Morgenausgabe A Oiensiag Jlr.111,. �. vV* r\/ 6. Marz 1928 A56 45' TQm jff Groß-Serlinlv Pf. «ichnUNch 70 �tS-» Tnondtfi�®,— VL � M W' W' W M j-? Auswärts il 5 Pf. tm voroll» zahlbar. Postbezug 3.7Z M.[TTMB, w)|H IM DH T—■// «nWL Beflengelb, Huslanboobon«. K�SB H- MS ZW'- IW|H| /,' T*t«>»>», tilg, StonpareiDejetl» mrra SM M pro StaML— H W■ W WWW WWWA �«-n°m.,.il. S-- Reich». W�M HB|H H WWx. �HLv��Hy■ BB druck» Won Psennig Der.PorwSns' erscheim wochentig» i�W �W �W>>. �Mv �W�M>» �. �W/ I�W I sevoedruck» Done�>»des weitere Wort lich zweimal. Sonntag, und Montag, �W I�B ▼/' S�WS\ Ar HBI I lZ Pfennig Stellengeiuche das erst, einmal, die Adendauagaden für Berlin ▼/'/'�s Xr■■ 1 Won IS Pfennig fedes weitere Won und im Handel mit dem Titel»Per /i��. Mwl\ lv Pfennig Won, über lb Buchstaben Abend', gllustriene Beilagen»BoU �/ zädien für zwei Won« 21rbeitsmnrtl und Zelt' und �tfndersreund' Ferner.4� M.4 �>..m•« �rr Seil, SO Pfennig gomil, anzeigen für .Unterhaltung und Wissen',.grauen» �-A.A M A. A A A AA Abonnenten Zeil, gv Pfennig Anzeige». Kimme'..Technik'. Blick w die Ud�M W»MH!M MMM MMMM Wl DMMM MMWWW WM W��MMM annahm, ,m Houplgefchäfl Linden. Blicherwelt' und.Sugend-Bonvört»'. VVVW ltraßeZ. wochentögl oon»',, dt» tl Uhr. Zentvalovgan der Sozialdemokratischen Partei Neutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönlzosi 2Ü2— 297 Telegramm-Adr: Sozialdemokrat Berlin Die Interpellation der sozialdemokratischen Neichstagssraktion über die Kriseusürsorge lenkt die Aufmerksamkeit auf eine gefährliche Entwicklung in unserem Arbeltslosenschutz. Es ist die Pflicht des Reichs» tages. vor seiner Auflösung dafür zu sorgen, das? nicht Hunderttausende von Arbeitslosen einem ungewissen Schicksal entgegengehen. Die neuesten amtlichen Veröffentlichungen über die Zahl der arbeitsuchenden Personen und die Zahl der Unterstützungsempfänger zeigen wiederum ein erschreckendes Mißverhältnis. Don den 2012 212 Arbeitsuchenden erhalten 486 552 Personen überhaupt keiue Arbeitslosen- oder Krisenunter- st ü tz u n g. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der größte Teil dieser Arbeitsuchenden auch arbeitslos ist. Wenn sie genügend verelendet sind, wird sich die Wohlfahrtspflege chrer annehmen. Das ist auf die Dauer ein ganz unhaltbarer Zustand. Diese�Situatirm erfährt eine ungeheure Verschärfung durch den am 31. M ä?z eintretenden Ablauf der Anordnung über Einsöh- rung der Krisenunterstützung sür Arbeitslose. Nach den neuesten amtlichen Feststellungen würde das bedeuten, daß allein in der Krisenfürsorge für 21S5V2 Hauptuuterstützungsempfäuger die SrisowunterstütznnU aufhört. Heber 90 Proz. dieser Uruerstützungsempsänger sind, wie die Er- Hebung in der Krisenfürsorge vom 15. Juli o. I. zeigt, o er- heiratet. Im Grunde genommen würden also unzählige Fa- Millen mit Frau und Kindern einem unermeßlichen' Elend äusge- liefert werden, wenn nichts geschieht. Mif dielen Feststellungen ist jedoch der Umfang der aap der Aussteueru� stehenden Unterstützungsempsänger keineswegs er- schöpst. Wir haben bereits bei früherer Gelegenheit darauf hinge- wiesen, daß am 31. März auch der Schutz auf Grund der lieber- gangsbestimmungen im Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeits- losenversicherung sür die allen Unterstützungsempfänger abläuft Vom 1 April ab kann also nur noch für 26 Wochen Ar- beitslosenunterstützung gewährt werden. Durch das Außerkrafllreten des Uebergangsschutzes stehen also alle diejenigen Unterstützungsempfänger von Arbeitslosenunterstützung vor der Ter Vorsitzende des Schlichtungsausschujses für Grost-Berlin. Gewerberat Körner, hat die bereits am Freitag in Aussicht gestellte Bildung einer Schlich- tungstammer veranlaßt, die Mittwoch vormittag um 10 Uhr zusammentritt und der als unparteiische Bei- sttzer außer Gewerberat Körner der frühere Reichs- wirtschaftsmlnifter Reichstagsabgeordneter Robert Schmidt und der frühere Demobilmachungskommissar und Wiederaufbauminister Dr. K ö t h angehören. Die Berliner Metallindnstriellen und die Berliner Metallarbeiter werden je drei Vertreter in die Schlich- tnngskammer entsenden. Siemens sperrt weiter aus. Etwa 800 Arbeiter des Wernerwerks der Siemenswerke, am Holzdamm, wurden ausgesperrt. Die restliche» 100 Arbeiter verrichten Notstaudsarbeiteu; ferner wurde» 20S Arbeiter des Blockwerks II der Stemeuswerke am Nounendamm ausgesperrt. Hier verblieben 21 Arbeiter in den Fabrikraumen zur Leistung der Rotstandsarbeiteu. » Der Metallarbeiterverband hat von wetteren Streik- maßnahmen zunächst abgesehen, außer von denen, die sich notwendig »achten, um die Streitarbeit zu verhindern. Die Lertrauenskommission des Verbandes Berliner V et all industrieller hat im Hinblick auf die für Mittwoch anberaumten Einigungsverhandlungeu im Reichsarbeitsministerium Vorwarts-Verlag G. m. b. H. Aussteuerung, die diese länger wie 26 Wochen beziehen. Das sind nach den neuesten amtlichen Feststellungen insgesamt 67 306 H a u pt- Unterstützungsempfänger. Auch von diesen gilt, daß es sich überwiegend um Familienernährer handelt. Die Gesamtzahl der in der Arbeitsloseu- wie in der Kriseuupterstützuug vor der Aussteuerung stehenden Hauptuuterstützungsempfäuger mit ihre« Familien beträgt also insgesamt 282 808. Ist es angesichts solcher Zahlen zuviel gesagt, wenn wir von einer gefahrdrohenden Situation sprechen? Die sozialdemokratische Interpellation zeigt den Weg, der zur Abwendung dieser Gefahren gegangen werden muß. �. /, Dreierlei fordert sie: Sicherung des Forlbezugs der Unterstützung für die ganze Dauer der Arbeitslosigkeil. Einbeziehung aller Lerufsgruppen in die strisennntcrstühung, Gleichstellung der Srisenunkerstühung mit der Arbeitslosen- Unterstützung. Das kann nur erreicht werden, wem, die Anordnung über Ein- führung der Krisenunterstützung auf unbefristete Zett verlängert und aus sämtliche Berufsgruppen ausgedehnt wird; außerdem ist die Verordnung über Krisenunterstützung dahin zu ändern, daß d»e Unterstützungssätze der Arbettslosenunlerstützung üMAnumen wtzr- den. und die Lorschriften über die Höchstdauer dahin abgeändert werden, daß sie den Unterstützungsanspruch sür die ganze Dauer der Arbeitslosigkeit sichern. Die bloße Verlängerung der Anordnung üb'iM�Wnführung der- Krisenunterstützung� kann den chter'getzknn- zeichneten Notstand nicht ausreichend beseitigen, weil eine Bei- behallung der gegenwärtigen. Vorschriften über die Höchstdauor der Krisenunterstützung automatisch das Ausscheiden von vielen Zehn- tausenden oon Hauptunlerstützungsempsängern zur Folge hat. . Nach den Vorschriften des Gesekes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat der Reichsarbeftsminister die Psllcht, in Zeiten andauernd besonders ungünstiger ArbeitsmorkUage die Gewährung der Arbeitslosenunterstützung als Krisenunterstützung zuzulassen. Diese Voraussetzungen liegen unzweifelhast vor. Wie lange will der Reichsarbeitsminister mit der Durchführung der hier geforderten Maßnahmen noch warten? beschlosien, am Donnerstag abermals zusammenzukommen, um dann auf Grund des vorliegenden Ergebnisses ihre Beschlüsie zu fassen. Dieser Beschluß ist insofern bedeutungslos, als er die bestreikten Betriebe nicht bindet, einstweilen aus weitere Entlassungen oon Arbettern zu verzichten. Mussolinis„papierfehen". Sin Urteil des„Quotidien". pari». 5. März. Zur Rede Mussolinis schreibt der.Dtuotidien�, man könne verstehen, welche lebhafte Erregu ng in Wien und Berlin herrsche. Die gleiche Erregung müsse sich aber aus ganz Europa erstrecken, denn man müsse den Frieden so lange als gesährdet ansehen, als ein kettender Staatsmann in diesen, Tone zu einem benachbarten Lande spreche. Besonders scharf oerurteilt das Blatt die Aufsassung Musso lints, in der er es ablehnt, sich an Zusagen seiner Vorgänger in der Minderheitensroge zu halten. Das Blatt schreibt, dos märe nichts andere» als die Theorie vom Papierfeheu. die in ebenso scharfer Form dem Reichskanzler B e t h m a n n Holl weg vovgeworsen wurde. Es sei ein Irrtum, zu glauben. daß die Rede Mussolinis eine Provokation Oesterreichs bedeute, das zu schwach sei, um sie zu beantworten, und Deutschlands, das voll- ständig entwaffnet wäre. Die Rede RlusioNni» sei in Wahrheit«ine provokakioa aller friedlichen Staaten der Welt, wenn die Rechte der Minderheiten nicht durch die Großmächte beachtet würden, wer könne ihr« Achtung von den Kleiastaalen verlangen, und wenn die Kleinstaaten dies« Rechte verachten, wer würde nicht die ungeheure Gefahr für ganz Europa erkennen, das in so schlecht«: Weise oon den Pfuschern der Verträge von ISIS ausgebaut«urde. »■ Postscheckkonto: Berlin 87536— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Ängelielleen und Beamten Wallstr. 65 DtSkonto-Gesellschast. Depositenkafle Lindenstr S Oer Klassenkampf im Zentrum. StegerwaldS Jkbe in Duisburg. „333 ir brauchen einen Frontalangriff der Arbeitnehmer in allen bürgerlichen Par- t e i e n."' In diesem Ausruf gipfelt ein Leftaufsatz, mit dem der „Deutsche", die Berliner Tageszeitung der christlichen Ge- wertschasten, die Duisburger Rede Stegerwalds vom letzten Sonntag begleitet. 'Zu diesem Kommentar liefert nun wieder Stegerwalds Rede selbst die nötige Erklärung.„Bon den 40 Millionen Reichstagswählern," sagte Stegerwald am Sonntag in Duisburg,„entfallen mindestens 26 Millio- nen auf Arbeiter und Angestellte, wovon nur etwa die Hälfte sozialistisch oder kom-- munistisch wählt. 13 Millionen Arbeiter und Angestellte haben bisher bürgerlich gewählt. Wieder nahen Wahlen. Die bürger- lichen Parteien sind um ihre Arbeiter- und Angestellten- Möhler besorgt. Sie fühlen in diesen Massen etwas, was sie beunruhigt, und dieses Etwas ist nichts geringeres: ' Allmählich erwacht auch bei den Arbeitern und Angestellten, die sich noch durch ihre nationale und christliche Denkweise an die bürgerlichen Parteien gebunden fühlen, das Klassenbewußtsein. Ein Teil dieser Arbeiter und Angestellten beginnt schon zu überlegen, ob sie richtig handeln, wenn sie sich von ihren sozialistisch gesinnten Klassengenossen aus Gründen der Weltanschauung trennen lassen, während doch die Kapi- talisten. die Unternehmer, unbeschadet der Unterschiede der Weltanschauung, einträchtig zusammenstehen. i: Am stärksten ist das Zentrum durch diese Erfchei- nung.beunruhigt. 40. bis 45 Prozent der Zentrumsstimmen, sägt Stegerwald, sind Arbeiter- und Angestelltenstimmen. Und er folgert darans:„Die Zentrumsparlei und der deutsche Katholizismus werden sozial sein oder sie werden nicht sein!" Warum ist nun das soziale Zentrum mit seinen 40 bis 45 Prozent Arbeiter- und Angestelltenstimmen im Reichstag nicht mit der großen Arbeiter- und Angestelltenpartei, mit der Sozialdemokratie, zusammengegangen? Warum Bürgerblock? Stegerwald antwortet: Nachdem in den letzten Jahren d i e Sozialdemokratie den Mut nicht ausbrachte, den Staatswagen in guten und bösen Togen bergauf ziehen zu Helsen, mußte die Recht« für die Staats« Verantwortung herangezogen werden. Das ist mit Erfolg gc- schehen. Die deutsche Außenpolitik ist heute mit dem deutschen Volksberoußtsein tief verankert Die Nationalisten Frankreichs sind weitgehend geistig entwaffnet, die Putschisten im Innern sind bedeutungslos, die Republik ist gesichert. Mit welchem„Erfolg" das geschehen ist, zeigt der Bank- rott der Bürgerblockwirtschaft. Ist es aber richtig, daß sich die Sozialdemokratie versagt hat? Nach Stegerwald sprach in Duisburg der preußische Koalitionsminister H i r t s i e f e r. Der gab Rechenschaftsbericht über die Arbeit in Preußen und sagte:„Ich will nicht prunken mit dem was erreicht worden ist, ich will nur zeigen, daß wir wenigstens nicht ganz umsonst gearbeitet haben." Ist diese Arbeft in Preußen nicht mit der Sozialdeinokratie zusammen geleistet worden> Und war nicht das trübste Kapitel in der Geschichte des Freistaats Preußen die kurze Aera Stegerwald? Gegen Wirth war Stegerwald recht unfreundlich. Da- gegen brachte er es fertig, Mussolini als den Manen zu preisen, der in Italien„das Wirtschaftsbewußtsein mit dem Volksbewußtsein verbunden" habe. Herrlich! Etwas dunkel zwar, doch es klingt ganz munderbar. Herr Stegerwald sollte sich von den italienischen Klerikalen ein Kolleg über Faschismus lesen lassen. Im Zusammenhang mit seiner Aeußerung über Musso- lini müssen folgende Sätze recht bedenklich stimmen: Höber wie die Staatssorm und das Reglerungssystem steht die gesicherte Lcbensmöglichkeit«ines Volkes. Entweder die D e m s- keotie beweist, daß sie daiür die Kraft aufbringt oder aber, sie wird gewogen und sür zu leicht befunden werden. In einem Lande, in dem von 40 Millionen Wählern 26 Millionen Arbeiter und Angestellte sind, müssen die Ar- beiter und Angestellten nur von thren demokratischen Rechten den richtigen Gebrauch machen, dann werden sie schon ihr Leben und das des gesamten Volkes sichern! Warum sollen also die christlichen Arbeiter am Zusammengehen mit ihren sozialdemokratischen Klassengenossen gehindert werden? Etwa, damit sie sich Stegerwalds Komplimente für Mussolini anhören können? Der„Deutsche" feiert Duisburg als großen Etfolg. Kein Notprogramm für die Arbeitslosen 300000 Arbeitslose müssen vor der Aussteuerung geschützt werden. Morgen Einigungsversuch. Eine Gchlichterkammer im Metattkonflikt gebildet. Oer„Seetransport". Materialien zum schwarze« Etat des Reichsmarmeamts. nüchtern Denkender zweifelt daran, daß ein großer Teil der christlichen Arbeit« auch diesmal noch der Fahne Steger- walds folgen wird. Dennoch, es ist etwas im Werden: Das �Erwach«» der Arbeitnehmer im bürgerlichen Lag« zum Klassenbewußtsein. Das stimmt uns Hoffnung»- freudig— weit ü b er die kommenden Wahlen hinaus. Rationale Offiziere. Oie Pensionsempfänger der Republik schmähen die Reichsverfassung. Kassel. 5. Marz. sEigenbericht.) Clii Rassel hält zurzeit der Nationalverbond deutscher Osfizlere seinen Reichsvertreteriag ak>. Etwa 150 Vertreter versammelten sich om Sonntag im Kleinen Kasinosaal, der mit der großen Reichs- lriegsflogge geschmückt ist. Unter den versammelten Vertretern sind zu bemerken: der frühere Fürst von Waldeck, die Generäle v. Belaw und v. hülsen, Admiral Lödicker, ferner Landes- oberviarr«, Mäkler. Cht der Eröffnungsansprache des Admirals r>. Schräder begann die politisch« Hetze. Der Redner kritisiert« scharf die A» her. Politik Stresemann». Die republikanisch« Staatsform Hab« sich als ungeeignet erwiesen. Ferner sagte Schräder: „Der Rationalverband deutscher Offiziere soll sich seiner Aus- aal,« bewußt sein, den Geist der alten Wehrmacht In die national- gesinnten kreise hineinzutragen. Trotzig, furchtlos und treu wollen der R. D. O. des Fahneneides gedenkend in die Aukunst schreiten" Die Ansprach« Nanz in ein Treuegelöbnts ,ji,m grvßdeutfchen dritten Reich unter Führung eines deutschen Kaisers avs� Natürlich konnte man auch an Wilhelm. d«n Deserteur, nicht vorübergehen. Major o. Jena verlas ein B e g r ü ß u n gs t« l e- acamm Wilhelm» und teilt« ferner mit. daß der Vorstand der Deutschtonservakiven Partei, das Präsidium des Verbände» vaterländischer Verbände und die Deutsche Adelsgenostenjchast Grüße übermittelt hätten. Dr. W i l d g r u b«- Dresden richtete schwer« Beleidigungen gegen die Weimarer Derfaflung. die sich als ohnmächtig erwiesen l>aU?. Dies« Verfassung, gegründet von einem jüdischen Berliner Stadtrat, habe es sich anscheinend zum Zweck gemocht, die d e u t s ch« Geschichte auszulöschen. Bismarck habe mit seiner Ber- fossung dem Loike Vertrauen gewidmet, die Weimarer Verfassung sei die der heimattasen Wahlversammlung. Sie fei un deutsch . und tiage das Merkmal der Knechtschaft. Der drutsche Vaterlands- Mdanke liege abseits der Republik. Diese und ähnliche Schmähungen gegen den Volksstaat nehmen sich besonders eigenartig aus bei Leuten, die von der Republik ihre „wohlerworbenen" Pensionen beziehen, um damit gegen die vom Volte gewollte Staatsform Propaganda zu treiben und gegen Mitifch Andersgesinnt« mit der übelsten Hetze zu arbeiten. Landbundregie. Äerpsiichwngkfchein zum Nävferstreik. Di« agrartsch«„Deutsch« Tageszeitung" oaröffentticht ein schreiben au» Pommern, worin«in„gerade»:, katastrophal«» Ad- sinken der pommersihen KleivHetrisb«" barous gefolgert wird, daß in einem htn.'erpommerschen Kveu« Mehrere Darlehenskassen davon Mitteilung wachen, daß Bestellung«» auf Düng«- und Futtermittel nur in einem sehr geringen Um- fang« Oder gar nicht eingegang«» seien. Ilm dies voll würdigen zu können, muß man wissen, daß der Londbirnd Überall im Reich«, gewiß als» auch in dem betvefs«nd«n hinterpommerschen Kreis«, sich van seinen Mitgli«dern«inen Ber» pflschtungsschein zum Käufer streik vor einiger Z«lt hat unterschreiben lassen, der folgendermaßen beginnt: »Der Unterzeichnete verpslickM sich hiermit aus Ehre und Gr- wissen, savs oon der Führung des Landbunde» entsprechend« Weisung herausgegeben werden stillt«: (. Sämtliche Ankäufe in landwirlschaftliche« Maschine« und Geräten zu Unterlasten. ?. Sämtliche Futtermitteleinkäufe soweit einzuschränken,«sie da» die wirlsthast nur irgend znläßt. Z. Suastdüngereinkäufe ans Vorrat, und nach dem t. ZunI d. Z. segtsth» Sunstdüngereinkäufe zu Untertasten" Danach ist es wohl kein Wunder, wenn die Einkäufe für Fuit«mitt«s wie für Kunstdünger in der letzten Zeit nachgelassen baden. Mir einem„katastrophalen Absinken" der Kleinbetriebe hat die» Manöver aber wohl nicht allzuviel zu tun. Smeionas Kriegsgerichie. Di« Rache für Tauroggen. komno, 5. Mörz. Nach nunmehr erfolgtem Abschluß der Untersuchung des Putsch- versucks von Tauroggen werden sich 6l> Personen vor dem Kriegsgericht zu verantworten haben. SO Putscht eilnehmer sind ins Ausland geflüchtet und werden steckbrieflich verfolgt. Der Sozialdcmokrot M oschajka, der den Putschversuch in Vlita ge- leitet habcn soll, wurde schon im Oktober v. I. standrechtlich erschossen. Än Mariampol sind mehrere Sozialdemokraten wegen staatsfeindlicher Umtriebe dem Kriegsgericht übergeben worden. t präfideni Mayrisch tödlich verunglückt. Llijemburg. 5. März.(Eigenbericht.) Mayrisch, der Präsident har Internaitonalen Roh. stahlgemeinschaft, Präsident des Deutsch-Frimzösifchen Der- ständigungskomiteeo, ist heut« fünf Uhr nachmittags bei einem Auto- Unglück in Ehalons-sur. Marne tödlich verunglückl. Die kommunistische Parte« westsachsens hat nach dem von der dortigen Bezirksleitung der KPD. herausgegebenen Bericht im letzten GsfMtsjahr l lS8 Mttalieder oettoren. Da e» sich ht« um einen vorlä>-!:«en Bericht handelt, dürste der tciiädtftdx Verlust noch wesentlich großer sein. Ss gibt mehr Freud« Im Kreml Sber einen reuigen Sünder____ .. Der bisherige Leiter der russischen chandelsvertvewng in Frank- reich. Piatoko«, dar wegen seiner Teilnahm« an her Trotzki.- Opposttwn gemaßregelt wurd«. kehrt aus seinen Pariser Posten .uuritck. ttr hat inzwischen seine �ketzerischen Anschau- un gen" widerrufen und um Wiederaufnahm« in di« Rom- tmkmstisckze Partei gebeten. Während der jüngst vergangenen Woche waren die Zeitungen voll von merkwürdigen Worten und Begriffen, die im Zusammen- hang mit der Beratung des Haushalts des Reichswehrministeriums zur Erörterung kamen. Man sprach von der„P h o e b u s a f s ä r e", von dem„Sa« m i sch-B e ri cht", von„B a c o n". von �Tr aja g". „Nävi s"..L a n s a".„C a s p a r". von„Berliner Bank- verein", von„Otrni",„S e v e r a" und manchem anderen. Eines wurde der Oessentlichkeit bei diesen Erorterungen zweisßts- srei Vor, daß hier da» Deutsch« Reich und damit die SteuerzaHker um einige D u tz d Millionen Mckrk ärmer wurden. Zum. besseren Verständnis für die bevorstehende Erklärung des Reichskanzlers Marx über den schwarzen Etat des Reichsmarine- aintes feien heute einige zusanmrenfoffendc Angaben gemacht. Die GeeiranSporiabteilung. Die«eetransportabiailimq erscheint im Hanshalt des Reichs- wehrnninfteriums unter Marine" bemi Kapitel„Marineleitung" als Titel 7 mit der Bezeichnung„Einnahmen aus kaufmännisch eingerichteten Wirtschaftsbetrieben gemäß§ 15 der Reichshaushalts- ordming". Mit de« Z J5 der Reichshaushaltsordmmg hat es die Bc mondtnrs, daß nach ihm Reichsbetriebe, die mit Rücksicht auf ihren Wirtfchoftszweck koufmännesch eingerichtet sind, an Stelle einer gr trennten Veronschlagring der Einnahnien u:«d Ausgaben nur ihr vor- aussichttiches Endergebnis im Haushaltsplan auszuweisen brauchen. Die Sectransportabtellung umfaßt offiziell den Betrieb von Transportschiffen, di« Mari ue.Maschinenzentrale Kiel-Wik, die Manne-Daschanstost in Rüstringon und die Marine Waschanstakt in Kiek. Während die Marine-Waschaisttolten und die Maschinenzontvol« in Kiel-Wik im Haushaltsplan immer mit einigen tausend Mark erscheiiren, ging der Betrieb der Transportschiff« in Einnahm« und Ausgabe— noch dem Etat des Reichsmarincamtes!—. i mm er Rull zu Rull auf. Hinter jenen Nullen versteckte sich seit einer ganzen Reihe von Dohren ein ständig umfangreicher werdender äußerlich kaufmönmscher Betrieb der Marin«. Ursprünglich begann es mit dem sogenannten „Panac".LerteHr(Piesident Allicd Naval Armistic Commission — Präsident verbündeten Marine- Wafsenstillstandskommission). Er ermöglichte Mic Wiederaufnahm« der Zufuhr von Rahrungs- Mitteln, obwohl die Seesperre der Allnerten gegen Deutschland offiziell noch bestand. Dann siel der Scetransportabteilung die Organisation des Krieg sgeiangenenoustausck)es über See zu, weiter die Bewirtschaftung der vielen Prisenschiffe. All« bisse Geschäft« leitete schon damals der Kapitän L. ohmann. Die Ueberfchüsfe und Ersparnisse ans jenen Auf gaben der Seetransportabteilung wurden vom Reichsmarinoamt und dem Reutowehrmm ister Dr. Geßler im Hau»l>olt»plon nicht aus- gewiesen und ebenso nrcht genehwigten Zwecken zu- geführt. Di« Zllflüsf« zu diesem schwarzen Sonderetat de» Reichsmar'ineamte» wurden in der Zeit der Ruhr- abwehr besonders groß Damals erhielt die S«etran»portabteilung ans einen Schlag zehn Mllipnen Mark, di« st« sehr rasch sin Devisen umzuwandeln rnw damit als zehn G o l dmi l lt onsn sicherzu- stellen vermochte.,•-....•' Schon damals begann die A«ra der Gründungen und Beteiligungen der Ssetransportabteilung des Reichsmarine- amtes an den verschiedensten Aktimgesellschasieu ruck» Gesellschaften mtt beschränkter Hastung. Die Seetransportabteilung fabrizierte Aktien-„M ä n t e l". mit anderen Worten Aktiengesellschaften, deren Gesicht anders aus- sah als ihr Zweck» deren Ramen etwas anderes bedeutet« als die ihnen gestellten Aufgaben. Wetter wurden aber auch Akttenmajori- täten erworben, um auf privatkopttalistischem Weg« sich um kauf- männische und industrielle Angelegenheiten kümmern zu können, um einen„»oterländischen Propagandaapparat" in die Hand zu bekommen, um Gcldtransaktionen über eine eigene Bank zu leiten, kurz, um aslerlci zu tun, wopon der Reichstag nichts wußte und worüber der Reichshaushatt nichts aussagte. Die Illegalität all dieser Transaktionen zwang zur weitereu illegalen Geldmittelbeschaffung, und diese schwarze Etatswirtschaft erzeugte wieder baispielslose Ber- schwsndung. So wird heute ein weiterer Ziijammenbruch aus dem Konzern des Reichsinoriiwamtes bekannt. Di« Caspar-Flug- zeugwerle haben mehr als die Hälfte ihres Kapttals, das«nc Million Mark beträgt, verloren.- Dle Mehrheit dieses' Kapitals ist in den Händen der Travenründer Pacht Hafen A.-G.(„Irajag") gewesen. Sie ist dann an den Berliner B.a n k v e re i n weiter- gegeben worden, dessen Aktiemnehrhcit wieder im Besitz der See- transportobteilvng ist. Das alles zusammen heißt mit einfachen Worten, daß das Deutsche Reich auch jenen Berlust in Höhe von einer halben Million Mark, soweit«s nicht noch mehr wird. trage» muß i,- Der Saemifch-Verichi. Der Präsident des Rechnungshofes, der Minister o. D. S a e m i s ch. der auch Sparkommissar ist, hat Mitte vorigen Jahres von der Reichsregierung den Auftrag erhalten, die Gründungs- geschäfte der Seetransportabteilung zu untersuchen. Dies« Unter- suchung ist bis heute noch nicht endgiiltig abgeschlossen, es existiert aber«in immerhin schon ziemlich mnfastender erster Bericht. Gegen die Deröstentlichung dieses Berichtes wird aus allen möglichen Gründen von der Reichsregicrung Stellung genommen. Man spricht sogar von �»oterländischen Belangen", die die Nichwer- öisentlichung ratsam erscheinen liehen. Dazu muß mtt aller Deul- üchkett festgestellt werden, daß dys Ausland über die Seetransport- abteilung des Röichsmarineamtes und die inkerestanten Zweige ihrer Tätigkeit lärmst orientiert ist, nach aller Wahrscheinlichkeit besser als die Oesfentlichkeit bei uns. Daß diese Annahme richtig ist, geht mich daraus hervor, daß jchon feit einigen Iahren in einem deutschen Zuchchaus eiä Mann wegen Landesverrett sitzt, der seinerzeit über Seetmnsportabtettungsgeschäfte den Franzosen Mitteilun- gen gemacht hat. *. Angesichts dieser Tatsachen ist nach unserer Austastung nicht nur die Liquidation des schwarzen Etatsdes Reichs- marineawte» notweicklig. es mi:ß auch die offene Stellungnahme de» Reichskabinett» und des Reichskanzlers Marx kne Darlegung d e s S a« m i.s ch- B e r i ch t s an den Haushallsausschuß des Reichs- tage? verlangt werden. Konferev? beim Reichskanzler. - Alm Mittwoch nachmittag 5 Uhr wird Reichbt!a«zter Marx den Vorsittendon dar Fraktionen und ihre» Sachbearbeiter» vertrauliche Mitteilungen über die Phoebns-Aagelcgeahcit mache». Antwort auf Landbunddemagogie Der Kösliner Regierungspräfideni warnt vor dem Spiel mii dem Feuer. Am 3. März überreichten für die Kreisgruppe Köslin de» Pommerfchen Landbundes Gutsbesitzer O. P e g l o w- Streitz, Fidei- kommißbesitzer von G e r l a ch- Parsow und Geschäftsführer K ü ch l« r dem Regierungspräsidenten:m Anschluß an einen Demo»- strationszug Entschließungen des Reichslandbundes und ihrer Kreisgruppe mtt weitgehenden Forderungen zur ungesäumten Wieder- Herstellung der Rentabilität der Landwirtschaft, in denen sie sich für ihr Vorgehen auf.chas völlige Versagen aller der staatlichen Organ«, die berufen such, den ersten Stand im Staate, die Landwirtschaft, zu schützen", beriefen. Regierungspräsident Dr. Cronau nahm die Entschließungen mtt folgender Ansprache entgegen: „Ich bedaure es auf das Lebhastest«, daß Sie und all«, dre sich dazu hergegeben haben, gegen die preußische Staatsregierung den Vorwurf erheben, die Landwirtschaft in ihrer Not„im Stich gelösten zu haben". Dies« Vorwürfe sind durchaus unbegründet und ich weife sie daher mit a l l« r E n t f ch> ed« n he it z u r ü ck. Ich Hab« in eingehenden Berichten die fchwierigen Verhältniste dargestellt, unter denen die Landwirtschaft leidet, und ich weiß, daß die preußi- sche Regierung mit allen Mitteln bemüht ist. Abhilse im Rahmen des Möglichen zu schaffen. Es muß Ihnen bekanitt fein, wie ich mich gerade in den Eisenbahntariffragen für die ostpommerschen Landwirte eingesetzt habe. Ich möchte mich kurz soffen: Nachdem mir soeben die Forderungen des Reichslandbundce und der Kreisgruppe Käsli» überreicht worden sind, können Sie nicht erwarten, daß ich auf Einzelheiten Ihrer Entschlüst« heule eingehe. Die Entscheidung der Dinge, dt« tn Ihrer Entschließung behandelt werden, gehört zlldem nicht zu meiner Zuständigkeit: st« liegt in Berlin. Ich kann Ihnen aber versichern, daß dt« preußische Regte- rung auf das Genauest« unterrichtet ist über Ihr« Schmerzen und di« Notlage der Landwirtschaft ln ihren» ganzen Ausmaße kennt und würdigt. Sie dürfen überzeugt fein, daß die preußische Regierung olles daransetzen wird, im Rahme» de» Möglichen zu helfen und zwar so rasch e» geht. Bei dieser Gelegenheit darf ich pflichtgemäß nicht unterlassen, mtt allem Rachdruck darauf hinzuweisen, daß die in der Preste und auch sonst in letzterer Zeit aufgetauchten mehr oder minder ver- steckten Drohungen mir Deranlastung gehen, mit allem Ernst davon ,u warn«», mit dem Feuer »U spiele». Die Führer der Bewegung weif« ich feierlich auf ihre groß» Verantwortung und ihre vater- ländisch« Pflicht hin, jeglicher Beunruhigung der Bevölkerung mit allen Mitteln vorzubeugen und entgegenzuarbeiten, wie sich das in so schwerer Zeit gehört. Ihre Entschließungen werde ich selbst- verständlich der preußischen Regierung unverzüglich vorlegen." » Zu diesem Vorfall bemerkt der Amtliche Preußische Pressedienst: Di« Demonstration des Landbundes im Kreise Köslin ist symptomatisch für das. was augenblicklich in den meisten agrarischen Landesteilen Preußens vorgeht. Von allen Organisationen des Reichsiandbimdes wird mtt völlig unsubstantiierten, auf rein demagogisch« Wirkung berechneten Forderungen «ine Polttik betrieben» die zur Aufpeirschung der Leidenschaften der tandwirtschafttreibenden Bevölkerung führen muß. Der Reichsland- bund weiß selbstverständlich sehr genau, daß die preußische Regierung für die Landwirtschost alles nur Denkbare und im Rahmen ihrer Arbeitsmöglichkeiten liegende tut. Wenn er sich trotzdem mit seinen Anträgen und Forderungen nicht an d i e Stelle wendet, die dafür zuständig ist, nämlich an di« Reichsregierung, und d i t preußische Regierung zum Sündenbock zu stempeln versucht, so beweist das nur, daß lediglich leicht durchsichtige parteipolitische Gründe— die Reichs- u nd Landtags- wählen stehen ja vor der Türe!— das Handeln des Reichsland- bundcs bestimmen. Gtresemann?— Schafott! Scaunschwelg. 5. März.(Eigenbericht.) In einer Stahlhelmoersammlung in Hessen bei Braunschwelg entwickelte der politische Leiter de« Stahlhelms, Heinz- Braunschweig, der im vergangenen Jahre unte r dem Verdacht, an einem Fememord beteiligt zu sein, inhastiert worden war. dos neue Programm de» Stahlhelm. Danach sardcrt der Stahlhelm die Einsetzung e i u e s. D i t t a l o r s, der einem Gremium von drei Männern von Zett zu Zett Rechen- schast ablegen soll. Das Urteil dieser Männer könne nur drei Eni- scheidungen umfassen: entweder weiter regieren, Ausweisung oder Schasolt. AI» der Gousührcr de» Reichsbanner» für Braunschweig tn der Aussprach« an Htinz di« Frage richtete, was er wohl mit dem Minister Streseinann«rochen würde, antwortet« Heinz: Schafott. Der Leiter der Stahfhelmversammlung war übrigens e i n aktiver Lehrer. Der Landesverbandsführer Schräder des Lraunschweiger Stahlhelm ist Oberlehrer. Mehr Arbeiter! Zevtmmsm Wiste? H i r t s i o f e s»erlanat« w Vm»- bürg, bah da«r Schiedspflicht f ü r sich ablehnt, sie aber anderen Staaten«mpsiehlt. Er versuchte seine Regierung mii dem Argument weitzzuwaschen, daß die Beziehungen seines Landes zu anderen Staaten so viel- g est alt ig seien, daß sie sich nicht über den«inen Kamm des Schiedsgerichtsverfahrens scheren liehen. Er fand aber mit dieser These kernen Anklang. Am Schluß der Sitzung wurde«ine wichtige Frage geklärt. Der chinesische Vertreter erhob Einspruch gegen die Annahme eine? allgemeinen Garontieoertragsentwurses, In dem es heißt, dah die Rechte eines Siaatee nur mit feiner Zustimmung geändert werden dürfen. Der Chinese ging von dem Gesichtspunkt au«, daß China von den seit 8l) Jahren mit den impertalistischen Mächte» gcschlosienen ungerechten Handelsverträgen auch gegen deren Willen loskommen dürfe. Er«rmutet«, datz mit dieser Formulierung das Revisionsverfahren de» Völkerbundes für überlebt« Ber- träge ausgeschaltet werden sollte. Run aber«nthiell schon der d e u t s ch- p ol n i sch« Schied»- vertrag jeneit Hinweis auf die Recht« der Staaten, die nur Mit ihrer eigenen Zustimmung geändert werden dürfen. Der Präsident de« Sicherhettsausschusies, der tschechische Außenminister Venesch. liegriff sofort, daß die deutschen Lertreter nun dem Chinesen und damit aller Welt erklären würden, dotz davon keine Rede sein könne, und dah das Reoifioneverfahren un- b« b« kl i g t von den Gorantievertröoen erhalten bleiben würde. Er stellte das sofort selber fest, so daß sich damit ein« deutsche Er- klärung erübrigt«. Damit ist auch die seinerzeit von dem Deutsch- nationalen, Frecheren v. Freyytagh-Lortnghoven auf- gestellte Behauptung widerlegt, dotz die Verträge von Locarna auch eine friedliche Grenzrevision im Osten unmöglich gemacht hätten. Die Kammerwahl w Frankreich ist endgüftia auf den 22. April, die Stichwahlen sind auf den L«. April festgesetzt. Lromberq heitzt jetzt amtlich polnisch Bydgoszez. Die deutsch- sozialistisch«„Volkszeitung" und auch«in deutsch-bürgerliches Blatt waren angeklagt worden, weil sie als Wohnort des Verantwortlichen „Brembergs angegeben haben, sie sind ober in beiden Instanzen freigesprvchen worden. Eine Samosedev-Sowsekrepublit wird yufgeton- fl« wird au« Teilen der Gouvernements Archangelsk, Ural und Tobolst bestehen. also beiderseits der geographisch«« Grenz» zwischen Europa und Asien lieg««. Warschau. Z. März. sWigenbericht.) Das endgültige Wahlrcsultat aus dem ganzen Lande liegt vor. Danach haben von de« wichtig- sten Listen erlangt: Mandate Regierungswahlblock Pilsudskis..} 111 Polnische Sozialistische Partei, die bekanntlich eine Wahlgemeinschast mit den' d e ü t s ch e n Sozialisten hat........»1 Bauernpartei„Befreiung", die auf dem sozialistischen Standpunkt und in der Lppö- sitipn steht...:...... i.. 30 Nationale Arbeiterpartei.....>.. 8 Ukrainische Bauernpartei Selrob. rechte... 5 linke... 4 Bauernpartei(regierungsfreundliche).... 21 Kommunisten.............. 7-; Zinnisten»..»*....... 1* 0' Minderheitenblock............ 46 Weif, russische Hromada(die bekanntlich in nuer- hörter Weise von der Regierung terrorisiert wurde)- v.A r- � Vereinigte kathoMK national« R c ch Parteien..*«......*...... oÄ Die übrige« Mandate verteilen sich auf kleinere Latalisten. Di« einzelnen Mandatozisfer» werden«och durch die prämienartige Verteilung der Mandate der so- genannten Staatsliste, die den stärkeren Liste» zu- gute kommt, ein« Verstärkung erfahre». So dürfte die Regierungspartei lZO Abgeordnet« im kommenden Parlament zählen. Die polnische» So- z i a l i sten. die im alten Sejm 44 Sitze innehatte«. werden nun 01 Mandate besitzen. Der Minder- heitenblock dürfte sich auf SS Mandate erhöhen. 'Welchen Anteil an dem Wahlerfolg der polnischen Re- gierungslisten Terror der Behörden und willkürliche Kassie- rung oppositioneller Kandidaturen samt den darauf ent- fallenen Stimmen hat, das wird zahlenmäßig kaum jemals genau festgestellt werden. Die Regierung Pilsudski wird dem Parlament eine strenge Wahlprüfung gar nicht gestatten. Allein, wie groß der Wahlschwindel auch war— mit ihm allein hätte die Regierung nicht diesen großen Erfolg er- ringen können. Was ist der Grund? Das Regierungslager bezeichnete als fein Ziel die Zu- fammenarbeit mit der Regierung zur Sa- nierung Polens. Da das Regime Pilsudski' unleug- bar gegen die tief etngefressenc und weitverbreitete Kor- ruptton energisch vorzugehen begonnen hat, ist es begreiflich, dag breite Massen Vertrauen in diesen Kurs setzen, zumal ihm der Nationalheld, der Vorkämpfer der"nationalen Wiedergeburt Namen und Führung gibt. Wenn der un- leugbar antiparlomentarischc Charakter dieser Regierung nicht stärkere Auflehnung hervorgerufen hat, zu der dos gefahrlose Mittel des Stimmzettels zur Verfügung stand, so beweift dies wohl, daß dos Parlament nicht besonders tiefe Wurzeln im Volk geschlagen hat: nicht sehr erstaunlich bei Völkern, die allesamt in ganz- oder halbabsoluttstischer Zeit aufgewachsen sind und denen die junge Demokratie der Re- publik Polen durch Präsidentenmoro. Parteiverbote und PUsudski-Putsch nicht gerade geheiligt worden ist: noch gar nicht zu reden von den Minderheitvöltern. denen die Der- sprechungen der Verfassung sticht erfüllt wurden, die freilick) auf der anderen Seite im Parlament ihre einzige freie Tri- büne sahen. Der Wert dieser Tribüne verringerte sich aber in dem Maße, wie das Parlament willkürlich vertagt und geschlossen wurde. Die schwere Niederlage der Rechten, der National- demokraien, Nationalen Arbeiterpartei. Klerikalen usw. ist ein Höft) st erfreuliches Zeichen für die- Abkehr vom Uebernotivnalismus und den Willen zur Verständigung mit den Nachbarstaaten., So- viel auch vom Standpunkt der Demokratie gegen das Re- ginre Piljuofki einzuwenden ist— man darf es aber nicht etwa als faschistisch ansehen— so unzweifelhaft hat diese« Regime außenpolitisch Frieden und Nerständigung gesucht und gefördert. Sein Vernichtnngskompf gegen die Rechte, wenn auch nicht von außenpolitischen Gründen be- stimmt, wirkt in derselben Richtung. Der Charakter der Sejmwahl als eines Sieges über den extremen Nationalismus wird besonder» unterstrichen durch den Wahlerfolg der Sozialdemo- k r a t i e. Noch ist �war nicht bekannt, ab ein Mandat- 8e w i n n der Sozialisten eintritt und wie groß er ist, aber ie Telleraebnisie zeigen überall Steigerung der sozio- listischen Stimmen�ahl— in einem Wahlkampf, wo schon Be- hauptung des Besttzstandes ein großer Erfolg wäre. Oer Mandatgewinn der Sozialisten.. Warschau. 5. März.(Eigenbericht.) .. Der Verlust von zwei sozialistischen Man- baten in Warschau, der lediglich auf ungeschickt« Politik der lokale« Parteiinstanze« znrückzu sichren ist, und die Eiubupe einiger anderer Mandate tonnte in ändere» Wählkreise« nicht nur ausgeglichen werden, sondern fällt angesichts des große» Erfolges der Sozia- liftenstinunen in der Provinz nicht in» Gewicht. Die Polnische Sozialtstisch« Partei Hut in einer Anzahl Be- zirke ihre Mandatzahl von 34 bei de« Parlament»Wahlen t« Jahre 1022 ans 6l steigern könne«. Da ihr außerdem noch mehrere Mandate ans der Staatsliste sicher sind, dürfte sich ihr Besitzstand von 44 A b g e- ordnete u im alten-Sejm aus 01 erhöhen. '.. Das.Alärchen pon �.''kommunistischen- mft dem»ie Regierung ihre Unterdrückungsmatznahmen gegen die KvmmunistisAe Partei begründet, hat sich als haltlos erwiesen. Es ist mit 100 bis 110 Mandaten für di« Regierungslsst« zu rechnen. Dieses Ergebnis hall der ehemalige Senator Kosköwski, der im„Kurzer Wärszawsti" das Wahlergebnis bespricht, für nicht sehr günstig: wenn man es mit der überaus scharfen Wahlagitation der Regierung vergleich«, mit den Mitteln, di« ihr zur Ber- fügung standen und die sie auch in vollem Umfang aus- gewitzt hat, hätte sie einen weit größeren Sieg erlangen müssen. lim so größer« Beachtung verdiene daher das Anwachsen der sozialistischen. Stimmen: die Arbeiter hätten sich durch die Wohlmätzchen der Regierung nicht verwirren lassen. Sie hoben geschlossen für die Sozialisten gestimmt, während die Rechte um die Hälste geschwächt hervorgeht. Oer Erfolg der Oeutschen. Warschau. 5. März. Die Deutschen haben bei der Sejm wähl«iiien großen Erfolg errungen. In P o ,n m e r e l l e n und Posen steigt die deutsche Vertretung von drei aus sieben Mandate(davon em sozialistisches- tu Bromberg). In O st o b« rs ch l e s i c N uod in dem ehemals ostmeichisch-schlesischen Teilgebiet behauptete» sie nicht nur ihre fünf Mandate(zwei Kallowitz. zwei Köm'gshütte und«ins Tesche»- Pletzj, sondern gewinnen noch ein sechstes in Teschen-Pleß. Es er- höht sich somit die deutsche Vertretung in Polnisch-Schlesien von acht auf dreizehn Mandate. In K o n g re ß p ole n scheint sicher, daß die Deutschen in Wloclawck ein Mandat und ein zweites im Landbezirk Lodz be- haupiei haben. Hingegen ist dos deutsch-bürgerliche Mandat im Städttreis Lodz durch den Anschuß der deutschen sozio ldemotko- tisch«-., Arbeiterpartei an die polnisch« So, zjaldoinokkotie verlorengegangen. Dafür wurde aus der polnischsozialistischen Liste der Stadt Lodz ein Deutscher(Kronig) gewählt. Auf der Staatsliste stich den Deutschen vorläufig zwei Mandat« sicher: ob noch weitere hinzukommen, wird zmn großen Teil von dem EZolg de» Mindei- heitenblocko im Osten, in der Ukraine und Weitzrutzlaich abhängen. In Polnisch-Oberschesicn hat die deutsch Miitderheit nach dem bisher vorliegenden Ergebnis 171 284 gegen 100870 Sitm- wen im Jahr« 1922 ausgebrocht. Damit wurden sechs Maichqt« gegenüber sieben des Regisrungsblocks. drei- der Kvrfanty-Partei und eins der Sozialisten besetzt. Auch in Gatizien ist. ein Deutschbürgerlichr gewählt, nämlich der in Bromberg dnsässlgc Oberlehrer Ferdinand Long. der aus Salizien gebürtig ist, in Lemberg. Polizeiterror. Noch am Borabend der Wahl wütet« der Terror der Behörden selbst in Warschau, wie eZt in der Provinz, vor allem. gegen die vozioliften, deren Wahlversammlungen verboten und deren Agitatoren zu einem großen �leil oerhaftet wurden. In Pialostock.wurden 13 Arbeiter festgenommen, weil sie Flug- b lütter gegen di« Regierungspartei verbreiteten. In Pins? wurde die Wählerschaft von der Polizei gezwungen für die Äagterungs fiste zu stmmwn. Das Risiko des Rollkutschers. Lst er hastbar für Diebstahl? Di« SpeWleure glauben, diese Frage bejahen ,u dürf«n. Si« niachen die Rollkutscher und Mitfahrer sür A o l l i d t e b st ä h l«, die während der Bestellfahrt begangen werten, verantwortlich und treiben die durch Diebstahl entstandenen Verluste durch meist recht erhebliche Abzüge vom Lohn der Kutscher und Mitfahrer «in. Der Derkehrsbund, der sich seit Jahr und Tag gegen diese rigorose Praxis der Unternehmer wehrt, hat jetzt«inen Einzelfall.zum Anlaß genommen, um die Streitfrage durch das Arbeitsgericht entscheiden zu lassen. Es handelt sich um einen bei ter Spedirionsfinna„Trane- v o r t f o n t o r* beschäftigten Rollkutscher und seinen Mitfahrer, von deren Wagen ein Stückgut im Werte von mehreren hundert Mark pesiohlen wurde. Der Klageantrag sordert, das Gericht möge feststellen, daß die Kläger nicht.zum Schaden- ersag verpflichtet sind. Aus der sehr gründlichen Beweisausnobme ergab sich, daß nach der Anordnung des Unternehmers der Wagen nie ohne Aufsicht sein darf, daß sich also der Kutscher und der Mit- so.hrcr mcht gleichzeitig zum Zwecke des Abtragcns der Güter vom Wagen entfernen dürfen. Run gibt«s aber nicht selten Stücke, die so groß und so schwer sind, daß sie ein Mann allein nicht transportieren kann. Da müssen dann beide zugreisen, und der Wagen bleibt für kurze Zeit ohne Aufsicht. Der Unternehmer sagt zwar, in solchem Falle soll t«r Kutscher den Empfänger ersuchen, den Wagen beaussich- t i g.e n zu lasten. Aber die Kuts�er wissen aus Erfahrung, daß dies nicht geschieht. Ein anderer Grund, der Kutscher und Mit- fuhrer oft nötigt, sich gleichzeitig mit dem Abtragen zu beschäftigen, i't die U e b e r l a st u n g mit Arbeit. Ost wird dem Kutscher eine sa große Anzahl von Bestellungen aufgegeben, daß sie, wenn immer «in Mann beim Wagen bleiben soll, beim besten Willen nicht tn ciilem Tage erledigt werden können. Aber mit uner'ediaten Aufträgen darf der Kutscker auch nicht 'urück'chren. denn sonst hat er seine Entlastung zu befürchten. Kutscher und Mitfahrer müssen beide abtragen, und so sehr Pe sich auch bemühen, das Fernbleiben vom Wagen auf einig« Minuten abzukürzen, so kann doch ein gewandter Kolli. dieb solchen Augenblick.zu einem Raubzuge benutzen. Die Leid- tragenden sind in jedem Falle der Kutscher und sein Mitsahrer. Uebrigens wurde durch das Zeugnis des Betriebsratsvor- sitzenden festgestellt, daß Kutscher, denen eine übergroße Fuhre aufgeladen wurde, um die Stellung eines zweiten Mit- f a h r e r s ersuchten. Aber in solchen Fällen erteilte der Betriebs- leiter ein« Antwort, aus denen der Kutscher entnehmen mußte, man erwgrte, daß er die Arbeit mit einem Mitfahrer erledige. Aus alledem wcrr ersichtlich, daß dem Kutscher in der Regel keine Schuld trifft, wenn ein Diebstahl vorkomm:, sondern daß das nur die Schuld de« Unternehmers ist, der die Kutscher und Mitfahrer so mit Arbeit überlastet, daß nicht immer ein Mann beim Wagen bleiben tonn. Das Gericht unter dem Vorsitz des Richters Dr. Regens- burger kam aber zu einer anderen Auffassung. Es wies die Kläger ab mit der Begründung: Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben dafür zu sorgen, daß sich Kutscher und Mitfahrer nicht gleichzeitig vom Wagen entfernen. Einer von ihnen muß beim Wagen oder in Sicht desselben bleiben, so daß er nn Notfalle in ganz kurzer Zeit wieder beim Wagen sein kann. Verstößt der Arbeiter gegen diese Berpflichtung. so ist er i m Fall« eines Diebstahls ersatzpflichtig. Der Arbeit- geber darf den Arlceitern keine Vorwürfe deshalb machen, wenn sie die Arbeit nicht schaffen können, weil si« sich nicht gleichzeitig vom Wagen entsernen dürfen. Tut das aber der Arbeitgeber, dann hat er den Schaden zu tragen. Im vorliegenden Faste konnte nicht völlig geklärt werden, auf welcher Seite die Schuld liegt. Deshalb könncn die Kläger nicht sür den vollen, syndern höchstens für die Hälfte des Schadens in Anspruch genommen werden. Bon den Gerichtskosten haben beide Parteien je die Hälfte zu tragen. Die Kläger, vertreten durch den Berkehrrbund, webden sich mit diesem„Halb.un>Halb".Urte'l nicht begnügen, sondern die Ent- scheidung des Londesorbeitsgerichts anrufe«. Lohnforderungen der Gemeindearbeiier Solidaritätskundgebung im Kampfe der Werkzeugmacher. Die Funktionäre der Berliner Gemeindebetriebe, der Städtischen Werke und der Gasbetriebsgesellschoft beschäftigten sich gestern abend in einer stark besuchten Versammlung im Gewerkschaftshaus mit dcm Ablauf der Lohntarife am 31. März. An diesem Tage lausen .im Bereiche der Ortsverwaltiino des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter für etwa 40 090 bis 41 000 Arbeiter und Arbeiterinnen die Lohntarise ab, wobei die Arbeiter in den städti- schen Verkehrs betrieben noch nicht miteingerechnet sind. Der Bevollmächtigte, Gcnoste P o l e n s t e, gab den Funktio- nären zunächst die Anträge bekannt, die aus den einzelnen Betrieben an die Ortsoerwaltung gestellt worden sind und in denen neben einer Reihe anderer Verbesserungen Lohnerhöhungen bis zu 20 Pf. pro Stunde gefordert werden. Die Torifkommission hat alle diese An- träge ernstlich geprüft und beschlossen, der Funktionürkonserenz zu ompsehlen, für alle Arbeiter und Arbeileriunen der städtischen Betriebe und Werke eine Erhöhung der Löhne um IS Pf. pro Stund« zu müssen. Nur bei geschlossener Front ist es möglich, die Lohnde- wegungen mit Erfolg durchzuführen. Anfragen sind zu rickten an die Sektion VII des Deutschen Verkehrsbundes, W. 30, Bayreuther Str. 31. �"Fsir die Kämmereiarbeit«r soll die Hexäbfetzuyg dg r ÄltPrs grenze für Vollarbeiter von 24 auf 20 Jahr««s- fardert werden analog den Bestimmungen für städtische. Angestellte und eine Ümbenenming der Lohngruppen. Die Borschläge der Tariftommission der Ortsoerwaltung fanden, von einer einzigen Ausnahme abgesehen, die Zustimmung aller Diskussionsredner. Die Versammlung brachte ihr Einverständnis mit den Bor- schlagen dadurch zum Ausdruck, daß sie diese fast einstimmig billigten. Zum Schluß wurde von der Versammlung noch einstimmig eine Sympathieertlärnng für die streikendea Werkzeugmacher und die ausgesperrten Metall- a r b e i t e r angenommen. Lohnbewegung der Wachangestellten. Die Berliner Wachangestellten sind in einer Lohnbewegung. Seit Juli 1S27 sind ihre Löhne unverändert geblieben. Obwohl die Dienstleistung nicht leicht ist, sträuben sich die Wachunteraebmer, die Löhne den wirtschaftlichen Perhältniisen entsprechend zu erhöhen. Die Wochenlöhne betrogen 33 bzw. 41 Mark. Es werben in« Leute in den besten Lebensjahren beschäftigt. Leider gibt es in Berlin eine Reihe von Unternehmen, die nicht einmal die tarls- mäßigen Löhne zahlen. Das Konzessionsgesetz und besonders die preußischen Aussührungsbestimmungen werden hofsentlich hierin �Remedur schaffen. In Berlin sind die Unternehmer im Kölner Verband und im Reichsverband für das Bewachungsgewerbe organisiert. Herr Kamrodt, dgr Geschäftsführer des Reichsverbandes, behauptet, daß die hinter seinem Verband stehenden Unternehmen über 500 Leute' beschäftigen, während die Gegenseite nur 350 heschästige. Dos Gegenteil trifft zu, denn allein bei der Aktiengesellschaft für Eiaent'-msschutz, Mitglied des Kölner Derbairdes, werden über 600 Wacha'n gestellte beschästigl. v Diese Feststellung ist notwendig, weil Kamrodt, selber. Inhaber eines nicht mriflick geregelten Wachinslitutes, sich in der Verbands- Zeitschrift zum Führer der Tarifgegner und Lohndrücker ausge- schwungen hat. Run, die Wächter werden sich dadurch nicht beirren lassen, den Kampf um höhere Löhne auszunehmen. Sie werden sich auch die- jenigen Wachgesellschasten etwas näher ansehen, die sich vom Ar- beilsgericht verurteilen lassen, in der vorsorglichen Sicherheit, daß jede Zwangsvollstreckung bei ihnen fruchtlos ist. Notwendig bleibt, daß auch die Arbeiterschaft im allgemeinen um die Wachangestellten kümmert. Es sind eine Reihe von etrtebsräten, die in allen diesen notwendigen Fragen mit der Be- rufsorganisation, dem Deutschen Verkehrsbund, in Verbindung stehen. Es muß versucht werden, plle Betriebe in der Bewachungs- branch«. die sich nicht nach den, Tarifvertrag richten, auszumerzen. Aber auch dem unorganisierten Teil der Berliner Wächterschast muß gesagt werden, daß sie sich ungesäumt ihrer Organisation anschließen Lohnkampf in der Mühenbranche. In der Mützenbronche ist das Lohnabkommen zum 31. März gekündi"!. Gefordert wird in der Hauptsache, die M i n d e st l ö h n e sür Gehilfen, Zuschneider, Bügler und Dämpfer aus 1,10 M, sür Stepperinnen und Handnäherinnen aus 73 Pf. zu erhöhen und die Akkorisätz« um 23 Proz. Der Kamps wird bei der Einstellung der Unternehmer hart werden. Deshalb ergeht in letzter Stunde der Ruf an alle in der Mützenbronche beschäftigten, der Organisation noch fernstehenden Kolleginnen und Kollegen, dem Deutschen Bekleidungsarbeiterver- band, Sebastianstr. 37/38, beizutreten. Auch an die politisch und gewerkschaftlich organisierten Ge- nossinnen und Genossen ergeht der Appell, dafür zu sorgen, daß sich ihre in der Mützenbronche beschäftigten Angehörigen unserer Or- ganisvtion anschließen..•/ Deutscher Lekleidu ngsarbeiteroerband, JiQaie Vervn. «edafttmlktr.,--- 87/88. • rV\ ry; ,Oer Reparationsagent meldet sich.-' Zu dem mit djesU Ueberschrist in der Sonntagsnummer des „Vorwärts- erschienenen Artikel wird amtlich erklärt, daß ein Vertreter.des Reparotipnsngenten vor längerer. Zest bei der Reichs- anstolk für Arbzilslgjenoersichei-ung gewesen, sei, um. sich statistisches Material üpei die Auswirkungen des neuen Arbeitslosenoersiche- rungsgesetzes. wahrscheinlich für. den Holbjahresbericht, zu bescharjen. NscK richtig sei. daß der Reparalipnsagent b�i der Reichsanstalt in- folge der großagrärlschen Hetze gegen die Arbeitslosenversicherung vorstellig geworden sei.__ Berliner Personenschiffahrt. Unser Berufung aus die Notiz des Zentralperbandes der Majchi- nisten und Heizer in Nr. 83, daß nur mit der Reederei Robert K i e ck ein Tärispertrag abgeschlossen, sei, ersucht uns die Reederei Langwaldt u. Schmplke mitzuteilen, daß auch sie einen Tarifvertrag abgeschlossen, diclen allerdings am 11. November 1327 gekündigt, der Vertrag aber noch bis.zum 30. April Geltung habe. Wir berichtigen also unsere Notiz dahin, daß die"Reederei Langwaldt u. Schmolke wohl einen' Tarifvertrag abgeschlossen hat. ihn aber nicht einhält. Die Reederei Langwaldt u. Schmolke hat zwar, als sie schließlich wegen ihres Tarifbruches vor dem Arbeitsgericht, verklagt wurde, den Tqris gekündigt, bis heute ober nichts getan, um einen neuen Tarif abzuschließen. Jnsbeson- dere hat sie sich zu dem Vertragsentwurf nicht geäußert, der ihr. unterm Z3. Februar 1928 zyging. Mit anderen Firmen schweben darüber Bsrhandlungen. die teilweise vor dem Abschluß stehen. Wir empfehlen' per Firma also, da sie offenbar Wert darauf legt, als taristreue Firma zu gellen, 1. den Toris einzuhalten, 2. einen neuen Tarif abzuschließen— und zu halten. Kongreß her Berufskrastsahrer. Die Berusskrastfährer, deren herusliche und wirtschaftliche In- teresstn im. Dcutschen Verr.ehrsbund, Abt. Reichsoerband der Berufskraftfahrer, vertreten werden, halten am 9. und 10. März, anläßlich der internationalen Automodilausstellung in Leipzig, ihre 7. R e i ch s k o n f e r e n z in Leipzig ab. Die Tagesordnung sieht außer dem Geschästsdericht des Berbandsoorstandes, in dem die Lohn- und A r b e i t so e rh äl.t n i s f c mit behandelt wer- den, zwei sür diese Amifsgruppe interessante Vorträge vor: 1. über Zunahme der Be r.u s s g e f a h r e U im Kraftiahrwefen und !1&'......'-.- AfA-AuSschußmiigsieder berliner Krankenkassen! An der für Freitag, den 9. März, i.9'A Uhr, nach dem großen Saal des Gewerkschastshauses, Engelufer 24/25, einberufeneu wichtigen Zusammenkunst der Ausschußmitglieder der Krankenkassen müssen sich die A f A- K o l l e g e n..die dort beschäftigt sino, r e st- los beteiligen. Unsere Unterschrift ist in der Einladung oer- sehentlich fortgeblieben. Allgemeiner freier Angeskclltenbund, Orlskarkell Berlin. Flatau. Pelersdorsf. Abschluß bei den Nahfungsmiiieiarbettem. Die Berliner Ortsoerwallung des Rahrungs- und Genußmitt.el- arbeiierverbandes hat in der Geiieraloersammlung am Sonntag den Mitgliedern zum letzten Male Rechenschast abgelegt über ihre Tätigkeit cm Vorjahre. Am 1. April verschmelzen sich die Berufs- organisationen der Bäcker, Brauer und Fleischer zu der großen Industrieorganisation der Nahrungsmittel- und Getränt'sarbeiter, in dem dann jede der bisherigen Berufsorganisationen eine Sektion bildet. Der Geschäfts- und Kassenbericht für das Jahr 1927 lag gedruckt vor und wurde vom Bevollmächtigten. Genossen Schumann. und dem Kassierer, Genossen Barth, in seinen wichtigsten Punkten erläutert. Die Berichte über die einzelnen Branchen lassen erkennen, welche Fülle von Arbeit geleistet worden ist, um W kulturelle und materielle Lage der Mitglieder zu verbessern. Für die Bäcker konnte der seit Ende 1926 bestehende tariflose Zu st and beseitigt und zugleich eine nennenswerte Lohnerhöhung dnrchgesetzs werden. Ein zäher Kleinkrieg mußte auch gegen die Angriffe der Bäckermeister aus den A ch t st u n d e n t a g geführt werden, der aber überall von Erfolg gekrönt war. Nicht möglich war es der Orga- nisation, bei den zuständigen Behörden eine Verlegung des Arbeits- Nachweises durchzusetzen, der sich in einem geradezu skandalöse� Zustande befindet. Ueber die Konditorenbranckie und die Sektion der Süßwarcnarbeiter wird berichtet, daß hier zum Teil noch größere Schwierigkeiten zu überwinden waren als in der Sektion der Bäcker, um- die Unternehmer zu Zugeständnissen zu zwingen. In der M i t g l i e d e r b e w e g u n g ist die Fluktuation leider immer noch sehr groß. 1658 im Lause des Berichtssahres neu auf- genommenen oder sonstwie zugekommenen Mitgliedern steht ein Abgang von 1363 MUgliedern gegenüber, so daß der reine Mit- gliedergewinn 93 beträgt. Dabei ist allerdings zu beachten, daß pro Mitglied im Jahresdurchschnitt 47,27 Beiträge gezahll wurden. Die L o k a l k a s s e erhöhte ihren Bestand im Lause des Berichtsjahres von 13 326 Mark auf 23 836, also um 10 330 Mark. Dem Bericht schloß sich eine ausgiebige Debatte an, die Haupt- sächlich von der„Opposition- bestritten wurde. Man ging auf den Jahresbericht wenig oder gar nicht ein, sondern zog wie üblich gegen das Schlichtungswesen, die Rationalisierung, den Reformismus der Gewerkschaftsführer usw. los, bis sich etwa noch ein Viertel der zuerst anwesenden Milglieder im Saale befand. Genosse Schumann mußt« sich deshalb in seinem Schlußwort sehr kurz fassen, blieb aper trotzdem den„Worthelden- die Antwort nicht schuldig. Aussperrung in der schwedischen Papierindustrie. Stockholm, 5. März.(TU.) Am Montoq trat die Ausschließung von msgesamt 13 000 Arbeitern der schwedischen Papierindustrie in Kraft. Damit «rhöht sich fcU Zahl der Seiamtstreikenden auf 57 000. Gewerkschaften gegen Diktator. Das Zentralkomitee des GewerkschastSbundes der Amsterdamer Richtung in Spanien hat beschlossen, im September dieses Jahres «inen großen außerordentlichen Kangre ß abzuhallen. Auf der Tagesordnung steht vor allem die Diskussion der poli- tischen Haltung der Gewerkschaft gegenüber dem Diktator Primo d« Rioera. Das Komitee wird dabei eine Entfckssießung vorlegen, worin es oerlangt, daß die Gewerkschaften sich nach wie vor von dem Wirtschaftsrat Primo de RIoeras fern halten, um Ihre Freiheit und Unabhängigkeit gegenüber der Ro- gierung besonders zu betonen. Der Kongreß soll weiter über die Verstärkung der Propaganda und die Gründüng einer eigenen Gcwerkschaftszeitung Beschluß fassen. Für das hosengebiek Mannheim-Ludwigshafen und Rhewan wurde das bestehende Lohnabkommen vom Deutschen Ver- kehrsbund und dem Zentralverband der Maschinisten und Heizer zum 31. März gekündigt. Es wird«ine Lohnerhöhung von 13 Proz. verlangt. Für die Angestellten der Stadt Berlin ist der 4. Angestellten- Tarifvertrag(4. ÄTB.) und für die Angestellten der Krankenpflege. anstalten der 2. Tarifvertrag Anstaltsbetriebe(2. TD. Anst.) zwischen dem Reicksbunö der Beamten und Angestellten und dem Maoistrat abgeschlossen worden. Dies« Tarifoertröge sind im Druck erschienen und im Bureau des Reichsbundes der Beamten und Angestellten. Berlin R 24. Iohonnisstrah« 14,15, Zimmer 2. gegen Erstattung der Selbstkosten, 10 Pf. pro Exemplar, eichältlich. Turn! Zngendonlpp« de, nlMe Lchul» rhütung, 2. deutsche und internationale Gesetzgebung für den«rqftve die ihre Ver! den Kraftverkehr. Zur Beratung der Gegenstände sind beim Berbandsoorstand. bereits an 200 Anträge eingereicht. Die Konferenz wird von ca. SO Delegierten aus dem ganzen Reiche besucht werden. Außer den Delegierten nimmt der gesomfe Vorstand, sowie die Gauleiter und eine große Zahl in- und auslandischer Gäste an diesem wichtigen Kongreß teil. 'Wl. Hrut«, SItnrtatt, Turnabend 30—22 Uhr in der � � aruther Etr. 30. Turnkleidung ist mit»ubrin-?u. I» Anbelrachl tus devsrgrliendrn Keich»iugcndloges, dei drm auch sportliche Weit- «impfe ausgetrogen»erden, bitten mir alle Jugendfreunde, die turnerisch b«. siihigt sind, an den Turnabe'-den teilzunehme». Zerie«rircrtschaftsjngei,» Srrh.BrrlI». Heute, Dienstag, lO'.j Uhr. tagen die Gruppen: Std-fte»! Jug-ndhe-m des«crkehrsbundes,«ngclufer 24,25, Aus. B, pari. Liederabrud.— Hnvdsldt: Iug-ndheim Graun. Ecke Lortz ng. ■a8c. Techenvorrrag:„Sexualnrobteme.-— Treptow: Gruppcnhcim c-chii!« Wildrnbruchstr. 53 54 Iforta'mmrz). Leimdesprechung. Verbandsbiul kontrolle. — emönetoei»»: Zugrndh-im Niederschoneme'de, Berliner Etr. gl. Literarischer Abend:„Sonnenleitner, HSHI-nkinder.-— Ren-Li�tenberg: Nugendheim kauft- straft» iSpvrtplad), an der Lriringstrahe. Keimbesprechung. Ohne Keimausmei, und Lerbandsbuch �ein tzulritt.— Landebergcr Viag: Jugendheim D'estelmener. strahc S.� Reu» t-piele im Iuqendhe'm.— Frantfurter Alle«: Jug-ndhe'm Litauer Str. 18, Zimmer 2. He'mbesprechiillg. BerbandsbvGer und He'ur» ausweise mitbringen— Rordwesttreis: llebungsabend der Musikgruppe bei Erwin Diener, Mllllerstr. 156a. verantwortlich für Politik: Dr. ffnrt Geyer: Wirtschast: G. ttlingelhöler; Gewertichaiisbeweguna: Z. Steiner: iZeuillcton:*. K. Discher: L-tale» und Lonstiges: Sil*»arftödt: Anzeiaen: Id.»lock«, sämtlich in Berlin. Lerlaa: vorwärts-Lerlag GmbH.. Berlin. Druck: Borwärtd-Duchdruckcrrt und Lerlapsanstait Paul Singer u Go. Berlin SW 68. Lindcnstrake Z. .»»IBA gl» on»ti»,l,,»a g»» uuisiioe I«Hl« 'NSuiiirliHt/ •Nicht nur*/upi und./htlf>n grhi WWWWAlMM?/,«//, I t/uppen, sondern auch Gemüse, Jolate und Jhßen erhalten, kräftigen Wohlgeschmack durch, MA GGP Würze 7tr. Iii ♦ 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts OienStag, 6. März 4 925 Wenn""ch die Sonne bei uns im Winter ein seltener Gast ist. so beginnt doch mit den longer werdeirden Togen im März meist ein« Vsnrzer kalte Lust sich einzustellen. In geschützten-fyrus-. .stof- und Laubengärten hat man schon oft dos Empfinden: der Frühling ist da. Und den alten und jungen Siedler und Kolonist«! packt die Sehnsucht noch der Scholle— arbeiten, schaffen, am Erwachen der Erde aus dem Winterschlaf sich erfreuen.... Oer kalte Winter. Ost hört man deck Zlusspruch von erfahrenen LaMeuten: auf einen charakterlosen Winter folgt ein mätziger Sommer und die letzten Jahre haben diese Ansicht bestätigt. Schlappes Winterwetter und verregnete Sommertags. Run wird es hoffentlich nach dem gegenwärtigen, zum Teil stark« Kälte aufweisenden und jedenfalls monatelang ohne Unterbrechung sich Hinziehenden Winter einen warmen Sommer gehen. Er tut not, denn ein Blick auf die Um- gebung der Stadt.zeigt noch, wie sehr der Vosserunsegcn der letzten beiden Sommer da» Land bi» zum Uederslletzen mit Feuchtigkeit erfüllt hat. Auf hohem Lande war der Regen nicht so verderblich, und die Gesamterntc des letzten Jahres stellt sich durchaus nicht so ungünstig, als man noch dein Wehegeschrei der Landbundgröhen an- nehmen sollte, ober die Rot der von Ueberschwemmungen oder von zu hohem Grundwasser heimgesuchten Landleutc kann man auch in nächster Rahe von Berlin erkennen. Wahrend sonst der fleitzige Gortenfreimd im Spätherbst, aber auch im Winter den Acker bearbeitete, Dung untergrub, notleidende Stellen durch Rigolen oder Aufbringen von Kompost verbesserte, hat in diesem Winter die Landarbeit fast gänzlich ruhen müssen. Es heißt also jetzt, sich sputen, damit der umgestürzte Boden doch noch einige ezeit dem zermürbenden Einflutz der Luft ausgefetzt wird. 'Wiffenichoft und Technik gehen mit der Prärie.stand in stand, um der loiidwirffchaftlichen Tätigkeit Arbeitshilje und Erleichterung zu bringen. Seitdem der Motor olle Derhältnisie der Technik revolutioniert hat, dringt er nun auch in die Laildwirtschast ein: auf den kolossalen Dampspslug der letzten Jahrzehnte ist die kleine Vodensräsc gefolgt, die mit einem.Mann die Arbeit von zwanzig Leuten verrichte!. Und Erfindungen wie die Beregnungsanlagen sind heute schon das Gemeingut des kleinen Mannes geworden. Daß mit dem Eindringen der Maschine in den ländlichen Betrieb bps Pferd immer mehr verdrängt wird und damit die Gefahr eilt- steht, dotz der Pscrdedung zu einer Rarität wird, ist eine un- angenehme Seite der sonst so erfreuliche» Entwicklung. Sollten wir dahin kommen, daß wir, wie die Siornesen, heilige Elefanten halten, Pferde zum Rationalheiligtum erklären, bloß damit sie durch ihre Dungerzeugung die durchaus notwendige Ergänzung des Kunst- düngers hervorbringen? Poeten und— Ackerbürger werden daher diese.Mechanisierung" des Landbaus mit gemischten Gefühlen be- trachten. Die Vlumenfülle des Winters. Kann man sich die Welt ohne Blumen vorstellen? Als um Weihnachten herum die Nochrichten kamen, dotz von England an über stolland, Frankreich bis nach Italiev hinunter grimmige Kälte die bekannten, Blumen im Winter liefernden Kulturen vernichtet hätte, hat wohl manches Frauenherz gebebt, daß die Welt ein Jahr long den farbigen Reiz der Kinder Floras werde entbehren müssen. So schlimm ist es aber nicht geworden— auch die südlichen Länder haben schon vielfach Schutzvorrichtungen gegen de» Einbruch größerer kälte, und die Treibhäuser unserer Gärtnereien sichern dem hei- mischen Markt eine stattliche Produktion, die freilich nicht so billig herzustellen ist. wie die von der südlichen Sanne rasch hervor- gezauberte Ware. Wenn nun trotz der verminderten Blumeneinsuhr unser« Gärtner über ein schlechtes Geschäft klagen, so liegt dies vor allem daran, daß unserem Publikum das Geld für die Blumen fehlt — man besuche nur eimnal die Berliner Blumenmarkthalle und man wird erstaunt sein, daß der Blumensegen so schwer seinen Absatz findet. Starke Kälte hindert bekanntlich auch den Strotzen. verkauf, eine Hauptquelle für den flotten Verkauf der Ware. » Auf dem Land« selbst zeigen sich manche Anzeichen des große» Naturwunders, das sich mit dem Frühling einstellt. Dos Grün der �.eickssckulunßstcurtusäerlunßto�isljften dl» duktolct eu«ien Wahlen findet von Karfreitag, den 6. April, bis einTchliefilidi Ofierrnonlag. den 9. April, in Probstzella im»Haus des Volkes** ein Reidufcfaulungikurlat der JanefoziaUifcn statt. der sich vornehmlich mit innerpolitllchen Fragen befafef. Es referieren dort: Dr. Georg Decker.Klaffen und Parteien in DeulWiIand* ErnÜ Fiänkel.Der Einheit sfiaat* Alexand-r Stein.Kommunismus und Sozialismus' in der Arbeiterbewegung'. Teilnahmegebühr 3 M., Aufenthall einfdil. Elfen u.Nachlquarijer tfigl.4.25 M. Anmeldung bis zum 25. Mfirz an die Kelchsleitung der sungiozialiften, 5erlln 5W. 68. Lindenltrabe 3, 1 Hof, 3 Tr. winterharten Pflanzen, so der Schwertlilie, der Beilchen, der Sties- mütterchen, nimmt eine frische Farbe an. aus Stauden treibt neues Jungvolk hervor, und die spitzen Stiele der spanischen Iris durch- brechen die harte Erddecke. Mancher Vertust infolge der großen Kälte wird freilich auch bei uns zu konstatieren fein, aber im all- gemeinen kann man sagen, dotz unsere Sträucher und Pflanzen sich wacker gehabten haben. Noch wenige Wochen, und wir können das Wachsen sozusagen mit unseren Augen perfolgen... bis dann ein warmer Regen kommt und uns in das grüne Paradies, Erde gc- nonnt, versetzt. Vorläufig müssen wir uns mit dem„Frühlings- ahnen" begnügen. Zwei Jahre im Traumzustand. Ga Prozeß wv blinde Frauenliebe. Unter der Anklage, zwei Frauen durch Heiratsversprechungen betragen zu haben, hatte sich der Filmregisseur und Sd>auspieler Hugo ,3 q g I n rn f f i vor dem Großen Schöffengericht zu ver- antworten. Bemerkenswert war, dotz beide Frauen jetzt erklärten, daß sie blind gewesen sei«! und unter einem hiipnotischen Banne gestanden haben müßten. Da war die eine Zeugin, eine Schauspielerin, deren Mann ebenfalls Schauspieler ist. Aas einer Tournee mit einem Skeffch kam sie mit dem Angeklagten in Berührung. Obwohl sie gor keinen Anlaß hatte, mit ihrer Ehe unzufrieden zu sein— sie ist auch heute nach verheiratet— verstand der Angeklagte es. sie davon zu überzeugen, daß sie sich scheiden lassen müßte. Er erzählte ihr, daß er sich auch scheiden lassen walle(er war aber gar nicht verheiratet). Dann wollten sie sich beide in einer neuen Ehe vereinen. Zur Durchführung der Ehescheidung entlieh er sich von ihr Geld. Dabei erzählte er immer virn seinem großen De vi sende sitz, den er ober nicht angreisen könne, da der Bcrkauf zurzeit ungünstig wäre. Während er diese Frau nur um einen kleinen Betrag prellte, den sie sich selbst noch hatte leihen müsstn, wurde die zweite Zeugin, eine geschiedene Frau, um ihr ganzes Besitztum, etwa lijOOll Mark, ihre Möbel und selbst ihr« Kleidungsstücke gebracht. Sie gab ihrem Zukünftigen Ball- machten zur Veräußerung von zwei Grundstücken in Ahlbeck und Heringsdorf und st'ir andere geschäftliche Bersügungen. Dabei war' es ihr bekannt, daß ihr Verlobter mit einer anderen Frau zu- sammenwohnte. Sie ließ sich aber einreden, daß irgendwelche Beziehungen nicht beständen. Als sie schon olles losgeworden war. mußte noch ein früherer Angestellter ihres väterlichen Ge- schästes mit einer beträchtlichen Summe aushelfen. Die Zeugi» Menschen, Göttern gleich... ggf Roman von Herbert George Wells. 5. Barnstaple bemerkte, baß Ridley und �enk suH ihm näherten. Ridleys Gesicht und Ohr waren noch mit Heft- pflaster verziert und seine Haltung war gespannt und angst- lich. Penk folgte ihm in kurzem Abstand und hielt eine Hand an die Wange. Beide waren in ihrer Berufskleidung, mit weißen Tellermützen, vierschrötigen Lederjoppen und schwarzen Gamaschen: sie hatten der slngezwungenheit Utopiens keine Konzession gemackt. Sobald Ridleq Mr. Barnstaple in Hörweite glaubte, be- gann er zu reden. „Sie. Herr, wissen Sie nicht zufällig, wo diese Schwäch- linge unsere Wagen hingeschoben haben?" „Ich dachte. Ihr Wagen wäre ganz zerschmettert worden." „Ein Rolls-Royce, wie dieser— nicht. Bielleicht die Windscheibe, die Kotflligel und das eine Trittbrett. Wir kippten auf die Seite. Ich möchte einmal nachsehen. Und ich Hab' den Benzinhahn nicht abgedreht. Der Vergaser hat ein bißchen geleckt. Meine Schuld. Ich war nicht genug vor- sichtig beim Filtrieren. Wenn das Benzin ausläuft, wo soll man dann in diesem gottverlassenen Paradies anderes her- kriegen? Ich habe nirgends ein Zeichen gesehen. Ich weih, wenn ich den Wagen nicht fohrbereit bekomme, ehe chn Lord Barralonga braucht, dann gibt's Aerger:" Mr. Barnstaple hatte keine Ahnung, wo die Wagen waren. „Hatten Sie nicht selbst einen eigenen Wagen?" fragte Ztidlen vorwurfsvoll. .La. aber seitdem ich ausgestiegen bin. habe ich noch keinem Augenblick daran gedacht." „Selbstfahrer", sagte Ridley bitter. Wie dem auch sei. ich kann Ihnen nicht helfen, Ihre Wagen zu fmden. Haben Sie irgendeinen Mopen gefragt? „Nichts für uns. Die Art ist uns zuwider. sagte Ridley. „Die werden es Ihnen sagen." „Und uns bewachen— was wir auch immer an unseren Wagen machen werden. Die haben nicht jeden Tag das Glück. m«inen Rolls-Royce hineinzuschauen. Das»rste. was wir tun werden, ist, damit loszufahren. Ich mag den Ort nicht und ich mag diese Leute nicht. Die sind ja verdreht. Sie sind unanständig. Seine Lordschaft sagen, es ist ein Haufen Schwächlinge, und es scheint mir, daß Seine Lordschaft bei- nahe recht haben. Ich bin kein Puritaner, aber dieses Her- umrennen ohne Kleider, das ist mir doch ein bißchen zu dick. Ich möchte wissen, wo sie die Wagen verstaut haben." Mr. Barnstople betrachtete Penk.„Sie haben sich doch nicht im Gesicht verletzt?" fragte er. „Nicht der Rede wert," sagte Penk,„ich glaube, wir sollten losziehen." Ridley sah Penk an und dann Mr. Barnstaple. „Er hat sich ein bißchen angeschlagen", bemerkte er. Und ein schwaches Lächeln brach durch seine saure Miene. „Es ist bester, wir gehen los, wenn wir die Wagen finden wollen", sagte Penk. Ein Grinsen voll inniger Schadenfreude erschien auf Ridleys Gesicht.„Er ist gegen etwas angebumst." „Ach, halt's Maul", sagte Penk. Aber die Sache war zu gut, um sie zurückzuhalten. „Eins dieser Mädeln hat ihn geschlagen." „Was meinen Sie?" sagte Mr. Bornstaple..Sie haben sich doch keine Freiheiten erlaubt?" „Ich Hab' nichts gemacht", sagte Penk.„Wer da Mr. Ridley so liebenswürdig war. das Thema anzuschneiden, glaube ich, ich werde erzählen, was geschehen ist. Dieser Spaß zeigt so recht die Unsicherheit, in der man sich befindet, wenn man unter einen Haufen von halbwilden und halb- übergeschnappten Leuten gerät, wie wir." Ridley lächelte und blinzelte Mr. Barnstaple an.„Sie wischte ihm-ganz richtig eine herunter. Schmiß chn um. Er legte seine Hand auf ihre Schüller und patsch! da lag er. So was Hab' ich nach nicht erlebt." .„Ziemliches Pech!" sagte Barnstople. „Das alles spielle sich in einer Sekunde ab." „Es ist schade, daß es geschehen ist." „Machen Sie nur kein Aufhebens davon. Herr, und ver- rennen Sie sich nicht in falsche Vorstellungen." sagte Penk. „Ich möchte nicht, daß die Geschichte herumgeht— es könnte mir bei Mr. Burgleigh eine Menge Unannehmlichkeiten eintragen. Schade, daß Mr. Ridley nicht den Mund hallen konnte. Was sie gereizt hat, weiß ich nicht. Sie kam in mein Zimmer, als ich gerade aufstand, sie hatte, was man sagt, nichts an, sah ein bißchen keck drein, nach meiner Auffassung, «ach, und es kam mir in den Sinn, ihr etwas— zu sage». etwas— na, so'n ganz kleinen Scherz, sozusagen. Man kann nicht immer seine Gedanken beherrschen— stimmt's? Ein Mann ist ein Mann. Wenn man von einem Mann erwartet. daß er in seinen geheimen Gedanken zu einem Mädel höflich ist ohne verletzende Nebengedanken, sozusagen— gut, ich nicht. Ich weiß wirklich nicht. Es ist gegen die Natur. Ich hab's nicht gesagt, was ich mir auch immer gedacht Hab'. Mr. Ridley wird es mir bestätigen. Ich habe zu ihr kein Wort gesprochen. Ich hatte noch nicht den Mund aufgemacht, als sie mir eine herunterhaute. Schmiß mich hin wie einen Kegel. Sic schien nicht einmal bös' zu sein. Ein Faustschlag von der Seite— es kam so überraschend, deshalb hauptsäch- lich fiel ich hin." „Aber Ridley sagt, Sie haben sie angerührt." „Vielleicht habe uh meine Hand auf ihre Schulter ge- legt, so in väterlicher Art. Ws sie sich umdrehte, um zu gehen— ich bin nicht sicher, ob ich ihr gerade etwas sagen wollte, ich geb' es zu. Und da hat man's. Wenn ich Unan- nehmlichkciten haben sollte, weil ich mutwillig geschlagen worden bin—." Penk drückte durch eine beredte Gebärde aus, daß er an dieser Welt verzweifle. Mr. Barnstople überlegte.„Ich werde keine Unan- nehmlchikeiten machen," sagte er.„Aber dessen ungeachtet glaube ich. daß wir alle sehr vorsichtig mit diesen Utopen sein müssen. Ihre Wege sind nicht die unseren." „Gott sei Dank," sagte Ridley.„Je früher ich aus dieser Well noch Old-England zurückkomme, um so lieber wird es mir sein." Er wandte sich zum Gehen. „Sie sollten Seine Lordschaft hören," sagte Ridley über die Schulter.„Er sagt, es ist eben eine Well von auf- geblasenen Schwächlingen— verkommene« Schwächlingen — tatsächlich, entschuldigen Sie, gottverdammte Schwächlinge! He? Das kenntzeichnet sie ungefähr." „Der Arm der jungen Frau scheint nicht sehr schwäch« llch gewesen zu sein," sagte Mr. Banrstaple, dem Angriff tapfer standhaltend. „So, meinen Sie?" fragte Ridley bös«.„Das ist alles, was Sie wissen? Warum? Wenn es noch ein sicheres Zeichen von Degeneration gibt, so ist es das, wenn die Weiber es übernehmen, die Männer zu prügeln Das ist gegen den Instinkt. In irgend einer ehrbaren, anständigen unmöglich geschehen können. Niemals." Well halle so etwas Niemals!"«chote Penk. (Fortsetzung snlgLZ 1250 Prozent im Jahre sind zu wenig? Oer Schuldner soll auch noch dankbar fein! Gewiß hat sich die Oesfentlichkeit in den letzten zwei Monaten an toll« Zinssätze gewöhnt, aber es scheint doch noch weiter- gehen zu können als bei Bergmann, Keil und Schlewinski! Da hat sich ein kleiner G a st w i r t, der noch dazu schwer- hörig und kurzsichtig ist, in Geldverlegenheit an«inen Bank- d i r e k t o r gewandt Dieser hat ihm 700 Reichsmark, wie er sagt, aus dem Privatoermögen seiner ftrou al» Darlehen ge- aeben und ließ sich dieses Darlehen durch Abtretung einer ch y p o- thek von ZlXXI Mark notariell fltfcfn. Da» Geld war fiir die Zeit von tz Wochen gegeben worden und wurde zuriickbezahlt unter Einhaltung der Frist mit 3 00 Mark Verdienst für Eingabe des Geldes und mit 2 00 Mark Provision sür Vermittlung, d. h. also, bei 700 Reichsmark mit ö00 Reichsmark Verdienst in drei Wochen, gleich 7 il � P r o z. für diese Zeit und gleich rund lZM JJroz. im Zahr. Der Gastwirt hat in seiner Rot sich aus diese unglaublichen Bedingungen eingelassen und es unter Mühen lertig gebracht, die Summe zu bezahlen.?etzt aber stutzt« sich der Bantdirektor aus einen Schein, den der Schuldner unterschrieben hatte. Nach Ihm sollte der Bankdirektor aus Grund des Darlehens am Geschäft des Schuldners beteiligt sein. Nach'An- stcht des Gastwirtes war dieser Zettel nach �>er Vereinbarung des Zinssatzes und der Provision zu vernichten. Der Bankdirettor aber gründet« aus ihn eine Klage, die sich aus sage und schreibe 610 Mark belief. Die Auszahlung auch noch dieser 6l0 Mark würde für den Kläger eine Kapitalserhöhung um rund lK0 Proz. für drei Wochen, d. h. 2600 Proz. p. a. bedeuten. Di« Sache kam vor den Richter. Nach ß 139 der Zivil- Prozeßordnung hat nun der Vorsitzende durch Fragen darauf Hinzuwirten, daß unklare Anträge erläutert, unge- nügend« Angaben der geltend gemachten Tatsachen ergänzt und dl« Beweismittel bezeichnet, überhaupt alle für die Feststellung des Sachverhältnistes erheblichen Erklärungen abgegeben werden. Der Beklagt« beschwert sich nun bitter, daß er, der im Bewußtsein seines begründeten Rechtsanspruch«? ohne Anwalt erschienen war und noch dazu durch seine körperlichen Gebresten behindert ist, vom Vorsitzenden bei seiner Darlegung des Falles sehr bald unterbrochen wurde. Der Richter soll sogar gesagt haben, es sei dach krasicr Undank, daß er nachdem er sich Geld geliehen habe, nicht die vereinbarten Bedingungen einhalte. 1250 bis 2600 Praz. sährltch« Verzinsunq— das sind aller- ding» Bedinaungen, die nur zustandekommen können, wenn«in un- erfahrener Mann au« dem Volke einem Menschen gegenübersitzt. der ihm in geschäftlicher Hinsicht bestimmt weit überlegen ist! Nach dem Volksempfinden trifft in diesem Fall«, wie selten, der 8 2-12 des BGB. zu, wonach Leistungen zwischen Schuldner und Gläubiger so zu bewirten si.td, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern. Es ist dringend zu wünsche», daß die zuständigen Stellen ge- rad« diesen Fall, in dem ein Mensch, der wirtschaftlich schwer zu kämpfen hat, in einer W�zse ausgebeutet wird, die unter keinen Umständen zu dulden ist, überprüfen. Keils System langst bekannt. Sein eigener Sachverständiger versagt. Ja dem Betrugspro, zeß gegen Artur Keil wurde am Montag der auf Verlangen des Angeklagten als Gegensachverständiger geladene Vorsitzende de« Vereins Berliner amtlicher Buchmacher, Zechlin, vernommen: er bekundete aber, daß das Keilsche System nichts Neues sei. Es werde schon in einer im Buchhandel erschienenen Broschüre entwickelt und es werde auch vielfach danach gewettet. P r a k t t s ch sei das System wertlos. Als Fachmann müsie er erklären, daß bei diesen Stoffelweilen für die Dauer taum Gewinns erzielt werden könnten. Im allgemeinen müsse der Spieler bei der Stafselung der Wetten arm werden. In Frankreich werde gelegen! sich durch Stasselung ein Gewinn erzielt, aber es gehörte zu der Durchführung dieser Wettmethode eine groß« Ausdauer und das Vorhandensein sehr großer Mittel. Ausführlich äußerte sich der Sachverständige darüber, ob es möglich fei. so hohe. Wettbeträg« in den 316 Wettfilialen und in der Zentral« unter zubringen, wie sie Keil bei seinen Staffelungen anlegen müßte, um nach vorherigen Verlusten einen Gewinn bei einem ersolgreichen Pferd« zu erzielen. Zechlin stimmte den anderen Sachverständigen darin bei, daß das unmöglich fei. Zu der Behauptung, daß aur vier Pferde 30 0yv oder S0 000 Mark untergebracht werden könnten, hatte der Sachverständige nur«in Lächeln. Die Filialen müßten fed« Wette von 30 Mark ab an die Zentrale melden. Wenn auf ein Pferd an verschiedenen Stellen größere Wetten angelegt werden, würde die Zentral« sofort stoppen. Der Angeklagte Keil blieb aber dabei, daß er sein Staffelsystrm hätte durchführen können. war auch Besitzerin eines Films, der den verheißenden Namen führt«„nora rnystica, von der Liebe des Weibes". Den Film wollte sie noch nicht weiterverkaufen, weil noch ein Herr in Wien Besitzansprüche erhob. Der Angeklagt« ließ sich aber Vollmacht geben und machte den Film ebenfalls ,zu Geld. Die Spekulation des Angeklagten auf die amerikanische Erbschaft der Zeugin wurde dadurch vereitelt, daß deren Vater, der jetzt selbst in Amerika lebt. die Auszahlung verweigerte, bis sie sich von der unheimlichen Persönlichkeit des Angeklagten frei gemacht habe. Zwei Jahre bat der Traumzustand gedauert, ich habe auf niemanden gehört und ihm immer Glauben geschenkt. Ich muß hypnotisiert worden sein und war blind. Der Angeklagt« behauptet nun, daß er noch Forderungen an die Zeugin habe, da er die Gelder zu Geschäftsunternehmen er- halten Hab« und Gerenrechnungen zu machen hätte. Das Schöffen- gericht verurteilte den Anaeklagten wegen fortgesetzten Betniges in zwei Föllen zu sechs Monalen Gefängnis. Oer Bitderöiebstahl von Cadolzburg. Lippmann nach Fürth gebracht. Der wegen des Gemäldediebflohk» auf der Eadalz- bürg verhaftete Kunsthändler Ltppmaun Ist gestern nachmittag von Veamlen der Dienststelle siZ der SrlminolpoUzet nach Fürth gebrach» worden, um dort dem zuständigen Amtsrichter vorgeführt zu«verde». tft immer noch nicht bekannt. Wer„Günther", d« den Wagen besorgt« und steuert«, eigentlich ist, weiß man noch nicht. Der Kunst. Händler August Meyer, ein Mann von 30 Jahren, der aus Wald- fassen in Bayern stammt, ist in Berlin schon bekannt. Er hatte, als er hier in der Potsdamer Straße 181 1 wohnte, wiederholt mit dem Zoll- und Finanzamt zu tun. Wegen seiner Devisengeschäfte war er vorher bereits mit 500000 Papiermark Geld- st r a f« bestraft. In der Berliner Lebewelt war«r bekannt und in vielen Lokalen ein gern gesehener Gast. Armin Schmidt ist 29 Jahre alt und stammt aus Bonn. Er ist der Sohn eines angesehenen kleinen Beamten und genoß als Kenner in der Kunstwelt einen gewisien Ruf. Sonst aber läßt sein Ruf zu wünschen übrig. Im Jahre 1925 machte er von sich reden, als er sich betrügerisch in den Besitz mehrerer Gemälde setzt«. Schmidt I-eschästiat sich hauptsächlich mit dem An- und verkauf h ist ort- scher Gemälde. Eines Tages suhr er mit dem Auto bei einem Kunstmaler, einem Nrofesior in der Motzsttoß«, vor und teilte dessen Gattin mit, ihr Mann habe ihn beauftragi, einig« Gemälde abzuholen, die zum Kauf angeboten werden sollten. Di« Frau aab ihm mich die gewünschten Bilder, war aber so vorsichtig, sich die Nummer de» Auto», mit dem Schmidt wieder abfuhr, genau zu merken. So hatte die Kriminalpolizei einen guten A n h a l t, als sich herausstellt«, daß der Austrag erdichtet war. Schmidt wurde bald«rmittell, und die Gemälde wurden hei ihm noch gefunden. Er hatte nach keine Gelegenheit gehabt, st» zu verkaufen. Einem jungen Mädchen nahm er«imnal. al»«r in Verlegenheit«vor. auf t>«m Anhalter Bahnhof da» ganze Ge- p ä ck ab, um«s zu Geld zu machen. Polizeilich gemeldet sind Leute wie Meyer und Schmidt nur sehr selten. Sie hatten sich stets bald hier bald da in einem kleinen Hotel auf. Zur Erinttte- kung der drei Flüchtigen Schmidt, Groske und Günther ist ein um- fassende« Fahndungsversahren in die Wege geleitet. Der Verteidiger de» Kunsthändlers F. W. Lippmann, Rechts- onwalt Joseph, berichtigt in einer Zuschrift die Nachricht, daß Lippmann der intellektueilc Urheber des Ein- bruch« in der Cadolzburg gervefen iei, Lippmann ist nur von seinen.freunden", mi» denen er in jahrewng-r engster Be- - ziehunq g?leb< Hai, gepreßk worden, bei der Verwertung der gestohlenen Bilder zu helfen. Die voll« Aufdeckung de» Diebstahls fei nur durch die tätig« Mitwirkung Lippmanns, der sich sofort der Kriminalpolizei zur Verfügung gestellt hat, möglich gewesen. Zusammenstoß zweier Lastkähne. Ein Maschinist schwer vexlehi. Am Montag nachmittag gegen 6 Uhr stießen an der Ianno- mttzbrücke, wo zurzeit Untergrundbahnbaute»» ausgeführt werden »nd infolgedessen die Wasser st rohe sehr beengt ist, z w e i Lastkähne, die je mit 10 000 Zentnern Sohle beladen waren, mit voller Wucht zusamme.n. Einer der Lost- kithrte wurde dabei mit solcher Wucht gegen einen dort vor Anker liege»»den Possogierdampfer gestoßen, daß eine Seiten- wand des Passagierdampsers demoliert wurde und ein großes Leck entstand. Sämtliche Glasfenster der betroffenen Seit« wurden zertrümmert. Ein Mann der Dampferbesatzung namens Köpke erlitt ja erhebliche Verletzungen, daß er nach einsm Kranke,»Hause gebracht werden mußte. Nur mit Mühe gelang es, den Dampfer vor den. Sinke« zu bewahren, indem inan schleunigst die Schotten schloß und ihn dann auf die Werft abschleppte. Der Sachschaden ist sehr groß. Die beiden Lastkähne sind in Marienwerder in Westpreußen bzw. In Zerpenschleuse beheimatet. Der Polizeipräfideut an die BeamtenanSschüsse. Am Montagvormtttag faick» im Polizeipräsidium»ine Sitzung der neuqewählten Deamtenausschüss« der Schutzpolizei statt, die vom Polizeipräsidenten Zörgiebel mtt einer Ansprach« eröffnet wurde. Der Polizeiprösideitt gab dabei zunächst der Hoffnung und dem Wunsch« Ausdruck, daß die neu- gewählten Beamtenausschüsse mit der gleichen Offenheit. Ehrlich. keit und Uebeczeugung jür die Interessen der Behörde uird Ihrer Kameraden eintreten, une es bicher der Fall war, daß das gute Einvernehmen zwischen den Beamtenausschüssen der Schutzpolizei und dem Leiter der Behörde roelttr besteh« und die Arbeiten der Beamtenausschüsie sür beide Teile sich segensreich auslvirten mögen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen ging der Polizeipräsident dann auf die in letzter Zeil laut gewordenen Klagen über Mißhandlungen durch einzelne Polizeibeamte ein. Mit aller Deutlichkeit wies er darauf hm, daß er Mißhandlungen Festge,»om»n«n«r unter gar keinen Umständen dulden werde, und er ließ keinen Ziveiiel daran, daß er bei festgestellten Mißhandlungen die schul- dlgen Beamten fristlos entlassen«verde. Mißhand- lungen Wehrloser seien eine Schande für jeden Polizeibeamten. deren Schatten auf die gesamte Polizeibeamtenschaft zurückfalle. Der Polizeipräsident richtete an die Vertreter der Beamtenausjchüsie tü« eindringliche Mahnung und Bitte, auf ihre Kameraden init allen Mitteln dahin einzuwirken, daß das Ansehen der Schutz- pollze! uicht durch Ausschreitungen Einzelaer beschmutzt rnerhe. Verurteilung von sechs Kommunisten. Der Zusammen stoß zwischen Kommunisten und Schutzpollzeibeamten ain 6. Dezember 1927 anläßlich einer kommunistischen Demonstration auf dem Oranienplatz, wo die Polizeibeamte» an Lbsperrungsmaßnahmen gehindert und tätlich angegriffen wurden. fa»id an» Montag in Moabit fein gerichtliches lltachspiel. Obgleich sämtliche neun Angeklagten ihre Unschuld beteuerten, kam das Gericht zu ihrer Verurteilung. Sechs Angeklagt« wurden wegen Widerstandes gegen dl« Staatsgewalt, Aufruhr und Landfriedens« bruch es zu einem bis neun Monaten Gefängnis verurteilt, mäh- ren drei freigesprochen wurden. Die neue Sonntagsruhe. Bor gcschlossen«, Lebejismittelladen standen am letzten Sonn- tag zahlreich« Hausfrauen, die auf die vorangegangene Ankündigung der vollen Sonntagsruh«, die duvci) Poiizeiverordnu ig vom 1. März d. I ab verfügt worden ist, nicht genügend geachtet hatten. Anderen.Hausfrauen ist diese Verordnung erst am Sonn- abend eingelallen, und sie suchten nun ichleunigst noch ihre Ein- kaufe.zu mache». Oer Perband Berliner Kausleute der Kolonial- warenbranch« c. V. richtet an alle Haussrouen die Bitte, ihre Ein kaufe sür den Sonntag schon am Freitag oder Sonnabend frühzeitig im Laus« des Tages und nicht erst in den letzten Zlbendstunden zu tätigen. Wetter bittet der Berband, unter Hinweis auf die in der erwähnten Pottzewerord- nung angedrohten schweren Strafen» unter keinen Umstän- den, auch nicht in de» offenhaltenden Milch, und Backworengeschäs. ten. von dem Ladeninhaber den Verkauf anderer Lebensmittel, wie Kolonialwaren, Obst und Gemüse, Feinkost, Butter und Käs«, Aus- schnittwaren usw. usw., zu verlangen. Uebrigena ist auch in den Das Sonntagsprograinm stand im Zeichen der Gedenkfeier des „Bolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge". E« ist hier bereits betont worden, daß die Notwendigkeit für de» Rundfunk fehlt, sich einer private» Veranstaltung völlig unterzuordnen. Da nun die Sendegesellschasten auf aktuelle Berichterstattung Wert legen, könnten sie sich mit der Uebertragung einer Feier begnügen, brauchten aber nicht da» Gesamtprogramm schwarz zu umrändern. Innerbalb dieses Rahmens wird allerdings Gutes geboten, Orchester und Ehor leisten tatsächlich in, Abendk'onzert Vorzügliches, dos Programm hätt sich von Kitsch fern, und es donilniercn Namen wie Bach, Händel, Haydn und Richard Wagner. Am Nachmittag spielt die ausgezeichnete Kapell«„Gebrüder Steiner". Da» Konzert beginnt mit Schuberts Ouvertüre zu.Mosamund«" und erreicht seinen Höhe- punkt in der Händelsihen Sonate für zwei Violinen. Immer wieder muß man die Klangsülle, die Exatchctt und den Uitternehmungsgeist dieser kleinen Kapelle bewundern. Die Zahl der jährlich publizierten Bücher in Dcutichland ist Legion,»nd trokdem, wieviel Dramen, Roniane und GeMchlbände finden keinen Verleger, kein Theater. Alfred Kerr liest In der »Stuirde der Lebenden"«in paar Proben aus der Menge von Ma- nufkripte». die man ibm zur Prllkuna einsandte. Meisten» sind es Werke von Menschen, die nur nebenbei dichten oder schristilellern. Zwei Gedicht««ine» Sonnenburger Zuchtyäus- ler» fallen durch die Kraft ihrer Sprache, durch ihren Rhythmus und duröh die Intensilöt des Gefühls auf. Bleie» ist aber guter Durchschnitt, manches nur Dilleianlilche». Vollgepackt init seelischen Werten, wird meiste»»-, die Bsieutiing der Form übersehen. Die »venigstei» finden den Mut und die Kraft zur Konzen'ratton und zur Kürze. Am aussichtsreichsten erscheint Kerr«in« Komödien- trilogie des jungen Hans Borchardt.--- Den Schluß de» Abendprogramm» bildet«in Konzert mtt italienischen Kompo- sitioneu unter dem schönen Titel Rennst du das Land". Uitter anderem wartet man auch wieder einmal mtt d-r Touselli-Serenad« auf. Transky ist, wie innner,«in guter Kantilenensänaer.— Wer kennt die nächtliche Arbeit in den Straßen Berlins? An» Morsen liegen die neuen Straß enbohngleFc da. Der Verkehr darf keine Unterbrechung«fahren. Welcher Außenstehende erfährt etwas von der Technik und von den Anstrengungen, die dies« Arbett erfordert? Durchaus instruktiv Ist desbalb der Vortrag Albert Kaysers über die Gleis- uud Straß« n arbeit in dem Zyklus.Mensch und Arbeit". Bildhaft und plastisch ist diese Schilderung F. S. Restaurationen dieser Verkauf, abgelten vom sofortigen Verzehr an Ort und Stell«, streng oerboten und strafbar. Indem wir die Mitteitting des Verbandes Berliner Kauilsitte zur Kenntnis bringen, wollen wir liicht verfehlen, unsere Haus- frauen zu bitten, auch ihre Einkaufe in den Filialen der K'on. sumgenossenschaft sö früh wie»nöglich zu ma-�en und nicht erst in den letzten Stunden des Sonnabends. Die Konsmn-A.ng«- stellten werden den Haussvauen Dank wissen, ilebrigens hat dia Konsumgenossenschast vorbildlich gewirkt: Ihre Filialen haben niemals am Sonntag offen ge habt; für sie»vor der Erlaß der Pollzeiverordnung nickst nötig. Fünf Opfer der Lustfahri. Schweres Flugzeugunglück in ven Ll.S.A. Me aus Sau Diego gemeldet wird, sind durch den Absturz eine» Zivils tugzcuges iu der Nähe von San Diego vier Passagier« und der Pilot getSie» nwrdru. Das vor- unglückl« Fkvg'eug war von jungen Leuten gebaut und wurde auch vou ihnen gejührt. Es stürzte>»« Augenblick, wo es einem ankommenden Flugzeug ausweichen»vellle. out eiacr HZ he von 100 Meiern ab. Hon D i« g o ist einer der ttnckischaftlich schönsten Plätze an der kalifornisch«» Küsto. Do» Luxusdod Eoronado Besch. bei dem dos Unglück geschah, ist der Stadt oorgelogart. Mißglückter Naubüberfall eines BettlerS. Ein R a u b isch e r f a l l, der zum Glück ungefährlich auslief, wurd« gestern Nachinittag gegen 3 Uhr in dem Konfitüren- geschäft von Emmi K. in der M o tz st r o h e 19 verübt. Hier erschien ein Bettler, der um ein« Gabe bat. Als die Verkäuferin ihn abwies, wurde er dreist, schlug mit der Faust auf den Laden- tisch und nach dem Mädchen und forderte nochmals Geld. Sein lautes Sprechen hatte den kleinen Hund angelockt, der den zudringlichen JÜTindeit" anbellte. Der Bettler, der für seine Hose fürchten owcht«, stellte die Feindseligkeiten ein, verschwand und entkam unerkamtt. Schweres Mokorradn«glück in Dahlem. Ein schwerer Zusammenftoß zivischen einem P r l v a t a u t o und einem Motorrad trug sich gestern naciMittag gegen 15 Uhr an der Ecke Altensteiii- und Fabeckstraße l» Dahlem zu. Hierbei wurden der Führer des Motorrade», der Obergefreitc Julius Voigt und dessen Begleiter, Obergefreiter Ernst Dorn, beide von der 5. Kompagnie de« 9. Reichswehr- Infanterieregiments, aus das Straßcnpflaster geschleudert und schwer oerletzt. Das Motorrad wurde völlig zertrümmert. Das Privatauto wurde so schwer beschädigt, daß es abgeschleppt werden niußt», der Führer blieb aber wunderbarerweis« unversehrt. Die schwerverletzten Soldat«» wurden zunächst nach d«m Lichterfelder Kreiskrankenhauz und von dort in dos Garnison- lazarett übergeführt.__ Zu der ciebcolragödie im Plänlerwald wird mitgeteilt, daß die Dorgänge auch jetzt noch nicht geklärt sind. Der Kauf- mann Fromm hat sich in verschieden« Widersprüche oer- wickelt. So sagte er vor der Kriminalpolizei, er Hab« nicht gesehen. wie sein« Braut sich erschossen habe. Seinem Hauswirt gegenüber aber hatte er bald nach dem Dorfall sich dahin geäußert, daß seine Braut vor seinen Augen die Wafjc au» dem Busen gezogen und sich «rschosien habe. Die Abschiedszeiten, die die Braut auf der Rückseite der drei von ihm hinterlassenen Brief« geschrieben hatte, will er gar nicht gesehen Hadem Wellerberich» der SffrrMchrn wrUerdlruiMrllr Serltn und Umgrarsb Rachdr. vrrb.). �eileibin befiöndineS ZVeiier, zeltwell« eiwa» Wolle»». bllduna.— Jflr Cenllchlcnd: llcbrrall beflöndig-» Detter und wettere Abnahme der Siachljrötle. gegen Schnupfen <3rCr"##sÄ#Z Wirkung frappant! Die Wirtschast antwortet. Fortsetzung der Wirtschastsdebatte im Reichstag. Der Reichstag setzte gestern die Mette Veratunz des Wirtichsstsetots fort. �ldg. v. Raomcr(D. Vp.) erklärt� er Hobe von den Sozial- demotraten, die doch wieder In die Regierung«intreten wollten. ein Wirtschoftsprogromin erwartet. Statt dessen hade er am Sonnabend eine Wahlrede gehört.(Widerspruch he! den Soz.) Di« Rede des Abg. ch e i n i g sei ausgegangen von sechzig Iohrc allen Begriffsbestimmungen des Marxismus, die heute kein- Berechtigung mehr hätten. Der Redner erklärt, er stimme dem Worte durchaus zu, daß der einzige Zweck der Wirtschast der sei, dem Volke möglichst günstige Lebeicsbedingungen zu schaffen. Eioe um die Verbesserung sein« Lebensverhältnisse kämpfende Arbellerschast sei der luirtschost durchaus erwünscht: denn Stillstand sei Rückschritt. Rur dürfe dieser Komps nicht zum K lasse nkamps ausarten. Di« Lag« der lintcrnchiner le, heute olles andere als angenehm. Der Kapitalismus, dessen Wesen die Ä r- beit in der Freiheit sei, mutzte heute in gröhter UN- sreiheit arbeiten: alles sei fixiert: die Arbeilszclt, dir Lohn- hühe usw. Der Redner wendet sich dann gegen die Äussühru.cgen �elnigs. Di« Forderung nach gröherer Publizität einzelner Lndultrieunternehmer sei z w e ck l o S, wenn man nicht eine Pubtz- zität der gesamt«» Industrie schaffen köm«. Eine Bilanz könne dvcl: nur der richtig lesen, der das Uitlernehmen kennt.(Zwischenrufe des Abg. Wels.) Sie werden doch die kaufmännische Ehr- lichkeit der Leiter der deutschen Aktiengcsellsäzasten nicht wohl an- zweifeln wollen?(Abg. Wels: Ra, na!) Wenn Sie allerdings auf dem Standpunkt stehen, datz es auherhalb Ihrer Partei über- Haupt keinen anständigen Menschen gibt, so kann man mit Ihnen nicht disputieren. Abschreibungen müssen bei dem heutiger schnellen technischen Fortschritt In bedeutend höherem Umfange er- folgen als früher. Die soztaldemokrakischeo Angaben über die Löhne bei Siemens Und grundfalsch. Wenn von der vedeulnngslosigkeik der Löhne «sprachen worden isi. fa trisst die» nicht zu: fünf Prozent Lohnerhöhung bedeute« die halbe Dividende. Abg. Hein i g hat so getan, als machten die Löhn« und die Aus- fuhr heut« überhaupt nichts mehr aus. Bei manchen Maschinen steigt der Prozenksah der Löhne bis zu siebzig Prozent de» Prciies. Insonderheit bei der elektrotechnischen Industrie ist Vied der Fäll. Für die Ausfuhr werden im Maschinenbau'ÄllOllO Arbeiter beschäftigt. Der Höhepunst der Aorijunktur ist überfchrills.i. Die deutsch« Wirtschaft steht daher setzt vor der Notwendigkeit, die Aus- fuhr weiter auszudshnen. Nicht nur der Unternehmer hat ein« Verantwortung für die Wirtschaft, sondern auch der Arbeitet. In der Politik, m der der Reichsarbeitsminister führen sollte. führt heute der Schlichter. Die Arbeiterschost braucht tückstige Führer in der Wirtschaft. Die hebnog der Lohnhöhe Ist ein« Frage der Dost», sie hängt ab von dem Stande der Produktion. Auch in Rußland hat man diese Tatsache erkannt, daß die Länge der Arbeitszeit und die Höh« de» Lohnes von den, Stand« der Pro duktionsoerhaltnxls« abhängig sind. Di« Festsetzung von Tarifen in der Tlektrizllätswi rtschoft ist U n s i n n. Di« heutig« Kohlenwirtschaft ist nicht mehr zettgemätz. Die michtigst« Frage ist zurzeit die Besestgung der Notlage der Land- wirtschalt. Abg. Meyer- Berlin(Dem.) kritisiert die Wirtschaftspolitik der Reichsreqierung. Die Regierung habe ihre Versprechen in beziig auf Beseitigung der wirtschaftsfeindlichen Schranken und Förderung des Handelsvertragswertes nicht gehallen. Nicht«In autonomer Zoll sei ermätzigt, dagegen seien ein« Reihe wichtiger Lebensmittel- zolle erhöht worden. Der Abschlutz des polnischen Bertrag Z, aus den die Wirtschaft im Osten besonder» angewiesen sei, werde von Monat zu Monat durch agrarisch« Einflüsse»er, zögert. Die Erhöhung der deutschen Zolleinuahmeu bedeute glelchzellig Erhöhung unsere» Preisniveau». Unter der verfehlten Politik der Regierung Hab« gerade der gewerbliche Mittelstand wiederum am schwersten gelitten. Der Reichscrnährungsminister betätige sich fast ausschlietz- sich als Hemmschuh der AutzenhanÄcispolitik. Ädg. Koenen(Komm) meint, das Wirstchastsministerium fei dem industriellen Echarftnochertum gegenüber völlig ohnmächtig. Diese Entwicklung zeige deutlich, datz die Sozialdemokratie als Arbeiterpartei völlig abgewirtschaftet habe und sich eingllederz lasse in die Einheitsfront der kapitalistischen Parteien. Die Arbeiter- schaft werde daraus erkennen, daß sie nur durch die Vernichtung des kapitalistischen Staate« im revolutionären Klassenkampf ihr Recht«robern könne. Ein Zwischenfall. Ms der Redner das Pult verläßt, erhebt sich auf der P u b l I- kumstribüne ein« grau und ruft:.wo bleibt da» Liquida- tion-schädengesetz? Marum nehmen Sic uu» jede Möglichkeit. weller zu leben?(Bravo! bei den Komm.) Da» ist eine Ungerechtigkeit!-(Lebhafte Zustimmung bei den Kmnm. und Zurufe: Nur ruhig. Herr Präsident, e» ist keine Höllemnaschinc da! Es ist gan,z ungefährlich!)(Heiterkeit.) Abg. Mollalh(Wictsch. Dg.) bedauert, daß in der Regierung die nötig« Uebercinstimmung zwischen Wirtschastsministernim und Arbeitsministerium fehle. So entstehe oft ein unvereinbarer Gegensatz zwischen Wirtschasts- und Sozial- Politik. Mit Anleihen sei der Wirtschaft aus die Dauer nicht zu Helsen, denn Amerika, das früher von Europa Geld zu 3 Proz erhielt, berechne jetzt sein Geld mit 8 bis 9 Proz. Pei aller Anerkennung der Notlage der Landwirtschast müsse doch gewarnt werden vor einer Subvenlionipolillk auf kosten der steuerlich überlasteten kreis« von Handwerk und Gewerbe. Die Hilfsmaßnahmen mutzten sich auch erstrecken aus dies« von der Not der Landwirtschast ebenso betrosse ien Mittelstände kreise aus dem platten LarCx. Solche Verdien st spannen, wie sie Abg. Heinig für d:n Kleinhandel mit Markenartikeln angab, seien tat sächlich nicht vorhanden. D!e Erhöhung der Tarife der Post habe die Wirtschaft um mehr als?5>st Millionen neu belastet. Wenn es sich bestätigt, datz auch die Reichsbahn ihre Tarise erhöht. dann werde eiie allgemein« Erhöhung der Preise un- oermei�ich sein. Abg Aemch(Bayer. A.) grcitt das Dergedung, wesen der Retchsstetten außerordentlich scharf an. Im Bergebungstvesen könne man geradezu von einer Vertrauenskrise sprechen. Das Mitztrouen werde grsteiae« durch Fälle wie den, datz ein hoher' Dcamter der vergebnngsstelle ,ur Grotzlndustri» übergeht und nach wen law Monaten flch vei derselben St-lle. an der er bisher gesessen hat. am Austrage bewirbt.(Hört! hört) Der Redner beantragt, die Berlage ewor Zu stimm enstellunq der von den Reichsbehörden und der Reichsbahn im Eratsjahr 1927/28 vergebenen Aufträge unter qe- nauer Angabe der berücksichtigten Firmen und dei Preise Er be- ontraat weiter ein» kartellgerichtlickz« Nachprüfung der vom Eisenkarlell geschafsenen Elssnpreiserhvhunacn und evtl. dt« Richtigkeftservörung dieser Preisrrhöhunqea Die Preis- erhöhungen feien wegen der damit verbundenen Baustesfoer- teuernno«in« Sabotage der Wohrnrngspoiittk Sine ganz willkürlich« und die Verbraucher schädigende Preispolitik werde auch vom Zementfyndikat getrieben. Ein Emlchreiten der Regie. rmrg dagegen sei notwendig, ebenso gegen die Preispolitik bei der Stromversorgung durch die Ueberlandwerke.(Beifall.) Abg. Gros zu Reventlo« lRot.-Soz.) reitet das völkische Stecken- pferd spazieren: die Dawes-Berträge sind an allem Elend schuld. Abg. Püll(Dein.) fordert ein« arößere Einflutznahme des Reichs- wirtschaftsministeriums aus die Sozialpolitik Dem Klein- Handel und dem gewerblichen Mitielstand sollte gröherer Schutz vor der Preispolitik der Kartelle gewähri werden. Abg Pudsuhn(Dnat.) fordert Vorlegung der fest Jahren ver- fprochenen Reichsbandwerksordnung. Darauf wird die Berawng abgebrochen. Ohne Aussprache wird in ollen drei Lesungen das Gesetz über die weiier« Hinausschiebung der Bindung einzelner Länder und Gemeinden an die Steuereinheitswerte di s 1. April 1029 angenommen. Um 18 X Ahr vertagt sich das Haus auf Dienstag, U Uhr Auf der Tagesordnung steht neben dem Rest des Wirtschostsetats die zweite Beratung des Verkehrsetats. Bergbau vor dem Landtag. Oi« Belegfchasteu vermindern sich, die llnfallziffera steige«; Im Landtag gab am Montag dt« zweite Lesung des Berg- etat« den sozialdemokratischen Rednern Otter(Bochum) und Franz(Oberschlesten) Gelegenheit, in allerdings seht beschränkter Redezeit di« Forderungen der Bergarbeiter hinsichtlich höherer Löhne, besserer Behandlung und vor allen Dingen aus höchstmög- lichen Schutz von Leben und Gesundheit dieser stet» von Gefahren umlauerten Arbeiterkategorie zu begründen. Die Beratungen de» Etats standen sichtlich unter dem Eindruck de» letzten großen Bergunglücks auf der Zech« Ewald bei Recklinghausen, das nicht weniger als 12 Todesopfer fordert«. An HaNd der Unfallstatistik konnten die beiden Redner nochweisen, datz trotz der erheblich vermindert«, velegschosten dt« Zahl der An- glgckssälle im Bergbau von 1926 bl» 1922 um nicht weniger«1» 17 OOO gestiegen ist. Mit vollem Recht machten sie da» Antreiber- system der Reeierpromien dafür verantwortlich und forderten Aus- bau der Sicherheitsmaßnahmen, Vermehrung der Bergrevierinspek- toten und der Grubenkontrolleure. Trotzdem hatte der Vertreter der Interessen der Bergherren, der Syndikus und volksparteilich«?lbg. Pinkernetl die Stirn zu behaupten, datz nach seiner Ansicht im Landtag viel zu viel über Bergarbeiters ragen gesprochen wird. Die beste Unterlage für di« Forderungen der Bergarbeiter gab die Red« des Handelsminlster, Dr. Schreiber, der In einem all gemeinen Ueberblick über di« Entwicklung des Kohlenbergbaues ein« Zunahme der Förderung in allen Bezirken feststellte. Im Ruhr- revier ist zum«rstenmol di« yriedenssörderung überschritten worden und bei der Braunkohl« wird flch die Friedenssörderung sogar ver» doppeln, wenn die Förderung der letzten Monate aufrechterhasten werden kann. Damit ist natürlich auch der Schichtförderung s a n t e i t auf den Kopf de» Arbeiter» gestiegen. Und das trotz der Verminderung der Detegschastenl Der Minister äußerte sich sodann noch über die Frag« der Gasfernversorgung und oersucht« dabei die Bedenken ein- zelner Kommunen zu zerstreuen, die in diesem Projekt eine teilweise Ausgab« ihrer Selbständigkeit sehen. Vorher überwies das Haus noch den von der Staatsregierung vorgelegten Vertrag zwischen Preutzen und den süddeutschen Staaten über Regelung der Lotterieverhäkinlsse an den Hauptftuzschuß. Di« nächste Sitzung findet am Dienstag, dem Ü. Mörz, statt. Tagesordnung: Abstimmung zum Iustizetat, zweite Lesung des Handels, und Gewerbeetats. Oer Panzerkreuzer wird gebaut! Alle Streichungsaaträge zum Klotteaetat abgelehnt.- Oos Verschleierungssystem soll bleiben. Die Spezialdebalt« des Mari nee tat«, die in der Montag- sitzung des Ausschusie» für den Rcichshou-halt begonnen»ob z» End« geführt wurde, zeigte tn«tndeutigster Weis«, daß den früheren Koalitionsparteien auch all« von der Marineieitung angeforderten Summen genau so.heilig und unantastbar" erscheinen, wie dos bei den Heereabewilligungen der Fall gewesen ist. Ohne irgend- einen liitterschied zu machen wurden alle Streichung»- antrage der sozialdemokratischen Fraktion, bi« bei den fortdauernden Ausgaben 12, dei den einmaligen Aasgaben 28,6 Millionen ausmachen, rundweg abgelehnt. Datz damit auch die erst« Rat« für den Bau des Panzer- kreuzers genehmigt und durch diese Genehmigung bei der jetzigen, so überaus gespannten Finanzlag« eine weiter« Ausgabe von 360 bi«<00 Millionen Mark für die nächsten Jahre festgelegt wurde, war nach der Debatte und der Haltung des Zenlnims nicht zweifelhast. Den Streichungsanträgen der anderen Opposiiionsparteien erging e» nicht besser. Und nicht nur das. Während bei allen anderen Einzelhaiishalten das Streben der Sozialdemokratie, den Etat auch sormell klarer und übersichtlicher zu gestalten, von den bürgerlichen Partelen weniasten« teilweise unterstützt, und manche von den erbetenen Crmächtioungen gestrichen wurden. sehnte man beim Marinetat alle dteebezüolich«,, iozialdemokeatischen Amräge, gleicksalle ohne jede EInt-tvrosung. ab. Der Marine- «tat. bisher sckon der undurchsi�ftgste oller Einzeietal». soll qlso auch im nächsten Jahne so unübersichtlich und unklar bleiben. Beim Kovirel Hqyitötswesen brachie° in d-r Debatte Genoste Dr. Mo s«? den unoebeueren Unterschied in den Kosten des Sanjiätrwesen« bei der Polizei und bei der Rcichswedr.zur Svrarbe. Die Kosten beirogen bei der Polizei iL. bei der Reichs- wehr 6< Millionen. Auf den Kopf komm-n bei der Polizei 17,80 Mark, bei der Reichswehr 6<.lv Mark! vnbei gibt es bei der Poli>ei kein« Zwilärzt» zur Pert-e»'ng. während beim Heer und der Marine noch«iwa<00 000 M. für Vertretungen bezohit werden, trotzdem beim Heer schon auf die Hälfte der Personen ein Aru entstilli. Das.Kapitel W e r f I e n gab den Genossen Hünlich und Biedermann Anlaß, Lischwerden darüber rorzubringt»,. datz die Werftleitungen, insbesondere die von Wilhelmshaven. in ihrem Verhalten den Arbeitern gegenüber sich gewandelt haben und häufig tn schroffster Form tzegen die Arbeiter vorgeh«. Da» könne und würbe zu nichts Gutem führ«. Die Beschwerden unserer Genossen wurden von dem Zentrumsabgeord- neten Erling als durchaus berechtigt anerkanNr. Ja, selbst der Volksparteiler, der frühere Ädmiral BrllNinghaus» sah sich gezwungen, zu ertiäven, datz auch ihm zahlreiche Klagen zu- gegangen feien. Wie bisher stet», steh es dir Marineleitung an schönen Ber- sprechungen nicht fehlen, und Admiral Zenker erklärte, datz er das beste Einvernehmen nüt den Arbeitern wünsche und den vorgebrachten Beschwerden nachgehen werde. Koaliiioussreiheii den Bankangestellien! llnqesehliche Beschränkungen der BanNeitungeu.- Eine sozialdemokratische Interpellation. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion Hot folgende Imerpellaiion im Reichstag eingebracht: „Auf Veranlassung des Reichsvcrbande» der Bonkleitungen verbieten die Banken in Berlin und im Reiche ihren An- gestellten, die Zeitung des„Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bankangestellten� im Betrieb« zu verbreiten. Zuwiderhandelnde Angestellte werden mit fristloser E n t- la s s u n g bedroht, obwohl§ 3 des Reichstorisvertroge» für das deutsche Bonkgewerbe die Verteilung der regelmohig er- scheinenden Zeitungen der vertragschlietzeiwen Bankangestelllen- Organisationen auch während der Arbeitszeit gestattet. Was gedenkt die Reichsrcgierung zu tu«: um auch den Bant- angestellten das Recht der Meinungsfreiheit und das Recht der Vereinigungsfreiheit g«mätz Artikel 118 und ISO der Reichsverfosiung zu gewährleisten? Ist di« Reichsregierung bereit, die Bonkleitungen zur Be- folgung der Tarifgesetzgebung anzuhalten? Beabsichtigt di« Reichsregierung gesetzgeberisch« Maß- Nahmen vorzubereiten, um da» durch di« Reichsversassung ge> «ährleistet« Recht der Geroerklchaften zur Erfüllung ihrer Arn- gaben, durch erhöhten Kündigungsschutz für ihre Vertrauensleute zu sichern?' «ewlonauswä b. Klosi« 30. Preutzisch-Ltiddeuische Klasten-Solterie. tihee Gewähr Nachdruck verboten l Auf jede g«»«g«n« Nummer sind zwei gleich hob« Gewinn« ge lallen, und zwar se einer aus die Lei« gleich« Rummer tn den beiden Ableiwuge» I und U 22. Ziehungstag 3. Mörz 1928 8n der Nachmilwgszlehung wurden Gewinn« über ISO iL!, gezogen A a-tarnn« ,1 11)000 QU 1 10034 212428 2»«Ion« iii 6000«. I.«931 4 S«w>n»- js 3000-Bl. 100318 263009 1ö.» 2000«B. 27562 103463 186902 190787 202600 918023 262024 367052 24»«mniiciii tOinttt. 18176 16554 68396 63387 67392 91917 <07560 129956 210625 274157 347676 337312 90 amlnu|u 600 Sil 674 2255 91407 40228 45120 45818 52444 65371 68563 69B73 73886 75860 78887 85058 91472 81656 116390 119694 129836 139410 145363 150530 158632 165172 167327 177438 178586 1 95506 204288 214183 224613 227060 228616 248472 253237 268808 269603 284558 327677 338186 347002 350604 351519 362349 864059 194»«»litat in 300 M. 3534 4966 15019 16810 23618 24829 26804 28949 28043 28711 33040 33021 45905 59j8B 66780 92530 101961 103226 105316 106835 123800 125387 125982 126680 129120130091 131297 13203? 134089 144911 152528 166418 166722 1656' 4 168227 172910 174868 166718 193757 193812 1 93922 195472 200082 200502 202665 2045Z8 204584 2 1 1 868 2 1 1 99 232305 236 1 78 242060 242555 2464 1 261688 261808 207375 270571 274014_.... 29491? 300065 302874 309479 312001 313738 314618 3> 6899 3> 7302 330812 338543 338744 339022 840054 343477 343841 347336 348740 348870 357600 363705 886536 969293 37069) 373362 374453 23 Ziedvngstog S. Mörz 1923 L» der BormtUagiziedung wurden Gewinn« über ISO M gezogen 2 emnn« ,» 35000 W. 83906 4 Stamm» in 10000®. 84897 288268 10•rnrnn* n 3000«i. 244686 261.952 297408 312134 364699 10«-sinn» in 2090 TO. 43087 65358 131762 196151 215199 32®rtnn.» in 1000 Ol 9384 69127 60720«4049 103227 119074 126308 161871 164381 161075 253758 26916? 813357 326810 38382» 74«uniniM m 500 W. 8420 9301 13106 30194 49761 70651 84323 98300 106167 112494 113481 120687 I <39766 142050 154443 163737 170463 201083 203022 266737 283363 285772 306300 807402 312814 313273 864067 37�499 374756 242««»um. in 300 M. 1205 3536 8242 14195> 4834 IS687 15816 »2>85 22611 27050 3273« 33202 37144 37882 39131 43674 43643 60657 63907 73997 77580 78406 81673 82064 87622 90101 03141 »3341 97978 105871 106430 108607 1 09078 114904 116351 120885 128234 128961 134323 135250 138327 138682 139019 143033 143469 148644 157654 158425 166140 185585 169809 169830 100218182135 18534« 165776 193646 194072 201360 206093 207774 207393 200667 " j 124 39 216209 216020 2 UU 45 223632 226970 231487 233222 236759 237829 239379 246031 25,5417 255668262244 265457 276904 285322 23819« 237S28 290416 204793 _____________ 301660 302543 306713 313577 315735 317378 322890 323941 324758 325781 326961 328408 331318 339744 341314 344770 347060 347637 360946 353839 305607 356770 367232 357634 362320 366453 36954« 372103 372350 Im Gewinnrode verblieben:» Prämien zu je KOlXlM M., 8 Gewinne zu je ftUOUU) M., L Eewinre zu je 7IV«*i 9J(, 4 Gewinn» zu je Z51J0U M., 20 Gewinne zu je liMKi M,« Gewinn« zu je öimo M.. tüt Gewinne zu IbU Gewinne zu>« Lt>t1 M., 430 Gewinne zu>e 100U M., lllt! Gelvmne zu)« 000 IUI..«Jüü Gewinn» zu j»«UU M. 61747 63394 3674 I 33456 05066 230983 18539 337819 Okasa für Männer! CTnfth OeOeimr&t Dr. aaM. I�inUin'.) 02«»» Ist Jas ti-iiieiiUobA hör h wer II«« Sexuol-Kr&Itl. »nngumluw b-M eorMJtiL'*« Sohwaoho. BmbtzmlU»! «iht e« ftlcM! UocJilnterefsn.nl« Broschllro mit Utelloh ein- uehcn-lrn notnrlf 11 heg'miblfttcti gerMeiu(riimahlfth Anerkr.ftnbli?en tlbrrearrnI>ne|iot n. i-lletnitrci- Vcrt-nnd»Ur Oentnch- lana: Rndlnner's Rronen-Arotheke, BcrUn TV.». Fried rlchstr. l«Ö. Wer mlMIrauiteh Terlaeg« ■ Probe-Pachuns unisonst» 1'« itäe« BrcS'.httrentiesieiliifi j haittnlof In tef« h!«»». liÄppHIpn?? dSNsxck«. PTA�bep�A-.K no* äui sctiriltUeb« Preuße« im Kerugasfireit. Zur Ziede des preußischen HaudelSmiuisterS. Dou A. Haas, Dl. d. Q Bei der Beratung der Bergetats sprach der Minister Dr. Schrei. der auch für die Gasfernoersorgungspläne der A.4S. für Sahle- o« Wertung. Er betont«, daß von den Dechen, die dem Kohlesyndikat angeschlossen seien. 90 Praz. der ZL-O. für Kohleoerwertung an gehörten und davon lv Praz. dem Staate. Noch seiner Meinung mußten nicht nur die Ruhrzechen, sondern oll« Kohiengebtete angeschlossen werden. Voraussetzung wäre weiter, daß die Fern- gasversorgung ebenso zuverlässig und vorteilhaft für den Verbraucher wäre. Auf die Billigkeit des Gospreises legte er den größten Wert. Trotz Zuruf ging er nicht auf die großen Gefahren eines privatwonopols ein, sondern glaubte das damit abtun zu können, daß er sagte, die Kohlenwirtschast ist die am stärksten gebundene Wirtschaft. Er ver. glich dann noch die Kali- und Stickstoffsyndikate mit der Monopol- stellung der Post und Eisenbahn. Diese Ausführungen zeigen, daß der-Herr Minister Schreiber die Machtstellung«ner privaten Gasmonopolgesellfchaft sehr unterschätzt. Wohl ist es richtig, daß die Kohlenwirtschast gebunden ist. aber leider trifft dieses nur für di« Kohle zu und nicht für die Nebenprodukte der Kohle. Noch der Entwicklung der letzten Jahre ist anzunehmen, daß in nicht allzu ferner Zeil die Nebenprodukte wie Koks, Ammoniak, Benzin. Benzol, Oels und Gas für unser Wirtschaftsleben von größerer Bedeutung als die Kohle sind, chinzu kommt aber auch, daß noch dem H 49 der Kohlewirt- schaftsgesetzes der Kohlenwirtschastsrat auch für die Kohle nicht allzu viel zu sagen hat. Es heißt nämlich dort, daß er das Recht Hot: �allgemeine Richllinien für die Brennftoffwirtschoft zu geben, insbesondere zur Ausschaltung unwirtschaftlichen Wettbewerbes und zum Schutze der Berbraucher�. Der Vergleich des chcrrn Ministers mit Post und Eisenbahn aus der einen Seite und auf der anderen Kali und Stickstoff hinkt vollständig. Man kann unmöglich ein Produktionsmonopol ohne weiteres mit einem Verkehrs- und Orgonisotionsmonopol vergleichsn. Die heutige Monopolwirtschaft darf kein Staatsmann unter- schätzen. Ueberall, wo wir hinsehen, sehen wir, daß die Macht- stellung der Wirtschast— vereinigt in den großen Trusts— eine Gefahr für di« Allgemeinheit wird Nicht der Gaspreis ist ausschlaggebend, der noch da, zu von vielen Gassachmännern als zu hoch bezeichnet wird, sondern die Machtstellung, di« man durch dreißigjährige Verträge einer Handvoll Privatkapitalisten in di« Hände gibt. Erhalten die Herrschasten ein Gasmonopol, so haben sie damit auch das K o k s m o n o p o l, denn der einzige Konkurrent, das Gaskoks, wird dann nicht mehr produziert. Hinzu kommt aber auch die Herrschaft über Ammoniak und Oele. Auf dem Preußischen Städtetog 19 2S i n Köln wurde über die Monopolbetrieb« eingehend gesprochen. Drei Entschließun. gen lagen vor, eine sozialdemokratische, eine kommunistische und ein« von allen Bürgerlichen — Demokraten, Zentrum, Deutschnationale, Dolksportei und Wirf. schasispartei— unierschriebenc. Diese letztere Entschließung, die angenommen wurde, sagt in ihrem entscheidenden Teil«: .Die der Versorgung der Bevölkerung mit Wasser, Gas und Elektrizität dienenden Betriebe gehören, ebenso wie die Verkehrsbetriebe in die öffentlichc Hand, und zwar in erster Linie in die Hand der Gemeinden.* Als der Vorsitzende diese Entschließung verlas, wurde nach dem Protokoll aus den Kreisen des Zentrums gerufen:.Grund- fätzlichl* In der Debatte zum Bergetat sagte der deutschnativual« Abcgordnete von Gersdorss zu der Gossrage:.Wir wollen keine Sozialisierung, aber auch keine Monopolisierung.* Von Gersdorff dachte sicher an die Interessen der mitteldeutschen Braunkohle, die in ihrer Schrift gegen die A.-G. für Sohle- Verwertung sagt „Daß eine solche Monopolstellung zu Unbequemlich- k e i te n führen könnte, deren Folgen stch im ganzen Reich störend bemerkbar machen würden, ist leicht einzusehen. Erhöhte Kohlen- preise werden erhöhte Gas-, Teer- und Kokspreise mit sich bringen. um so mehr, als gemäß K o h l e n k l a u s e l in den Ferngasliese- runasoerträgen der Kohlenprcis die Grundlage für den Gaspreis werden soll. Bisher wirkten auf die Preis« sür Gas, Koks, Teer und Ben.zol die in den Einzclpaswerken erzeugten Produkte reg»- lierend und ausgleichend ein. Diese Mengen betrogen bei 2,7 Milliarden Kubikmeter Gaserzeugung im Jahre ungefähr ihrem Werte nach 289 Millionen Mark.* Noch stärker nimmt der Magistrat von Frankfurt a. W. gegen die Kohleoerwertungsgefellschost Stellung. In dieser Denk- schrist wird den Preisberechnungen der Kohleoerwertung stark zu Leibe gerückt, serner dem Schlagwort„Kohlensortenproblem* und der Behauptung, daß der Gaskoks kein« Absatzmöglichkeiten mehr hätte. Eine Ueberstürzung einzelner Städte in dieser Frage kann für sie selbst und für die Allgemeinheit von ollergrößtem Schaden sein. Noch steht nicht fest, was volkswirtschaftlich dos Vorteilljasterc ist. Auffallend ist, daß die Stadt Hannover neuerdings als erste große deutsche Stadt mit der Kohleoerwertung einen Vertrag auf 39 Jahre abgeschlossen hat zu einem Gaspreis, der bei der Wichtig- keit. die die Stadt Hannover in dem Programm der Kohleverwertung bildet, durchaus nicht gering ist..Hannover, die Stadt, in der im Jahre 1826 das erste Gaswerk von der englischen.Gesellschaft Im- perial-Contin«ntal-Gas-Assozialion* erbaut wurde, will nunmehr wieder zurück zur Privatwirtschaft. Di« kommunalen Gasfachmänner schlagen Bezirksgas- werke in kommunaler Hand vor. Nach ihren Berechnungen sollen diese in der Lage sein, ein besseres und ebenso billiges Gas zu liefern und der Volkswirtschaft mindestens ebenso zu dienen, wie die Kohlenbarone mtt der Gossernversorgung. Es muß Ausgabe des Staates sein, sich in dieses große Durch- einander einzuschalten, um so das Schlimmste für die Allgemeinheit zu verhüten. Nach meinem Dafürhalten kann«as am besten durch eine Aenderung des bestehenden Wegerechtes geschehen. Es msißte Aufgab« des sterbenden Landtages sein, diese Frage noch zu regeln Bukt« fror« und teurer. Di«»utterpreis« find rmeder im Klettern. Man merkt es zum Teil auch schon im Einzelhandel. Jedenfalls ist m Kopenhagen der Butterpreis für 199 Kilo ab t März statt um die erwarteten 6 bis 8 um 15 Kronen ge- stiegen, und für die kommende Woche wird eine wettere Steige« rung auf der Kopenhagener Butterbörse erwartet. Auch in Hamburg ging am 1. März der Zentnerpreis um 5 Mark hinaus, in Berlin trat zum 1. März ein« Verteuerung um 4 Mark, zum 3. März«ine wettere Beste u« rung um S bzw. 3 Mark tat. Das Verbrechen der Aussperrung. Allein die Auffichisräte �verdienen" das Dielfache der verlangten Lohnerhöhungen. Die Aussperrungen in der Berliner WetaMndustri« wegen der Forderungen der Werkzeugmacher sind Wirklichkeit geworden. Der Verband Berliner Metallindustriellen hat mitgeteilt, daß Siemens u. Halske, Siemens-Schuckert, Bergmann, Mix u. Genest bereits am Sonnabend ihr« Betriebe schließen werden. Die Lorenz-A.-G. hat am Montag abend die Betrieb« geschlossen, die Deutschen Tele- phonwerke sollen heute abend stillegen, wenn es zu keiner Eini- gung kommt. Mindestens 55 000 Arbeit« werden in diesen Betriebea aus di« Straße geseht, weil 935 Arbeit« eine Lohverhühuag fordern und der lächerlich geringe Betrag nicht bewilligt werden soll. Zu diesen 55999 Arbeitern, die entlassen sind, kommt die Bedra- hung von mindestens 21 999 Angestellten, deren Arbeit kaum so gestreckt werden kann, daß sie nicht auch zum größten Teil entlassen würden. Danrft nicht genug. Der Verband Berliner Metollindustrieller bat erst eine Batterie seines schweren Geschützes auffahre» fassen. Sfillgelegt sind erst diejenigen Betriebe, in denen etwa ein Viertel der kämpfenden Werkzeugmacher tätig ist. Mtt Sicherheit ist zu erwarten, da an der Hartnäckigkeit der Siemens und Borsig nicht zu zweifeln ist. daß im Laufe der Woche die meisten anderen Groß- betriebe folgen werden, und man denke nur an die großen Beleg- schoften der AEG., der B o r s i g- W e r k e, der Osram- Werke, von P i n t f ch, der Nationalen Automobil- Gesellschaft, Ludwig Loewe, Bamag, Karl Flohr, Knorr-Bremse. Schwartzkopsf, Orenstein u. Kop- pel, Ehrich u. Groetz, Frist er u. Raßmann usw. usw.. um zu ermessen, welches verbrecherische Spiel vom Verband Der- lmer Mctallindustrieller mit dem arbeitenden Volk von Bertin ge- trieben wird, von dem allein rund 259 999 Familienväter in den Betrieben des Verbandes beschäftigt sind. Der Betrag der Lohnerhöhung ist lächerlich genug. Wir haben am Sonntag schon mitgeteilt, daß für di« insgesamt 4999 Werkzeugmacher für das ganze Jahr«ine Lohnerhöhung von etwa I3l> Millionen Mark in Frage kommt. In der ge- samten Berliner Metall- und Elektro-Industrie ist es in den letzten Jahren mtt Riesenschritten bergauf gegangen. Genosse Hei- nig hat im Reichstag mit Recht darauf hingewiesen, daß im Siemene-Kon.zern die Lohnsiunmen trotz der gewaltigen Ausdeh- nung der Produktton sich kaum verändert haben, während gleich- zeitig der Umsatz in den Jahren 1926/27 sich fast verdoppelt hat. Ausgewiesene Tantieme bei Siemens u. Holste für 12 Aufsichtsräte........ 414 999 Mt. 648 Werkzeugmacher würden im ganzen Jahr nur erhalten etwa......... 239999, Würden die bei Siemens u. Halske beschäftigten 648 Werk- zeugmach« ein« durchschnittliche Lohnerhöhung von 15 Pf. pro Stunde»halte», so hätte die Siemens-rn-Halske-Gefellschaft für die gesamte Lohnerhöhung in einem ganzen Jahre noch nicht 60 Proz. je»« Summe Zv zahlen, die die 12 Auf. sichtsräte der Gefells Hast für ihre»Arbeit*«halten. Aber auch bei den übrigen Werken, die ausgesperrt haben oder heute aussperren werden, ist es nicht anders. � Deutsche Telephon werke 1925 1S2S Ausgew. Reingewinn... 476 999 M. 599 999 M. Dividende....... 6 Proz. 6 Proz. Mafchinenwsrt...... 910 999 M. 871 999 M. Steuern........ 576999„ 532009„ Ausgewiesene Tantieme des Aufsichtsrats...... 16 000„ 16 000„ Lohnerhöhung für 47 Werkzeugmacher jährlich ca.... 16 900» 16900» Alst u. Genest Ausgew. Reingewinn.>. 696 999» Dividende....... 8 Proz. Mafchinenwert...... Eine Mark Ausgewiesene Tantieme des Aufsichtsrats...... 30 000 M. Lahnerhöhungfür 45 Werkzeugmacher jährlich ca.... 16 200» 675999» 9 Proz. Sine luart 31600 M» 16 200. Wie die vorstehende Ausstellung zeigt, haben die Deutsche« Telephonwerke bei gleicher Dividende in den keineswegs günstigen Jahren 1925 und 1926 bei steigenden Gewinnen und gleicher Dividende weniger Steuern gezeljlt. und sie haben chre» Mafchinenwert, der nicht unbeträchtlich erweitert wurde, stark abgeschrieben. Die gesamte Lohnerhöhung für die 47 Werk« zeugmacher würde noch nicht 17 999 Mark betragen und dainil nur um ein Geringes mehr als die aus den Gewinnen an die Aussichts- rate abgeführte Tantieme. Bei Mix u. Gen« st sind nicht nur di« Gewinne erhöht und die Dividenden gesteigert, der in die Millionen gehende Mafchinenwert ist vollständig abgeschrie» den. Die Lohnerhöhung, die an die 45 Werkzeugmacher im ganzen Jahre zu zahlen wäre, beträgt nur ein ganz geringes mehr o l s die halbe an die Aufsichtsratsmitglieder offiziell ausgeschüttete Tantieme. Bergmann Eleklr. werte 1924 1925 1926 gn Millioneu Mary Reingewinn..... 2,27 2,60 3,16 Dividende...... 5 Proz. 6 Proz. 8 Proz. Mafchinenwert.... 2,75 2,50 2,25 Steuern...... 2,37 2,75 2,32 Bei den B« rgma nn-Eiektrizitäts werken ist in den Bilanzen die an den Aufsichtsrat gezahlte Tantieme nicht mitgeteilt werden. Sicher ergibt sich auch hier kein anderes Bild für das Perhältnis der Lohnerhöhung zum»Verdienst* der Aussichtsräte. Aber auch Bergmann hat bis Ende 1926, und das in den schwierigen Um» stcllungsjahren, seine Dividende von 5 ans 8 Proz. erhöht, de« Maschinenwert, trotz erheblicher Vergrößerung der Waschine» bestände, von 2,75 auf 2L5 Millionen abgeschrieben. Di« Steuerleiftung ging von 2»37 aus 2,32 Millionen Mark zurück. Die C. Lorenz-A.-G. hat im Jahre 1925 8 Proz.. im schlechteren Jahre 1926 6 Proz. verteilt. Das Jahr 1927 brachte«ne reiche Beschäftigung und bringt sicher wieder eine»höhte Dividende. Nach den Erfahrungen im Siemens- Konzern und bei der AEG. sind auch für die übrigen Gesellschaften bedeutend»höhfe Gewinne zu»warten. So Handell bar Verband Berliner W stallmdu ftriekl» o»ant- wormngslos, und er spielt mit dem arbeitenden Volk von Berlin ein übermütiges Spiel. Wenn irgendwo ernsthaft geprüft wird, od Lohnerhöhungen volkswirtschaftlich zweckmäßig und tragbar sind, dann bei den Gewerkschaften. Das habe« die Jahre d« Rationalisierung bemiesen. Worauf es dem Verband d» Ber- liner Metallindustriellen und seinen Lettern aber ankommt, das ist die rücksichtslose Konjunkturausnützimg gegen ihre Arbeiter,«ine Kapitalbildung, die alle Wertserwetterungen aus Gewinnen bezahlen will, statt aus Anleihen, und. vor allem das Ziel, durch die Verhinderung von. Tarifverträgen beirden Berlin» Metall- arbeit»» die gewerkschaftliche Organisation zu schädigen und noch Kräften.zu zersplittern. Einem d»artigen Verhallen ßebührt keine Sympathie, und es wird sich zeigen, daß di« ö f f e n t-. liche Meinung in Deutschland s i ch gegen den Ver- band Lerliner Metallindustrieller wenden muß, well er voikswirt- fchastliche Gejamtt itteressen in übermütiger und oerantwortungs- los» Weise bewußt schädigt. Diesengewiune der Großfchiffahrt. Äeim Lloyd und bei der Hapag- 20 Mill. Sividevde. D» Aufsichtsrot des Norddeutschen Lloyd in Bremen hat beschlossen, die Dividende von 1927 von 6 auf 8 ProZ? zu er- höhen. Di« Aufsichtsratssitzung der Hamburg-Amerika- Linie sHapag) in Hamburg hat noch nicht stattgefunden, doch soll diese Gesellschaft nach Vereinbarung mit dem Norddeutschen Lloyd gleichfalls chre Dividende von 6 auf 8 Proz. heraufsetzen. Dies« Be- schlüsie sind von besonderer Bedeutung, weil der Norddeutsche Lloyd in diesem Jahre 125 statt 65 Millionen Mark und die Hapag 139 statt 75 Millionen Mark Aktienkapital zu verzinsen hat. Diese beiden größten Schisfahrtsgesellschasten in Deutschland hoben also im vergangenen Jahre so gut verdient, daß sie zusammen über zwanzig Millionen Mark Dividenden gegen 9,5 Millionen Mark im Vorjahre an ihre Aktionäre zahlen können. Dazu kommt noch, daß beide Gesellschaften alljährlich sehr hohe Ge- winnrückstellungen und Abschreibungen von dem Iahresertrag ab- setzen, deren Zifseru für 1927 allerdings noch nicht bekannt sind. Da den Großreedereien außerdem noch Millionenwerte aus der Frei- gäbe in Amerika zufließen, werden die Herren diesmal wohl zu- frieden sein. Linter der Knute Schachts. Wie die Zwaagswirtfchast des städtischen KapitalbedarsS Anlechen verteuert. Seit fast sechs Monaten stehen die deutschen Städte unter einer unerhörten bis heute noch in nichts gemilderten Zwangs- bewirtschaftung chres Kapttalbedarfs, die sich nachgerade zu einer Gefahr für die ganze deutsche Kreditwirtschaft auswächst. Jetzt kündigt eine Amsterdam» Bank für den 6. März die Auslegung von 2 Million« i� Zertifikaten über Galdschuldoerschreibungen der Stadt Karlsruhe an, die mit d�m für öffentliche Ausländsanleihen bish» nach nicht dagewesenen Zinssatz von 8 Proz. belastet ist und außerdem noch zum Kurs« von 98% Proz. angeboten wird. Es liegt auf der Hand, daß derartige Forderungen niemals »füllt zu werden brauchten, wenn die ausländischen Banken nicht von der durch Schacht über die Städte oerhängttn Ausland- sperr« profitteren könnten und so zum Schaden d» deutschen Gesamt- Wirtschaft die über di« Städte oerhängte Zwangswirtschaft zu einer besonderen Gewinnquell« d» ausländischen Banken würde. Man scheint sich in Deutschland noch nicht darüber klar zu sein, daß man auch im Ausland üb» d»artige Folgen der Schochtschen Politik den Kopf schütteln muß und vor allem, daß man im Ausland nicht begreifen wird, daß deutsche Banken sich bei dar Veschassuag der Geld» als Vernmtt» betätige«, ich« gegen die Politik von Herrn Schacht und sein» Beratungsstelle in all» Oeffenllichkett Protest zu erheben. Schon einmal hat Herr Schacht mtt falschen Zahlen über die Verschuldung der deutschen Städte den deutschen Kredit im Aus- land gefährdet. Es würde uns nicht wundern,— es geschähe den immer rnrr gehorsam kuschenden deutschen Privatbanken aber auch nur rellft— wenn demnächst auch das Ansehen der deutschen Privatbanken im Ausland infolg« ihrer Gefügigkeit ernsthast leiden würde. Ein Gegenstück: wir grafulieren, Herr Schacht! Die Gelsenkirchener Bergwerks A.-G. hat m New Jork ein« An-• leihe über 15 Millionen Dollar(63 Millionen Mark) zum Ausbau d» Zeche»Monopol* endgültig abgeschlossen: Zinssuß 6 Proz., Ausgabe- kurs 97 Proz. Wir stellen die Bedingungen in der ö s f e u t.l i ch e n Karlsruher und der privaten Ruhranleihe einand» gegenüber: Stadt Karlsruhe... Zinssatz 6 proz. Sur« SS', Proz. «elf. Sergw Ag.... 6»»97 Herr Dr. Schacht, wir gratulieren! Sie haben geschafsf, worüber sich seinerzeit in Leuna die Industrieherren beschwerten. Der öffentliche Auslandskredit ist jetzt nicht mehr billiger, sondern teurer als der private. Rur jo weiter! Die Hetze gegen die prroßenkasfe hört nicht aus. Im Preußische» Landtag war die Behauptung eines dcutschnationalen Ab- geordneten zu beantworten, die Preußische Zentralgenossenschaftskasse habe Zwangsmaßnahmen gefordert gegenüber Landwirten, die ihre Kredite nicht an die Genossenschaft zurückzahlen können. Aus der Antwort des preußischen Finanzministers»gibt sich, daß auch das wieder ein Landbundschwindel war. Die Preußenkass« hat derartige Zwangsmaßnahmen nicht nerlangt. Im Gegenteil jei sie bemüht gewesen, der Landwirtschaft in den Rotstandsgebieten alle nur möglichen Erleichterungen zu gewähren. Auf der anderen Seite seien praktisch in den Fällen, m denen Landwirte zahlen tönnen, aber aus schlechtem Willen nicht zahlen wollen, Zwangsmaßnahmen nicht.zu vermeiden. Ihre Durchführung erfolge aber ohne Einflußnahme d» Preußenkasi«, da die Kredilgenosienschasten, deren Mitglieder für Ausfälle haften. dos Risiko für di« Nichterfüllung von Derpslichtungen zu tragen hätten.— Die Feststellung, daß vielfach gejzahtt w»den kann, daß man ab» nicht zahlen will, beweist, daß die Landbundhetz« immerhin einen Erfolg gehabt hat. fyfaeJ&JuuMz. �undJtir bleibtgesund! Nr. �- 4S. Jahrgang 2. Dienstag, 6. März �92S k!»Kndung«i> für diese Rubrik sind Berti» 6 S 68, Lindeustraße 3, parteinachrichien tW�für Groß-Berlin stet, au da» Bezirkisrtretartat i. Hos. 2 Tre». recht», j» richte». Mittwoch, 7, März. 19'� Uhr, is-EIternbeiräteversammIung. Voi r. Erscheinen unbedingt crsordei � im Lokal ssranz MlUler, orlrag des Genossen Rektor Richard Echrölcr. Erscheinen unbedingt erforderlich. rei» Friedri-t-hain. Mittwoch, 7. März, 19 Uhr� Vezirksoerlammlung im Ein- 3. Ärei» Wedding. Uferstr. 12, Kreis. SRich'■ 5. Krei„____„____..___.WWW_______ Rathaua, Stadtvcrordnetensltzungssaal, Eingang Spandauer Straße. laßkartcn 19 Uhr bei Fischer, Spondauer Straße. ?. Arci» tlharlottcnburg. Tonnerotag, 8. März, 29 Uhr, in der Aula des Städtischen Lnzeums, Berliner Str. 39(unweit Cauerstraße), Eltern- vertammlung der Freien Echulgemeinde. Bortrag:„Der kommende Mensch und seine Erziehung." Referent?r. med. Hans Graaz. Freie Aussprache. 11. tsrei» Schöueberg.Friedenau. Heute, Dienstag, 6. März, 29 Uhr, Sitzung der Zeitullaskommission in der Spedition Beiziger Str. 27. Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist Pflicht. 13. krei» Tenipelhos. Die karten für die Feier de, 18. März in der Aula des Gnmnasiums Mariendorf find außer bei allen Parteifunktionären in den konsumnerkaufestellen zu haben. Eintritt 1 M. Arbeitslose haben freien Eintritt. 18. krei» weihensee. Donnerstag, 8. März, 20 Uhr, bei Gallas kreis. iunktionärfitzung. Die Bezirksfllhrer werden gebeten, gehend vom Senossen Daeschner abzuholen. „Unser Weg" um- heute, Dienstag, ö. März: 89. Abt. Schiiaeberg. 20 Uhr bei Gütlich, Begasftr. 1, Funktionärsltzung. 136. Abt. Reinickendors-Ost. 19>h Uhr be, R.ochhons, Residenzstraße Ecke Schön- holzer Weg, Funktionärsitzung. Achtungl Der Borstand trifft sich eine Stunde srliher ebcndort. Morgen, Mittwoch. 7. März: 11. Abt. 1914 Uhr bei Bcrger, Levetzowstr. 21, FunktionLrfltzung. 12. Abt. Ig>4 Uhr bei Schmidt, Wiclefstr. 17, Funktionärsitzung. Eharlottenburg.»I. Abt. 20 Uhr bei Lehmann, Kvnigeweg 8, Funktionär, sitzung.— 54. Abt. 20 Uhr bei Easper, Tuerickeftr. 1, wichtige Funktionär. sitzung.—»8. Abt. 20 Uhr im Sitzungszimmer des Rankehause«, Ranke. slraße 4. vorn 4 Tr.. Funktionärsitzung. � 74. Ab«. Zehlendors. Idsh Uhr bei Mickle». Potsdamer Str. 26, wichtige Funk. tionärsitzung." 73. Abt. Wanase«. 20 Uhr im Lokal Reichsadler,»önigstraße, Mitglieder. Versammlung. Vortrag:„Der Zusammenbruch des Bürgerblock» und die bevorstehenden Wahlen." Referent Genosse Erich Fraenkel. Alle Mit» gliedcr werden um bestimmtes Erscheinen gebeten. Sympathisierende und ,.Borwärts".Lcser sind besonders eingeladen. 82. Abt. Steglitz. 19',; Uhr bei Schulz, Berostr. 9«, Funktionärsitzung. Achtung! Die Vorstandsmitglieder werden gebeten, pünktlich um 19 Uhr ebcndort zu erscheinen. 84. Abt. Lankwitz. Pünktlich 20 Uhr bei Lehmann,«aiser-Wilhelm-Str. 29/31. K. Funktionärsitzung. Erscheinen ist Pflicht. »bt. R-ulijll». 20 Uhr bei Wolfs. Saiser-Friedrich. Ecke Roseagerstraße. Funktionärsttzung. kein Funktionär darf fehlen. Am Erscheinen vcr- hinderte BezirksHlhrer müssen unbedingt für geeignete Bertrctung sorgen. Auch die Vertreter der TAI. müssen erscheinen. 19g. Abt. Köpenick. Achtungl Die Funktionärsttzung findet nicht am Mittwoch. sondern erst am Freitag, 9. März, 19>4 Uhr, bei Etippekohl. Echönerlinder 19«. Att��Frtedrichiihase». 29 Uhr im Lokal Scholz, Friedrichstr. 81, Mit. gliederversammlung. Bortrag:„Di, Aufgaben de» neuen Reichstags." Re. s-rent Hans Bogel, M. d. R. Die Berfammlung wird pünktlich eräffnet. Gäste willkommen. Frauenveraastattungen. 11. Krei» Schö»«berg. Dienotag. 8. März, 19/4 Uhr, Fortsetzung de- Kursus „Einführung in die Debankenwelt de» Sozialismus" bei Dähn, Schone- Hera, Mühscnstr. 9. Referentin E-nossm Minna Todenhagen. Um zahl. >«ra, Mühlenstr. 9. Referentin wen« reich« Beteiligung wird gebeten._... 30. Krei,«el-Ickeaboe«. Dienstag, 8. März, 20 Uhr. Funktionärinne», konferenz in Reinickenborf-Oft. Haupistraße, Rathaus, gimmer 17. Vortrag der Genossin Mathilde Wurm über„Die Stellung der Frau zu den r-mmende» Wahlen". Pflicht aller Funttionärinnen ist es, pünktlich ,u l«.,"!?»-»"«'. Mt. Mittwsch. 7. März. 29 Uhr. im Bortrogsf-al der Städii. schen va-weri«, Stralauer Str. 57/38, Ecke Reue Fricdridjftraße. Vortrag übet:„Fweckmähige Sasverwcndung im Haushalt. Alle Genossinnen werden gebeten, pünktlich z» erscheinen. I4./95. Abt. ReulSI». Alle interessierten Genassinnen treffen sich heute. Dien«. tag, 6. März. 13% Uhr, vor dem Eingang des Gesundheitsamte» Kreuz- berg, Urbanstr. 19/tl, zur Besichtigung desselde». Rege Beteiligung wird gewünscht. 136. Abt. Reinickendorf-Oft. Donnerstag, 8. März, 20 Uhr pünktlich,!« Jugendheim Lindowstraße Funktionärinnensitzung. Wichtige Tagesordnung. Alle Helferinnen müssen anwesend sein. Bezirksausschuß für Arbellerwohlfahrt. 4. Krei» Prenzlauer Berg. Mittwoch, 7. März, Besichtigung de« Städtischen Waisenhauses Rummelsburg. Treffpunkt 14 Uhr l2 Uhr) pünktlich am Haupieingang des Waisenhauses. Lichicnbera, Hauptstr. 7.(Fahrverbin- dung: Stadt, und Ringbahn bis Stralau, Rummelsburg oder Rummels. bürg. Straßenbabn 76 und Iis.) Alle Genossinnen und Genossen sind berzlich eingeladen. 4. Krei», 31. Abt. Sämtliche Helfer/innen) werden gebeten, an der Be. sprechung Dienstag, 6. März, 19>4 Uhr, im Zimmer 314, Danziger Straß« 62, teilzunehmen. Bildungsausschuß der G.p.O. Grvß- Berlin 4. Kreis Prenzlauer Berg Sonntag, den 44. März 492S, 19l/a Uhr im Schwetzergarten am JrtedrichShain: „Wanderratten- Abend" Karten find bei allen Abteilungsleitkrinnen des 4. Kreises zu haben 5. Krei» Friedrichihai». Dienstag, 8. März, 1914 Uhr, in den Eomenius. fälen, Mcmeler Str. 67, Kreisveranstaltung der Arbeiterwohlfahrt. Bor» trags, und Ausspracheabend über..Aufgaben und Ziele der Arbeitrrwohl. fahrt". Referentin Genosssn Dr. L. Morgenstern. Alle Genossinnen und Genossen sind herzlich eingeladen. 14. krei, Renköll». Dienstag, 6. Dtärz, 29 Uhr pünktlich, im Zimmer 137 des Neuköllner Raihause», Echulungskursu». jjhemo;„Da» neue Gesetz zur Bekäinpfnuj) der Gcschlechisirankh-'-_-- Friedeberger. M der Gcschlcchisirankhciien." Referent Genosse Dr. med. Ireichr Beteiligung wird erwartct! Jungfozialisien. Gruppe Lichtenberg. Heute, Dienstag, 20 Uhr, sn der Bibliothek Weichsel- straße 28, Bortrag:„Arbeitersport." Referent Genosse Samache.— Gruppe Oberspree: Heute, Dieneiag, 20 Uhr, in der Schule Niederschonewcide, Berliner Ecke Hasselbcrger Straße, Vortrag:„Aufgaden der Kommunalpolitik." Referent Stadtrat Dittncr. Kindersreunde Oroß-Veriin. Krei» Tempelhof. Mittwoch, 7. März, 15 Uhr, Bolkstänze der Roten Falken. Im Jugendheim Tempelhof, Dermaniaftraße. Um 20 Uhr daselbst Helfersitzung. Sterbetafel der Groß> Berliner Partei- Organisation 29.«bt. Am Mittwoch, 7. Mär,, um 14 Uhr, findet die Einäscherung unseres verstorbenen Genosscn Bruno Liebestind im Krematorium Gl- richtftraßc statt. Wir bitten um rege Beteiligung. Ehre feinem Andenken. Sozialistische Arbeiterjugend Groß« Verlin Einsendungen für diese Ztubrst nur an da» ZagendsefreiartB, Dertln SD»8, Tinden straße 3 Mitgliederversammlungen heute Dienstag. S. März, 19� Uhr »«o Pa l»Ro Fallplatz ll- Eckt Pankstraße. W. bing-Rard: Jugendheim See. Zugendheim Sleimstr. 83.— Brunncnplatz: Schul» Wielen- Selundbrunneu: Zugendchim Eotendurger Str. 2.— Web- Ecke Turinrr Straße.— Kasenheid«: Jugendheim IV, Rote Falke»: Zugendhcim Hauptstr. 13.— ! Jugendheim Billowstr. 88.— Lichteefcldei Jugendheim«Ibrccht. 14».— Reukölln l! Jugendheim Sander- Ecke Hobrechistraße.— Reu- öl» ll: Jugendheim Ctcinmeßstr. U4. Reuköll» Ul! Jugendheim Wanzlit, Borckstr. 11.— Schön« bera Weste» II, Jugendheim Bü traße 7.—«euköl» IV: Jugendheim Schi-rkestr.«4.— Reuköll» VI- Jugend- ieim Kanner Straße.— Heemidorf: Jugendheim Turnhalle Roonftraß«.— . e i vick end o r f. öiic st: Jugendheim Seidelstr. 1.— Riede rschönhaufen: Jugendheim Schübe Blankcnburgcr Str. 79/71. f 3« ugcndheim Rathaus. Mitgliederversammlung. Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". �«« s ch« f I» st e l l«: Berlin S. 14. E-bastianftr. 37,38. Hof 2 Tr DIen,tag, 9. Februar. T-mpclhos: 20 Uhr Tressen «ch5»eb«rg.Friedenau: Zungbanner: Sbcrt. Gedächtnis. !«»? Achtblldern. Rche Beteiligung erwünscht. Wcdding: Versammlungen ra�cha/t� Krüger. Hussiten.�Eckc Echeringstraße� 2. Kam: — V*—«v bVttt UK3 �.'UUllUfUJ, w.v. V. wv.»wui wvtwi.' S»ha»»iÄhal: Zugendbanner 1914 Uhr Marktplatz Obcrschöneweidc Rowawe«: f} Uhr«amcradschastsobend Eisenbahnhotel. Barstandsmitglirder pünktlich 19. Uhr. Tiergarken: Kameradschaft Hansa 20 Uhr Kameradschaftsversammlung ""Trum per, Flensdurger Str. 3.— Prenzlauer Berg: Versammlungen Do., « 8., 20 Uhr: Kameradschaft Balkan bei Bogel, Zablonskistr. 9. Kameradschaft KInigstor de, Rösnrr, Zmmanueliirchstr. 23. Kameradschaft Ecnefelderplatz bei Büttner, Schwrdter Slr. 23. Namcrads-bast Falke be! Zeuge, Milastr. 3.— Dchoneberg.Fricdenau iOrteverein): Die Ictzicn«arten zum Maskenball am i0- Marz ,» den Spichernfälen sind bei den Funktionärra und in der Geschäfts. Kelle �Belziger Str. 2? t.V»rwLrts".Sped!t!0N) z» haben. Kortenabrechiiung R>eich»bu»d de, krieg,b«schädi«ien.»eziek 2. Moabit: Dkenstag, 8. März, 20 Uhr, Bandelstr. 33, Bezirksversammlung. Sonnabend, 31. März, Frühlings. ball ebcndort. Bereinigung de. Freunde»o» Religio»«nd Böllerfriede». Pfarrer»leier r/alt die Einsegnung der Kinder am Donnerstag. 8. März, 19 Uhr, ab. Die 'Feier ist öffentlich. Die nächste Feierstunde findet am Sonntag, 11. März. 18 Uhr, statt. Pfarrer Bleier wird sprechen über das Thema:„Am Scheid«. wege. Beide Peranstallnngcn finden in der Trinitatiskirche, Eharlottenburg, Karl.Angust.PIatz, statt. Internationale, A»ti.k»t«q»m«fc»m. lieber das Thema:„Der Staat, seine Entstehung, Entwicklung und Ueberwindung" spricht Dienstag, 6. März, 20 Uhr. Dr. Wilh. Borgiu» im Bnti.Kriegsmiisenm, Parochialstr.'29 lgeradeüber der Stadthalle, U-Bahn klosterstroße). Freie Aussprache. Eintritt 30 Pf. «rdelter-Absttuentenbund.«ezlrl Norden: Zusammenkunft Dienstag, 8. März, 20 Uhr, Weltliche Schule Wiesen- Ecke Pankstraße, Zimmer 14, part. Mitglicderoerlammlung. Reichsdund der Krieo-befchäd'gten, Kriegsteilachmrr»nd Kriegerhlnt«»- tltebenen. Ortsgruppe Osten V: Mitgliederversammlung Mittwoch. 7. Mär,, 20 Uhr, Schmidt» Gesellschaftsdaus, Fruchtstr. 35->. Referent Kamerad Schubert. „Sozialpslitifche Neuerungen." Arbeit»««meiatchaft entichledener Republikaner. Donnerstag, 8. März, 20 Uhr, in Landres Weißbicrstuben, Sirakauer Str. 36/37 lMolkciimarkt), öffentlicknr Vortragsabend. Thema:..Wo bleibt die Bodenreform in der Republik?" Referent Dictor Roack. Gäste willkommen. Arbeit« rphotograpbcn. Gruppe Westen: Mittwoch, 7. März, 20 Uhr, Lokal Schneider, Wtntcrfcldtftr. 8, Arbeitsabenb. Dunkelkammer und Vergrößerung»- apparat ist vorhanden. Interessenten willkommen. l.on-- lellow Engllsh Debailnc-Clud, Bülowstr. 104. Mittwoch, abend, 3 Uhr. Mr. S. M. Wolff: a new Republic. Für eine zweckmäßig« Ernährung sind die Würzmittel ebenso notwendig wie die Nährstoffe selbst. Borsuch«, die an ersten Unioerstiäisinstituten mit unserem bekannten und besiebtrn Würzmittel, der Maggi» Würze, gewacht wurden, haben den Ilaren und uyumstrlttenen Beweis für»big« BeHanvinng erbracht»nd außerdem gezeigt, welihc» wohltuenden Einfluß der Zusatz von Maggi« Würze zu den Speisen auf Appetit und Verdauung hat. Da» FrIb«l-vb«rli».Iustitut, Berlin, Wilhelmftr. 19, stellt am 7. und 8. März die fertige» Schlllcrlnnenarbeiten der Haushaltungsschule öffentlich von 19 bis 18 Uhr au».—' Eintritt frei. /I Lau! Verfügung des Reichsfinanzministers dürfen wir für 1000 5 Pfennig-Cigarctten nur 1000 g Tabak verarbeiten. Diese steuerliche Gewichtsbeschränkung gestattet uns nicht mehr» unsere Moslcm-Cigarette in alter Stärke zu bringen, und müssen wir, um dem Moslem-Raucher weiter ein volles Format bieten zu können, den Preis erhöhen. Die geringe Preiserhöhung erlaubt uns aber, die Qualität weiter zu verbessern und die Verpackung fester zu gestalten, wodurch Aroma und Beschaffenheit der Cigarette erhalten werden. Preiserhöhung--- 50% Gegenleistungs-Erhöhung PROBtEM, B E R L I Nk N 0 55 «Kitas n Bilanz am 31. Dezember 1027 Aktiva Grundbesitz........ Gruben.......... Kraftwerke......... Fernleitg.Schalt- u. Umspannwerke Im Bau befindliche Neuanlagen.. Inventar und Fahrzeuge.... Abschreibungen....... Kasse........... Effekten und Beteiligungen... Vorräte.......... Debitoren Bankguthaben....... Forderungen an befreundete Gesellschaften...... Verschiedene....... Kautionen und Bürgschaften RM 63448 63447 Pf. RM 2 574 273 14430576 81509524 14834548 9819 066 1 16 401 13926237 482 773 15 445736 86 WalhaUa-TIi. Weinbergsweg 19/20 Täglich»l, Uhr Das Schwank in 3 Akten ItMlIiA» Min Zi tritt i Vorzeiger dieses zahlen für Parkett auch Sonntags statt «,-Mk nur 06 PI. 159129139 99 Volks büh ne Tb. in Silliffliaunlifflni 8 Uhr Schieber des Kahms tbiilv in Bölowplati 8 Uhr mnttr-tilkHr rti. KSniterätz. St Bergm.ZIlO. 8«', Uhr Flucht rtl Ma Cilnerttr ligic riet« Bimvth KomAdleahatu Norden 630t 8.15—10.40 Uhr von Cnn Götz nmAny Sonntag am 3 Uhr kalbe Prellt MMALL. | 1 159 129 139 j 99 Cewinn» g.Vermsl'DcdinnBO vom 1.ftm. bis 3 t.Dez.1 027 Soll Alfgemeine Unkosten.... Zinsen Anleihezinsen...... Sonstige........ Abschreibungen Inventar und Fahrzeuge... Disag o amerikanische Anleihe Zuweisung für Ernerungskonto. Rücklage für soziale Zwecke... Rücklage für Selbstversicherung Reingewinn....... RM 2 054 203 45666 Pf. 63 447 1 000000 32 RM 2319 478 2099869 1 063 447 6200 000 104374 79 284 5154 587 83 32 mm vm. Otto Beutter und das är. Programm Täglich 8»', Uhr Erika G)5$ner Ii Gretchen Für Jugendliche nicht geeignet Lnstspielhaus 8V, Uhr tiuldo Thielscher Jeter Gtsdiäftsaofsidir DieaterLllOtziiwstr. Tel. Kurf. 9209-ia FröffnnnöJ- TorsiellnnO Freitag, 9. März, ti'u Bcnnetcon'ra AsdienbrOdel 12 Bilder mit Jazzmusik Hieater des Westens Täglich 8»/. Uhr WUlililÜM! letzte Liebe üciittt�tfiB i.G, Jelia. Rcffaaeg. jille Planetarioin an Zoo '«iiig. Jcadiimjttilir Slrali Noll. 1578 16. 18. 19'/,. 2t Uhi Sternh mmel and Kaieader Eintritt I M. üigas nt 15 Jdun ait k. 17 021 042 06 Haben Gewinn-Vortrag aus 1926., Betriebsüberschuß..... Zinsen Berlin, im Februar 1928. Der Vorstand. wasdieVerlefii L Donafhg Schwedler Sir. 13 Hamboldl/ Vineta 2018 empfiehlt sidt zur Lieferung von leUihandiadiern fflr Bureau, Fabriken, Geschfifte und Privat. Gleichzeitig öbemehroe Ith das Waschen und Ausbessern von MonlageanzOgen, Kitteln usw. Fordern Sie Sich in den Geschäften ausdrücklich] | den durch fclnstea Geschmack ausgezeichneten j apifön-ifaiilabah» i gitän-Kopenhageoer K'3"! i Röckcr, Berlin NO, LlchlenbergerStr.22(KgS i#8 Theater lüditfptelcl Deotsdies Theater Norden 12310 AbonncmentsbOro: Norden 10338-39, i'/.U, Ende nach in Zw61ft«a*ead Kanimerspiele Norden 12310 fi'< U, Ende nach IC i Zum 90. Male; Finden Sie. das Cnestance sich riditig yerhält? Die Komödie Bismarck 2414/7516 S'k Uv Ende lOt/, U. Marcel Fraddln (Der Eunuch! 'lerliner Iheatei Direktion Kuhnert Zarlithtdr.tO' 9t. DSih.l 7C «v. uhr- Max Adalbert als Der Herr von... PiseatorbOhna Theater am Nollendorfplatz Kurfürst 2091/93 Anf.8, Ende geg. 11 Morgen: Mittwoch, d. 7. M?rz SO. AnHOhranx Die Abenteaer de» braven Soldaten Sdkvcfb mit Hu Pilltbbtm ine. Errii Pisa!« Gastspiel im Lessing-Theater Norden 12798 Täglich 8 Uhr „Shutemle fiamenvOBei" von Upton Sinclair TägL»>.. Uhr Sdnile der Liebe schwank In 3 Akten. ürJugendKverb FkFpiMe halb« Preis* t Schwechten-Saal Berlin W. 35, Lttlzewstr. 7« Wegen des großen Erfolges Wiederholung] Am 6. März nur um 17 Uhr Vom 7. b. inkl. 13. März tgl. 19 u. 21 Uhr (Sonntg., 11. März um 17, 19 u. 21 Uhr) Film Vortrag (ahada das Land der eigenen Scholle Alaska Ueberfahrt auf einem Dampfer des Norddeutsch.Lloyd Bremen Der bekannte Vortragsredner Kapitäi MM Spedwi- U Der neue große Reisefilm von Oberingenieur Oreyer zeigt nicht nur die wirtschaftl. Bedeutung, sondern auch die Schönheiten und Reize, sowie einige seltene Naturwunder des unbekannten Canada Hersteller: DSring-Film• Werke Hannover In Gemeinschaft mit dem Nordd. Lloyd Bremen Preise Mk. 1.—, Mk. 1.50, Mk. 2.— Vorverkauf, Theaterkasse K Werthefm, Bote u. Bock, Leipziger StraBe und Tauentzienstr. Jugendliche haben Zutritt. Schüler halbe Preise Grilnag-Steiiioeg-Sul Berlin WS.SeDeouf. fit. 14. Scl.SüSotnS'Bo Freitag, b. 9. März. 8 Uhr Klavierabend Fritz Thöne Bach, Mozart, Beethoven, Busoni, Debussy. 3, 2, l. Ractm bei Boeu Bock unb(Srotrian Sielnweg-Taal Rose-Theater Gr. Frankf.-Str. 132. 8'/. Uhr Der Flieder Tägl.7»/sUhr: ter-scÄ Die Hosen des Herrn v. Bredow Lust Wasserbild il.gr. Fectittornier Voiher: C rcus- Sensationen| NetropoMh. Zentrum 128 24 8'/. Uhn Der Graf von Lnxembarg Sifbr, Htdn, Sigfrid. Sitniir, Riigi 9ri« Ritots. Bill. Padij Philharmonie - Uhr MR-WM des Philharm. Orch. Olm. Prot. J. Prüwet Poäme für Viol.- Chausson iHolst) Sinf. pathfitique- Tschaikowsky Onkel Toms Hütte Qf" CS et D ' eder hat in feiner Jugend die er/diätterndenAnA lagen gegen die Sklaverei In dem welibe- kannien Badi von Sfcmte gele/en, Jeder ifi aufgerüttelt worden von der Schilderung der Leiden, denen die Neger in den Baumwoll- plontagen Amerikas ausgefetzi waren. Ali digfe Erinnerungen und Erlebnijfe werden Jetzt in dem grandiofen Film werk Ereignis, s Auch Jugendliche haben ZuirUi. Woehentaga Sonntag □ El H El 0 1 Ufa-Palast | am Zoo AI Vorverkauf bei A. Warthelm u. abt2 Uhr im Ula-Pataat(Nolldf.92,1 397) ? Komische IS1, Ohr Oper SV. Dhrl llames KBein'sl gewaltiges neues Revue.Stück: »> h. im Idniralspalast Tägl.S'/.Uhr flALLER REVUE Letzter Monat -ebtuss der Spielzeit 25. März aus! 200 Pütwlrhende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Renaissance- Theater Steinplatz 901 8.10 uhn Coeur Bube. CASINO-THEATER° uhr Lothringer Str. 37. Die spanische Fliege. Ab 7. März: Doktor Klana. Gutschein: Faut 1.10. Sess. t.60 M. ialtiinr;-Säe>n Iis. künstler-tl 8 Uhr jEveiyne" Thalia-Theater Dresdnerstr. 72 73 8Q.:0ai iiamel geht dutdi das Nadelöhr Theater am Kottbusser Tor Kottbusaer Stralte o. TeLMpl. 16077 Täglich 8 Uhr Sonntag, nacnoiitiagi 3 Uhr: Elite- Sänger Im März-Spielplan d gr. Schlager .WimMiMML" Volksstück in I Akt Ferner Schorscb RuaelM. der Meister der Komik in JfriilUtnJSZIinb.r" Reichshallen-itica. er 8 Lhr. Sonntg. nachm 3 L Stettiner Sängei „KOites /jocLencnC. nachm. ermdB. Hre:st uönhoH■ Bretk'l: Variete— Kabarett Tanz. in den oayr. Alpen' und PrSnllennig der sdiSnstnt (Dunen) Bei neben von i. crlin. 3 Geldpreise 75. 50, 25 RM. /USerdem groß« Schweinebraterei toi dem Rl- sentokullus Unterhaltung unö �Vissen jsz*. Faule Kinder? Don Or. K. Weitzel. Sturmfahrt. Von Otto Larsen. Der steinern« Klotz Gibraltar, der wichtig in der Meerenge lag, war hinter der Kimmung weggesackt Der ausgefranste Rand des Sltlasgebirges bot einen kläglichen Anblick nach dem voll- runden Berg, der behaglich ausgesehen hatte, dessen graue Haut aber mit Kanonen bespickt war. Kein fremdes Schiff tonnte die schmale Einfahrt passieren. Zehn Jahr« Krieg lagen Himer uns, doch durfte» wir nicht auf den grünen Feldern spazieren, die den Berg umlagerten. Di« Aussicht durch den jtiekcr boi nur mäßigen Ersatz. Wir traten seit New Jork die Planten; unser Blut wurde durch die warme Februarsonne in heftige Bewegung gebracht. Das war nun vorbei. Im Logis kamen die Gespräch« Port Said näher. Die Genüsse, breit vor uns ausgetischt von alten Jndienfahrern, versprachen den Himmel auf Erden in dieser liebe- gesegneten Stadt. Wenn wir auch von Madeira von früheren Fahrten her wußten, daß die Liebe dos Gebrechen im Hinterhalt hielt; wir waren guten Mutes und taten die Bordarbeit voll Gesang und Freude. Der Wind, der uns von Afrika anwehte, hielt das Blut wach, daß wir voll Sehnsucht den Hafen suchten, der noch einen Tag und ein« Nacht voraus lag. Als die Rande, auf der Höhe von Algier war es, um den Tisch herumging, der das Logis ausfüllt«, mußten die Bilder der mehr als nackten Frauen, die wir von den Bootsführern im Hafen von Funchal getaust hatten, von den Kojenwänden verschwinden. Es ging gütig dabei zu. Sie wußten, wie es um uns stand. Vielleicht hatten die Herren das Brausen des Blutes ebenso in stch. Dann aber stet die Stimmung im Gleichmaß mit dem Baro- meter. Der Wind drückte den Schiffsrumpf über, daß man von Luv nach Lee bergauf laufen mußte. Die Lust preßte die GeHirt». schale, daß alle» Denken leerlief, und der rote Faden, der nach Port Said führen sollte, zerriß. Die Meergeister sangen und geigten auf den WaMen und Haltetauen eine unheimliche Melodie dazu. Einmal blinzelte die Sonne uns am nächsten Morgen durch einen schmalen Spalt an. Sie mußte aber auf der anderen Seit« der Erdkugel schon Trauriges gesehen haben. Das Lid schloß stch gleich wieder. Sie zog sich eine soft schwarze Deck« über und legte sich schlafen. Die Meergeister kreischten vor Vergnügen und warfen einen Sprühregen über das ganze Borschiff. Das Barometer schien sich in der schmalen Röhve nicht mehr wohlzusühlen. Wir fuhren nachmittags mit allen Lintern und zogen immer neue Strecktau«, um über Deck kommen zu können. Der Steven bohrte stch in de« Himmel, um gleich darauf bis»wer den Decksaufbau unterzutauchen. Dann wieder kam ein Wasserberg angerollt, der seinen weißen Speer in die Luoslanke bohrte, daß die„Srngma" einen richtigen Sprung zur Seite macht«. Das Hohngelächter in den Tauen übertöM« das Krachen und Brechen des Langbootes, das nach diesem tückischen Angriff nur noch im Dollbord hing. Die Wache, die das treibende Holz bergen sollte, stand, mit Rettungsgürteln umgetan, unter der Treppe zum Boots- deck. Von den Brechern bis zum Hals begraben. Zwei Matrosen, die die Reling nicht schnell genug«rreicht hatten, hingen wogerecht an den Strecktmten. Als der Bootsmann für kurze Zeit«in« Hand frei hotte, ihnen zu helfen, war es zu sät. Sie hatten schon zuviel Salzwasser geschluckt. Man mußte die Leute zurückrufen. Der Zimmermann stieß der.Smyrno" ein« Eisenstange in den Bauch. Vier Fuß Wasser im vorderen Laderaum. Di« Freiwach« ging nach unten. Eine Viertelstunde später war das Leck gefunden und gestopft. Der Klabautermann hatte aber aufgepaßt. Die Sodafässer rollten bei einem riefigen Ueberholer gegen die Bord- wand und drückten zwei Mann an die Spanten. Das Gewicht der großen Fässer war zuviel gewesen. Sie ruhten für die- Ewig. keit aus bei den Ertrunkenen, die im Mitteldeck aufgebahrt lagen. An Deck sah es aus, als sollt« da» Schiff im schwimmenden Zustand abgewrackt werden. Holztelle von den Booten und Relingsteile vom Vorschiff rammten mit mächtigen Stößen den Täki zu der vrkanssymphoni«. Das Schiff stöhnte unter den mächtigen Stößen wie«in wundes Tier. Die Wastermasten lockerten die Nieten und die Lukenhölzer. Der Zimmermann komite, als er die Lutenhölzer anziehen wollte, nicht einmal in Lee arbeiten. Die Wolken rasten über die'Toppen hin. Die Finsternis war mit einem dreckigen Gelb getüncht, das die Tvplichter fraß. Auf der Brücke waren die Scheiben eingedrückt worden. In kurzen Abständen wurden Kapttän und Steuermann immer wieder von dem Gischt begraben. Ein« kurze Erholungspause. Einen Atemzug lang. Dann rollte wieder einer der glasklaren grünen Berge heran, der den Dampfer auf die Seit« legte und ihn. solange die Atempaus« ge- dauert hatte, unter stch begrub. Ein dumpfer Krach kam aus der Tiefe der Backbordoorderluke. Der Dampfer lag wie ein ver- wuNdeter Wal und— blieb liegen. Die Fässer hatten stch gelockert und ließen die„Smyrna* nicht mehr aufstehen. Das Rammen der zu oberst liegenden Fäster schlug einen grausigen Takt zu dem Schlingern und zu dem Schlagen der Wasserberge gegen die hohle Backbordseite. Die Freimache ging nicht zur Koje. Roch ein Uebergehen der Ladung In der zweiten Luke, und die„Smyrna" gehörte dem K ab�vtermann. Wir drehten gegen den Wind. Da fing der Kahn an zu stampfen, daß wir den Bruch der Steuerwclle befürchten mußten. Mit einem rasselnden Fluch fauckte die Schraube in das Geheul des Sturmes hinein, wenn die.Smyrna" fast Kopf stand und sie kein Wasser unter sich hotte. Im Heizraum mußte ein Feuer gelöscht werden, da die Steuerbordfeuertüren bei der Schlagseite zu hoch lagen. Mit halber Krast dampften wir gegen den Orkan an. Nur noch mit fiaftot Kraft versuchten wir die an Deck schwimmenden Bootsteile zu bergen. Sechsundzwanzigj Stunden hatten wir mit dem Orkan gekämpft. Dann wurde«s heller. Di« Wolken teilten sich in kleine Fetzen. und in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang war die See glatt wie ein Binnensee. � � � 5f[3 wir am närbk�en Tag In Port Said vor Anker gingen, vernichteten wir alle Mann auf den Landgang. Wir schfiefen drei Wacken durch.(Zwölf Stunden.) Alle auf Backbordseite. Ms nach zwei Tagen die„Smyrna" gerade gestrimmt lag, setzten wir die Flagge auf Halbmast. Di« vier toten Kameraden traten die Heimreise an. Gott grüß' die christlich« Seefahrt! „Ihr« sechzig hat die Stunde, üb« teusenb hat der Sag, Sühnchen, merke dir die Sund«, was«au all«, leisten magl" (Goethe feine« Enkel Salt« ins Stammbuch.) Der 13jährige Fritz halle heut« seinen Pechtag! Schon früh zankte die Mutter, weil er trödelte und beinahe zu spät in die Schule kam, und mittags brachte ein Brief des Lehrers Klagen wegen wiederholter Faulheit. Die Mutter war außer sich, und ihre Er- regung zitterte noch nach, als sie nachmittags Bekannte und Freunde empfing, die einer Einladung in ihr Haus gefolgt waren..Wes das Herz voll ist. des geht der Mund über"— sie mußte sich aussprechen und suchte Rat und Hilfe l Wie oft bei häuslichen Erziehungsfragen. war man sich auch in diesem Fall« nicht einig, bis die Großmutter des Jungen darauf hinwies, daß Faulheit fast bei jedem Kind« andere Ursachen habe und man sich bei keinem Kindesfehler so vor Verallgemeinerung hüten müsse, wie bei diesem. Die Anwesenden, die Fritz gut kannten, suchten daher den Wurzeln seiner Faulhett auf die Spur zu kommen und äußerten sich über so manches, was st« an ihm beobachtet hatten. Mir fiel auf, daß beiden Eltern vieles davon ganz neu war. und daß das, was sie selbst über den Eharakter ihres Jungen beitrugen, von recht oberflächlicher Kenntnis ihr« Kindes zeugte. Wenn ich mir ferner vergegenwärtigte, wie wenig gemeinschaftliches Erleben Eltern und Sohn verband, wie beide Eltern durch Beruf und Liebhabereien, Aemter und Gesellig- lest tagsüber und abends gebunden waren, wie der Junge von Nein auf oft den Dienstmädchen überlassen worden war, so war mir klar, daß hier der Mangel an Führung und Leitung des heranwachsenden Menschenkind« die Hauptschuld an seiner Faulheit trug. Dem Schiff- lein fehlte der Steuermann, der es durch den Alltag hindurchsteuerte und dessen erziehende, richtunggebende Einwirkung ihm Pflicht- erfüllung und Arbeit zum unverlierbaren Bewußtseinsinhalt gemacht hätte. Man vergegenwärtige stch nur einmal im einzelnen, wie schnell auch ein arbeitsfreudiges Kind.faul" werden kann, wenn das sorgende Auge der Eltern fehlt! Geht« z. B zu spät ins Bett oder nimmt« gar an Abend- fefttichkeiten der Erwachsenen teil, so sind aufregend« Träume die Folge, und das Kind wird für den folgenden Tag genau so leistungs- unfähig, wie wenn es bis in die späten Abendstunden arbeitet und die Eltern nicht darauf sehen, daß« die Schulaufgaben zur Zeit beginnt. Bekommt« abends zu spät zu essen, so beeinflußt dies den Schlaf ebenfalls ungünstig, und dieser bringt keine Erfrischung. Ueberhaupt sind Ernährungsstörungen sowie Ueberfütterung und die damit verbundene körperliche Schwerfälligkeit und Bequemlichkeit recht oft die Ursache der Faulheit. Ich hatte dieses kleine Erlebnis schon fast vergessen, als mich etwa«in Jahr später der Zufall mehrmals in eine andere Familie führte, die vier Kinder von 17 bis L Jahren ihr eigen nannte. Welch erfrsschendes Leben in diesem Kreiset Besonders freute ich mich über das jüngst« der Kinder, das mit einem Eiser gud einer Anstelligkett zur Hand ging, wie ich sie noch nie beobachtet hatte..La. sehen Sie," sagte die Mutter,»mir ist auch erst die Erkenntnis auf- gegangen, daß gerade km ersten Kindesalter viel Freude an nütz- lichem Tun da ist, und daß es Sache des Erziehers ist, diese nicht zu ersticken. Ich bestreite, daß ein gesundes Kind einen Hang zum Nichtstun hat. Als unser Aeltester klein war, habe ich« freilich auch falsch gemacht. Wollte er mir im Haushalt helfen, so wurde ich un- geduldig, weil es mir zu langsam ging, oder ich vertröstete ihn, weil ich Sorge hatte,«r könnte es falsch machen oder etwas zerbrechen. Seine Spielsachen hielt ich selbst in Ordnung; ich gängelt« ihn und Fabrikleben vor 2000 Lahre«. Einen einzigartigen Einblick in das Leben einer griechischen Siedlung auf ägyptischem Boden vor 2000 Jahren gewährt der große Papyrussund, der in dem alten Philadelphia, einer Milttärkolonie d« Königs Ptolemaios Philadelphos in der nvrd- östlichen Ecke der südwestlich von Kairo gelegenen Oase, des Fayüms, gemacht worden ist. Die vielen hunderte von Urkunden, die alle dem 3. Jahrhundert vor Christus entstammen, gehörten alle dem Archiv eines einzigen Mannes an, eines gewissen Zerton, eines Untergebenen des Königlichen Finanzministers Apolonius, in dessen Hän- den der Auf- und Ausbau von Philadelphia und seiner Feldmark lag. Auch die gut erhaltenen Ruinen des Ortes sind durch eine Grabung der Berliner Museen aufgenommen worden, und so ver- einigen sich archäologische und literarische Zeugnisse, um uns Leben und Treiben, Hoffnungen und Nöte der Menschen aus jener fernen Vergangenheit überaus nahe zu bringen. Einer der deutschen Aus- gröber, Prof. Paul Viereck, hat nun diesen dankbaren Stoff in einem soeben bei I. C. Hinrichs in Leipzig erschienenen Werk„Philadel- pheia. Die Gründung einer hellenistischen Militärkolonie in Aegyp- ten" dargestellt. Wir können hier an der Hand der Urkunden das Ausblühen des Ortes, die Bestellung des Landes, die Anlage der Fabriken verfolgen und erfahren vieles über das Berhältnis der griechischen Siedler zu den unterworfenen Aegyptern. über die rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Zustände der Kolonie. Zenon suchte nicht nur die Landwirtschast, sondern auch Handel und Ge- werbe von Philadelphia zu fördern. Die großen Schafherden und Flachsfelder lieferten den nötigen Rohstoff für Webereien, in denen unter der Kontrolle des Staates, der auch den Verkauf regelte, Sklavinnen arbeiteten. In einer Urkunde bitten die Mitglieder einer Webcrfomilie, zwei Brüder Apollophanes und Dcm�trios. nebst Frau und Kind den Zenon um die Erlaubnis, sich in der Kolonie niederlassen zu dürfen. Sie verstehen sich, wie sie ihm schreiben, auf Mäntel, Röcke. Gürtel, Oberkleider. Degengehenke, Sacktücher oder Binden, ferner auf Spaltröcke für Frauen, Umschlagetücher, lange Gewänder und Frauenkleider mit purpurnem Saum auf beiden Seiten. Auch erklären sie sich bereit, andere in die Lehre zu nehmen und in der Webtunst zu unterweisen: dafür verlangen sie, daß man ihnen eine Wohnung in Philadelphia beschaffe. Lohnforderungen spielen schon damals eine wichtige Rolle. Wir hören auch vom Streit der Arbeiter. Wahrscheinlich sind es dieselben, Weber, die in einem anderen Schriftstück ihre Ansprüche in sehr energischem Ton geltend machen:„Wir sind hierher gekommen, um Arbeit zu leiste, r. Damit wir aber auf unser� Kosten kommen, muß man uns für Waschen und Hecheln eines Pfundes Flachs ein« Drachme geben und als Weblohn für ein linnenes Gewand drei Kupferdrachmen, und das ist nicht einmal ausreichend,« haben traute ihm nichts zu, bis ich ein« Morgens erkrankte und der Haus- halt in wenigen Stunden ins Stocken zu geraten drohte. Da sah ich erst, was so ein Kind vermag, wenn man es selbständig handeln läßt. Er zog die kleinen Geschwister an, ordnete das Zimmer, bereitete für alle das Frühstück und arbeitete mit einer Sicherheit, die ich dem kleinen Irrwisch nie zugetraut hätte. Seitdem fordere ich die Freude an nützlichem Tun bei unseren Kindern, wenn auch mal was zerbrochen wird oder«ine Unannehmlichkeit in Kauf genommen werden muß." Mir leuchtete dieser Erziehungsweg ein, und nur eins schien mir in Frage gestellt: das Spiel des Kindes. „Sie nehmen doch aber Ihrem Kinde das Beste, wenn Sie es beständig vom Spiel zur Arbeit holen und ihm dadurch die Möglich- keit rauben, seiner ureigenen Gedanken- und Borstellungswelt Ge- statt und Form zu geben!" Auch darüber beruhigte, mich die Mutter. „Unsere Kinder wissen, daß wir ihnen ihr Spiel ermöglichen, so oft «s nur irgend geht, und wenn das Kind weiß, daß das Spiel als Belohnung nach der Arbeit winkt, daß ein« feste Tageseinlellung. wie wir sie haben, ihm das Recht auf das Spiel wahrt, so wird auch die Arbeit gern und frisch angefaßt, selbst so mancher Schulstoff wie Vokabeln, denen doch jedes Kind an stch gleichgültig gegenübersteht. Natürlich gibt es auch Tage, in denen besondere Berpflichtungen oder Vorkommnisse dem größeren Kinde seine Spielstunden rauben; da hilft« nichts, es muß dann einmal verzichten, genau wie man im Leben seine Liebhabereien oder sein besond««s Interesse der harten Notwendigkeit opfern muh. Ich halte« in solchen Fällen mit dem Wort Kabischs:„Das Leben ist hart, darum sollt ihr die Kinder nicht weich machen." Wir kamen dann nochmals auf den jetzt 17jährigen Aeltesten zu sprechen, der sich in seiner Laufbahn als Elektrotechniker sehr wohl fühlte und die besten Leistungen aufwies. Dt« Eltern hatten ihn ursprünglich das Gymnasium besuchen lassen, wo er aber nicht recht fortkam und die Klagen über Faulheit sich mehrten. Kurz entschlossen hatten sie allen Träumen, denen sie sich hinsi htiich der Zukunft ihres Kindes hingegeben hatten, und allem falschen Ehrgeiz entsagt und mit der Erkenntnis, daß sie ihr Kind in unrichtige Bahnen geleitet hatten, den Mut gefunden, es einem Berufe zuzu- führen, der seiner Neigung entsprach. Gerade in jener Familie wurde mir klar, wie ausschlaggebend das Darbild der Eltern ist, jenes„Etwas, das in jenen Jahren, wo die Seele sich bildet, von Minute zu Minute sein« Wirku-ig übt" (Theodor Fontane über seine Kinderjahre). Es bedarf kaum eines Wortes: wo der Dater auf die Arbeit schimpft und die Mutter mürrisch ihre Hantierungen verrichtet, da werden die Kinder faul und nachlässig, wo aber Pflichterfüllung als selbstverständlich gitt, wo die Kinder sehen, daß die Eltern ihre eigenen Bequemlichkeiten hintanzusetzen wissen— da gehen auch die Kinder ganz von selbst. ihren Arbeftsroeg!' Die Verschärfung des Daseinskampf« macht es heut« dem Hause wie der Schule zur Pflicht, dem faulen Kinde besonder« Aufmerk- samkeit zuzuwenden, damit es nicht«inst im Leben scheitere. Denn was nützt alles Schulwissen, wenn der junge Mensch keine Arbeits- kraft darstellt! Freilich sind der Erziehung Grenzen gezogen; es gibt gewisse„Faulpelze", deren Trägheit aus angeborener Phlcg- matit fließt. Haus und Schul« können diese meist nur mildern, nie ganz beheben. Aber auch hier brauchen Eltern nicht zu verzweifeln; wenn alle Mittel der Erziehung versagen, kann immer noch der letzte große Erzieher Helsen: das Leben selbstl Immer drei Leute mit einem Gewand« zu tun und«ine Frau, und sechs Tage dauert es, bis man das Gewand vom Webstuhl nehmen kann." In den Teppich- und Wolldeckenfabriken gab es betrügerische und hetzerische Leute, die die Wolldecken kleiner machten und sie noch feucht auf die Wage legten, um über das Gewicht der Decken zu täuschen. Auch die Beschwerden über Auspeitschungen werden ior- gebracht. Daß die Textilindustrie besonders ausgebreitet war,»Aßt sich aus den Bedürfnissen der wohlhabenden Leute erklären. Es»st ein Verzeichnis von Kleidungsstücken erhalten, die Zenon auf erme seiner vielen Reisen mitnahm; da finden stch außer einem leinen-« Umhang sechs Ober- und 11 Unterkleider, dann verschiedene Mäntel. Kopfkissen, zwei Paar neue erdfarbene und weiße Strümpfe und zwei neue weiße Gürtel. Noch zahlreiche andere Arbeiter waren in Philadelphia tätig. Schuhmacher und Töpfer, Korbmacher und Tischler, Maurer und Maler, Steinmetzen und Zimmerleute, da- neben viele Arbeiter in den Steinbrüchen beim Straßen- und Brückenbau. Besonder» ausgebreitet war die Töpferei; bei den Lieferungen dieser Werkstätten handelt es stch häufig um viele hun- derte von Krügen. Auch von diesen Arbeitern wird viel geklagt über schlechte Bezahlung und Mißhandlung, und so lernen wir durch die Papyri all die Nöte und Bedrängnisse der kleinen Leute vor 2200 Iahren kennen. Ein Affe, der in einer Teelass« schläsl. Die kleinsten Aeffchcn der Well sind die südafrikanischen Seidenassen, die man gegenwärtig in den Vereinigten Staaten vielfach als Schoßtiere zuchtet. Ei» Händler in Hollywood. George C. Zweibel, der den Film mit exotischen Tieren versorgt, besitzt einen fünfjährigen Zwergaffen. namens Buddy, der nur 160 Gramm wiegt, und erklärte, daß dieses Tiex der kleinste Affe der Welt sei. Aber wenn er glaubte, damit eicken Rekord aufzustellen, so hat er sich getäuscht. Denn eine Lon- doner Dame, Frau A. G. Tower, besitzt ein Seidenäffchen, namens Teeney. das nur wenig über 100 Gramm wiegt und sein Bett in einer Teetasse ausgeschlagen hat. Dieses Liliput-Tierchen ist der kleinste Asse der Welt. So winzig es ist. so blickt es doch ernst und würdig drein, und seine bejahrten, von dichtem Haarschops uin- rahmten Zuge stehen in seltsamem Gegensatz zu seiner Kleinheit. Teeney ist ein sudamerikanischer Springaffe und entstammt einem Geschlecht, das von Südmexito bis Südbrasslien verbleitet ist. Dies« sog. Marmosets sind reizend« Geschöpfe mit sehr großen und.leuch. tenden Augen, haarlosem Gesicht, einer langen seidigen Mähne, die den Kopf umgibt, und sehr langem Schwanz. In ihren Bewegungen ähneln sie den Eichhörnchen, aber sie haben sehr v'el längere und stärkere Hinterbeine als Vorderbeine. In kleinen Gruppen durch- streifen sie die südamerikanischen Urwälder, hausen auf Bäumen und leben von Insekten und Früchten. Don den meisten änderet, Affenarten unterscheiden sie sich dadurch, daß die Weibchen zwei bis drei Jungen auf einmal das Leben schenken. Ihre Färbung besteht gewöhnlich in einem bräunlichen Gelb mit roten und schwarzen Flecken auf dem Rücken. Gescbaftsleridt der Dresdner Bank für 1927 Die Weltwirtschaft hat aneh im Tergangencn Jahre noch die ungesunden Symptome der Nachkriegszeit aufgewiesen; üeberschnidung einzelner wichtiger Länder, durch politische Zersplitterung bedingte Unausgcglichcnheit zwischen Erzeugung und Absatz und geschwächte Kaufkraft Europas, infolge des mittelbaren Zusammenhanges mit dem Kriegsschuldenproblem verharrt die Erörterung des wirtschaftlichen Fragenkomplexes noch immer in der politischen Sphäre, und es sind weder in der internationalen Schutzzollpolitik die notwendigen Erleichterungen sichtbar geworden, noch entsprechen di« Bedingungen, unter denen die internationalen Kapitalbewegungen sich vollziehen, den Gesetzen eines reibungslosen weltwirtschaftlichen Verkehrs. Die Erhöhung des allgemeinen Wohlstandes kann nur dadurch erreicht werden, dass man die Gütererzeugung und den Internationalen Handel von Heraraungen befreit, die durch eine ungesunde Erweiterung des Gedankens wirtschaftlicher Autarkie entstanden sind. Die protcktionistischcn Bestrehungen und Methoden sind nur zu sehr geeignet, die durch den Krieg und seine Folgeerscheinungen verursachte Schwächung des internationalen Wirtschaftsverkehrs, die vor allem Europa trifft, über das durch die Verhältnisse gegebene Mass hinaus noch zu steigern. So notwendig wegen der Zerrissenheit des europäischen Wirtschaftsgebietes die internationale KartellpoIItik erscheint, so ist auch sie nicht ohne Bedenken, soweit sie nur einen Ersatz für den Protektionismus bildet, ohne eine wirkliche Lösung der Konkurrenzfrage zu bieten, da vielfach an Stelle des Kampfes nra den nn- mittelbaren Warenabsatz nnr der Streit nra die Kartellqnote tritt. Es ist eine paradoxe Erscheinung, daas gerade die grossen westlichen auf dem Kapitalismus aufgebauten Knlturen infolge politischer Hemmungen seine wirtschaftlichen Punktionen nicht zu ihrer notwendigen Auswirkung kommen lassen. So wird man auch in dem Freihandelsbekenntnis, das auf der letzten Weltwirtschaftskonferenz in Genf abgelegt wurde, nur dann einen Fortschritt erblicken können, wenn es von den politischen Instanzen der Welt praktisch ausgewertet wird. Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass die Entwicklung der produktiven Kräfte von der Kapitalgrundlage abhängig ist, so ist er in der Wirtschaftsgeschichte der letzten Jahre dadurch erbracht worden, daas die Vereinigten Staaten von Amerika mit ihrer gewaltigen Kraft in den Mittelpunkt aller Erörterungen über die Gesundung der Weltwirtschaft gerückt sind. Zweifellos hat die Diskont- und Kreditpolitik der Federn! Reserve Banken zu einer Verstärkung der amerikanischen Gold- und Kapitalausfuhr beigetragen und damit die Entwicklung, insbesondere der europäischen Länder, wesentlich gefördert. Di« ameri- Iianisebe Kapitalausfuhr ist indessen im Zusammenhang mit der Handelspolitik der Vereinigten Staaten in gewissem Sinne merkantilistisch, insofern sie die eigene Warenausfuhr fördert, dagegen fremde Waren- einfuhr hemmt. Damit wird aber die Entscheidung über die Verwendung des ständig zunehmenden Ueberschusses der amerikanischen Zahlungsbilanz und über die giiterwirtschaftiiehen Folgerungen aus dem Dawes- Pian und der iuteralliierten Verschuldung immer wieder aufgeschoben. Wie hier eine Lösung zu finden ist und wie das gestörte Gleichgewicht zwischen den Vereinigten Staaten und Europa hergestellt werden soll, ist das Problem, ohne dessen Bereinigung die Weltwirtschaft nicht zur Ruhe kommen kann. Aus diesem Grunde ist auch die deutsehe Frage nicht nur als eine innere Angelegenheit der nn- mittelbarcn Interessenten erkannt worden, sondern als einer der Komplexe, von dem mit den Jahren immer stärkere weltwirtschaftliche Ansstrahlnngcn ausgehen und von dessen Entwirrung das Wohlergehen der anderen Nationen erheblich abhängt. Dies zeigt sich in eindrucksvoller Weise darin, dass die Schwierigkeiten. die einem Abbau der Zollmanern entgegenstehen, zum grössten Teil einen Widersland der Empfängerländer gegen eine durch Reparationsleistungen erzwungene Güterbewcgnng darstellen, während gleich- zeitig der Vertreter der Glänbigerstaatcn, der Agent für Reparationszahlungen. die Bedeutung einer entgegenkommenden Zollpolitik des Auslandes für das Gelingen der Tranaferierong der aufgebrachten Repa- rstionsgeldcr immer wieder betont bat. So wichtig die Transferfrage im Rahmen des Rcparatfonsproblems ist. so liegt doch die Voraussetzung für die nach dem Dawes-PIan in Aussicht genommenen üebertragungen in der entsprechenden Steigerung der dentsehen Produktion und ihrer Aufnahme durch die Gläubigerstaaten, sie ist also güterwirlsehaftlicher Natur Die bisherigen Transferierungen wird man wohl nur unter dem Gesichtspunkte betrachten dürfen, daas zo gewissen Zeilpunkten Devisen- angebnte vorlagen, die zum Umtausch benutzt werden konnten. Es Ist immerhin der Zweifel erlaubt, oh es richtig war. dies« Transferierungen vorzunehmen: sie haben, eben weil sie nur technisch und nicht wirtschaftlich begründet waren, mit zu den Stössen beigetragen, die der deutsche Geld- und Kapitalmarkt im Jahre 1927 erlitten hat. Dieselbe Rolle spielt die zwangsläufige Einbehaltung von Devisen auf Grund des Reparation Recovery Act. Die Phasen der deutschen Wlrtachaftsentwicklnng sind zum Teil durch die notwendigen Umwandlungen der wirtschaftlichen Struktur und durch bevölkerungspolitische Tatsachen bedingt, zum Teil aber, wie sich immer klarer abhebt, durch die Deutschland in Erfüllung des Diwes- Planes vorgezeichnete Linie. Die Wirtschaftsgeschichte kennt kein Beispiel für einen solchen Weg Deshalb dürfen auch die einzelnen Entwicklnngsabsehnilte immer nur unter dem Gesichtspunkt beurteilt werden, dass sie bestimmte Etappen eines grossen Prozesses sind, dessen Ausgang noch im Ungewissen liegt. Dass die Spannungsmomente in der dentsehen Wirtschaft ki Jahre 1927 besonders stark aufgetreten sind und zum Teil eine krisenhafte Zuspitzung erfahren haben, ist nur natürlich Denn das vergangene Jahr brachte die erste wirkliehe Anfwärtsbewegung, die sieh unter voller Einsetzung der produktiven Kräfte vollzogen hat Eine Steigerung der Umsätze um e» 14 bis 16% innerhalb eines Jahres konnte nicht dnrehgefiihrt werden, ohne das? gewisse kritische Punkte hervortraten. Selten hat die Weiterführnng des Wiederanfbanes neben aller grundsätzlichen Bejahung so viel Vorsicht erfordert wie In dem verflossenen Jahr. Wenn sich die Wlrtsehaftskonjanktlir, von einigen Dresden, im Februar 19®, Schwankungen abgesehen, gehalten hat,»o ist da* nur ein Zeichen für ihre gesunden Grundlagen, die zum guten Teil auf einer Stärkung des inneren Marktes infolge der Zunahme der Kaufkraft beruhten Die Einfügung von fast 2 Millionen Arbeitslosen in den Produktionsprozess ransste selbst ohne wesentliche Veränderung der Löhne zn einer Erweiterung der Nachfrage nach Verbranchsgütern und zu einer entsprechenden Steigerung der Preise derselben führen. Dabei blieben die Preise der Produktionsmittel und ihrer Roh- und Halbstoffe in der ersten Hälft« des Jahres von den Einflüssen des Aufschwungs fast unberührt. Aus diesem Charakter einer Konsumkonjunktur erklärt sich auch, dass trotz erheblich gesteigerter Umsatzmengen und verbesserter Einrichtungen der Erfolg der Rationalisierung in der Preisbildung noch nicht sichtbar geworden Ist War in den ersten Jahren nach der Stabilisierung die Wirtschaft trotz hoher Preise nicht in der Lage, rentabel zu arbeiten, so war nunmehr nach Verbreitung des inneren Absatzmarktes zuerst einmal die Möglichkeit geschaffen, durch eine verhältnismässige Herabsetzung der allgemeinen Unkosten, die in der Regel bei Massen- erzeugung eintritt, eine rentablere Grundlage für die Produktion zn erreichen, wodurch erst die Mittel für eine Weiterführung der zur Rationalisierung notwendigen Investitionen geschaffen wurden, Dabei nmss man sich den Satz zu eigen machen, dass die Stärke der deutschen Industrie, die mehr und mehr eine Exportindustrie werden muss, nicht In der Pflege der standardisierten Mittelmässigkeit beruhen darf, sondern auf die Dauer ntjr in der Oualitätserzeugung zn finden sein wird. In der Tat hat die Tendenz zur Rationalisierung, die durch die Konsum- kunjunklur zuerst zurückgedrängt war, in den letzten Monaten des Jahres sieh wieder durchgesetzt, wie sieh aus der Erhöhung des Index für die Produktionsgüter ergibt. Die Wirtschaft ist so in der zweiten Hälfte des Jahres in eine Investitionskenjnnktnr eingetreten. Indessen bat In der letzten Zelt die Preisentwicklung in den Schlüsselindustrien dadurch, daas sie im wesentlichen durch die Lohnbewegung zwangsläufig bestimmt wurde, einen bedenkliehen Zug erhalten, der für die Fortsetzung der Konjunktur massgebend werden kann. Ueber die bisher betriebene Steuer- and Sozialpolitik zu schreiben, erscheint beinahe müssig, da die seit mehreren Jahren aus allen Kreisen der Geschäftswelt laut gewordenen Klagen eine Besserung nicht herbeigeführt haben, und doch wird die weitere Entwicklung der deutschen Wirtschaft von den Massnahmen auf diesem Gebiete entscheidend beeinflusst werden. Insbesondere wird es von ihnen abhängen, ob die grossen, für die Rationalisierung aufgewendeten Kosten eine genügend hebe Rente ergeben werden, um die weitere Investierung von Kapital zn rechtfertigen. Wenn man berücksichtigt, dass neben einer nnerträplichen Besteuerung bereits im Jahre 1925 in Deutschland allein die Sozialbelastung 59.36 RM auf je 1000 RM Volkseinkommen betragen hat gegenüber 33.75 RM in England nnd im vergangenen Jahre diese Belastung für Deutschland sogar auf 82 RM gestiegen ist gegen 37 RM in England, so wird man zugeben müssen, dass eine derartige Politik in einem kapitalarmen Lande auf die Daner unmöglich ist. Die Massnahmen der Steuer-, Sozial- und Lohnpolitik in Deutschland tragen auch mit Schuld an der Lage der Landwirtschaft, da sie in erster Linie für die industrielle Preisentwicklung in der letzten Zeit verantwortlich zu machen sind, während die Agrarprodukte, deren Preise vom Weltmarkt abhängen, dieser Bewegung nicht folgten. Bestände ein normales Preisverhältnis, so würde eine Erholung der Landwirtschaft eher möglich sein und das Problem schneller einer Lösung zugeführt werden können. Das Heilmittel kann allerding« nicht In einer Preissteigerung für landwirtschaftliche Produkte auf Grund einer schematischen Erhöhung der allgemeinen Kaufkraft bestehen, sondern nur in der Absenkung der Unkosten, die im wesentlichen durch die finanziellen Lasten bedingt sind. Es besteht ein öffentliches Interesse daran, dasa diese Lasten, die vielfach auf einer zu hohen Verschuldung und besonders ans einer für landwirtschaftliebe Verhältnisse zu hohen Verzinsung sich ergeben, den natürlichen Produktions- nnd Absatzmögüelikeiten der Landwirtschaft angepasst werden. Mehr als bisher wird diese künftig die Zweckmässigkeit jeder Kapitalanfnahme vom Standpunkt der Rentabilität aus sorgsam zn prüfen und bei der Rationalisierung neben der technischen auch die finanzielle Seite zu berücksichtigen haben. So wichtig es Ist, eine gesunde Grundlage für die Nahrungsmittelbeschaffung im eigenen Lande zu siebern, so darf andererseits niebt über- sehen werden, dass das deutsche Reich eine vollständige landwirtschaftliche Eigenbedarfsdeckung, namentlich nach dem Vertrag von Versailles, der es wesentlicher lanflwirtschaftlieher Provinzen beraubte, einstweilen niebt betreiben kamt- Seine jetzige.Wirtschaftsstraktnr drängt daher stärker als früher auf den Güteraustausch mit anderen Ländern, nnd sein Nahrungsmittelspielraum wächst in dem Masse, In dem die eigene Ausfuhr in Inda- strieprodukte ihm die Möglichkeit dazn gibt. Aas diesem Grund« ist den Wandinngen In der Zusammensetzung unseres Aussenhandeis ein besonderes Augenmerk zuzuwenden. Die Tatsache, dasa die Entwicklung unserer Ausfuhr nach der Seit« der Fertigfabrikate strebt,.ist für ein« Reih« wichtiger industrieller Exportzweige bereits festgestellt worden nnd wird auch durch die Steigerung der Fabrikate ausfuhr im Jahre 1927 bestätigt. Sicherlieh hat hierzu neben der Herabsetzung der Generalunkosten infolge des guten Absatzes im Inland« nnd die hlerdnreh ermöglichte Anpassung an den Weltmarkt die Besserung der handelspolitischen Lage Deotachlands beigetragen. Hoffentlich gelingt eine weitere Verbesserung und Vereinheitlichung der handelspolitischen Verhältnisse Europas, so dass es Deutachland mit der Zelt miizlich wird, den Passivsaldo der Handelsbilanz auszugleichen Da es auf die Art der Verwendung der aus dem Ausland in die Wirtschaft strömenden Güter ankommt, so Ist im gegenwärtigen Augenblick allerdings die Kernfrage weniger die Passivität des Aussenhandeis, als die Produktivität und Rentabilität der Wirtschaft. Damit soll nicht bestritten werden, dass die deutsche Wirtschaft es unter allen Umständen vermeiden muss, in eine allzu weitgehend« Abhängigkeit vom Anstand», kapital zn geraten. Wir stehen auf dem Standpunkt, daaa bei voller Wahrung berechtigter Interessen eine gewisse Diazipiiniernng in der Kapitalnachfrage erreicht werden muae. In dieser Hinsicht hat aller- Der Vorstand dings das Jahr 1927 gezeigt, dass eine besondere Schwierigkeit für die Lösung des innerdeutschen Kapitalproblems in seiner Beeinflussung durch die Finanzpolitik des Reiches und der öffentlichen Körperschaften besteht, denn bei der heutigen Kapitalknappheit Deutschlands bedeutet jede Erhöhung der Ausgaben und der Anleihetätigkeit der öffentlichen Hand von vornherein einen verstärkten Wettbewerb für die Privatwirtschaft, Er erhöht die Kosten der Kapitalbeschaffung im Inland und bietet damit einen neuen Anreiz zur Auslandsverschuldung. Unter diesem Gesichtspunkt muss auch die Ausdehnung des wirtschaftlichen Aufgaden- kreises öffentlicher Unternehmungen bekämpft werden, zumal vom Standpunkt des Konsumenten aus wesentliche Vorteile gegenüber den gleichen Betrieben der Privatwirtschaft nicht vorhanden sind. Am siebtbarsten wurde die Börse von den Schwankungen des Kapitalmarktes betroffen. Bis zum Mal gab die Geldflüssigkeit die Grundlage für eine Kursentwicklung ab, die, losgelöst von der Rendite, ihren eigenen Weg zu gehen schien. In dieser Bewegung kam das Vertrauen zu einer unverhofft schnellen Konsolidierung der deutseben Kapitalverhältnisse zum Ausdruck. Der Umschwung wurde erzwungen durch die Erkenntnis, dass die kreditpolitische Lage und die Angespanntheit der Devisenbilanz diesen Optimismus nicht rechtfertigten. Wenn trotz der In der zweiten Hälfte des Jahres vorgenommenen Einschränkungen die erhoffte Entlastung nicht eintrat, so lag dies zum Teil daran, dass die Tragfähigkeit des deutschen Kapitalmarktes den durch die Entwicklung der Wirtschaft bedingten Anforderungen doch nicht entspra-h. also auch durch Diskonterhöhung und Kreditrestriktion ohne Ab- sehnürung der Konjunktur dem Kapitalmarkt«ein Gleichgewicht nicht gegeben werden konnte. Daher kamen, nachdem die wirkliche Lage enthüllt war. die Hemmungen auf dem Kapitalmarkt in einem starken Hin- und Herschwanken der Geldsätze zum Ausdruck und wirkten für den Rest des Jahres auch entsprechend stark auf die Börse zurück. Im Rahmen der geschilderten Verhältnisse und der vielfach widerspruchsvoll verlaufenden Bewegungen erwuchs den Banken di« Aufgabe, den finanziellen Ansprüchen der in raschem Tempo vorwärtsdrängenden Wirtschaft gerecht zu werden. Da die Geldzuflüsse aus dem Inland nicht genügten, um das steigende Kreditbedürfnis ausreichend zu decken, wurde die Heranziehung von Auslandskapital wichtig. Der vermittelnden Tätigkeit der Banken ist es zu verdanken, wenn die Konjunktur vor den vielen Klippen auf dem Kapitalmarkt bewahrt werden konnte. Als Ergebnis zeigt unsere Bilanz namentlich wesentliche Steigerungen der Debitoren und Vorschüsse. Die lebhafte Elnfubrtätigkeit führte zu einer erhöhten Beanspruchung von Rembourskrediten, während wir gleichzeitig das laufende Kreditbedürfni« unserer Kundschaft in möglichst weitgehendem Masse zn befriedigen hatten. Dagegen haben die Report« nnd Beleihnngen börsengängiger Wertpapiere im Zusammenhang mit der im Mai vorigen Jahres eingetretenen erheblichen Einschränkung de« Börsenverkehr« eine nennenswerte Verminderung erfahren. Die im vorjährigen Bericht ausgesprochene Hoffnung, dass ein» weitere Senkung der Unkosten auf Grund der fortschreitenden Mecha- E! nisierung des Betriebes möglich sein würde, hat sich nicht erfüllt, weil trotz eines allerdings verhältnismässig nur«ehr geringfügigen Rückganges der Beamtenzahl durch Tariferhöhungen und Einrücken vieler Beamten in höhere Gehaltsklassen der Personaletat angewachsen ist nnd auch die sachlichen Unkosten sowie die Stenern eine Steigerung zeigen. Nach den gemachten Erfahrungen ist festznstellen, dass dem Ratlonaiisierungsprozess im Bankwesen gewisse Grenzen gezogen sind, über die sich die künftige offiziell« Lohnpolitik nicht wird hinwegsetzen dürfen. Die Mchranfwendungen Im verflossenen Jahr konnten von unserem Institut dank einer erhebliehea Vermehrung der Einnahmen auf Zinsen-, Wechsel- nnd Provisions-Konto ausgeglichen werden. Die Anzahl der in unserem Betriebe beschäftigten Beamten beDef sich Ende 1957 auf 8470 gegen 8622 Ende 1936, die Zahl der bei der Bank führten Konten auf 270 366 Ende 1927 gegenüber 259 777 Ende 1926, er Umsatz auf einer Seite des Hauptbuches betrug rund 185 Milliarden RM gegenüber 141,5 Milliarden RH im Vorjahr«. Unsere Filialen an den Plätzen Bückebarg und Göttingen haben wir geschlossen. Durch Verkauf der Bankgebaude ist das Knut« Bankgebäude um RM 200000.— ennäsaigt worden. Der Rückgang auf dem Konto Grnndbesits erklärt sich ebenfalls durch Abitoesnng von Grundstücken. Die uns nahestehenden Banken haben Im allgemeinen befriedigend gearbeitet, ebenso wie unsere Amsterdamer Kommandite, die Bankfirma Proeb)& Gnlmann, deren Reraboursgescbäft«inen bemerken«- werten Umfang angenommen hat Die Dentaeh SBdameri k a- nlsehe Bank sowohl wie die Deutsche Orientbank dürfte» für das abgelaufene Jahr eine Dividende von je 6% verteilen. Die in der Gewinn- und Verlust-Rechnung angegebene Einnahm« am dauernden Beteiligungen stellt die Erträgniase de* Jahre« 1886 dar diejenigen des Jahre« 1927 werden in der nächstjährigen Bilanz cor Ter- reebnung gelangen. Der Ertrag de« Effekten- tmd Koniortlai-Kontos wurde z» Aheehrethungen verwandt. i Unter vorsichtiger Bewertung aller Aktiven ergibt sieh laut Oewimv- nnd Verlust-Rechnung ein Ueberscbusi von,,.> EM 77 222 486,96 und nach Absetzung der Handlungsunkostcn mit<■■• RH 56 658 142.82 Steuern mit........ RM 7 491 780.14 RH W 149 922.88 verbleibt ein Reingewinn von..» dessen Verteilung wir wie folgt vorsehlagen; Zuweisung zur gesetzi, Rücklage RM 1 900000.-» Zuweisung zum Pensionsfonds. RM 800000.— 4% Dividende auf RM 100 000 000— RM 4 000 000— RM 5 900000.- SM 7172564— Tantieme an den Anfslchtsrat» EM 486 488— 6% Snperdividende auf KM 100 000 000— RM 6 000 000— Vortrag. RM 686 078— RH 7 17? 564— BM 13 071 564— Walther Frisch. Herbert M. Gutmann. Carl Hrdlna. Wilhelm Kleemann. Georg Mosler. Henry Nathan. Paul Schmidt-Bränden. Denisdier�tallarlieiter-VerliaDii' »«"»>«! Msgesverrle»>«'"««> Alle duearionrlcu RoUeginnen und Kollsgen melden lich mit ihrem Mitgliedsbuch in den Stteillotaien der Werkzeugmacher zur Eintragung in die Listsn Ot« Octeoereoaltun« EhrenerklMrapg: Die Beteidigun« gegen Frau Kellermann nehme ich mit Bedauern zurück und er> kläre dtejelde für eine aiilländias Frau. Frau Anna Holtmann, Immanuettirchftr. 10. Verkäufe «acocnti BiBttc musug uno wicibii, neueste Bemusterung, kaufen Äerzt» und Lehrer, Beamte und Angestellie von leistungsfähigem Spczialhaus. Sntgrgen. ivmmoude ,-uhiungcn. Bertangen Sie unverbindlich Bertrcterbefuch unter E. 7 an den„Bocwärts"-Berlag.* Teppich« mit Farbtehter». 2X». Sarbtehler. 8X4, 69,- Farbfehler. X4. 85,—. Körner. Potsdamerstraste Sir. 26».* Teppiche ohne Anzahlung, 12 Manals- raten. Teppichhou» Union, Oranien. straste 42.> ficttleidunizzzlürkk. Wasrlu us« Ss» flasalicteu wenig getragene, wie auch neue eieganie Iackeiianzuge, Smo- fing-, Frackanziige. Paletots, Gummi- rnäntel. Listen, tue fede Figur vallend, verkauft spottbillia. keine Lomdardware. Leihhans Friedrichstraste 2. am Lalle- fchen Tor.____» ,'«ttfrtietu ob Fabrik, graue Rupf- federn Pfund 50 Pfennig an. Bettfedern. Dompfreiiiigung. Neu:«ettkedern. Wäsche Betttedernfabrik Schwan. Brun- nenstraste 152, Fabrikgebäude,»ergttte 5 Prozent. «ettrnpsrkaafl Neue! 9,751 15,—. 19,501 Prachtvolle 57,501 Bauernbetten 32,-1 Dannias 87,501 Kinderbetten 8.751 Bettwäsche! Inletts! spottbillig und gut! Keine Lomdardwaren. Leih- Haus. Brunnenstraste 4?• Getragene Herrengarderobe. Spezialität Bauchfiguren, spottbillig. Rast. Gar- manustralte 25/21. trllher Mulackstraste Leihhau, Morigplag 58».«erkauf von Kavalier-Garderode, teils auf Seide, Jackett-, Frack-, Smokinganzllae, Gabor. dinemäntel. Banchanzllge. für lebe Figur paffen b. Srtra-Angebaie für neue Gar. derobe. Pelzlocken 50—, Pelzmäntel »5.—, Sportpelze 85—, Gehpelze 100,—. Steine Lombard war« I• Nähmaschinen I Türlopp.Nähmaschincn gegen g-Dark- Wochenralen Wiostk. Brunnensteast- 185. zwischen Ztosenthaleeplad und Znvali- denkraste Norden 118 Nshmaickinen. Billige eestilgsüge Fabrikate für Hausbedarf und Gewerbe Wöchentlich 8— Fischer. Potsdamer- ltraste lQZ_____• Nähmafchia«», Einger 25—, Phönix 50,—. Zwitzers, Belforierstraste 80. Nobel Möbelhaus Stein, Weinbergsweg 24. Besonders günstiges Ängebot: Schlaf- 475,—. Speifeziminer. Nüst. Ankleideschränke (immer iumbllfetts, BUt Spiegel 105,—, Küchen, Poistermöbel, fohlungsetleichterunfl.__• »rtallbetten, Auflegematrotz-n, Chaiselongues. Kinbeebetten, Kinderwagen spottbillig trog Teilzahlung. Schön- Häuser Allee 5, Schönhauser Tor.' Patentmatrasten,.Prlmisslma'-Metall- betten, Auflegematrasten, Chaiselongues Walter, Stargarderstraste achtzehn, Epe- »ialgefchäft_ Moebel-Boebel. Moristplast, Fabrik- gebände. liefert gediegen« Schlafzimmer. öpeifezimmer, Serrenzimmer, Köchen- Möbel, Einzelmöbel aller Art zu»>«- drigsten Preisen. Besichtigung erbeten.�» Fllntundlechztg Schlafzimmer, Nahe. betten. Schtafsellel. herabgesetzte Preis«. etahlungserleichterung KamerNng Ka- stonienallee 56_• Einzelmöbel zur Segänzuna. Schränke, Betten, Tische, Stühle, Büfetts, Kre. d-nzen, Echre-btttche, Bücherschränke, Standuhren in allen Loszarten. Klub- m'-tbel In Gobelin und Leder. Stadt- bekannt billige Preise. Möbeshaus Osten, Morist fritfchom'st. Andreas- straste 30, gegenüber Markthalle.• Pianos ohne Anzahlung, neu und ge- braucht in grastet Auswabl verkauft Herer. Brunnenstraste 191. I Treppe. ?osenlhaler Plast Langlährlge Daran. iic kleinste Ratenzahlung. gahngehiff«. Silberfachen. Zinn. Blei ueckstlber. Doldfchmelze. Qöitz..| m.____ HRP Köprnickerftr. 39(nahe Adalbertstraste! hriflipnat fi" Ltnlpienoo. überaus preiswert. Piano- tabeik Link. Brunne, istroste 85.• Fahrräder, erstklassig« Markenräder Teilzahlung Fohrradhaus Centrum. Linienstrast, neunzehn.• Kaufgesuche Münzen, Briefmarken kauft Grast mann. Zohannisstrast« 4.-> Unterricht Technische Privatfchule Dr. Werner, Regierungsbaumeister, Berlin. Neander. straste 8. Maschinenbau. Elektrotedinik. Sinzungstochnik, Hochbau, Tiefbau. Steinmestfchule.___• Einiakrinen-Abituranstalt Dr. SBleufel, «urflirstenstraste 72, auch Abendschule lBolloschüIer). Kurfürst 7587.» Verschiedenes „Weltdetektis", Etmiftlungsinftilut Preist, W 88, kleiststraste S«,,(»"od). bahnhof Nollendorfplast). Kurfürst 4543. zuverlässige Erledigung aller Ermitt- lungen, Beobachtungen. Auskllntte. Tau- sende Anerkennungen.» I Vermietungen Wohnungen Zwei kleine beschlagsreie Wohnungen abstandsios abzugeben durch Immart, Turmstraste 9.______ W-bnungstaufch. Bezlrksvermittlunq Prenziauerberg, Sounenouraerstraste tä ; Eckhaus Gleiinstraste 45, anbietet:.'> zu iBier-Zimmer-Wohnungen, 4 zu Tre,. I Zimmer-Wohuung.n, 3 zu Zwei-Pmmcr- . Wohnungen, 2 zu Ein-?:mmer>Äohnui!- Et. Tausch geg-n gleich« Wohnungen, rkleinerunae» schnellst ns kost u los jen Zufchust. Au faa bewohnung, Tausch. laden aller Etabiteil«. Detektisdureau Stolchel. Ebauss««- straste 77 Fernsprecher Norden 7886 Beobachtungen. Ermittelungen Au». kflnfse allerorts___> Lebamme Lllde-ihrim. langjährige Praxis. BMowstrgste 62» Große Marzbleich«. Schneeweist wäscht Marie Welke, Köpenick, Linde, istrast« 9. Telephon: 1285. Leibwäsche 15, Oder- Hemden»0. Abholung Mittwoch und irmerstog.• Geidwerkehr Leihhaus Lange, Moristplast. Alchinger- t haus, beleiht auch Aktien, Wertpapiere. lksiidit zu sofortigem Eintritt MtitieRsvolverdretier und ßlpsplaltenmac�r in schweizerische Fabrik(Qienzorf). Ol erten mit Zeugnisabschriften unter Chiffre JH 2.'3 an 8. hweizer-Annoncca A.-0. Zürich(Schweiz). Plätterin gefibte, sofort gesoebt Butschat&? trater Sctian enstraBe II.