Morgenausgabe 3lr.i05 A53 45. Jahrgang WSchentlich 70 monatslch S.— 5t im voraus Zahlbar. Pofldezug 3.72 M. emfchl. Bestellgeld. Auslandsadow»»» ment 5.50 M- pro Monat. * Der.Vonvörts' erscheint wochentög» kich zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Adendausgaden für Derlm und im Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen„Dolk und Zeit" und.Kinderfreund" Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen- stimme"..Technik" Blick in dt» VüchenveU" und.Jugend-Vorwärts". P- Asrliner Vottsblatt Freitag 2. März IS2S Groß-Äerlin 1V Pf. Auswärts tS Pf. Di»• t a t p a 1 1 1 o• AoapareiNezeN» 80 Bkennig Reklamezelle S- Reichs» mark.Zkieme Anzeigen" da» Yettge» druckt» Wort 25 Pfennig(zulässig zmrt rettgedruckte Worte), ledes we»tere Wort 12 Psennlg Stellengesuche das erst» Won l5 Piennig ledes weiter» Wort W Pfennig Won« übe» l5 Buchstaden zählen»üi zwe» Wort» TlrbeitsmarfJ Zeile 60 Pfennig Fomil:onze'gen für Abonnenten Leiie 40 Pfennig Anzeigen» annahm»»m 5-)auptgeschast Linden» Krabe 3 wochemägl von 8�? dra l7 Uhr. Zentralovgan de« Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoss 292—297 Telegramm. Sdr: Eozialdemokrai Berlin Vorwarts-Verlag G.m.b.H. Bosticheckkomo: Berlin 37 KSK— Banklonio: Bant der Ärdeiier. Sngesiellie» «nd Beamien DaUslr 65 Diökonio-Gesellschail. Teposiienlasse Lindenslr L Vertuschung des Das Reichskabinett lehni Amtlich wird mitgeteilt: Das Reichskabinett hat sich in seiner heutigen Sitzung mit dem in der Phoebus- Angelegenheit gefaßten Beschlutz des Haus» haltsausschnsses beschäftigt. Der Reichswehr» minister ist ermächtigt worden, in der morgigen Sitzung des Haushaltsausschusses nutzerhcib der Tagesordnung eine Erklärung hierzu abzugeben. -A Hinter dieser formellen, sachlich inhaltslosen Mitteilung verbirgt sich die Absicht, den Saemisch-Bericht über den Phoebus-Skandal nicht zu veröffentlichen. Reichskanzler Marx will im Laufe der nächsten Woche lediglich den Frrktionssührern vertrauliche Mitteilungen über den Bericht geben. Die Reichsregierung nimmt einen ernsten Konflikt mit dem Hauptausschuß auf sich. Der Ausschuß, das Organ des Reichstags, der über den Reichsetat zu wachen hat, fordert von der Regierung die Vorlegung eines Berichtes über die Verwendung öffentlicher Mittel. Die Regierung ist verpflichtet, diesem Beschluß nachzukommen— aus 'Achtung vor dem Etatsrecht des Reichstages. Welche Gründe können sie bewegen, einen solchen Konflikt heraufzubeschwören und den Phoebus-Skandal vor Parlament und Oeffentlichkeit zu vertuschen? Es läßt sich auf die Dauer nicht vertuschen. Jeder Tag bringt neue Enchüllungen über die Geschäfte der See- transportabteilung des Reichsmarineamts, deren Leiter Kapitän L o h m a n n war, und für die der Leiter des Reichsmarineamts, Admiral Zenker, verantwortlich ist. Jeder kommende Tag kann Enthüllungen darüber bringen, daß die Lifte dieser ungesetzlichen Unternehmungen, Phoebus, Naois, Trajag, Caspar. Berliner Bankverein. Severa, Otwi. Hansa. Bacvn längst nicht vollständig ist. Die Reichsregierung riskiert bei ihrer Bertuschungs- taktik, daß sie jeden Tag vor neuen Skandalen zittern muß, daß die Oeffentlichkeit in größter Unruhe nach den p o l i t i- scheu Hintergründen dieser Masiengründungen der Seetransportabteilung fragt. Warum nimmt sie dies Risiko auf sich? Meint sie, es müßten unverantwartliche politische Spiele- r e i e n von Offizieren aus dem Reichsmarineamt gedeckt werden, meint sie, politische Einbildungen dieser Leute ernst nehmen zu müssen? Oder will sie vermeiden, daß noch andere Be- t e i l i g t e außer L o h m a n n und besten Vorgesetzte kompromittiert werden? Sind denn die Herrschaften, die die Schuld an diesem Gründungsfieber ä la Phoebus tragen, so wichtig pder so mächt'g, daß die Reichsregierung um ihret- willen einen ernsten etatrechtlichen Konflikt und einen Dauer- skandal in Kauf nimmt? Die Vertuschungstaktik muß geradezu wie eine Cr- mutigung auf jene Kreise der Reichsmarine wirken, die ein Eigenleben im Staate führten trotz der etatrechllichen Bin- düngen. Sie entwertet alle Versprechungen, daß Ordnung geschafft werden soll. Sie ruft in der Oeffentlich- keit den Eindruck hervor, daß außer den wirtschaftlichen Dingen noch andere schwerwiegende Dinge vertuscht werden sollen. Die Martneskandale werden nicht zur Ruhe kommen, wenn nicht volle Klarheit geschaffen wird und alle Schul- digen zur Berantwortung gezogen werden! Reichsrat und phoebus«Skandat. Der Reichsrat hat sich gestern mit der Phoebus-Atge- legenheit beschäftigt. Der Berichterstatter für den Nachtrags- etat trug die Stellungnahme der Ausschüsse vor: Zur Abwicklung der Phoebus A�G. hat das Reich sieben Millionen angefordert, trotzdem die bekannten Ga- rann« übe rn ahmen nur 6,5 Millionen betragen. Da» Reich hat zur Vermeidung de» Konkurses End« vorigen Jahres n o ch m a l» «in« Million hineingesteckt. Die Abwicklung hat nicht olle ElZubigee gleichmäßig an dem Schoden betet- ligt. sondern im Gszensatz zum Reich, das alle» oder last alle« verliert, den anderen Gläubigern weitgehende, wenn nicht voll« Befriedigung ihrer Ansprüche eröffnet. In den Aus- schüsten de» Reichsral» sind lebhafte Zweites dagegen ge- äußert worden, ob die» die günstigste Art der Abwicklung war oder ist, und«» wird von den Ausschüssen— neben einer Verdeutlichung der Erläuterung de» Ansatz«»— folgende Resolution vorgeschlagen: phoebusberichts! die Veröffentlichung ab. „Der Reichsral ersucht die Reichsregierung noch fehl zu prüfen, ob es sich nicht durch eine andere Form der Abwicklung der Phoebus-Angelegniheit ein günstigeres Ergebnis für da» Reich erzielen läßt, in dem auch die anderen Gläubiger der Phoebus A.-G. au dem Schaden teil. nehmen uud nicht durch das Reich voll befriedigt werden." Im übrigen empfehlen die Ausschüsse die eiotsrechtliche Seit« der Phoebus-AngelegenheU durch folgende Resolution abju- schließen: „Der Reichsral bedauerl. daß es zu de» das Reich verpflichtenden verhaodlungen de» Reichswehr. Ministeriums mit der Phoebus A.-O. hat kommen können. Er nimmi mit Befriedigung davon Kenntnis, daß der Reichswehr- minister in seiner Erklärung vor dem ljanshaUsansschuß de» Reichstagg die Garantie dafür übernommen hal. daß derartige Fälle von illegaler Selbständigkeit nicht mehr vorkommen werden. Abgesehen von den nötigen zugesagten strengeren Kontrollmaß- nahmeo zur Vermeidung von Geseheswidrigke'.ien ersucht der Reichs- rat die Rcichsreglerung dafür zu so. gen, daß Fragen der i a h o l t- licheu Einflußnahme aus deutsche Filme, einschließlich der Behandlung von Avstrazssilmen zu AufNSrungs- zwecken nicht von jedem Ministerium selbständig für sein Sachgebiet. sondern vom Reichsmini st erium des Innern in tech- nischer. geschäftlicher und iunerpolitischer Hinsicht einheitlich für alle Mmistecieu bearbeUel werden." Der Reichsrat bemüht- sich, für das Reich finanziell zu retten, was zu retten ist. Gegen die von ihm geforderte Ueberprüfung der Abwicklung setzen sich jedoch die anderen Gläubiger zur Wehr. In parlamentarischen Kreisen wurde gestern behauptet, daß der Geschäftsinhaber der D i s c o n t o- G e j e l l s ch a f t. Urbig. erklärt habe, die Ber- liner Äemoeloereinigung würde der Reichswehr alle Kontensperren, wenn sie die von Lohmann im Namen des Reichswehrministeriums übernommenen Verpflichtungen als unregelmäßig anfechten sollte. Vorwärts mit dem Zollfriedeu. Starte«! Anwachsen des deutsch-polnischen Anstansch- verkehr«!. Der polnisch« Außenhandel hat sich im ganzen Jahre 1S27 beträchtlich erweitert. Gegenüber dem Vorjahre ist die Gesamt- einfuhr nach Polen mit 1.68 gegen 0,90 Milliarden Golvfranken ganz erheblich gestiegen, und die Ausfuhr hat sich ebenfalls von UO auf 1,46 Milliarden erhöht. Der deutsche Anteil an der polnischen Wareneinfuhr ist mit 428 gegenüber 211 Millionen Gold- franken mehr als verdoppelt, er ist prozentual von 23,6 auf 25,5 gestlegen. Polen hat umgekehrt nach Deutschland sein« Ausfuhr von 331 auf 467 Millionen erhöht, was einer Steigerung von 25,3 auf 32 P r o z. entspricht. Schon der ungeregelte Zollkriegszustand hat also ein« erheb- liche Verstärkung des dentsch-polnischen Warenaustausches noch zu- gelassen, wopei sicher die größere prozentual« Zunahme der pol- nisch«! Ausfuhr nach Deutschland durch geregelte Berhältniise weniger fühlbar hätte werden können. Um wieviel günstiger müßt« «in Handelsvertrag fich auswirken, der für die besonderen Ein- und Ausfuhrmteressen der beiden Länder abgestimmt wäre. Die jetzi. gen Dalorlsations. und Grcnzzonenschwtengkeiten müssen also baldigst überwunden werden, und zwar trotz des Befehls des Grafen Westarp, der den Zollsrieden verbietet. Arbeitertod. Schwere«! Einstvrzvnglück bei Annen. Dortmund, I. März. Durch elae Schwefelgasexplosion auf der Halde der Zeche Wiendahlsbank bei Annen stürzte heute abend gegen 8 Uhr eine Bagger Maschine in sich zusammen. Hierbei wurden mehrere Arbeiter unter den Trümmern und Stelnmassen begraben. Bisher wurden drei Mann geborgen, von denen zwei schwer und einer leicht verletzt sind. Im ganze» wurden vier Arbeiter unter de« Erdmassen begraben. Tie drei geborgenen Arbeiter liegen mit schweren Brandwunden im Kranken- haus. Der vierte Arbeiter wird kaum lebend ge» borgen werden können, da er zu tief unter den glühende» Erbmassen begraben liegt. Oer Wahlkampf in Polen. Die Arbeit der Sozialisten. Td. L. Warschau. Ende Februar. Das Wahljahr 1928 wird durch die polnische Parla» meNtswahl eingeleitet, am 4. März wird der Sejm, am 11. der Senat gewählt! 1922 war die vorige Wahl, 1926 der erfolgreiche Militäraufstand Pilsudskis. Die Unfähigkeit des 1922 gewählten Parlaments, begründet auch in dem Gleich- gewicht der Rechts- und Linkskrafte, gab dem neuen Macht- Haber die Möglichkeit, unter Hinweis auf das Unvermögen der beiden Kammern Gesetzgebung und Vollzugsgewalt in seiner Hand zu vereinen und das Parlament völlig kaltzu- stellen. Er regierte, ohne sich vor irgendeiner Körperschaft verantwortlich zu fühlen und erst der Ablauf der Wahl- Periode im November 1927 zwang i h n, der auf Innehaltung der äußeren Bersassungsoorschriften genau achtete, während er deren Sinn täglich vergewaltigte, zur Ausschreibung der Neuwahl. Ihrem Ergebnis bleibt es vorbehalten, die poli- tischen Kräfteverschiebunaen im Laufe der letzten Jahre aus- zuzeigen, während der Maiumsturz lediglich eine individuelle Tat und keine Massenbewegung darstellte. Immerhin ent- sprach der Umsturz tn einer Beziehung der allgemeinen Volksstimmung: er gab der Rechten den letzten Stoß, und damit büßte ste ihre frühere Vormachtstellung vollkommen ein. Sie ist auch während der letzten zwei Jahre auf par- lamentarischem Gebiet wie im öffentlichen L?')zn konsequent an die Wand gedrückt worden und die vordem mit 109 von 444 Abgeordneten stärkste Sejmpartei der chauvinistischen N a t i o n a l d e m o k r a i e n dürste in das neue Parla- ment kaum SO Mandate hinüberretten. Die Stelle der verdrängten Rechten soll nun, nach Pil- sudskis Slbsicht, der mit Mühe und Not zustandegekommene Regierungswahlblock einnehmen, bestehend au» den Vertretern der verschiedensten politischen, sozialen, wirt- schaftlichen und religiösen Anschauungen, wobei jedoch da» reaktionär- kapitalistische Element bei weitem überwiegt. Dieser Block hat sich— allerdings in geringerem Umfang — bei den Gemeindewahlen im vergangenen Jahr alles andere als bewährt, und obwohl ihm jetzt als Regierungs- partei ganz andere Mittel zur Verfügung stehen, als den anderen Parteien, dürste er kaum mehr als 39 bis 40 Mandate erlangen. Um diese verhältnismäßig geringen Aus- sichten zu verbessern, schreckt der Regierungsblock selbst vor Terrorakten nicht zurück und bedient sich hierbei de» gesamten staatlichen Verwaltungsapparats. Tagtäglich wer- den aus allen Landesteilen Fälle von geradezu unerhörtem Amtsmißbrauch der Beamten gegenüber der Opposition ge- meldet. Berhaftungen von Kandidaten sind be- sonders tn den O st gebieten, wo die Regierungspartei bei der überwiegend nichtpolnlschen Bevölkerung geringe Aussichten hat, an der Tagesordnung, und haben u. a. auch dazu ge» führt, daß einzelne Parteien im Wahlkampf völlig führer» l o s dastehen, da ihre Führer sämtlich im Gefängnis gehalten werden. Kein einziger von den Führern der Unabhängigen Soziallsten ist in Freiheit und die ukrainische kulturelle Orga- nisation„Proswlta" mußte aufgelöst werden, weil ihr Vor- stand und sämtliche leitenden Mitglieder verhaftet worden sind. Auch die Minderheiten werden auf diese Weise von der Re- gierung an voller Entfaltung ihrer Wahltätigkeit gehindert und wiederholt meldete das offizielle Regierungsorgan „Epoka", daß dieser und jener Kandidat des Minderheiten- blocks verhaftet wurde aus keinem anderen Grunde, als weil er Wahlagitition für den Block getrieben hat! Die Staroste» (Dorfältesten) bedrohen die Bauern mit Strafen und befon- deren Steuern für den Fall, daß eine andere als die Re- gierungslifte siegt... Trotz allem offenen und geheimen Terror werden die soziall st ischen Parteien aus der Wahl gestärkt hervor- gehen. Die diktatorische und arbeiterfeindliche Regierungs» weise Pilsudskis, dessen Kampf gegen die Rechte ihn nicht hinderte, sich in Fragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik von den Kapitalisten der großagrarischen und großindustriellen Verbände leiten zu lassen, wird ihre Frucht tragen. Die Polnische Sozialistische Partei PPS., die 41 Abgeordnete (von 444) und 9 Senatoren(von III) besaß, wird sicherlich einen Zuwachs von 25 bis 30 Mandaten aufzuweisen haben. deren Zahl noch durch die Vertreter der Deutschen Sozialistischen Arbeitepartei, die mit den polnischen Ge- Nossen ein Wahlbündnis eingegangen ist und eine gemeinsame Liste aufgestellt hat. verstärkt werden wird. Die deutschen Sozialisten sind 1922 mit dem Minderheitenblock zusammengegangen, der damals sämtlich? Minderheitspar- teien ohne Rücksicht auf deren soziale Einstellung umfaßte. Dieser Block hat aber während seiner fünfjährigen Tätigkeit nicht nur nichts für die Minderheitsvölker getan woran aller- dlngs die Regierungen zum größten Teil schuld waren, er hat aber durch fortwährendes Bston-i der nationalen Gegensätze die scheinbare Kluft zwischen den Polen und den Minderheitsoölkern nur vergrößert. Im übrigen waren die einzelnen Gruppen des Blocks untereinander keineswegs einig, was schon aus einer Gegenüberstellung der loyalen Haltung der Deutschen und Inden gegenüber dem polnischen Staat und der Irredenta der Ukrainer, Weißrussen Südwest-Geist? Was republikanische Offiziere ireiben.- Feme gegen Deimling. Es gibt in Berlin eine„Bereinigung ehemaliger Offiziere der Kuiferlichcn Schutztruppe für Deutfch-Südwestafrika E. B." Sie soll. sajzungogemoß, auher der„Pflege der Ueberliefcnmg der Schutz- truppe und des Andenkens an die gefallenen Kameraden", u. a auch„die Bestrebungen auf restlose(!) Rückgabe unserer Schutz. gebiete" fördern Alljährlich hält die Bereinigung Ende Januar ihre Gcrteroloer» fammlung ab, über die ein gedruckter Bericht herausgegeben wird. Der Bericht über die letzte Generalversammlung, die wohl nur„au- fällig" am. Januar stattfand, liegt uns vor. Er enthält manche Stellen, die auf die Geistesoerfassung dieler ehemaligen kaiserlichen Schutztruppenokflzierc ein eigenartiges Licht wirft. So lesen wir: „Für die seitens des schweizerischen Oberstleutnants Dr. Bircher in den„Schweizer Monatsheften" gegen General der Infanterie a D. von Deimling geiührt« Polemik anlätzbch der ssitens dieses Herrn(!) auch in der Schwe'z betriebenen pazifistisch-defaitistifchen(?) Agitation Hab?» mehrere Mitglieder der Vereinigung Herrn Obersileulnant Bircher Material geliefert, das in einem Aussah Verwendung gefunden hat." Großartig, nicht wahr? Ehemalige deutsche Offiziere liefern einem ausländischen Offizier Material gegen den deutschen General, der anerkanntermaßen mehr als irgend sonst jemand für das deutsche Schutzgebiet in Südwestasrika gleistet hat und dessen koloniale Berdienste«inst von der ganzen deutschen Armee gepriesen wurden. Aber weil Deimling jetzt Republikaner und sogar Reichsbanncrnütglied ist, weil er den Unfug der Schwarzen Reichswehr bekämpft hat, weil er für den Frieden eintritt, deshalb wird er verfemt. Und die„Bereinigung rühmt noch die Denunziantentätigkeit ihrer Mitglieder, die„diesen.Herrn" von Deim. ling in einer ausländischen Zeitschrift angreifen helfen! Die stockreaktionäre Gesinnung der Vereinigung geht auch aus dem Bericht über die vorletzte Generalversammlung(30. Januar 1927) hervor: „Den„Ber. Vaterländischen Verbänden Deutschlands", deren Tät'gkeit auf die Vekämpsung der zweiten Revolution und des Bolsckewismus(?) gerichtet ist, wur> den 5 0 M. gespendet... Rege Beteiligung an der seitens des Deutschen Offsziersbundes, des Rationaloerbanbes deut- scher Offiziere usw. für den 8. Februar 1927 in Aussicht genommc- nen Feier ans Anlaß der bvjöhrigen Wiederkehr des Eintritts Kaiser Wilhelms II. zum Dienst in die preußische Armee wurde angeregt." Angesichts dieser Totsachen ist das Mitgliederoer- z e i ch n i s der Bereinigung besonders interessant. Es enthält». a. folgende Namen von allioen Offizieren und Beamten der Reichs- wehr oder anderer Achter: Beuster. Kapitänleutnant a. D., 0ber.Reg.-Rat im Reichs wehr- minist Mum. Brückner,.Hauptmann a. D., wSrtige« Amt. B u l l r i ch, Major a. D., bürg. Vortragender Legakionsrak im Ans- Polizeimaior in Eharlotten- Deiniger, Major, Kommandantur des Truppenübungsplatzes Ohrdruf(Thür.). Mahnert. Major im Reichswehrministerivm. Friedrich, Hauptmann a. D., Ob..Reg.-Rot im Reichswehrmini. slerium. G« i b el. Polizeimajor, Frankfurt a. M. heisigbrvnner. ceg.-Rat 1. kl. im Auswärtigen Amt. reche, ftchef der HcerLsleita»«g. a r l o w a, Rittmeister o. D., Ministerialrat im Reichsfinanzmini st ertum(Stcllvsrtr. Schatzmeister der Vereinigung). Kaftl,-Hauptmann a. D-, gefchäftsführendes Präsidialnntglleo des Reichsoerbandes der deutschen Industrie, deutscher Dele. gierter in der Mandatskommission des Völkerbundes. Kirchheim. Reichs wchrmajar in Schweidnitz. Kochauowski. Major a. D.. Ministerialrat im Reichswehr- Ministerium. eiudemanu. Oberstleutnant der Reichswehr in Königsberg. Marty, Reichswehrhavptmann. Pillau. Meißner, Obersiobrveleriuär der Reichswehr. Winden(Wests.). vou Pressentia. Reichewehroberft, Minden(Wests). Richter, Mmistcrlolrat im preußischen Landwirtschaftsmtniste» rtmn. vou Saldern. Rcichswehrmajor. Schießplatz Kummersdorf bei Zossen. Schauniburg, Reichswehrmasor. Lübeck. Schöneweck, Kriegsgerichtsrat. Sommer. Hauptmann und Referent im Reichswehrministerlnm. Striccivs, Reichswehroberst in Berlin. voit. Polizeimajor, Schöncbcrg. Wenn die Leitung der Reichswehr es mit der„Entpolitisierung" der Wehrmacht ernst meint, wenn die„Entpolitisierung" nicht nur ein Schlagwort zur Maskierung von reaktionären Bestrebungen ist, dann muh die„Vereinigung ehemaliger Ossiziere der kaiserlichen Schutz» truppe für Deutsch- Südwestasrika" vor die Alternative gestellt werden' entweder hört die Politik bei euch auf, oder alle Reichswehr- ««gehörigen werden aus der Vereinigung austreten nlüjfen. Es geht nicht an, daß aktive Offiziere einem Verein angehören, der den V. D. D. Geld spendiert, der die Beteiligung an Iublläumefcicrn Wilhelms anregt, der sich an der Feme gegen Deimling beteiligt. und ähnlich« Dinge mehr. Dabei muß das Beispiel von oben kommen: General Heye hat hier die l*.'ste Gelegenheit, die Aufrichtigkeit seiner Versprechungen zu beweisen. Andererseits glauben wir nicht, daß es für die Reichspolitik sehr vorteilhaft ist, wenn Deutschlands Vertreter in der Mandats» t o m m i f s i o n des Völkerbundes einem Verein angehört, der die „restlofe Rückgabe unserer Kolonien" verlangt. Diese For» derung ist so naiv, daß man sie den Bierbankpolititern überlasten und nicht von einer Vereinigung erheben losten sollte, die zu Dutzenden hoho aktive Beamte und Offiziere in ihren Rechen zählt. Warnung an den Bürgerblock? Oer Reichsrat über die Finanzlage. und Litauer hlworgeht, so daß bei Abstimmungen oft die eine Gruppe der anderen gegenüberstand. Ait dem gegen- märtigen Wahlbündnis der polnischen und deutschen Sozialisten ist hingegen der erste reale Schritt zur Lösung des Minderheitenproblcms'getan. Beide Parteien haben einen gemeinjamen Wahlaufruf er- lassen, in dem die polnischen Sozialisten die deutsche For- derung nach einer national-kulturellen Autonomie übernehmen und sich verpflichten, im künftigen Sejm für ihre Per- minlichung zu kämpfen. Wenn aber den deutschen Sozialisten der Vorwurf gc- macht werden sollte, das gemeinsame Nationale hinter das gegensätzliche Soziale gestellt zu haben, so kann denigegen- über betont werden, daß sich auch Deutschbürgerliche mit einer polnischen Partei verbunden haben: die fichrenden deutschen G r o ß i n d u st r i e l l en in Oberschlesien haben einen Ausruf der Wirtschaftsverbände im Sinne einer Unter- stutzung der P i l s u d s k i l i st e unterzeichnet, in der Absicht, die Regierung in gewissen Wirtschaftsfragen für sich zu ge- minnen. Die kapitälistischen Interessen haben sich hier stärker als die nationalen Gefühle erwiesen. Dagegen unterliegt es keinem Zweifel, daß das sozialistische Wahlbündnis in der Praxis für die Besserung der Lage der deutschen Minderheit weit mehr bedeutet als der gesamte Mindcrheitenblock. Das deittsch-polnische Bündnis, das den Ansang der lieber- b rückung der nationalen Gegensätze bedeutet, wird im künfiigen Sejm auch auf die slawischen und jüdischen saziolistischen Parteien, die sich ebenfalls dem Minderheiten- block nicht angeschlossen haben, ausgedehnt werden, um eine geschlossene sozialistische Front zu bilden. Diese Front wird auch die Klcinbauernpartei„Wyzwolenje"(Die Befreiung) umfassen, deren Programm sich mit demjenigen der PPS. völlig deckt. Eine starke parlamentarische Linke wird im künftigen Sejm umso bedeutsamer sein, als diesem das Recht zusteht, mit Dreisünftcl-Mehrhcit und ohne Zustimmung des Senats Bersassungsänderungen zu beschließen, die für die weitere politische Entwicklung sehr wicktig werden können. Es gilt als gewiß, daß Pilsudski vom Parlament eine Asnderung des Wahlsystems für den Staatspräsidenten ver- langen wird, nämlich die Volks- statt der Parlamentswahl. Auf diese Weise will Pilsudski, den große Bolksteile immer noch als den Befreier Polens vom fremden Joch feiern, sich die Wahl auf diesen obersten Staatsposten sichern, dessen bisherige rein repräsentative Stellung ebenfalls erweitert wer- den soll. Demnach soll künftighin die Regierung nicht mehr dem Parlament, sondern nur dem Staatspräsidenten verant- ivortlich sein, der auch die einzelnen Minister ernennen und absetzen soll. Schließlich beabsichtigt Pilsudski— der hierbei aus die Unterstützung der Rechten rechnen kann, den Senat zu einer Art S t ä n d e k a m m e r umzugestalten. Diesen Bersuchen, die demokratisch-parlamentarische Ber- fassung, die in ihrer Anwendung gegenüber den Minder- betten übrigens nur B u ch st a b e geblieben ist. in reak- tionarem Sinn umzugestalten, haben die Sozialisten aller- schärfsten Kamps angeiagt. Ihre Stellung ist daher doppelt schwer: von der Rechten werden sie wegen ihres Bündnisies mit den deutschen Sozialisten des„nationalen Verrats" be- zichrigt und von der Regierung und ihren Verwaltungsorganen werden sie überall schikaniert und an der Wahltätig- keit gehindert. Ja. einzelne Beztrkslisten der BPS. sind von oen Wahlkommissaren, unzweifelhaft aus höheren Befehl für ungültig erklärt worden! Der„Robotnlk" hat eine besondere Rubrik eingeführt, in der Tag für Tag über Wahl- tsrro? gegen die Sozialisten berichtet wird. Ienäherder Wählt ermtn, desto rücksichtsloser werde» die Bedrückungen und Gewalttaten. Zur Wohl hat die Regierung überdies an ihre Organe be» sondere Weifungen gerichtet, die auf nichts anderes hinaus- laufen, als auf eine willkürliche Korrektur des Wahlergebnisses zugunsten der Regierungsliste! Das Wahlergebnis entscheidet darüber, ab in Polen ein neuer politiscder Kurs beginnen soll, innerpolitisch durch das sozialistische Programm hinsichtlich der Lösung der M i n d e r- bellenfrage bestimmt: nach außen hin durch einen Sieg der Sozialisten eine Vertiefung der polnischen Friedens- Politik und die Annäherung an Deutschland— oder ob Pilsudski sich angesichts eines schwachen Sejms zur Beibehaltung seiner bisherigen, das Parlament ausschalten» den Regierungsweise veranlaßt sehen soll, die eines Tages linweigerlich zur offenen Diktatur führen muß. Abschaffung des Wahlgeheimnisses auch«och! Beuchen 1. März. Roch Mitteilungen polnischer Blätter ist beobsichtigt. die G e- b e i m b o l t u n g der Stimmabgabe bei der Sejmwahl dadurch zu beseitigen, daß in den Wahllokalen keine Wahlzellen e-ngerichtei und die Wahlkuoerts aus durchsichtigem Papier berzestcllt werden. Die Stimmzettel sollen unmittelbar vor dem Wahklciter in die Umschläge gelegt werden.— Die Po st hat jetzt einen Briefstempel eingeführt:„Summt für die Liste I" (Regicrungslifte). Siudentenstreik in Warschau. Marschau, 1. März.(Eigenbericht.) Vor zwei Tagen kam es in Warschau während einer Studenten- demonstration für den katholijch-nationalen Block zu schweren Zu- sammcnstößen mit der Polizei, die die Studenten bis in die Tech- nische hochschul« verfolgte und dabei zahlreiche Studenten ver- bastele und mißhandelt«. Aus Protest gegen diesen Polizei- terrvr und gegen die Bergewalkigung der akademischen Frei» heit beschlossen die Studenten sämtlicher Warschauer hoch» schulen morgen einen eintägig«: Dtreck zu proklamieren. Oer Elekiwkamps au der Saar. . Hermes als Vermittler. Bekanntlich haben sich über die Auslegung des vor einem Jahre zwischen Preußen und dem Rheintsch-Westfälischen Elet- trizitätswerk« abgeschlossenen Demarkationsoertrage Met- nungsoerschiedenheiten das Soargebiet betreffend ergeben. Da dieser Demarkarionsvertrag inzwischen auf die Preußische Elektrizitäts- Sl.-G. übergegangen ist, haben die beiden Gesellschaften Herrn Reichs- minister a. D. Dr. Hermez, der gleichzeitig Auiüchtsratsmitglicd der beiden Gesellschaften ist, gebeten, sich um die Klärung der strittigen Frag« zu bemühen. Di« Meldungen von etilem Austrage der preußischen Staatsregierung an Herrn Reichernirnster a. D. Dr. her- mes find unzutreffend. Der Bericht des Reichsrats über den Nachtragsetat führt den Parteien des Notprogramms in sehr ernster Form ihre Verantwortung für die Zukunft vor Augen. Es heißt in diesem Bericht: „Der für 1928 erzielte Ueberschuß erhöht sich dadurch auf 173,7 Millionen gegen 100 Millionen nach der Vorlage— die Tatsache, daß für 1927 aus Zöllen und Steuern rund 70 2' Millionen bznx 712 Millionen Mark mehr zu erwarten sind, als ursprünglich veranschlagt war, hatte die Oesfcntlichkeit vielfach zu freudiger Erregung über ,„R«- kordeinnohmen" und zum Optimismus für die Zukunft verführt. Es ist ober festzustellen, daß der Haushalt für 1928 be- reits mit so hohen Mehreinnahmen rechnet, daß er sogar über die 702 Millionen hinaus noch weiter« 210 Millionen aus denselben Quellen erwartet. Sind dabei zwar für Zölle 200 Millionen weniger veranschlagt, als jetzt erreicht sind, so wurde für andere Steuern ein erhebliches Mshrerträgnis angesetzt. Dl« ernste Prognose für den im Herbst aufzustellenden haushall für 1929, bei dem weitere 292 Millionen siir Reparationszahlungen auszuweisen sind und einmalige Einnahmen(au« Münz. gewinn und Ueberjchuß) von rund 400 Millionen voransstchstich fehlen, bleibt also bestehen. Die höhe der von selbst wegfallenden Ausgaben wird nur einen Bruchteil dieser Summen betragen. Ohne die Absicht, schwarz zu sehen, erscheint es Pflicht, auf diese Tatsachen hinzuweisen." Der sterbende Bürgerblock wirtschaftet jetzt nach der Pa» role:„N a ch u n s die Sintflut! Seine Parteien wer- den bei der Aufstellung des Etats für 1923 an ihre Taten von heute gemahnt werden! I�eichsrai und Notprogramm. Das Maotelgefetz angenommen. Die Vollversammlung des Reichsrat, stimmte dem Räch- tragsetat in der Fassung der Ausschußbeschlüsse mit Mehrheit zu, auch die beiden Entschließungen betr. die Phoebus-An- gelegenheit wurden angenommen. Nach Annahme des Roch- irogsetats gab der Bevollmächtigte der Provinz Ostpreußen zum Reichsrat, Freiherr v. Gayl, ivlgende Erklärung ab: „Nachdem soeben der Reichsrat im Rahmen des Nachrragshous- Halts für 1927 die Ostpreußenhilfe einmütig verabschiedet hat, ist es mir ein dringendes Bedürfnis, im Namen Ostpreußens den Regierungen der deutschen Länder den auf- richtigsten Dank auszusprechen für dies« groß» zügige Tat der hilf«. Zum ersten Marc wird durch dicsm Beschluß der Grundsatz durch den Reichs rat.festgeleg:, daß da? vom Reiche abgeschnürte Ostpreußen sich in einer Sonderlag« be- findet, die auch eine besondere Berücksichtigung dieses Reichsteils not- wendig macht. Ich darf dem Dank an die Länder ganz besonderen Dank hinzufügen an den Herrn ReichsprSfidente», den Herrn Reichskanzler und die Reichsregisrung. sowie an de« Herrn preußischen Ministerpräsidenten und die preußische Regierung für ihre tatkräftig« Hilf« und schließlich an Herrn Ministeriall,! retmr D o m m a» n und seine Herren Mitarbeiter für ihre überaus große und von warmem persönlichen Interesse getragene Mühewolumz." Der Reichsrat erklärte sich auf Grund d«r Verhandlungen in den betreffenden Ausschüssen mit dem vom Reichstag angenommenen Gefetzentwurf über Bereit st ellung von Krediten zur Förderung des Kl« i n w o hn un g sb au e s«inoer» stand« n. Auf der Tagesordnung stand weiter-der Gefetzemwurf über die Erhöhung der Leistungen in der Invaliden- und Angestelltenoersicherung. Dieser Gesetzentwurf bildet einen Teil des Notprogramms der Reichsregierung Die Ausschüsse des Reichsrats haben die Vorlage ohne wesentlich« materiell« Aendernngea angenommen. Dagegen wurde«in nachträglich von der Regierung gestellter Antrag, knc Bestimmung über das Inkrafttreten des Gesetzes derart zu fassen, daß der-Zeiipunkt des Inkrafttreten» durch be» sonderes Gesetz bestimmt werde, abgelehnt. Ministerialdirektor Grieser wiederhoite in der Aollver- fammlung im Auftrage der Reichsregierunz den Antrag, in das Gesetz die VesUmnmng aufzunehmen, wonach der Zeitpunkt de» In- kraftcretens durch besvnberes Gesetz bestimmt wird. Der Antrag der Reichsreglecung(Bestimmung de» Zettpunkles des Inkrafttretens durch besonderes Gesetz sMautelgesehss wird mit Mehrheit angenommen und mit diesem Antrag der Gesetz- entwurs. Weiß« Mäuse. psychiatergefah? für Qideadorff. Ludendorffs Geisteszustand wird vor Gericht beleuchtet werden. Graf Dohna hat ihn wegen Beleidigung oertlogt. In einer völkischen Versammlung in Gotha hat dar General behauptet. er Hab« von einem„früheren Freimaurer�«inen Brief erhalten, in dem ihm dieser mitgeteilt habe, daß er in den Jahren 1911 bis 1913 in Logenoersammlimaen mehrfach gehört habe, wie der Plan erörtert worden sei, den österreichischen Thron- folger zu ermorden, um dadurch den Weltkrieg heraufzubeschwören. Der Briesschreiber habe seine Wehr. nehmung dem damaligen Großmeister der Landesloge von Preu- ßcn, dem Graten Dohna, mitgeteilt, mit der Bitte,«r möge gegen den Plan Stellung nehmen. Dieser habe sich sedoch ablehnend verholten und sich dadurch, wie Ludendorf? erklärt«, des Landes- verrate schuldig gemocht. Rächstens wird Lud endo rff enthüllen, daß die Freimaurer im Jahre 1871 sich verschworen hätten. Deutschland den Persailler Ben- trag aufzuerlegen. Sozialismus und Rationalismus. «dltsthließuag de? Zuteraalional«. 7w d«r Züricher Sitzung d«r Exekutiv« der Sozialistischen jl» bciter-Internationale berichtete de Brouck�r«(Äelgien) im ?tam«n der Kommission sür Minderheitsvölker über die E i n i y u n g s b c st r r b u n g e n in der Tschechoslowakei, den Arbeitsplan der Kommisston in bezug auf die nationalen Pro. Kleme des Balkans und schließlich über Differenzen in bezug auf die Dositlk der ukrainischen Sozloldemokratte. Di« Kritik richtete sich gegen die Stellungnohm« der ukrainischen Partei in ihren Kundgebungen aus Anlaß der ErmordunaPetliura». !>n der Kommission, deren Aufmerksamkeit Genosie Abramo- witsch(Rußland SD.) auf diese Fragen gelenkt hatte, war e« gelungen, zu einer Sinigung zu gelangen, die in folgendem gemein- samen Antrag d» Delegationen der ukrainischen und der russische» Sozialdemokratie zum Ausdruck kam: In der Atmosphäre der scharten RatlonalitStenkämps«. auch der geaenseittgen nationalen Erbitterung, die immer noch in der Sowietukraine unter dem Einwirken der fürchterlichen Gescheh- nisse des Bürgerkrieges und der Judenpogrome berrscht, ist as doppelt notwendig für die sozialistischen Parteien der einzelnen Nationen, die die Interessen der Arbeiterklaste in dqm Befreiungskampf Ihrer Nation, an dem sie sich beteiligen müssen, vertreten wollen, ihr« Selbständigkeit gegen- über der allgemeinen bürgerlich- nationalen Bewegung zu bewahren und alles zu vermeiden, was in den Arbcitermasten den Eindruck erwecken könnt«, als ob die soziali» stilche Nartci mit den bürgerlichen Chauvinisten und ihrer natio» nalen Taktik solidarisch wär«� Nur durch scharf« und klar« Trennung von dem oöl k e r v e r h« tz e nd e n Natio- n a l i s m u s der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Parteien, die bestrebt sind, die Massen vom Klassenkampf abzulenken und sie zum.Kampf der Nationen zu mobilisieren, fft es möglich, die sozialistischen Parteien zu«ner»dritten Macht' zwischen und über den sich bekämpienden Nationalismus zu macheu. Um den Nationalismus und die Reaktion erfolgreich zu be- kämpfen, ist es notwendig, daß die sozialiftifchen Parteien der einMnen Nationen in den Ländern der Sowjetunion zu«in- ander in Beziehungen treten, dl« das gegenseitig« Ber- trauen und die«Solidarität der Arbeitermasten stärken. Genoste d« Brouckcre verwies auf die schwierigen Pro- bkme, die aus den komplizierten nationalen Derhältnisten de» Asiens für die sozialistische Bewegung entstehen. Noch weiteren Acußeningcn von Iarblum(Palästina), Abramowitsch lRußlond SD.) und L o n g u« t(Frankreich) wurde die Resolution einstimmig beschlostcn. Oer Matteotti-Fonds. In der Züricher Eretulivsitzung der Sozialistischen Arbeiter- international« kündigt« das Komitee für Derwaltung des Matteotti- Fonds an, daß ein ausführlicher Bericht dem Brüste! er Kongreß vorgelegt werden wird. Da» Komitee richtet« an die Parteien die Ausso-derung, Mittel für diesen Fond», an den immergrößere Anforderungen gestellt werden, beizusteuern. Vorläufig ist die Leistung der kleinen Länder relativ weitaus größer als d-e der großen Länder. Am besten sind die Sammlungen bishsr in .fKlfand. Schweden und Deutschösterreich gelungen. Leider Koben eine Anzahl Parteien nicht einmal da» Minimum an den Matteviti-Fond» geleistet, da« mit 10 Proz. ihrer Beiträge an d'ie International« festgesetzt morden ist. Zur Steigerung des M.rtieotii-Fonds umd zur Maifeier«n« intsrnational« Matteotti-Kart« hgrauegegebeu werden, deren Reinertrag dem Matteotti-Fonds zufließen wird. yie Siukerkerung Lujors. Auf Vnivag der Kommifsian zur Untersuchung der Page der politischen Gefangenen hat die Exekutiv« der Sozialtstischen Arfxiter- imerpationÄe folgenden Beschluß gefaßt'.Di« Cxekutiv« nimmt mit Entrüstung davon Kenntnis, daß M. GH.Bujor immer noch von den Machthabern in Rumänien gefangen gehalten wird. Es ist eine Schändung der Menschlichkeit,»inen politischen Geyner im Ke-ker lebendig zu begraben. Im Namen von Millionen So- zialisten vieler Länder fordert die Exekutive der Sozialistischen Ar- beiterintcrnationale die endlich« Freilassung Bujors.' Reichsmarme. Neue Schiffe- vad vi« es darin aussieht. Nach der Bertagung der Phoebusangelegenhelt beriet der Haupt' ousschuß des Reichstag« den Marine- Etat. Genoste Hünlich besprach die Forderung eines neuen Panzer. kreuzers unter dem Gesichtspunkt der Werstpolitlk. Im wefent liehen ständen zwÄ Werften in Siel und ein Marineorsenal mit rund liAXi Arbeitern zur Dersügimg. Seiner Ansicht noch habe die Ma. rine sich das Bett zu breit gemacht. In 5 oder 6 Iahren würden sowieso, nach dem Spielraum de» Dersoiller Bertrages. Auf- träge sür Neubauten nicht mehr Vorhandensein. Was soll« dann mit den Wersten geschehen? Der demokratisch« Abg. von Richthofe» besprach die inner« Ausschmückung des»reuzers„Berlin' und teilte mit, daß in den Repräsentationeräumen außer dem Bilde des Reichspräsidenten noch folgende Lildnifl« aufgehängt seien: des Großadmirals v. Tirpitz. de« srüheren Prinzen Heinrich von Preußen mit der Kennzeichnung als Groß- admiral und der Aufforderung hret Schwarzweißrot', und das, obgleich das Bild 1S2S gestiftet sei. und schließlich Luden- d o r s t» Bild. Ein so ausgestattetes Schiff könne man doch wirl- lich nicht als«in« Repräsentation der deutschen Republik in» Ausland sch,ck«n. In einer kurzen Erklärung teilte der Reichswehrminister Dr. G r o« n e r mit, daß die von dem Abg. v. Richthofen erwähnten Bilder bereits ohne sein Zutun entfernt ward«» seien. jilaakesekretär von Schubert ist in Mentone eingetroffen, mn mit Dr. S i r« s« m a n n vor der Genfer Ratstagung zu konferieren, wohin sie sich am Sonnabend gemeinsam begeben. Der banerische Mnlsterrak und di« Koalitionsparteien haben sich am Donnerstag mit dem Beschluß d«, Bauernbunde» auf Ablehnung der Beamtenbesollmng befaßt. Im Einvernehmen mit der Regierung beschloß die Fraktion der Bayerischen Dolksportei. die Entscheidung über die Toriaqe zur Boamienbefoldung in offener Feldschlacht de, Parlament» zu suchen und von deren Ausgang den Forlbejland der gegenwarl.gen Regierung-. koaMion abhängig zu machen. Da die Regler ungsoorlage dem Land- taz überhaupt noch nicht vorliezi, werden bis zur«ndgüUigon Eni- scheik>ung noch gut orei Woche» versteeicheir. Marschall Diaj. während de» Wellkrte«» Führer de» italienischen Heere»«n da Isonzo-Frorü, ist gestärbe*.. Das Aoisieigerungsprogramm. Llnterdessen auf dem Dache Ist man tätig bei der Sache H. mch M/fie/t: Schwuppdiwupp, schon wird nach oben OaS Gefrierfleisch hochgehoben! piscatsrfchema. Sine Filiale im Tessing-Theater. Piscator.Theater ohne Piscawr Nur sein Schüler Ernst L ö n- ner darf die.Singenden Galgenvögel' unseres Genosten Up ton Sinclair in Szene setzen. Es ist das miserable und langweilig« Stück eines famose» und»rutigen Romanschriftstellers. Es ist ein Melodrama, das durch die Regie um jeden Schwung, mn jode Bühnenkraft gebracht wird. Die Piscator-Methode wird mechoni- siert. Di« Kunst wird einem Prinzip geopfert. Es ist nicht, wie Sinclair wünscht, Prcpagandolunst, es ist nur noch Schlafmittel. Am Schlüsse große» Gellaftche, Gesang der Kommunisten, sogar Red« und Gegenred« von Leuten, die verlangen, daß man Farbe bekenn en�oll. Der Gefallen werde ihn«, getan. Morgen. M. H. Max Adalbert als Kollege Eramptou. Zur Aeoeiastubierong im Berliner Theater. Gerhart Hauptmann erobert sich weiteres Terrain. Das Ber- linsr Theater holt eine der ältesten Komödien des Naturalis- mus aus der Bersenkung hervor, den„Kollegen C r a m p t o»', die Charakterstudi« vom verkommenen Genie. Wir bewundern wieder Hauptmanns Gestaltungskraft, die herrlich« Kunst, aus dem Nichts einen Menschen zu schassen, den wir kennen und dessen tro- gisches Schicksal uns berührt, als zerbräche es einen lieben Be- kannten. Ob erst die Wahl auf Max Adalbert als Träger der Haupt- roll««nes Stücks oder erst auf den..Kollegen Crampton' gefallen ist. weiß ich nicht. Jedenfalls bewältigt Adalbert seine Roll« mit Meisterschaft. Er ist der geniale Komiker, der auch dürstige Rollen mit leuchtendem Leben und funkelndem Humor erfüllt. Ueber seinen goldene» Humor hat man vielfach vergesten. daß er auch«in guter Schauspieler ist. Schon einmal hat man ihm(in den.Helden") eine lüerarifche Aufgab« anvertraut. Gestern kamen die nicht auz ihre Kosten, die über«inen Spaßmacher lachen wollten. Wer sich aber an d« künstlerischen Berkörperuna eines Menschen erfreuen wollte, war erschüttert. Im Zwesten— stärksten— Ast der Tragikomödie, wo Crampton sein« eben wieder auskeimende Hoffnung auf ei» neues, bester«» Leben jäh zusammenstürzen sieht, erleben wir in werchzeu Minuten dt« Tragödie«ine« wirklich«, Menschen. Ldakberrs Augen werden glanzlas und leer, lue Figur sinkt zusammen Diese Leistung Max Adalberts bleckst ein Erlebnis. Leider stehen die übrigen Hauptdarsteller weit unter seinem Niveau. Di« Z'crerei und Unnatürlichkeit der Grete Iocobsen(Gertrud Erampton). ihre Bergner-Kopie ist fast unerträglich. Auch Harry Goixte(Max Strähler) genügt nicht den Ansprüchen einer Berliner Bühne. Max Adalbert wurde uitzähug« Mate gerufen. Dgr. AN DIE PARTEI! Der Bllrgerblock ist tot. Der Kampf um die Erneuerung des Politischen Lebens in Deutschland hat begann«!. Dieser Kampf wird schwer sei«. Die Arbeiterschaft kann ihn nur dann siegreich durchführen, wenn sie sich mit dem Aufgebot aller Kräfte auf den Gegner wirst. Mit riesigen Geldmitteln sind di« Bürgerblockpartei«» für den Wahlkampf ausgerüstet. Hinter ihnen steht das Großkapital, daS auf Kosten der proletarischen Schichten seine wirtschaftlich« Stellung neu befestigt hat und nun danach trachtet, auch politisch die Oberhand zu gewinnen. Hinter ihnen steht der Großgrundbesitz, der seinen Dersall durch neue Auswucherung der Masten aufzuhalten sucht. Hinter ihnen stehen die Monarchisten, die Rationalistcu und die Miliiaristm, die es noch immer nicht verschmerzen können, daß di« Republik keine Vorrechte der Geburt, des Standes und des Besitzes zulassen will. Di« arbeitend« Bevölkerung kämpft allein. Aber gerade das ist ihr« Stärke: die Millionen in Stadt und Land, die vcn ihrer Hände oder ihrer Köpfe Arbeit leben, sind ihren Widersachern gewachsen, wenn sie einig zusammenstehen. Sie Arbeit gegen das Kapitell Das ist der Schlachtruf, mit dem die Sozialdemokratisch« Patte» Deutschlands in den Wahlkampf 1S28 zieht. Aber zum Kriegftthren gehört noch immer Geld, gehört heute noch mehr Geld als je zuvor. Und darum appellieren wir an unser« Parteigenossen, an die Männer und Frauen des arbeitenden Volkes, an alle alten und jungen Streiter im Befreiungskampf des Proletariats: Zeigt eure in Jahrzehnten bewährte Qpferwilligkeii, sorgt für Munition für den Kampf, II sammelt freiwillige Beiträge II für den Wahlkampf für eure Partei, die Sozialdemokratie! Keine Versammlung ohne die Losung:„Partei im Kampf!" Kein Betrieb ohne de» Willen:„Partei im Kampf?' Keine gesellig« Veranstaltung ohne den Ruft„Partei im Kämpft" 19 Parteigenossen! Parteigenossinnen l Wir wissen, daß unser Appell an eure Opferfreudigkeit begeisterten Widerhall sind«, wird. Di« Partei ruft! Wer will zurückbleiben? vor Parleiverstand dar SoslaMaatokrallscliaa Partei DautachJandm Freiwillige Beiträge für Berlin find»och immer a» Alex Pagets, postfchrtttoato 7tr. 43143 Berlin zu richten. Heute letzter Einigungsversuch. Geschlossene Krönt im OMV. Gestera aachmUlag kamen die Funktionäre der streikenden Berliner Werkzeugmacher im Verbandshaus der Metallarbeiter zusammen, um sich über die Streiklage auszusprechen. Der Bevollmächtigte des Metallarbeiterverbande», Genosse Brich, gab den Funktionären bekannt, daß sich bis jetzt noch nicht ein einziger Streikbrecher gesunden hat und die Bewegung einen glänzenden Verlauf nimmt. Eingehend aus die zu Freitag vormittag vom Schlichtungsausschuh anberaumte Verhandlung, die zwischen dem Verband Berliner Me talllndustrieller. dem Deutschen Melalt- orbeiterverband, den Siemens-Firmen und dem Gesamt- belriebsrat des Siemens-Konzerns stattfinden sollen, betonte Brich. daß die Organisation nach wie vor gewillt sei, zu einer Verständigung die Hand zu bieten. Die Leitung der Organisation ist der Auffassung, dasz der Konflikt durch zentrale Verhandlungen beigelegt werden müsse. Die weiteren Mah- nahmen der Organisation seien natürlich abhängig von dem Ergebnis der Verhandlungen. Genosse Brich legte dann den Funktionären die taktischen Gründe für das vorgehen der Organisationen dar, die von den Funktio- näreu. einschließlich der kommunistischen, ein- stimmig gutgeheißen wurden. Brich ermahnte die Funktionäre zum Schluß, auch weiterhin nur die Anordnungen der Organisation zu befolgen, damit die Bewegung zu einem erfolgreichen Abschluß geführt werden könne. Die Veltraueneleute beschlossen dann, am Sonnabend vormittag S Bhr wieder im Verbandshaus der Metallarbeiter zusaminen- zukommen. uro aus Grund des verhandlungsergebnisses die weiteren Beschlüsse zu fassen. * Die Organtsationsleitung der Metallarbeiter geht heute zum Schlichtungsausschuß in dem vollen Bewußtsein ihrer Verantwortung, getragen von dem ein» Nlütigen Vertrauen der Streikenden. Es kommt dem Deutschen Metallarbeiterverband nicht darauf an, die Stillegung der gesamten Berliner Metallindustrie herbeizuführen, obwohl er das vollkommen in der chand hat. Es kommt ihm vielmehr darauf an, für die Werkzeugmacher das mörderische Akkordsystem zu beseitigen und einigermaßen auskömmliche Mindestlöhne festzusetzen. Niemand wird behaupten können, daß die Forderung der Werkzeugmacher unbillig ist. Wenn die Unternehmer auf ihrem, durch kein sachliches Argument begründeten, ab- lehnenden Standpunkt beharren, so tragen sie die Veront- wortung, sie ganz allein für die Folgen. Was in Klein- betrieben, die dem VBMJ. nicht angeschlosien sind, möglich ist,' muß erst recht in den Großbetrieben möglich sein. Die Haltung der Funktionäre, die einmütig die Taktik der Organisationsleitung billigten, ist gleichzeitig eine ver- diente und schallende Ohrfeige für die Spaltungsstrategen der KPD., die den verantwortlichen Organisationsleitern- und darüber hinaus der gesamten Metallarbeiterschaft Befehle erteilen möchten, ohne irgendwie dazu qualifiziert zu sein. Die Leute, die täglich in der„Roten Fahne" die Metall- arbölter gegeneinander zu hetzen und die Organisations- leitung in den Schmutz zu ziehen versuchen, haben gestern selbst von ihren eigenen Anhängern unter den Streikenden eine verdiente Absuhr erhalten. Vor schweren Kämpfen in Bayern. In Metall- und Textilindustrie. München., 1. März.(Eigenbericht.) Auch in Boyern scheinen stch ernste Lohnkämpse zu ent- wickeln. Di« Funktionäre des Deutschen Metallarbeileroerbandes haben am Donnerstag den vom Schlichter für die bayerische Pro- vinzmetallindustrte gefällten Schiedsspruch ein st immig ab- gelehnt. Das gleich« verlautet von den Unternehmern. Nach dem S�iedespruch würde sich>e nach Ortsklasien und Berufsaruppen für die Arbeiter und Arbeiterinnen über ZS Jahre eine Stunden- lohnerhöhung von 2 bis S Pj. errechnen. Auch die Arbeiterorganisationen der Textilindustrie in Nord- und Sükbaye'n haben sowrhl die Mantel- wie die Lohntorif« gekündigt, nachdem sie im He'bst auf die be- reits gep'ante Kündigung nur aus Gründen der Tariftreue ver- zichtet hatten._ '/.-Pfennigschieösspruch soll verbindlich werden Die Handarbeiter verhöhnt und vom Lande getrieben. Die Verhandlungen, die vor einigen Tagen wegen des Lohn- streites in der schlesischcn Landwirtschaft im Reichsarbeitsministerium stattgefunden haben, sind bekanntlich gescheitert. Damit Hai setzt der Reichsarbeitsminister das Wort. Er hat zu entscheiden, ob dem Antrag der Unternehmer Rechnung getragen und der Halb- Pfennigschiedsspruch für verbindlich erklärt werden soll. Die Vertreter der Arbeiterorganisationen haben bereits»n- zweideutig zum Ausdruck gebracht, daß nur die A b l e h n u n g der Derbindlichkeitserklärung in Frage kommen kann. Der umstrittene Schiedsspruch bringt, wie gesagt, eine„Lohn- erhöhung" von einem halben Pfennig pro Stunde! Diese sonderbare Lohnerhöhung soll für die A ck e r k u t s ch« r und Lohn- gärtner in Frage kommen und ab 1. Juli 1928(!) gelten. Auf den zehnstündigen Arbeitstag umgerechnet, ergibt das eine .Lohnerhöhung" von S Pf. pro Tag und auf die sechzigstündig« Arbeitswoche eine solche von ganze» 90 Pf. Wie soll man dieses Schiedsspruch anders nennen als eine kulte Verhöhnung der Landarbeiter! Der Schiedsspruch ist das Unerhörteste und Lächerlichste, was das Schlichtungc oerfahren jemals hervorgebracht Hai. Den Schieds» spruch zu einer bindenden Regelung zu machen, würde de» deuten, das Ansehen des Schlichtungswesens aufs Spiel zu setzen. Jeder Landarbeiter müßte dann fortan der Meinung sein, daß diese Emrichwng kein ausgleichender Fatror, wildern lediglich ein Mittel ist, mit dem die reaktionäre Lohnpolitik der landwirtschaftlichen Unternehmer wirksam unterstützt werden soll. Eine weitere Folge wurde sein, daß die Neigung der ichlesischen Landarbeiter, die Arbeit in der Landwirtschast aufzugeben, immer größer wird. Be» sonders müßte bei den jugendlichen Landarbeitern damit ge- rechnet werden, daß sie das landwirtschaftliche Arbeitsverhältnis r.,---- W-i�e Bede' t'ng die Abwandenmqs- neigung der schlesischen Landarbeiter hat, beweist am besten die Tatsache, daß von 1919 bis 192S 69 909 die Provinz oerlassen haben. Seien Sie deshalb gewarnt, Herr Reichsarbeitsminister! Gehen Sic in der Frage des Lohnstreites in der schlesischen Landwirtschaft nicht den Weg, den Ihnen die landwirtschaftlichen Unternehmer vor- schlagen! Die Differenzen Im Gastwirtegewerbe Mannheim» sind nach langwierigen Verhrndtungen beigelegt worden. Es wurden neue Abmachungen getroften, die von beiden Seiten angenommen wurden und die am 1. März in Kraft treten. Die ausgesprochenen Kündigungen gelten als zurückgenommen. Ncktung, SPD.-zimmkrert Am ffennobenb, S. Mär», 20 Uhr, bri OfjTtQemod), Sommanbantenftr. 88, ffrakt onslltzmig der SPD..zimmrrcr Prrlins und Umgcgrnd. Zu d'rfrr Sitzung sind auch die»u der am Svnnwg ftaltfindcnd-n Zahlstell n Versammlung gewählten Delegierten, sowe t sie der SPD. angehören oder m.t derselben snmrathisicren, eingeladen. Der Frastiou-oorstand. Eä I t,-l 'nT-p;— i-f 4- l-j-{ l i i i i Bertn-b der Maler. M tgliederversammwng heut», ssreitag, l0>d Uhr. im Saql< des Derliner Tewerksöastahauleo, Engeluser 24—25. Stellungnahme »u d'n neuzeitlichen Arbeitsmethoden im Maler- und Lack crcrgcwerbe. e» fcrent Bcz'rlsle�ter tzactzlckmann. Do gegenwärtig in allen Betrieben«in« Umstellung der ArbeilsMetI ode ersolgt, ist c» notwendig, diese, Thema»S erörtern, weshalb jeder Kollege erscheine» mutz. Die Oetsverwaltnng. Freie Sewerlschastsjugend Vrotz-Beell». Zack-Lsrhon-Veranftaltun«: Karten sind nicht mehr erhältlich. Ein Bertauf an der Adendlaise findet nicht statt.— EintrUtsIartcn zur.ZahrsLnstse'er- am Eonntaa. 20. März, im Merccdrs-Da'ast. Neukölln, Hcrmannstratze, sind zu haben bei allen freigewerl» schaftlichen Zugendsunktionären, in den Zahlstellen und Ortsoerwaitung-n der Verbände, in den Ingendgrnrpen und in der Freigewerkschaftlichen Zuq nd- zentral«, Sngeluscr 24-25, Z'mmer 7 A.— Sentc. Freitag, 10>4 Uhr, tag-n die Truppen: Wcddirg: Druppenhe'm Stadtbad Wedding, Ser'chtstr 05-00. Leimbesprrchung Ausspracheabend. Fahrten und Fahrtenausgestaltung. Der. bandsbltcher und Seimouswe's m'tbrlngcn.— Feppelinplatz: Iug ndhe'm Turiner, Eck« Eeestratze. Keimbesprechung. Hrmausweis« und f etbandsbücher zur Kontrolle m tbringen.— Ker-annplatz: Iugenbhe m Sandcrstr. Ii. Ecke 5obrechlstratze. Heimdclprcchung. Vortrag:..Aus der Arbeltrr» und Wewer!. slboftsvewegung."— Zugeudkursu» Dnrbkre-a:?m Jugendheim Eberswalder Strotze 10.„Wirtkchaftewerden— W'itschnftswescn." Inger»nruppe de»"Ml. SVute, ssreitag, 1914 Uhr, finden foTaenb« bez'rk» l'che Vero> sta'tiingcn stast: Lichtenberg I: Gesangsraum des Vealgnmnasium» �arkaue t2. Se'mbelnrechung. Festsetzung des Arbe'tsvrogramms.— Südwest: Zug ndhc'm Belle-Alliance-Str. 7—10. Heimbesprechung. Festsetzung des Ar. beitsprogramms. Berantworllich stlr Politik: Dr. a»rt»evcr: Wirtschaft:«. Kttngelh-frr! Dewerkschastsbewcgnng: Fr. Stzkorn,- Feuilleton: K. K. DBsidrr; Lokales und Sonstiges: Fritz Karstadt: Anzeigen' 3k Slscke sämtlich in Berlin Verlag: Vorwürts-Vcr'ag w m d L> Berlin Druck: Vorwäri»»?uchdri,ckeret und Pcrlaasaiistalt Paul Einger u Eo. Berlin EW 80 Lindcnstratz« 2. Kierzn 3 Beilagen und»Unterhaltung nn» Wissen». ivLkittcidt l.«ipDlg»e Str.. Königstraß« Rosenthalsr Str. Moritzplatz Preise soweit Vorrat; Fleisch, Fische, Obst u. Gemüse werden nicht rugesandt A. J. Polak Spefsenfabrikafe in Paketen Karst Pudding..... 25Pt Draimühlen-Puddlng 20pl Rots Grütze....... I2pt Oiplomat-Puddvg... 25pl Fruclit- Gelee...... 20 k Reklame-Pudding...(Ort. Mä.idelchen-Pudding■ 25Pt. Schoko'ada mii Mandetn 20Psi Lekkerbek........ lOrt Götterspeise...... 25 Pf- Vanille-Creme-..... 15 � Bourbon-Vanille-Sauce IQpt Pudding-Sortiment« Pakete 1 m frisches fleisch Kalbskamm 70 rt Kalbskeule............«and 90 n Schweinebauch». Rock«, nond 75 rt Schweinekamm»>d bu». pfa»d 85 pt Liesen pid.COn. Gehacktes pm. 70 rt Dickes RUckenfetk... pf«.d 70 pl Rinderkamm u. Brust pamd 85 pt Schmorfleisch 90«. Kaßler, Speer u. Kamm p«d 95«. Rindernieren-Talg 50«. (Pfitna Sefrzerflevseh Suppenf. eisen..... r». 1.25 Mslangetrüchte 1.40 Kaiserschoten.... 1.67 Kirschen �"�1.80 js 1.55 ÜConfiture, S.Pfund»Eini«r Pflaumen Im Aprisosen UO Orange 1.15 Erdbeer 1.35 reUbückScnss««nd zg„. 25 p,. Flundern p.und26Pi. 45 p>. Sprolt-Sücklinge»»« 35pi. Dorsche•••• 32—. Fieckheringe wu 49«. Aale garbuchert.. Bund 40P>- Messlna,(HalbblnO A Kitte 103 n. 180 Slfick«? 75 Musäpfel.... Kund 15*. Apfelsinen KP 55, 65. 80* Boskop-Renetten-d. 24—. m(Halbblut) Dutzend 80, 1 m Ananas-Renetten-«« 24— Bananen Kanart»die,p.d. 50—. Tafeläpfel gros. 25 n. 30 Pt Ananas frisc>1, piui,d 90„ Kranzfeigen..-und 25-..... Dl M Amorettenbirnen Pfd. 30-. P,and � Kalif. Aepfel Pid 38. 48Pr. �öhren 9 Pf. (Klata ca.«d«und brutto 17.73) Wirsingkohl holld., Pid, 18PL ßO?WUrSt S«bte,t,»p... rttmd 75 P'» Landleberwurst-und 1.10 Schinkenspeck—und 1.55 Dampfwurst.Pfund 1.10 Zervelat u. Sa'ami Speck•«( o. mager,—und 1. 10 holalelnlache, Hfnnd 1-65 Jagdwurst...—und t.35 Ihilbtras«. Sm-aiin Stnta. Hcrttwn«: Mettwurst 1.35 Hildesheimer—und 1.20 Filetwurst...-und 1.45 Knoblauchwurst-»nd 1.20 Schinkenpolnische-<«1.43 Teewurst.....-und 1.45 Ramadou"SS Limburger x»g. haioi 45«. Steinbuscher vom drelvienelleii. Pid BO Pia. 32— Edamer halMen.«und 80—. Holländer balbfett, Wd 80-. Tilsiter vomen, p d. 95 n 1.10 Schweizer 90 pl Schweizer �Hd. L45« 15 w."S 29»i. Cremekäse vomett.-d 1.20 Speisetalg iP(d.-Paket 50—. Kokosfett 1-— und-Tairl 62 Pt. Margarine-»na 52, 53-. Bratenschmalz-und 70—. Molkerei-Butter—und 1.88 Tafelbutter-und 1.93 Dänische Butter-und 2.14 AuszusmehS 5.�8-».«. I25 145 Weizenmehl punu 21-. Suitana-unu 53« 70pr. Auszugmehl 23. 26, 23-. Rosinen-und 56pi 70-. Kartoffelmehl- Punu 28Pf. Korinthen—und 70— 78—. Maispuder...—und 26—. Kokosnuß....—und 56—. Weizenpuder.-und 46—. Orangeat......-»nd im Mandeln»o6a.M««r,Pid 2.20 Zitronat......— und 1.6O Creme-Tcheke'ade (Ap.e ilue u hlmhcer) 2 Tatcin a 109 Gr. Haselnuß-Schokolade....... Ta«m o iuo ora. m 95«. Vollmilch Schokolada.......» Titeln t IOU Ciamm 90-. Dessert-Brezeln........>,» Pfund 33-. Piumj 75« Sandgebäck............ pmnd 25— p-und 95-. Qeflujet Um(tffild Gänse getrorea...... Ptnnd 52, 62—. Enten tat»«,»«'roren«...—and 1 10 1 25 Suppenhühner.-„d lio« Ungarische Hühner e- i«.-d. I20«. Brüsse er Tauben les Hasen•aj«e'or�nood � 85«.«« fische Bratschollen.. rw.d 8«. 14« Rotzungen 20,40 Dorsche-d. 9 pt. Kabeljau»sa» Kopf, ,»»»«—»«>»«, p»»d 16«. Golpbars»HaaUopt, d»»»«Pt»d>«, Pfd. 22 Pt Fischfüet 28«. Schellfische«*38«. Grüne Heringe 5 nm* 45«. 55«. Lebende AEänder.....«»»d 55 pt Lebende Hechte— p-».d 75«.» /d#9-?__ Prell, für FlaicH, KMRy etn ohne 01«. Voriilglicher bitliger abgelagerter Bordeauxwein 1924 Chät. da Reignac Wachglum Cailsberg, mild.. 1.40 192i Chät. Cambon Delaunay.»oll. krd Hg...... 1 60 192t Mädoc Wa.da um üoBtncau, volisaltlg....... 1.75 1921 Cnät. La Lagune w»ed»ium Uoun». liediicii... 2� 192t Haut SaulerneSsUB�welBer Boidvau*..... 3 30 1924 Ebernburgar Berg n-aiu,» r>ai»-r....... 1.40 1921 Wiltinger i(,h«livol.cr Suarweln.......... 1.60 1925 Niersteiner Fritzenhölla letn« an...... 2» Tarragona Tawny........................ 1.30 Malaga Golden ouer Dunkel-............. L50 Halb U Halb»erilner öp.zia.rtkör.. PI. 2»" � 3.50 Deuescner Weinbrand A Descieu* 4.70 Wein u. äp.rituoscn vom Fol). Gebr. Kafies 2,°.. ßa© Ceylon 14 lud eu Cnin* Ccy.oo Uerjecimg ET Mudiuug r.ütou Müctu filbcL». JM a.ang i�> uramm i.25— 1.55 T 70 1.35 2M Nr. 40S» 45. Jahrgang Kreitag. 2. März ilSTS Das Ltnglück auf Zeche Ewald. -12 Tote und 36 Verletzte. Das Förderkorbunglück forderke, wie nach der amtlichen Unter- stichung und nach der Bergung sämtlicher Verunglückten seststeht, 12 Tote und 36 verlehte, darunter mehrere Schwer- verletzt«. Ein einziger Mann ist unversehrt davongekommen. Das Unglück ereignete sich morgens um 6 Uhr zum Schichtwechsel bei der ersten personensahrt. Der ausgehende Korb war mit 20 Mann beseht. Aus dem niedergehenden Korb befanden sich 23 Bergleute. Soviel bekannt wird, sehten sich die Köfoe nach 50 bis 100 Metern Fahrt unter Tage in größere Geschwindig. k e i t, ein Umstand, der aber anscheinend im Maschinenhaus nicht bemerkt werden konnte, da, wie der amtliche Bericht angibt, der Tcusenanzeiger versagt hat. Der ausfahrende Förderkorb mit 20 Insassen fuhr mit voller Wucht in das Fördergerüstgestänge ein und keilte sich hier fest. In diesem Korb gab es die meisten Opfer, hier gab es auch viele Schädel- an waren hunderte von Bergleuten und Angehöri- gen der Toten und Berte hlen vor der Zeche versammelt. Aus der 700-Meler- Sohle, aus der sich das Unglück ereignete, ist die Förderung einstweilen unterbrochen worden. Die Belegschaft ist hier ausgefahren. Aus der unteren Sohle desselben Aörders6)achts ist die Förderung aufrechterhalten worden. Die 12 Toten liegen zurzeit aufgebahrt in der Leichenhalle der Zeche. Die Zeche selbst ist einer der modernsten Grubenbetriebe am nördlichen Rande des Ruhrbezirks. Die Bergbaubehörde war nach dem Unglück in kurzer Zeit an Ort und Stelle. Sie hat den llnglücksort besagen und die Untersuchungen sind zurzeit im Gange. * 3m Preußischen Landtag machte Präsident Bartels dem Haus« die Mitteilung von dem schweren Grubenunglück, das sich auf der Zeche Ewald ereignet hat. Der Landtag sei tief er- St I itizisn fistPt« tivt.X S.rtn Vttaf rrtf f bräche infolge des starken Anpralls. Die Toten und Verlehten dieses ausgehenden Korbes konnten nur vom Dach des Fördergerüstes aus geborgen werden. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich fchr schwierig. Die verunglückten aus dem in die Tiefe gegangenen Korb, der In den Schachlsumpf getaucht wurde und die durchweg mit leichteren Vevlehungen davonkamen, konnten in kürzester Zeit dem Krankenhaus zugeführt werden. Der Uuglückssall halte sich mit größler Geschwindigkeit im ganzen Ruhrgebiet verbreitet und von den frühesten Morgenstunden UMtu/ osuvU|1 i UIM/ wx»!.s/Vi W|| Viivil|VlllV herzlichste Teilnahme aus. Das Oberbergamt erklärt: Das Oberbergamt in Dortmund teilt zu dem Gruben- unglück noch folgendes mit: Auf der Schachtanlage„Ewald Fortsetzung' bei Recklinghausen sind heute morgen zu Beginn der Seilfahrt durch Uebertreiben der östlichen Förderung im Schacht I 12 Bergleute getötet und weitere 36 verletzt worden. Sämtliche Leute sind geborgen. Die Verletzten befinden sich im Krankenhaus. Die Verletzungen bestehen in Stauchungen, deren Schwere noch nicht festgestellt werden konnte. Die in Frage kommende Fördereinrichtung ist ein« Koepe- Förderung und reicht bis zu 7M Meter Tief«. Es findet mit ihr nur Seilfahrt statt. Bei dem Unglllckszuge war der aufwärts- gehend« Förderkorb mit 20, der abwärtsgehende mit 28 Leuten besetzt. Der auswärtsgehend« Korb ist in die Verjüngung der Spurlatten im Schachtgerüst, der abwärtsgehende in die verjüng- ten Spurlatten im Schachtsumpf hineingezogen und dort gestaucht worden. Förderseil und Zwischengeschirr sind nicht gerisien. Beide Körbe hängen noch am Seil. Die Toten befanden sich sämtlich in dem aufwärtsgchendcn Sorb. Die Ursache des Unglücks konnte noch nicht festgestellt werden. Die Untersuchungen durch di« Berg- behörden sind im Gange. c/> rssce u/ace! JJpp® Erkenscnwick. Dorsten �ZeChß EwäHT� __ � BueT��DORTMUND �BURG JSERLOHN Das Eis springt. Acht Menschen in Lebensgesahr auf dem Grunewaldsee. Durch die Leichtfertigkeit eines Nadfahrers, der die dünne Eisdecte des Grunewaldsees überfahren wollte, wäre es gestern nachmittag beinahe zu einer furchtbaren Katastrophe ge- kommen. Auf dem dünnen und überaus brüchigen Eis brach gegen 11 Uhr der 27jährige chilfsmonteur Eugen R o h d e s aus der K a tz b a ch- st r a ß e 7 ein und drohte zu ertrinken. Durch das mutige Ein- greisen eines Spaziergängers konnte Rohdes, der verzweifelt mit den Wellen kämpfte, im letzt-n Augenblick g«rettet werden. Sechs Schutzpolizeibeamte brachen bei der chiissaktion eben- falls ein und gerieten in Lebensgefahr. Auch ihnen konnte glücklicherweise rechtzeitig ch i l f e gebracht werden. R., der sich auf einem Ausflug befand, wollte den Rückweg abkürzen und fuhr mit seinem Rade über die Eisdecke des Grimewaldsces. In der Mitte des Sees gab die Eisdecke plötzlich nach,, und der Radfahrer brach ein. Es gelang ihm noch, sich am Rande der Bruchstelle festzuklammern. Auf seine chilfe- rufe eilte der Kaufmann Felix Schön, Unter den Linden 47. hin- zu und rettete den Eingebrochenen unter den größten Mühen. Zu der gleichen Zeit passierten sechs Beamte des berittenen Depots Grunewald der Schutzpolizei die Unfallstelle. Auch sie be- teiligten sich sofort, ohne die Gefahr zu achten, an dem Rettungs- werk- Das Eis hielt'der Belastung jedoch nicht stand, und die Be- amten brachen gleichfalls ein. Zum Glück war in der Zwischenzeit eine starke Leine herbeigeschafft worden, die den Be- amten zugeworfen wurd«. Es gelang auch, alle sechs wohlbehalten an Land zu ziehen. Rohdes, der unter der Einwirkung der Kälte das Bewußt- sein verloren hatte, wurde durch die Grunewalder Feuerwehr, die herbeigerufen war, in das Wilmersdorfer Kranken- h a u s in der Achenbachstraße gebracht. Vxplofion auf dem Küchenherd. Eine eigenartige Explosion ereignete sich gestern nachmittag in der im zweiten Stockwerk gelegenen Wohnung des Po st schaff- ners Wilhelm G. im chaufe Kiautfchoustraße 4. Frau G. hatte auf dem Herd in einem Topf Schweinefett zum Ausbratsn aufgestellt. Plötzlich erfolgte eine heftige Explosion. Fett- gase, die sich vermutlich durch zu heftiges Herdfeuer entzündet hatten, entwickelten einen derartigen Luftdruck, daß drei Nabitzwände zum Einstürzen gebracht wurden. Frau G., die zu Boden gefchleu- dert wurde, kam wie durch ein Wunder mit leichten V e r- l e tz u n g e n davon. Die zu Hilfe gerufene Feuerwehr räumte die Trümmer fort und nahm einige Absteifungen vor. Oer Marieriod eines Kindes. Sin Totschlagsprozeß in Potsdam. Unker der Anklage des Totschlages stand gestern der 23jährige Maurer Karl S e e g e r aus K l e i n- K r e u z vor den Potsdamer Geschworenen. Er ist beschuldigt, seine sechs Monate alte Sties- tochter Hildegard Suhle, die ihm seine Frau in die Ehe mitgebracht Halle, in der Rächt zum 5. Ionuar d. I. g e t ö t e t zu haben. Kurz vor Weihnachten wurde der Angeklagte arbeitslos und dadurch sehr nervös. Die Familie und Kind mußte hungern und das ständige Schreien der kleinen Hildegard oersetzte den Angeklagten in eine rasende Wut. Gegen 4 Uhr morgens riß er das Kind aus dem Koffer, der als Lagerstätte diente, be- arbeitete es mit einem Lederpantoffel und warf es dann im Bogen mehrere Male mit dem Kopf auf die E r d e, so daß schließ- lich das Wimmern des Kindes verstummte. Dann warf er das halb- tote Kind in das Bett seiner Frau mit den Worten:„Kuck dir deine Hilde noch einmal ach sie ist tol.' Am nächsten Morgen holte er den Pfarrer, um ein kirchliches Begräbnis zu haben. Der Angeklagte war geständig. Der Psychiater bezeichnetr ihn als einen Menschen mit sehr beschränkter Intellt- g e n z. Das Schulwissen ist sehr gering, die Frau ist geistig minderwertig, aber sür die Tat ist der Angeklagte verantwort- lich zu machen. Das Urteil lautete auf zwei 3ahre Gefängnis unter Zubilligung mildernder Umstände und fünf Jahre Ehroerlust. Haupttreffer in der Siaaislotterie! Gin 200 vvo-Mark-Los gezogen. Gestern ist bei der preußisch. Süddeulschenklassen- lotlerie der drille Hauptgewinn im Betrage von 2 0 0 0 0 0 M. gezogen. Der Gewinn fiel aus die Rummer 15 5163. In der einen Abteilung siel das Los nach Oberschlesieu. und zwar nach hindenburg, in der anderen Abteilung nach dem Orte B l u m e n l h a l(Hannover). Die Gewinner haben ihr Los in Achtel- und Vlertelteilen gespielt. Es handelt sich durchweg um Menschen, die mit Glücksgütern wenig gesegnet sind. Räch Abzug der Abgaben gelangen 160 000 M. in jeder Abteilung zur Auszahlung, so daß die Spieler eines Achlelloses 20 000 M„ die Vierlellosspieler 40 000 M. erhalten. Die Auszahlung erfolgt gegen Ende des Monats. Lehre« aus dem Krautz-Prozeß. Die Den tsche Liga für-.Menschen rechte veranstattete am Mittwochabend in den Spichernsqlen am Nürnberger Platz«ine sehr stark b«suchte Kundgebung, in der verschiedene Redner die Er- gebnisse des Krantz-Prozesies in psychologischer und allgemein päda- gogischer Beziehung behandelten.— Die Versammlung wurde vom Genossen Oskar Cl> h n«röfsnet, der in seiner Einleitungsrede be- tonte, daß die brennenden Probleme, die durch die Steglitzer Kinder- tragödie aufgeworfen wurden, sachlich und würdig diskutiert werden sollen, Persönliches habe aus dem Spiel zu bleiben.—- Genossin Oberschulrätin Wegscheider, die Sachverständige im Krantz- Prozeß war, führte aus, daß es verkehrt sei, bei der Erforschung von 3ug«ndtragödien(siehe den Fall des Lehrlings Karl G e n tz e n) den einzelnen Lehrer zum Alleinschuldigen zu machen. Es ist eine Jsolierungswand zwischen Lehrern und Schülern. Durch Uebcr- lastung, durch überladenen Stundenplan und viel zu große Klassen besteht keine Möglichkeit zur Kameradschaft zwischen Lehrenden und Lernenden, von Mensch zu Mensch. Buben und Mädels müssen gemeinsam miteinander aufwachsen. Es ist keine natür- liche Form des sich Kennenlernens, wenn man das geschlechtliche Menschen, Göttern gleich... gzj Roman von Herbert George Wells. Befreit von M. Dupont, stand Mr. Barnstaple im Hintergrund und beobachtete die kleine Gruppe der Erdlinge in der Mitte der Halle und den Kreis von großen aufmerk- samen Utopen, die in ziemlicher Entfernung um sie herum- standen. Mr. Burleighs Beihalten gegenüber Lord Barra- lonoa war herzlich, unter Wahrung einer gewissen Distanz, und Mr. Hunkcr sagte, welch großes Vergnügen es für ihn fei,„Britanniens hervorragendstem Staatsmann' zu be- gegnen. Mr. Catskill stand in freundschaftlichster Weise neben Lord Barralonga: sie kannten einander gut. Und Pater Amerton tauschte mit Mr. Mush Bemerkungen aus. Ridley und Penk waren zur Seite getreten, nachdem sie einige Augenblicke einander streng gemustert hatten, um dann leise die technischen Erfahrungen des Tages zu be- fvrechen Niemand widmete Mr. Barnstaple irgendwelche Aufmerksamkeit. Es war wie bei einem Zusammentreffen auf einer Eisenbahnstation. Es war wie bei einem Empfang. Es war völlig unglaublich und gleichzeitig etwas ganz All- tägliches. Barnstaole war müde und von den Wundern ge- sättigt und erschöpft. Oh! ich geh zu Bett!" gähnte er plötzlich.„Ich lege mich in mein Bettchen.' Durch die ihn freundlich anblickenden Utopen ging er hinaus in das ruhige Sternenlicht. Er winkte dem merk- würdigen Nebel im Winkel des Orion zu. so wie ein müder Bater seinem aufdringlichen Sprößling abwinkt: er werde es sich morgen noch überlegen. Er wankte schlaftrunken durch die Gärten seinem eigenen Quartier zu. Er entkleidete sich und verfiel sofort in tiefen Schlaf wie ein müdes Kind. Früher Morgen in Utopien. 1. Mr Barnstaple erwachte langsam aus tiefem Schlaf. Er hatte das unbestimmte Gefühl, daß ihm eben ein überaus köstlicher Traum entschwunden sei. Er versuchte, den Traum fortzuführen und die Augen nicht zu öffnen. Der Traum handelte von einer großen Welt mit schönen Menschen, die sich von tausend irdischen Plagen befreit hatten. Aber er löste sich auf und entschwand seinem Bewußtsein. Es kam in letzter Zeit nicht oft vor, daß Barnstaple träumte. Er lag ganz still mit geschlossenen Augen und erwachte nur widerwillig zu den Angelegenheiten des täglichen Lebens. Die Sorgen und Plagen der letzten vierzehn Tage gewannen wieder die Oberhand. Würde es ihm jemals möglich sein, allein auf Urlaub zu gehen? Dann erinnerte er sich, daß er sein Gepäck schon in der„Gelben Gefahr" verstaut hatte. Aber gewiß, das war nicht gestern abend— jetzt erinnerte er sich, daß er abgefahren war, und an das leichte Prickeln, das er empfunden hatte, als er aus dem Tore fuhr, ehe Mrs. Barnstaple irgendeinen Verdacht gehegt hatte. Er öffnete die Augen und richtete sie auf die weiße Zimmerdecke, indem er versuchte, sich jene Reise wieder ins Gedächtnis zurückzu- rufen. Er erinnerte sich, in die Camberwell New Road ein- gebogen zu fein, in die strahlende Heiterkeit des Morgens, an Vauxhall Bridge und jene scheußlicher Verkehrsstauung bei Hyde Park Corner. Er hatte stets behauptet, daß es im Westen Londons weit schwieriger zu fahren sei als im Osten. Dann— war er nach Uxbridge gefahren? Nein. Er er- innerte sich an die Straße nach Slough und dann kam eine Lücke in seinem Gedächtnis. Was für eine ausgezeichnete Zimmerdecke das war, weder ein Riß noch ein Fleck daran! Aber wie hatte er den Rest des Tages zugebracht? Er mußte doch irgendwohin gekommen fein, denn hier war er in einem durchaus bequemen Bett— einem ausgezeichneten Bett. Und eine Drosiel fang. Er hatte immer behauptet. daß eine gute Drossel eine Nachtigall beschämen könne, und diese Drossel war ein perfekter Caruso. Und eine andere antwortete ihr. Im Juli! Pangbourn und Eaversham waren wunderbare Orte für Nachtigallen, im Juni. Aber jetzt war Juli— und Drosseln... Zwischen diesen schlaftrunkenen Gedankengebilden tauchte die Gestalt von Mr. Rupert Cats- kill auf. die Hände in die Hüften gestützt, und wie er, Gesicht und Hand vorgereckt, sprach und erstaunliche Dinge sagte. Die Erscheinung einer nackten, sitzenden Gestalt mit einem ernsten aufmerksamen Gesicht. Und andere Gestalten. Die eine mit einem Antlitz wie die Delphische Sybille. Mr. Barnstaple erinnerte sich allmählich, daß er auf irgendeine Weise in eine Sonntagsgesellschaft geraten war, die nach Taplow Court wollte. War nun diese Rede in Taplow Court gehalten worden? In Taplow Court trägt man doch Klei- der. Aber vielleicht die Aristokratie in der Zurückgezogen- heit und unter sich---? Utopien?... Aber war das möglich---? Mr. Barnstaple setzte sich in einem Zustand äußerster Verwunderung im Bett auf.„Unmöglich!" sagte er. Er lag in- einer kleinen halboffenen Loggia. Zwischen den schlanken Pfeilern aus geriffeltem Glas erblickte er eine Reihe schneebedeckter Berge und im Vordergrund einen großen Busch hoher Halme, die tiefrote Blüten trugen. Der Vogel sang noch immer.— Eine vervollkommnete Drossel in einer vervollkommneten Welt! Jetzt erinnerte er sich an alles. Jetzt war alles klar. Das plötzliche Schleudern des Wagens, der Ton wie vom Abspringen einer Geigenseite und — Utopien! Jetzt hatte er alles beisammen, vom Anblick der holden toten Chrysolagone bis zum Auftreten Lord Barra- longas unter den merkwürdigen, fremdartigen Sternen. Es war kein Traum. Er betrachtete feine Hand auf der auser- lesenen feinen Bettdecke. Diese Welt war so wirklich, daß er sich rasieren mußte— und daß er eine ganz ausgesprochene Bereitwilligkeit zum Frühstücken empfand. Sogar sehr— denn er hatte das Nachtmahl versäumt. Und gleichsam die Antwort auf seine Gedanken erschien ein lächelndes Mädchen, das die Stufen zu seinem Schlafplatz hinaufstieg und ein kleines Teebrett trug. Schließlich, es war manches zu- gunsten Mr. Burleighs zu sagen. Seinem sehr gewandten, staatsmännischen Auftreten hatte es Mr. Barnstaple zu ver- danken, daß er diese morgendliche Tasse Tee erhielt. „Guten Morgen", sagte Mr. Barnstaole. „Warum nicht?" sagte die junge Utopin, stellte den Tee hin, lächelte in mütterlicher Weise und ging fort. „Warum nicht ein„guter Morgen", vermute ich", sagte Mr. Barnstaple: er überlegte einen Moment, das Kinn auf die Knie gestützt und wandte sich dann dem Butterbrot und dem Tee zu. 2.. Der kleine Ankleideraum, in welchem Barnstaple seine Kleider genau so wie sie am Abend vorher hingeworfen hatte, vorfand, war außerordentlich einfach und bot ihm doch gleichzeitig ungewöhnlich viel Interessantes. Er stampfte darin umher und summte vor sich hin, während er ihn unter- suchte.(Fortsetzung folgt.;, Er wachen in die äußerste Heimlichkeit hinabdrängt. Wir haben ve» sucht, dies Reiswerden der kommenden Generation durch bureau» trat Ische iÄaßnahmen zu fesseln. Der Krantz-Prozeh Hot er. rrüesen, daß dieser Weg falsch und verderblich ist. (Starker Beifall.)— Nach dem Referat des Schriftstellers Rudolf Dlden, der die heuchlerische Haltung der Rechtspresse in Sachen Krantz glossierte, begann die Diskussion, an der sich mehrere Jugend- liche beteiligten. Hervorgehoben sei noch eine flammende Ansprache Ernst T o l l e r s, der die anarchische Verwirrung großer Teile der bürgerlichen Jugend auf das Fehlen einer Idee zurückführte. Die Jugend darf keine schrankenlose Freiheit beanspruchen, sondern eine innerlich erlebt« Freiheit, die sich aus Verantwortung gründet. Diese Gesellschaft, die unehrlich bis ins Mark ist, durch die ein tiefer Riß von Sein und Schein geht, kann einer Jugend keine Erlö- fung bringen. Wir rufen der Jugend zu: Kämpft mit uns! Er- kämpft mit uns eure Freiheit durch restlose Hingabe an die soziale Idee!__ Das Wohnungsbauprogramm. Die„Deputation für Wohnungs- und Siedlungswesen" hat für 1928 ein Bauprogramm aufgestellt, das bereits die Zustimmung des Magistrats und desMiuffichtsrats der Wohnungsfürsorgegesellschaft gefunden hat. Voraussetzung der Durchführung ist, daß das Haus- zinssteucraufkommen 1928 mindestens die Höhe des Jahres 1927 erreicht. Es Ist zunächst die Errichtung von 18000 Wohnungen in Aussicht genommen, wovon für 12 nungen nur an In Berlin wohnungsb«rechtigte Familien übergeben werden dürfen. Zur Verminderung des Leerlaufs und zur Erzielung rationeller Baumethoden ist beabsichtigt. möglich st Großbaustellen«inzurichten und nur etwa 20 Proz. der Gesamtleistung einschließlich sogenannter Baulücken den kleineren Bauvorhaben und Einzelsiedlern zu überlassen' Denken als Sportleistung. Gottes Mühlen.. Man schreibt uns: Trotz der Ankündigung durch die Presse in den letzten Tagen des Februar haben die Bewohner der Großbeeren st r aß e an die Verlegung der Straßenbahnlinie 25 erst wirklich geglaubt, als sie am gestrigen Donnerstag die ersten Wagen vor ihren Fenstern vorüberrollen sahen. Ihre Zweifel waren nicht un- berecht'ot. Man denke: Etwa zehn Tag« vor Pfingsten, also Ende Mai 1927, tauchten in der Großbeerenstraße die bekannten Lastkraftwagen der Straßenbahn aus, von deren Verdeck aus die Reparaturen an den elektrischen Oberleitungen vorgenommen wur- den. Die nicht wenig erstaunten Einheimischen, die seit mehr als 12 Jahren eine Straßenbahn in der eigenen Straße nicht mehr er- blickt hatten, sahen und hörten nun. wie«Ine ganz« Woche lang Tag und Nacht die Arbeiter ein« funkennagelneue kupferne Lei- tun:; anlegten, die in der Maisonne golden schillerte. Bald ver- breitete sich das Gerücht, die Linie 25, Mariendorf— Tegel, werde über die Großbeerenstraße verlegt werden, und zwar soll der Be- trieb noch vor Pfingsten aufgenommen werden. Nach dem Tempo dieser Oberleitungsarbeitcn zu urteilen, konnte man in der Tat die Hoffnung hegen, an einem Pfingstfeiertag noch Tegel„direkt ohne Umsteigen" fahren zu können. Aber das Fest kam und ging vorüber. Es oerstrich der ganz« Monat Juni, dann der Juli, dann der August, dann der Septem- ber— ober außer der„neuen" Leitung, die nicht mehr golden schillerte, weil erstens die schöne Sonne nicht mehr recht utvllte und weil zweitens die unbenutzten Drähte zu verrosten schienen, ereignete sich nichts, was auf die Verwirklichung des Straßenbahntraumes schließen lassen konnte. Im Oktober neue« Lebenszeichen: es wurden etliche Baumkronen und Aeste abgesägt, deren Länge für einen Stroßenbahnvcrkehr hätte hinderlich sein können. Im D e- zember konnten spät heimkehrend« Einwohner am Nordende der Großbeerenstraß« beobachten, wie die wenigen Meter Schienen, die zur Verbindung der seit 1915 verwaisten Strecke mit der Strecke in der Köniagrätzer Straße fehlten, angelegt wurden. Das dauerte rund ein« Woche. Aber am S ü d e n d e der Großbeerenstraße, am Ärcuzbcrg, rührt« sich noch wochenlang nichts. Im I a n uo r wurden auch dort die fehlenden fünf bis zehn Meter Schienen samt Welche angelegt. Ende Februar wurden d'e Mäste der Straßenbahn- Haltestellen gepflanzt, einig« Tage später die Tafeln.ru diesen Masten. Dann erschien die rote Bekanntmachung:„Ab 1. März..." Und wirklich! Seit Donnerstag rollt die 25 durch die Großbeerenstraße und braucht nicht mehr den endlosen Umweg über den Blücherplatz, die Kreuzk'rche(!) und die Gitlchiner Straße zu machen, um den eiligen Berliner nach dem Potsdamer Platz, dem Brandenburger Tor usw. zu befördern. Die Halbgötter der Straßenbahn mahlen langsam, ob» sicher. Verkehrsskandal auf der Wn'ezener Vahn. Mit dem Verkehrs elend, unter dem am stärksten die Ansiedler der Ortschaften Marzahn. Ahrensfelde. Blum- berg.Secfeld und Werneuchen leiden, beschäftigte sich eine Versammlung von Delegierten der örtlichen Verkehrsvereine, die von der„Verkehrs- Interessengemeinschaft der Ortschaften und Siedlungen an der Wrtezener Bahn" einberufen war. Die genannte Organisation ist dem „Deutschen Siedlerbund' angeschlossen, der durch sein« Zugehörigkeit zum �weckoerband des Ostens" auch der Arbeitsgemeinschaft für Vororte angehört. Gegen die Reichsbahndirektion wurden viele Klagen vorgebracht. Noch immer liegt zwischen den Augabgängen „Denke, trainiere die Arbeit deine« Gehirns, wie du deine Muskeln trainierst. Es gibt keine bessere Znoesiie- rung als das Denken!" Dieser Ruf, der als Neues in diesen Tagen aus Prospekten er- scheint, ist beileibe keine Wahlpropaganda, wie man etwa aus den ersten Blick wünschen möchte. Es ist die ehrliche und überzeugte Lehre neuer Beglückungssanatiker, die sich sogar zu einem Reichs- ausschuh zusaminengetan haben und unter Führung des Mrmsterial- rats Dr. med. Alfred Beyer neu« Jünger suchen. Nach dem In- halt e'nes Vortrages zu schließen, den der Genannte in einer Ber- liner Volkshochschule hielt, ist die Absicht der Denksportler gor keine üble, man könnte schon dem Gros der Bevölkerung eln Quantum Denkfähigkeit mehr wünschen, als was sie sonst gewohru sind, für die ernsten Aufgaben des Lebens auszubringen. Man wird auch jedes Mittel begrüßen, das die Menschen zum Nachdenken bewegen kann. Dr. Beyer behauptet in seinem Vortrag, daß man es er- reichen kann. Das Gehirn ließ« stch nach medizinischen Grund- sätzen ebenso trainieren wie jede andere Körperfunktion. Gleich- zeitig war er aber auch ehrlich genug, einzugestehen, daß ihm diese seine Auffassung von vielen Autoritäten bestritten wird. Wir wollen uns nicht in diesen Streit mischen, wir werden ihm vielleicht bei- stimmen, beipflichten, wenn wir in zwei Monaten nach den Wahlen über die Denkfähigkeit der großen Massen ein Resultat wissen. Di» dahin möge jeder Erwachsene, der seine fünf Sinn« beieinander Hot, sich von uns belehren lassen. Lleberlastung mit Wissensstoff. Der Vortragende geht von dem sehr richtigen Prinzip aus, daß die lleberlastung mit Wissensstoff noch dem heutigen Bildung«- systein durchaus kein Aequivolent für besondere Klugheit ist. Denn dieses viel? Wissen macht leicht dumm: es zeigt sich am besten, daß bei den nächstliegenden Fragen in praktischen Dingen, die oft ein Kind zu lösen vermag, durchweg die Akademiker versagen. Sogar statistische Aufzeichnungen liegen darüber vor, denn der Redner hatte Gelegenheit, im Rundfunk Tausonden von Hörern allerlei Fragen aus knifflichen Situationen vorzulegen:„Wie würden Sle sich verhallen, wenn Ihnen das und dos passiert?" Sie wurden von den Hörern prompt beantwortet und der Vortragende hat sie wissenschaftlich bearbeitet. Es ergibt sich aus den Resultaten, daß im Lösen von Fragen bestimmter Art die Frauen den Männern über sind, wo es sich darum handelt, Dinge mehr intuitiv und wem- ger verstandesgemäß zu erfassen. So hatte er eine Aufgabe folgen« dermaßen gestellt: Zwei Menschen an zwei verschiedenen Orten hatten ein Zusammentreffen an einem dritten Ort verabredet. Der eine erhätt eine Depesche mit der recht unvollständigen Angabe: „Erwarte dich in Hamburg!" Wie würde man sich m einer solchen Situation verhalten? 600 Frauen haben überein- stimmend geschrieben: Sosort mit dem nächsten Zuge abfahren und In Hamburg am Zug des nächsten warten, gegebenenfalls im Warte- saal zweiler Klasse(warum zweiter Klasse?), bis der andere kommt. Rur zwei Männer haben mir diesen 600 gleich gestimmt, die andc- ren hatten sich nicht auf diese irnsichere Sache eingelassen. Man wird erkennen, daß dieser Fall kein Schulbeispiel für den neuen Denksport sein kann. Das Kugelbeispiel. Ein andere» Beispiel lautet: In einem Wertraum fällt beim Montieren eines allen Stückes einem Arbeiter ein« Kugel aus den» Kugellager zur Erde. Die Kugel ist auf dem mit Rissen bedeckten und allerlei Gerätschaften bepackten Fußboden durch Suchen nicht wieder aufzufinden. Me anderen Arbeiter an den Werkbänken sind sehr interessiert, was ihr Kolleg« nun beginnen wird, da er doch ohne die sehlende Kugel seine Arbeit nicht beenden kann. DK'ser aber arbeitet ruhig weiter und auf ihre verwunderte Frag«, ob er sie denn nicht suchen will, antwortet er: Er iuche ja immerzu, aber sie sollten ihm nur noch einige Minuten Zeit lassen, dam, würde er jemand anders schicken, der ihm die Kugel bringtl Nach Ablauf einiger Zell bückt sich der Mann utid hat die kleine Kugel gefunden. Wie hat er das fertiggebracht und wsn hat er geschickt? Sofort kam gang hinten vom Munde eines Hörers, der jedenfalls aus der Branche ist, die richtige Antwort: Der Arbeiter hat eine zweite minder wichtig« Kugel vom Werktisch aus den Fußboden rollen lassen, die naturgemäß den gleichen Weg über olle vorhandenen Unebenheiten nehmen wird, wie die verlorene. Bei Beobachtung Ihres Weges ist die Richtung gegeben, in welchem Versteck die erst« liegen muß Jedenfalls sieht man aus diesen Beispielen es besser, als lange Erklärungen es vermögen, was der Denksport darstellen will. Seine Vertreter haben die richtige Meinung, daß nicht Diplom« und äuße- res Wissen den Mann ausmachen, der den Platz ausfüllen soll, wo ihn sein Beruf hinstellt. Dagegen geistig« Beweglichksit. Klarheit, Sicherheit und Schlagsertigkeit den Fähigkeitsnachweis vollauf er- bringen. Und diese Denkfähigkeit kann man sich durch Uebung an- eignen, diirch Zuhllfenohme von Tricks und wissen schcrslllch ergrün- beten Methoden. Wir haben keinen Grund, diesen neu«, Proble- men, die ein denkender und praktischer Wissenschaftler, der sie an eigener Person und jahrelanges Studium als Nervenarzt zur Reif« geführt hat, ablehnend gegenüber, zustehen, schon darum nicht, weil der Vortragend« althergebrachte Vorurteile des Schulwissens und wissenschaftlich« Postulat«, z. B. auf dem Gebiet der Psychiatrie erschüttert. F. N. Kundgebung der arbeitenden Zngend! Heute, 2. März, 20 Uhr, Stadthalle Klosterstraße Jugend— Schule— Familie Krantz-Prozeß— Was nun? Ss sprechen- vr. Hildeg. Wegscheider, M. d.£., Studiendirektor vr. Karsen, Neukölln, Stadtarzt vr. Qiwenssern, Lichtenberg. Sozialist. Arbeiterjugend Gr.-Berlin ✓ Zungsozialist.Vereluigung Gr.-Ser.m/ Vereinigung sozialdem. Studierender Gr.'Lerlin. von den einzelnen Stationen ein« Zeitspanne von zwei bis drei Stunden. Di« Einrichtung eines Dorortoerkehrs. mindestens bis Marzahn, ist ja schon im Jahre 19l0 von dem Eisenbohn- direktionspräsidenten Wulf versprochen worden: bi» heute ist man aber noch nicht einmal bi» zum Bororttgrif gekommen. Die Einwohner von Marzahn vermissen auch immer noch aus ihrer Station die feierlich versprochenen Abstellbänt«— wo bleiben die? Wie steht es weiter mit der Verlängerung und Pflasterung einer Zufahrtsstraße von dem Ladeplatz zur Landsberger Chaussee? Warum ist auf dem Wrtezener Bahnhof die Treppe, die zur Stadtbahn führte, abgerissen worden, so daß die Fahrgäste während des Ueberganges den Gefahren des Straßenver- kehrs ausgesetzt sind? Di« Reichsbahndirektion steht hier vor Auf- gaben, die sie schon seit langem gelöst haben müßt«. Die Verkehrs- vereine werden sich jetzt für die Wahrung ihrer berechtigten Inter- essen mit allen ihnen zur Gebote stehenden Mitteln einsetzen. Verlegung bei der staatswissenschasllichea Vereinigung. Mit Rücksicht auf den durch den großen Andrang zum Frühjahr- lehrgang der Deutschen Vere.Inigling für staats- wissenschaftliche Fortbildung hervorgerufenen Raum- mangel im Hause Schinkelplatz 6, müssen olle Vorlesungen, Vorträge und konversatoiischen Hebungen in das Sontergebäude der Univer- sität, Dorotheenstrahe 6, Berlin RW. 7(gegenüber der Staatsbibliothek), verlegt werden. Dort befindet sich auch ab 3. März die Geschäftsstelle der Vereinigung(Geschäftszeit 9 bis 16 Uhr, Fernruf Merkur 154). fun Die beiden Einakter von Rudolf P r e s b e r„Der Ehernann" und„Der Junggeselle", die von der Sendebühn« übermittelt wurden. sind so harmlos und so unpsychologisch wie möglich. Sie wur- den ober außcrordenllich hübsch von fein nuancierenden Sprechern gespielt. Trotzdem hätte man auf den etwas allzu kritischen„Junggesellen" gern verzichtet. Sehr zu begrüßen war das Nachmittags- konzert. in dem, K ü n st 1 e r n a ch w u ch s" zu Gehör kam. Es ist zu hassen, daß ähnliche Veranstaltungen in regelmäßigen Abständen folgen. Natürlich kann man die künstlerischen Qualitäten von De- butonten nicht nach einer so kurzen Probe ihres Können» richtig werten. Doch wird sich ohne Frage der eine oder der andere Name den Hörern einprägen und manchem Talent kann dadurch etwas der Weg geebnet werden. Ueber die Wirkung der Reklame auf das Publikum sprach Derichard Weidenmüller in seinem Vor- trag„Unbemerkte Werbearbeit". Cr wies darauf hin. daß es neben der bewußten Wirkung eindrucksvoller Reklame noch eine unbewußte Wirkung gibt, die oft gerade den stärksten Kauf- anroiz beim Publikum auslöst. Dr. Herbert Heyd« behandelte in dem Zyklus»Naturkräfte und Naturkatastro- phen' den Vulkanismus. Wir haben von diesem Natur« reigni» im allgemeinen eine recht unvollständige Vorstellung, da wir da- bei fast stets an Ausbrüche der italienischen Vulkane denken. Viel gefährlicher als diese Lava- und Stein« speienden Be,*?? sind aber die Gasvulkane, die oft io kilometerweitem llmkrei- alles Leben unter furchtbaren Explosionen vernichten. Tes. Oer Mörder seiner Familie. Frau und drei Kinder io der Wohnung erdrosselt. Fraakfurl a. UL. 1. Mörz. heute nachmittag wurde ein« Frau lv I ch m a o n sowie ihre drei Kinder im Alter von vier, drei und einem Zahr io ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Ohne Zweifel Hai der. Ehemann all« vier persoueo erdrosselt, wie au« HInlerlassenen Brief eo und den polizeilichen Feststellungen hervor- geht, ist wirtschaftliche Not der Grund zur Tat gewesen. die von wichmono im Einverständnis mit der Ehefrau ausgeführt wurde. Der Mörder ist geflüchtet. Austakt zum Schobert�vedenkjahr. Zum hundertjährigen Ge- denken an den großen Liederkomponisten veranstaltet das Volks- bildunasamt Friedrichshain am Freitag, dem 2. März. 20 Uhr, m der Schulaula Friedenstraße 31 einen 4 Schubert- Liederabend. Zum Vortrag gelangen sämttiche Müllerlieder Schuberts. Gesang Rita Weise, am Flügel Gustav Beck. 5port. Rennen zu Ruhlebeu am Donnerstag, dem l. März. 1. Rennen. 1. Stcinnnelke(«aich jr.). 2. Martha Halle«Will»). Z. Naiinilr itreuberj). Toto: 10: 10. Platz: 14, 22: 10. Ferner tt-sen- KoiyfbSe Louilctte. 2. Kennen. 1. Pollumu»4: 10. Ferner li-t-n- Luslfchisicr, Torrero, Peter Ha»ve'ter. Lindenwirtin 1, Meister v. 3. R e n n e n. I. Dichtung, 2. La-ometer(H rsortbi, 8. Inter- eflont tBeiitzer». Toto: 55- 10 P atz: 21, 43, 33: 10 Ferner liefen: Dawlon WatI4. Abdullah Silver«, 6 Ilona SS, Mantua, Mnmt Hax«, Ttoppellaui. Ooudilers NIorio. Weinbrand 4. R e n n e n. l, JohanniSläser sJ, MiII4>. 2. Lockung l». IauK jun,), 3 True Fox 08. Iau« sen.I. Toto: 39: 10. Platz:>6, 13, 23: 10. Ferner liefen- Trolleur, DalnSca. Äammeilänger. Königsadler. Ma-eel. S. Rennen, l. Haiienmädchen(Sino-atzki). 2. Wintcrmärcken (I Mills). 3.?»ate lLabrl. Tolo: 12: 10. Platz: 21, 36. 108: IE Ferner lleten: Lelfing. MonoiialoS, Kartenlpleler, Landrat. Lftniark, Tharley SSortbq. Miilrai,«deline, Wichtelmann, Mo: gensonne, Lord Dolo. S.Rennen, 1. Fredegundi»(I. RillS), 2. Sir ,Eaid(<8auß jr.), 3. Mrmenier sKiiövnadel jr). Toto: 38: 10. Platz: 16, 15: 10. gerner liefen: Katharina, Henny Cord. 7, R e n n e n. l. Lombaidei kW. Weikner), 2. Darmaid lh. Höbre). 3, Ouintessen,(Besitzer) Toto: 39: 10. Platz- 16, 22. 45: 10, genier Uesen: Potsdam, Suk Lehburn, O'Capiatn Leeroerg. Propeller, Kötterbote, Ed lstein» Sohn. Importeur. 8. Rennen. 1. lamwg»«8. Iatch Inn.), 2. Helhcprln, sJ, Itno- ratzli, 3. Dawson Watt» iW. Weidncr sjun.s. Toto: 29:10 Platz: 42, 52, 46: 10, Ferner liefen. Frankenliein. Cinsfu«. Fei». Cladhöjerin, Pe-alta. Corona Tic Kinneh, Angriff, Gawcln, Copai, Caianova. weNerberlch» tzer SssenNicheu wetterdienftpelle verlw«ad Umzegen». sNachdr.»erb). T> ocken und l>e ter, nachiS mätziger Frost. Zagesiemp. ra- iure» mehrere Grade über Null. Oeh liche Winde— Für Oeuischlau«: Nirgend» w'fentliche«cnderung der bestehenden Witterungsveir ällnche. «it«alcheeen in den vorder st en Reihen der 20 Kreise Berlins. Neuaufnahmen von Mitgliedern waren im verflossenen Jahre 573 zu verzeichne. Genosse Bauer gab den Kassenbericht. Die Versammlung erteilte ihm Entlastung. Zum Bericht der Presse, k o m m i s s i o n stellte Genosse Otto Meier fest, datz die in der Kommission vorliegenden Arbeiten sehr reichhaltig und erfolgreich gewesen sind. Er schilderte eingehend die Schwierigkeiten, die in der Durchführung des Beschlusses des vorjährigen Bezirkspartei» tages, den Berlinern eine eigene Zeitung zu geben, gelegen habe. In der Diskussion wurde die Gesamttätigkeit des Kreisvorstandes, der Kominissionen und aller aktiven Genossen rückhaltlos anerkannt. Der Kreisvorstand wurde einstimmig wieder- gewählt. Als zweiter Kreis kossierer wurde Genösse v. P u t t- k a m e r gewählt. Ebenso wurde Genosse Otto Meier ein- stimmig als Mitglied der Pressetommission vorgeschlagen. Bestätigt wurden Genossin Jordan und Mathias als Fräuenleiterinnen und Genossin Eisfelder und P a e r s ch als Wohlfahrtsleiterinnen des Kreises. Der alte Bezirksvorstand wurde wieder einstimmig in Vorschlag gebracht. Anträge lagen nicht vor. Mit einem anfeuern- den Appell zur Mitarbeit im kommenden Wahljahr 1928 schloß Genosse Weiner die Kreisvertreterversammlung. Prenzlauer Berg. Die Kreisdelegiertenversammlung des Kreises Prenzlauer Berg tagte am Freitag, den 24. Februar, im Ledigenheim Pappelallee. Nach Einleitungswortcn des Genossen Madcrholz gab Genossi D ö h n e r t den Geschäftsbericht. 1927 war ein Jahr der Ruhe, in dem die Genossen Zeit halten, die Organisation für die kommenden Kämpfe zu festigen. Der Bezirk hat tws Jahr gut ausgenutzt. Unsere Mitglieder zahl ist um rund 700 gestiegen. Besondere Anstrengungen hat der Bezirk gemacht, um neue weltliche Schulen zu schaffen. Zum 1. April wird eine neue Schule in der Danziger Straße eröffnet. Für eine weitere werden zurzeit die notwendigen Unterschriften gesammelt. G«nosi« Seelbinder er- stattete den Kassenbericht. Der Bezirk Hot im letzten Jahne recht sparsam gcwirlschaftet, um für den kommend«» Wahlkampf die not- wendigen Mittel zur Propaganda bereit zu haben. Genossin Kay berichtete über die Frauenarbeit. Daraus ging hervor, datz im letzten Jahre auch die Frauen aktiver mitgearbeitet haben. Nach einer regen-Au sf p r ach e wurde der alte Vorst-amd wieder* gewählt; und zwar zum 1.. Vorsitzenden Genosse Dö hn« r t ,- zum 2. Vorsitzenden Genosse Maderholz, zum Kassierer Genosse Seelbinder, zum Schriftführer Genossin Friedrich. Als Beisitzer wurden die Abteilungsleiter bestimmt. Für die Presse- kommission wurde Genosse D r a h b a ch vorgeschlagen. Anträge zum Bezirkstag wurden nicht gestallt. Friedrichshain. Der Kreis Friedrichshain hatte Montag, den 27. Februar, seine Delegiertenversammlung. Den Geschäftsbericht gab Genosse Buch- mann. Daraus ging hervor, daß die verschiedenen sozlaldemokro- tischen Organisationen einen erfreulichen Ausstieg aufweisen. In der Bezirksverwaltung haben unsere Genossen im letzten Jahr wertvolle Mitarbeit geleistet. Eine Reihe kommunal- politssch wi6)tiger Einrichtungen— so der Krankenhous- Vildungsausschu? der SPS. GroK-Verlln Sonntag, den i± März 1928, 19 Ve Uhr im Schweizergarten am Krtedrichshaia: „Wanderratten-Abend" Karten zu SV Pf. das Stück sind bei den Abteilungsleiterinnen und an der Abendkasse zu haben. 4. Kreis prenz ouer Berg. erweiterungsbau— wurden durch Unterstützung und Förderung der sozialdemokratischen Be- zirksverordnetenfraktion geschaffen. Besonders stark ist die Mitgliedsziffer der Kinderfreundebewegung gestiegen. Die Freie Schulgemeinde hat im letzten Jahr die notwendigen Unterschriften für die Errichtung einer weltlicben Schule im Bezirk Schlesischer Bahnhof zusammeubekommen. Für eine weitere Schule am Viehhof sind scbon über 220 Unterschriften gesammelt. Ueber die Arbeit der Pressekom Mission bericht-'je Genosse Büchner Er betont«, daß d'e Werbearbeit für die Parteipresse auch nach der Werbewoche intensiv weiter betrieben werden muh. Für bessere Propaganda- Möglichkeit ist die Abendausgabe des„Vorwärts" umgestaltet. Nach einer ausführlichen Diskussion wurde mit einigen Ausnahmsn der alte Vorstand wiedergewählt: Gei'osse Buchmann zum 1., Genosse P u ch a l l 0 zum 2. Vorsitzenden, die Genossen B e y und ch ö s i g zu Schriftführern und die Genossen B l e y und Wendel zu Kassierern. Als Vertreter für die Pressekommission wurde Genosse Büchner vorgeschlagen. * Der 5. Kreis Friedrichshain veranstaltete kürzlich eine Feier zu Ehren der Parteigenossen, die 25 Jahre und län- ger Mitglied stnd. Im festlich rot geschmückten Saale der Comeniussäl« hatten 162 Parteigenossen an langen weih- gedeckten und mit Blumen bestandenen Tischen Platz genommen, um Rückschau zu halten auf ein im Dienste der Arbeiterklasse ver- brachtes Menschenalter. Nach kurzen Begrlltzungsworten des ersten Vorsitzenden bracht« ein parteigenössisches Terzett zwei Musilstücke zu Gehör. Es folgt« Gesang des Männerchors Friedrichshain. Dann sprach Genosse C r i s p i e n und zeigte den dornigen Weg und den Aufstieg der Arbeiterschaft, vom Beginn der modernen Arbeiterbe- wegung bis zur heutigen Zeit. Wilmersdorf-Friedenau. Die Kreisdelegiertenversammlung wurde am 23. Februar 1928 im Vikioriagarten abgeholten. Genosse Wieprecht gedachte vor dem Geschäftsbericht des verflossenen Jahres der im letzten Geschäfts- fahr verstorbenen Genossen, wobei er besonders die Verdienste der Genossen Molkenbuhr und S u ch s s e l d(68 Abtlg.) hervorhob. Die Mitgliederzahl von 901 ist aus 1 02 4 gestiegen. Sehr beliebt sind die Republikanischen Abende geworden, auf denen u. a. die Genossen Rüben, Schulz, Stelling und Scheide- mann' sprachen. Die Revolutionsfeier war diesmal beson- ders eindrucksvoll. Es wurden dabei die Jubilars der Partei durch eine silberne Nadel besonders ausgezeichnet. Festredner war der Genosse Falkenberg. Den Kassenbericht gab Genosse Grün"«. In der Aussprache über den Geschäftsbericht kritisierten die Gsnosien Fischer, Chaim und Schüler scharf die Stellungnahme des Bezirks- Vorstandes in Sachen der freien Turnerschaft. Die Genossen Steick- hökel und V'.«ni.lsr präzisierten an chond des Materials und Ge- nasse Brendler auf Grund der Verhandlungen im Bezirksvorstand die Vorgänge. Genosse Diersch verwies auf die Konsumwahlen im März. Genosse Schüler aus die Freidenkerwahlen am 25. März. Auf den Zahlabenden sollen di« organisatorischen Wahlarbeiten er- ledigt werden. Der engere Borständ wurde einstimmig wieder- gewählt: 1. Vorsitzender Genosse Dr. Wieprecht, 2. Vorsitzender Ge- nasse Mox Steinhöset, 1. Schriftführer-Genosse Willy Brendler, 2. Schriftführer Genosse E. Hahn,.1. ziKMxrej:. Genosse Wilhelm Grunow, 2. Kassierer Genosse Max Brandt. Frauen: Emilie Burckhardt. Beisitzer: Genosse Brei??S', Fischbach und Soelling. Ge- nasse Dr. Korach gab den Bericht her Pressekommission und erwähnte dabei besonders das neue Gewand der Zlbendzcitung. Zum Bezirkstag wurde beschlossen, die Wiederwahl des bisherigen Borstandes vorzuschlagen. Als Pressekommisfionsmitglied wurde Genosse Dr. Korach. als Revisoren Ge.tosse Timm und Bild gewählt. Zur Wahl in den Ausschuß bzw. Arbefterwohlfahrt wurde die Ge- nossin Stock wieder vorgeschlagen. Die Mieterschast rüstet zum Wahlkampf. Im Reichsgesetzblatt sind unter der unscheinbaren Ueberschrift einer Abänderung des Mieterschutzgefetze» und des Reichsmi«ten- gesetzes di«„Reformen" erschienen, die der Bürgerblock noch im Scheiden der Mieterschaft als Angebinde für die Wahlen beschert hat. Es war daher eine gute Einleitung des Wahlkampfes inner- halb der Micterschaft, als vor«inigen Tagen der Bezirks- mieterausschuh der Partei zu einer Konferenz über das neue Mietrechi einlud. Etwa 250 Funktionäre, darunter ein« Reche von Stadträten und Vertretern von Bczirksverordnetenfrattionen, hatten stch eingefunden. Genosse Rüben wies darauf hin, daß an Stell« eines Flug- blattes das Reichsgesetzblatt selbst und die nackten juri- stischen Bestimmungen bereits das wirksamste A g i t a- tions mittel seien. Die berüchtigten la, Ib. 1c u s w. bis zu den§<3 lo und 1p werden der Mietersckmst zeigen, welche Bedeutung bei Kampf der Sozialdemokratischen Partei gegen diese juristischen Ungeheuerlichke-ftn für di« gesamte Mieterschaft dar- stellt. Während man aus der einen Seite an den sachlichen Kündi- gungsgriinden nichts ändern will, führt man ein Verfahren ein, das vielfach formelle Schlingen enthält, in denen sich der einfache Mann leicht fangen kann. F r i st e n der verschiedensten Art sind vorgelchrieben; ihre Versäumung bringt schwere Rechtsnachteile mit sich. Wer wird darunter leiden? Die Unorganisierten. Das Gesetz vom 13. Februar 1929 wird so eine Mahnung an alle Mieter sein, sich den Mieterveremen anzuschließen, sich frei- gewerkschaftlich zu organisieren und vor allem der Sozialdemokratischen Partei beizutreten, die durch ihre Mietersunktionä-e in den einzelnen Bezirken mit Rat und Tat jedem Mieter zur Seite steht. Eine wichtige Wirkung wird das Gesetz auf jeden Fall dadurch haben, datz in noch größerem Maße wie bisher das Wohlfabrts- amt und das Wohnungsamt vor schwer lösbare Aufgaben gebellt wird. Woher soll das Wohnungsamt die o'elen Wohnungen neh- men, um diejenigen unterzubringen, die die Fristen versäumt haben und gegen die der Räumunosbefehl ergangen ist? Außerdem wenden jetzt alle Räumungsklagen wegen Nichtzahlung der Micte den Wohlfahrtsämtern formell zugestellt. Der Reichsjustizminister Hergt erklärte dies für sehr so.-ieil. Der Redner schlug vor, datz bei jeder Klageznstellung das Wok>lfahrtsamt dem Mieter durch ein Formularschreibcn bekannt geben soll, wohin er sich zu wenden hat, wenn er Hilfe beansprucht. Stadtrat Genosse R 0 s i n wies im Anschluß an den Vortrag in der Diskussion eingehend auf die Hemmungen hin, denen die Woh- niingsämier durch die Richtlinien leider unterworfen seien. Der Stadtrat Genosse R 0 s e m a n n führt« sedo� umgekehrt aus. daß nach den Reichsgrundsätzen durchaus eine Milderung der Berliner Richtlinien zulässig und angebracht sei. In seinem Schlußwort be- tonte Genosse Paul Lange die Bedeutung der Organssation. / Brunnenstr./ Kottbuser Damm/ Andreasstr./ Cbausscestr. Leipziger Str Aiexanaern.au Sülzwurst......... PlandCfSO Hausm.- Leberwurst pid. 1 ,00 Sueckwursi........ pfundl ,00 Jagdwurst......... pc-ndl ,20 Kno'iiauchwurst ptandl ,20 Fletsch wurst...... pfnnd1,20 Mettwurst Braunicli». IN. Md. 1 ,3S Hildesheimer Art pfand1,40 kein? Leberwurst ptandl ,40 SchiRkenpolAischepfd.1 ,45 Schinkenspeck. ptandl, 55 5 Teewurst........... pyu.d1,L5 Zervelat u. Salami pm 1 ,65 Mausschinken... pwndl ,20 �9?!� PsrUn.SokI�cdlaaU 1 � fett und mager...... Pfund| MMMen Pfund 1°° / rrankkurter ATlee/ Belle-Alllance-Str. Ueogenabgab« Torbehaltan- Verkauf soweit Vorrat GeMael wwb Witt» Gänse««va 52s GSosepSkeineitch pfd�'3?30 Sisppeas&üSmesr geboren, pu. Ta HÜ2?8CMlelSOh Pfund Ton 45pf.an Fische 'Rauhe Flundern. ptoad 8pt 'Kabliau o.k.. Lg, Pfund 16pt. 'Seelachs o.k, tg, pfundlSpt 'Rotbars............ p/und 22pf. 'Schellfisch......... ptund28pf, 'Filet von Kabllass... Pfund 30pf. 'Grüne Heringe s Pfund 45pf. 'Zander cefroran.... Pfund lOpi. *> Hur Leipzig�tr., Alezaiiderpl.,Fr»nMortar Allee, Kotthu«T Damm. Belle- AJIIance-8tr. ÄiHfffWWWf»i, iii■■>> Dose )g. Schnillbohnen I 68pf. Prinzessbohnen»ima 1,C0 lg. kleine Karollen 78pt jg. 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Stückenlachs...... pfund2l33 Nr. 405-46. Jahrgang 2» �£0 Freitag 2. März 192« Gefährliches Gewährenlaffen. Femgaswirtschast ohne(Staatskoutrolle?— Oer Staat muß sich entscheiden. Seit einem halben Jahrhundert war es selbstverständlich, daß be! lebenswichtigem Bedarf wie in der Kraft-, Wasser-, Gas- und Vertehrswirtschost der Staat, bzw. die Gemeinden mehr und mehr zur Monopolversorgung übergehen. Schlecht angebrachte Rück- sichtnahme auf den seit zwei Jahren immer schärfer geführten Kampf gegen die wirtschaftliche Tätigkeit der öffentlichen ijanb scheint dazu zu führen, daß stch verantwortliche Stellen im Reich und Im preußischen Staate immer mehr von dem bei lebens- wichtigem Bedarf selbstverständlichen Prinzip der öffentlichen Kon- trolle entfernen. Das gilt ganz insbesondere gegenüber den Be- strebungen der Ruhrzechen, die Gasversorgung Deutschlands zu nionopolisteren und zu diesem Zweck— ein in seiner Tragweite heute noch von den wenigsten eingesehener Vorgang— bisher öffent- liche Versorgungsgebiete auf kaltem Wege zu privatisieren. Seinesweg» sind es die bisherigen Erfolge der A..G für Kohleverwertung in Essen, der Trägerin dieser p ivatwirtschaftlichen Monopolisierungspläne der Ruhr, die an sich schon ein staatliches Machtwort herausfordern. Der mit W e st- f a le n abgeschlossene Bertrag ist eln O p t I o n s o e r t r a g, der der A.-G. für Kohleverwertung zunächst nur Losten auferlegt, der noch keine kommunale Licferungsabschlüsse zur Folge gehabt hat und der die wichtigsten Großstädte des Ruhrgebietes und das ganze Gebiet der Bereinigten Ellktrizitäiswerke Westfalen von der eventuellen Belieferung ausnimmt. Der Abschluß mit den Färb- werken Leverkusen steht ebenfalls noch auf dem Papier, weil er erst nach der Uebertragung der Gasleitungen des RWE. an die A-G. für Kohleverwertung wirksam wird, wogegen aber setzt schon dreißig bergische Städte protestiert haben. Die Verträge mit Düsseldorf und Duisburg sind den beiden Städten noch nicht einmal im Entwurf vorgelegt, die Teilnahme Kölns i st zweifelhafter als je. und der Lieferungsvertrag mit der Stadt Hannover, der Glanzpunkt aller bisherigen„Erfolge" der A.-G, für Kohleverwertung, ist ein finanzielles Verlust- g e s ch S s t schwerster Art. denn jeder Kubikmeter, der nach Hanno- ver geht, ist aus dem Lieferungsvertrag mit dem Bergwerk Obern- kirchcn mit 0,3 bis 0,4 Pf. Verlustzuschuß belastet, und wenn man auch nur lS Millionen Kapital für die neue Leitung nach Hannover rechnet, so deckt die gesamte Bruttoeinnahme aus den nach Hannover zu liefernden 40 Millionen Kubikmetern bei einem Zins- und Tilgungssatz von zusammen 8 Proz. gerade die jährlichen Leitungskosten. Gefährlich sind vielmehr die Melhvden der Ruhrzcchen. Es ist noch viel zu wenig in der Oeffentlichkeit beachtet worden, daß der eigentliche Gründer der A.-G. für Sohleverwertung das Rheinisch- Westfälische Kohlensyndikat ist, also eine vom Kohlenwlrtschastsgesctz getragene Einrichtung,- und daß vom- Kohtenfyuditat aus alles darauf angelegt wurde, viel weniger ein« rationelle Gaswirtschast ln Deutschland zu erstreben, als die primären Erlöse aus dem Kahlcnverkauf für die eventuelle Gaserzeugung für die Mitglieder des Syndikats zu erhöhen. Die Oeffentlichkeit weiß bis heute noch nicht, daß ein streng vertrauliches, nicht für die Oeffentlichkeit be stimmte? Rundschreiben schon im Jahre 1026 ausdrücklich vorsah, daß für die innere Kalkulation der A.-G. für Kohleverwertung die von den Zechen verkokte minderwertige Feintohle mit den Preisen der höchstwertigen Kohlen angesetzt wird und daß zweitens in dieser Kalkulation Preise für Selbstverbraucherbeteiligung gellen, während den Mit- gliedern des Syndikats aber Verkaufs b�ieiligungspreise vergütet werden. Die dazwischenliegende Spanne wird also von vorn- herein von den inländischen Kohlenkäusern getragen, was mit anderen Worten beißt, daß auch die von der A.-G für Kohle- Verwertung setzt unter Druck gesetzten städtischen Gaswerke in den von ihnen bezahlten Preisen den Zechen diese Differenz bezahlen. Die A-G. für Kohleverwertung denkt gar nicht daran, trotz ihrer verschiedenen abweichenden Erklärungen, aus etwas anderes hinzuarbeiten als auf ein mögllchst vollkommene» Gasmonopol. Es ist nicht ihr Verdienst, sondern sie wurde dazu gezwungen, wenn die Konkurrenzabsichten der Braunkohle, die selbständige Gruppen- Versorgung der Städte, diese Monopolabsichten bisher beschnitten haben. Trotz entgegenstehender Erklärungen denkt die A.-G. für Kohleoerwertung heute nicht mehr daran, die Gas- liefcrung gemischtwirtschaftlich aufzuziehen! sie strebt vielmehr mit aller Energie danach, selbst öffentlich kontrollierte Gasleitungen. wie die de» RWE. in den eigenen Besitz zu bringen. Zum Auf- fchluß Thüringens angefertigte Pläne lasten überall da, wo von außen Ergänzung», und Zuschuhgas zugeführt werden soll, im Westen. Norde« und sogar im Osten, Zufuhrleitungen der A.-G. für Kohleverwertung erkennen. Und der Vertrag mit Han- « o v e r, der von vornherein das denkbar schwerste Verlustgeschäft kst. kann nur Sinn bekommen, wenn über Hannover bis an die Nordsee und über Magdeburg nach Berlin Anschluß gefunden wird. Es ist also nicht daran zu zweifeln, daß die Monopolpläne der Ruhrzechen noch'wie vor fortbestehen und daß schon aus diesem Grund« das Staatsintereste bei der von den Ruhrzechen erstrebten Ferngasversorgung aus der Hcmd liegt. peinliche Einzelheiten wurden un» von d«r Politik der A.-G. für Kohleverwertung berichtet. Als die Städte Frankfurt und Köln die bekannten Kohlen- felder erworben hatten und zur Abwehr der von den Ruhrzechen tirfzenierten Angriff« gegen dieses Vorgehen Sachverständige zur Be- gutachtung der Kohlenfelder benötigt wurden, da soll im Bereich des Rheinifch-Westfälischen Kohleniyndikates die G u ta ch t« r tä t> g- k e, t iür die städtischen Kvhlenfeldcr verboten worden sein. Als Düsseldorf sich zu weigern versuchte, die direkt« Belieferung der sogenannten Konzernwerke, dos heißt die Verletzung der städtischen Gebietshoheit zuzulassen, wurde in durchsichtiger Form verständlich gemacht daß man schon Weg« finden werde, die Stadt Düsseldorf zu diesem Zugeständnis zu zwingen.'Die Oberbürgermeister der rheinisch-weltsälischen Industriestädte werden unter ständigem Druck gehalten durch die immer in der Lust liegend« Drohung, daß groß« Lndustriewerk» verlegt werden, wenn den Wünschen der Ruhrzeche» nicht entsprochen werde. Im Rheinifch-Destfälischen Elektrizitätswerk, da» sein« Gasleitung»erkaufen soll sollen bei der Ergänzung des Präsidium, von vornherein Persönlichkeiten aus» «enomme-««de» fem. von de»««o- weiß, daß sie den«h- sichten der A.-G. für Kohleverwertung nicht im Wege stehen werden. Um den öffentlichen Einfluß im RWE möglichst unwirksam zu machen, wird die Stadt Düsteldorf in der führenden Bergwerks- prest« dahin verdächtigt, daß ihr« RWE.-Altien aus Steuer- gel der» beschafft, mll anderen Worten, von der Schwerindustrie selbst bezahlt worden seien. Und man hat im Rheinifch-Westfälischen Elektrizitätswerk infolge der Personalunion zwischen A.-G. für Kohlererwerwng und dem Präsidium des RWE die Dinge soweit gehen lasten, daß man den Gasabnehmern des RWE ein« Ver- trogserweiterung zugemutet hat, durch die die von der A-G. für Kohleverwertung gewünschte Kohlenklausel von jenen dreißig bergischen Städten heute schon akzeptiert werden soll, die mit dem RWE Gaelieferungsverträge haben. Trotz aller Dementis aus Esten hat die ernsthafte Prest« schließlich doch daran fcftgehallen, und sie tat es wohl mit Recht, daß die ersten Gesell- schaftsverträg« der A.-G. für Kohleverwertung in der Tat eine Kohlenliefersperre für jede Konkurrenz versah und daß gegenüber der Stadt Köln, um die Gefahren aus der selbständigen Kohleiwer- sorgung der Städte zu bremsen, vorsichtig aber doch, gewisse Ange- böte gemacht worden sind. Wo auf solche W�ise am Gasmonopol festgehalten wird, und wo solche Methoden üblich werden, befinden sich gesamtwirlschafkliche Inkeressea in Gefahr. Das ist auch im Preußischen Landtag erkannt worden, der schon vor mehreren Monaten Beschlüsse gefaßt hat, die die Regierung zu einer aktiven Jnterestenahme in der Ferngasfroge zur Wahrung der kommunalen und Derbraucherinteresten verpflichteten. Seitdem aber ist der preußische Staat, insbesondere das preußisch« Handelsministerium untätig geblieben, und man hat noch immer nicht gehört, was die verantwortlichen Stellen in der Sache zu tun gedenken. Eine Aeußerung des verantwortlichen Ministers Dr. Schreiber liegt vor. Er hat kürzlich erklärt, daß der Staat stch stark genug fühle, ein Monopol zu verhindern. Es wäre zweck- mähig, wenn der preußische Handelsminister demnächst erklären würde, im Haushaltsousschuß dürste er dazu Gelegenheit haben, worin er sein« Machtmittel erblickt. In den nächsten Tagen soll über den Verkauf des RWE.- Netzes an t»« A.-G. für Kohleverwertung eine Entscheidung fallen. Für die A.-G. für Kohleverwertung ist eine Entscheidung i» ihrem Sinn« soft lebenswichtig. Es scheint uns nvlwendig. daß der preußische Handelsminister erklärt, od«r angesichts der öffentlichen Interessen flagrant verletztenden Methoden der A.-G. für Kohleoer- wertung einem derartigen Verkauf ohne weiteres zusehen oder ob er öffentliche Interessen schützende Klauseln anregen will. Es scheint uns dcch, daß noch den Erfahrungen die man im Rheinland und in Westfalen gemacht hat. die Ptovtnzeo und die Städte durch ihr Wegerecht in keiner Weis« genügend geschützt sind, und' daß es"eine außerordentlich ernsthafte Frage ist, wie der Staat diesen ungenügenden Schutz gegen- über der Macht und den unterirdischen Emflüffen des Privat- kapitals»«rstärken will. Nirgends ist das Oeisseo-iarre auf die Dauer so gefährlich, wie in der zentralisierten Gas- und Kraftwirtschast. Bei der Kroftwirtfchast war es selbstverständlich, daß die öffentliche Hand stch den überwiegenden Einfluß gesichert hat, und es wäre absolut unverftändllch und unverzeihlich, wenn man hinsichtlich der zentralisierten Gaswirtschoft in der preußischen Regierung weiter so zögern wollte, wie bisher. Eine kommunale Ferngasgefelffchast in Hessen Die drei hessischen Provinzen sowie die Städte Darmstadt, Mainz, Worms und Gießen haben stch zur einheitlichen öffentlichen Organisation der Ferngasversorgung mit dem hessischen Staat zu- sammengeschlosten und ein« Hessische Kommuyal« Gasfcrnver- svrgungegefellfchaft(.Hekoga") gegründet. Wegen des Gasbezuges soll, wie gemeldet wird, die neu« Gesellschaft sowohl mit der kürzlich gegründeten' Südwestdeutschen Gas-A.-G. Frankfurt als auch mit der A.-G. für Kohleverwertung, Esten, in Verbindung stehen. paiient Ltfa befindet flch wohl. (ZrNänmgea auf der Generalversammlung.— Neue Theater in Venia. Auf der Ufa-Generalversammlung gab es etnige interessante Dinge zu hören. Das Hervorstechendste war die große Sicherheit, mit der Hugenberge Generaldirektor. Herr Älitzfch, Forderungen an den Staat erhob und flch über die Zukunft der Ufa äußerte. Letzteres konnte er relativ leicht, da er nach der gründlichen. von der Deutschen Bank mit schweren Opfern bezahlten finanziellen Sanierung noch nicht mit Toten, sondern nur mll Der- sprechungen aufzuwarten hatte und nachdem stch die noch unter dem Einfluß der Deutschen Bank durchgeführt« Großfilmproduktwn auch heute noch als das tragende Gerüst der Ufa erweist. Ueberrafchend war die Feststellung, von der die Oeffentlichkeit bisher noch nichts wußte, daß die Regierung sich für die Beseitigung der L u st b a r k e i t s st e u e r o e r p f l i ch t« t habe, f!) Wahrschein- Nch ist dos aber mehr Wunsch von Herrn Klitzsch, als Wirklichkeit. Ein Irrtum ist es sicher, wenn sich die Hugenbergverwaltung durch die Beseitigung der Lustbarkeitssteuer ähnliche Exportertolg« ver- spricht, wie sie Amerika heute erzielt. Herr Klitzsch sprach von 200 Millionen und mehr. Das ist schon ein phantastischer Op- timismus. Hinsichtlich der finanziellen Erfolge der für das letzte So- lllerungsjahr natürlich keine Dividende verteilenden Ufa war Herr Klitzsch schon vorsichtiger. Verleih- und Theatergeschäft seien bisher ober befriedigend gewesen. Am Lehntner Platz in Charlotten- bürg soll«in Theoter mll 1800 Sitzplägen. in der Kaiser-Friedrich- Straß« in Neukölln ein Theater mll 1200 Sitzplätzen eröffnet werden, am Ib. August sollen die Lichtspiele im Cafö Vater- l a n d wieder ausgemacht werden. In Heilbronn und Königsberg wurden zwei große Theater gepatztet. Eigene Tochtergesellschaften sollen den Absatz noch Australien, Indien, vstasten, nach Süd- und Mittelamerlka, Nord- und Südafrika und Vorderasten sicherstellen. Auch hier handelt e» sich natürlich um Pläne für den Export, die ihren Wert erst beweisen müssen. Die Amerikaverträg» sind hinsichtlich der Abnahmepflicht von SO gilmen nach Uederuahme von 1b Filmen ausgelöst worden, die Verträge mll der Paramont und Metro-Goldwyn wurden auf vier Jahre bis 1032 verkürzt und dahin geändert, daß die Parufamet künftig nur noch amerikanische Filme und ein« gewisse Anzahl der Usa-Kulturfilme verleiht. Ebenso brauchen die aus den Parufamet- vertragen gelieferten Film« auf den Ufa-Theatern nur noch zu einem Drittel der Jahreswochen— stall bisher der Hälfte— gefpiell zu werden. Der Aufsichtsrat hat eine Berftärkung durch Hugen� bergleute erfahren, die aus der früheren Verwallung der Deulig-Film A.-G. kommen. Auch hier hat Herr Hugenberg nicht» versäumt, durch die Hereinnähme von Herrn Dr. Sorge und Ge- heimrat Dr. Kuhla von den bayerischen Metallindustriellen für eine weitere gute Verbindung mll den rechts stehenden Kreisen der Industrie zu sorgen. Braunkohlenherren in Verlegeuheii. Wann veröffentlicht Herr Curtius das Gutachten? Wir haben kürzlich die Mitteilung gebracht, daß der große Aus- schuh des Reichskohlenrats und der Reichskohlenoerband der mittel» deutschen Braunkohlenindustrie aus Umwegen durch die Nichtgcwäh- rung des Frühjahrsraballes von 1 M. pro Zentner eine faktische Äohlenprei serhöhung zugestanden haben, der auch der Reichswirtschaftsminister kein Veto entgegengesetzt hat. Wir hoben heute sicheren Grund zu der Annahme, daß die mitteldeut- sche Braunkohlenindustrie deshalb keine allgemeine Preis- erhöhungsanträge gestellt hat, weil sie sonst die Verössenllichung de» Schmalenbach-Gutachtens hätte hinnehmen müssen. Die Leröffent- lichung dieses Gutachtens muß also für die mitteldeutschen Braun- kohlenherren ein sehr saurer Apfel sein, und es müssen nicht nur recht interessante, sondern auch dem gesanllwlltschasllichen Interesse zweifellos dienende Dinge sein, die in diesem Gutachten enthalten sind, wenn sich die Braunkohlenherren um einen so teuren Preis so dagegen wehren. Leider ist es ausgeschlossen, daß man die Feststellunge» dieses Gutachtens eine Prioatangelegenhell zwischen dem Herrn Reichswirtschastsminister und den Braunkohlenherren sein lassen darf, wie es offenbar die Absicht der Beteiligten ist. Wir müssen deshalb im ösfenllichen Interesse unsere schon mehrfach ausge- sprachen« Forderung, daß dos Gutachten zu veröffentlichen ist, auf das Nachdrücklichste wiederholen und fragen heute den Herrn Reichswirtschastsminister, wann er dieser nicht nur von uns aus- gesprochenen Forderung endlich entsprechen will. Kabinetts- Politik in so wichtigen Dingen wie der eventuellen Fehlorgaoisa- tion einer staallich kontrollierten Kohlenwirtschast ist unerträglich. Die Konsumvereine im Lonuar. Oer gewöhnliche Rückgang nach dem Weihnachtsgc schaff. Sonst aufsteigende Entwicklung. Die Wochenumsätze der 63 zur Monatsstattsllk des Zentral- verbände» Deutscher Konsumvereine berichtenden Koosum» genossenschasten sind wie alljährlich nach dem Weihnochts- g e s ch ä f t auch im Monat Januar 1028 zurückgegangen. Der Wochendurchschnlltsumsatz pro Kops sank von 9,54 auf 7,43 M. Der Vergleich mll dem Monat November 1027, dem gegenüber der wöchentliche Mitgliedsumsotz im Januar noch um 0,57 M. gestiegen ist, zeigt die auch im Januar sich fortsetzende aufsteigend« Entwicklung der Umsätze. Gegenüber dem Monat Januar 1027 ist in Jahressrist eine Steigerung des Wochenumsatzes pro Mitglied um 1,57 M. zu verzeichnen. Gute Konjunktur für ö!e Eisenindustrie. Steigende Weltmarktpreise.— Auch Inlandsmarkt noch gut. Wi« der Stahlwerksverband, die Spitzenorganisation! der Eisenverbände, mitteill, hat die Eisenkonjunktur im Februar durch große Auslandsaufträge neue Anregung erhalten. Auch die inländische Nachfrage war noch befriedigend und ist nur in Formeisen und schweren Oberbaustossen durch die Streckung der Reichsbahnausträge ruhiger geworden. Wie stark der B? eri des Auslandes geft legen ist, zeigt die Meldung des Stabeiscn- Verbandes, daß die Nachfrage bei weitem das dem Verbände von de-t Werken zur Verfügung gestellte Material übersteigt. Steigende Preise im Auslandsgeschäft bestätigt, wie der Stab- eisenverband, oueb die Bandeisen Vereinigung, deren Inlands- absatz stch gleichfalls aus der Höhe des Vormonats hiell. Die Grob- blechwerke erhielten durch die Belebung der ausländischen Schissbautätigkeit erneut größere Austräge au? Schissblech«. Da mit dem Ende der kalten Äahreszell die Inlandsnachfrage, die auch in den Wintermonaten verhältnismäßig stark blieb, sich weiter erhöhen wird, so muß bei der osfensichtüch starken Belebung der Auslands- märkt? die Lage der deutschen Eisenindustrie al» sehr günstig be- zeichnet werden. hohe Maschinendioldenden in Mitteldeukschlaud. Während des Metallarbeiterkonslikts in Mllteldeutschlaud haben die llrfternehmer nicht genug über ihre schlectzte Loge und die mangelnde Ren- tabilitat der Mashinenindustrie klagen können. Mit der Ver- bindlichkellserklärung des Schiedsspruches, der den Metallarbeitern ?erade ein Drittel ihrer Forderungen auf eine Lohnerhöhung von 5 Pf. bewilligte, hat sich das Rcichsarbeitsministerium dieser Beweisführung angeschlossen. Wie gut die Maschinenindustrie in Wirklichkeit verdient hat und wie leicht sie die Arbeiterforderungen bättc erfüllen können, zeigen erneut einige jetzt veröffentlichte Ge- ichästsabscklüsse. So hat die Verwaltung der H a l l e s ch« n M a- schinensabrlk, wie wir schon meldeten, ein 8pro;eniige Divi- dend« festgesetzt, die gleichfalls in Halle befindliche Mashincnsabrik W egelin und Hübner weist einen Reingewinn von über 300 000 M. aus und zahlt, wie schon im vorigen Jahr, wieder 7 Proz. Dividende. Die Pittler-Werkzeugmaschinen- s a b r i k in Leipzig hat sogar ihre Dividende von k aus 1 0 P r o z. heraussetzen können. Jedes einzelne Werk verfügt dazu noch über große Auftragsbestände, so daß die Betriebe auf Monate hin- au» voll beschäftigt sind. So sieht die Notlage der mittel- deutschen Maschinenindustrie in Wirklichkeit aus. Die Bank der Arbeiter, Ang-stelltev und Vemrten A.-G. erfährt eine Ausdehnung ihrer Tätigkeit. Sie wurde zu- sammen mll der Kr-vitbank der landwirtschaftlichen Arbeitgeber Thüringens. Weimar und der Kieisfparlasse Lüchow auf Beschluß des Pachtkreditausschusses in die Reihe jener Pächterkredit- institut« aufgenommen, die zur Bersrrgung der landwirtschaftlichen Pächter mit Krediten zugelassen sind. Die lö-Mlllionen.Mark Anleihe de».freistaale» MeiN-nh"'q- Schwerin, die ebenso, wie die kürzlich ausgelegt« braunschwenifch« Staatsanleihe mit 8 Proz. verzinslich, mit 04% Proz. einzahlbar und als Siaateanlelhe m ü n d e l s i ch e r ist. wird in der Zell vom ö bis 10. März zur öffentlichea Zeichnung ausge» legt. Dir veröffentlichen in dufsr Nummer die entsprechend« Zeichnungsaufiorderung. Oer Siegeszug des Emhelisverbandes. Koch Hot seinen Kreun den eine böse Suppe cingebroeft. 9Vf d«n Betri-bsrätemahlen in her Eis«nbahn- .'crwaltung Leipzig erhiellen der Einheitsoerbant» 4.392, die Gewerkschqft deuNcher Eisenbahner(Ehristens 198, der Allgemeine Eisenbahnerverband(Hirfch-Duncker) 293, der syndifelistische Lndustrleverband 93 Stimmen. Trotz der offenstchtlichen Wahlhilse der Reichebahnvcrwaltnng fstr die Gegner de? Einheitsvcrbandeo bat dieser also in Leipzig glänzend abg-sschnitten. Ln Dresden erhielten der Einheltsverband bei den Betriebs- rätewahlen 3231 Stimmen, die Christen 297, der syndikalistische Lvdustrieverband Zfi, die Hirsch- Dünrkerschen 18 und dse Unorga- visierten 33 Stimmen. Der EinHeitsverband hat also 6a Prnz. aller Listigen Stimmen auf seine Liste vereinigt. Don den 188 zu wäh- senden Betriebsräten entfallen auf den EinHeitsverband\ii; die Christen erhalten 19 und die Uno'-ganisiertcn 4 Sitze. Besonders auflällig ist der Rückgang der kommunistischlyndikallstischen Slinrmen. ZZlüvchen, 1. März.(Eigenbericht.) Die am 28. und 26. Febniar vorgenommenen Betriebsräte- mahlen bei der Reichsbahn brachten dem EinHeitsverband in Bayern einen glänzenden Sieg und dem christlichen Dayerischen Eiienbahnerverband eine unerwartete Niederlage. Bon den in Bayern gegenwärtig vorhandenen 38 082 Wahlberechtigten gingen 32 306 zur Wahl, wobei 21 349 dem Einhcitever- band ihre Stimme gaben. Die Christlichen erhielten lediglich 10 829 und der kommunistische Industrieoerband nur 349 G i i m- wen. Mit 36 Betriebsräten hat der EinHeitsverband ein Man» dat gewonnen, während dl« Christlichen mit 18 Mandaten 3 n« r l o r e n. Dabei ist bemerksnsmert, daß der Bayerische Eisen- bohnemerband sein« letzt« Mehrheit, nämlich bei der Direk- tion Würzburg, einbüßt«, die nunmehr aus den Ehrbeitsverband übergegangen ist. Opfer der Raiionalisieruug. Sil 753 Unfälle 1921 im Ruhrbergbau. Wie vom Oberbergamt Dortmund nrttgoteilt wird, boliefen sich die Gesamtunsälle im Steinkohlenbergbau des Oberbergamtsbezirkes Dortmund im Jahre 1927 auf 81 733, davon 784 tödlich. Im Dicrtel- fohresdurchschnttt betrug die Zahl der Gesamtunfälle 20 433(im Bierteljahresdurchschnitt 1926 18 318), das sind 85 357 Unfälle auf 1000 Beschäftigte(1926 51 364), davon tödlich 196(1923 207), das sind 0,350 auf 1000 Beschäftigte. Bewegung auch im oberschesifchen Bergbau. Um Lc-Hu und Arbeitszeit. GletwIH. 1. März. Jon den am Tarifvertrag für de« obcrschlesiichen Steintshle«. bergbou betell-gtco fünf Arbetterorgauisationea giag dem Arbeit. geberverband der obcrschlesische« Manlanlndestrle heule ein Schrei. leo zu. in dem die Vereinbarungen über die Verlängerung der Arbeitszeit im oberschksischen V orgbau zum 31. Mörz 1928 gekündigt werden. Die Arbeiterorganisationen fordern Um- loandluug der Stundenlöhne der Hebertagearbeiter im Stein- kohle«,«ad Erzbergbau sowie In den IkebenVekrieben in Schichk- lohne, siebenfiüudiye Unlertagemrbeit, acht. st ü ndtge Vebertagearbeit. Gleichzeitig richtete der Arbeltgeberverband o» die am Tarifvertrog beteiligt«: Organ isa- lloaen ein Schreiben, in dem er uuter Hinweis auf die Sündigungs- absichl der Arbeiter zum 31. März den Manteltarif vom 20. 3u(i 1923 nebst sämkllchen Anlagen, foweil fic als Teil« des Torisver- träges anzusehen sind, kündigte. Moskau unten durch. Vorwärts zum Kampf! Erfurt. 1. März.(Eigenbericht.) In der Generaloersamntlung der Verwaltungsstelle des Deut- schen Mrtallarbeiteroerbondez am Mittwochabend erlitten die Ä o m. m u n i st« n«ine schwere Niederlage. Während sie ,wch vor wenigen Iahren über die Mehrheit oeriügten und selbst im Boriahre nur mit 80 Stimmen in der Minderheit blieben, er- hielten sie am Dienstag von über 1200 abgegebenen Stimmen nur noch 391 Stimnren, während 800 Stimmen auf die R i ch- tung Amsterdam entfielen. » Ein« schwor« Riederlag« holten sich die 9 o m m u n i- st« n bei der WaKl zur Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes in Frankfurt a. M. Trotz eifriger Propaganda, bei der sie besonders gegen die Streikfuhrung in Mitteldeutschland loszogen, erhielten sie nur 38.3 Stimmen: die Liste der Amsterdamer Richtung erhielt 824 Stimmen. Die Frankfurter Kommunisten hatten alles daran gefetzt, um diesmal m die Ortsverwalwng einzudringen. Räch der Abstimmung wurde beschlosien. das Lohnabkommen für den Groß-Frankfurter Bezirk zum ZI. März zu kündigen. Schulentlassung und Berufswahl. Oer kaufmännische Beruf. Bald verlosten wieder Tausend« von Kindern die Schule, um sich dem Erwerbsleben zuzuwenden. Sic treten mit allerlei Erwartungen und Wünschen in dos neue Leben ein. Bor allen Dingen hoben sie den großen Wunsch, nicht nur einen Erwerb, sondern einen Berus zu finden, dem sie sich mit Lust und Liebe widmen könne::. Viele werden durch die Berufsbcratungsstellen Anregun- gen zur richtigen Wahl erholten oder sich von de» Wünschen der Eltern und Dcrwandten leiten losten. Auf jeden Fall werden die meisten Kinder und Eltern prüfen, ob der in Frage kommende De- ruf auch für spätere Zeiten ein gutes Fortkommen bietst. Ein« große Zahl der Schulentlassenen wird stch auch dem kaufmännischen Beruf zuwenden wollen. Dieser Berus hat wie jeder andere seine Vorzüge und sein« Schattenseiten. Zu laß- leren gehört besonders eine allzu ungenügende Lehrlings- ausbildung in vielen Unternehmen. Die Eltern stntz es daher ihren Kindern schuldig, bevor sie einen Lchroertrog abschließen, sich bei der Stelle über di« Verhältnisse in den Betrie- den zu erkundigen, die die Dinge aus der Praxis genau kennt. Dies ist der Zentraloerband der Angestellten. die gewerkschastlichc Organisation der kaufmännischen Angestellten. Er hat es sich auch zur Aufgab« gemacht, die Inleresten der Lehrlina« und Lehrmädchen zu vertreten. Er fordert in seinem sozial- politischen Programm ausreichenden Lehrlings- und Iu- g e n d f ch u tz, Ausgestaltung des öffentlichen Schul wes ms und Sicherung einer guten, praktischen Berussausbildung. Zu weiterer Austunst ist die Berliner Ortsgruppe des Berbandes: Berlin SW. 68. Bellv-Alllance-Str. 7/10, gern bereit. Einigung im böhmischen Bergbaukempf. Erheblich« tsbnerhöhvngen, keine Arbeitszeitverlängenmg. Prag. 1. März.(Eigenbericht.) In den Verhandlungen zur Beilegung des Bergarbetterstreik» wurde heute spät abends im Arbeitsmintsierium ein« Einigung auf folqendsr Bast? erzielt: chauer erhalten eine Lohnerhöhung um 5 Broz.. die Lohn« der Regiearbeiter werden in der niedrigsten Kaiegnric um 6, in den mittleren Kategorien um Droz. und in den höchsten Lohnstufen mn 5 Proj. erhöht. Die Bestimmungen über die Arbeitszeit, Ueberfchichten usw. bleiben vnver- ändert. Die Unternehmer haben also ihre Forderung noch Ver» längecung der Arbeitszeit nicht durchgesetzt. Weiter wird eine einmalig« Lohnzulage ausgezahlt, die 60 bis 100 Kronen beträgt. Morgen vormittag wird«in Redaktionskomitee di« endgültige Formulierung des neuen Vertrages vornehmen, der dann nachmittags in einer Schlußsitzung von den Unterhändlern unterzeichnet werden wird._ Kündigung in der Solinger MetaMndustris» Solinge«. 1. März. In der heutigen Nacht ist nach stebenstündiger Verhandlung da» Lohn- und Arbeitszettabtommcn der Sosinger Metall» industrie von den Gewerkschaften zum 31. März gekün- d i g i worden. Die vorangegangenen Derhandlungen hatten den Zweck, ein neues Abkämmen ohne Kündigung zustande zu bringen, was aber nicht gelungen ist. Do» Angebot des Arbeitgeberoerbande» sah eine dreiprozentige Erhöhung des Tarislohnee vor. während vom Deutschen Metallorbeiterverbond eine Cr- höhung des Stund« nlohnes um 15 Pfennig gefordert wurde. Notruf des Saargebiets. Die Sozialdemokratische Partei de« Saar» gebiete» hat an dos Auswärtig« Amt. dos Reichsverkehrs, und das Reichsarbeilsministerium ein Telegramm gerichtet, in dem si: mitteilt, daß die französische Grubenverwaltung die angedrohte Mossencntlastung— in Frage kommen 4000 Bergleute— durchführt und um geeignete Gegenmaßnahmen bittet. Nach Erklärung der Grubenverwaltung erübrigt sich die Mastenentlassung, wenn Deutschland über das bisherige Kontingent 100 000 Tonnen Kohle mehr abnimmt. Auch das Zentrum des Saar- gebtets Hot ein ähnliches Telegramm an die Reichsregierung ge- richtet. Die Zeche Zohann velmelsberg In Steele wird nicht still- gelegt. Der Ausschuß für fandet und Gewerbe des Preußischen Landtazs hat gegen die Stimmen der Kommunisten(1) beschlossen, daß Preußen zusammen mit der Reichsrcgierung und dem Reichskobtenwirtschoftsrat sich beim Ruhrko�cnsyndikat sür eine günstigere Festsetzung der SnndikatsuiNlagen und de? Kohlenpreises der Zeche und für eine Erhöhung der Beteiligungszifser entsprechend der. Fördermöglichkeit einsetzen soll. Ferner soll Deimelsberg ein vorläufig mwerzinslicher Kredit gewahrt wenden tiderald» man mn Imn?sag>w»l» S« ®tutlii)fn MuNk»rv»rbant>'». Berlin. Äpm. matitatiltnte 63«*. Dänboll 327i-T& Dtldjattsjtü»—3 esnntag» U>— J Übe Suf Dmrlch: SettrttrtMnA Zeichunngsaufforderung nein. RM 15000000,— 8 0/o Anleihe des Freistaates Mecklenburg-Schwen'n auf Zeingoldbasis— rückzahlbar nicht vor T. März 1933, eingeteilt in Stücke zo NM 200a.-> 1V00.-, 500.-, 100.-. — Reichsmimdelfilher— Der A>r»ike«a» tBnfben'tnrff-f�mrxia gibt«in« auf tun Anhab« lautend« tolelV von isoooooo Der Silis d«r?nl«ib« wird irltrn» be»{freinaate* Äircklcnburz-Jchanrl» äuget Sur UbdrldtNg kunifrMarr Birdludltchkctirn in t-a tzluiyisach« m«erbinvrn glvrfkrn. drtonder» Wriwraiionen und Sicdlungsdauten neaveadet. Dti Anleih« ifl rr.it Ml, I,»r>>nsllch und mts mi: liibrlich am 1. Mtir* und I. Srptrmbrr iSllig«» 3te*f4)«m»n ««rseb»". D.-r«its gtncflftefn ift am I$«ftema«t 1928' allig.©n Einliilun» der 8in»Ichetne UN» der zur ZUlck. zohlunz z«Ian«end»n Schaldverschrrtduuzen rrsalgt außer bei der Staatsbauptian«»u Schwcrm, bei den unterzeiihneten Bunten und Äamftrmen. iowie deren lcunlilchen Niederlassuunen. Die Louizelt der Änteibe beträai 30 Zadre. Die vlanmitßi«« Ttigung, die durch Juelosuna»um Nennwert lllvauf zu er-o!«en Hai. iebt im tzahre>932 mit erfimaliaer«llcktablung auf den I. Mär, 19« ein und zwar werden jährlich de» urlsrunsllchen Anleihedeiraae» zuzUgÜch der«rfrarlen Rinfen«etilai Der lZiaat Hai da« Siechl. 00» i Mär, 10"j ad jederzeiX eine G-.aimiundlgunz der Anleihe norzunehmen d»w. die TUgung durch frei» händigen niliRaaf zu etnitfen.____ Äayttal und Zinsen werden bei stSllig'eii in gesedllchen Radln ngemlttrln gezahlt. Avr jede geschuldete Reich». mar! Ifl der in 3icicheträi,runa aueaedrultie Brei» don> m Ks Feingold>u zad'en. Dieser Prrl, ift der ans Stund der vr:"-------------—''—----- �—-----------—* oder Rllckfaus ,u erwlgen Hai. jetu im Jahre lS?2 mii erftmaliger«llck,ahlung aus den l. Mär, l9Ä"ein und»war 1'.......'" MbuT'.......*"'~'■'' »eozel ■ rben mst! ifl der in Neichewährung auenedrultie Prei» von'ypo ks(j.-tiiyuiu ,ll ,ap«i. 4»--'»-» auf wruaa der Verordnung vom 2g 6. 1923 RSB I Eciie 482 im Reicheanzeiger detanulgrgedene Londoner Saldpret» urng»» rechnet nach dem Mliieliurs der Berliner Börse aus Grund der amtlichen Notierung de» 10 Derfiagn vor dem Tage der Fälligtoli Ergibt sich aus dieser Umrechnung für da» Kg Feingold«in Brei» von nicht mehr al« NM 2800— und nihl weniger al« NM 2780.—, so ift litt jede geschuideie Zielchsmart eine Ne!ch»mart in geseziiche» Zahlung». Mitteln-u-afiltn Di» fflnführtiuo da» Nu leih» an der Sctltacc und Oambnrga Oätfa ort«*(»Said al» at«D««h öcra.ila gl metoev D'.e un.erreutmeten Banken und Bankstiuren legen hiermit die vdendezrichnrien RM-1» 00t» 000.- S-'» Anlkih« des iyreiOaastS Mecklenburg.Schwcrtn rrnier folgenden Bedingungen zur Sflenillche» grlchnung aoj. ze!ch!.ungen metden in der Reit vom 3L bis 10. Mär, st LS. einschließlich bei den uuierzeichnrle» Bauten und Bantfirmeu sowie ihren sämtlichen Niederlassung« während der übliche» Geschält»stundeu rmgegengenommeu geichnungea»»ul!.ungen auf Sil! che mit sechernonaiiaer Speer»errslichkung werden vorzugeweise derftchüchtigt. Mütherer«chivg der Zeichnung bleib: vvrhehalten. DicÄieitung dieidt dem Ermeisen-in:r jeden zuteilung, stell- üdertafsen. Dir Aeichr.ungsprri, delrägi »4 3/4 0/0 Die' Mjvgttch BärjenumsaHsteuer _...„-.lang der zugeteilie« Beträge bat w bar Zeit vom IL. März di» 1A Aprll b. Z» out« Anrechmmg van 8°/« Siftchzinse« vom i März d?» di, MM Ei»zah!>ntz»tage zu ersvlgrri. Die Reichner erhalten zunächst ftafiengutnungen, gegen deren Nftckgade die Auegabe der eerbgftltigeu Stftche »ach deren Ferllgiiellung erivlgi. Anmeldungen gut deft, minie SiüSe können nur inkaweit bl-rftcksichiigt werden al» die, mit dem Interesse der übrigen Zeichner vereinbar erscheint. Äerlst. Nomberg, Nraslau. Chemnitz, Dresden, vasteldorf, Krankfuri a. M., Hamburg, Hanncwer, Karlsruhe, Leipzig, Osnabrück. Schwerin im März 1028. Gebr. AraHoist Commerz- und Privat-Äauk Aktien gesellschast L. vreyfus& Co. Hardy» Co. S. m. b. H.«. S. Dassermaon. CL Heimann. Bayer& Heinze. Banner Bank-Verein Hiusderg, Ki scher& Comp. veutsche Efferen- und Wechsel-Sank. Lazard Speyer-Ciliffen. Loh. Serenberg, Soßler& Co. Zweiganstatt Hamburg der Girozentrale Hannover. Girozentrale Hannover, Oeffevttich« Bankanstalt. Svhraim Meyer& Hohn. Straus» Co. Osnabrücker Bern! 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Der von der Regierung eingeschlagen« Weg einer Teillösung ist sehr bedenklich. Die Re- gierunqsoorlaoe laust darauf hinaus, daß die Rentenbank zu einem Konkurrenzunternehmen der Preußenbank bei der Kreditgewährung an die Genossenschaften gemacht werden soll. Damit würde die Lösung des Kreditproblems nur erschwert. E« würde sich der Partei» kämpf auch auf das Kreditwesen ausdehnen. Die steuerliche Unzu- friedenhest in der Landwirtschaft wird nicht aushören, ehe nicht der Unterschied ausgehoben wird zwischen den buchführenden und den nicht buchführenden Landwirten. Bei der Siedtung aus zerfchlsienen Großgülern kann man auch größere Bauern m«t 100 bis 200 Morgen ansiedeln. Wenn der Osten nicht durch den wüst- und süddeutschen Bauern erobert wird, dann wird der Osten an Polen verloren gehen. Abg. Puh(Komm.) meint, die �auptursoch« der Not der Land- Wirtschaft sei die geringe Kaufkraft der Bevölkerung neben den hohen Gewinnen des Zwischenhandele. Abg. Kling(Darr. Vauernbund) bezeichnet die Aufhebung de» zollfreien Gesr�rsleischkontinqents als notwendig. Im übrigen fei das Notprogramm für die Kotz. Mit Krediten fei den armen Bauern nickt mehr zu Helsen. Abg. Kube(Gast der Nat.-Soz.) erklärt, der Dawes-Plan fei an allem schuld. Abg. Weidenhöf er(Dölk.) schließt sich dem Vorredner an. Abg. Scifferl(Bolksrechtpartei) sieht ein« der Hauptursachen der mangelnden Kreditfähigkeit der Landwirt« m der A u f w« r- tunqsgeseftgebuna. Abg. vöbrich(Chnstlich-nationale Bauernpartei) erklärt, alle Kombinationen über die Entstehungsurfachen feiner Partei feien müßig. Di« au? der Net des Bauernstande» geboren« Bauernpartei fei nun einmal da und st« werd« weiter wachsen. Dem Notprogramm der Regierung werde die Christlich-naiional« Bauernpartei zu- stimmen. Reichsernährungsminister Schiele begrüßt die Objektivität, mit der der sozialdemokratische Abg. Tempel da» Regieningsoro, gramm behandelt Hab«. Seine Forderung der Aushebung der Futter- mittelzöll« Hab« er ober mit Zahlen begründet, die heute nicht mehr zuträfen. Die Renteiibank sei nur ein Dochinstitut für die bestehenden landwirtschastlich en Kreditinstitute. Es sei nicht richiig, daß der Kredit der Rentenbank vorwiegend dem Großgrunddestß zu» gute komme. Der Minister sucht dies zahlenmäßig nachzuweisen. Das Kieler Programm der Sozialdemokratie er» klär« zwar, daß die sozialistische Gesellschaft den Bauern ihr Ehen- tum sichert: aber der sozialdemokratische Agrarsachverständige Dr. Bode und auch Dr. H i l s« r d i n g hätten doch«in« Deflni, tion dafür gegeben, nach'der die Sozialdemokratie den Bauern nur ein sittides Eigentum lasten wolle. Abg. Gchmibt'Derlin(Soz.) Einer der Redner de» Hause» hat erklärt, er habe nun schon wer Jahre lang ständig die Klagen über dl» Landwirtschaft gehört und es sei nie anders geworden. Ich kann Ihnen sagen: ich habe ein« noch viel längere Erfahrung. JchblnseitlSSZMitglieddtS Reichstages und habe to jedem Zahre dl- klagen über die Not der candwirtschast gehört, einmal in lebhafterer, einmal in etwas ge- dämvfterer Tonart. Es war immerwiederdasselbe. Wenn ein Redner hier im Hause erklärt hat, sa schlimm wie gegenwärtig sei es in der Landwirtschast noch nie gewesen und so heftig« Anklagen seien noch nie von der Landwirtschoit erhoben worden, so kann ich Ihnen auch aus meiner Erfahrung jagen: ich habe die Pertod« des Reichskanzlers Eaprlvt hier mitgemacht und weiß, daß damals auch sehr kräftige Tön« hier lautgeworden sind. Damals war es bekanntlich einer der Führer des Bundes der Landwirte, der im Zirkus Busch die sehr schöne Bemerkung machte: Die Minister können uns sonst wa».(Heiterkeit und Zurufe.) Also es ist immer dasselbe. Ob die Herren nun eine monarchische oder republikanisch« Regierung vor sich haben, sie sind immeraussössigund wenden sich gegen«ine nach ihrer Meinung nicht genügend« Berücksichtigung ihrer Wünsche. Herr Minister. waS haben«ic getan? Eigenartig ist«»ja. daß wir die Klagen jetzt in einer Zelt hören. in der langer als ein Jahr eindeutschnationaler Mini st er an der Spitze des Ministeriums für Ernährun« und Landwirtschaft steht. Es ist aber auch sehr interessant, daß aus der L a n d b u n d» tagung niemand gefragt hat: Herr Minister, was haben Sie denn eigentlich für ein Programm und was hoben Sle während ZHrer Amtsdauer für die candwirischast getan? Herr Schiele hat dabei die sehr geschickte Taktik besalgl, sich unter die Menge der Lärmenden und Schreienden zu mischen, und hat mttgeschrien.(Orahe Heiterkeit.) Die Herren vom Landbund haben sich dann gesagt: na, wennerschreit.danngehörterzuun»!(Erneute Heiter« keit.) Und so ist denn der große Appell an den Landwirtschasts- minister im Reich vorübergegangen, und der Stoß hat sich gegen das preußische Landwirischastsministerium gerichtet. Interessant ist dabei wieder folgendes. Der Herr Mlnister, der Im Ausschuß seinen Etat zu vertrete« hatte, hat dort von einem Uolpro- ßtamm in diesem Ausmaß nicht» gesprochen.(Hört, hört! links.) Es veourste erst oa» Anstoßes de? Landbundes(Sehr wahr! links), um ihn in die richtige Position zu bringen und die Forde- runqen zu stellen, die er jetzt als besondere in den Etat einsetzen will. So ist das Notprogramm zustande gekommen, von dem wir über seine Ausführung und praktische Durchlührung recht wenig gehört haben, und gerave darauf wird es im wesentlichen ankommen. Wie war eS mit den Krediten? Ich habe mir aber auch eimnal vergegenwärtigt: was ist denn nun gerade in den sitzten Iahren zur Hllse für die Landwirtschast bereitgestellt worden? s S 2 ätz ab e n w> r d i e aroßen Kre- dlte bewilligt, im Anschluß daran dt« nicht unerheblichen Wechselkredite, und als die Wechsel zurückgezahlt w«rd-N sollten, da kamen die Herren Im Ausschuß des Reichstages, dieselben Herren, dt« damals die Kredite befürwortet und jeden als einen Feind der Landwirtschast bezeichnet hatten, der nicht sur diese Kredite «Intrnt, und sagten nunmehr: da» hat kernen Zweck m4 den Krediten' die Bauern keimen überhaupt nicht die Bedeutung des Wechsels, wir haben sie ja geradezu irregeführt, wir haben sie leichtsertigerweise dazu verleitet, Kredit« auszunehmen die im Einzel- fall für den Betreffenden sehr bedenklich waren: es fei ratsam, daß der Bauer seine Finger davon ließe. Da muß ich sagen: wenn die Herren al, Jtaa&t der candwhtschast so wenla weitblickendes Urteil haben, nicht schon vorher zu wissen, daß sich eine solche Maßnahme nicht zugunsten der Landwirlschost auswirke« kann, so ist das ein Armutszeugnis ihrer ganzen Theorie und ihrer ganzen Vorschläge. (Lebhaste Zustimmung bei den Eoz.) Das ist nun der Weg gewesen, den inon damals einschlug und der mit großer Reklame draußen in der Oefsentlichteit als eine Hilfsaktion für die Landwirtschaft be- zeichnet wurde. Heute schweigt man darüber heute erklärt ein Redner nach dem anderen im Ausschuß und hier im Plenum: nur keine Kredit«, sondern Subventionen! Das.st das einzig Richtig«! Und höher« Preise für die Landwirtschaft! Die Roggenrentenbank—» ei« Geschäft der Hugenbergei In diesem Zusammenhang noch eine andere Frage, die Frag« der Roggenrentenbank! Die Herren haben sich vielfach über die ungeheure Last beschwert, die damals durch die Ausgabe von Roggenrentenpsondbriesen für die einzelnen, die sie in Besitz nehmen mußten, durch Ausnahme von Hypotheken entstanden sei. Un- zweifelhaft war diese Belastung außerordentlich hart. Wir brauchen uns nur daran zu«rinnern, daß damals die Roggenrcittenbant bei derUmwechselunglSProz. in Abzug brachte und außer- dem Spesen bei der Umwandlung dieser Pfandbrief« in Roggen- hyvotheken. Dazu kam noch eine ganz eigenartige und schwere Be- lasiung, die dahin ging, daß der Besitzer einer solchen Hypothek bei Ablösung der Hypothek abermals noch 10 Proz. S p e s e n zu zahlen hatte. Run frage ich: wer sind denn die Herren in der Roggenrentenbank. die eine solche Geschöstsprojis geübt haben? Und da finde Ich in dem Aufsichtsrat folgende Herren: Hermann Dietrich, ehemaliger Leiter der Raiffeisenbank, Dr. Alfred Hugenberg, Reichsminister'Dr. v. keudell und einige ander« Freunde aus dem Bankiergewerbe, die i n n a h e r Beziehung zu Herrn Hugenberg stehen.(Hört, hört! bei den Soz.) Und die Tatsache möchte ich noch bei dieser Gelegenheit unterstreichen, daß vier Vorstandsmitglieder, die der Deukschnationalen Partei angehören, in dieser Rank im Jahre 1926 an Tantiemen 300 000 Warf bekommen haben.(Lebhaste Rus« von den Soz.: Hort, hört! Stürmisch« Rus« von den Komm.: Hört, ihr Bauern!) So sieht In de.r Praxis die Sache au« wenn man etwa, näher hinzusiebt: daß an» der Jtol der Landwirt. schast ein Geschäft gemacht wird.(Stürmische Zustimmung links.) Was die Agrarier schon geschluckt haben. Es ist doch sehr notwendig, daß wir un» einmal klar werden, welche großen Summen denn der Landwirtschast zur Verfügung ge- stellt worden sind. Ich zitiere hier aus einer Broschüre:.Landbund- arbeit auf dem Gebiete der Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik un» Politik', herausgegeben 1925 vom Landbund Mecklenburg- Schwerin. Da sind, folgende Subventionen ausgestellt: Rentenmarkkredile 570 Millionen Mark, Auswlnterongskredste 20 Millionen Mark, Erntekredite 200 Millionen, Rlellorationskredile 20 Millionen, Kredite für krastoflüge 13 Millionen, wechseltredile 170 Millionen. Das Ist eine Summe, die von dem Verfasser dieses Werkes sehr lobend hervorgehoben wurde, und da» mit Recht, denn es ist hier doch eine sehr starke Subvention für di« Landwirtschast«ingetreien, ohne daß wir allerding» auf der anderen Seite einen dauernden Erfolg zu verzeichnen haben. Subventionen» Subventionen!— Aber wer soll zahlen? Heut« wünschen die Herren keine Kredite, sondern S u b- ventionen. Auch wir sind der Ansicht, daß die Landwirtschast nicht weiter verschuldet werden darf. Aber da möchten wir doch ein- mal aus di« Subvenlionspolitik der letzten Jahr« hinweisen, wir haben subventioniert die Industrie, dos Handwerk, den Handel, die Winzer, die tandwirtschast und alle diese verussstände klagen zu gleicher Zeit über die erdrückenden Steuern. Da muß man sich denn doch fragen, wer dem Staat die Mittel geben soll, um die Subventionen zu«.möglichen!(Sehr richtig! bei den Soz.) Man kommt aus diese weise zu jener Politik, die die Hauptlasten aus di« kreise der Minderbemiltellea abwälzt. Da» ist aber aus die Dauer für die Schichten der ärmeren Bevölkerung unerträglich.(Sehr wahr! bei den Soz.) Wir haben in Deutschland eine A r b» i t» k o s i g k« t t in dem heutigen Umfang« früher nie gekannt, gn der Krisenversichening sind öeute imd Älter von äO bis 4S Jahren,«in Beweis dafür, daß sie in der Großindustrie keine Deschästigung und kein Unter- kommen mehr finden.(Sehr richtig! bei den Soz.) Wo» bedeutet das für ein Zerschlagen der sicheren Grundlagen der Existenzk Was heißt es für einen Arbeiter, ein Jahr lang und noch länger arbeitslos zu sein!(Sehr wahr! bei den Soz.) Was bedeutet es� wenn Leute wie jetzt im Ruhrgebiet cinschließlich des Ganges zur Arbeit zwölf, dreizehn und vierzehn Stunden täglich mit der Arbeit unterwegs find! Das ist eine ungeheure Belastung, wie sie kein anderer Berussstand in diesem Ausmaße zu tragen hat.(Lebhaste Zustimmung bei den So;.) Unsere Arbeiker sind viel zu ruhig und gcduldia.(Sehr wahr! bei den Soz.) Wenn Sie sich diese Situation des Elends und des Jammer? vorstellen, so werden Sie zugebe» müssen, daß das ein Zustand ist, an den die Not i» der Landwirtschast nicht heranreicht. Die Rücksichtslosigkeit der heutigen kapitalistischen Organisation und der heutigen kapitalistischen Gesellschaft bringt dies« Verhältnisse her- vor und zeigt uns. wo Klagen zu erheben sind und wo st« vielmehr berechtigt sind, als mancher fürseine Lerufsschtcht glaubt. r Die Preisfrage. Was die Preise anbelangt, so ergibt sich nach den Indexzahlen au» Wirtschaft und Statistik, für pflanzliche Nahrungsmittel eine Position, dl« den kleineren und mittleren Betrieben eine erhebliche Einnahmequelle erschlicht. Die Indexzahlen für landwirtschaftliche Maschinen und Ackergeräte sind im Vergleich zu den Indexzahlen dieser landwirtschastlichen Produkte verhältnismäßig niedrig. Auch im Vergleich zur Dortriegszeit ist das Verhältnis nicht ungünstig. Eine Ausnahme machen lediglich die Viehpreise. Aber hier könnte auch die Zollgesetzgebung nichts ändern. Die Schwierigkeit der ge- samten Situation erklärt sich lediglich aus den hohen Zinsen. Wenn man allerdings die Preis« berücksichtigt, die der K o n s v- m e n t bezahlen muß, so kommt man zu einer außergewöhnlichen Spanne, und man muß sich mit der Frage beschästigen, wie eine Gleichmäßigkeit der Preise und ein Preis erreicht werden kann, der auch innerlich volkswirtschaftlich als gerechtfertigt angesehen werden kann. Wenn man zu einer Preispolitik kommen will, die eine ge- junde Grundlage darstellt, dann gibt es in einem Staat wie dem unsrigen keine ander« Löiung als die, die Preisgestaltung durch ein G e t r e i d e m o n o p o l fest in der Hand zu halten und diese Lösung würde auch im Interesse der Landwirtschast, vor allem der Klein- besitzer liegen. Auf dem A i« h m a r t t liegen die Dinge ähnlich. Ich sehe gar keinen anderen Weg, als daß Sie sich hier streng an die genossenschaftlichen Organisationen hasten. Das ist aber ein sehr langer und schwieriger Weg, besonders wenn die eigens Initiative der Landwirte nicht mithilft und difür sorgt, daß die Dinge sich bessern. Der Landbund hat versagt! Vollständig sehst diese private Initiativ« im Reichslond- b u n d: denn der Reichslanddund ist leider ein« strille Propaganda, gesellschaft der Deutschnationalen und der Völkischen geworden. (Sehr wahr! bei den Soz.) Wenn da» eine Organisation wäre, die ihre Interessen rein wirtschastiich und abseits von allen politischen Strömungen verfolgte, dann würde sie sehr viel mehr Gewicht und Zlnsehcn finden, als in der Gefolgschaft der Deutschnationalen und Völkischen.(Sehr wahr! bei den Soz.) Eine Organisation, die aus ihrer letzten Tagung sich für die Fememörder begelsletl. die in ihrer ganzen Stellung zur Republik und zum gegenwärtigen Staat«ine Stnnpsslellung einnimmt, findet leine Achlung und kein Ansehen in den Kreisen der Republikaner und kann ihre wlrlschastlichcn Ausgaben nicht so lösen, wie es«ine wirkliche wirtschastsorganisalion als ihre Ausgabe betrachten muß. Eine Wirtschaftsorganisation ohne politische Einstellung mit sachlichem Material zur Beurteitung der Lage der Landwirtschaft wäre die Zlusgabe eines Bundes der Landwirte. Nun geht das Programm de» Herrn Minister» auch aus die A e r« i n- heitlichung der Genossenschaften, eine außerordentlich erfreuliche Ausgab«, die er sich hier stellt. Da sage ich aber wieder: Ist e» nicht für den Reichslandbund beschämend, daß er di« Ausgabe nicht serlig bringl, ein« etnlzeilliche Organisalion der Senosscnfchaslen zu propagieren und durchzujühren?(Sehr wahr! bei den Soz.) Ich darf eins ohne Ueberhebung sagen. Sehen Sie sich doch unsere Organisationen in der'Arbeiterschaft, die Genossenschaften, die Konsumvereine yn, die große Ausgaben in ver- hästnismäßig kurzer Ze t durch die Zlusbringung von Millionen von Mitteln gelöst haben! Wie erklärt sich dieser große Gegensatz, daß in einem so gedrängten Wittschastsberus nicht dieselben Ausgaben Anklang finden, die in der Arbeiterschaft die großen Erfolgs gezeitigt haben? Die Erklärung ist sehr einfach. Wir hoben in der'Arbeiter- ichaft auch nicht von Ansang an di« Sympathie und die Begeisterung iür di« Genossenschafts- und die Konsumbewegung gefunden. Aber durch andauernde Erziehung, durch den wiederholten Hinweis auf di« Bedeutung dieser Aufgaben haben wir die Arbeiterschaft dazu ge- bracht, daß sie ihre geringen Mittel zu dem gemeinsamen Aufbau der flenosseuschaftlichen Organisation zusammenbrachte. Das wäre eine Aufgabe für den Landdund. Wenn er aber heut« van der Regierung Millionen zur Unter st ützung für seine Ausgaben haben muß, so hat er meiner Ansicht nach seine Aus- gab« völ ständig uerseblt. kannte er seine Ausgabe nicht lösen, weil ihm die Initiative für diese großen wirtschastlickien Aus- gaben vollständig fehlte.(Sehr wahr! bei den Sot.) Die Erziehungsarbeit des Reichslandbunde» ist keine andere al, die, das Treiben de» Stahlhelm und ähnlicher Körperschaften zu unterstützen.(Sehr wahr! bei den Soz.) Kein organisatorisch?» Schaffen im Volkswirt- schafttichen Interesse, nur Austoben im Wüten politischer Pbraseo- logie, ein Herabzerren, ein Nichtachten der Menschen, wenn sie sich nicht in gleicher Gesinnung. aus das tiefe Niveau dieser politischen und kulturell.-n Einstellung begeben. Diese Methode ruft keine schöpferisch« Kraft hervor. Sie versinkt in den Schlammfluten wüster Treibereien und führt zu einer geistigen und politischen Entartung. Deshalb wird sich die Landwirtschast nicht durch eine Pfründe au» Siaatsmitteln von ihrem Druck befreien. Sie muß selbst Hand ans Wert legen. Wird der Weg nicht beschritten, daß mit der gegenwärtigen Hilfe auch zugleich die Basis einer dauernden gesunden Entwicklung gefunden wird, dann sind alle Mühen umsonst. Wir werden deshalb das Rolproaramm sebr genau prüfen und. was in unteren Kräften steht, verhindern. daß aus dem Rotprogramm ein Geschäst»programm wird.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Um WA UKr wird die Weiterberatung auf Freitag. 14 Ukr, ver- tagt. Auf der Tagesordnung steht wester der Haushalt des Reichs- wirtschaftsministeriums.___________ Kommunisteniheater im Lanöiag. Demagogenpolitik um das VergwerkSunglück auf Zeche Swald. X Der Ältestenrat de» Landtags hat heute das Arbeitspro- gramm für den Rest der Legislaturperiode sestgelegt. Es Ist groß genug: Es sollen noch erledigt werden der gesamte Etat, sämtliche Eingemeindungsgesetze, das Städtebaugesetz. der Stellenplan und sämtllche Beamtenbesoldungssragcn, sämllich« Hoch- wasiersthutzvorlagen usw. usw. Natürlich wird sich diese» Pro- gramm nur durchführen lassen, wenn die Redefreiheit aufs äußerste beschränkt witd und der Landtag sich mit stärkster Energie auf die Erledigung der praktischen Gesetzgebungsarbeit ein- stell'. Aber für die heutige Sitzung galten die neu festgesetzten Regeln noch nicht, und so wurde sie wstlos verschwatzt. Im Anschluß an die Beileidsrede des Präsidenten für die Opfer de» Bergwertsunglücks auf Zech« Ewald bei Reckling- hausen beantragten die Kommunisten die Herbeirufunz des Hau- dclsministers. Kein Hinweis darauf, daß der Minister über die ltyachen des Unglücks In diesem Augenblick auch noch nichts wisse, und daß mit einer turbulenten DedoL« weder den Toten Genug- tuung verschafft noch für die Lebenden etwas geleistet würde, konnte sie von ihrem lärmetlden Verlangen abbringen. Natürlich wurde der Antrag abgelehnt. Aal» aber di, Sozialdemokraten vorschlugen,«Ine A n- frag«, di« st« zu dieser Ka'aftroph««ingebrackp hatten, sofort dem zuständigen Ausschuh zu tlberweisen, damit dort die Schuldiraße gründlich geklärt und dem Haus« ein entsprechender Abhtlfevorschlag gemacht werden konnte, waren es die Kommunisten, die widersprachen und damit verhinderten, daß di« Angelegenheit diese» Unglück» überhaupt zur Derhandlung kommen konnte. Es ist ein lxirtes, aber nicht unrtch'iges Wort, das der Zentrumsabzeordnet« Harsch den furchtbar entrüsteten Kommunisten' zurief;»Sie machen mit den tote» Bergarbeitern Theater!' Danach entfesselte bei der dritten Lesung eines Rente» gutkreditgesetzes. die debattelos verabschiedet werden sollte, der Volksparteiler Stendel ein« große Siedlungsdebatt«, indem «r aus b«r Adeichstagsred« b« Lbg. Tempel ein« Omirteitanfl bor preußischen Siedlungspolitik herauslas. Die Genosien Paetzel und K l a u ß n e r wiesen ihm noch, daß keine Partei in Preußen so ernsthast und sachlich siir die Siedlung eineztveten ist wie die Sozialdemokratie. Aber gerade deshalb kann sie die Siedlungs- Politik des preußischen Landwirtschaftsministers— einzelne Fehler und Llicken zugegeben— im ganzen Umfang irur gutheißen. Erst in vorgerückter Nachmittagsstunde kam dos Haus zur Einzelberatung des P o l i zei e t a t s, und hier benutzte der kam- munistische Abg. Kasper, unterstützt von einem halben Dutzend Fvaundc, die unbeschränkte Redezeit, um zu jedem Titel endlos« und inhaltlose Reden.zu führe». Erst um tö'A Uhr hatte sich der Abg. Kasper erschöpft, und der Rest des Haushalts des Innenministeriums konnte angenommen werden. Auf der Tagesordnung der Freitagsitzung stehen Steuergesetze, Abstimmungen, Iustizetot. parieiuachrichien��fürGroß-Vertin Ei°t»du°s.n fü. dt.U RubrU st»d%CKJI ft.t.«.».* jtrt.uftetort« Bei Ii» 6S 88. Si»d-»ltraß- 3. 2. Ho». I Itw.»cht».|a richten. 1.«»>- MItt«.«rbeitrrspnrtlrr! Dienstag, 8. Mär,, ISZi Uhr, Im Lokal Bromlrrlk,inbpnbiirö- dämm, Gcke? oonstrohe, zu einer wichtigen Sitzung des erweiterten Ab. teilungsporNandes. An schließend gemütliche» Beisammensein. Abt. SUlderschonhanIen. 20 Uhr bei ktitndl. Am Friebensp ssunktionärsitzung. Friebensplatz, wichtige Frauenveranstaltnngen: I. tlrei, Mitte. ftrahe 88, Fort Freitag, 2. März, im Bejirksoml Mitte, Berlin®. 2, Kloster. ._... etsctzung des lZrouenkursus. Relerentin Genassin Klara Böhm. Schuch, M. d. 91. Gäste willkommen. 3. Keei« Wedding. Montag. 5. März«, 19H Uhr, ffrauenwerbener._ anstaltung in der Löwen-Brauerei. Hochstr. 2 1. Krruzzuq de» Weibe«, gl 2. Anspracht de» Genossen Dr. Julius Moses, M. d. R. Uitloflei" =1 30 Pf. Gaste willkommen. nbeitrag s l i �............ 14. Kreis Ziel iilln. Die interesstertrn Genossinnen beteiligen sich heut«, lsrei. tag, 2. Mär,, an der Saskochlehroorsührung im Deutschen Wirtshaus, Bergstr. 13«, 19H Uhr. Bezirksausschuß für Arbeilerwohlfahri: 5. Krei» jkriedrichrhain. Dienstag, 8. März, I9ZH Uhr, in den Tatnenius- Gälen, Memelcr Str. 87, Krcisveronstaltinig der Arbeiterwahlfahrt.?or» trag», und Ausspracheabend über„Ausgaben und Ziele der Arbeiterwohl- fahrt*. Bcserentin Genossin Dr. Luis« Äorgensiern. Alle Genossinnen unt Genossen sind herzlich eingeladen. 17.«reis Lichtenberg. Achtung! ttn.rsnsabenb sälit heute. Freitag. 2. Mär», wegen Nerhindeeung de» Referenten an». Nächster«ursnsabend tat Zeel. tag, 9.»ar� Zungsozialistea: Geotz-BerNn! Sonnabend, März, Ardeitsgern aq uni chie*. Referent Gewlnnavszug 5. Klasfe 50. Priußilch.Stiddigtlch» Klatzen-Losterle. Ohne vewähr Nachdruck verböte» Aus sede gezogene Nummer sind»we< gleich hob« kSewiua» gefallen, und zwar se einer an? die Los« gleicher Nummer In den beiden Abteilungtn l und II lü Wedunflslag A. Februar IWS 8a der Nachmittngszlebung wurden Gewinn« über 150 Li. gezogen 4«ewinn» IN 1TOOO M 174460 100707 2«ewwn, ea 6000 ffl. 226363 2«ewwn» ,n 3000 QU. 1 88930 ?0»ewin«.»» 2000 M. 37707 3SI3, SS71» S1774 1IS06« ISS2«» S«IS6d 204670 302860 3I27I2___ 24 Gewinn» ,» 1000 M 279» 28733 32092 33614 74288 118367 188680 201316 295394 316480 316685 323864 64»«.im., in 600 93. 0706 17346 23592 40)38 66206 77817 80348 «8296 08267 131 697 143928 I 46721 166937 I6944I 171032 172364 100992 237143 237532 266146 272382 279869 286184 304662 313061 316176 321176 326312 349-162 366636 367990 370961 162»ew-an» i» 300 9N. 6266 16243 17473 42378 42661 42024 62526 67875 65659 69619 70129 76128 76911 84611 88714 03282 94249 08970 9000» 100930 101 247 10406» I 031 26 10836» II6666 110666 138304 1 3976.1>41024 143960 146263 1 60363 161 24» 166790 17066.3 173961 176369 179316 179786 182227 182262 103267 196480 200696 802731 203917 203683 207300 211060 224625 224830 226713238403 241637 245564 259476 272618 276703 291962 299356 314160 315002 817074 326078 325943 327237 332095 332667 310488 313018 331204 353158 364807 366501 359036 360540 360841 365204 369718 372423 372870 S0. kilthungslag I.MSq 1«» Ln der Vormiitaaszlehung wurden Gewinn« über 120 M. gezogea 2•ewnme in 200000 W 165163 2»twinn. ,11 25000 M. 81643 2»-Winne ,u 6000 DI. 47730 ««-Winne ,u 3000«. 80389 109620 276646 20 Gewinn- j» 2000 M 49323>76224 I07S6S 208859 933063 270943 204868 207861 327316 336430 � 28»«.INN«,,, 1000 911. 004 4020 28669 82775 85227 167976 170718 308831 237163 247507 351367 337733 372076 373292 82 S«winn» fn 500 M. 0175 26704 3210! 351 17 40413 48684 61391 66021 89234 62131 96204 102933 116670 118678 123537 133330 .------------ 150718 159918 174895 174974 180214 188501 190431 207382 217038 223886 246109 248700 271662 280008 ---------- 3.19621 347104 347187 348111 356426 190*a 300 9JI. 4481 4786 11194 12199 18378 23218 27325 141865 148721 150718 159918 174895 174974 180214 188501 190431 t 00268 203761 207382 217038 222686 246109 248700!---- 93573 338647 33982! 347104 347187 348111 366428 190»cwlno#«u 300<01. 4481 4785 11194 12199 18373______ 33071 41630 42676 42857 46110 48144 61012 67644 67902 62309 64026 66021 70124 75120 81345 85782 89328 00289 92970 97837- 100888 102480< 09321 111560 114676 117313 118939 122634 123067 126363 130864 132864 133362 134567 135640 136808 138128 138621 138621 185913 217597 160308 153710 159875 I6I687 182700 183994 165183 167818 139783 190053 190388 190662 193533 204662 21 1036 217442 l 216094 218542 219032 224232 226375 226929 234087 234674 246796 252322 259960 269850 271931 281301 285315 291636 295514 298760 304553 308921 31 1232 312196 312640 324747 336008 337928 338683 846149 354662 366461 360490 372087 Der in der heulisten Aormltlaggzlehmist gezvaene Hauptgewwn von K»>en> Mark fiel auf Vir 15.5163 in AdleU mist I nach H'ndenbiirg(Oderschlesien), in Abteilung U nach Biumernhal (Hannooer). Im ffleivlnnrad» verblieben: S Prämien zu se IDkWVI M a Gewinne zu se M.. V vlewtnne zu>? SunXill M.. 3 Nie» Winne zu se 7!iiOi M..« Tewinne zu se 251X1» M..»1 iSewinn» �n, ,» ico«! M. M Gewinne zu je SOX)>28 Gewinne zu je Vi»»> M.. 272 Geiuinne zn je 2000 Ät.. 584 Gewinne zu�r I1M3 3)L, 1012 Gewinn« ,u j«""'''~ z» t« 600 M. ............ zu se 408V Gewinne zu je 300 M. «Y?»—. VMMfntWta. irtnt VUZ�tgNed««ch«Mt«n* Utu Mist, willkommen. Schtungl� Heut, �Beitragszahlung.— Gruppe Tempelhöl- Marlen darf! Heute, Freitag, Treifpunlt zur Ku'ndgebuna um lSÄ Uhr Kaiserin» Augusta-Straße. Eonntag, 4. Biärz, Fahrt nach Strausberg. Treffpuickt -st» Uhr Bahnhof Tcmpclhof.— Gruppe Süden: Wir beteiligen uns an der Gesamweranstaltung. Die Arbeilsgememschast fällt deswegen aus und findet in drr nächsten Woche statt.— Gruppe Schäneberg: Der Heimabend fällt aus. Wir beteiligen uns an der D-somweranstaltung.���M�����������M | Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation ZI. Abt. Unser langjähriger Genosse Adolf Sonntag, Maiplaquet- strafte 14, ist oerstorben. Ehre seinem Andenken! Einäscherung am connab-nd, 3. Mär.z, 18 Uhr, im Krematorium Ecrichtstraftc. Sämtliche Mitglieder tresie» sich in drr Geschäftsstelle, Utrechter Str. 21, pstiikrlich zum Abmarsch ,-m 17!-- Uhr. 13«. Abt. Relnickendors-Vst. Am Dienstag, 28. Februar, ist unser Genosse Albert Rother, Rordbahnstr. 30, verstorben. Ebre seinem Andenken! Einäscherung am Sonnabend. 3. März, 13 Uhr, Krematorium Gerichtstrafte. Ilm zahlreich« Beteiligung wird gebeten. Vorträge, Vereine und Versammlungen. # Reichsbanner«Schwarz-Rok-Goid". Geschält, stelle: Berlin S 14. Sedastianstr 37<38. Hol 2 Zr. Freitag, I. März. MiU«: Nachrichtrnzug Versammlung 20 Uhr Brunnenstr. 4. Steglitz sIugrndkameradschaftl: 19'� Uhr Mitglieder. Versammlung im Jugendheim Albrechtstrafte sam Stadtpark). Erscheinen Pflicht. Lichtenberg, Kam. Boxhagen: 2» Uhr Pollvcrsammlung. Dortraa de» Kam. Elias:»Das Reichsbanner und die politischen Parteien.* Erscheinen Pflicht. Kam. Biesdorf: Dollvrrsammlung bei Porath. Vortrag Kam. Schlicht. Er. scheinen Pflicht. Borsigwalde, 20 Uhr de. Wo tschach. Ernstste. 1, Bortrag des Kam. Lindemann:„Der Kamps um die deutsch» Republik in Argentinien.* Repiiblikoner willkommen.— Sonnabend, 3. Mörz. Sportplatz Friedelchslelh«: Allgemeine Uebungen von lZ Uhr bis Dunkelheit.— Sonntag, 4. März. Gau» »orstand: Kardball'piele: Koverick I rten, Wcdding II gegen Friedrichshain 11 Di Uhr Sportplaä Relnlckenhori. Friehrichsbain I 0'- Ilde Sport. aegen Adlersdof«'4 Ilde Sportvlai! Hirsch- g II gegen Friedrichshain 11»>i Uhr Sportplaä Reinickendorf. West,«itarnweberstrafte. Tcmnclho? gegen Friedrichsbain l S<<. Übe Sport- platz Marlendorf, Prübftstrafte. Eharlotiendneq 1 gcgrn Köpenick 11>iä Uhr Sport. platz Kirschgarten. Mitte- Ansmorlch. Antreten 8 Uhr Etcttincr Dorortbahn- Hof. Pfl-.chtveran staltung. Friedrichshaia: Radlahrerzug 8 Uhr Petersburger Platz. Treffen sämtlicher Rodfahrer. End« der Fahrt 14 Uhr. Krcuzberg: Nachrichtrnzug Propagandasahrt nach Erkner-GrünheiKe. Start 8 Uhr Feuer- Wehrdenkmal. Mariannenplatz. Wilmersdorf: 14 Uhr im Biktoriagarten. pünktlich 8 Uhr bei Werner, Wilhelmstr. 3. Propaoandalahrt für den II. März. Fahrt durch die Dororte. Buudeskleidung, Rad mit Wimpel. Sportplatz Friedrichoseld«! Allgemeine Uebungen der angeschlossenen Ort-oerelne von 9 bis IS Ubr. Mablcdors: Alle Kameraben, welche ein Fahrrad besitzen antreten 7Zb Uhr Trcskow-, Ecke Wasdowstrafte. Rowawer: Radsahrerausfahrt. Flug- blattverbreitung auf dem Land». Absohrt pünkilich 8 Ilhr vom Lutberplatz.— kharlottenburg: Sonnabend, 3. Marz. Einäscherung des Kamcrad-n Paul Behrcnd. Treffpunkt aller dienstsreie» Kameraden mit Fahnen und Spiel- leutrn lSiä Uhr Kremaiorium Wilmcrsdork. Znterestenpertrctnng«eldstdille der geschädigten Anrland«-, Kolonial- und Grrazlnndsdeutsch«», e. B. Freitag, 2. März, A Uhr, im Bürgersaal des RaOcafM. Kiinigstraft«, mGenMS« SenetcherfaeHClung. X. ck.»AG«w Rotchstag-adgeorhnet-r über da, Kriegs chäbengefetz sprechen. Kttnossenten sind«ingeladen Arbeitsgewcinschoit kür Forftschutz und Notorkuode. B. Sonntag. 4. März, naturkundliche Wanderung sPüttberge— HesseNwinkeN. Trefspunet 10 Uhr am" naturwissenschaftli, kommen. Reichobnnd der Kriegsbeschädigten, Kriegoteilnehmer n»d Kriegrrhinteo- bliedenen, Ortsgruppe 00 SO.: Montag, 3. März, 20 Uhr, Mitgiiederversamm- luna im Reicht-nberaer Hof. Reichcnberger Str. 117.— Bez. Zeütrn«: Montag. 3. März,'20 Uhr, im Rosentholer Hof, Rosenthaler Str. 11—12. Monalooer- sammlung. Referat Kamerad Schwarz:„Ardrterschutz und Gesundheitswesen." Berliner Anwaltrerein. Donnerstag, 8. März. A> Uhr. i» Bereinshaus Deutscher Ingenieure, Berlin, Friedrich-Ebert-Str. 27 tgegenüder dem Reichs- Zlypographischeo Orchester. Direktion: Erich Gutzeit. Uebnngsstunde jeden ..log 20 Uhr in Neukölln. Hermannstr 199. Gäste stets willkommen. verband loziolistischer Abstinenten, San Beelin- Brandenburg. Am Sonn- abend. 3. März, IgU Uhr, wird Genosse Löggow im Jugendheim Borckstr. 11, 2. Hof geradezu, das Thema.Die Alkoh' M Bedeutung" weiter behondeln. Gäste si! le in ihrer kommunalpolitischen willkommen Arbeiter-Abstineuten-Bnud, Ortsgruppe Berlin. Sonntaa. 4. März, 10 Uhr, lloal 3, Fortfetzunä der Generaiversammlimg. Tagesord. ______.... hl des Berliner Vorstandes, Wahl der Delegierten zum Bundestag,.Trinkerfürsorge* IRescrot und Korreferat). Gewerklchasishaus, Eoal 3, nung u. a.: Neuwahl des Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Verlin Slnsendonaen lüe diese lllubvk nm«n da« Sogendkestriaelatz Berlin SM S», Lindenliraße Z Kundgebung der arbeitende» Zugend heute, 2. März, In her Sladk- Halle. Klosterstrafte:„Jugend— Schule— Familie— Krantz-Prozeft"— Wal nun?— Die Gruppen beteiligen sich geschlossen an dieser Kundgebung. Allrc» Beierle spricht über»Jack London* smit Lichtbildern) am Sonntag. ll. März, im grossen Sitzungssaal des Bezirksamtes Kreuzberg in der Porck- strafte 11 um 19 Uhr. Eintrittskarten 4 80 Pf. im Zugendfekrrtariat zu haben. heute, Zreikag: Werdedezirl Neukölln; Filmabend im Saalbau Bergstrafte. 1 Mit den Zugvögeln nach Afrika. 2. Kasimir und Hiligeia. 3. Der Zugendtag der SA?. in Berlin. Eintritt 30 Pf. Südwesten: Tresfpunkt zur Kundgebung 19 Uhr Blücherplatz.— Kottbnssrr Tor: Tresfpunkt zur Kundgebung Itztzi Uhr. Morgen, Sonnabend: werdedezirl Prrozlaner Berg: lgih Uhr Borsitzenhenkouseoen». Tagesordnung. All« Vorsitzenden müssen vertreten�sein. Sichtige Brnüuenplatz, Weddioa und Bedding-Nord: Treffpunkt zur Kundgebung 19V1 Uhr Bahnhof Wct>d:na. dl'~-----— 4- i«.— Tempelhof: Treffpunkt gut Aundgcbunq 19� Uhr Bahnhof Tempclhof.— Teael: öeim Bahnhsfstr. 15. Unser Gruppen- abend fällt aus. Dakllr IS Uhr Treffpunkt Ecke Schlleperstray««zur Beteiligung an der Kundgebung des Bezirks. t der Bär? -i— (.» TSJ//� ROLAND J«//-'« AM MAR.K1 SCMEN MUSEUM Ein altes Wahrzeiclien ist Roland der Riese. Unerschut- terlich überdauert er die und darin wird ihm die Cigare/ie gleichen, die sich der treuen Freund" schaft der Berliner rühmen darf JosettiJuno Berlins meistgera udnie 4u% Cigorette Kreiiag 2. März 1928 Unterhaltung unö �Vilsen Vellage des Vorwärts Die Bergstraße. Von Thea Jeimann. Man baut Wef« Bergstraße zum Luxus. In einer der schönsten und berühmtesten Szenerien der italienischen Alpen, am User eines dunkelblauen Bergsees, Meter für Meter dem Fels abzwingend Sie führt augenblicklich bis in einen kleinen romantischen Ort, der schon dm den Fremden entdeckt ist. Anderthalb Wegstunde weiter liegt die Siedlung der Arbeiter. Einige armselige Hütten waren es ur- fprünzlich, am Fuße eines Gebirgspastes. lind das letzte Wirtshaus war hier für den, der bergwärts wanderte. Jetzt stehen starre Stein- barocken da, mit kleinen quadratischen Fenstern. Darin hausen sie. Man baut diese Straße zum Luxus. Für die großen Touren. wagen der Fremden, die oon Norden kommen, aus Ländern mit einer stärkeren Valuta. Dt« wirtschaftlich« Bedeutung der Straße>st gering. Für Handel und Verkehr genügt die Dampfcrverbindung. » An dieser Straße arbeiten SSV Arbeiter. Außerdem sind ein« Anzahl Monteure da. Und einig« sunge Männer mit Sportmützen und schicken Knickerbocker»(wenn auch nur aus Manchester): die Ausseher. Die technische Leitung haben zwei Ingenieure, die in hübschen rot lackierten Automobilen die Gegend und dt« Herzen der Mädchen unsicher machen. Di« Arbeiterschaft besieht au» ehemaligen Sträflingen, die noch unter polizeilicher Aussicht stehen, und Arbeitslosen aus allen Gegenden Italiens. Da sind bronzefarbene Siziliancr. harte Berrmeler, rundliche Neapolitaner. Alle Dialekt« der-Apennin«»- Halbinsel sind vertreten. Auch Leute aus der Umgegend arbeiten mit. Familienväter, die die Landarbeit allein nicht nährt. 18 Lire Tagelohn(4,50 Mark) sind besser al» nichts. Tagsüber wird gehockt, geschaufelt, gepflastert. Gegen Abend dröhnen die Sprengschüss« über den See und geben oon den Fels- münden de» anderen Ufer» vielfache» Echo. Und die Frauen und Kinder in all den kleinen Orten am See lauschen bang. Nachts dann wird Steingeröll aus den Tunnels geschafft und mit Loris in den See gekippt. Kalt mit seltsamen Versteinerungen von Fischen und Riesenschneckenhäusern, gelbbraune» Urgestein und körniger roter Marmor, der nicht edel genug Ist, um verarbeitet z« werden. Nachtschicht wird nicht ander, al» Tagschicht bezahlt. » Manchmal zieht«in Leichenzug durch die engen Gossen des kleinen Ortes, de» schon die Fremden entdeckten, hinaus zur Kirch« k-e hundert Stufen, abend», wenn sonst der Mond über dem Berge steht. Gespenstisch flackern die Kerzen im Winde und zeichnen düpfende Schatten auf die Gewänder der Priester und auf die breiten roten Schulterkragen der Kompagnie der Allerheiligsten. Die Weiber plärren ihre Litanei. Und 34g Straßenarbeiter folgen langsam, al, schleppten sie Felsblöcke aus ihren Schultern, dem schwarz und silbern verhangenen Sarg und murmeln dumpf die Kyrie eleison. Sie starren in ihre Kerzen und merteu nicht, daß da. Wachs über ihr« schwieligen Fäuste rinnt. Wen wird et als nächsten treffen? Kyrie eleison... Am nächsten Morgen tritt«in Neuer an. • In dem kleinen Wirtshaus, dem letzten für den, der bergwärt« wandert«, ist Betrieb. Karten werden auf den Tisch geklitscht. Plötzlich Krakeel. Ein Stuhl wird umgestoßen. Cm Messer blitzt aus. Ein Kerl fällt um wie ein Baum, mit dem Todesgebrüll eines Stieres. Still«.--- Dann bricht der Sturm los. Schon klirren die Fahrradklingeln der Karabimeri. Der Messerheld wird abgeführt. Der andere kommt ins Dpital. zu den frommen Schwestern. „Ist er tot?' fragt der Gefesselte den Jungen in der feinen Karabinteriunisorm. „Nein, er lebt noch." „Schade.. „Warum?" „Nun wird er mich umbringen, wenn ich aus dem Kittchen komme...' « Einmal kam ich spät abends aus den Bergen an das Wirts- bans, todmüde, zerschlagen. Ich trat ein und stand geblendet. licl'erall Licht, improvisierte- Leitungen, vielkerzig« Glühbirnen. Man will doch nicht im Dunnkeln sitzen, zum Donner! Und lange Tafeln mit strahiendweißen Tischtüchern. In sauberen, blitzblanken Tellern dampft die rvrgolden« Gemüsesuppe, in dicken Gläsern leuchtet her Wein. Wüste, unheimliche Gesellen sitzen neben braunen Burschen mit alscnen, ehrlichen Gesichtern. Ich weiß nicht, was mehr funkelt: der Wein in ihren Gläsern oder ihre schwarzen Augen. Im Kamin prasseln die Holzscheite, und Essensgeruch erfüllt den niedrigen Raum. Ich nehme ihren Wein. Ich bin im Augenblick von ihnen um- geben, befragt, bestürmt. Man ist höflich, witzig, oh. man ist herum- gekommen. Englische, französische, deutsche Brocken schwirren auf mich«in. ,Auk rsch war Daidschland. In Stuggard. Bor Krieg. Der- dienen serr vill Geld. Daidsche mll gut...° „II est encor« cioq kilomfetree i M....* Ja es waren noch fünf Kilometer bis in. mein Dorf. Und ich fühlte mich noch den Anstrengungen der Wanderung imsäfng, sie zu gehen Hier in den Baracken zu übernachten, war unmöglich Schon ior naen drei trostige Burschen aus und bieten mir ein Boot gegen mäßia', Entgelt. Di« Fahrt geht durch die Nacht. Die Riemen öchzen. Gleichwohl wird gesung»n und geschwatzt. In«mar Stunde Ist der Ort erreicht. Wir trennen uns. Ich bin schon aus dem Heimweg, da ruf, e« durchs Dunkel hinter mir'her E-ner der Burschen kommt und bringt nnr— den Phota'zrvphenapparot. den ich im Boot vergessen hotte. * ..Niemond verläßt die Borackel" Zwei Karabimeri siehe« an d« Tür. zw« msNercn. Wa» ist geschehen? Ein junger Kerl steht zitternd neben den Polizisten. Ihm lausen hi- Tränen über dos magere Gesicht. Seine gesamten Ersparnisse sind ihm gestohlen. Ein halbes Jahr hatte er gedarbt, nicht an den weißgedeckten Tischen gesessen, Tag und Nacht Schicht gemacht. Noch einige Monat« wollt« er arbeiten wie ein Meh. um dann in der Heimat einen kleinen Handel ansangen zu können. Und nun war alle« hin. Di« eiserne Kassette des Aufsehers, dem er sein Geld an- vertraut«, war erbrochen. Seine Augen betteln. Jeden einzeln scheinen sie zu fragen: hast du s? Es ist ein jämmerlicher Anblick. Einer gesteht. „Ich dachte doch nicht, daß es sein Erspartes wäre. Ich hielt es für die Lohnkaffe.. Im Kanal unter der Straß«, mtt Schotter bedeckt, hatte er'»»er- borgen. Dollzählig, auf Heller und Pfennig. Ist es ein einzelner oder Natürlich heißt es: die In der Umgegend wird eingebrochen. eine Band«? Niemand weiß etwas. Strahenarbeiter. Jemand kauft einen Revolver, meldet ihn bei der Polizei«m. „Wozu?" „Ich fürchte einen Einbruch." „Wieso?" „... Die Straßenarbeiter... Sechsundacht zig stehen unter polizeilicher Kontroll«..." „Die Straßenarbeiter?" Der Jung« in der Karabinieriuniform schüttelt den Kopf.„Das find alles gute Kerle..." Die Woche darauf wurde der Einbrecher gestellt. Es war ein Kunsttischler. Cin Denkmal für Beethoven. Jon Robert Breuer. Bei Paul T a s s i r« r(Diktoriaftraß« 35) zeigt Georg Kolbe den Entwurf für ein Beethovcn-Denkmal. Cr hat sich also mit dem unerquicklichen Ausgang des Wettbewerbes, den die Stadt Berlin veranlaßt hott«, nicht zufrieden gegeben, hat vielmehr an seinem damaligen Dorschlag weitergearbeitet, hat chn entwickelt lmd — das darf man sagen— zur Reif« gebracht. Was Kolbe jetzt zeigt, drei stehende Figuren, vorn«in nackter männlicher Körper, die Arme über der Bnist gefaltet und von Kraft durchströmt, das Haupt übersangen von Energieziigen, die an dos Porträt anklingen, dahinter zwei weibliche, in unmaterielle Gewandung gehüllte Genien, hingegeben der inneren Stimme und ganz gelöst im Gefühl: das ist musikalisch empfunden, das musiziert, macht den Stein und den Beschauer tönen. Was wir zu sehen be- kommen, ist ein Modell: für die Wirklichkeit ist zweieinhotbsache Vergrößerung beabsichtigt. Dann werden die Figmen etwa neun Meter hoch sein. Und dann kann geschehen, daß die Musik ver- dampft und eine virtuose Plastik hoher Qualität übrig bleibt. Das ist aber nicht die einzige Aweiselssrage, die sich vor dieser mousic- renden Gruppe aufwirft. Sie steht hier im Salon vor einer neu- tralen, glatten Wand, ste wird von rechts und von ttnks je duräz eine starke Lichtquelle beleuchtet. Wiederum in der Wirklichkeit soll die Gruppe auf dem Bülowplatz, dicht vor der Fassade des Hauses der Volksbühne stehen. Sie wird also«inen verhältnismäßig»n- ruhigen, durch Licht und Schatten stark bewegten,«inen plastisch akzentuierten Hintergrund haben. Das Licht wird von ollen Seiicli her auf sie einfallen, die Südsonnc wird die Gruppe oon vorn treffen. Dann bleibt zu fürchten, daß der plastische Reiz sich erlieb- lich verdünnt, daß der Fluß der Linien, der jetzt äußerst reizvoll wirkt, zerflleßt, daß die Kammermusik, die(bei Coljirer) in den vier Wänden bestrickend klingt, In alle Winde zerfährt. Wohl verstanden, das alles braucht nicht zu geschehen: aber die Wahrscheinlichkeit, daß es geschieht, ist nicht gering. Die Rückseite der Gruppe ist nur andeutungsweise ausgebildet, man sieht die Silhouetten der Körper nur ganz ungefähr, unterhalb der Rücken blieb der Stein(heute noch Gips) fast unbearbeitet. Gesplittert. Diese Rückseite wird von allen, die das Theater verlassen, zuerst ins Aug« gefaßt werden. In natürlicher Größe kann ein Unruhe- Herd dieser erste Eindruck sein Solche Wahrscheinlichkeit ist beinahe Gewißheit. Di« Furcht meldet sich, den schönen Gesühlskompler, den Kolbe in der Größe des Modells noch zusammenhält, durch die geplante Vergrößerung nicht nur gefährdet, nein, vernichtet zu sehen. Die Ursache solcher Sorge ist deutlich: Kolbes geniale Bc- gabung erschöpft sich in Formaten, die das natürliche Maß der Körper nicht übersteigen, die«her und überzeugender noch darunter bleiben. Am Monumentalen erstickt Kolbes Innere Feinheit. Zum mindesten: der Bildhauer der schwingenden Nerven begibt sich in Gefahr, wenn er sich auf das Terrain des Pathos und des Plakats verleiten läßt. Ob die Vision, di« Kolbe erlebt hat, und die er träumerisch sichtbar werden ließ, dem Geiste Beethovens zugehört? Der Klang, der über der Gruppe liegt, scheint mehr Mo.zart zu sein. Rokokohafte Gotik. Im Grundgefühlt Rodin. Zwangsläufig erinnert man sich der unsterblichen Bürger oon Calais. Aber das Bedenken ist un- stillbar, daß Kolbes sublime Schöpsting nicht unsterblich sein wird. weil sie das Schicksal hat.«in Spätling zu sein. Sie kommt ein Vierteljahrhundert zu spät. Sie ist in einem höchsten Sinne nicht mehr notwendig. Das, was sie zu geben vermag, ist bereits gegeben worden. Das, was Kolbe schassen wollte, ist, so darf man wohl sagen, für unsere Zeit unerreichbar. Auch«in Meister konnte das Ziel nicht erzwingen. Die Aufgabe ist falsch gestellt. Die Stunde für eine plastische Eestalttmg der Universalität Beelhovens sck>eint fürs erste vorübengerauscht oder: noch nicht wieder gekommen zu sein. Der Eindruck bleibt unabweisbar, daß es vielleicht feige, ober jedenfalls klüger wäre, das Abenteuer eines Becihoven-Denkmals nicht zu wagen, es aber jedenfalls nicht mit den Mitteln von gestern zu unternehmen. Wer Kolbe liebt, muß ihn bitten, dem schönen Tramn.- dcn er da geträumt hat, nicht die Schwingen zu brechen. Berzicht dürft« hier Sieg sein. Oer Regenbogen unter dem Glase. Von Oberlng. H. Z Gramatzki. In langen Reihen stehen die Maschinen, und wir jehen hin- und herschwingende Hebel mit Bleigewichten belastet, die einer Schar unruhig bewegter Köpf« gleichen. Ueberall leuchtet auf diesen Maschinen eine rote Farbe, und wenn wir die schwingenden Hebel betrachten, so erkennen wir, daß ste schwere esserne Schalen hin- und herschieben, deren Ränder ebenfalls oon dieser roten Farbe verschmiert sind. Von Zelt zu Zeit blitzt es unter den eisernen Scholen auf. Wir sehen Glas, rund« Glasscheiben, einige halbmatt. Auf diesen Maschinen werden Linsen für optische Instrument» poliert und der rote Staif sst Polierrot, Eisenoxyd. Der Optiker. der dle Maschine bedlent, bewegt einen Hebelarm und der hin- und hergleltende kleine Hebel der Maschine steht still, wird zurück- geschwenkt, und mit einem kräftigen Griff wird die gußeiserne Polierschale von den Linsen abgehoben. Der Optiker schraubt jetzt di« Kittschale, aus der sich die Linsen besinden, von der Achse ab, die sie währen» des Polierens in Drehung erhält, reinigt die Linsen aufs sorgfältigste und nimmt dann«ine Glasplatte zur Hand, di« «r vorher nicht minder sorgfältig gesäubert ljat. Diese Säuberung besteht nicht etwa darin, daß man mit einem Lappen dl« Glas- fläche gründlich abwiicht. Nein, die Glasfläche wird erst mit Spiritus befeuchtet und dann mit einem sauberen Leinenloppen giündl'ch abgewischt und darauf mit einem feinen, vorher nochmals gesäuberten Pinsel abgestäubt. Dies zweite mit größter Sorgfalt gereinigte Glas ist das sogenannte Probeglas oder Poßglas, mit dessen Hilfe der Optiker mit einer ans unvorstellbare grenzenden Genauigkeit feststellt, ob die der Polierbank entnommenen Linsen die gewünschte Form haben. Ist die Linse nach außen ge-wölbt, also konvex, so ist das zu ihrer Prüfung dienende Paßglas hohl, also konkav. Das Paßglas ist gewissermaßen das Ideal, an welchem die Lins« geprüft wird. Dieses Paßglas Hai der Optiker dadurch hergestellt, daß er zwei Gläser mtt einer bestimmten vorgeschriebenen Krümmung aufeinander einschliff und polierte, bis ste in jeder Log« genau aufeinander paßten. Das ist nur möglich, wenn beide Flächen wirklich ideale Kugelflächen sind. Der Optiker legt also setzt das Paßglas an die Lins« an. Wer ein« optisch« Werkftätte besucht, dem wird diese Prüfung«in« Linie stets vorgeführt, und wer«rn wenig Zett hat zu Überlegen, den wird der Vorgang nachdenklich stimmen. Doch darüber später! Was geschieht nun, wenn der Optiker dos Paß- glas auf die Linse aufgesetzt hat? Es treten Farben auf» Farben, die in Bogenform verla lesen und ganz die gleiche Reihenfolge der Farben zeigen wie der Regenbogen, nämlich rot, gelb, grün und bisweilen auch blau, in der Hauptsache ober rot und grün. Das Ist der Regenbogen unter dem Glas«. Verlönst «r in idealen Kreisbögen, dann ist die Oberfläche der Linse wohl von guter Kugelgestalt, ab« die Krümmung stimmt nicht. Dies ist erst dann d«r Fall, wenn der Regenbogen unter dem Glase ver- schwindet und an seiner Stelle«ine einzig« meist blasse Farbe, oft «n Hauch von Himmelsblau auftritt. Jetzt paßt dos Probeglas genau auf di« Lins«, denn der Regenbogen ist ein Kind der Dissonanz. Die Schwingungen, die wir Licht nemum, geraten bei ihrer Nesiexion an den nicht völlig miteinander iibereinsttmmcnden Flächen von Linse und Probeglas miteinander in Konflikt, und die von diesem Konflikt am heftigsten betroffenen Schwingungen bzw. was dasselbe ist. Farben, werden ausgelöscht, wäl,rend die anderen wieder in Uebereinstinnnung schwingenden sichtbar bleiben. Geschieht es gar, daß beim Polieren die Fläche der Linse nicht tugelsörmig wurde, dann verrät sich dies unweigerlich an Unglelchmähigkeiten des Regenbogrns unter dem Glase. Er ist nicht mehr kreisrund wie sein himmlischer Bruder, er wird elliptisch od« gar mehrfach gekrümmt, und die Linse, deren Fehler aus diese Weil« offenbar werden, kommt wieder aus die Polierbank, und die aus Pech bestehende Pollerschal« wird mit Hilfe einiger Kunstgrisie dem Fehler der Linse entsprechend«in wenig verändert, um dc.:- mißratene Stück schließlich doch noch dem Ideal nahezubringen. Dieser Regenbogen unter dem Glase verrät dem Auge des Optikers Unebenheiten der Linse, die wir mit keinem anderen Meistnginstrument ans so einfache Wesse erkennen können, denn sie betragen nur Bruchteile eines Tausendstel MIllimelerst Nicht nur die Genauigkeit gewölbter Fläck)«» läßt sich aus diese Weise prüfen, auch, ob ein Glas wirklich eben ist, sagt uns der Regen- bogen unter dem Glase. In diesem Falle nimmt der Optiker ein ebenes Paßglas, und zwar.eines a»s Bergkrsstall, und legt cj wiedentm nach gewissenhafter Söubentng auf die zu prüfend« Glasfläche. Treten Ringe auf, so ist da? Glas nickt eben, sondern gewölbt. Das Poßglas verrät in diesem Falle, ob eine GKsploh- von der Größe einer Ansichtspostkarte wirklich ein Stück ciner idealen Ebene ist, oder«in Slllck einer Kugel von einem Kilometer Durchmesser. Wenn wir die stumme Sprache des Regenbogens unter dem Glase deuten, so dürfen wir uns nicht zu Trugschlüssen varleiien lassen. Ein« Kraft ist hier mit im Spiel, die uns Fehler und Bor- züge vortäuschen kann: die Wärme. Es kann geschehen, daß die warme Linse vorzüglich ins Probeglas paßt, um nachher, wenn sie normal« Temperatur erreicht hat, sich vom Ideal«hebl'ch zu ein fernen. Wiederum vermag unaleichmäßiae Erwärmmig di« Fläche einer idealen Linse so zu verzerren, daß wir beim Anlegen des Probeglases ein ablehnendes Urteil über sie fällen. Was d« Linse passiert, dann auch dem Probeglas zustoßen, es kann durch ungleichmäßige Erwärmung oder infolge einer Beschädi- gung, die gor nicht besonders auffällig zu fein braucht, leine ideale Gestalt verlieren. Und nun wird den Linsen, die man mit diesem Probeglas nachprüft, ein Unrecht noch dem andere" zuoeiügt. Di' Linsen, die alle Fehler des Probegloies getreulich kopieren, erscheinen als idealt, und die wirklich guten Linsen werden»ielleichi zurückgewiesen und müssen auf die Polierbank, bis sie olle Fehler des.Probeglases annehmen und das Diplom des Ideals erhalten. In der optischen Werkstakt wird solches nicht vorkommen. 2 er Meister und seine Optrk« kennen die Tücken nicht nur der Linseu. sondern auch der Probiergläser. Wes Sie MW? AM Sie n? Ave» Sie MenMn? Fuß-, Bein-, Knie, Rücken- od. Hüstschmerzen, Schwielen unter den Füßen, Hühneraugen, Hohl-, Schwach- Senk-, Flach-, Platt- suß, Fuß- od. Beinoerkrümmung, Gicht, Rheuma, Muskeler- schlaffung, laufen Sie die Schuhe schief? so tragen Sie nur mein ps»cnti>si'te» hygienisches, Sn Heli«i« kung einsig da- siehendes Fußkor�eit„Ori-inal Rugs" kombiniert mit Ballenhciler(wie Abbildung) oder ohne Ballen- heiler, falls keine seitlichen Ballenknoten vorhanden sind.�__ preis pro paar, je nach Ausführung und G'öße, Mk. ckO,- bis Mk. 20.-. 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Die Einäscherung findet am Freitag, dem 2 Mä>z. 14 Uhr. im Krematorium Baumichuienweg»alt Ferner verstarb unser Kollege, der Anschläger Aagast Schmidt am 28. Februar. Die Etnäscheruna findet am Sonnabend, dem 8 Mär,. IZis Uhr im Arematorium Serichtstraß» statt Am 17 Februar starb unser Kollege. der(Bürtier Hermann Helnsha Die SinSichecunn findet am Montag. dem 5 Mär,, mn, Uhr. im Krematorium Genchtstrage statt Am 29. Februar ftatb unser Kollege. der Sllrtier Christian Weinbrecht Die Ein äscherung findet am Montag d m 5 Mär, IS Uhr. im strema- torrum Serichtlleahe statt. She« ihrem Vnfienteal Rege Beteii gung erwartet vle ortooeernnltung. kvehhier. �ot-e» Dutzend v. 20 Plennig an. Domino Masken 'on 10 Pi. an, Prima vtlas 50 Pf. Hiescnaus- ■ uhl all. Festartikel seh. allli«. Weine, Gastwine, iündier besonders billig. Kommissionsware. Am MAAS a Co. Q. m. b. H. Markgrafeiis;r.Ma älindm;: ES Verkäufe Wohnlaube, massiv, verlauft oder ver pachtet Marten, Alexandcrslraße 20a, iimmoailien. 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