BERLIN Sonnetttag, 8. März 10 Pf. Nr. 116 B 55 45. Jahrgang. Erscheint täglich außer Sonntag«. Zugleich Abendau t a g e s. gesetzliche Festlegung eines jährlichen Urlaubs, Ver- besierung des Arbeiterschutzcs, der Sozialversicherung. Sicherung des Äoalstionsrechts für die Beamten, gesetzliche Regelung des Tarif Wesens. In wirtschaftlicher Hinsicht verlangt die Partei Rationalisierung der Produktion und der Verwaltung, allerdings nicht ausschließlich auf Kosten der Arbester. Verstaatlichung Die Nationalisten Mahler, Gchreker und die Jugend. Musikrundschau von Klaus pn'ngsheim. '£es. Eons Franca is avaient r-.-........... � fuhren den W ahlkampf in Frankreich ebenso verlogen wie in Deutschland. Das hier wieder gegebene nationalistische fPahlplakat stellt den französischen IV Uhler n den Krieg in Aussicht für den Fall, daß sie„rot" wählen! �Sinfonie der Tausend.� , Sinfonie der Tousersti,'' unter diesem schändlich häßlichen Namen ist Gustav Möhlers Achte Sinfonie populär ge- worden. Populär, obgleich sie— um der enormen Ansprüche willen, die sie an die Aufführung stellt—{ellan gespielt wurde. In Berlin zuletzt im Rahmen der Oefterreichischen Musikwoche 1923 unter Paul Pella. Nicht, wie jetzt in Reklonienotizen wiederholt zu lesen war. unter Dr. H. Unger. Der also bringt sie nun zweimal im Großen Schauspielhaus. Sonnabend nachmsttazs im dekorativen Rahmen der allabendlich«, Opereste. Die Chöre, auf die es vor allem ankommt, lärmend und ungepflegt, ein Haufen Stimmen ohne Zusammenhalt. Das Solistenseptest durchaus unzu> längfich.(Nur Albert F i f ch e r ist den dynamischen Anforderungen seiner Partie gewachsen.) Dem tausendtöpfigen Apparat, der oben- drein merkwürdig ungeschickt placiert ist, steht der Dirigent mochtlo» gegenüber. Lange Strecken des ersten Teils verlaufen in beängsti. gender Verschwommenheit, die Gruppen musizieren aneinander vorbei. nur die Festigkeit der Philharmoniker verhütet eine Katastrophe. Aber das Ganze verläuft in schleppendem Tempo, schwunglos, ohne Steigerung, u verlebt, ungestaltet. Nichts von der Überwältigeiden Wirkung, deren dos Werk, im Lebensplan feines Schöpfers Summe und Krönung seiner Arbest, mächtig ist. Mahler und Berlin haben gleichen Grund, zu protestieren. Gchreker-Keier. M a h l e r, dem im Großen Schauspielhaus Unrecht geschieht, ist im 9. Sinsoniekonzcrt des Berliner Sinfonieorchesters mtt drei Wunderhornliedern vertreten. Vorher singt Lula Mysz-Gmei» n« r fünf Gesänge aus„Tausend und eine Nacht' von Schreker. Vorher dirigiert Emil B o h n der seine Konzerte auf hohem Niveau hält, Schrekcrs oft und gen, gehörte Suite„Der Gedurts- tag der Jnfontin': eine kleine Schveker-Feier, Vorfeier des fünfzig» ften Geburtstags. Nach der Suite, noch mehr nach den Gesängen gibt es Beifall von außerordentlicher Herzlichkeit: er gilt nicht nur dem Komponisten, der in diesen Lieben, nicht viel mehr eingesetzt hat als fein« gekonnt« Spezialität der gebrochenen Orchesterforben, er gilt wohl mehr ihrer tief eindriinglichen Gestaltung durch die große Sängerin— und dem Mann vor allem, dessen Musikcrname, schlogwortartig, für Berlin ein Programm bedeutet. Nachwuchs. Soweit die tnusilshidierende Jugend sich staatlicher Führung anvertraut, sie tut's im Zeichen Franz Schrekcrs: mit seinek Berufung zum Direktor der Staatlichen Hochschule war das Programm ihrer Erneuerung, Verjüngung, Modernisierung erklärt. Dos beginnt sich auf ollen Gebieten zu erfüllen: es hat sich überraschend in der Opern- schule erfüllt, deren fortschneitende Entwicklung sich sozusagen unter den Augen der Oefsentlichkeit vollzieht. Nun hörte man ein« Auf- führung von Glucks„Iphigenie auf Tauris', unter P r ü w e r s musikalischer, H o e r t h s szenischer Leitung. Es ist in der Tat er- freulich und erfrischend, zu sehen, wie west die jungen Leute, die derjenigen Industrien, die ein notürüchcs Monopol ausnützen, Einfluß der Arbeiterschaft auf den Produkttous- prozeß und auf die Preisgestaltung. Auf finanziellem Gebiet wird die Regelung der interalliierten Schulden unter Be- ,uckfichtigung der finanziellen Leistungsfähigkest Frankreichs und Transfermvglichkesten. gesetzliche Stabilisierung des Fronken, gesicherte Verteilung der Steuern unter Abschaffung der Der- brauchssteuern gefordert. Elendszug in Dänemark. Auf dem Marsch nach Kopenhagen. Aopenhage«, 8. März. Ein Dcnwnstrotionszug von 8OY Obdach» und Arbeitslosen von Jittland nach Kopenhagen, der gestern abend unter der Leitung des Militär- fliegvrs und Gardchnsarenossiziers Clanson KaaS in Harfen» anlaugte, soll auf Anordnung des Justiz rniniftors Rhtter heute aufgelöst werde«. SV Polizsteu sind dazu in der Nacht von Kopenhagen nach Bejle gesandt worden. Dem technischen Führer des Zuges. Leutnant Clanson Kaas, wurde gester« vom Juftizminister die Entfernung aus dem Heere angedroht, falls er nicht sofort den Zug auflöse. Mau hat bisher keinerlei herausfordernde Handlungen der Demonstranten cutdecken könne«. Die jütländische« Aemtcr habe« in offenbarem Verständnis für die verzweifelte Lage der Demonftranteu diese g e s p e i st und ihnen Nachtquartier angewiesen. Die Tätigkeit des Leutnants Kaas hat sich lediglich darauf beschränkt, Ruhe, Ordnung und Disziplin im Zuge aufrecht zu erhalten. Er hat sich daS volle Vertrauen der Teilnehmer errungen, hat versucht, die roten Schleifen durch grüne zu ersehen und den einzigen drohend klingenden Sah aus der Ein» gäbe an die Negicrung zu streichen. Die Opfer des Grubenunglücks. Acht Tote auf dem Kunigundenschacht in Neurod«. istenrode, k. März. Zu dem Grubenunglück aus dem Sunigundenschacht der Wenzel ausgrübe in evdmigsdorf wird noch ergänzend berichtet, daß die nunmehr festgestellte Zahl der Toten sieben beträgt. Ein Berg. arbeiter. wll dessen Tod ebenfalls zu rechnen ist. wird noch vermißt. Rädels Fluchwersuch gescheiieri. Warschau, 8. März. Stach einer noch nicht bestätigten Meldung soll Karl Madek von seinem Zwa ngsau fenthaltSort im Ural entflohen sein. Man habe ihn jedoch in S m o l e« s k, nicht«ehr weit von der Grenze Polens erkannt und p„irr Bewachung nach Mo skaw hitrückgebracht» alles selbst machen— Solisten, Chor, Tanz. Orchester—, es hier gebrocht haben. Und Arno Schellenberg, der ftinunlich un- gewöhnliche Oreft, ist als Sänger schon ein« Erfüllung. Von der komponierenden Jugend stand hier neulich, sie wirke im Geist Busonis. Aber«r fehst als Lehrer und Erzieher dem KpmpP- nisten Kurt W« il l, einem seiner begabtesten Schüler gewiß. Der pen- delt heute hellllos zwischen vorgetäuschter Puhlikuinsverachtung und den, Sensationserfolg, dem er unermüdlich, vergeblich bis jetzt, nach- jagt; zwischen artistischer und kunstgeschästlicher Spekulation. Das Franz Schreker. Violinenkonzert, das er jüngst zu», erstenmal in Berlin hat spielen lasten— Stephan Frenke! beherrscht den Solopart mit uiü,«- dingt« Souveränität— ist von der ersten Art: Musik, wie sie vor zwei Jahren von modernen Musikern geschrieben wurde und noch weiteren zwei Iahren überwunden, also vergessen sein wird. Auch Karvl Rathaus, einst Schrekcrs Schüler übrigens, pendelt: zwischen allen möglichen Stilen, zwisä'.en gestcn, und morgen. Seine„Ouvertüre", die F u r t w ä>, g l e r in, 8. Phil- harmonischen Konzert zur Uraufführung bringt, versucht immerhin etwas wie einen inneren Ausgleich widerstreitender Tendenzen. Ja, den Klang einer neuen Romantik glaubt das Programmheft herauszuhören. Man richtet sich also schon auf Kompromisse mit der Aerzangheit ein. Jedenfalls, die Zeit d:r atonalen Groß- sprecherei ist vorüber. Der Weg für Taten ist frei; es braucht nicht gleich eine Sinfonie der Tausend zu werden. „Das Land der eigenen Scholle." Filmvortrag im Gchwechiensaal. Der Film eignet sich in hohem Maße dazu, klare Vorstellungen von fremden Ländern zu vermitteln. Es ist daher zu begrüßen, daß die Döring. Filmwerk« wie im norigen Iohr von den Vereinigten Staaten jetzt einm Film üb« Kanada herausgebracht hoben. Er ist in Gemeinschaft mit dem Norddeutschen Lloyd unter Leitung des erfahrenen Diplomingenieurs Dreyer im vorigen Jahre von Hugo Urban aufgenommen morden. In erster Linie ist et bestimmt, den Auswanderungslustigen, die nach dem Besitz einer eigenen Scholle streben, Kenntnisse von diesem Lande zu vermitteln, dos vierzehnmal größer als Deutschland ist Kapitän Gottfried Speckmonn begleitet auch diesmal den Film(der zurzeit im Schmechtens aal läuft) mit einem in. strutlioen Dortrag. Schon die Seereise mit dem Lloyddampfer „Sierra Dentana' bietet ergötzliche Unterhaltung. Man landet aus Halifax, lernt die Halbinsel Nowa Scotia kennen, wo noch heute die von Hannoveranern gegründete Fischers, edlung„Lunenburg' blüht. Aus dem Prince-Gdward-Islond sehen wir den Anbau der Saotkartoffeln. die ganz Nordamerika versorgen, und besuchen die großartigen Silberfuchssarmen. Die Reise geht weiter durch die dichter besiedeUen Provinzen Neu-Braunschweig, Ouebeck und Ontario. Das französische Ouebeck und der große Kornhasen Montreal, die Niaaarafälle und die Provinz Waterloo mit ihren deutschen Siedlungen werden besichtigt. Dann kommen wir nach dem Besuch des größten Goldbergwerkes der West in Timmings und einer der riesigen Papierfabriken, die dank dem ungeheuren Waldreichtum des Landes die Dereinigten Staaten mit Papier ver- sorgen, in die Kornkammern des Landes, Manitoba und Sastalschewan. Die Siedlungsmethoden, die dem Einwanderer für billiges Geld bis 89 Morgen Land zu-weisen, werden veranschaulicht und die Kornproduktion, die zum Teil mit den modernsten land- wirtschaftlichen Moschinen arbeitet, im Bild« vorgeführt. Der Land- arbeit« kann hi« in einigen Iahren immerhin soviel erwerben, daß er die Urbachmochung des ihm überwiesenen Bodens unter- nehmen kann. Zum Schluß wird nach ein Streifzug durch Britifch-Kolumbien mit feinen Riesenwäldern und ungeheurem Reichtum an Fischen untenwmm«,; dann lernen wir die ehemaligen Besitz« des Landes, die Indianer in ihren Reservationen kennen, werfen einen Blick auf dos großartig« Gebirg« der Rocky Mountains mit ihrem Reich- tum an gehegten Büffeln. Bären. Biebern und Elchen und ver- abschieden uns von dem Land«, in ZZoncouo«, der Eingangspforte für den asiatischen Osten. T' Oie Polizei und das Theater. Der Schwank„Die Schule der Liebe', der im Residenztheater gespielt wird, hat das Polizeipräsidium zum Einschreiten veranlaßt. Es benachrichtigte gestern nachmittag den Direktor des Residenz- theotcrs, Ferry W« r n er, daß unbedingt Aenderungei, vorgenom- wen werden müßten, im sicheren Falle wäre die Vorstellung zu verbieten. 2« Schwank gü,g also abends in neu« Gestalt in Szene. Aus dem Schreiben des Polizeipräsidiums geht hervor, welche Szenen zu diesen, Schritt Anlaß gaben: „Abteilung II, Berlin, 7. März 1928. Herrn Direktor Ferry Werner wurde heute persönlich«öffnet, daß die Art der Darstellung des Stückes„Schule der Liebe' dezenter gehalten und daß von den Darstellern, besonders vo» Herrn O. E., die sexuellen Pointen weniger stark gebrocht werden müssen. In»- besondere hat der Schauspieler E. im zweiten Akt in der Szene mit Io-Io. in welcher er in Hemd und Unterhose hinter einem Diwan steht, bei seinen Worten:„So habe ich noch nie vor einer Dame gestanden' es zu unterlassen, die Schlummerrolle zwischen die Beine zu nehmen und vorzustrecken, sondern sich eines anderen Gegen- standes zu bedienen, der jede Zweideutigkeil ausschließt. Ferner muß der Ausruf der Darstellerin der Alice:„Es lebe die Republik', den sie jedes Mal beim Geschlechtsakt zur Erinnerung an den Tag ihrer ersten Verführung(14. Juli, Nationalfeiertag der französischen Republik) hinter der Szene ausstößt, unterbleiben und durch einen anderen unverfänglichen Ausruf ersetzt werden.' Mit künstlerischen Dingen haben diese gerügten Auftritte schon gar nichts mehr zu tum Auch nicht in einem Schwant! �Bismarck und Weimar." Unter dem Thema„Bismarck und Weimar' versuchte der be- kannte Münchener Historiker Prof. Dr. H e r m a n n O n ck e n der in der„Deutschen Vereinigung für staatswissenschaftlich« Fort- bildung' sprach. Vergleiche zu ziehen zwischen der Reichsgründung von 1871 und der deutschen Republik mit ihrer Weimarer Verfassung von 1919. Politisch gab das Referat von Prof. Oncken einem Ver- nunftrepublikanismus Ausdruck, einem.Lo-Aber'-Bekenntnis zur Weimarer Verfassung, denn man könne da- Alte, so schmerzlich e» manchem sei, unmöglich wiederherstellen. Die einzige Rettung und die einzige Kraftquelle für den Wiederausbau nach dem Zu- sammenbruch sei nun einmal in Ermangelung eines vielleicht Besseren die Vollssouoeränität gewesen Im übrigen sang Oncken ein Loblied auf tue politische Genialität Bismarcks, die nichrs Theoretssche«. keinen grundsätzlichen Standpunkt, sondern nur „organisch" aus dsm historisch Gegebenen herauswachsende Praxis gekannt habe. Unter Politik versteht Oncken ausschließlich Opportu- nismus und Kampromißmocherei: alles andere sei dogmatisch- unhistori scher Doktrinarismus. Ziemlich leicht machte sich's d« Redner auch mit der historischen Erklärung und auch mit der Der- llärung des chaotisch-unheimlichen Kompromihcharaklers der Reichs- verfassunz von 1871. Die bewegenden Kräfte der geschichtlichep Eni- wicklung sind für Oncken die„historisch erwachsenen Lebenskräfte', die in der Weimarer Verfassung mit dem kaft rechnenden Verstände, der„ratio' des Doktrinärs, in Konflikt gekommen seien. Die Zurück- führung der geschichtlichen Vorgänge aus so mystische und unerklärbare Ursachen wie die„historisch erwachsenen Lebenskräfte" führt allerdings nicht zur Erforschung, sondern zur religiösen oder ethischen Verbrämnung der geschichllichen Vorgänge. � Vom Hafen zum Spielplatz. Das Luxusbad am Zoo. Das Bild um die Qedächlmekirche am Zoo soll wieder eine D ernndet ung er jähren. Ein Teil des lang gestreckten romanischen Hauses, das bisher einige Fitmaleliers beherbei gte, soll zu einem Euxus- Schwi m mbad umgebaut werden. Das Bild zeigt die Abbruche arbeiten an der großen Halle. Der Urhanhafen im Süden Berlins ist heute ein totes Becken ohne jeden IVerl jur den Schiffsnerkehr. Ein wesentlicher Teil des Hafens soll jetzt zugeschüttet werden und als Spielplatz eine neue V erwendung finden. Die Kneipsahri des Rechtsanwalts. Republik beschimpft und freigesprochen. An allem ist natürlich die Iudenrepublik schuld! Selbst wenn z B.«in gut nationaler Rechtsanwalt unterwegs vom Rheinland nach Ostpreußen eine Kneiptour durch das nächtliche Berlin unter- nimmt. Diesen nationalen Rechtsanwalt hatte man das Ver- gnügen, gestern vor dem Schöffengericht Charlotten- bürg näher kennenzulernen. Der Eröffnung sbeschluß lautete auf groben Unfug, öffentliche Beleidigung und Beschimpfung der Republik. Also fjerr W., Rechtsanwalt in Düsseldorf,— wir wollen seinen Namen verschweigen, um ihm nicht die nationale Märtyrer- krön« aufs Haupt zu setzen—, hatte, wie gesagt, mit einigen Stu- deuten zuerst im feudalen Restaurant Heßler am Kurfiirstendamm zu Abend gegessen und war dann als alter Herr, mit gutem B-.'i- spiel den jungen Semestern vorangehend, mit diesen durch die Wein- lokale des Berliner Westens gewandert. Etwa um>»4 Uhr morgens landete man vor der Königin-Bar. Da den angeheiterten Burschen- schaftern die Buxbäume von der Bar hindernd in dem Weg standen, so riß einer von ihnen sie aus den Töpfen und warf sie auf die Straße. Der Portier schien aber für diesen Stodentenjux wenig Sinn zu haben; er holte«inen Schutz- mann, und dieser konnte anstandslos die Personalien der drei Studenten feststellen. Anders aber gestalteten sich die Dinge mit dein Herrn Rechtsanwalt. Da ihm die ganze Angelegenheit unangenehm war, rief er ein Auto herbei und wallte sich aus dem Staube machen. Als er, der keinen Ausweis bei sich hatte, dem Beamten auf das Polizeirevier folgen sollte, versuchte er zuerst diesen durch gutes Au- reden von seinem Vorhaben abzubringen..Lieber Junge," sagte er zu ihm, ,hu wirst das doch nicht einem alten Krieger antun". Als der Polizcibeamte jedoch auf seine Forderung beharrte, schling der ./rlle Krieger" den ihm von der Militärzeit gewohnten Kasernenton an und erklärte,„ich werde doch nicht mit dir dummen Jungen, dummen Saukerl mitgehen". Unterwegs mochte er dann seinem nationalen Herzen Luft, indem er meinte, daß fei nur in einer Saujudenrepubltt möglich. Der Schupomann bestätigte in der GerichtsoerhaiMung unter seinem Eide, daß all die Ausdrücke—.„Kraffchmarek" nicht zu vergessen— wirtlich gefallen seien. Iustizrat Hahn oersuchte, den Polizeibeamten dazu zu bewegen, seinen Strafantrag zurückzu- nehmen; der Herr Rechtsanwalt fei bereit Abbitte zu leisten und sür die UiNerstützungSkafle der Polizeibeamten 100 Mark zu zahlen. Der Beamte weigerte sich, das zu tun.— denn nicht allein er. sondern die ganze Polizei sei in seiner Person beleidigt—. ging aber schließlich darauf«in. Der Staatsanwalt beantragte wegen groben Unfuges 30 Mark Geldstrafe und wegen der Beschimpfung der Republik, wegen der an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat, 1500 Mark Geldstrafe. Awei Minuten später wurde das Urteil verkündet. Der Angeklagte wird freigesprochen, denn erstens l,oge nicht grober Unfug, fondern Sachbeschädigung vor und zweitens sei die Beschimpfung der Republik kein« öffentliche gewesen. Also entschied das Gericht. Hoffentlich legt der Staatsanwalt Berufung ein. Was meint aber die Anwaltskammer zum öffentlichen Benehmen dieses ihres Standesgenossen? Nie Giaaienlosenfrage. Die Regelung der S t o a t e n l o s e n f r a g e ist ein Problem, dos nach wie vor seiner Lösung harrt. Der Völkerbund, als der maßgebende und entscheidende Faktor hat wohl bereits mehr- fach zu der Frage Stellung genommen, jedoch ist bisher keine positive Regelung der Angelegenheu erfolgt. In den legten Monaten wurde die Schaffung eines neuen Paffes erörtert. Die Stoatcnlosenfragc ist eine Frage des Minderheitsrcchtes der Nachkriegszeit, deren Lösung nur durch Auswertung der in den Friedensverträgen festgelegten Bestimmungen erfolgen könnte. Der Verband der Staaten» losen, der eine Versammlung im Nollendorf-Casino, Kleiststraße. abhielt, drängt auf die Schaffung einer Zentralstelle, die alle in Berlin lebenden Staatenlosen— es sollen ihrer schätzungsweise zwischen 15- bis 20 000 sein— erfaßt, Entstehung und Ursache der Staatenlosigkeit feststellt und. mit Unterstützung der Reichs- und Landesbehörden, die Rechte und Interessen der Staatenlosen zu regeln bemüht ist. Die Untersuchung der Nationalitätenfrage soll durch das zuständige Konsulat erfolgen und die letzte Entscheidung einem internationalen Schiedsgericht vorbehalten bleiben. Eine außerordentlich wichtige Frage ist vor allem die Regelung der Staatsangehörigkeit der Frau bei Eheschließung mit einem Ausländer oder einem Staatenlosen. Der Referent des Abends, Wechsner, berichtete über einige besonders tröffe Fäll«, aus denen die völlige Rechtlosigkeit der deutschen, an einen Aus- länder verheirateten Frau mit all ihren traurigen Konsequenzen zu- tage trat. So wurde z. D. das Kind einer Witwe— eine Deutsche, die mit einem Engländer verheiratet war— das hier zur Welt kam. für staatenlos erklärt, da England die Staatsangehörigkeit nickst an- erkannte: auch die deutsche Frau, die einen Amerikaner heiratet, erwirbt dadurch nicht die Staatsangehörigkeit, es sei denn, daß sie als Auswanderer die Staatsangehörigkeit nachgesucht hätte; ebenso verhält es sich mit Rußland. Auch dort erwirbt die Frau durch Heirat keineswegs die Sowjetangehörigkeit, verliert jedoch sofort ihre deutsche Staatsbürgerschaft. Die Klärung all dieser Fragen ist sowohl vom juristischen, wie auch vom rein menschlichen Stand- punkt natürlich außerordentlich wichtig und es wäre zu wünschen, diesen rechtlosen, ja gewiffermaßen vogelfreien Menschen in irgend- einer Form offiziellen Schutz zu gewähren und sie einem Staats- bürgcrtum einzuordnen. Die Frau im Buchhandel. Allzu große Bescheidenheit. Sehen wir uns heute den Buchhandel an. Da ist der V e r l a g, der den weiblichen Angestellten zum weitabgesteckten Betätigungs- feld geworden ist. Wir finden hier nicht nur die billigen und willigen jugendlichen Angestellten für die vielen Arten von Hilfsleistungen, wir finden auch viele weibliche Gehilfen für Auslieferungs-, Herstellungs- und Vertriebsarbeiten Und wie ist es im Sortimentsbuchhandel? Wie im Kunst- und Musitalienbuchhandel? Ist da etwa nicht auch schon die Gehilfin als kluge Beraterin des Kunden? Wer wollte es noch leugnen, daß die Frau immer mehr in den Buchhandel eindringt. Gelegen kommt ihr dabei vor allem ihre bessere Vorbildung. Und die M a s ch i n i e r u n g der Betriebe tut ein übriges. Flinte Hände und ein beweglicher Geist sind begehrte Eigenschaften im Buchhandel. Nur in einem Punkte hapert es noch bei vielen weiblichen Angestellten im Buchhandel. Und das ist die Frage des sozialen Kampfes. Manche Buchhandlungsgehilfin ist leicht geneigt, zu glauben, daß„Dienst ani Buche" zur Bescheidenheit ver- pflichte.„Wenn bei der Arbeit nur soviel herausspringt, daß gesell- schaftliche Verpflichtungen erfüllt werden können." denkt sich gar eine höhere Tochter, die in der Betätigung«inen immerhin noch vornehmen Zeitvertreib sieht. Solch einer Törin wird wohl kaum zu helfen sein. Aber den vielen, vielen weiblichen Angestellten wird es schnell zur Erkenntnis gelangen, daß jede Arbeit ihres Lohnes wert ist. Die Buchhandlungsanstcllten kämpfen schon über drei Jahr- zehnte um eine Verbeffcrung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lag«. Gerade im Buchhandel ist ein solches Ringen sehr schwer. Mühevoll nicht nur deshalb, well die Unternehmer wirklich keine Freunde des sozialen Fortschritts sind, sondern vor allem auch wegen der G l« i ch- gültigkeit vieler Angestellten für die Dinge wirtschaftlicher und sozialer Natur. Diese Gleichgültigkeit ist ein Schaden für die Ge- samtheit der Buchhandelsangestellten- Die weiblichen Angestellten auch des Buchhandels müssen gleich ihren Schicksalsgefährten in den vielen anderen kaufmännischen Berufen die Träumer aufrütteln und ihnen zurufen: Wachet auf und kommt mit in unsere Berufsorganisation. den Zentralverband der Angestellten! Wetterbericht der öffentlichen wellerdienststell« Berlin und Umgegend: Neblig oder wolkig, noch vereinzelte, aber unbedeutend« Niederschläge, Tagestemperaturen einig« Grad über Null. Für Deutschland: Trübe und neblig oder stark wolkig,- vielfach leicht« Niederschläge, Temperaturen wenig verändert/ Verantwortlich fttr die Redaktion: Eugen Präger, Berlin: Änzeigen: Tb. Stocke, ~~ Vorwärts Berlag S. m. b. Berlin. Druck: Vorwärt, Buch. Berlin. Bert drucke«! und «rlagsanstalt Paul öinoer& Co.. Berlin£53 68. Lindcnstraße 3. Sic«» j»ellaae. Donnerst.. 8.3 Slaals-Opei Pl.d.Repubt 7'/} Uhr Cavalleria ruiiicana— B-)azzt itaatk Stfiauspielli. ■»udirmimrii Uhr Donnerst. 8.i.a Städtisdie Opei Bismarcks tr Ir.-Iir». II»tt. 7» i Jonny spielt anf StaatL Sdiillerth. Charlottenburjz � Uhr- Volks büh ne In. m idiifftauttum» « Uhr Schieber (teatai am tSlowonti 8 Uhr Die EotkleidQDg Utoniotarossa des Rahms Renaissance- Theater SteiNDiau ä»! 8.iu uhr Coeur Bube. CASINO-THEATER« oh. Lothringer Str. 37. Doktor Klaus. Ausschneiden. Gutschein 1—4 Pcrs Fauicuil nur 1,10 M* Sessel 1,60 M* Deotidies ftieaiei Norden 12310 Abonnememsbflro: Norden 10338—39. U-, Ende nach l» Zwfilttauiend Sonntag, den 1J„ Nachm.« Uhr: Zinsen von Bernaid Shaw Preise 1—7 M. Die Komödie Bismarck 2414'7Slt> 8>,, U., Ende tO'r, U. Marcel Fr adelin iDer Eunuch Haramerspiele Norden 123r. Bergm.2110. 8>.. Uhr Flucht m Jeti liaBWUtln 'nie- Wm lananb KomUdienhan» Norden Klo» Heute'>8 Uhr: Zum 1 Male Broadway Rafl» Eugen Robert Walhalla-Th. Welnbergsveg 19/20 räglich Vi. Uhr Das IMlWiM Schwank in 3 Akten lagaMd» kaiin Ii NM Vorzeiger dieses zahlen tür Parkett auch Sonntags statt V— Mk. nur M FL KlelDU Theater Täglich 8i', Uhr Erika Gldßner rc Greteben Für lugendliche nicht geeignet h. in Uniralspalast Tägl.«'.Uhi mim REVUE 2 Sonntag VorstclTz. 3Uhru.4li4Uhr radiD. 41t tmi far- ttiOBM nr tialli. t>„; ettzrer Mona chluss der spiel zeit 25. März ThBatBiLd.lOtowstr. Tel. Kurl. 9209-10. ErOfiaamts- Toriieimiut Freitag, o. Marz. V, BClUICfcon ra AsdeenbrOdel 12 Bilder mit Jazzmusik PlaietanDm am Zoe (man-«»>«!!»!» Stria. Noll. 1578 Id'-z. 18, IV, 2. 21 Uhr Der Sterobimmel der Heimat Eintritt I M. älto Hi. 15 Jana 5 jO e. laltsnirrGGIim »ts. Kanstler-Ti. 8 Uhr „Evciyne" Metropol-Th. Zentrum 128 24 8'/, Uhr Der Graf ron Laxembarg Stach, Gadn, Saatnd. Ultra:, Silph Idur taten. IM. Pasiii > Wo speist in* o. Mino? Nur GroS-Berlin Alcxandcrplarz. Tägl. 7«/, Uhr Neues Circusprogramm Zum Schluß „Die Hosen > es Herrn v.Bredow" STmalhePr. Qr. Ctrcusorogr.l Turn'rrakt aus Die Hosen de, Herrn ▼ Bredow u. Balle ttpantom: tstirUslieu Eiakihr. Komische 81 o Ohr Oper t>/. Ohr) James Klein's) gewaltiges neues StUcki Zieh' didi aus! 200 HiiwtiKende. Vorverkaul ab 10 Dhr ununterbrochen. mmmm Reichshallen-Ihea er SUhi. Sonntg. nachm> Uhr. Stettiner Sänger „nimcrDadii in der Oc maiccGoiene". nachm. i rm�B. 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Sollte er allein gehen oder mit Curtin ader mit dem alten Howard oder mit Eurtin und Howard? • Ü. Es war am nächsten Mar- gen, als Dobbs die Geschichte. die er von Howard gehört hotte. an Curtin weitererzählte. Curtin hörte andächtig zu. Endlich sagte . cr: glaube, das in«ine wahre Geichichte.„Wer natürlich ist es eine wahre Geschichte. Warum sollte sie denn er logen sein?" Dobbs rnor höchst verwundert daß jemand die Richtigkeit der Geschichie bezweifeln könnte. Aber dieser Zweifel, den Curtin geäußert hott«, hatte ein« Einwirkung auf ihn. Ihm war di« Geschichte so natürlich erschienen wie die Tat- daß es Morgen sei, wenn die Sonne aufgeht, und Abend, wenn si« untergeht. Es war nichts i» der Geschichte enthalten gewesen, was erdichset hätte sein können. Der Zweifel jedoch, den Eurtin in seine Frage gelegt hatte, macht« di« Geschichte abenteuerlich. Und während Dohbs bisher das Suchen von Gold mtt ebenso nüchternen Augen angesehen hall« wie das Suchen von passenden Stiefeln in den verschiedenen Schuhgeschäften einer Stadt oder wie da, Suchen nach Ar. best, sah er plötzlich ein. daß Goldsvche unbedingt mst etwas UnHeim. lichen umgeben sein müsse. Nur darum war ihm jetzt so sonderbor zumute, weil er dieses Unheimlich«. Mystisch«. Fremdartig« niemals vorher empfunden hatte, wenn von Goldsuchern die Rede war. Als Howard ihm die Geschichte so trocken erzählt hatte, hatte er keine ander« Empfindung gehabt als die, daß Gold und Steinkohle im Grunde ganz dasselbe seien, daß Steinkohle einen Menschen, der sich mst ihr befaßt, genau so reich machen kann, als wenn es sich um Gold handelt. „Erlogen?" sagte Curttn.„Davon habe ich nichts gesagt. Die• Geschichte in sich ist nicht erlogen. Da gibt es Hunderte solcher Ge- schichten. Ganze Serge solcher Geschichten habe ich in den Zeit- schriften gelesen, die solches Zeug drucken. Aber ich glaiibe. die Ge- schichte ist, auch wenn all« andere unwahrscheinlich sein sollte, sicher wahr in jenem Teil, wo diese drei Burschen versuchen, di« übrigen von der Kompanie übers Ohr zu hauen und last abfahren zu lassen." .Richtig!" Dobbs nickte.„Das ist der Fluch, der auf dem Golds lafteL" Als er das sagte, kam ihm klar zum Bewußtsein, daß er einen solchen Satz eine Stunde vorher nicht gesprochen haben würde, weil ihm gar nicht der Gedanke gekommen wäre, daß Fluch am Golde haften müsse. Curtin hotte eine derartige Wandlung in seiner Anschauung nicht mstgemachL Vielleicht nur darum nicht, weil ihm ein so unerwarteter Zweifel nicht gegenübergetreten war, wie ihn soeben Dobbs erlebt hatte. Dieses innere Erlebnis, dos Dobbs in dieser Minute gehabt hatte, trennt« diese beiden Männer, ohne daß es ihnen zum Bewußtsein kam. E» war eine Trennung innerhalb ihrer Gefühlswelt. Von nun an gingen beide einem anderen Ziel ihres Lebens entgegen. Ihre verschiedene Schicksalsbestimmung begann sich zu forden». „Fluch auf dem Golde?" sagte Curtin widersprechend.„Sehe ich nichL Wo ist denn der Fluch? Es liegt ebensoviel Segen daraus. Es hängt nur davon ab, wer es in Händen hat. Die bestimmten Charaktereigenschaften seines Besitzers schaffen den Fluch oder den Segen. Gib einem Schurken Kieselsteine in die Hand oder trockene Schwämme, er wird sie gebrauchen, um einen Schurkenstreich damit zu verüben." Dobbs lehnte sich turüch auf der Bank, Fünfzehn Jahre verfolgt, und in drei Minuten freigegesprochen. Abenteuerlich klingt die Geschichte einer Gerichisverhandlung in Paris, di« in knappen drei Minuten ihr Ende fand, weil der Angeklagte die Beweis« seiner Iiisschuld beizubringen vermocht«. E» hon. beste sich hierbei um einen Schauspieler namens Anatol Duteilleul. der in eine Erpressungsaffäre perwickest war. Er sollt« eines Abends in einem Hotelzimmer ein Liebespaar überrascht und gedroht haben, das, was er gesehen habe, dem Gasten der Dame nützuteilen. falls man nicht durch eine namhafte Geldsumme sein Schweigen erkauf«. Die Dam« zog es aber vor, sich ihrem Galt«» zu offenbaren, sein« Verzeihung zu erbitten, die si« auch erhielt, und den Erpresser anzuzeigen. Hinter dem Schauspieler wurde nun«in Steckbrief«r- lassen, doch gelang es ihm dank seiner Kunst der Maske, sich fünf- zehn Jahre lang der Entdeckung zu emziehen. Endlich wurde ihm die So-he aber doch wohl zu langmeilig oder zu anstrengend, und er stellte sich freiwillig. In der Verhandlung ergab es sich nun zur allseitigen Ueberraschung, daß eine Personenverwechslung vorlag. Der Schauspieler tonnt« einwandfrei nachweisen, daß er zu der fraglichen Zeit gar nicht in Paris gewesen sei. Auch war der Grund, weshalb er sich verfolgt glaubte, ein ganz anderer. Herr Duteilleul war nämlich seinerzeit seinen Gläubigern entflohen. Vor ihnen, und nicht etwa eines Verbrechen» halber, glaubte er sich die ganzen Jahre hindurch verborgen halten zu müssen. „Graziöse" Rechtsprechung. In Graz hat vor kurzen, Herr üandgerichtsrat Dr. Brejfinzer Frau Theresia W. zu 48 Stunden strengen Arrests verurteiU. weil sie sich euvge Zell vorher als Privatbeteiligte in einer Gerichts- Verhandlung derart aufgeregt hotte, daß st« ohnmächtig wurde. Vorher schrie sie nach:„Das soll«ine Gerechtigkeit sein—" Es ist nicht ganz einfach, zu diesem Urteil Stellung zu nehmen. Dos OhnmäMigwerden wird dos hohe Gericht vennullich nicht geärgert haben. Denn Richter lieben es, wenn ihre Opfer ohne Macht fmd. Aber wir wisien, nicht, ob der Schrei so klang...Do» soll eine Gerechtigkeit sein!" oder so:„Das soll eine Gerechtigkeit sein?" Ausrufe- oder Fragezeichen, das ist hier von Bedeutung. Im ersten Fall handelt es sich um eine Kritik. Im zweiten um eine Frag«. Fragen zu steyen ist erlaubt. Das pflegt nicht bestraft zu werden. Da aber gestraft worden fft, hat das Gericht also offenbar doch«inen Ausruf, eine Kritik gehört. Und da gestraft worden ist, hat sich der Richter allem Anschein nach getränkt gefühst. Obschon es immer wieder sestsam anmutet, wenn stets jene beleidigt sind, die den anderen am meisten Leib zufügen. Der Ruf:»Das soll«in« Gerechtigkeit sein!" kostet in Graz »Habgier ist die einzige Charattereigenschast. die Gold in seinem Besitzer auslöst." Dobbs wunderte sich, wie er zu dieser Meinung kam. Sie erschien ihm fremd.. Aber er redete sich ein. daß er dies« Meinung nur geäußert habe, um Eurtin zu widersprechen. „Das ist mm blanker Unsinn, was du da sprichst," erwidert« Curtin. Unbeabsichtigt hatte er mehr eine vertrauliche Form der Anrede gewähll, auf die Dobbs ebenso gedankenlos einging, als hätte er den Wechsel gar nicht gefühlt. „Es kommt doch ganz und gar darauf an." setzte Curtin seine Rede fort,„ob der Besitzer dos Gold an sich liebt, oder ob er es nur als Mittel betrachtet, um bestimmte Ziele zu erreichen. Es gllk ja auch in der Armee Offiziere, die mehr darauf sehen, daß das Leder, zeug peinlich sauber geputzt ist. als daß sie darauf achten, daß dos Lederzeug sich in einem brauchbaren Zustande befindet. Das Gold selbst ist nicht notwendig. Wenn ich jemand glauben machen kann. baß ich viel Gold besitze, kann ich dasselbe erreichen, als wenn ich es wirklich hätte. Es ist nicht dos Gold, das die Menschen verwandelt, als vielmehr die Macht, die sie mit Hilfe des Goldes ausüben können. das die Menschen so aufregt, sobald sie Gold sehen oder von Gold auch nur hören." Dobbs lehnte sich zurück auf der Bank, wo die beiden saßen, Er sah hoch und bemerkte auf einem Dache eines der gegenüber, liegenden Häuser zwei Arbeiter, die Telephondrähte legten. Sie standen so unsicher, daß man jeden Augenblick erwarten kaniU«, daß sie abstürzen würde».„Für vier Pesos oder vier Pesos fünfzig den Tag," dachte Dobbs,„und immer die Aussicht, sich das Genick zu brechen oder die Knochen zu zerschlagen: beim Derrickbauen sst eq ebenso, nur daß man die Aussicht etwas besser bezahlt bekommt." Dann dacht« er. es ist doch ein rechtes Luderleben, das man als Arbeiter führt. Und diesen Gedanken weiterführend, fragte er: „Würdest du denn deine Freunde verraten, um alles Gold für dich allein zu haben, so wie es die drei versuchten?" „Das kann ich jetzt nicht sagen," gab Curtin zur Antwort.„Ich glaube nicht, daß es einen einzigen Menschen gibt, der genau sagen kann, was er tun würde, wenn«r eine große Menge Gold für sich allein erwerben kann, und wenn er«ine Gelegenheit hat, andere Teilnehmer ausziischollen. Ich glaube bestimmt, daß noch jeder Mensch anders gehandelt hat, als er selbst erwartete in dem Augen- blick, wo er plötzlich viel Geld bekam oder die Möglichkeit sah, durch eine Handbewegung einen Hausen Gold einzusacken." Dobbs sah noch immer hinauf zu den Teiephonarbeiterrr. Obgleich er es den Arbeitern nicht gönnte, hoffte«r dennoch leise, daß einer herunterfallen möchte, weil das ein wenig Abwechselung in das eintönige Leben gebracht haben würde. Well nun keiner von den Arbeitern herunterfiel, kam ihm zu« Bewußtsein, daß er unbequem sitze, und daß ihm die Schultern weh täten. Er setzte sich wieder gerode auf die Bank und zündete sich eine Zigarette an. Er sol, dem Rauch nach und sagte dann:»Ich würde«s machen wie Tilton. Das sst dos Sichere, und man braucht nicht mehr so zu schuften und nicht mehr so hungrig herumzulnngenc. Ich würde mich mit einer kleinen Menge begnügen und meiner Wege ziehen. Die anderen mögen sich meinetwegen herumschlagen." Curttn wußte nichts darauf zu antworten. Da» Thema war erschöpfend von ihnen behandelt, nick fie sprachen von etwa» anderem. von etwas ganz Gleichgültigem, mir um zu sprechen und nicht so blöde dazusitzen.(Forssetzung folgt.) 48 Stunden strengen Arrests. In Deutschland erfahrungsgemäß nicht innner dasselbe oder das Enssprechende-, der Standpunkt des Gerichts richtet sid) nach dem politischen Standpuntt des Gerichteten. Dafür gilt in Verden Ländern die toterante Regel: Wer alles ein- steckt, wird nicht eingesteckt. Auch gut. Aber wie ist's, wenn man ruft:„Ei, das sst ober eine schone Gerechtigkeit!"? Der Verfall der Justiz der kapitalistischen Gesell- schaft ist so groß, daß dieser Fall noch nicht da war. Gesetzt, er käme vor. so müßte van Rechts wegen belohnt werden. Das wäre nur konsequent. Wenn Strafe vor bösen Toten abschreckt, muß Belohnung zu guten anspornen. Ich bin nach im Grunde gescheiterter Opposition dafür, �>aß mir nicht nur auf die Theorien uisserer Richtergeneräle eingehen. sondern daß wir sogar ibren folgerichtigen Ausbau verlanget,. Strafrecht plus Lohnrecht soll die neue Losung sein. Die Grazer Gerichtsbarkeit muß im allgemeinen und überall, wo deittsch gesprochen wird, zu einer liebenswürdigeren, graziöseren ausgebaut werden. Erst werden wir alle Amen sagen zu jedem großdeittschen Rechtsspruch, und dann werden wir ihm ein Halleluja extra singen. Der Grazer Richter hieß Pressinger. Preissinger für Pressinger heraus! Die gerichtliche Entlohnung ersolge in bar. Da si« sehr oft ausgezahlt werden mühte, würden die Justizministerien der Ländee bald so bankrott sein, wie ihre Theorie es sdjon lange ist. Die Linke wäre am Ziel. Die Linke hätte die Rechte od absurdum geführt, zu Tode gelobt. Sie hätte ein« wichtig« Sach« gemordet: die Sache gegen das Volk. Erich Gottgetreu. Sprachunterricht. Ein reich gewordener Berliner sucht durch Inserat Deuljchunterricht für seinen Jungen. Er nimmt Rücksprache mit dem Lehrer und schqrst diesem ein, den Jungen vor ollem von seinem surdztbarcn Berliner Dialekt zu befreien. Der Sprachlehrer lächelt geschmeichelt:„E? wird mir ein« hohe Ehr« sdn, Ihnen meine vollendete Kenntnis der hochdeutschen Sprach« zu beweisen. Ihr Herr Sohn wird zweifellos von diesem Umerricht profitteren." Nach einiger Zeit sucht der Dater den Sprachlehrer auf. um sich »ach den Fortschritten seines Sohne, zu erkundigen.„Nun. wi« kommen Sie mtt meinem Sohn au»!?" Der Sprachlehrer antwortet:„Also ick tonn Ihn' sachn, janz stoßartich! Ick bin jonz erstaunt icba meine Fortschritte im Balinischen!" Aus GewohnheiL Herr Jone» log in tiefem Schlummer. Ein schweres Gewitter zog herauf. Ein Blitz schlug in Herrn Jone» Hans ein und warf ihn aus dem Bett. Halb bewußtlos blieb Herr Jones liegen, dann rieb er die schmerzende Stelle und sagte mit bittender Stimme:»Aber Frau, ich stehe ja schon auf." WAS DER TAG BRINGT. zu gewinnen, muß man T nd Dobbs beschloß in dieser Nacht, auf die Goldsuche tu gehen.' Nr. 116 45. Jahrgang Donnerstag 8. März 1928 Des Bergmanns Höllenfahrt. Da, lloglült auf der Zeche Ewald, da, durch Absturz des Zahrtorbe» t, folge Seilbruch» entstand, stellt dle Frage der Sicherungen für Fördertörbe in Sergwerten w den Vordergrund de, Znlereste». wir geben in Folgendem einem Zochmauu« da» wort, der diese Frage einer eingehenden Schcndiutig unterzieht und dabei an)(ine Sonftrutlion verweist, deren Sranchbarkeil gegenüber den veralleten»Fangvorrichtungen» verbürgt ist. Die Redattion, Die Förderung senkrechter Lasten aus großen Tiefen erfolgt fast ausschließlich durch an Tragseilen hängende Förder- körbe. Das Abfangen des Förder korbs bei Scilbruch ist ein Problem, da» den menschlichen Geist seit mehr als hundert Jahren beschäftigt. Keine der bisher gebräuchlichen Fangvorrichtungen ist in der Lage, einen seillos gewordenen Fördcrkorb stoßfrei und gefahrlos für den Korb, für die im Korb befindlichen Personen und Waren, sowie den Schachteinbau anzuhalten: sie werden deshalb von vielen Sachverständigen nicht mit Unrecht als werllose Alkrappen bezeichnet. Die Prüfung der Konstruktion dieser Fangvorrichtungen durch die Aufsichtsbehörde, sowie deren Ueberwachungs. und Warmngsoorfchristen dienen nur dazu, diesen wertlosen Attrappen einer Fangvorrichtung den Schein einer Sicherheitsvorrichtung zu geben und das ahnungslose Publikum, das täglich sein Leben diesen Fangvorrichtungen anvertraut, in Sicherheit zu wiegen. Dies« Fest- stellung wird auch dadurch nicht abgeschwächt, daß seit einigen Iahren dem Tragseil erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt wird mit dein chin- weis, daß mangels einer brauchbaren Fangvorrichtung die beste Ahe„Fahrlun«?'. Auf dem Baumstamm in den Schacht, Fangvorrichtung ein gutes und mit großen Eicherheitszahle« rechnete» Tragseil sei. Folgende Unglücksfälle ereigneten sich in den letzten Iahren infolge Seilbruchs: 24. März 1923 Grube Salserstuhl.. 25 Take, S Schwerverletzte 2S. Zum 1924 Grube Thyssen.... 12. 20 27. Marz 1925 Grube Merlebach.. 51. 28» 28. April 1925 Grube weslphalia.. 1. 2» 16. August 1925 Grube Konstantin.. 2.—*„ 21. Oktober 1925 Grub« Germania. 6,—» 13. Zun« 1928 Grube Lougenbrahm.—. 26 1. März 1928 Grub- Cwald.... 12. 36. Sie beweisen, daß äußere Besichtigung und Prüfung des Trog- feiles keinerlei Gewähr für die Haltbarkeit zu bieten vermögen: nicht fetten sind Seilbrüche wenige Stunden nach der Seilprüfung vor- gekommen, obwohl diese sorgfältig und vorschriftsmäßig durchgeführt wurde. Die Ursache dieses Mißerfolges der Fangvorrichtungen im In- und Austande lixgt in der falschen Anwendung der lechuischen Mtllel zur Lösung des Problems. Jede der heute gebräuchlichen Fangvorrichtungen benutzt die Schwer Kofi des Korbes zur Vorspannung einer Feder. Bricht das Seil, so soll die vorgespannte Feder am Korb angebrachte gezahnte oder meffer- ortige Fänger gegen die hölzernen Führimgsschienen des Schacht- einboues drücken, die sich unter dem Einfluß der Schwer- und Mafserrkröste des Korbes und.chängefeiles selbsttätig tiefer in die Führ angeschienen arbeiten und diese teils abholen, teils aufschlitzen. Entsteht der Seildruch kurz über dem Korb, so kann die Feder dies« Auslösung der Fangvorrichtung woU bewirken, ist aber ein Seil- schwänz von 30 Meter Länge vorhanden, so tritt eine Entspannung der Feder nicht em. wie Bergrat Ezalinski dies bereits 1918 nach- gewiesen hat und Dr.Äig. Weber die» noch 1923 an einem Auszuge mit einem 15 Meter hohen Scilschwanz bestätigte. Aber selbst wenn di« gezahnten und messerartigen Fänger. Keile oder Exzenter zum Eingriff gelangt sind, so ist keine Gewähr vorhanden, daß der Korb gefahrlos zum Stillstand kommt: denn«s liegt in der Natur dieser Vorrichtungen, daß sie selbschemmend sind und die dem absausenden Korb innewohnend« Energie auf einem sehr Anzen Wege von wenigen Zentimetern vernichten, was einen verzögcrungsstoß ver. ursacht bei dem gewöhnlich di, Aauguorrichwug«« Kord und Schochtöuh«, vollstänchg zertrfcnmeri«erden. Bon dem etwas ver. schieierten Wesen dieses Verzögerungsstoßes oder des negativen Leschleuni- gungsdruckes bekommt man eine klare Vorstellung, wenn man sich aus der Einsteinschen R e la- tivitätslchre das Bild vom»Mann im Kasten" vergegenwärtigt. Dieser Kasten möge der seillos gewordene Förder- korb sein, der sich mit gleichbleibender Geschwin- digkeitszunahm« infolge seiner Schwerkraft ab- wärts bewegt. Di« Schwerkraft wirkt natür. lich ebenfalls gleichartig auf alle im Korb befind- lichen Personen und Gegenstände und hat zur Folge, daß der Druck dieser Personen und Gegen- stände aus den Korbbodcn aufhört, sie sind also zmn Korb relativ gewichtlos geworden. Ein Kind würde mit dem kleinen Finger Personen und Gegenstände in die sind es. die eine so Schweblog« bringen kön- nen, die sie behalten wer- den. bis eine äußere Kraft ihnen eine andere Stel- limg zuweist. Dabei wer- den die mitfahrenden Per- sonen diesen Zustand nicht einmal unangenehm emp- finden, keineswegs kann er als gefährlich angesehen werden, da ja die Be- schleunigung der Abwärts- bcwegung höchstens bis zur Erdbeschleunigung an- wachsen kann. Wir sehen ilso, die Beschleunigung beim freien Fall des seil- los gewordenen Förder- korbes, die Fallgeschwin- digkeiten, die Fallzeiten werden dem Korbinsassen nicht gefährlich, und die amtlichen Dorschristen, welche diese Eigenschaften zur Grundlog« der Brauch- barkeit. einer Fangvor- richmng machen, beruhen auf Irrtümern und völ- liger Verkennung des phy» sitalischen Vorganges. Die Verzögerung und nega- tioen Beschleunigungen Wirkung auf den Korb unheilvolle und sein« Korbinsossen ausüben. Bei einer Verzögerung mm 10 Meter pro Sekunde im Quadrat(sec1) wird der Korbfußboden von den mitfahrenden Personen und Losten schon mit den, doppelten Gewicht ihrer Körperschwer« gedrückt, um bei 50 Meter bereits auf den sechsfachen Betrag zu steigen:«inen Verzögerungsdruck bei 100 Akeker vermag der Mensch nur noch mit gebeugten Knien ob zu- Förderturm und Fordemiaschinc. fangen, bei 200 Meter sind Knochenbrüche und schwere Verletzungen bereits die Regel, und bei 300 und 400 Dieter brechen Fouguorrich- lung. Fördert orb und Schuhfeintau zusammen, und Personen werden nur noch als Tale geborgen. Das sind dann jene schweren Unglücksfälle, von denen di« Geschichte des Bergbaues so zahlreich zu berichten weiß. Dies« großen Verzögerungen bis 400 Meter pro Sekunde pro Sekunde sind ein« unvermeidliche Folge der heute gebräuchlichen kell- und Exzenler-Faugnorrichtungen mit gezahnten Fänge»«od che« jettHchiKtch» JHnog. Es drängt sich nun dl« Frage auf, wie sieht denn eine Fang- Vorrichtung aus, die das Probt srn des stillos gewordenen Förderkorbes löst, mit dem weder Aufsichtsbehörden noch die hochentwickelte Fördertechnik im In- und Auslande fertig werden können. Diese Frage hat Dr.-Jng. Franz Jordan bereits vor zehn Jahren be- antwortet mit stmer Druckloflsavgvorrichwngt die als restlos« Lösung des Fangproblems anzusehen ist. Unbeeinflußt von den Konstruktionen und Erfindimgen der Vergangenheit geht Jordan ganz neue eigene Wege. Wie schon der Name sagt, ver- wendet«r keine Feder, die durch das Tragseil vorgespannt wird. sondern Druckluft als Bremskraft. Dr. Jordans Druckluftfangoor- richtung ist unabhängig vom Scilschwanz und benutzt zur Auslösung der Bremskrast den Beschleunigungsdruck eines durch eine Feder ob- gestürzten freischwebenden Gewichts im Augenblick des Fallbcginns des seillos gewordenen Förderkorbes, wodurch cm Ventil geöffnet wird, das die Druckluft aus dem Luftbehäller in den Lremszylinder entweichen läßt. In weniger als ein Zehntel Sekunde erreicht die Bremskrast ihren Höchstwert und preßt glatte Bremsbacken gegen die Führungsschienen. Die Bremskrast ist unerschöpfbar und kann so Gezahnte Baumstämme ah Bergwerksleüer im alten Aegypten, bemessen werden, daß di« Verzögerung innerhalb der zulässigen Grenzen bis 20 Meter pro Sekunde bleibt. Der Bremsweg hängt von der Geschwindigkeit jm Augenblick des Seilbruches ab: er beträgt bei einer Korbgefchwindigkcit von 10 Meter pro Sekunde etwa 1ä Meter und steigt auf 10 Meter bei eintr Korbgefchwindigkcit von 20 Meter. Wir erholten also lang« Bremswege bei kleinen Verzögerungs- drücken gegenüber kurzen Bremswegen von wenigen Zentimetern und großen Berzögcrungsdrücken bei den heute, gebräuchlichen Fang- Vorrichtungen. Es liegt im Ausbau der Iordan-Fangvorrichtung begründet, daß sie nicht nur bei Seilbruch den abstürzenden Fördcrkorb gefahrlos stillsetzt, sondern auch in der Lage Ist, das Uebertrcibeu des Förder-- korbe» sicher zu verhindern. Das Grubenunglück der Zeche Ewald deweist, daß auf dem Teufeanzeiger kein Verlaß ist, daß auch der Maschinenwärter ebenso wie der Lokomotivfi'ihrer Haltesignale ver-k sehentlich überfahren kann. Beim Eisenbahnbetrieb steht die Ein- sührung der selbsttätigen Zugbeeinflusiung bevor, die das Ueberfahren der Fahrsignaie selbsttätig verhüten soll. Die bisher gemachten Er- fahrungen berechtigen zu der Hoffnung, daß die schweren Eisenbahn- Unfälle, hervorgerufen durch irrtümliches Ueberfahren der Halte- signale, durch die selbsttätige Zugbeeinflussung endgültig beseitigt werden. In ähnlicher Weise wie die selbsttätige Zugbeeinflussung beim Ueberfahren des HaUesignales wirkt die selbsttätige Stillsetzung der Fördermaschine und die Fangvorrichtung, sobald der Förderkorb etwa 25 Meter vor der Hängebank noch eine Geschwindigkeit besitzt, die größer ist als für das langsame Einfahren festgelegt wurde. Diest Borrichtung kann vom Fördermaschinenführer nicht beeinflußc werden. Sie ist unabhängig vom Teufeanzeiger, tritt also i» Tätig- keit. sobald Maschmensührer und Tenseanzeiger versagen. Die Sttll- setzung erfolgt auch nicht plötzlich, wie das bei den verjüngten Spur- latten der Fall ist, sondern kann nur mit einer Verzögerung, wie beim freifallcnden Fördcrkorb also mit etwa 40 Meter pro Seturde pro Sekunde erfolgen, wobei sich«in Bremsweg von etwa tz bis 10 Meter ergibt, der Korb also vor der Haitestelle angehalten wird. Die Seilfahrt kommission des preußischen Handelsministeriums hat mit großem Interesse die Arbeiten Dr. Jordans verfolgt und in ihrem Bericht von, 6. April 1925 festgelegt. daß bei Neuanlagen von Fö rders chöchten Fördert örbe zu verwenden sind, di« Fangvorrichtungen besitzen. bei denen die Verzögerung im Höchstfall bis zu 40 Meter pro Sekunde im Quadrat beträgt. Es ist jetzt Sache des Bergmanns, statt der bisherigen werllosen Fangvorrichtungsatttappen und der gefahrvollen Spuriattenverjüngung einschließlich der unzuverlässigen Teufeanzeiger aus den Einbau von wirtlichen Sichcrheitsoorrich- tungen zu dringen, nachdem die Technik sie fertig zur Bersügung ge. stellt hat und dt« preußische Seilfahrttommission sie prüfte und thrg Einführung befürwortete. Cpro«, Jtestoa, � Vom Schauen beim Wandern. Für den Arb«iterwanderer ist der Streifzug durch die Schön- Herten der Natur nicht nur Befreiung vom Alltag. Es stehen neben den rein gesundheitlichen Werten seiner„sportlichen" Betätigung auch in starkem Maße solche ideeller Natur. Das sterig Wechselnde ün Landschaftsbild bringt immer neue Eindrücke. Aber mit dem Erleb- nis kommen in gleich starker Weise Wissensdrang und Schaulust. Gerode die letztere regt das künstlerische Empfinden des Menschen an. Sie gilt es in Arbeiterkreisen zu wecken und zu fördern. Die scheinbar ewige Gleichförmigkeit der cheidelandschaft, die weite Waldeinsamkeit märkischer Seengebiete, das oft Unruhevolle und dann wieder Ebenmäßige der Meeres- und mitteldeutschen Berg- weit und schließlich auch die erhebende lhochgebirgswelt erfassen den einzlnen je»ach Veranlagung und Charakter verschiedenartig. Den- noch werden in jeder Weise ästhetische Empfindungen beinflußt. Die Arbeiterwanderer kamen dadurch schon frühzeitig zur Amateur- Photographie. Die tatkräftige Arbeit der vielen PHotogruppen im Touristenverein„Die Naturfreunde" beweisen die Notwendigkeit solcher Tätigkeit. Doch die vielfältige Farbenfreudig- keit der Landschaft läßt sich heut« noch nicht auf der Platte festhalten. Forbenphotographie ist für Arbeiter ein teures Beginnen und dann hat man auch nur das Diapositiv, das sich nur für Lichtbildervorträge eignet. Erst die kommende Entwicklung wird auch diesen Photozweig weiterbilden können. Dennoch gibt es auch heute schon viele Talente, denen zeichnerisches und malerisches Können nitch abgeht. Es fehlt nur an der nötigen Anleitung und an der gemeinsamen Arbeit mit Gleichgesinnten. Diesem Mangel abzuhelfen, wurde von den Berliner Naturfreunden eine Maler- und Zeichnergruppe ins Leben gerufen(Zuschriften an Otto Winkelmann. O. 3-t, Libauer Straße 8), die jeden Freitag in der Geschäftsstelle der Naturfreund«. Johannisstr. 14/15, 20 Uhr, zusammenkommt. Hier wird das auf den Wanderungen so vielfach Erlebte in praktischer Arbeit verwertet und ausgebildet. Die Arbeiterschaft darf stolz sein auf solche Arbeits- gemcinschaften, die endlich dem Menschen auch die Möglichkeil geben, innere Lebenswerte zu pflegen und auszubilden. -v Reisen und Wandern? Das Reisebuoeau des Tourifienverelns „Die Naturfreunde", N. 24, I o h a n n I s st r. 14/15(geöffnet Dienstags und Freitags von 18 bis 20 Uhr), nimmt noch Anmel- düngen zu der Gefellschaftsfahrt in die Sächsisch- B ö h m i s ck> e Schweiz an den Osterfeiertagen entgegen. Die Fahrt ist auf vier Tage berechnet und beginnt am Karfreitag früh. Gesamtkosten einschließlich Fahrgeld, Kahnfahrten. Fährgelder, Quartiere /Betten). Frühstück und Mittagessen 85 Mark. Melde- schiuß 20. März. Am kommenden Sonntag geht ein« Wo ch e n e n d« fahrt zum Belucb der tausendjährigen Stadt nach Branden- b u r g a. d. H Treffpunkt morgens 6.30 Uhr am Wartesaal 4. Klaks«, Potsdamer Hauptbahnhos. Die Teilnehmerkarte kostet 6,50 M, worin Eisenliahmahrten, Besichtigungen, Mittagessen usw. einge- schlössen sind. Anmeldungen bei Sinn, Stelliner Str. 30: D r e ß le r, Swinemünder Str. 72: Thomas. Luremburger Str. 1;„Vorwärts-Spedition, Treptow, Graetzstr. 50: Walter, Neukölln, Siegfriedstr. 55: Schmidt, Westen. Nankestr. 30, und im Reisebureau.___ Spiele am Sonniag. Hockey. Die Freie Turnerschaft Groß-Berlin Nordring hol in der Schönhauser Allee um 15,30 Uhr den Athlctik-Sport-Club zum Gegner. Der ASC. hat sich in letzter Zell besonders durch eine etwas glückliche Umstellung stark verbessert und gibt in der jetzigen Form eine schwer zu besiegend« Mannschaft. Sie bevorzugen ein schnelles ungekünsteltes Paßspicl und besonders in der ersten Hälft« der Spielzeit ein ungestümes augenblickliches Erfassen gegnerischer Schwächen. Nordring, der in der Spitzengruppe steht, hol die größere Erfahrung für sich und ist technisch etwas besser: gelingt es Nordring, bis zur Pause ihr Tor vor Ueberraschungserfolgcn rein zu halten, dürften sie als sicherer Sieger den Plag verlassen.— In W e st e n d treffen sich um 15,30 Uhr die Charlottenburger Frei« Turnerschaft I und die Sportlich« Vereinigung Nordost I. Char- lottenburg, eine sonst starke Mannschaft, spielt schon während der ganzen Frühjahrsseric sehr unglücklich und unsicher und dürste auch dieses Mal in Nordost einen kaum zu bezwingenden Gegner haben. Nordost ist gut, geht auch jetzt mit jedem Tempo mit und ist auch technisch etwas besser. Sollten sie mit der Charlottenburger ltzer- teidigung fertig werden, steht ihr Sieg nicht in Frage.— Weiter« Spiele: Charloltenburg ll: SchmargenÄorf um l4 Uhr in Westend. ASV. Fichte 10: SV. Roland 10,30 Uhr Schönhauser Allee.— ASD. Fichte 12: SV. Moabit um 9 Uhr Schönhauser Allee.— Frei« Turnerschaft Schönholz II: ASV. Fichte 1(ll) mn 9 Uhr in Schonholz.— Frei« Turnerschast Groß-Berlin Nordring II: ATV. Lichtenberg, Sportler II um 12,30 Uhr Schönhauser Allee.— Freie Turnerschaft Schonholz III: ASV. Fichte 10(II) um 14 Uhr in Schönholz.— Freie Turnerschaft Groß-Berlin Nordring III: ASC. III um 14 Uhr Schönhauser Allee.— Frauengruppe Schön- holz— Lichtenberg Sportler um 15,30 Uhr in Schönholz. V cxcimkalcnder. Ärbritrr-SIildioh-rr-Buüd.Solidarität-. Touren für Sonntag, U. SRäri. Brz. 2, vrt«gr. ftcpcnitf: Anfahurn, Start 13 Uhr Schl-Hplatz.— 21, Ottsflr. Reiaxtentorf: 13 Uhr am Start Ziejidrnastr. 109.— Orteflt, Wethen. irr: Ansahrtstour nach Ahrensfelde(Schneider), Start 13 Uhr Berliner Alle« Li«. — Ortsgr. Heinersdorf! slundfahrt Spandau— Potsdam, Start SP. Uhr an der ttirche. Berliner Ruderacrrin.Freiheit-. Sonnabend. 17 Uhr, im Bootsha«. Stralau. Tunnclstr. 2S— 2g, außerordentliche Generalversammlung «rbeiter.Turn. und Sporteerei»«lanteufeldc.»reis Teltow,' begeht Sann. abend, 10. Mörz, im Lokal von Nute fein 1. Srllndungsfeft, verbunden mit Frauen, und Männerturnc» und Tanz. Anfang IgP. Uhr. Fabeln bis Dahle. wih(tzofsener Borortslrecke). Das üallcnsporlfest. Kämig gewinnl den Sprinicrdreikampf. Mit seinem nun schon zum 16. Mal« veranstalteten Hallensest hat der Verband Brandenburgischer Athl«ttt- vereine wieder einen großen Erfolg zu verzeichnen. In der Arena ein wahres Heer von Sportausübcnden, ringsherum eine erwartungsvolle, sportbegeisterte Meng«, die Ränge und Parkett bis auf den letzten Platz füllte. Bor den Augen der Zuschauer rollte ein Bild ab. wie es lebhafter, farbenfreudiger nicht zu denken ist. Borführungen wechselten mit bitterernsten Wettkämpfen, in denen um jeden Zoll Boden hart gestritten wurde. Ein« Art Krönung des Festes bedeutete die Ehrung der noch lebenden Männer, die vor 30 Jahren den Grundstock zur heutigen Blüte der Leichtathletik gelegt haben. Von den leichtathletischen Wettkämpsen interessierte der Sprinterdreikampf am meisten, kam es doch hier zu der erstmaligen Begegnung Körnig— Lammers. Es war ein hartes Ringen zwischen den beiden Meistern. Den ersten Lauf, dem nicht weniger als neun Fehlstarts vorausgingen, gewann der Turnermeister mit Handbreite vor Körnig, im zweiten Lauf war es genau umgekehrt. Die Entscheidung siel dann im dritten Lauf Nar zugunsten von körnig, der einen Meter vor Lämmer» da» Band zerriß. Alle drei Rennen wurden übrigens in der gleichen Zeit(6,2 Sek.) gelaufen. Don den vier anderen Läufern zeigten die Turner Scheibel-Berlin und Becker-Stendal beachtliches Können, Schlöske» Charlottenburg und Asseyer-Zehlendorf stritten mit Ihnen um die Plätze. Das Duell Körnig— Lammers hat erfreulicherweise zutage gefördert, daß der Turnermeister keinen Gegner aus dem anderen Lager zu scheuen vraucht. Das 1000-Meter-Hauptlaufen ergab zum Schluß«in hartes Ringen zwischen dem Bveslauer Schoemann und Mllller-Zehlendorf. Nur mit Brustbreit« Bor- sprang tonnte Müller das Rennen als Sieger beenden. Der Hamburger Boitze blieb dem Start fern, um sich für die 3000 Meter zu schonen. Hier schüttelte er einen Gegner nach dem anderen ab und gewann überlegen. Hart umstritten waren auch die Staffeln. Teutonia-Berlin gewann nicht nur die 3X1000, sondern auch die 4 X lOOMeter-Stassel. Im 60- Met er- Hürdenlaufen hatte T r o ß b a ch- Berlin leichtes Spiel. Schulze(Polizei) wurde nach zweimaligem Fehlstart ausgeschlossen. die beiden Kometleute Lange und Starick rissen mehr als zwei Hürden. Einen großartigen Wschluß der Veranstaltung bildete «in« 25X2-Rund«n-Staffel, die der Deutsch« Sportklub zu seinen Gunsten entschied. Den Radfahrern war«in öO-Ruaden-Rennen vorbehalten, das der Einzelfahver K r« h n vor H. Schulz(Tornado- Schöneberg) und E. Wissel(Tempo) gewann. Ergebnisse: 1000-Met«x-Laufen: 1. Müller (Zehlendors) 2:39, 2. Schoeinann-Breslau Brustbrette zurück, 3. Merkel-Berlin. löOO-Meter-Hindernislauken: 1. Lehmann-Berlin 4:48,8, 2. v. Meerscheidt-Hüllesem(Berlin) 100 Meter zurück, 3. Kluth-Berlin. lOxöO-Meter-Pendel- Staffel: 1. Berliner SC. 60 Sek.. 2. Turngemeinde in Berlin, 3. Bar Kochba. Olympische Staffel(SCV-Derein«): 1. Deutsche Girozentrale Berlin 4:01,8, 2. Polizei Bvandenburg/H. 4:03, 3. Terest. 60-Meter-Hürden: 1. Troßbach-Berlin 8,5 Sek. 4 X 400-Meter. Staffel: 1. Teutonia-Berlin 4:01, 2. Deutscher SC. Berlin 15 Meter zurück, 3. Berliner SC. 3X1000- Meter. Staffel: 1. T«utonia>Berlin 8:14,6, 2. Pveuhen-Stettin 8:18,6, 3 SC. Charlottenburg 8:20. 3 0 0 0. Meter-Laufen: 1. Boltze-Hamburg 8:54,4, 2. Kohn-Berlin 9:01,5, 3. Klinzing-Berlin 9,03, Handballspiel: Verbands- rnannschast— Deutscher Handballkliib 7:6. 25X 2-Runden- Staffel: 1. Deutscher SC. Berlin 16:37,4, 2. Bar Kochba, 3. Teutonia. 4. SC. Charlottenburg, 5. Berliner SC. Berliner Reitturnier. Nach der Sichtung der über 2500 Unterschriften für das B e r- linerReitturnier.das vom 24.Märzbiszuml. April im Sportpalast durchgeführt wird, gewinnt man jetzt«in Bild über die Besetzung der einzelnen Konkurrenzen. Es liegt in der Natur der Sache, daß die Material- und Eignungsprüfungen ganz außer- ordentlich stark umstritten sein werden In den einzelnen Abteilun- gen der Preis« von Ostpreußen und Hannover, aber auch des Preises von Deutschland rücken die Vertreter der verschiedenen Zuchten in Massen an. Aehnlich sseht es bei den Eignungsprüfungen aus. Di« S> e g e r- klaffe erhielt 38 Nennungen, darunter die Elite der deutschen Warmblutzucht, in der Großen Eignungsprüfung für Iagdpferde. einer der Glanznummern des Turniers, drängen sich nicht weniger als 108 Pferde zusammen. Im Senioren-Prei» treten alle Reitcrgrößen wie Aomm.,Rat O. Hocsch. Frhr. v. Heintze, v. Heydc- breck, v. Felbert, Plamböck, Meyer-Houssclle. Winterer in Kon- kurrcnz, auch der Große Preis der Ställe verspricht etwas Außerordentliches zu werden. Von den zahlreichen Dressur- Prüfungen sei der Oskar M. Stensbeck-Preis hervorgehoben. Von den 26 Pferden, das beste Material, das wir im Lande haben. beanspruchen Gimpel, Auer. Caracalla, Alberich, Turmwart, Säbel. Donner. Goliath. Kirsch. Volt und Manch das größte Interesse. Aus Schweden kommt noch das Olqmpiadepferd Günstling. Bei den engen Raumoerhältnissen mußte man den F a h r s p o r t auf zwei Konkurrenzen beschränken, aus die Tandems und die Mehr- spänner. Fast unerschöpflich ist die Fülle der Zeichnungen in den Jagdspringen, die 147 Unterschriften aufweisen. Außerordent- liche Leistungen werden in den beiden Kanonen-Jagdspringen ver- langt, die trotzdem noch 59 bzw. 54 Pferde vereinigen. Das Hoch- springen kann elf Teilnehmer vor dem Sprunggcstell sehen, dar- unter die beiden alten Rivalen Hanta und Fortunello. bleue Sportbchörde. Im Motorradsport. Einige für den Motorradsport bedeutungsvolle Beschlüsse sind gelegentlich der Vollversammlung der Deutschen Motor- rad-Sportgemeinschaft in Verlin gefaßt worden. Aus Zweckmäßigkeitsgründen ist der Name der Vereinigung in Oberste Motorradsport-Behörde umgetauft worden. Von allge- meinem Interesse sind ferner folgende Beschlüsse: Der Antrag auf Zulassung des Startes von Damen bei internationalen Rennen wurde abgelehnt. Auf Grund mehrfacher Anregungen wurde für die Erledigung von Strafen ein besonderes Sportgericht geschaffen. das sich aus je zwei Mitgliedern des ADAC, und DMV. zusammen- fetzt. Aktive Teilnehmer an motorradsportlichen Veranstaltungen dürfen nicht über diel« Weitdewerbe in der Oefsentlichkest berichten, Die Spielregeln für Mowrrad-Fußballspicl wurden endgültig durch- beraten und genehmigt. Für die Austragung der Deutschen Motorrad-Meisterschast wurden die Bedingungen so fest- gelegt, daß in jedem Mcisterschastslauf alle Kategorien um die Meisterschaft starten. Von einer Austragung von Meisterschofts- laufen mit Beiwagen-Mafchinen wurde Abstand genommen. Die acht Meisterschaftsrennen sind: 18. März: Eilenriede- Rcnnen bei Hannooer: 22. April: Pokal der Stadt Hannover: 13. Mai: Avusrennen: 24. Juni: Marienberg-Rennen: 1. Juli: Schleizer Dreieck: 19. August: Buckower Dreieck: 26. August: Drei- städtefohrt Frankfurt a. M.: 30. September: Rürburg-Renncn. Einige wichtige Termine mußten geändert werden. So finden die Freiburger Rckardtage nunmehr am 4. und 5. August, dafür das Buckower Drciccksrennen am 18. und 19. August statt. Das auf der Solitude vorgesehene Motorradrennen fällt aus. Eine Ortsgruppe de» republikooischen Deutscheu Auto-Club hol sich in Frankfurt a. M. gebildet. Die offizielle Gründungsoersamn-- lung findet demnächst statt. Weitere Ortsgruppen sind in Hamburg und in Breslau im Entstehen begriffen. waldlaus de» SP. Moabit. Der Sportverein Moabit oerau staltet Sonntag ein internes Dorgabe-Wold laufen durch die JungsernHeide. dos bei zahlreicher Beteiligung guten Sport bieten wird. Ueber die 5000-Meter>Strecke werden sich die Lang- streckler bei Vorgaben bis zu 6 Minuten interessante Kämpfe liefern. Die Anfänger, Spieler und Jugendliche starten über 3000 Meter, Frauen und Schüler über 1000 Meter. Start 1 5 II h r Seestroß« Ecke Afrikanische Straße(gegenüber der Hochschulbrauerei, Gleich. zeitig findet für die Gchsportler im Arbeitersport ein 7'ch-KNometer- Traioingsgehen auf der Strecke Seestraße, SaatwinNer Damm bis Charlottenburger Brücke und zurück statt. Bom Mal starten hier die Brüder Dames(Sparta). Spv.-Arbeitersporller des 20. Bezirk». Donnerstag, 8. März, 20 Uhr, im„Bürgergarten", Reinickendorf-Ost, Hauptstraße 56. Sitzung. Parteimitgliedsbuch legitimiert. Freie Schwimmer Neukölln Gr. Lichtenberg. Sonnabend, 10. März, 20 Uhr, Grappenoerfammlimg bei Wegner, Frankfurter Allee 236-' Belm o nte- Quahtät.-ü h ren — Preiswerte Einsegnungsgeschenke in großer Auswahl.— Iß Dich gesund durch Steinmetz-Brot Dieses Brot schötet Deinen Körper vor Verdauungsstörungen und befreit Dich von Magen-, Darm- und Zuckerkrankheit, weil durch das eimigartige„Steinmetr-Vcriahrenu auf natürlichem Wege die nährlose Holrfascr durch Waschen und Enthülsen entfernt wird.— Dann erst wird das wertvolle Kom restlos vermählen. Darum der würaige Geschmack und das feine Aroma, das dieses Brot vor a»lcn anderen auszeichnet. Aach in Päckchen(Scheiben) erhältlich In allen 4000 Verkaufs»feilen von wmiers BroiSabrlheii» Berlin N65 MaxxiraBe 2-5. Zur Einsegnung D lndendwcUic ist das beste Geschenk eine Armband- oder Tasdiennhr Bar Kass«— daher«norm billig Große Auswahl in jeder Pteslage. 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