IlorgeaausgaS« A Freitag «it � m&Dom� 70 w»,»»<««* v-ä■ LJB M M>■ fv■■■■■[ Auswärts ilS Pf. B» Boraus jo�Uio». Pnftdrzuz J.7J SL j�Bjk IrgiE j H V)|H f/ DD cbifiDL««(leflseu, Busluntisoboimf H H H H H■! H H H M) KR B // Sie e t B I» s 1 1 1«<«onp-reilliz-N, menl 5�0 St pro SEoiut. I WD W W B B B B B B B— DD|W SO Slrnnls NrNom.zril, 5.- Reich-. *-r�W I KHj Ol �D �B �D B.«letve«nzeiyen" d«, WM Miß w MMM> 1,71 bshää � v vAR Iäbsss �ckMM � Verttnev Vvttsbiatt � WZWZU Äenivalorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhosl 292—297 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrai Berlin London, 8. März.(Eigenbericht.) Noch dem endgültigen Ergebnis der Grafschastswahlen in Durham stehen 47 sozialistische Abgeordnete 27 bürgerlichen gegenüber Der Grofschoftsrot entspricht etwa dem preußischen Provinz iallandtag. In London wurde am Donnerstag gewählt. Die Arbeiter- Partei hat IM Kandidaten ausgestellt. Drei ehemalige Ortsgruppen der Arbeiterpartei in London, die entgegen dem Parteibeschluß ihre kommunistischen Mitglieder nicht ausschließen wollten und darum selbst ausgeschlossen worden stnd, hoben 24 kommunistische Kandidaten aufgestellt. Liberale gut: Labour Party noch besser. Ein Tag nach dem liberalen Wahlsieg über die Klmservativen in Saiatives haben die Liberalen einen zweiten Erfolg bei einer Nachwahl in Middelsborvugh erzielt, den sie allerdings nur mit ge- unschten Gefühlen aufgenommen haben dürften. Denn es handelte sich ihn einen Sitz, der ihnen bei der chauptwahl im Herbst 1924 mit 9424 Stimmen Vorsprung vor der Arbeiterpartei zugefallen war und den sie diesinal nur noch mit— 89 Stimmen behaupten konnten! Die Konservativen, die bei der Hauplwahl nicht auf- marschiert waren, haben diesmal eine ansehnliche Stimmenzohl auf. gebracht. Daraus geht erstens hervor, daß die Liberalen vor Jahren das Mandat nur dank der Hilfe der Konser» v a t i v e n mit so großer Mehrheit gewonnen hatten, und zweitens, daß die Arbeiterporter seitdem gewaltige Fortschritte ge- macht hat. Die Vergleichszahlen lauten: 1924 1928 Liberale.... 16837 Liberale.... 107�7 Arbeiterpartei.. 7 445 Arbeiterpartei.. 10 628 Konservative.. 8 213 Ein neuer Vorstoß der Liberalen in der gestrigen Unterhaus- stgung im Sinn» der Aenderung des veralteten Wahlsystems und Vorwärts-Berlag G.m.b.H. der Einführung der Verhältniswahl wurde von der Regie» rung ablehnend beantwortet. Dagegen hat das Kabinett die Vorlage über die Herab- setzung des Wahlalters der Frauen von.ZO auf 21 Jahre— also Gleichstellung mit den männlichen Wählern— in seiner gestrigen Sitzung gebilligt. Zusammenstöße in Aegypten. Sei aatibritifchen Demonfirattonen. London. 8. März.(Eigenbericht.) In verschiedenen Stödten Aegyptens hat es am Donners» tag heftige Zusammenstöße zwischen eingeborenen Studenten und Polizei gegeben. In Kairo marschierten 1S00 Studenten vor das Hauptquartier der Nationalpartei, um gegen Großbritannien zu demonstrieren. Nach amtlicher britischer Darstellung begannen die Studenten S t e i n e auf die Polizei zu schleudern, worauf die Polizei die Demonstranten mit Stockhieben zu zerstreuen sucht«. 28 Demonstranten' und 8 Polizisten werden als mehr oder minder schwer verletzt gemeldet. Dem Einschreiten des Führers der Nationalpartei. Nahas Pascha, gelang es später, die Demonstranten zu zerstreuen. In anderen ägyptischen Städten mit Hochschulen und höheren Bildungsstätten kam es zu ähnlichen Zusammenstößen. Die Samoaner freigelassen. London. 8. Mörz.(Eigenbericht.) Die von den britischen Behörden wegen' Organisierung einer Eingeborenenpolizei zu 6 Monaten verurteilten Samoaner stnd in Freiheit gesetzt worden, obwohl ste Begnadigung abgelehnt hattet� Der britische Gouverneur begründete diese Amnestie damit, daß die Samoaner von europäischen Elementen auf- gehetzt worden seien. Polischeckkonto: Berlin 87SS6— Bankkonto: Bank der Ardeiter. Angestellten und Beamten Wallftr. 65 Tiskonto-Gelellschast, Depositenlasse Lindenstr. S SC. und OB. vie Brutnester der akademischen Reaktion. Do« Hermann Wendel. Die deutsche Korpsstudentenschast soll und muß bleiben, wie sie gewesen ist, bierehrlich und treu der Vergangenheit. . Die»Deutsche Korpszeitung' nach dem Weltkriege Zwei Vorfälle der jüngsten Zeit haben wieder einmal erschreckend ins Helle gerückt, welch reaktionärer Verbiesterung die unter der deutschen Hochschuljugend tonangebenden beiden Verbände noch im zehnten Jahr der Republik befangen Sud. In Heidelberg wurden einige Akademiker von der nioersitätsbehörde disziplinarisch bestraft, weil sie ander« Studierende, deren freiheitliche Gesinnung ihnen ein Dorn im Auge war, aus einem Gaschaus hatten weisen lassen; die Rädelsführer gehörten den Burschenschaften Fran- e o n i a und V i n e t a an. Fast zur gleichen Zeit beschimpfte auf dem BerlinerKommersalterKorpsstuden» t e n der„königliche Landrat a. D. v. H e r tz b e r g, nach dem Bericht der sachverständigen„Deutschen Zeitung" Regierung und Republik aufs anmutigste, ohne daß einer der vielen höheren Beamten zum Zeichen des Widerspruchs die Saal- tür gefunden hätte. Allerdings verhielt sich nachher der SC. oder Senioren-Convent, wie sich der Verband der Korps nennt, ein wenig anders als die DB. oder Deutsche Burschen- schaft.' Auf eine Anfrage des Staatssekretärs Schubert vom Auswärtigen Amt, selbst eines alten Korpsstudenten, erklärte die Kommersleitung des SC. den Bericht der„Deut- schen Zeitung" für falsch, berief sich auf die satzungsmäßige politische Neutralität der Korps und versprach für die Zukunft noch schärfere Bindm:gen der Redner. Hin- gegen ist bisher von einer Rüffelung der Burschenschaften Francoma und Vineta durch die DB. nichts bekannt gewor- den, und wer sich in diesem Zusammenhang erinnert, daß führende Sozialdemokraten wie Wilhelm Liebknecht und Wilhelm B l o s bis zu ihrem Tod unbehelligt„alte Herren" eines Korps waren, während dem Sozialismus sich zu- wendende Burschenschaftler gern von ihren Verbindungen hinausgeekelt wurden, mag die DB. als einen abgebrühteren antirepublikanischen Sünder ansehen als den SC. Im Grunde aber ist's gehupft wie gesprungen. Zwar entstanden die Korps vor einem Jahrhundert als unpolitische Verbindungen im bewußten Gegensatz zu den Burschenschaften, die unter den Farben Schwarzrotgold im Kampf für Deutschlands Freiheit und Einheit den aka- demischen Stoßtrupp darstellten. Im bismärckischen Kaiser- reich aber, in dem die Bourgeoisie saturiert war. verdampfte der letzte freiheitliche Spiritus der Burschenschaften, und sie ahmten mehr und mehr die Korps nach, deren unjunges Ideal.»Haltung" und„Korrektheit" hieß. Die einen wie die anderen erschienen als akademische Verqnügungsvereine, deren Mitgliedschaft den Anspruch auf Protektion im spSteren Leben sicherte, denn daß in der Beamten- Hierarchie der.�korpster" dem„Korpsier", der„Bursche" dem „Burschen" die Leiter reichte, verstand sich von selbst. Beider Gesicht war auch mehr der Vergangenheit als der Zukunft zugekehrt, denn der Zweikampf, neben dem Becherlupf die Mittelachse ihrer Tätigkeit, war im siebzehnten Jahr- hundert mit dem sogenannten..Kavaliersideal" vom Ausländ her in die deutschen Universitäten eingedrungen. Weil sie solchen feudalen Schnurrpfeifereien oblagen, eine besondere „Waffenehre" pflegten und die Menschheit nach der„Satis- faktionsfähigkeit in zwei ungleiche Hälften teilten, bildeten Korps und Burschenschaften schon vor dem Weltkrieg Fremdkörper in der bürgerlichen Gesell- schaft und waren allen wahrhaft wirkenden Kräften des zwanzigsten Jahrhunderts wesensfern. Nach dem Umsturz entschied zweierlei über die Stellung des SC. und der DB. zum neuen, zum Volksstaat. Die Praxis lehrte ste, daß in einem parlamentarisch regierten Lande Borussenband oder Gennanenmütze eine weit be- dingtere Anwartschast auf die Dorzugsposten in der Bureaokratie verliehen, als ehedem; in der Republik stellten die Parteien statt der Korps die politischen Beamten: Gewerkschaftssekretäre, die keine Ahnung von einer Haken- quart hatten, wurden preußische Landräte—> pfui Teufel! Und das bei einem Volk, das nach einer Offenbarung der „Deutschen Korpszeitung"„nur von oben herab und nicht von unten herauf regiert werden kann"! Aber auch ihre überlieferte Ideologie trieb Korps und Burschenschaften in gleiche Richtung. Wer von„Waffenehre" schwärmt und auf den Zweikampf schwört, also im Privatleben dem Faust- recht anhängt, wie sollte der für eine Politik Verständnis aufbringen, die Zwistigkeiten zwischen den Nationen ohne Blutvergießen auf Grund einer internationalen Rechtsord- nung zu schlichten strebt! Völkerversöhnung— diese simple Gemüter dünkte sie ganz einfach eine schlappe„Kneiferei"! So zogen Korps und Burschenschaften, nachdem sie im November ISIS auf den damals so beliebten Boden der Tat- sachen getreten waren, bald am gleichen reaktionären Strick. Dahl lreß« sich anfangs im SC. Stimmen oernehmen, daß Schiedsspruch einmütig abgelehnt. Heute nachmittag neue Verhandlungen vor dem Schlichter. Nachdem der verunglückte Schiedsspruch von der Streikleitung uad deu ZuukllonSreu der strelkeudeu Werkzeugmacher einmütig abgelehnt wurde, hol der Schllchtuugsousschuß Groß-Derlln dl« Akten über den Konflikt dem Schlichler Reichsmlnisler o. D. Wissel! übersandt, bei dem die Entscheidung liegt, ob der Schieds- sprach für verbindlich erklärt wird oder ob neue Einiguugsverhand- lungen anberaumt werden sollen. Der Schlichter hat die Parteien zu heute nachmlllag 2H Uhr zu neuen Verhandlungen eingeladen. Es Handell sich hier wohl um die üblichen Verhandlungen, die dem Verfahren der verbindlich- kcitscrklärung vorausgehen. Der verband verliuer Metall induflrleller hat den Schiedsspruch— in diesem Falle sozusagen natürlich— angenommen. Oer Beschluß der Werkzeugmacher. Di« Funktionär« der streitenden Werkzeugmacher waren«w> Donnerstag nachmittag im Berbandshaus der Metallarbeiter zu- sammeugekommen. um zu dem Schiedsspruch Stellung zu nehmen. Der Bevollmächtigte, Genosse Urich, schilderte noch einmal die Verhandlungen und ging dann auf den Schiedsspruch näher«in. Di« Bestimmung des Schiedsspruches, wonach die Stunden- löhne und Akkordpreise in den Betrieben nachgeprüft werden sollen, bedeute keineswegs, daß den Werkzeugmachern ein fester Verdienst garantiert wird. Das»Entgegenkommen" in dem Schiedsspruch bestehe lediglich darin, daß»gegebenenfalls" für ganze Gruppen der Werkzeugmacher eine Erhöhung der Löhne und Akkordpreise vorgenommen werden»könne". Es bestehe nach dem Schiedsspruch die Mögt ich ke t-t» wenn Über striftige Löhye upd Akkorde kein« Einigung in den Betrieben �erzielt werden tanp, durch Verhandlungen zwischen den A erb änd e n eine Einigung herbeizuführen. In der Praxis dürste es aher bei solchen Verhandlungen nur selten zu einer EinZ. gung kommen.• Der Schiedsspruch habe für die Werkzeugmacher nur einen ganz bedingten Wert. Das Bezeichnendste an ihm sei, daß er noch nicht«mmol dos bringt, was der Gewerberat Körner am vorigen Freitag in seinem Eiirigungsvorschlag den Pär- teien zur Annahme empfohlen hat. Nach diesem Vorschlage sollten die Werkzeugmacher in drei Gruppen eingeteilt wer- den. für die 1,1S M.. ILO M. und 1,2S M. als Äkkordbasi» festgelegt werden sollt«, wobei die Akkordstunide mit SO Minuten berechnet werden müßte. Die Streitleitung Hot sich, wi« Genosse Urich mitteilt«. in ihrer Sitzung einmütig entschlossen, diesen Schiedsspruch abzulehnen. Sic beabsichtigt, weitere Werkzeugmacher in den Kampf«im zubeziehen, und zwar zu einem Zeitpunkt, der noch von ihr de- stimmt wird. In der schr sachlichen Diskussion lehnten alle Redner rundweg ob, den Schiedsspruch überhaupt zu erörtern, weil er ein« Verhöhnung der Streitenden bedeute. Da? Mitglied des Haupworstandes des Metallarbeiterverbandes, Genosse Tost, er, klärte, daß ihm In seiner laugen Praxi? als Gewerkschafter solch' ein Monstrum von Schiedsspruch noch nicht bekannt- geworden sei. Die Organisation werde auch alles daransetzen, um eine verbindlichkeilsertlärung dieses nach seiner Auffassung rechtlich unhaltbaren Schiedsspruches zu verhindern. Die Organisation werde aber auch, falls dennoch wider Crwor» ten die Verbindlichkeitserklärung ausgesprochen werden soM. gegen die Rechtmäßigkeit dieses Schiedsspruches mit ollen ihr zu Gebot« stehenden Mitteln ankämpfen. Die von entschlossener.Kampsstimmung beseelte. Verscu.wfcmg nahm zum Schluß einstimmig eine Entschließung an, m der die Organisation aufgefordert wird, angesichts der jetzigen Situation die Werkzeugmacher sofort in allen Betrieben in den Kamps einzubeziehen. * In der Sitzung der Berliner Stadtverordneten am Donnerstag beantragten die Kommunisten, die streikenden Werk. zeu.gmach.er. Jinb die A u s g e f p e r r t.em-. mit dem höchste., Satz der Erwereslosenfürsorge aus komnmnalen Mitteln zu unter- stützen. Der Dringlichkeit widersprachen die Deutschnätionälen, so daß die Behandlung des Antrages zurückgestellt wurde. Die Gewerkschaften lehnen eine Suboentionierung ihres Streiks durch kommunal« Gelder grundsätzlich ab, der Metyllarbeiterverbond kann seine im Kampf befindlichen Mitglieder aus eigenen Mitteln unterstützen. Eine Unterstützung des Antrages könnt« die Meinung auskommen lassen, der Metallarbeiterverband sei bereits am Ende seines Lateins. Die sozialdemokratische Frak» tion wird daher den Antrag ablehnen. Arbetterwahlsieg in England. Arbeitermehrheit im Ourhamer Grafschaftsrat. „dke Staatskorm für die Korps in keiner Weise entscheidend oder bindend* sei, und auch in der DB. ertönten Mahnungen, die junge Generation müsse sich„bewußt und völlig in die neue Ordnung der Dinge eingliedern", aber in dem Taumel der Inflation gingen die letzten Reste von Selbstbesinnung über Bord und, als Kern des„Waffenrmgs" und des ,choch- schulrings deutscher Art", warfen sich die großen studentischen Verbände ohne Hemmung der tobsüchtig st en Rück- w ä r t s e r e i in die Arme.„Völkisch" wurde Trumpf. Blinder, verbissener Haß gegen die Weimarer Verfassung und den Völkerbund, gegen Demokraten und Franzosen. gegen die Juden, gegen Bolschewiken und Sozialdemokraten, kurz. Haß gegen alles, was ihr als„M a r x i s- mus" erscheint, läßt die Stirnadern dieser Jugend schwellen, die sich selbst verloren hat und nur mehr im physio- logischen Sinn Jugend, sonst aber vergreist und verkalkt ist. Die Burschenschaften gefielen sich in einer Entrüstungs- groteske, als ihre ureigenen alten Farben zur Reichsfahne erkoren wurden, und begeifern das Reichsbanner, well es gleichfalls unter Schwarzrotgold marschiert:„Burschen- schaft und Reichsbanner sind unvereinbare Gegensätze", und noch niedlicher nimmt es sich aus, wenn die Korps, diese ein- getragenen Vereine für Futterkrippenwirtschaft, der Re- publik, ja, der Republik„Drängen zur Futterkrippe und Stellenjäg�rei" vorwerfen. Wie Schläger, die auf den Kneip» tisch niederfallen, rasselt es in der muffigen Welt des Korps- studenten und Burschenschafters von all den blechernen Schlagworten der L u d e n d o r f f und Hitler, und stür- Mischer Jubel braust auf. wenn die gefüllten Schopvengläser auf die„vaterländischen Belange" oder die Farben Schwarz- weißrot oder den„Tag der Räche" oder auch den Deserteur von Doorn erhoben werden. Die Bedeutung dieser gegenreoolutionären Orgien bei der buntbemützten und-bebänderten Hochschuljugend unter- schätzt, wer etwa dartäte, daß von je hundert deutschen Studenten noch nicht zehn einem Korps oder einer Burschen- schaft angehören. Ganz gewiß malt der in die Zukunft weisende Teil der Studentenschaft keinen Zirkel hinter seinen Namen, aber SC. und DB. bestimmen die Haltung der an- deren„schlagenden" Verbände, wie Landsmannschasten, Turnerschaften. Wehrschatten, Sängerschaften, und vor allem ergießt sich aus ihrem Reservoir Jahr für Jahr mit den frischgebackenen Referendaren ein übler Strom von Re- p u b l i k f e i n d sch a ft in V e r w a l t u n g s ä m t e r, G e r i ch t s f ä l e und S ch u l st u b e n. Das ist das ernsteste, das eigentliche Problem, das Korps und Burlchen- fchaften aufwerfen. Allerdings„tarnt" man in der Oeffent- lichtest diese Republikfeindschaft etwas, seit die„völkische" Welle verebbt ist und der parlamentarische Volksstaät nach längerer Dauer aussieht, als man in der Tollhausstimmung des„Marsches auf Berlin" wähnen mochte. Aber wer lacht nicht, wenn ein Redner auf dem burschenschaftlichen Wart- burgfest des letzten Jahres die Märtyrer der Urburschensibast als Schwurzeugen gegen den Vorwurf reaktionärer Ge- sinnung anrief, den man der Generation von heute mache, und wem vergeht nicht das Lacken bei dem perfiden Satz, de?l die„Deutscke Korpszeitung", in einem ihrer letzten Hefte ausstellt:„Ein Bekenntnis zum Staat ist keines« wegs gleichbedeutend mst dem Bekenntnis zu irgend- einer S t a a t s f o r m." Der SC er, der seinen Beamteneid leistet, darf es also mit dem stillsckiveigenden Vorbehalt tun, daß er nur dem Staat, nickt der Staatsform, nicht der Re- publik Treue sckwört und sick das seinige denken. Und was denken sie? Als ein alldeutscher Heißsnorn, Iustizrat Schlüter, vor nicht langem aus einem Essener Kommers alter Korpsstudenten in einem Trinkspruch die davongejagte Dynastie über den Schellendaus lobte und mit dem Wunsch schloß, daß bald wieder«in starker Hohenzollern» k a t s e r über Deutschland herrschen möge, erhielt er ein paar Tage später von den SC.-Jnstanzen einen Rüffel: man denke ja genau so. aber solche politischen Bemerkun- gen gehörten nicht aus einen Kommer». Dieses kleine Vorkommnis erläutert und erleuchtet auch die Erklärung, mit der die Leitung des jüngsten Berliner Kommerses auf die Anfrage des Staatssekretärs Schubert wegen Hertzbergs Rede antwortete. Finger auf den Mund! Leise! Kein politisches Geräusch gemacht! Aber im Herzen denken sie alle wie dieser hinter dem Wagen des zwanzigsten Jahrhundert» einhertorkeknde Trunkenbold der „völkischen" Phrase. Inierpellaiion Westarp. Im Reichstag ist folgende Interpellation Westarp eingegangen: Der katastrophale Geburtenrückgang im deutschen Volk erweckt die schwersten Sorgen für seine Zukunft. Die Bekämpfung dieser traurigen Erscheinung gehört zu den wichtigsten Staats- ausgaben. Ist dt« Reichsregierung sich ihrer Aeraittwortung auch in dieser Frage bewußt und bereit, durch eine gesunde und wirksame Bevölkerungspolittk diesen Gefahren zu be- gegnen? Die Partei de» Grafen Westarp, der christlich« Besitz» bürgerblock und das Bürgerblockkabinest Marx haben die Antwort im voraus gegeben. Sie haben den Reichsfonds für Kinderspeisungen au» dem Etat gestrichen und dafür die Summe für den Bau eines Panzerkreuzer» eingesetzt. Läßt sich eine gesündere und wirksamere Bevölke- rungspositk denken? Vorstandsfihuug des Zeuirums. Die Vorbereitung für die Neuwahlen. Jtr Reichsparteivorstand de» Zentrums hielt gestern mst den Vorsitzenden der Landesverbände und den General- setretären«Ine Sitzung ab, die aus dem ganzen Reiche gut besucht war. Unter anderem nahmen auch der Reichsfinanzminister Dr. Köhler, der Reichsorbestsmmister Dr. Brauns und Dr. Wtrth an der Sitzung UN. »« Tagung wurde geleitet von dem zweiten Vorsitzenden, Gtegerwald. Den größten Test des einleitenden Referat« Stsgerwcckds nahm die Erörterung des Problems Reich und Länder«in. Zu dieser Frage war bekanntlich vor einigen Wochen ein Rsuneraueschuß, bestehend aus Reichstags- und Sandtag». abgeordneUn eingesetzt worden. Dieser Ausschuß hat ausführliche Richtlinien ausgearbeitet, die heute vom Parteioorstond genehmigt wurden. Diese Richtlinien behandeln dos Problem Reich und Länder unter dem Gesichtspunkt der föderativen Grund- «instelluvg des Zentrums. Am 11. April wird der Parteivorstand die Reichsltste für die kommenden Wahlen«ndgüstig ausstellen. Sin Parteitag nnbet vor d«n Wahlen nicht mehr statt. -100 Natten und 2V Kinder. Amiliche Verlegeuheitsausreden. In der Adendsitzung des Haushaltsausschuffes des Reichs- loges besprach der Präsibent de« Reichsgesundheitsamtes Hömel die von Genossen Dr. M v s c s angeführten angeblichen Experimente mit im Sterben liegenden Kindern. Im Augu st a. Viktoria- Hospital tn Ehorlottenburg sei bei rachitischen Kindern nur ein neues Mistel„Vigantol" gegen Rachitis ausprobiert worden. Es sei den Kindern dabei nur di« Rachitis dcät und die Höhensonne vorenthalten(!) worden. Di« Experrmental- Wissenschaft habe vor der Hoh«jt des Tod« Hast zu machen Im weiteren Verlauf der Aussprache bemerkte Reichsinnen- minister v. Seudell zur Frag« des Entschädigungsgesetzes für die Privatschulen, daß das Gesetz dem Kabinett vorgelegt sei. Der Minister widersprach der Aufsassung, als ob dos Jugendgesetz nicht der Verfassung entspräche, er hoff«, daß dieser Reichstag es noch verabschieden möge. Der Präsident des Aeichsgesundhestsamtes Hömel t eiste In Er- gänzung seiner Erklärungen noch mit, daß die rachitischen Kinder, die mst dem neuen Mittel„Vigantol" beHand est wurden, sämtlich geheilt worden seien. Die Aus drucks weis« In der Veröisent» lichung sei allerdings ungeschickt stnd lieblos gewesen. Ministertaldirektor Brecht(Preußen) bat, den von der Reichs» regierung nicht übernommenen Beschlüssen des Reichsrates über die Einstellung von 20 Millionen für die östlichen und 6 Millionen für die westlichen Grenzgebiete zuzustimmen. Das Not» Programm berücksichtige fast ausschließlich die Landwirt- schaft, dagegen nicht die Folgen der Grenzziehung. Auch im Westen gebe es solche Schäden zu ersetzen. Eine längere Aussprache knüpfte sich schließlich noch an die Cnt- schließung der Deutschen Volkspartei, durch Benehmen mst den Ländern dahin zu wirken, daß erstens der Religionsunterricht in den Schulen nach den Bestimmungen der Reichsoersassung erteilt wird und zwesten» im gesamten Unterricht die religiösen Gefühls der Kinder nicht verletzt werden. Darauf wurde die allgemeine Aussprache geschlossen. Amnestiedebatte im Nechtsausschuß Die Oeuischuationaleu verteidige« die Fememörder! Der Rechtsausschuß des Reichstages beschäftigte sich heute mst der Schassung einer Reichsamnestie. Den Veratungen lag ein kommunistischer Antrag zugrunde, ollen wegen po- litlscher Derbrechen oder Vergehen von Gerichten des Reiches oder der Länder abgeurteisten Personen Straffreiheit zu gewähren und von dieser Straffreiheit nur diejenigen auszuschließen, die sich an Mordtaten oder Mordoerschwörungen beteNzt haben. Abg. Geschk«(Komm.) begründete diesen Antrag mit der Recht- sprechung vieler Gericht«, welche die Kommunist«» zu schweren Strafen, Rechtsradikale aber nur gering bestrast hätten. Abg. Scholle seiner Argumentation, als daß sie überzeugend wirkte Seine Fistelstimme überschlug sich, sein ewig frierender, steio in einen Wintermantel gehüllter Körper wandte sich noch beiden Seiten, seine mongolischen Augen und Lippen girrten nach Beifall. Kein anderes Rotsmllglied kam mehr zun, Wort. Uiy 615 Uhr ging der Rat ratlos auseinander, um morgen früh weiterzutogern Aber wenn die verantwortlichen Führer von süns großen Notionen, wenn 15 Staatsmänner und Diplomaten, wenn 50 Staatssekretär«� Ministerialdirektoren und Geheimrät« von Auswärtigen Aemtern und 200 Journalisten zum neunzehntenmal intensiv einer Debatte folgen, so handelt es sich wirklich nicht darum, ob Ru- mänien an einige hundert ungarische Großgrundbesitzer oder Klein- dauern 10 oder 50 Millionen Goldlei Entschädigung zahlt, sondern es handelt sich hier einmal um den großen Kampf zwischen Macht und Recht, zwischen absolutistischer Großmack)tpolitik auf der einen Seite und internationaler Schieds- gerichtsbarkeit auf der anderen. Der ganze Streit wäre schtn, längst erledigt, wenn der Rat stch entschließen könnte, seine Dernnttlimgsoersuche zu unter- lassen und statt diplomatische Kullssenpolitik zu treiben, ein Rechts- gutachten de» internationalen Gerichtshofes ein- zufordern. Da» will ober vor allem das heute so reaktionär regierte England nicht. Es sabotiert die Schiedsgerichtsbarkeit, wo immer es nur kann. Aber auch die anderen Hauptmächte wollen ans-i'einend von der Souveränität ihre» Rate» kein Stück zugunsten der Autorität des internationalen Gerichtshofe» aufgeben. KrnnpNziert wird die Frage dann auch noch dadurch, daß die Ratsmächte sich nlchk einmal über eine Vorfrage einig sind,»änilich, ob der Rat ein st immig ober mit Mehrheitsbeschluß nur ein Gutachten von seinen, Gerichtshof ein- fordern kann. Diese Frage ist bisher noch niemals in dieser klaren Form aufgetaucht. Sie müßte setzt das erste Mal für alle zukünftigen Fälle mitentschieden werden. Gagen den Dedanken aber, den Haager Gorichtshof zu fragen, ob fle ihn nur alle gemeinschaftlich oder ob eine Mehrheit von ihnen gegen eine Minderheit um ein Gutachten fragen dürfen, gegen diesen Ausweg au« ihren inneren imperialistischen Kämpfev wehren sich nicht nur die Großmächte, sondern auch ihre juristischen Berater. Denn das hieße wieder zugunsten de» Haager Garichtshofes auf ein Stück GvuverämiZt, auf ein Stück eigener M a ch t p o l i t i k Verzicht leiftan. Deutschlands Stellung in diesem Konflkkt zwischen Machtpclitik und Rechtspclitik sollte Nor sein. Deutschland hat al, einzige Hauptmacht die Schiedspflicht des Haager Gerichtshofes unter- schrieben und ratifiziert. E« würde von seiner bisherigen Polltkk ab» irren, wenn es jetzt nicht endlich erklärt«, im Rat für das Gutachten de» Haag er Gerichtshofes, fei es über die Norfrage, st' es über die Kompetenzfrage zu stimmen. Polillk de» Recht» oder Politik der Macht— da» ist wieder die Frage. Die Entscheidung der deutschen Delegation in GLnf kann nicht zweifelhaft sein, wenn sie die natio- nalen Interessen im internationalen Völkerbund zu erkennen und dieser Erkenntnis entsprechend zu handein oermag. AngestMen-undOirektorengehalter Wie der VBML. seine Angestellten bezahlt. Die Machthaber im VBMJ. behaupten bekanntlich, dah die Forderungen der Werkzeugmacher für die Firmen„untragbar� seien und sie daher veranlasse, ihre Betriebe stillzulegen, d, h. Hunderttausende auszusperren. Genosse H e i n i g hat bereits am 3. März � im Reichstag« die Haltlosigkeit dieser Behauptungen, insbesondere soweit Siemens in Frage kommt, an Hand der von derselben Firma zu Anleihezwecken in Amerika(l) veröffentlichten Umsatz- und Lohnsummen- zahlen der Jahre 1924/27, nachgewiesen. Do die AfA-Organisationen, Zentralverband der Angestellten, Bund der technischen Angestellten und Beamten, Deutscher Werk- meisterverbond, den für zirka 69 000 Angestellte geltenden Gehaltstarif des BBMJ. per 31. März 1928 gekündigt haben, soll mit nach- stehenden Zeilen der Oeffentlichkeit ein Ueberblick über die G e- Haltsbedingungen der Angestellten in der Berliner Metallindustrie gegeben werden. Einleitend sei noch auf die Folgen der Rationalisierung hinsichtlich der Belegschaftsstärke nach einer vom BBMJ. vcrösfcittlichten Statistk hingewiesen: 1926 Arbeiter Angestellt« T. Quartal....... 183 086 55 171 H........... 158 474 52 298 HI-......... 147111 50 801 IV,,. j S, 145 197 49 828 1927 I. Quartal 148678 49941 II.......... 156 225 50 781 UI.......... 172 427 52 624 IV.......... 190507 53 909 Erwähnt sei ferner noch, daß in der Berliner Metallindustrie als erst« Gruppe im Jahre 1925 trotz größter Bedenken der AfA- Organisationen der sogenannte„ß« i st u n g s t a r i s* an Stelle des Staffeltarifs zur Einführung gelangte. Der Leistungstarif sah erst ein Mindestgehalt im 21. Lebensjahre und ab September 1925 ein Mindestgehalt nach dreijähriger Tätigkeit in der Gruppe für die qualifizierten Angestellten laut nachstehender Tabelle vor. Die weiblichen Angestellten erhalten 90 Proz. dieser Sätze. Der größte Tell der Angestelltenschaft erhält heute lediglich das reine Tarif geholt, d. h. die qualifizierten älteren Ange- stellten der oberen Gruppen— soweit sie noch nicht abgebaut find— besitzen im März 1928 nur einen uni 12 M. höheren Rechtsanspruch als im Januar 19 25. Wenn nun berücksichtigt wird, daß sich in den obersten Gehalts- gruppen die höchstqualifizierten Angestellten mit vollkommen selbständiger und verantwortlicher Tätigkeit be- finden, wie z. B. Bilanzbuchhalter, selbständige Einkäufer, selbständige Konstrukteure, Betriebsleiter, kamt die Unzufriedenheit der Ange- stellten sicherlich verstanden werden. Die Angestellten der Berliner Metallindustrie kennen eben nicht nur die Geschäftsabschlüsse ihrer Firmen und die Tarife anderer und verwandter Branchen, ganz ab- gesehen vom Tarif der Berliner städtischen Werke mit Höchst- gehältern von über 600 M. für gleichwertige Arbeite», sondern wisse« auch, daß selbst der Vertreter des Siemens-Konzerns in einem Buche eingestanden hat, daß die Sätze der Berliner Metall- angestellten„an unterer Stelle stehen". Was man allerdings von den Direktoren nicht behaupten kann. Die Angestellten der Groß-Berliner Metallindustrie müssen aber gerade auf Grund der Aussperrungsmaßnahmen erkennen, daß diese Auseinandersetzungen zwischen Kapital und Arbeit nur dann zu einem Erfolge für die Arbeitnehmer führen, wenn die Ange- stellten sich restlos in den zuständigen Berufsorganisationen des AfA-Bundes zusammenschließen. Eine Verbesserung der Lebenslage kann nicht durch Prämien i la Siemens eintreten, sondern nur durch tariflich verankerte Ansprüche, die nur durchzusetzen sind, wenn die Angestellten der Berliner Metallindustrie die Einheitsfront, wie in früheren Jahren, bilden. Streik in der Berliner Spedition. die VerbindklchkeitserNärung de, Schiedsspruches abgelehnt wurde, beschlossen die Spedilionsangestellten den Streik bei sSmtlicheu dem verband Berliner Spediteure angehörenden Firmen. Der Streit der etwa 100 M» 900 Angestellten setzt heute früh bereit» ein. Di« Streikleitung hat ihr Quartier in Haverlands FestsAen, Rochstraße(Ecke Reu« Friedrichstraß«), aufgeschlagen. Die Oelegiertenwahl der Holzarbeiter. Erfolg der Richtung Amsterdam. In der Berliner Zahlstelle des Deutschen Holzarbelterverbandes hat die KPD. zweifellos«inen starken Anhang. Mit allen Mitteln versuchte die„Opposition" diesmal die Mehrheit der Delegierten zur Generaloersammlmig zu erhalten und damit die Zahlstelle zu „erobern". Trotzdem ist es gelungen, die �Opposition" zurück- zudrängen. Das vvllstöndige Wahlergebnis liegt zwar noch nicht vor. doch der Seine Bezirk, aus dem das Ergebnis noch fehU, dürfte für beide Richtungen ein« Zahl von je 50 bis 60 Stimmen ergeben, was an dem Endergebnis nichts ändert. Don den 12206 abgegebenen gültigen Stimmen entfielen auf die Liste Amsterdam 6435 Stimmen, auf die Liste der Opposition 5771 Stimmen. Im Vorjahr« waren von 11 160 Stimmen auf die Amsterdamer Liste 5771 Stimmen entfallen, aus die„Opposition" 5379 Stimmen. Di« Amsterdamer Richtung hat also ihre Stimmenmohrheit oqn 392 im Vorjahre auf 664 in diesem Jahr« gesteigert. Die Mehrheit der Delegierten der Amsterdamer Stich- tung in der Generalversammlung einschließlich der Der- waltungsmitglieder betrug im Vorjahre 45. und beträgt nun- mehr 75. Es geht bei den Holzarbeitern zwar langsam mit d« Eindämmung der Opposition, aber es geht! Unter Berücksichtigung aller Umstände kann der Wahlansfall als ein ansehnlicher Erfolg der Amsterdamer Rich- tung bezeichnet werden. Reichskonferenz der Kommunalangestettien. Eine Reichskonferenz der Angestellten bei Gemeinden und Gemeindeverbänden, kommunalen Werken und Anstalten Wohl- sahrtsämtern usw. veranstaltet der Zentralverband der Ange st eilten für seine Mitglieder am Sonntag, dem 11. Mörz. in seinem Erholungsheim Bad Finkenmühls in Thüringen. Zur Teilnahme an dieser Konferenz liegen zahlreiche Anmeldungen aus allen Teilen des Reiches vor, fo daß die Tagung einen guten Besuch aufweisen wird. Dieses Interesse der freigewerkschaftlicki organisierten Angestellten der kommunalen Verwaltungen und Bc trieb« ist verständlich, da die Reichskonferenz sich mit allen wichtigen Fragen, die dos Dienstverhältnis der Angestellten bei Kommunal- Verwaltungen betreffen, beschäftigen wird und unter anderem auch zu dem Kündigungsschutz, zur Eingruppierung. zur Alters- und Hinterbliebenenverforgung, zur bestmöglichen Sicherung der Stellung und zu dem zeitgemäßen Ausbau der Dienstverhältnisse der Kommunalangestellren sowie zu wichtigen Orgonisationsfragen Stellung nehmen soll. Außerdem ist der Geschäftsbericht der Reichs- fachgruppenleitung vorgesehen. Ferner soll die Neuwahl des Reichs- fachausschusses der Angestellten bei Gemeinden und Gemeinde- verbänden im Zentralverband der Angestellten erfolgen. Betriebsversammlung der Siemen,«. halske A..G„ Blockwert. heute Freitag, vormittags 10 Uhr, Lrmiichallen, Berlin RW. Bremerstraße 72. Betriebsversammlung der Siemen»- Schuck ertwerke SL-4L. Elm» werk, morgen Sonnabend, vormittag 10 Uhr bei Weidner. Siemen»- stadt-Sternseld. Auskunst und Treffpunkt der Elmobelegschakt täglich bei Kant, Siemens- Ecke Herzstraße. »Ivertsgemeillschaft und werk vereine" betitelt sich«in« trefflich» Materiolfammtung, di« von der Literarisch-Etatfftsschen Abteilung des Verbandes der Fabrikarbeiter Deuffthtonds herausgegeben wurde, zum Gebrauch für die rednerisch tätigen Funktionäre des Verbandes, soweit sie den Kampf gegen die Werksgemeinschafts. bewegnng zu führen haben. Der Extrakt des Materials ist in einem wirksamen Flugblatt wiedergegeben, da» sich an die große Masse der Fabrikarbeiter und-arbeiterinnen wendet, um seder Ausbreitung der„Gelbsucht" vorzubeugen._ EÄ. Heizer. D______.....___________________ dieser versaormluag ein. Togesordaimg:„Die Streilläge.� Di« StreMetwag. Z. ftmaasnx. S»ke Sewertschast»!»«-»•»ft-Detlia.«arten zur Vt ?irei»» Gewertschaftsjuqend zun» Preis« von S0 Pf. find bei den geroertfchast. ichen Zugendfunktionärrn, In den Iugendgruppen, In allen.Zahlstellen und Ortsverwatwngen der Gewerkschaften und im Gewerischaftshaus, Engel. Ufer 24/35, in der Freioewerkschaftlichen Zug-ndz-ntral». Zimmer TS, und Im Ortsauofchug des ADDB., Zimmer lZ, zu haben.— Heute, Freitag, iSVj Uhr, tagen die Gruppen- Hermannplatz- Gruppenheim Zugendheim Sanderstr. tJ. kcke Hodrechtftroße. Vortrag:„Religion und sozialiftilche Weltanschanung.�— Wedding: Sruppenheim Etndtbad Wedding, Gerichtftr. 65/69. Portrag:„Wie lebt, denkt und fühlt die Srobstadtjugend?"— geppelinplag: Jugendheim des Bezirksamts Weddina, Turiner Elke See strahl. Bortrog:„Einfithrung in di- Bolkswirtschaft."— Zngendrnrfn,. Nordkreis: Zuge nd heim Gberswalder Str. 10. „Wirtfchaftswerden— Wirtschaftsmefen."_ Loeanleige: Mädchrnzufammer. kunft am Montag, 12. März, im Jugendheim des Deutschen Metallarbeiter. Verbandes, Linienstr. 63/85.„Die Frau in der heiteren Literatur." Iugcndgrupp« de» ZdS. Heute, Freitag, Mb Uhr, finden folgend« Per. anstaltungen statt: Lichtenberg l: Gesanasraum des Realgymnaflunts Park aue 12. Bortrag:„Meine Fohri ins Heimardritergebi-t. Referent Felix Zethcndach.— Südwest: Jugendheim Belle.Älliancc.Str. 7/10. Portrag:„Pmui. kanische Arbeitsverhältnisse. Referrnt Walter Gschbach. Berantwortlich für Politik: Dr. Cnet Geyer: Wirtschaft:».«lwMrlhtfer: Sewertschafisbeweguna: g. Steiner: geuilleton:«. H. Dilche«: Lokal«» und Sonstiges: gel»«erflädt: Ansei« en: Th.»locke: sämtlich in Berlin: Perlag: Borwärts-Berlag S. m d. H., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdrucker«: und Borlaasanftalt Paul Singer u Co.. Berlin Sffi 68. Lindenstrate t. Hierzu 3 Beilagen.„Stadtbeilage' und«UnterhaUung»ad Wisse»'. WERTHEIM Abu Filschs Blumen Leipziger Str. Leipziger Str. Preise nur Frefta Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz fialf und Sonnabend, soweit Vorrat. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt Blühende Krokus.. Top» 60pi. Blühende Tulpen.. Ton 75pl Blühend. Hyazinthen top« TSvt Blühende Primeln.. Topf 75pr. Blühende Cinerarien Ton 1» Kakteen 35 � Geflutet GällSC«f froren....... Pfand 52, 52 Pf. Enten keine, eekror«i>«... Plnvd 1 10 1 35 Suppenhühner cwoia«)... Pfand lio u Hühner fri<«h ttuusMri.... nad las•» ROVWUrSt«dtleafcbe Mettwurst gfkSSiiV.pfd! 1.10 Landleberwurst piundl.10 Dampfwurst. Pfuno 1.10 Speck fett u. mager, Piund 1.10 Jagdwurst.... Pfuno 1.35 Mettwurst STÄ 1.35 Filetwurst... Pfund 1.45 SchinkenpolnischeP>. 1.20 Knoblauchwurst p>und 1.20 Teewurst..... pfnw 150 .7®"' frisches fleisch ÜCcnserven � Apfelmus....... 58pi. Pflaumen 65 Kürbis 78p«. Birnen halbeProchl. 1.10 Ananas HawaMSchefbcn 1.18 Mirabellen....... 1.20 Dslsardinen_ Klubdose 44 Dos riZPf. Apfelgelee 5 pfd-fc 2.70 Bienenhonig z.ptd..» I-Pfujid-Glas»» üla» ?«Ptun 30 pi Seelachs.- Pfand 42 pi Sprott-BflcklingeB»!«« 32 Pf Rotbars•• Pfund 42 p» Fleckheringe seu Pfd 40 ff. Sprotten•..Kistchen 40pf. 1.55 1.70 1.85 Oarfeelin, Mi'ChaiiK 2~M~~ Sische Bratschollen....... Pfand 6«. 12? Dorsche................. Pfand 8 rt Kabeljau»ho« Kopf, �n»e KecW, Pfand 14 Pk. Seeforellen PM. 20 Fischfilet 28rt Grüne Heringe**~d. 5 45 w. Limburger h«�feü,epfd. 38'wH'SS p». Camembert.... Schweizer �Mert»;» 90"• rnllill, SckuMtf. I firttHM Tllsiter«»llfell. Pfd. 95 ist 1.10 ÄÄr78�95P.. Margarine Pfand 52, 58 p>. Holländer hafbfeit. pid. 80p«. Kokosfett»-«wt...» 62?«. _..,........ Molkerei-Butter Pfand 1.90 BlerkaseAi�yoilfaPtd-gOPt Tafe,butteP rnnd 2 m .Schweizer 1.45 Dänische Butter ffud 2.20 (Wein"-HSÄL-- Oberhaardter«ufn�nr Bowlenwein.............. L10 Rüster Gold feiner Dessertwein................ 1.26 1926 WSIIsteiner HSIIberg eskNger vheinwew) ck> St JUStln spantscher Burgunderwein........ f> 40 1926 Ltebfraurnklch liebticw ah........ ,1 gm Roter Dessenwein fraubensos. kfBmg....... �| 60 1921 Trlttenheimer Falkenberg\. 1924 Chät Clarke leidusCScr weiSer Bordeaux j| 30 1925 Nlerstelner Frltzanhölle feinbfanv, 2M 1926 Eschendorfer FQrstenberg 2 20 Johannisbserwein«xiia ein» Buamai. vom Pao uter I m Tarragona Spezia) vom p«».......... uter 1.30 VoHmiich-Schokolade 75_ mit ganzen HasetnOssen, 2 Tafeln*»00 ttr.•«w"• Vollmilch-Reliefs etd 45«. Vollmilch Borke fa»-« 50». Creme-Schokolade«Aptelslne u. m-nbeer� 4 JOO 0mm A5n Dessert-Brezeln...... ,.«/• Pfand 33P>'«Pfand 75 Pt Sandgebäck...........««.pumd 26 f« Pfand 95 pt Nr.-l-l?- 4S. Jahrgang Freitag. 9. März il92S Llm eine Million. Ein großer(Schadensersahprozeß gegen die Reichsdruckerei. Seil längerer Zell, und zwar seil dem Vinter 1926 btf 192? ist die Reichsdruckerel in einen große» Schaden- ersahprozefj verwickelt, von dem die Oefseallichkei». der man an» gewissen Gründen diesen Rechtsstreit bisher v e r h e i m- licht Hot. erst seht Kenntnis erhält, obgleich er außerordentliches Znleresse verdient. Es handelt sich um nicht mehr und nicht weniger als die Frage, ob die Reichsdruckerei die heute in Deutschland im llmlaus befind- lichen Banknoten in widerrechtlicher Form, nämlich unter Verletzung von Pateotrechlen eines privaten lkrsioders, herstellt. Es sind zwei Patente, die ein Chemiker Lampel und seine Frau für ein in gemeinsamer jahrelanger Arbeit entdecktes Verfahren erhalten haben, durch das die Fälschung von Banknoten aus eine ganz neu- artige Weise unmöglich gemacht werden soll. Die Reichsdruckerei hatte für diese Erfindung des Ehepaare» großes Interesse gezeigt, und es war zu Verhandlungen über den Ankauf des Patentes gekommen, die nach dem Tade des Chemikers mit seiner In den sechziger Jahren stehenden Gattin, als der olleini- gen Inhaberin des Patentes, später auch mit einer von Frau Lampel mit der Wahrnehmung ihrer Interessen betrauten Wertpapierdruck- gesellschaft gepflogen wurden. Noch während diese Verhandlungen in, Gange waren, begann die Reichsdruckerei mit der Herstellung der seit der Stabilisierung der deutschen Währung gebräuchlichen Banknoten noch einem Verfahren, das noch Ansicht der Frau Lampel zum mindesten zum großen Teil, wenn nicht in seinem ganzen Umfange durch die erwähnten Patente des Erfinderehepoares geschützt war, ohne daß die Reichsdruckerei tatsächlich irgendein Verfügungsrecht hinsichtlich der Ausnutzung dieser Erfindung er- warben hatte. Auf dieser Feststellung, deren Richtigkeit natürlich Frau Lampel beweisen muß. basiert nun der von ihr zunächst in einer Höhe von einer Million Mark angestrengte Schadenersatzprozeß gegen die Reichsdruckerei, nach- dem eine zuvor eingereichte Klage aus llukerlafsung des Vanknotendruckes aus dem naheliegenden Grunde abgewiesen worden war, daß den, Staat naturgemäß die Herstellung von Banknoten nicht untersagt werden könne. In dem Zrvilprozeß, den Frau Lampel auf Armenrecht führt, dürste Mitte des kommenden Monats die Entscheidung gefällt werden. Für den Fall, daß ihrer Klage stattgegeben werden sollte, würde Frau Lampel natürlich ihren vollen Schaden, der die jetzt gesorderte Summe bei weitem nach ihrer Berechnung übersteigt, von der Reichsdruckerei einklagen. Auf der anderen Seite hat die Reichs-' druckerei gegen diese Potente eine Nichtigkeitsklage angestrengt, ist ober vor kurzem in letzter Instanz damit kostenpflichtig abgewiesen worden. Mutter und Tochier... Warenhausdiebinnen aus Not. Es waren traurige soziale Verhälttnsie, die durch die VerHand- lungen, die teils vor dem Jugendgericht gegen A n n i 55., teils vor dem Amtsgericht gegen deren Mutter Maria D. gestern und vor- gestern stattfanden, entrollt wurden. Die Mutter hatte bessere Tage gesehen und in Lodz«in gut- gehendes Theater besessen. Sie war aber aus Polen a u s g e- wiesen worden, angeblich, weil sie ihre Deutschfreundlich- keit zu offen zur Schau getragen hatte. Es soll auch noch ein« Schadenersatzklage gegen den polnischen Staat schweben. Durch diese widrigen Umstände war die Familie, die noch Berlin gekommen war, in b i t t e r st e Not geraten. Bon Hunger ge° peinigt, verfielen Mutter und Tochter auf den Gedanken, Laden- d leb stähl« zu beghen. Sie machten erfolgreiche Beute- züge durch verschiedene Warenhäuser, bei denen sie Seidenrestc, Schlüpfer und Kleider stahlen. Schließlich wurden sie aus frischer Tat abgefaßt, als sie das Pech hatten, daß ihnen eine T ü t � aus der Tasche fiel. Eine Detekttvin sah, daß Seidenstoffe herauelugten, und ließ die beiden Frauen festnehmen. Unter Tränen waren sie auch geständig. Gegen die Tochter wurde vor dein Jugendgericht 1 Monat Gefängnis und Unterbringung in der Fürsorgeerziehung be antragt. Rechtsanwalt Dr. Georg Löwenthal bestritt, daß die jugeichliche Angeklagte die nach dem Jugendgesetz erforderliche Der- standesreife für ihre Tat gehabt habe, und verlangte Straf s r e i h e i t. Das Jugendgericht begnügte sich damit, dem Mädchen eine Buße von 30 Mark aufzuerlegen. Das Amtsgericht verurteilte die Mutter, gegen die 6 Wochen Gefängnis beantragt worden waren, zu 1l)l> Mark Geldstraf«. In de« Tod getrieben! Der Polizeibericht Chronik der Selbstmorde meldet: „Ins Wasser gegangen wegen unheilbarer Krankheit",„Erhängt wegen Liebeskummer",„M it Gas vergiftet wegen bevor- stehe nderExmittierung". Der letzte Fall macht stutzig. Es handelt sich um eine ältere Frau. Das nächste ist der Weg zum Unglückshaus, das im Berliner Norden liegt, am W e d d i n g, in einer Straße, die an einen Fried- Hof grenzt. Das Unglück hat einen Kreis von Erregung um sich gebrettet. Bor dem Haufe, im halbdunklen Hausflur uiü» auf dein Hofe stehen Housnachbarn und Fremde und debattieren. Auf dem feuchten Asphalt des Stroßendommes sind zwei Wagenspuren zu sehen: Die Leiche der Frau ist soeben zum Schauhaus gefahren worden. Und dann erfährt man die erschütternd« Geschichte: Im Seitenflügel des Hinterhauses hat die Unglückliche mtt ihrem Mann in einer Wohnung gewohnt, die aus einer Stube und Küche besteht. Diesen engen Raum tettten sie auch noch mtt einer Untennietcrin. Der Mann ist Schneider, der, wenn er nicht alles ver- trunken hätte, sich und seine Frau vor der Not hätte bewahren können. Aber er trank nicht nur, er trieb sich nicht nur herum, er mißhandelte seine Frau auch, die wegen ihres guten Wasens bei allen beliebt war. Die materielle und seelische Not der Frau, die sich in einem Lerzweiflungskamps zerrieb, wuchs und wuchs... Seit vielen Ziagen hat sich der Maun. nicht mehr sehen lassen. Der Hauswirt forderte die Miete für mehrere Monate. Drohte mit einem Pfändungsbefehl. Zog ihn zurück, als das Wohlfahrtsamt das Geld hinkerlegte. Aber auch diese Hilfe konnte die unglückliche Frau nicht mehr an das Leben, das für sie eine Hölle war, binden. Sie brach unter der Last ihres Schicksals zusammen. ?n später Abendstunde wurde sie in der gasgefüllten Küche lol aufgefunden. Der Mann, der feine Frau in den Tod getrieben Hot, ist ver- fchwunden. Der einzige Sohn, der in der Mark auf einem Dorf als Kutscher arbeitet, ist durch ein Telegramm gerufen worden. Nun steht er fassungslos im Toienzimmer, riecht den Gasgeruch. grübelt über den Martertod feiner Mutter— und verfluchten feinem Herzen den Vater... Schnee und Temperatursturz! Kalter Vorfrühling. Nach der schönen Wetterperiode, die uns fast 14 Tage long sonniges und frühlingsmäßiges Wetter gebracht hat. ist in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag ganz plötzlich ein Wetter- Umschlag elngetreten. Die Quecksilbersäule rutschte von -st 12 Grad bis kurz über den Gefrierpunkt, und während des- gestrigen Tages gingen infolge der Abkühlung der Hölzer gelegeneu Luflmasien erhebliche Niederschläge in Form von Schnee nieder. Ein starkes Schneetreiben hictt bis in die siebente Abendstunde an. Während sich in der Innenstadt der Schnee bald in den bekannten, wenig angenehmen Matsch verwandelte, wurden die Außenbezirke, Plätze und Parkanlagen in leichtes Weiß gekleidet. Dem Auge bot sich noch einmal eine Winterlandfchaft. Vielleicht die letzte in diesem Jahr! Die durch den Schnee und Matsch schlüpfrig gewordenen Bürger- steigc und Fahrdomm« hatten auch gleich wieder eine Anzahl vou Stürzen und Verkehrsstörungen zur Folge. Auf den Städtische» Rettungsstellen wurden mehrere Perjonen bchon-� d e l t, die sich beim Fallen Verletzungen zugezogen hatten.— Allein sec�smäl mußte die Feuerwehr ausrücken, um Pferde, die infolge der Glatte'zri Fall gekommen waren, zu„heben". Ter amtliche Wetterdienst äußert sich hierzu folgendermaßen: Das Hochdruckgebiet, das während der letzten 14 Tage über ganz Deutjchland lagerte, fetzte sich vor etwa oier bis fünf Tagen langsam noch dem Südosten in Bc- wegung. Mit seinem Kern liegt es heute über Südostrußland. Durch einen anhaltenden Barometersall entwickelte sich über der Nordsee ein großes Tiejdruckgediet, das langsam in südöstlicher Richtung durch Deutschland zog. Auf seiner Rückseite brachen unter Regenschauern in der letzten Nacht kühle Luftmassen, die von Nord- ästen herkamen, in Deutschland ein. Als in den heutigen Morgen- stunden eine weitere Staffel kalter Luflmaffen nachfolgte, gingen die Regenfölle in Schnee über. In ganz Deutschland östlich der Elbe sind die Temperaturen unter 0 Grad gesunken, so daß sich dort eine ziemlich einheilliche Schneedecke gebildet hat, die beifpielsweife m Niederschlesien zehn Zentimeier Höhe beträgt.— An der Küste herrscht überall stürmisches und diesiges Wetter, das von stärkeren Schneeschauern begleitet ist.— In den Gebirgen sind ebenfalls ei» starkes Sinken der Temperaturen bis zu minus 10 Grad und ergiebige Schneefälle zu verzeichnen. Das Quecksilber, das in Berlin in den gestrigen Mittagstund«'» um 0 Grad herum schwankte, siel in der Nacht auf minus 1 m der Innenstadt bzw. minus 2 Grad in den Außenbezirken. Auch in den kommenden Nächten wird wieder leichter Nachtfrost herrschen, und. am Tage werden die Temperaturen nur wenig über 0 Grad liegen. Rekord der Diebesfixigkeit. An Fixigkeit kaum zu übertreffen ist ein 33 Jahre alter gewerbsmäßiger Taschendieb Hermann Debig, der aus Palianice stammt und in Berlin schon verschiedentlich Gastrollen gegeben hat. Mitte Januar wieder einmal aus dem Gefängnis cntlofjen, wurde er Ende voriger Woche mit einem Sammeltransport nach der polnischen Grenze abgeschoben. Am Mittwoch wurde er in der Güntzelstraße schon wieder aus frischer Tat ertappt. Eine Dome, die eine fremde Hand in ihrer Mantettafche an ihrem Portemonnaie fühlle, rief sofort um Hilfe. Noch einer längeren Jagd wurde der Taschendieb gestellt und festgenommen. Es war Hermann Debig, den man jenseits der polnischen Grenze glaubte. Er war in seinem geliebten Berlin schon wieder an der Arbeit, während der Transportwagen der Reichsbahn, der ihn an die Grenze gebrocht hatte, noch nicht hierher zurückgekehrt ist. Debig hat also die Reichsbahn an Schnelligkeit erheblich übertrokfen. Menschen.Göttern gleich... W> Noman von Herbert George Wells. Mr. Barnstapke lachte.„Es ist mit uns nicht ganz so schlimm. Lady Stella, wie mit den Affen." Sie lachte auch. „Vielleicht ist es nicht so schlimm, aber wie dem auch sei — in der Nacht— fühlte ich. daß es so sein könnte. Wir find minderwertige Wesen. Man muß das zugeben..." Sie zog die Brauen zusammen. Ihr hübsches Gesicht drückte große geistige Anstrengung aus.„Sind Sie sich dessen bewußt, wie sehr wir abgeschnitten sind?... Vielleicht wer- den Sie es dumm von mir finden, Mr. Barnstaple, aber be- vor ich gestern abend zu Bett ging, setzte ich mich hin, um meiner Schwester einen Brief zu schreiben und Ihr über alle Vorkommnisse zu berichten, solange sie noch frisch in meinem Gedächtnis sind. Und plötzlich fiel mir ein, ich könnte eben- sogut an— Julius Cäsar schreiben." Mr. Darnstaple hatte nicht daran gedacht. „Das ist etwas, was mir nicht aus dem Kopf geht, Mr. Barnstaple— keine Brief, keine Telegramme, keine Zeitungen, kein Kursbuch in Utopien. Alles da», was uns wirNich bewegt— alle Leute, für die wir leben, abgeschnitten! Ich weiß nicht, für wie lange. Aber vollkommen abge- schnitten... Wie lange wird es ihnen gefallen, uns hier zu behalten?* Mr. Barnstaples Gesicht wurde nachdenklich. „Sind Sie sich«, daß sie uns jemals zurückschicken können?" fragt« die Lady. „Es scheinen einige Zweifel zu bestehe«. Übet es sind erstaunlich kluge Leute." Es schien so leicht, hierher zu kommen— gerade so, als ob man um eine Ecke biegt— aber wir sind natürlich, um es richtig auszusprechen, außerhalb von Raum und Zeit... mehr sogar als Tote... Der Nordpol oder Zentralafrita sind um einen ganzen Weltkörper unserer Heimat näher als wir. Es ist schwer, das zu begreifen. In diesem Sonnenlicht scheint olles so hell und vertraut. Und doch gab es ver- gangene Nacht Augenblicke, in denen mir zum heulen war." Sie brach kurz ab und beobachtete scharf das Ufer. Dann schnüffelle sie sehr aufmerksam. Mr. Barnstaple gewahrte «inen besonder, scharfen und appetitanregenden Geruch, der über da» Wasser zu ihn« herüberweht«. „Ja." sagte er. „Es ist Frühstücksspeck!" rief Lady Stella mit quieken- der Stimme. „Genau nach Mr. Durleighs Angaben." sagte Barn- staple und wandte das Kanu mechanisch dem Ufer zu. „Frühstücksspeck! Das ist das beruhigendste Ereignis bis jetzt!... Vielleicht war es im Grunde genommen dumm, ängstlich zu sein. Da, sie machen uns Zeichen!" Sie schwenkte den Arm. „Greeta in einem weißen Gewand— wie Sie prophezeit haben, und Mr. Mush in einer Toga im Gespräch mit ihr... Wo kann er diese Toga herhaben?" Ein undeutlicher Klang von rufenden Stimmen er- reichte sie. „Wir kommen!" rief Lady Stella. „Ich boffe, ich bin nicht zu pessimistisch gewesen," sagte Lady Stella,„aber ich graulle mich so in der Nacht!" Zweites Such./ veri d t i r o!(mit Lichtbildern), Landeshauptmann Leser- Gauerdrunn über da« Burgcnland. eintritt frei »tdlialdrk tz««rdrllerblldangetchule. Die»tdliothek ist jetzt wieder jede» Dienstag uud Freitag von 8 Uhr abend» geöffnet. Sport. Snan zu Mariendort am vonuerslag. dem 8. März. 1.»« n n e n. 1. Viru»(F Mill«). 2. Lindow Peter lSnöpnadel jim.), S. Clementw» ivahrt Sota: 17: 10. Platz: 12, 11, 17: 10. Ferner lies-n- Har ienmüdchen, GtückSvogel, Sinter I, LinSeo Harveller, Erzgauner. st. Kennen. 1. Atpspltze(gautz jun.). 2. Sbampagner(Befltzer), ». Nekom« rvizhrembea Toto: 23: 10. Platz: 14, 16, 118: 10. Ferner liefen: Nalalor, Theotrat, Mariella, Naturbursche, Nora Halle, Zierde, Belletrist. Nebelkappe. 3. R e n n e n. 1. Mary istuh(Besitzer), 2. Laterne lLemzer), 8. Mistral (flozal). Toto: 87 t 10. Platz: 17. 23, 60: 10 Ferner liefen:«letler. toi«, Morgenwirne. Beate, Mar: da Halle. Lombardei. «.Rennen. 1. Baron Klalawab«I.MillSi. 2. Luslschisser fJ.Schmidl). st. ErafsuS lLtwzer). Tvw: KL: 10. Platz: 381 81, stl: 10. Ferner lle'en: Franlensletn. Wassersall. Dawlon»all«, Angriff. Narilän Hall«, Sodien. köniain. Baron«ab!er, ElaSböserrn, Heiceprmz I, Corona Me. Sinnetz, Marie Lulie. Imporieur. Pusselchen. Mo od Boa. ü. Rennen. 1.«elbllern IMüllee). 2. Quinieffen» �Besitzer). 3. Susi Leyburn(Besitzer). Toto: 22: 10. Platz: 14. Ist.«3: 10. Ferner liefen: Monostato«, Lesling, Propeller, Friedegard. Sroichei, Miradeli« I, Dichtung. S. Rennen. 1. SönizSadter(Lauicnbrrger), 2 T>u« Fox iJaua se».), st. vuifi Oiiasi(Siemzer». Solo:«st: 10. Platz: 2». 18, 16: 10. Ferner Uesen: Sammer länger, OiobanniSkäser. Tratteur Sarnevat 7. R«« n« n. 1. Sir Card lIau» jun>. st. Soudster« ffllotio fBefitztr), 3. PolSdam(Lemzer). Toto: 14:10. Plötz: 10, 11, 10: 10. Ferner Uesen: Miliz, Susi Leyburn, Leuchtturm, Fredeaundi«. st Rennen. 1. Meister B.(Bäht). 2. Tafanoaa(I. Mill«), 3.«d. dullad Siiver(Schröder). Toto: LS i-lO. Pia»: 13, 28, 17: 10. Feru« llss». atuUM i,«ertzerd. Rorgealau. Dentmünze. Herr Haberland rührt sich. , Spekulative Ausnutzung" der �Berliner Wohnungsversorgung". Der geistige Führer der privaten Bau- und Bodemvirtschaft. Herr Georg Haberland, hat soeben seine vielen Werte um eine neue Broschüre.Die Berliner Wohnungsver» s o r g u n g" bereichert. Wäre sie lediglich für Fachleute be- stimmt gewesen, so hätte sich teine Feder um sie bemüht. Da sie sich aber vorwiegend an die Laien wendet, kann man an dieser Broschüre nicht vorübergehen. Auch der gröhte Gegner Hoberlands wird ihm Aufrichtigkeit bei der Verfolgung seiner Ziel» nicht abstreiten können. In der vorliegenden Broschüre müsien wir wieder die fast naiv« Auf» richtigkeit dieses Totmenschen bewundern. Er bringt «s fettig, zwei Sätze nebeneinander zu stellen, die ihn als Wohnung». Politiker im Grund« erledigen. Auf Seit« 35 sagt Haberland, die Beseitigung der Wohnungsnot fei nur möglich,.wenn die Faktoren, die vor dem Kttege die Wohnungsversorgung bewirkt haben, sich wieder der Bautätigkeit und der Wohnangsvermietung zuwenden". Auf Seite 27 beschett uns Herr Haberland ein.nette» Erlebnis aus früherer Zeit", das heißt aus der Zeit, da er feine.Mufterstodt" Wilmersdorf erbaute.Als die Terrainfpekulatlon in Blüte stand, wurde an der Börse Rohlond In Wilmersdorf gehandelt, ctwa in der Weife, daß der Matter nur fragte:.Haben Sie 3000 Ruten in Wilmersdorf zu verkaufen?" Wo das Gelände lag, welcher Prozentsatz an Straßengelände abging, und wie hoch die Regulierungskosten waren, prüfte man gar nicht mehr. Dabei gab es nicht zwei Gelände, die vom fachmännischen StandpunN ge- rechnet, den gleichen Wett hatten." Glaubt Herr Haberland wirttich, daß sich die Berliner Wohnungsverforgung diesen Elementen wieder ausliefern soll? Ja, er will es! Er will die Bahn frei machen für die.spekulative Ausnutzung" der öffentlichen Mittel. Er will die Borschriften beseitigt sehen. die, wie das Wiederkaufsrecht, die Festsetzung der Mieten usw., die privatkapitalistischen Äreife davon abschrecken, Kapital im Wohnung»- bau zu investieren. Er tritt darum ei« für em« verstärkte Heraufzonung des Baulandes und für die.vielgeschmähten alten Mietskasernen", die in fünf Stockwerken in Zukunft sogar drei und vier Wohnungen an einem Treppenpodest haben sollen. Di« DurcHüftbarteit der Wohnungen sei ein.Dogma", sagt er. Für Fach'eut« hat, wie gesagt, di, Broschüre Haberlands nicht die geringste Bedeutung. Sie kann und muß aber gefährlich norden, wenn stch die Laien feine Thesen, die schon mehr al« Vtn Dutzendmal widerlegt worden sind, zu eigen machen und nach seinen Thesen Wohnungspolitik betreiben wollten. Herr Haberland beginnt feine Streitschrift mit dem Zugeständnis: .Rur die gemeinnützig» Bautätigkeit ist in der Lag«, di« Bestimmungen zu erfüllen, die die Grundlage für die Verteilung der Hauszinssteuermittel bilden." Die einengenden Bestimmungen. die an di« Gewährung der Hauszinesteuermittel geknüpft sind, machten es dem Privotkapital unmöglich,.Reserven" anzu- sammeln für«ine von ihm selbst geglaubte Senkung der Mieten. Wenn wir nun aber Herr« Haberland fragen würden, wann und wo und in welcher Form und mit welcher rechtlichen Bindung das Privatkapital in der Wohnun'pswittschoft solche„Reserven" an» gesammelt hat. dann wird er mit seiner Antwott in einige Ber- legenheit geraten und sich wohl auf das von ihm selbst gesebildette .nett« Erlebnis" mit den Baulöwen zurückziehen müssen. Als wir na begründete seinen Antrag damit, daß er die Beschlußfähigkeit der Versammlung angezweifelt hob« und der Bor- stehcr, Gcnoisc Bublitz, weiter getagt habe, ohne die Deschlußfähig- keit festzustellen. Es ergab sich, daß Genosse Bublitz vollkommen korrekt und richtig gehandelt hatte, und daß Klinkhardt selber einem Irrtum unterlegen war Auf Antrag der Kommunisten wurde über den Antrag Klinkhardt zur Tagesordnung übergegangen. 6. Bezirk— Friedrichshain. In der letzten Sitzung der Bezirtsversammlung Friedrichs Hain benutzte der Kommunist Ost r o w s k i eine kleine Anfrag«, um gegen die Tätigkeit des Wohnungsamts Sturm zu laufen. Vom Dezer- nenten, Stadtrat Genossen R o> i n, inußte er sich allerdings sagen lassen, daß bei Einweisungen, die den Widerstand des Hauswirts finden, auch das Wohnungsamt nach den gegenwärtigen gesetzlichen Handhaben nicht sofort ändernd eingreifen kann. Die Zwangsein- Weisung durch einen entsprechenden Vertrag nimmt leider immer einige Zeit in Anspruch. Genosse T h e e t verwies auf die engen Raumverhältnisse im Bezirk, die kaum einen weiteren Wohnungs- ausbau zulassen. Ohne Debatte wurde die Vorlage zur Beschluß-- fassung auf Umgestaltung des Grundstücks Zellestraße 4 zu einem Schulspielplatz angenommen. Ebenso wurde der Verbreiterung der Holzmarktstraße zugestimmt. Ueber die Beratung des Verkehrsaus-- schusses berichtete ausführlich der Genosse Buchinanir. An Hand reichen Zahlenmaterials skizzierte er die Zunahme des Verkehrs allein im letzten Jahre, die mehr als IM Millionen ausmacht. Noch längerer Debatte fanden die Vorschläge des Verkehrsausschusses An- nahm«. Darin wird gefordert: Verlängerung der Linie 66 bis Wartenberg, Führung einer Linie bis zum Kraftwerk Klingenberg. Verlegung einer Linie durch die Pofener und Romintener Straße und einer Autabuslmie durch die Landsberger Allee. Zum Punkt Straßenumbenennungen betonte Stadtverordneter B a r t e i s(Dnat.) die Gegnerschaft seiner Fraktion gegen. Neubenennungen, da die Tradition des Hergekommenen gewahrt werden müsse.' Nach dem Beschluß, die Fltederstraße w Martha-Demning-Straße umzubenennen, ergaben sich starke Meinungsverschiedenheiten in einer Geschäftsordnungsdebatte. Die goüze Angelegenheit wurde deshalb nochmals einem neungliedrigen Ausschuß überwiesen. Dann trat Vertagung ein. 14. Bezirk— Neukölln. In der Bezirksversammiung vom 7. März fand als erster Punkt der D r I n g l i chk e i ts a n t r o g der i o z, a l d e m o k ro- tischen Bezirksfraktion Annohm«:«Die Bezirksoerfamm- lung wolle beschließen: Das Bezirksamt wird ersucht, umgehend beim Landesarbeitsamt Schritte zu unternehmen, damit den durch die seitens der Berliner Metollindustriellen vorgenommene Stillegung der Betrieb« erwerbslos gewordenen Metollarbeitern die ihnen zu- stehende Erwerbslosenunterstützung ausgezahlt wird.* Nach diesem Punkt wurde die Debatte über einen kommunistischen Antrag.betr. Äenderung der Vorschriften über die Voraussetzungen für die Auf- nähme in die Erwerbslosenfürsorgc* unter mehrfachen Unter- brechungen und zeitweise recht erregten Auseinandersetzung«» zu Ende geführt. Bekanntlich hatte in einer früheren Sitzung der be» rüchtigte„Deutsche-Vorwärts*- K l o t h, die Zierde der Neuköllner Bezirksoersammlung, zu diesem KPD.-Antrog bemerkt, daß Erwerbs» lose die Wohlfahrtseinrichtungen der Stadt mißbrauchen. Diese Be» schimpfung Enverbslofer führte damals zum vorzeitigen Schluß. Diesmal sprach Herr Kloch in Abnxsenheit unserer Fraktion, und es kostete dem Vorsteher viel Müh«, zu oerhüten, daß die Versammlung nicht wieder aufflog. Erst nachdem diesen„Arbeiterfreund* Kloth mehrere Ordnungsrufe ereilten und ihm dann das Wort ent- zogen wurde, trat Ruhe ein. Bevor die Versammlung auseinander ging, behandelten sie noch einen SPD.-Antvag über Beseitigung von .Nörten anläßlich der Räumung von Klcingortenland aus dem Tempelhofer Feld. Unser Redner, Genosse Aschenbrenner, vertrat mit Entschiedenheit die berechtigten Interessen der Klein- gärtner und erwartete, daß fede Rigorosität bei notwendigen Räu- nrungen von Kleingärten unterbleibe, wie das ja berests ein sozial- demokratischer, in der Stadtverordnetenversammlung gestellter und angenommener Antrag verlange,„daß vor jeder Einziehung von Heimstättengcbiet die Stadtverordnetenversammlung zu hören sei*, uni etwaige Härten gar nicht erst aufkonunen zu lassen. 19. Bezirk— Pankow. In der Bezirksversammluno am 29. Februar 1928 trieben die Deutschnationalen Obstruktion, und zwar hatte es ihnen die Vorlage über die Straßenumbenennungen an- getan. Die Sitzung wurde mit der Beratung dieser Vorlage voll- ständig ausgefüllt, ohne daß eine Erledigung erfolgte, so daß sich noch eine weiter« Sitzung mit der Angelegenheit be- schäftigen muß. Die Deutschnationalen hatten den bereits vor mehreren Monaten eingereichten Antrag auf Einsetzung eine» Aus-- schusses zur Vorderawng bekämpft und auch eine Verschleppung er- reicht. Jetzt versuchte der Deutschnationale Faust durch Geschäfts- ordnungsanträge die Beratung zu vereiteln. Er behauptete frei und keck, es liegt zur Beraiung keine geschäftsordnungsmäßige Vorlag« vor, die Verhandlung könne also gar nicht stattfinden, und er bean- tragt« liebergong zur Tagesordnung. Genosse Iüttner kennzeichnet« die Obstruktion der Deutschnationalen als den Der- such, die monarchi st ischen Straßennamen für alle Ewigkeit beizubehalten. Alle Obstruktionsanträae verfielen der Ab- lchnung. In der Diskussion legt« der Stratege Faust gegen die Bot» läge los und behauptete, Stadtbaurot Hahn hol'« bereits 1923 die Unwahrheit gesagt, als er behauptete, dt« Post- und Eisenbahn- behörde habe die Umbemiuna beantragt. Er berechnete die Kosten pro Schild mit 40 M., am Pfosten mit 300 M., für den Bezirk 19 in Summa mit 204 000 M., für Groß-Bcrlin mit 3 Millionen Mark. Schließlich beantragte er aber namens seiner Partei etwa 30 neue Bezeichnungen, und zwar über sede namentliche Abstimmung. Nach ihm kamen noch drei weitere deutschnationale Obpruktionsretmer mit belanalosen Ausführungen zum Wort. Unserem Fraktionsredner Genosse» Kubig blieb es vorbeholten, die unsachliche und anmaßende Kritik dieser Partei zu kennzeichnen. Unsere Fraktion beantragte noch, die Namen einiger Maitressen, die die Deutschnationalen im Ausschuß voraeschlagen Helten, durch andere Namen zu«rsetzem Der Kommunist Menz brachte die Namen von russischen Generälen in Borschlag und beschwerte sich darüber, daß wir es strikte abgelehnt hatten, vv» der KPD. Vorschläge über die Ehrung unserer Vor- kämpser anzunehmen. Die Sitzung ging, wie gesagt, ohne einen Abschluß gefunden zu haben, zu Ende. Kreisverireierversammsutigen. Krenzberq. In Rabes Festfälen in der Fichteftraßs hiev der 6. Kreis ani .;S. Februar feine Kreisvertreternersommluna ab. Den Geschäfts- bericht des Kreisvorstande» gab Genosse Schweikardt. der be- tonte, daß der Kreis das ruhige Jahr benutzt Hab«, um Werbe, arbeit zu leisten. Weil der Kreis ständig da» ganz« Jahr hindurch an der Gewinnung neuer Mitglieder und„Vorwärts*. Leser gearbeitet habe, fei das Ergebnis aus der Werbe- wache nicht so hoch, wie in anderen Bezirken. Am Jahresschluß konnten inniierhin über 4 00 neue Mitglieder gezählt iverd». Die Jugend-, Frauen- und»inderfreund«. beweg u ng konnte gleichfalls über einen ansehnliche» Zuwochj cm neuen Mitgliedern bericht«,. Im letzten Jahr konnte auch die Arbeit der Slt-rabeirSt- wuksaw nntersMi««rd«». Sa Achtung, Genossinnen! Seat«, Freitag, dm S. März, 19'/? Uhr, in Havertand« Festfälen (Qnsmfaal), Neu« Fnedrichstr. 35(Nähe Bahnhof Aletanderplatz) kraU>ei»--Itoalkereii2 Tagesordnung: ±„Die politische Situation." Referat der Smokssn Clara Bohm-Schuch. 2. Neuwahl de» Frauenausschusses. 3. Verschiedenes.— Türtontrolle 1. Kreis.- Das Fraumsekreiariat. der an dm Geschäftsbericht sich anschließenden Debatte wurde von Genossen verlangt, daß in Berlin ein Haus, eine Art Bolkshotel, errichtet wird, m dem durchreisenden Genossen ein bil- liges Nachtquartier geboten werden kann. Dieser Wunsch wurde zu einem Antrag an den Bezirkstag erweitert. Die Wahl des Kreisvorstandes ergab Wiederwahl des bis- herigen Vorstandes. Gewählt wurden Genosse Schweikardt zum ersten, Genosse Litke zum zweiten Borsitzenden, die Genossen Rosenberg»nd B e t n a r e k als Schriitsührer und der Genosse Voigt als Kassierer. Für die Pressckommission wurde Gmasse Barth vorgeschlagen. Wedding. Die Koeisvertreterversammlung des Kreises Wedding wurde in der Löwenbrouerei in der Hochstraße abgehalten. Genosse O. Frank, der den Bericht des Lorstandes über seine Tätigkeit gab, tonnte berichten, daß die M i t g l i e d e r z a h l des Kreises im letzten Jahr erheblich gestiegen ist. Im Jahre 1926 stieg die Mitglieder zahl um 17 Proz. und im Jahre 1927 sogar u m 25 Proz. Der Mitgliederbestand beträgt fast 5000. Auch die Werbearbeit für den„Vorwärts* war er- folg reich. Im Bezirk ist die Zahl der„Sormärts�eser höher als die Mitgliederzisfer. Im Anschluß an die Berichte über die Frauenarbeit und de? Bildungsausschusses gab Genosse U ck e i t dm Kassenbericht. Nach einer sehr oiissührlichen Diskussion appellierte Genosse Frank in seinem Schlußwort an die Opfer bereitschaft der Funktionäre, auch in diesem Jahre mit Sleichem Ernst und Willen die aufopfernde Arbeit sür die Organi- ition zu leisten.„In diesem Jahr*, so sagte Genosse Frank, „können wir mdlich abrechnen mit dem Bürgerblock.* Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt, und zwar Gmasse Frank zum ersten, Genosse Kies er zum zweiten Porsitzmden. Genosse Uckert zum Kassierer und die Genossen He. n nick« undDahlezu Schrift- führern. Heilpädagogische Sprechstunden in Neukölln find« täglich oem 8 bis 9 Uhr oorm. in der Sprachheil, und Schwerhörigen- schule Neukölln, Ganghosersttaßc sSchulborack«), statt. Die Untersuchung und� Beratung für Sprachtrank«, Schwer- hörige, Sehschwache. Schwachbegabt« Schwer«rzi«h- bare usw.(Kinder und Erwachsene) ist kostenlos. Ganz be° sonders werdm jetzt die Evern der zu Ostern 1928 schulpflichtigen Kinder, die obige Mängel zeigen, aus diese Einrichtung aufmerksam gemacht. Ergibt die Untersuchung, daß diese Kinder ihre» Leidens wegen in einer Normalschule das Ziel nicht werdm erreichen könnm. so ist die Einschulung in die Sonderschule zweckmäßig, wo sie durch sachgemäße, individuelle Behandlung in kleinen Klassen nach dem Plan der Normalschule unterrichtet werdm und nach Beseitigung oder Besserung des Leidens in die zuständige Volksschule des Wohn- bezirks umgeschult werden. Bei weiten Wegen erhalten die Kinder je nach Bedürftigkeit Freifahrt aus der Straßmbahn. Vewohnler Neubau vor dem Einsturz? Unter dieser Ueberschrist berichteten wir in der gestrigen Morgenausgabe über einen Neu- bau in der Soldiner Straße. Zu dieser Notiz� geht uns eine Darstellung des Bau- und Sparvcrcins„Eintracht* zu, nach der durch Sachverständige sestgestelll worden ist, daß wie bei den meisten Neubauten das Haus Soldiner Ecke Drontheimer Straße sich etwas gesenkt hat Zu irgendwelcher Beunruhigung liegt nach Ansicht des Sachverständigen kein Anlaß vor. Die Lombardafsäre ZZab. Seinerzeit berichteten wir über die Angelegenheit der Firma B a b, Berlin, Friedrich- Ecke Puttkamer- straße. Der Geschäftsinhaber, Herr Bab, ersucht uns, auf Grund einer Mitteilung der ointlichcn Pressestelle der preußischen Justizverwaltung im Kammergerichtsbezirk, Tagebuchnummer 1.46. 28, mitzuteilen: Die Darstellung, die in der Press« über die Bersehlungen des Kaufmanns Siegmund Bab gegeben ist, ist nach dem Inhalt der Strafakten als übertrieben onzu- sehen. Bisher liegen nur Strafanzeigen von zwei Gläubigern des Bab vor, die insgesamt um zirka 10 000 M. durch Bab auf betrügerische Weise geschädigt sein wollen. Die schwebende Vor- Untersuchung richtet sich nur gegen Bab und nicht auch gegen dessen Ehefrau und hat nur diese beiden Bctrugssälle sowie die An- schuldigung zum Gegenstande, daß Bab durch eine wissentlich un- vollständige Angab« seines Vermögens bei der am 12. März 1927 erfolgten Ableistung des Offcnbarungseides Meineid begangen habe.— Aus Loyälitätsqründcii geben wir dieser, den Pressegesetz- lichen Bestimmungen freilich nicht entsprechenden Berichtigung gern Raum. Im übrigen warten wir die Ermittlungen der Un- tersuchungsbchörden ab. LI« Generalversammlung de» 1trlch»l>«»de» Ver-lscher Mieler f. V* Berliner ilieteroercin e.?.. findet am Freitag, dem 9. März, im Nolionalhoi, Berlin W 57, Bülowstr. 37. statt Schöpferischer Geist gesfaliefe dös Wunderwerk des neuen Deutschland- Senders und geh seiner Kruft einen un err eich ten Wirkungskreis. So beherrscht auch den größten Anhangerkreis durch ihren belebenden Genuß: •fosettiJfuno Berlins m eisigem uchie 4> städtischen. Marktes. Die niedrigen Preise, die der Staat den Bauern zahlt. losten auf der Bauernwirtschaft ganz besonder». meik diePreiseder Industri eerz eug n i ff e im Vergleich zu den Friedens- und den Weltmarktpreisen um das Zwei- bis Dreifache gestiegen sind. Weil der Bauer außerdem kein Vertrauen zur Stabilität- der Währung hat, zieht er es vor, das Getijeld« und die übrigen Produkte feines Betriebes nur in dem Ilmsiang« zu vertaufen, der zur Abtragung der Steuerlasten und zum Ankauf der erforderlichen Ininsstriewaren unbedingt notwendig ist/* Iftdejscu hat cr oft.nicht.die Möglichkeit, diese Waren zu er. werbest,' sei es. weil ihre Preise, gemessen an den Getreidepreisen. außergewöhnlich hoch, sind(Preisschere), sei es, weil die von ihm benötigten Waren auf dem Markt überhaupt nicht vorhanden sind. Unter diesen Umständen hat dar Bauer kainerlei wirtschaftlichen Anlaß, sich mit dem verkauf seines Getreide» zu beeilen. Das Scheitern der Getreidebereitstellungskampagne hat alle sowjeftzrsstschen Regierungsplän« für dos kommende Iohr in Frage gestellt: Ausfuhr. Einfuhr, aktiv« Handelsbilanz, Crweilerung der Industrie. Slabisiläk der Währung,— alles ist bedroht. Di« Erweiterung der einheimischen industriellen Produktion und die Steigerung des Imports von Fertigfabrikaten, tatsächlich das einzig« Mittel, die Menge der industriellen Erzeugnisse im Inland zu vermehren, und die Bauern zur verstärkten Hergabe von Getreide zu veranlassen, hatten aber bei dem Fehlen eigenen Kapitals die Heranziehung ausländischer Kapita- l i e n In der Form von langfristigen Waren- oder Kapitolkrediten zur Voraussetzung. Wesenüiche Ergebnisse kann man indes, wie die Erfahrung der letzten I-chre(darunter auch ine Resultate des teutsch-rufsischen Handels) gelehrt hat, in dieser Richtung nur er- zielen, wenn man die rechtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen ändert, denen die Kapitalanlage und der Handel ausländischer Firmen in Rußland unterworfen sind. Diesen Weg hat die Sowsetregierung nicht beschritten. In der Kommunistsschen Partei haben wieder ultralinke Strömungen. die die Methoden des Sricgskommunismus für das Wesen dv revolutionären Taktik einer kommunistischen Partei halten, die Oberhand gewonnen. Nach einigen Schwankungen hat man sich entschlossen, erstens olle verfügboren Industriewaren in die agrarischen Bezirke zu werfen und die Bauern zweiten» durch Gewaltmoßnahmen zu zwingen, das Getreide an die staat- lichen Organisationen zu verkaufen. Die lokalen Steuer- und Verwaltungsorgane wurden ange- wiesen, alle Steuerrückstände und alle ausstehenden Saotkredtte usw. einzutreiben. De» örtlichen Sowjets wurde„anempsohlen*. auf dem Wege der„Sclbstbesteuerung" die von den wohlhabenden Bauern zu leistenden Steuerzahlungen um 30 Proz. zu erhöhen. Ein« besondere Bauernonleihe wurde aufgelegt und durch Zwangs- maßnahm«, auf dem flachen Lande �untergebracht". Untersagt wurde den Bauern, ihr Getreide auf den nächsten Markt zu bringen. Die zentralen Regierungsorgan« empfahlen, dem§ 107 des Straf. gefetzbuches(in der Ukraine§ 127) eine Auslegung zu geben, auf Grund derer durch gerichtliche Verfolgungen gegenüber den Bauern, die Getreide haben und es dem Staat nicht zu den amtlichen Richtpreisen verkaufen wollen, ein Exempel statuiert werden könnte. Das Ergebnis war, daß die angekündigten Strafgericht« m einer Reih« von Ortschaften wirNich stattgefunden haben, daß vielen Hunderten von Bauern durch gerichtliche Konfiskationen ihr Der- mögen geraubt wurde, und daß die Angeklagten selbst zu Ge- fängnisstrafen von einem bis zwei Iahren verurteilt wurden. Durch solch« Maßnahmen ist es gelungen, die Menge des bereitgestellten Getreides zu erhöhen. Im Januar wurden 76 Mil- [tonen, im Februar an die 100 Millionen Pud beschafft. Und wenn auch trotzdem noch um 10 bis 12 Proz. weniger Getreide bereit- gestellt ist als im Vorjahr«, so kann man doch annehmen, daß in den kommenden Monaten Getreide in dem nötigen Umfang beschafft werden wird. Die Aolgen dieser polliik müssen verhängnisvoll sein. Bei dem herrschenden Mangel an Industrieware« hat die Hin- Überleitung von Waren auf das flache Land auf Kosten der Stadt« eine aku»le Warennvt in der Stadt verursacht. Zlus den Geschäften verschwanden die allernotwendigsten Industrieartikel. Durch die gewaltsame Enteignung des Getreides eingeschüchtert. gingen auf der anderen Seit« die Bauern dazu über, Milch, Butter, Eier und andere landwirtschaftliche Produkte zurückzuhatten, und die Zufuhr von Lebensmitteln nach den S t ä d t e n' fft stark zurück- gegangen. In den Städten entstand eine Situation, die an die Jahre des Bürgerkrieges erinnert. Die Leidtragenden in den Städten sind die Arbeiter, weil die neue Sowjetbourgeoisie die nötigen Waren. wenn auch zu überhöhten Preisen, doch zu beschaffen weiß. Die Lage ist so gespannt, daß auf einer K o n se r e n z d e s Meto ll- arbeiterverbandes Rykow als Referent mit Anfragen und Protesten wegen des Warenmangels in den Städten überschüttet wurde.„Die Regierung war gezwungen, um die ununterbrochene Getreideversorgung der Städte sicherzustellen, sie vorübergehend der Industriewaren zu«ntblößetr... Das kommende Jahr oder auch die beiden nächsten werden kaum besser fem als das,'das wir jetzt durchmachen," gestand Rykow in seinem Schlußwort. Trotz der Entblößung der Städte konnte der bäuerliche Waren» bedarf nicht befriedigt werden. Die gewalffame Wegnahme des Getreides hat auf dem Lande die stärkst« Erregung hervorgerufen. Das Vertrauen zur neuen Wirtschaftspolitik(REP). das mit vieler Mühe im Laufe der letzten Jahr« zu erringen oersucht wurde, ist wieder untergraben durch die füngsten Maßnahmen. Nicht nur vor dem Größbauer, sondern schlechterdings vor jedem Landwirt steht die Frage, ob ein» weiter« Ansdehnung seines Betriebes zweckmäßig fft. Die Folge fft wachsender brennender Haß gegen die Staatsmacht. Die Geschichte wiederholt sich! In den ersten Iahren der Sowjetherrschaft nahmen die Kommunisten den Dauern das Getreide mit Gewatt weg. Der Erfolg war, daß die Bauern überall die Anbaufläche auf das Mindestmaß, das gerode ihren Bedarf sicherstellte, einschränkten. Als notwendige Folge waren zu verzeichnen: wirtschaftlicher Zerfall in Landwirt- schaft und Industrie, Hungersnot, Epidemien, Aufstände. Der volle Zusammenbruch konnte nur durch die schleunige Umkehr zur REP. verhindert werden. Di» Lehren der Geschichte mußten, so schien es, gut verstanden worden sein, ein Rückfall zu den Methoden des Kriegskommunkmus schien uirrnöglrch... Als auf dem fünfzehnten Parteitag der KP. der Sowjetunion die Opposition die Methoden des Kriegskommunismus propagierte, wehrte Stalin entschieden ab:«Nie werden wir diesen mahn- sinnigen Weg beschreiten!" Nach der Niederwerfung der Opposition hat nun Statt« selbst, unter Verwerfung alles Posiiiven, was in der Opposition enthalten war, gerode die verhängnisvollsten ihrer Forderungen verwirklicht. Zl. I. Das Saarzollabkommen. Weqe der deutsch-französischen Verständigung. Wir haben bereits bei dem Abschluß de« deutsch-franzv- jischen Saarzollabkommens am 23. Februar 1928 darauf hingewiesen, daß mit diesem Vertrag endlich einem Zustand ein Ende gemocht wurde, in dem dos Wirtschaftsleben des Saargebiets vi« gesunden tonnte. Auf der Grundlage, daß dieser Vertrag aus- schließlich der Behebung der wirtschaftlichen Notlag« des Saargebiets dienen solle, kamen die Verhandlungen in Fluß und zum endgülligen Abschluß. Der Text des Vertrages schließt sich den bisherigen Teil- abkommen an. die erweitert und ergänzt find. Die Verteilung der Kontingente wird wie bisher durch den französisch»« Zoll- direttor und den deutschen Delegierten des Reichswirt- fchaftsrats vorgenommen. Bis auf wenige Ausnahmen find für die deutsch« Einfuhr in das Saargebiet bestimmte Mengen, d. h. Kon- tingente festgesetzt. Außer 31 Positionen, die Zollfreiheit ge- nießen. werden die eingeführten Waren zu dem französischen Minima Itarissatz oder mtt einem 30— Vprozentigen Abschlag auf den Mimmaltarif verzollt. Wichtig fft, daß bei dieser Einfuhrlistc A, in der die Waren de» allgemeinen Verbrauchs enthalten find, Textilien ans» wurden. I» biefexn Puvtk hgt Frankreich wegen tet elsössischen Textilindustrie kein Zugeständnis gemacht. In der Lffte A 1 find industnellc Halbfabrikate enthalten, die im Saorgebiet veredelt werden. Zwei weitere Cinfuhrttsten C 1 und C 2 regeln die Eiseneinfuhr unter Berücksichtigung des Eisenpaktes. Auf Grund der hierin enthattenen Maschinenklausel dürfen Ma- schinen aus Deutschland nur in dem Umfang eingeführt werden, wie sie zur Ergänzung und zum Ausbau schon bestehender Anlagen benötigt werden. DI« Gegenliste B enthätt die Waren, die aus d»m Saar» gebiet zollfrei nach Deutschland ausgeführt werden. Außer Baustoffen. Holz, Papier- und Eisenwaren und vor ollem Glas- und Steingutwaren find hierin trotz des Widerstandes deutscher Industrie- kreis« auch Leder und Tabakworen enthalt«. Im Rahmen dieser Liste ist für Mehl ein 4000.Tonnen.Aon- tingent zu einem Zollsatz von 6 M. f« Doppelzentner, ferner ein zoll« freies Tabakkontingent von 700 Tonnen, und für Zigarren ein zollfreies KoMingeni von 10 Millionen Stück festgesetzt. Weitere Vergünstigungen die Deutschland dem Saargebiet gewahren wollte. wurden von französischer Seite mit Rücksicht auf ftanzö fische Export- mter�sen in Deutschland nicht zugestanden.!Dwi wettere Listen B 1, B 2, B 3 regeln die Ausfuhr von Saareisen nach Deutsch- land auf Grund des internationalen Eisenpaktes. Das Abkommen tteat dem R e i ch s k a b i n e t t vor und soll noch von diesem Reichstag oerabschicdet werden. Es ist unbefristet und kann erstmalig zum 30. Juni 1929, später mtt Bierteljohresfrist zym Ende- udes KAlenderhachjflhres ggkünhjgt werden. Deutsche Itahfohrzeuge. Auf der Leipziger Messe. F.W. Leipzig, im März.(Eigenbericht.) E» ist das zweitemal. daß sich der Reichsverband der Automvbllindustrie entschlossen hat, eine Rutzkraftwagen-Ausstellung gesondert und außerhalb der Reichshauptstadt zu veranstalten. Die vorjährige Kölner Ausstellung war bekanntlich in geschäfllicher Hinsicht ein Mißerfolg gewesen. Der große Besuch der da- maligen Ausstellung blieb aus. Bisher sind erst wenige Tage der Leipziger Ausstellung ver» gangen. Wenn auch selbstredebtb über ihren Erfolg noch keinerlei Urteil abgegeben werden kann, so darf aber zweifellos soviel gesagt werden, daß die zeitliche Zusammenlegung dieser Ausstellung mit der Leipziger Frühjahrsmesse als eine glückliche Maßnahme be» zeichnet werden muß. Doch ist auch diese Ausstellung genau wie die Kölner zunächst als Versuch zu werten; zweifelsohne aber als ein erfolgversprechenderer. Di« Leipziger Messe hat ihre Trodition und zieht stets ungeheure Besuchermassen aus dem In- und Ausland noch Leipzig. Diesmal ist der Besuch besonders gut. Beinahe jeder Ein. und Verkäufer ist auch Interessent für Nutz- traftwagen. Schon in jede-m kleinen Betrieb des Ge- werbes, Handels und der Industrie fft man dazu übergegangen, dos Motorfahrzeug zur Beförderung der Lasten zu benutzen. Es spielt dabei reine Roll«, ob es sich um ein kleines Lieferdreirad für wenig« Zentner Nutzlast, wie es vor alle« Dingen für Leine Gewerbe, treibend« in Betracht kommt, oder mn mittlere oder schwere Last, wagen handelt. Di« Verbraucher von Lastfahrzeugen sind auf der Messe und haben Gelegenhett, sich gleich hier darüber zu insormieven, welche Fahrzeug« für sie die geeignetsten sind. Tatsächlich war der bisherige Besuch der Automobil ausstellung in der neu erbauien Halle, die bei 115 Meter Länge ohne jegliche Mittelstütze ausgeführt ist und als ein hervorragendes Bauwerk zu bezeichnen ist, ein sehr guter. Und zwar in erster Linie seitens wirklich ernsthafter Reflektanten. Di« Ausstellung gibt«inen guten Gesamtüberblick über den hochentwickelten deutschen Rutzfahrzeugbau. Dos Ausland fft ja nur sehr schwach vertreten. Diez hat darin seine Begründung, daß wir in Deutschland technisch im Nutzfahrzeugbau auf voller Höhe find und somit dem Ausland wenig Anreiz gegeben ist, eine Ausstellung zu beschicken, die für dasselbe wenig Erfolg vor- ausahnen läßt. So beschränken sich die paar Ausländer auch ledigttch auf leicht« Fahrzeuge, ein Gebiet, das bisher von unserer heimischen Industrie nur sehr wenig beachtet worden ist. Erst neuerdrngs haben auch eine Reihe deutscher Firmen solche leichten Lastwagen für 1 und l'/i Tonnen Nutzlast gebaut. Hiermit können wir mm jederzett die Konkurrenz mtt dem Ausland aufnehmen, zumal sich die Preis« für dies« Wagen in Grenzen bewegen, die nicht teurer als die aus, ländffchen sind, teilweis« sogar unter diesen liegen. Viel wesentlich Neues ist hier nicht zu sehen. Man hat sich in erster Linie darauf beschränkt, die bisherigen Modekle weiter zu vervollkommnen bzw. neu« Modelle aus ihnen heraus zu entwickln. Die modernen Errungenschaften des Automobil. baue» wie Vierradbremse, elastische Motoren usw. werden immer mehr Allgemeingut. Als haupffächttchste Tendenzen dieser Ausstellung fft die immer umfangreicher werdende Verwendung des Sechszyllndermvwrs sowie das Streben nach leichten und mittel- starken Fahrzeugen festzustellen. Wie schlecht es der Industrie geht! An einem Tage 43 Owidendenerhöhungea gemeldet. Alle Unternehmer sind sich gleich in der ewig wiederkehrenden Beteuerung, daß nichts oder zu wenig verdient wird. Im Laufe des gestrigen Tages wurden nun 16 größere Jahresabschlüsse be- fairnt, von denen allein 13 ihre Dividenden heraufsetzen. Es ver- teilen: Proz. Dioidend« Proz Dwldmd« im Zehre 1827 im Zahlt 192« I. L erge-r Tiefbau AiG. Berlin 20 Reue Baumwollspinnerei Hof A. G... 16 12 S a r o t t i A. G.. Berlin...... 12 12 I utespinnerei und Weberei Bremen.. 10 7 IndustriebauHeldu.Franke,Berlin 10, 0 Riederlausitzer Kohlcnwerke...... 10 10 Akticnfärberei Münchberg...... 9 8 Stralau«? Glashütte. Berlin 9 8 A.-G. für Glasindustrie, Dresden... 9 8 Stader Lederfabrik, Stade...... H5 6 Ber�holzstoff- u.P apier-Ztt-G.Riederschttma 8 6 Preßluft-WerkzeugBln�Oberschw. 8 8 Ber. MärtischeTuchsabriken, 7 0 Fürstenberger Porzellan-A.-G..... 6 0 Textil-Industrie A.-G. Niederrhein... 6 0 Stock Spiralbohrer- u. Maschinen A-G.. 5 0 Dabei muß immer wieder darauf hingewiesen werden, daß in den ausgezahtten Dividenden noch lange nicht olle Gewinn« stecken. Aber schlecht geht es der Industrie. Wie sollte man weiter schreien können, wenn man die Wahrheit sogen würde. Großhandel» In der im Februar. Die für den Monatsdurchschnitt Sebruor 1928 berechnete Großhandelsinoexzifser des Stattstischen «chsontts ist gegenüber dem Vormonat um 0,6 Proz. auf 137,9 zuruckgegangou Don den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarftofse um 1,6 Proz. auf 130.1 und diejenige für Kolonialwaren um OL Proz. auf 129,7 nachgegeben, linier den Industrie- stoffen fft die Indexziffer für Rohstoffe und Halbmaren um O.ö.Proz. auf 133,6 gesunken, während die Indexziffer der industriellen Fertigwaren um 0.4 Proz. auf 156,6 gestiegen ist. llmsaß. und Exportsteigerung In der Damenkonfektion. Wie der Verband deutscher Damen- und Mädchenmäntel-Fabrikanten mtt- teilt, ist der Gesamtumsatz in der Großtonsektion im letzten Jahre um 27,2 Proz. höher gewesen als im Vorjahr. Cr betrug bei 261 von 275 Derbandsmitgliedern 355,5 gegen 275 Millionen Mark im Vorjahr. Der Export, der von 36,8 auf 51,4 Millionen Mark stieg, hat sich sogar um rund 40 Proz. gegen 1926 erhöht. � Eine revolutionierende Erfindung wird aus London gemeldet. Der Vertreter der Firma Lindley, Duffield u. Co. soll eine Erfin- dung gemaäit haben, die durch Verminderung der Kosten bei der Fabrikchion von Roheisen umZOProzentdie Effen- und Stahl- Industrie von Großbritannien revolutionieren werde. Es wird be- hauptet. daß das neue Elfen zu 35 Schilling pro Tann« erzeugt werden könne.— Wäre das der Fall, so würde damit sicher ein großer Fortschritt gewacht. Man wird aber abwarten müssen, ob diese sensationelle Meldung auch wahr fft. Der Güterverkehr dex Reichsbahn hat io der Woche zum 25. Fe- bruar leicht abgenommen. Diaarbeitstagliche Wagengestellung ho�sich gegenüber der Vorwoche von ttö 3Qä auf 142600 Wagen Aus der Partei. 'Die llnlerbezirkstonferenz der SozialdemokraNjchcn Partei für dca Wahlkreis Vässeldors-Wefl stellte folgende Kandidaten auf: An erster Stelle de,» preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun, dann den Gcwerkschastssekretär Schatz- Oberhauscn, weiter Frau Schleisick-Oberhauscn, Eisenbahnangestellter Huulkc- Wesel. Für den preußischen Oaiiitag wurden nominiert: Landrot Schluchtmann(M. d. L.), Dinslaken, Prooinziallondtagsabge- ordnete? Müller- Duisburg, Angestellter A l b e r tz- Oberhausen, Frau Mücke» Mülheim, Lehrer Lti h m a n n- Duisburg. fSt SUft Rubrik lind Berliu 5»08, eiuDeufUoB« 3. parteinachrichten fürGroß-Bertin stet» a» du» Bekirtiietretartai Z. H»t. e Trep. recht». ,» richten. 7t. S!W. Lchöucbcrss. Hiiu"" »«lit-WM !HiaWffn8tj[ißun0; Yeuke, Freitag, 9. ZNärz: dt. Schoncberi». Z0 Wt bei C!to|, Sebanstr. 17, wichtige Funkt iauSr. nung. erscheinen unkchbmt crsordcrllch. Bn. 89. Akt. 19<4 Uhr bei Oirounnetf. Cenbersir, 10, Verstands, und . M?.________. Erickieinrn»st Pflicht., Vc�rkitaffkröer"folpet Sarten obchoTfn' beim(Sornsten sträße 71. Dir Dtj'irfsfübttt Hosen aw Evnnabend ,wi ... Malrr�l uon»eil, Prin�Han0iern.St,. Z«. bestsmint �>8. Abt. Llchteuberg. 19l4 Uhr bei Wegn-r, Fronkfurier närsitzung. evfchcinen Ist Pflicht. Drtirlsfiihtcr oder Pleweg. �iethm. s�cn 18 und 19 Uhr Alle« BS, Funkt!». Morgen. Sonnabend, 10. März: IM. 28 Uhr bei Lehmann, S'artelstr. 7, Funktion!! rstbung. Ibt 20 Uh» bei �seler, Braunsberger ötr. ZI, Sitzung sllmtlicher ll�k-fllhrer und FuuktivnAre. !X. Abi. SkeukZIIn. 1»'4 lshr bei Schräder, Eieinmetzstr. ZS, FunktionZrsttzung. Alle Funktionlire mllssen unbedingt erscheinen. 5. Abt. 25, Abi Se. 139. Abt. Tegel. 80 Uhr ixt Sehl Christrnsen sicher FunktionSre. Erscheinen ist Pflicht. >n, SchNeperstr.»9, Sitzung filmt. 9.«bt. Diontag, 12. MSrz,. Silsnacker Str. ZI. Achtung! 20 Schreibgewandt« Genossen..W I bei ffioj. Feil den- Sdc»oppenstraße, ein. Bleistift mit, linden sich am Sonntag vor. Uhr, wichtige Funktionärsitzung bei Kilbner, Der Borstand trifft fd, um in Uhr 52. Abt. Achtung! mittag 10 Uhr dringen. Rezirksausschus; für Arbeilerwohlfahrl. 7.!tr«!» aharlottenbneg. Die�fiir heute angesetzte Sitzung stillt wegen Ct. ._ I Vit,, im Ute, in Rathan, iaatnrfn». Stern»:.ttzeruf-schulfragen im AntSstuh an das Vrtsjjeietz Sraß-Berlia.-' Referent Bcenfssikulleltcr Genosse Rietz. Alle Genossinnen nnb Genossen find heeglich eingeladen.— Montag, 12. Mörz, 20 Uhr piinttlich, im Sachaus Lichtenberg Oblentelanferen,. Stellungnahme zu: Berliner Generalverfammlun g. Crschernen dringend notwendig. 19.»reis Pank«». Freitag 9. Mär». 20 Uhr pllnltllch, INI Lokal Menct, SUrkifGes Zelt, Pankow, Breite Str. 1k, Poetrags. und Auefpracheabend über ,Das neu« Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten." Res», renk Genosse Dr. med. Frledebergcr. Zahlreiche Beteiligung der Partei. Mitglieder wird erwartet. Gaste herzlich willkommen. trantiing der Ftlrsorgerin Frl. Blank au». 17. Nrei» Li-ktenberg. Bericktignng! Fr«it«a, 9. Lichtenberg Schnlnraskurin». Td-ma:.Beruf Zungsozlalifien: Gruppe LckiSneberg! Heute. Freitag. 20 Uhr. Im Jugendheim Hauptstr. 1Z Diskussionsabend:„Jungfojiaüfttn und Bartel."—»ruvpe Bedding-Geinnd. brnnnen: Heute, Freitag. 20 Uhr, Jugendheim Schiinftedtstr. 1, Eingang Orth. stratze 10, Laden. Bartrogt.Dl« Revolution 1838." Referent SIlfred Hennig. Die sslteren«AI-Mitglieder sind«inoelaben. SiMpathiflerende willkommen. — Genpp« Süden: Leute, Freitag. 20 Uhr, im Zugendhe'm 11 Beginn lipkerer Gemelnfibaft:.Probleme de» Marrismn» und der Ardeiterbewegung." S'eterenk Bruno Neumann. SAJ.MIigl'rder kowie Inng» Narteig-nossen find willkommen. Sonntag. N. Mar,. IW, Uhr. Fithrnng durck das Institut für Scrimlwiffenfchaft. Treffpunkt: Beethooenstr. 1/3, Ecke In den Zeiten. Wellerbericht der öffenMchen wetlerbienftstelle Berlin und Umgegend INachdr. verb.). Bewölkt ohne rrbcbliche Riederichlänk. TageSIempkialiiren clwn» über Rull.—?ssr Deutschland: Ueberall bewölkt, in der sstdöstiichen jMiste des Reich«? meist lrübr mit leichten Riederfchläzen, im Osten Icichlor Frost. ki Sozialistische Arbeiterjugend Groß'Verlin ainsendunaen für diese FlubrU nur an das Zvgendsetrctariat. ?erlin GD 69, �indenstraße 3 heule, Freitag, 9. ZNärz, 19)4 Uhr: Hansa: Jngcndheim Bochnmer Str. 8d.„Jugend und Gewerkschaften."-> Moabit I: Jugendheim Schule Waldenferstr. 21.„Seruelle Fragen." Moabit II: Iugendheini Lehrter Str. 18/19.„Berufsschulsrageil. Falkpiatz Iii Jugendheim Gleimstr.„Reichsbanner und Republik."— Kobcnichöahaufen: Jugendheim Freienwalder Str. s/s..Unter dem Sozialistengesetz."— Rord. osten: Jugendbeini Danziger Str. 62.„Zranziisische Zteootutlon."— Rosen. iiialct Börstadt: Jugendheim Zehdenickcr Str. 28.„Unser Ü9audern."— Wcißcnsee: Jugendheim Paelftr. SS. Mitgliederpersammlung.— WSrther Plag: Jugendheim Ltastanienollee 81. Der Bortrog, der angesetzt war. fällt au� Dame Mitgliederversammlung.— Zentrum: Jugendheim Lciidsderger Str. SV. „Dir arbeitende Jugrnd und der»lieg."— Baltenplatz: Jugendheim Tilftter Strasse 4. Zehn.Minuten-S'eserate.— Stralaner Bicrtcl: Jugendheim Sossler. strasse 81.„Gemeinschaft in der SAI."—«aii»»n«r«iertel: Jugendbeim Litauer Str. 18. Plattdeutscher Abend.—«attbnffce S»r! Jugendheim. Auf» kiärungsabend auf sexuellem Getiete.— Süden: Jugendheim Porckftr. 11.„Ge, meinfchaftsproblem in der Jugendbewegung."— Schiineberg l: Jugendheim Lanptfrr. 15..Politische Tages'ranen."— Kesten I: Zug-ndheim Haupistr. l.>. „Dik/otur im Ausland."— Gharlottenbnrg: Jugendheim Nosinenstr. 3.„Ratuv und Menschen."— Halen'«: Jugendheim Iaachnn.Friedrich.Str. 38 39. Zehn. Minuten.Referate.— Bohnedorf: Ii/nendbeim Wachtelstr. 1,„Proletarische lug-ndbeweg'.'ug."— Löpen'ck: Jugendheim Grünauer Str. 5.„Bursti)« UN» S'efernt»-- LIchtenberg-Nord: Treffpunkt»um Besuch einer anderen Gruppe WA Uhr„Rote Ecke".— Reukklln 1; Jug»ndhelm Bergftr. 29.„Die politischen -1artcTen."— Britz: Inaeirdbe'm Choulleestr. 48.»ampfliederabend.— 6ch5«c. berq 13: Jugendheim Haupistr. 13. Clternbefprechung. Thema:-Jugend und Eitern." Derbebezlrk Weddin«: Jugendheim Ledigenheim Schiinstrdtstr. 1. Derbe- bezirksfunktionärsttzung. Thema: Ulnfere Werbewoch«. Werbe bezirk Prenzlauer Berg: Am s-nnabent. 10. Mär,. 17 V, Uhr. treffen stch die gesamten Rad'ahrer unseres Wcrbibczttk» zur Prov-g-ndaiahrt voo dem Bezuekeanu Prenzlauer Berg. Dan, Ig« Strasse ad» Prenzlauer All«. Plakate und kleine rote Fahnen lind auf leden Fall mitzudrw rege Beteiligung erwartet. tingen. 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Int! iS27-«g 50 27-.zu 1» ,» p, Toaen«e-ängnt».»lgpenddar durch Job lstng gm, Sou fzwc�hnnden) R-ichswm« rechls.rä ttg veruitrill worden ch« r w, d.m 1 Marz>8» Titürwgssche»«mtsae.icht. ealaubigi Aecht»an«a l Dr, Fein»oub SchrittllKlee« Emst R>«th, iw-Reutälln Beglaubigt »1» Perlreter de, Beriw-Reu krttnaer-VvnvSrB strebend Berdienstmliglich'kit? ANMörend Broschüre.Ein neuer Geist" grat>« durch llrdneinn ckc»..»,r>ia Kiwitzchi-iHaeeSm-.?' SG reinigt VIM„ Jhre Hände I Mm putzt sdmeH bei Arbeitsende Außer allem auch die Hände. Bockbier-«ouen DuUsnd w 20 Pfennig an Domino Masken von 10 PI. an, Pr mn .IIa« 80 PI. Rlcenau». .v a Ii I all. Fmardkel»ein ,1111t, Vtrcfne, Oasrwlrte, .ladler besonder, billig. Komnilssionswtre. S. MAAS«Co. Wttch. leilzahlang «. Eleg. Herren- n.İ' fertig n",?*, Maß n»uBorgewflhnBen billig»» Prabaan fleranti,. gut»» Sita u. gut« Verirbaityeig Julias Fabian NaftHUnelderel Große Frankfurier Str. 37 Köln Laden! 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Knoohen, Pfand 42pl 1 Prima Pinderialk Eeib»tta»g«i»«., Pfand 48pf. | Prima Soppenfleisch..... mud voriSp;.« StKmfitW Prima Sdbmorileisdi Kcnie.<>. es, Ffd.96pf Priffla Gulasch obn« Knochen..... Pfund68pf. Prima Snppsnfleisdi..... Pfand ron 02pf.»n Prima EammelTorderiielsdi.... pfBnd7flpt Prima RinderinndanMxh........ pfand36pt Prima Enhenier fn.c»............ pfnnd25pf. Pa. SdlWeinekSpie n. Backe, w irisch, Pfd. 44 Pf. Dom Karotten gMohnitun... 34» Junger Kohlrabi....45pi. Junger Spinat........ 46pt Junge BredibohnenBOpt Qemüseerbsen...... 66h. Junge Erbsen........ 78pi. JungeErbseniaitteiieta92pf. Junge Erbsen idn.... 1.25 jung. Erbsen eeiir fein 1,40 Kaisererbsen.......... 1,67 Qem.Qemüse mittel.. 1,12 P|efjerlinge........... 95«. Sellerie In Scheiben.... 95« P(laumenmit stein....66pt Apjelmus............. 58pf. Kürbis.............„...78pf. Stachelbeeren....... 98pf. Bimen Vi Fracht....... 1,20 Mirabellen............ 1,18 Erdbeeren............ 1,50 FrUcb gebrannter � Geftüs. Obet ond(enillae sind>om Veretnd aeageeebleeiea gefroren....... Pfand tob 52»° Suppenhühner I10 Suppenhühner Ä«« 98»° Speckwurst...... Pfand 90pt Sülzwurst........ Pfand 90«. Hausm.Leberw. pmI.OO Speck fett(. enger, PIA 1,10 Jagdwurst....... Pfandl.20 Fleischwurst....Pfand 1,20 Mettwurst InsnKbaJW. Ftd. 1. 3 0 Hildesheimer....pfandl.40 LVuvttwave« Schlnkenvvurst..Pfand 1.40 ff. Leberwurst..Pfand 1,40 Schinkenspeck Pfand 1,55 Teewurst......... ptnndl.öO Bierwurst........ Pfund 1 ,60 Zervelatwurst..pfnndl ,65 Salamiwurst....Pfand 1,65 Nußschinken.. pfnndl.75 Katzenzunsen............... 2 Kenon« 4 100 Gramm 9Bpt Katzenzunsen............... 4 Kartone 4 CO Oremm 93p;. BcnsdOrp-KakaO garantiert rata.............. Pfand SSpt. Rumbomben................................«/, Pfand ABpf. Sandsebflck mit Schokolade.................«/. Pfand 6Spt ff. Dellkatessbrezeln..................... 1. 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Weizengriess..«und 25«. Mlsdiobst s-Frucht.ptd.öO, 48«. Bosn. Pflaumen Pfand28pi. M Essäpfel(Boekep) Pfand 24P1 Essbirnen(tamreftui.Pbud 30pf. Apfelsinen..,.4Pfnnd88pt Blutapfelsinen s Pfund 88PI. Ananas.........«ond 90«. Bananen....... Pfund48pt Dalleln........ KertonZOpf. Smyrna-Feigen«und 35«. KONFITÜRE Aprikosen Elmer ce. 2«± 110 Erdbeeren EimercvspfAijs Ananas Eimer ce. 2 Pfund 1,50 KOSFlJtMX7 Preiswertes Angebot in Fassweinen In unseren bekannt guten Qualitäten I Sonderangebot/ Extra billig! Roter lobuoltbeenrols. HoMelbesr- n. Sticbolbeerwets lOÖOO del Pf. PL® 25 FL 0,75 n'ßSp Unsere Spezialiiäi *** 1 a.alt.fraiizösJDestilla,tJic�e5t ././. U. Marcel Fradelin (Der Eunuch) Kararaerspißle Norden 12310 31/, U., Ende nach 10 FioiieD Sie, daß Constance sidi richtig verhält? Deatsdies meater Norden 12310 Abonnementsbtlro: Norden 10338—39, SV. U., Ende nach 10 ZwOlfiausend Sonntag, den II., Nachm. 4 Uhr: Zinsen von Bernaid Shaw Preise 1—7 M. Berliner IBeater Direktion Kuhnert. 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Das ist jedem Sachkenner bekannt. Weiter meint Dr. Mittelmann, daß seij.der Abgabe des Ministeriums durch Dr. Krahne das Ansehen des Ministeriums gelitten habe.(Rufe bei den Dnat.: Unerhört!) Es kommt bei diesen Stellungen nicht darauf an, welche Schule man durchlaufen hat(Unruhe links), sondern ob der Betreftende die Schule des Lebens durchmessen hat.(Lebhafte Zustimmung links.) Ich kenn« keinen häßlicheren Hochmut als den der Bildung.(Lebhafte Zustimmung links.) Dr. Koch hat den Ehrenhut einer deutschen Universität erhalten, und ich fürchte, auf diesen Hut müssen Sie, Herr Dr. Mittelmann, noch recht lange warten.(Sehr gut! und Heiterkeit bei den Dnat.) Ich hoffe, daß Dr. Mittelmann nicht für seine Fraktton gesprochen hat. Ich habe als Berichterstatter des Ausschusses keinen Minister so stark unterstützt wie Dr. Krahne. Da hätte man doch wohl auch dem Nachfolger gegenüber eine gewisse C o u r t o i s i e walten lassen können. Es ist manchmal gut. wenn ein Richtsachmann ein ZNinisterium übernimmt.(Lachen bei den Dnat.) Die Kraft- verkehrsgesellschasten, gegen die sich Dr. Mittelmann mit großer Emphase ivandte, stamen aus der Zeit Dr. Krahnes.(5)ort! hört! bei den Dnat.) Wie unschön ist es, gegen einen Mamr, der so große Verdienste hat wie Dr. Koch, so unsachliche persön- liche Angriffe zu richten!(Abg. Dr Breitfcheid(Toz.): Soll das ein Nekrolog sein?) Wir haben nicht das Bedürfnis, hier noch lange zu regieren, weil es für uns eine Freude fein wird, so starrliche Perronfiguren, wie Sie es sind, Herr Dr. Breitscheid, an dieser Stelle zu sehen.(Große Heiterkeit bei den Dnat.) Abg. Geschte(Komm.) nennt den Minister den Subven-- ttonsminister, von dem die kapitalistischen Unternehmungen sagen konnten:.In seinen Augen hat er so was Gutes, wenn man von ihm was haben will, er tut es!"(Heiterkett.) Bon diesen Subventionen habe leider das Reichsbahnpersonal nichts gehabt. Der Redner kritisiert dann eingehend die Lohn- und Arbeitsbedingungen des Eisenbahnpersonals. Abg. Mollalh(Wirtsch. Vg.) warnt dringend vor einer Tarif- erhöhung, da schon die kleinste Steigerung des Gütertarifes eine Preiserhöhung der Lebensmittel zur Folge haben würde. Diese Wirkung würde auch mit einer Erhöhung der Per- fonentarise verbunden sein. Darum sollten jetzt die Rationali- sierungspläne vorläufig zurückgestellt werden. Wenn die Rationali- fierung zu Preiserhöhungen führt, dann pfeifen wir auf die ganz« Rationalisierung.(Beifall.) Abg. Dauer(Bayer. Vp.) fordert einen Ausbau der bayerischen Bahnlinien und wendet sich gegen die Reichsbeteiligunq an Kraft- verkehrsgesellschaften. Abg. Dietrich Franken(Rat.-Soz.) ergeht sich in den üblichen völkischen Dawes-Betrachtungen und antisemitischen Flegeleien. Neue Ohrfeigen für die Oeuffchnationalen. Abg. Dr. Mittelmann(D. Vp.): Es war mir eine Genug- tuung, daß die Deutschnationalen einen besonderen Redner bestimmt haben, um auf meine gestrigen Ausführungen zu antworten. Ich habe als Redner meiner Fraktion gesprochen, aber in unserer Fraktion ist es nicht üblich. Reden vorher im Wortlaut zu zitieren, und daher kann die Fraktion auch nicht für jedes Wort einstehen, aber ich erkläre loyal, daß meine Ausführungen über die Tätigkeit des Ministers selbstverständlich die Ausführungen meiner eigenen Person gewesen sind. Ich habe nicht das Geringst« gegen die Person des Herrn Dr. Koch, di« ich außerordentlich.schätze. Meine Kritik richtete sich hauptsächlich gegen die Stellungnahme des Verkehrsministers zu den Kraftverkehrsgesellschaften, besonders dagegen, daß der Minister in seiner Denkschrift sich darüber freut, daß die Reichsbahn in wachsendem Maße sich an den Kraftverkehrsgesellschaften beteiligt. Dieses Beginnen hat Minister Krahne stets auf das schärfste gemißbilligt. Das Thema der Ausführungen des Hern: Dr. Quaatz über den Voetor honoris causa, worüber in den Zeitungen und in der wissenschaftlichen Welt viekerlei gesagt wird, möchte ich nicht »ertiefen. Ileberrascht und erfreut war ich aber durch die Be- merkung des Herrn Quaatz über de» Wert der Schulbildung. Zu seiner Ausführung, daß bei diesen Stellungen es nicht darauf ankommt, welche Schule man durchlaufen hat, sondern, wie man die Schule des Lebens durchmessen hat, habe ich aus v o l- lern Herzen Beifall gerufen. Diesen Standpunkt hat aber Herr Onaah nicht immer eingenommen.(Sehr wahr! links.) Ich erinnere daran. wie die deutschnationalen Zeitungen und die Partei- freunde der Herrn Onaah über den Sattler Ebert und den Schlosser Severing gesprochen haben.(Stürmischer Beifall bei den Soz.) Oder darüber, wenn ein Arbeiter Landrat wurde. Ist die Stellung eines Verkehosininislers geringer als die Der- leihung eines Landratspostens? Ich freue mich über diesen Wandel in der Aufastung des Herrn Quaatz. Später sprach Herr Dr. Quaatz davon, man könne hier sehen, wie wertvoll es fei, wenn ein Nichtfachman» ein Ressort in die Hand bekomme. Ich habe mir bisher eingebildet, es fei eine Kardinalforderung des de'-lfchnalioiuilen Drogramms, Fachminister an die Front zu bringen.(Sehr richtig! bei der D. Vp.) Wir sollen allerdings mcht auf das Herkommen, sondern auf die Leistungen eine» Manne» achten. Aber daß Fachwissen geradezu gefährlich oder oerderblich sein soll, tonn doch niemand behaupten. Wir sind stets für Fach- minister eingetreten und werden auch weiter dafür' eintreten. Seine fetz'ae gegenterlige Anschauung hnt Dr. Quaatz jedenfalls nicht gelernt, als er noch zu unserer Fraktion zu gehören den Vorzug hatte. Das muß er bei seinen jetzigen deutschnat'onalen Freunden gelernt haben.(Heiterkeit und Beisall bei der D. Vp.) Vertehrsminister und Dr. h. c.... Koch: Sic werden nicht von nur erwarten, daß ich in dem- selben Ton, den gestern Herr Dr. Mittelmann anzuschlagen beliebte, nun auch antworte.(Zustimmung bei den Dnat.— Abg Dr. Breitscheid(Soz.) ruft:.Haben Sie sich inzwischen von Ihrer Fraktion formulieren lasten, was Sie sogen sollen?") Herr Qr. Vrettjchetd, was ich antworte« will, das kann ich selbst noch feststellen, und es ist in meiner Fraktion bis jetzt nicht Usus gewesen, daß man den Kollegen ihre Antworten vor- geschrieben hat. Auch steht es einem Mttglied gerade der sozial- demokratischen Fraktion schlecht an, wenn es sich an dem Chorus des Gelächters über einen Arbeitsminister beteiligt.(Leb- hafte Zusttmmung bei den Dnat.) Die sozialdemokratische Presse hat allerdings auch auf diesem Gebiet manches getan, wessen sie sich in einem Jahr« schämen wird. Gegenüber dem angeblichen Gegensatz, den Dr. Mittelmann zwischen meinem Anttsoorgänger und mir hier festzustellen glaubte, muß ich das Verhältnis meinerseits noch einmal darstellen, wie es tatsächlich ist. Ich stelle zunächst fest, daß sich das Reichsveikehrs- Ministerium während meiner Ministertätigkeit an keiner Kraftverkehrsgesellschaft mit Geldmitteln beteiligt hat, an der es nicht schon vorher beteiligt gewesen ist. Ich stelle weiter fest, daß ich nach wie vor für dos Reichsverkehrsministerium das Recht in Anspruch nehm«, die Beteiligung der Reichsbahn an Kraftverkehrs- gefellschaften gemäß den Bestimmungen des Reichsbahn- gefetzes zu genehmigen. Der Abg. Mittelmann hat weiter angeführt, daß die Entwick- lung des Kraftverkehrs der Privatwirtschaft über- lassen bleiben könne. Demgegenüber möchte ich betauen,— und ich befinde mich auch da im Einvernehmen mit meinem Amts- vvrgänger— daß die Rolle, die das Verkehrswesen im Wirtschaft- lichen und persönlichen Leben des einzelnen und alker Glieder der Gesellschaft spielt, es nicht angezeigt erscheinen läßt, das Verkehrs- wefen hemmungslos der Vrivatwirftchaft zur freien Ausbeulung zu überlassen. Eine staatliche Einflußnahme, und nur das erstrebe ich. ist wegen der höheren qemeinwirtschastlichen Stellung der Verkehrsmittel notwendig. Im übrigen ist die Kritik an den Kraftverkehrsgesellschaften eine Kritik für vergangen« Zeiten, sie trifft im wesentlichen auf die Gegenwart nicht mehr zu. Ich bitte Sie, bei aller Kritik— und sachliche Kritik erkenne ich durchaus an— doch nicht zu ver- gessen, daß die heutigen Verhältnisse anders sind und das Reichs- und Staalswohl es bedingen, daß das Verkehrswesen nicht aus- schließlich konkurrierenden Privaisirmen überlassen wird. Ich gebe ohne weiteres zu, daß öftentliche Geldmittel nicht dazu verwendet werden dürfen, um dem Privatgewerbe auf dem Gebiet, wo es zu- ständig und leistungsfähig ist, Konkurrenz zu machen. Sich von diesem Gebiet aber ganz zurückzuziehen, würde ein Ausschütten des Kindes mit dem Bade bedeu- t en.(!)(Beifall.) Darauf wird die Beratung abgebrochen, eine Reihe von Petitionen werden noch erledigt. Das Haus vertagt die weitere Beratung des Verkehrshaushalts auf Freitag, Ii Uhr, wobei Präsident Lobe betont, daß er die Absicht habe, die Beratung diese- Etats morgen zu End« zu führen. Preußens Sparprogramm bewährt sich! Ein FehWeirag vermieden.— Die Sozial- und Kulturfonds bleiben. Präsident Bartels eröffnete die gestrige Landtagssitzung mit einem Nachruf auf die Opfer des Grubenunglücks auf Grube Wenzesiaus. Abg. Abel(Komm.): Das Beileid des Landtags ist nur eine Farce.(Ordnungsruf.) Alle Parteien haben gestern unsere Inter- pellation über dieses neue Grubenunglück zu beraten abgelehnt. Abg. heilmann(Soz.): Jedes parlamentarische Kind weiß, daß Große Anfrogen erst beraten werden dürfen, wenn die Regierung sich zur Beantwortung bereit erklärt hat.(Lärm bei den Komm»- nisten.) Nachdem der Herr Hondelsminister sich auf unsere Bitte bereit erklärt hat, sofort Auskunft zu geben, bitte ich in die Beratung einzutreten. Handelsminister Dr. Schreiber: Das Unglück auf Grube Wcnzes- laus bei Neurode ist nicht erfolgt im nornuilen Kohlengewiimungs- betrieb, sondern auf einem Versuchsfeld, auf dem zwecks Erprobung neuer Methoden zur Unfallverhütung experimentiert worden ist. Die an dem fv unglücklich verlaufenen Experiment Be- teiligten,«in Betriebsingenieur, ein Betriebsführer, zwei Bergreferendare und vier Bergarbeiter, sind dem Kvblensäureausbruch zum Opfer gefallen. Alle übrigen Personen wurden lebend geborgen. Präsident Bartels: Die Besprechung der Großen Anfrage ist nicht beantragt.(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Gewerbliches Schulwesen. (Jis folgt die Fortsetzung der zweiten Beratung des Etats der Handels- und Gewerbeverwaltung beim Abschnitt Gewerbliches Schulwesen. Abg. Frau Dr. Lauer(Z.) fordert bei der Ausbildung der Gewerbelehrer den Ausbau der psychologifch-pädago- gischen Ausbildung. Die Heranziehung von Frauen in ein- flußreiche Positionen des Berussschulwesens fei dringend geboten. Abg. Thiele(Soz.) stellt mit Befriedigung fest, daß im Haupt- ausjchuß der sozialdemokratische Antrag auf Einführung der o b l i- gatorischen Berufsschulpflicht angenommen wurde. Es sei jedocki zu fordern, dOß dieses Obligatorium auchfürdieweib- liche Jugend gelte. Während sich bisher die Vertreter der Rechtsparteien gegen die grundsätzliche Cinsllhrung des Tagesunter. richts gewendet haben, werde diese nicht nur van der sozialdemokra- tischen Fraktion, sondern auch von der Benifsschuliehrerschast ge- fordert. Für die berusliche und staatsbürgerliche Fortbildung der arbeitslosen Jugendlichen sei eine besondere Fürsorge notwendig. Zur Aufrechterhaltung einer berufsfreudigen Lehrer- schaft sei endlich eine zufriedenstellende Regelung der Ausbildung und eine ausreichende Besoldung der Handels- und Gewerbelehrer- schaft zu wünschen.(Brnoo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. heidenreich(D. Vp) fordert die sofortige Verabschiedung des Gewcrbeschullehrerdiensteinkommensgesstzes Abg. Merten(Dem.) bedauert, daß noch immer keine reiche- gesetzliche Regelung der Berufsschulpflicht vor- Händen ist. Der Religionsunterricht sei nicht als unbedingt notwendiges Lehrfach zu empfehlen. Abg. Rehbein(Komm.) bezeichnet die Gewerbeaufsicht als ab- solut unzulänglich, da sie die systematische Ausbeutung der Jugend- lichen nicht unterbindet. Damit schließt die allgemeine Aussprache. Nach erfolgter Be- ratung der Eiirzeltitel wird die Abstimmung über die zum Etat ge- stellten Anträge auf Donnerstag, den 1Z. März, vertagt. Abstimmungen zum Äergetat. Das Haus tritt nunmehr in die Abstimmung über die zum Berg- «tat gestellten Anträge ein. Dabei wurden die sozialdemokra- tischen Anträge angenommen, die die Zahl der Grubenkontro-llertr« oon 12 aus 2T erhöhen wollen, da» Kontrollieren der Bergorbeiter mit der Stoppuhr vorbieten und den Aussichtspersonen und Fördermaschinisten besseren Kündigunze- und Entlassungsfchntz zu gewähren. Bei drohender Gruben- g e f a h r soll den Grubenkontrolleuren und Bergreoierinspektoren das Recht gegeben werden, gefährliche Betriebe stlllzu- legen. Ferne, soll die Steinstaubkrankheit der Bergarbeiter als entschädigungspflichtige Berufskrankheit anerkannt werden: das Reoierprämiensystem ist abzuschaffen und die Still. legiing der Zeche Johann Deimelsberg unter allen Umständen zu oerhindern. Abgelehnt wurden u. a. die deutschnatlonaken An- träge, den Arbeitswilligen jederzeit vollen polizeilichen Schutz zn gewähren und eine Verschlechterung des Kohlenwirtschaftsgesetzes herbeizuführen. Hierauf werden die Gesetzentwürfe über die Auslegung des Stempeltarifs, über Ergänzungen zum Viehseuchengesetz und über tierärztliche Berufsvertretungen und Ehrengerichte in zweiter und dritter Lesung angenommen. Der Etat der Staatsbank wird nach unwesentlichen. Aus- führungen des Abg. Stolt(Komni.) debattelos genehmigt. Preußens Sparpoliiik. Es folgt die Beratung der zurückgestellten Titel, bei denen der Landtag Mehrbewilligungen über den Etatvoranschlag hinaus vor- genominen Hot. Berichterstatter Abg. heilmanu(Soz.) teilt mir, daß der laufend« Haushalt für Preußen, dessen Fehlbetrag bei Einbringung des Etats auf 62,5 Millionen geschätzt wurde, mit höchstens 14 Mi'. lio- ne» Defizit abschließen wird, die aus früheren Heber- fch ü f f« n gedeckt werde» können. Der Etatvoranschlag für 19 28 sah einen Fehlbetrag von 73 Millionen vor. Dem eisernen Enffchluß des Landtags zur Sparsamkeit ist es gelungen. diesen Fehlbetrag zu beseitigen. Leider haben dabei auch an sich sehr wünschenswerte Ausgabenerhöhungen gestrichen werden müssen. Immerhin ist es gelungen, den Fonds für kinderspeisun- gen zu retten, den Fonds für Unicrsiühung der Sporibewegnng von 700 000 Mark auf eine Million zu erhöhen, die Unterstützung der Landesbühne von 800 000 Mark aus 1,2 Millionen zu steigern»sw. An den vorgenommenen Abstrichen müsse der Landtag unbedingt festhalten, da nur so die Bolanzierung des Etats möglich sei. Sämtliche zurückgestellten Titel werden nach den Vorschlägen des Köpfiingsousschlisses angenommen. Vor 4 Uhr ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung Frei- tag 10 Uhr— Etat des Staatsministeriums. Bevölkerungspoliiik in Preußen. Der Beoölkerungsausschuß des Landtags nahm in feiner letzten Sitzung einen Antrag an, nach dem zur Förderung der Gesundheit durch Baden, Spott usw. in den WoiFsahrtshaus- halt für 1929/1930 Beihilfen von je 4 0 0000 M. eingestellt werden sollen. Annahme fand auch ein Antrag über die Erhöhung des Krankengeldes für Schwangere bis zur Höh« des vollen Arbeitsverdienstes. M*0nwfa4-, iftfCCcJ.tnAvC J»«, ßuutdr. MwnMWHv WH. MM- MXfiKE MARKE TRIFT ALPUBSA Die Arbeitszeit der Beamten. Eine Erhebung des Internationalen Arbeitsamts. Heber die Arbeitsbedingungen der Beamten In «inigen europäischen Ländern hat da» Internationale Arbeitsamt eine interessante Untersuchung veranstaltet. Sie umfaßt neben der Frage der Arbeitszeit die Frage der U e b e r- st u n d e n und des jährlichen Urlaubs. Das Ergebnis der Um- frage stügt sich auf Angaben aus folgenden Ländern: Deutsch- l a n d, Oesterreich, Belgien, Dänemark, Spanien, Finnland, Frank- reich, Großbritannien, Italien, Norwegen, Rumänien Schweden, Schweiz und Tschechoslowakei. Die Untersuchung der Arbeitszeit zeigt, daß in keinem Lande die Dauer von acht Stunden überschritten wird. Besonder» niedrige tägliche Dienstzeit besteht in Finnland.(S>t Stunden) sowie in Dänemark und Norwegen(6 Stunden). Ueberstunden sind fast überall ohne Bezahlung zu leisten, es sei denn, daß— wie z. B. in Belgien�— besondere Tarife Anwendung finden. In einigen Ländern wird den Angehörigen der unteren Kategorien die Ueber- stundenarbeit auf Grund besonderer Festsetzung durch die höheren Instanzen bezahlt, z. B. in Oesterreich, Finnland, Italien, Nor- wegen und in der Kantonaloerwaltung der Schweiz. Frankreich zahlt Ueberstunden nur dann, wenn sie dauernd geleistet werden. Die Erhebung über die Urlaubsfrage zeigt ein lückenhaftes Bild. In Finnland, Italien und Rumänien wird bezahlter Urlaub für einen Monat gewährt. Oesterreich, Schweden und die Schweiz sehen besondere Regelungen nach Dienstgrad und Dienst-, bzw. Lebensalter vor. Die Urlaubsdauer erstreckt sich in Oesterreich auf zwei bns fünf Wochen, in Schweden auf vier bis sechs Wochen und in der Schweiz auf zwei bis vier Wochen. Die GeHalter der städtischen Angestellten. Nsuregelung ab 1. Oktober 1917. Ii! der von etwa öm Personen besuchten Mitgliederversammlung der Sektion Gemeindebehörden und Arbeits- ä m t e r des Zentraloerbandes der Angestellten berichtete Genosse Zeitz ausführlich über das am 16. Februar 1928 unterzeichnete Abkommen mit der Stadtgemeinde Berlin. Der Magistrat hat am 15. Februar dem Verhandlungsergebnis zugestimmt. Die geplanten Verschlechterungen für die jugendlichen Angestellten und die Angestellten in den e r st e n fünf D i e nst j a h r e n sind also erfolgreich abgewehrt. Es bleibt bei der bis zum 80. September bestandenen prozentualen Angleichung an die Gehaltssätze des 6. und 7. Dienstjahres. Den vom larifausschuß oer Stadtverordnetenversammlung ge- faßten Beschlüssen ist der Magistrat mit Rücksicht auf die Bestim- mungen der Besoldungsordnung nicht beigetreten. Es wird daher eine Abänderung der Besoldungsordnung notwendig fein. Die Einreihung und die Festsetzung des Vergütungsdienstalters unterliegt der Mitwirkung der Angestelltenoertretung. Um in allen Verwaltungen der Stadt die Eingruppierungen einheitlich vorzunch- men, wurden ausführliche Besprechungen mit den Angestelltenräten oller Verwaltungen gepflogen. Die nach dem 1. Oktober ausgeschiedenen Angestellten erhalten die Nachzahlung nur auf Antrag dar Organisation. Die Unorganisierten können keinen Anspruch geltend machen. Auf Grund einer Anfrage ging Genoss» Zeitz auf das im April 1927 mit dem Verband der Gemeindo- und Staatsarbeiter getroffene Grenzabkommen ein. das auch für den Reichsbund der Beamten und Angestellten, Mitgliedschaft im Gemeinde- und Staatsarbeiterverbänd. gilt. Nach diesem Abkommen ist der Z e n- tralverband der Angestellten die allein zuständige Or- gaiiisation für alle Bureauangestellten sowie die Angestellten in der Wohlfahrtspflege(Fürsorgekräfte). Im Interesse der guten Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen stich die Funktionäre verpflichtet, auf die Inne- Haltung dieses Abkommens genau zu achten. Die Neuwahl der Sektionsleitung erfolgte ein- st i mm i g.(Die geänderten Bestimmungen des Tarifvertrages mit den Tabellen der Monats-Gehaltsfätze find Im Ortsbureau, Belle- Alliance-Str. 7/10, für 10 Pf. erhältlich.) Das Ofenfehergewerbe in Bedrängnis. Die Zentralheizung verdrängt die Ofenheizung. Die Im Baugewerksbund organisierten Berliner Töpfer hatten am Dienstag abend in den Residenzfestsälen ihre Jahre«- Versammlung. Der Fochgruppenleiter Dreher berührt« in seinem Bericht zunächst die Arbeltsmarktlage im vergangenen Jahre. Das Jahr begann mit einer Arbeitslosenzahl non 8». die dann bis Ende Mar, auf 421 stieg, das sind 60,8 Pro,, der Mitglieder. Den niedrigsten Stand der Arbeitslosigkeit wies der Oktober mit acht Arbeitslosen auf. Auf jedes Mitglied entfielen im Berichtsjahr 95 Arbeitslosentage. Diese verhältnismäßig hohe Arbeitslosigkeit ist zum Teil darauf zurückzuführen, daß heute vielfach in Neubauten an Stelle der Kamme und Kochmaschinen Zentralheizungen und eiserne ch c r d e eingerichtet werden. So haben z. B. von den 2 6 6 0 0 W o h- nu n g e n, die im Vorjahre geschaffen wurden, nur 16 Proz. Ofenheizung. Der Referent behandelte dann eingehend den Topferstreik. besten Mißerfolg nicht zuletzt die syndikalistische Lokalorganisation durch ihren organisier tienStreik- bruch verschuldet. Durch die zwangsweise Beendigung dieser Lohnbewegung ist aber ein wirklicher Friedenszustand nicht geschaffen worden. Die Fachgruppenleitung hat auf den Baustellen wöchentlich durchschnitt- lich Zwei Differenzen beizulegen. Die Unternehmer halten sich auch nicht an die Bestimmung des Tarifoertrages, ihre Arbeits- oomArbeitnachwei« zu beziehen. Xier MItgliederstand der Fachgruppe hat sich im Laufe des Verichtsfahrr» rnn 148 Töpfer rntd neun Hilfsarbeiter gehoben. Der Fachgruppenleiter kam dann aus die Tarifverhandlungen zu sprechen. Die Mitglieder hatten die Fachgruppenleitung be- auftragt, den Akkordtarif nicht zu kündigen, sondern nur eine R e- oision einzelner Positionen zu beantragen. Die Unternehmer erklärten sich zwar zu einigen Verbesterungen bereit, machten aver bei einigen anderen Positionen wieder Abstriche. Eine Lohnerhöhung lehnten sie ab. Nach einer längeren Diskussion beschloß die Versammlung, den Abänderungen des Akkordtariscs zuzustimmen, jedoch mit der Be- dingung, daß der Tarif erst dann mit seinen Abänderungen in Kraft treten soll, wenn die Unternehmer sich zu einer nennenswerten Lohnerhöhung bereit erklären. Die Wahlen ergaben einstimmige Wiederwahl der alten Fachgruppenleitung. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin AtfredReierle spricht(mit Lichtbildern) über Jack London am Sonntag, dem-14. März, IS Uhr. im großen Sitzungssaal des Bezirlsamts Kreuzberg, tjorckstraße 11.- Eintritt 30 pf. Oer �Stahlhelm" schwingt den Bettelfack! Für die„nationalen" Ausgesperrten. Können die Gelben und die Nationalen bei irgendeinem Streik den Rausreißer spielen, ihren organisierten Arbeitskollegen in den Rücken fallen, dann sind sie dabei. Kommt es aber zu einer Aus- sperrung, wie jetzt In den fünf Betrieben der Berliner Metallindustrie, dann merken auch diese Leute, was die gewerkschaftliche Organi- sation bedeutet. Die gelben oder nationalen Dereinigungen, denen dies«„organisierten" Unorganisierten angehören, können ihren Mitgliedern nichts bieten und haben daher alle Ursache zu der Befürchtung, daß die Arbeiter, die sie für ihre Treibereien eingefangen haben, ihnen jetzt davonlaufen. Deshalb tun sie so, als ob sie etwas für sie tun wollten, sie schwingen den Bettelsack. Auch der„Stahlhelm" fürchtet die„Verbitterung" seiner„natio- nalen Volksgenossen" und sucht daraus Kapital zu schlagen. Die Gewerkschaften hätten d i e�S tillegung erzwungen, und so seien denn auch„viele Tausende nicht organisierte und den nationalen Verbänden angehörende deutsche Männer" brotlos geworden. „Die Not Ist riesengroß!" ruft der Stahlhelm. Wa» soll und kann er selber tun, um sie zu lindern? Nichts. Deshalb sollen ihm »alle nationaldenkenden Mitbürger" Helsen,«inen Notfonds zu schaffen. Auch unoerderbliche Lebensmittel will er in Empfang nehmen. Am liebsten wohl Speck, den andere liefern sollen, damit der Stohlbelm sein« nationalen Mäuse damit fangen kann. Die Freigebigkeit aus den Taschen anderer Leute teilt der „S t a h l h e l m" m i t d e r K P D. Die KPD. ist allerdings darin viel großzügiger._ Kaffee Hag. vom Deutschen Verkehrsbund wird uns geschrieben: Di» Arbeitszeit bei der Firma„Kaffee Hag beginnt um 7�tz Uhr: bereits ab 7 Uhr steht der Geschäftsführer mit«Irfem Block in der Hand vor der Tvr und notiert eifrigst die Zeiten des Arbeits- antritt«. Ein dreimaliges Zuspätkommen, gleichviel in welchem Zeit- räum, zieht dl« fristlos« Entlassung nach sich. Dagegen nimmt man es mit dem Arbeitsschluß nicht so genau. Um S Uhr nachmittags ist ofstzieller Geschäftsschluß, der jedoch nur auf dem Papier steht. Vor Weihnachten wurden 12 bis 13 Stunden pro Tag ohne besondere Bezahlung gearbeitet. Ueberstunden werden eben nicht bezahlt. Für diese Mehrarbeit er- hiesten die Arbeiter als„Weihnachtsgeschenk" pro Kopf sag« und schreibe fünfzig Zigaretteck. Der Tarif wird ebenfalls nicht beachtet, trotzdem der Lohn- lmd Manteltarif für den Kaffeegroßhandel allgemein verbiidlich ist. Die Löhne liegen teilweise sehr weit darunter. Ein Betriebsrat besteht dort nicht. Trotz Aufforderung durch die zuständige Organisation denkt die Firma nicht daran, den Wahlvorstand zu ernennen, um die Wahl zu ermögllchen. Eben- sowenig existiert eine Arbeitsordnung. Ein Kraftfahrer wird kurzerhand eicklasten, weil ihm unbegrün- deterweise zur Last gelegt wird, einmal den Wagen nicht abge- schmiert zu haben. Gleich daraus wird ein Mitfahrer nach drei- jähriger Beschäftigungsdaucr entlasten, weil bei ihm angeblich eine Mark an der Tageskaste fehlle. welche im Durchschnitt täglich 1800 bis 2000 Mark beträgt. Die Rückäußerung des betressenden Mit- sahrers, daß dies nicht möglich sei, da es bei ihm bisher stets ge- stimmt hat. genügt« zu seiner Entlastung, weil sich die sehr jungen Herren an der Kaste dadurch beleidigt sühlten. Da» Zeugnis wurde ihm mit den Worten verweigert, daß er doch kein anständiges Zeugnis verlangen könne, wenck er die Firma wegen der ihm zu- stehenden Urlaubgabgeltung oerklagt. Durch das Fehlen einer Betriebsvertretung kann gegen diesen groben Unfug leider nichts unternommen w«rden. Bei dieser Sachlage werden die arbeiterfreundlich eingestellten Konsumenten sich den Kaffee Hag besonders gut munden lassen. Oder sollte die Firma nicht doch Wert darauf legeck, mit ihren Ar- beitsträften tn üblicher Form umzugehen? Stillegung der Bamag-Meguin A.-G. in Sleiwitz. Ms aus Glelwitz gemeldet wird, hat sich eine Vertretung der Belegschaft der Bamag-Meguin-Werke nach Berlin begeben, um nach Fühlungnahme mit den o b e r s ch l e s i s ch e n Abgeord- neten ln Verhandlungen mit den zuständigen Stelle« einzutreten, um die weiteren Maßnahmen zur Aufhebungdes Still- legungsplanes des oberschlefischen Werkes der Bamag-Meguin- A.-G. tn Gleivitz zu erörtern. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Sefchäktsftille: Berlin 6. 14. Ecdastianstr 37/38, traf 3 Sc, ©niiDOiftanb: Handballspiele am Sonntag, i>. tU Sportplatz Ttzar» loltcnburg. Niebuhrslratze: llharlottenbura II gegen Prenzlauer Berg IT, 9 Uhr! llharlottrnburg I gegen Prenzlauer Berg>, 10 UI)t. Spartplatz Pankow, Tiroler Slrahe sAndreas-Hofer-PIatz): Pankow II gegen Fried- richsbai» IT, DVj Uhr.— Tiergarten s Fr., d. 9., Iungdanner 20 Uhr Sitzung bei Schmidt, Wiclefstr. 17.— Neinickendori-West: Die autzerordentl. Gen.-Bers. am Fr., d. 9., findet nicht statt.— Sonnabend. 19. Mär,. Witt«: Freiwillige Beteiligung am Fackelzug des Ortsvereins Lichtenberg. Friedrichshain: 19 W. Uhr Antreten am Bhf. Ltchteuberg-Friedrichsfelde ohne Musti und Fahnen zun Teilnahme an dem Fackelzug des Ortsvcreins Lichtenberg. Sharlottenbnrg: Bers. der Kam. Foo 2« Uhr bei Arndt. Kantftr. 51. Schöneberg-Friedenan: Maskenball in den SpichernfSlen. Karten zu 135 M. in der Geschäftsstelle f.,Vorwärts''.Sped!tion), Delziger Str. 27, z» haben. Rosenthal: 20 Uhr Sitzung bei Frisch«, Niederstrote. Funktionäre 19 Uhr.— Sonntag, 11. März. Mitte: 13 Uhr Antreten Bhf. Lichtenberg.Friedrichsfeldc zur Teilnahme am Nepublikanifchen Tag in Lichlenberg. Pflichtveranstaltung. Sämtliche Radfahrer 7 Uhr Landsberger Platz Antrete» zur Teilnahme an der korsofahrt. Tiergarten: Landagitabon. Antreten: Moabit 9'- Uhr Kleiner Tiergarten, Westen 9% Uhr Bttlowpromenade. Pflichtveranstaltung. Friedrichshain: Antreten 12 Uhr auf den Sammelplätzen der kam. mit Musik und Fahnen. Pflichtveranstoltung.«renzteegr Antreten«Ii Uhr Fontanepromenadc zur Priepaganbaiahrt. Charlottenburz: 101h Uhr im Wilhclmshof Sitzung sämtlicher Babfahrer lohne Näher). Treptow: Sämtliche Kameradschaften Antreten HÖH Uhr Nixdorfer Ecke Kaisersiratzc zum Werbeumzug in Ioluinnlsthal. von 17— 19 Uhr Konzert der Neichsbanneriapelle mit anschließendem Tanz im BUrgergarien. Einlritt 50 Pf. Neukälln-Britz: 9 Uhr stohenzollernplatz An. treten aller radsghrenden Kameraden zur Propaganbafahrt. 9 Uhr Treffen Schlltzenhaus Reukillln.«Spci'ick: Antreten mit Fahnen, Tamboiiikorp« und Musikverein„(libo" zur Teilnahme in Lichtenberg. Abfahrt: Köpenick 12.38 Uhr, Fried richshage» 1231 Uhr, Erilnau 12,26 Uhr. Spindlersfrld 12,« Uhr bis Stralau-Ruinmclsburg._ Briefkasten der Redaktion. F. S». 1. Ministerium stlr Polkswohlfahrt. W 66, Leipzig» Str. S. 2. Herr Minister.—». 31. t. Berlin W 8. Wilheimstr. 63. 2. 33, Ecclcston Square, London SW 1.— E. R. 100. Solomon u. Sturm. Berlin W 62, Kleist. ftraße 15, und in den BerkaiifsILden der Konfumgenoffenschaft.— S. L. Fragen Sic einen Lederhändler. 2. Apotheke.- M. V..«harlottrnburg. soften Dank fllr Ihre flulchrift. Wir wertem zweifellos noch Gelegenheit haben. auf die Frage zurück, utomnien. Die Absicht lag un« fcru, die Iuflat onsovier gegen dl« Auslandsdeullchen auszuspielen, aber man sollte sich vor Bcr. allgrmeineruiigrn kzttten: Wahllose Inflat'.onsopfer haben alles verloren, n'.ait: wenige Ausländsdeutsche konnten sich inzwischen»in« neue Existenz aufbauen. Mierdings—.und das wurde hier stark unterstrichen— ist die Rechtslage bei den Auslandsbcutsck)«» eine andere, und deshalb konnte unser Artikel nlchr anders werden, als ein Eintreten f tt r die Liquidat'onsaeschttd aten. — S. Hollinger, Reukölln. Seien Sie froh, daß wir Ihrem Echmähdrief keine ander« Folg» gegeben haben, als 4hn in den Papierkorb zu beforter»— «. Pilz,«harlottenbnrg. Wir haben Ihre Interestantrn Anoaben, die dcutlich beweisen, wie sehr unser» Porwürfe gegen die bureaukratischcn Meihoden de» Neichsentschüdlgungsamtes begründet sind, den sozialdemokratischen Mitgliedern de« 22. Ausschusses des Reichstages Überwiesen. Die Wirkung der Togal-Tabletten bei Rheumatismus Gicht und Erkältung». krankheite» wurde oftmal» ausprobiert. Da» Resultat erwies sich als Uorraus befriedigend, so daß die Behandlung obengenannter Nranlheitserscheinunzea durch dl« Togal-Tabketten durchaus empfehlenswert erscheint. »nvlnno-szva >. Mast» 30. Pkeubisch-Suddeuisch« Klasten-Lotteri«. Obne Tewichr Nachdruck verbot«» Aus jede gezogene Rummer sind»rvel gleich höh« Gewinne gefallen,«nd zwar s« einer aus die Lose gleicher Rümmer iu de« d«ld«u Ablellungen l«ud ll 25. Zlehungslag' 7. März 1928 ön der Rachmillagszlehung wurden Gewinn« über 150 M. gezvge» A«.winno zu 61AHJ«t. 18847« 259750 4 G-wino« z» 3VVN M.>97541 285057____________ 12«»Winne IN 2000 M. 10966 62589 79616 112098 202186 27249» 46«ewinne i» 1000M. 18162 S5963 71943 111729 170826 181 IIS 189117 185416 106112 205599 216904 221102 238382 242230 246706 264655 294623 305673 338216 343189 334388 362770 371061 94«ewinne>u 600 M. 181 16 21700 27299 38991 43089 52363 66640 80004 05444 111609 113412 123.195 130630 132229 145568 146021 1621 12 191404 197734 199489 225719 230160 245689 246626 247374 247916 263531 280931 282169 286991 293314 298879 302513 305213 313061 318891 327307 331428 333241 336021 348640 349460 350946 355643 359076 364 1 89 365390__ 208»ewivn« zu 300 III. 567 13640 14770 17789 22216 24319 31069 32687 37871 38799 43061 43564 44886 50668 58205 64119 67302 74115 78670 80061 81609 87683 89446 90991 92673 96354 97002 108776 109602 114724 120839 122666 122337 125913 126214 130977 132414 136948 142704 143865 144345 148370 1605Q6 161595 164503 103574 169689 170488 177252 177796 179322 184334 186229 19Q03S 197896 198428 190719 201776 206729 206801 213563 214936 218635 219823 229737 231281 236794 246151 248671 249167 260382 261352 265283 272188 276839 278199 284043 291638 292203 303351 308633 310909 311288 320163 325834 326291 326354 326374 333528 333562 336449 345988 349379 351352 364692 361079 364316 365186 368201 369766 371472 374690 374770 374965 2fi Ziehungstag 8. Man 1028 ön der Normittagsziehung wurden Gewinne über löst M. gezogen 6«-toinu IN 10000 M. 1 18363 269629 362932 2«ewinne in 5000 M. 1 19139 10 Gewinn« in 3000«1. 23550»8521 219747 244532 249686 10«ettrinne n 2000 9R. 27899 61032 83770 118344 120256„ 28«ewinne in 1000«i 12372 42294 48998 02381 108812 122131 167016 176964 180088 284196 269991 303494 337122 372059 78«ewinne zu 600 49. 3930 5034 8118 11280 19123 22876 29670 26642 81948 34856 36064 50767 54043 64616 75560 80328 93830 1034(19 I264'6 130029 130717 138517 154769 164772 192746 204696 21 1248 216720 219403 263090 263868 256537 277106 270776 286138 29664» 311284 338409 364268 196«ewin"« pi 300 M. 3061 9348 20857 23880 24796 28428 20736 32068 36689 38441 41557 46964 61646 01063 05197 66264 68979 78501 78612 79584 81176 81694 82647 88224 89332 89596«7580 »8231 98830 99351 117693 122108 123806 147402 148825 149264 ,66396 157124 169222 160526 160888 164229 165736 172265 172986 179918 182887 182726 183254 184496 185011 186886 188444 195996 197760 199627 202506 204144 205804 21 1496 212043 21.563 237172 237901 238248 238904 239350 243073 245384 245525 262285 265806 272491 276310 282267 286764 287314 296947 303196 305708 397190 309967 313504 319484 321397 821452 5-6695 337490 341172 343558 347800 360063 351766 302620 368410 372338 373359 374168 Im Gewinnrad« verblieben! 2 Prämien zv s» 500000 M„ 2 Gewinne zu je 75O00 M.. 2«ewinne zu je 26000 St., 14 Gewinn» zv I»»0000 St.. 26 Gewinn» zu s»«»>» St.. 68 Gewinn« tu t» 8000 M. S« Gewinne zu t« SO« St.. 286 Gewinn» tut« HXX) St.. 672 Gewinne zu s» 50t St..»726 Gewinne zu st 3U0 M. lideraidl man nur dem Nackiw«» dea Deulichen Mustkerverdqnde«, Berlin. Kom. mandanlenstr 63,64. Dönhoff 2271-76. Delchäslszeil 9—6. Sonntag,«J-Z Uhr. Aus Wunsch: Bertreterbeluch UPf&i können auch Sie für eine Zigarre anlegen. Damit Sie für dieses Geld auch eimas Gutes erhalien.w- langen See ausdrücklich UHL 7.1«VA RR EN MlM n Hüft, Gellt Olli llit, 01011 ---- will. Sjoial- Nucll, nrfti ndnen Fffli noirtlr wata. Ballltgni nl Mnma.«r«!. nwpkadlo». »ilUMd* IM. MU I-4- tam«»U. da muß man's etwas anders machen« Bei Aluminium nimmt man das be« währte Putzmittel„Ata" trocken und reibt aud) mit einem trodtenen weidien Lappen nach. Gerade für Aluminium» sadien eignet sieb Ata vorzüglich. Neu bleibt alles durdi—' HTn Henker« Putz- und ScbeuermltteL Kennen Sie es schon? w«'; M/.. � ./ »»»»«>I«»«»I«»«»»«I»IIN»NNIIIII. �öZei�s / ?SZ? feden Kleidung Beruf erlrn n. Umgegend s O. m. h. 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