sinn ver- lieren, wenn der deutsche Kaiser als Sieger einzieht duräzs Brandenburger Tor. Und es befriedigt einen sehr, daß die Wellgeschichte ihren Sinn jetzt wieder hat, denn wir haben eine Republik, und es zieht ein Monarch durchs Branden- burger Tor ein, und das Volk schreit„Hurra", und es kommt der Kronprinz hinterher gefahren, und es fallen noch ein paar tüchtige Maulvoll..Hurra" für Ihn ab. und er freut sich und er grüßt nach allen Seiten. Es ist eben alles in bester Ordnung im Hinbenburg Deutschland, und es zeigt sich wiederum, daß das deutsche Volk das treueste ist auf der Welt, und es wird jeder fürstliche R u l l a von ihm geliebt und geehrt. Dein braver Soldat S ch w e j k. Das ungleiche Paar wohnt nicht im Hotel„Adlon", well be- fürchtet wurde, dort könnte es zu großes Aufsehen erregen, sondern im„Herkules-Haus" am Lützowplatz. Vom Lützowplatz sind es kaum fünf Minuten nach der G c n t h i n e r Straße. Die Genthiner Straße kennt Alexander Zoubkofs ganz genau. Dort hat er schon früher häufig— geschlafen; nicht(o komfortabel wie auf den Das prinzlich Subkoffsche Ehepaar, Roßhaarmatratzen des, Herkules-Hauses", aber doch immerhin ge- schlafen wenigstens, denn, wenn man„ohne Bleibe" ist, wie der Berliner sagt, dann schläft es sich auch in einem Klubsessel gut, und Alexander Subkoffs Schlafklubsessel stand häufig in der Genthiner Straße und zwar im sogenannten „RusseuNub". der damals dort domizilierte. Das war ein Spielklub, bester gesagt, ein Tripot. in dem sich die schlechtesten Elemente der riesigen Ver- liner Emigrantenkolonie ein Stelldichein gaben und bemüht waren, sich gegenseikig die letzte Mark oder auch die letzten fünfzig Pfennige abzunehmen.— Der Klubvorstand war ein ehemaliger zaristischer General, der erste Croupier natürlich auch ein Baron.— Viele, die dort verkehrten, waren„ohne Berus" und wenn sie ihre letzten Pfennige verspielt hatten, dann blieb immer noch ein Klubsesiel als Schlafgelegenheit. Von dieser Gelegenheit, zu pennen, hat Alexander Zoubkoff damals reichlichen, allzu reichlichen Gebrauch gemacht, wenigstens schien es dem Klubvorstnnd so, der damals den Prinz- gemahl wegen zu vielen„Pennens" aus dem„Pennerklub" auswies. Herr Cubkoff hat jetzt den lauschenden Interviewern stolz er- klärt, er habe nicht mehr und nicht weniger als. 7500 Bettelbriefe erholten. Dabei ist mir nämlich folgendes eingefallen: Dtachdem er im„Ruflenklub" in der Genthiner Straße den Ausweis(im Heute Entscheidung lfir �ZOOOV Arbeiter und Unternehmer der Holzindustrie tagen. Heute finden in Berlin die Reichskonferenzen sowohl des Deutschen Holzarbeiterverbandes wie des Arbeil- geberverbandes für die Holzindustrie statt, um zu dem Schiedsspruch Stellung zu nehmen, der die Löhne in der Holzindustrie für das ganze Reich, mit Ausnahme von Berlin, wo ein besonderer Tarif besteht, neu regelt. Der Schiedsspruch, der die Löhne bis zum Jahresschluß festlegt, bringt eine Lohnerhöhung von 6 Pf., und ab 1. Oktober von 2 bis 3 Pfennigen, insgesamt also von 8 bis ö Pf. Der Schiedsspruch ist in beiden Lagern sehrum st ritten. Morgen mittag 12 Uhr läuft die Erklärunzzfrist ab. Bis dahin wird es sich entscheiden, ob der Schiedsspruch von beiden Tellen an genommen, oder ob es zu einem großen Ka m v f e kommt, an dem rund 120 000 Arbeiter der Holzindustrie beteiligt sein würden. Spielerjargon.Liemsch�) erhalten hatte, schlief Zoubtofs fich vor- wiegend im Spielklub„Boheme" In der Augsburger Straße 33, aus. Don dort nahm ihn einmal«in mitleidiger Medizinstudent mit zu sich in sein möbliertes Zimmer, wo es dem Prinzgemahl so gut gefiel, daß er gleich dreivolleWochen blieb: er wäre noch länger geblieben, wenn nicht der betreffende Student mit Beginn der Ferien zu seinen auswärts wohnenden Eltern gereist wäre Einige Monate, als das„große Glück", das Subkoff gemacht hatte, schon publik geworden war, befand sich der Student gerade im Examen— und in Geldverlegenheit, well der schon an sich geringe Zuschuß seines nur wenig vermögenden Vater» ausgeblieben war, und da kam ihm(den Studenten) der Gedanke an Subkoff unter Berufung auf die oben erwähnte Dreiwochenepisode zu schreiben und ihm ergebenst anheimzustellen, sich in Anbetracht der beiderseitig oeränderten Verhält.Visse zu revanchieren. Do keine Antwort kam, schrieb der Student ein zweites und ein drittes Mal. Umsonst, es kam keine Antwort. Diese drei Briefe also wären doch nun zunächst von den„nicht mehr und nicht weniger als 7500 Bettelbriefen" sinngemäß in . Abzug zu bringen. Würden noch 1-191 Bettelbriefe bleiben. Immer noch ganz hübsch! Herr Gubkoff klagi. Er will leine Zeitgeschichte machen. Räch Ex-Kaiscr und Sohn klagen nun auch Herr Sub» koff und seine Gattin Prinzessin Viktoria zu Schaamburg-Lippe. ttp-rn konnte den �errn kürzlich vor der Zivilkammer des Land- gcrichts I in seiner ganzen majestätischen Würde bewundern. Er u.id seine Frau Gemahlin fühlen sich dadurch benachteiligt, daß ein geschäftstüchtiger Verleger ihr« eheliche Verbindung in einem Buche: „Der Herzensroman der Prinzessin Viktoria vor; Schoumburg-Lippe und Alexander Zoubkoff. Em« Liebeslegende aus zwei Welten" verewigt hat. Herr Zöubkofs hatte nämlich selb st die Zlbsicht. seine'Memoiren an eine Londoner und«ine deutsche Zeitung zu verkaufen, und da kommt ihm so «in Verleger in die Quere und macht mis seinem Lebensroman sin Geschäft. Deshalb verlangt er vom Gericht, daß die Verbrrilung seines„Herzensromans" verboiea werde und daß eventuell die llmschlagsbilder, die ihn und die Gattin dar- stellen, aus dem Buche entferm lverden.' Weder er noch seine Frau feie» Persönlichkeiten aus dem Bereich der Zeitgeschichte. Nanu! meint der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Weigert, Prinzessin Viktoria ist plötzlich kein« Persönlichkeit aus dem Bereich der Zeitgeschichte? Ist es denn nicht in den Sver Jahren wegen der bewußten Angelegenheit mit dem Fürsten Alexander von Batten- berg fast zu kriegerischen Verwicklungen gekommen? Sind Sie denn nicht etwa jetzt der angetraute Gatte dieser historischen Prinzessin? Und dann: Ist dos Ihre Photographie? Ist es ein von Ihnen gewährtes Interview?"„Ja, was kann ich denn dafür," meint der„Prinzgemahl",„gestern waren bei mir 17 Reporter und 18 Photographen."„Ra also," meint der Vor- sitzende,„was haben Sie denn eigentlich an dem �erzensroman" auszusetzen?" Es ist ein übles Machwerk, sagt der Vertreter des prinzliehen Paares. Es mirnmfÜ nur so von geschichtlichen und genealogischen Unrichtigkeiten. Bitte: die Prinzessin wird als Dlk- toria von Schaumdurg-Lippe bezeichnet, in Wirklichkeit ist sie eine „zu": Beweis: der Gothaische Hofkalender. Der Kläger heißt Sub- koff, der Verleger nennt ihn bald Zubkoff, bald Subkow. Der erste Gemahl der Prinzessin war wohl ein Prinz Adolf zu Schaum- burg-Lippe, aber nicht der bis zur Revolutionszeit regierende Fürst Adolf zu Schoumburg-Lippe. Jetzt treten die Anwälte des Ver- lagt auf die Szene.„Ein Pamphlet? Hat denn der Bonner An- walt der Prinzessin in einem Briefe nicht selbst zugegeben, daß dos Buch kein Pamphlet sei? Sehen Sie es sich nur näher an, es ist ja vom Wohlwollen dem prinzlichen Paar gegentlber durchdrungen und schildert sympathisch die Entwicklung des Herrn Subkoff. Als Beweis, daß es auch vom Leser so aufgefaßt wird, hier«inen Brief." .Ulch habe 7500 solcher Briefe nach meiner helrak bekommen." erklärt stolz Herr Subkoff. MU einem Wort: eine humorvolle Ge- richtsverhandlung, Die Berkündung des Urteils wird aber ausgesetzt. Es ist kein« leichte Sache, der Gatte einer Prinzessin zu sein. Vom Empfang AmanuNahs zurück. „Brieftasche geNaut, Hühnerauge zertreien, Sachen ram« paniert, aber- gottlob- endlich wieder einen echten Mo« narchea gesehen! Die Gäste aus Afghanistan. i«« m ist i v'1 ff' V ö tfS Öl, '>? a, f-mF-i. i».» lW - E! mKBm »»I 3-«'! .»-, i' f -1:..x:.;. . v! » 1"»X. .'' l* -:*■*« W•• i.. < mv>>>' > V»»'.: ...; F 5, r t- \* V.» h" » r•< k:*'**.*'» ''ZI".* st' '' V?--- m* ''>»»'.<»'. Zapfenstreich und Fackelzug in der Wilhelmstraße. Kurzer Bericht: Beim Abendesien im Haus« des Reichspräst» deuten wurden zwischen Hindenburg und Amanullah Trink- spräche ausgetauscht, in denen die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Afghanistan betont wurden. Der Reichs- Präsident hob hervor, wie sehr er sich freue, daß eine große Anzahl deutscher Aerzte, Lehrer, Ingenieure, Techniker und Werk- mesiter nach Afghani st an berufen worden sind. In seiner Erwiderung sagt« der König, daß der Fleiß, die Ehrlichkeit und die Leiswngssähigkeit der Deutschen in Afghanistan seine volle Anerkennung gefunden habe, und er danke aufrichtig sür deren Mit- arbeit. Roch dem Essen fand ein großer Zapfenstreich statt, der viele Neugierige anlockte. lieber die Speisenfolge beim Diner ist in bürgerlichen Blättern nachzulesen. Bei den Fliegem in Tempelhof. Nach den Hauptfeierlichkeiten zum Empfang des Emirs hat dieser heute vormittag mit seinem Programm, den Besichtigungen der Dertehrs- und Industrieunternehmungen, begonnen!. Heute vormittag wurde derftlughafenTempelhos besichtigt. Der Flughofen war festlich geschmückt. Zum Empfang des Emirs auf dem Flug. Hafen war auch' Oberbürgermeister Dr. B ö ß nach Tempelhof ge- fahren. Die afghanischen Gäste besichtigten die Berkehrsfliegerschule und die Werkstätten auf dem Flugplatz. Dort waren vierzig Flugzeuge zu einer regelrechten Parade aufgestellt. Neben den Berkehrsslugzeugen sah man Flugzeuge der einzelnen Firmen,� wie Albatros, Junker, Rohrbach, Udet, in allen Größen. An Hand eines Rtesernnodells wurde die Bedeutung des Flughafens Tempelhof für das europäische Flugwesen erklärt. Direktor W r o n j k y überreichte dem Gast ein Albuin mit �Photo- graphien über den Betrieb der Lufthansa und zahlreichen iZlieger- ausnahmen. Zum Abschluß der Besichtigung zeigten 15 Flug» zeuge der Berkehrssliegerschul« Vorführungen im Gruppen- fliegen und Landungsübungen. Natürlich fehlten beim Eintreffen des Emirs Ine seit gestern mittag auch in der Republik historischen 21 Böllerschüsse nicht. Reichsverkehrsminister Dr. h. c. Koch begrüßte die Gäste in feier- lichcr Ansprache. Rundflüge der Prinzessinnen und des Gefolges schlössen sich an. Die Gäste verließen gegen 13 Uhr den Flugplatz, und fuhren zum Reichstagspräsidenten L ö b«, der rmi 13 Uhr zu Ehren der afghanischen Gäste ein Frühstück gab. Hergt macht Außenpolitik? Mit Amanullah! Wenn aus Anlaß des Besuches, den jetzt ein König aus dem Morgenlands der deutschen Republik abstattet, für alle möglichen Industrien Reklame gemacht wird, so läßt sich das i 3: im Interesse des deutschen Exports verstehen. 2luf das aller- schärfste muß es aber zurückgewiesen werden, wenn der deutschnationale Vizekanzler Hergt die Gelegenheit dazu benützt, Außenpolitik nach seinem Sinne zu machen und deutschnationale Wahlreklame zu treiben. Unter der Ueberschrlft„Zwei schicksalsverbun- den« Länder" teilt die Scherl-Presfe über einen Besuch des Vizekanzlers bei dem Afghanenkönig folgendes mit: Dieser Besuch führte zu einer sehr«ingehenöen und sehr wichtigen politischen Unterredung zwischen dem König und dem stellvertretenden Reichskanzler. Der Iustizminister wies darauf hin, daß Deutschland ein Staat in Trauer sei. der mit einem wirtschaftlich und politisch sehr schweren Vertrcge be- lastet sei. Das Deutsche Volk sei verarmt. infolgedessen habe man auch die äußere Gestaltung de» Emp- sauge» de» Königs nicht so üppig enisallen können, wie es selbst- verständlich In Rom und in pari» der Fall gewesen sei, und der König müsse auch verstehen, daß die Berliner Bevölkerung unter dem Druck der Lage nicht in jenen Freudentaumel ausbräche, der seinen Empfang in Paris ausgezeichnet habe. Das deutsche Volk empfinde aber um so größere innerliche Freude dar- über, daß gerade der König von Afghanistan als erster wieder nach dem Kriege in Deutschland den offiziellen Besuch eines Staatsober. Hauptes abstatte. veukfchland verstehe das afghanische Volk deshalb besonder» gut. weil auch Afghanistan in einem dauernden Kamps um seine Sicherheit und um die Unabhängigkeit de» Landes stehe. Die deutsch« Politik begrüße die kulturellen und wirtschaftlichen Absichten des Königs von Afghanistan, weil sie wisse, daß mit ihnen die Freiheit des Landes verteidigt werden würde. König Amanullah betonte in der Unterredung, daß er diese Erklärungen de» stellvertretenden deutschen Reichskanzlers sehr gut verstehen könne, und dcß er diesen Erklärungen.zustimme. Es widerspricht allem diplomatischen Brauch, daß der» artige Unterredungen in der Presse publiziert werden— es sei denn, es handele sich um eine gemeinsam verabredete, wohlüberlegte diplomatische Aktion. Da diese Unterredung aber veröffentlicht wird, so hat sie mit Absicht den Charakter einer außenpolitischen Aktion erhalten. Sie ist also als solche $u werten. Sie stellt eine unglaubliche Taktlosigkeit gegen- über England dar, das seit Jahren mit Afghanistan im Frieden lebt. Nicht minder verurteilenswert ist die G e- f ch m a ck l o s i a k e i t, mit der Herr Hergt zwischen den Empfängen in Paris und Rom einerseits und dem in Berlin andererseits Unterschiede macht. Hergts Aeußerung stammt aus dem Geiste Wilhelms. Hergt tat mit ihr gegenüber dem Herrscher Afghanistans, was Wilhelm II. mit dem Präsidenten der Burenrepubliten K r ü g e r tat. Die takllose und politisch sinnlose Einmischung eines deutschen Imperialisten in die Beziehungen zweier anderer Staaten! Eine neue „Jtoily-TelegrapH-Slffäre! Stresemann ist an der Riviera auf Urlaub: Marx ist im Bett— wegen Krankheit. Schläft denn da» Auswärtige Amt? Warum verbindert es nicht, daß ein wildgewordener deutschnationaler Vizekanzler unbeaufsichtigt wie der Narr auf dem Thron in die Weltpolitit hineinblött? Durch Draht und Funk. Der anierlkanische Arbeitsmlnlster Davis erklärte, jede Lohnkürzung würde die Kaufkraft der Bevölkerung vermindern und damll die ganze Wir.schas« schädigen. Er kündigte große SfsenMche Arbeiten an. um die Arbeitslosigkeil zu vermindern. Die Demokraten behaupten, es gäbe 4 bis 5 Millionen Arbeitslose. Davi». als Republikaner, hält diese Zahl für übertrieben. Die französische presse behandelt durchweg mit Entrüstung die willkürliche Zerstörung der beschlagnahmten italienischen Maschinengewehre durch die ungarische Regierung. Sie be- trachtet das als einen hinterlistigen Versuch, der von der Kleinen Entente beim Völkerbund beantragten Untersuchung zu entgehen. Die Arbeiterpartei erhielt bis seht acht S l ß e im saptraischen Parlament. Aus einem Duhend Wahlkreisen ist da» Ergebnis noch nicht bekannt. « Der indische Staatsrat, das Oberhaus der indischen Dolksver- tretung, sprach sich mit 34 gegen 13 Stimmen für die Zusammen» arbeit mit der Simon-Komm.ssion aus. Der Staatsrat zahlt 34 gs- wählte und 25 von der Regierung ernannte Muglieder. Die Svwset-Abrüstungsoorschläge sollten ernsthaft geprüft und dürfkrn nicht einfach abgelehnt werden, nur weil st« aus Moskau kommen— erklärte der britische Delegiert« bei der Genfer Sicherheuswgung, Lord Cushendum. Oesterreich verabredete mit nordamerikanischen Banken ein« Hundert-Millioncn-Dollar-Anleihe zum Ausbau des Eisenbahn-, Telephon- und Telegraphennetzes. Oesterreich ge- nießt aber auf dem amerikanischen Kapitalmarkt wegen seiner hohen Staatsschulden bei anderen Ländern wenig Kredit. Um das Be- schüft nicht scheitern zu lasse», beantragt der amerikanische Finanz- minister daher beim Kongreß, aus die Rückzahlung von 25 Millionen Dollar von Oesterreich zu verzichten. * Der verhaftete Bischof von Tamanlipos wurde aus Mexiko au»« gewiesen. * 5m Budopester Abgeordnetenhaus erklärte der Universttätspro- sessvr B l e y e r, daß die Deutschen in Ungarn unerfüllt« Wünsche haben und in Dens ihr Recht suchen könnten. Das erregt« Stürme der Entrüstung bei den Magyaren. » Der Wirtschaftsberater der polnischen Gesandtlchaft in Moskau besuchte Odessa, um die Eignung diese» süd- russischen Hasen» für den polnischen Handelsverkehr mit dem Orient zu prüfen. Die Lage in Mliteldeuischland. Leere Demonstration der Kommunisten. Halle, 23. Februar.(Elgenberichl.) Ä?siern abend fand in Halle ein« versammwng der FunkNonäre ier Metallindustrie statt, in der Handke und RSgler vom hauptvorstand und der Bezirksleitung de» Metallarbeiter Verbandes über den Ausgang de» Kampfe» in Mitteldeutschland referierten. Die Ausführungen der Referenten mochten auf die Funktionäre einen sichtlichen Eindruck, wobei zu bemerken ist, daß die erdrückende Mehr- heit der Funktionäre Kommunisten sind. Es wurde dann die übliche kommunistifch« Resolutton eingebracht, Ne sich gegen die „Abwürgung des Kampfe»" wandte,«ine Urabstimmung über feine Fortführung und feine Ausdehnung auf die Ehrmieindustrie, den Bergbau usw. forderte. Der Einbringer der Entschließung erklärte jedoch daß er selbst für die wiederausnohme der Arbeit unter den gegebenen Derhällnisien fei, mit d«r Entschließung nur den Gefühlen der Masse Ausdruck geben wolle. Bei der Abstimmung enthieU sich etwa die Hälfte der Funktionäre der Stimme, etwa 40 stimmten dafür und elwa 20 dagegen. Die Entschließung ist also äuge- n o m m e n. die lomwuuistische Orlsverwaltuvg denkt aber gar nicht daran, eine Urabstimmung vorzunehmen, sondern trifft olle Maß. nahmen zur reibungslosen Wiederaufnahme der Arbeit. Streikbeschluß im Kürschnergewerbe. llm die Löhne der Zurichter. Für die im Deutschen Bekleidungsarbeiterverband organisierten Zurichtergchilfcn und Färbereihilfsarbeiter waren an den Verband Deutscher Rauchwarenzurichtereien und Färbereien im Dezember vorigen Jahres Forderungen gestellt zwecks genereller Erhöhung der Tarif, und Akkordsätze. Außerdem wurde für Berlin, Homburg und Das„Not"programm! Hmdenburg:„Sammeln!" Als das Volk aufstand. Die große Mvolutionsausstellung in Paris. »Ttein. oaimt kann man keinen Staat mehr machen, die reichen kanm noch zur Not." München ein zehnprozentiger örtlicher Aufschlag gefordert. Da man in freier Vereinbarung nicht zum Ziel kam, wurde am 12. Januar vom Leipziger Schlichtungzausfchuß ein Schiedsspruch gefällt. der für dos ganze Reich gilt und der in der Hauptsache im 1. Teil die Löhne der Hilfsarbeiter um 9, der Zurichtergehilfeck um 10 Proz. erhöht. _ Ueber die örtlichen Zuschläge für Berlin. Homburg, München besagt der Schiedsspruch in seinem 3 Teil:„hoben die örtlichen Instanzen zu entscheiden". Wöhrend der Homburger Schlichtungsausschuß am 27. 2a» nuar den zehnprozentigen örtlichen Zuschlag anerkannt hat, dem auch die Hamburger Unternehmer und Arbeiter beigetreten sind, hoben hier in Berlin die Unternehmer in freier Verhandlung sowie auch in der Verhandlung vor dem Schlichtungsausschuß am 21. Februar jedes Zugeständnis abgelehnt. Vom Vorsitzenden wurde ein vollständig unmöglicher Schiedsspruch gefällt, in dem zum Ausdruck kommt, daß nur dt« Hilfsarbeiter einen Ortszuschlag zu bekommen haben, die Zurichter jedoch nicht. Die Zurichter haben deshalb in ihrer Versammlung einmütig beschlossen, ihre zuständige Organisation,-den Deutschen Bekleidungs- arbeiterverband, zu beauftragen, den Unternehmern die K ü n d>- gung des Arbeitsverhältnisses für die gesamten in Berlin bcschSf- tigten Zurichter auszusprechen und die Arbeit solange ruhen zu lassen, bis die berechügten Forderungen der Zurichter er» füllt sind!_ Wetterbericht der öffentllchen Wetterdienststelle VerNn und Um- gegrnd.(Rochdruck verboten.) Trocken und zeitweise heiter, nachts Frost. Am Tage Temperaturen über Null. Für Deutschland: Trocken und besonders im Westen heiter. Ueberoll Nachtfrost. Tages- tempsraturen vielfach über Null. In dem Saale der französischen Nationalbibliothek, in dem unlängst Minister Herriot die Ausstellung der Französi. schen Revolution feierlich eröffnete, stauen sich tagtäglich die Masten der Besucher, Jung und Alt leidenschastlich bewegt, wenn sie von den Wänden und aus den Vitrinen die machtvolle Sprache der Dinge selbst oernehmen. Freilich ist dem Leiter der Ausstellung, dem Generaldirektor der Nationalbibliothek, Roland Marcel, der Vorwurf nicht erspart geblieben, daß dlc ökonomische und soziale Seite einer der größten Volks- bewegungea neben dem Pathetischen und Dekorativen zu kurz komme, und das gilt auch, wenn man in Rücksicht zieht, daß im wesentlichen die Beschränkung auf die Schätze der Bibliothek und des Staats- archivs, also auf Drucksachen und Handschriften. Bilder und Medaillen, von vornherein gegeben war. Denn während uns die berühmt« Erklärung des 4. August 1789 gezeigt wird, durch die der Adel einen Teil seiner Feudalrecht« über Bord warf, erfahren wir fast nichts von den Dauernaufständen, die diesen„edelmütigen" Verzicht erzwangen, und nichts von der verzweifelten Loge des Landvolks, die zu Revollen aufpeitschte. Auch die Revolution der Fauborgs Saint Antoine, Saint Marcel und Saint Victor, der Vorstädte mit ihre» wimmelnden Arbeitennasten. bleibt in der Ausstellung der Rue Richelieu so gut wie stumm. Von den Petitionen der abgezehrten und zerlumpten Proletarier, von Broschüren sozialen Inhalts wie„Hungersnot ohne Mißernte" oder„Die Beschwerdeschvsten des Vierten Standes", von dem Gesetz Ehapelicr über die Untesioücknng der Arbeitertoalitionen findet sich ebensowenig eine Spur wie von der Welle des Elends, die, mehr als einmal in den Sitzungssaal des Parlaments brandend, selbst die Radikalsten der Bergpartei erschreckte, und von der Sache der Hungernden, die die Roux, Parket und Thäophile Leclerc an der Schranke des Konvents führten. Von dem Plebejeraufstand am 1. Prärial des Jahres III unter der Losung:„Brot und die Verfastung von 1793!" zeigt gerade ein Kupferstich dir Ermordung des Abgeordneten Ferraud: auch die Messer, mit denen sich die Führer dieser Erhebung, die„letzten Montagnard»", den Tod gaben, liegen hinter Glas. Von Gracchus B ab e u f gar, nach dem die erste bewußt sozialistische Bewegung in Frankreich den Nomen hat, sind nur zwei nicht einmal besonders belangvolle Briefe da; selbst sein berühmtes„Manifest der Gleichen!" fehlt. Aber die große Revolution war ein Ereignis von solcher Maß- losigkeit, daß trotz der Lücken die Fülle der Urkunden, der Bücher, Zeitungen, Flugblätter. Plakate, Dekrete. Memoiren, Briese und Briese dem Betrachter den Atem verschlägt. In dieser Ausstellung empfinden wir kein Medium zwischen uns und den aufregendsten Augenblicken der Geschichte; durch ihre Zeugniste spricht sie un- mittelbar zu uns, und unendlich beschwörender, bannender wirkt jedes Dokument von ihr als all« Literatur über sie. Da ist da» flumpfsinulge Tagebuch de» fechzehalea Ludwig: auch hinter dem 14.. Juli 1798, dem Tage des Bastillenswrms, Datum einer Wellwende, steht: Nichts. Da ist, vom 19. August 1792, der legte Befehl, den der König zu erteilen hatte, an die Schweizer Garden, die Schießerei aufs Volk einzustellen, ferner der Entwurf seiner Verteidigung vor dem Konvent und die Anfrage des Henkers Sanson, welche Vorkehrungen für die Exekution zu treffen seien. Daneben Aktenstücke des Prozesses gegen Marie Antoinette: die Anklageschrift Fouquier-Tinoilles, Vernchmungsprotokolle, als Maueranschlag das Todesurteil, die Abschiedsworte für Ihre Kinder, am Morgen des Hinrichtungstages auf die leere Seit« eines Gebet- buches geschrieben:„Meine Augen haben keine Tränen mehr, für euch zu weinen", und das allerletzte Bild der„Österreicherin", das sie auf dem Karren zum Schaffott in einer Haltung voll Würde und Schmerz zeigt— der bekannte Rcvolutionsmaler David bekam die Gelegenheit zu der Federzeichnung, denn vor seinem Fenster stockte der Zug, von schmähenden„Xricoteusen" oder Guillotine» weibern angehalten. All das erschüttert trotz der Schuld Marie Antoinellens, aber auch ein Wort von Oskar Wilde steigt auf: „Für den Denker besteht das tragischste Ereignis der französische> Revolution nicht darin, daß Marie Antoinette, eine Königin, cnt- hauptet vurde, sondern darin, daß der verhungerte Bauer oer Bendte für die schmutzige Sache des Feudalismus zu sterbe b:reit war." Auf Schritt und Tritt überfallen uns die starken Eindrück«. Mit dem Titelblatt aufgeschlagen bieten sich die geistigen Wegbereiter der Revolution dar, die Werbe Montesquieus, Rousseaus und Dide» rots, und, zündender Funke, des Abbä Sieyes berühmte Schrift Mas ist der dritte Stand?". Ein Spottbild auf die Abweisung der Steuerlast, die die Privilegierten dem dritten Stand aufgepackt hatten, grober, kowrierter Holzschnitt, offenbart. wie sehr das Jahr 1769 einen Klassenkamps einleitete. Der Eid im Bqllspielhaus, durch den sich die Vertreter des Tiers» Etat verpflichteten, nicht«her auseinanderzugehen, als bis Frank- reich eine Berfastung Hab«, trägt lauter entschlossene Unterschriften. Dekret« der Legislative über die Suspension des Königstums, des Konvents über die Umbildung des Revolutionstribunals und über die Zerstörung der royalistischen Stadt Lyon, das Urteil, das die Buhlerin des fünfzehnten Ludwig, die Dubarry, auf die Guillotine schickte, und der Abschiodebrief der Eharlotte Cordoy an Ihren Vater: „Das Verbrechen bringt Scband«, nicht das Schoffot." Und hier die bräunlichroten Flecken auf Marats B'att„Ami du Peuple" zeichnete sein Herzblut, als ihn der Dolch des Mädchens von Caen traf, und auf dem Tislbe dort lag Marnnilian Robeepierre. den Unterkiefer von einer Pistolenkugcl zerschinettert, balb verröchelnd, in der von Sturmglocken durchheulten Nacht des 9. Thermidor— es ist wirklich eine Fülle der Gesicht« und weckt den Wunsch, um Mitter- nacht durch diesen Saal zu schreiten, wenn Geisterstimmen in der Luft wispern. Unter den Plakaten hängt die Kriegoerklärung„im Namen der Nation" an den„König von Ungarn und Böhmen", das fft: den deutschen Kaiser, Gegenstoß der Revolution gegen den konterrevolutionären Sreuzzug, zu dem die Despotien des Ostens rüsteten. Auch hier eine erdrückend« Menge von Zeugnisini: die Register, in die sich die Freiwilligen eintrugen, eine Aufforderung. Bataillone von Pikenträgern zu bilden, «in« Verordnung des Wohlsahrtsausschusies über Schaffung einer Kompagnie Militärlustschiffer,«ine farbige Darstellung der Schlacht von Fleurus, und die Erstausgabe von Goethes„Campagne in Frankreich", aufgeblättert an der berühmten Stelle über die Schlacht von Valmy:„Von hier und heute geht«ine neue Epoche der Well- geschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen." Minder angenehm berühtt anderes, was in unser« Geschichte eingreift: der verruchte Ausruhr des Herzogs von Braunschweig, der Part» dt« Vernichtung androht, und einer der schmählichsten Derträg«, unter denen, wie an einem Schandpfahl der Rom« eine» preußischen König» stände der von Basel, der 179S das ganz« linke Rheinufer den Franzosen preisgab, signiert„llreckeric c-uillsum«, Roi, Ottogt. Friedrich». Blt.Berlin«. Treffpunkt 8Z4 Uhr Bahnhof Reu-Lichten. ,-------«iaickenbars: 13 Uhr am Start Refidenzstr. 108.— l. Bezirk. Sanntagstouren am 26. Februar. Alle Abteilungen beteiligen sich an der Bcr. einotour nach Wittenau sbct SberharM), Lüdarser Strohe. Statt 13 Uhi Mllggeldrrgr. Treffpunkt'l Uhr Sch�>ßplab'«e; felb«! Brfuk"------—*•"~~— berg.— Ortegr. den bekannten Stellen. Uhr an «rbeiter.Aabfahr«r.B«rei» Sroh-Berli». Sonntag, 28. Februar, 8 Uhr. Tour wirb am Start dekanntaegeben. 13>4 Uhr Ablershot l3iege). Motorfahrer bi«. selbe Tour. Start Walbcmarstrahe, Ecke Mariannenplatz. Gäste w.llwmmcn. TStziict, 8 UTlf Elite■ Sänger feti nur n groSEi form! Jeden Sonnt«» nachm. 3 L'br: Grote FmniUdB-Vorst ellunß _. L(ungekdrrt). VaitUPt.(V«, 0.7», 1J0U6 MK, ■ DOHPADOUH WWWW Nollendorf 7300. sMlüiis Rascti-Girlsl im Rahmen des groBen Variete-Programms! Nor noch wen gc tage t Freddy Rieh m. seinen 14 unerreicht Künstlern| HIerru das proste Varletd-Progr. MkIMi Norden 12 310 Abonnementsbüro: Norden 10138—3«, 10185 -»/« Ende nach 10 Zwälflaasend von Brano Frank Kammerspiele Norden 1Z3i0 S'.U, Ende 10 Uhr Fimlra Tis, lk» ConstancB lidi riditin _«rtälf? Die Komödif Bismarck 241V7SI. 8'.4 U- Ende 10'-, l Marcel Fradello (Der Eunuehl Mm Theater Direktion Kuhnen. hirletlewtr.Sa 91. Meli. 1' 8>. Uhr Max Adalbert als Der Herr von... Walhalla-Th. Weinbeigsweg 18-20 Tiglich Vi, Uhr Das muteipartier Schwank In 3 Akten iiinlid» treu Zitntt Vorzeiger dieses zahlen Tür Parkett auch Sonntags statt 4,— Mk nurOOPt. Sonntag nehm. 4 U. OuriirStches Parkett*. 30 Pf. an. Piscatorbflhne »tat. i.(iillinoortj.itJ KurlOrst aw-O,1 Anf.8. Ende geg. M Die AbcBlener de« braven Soldaten Scbwejk mit Mn Pillntierg lue. tnrii Ntotir Mozart' aaal /k No'len- Qmv dorfplatz heute u u. morgen O Bengt Berg svridii ga dem Füm Abu Marküb Versäumen Sie nicht dieses FJmwunder rr sehen f Ii. in Idisiralssalss räeif-uh. HÄHER REVUE ..WannDDiwo" Thalia-Theater Dresdneretr. 72 73 SD.: Das Kastei gellt RidilvIlÄM 2 Sonntag Vorstelle. 3 Uhru.SSUhr tidm. fleiBiBi»er- Itellene r»'|A. bei Residenz-Theatsr ragi. Uhr- Wiederaottrefen d. Rundfunktenors Franz Baumann in der Operette FrOhiiBD am Rhein Sonntag 3", Uhr ganze Vorstellg. zu halben Preisen j.neiuefj-oniioe, ns. künsiicr->>> "AJhr jiTeiyne" cssmR-rhcaic» - Uhi „Rose Bernd" neatei des Westens rägllch k»-. Uhi mnamnnfCBs letue Urbe Wirt, Hottmann. Jolan, Lille, AI du Rose- Theater Or. Frankf.-Slr. 132. Uhi D«* Pfarrer von Klrdtield LostspieltMas Vi, Uhr Uuldo Thlclscber „OstBf Gesblftsaifsidir Metropol-Th. Heute 8'', Uhr: letzte eorstellungl „Die sdiDns Helesa" Morgen>, Uhr Premiere Der Grat tob Luxemburg Stech, bed. Saulrct. X ir.ulli. Ii! tk Iritr luerh Bell. PtnIK Planetarissi an Zoo 'nlm. Mdiulbeln Site» Noll 1578 Tesss, die Sdiwester der Erde. Vorführungan: Ib'/s, IS, Ist-, z. 21 Uhi Einirlti I M. -, Uhr Erika Olftkner Ii Greichen Für Jugendliche nicht geeignet imowu.-.än« fn lChnl» r5tt 5t. Bergm.21ia 8>. Uhr: Fluche m Jaltn OiliwitSj tchir kkt» hraniich KomOdlenham Norden MO« 8.15—10 40 Uhr Boknspokas von Cum Götz Tägl. 7i., Uhr Sonnt auch 3 Uhr Das fr. Clrcuspr der Saison: itt. udta. halbe Pr. I.MJ«; Premlor« »««"-MK Renaissance- Theater Steinplatz 901 8.10 uhr Coeur Bube. Komische Je1» Ohr Oper ev.Ohrl jlames Klein'sl gewaltiges neues Revue»SIUck: Zieh' didi aus! 200 kfllwirbcnde. Vorverkauf ab TO Dhr ununterbrochen. R«lHcUEQWELT< Arnalu oc.iOiz hn-fe.iuciu«. Hu> UM in den Darr» Alpen und Lr Sdiweinesdiladiten. 7 Kapellen/ Nene Dekorationen 30 bayr. Madela Berliner IIUt-TriO MaukSlln, W Lakmk.H/ni.