BERLIN Sounabend, 10. März CrfAtlat fiiHd ovfer guflletd) Adendausaabe d«.©orttirtt'. Bqu«rr«< für dtide ausgaben?<» Pf. pro Woche. 8 M. pr» Monat. Redaktion und Sppttatisn: Berlin©ffiöü, LindcnSr.» Jhwwdt'l ** B 10 Pf. Nr. 120 B 60 45. Jahrgang. Hte<«e«»re{l: Die einspaltige Nonpareillqeil« So Pf.. Retlameinle h M. Ermäßigungen nach Tarif. pSfchecktento: Donvärts-Derlag G. m. b. H.» Berlin Nr. S76SK. Fernsprecher: Dönhoff 2V2 bl« A? Oer Geheimrat macht GeschäAe Neue Verhandlungen im Meiallkonflikt. Demonstrationszug durch Ackerland. Der Marsch von 800 Erwerbs- und sogar Obdat /dosen aus dem südlichen(irenzland Dänemarks hat sn h bereits in Eej/e anf gelöst, nachdem er neun setner Teilnehmer mit einer Eingabe an den Reichstag nach K openhagen geschickt halle. IVahrend der ganzen mein tägi gen Denwnstration hat es keinerlei Zwischen j äl le oder X usa mnie nslöße gegeben. Lleberrafchung im Metallkonflikt. Heute nachmittag neue Verhandlungen. Dl« z« heute vormittag 9K Uhr in Aussicht gestellte Entscheidung des Schlichters Wissel!, ist noch nicht getroffen worden. Vielmehr sind die Parteien zu nochmaligen Verhandlungen um 14* Uhr geladen worden. Offenbar soll ein letzter Versuch gemacht werden einen Tarifvertrag abzuschließen. G TUT'S, meldet: Me wi� erfahren, fanden de« ganzen vor- «lllag Über telm Schlichler Mnlsler a. v. Msfell ein- gehende Verainngen aber die Jrage der ver'dlndlichtell"- erNSrung de, Schieinfpruche, für d'e Berliner vletallinduflrle stall. Eine Enlfcheidnag darüber, ob der Schied, fpruch verbindlich erklä t *»ird. ist bis gegen miiiag noch nicht getroffen. Es verlar lel. daß die Veratungen auch der Erwägung gellen, ob es nicht zweckmäßiger lst. erst noch einmal eine neue Schlichluagstämmer zu V'lden. d'e eine weitere Annäherung der pa-teien versuchen wü'de. Die Enlfchetdong de« Schlichter, lst im taufe de» Bachmillag, zu erwarten._ Schiedsspruch im Buchdruckgewerbe. Erhöhung des tariflichen Wochenlohns um 3,50 Mark. Zu der tohnstreikigkei« im deutschen Buchdruckgewerbe hat da» Zenlralschlichlnngsamt folgenden Schiedsspruch gefällt: l. der Splhenlohn wird von ZZ�o M. je wach« a n f S S VL j» Voche erhöht.___ 2. diese Erhöhung gilt vom l. April 1326 ab, Z. der tohntaris läuft bi» zum Zl. März 1323 und kann erst- malig am 15. Zebrnar 1323 zu diesem Termin gekündigt werden. wird er nicht zu dieser Zrist gekündigt, so läuft er je drei Monate mit sechswöchiger Süudigungssrist weiter. 4. die Parteien haben sich gegenseitig bi» zum 17. März, mittag» 12 Uhr. über die Annahme de» Schiedsspruch» zu erklären. vle Vertreter der tvehilfenschast beraten zurzeit noch über ihre Stellungnahme zu diesem Schiedsspruch. Aufregende Jagden in der ersten Nacht I UeridU im SportleU. 3n ganz Pommern erregt ein Aull berechtigtes Auf- sehen, in besten Mittelpunkt der srühere preußische Land- lagsabgeordnete und Geheime Oberregierungsrat im Reichs- aml des Innern. Dr. Paul B o e n i s ch. steht. Gegen ihn. der zugleich Rittergutsbesitzer aus Hohenhagen in Pommern ist. hat nämlich die Ostdeutsche Siedlungs-Gesell- schaft m. b. h. bei der Generalstaatpanwallschast Stettin Anzeige wegen wissentlichen Meineides und. gemeinsam mit 13 Siedlern. Anzeige wegen Betruges erstattet. Die Begleitumstände dieser Strafanzeige sind sensationell. Ge« heimrat Boenisch hat im Jahre 1321 den Laiidmesser Haas« zur Gründung der Ostdeutschen Sicdlungs-Gesellschaft veranlaßt. In seiner Eigenschaft als Landmester hatte Hanse Dr. Boenisch kennengelernt. iVährend der Jnslatirnszeit gingen die Geschäfte gut, und es wurden teilweise freihändig, teilweise im > Rentengutsoerfahren etwa 10Ö00 Morgen durch Haas« als Gc« schöstsführer der Ostdeutschen Sfedlungs-Gesellschast aufgeteilt. Im ■ Juli IÖ21 schloß die OSG. mit Boenisch einen notariellen Dertrag übe» die Austeilung des Boenifch gehörigen Gutes Hohenhagen. Man vereinbarte, die. Aufteilung sollt« bis zum 1. August 1SZL durch- ae'übrt werden, und Boenisch sollte von Haase als Mindesterlös 290 000 Reichsmark erhalten. Die Unkosten der Aufteilung uno Ävischenwirtschafl sollten auf die OSG. fallen. Der Barerlö« aus der Aufteilung oder aus Verkäufen aus dem Gutsinventar war auf ein Sonderkonto der Raiffeisenbank in Stolp«inzuzahlen, über das Haase frei verfugen konnte mit der einschränkenden Ber- pflichtung. zunächst Z3l* Prozent des Guthabens an Boenisch abzuführen. Von dem Mehrerlös über 230' 000 Reichsmark sollte die OSG. zunächst 13 00 0 Reichsmark für sich erhalten, der weitere Mehrerlös sollte zwischen der Gesellschaft und Boenisch ge- teilt werden. Auf Grund.dieses Vertrages erhielt Haase Voll« macht. Hohenhagen im ganzen oder teilweise zu verkaufen oder sonstwie zu verwerten. Die Sache kam ober anders. Gleich nach Vertragsabschluß stürmten Gläubiger des kaiserlichen Gehetmrats und Rittergutsbesitzers die OSG.. um auf Bezahlung der Schulden des Dr. Boenifch zu drängen. Dabei waren auch kleine Handwerterschulden und ähnliches. Auf Zureden eines Rechtsanwalts bezahlte Haase. Run war der Geheimrat ständiger Gast.auf dem Bureau der OSG.. um sich dauernd nach«ingehenden Geldern zu erkundigen. .Zahlen, zahlen, zahlen" war sein Losungswort. Haase hat daraufhin erhebliche Summen an Boenijch gezahlt, und zwar insgesamt etwa 55000 Reichsmark. Haase hatte nun auf Hohenhagen insgesamt 14 Stellen abstecken lasten, aber dauernd machte Boenifch Ausflüchte, wenn diese Stellen den Siedlern Übergeben werden sollten. Anzahlungen seitens der Siedler waren zwar geleistet und an Boenifch abgeführt, aber die Leidtragenden waren die OSG. und die armen, zum großen Teil aus dem abgetretenen Osten zugewanderten Kleinstedler. Als es nun zwischen Boenisch und der OSG. zum Krach kam, ging Boenifch so weit, seinerseits den Direktor Haase von der OSG. wegen Betruges zu verklagen und auch die 13 geschädigten Siedler zu einer Klage gegen Haas« zu veranlasten. Am 4. Oktober 1927 hat dann freilich das Erweiterte Schöffengericht in Sto'p für Recht erkannt, daß Direktor Haase in allen 14 zur Anklage stehenden Fällen auf Kosten der Staatskaste freizusprechen ist. Geradezu Der- nichtendes aber steht in der Urteilsbegründung über den als Zeugen geladenen kaiserlichen Geheimen Oberregierungsrat und Dortragen- den lllat a. D. Rittergutsbesitzer Dr. Paul B o e n i f ch. Das Gericht kam zu der Ueberzeugung. daß Bosnisch ln der kurzen Zeit von Haase annähernd 23000 Mark zuviel bekommen hat, und das Urteil fährt dann wörtlich fort: .Im übrigen erschien der Zeuge Boenifch dem Gerich» välllg unalavbwürdig. Dieser Zenge verwickelte flch dauernd in Mde sv tiche. widerrief vielfach vorher gemachte Bekundungen und sucht? sich der Beanlworlung von Fragen über seine Ver- scholdong durch an-welchende Redensarten zn entgehen. Nach v dem Ergebnis der Veweisavfnahme bestand kein Zweifel, daß der Zeuge Boenifch e>n Mann von recht zweifelhaftem Charakter ist.", Weiterhin wurde im Prozeß gerichtskundig, daß Boenisch im Jahre 1912 als aktiver Oberregiernngsrat im Reichsamt des Innern auf Grund seiner Beziehungen ein kleines Gut in der Röhe von Berlin gekauft hat. und zwar zum Preise von 12000 Bart Dies« hat«r jedoch nicht bar bezahlt, sondern hypnthe« tari scheintragen lassen. Nach wenigen Iahren ist dieses Gut für den Preis von IIS MO Mark weiter verkauft worden. Weiterhin bekundete Boenisch selbst, daß ein Kaufmann Fröhlich 220 000 Mark und er SO 000 Mark für Hohenhagen als Anzahlung geleistet haben, woraus e r dann als Eigentümer auf Hohenhagen ein- getragen fei. Auf Vorhalt mußte Boenifch zugeben, daß nichr er, sondern seine �Hausdame", Fräulein Junghänel, diese SO 000 Mark bezahlt hat. Boenisch konnte weiter nicht abstreiten, daß er von Fröhlich für gelegentliche Reifen von Berlin nach Hohen- Hägen,.um nach dem Rechten zu sehen", eine monatliche Ent- schädigung von über 1000 Mark erhalten hat, obgleich er in dieser Zelt als höherer Beamter im Staatsdienst stand. Boenisch hat den Betrag von 220 000 Mark an Fröhlich, der inzwischen ver- starben ist. nicht zurückgezahlt, so daß feststeht, daß er das Gut Hohenhagen ohne einen Pfennig eigenes Kapital erworben hat. Mit dem Kaufmann Fröhlich hat es übrigens noch«ine be- sondere Bewandtnis. Fröhlich hatte sich aus dunkle Weise ein großes Vermögen.erworben", das er in sicheren Sachwerten anlegen wollte. Der Erwerbung des Gutes dsrch Fröhlich stellte sich aber entgegen, daß er kein Landwirt war und deshalb auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen die Genehmigung zum Guts- erwerb vom Landrat ni ch t erteilt werden durfte. Auch sonst war die Person Fröhlichs nicht unbedenklich, da er schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war und die Bekanntschaft mit schwedischen Gardinen gemacht hatte. Während Boenisch nun für seine gelegentlichen Besichtigungen monatlich kassierte, macht« Fröhlich Geschäfte, die dazu führten, daß er eine» Tages ans dem Stetliner Bahnhof in Berlin verhaflel wurde. Er hatte sich während des Krieges als Bahnhofskamman- dant ausgegeben und in dieser Eigenschaft große Betrüge- r e i e n gegen den Staat in Szene gesetzt, weshalb er wiederum z u einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Als dann Fröhlich starb, konnte Boenisch das Gut Hohenhagen als für 0 Mark und 0 Pfennige erworben betrachten. Nachdem aber Direktor Haase im Stolper Prozeß von allen Anklagcpunklen freigesprochen war, nahm die Angelegen- heit plötzlich ein gänzlich verändertes Gesicht. Die Ostdeutsche Sied- lungs-Gesellschaft nämlich hat festgestellt, daß am 5. Januar 1926 der Gehrime Oberregierungsrat Dr. Boenisch unter Eid verschiedenes aussagte, das keiner Prüfung ft a n d h ä l t. Zu den Sied- lern von Hohenhagen gehörte ein gewisser Herr K a d o w. der eine der Parzellen erwerben wollte. Boenisch hatte unter Eid aus- gesagt, daß er von einer notariell getätigten Kaufosserte Kadows nichts wüßte, daß er von dem Kläger keine 1000 Reichsmark erhalten hätte und daß er nicht wüßte, daß die OSG. von dein Kläger Kadow 1000 Reichsmark erhalten hätte. Zm Oktober prozeß des Za�'cs 192? gegen die Ostdeutsche Sledlungs-Gesellschaft ergab stch. daß die An-sagen de» kaiserlichen Obe-regiernngsratc» der Wahrheit nicht entlprachen. Anzeige wegen Meineides ist in- zwischen gestellt, daneben aber haben die betrogenen Siedler, die durch den Ausgang des Prozesses Haase über den wahren Schuldigen belehrt sind, Strafanzeige gegen Dr Boenisch wegen B e- t r u g e s erstattet. Bisher ist der früher« kaiserliche Geheime Oberregierungsrat und Bortragender Rat und Rittergutsbesitzer von der Staatsanwaltschaft nicht sehr scharf angefaßt worden. Vielleicht wird sich da» aber in Zukunft ändern! Mysteriöser Tod in Ost-Oberschlesieu. politischer Mord vermut-i. Beuthea, 9. März. Der der deutschen Minderhest angehörige und auf der Heinitz- Grube In Beuthen beschäftigte Oberhauer C« b u l l a aus Friedrichs- darf bei Kattowitz, der fest Montag als vermißt gemeldet wurde, ist als Leiche gefunden worden. Sie ist völlig bekleidet aus einem in der Nähe der deutsch-polnischen Grenze liegenden Teich gefischt worden. Es wird angenommen, daß ein polltische» Verbrechen> vorliegt, weil Cebulla sich offen zum Deutschtum bekannte. Ltms Kommando! 3a der L«>nbelt» Ndmirale und noch weil mehr Sopiltae. Wie es danach auf der Kommandobrücke des neuen Panzer» lreuzers ans ehen wird! Solange nicht erwiesen ist, daß Mord vorliegt, machen wir uns die Behauptung nicht zu eigen; aber auch ohne dieses Aeußerste bleiben die schweren Gewalttätig- k e i t e n der ehemaligen Aufständischen in Polnisch- Oberschlesien yegen Deutsche eine S ch a n d e für die polnische Republik. Hätte ihr Regierung den Willen, so hätie sie auch die Macht, diese Schandtaten zu verhindern, die jetzt, nach dem großen deutschen Wohlerfolg, eine neue Häufung auf- weisen. Die Regierung Pilsudski ist durch den terroristischen Der„schwarze Fonds" der Provinz. Verpulverte Gelder der Brandenburger provinzialkasse. Großes Aufsehen erregten vor einigen Wochen die schweren Angriffe, die der soziastemotratische Provinziallondtagsabgeordnete Schwarz gegen die ZZerwallung der Provinz Brandenburg gerichtet hatte. Bei der Provinz hat ein schwarzer Fonds von 600 000 M. bestanden, der zu allen möglichen Zwecken verwandt wurde. 36000 M. verschwanden durch Unterschlagung große Tum- men gingen durch Ueberpieise bei Beschaffungen in die Taschen von Berwandten eines Rechnungsdirekiors. Ferner wurden Darlehen an höhere Beamte gewährt. Unter dem Eindruck dieser Feststellungen verweigerte der Provinziallonttag die Entlastung der Berwal- tung für das Rechnungsjahr 1926, bis die Rechnungsprüjungs- kommission eine Klarstellung vorgenommen hätte. Gestern, Freitag, erstattete die Kommission dem Landtag nun den Bcrichi. Das Ergebnis der Prüfung des schwarzen Fonds war für die Verwaliuug geradezu vernichtend. Die früheren Enthüllungen des Sozialdemokraten Schwarz wurden nicht nur bestätigt, sondern durch die eingehenden Feststellungen der Kommission noch vermehrt. Diese betonte in ihrer Slblußbetrachtuna, das gesamte Rech- nungswesen der Provinz weise Mängel aus, die beseitigt werden müssen. Die Umgestaltung des gesamten Rechnungswesens müsse geprüft werden, ebenso die Frag«, ob personelle Veränderungen angebracht seien. Der Landesdirektor o Winterselh gab nach dem Beruht des Abg. v. Bredow das Bestehen dcs Schwarzsehen Fonds zu und b e- dauerte die damit zusammenhängenden mißüebigen Borgäng«. Den Beamten wird von seht ab v�brlcn. ihre verwandten bei Lieferungen zn be'ückssö'i'gen. Um Veruntreuungen künftig verhüten zu können, wird die Provmzialve'waltung verschärfte Maßnahmen treffen. Der schwer belastete Rechnungsdirektor Dege hat seine Pensionierung beantragt. Entge-'en den Vertuschungeversucken des Lande-'yndikus Ge- heimrat Gerhard stellte der Sozialdemokrat La Gronge fest, daß der Fonds nur durch einen Zufall«ntdrckt worden sei, daß er im übrigen nur Eeheimionds des Gebeimrais gewesen sei. der sogar eingestandene i'nkers'llagunaen eines unget'euen Unter- gebenen nicht gerichtlich verfolate! Eist aus Veranlassung des Nravinzialoi-ekchussee erkolgi« die Strafanzeige. Erst nach einstimmiger Annahme eines Antrags, der die Be- selttgung der skandalösen Zustände sichert, gab die Sozialdemokratie ihre Zustimmung zu der Entlastung, die damit vollzogen wurde. Der Sozialdemokrat Schwarz, der scharf mit der Reaktion abrechnete, geißelte in seiner Rede die E i n k a u f s p a l i t i k der Provinzialverwaltung. U. o. sagte er: Die größten Unregelmäßigkeiten haben sich bei der Auf- lösung der Heilanstalt Schweizerhof gezeigt Hi:r Hai man mehr als 100 Zimmereinrichtungen. Klaviere, pjerd» und Wagen direkt verschoben. Was man alles in den Anstalten hätte brauchen können und wosür man Hunderttausende ausgegeben hat» wurde hiel weggegeben für eine Summe, die nicht einmal dem Goldwert einer Briefmarke entspricht. Schwarz sordelte, daß der Prev'.nzialau-schuß-eg.»!>: oberen Beamten, die vollständig versagt hätten, mit aller Schärfe vorgeht. Herr v. Kendel! kaust zu. Oer Neichsminister erwirbt einen Vanernhof... Herr v. Keudell. vorläufig noch Reichsinnenmimster. ist be- kanntlich einer der sührenden Großagrarier tn der Neumark. An- scheinend genügt ihm aber sein eigener Besitz, der etwa 10 000 Morgen groß ist, noch nicht, denn er hat stch kürzlich— auch ein Beitrag zur Notlage der Landwlrischast!— einen groß-n Bauern- hos von 600 Morgen, im Oderbruch gelegen, dazugetaust. Der Landrat des Kreises Königsberg in der Neumark. ein Herr Junkermann, in seinem Bezirk bei den Dauern als„Mann der Junker' bekannt, hat dieser Dauernlegerei des Grcsz- agrariers o. Keudell tatenlos zugesehen, obwohl er auf Grund der Berordnung vom IS. März 1918 über den Berkehr mit landwirtschastlichen Grundstücken sehr wohl hätte vermeiden können. daß ein großbäuerlicher Besitz verschwindet und zum großagrarischciz Besitz hinzugeschlagen wird. Herr v Keudell, der wie die übrigen Deutschnationaleu so gerne seine Siedlungssreudigkeit betont, als Vernichter einer selbständigen bäuerlichen Existenz.— Das ist ein Bild, das die„Bauern- f r e u n d l i ch k e i t" der Landbündler besser illustriert als all die hundert Notkundgcbungen. auf der sich bczahlle und unbezahlte Agitatoren die Kehle heiser geschrien haben, um über ihre Unsähig- kest hinwegzutäuschen! Amtsmißbrauch ihrer Berwaltungsbeamten gegen die Wahl- agitation, die Wahlfreiheit und selbst gegen das Wahl- ergebnis, soweit es sich um die Opposition, besonders Sozialisten und Minderheitsvölker handelt, so schwer belastet, daß sie allen Grund hätte, wenigstens die nackte Gewalt endlich auszuschalten._ Dampfer in Seenot. 263 Passagiere können nicht geborgen werden. Der Dampfer„Robert E. Lee. der von Boston nach R e w park unlerwcgs war. ist gestern abend an der Alanomvy-Splße des Kaps Cod lamerlkanisch: Ojikü.,c) aus Grund geraten. Die Slrandrng ist darauf zurückzuführen, daß das Schiff während eines heftigen Schneesturms den Surs verlor und der felsig m Süsse der Massachrsttls-Baii zu nahe geriet. Die SSsscnwache halte den gefahrbringenden Kurs des Schisses bemerkt. Zhre Warnung kam jedoch zu spül, da der Dampfer bereits auf eine Felsbank, die von der Süsse eine Meile, von plxmouih harbor drei Meilen eniferut ist. ausgelaufen war. Der hohe Secgrng und zahlreiche Klippen machten es unmöglich, während der Rächt das Schiff mit Reltungebooten zu erreichen. Boston. 10. März. Die 263 P en: s o n e n an Bord des Dampfers.Robert E. Lee". der bei Eap Cod gestrandet ist, konalta noch immer nicht geborgen werden, obwohl die Marinebhörden von Boston die drei Spezi al- schiffe in die Nähe des Strandungsorts enfs ndt haben, die vor kurzem das gesunkene Unterseeboot„8 1" gehoben. Wie tie Schisse melden, herrscht noch immer ein Schneesturm von 4Z Mellen Ge- schwind tgkeit. Köln iu Fmanznot. Konflikt zwischen Stadtverwaltung und Gtadtparlament. Köln, 10. März.(Eigenbericht.) Die Kölner Stadtverordnetenversammlung, die am Freitag bis Mitternacht dauerte, beendete die zweite Lesung des Haushalte Plans für 1928. An Stelle der Deck.ingsvoi schlüge der Berwaltung wurde mit Stimmenmehrheit gegen Sozialdemokratie, Mieter und Kommunisten ein gemeinsamer D:ckung:antrag des Zentrums, der liberalen Albeitcxemcinschaft und der Demokraten angenommen, durch den das Deftztl.vvn rund 11 Millionen be- s e i t> g t und ein Ueberschuß von 329 000 M erzielt werden soll. Räch diesen Beschlüssen trstt kein« Erhöhung-der Gewerbe- und Grundvermözenssteuer ein, auch wurde die Einführung einer Lohn- summensteuer abgelehnt. Natürlich konnte die bürgerliche M.brheit das Defizit nur beseitigen durch die brul.rlsten Abstriche an TOohl- fah t�- und Si lturavsaabea und an den städlischni werten. Durch den Bsschluß ist der Konflikt zwischen Stadtverordnetenm.'ssrheit und Stadiverwaltung sehr o e r s ch ä r s t worden. In der Sitzung stellte der Oberbürgermeister u. a. fest, daß die k a p> I a l> st i s ch« n Wirtschaftsverbände durch die bürgerlichen Porte'sn einen unheilvollen Einfluß auf die Kommunalwirtschaft der Stadt Köln ausüben. Genug Waffen in China! Weitere Einfuhr soll verhindert werden. P-king, 10. März. Da der Bürgerkrieg sich nun auf säst ganz China aus- dehnt. Hai das dip'oi-at'sche Ko pz belchlallen die Reuenmgen telegraphisch zu ersuchen, das D erbot der Waffenaurf'chr nach China, das 1919 in Kraft trat, wirtsamer zu gestatten. Das Telegramm ersucht die Mächt«, die bis setzt entsprechende Maßnahmen nicht er- griffen haben, es ja bald wie möglich zu tun. Das Gemetzel von Caracas. Furchtbares Wüten der Polizei. L o« d o u. 10. März. Vurnz einer Meldung der..Tally Mail" berichteten tn C n c u t a(Columbien) nus Carn.ns(Venezuela) ein- getroffene Reisende, daß wegen der Erschießung von 3 st Studenten durch die Polizei bei Kuud- gedungen gegen Präsident Gomez. die im Zusammenhang mit der nordamerikanischen Aktion in Nicaragua standen, als Wiedervergeltung sechs Polizisten gelyncht worden seien. Das gesamte Geschäftsleb-u in Caracas sei drei Tage lahmgelegt gewesen. Un» bestätigten Gerüchten zufolge soll der französische Gesandte, der weiteres Blutvergießen zn verhindern sachte, den Befehl erhalten haben, das Land zu ver» lassen. Bei den Unruhen sollen auch der chilenische Gesandte und der Sekretär der Gesandtschaft von Euba verwundet worden sein. Scheibenschießen auf das Präsidium. Sluarchisten feuern auf Kommunisten. pari», 10. März.(Elgeuberichl.) Zn einer kommvnistenvessommlung zu Lyon brgannen Anarchisten, als der erste tommnnislsche Redner da» Wort ergriff. ein regelrechle» Scheibenschießen auf die Tribüne. E!wa S0 Reooloerschüsse wurden abgegeben und sechs Personen schwer verletzt. Durch Draht unb Funk. In die Saarregierungskommlssion entsende! der Bölkelbund für den ousg schied:nen Belgier Lambert den Finnländer Ehrnroth. » Die norwegische Bürgerregierung Hai dn liberalen Theologen Dr. Christian Schelderup ein grist. liches Amt nicht antreten lassen. Konflikt selbst im eigenen Lager ist die Folge. » Die Nachricht von einem Fluchtversuch Radeks wird von Moskau kategonsch dementiert. Ingenieure, Techniker und Stelger des Donez- kohlenreoiers sind verhaftet wo»-.n und werden an- geklagt, im Solde der ehemaligen Eigeniümer durch Sabotage die Förderung schwer herabgedrückt, Explosionen und den Ruin des Sowsetbergbaue» im Bezirk Schochty geplant zu haben Dem Oberbolschewik B u ch a r i n war«in Brief zugeschoben worden, worin er alle Sowsttsührer von Lenin bi» zu sich s-ldst herab als Nullen bezeichnet und auch sonst schwer vermöbelt hoben sollte. Ein russischer Emigrant in Paris namens Britan bekennt sich jetzt als den Fälscher dieses Brieses. Der nordchinesische Machthaber Tschangrsolin hat in Japan«ine Anleihe von sünszig Millionen Dollar er- halten, wofür den Japanern eine Eisenbahndaukonzession in der Mandschurei erteilt worden ist., ,/Rede Bismarcks." Gehatten bei der Lohanaisgememde Joseph WelßenbergS. Die �Zohannesbotschaft� des Apostels Joseph Weisjenberg, über den wir wiederholl berichteten, fliegt uns auf den Redaktion»- lisch. Sie zeigt ein wunderschönes Bild. Ein grimmer Adler- vogel bewacht eine schwurzweihrote Fahne, eine falsch« Schiange aber will den Adler beißen. Dieses Lud wird umrahmt durch die schönen Sprüche:.Mit Eott für Volk und Oaterluird*. -.Durch Kamps zum Sieg' und.Begründer: Der uns von Iefus Christus im Tvangelium Joh. 18 verheißene Geist der Wahrheit, mit Namen Joseph W e i ß c n b e r g. Berlin N. S8, Glcimstr. 42". Zum Abschluß fehlt aber auch, das ist nicht unwichtig für gläubig« Seelen, die Nummer des Postscheckkontos nicht. Die Iohannesbotschast berichtet uns dann, daß.der erste Kanzler im Deutschen Reiche, setzt Kanzler im Gei st erreich«, Fürst Bismarck, durch� Schwester Müller nach Gotteswillen eine Geist- sreundrede" gehalten hat. Im Gegensatz zu den Reden, die er lebend im Reichstag hielt, begann er ste mit den Worten:.Gott zum Gruß." Dann führte er aus, daß die Weißenberger Lehre stch Bahn bricht und die Glaubensvollenderin ist. Uebrigens scheint stch Bismarck im Himmel nur mit Weißenberg zu beschäftigen. denn er hat vier Spalten lang über seine Gemeinde gesprochen, um dann aufzusordern, daß aus allen Sauluflen in der Welt P a u l u s s e werden. Nachdem Fürst Bismarck geredet hat, fähr« ein verstorbener Pfarrer in ein? andere Weißenberg-Schwester, um noch einmal inhaltlich dieselbe Rede zu halten. Dann kommen zwei tote Kinder zu Wort, die gleichfalls nichts Neues wisien, aber zum Schluß ein Gedicht aufsagen. Ein Oberbruder tellt mit. daß einige Zeitungen gegen den Meister geschrieben hätten, aber man wurde mit Gottes Willen den Gegnern ein Sedan bereiten. Wir haben rein sachlich berichtet, so daß wir vor einem Sedan keine Angst zu haben brauchen, andernfalls müßte uns natürlich bloster Schrecken anfallen vor dem Erscheinen Bismarcks. Nsrrs, Knrsepumpes oder sonst eines toten.Geistfreundes", blaster Schrecken aber auch vor den L e b e n d e n, die auf solchen Schwindel hereinfallen. Und st» etwas wird im Potsdam des Jahre, lS28 Menschen dar- geboten, die vorgeben, geistig gesund oder gar ganz besonder, be- gnadet zu s?in. Armes Potsdam! Theater der Woche. Dom 1± Wo 19. Mär». volksbiZhne. Theater am»fifonwfati; II., 12.. 13.. 16. 17., 18, 19. Die Em. kleidnnq des Antonio Earosta. 14, IS. Peer(Stint. Theater am Schlklbni erdamm: Bis 13. Schieber de» Ruhms. Ab 14 Der Kigarettenkasten. ThaNo-Theoier: Das Kamel geht durch das Nadelöhr. Staakslheaker. Oper am Platz der RepnbNk: 11. Tristan und Jfotb«. 12. Der Kuß. 13. Othello. 14. und 19. Der Arzt wider Willen. 15. Die Macht des Sck> cksals. 16 Hoffmanns Erzählungen. 17. Tos«. 18. Barls Godnnoks. Staatliche» Schavspl'lhcm» am Gmdarmenmarkt: 11, 12, 16. DI« Weber. 13, 15, 17, 18. Lrniis Ferdinand. 14. Opernabend: Di» Pilger vom Neckar. Der Geizige. IS. Der Kaufmann von Venedig. Ampbylrlon. 13.. 14, 15, 17, 18. Das Duell am OrN»(neu ein- Dauberflöte. 14. D e Hochzeit des Figaros. 15. Maeaarethe. 16. Der Corregldor. 17. Carmen. 18. Ariadn« auf Naxvs. 19. Ein Maskenball. Schiller-Theat-r Charlottenlmra: 11. Peer Gnnt. 12, 16.. 19. Zgwberflöte. 14. Die Hochzeit des Figaro. 15. Margarethe. 16. Der studiert).> x Theater mit festem Spielplan. Dentlche» Theater: Zwösitg"'end.— Aamwe�svlet»: Finden Sie, daß Cons�anr« stch richtia nerdiW?— Die KemSdle: Marcel Frade- lin.— Thealer am �ollendorsvlab: Die Abenteuer des braven SMdMen Sckwefk.— Theater in der KSnlaa-äher Straße- Flu-bt.— KomZdienhcws: Brnadmay.— Grob es Schausplelha«-: Pamvadour Mallary.— Komische Om-r: Zieh' di-b au»?— Deutlche» Künstirr. Tbeater: Die aold'ne Meisterin.— tnstsvielhavs: Unter Gefck-.öfts- aulstcht.— Theater am Knrfg stendamm: Sannenspektrum und Tod und Teufel— Restdenz Ttzeaker: Schule d-r L-eb-.— M traval- Tbras-r: Der Graf von Lurerrck-nra.— Die Tribüne- Ptref im Schloß._ Kleine« Theater: Gretck>en.— Rena stmice.Theater: Eonir-Bube. 11, vorm. 11 � Uhr Tonzmatinee.steibe Waag.— I�gihalla-Theoter: Do« Absteio-onartier.— Rose.Thealer: Der Fl'eaer.— Kastno-Throler: Dotter Klaus.— Th�ter In der stirsterstraße: Der UnN�tbare.— Schl Knark Tb-ater Steglitz: Die grs-bie'-ene Frau.— Tb-ater in der Osth�n-strohe: Bennet coMra Alckenbrödel.— Theater im AdmircUnalost: Wann und ma!— 7N..f�artrn: Porietr.— Sea'a: IMernotlonales Doriet-l— P'icft.bonrt-.'M'ratnr: Stettiner Sänger.— Thealer am Kottbuster Tor: Elite-SLnaer. Thent-r mit weckilelnd-m Sni-lnfan Thealer de» A? st-ns- B>o 12. Mün-�hau'en» lebte Liebe Ab 13 Aigeunorbaron— cesbug-Mt-atee: B', 16. Sinnende Galaen- unr?l. Ab 17. Hopp'a. mir lrhen'— BerNner Theater: Bis 15. College Trampton. Ab 16. Beste-Sister». Tiachmrwubynrslelhmstrn. pnEohNhn», Theator am Bstlarmitatz: 11, 18 Peer Gnnt. Thaater am SchUNtM'rrdlTmm: 11, 18. Gcnro? D-rndin. Thasta.TH.'ater: 11, 18 Do» Knmel erbt d'-rch das Nadelödr.— Schlstoe-Thraler: 11. An-vbrtrion. 17 Pr(r Gnnt. 18. Weh' dem. der lügt.— Aeut- f�-r, T�rffor- 11 Zlnien— chr str, Hcha"lnielb-U«,: 11, 18 Pom- «MaNo-m.— K'mstch» Oper: 11, 18 Zieb' dich misl— fr- ftchr,«flnfrer.�-ni-r. ig norm. IM* UV' Matinee' EttfiiH- p"nN— ReNb»--».'r'«>-�i»r: 11, 18 Schul» der Leb".—- 71Vl""»'l Theater: 11, 18 G ö'in Marizn—"erstn-r"nieirf-r; 11. Der.sturr van... 18 Müller»— 7l»ii9iP'N't"-Th'n»-T; 18, inittons 1' UV- i�lonor S-h'oßbcmer-R�nnnlh«— iBafbatta-Theitv; 11 De' Nachenlgnaer von.löamoln.—■R-fe-Th-oler: 17, 18. Max und Morib.— Theater in der Klost-rstrab«: 19, 11. Naitäpp4-en. 17 ifi ügnsek und_ Schi ßva k-Theater Steglitz: 11. Das Ist«» mzi-fi.— Theater Im AdmimTsmiTaft- 11, 18. Wann und wo! —. Seals- 11- l7, 18. Ju'e'- nationale- Variete.— R»'ck>»ha''-m. Tfypt-r- 11 18 Stettiner Sänger.— Thealer am Kotlbuster Tor: 11, 18. Elite.Sönger. Crstaufssthrvn''en her Wich«. Dienstag: Stoateth-ater- Prinz Oouis Ferd'nand.— Witiwoch- Voiksdsthr'e: Der Ziaareitenkasten Städtische Oper- Di' des F garo.— Freitag: BerlinerThea- t e r: Die Bollä-Sisters.___ Ivetterberich» her»U'ntstcken wetterd'enstst ste B-rsta und Ikmoeg nd: Zeitweise heiter, ohne erhebliche Niederschläge, auch die Togesten'peraturen unter Null, frische Ostwinde. Für D erUsch- land: Im Süden und besonder» im Südosten vielfach Schneefälle. überall kalt. Albrecht Dürer. Zur Ausstellung in der Akademie der Künste. Am 6. April wird Albrecht Dürer 490 Jahre tot sein. Nürnberg, seine Datcrstadt, will solchem Erinnern eine ergiebige Saison der Fest« widmen. Eine tunlichst umfassende Ausstellung, die aber wegen Versagens einiger ausländischer M feen wichtige Stück« wird entbehren müssen, soll gleichzeitig Dürers Werk in Ehrenrevue vor- führen. Aber Nürnberg sollte nicht allein, noch als erste Tank ab- statten. Berlin ist zuvor gekommen. In dem Gebäude der Akademie (Am Pariser Platz) zeigen die staatlichen Museen ihren Besitz: neun Bilder, etwa 109 Zeichnungen und das gesamte graphische Werk, Holzschnitte und Kupferstiche. Diese mehr oder weniger zufällige Zusammenstellung Hai eine tiefere innere Bedeutung, sie enthüllt typische Merkmale Dürers: sein bürgerlicher Beruf war, dem Volke interessante, bald ergreifend«, bald lustig anzusehende Bilderbogen zu liefern. Davon hat er gelebt. Aus den Jahrmärkten(aber auch an den Höfen der Fürsten und in den Häusern der Patrizier) sind dies« Blätter und Serien, die das Leiden Christi oder dos Leben der Maria und der Heiligen vorführen, verkauft worden. Bon diesen frommen Bilderbogen, die Dürers Ruf in weite Lande trugen, haben Köpfe Gefäße deutschen Geistes. Sie zeigen den Ausgmig eines siegreichen Kampfes zwischen dem Deutschen, der jede Por« für wichtig hielt, und dem Renaissancemenschen, der in der Ausdrucks- kraft der reinen Form den Befehl der Kunst erkannt hatte. Diese beiden Köpfe beweisen, daß sich in Dürer die Synthese zwischen dem Garmanischen und dem Romanischen, zwischen der Enge und der Weite, zwischen der Innerlichkeit und der Schönheit vollzogen und daß sich damit dos Schicksal des deutschen Künstler» in ihm «rsüllt hat. Robert Breuer. ßildmis des Hieronymus Holz.sdiuher. die Zeitgenossen Erschütterungen und vielerlei Heiterkeit abzclesen. Kein Zweifel, daß Dürer heute nicht mehr wie einst zum Drlke sprechen kann: was damals gläubig« Predigt und zugleich akt ieller und moderner Vertrag war, ist heute nur noch ein Kunstwerk. Damals wirkte Dürer mitten im Leben der Masten, heute liegen feine Blätter in den Mappen der Kupferstichkabinett«. Immerhin bleibt festzustellen, daß Dürer noch immer zum Housbestand der Deutschen gehört. Solche Beständigkeit ergibt sich nich! so sehr aus den Szenen, die er geschildert hat, als o'elmehr aus den Natur- schikderungen, den Darstellungen der Wälder, der.Häuser, der Straßen und der Städte, die er seinen biblischen Geschichten als Hintergrund und Vühnenraum gegeben hat. Auch die Kostüme und die Ini imitäten der Lebensführung, die Türer seiner Zeit ablauschte und unter mannigfoch-n Ueberschr'sten, die von Palästina, von Himmel und Hölle berichten, sesthielt. sind lebendig geblieben. Kurz, an Dürer bewährt sich die ewize Erfahrung, daß die Abschrift d«r Natur am ehesten Aussicht auf dauernden Bestand hat. Phantastiken, Allegorien und Symbole versallen schnellem Tod. Dürer, der ge- treue Schildever seiner Zeit und seines Dolle», seiner Landschaft und feiner Archiektur ist auch heute nrch lebendig. Lebendiger als viel« feiner damaligen Kollegen. Woraus des weiteren felgt, daß über das Stoffliche hinaus noch irgendein G.-Hcimnis sich auswirken muß. Das Geheimnis der Qualität, der handwerklichen Tüchtigkeit, der Innigkeit de» Anschauens. der Klarheit der Baiftellung und der meisterhaften Fähigkeit de» Gestalten». D-r Ausleseprezeß, den die Zeit übt, ist vielleicht die einzige Gerechtigkeit, die in dieser Welt zu finden ist. Dürer war der stärkst«, der weifest« vielleicht auch der fleißigst«, aber sicherlich der sähigste, der aufgewühlteste und der form sicherst« Holzschneider und Kupferstecher seiner Generation. Solche Tugenden haben ihm dauernden Bestand gegeben. Und so besteht dann auch der Hauptre z seiner Blätter für uns darin, zu sehen, wie er die Techniken verschieden angewandt hat. wie er dem Holzschnitt ganz andere Wirkungen abgewinnt als dem Kupferstich, wie er eifrig und hingebend die Dinge seiner Welt betrachtet und notiert, wie er immer auf» neue die Welt seiner .Blätter ordnet, wie er die Fläche gliedert, sie kanalisiert, sie stust. ste räumlich vertiest, sie mit Kraft und Leidenschast ladet. Nur die Kraft, nur die Leidenschaft bleiben im Ansturm de» täglich neuen Lebens erhalten. Und Dauer hat avch der Kamps. Dürer war ein Kämpfer. Nicht» wäre unzutressender. al» in ihm einen Gemüt»- deutschen, einen gradlinigen, aus die engere Heimat beschränkten philisterhaften Stubenhocker zu sehen. Dürer, den man den deutschesten aller Maler genannt hat. hat den größten Teil s'ine» Leben, daran gewendet, sich mit ver Form Italien» auseinanderzusetzen. Entschiosten stell'« er stch zwischen die deutsche Gotik und die pelsche Rcnaistance. Jahre seines Lebens. vielleicht Jahrzehnte, vielleicht sein ganzes Leben widmete er dem Problem der italienischen Form. Lange, viel zu lange glaubt» er. daß die' Großheit auf den Bildern der Italiener nach bestimmten Rezepten, noch theoretischen Methoden, durch Proportion und Mestung zu erlangen sei. Mit Hilfe der Wissenschaft wollte der getreue Handwerker der Knust die göttliche Sprach» lösen. Wenn e. Ihm schließlich und jedenfalls in seinen besten Stunden gelang. den Bonn, den er stch durch ergrübelle Gelehrsamkeit selbst aus- erlegte, zu durchbrechen und in Freiheit Herrliche» und Reises zu schaffen, so ist das der unwiderlegbare Beweis für seine Persönlich- kett und die' überragende Begsb nz die er in stch trug. Die Berliner Ausstellung zeigt zwei Bildniste, die er während seiner letzten Lebensjahre, nach der holländischen Reise, gemalt hat. da» des Hyronymus Hoizschuher und das des Jakob Mussei. Zwei reich» Nürnberger Bürger sind dargestellt. Deutlich zu spüren ist die Anatomie der Köpie. das Gerüst der Knachen. die Lagerung der Muskeln, das Gespann der Haut, der Glanz der Augen und da» Gewirr der Haar«. Darüber hinaus aber sind diese beiden Der �Biberpelz." Ein Hauptmannfilm im Tauentzm- Palast. Di« köstlichste deutsche Komödie, Hauptmanns.Biberpelz", ist ; verfilmt warten. Ein gewagtes Unternehmen, denn jedem Deutschen . ist diese sröhliche Menschendarstellung oertraut, und besonders in Berlin haben wir die allereiften Kräst« des deutschen Theaters diesen ! Rollen ihre charakteristische Ausprägung geben sehen. Alle dies« Figuren stehen uns sofort leibhaft vor Augcn, wenn nur ihr Name genannt wird. Dazu ist Hauptmanns Drama von höchster drama- tischer Straffheit, es hat keine Szene zuviel, es pulst vor Leben und trotzt vor individueller Ausprägung der Typen. Der Film mußte naturgemäß ander« Wege einschlagen, die Manuskriptverfaster F. W. C a r l s e n und Willy Haas verwandeln das Drama in ein« Bilderzählung, die breit und behäbig die ganze Vorgeschichte und alle Einzelheiten gibt, die der Dramatiker notgedrungen oder auch abstcht» ltch wegließ. Vortrefflich setzt dar Film ein. die gute attc Zeit wird charakteri- siert durch das Bildnis von S. M., der in dem Bureau des Amts- oorstehers Wehrhahn die schuldig« Reverenz erwiesen wird, der Amts- schimmel ist neben dem Militarismus Trumpf. Wir ahnen von vorn- �herein, daß dieser Wehrhahn, der stch selber als kleiner König fühlt, in all seinem Unsehlbarkeitsdünkel zu den ergötzlichsten Dummheiten berufen ist. Auch das Milieu der Mutter Wolffen, der Meisterdiebin. wird intim geschildert. Der Registeur Erich Schönfelder bringt sows'.-l den Holzdiebstahl wie später die Entwendung de, Biberpelzes mit all den belustigenden Einzelheiten. Es ist«in Gipfel der Komik, wenn der Vertreter der Obrigkeit beim Diebstahl des Holzes die Laterne hält und sozusagen unter seiner Aufsicht das Holz abtransportiert wird. Auch die politisch« Seite der Handlung kommt krästig heraus. In diesem Obrigkeitestaat« stehen überall die Tafeln des Verbotes, harmlose Leute werden bespitzelt: statt die Dieb« zu fangen, versteift sich das System Wehrhahn darauf, Unschuldig? zu ver- dächtigen und den Schuldigen zum Triumvbe zu verhelfen. Hier gibt der Film über dos Drama hinaus eine Bereicherung, es gibt ein paar Szenen, die In ihrem Kontrast zwischen Schein und Wirklich- keit voller Drastik sind. Webrhahn erscheint In eigener Peffon auf der Hochzeit, die Mutter Wolffen Ibrer Acltesten mit dem Erlös de» Diebesgutes zurichtet, und«r selbst zieht den gestohlenen Pelz an und macht die Fahrt auf der Kille mit und trägt so auf? redlichst« dazu bei, daß seine eigenen Mcißncrdmen gegen die Diebe vereitelt werden. Unter den Klängen von.Ueb' immer Treu und Redlichkeit" schlieft der Film. 'Die Ueberraschung des Films war die Besetzung des Wehrbohn mit Ralph Anh'tr Roberts. Die dumme Aufgeblasenheit dieser mit Mensurschmisten gezeichneten Bstage. das gan-e vrätentiöse Gebaren dieser lächerlichen Stoatslllitze ist nie köstlicher nerstillerl worden. Lucie Höflich ist die Mutter Wolffen. Für meinen Ge» schmück zu vornebm, zu fein auch im Auadruck: oewiß eine sehr sympatb'sche Person, bei der gew'ß niemand IVen nrch reu Charakter erraten hätte: aber es s'�lt das S-�iaue, das Raffgie-iae. da? Rassige, das nun mal omi der M-tter Walilen unzerifnnlich ist. Die treu- herzige Biederkeit des Schiffers Wulkow trifft M-'r M a r I m i I i a n ausaezeichnet. La Jana scheint mir die freche Gö'? Leontina nicht richtig w'ede'zugeben. Der choleris-v Krüaer, der Ana? der Mo'bes und die-Handlanger Wehrhahns, Mittendorf und Glasenapp. sind all« tnnisch charakteffstart. Im aanzen»rreiV der Film trotz vieler köstlicher Einzeff-eiten nicht di? Wirkuno de? Drama«. Voran ging der Film vom>«"ffchen Film, der die Leistung?- sähigkeit de« deuffch»n Fl'ms darffellan und"eaen die L'-libarkeits- steuer v'-oteltte-en soll. Eine amerikanisch? G-wteske In der a-madni-n Weise, aber auch mit neuen Nuancen den Fimpiel eine» , Motorrennens. V. Wieder eine Oeiekiivkomödie. „Semet contra Aschenbrödel." Ueberall De'ektivkomödien. Nach dem.Lerer" stich st« für V'rlin die große Moh« gewarben. Selbst da» Theater In der Lüßawstroße, in dam bisher Tränen oon Spreewasdmädchi.n im Walzertakt ffrsten, eröffnet unter Kurt L o b a t t s Zdirrttlon seine neue Sp eizeit mit der Detoktivrevue„Bemet contra Aschen- brödel". De? Bariasser Garoi-Arvay ist nun H�«r nicht gerade mit Witz gesegnet. Er übersetzt einen Dete'tivsiim für die Bühne, vergißt aber dabei, daß stch im Theater die Sache notae- drungen viel langsamer abwickelt als auf der Leinwand. Es ent» stehen Länxn, der Spannung muß künsttich Immer wieder nach- gehrffen wellben, die Löiung, die schon im ach'en Bild erfolgen könnte, wird mit großer Müh« für das zwölfte reserviert. Sonst-st aber alle», wa» einigermaßen Anspruch auf Sensation erheb-n darf, in dieser Bilderfolg» entholten: Der unschuldig Beruriellte die behre Braut, der Gentlemanverbrecher. selbst ein prachtvoller Ko-'ainrauich k'mische Trpen und bergle-chen dekrroffve Dingz. s» fehlt nur die Jazzmusik, die da» Programm ankündigt N-m b«. nehmen stch die Menschen aus der Bühne derart, daß man stellen» weise der Meinung ist. es handelt stch hier um eine Parodie. Und vielleicht war dies auch bcabsicht'gt, aber dem Berfosser fehlt das Talent, seinem Vorsatz innner treu zu bleiben. Er streut zu viel Cent mentalilät in seinen Ulk. Die sehr gute Darstelluno mit Peukert. Koiser-Titz. Schott. Dublin und Wittmann macht da» Ganze erträglich und hin und wieder scgor amüsant T? E n« INfftg-n(inti'I am cum 1' i\.'v'-no» 8 kl", tum So c»»-ku rötaz bc«?»i>-er» lm SliMickett Snn'furn Ne littl». -V'fl't'flftr 147 bat!-b n n ♦(R e o r n Breun e»:(J" rucit" 4 mir; Dorr 24 ii 16 imfc R o t> ml L u b a b n: Voilrao nu« lRo l ♦ V r'rn: <» ii n t t>»> R a i d l e: R-tliich S>99 Oebiiritla>e t>»e Dichi"». Nutiiti uei Vi» 3 übjabisa" geNrwg»n aiab'tnlr.Mr wedermn»rrtt bei Molcrei an? tfilbo tjcfnnil umiosf-.1 wirb, ioll Ni'lang-Nliti ftäfturj werben. Frcir Nn>endungen llnb zuaiiasten. Etulietrrnnget'imin ootn I« bs ZZ llpr- Die zur«rlck ckmia»tforbfrlMiot Pap eie tänneu bnr« bte«kabemi» «ünfte. Berti» V. 8, Parsier Pia» 4. gegen 9.89*«. bezogt» wer»"' I ».V: X--. X. M JWjiw.*xC 1*1 XL-*:*«* X T* KlW! e-llWtrlt! Zür«rie-tMcht» Srisk. n t•■ W.%«w»«4r««*TW|rw«.s» ym''xm Cubra s*» ket t t-J r».!>fchn> AnM--Hwtm ch,»»»»«?«'»> G«a» ,« i»»«>-? �,«»1«Mi» ♦« km Sr.w» mrr» B««4 m««itf»>wl ---- nx-.»r SUms« M>rn Uäi itj/üt!>**■ >-»• ku i�Mn}«k« k» pb« an w« Nu•c.O».» fei- —» kc«»CT Co« ka*3».(i ci�, kn I„ pch sc pssch»«. Xrldk fafct i» S«<-»■«■> M kp*«�ns«,«nat««> c«w«.* vnk.,H och fcrac'a«MWa MZHm G>r v sm>»5t: �xich«-nc>»>ichl!ko»WI l»4*a atnVU»**,»i, n n.«. tr*c- W-i S�ew»«a»»icm S«M»lU lxt*- xU chiVl»n W* k»k«.ä**c. W crj pr. etmfl-Of iala«n V- J!;.(«''5t tj kc Am Sarge eines Führers. Die erste Massenkundgebung in Berlin» von Berlin, bmt 6t« zu seinem Tod« Leiter der»VorwZrts*» Druckerei. An den �eronltigen Begräbniszug für August Heinsch«rinnert sich heute mit ganz besonderer Anieilnuhm« der Tischler Rodert Blum, der seinerzeit schon zu feinen eifrigsten Gesinnungsgenossen gehörte und bis auf den heutigen Tag— der zufällig sein 7S. Geburtstag ip— sin treuer und überzeugter Sozialdemokrat erlmer Freie PreL Meine ersten starten politischen Eindrücke knüpfen an de» grandiosen Aufmarsch der disziplinierten sozialdemo-kra» tischen Massen am lg. März 1878 an. Ich wohnte auf dem Moriannenplatz 5, und von der benachbarten Wrangelstvaße aus nahm die gewaltigste Trauerparade, die Berlin bis dahin erlebt hatte, ihren Ausgang. Die Berliner Arbeiter trugen den Organi- sator ihr« großen Wahlsieges vom Jahre 1877 zu Grab« August Heinsch, den technischen Betriebsleiter der sozialdemokratischen Allgemeinen Deut- sehen Assoziationsbuchdruckeret. Ilm 3 Uhr sollte sich der Trauerzug in Bewegung setzen, und um 1% Uhr wimmelten unabsehbare Menschen- massen auf dem ausgedehmen Mario nnenplatz. Auf dem chaufsierten ZA-Ae vor dem Krankenhaus Bethanien Pnnmelten sich die Massen und gruppierten sich dort in musterhafter Ordnung zu ge- schlossenen Zügen. Ich erinnere mich noch «iner großen F r o u e n g r u p p e. die sich an dem Begräbnis cheinfchs beteiligte. Die sozialdemokratischen Frauen Berlins waren damals schon zum politischen Leben erwacht, und der Berliner WeißbierphUister glaubte sich mit platten, billigen Witzen über die »Präsidentin chahn" und die„Frau Stäge- mann" belustigen zu tännen, die mutig für die politischen Rechte der Frauen stritten. Gerade die Frauengruppe um« den Leid- tragenden siel den Berliner Ordnungs- brüdern besonders stark auf die Nerven. Die ganze organisierte Trauerdemon- stratton hatte einen fast militärischen Charakter. Zum erstenmal Härte man in Berlin den„ehernen Tritt der Arbeiterbataillone", den einst Ferdinand Lassalle prophetisch angeküMgt hatte. Der gesättigte Bürger sah die Reoo- lutwn bereits lm Amnorsche, und diese Massendemonstration hat manchen Angst« meier von der Notwendigkeit eines staat- Echen Borstoße? gegen>ie revolutionäre Sozialdemokratie überzeugt. Der l(). März 1878 ist daher ein bedeutungs- voller Tag für die Geschichte des Sozialistengesetzes gewesen. Nicht ohne Furcht im Herzen schrieb der Berliner Berichterstatter der, MagdeburgerZeitung": „Wer spricht von Arbeiterbatotllonen Ber- Ens angesichts dieses Leichenäufgebots? Das sind Regimenter, Divisionen, Brigaden; so mehr, das sind ganze Armeekorvs, ohne jedwede Uebertreibung gesagt, welche ihrem sicherlich um die Hache verdienten Toren die letzte Ehre erweisen." August Heinsch war schwer lungen- krank gewesen. Aber trotzdem war er von nie ermüdender Schasiensfreude. Als er eiizps Tages ermahnt wurde sich Schonung aufzuerlegen, well er sich sonst zugrunde richten würde, antwortete er„Kinder, lahr'z gut sein. Ich weiß, ich gehe drauf. Ab« ich verspreche euch, ich sterbe an einem Donnerstag, so daß ihr mich am Sonntag be» graben könnt, dann habt ihr eine„schöne Leiche"." Ex hat Wort geholten und seine Berliner Parteigenossen hatten wirklich«ine„schöne Leiche". Am Tage noch der Riesenkundgebung wurde der verantwoct- kiche Redakteur der..D«lm«r Freien Presse" von der Staats- anwaltschaft m Untersuchungshaft genommen. Als er endlich noch vielen Monaten die Freiheit wiedersah, war— am 1. Oltober 1878 — das Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie in Kraft g«. treten und der„in Freiheit gesetzte" Häftling wurde zugleich aus Berlin ausgewiesen! Das war Richard Fischer, der infolge der Ausweisung in di« Schweiz wandern mußte dort an der Herstellung des in Deutschland verbotenen„Sozialdemokrat" mitwirkte und spät«, als er endlich wieder in die Heimat zurück- gekehrt war, einer der bekanntesten Führer der srzialdemokratischen Arbeiterschaft wurde. Richard Fischer, langjähriger Abgeordnet« >>N» M>c euucc tC 91; V C-N.u. 94—*•* M V »ctw 93*••*«#rw»| ßiu Ichwner schlag t« Me Bcvi«iraf«. I Her a«ta|Ua Ki-nx»»oB M jt5an et Jt aua tea Cä«W»' August ßtiaftb (f K.-•«« J«|. O«i«ittTgO 11 SK. cia«« Slai tci| uicjtx Sir WUfl«« km S«f>7»ra 4m«m. I» 7k eis. öa»«frigi» 13ailti|ia(1fi» od cm-m■•lilfliAta Ö-rgiiissi,» De»- l-mum MTict t» itzm ihre«»chalsche, ®dr- �.c'ch WrsMt tim flt-t &Ul'u uk|4rtli4?a 8«:»'- «4ea M«tfe» bi-****** Cc>«hlti». lü st« k««npWukoc Nw-t- 6« ia ko>4lnta Z-u kmrch|«a| rt|nkt 2« i f. u»«Ogqrichm«. ist, ceistfr» h-k-e- Extie& ff>H Act«iatf S-schl'tl-st.l,»?»:•«|itfi|«n P„e»i» miti«- V W k-A Ich!««eh. id t m« Mhiivfi aefveileak« ccr|{ ww Kchta •t» fst Zhtxl kel u!»4«a»a 6U|»| zcha. de ich|«•)• ai* aUt» jcstrli- (es«5» Üt 6.-afiI»m.-h.rir. fwkca« M«4 f&r> tfütl'ja. Er«««4 kea sich Tassea- tarM vn tttaa C*> kaBaftlgof aatafti fi»*«-x. ch � V>4m ichtafni cw«, f» Wm eriisch tu aikn« m/» KiSmcU*««i» I Z.str.a etflagaist|s Kita yhrid txn 4st W0 t-merrai* unUm* kc i. Ul�r H!c bchc i* aak w» to tifaaaln T. DchUat-m k-J £(«klpn4tl J»\-xl-l» tUfk rJ>*»Be!» k»»H.»c(4* AcAw* in Wi,S»»UU«c?:»»,»<««»«achaMc***. Ulk warn« B.4 fetaget k> che mpa »UikcRtUag ka Bunaifchstc«* fitoakt cnkca. « an. o cu«»»rat. 0�4 st- k i, k« z.strn»M» Sav lt-l? za»-»!«»« pkor«. VW M ist» aar aegdaai, 91 IVstt»«it za m ilc Z>»i» na: kasil ftdhzrnz, Akkcha k»? 9 aai am Saklea* Da» bUsiabgltf»« stak« m terewka «-«ch.{aftacitlakjch asta» i*4 wkllst.»» - crt.«L BcgllaMt. mj aow staern Em niste Ich» Wt et« Sahna wm. ist«|4U- Vx vji-- Ba«Ilali|« orkea ist» ha-» a�a tastb Sa stH f.M«Hf4 ftstst cb km«nbart» •«*. m« kea/cliea«ck» inst-tiC k«W c«A cd Ctat ftiftitf hd— j«k«, 0|ci-l(st c-k f«»«»fl.stm Mim. fciac e-v« m W«c a>a eiazikcal z» sii» IC ststaw Cn M Dichui»: »C! aT, st» to» Da M« fcaaf; C btV, � C«ch Za G*»a»5«! t* ÜUaW«rnet. U»«i-ak. Icmb tocutt*«ttaMTtf! fM r A,wk» f. akb VoM INa»* ""*"--„ tafnluc Mrkd »i.e.- Pelitische Riuaschw. J ai* Vkküch» aest, f» fsaa»rt ,»k tzch köftchic od •a in stud ich-u. fsta heb» zmt»it wach glast»» 9b»a*| IW* kc au »4t««ma-t st»«« km 8a« yW i«aaa aka kach laiim«at1«'*» stä" MrJl«*.--- vchea Bdc«qich«.-------—-a «UHUtdSKiMpai aaM» adtofeftat«« ck»? aal i» Mstm gtS: art aastrn PU4» kW. s? ätv güc.fcaggtfs CWti»- Nee.««a4«l. We eSeka c>,. kW AcstGlWtk: tat* t-tif noy fea«*»!»«,. 64«» st bta|*«arpchea. Ha««ba kc st», >»1 kch'. tiatir, kam»»cht H«cd be 9.>=» aidi M. if!4«a Ctacaak kr» Bodai� oed miert»rn-ch, Vcalira»ak che k«>»k kc z. fch km»CwMnARid» we' ijr:«|» wchMm. %*m stca*«caa Hstchl Mm« da ccTch« 8b nal»dt ceaa e»-tea am«ftn?« d-mat im... 9a* Stiais-Opei �mPl.d.Rcpubi Nr, übe Don fi'OTannt .tutu Umugielt. 1& ituUmnauti ■ UJ11 ■■■■■EaBE jonnab.. I0.3.2i Stäflisdie üpn BismarckBtr ß.-Trm D. lal. 8 StiatL ZldillM. Charlonanbur« - Ulli DießEsdiwisler Der rrtradiwe Kntg ESSlSÜlEJ ItiOaiEI Norden 12310 AbonnememsbOro Norden 10338—3?. 1, U.. Finde nach 10 ZwClftamend Sonntag, den 11, Nachm. 4 Uhr: Zinsen von Berna d Shaw Preise 1—7 M Volksbühne Ttutv in niowuti 8 Uhr MtomoCarma It. öS Stfiifltwuerntm» ° Uhr Schieber des Rohms CASINO-THEATER suh. Lothrincer St». 3? Doktor Klaus. Aeeedmeidc» Ootscfte»»»»—4 Per� Fauieud au« l.toM.. Sessel M Üie Komödie Sismarck 2414 781« 8« ,U., Endeln1', U Marcel Fr«delfn 'Der Eunuch Xamaerspiefs sorden I2 3.Ü "«* Herr roo.. Renaissance- Theater Stembiatz?ui "•w» Coeur Bube. i.ustspielnaa. ->« Uhr itaid« Tbleischcr fieaUftsaafsidir PiseatorbQhne Theater am Nollendorfplati '« Uhr Erik« G'ftstaer n Greicfaen Eflr Jugendliche nick« geeignet Residem-Tlieaiei rigi•?, Uhr Eugen Ebelsbaeher Sibole kr Liebe hm Sdnntk k J Idn. fBr Jturend!»erb ckomSdieiih.iu Vörden 1.404 ragt.. Uhr Broadway Sittnbir.-e&in D.s. Künstler- Th .Tente 7 Uhrt Premier« Die Gald'ae Mei sterh» Theater LlLKidf str. Tel. Kurt 420?- Id Täglich 8'.« Uhr Bennet con ra AsdienbrMel U Bilder mit jaan- Valbaila-Tb. 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März naenm.(15) Diu erstklassige So.nmer- und Winter» H= rrenkonf ektion erhalten Sie SO Piua. untei Tag.a- preia. da dliek< aus dar Fabrik Pysltesssfl« 64 b* (Beilage Sonnabend, 10. Marz 192S SivAbimÄ SpälauUaße Ja Nach VlSktermeNmngea sollen la lehier Zeit mehrere lausend junger SauernsShne zur Au». wanderuug nach Cauada bereit sein und berells dort grllste Ländereien erworben habeu. wir sind in der Lage, die Schilderung eines Augenzeugen hier wiederzugeben, der als Zremder der Versteigeruog eines Hofes in Ostsrieslaud beiwohnte. Man fährt von Emden mit der Kleinbahn eine Stunde weit ins Land. Das Meer, das jetzt im Frühjahr das Grundwasser bis hinaus in die Gräben und Ackerfurchen treibt, ist irgendwo. Erlen als Daumbestand auf trockenen Halden, hier und da vielleicht eine Eiche, hinter der sich das breitgestreckte niedersächsische Bauernhaus unter Stroh oder Ziegeln duckt. Süd oder Nord. man kennt die Richtung nicht in dieser unübersehbaren, meilen- weiten Felderfläch«, nur Wiesen und Aecker, auf denen dos oft- friesische M i l ch s ch a s in der winterlichen Grasnarbe stochert. In Furchen hochgepflügt liegt die Krume de» Ackers, zwischen jedem Furchenzug quirlt das Wasser, schon halb das Meer, das ganz in der Nähe,- hinter Dünen sein mutz. Der hochgeschütteten Chaussee folgt die Bahn. Wir sind am Ziel. Die Versteigerung eines Bauernhofes. lieber glitschige Ackerwege vom Bahnhos zum Dorf. Eine große Menschenmenge tappt hindurch. Tie ersten Häuser, in sonder- sicher An ihre Hintergiebel der Strotze zuwendeich. Misthaufen und Iaucheabsonderungen rreten in nohe Berührung zu unseren Stieseln. Das breite Tor des vierten Gehostes, weit ge- äffnet, kann die drängenden Menschen nicht sasicn, die in die über- füllte Scheune ebenfalls Einlaß begehren. Aber diese Mafle Volk ist nicht dem Ruf des Lebens gefolgt, hier— wie seltsam und gegen- sätzlich— rief ein Toter sie auf seinen Besitz. Ein Jung- b a u e r, der unruhiges Friesenblut besaß, gab den Austrog, den Besitz zu versteigern. Patz und Ueberfahrtskarte nach Amerika waren schon besorgt, der Termin zur Abreise in allen Einzelheiten fest- gelegt. 2lcht Tage vor diesem Termin st a r b er. Entfernte Verwandte regeln heute den Verlauf, wie ihn der Bauer bestimmt hatic. Die Versteigerung wurde nicht verlegt. Aber was vcranlahte ihn, wie so viele ostsriesischc Bauern, die Heimatscholle zu verlassen? Jede Woche sind es mehrere, die hinter sich die Tür des alten Familienhauses zuschlagen und in ein Land gehen, desien wirtschaftliche Unsicherheit wohl noch größer ist als die in ihrer Heimat. Sind sie in dieser flächigen wasserumspüllen Nordwcstecke Deutschlands l a n d m ü d e geworden, so wie ein Pferd in der Stadt pslastermüde wird? Treibt sie die Unlust an den Verhältnisien, wie sie heute allgemein bei Landwirten empfunden wird? Das gilt für Ostfriesland nicht. Glänzend organisiert ist der Bauernstand. Landesverbände und Regierungs- Auktion bei den Landmüdea. stellen halten auch den wirtschaftlich Schwachen, die Verbindungswege nach D-ftdeuIshland oder zum Meer sind nirgends besser als hier In der R a I! e o i e h z u ch t. besonders von Pferden unk Hornvieh schafft der Ostfriese die höchsten Leistungen. Es kann nur sein, doh sein Blut, das unruhige, das Erbteil scinei Ahnen, die als Räuber und Eroberer zu Wasser und zu Lande einst die Länder beunruhiglen. rebelliert. Es will nach mehreren Ge- schlechterfolgen nicht mehr an einem Platze sitzen. Wir in den Städten verkommen im ewigen Gleichschritt, in drei, vier Generationen sterben wir aus Aber diese zähe, dürre, blonde Friesenrasse, die auf diesem Schlick sich einst seßhaft gemacht hat, fühlt noch die alten Erobererinstlntte. sie sorgen um den Raum für künstig« Geoerationell.__________ Es werden hohe preise gezahlt. Zweitausend Menschen kamen, um dieser Auslösung des Hofes zuzuschauen. Sie stehen stumm aneinandergedrängt, es ist durch diese Mauern kein Durchkommen. Der Versteigerer klettert auf eine Pökeltonne, um nicht von der Masse erdrückt zu werden. Kein Scherz, kein Schimpfwort, wie sie sonst solche An- lässe bieten. In den Gängen, in den Stuben, beim Vieh in den Ställen steht diese dumpfe Mafle. Das Angebot der hinteren geben die vorderen weiter, es ist«in zähes Ringen um den Neinsten Gegenstand: die Taxe wird um das Drei-, Vierfache überboten Es werden Tausende für Dinge bezahlt, die den gewitzten Städter nicht Hunderte wert erscheinen. Ein« alt« holländisch« Uhr mit Mond und Kalenderphasen, aber mit neuem Gehäuse, erreicht den Preis von 12 000 Mark. Das Vieh, alles eingetragene Zuchtbuch- rafle, geht nicht unter Tausend im Stück weg. Es ist, als ob der tote Bauer unter ihnen stände und vergnügt zu diesem Tun grinse. Im Wohnhaus, das als Anbau nach der Dorfmitte mit der Scheune und dem Stall ein Ganzes mit dem Innern bildet, sitzen an langen Bänken Gevattern und Bekannte der Familie. Sie betonen heute bei der Auslösung des Hofes das Gemein- same der Sippe. Von schwarzgekleideten hübschen Mägden wird ihnen dauernd Tee gereicht, der, gleich in großen Kannen ge> süßt, aus den Tisch kommt. Ein jeder Gast, der kommt, kann von diesem Tee bekommen, wenn er dos Glück hat, an die Tele heran- zugelangen. Da sitzen sie in ihrer breiten Starrheit, die Bauern und die Frauen in gebauschten Röcken, rücken und weichen nicht und trinken Tee. Um sie herum werden Tisch, Bank und Bell versteigert. Vom Fenster der Wohnstube sieht man nun, wie draußen im Garten das kleinere Mobiliar versteigert wird. Ge- schirr, Töpse und Kessel Da wird ein Gegenstand heran» gezogen, bizarr in dieser Umgebung, vielleicht die Ursache all de» Unheils, das dieses geduldige Haus heute erleiden muß— eiye Sinderwiege. Aus starkem Eichenholz gezimmert, breit und aus» ladend, die Läufe wohl vom Wiegen vieler Kindergenerationen ab» gewetzt. Aber an den hohen Bettgiebeln sind Sterne hinein� gesägt, und diese Sterne, die glückbringenden Zeichen, wiederholen sich in Einlagen im Holz an den Längsseiten dieser Kinderwiege. Warum, toter Iungbauer, hast du dieses h e i l i g st e Erbe, die Kinderwiege, nicht beachtet, die zuletzt verstaubt und ungesehen in den Hahnenbändern der Scheune hing? Warum konntest du nicht ein Kind hineinlegen, wie es deine Väter und Mütter ge» tan haben? Die Mägde hier würden nicht mit rotgeweinten Augen herumlaufen, und du selbst, du hättest vielleicht nicht die Reise nach dem fremden, dunklen Lande angetreten...? Er, der aus all da« Geschehen Antwort gebe» soll, schläft drüben auf der Geest in» weißen Sande. Das Haus, die' Aecker. alles findet zu hohen Preise« seine» Käufer. Nur die Reihen Schinken und Speckseiten, die in einladen» der Fülle von der Decke der Stube herabbaumeln, werden nicht beachtet. Ein Fremder wird nun in diesen Hos einziehen, wird die Aecker pflügen, wird in der alten Wiege sein« Kinder wiegen Möge ihm«in glücklicheres Los beschftden sein als dem Mann, de» das Schicksal strafte, als er fein Erbe verlaflen wollte. Doch alle diese Menschen plagt die S u ch t. über das große Me« zu fahren. Es ist wie der kalte Brand, der an diesem naflcn Land und seinen eckigen Menschen frißt. Morgen, übermorgen und all« Tage wird ein Hos aufgelassen, bricht das Geschwür an an» deren Länderstellen neu auf. Jedesmal ziehen die Dörfler in Scharen hin, so, wie Kinder sich Wunden zeigen, schauen sie der Auflösung zu... F. N. Das Wandelbild. „Abenteuer in Paris" Der Locktitel ist unberechtigt, denn derartige Abenteuer erlebt man nicht in Paris, sonder» nur in Film-Amerika. Der Film, der im UT.-Äurfürst«ndamm läuft, ist sogar so amerikanisch, daß nur ganz Anspruchslose eine ungetrübte Freude an ihm haben. Der Manuskriptschreiber hatte zwei Aufträge zu erledigen: er mußte für Bebe Daniels eine Bombenrolle schreiben und dem Regisseur Artur Rosson Gelegenheit geben, angenehm auszufallen. So hat der Film den ungereimtesten Inhalt, aber Beb« Daniels hat die verschiedensten Milieus, die ihrem Spiel als Hintergnind dienen, und der Regisseur kann mit Einsällen protzen, die frellich wenig mit der Handlung verslochten sind, sondern alle hübsch ihr eigenes Dasein führen. Und so tritt Bebe, das arme, gehegte Ladenmädel, durch«inen| glücklichen Zufall, es erhascht nämlich ein von einem Reklameflieger! abgeworfenes Freibillett, eine Reis« nach Paris an. An Bord des Luzusdanipfers flirtet Bebe mit viel Umsicht und lernt ihn, Bob, kennen und das gute Filmende ist besiegelt. Artur Roflon beschließt die Vorstellung seines Stars mit einer großen Sensation: mit der Wetlsahrt zwischen Automobil und Vierergespann in gebirgiger Gegend. Aber hundert gute Filmeinfällc aneinandergereiht, ergeben nicht unbedingt einen guten Film, das Musterbeispiel dafür sind diese Abenteuer im Kulissen-Paris. e. d. „Auf dem Wege zu Kraft und Schönheit** Ueber joden Gesprächsstrsf. der einen größeren Kreis interessiert, schreibt man für Pat und Patachon ein Filmmanuskript möglichst burlesker Wirkung«». Und ohne Weiter- und Höherentwicklung spielen die beiden in ihren Rollen sich selbst und finden stet» ein von Herzen dankbares Publikum. Diesmal geraten Pat und Patachon an zwei hübsche frische, nichtsnutzige Kunststudentinnen, die das ungleiche Paar als Marmorfiguren mieten. Nachdem die beiden dann als antike Statuen genügend Ulk und Unfug angestiftet hoben, werden sie Lehrer an einem sportl'ch geleiteten Schönheitsinstitut. Inmitten er Girls fühlen sie sich recht wohl und der Zuschauer hat auch ein« ingenehm« Augenweide an all' den blendend schonen Mädchen- .estallen Zum Schluß präsentieren sich unser« Helden als glücklich Verlobte. Obwohl der Regisseur Lau Lauritzen recht frisch an» Werk geht, verstößt er dcch gegen die allzemeinen Regeln eines zuten Films, weil er seine Houptakteure, denen er gar zu. viel Gel- luiig verschaffen will, mitunter zu toten Punkten führt. Vorher gab e« ein« sehr reichhaltige und gute Bühnenschau. Was alles gestohlen wird. Automobildiebstähle gehören schon lange zu den Tagesereignissen. Alles, was beweglich ist, wird gestohlen. Kein Wunder also, daß man jetzt, im Zeitalter des Flugverkehrs, auch schon von Flugzeug» diebstählen hört. In Richmond, Amerika, wurde vom dortigen Flugplatz ein Flugzeug gestohlen. Der Täter soll ein bekannter Abbruch der Cholerabaracken Diener 7 age beginnt der Abbruvh der im Jahre Syo erbauten Cholerahararken im Moabiter Krankenhaus; si» weiden durch einen modernen Pavillon ersetzt. Flieger sein.— Nun hat man wohl bisher ein Haus für unbewegllch geholten und deshalb angenommen, daß ein solches Ding sich� nicht stehen läßt. Weit gefehlt. In Chicago wurde ein längere Zeit leer» stehendes Haus von seinem weiter entfernt wohnenden Besitzer, als er eines Tages einmal inspizieren wollte, nicht mchr an seinem Platz vorgefunden. Er sah nur die leer« Baustelle und war nicht wenig erstaunt, einige Hundert Schritte weiter, aber an der anderen Seite der Straße, sein Haus zu erblicken. Dem neuen Bwohner hatte anscheinend das verlassene Haus leid getan, und er hatte es, nach der vielfach angewandten amerikanischen Methode, aus Rollen stellen und aus sein Grundstück transportieren lassen. Der Säiattenkönig. Bei einem Manöver stehen König Aiktsr» Emanuel und Mussolini nebeneinander. Der König verliert sejn Taschentuch, Mussoiini hebt«s auf und— steckt es ein. Der Köniz bemerkt es und!agl zu dem„Duce� in demüüg-vonuurf-vollem Ton«:»Lieber Ministerpräsident, nehmen Sie mir doch nicht das Letzt«, io das ich noch meine Nase steck«» dar s!" I HÄTZ DER SIE Oobb» und Curtin begeben tidi In die mexikaniadie Wildnis auf GoLcUuAe, Sie bedien des Leben In der Stadt»alt. das ihnen nur Immer vorübergehende, meist«blockt bezahlte Arbelt gekrackt bat, abvetbselnd mit langer Erwerbslosigkeit Der alte Goldgräber Howard ist ihr Führer. Die drei werten alles zusammen, was sie noch an Mitteln besitzen und sehe len Sick dafür Ausrüstungsgegenslände an. Lange suchen sie In der Sierra Madre. einem Hochlande in Mexiko, nach Gold. Endlich sagt Howard den beiden, die schon an einem Erfolg tu zweifeln beginnen, dah sie auf goldhaltige Erde gestoben seien. 11. Forlsetzung. ..Latz sehen." Hefen beibe gleichzeitig und kamen näher. „Braucht nicht heranzukommen. Braucht euch nur zu bücken und es aufzuheben, dann seht ihr es und habt«s in der Aanb.* Ungläubig hoben sie eine Handvoll Sand auf. „Sehen werdet ihr es ja kaum,- sagte Howard grinsend,„ihr Küchlein. Aber am Gewidzt werdet ihr es wohl fühlen können, was los ist." „Wahrhaftig," rief Dobbs,„jetzt sehe ich es auch. Wir könnten gleich die Säcke vollfüllen und damit zurücktreiben." „Das könnten wir freilich," sagte Howard und nickte.„Aber das wäre ein schlechtes Geschäft. Besser, wir waschen es rein au». Warum sollen wir uns mit dem überflüssigen Sand fchleppen? Den Sand kriegen wir nicht bezahlt." Howard setzte sich nieder und sagte:„Da halt nur erst einmal«in paar Eimer Wasser heran. Ich werde ein« Prozentprobe machen." Und nun begann die eigentliche Arbeit. Es mutzte Wasser gesucht Braucht euch nur zu hücten und e* aufsuJuhen, werden. Sie fanden welche», ober es lag hundert und einige zwanzig Meter tiefer am Berg und mutzte eimerweise heraufgeschleppi werden. Den Sand hinunterzuschteppen und gleich am Wasier zu waschen, machte grötzcr« Mühe, wenn es auf Zeit berechnet wurde. Das Wasier lietz sich immer wieder verwenden. Es wurde zwar nach jedem Waschen weniger, aber man brauchte nur diesen Borrat er- setzen, während man umgekehrt allen Sand hinunierschleppen mutzte und es vorkommen konnte, datz in zwei dicken Säcken Sand kaum ein Gramm Gut darin war. Sie bauten da» Camp, bauten die Schaukelgerüste und die Schwenkflilschen, gruben Rinnen für das Wassergefälle und stachen «inen Tank aus, den sie mit Kalk und Lehm so sauber abdichteten. datz der Wasierveriust so gering wurde, daß es nicht der Müh« wert war. davon zu sprechen. Nach zwei Wochen konnten sie an die produktive Arbeit gehen. E» war Arbeit. Da» durfte man schon sagen. Ei« schufteten wie blöd gewordene Sträflinge. Am Tage war e» sehr heitz. und in der Nacht war es bitterkalt Ihr Arbeltscamp lag hoch im Gebirge, in der Sierra Madre. Kein geordneter Weg führte dorchin. nur«in Maullierpfad bis zum Wasier. Um die nächste Eisenbahnstation zu erreichen, dazu war ein Eselsritt von zehn oder zwölf Tagen erforder- lich Und der Marsch ging über steile Päsle und Gebirgspfad«. durch Flutzläufe, durch Hohlwege, an hohen scharfen Felfenwänden entlang. Auf dem ganzen Wege waren nur einige kleine Indianerdörfee. „So habe Ich In meinem ganzen Leben nicht geschuftet." meinte Curtin eine» Morgens, als Ihn Howard noch vor Sonnenaufgang hochrkittcli«. Er stand aber doch auf. sattelte die Esel und schleppte die Wasiermenge, die sür den Tag nötig war, obgleich er vor sieben Uhr keinen Bissen in den Magen bekam. AI» sie dann all» drei bei dem Frühstück satzen, sagte Howard: „Manck-mal frage ich mich ganz ernsthaft, wo« ihr euch eigentlich unter Goldgroben und so gedacht habt? Ich bin sicher, Ihr habt euch da» so gedacht, datz man sich nur zu bücken braucht und das Gold, das wie Kieselsteine berumliegt, aufklaubt. In Säcke füllt und damit obziebt. Wenn da» fo einfach wäre und so leicht ginge, dann hätte oa» fdold aber eben auch mir den Wert von Lieseisteinen." Dobb» bnimm'e vor sich hin und sagte nach einer Weile:„Da nutz«» doch aber Plätze geben, wo man e» dicker findet, wo«« nicht >0 kläglich mübs'isg ist,»in« Unze beineinander zu haben?" „Solche Plötze gibt e». aber die sind so se'ten wie der Hauptge- winn in einer Lotterie." antwortete der Alte.„Ich habe Plätze ge- 'eben. In denen man auf Adern flieh, wo die Burschen faustgrotze 'tüsie berausdieben oder ausbuddelten. Drei. v'er. ackt Pfund an -inem Tage bade ich gesehen. Und dann habe ich gesehen, daß an derselben Stelle vier Mann drei Monat» isch zu To?« rackerten und viert in den drei M-maten kaum fünf Tst-nb mack-ien. IV könnt ■> tn'r aern glr-ben- G-t betenden Sand ist da« S'�erst». *3 kst t*nvr» Ackeit. ab»? wenn m-m seine a<*i od»-«ebn Monate -macht b»h kann m-n«'n kai'bere- S'mmchen in die T-Ke fchi»*,«i, 'nd M'NN man«g kst-' N''?b-lien f-mn K* man für den Rest ckt-s Lebe"-„„rtis-j-f. Aber b-n re'll Ich erst sehen, de- e» fünf >ib-e macht M-'ft gibt das Feld schon noch ein vaar Monaten -öllia au«, und m-n m"tz wi-de- auf die Wanderung gehen, um ein ander««, innae« �Md zu finden." Die beiden Gcünlinc'e batt'r sich das Goldgraben leichter ge- dacht. Diesen Kebankcn hasten sie in jeder Stunde viermal Graben und graben von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in einer teuf- lisch«» Hitze. Dann aufschmeitzeo und aufschmeitzen schwenken und schütteln und sieben. Und das olles drei-, vier-, fünfmal wiederholen. Immer wieder zurück in die Schwenkpfannen, well es nicht rein herauskam. So ging das Tag für Tag. ohne Unterbrechung Sie tonnten nicht gerade stehen, nicht liegen und nicht sitzen, so tat ihnen der Rücken weh. Ihre Hände wurden wie verknorpelte Krallen. Sie konnten die Finger nicht mehr gerade biegen Sie rasierten sich nicht. und st« schnitten sich nickst das Haar. Sie waren zu müde dazu und gleichgültig gegenüber solchen Dingen. Wenn ihnen die Hemden oder die Hosen zerrisien, so nähten sie nur dann etwas daran, wenn es unbedingt nötig war. um die Sachen zu erhallen, well sie sonst au»- «inandergefallen wären. Da war kein Sonntage denn der Siuhetag, den sie sich gesetzt hatten, war notwendig, um die primitiv« Maschinerie auszubessern. sich einmal zu waschen, ein paar Vögel oder ein Reh zu schieben, einen neuen Weideplatz für die Esel zu suchen und nach einem Indianerdors« zu wandern und dort Eier, geriebenen Mai», Kaffee- bahnen. Tabak, Reis ond Bohnen einzukaufen. Sie mutzten schon zufrieden secn. wenn sie solche Dinge überhaupt erhielten An Mihi, Speck, weitzen Zi'cker und Büchsenmllch konnten sie nur denken wenn einer ein« voll« Tagereise unternahm, um zu dem größeren Dorfe zu gelangen, wo man diese Raritäten zuweilen, durchaus nicht immer. erhalten tonnte. Wenn es bei einer solchen Expedttlon gelang, sogar eine Flasche Tegulla mitzubringen, dann wurde das als ein Triumphzug angesehen. C» kam dann die Frage aus, wie man sich zu der Lizenz per« halten soll«. Ohne Lizenz durften sie suchen, aber nicht graben und raffinieren. Aber da» mit der Lizenz hott« seine Schwierigkeiten. Einer mutzte zur Regierung, mutzte dort genau angeben wo da» Feld sei, und hatte ein nettes Sümmchen zu bezahlen. Don dem Ertrag mutzten sie auch noch einen Prozentsatz abgeben. Und alle, in allem konnte e» einige Wochen dauern, bis die ganzen Angelegen- Heiken geregelt waren. Da? alle» wäre nicht so schlimm gewesen. Was jedoch da« Schlimmste war. das war allein nur die Tatsache, datz sie durch die Einholung der Lizenz, auch wenn sie noch so vorsichtig waren, sich Banditen aus den Hat» hetzten. Jene Banditen, die nicht säen, aber ernten. Die lagen wachen-, oder monatelang auf der Lauer, ließen dl« Männer tüchtig schuften, und wenn sie dann mit ihrer Ladung abzogen, wurde sie überfallen und ihnen alles Gold abgenommen. Und nicht nur das Gold wurde ihnen genommen, sondern auch die Esel und das Hemd, das sie auf dem Leibe hatten. Ohne Esel und ohne Hosen. Hemd und Schuhe aus der Wildnis herauszukommen, war eine verdammt schwierige Sache. Häufig sahen das die Bandtten auch ein, und um die Ausgeraubten nicht In solch« Bedrängnis ge- langen zu losten, nahmen sie ihnen auch noch das Leben ab. well sie mitleidig« Seelen waren. Wer konnte wisten, wo die armen Teufel geblieben waren? Der Busch ist so protz, seine Tiefen sind so undurch- dringlich, seine Gefahren so viele. Da sucht einmal nach einem Der- mißten. Und eh« da» Suchen auch nur beginnen kann, hat der Busch kaum noch ein letztes Knöcheichen übriggelassen. Da soll man von diesem Knöchelchen dann noch erzählen, wer der Mann war, zu dem das Knöchelchen gehörte. Und die Banditen? Die werden vor da» Standgericht gestellt. Aber um das zu können, muß man sie erst«In- mal haben. Und well sie das wissen, daß ihnen niemand etwas tun kann, ehe man sie eingefanpen hat. darum ist es ein fo leichtes Ge- schäft, Bandit zu sein, anstatt sich abzurackern und da» Gold, da» sür jeden daliegt, durch eigene Arbeit zu gewinnen. Wenn eine Lizenz gezogen wird, das spricht sich immer herum. Und es wäre auch nickst da»«istemal, daß nicht Banditen, sondern die Schacher einer großen und vornehmen M'nenkompanic die prole- tarischen Entdecker au» dem Wege räumen. Daun wird da» Feld«in paar siBxrnate nicht ausgebeutet, die Lizenz verfällt, und die Kam- panie erwirbt sich nunmehr die Lizenz, die ihr auch gegeben wird, well der früher« Inhaber sein« Recht« durch Abwesenheit aus. gegeben hat. Es war deshalb durchaus vernünftig, sich nicht um die Lizenz zu scheren. War man dann nach einer Zeil zu dem Entschluß ge- kommen, daß man das Feld verlosten könne, weil man gewig Hove, so konnte man die Beute unauffällig sortschaffen. Kein Mensch wird '■ diese zerlumpten Herumtreiber unterfuchen. und sie können leichten � Mutes olle Leute, die ihnen begegnen und die Banditen sein könnte» oder bei pastender Gelegenheu Banditen werden wollen, um Tabak anbetteln. Da ist also die Sache mit der Lizenz. Hat man eine, kann einem Sie schufteten wie blöd gewordene Sträflinge. das Gold abgenommen werden von Banditen. Hat wem keine, und es kommt heraus, nimmt einem die Regierung den Halden oder den ganzen Bettel ab als Strafe. Da ist der Busch, der so groß, so weit. fo verschwiegen ist. Und da sind so viele andere Dinge. Sobald man etwas desitzt, fchen alle Dinge in der Welt gleich anders aus. Auf all« Fälle gehört man von dem Augenblick an zur Minderheih und olle, die nichts besitzen oder die weniger besitzen, bekommt man zu Todfeinden. Man muß dann immer auf der Hut fein. Man hat dann immer etwas zu bewachen. Solange man nichts hat, ist man der Sklave feine» hungrigen Magens und der natürliche Sklave derer, dl« einen hungrigen Magen fülle» können. Wenn man aber etwas hat. ist man der Sklave feines Besitze». Di« drei Männer, die sich hier zusammengefunden hatten, waren niemals Freunde gewesen. Sie hatten auch kaum je daran gedacht. irgendwann einmal Freund« zu werden. Sie waren, um da» Beste in dieser Hinsicht zu sagen, Gefchöftsfreund«. Aus reinen Nützlich- keltsgründen hatten sie sich zusammengetan. Sobald dieser Grund verschwand, hörte auch ihre Gemeinschaft aus. Ei« kamen in Slrettig- keilen, und sie zankten sich, wie das immer geschieht, wenn Menschen eine Weile beieinander sind Diese» Zanken hätte sie mit der Zeit zu Freunden machen können. Da» wäre nicht so verwunderlich gewesen. Wenn Menschen, die nicht Freunde sind, zu streiten anfangen uud sich zanken, so ist da» meistens der Deginn einer langen Freundschaft. (Fortsetzung folgt.) Rätsel-Ecke des„Abend". Kreuzworträtsel. Die Worte bedeuten: I a g e r e ch t: 1. Griechische Göttin, 3. Europä sch« Haupt- 28. Moor, 30. Biblischer König, 81. Farbe, 33. Getränk. 34. Kanton, 35. Teil des Wagens. 38.„nd 42. Waffe. 43. Jahrbuch. 45. Reben- fiuß der Donau, 47. Fluß in Sibirien, 48. Weiblicher Borname, 49. Berwattungsbezirk, 52. Krankheit. 53. Stadt in Italien. 54. See- männischer Ausdruck. Senkrecht: 1. Englische Universität, 2. F'gur au« Wallen» stein, 3. Wosterpflanz«, 4. Frucht, 5. Bogel. 7. Musikinstrument, 9. Berwandte. 11. Schifistau, 12. Geographisches Werk, 13. Geroöstcr, 15. Stadt In Hesten-Rastau. 16. Erdteil, 17. Aegyptifche Göttin. 21. Ackerblum«, 22. Stadl in Schweden, 25. Gefäß. 27. Weiblicher Borname, 29. Angehör ge eines syrischen Loiksstamme». 30. Teil des Epalens, 32. Unterwelt, 33. Körperorgon. 36. Italienischer Dichter. 37. Ackergerät, 39. Erlaß. 40 Dramengestalt von Schiller, 41. Zahl. 44. Stadt in Palästina, 46. Inlett 49. Heiliae» Gefäß der germanischen Sage. 50. Nebenfluß de» Rhein», 51. Baum. Zahlenrätsel. 1 23456789 10 11 2 12 Hervorragender Liederkomponist d. 19. Iahrhunder t» 2 9 12 11 Maß 3 2 12 8 9 2 Männlicher Porname 4 3 6 11 Organ 5 11 2 10 6 12 Stadt in Anhalt 6 7 8 2 3 9 10 11 Lösbarer Derbindungslell 7 11 4 1? Münze 8 3 2 1 11 Muükinflrument 9 2 4 11 Gefäh 10 9 6 7 8 Genialer Humor. Zeichner u. vichter 11 4 5 Nebenfluß des Neckar 2 11 10 9 6 Räifelart 12 S 2 10 3 4 Kopfbedeckung Auflösungen der Rätsel aus voriger Nummer. Kreuzworträtsel: Wagerecht: 1. Post, 5. Arno. 8. Marder. 9. Nymphe. 10. Shaw. 11. Zaun, 14. Siam. 15. H-rder. 17 Ois« 18 Ural. 19? rnle,??. Aden. 23. Lena. 24. Tell. 28. Asyl, 81. Elegie. 33. Lear. 34 Idol. 35. Geheim. 88. Erl«. 39 Rest. 40. Red«. 41. Taifun. 42. Acrin l. 43. Saal. 44. Toga. Senkrecht: 1. Parze, 2. Tonn«. 8. Mahnong, 4 Bianst, 6. Spital. 7. Ehaplin, 12. Argas, 13. Udine, 15. Heidelberg. 16. Rü. hesirlm, 20. Oder. 21. Dnrr, 26. Belgrad, 27. Leihe. 28 Agnes, 29. Kaliber 30. Sellin, 32. Boheme. ZE Ernst. 37. Itala. Silbenrätsel: Sudermann. Der Katzensteg. 1. Si'«n«. 2. Unke. 3. Drama. 4. Ente. 5. Razzia. 6. Rleerrettich. 7. Anna. 8. Rase. 9. Rote. 10. Dresden. 11. England. Zahlenrätsel: Schopenhauer: Ehur. Harznme, Ouse, Poch� Elche, Nahe, Herou. Arsen, Uranov, Eupen, Reuse. Der ruhige Auftakt zum 20. Berliner Sechstagerennen, über den wir im Morgen.„Vorwärts� berichteten, ließ eine ruhige Nacht erwarten. Und doch sollt« es anders kommen, wilde Jagden, harte Sümpfe um Positionen und Ueberrundungen erschütterten das Feld. Das, was wir sonst nur von Pari» und Amerika gewohnt waren. KSmpse in der ersten Nacht, ist nun auch erfreulicherweise in Deutschland, in Berlin zur Tatsach« geworden. Jagten über Jagden verschoben ständig das Platzklafsement. so daß sich nur wenige durchfonden. Jener Mitternechtsstunde. in der der tolle Tanz begann, wird man in der Geschichte der Berliner Sechstage. rennen einen besonderen Raum lassen müssen. Die erste Jagdl Der unverwüstlich« Tonani ist der Anstifter dieser stürmischen Angelegenheit: mit Linari und Tieg am Hinterrad zieht er mächtig los. Im Nu braust es auf im großen Haus«. Alle Fahrer sind auf der Bahn und es sieht aus, als ob jetzt schon große Dlrelrtor Könlßibcrgcr beginnt sein 6-Tage-(Umher)-Rennrn. Dinge vor sich gehen sollen. Da stürzt Tletz mit Rausch und Lorenz. Aus der anderen Seite kommt Duschenhagen zu Fall. Da» Rennen wird neutralisiert. Doch nur für kurze Zeit leuchtet die rot« Lampe, dann finden sich die Betrossencn wieder«in. Am Transparent er. scheint die Mitteilung, daß Goris-vuray eine Runde verloren hoben. Die erste Strosrunde wird diktiert: sie Ist für Goebel» Dewols bestimmt! Ein« neue Jagd folgt. Carpus.Maczyniti und Rausch. Hürtgen gehen zuerst los. E h m e r. der schon in der ersten Jagd eine glänzende Fahrwelse zeigte, ist auf dem Posten und übernimmt nun die Führung des Feldes. Allein! Rauich.Hürtpen, Caipus-Marzynski, Tonont-Dinale und Linari-Tieft hinterher. Wohl IS Minuten währte dieser harte Kamps und dann haben Ehmer- Sroschel mit Carpu,. Macrvnsti und Rausch- Hürtgen allein die Spitze. Jetzt Ist das Feld für einige Zeit abgekämpft. Ruhig fährt es seine Runden, ruhig geht«» der 2-Uhr-Mchlwertuag zu, die in den Spurts folgend« Resultat« brachte: 1. Fronkenstein, Dinale. Buschenhagen. Tietz. 2. Rieger. Lorenz. Ehmer. Miethe. 3. Linon. Franlenstein, Dinale. Richli. 4. Duray, Tonani. Rieger, Behrendt. S. vorn. Linari. Dinale. Lacquehay. 8. von Kempen. Goebel, Durry Tietz. Kaum ist der sechste Spurt ausgefahren, als Dewols losgeht. Hort verfolgt von van Kempen. Auf der Bahn ist Ehmer. Er fährt groß und läßt Dewolf-G�ebel und van Kempen-Rlchli feine fabelhafte Stärk, spüren. Doch van Kempen läßt sich nicht so leicht unterkriegen und verteidigt mit Braoour— zunächst noch stark von seinem Partner unterstützt— seinen Platz. Seine Arbeit ist mit Erfolg gekrönt, bis dann wieder Ehmer loszieht und van Kempen bodrängt. gm Verlauf dieses Kampfe» besetzten Ebmer.stroschel nrmz allein die Spitze. Richlis Schwätze im entscheidenden Augenblick läßt die Mannschaft van Kempen-Richli zurücksallen. Dahmbst- Lacquehay wissen sich einigermaßen zu halten. Der Stand de» Renueas ist nach diesen Vorgängen augenblicklich folgender: Spiize Ehmer-KroschcL. Eine Runde zurück Wambst-Lacquehay, von Kempen-Richst. Rausch-Hürtgen und Carpus-Maczynski. alle anderen Paare zwei und mehr Minden zurück. Die nächsten drei Spurt» bringen folgende Ergebnisse: 7. Richli, Tietz. Droschel, Lacquehay, 8. Richli. Tietz, Linari. Ehmer, 9. Richli, Tietz, Lorenz, Hürtgen. Weiter hetzt das Feld, als ein Masjeusturz aus der Zieiseite zur Neutralisa- Oer Heid der ersten Nadit: Ehmer tlon fc«9 Rennens zwingt. 7 Fahrer, und zwar Richli. Dempsey, Ehmer, Dewols, Tietz und Rausch sind die Betroffenen. Nach und nach können sie sich erheben und nach 3S Minuten wieder— lebhaft begrüßt— auf der Bahn erscheinen. Der zehnte und letzte Spurt wird ausgefahren: Behrendt vor Dewols, Louet, von Kempen. tfad wieder Jagden. C» sollte jedoch noch einmal losgehen, nachdem sich gezeigt hatte. daß die Sturzverletzungen der Fahrer glücklicherweise ungesährllch waren. Kurz nach 3 Uhr holten zunächst die vier Runden zurück- liegenden Belgier Duray-Gori» eine Runde auf. dann traten Louet- Brünier plötzlich in die Pedale mit ihren Landsleutea Wambst- Lacquehay im Schlepptau. Nur van Kempen-Richli und Ehmer- Kroschel waren in der Lage, dem ungestümen Drang nach vorn zu folgen. Dadurch, daß Loncquehoy und Louet zusammenstießen und zu Fall kamen, kurz hinterher auch aus der anderen Seite Goebel und Tietz zu Fall kamen, waren die stzwätzeren Paare wieder ein- mal gerettet. Trotzdem hatte sich die Situation insosem wieder ver- - und sein Partner: Kroschel. ändert, daß E h m.e r-Kroschel die Spitze behaupten konnten und Wambst-Lacquehay sowie van Kempen-Richst mit einer Runde im Rückstände blieben, alle anderen Paare dagegen weiter zurückfielen. Dempsey-Frankenstein läuschen«inen Defekt vor und erhalten eine Strafrund«! Dorn gibt auf! Der junge Berliner Dorn, der den großen Anstrengungen der Nacht nicht gewachsen war. hatte die Massen strecken und seinen Partner Behrendt allein zurücklassen müssen. Nach diesen großen umwälzenden Ereignissen der Nacht gönnten sich die Akteure die verdieule Ruhepause und begnügten sich damit, die restlichen Stunden bis zur Neutralisation mit flottem Temposahren auszufüllen. Als um 6 Uhr, nach acht Stunden. 288,599 Kilometer zurückgelegt waren. ergab sich folgender Stand des Renaens: Ehmer-Kroschel 19 Punkte: eine Runde zurück: van Kem- pen-Richli 35 Punkte. Wambst-Lacquehay 4 Punkte, zwei Runden zurück: Rausch-Hürtgen 1 Punkt, drei Runden zurück: Tietz-Rieger 31 Punkte, Lorenz-Liiiari 27 Punkte, Louet-Drunier 14 Punkte. Miethe-Vuscherchagen 4 Punkte, Carpus-Maczynski 4 Punkte, vier Runden zurück: Tonani-Dinale 21 Punkte, De- wols-Goebel 29 Punkte, Dempsey-Frankenstein 18 Punkte, fünf Runden zurück: Goris-Duray 10 Punkte, Behrendt Ersatzmann. Brandendnrger Boxmeisterschaft. In den Hohenzollernsälen wurde gestern hie letzte Zwischenrunde in den Meisterschaften des Brandenburger Boxer- Verbandes zum Austrag gebracht. In allen Kämpfen gab es harte, spannende Arbeit. Volkmar(Heros) lag gegen den W e l t e r» g e w I ch t l e r Mudrack(DE. 13) schon erheblich nach Punkten im Nachteil, als er schließlich doch noch in der dritten Rund« einen ent- scheidenden Sieg davontragen konnte. Im Mittelgewicht unter» lagen sehr zur Ueberraschung ihrer Freunde Duchbaum(Maccabi) und Peoeswrss(Teutonia) gegen Seelig(Tennis-Borussia) und Wilsch(Westen) nach Punkten. Auch daß der Wcißenseer Halb- schröergewichtler Schwarz den guten Rochaw(Branden- bürg a. H.) nach Punkten schlagen würde, gehört nicht zu den er- warteten Ereignissen des Abends. Weitere Ergebnisse: B a n t a m gewicht: Ziglarski(Westen) schlägt Woydkowiak(Astoria) nach Punkten: Leichtgewicht: Malz(Maccabi) schlägt Jendrika (Heros) nach Punkten: Kaddatz(Tennis-Borussia) schlügt Ludwig (Polizei) nach Punkten: Weltergewicht: Stahlberg(Teutonia) schlägt Wachowiak(Weißensee) nach Punkten: Mittelgewicht: Weiß(Neukölln) gewinnt gegen Kreft(Luckenwalde) in der dritten Runde durch Abbruch, Sabottka(Astoria) gewinnt gegen Kraese (Wriezen), der in der zweiicn Runde aufgibt. Pelizer auf dem Heimwege. Meisterläufer Peltzer hat am Freitag von New Park aus die Helmreise angetreten. Bor seiner Abfahrt erklärte er in einem Interview mit amerikanischen Pressevertretern, daß er sich nach den Olympischen Spielen wieder nach Amerika begeben und sich seinen Bezwingern Lloyd Hahn nnd Roy Eonger abermals zum Kampfe stellen werde. Um den Schwierigkeiten hinsichtlich der Startgeneh« migung durch die DSV. aus dem Wege zu gehen, beabsichiigt Peltzer, sich einem amerikanischen Leichtathletik-Bereln anzuschließen. Soll da» heißen, daß er dem Berufssportteufcl den kleinen Finger zu reichen gedenkt? Berliner Sportpalast— Dortmunder Westfalen Halle! Die Ver- Handlungen zwischen der Sportpalast A.-G. in Berlin und d«r Westfalen G. m. b. H. in Dortmund sind nunmehr endlich zum W- schluß gekommen. Die Direktion der Westsalenhalle übernimmt nunmehr auch dieseni« des Berliner Sportpalastes. Direktor O h r t m a n n. vor Jahren schon der erfcigreiche Leiter des Spart- Palastes, ist bereits in Berlin eingetroffen und wird die Stell« des ausscheidenden Direktors Karsiol übernehmen. Gipsy Daniels, der Knockout-Sieger über Schmeling, kämpft am 31. März wiederum in Frankfurt am Main. Sein Gegner steht noch nicht fest, man verhandelt mit Ludwig Haymonn und Hans BreNen- strätcr. Oxford and Cambridge bereiten sich sorgfältigst aus den großen Ruderkampf am 31. März vor. Der Eambridge-Achrer absowierte die etwa 2999 Meter lange Henley-Regattaftrecke in 5:33, der Achter der Universität Oxford benötigte 7:93. voraussagen für Mariendors: 1. Fahrt Iauß sr.— Martha Hall«: 2. Fahrt I. Mills— Dvmdechant: 3. Fahrt Edelsteins Sohn — Friedrich Rex: 4. Fahrt Iauß st.— I. Mills: 5. Fahrt Easanova — Corona McKinney: 6. Fahrt Frieda Edelstein— Lindowpeter: 7. Fahrt Kluck— Trotteur: 8. Fahrt Luise— Iauß fr.: 9. Fahrt Mentor I— Flamingo. Krankenkassen und Leibesübungen. Die Krankenkassen wenden ihre AufmerksamkeU in erhöhte, n Maß« der prophylaktischen Behandlung zu. Davon zeugeri nicht nur die immer zahlreicher werdenden Erholungsheime, sondern auch die Propaganda für gesund« Lebensweise und den Sport. Die Bestrebungen der Sportorganisationen werden«in- dringlich bei den Behörden unterstützt, ein Zeiäien dafür, daß die Richtigkeit de« Mahnwortes:„Lorbeugen ist besser als heilen" voll anerkannt wird. In einer Eingabt vom Oktober 1927 hat sich der Gefamtverbond der Krankenkassen Deutschlands an die Deutsche Reichsbahn-Gesell- schaft gewandt, um eine Verbesserung der Fahrpreisermäßi- gung für Jugendliche zu erreichen. Die Forderungen der sportlichen Spitzenorganisationen, denen sich auch der Reichstag an- geschlossen hat. besagen: Herabsetzung der Mlndesttcllnehmerzahl von 19 aus 3, Ermäßigung des Fahrpreises auf 1 Pf. pro Kilometer und Abschaffung des fetzigen Auswelsoerfahrens. In der Zeitschrift„G e- s u n d h e i t", herausgegeben von der Derlagsgesellschost Deutscher Krankenkassen, werden viel« gute Anregungen gegeben. In der Reu- sahrsnummcr springen und üben aus beigefügten Bildern Sportler inmitten der Winterlandschaft ins neue Jahr hinein, über Kinder- spiel und-spi«lzeug finden sich interessante Artikel. Bei dem Bild „Liegekur im Schnee" mag wohl manchem ein Gruseln überlaufen. der im Winter lieber am wannen Ofen sitzt. Fast durchgängig sind die Artikel ober von A« r z t e n geschrieben, während Anregungen aus der Eportpraxis noch sehr dünn gesät sind! Auch Sport- ärzte sind noch nicht zu Gehör gekommen. Gesundheitspflege und Leibesübungen sind so eng verbunden, daß auch die Krankenkassen beiden Teilen ihre Aufmerksamkeit zuwenden sollten. KtadLr-Werdeadeaei des SAC vi« Kinderabtellung des Arbeiter Athletik Sport Club E. 8. (Derein für Leichtathletik, Handball. Hockey usw.) veranstaltet Mo«. tag, 12. März, K2ll Uhr in der Turnholle des Realgymnasiums am Treptower Rathaus. Neue Krugallee 7, einen Werbe- abend. Laufübungen. Gymnastik, Turnen, Stasfelläuse und Spiele sollen das Leben und Treiben der ASC.-Kinderabteilung beweisen. Den Eltern ist damit Gelegenheit gegeben, sich ein Bild von der Ausbildungsweise ihrer Kinder im ASC. zu machen. Es sind ins- besondere auch olle Eltern aus dem Treptower Bezirk und dem Süd- osten Berlins, deren Kinder noch keinem Turn- oder Sportverein oder gar einem bürgerlichen Berein angehören, eingeladen. Rnderverein„Collegla". 11. März ab 8 Uhr Pslichlarbeit» dienst im Bootshaus. � ßefchälfa'Jtnsefger föezirß Jlorden- Cften. /ORHALS HALEREISENOSSENSCHAFT QE6R0HOET IMS N018fLANDSBERGERALLEE38-39 FERNSPR. ALEXANDER 0638-29 ALLE MALERARBEITEN MOEBEL- UND AUT0LACK1ERUNG MärKlsdier FleisdiBonsnm Hermann Pohle iap.6 Pallisadcnstr. 29 Strausberger Str. 34 Berliner Ratskeller Bierabteilmig Königstr. u-is Weinabteilang Künstlerkonzert Porzflgllche Küche Reioridi Fa'kenlitrg Musiker- Feslsäle Inh.: Max Vogel, Kaiser-Wi helin-Str.31 Empfehle meineLokaiitäten sSmtllchen Organisationen und Vereinen. HEINRICH SCHMITZ Restaurant zum Dortmunder Schmitz Industrie-Kasino 1061_ Kommandantcmtra�e 72_ Krokodil-Reslaurationsbeirieli BrunnenstraOe 17[ap.M Btoene MUKUerei- Großer and abeadUsdi so Kleinen Freuen— Utmma Lsrnnzlß mit großen Deher- rasaunoen. Obonom Barl Hanse. gmrksduItliA-linosseKdufi Yenidmigs• äktiengKalisdiaft Die Versicherung aller Arbeiter und AngesteUten ,« Auskunft erteilen alle Vertrauensleute. sowie die Rechnungsstelle !erlln S 42, Rinerur�Se L26. i. vassenstunden täglich von 8—1. Dienstags von 8—cHelditemt! 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F. 60 i iiewcfüioiiiiisiiw OwraDlBahineii dir Mitglieder des Deotsibeo Wieiter-SingertiiDdBs aal Bunioainl-Qatni Männerchor Flchte-Georginla wüh�'�ch.. 4—2310 Bai heuifte AS UUU(Wil ________________ JR apje Feuer a Ad. Uthmann— Ludwig Lessen) thelm Knöchel— Friedrich Muche) Olrig.- Alexander Weinbaum mit Homocord-Orchester ------ Ludwig Lessen) Voöel tnetr we ler. Volksliet(A. V. Othegraven) �523 nenn Wir scnrel'en fAIfr. Outhmann— Hermann Claudius) LCünlog um köein. Volkslied(R. Schumann) ummm weis! nadi Homophon-Company K. m. b. H...�ürmeu'� is, Gesangverein ,Typographla'-Berlin —2522 f tat* ttt(Q. Ad. Uthmann— Ludwig Lessen) Bevor Sie Möbel kaufen besichtigen Sie meine Ausstellung Zahlungserlelchterung ohne Aufschlag, bai Kassa 50/a aF.2- IIILIUC Ifillll Tischlermeister m WP IbI WM B�Blnvl Berlin N, Chausseesir. 60