Morgenausgabe Nr. 97 A49 45. Iahrgang Wöchentlich 70 monatlich S.— A. im voraus Zahlbar. Postbezug S.72 M. einschl. Bestellgeld. Auslandsadonne- ment SLO M. pro Monat. Hc Der.Donvötts" erscheint wochentüg- lich zweimal. Sonntags und Montag« einmal, die Abendausgaben für Berlin und lm Handel mit dem Ditel„Der Abend". Illustrierte Beilogen„Boll und Zeit" und„Äinderfreund" Ferner „Unterhaltung und Wissen".„Frauen- stimme".„Technik". Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Dorwarts". Aerliner VolSsdiatt Sonntag 26. Februar 1928 Groß-Äerlin 15 ps. Auswärts 20 pf. Di» et n l p a I tlge Nonpareille,.eila 50 Pfennig Retlamezeile ö.— Reichs» mark„Kleine Anzeigen" das iettge- druckt» Won 25 Pfennig(zulässig zwet iettgedruckte Wone). iedes weitere Wort 12 Pfennig Stellengesuche das erste Wort!5 Pfennig, iedes weiter» Wort 10 Pfennig Worte über 15 Buchstaben zählen iür zwe» Won« Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig Familianzetgen für Abonnenten Zeile 40 Pienmg Anzeigen« annahm» im Hauptgeschäft Linden» ilrasieÄ. wochentägl oon ö�, biH 1? UhQ Jentealorgan der Sozialdemokratische« Oariei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstratze 3 Fcrniprcchtri Tönhokl RS— 227 Telegramm-Ädr.: So;ialdemokra« Berlm Vorwaris-Verlag G. m. b. H. Postlcheckkonio: Berlm 37 536— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten Wallstr. Diskonio-Gcsellschast. Depositenkalie Lindcnllr S Moskau Hilst Baldwin. Kommunistisches Eingreifen im englischen Wahlkamps. Man muß bei den Kommunisten und ihrem fanatischen Haß gegen die Soziatdemotratie auf alles gefaßt fein. Was aber die E x e k u t i ve der kommunistischen Internationale mi Hinblick auf die kommenden englischen Wahlen soeben be- schlössen hat und worüber ein besonderer Artikel unseres Londoner Korrespondenten an anderer Stelle des Blattes ausführlich unterrichtet, übertrifft an s e l b st m ö r d e r i- scher Dummheit und an bewußter Hilfe- le�stung für die Reaktion alles bisher Dagewesene. D)ie Moskauer Erekutioe verlangt von den englischen Kommunisten, daß. sie in fünfzig Wahlkreisen eigene Kandidaten aufstellen. Sie weiß, daß die KP. Eng- lcmdsmiit ihren rund 5000 Mitgliedern bedeutungslos und ohnmächtig ist. Ein einziges Mal ist es ihr im Dezember 1923 in einem einzigen von insgesamt 617 Wahlkreisen gelungen, ein Mandat selbständig zu erobern. Das war in Motherwell in Schottland; aber inzwischen ist auch dieses Mandat wieder verlorengegangen. Angenommen, die kom- mun'lstische Bewegung hätte seitdem wieder Fortschritte ge- macbt, zum Beispiel dank der Streikunterstützungsgelder der russischen Gewerkschaften(das heißt der Sowetregiemng) und es wäre ihr gelungen, die Zahl ihrer Mitläufer an einigen Orten zu erhöhen— was übrigens kaum der Fall sein dürste, »»M jeü-�etzi. Generalstreik vom Mai 1926 die KP. Englands efn Drittel ihrer Mitgliederzahl eingebüßt hat— so würde das gerade noch reichen, um vielleicht höchstens drei bis vier Mandate zu gerv.mnsn.' Aber der Beschluß Moskaus lautet ausdrücklich: eigene Kandidaturen nicht nur, in- solchen Kreisen, wo man irgend- welche Aussichten hat. so-'dern�insbesondere in den Wahl- Weisen, wo die„reformistischen" Führer der Labour Party aufgestellt sind Gegen diese Führer richtet sich die besondere Kraftanstrengung der Reaktion bei den Wahlen. Groß- bxitanniens veraltetes Wahlrecht beruht bekanntlich auf dem, Einmänerwahlkreis mit nur einem Wahlgang. Die ,r;e lativö Mehrheit genügt. Eine geringe Absplitterung der Arbeiterstimmen kann genügen, um dem reaktionären Kand baten zum Siege zu verhelfen. Das weiß Moskau. Und gerade deshalb ist der Beschluß der Kom'nlern erfolgt. Die Sowjetregierung läßt sich den.Spaß rund 300 000 bis 400 000 M. kosten. Sie über- nimmt somit freiwillig einen Teil der Wahlkosten der konservativen Regierung Baldwin- Churchill- Chamberlain gegen die Arbeiterpartei. Der Moskauer Be- richterftatter des„Manchester Guardian", Arthur Ran- fvme, der seit Iahren in Moskau ansässig und durchaus sowjetfreundlich ist, drahtet seinem Blatte: ..Daß die ummittelbare Folge dieses Beschlusses ist, die Rückkehr einer neuen konservativen Regierung in England zu ermöglichen, darum kümmert man sich hier nicht. Als der direkte Feind wird nicht valdwln. sondern Ulacdonold betrachtet." Ist das nicht glatter Wahnsinn? Es ist jeden- falls eine internationale Methode. Sie ist mit durch- schlagendem Erfolg in Deutschland ausprobiert worden, als der„Transportarbeiter" Thälmann bei der Reichs- prästdentenwahl dem Kandidaten der Rechtsparteien Hin- denburg zum Siege verhalf. Bei den letzten Wahlen in Oesterreich haben die Kommunisten mit ihrer Absplitte- rungstaktik den Christlich-Sozialen zu zwei Mandaten in der Wiener Gemeindevertretung und im niederösterreichischen Landtag auf Kosten der Sozialdemokraten verholfen. Für den kommenden Wahlkampf in Frankreich haben die .Kommunisten beschlossen, ihre Kandidaturen bei l�er Stichwahl auch dort aufrechtzuerhalten, wo sie selbst keine Aussicht haben: nur um den Sieg der Sozialisten zu verhindern, das heißt den St eg der P o i n c a r i st e n zu ermöglichen. Und in Deutsch band bekämpfen die Kommunisten yu r die Sozialdemokratie, in der Hoffnung, eine Linksregierung zu verhindern und die arbeiterfeindliche� Herrschaft des Bürgerblocks zu verewigen. Also A r b e i t e r o e r r a t auf der ganzen Linie, in allen Ländern. Bon allen Beispielen dieser kommunistischen Taktik ist der neue Moskauer Beschluß für die britischen Wahlen der blödsinnigste. Cr wird sich zwar hoffent- lich doch ganz anders auswirken, als es sich die bornierten Fanatiker in Moskau gedacht haben, denn selbst die dem Bolschewismus zuneigenden englischen Arbeiter sind politisch viel zu intelligent, als daß jemals sie auf Befehl Moskaus das Spiel der politischen Reaktionäre und industriellen Scharfmacber treiben werden. Aber die Absicht bleibt bestehen. Und diese Absicht werden sich auch die deutschen Arbefter un kommenden Wahlkampf merken. Mussolini fordert Bericht aus Wien Dazu mußie der Gesandte nach Rom. Men. 25. Februar. Die Meldung von der Abberufung des italienischen Ge- sandten hat sich nicht bewahrheitet. Es entspricht jedoch den Tat- sachen, dah er nach Rom berufen wurde, um dort persönlich über die Südtiroler Debatte im Nationalrat Bericht zu erstatten. Das Auswärtige Amt wurde davon unterrichtet. Entschiedene Worte der Seipel-partei. Wien. 25. Februar. U?ber das Echo der Slldtiroldebatte schreibt die„Reichspost": Es darf als ein großer Erfolg der Reden im Nationalrat über Südtirol gebucht werden, daß die össentliche Meinung der ganzen Welt gezwungen ist, sich mit den Vorgängen in Südtirol zu beschäftigen. Das war ja der Z w e ck der Reden, sich das Gehör der großen Welt und ihrer Machthaber zu verschaffen, um so vielleicht durch die Ohren sich«inen Weg zu den Herzen zu bahnen. Denn es hieße den Glauben an die Menschheit verlieren, wollte man daran verzweifeln, ihr Gewissen ausrütteln zu können, wenn sie nur erst von den > Europas Nomen schändenden Leiden der Sudtiroler erfährt. Das Echo aus Italien kliqgt vorläufig etwas unfreundlich. Es wäre denkbar, daß die Antworten der italienischen Blätter unter dem ersten Eindruck ungenauer und mißverständlicher Meldungen entstanden sind. Dann wird gutem Willen in den nächste» Ziagen schon die Möglichkeit gegeben sein, die voreiligen Unfreund- Lchkeiten zu korrigieren. Da für die nächste Woche eine Antwort Mussolinis angekündigt ist, so wird man ja bald vernehmen, wie sich Italien zu den Südtiroler Klagen stellt. Die faschistisch« Interpellation beruft sich unter wenig freundlichen Wendungen auf die bestehenden italienischen Gesetze, die dem ö st e r r e> ch i> schtu Parlament verwehrten, sich in Siidtiroler Verkält- visse einzumischen. Aber wenn die italienischen Gesetze so beschassen wären, daß man mit ihrer Hilfe ein schuldloses Volk in der vom Abg. Professor Kolb geschilderten Weis« völlig entrechten und ent- nationalisieren kann,— die Klagerufe der Gepeinigten, die Hilferufe ihrer Brüder können sie nicht oerhindern, solange nicht der letzte Rest von Freiheit aus Europa verschwunden ist. Auf keine andere Weise können die so ungern gehörten Appelle an das Wellgewisien zum Verstummen gebracht werden als dadurch, daß die Südtiroler Anlässe aus der Welt geschafft werden. Presseknebelung in po!en. Eine Woche vor dem Wahltag? Warschan, 24. Februar. In der Nacht auf Freitag wurde die„Gazeta Warszawska" (nat.-dem.) nicht weniger als dreimal beschlagnahmt: zuerst die Abendausgabe von 9 llhr, darauf die Ausgabe von 3 Uhr morgens und zuletzt die um 5 Uhr morgens erscheinend« Frühausgabe. Das Blatt erschien am Mosgen aber doch, und zwar in elner Ausgabe, die ganz aus unbedruckten weißen Blättern bestand. Orangfalierung der Minderheitsvölker. Warschau. 25. Februar. ■Jfitr Führer der Weißrussen in Polen, der ehemalige Scjmabg. Iejft« witsch ist verhcftet worden: Begriivdlma Ist nicht erfolgt. Während einer Wahloersammlung in der Nähe von L e m» b e r q verhaftete die Poll?« den pwtestantischen Piorrer Pal- lisch, der von den Deutschen als Parlamentskandidat ausgestellt ist.— Im Kreise D u b n o wurden über 19 0 ukrainische Bolkslele hallen geschlossen, sie sollen staalsfeiMich« Propaganda getrieben haben. Letzter Akt. Die Schlußtagung des sterbenden Reichstags beginnt. Morgen gehen die Reichstagsabgeordneten der weiland Bürgerblockparteien mit Seufzen wieder an die Arbeit. Als sie vor einer Woche noch Hause fuhren, hatten sie eine Woche Schonfrist vor sich. Ein tröstlicher Gedanke für eine Koali- tton, die politisch kümmerlich von der Hand in den Mund lebt, und nicht weiß, was der kommende Tag bringen wird. Eine ganze Woche Schonfrist— wenn auch mit der Fleiß- aufgäbe in der Tasche. Die Woche ist vorüber. Der Patient— die sterbende Koalition— ist apathisch geworden, sein Zustand hat sich nicht. gebessert. Das. Exzitationsstadium des letzten Wochenendes, in dem der Patient Selbstmord begehen wollte, ist besänftigt worden— aber wer kann wissen, wann der Erregungszustand aufs neue eintritt. Es wird sich nicht ver- meiden lassen, daß der Patient etwas aufgeregt wird, auf die Gefahr hin, daß die Zlufregung die Auflösung beschleünigt. Es ist nun einmal das Wesen des Parlaments, daß über die Bildung von Mehrheiten und über Scheitern oder Ge- lingcn von Vorlagen nicht in Kabinettssitzungen, son- dern in den Ausschüssen und im Plenum des Reichs- tagcs entschieden wird. Das Notprogramm— geboren nicht aus der Not des. Staates, sondern aus den Nöten einer zusammengebrochenen Parteienkoalition-- will in aller Oeffentlichkeit begründet, verteidigt und durch- gesetzt werden. Das ist etwas mehr, als eine bloße Ratisi- zierung einer von Führern im stillen, Kämmerlein. beschlossenen Abmachung durch einfaches Erheben von U'n Plätzen und Abstimmen. Denn das Volk hört nicht nur die offiziellen Begründungen zu diesem Programm der Nöte, sondern auch die Stimme der Opposition. Diese Stimme ist■ für die beteiligten Parteien eine ständige Gewissensmahnung, eine Erinnerung an die Abrech- nung, bie der Erledigung der'Fleißaufgabe des Blocks folgt. Brauchbares herauszunehmen. Verwerfliches zu bekämpfen und zu verwerfen, das ist die selbstverständliche Taktik jeder parlamentarischen Opposition. Die Sorge für das Zusammen- halten der Regierungsmehrheit— das ist nicht die Aufgabe der Opposition. Sie wird vielmehr danach streben, für das, was sie im Interesse des Volkes für nötig hält, unter Benutzung von sichtbaren Rissen in der Regierungsmehrheit Mehrheiten für ihre Ziele zu bilden. Der sterbende Block fürchtet, daß er sich in der kommen- den Tagung auseinanderreden u�id auseinanderstimmen könnte, er macht sich deshalb von vornherein stark für„das einige und unteilbare Ganze" des Notprogramms. Nun, es ist Aufgabe und Absicht der Opposition, dies„einige und un- teilbare Ganze" nach Möglichkeit zu zerbrechen, ihm die Dürgerblockzähne auszuziehen. Wenn darüber ein neues Exzitationsstadium ds sterbenden Blocks eintritt— um so schlimmer für ihn. ' Diese Tagung des Reichstags wird alles andere fein als eine friedliche Liquidation eines Restprogramms vor Reichs- tagsfchluß. Es find Fragen von einschneidendem Charakter, die in vier Wochen entschieden werden sollen, von großer Bedeutung für die Verteilung des Volkseinkommens. Die Aufschrift„st aatspolitische Notwendigkeit" deckt Bürgerblockkonterbande. Sie ist ebenso anmaßend und irre- führend wie das Wort vom„staatsbürgerlichen" Bürgerblock. Erledigung von Etat und Nachtragserat find formell staats- politische Notwendigkeiten, damit die Bureaukratie nur nach festgebundenen Richtlinien über das Steueraufkommen ver- fügen kann— der Inhalt des Etats aber hat mit dieser formellen Notwendigkeit nichts zu tun. Der Inhalt des Etats ist die Quintessenz der Reichspolitik, und wer wagt zu sagen, daß der Inhalt der Bürgerblockpolitik eine„staatspolitische Notwendigkeit" sei! Hilfe für die L a n d w i r t s ch a f t? Es kommt darauf an, was man unter dem Begriff„die Landwirtschaft" ver- steht, es kommt darauf an, welche Maßnahmen man unter volkswirtschaftlichem Gesichtspunkt für heilsam und zweck- mäßig, unter dem Gesichtspunkt der Wohlfahrt des ganzen Volkes für erträglich und gerecht hält. Das, was die Block- Parteien untereinander an landwirtschaftlichen Hilfsmaß- nahmen vereinbart haben, als„ftaalspolitische Notwendigkeit" anzusehen, verbietet sich nach den Vorgängen der letzten Wochen von selbst. Das hysterische Geschrei des von den OeutscknoticMalen beeinflußten Landbundes hat diesen Teil des„Notprogramms" so stark ins Agitatorische gerückt, daß die parteipolitische Zweckbestimmung jedem klar sein wird. Das ist das Wesen des Notprogramms überhaupt: die Blockparteien haben ihre künftige Wahlagitation kontingentiert. Jedem ein Teil der Beute aus dem Steueraufkommen, mit dem er im Wahlkampf vor den WH'HIern prahlen kann. Diese Kontingentierung mar nicht leicht— ob sie bis zur Erledigung des Programms vorhalten wird, ist fraglich. Jede der beteiligten Parteien mill sich im Wahlkompf des angeblich errungenen Vorteils und der lieber- norteilung des Partners rühmen— sie molken alle G c- M i n n e r und keiner Verlierer sein. Nur dürfte es ihnen sehr schwer fallen, mit diesem lauten Rühmen nicht schon in der Endtagung des Reichstags zu beginnen. Bricht aber der Streit los— dann gute Nacht, Notprogrammi * Mit der Erledigung dieses Notprogramms ist das Ende dieses Reichstags da, es folgen Auflösung und Wahl. Da- mit sind die auf das Notprogranun vereidigten Parteien— Zwangsgemeinfchoft nennen sie übereinstimmend ihre Rest- ehe— in einer noch nie dagewesenen Zwangslage. Sie dürfen vier Wochen vor dem Beginn des Wahlkampfes im Reichstage keine Wahlreden halten? Denn die Wahlreden müßten sich gegen die Partner der Zwangsge- meinschaft richten und damit Gemeinschaft und Programm uüd Kontingentierung des Wahlagitationsmatcrials ge- fährdcn. Letzte Etappe eines sterbenden Reichstags ohne Wahlreden— fast eine psychologische Unmöglichkeit. Zumal bei so glänzender Führung der Bürgerblock- zmangsgemeinschaft! Gestern hat das Retchskabinett glücklich den Inhalt der Regierungserklärung festgesetzt, die Herr ch e r g t am Montag abgeben wird. Die Gesetzesoorlagcn, die das Notprogramm bedingt, müfien dem Reichsrat erst noch zugehen. Dann wird sie der Reichsrat beraten und de- schließen, dann erst können sie dem Reichstag vorgelegt wer- den. Die Regierung läßt sich Zeit— und die Parteien der Zwangsgemeinschaft? Sic haben bisher eine solche Virtuo- sität in Verhandeln und Vertagen bewiesen, in reizvoller Abwechslung von Führerbesprechungen und Fraktions- sitzungen, daß gar nicht abzusehen ist, wie sie das Notpro- gramm, i h r Notpragramm vor Ostern erledigen wollen. -i- Sorget nicht für den kommenden Tag— das ist in der .Krise der Wahlspruch des Bürgerblocks gewesen. Die„Re- gierung mit der stabilen Grundlage", der Block der„staats- bürgerlichen Parteien" lebte kläglich von der Hand in den Mund. Was wird er noch erreichen, welche Belastung des Volkes wird er noch durchsetzen? Das ist nicht sichtbar. Sichtbar ist nur eins: das Ende. Zu Ostern ist der Spuk aus. Kann das Notprogramm bis dahin nicht er- ledigt werden, so wird es niemals erledigt werden können. Je näher der Wahltermin rückt, um so mehr gehen die Bande der Zwangsgemeinschaft in die Brüche und das Selbster- baltungsintercsie der Parteien im Wahlkampf wird über- mächtig. Was will dann noch eine Regierung ohne Pro- gramm und ohne Koalition? Kein Notprogromm. keine Auf-löfung— so klingt es aus der deutschnationalen Preffe. Also was dann? Vertagung des Reichstags bis zum Herbst. Stocken oller laufenden parlamentarischen Arbesten, Stocken aller oußenpolitifchen Verhandlungen? Soll die Woche für ,taschingsende und Amanullah-Besuch, die heute abgelaufen ist, in neuer, auf Monate verlängerter Auslage eintreten? Für diesen Fall haben die Dcutschnationalen das alte reaktionäre Rezept in Bereitschaft: Krise des Parlaments- rismus, ungeahnte Konfliktsmöglichkeiten, Eingreifen des Reichspräsidenten. Verfassungsänderung. West die Deutsch- nationalen abgewirtschaftet haben, weil sie einen Trümmer- haufen hinterlassen, weil sie politische Unfähigkeit und volts- feindlich reaktionäre Gesinnung zu gleichen Maßen bewiesen haben— taugt die Verfassung nichts. Aber die putschistisch- verfassungsfeindlichen Töne klingen blechern. Verfasiungs- änderung, weil die Deutschnationalen Furcht vor der Wahl liaben? Mit Hohnlachen würde das ganze Volk einen solchen Versuch aufnehmen. Ausweglose Situation, wo das ganze Volk mit Ausnahme der deutschnationalen Desperates den einen klaren notwendigen Weg sieht: Auflösung und Wahl! Spielt eurer Spiel! Zu Ostern ist die Frist zu Ende, und dann— kommt die Abrechnung? Oeuischnationate Staatspolitik. Bazille und die wildgewordenen Landbündler Württembergs Württembergs Staatspräsident Dr. Bazrlle begrüßte nm Sonnabend in Stuttgart an der Spitze des Gesamt- tabinetts 401)00 Landbündler, die einen Demonstra- tionszug durch die Stadt unternommen hatten, indem er ver- sicherte, die würtlembergische Regierung stehe hinter dem Programm der Demonstranten. Von diesem Programm gibt der amtliche Bericht eine kleine Vorstellung: Die ungefähr 40 000 Teilnehmer bekräftigten einmütig die For- derungen, die die Führer der süddeutschen Landwirtschuft vor kurzem der Reichsregierung unterbreiteten. Sie bekannten sich zu der Jlol- wehrhandlung des Arbeits- und Käuferstreiks für den Fall, daß nicht umgehend solche Maßnahmen zur Rettung des Bauernstandes unter- nornmen werden, die die Eiristenzmoglichkeft der bäuerlichen tBirb t'dwftcn auf dem raschesten Weg« wiederherstellen. Die Lage wurde von Rednern aller Luicdesteite als völlig unhaltbar bezeichnet und mit oller Dringlichkeit und Eindeutigkeit wurde erklärt, daß die Durchführung des Votprogramm» der Keichsregierung relueswegs genüge, um die Landwirtschast vor dem Ausammenbruch zu bewahren. Das N o t p r o g r a n, m könye nur anerkannt werden als Vorläufer einer Wirtschaftspolitik, die die Landwirtschaft zoll- und handelspolitisch gegenüber den anderen Berufsständen vollauf gerecht werde. Da hat man nun eine Reichsregierung, in der die Deutschnationalen führend sind. Man hat ein Notprogramm für die Agrarier, für das L a n d b u n d- m i n i st.e r verantwortlich zeichnen. Aber es nützt alles nichts. Die deutschnationalen Landwirte gebärden sich toller denn je. Sic geben den Bemühungen der deutschnationalen Preußen/ Zieic Neuer Appell Brauns Im Hauptausfchuß des Landtags stand gestern der Etat des Staatsministenums und des Ministerpräsidenten zur Beratung- Dabei ergriff das Wort: Ministerpräsident Or. Braun Zu den Streitfragen.zwischen Preußen und dem Reich stellte der Ministerpräsident noch einmal in aller Kürze fest, daß Preußens Rechtsanspruch aus einen Kih im verwoltungsrat der Reichsbahn nicht bestritten werden könne und daß e» absolut müßig sei. die Frage anzufchneiden. ob der Skaatsgerichtshos ein Feststellung»- oder Vollsireckungsurheil getroffen habe. Da» Reich, das ja selbst die höchste Stelle sei. die in Deutschland Recht schasse, könne sich unmöglich dem entziehen, eine Entscheidung de» Staaisgcrichlshofs durchzuführen. Er könne nur immer wieder erklären, daß er- keinen Augenblick daran zweifle, daß der Reichskanzler auch im- stände fei, den Spruch des Staatsgerichtshofs durchzn- führen, weuu er amtlich das detresseude Mitglied des Vermal- »ungsrals ersuche, sein Amt niederzulegen, daß ihm, wie der Spruch de» Sloatsgerichtshofs erweise, seinerzeit uater irrigen vorau»- setzungen übertragen worden war. Der gegenwärtige Austand sei rechtswidrig uod darum unhaltbar und daraus ergebe sich die Verpflichtung für dos Reich, ihn zu beseitigen. Er habe seine Denkschrift nur deshalb dem Landtage überreicht, weil die Froge im Reichstag noch einmal angeschnitten worden sei und er es vermeiden wolle, dort selbst die Angelegenheit zu behandeln, was die Situation noch weiter verschärft haben würde. Die Anfrage eines Redners, ob Lippe bereits weqen eines Anschlusses an Preußen herangetreten sei. könne er dahin beant- warten, daß bis zur Stunde keine offiziell« Anfrage bei dem Staatsministerium eii, gegangen fei und daß, wenn dies geschehe, die Frage im preußischen Kabinett naturgemäß geprüft werden wird. Die Frage wegen eines Anschlusses von Waldeck könne er dahin beantworten, daß«in Dertragsentwurf be- r e i t s fertig vorlieg«, daß man auch materiell ziemlich einig fei und daß er hoffe, daß der Abschluß dieses Vertrages schon in allernächster Zeit, möglicherweise sogar noch vor Schluß dieser Legislaturperiode, dem Landtag vorgelegt werden könne. Daß die Fürsorg« fürden Osten der preußischen Staats- regierung besonders am Herzen liege, fei durch die Tatsachen be- wiesen. Cr werde es stets als feine vornehmste Pflicht betrachten. den deutschen Osten kulturell zu stärken und wirtschaftlich entwickeln zu helfen. Der Ministerpräsident beschäftigte sich dann ausführlich mit der Frage des Panzerkreuzers und stellte.zunächst fest, daß die ganze Angelegenheit für ihn ausschließlich eine finanzielle und eine Aweckmäßigkeitsfrage gewesen sei. Es sei keineswegs notwendig, bis aufs letzte Tüpfelchen all das nun auszuführen, was die Entente uns an Rüstungen erlaubt habe, denn man habe uns nur solche Minister die Zensur: völlig ungenügend, und der deutsch- nationale Staatspräsident Württembergs unterschreibt diese Zensur und klatscht Beifall, wenn die wild- gewordenen Agraner mit Gewalt drohen. Deutschnationale Staatspolitik!_ Strafanträge im Barmatprozeß. 5 Jahre Gefängnis und 450000 Mark Geldstrafe für Zulins Barmai. Im Barmat-Prozeß stellte gestern der Oberstaatsanwalt die Strgsanträge. Er beantragte gegen den Hauptangeklagten Julius B a r m a t zahlreiche Einzelstrafen wegen der verschiedenen Vergehen gegen die Staatsbank usw., die er.zusammengezogen sehen will in einer Gesamtstraf« von 5 Jahren Gesänguis und 450000 Mark Geldstrafe sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren: gegen Henry Barmat eine Gesamtstrafe von 2 Iah reu 6 Monaten Gefängnis und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für 3 Jahre: gegen K I e n s k e, den Geschäftsführer der Amexima, eine Ge- famtstrafe von 9 Monaten Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe: gegen Oberfinanzrat Dr. Hellwig(Preußische Staatsbank) 5 Jahre Gefängnis und Amtsverlust auf die Dauer von ebenfalls S Jahren: gegen Reichstagsabgeordneten Lange-Hegermaou ein JahrGefängnis und 30 000 Mark Geldstrafe, für die im Nicht- beitreibimgsfalle für je 300 Mark ein Tag Gefängnis treten soll: gegen Alfred Staub und Rabbinowitz 9 Monate Ge- fängnis und 40000 Mark Geldstrafe, für die im Nichtbettreibung, falle für je 400 Mark ein Tag Gefängnis tritt: gegen Hugo Staub 1 Jahr Gefängnis, 40 000 Mark Geldstrafe, für die im Nichtbeitreibungsfalle für je 400 Mark ein Tag Gefängnis tritt sowie Amtsverlust auf die Dauer von 3 Jahren: gegen W o l t h e r 1 Jahr 2 Monat« Gefängnis und SO 000 Mark Geldstrafe. Für je 500 Mark tritt im Nichtbeitreibungsfalle ein Tag Gefängnis: gegen Hahlo 6 Monate Gefängnis und 25 000 M Geldstrafe: gegen Oberzollinfpekwr Stachel 9 Monate Gefängnis und Aintsveriust für S Jahre und Berfallertlärung des Wertes der Zu- wenduiigen an die Staatskasse. Bei allen Angeklagten wurde die Anrechnung der erlittenen Unterj uchuugshaft beantragt. Unter ziemlicher Bewegung der Verteidigung und der Zuschauer, die den Zuschauerraum besetzt hatten, beantragte Oberstaatsanwalt Dr. Trautmann sodann, für die Angeklagten Julius Lannat, Henry Barmat und Oberfinanzrat Dr. Hellwig die aufgehobenen Haftbefehle unter Freigabe der dem Gericht gegebenen Kautionen wieder zu vollstrecken. Deutschland gegen Regionalverträge. Zraakreich entschieden dafür. Genf, 25. Februar.(Eigenbericht.) Die Sonnabenchsitzung des Sicherheitskomi- t« e s, die mü einer speziellen Ablehnung der Regionalverkräge durch Deulschlaad begonnen hatte, schloß mit einer klaren Annahme des Regionaipakisystems durch Frankreich. Schon vorher hatte Polen verschiedentlich oersucht, die Bölkerbundsmitglieder auf die Regionalvcrträge in ausgeprägtester Form mit der Lerpflichtung b/ Reichsbahn. au das Kabinett Marx. Möglichkeiten gelassen, von deren nicht ausveichondem militarischen Wert man überzeugt gewesen sei. För ihn sei e» eiuwandfm festgestellt, daß der projeklierte Panzerkreuzer bei weitem nicht den milliärifchen Wert für den kvstenschuh und den Schuh des Seeweges nach Ostpreußen habe, den ihm das Reichswehrministerinm beimesse. Infolgedessen könne er auch nickst die Mitverantwortung dafür tragen, daß sehr groß« Mittel, die unbedingt für den deutschen Osten an vielen Etatsstcllcn ungleich besser und nutzbringender ver- wandt werden können, für einen ohnehin nicht erfüllbaren mili- tärischen Zweck ausgegeben werden. All das verstehe sich um so mehr von felbst, als der Reichsetat gegenwärtig doch nur des- halb balanciere, weil in diesem Reichsetat drei Heber- fchü f fe aus dem Dorjahre einhalten feien, die im kommen- den Jahre trotz wachsender Ausgeben, insbesondere infolge der Höchstausgabcn aus dem Dawes-Gutachten, nicht mehr zur Verfügung stehen. Wenn man die sehr großen Ausgaben, die für Panzerkreuzerbauten in Ansatz gebracht werden müßten, zwrck- mäßig für produktive Zwecke einsetze, dann würden auch dem Arbeitsmarkt ganz andere Arbeitsgelegenheiten zufließen als durch den Bau eines Panzerkreuzers. Zur Frage Elaß äußerte der Ministerpräsident, daß er, obwohl er nicht der zuständige Rcssörtmmister sei. sondern nur in Vertretung des damals erkrankten Innenministers im letzten Augen- blick die Zustimmung zum Eingreifen' gegeben habe, doch voll und ganz bereit fei, die volle Dcrantwortung für diese Handlung zu übernehmen, weil er fest davon überzeugt fei— die FeMemo rd-prozesse der lchleu Zeit hätten diese lleberzeuguug bei ihm nur noch verstärkt—. daß, wenn nichi sofort zugegriffen worden wäre, sich noch allerhand Möglichkeiten für Verwicklungen, ähnlich dem Falle vochrucker und anderen Putschversuchen, ergeben hätten. Wenn die Deutschnationalen davon gesprochen hätten, daß die Re- gierung seines Kabinetts im Zeichen des Niederganges Preußens gestanden hätte, so genüge wohl für jeden gerecht und objektiv Denkenden im Volke die Aufforderung, sich einmal zu vergegenwärtigen, wie es im Jahr« 1918, als er, der Minister- Präsident, in die preußische Staatsregierung eingetreten fei, aus- gesehen habe, und i» welchen Verhältnissen wir heule leben. Das preußische Parlament und auch die preußische Regierung könnten sich das Zeugnis ausstellen, daß in diesen zehn Iahrtf« mit Erfolg alles Menschenmögliche getan sei, um einen ständigen Wieder- aufstieg herbeizuführen. Auf dieser in mühseliger zehnjähriger Arbeit «geschaffenen gesunden Grundlage könne weiter gearbeitet werdeii, um Preußen weiter vorwärts und auswärts zu bringen. Der Haushalt des Staatsministcriums und des Ministerpräsi- dcnten wurde hierauf genehmigt. zu militärischer Unterstützung zu verpflichten, indem es in der These des Berichterstatters Politis, daß zur Erhöhung der Sicherheit regionale Sicherheitsverträge eingegangen werden können, das Wort.Tonnen" durch„müssen'" zu ersetzen verlangte. Deutschland, Kanada, Holland und Argentinien lehnte« aber entschieden ob. Am Schluß nahm Paul Voncour das Wort. Er stellte fest, daß die Debatte an einem tutalrn Punkt angelangt sei. So offen wie selten verfocht«- den bekannten Standpunkt Frankreichs, Regwnalvertröge in einem bestimmten Gebiet Europas bedeuteten einen Sicherheitsapparat, der durch die Solidarität der einen und Furcht der anderen die-Harmonie herbeiführte, die die Locarnvverträge schon für einen beschränkten Umkreis er- reicht hätten. Das Regionalsystem ersetze das abgelehnte Genfer Protokoll vom Jahr« 1924 und fchastc nicht nur den angeschlossenen Staaten, sondern der Welt im allgemeinen erhöhte Sicherheit. Das deutsche Verlangen, daß in den Nichtangrissspakten eine Schi eds»? und Schlichtungsklaufel enthalten fein müsse, wäre moralisch gerechtfertigt. Aber würde die Abrüstung von den Staaten verantwortet wer- den können, wenn in diesen Pakten nicht auch die gegenseitige Unterstützung in Kriegsfällen garantiert fei? Paul Boncour meint, nein. Die Nationen würden die Möglichkeit einer Abrüstung nicht nach der Wahrscheinlichkeit der Verhütung eia'es Konflikts beurteilen, sondern danach,. ob sie gemigende Unterstützung in einem Konflikt finden. Nur die Unterstützungstlausel garantiere diese Hilfe. Der deutsche Einwand, daß Negionalpakt« die Gefahr der Gruppenbildung mit sich bringen, sei im Prinzip r ich t i g. da aber ein einziger genereller Sicherheitspatt nicht durchführbar fei, müßten regionale Abkommen als einziger W e.g betrachtet werden. Der Entwurf solcher Abkommen durch die Sicher- heitskommission sei die Halste der Arbeit, die andere müsse dem Rat übergeben werden. Die britische Delegation hat zur Sicherheitsfrage inzwischen ein neues Gutachten abgegeben. Sie wiederholt darin ihren alten Standpunkt, daß England für sich kein« weiteren Sicherheitsvcrträge brauche und sich auch nicht zum Ab- schkuß von Sicherheitsderträgen verpflichten könne. Krankreich schühi das Asylrecht. f diu bulgarisches SluSliefenmgSbegehren abgelehnt. Paris. 25. Februar.(Eigenbericht.) Die bulgarische Regicruug hatte vor einiger Zeit die Auslieferung des i» Paris lebenden Bauernparteilers So st off gefordert. Kostoff wurde vor drei Wochen verhaftet und stand bereits vor Gericht. Er führte ans. daß er als Freund von Stambuliski nach dessen Ermordung ans Bulgarien flüchten mußte. Das Ansliefernngsbegehre« der bulgarischen Regierung wegen angeblicher Bestechung von Staatsbeamten be- zwecke nur. ihn«ach Bulgarien zurückzubringen, um ihn unschädlich machen zu können. Das Gericht hat sich diesen Argumenten angeschlossen und das Ausliefe- rungsbegehreu abgelehnt, da sei« politischer Hintergrund zu deutlich sei. Di« Polizeibehörden von Rabat und Easablanco sind angeblich einer kommunistische» Propagandoattion unier den Riskobysen aus die Spur gekommen. Der am Donnerstag verhafteie Kommunist soll einer Organi>ation angehören, die vor allem unter den Eingeborenen propagiert. Die Derhastungen er- folgten auf Ersuch«« des lonunandicrenden Generals von Fes. Freie sozialistische Hochschule. Vortrag von Frih Tlaphtali über Konjunktur, Arbeiterklasse und sozialistische Wirlschastspolitik. Im Nahmen des Vortrogskursns der Freien Sozialistischen Hochschule sprach gestern abend Genosse Fritz Raphtali über das Thema„Konjunktur, Arbeiterklasse und sozio- listische Wirtschaftspolitik"� Das achtzigjährige Jubiläum des Kommunistischen Manifestes, so leitete der Redner sein Rcserat ein, bietet uns Distanz genug, I um den Wandel der sozialistischen Kampsesweise auf Grund der veränderten mirtschastlichen Verhältnisse fest, zustellen. Was geblieben ist, ist die sozialistische Grundidee. Dagegen hat sich die Einstellung der Arbcilerschast zu dem Problem Konjunktur und Krise von Grund auf geändert. Marx und Engels marcn in Krisenzeiten hoffnungssroh gestimmt, well sie aus schweren Wirtschastsdepressionen die Hoffnung auf einen baldigen Zusammen- bruch des kapitalistischen Systems zogen. Heut« dagegen stehen die Sozialisten aller Länder zu diesem Problem ganz anders. Die moderne Arbeiterbewegung ist im Gegenteil darauf eingestellt, Krisenerscheinungen vor, zu beugen, Krisen zu bekämpfen oder minde- stens ,zu mildern. Charakteristisch dafitr ist Hilserdings Rede auf dem Kieler Parteitag und der Kommentar des englischen Genosten Brailssord, der das Programm der Arbeiterpartei dahin erläuterte, da st mit der Durchführung seiner Forderungen Wirtschajtskrtsen überwunden werden tonnen. Zu Marx Zeiten kam es zunächst darauf an, revolutionäre Erter mcn zu erzeugen, ein Klassenbewußtsein ,zu fchaffen und die Arbeiterschasi überhaupt erst zusammenzuschließen. So erscheint es verständlich, daß die Altmeister des wissenschaftlichen Soziaiis- mus damalige Aufschwungszeiten als erlahmende Ruhepausen der Arbeiterbewegung ansähen und Krisen als Kraftquellen der Bc- wcgung. Heute aber wo die Arbeiterbewegung ein großer Machtfaktor ist. kann der Kampf auch in Ausschwungsperioden der Wirtschaft nicht ruhen. Im Gegenteil setzt erst in solchen Zeiten, in denen vre Macht der Gewerkschaften gleichfalls wächst, der zö beste Kampf uyi einen Anteil der Arbeiterschaft an der Konjunt- t u r ein. Das beste Beispiel hierfür bieten die gewaltigen Lohn- kämpfe in Denischland. Da die Arbeiterschaft weiß, daß Macht verpflichtet, steht sie Uttch heute dem Äonjunkturv erlauf nicht mit verschränkten Armen zu., sondern greift selbst in die Entwicklung ein. Laßt sich auch das weilgesteckte Ziel allein durch die praktische Tagesarbeit noch nicht erreiche», so lassen die praktische» Interessen der Arbeiterschaft ein tatenloses Leiseitestehcn nicht zu. Sie ist ein für allemal aus der, Zuschauerrolle herausgedrängt und hineingezwungen in konstruktiv« Aufgaben. Wie hat sich diese Einstellung in der Depressions- und Auf- ichwungsperiode 1�26 27 in Deutschland ausgewirkt? Jede Einzel- tat der Arbeitervcrtrctcr stand im Rohmen der sozialistischen Wirtschaftspolitik. So war das Arbeitsbeschaffungs- pttogramm in der Zeit der größten Arbeitslosigkeit unzweisel- ?nrst eirl Erfolg. Die öffentliche Wirtschaft, die im Jahr für etwa �Milliarden Aufträge vergibt, begann mit diesem Programm Ein- sluß aus die Konjunkturentwicklung zu nehmen, und besonders wert- voll bei dieser neuen Erscheinung war. daß allgemein als öffent- ische Ausgabe anerkannt Bürde, den Kqpitalstrom planmäßig zu. lenken. Ein Gegenstück hierzu ist der Versuch von Schacht in der Frage der Ausland so illeihen, von seinem Standpunkt au? gleich- talls planmäßig den Kopitalstrom zu lenken. Wenn sich die Arbeiterschaft mit ihren Führern gegen diese Politik stemmte— ni-bl allein, weil damit zugleich«in Angriff auf die_ öffentlich« Wirtschaft Verbünde« war—, so tat sie es, um sich für einen günstigen Konjunkturablauf einzusetzen. Wenq bei dieser Gelegenheit, wie auch bei anderen z. L. plan- mäßige Regelung in der Tabatindustrie, in Zollfragen usw. den So- zialisten der Vorwurf der Inkonsequenz und der Vertretung liberaler Tendenzen gemacht wird, weil sie sich planmäßiger Ordnung wider- setze, so ist hierzu nur zu sagen, daß wir Sozialisten immer Anhänger einer organischen Wirtschast, aber nicht etwa Anhänger jeder Form der Organisation dieser Wirtschast find. Demr diese jft- genonnte Planmäßigkeit in der kapitalistischen Wirtschaft ist meist nichts.anderes als versteckt« Subventtonspoliti? für interessierte Kreise. Wir müssen auch in unseren Reihen mit dar Vorstellung ausräumen, daß der Sozialismus mit der Fülle von Zwangsmaßnahmen marschiere. Wir wollen mit einer planmäßigen Lenkung des Kapitalstrom« zugleich eine Auslese der Schwachen ver- landen und freie Bahn für die Durchsetzung der über- legenen Produktivität schaffen. Ebenso aktiv muß in der Preispolitik eingegriffen werden, da das allzu schnelle Steigen der Preis« einmal den Konjunkturablauf gefährdet und zugleich den Reallohn der Ardeiterschoft herunterdrückt. Hierbei ist der Kamps gegen die Schutzzölle nicht allein ausschlaggebend, sondern unabhängig davon muß eine scharfe öffentliche Kontrolle über Trusts. Kartell« und Monopole erkämpft werden. Wie zwangsläufig die Entwicklung im Sinne des Sozialismus vor sich geht, zeigt das Industrie. Programm der englischen Liberalen, das In manchen Punkten weit darüber hinausgeht, was der Sozialismus heute schon für durch. setzbar hält. Auch in den Lohnkämpfen und ihren Begründungen haben sich große Wandlungen vollzogen. Während es früher nur galt, den sozialen Ausstieg zu fördern— eine auch heute noch selbst- verständliche Begründung—, so werden auch heute Lohnkämpfe zur günstigen Beeinflussung der Konjunktur zu führen sein. Die Erhaltung der Massenkaufkrast. der Wert des inneren Marktes und hohe Reallöhn« werden heute schon von großen nichtsozialistischen Kreisen als konjunkturfördernde Faktoren an- erkannt. Allerdings darf das Durchsetzen dieser Gegenwartssorderungen keinesfalls als Sozialismus bezeichnet werden. Aber jede erreichte Forderung ist ein Kell, der in das Fleisch des Kapitalismus hinein- getrieben wird. Wir müssen es so weit bringen, daß die Periode des Spätkapitalismus einst die Periode des Frühsozia- l i s m u s genannt wird. Der rauhe Tageskampf, der von den Gewertschasten. Genossenschaften und der politischen Partei geführt wird, gewinnt sein« Schwungkraft durch das große Zukunstsziel. Es adelt die kleinen Kämpfe der Gegenwart. Das Erziel ist und bleibt eine t l a s[ e n- l o j c Gesellschaft» in der eine planvolle Wirtschafts- Politik und Wirtschaftsführung zu höchsten Erfolgen der menschlichen Arbeit führen muß. Amanullah besichtigt. „Hier, unser genialer Dertehrsturm..„OieS ist eine Anschlagsäule."„Die Ziegelung der Aedörfnisfrage." ,Siae echte pserdedroschke zweite Güte— Schade, daß er nicht durchgestanden hat,— wir hatten noch so viel Sehenswürdigkeiten ans Lager! Moskau für Baldwin gegen Labour 50 Spliiierkandidaturen gegen Arbeiterführer angeordnet und finanziert. Das amtliche Ergebais der sapaaischeu Parlamentswahl sind: 2?1 Konservative(Seiyukei). 214 Liberale sMIofeitol. 8 Ar- beiterparteiler(daoon aisscheinend 6 Sozialdemokraten und 2 Kommunisten), 15 Neutrale und 4 Äakuschinklub. Die oppositionellen Liberalen brauchen also nicht viel Hilfstruppen, um zur Mehrheit zu werden. E. W. London. 25. Februar.(Eigenbericht.) Die Exekutive der Kommunistischen Jnter- nationale hat— wie aus Moskau gemeldet wird— kürzlich beschlossen, den kommunistischen Einfluß in Großbritannien durch Ausstellung emer möglichst großen Fahl von kommunistische» Kandidaten für die konunendcn Unterhauswahlen zu erhöhen. Insbesondere auf die Wahlkresse, in denen die»reformistischen Führer" der britischen Arbeiterpartei um ihre Wahl kämpfen, soll der neue kommunistische Angriff konzentriert werden. — Dieser �chwß.2>er,.Älm,in'ern.dr>M.Fllh.�iubeichch in einem, der britischen KP. gcg>M>er ausgesprochenen Wunsche aus. Prak- tisch bedeutet er jeüqch. haß die Internationale sich bereit erklärt. die Lasten dieses Frontalangriffs zu tragen. Nimmt man an, daß die Aufttellung von 50 Kandidaten geplant ist— diese Zahl wird in den Moskauer Meldungen gemmiL— so bedeutet das einen Mndestaufwond von 15 000 bis 20 000 Pfund Sterling (rund 300000 bis 400 000 M), zirka 130 Pfund Sterling pro Wahlkreis für das Wahldeposit des kommunistischen Kandidaten und ungefähr die gleiche Summe für die Kosten des Dahlkampfes. Praktisch weiden mit dem Beschluß drei verschiedene Wsichten' verfolgt. Mair will den Führern der sazioLstischen Arbeiter-- bewegung eine Riedexlage bereiten, die Unterstützung der Kandidaten der Arbeiterpartei durch die lokalen Kommunisten ver- eitel» und schließlich die Neuwahlen benutzen, um endlich a n die Massen mit dem kommumstischen Agitossonsgut heranzu- kommen. An sich stellt der Bestjluß der Komintern eine völlig neue Phase in der kammunistsschen Taktik in Großbritannien dar und ist, so aggressiv er auch sich geben mag, nichts als das Eingeständnis einer Niederlage. Solange irgendwelche Hoffnungen auf eine Gesamtdurchdrin- gung der britischen Arbeiterpartei vorhanden zu sein schienen, hat sich die Komnrun istische Partei in Großbritannien gehütet, äußerlich selbständig vorzugehen. Ihr Vorgehen zielte in jenen Jahren darauf hin, auf dem Umwege über Vertrauensmänner, deren Bindung an die KP. nach außen hin unsichtbar blieb, bestehende Organisalionen zu durchdringe» und schließlich zu erobern. Die Arbeiterbewegung selbst hat diesen Bestrebungen ein jähesEnde bereitet, indem sie aus den letzten Gewerkschaftskongressen und Par- teitagen die Ausmerksamkell der Bewegung aus diese Taktik lenkte und der mrterirdsschen kommunssti schon Tätigkeit alle erdenk- l i ch e n Riegel vorschob. Damit war die Politik der Einhei�s- front, der Zellenbildung, gescheitert. Die Kommu- nsstische Partei fristete deshalb in den letzten beiden Jahren, seit den, Zusammenbruch des Generalstreiks, nur noch ein Schein- leben. Die Wurzeln ihrer Kraft waren abgeschnitten, ihre Initiative war gebrochen. Der Usbergang von der Politik der Zellen- bildung zum ossenen Angriff auf die Arbeiterpartei soll die Le- wegung neu beleben. Es sst selbstverständlich, daß die Arbeiterpartei selbst die neue Situation, vor di« sie sich gestellt sieht, unter Wahlgesichtspunktm betrachet.„Die Arbeiterpartei," stellt der„Daily Herald" in einem Kommentar zu der Moskauer Meldung fest,„muß_ wie groß immer die Airzahl der kommumstischen Kandidaten fern mag— diese Intervention Moskaus Willkomm:» heißen: denn sie wird dem sakbungsoollcn, unehrlichen Geschwätz von der„Einheitsfront" Strawinsky-Abend. Oper am Platz der Republik. Nach dem starken, tiefen Eindruck von.Dedipus Rex" wirkt der burleske Einakter„M a w r a" ein wenig enttäuschend, aber der Erfolg steigert sich nach den einzelnen Bildern von„P e t r u s ch k a" zu außerordentlicher Höhe. Di« Wiedergade der drei in Stil und Charakter grundverschiedenen Werke ist ein« bewunderungswürdige Leistung Klemperers und der Alenipereröper. Kl. Pr. ein Ende bereiten und dt« Dummdreistigkeit der von den Kommu- nisten in den Nachwahlen angewandten Taktik unterstreichen. Sie besteht darin, die Labour Parch zu beschimpfen, aber gleich- zeitig zu:iner Wahl des betreffenden Arbeiterkandidatcn oufzu- foodern. Deni Durchschnittswählcr wird kristallklar werden, was diejenigen längst gewußt haben, die die politischen Realitäten kennen, daß di« Kommunisten nicht einfach de»„linken Flügel" der Arbeiterpartei darstellen, sondern eine selbständige und geg- nerische Organisation sind, mit einer verscheidenen Poli.ik und mit radikal verschiedenen Methoden. Der sich hieraus er- gebend« Gewinn der Arbeiterpartei wird erheblich sein. Verlieren werden hierbei die Konservativen und Liberale». Es sind die Herren Baldwin und Lloyd George, die mit den Nachrichten aus Moskau unzufrieden sein werden. Ihres lächerlichen Schlachtruss von der»bolschewistischen Kontrolle der Arbeiterpartei" beraubt, werden si« entweder neue Schreckgespenster erfinden oder sich mit den zwar aldnodsschen, aber noch immer nicht diKkreditierien Mitteln der Vernunft und des Arguments mit dem Programm der Arbeiterpartei selbst auseinandersetzen müssen." Uns scheint, daß der.Daily Herald" die durch die Be, schlüsse in Moskau geschaffene Lage aus eine allzu einfache Formel bringt; dem, er verschweigt die Gefahren, die an- dererseits mit der Weisung der Kömintern an die britischen Konimu- nisten verbunden ist. Zweisellos werden jetzt auf Grund der«er- änderten Taktik der Kommunisten Hunderttausende von Wählern, die bisher— infolge der Lektüre bürgerlicher Blätter— aus Angst vor dem„heimlichen Bolschewismus der Arbeiterpartei" bürgerlich gewählt haben, zum ersten Mole den Mut finden, ihre Stimme der Labour Party zu geben. Wahrscheinlich wird dieser Entschluß auch dazu beitragen, einer ganzen Reihe von Funktionären der Arbeiterpartei und insbesondere einem gewissen radikalen Typ von Kaitdidaten selbst, den grundsätzlichen Unterschied zwischen ihrer eigenen Po- litikundden Kommuni st eninsBewußtseinzutrei- b e n. Es hieße trotzdem, gegebene Realitäten übersehen und Vogel- Strauß-Politik treibe»', wollte man verkennen, daß bei der Mechanik des gegenwärtigen britischen Wahlrechts, das dem Kandi- baten mit der größten Stimmenzahl auch ohne absolute Mehrheit Sitz und Stimme im Unterhaus zuschanzt, viele Sitz« auch nur durch Absplitterung von einigen hundert wahlfiimmen verloren gehen können. Es kommt hinzu, daß das Dazwischentreten eines kommunistischen Kandidaten tatsächlich hier und dort den Sieg eines Liberalen oder Konservativen über diesen oder jenen Partei- oder Gewerkschafts- sührer mit sich bringen kann. Als Ganzes genommen über- wiegen jedoch die Vorteile dieser Klärung die Nachteile um ein Bielfaches und was an gewonnenen Minderheitssitzen verloren gehen mag, dürfte durch den Zuwachs an Abgeordneten, hinter denen eine solide Mehrheit steht, mehr als ausgewogen werden. Das Ge- samtresultat für die Arbeiterpartei dürste damit, insbesondere an- gesichts des zweideutigen Segens, den solche Minderheitssitzc für alle fortschrittlichen Parteien darstellen, als durchaus erfreulich zu be- zeichnen sein. Für die Kommunisten selbst muß das Experiment aller- dings, außer der Schadenfreude» da und dort einen chr besonders un- erwünschten Kandidaten aus dem Sattel geworfen zu haben, mit einem unerhörten Fiasko enden. Das wissen die britischen kommunistischen Führer nur zu gut. Hie haben deshalb selbst keineswegs den geistigen Anstoß zu diesem Uehergang von den ,�mhellsfront">Manövern zum Frontalangriff gegeben. Denn so sehr ihnen der Moskauer Beschluß W i t t e l zu einer bisher unmöglichen großen Agitation in die Hände drückt, so sehr muß er andererseits in seinen Resultaten die ganze Schwäche der kommunistischen Position in Großbritannien in das unbarmherzige Licht der zahlenmäßigen Wohlrefullate stellen. Nur mit gemischten Gefühlen werden sie daher dem Befehl chrer Meister Folge leisten. Und es ist menschlich begreiflich, wenn sie das gegenwärtig« Halb- dunkel, das ihnen immerhin und zumindest im Bewußtsein der Gegner vom Schlage der„M o r n i n g- P o st"- und„Daily- Mail"- Leser einen gewissen Anschein von Existenzberechtigung gibt, einem politischen Harakiri vorziehen, das sie der Lächer- lichkeit hier und in Moskau der Anklage, über- ihre Stärke ge- flunkert zu haben, auslief«» muß. Die Werkzeugmacher streiken? Am Montag früh treten die Werkzeuzmacher in den Bc' trieben des Verbandes Berliner Metallindustrieller in den Streik. Die Werkzeugmacher verlangen, die Akkordarbeit abzu- schaffen mub ihre Löhne zu erhöhen. Und zwar soll der Lohn betragen: nach beendeter Lehrzeit l.ll) M. pro Stunde, nach einjähriger Tätigkeit 1,25 M., nach zweijähriger Tätigkeit 1,40 M., nach dreijähriger Tätigkeit 1,50 M. pro Stunde. Diese Forderungen wurden am 12. Dezember 1927 dem Ver- band Berliner Metallindustrieller unterbreitet. Es wurde dann wiederhdlt von Organisation zu Organisation verhandelt, aber in keiner dieser Verhandlungen wurde irgend ein Zugeständnis von den Unternehmern gemacht. Die Werkzeugmacher beschlossen des- halb bereits in der ersten Februarwoche durch Urabstimmung mit großer Mehrheit, in den Streik einzutreten. Der Gerverbcrat Körner als Vorsitzender des Schtichtungs- ousschusses Groß-Bcrlin oersuchte nunmehr zu vermitteln, aber auch sein Versuch, eine Einigung herbeizuführen, scheiterte an dem Widerstand der Unternehmer Es wurde daher auf Vorschlag des Schlichters noch ei.nnal versucht, über die strittigen Fragen in den Betrieben zu verhandeln. Auch dieser letzt: Versuch scheiterte, weil alle Unter- nehmer ablehnten, eine Zulage zu gewähren. Nachdem alle Ver- suche, aus dem Wege der Verhandlung die Differenz beizulegen, crfolslos blieben, muß der Streik beginnen. Nur d i e Betriebe hab?n die Arbeit einzustellen, die von einem Angestellten der Organisation dazu aufgefordert werden. Jeder dieser Beauftragten hat«inen Ausweis mit Lichtbild. Abschluß in der Holzindustrie. Verbesserung des Schiedsspruchs. Wie wir bereits mitgeteilt haben, hat der Reichsarbeits- minister die Parteien in dem Konflikt in der Holzindustrie zu gestern vormittag geladen, weil der Arbeitgeberverband den Antrag auf Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches gestellt hatte. Bei diesen Verhandlungen vertrat der Deutsche Holzarbeiterverband die Auffassung, daß für die Holzarbeiter der Schiedsspruch nicht annehmbar sei, weil er für den zweiten Termin eine zu geringe Lohnzulage vorsehe. Da der Schiedsspruch aber nicht abgeändert werden konnte, so mußte der Versuch gemacht werden, eine direkte Verständigung zwischen den Parteien herbeizuführen. Das ist schließlich nach langen Verhandlungen auch ge- lüngen. Nach der gestern nachmittag getroffenen Verein- borung tritt also sofort eine Lohnzulage von 6 Pf. in Krast und ab 1. Oktober eine weitere Lohnzulage von 3 bzw. 4 Pf. Der Schiedsspruch hatte bekanntlich für den zweiten Termin eine Lohnzulape von 2 bzw. 3 Pf. vorgesehen. Außer dieser Verbesserung ist es noch gelungen, Verbesserungen zu er- reichen bei der Ausrechnung der Einzellöhne. Die-tariflichen Ecklähn« werden in Brandenburg ab 15. Februar von 84 auf 30 Pf. und vom Oktober ab auf 33 Pf. erhöht; in Bayern erfolgt eine Erhöhung von 1V1 auf 107 Pf. und vom Oktober ab auf 110-Pf-: in Hamburg eine solche von III auf 117 Pf., vom Oktober ab auf 121 Pf.: in Köln eine Erhöhung von 114 auf 120 Pf. und vom Oktober ab auf 123 Pf. Die Akkordsätze werden im gleichen Prozent- satz erhöht. Die Lohnvereinbarung kann erstmalig zum IS. Februar 1929 gekündigt werden. Diese nicht unwesentliche Abänderung des Schiedsspruchs zugunsten der Arbeiter konnte natürlich nur durchgeführt werden, weil die Unternehmer als Kontrahenten es mit einer außerordentlich starken Oraanifation zu tun haben. Nur einer solcheu Organisation ist es möglich, ohne Streik eine so wesentliche Erhöhung der Löhne durchzusetzen. GpO.-Heiallarbeiter! Morgen, Montag, lg. 00 Uhr, Zunktionärversammlung in den Musikersälen, Kaiser-Wilhelm- Straße. Wichtige Erörterungen machen das Erscheinen aller Genossen notwendig. Partei- und Verbandsbuch vorzeigent Der Frakkionsvorfland. Tarifbewegung im Berliner Einzelhandel. Der Zentralverband der Angestellten hat es al>- gelehnt, den Manteltarisoertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern und hierfür eine den wirtschaftlichen Bedürfnissen der Angestellten in keiner Weise entsprechende Gehaltszulage von 5 Proz. hinzu- nehmen. Mantestaris und Gehaltsabkommen werden demnach am 31. März d. I. ablausen. Der Zentralverband der Angestellten hat nunmehr dem Arbeitgeberverband im Einzelhandel Groß-Berlin e. V. einen neuen Vertragsentwurf übersandt. Im besonderen ist es die Frage der Arbeitszeit, die dringend einer neuen Regelung bedarf. Kelne andere Anpestellten- gruppc wie die des Eiizzelhandels leidet in so starkem Maße unter der Ungunst der Arbeitsbedingungen. Es wird die wesentlichste Aufgabe de r-E i n ze l ha n de l s a n g e st e l l t e n sein, sich in dieser Tarisbewegung einen nicht von zahllosen Ueberstunden er- westerten Achtstundentag zu erkämpfen und das früher schon einmal bestandene Anrecht aus einen Holben freien Tag im Monat sich zu erstresten.— Der Entwurf eines neuen Gehalts- abkommens, der dem Arbsitgeberverband ebenfalls eingereicht wurde, sieht die von den Angestellten berests in den gescheiterten Verhandlungen geforderte Ge h a l t s e r h ö h u n g um 15. Proz. vor. Es kann angenommen werden, daß diese Tarifbewegung über den Kreis der Angestellten des Berliner Einzelhandels hinaus das Interesse des kaufenden P u b l! k u m s finden wird. Die überwiegende Mehrzahl der Angestellten des Einzelhandels setzt sich zusammen aus Angehörigen von Arbeiter- und Beamtenfamilien. Da diese gleichzeitig das Gros des kaufenden Publikums darstellen, haben sie es in der Hand, die Tarifbewegung der Angestellten zu fördern. Die Frage des Wochenendes erfordert in ihrem äugen- blicklichen Stadium eine Erziehung und Beeinflussung des kausenden Publikums. Die Arbeiter- und A n g e st e l l t e nf ch o f t kann sich die Forderung des Wochenendes nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch zu eigen machen, indem sie au den Konnabendnachmittagen keine Elnkäuse macht. Warnung für Portiers und Havsreinigerinne». Ein Menschenfreund oerschickt an Portiers eine Drucksachentarte folgenden Inhalts: Achtung; Bitte aufbewahren? Berlin SW. 58, Datum des Poststempels. Kochstr. 19 II. Nahe-U-Bhf. Kochstr. ?.?. Ich bitte einmal zu prüfen, ob Sie von Ihrem Hauswirt nach dem neuen Tarifvertrag richtig eMlohnt werden. Wenn Sie dos nicht können, kommen Sie zu mir. Ich werde Sie beraten. �„ Hochachtungsvoll Fritz Werner. Meldet sich ein Portier bei diesem Edlen, dann muß er 3 Mark für Schreiben eines Briefes entrichten, weiter sind lO Mark für Einleitung einer Klage zu zahlen. Da der Berater nicht beim Ar- beitsgericht als Vertreter zugelassen ist, reicht er Klage beim Amtsgericht ein, obwohl er genau weiß, daß das Amtsgericht nicht zuständig ist. Wer also 13 Mark zum Fenster hinaus- werfen will, melde sich bei diesem Werner- Wer jedoch in den Besitz seines Tariflohnes kommen will, der melde sich beim Deut» schen Portierverband, Sektion VII des Deutschen Per- tehrsbundes, Dayreuther Straße 31. An die A/A-Beirlebsraie Berlins? In dem Aufruf an die AsA-Betriebsräte am Freitag, Nr 93 des„Vorwätrs*, muß der erste Satz im dritten Absatz lauten:' .Diejenigen AsA-Belriebs- und Angestelltenratsmitglieder. deren Amtsperiode über den 1. Mai hinausreickt, also vielleicht bis zum Herbst 1928 läuft, haben ihre Ausweise dem Bureau des Ortskartells zu übermitteln.' Also Herbst 1928, nicht März 1928. TeMarbelierausfperrung in Weida. - Weida. 25. Februar. Bei den Lohnverhondlungen der Weidoer Iutefpinnerei und -weberel ist eine Einigung nicht erziell worden, wishalb heute der Betrieb stillgelegt und 1100 Arbeiter ausgesperrt worden sind. Oer Gteinsetzerflretk. >' halle. 25. Februar. Die Arbeitsmederlegung km Steinsetzergewerb« ist heute in Halle, Gera und Hannover, sowie einigen ileineren Orten erfolgt.-'..''' Bd den Wahlen der vrancheulelknng der herrenmahschnelder siegte die Liste Amsterdam mit großer Mehrheit. Die zentralen Lohnoerhandlungen beginnen am 4. März in Weimar. Beranlwortlich für Politik:?r. E»rt Wirtschati: S. Ztli»«clh?icr: Gewerlsikaftshewcguna:?r. Eekor«: Feuilleton: ft. K. Döscher: Lololcs und«onftioes: geiz«arftädt: Snzeiaen: Ib.®l», 4« Tournay- Teppich MarkeSahend.Vorzgl.Kammg.-QuaU 170/240 200/300 250/350 105.- 159- 221.- 300/400� 318.- Läufer-Proben Bonulö 0.7 STournay 1 Ein Posten Allgäuer Voilerrer« handgewirkt 68/1-30 cm 14. 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Februar 4 92S Eine ünierdükermg efes ISctemtusIasses hei den überdnanderlieeenden Unfergrundbahnhöfen am Nollendorfplaiz in 14 Meier Tiefe und 4,20 Meter lichter Werte, Vergleicht man Berlin mit einem lebenden Organismus, so mächte man Wasser- und Lichtzufuhr in den unterirdischen Kanälen imb Kabeln als Adern imd Nernenstränge, die Kanal!- fation zur Beseitigung der Exkremente als die Darme im Bauche des Riesen ansprechen. In der Großgestaltung .dieser technischen Erscheinungen wird dabei auch das Märchen zur Wirklichkeit, daß der Mensch als„Däinnling" oder Jonas im Bauchs des Walfisches in diesen Dännen spazieren gehen kann. Es sind freilich keine öffentlichen Promenaden, auch herrschen nicht die Zustande wie in Poris, daß die Konalifotions- anlagen Bersteck« und Zufluchtsorte für Verbrechergesindel abgeben. Nicht einmal ein« Ratte würde ihr Fortkommen in diesen mit harten Klinkern gemauerten Hauptkanälen und aus falz- glasierten Steingutrohren bestehenden Zttcinkanölon finden. Es könnte gsschehen, daß bei plötzlichen Hochwassereinbrüchen diese sich bis an die Decke mit Wasser füllen und Mensch und Tier elend umkommen müßten. Ein Sonntagsvergnügen im Kanal. Bezeichnen wir es trotzdem als äußerst interessantes Sonntags- vergnügen, wenn auf Einladung des Bezirksamtes Schöneberg, im Rahmen der Volkshochschulturfe, Oberbaurat Wild seine Zuhörer ein Stück durch die Anlagen der Schöneberger Kanalisation führte. Den noserümpfenden Daheimgebliebenen kann man versichern, daß es hier unten absolut nicht riecht und in jeder Hinsicht sehr sauber zugeht. Ein leichter' warmer Brodein steigt aus den dahinfließenden Abwässern auf, der sich in reinen Wassertropfen an den Wänden der Kanäle absetzt. Doch bevor wir auf unserer Wanderung weitergehen, mochten wir den Ausführungen unseres Führers Gehör schenken, um mit der Materie eingehender bekannt- zuwerden. An statistischen Tabellen wird ausgezeigt, wie in den Städten, die Kanalisation besitzen, die Kurve von Typhus und Seuchenkrankheiten in derselben Linie zurückweicht, wie andererseits die Ausbreitung der Kanalisation zunimmt. Früheren Kanalisationssystemen mangelt« vielfach die Erfahrung: selbst eine Stadt wie München muht« ihre kostspieligen Anlagen einer Revision unterziehen. Es handelt sich nicht allein darum, die Ab- wässer abzuleiten, man muß auch wisien, wohin. In Groß- Berlin werden bekanntlich die Abwässer auf die Rieselfelder geleitet, wo sie als fruchtbare Produkte allerlei humanitär« Auf- gaben zu erfüllen haben, z. B. Karpfen in Teichen.zu füttern, Kohl und Gemüse wachsen ztt lassen und anderes: in der Isar aber fand ein großes Fisch st erben statt, als München seine 2lb- wässer in diesen Fluß abfließen ließ. Berlin hat mit der Ein- gemekndung der Vororte die verschiedensten Systeme übernehmen müssen, die man sich bemüht, unter einen Hut zu bringen. Schäneberg hatte wohl am kostspieligsten gebaut, aber auch am besten! Die Kanäle, die über 2b Jahr im Betrieb stehen, sind henke noch frisch und unerschüttert, obwohl über einer dünnen Klraßensohle die schwersten verkehrssahrzeuge über sie hinweg- fahren. Die ganze Anlage ist so � vorbildlich, daß die Baumeister aus allen Reichen der Welt nach Berlin kommen, um die Einrichtungen zu sehen und ihre eigenen.Anlägen nach dem Muster Schönebergs zu bilden. Vereinigung der Bauptlcanäle(por dem Schöneberger Rathaus) aus dem Süden und Südosten m einem Kanal von 3,20 Meter Liditroeite. Wanderung unter der Erde. In den Anlagen der städtischen Kanalisation. Die Wanderung unter dem Asphalt. Wir steigen gegenüber dem neuen Schöneberger Rathaus, Ecke Belziger und Vcnrtin-Luther-Straße, einen schmalen Eingangs- s ch a ch t hinab und befinden mis in zirka 3 Meter Tief« in einem großen Gewölbe, das eine runde Schnittform besitzt. Es ist ein Houptkanal, der zu dem Pumpwerk in der Hohenstaufen- straßo leitet: er hat ungefähr einen Durchschnitt von 3,20 Metern. In dem langgestreckten Gewölbe von spiegelglatten Steinen, dos von einer neuen eiektnschen Deckenonlage erleuchtet wird, befinden sich links und rechts in ungefähr ein Meekr Höh« gangbare P o d e st e, so daß in der Mitte eine tiefe Rinne zum Fluß der Abwässer bleibt. In der Nähe der Grunewald st raße führt ein neuer Einstieg in denselben Kanal, bei dem aber rechts ein gc- waltiger Tunnel als Regenwasserablafser noch dem Land- wehrkanat abzweigt. Bei plötzlichen starken Regensällen und Schneeschmelzen, wenn die Kanäle die Wasiermassen nicht mehr fassen können, ist diese Sicherung geboten. Das überschüssige Wasser, das über die Höhe der Podeste steigt, wird in diese Regenablösse a b- geleitet. Auf dem Weg« durch den Houptkanal zweigen recht- und links Zubringerkanäl« von den einzelnen Hauptstraßen- strängen hinein, in diese wieder münden die Tonröhren im Zug« der Straßen. Das ganze System ist am besten mit einem unterirdischen Flußlauf zu vergleichen, bei dem die Häuser und Gossenabflüss« die Quellen bilden, die sich in den Röhren zu kleinen Bächen vereinigen und in ihren, Fortlauf als Neben- flüffe in den Hauptabfluß münden. Ein leichtes Gefälle von 1: 2000 hält die Schmutz wasser in stetem Fluß. Jede Reibung und Stauung ist aufs künsttichste vermieden, die Abwässer, die durch Pumpmaschinen angesaugt werden, stießen mit der Schnelligkeit kleiner Gebirgsbäche dahin. Durch sinnreiche Borrichtungen werden größere Wassermassen gleichzeitig zum Durchspülen der Kanäle verwandt. Die Kanalisation als!thr und Kalender. Jeder Arbeiter, der bei der Kanalisation beschäftigt ist, könnte, wenn er drkrch Zufall in seinem unterirdischen Verließ«in- gesperrt wäre, sich mir Stande der Wasscrmcnge schnellstens nach der Zeit und gewissermaßen auch nach den Tagesfolgen in der Woche orientieren. Zwischen 4 und-? Uhr morgens zeigt die Wassermenge ihren niedrigsten Stand an. es steigt dann an bis mütags l2 Uhr, w�s auf den emsigen Betrieb der Haus- frauen in den Küchen hindeutet. Bis 13 Uhr fällt dos Wasser und steigt dann erst wieder, was hier im westlichen Bezirk auf die englische Tischzeit zurückzuführen ist. Mends gegen 10 Uhr zeigt sich nochmals ein Ansteigen, denn jetzt ist reger Bade- betrieb in den Häusern. Sonnabend nachmittags kündet ein hoher Wasserstand in den Kanälen dle emsige Reineniochewut unserer Hausfrauen an. Der Sonntagvormittag bringt die höchste Kurve. Im Pumpwerk. Im Pumpwerk in der Hohenstanfenstraße sind Tag und Nacht riesige durch Dampf angetriebene Pumpmaschinen von je 200 DL. am Werk, vier an der Zahl, die nach Anforderung im- stände sind, je 240 Liter Abwasser in der Sekunde in die Druck- röhre zu fördern. In ihnen werden die Abwässer nach dem 30 Kilo- meter entfernten Rieselfeld Ragow— Deut sch-Wu sie r- hausen gedrückt. Auch das Pumpwerk ist in seiner ganzen An- läge eine Wuskeranstalt an guten Einrichtungen. Selbsttätige Registrierapparate melden hier den Wasserstand in de» Kanülen in den einzelnen Bezirken; Schutzvorrichtungen sorgen für die Sicherheit der Betriebsarbeiter. id Noch viel Iirkeressantes könnte aufgezeigt werden! Zum Schluß möge nur noch als interessantes Beispie!«rwähnt werden, wie der Mensch die ewig gleichlautenden Normen der Natur für seine Zwecke nachbildet. Wie alles im Kreislauf sich beschließt� Wolke, Regen, Fluß, Meer, Wolte, so wird lsier das Verfahren gekürzt: nachdem die Abwässer von den groben Schmutz- teilen in Kläranlagen draußen vor der Stadt gereinigt wurden, wird das Wasser dort in unterirdischen Drainagen vollständig geklärt, keimfrei wieder aufgefangen und nimmt seinen Weg in einen natürlichen Flußlaus, die Rute, die es weiter in einen anderen Fluß der Meere zuträgt. Nor seinem Abfluß befindet sich ein« Badeanstalt, deren Wasser wegen seiner Sauberkeit besonders berühmt ist. buchstäblich ober baden die Glücklichen dort In den Schöneberger« Abwässern. Betten . 0 m— 1 Oberbatt. 1 Unterbett. heißV iVtutö Qr 44****' iBifäf, 1 Ktssen. gratiret Inlett mit gmPix ß ß SA Federn, rnBammen." 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W3.0O Kachtäsch Tar kastea StUhl mit Kohrritr...... 8.25 Kinder-Hsizbsttste� 10x140•«•••••*•• 1 Die Schiffskatastrophe im Kanal. -18 bis 20 Tote der Besahung. ätbex den Zusammenstoß zwischen dem Ualiorschen Dampf« .JKcatttata" und dem russischen Schulschiff.Tovoritsch". bei dem der ilnlienische Dampf« mit sein« gesamleu Bemannung von 18 bis 20 Mann onkcrgegangen ist, w«den noch folgende Einzclheiien gemeldet. Der Zusanmienstoß ereignete sich infolge des dichten Nebels im Kanal. Die englischen Rettungsstationen wurden durch die SOS-Rufe zunächst irregeführt, da dos russische Schulschisf „Tooaritsch"„alles Nar" gemeldet hatte und berichtete, daß die Unterstützung durch Rettungsboote nicht nötig sei. Erst eine dritte Mitteilung um elf Uhr nachts von dem Postdampser..Moldavia* besagte, daß große Trünrmermassen mnhorschwämmen und daß ein Mann ausgefischt wurde. Den von verschiedenen Seiten aus. gesandten Rettungsbooten, die bis um vier Uhr morgens im Kanal kreuzten, gelang es aber wegen des dichten Nebels nicht, eine Spur von de>n gesunkenen Dampfer aufzufinden. Mau nimmt an. daß eine rechtzeitige klare Benachrichtigung die Rettung mindestens eines le'ls der Besahung des ika'ienlschen Dampfers ermöglicht hätte. Das Schulschiff ist bei dem Zusammenstoß gleichfalls schwer beschädigt worden, vermochte ober mit Hilfe günstigen Mndes die Reis« nach Gouthampton fortzusetzen. Nach Berichten des Kapitäns des Schulschiffes hat die„T o v a r i t f ch" k e i n e V e r l u st e z» verzeichnen. Die Fischer auf den Eisschollen. Vergebliche Rettungsversuche der finnischen Eisbrecher. Wie aus Helsingfors gedrahtet wird, scheiterten bisher alle- Verjach«, die 200 finnischen Fischerleute. die seit zehn lagen ohne Nahrung und Feuerung aus dem Treibeis im Zinnij hen fya;\ umherirren, zu retten. Es wurden ein« Anzahl „Eisbrecher" ausgeschickt, die durch verschiedene Flugzeuge untem stützt wurden: jedoch gelang es bisher nicht, sich den Schiffbrüchigen zu nähern, die auf einer Mast« kleiner Eisinseln umher treiben. Die größle Eisscholle mit zirka 60 perfonen und einer Anzahl pserden schwimmt an der Küst« Estsands. Man gibt indessen die Hoffnung avi eine baldige Rettung, ehe eine Katastrophe eingetreten ist. noch mtH aus und unternimmt weiterbin mit allen zu Gebot« stehenden Mitteln die Rettungsversuch«. D'e Proviant- Versorgung erfaßt durch Flugzeuge. Der Sachverständige jedoch erklärte ihn für einen vollendetest Schau- spiel«, bei dem der Z M durchaus nicht in Betracht komme. Der Staatsanwalt beantragte Vii Jahre Gefängnis. Das Urteil lautete auf 1 Zahr Gefängul». auf das ein Teil der Unter- fuchungshaft angerechnet wurde. Bewährungsfrist lehnte das Ge- richt ab mit Rückst äst darauf, daß Noeske bis zuletzt leugnete und zwei Tote beschuldigte, die sich nicht mehr wehren? können. Der Verurteilte muhte die Straf« sofort antreten. Ein Tag der Verkehrsunfälle. Orei Todesopfer, mehrere Verletzte. Im Laus« des Sonnabendnachmittags«eignete sich wieder eine auffallend hohe Zahl von schweren Unfällen im Verkehrs» g e t r i e b e. von denen allein drei einen tödlichen Ausgang genommen hoben. Am Bahnhof Weißensee wurde ein etwa dreißigjähriger Arbeiter, der auf seinem Rade fuhr, von einem Lastkraftwagen zu Boden geschleudert und überfahre il. Der Verunglückte hatte so schwere Versetzungen«kitten, daß er bereits auf dem Wege ins Krankenhaus starb.— In der Kantstraße zu Eharwttenburg sprang der stchzebnjahrige Schüler Heinz Döring von einer in voller Fahrt befindlichen Straßenbahn. Der Junge kam so Unglück- sich zu Fall, daß« sich schwere Innere Verletzungen zuzog. Man schasste Ihn in das Destendkrankenbau«, wo er kurz nach seiner Einiieserung starb.— Ein weiter« Strahenunfall mit tödlichem Ausgang trug sich an der Ecke Friedrich- und Schützen st raßs zu. Dort wurde der KSjährige Kaufmann Solo St e> n I tz von einem Privotauto«faßt und überfahren. Der Der- unglückte, der einen Schädelbruch und scbwere Innere D«letzungen erlitten hatte, wurde zur naheliegenden Rettungssteve IS gebracht, wo der Arzt mir noch den Tod feststellen konnte. * In Hermsdorf geriet an der Ecke Berliner Eck« Bismarckstraß« ein mit vier Personen besetztes P r l v o t o u t o aus den Dürgersteig und überschlug sich mehrmals. Das Auto wurde zertrümmeri und die Insalssn, Brofesior Theodor Mann, Major a. D. v. Blücher, Dr. Hans Spanner und ein Student lllrich Döring, sämtlich aus Berlin, wurden herausgeschleudert und e r- heblich verletzt. Die Verunglückten«hielten durch herb«. gerufene Sanitäter an der Unglücksstelle erst« Hilfe. Die Ostseebader wollen werben. Der„Verband der Ostseebäder� hielt im Kmserhof eine ofsentfiche Sitzung ab. Der erste Reldner zur Tagesordnung war Pros. Karßwr von der Technischen Hochschule Charlottenburg. Er sprach über das Thema„Bedeutung der Wetterbeobachtung für die Kurorte". Er Höst es für angebracht, den Kurgästen mehr Ge- legenhett zur Übersicht der Wetterauesichten zu bieten. Für diesen Zweck schlug er ein Preisausschreiben zur Errichtung von neuen künstieriichen Wetterhäuzchen vor. Für den erkrankten Karl Vetter vom Messeamt der Stadt"Berlin sprang Herr R o t t n e r ein. Sein Thema war„Berlin und die Ostsee". Berlin als Zu- und Abgangsort zur Ostsee hat natürlich das größte Interesse an der Hsbung des Fremdeiwerkehrs in den deMschen Ostseebädern. Er schlug des- halb eine gemeinsame Werbung kuster dem Motto„Jeder einmal in Berlin, jeder einmal an der Osise�' vor. Bürgermeister Hoffmann, Binz, hatte sich das Thema gestellt..Bedeutung der Kurtaxe". En führte au», daß die Bader leider mchk aus die Kurtaxe verzichten können. Sie sei so niedrig gestellt, daß' sie nur die wichtigsten Aus- gaben deckt und nicht zur Bereicherung der Gemeinden dient.(Es wird wohl nicht ganz leicht sein, dieses PI beweisen.) Außerhalb der Tagesordnung sprach noch Dr. Max Hi rsch über„Bekämpfung der Stechmücken und Fliegen In den Kur- und Badeorten".— Man konnte aus der Sitzung wobl das Bestreben erkennen, daß der Verband bemüht ist, seinen Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu gestalten. Hoffentlich inachen diese Bemühungen auch bei der Preis st«llung keinen Halt, so daß es wejteren Volks. kreisen möglich sein wird,.die Ostseebäder aufzusuchen. Mostrich in der Aesteniasche~ — und das Stahlhelmherz in der Hose. Der 2. Oktober 1927, achtzigster Geburtstag des Reichs- Präsidenten! Die Charlottenburger öchausiee ist mit schwarz. rotgoldenen Fahnen geschmückt. Hindenburg hat bereits da» Stadion erreicht. Di« patriotischen Spaliere befinden sich bereits in Auflösung Auf dem Rasengelände ab« sitzt ein vlsähriger Stahl-- helmmann und erholt sich von lein« nationalen Begeisterung. Ein« Gruppe von Reichsbannerleuten mst einem schwarzroi-" goldenen Fähnchen in der Hand nähert sich den Stahlhelm- leuten.„Jungs," sogt her Stahlhelmmann zu den Stahlbelm-Jung- mannen,„habt ihr nicht Snobländer gesehen, Mostrich gibt's hier genug." Di« Reichsbannerleute sind nicht auf den Kops gefallen. Sie holen einen Schutzmann und stellen den öljähriaen Maulhelden fest. Der Stohlhelmmann Klose erhalt einen Strasbefehl auf 50 M.. Er legt gegen den Strafbefehl B« r u f u n g ein So kämmt die Sache oor das Schöffengericht B e r l i n- M i t t e. Da ist wohl dem braven Stahlhelinmann das Herz in die Hofe gerutscht, und so erklärt er vor Gericht: bei der gegen- überstehenden Technischen Nochilse wurde Flaschenbier herbeigeschaffi, und da habe er gesagt, wenn wir doch Bier und Würstchen hätten. Sein Hintermann Hab« geantwortet: Ich habe Mostrich in der Westentasche. Diesen Bä-'ea wollie d« öliährige tlahlhclm- mann dem Gericht ausbindent Cr wurde ob« sofort von seinen eigenen Jungmannen Lügen gestrast. Der ein« sagte, der Worllaut sei gewesen:„Jungs, holt Knobländer, wir haben Mostrich gewiq." Der andere bestätigte das und erklärte, er Hab« das als Slnspielung auf die Reichsfarben aufgefaßt, Luch dm Schluß der Amanullah-Feiern. Gest«« abend haben die ftiiiflagizcu offiziellen B«- grühungsfeiörn zu Ehren der afghanischen Gäste endlich ihren Abschluß gefunden. Wir berichten kurz: Nach dem militärischen Scktzmspiel in Döberitz Frühstück im Ofiizierskafino, dann Besichtigung der Nauener Funkstation, gestern abend großes Fest- mahl in der afghanischen Gesandschast, dos van Amonullah zu Ehren des Reichspräsidentan und des Deutschen Reiches gegeben wurde. Hierbei wurden die üblichen Sprüche ausgetauscht, über die besondere zu berichten kein Anlaß vorliegt. Von heute ab sind Amonullah und seine Frau nur noch inoffiziell in Deutschland, um vor allem industrielle Anlagen zu besichtigen. Zu der militärischen Veranstaltung in Döberitz ist noch einiges nachzutragen. Wenn die Hugenbergsche„'Nachtausgabe" unter der dreispaltigen Ueberschrist:„Ungeheure Begeisterung bei der Parade in Döberitz" schreibt:„Tausende von Zuschauern durchbrechen die Absperrungslinien," so ist das glaller Anfng. Tausende von Zuschauern waren überhaupt nicht vorhanden, und Abspernmgskrnlen waren auch nicht vorhanden. Dir Reichswehr ließ sich— und das soll ihr keineswegs zum Lorwurf gemacht werden — von den rund fünfhundert Zuschauern die außer den Pressevertretern, den Photographen und den Angehörigen der afghanischen Kolonie zur Stelle waren, willig„durchbrechen". Die ganze Angelegenheit läßt sich in zwei Sätzen zusammenfassen: Es fand «ine Gefechtsübung statt, b« der die Blauen und die Roten so nahe aneinander herankamen, daß«s im Ernstfall nur Tote und kaum einen Ucbcrlebcnden gegeben hätte. Rachdom so bi» zum Weiß- bluten gekämpft war, fammelte man sich und machte einen Parade- marsch, der, vom militärischen Standpunkt aus betrachtet, tadellos klappte. Bei der Abfahrt des Emirs und des Präsidenten riefen die wenigen Hunderte Hurra. Ebenso übertrieben ist auch die Meldung eines andere» Abendblattes über einen größeren Brand im Gefechtsgeiände» Es handelte sich um einen kleinen Zwischenfall, der bei solchen an sich gewiß entbehrlichen Schaustücken nicht zu oermeiden ist. Der Brand wurde rasch gelöscht und hat weit« kernen Schaden angerichtet. Gerade wir, die wir der Reichswehr nicht ohne Grund im all- gemeinen scharf auf die Finger sehrn, wollen anerkennen, daß die gestrig« Veranstaltung gut aufgezogen war und daß auch oor allem das Verhalten der Absperrungsmannschastar gegenüber dem Publikum in kein« Weis« zu wünschen übrig ließ. Es herrschte, um im„Lokal-Anzoizer"»Stil zum Schluß zu kommen,„prächtige? Amanullah-Wetter". Bankbeamte als Spekulanten. Erinnerunsen an die Inflafionszeii. ?ene wilden Spekulakionen, die während der Zgflatfon. besonders im Tahro 1923, von vielen Pankbeamten betrieben wurden, hatten in einem Falle ein Rachspiel in Moabit. In diese Spekulationen wurden damals große Kreise hinein- gezogen, die bekannten Bankbeamten alles aiwertrauten, was sie besaßen. Wenige harten Glück, die meisten v«lor«n ihre habe. In den Verdacht unlauterer Machenschaften geriet damals auch ein fegt 3« Jahre alter, aus Flederborn im Kreis« Reu-Stettin ge- bürtigar Hermann Roeske, der als Treforverwaltsr bei einer Groß-Bank angestellt war. Es fehlte zwar an ausreichenden' Be- weisen, er wurde jedoch abgebaut, weil der Verdacht zu stark war. Erst nachträglich entdeckte man noch, daß Wertpapiere, die or besonders zu betreuen hatte, fehlten. Als das bekannt gegeben wurde, tauchten die Papier« in seiner Heimatgegend und an ver- schieden«» anderen Stellen bald aus. Noeske wurde im Dezember 1926 festgenommen und gab einen Teil der Verfehlungen zu. Er halle ihm anvertraute Gelder nicht alle verspekutierf, sondern zum Teil für sich««braucht. Dazu hott« er deponierte Wertpapiere bei- feit§ gebracht. Spater widerrief er das Geständnis. Nach elswöchig« Haft wurde er wieder aus freien Fuß gesetzt. Zu seinen Opfern gehörten die verschiedensten Leute, u. a. eine Hebamme, die 13 000 Mark verlor. Obwohl das Beweismaterial erdrückend war, leug» nete der Beschuldigte jetzt in der Hauptverhandlung alles. Cr be- hauptets, daß die Polizei' ihm sein Geständnis abgepreßt habe. Die von ihm veräußerten Wertpapiere habe er von zwei anderen An- gestellten der Bank gutgläubig gekauji, ohne zu wissen, daß sie aus seinen eigenen Depots stammten. Die so Deschuldigten sind in- zwischen g e st o r b e n'. Daraus baut ohne Zweifel der Angeschul- digte. Endlich versuchte er noch, den„wilden Mann" zu spielen. Menschen, Göttern gleich... As Roman von kserbert George Wests. Mr. Barnstaple blickte auf. Er hatte bisher nicht an die Sterne gedacht, und er blickte auf in Erwartung, in diesem neuen Universum die seltsamsten Konstellationen zu sehen. Aber ebenso wie das Leben und die Gestalt des Pla- neten war auch feine Bahn parallel derjenigen der Erde, so daß Barnstaple über sich im Stervengewölbe bekannte Formen erblickte. Und ebenso wie die utopische Welt nicht nollkommen parallel zu ihrem Schwesteruniversum war, so schienen diese Konstellationen in ihrer Zeichnung etwas ab» zuweichcn. Das Sternenbild des Orion war, wie er de- merkte, weiter auseinander gezogen und hatte in dem einen Winkel einen großen, unbekannten Nebel und wahrlich— der Bär war ganz auseinandergedrückt und die Nichtsternc miesen aus eine große Leere in den Himmelsräumen. „Ihr Polarstern verschwunden I Die Nichtsternc, der Bär verschoben! Das ist stimbolisch!" sagte Pater Amerton. Es war nur zu offensichtlich, daß er jetzt aufs Symbo- lische kommen würde. Mr. Barnstaple wußte, daß nun ein neuer Sturm von Beredsamkeit von Pater Amerton drohte. Er fühlte, daß diese Plage um jeden Preis abgewendet wer- den mußte. 2. Auf Erden war Mr. Barnstaple das leidende Opfer un» ausstehucher Menschen aller Art gewesen, da er gegenüber der geistigen Beschränktheit, welche die Taktloftg ketten dieser Leute möglich macht, zartfühlend und rücksichtsvoll in höchstem Maße war. Aber die freie Luft Utopiens war ihm schon zu Kopf gestiegen und hatte in ihm Entschlüsse ausgelöst, die bisher durch seine äußerst achtungsvolle An- erkennung anderer zurückgedrängt worden waren. Cr hatte genug von Vater Amerton: er mußte ihn notwendigerweise abschütteln und er unternahm es nun mit einer so simplen Geradheit, daß sie ihn selbst überrascht». „Pater Amerton," sagte er,„ich habe Ihnen ein Ge- ständnis zu machen." „Ah," schrie Pater Amerton,„bitte, was beliebt?" „Sie sind mit mir spazieren gegangen und haben mir so in die Ohren gebrüllt, daß es mich unwiderstehlich treibt, Sie zu ermorden." „Wenn das, was ich Ihnen gesagt habe, Sie so aus der Fassung bringt—" „Es hat mich nicht aus der Fassung gebracht. Es war ein langwelliges, dummes. ohrenbetäub:ndes Geschwätz Es langweilt mich unbeschreiblich. Es Höst mich vor der Betrachtung der herrlichen Dinge um uns ab. Ich weiß genau, was Sie meinen, wenn Sie sagen, daß es hier keinen Polar- stern gibt und daß dies symbolisch sei: bevor Sie anfangen, deute ich dieses Symbol, und zwar ist es ein sehr durch- sichtiges, schwaches und letzten Endes ung'naues Symbol. Aber Sie gehören zu jenen eigensinnigen Köpfen, die trotz aller Beweise glauben, daß die ewigen Berge ewig bleiben und daß die Fixsterne für immer feststehen. Ich wünschte, Sie begriffen, daß ich mit Ihrem ganzen Unsinn nicht im geringsten sympathisiere. Es scheint, daß Sie alles Falsch«, Häßliche und Unmöglich« der katholischen Lehre in sich ver- körpern. Ich stimme mit diesen Utopen überein. daß in Ihrer Ansicht über dos Geschlechtsleben etwas Falsches ist, aller Wahrscheinlichkeit nach eine schmutzige Verzerrung, die Sie im irdischen Leben daraus gemackt haben, und das, was Sie beständig über das Sexualleben bier lagen und andeuten, ist abscheulich und übertrieben. Ich stehe Ihnen ebenso feindselig wie erbittert und angewidert gegenüber, wenn Sie von der reinen Religion sprechen. Sie machen die Religion ebenso unapoetitlich wie das Geschlechtsleben. Sie find ein uniauberer Priester! Was Sie Christentum nennen, ist ein düsterer und häßlicher Aberglaube, bloß ein Vorwand für Bosheit und Verfolgunqssucht. es ist sine Beleidigung Ehriftü Wenn Sie ein Eyrist sind, so erkläre ich leidenschaft- lich, kein Chnst zu sein. Aber es gibt andere Ansichten über das Christentum wie jene, die Sie dargelegt haben, und dieses Mopien ist In einem anderen Sinne christlich, als Sie e« sich träumen lasten— und geht schon ganz und gar über Ihre Degriffsfähigkeit. Wir sind in diese prächtige Welt gekommen, die sich im Vergleich ,u der u-feren wie ein Kristallbecher zu einer zinnernen Kanne verhall. Und Sie haben die unerträgliche Unverschämtheit, zu sagen, daß wir als Missionare hierher gesandt sind, um die Bewohner, Gott weiß was, zu lehren." „Gott weiß wohl was!" sagte Pater Amerton. der zu- erst ein bißchen bestürzt war, aber sich dann mtt großer Entschlossenheit wieder aufraffte. „Oh." rief Mr. Barnstaple und war einen Augenblick sprachlos. „Hören Sie mir zu, mein Freund." sagt« Pater Amer- ton und faßte nach seinem Aermel. „Nicht für mein Leben." schrie Mr. Barnstaple und wich zurück.„Sehen Sie jene Allee hinunter, dort am Ufer des Sees jene dunklen Gestalten sind Mr. Burleigh, Mr. Mush und Lady Stella. Die haben Sie hierher gebracht, die ge- hören zu Ihrer Gesellschaft und Sie gehören zu ihnen. Wenn sie Ihre Begleiinng nicht gewünscht hätten, wären Sie nicht mit ihnen im Wagen gefahren. Gehen Sie zu ihnen, ich will Sie nicht länger bei mir haben. Ich verabscheue Ihre Gesellschaft und wünsche sie nicht. Dort ist Ihr Weg. hier bei diesem kleinen Gebäude, ist meiner. Folgen Sie mir nicht, oder ich werde mich an Ihnen vergreifen und werde die Utopen herbeirufen, damit sie uns auseinanderbringen... Entschuldigen Sie meine Offenheit, Mr. Amerton. aber gehen Sie fort von mir! Gehen Sie fort von mir!" Mr. Barnstapie wandte sich um, und als er sah. daß Pater Amerton an der Weggabelung zaudernd stehen blieb, machte er sich auf die Beine und rannte davon. Er floh hinter hohen Hecken eine Allee entlang, wandte sich scharf nach rechts und dann nach links, überschritt eine hohe Brücke über einen Wasserfall, der ihm einen Sprüh- regen ins Gesicht schleuderte, stieß auf zwei Liebesvarcken, die leise im Dunkeln flüsterten, rannte querfeldein über blumenbesäten Rasen und warf sich schließlich atemlos auf die Stufen, die zu einer nach dem See und den Bergen zu offenen Terrasse hinaufführten und die. wie es im Dämmer- Ncht erschien, mtt kauernden Steinfiguren von Tieren und Menscben. welche wie Wächter dasaßen, geschmückt war. „Ihr gütigen Sterne," rief Mr. Barnstaple,„endlich bin ich allein" Lange Zest saß er auf diesen Stufen, die Augen auf die Landschaft g richtet, und genoß in vollen Zügen das befriedi- aende Bewußtsein, daß er und Utopien, mindestens für eine kurze Zeit, einander von Angesicht zu Angesicht gegenüberstanden, ohne daß sie etwas Irdisches störte. (Fortsetzung folgt.) Der Mick in die Zutunst. Ein geweissagter Verlust und seine folgen. Verhängnisvoll wurde für eine moderne Pqthia der aus Karten norausgefagte Verlust. Dieser trat auch wirklich ein, aber es tauchte der Verdacht auf, daß die Kartenlegerin ihrer Weissagung etwas nachgeholfen habe. Die Schneiderin Wagenbau merkte, als sie heimkam, daß sie aus ihrer Geldtasche den Zwanzig- markschein verloren hatte. Nun erinnerte sie sich einiger verdäch. tigen Umstände, die sich ereignet hatten, als sie sich bückte, um «inen heruntergefallenen Sechser zu suchen, während die Geldtasche in der Zwischenzeit auf dem Tisch gelegen hotte. Die Folge war für die Kartenlegerin, die geschiedene Frau Franziska S ch l y, eine Anklage nicht nur wegen Diebstahls, sondern auch wegen fortyc- sehten Betruges, weil sie sich für ihre Wohrsogekunst Geld hatte zahlen lasien. Seit Iahren übte Frau Schch das Gewerbe des Wahr- fagens und Zukunftdeutens aus Handlinien sowie Briefen aus. Da» Amtsgericht hatte sie auch schuldig befunden und zu zwei Wochen drei Tagen Gefängnis verurteilt. Hiergegen hatte die Verurteilte Berufung eingelegt. Frau Echly behauptete nun, daß sie eine ehrliche Frau fei. Sie habe ihre Kunden nie be- trogen, fondern besitze die„G o b e', in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu blicken. Häufig hätten sie vornehme Leute in ihre Wohnung geladen. Da fei die ganze Stube voll Menschen gewesen, man habe ihr Briefe und Photographien vorgelegt, und sie habe danach Charakter und Zukunft Abwesender gedeutet. Innner feie alles eingetroffen. „Herr Staatsanwalt," sagte sie zum Gericht,„wenn ich nicht die Gabe gehabt hätte, würden nicht die Lente immer wieder gekommen sein. Di« Mutter eines Postdirektors log im Krankenhaus, die Aerzte konnten nicht helfen. Da wurde ich geholt, wG ich habe die krank. heil•abgebunden'". Bor f.:„Meinen Sie, daß St« die Frau gesund gemocht haben?" Arrgikl-z„Dann wäre sie doch nicht nachher zu mir in die Wohnung gekonuneir und hätte mir 10 Mark gebracht. Schon meinen Valer habe ich als zehnjähriges Mädchen vor einem schweren Unglück bewahrt. Da? war vor 3N Jahren. Da wollte er mit mir in den Grunewald fahren. Ich warnte ihn ober, weil mir Unheil ahnte. Zwei Stunden ipoter passiert« dos große Steg- litzer Eisenbahnunglück." Vors.:„Woher haben Sie die Fähigkeit zun, Deuten von HonMinien?' Angckl:„Herr Staatsanwalt, das habe ich im„Astrologischen" Verein gelernt" E« marschierte dann eine Reihe»nn Zeuginnen aus, die alle von den wunderbaren Prophezeiungen der Angeklagten etwas zu sagen hatten. So meinte eine von ihnen, die Frau weiß alles. „es ist geradezu unheimlich". Eine andere sagte aller. ding?,„noch ist nicht alle««ingetroffen. Ich warie noch daraus, aber es kommt bestimmt". Keine d«r Zeuginnen fühlte sich betrogen, auch nicht die angeblich Bestohlen«, eine sehr nervöse Schneiderin, deren Angaben über den Diebstahl der Verteidiger als Phantasie und nachträgliche Kombwation hinstellte. Die Siros- tammer schloß sich dieser Ausfasfung an und sprach unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils Frau Schly auf Kosten der Staatskasse frei. Als die Belastungszeugin hörte, daß sie unterlegen fei, packte sie eine groß« Wut. Schreiend und mit geballter Faust stürzte sie vor und schrie dem Gericht zu:./So. jetzt nehme ich mir auch einen Verteidiger, da werde ich doch sehen, ob die Wahrheit nicht, zurecht kommt." stteichsbannerleute sagten unter ihrem Eide aus. daß sie gehört hätten:„Wir haben hier genug Mostrich." Die anderen wollten etwas von Mostrichsungen» verstanden haben. Das Gericht sprach den Angeklagten frei. Amts gerichtsrat Aurthardt weinte in der Begründimg: Die Chaussee sei mit den Neichssarben geschmückt gewesen, das Reichsbanner hatte aber seine Teilnahm« am Feste abgelehnt. Der Aus- spruch des Angeklagte» sei nur ein„Frozzeln" der ReicktSbanner- leule gewesen und Hab« nichl den Rel-bssorben geoallen. Wenn auch die Reichsflagge zufällig mit den Farben des Reichsbanners identisch sei, so i«i daraus noch nickst zu schließen, daß in diesem Fall« die Reichsfarben gemeint gewesen seien. Gin Verstoß gegen dos Republikschiitzgesetz liege deshalb nicht vor.— Eins ebenso unlogisch« wie eigenartige Begründung, um so mehr als Amtsgerichtsrat Burkhardt selbst zugeben mutzte, daß der Verdacht außerordentlich nahe liege, der Angeklootc habe mit dem Ausdruck Mostrich die Reichs färben gemewt. Hoffen wir, daß der Staatsanwalt. Berufung einlegt. Die Stahlhelmer triumphierten! Nun dürfen sie die Reichsbanner. beute und deren schwarzrotgoldenes Banner ruhig mit dem Aus. druck Mostrich belegen. Ausstellung der Buchdrucker. Es fst dem Bildungsverband der deutschen Buchdrucker gelungen, die Ausstellung der Gesellschaft für kulturelle Verbindung der USSR. mit dem Ausland, die auch auf der Internationalen Buchkunstausstellung in Leipzig war und mm hier aus nach Köln zur Preffa gehen wird, auf kurz« Zeit in ihre Räum« in der Dreibundstroße zu bekommen. Di« Ausstellung ist sehr instruktiv und gibt ein umfosiendes Bild über den Stand des russischen Buches. Es ist vielleicht ein Glück, daß man nicht russisch lesen kann: so ober kann man den künstlerischen Eindruck rein auf sich einwirken lassen. Das sogenannte Luxusbuch scheint ganz ver» ichwunden zu sein und die Mossenbückfer können daher mst besonderer Sorgfalt hergestellt werden. Die russischen Typen geben ein leben. dizerez Bild als die. an die wir gewöhnt sind. Sie sind dadurch auch zum Bildersatz besonder» geeignet. Bei den Illustrationen wird viel mit Holzschnitten, d. h. demjenigen Gebiet der graphischen Kunst, da» organisch am meisten mit der Seit« der Schrift des Buches zusammenhängt und feine künstlerische Eigenschaft am wen igst« n durch dl« Vervielfältigung ververt, gearbeitet. Sehr belieb» ist auch die sogenannt«„Photomontage". Besondere Sorgfalt hat man dem Kinderbuch gewidmet. Die Illustrationen beweisen viel Verständnis für dl« Psyche da» Kindes, mehr als man bei vielen anderen Völkern findet, ganz frei von Beeinflussungsabsichten sind aber auch diese Kunstwerk« kaum. Di« Wert« sind, abgesehen van den Tendenz, von einer solchen künstlerischen Bedeutung, daß man dem Luchdruckerverband nur dankbar sein muß, sie nach Berlm g«> bracht zu haben._ 25 Jahre Stadtverordneter. Bor fünfundzwanzig Iahren. am 27. Februar 1903, zog Genosse Frttz Woick-Köpenick al» erster Stadtverordne- ter unsvrer Partei in dos Stobtparlament der alten Stadt Köpenick«in. Damft war auch in Köpenick die ursprünglich im kommunalen Dreiklasten wohlrecht verankerte Vorherrschast des Bürgertums gebrochen. Woick» Einzug in dir Stadtnero rdneien- Versammlung bedeutete den Anfang vorn Ende dieser Herrschaft. stnunterbrochen hat er mit noch einigen anderen Genoffen, dl« Ihm hakd folgten, in den kommunalen Kämpfen, in denen es oft hart auf hart ging, auf seinem Posten gestanden. Ms nach der Reuolu, tion auch eine sozialistisch« Mehrheit ans Ruder kam, zog er als Stadtverordnetenoorfteher ins Rote Haus ein und wurde, als Köpenick in Groß- Berkin aufging, Vorsteher der Bozirksversarnm- lung. Diese» Amt versteht er bis zum hzutigen Tage in vorbild- sicher Weise. Gleichzeitig ist«r feit diesem Tage auch als Stadt- ncrortneter im Berliner Stadtverordnetenkallcgium tätig. Er pe. Hort nielen und wichtigen Kommissionen an. Im ganzen Bezirk bekannt und beliebt, blickt Genoff« Woick, der Im Jahre 1929 dos 00. Lebensjahr vollenden wird, auf ein« arbeits- und umfangreiche Tätigkeit im Dienste der Kommune und damit im Dienste der All- gemeinheit zurück. Unser« besten Wünsche gelten ihm. Lemdjttgettdheim„Heidehaus" wird angeboten. Dem Bezirksamt Tiergarten ist von dem B« r» i n Jj e i d e h a u s" des Arndt-Gymnasiums Berlin-Dahlem dos bei Strausberg gelegene Lands ugendhe im„Heidehau?" zum Kauf an- geboten worden. Der Kaufpreis für das Haus, dos 30 bis 4 0 Jugendliche beherbergen kann, betrögt einschließlich Inventar und dem dazugehörigen Gelände 13000 M. Dos Gelände soll sämtlichen Schul- und Iugendgruppen des Bezirks nutzbar gemackt werden, und zwar soll es jeweuz esnsr Schulklaffe unter Fuhrimg des Lehrers sechstägig und Jugenbgruppen sineinhalbtägig zur Ver- fügung. gestellt werden. Da das Gelände sehr groß ist. können später- bin mit wenipen Mitteln weitere Waldhäuschen aufgebaut werden. Auch ist beabsichtigt, erholungsbedürftige Schulkinder dort einzu- quartieren. Das Bezirksamt hat das Angebot akzeptiert und ersucht setzt die Bezirtsverordneten um Zustimmung mit der Maßgabe, daß aus den Vorbechaltsmitteln auch die notwendigen baulichen Derände- rungen bezahlt werden sollen. Zu dem Gruirdstück gehören auch etwa 3,07-Hektar Wald mit Kiefern- und Birtenbestaird. Neue Weltliche Schule Prenzlauer Berg. Die Freunde der welllichen Schulbewegung im Dazirk Prenzlauer Berg haben Gelegenheit, für ein« Osten» neu erstehende weltlich« S6>ul«, die zweite im Bezirk, in diesen Togen reg« Werbearbeit zu leisten. Bei Gründung der ersten Schule hoben sich, wie noch in oller Erinnerung sein wird. die Gegner der wclllichen Schule mit allen Mitteln gehässiger Pro- pagando gegen den Vorstoß der weltlichen Dchulbemegimg in uns«- rem Bezirk gewandt. Die Erfahrung hat gezeigt, baß der Bezirk mehrere Schuten Nötig hat. Di« Doppelschule in der Danzizer Straße ist so überfüllt, daß Neuamneldungen kaum noch in Frage kommen. Starke Bcdürk nisse nach weltlicher Schulgelegenhett liegen besonders im Bereich der jetzigen Schule in der Sonnenburger Straße vor. Diese Schul« muß also erobert werden. Die Ge- «offen dieser Gegend und olle Freunde der weltlichen Schule werden zum Kampf aufgerufen. Sie haben die Pflicht, im Interesse der Schulbewegung und des Soziastsmus alle Kräfte ftir die Werbung oinzufetzen. Märkischer Volkstanz im Zoo. Ein eigenarttg veränderte? Bild dieser sonst so modernen Tanzstätte. Sinti gepeitschter Iazzrhythmen schlichte, altvaterische Tonzwoisen, statt mondäner Frauentypen mit der dazu gehörigen raffinierten Eleganz krait- und iaftstrotzende Mädels mit üppigem langem Haar, breithüftig, kurzum weiblich von A bis Z. Alle» Natur, die wachsen läßt, was da wachsen will, ohne Einhalt in Gestalt phyfiswer Askese, psychischer Ueberhand oder gar kosmetischer Kunstgrisfc. lind ebenso, statt der nervösen, inttust-durchströmten Tanzkawastere. frische, sorglose Jungen? im Bauernwmns und kurzen Hosen. Die einheitlich»ewähtte männlich« Kleidung, die sich an den Tonzcharaltsr anlehnt, sticht übrigens angenehm von der weiblichen Kleidung, frei nach dem System„wo? man eben hat", ob. Frische Luft weht einem cm diesem Tanzabend anaenohm um die Nase. So ganz dos krasse Gegenteil all der vielen übrigen Altersgenossen, denen es nie„modern" genug sein kon-n. Wenn in das Ganze noch ein wenig mehr Rhythmus kommt— weniger begabte Jünger Terpsichores bedürfen einiger Nachhilfestunden-% dann scheint der Sinn dieser Tmrzbeweoung, das Streben nach natürliä-er, froher Ausdrucksforin des Körpers, erfüllt. All die froben Reigentänze, Ouadrillen. Polkas, besonders die markischen Volkstänze, wie der Viertanz, der fröhliche Schwungkehr und wie sie alle heißen mögen, schufen bei Tänzern und Zuschauern frohe Stimmung. Ms Veranstalter des wohlgelungenen Abends zeichnete das Bezficksfugendamt Ehorlottenbnrg. Severins spricht bei der Kriedrich-Ebert-Keier. Bei der Friedrich-Ebert-Gedächtniiseier, die da» Reichsbanner Schwarz-Roi-Gold aM Dienstag, dem 2«- Februar, abends 5 Uhr. auf d«n Gend�rMenmarkt veranstaltet, wird Staatsmimster o. D. S everin g die Gedächtiiisrede: hasten. 'Die Feier, zu der außer dem Reichsbanner noch die republi- konischen Parteien aufrufen, wird von entsprechenden Musikvor, tragen eingeleitet und geschlossen werden. Die sladoerardneten werden in dieser Woche keinr Sitzung haben, damit der Hous Haltausschuß Zeit behält, die Lc- ratung des Haushaltentwurjes zu fördern. Der Ausschuß wird am Montag, Dienstag. Donnerstag und Freitag täglich eine Vor- uiittagssitzung und eine Nachrnittagssitzung haben. Seltene Lachsfänge. Bon der Ostsee werden Masseysänge in kleinen Lachsen gemeldet, und kommen diese Edelssiche zum preiswerten Verkauf. Vom Montag, dem 27. Februar ab un> folgende Tage werden verkaust: Ostseelachse, pro Pfund 1 Mr.: lebendfrischer Ostscedorsch, geköpft, pro Pfund 39 Pf., im Anschnitt ent preckend teurer; leb-mfnsche Schollen und Flundern, pro Pfund 25—85 Pf. Die Derkaus-stellen sind durch Plakate kenntlich ge- macht MIT RECHT forderf jeder nac/? rniilyevoller Jdrbeii Snispanruingt.£r wird BEGEISTERT und. anderegl durch Freundscfa ßebe �urJFtinsf, und nlchj' julzty durdi seine neuesfe G�o reffe Die Heimat der Müllerschule. Älidercholb Stunden von Dresden entfernt liegt, dicht an «-er böhmischen Grenze, das östliche Erzgebirge. Man denkt bei dem Wort Erzgebirge unwillkürlich an Bergwerke mit klappen,- hcn Erzhäninern und rauchenden Schmelzöfen, an glitzernden Ehristbaumschrmick. buntbemalte Holzschnitzereien und all das, was uns als Kinder einst helle Freude bereitet hat. Auch heute noch kominen all die Spielsachen zum größten Teil von dort her. Nur die Bergwerk« sind fast verschwunden, denn der Ainnbergbau lohnt nicht mehr. Die alten Bergmannstädtchen aber, in ihrer bolden Unberuhrtheit, di: Berge und die duftenden Fichtenwälder sind erhalten geblieben. All das zusammen formt ein zwar etw,s herbes, aber in seiner Eigenart wirklich schönes Landschaftsbild. Ob man nun als Tourist, als Naturfreund oder als Sucher historisch- interessanter Dinge ins östliche Erzgebirge kommt, es findet jeder genug, um ihm ein dankbarer Freund zu werden. Wer von Drcs- den mit dem Sechsradomnibus oder mit der ein wenig oltertüm- lich anmutenden Kleinbahn kommt, macht in Dippoldis-- walde erst mal halt. Gleich am Marktplatz seffelt der Blick'n eine uralte Gasse. Dann besieht man sich das hübsche Renaissance- Rathaus, die Stadtkirche und die Nikolaikirche, die beide in ihren ersten Anfängen aus dem 12. Jahrhundert stammen, und landet schließlich bei dem Kuriosum von Dippoldiswalde, der Müllerschul«. Di« gibt es nämlich nur ein einziges Mal auf der Welt, und das ist:ben hier! täll bis ZtilZ Schüler aus allen Ländern der Erde lernen in dem Dippokdiswalder Müllertechnikum mit Fleiß das Mehl mahlen, ondere wieder lernen Mühlen bauen. Eine Versuchs- und eine Lehrmühls sind auch da. An Lohmühlen, Holzschleifereien, Mühlen vorbei kommt man nach Kipsdorf. Hier beginnt zur Winters, zeit, selbst bei wärnierer Witterung, schon das Schneegebiet. Der Autobus trägt den Wand:r«r jetzt weiter hinaus noch Bärenburg. Mitten im Wald liegt dieses idyllische Nest. Aehnlich reizvoll und für den Wintersport infolge der schönen Hänge besonders günstig, liegen auch Bärenfels und Schellerhau. Alle drei find, wie Kipsdorf — das der Sage nach von Äupferdorf herkommt— Bergorte aus dem 15. Jahrhundert. Die Ritter von Bärenftem haben sie da- mals als Ersatz für die ihnen vom Landesfürstni abgenommenen reichen Berastädte Abenberg und Geising gegründet, die wir in zirka 800 Metern Höhe dicht am Kamm des Erzgebirges antresfen. A l t e n b e r g hat sich zwischen G■" i s i n g b e r g und Kahle- b c r g vor dem Wind in eine tieie Mulde verkrochm. Dhir der spitze Kirchturm ragt vorwitzig darüber hinaus. Hier bietet sich dem empört- und Naturfreund ebenfalls ein weitausgedehntes Gebiet. Fußwanderungen in die«ndlosen Wälder des östlichen Erzgebirges, wunderschöne Skitouren, unterstützt von zwei großen Skisprung- schanzen, von.denen die eine am Kahle-, die andere am Geising- berg liegt. Hier sind auch noch Zinnbergwerke in Betrieb, die heute mit genau denselben Mitteln arbeiten, wie vor 500 Iahren, als man hier die Zinnadern entdeckte. Tief in die Erde hinein werden die Stollen getrieben, wasserbewegte Hammerwerke zer- kleinern das gewaltige Gestein, aus dein dann Zinn» Woll'ramit und Glimmer herausgewascheu werden. Früher wurden die unter- irdische» Gänge nicht einmal abgesteift, bis dann 1620 ein gewaltiger Einsturz crsolgte. Bis nach Dresden verspürte man damals Lelmvnte Zu Avritr Einsegnangs«d»muck in großer Auswahl. die Erschütterung, u.ch noch heut« sieht man dicht bei der Stadt die Altenberger„Pinge", ein 30 000 Quadratmeter großes und 80 Meter tiefes Loch, delfen Gesteinmassen einst fünf Bergleute unter sich begruben. Etwas tiefer, am Fuß des Geisingberges, liegt Geising. Gleich dicht an, Bahnhos ist der Zielpunkt der prächtigen Bob- bahn, einer der schönsten, die wir in Deutschland haben. Nach längerer Fahrt über den Erzgebirgekamm erreicht man das male- risch gelegene Städtchen Frauenstein mit einer der größten und schönsten Burgnüncn Sachsens. Herrliche Aussicht bis nach Böh- men uiii» zur Sächsischen Schweiz lohnt die Mühe des Erklettsrns des alten mächtigen Wachtwrmes, die.Lärmstange". Ukksntlick« Kundgebung Am Dienskag. dem ZS. Februar. 20 Uhr. im Lokal Wöllstein. Adlershof. Bismarckstr 73 75 Ref.: Reichslagsobgeordueker Dr. Rudolf Breitscheld Achtung!®orl'er um 19 Uhr Treffpunkt am Bahnhof Adlershof. —--—„Süßer Grund" zum gemeinsamen Umzug mit Musik. »Mnner und Frauen, erscheint In Massen I 105. Abt. �Mershof SPD. 105. Abt. Adlershof SPD. K.©.«Niederlage Sdunelings. In Frankfurt a. M. Frankfurt a. HL. 25. Februar. Bei den Berufsboxkämpsen, die heute hier veranstaltet wurden, erlitt der deutsche Europameister der Halbschwergewichtsklasie Max Schmeling die erste k. o.-7liederloge. Im Revanchetreffen gegen den früheren englischen Meister Gipsy Daniels, den er in Berlin noch Punkten geschlagen hatte, wurde er kurz vor Ablauf der e r st e n R u n d e so schwer getroffen, daß er sich nicht mehr bis neun zu erheben vermochte. W Sozialistische Arbeiterjugend Groß'Verlin Ginfendungen für diese:ftuvrik nur an dorf Zugendsekreiariat» S erlin 62B 68, �indenfiraße 3 Heule, Sonnlag, 26. Februar: Acnctalsctfamatlnng 9 II fit im Sitzungssaal Porckstr. II. Zutritt nur mit Dclkaierten-iiSkt Gastkarte und Mitgliedsbuiti. Abt. Nölluischer Part, Roscnthaler Borstadt, Zenlauw 18 Uhr Seimabend Landsberger Str. 50.— Sesundbrnaaen: Srimabend Ledigenheim vrthstraß». — Schönhauser Vorstadt! Heimabend Schdnflietzcr Straße. Wrrbcdeziri Prenzlauer Berg: Di« Delegierten, Zugendbc träte und Gästr ziir Generawersammlung treffen sich 8U Uhr»or dem ZdA..Berbasd»haus, Belle-Alliance-Straße. Wcrbebrzirl Rcutöln: Heimabend in Britz. Der Errcchchar übt im Heim Wanzlilstr. 7. Werbebrzirk Schäneberg: Ab 19 Uhr Heimabend. 20 Uhr Lichibilderoortrag, „Unser Zugendtag in Dortmund 1928." Morgen. Moulag. 27. Februar. IS)? Uhr: Singlrci»! 191? Uhr Jugendheim Lindenstr. 4. Werbe bczirl Müggelsee: Jugendheim Sioonstr. 18. Äassiererkursus. Ast« Grunncn mitsicn vertreten sein. 2-böahauscr Vorstadt! Isunktionärsitzung Im Jugendheim.— sfeankfurter Viertel! Litauer Str. 18. Vortrag:„Im stampf gegen die Berbisdung."— stöpenicker Viertel: Wrangelstr. 198. Politischer Informationsadend.— Schöne- derg III: Hauptstr. IS. Lichtbildervortrag. Bezirksbildung�au» schuh Groh-Sersia. ZZeatervorstelümg am. dem 11. März, 14'/. Uhr, im Staatlichen Schillertheater Ehartottenbuxg „Maß s ü r Matz." Luftspiel von Shakespeare. Karten zu« Preise von 1,20 M. eiuschlietzlich Kleiderablage und Theaterzettel sind in den bekannt«! Verkaussftellen zu haben. vi« nächst« Vussühruog de» Sprechchorwerke,»Der gelpattene Mensch' von Bruno Schönlani durch den Sprech- und BeweoungZchar der BotkZ- bühne, unter Mitwirkung der Tanzgruppe Trümpy-Skoronet nndet anläßlich der Jahrjünitieier der.Freien Eewerkjchastsiugcnd" am Sonntag, devr 25. März, vormittags 1l Uhr. im Merredes Palast, Neukölln Hermann- straße 214. ilatt. Unkoftenbellrag 50 Pf. EintiiltSkarten find bei allen lreigewerkschaftlichen Iugendsunktionären. in den Zahlstellen und Orts» Verwaltungen der Verbände, in den durch Aushang tenntlich gemachten Zahlstellen der Volksbühne, in den Iugendgruppen und in der frcigewerk- schasUichenIugendzentraIe,Eilgeluser24/2S, eine Treppe, Zimmer 7 A, zuhaben. Sie Bibliothek der tlrbeitrrbllbungsschnle ist ab Dienstag, 28. Februar. wieder regelmäßig jeden Dienstag und Freitag von'/.S—'/,8 Uhr adendS geöffnet._ Wetterberich» der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend: iNachdr. verb.). Morgens etwa? neblig, sonst trocken und meist heiter, TageStemperaturcn mehrere Grad über Null.— Für Seutschland: Fortdauer des bestehenden Wetters. Gigli und de Luc- I« Berliner Rundtunk. Zm Nahmen de» heut« 18,40 llhn stattfindenden Vortrage»„Neues von Eleetrola" wird unter anderem ein von Gigli und de Luca gesungenes Duett aus Verdis Oper„Die Macht des Sc. schickes" durch eine Eleetrola- Musilplatte Übertragen. Jeden Nancher interessiert die neue t-Pf.-Zigarette.Solist', welch« von den bekannten, seit mehr als einem halben Jahrhundert bestehenden Zigaretten. fahrik Garbaty tiirziich herausgebrocht worden ist. Die besonders ausgeglichene milde Macedoncn.Mischung dieser Zigarette wird großen Beifall finden. .Lickst, Lust und Sanne ist dos Gebot der Stunde" und der Grundgedanla — o-----—---------- im Haufe F. V. Grllnfeld, Berlin W 8. 27. Februar, beginnt. Schöpferische ______,_„rinne den Gegenwartsforderungen und dem neuen Baustil vollendet gerecht wird, und wie es in so kurzer Zeit möglich aewesen ist, eine neue Eardinenmodc zu schaffen. So ist die Frage vom Stoff ivi Baum vorbildlich gelöst worden, und di« Firma F. B. Sritnseld hat sich als eine der ersten— die zukunftsreiche Entwicklung voraussehend— rechtzeitig darauf eingestellt. So ist der Besuch der Gardinenausstellung der Firma F. B. Grünfeld nickt zuletzt ein Gebot der Stunde, um so mehr, als auch Sie unbedingt wissen sollten, was die Gegenwart vom Ewff im Raum verlangt. was neuzeitlich und auch für Sie unerläßlich ist. Mit easckee Geschwindigkeit hat sich die neue„Enver Ben Türkisch" die Herzen der Baucher erobert. Man ist einfach erstaunt, wie e» möglich ist. für vier Pfennige so etwas Vorzügliches herstellen zu können. Die stcnneu haben sckon sängst die Envcr-Bev-Erzcugnisse lieben und schätzen gelernt. Wen»«intersooet»nd ltarneral vorüber sind und Frühlingsahnen die Menschenbrust erfüllt, beginnen bei den Domen neue Sorgen. Die ewig aktuelle Frage, was werde ich anziehen, was bringt die Mode, ist wieder Tagesgespräch. und eifrig werden die letzten Modeiournale studiert, Echaukenstcr und Aus- siellungcn besichtigt. Die Firma Wertheim zeigt in ihrer in dieser Woche stattfindenden Huiausstellung alle Neuheiten, die Pariser und eigene Ateliers ge- bracht haben, und gibt den Damen ein umfassendes Bild über die neue Hutmode. Durch de» Verkauf der Häuser an di« Nutolpb-Saeftadt-Aktiengelellckaft und geplanten Abbruch der Gebäude ist da» weltbekannte, seit 1888 bestehende. Kaufhaus Singer u. To., Thausscestr. 61;'«!, gezwungen, da- Kaufhaus voll- ständ-g aufzulösen. Die Warenmengen, bestehend aus fast nur alterprobtru Qualitätsware, lammen nunmehr zu ganz enorm billigen Preisen in dem an» Mittwoch, 39. Februar, 9 Uhr, beginnenden Totalunsv erkauf zum schleunigen »erlauf. Zu beachten ist die Verkaufszeit: Vormittags von 9 bis 1ZZH Uhr und nackmiltags von 12 bis 19 Uhr..... Ketckäfteerweiierung. Das altrenommiert«, feit SO Jahren bestehend« Ben» liuer Möbelhaus Moritz Hirschowitz, Skalitzer Str. 2K, hat nunmehr auch ei» Zweiggeschäft in der Ändreasslr. 50 eröffnet. Es ist für seden Interessenten lohnend, die dort neu erweiterten Räume zu besichtigen und ebenso die dar» ausgestellten Möbel. Trockener, stechender Husten rauher, schmerzender Hals, die Folgen kaürrrhalrfcher Erkältungen. werden alsbald mil Reichels Hustentropfen, die auch bei Kindern sehr gut wirken, beseitigt. In Apotheken und Drogerien erhältlich, aber'echt nur mft„Marke Medico" und der Firma Otto Reichel, Berlin SO, Eifenbahnftr. 4. Jlr. 97* 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag, 26. Februar-1926 Rund um Afghanistan. Don Franz Josef Furtwängler. In ihrer Freude darüber, daß Verlin„endlich wieder" einen König in seinen Mauern begrüßen dürfe, haben die Leitungen der„unentwegten" Monarchisten, die diese Jubel- tone dem Fürsten von Afghanistan entgegenbrachten, es durchweg unterlassen, die nicht eben gleichgültige Frage zu behandeln, welcher Art denn das Volk und das Land ist. das dieser Fürst aus Asien repräsentiert. Und die Blätter der anderen, der Republikaner und derer, die nicht für jede Krone eine Dlankoekstase auf Vorrat haben, beschränkten sich im allgemeinen darauf, die Komik einer solchen Art von Be- geistcrung abzulehnen, und so mußte selbst dieses gelegentliche Ereignis eines asiatischen Fürstenbesuches in Berlin zu einer innenpolitischen Parteisache werden, weil rührige Leute. denen dieser Stil„liegt", damit ein wenig monarchistische Propaganda machen zu können glaubten. Gelegentlich las man wohl so etwas von der Bedeutung des afghanischen Handels. Der ist nicht groß— ein Bruchteil nur von dem der Stadt Danziss allein— und voll- zieht sich außerdem fast ausschließlich mit Indien, Rußland und Persien. Die Bedeutung des seltsamen Berglandes be- steht nicht in seiner Wirtschast(noch auch in absehbarer Zu-' kunft in deren Entwicklunasmöglichkeiten), sondern in seiner geographischen Lage und Beschaffenheit. Ein in asiatische Ausmaße gerecktes Albanien oder Korsika seiner Volksart und Berglandfchast nach ist es in seiner Rolle als Streitobjekt zweier Großmächte ein well- polnisches Elsaß-Lothringen der Vergangenheit und— der Zukunft! Mehr als hundert Jahre sind vergangen, seitdem die Engländer, nachdem sie ihre Herrschaft in Indien selbst gefestigt hatten, die ersten Feindseligkeiten gegen den nord- westlichen Grenznachbar ihrer Rutzunaskolome eröffneten. Ein halbes Dutzend Kriege haben sie seither in fast mäßigen Zeitabständen und mit wechselndem Erfolge either in fast reget ndem Erfolge gegen rt, und noch immer hat dieses sich ehrt, es irma, Tibet, Bclutschistan erwehrt, die alle -t Jahre ervoert und zu Indien ge- da» ähnliche Bergland Nepal wird Unabhänglgkeit— durch England Afghanistan ge Schicksals von im Verlauf dieser hundert Jahre erv! schlagen wurden. Selbst da» heute— bei nomineller regiert. Afghanistan aber hat sich nur unter einer Reihe von Fürsten, die sich dafür von der englischen Regierung„Sub- sidien" bezahlen ließen, eine englische Ueberwachung seines Staates und seiner Armee gefallen lassen, ohne daß es jemals von den Engländern entscheidend besiegt worden wäre. Vielmehr hat es diesen in den sechs afghanischen Kriegen mehrere Niederlagen beigebracht, von denen die letzte— unter dem jetzigen König tm Jahre 1S19— zur endgülligen Aner- tennung seiner völligen Souveränllät durch England führte. Das Land ohne Lichtreklamen, Filmhäufer und Zahn- bürsten hat— ähnlich wie das Volk der Albaner— die neuesten Flintenmodelle: nicht nur in seiner Armee, sondern auch bei den zahlreichen Stämmen, die, namentlich im Süden und Südosten, von der Königsherrschast fast völlig unabhängig sind und der letzteren manche Schmie- rigkeiten schaffen. Den Widerstand dieser Stämme gegen seine Schul- und Verwaltungsreformen im welllichen Sinne, durch die sie ihre mohammedanische Religion verletzt glaubten, hat der jetzige König noch im Jahre 1924 zu fühlen bekommen, und nur unter großen Anstrengungen, mit Flugzeugen und starkem Militäraufgebot, konnte er chren Widerstand niederwerfen. Aber gerade die zentrifugal wirkenden Kräfte dieser Dauerrebellen sind gleichzeitig der zuverlässigste Schutz des Landes gegen jeden Angriff von außen. Denn weniger noch als die Modernisierung des Landes durch Maßnahmen des eigenen Fürsten würden sie sich irgendeine Fremd- Herrschaft gefallen lassen. Angehörige gleichartiger Stämme: die Wasirs. Swatis, Mohmands usw. leben auch auf britischindischem Gebiete in der Nordwestprovinz. Aber trotzdem sie seit über 30 Iahren zu Britisch-Jndien gehören, haben sie bis heute ihre e i g e- nen Häuptlinge(Nabobs) und Fürsten(Maliks), die in der unwegsamen felsigen Landschaft die Herrschaft aus- üben und jede englische Verwaltung unmöglich machen. „Ihr kriegerischer Geist und ihre inbrünstige an üben ver- Barbarismus ständige Ge Freshe fahr für Indien... so haben wir, sogar innerhalb der indischen Grenzen, eine stets marschbereite Inoasionstruppe. Sie bringen eine halbe Million Menschen zusammen, und viele von ihnen sind mit modernsten Gewehren ausgerüstet", sagt ein englischer Regierungsbericht über die Grenzpolttik des Jahres 1925 von diesen Bergvölkern und meldet in höchst interessanter Weise, wie von englischer Seite„keine Ausgabe gescheut wird, um die versöhnlichen Elemente zu gewinnen" —„Prämien werden gezahlt für ruhiges Verhalten, und die Kühnsten werden durch Belohnungen ermutigt, innerhalb ihres Machtbereichs Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten". Solche Völkerstämme zu beiden Sellen der indisch- afghanischen Grenzen waren es, mll deren HUfe der jetzige Abghancnkönig im Jahre 1919, als die ganze mohammeda- nische Well im Aufruhr war, einen erfolgreichen Kriejj gegen England führte und sein Land von der Subsidienwirtschast befreite, durch die England unter seinen Vorgängern 35 Jahre lang sich die Kontrolle über den afgha- Nischen Staat erkaufte. Rassenmäßig ist die afghanische Bevölkerung nicht ein- heitlich. Neben iranischen sind mongolische und persische Stämme im Lande. Letztere, die Tadschiks, leben an der russischen Grenze und haben jenseits derselben stammver- wandte Völker in den Sowjetrepubliken Usbek und Tur- kestan. Wahrscheinlich würden auch diese sich gegen jeden Versuch einer gewaltsamen Einverleibung mit ihrer ganzen Afghanenzähiakell zu wehren wissen. Einheitlich aber ist, bei aller Verschiedenheit der Völker- schaften, die Sprache der etwa 8 bis 9 Millionen Ein- wohner des Landes, das Afghanische, ein Glied der indogermanischen Sprachenfamilie, die jedoch, ebenso wie das Hindustanisch der mohammedanischen Inder, mit arabische» Schriftzeichen geschrieben wird. Zwischen den 70 Millionen Mohammedanern Indiens und dem Volte der Afghanen be- stehen sehr starke Sympathien, welche die Engländer nicht fetten ausnützen zur Verstärkung der Befürchtungen der Hindubevölkcrung vor einer möglichen islamischen Vor- Herrschaft in ihrem Lande. Sicher aber hat es dem Afghanenkönig die ganze indische Bevölkerung hoch ange- rechnet, wenn die Meldung richtig ist, daß er während seines Besuches in Indien seine dortigen mohammedanischen Glaubensbrüder mit diplomatisch-vorsichtiger Anspielung auf die bedauerlichen religiösen Streitigkeiten ermahnte, in erster Linie Inder zu sein. In diese? Mahnung, wenn sie aus- gesprochen wurde von einem angesehenen Oberhaupt eines ganz mohammedanischen Staates, liegt ei» Verdienst, und sie ist auch für uns so erfreulich wie die Erklärung, die vor Jahresfrist der afghanische Gesandte in Indien einem eng- tischen Pressemann gegenüber abgab in Beantwortung einer Frage über die politischen Richtlinien des neuen Afghanistan: „Unsere Politik ist, mit all unseren Nachbarn in Frieden zu leben, während wir uns wirtschaftlich und technisch an Deutschland orientieren." Blut und Giftstoffe! Start sein bedeutet eine Gefahr für die Gesundheit. Bekannte ärztliche Autoritäten haben fesigesielli, daß bestimmte Mineralsalze durch ihre Wirkung auf die Organe das Blut wasserärmer machen. Sine ärztliche Autorität schreibt- »Das Bittersalz, wie vbechoupt die Mitteffalze, entziehen dem Körper Wasser. Es kommt mit den dkinnen Stühlen mehr Wasser aus dem Körper heraus, als das getrunkene Salzwasser beträgt. DaS Blut wird also wasserärmer.�" Die zuverlässigste Methode Ist die Anwendung de« Kruschen- Salzes, welches die besonderen Mineralsalze in chemisch reiner Form unter Berücksichtigung geeigneter kleiner Gaben in genauer Analyse enthält. Die Schwachdvsierung wie beim Kruschen-Salz ist von großen ärztlichen Autort- täten anerkannt worden. Je mehr Wasserverlust im Stuhl, um so mehr Harnsäure, Gifte und Schlacken werden aus dem Körper herausgezogen und dadurch findet nattulich ein besserer Stoffwechsel statt. Eine Krusihen- kur reicht für Ivo Tage, somit tägliche Gesundheitspflege für Z Pf. mMewdi&i Preiswerte Kleider zur Einsegnung Taft-Kleider<75 moderne Formen, ab Samt-Kleider Ä75 ohne Aenne!— ab Samt-Kleider Köper- Ware, m. lan- 1 gen Aenneln— ab Crepe de chine- KlekLfhübscheForxn, tz m. lang. Acrmeln. ab � Das ist das Ziel und die Sehnsucht jeder Frau! Und für Sie durch unsere bekannt gute C& A-Klei- dung leicht zu erreichen. 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Dienetag. 28. ffebruar. 20 Uhr, in Poelers ffestwlen, Bederstr. 17, außerordentlich wichtig« ffraltions- stgunq aller SPD..Kollegen. Referat des Genossen Lempert:„Warum ffraltwnen?" Mitgliedsbuch der Partei und der Organisation dient als Ausweis. Der Frattioneaarstand. Gesperrte Gastwirtebetrieb«. Wegen Tarifbruch und Richtbenvßung des öffentlichen Arbeitsnachweise« hat der g-ntralvcrband der Hotel-, Restaurant- und Easa-Angestellten folgend« Gastwlrtsbetrieb» für feine Mitglieder gesperrtr Moabit: Restaurant Nordwest. Inh. Teichmann, Huttenstr. 2.— Rorde», Nordoste»! Restaurant Reinhold Kilscher, llolonicstr. S. Safe Gesundbrunnen. Znh. Singemann. Ererzierstr. 24. Destillation Bartsch. Grrisswa'deu Straß» Sil.— gentrnm: Münzllaule, Inh. fflick, Mstnzstr. 16.— Osten, Lichte». her«: Polais des Ostens. Inh. Pfeilstiftcr, Warschauer Str. 35. Restaurant „Zur Hochbahn", Marlgrafendanun. An der Hochbahn. Stralauer Tor, Inh. Wille.„8>nn Eisbären", Köpenicker Str. 39. Restaurant flutullo, Drücke»» straße 3. Dampfer der Reederei Robiling Und Stern A.-G.— SSden, Nrnlollas Deutsches Wirtshaus. Inh. gemlin, Neuliilln. Bergstr. 137. Bierbaus nnd CafS Am Morißplaß, Inh. Schubert. Restaurant Wahlftatt, Belle-Allianee-Str. 82. — Banmfchulenwegl Restaurant„Äur Glon zecke". Inh. Zschenge, Baumschulen» Ecke Slantstraßc.— Frtcdrjchahageni Kesellichaftohaus. Inh. Ww. Schröder. St Hubertus, Inh. Raus. Eafe Mignon, ffriedrichstraße. Restaurant Biltt. »er, ffriedr'chstraße. Bürgersale. Inh. Trevping, ffriedrichstr. 112.— Auf- gehoben Ist di» Sperr« über dir Mila-SSIe. Znh. Bassel, Schönhauss Allre 130; die Differenzen find beigelegt. Gcmciude- und Staatsarbeiter. Abt. Werl«: Dienstag, 28. Februar, 18 Uhr, im Verbandsbaus. Berlin, Iobannisstr. 14/13, allgemeine ffunltionär» oersammlung für die Berliner Städtischen Gas- und Wasferwerlc. Di« Wich- tigkeit der Tagesordnung erfordert das vollzählig« Erscheinen sämtlicher ffmtk- tioniire. Di« Brau ibenlci tun,. Freie Sewerlschaftsjugenb»roß-Berlln. Die«arten für den»Iack-Londan» Nachmittag" am 4. Mär? im Blirgersaal des Rathaufes find au«v«rkauft An der Abendkasse stnd auch leine«arten zu haben.— Heute, Sonntag, folgende Veranstaltung: Um 1» Uhr im Arbeitslosenfaal des Deutschen Metallarbeiter» Verbandes, Liuienstr. 83/85,„Großer«ünstlerwettftreit oller ffGI.-Klieinkunlb- bsthnen."— Morgen. Montag, 19V4 Uhr, folgende Veranstaltung: Zu- fammenkunft der Vertreter der Orlsverwaltungcn. M'tgliedtr der Sefelleu. ausfchllss« der Inminaen und der Handweriskommer und der Gruppenleiter: u» Saal 1 des Sewerkschoktsbaule«, Sngeluter 24/25..Der gegenwärtige Stand der Beratungen über da« Kerufsausbildungageseg." Referent«olleg««alter Aafchle vom Pundemorftaud des ADGB. Eintritt nur mit FunktionSt» ausweis und Einladungsschrrlbev. - Ingendgrnpve de» 3dA. Heute. Sonntag, 26. ffebruar: l. Spiele» i» Spandau. Treifvunlt aller Mitglieder, die an den sv»rtlich-n Spielen teil» nehmen, um 3 Uhr am Bahnhof Spandan-West. Svm Bahnhof au» gehen wir zum Lportplag in Spandau: deswegen Ist pünktliche. Erscheinen notwendig. 3. Geselliger Abend in Jugendheim Moabit, Lehrter Str. 18/13, Hofgebäuda. Beginn 10 Uhr. fcMHdiluJkitiwgPftH» PSmyrna-Teppiche beste mectiQuaiikäf, moderne Muster W-NW-M LÄUFERSTOPFE BOUCle mock Streifen 48 4)90» OM KD flO catrtZk aAHlJf aabrtOj Jdquard Boude-Ä�m «8b«0 M 190 120 in&s mtmO. OTLbnlr-mdniu, Prima Cpcos moderne Streifen yi 68cm.brt pr.mtt Prima Axminsrer Moitled <)Oem.&ft. pr mfr.O, fj«i Verkauf nur Spandauer SfnSZ. DivandecUen besond.oreiswepr Sfeffi16,- WÄWZä- Kelim 02 MohaimoJle /iÄ, u-Verdüre modern tU, Wege« Vorbereitungen und Sevabkebnns der Greife zum Total-A«svevVa«f bleiben unsere Verkaufsräume bis einschließlich Dienstag, den 25., gelchlossen! WMUWMKUWMWD Seglm» des Total"ÄlttSVevkaufS am Mittwoch, 2V. 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Bctrla-NctilcCllu, Ueitliicr Stritte 34156, bei. worauf wir twittc Leser besonder» ansmertsam machen. Nr. 97* 45. Iahrgimg S. Beilage des Vorwärts Sonntag, 26. Februar 4925 WockeaproKrsmm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 26. Februar: 9; Morgenfeier. II 30: Uebqrtragong Großes Schanspielhans: Pankmatinee. 14; Einheitsknnschrlftf 14.30: Pär den Landwirt. 15.30: Funkhcinzelmann. 16: Lebensschicksale berühmte» Künstler. 16.30: Gnterhallnngsmnslk. 19: Stände des Jonrnellsten. 19 30: Expedition in den Tobas Indianern In Nord- Argenlinien. 20: Probleme der Völirerbnndpolitik. 20.30: Fröhlicher Wochen- anfang. 22 JC: ranzmusik. Monfag, 27 Februar; 15.30: Aus den Erfahiungfn eines Arbeitsrichlers. 15: Technische Wochenplauderei. 1620: Aus. IlMmat und Leben". 17: Konzert. 18 30: Der Sternhimmel Im Monat Mär? I9: Ethik nnd Arbeiterschaft. 1925: Körper und Berufsarbeit. 19.55; Die Entwicklung der Wissenschaft vom Betrieb. 20-30: Sinfoniekonzert. 2220: Nachtmusik. Dienstag. 28, Februar: 1220: Die Viertelstunde für den Landwirt. 1520: Köpfe der Dichter- ekademie. 16: Lebenskampf nnd Lebenskunst. 16 30: Felix Saiten aus Bambi". Danach: Tanzteemnsik. 18.30: Stunde mit Büchern. 19: Die Ilochgebirgs- univertilAt in'Cavos. 19 25: Ans dem leben der höheren Schule. 19.55: Von Schreibstuben nnd Redaktionen. 2020: Grotesken. Mittwoch, 29. Februar: 1520: Das Wohl der Jugend. 16: Die elektrische Behandlung Innerer Krankheiten. 1620: Jugendbühne. 17, Unterhaltungsmusik. 18 30: Das Um- pflanzen der Zimmerblumen. 19: Goethe in der Musik. 1925: Rechtsfragen des Tages 1925: Die künstlerische Weltanschauung. 2020: Schlager. 2220: Tanzmusik. Donnerstag, t. März; 12 30: Die- Viertelstunde für den Landwirt. 1520: Publikum und Bankverkehr.' 16: Die Wiederherstellung der deutschen Dome. 16.30; Das Kind in der Dichtung. 17: Künstlernacliwuchs— Mnsikvortrige. 1520: Fremdsprachliche Vorträge: Französisch. 19: Aus dem Reich der Reklame. 1925: Natnrkräftc und Naturkatastrophen. 19.»: PdttrJts aus der deulschen Romantik. 2020: Sendespiel:„Ach. wie so trügerisch", Einakter von Presber. Z220. Funktanzstnnde. Freitag. 2. März:._ 1520: Die Berlinerin he IS. Jahrhundert. 16: Der Aufbau der Opern Mozarts. 1620: Unterhaltungsmusilr. 19: Itifienlseh. 1925: Das Wetter tu Dichtung. Mythe und Leben. 1925: Wie ein Reichsgesetz entsteht. 20 30: Aas.Das O�senfnrter Männeruuartett" vor Leeohard Frank. 21: Moderne Meister— Musikvortrüge. 2220: Schäfers Freud nnd Leid— Mnslkvortrflge. Sonnabend, Z. März: 16:(Jebertrsgung Großes bchanspiefbaus;„Achte Sinfonie von Gustav Mahier".: 1520: Medizinisch hygienische Plauderei. 15.45: Rechtsfragen im Automobilverkehr. J9 10: Mieterschutz und.Mieterschaft 1925; Afrikanische Küstenbllder. 20.10: Sendespiele:„Die Nachtwandlerin", Oper von Beilinl. 32.30: Fnnktanzstnnde. Danach: Tanzmusik. Könisswusterhausen. Sonntag, 26, Februar: Ab 9: Uebtrt ragung ans BerTln. 14: Schachfunk. Ab I4J0; Ucbcrtraannj aas Berlin 18: Technik als Vcrbondenhcitsidee. 18.*): Technik nnd Unnatur. 19: Das dramatische Leben klassischer Werke, 19.39: Die Kurpfuscherei und ihre Bckämpfuns. Ab 20: Uebcrtra�um; aus Berlin./ Montag* 27. Februar: I6c Pranröslsch(kultorkund�ch- titerarische Stunde). 16.30: Deutsche Dichtcrschnlen. 17: Ucbertraguns: ans Berlin. 18: Technischer Lehrgang fflr Facharbeiter und Werkmeister. 18-30; Eügjlsch«r Anfänger. I8JR: Vorbereitung von Maschinen und Geräten für die PrQhiahrsbcsteünag. 19.20: Deutsche Gedenkreden. Ab 20; Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 28. Februar: 16: Schulkundliche Fragen(Dialog). 16.30: Die Kunst des Rokoko. 17: Uebertragnng aus Leipzig. 18: Technisches Zahlen-, Tabellen- und Buchstabenrechnen. 18.30! Spanisch für Anfänger. 18.55: Vom Antlitz der Erde. Ab 20.30: Uebertragnng ans Berlin. Mittwoch, 29. Februar: 16: Ans dem Preußischen Kultusministerium. 16.30: Einführung In die moderne Musik. 17: Uebertragung ans Hamburg. 18: Technischer Lehrgang für Facharbeiter nnd Werkmeister. 18�0; Französisch für Anfänger. 18.55; Die Aussichten des volkswirtschaftlichen Berufs. 19.20: Buch und Buchkultur. Ab 20.30: Uebertragung ans Berlin. Donnerstae. 1. März: 16: ErzieBunzsberatnnz. 1620: Kunstkritik am Rundfunk 17: Leber- tragung aus Berlin. 18; Der deutsche Akademiker im Auslande. 18J0: Spanisch für Fortgeschrittene. 18 55: Das Wasser in der Weidewirtschaft. 19.20: Frauen über sich selbst. Ab 20 JO: Uebertragung ans Berlin. Freitat;. Z. März: 16: Lehrmeister und Lehrling. 16.30: Kunstkritik am Rundfunk. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Vorbereitung einer Opernpremier*. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18 55: Zwischenbilanz der Arbeitslosenversicherung. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Acrztc. Ab 20; Uebertragung aus Breslau. Sonnabend, Z. März:■\ 16 Ans dem Zcntralinstltut für Erziehung und Unterricht. 16.30: Die Mitverantwortlichkeit der Beamten. bei der Tabcrkulosebekämpfung. 17: Uebertragung aus Hamburg 18; Laienspiel und Arbelterbübno. 18.30: Französisch für Foögeschrittene. 18�5: t'anst 2. Teil. 19.20: Johann Sebastian Bach. Ab 20 10: Uebertragung aus Berlin. Am Nachmittag sang Caruso. Man erlebte erschüttert das Wunder der Schallplatte, Dies« köstliche, vom Leben b«� sessenste Tenoistimme eines Toten, schenkte den FuntHörern ein« genubreiche„...• Stunde, Die Lieder und Arien Carusos er- klangen ins All und bewiesen uns auss neue, welche elementare Stimmkraft wir mit diesem Sänger verirren haben. Es verdient lebhaftesten Donk, daß die Berliner Funkstunde den 55. Geburtstag des Sängers durch diese Veranstaltung beging.— Am Abend brachte die Sendebühne Rehfiscbs„Duell am Lido". Diese Komödie, die aus der richtigen Bühne nichl ohne Wirkung blieb, oersagte hier. Denn die Dialoge greifen nicht scharf genug inein- ander, um dos Hörspiel klar vi formen. Gute Regie und gute Darsteller sehten das Werk nicht durch. Dr. Arthur Berger hielt über„Karl May, der Mensch und sein Werk" einen Vortrag, dem auss sci-ärfste widersprochen werden muß. Wer die oft unerhört blutrünstigen und dann wieder übertrieben gefühlskitschigcn Schilderungen Mays wirklich kennt, muß über diese gedankenlose Propaganda seiner Werke entrüstet sein. Interessant waren die Ausführungen von Ministerialrat Hans Goslar über die ver- schieden«» Wahlsystem«._....... tcs. I. I Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schroatj-Hot-kBotb". ©«ftflS'lsftrtle: Berlin S 14, Stbaftianftr 87,35. Hof 2 Zt. ®fi«D€0D,#nm®!ic der»affetfpotaMeiljuia 'fc'lL Ä»"':'. L.»on uü.u manctlporLrc�n h- iL».'?»»» vo» OhCII wasscrspo RcnköllnVFis. ihre Voote aa der �avel zu liegeu haben, besucht______ »culolln.B»!,. 4. EamctabKhoft M»., b. 27., 20-23 Übt, Sutncn in her um T,u\r loC'h�ai!rrfCCi'r- �~«bert.a.bS�tui.fkl.. am$(., d. 35.. AUtt. ,9 ,,»? L»?' �"durmournurfl lüften bie Octäucceint roie folgf an: Mt�n- m'' Uhr Kleiner Tier. Uhr f»«llßllf Bllluwftruße.©cmeinfamet Treffpunkt lOM Uhr Poltonientnalbdien. Vterjfauet Bfrz: 1554 Uhr Sej'rlsamt mit Musg unb f' rtÄl.: 18� Uhr auf b-n eammelpläßcn ber Käme- im?0*«:' famtour- und Bfäserlorps. Tfllchtveranslaltung. W.lmerrdorf. 19� Uhr �ansrogtetp�atz. GtealiN �Ortsvcrcin): 18� IPir imL0 Uhr Suusupqtclp'atz. Pfli-Ftverunstaitunp.' Reu. trlln. Britz. 15� Uhr Pflichianlreten Ku'fer.Frlebrid,. Ecke Beuterflruke mit unb'"?unnb-n� i- Kumerabsckaften Z reptoro unb Baumfchul-nrnez «fllrfif V?,c„tn Berlin Kölln scher Park, rn't S-ambunrkurps. 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Georg fflajau:.Pluchoanalyse nnt> Trieblehre." � j park Kästen NN Alien S aryaus smsneberg' aW W WW Serrn Lanbger!cht«d!rektor» Ernst Buben. Thema:..Der heutige Stand bea Miels- unb Arbeitsrechts." Diskussion unb Fragebcanttoortung. Arterienverkalkung trülueltlges A tarn, dicht, Rheuma sind In heutiger Zelt keine seltenen Erscheinungen. Oureh rechtzeitige Behandlung mit tfiadtiosclcrin m. p. wz. Nr. aisstit den seit Jahren ärztlich empfohlenen radiumhaltlgen Brunnen-Tabletten, wird die Blut Zirkulation in den ScHlaP- u. Pulsadern gefördert u. die halkablagerung verhindert. Die Reinigung und\et dünrua d s Blutes, de Brlnagung der Blnstisitdt der verkalkten Adern, die Vermtnd r.ng des Blutdruckes, die Verbinde ung vi rkun. 'on Scblaraitällea und die Erhaltung der Arbeitskraft sind igen des Rad osclerin. Röhre mit 18 Tablett. 2,50. 6 Röhr. 11 M, zu haben In den Apo'heken. 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Februar morgen? i»t xteb«r der Zahlstelle Beplio-Xrepttt ist unerwartet Herr•- der Vor Danksagung Für tu herzlich« Teilnahm« bei tet ffinäfchnuitfl mein«» Heben Mann«» und unfeu» Ssitts, te* Gastwirt, Eduard Heidelberg Johanne.« sdimuu im vollendeten 55.. Jähre gestorben Tief eriohüttert stehen wir an der Bahre dieses von uns allen hoobgesohätrten Mannes, der uns lap�e Jahr» Mitarbeiter und Mitberater im Dienste der Krankenkasse gewesen ist. Was er für die leidende Menschheit und die Kasse geleistet hat, wird uns unvergeßlich bleiben. Für seine hingebende und treue, stets auf das Wohl der Mitglieder und das Gedeihen der Kasse bedachte Arbeit, die ihn selbst während seiner letzten Krankheit nicht, zur Ruhe kommen ließ, ihm bei seinem Tode unsere herzliche und aufrichtige Dankbarkeit auszusprechen, ist uns allen tiefgefühltestes Herzensbedürfnis Wir bedauern aufrichtig, daß uns für die Zukunft der bewährte Rat, die bewährte Erfahrung und die bewährte Arbeitskraft des so früh dahingegangenen Mitarbeiters und Ereundes entrissen ist. Sein Andenken werden wir stets in dankbarer Erinnerung behalten. Berlin- Ädlershof, den 25. Februar 1928. Der Vortland der Allgeme'ncn Qrfskran tenkasse Berlin- Ädlershof. Im Auftrage: Max Knappe, Vorsitzender. Di» Einäscherung findet am Mittwoch, dem 29. Februar, 17 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. faiea mir allen Freund«» und B«- kannten unseren watgften Dan!! Ann« Schmidt und Kinder fialberger StraHe Zt Deondier WeikmekteMlerbaiiii «m 2t unser langj» Berlin 1« Februar starb plötzlich Hrigts Mitglied Franz Medefindt Wir bitten unser« Aollegen sich zu der lf inäscherung am Montag, dem 37. Februar. nochip.ll UHr.tm Rrtmatorlun Saumfchulctuncfl einzufinden. Tler Barstand. Nachruf! Der unerbittliche Tod riß unseren lieben Kollegen ■ und Mitarbeiter Eduard Heidelberg überraohend schnell ans usseren Reihen Nachdem uns viele Jahre gemeinsamen Schaffen« verbänden, empfindet) wir den Verlust dieses lieben Kollegen und Freundes besonders schmerzlich. f Ein ehrendes und treues Gedenken ist ihm gewiß. Dia Koüegenschafi der Allgemeinen Ort»krankrnka«»o Berlin- Ädlershof, Danksagung. Fiir die vielen Beweise Herzlicher AnleilnaHme anlötzii» des Jim- scheiden» tne nts lieben Satten. unsere» aulen Bater«, sprechen wir hiermit allen Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank au» prsu Joh. Hühner nebst Kindern» jiiiiiiuiiuiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiuifiHiMiiiiiiiiiiiiiuniiniil | Die glückliche Geburt eines | kräftigen, gesunden Jungen I reizen hocherfreut an I Dr. Wilhelm Jaenecke | MaHyJaeneckegefi Ebert | Berlin-Schdneberg. im Februar 1938. iiiiiiHiinmmiMni'iimumlui'ilmmiiinHMiii'iiiMiiiiiMiinüi- Unfetm lieben ffllfrn Filhelm Schöne DflitFraQ zur Goldenen Hochzeit am Montag. dem 27 Februar dt« herzlichsten Glü-twOasch». pamll>e porsah. Ich habe mlch als prakt Arn nlerier- gelassen.'« allen Krankenkassen ogtliun Dr. m*d. Alfred'Cohn BSr.Mn/ Warschauer Str. 21 Tel.: Andreas.«26t» Sprechst: 8� 7.,» Bettfedern nicht roh, sond. gründl. gereinigt(gew.), garant frei v. Krankheltskeim., Rupf p. Pfd. 0J0, 0 80, MO, daun. 1.90, Rupf ,,— nü.*» weist 2.30. Halbst, weiß 380, weist Schieist 2.—, Schlelsthalbfl. 3-50, Daunen.«.«O, weiste Daunen 7�-, 980, gcf. Oberbetten mit stark. Inlett 2 m lang, 9.95, 11.60, U.90, 1785, Unterbetten 7A5, 9.20, 11.90, 1,120, Kissen 2.90, 3.90, s.«, 665. Portofrei v. M. 20.—, Nlchipass. zurück od. Umtausch. Preist. Nr. 42 u. Muster gratis. H. Sannemann, Berlin 8 59, Kottbusacr Damm M/89 Zweigniederlassung: Berlin N 84, Rosentbaler Straß» 9. DER AUFBAU Kontrodikloriscfae Vortragsabende veranstaltet von der | Gcsellschafl der Freunde der äozlallttudien Monatshefte 9. Abend filttnodt, 29. fcbr-AUhr, Relcbswirtschaflsrat, Bellemestr.lS Die innere Politik Deutschlands Referent: Carl Severing Diskussionsredner: Hans Goslar, Erleb Koch-Weser, Carl Mennlcke, Arthur Rosenberg, Tony Sender, Walter Stoacker, Jos. pb Wirf h.——— Ende ll'/s Uhr. Oeojdipr Metaliarotlier-VerbaDit Ben Mitgliedern zur Nachricht, daß ün1«t Aollege, der Formet Karl Wegtter am 14. Februar gestorben ist. Ehr« seinem Sndenfen! Die Slnäscherung findet am Dien», tag, dem 38 Februar, ist Ahr.>m Areinaieeium Baumichulenweg statt. stiege Beteiligung erwartet Vi« 0rt»n»rwaltnng KlsU'.Ä-'kLilen.�- Stahlmatiatzen.�BlMlffAan Priv. Kat fr KiseumObeliaitriB lekiaaUr.) Um 24. Februar 1928 oormütog» T", Uhr. entschlief nach kurzem. • ichwerem Lechen mein lieber Mann. unser guier Bater, Schwiegervater und Grotznater Ksrl Saar im 54. Ledenasahre. Die»»eigen tiesbetrübt an Scan VaguD« Saat. a«d. Winter. tmb ftia gt.- (EinöfAeninfi Mittwoch, 29 fffhtuar abend» 6 Uhr, Aremai. Getichlftraste rttvaer-Vorwsn»! strebend BerdtenSmilglrch-rit? AulNarend «koschstre..Tili neuer Geist« grati« durch 5rdw»luickco�Scrll8,Iiönfggrät8«rSir.71 f |PRIMflG»NSEFtPEHM (Ich empfehle: | Dannlge Gänsefedern zum Selb*tr«tBen M. 1.SO-SA( (Kleine Rnptfedern.(Ollfertig.......... M. 4J0-5X( | Welche Halbdaanen, wunderbar rUIIend M. 5.50-6/: (Elite 3 4-Daonen....................... 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I0S3>0 154902 307106 30' 808 40•«ctane» 1000». 11610 103533>14966 H 0403 13353« 10' 630 160' 63 171730 309093 217733 333176 341717 259381 J64373 28406« 386366 381010 301691 311106 340290 54»«OiBn« m 500»■ 5852 24918 30646 40068 60862 111861 124803 133760 140338 181106 163975 170344 171673 190918 199851 209177 223708 23713 25880) 370158 289836 301836 323243 323441 351882 367327 373095 182»ewiBu« ,» 300 ffl. 1782 13429 14603 15745 28366 29668 32302 33673 34623 39278 41146 43657 48370 4M46 5I9S0 67526 Ü8>9 73666 77109 88112 93666 103776 104295 106484 116577 1 1 706? 117393 121777' 23710 126624 126847 132244 136138 136821 1 3761 7 138783 140421 143984 14408) 150047 165400 105616 160481 165980 171724 172860 186573 190038 207342 212947 214719 216149 217874 149!.- 2231 43 224574 240189 248812 243847 248002 250407 253722 256648 717 262861 268538 276553 277691 27838fc 233340 28548? 209477 439 298396 30' 247 302696 3096' 2 310768 312697 313399 260717 294�72____________ 9_ 324653 325826 326002 330602 333388 300964 306819 360020 370918 371332 374392 16 Liedungstag 25. Februar 1928 So der Loruntfagsziebmig worden Gewinne über lüt) M. gezogen 2 AennuB, p 10000» 1 309IU 3 Sumun« tu 5000 HL 299890 ,S C=: SS�. M»»-». ,.7«°«m, 32 9209 367711 34»emtnu« zu 1000 2t 19436 26988 80694 86861 100036 136088 146545 1 60455 206387 22844« 266232 28868« 3061 34 3136S2 328190 327797 362166 84»«MBB, iu 500» 20600 56402 81346 62834 77478 88103 89201 96019 106117 108745 111028 111899 120714 124461 147444 168681 158042 16)451 173920 191963 210354 222849 224887 255207 286825 298696 306310 314309 317285 324040 331088 346933 350041 359298 360746 364666 305346 178»«MUB. ,U3M». 8349 747f 18861 17126 21264 28866 33923 4008« 41082 43494 43839 49242 49461 62980 56116 66426 60450 32229 33988 84385 70530 71418 73210 78180 87268 90192 94037 99049 1 02384 106636 108120 1 1 267? 130873 13259« ,41663 166002 1 561 1 6 160947 101566 181681 168743 181663 190750 195103 200033 207853 213698 219026 223098 2243'S 224743 229071 233564 23832« MM 244693 244952 248216 24?06C 260403 262309 252678 256281 256719 261140 271620 273669 284119 289120 294351 296323 299524 300187 300560 300740 30' 027 304680 31762' 317629 317682 330443 33407C 335026 336220 338122 346776 346347 361478 366646 366826 Siecslog. b«o lt. gebtoat. atmAs TLHr. ImZuzei-VHrta»»«»»«rvaoA»- hiNtle». Liat-ostr.*3 SS Branchenversammlung aller Ei seadreh«r!ehrl>n ge Tax»»o? k> nu n g! l iSaziraa: ttr 1>r»b«iMfSitinfl und dt? SattonaJlttfrano ht unteccm B«ruf. Sejcrttu Kollege biet«: Berlaninilung«rfrfjrtmn Zgitien in der Serfttatt und in bcr Lchui-(Üt �ahireichen Besuch. Veen»lug. den ZS- Zedrnar.««hm 5 Ahr. im Tswrr»s«hasi»hn«», Sog»!- ti?«r lt~ZS Branchenversammlung der Metalldrücker und Polierer Togeoorboungi l. Bericht 2. Bronchenangelegenheiten und Lrr, schieben«». Wegen der Wichtigkeit bei Zageoorbnung erwarten wir. bah alle Kollegen erichein»». ?>« Berlraueneieul« sind oerpflichtet, sür guten Bcjuch Sorge*u tragen. Dienstag, den IS.»ebrnar. abend« TW, Ahr. Im Slhangsfool de» Oer- danbehause», Cinieaftc. M/M WT Konferenz"1W der weiblichen Verlraueneperionev und Letriebsräte Tagesordnung Lichlbtlbervortrag llder.„Die Frau in Znbirn�. Referent! Kollege Franz Furiwangier vom ADSL. Di» Kolleginnen werben gebelrn. pllnkt- iich zu»riche.nrn. da der Lichtbilder- oortrag Punlt 7>/, Uhr beginnt. Oraani- llerte Kolleginnen tonnen von den Funl- r>»narinnen ot, GSiie mrtzedracht werden. »»w Zelllkbsröle �vs! kfa.ptgruppeVl Ualergruppe 18/19 Dienstag, de» 2b. Februar, abend» X Ahr. im oerdaadshan», Linien. strah« Si,S3. Zimmer 2b iw Versammlung Zageoordliung: I. Die Wahlord, »una zum Beliiedsrätegejeg. Z. Vor- schitdene». Dienstag, den 2». Zebrnbr, adend» 6 Ahr im Derdaabshanf». Liate». itrohe Si 85(Partecctlaal) SM" Auf; erordentliche � Boll-Versammlung d. Auto-Reporalursch osier LerUas . Tagesordnung: I Berich« von der Lohnoerdandlung. Z Siellungnahme. Wir ersuchen daß alle Kollegen pllntt- .ich zu dieser Beriammiung»rscheineit. Mitgliedsbuch legitimiert. ««wn-.mpkttiminnfpnr-'chwn Nil Seifn Glos-Sem�! Dienstag, de» 2«. Aehruar.»dend» X»Hr. im Aase«, Haler Dos sgraher »aal»,»nianlhalae»tr. U,22t Srohe»stevtiich« sm- Versammlung Kollegen: Tr chernt in Turem eigenen Interesse r>oSzSH»g. Attttwach. bl de» 2b. Februar, na» mr Versammlung qllcc mctaa ch'eifer. und«alba, vlsenr.c«hrv Tag«»«rdna»g: i Kollegen Fror« aeamann: JBom wert zum«noletnen. 1«tstusflsn» Berschie gahlreicher Besuch wird erwartet. ?"�th"m�'immer 2» de» verdand» MSr, »%!%.. ww£>C» vi----- Hanse». Ltateustrohe MM: swr Versammlung aller Veiri«b»handwerler der ZI- gareileotadaslrie. Tagesordnung:». Siellungnahme «u den Neuwahlen Z Sesri.bsang, legen- Helten, ch Betschiedenc». Spielplan unserer bul»nr»btatla»g. Inder Woche»o» 27. Febr. bist.»dr, l Seilt und Malchin». ?. Der gut« Kamerod Ja der Goch» vom Z. dt« lt. Marz: l. Indien, da» Land der Traum-. Z �iaubsaugersodrlkatton im Fuetz- bandveisahren Z Humores'f.. Zu der Woche vo« it. dl»»b- Mirz. I NgNiil. der E»timo. 2 Spielwaren au» alier und neu»r Fett 3. VomMec« antter undI'ttlwg-iungen -u beritdwte« Männern « Sumoreste.._ Ja der«ach»»«» i». bis 23.«br». l. Schiffbrüchige unter Kantdale» lchrlednifle auf Riu-Gutuea! 2. Liayd fährt(«m Wuio ipazieren 3, N-tidehneraufnah I«n aus der aBert- neueste Msd«, für Sport- b rtp anzöge und Lam-nlostüm», I| j Meter St—, Mj, 520 1» Wschesln x verschiedene» � � Farben, per Mtr. Reste: Anzug- und Ulsterstoffe bis zu den besten Qualiläten iL» 140 l.85 1.2« Männer-Unlerholen«»>---- Männer-Unterholen fierren.yemclen Cpe�ÄhTl Yerren-Ünterhosen m« u-de�q-a« yerren yemclen.......... I.60 Unterjacken l.20 Jrauen-l)emdf)oTen....... I.20 Damen-Schlüpfer*** tu**..(I.75 Damen-Schlüpfer i»«» i««.-. 1.�« Damen-Nachlhernäen SX.«50 tem»otlfl gamieft sehr sesch......."• Spring-höschenSTifiärffSa O.70 Demdbofen w»«m«.«�> wi««.. O.70 K'mderftrümpfc ,»-«»«»«-o«- Yerren-Socken Herren-Socken Stutzen mu spsit-zund«»., Herren-Düte«--fiib»«.». Binder SpoNmützen. 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Sie nachstehend« von de« Boriiand der m Liga sü:*" ga sllr Mcoschenrechi« E. B abgegeben« Trllärung wird enttr' Deutschen I» Beriu» W> hiermrt berSffentücht Sarmstadt, den Zst. Februar II m 9a S'Mch« Znstizwtntft«. Sr. Schwarz. Berlin W 5. den 7. gebruar ULS Erklärung. Di« unter'sicknet,.B.utsch» Liga fstr ----.?... Menichenrechie' ertiSr« hiermll. daß ihr a» d Uhr. l«as»«id»Zeirsal»U. bei Aufnahme o«r Aoliz: �nsiichler iw btalthor bin. 228: Jahr unschuldig im.-juchthaue-, i» ihrer Zaj» peUjifche JSa«r 95»wJirlum untetlaan »nt» Fall de, cBeramlsril ist OV«Z-und>al Ser.V.-"'-' bei Drei!, unrichtig dar«: ®«ut:che Liga für VZemch« ftch inzwischen von der Unri Darstellung überzeugt Sie desHaid an, daß im Fall» Dr. mg m >W»WWU.__|_____ sch Mm Recht deuqung dura»in KesstscheZ iDerichl norliegt. daß da« Ar«tl nicht urlaut, ren Moltaea. namitch Vicht de« Bestrebe» entsprungen ist. den polttiichev Seiner möglichst du,--- machen, und «uinahme verjähren IWWM cramheit sretgeiprvchen worden ist »witsch« Liga sie» Menschenrrchte S. v. See Darstan», >: De Walter Leviutbal g«»: Otto Lehmann» Zlußdüldt » tu« uri» V" l ,»*t urch Tnlehrung unmöglich zu ch daß Dr. Pusch wi W:'der- eriahren lediglich wegen Srtste». «nfrl« frall Eintritt frnil Oeff fentliche Vorträge tum Tchll mit Licht bildcrn und PiimvorlUhrungan. d» aar ima Oes meonau'Waaerxteo ewunaalmitb, Boduuier Mr. 8 �Schlaf asd 8chlaflo*lgk«:«u. SudtsehuUrzt Dr. med. Joil Donnerstag, den 1. M4n!}02f »Sport Im A«n», Sportarzt Dr.«ed. Simon, Donnergtjg, den 8. Min „Callsbseme Haaerenossen'',$udunt Dr. med. et phsZ, Aaien» ..... Mittwoch, den 29 Mir» 1923_____ nBrcien« d«r Bbe", Stadtebersehularpi Dr. med. SabaeNar Oonnerttag, den 2». Mirz 1928, Mar Ihr Brwacbseoe' u aar Aaza aes rea-eaainniinuirans. uitiointraae»4a r,ScJiUf und SchledMlgbeJt", StadtgchuUrA Dr. med. MI Mittwoch, den 7. Mirt 1928 „Spart Im Raqie", 6port*m Dr. med. Simon. Mittwoch, den U Mir, 1928 „Unliebsame Baa«ceao»«*a, Jtzdurrt Dr. med. a« phll Kartn» Mittwoch, den l April 192» ..Hyjrien« der Eh«'.', Stzdtoberschulann Dr. med. Scbaeffer Mittwoch, den 4. April 1928, Nor lor Cnracbseaet Baginn 20 Uhr(8 Uhr»benda). mW»ntrlH fruit Bezirksamt Tiergarten, Gesundheitsamt. an alle Kranken! Segen Krankheiten veifchtedcnstec Art stnd seit 30 Jahren bewahrt und erprobt: Dr. Ainffer» Heil-Tee« Dt« unien angegebenen Sorien stnd die gangbarsten Ueder 12000«nertennungen, dl» In den leisten 8 Jahren unverlangt bei un» einginge», sind der best« Beweis sllr dt« Wirksamkeit. Frau Z. Stegmann. Selsen ktrchen:.Mit Freud« kann ich Ihne» mitteilen, daß der le« bei meinem jahreianaen Leiden Wunde» gewtrtt hat. Ich kann setzt wieder lausen wie zuvor und nehme die Arbeit auf mit Freuden...- Herr Karl Keller, Dortmund:»Meine Frau hat sechs Pakete von Ahrem wunderwirkendeo Tee dezogen und sehr gut« Erfolge erzielt...* Herr Ferd Jffleder. 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Die Welt- Produktion ist seit 1913 versechsfacht, wobei der Anteil des PlaMagengummi- 95 Proz., der des Wildkautschuks aber nur noch 5 Proz. beträgt. Die gewaltige Produktionssteigerung war die Folge der aufyerordcnllichen Verbreiterung der Verwendung des Gummis, vor allem der unaufhaltsamen Ausdehnung der Auto- m o b i l i n d u st r i e. Die 27 X Millionen Automobile in der Welt. darunter 1927 allein 22 Millionen in den Vereinigten Staaten. laufen auf Gummireifen. Ebenso alle Fahr- und Motor- r ä d c r. Für die Herstellung von Treibriemen» wasserdichten Kleidungsstücken, Schuhen, Schläuchen und unzähligen Produkten auch in den Produktionsmittelindustrien ist Gummi zu einem un- entbehrlichen Rohstoff geworden. Die Dauerhaftigkeit und Elasti- zität, vollkommene Wasserundurchlässigkeit und Widerstandskrost gegen chemische Einflüsse machen dos Gummi zu einem unersetzlich eigenartigen und wertvollen Werkstoff. Während ohne Weich- kautschuk die heutige Automobilinduftric undenkbar wäre, ist der Hart kautschuk als schlechter Leiter für die E l e k t r o t c ch n i k unentbehrlich. Amerika, der größte 2luto- und Elektroproduzent der Welt, nahm so 1927 etwa 64 Proz. der Weltproduktion in sick) auf-, 1926 waren es sogar 70 Proz. Deutschland führte 1927 für 173 Mil- lionen Mark Rohgummi ein, während aus Gummi verfertigte Waren im Werte von 192 Millionen ausgeführt wurden. 1925 waren in der deutschen Gununiindustri« 53663 Arbeiter und 13 454 Angestellte beschäftigt. Doch ist der L o h n a n t e i l in der Gummi induslrie außerordentlich gering. Englisches Gummikapilal als Weltinlendant. Insgesamt etwa 79 Proz. der Weltproduktion stehen unter der Kontrolle des englischen Kapitals. Indessen erstreckt sich die Macht des englischen Staates nur auf das englische Kolonial- gebiet, nicht auf das holländisch« z. B. Aus dieser Tatsache ergaben sich schwerwiegende Folgen für das englische Gummikapital und für die Weltgummiwirtjchaft. Die Gummiprcise standen vor dem Krieg bei nur etwa 59 999 Tonnen Plantagengummi schon auf der ansehnlichen Höhe von -durchschnittlich 4 Schilling für das Pfund. Die sprunghafte Steige- rung der Plantagenerzeugung senkte in den Iahren 1921 und 1922 die Preise unter 1 Schilling. Selbst dabei ließen die Preise noch ansehnliche Gewinne für die Plantogenbesitzer, da bei Gunnni un- «hörte Profite'ch-ziel�werdfM. Niedrigste Lohne, lange Arbeits- zeiten der Kolonialvölker führen zu außerordentlich niedrigen Produktionskosten. Trotzdem' wollte sich das englische Gummikopital den Preisrückgang nicht gefallen lasten. Der Staat hat ihm 1922 mit dem sogenannten Stephenson- System noch geholfen, das auch auf dem englisch-asiatischen Plantagengebiet die Produktion mit dem Zsel'regclt,' die'Gmmniprcis« auf ein« Höhe von 1 Schilling 9 Pene« zu bringen und auf diesen» Stand zu halten. Auf den ersten Blick scheint das Stephenson-System sein Ziel erreicht zu haben. Der Durchschnittspreis kür Gummi war in den fünf Iahren des Stephenson-Systems 1923/27 1 Schilling .9 Pene«, d. h. ebenso hoch, als man ihn zu erreichen wünschte. Zwischendurch, Im Jahre 1925, stieg er bis auf über 4 Schilling, d. h. über die Vorkriegspreise. Dies war das Jahr der Hochkonjunktur für Gummi,, wo die Aktienkurse der Gummiunter- nehmungen an der Londoner Börse noch nie dagewesene Sprünge mochten. Seit 1926 gingen die Preise für Rohgumini dauernd zurück, sie betrugen in» Durchschnitt 1926 etwa 2 Schilling, im Jahre 192? VA Schilling. Es sind höchst inkeressanle Zwischenakke. tvelche diese Preisrückgänge trotz der vorschristsinäßigcn Anwendung des Stephenson-Systems— seit dem 1. Februar dürfen mu 69 Proz. der Grundmenge erzeugt werden— bewirkt haben. Die h o l l ä n- disch-indische Produktion, die durch Einschränkungsmaß- nähmen nicht gefesselt war, wurde nämlich in«mein außerordent- lichen Unifang erhöht. In den drei Iahren vor Einführung des Stephenson-Systems betrug die Produktion auf den englischen Plan- tagen im Durchschnitt jährlich 255 999 Tonnen, auf den holländischen 199 999 Tonnen. Im Durchschnitt der fünf Jahre nach Einführung des Stephenson-Syfteins belief sich die englische Produktion auf jäbrlich 263 999, die holländische auf 245 999 Tonnen. Im Jahre 1927 hat. die Produktion Holländisch-Indien», dre im Jahre 1929 nicht einmal ein Drittel der englischen ausmachte, die englisch« Produktion bereits überflügelt. Die Zunahme des Weltverbrauchs wurde demnach aus der gesteigerten holländischen Produktion bestritten. Vergebens versuchten das englische Gummi- kapital und die englische Diplomatie auf die holländische Regierung einzuwirken, daß diese das Einschränkungssystem auch für die holländischen Kolonien einführen sollte. Das lag aber keineswegs im Interesse des holländischen Gummikapitals, den» das Stsphensyn- System die Kastanien aus dem Feuer holte, und das die höheren Preise genoß, ohne das Opfer der Produktionseiirschränkung bringen zu müssen. Damit war der Wert des Stephenfon-Systenis für das englische Kapital in Frage gestellt. Zu diesen Schwierigkeiten kam die. Gegenaktion der vereinigte» Staaten, deren Gummi- und Automobilindustrie sich die künstliche Preis- steigerung nicht ohne weiteres gefallen lasten wollte, und die dabei von der amerikanischen Regierung stark unterstützt wurde. Di« Gummieinfuhr der Vereinigten Staaten hatte 1926 einen Wert von mehr als einer halben Milliarde Dollar. In der amerikanischen öffentlichen Meinung herrscht nun die An- ficht, daß die Jahresleistungen im Betrog von etwa 34 Millionen Pfund Sterling, die die englische Regierung zur Rückzahlung der englischen Kriegsschulden an Amerika abführt, ungefähr ebenso hoch sind, wie die künstliche Preisverteuerung des Gummis. Das heißt, es ist die Meinung verbreitet, daß England sich seiner Kriegsschulden gegenüber Amerika durch dos Stephenson-System entledigt habe. So hat man auf allen Fronten den Gummikrieg erklärt, und mit verschiedenen Wassen sucht n«m den» englischen Gummi kapital das Leben schwer zu inachen. Mit 199 Millionen Dollar ainerikanischcin Kapital hat ein Groß- kapitalist, Mr. Firestone, In dem unter amerikanischeii» Protektoi-at stehenden afrikanischen Land« L i b e r i c n groß« Guinmiplantagen errichtet, auf denen angeblich, falls nur die Arbeiterfrage gelöst werden kaim. in absehbarer Zeit etvoa 399 909 Tonnen Rohgummi hergestellt»Verden können. Henry Ford Hot kürzlich für 8 Millionen Pfund Sterling in Brasilien riesige Gebiete zur Errichtung von Gummiplantvgen erworben. Eine zweite für die Zukunft vielleicht sehr bedeutuiigsvolle Waffe ist die Schaffung einer großen Gummieintaufsgcsell- schaft mit dein Zweck, smntliche Käufer vrn» Rohgummi gegen das englische Monopol zusonmienzuschließei». Zweimal schon wurden solche Einkoussgescllschaften gegründet, ohne allerdings besondere Er» folge erzielen zu können. Der oinerikonische Handelsiniiiistcr Hoover, der den Rohftoifmonopolen den Krieg erklört hat, will nun die Einkaufsgesellschaft mit staatlicher Hilfe umgestalten. Diese staatlich bzw. von der Zentralbank unterstützten Einkaufs- verbaiide sollen durch Borratsbilduiig und Förderung der eigenen Erzeugung auf geeigneten Gebieten der Preisbeftiminung durch die Auslandsinonopol« entgegenwirken. Di« dritte amerikanische Waffe ist die öutzerordeiitiichc Aus- dehnung und Entwicklung des Verfahrens für die Rsuverwen- dung gebrauchten Gummis,.die Verwertung von Gumini- schrott also. Man geht kaum fehl, wenn man hierin den Grund für d«n Preisrückgang des Gummis in den letzten Jahren trotz des erhöhten Verbrauchs erblickt. In» Jahre 1921 wurden in den Vereinigten Staaten 34999 Tonnen solchen„regenc- rierten Gummis" hergestellt, fast 19 Proz. der Weltproduktion. Im Jahre 1925 waren es ober bereits 124 999 Tnmien oder 25 Proz., und 1927 waren es 174 000 Tonnen oder bereits 39 Proz. der Weltproduktion. Künstlicher Gummi.— Eine epochale Wendung. Der deutschen Cheinietechnik blieb es vorbshaltei», den ent- scheidenden Schlag gegen das englisch« Guinmi zu führen. Auf der fünften Jahresversammlung des Vereins zur Wahrung doc Interessen der chemischen Industrie Deutschlands erklärte kürzlich Herr Wein- berg von der I. G. Farbenindustrie, daß die Herstellung von tünst- lichem Gummi nunmehr bevorstehe. Bekanntlich wurde schon während des Krieges künstliches Gummi hergestellt, doch war dos derart hergestellte Weichgumnii noch unoollkomniei», und auch die Herstellung brauchbaren Hartgummis erwies sich als nicht lohnend. So wurde die Herstellung von Kunstgummi nach den» Kriege wieder eingestellt. Es wird ongenominen, daß die Gummiprvduktion von den Rohstoffen Azeton und Azetylen, die wieder aus Kohle und Kalk hergestellt werden, ihren Ausgang nchnien wird. Auf jeden Fall besteht die Wahrscheinlichkeit, daß der Kunst- gummi bald auf dem Weltmarkt erscheinen wird. Dies würde aber bedeuten, daß Deutschland dieses wichtige Produkt in un- beschränkten Mengen dein Weltmarkt zur Verfügung stellen könnte, und daß— ebenso wie der künstliche Stickstoff dem natürlichen, dem Ehilesalpeter— der Kunstgmmni dem natürlichen eine vernichtende Konkurrenz bereiten könnte. Damit wird ein neuer Akt in der bewegten Geschichte des Rohgummis begimien. Ä. H. Gchweinepreise und Bauernnoi. Schweinenot vorübergehend.- Steigende preise sicher.- Konsequenzen für die Wirffchastspolitit. Die stark gesunkenen Schweinepreise im Jahre 1927 waren es zweifellos, die den Landbunddemonstrationen in den letzten Wochen auch Zulauf von Bauern gebrocht hat, die mit dem Landbund mchts zu tun haben. Der Landbund seinerseits hat das ZufammeMresfen der in der Tat unrentabelen Schwemepreisc mit der von ihm selbst geforderten Agrarkrise dazu benutzt, nicht nur seine eigen« Schuld cm der bisherigen Entwicklung in der Landwirtschaft zu bemänteln, sondern auch auf die Gestaltung insbesondere der kommenden Handelspolitik einen ungebührlich«, and gefährlich«» Einfluß zu nehmen. Es ist deshalb von großer Bedeutung, daß gerade jetzt dos Institut für Konjunkturforschung sein Sonderheft 7 mit einer Prognose der Schwelnepreis« veröffentlicht, in dem einwandfrei und in einer wissenschaftlich nicht zu bestreitenden Weif« nochgewiesen wird, daß das stark« Absinken der Schweinepreis« im vergangenen Jahre ein« unvermeidliche, mit den bisherigen Methoden der Schiveinsmaft zusammenhängende, vor allem aber vorübergehende Erscheinung ist. der im Jahre 1928 mit ebensolcher Notwendigkeit wieder steigende Schweinepreise folgen müssen. Aus den Erfahrungen der Vorkriegszeit wind nochßaoiefen, daß in zwei, bis dreijährigen Zyklen der Ausdehnung und Ein- fchränkung der Schweineproduttion imnier wieder die ollerstärksten Schwantungen der Schweinepreise eintreten. Ein Kilo Lebeiidgewicht erfuhr damals folgend« kolossalen, aber gegenüber den Erfahrungen feit 1925 in nichts verschiedenen Preisschwankungen: höchster preis 1898.. 94 Pfennig 1992.. 191„ 1996.. 129 1919.. 198 niedrigster preis 1999., 69 Pfennig 1994.. 71 1998.. 83 1911.. 54 Diese Gegenüberstellung der Höchst, und Nicdrigstpreise der Vorkriegszeit, die Tatsache, daß nach der Inflation dieselbe Er- fahrung gemocht worden ist, sind mm schlagender Beweiskrrrft dafür, daß in de» Tat die gegenwärtigen Schwewepreife mit der nur rein zeitlich dcmrtJ zusammenfallend«, Kredit-undAgrartrise nichts zu tun hoben können- Das Institut für Konjunkhir- forschung führt die großen Schwankungen auf die Anschauungen der Schweinehalter zurück, die zu wenig den Einfluß der Produktions- erweit er ung auf die Marktlage berücksichtigen und ferner auf die Ernteschwanknngen, die es den Schweineproduzenten erschweren, die Schweinehaltung im gleichmäßigen Umfang zu betreiben. Es wird für notwendig erklärt, die Produktionspolitik cms dcm Hasardspiel spru-.izhgfteii Wechsels in die Bahn der Stobiiitäi zu lenken, was mtt dem Aufhören jener Fehlkalkulationen sicher eintreten wird, die bei der Schwemeviost die fewells gegenwärtig«» Schweu«- preise in Rechnung stellt, statt diejenigen Preise, die bei der Bs- e n d i g u N g der Mast und bei dem Verkauf der Schweine wahr- scheinlich zu erzielen sind. Bon ganz besonderer Bedeutung ist die in der Schrift ebenfalls mitgeteilte Voraussage für die Entwicklung der Schweinepreise im Jahre 1928. Da 1925/26 hohe Preise und für die Aufzucht der Schwein« günstige Bedingungen geherrscht hoben, hatte 1927 mit großen Angeboten und niedrigen Preisen gerechnet werden müssen. Die Steigerung der Schweinezählungszisfern zum 1. Dezember 1927 mit 22,8 gegenüber 19,4 Millionen im Vorjahr sei die unmittelbare Folge der vorhergehenden großen Schweinemast. Das Jahr 1928 werde spätestens Mitte des Jahres die Preise wieder an die Rentabilitätsgrenze hinauf führen und diese noch überschreiten lassen. Später werde bei erheblich geringem Angebot eine weitere Preissteigerung eintreten, so daß das Jahr 1928 somit im Zeichen der Wiederanpassung der Schweinehaltung all die Marktlage vcr- laufen werde. Die außerordentliche Tragweite dieser Prognose liegt aus der Hand. Es ergeben sich aus ihr aber auch sehr wichtig« Konsequenzen. Im Zusammenhang mit den Sanierungsaktionen für die Landwirt- fchast darf hinsichtlich der Schweinepreise Nicht mehr geschehen, als daß die Kredit- und Zlgrarkrise nicht unnötig durch die in,* günstige Lag« auf dcm Schweinemartt verschärft wird. Alix Maßnahmen in dieser Richtung müssen also von vornherein vor-» übergehend sein. Zum anderen ist es absolut ungerechtfertigt, etwa aus lange Sicht wirksam« Handelsvertragsobschlüsse von der augenblicklichen Lag« auf dem Schweincmarkt abhängig zu machen. Es ist deshalb eine gründlich- Reinigung der öffentlichen Atmosphäre notwendig, um die aus der Politik des Reichsland- bundcs zu befürchtende Schädigung der staatlichen Wirtschaftspolitik hintanzuhalien. Gchwerindustrieller Einfluß in der AEG Vier Z�uhrmagnaten neu im Aufsichtsrai. In der Generalversammlung der AEG. wurde die S i c m e n s- Komödie mit der Abstimmung über die„Preisgabe" der Um- satzziffern zwar nicht wiederholt, aber während Herr von Siemeis wenigstens allgemein Bemerkungen über die augenblickliche Lage der Konzerne, VesHästigimg und Auftragseingänge gab, hielt die Leitung der AEG. nicht einmal diese spärliche Auskunft für nötig. Ein« Ucbcrraschung bildeten die Neuwahlen in den Aufsichtsrot. Sämtliche neu gewählten Mitglieder, die bisher noch nicht der 2lEG-Verwaltung angehört hatten, sind«influß- reiche Führer der R u h r m o n t a n- I n d u st r i e, so der Geiieraldtrektar Bierwcg von M o n n e s m a n n, Generaldirektor Flick vom S t a h l t r u st, der Herr des H a n i e l- K o n- e r n s, Reusch, und Direktor Klotzbach von K r u p p. Am wohrsch.-inlichsten ist, daß diese Erweiterung des Aussichtsrats die Ausdehnung der Auftroge bezwecken soll. Umsonst wird das aber nicht ae» schchen, weshalb die Ocsfentlichkeit diesen ungewohnten Vorgang im Auge behol en muß. Auf eine Anfrage, wie die A u s s p c r r u n g? m a h r e g e I n der anläßlich des mitteldeutschen Mctallarheiterstreiks mit ihrer in den Geschösisberichteü immer betonten„sozialen Einltellung' zu verbinden sei, erwiderte Herr Deutsch sehr eilig, daß ein Aus- fpemmgsbeschluß von der AEG.-Direktlan nkch k gefaßt worden fei. Dies« Aeußerung des Generaldirektors steht aber im Gegen- satz zu den Angaben des- G e s a int v 0 r st a n d e s Deutscher Me t a ll i n du st r l cl ke r, wonach die AEG.'Bekriebe bei der Durchführung der bereits gefaßten Zlussperrungsbeschlüsse beteiligt gewesen seien. Wo liegt die Wahrheit? Arbeit wachst zu. AussperruogSdrohung der Metaliherren drosselt Arbeitsgelegenheiten. Im Bereiche des Londcsarbeitsomtes Brandenburg haben die langsam steigende» besseren B es chä f tt g u n gs- Möglichkeiten auch in der Berichtsmoche angehalten. Bei der Gesamtbetrachtung des Arbeiismarktes darf der Einfluß der an- gekündigten Aussperrung der Metallindustri« jedoch nicht außer acht gelassen werden. In erster Linie bewirkte diese Maßnahme m der bisher im allgemeinen noch gut beschäftigten Metallindustrie ein recht erhebliches Zurückhalten bzw. Zurückziehen bereits erteilter Ausirage, was sich auch wesentlich aus die Gruppe Lohnarbeit wechselnder Art auswirkte. Dennoch ist der Rückgang der Erwerbslosigkeit unverkennbar, wobei wiederum hauptsächlich die steigende Inangriffnahme von Erd- und Außenarbeiten usw. mit zur Ent- lastung des Arbeitsmarktes führte. Auch der verstärkt einsetzende Bedarf der Landwirtschaft führte zum weiteren Abruf von Kräften Durch den noch immer guten Beschästtgungsgrad im De- kleidungsgewerbe machte sich gleichfalls ew Sinken der Erwerbslosig- keit, insbesondere für weibliche Personen, bemerkbar. Die Kohlen- bergwerke sind unverändert gut beschäftigt. Auch das Bau- ge werbe brachte eine gewisse Emlaftung des Arbeiismarktes mtt sich, wovon jedoch Berlin ausgeschlossen blieb. Dies ist um so bemerkenswerter bei dem Einfluß, den Berlln als maß- gebendes Wirtschaftsgebiet innerhalb des Bereiches des Landes- arbeitsamts ausübt. Es dürfte außer ollem Zweifel stehen, daß, wenn auch hier die Bautätigkeit verstärkt einfetzt, diese ohne weiterea zu einer Aufwärtsbewegung der mit dem Baugewerbe zusammen- hängenden Wirtfchastszweige führen muß. Dagegen Hai bereits die steigende Belebung der Binnen» f ch i f f a h r t auf die mit diesem Zweig unmittelbar in Verbindung stehenden Handels- und Gewerbe, zweige einen günstigen Einfluß ausgeübt. Bei der Textilindustrie verdient hervorgehoben zu werde», daß der Beschäftigungsgrad in einigen Orten eine A b- s ch w ä ch u n g erfahren bat. jedoch dürfte dos in der Hauptsache als eine Soijonerscheinung zu bewerten fein. An der AujwärtS- bttvegung nahmen auch die Angestellten, wenn auch in verhältnismäßig geringem Umfange, teil, indem bei gesteigerter Der. mittlungstStigkeit ein merkliches Nachlassen der Bswerberzugüngr zu beobachten war. Die Gesamtzahl der ilntörstützung beziehenden Per- sonen betrug in der Berichtswoch« 192 443(199 195), davon ent- fallen auf die Arbeitslosemmterftützung 167 613(174 162), Krlfen- unterstützung 24 839(25 933). Für Berlin insbesondere werden steigende ErwerbsmSgltch- kekten in der Landschastsgärtnerei, ein leichter Zugang von Arbeit» suchenden im Holz- und Schnitzstoffgewcrbe, eine geringe Belebiing der Danienkleiderbronche für weibliche Kräfte, eine nur geringe Be» mitllungstätigkeit für das Baugewerbe und eine Besserung für «««Lchos Personal« Gastwirtsgewerb« gemeldet, Ctefentmngen fni diese StuSrff sind Berlin SW SS. Lindenltrab« Z. pariemachrichien�MfürGroß-Nertm stet» NN da» B ejirtzsetretoetal !. tief, 2 Trep. recht», ju richten. rJ Mittwoch, 23. Februar, 1»� Ahr, im glowifr IM de» Berliner Rat- i? Hanse«, ttönigstrah« sA�Bahahos Slosierstrahe), Zusarnmeulunst der sozia. !? liftischen Fllrsorqer(innen'», Wohlsahrt schaler(innen), Srel,leitnngen ! der Arbeiterwohlsabrt mit einem Z-ortraa des Genossen Dr. iinrt Löwen. '~j stein, R. d. R., iider,..Neuland so,ialistilcher Er, iehunn»arbeit". Am !-!»ahlreiche Beteiligung und xnnltliche» Erscheinen wird gebeten. t. Sreis Mitte. Dienstag, R. Februar. Il>(n Uhr, bei Dobrohlaw, Swine- inllndor Str. l.1, Eihung des erweiterten Kreisnorstandes. llchiung! Der engere ttreiomirstoub trifft sich bereits um lB(i Uhr cbrndcrt. i.»iMt« Pren, lauer Berg. Freie Schulgemetndr! 27., 30., 31. Äbt. dringend. Die Genossen, sowie.!ie Mitglieder der Freien Schulgemeind« werden ae» beten, heute, Sonntag, ab S Uhr norm., im Lokal Ratz. Gleimstraße. Ecke Sonnenburger Straße, an der Sattswerbearbeit für die weltliche Schule teihunehmen. Vorhandene» Listenmateriol ist milgudringeu. i isrnsssamsm Feiedrichshain. Montag, 27. Februar. lS Ahe. i» Schmidt» Gesellichoftsbau», Feuchtste. 30a, Äreisnertrcteroersammlnng. Znhre». bcricht. Lussprache.. Wahl de» Lreienorsiandes. sowie Erledigung der IS Ahr, 0. strri» ftreuzbmg. Mittwoch. 2». Februar, t9>, Ahr, in Rabe, Zestsolen, Fichteftr. 20, Sreisbelegierteaaersammlung. Gcschöstobericht � und Renwabl de» streisnarstande». Delegiertenkarte«nb Mitgliedsbuch K dienen als Vn«wei«. Die Mitglieder de» Kr«isb»ldungsau»schusse, tersfe» stch ein« halbe Stunde früher, S.»Mi, streu, berg. stammunale»ommissson. Rontag, S7. Februar. II» Uhr, bei W!cn»ie>:, R«ick)«nbergrr Str. iftl, Sitzung der Oblcuto der stomuru- nalcn stommission. Jede Abteilung muß vertreten sein. 7. strei» Eharlatteuhneg. Dlenstog, 28. Februar, 1PH Uhr. im Ftnnner 1 Vs Rathauses, witzung des erweiterten streisvorstandes.— Borau»eige- Wanberrattenabend am Dienstag, 14. Mitr», 20 Uhr, in der Schulaula. Svbelslr. s— 4. Eintritt«o Pf. Sorten sind ab t MSr» bei her Btl- dungsanslchußaiitglietern und Kassierern her Ableilungen und beim Ob. mann Ahlfeld, Krumm« Str. 32, zu haben. Die Revue..Was uns fehlt" muß jeder gesehen haben— Bildung«»,»schußfltzuug am Mittwoch, 2«. Fe. bruar, ISlh Uhr. im Jugendheim. Rosincnstr. 4. Erscheinen ist Pflicht. - Masfest.Ausschußsitznng am Sonnabend, Z. März, Isil-, Ahr, im Fugend. beim, Rosinenstr. 4. II. strei» Schöneberg.Friedena». Dienstag, ZS. Februar. A Ahr, A st'ei-v-rtreterversammlnng im«eseIl«-S,f«»Han» de» Westen», Saugt- 1=1 straße, neben der Bast. Bericht deo Barstande». Renwahlr». Partei. W auswei» ist oarziqeigen. ,8. strei« Dewpelhaf. Montag. 27. Februar, 20 Ahr, Fraltionssshung Temp� hos, Dorfstd. 42 T.— Baranzelge! Au» Anlaß drr SO. Dieberkrhr der 4b. Zlenostitinn findet eine Feier«» Sonata u. 18. Mär», in der Aula de« Luteum». Marieudorf.«atseeste. 2l. statt. Festrediue! Dr. Nu doli Beeil. scheid, m. d.». Eintritt 1� M. ,rd<>it»los, frei. 'i.**-13 Lichtenberg Versammlung aller sozialdemokratischen Lehrer, Eltern. beilSto mrd erfafUuU am Mittwoch, 28. Fefimat, pünktlich IWH Uhr. in Sm Schul». Echarnweberftr. 19. Finuner 27. Aede Schule und Abteiwug. buch bl» Außeaabteilungen. müssen unbedingt vertreten sein. „, l®.«rei» Pankow Montan. 27. Februar. l9(4 Ahr. im Dürkischen sielt. Br« teste.>4,»reisbelegiertenoersammlung. Anträge zum»ezirt». paetettag. Sämtliche Antröae mtissru an diesem~"...... gereicht werden, i,,-----------.— Dag« schriftlich ei». Autweise für die strei»belegieeten stnd mitzubringen. strei« Bontaw, Montag. 27. Februar, 181h Ahr, Fraktionssitzung mit de» Vürgerdeputierten im Ratha-ls Pankow, Zimmer 17. n4'4 20. strei» ReiniAendort. Mittwoch. 29. Februar. 20 Ahr, im Schützrn, 5i hau», Reiuickendorf-Ost, Reilbrn-itraßc, streisoertreteroeriammlung. Gr.. Ichä'to'«ud stasseudericht. Bericht der Bevisaren, Bericht der Fraktion, fi Bericht der Frau'nleltcri», Bericht de» Bildunasaueschussra, Bericht der o" stinderkreundr. Ao»sprachc. Neuwahl de» steeiouorstanbe». Auträae s,' zum Vezirkspartcitag.»erschiedenes. Au»wet-! Vertreterkart« uoh Parteibuch. MMWMK 08. Abt. Reukölln. Dse Bezirkolassierer wollen sofort alle einkassierten Bei. träge an den Abtrilunaslassiercr abliesern, damit er seinen Verpftich. tungen gegenüber dem Bezirk gerecht worden kann. Morgen. Nlonlag. 27. Februar: 7. Abt. 10s,z Uhr bei Bärwaldc. Schlegclstr. 8. außerordentliche Funktionär- sitzung. i'-- Abt. Abrechnung drr Bezirkosührrr bei Höhlke. Bergmannstr. 00. llii. Abt. Riederschöneweidc. Äb 10 Uhr Sandzetteloerbreitung zur großen öfsenllicheN Zlersommlung bei Thiele. Berliner Slr. 38. Sehr wichtig. Keiner darf fehlen. lil. Abt. Rofenthal und«leberschönhauseu-We». 10', h Uhr bei Frische. Nieder. ftrohe. wichtige Funktwnärsitzung. Erscheinen aller Funktionäre dringend erforderlich. Dienstag. 2S. Acbruar: '4- Abt. 19 Vj Ahr Mftaliederoersammlung bei strllger, Hussitenstr. 34, Ecke �chsringstraße. Bortragt„Die politische Lage." Referent Georg Raible. Gäste willkommen. 27. AM. 19 Ahr bei Wooßmann, Gleimstr. lv, wichtige Abrechnung der Vezirk-iisshrer. Keiner darf fehlen. 33. Abt. 191h Ahr bei Nertaua. üobenlohestr. 3, Versammlung oller partes» oeuösssscheu Mitglieder de» Verbandes für Freidenkertum und Feuer- destattung. E» gilt, die Bezirksleitungen am 23. März wieder zu erobern. 4- 83. Abt, Lichterseide. Miilwnch, 20. Februar. 20 Uhr, im Lokal Schmidt, Sindenburgdamm, Ecke Roonstraße, Mitgliederversammlung. Vortrag: ..Menlchendkonomie." ResereNtin Marie Kunert, M. d. L. Gäste will- iowmen. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Araueuveranslalluugen. 2. strei»»imaarten. strei»frauenabonb Montag. 27. Februar. lO'h Uhr, im „Adius-Sof". Perleberhee 2tn Ä. Vortrag d. Gen. Kurt Sl'ntg. M. d. R.. über.Wirtschaftsfragen. Wo Genossinnen sind«ingelaben. Küste will- kommen. l'i !Z «,.1 f'l N 3. strei» Wedding. Montag.!>. März, 101h Ahr. In der Löwen- Brauerei, Sochsir. 2, Film» und Vortragsabend. X.„Der Kreuzzug de» Weibes." 2. Ansprache des Gen. Dr Fultus Moses. M. d. R. Am rege Beteiligung wird gebeten, 7. strei, Ebarlottenburg. Mittwoch. 20. Februar. lOlh Uhr. Im»Tür. fischen sielt". Berliner Str. 33. Fraueiiwerbeibend. Progr.! L Geiangs- darbietungen.% Ansprach«. 3. Rezitationen. 4. Ballettänzo. 9. Lieber zur Laute. Dcckungsunkosirn 40 Pf. Gäste willlomrnen. IL st-ew Schöu etar». Ronjag. 2?. Fßbutar. t!Hi Uhr. Forilestung 6m sturstio.Einführung in die Gedankenwelt de? Sozialismus" im Lokal Dahn, Schönoberg, Wühlenstn 0. Referentin Genossin Minna Toben. Hagen. Um-ahlreiche JeteUiguag wird gebeten. 13. strei« Tempelhas. strei«Veranstaltung Dienstag, den 28. Februar, vünlt. Iich IZih Uhr, treffen sich die Genossinnen vor den Ullsteinhaus in Marien darf. Lllsieinstraße. zur Besichtigung desselben. Anschließend staffeetrinken und Vortrag im„Seebad Mariendorf". Thema„Moderne Wohnung»- bauten", Referent Genosse Groß(von der Gehag). Um rege Beteiligung wird gebeten 13. strei, Treptow. Montag, 27. Februar, isth Uhr. Gaslochlrhrvorfiibrung in Alt-Glienicke im„Deutschen Saus". Grünauer Str. 55; Vortrag Uber zweckmäßige Gasverwendnna im Sause mit Vorführung neuzeitlicher Gao- "e kitte. Treffpunkt um 19 Uhr am Bahnhof Adlerohof. Um rege Beteili- gung wird gebeten. Arauenveranstallungev am ZNonkag. 27. Februar. iS'A Uhr: 8. Abt. bei Rickeri, Sieinmet;ftD. 36«,..Heiterer Äbend". Vortragender Genosse Hofemann. Alle Genossinnen sind siev�Iichsi eingeladen. Gäste willkommen. 14. Abt. bei GottsGilk. Vntbvsser Str. 94, Vortraa der Genossin Lisa Albrecbt iiber..lUirnervfseae und Gymnastik" mit vvaktischon Borfstbrunaen. Um Hrnittime No�eiliquna mied oedeten. 17. Abt. bei Hltbner, Trik�tr. 4l>.. Ält-Berliner Humor". Dortragender Gewisse Hans tt-'mm. GLste wiMommen. ' öei Vstller. Uferst r. 12. Bnrtraa der Genossin Maraarete Hariia itber:.�Die im bandet der Zeiten." Alle Genossinnen sind bettlichft e'noeladen. Gäste mssseommen. ?? R"d�en. Brüsseler Str. 43. Voriraa des Genossen �eutseb über «Was muß dte �rau von der Sozialversicherung wissen?" Um zahlreiche De�eili«N7na wird fiebr+nt. 25. Abt. nünk�lich lfMj irfir bei ktästver. GTbirmcc Str. 24 Dortraa des G-n. Land�erich�srat Rieben über?..Die �rou im kommenden VobNamvf." Alle Genossinnen und Genossen sind Verglichst einneladen: desgl. �Dor- wnT'ts"-L«pr und Snmnatbisi�endo. 16. Abt. b-i H-iles, Vren�lm»er Allee Bortraa des Gen. Artbur R�chow e»,. Tl? einst und ieitt" Um ti*e Beteiligung wird oebetev. Abt. bei Re-b. Sovnenlnrraer Str. 1...t?rib-Nenter-Abevd". Dortraaen- Gen. SchulB. All« Genossinnen sind eingeladen Gäste wilss�mmen. 32. Abt. Achtung, Genofssirnen! Der �i-m-enabend am Monta".?7. Februar, fallt aus. Er findet dawr"m Montag.?. Mär.?, statt. Bekanntmachung erfolgt nochmals im. BorwSrtK". 37. Abt. im Lokal verasch, Gber�nstr. 10. Ecke Lochlmunstrasie. Vortrag der Genossin Nvneck über:..Die s�rau und die kommenden Wablen." Um Zabl- rerch« Vet-ssinimg wird Sebexen. 4V. Abt. bet ASt�cher. Kg''e'ss"'r�tt Gft, 8. A"»fvrache über die Referate vom Vichchenendknrsus in Gobrtsch. Alle Genossinnen sind beglichst einaeladen. 41. Abt. bei Bader. Ifsserboaer Cir. 7, Vortrag des Genossen Dr. Mar Schütte Über:„Das So�ialistengesed � Alle Genossinnen sind ber�Nch ein- ael�den. 42. bei SffKNe. Bergmannstr. 09, Vortrag der Genossin Helen« MichaeNa über? �Eo«ialist''sche Gesinnnn�svfseas tn der Aamille." Um Halssreiche V»teiliaung wird aebeten. Gässe sind willkommen. 43* Abt. bei Wolf. G�dfestrafte. Bortr«''« des Genossen Ad. Hoffmann. Thema: JJJibßlstnnde." Alle Genosifnnen ünd einaeladeu. 44. Abt. b-i Ewald. Sk�liker Str. 12S. Vortrag der Genossin Elf« Scheiben- buber übe«„Die ifrwm und die konnnenb«u Wablen." Um �ablreichen Befuch»Mi aebeten. Gäste Willkomm-n. 48. Abt. be? Adam. GS-ssder Sir.. Ecke L�bbenar Strgsi«. Gortrag ber Genossin El-ga Bnbm-Gchuch. M. d. R.. ssber:.�»ie Kranen im kommenden M�blkam*ss Alle G»vossipnen und Genossen sind be�essch eingeladen. Gäste«nfkommen. AnschNeb-'nd aemsitlrches Beisammen kein. 47. Abt. sn der Waldemarst?. 77. Bortraa der Genossin WimtainM Über: �Die Bekämvkung der Gefchlechiskrankbeiten noch dem neuen Gefesi." Um rea« Betessianna wird gebeten. 48. Abt. im.Alerandrsner". Aspi-andmomstr. 37». Vortrag der Genossin Hennn Rewokd über:.So»i�ssstische Gestnnvng»vfleae in der ffamilie." Alle Genossinnen stnd ber»lich«''n�el''den. Gäste �»sssowmen. 54. Abt. Gbw'kottenburg bei Sch-llb�cki. Lbnmin.Gl'sab''kb.S�-. 6,..�rid-Reuter- Abends Vortraaenber G-nosse HinriGfen. Gäste sowie Alanen der Vartei� aenossen sind beglich einoelo�xn. Anschliesiend gemütliche» Veisammen- fein. GebbA ist bikf« m?t»ub�n�en. V. Bbt. Et-aken im Lok"? von Haktmann. B�bnbofstraste. Vortrag der Gen. Kätbe Kern!' Über»Rationelle Hgnsbalk»ksibruna". Alle GenoMnnen sind beglich einaelnb«n. desgleichen Svmvatbisiegenb« und..Dorwärts"-Leser. 07. Abt. Gr«ne«ass» im Bobnbofe�esta'n-ant, Inhaber Wur�bocher. Vortrag des Gekwllen Raible über? �Die �rou und die kommenden Wablen." All» Gcn-fsinnen sind ber�ssch eingeladen. Gäste willkommen. Ksi./TO. Abt. Wilgersdorf im Lokal Schramm. Hoben-ollerndamm 2. Tbema: ..Die bevorstebenden Wk-bren und die Ärauon.� Referent Stadtverordneter Genosse Lemvert. Anschssesiend Unte-boltunosabend mit Ueberraschnnaen. Sämtliche Genossinnen. Genossen und Sympatdisierende sind beglich eiu- aeladen. m 6A. Abk. Schäneberq bei Gürfich. Beaasstr. 1. Vortrag oeo Genossen Womvod über: �Die i7rau und di« kommenden Wahlen." Al� Genossinnen sind beglich einaeladen. Gäste willkommen. 93. Abt. Lichterfeld« bei Schmidt. Hindenburadamm. Eck« Roonstrasie. 2st Ubr (Trm.i-'nvecanstalwng. Lieder �ur Laute? Genossin Barren. Vortrag: �Gerbm-t Hmnitmann und das Vroletariat." Bortragende Genossin Dr. Hilde Wenschs�O?. Jim Beteiligung wM aed-ten. Gäste willkommen. Reukälla. 8g. lltt. Abt. bei Wille. Rcuterftr. 47. Ecke Len�nstrade. Vortrag des Genossen Lewin-Dorfch über:..Grobsto�stuoend." Um xadMiche Beteiligung wird gebeten.— 01. Abt. bei Lstbdecke. Kantone., E�o Larks- ogrtenstrasie. Vortrag:.Die Be�ei'wno der llomm'mal''olitik." Referenssn Be�irksverordne�e Genossin Gustt Da''»bel. Alle Genossinnen sinb ber�ssch eingeladen. Gäste willkommen. 92. Abt. bei Wölfl, stoiser.irvicdnch Strafte 173, Ecke Roseoaerstrofte, Vortrag der Genossin Dr. Luise Morgenstern über.Heime und Einrichtungen der Arbeit erwoblfobrt". Alle Genossinnen sind beglich eina«loden. Gäste oiffsf�nimon.— Ssi. Abt. bei Griaaer. Lessinastr. 9. Vortrag der Genossin-�abrenoigld über:..Die kommenden Wahlen und unsere �ran�n." Alle Genossinnen sind ein- geladen. Gäste willkommen.— 96. Abt. 19� Ubr �rauenabend. Vor- trag des Genossen Wiedmann über:..Die Stelluno de? Arau im kommen- den Vablkanwf." Dos Lokal wird durck, Aond»efl«r betanntoeaeben. Um reas Beteiligung wird gebeten 97. Abt. bei Skriioer. Emser Str. 86-87, ..Allerer Abend". Vortragender Genosse Stadtrat Schneider. Alle Ge- nossinnen sind eingeladen, desgleichen..BorwSrts".Leser und Svulpathi. sierende. 39. Abt. Britz im �uacndheim. Ratbaus, Ebaussc-str. 48. Vortrag des Gen. Aurt Gavswind über �Hypnose und Suggestion"(mit Grperimenten). Gäste ber»lich willkommen. 194. Abt. T�entom bei?anke. 5kiefbol»st?.?!, Vortrag des Gen. Martin Stein über..Die ffeau im kommenden Wablkanwf". Um rege Beteiligung wird gebeten. 102. UM. Vauwiihuteuwea. Montsa. 27. Februar, 191h Uhr,! Uhr. bei Kroiß, Holste'o ulichc Str. 60. Elle Saiteitter Straße. Schulunaokursus, Thema:„Auf. gaben städtischer Gesundheitsfürsorge." Referent Gen. Etadtarzt Dr. Nor» der. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 14. Kreis Reutöllu. Dienstag, 28. Februar. 1014 Uhr. im Kimmor 128 bes Rathauses Neukölln Schulungskurius. Thema:.„Kriegsbeschädigten- und Hinterbllebenensürsorge." Referent Genosse Gustav Schwarz lRelchsbnnv der Kriegsbeschädigten). All« Genossinnen und Genossen stnd eingeladen, Jungsozlalisteu. Groß-Berliu. Riitwoch, 29 Februar. 10 Uhr, Gruppenkonferenz im..Bund freiheitlicher Studenten*. Albrechtstr. 11.(Am Bahnhof Friedrichstcaß«.) Vorher ebenda um 18 Uhr Arbeitsoueschußsitzung— Gruppe Reinickendorf-Oft. Montag. Werbearbeit.* Alle Mitglieder werben erwartet.— Sruope Weißens««. Heute, Sonntag, Beteiligung an der Feier im Wirtshaus zum Pierbemarkt. Montag, 27, Februar, 20 Uhr, im Jugendheim. Parkftr. 36, Reichsiogssitzunz, Bortrag: „Die Wehrporloge." Referent Genosse Klein. Vereinigung sozialdemokratischer Studierender. Fortsetzung der Diskussion Uber: �ndwidualpsucholoaie und Marrtswu?" am Dienstag, den 28. Februar. 20 Uhr, in der schule, Wrmme-fKr, ftraßc 10.77. Als Redner lind gewonnen: Dr. B«rus«Id. Dr. Sperber, Dr. Soda. Kinderfreunde Groy-Berlin. ftwi« Mitte. Die Hclferoersammlung fällt am Montag an», dafür im Zugendheim Tsahdenickec Str. 2Z.SZ Srnppenleitersitzun». Zote Gruppe mutz vertreten s«!n. Kreis ZSeddiug. Gruppe Leopoldplatz. Rot« Falken: Dienstag im Ledigen» beim Basielabsnh. Mittwoch Baden in der Badeanftalt Gerichlstraße. Freitag Turnen in der Turnhalle Ruheplotzstraße, Zungsatlcu: Donnerstag du Ledigen. h»im Lteberabenb. Mittwoch und Freüag siehe oben Rot« Falken. Kreis Frsedrichshaiu. Am Freitag, 3. März, eröffnen wir unsere nenn Gruppe im Zugendheim Brommystr. 1. Parteigenossen der SS. Abt., schickt eure Kinber voeihin. Krei« Eharlotteubnra. Gruppe Freiheit, Wanderung nach Staaken. Trrss. »unkt heule 0 Uhr am E.trastenbahnhof, Verpflegung und 20 Pf, mitbringen» Falls es regnet, besuchen wir da» Museum für Mesrestunde. Am Dienstag um 1714 Uhr. Heimabend. Thema:„Was ist Sozialismus?"— Gruppe Einig. kellt Mittwoch Heimabend. Schachlpielerlernuiui. Alle Holser beieiligen(in am Freitag an ber Kundgebung der SAZ. In der Staothalle Klosterftraß:. Thema:„Fugend— Schul«- Fämil!«. Krantz.Prozeß. Was nun?' Krei« Sieglig, Dienstag Htiuiadend im Heim?llbrechtstraß«. Di« Aelternn üben von 16 bis 18 Uhr zur Mafteier. Die Jüngeren basteln. Krei» Reniellu. Gruppe Birk«: Dia Toten und Anng.Falken treffen sich heute um Ii Uhr im Herrsurthplatz zum Besuch der Sternwarte. 20 Pf. mit. "' igen. Eltern und Parteigenossen sind hiermit eingelaben. Krei» Treptow. Heute Besuch de, Volkstrachtcumuleum». Treffpunkt 9 Uhu bringen. Eltern und Parteigenossen sind hiermit eingeladen. Kreis Treptow. Heute Besuch de» Vollbtrachtcnmuse, Kiesbolz, Ecke Elsenstraß«, 20 Pf. Fahrgei.___________ Krei» Punlow. Sonnabend, 3. März, Fusammenlunft der Helfer zur Ar. beitrgemeinschaft bei Mar!« Mucko, Rtebeisschönhausen. Lindenstn. Be.— Gruppe Riederschönhauseu: Roniaa, 27. Februar,?lbt.„Glllck auf" lustiges Monal». ende. Donnerstag, l. März, gemeinsames Basteln.— Gruppe Panksw: Der Holzarbeitsabend findet diesmal am Dienstag, 28. Februar. 17 Uhr. ita!:. Dionstag, 28. Februar. 18 Uhr, Fehn- bis Eifjährtge:„Saubereien", Tonnt.--. lag, P. März, gemeinsam« Monatsaussprache. Sonnabend, 3. März, Sechs- bis Neunjährige: Spiele. Zwölf- bis Bierzchnsährig«: Themaabend. Vortrag vou Werner Lobe. Kreis Schöncberg.Zriedena*. Filmabenb: Am Sonnabend, 8, März, 19 Uhr, gelanat In der Aula der Hohen zollernschule, Schöneberg, Belziger Ecke Eis'- nacher Straße, drr.Seekamp".Fiim zur Vorführung. Eintrittspreis«: für E., wachsen« 10 Pf., für Kinder 1.1 Pf.. Reinickendorf. Ost. 130. Ab». Am Sonntag. 28. Februar, fpseleu dir Jung, salten im Zugendheim. Grippe nzusammcn kll tt ft« In der kommenden Woche wia folgt: Die Küken spielen und tanzen am Montag von 10 bis i8 Uhr. nur M-nsiag beben die Boien Falken Mitgliederversammlung mit anschließmo r Zausestnnd» von>714 di« 101« Uhr. Desgleichen fite die Zuitafalker am tlRiit. »och zur selben Zeit, Am Donnerstag basteln die Roten Falken von 1714 bis 1914 Ubr im Znqenbheim, am Freitag zur gleichen Zeit bie Zongfolkcn. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 81» Abt. Unser Genösse Mar Kohlp, Uckermilnder Str. IS, ist am 22. Februar verswrbeu. Die Einäscherung findet am Montag, 14 Uhr, itg Krematorium Gerichlstraße statt. Um rege Beteiligung bittet dir Abteilung-. leitung, 117. Abi. Lichtenberg. Unser Genosse Wolter F rt tz». Tvrrfchmidt- straßr 36, ist versterben, Ehre seinem Andenfen! Einäscherung om Montag. 27, Februar, 18 Uhr. im Krematorium Baumschulenwog. Wir bitten um rege Beteiligung.,_ A„f Teilzahlung Elegante Herren-Noden fertig und nach Mall« 6»ruH«rt ftlr tadellosen Sit» und Ver&ibedtant Nur Qualitätsware zu konKurrenzlos billigen Freisen «rbultea k!i» nur In der �akscknel�srsV J. Kurzberg OranlenstraBe 160 n. Chansseestraße 1, iiÄ'-V. Kein Waren-Credlthaus. 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Wenn er in der Zeit der Dämmerung, eingehüllt in einen zerrissenen, alten, grauen Schlafrock, in seiner Spelunke bockte, wenn «r die kleinen grauen Augen durch die Gitterstöbe de» Kellerscnstexs hinauf noch der Gosse blinzeln ließ, erinnerte er wirklich an eine Ratio Vielleicht trug auch die in dem Universitätsstödtchen ganz ungewöhnliche Kellerwohnung mehr als sein Aeußcres zu dem aus einem Vergleich geborenen Spitznamen bei. Seit Jahren hatte er sich daran gewöhnt, die Ratte genannt zu werden, und schließlich dachte er sich so wenig dabei, wie«in anderer bei Schmidt oder Muller. Wenn er des Mittags in seinem abge- ichabten und zerschlissenen schwarzen Schröck durch die Gassen ging, zu der Zeit, wenn die Gymnasiasten aus der Schule und die Studenten von der Universität kamen, dann war er gewohnt, das Wort.die Ratte' wohl ein dutzendmol hinter sich herrufen zu hören. Aber er dreht« sich nicht mchr um und kchrt« sich nick« mehr daran. Die Gymnasiasten und Studenten kannten ihn alle. Einem sehen neu angekommenen Fuchs« wurde di« Ratte als«in« der drei Sehenswürdigkeiten des Städtchens gezeigt.„Da ist erstens der gotische Turm der chauptkirche, den Sie sich ansehen müssen, zweitens die Tochter des Professors Kramer—«in so lange« Frauenzimmer lxrben Sie ihr Ledtag noch nicht gesehen— und drittens die Ratte,' hieß«s stereotyp. Meistens stand die Ratte mit d«, Studenten auf gutem Fuße. Denn wie alle Ratten, so lebt« auch diese vom Abfall und bei den Studenten fiel hier w der Stadt allein etwas ab. Viele der Studenten hatten auch Gelegenheit gehakt, den«gent- l-chen Namen der Ratte kennenzulernen. In dem abgeschabten und zerschlissenen schwarzen Gehrock trug nämlich di« Ratte«in Visiten- . kartemäschchen bei sich, und in der ganzen Stadt sah man es als einen d« beliebtesten Studentenulk« an, mit der Ratte zu„Höngen', daß beißt, mit der Ratte eine.Kontrahage zu haben. Diese Forde« runzen wurden sedesmal kunstgerecht in die Wege geleitet. Ein Kommilitone redet« di« Rotte aus der Straße on und lud sie seierllch zum Abendschoppen ein. „Gestatien Sie. mein cherr, Verzeihung, daß ich Sie so gewisser- maßen aus der Straße anrempele, mein Name ist Günther,*«uck. jur. Würde uns zur hohen Ehre gereichen, den cherrn diesen Abend aus unserer Kneipe begrüßen zu dürseu.' „Wird mir«in Vergnügen sein,' antwortet« sedesmal die Rotte «ttvaz von oben herab m feierlichem Ernste, ,�nnck. pbil. Schwemmer- man»...' Mit diesen Worten zog die Ratte«ine schon recht vergilbte Karte aus dem Bifftimkartentäschchen und reichte sie dem, der sie angeredet hotte. Punktlich erschien dann die Ratte am Abend auf der Kneipe. und ein Fuchs war eigens kür den„Raitcmitf" instruiert. Er faß an der Seite des Gastes und hatte diesem, auf ein Zeichen seines Leibburschen, opf den Fuß zu treten. Da? ging immer so zwischen dem zehnten und zwölften Schoppen vor sich. Es war dies an bestimmten Abenden eiye Programm- nummer der.ÜIrsidolität'. „Mein Herr,' rief dann die Ratte regelmäßig,„haben Sic mich absichtlich aus den Fuß getreten? Bitte zu reoozicren und zu depre- zieren, bin auch Student wie Sie, widrigenfalls hier meine Karie, mein Herr.' Di« Sache endet« dann immer damit, daß di« Ratte dein Beleidiger ihre Karte gab und behauptet«, in solcher Gesellschaft nicht bleiben zu können. Sie würde sich ober erlauben, morgen ihre Kartellträger zu schicken. Und damit hatte es dann fein Bewenden. Datt« der Ulk sich oft genug wiederholt, und vermutete man. daß die Ratte keine Visitenkarten mehr besaß, dann wurden die an die Füchse ausgegebenen wieder gesammelt und heimlich, ohne daß die Ratte«was davon merkte, wieder in ihren Gehrock hinetnbugstert. Aber nicht nur zu einem Ulke für die Füchse diente die Ratte, sie hatte auch den ältere» Semestern ihre Dienste zu leisten. Und aus diesen Diensten stammte der Abfall von dem die Rotte lebte. Sie besorgt« nämlich die Reinschriften der Doktordissertationen und der Examensarbeiten, und dabei war etwas zu verdienen, wenn man muh der Ratte nur.zwanzig Pfennige für den sauber abge- schrieben«,. Bogen gab. Die Rotte schrieb wie gestochen, das mußte man ihr lassen, und fertig war si« aus di« Minute. Alle Professoren konnten die Handschrist der Ratte, und wenn ein Kandidat einmal di« paar Mark sparte, dann hieß es immer,„Aber, Herr Kandidat. warum sind Sie nicht zu Herrn Schwemmerinmin gegangen, Ihre Handschrift ist ja das reine Augenpulver, lassen' Ihre'Arbeit doch noch einmal abschreiben.' Und so flössen die harten Taler in die Tasche der Rotte. Di« schlechtesten Handschriften konnte die Ratte lesen und in allen Wissen- schoflen war sie bewandert, sie malte die griechischen Buchstaben so schön wie die hebräischen, k«in„Tenniuus technicus" war ihr unbekannt, und die Zitate aus den Philosophen schrieb sie ebenso richtig wie d!« algebraischen Gleichungen oder die verzwicktesten Formeln der Trigonometrie. Aber sie selber, die schon Hundert« von Dissertationen und Examensarbeiten abgeschrieben hatte, war niemals zu einem Examen gekommen. Denn die Ratte haßte das.Achsen' bis in den Tod und hatte ihm ewige Rock)« geschworen. Es hott« Zeiten gegeben, wo uurn die Ratte noch im Kollsz gesehen hatte. Damals war die Mutter de» Herrn aniul. pbfl. Schwemmermaan,«ine biedere Beamten- witw«. noch am Loben gewesen. Die hatte Zimmer vermietet und für Studenten gekocht, damit der einzige Sohn es weiterbringen sollte als der Dater. Deshalb hotte sie vermietet und gekocht, damit dies« Sohn ihre Witoenpenston für sein« Studien verwenden und sein Gymnasiallehrerexamen machen könne. Und damals hatte ihn noch niemand die Rott« genannt, und er Hütt««inen jeden hinter di« Ohren aeschlogen, der e« gewagt hätte. chm sein« Zukunft zu prophezeien. Denn Sckzwemmerwonn war ein flotter Bruder Studio gewesen und«in gefiirchtetcr, weg« der Terzen und Quarten, die er schlug- Wo der hingeschlagen, da wuchs kein Gras mehr, pflegten di« Studenten damals zu sogen. So waren zehn, zwölf und sünfzehn Semester vorübergegangen, und«nd. phfl. -Schwemm schlug noch immer Mensur«» und trank noch immer Bierfungen. während seine Altersgenossen als Assessoren und Hilfs- lehrer. als praktische Aerzte und Pfarrer in der Welt herumliefen. Man liebte ihn. Er verstand es, die Füchse einzupauken, uiü) keiner hielt so wie er den strammsten Koininent. Und eines Tages— niemand Hatte eine Ahnung davon— war cani pdil. Schwemmermann in Frack und Zylinder erschienen. Die Studenten hatten die Köpfe zusammengesteckt, und einer Halle dem anderen ins Ohr geraunt:„Der Schwemmermmm ist ins Examen gestiegen!' Aber am Abend dieses großen Tages hall« eauck. pbiL Schweinmermann nur ein einziges„Genügend', nämlich in Religion für die unteren Klassen gehabt. Und weil das für einen Gyrnnosiol- profesior nicht ganz ausreichend ist. hatte er dos Studium fahren lassen. Ein Auditorium sah ihn nicht mehr. Eanck. phil. Schwemmermann erschien noch einige Semester auf dem Paukboden und in den Kneipen, dann auch dort nicht mehr. Die Verbindung, der er immer als Inaktiver angehört, Halle chn eines Tages„gewimmelt'. Damals starb seine Mutler. Aus Gram, sagten die Leute, weil si« zu alt war, uin weiter für ihren Sohn Zimmer zu vermieten und kochen zu können, und weil aus diesem Sohn« ein Lump ge- worden war. Vellage des Vorwärts Und so ward aus dem eanck. pliil. Schw emmerman n allmählich und langsam die Ratie, nachdem er endlich in dem Kellerkoche bei dem Küfermeister Schneider gelandet war. Jahrelang siel der Abfall reichlich von den Tischen der Studenten und der Kandidaten, und fast schien es, als hätte sich die Ratte ein Ränzloin angemgstet wie ihre.Kollegin im Faust. Aber von Jahr zu Jahr ward die Handschrift der Ratte schlechter, die neuen Prosessaren, die da kamen, verbaten sich diese Handschrift, weil sie die Schrift der Ratte nicht mehr lesen konnten und Fehler über Fehler in ihr entdeckten. Än ihrem fünfundfünzigsten Semester halle die Ratte zum ersten Mal« nichts mehr zu tun. Keine einzige Abschrift wurde bei Herrn caud. phil. Schwemmermann bestellt, und der Winter war kalt und lang. 2a. eines Morgens fehlte die Ratte in ihrem Keller. Keiner sorgte sich um sie, nieht einmal der Küfermeister Schneider, dem die Ratte in seinem Hause auch schon längst leid sein mochte. Nur den Gymnasiosten und Studenten fiel es auf, daß sie nicht wie gewöhnlich um zwölf Uhr mittags der Rotte begegneten. Am Abend desselben Tages fand man den eaod. phil, Schwenunermonn ertrunken am Wehr im Flusse, scheußlich anznlsehrn und naß— wie«ine Rolle. Hochzeit im Llrwald. Von Robert Unienvelz. Harusi— Hochzell! Seil Tage» braue» die Weiber Kcllumbo Iczas am Hirsebier: Topf aus Topf, mancher davon mit beachtenswert dickem Bauch, steht schon gefüllt im kühlen Innern der Ruird- Hütten. Der Platz unter den beiden Tamarinden, di« inmitten des Dorfes stehen, ist schon zum abendUd>en Tanz gesäubert, die Trommeln lehnen an den Stämmen, und di« Fraue» und Mädchen, heute besonders reich mit Perlschtnuck behängen, setzen die Biertöpfe im Schalle» der Bäume nieder. Taktsester, rhnchmijcher Marschgesang wird vom Busch her vernehmbar, dazwischen zerreißen gellende Freudenschrei« der Frauen die Luft; in den höchsten Fistellönen jubeln sie trillernd, indem si« mit den Haitdjläche» auf die Lippen schlagen. Die Freuilde des jungen Chekandidoten, seine männlichen Sippengeaossen und Jugend- gespielen sind mit dem ersten Hahnruf am Morgen ausgebrochen und mit Gesang nach Isongwa. dem viereinhalb Stunden entfernten Heunatsdorf der Braut, gezogen, um diese dort abzuholen. Reichlich wurden si« dort bewirtet, Pornbc war geflossen und vom Schwiegervater eine Ziege geschlachtet worden, während sie selbst eine andere mitbrachten. Nun kehren sie mit der Braut und deren Eltern und zahlreichen Verwandten zurück, um die Ehe zu schließen. Vor dein Dorf wird der Zug empfangen, die Braut sofort ins Haus der Schwiegereltern gebrocht, und die Vorfeier beginnt. Tanz und Gesang, Essen imd Trinken währen die ganze Nacht: an Schlaf ist nid)t zu denken. Auch meine Schwarzen sind geladen, weil ich zum Schmausen zwei Ziegen gestiftet hatte und von Kita herüber zwei wohlgesiillte Töpse honiggesi'chter Pombe bringen ließ. Ich wollte zuerst meine gestern erlegte Leierantilope schenken, aber da machte mich Vilima aufmerksam, daß dies für einen Weißen doch kein Ge- schenk fei.„Gib doch eine Ziegel'—„Die Leieroillilope ist doch fünfzehnmal schwerer als eine Ziege, denke an das viele Fleisch, das es da zu essen gibt." „Ganz gut, Herr, aber die Leieroillilope kostet dich nur eine Kugel., Ein Geschenk, das den Empsänger ehren soll, muß ober ge- kauft sein." Also belehrt, kaufte ich die zwei Ziegen und schenkte dem Bröiuigam obendrein die Decke der LeieroMilopc zum Beziehen seiner Kilondo, seines Bellgestelles, denn er war ei» besserer Neger und besaß ein solches Ding, während die meisten seiner Dorfgenossen auf einer Schilfmatte oder einem Fell auf ebener Erde schliefeit. Der Abendwiud rauscht in den Tamarinden, biegt ihre Aeste und schüllclt die Schotcufrüchte herab, reißt an den Feucrbränden, daß gelbzüngelnde Flammen wie Peitschen herausschlagen und ein Funkenrcgcn sprühend in die auskreischenden Mädchen fällt. Ich habe meinen Stuhl an der Windfeite des Feuers ausgestellt U'll» schaue dem frohen Treiben der Tänzer zu. Wenn sie nach der An- strengung des Tanzes schwatzend ausruhen, die Trommeln schweigen und die Bicrtöpje on der Reihe sind, dann kommt mein Koch und bringt mir Tee und Rum, oder Ailnlla hält mir dos Glas mit Whisky sada her. Bis zwei Uhr bleibe ich, lasse mir Liedertexte vor- singen uill» stelle vorsichtige Fragen nach den morgigen Hvchzeits- gebrauchen. Den Rest der Nacht verschlafe ich traumlos trotz des Höllenlärms der Ngoma, ich weiß nicht sicher, ob, aus Müdigkeit oder infolge der zahlreichen Whiskysoda: letzteres muß sich Vilima gedacht haben, da er mir Fleischsalat und Gurken als Frühstück brachte mit der Frage, ob er eine der wenigen noch vorhandenen PUsnerslaschcn einkühlen solle. Doch die sparte ich, denn sie schmeckt zu anderen Zeiten besser. So um sieben Uhr morgens trat eine Erschöpsungspausc ein: um zehn Uhr begann der Betrieb wieder im vollen Umfang. Ein Umzug wurde veranstaltet, wobei der Bräutigam, der«nen Bogen. Pselle, einen Speer und einen geschnitzten Stock,«llt dem Wedel einer Giraffe al» Abschluß, in den Händen schwang, von den Fest- teilnehmern aus den Schultern im Dorf herumgetragen wurde. Die Braut wurde aus der Hütte geholt und ging vor dem Zug gebückt im Tanzschritt einher, während die Menge sang:„Nmawinga, selanga,»che uche!"„Braut, geh langsam in gebückter Stellung!" Damit soll sie zeigen, wie schwer sie an den Lasten der Hausfrau in der Ehe tragen wird. Auch an mein Lager kam der Zug: da ich kein Pamb« zum Bewirten hatte, gab ich einige Kilo Salz zum besten, und Braut und Bräutigam bekamen}e einen Schluck guten Wein. brand. Das Gesicht der Braut danach hülle sin prächtiges Bild ge- geben! so' ähnlich mag der Pavian eines meiner Bekannt«« ousgs. sehen haben, als er cm dar Telegrophenstellton in die elektrischen Drähte kam Schon stand die Sonne stark im Westsn. als mich Lllima holte. da nun die eigentliche Eheschließung stattfand. Braut und Bräutigam hockten auf niederen Stühlen, nach altem Brauch nur bekleidet mll je einer vorn und hinten vom Gürtel niederhängenden Schopf- ontilopenhaut, dafür uberall am Körper mit Rizinusöl gesalbt. Beide trugen reichen bunten Glasperlenschnruck. und der Braut perlten die Tränen von den Wangen, ich tonnt« nicht unterscheid«», ob vor Rührung oder infolge des heftige» Pombegenusies. Tiefes Schweigen lag über dem Kreis der Zuschau«, die sich ign Sa» Braut* paar aufgestellt hallen. Die scheidend« Sonne spiegelt« sich in de» geölten blanke» Rucken, alles sah gespannt auf den Dater des junge« Ehemannes, der nun in den Kreis trat und ein« Ansprache ans junge Paar hielt. Dann sprach der Brautvater, schimpfte über fem» Tochter, sie sei das faulste Mädchen im Land, könne nicht kochen, nicht. Bier brauen, sei unfruchtbar und liefe jedem Manne nach, sin sei häßlich, und chr Mann werde sie bald fortjagen. Jeden Sotz da» gleitete ein dröhnendes Gelächier aller Männer und laute Proiestruse der zusehcnden Frauen. Dann kamen Ermahnungen an den Schwiegersohn, ein Pfeil, mtt dem der Brautvater während der Er- Mahnungen auf den jungen Gatten geziett hatte, ging m dessen Besitz über— die Ehe mar vor vielen Zeugen geschlossen. Erneut begann das Fest, während die Eheleute vorerst in ihrer Hütte verschwcwden. denn dort, so verlangt di« Sitte, muß die Frau zum crstenmöl kochen und SBasicr holen, wofür sie vom Mann ein kleines Geschenk, cinx Perlkelle oder ein Huhn oder etwas Aehnliches, ziemlich Wertloses bekommt. Noch eine Nacht hindurch wurde weitergefeiert: ich tot nicht mehr mit, dach meine Schwarzen waren so bei der Sache, daß sie erst am Morgen ins Lager kamen. Der Zustand meines Koches war so bedenklich, daß er mittags an Stelle des Oeles den Inhalt einer Petroleiimflasche zum Tomatensalat verwendete. Seine Rene darüber war sicherlich ousrichtig, denn er erbot sich, den Salat ans- zuessen. Ich riet ihm ober davon ab, da er ohnehin an den Folgen einer akuten Alkoholvergiftung erkrantt und das Petroleum mir nicht als geeignetes Gegenmittel bekannt war. „Kesho safari'(morgen reisen wir weiter). Den stummen Bor- wurf, der aus den treuen Rcgeraugen mir entgegenblickte, übersah ich. Sie hätten noch zwei oder drei Tage mitgefeiert, bi« der letzte Tropfen getrunken war. Und in Bilima kam der Sx-armeister zum Durchbruch.„Herr," sagte er,„da wäre«ine Ziege auch genug gewesen." Die Hochzeitssitte:,, die Höhe des Brautpreises, wie auch di« Art der Werbung wechseln bei den verschiedenen Stämmen. Immer aber ist die Heirat ein wichtiger Frauentäui. Bei Lösimg der Eh« wird, wenn die Schuld auf feiten der Frau liegt, der gesamte Braut- preis, manchinal sogar mit Zinsen, zuruckbezohll, zmn Beispiel bei Ehebruch oder Unfruchtbarkeit. Stets aber bleiben die Kinder dem Vater bei einer Scheidung. Uralt im Leben der Völker sind Talemieimts und die daraus hervorgehenden Tabugesefte, bei den Ostafrikanern„mwiko" ge- nannt. Da gibt es ein Stammesnrwiko zum Beispiel bei den Warungu. keiner von ihnen darf Zebraileisch esse»: da gibt«S ei» Sippenmwiko in Illsangu, dos den Sippcnmitgliedern das Perlhuhn verbietet. Jede Fainilie hat ihr Mwiko, das streng eingehalte» wird und fast immer nur in Gestalt eines Speiseverbotes bestrhtt Andere Verbote sind sehr selten: ich kenne nur wenige, zum Beispieki nicht auf den eigenen Schalten pissen, nicht über einen künstlich ge» fällten Baum steigen u. ä. (Mit Erlaubnis des Verlages Strecker u. Schröder in Stuttgart dem Buche„In Tropensonne und Urwolduacht" von Robert ifntcr* welz entnommen.) Ivcnn die Sonn« schrumpft... Wem, die große Kugel tlorn- inender Gase, die unsere Sonne darstellt und von der alles Lebe» auf der Erde abhängt, zu einem kleinen Teil ihrer gegenwärfigeo Größe zusammeafchrumpft. dann ist es aus mtt allem Laban unserem Erdball, der in eisiger Unbewohnbarkett ztirücklilcibt. Die'-e bedenklichen Zukunftsaussichtan eröffnen die neuesten Forschung�«: die der englische Astronom Prof. 3. H. Jeans kürzlich der Bratschen Astronomischen Gesellschaft vorgetragen Hot. Prof. Jeans bs- schäftigt sich seit vielen Jahren mtt mathematischen Berechnung«» über die Lebensgeschichte der Sterne, die durch das Frei»«rbort der inneren Energie und die Auflösung der Atome bestimmt wird. Nach seiner Anschauung, der ander« Astronomen zugestimmt haben, durchlaufen alle Stern««ine ähnliche Geschichte. Die letzte Phos« in dieser Laufbahn sind die Sterne, dt« den Typus der„weiße» Zwerge" darstellen, van denen verschiedene b«kanni sind. Dies« Sterne strahlen verhällnismühig wenig Hitze au«,»nd w»nn imser« Sonne ln diese Pertode ihrer Geschichte«ntrill, dann wsrd«" wir. zu wenig Wörme und Licht empfangen, al» daß noch Leb«,«ich unserer Erde bestahen könnt«. Ans seinen Berechnungen hctt Heeni» erkannt,„daß unsere Sonne jenem gefährlichen Zustand der Schrumpfung zismklch naheg»rückt ist. so'daß ihre Berwandsimg ttt «inen schwachleuchtenden Zw«rg für«tuen bestimmton' Zsttram» erwartet werden mutz'. Aber ängstlZche Gemüter bvauchen deShal» nach nicht der Erwartung dos Weltuntorganae« nachzuhängen, beraf ZoitrSum«, die nach den aflrcmwntsch«, Anschauungen nahe b«vr« stehen, sind noch immer unendlich lange Perioden, die nlellrtcht Millionen Jahre umfassen. So können wir also getrost annehmen daß«s mtt dtossr Schrumpfung der Sonn« noch gute Welle hch und dürfen uns ihre« lebenspendenden Strahlen ohne Sorz« «freue». Oer Alltag der Revolution. Von Ar. Alfred Meinberg..., Ein« große, alles mnwälzende Revolution vermag auch den gewöhnlichsten Durchschnittsmenschen über sich hinauszuheben. Das Zerreißen aller Bindungen der Tradition leiht selbst dem Zähen, Phantasielosen und Trägen für Tage und Monate Schwung und Wette. Da kann noni schäbigsten Ich-Mcnschen der Egoismus ab- fallen wie ein lästig gewordenes �Gewand. Wer eben noch-m. Staube kroch, erschließt sich dem Wunder der mitreißenden Idee, und über stumpfe Konvention, Eitelkeit und Lieblosigkeit triumphieren Mensch- tum im de Gemeinschaft. Es ist jenes Lebenswunder, von dem die chymnikpr unter den Dichtern, die Leonhard Frank, Bar- busse. Toller ergriffen künden. Aber die Zeit gibt nicht i h n e n R c ch t, sondern ihren kühleren Brüdern, den Ironikern: die Zeit, die immer wieder die alte Erkenntnis neu bewahrheitet, daß der Mensch weder als Einzelner noch als Gruppenwesen sich lange aus den Höhen seelischer Gelöstheit zu behaupten vermag, und daß er jede Situation, auch die gespannteste, allzu bald in den Alltag hinabzieht. Erst die Auseinandersetzung zwischen solchen kleinen Menschlichkeiten und dem ideell-moteriellen Umschwung, erst die Ausbalancierung aller widerstreitenden Kräfte ergibt„Geschichte" in wirtlicher Realität, ob man nun an den Weg Frankreichs vom 5. Mai 1789 bis zum 9. I Herrn idor 1794 oder an die Entwicklung der Bolschewisten vom Staatskommunismus zur„Nep" denken will. Ilja E h r e n b u r g s Helden- und Schieberroman„M i ch a e l Ly k ow"(Malik-Berjag, Berlin) erhebt sich vor allem deshalb zur zeitgeschichtlichem Dichtung großen Stils, weil er sein bestes Leben von diesem ewigen Widerstreit her empfängt. Michail und Artjom Lykow, die wesensoerschiedenen Söhne eines kleinen, ganz vom Barm absorbierten Kellners, sind eigentlich nur die Versuchsobjekte, an denen sich Krieg, Umsturz, bolschewistische Revolution und neue'ökonomische„Nep"-Politit. vollziehen. Der brave, etwas trocken« Artjom bewährt sich dabei durchaus, weil ihn' seine Nüchternheit ebenso vor übergroßen Erwartungen wie vor allzu bösen Enttäuschungen bewahrt. Der Phantasie- und Trieb- niensch Michail dagegen gleitet immer wieder aus, well ihn seine Substanz- und Hemmungslosigkeit jedem Antriebe preisgibt. Daß er dabei in seinem eng persönlichen Bezirk bald unmotwiert grausam und bald ebenso unmotiviert, heldisch ist, oder daß er dj« gut« deklassierte Bourgeoistochter Oljga in der niedrigsten Weise brutali- siert, um dafür dem herzlosen �Hürchen Sonjetschka widerstandslos Zum Opfer zu fallen, sind nur rem anhaf t-beilä ufige Illustrationen seines Wesens. Aber er wächst ins Monumental« auf, sobald ihm, dem Leeren und Nichtigen, das allgemeine Geschehen Gestali und Form leiht, denn da tritt er unter das Gesetz eines Höheren, wird P5$nboI und Ausfluß seiner Epqche. Diese Epoche hat, solange iyx revolutionäres Echos stark und «uge�rochen ist, di« schier selbstverständliche Kraft, aus dem eitlen Egoisten einen opserbereiten Kämpfer zu machen, der für den von G egenr� volutionären bedrohten Bruder in die Bresche springt. Gläubig baut er mit an den Utopien Aller, streitet und lernt und berauscht sich an Kampf. Sieg und Ekstase. Das ist nicht mehr der Eine RiÄbail, dieses schmarotzende- Insekt am Körper des unge- hsuren Ru�'aud— dos ist das ganze Durchschnitts- Proletariat der russischen Städte, das in Räten, Beschlüssen, Schulen, Kursoö und Debatten bcwegungstrunken das golden« Zeit- aller herausziehe sieht. Ebenso ist er der klassenentglittene Stadt- prolet, wenn er einige Monate später in Zigaretten macht, de- trügerisch irgendwalchc Propagandamarken verschleißt, die Behörden Uten Öhr hast, Seide schiebt, Geld verftideü. spielt tntfc fchkkeßKch zugrunde geht. Gewiß ist er nur ein winziges Rädchen nn Räder- wert, aber der ganze Betrieb in seiner Größe, wirren Schönheit und alltäglichen Berruchtheit wird an ihm sichtbar. Die kaleidoskopisch dahinjagendcn Bilder aus allen politischen Situationen und allen Gegenden der Sowjetrepublik mid die seltsamen, zwischen heißer Teilnahme und bitterer Skepsis die Mitte hallenden Kommentare Ehren- burgs vergegenwärtigen meisterlich die chaotisch gärende Atmosphäre von Traum, Begeisterung, Ekstase, Lumperei und stickigen Sumpf- giften, aus der sich unter Krämpfen, Irrungen und Opfern eine neue Well gebären will. Es ist die Wirklichkeit des Ironikers, nicht das Wunschbild des Pathetikers, was wir da lachend, entrüstet und er- griffen zu sehen bekommen. Aber gerade weil es die Revolution im Alltagsgervande zeigt, ist es ein treuer Spiegel der Geschichte. Oer Kalender im Schaltjahr. Von Ar. Lohannes Meiupaul. Schaltjahr ist Heuer. Und welches ist der Schalttag? Die meisten Zeitgenossen begnügen sich damit, zu wissen, daß„aller vier Jahre" ein Schalljahr ist, in dem der Monat Februar nicht „bloß" 28, sondern 29 Tage hat, und sie nehmen wohl einfach an, daß dann eben der Neummdzwanzigste„eingeschaltet", d. h. hinzu- gefügt wird. Mit Nichten! Schalltag ist der 24. Februar. Dieser ist mithin in den meisten Kalendern als„Schalttag" verzeichnet, und da da- neben zumeist kein Platz für seinen Namen freibleibt, misten die meisten nicht, wie er eigentlich heißt. Der Schalltag ist der Tag des helligen Matthias. Ein im altdeutschen Volksleben bedeutunzs- voller, merkwürdiger Tag, einer der recht zahlreichen Tage, der unseren Vorsahren einen Wendepunkt der Jahreszeiten bezeichnete, einen Frühlingsanfang. Um ganz genau zu gehen, so hat freilich schon Julius Cäsar. der bekannte römische Feldherr und Geschichtsschreiber, in seiner nach ihm benannten Iulianischen Kalenderreform den Februar als Schaltmonat und den 24. Februar als Schalttag bestimmt. Bis dahin hatte der Februar regelmäßig 29 Tage, der Kalender war aber infolgedessen der„Zell" vormisgeellt, so daß er mll den astro- nomischen Derhällnissen nicht mehr recht zusammenstimmte. Das Jahr hatte eben vorher 366 Tage, also einen zuviel. Nun wurde auf Grund von Borechwmgcn eines aiexandrinischsn Astronomen die mittlere Dauer ei.ies Jahres auf 365 Tage festgesetzt und weller bestimmt, daß immer auf drei solche„gemeine" Jahre ein Schall- jähr von 366 Togen folgen sollte. Dabei blieb es, bis man im Jahre 1582 erkannte, daß wieder etwas nicht stimmte, und den Iulianischen Kalender durch den Gregorianischen(benannt nach deni damalizen Papst Gregor XIII.) ersetzte. Ws dahin war auch der Iulianische Kalender der„Zeit" wieder um zehn Tage vorausgeeill: inan erkannte, daß nach je 129 Jahren wieder ein Tag niehr zu rechnen war. Da aber auch diese Rechnung immer noch nicht ganz glatt aufging, wurde weiter festgesetzt, daß von den Schlußjahrcn der Jahrhunderte mir diejenigen Schaltjahre sein sollten, die durch 400 teilbar sind. Aus diesen: Grunde— denn bei dem Gre- gorianischen Kalender ist es bis jetzt geblieben— war das Jahr der letzten Jahrhundertwende(1900) kein Schalljahr. Ilm nun nochmals auf den Julianischen Kalender zurückzu- kommen, so rechnete man damals— und später auch im deutschen Volksleben lange noch— den Jahresbeginn mll Anfang März. Demgemäß waren der Juli mtd August der fstnst««vd sechste Monat. Sie verloren rain aber ihre alten Namen Quintllis und Sextilis, die das ausdrücken, indem Julius Cäsar und der Kaiser Augusws ihnen ihre Namen beilegten. Da nun aber der Juli einen Tag mehr hatte, machte man ihm den August darin gleich. Also gab es auch„einmal" einen Schalttag im August. Seitdem haben die beiden Sommermonate je 31 Tage, ebenso wie die beiden Wintcrmonatc Dezember und Januar, dem Februar aber nahm man den einen Tag weg, so daß er seitdem„in der Rege!" nur 28 Tage zählt. Aus diesen Darlegungen ergibt sich, daß man nicht nur Schalt- tage eingeschaltet hat, und zwar nichl nur im Monat Februar. Und zwar handelte es sich dabei nicht immer nur um„einzelne" Tag«. Als der Gregorianische Kalender durch die päpstliche Bull: vom 24. Februar 1582 eingeführt wurde, traf auch einmal den Oktober dieses Los. Bis dahin war der alte Iulianische Kalender der astro- nomischen Zell mir zehn Tckge voraus, und diese wurden dem Oktober abgestrichen, dergestalt, daß man auf den vierten gleich den fünfzehnten folgen ließ. Der Gregoriam'sch« Kalender wurde jedoch zuerst nur von katholischen Ländern angenommen, und nicht einmal von allen. So kommt es, daß man jahrhundertelang in ungezählten Urkunden. Akten und Schreiben aller Völker zwei Kalenderdaten— etwa 14./24. Februar— nebeneinander verzeichnet findet. In Deutsch- land entschieden sich die evangelischen Stände erst am 20. Sepienibec 1699 für den neuen Kalender, und demgemäß wurde seine Einführung bald danach von ollen Kanzeln des heiligen römischen -Reiches deutscher Nationen angekündigt. In den Ländern ortho- doxen Glaubens(Rußland, Griechenland usw.) rechnet man heute noch nach dem Iulianischen Kalender(allen Sils). Als man sich auch in den protestantischen deutschen Ländern zur Einführung des Gregorionischen Kalenders entschloß, mußte man der Zeitrechnung hier ebenfalls wieder(wie 1582 in den romanischen katholischen Ländern) 10 Tag« abzwacken Dies geschah zu Anfang des Jahres 1700, also an der Jahrhundertwende, und zwar war hier abermals der Februar— nicht, wie damals der Oktober— der Leidtragende. Man wählte» in offensichtlichem Protest Luthers Todestag, den 18. Februar, als letzten Tag der alten Zeitrechnung und ließ ihm gleich den 1. März folgen. Bockbier in Babylon. Nach den Mitteilungen eines gelehrten Mitarbeiters des„Manchester Guardian" brauten die Babylon!« schon um das Jahr 7000 v. Ehr. ein Bier, dos. was Güte und Gehalt oetrifst, einen Vergleich mit dem unsrigen durchaus bestehen könnte. Cr stützt sich� dabei auf die Berichte von Keilschrifttaseln die über den hohen Stand des Brauereigewerbes im allen Babylon über- raschende Auskunft geben.„Das babylonisch« Lagerbier", so schreibt der englisch« Gewährsmann,.blieb ein volles Jahr im Keller, bevor es zum Ausschank kam. Dieses Bier war in Wahrhell ein Malz- extratt von strupähnlieh« Konsistenz, den der Derbrainher durch Zu- fatz von Wasser erst trinkferttg mache» mußte. In den Keilschriften werden zwanzig verschiedene Sorten von Bier namentlich ausgeführt. Für die besten Qualitäten wurde als Rohmaterial vor allem roter und weißer Emmer verwendet, eine Weizenart mll harten, von den Spelzen fest umschlossenen Körnern, die als Kullurpflanz« längst ver- schwunden ist. Für di« verschiedenen Biersorten gab es feststehende Handelsbezeichnungen.„Bi-n-sa" hieß das gute Sllvpbier erster Qualität, das auch das teuerste war. Mll dem Namen„Bi-»e-t>ar" bezeichnete man den gewöhnlichen guten Gerstensaft. Diejenigen. denen es nach erstklassigem, dunklen Malzbier gelüstete, forderte,, das „So-bar-bi-gigd" genannte Getränk. Das rote Bier, dessen Würze aus zwei Teilen Emmer und drei Teilen Malz bestand» war unter dem Namen„bi-si" bekannt." =?= a»- •U. Gardinen-Ausstellung Beginn: Montag, den 97« Februar, früh 9 Uhr „Lidit, Luft, Sonne" ist die Forcierung der Gegenwart und der Grundgedanke meiner Ausstellung! Sie sehen neben schöpferischen Höchstleistungen die Frage vom»Stoff im Raum" vorbildlich gelöst und ftnden daher eine Ausstellung, wie sie sein soll. Der Besuch ist nicht nur lohnend und nutzbringend, sondern wird geradezu zu einem Vergnügen. Ich erwarte Sie! 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