Die tiabrucbsteilen des Wassers in Tempelhof.— Die Straßen bahnschie neu schweben in der Luft, gevke früh gegen 5 Uhr platzte an der Crfe Verllner Straß« und Vraunschweiger Ring, wo gegenwärtig die Zlusschachtungsarbeiten für die letzte Etappe der im Vau befindlichen ll..vahu Flughafen Tempelhof— Ringbahuhof Tempelhof vorgeuom- wen werden ein hauptwasierrohr. Ein Teil de» etiva 10 Meter tiefen Un-'Vahnfchachtes wurde überfchwemmt. Die starken waffermafien unterspülten einen großen Teil de» Fahr- dämme» und de» Vürgersteige». der in einer Länge von 10 Metern und einer Breite von vier Metern einstürzte. Die zu Hilfe ge- rufene Feuerwehr verhinderte ein weitere» Ausströmen de» Masseis durch Einschalten von Sicherheitsfchieberu. Der gesamte 5uhrwerk»-und Straßenbahnverkehr war längere Zcitvälliglahmgelegt. konnte später ober durch llmleitun- gen wieder aufgenommen werden. Die Llnfallsielle liegt unmittelbar an der Einmündung des Brounfchweiger Rings in die Berliner Strohe. E» war nur wenige Minuten nach ö Uhr, als die Arbeiter, die in dem U.-Bahnschacht beschäftigt waren, durch einen heranslutenden Sturzbach alarmiert wurden. Das Haupt- Wasserrohr, von 450 Millimeter Durchmesser, das Neu-Tempelhof mit Wasser versorgt, war an zwei Stellen geborsten. Die Riste waren fast einen Holben Meter lang und insolge des Druckes, der ständig auf die Rohre lastet, wurden ungeheure walsermengen hinausgeschleu- derl. Als die alarmierte Feuerwehr niil zwei Motorspritzen und Gerätewagen an der Unfallstelle eintraf, war ein großer Teil der Baugrube dereit» überflutet. Plötzlich gab auch der Bürgersteig nach und sackte in einer Länge von über lv Metern weg. Auch aus dem Fahrdamm zeigten sich starte Risse, so daß der ganze Straßenab- schnitt in beiden Richtungen gesperr« werden mußte. Zum Glück gelang es der Wehr, die Sicherheitsschiebcr schnell aufzufinden und einzuschalten. Ein Unglück kommt bekanntlich selten allein! Kaum war die Gefahr beseitigt, als gegen Uhr ein zweiter Äobrbruch aus der östlichen Seite, etwa S0 Meter von der ersten Bruchstell« ent- serni. erfolgte. Auch hier schössen gewaltige Wossermengen an die Oberfläche und übers tuteten den U.-Bahnschacht. Da inzwischen eine gröbere Arbeitskolonn« der Charlottenburger Wasserwerke A.-G. eingetroffen war, tonnte gleichfalls durch Absperrungen noch größeres Unheil vermieden werden. Oer Verkehr war fast zwei Stunden völlig lahmgelegt. Der Fuhrwerks- und Autoverkehr mußte über Schöncbcrg umgeleitet werden, während die Straßenbahn ab 7 Uhr«inen Pendelverkehr nach beiden Rich- tungen aufnahm. Zahlreiche Arbeiter und Angestellte gelangten aus diesem Grunde nur mit großen Berspättingen an ihre Arbeitsstätten. Uin'9 Uhr früh war der Schaden soweit behoben, daß der Der- kehr in beiden Richtungen wieder ausgenommen werden konnte. Schwere Fuhrwerke und Lastkraftwagen durften die Unfallstelle, an der mehrere Schupobeamte postiert waren, nur in langsamem Tempo passieren. Die Straßenbahn mußte beispielsweise auf einem schnell errichteten N o t g l e i s, das auf der westlichen Seit« des Fahr- dammes gelegt worden war, die Unglücksstätte passieren. Die Wasserwerke Charlottenburg teilen zu dem eigenartigen doppelten Rohrbruch mit, daß eine Unterbrechung der Wasserzusuhr nach Reu-Tempelhos nicht eingetreten ist. da noch andere chauptrohre in der fraglichen Gegend vor- Händen sind. Das gebrochene Rohr liegt in unmittelbarer Nähe der im Vau befindlichen Untergrundbahn. Der Bruch ist verrnutlich durch die Rammarbeiten verursacht worden. Die wlederherstellungsarbeiten an der Unfallstelle waren bis heute mittag im vollen Gange. Zunächst mußten die Wassermasten, die sich unten angesammelt hatten, abgesaugt und die Rohre von den Sand- und Schlammasten befreit werden. Die geborstenen Rohre wurden dann durch neue ersetzt. Wahrscheinlich werden die Arbeiten bis heute abend beendet werden können. Ein neues Körderkorbunglück. Zwei Tote, eln Schwerverletzter. V u n z l a u. S. März. Ein schweres Grubenunglück ereignete sich gestern vormittag gegen 10 Uhr auf der beuachbartea Grube hcrschel»- waldou. Bei der Aysfahrt eine» Förder st uhle» ritz da» Seil. und der Färderkorb, der von einem Beamten verbotswidrig zum Befördern von holz benutzt wurde, st ü r z t e a b. Der Beamte erlitt hierbei schwere verlehuugea. Das schadhaste Gestell, da» von der Rettungsmannschaft zur Bergung des verunglückten benutzt wurde, stürzte bei der folgenden Aussahrt abermals ab, wobei der schwerverletzte Beamte und ein Bergmann sofort getötet wurden und ein weiterer Bergmann so schwere verletzungea erNtt. daß an seinem Auskommen gczweisett wird. Im Preußischen Landtag begann heute die Beratung des Etats des Ministerpräsidenten. Diese Gelegenheit lasten sich die Deutschnationalen nicht entgehen, ohne all ihre parteipolitischen Schmerzen an den Mann zu bringen. Nachdem der Sozialdemokrat Dr. W a e n t i g die aus dem haushallousschuß schon bekannten Bc- schwerden der Rechten sozusageir im voraus bereits zerpflückt hatte, wurde der dcutschnationole Abgeordnete S t e i n h o f f vorgeschickt, um gegen den Ministerpräsidenten heftige Vorwürfe zu erheben. Steinhosf behauptete u. a., die Preußenregierung benutze die Ver- waltungsresorm nur als„parteipolitische Stellenvermitttung". hauptsächlich aber polemisierte er dagegen, daß die preußische Regierung im Reichsrat sich gegen den Bau von Panzer- kreuz er n ausgesprochen habe. Diese Angriffe wurden auf der Stelle scharf, aber treffend, in ihrer Haltlosigkeit abgewehrt. Nach Steinhoff nahm das Wort: Ministerpräsident Braun, der unter lebhaster Zustimmung der Regierungsparteien den Deutschnationalen ins Stammbuch schrieb: Der angeblich unerhörte Standpunkt des preußischen Ministerpräsidenten, daß wir nicht all« Rüstungen anschassen müssen, die der Bersailler Bertrag erlaubt, wird von derReichsregie- runggeteilt,(hört, hört! links.) Der Bersailler Bertrag erlaubt uns den Bau von 12 Torpedobooten von 2lX> Tonnen, aber die Reichsregierung hält es für zweckwidrig und unsinnig, für so kleine Torpedoboote Geld auszugeben. Man hat uns eben im Bersailler Vertrag nur zugestanden, was für d« n Kriegsfall gänzlich unbrauchbar ist. Bis vor zwei Iahren hat die Marineleitung das auch für Panzerschisse von 10 000 Tonnen zugestanden, jetzt will die Reichsregi«rung vier solche Panzerkreuzer zu rund 320 Millionen Mark bauen. Die preußische Rcaierung kann dem nicht zustimmen. (Lärm rechts.) Wir sind der Ueberzeugung, daß Deutschlands Schick- sal sich viel glücklicher gestaltet hätte, wenn die Zivilocrwaltung nicht immer gegenüber den, Militär Mangel an Courage gezeigt hätte.(Sehr gut! links.) General Groencr hat jetzt unsere Flotten- Politik vor dem Kriege für verfehlt erklärt, und General Secckt hat in einem Aufsatz in„Nord und Süd' mit Recht hinzugesetzt, dafür sei nicht die Marinelettung verantwortlich, sondern die Retchsregic- rung. Denn es sei Aufgabe des Staatsmannes, die Wünsche der Militärs In den Rahmen der allgemeinen Politik einzufügen.(Sehr gut! links.) Der Gegner, den Sie für einen Seekrieg in der Ostsee im Kopse haben, hat seine Unterseebootbasis gerade in der Mitte zwischen Pommern und Ostpreußen. Was sollen da dir vier Panzerkreuzer leisten? Großer Wasserrohrbruch beim U-Bahti-Bau. BERLIN Zrektag, s.MSrz 10 Pf. Ar. 118 B 59 45. Jahrgang. Erscheint täglich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts'. BejUgspreiS für beide Ausgaben 70 Pf. pro Woche. 3 M. vre Monat. Redattion und Expedition: Berlin SW«8,Liodenftr.S SfuUoutyojße xle& Ant«iqeu»reis: Die einspaltige Vvnpareillezcile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Vcrlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 29? ff«»Jw trfef twmflnffljjer, K( 320 ItttOlattM der Provky vftpreeßeG für ihre wirlschaftliche Entwicklung zuzuführen.(Sehr gut! lwke.) Das entwaffnete Deutschland muß überhaupt das Schwergewicht feiner Politik nicht auf angebliche Machtinstrumente legen, sondern auf eine gesunde Wirtschaft, sein gutes Recht und die internationale ZZcrständigung.(Lebhafle Zustimmung linke.) Auch als Arbeitslosenhilfe kann ich den Bau von Panzerschiffen nicht anerkennen. Wir sind gewohnt, die Gelder für Arbeitslose nur der produktiven Erwerbslosenfürsorge zur Der- fügung zu stellen.(Sehr gut! links.) Don einem planlosen Vorgehen Preußens gegen die Reichsregierung ist gar kein« Rede. Reichs- kanzler Marx hat 1923 als preußischer Ministerpräsident ousge- sprachen, daß kein Land reichstreuer sei als Preußen, daß Preußischer M mhlerp ras ident Otto Braun. ihm aber diese Rcichstreu« schlecht gelohnt werde.(Heiterkeit und Hört, hörtl) Jedenfalls kann Preußen nicht darauf verzichten, im Reichsrat Zu den einzelnen Vorlagen selbständig Stellung zu nehmen. In der„parteipolitischen Stellenvermittlung" sind die preußischen Minister nur Stümper gegenüber dem Reich». innenminlsler von Seudell. (Sehr gut! links.) Auf diesem Gebiete der Derwaltungsreform sind uns die Deutschuationalen weit überlegem Aber wir werden von ihrer Energie lernen.(Sehr gut! links.) Der Unterschied besteht nur darin, daß w i r in die leitenden Stellen Republikaner bringen wollen und sie Monarchisten.(Unruhe rechts.) Professor Rahlen in Greifswald Hot an der Spitze von Grcifswalder Studenten die verfassungsmählge Reichsfahne vom Uaiversitäls- gebimd« heruolergeholt. In Zukunft wird jeder Beamte der Republik, der sich gegen die Fahne der Republik vergeht, ebenso wie Prof. Bahlen rücksichtslos aus dem Dienst«nt- lernt. Lebhafter Beifall, links.) Im Fall Claß kann ich nicht so harmlos sein, wie die Herren vom Reichsgericht. Hätte die preußische Polizei gegen die Verschwörerpläne nicht eingegriffen, Hütt« sie ihre Pflicht verletzt. Unbeschadet der Stellungnahme de» Reichsgertchl» wird auch in Zukunft die preußische Polizei gegen alle vorgehen, die Hochoerrat gegen den Staat planen. Auch bei den Zusamwenstößen zwischen Rechts- und Linksoerbänden wird die Polizei gegen jeden auftreten, der rechtswidrig Ruhe und Ordnung stört, gleichgültig ob von rechts oder links.(Sehr gut! links.) Der deutschnationale Redner hat mich ausgefordert, meine Energie lieber nach außen als nach innen zu kehren, ich bin viel zu rcichstreu, als daß ich dem Reich in die Außenpolitik hineinregierte. Aber sollte damit etwa aus- gedrückt werden, daß es der Reichsregierung an Energie fehl«? (Heiterkeit links.) Den Herren der Rechtsparteien fehlen fach. l i ch s Gründe gegen die preußische Regierung. Wenn ober jüngst in Pommern ein hervorragender Deutschnationaler Polen und die preußische Regierung als Feinde des preußischen Voltes einander gleichgestellt hat, so verwahren wir uns gegen diesen Auswuchs schlimmster parleipoliiischcr Demagogie(Lebhafter Beifall links und im Zentrum.). Bei Schkuh des Blattes spricht Abg. Dr. Schwer? ng(Ztr.). Kommunisten für Kememörder. Oer Mord ist„harmlos"! 5m Rechtsausschuß de* Reichstags erklärte heute bei de» Beratungen über die Reichsamnestie der kam. muni(tische Abgeordnete Höllcin gegenüber eine« sozialdemokratischen Vorredner: „Moralische Entrüstung gegen die FemevrZrder »st ganz unangebracht. Die Aememoxbe sind gegen. über dem, was am Proletariat verübt worden ist. etne Bagatelle." Durch Draht und Funk. Ein Lombenlager mexikanischer Reaktionäre ist noch offiziöser Meldung im Haus« d«s oerhasteten deutschen Ingenieurs Hollung gefunden worden. Die Verschwörer seien über. führt, und geständig. Hollung ist ein kriegserfahrener Bomben- jpezialist. Geplant soll die Sprengung des Präsidenten. zuges und, falls dies mißglückte, das Bombardement des Präsidentenschlosscs durch ein seit langer Zeit bereit. stehendes Flugzeug gewesen sein. » Auch in Frankreich erfolgen zahlreiche Rausjchmisse aus der Ko mm u n ist s n p arte i. Nachdem zwei der b«. dsutendsten Führer. Treint und Frau G trau lt. vor einiger Zsit ausgeschlossen wurden, sind nun sieben Deputierte in Ungnade gefallen und von jeder Kandidatur au so«. schloffen. * 9 Der schwei ,erisll>e Rationalra» lelmte mit 144 gegen 38 SUmm-a die Aufnahme der Todes strafe in das neue schweizerische Skras. grsehbuch o b. » Im Mecklenburg. Strelitzer Landtag wurde ein Mißtrauensantrag gegen das Kabinett v. Reibnitz(Soz.) und Heiperg(T>- Dp) angenommen-, die beiden Minister bleiben jedoch als geschäftsführendes Kabinett im Amte. Bürgerblock als Gtädtefeind. �eichsfinanzministerium gegen Gemeinderechie.— Parker Gilberi als Vorwaud. Dunkle Andeutungen der bürgerlichen Handelspresse ließen bereit» erkennen, daß die Retcheregierung anläßlich der Sparsam- teitskampagne schwere Eingriffe in das Recht der Gemeinden auf Selbstverwaltung plante. Nähere Feststellungen ergeben, daß tat' sächlich die Absicht bestand, die verfassungsmäßig gewährleistete Demo krali« der Städte und Gemeinden in ihrem entscheidenden Punkte der Ausgaben- und Cinnahmenbewilligung derart zu beschneiden. daß praktisch das mit der Abschaffung des Dreiklassenwohlrechts be- seitigte Privileg der Haus- und Grundbesitzer und der ihnen nahestehenden Parteien wiedereingeführt werden würde. Die linksgerichteten Mehrheiten in den Parlamenten der industriellen Gemeinden find der sagenaraitcn„Wirtschaft" längst ein Dorn im Auge, well sie für die sozialen, wirtfchofllichcn und tultu- rellen Erfordernisse der modernen Großstadt„zuviel" übrig haben, was natürlich in der Gestaltung der Haushalte sich deutlich wieder- spiegelt. Nachdem man nun ein halbes Jahr lang die Gemeinden mst der Absperrung ausländischer Anleihen unter schwersten Druck gesetzt hat, holte man zum großen Schlage aus. 2m Reichssinanzmini st erium wurde ein vollständiger Entwurf einer Abänderung des Etalrechls ausgearbeitet, der für die Erhöhung der Steuern. Gebühren und Abgaben aus versorguugsbclr icben. soweit diese zu einer Erhöhung der Tarife führleu. eine Zweidrittelmehrheit der Stadtparlamente «rlaugle. Ebenso sollten Ausgaben, die al» neue Elalposleu aus. louchlen. oder dl« die gleicheu Posten des Vorjahres um mehr als l0 Proz. überlrcfscn, our mit Zwcidritictmehrheit bejchlosscu werden dürfen. Die wetlcren Paragraphen des famosen Entwurf», der den Länderparlamenlen zur Annahme empfohlen werden sollte, regeln die Durchführung dieser projektierten Gesetzesbestimmungen. Es handelt sich dabei, wie ausdrückllch feftgesteM werden muß, nicht etwa um allgemeine Gedankengänge, sondern um«ine in olleir Einzelheiten fertig formulierte Vorlage. Sie stellt einen Teil eines besonderen Kontrollsystems dar. das über die Ge- meinden verhängt werden soll und über dessen übrige Gedankengänge sich schon reden läßt, wenn man die Sparsamkeit auch in den Stadt- Verwaltungen durchgeführt sehen will. Der Entwurf stieß bei Vertretern der Länder und bei führenden Persönlichkeiten, die darum befragt wurden, auf einhelligen Wider- stand. Damit dürste er praktisch zunächst erledigt scln. Politisch jedoch ist allein die Tatsache, daß man ihn aufgestellt hat, geradezu alarmierend. Beleuchtet sie doch nicht nur die Geistesrichtung der Arbeit im Rechisblock. sondern sie beweist auch obendrein, wie wenig diese fest Wochen nur noch als„Gefchäftskabmett" fungierende Regierung daran denkt, den Wünschen gewisser Wirtschaftskreise auf Durchlöcherung der demokratischen Verfassung Widerstand zu leisten. Der Hinweis auf den Repara- t i o n s a g e n t e n ist unbegründet. Dieser hat es immer abgelehnt, sich in die innere Politik einzumischen. Ihm wird es auch nicht— wie gewissen amtlichen Stellen— entgangen sein, wie die deutschen Großstädte unter dem Zwang zur Sparsamkeit ihre Ausgaben ein- geschränkt, notwendige Arbeiten zurückgestellt und selbst soziale und wirtschastliche Aufgaben vertagt haben. Di« Triebfeder des Vor- gehen? des Neichsfinanzministeriums ist vielmehr auderswo zu suchen. Was fugen die Zentriimsarbciter dazu, daß im Ministerium ihres Parteifreundes Pläne ausgeheckt werden, die allem dcmokrakifchcn Empfinden hohu sprechen und die großen Gemeinden des katholischen Westens in ihrer Sozial» Politik von der Zustimmung der großkapitalistischen und arbellerfeindlichen Interessenten abhängig machen wollen. Was werden die Gcmeindebürger selbst zu einem Plane sagen, der von reichsamUicher Stelle ausgearbeitet wurde und der die Ge» meindebürgsr der einfachsten Selbstverwaltungsrechte be- rauben sollte? Wir aber frage/r— und diese Frage wird in den kommenden Gemeindewahlcn ebenso wie bei den übrigen Parlamentswahlcn auch an alle Kandidaten der bürgerlichen Parteien gerichtet werden: Wer will untätig zusehen, wenn derartige Eingriffe in die Demokratie von Reichs stellen vorbereitet werden, die, gelingt ihnen erst einmal ein solcher Anschlag, gewiß nicht mit ihren Plänen b e i den Städten halt machen werden? Neue Verhandlung im Metallkonflikt VBML. will die Derbmdlichkeiiserklarung. Die Verhaudlungeu über die Frage der BerbindllchkeU». erksSruug des Schiedsspruch» für die Berliner Werkzeugmacher nahmen heule vormlllag um 11 Ahr, uuler Vorsitz de» Schlichlers, Reichsminister a. D. Wissel, ihren Ansang. Von den Vertretern de» Deutschen vkelallarbeilcroerbaude« wurde gellend gemacht, daß der von der Schlichtvagskammer er- gaagrae Schiedsspruch keineswegs geeignet fei. die bestehenden Differenzen in der Berliner Metallindustrie zu beheben. Sie wiesen auf die große Erregung der Arbeiterschaft hin. die gewillt sei. den Kampf auszudehnen und weiterzuführen. Besonder» wurde von dieser Seite betont, daß der Schiedsspruch den Forderungen der Werkzeugmacher auf Festsetzung von Mludesttartflöhuen nicht Genüge leiste, da er deu Parteien nur eine Nachprüfung der Akkorde und Verdienste der Werkzeugmacher vorschreibt. Auch gebe die Fassung de» Schiedsspruches den Werkzeugwachern nicht die genügende Möglübkelt. die Akkordkallulotionen nachzuprüsea. Aus olleu diesen Gründen dürfe der Schiedsspruch uoter keinen Umständen sür verbindlich erklär l werden. Seilen» de» Verbandes Vcrliocr Melallindvstrieller wurde dem- gegenüber bekont. daß der Schiedsspruch den Forderungen der Werk- zeugwacher ganz erheblich oäher komme und ihnen gewissermaßen(!) bezüglich de» Milbesllmmungsrechls bei der Regelvag strittiger Ak- korde et» Sonderrecht eiuräumc, da» keine andere vielallarbeUer- kalegorie bisher habe! Die Auuahwe des Schiedsspruch» sei au» diesem Gründe auch dem Verbände außerordentlich schwer geworden, jedoch habe man sich zu diesem Zugeständnis bereit erklärt. Die Vertreter de» VVMZ. machten nochmals aus die Uomögvchkelt ovs- mertsaw. angesichts der großen Komptlziertheik und Differenzierung der Lohn- und Arbeitsmethoden io der Berliner Melalliudustrie eine elaheUliche Tariftegelung für dle Werkzeugmacher uorzuuetzmca. was im Rahmen des Möglichen liege, sei durch deu Schiedsspruch gegeben worden, der sehr wohl die Grundlage für eine Neuregelung bilden köaae. Die Verhaudlungeu dauern zurzeit noch an. Eine Eni- scheidung über da» Schicksal de» Schiedsspruchs dürfte erst am heutigen Nachmittag gefällt werden. Ehret das Atter! «kW devtschvollonaier Antrag zur Ehefcheidvvg». re'orm will Fravev die»che dang erst»ach dem 45., ZNäinern nach»cm»0. Lebensjahr gestatteu. Kampf den Ltnfälleu. Ein propagandofeldzug der Zieichsversicherungsträgcr. Während im vergangenen Jahr« die Arbeitsgemeinschaft der Reichsoersicherungsträger eine Gefundhestswoche zur Aufklärung der Bevölkerung über die hauptsächlichsten Bolksscuchen abhielt, fall in diesem Jahre ein Kampf- und Propagaudaseldzug gegen die Anfälle im hau», aus der Straße uud im Betrieb eingeleitet werden. Als erster Referent sprach in einer ersten Versammlung Syn- dikns Dr. B o y w i d t für die Aentralorganisation der Berufs- genossenschasten in Berlin über dle Upfälle im Betrieb. Er berichtet-, daß in Deutschland von den etwa 36000 entschädigungspflichtigen Unfällen des Jahres 1923 21 Praz. auf Motoren, Transmissionen und Arbeitsmaschinen entfielen, also reine Betriebsunfälle waren, während die restlichen 7g Proz. auf Gerüsteinstürze, Fall bon Lettern, Eisenbahnbetrieb usw. sich oerteilten. Die meisten dieser Unsälle sind aber bei der Verwendung guten Materials und unter Beachtung der von den Berussgenossenschasten herausgegebenen Unfallverhütungsvorschriften zu einem großen Teil vermeidbar.(Der- gessen hat der Referent, daß ein großer Teil der Unfälle durch die den Arbeitern aufgezwungene Akkordarbeit verursacht wird.) Iin Gegensatz zu den früheren Reichsgesundheitswochen soll diesmal eine planmäßige Bekämpfung der Unfallgefahren schon durch eine A u i- tlärung derKindervorihrerSchulentlassung und während ihrer Lehrlingszeit in den Fortbil- dungsschulen stattfinden. Das kann aber nur bei einer ent- sprechenden Vorbildung der dazu berufenen Lehrer erfolgen und es sollen deshalb besondere Vorträge sür Lehrer eingerichtet werden. Die Ausklärungswoche selbst findet vom 12. bis 16. März statt. Der nächste Reserent war Polizeimajor Seyssarth, der über die Ctrußenunfälle sprach. Er führte u. a. aus, daß sich in Berlin 1923 11000. 1026 14 000, 1927 22 000 Zusammenstoße ereigneten. Die Zahl der Getöteten und Verletzten betrug in diesen drei Jahren 3300. 6300 und 9200: also 1927 pro Tag 23 Uebersahrene und 110 verunglückte Fahrzeuge. Das neue Jahr zeigt«ine wettere Steige- rung der Unfallkurve. Unkenntnis. Rücksichtslosigkeit und Gedankenlosigkeit sind meistens die eigentlichen Unfallursachen. Der dritte Redner des Abends war Genosse Kähn, Direktor der Ortskrankenkasse Neukölln. Er sprach über die häuslichen Un- fälle, die durch Unvorsichttgkett verursacht werden. Besonders wies er aus die vielen Badeunsäll« während des Sommers hin und for- derte mtt vollem Recht, daß die Jugend nicht allein durch Sport jeder Art zu Mut und Entschlosssnhett erzogen werden soll, sondern. daß sie sich auch der Gefahren» die dabei drohen, bewußt sein möge. �Siehst«, Mmchen, bei der Aofwertung habe» die Deutsch» nationalen uns alte Leute vergessen, aber jetzt merkt man doch, daß sie ein Herz für uns haben!" Repttblltoaischer Tag tu Lichtenberg. Am 10. und 11 März »eranftallel der vrtzoerein»erttn-Lichlenberg de, Reich-banners Schwarz-Rot-Gold einen republikanischen Tag, der am Sonnabend abend fem« Einlettimg mtt einem Fackelzug und anschließendem Kommers in den Kameradschaftslokalen findet. Der Sonntag bringt u a. eine Korfofohrt der Radfahrer. Nach einem Ummarfch in den Nachmutagsftunden vereinigt der Abend die Teil- nehmer zum kameradfchotllichen Beifammenfein in den Lokalen Tempel, Friedrichsfelde und Gefelllchastshaus, Wilhelmftraßs. Als Redner haben zugesagt di« Kameraden Stelling, Dr. Großmann und Rektor Kellermann. Fortschritte der Arbeiterpartei. Mandatsgewinn in London. L o« d o». V. März.(Eigenbericht.) Tie urorgens vorliegenben Resultate der Grog, Londoner Stadtwahl(Grafschaft) lasse« erkenne«, dag die Arbeiterpartei gegenüber den letzten lokalen Ren- Wahlen von 1S23 gute Fortschritte gemacht hat. Während die unter dem Name« Gtadtreformpartei kämpfenden Konservative« 08 Sitze erzielte», erreichte die Arbeiterpartei bisher 31 Sitze. Die Liberale« müsse» sich mit 5 Litzen begnügen. Bisher beträgt der absolute Gewinn der Arbeiterpartei 4 Sitze. Zur Stunde ist»och kein einziger Kommunist gewählt worden. Unter de«, reugewählt«« Arbeiterkandidatc» befindet sich auch Isabell Macdouald. die Tochter des Parteiführers. 30 Wahlresultate stehen»och ans. Erweiterung des Frauenftimmrechts. Condon. 9. März. Premierminister Baldwin teilte in einer Londoner Frauen- Versammlung mit. der Gesetzentwurs, der den Frauen das Stimm- recht unter den gleichen Bedingungen wie für Männer gewähre, werde am Montag im Unterhaus eingebracht werden. Die zweit« Lesung sollte noch vor Ostern stattsinden. Sofern nicht aus irgendeinem Grunde bereits in einigen Monaten Neuwohl sein müßte, würden die in Betracht kommenden Frauen an den nächsten allgemeinen Wahlen teilnehmen tonnen. Es handelt sich um die Herabsetzung des wahlberechtigten Alters. Opfer der Zollgrenze. Ein Arbeiterdrama in Südspaaiea. Madrid, 9. März. Die Zeitung„El Sol' berichtet: Die spanischen Arbeiter, die von ihrer Arbeitsstätte im britischen Gibraltar zurückkehrten, haben sich schon mehreremal über die Art und Weise betlagt, wie die spanischen Zollbeamten in L a L i n e a sie körperlich untersuchten und sie zwangen, mehrer« Stunden vor dem Zollamt zu warten. Auf die Klage der Arbeiter begab sich der Generaldirektor der Zölle nach La Linea und stellte fest, daß die Klagen der Arbeiter, die zum größten Teil ehrliche Bewohner von La Linea und des Schmuggels nicht verdächtig waren, durchaus b e- gründet waren. Cr versprach ihnen, daß die Zollabfertigung be» schleunigt werden würde, was auch während seiner An- Wesenheit in La Linea geschah. Gestern mußten die heimkehren- den Arbeiter vor dem Zollamt wieder anstehen, wogegen sie Ein- spruch erhoben. Ein von einem Arbeiter geworfener Stein siel neben die Zollbeamten, die von ihren Schußwaffen Gebrauch machten, wobei zwei Arbeiter getötet, ein cuckterer und ein« Frau schwer verletzt wurden. Gendarmen vertrieben die entsetzt« Menge. Di« Gesamtzahl der Getöteten ist auf vier gestiegen. Di« Zusammenstöße hoben unter der Bevälleruag große Erregung hervorgerufen. Ein« Abteilung Infanterie ist in La Linea eingetroffen. An der Beerdigung der zwei ersten Getötete» b«, teiligte» sich etwa«SM» Personen. Oer liebe Gott hat nicht geholfen. Ehieogo betet vergeblich. Aus den vereinigten Staaten von Nord» amerikg trifft eine seltsame Nachricht ein. Es ist ja nicht neu. daß drüben, jenseits des großen Wassers, die wunderlichsten Dinge an der Tagesordnung sind. Schon feit Iahren gilt die Millionen- stadt llhlcago eck» die krimioellst« Stadt der ganzen well. Vergeblich hat man versucht, durch umfassend« polizeilich« Mahnahmen des Unwesen» Herr zu werden, es hat alles nichts geholfen. Endlich ist ma» auf de» rettenden Weg gekommen: man ordnete an, daß in sämtllchen protestanüschen Kirchen Chicago» Sittgoklesdieaste statt- säuhen. Gatt sei anzuflehen, der politischen Korruption und der verbrecherischen Verworfenheit in Chicago endlich gnädig ein E n d« zu bereiten. Wörtlich heißt es:„Gott soll wieder in Chicago regieren und es aus augenblicklicher Finsternis neuem Lichte zu- führen. Lieber Gott, pflanze in all« Herzen den Wunsch, unser« Stadt von dem Verbrechen zu rsmigen. Alle Bürger mögen hierzu ihr« Pflicht tun, dazu helfe uns Gott!' Kaum aber war dies besch'oflen, so kam auch schon die Noch- richt: In Cicero, einem westliche» Dorort von Chicago, drangen zwei Banditen in die„Bor in Manufacturiug u. Company' ein. Sie erbeuteten dabei 799099 Dollar in Wert- papieren und viele andere Wertsachen. Sie konnten entkommen.' Der liebe Gott allein scheint nicht helfen zu können, man wird sich in Chicago aus wirtsamere Hilfsmittel besinnen müssen._ Oer Bürgermeister von Biefenihal. Zum Schadenersah yerurteilt. Gegen den Bürgermeister von Biesenthol, K 0 e n i g. schweben. wie wir wiederholt berichteten, mehrere Prozesse, well er gemeinsam mit den früheren S�rkassenkuratoriumsmitgliedern Lobes und S ch 0 e n i ck e unzuläjsigerweije u. a. dem Güterver- mittler Hamann ein Darlehen zum Ankauf eines Gutes in Meck- lenburg gewährt hat. Die Stadt hat dadurch einen Verlust von mehreren hunderttausend Mark erlitten. Bürgermeister Koenig ist seit Mai vorigen Jahres vom Amte suspendiert. Ein Straf- verfahren ivegen Untreue schwebt st» der zweiten Instanz. Zww Landgericht l Berlin ist jetzt koenlg zu« vollen Schadenersatz verurteilt worden, well er hei der Darlehnsgewährung an Hamann fahrlässig ur d pflichtwidrig gehandeft hat. Der tschechische Qberkpmmunist Dr. Schmeral, der sich schon lang« in M 0 s k a u aufhält und trotz der Aufforderung des Kammer- Präsidenten nicht zurückgekehrt ist. wurde mit dem Entzug der Diäten bestrast. Beim Wahigericht soll der Antrag auf Ab- erkennung seines Mandates gestellt werden. Wetterbericht der Sffeukllchea wetterdlenstftell« Berlin und Umgegend: Zeitweise heller ohne crhettiche NicderschAg«. Tempe- ratureu meist unter Null. Für Deutschland! Im Südwesten noch vielfach leichie Schneefälle, auch im Südwesten Uebergang zu Froft- werter. Märzgärung in aller Welt. Auflehnung unierdrückier Völkerschaften. Aegypten. London. 9. März. Als Folge der gestrigen Ausschreitungen in Kairo, gegen die nordomerikanische Schule in Assiut wird mit einem Protest des amerikanischen Geschäftsträgers gerechnet. Die Direktion der amerikanischen Universität in Kairo hat um polizeilichen Schutz gebeten. Der Innenminster hat den Kriegsminister ersucht, Truppen bereitzustellen. Wie die „Times' berichtet, wird bestimmt angenommen, daß die Demon- strationcn durch die radikalen Clement« der Wafd- Partei veranlaßt wurden, die immer mehr die Oberhand gewonnen haben. Der Generalsekretär des britischen Ministerrats veröffentlichte gestern abend den englisch-ägyptischen Vertragsentwurf, und die in dem britischen Weißbuch enthaltenen Dokumente zusammen mit einem bisher unveröffentlichten Brief des inzwischen zurück- getretenen ägyptischen Regierungschefs Sarwak Pascha an Chawberlaiu. Sarwat Pascha erklärt, daß er vom Beginn seiner Londoner Ver- Handlungen an stets auf die Schwierigkeit hingewiesen habe, die er besonders in der M i li t ä r f r 0 g e erwarte. Er habe deshalb an Ehamberlains Derständigungswillen appelliert, ihm einen Vertrags- entwurf zu unterbreiten, der Aegypten seine volle U n- abhängigkeit gebe. „Daily Mall' berichtet aus Kairo: Die Lage in den Pro- oinzen scheint bedrohlich zu sein. Der Schonplatz der ernstesten Unruhen war Tanta. Dort wurden drei Lastkraftwagen in Brand gesteckt, die für den Transport der Polizei gebraucht wurden. Die Polizei gab Schreckschüsse ab, um die wütende Menge zu zer- streuen. Hedschas. Wie das„Petit Journal' meldet, hat die englische Regierung einen Fühlungnahme bei dem König von Hedschas vornehmen lassen, um zu versuchen, ob dessen Ansprüche aus Transjordanien und das Irakgebiet nicht auf s r i e d l i ch e m Wege geregelt werden könnten. Die Aussichten dazu seien ober gering, da die Feindseligkeitc» bereits begonnen und die Wahabiteu die Karawanenstrasieu von Damaskus nach Bagdad bereits unterbrochen hätten. Auch stehe ihr Angriff auf Kuweit bevor.— Diese alarmierenden Meldungen sind jedoch bisher aus London und an- deren Nachrichtenzentralen nicht bestätigt. Die Mwehrvorberei- wngen in Ostjordanland und Irak gehen weiter. Aus Mesopotamien sollen zahlreiche jüdische Familien geflüchtet sein. Indien. New Delhi. 9. März. Der Swaraj-Führer Pondit Motilal Nehru erklärte in der gesetzgebenden Versammlung, eine vorher gehaltene Etatsrcde des Feldmorschalls Birkwood lasse ihn kalt. Die Politik. die Birlwood dargelegt habe, stimme vollauf mit der von der Simon-Kommission befolgten überein. Es sei richtig, daß dos Militärbudget der Sowjetregierung cmgowachson sei. Dies sei jedoch auf die Tatsache zurückzuführen, daß die Russen in dauernder Gefahr davor leben, daß England Krieg gegen s i e anstifte. Der Redner kritisierte die Verwendung von indischen Soldaten gegen ihre Wünsche in China,„um ein Land, das feine Unabhängigkeit geltend machen wolle, zu demütigen'. Er schloß mit den Worten:„Ich sage Großbritannien, daß der Tage der Abrechnung nicht mehr fern ist.' Der mohammedanische Führer D s ch i n n a h erklärte, die britische Regierung verhindere Indien am Besitz eines Nationalheeres. Feldmarschall Birlwoods Mittellung habe seinen Glauben an die Aufrichtigkeit der Regierung vollkommen zerstört. Südamerika. Bogota über New Park, 9. März. Di« Zeitung„El Tiempo' berichtet: In Caracas durch- zogen etwa 599 Studenten mit den Rufen„Nieder mi t Gomoz, dem Tyrannen!'(Gomez Ist der Staatspräsident) die Straßen. Die Polizei griff an. dabei wurden zahlreiche Studenten getötet oder verletzt. Die Frauen der Stadt veranstalteten sodaim eine Kundgebung gegen dos brutal« Vorgehen der Polizei. Ihr Zug wurde jedoch schnellausgelöst. Mehrere Rechtsanwälte wurden unter der Beschuldigung, die Studenten unterstützt zu haben, verhaftet. Eine Anzahl Bankbeamte wurde wegen, des gleichen Der- gehens bereits abgeurteilt. Die Demonstration der Studenten richtete sich gegen die Zu- lassung nordamerikanischer Ausbeutung der Oe l- gruben Venezuelas. Henny Porten in einer Doppelrolle. „Liebe und Diebe" im llfa-palasi am Zoo. Nebe» all ihren sonstigen Vorzügen hat Henny Porten die besonder» Gab« der Wandlungsfähigkeit. Sie vermag von der elegantesten Dame big zur Hochstaplerin und zum Bauerntrampel aber auch all« Nuancen glaubhast zu verkörpern. Sie macht sich einen besonderen Spaß daraus, im gleichen Film die verschiedensten Rollen zu spielen, und die häuttge Fllmtechnik gestattet ihr. in beiden Rollen gleichzeitig im Villi« zu erscheinen. Zu den vielen gelungenen Henny Porten und A'Uon Poinlner. Versuchen, die von„Kohlhiescls Töchtern' und die„Sybille Brandt' bis zu dem Film„Wehe, wenn sie losgelassen' führen, fügt sie jetzt ein neues glänzendes Beispiel einer Doppelrolle. In dieser Detektiv. komödie von W. Wassermann und Fred Sau«, in der wie immer Karl Froelich«ine der Porten besonders angepaßte Regie führt. gibt sie sowohl die charmant«, entzückende Gräfin als auch eine Hoteleinbruchsspezialistin Koludrigkeit, die unter dem Spitznamen „Bnllantenanna' bekannt ist. Die komischen Situationen werden dadurch herbeigeführt, daß die Gräsin in dem vornehmen Hotel, in dem sie abgestiegen ist, dank der Genialität der Polizei für die Einbreche rin geholten und schließlich von dem aus der Hauptstadt herbeigeeilten Kriminal. kommissar verhaftet wird. Sie hat einigen Anlaß zu der Derwechs- lung gegeben, well sie selber sich als Einbrecherin versucht, um einen ihr gestohlenen Sdjnmck wieder zu erlangen. Parallel damit geht eine zweite Düpierung der Polizei: ein angeblicher russischer Staats- rat entpuppt sich als Hochstapler, schlägt ober der Polizei ein Schnippchen und entweicht. Der Krüninalkommissar. der natürlich von Adel ist. verliebt sich, wie vorauszusehen, i» die schöne Gräfin, tut aber dennoch seine Pflicht. Den Höhepunkt erreicht die Sitüa. tion. als bald nach der Gräfin die wirkliche Etnbrecherin. die„Bril. lantenanna'. eingeliefert wird und mm die Porten sich in beiden Rollen gegenübersteht. Bei aller Aehicklchkeit der beiden Figurelt sind in Maske und Spiel doch auch die Unterschiede erheblich her- ausgearbeitet wtd es ergibt sich so ein ergötzliches Hin und Her. Die Gräfin wird freigelassen und dem Kriminalkommissar werden bald Hochzeitsfreuden blühen. Erfreulicherweise sind auch die anderen Davsteller durchaus auf der Höhe, so daß sich ein sehr hübsches Ensemble ergibt. Auch Paul Bildt spielt iozu lagen eine Doppel- rolle als Staatsrat und Hochstapler. Dem Bildhaber leiht Anton P 0 i n t n e r sicheres Auftreten und einnehmendes Wesen. In Chor- gen stehen Adolph Engers und Kurt G e r r 0 n ihren Mann. __ 2. Das Detektivsiück als Traum. Theater in der Klosterfirahe. Di« R«iz« d«s Detektivstückes mit feinem Wettkampf des Scharf- smnes zwischen dem Berbrccher und seinen Spürhunden sind bald erschöpft. Der letzt« groß« Erfolg des„Mixers' war vor allem«uf die Einführung einer Rätselfrage zurückzuführen, womit die Zu- schauer beschäftigt wurden. Um phantastische Möglichkeit«» zu ge- winnen, verlogt Reinhold Cichacker seine Dedektstckomodi«„D e r Unsichtbare' in den Traum eines Polizeikommissaro Dieser ist eben bei einem mysteriösen Chinesen eingedrungen, den man für einen Verbrecher hält, wird aber von ihm durch eine Opiumzigarette eingeschläfert. Der Inhalt des Traumes ist ein« gesteigerte Dcdektio- geschicht« mit allerhand exotischem Beiwerk. Der Pollzeiobcr- inspektor ist ein fabelhafter Detektiv, aber der Chinese, der bald als Verbrecher, bald als Rächer auftritt, ist ihm mit seinen Tricks, die ihm gestatten, sich unsichtbar zu machen, lang« überlegen. Für den Humor sorgt ein witziger, kesser Londoner Straßenjunge, der mit seiner natürlichen Schlauheit beide Parteien beschämt.„Dos Leben als Traum' hatte tiefere Bedeutung, aber das Detektwstück als Traum will nur durch wirksame Uoberraschungen und mystisch- exotische Ingredienzen spannen und unterhalten. Warum zum Schluß da« Ganze als Reklametrick von Varietekünstlern erklärt wlrd, bleibt ganz unerfindlich. Gespielt wurde recht gut. Franz Sondinger in der Doppelrolle als Chinese und dessen Sekretär. Wilhelm Karstens und Ernst Bring olf als Kommissar und vor allem Ruth Güls als Straßenjung« wußten das Publikum zu interessieren. — r. D Zn der Ktödtischea vper dirigiert anstatt Prof. Bruno«alltr Ä-org «nzler den Ltdetio'. «leravde» Alöller spricht am 12. Mär, im»och-lBIütSner-IGaol über .Komps den Urfochen der Krantheiten(Idie Bidebunql". Poputärc Plei'e zu Mk. 0.50 bis Mt. 1,50. Dt«.Broadway Premier» verichoben. Legen plöplicher Erkrankung von Heini Lambcitz.Pauisen mutzte die für Ponncittag anarsetzte Premiere .Lioadwoy- im Komödienhau» auf deute Freüag V,8 llbr verichoben werörn Die fü, Donnerstag gelösten Karten bebalten fflultigtelt. Die Karlen für Freitag sind ungültig und müssen an dar Kasse zurückgegeben oder umge- taufchl werden. INu eumeoorlröge. Im Neuen lNuseum Dr. Voll über.Dos Lildii!» im Rabmen der ägapttschen Kunst', im Museum Iü> Vöitcrtunde Dr. Waldlchmidt über.Leligibse Dokumente-u» Zentral-Asien- und i» Kaiser-Friedrich-Ruieur» Dr. DcrreZ über„Dürer und Talvei». Versammlung der Funktionäre der kV erkzeugmacher, die den Schiedspruch ablehnte und die Ausdehnung des Streits beschloß. Oas älteste Parlament der Welt. Das isländische.Mthing', das älteste Parlament der Welt, wird im Jahre 1930 seinen tausendjährigen Bestand feiern. Für die Festlichkeiten, die aus diesem Anlast veranstaltet werden, trifst man i>n Island setzt schon Vorbereitungen. Das Althing wurde in Thingvalla im Jahre 930 begründet. Die ersten Tagungen dieses Parlaments fanden unter freiem Himmel statt: seine Mit- zlieder waren die Häuptlinge der einzelnen Stämme, die zu ihrem Führer einen wählten, der das damals geltende Gesetz auswendig kannte. Im Jahre 1117 wurde das bis dahin mündlih verbreitete und geübte Gewohnheitsrecht zum erstenmal auf Pergament schrist- lich festgelegt. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Sitz des Althings von Thingvalla nach Reykjavik, das noch heute die Hauptstadt Islands ist, verlegt. Die Festlichkeiten werden in Thingvalla, das 50'Kilometer von Reykjavik entfernt ist, stattfinden. Um die ausländischen Delegierten, die in groster Zahl eingeladen werden, ausnehmen zu können, hat man bereits jetzt in Thingvalla mit dem Bau eines Luxushotels begonnen. Di« anderen Gäste werden in Zelten Platz finden, die im Sommer einen sehr angenehmen Aufenthalt bieten. Die Einladun- gen werden vor allem an die Palamente der grösteren Staaten ergehen: man erwartet aber auch das Eintreffen zahlreiche in Amerika lebenS>er Isländer oder Nachkommen von Isländern, die zum Tdl auf ihren eigenen Jachten und Dampfern nach Island kommen werden. .Voltsfremder volkstrauertag." In dem Bericht wer die am Sonntag im Reichstag veranstaltete Trauerseier im Montag- „Abend" hat sich ein sinnentstellender Druckfehler eingestrichen. Nicht der Völterbund. wie es fälschlich hieh, sondern der„Volks- bund Deutscher Kriegsgräberfürsorge" betreut fast 300 Friedhöfe der Gefallenen. Baß lag ihm tticht. Oer Oamenimitaior vor dem Arbeitsgericht. Auf Empfehlung eines Dekannten war Hella von der Direktion eines Ensembles engagiert worden. Eigentlich konnte man ja von Engagement" nicht gut reden. Denn Hello mustte sich verpflichten, ein halbes Jahr lang ohne Gage als sogenannte Elevin zu arbeiten. Die Direktion hotte sich dabei noch vorbehalten, den Der- trag jederzeit ohne weiteres auflösen zu können. Hella dagegen durste den Vertrag nicht lösen oder mustte bei der Aufhebung des Vertrages eine Kovcntionolstrofe von 300 Mark zahlen. Aber sie dachte auch gar nicht daran, wieder zu geh:n, denn sie war ja nun endlich dort, wo sie sein wollte, nämlich auf den„Brettern, die die Welt bedeuten". Die erste Rolle, die sie spielen sollte, war ein Kammerkätzchen. Das wäre auch zu machen gewesen, denn sie schien eine nette Sopran- stimme zu haben. Aber dann wurde plötzlich umdisponiert und Hella sollte nicht Sopran, sondern— Bast singen. Denn eigentlich war Hellaein— E r. Ein Damenimitator. Und Bast singen ging einfach nicht. Nachdem man sich eine Zeitlang alle erdenNiche Mühe mst ihm gegeben hatte, ihn„umzustellen", liest man ihn einfach links liegen. Und dos war wieder„Hella" nicht recht, denn„sie" wollte doch auf der Bühne glänzen. Aber als es auch nach Wochen nicht anders wurde, packte„sie" kurz entschlossen ihre Koffer und ging durch die Mitte ab. Darin sah die Direktion einen Vertragsbruch und klagte beim Arbeitsgericht(Biihnenkammer) auf Zahlung der K o n- oentibnal strafe. Nun stand ,�?ella" vor dem Richtertisch und wuhte nicht recht, wie sie sich zu benehmen hatte. Er drehte sich oerschämt mit vorn zusammengefalteten Händen in den Hüsten hin und her, stellte auch ab und zu kokett ein Bein vor das andere und gab mit hoher und schüchterner Stimme seine Antworten. „Und dann sollte ich Bah singen, und das konnte ich doch nicht." Und bei„Dann",„Bast" und„konnte" wurde seine Stimme noch höher, als sie ohnedies schon war. Und dabei drehte und wand er sich vor Beschämung, dost man ihm so etwas zutrauen wollte. Das Gericht war für einen Vergleich. Die Direktion sollte auf die Kvn- ventionalstrase verzichten und der Vertrag als aufgehoben erklärt werden. „Hello* aber, der einmal Bühnenluft gerochen hatte, meinte gleich daraus mst sehr viel Temperament: „Darauf kann ich aber nicht eingehen!" Erst aus Zureden seines Prozestbevollmächtigten nahm er den Vergleich an. Damit war sein Traum von Ruhm und Bc- wunderung vorläufig zu Ende geträumt. »«antmortlich für Sie Rkdattion: Evgen Praqcr, Berlin! Anzeigen: Zl». Sl-cke. Berlin. Berlaa: Borwiiriz Bcrlag bi. m. b. H., Berlin. Druck! BorwSrt» Bück. drnckerei und Terlazsanslalt Paul Singer& Co.. Berlin ED SS. LindenstraHe 3 Kicrzu l Bctloac Freiist, 9. 3 28 toati-Opei Arn Pl.ck.Republ. TV, Uhr ltntl. Sdimpiilli. >» Qadanuuurki S Uhr W Wenig Freitag. 9. 3. 28 Städte Oper Bismarcks tr li.-T«ni. IT»Hl. TV, Staat). Stäillertli. Charlotten barg 8 Uhr Die JoDroalisteo Volks büh ne TL in SAifflunrUisin 8 Uhr Schieber des Rabins Ilmtet in MIovilih 8 Uhr Renaissance- Theater Steinplau 901 8.10 uhr Coeur Bube. CASINO-THEATER« um Lothringer Str. 37 Doktor Klaus. AtusAnelden. Gutschein I— t Fers. Fauteuil nur 1.10 Sessel 1.60 M. 12 TJlonatsRaten \3!addat:lk BerlinJeipzigerStr.{22123. i DoBtstlies waiei Norden 12310 Abonnernentsbüro: Norden 10338-39, 9", U.. Endenach 10 Zwfilfiansend Sonntag, den 11. Nachm. 4 Uhr: Zinsen von Bemaid Shaw Preise 1— T M, Die Komödie Bismarck 2414/7516 8". U. Endeln«/, U. Marcel Fradeiln 'Der Eunuch! Kammenpiele Vörden I23i0 , UV Ende nach 10 Finden Sie. daS Constante sidi riditig verhält? Barlioer Mir Direktion Kuhnert. CtarMlailr.9ll9l.IMi.t7ll 8V. Uhr Hax Adalbert als Der Herr ro*.•. i heater das Westens Täglich SV, Uhr WMIUM IM IM LldilwWit.6.Mn. HarfmBO. Ml rbeaterLd.Llltiowstr. Tel. Kurt 9209-10. 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Weinbergsweg 19/20 Täglich RV, Uhr Das Schwank in 3 Akten icgatlidi kein Zilnttl Vorzeiger dieses zahlen Tür Parkett auch Sonntags statt 4,— Mk nurno PI. Sonntag, nchm.4 Uhr Der Katlcnf&nger ▼OB Hameln Parkett v. 30 Pf. an. Thalia-Theater Dresdnersu. 72/73 8 D.: Das Kamel geht diu di das Hadelllhr Tb. im Kdniralspatas Tägl.R' ,Uhi HALLER REVUE ..Wann oni! sb'' 2 Sonntag Vorstellit. 3 Uhru.8'/«Uhr Itdns. 41« im lar- tlillein a Helk Rrth- Leiztcr Monai >chiuss der Spiel- reit 25. Mlrz LasUpielhau 8>/. Uhr Uuldo Thlelscbcr Gesdiäftsaatsidir yftanfel reschmackvtille 91?euheiten Metropol-Th. Zentrum 12824 &/, Uhr Der Graf tob Luxemburg ktaT. Hedn, Sitan*. Izlratr. Uta ittar Mali. Hdl. Nsäi Sonntag h«4 Uhr kleine Preise firaflnNarttu Inlcricrcn bringt ERFOLGI r Hz Ischias aü miTootita ickner» FiDi tanitir ntta. itsHlnttan iitUtrftlci- latiHgm u4 tatouia. irztl. empfohlen. 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M« ein Gottesauge glänzet. drüber dunNe Brauen glühn, liegt von Wald und Berg umkränzet märchenhaft der Werbellin. Das ist das Gute an der Lage des herrlichsten, natür» lichsten aller märkischen Seen, daß er vom Strom des groß- städtischen Ausflüglerverkehrs nicht so schnell erfaßt werden wird. Wer gut zu Fuß ist. kann die 13 KUometer vom Bahn- Hof in Eberswalde im Marsch zurücklegen, wer aber möglichst dicht mit der Bahn an den Werbellinsee herankommen will, der muß in Eberswalde umsteigen, den Zug nach Joachims- thal bis„Werbellinsee" benutzen, um dann schließlich immer Die Gänsewiese. noch eine kräftige Fußwanderung zu machen, ehe er zum Werbellinsee kommt. Aber Fußtour und Bahnfahrt lohnt dieses herrliche Fleckchen Erde gleichermaßen, diese An- Häufung landfchafllichec Reize., die selbst ein Wichelm II. zu schätzen wußte, indem er sich in die Schorfheide sein Jagdschloß Hubertusstock baute. Das erste Wunder erlebt der Naturfreund beim Wasser des Sees selbst. In der näheren Umgebung Berlins gibt es Blick auf Elsenau. keinen See und keinen Flußlauf, der so grundklares Wasser aufzuweisen hätte. Noch in drei Metern Tiefe durchdringt der Blick das Wasser bis auf den sandweißen Grund; selbst die Fiscbe sind so offen wie der See und sie zeigen sich in hundertfacher Gestalt dem ruhigen Beschauer. Dann unter- bricht wieder ein Algen- und Wasserpflanzenrevier das klare Jugendherberge Brunoldhaus. Bluffen), oder Birken und Deidenbäume streicheln mit den Im Part��der Postautos im Dorf A l t e n h o f— die nan zur Fabi* von Eberswalde nach Altenhof am Werbellin- « benutzen kann— beginnt der herrliche Uferweg zur Gänfewiefe und der neuen Herberge des Jugendherbergs- Verbandes, dem Brunoldhaus. dessen Pate, der Dichter des Mottoverses am Beginn der Zeilen ist, wenn er's auch nicht mehr in Person sein konnte. Hier am Werbellin war man vorsorglicher als an unseren engheimatlichen Seeufern: Die Besitzer der am Ufer gelegenen Häuser von Altenhof mußten den Weg am Wasser frei lassen für die Allgemein- heit; sie durften das Ufer nicht so hermetisch durch Zäune und Mauern absperren, wie man es den Villenbesitzern am Wannsee und den Grunewaldgewässern erlaubte. Auf der Gänsewiese, einem Anger an einer See-Einbuchtung, weiden noch heute die Gänse der Einwohner von Altenhof wie vor 50 Jahren und im Hinterlande des Sees gräbt man immer noch wie seit langer, langer Zeit Ton, der auf einem Prahm über den hier enger gewordenen See in eine Ton- warenfabrik geschafft wird. Bis zur Fähre und zur Fabrik aber geht der Weg bald neben dem Werbellin dahin, bald steigt er zu hohem Berg- ufer an, um dann, steil abfallend, sich dem See wieder zu nähern. Die uralten Laubhölzer lassen prächtige Durchblicke offen, in tausend Reflexen gibt der See das Sonnenlicht wieder. Hier ist noch echter, rechter Hochwald, der in langen Gattern heute noch das prächtigste Wild beherbergt. Wir sind in der herrlichen Schorfheide, einem sehr aus- gedehnten Hochwald, der sich bis nach Zehdenick und Templin in erstreckt und der zahlreichen Jägern, darunter hohen Ne- gierungsbeamten, gute Iagdgründe bietet. Jenseits der Gänsewiese und dem Brunoldhaus liegt auf hohem Ufer das Wochenendhaus des jeweiligen R e i ch s p r ä s i- denten, ein einfaches Blockhaus, das ohne viel Neben- gelaß den Eindruck einer wirklichen Erholungsstätte macht. Ein Stück Weges weiter, mehr im Walde versteckt, liegt Wilhelms des Ehemaligen Jagdschloß Hubertus stock, das jetzt der preußische Fiskus bewirtschaftet. Wilhelm hat — im Gegensatz zum heutigen ersten Repräsentanten des Staates— ein Schloß nebst großen Wirtschaftsgebäuden nötig gehabt: die auf den Jagdsport zugeschnittene umfang- reiche Einrichtung ist dem Herrn noch sicher gestellt und des- halb aus dem Schloß entfernt worden Aber man kann es schon glauben, daß er wußte, wo es schön war und warum er hier in die Schorfheide ging. So schließt sich bald unsere Wanderung um den langgestreckten Werbellin. Bei dem Eichhorst mundet der Wer- b e l l i n k a n a l in den See. Wenn wir hier übergesetzt sind, besuchen wir noch den„süßen Winkel", eine Seebucht, die im Hochsommer und besonders in den Ferien einer Unzahl von Wasserwanderern, Ruderern, Seglern und Paddlern, als Aufenthaltsort dient, um dann schließlich die Wanderung in Altenhof zu beenden. Für eine Tagestour ist die Umwanderung des Werbellin? zu lang. Doch bieten Altenhof, Eichhorst und das Brunold- haus, das letztere allerdings nur für Mitglieder des Jugend- Herbergsverbandes. Uebernachtungsgelegenheiten. Von Alten- Hof gehen Motorbootfähren nach Elsenau(Tonwaren- fabrik, Bahnhof Werbellinsee) und auch quer über den See in die Gegend von Hubertusstock. So kann der Naturfreund seinen Besuch an Brandenburgs schönem Werbellin sehr gut auf mehrere Tage verteilen. An Riviera und Ruhr. 358 Millionen in einem Lahre verspielt. SSHae«ad Töchter der deutschen ZndnNrtebarone an der Rivlera.— was die Franzosen oon ihnen erzählen. Viernndzwauzlgstündtge Arbeitszeit in Nizza, tLaanes, San Rena» und Monte Tarlo. Cannes, im Februar. Wen« man lleppizkeit und Ueberfluß, menschlich: Verkommen- heit insÄge unwürdiger. müh-Loser Hllavencmsbeutung mit dem wirkungsvollsten Hintergrund studieren will, muß man in den frühen Monaten des Jahres an die Riviera eilen. Das ist die Wahrheit über den schönsten Fleck der Erde. An der herrlich blauen Azurküste drängen sich landschafSich« R.-ize. Tonne. Ueberfluß, Lebenslust, heißest« Wollust, glühendste Leidenschaften. Auskostung des irdischen Reichtums bis in die letzten Rafft nenwnts auf engstem Raum zu vollsten Akkorden zusammen! Aber sie erklingen nur an dem schmalen Küstenstreifen. Und olle dies« StLUe und Städtchen wie Nizza, Dillesranche, Antibes, San Rems, Cannes, ulch wohin man immer kommt, können für das sehende Aug: hinter der Pracht ihrer Riesenholels und Prunk- park« nicht das bitterste menschliche Leib. Summer, Sorgen. Tränen. Rot der Armen und Aermsten verdecken. Nirgends in der Welt wirten diese Gegensätze so bitter und erbitternd wie gerade hier, wo wildeste Derschwmdung von er- bävmlich Ausgesogenen nicht nur mit engesehen, sondern auch gefordert werden muß. hier verlausen die Armen Ihr Leben. ihr« Seele, ihre Freiheit, ihr? Arbeitskraft, ihren Glauben, ihre Söhne und ihre Töchter, um der überschäumenden Kraft der lieber- ernährten ein Ventil zu öffnen oder den vernichteten Nerven d:r Uebersättigten, Abgestumpften, Verdorbenen. Lastechoften immer wieder neue Reize durch immer tiefere Erniedrigungen abzutitzeln. Um dieses lockende, stürmische Leben, diese Massenvernichtung von Muskeln und Nerven im wütendsten Lebensgenuß zu ermög» iichen, ist natürlich Geld, Geld und immer wieder Geld nötig. Hier sieht man Engländer und wnß, daß die Schlote In Manchester und Sheffield die Landschaft verpesten und Millionen in Qualm ersticken, damit die Riviera lochen kann! Hier sicl� man An, crikaner und weiß, daß sich Millionen und Abermillionen Augen an dm, rollen dm Band irrsinnig sehen, damit sich ein Meer von Sekt über die gepflegten Leiber der kost- barftm Luxusfranen der Erd: ergießen kann. Hier sieht man Deutsche, straffe sportliche Männer und durch Spiel und Sport rassig erhaltene Fraum, blühende, jauchzende, sorgenlose Jugend, und weiß, daß ihretwegen in den Martin- und Thomas-Werkm des rheinisch- westfälischm IndustricgÄnets zehn und zwölf Stunden geschufte�, zehntausende, blühend«, junge Ar- beiter und Arbeiterinnen in harter Fron vernichtet werden müssen. damit, mm. damit die Millionengesellschasten ihre hoh-n Abgaben an den französischen Staat aus den ihnen konzessionierten Spielhöllen leisten können. Aber so ist es! 388 Millionen Franken haben die Spielliöllen im letzten Jahre an dm französischen Staat als Gewinn verst-uert. In ihren Berichten. für die Aktioiüir« und für den Staat heißt es immer wieder, daß die Deutschen die reichst« Gewmnquclle sind, und daß man die Deutschen durch sanfte Behandlung an die Riviera, an di- französische Riviera fesseln müsse, damit sie nicht ihr ganzes Geld nach Monte Carlo trogen. Ja. das ist einerlei! Aber was wird der deutsche Arbeiter dazu sagen, wenn er hört, daß die Deutschen allein mehr als die Hälfte dieser riesigen Spielverluste, dieser fast 400 Millionen Franken in de» Kasinos, wo sie ihr- Schlachten, ihre Ludendorss-Siege bei einem Zahre verlorener Gewinne der Spielhöllen— Reingewinne!— ausgebracht haben?! Und wenn man an der Riviera lustwandelt, wenn man die Rennplätze in Nizza und Cannes besucht, dann weiß man auf den ersten Blick, was für Deutsche diese Riesenverlust: tragen können. Es sind die Söhne und Töchter der Großindustrie und de« Großhandels. Aus Berlin, aus Hamburg, vor allem aber«ms Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen,. Duisburg kommen sie in ihre» vielpfcrdigen Autos, immer die besten internationalen Marken wie Pockard, Citroen, Chevrolet, selten eine deutsche, an die herrliche Azurküste, und haben in ihren schwerledernen Reisekoffern niicht nur Fracks und Smokings, sondern auch recht dicke Scheckbücher verstaut. Ein niedergebranntes Dorf. Ein großes Schadenfeuer suchte das Dorf Chacerin bei Dömitz an der Elbe heim. Zahlreiche IV ohnhäuser, Ställe, Scheunen wurden ein Raub der Flammen. Sie erholen sich auf den Rennplätzen von dm Dertuston m Daccarat, Trente-et-Ouaran�e und durch die silbernen Kugeln der Roulett« verlieren und in den Kasinos erholen sie sich von ihren Berlustm auf dem Rennplatz. Das heißt, sie machen krampfhafte Versuche dazu. Da» Er- gebnis sind dann ZSS Millionen Spielgewlnne. Reingewinne, abzüg- iich der Zehnmillionenunkosten der Spielgesellschaften. Ihn« ihre vierundzwanzigstündige Arbeitszeit in den Spielhöllen wäre dieses Ergebnis unmöglich. Aber erst recht wäre es unmöglich, ohne di« unerhörte Aus- bcukung der Ruhrsklaven. Wer die Söhne der Industriellen an der Rioftra sieh', diese eher derben als eleganten Gestalten aus dem Rhein- und Ruhrlande, di« Reserveoffizierstypen von einst, wer diese an dm Totos der Rennplätze und an dm Spieltischen der Kasinos beobachtet, weiß, daß wenigstens sie sich keine Sorge um die acht- oder zehnstündige Arbeitszeit machen, und— daß sie wegen ihrer Rennwett- ui<> Spieloerluste ebensalls ohne die minde- sten Sorgen sind. Wmo die Hochösen im Ruhrgebiet glühen, und solange sie glühen, wird in ihrer Kasse schon keine Ebbe eintreten. So sehen sie aus! Und so sieh' die Riviera aus! Maurice d' Ära che. Auf mandicrlei Welse»uchi Dobbs ilÄ Arbeit tu rcr- sdiaffcn. Erat wandert er oacb den gierikanlvbm Oeiteldem, wo aber alles von Arbeitsuckenden über lauten Ist. Dann glückt es thin. bei der Aufbereitung eines Oelfeldes vorübergehende ReschÄftigung tu finden. Den ausbedungenen Lohn tahlf der Unternehmer jedock erst aus, nackdem ihm Dobbs und sein Arbeits kamerad Cur t in mit Gewalt dazu twlngen. Die beiden kommen dann auf den Gedanken, auf die Goldsucke tu geben. Das Goldsuchen Ist Jedock nicht so eintack. Selbst wenn man Gold findet, so gibt man sich nicht mit der Menge zufrieden, die man zuerst erreichen wollte, sondern man will Immer mehr und mehr erraffen. Von dem alten Goldgräber Howard hören sie mancherlei darüber. Howard erzählt eine alte Goldgräber. geschickte, aus der man erfährt, wie ganze Gruppen von Gold- gräbern entweder von Indianern gelötet werden oder sich gegenseitig ums Leben bringen. Dobbs und Curtin unterhalten alck dann noch eine Welle darüber, was sie selbst tun würden, wenn sie zu Geld kommen würden. Dobbs meint:«Ick würde mich mit einer kleinen Menge begnügen und meiner Wege ziehen. Die anderen mögen sich meinetwegen herumschlagen.* 10. Fortsetzung. Am Nachmittag aber, als sie vom Laden am Flusse äurückge» kommen waren und sich den ganzen Weg über geärgert Hatten, datz sie die long« stouhige Avenida Halten lausen müssen, well sie die süns- zehn Centavos für die Straßenbahn sparen mußten, kam das Gold- thema wieder zur Sprache. Immer nur halbsatt, immer durstig noch einem Glos« Eiswosser, immer schlecht geschlafen in den harten und unbequemen Bettgestellen, arbeitete der Gedanke an Gold in ihnen ununterbrochen. Woran sie wirklich dachten, das war eine Asränderuug ihrer gegenwärtigen Loge. Diese Lage ließ sich nur ändern durch Geld. Und Geld war so nah« verwandt mit Gold. So wurde der Gedouke an Gold immer stärker in ihnen und löschte alle anderen Gedanken aus. Sie sahen'schließlich ein. daß Geld ihnen nicht Helsen könnte, daß nur Gold, ein großer Berg Gold sie aus diesem Leben, aus diesem Herumhängen zwischen Verhungern und Nieinalssattwerden befreien könnte. Sie waren in einem Lande, wo unerhörte Schätze an Gold zu finden waren. Sie sahen das Gold funkelnd vor sich liegen, selbst dann, wenn sie die Augen schlössen, well die Sonne so unbarmherzig blendend auf der weißen staubigen Plaza log. Vielleicht war es nicht das Gold, vielleicht wir es das heiße Asphalipslaster, der weiße Staub, die weißen Häuser, das sie so ungeduldig machte. Aber sie mochten hin und her denken, sie kamen immer wieder auf Gold zurück. Gold war Eiswasser, Gold war ein zufriedener Magen, Gold war eine kühle Wohnung in dem hohen eleganten Rioiera-HoteL Gold, nur Gold, und dann hörte das Siehe» vor der amerikanischen Lank, wo man hosste. die Manager von den Oelfeldern um einen lockeren Peso oder um Arbeit anzu- fleddern, auf. Es war entwürdigend, und e» war ein schäbiges Leben. Das kann so nicht in alle Ewigkeit fortgehen. Man muß ein Ende machen. Nachdem drei Tage vergangen waren, sich keine Aussicht auf Arbeit zeigte und es durchaus so aussah, als ob auch in den nächsten drei Monaten sich keine Aussicht auf Arbeit zeigen würde, sagt» Dobbs zu Curtin:«3ch gehe jetzt los auf Gold. Und wenn ich auch ganz allein gehen muß, ich gehe. Ob ich hier verreck« oder in der Sierra zwischen den Indianern, das ist mir mm wahr» hastig Schmalzkuchen wie Sirupfaß. Ich geh« los.* „Denselben Vorschlag wollte Ich dir soeben machen.* sagt« Curtin, „ich bin zu jedem Pferdediebstahl bereit.* ..Es bleibt dir ja auch nichts anderes mehr übrig als die Wahl zwischen Taschendiebstahl und Santa Marias* „Santa Mario?* fragte Curtin.„Och bin nicht katholisch.* „Ob du katholisch bist oder nicht, das fragen sie dich nicht. Wer wenn du Pech Host beim Toschendiebstahl, dann wirst du schon lernen, wer Santa Maria ist. Dos ist die Strofinsel an der Westküste, wo man dich nicht nach der Religion fragt, sondern nur wissen will. wieviel Jahre du abzumachen hast. Wenn du diese Santa Moria kennengelernt hast, weißt du, warum di« Heilige Maria immer ein aufgeklapptes Taschenmesser in ihrem Herzen hat. Das hat ihr nämlich einer hineingetrieben, der von jener Insel lebendig zurück gekommen ist* „Wir könnte» dann ja gleich morgen losgehen* Dobbs überlegte eine Weile, dann sagte«r:„Ich habe gedacht, daß wir den alten Haword mitnehmen könnten. Wir wollen ihn heute abend fragen, wi« er darüber denkt.* Jjqward? Warum? Der ist ja so alt. Dielleicht können wir ihn auf dem Rücken schleppen.* „Alt ist er,* bestätigte Dobbs.„Wer er ist zähe wie eine g«. iochie aste Siiefelsohle. Wenn es darauf ankommt, hält der mehr aus als wir beide zusammengenommen. Ich muß nur gleich ge- stehen, ich habe nicht viel Ahnung von Goldgraben und weiß nicht einmal recht, wie es aussieht, wenn man es vor sich im Dreck liegen sieht. Howard hat Erfahrung, er hat selber gegraben und hat auch fein Geld gemacht. Im Oel ist alles wieder drausgegongen. So «inen asten erfahrenen Burschen mitzuhaben, ist schon halb«ingesockt. Wer weiß, ob er überhaupt mitgeht.* „Fragen wir ihn einfach,* riet Curtin. Sie gingen zum Oso Negro. Howard lag im Bett und las Banditengesibichten im Western Story Magazine. „Ich?" sagte er sofort.„Was für eine Frage? Nätürlich bin ich dabei. Bin Immer dabei, wenn es auf Gold geht. Ich habe noch dreihundert Dollars hier auf der Bank. Zweihundert lege ich an für di« Sache. Ist mein letztes Geld. Wenn das zu Ende ist, bin ich fertig. Aber man muß etwas wagen." Nachdem sie alles Geld zusammengeworfen hatten, erinnerte sich Dobbs seines Lotterieloses. �Sei doch nicht so abergläubisch,* sagte Curtin lachen.„Ich habe noch nie jemand gesehen, der in der Lotterie gewonnen bätt«.* „Macht nichts," sagte Dobbs darauf.„Ich gehe di« Liste wenig- stens einmal nachsehen. Das kann nichts schaden.' „Da gebe ich mit. Das lange Gesicht, das du machst, möchte ich gern sehen. Ueberall hingen die Listen aus. In jedem kleinen Laden, wo man Lose verkaufte. Die Listen waren auf Leinwand gedruckt. Weil niemand«ine List« kaufte, die Lotterie auch nie ein Nebengeschäft aus dem Listenverkauf macht», so wurden di« Listen von Hunderten von Leuten betostet. Sie mußten sehr dauerhast sein, um den An. grisfen derer zu widerstehen, die glaubten, diesmal ganz sicher ge. wonnen zu haben. Da nleick an der Ecke der Madrid Bar hing so eine Liste, groß wie ein Handtuch. Dobbs warf einen Blick darauf und sagte zu Curtin-.Dein Aber- olaube ist lächerlicher als meiner Da. stehst du die fettgedruckt« Nummer? Das ist meine Nummer. Auf mein Zwanzigstel kriege ich jetzt hundert Pesos ausgezahlt." „Wo?" fragt« Curtin erstaunt. „Sehen mir gleich zur Agentur kassieren." Dobb, legt« fein Los auf den Tisch. Der Agent prüfte es, und ohne einen Abzug irgendwelcher Art zu machen, händigte er Dobbs zwei dicke goldene Nünfzigpesostücke aus. Als sie wieder auf der Plaza standen, sagt« Curtin:.Nun will ich noch hundert Dollars heranschoffen. Da im langt es. Ich habe da einen Freund in San Antonio, drüben in Texas. Der schickt mir das Geld.* Er telegraphiert«, und das Geld kam pünktlich an. Sie nahmen den Nachtzug nach San Luis. Bon dort fuhren sie mit dem nächsten Zug hinauf noch Durango. Hier saßen sie über Karten und studierten di« Gegenden. „Wo Eisenbahn läuft, da brauchen wir gar nicht erst hinzu- Hier saßen sie über Karten und—— gehen,* sagte Howard fachlich..Das lohnt sich nicht. Wo eine Lohn ist. wo nur eine gut« Straß« ist, da kennt mau jeden Winkel, in dem etwas sein könnt«. Di« wilden Ecken sind es. wo was zu holen ist. Da. wo kein Steg ist, wo kein« Geologen sich hmtrouen, wo kein Mensch weiß, was ein Auto ist, da muß man herumkriechen. Und so ein« Gegend müssen wir uns aussuchen.* Er stöberte auf der Karte herum und sagte dann:„Ungefähr hier. So genau kommt es nicht darauf an. Ist man erst einmal da. muß man die Augen aufmachen. Das ist alles. Ich Hab« einmal«inen gekannt, der konnte dos Gold riechen, gerade so wi««in durstiger Esel Wasser riecht, wenn er Lust hat. hinzugehen.* „Richtig,* sagte Dobbs,„da fällt mir ein. wix wollen gleich einmal hier in einem Nachbardorfe Esel kaufen, die uns die Packen schleppen.* WAS DER T Die genormte Kasserolle. Zum Begriff der Rationalisierung der Produktion gehört nicht nur die Zerlegung des Arbeitsvorgangs in eine Unzahl einfacher Handgriff«, die dann das rollende Bond einzuführen ermöglicht und damit die Ergiebigkeit und Ausnutzung der menschlichen Arbeit auf das höchst« steigert. Erst langsam bricht sich bei uns die Erkenntnis Bahn, daß dazu auch t»e Normung aller Gebrauchsgegenstände, wenigstens aller Massengebrauchsartikel gehört. die bisher in tausendfältiger Ausführung an den Markt gebracht wurden und viel höhere Preise oerlangren, als bei einer vernünftigen Beschränkung auf wenige Formen und Typen nötig gewesen wären. Don den Unbequemlichkeiten bei Notwendigkeiten der Reparatur oder Beschaffung von Ersatzteilen ganz zu schweigen. Auch die Hans- brauen wissen davon ein Lied zu fingen, das immer über das Porte. nwrmaie geht, wenn z. B. an einem Topf der Griff zerbrach und weit und breir kein Ersatz aufzutreiben war, weil gerade dies Muster nicht mehr geführt wurde. Der Deutsche Normenausschuß hat sich nunmeljr auch der h a u s- wirtschaftlichen Geräte angenommen und zunächst Norm- Vorschriften für Aluminiumgeschirr ausgearbeitet. Die genormten Aluminiumgeschirre werden im Handel auch alz solche erkennbar sein, weil sie mit der ihre Größe, Gestalt und Materialstärke kenn- zeichnenden Normformel versehen sind. So hat das Publikum die Gewähr für gleichbleibende Maße und die Sicherheit, jederzeit Er» satztelle, die passen, bekommen zu können. Man erhofft von der Kennzeichnung des genormten Geschirrs, die in Verbindung mit dem Fabrikationszeichen erfolgen muß. zugleich eine Ausmerzimg von minderwertiger Ware und damit einen Schutz des Käufers vor Preisbewucherung. Das wäre gewiß schon ein Fortschritt. Aber da die Fabrikation genormten Geschirrs mit Standardtypen er» heblich billiger fein muß als die bisherige Herstellung in unzähligen Ausführungen, bleibt dieser Fortschritt für die Katz, wenn nicht gleichzeitig damit eine fühlbare Preissenkung eintritt, die den breiten Massen zugme kommt. Bisher hat man von solchen Auswirkungen der Normung noch nicht viel gemerkt. Das Geheimnis der Droschke 479 Y29. Ein phantastischer Kriminalfall, der die Erfindung aller Detel- tingeschichten in den Schatten stellt, beschäftigt jetzt di« französtsch« Palizei. Die Umstände erinnern ein' wenig an den berühmten Kriminalroman„Das Geheimnis einer Droschke" von Fergus Hume, der vor einem Menschenaller verschlungen wurde, sind aber viel ver» wickelt«. Im Mittelpunkt der geheimnisvollen Angelegenheit steht di« Droschke Nr. 479�29, die am 16. Juni des vergangenen Jahres auf einer Straße außerhalb der Stadt Caen in der Normandie ver- lassen aufgefunden wurde. Im Innern des Wagens lag die Leiche des Kutschers und Eigentümers, eines Mannes, namens Jean B o u l l e. der durch den Kopf geschossen war. Die Polizei entdeckte bei den sofort aufgenommenen Nachforschungen als Mörder einen gewissen William Follain. Lei seinem Verhör kam ab« 7. Curtin und Dobbs lernten sehr bald, daß sie ohne den alfeu Howard hilflos gewesen wären. So dick und so offen liegt das Gold nicht da, daß man darüber fällt. Won muß verstehen, es zu sehen. Man kann dar üb« hinweglaufen, und mau steht es nicht. Wer Howard sah es, auch wenn nur eine Spur davon in der Nähe war. Er sah es der Gegend an, ob st« Gold haben könne oder nicht, ob es die Mühe lohne, die Spaten von den Traggestellen abzubinden und ein paar Schaufeln voll Sand auszuheben und zu waschen. Wenn Howard herumpickte und herumwühlte oder gar in der Bratpfaime zu waschen begann, dann war es hoffnungsvoll« Ecke, die von Rechts wegen Gold haben mußte. Viermal hatten sie schon Gold gefunden. Aber die Menge, die sich auswaschen ließ, war so gering, daß man nicht auf einen guten Tagelohn kommen konnte. Einmal hatten sie einen sehr aussichtsreichen Platz gefunden, ab« das Wasser, das sie benotigten, um auszuwaschen, war sechs Stunden weit, und sie mußten den Platz aufgeben. So waren sie immer weit« gezogen, imm« tiefer in das Hochgebirge hinein. Eines Morgens fanden sie sich wie festgekeilt auf ihrem schmalen Wege. Sie krochen und kletterten keuchend herum und hatten Mühe, die Esel vorwärtszubringen. Sie waren verteufell schlecht gelaunt. Und Howard sagte noch dazu in diese schlechte Laune hinein:„Da habe ich mir ab« zwei fein« Kostgäng« ausgesucht in euch beiden, das habe ich, rwrflucht noch mal.* „Hall's Maul!* rief Dobbs wütend. „Feine Kostgänger," wiederHolle Howard trocken und höhnend. Curtin hall« ein gewalliges Schimpfwort auf d« Zunge. Aber ehe er es abfeuern konnte, sagte Howard:„Ihr seid ja so dumm, so schietenklötrig dumm, daß chr die Millionen nicht einmal seht, wenn ihr mit beiden Fußen drauf herumtrampelt.* Die beiden Jüngeren, die vorangingen, blieben stehen und wußten nicht, ob Howard sie verhöhnte, oder ob er infolge d« Anstrengungen der letzten Tage einen Anfall von Schwachsinn bekommen hätte. W« Howard griente sie an und sagte ganz nücht«n. ahn« irgendeine Ausregung zu zeigen:„Da geht ihr auf dem uackb-n, klaren, funkelnden Golde spazi««n und seht e» nicht einmal. Wie ich eigentlich dazu gekommen bin, mit solchen Skunks auf die Gold- juchs zu gehen, wie ihr seid, das wird mir für den Rest meines Lebens noch viel zu denken geben. Ich mächt« nur wissen, welch eine schändliche Sünde ich abzubüßen habe, daß ich euch«dulden muß.* Dobbs und Curtin waren stehengeblieben. Si« blickten vor sich auf den Loden, dann sahen sie sich gegensellig an, und dann guckten si« Howard an, mit ein« Miene, die nicht ganz deutlich zeigte, ob sie ansingen zu verblöden, oder ob sie glaubten, daß Howard auf dem Wege dazu sei. Der Alte bückt« sich, grub mit der Hand in den losen Sand und hob eine Handvoll Sand auf.„Wißt ihr. was ich hier in der Hand habe?* fragte er. Ohne eine Antwort abzuwarten, fügte eg hinzu; „Das ist Zahldreck, oder wenn chr das nicht»«steht, das ist<5ntd= staub. Und das ist so viel, daß wir all« drei es auf unserem Rücken nicht fortschleppen können."(Fortsetzung folgt.) ? B RINGT. noch ein ander« Mord zur Sprache, der an einem französischen Obersten in einem Zuge begangen war. Man sucht« nachzuweisen. daß auch dies« Untat von Follain begongen worden sei:« wurde zum Tode oerurteill und soll demnächst hingerichtet werden. Di« Droschke wurde dann an einen gewissen Louis Cadorin ver- kauft, d« nun das Geschäft weiter betrieb. Wer bald danach wurde der Wagen wieder auf einem Wege auß«halb mm Caen nerioffen gefunden: diesmal war kein« Leiche darin, sondern d« Kutsch« wurde vermißt und wick noch vermißt. Blutspuren an den Kissen wiesen aus ein neues Verbrechen hin. Am Tage nach dies« Eni- deckung fand ein Kind, das an dem Ornefluß in d« Nähe von Caen spielte, ein Notizbuch, dos auf den Fluten schwamm. Das Kind fischte es h«aus und brachte es zur Polizei. Der Inhalt zeigte, daß dos Notizbuch dem Geschäftsreisenden Louis Boucaud gehört«: dos war der Fahrgast, der dt« Droschke genommen hatte, als wo» sie zuletzt mtt ihrem Kutsch« gesehen. Boucaud ist ebenfalls spurlos verschwunden, und das Geheimnis wird dadurch noch dunkler. Di« Kosfer des Geschäftsreisenden stehen noch in dem Zimmer, das er in einem Hotel zu Caen bewohnt«: die Rechnung hat er nicht bezahlt. Die Polizei glaubt, daß der Kutscher Cadorin und sein Gast Boucaud beide Opfer eines Mordes geworden sind, dann wären also beretts drei Menschen im Zusammenhang mit der Unglücksdroschke getötet worden, abgesehen von dem überführten Mörder. Damit aber auch in diesem Drama die Liebe nicht fehle, haben die Detektive entdeckt. daß Boucaud ein Verhällnis zu einer schönen Wttwe namens Noonne Brunot unterhielt, die In Ch«bourg lebte. Auch diese Dame ist seit dem Tag«, der dem solgt«, an dem man die Droschke zum zweitenmal verlassen vorfand, aus ihrer Wohnung spurlos ver- schwnnden, und man nimmt an, daß sie mit dein Verbrechen irgendwie zusammenhängt. Bekannte der Witwe behaupten, daß sie vor einigen Monaten von ihrem Liebhab««Inen Brief erhiell, in dem er Selbstmordabsichten äußerte. Di« Verwandten des Reisenden ab« hallen diese Annahme für ganz unwahrscheinlich und«klären es für unmöglich, daß Boucaud sich im Ornefluß ertränkt habe. denn er war«in Meisterschwimmer, der unmöglich diese Art, sich aus dem Leben zu befördern, gewähll haben kann. So ist also dos Geheimnis der Droschke Rr. 470Y29 nicht gelöst. Honig von Nadelhölzern. Es ist ein großer Irrtum zu glauben, d« Bienenhonig stamm« nur aus dem Nektar von Blumen, und Baumblüten. Dkelmehe dienen den Bienen auch— Blattläuse als.Honigquellen, dl« auf Lärchen leben, dem einigen Nadelholzgewächs unserer Zonen das im Herbst seine Blätter, die Nadeln, abwiest. In ihren Blaikknospen ist im Frühjahr soviel Zuckervorrat enthalten, daß wenige Monate ge» nügen, ihn zu reifen und für Blattläuse genießbar zu mach-n. Im Juli beginnt, wie in einem Artikel der„Umschau" mirgeleill wird, die Ernte. Di« Blattläuse scheiden dann sofort einen süßen Saft aus, der von den Bienen eingesammelt und zu Honig verarbeitet wird. Fast die ganze reiche Honigproduktion d« südösternichischen Alpen- länder stammt aus dieser Quelle und wird schwer beeintröchiigt,»enn «mnal di« Lärchen zu wenig Ziuker lieferten. ch«ut» abend tan 10 Uhr wird die Nein« Sonja �enie den Start. schuß zum Iubiäums»S«chstage»Renn«n— zum ,20. berliner-—• abgeben! Bevor jedoch das Feld die lang, Reise an» tritt, gab es gestern noch letzte Jniormationen für die Prefle. Während in der matt erleuchteten Halle sich einige Amateure auf der Dahn tummeln. Zimmerer letzte Hand an die Kojen der Sechstag es ahrer legen, sind bereits die Rennfahrer alle versammelt. Die Franzosen Wantbst-Lacquehay, die Leute der fünften Nacht in Breslau. Louet-Brunicr, die Italiener Tonani- Dntale und Linari. Dann die sympathischen Ehmer» 5i r'o s ch e l. femer Miethe»Buschenhogen, die im Drei» stundenkampf am letzten Sonntag sich mit ihrem Siege von bester Seite zeigten. G o e b e l, Dortmund, die Kölner Frankenstetn, Rau s ch und Hürtgen, der kleine blonde Stettiner Corpus, der alt« Willi Lorenz und wie sie alle heißen mögen. Plätzllch taucht auch Behrendt auf. Später lann man erfahren, daß er in vorletzter Stunde mit Dorn als 14. Mannschaft verpflichtet worden ist. Dos ist zu begrüßen, zumal Walter Behrendt«in Fahrer ist. der stets im Sechstogcfcld sich von der fairsten Seite gezeigt hat. Möge er doch einmal einen so starten Partner erhalten, daß auch er einen Sechstagesieg nach Haufe bringen kann. In der Besprechung selbst wurden dann noch einige intern« Dinge geklärt. Walter Rütt und Erich Kroner wollen nicht nur für ein flottes Rennen, sondern auch für eine wirklich lebendige 14.'>. Stunde Sorge trogen, die Industrie nicht so nahe (wie sonst üblich) on die Kojen der Fohrer heranzulassen und auch sonst Maßnahmen von einschneidender Bedeutung vornehmen. Wichtig ist unter anderem der neue Passus in den Wettfahrbestim- nutngen, der besagt, daß diejenigen Rennjahrer, die ihre Chancen oifensichtlich nicht verteidigen, sofort aus dem Rennen genommen werden können. Das ist gut! Hofjentlich bleibt es der Direktion bzw. dem Wettfahrausschuß, bei dessen Mitgliedern wir auch Karl Sal« dow finden, erspart, strafend einzugreifen. Di« Maßnohmen selbst waren j�ioch notwendig. In der Halle wird es lebendig. Die ersten Besucher zum 100» Kilometer-Mannschaftsrennen der Bundesamateure finden sich«in. Und im Kasino eröffnen Ehmer-Kroschrl den Reigen zum Unter- schreiben des Scchstogekontraktes. Als Einleitung steigt um �9 Uhr ein Stundenmannschaftsrennen für Amateure. Dag Rennen hat ein« glänzende Besetzung gefunden, da so vorzüglich« Fahrer, wie der deutsch« Meister Steger(Augsburg), der Münchener Zettner. dar Chemnitzer Siegel, der Hannoveraner Bernhardt, der Leipziger Hohn und der Dortmunder Bcnninghoff gemcldct haben. » Wie uns vom Deutschen Musiterverband mitgeteilt wird, spiest beim Sechstagerennen eine Militärkapelle, trotz, dem der Direktion des Sportpalastes nicht unbekannt sein dürste, daß die Arbeitslosigkeit besonders der Berufsmusiker einen geradezu katastrophalen Umfang angenommen hat. Der Deutsche Musiker- verband hat zeitig genug mit dem Sportpalast Fühlung genommen ornd versucht, die beschäftigungslose Blaskapelle der Organisation, die durch Darbietungen im Rundfunk bestens bekannt ist. für das Rennen zu verpflichten. Leidervcrgebens! Die Herren vom Militär nehmen nun den Berliner Berufsmusikern die spärlichen Arbeitsstätten und damit Lohn und Brot. Ivo Kilometer des BDR. Di« gestrige Veranstaltung der Ortsgruppe Berlin des Du n» de» Deutscher Radfahrer im Sportpalast hätte ein volleres Haus verdient. Die hart hintereinander folgenden Renntage möge« die Ursache des schwachen Besuches gewesen sein. Hauptuummer des Programms bildete ein 100- Kilometer» Mannschaftsrennen, zu dem vierzehn Paar,— nur sieben beendeten die Fahrt— antraten. Flott ging es los und bald gab es die ersten Störy. Sehr stark im Rennen waren die Sachsen Hahn und Siegel. Sie überrundeten in der ersten Stunde das ganze Feld. Steger, Augsburg, und Zeftner, München, gingen jedoch scharf hinterher und rückten nach harter Arbeit zur Spitze auf. Doch das Feld kam bannt nicht zur Ruh«: Bernhardt-Aiegel lieferten eine neue Jagd, die Hahn-Siegel auszunützen ver- standen. Wieder überrundeten die Sachsen das Feld, um die Spitze endgültig zu besetzen. Erwähnt fei noch, daß die Mannschaft Balte- Kroifunder noch eine ihrer Berlustrund« abstreichen und sich so den zweiten Platz im(Sesamtllajsement sichern tonnten. Die Ergebnisse: lOO.Runden-Punttefahren: 1. Krehn(Berliner RC. 89) 24:20,1, 20 Punkt«: 2. Scherff(Diamant- Berlin), 11 Punkt«.'00-Kilometer-Mann- schaftsfahren: v Hahn-Siegel 2:20:10,3, 35 Punkt«: eine Runde zurück: 2. Balke-Grafsunder(Berlin) 21 Punkt«: zwei Runden zurück: 3. Bernhardt(Hannover)- Flieget (Berlin) 22 Punkte: 4. Steger(Augsburg)-Zettner(München) 7 P.; drei Runden zurück: 5. Schulz-Hundt(Berlin) 11 P.: 6. Vöktz. Dhienel(Stettin) 10 P.; vier Runden zurück: 7. Wissel-Alb. Meyer (Berlin) 3 P._ So sehen sie aus! Der Berliner Schlittschuh. Club hatte anläßlich der Weltmeisterschaft 1S2S im Kunstlaufen zu einem Abschlußball für Sonntag, den 2K. Februar, nach dem Hotel Efplanad« eingeladen. Die Festtafel war mit den Floggen aller Nationen der Well deko- riert. Lediglich die deutschen und französischen Farben fehlten. Wie festgestellt wurde, waren auch Zisch- flaggen in den deutschen Farben schwarzrotgold und de« französischen Forben vorhanden. Man hatte aber dies« Tischfahnen, nämlich zwei deutsche und eine französische unter dem Tisch, auf dem die Preise aufgebaut waren, versteckt! Der BSC. gehört dem sportlichen Spitzenverbande an. der für sein« Olympiaden reichliche Zuwendungen aus R ei ch s Mitteln erhält. Relielbeck wird Schrittmacher. Der bekannte Berliner Dauer- fahre? Paul Netteloeck, der in früheren Iahren als Leicht- achtet und später als Rennfahrer zahlreich« große Erfolg« erringen konnte, hat da» Rennrad mit der Schrittmachermafchine veiiauscht- Er bereitet sich in v«La für fein» neue- Berus va. Tennis als Arbeiiersport. Der moderne Tennissport ist ein Kampfsport allerersten Ranges. Es ist eigentümlich, daß erst in den letzten Jahren Mit- glMfca des Arbeiter turn- und Sportbundes den Mut fanden, diesem Sport einen volkstümlichen Charakter zu geben. Der Tennissport verträgt keine oberslächtiche Behandlung, man muß sich ihm, wenn er befriedigen und sich dem einzelnen in seiner ganzen Schönheit offenbaren soll, mit s«ner ganzen Persönlichkeit widmen. Es dürft« schwerlich einen Sport geben, der, wie Tennis, in solch starkem Maße Konzentration und Entschluß- säht gleit von dem Ausübenden verlangt. Ständig muß man darauf achten, um vom Gegner nicht überlistet zu weiden. Ziel- bewußt muß man die Schwächen des Gegners suchen und ausnutzen, um ihn in fairem Kampfe zu schlagen. Der Temüssport hat jadoch nicht nur lediglich diese geistige Seite, sondern wich vom Stand. punkt der Leibesübungen ans kann festg�tellt werden, daß eine geradezu ideale Durcharbeitung des Gesamtkörpers erfolgt...... Sehr zu begrüßen ist es, daß sich am Tennis auch ältere Freund« de» Sports beiderlei Geschlechts hetistgen können. Dieser Sport nniß in immer stänerem Maße volkstümlich werben, daß er es wird, das werden bereit» die nächsten Jahre beweisen. In ollen Teilen Deutschlands bestellen bereits ArbeitertennisveN» «ine, Berlin allein zahlt bereits 10 Gruppen. Außerordentlich wichtig kst die Platzfrag«. Den Beil«« Bezirken muß es gedankt werden, daß sie durch Anlage städtischer Plätze dem Ardeitersport erst die Möglichkeit geben, den Teams. spart in seinen Reih«, einzuführen. Besonders die Arbeiterbezirk« müssen mehr solcher Plätze anlegen. Es ist nicht zuviel verlangt. wenn man bei der Verteilung dieser Plötz« eine paritätische Zit» teüumj an Arbeitersportler und Bürgerliche verlangt. Auch die relativ hohen Slundengeldsütz« sind gänzlich unberechtigt. Man bezeichnet Tennis als„vornehmen' Sport. Die Arbeiter- s portler haben diese Vornehmheit(seine Kluft und Bügelfalten) recht bedenklich m» Wackeln gebracht. Tie Arbetteifportter üben ihn in Laufhose. Trikot, Sportschuhen aus. Da der Beginn der Saison vor der Tür steht, sind Amneldungeik setzt angebracht. * Dennis-Rot" ist der Tennisbegirt der.Freien Turner. fchaft Groß-Beriin". Er verfügt bereits über vier fpielftarle Ab- teiiungen in den Bezirken Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Wedding. Der Monatsbeitrag ist 3 M. Dafür werden Play und Bülte gestellt. Anmeldung au Karl Kohl er, Berlin O. 34, Weidenweg 63, vorn 2 Tr. Die Spieler fordern ihr Recht S Reben dem Fußballspiel nehmen in neuerer Zeit auch die Turnspiele, insbesondere das Handballs piel einen großen Ninfmtg on. 1925 waren im Arbeiier-Turn- und Sport- bund in 5078 Mannschasien 39 468 Spieler organisiert, 1929 5319 Mannschaften mit 41652 Spielern, für 1927 dürfte die Zahl vmi 50 000 Spielern überschritten sein. Die Organisiermtg der Spiele und die Ausfertigung der Spielberichte erfordert einen großen Funk- tionärapparnt, so daß Sportloitcr angestellt werden mußten. Auch die Herausgabc einer eigenen Prefle hat sich als notwendig herausgestellt. Der technisch« Betrieb innerhalb der Kreise ist gut organi- Ttert, aber innerhalb der Gesonttbewcgung konnnen die Turnspieler nicht im entferntesten zu ihrem Recht. Der Bundesspielleiter nimmt daher in der neuesten Nummer der.Arbeiter-Turn-Zeitung' dazu Stellung und erhebt die Forderung, daß die Turnspieler bei den Dsleyationcit in den Be- zirleit, Kreisen und zum Vundesteg entsprechend ihrer Stärk« de- rücksichtigt werden. Auf dein Bundestag 1926 in Hamburg waren vvn 120 Vertretern der Turnspart« nur 5 oder 6 Angehörige der Spielergr tippe, während 13 bis 14 zahleinnoßig lutrach- tigt waren. Da die Turner den Forderungen der Spieler teilweise fremd gegenüberstehen, so ist es nur dem telirästigen Eurgrei«« der Lundesleirung zuzuschreiben, daß wenigstens dos Notwendigst« erreicht wurde.' Auch in den Bezirken und Kreisen werden, die Spieler bei den Delege tiouen nicht entsprechend berücksichtigt. Da die Turnsptei« in der neuen Turnbewegung ein Hauptbtitdeglied der Vereine geworden sind, insbesondere bei Gewinnung der Jugend, so sind die Forderungen des Dundcsspielleiters durchaus beachtenswert. Zu besserer Geltung werden die Turnspieler ftcilich erst kommen, wenn sie sich auf eigene Füße stellen. Di« Spielmaunschaften der Turnvereine werden immer vom großen Bruder Turnen abhängig bleiben. In den Großstädten besteht durchaus die Möglichkeit, be- sondere Spielabteilungen zu bilden, die sowohl spiel- technisch wie agitatorisch gute Erfolg« erzielen könnten. Die Kampf» spiele in Lust und Sonne sind dos rechte Lebenselement der Jugend. 'Vettere Spiele sm Sonntag. Der Berliner Fußballmeister Adler 08 fährt am Sonntag nach Dan zig. um dort gegcn den Meister des 12. Kreises(Ost- und Westpreußen) Danzig-Sch'dlip den Kamps um die o sl- deutsche Verbandsmeisterschost auszutragen. Adler 08 geht nicht mit den schlechtesten Aussichten auf die Reis«. Den Dan- zigern gelang es, den langjährigen Kreismeister Ponarth-König». berg mit 5: 1 aus dem Felde zu schlagen und damit die Kreis- Meisterschaft zu erringen. In den Serienspielen stehen sich folgende Mamischasten gegenüber: I. Klasse. Norden: Bernau gegen Weuwnnia in Bernau. Minerva gegen Spandau 25 in Borsigwalde. Neue Ernst- Ecke Äonradstraß«. Teutonia gegen Nordiska in der Chrntiania» straß«. Veltet«er Ballspielklud gegen Adler 12 in Besten. Bavaria aegen Sparta-Skddiitq auf dem Exerz, erplay, Schönbauser Allee. Wittenau gegen Union in Wittenau. Nordbohn. Bezirk Osten: Adlershof gegen Stralau In Adlershos, Köpenick«?(Thaussee. Lichtenberg III gegen Verein für Bewegungsspiele in Friedrichssclde, Treskowallee. Oberspree gegen Berliner Sportverein 16 in der Wuhlheilx. Wildau gegen Johannistal in Wildau. Aslania gegen Treptow in Köpenick, Grün« Tritt. Netienhagen gegen Berliner Sportverein 22 in Neuenhagen, Ostbahn. Strausberg gegen Lichten» berg l in Strausberg. Weihensee gegen Sparta 11 in Weißensee, Rennbahn.— Bezirk S ü d w e st e n: Nowawes gegen Wolter»- darf in Nowawes. Priesterstraße. Seddin gegen Luckenwalde l in Seddin. Fortuna 10 gegen Berlin 12 ans dein Tempelhoser Feld- Llchtenrade gegen Hertha in Lichtenrade. Luckenwalde II gegen Neu. kölln in Luckenwalde, Hetzheidc. Wannsee gegcn Kolzenburg in Wannsee. II. Klasse, Norden: Brieselang gegen Elschal. Ketzin gegen Borussia. Nauen gegen Sporlsreunde-Wedding. Rathenow gegen Siemensstadt. Angermünde gegen Eijenspasterei. Britz gegen Eberswalde. Buch gegen Arbeiter-Sportverein 24. Fichte 24 gegen Herl ba-Steinfurth. Birkenwerder gegen Fichte-Rordost. Hansa» Hohenneuendorf gegen Dorwärte-Hennigsdorf. Heloetia gegen Oranienburg. Karow gegen Sachsenhausen.— Osten: Fichte. Tr«, doi Achtens......»WWIW�WI gegen Jrtsch-Frei. Petershagen gegen Eppershork. Mahlsdorf gegen Tasdorf. Tasmanta gegen Rtchterewalde. Teutonia 26 gegen Bjrten- ftein. Zeesen gegen Kablow. Gräbendorf gegen Senzig. Zeuthen gegen Ragow. Könlgswusterhausen gegen Niederlehme.— Südwesten: Berolina gegen Trebbin. Eintracht 25 gegen Lindenhos. Stern-Frankenfelde gegen Zehlendorfer Ballspielklub. Luckenwalde V Handball. In der 1. Gruppe stehen sich im Stadion Marien- straß« Eiche-Köpenick und Adlershof um lt)1- Uhr gegenüber. Köpenick konnte om letzten Sonntag Neukölln schlagen. Ein Sie>l Köpenicks wäre ein Ueberrasäuingtssieg. Neukölln 2 Abt. spiest in der Erenzollee gegen Fichte 8. Abt., während die 1. Alst, gegen Klaimdors am Dammweg um 17 Uhr spielt. Sparta«mpfchtgts Niedertchöneuvide in der Gohlarstraße. Die besseren Aycsichten haben die Plagvereine. In der 2. Gruppe stehen sich in Nowaw«-. Vriesteistroße, um 14", Uhr Nowawes und Fichte-erüd gegenüber: beide Mannschaften sind gleichwertig. Fichte 19. Abt. spielt in Mariendort gegen Graß-Berlin-Süden und wird dem Gast dig Punkte überlassen müssen. Fichte 7. Zlbt. enipiängt in Baumschuleii, weg um 17 Uhr Brandenburg 2. Abt. In der Z. Gruppe spielen Groß-Berlin-Wedding gegen Schönow in Reinickendori, Schorn- wcberftraße, Schumcherg Sportler gegen Spandau in Schäncberg. Dominicusplatz, und Groß-Berlin-Norden 1 gegen Fichte-'Nord in Karow. Die 3. Gruppe ist reich an Ueberrafchupgeu, denn unter« Mannschaften baden bis jetzt führende Mannschasten schlagen können. Die besseren Zlu-sichten haben hier die Gast oer eine. An Frauen» spielen sind angesetzt: In Reinickendorf, Schäserjee, spielen tn der Grenzau««. In der 2. Klasse finden folgende wichtige Spiele statt: Erkner gegen Mohlsdorf um 13*1 Uhr in Erkner. Wildan gegen Kamsdorf um 14 Uhr in Wildau, Groß-BerlimFnedenau gegen Bornstedt in Friedenau, Offenbacher Straße, Fichte 23 gegen Groß» Berlin-Weddmg 2 in Rosemhal, Hauptstraße, und Ficht« 19 Abt. fgen Groß-Berlin-Rosenlhal um 13« Uhr in Baumschntenwech ra u en: Wilmersdorf gegen Brandenburg um 15! 1 Uhr in ilmersdorf. Preußenplatz, Rüflig-Lorwärts gegen Moabit um 1S?4 Uhr in Neukölln. Grenzallee, und Fichte 2. Abt. gegen Schünow um 14?L Uhr in Baumschulcmvcg. Freie Tvrnerschasl Sroß-Verlin: Dte Handballspieler, die für- die L-ipzigmomtschaften gemeldet sind, müssen Sonntag um 10 Uhe in Karow zur Mannschaftsaufstellung sein. �„�lkÄanikreis Vrenzla-er Berg. Am Sonntag. IL Marz. 19 Uhr findet mr Altersheim, Danziger Straß« 62.«in Volkstanz» abend statt. Jugendlich«. Freund- und Ellern sind herzlich wift- toinmeo. uttfoftenbeitrag! V erebukalender. Schöneberg gegen Werder. rlortuna-Lichterfelde gegen Stern-Marien- f«ll>e. Jüterbog gegen Kreuzberg. Mariendorfer Sportklub- gegen Dahme. Legi»» der Spiel«! 16 Uhr. Vorher unter« Man» «tler-tzof ranfahttetoin). Start Wtberwift«.—».«Ü., ISH Iwr Sltttnmi(anfairtstBiir), Start Jandsdermr Platz.—«.»�''' ?---aniisbttBtt Platz.—«.«St.: Sugen» 7U Sunfcfoiitt Söprntck— Drunau. 9 und 12 Uhr ifcltenSotfl, Start öifibnl)auitc i?- 18 Uhr Jatrt am Start Uotonieftr: iff.—». tzlbt.i IZ Uhr Asterscho!. Start Waldenl-ritr. 19.— I. Abt.« IZ Uhr Siunofabit un>>>n '«srar- imm Potsdamer Straße 38 Alraooe mit Brigitte Helm und Paul Wegener LuisensTheater Reichanberger Straße 34 Pat und Patacfioa In Pellhaolcn Die große Bender-Revue; Tobias geht fremd Rheinstraße 14 Artisten(Im Zauber der Manege) mit 31 arg Johnson und Werner Fuctterer Der Compaenon des Banditen Kür Jugendliche Odeon, Potsdamer Str. 75 Die Apachen von Paris mit Ruth Weybei und Jacob Tiedtke Passage'Lictitspiele Neukölln, Bergstraße 151—152 Der fröhliche Welnbery Dazu: Bfihnenschau Hlm-Falast Kammersäle Tcltower Straße 1—4 Der Plccolo Tom �oldenenLöwen Dazu: Der ffdelc Bauer Turmstraße 12 Herkules Maler mit Reluhold Schünzcl Alezanderstraße 39-40 (Passage) Harry Plel In Panik 10 spannende Akte c Müden Th. am Moritzplatz Beginn:\V. 5,30, 7, 9.15. S. ab 5,00 Die Stadt der 1000 Freuden mit Ciaire Rommer Das Cowboy-Derby KolibrirLichtspiele Belle-AIliance-PIatz Z Pat und Patachon In Pelikatden Dazu: Das lustige Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt ■ Paten V VlktoriaaLichtblld-Th. Frankfurter Alice 48 Alraune Dazu: B&hocnscbaa. Schwarzer Adler Frankfurter Alle« 99 Moral Auf der Bühne; Die Revue: Achtung— hier Berlin anf Welte Humor Concordia-Palast Andreasstraße 64 Der Plccolo vom soldenenLöwen Beiprogramm und ßuhnenschaa Kammerlichtspiele Friedrichsfelde, Berliner Straße 18 Die Jagend der KSalgla Lalse mit Mady Christians Buenos Aires Ph ar us° Lichtspiele MOllerstr. 142 Uyautlfihrung Tom Mixt Der Ucberlall auf den Black River Beiprogramm Alhambra Mfillerstr. Lon Chaney In Mr. Wn. Die große Revue: Daa Paradies der Sünden Mila- Lichtspielpalast Schönhauser Allee 130 Die Dollarprlnzessln and Ihre 6 Freier Dazu die schwane Nataccha Auf der Bühne: 2 Morgans von der Scala, Berlin LSP Lichtspiele am Senefelderplatz Prinz Louis Ferdinand Banditen der Nacht Metro-Palast Chausseestraße 30 Pat and Patachon In Pcllkanlen Bühne; Fred Philipp! mit seinem Wundertier. Humboldt-Theater Badstraße I» Frühreif« Jagend Kristall-Palast Prinzenallee I— 6 Pat und Patachon In Pcllkanlen Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee SO. Schlnderhannes Belpiogramm u. BSfanenschau ■ o r«1 we« t<> n> Welt-Kiao Alt-Moabit 9a W. 8,13. Stg. 3 Uhr Mary Picklord i Das Ladenmldcl An der Grenze des Todes. Jugendliche haben Zutritt „Alhambra� Badstraße 58 Frau Sorge mit Mary Ca rr und Piltz Könner Balischmieder-Lichtsp. Badstraße 16 Es zogen drei Barschen Rivalen der Wildnis Bfihnenschau Marienbad-Palast Badstraße 35—36 Die groBe Zlrkosnammer Bs steht ein Wirtshans a d.Lahn Prlnzen-Palast Prinzenallee 42— 43 Be zogen drei Barschen Ossi Oswalde, i.ans Brausevetter Bürgergarten-Llchtsp Hauptstr. 51 und Lindauer Straße Douglas Palrbanksi Der Gaucho und das gute Beiprogramm Palast-Theater Breite Straße 21a Alraune mit Brigitte Helm Tivoli Lichtspiel Tb. Berliner Straße 27 Mr. Wu mit Loa Chaney Die Laune einer Kaiserin In der Hauptrolle; EU« Pernt Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 Anfang 7, 9,15. Sonntag ab 4 Uhr Elisabeth Bergner in; Donaa L.la Plante In: Seidene Strümpfe Paun-Lichtspiele Krumrae Straß« 37 Gctährdete Jagend(Cllly FeindQ und Seemannslos(Loa Chaney) Bmelka-Palast Kuriürstendamm 68 Uraufführung: Pat und Patachon Auf dem Wege zu Kraft nad Schönbett q m t e g 1 1 1» e Titania-Palast Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Rechtlose Praaen Bühne: Ural. Kosaken-Chor Sffomi Neue woißeGanseschlacM- federn mit Oaunsn, Brast- fedon o. allen Federn, wie sie von der Gans fallen, Pfd.*.5ü, dies« besser 3.öO, welche graue Federn 0.50. weißel.TS, nasser? oitg�rcinig« J.BO. 1.40, 1.90. Rup', wslß 2.30, 3.80, weiß ScNeifl 2.—. 3.50, Deune-. 5 80, v.i.l-- 7.00, 9.80. Spez.au.st; Uenaannen DJüien 3-4 Pfd. rum Stark. Deckbett. Pfd. 7.50. Stark gaf. Oberbetten n.Inletf.Jmling 9.95,11.60, 14.90,17.65. nt8f08.ien7.60, 9.20, 1 1.90. 13.20, Kissen 2.90.3. 90.5.40, Oaurteo-Stcpp Jtc xen in all. Farben m. federfraien Ganscüaunen 36.«. 45. SO.-. JcTif e der nlobrik Filiale: ffllnisrsiliirljr S!r. H VssZi» im<5ia2>i-3S«fm5jof Börse. Ktu'en Sl§ vorm. weoen d?s n«chei. bei mir herrschenden Ändranoes. m. iwerfraien uansedaunen 36«. 40.-, ou.-. Erfinder-Vorwärts ftrtbrnb. ücrbicnitui.iglid) fit! 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