Morgenausgab« Nr. �27 A 64 45. Jahrgang WücheaMch TO P�g., msnaMch V- M. br. oeraas ,.ahSar. Vostb«zug S,72 52. ewfchl. Lestrügeld. tStu'umbjabtMm«* wem S£0 M pro Wona t ♦ Der �SoavSrtt� erfActer wocheatKA- vch zweimal. Sonntag» vlld Moniaas einmal, die Ldrnd�:?gab«n für Derlm rm Ha'.rdel mit dein Titel.Der Abend Allustriene Veilaoen vvb Keit� und.ÄW.bersmmd" Ferner .Unterhaltung und Wissen".Frauei�- .Technik* Blut tn Mt «kt* und..Jugend-Vorwärts' Nerlincr VoSSsbla« Oom>«rstag ilS. März 1S28 Groß-Äerlin lU Pf. Auswärts-15 Pf. Sb«oitpatt iSezfü» 10 ÄefliiiiteiinU&- Reich». murt.Älctne«»ziigeu" to»!«ug»- »rjtfte Don 35 Ptenni? Unldflig jmtt bttoebniitf Den» ,»de» ontcrr ffietl bttnnm Etellengeiuch» 5o» erit» Don>5 Drnnig lede»»euer, WoN lO Utaung Bort» üb» 15 Duchliabe» »öhlen ifir zwei Borte arbettsmarf! Seile 60 Vimmg gamilianzeigen für Bbomtenten Seile 40 Wenmg anjuge» «imabme im chouptgelchäl Linbe» feraSil woönitäQl oonS'/i bt» 17 Ufe Jettteawrgan der GoziatdemotratisGe« tfarfei DeatschlandS Redaktion und Verkag: Berlin SW 68. Lindeirstrahe 3 Feinfprecher: Dönhoft 232— 297 Xtlcgramm'Sbc.: ßoztatttmolrat Salin Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Bostlchetkkonto: Berlin Z? KSK— Bankkomoi Bank»« Srdnier. Angestellten und Beamten vallstr. SK Dt«konu>�«lellschakt. Deposttenkaste Lindenftr 8 Ein Faschist in Paris ermordet.! Von einem Ltubekannteu erschossen.! PartS. 14. März. Hente vormittag ist hier der italienisch« Faschist S a v o l e r i von einem Unbekannten durch zwei Re-- volverschüsse in den Kopf getötet worden. * Sav oleri mar vor kurzem aus Italien zum Besuch seines Landsmannes S« r r a ch i o l i nach Poris gekommen. Der Atten- tätet hat sich oor der Tat telephonisch von der Anwesenheit Saooleris in der Wohnung seines Freundes überzeugt Nach der Darstellung Serrachiokis ist Saooleri in der Wohnungstür erschossen worden; er und sein ermordeter Freund hotten in der lchten Jett zahlreiche Drohbrief« von Antifaschisten erhalten. Von dem Attentäter sehlt jede Spur. Er hat das Haus völlig unbemerkt oerlassen können. Mussolims Rache an Oeukfch-Gübtirol.' Mussolini hat 87 deutsch« Beamte au» Südtirol in dos Innere Italiens versetzt und ihre bisherigen Funktionen Faschisten aus Toskana< und Benezien übertragen. In den Schulen von Bozen und Meran sind die deutschsprachigen Lehrbücher wieder eingezogen. Oesterreichische und reichsdeutstlx 3 e t- t u n g e n werden an der Grenze zurückgehalten. Für Eupen-Malmedy. Ein belgischer Sozialist fordert im Senat neue Volksabstimmung. Brüssel. 14. März(Eigenbericht). Der Senat beriet«ine Interpellation des katholischen Senators Esser, des einzigen srüheren reichsdeutschen. jetzt belgischen Par- lamentariers. Ssier sprach französisch über die Klagen der Bevölkerung des neubelgischen Gebiets Eupen-Malmedy. Schwierig- ketten des Grenzoerkehr», mongelhaster Unterricht in der deutschen Muttersprache, mangelhaft« deutsch« Sprach- kenntnis der Richter usw. Ueber die entscheidende Frage der Zu- kunft des ncubelgischen Gebietes, eine etwaig« neue Doltsab- st i m m u n g. über dt« Zugehörigkeit der beiden Kantone hatte aber dieser einzige deutsche Vertreter im belgischen Parlament kein Wort zu sagen. Das tat an seiner Stelle der sozialistische altbelgische Senator Vulckart, der das Recht der neubelgischen Bevölkerung auf die Selbstbestimmung geltend machte und endlich«ine wirtliche Volksabstimmung forderte. Er geißelt« das Verhalten Cssers, besten Partei und Presie Volksabstimmung zu empfehlen vorgibt. her aber im Parlament augenscheinlich die Gebtetssrage als e n d- gültig geregell anerkennt.— Ministerpräsident Ja spar zoMe der Mäßigung seines katholischen Parteifreundes hohes Lob und versprach wohlwollende Prüfung seiner Klagen. Auf den Angriff Dulckarts aber erwiderte er. daß von einer lltachprüfung der Frage der Volksabstimmung keineRede sein könne. Das Schick- sal der angegliederten Gebiete sei dem Frsedensvertrvg gemäß end gültig geregell. Ihm antwortete Genosie de Broucker«, der wohl zugab, daß ein« zufriedenstellende Lösung der Fragen augenblicklich nicht leicht wäre und insbesondere auch auf Widerstände internationalen Charakters stoßen würde. Er bestritt aber entschieden, daß die Streitsrage als endgültig geregelt betrachtet werden könne. Das «erde nur möglich fein, wenn eine Lösung getroffen wird, der die Bevölkerung freiwillig zustimmen könne. Agrariersturm in Frankreich gescheiieri. Sie wollten keine Sozialversicherung. pari». 14. März(Eigenbericht). Die Offensive der französischen Großagrarier gegen das Sozial- oersicherangsgefetz ist in der Kammer schmählich zusammengebrochen. Ihr Antrag, die Landwirtschast von dem Gesetz auszunehmen, njurd« mit 375 gegen 125 Stimmen abgelehnt, nachdem der Land- wirtschaftsmtnister die demagogischen Argumente von einer schweren Krise in der Landwirtschast entkräftet hatte. Damit ist die An- »ahme des Sozialoersichxrungsgesetzes erfolgt. In Wirksam- t e i t tritt es jedoch erst am 4. Iamiar 1930, so daß das endgültige Schicksal der seit acht Iahren betriebenen Reform noch von dem AussM der Kammerwahlen abhängt. Lothringen gegen Elsaß! vrotestielegramm des Meher Gemeinderais an poinear«. Streikbeschluß der lothringischen Abgeordneten. L. Straßburg, 14. März.(Eigenbericht.) Das„eksässische Unbehagen" hat eine neu« Blüte getrieben. diesmal in Lothringen, von dem sonst weniger Klagen gegen das Nachkrjegsregim« zu hören sind. Man vernahm dort zwar oft die F-tderurig nach Wiederherstellung der Metzer Derusungskamnier kür Lothringen, die man bei der Annexion dem Kolmarer Ober- tmdesgericht ämetteM hatte. Ein bereits von zwei parlamentari- sehen Ausschüssen genehmigter Entwurf, der et« Kommer des Kol- marer Gericht» nach Lothringen zurückvertegen und Nancy unterstellen wollt«, kam diesen Wünschen auch entgegen, aber der Au»« schüfe für Elsaß-Lothringen verwarf mit den Stimmen der « l s ä s s i s ch« n Abgeordneten diesen Entwurf, der da» Berufungs- verfahren im Gegensatz zu dem Vorverfahren tn Lothringen unier französisches Recht gestellt hätte. Die Erregung, die diese Ab- lehnung in Lothringen, besonders aber in besten Haupfftadt Metz auslöst«, war ebenso unerwartet wie unbeschreiblich. Protest- Versammlungen wurden abgehalten, und— das ist das bezeich- nendste— der Metzer Gemeinderat sandte an Poincarä folgendes Telegramm ob: �Metzer Gemeinderat macht sich zum Sprachrohr der Eni- rüstring der jede Gewalt ablehnenden, aber sich ihrer Rechte und Pflichten bewußten lothringischen Bevölkerung. Er stellt fest, daß Crprrstung mit Argumenten des„Unbehagens" im Parlament besseren Erfolg hat als patriotisch« Geduld. Er drückt Unzu- iriedenheit aus über Nichtanerkennung der von Metz und vom Moseldepartement allzu lange gemachten Opfer und über das Andauern einer Derkennung der Gerechtigkeit und von Bis- m a r ck geschaffenen Sistiation.(!) Er benachrichtigt die Regie- rung. daß er nur der Bevölkerung reckt geben kann, die vom Generalrat der Mosel und von den Gemetnderäten verlanqt, Kredite zu verweigern für sede Ein-Icklnna, an denen da» Elsaß prosittert.(!) Er teilt mit. daß er die lothringischen Abgeordnete« ausfordert, d'e Summer ,n verlasten und ,ür angewiderte« Bevölkerung zurückzukehren.(!) gez. Dautrin, Matre von Metz." Die Abgeordneten Lothringens— lauter Klerikale—, die sämtlich der dem Gemeinderatsbeschluß vorangegangenen Protestoer- sammlung beiwohnten, in der diese Forderung aufgestellt wurde, werden ihr zweifellos Folge leisten, wobei allerdings nicht vergesien werden darf, daß das Leben der franzöfischen Kammer höchstens noch acht Tag« währt. Länperwährende Bedeutung haben dürfte aber der scharf a n t i- eksässische Ton dieses lothringischen Telegramms, zu dem der Mülhausener sozialistische„Republikaner" ironisch bemerkt: »Wie harmonisch müßte sich doch in einem autonomen Etsaß-Lothringen das Zusammenarbeiten der durch gemeinsame Traditionen und Erinnerungen(seit 1871) verbundenen Pro- vinzen gestalten!" Auch die anderen Elsäffer Blätter— soweit sie antiklerikal und antiauionvmistisch sind— hauen in die gleiche Kerbe. Man darf gespannt sein, welche Antwort Poinrar« diesem Tele- gramm zuteil werden läßt.__ Nationalistische Studentenroheit. Brüssel, 14. März.(Eigenberlchl.) Gegen einen Vortrag des demokratischen Reichstagsabgcordneten Dergströßer in Lüttich über di« deutsch-französische Annäherung verübten nationalistische Studenten pöbelhaften Radau, sa sie schlugen sogar aus die Pazifisten ein—, genau so wie di« Haken- kreuzler in der Kölner Ouidde-Dersommlung. Bukarest, 14. März. An der König-Karol-Stiftung versuchten vor Beginn einer Dar- lesung antisemitisch« Strdenten zwei jüdische Hörer am Betreten des Saale« zu hindern. Es kam dabei zu einem Tumult. Die vier Anstifter werden den Justizbehörden zugeführt werden. Der Dekan der suristischen Fakultät ließ millesien, daß der Unterrichts- minister entschlossen ist, beim ersten weiteren Zwischen- fall die Fakultät für den Rest des Jahres zu schließen, so daß di« Studenten da» Recht aas da» Examen verlieren. Vorpostengefecht. Vor dem Kampf in der Berliner Metallindustrie. Der Kampf in der Berliner Metallindustrie ist nicht beendet, sondern beginnt. Der Schiedsspruch über die Löhne der Werkzeugmacher setzt den Parteien eine Frist, um bis spätestens 80. Juni einen allgemeinen Lohntarif für die Facharbeiter und Angelernten der Berliner Metallindustrie abzuschlieben. Seit vier Iahren arbeiten diese Facharbeiter und An- gelernten t a r i f l o s. Der Verband Berliner Metall- industrieller hat sich dem Abschluß eines Tarife? stets wider« setzt. Die außerordentliche Schwächung der Organisation als Folge des Zusammenbruches der Mark und der' Spaltung der Gewerkschaften durch die Kommunisten. hat den Unternehmern ihren Widerstand gegen den Abschluß eines Tarifes erleichtert. Der Deutsche Metallarbeiterverband hat schließlick) seine Kerntruppe vorgeschickt, die ausgezeichnet organisiert ist und gleichzeitig die Kerntruppe im Produktionsprozeß der Metall- Industrie bildet. Mit dieser Kerntruppe hat der Deutsche Metallarbeiterverband den Verband Berliner Metall- industrieller ein Vorpostengefecht geliefert, das keines- tvegs erfolglos geblieben ist. Der Kampf ist nicht bis zu seiner letzten Konsequenz aus- getragen worden. Es sind aber bis zum Abschluß des all- gemeinen Tarifes nicht die früheren Positionen bezogen worden, sondern der Deutsche Metallarbeiterverband hält gewonnenes Terrain besetzt. Der Verband Berliner Metallindustrieller hatte zu fühlen bekommen, daß er es mit einem Gegner zu tun hat, der nicht nur mit großem Geschick zu manövrieren versteht, fondern auch seine Kampftruppe absolut in der Hand hat. Diese Tatsache hat dazu geführt, daß die Unternehmer sich zur wirtschaftlichen Vernunft wenigstens grundsätzlich bekehrt haben. Die Unternehmer haben einen Ärappentarif abgeschlosten und'sich verpflichtet, die Akkördberechnung paritätisch zu regeln. Sie haben darüber hinaus sich oer- pflichtet, einen allgemeinen Facharbeitertarif abzuschließen. Wie dieser Tarif in der Praxis aussehen wird, das wird wesentlich davon abhängen, ob die große Masse der Fach- arbeite? und Angelernten so fest zu ihrer Organiso- t i o n st e h e n, wie es die Werkzeugmacher in dem nunmehr abgefchlosiensn Vorpostengefecht getan haben. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Kampf der Werkzeug- mocher ein Ruhmesblatt dieser Elitetruppe der Metall- arbeiter. Es mag vielen unter den Werkzeugmachern eine erhebliche Selbstüberwindung gekostet haben, nicht gleichzeitig mit den Werkzeugmachern von Siemens und Bergmann in den Kampf zu treten. Auch als die zweite Gruppe vor- geschickt wurde, mußten die' übrigen Werkzeugmacher trotz des Streikbeschlusies, der für alle Werkzeugmacher galt, ent- sprechend den Anordnungen der Streikleitung in der Arbeit verharret». Das Höchstmaß von Disziplin und aewerk- schaftlicher Schulstng wurde erreicht, als nach dem in materieller Beziehung unbefriedigenden Schiedsspruch die Verbindlichkeitserklärung folgte und der Streik ab- gebrochen wurde. Die Werkzeugmacher haben begriffen, daß es sich hier um mehr als oie Festsetzung ausreichender Löhne von 4000 Spezialisten handelt. Daß hier ein Kampf auf lange Sicht geführt wird. Die Werkzeugmacher haben deshalb alle Einmischungsversnche der KPD. glatt abgewiesen. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist der Kampf Werkzeugmacher sehr aufschlußreich. Die KPD. hat rößten Anstrengungen gemacht, um Verwirrung in eihen der Arbeiter zu stiften und sich der Leitung gr R der die den des Kampfes zu bemächtigen. Roch am Dienstag gab die„Rote Fahne" die Parole aus, daß der Kampf überall fort- isfe und die Arbeit nirgends aufgenom- In keinem einzigen Betrieb» gesetzt werden Müs men werden dürfe. auch nicht in den Betrieben, wo bisher der Einfluß der KPD. vorherrschend war. ist diese Parole befolgt worden oder auch mir ein Versuch von den eingeschriebenen Mitgliedern der KPD unternommen worden, sie durchzuführen. nehmen versteht, es ist auch worden, daß der Einfluß der KPD Schaden mehr zu stiftev vermag. Es gibt wohl immer noch Arbeiter, Kneifzange zu der schlagende Beweis geliefert Ernstfall keinen im die ________, jederzeit bereit sind, für irgendeine revolutionär klingende Entschließung zu stimmen, die von der KPD. geliefert worden ist. Aber diese Arbeiter, die für solche Resolutionen stimmen, wissen im Grunde, daß man mit Resolutionen keine Revo- l u t i o n macht, und daß man damit den Unternehmern ge- wiß nicht imponiert. Das Handaufheben ist in einem solchen Falle nur«ine Gefühlssache. Wenn es zum Kampfe kommt, wenn es hart auf hart geht, dann kann die eomtmtnrstifche Presse schreib««, was sie will, dann kann die «PD. die rmglaubLchsten Parolen ausgeben, ke i n M e n s ch. auch nicht die eingeschriebenen Mtglieder der KPD., richten sich danach. Das haben alle Kampfe der letzten Monate sehr klar er- wiesen. Das hat sich in dem Kampf in der Schwerindustrie gezeigt, das hat sich im Kampf der Metallindustrie und im Braunkohlenbergbau in Mitteldeutschland gezeigt, und das bat sich jetzt wieder erwiesen in der Berliner Metallindustrie. In allen diesen Gebieten und Industriegruppen hat die KPD. einmal eine vorherrschende Stellung eingenommen. Auch heute hat sie dort noch von dem, was von der KPD. übrig geblieben ist, ihre Haupttruppen. Am Ausgang der Inflation hat es sich die KPD. in diesen Industriezentren leisten können General st reiks zu organisieren. Damals wurden auch auf Geheiß der KPD. die gewerkschaftlichen Mitgliedsbücher zer- r i f je n. Damals konnte auch der 23BMJ. es ablehnen. einen allgemeinen Facharbeitertarif obzu- f ch l i e ß en. Die Zeiten haben sich geändert. Das müssen zu ihrem Leidwesen PBMI. und KPD. nach dem Abbruch des Kampfes der Werkzeugmacher feststellen. Und darum war dieser Kampf nur ein Vorvostengefecht. Darum stehen wir nicht am Ende. sondern am Anfang des Kampfes in der Berliner Metall- industri«. Die Situation ist heute eine andere als vor vier Jahren. Sie ist anders in gewerkschaftlicher Beziehung, sie ist aber auch anders, ganz anders in wirt» schaftlicher Beziehung. Die Kunst der Unternehmer, Ge- winne zu verbergen, ist gewiß groß. Sie ist aber nicht groß genug, um der Arbeitersäiaft und der Ocffentlichteit vorzu» machen, daß diese Gewinne nicht groß genug wären, um der Arbeiterschaft, ganz besonders in der Berliner Metallindustrie eine bessere Eristenzmöglichkest zu gewähren. Die Metallarbesterschast hat ein Anrecht, für ihre gesteigerte Leistung einen gesteigerten und tariflich sichergestellten Lohn zu bekommen. Dieses Recht kann die Arbeiterschaft durch eine starke und disziplinierte Organisation geltend machen. Das hat der Kampf der Werkzeugmacher «zeigt, der nur der Auftakt für den großen Kampf in der Metallindustrie war.___ Das Ltrieil im Laudesverratsprozeß. Neun Monate Festung für beide Angeklagte. Leipzig, 14. März. ?m Londesverratsprozeh Salomon-Küster ist durch den Senats- Präsidenten heute folgendes Urteil bekanntgegeben worden: Wegen versuchten Landesverrats gemäß§ 92 Absatz 1 und§ 43 des Reichs- ftrafgesetzbuches werden beide Angeklagten zu jene unMonaten Festungshaft und zur Tragung der Losten des Verfahrens ver- urteilt. Alle Exemplare der Rr. 39 der in Hagen erscheinenden Wochenschrift.Das andere Deutschland" vom W. Juli 1S2S sind unbrauchbar zu machen. « Die Auslandspress« hat gestern abend aus Deutschland zwei Meldungen erhalten, die sie gewiß interessieren werden: die Rede des Reichswehnnmifters G co en er im Reichstag und das Urteil.üb er die beiden„Landesverräter" Küster und Jacob- Solomon in Leipzig. Sicher hätte es im Interesse Deutschlands gelegen, wenn die Rede Groeners allein in die Weß hatte hinausgchen können, denn sie berechtigt zu der Erwartsing, daß in Zu- lunft für den kindischen Unfug„geheimer Rüstungen" in Deutschland kein Raum mehr fem wird. Herr Groener wird als Fachmann zu beurteilen wissen, was durch solche mili- taristische Pubertätsphantasien für die Wehrkraft des Landes gewonnen wird, nämlich weniger als nichts. Desto größer aber ist der polstische Schaden den sie anrichten. Die nutzliche Wirkung der Rede Groeners wird durch das Leipziger Urteil zum guten Teil wieder aufgehoben. Politisch denkende Menschen stehen dieser Verhandlung und diesem Urteil geradezu fassungslos gegenüber. Eine angeb- liche Zeitfreiwilligen-Angelegenheit, die vor drei Iahren ge- spielt bat und die längst vergessen war, wird noch einmal an allen Straßensäulen der West plakatiert. Der Prozeß endet rnst der Verurteilung der beiden Angeklagten zu einer Ehrenhaft von neun Monaten, also mit der Anerkennung. daß sich die Verurteilten keineswegs von unehrenhaften Motiven leiten ließen. Eine gemeine, verächtliche Handlungs- weife, als welche man sich früher einmal den Landesverrat vorgestellt hat. liegt nicht vor. Wozu also überhaupt dieser Prozeß und dieses Urteil? Etwa bloß, um der Nationalisten- presse des Auslandes Gelegenheit zu der Behauptung zu asben. in Deutschland gingen insgeheim ganz schreckliche Dinge vor und ihre Aufdeckung werde durch die Drohung mit dem Strafgesetz unterdrückt? Herr Groener versichert, daß er die Absicht hat. mit den Misiständen in der Reichswehr aufzuräumen Dann muß er auch mit dem Unfug aufräumen, daß sich di« Reichswehr innrch das Vorschieben geheim zu haltender„vaterländischer Belange" vor unbequemer Kritik zu schützen versucht. Keine ..Enthüllung" kann soviel Schaden anrichten wie das Eni- behe» der Vorstellung, daß berechtigte Kritik durch die Drohung mit dem Strafgesetz unterdrückt wird. Möge darum dos letzte Leipziger Urteil wirklich das letzte seiner Art ge- mesen sein. Sch l u ß m i t derSeuchedcrpolitifchen Landesverratgprozess«! Hetze. Am 7. September wurde gegen den RegienwgsprSstdenten a l i t a t: niemals aber hak dieser kaiserliche Geist in einem Heer der Repvbl'k Dlatz. In diesem Zusammenhang möchte ich doch ein Wort zu den Landcsverratsproz essen sprechen, d!« /zu sin« Landes- verraisseuche geworden sind. Wenn man schon Anklage wegen Landesverrats erheben will, dann a«hären ganz andere kreise nud Personen in den Anklage- zuslsnd als die Vertreter der presse. Da» hat der Fall de» Major» v. vadicke gelegentlich der Prioakklage de« tcvtvaak» tu V. v. Ire«. low nur zu deutlich gezeigt.(Sehr wahr! links!) Für d!« aussch«ide»nd en HeoresangehörttKen hat dt» Sozialdemokratie sich stets eingesetzt. Ohne ihre MsiwirklMg be, der Beratung der Bersorgungegesetzc wäre es der Rechten niemals rn den Sinn gekommen, die Renken für die Kapitulanten zu er» höh?« oder die Wiederzahlbarmackung der Ziviioersorgungsentschä« hmiino iii nviTir� hei � ffsKenn tttrtn rtliftr Vermehrung der, Gesamtzahl der Kapitulanten, die Unjerbringun der Schwerbeschädigten und di» Versorgung jener Beamten«ms der Schutzpolizei und dem Reichswasserschutz oi/ Socke viol. schwer«? macht ajs vor dem Kriegt Die berechtigten Krag»1, der Ar- b e tt�r aus den Heeresbetriebsn, für deren Abstellung der vorige Wehrminister einzutreten versprach, hasten sich tauch geändert. Es wäre eme Aufgab» de? neuen W oh r minist ers, mit dem brutalen und scharfmacherischen'.Internebmergrist in den Heere?» betrieben endlich aufzuräumen.(Sehr wahr! bei den Soz.) Aus meinen Darlegungen ist zu erkennen, was sckon mein Frakiionskollege Dr. Hilserding auf unserem letzten Reichsparieitag in Kiel zum Ausdnick gebracht hat: Vir kämpfen nicht gegen die ReichrweHr; unser Kamps gehl vm die Reichswehr, damit sie ein zuverlässiges Instrument der Republik werde. Oeutfchland hat abgerüstet! Wo bleiben die andem? Der Miiitarismus ist heute wie in den Jahren 191314 ein gefährlicher Feind des Friedens. Heute st scheu bereits annähernd eine Million Soldaten me h r unter Waisen, als bei Ausbruch des Weltkrieges(Häri, hört! bei den Soz.>, obwohl die' alten Militärmächte Deutschland und Oeftrrrrich-Ungar', nicht mehr existieren. 5)i--r machte ich«in paar Wort« an die Adresse der ehemaligen Feind staaten richten, Ein« Entspannung wird in Europa erst dann eintreten, wenn auch d!« ehemaligen Feindstaaten den im Artikel Ö des Berjailler Vertrages auf» gestellten Grundsatz, der zur Ausrechterhallung des Friedens eine Herabsetzung der nationale.» RüstüNgen auf das Mindestmaß fordert, oncriennca und durchführen.(Sehr richtig! bei den Soz.) Die ehemaligen Gegner haben sich im Friedensvertrag grund- sShttch zur Abrüstung Munal; sie sollen auch ihrerseits mit der Abrüstung beginnen. Nicht Metzt fand in dem Deutschlandder Nachkriegszeit der National, smus der Jetztzeit so reich« Nahrung, weil die leitenden Männer der Siegerstaaten dem neuen Deutschland das sieben außerordentlich erschwerten, und selbst eingegangen«: verpstichlunaeu nicht erfüllt haben. Deutschland hat leine Wehrmacht, die den Frieden bedroht. Es ist endlich an der Zeit, Hätz nun auch Frankreich, England und ander« Erv'smächte wahr machen, was cm Friedensvertrag niedergelegt ist. Wir Sozialiston haben da» Recht, diese Forderungen zu er» heben. Wir sind grundsätzlich für eine allgemeine Abrüstung in allen Landern. Nur diese allgemeine Abrüstimg garantiert den Frieden. (Zustimmung ß« den Soz.) Appell an die 5ieichsregierung. Auch von der Reichsregierung erwarten wir»ine stark« Initiativ« in der Abrüstungsfrage. Unbekümmeri tri» Stasslstelm und Werwolsgefchrei muh die deutsche Reichsregierung all« Kräfte mobil rswnen helfen, damit das wasienstarrende Europa oerschwindet (Sehr richtig! l nks), und wenn ein deutscher Reichswehr- m i n i st e r ebenfalls als Porkämpfer für die Abrüstung sich betätigt. so wird dadurch vor aller Well dokumentiert: Deutschland will für alle Zukuistl mit allen Völkern In Frieden leben, und der Reichowebr» minister leidet, wenn er eine solche Mission auch übernimmt, dabei keinen Schaden als Minister de» Reichswehrministeriums. Wenn der Re-chsmehr minist er das in die Tat umsetzt. was er im Ausschuß als fei nZielundPro-g ramm erklärte— dienst um die Republik.(Sehr richtig! lintz.) Mit Ver sprcchungen allein ist es aber nicht getan, dem Wort muß auch di» Tat folgen.(Lebhafter Beifall bei den€toz.) Der übrige Teil des lsieicteagsberiääs wird in der Beilage öffestlicht. ver- OieReichsbahn gießt Oel ins Keuer Oorpmüller muß verreisen. Den Tarifgeioertschafttt, ging heut« morgen folgende Mittet. lung zu: �as Trgsbnts der heutigen Derhandlmigen ist mir vorgetragen worden. Noch Lage der Dinge wäre es wich mir nicht möglich. liine andere Antwort zu geben, als es heute geschehen ist. Ich glaube daher, von einer weiteren Verhandlung absehen Zu sollen, zumal ich Donnerstag durch eine nicht verschiebbar« Reife von Verlin fern- gehalten bin. Deutsche Reichsbohngesellschoft. Der Generaldirektor: Dorpmüller." Das Schreiben des Herrn Generaldirektors ist die Antwort auf das Verlangen der Eisenbahn er verbände, noch- mals e Ine Verständigung mit der Hauptverwaltung anzu- bahnen und zu diesem Zweck neue Verhandlungen anzuberaumen, an denen der Generaldirektor der Reichsbahngesellschaft persönlich teilnehmen soll., Der Herr Generaldirektor selber halt es also nicht einmal der Mühe wert, sin« Verständigung mit den Organisationen der Eisen- hahner zu versuchen. Ein solches Verholten müßte schon schärfer denn als unhöflich bezeichnet werden, wenn die Hauptverwal- tung der Reichsbahngesellfchost sich nicht von vornherein auf die Takis: eingestellt hätte, dem Personal nicht dos geringst« Entgegenkommen zu zeigen, um dem Schlichter, dem man die ganze Angelegenheit ohne weiteres zuschiebt, nicht einmal eine Verhandlungsgrnndläge zu bieten. Die Verantw-ortung für eine Lohnerhöhung wollen die Herren von vornherein von sich abwälzen Und zwar«in» mal mit Rücksicht auf die«Industrie�, die ja recht stark in der .Hauptverwaltung vertseten ist, hauptsächlich aber wohl in der Ab- ficht, unter Verufung auf ein« der Reichsbahn„aufgezwungene� Lohnerhöhung, eine Tariferhöhung durchzusetzen und die „Schuld" sowohl für die notwendigen Lohnerhöhungen wie für die etwa folgenden Tariferhöhungen auf die Schlichtungstnstanzen zu schieben. Nun, so oder so: die Eisenbahner können sich weder damit ob- speisen lasien, daß die Hauptverwaltung erklärt, für die Aufbesse- rung der Eisende hnerlöhn« sei kein Geld da, daß der Herr Gene- raldirektor verreisen muh, zu Einigungsversuchen keine Zeit hat und sie für zwecklos hält, noch können sie auf jegliche Besserstellung ver. zichten» weil mit Tariferhöhung gedroht wird. Es muß jedoch festgestellt werden, daß die Hauptverwaltung der Reichsbahngcsellschafi es nicht einmal der Mühe wert hält und im Ernst nicht einmal den Versuch macht, sich mit den gewerkschaftlichen Vertretungen ihres Personals über ein« Verbesserung der Lohnbcdinzungen zu verständigen Gerade die Reichsbahngesellschaft, die auf die Beschäftigung eines arbeitsfreudigen Personals zu annehmbaren Lohn- und Ar- bettsbedingungen den größten Wert legen müßte, weicht dem ge- raden Wege dazu aus und sucht durch allerlei mehr oder weniger einwandfreie Praktiken die einzelnen Gruppen ihres Personals gegeneinander auszuspielen. * Zur Beilegung des Lohnstreits bei der Reichsbahn ist vom Reichsarbeitsministercum Staatssekretär a D. v o n M ö l- lcndorf als Schlichter bestellt worden. Wann die Schlich- faingsverhandlrnigen stattfinden, steht im Augenblick noch nicht fest. « Dresden. Ich März.(Eigenbericht.) Die freigewerkschaftlich organisierten Eisenbahner des Direk- ticmsbezirks Dresden nahmen«ine Entschließung an, die sich scharf gegen die ablehnende Haltung der Reichsbahnhauptoerwattung hinsichtlich der Erhöhung der Löhne wendet. Die im Vertauf der Versammlung gemachte Mitteilunz, daß die Reichsbahndirektion Dresden bereits Äampfoorbe reitungen treffe, rief große Erregung hervor. Tatsächlich sind an die Wartegeldempfänger und Ruheständler Schreiben verschickt worden, in denen aufgefordert wird, sich für den Dienstantritt bereitzuhalten. Die Geldgeber der Hitlerbanden. Sie wolleu die Löhne um die halste reduzieren. Di« Verhandlungen in der bayerischen Textilindustrie sind gescheitert. Der Deutsch« Taxtilarbeiterverband hatte eine Verbesserung der Löhne um etwa 2S Proz. gefordert, ferner Ver- besterung des Urlaubs und der Arbeitszeitdestim- m un gen. Diese gewiß nicht übertriebenen Forderungen hoben die Unternehmer mit einer förmlichen Herausforderung beantwortet. Sie oerlangen einen Abbau des tariflichen Akkorddurchschnitts- lohnes um 50 JJroj.(!), Abbau der Ueberstundenzahlung von 25 aus 15 Proz., Verkürzung des Urlaubs, Aus- schallung des Mitbestimmungsrechts der Betriebsräte für Mantellarif- und Ueberftundenfragen und schließlich Gellungsdauer der neuen Lohnbestimmungen bis zum S1. Dezember 1930! Die Lage in der bayerischen Textilindustrie ist sehr ge» spannt. Mit dem Ausbruch des Streiks muß gerechnet werden. In der badifchen Textilindustrie droht infolge de» .rücksichtslosen Verhaltens der Unternehme? ebenfalls ein Konflikt auszubrechen. Di« Leitung der mechanischen Buntweberei in W eh r (Wiesental) ließ durch Anschlag mitteilen, daß ab 2K. März die Löh�ne um 20 Proz. herabgesetzt würden. Die Visher mit der Firma geführten Verhandlungen waren ergebnislos. Di« Arbeiter haben deshalb die Kolletttvtündigung emgereicht. Die Belegschaft beträgt 300 Mann. Lohnbewegung der graphischen Arbeiterschaft Kündigung des Lohntarifs der Buchbinder. Der Tarifausschuß für da» Duchbindergewerbe hat nun. mehr ebenfalls den Beschkuß gefaßt, die Mantel- und Lohn» torifverträge zu kündigen. Verhandlungen über den?ieu- abschluß vdn Tarifverträgen sollen umgehend in die Wege geleitet werden. Damit nimmt die Bewegung im graphischen Gewerbe«ine weitere Ausdehnung an. * Die Orgonifationsvorflände der an den Lohnverhandlungeu bs- teillgten Organisationen des Buchdruckgswerbes«lasten «inen Ausruf an die Arbeiterschaft des Gewerbes, in dem sie die mwerständlich« Haltung der Unternehmer zum Ausdruck bringen� Der Lohnschiedsspruch des Zentrakfchlichtungs- amtes mußte einmütig abgelehnt werden, da er den be» rechtigten Forderungen der Gehilfen nicht annähernd gerecht wird. Alle weiteren Maßnahmen der Organisationen werden daraus gerichtet fein, ein« besser« Lebenshaltung für die Arbeiterschaft des Duchdruckgewerbes herbeizuführen. Di«„Rote Fahne" nimmt erfahrungsgemäß jeden Blödsinn auf, wemr«r nur gegen die verhaßten Gewerkschaften gerichtet ist. So berichtet sie auch In ihrer Nr. 62 vom 13 Marz über die Sparten- Versammlungen der Bochdrucker und rischl dabei folgenden Schwindel auf. Aus d«» Ausführungen des Verbands- ivorstcmdsmitglledes Fiedler in der H o n d s« tz« r v er- a m m l u n g vom letzten Sonntag sei zv entnehmen,„daß die blehmmg des vorliegenden Spruches dnrch den Verbandsvorftand nur ein« hohl« Gest« ist, wenn man sich d«nnächst e,n«m oerbtndlich erklärten Schiedsspruch fügen will." der Ausdruck der kommuntstifchen Der- ihrer üblichen Kras:rrio!ut!vn. In Wirklichkeit nahm die Versammlung lediglich Stellung zu den gegenwärtig zu ergreifenden Kampfmaßnahmen, und sprach dem Derbondsvorstand kür sein« energisch« Konferenz d-rJerlmerparieireferenieil Heute Oonneretag, dem ckS. März, 19'/, Uhr, in den Residenz- .?est?älen, Qmdsderger Straße 31.- Thema:„Die Jtr.se in Roß- land und die Stellung zur Kommunistischen Partei.— Für die Aussprache sind vorgemerkt: Adramowitsch, Alexander Stein, Theodor Dan, Paul Oevi u. a. Oer Bezirksvorstand. Haltung dos Vertrauen aus. Es braucht den von ehrlichem Vertrauen erfüllten Buchdruckern wohl nicht erst gesagt zu werden, daß der Derbondsvorstand alles daran fetzen wird, um ein« Ver- bindlichkeitserklärunq des von ihm einmütig abge- lehnten Schiedsspruches mit ollen Mitteln zu»er» hindern._ Vergleich in der mitteldeutschen Landwirtschaft Oer Vorschlag des Schlichters erledigt. Der seit Wochen in der muteldeutschen Landwirtschast gehende Lohnstreft ist jetzt durch«inen Vergleich zum Abschluß gebracht worden. Der Vergleich besagt folgendes: Mit Wirkung vom 16. März 1928 erhöht sich der tarifliche Epitzenbarlohn für Männer und Frauen u m j« 2 P f. die Stunde. Saweu ein« Erntezulag« nicht tariflich vereinbart ist, wird dieselbe Erntezulag« wie im Jahr« 1927 auch an Jahre 1928 mit der Maßgabe gewährt, daß sie um � Pf. je Stunde erhöht wird. Dieser Vergleich bleibt hinter den Wünschen des Deutschen Landarbeiierverband«, erheblich zurück. Trogdem ist er ein Er- folg, weil dadurch verhindert wurde, daß ein noch schlechterer Vepgleichsvorschlag Rechtswirtfarnkell erlangt«. Der Vergleichs- Vorschlag sah für den Spitzenlohnempfänger nur eine' Lohnerhöhung von Ii4 Pf. pro Stunde vor. Totsache ist, daß sich di« landwirt- schafillchen Unternehmer trotz allem Sträuben infolge des starke» Widerstandes des Deutschen Laudarbellsrverbandes mit dem Vergleich abfinden mußten. Veiriebsraiswahl in Mlnifterien. Der Hauptbetriebsrat beim preußischen Finanz- Ministerium und Ministerium des Innern wird am 17. und 18. März neu gewählt. Diese Wahl findet gemeinschaftlich mit den Neuwahlen der örtlichen Betriebsvertretungen und der Be- zirksbetriebsräte bei den preußischen Regierungen bei allen Dienst- stellen im Bereich« des preußischen Finanzministeriums und Ministe- riums des Innern statt. Wohlbereclstigt sind Angestellt« und Arbeiter bei den beiden Ministerien, bei der Bau- und Finanzdirettion und beim preußischen Statistischen Landesamt in Berlin, sowie bei den preußischen Oberprä- sidie», Regierungen. Landrotsämter, Kreis- kasJen.Satasterätntern, Hochbauämtern, Polizeipräsidien und sonstigen staatlichen Polizeidienststellen etuschließ- (ich Schutzpoltzei, H o ch bo u ö mt e r n. Grenzkom» mlssariaten usw. Jeder Wähler, der die Wahrnehmung seiner Interessen in be- währten und erfahrenen Händen wissen will, ist verpflichtet, seine Stimme auf die Vorschlagslist« Nr. 1. freigewerkschaftliche Angestellten- und Arbeiterkisi«(Hill«, Zechel, Beich usw.), abz h usw.), abzugeben. Diese freigewerkschaftlich« Einheitsliste ist eingereicht Zentrolverband der Angestellten(der Beruf». rgantsation aller Behördenanaestellten im Derwaltungs-, Kassen- nd Kanzleidienst), Bund der technischen Angestellten»nd Beamten, vom ori ai Verband der Gemeinde- und Staat-arbeite.r dem Deutschen Verkehrsbund. Sie enthält an aussichtsreichster stelle feit Jahren erprobte Kandidaten, die schon vewiesen haben, d«>�> sie sich für ihre Kollegen erfolgreich einsetzen können. Eine Stimmabgabe aur andere Listen bedeutet Zersplitterung und Schwächt'ng der geradn für di« Behördenangestellten und-arbeiter notwendigen ltfinheitsfroM. Bisher hatte der Hauptbetriebsrat beim preußischen Fin>.'nzininist«- rium und Ministerium des Innern neun freigewerklchaft- lich organisierte Mitglieder von insgesamt elf. Eine Abfuhr der Gisenbahnvsrwaliung. Mit Schnaps gegen ein Betriebsratsmitglied. In einem Eiseubahngüterwagen fand sich«ine zum Transport bestimmte Korbflaiche mit Branntwein, deren plom- bierter Verschluß geüiinet und deren Inhalt um einen Liter er- leichtert war. Es wurde ermittelt, daß ein Güterbode narbeiter H., der als Liebhaber alkoholischer Getränke bekannt und schon öfter betrunken bei der Zlrbeit onZecroffen war, sich an dem fremden Bronmwein gütlich getan hatte. Beamte des Eisenbahnüber. wachungsdienstes nahmen H. ins Gebet und forschten nach Mit» schuldigen. Nun stellte sich H. als Opfer einer B e r f ü h- rung hin. Cr gab an, ein Pocker B. habe ihm die geössnete Flasche zum Trunk dargereicht. Durch diese Angabe hat sich H. tatsachlich von einer Bestrafung freigemacht. Ihm geschah nichts. Aber der Packer B., der Mitglied des Betriebs- rats ist und sich seit zehn Iahren im Dienste der Elsenbalzn einwandfrei geführt hat. sollte über die Klinge springen. Seine Entlassung wurde beim Arbeitsgericht beantragt. Der Arbeiter H. trat als Zeuge auf. Er nznclft den Eindruck eines geistig minderwertigen Menschen. Cr hat Ich«? bei der Vernehmung durch den Eisenbahnbeamten in seinen Angcisten geschwankt und vor Gericht gab er schließlich zu, daß er den Arbeiter, der ihm die Flasche dorreichte, in dem dunklen Guterwagen gar nicht erkennen konnte, sondern nur annehme, daß es B. ge- «esen sei. Nach dieser der Eisenbahnverwaktnng völlig mißlungenen Beweisführung lehnt p das Ge- richt den Antrag auf Kündigung des Betriebs- ratsmitgliedes B. ab. Es ist unerhört, daß die Angaben eine» Trunkenboldes der Eisenbohnbehörd« gemigten, um gegen einen Arbeiter, der sich zehn Jahr« in ihrem Dienst bewährt hat, vorzugehen. Das Ofensehergewerbe in Bedrängnis. In dem in Nr. 117 de»„Vorwärts" unter dieser Uebcrschrisk veröffentlichten Bericht ist unserem Berichterstatter ein Irrtum unter- laufen. Don den 26 600 Wohnungen, die im Vorjahre gefchasfen wurden, hoben nicht 16 Proz. Ofenheizung, sondern immerhin noch 62 Proz. Ofenheizung. Zu dem Soufllkl mik den Gastwirten in Tegtl. Da lich tnzwifcher: herausgestellt hat, daß sich unter den in Tegel und Heiltgensec durch den Zentral oerband der Hotel-, Restaurant- und Case-Angestellten gesperrten Gastwirtsbririebe vier Mitglieder des Verein» der SckH» besitz er befinden, die Tarifkontrcchenlen sind— wo- allerdings versäumt worden ist, dem Verband mitzuteilen— ist die Sperre 110" diese Betriebe gegenstandslos geworden. Die Sperre wird daher Spielberg. Deutscher verkehrsbuud. Bezirk Spandau, Potsdamer Str. 4Z. Die Auszahlung der Unterstützung für die am Streik Beteilig««? erfolgt für Siemensstadt am Donnerstag, dem 15. März, ob 4 Uhr nachmittags w> Lokal von Gvrschcllki, Stemensicr. 26, Ecke Reis-« ftraß«. »cht»Hg, AKS.-Trevt-w! Äm FreUa», 1». März, 15 Vi tlhr, Zdtal von Seorge, Rennbahn,� Ell-Nstraßi, Hrrtenrnlung ellci t-oui- un» ftopfarteituir.nen.(sci'x'Vt Dr. Julius Mose» ipntflt über ,Le-. atUletuncspoBHI und fojuil« Fra«e"(1 UlSi. L-lliShU««» EvsÄ-incn � «rwmUrt Die LP?.-Zraltio-. W Frei« Sewerklihnstoi»-«,» tagen dir Gruppen: Snovften: bansl. �»är�b«denken."— Sr-z-Berli». Gruppcnhrim Zii lhof: Trmprll Lentr, Evvn«! ritbrniiergur Str. SvUpprnhe.m äskZZLMt-A otaq, iS'-4 Uhz, i. 66(SftucrDezr- Sni«uin �«nuaraa- SKaaou:«vrripprnorim ctaoi. Jngsnoyrim ueyrier t-r. I«— i«. nnurzgtinuunrn» frtec.— Sharlonrabpm:©nnnxitStlra Iugindkeiin Sprccstr. LS. Bvrtrag: »Mrin« Arbeit als BelrirbsrarD— irriur'ibrnnara:«rupp:nh?im ZuaiuX. h, in 9'ot«(i<)nle,(Ecttniiurotr Straß«. Vortrag:.MZ«?t>:chtun�n."— S»«. voldt: Gruppcnhr'.ni Zugrndne'm« Graun-, Sdt Lortzlngliroße. Vortrag:.Die r.öprnZit: Gruppe ichrnn Iusrndbain' Griwautr rau im PrcbuD vnsnro. Straße S. Vortrug:»Ter 6®toaD»ld«5 „VoUs-o Lescab rrivelbfi Zug»nbb,:m 9 lou-.rtsckaftlich- Plaud, brnd:„Auo llpton-oi: Zuz«,idie:M Litauer Sit, 18, Zimmer 2. Zuz-r.dgrupp«»«»?»«. Hkut«, Sletcuflalhrag-rt statt: Saüiacbcrq istrlirnd» Iugrndickiutl und die-Srwrrkflhaftcn�— Nirixrfchönrivr be, Bcelinrr Str. 31. Zieidrnvoriroa: ictrisn.'— Achtrnbrrg: Iugendhrii»?ogestr. 22. *_ ch«»» v«&-•«•/>#• QßTtfk* �' nijh c.nt Ql ULAU U«.«.» tut!) m Litauer Str. 12, Zimmer 2. den Arcis-MSSchcuabrnd im nrlair» Brrlrn.— i»>:»,l>«raer Plag: xxni., Zimmcr 2, falgrnbe l T»- Greta Tortrag!„Bub WWW ia'kchüktzr.Zrrntzrl.- Achtung, März'rirr! Wir brtriligrn uns am Sonntag. 12 März, an t>»r Miirzkrirr txs AsA-Ortz» kartrtl» w drr Stabthatlr ltrostrrsirußr.«arten find in dcn B«zirliN>»ee Iuocndgrupp« un» im Ortoburiau rrhÄUich. Eintritt titr Zuocndmitgliedrr i» Pf._ ««»antworilich für Politil: Dr.«utt»«yrr: Wirtschaft:«.«lingrlhcfni GewrrksÄasisdewrguna: Z. Gtriurri isouilleton: N. H. Döili.rr: Letale» und Sonstiars: AriZ st,rstä»t: Aineieta; r» SloE». sämtlich tu Berlin Berlag: i:orwärt»Brr>ag G m d H.. Berlin Druck: Borwärto.Buächruckrret und Äcrlaasa-nstaN Paul Singer u Co Berlin SB 22 Lind'nstrak» L. Sivuu 3«riloaeu...Uuteibaltuua NN» Wiste»" und.�sraurnvimme". NUUiMl« ftiwrdhmsc �OsJiHC� ■Itueoibn tel Hagen- und Oarm- crHrankun-en (U-benäuerung— n, Sod- hrennen, HyperazMItM) und Darmkatarrhen I FachlngEr Terundstell«, Bertis SV N 1-chOneberRer Mr. 16a TcL Lfluo« 8 6-61 Die Forderung der NeuzeH f/jen, verlangt von Jtr Hauefreu, dar Ja* Milittee Wohl der ganten Familie anvertraut Itt, heute ein größeree VertlSndnit für den Nährwerl der Speh ele wie dex früher der Fall war. Deshalb hat das wieder neu erschien---- Dr. Ovtker» Sehalkothbudt Ausgabe C bereits begeisterte Aufnahme gefunden, weil es für Jede Haasfrau und besonders für die angehenden ein guter Ratgeber für die Haushaltfährang sein will, denn es trägt den veränderten wirtsehaftliehen Verhä.'tniseen Rechnung and berüeksichtigt die neuen Foredtunge-Eraebniese in der Er nährung swistensrha ff. 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Beilage des Vorwärts Donnerstag, 15. Mörz 192S Die Bluttat der 24jährigen. Liegt Vorsatz und Lteberlegung vor? Die Vernehmungen in der TRordsache Schuler-Ehar- iolten strafe haben im Lause des geslrigsn Tages eine Wendung genommen, die siir die verhaftete Erna Anthony s e h r b c d e n k l ich ist. Die Darstellung der Kontoristin, sie hätte die Bluttat in einem Anfall plöhlicher über. menschlicher Erregung begangen, wird durch die Nachforschungen der Kriminalpolizei und die zahlreichen Zeugenvernehmungen schwer erschüttert. ivtchr und mehr gewinnt es den Anschein, daß die Tötung der Frau Schüler vou dem jungen Mädchen mit Vorsah und Aeberlegung ousgefühet worden ist. Erna Amhony hatte angegeben, daß sie durch Zufall, als sie da» Bureau verließ, mit der Aufmartesrau Schüler auf der Hintertreppe zusammentraf und von dieser wiederum i n erpresserischer Absicht bedroht worden sei. Da habe sie die Wut gepackt, sie habe«in Messer, das in der angrenzenden Kammer lag, ergriffen und der Frau dann in maßloser Erregung die furchtbaren Schnittwunden beigebracht. Die Ermittelungen des gestrigen Tages haben ergeben, daß dieser Bericht der Anthony der Wahrheit nicht entspricht. Am Montag nachmittag noch Geschäfts- schluß hat vielmehr Erna Anthony die Frau Schüler unter einem V o r w a n d noch einmal ins Bureau kommen lassen. Hier kam es dann zwischen den beiden Frauen zu der Auseinander- s e tz u n g, in deren Verlaus die Mordtat geschah. Noch schwerer ober fällt gegen Erna Anthony ins Gewicht, daß nach den Aussagen der Angestellten der Firma Becker u. Ehmer in der Ausräumekammer niemals ein Btesscr gelegen hat, das zum Kartonschneiden verwendet worden wäre. Di« Mordwaffe hat die Anthony nach ihren widerspruchsvollen Aussagen ineinenMüll- kästen oder einen Gully geworfen. Genaues kann oder will sie nickst onosben. Die untersuchende Mordkommission neigt nun sehr zu der Ansicht, daß Erna Anthony sich das Messer irgendwo gekauft hat, aus dem Plane heraus, die TNIkwisserin ihres Liebes- Verhältnisses unschädlich zu machen. Sie hat es dann noch Ansicht der Polizei sortgcworfen, um dieses wichtigste Material für den Verdacht des Vorsatzes und der Ueberlegung loszuwerden. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei noch diesem Messer sind bisher ergebnislos gewesen. Kriminalkommissar L i p p i ck bittet dringend, ihm in Zimmer 175 des Polizeipräsidiums zweckdienlich« An- gaben über den Verbleib des Messers, sowie darüber zu machen, bei wem und wann sich die Kontoristin ein dolchartiges Messer ge- kauft hat. Die Vernehmungen werden heute fortgesetzt werden. Gestern nachmittag ist im Schauhause durch Pros. Dr. Strauch als Gcrichtsarzt die Leiche der ermordeten Frau Schüler ob du- ziert worden. Im Gegensatz zu den ersten Feststellungen am Tat- ort ergab sich, daß die Wunden von durchgehenden Messerschnitten herrühren und nicht von Einstichen, wie man zunächst annahm. Die Hauptoerletzungen, deren jede genügt hätte, den Tod herbei« zuführen, sind zwei Schnitte, die mit der ganzen Schneidenlänge des Messers geführt worden sind. Sie haben, wie schon erwähl« wurde, den Kopf fast vom Numpse getrennt. Nach dein Verlauf der Verletzungen ist zu schließen, daß der Angriff nicht von vorn, sondern hinterrücks oder seitlich erfolgte. Im Laufe des gestrigen Tages wurde«in« ganze Reihe von Zeugen vernommen, Zeugen, die sowohl die Anthony wie auch Frau Schüler aus persönlichem Umgang kannten. Die Mord- kommisslon hofft, auf diesem Wege das Dunkel lichten zu können. das immer noch über dem eizenllichen Beweggrunde liegt. Alle Vernommenen sagen übereinstimmend aus, daß sie der einen nicht Erpressungen und der anderen nicht eine solche Bluttat zugetraut hätten. Di« Mordwaffe ist trotz allen Suchen» noch nicht gesunden. Wehren an der Brandstätte eintrafen, bildete der gesamte Schuppenkomplcx«in großes Feuermeer. Der hestige Wind entsachte das Feuer immer wieder und trieb starke Flammengarben gegen die angrenzende Fachwerkglebelwand der Rohkalisabrik, die gleichfalls in Brand geriet. Das Gebäude war bald mit so dichten Oualmmassen angefüllt, daß die Wehrleute nur mit Gasmasken versehen gegen den Brandherd vordringen konnten. Zum Glück wurde das Feuer nach dieser Seite bald abgeriegelt und komite durch starkes Wassergeben niedergekämpft werden.— Di« Entstehungsursache ist noch völlig ungeklärt. Zn dsn Händen des Erpressers. Wenn man Briefe schreibt. Reisebekanntschaften können unangenehme Folgen haben! So geriet auch die Frau eines angesehenen Arztes in einer größeren Provinzstadt in eine peinliche Lage: Sie mußte gestern als Zeugin in einem Erpresferprozeß auftreten, der vor der Strafkammer des Landgerichts I unter Borsitz vou Landgerichtsrot Meyerhoff zur Verhandlung gelangte. Angeklagt war wegen vollendeter und versuchter Erpressung der Vhotograph Rudolf Schlesinger, der gegen das Urtell des Schöffengerichts, das ihn zu 1 � Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt hatte, Berufung eingelegt hat. Die Frau machte auf einer Reis« in Leipzig auf dem Hauptbahnhof die B?kanntschast des jungen Mannes und blieb mit ihm auch noch einige Zeit in brieflichem Berkehr. Plötzlich kam- unter Drohungen von beni sauberen„Kavalier" eine Geldsorderung von 5Ö0 Mark. In ihrer Angst zahlte sie da» Geld und einig« Zeit darauf nochmals dieselbe Summe. Diese Nachgiebigkeit erwies sich als falsch, denn bald darauf kam eine neue Forderung. Dies- mal wurde verlangt, daß 1000 Mark telegraphisch nach dem Postamt in der Neuen Königstraße geschickt werden sollten, anderen- falls würden die Briefe dem Ehemann ausgehändigt werden. Nun reiste die Bedrohte nach Ve'lin und lieh den Erpresser, als er da» Geld abheben wollte, festnehmen. Die Frau des Arztes befindet sich in einer peinlichen Situation, da der Ehemann von den Dingen, die sich abgespielt haben, keine Ahnung hatte. Die Terminsladungen hat sich die Zeugin bisher stets über die Adresse einer Freundin zustellen lassen. Für die Berufungsverhandlung hat Rechtsanwalt Mendel den Beweis angetreten, daß der Angeklagte Schlesinger insolge erblicher Belastung nicht voll zurechnungsfähig sei und auf seinen Antrag ist Obermedizinalrat Dr. Bürger als Sachverständiger geladen. Dr. Bürger begutachtete, daß der Angeklagte zwar erblich belastet, aber keineswegs oeisseskrant fei. Der Angeklagte be» hauptete, daß die erste Zahlung der erpreßten Frau freiwillig erfalgt sei, da die gezahlten 500 M. ein Darlehen sein sollten, für das er«inen Wechsel in einem Eafe in Leipzig ausgestellt habe. Die Zeugin b e st r i t t das. Da aber Rechtsanwalt Dr. S. Mendel auf der Ladung eines von ihm benannten Kellners aus dem Leipziger Eaf« bestand, war dos Gericht gezwungen, die VerHand- lung zu v e r t a g e n. Es wurde beschlossen, den Kellner zu laden. Der Haftbefehl gegen den Angeklagten blieb jedoch be- stehen._ Feuer bei Kunheim in NiederfchSueweide. Mit der Bekämpfung eine» größeren Feuers waren mehrere Löschzüge gestern nachmittag auf dem Gelände der Chemischen Fabrik von Kunheim in der Berliner Straß« 140 in N i ed e rsch ö n e w ei de. fast drei Stunden lang beschäftigt. Zwei große Lagerschuppen von etwa 20 Meier Länge wurden ein Raub'der Flammen.—- Kurz vor 16 Uhr züngelten aus dem Dach des einen Schuppen», In dem sich die A r b« i t e tg a r d e r o b en befinden, an zwei Stellen plötzlich meterhohe Flammen hervor. In wenigen Minuten hatte das Feuer den Holzbau in seiner ganzen Ausdehnung ersaht und war aus einen anschließenden Lagerschuppen, in dem Baumaterialien aufgestapelt waren, übergesprungen. Als die Sonntag, den 1». Mörz, beteiligen sich die Senossinnen und Genossen zahlreich an der vom Reichsbanner veranstalteten ScdächtnlSfeler für die Märzgefallenen mittags 12 Uhr im Lustgarten und anschließend an dem Abmarsch 15 Uhr, Küstriner Platz. Umzug im Znedrichsham, Hinchcliff« überfällig. Angeblich über Neufundland gesichtet. London, 14. März. Der Funker Zohn Tilley der Western Union Funkstation hearts Content ans Neufundland verbreitet die Nachricht, daß er heute mittag 1.35 Uhr slS.ZO Uhr mitteleuropäische Zeit) ein Flugzeug in nordwestlicher Richtung passieren sah. New Aork. 14. März. Der rnglischc Ozeanflieger Hinchcliffe, der unter normalen Um- ständen heute vormittag Neufundland hätte erreichen müssen, ist nunmehr schon mehrere Stunden überfällig. Bon Land aus wird scharfe Ausschau nach dem Flieger gehalten. Eine neu- seeländische Fischereiflott«, die etwa 200 Meilen von der Küste entfernt tätig ist, wurde ebenfalls benachrichtigt, nach dem Flieger auszuschauen. Hinchclisf? führt Brenn st osf für 4S Stunden an Bord, und seine Maschine ist sähig, eine Durchschnittsge- schwindigkeit von 100 Meilen einzuhalten. Man hegt über das Ge- lingen des Fluges einige Besorgnis, da sich die Wettcrbedingungen verschlechtern. An der Küste von Neufundland herrscht Nebel, aus östlicher Richtung Ist ein Sturmgebiet im Anzüge. Man nimmt jedoch an. daß Hinchcliffe dieses Schlechtwettergebiet nördlich umfliegen wird, da die Wetterverhältnisse im Norden wesentlich günstiger sind. Es soll wieder wärmer werden. Die gegenwärtige Witterung wird sich, nach den Mitteilungen de» Wetterdienste», in den nächsten Tagen nicht wesentlich ändern. Während der Tagesstunden wird das Ouecksilber einige Grad über Null sein, in den Nächten dagegen werden die Temperaturen noch immer— 4 bzw.— 6 Grad betragen. Im W e st e n Deutschlands macht sich bereits eine stärkere Er- w ä r m u n g bemerkbar, und in der R h« i n z e g e n d trägt das Wetter stellenweise schon wieder frühlingsartigen Charak- t e r. Die Tagestemperaturen betrugen durchschnittlich bis zu 6 Grad Wärm«.— Im O st e n Deutschland« stehen+ 1 und-4- 2 Grad Tagestemperatur—12 bis— 13 Grad s Schlesien und Ostpreußen) in der Nacht gegenüber. Im allgemeinen sind Niederschläge nir- gends zu verzeichnen, med wenn nicht alles täuscht, geht es nun doch endlich auf den Frühling zu. AuSfchutzberatung über die Flugplatzverlegung. Nachdem der von der Stadwerordnetenverscnnmlung eingesctzle Unterausschuß zur Prüfung der Magistratsvorlag« über die Vor- legung der Deutschen Versuchsonstalt für Lustfahrt von Adlershof nach Britz das Britzer Gelände besichtigt hat, werden heute vor- mittag die letzten Verhandlungen stattfinden. Der kleme Unteraueschuß wird um 10 Uhr mit einer Sitzung beginnen, in der die sinanziellen Unterlogen der einzelnen Projekte geprüft werden. Um 11 Uhr wird anschließend an diese Berntungen der Aus- fchuß zusammentreten und die letzten Beratungen über die Vorlage pflegen. Zu dieser Sitzung sind«ine Reih� von Sachverständigen geladen, die über die flugtechnische Eignung des Britzer Geländes lluskunft geben sollen. Neben Pros. Hobsch� dem Flieger Koppen und dem Meteorologen Herscberg sind die Flugsachocrständigen Binder und Hanuschte geladen worden. Zu einer Entscheidung wird es in dieser Sitzung nicht kommen, da die Vertreter der Fraktionen sicher erst mit ihrer Fraktion Fühlung nehmen müssen. Menfchen.Göttern gleich... 44, Roman von yerbert George Wells. „Reizende Aussicht!" sagte Mr. Mush mißmutig.„Aus einer Kanone durch den Weltraum geschossen zu werden— versuchsweise." „Und darf ich fragen," ertönte die Stimme von Pater Amerton.„darf ich nach der Art dieser Behandlung fragen. dieser Versuche, bei welchen wir sozusagen die Versuchs- tananichen sein sollen? Soll es eine Art Impfung sein?" „Injektionen," erklärte Mr. Barnstaple. „Ich habe mich noch nicht recht entschieden," sagte C'der.„Das Problem wirft Fragen auf, die in dieser Welt seit Generationen vergessen sind." „Ich möchte gleich betonen, daß ich ein eingefleischter Impfgeaner bin," sagte Vater Amerton.„Absolut. Impfung ist eine Vergewaltigung der Natur. Wenn ich irgendwelche Zweifel gehabt hätte, als ich in diese Welt der— Entartung kam, so habe ich jetzt keine mehr. Nicht im geringsten! Wenn Gott beabsichtigt hätte, daß wir diese Sera und Bäk- tericn in unsere Leiber bekommen sollten, hätte ER natür- kichere Mittel vorgesehen, als eine Spritze, damit wir ihrer teilhaftig würden." Eoder ließ sich über diesen Punkt in keine Diskussion ein. Er fuhr fort, sich weiter zu entschuldigen. Er müsse die Erdlinge bitten, sich eine Zeit lang innerhalb gewisser Grenzen zu halten, sich auf die Felsspitze und die Hänge unterhalb bis zu den Bergwänden zu beschränken. Ferner sei es unmöglich, junge Leute hierher zu setzen, um sie zu bedienen, wie dies geschehen sei, sie müßten selbst für sich kochen und überhaupt selbst für sich sorgen. Die nötigen Vorrichtungen seien oben auf dem Gipfel des Felsens zu finden, und er, sowie Serpentin würden einige nützliche Er- tlärun'gen geben. Sie würden genügende Borräte für sich vorfinden. „Dann sollen wir also hier allein gelassen werden?" fragte Mr. Catskill. � „Einige Zeit. Wenn wir in unserer Aufgabe klarer sehen, werden wir wiederkommen und euch mitteilen, was wir zu tun gedenken* „Gut!" sagte Mr. Catskill.„Gut!" „Ich wollte, ich hätte mein Mädchen nicht mit dem Zuge fahren lassen", sagte Lady Stella. „Ich bin bei meinem letzten sauberen Kragen ange- langt", sagte M. Dupont mit bittersüßer Miene.„Es ist kein Spaß, diese Sonntagspartie mit Lord Barralonga." Lord Barralonga wandte sich hastig zu seinem beson- deren Günstling.„Ich glaube, daß Ridley das Zeug zu einem sehr guten Koch in sich hat." „Ich habe nichts dagegen einzuwenden, meine Geschick- lichkeit zu erproben," sagte Ridley.„ich habe schon alles mögliche gemacht— und einmal habe ich einen Dampf- wagen bedient." „Ein Mann, der«in solches Ding in Ordnung halten kann, der kann allerhand", sagte Mr. Penk mit ungewöhn- licher Begeisterung.„Ich bin gern bereit, mich neben Mr. Ridley aushilfsweise in allem nützlich zu machen. Ich be- gann meine Laufbahn in einer Schiffsküche und ich schäme mich nicht, es zu bekennen." „Wenn uns der Herr die Geräte zeigen will", sagte Mr. Ridley auf Serpentin zeigend. „So ist's", sagte Mr. Penk. „Und wenn jeder von uns so wenig wie möglich Um- stände macht", sagte Miß Greeta Grey. „Ich glaube, wir werden wirtschaften können", sagte Mr. Burleigh zu Ceder.„Wenn Sie uns zuerst eine kleine Anleitung und Hilfe gewähren wollen." 2. Ceder und Serpentin blieben bis zum späten Nach- mittag mit den Erblingen auf dem Quarantänefelsen. Sie halfen ein Abendessen bereiten, und stellten es im Burghof auf. Sie verabschiedeten sich mit dem Versvrechen, am nächsten Morgen wiederzukommen, und die Erolinae sahen ihnen und den sie begleitenden Flugzeugen nach, als sie in die Lüfte aufstiegen. Mr Barnstavle war überrascht, al» er sich dabei er- tappte, daß ihr Fortgehen ihn verstimmte. Er hatte das Gefühl, daß sich Unheil unter seinen Gefährten vorbereite und daß durch die Abwesenheit der Utopen ein Hindernis für das Eintreten dieses Unheils beseitigt sei. Er hatte Lady Stella bei der Zubereitung einer Omelette geholfen und sollte eine Schüssel und eine Bratpfanne in die Küche zurück- bringen, nachdem aufgetragen war, so daß er der letzte war, der sich an die Abendtafel setzte. Er fand das Unheil, das er befürchtete, in vollem Gang. Mr. Catskill hatte sein Abendesien bereits beendet und stand mit einem Bein auf einer Bant, indem er der übrigen Gesellschaft«ine Rede hielt. „Ich frage Sie, meine Herren und Damen," redete Mr. Catskill,„ich frage Sie: Steht nicht über dem Erlebnis dieses Tages„Bestimmung" groß geschrieben? Nicht um- sonst war dieser Ort in alten Zeiten eine Festung. Nun ist er nahe daran, wieder eine Festung zu werden. Hm— eine Festung... Neben einem solchen Abenteuer werden die Geschichten von Cortez und Pizarro verblassen." „Mein lieber Rupert." rief Mr. Burleigh,„was hast du dir wieder in den Kopf gesetzt?" Mr. Catskill erhob dramatisch zwei Finger:„Die Er- oberung einer Welt!" „Guter Gott!" rief Barnstaple.„Sind Sie verrückt?" „Wie Clive." sagte Mr. Catskill,„oder Sultan Baber, als er nach Panipat marschierte." „Es ist ein gewaltiges Vorhaben!" sagte Mr. Hunker, der offenbar auf diesen Vorschlag vorbereitet war,„aber ich bin geneigt, ihm ein Ohr zu leihen. Die Alternative ist, soweit ich es überblicken kann, von innen und außen ge- scheuert und weißgcwaschen, dann in unsere eigene Welt zurückgefeuert zu werden— mit der Aussicht, auf dem Rück- weg ziemlich stark verbeult zu werden. Erklären Sie es ihnen, Mr. Catskill." „Erkläre es ihnen," sagte Lord Barralonga, der auch vorbereitet war.„Ich gebe zu, es ist ein Wagnis, aber es gibt Situationen, in denen man Hasard spielen muß, oder es wird mit einem gespielt. Ich bin ganz für die Aktivität." „Es ist Hasard— sicherlich," sagte Mr. Catskill,„aber auf dieser engen Halbinsel, auf dieser Qudratmeile Landes erwartet das Geschick zweier Universen seine Entscheidung, mein Herr. Jetzt ist keine Zeit für Zaghaftigkeit und für lähmende Bcdenklichkeit. Ueberlege schnell— handle schnell!" „Das ist ja einfach gruslig," rief Miß Greeta: klatschte mit den Händen auf die Knie und lachte Mr. Mush strahlend an. „Diese Leute," unterbrach Mr. Barnstaple,„sind uns um dreitausend Jahre voraus. Wir sind wie eine Handvoll Hottentotten in einer Schaubude in Carls Court, welche die Eroberung von London planen."(Fortsetzung solgt.) Abermals ein Förderlorbunfall. Versagen einer Bremsvorrichtung. Bochum. 14. März.(Eigenbericht.) Im Schacht II der Zeche Schlegel und Eisen der Bergwerks-Gesellschaft.Libernia" in Herten bei Erkenschwick ereignete sich durch Versagen einer Brem»- Vorrichtung kurz vor Beendigung der Kohlensörderung ein Seilfahrtsunsall. der wie durch ein Wunder sich nicht zu einem Unglück gestaUete, das der noch in frischer Erinnerung stehenden Katastrophe auf Zeche„Ewald-Fort- s e tz u n g' nicht viel nachgestanden hätte. Der ausfahrende Förderkorb verfing sich aus bisher noch ungeklärter Ursache nach Ueberfahren der Schachthängewand unter der Seilscheibe: der Förderkorb wurde in seinen oberen Teilen beschädigt. Einem außerordentlich glücklichen Zufall ist es zu verdanken, daß sich keine Personen in dem Förderkorb befanden. Sieben Steiger, die den auffahrenden Förderkorb benutzen wollten, blieben wegen der Verzögerung eines Kollegen zurück. Es wäre sonst jedenfalls eine größere Anzahl von Opfern zu beklagen gewesen. Der hinabgehende Korb fiel in den Sumpf: der einzige Mitfahrende, ein Pumpenwärter, erlitt Schenkel- Verletzungen und Quetschungen. Der Fördermaschinist, ein älterer Mann, der die Maschine schon 82 Jahre bedient, gibt an, daß er mit der Hüfte gegen das Dampfabsperrventil gestoßen habe: hierdurch wurde der Dampf abgesperrt, so daß die Moschine nicht- mehr funktionieren konnte. Zu seinem Schrecken konnte der Maschinist den Korb nicht mehr halte», weil er keinen Gegendampf geben konnte. Die Förderung ist unterbrochen. Die Untersuchung des Bergamtes ist noch nicht abgeschlossen. Würde sich das Unglück etwas später er- eignet haben, so hätte es wahrscheinlich katastrophale Ausmaß« an- genommen. Eine Liste der Raufbolde. Sie bekommen nichts mehr zu trinken. In der letzten Zelt ist es wiederholt vor den Potsdamer und Brandenburger Gerichten zu Prozessen gekommen, die auf Ausschreitungen von Schiffern zurückzuführen sind, die in den am Wasier der H a v e l gelegenen Wirtschaften zu verkehren pflegen. Immer waren es gerichtsbekannte Raufbolde, die in oer- schiedene» Gaststätten Uebersälle oerübt hatten. Der Landrat des Kreises W e st h a v e l l a n d hat nun mit Zu- stimmung des Regierungspräsidenten in Potsdam und des Kreis- ausschusses eine P o l i z e i v e r o r d n u n g für Raufbolde er- lassen. Darin heißt es:„Personen, die offenkundig zu Gewalttätig« leiten und zu Unfug und Radau neigen oder die sich bei öffentlichen Tanzlustbarkeiten oder ähnlichen Veranstaltungen nicht friedlich zu oerhallen pflegen(Raufbolde), sind in«ine der Ortspolizei- behörde ihres Aufenthaltsortes zu führende Liste(Raufbold- liste) einzutragen. Die Eintragung erfolgt auf bestimmte Zeit und ist dem Betreffenden sofort mitzuteilen. Den in der Rausbold- liste eingetrogenen Personen ist der Aufenthalt in Räumen, in welchen Veranstaltungen der oben bezeichneten Art stattfinden, sowie während der Dauer solcher Veranstaltungen auch in alle« andereu zum Ausschank geistiger Getränke bestimmten Bäumen verboten. Der Ausenthall in den Räumen darf ihnen nicht gestattet werden. Die Abgabe und der Verkauf geistiger Getränk« an sie ist für die Dauer der Veranstaltung verboten." Die Verordnung des Londrats von Westhavelland ist zu b«- grüßen. In die Kneipe laufen und ihr Geld versaufen sollen nur Leute, die gemütlich bleiben und sich nach genosienem Alkohol stillschweigend in sämtliche Betten verfügen, ohne ihren Mitmenschen die Zähne ein- und Stühlen und Tischen die Beine abzuschlagen! Die Voruntersuchung gegen Langkopp. Bon der Staatsanwaltschaft I! ist m dem Straf- verfahren gegen den Farmer Heinrich Langkopp die Vor- Untersuchung wegen Vergehens gegen das Sprengstoff- gesetz, räuberischer Erpressung und Mordversuch» beantragt worden. Rechtsanwalt Dr. Frey hat bei dem Ermittlung»- verfahren des Amlsgeri�ts Schöneberg den Antrag auf Anberaumung eines mündlichen Hastprüfnngstermines gestellt. Oos Schinkelfest. Das berühmte Schinkelfest, da» alljährlich am 13. März zum Geburtstage des Berliner Meisters vom Architekten» und Jngenieur-Aerein gefeiert wird, vereinigte auch diesmal eine große Zahl von Vereinsmitgliedern und geladenen Gästen au» den Spitzen iin Bau- und Ingenieurwesen zu einem geselligen Zu- sammensein. Der Vorsitzende Prof. Dr.-Jng. G i e s e ehrte das An- denken Schinkels, der in sittlicher Beziehung sowohl als Mensch wie als Künstler ein Vorbild für junge Archllekten und Bautünstler gerade in heutiger Zeit fein soll. Aus dem Geschäftsbericht ging hervor, daß der Verein heute 1985 Mitglieder umfaßt. Der all- jährlich im Wettbewerb ausgeschrieben« Schinkelpreis kam in diesem Jahr nicht zur Verteilung, die Schinkelplakette erhielten die Re- gierungsbauführer(«. Bopp. Berlin: W. Sahr. Charlottenburg. Dr.-Jng. H. Böhnig, Berlin, und H. I. Grvthe, Zehlendorf. Den anschließenden Festoortrag über.Luftschiff und Flugzeug als Weltverkehrsniitlel" hielt Marinebaurat E n g b c r d i n g. Der Bartragende gab seiner Meinung Ausdruck, daß das Luftschiff gegen- über dem Flugzeug in Deutschland sehr vernachlässigt worden sei. obwohl es während des Krieges weitaus feine Leiftungssähigkeit speziell im Ueberbrücken großer Entfernungen bewiesen hätte. Da- gegen hätte sich das Flugzeug trotz aller Subventionen und Förde- rungen durch das Reich noch nicht zu dem Verkehrsmittel entwickelt. das es seiner Natur nach sein mühte. Der Luftschiffahrt gehöre die nächst- Zukunft, sie gestalte sich nur für Deutschland schwierig, da die Mittel nicht vorhanden wären, mit den anderen Ländern zu kon- kurrieren. Als abwegig muß es bezeichnet werden, daß der Redner wie so viele seiner Fachkollegen sich immer das Schema und die Beweggründe anderer Staaten zugrunde legt«. Die militärisch stra- tegischeu Hintergründe, die jene zum Lau von schweren Luftschiffen oeranlassen, können in einem Friedens- und Dolksstaat wie Deutsch- land niemals ausschlaggebend werden. So kann auch der größte Teil seines Vortrages nicht interessieren, der die Luftschiffbmtten und Luftschifslinien der Fremdstaoten und die Mittel und Anstrengungen jener Länder behandelte, welche zu kriegerischen Zwecken geschaffen werden. Chilenisches Glockengeläut im Rundfunk. Eine der angesehensten Ordensgesellschaste» Chiles, die„Basilika de la Merced" in Santtago, hat bei den Siemens-Schuckert-Werken ein elektrisch betrieben.es Glockenspiel mit 24 Glocken, das größte bisher vorhandene, bestellt. Ehe es aber(eine Reis« nach Südamerika antritt, wird da» Glockengeläut von den meisten deut- schon Sendern übertragen werden. Da» wird am heutigen Donnerstag, 20 Uhr 10 Minuten, geschehen. Lieferant der Neue weltliche Schulen in Berlin. Oer Kampf im Bezirk Prenzlauer Berg. Die Echuldeputatton für die Verwaltungsbezirke 1— 6 hat. wie wir bereits berichteten, in ihrer letzten Sitzung die Einrichtung oon 6 neuen welllichen Schulen beschlossen auf Grund der von den freien Schulgemcinden Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg gestellten Anträge und des durch Unterschriften nach- gewiesenen Bedürfnisses. Mit Beginn des neuen Schuljahres werden also neu eröffnet werden: 1 Doppelschule in Prenzlauer Beog(Sonnenburger Straße), 1 Doppelschule in Friedrichs- Hain(K o p p e n ft r a ß e). 1 Doppelschule in Kreuzberg(D i e f f e n- b a ch st r a ß e). Lehrkräfte, die sich für den Dienst an weltlichen Schulen melden, werden gebeten, ihr« Adresse mitzuteilen an den Vorsitzenden des Bezirksoerbandes Berlin des Bundes der freien Schulgesellschaften, Rektor Richard Schröter, Berlin NO. 55, Goldaper Straße 9. Ein scharfer Kampf mußte im Bezirk Prenzlauer Berg geführt werden. Ueber den Schulstreik, zu dem die„Christlich-Unpolitischen" dort die Elternschaft aufgehetzt haben, ist am Mittwoch in der Abend- ausgäbe berichtet worden. Ein im Bezirk zusammengetretener „Ausschuß zur Erhaltung der evangelischen Volksschule" bearbeitete die Elternschaft mit unwahren Behauptungen durch Flugblätter und Hmisagitation, che die freie Schulgemeinde Prenz- lauer Berg sich endgültig für die Errichtung einer neuen Schule entschieden hatte. Diese christlich-unpolitische„Vorarbeit", die auch von der Lehrerschaft unterstützt wurde, veranlaßte die freie Schul- gemeinde zu einer energischen Werbe- und Abwehraktion. Der Gegenstoß war ein voller Erfolg. Ein« Kampfversammlung, in der Genosse Bürgermeister Dr. Ostrowski sprach, war über- füllt, viele mußten umkehren. Schon zu Beginn der Versammlung bewiesen die Gegner durch proookatorifche Zwischenrufe(auch aus den Reihen der Lehrerschaft, die sich dadurch selbst charakterisierte), daß es ihnen nicht auf sachliche Auseinandersetzung ankam. Sie mußten sich eine entsprechende Absuhr gefallen lassen. Genosse Ostrowski wies nach, warum wir weltliche Schulen haben müssen. Die wirtschastliche und gesellschaftliche Entwicklung erfordert, wenn Deutschland im Weittanipf der Völker bestehen will, die Heran- bildung eines neuen Menschen. Die Well steht nicht stille— auch nicht auf dem Gebiet der �Erziehung. Die Gegner, die sich heute noch wütend gegen die neue Schule wehren, werden durch die Macht der Verhältnisse auch zu einer Umstellung auf schulische,» Gebiet gezwungen werden. Die Praxis der weltlichen Schule beweist, daß ihr in Zukunft der Sieg sicher ist. Die Gegner sielen in der Debatte gänzlicb ab, zmnol sie sich persönlicher Angriffe bedientem Der zuständige Pfarrer von Gethsemane war anwesend, nahm aber nicht das Wort. Er beschränkte sich aus genaue Niederschrift der Ausführungen des Referenten, die wohl für die Bericbterjtalter der kirchenireundlichen Presse dienen soll. Ein paar schwarzweißrote Blättchen benutzten bereits die Ausführungen des Reserenten unter Verdrehung zu einer persönlichen Hetze. Die weltliche Schule marschiert in Berlin. Am 1. Ianuo« bestanden in Berlin 42 weltliche Schulen und 3 Filialen mst 556 Klassen und 18 121 Kindern. Ostern 1928 wird mit den neuen Schulen die Zahl 50 erreicht sein. Sozialistische Arbeiterjugend Grotj-Berlin SPD. Kreis Friedrichshain KUNDGEBUNG zum achtzigsten Gedenktage der 48er Revolution am Sonntag, den IS. März Treffpunkt der SAJ. 14'/, Uhr Weberwiese Treffpunkt der Partei 15 Uhr Comeniusplatz Demonttration durch den Bezirk Friedrlduhain Scfatahkundgebong aal dem Sportplatz Frledridbihatn Glocken ist die Glockengießerei Mobil«, u. Co., Soarburg, de» mechanischen Teile, die Turmuhrenfabrik Eduard Korfhage u. Söhne, Buer(Bezirk Osnabrück)._ Oer Oammbruch in Kalifornien. 274 Tote geborgen, 850 weitere vermißt. ytero York. 14. März. Nach den letzten Meldungen aus Kalifornien sind 274 Tal« ge- borgen. 850 weitere Meafcheu werden vermißt, so daß sich die Zahl der Toten noch ganz erheblich erhöhen wird. Die Liste der fest- gestellten Toten weist mehrere deutsche Nomen auf. Das ganze Tal ist eine einzige rauschende Wasserfläche, in der noch immer ein reißender Strom erkennbar ist. Man rechnet noch mit 2 0 M i l- Ikonen Dollar Sachschaden. Heber die Ursachen ber Kola- strophe ist man sich noch immer nicht im klaren. Die größte Möz- lichkeit besitzt die Annahme, daß dos Wasser bereits seil Monaten den Damm nnterspülle, daß ferner auch Dynomitsprengungen in der Röhe den Damm erschütterten. Seinen 70. Geburtstag feiert heute Paul Lusche, ein alter Veteran der Berliner Sozialdemokratie. Viele Jahrzehnt« stand er auf führendem Posten im ollen 4. Berliner Reichswgswahlkreis. Wie in der Partei, so war er auch lange Jahr« im Holzarbeiter- verband tärig. Die Partei wünscht dem alten Vorkämpfer einen langen und gefunden Lebensabend. Die.körperkulturschule Adolf koch" teilt mit, daß die Kotten für die zweit« Nacktkulturmattne«, die am Sonntag, dem 25. März, in der Piscator-Buhne stattfindet, ausverkaust sind. Die von den Funktionären bestellten Kotten liegen in der Geschäftsstelle, Friedrichstraße 218, zur Abholung bereit. .Der Gehelmrat macht Geschäfte.' Auf unser« in der Sonn- abendo bendausgab« oerössentlichten Ausführungen haben sich noch ein« Reihe Zeugen gemeldet, die das von uns mitgeteilte Btotettal bestätigen. Auch der von uns leider irttümlich totgesagte Mar Fröhlich hat uns weitere Angaben über diese Dinge gemacht und in allernächster Zeit soll eine Reihe von Prozessen über die An- geiegenheit durihgefühtt werden. Dr. med. Bornsteins Lottrag„Aus dem Gebiet der Hygiene' war eine temperamentvoll« Streitrede für gesunde Lebensformen. Der Vortragende oettrat die richtige Ansicht, daß die Grundbedingung jeder hygienischen Lebensführung gesunde Lebens- möglichkeit gibt. Gibt es genügend vernünftig gebaute, sonnige Woh- »ungen, ist jedem mindestens ein auskömmliches Existenzminimum sicher, so wird es weniger Volkskrankheiten, weniger schwächlick)«, sieche Iichividuen geben. Vor allem wird die Ausbreitung der Tuber- kuloje verhindert werden, wenn nickst mehr, wie heute in Deutsch- land, über 35 000 an offener, akso ansteckender Tuberkulose leidend« Menschen ihr Bett mit anderen teilen müssen. Die Frage nach einer möglichst zweckvollen Ernährung wurde ebenfalls in dem Vortrage gestreist. Dr. Bornstein betonte, daß der gesundheittiche Wett des Fleisches vom Publikum vielfach überfchätzl wird. Ein Liter guter Milch hat den gleichen Nährwett wie ein Pfund mageres, knochen- freies Fleisch. Sehr wichtig für die Schaffung und Erhaltung der Gesundhell ist dagegen der Genuß von Obst und Gemüse.— Interessant schilderte ein Gast aus Norwegen. Sigurd Erikfen. das Leben der Lappländer. Für die zivilisierten Europäer ist es nicht ganz appetitlich, an ihrer Tafel mitzuhalten, aber eine Ab. tehnung ihrer freigebig dargebotenen Gastfreundschaft würde dies« Nomaden sicher kränken. Uebrigens haben die Lappen ein aus- geprägtes Handelstalent: der Lortragende erzählle amüsant, wie er einen zweifelhaften Renntierbraten zum Schluß doch kaufen und noch dazu recht teuer bezahlen mußte.— Am Nachmittag führte die Iugendbuhne Schillers„Braut von Messina" aus. Das Werk wirkte hier, natürlich stark gekürzt, nicht übel, zart wie ein dramatisch unterstrichenes Epos. Die Sprechen« der Beatttce freilich schien«ine Soubrette zu sein, der versehentlich diese Roll« zugesallen war. Im übttgen war die Besetzung recht gut— Hugo Kauns schönes Chor- werk.Mutter Erde' wurde aniäßüch des 65. Geburtstages des Komponisten vom Funkchor aufgeführt. Dr. Kurt Singer gab einige knappe biographische Notizen über Hugo Kann und eine leider ttwas kurze Einführung in das Werk. Tes. Vor cker letzte» Nackt! Unveränderter Stand des Feldes. In beiden Hälften der gestrigen N a chm i tt ag s w e r- t u n g ging er höchst eintönig zu. Abgesehen von einigen belang- losen Vorstößen der Paare Dinale-Tonani und Behrendt-Maczinsky ereignete sich auch rein gar nichts, selbst die zehn Spurts brachte» keine rechte Stimmung auf. Die 15. Wertung brachte folgende Ergebnisse: 1. Tietz, Lacquehay. Brünier. Rausch: 2. v. Kempen. Rieger, Dewotf, Lorenz: 3. Linari, Richli, Dinal«, Rausch: 4. v. Kempen, Dewols, Rieger, Lorenz: 5. Tietz, Linari, Richli, Rausch: 6. Dinale. Rieger, Lacquehay. Ehmer: 7. Tietz. Lorenz. Richli. Kroschcl: 8. Dinale, v. Kempen. Linari. Lacquehay; 9. Kroschel, Tonani, Richli, Loren.,: 10. o. Kempen, Dinal?, Behrendt, Rieger. Nach 115 Stunden waren 2866,660 Kilometer durch- fahren. Am Stand des Rennen hat sich, abgesehen von der Punki- Verschiebung, nicht» geändert. Ruhige Abendwertung. Wie nicht anders zu erwarten, war der Besuch der letzten Nadit recht gut. Das schon früh erschienene Publikum bekam jedoch bis zrnn Beginn der 10-Uhr.Abendwerwng nichts Aufregendes zu sehen. Um 10 Uhr hat dos Feld insgesamt 2966.640 Kilometer bewalligi. Die zehn Spurts sahen folgende Sieger: Tietz, Behrendt. Loren z. Dinale, Maczynski, Dinale. van Kempen, Tietz, Ehmer und Dinale. Die ganze Sputtsett« bildet eine Angelegenheit, wie sie zahmer nickt gedackst werden kann. Das einzige Ergebnis: Nach dem 6. Spurt versucht Tonani vom Felde zu kommen. Er Hot Lorenz am Hinterrad. Dinal« und Linari setzen den Vorstoß fort. Richli stellt mit Tietz den Anschluß wieder her. Im 10. spurt ziehen van Kempen und Linari los, ohne irgendwelche Veränderungen herbeizuführen. Stand des Rennens: Spitze: van Kempen-Richll 262 Punkte. Tteh-Rieger 216 Punkte. ss'hmer-Krofchel 97 Punkte. 2 Runden zurück: Rausch-Hürtgen 88 Punkte. Wambst-'Lacquehay 85 Punkte. Z Runden zurück: Dewolf-Goebel 184 Punkte. 5 Runden zurück: Tonani-Dinate 233 Punkte. 6 Runden zurück: Linari-Loren,z 136 Punkte. Behrendt-Maczynski 123 Punkte. Kraukenkassea und Ztawr''eilmelhod«. Am Donnerstag, dem 15. Äär, lbeute). abend»"'l, Ulir. spricht der praktische Arzt Dr. med.$>. Gr a a z im Sdenvalaft, Berlin.Cbariottentmrg. Kaller-Friedrtchftr. Z4. zu dem Thema: Krankenkassen und Raturbeilmethode. Den ttrankenkassenmitgliedern. die Anhänger einer naturgemäßen Hcilioeis« sind, dürlte dieier Varlraa manche Anregung bieten. Sc will dazu beitragen, den Mitgliedern das Recht auf eine Behandlung zu sichern, zu der sie vollcs Vertrauen besitzen. Da Kassenbehandlung im allgemeinen medikamentös ist, so haben darunter die Anbänger der naturheilkundlichen Behandlung schwer zu leiden, weil die Kassen die Behandlung als Regclleistung ablehnen. Genosse Pfarrer Bieter spricht anlätzlich einer Gedächtnisfeier für d-e Märzaeiallenen am Freitag, dem 16. März, abends'>/, Uhr, in der Aula der stülstin-BiSmarck-schliic, Charlottenburg. Sydelftr. 2(an der Leibniz- stratze). Musikalische Vorträge. Eintritt ItO Ps. Aus der Partei. Für die vielfachen«hrenben Beweise der Freundschaft, die mir zu meinem 75. Geburtstage zuteil geworden sind, sag« ich hier- durch meinen herzlichsten Dank. Friedrich Geyer. ZNoritz Adler- Karlsbad gestorben. Seit mehr als vier Jahr- zehnten war Moritz Adler einer der tätigsten Genossen West- böhmens, wo er als Kind armer Leute geboren wurde und lange ein Kleidergeschäft betrieben hat, dos weil mehr sozialistischer Dis- knfsionsklub als Erwerbsstätte gewesen Ist. Vielen Genossen, die von Deutfchland zur Kur nach Karlsbad gingen, ist Adler ein freund- iilher Berater und lustiger Gesellslhafter gewesen, der Partei ein nimmer müder Agitator und mandatar. Im Krematorium Brüx ist sein Leib verbrannt worden. Das Karlsbader Stadthaus war schwarz beflaggt. Genosse Sidney Webb hat dem Parteivorstand der britischen Arbeiterpartei mitgeteilt, daß er wegen seines hohen Alters nid)t mehr für das Unterhaus zu kandidieren wünsche. Vortrage, Vereine und Versammlungen. »eichsbanuer„Schwarz-RokrtSold". ««ichiittskelle: Berlin S 14. Lrb-ssi-nür 37.38. fiof 2 Te. •MUUWtafr U. MSrz.?A-dr>ch,hai»: Einäscherung des«am. ,,, Echworz 77 Uhr im«rematorium Boumschulenwcg. 19 Uhr liocftani)»-, 20 Uhr«ameradschaftsfinung,„Dritn-r Baum.— jKliag, 1». Marz. P.nkam-Süd: 19\ Uhr«amerabschaftmcr. fammlung b«! M'ß. Berlnier Etrahe. Ecke Lindenpromcnad«. Bernau: 204 Uhr Lcrsammluna bei Blobisch. Set öaeberg-grirdenau: 19 Uhr Antreten zum Saalschutz kür die--°cru,z.«und-rbuna>n der Schloßdrauerri, Sauptslratze. Lichtenberg! 20 Uhr Bor trag de»«am. S.!.HI»d°rs! 20 Uhr General. »»rsommlung de. Ander».- S-nn-bead, l7. Rar,. Friedrich«»»!», Kam. Büsching: I»'-? Uhr»ameradschaflsocrsammlung bei Bensch. Webcrslr. IS. A». '"'"l, S riebet chnfeld»: Ad 15 Uhr dt» Dunk-lheit _ Mitte. Kameraden anderer Ort»- Sintersportabteilna«: vsterMfahrt in» Anzahinng bei Breslau«:, Markgrafen- allgemein-» Ueben sslr Prenzlauer Berg und Mitte. »ereine können sich trotzdem beteiligen. Winters pari Riesknaeinrgr. Meldung mik 20 58 Anzahlnna t (trotze 22. ormnn gegen Schnupfen Wirkung frappant! er Tag der nächsten Reichstagswahl j parteinachrichten einffaSunsen für Dltfr Rubrik sind\\ Verl!» S 3 68. LiudrustruK» 3. für Groß-Vertin sier» bb Da*«f jlct«irkretartm 3. Hof, 2 Trev«cht», in richte» 2. Stni*. J. Jltci» Scbbtng.{vrcitag, 16 Aärz, 19 Uhr, Sitzung des erweiterten Arcisvorstande» mit den BezirlstBgsdcicgicrtcu an bekannter Stelle. 16. Miir?, Wi Uhr, Sitzung des Bildungsausschusses und >ci Krüger. Putlitzstr. 10. Freitag, 16 Märt, gp I i I. 1� kZ S. Krri» Fricbriä Shllin. Sonntag, 18. de, 86.«tzcdenttage» der Reoolutiou von Märh, findet an« Anlatz �WW�W�MWMW___________ 1848 ein» große öffentlich» Kundgebung im»riedri-bebain statt. Äufstellung zum«bmorich um-Z W HH Uhr auf dem Lüstrincr Platz. Abmarsch pünktlich 1Z Uhr mit f=| - i Musik. Redner! Bürgermeister Paul Mielitz. üandtag-abgeorbueter Otto Meier, al» Vertreter der Sozialistischen Arbeiterjugend Willi Schwarz.-Sf Männer und Frauen, erscheint iu Masse»! 6. Kreis Kreutberg. Freilag. 16. März, 19'; Uhr. erweiterte Kreisvorstands. sitzung bei Krüger, Grimmst: 1. Heute, Donnerstag, den IS. ZNärz: 97., 98., 99., 166. Abt. Renkölln-Buckow. Di« für heute abend angesetzte Frei. dcnkcrfraktwnsvcrsammlung der 29. Gruppe mutz umständehalber aus. fallen. Morgen, Freitag, den IS. März: 84.«dt. Lankwitz Pünktlich 26 Uhr Republikanischer Abend de» Reich*. bauuero bei� Lehmano, Kai�er-Bilhclm.Str. 29 �3>. Vortrag:.Bon �1848 bis 1928." Redner Ministerioldirektor Dr. Falck.»«Iaug«vorträge. Rezi. tationen. Anfchlirtzend gemü lichc, Beisammensein. Siutrittsprei, S6 Pf. Die Parteimitglieder werden gebeten, diele Veranstaltung recht zahlreich An bcfud'fn. 124a Abt. Nahlsdarf SSb. 19H Uhr bei Metz. Uhlandstr. 18, Ritgliedcrver. siimmlung. Bartrag:.Die politische Lage." Referent Georg Raibl«. Alle Mitglieder müssen erscheinen.„Borwärts"-L«scr und Sympathisierend« sind eingeladen. Zrauenveranstaltungen: 9. Kreis Wilmersdorf. Heute. Donnerstag. IS. März. 29 Uhr, bei Kroitz, Wilmersdorf, Holsteinisch« Str. 60, Kreisfunktionärinnenkonfercnz. 1. Bor- trag des Genosse» Paul Iudrian über„Die politische Laoe." 2 Bericht von der ffunktionSrinnenkonferenz am 9. März. Z. Berichiedenes. Alle Sunktionärinnen müssen anwesend sein. bt. Freitag. 16. März, 19'? Uhr, in Gornis Festsälen, Gartenstr.«. Bortrag des Genosscn Dr. Norbert Mary über.sozialhngienische Forde- rungen für die Prolctarierfrau." Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Gäste willkommen. 136. Abi. Rrinickenborf.Lft. Heute, Donnerstag, IS. März, 20 Uhr pünktlich, im Jugendheim Lindauer Strasse(Baracken), Bortrag der Genossin Hed» wig Wllchenhcim über„Unsere Frauen und da»«ahtiahr 1928." All« Ge. nossinnen und Genossen, Sympathisierend« und.Borwärts".L«ser sind herz. lichst eingeladen. Bezirksausschuß für Arbciterwohlsahrt: I. Krei, Dedding. Heut«, Donnerstag, 15. März, l»lh Uhr. im Sitzungssaal des Ledigenheims Schänftedtsir. 1, Schulungskursus. Thema:„Das Recht de, unehelichen Kindes. Vormundfchaftswesen." Ncferentin Genossin Dr. Hellingcr. Alle Genossinnen uiid Genossen sind herzlich eingeladen. «. Krei* Prenzlauer B«rg Die Mr heute. Donnerstag, 15. Mär� angesetzt« Zinonimeniunft findet wegen Erkrankung des Genossen Fenselau nicht stalt. ll. Krei» Fricdriä«hoin. Freitag. 16. März. 19 Uhr, Besprechung der Helfe. rinnen im Rachitischen Kinderheim, Laslcrstratze. 6. Krei» Keenzbrrg. Heut«, Donnerstag, 15. März, 20 Uhr, im Gesundheit«, haus. Am Urban lv— U, Schulungskurs»». Thema:„Erwerdsbefchränktcn. und Wandcrersitrsorae." R«s««nt Genosse Spliedt(ADSB.) Alle Ge- nossinnen und Genossen sind herzlich«ingeladen. 17 Are!» Lichtenberg, tt'rgcn der Seneralvcrsainmluug fällt der Schulnng». * kursus am Freitag. 15. März, aus. Nächster Kursusabend findet am Frei. tag, 23. März, statt. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Krei, Reukölln: Achtung! Me für Sonnabend und Sonntag. 17. und 18. März, angesetzte Helfersahrt mutz ausfallen. Wir beteiligen UN« am rückt heran.— Mit riesigen Geldmitteln sind die Bürgerblock-Parteien ausgerüstet.— Audi bei uns wird der Wahlkampf bedeutende Geldmittel erfordern.— Zahle deshalb jeder, der nur irgend kann, schnellstens seinen freiwilligen Beitrag für den Wahlfonds der Sozialdemokratischen Partei in Berlin auf Postscheckkonto 48 74r>, an Alex Pageis. Berlin.S'if 68, Lindenstraße 3, ein. Sonntag geschlossen an der Feier für die Märzgefallenen im Friedrichshain. Montag. 19. März, 19>? Uhr. Helfersitzung in der Barackr Ganghoferstratze. Tagesordnung: l. Beitragsregelung. 2. Falkendewegung. Z Berfchiedencs. Gruppe Südwest: Die für Donnerstag. 15. März, angesetzte Glternver- sgmmlung ist aus Donnerstag, 22. März, 20 Uhr, verlegt worden.- Di« Rot. und Iungfalken treffen sich Sonntag, 18. März, um 13>: Uhr Jorck-, Ecke Belle-Alliance-stratze, zur Beteiligung an der Märzfeier aui der Wederwiese. Erscheint recht zahlreich. Znngsozialistischr Bereinignng der SPD.«r»tz.B«rli» Donnerstag. W 15. März, 20 Uhr, in der Aula des SchilleWbymnasium», Panksiratze, W am Brunnenplatz, Märzseier:.1848— 1928." Aufführung des russischen L-i Films.Mutter". Rezitationen von Erich Beinert. Ansprache der Sc. W nossin Toni Sender. Karte» hei den Gruppenleitern für 40 Pf. Zunzsozlalifleu Grotz-Berli«: Sonntag. 18 März, 15 Uhr, Beteiligung an der Märzgefollenendemonstration. Treffpunkt an der Wederwiese. Sterbetafel der Groß« Berliner Partei- Organisation 78. Abt. Schöneberg. Am 11. März verschied unser Genvsse, der Tischler- meisier Ernst Döhling, Sbersstr. 65. Ehre seinem Andenken I Beerdi. gung am Donnerstag, IZ. März, 14 Ubr. auf dem Städtischen Friedhof, Blanke Hölle. Wir erwarten recht rege Beteiligung. Weiterbericht der öfienllicheu Wetterdienststelle Berka und Umgegend /Nachdr. verb.). Wolkig bis heiter, nacht« Frost, am Tage Temperaturen etwas über Null, mützige östliche Winde. JCr ventschlaad: Im Westen wolfiges, im Osten meist ziemlich heiteres Weiler, nirgends erhebliche Niederschläge, TageStempcraturen über Rull, nachts besonders in Mittel- und Ostdeutschland oerbreitete Fröste. freie Sozlalistisdie Hodisdiule. Sonnabend, den 17. Marz» 19 V9 Uhr im Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Straße 3, Vortrag des Genossen Hermann W c n d e I- Frankfurt/Main „Die Märzrevolution" Eintrittskarten zum Preise von 56 Pf. sind zu haben an der Abendkasse sowie an(olgenden Stellen; Bureau des Bezirksbildungsausschusses. Lindenstr. Z 2. Hof, u. Zimmer 8.— Buchhandlung J. H.W. Dietz, Lindenstraße 2.— Verband der graphischen Hilfsarbeiter, RitterstraSe Ecke Luisenuter.— Zigarrengeschäft Sozialisiifche Arbeiterjugend Groß-Verlin Swsendunoen slr diese Subril nnr an das Zugenbiefreiotiat. Berlin 63B 68, Qnbenstrosie 3 Achtung, Kanderlcitee! Die Wanderleiterlonferenz im März stillt wegen der Werbearbeit aus. Der Symnostikkuesn» fällt umständehalber heute aus, dafür am Sonnabend, 17. März, 19 Uhr, in der Elsasscr Str. 26a. heute, Donnerstag, 15. ZNärz, 19>= Ahr: Norden: Jugendheim Putdusier Str. 3.„Mensch und Maschine."— Köllni- schee Park: Jugendheim Engelufer 24-25. Märzfcier.— Schönhauser Vorstadt: Jugendheim Driescner Etc. 22. Kampflicderaoend.— Köpcnicker Viertel: Jugend hc'm Wrangelftr 128. Wir agitieren.— Südwesten: Zugendhcini Lindensir. 4. Kampsliederabend. Liederbuch ist mitzubringen.— Friedenau: Jugendheim Offen badier Str. 5a. Wir lesen aus Arbciterjugendzeiwngen vor dem Kriege.— Schöneberg III: Jugendheim Houptstr. 15.„Sozialismus und Kommunismus."— Steglitz: Jugendheim Aldrcchtstr. 47.„Märzkämpfe."— BiNenan: Jugendheim Rosenthalez Etz. 15 Märzfeier.— Hermsdorf: Vor- standssitzung beim Kassierer. Werbe bezirl Osten, Aelterengrupp«: Jugendheim Tilsiter Etr. 4. Bortrag: „Setucllc Fragen. Werbedezirl Müggelsee: Di« Musiker üben beim Genossen Haetzel, Adlers- hos. Waldftr. 52. kehrsi.osk Unter den Linden, aus. Diese Karte» berechtigen zum gleichzeitigen Besuch von zwei Erwachsenen und zwei IugenMidfen bis zu 18 Jahren oder zum glcid>z»itigen Besuch oon drei Erwachsenen. Sic geben weiter die Möglich. keit zur Läsung einer Fusatzkarte für Jugendlich« zum Preise omr 25 Pf. bis zu drei Stück pro Familientarte an den Tageskassen der Ausstellung. üommission Engelufer 24-25(Gewerkschattshans).— Verlagsgesellschatt des ADGB., Abteilung Sortiment, Inselstr. 6a. /. Qegm iccefülkmde JieMame! !Beim Anqe&ct wm'Zlqateüm med vielfach jqes sagt, ihee Qualität wäcde veclüegt ducch eine tfCeestellung nach modetnen, pateHtiectmVecfaheeH, decen iiizeivzen sonst niemand&e= säße,~ Seien Sie nüßtcauisch! lOacum?- JUäenie verlücgen jkeineQualiiät.£sgi&theineelei JUdente,£ie üu* «ettenuerkaofl Neue! 9,731 13.—. 19.501 Prachtoolle 27 ,50 1 Bauerndetten 82,-1 Pa.-nige 37 HO! 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Auf der anderen Seite.verdient"' sie, je bewegter die Konjunktur verläuft, um so mehr. Denn das Geld, aus dem st« Kredit« gewährt— das find die von ihr ausgegebenen Noten— kostet sie nichts. So hat das g kälten de Konjunkturjahr t927 der Reichst*! yf wieder besonders große Einnahmen gebracht, nicht zuletzt durch die zweimalige Erhöhung des Diskonts, der nur eine einmalige Senkung gegenüberstand. Allein aus dem grohsn Wechlelgeschäst verzeichnet st« eine Einnahme von rund 131 Millionen Mark, und wie die folgende Tabelle zeigt 1324 1SZZ 1926 1927 (in Millionen Mark) Rohgewinne..,«». 807,1 181,0 112,9 149,0 Verwaitungstosten 86,7 85,9 83,3 75,1 Rückstellungen.......— 49,2 6,8 47F Reingewinn......,.. 122,5 42,7 22,8 26,0 davon an Reservefonds... 42,1 22,0 4/> 5,2 . das Reich.... 55,6 13,2 4,2 5ch Dividende für Anteilseigner. 10'/, Ist'/, 10°/, 12'/, hat die Reichsbank nicht' nur ihr« Reserven außerordentlich gestärkt, sondern auch den Anteilseignern für die rund 122 Millionen Mark gegebenen Anteilschein««in« von 10 auf 12 Proz. erhöht« Dividende gewährt. Die Berwaltungekcsten haben ihre seit 1924 ununterbrochene rückläufig« Bewegung bis auf 75,1 Millionen fortgesetzt. Dt« gesamten Reserven der Reichsbonk wurden ins- gesamt um nicht weniger als rund 53 Millionen auf rund eine Viertel Milliarde erhöht. Daß die Rsichsbank nicht in erster Linie zum Geldverdienen da ist, scheint von manchen Anteilseignern nicht verstanden zu werden So bot auch die Opposition in der Generaloer- sammlung, die eine Erhöhung der Dividende auf 1.5 Proz. nerlangte, teilweise aber auch andere Interessen oertreten wollte, kein sonderlich erfreuliches Bild. Naturgemäß war die Reichsbant im Jahr« 1927 infolge der »nächtigen Konjunktur entsprechend stärker beschäftizt Ihre Gesamt- Umsätze baden sich oon 627 auf 730 Milliarden erhöht. 1924 1925 1926 1927 Gesamtumsätze.... 226,0 575,0 627,0 730,0 Milliard. M. Ankäufe von Inl.-Wechleln 18,2 17,4 10,0 20,2 . Ausl-„ 2.4 3,3 5.6 2.8 .Reue Oombardausleihung. 2,7 4,1 4,7 5,9.» . sfälltze, unbez. gebl. Ford. 4,2 13,0 14,9 10,0 Millionen. Bei d.Abrechn.�tell.abger. 31,5 50,9 56.9 97,7 Milliard.„ Die Ankäufe von I n l a n d s w e ch f e l n. die für die Stärk« der Konjuirkmr besonders kennzeichnend sind. Haiben sich gegenüber dem ungünstigen Konjunkturjahr 1926 mit 20,2 gegen 10 Milliarden verdoppelt. Daß die Finanzierung der Konjunktur zunehmend aus tzeutschea Gewinne» erfolgt«, lasten die verringerten Ankäufe von AuSlandswechseln erkennen. Die bei den Abrechmmgsstellen der ' Reichsbank abgerechneten Summen sind von 56,9 auf 97,7 Milliarden gestiegen. Daß sich zum Jahresschluß die Summe der fälligen aber unbezahlt gebliebenen Forderungen trctz der mächtigen Ausdehnung der Geschäfte'gegenüber dem Vorjahr von 14,9 auf 10 Millionen verringert hat, ist zugleich die Folge der mit der Konjunktur allgemein gestiegenen Prosperität und Zahlungsfähigkeit. Ankauf von Inland, wechseln und Schecks: äRimane« Willierde» SAftfä iRirl 1924.... 732 mit 17,83--- Durchschnitt 2435 Mk. 1925.... 11,42. 17,28--. JSJ»- 1026..». 9,03. 10,04—» IUI. 1937.... 13,07 Stück mit 20,17—. 1544. Als ein weiteres Zeichen der hochintensiven Konjunktur des »ergangenen Jahre» ist die Tatsach« anzusehen, daß bei der einze- treten«« Verdoppelung der Ankäufe von Jnlandswechseln der Durchschnittsbetrag dieser Wechsel von 1111 auf 1544 Mark gestiegen ist, wobei die von 9.03 aus 13,07 Millionen gestiegene Stückzahl zeigt, daß die Steigerung des Durchschnittsbetrages keines- wegs mit einer Einschränkung des Kundschaftskreises verbunden war. Verwaltungskoften. Umsätze. Personal. 1924 1925 192b 1927 Umlöhf.... 526 575 v 627 730 Milliarden D-rwaltungsk°st-n...«6.7. 82.0 833 75.1 Millionen Beamte. Angest.u. Arbeiter 14 635 11637 10 236 9938 Personen Dem Personal der Reichsbank, da, sich in den 45? Reichs- dankanstalten(ohne UnteranstaUen) gegenüber dem Vorjahr noch von 10 236 aus 993» Beamte. Angestellt« und Arbeiter ver- r i n g e r» hat. wurde«ine erheblich größere Arbeitslast zugemutet als in früheren Jahren, und die Reichsbank dürste Anlaß haben be- sonders bei ihrem Angestelltenpersonal nachzuprüfen, inwieiveit die vermehrt« Arbeitslast durch eine Erhöhung der Bezüge auszugleichen ist. Zur Bilanz der Reichsbant geben wir folgende für ihr, Währung«, und Zentralbankfunktionen wichiigen Ziffern: Ende 1924 1925 1926 1927 Goldbestand....... 760 1208 1831 1865 Millionen Deckungsdeoisen.»,,»» 253 403 510 282» Wechselbestand...... 2064 1015 1829 3129• Notenumlauf....... 1941 2960 3735 4564. Gesamter Zahlungsm. Umlauf. 4273 5208 5830 6304„ «Kit 1865 Millionen ist der Goldbestand gegenüber End« 1926 nicht erheblich, gegenüber Ende 1924 aber um das Zweieinhalbfache vermehrt. Der Bestand an Deckungsdeoisen hat zum Jahresschluß gegenüber dem Vorjahr«, nach der bekannten starken Senkung,«ine Auffüllung auf 282 Millionen erfahren. Der Notenumlauf war Ende 1927 mit 4564 Millionen ungefähr entsprechend der Ver- mehrung der Deckungomittel erweitert. Der gesamte Zahlungs- mittelumlauf zeigt ein bedeutend geringeres Tempo in der Ver- mehrung und hotte End« 1927 6304 Millionen erreicht. In dem begleitenden Text zum Derwaltungsbericht der Reichs- dank, für den da» Reichsbankdirektorium verantwortlich zeichnet, merk, man nicht viel davon, daß»» neben der Reichsbant als Währung», und Zentralkreditbank auch einen Reichsdankprästdenien gibt, der üb» feine Funktion al» Reich sbankleit«? hinau« groß, politische Jmereflen hat imd p» energisch wahrnimmt. Ea ist Vernichtende Gelöstkrttik.- Hintergründe zur Verhaftung der Ingenieure. Am 4. März hat die.Proroda" von dem„roten Profestor" Jakowlcw einen Artikel veröffentlicht, der aus Grund der Unter. suchungscrgebnisse der Arbeiter- und Bauerninspeklion die Ursachen „ungeheuerlicher Mißstände" im Jndustrieaufdau mit voller Offen- hcit bloßlegte und damit die.Hintergrund«, die zum Verständnis der Lerhajtungen ausländischer Ingenieure vielleicht mehr beitragen als die bisherigen offiziellen Erklärungen. Jakowlew erklärte in dem erwähnten Artikel, daß die Nachprüfung des Kapitalmifbaus der Wirtschaft, der Ausnutzung der importierten Maschinen vnd der Durchführung der rationalisterten Arbeitsmethoden bei einem der besten Industrieunternehmen zu einer Anzahl notwendig» Festste!- hingen veranlast«. Dies« Feststellungen lauten folgendermaßen: Als man die Schuldigen an der ungenügenden Ausnutzung der importierten Maschinen festzustellen oersuchte, fand man sie nicht Die leitenden Personen in den Industrieunternehmen bieten ge- «istermähen das Bill» eines Zigeunerlagers. Die Mrlsihafller werden immerfort von einem Unternehmen ins andere verfehl: aus der Metallindustrie in die Guirnnünbustric, von der Gmnmi-» die Holzindustrie oder in Seifenfabriben. So schaff« man keinen Stamm von Wirtschaftlern, die imstande wären, den Betrieb so, wie es sich gehört, kennen zu lernen. Das muß aufhören. Unsere Trusts und Fabriken kennen heute noch nicht ihre Rechte. Wenn ein Wirtschosller Millionenfovderungen unterschreibt, so muß » misten, daß er, nicht aber zehn' Instanzen über und unter ihm die Verantwortung für die Verwendung der Millionen tragen. Im Augenblick sind aber die Rechtsverhältniste zwischen den Trusts und den Fabriken noch vollständig ungeklärt.„Wir sind äußerst leicht geneigt, neue Erfindungen zu machen; um so schwerfälliger ab», wenn es sich darum handelt, irgendein« Erfindung an. z»wen- den, die im Ausland bereits seit langem mit Erfolg verwertet wird." Es gilt für die nächsten Jahre nicht eigene Erfind» zu züchten, sondern mit Schnelligkeit und Energie d i e Erfindungen zu »erwerten, die bereits seit lange» in Deutschland, Frankreich und Amerika ausprobiert sind. Während wo anders, z. B. in den Papierfabriken Lettlands, das alte Inventar durch Einführung ebenso einfacher wie billiger ausländischer Vervollkommnungen vorzüglich ausgenutzt wird, kragen wir uns mik grandiosen Plänen, bauen neu« Fabriken und verschleudern das alt« Inventar.„Denn man aber die Ergebniste auf dem Gebiet« der Papierindustrie bei uns mit denen vergleicht, di, die kulturell viel höh» stehenden Letten erreicht haben, so gelangt man zu dem Schluß, daß man den Aufbau nicht dilettantisch, sondern als Aufgabe ein» gewaltigen technischen Revolution betrachten muß, wie dies in Amerika und in Deutschland geschieht."■. .Ist»«di Zufall, daß unsere Speziaklften so unsagbar schlecht die Glasfabriken erbaut haben und es nicht verstanden haben. einigermaßen befriedizend die Papierfabriken zu errichten? Der «ine od» andere Spezialist, vielleicht ein gewistenhast» Mensch, kann ja nicht dafür, daß er, der bis vor der Revolution nie eine Glas. fabrik gesehen hat. nun, da di« Sowjetregierung das Land indu- striallstert, Glasfabriken zu bauen gezwungen ist. Die ein« Schuld trifft ihn aber wohl, daß er sich seine Unwistenheit nicht eingesteht und daß«. ohne sich sein» V»antwortung bewußt zu sein, zu- steht, wie die Volksgelder verfchlsudert werden. Hinzu kommt der russische.Lokalpatriotismus". Das ist der schlimmste Feind der Sowjetregierung und der Kommunistischen Partei. Der leitende Kommunist und der technisch« Speziallst befinden sich in der gleichen Lage. Der eine wie der andere trankt in einer Reih« von Fällen an ungenügendem Wissen. So können sie die Millionen Rubel nicht richtig verwenden, die in den Wirtschaft saufdau hineingesteckt w»den." Daher entsteht die Forderung, ausländische Spezialisten heranzuziehen.„Verhehlen wir uns nicht, daß uns»« Spezialisten «ms ihre Kollegen, die aus Deutschland und Amerika kommen, scheel blicken. Ab« trotzdem begreise ich nicht, weshalb der oberste Wirt- schastsrat heute noch nicht über ein Rationalisterungsbureau von 40 bis 50 ausländischen Spezialisten verfügt." Es heißt die besten Ingenieure aus Deutschland und Amerika zu uns importleren, und wir müssen von den russischen Ingenieuren fordern, daß sie jenen in jed» Weise zur Hand gehen. Die wenig wohlwollende Ein- stellunz zu ihnen müsten wir als Ausdruck der russischen Barbar» und Kopflosigkeit bekämpfen. Di« nächste Folgerung betrlsst die Poesie. Sie brandmarkt wotg die Fehl» der Weichensteller und verschieden» anderer kleinen De- «nten, nicht ab« die Schäden des großen Jndustrieaufbaus. Ich habe die Arbeiter über die Art dieser Sriflk befragt und einstimmig sogen sie. es sei nicht da», was sie brauchte«. Die Acbeiterprcffe sollte hier ihre Pflicht tun. Und schließlich die Gewerkschaften. Als der Dorsitzertde der Zentraltontrallkommksfion Ordschonikids« den Vorsitzenden einer Gewerkschaft kragte, wieso diese nichts von all den Mißständen ge- merkt habe,»hielt« zur A n t« o r t: Ist denn das unsere Sache? Liegt es denn in unseren Kräften, diesen Mißständen auf den Grund zu kommen? Die Gewerkschaften müßten sich aber darüber klar werden: sollt« es sie nicht, angehen, wenn die importierten Maschinen un ausgenutzt daüegen? Wenn der industrielle Wirt- schajtsanfbou drei, bis viermal teurer zu stehen kommt, als die» etatmäßig der Fall fem sollte? Wenn das alte Inventar schlecht ausgenutzt wird? Wenn die Ratloaalisteruvg unzulässig langsam und unzulässig dilettantisch vor flch geht? Uns will es scheinen, daß aus dies alles zu achten die wichtigste Ausgabe der Cewerkjchas.eu im Lande der Sowjet» sei. Ein sed« Gewerkschaftler wird darauf erwidern: Wir wissen das ohne euch. Tatsach« ist aber, daß nur wenige Mitglieder der Arbeiter, und Vauerninspektion im Laufe vop zwei Wochen Mißstände aufgedeckt haben, die nach dem Dlaali» anmalt schreien, während die Gewerkschaften lein Wort davon weder der Partei noch der Regierung mitgeteilt haben. Ausgabe der Gewerkschaften ist es, in bezug auf unser« Wirt- fchast das zu erfüllen, was iu der kapitalistischen Wirtschaft durch die Konkurrenz, die Börse u. a. mehr erreicht wird. Ein« Aktien- gesellschast, die chr« Glasfabriken in einer Weis« bauen wollte, ww bei uns die Glasfabrik in Sergijewsk erbaut worden ist, würde rr-ft Schmach zusammenkrachen- D» technische Lest», der Ingenieur, Erbau» dies» Fabrik,«Erde sein Lebelang keine Anstellung Mehr in irgendeinem Industrieunternehmen de« kapitalistischen Staates erhotten. Da» ist die Kontrolle vennitteis des Marktes, d» Konkurse, vermittels des Untergangs d» eigenen Karriere-, wir können st« allein durch die organisierte Kontrolle d» Ardeiterklosi«»fetzen. Deshalb komm« ich zu meiner allerletzten Folgerung: Aufgab« der gesamten Partei, aller Ge» werkschaftsverbönde und der ganzen Press« müßte es fein, sich dar- üb» klar zu werden, in«elcher Weis« di« Mängel unseres große., Mechanismus, cm denen unfer« Wirtschaft krankt, in stärkerem Maß« aufgedeckt werden könnten. So Professar Iakowlew am 4. März in der.Prawda". nur«ine Verne Nüanee, ab« sie ist doch nicht bedeutungslos, wenn für die privaten A u s l a n d s a n l« i h« n jeftzestelll wird, daß auch hier mannigfach« Bedenken bestehen könnten, wenn sie im U ebermaß od» m unwirtschaftlicher Weife ausgenommen«erden. Visher wurden in der Diskusston üb« Ausländsanleihen die pri- raten noch nie erwähnt. Das Reichsbankdirektorium wird auch im Ausland« nicht ungeteilte Zustimmung zu sein» Auffassung finden. daß die Tätigkeit d» �dem Reichsfinanzminister" mit«- stehenden Beratungsstelle das Vertrauen des Auslandes zu Deutsch- lands Finanzgcbarung gestärkt habe. Und mir«in leichter Anklang an die besonderen, unter Umständen der Volkswirtschaft keineswegs mit Sicherheit dienenden reparationspolitischen Interessen des Reichsbankpräsidenten ist es, wenn von den..neuen schweren und verantwortungsvollen Aufgaben" gesprochen wird, die der Reichsbank dn Zusammenhang mit d« Tatsache erwachsen, daß der Reparativnsagent in seinem letzte« Be- richt die Frage einer zahlenmäßigen Begrenzung der deutschen Re- parationsoerpflichlungen angeschnitten hat. Von der deuifchen Maschinenindustrie. Im Februar keine Verschlechterung. Vom Verein Deutscher Maschinenbauanstalten, dem Spitze»»»- band der deutschen Maschinenindustri«, wird uns geschrieben: Die Gcsamtlage hat sich gegenüber Januar nicht wesentlich v»- ändert. Die A n s r a g e t ä t i g k e i t hielt sich bei der Inlands- und Auelandskundschast überwiegend im Rahmen des Lormonam. Die Fälle oerstärkten Einganges von Anfragen überwiegen etwas die Verringerungen. Im Eingang von Aufträgen fetzte sich die im Januar festgestellt« Verschlechterung bei einem Teil der Maschinenfabriken fort, He wurde aber durch»er mehrt« Geschäftsabschlüsse anderer Werke ausgeglichen. So blieb, da die übrige» Firmen gleichbleibendes Inland», und Auslandsge. schäst verzeichneten, das Gesamtbild des Auftragseinganges ans dem In» und Auslande dem Bormonat gegenüber unverändert. Auch der Beschäftigungsgrad hielt sich im Februar, abgesehen von den von Streik und Aussperrung betroffenen Bezirken, mit 74 Proz. de» Sollstandes aus der Höh« des letzten Monats. Fast allgemein wurde über Verschlechterung des Zah- lungseinganpe», im Berichtsmonat geklagt Gleichzeitig nahmen die Wechs«la»?steNu»gen sowohl al« auch dle Wechsel» p r o t« sie zu Ein« stetige und ausreichende Kopitalversorgunz der deutschen Wirtschaft muß die wichtigst« Grundlage ihr« weit»», Entwicklung bilden. Oer Arbeiismarki weiier still. Nach den neuesten Berichten der Landeearbeitsämter hat der Stillstand«ms dem Gesamtarbeitsmarkt auch w-tterhtn angehalten. Bor allem verhinderten erneut« scharf« Frosteinbrüche eine größer« Entlastung des Arbeitsmarkt«», die in anderen Jahren um diese Zeit von den Außenb»ufen auszugehen und stch über die durch diese beeinflußten Nebenaewerbe auf die anderen Berufs- gruppen iortzups'an-en pflegte. Es ist nicht zu verkennen, daß die Zähigkeit des Stillstandes des Arbeitsmarttes in diefem Jahre größer als im Vorfahre ist, jedoch ist ein Grund zu einer Besorgnis Über die kommend« Entw'cklung de» A-beits- Marktes damit noch nicht gegeben, da der Arbeitsmorkt in der nichtfaifonbedingten Produktion eine bemerkenswert« Festigkeit zeigt. Zwar herrscht in d» Terrilindustrie eine auffällig in Erscheinung tretende Zurückhalwng, je dach läßt stch«ich daraus nicht ohne weitere» auf die weiter« Ent-mcklung schließen, da die Tertllindustrie heute einem viel rascheren Konjunkturwechsel unterworsen ist als srsther. Di« Entwicklung der Arbeiismarktlaa« läßt bis setzt jeden- falls ein abschließendes Urteil üb» das Aussehen unserer Konfirnk- wr noch nicht zu. Sueopäische» Schtenenkarlell und Indische Eiienbahnen. Die indische Reaieruna bot kürzlich mst der indischen Tata-Stobloelell- schast, di« sich im Besitz indisch» Unternehmer befinde»,«inen V«. troa abgeschlossen, demzufo'ge die indischen Eisenbobnen die geiamte Schienenprobuktion der genannten Gesellschaft während der Jahre 192» bl» 1935 zu einem im vertrag festgesetzten Preis übernebmen werden. Da die Produktion der Tato-Gekellfchaft den gesamten Schienenbedarf der indischen Eisenbahnen befriedigen kann, wird die europäische Schienenausfuhr— insbesondere die englisch« aber mich die in den letzten Jahren sehr«hebstche de-�Iche Äu-luhr von Schienen nach Jndteu— für lange Zeit unterbunden. Das Zu- standekommen dieses Ve'-trages ist mittelbar die Folge der Preis« Politik des europäischen S ch, e n« n k a r i e ll s(Erma). das einzige mternatlonale Kartell in der Elsenwirftchoft. dem auch >»i« englisch« Industrie angeschlossen ist Die indische Produkt!«, war vor einigen Jahren noch so teuer, daß sie sich nur mit Hilft von staatstchen Subventionen gegenstb« der ausländischen Konkur- renz bebaupten tonnte. Seitdem hat das europäische Schienen- kartell die Prels« immer von neuem erhöht, bis sie ein« Höhe er- klommen hoben, wo die indiich« Eisenindustrie di« Kartellpreise unterbieten konnte Es fient h!« r e I n l e h r r e! ch e r F a l l dafür vor, wie die K'-tellvolltik der currpZif�en Industrien zur Be- schleimigung der Industrialisierung der Überseeiichen Gebiet« beiträgt. Ve"tiche Anlest, evros-kl« ln New Aork. 100 Millionen Dollar für dle Zndustrl«. New-Aort« Bankhäuser sollen laut.Wall Street Journal" gegenwärtig mit einer größeren Anzahl deutscher llndustnieunternebmunaen üb« neue Ausländsanleihen verhandeln. Die schwebenden Anleiheprojekte werden auf 100 Mill. Dollar geschätzt lüas die junge Frau uberSunlichl* Seife denkt' „Schon als Kind sah ich meins Mutter damit waschen. Ihr reicher Schaum und ihr frischer Dutt taten es mir an, und auch ich verwende keine andere. Nichts macht die Wäsche so rein und frisch, und nichts schont sie so voQkommen wie Sunlicht Seile." 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Hergestellt in der chemischen Fabrik Riesa-Gröba der firoBelnkanls-GeseUsdiatt deulscher Consnmvcreinc Zu haben in allen Abgabestellen der Konsum- Genossenschaft Berlin und Ilmsegend« E, G. m. b. H. Jtpochefe, Seriin O. «.cheege« *VC- *utAS 1 Unterhaltung unö �Vissen Jtz*. Des Orients erste Kinderrepublik. Von Erich Sottgeireu. Die arabischen Dörfer kleben anden Bergen Galilea» wie Bogel- uester: man steht sie nur aus der Nähe. Es war für ei» paar von ihnen ein« kleine Resolution, als dann plötzlich dieses S o a r D e l a» d i m mitten in» Land gesetzt wurde mit seinen roten Dächern,«uro- päischen Bauformen, sauberen Ställen, Gemüsegärten, Blumen, fett- samen Bewohnern.... Das waren Kinder. Waisen. Ei» grauenhafter Tod hat ihnen in der lltraine die Eltern genommen: Da» Judenpogrom. Der Heimatlosen neues Heim auf palästinensischem Boden wurde darauf- hin mit Geld erbaut, da» aus Südafrika kam. Was machen st« hier. Eine Republik. Ein« Sinderrepubük. Sicher ist es die erste und einzige im Orient, der von chrer Existenz noch gar nicht weiter Notiz genominen hat, was ihr nur gut tut: Die Ferne jeder großen Stadt und di«. Besonderheit der ganze» Jnsti- tution verhindert eine Reklame, die noch nie genützt hat: ma» kennt sowas von zu Haus«. Hier haben sie also nur die Araber. In Reu« gier presien sie die braunen Gesichter an den Zaun, und einmal sind auf Kamelen die Würdigste» der Fellachen selbst gekommen, um zu fragen, ob sie ihre Kinder nicht hier gleich miterziehen lassen könnten. Der Dorschlag kann unmöglich Erfüllung finde«. Koar D«lad im würde, mit anderen Menschen besetzt, seines Inhalt» vollkommen be- raubt werden, seines Inhalt», für den die gewählte Form von S Pugatfchosf, einem berühmten russischen Pädagoge», gegosieu wurde. Die Form sieht f» an»: Hundert Kinver wohnen hier, lernen hier, arbeiten hier in allen Zweigen der Landwirtschast, di« dem Werk eingegliedert ist— es gibt sich das alles aber nicht so zufällig und von ungefähr, denn Palästina oder wenigsten» die Emek-Land- schuft soll den Kindern die Heimat werden, die sie nicht niehr hoben: ein internationales, pazifistisches Erziehungsideal ist national basiert, vermutlich richtig basiert... und ganz«utsprechend Ningt di« Der« fassung, au» der ein paar Sätze herausgegriffen seien: 1. Kvar Velabim ist ein Dorf von Kindern. Jungen und Mädchen, die hier ein gemeinsames Leben der Arbeit und der Kultur führen. Die Bürger des Dorfes gründen alle ihre Handlungen auf die Basis sozialer Gerechtigkeit und vollkommener Gleichberechti- gung.— 2. Di« Bewohner de« Dorfes setzen sich zum Ziel da« Ge- deihen von Kvar Pelodim durch gewissenhafte und intensive Arbeit.—- 3. Pflichten und Rechte der Bürger: ,) Jeder der Einwohner von Kvar Peladim ist verantwortlich für da«, wa« im Dorf geschieht. Er hat mitzuarbeiten. b> Bollkommene Kenntnis der Landwirt- schaft, auch ihre Theorie, wird gelehrt und muß gelernt werden. c) Jeder mutz sorgfältig über das allgemein« Vermögen wachen. <5) Jeder Bürger ist verpflichtet, an dem elementaren Unterricht teil- zunehmen, der die Voraussetzungen schafft zum Aufbau eine« kustu- rellen Lebens. Das heißt, daß auch die Schule eise grotze Rolls spielt: sie ist nicht mechanisch, schematisch, sondern, um die jeweiligen jahreszei»- liehen Interessensphären kreisend, an da» Ratur» und Bauernleben angegliedert— wie es die modern« Pädagogik erfordert. Datz ma» den Schulzwang in die Verfassung aufnimmt, gewinnt insofern eine gewiss« symbolisch«, auch kurjose Bedeutung, al» heute in Palästina dar Schulunterricht noch gar nicht obligatorisch ist— nicht anzunehmen, datz von den Zehntoufenden von jüdischen Familien, die in den letzten Jahren hier eingewandert sind, auch nur eine einzig« ih« Kinder wcht in die Schule schickt... Do» ganze Dorf wählt alle drei Monate eine Art Exekutivkomitee mft steben Mitgliedern. Diese» Komitee führt di« inneren Geschäft«. So wacht der eine Junge über die»öffentliche Ordnung", der andere über die.Dolksgesuirdheft".«in Mädchen über die.Dolkswohlfahrt", ein andere» über die Verwaltung der Finanzen. Die»Regierung" organisiert fernerhin die Arbeit, die ja w genügendem Matze oer- schafft wird von einer Domäne, welch» tausend Dunam umfaßt— da» find neunhunderttausend Quadratmeter— und die hundert Kinder und auch noch ein paar Erwachsene ernähren soll. Wenn drei Monate abgelaufen find, mutz der Rat der Sieben öffentlich Rechnung oblegen, auf di« Kritik der anderen antworten, sich über« Haupt verantworten. Verantwortung. Selbstverantwortung— das ist das Wesentliche. Die Kinder haben zum Beispiel auch«in Gericht. Pugatschoff ist Präsident, aber Klage, Gegenrede. Verteidigung ist Sache der Kinder, denn es geht so immer nur um die eigene Sache; es zeigt sich da, datz die Kinder dann, wenn sie sich als Glieder eines Lollekti- vum» fühlen, durchaus nicht grausam sind(noch nie wurde eine »Strafe" von diesem Gericht verhängt): sie haben ja mit Macht und Grausamkeit keine Minderwertigkeitsgefühle zu verdrängen. Gebt Kindern Autonomie nur in der Schule— es ist ein« probte- matische Sache! Hier, wo sie alles haben, selbst Sorgen, wenn auch nicht di« allerernstesten, hier, wo sich von morgens bis abends alle» in Totalität des gleichen Werkes fügt, ist es eine gute und richtig«— wenn auch keine neue: schlietzlich hat schon zu Beginn des neun- zehnten Jahrhundert» Thomas Arnold, ein Engländer, die Methode des Schulstaats gefordert, und schlietzlich«st der seitdem in Amerika. England, Deutschland und Sowjetrutzland auch öfter» verwirklicht worden, kaum allerding» jemals im Orient. Dafür wurzeln die Kinder von Kvar Peladim nun vollkommen im Heut« Sie geben sogar ein« vierzehntägig erscheinende eigene Zeitung heraus, fünf Jungen und Mädchen redigieren ste selbst. Begabte illvltrieren. Di« neun'ehn ersten Nummern fanden vier- undsechzig Mitarbeiter. Die Blätter sind von einer rührende» Naivttät und, ohne an«iner einzigen Stelle weichlich oder kitschig zu sein, von der stillen Trotze guter Herzen. Es gibt keine schönere Zeitung. Ts gibt kein» schönere Republik. Erinnerung. Don Hans Kranck. (Schluß.) Dez Soldat lehnte fein Gewehr neben der Tür an die Innen- feit« des Kapellengitters und trat vor in« kniende Frau hm Die sah ihn nicht. Der Soldat rief die Kniende halblaut an. Sie blickt« vei�tändmslos auf. Der Soldat machte mft dem Kopf zur offenen Tür hin nicht mitzzuoerftehend« Bewegungen. Di« Frau schüttelt« verneinend ihr schwerzumwolktes Haupt. Der Soldat bedeutet« ihr: Er müsse das Buch auf dem Betpult umwenden. Eine Seite weiter. Solange hätte sie die Sankt Michael»Kap«0« zu verlassen! nachher könne sie von neuem vor dem Betpult niederknien. Könne den ganzen Tag lang beten. Wenn es dann noch nicht genug gebetet fei, seinetwegen auch die ganz« Nacht lang. Bis zum nächsten Margen 8 Uhr, wenn wieder das Buch eine Lette weftergewetidet werden müsse. Heute aber habe er den Befehl dazu erhalten. Der- vünftig fein und solang«— zwei, drei Minuten nur!— di« Sankt Michaels-Kapell« zu verlasse«!.�lm-wenden?" rief di« Frau. Hob ihre gefalteten Hände himmelan. Ließ sie gelobend niederfallen. Mitten auf d» nach mühsamem Suchen von ihr gefunden« Seit«. Dorthin, wo geschrieben stand:»Ralph Mulvany. geboren am ?0, Juli 1889 zu Wye. Bezirk Canterbury: gefallen am 20. Oktober 1914 zu Langemark in Belgien." Da die stumme Antwort der knienden Frau keine Mtzdeutung zuließ, packt« der Soldat sie beim Arm, und zerrt« die mit allen Kräften widerstrebende aus der Sankt Michaels-Kapell«. Dann ver- richtet« er seinen Dienst. Nicht völlig nach der Borschrift Weil die Turmuhr schon geschlagen hafte, ging er nicht aus die Schwell« zurück, mn zu präsentieren. Er begab sich vielmehr unoermittelt zu dem Gedenkbuch mft den sechstausendsünshundertundeinundzivanzig Namen. Wandt« die aufgeschlagen« Seite um. Schrieb die Nummer der neuen Seit« auf ein schwarzgeränderte» Dienstblatt, da» dem Ad- gesandten des Kent-Regimentes mit dem silberbeschlagenen Kom- mandostad zugleich allmvrgendlich ausgehändigt wurde. Berlietz die Sankt Michaels-Lopelle. Vergaß auch nicht, die Gittertür zu oer- schließen, den Schlüssel abzuziehen und einzustecken. Als der Soldat wenige Schritte durch das Dunket des Seiten- schiffe» der Kathedrale gegangen war. stieß sein Fuß an ein Hinder- nis. Ein Schrecklaut entfuhr ihm. Auf den Steinfliefen lag ein Mensch. Eine Frau. Er bückte sich nieder. Cs war die aus der Sankt Micha«ls-Kopelle Hinausgeworfen«. Der Soldat lief zum Satriftan und berichtete ihm da» Borge- fallen«.»Tot?" fragte der Airchendiener. Da, habe er nicht fest- gestellt, antwortet« der Soldat betroffen. Doch glaub« er es wohl. Der Satriftan eilt« m die Kapelle. Segen seine ursprünglich« Ab- ficht folgt« ihm der Soldat. Aber di« Frau atmete. Der Soldat straffte sich, händigte dem Domdiener den Kapellen- fchlüssei au» und überließ ihm die Fürsorge für die Zusammen, gebrochen«. Sobald die schwarzgekleidete Frau wieder zum Bewußtsein ge- kommen war, wollt« fi»— mn eine« Namen» willen— zu dem Buch mft den mehr al« sechstausend Namen zurückkehren. Aber der Satriftan war weder durch gute Worte noch durch Geld zu be- wegen, da» Gitter von neuem auszuschließen. So mutzt« die Ab- gewiesen«»och am 20. Oktober von Canterbury nach Wye zurück- wandern., Al» der Soldat dem Kommandeur de» Sent-Regftnents rapportiert«. datz der ihm erteilte Befehl ausgeführt und das Buch in der Sank» Michoets-Kapelle ordnungsgemäß eine Seite wettergewendet fei, schrie der ihn an:»Lügeil" und bewies die Unwahrheft des Rapporte» durch di« Seitevnummer auf dem Melde blatt des vorher- gehenden Tage». Dem Soldaten blieb nur übng, den Zqiischenfall am Betpult zu gestehen. Der Kommandeur legte Gala an. Begab sich in di« Sankt i Richaels-Kapelle. Senkt« vor dem Buch mit den sechstausendfünf- ' hundertundeinundzwanzig Namen der Gefallenen des Kent- Regiment», zur Sühne für da« an ihm begangene Unrecht, den Degen. Wandt« höchst eigenhändig sein« Blätter um. Bis endlich die recht« Seite zutage lag. Dann begab sich der Kommandeur zu dem Erzbsschof. Und es wurde vereinbart, datz— zur ungestörten Durchführung de» Erin nerungsdienstes der täglichen Blatt wendung j— künftighm das Gitter der Sankt Michaels-Kapell«— außer den Dienern der Kirche— nur noch den legitimierten Abgesandten des i Keift-Regiments sich öffnen soll«; datz indessen den Angehörigen der ' Gefallenen, bannt sie den berechtigten Bedürfnissen ihre» Herzens Genüge tu» könnten, vor dem Gitter der Sankt Michaels-Kapelle ausreichend« Selegenheft geschaffen werden müsse, beguem und säuberlich zum Gebet niederzuknien. So ist denn fett Iahren schon die Urnwendung der Blätter des Gsdentbuche» in der Sankt Michaels-Kapelle zu Canterbury nach jener Weis«, von welcher zahlreiche Zeitungen mit Ergriffenheit berichteten. Morgen für Morgen ohne Störung verlaufen, wird weiterhin— nun längst nicht mehr um der Tönung de« licht- empfindlichen Pergament», sondern um der Erinnerung willen ohne Störung ihren Fortgang nehmen. Jene kümmerlich gekleidet« Frau, welche den sinnvollen Er- innerungsdienst am Morgen des 20. Oktober 1919 gefährdete, weil ste nicht cm ein kostbar«» Buch, sondern nur an einen Menschen dachte, jene Mutter, die sich nicht an die sechstausendsünshundertund- einundzwanzig Gefallenen de» Kent-Regdnent erinnerte, sondern nur an den Sechstausendfünfhundertundeinundzwanzigsten, der ihr Sohn war, hat ihr Dergehen nicht wiederholen können. Sie ist am Abend des 20. Oktober 1919, eine halbe Stund« Weges vor Wy«, im Strahengraben gestorben._ Tuberkulose- und Krebssterblichkeit. Ia ihren Beziehungen zur sozial« Lage. Dou Dr. ltantorowitsch. Di« von einigen Hyaienitern(Grotjahn, Prinzing, Telety u. a.) schon früher hervoraehabene und von Dr. Georg Wolff neuerding» itatisiisch bewiesene Tatsach«, datz mtt der zunehmenden Industriali- fierung und der damit vorbandenen Erhöhung de» durchschnittlichen Wohlsrandes di« Tuberkulofesterblichkeit sinkt, wird von vielen Theo- retikern der Medizin damit erklärt, datz die dichtwohnende Industrie- bevölkerung mtt Tuberkulose durchseucht und deshalb gegen häufiger« Erkrankung immunisiert wird. Zum Teil ist das richtig. Aber nur zum Teil; denn ander« aenau« Untersuchungen haben z B. ergeben. daß innerhalb der Großstädte, in Berlin, in London, in Paris, die Tubei-kulo'esterdlichkett in den Quartieren der dicht wohnenden Bevölkerung erheblich größer ist. als i» de» wohlhabende» Bezirken. Dies« letzte Tatsache zeigt also, daß der Durchseuchung»- faktor al» biologischer Schutz gegenüber dem Wohlstandsfaktor stark zurücktritt. Dr. Georg Wolff ist es vor kurzem gelungen, durch s«hr sorg. fällig« m athematiscl,-statistische Berechnungen, über deren Ergebnisse er in der„Klinischen Wochenschrift" berichtet, die Abhängigkei: zwischen Wohnungsüberfüllung und Tuberkulosesterblich. kell im oben angedeuteten Sinne nachzuweisen: hingegen fand Dr. Wolff, datz zwischen Krebs st erblichteit und Wohnungsüber- jüllung nur eine unerhebliche Abhängigkeft besteht. Es ergab sich sogar mehrmals: je überfüllt«? die Wohnungen, um so gennger die Krebssterblichkeit oder umgekehrt. Verfolgen wir diese Erkenntnis logisch weiter, so mutz ein« Abhängigkeit auch zwischen Krebs und Tuberkulose vorhanden sein. Und diese besteht in der Tat insofern, als mit der silikenden Tuberkulosesterblichkeft di« Krebssterblichkeit steigt. Diese lepte Abhängigkeit ist wohl darauf zurückzuführen, datz der Krebs meist bei Menschen in höherem Alter vorkommt. Dank der erfolgreichen Bekämpfung der Tuberkulose ist es gelungen, die Lebensdauer de» Menschen wesentlich zu verlängern: es ist daher an- zunehmen, datz die Steigerung der Krebssterblichkeit durch die Ver» änderung der mittleren Lebensdauer zu erklären ist. da hierdurch ein I miner orötzerer Teil der Lebenden in dos»Krebsalter" gelangt. Durch die Wolffsch« Arbelt ist also die Bedeutung der Verseuchung al» primäre Ursache für die Abnahm« der Tuberkulosesterblichkeit verneint, hingegen die hohe Bedeutung der sozialen Lag« in den Vordergrund gerückt werden. Dadurch hat sich Dr. Wolfs nicht nur um die Medizin, sondern auch um die Sozialpolitik orotze Verdienste erworben. Für die Krebssterblichkeit lieh sich freilich«in ähnlicher Einfluß der sozialen Lage nicht nachweisen. Merkwürdige Gieueru. Boa Ernst Edgar Ztelmtrde«. Zwar ist z» allen Zetten. was die Erfindung von Steuern an- belangt, allerhand geleistet worden, die Türke« aber darf den zweifelhaften Ruhm für sich tn Anspruch nehmen, auf der Such« nach neuen Einnahmequellen auf eine ebenso ungewöhnliche, wie geschmacklose Idee oersallen zu sein: die Besteuerung der Gesund- Heft! Demnach müssen alle türkischen Staatsbürger, welche sich einer guten Gesundheit erfreuen, eine Sondersteuer entrichten. Wa» ist dagegen Mussolini mft seiner neueingeführten Junggesellen- steuerl— Schon im alten römischen Reich entsafteten die Herrfcher eine blühende Phantasie, wenn es sich um die Erfindung neuer Steuert« handefte. Kasser Vespasian(ö— 79 n. Chr.) besteuert« sogar die Kloaken. At» sein ältester Sohn Titus ihm deswegen Vorwürfe macht«, wies er ihn, indem er ihm einige au» der Abgab« herstammende Geldstücke hinhiell, mit dem berühmt gewordenen Ausspruch zurück:»X'on ölet*(Es riecht nicht). Um dem Unmut über neue Steuern Ausdruck zu verleihen, pflegt man zu sagen. nur noch da» Einatmen der Lust sei steuerfrei. Dabei wissen di« wenigsten Menschen, daß es schon einmal eine Lusssteuer gegeben hat. Michael FV» der Tapblagonier, der vormalig« Kammerdiener Romanos III den er im Bade erdrosselt hatte, war der Erfrnder dieser merkwürdigen Abgab«: Für das Vergnügen, in seinem Reiche atmen zu dürfen, mutzten sein« Untertonen ein.reatixs! ,erum" entrichten.— Eine Kopfsteuer hat es bereit» bei den Franken gegeben. In Schweden hieß sie Nasensteuer und sie soll der Dnlingasag« nach vom Göttervater Odin selbst eingeführt worden sein. Vermutlich handcft es sich dabei um eine Tempelsteuer, b. h. einen Beitrag zum Unterhaft der Opfer.— Am Ende de» 13. Jahr» Hunderts erhoben di« Herzöge von Bayern infolg« der ständig zu- nehmenden Hofhalwngskoften und der vielen Kriege sog. Rod- steuern vom Ertrag de» Getveide« und auf den Besitz von Biel». Für an Pferd od« einen Zugochse» wurden 23k für ei» Stink 15 und für ein Stück Schmolvieh 5 Pf. erhoben. Der Kleru, lehnt» sich gegen diese Steuer auf und drohte mft Bann und Interdikt Auch Adel und Städte erlangten manchmal durch Drohung Be- freiung vou ihr. 1274 legte Rudolf I. den Städten sogar sin: die Kosten eines Reichstages«in« Hoffteuer auf.— Eine merkwürdig« Steuer, di« in Mecklenburg erst seft der Revolution verschwunden ist, mai di« aus dem 13. Jahrhundert stammende Prinzessinnen» steuer. Sie wurde zuletzt anläßlich der Vermählung der ehemalige» Kronprinzessin Cäcille in Höhe von A Ps. von jedem Haushaltung»- vorstand erhoben. Bi» zum Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in den oer- chiedenen Kleinstaaten dfe verschiedenartigsten Steuern, wie Jung» ronensteuer, Jnnggesellenstener, Heiratssteuer, Sterbesteuer, Schatz- steuer, Larossensteuer. Perückensteuer und Laxiersteuer, die dadurch ausgebracht wurde, datz jeder Einwohner jährlich eine bestimnfte Menge Absührsalz aus den betreffenden fürstlichen Apotheken kaufen mutzte. Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel. der durch den Verkauf seiner Landeskiuder für fremden Heeresdienst zu trauriger Berühmtheit gelangt ist, führt« zur Unterhaftung seiner Maitressen den sog. Ealzheller ein.~ In Bayern mutzte unter Maximilian Joseph III. für die Erlaubnis zur Heirat«ine Abgab« entrichtet werden. Diese Heiratslizenzeu brachten jedes Jahr etwa ISO 000 Gulden ein. Natürlich gab es auch in auherdeutlchen Ländern.zahlreich« Steuerkuriosa. so in England«ine Hoarpudersieuer, die bis in die neuere Zell hinein erhoben worden ist, eine Lichssteuer und-in« Fenstersteiler, die erst 1851 ausgehoben wurde.(Ju den'Nieder- landen besteht sie heut« noch.) Eine der merkwürdigsten Steuern gelangte 1ö44 in England zur Einführung, dort mutzte jede Familie wöchentlich ein« Mahlzeit ausfallen lasse» und hen Betrag dafür an die Staatskasse abliefern. Natürlich war«ine solche Steuer nur i» Zeiten großer Not möglich, wie sie damals in England herrschte.. Die Macht der Kleinen. All« paar Lahre hat der Mensch da» plötzlich« und scheinbar unerklärliche Massenauftreten kleinster Schädlinge aiizu- kämpfen. I» der Regel sst er gegen die ungeheuren Scharen solcher � kleiner Insekten, die über seine Wälder und Felder hersallen, ziem- lich machtlos; er mutz zusehen, wie grotze Werte vernichtet werden. bi» den kleinen Schädlingen die Nahrung ausgeht oder deren natür- lich« Feinde sich so vermehrt haben, daß die Schädlinge wieder auf ein erträgliche« Matz herabgemindert iverdsn. Fast immer ist die Massenentw'ckelung solchex Schädlinge darauf zurückzuführen, datz die Kulluren �einseitig" sind, datz z. B. weite Strecken nur mir Fichten bewachsen sind, Fichtenschädlinge finden in«iner solchen Gegccw natürllch geradezu ein Dorado. haben Nahrung in Hüll« und Fülle und vermehren sich entsprechend in einem solchen Umfang«, datz für die izichtenwaldungen über kurz oder lang eine Katastropd« hereinbrtckü. Ein solcher Fall hat sich z. B. vor einiger Zell im Waldgebiet des Reich: amingiales zugetragen, in dem sich im Verlauf von fünf Jahren di« Lortenkäser in solchen Matzen entwickelt yabeir. datz eine Riesenkatastrophe eingetreten ist. Man hatte 700 000 Fest. nifter schlagbare» Fichtenholz über das zuläfstge tlbtriebsoller hinaus stehen lasten. In diesen zahlreichen allen Stämmen fand der sog. Buchdrucker, unser häufigster Borkenkäfer, die denkbar günstigsten Lebensbedingungen. Da niemand etwas zur Bekämpfung der unter der Rinde lebenden Käfer tat. oermebrten sie sich in dem alten Waldbestand ungeheuerlich. Äusgedehifte Fichentbeständ« wurden dann von ihnen in ku»zer Zeit zum Absterben gebracht. In einem van den Käsern befallenen Bestand von 90 000 Festtneter Hotz zähft« man auf einem«mziaen Baumstamm nicht weniger als 80000 Käfer, Käferlcnwe» und Puppen. Di« befallenen Beftänd" mutzten natürlich abgeholzt und die Stämme schleimigst aMranspor- Damen-Hut*750 baau, Slpabudgunlt«.Blnfan� Tie!« F erben M Woilwaren UebcrziehjädchcnwÄ�SSr� 3" Ueberziehjäckchen � T. 375 Damen-Pulfover 475 Jumperkleid&?*£££?*£* � i«7Z aobiadeuen kleidsamen MoBtera..................... I 9� Damen-Wäsche Schlüpfer I95 Schlupfer K«B»»Mi tenlahrtenÄd-Lufi S Ikf: Wnsir-ÄiaefudaKtSd. El. heitere* Spiel«. d. Mark,«.,: tw HipntfjrwaU-»BIT.»itttimitT. DenßdiuMer Norden 12310 AbonnementsbOro: Norden 10 358—39, v/« U, Ende nach 10 ZwOIflanseBd Sonntag, den 18. nachm. 4 Uhr Zinsen Preise 1—7 M. Die KomQdle Bismarck 2414/751« SV, U, Ende 10«/, U. Marcel Fraddtn (Der Eunuch! 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Vorzeiger dieses zahlen Tflr Parkett auch Sonntags statt Mk nur Sl P«. Klein« MM Täglich 8«, Uhr ErUfaeiBssncr In Gretchcn Für Jugendliche nicht geeignet Sonntag 4 Uhr kleine preise Llssy. die Kokotte Lustspielhaas 8«/, Uhr Guido Thielseher „ÖBter Gesdiifoaoisidir inter KoaBdlemhans Norden 630» TIgl. 8»/. Uhr Broadway Rose-Theater Gr Frankf. Str. 132. S>/, Uht Der FUcgcr Otto RenHer! und das 1heater 8 Uhr. Sonnig, nachm. 3 Uhi. Das wundervolle Progr. der Stettiner Sänger nachm. ermüft. Prese. uönholf'Sratt'ii IBuiita lalftt-Pagriai I Im! lntiBj 8 Ite. sljj. 5> PISCATOR-BÖHNE Oastsplal las LESSING'THEATER Neueinstudierung. Nur 10 AuKührungen Sonaabend, du 17. Mlzs 1928. abends 8 Uhn Hoppla, wirleben! von SAHST TOLLES Inszenierung: Erwin Plscator (I II Binder. Eltenberi, Dammerf, Löblnger, Siobrawa, Well- boener. Dienert, Boicfa, Fischer, Gen ich ow, Gran ach, Greif, Hmn ernenn, Herrn. Hollmann. Kaiser, Katzcfa, Kepldt, Lin dth er gj Ober linder, Roth, Scfadfer, Steck cL Venohr, Weisse. Dietm Stack wurd* tu Beginn der ßaitnn 86 mai cor aunerkauftem Bäuttrn neu um in lierlm gupiell und muttle dann inrolgt anderer VerpfUchiungtn com Spielplan atgeeeUt'serden. l'neer Entemtle gaeiurle damit im rergangeneu Monat In den Siddten Frankf ui tiM Mannheim und Ktln mit autterordenlliehtm Er- feige. Nun gelangt«« In der Vraufführungtbeuieung wieder cor das Berliner Publikum Bis zum 17. d. M.,»Jigllch 8 Uhr; „Singende Galsenvösei" THEATER AM NOLLENDORFPLATZ Täglich 8 Uhr: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk mit Max Pallenbcrg Inszenierung: Erwin Plscator Vonrsrkauf a. AThaaterkassan u allen r.kannten VorverkaufcslellMt Tliäater des Westens Täglich S'n Uhr ZigtHlH Kiurinaa.C.(TI«r tiaha Lichtensteln Hofbauer. Fleischer TnL Slnhi«., Wieser. Bradsky. Brandt PlaBetefiim an Zoo Vciar iwdixitbil« Ini, Noll. 1378 16'/,. 18. 19«,» 21 Uhi Oer Sternblawel der Heiwal Elntrtr. 1«L UkWaUmJ Residenz-Tbeatei Tifli»'/, Uhr: Kein Pol Izelverbot Oskar Ebelsbacher Sdiule der Liebe hm kkrnt h 3 Wn. Für Jugendl. verb. fh fiikfwili UM Puhl Sonntag 3'/, Uhr halbe Preis« Sdurie der Uefc« Tltalla-Theater Dresdner Str. 72,73 1 L: Ob iiMl gEst NddvDdew IteaterLllBzofstr� Tel. Kurt 9209-1 A Täglich 8'/, Uhr Bennet contra AsaenbrOdel 12 Bilder mit Jazzmusik VbI. hihrt. Iirt-Tbi, Islhsl Icblt, Osrnr. Dbiir nr««eist■aal trat■- natu 7 Nur OroE-BwrllR AJcx.mdei-pl.lz Hl in Adairaisgaias Udler Mona, TägI.8",Uhr »ALLER REVUE .Jannanowo' ,) Sonntag ü Vorstell 3 Uhru.8',, Uht .tda.<»;te:i In- th'ISM'n kilV v ca.u«: d«)-pit '«!''S•>*r/ 7tr. 127* 45. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Vonnerstag, IS. März 192S Groeners Programm. Oer Reichswehretat vor dem Reichstag. Im Reichstag erfolgt« gestern die zweite Beratung des Haushalts des R e i ch s w e h r m i ni st« r i u m s. Die Beratung beschränkt« sich zunächst aus das Landheer. I Reichswehrminister Groener: j Im Haue Haltsausschuß Hobe ich schon zu den meisten Fragen mich äußern können. Heute will ich nur grundsäßllch Stel- l u n g zu den Hauptproblemen der Reichrwehr nehmen. Diese Probleme sind eimnal die Wehrpolitik und die sich daraus ergeben- den Folgerungen, und zweitens die politische Haltung der Reicks- wehr an sich. Im Ausschuß waren die Parteien von den Deutsch- nationalen bis zu den Sozialdemokraten einig in dem Bekenntnis zur Notwendigkeit des bewaffneten Lande-'-tchutzes. Aus einzelnen vemerkvnaen des preußischen MInUterpräsidenten in seiner Rede könnte qelch'ossen werden, daß ich die Absicht vertrete, die mililäri- schen Gesichk�m vkle müßten den politischen voransseheu. Da» ist nicht der Fall. Nicht die militärischen Sachverständigen haben über unser Heerwesen zu entlcheiden. sondern Regierung, Reichs- tag und Reichsrat. Der Soldat ist dabei nur Berater und Anreaer. Ick aebe in dieser Auffastuna konform mit dem preubischen Ministerpräsidenten, aber für mich kann in der Frage de? Panzerschisses nicht die preußische Regieruna maßgebend sein, sondern nur die R e i ch s r« g i e r u n g. die in ihrer Gesamt- heit dem ablebnenden Beschluß des Reichsrats gegenüber die Forde- rung des Panzerkreuzers in einer Doppeloorlage aufrecht- erhalten hat. Zn den lebten Jahren hat sich die Technik so vervollkommne«. daß ein modernes Damerfchiff von 10 000 Tonnen sehr wohl feine Ausgaben erfüllen kann. Die Martveleitung will nicht etwa bauen, nur um den Dersoiller Vertrag auszuschöpfen, aber sie geht mit mir davon aus, daß eine modernisierte Flotte sür den Schuß unserer Grenzen von größter Bedeutung ist. Wenn Ostpreußen und Oberschlesien gleichzeitig überfallen werden sollten, dann würde das Panzerschiff eine sehr wefentlich« Ergänzung unserer Landstreitkräfte sein. Venn e» vn» gesinqt, die Grenzen zn schützen, bi» die inter» nationalen Instanzen eingreifen oder bi, da, sogenannte West. gewissen sich regt, dann würden Oandherr und Marine Ihren Zweck voll erfüllt haben. Ist erst deutsche» Gebiet vertorengeganoen, dann ist es sehr schwer wiederzuerringen. l Beifall.) Die S-knGlosigkeit der Grenzen ist ein Anreiz für unruhige Geister. Mit Militarismus Hai dieser von mir vertretene Standvunkt nichts zu wn. Ich bekenne mich, wi« wohl di« Mehrheit der Kriegsteilnehmer, zu einem gesunden, vernünftigen Pazifismus, allerdings nicht zu dem. der einer knechtischen Gesinnung entspringt. Die Wehrpolitik ist die Dienerin der Außenpolitik: ich kann ober nicht eine un- günstig« außenpolitische Wirkung au, der Bewilligung de» Panzer. kreu»ers erwarten: ich kann mir nicht denken, daß die Nein« deutsche Wehrmacht irgendwo als Druck empfunden wird. Eine so klein« Wehrmacht erfordert aber das Beste vom Besten m bezug aus Menschen. Ausbildung und Bewaffnung. Bei den Reichsweyrangehöxigen muß der größte Wert gelegt werden aus gute Auswahl. Aurbtldunp u»ch Erziehung. Meinem Amtsvorgänger und dem ersten Ches der Heeres'eitung vebührt Donk sür die vor- treuliche Arbeit in dieser Beziehung. Gegenüber dem Reichstag werde icb stet» Wahrheit und Klorhett in Sieichswehrangelegenheiten an den Tag legen. Meine größte Ausgabe wird e» sein, die Angehörigen der Reichswehr zum Slaatsqedanken zu erziehen lBeifall). zum rück- halllosen Gehorsam aeaeutiber der Verfassung und den ver- sasiungsmäßlqen Instanzen. Die öberparteillche Stellung der Reichswehr muß gewahrt«erden. Darum werde ich auch rücksichtslos einschreiten gegen jede Ent» gleisung und sede Taktlosigkeit«ine» Angeböriqen der Reichswehr. (Beifall.) Di« Reichswehr soll sich da» höchste Ansehen erringen nicht durch den Ehrgeiz nach kriegerischen Lorbeeren, sondern durch den ehrlithen Willen, dem Frieden zu dienen und nur dem Frieden. Dazu bedarf ich der Unterstützung de» Parla- ments und der Press«. Ich werde jederzeit dankbar sein für ver- nünstiae Kritik und berechtigte Klagen, denen ich nachgehen kann. Die Reichswehr muß bewahrt werden vor Sensa- t i o n e n. Sein Angehöriger der Reichswehr darf Ansaß geben zu einer össentlichen sensationellen Kritik, wie es in der Vergangenheit so häusig vorgekommen ist. Ich werde dafür sorgen, daß solch« Reichswehrangehörigen ver- schwinden. Es folgt die Red« des Abg. Künstler(Soz.), di« wir an anderer Stelle wiedergeben. Abg. Gros von der Schulenburg(Dnat.) verteidigt.zunächst die besonders hohen Kosten der Reichswehr, die der eigenartigen Lage Deutschlands entsprechen, und führt dann zum Kapitel Beförderung und Ersaß u. a. aus: In der so wünschenswerten Offiziers- Beförderung au» dem Unteroffizier st and« stehen wir vor einem höchst bedauerlichen Dilemma. Die aus dem Unteroffizier- stände kommenden Bewerber erliegen m e i st e n s in der Kon- turrenz um die wisien schaftliche Bewertung. Wir hassen aber, daß auch Ausnahmen gemardt werden und überragend befäbigte Unter- offiziere zu Offizieren befördert werden. Je kleiner dos Heer ist. um so einheitlicher, geschlossener muß das Ofsizierkorps sein. Der Adel soll nichts voraus haben, er soll aber auch nicht schlechter behandelt werden Ohne die Bflege der Tradition kann unser Heer nicht bestehen. Gerade der Offizier ist-hr Träger. Den Herren Dr. G e ß l e r und Generaloberst v. Geeckt wissen wir für ihre Tätigkeit und ihr« Verdienste»m die Reichswehr unseren Dank. Mit politischer Betätigung will das Heer, wollen die Offiziere nichts zu tun haben. Monarchier oder Republik ist nicht die Tagesfrage. Die Reichswehr kann niemals eine Angriffswasf« sein, sondern hat die defensiv« Bestimmung, unser« Grenzen zu schützen. Weder Frankreich noch Belgien noch Polen noch irgendein anderes Land sind durch De�'tschland bedrobt. Jetzt sollen wir auch noch moralisch entwaffnen! Den deutslben Geist, der unserem ganzen Volte eigen ist, wird man aber niemals zersrfrfagen können. Auch meine Partei stimmt einer friedlichen Verständigung durch- au, zu. Dieser scbwieriae und langwierige Weg wird sür uns aber nur dann zu Erfolgen führen, wenn unser Volk dabei leine volitische, seine nationale Freibeil aus dem Boden voller Gleichheit zurück- gewinnt. Auch Deutschland muß das Recht und die Frei» heit erhalten, seine Landesverteidigung so auszu- b o u e n. wi« es den großen Werten entspricht, die in seinem Lande zu sickern und zu schützen sind. Abg. Ersing(?.) dankt im Namen des Zentrums dem aus dem Amte geschiedenen Minister Dr. Geßler. Wenn seine Amtsführung manchmal scharfe Kritik fand, so sei das erklärlich durch die beion- deren Verhältniste, die in der scbwiengen Ueberaanos,eit bestanden. Das Zentrum hoffe, baß General Groener das Werk der Aus- gestaltung unserer kleinen Wehrmacht mit dem"l eichen Vfsicht» bewußtsein wie feine Vorgänaer fortsetzen werde. Die vom Reich»- rat unter preußischem Einfluß beantragten A b st r i ch e beim Wehretat seien wobl in der Hauptsache nicht auf den Willen zur Sparsamkeit zunick'uführen. Die preußische Regle- rung sei im eigenen Hause auch nicht sehr spar» sa m. Der Slreick-nngsbeichluß de, Relch°rats enlsvring« weniger fachlichen at, pasittfchen Moliven. D-e sozialdemokratischen Streichunaeanträge würden den Erfolg haben, daß die Reichswebr schlecht ausgerüstet ist. Dann wäre e» konsequenter, überhruvt die A b sch a f f» n g der Reirf�webr zu beanttagen. Abg. Vrünlnahav«(D. Dv.) schließt sich den anerkennenden Worten des Vorredners für den früheren Reichswehrminister an und fährt dann fort: Es hieß« on dem Ehrgefühl der Offiziere und Safdaten zweifeln, wenn man ihre Treue zu« heukigen Staat in Zweifel ziehen wollte. Daß diese Zweifel unberechtigter- weise immer wieder in der Presse der Linken ausgesprochen werden, kann nickst gerade di« Sympathie der Reichswebrongehöri- aen für diese Presse und die hinter ihnen stehenden Kreise steigern. Der Redner erklärt das Einverständnis seinen FrerMde mit den vom Minister Groener vertretenen Ausfastnngen über seine Aus» gäbe. Deutschland kann mit seiner kleinen Wehrmacht keinen An- griffskrieg führen, kann damit vielleicht kaum seine Neutra- lität verteidigen, und da redet man noch von einer beut- scheu Gefährdung des in Mafien starrenden Frankreich. Angesicht» der gewaltigen Ausrüstung durch das neue Rekrutierungsgesetz hat die Besetzung des deutschen Rheinlandes jeden Sinn verloren.(Bei- fall.) Bei der Zusammensetzung des Offizierkorps darf kein Stand bevorzugt werden aber man darf auch den Adel nicht benach- teiligen. Den ausscheidenden Offizieren muß Gelegen- heit gegeben werden, dem Staat in irgendeiner Form weiter. zu dienen. Die Versorgung der ausscheidenden Soldaten wird erschwett durch die passive Resistenz, mit der Sozialdemokraten in den Krankenkassen und anderen Instituten die Zlnstellung der: Der- sorgungsanwärter verhindern Parteipolttit muß aus der Reichs- wehr serngehalten werden. Die Frag« der wünschenswerten B«- förderunq tüchtiger ilnteroffi iere zu Offizieren ist mehr eine Frage der Schulkenntniss« Man kam, nickt mit dem Abg. Künstler sagen, daß durch Perzich. aus das Abiturienten' ermnen das Bildungsniveau des Ossizierskorps nicht berabgesetzt werde. Gegenüber den Angriffen, die beim voriährigen c�fat oegcn die Reichswehr gerichtet worden lind, ist heute ein erfreulicher Fortschritt in der Beurteilung auch seitens der Linken seil zustellen. Wir wünschen jedenfalls, daß die Reichswehr immer mehr ein brauch- bares zuverlässiges Instrument in der Hand des Staates wird. (Beifall.) Abg. Dr. Haas(Dem.) erklärt, er heg« trotz scharfer sachlicher Gegensätze große Verehrung sür den ausgeschiedenen M'nister. Dr. Geßler sei es leider nicht gelungen, sein bei der Amtsüber- nähme im März 1920 verkündetes Programm zu verwirklichen. Der Redner verNest Teile dieser Programmred«. in der Dr. Geßler u. a. den willen avsp'ttfct. beim Osfnierersatz in erster Linie diejenigen zu berücksichtigen, die offen sür Demokratie und Republik eingetreten sind. Vielleicht hätte sich die Reichswehr besser entwickelt, wenn nach dem Kap p.Putsch nicht di« Sozialdemokraten den Rück- tritt Noskes als Wehrminifter verlangt hätten. Dem neuen Minister Groener. so erklärt der Redner, bringen wir ein hohe» Maß von Vertrauen entgegen Der Rede des deutschnationalen Abg. v. d. Schulenburg können wir in vielen Punkten zustimmen. Wir erstreben als Voraussetzung der allgemeinen Besriedung ein gutes deutsch-sranzöiisches Verhältnis. Das kann aber erst erreicht werden, wenn das offizielle Frankreich eine andere Haltung zu uns ein- nimmt und aufhört, das entwafinete Deutschland als eine Gefahr für Frankreichs Sicherheit zu behandeln Für Frankreich gebe es nur einen Schutz, ein« wirkliche und aufrichtige Versöhnung mit uns herzustellen und uns das zuzubilligen, was unser gutes Recht fit. Der Geist der Wehrhaftigkeit, der Wille zur Der» teidigung de» Vaterlandes lebt in der republikanischen Mehrheit unseres Volkes und auch in den vernünstigen Pazifisten. Wir freuen uns des Bekenntnisses des Ministers Groener zum ver- nünftioen Pazifismus. Mir erwarten, daß sede Verbindung der Reichswehr mit politisch unzuverlässigen Ver. bänden verhindert wird. Der Kysshouserbund mag in seiner Leitung loyal sein, wenn diese Leitung ober nickt Beich'üsi« der Unterorgani'atianen verhindern kann die sich gegen die Reichsforben richten, dann kann auch ein« Verbindung dieser Organisation mit der Reichswebr nicht gedulde» werden. In der Reichswehr muß mit der Erziehung zur Republik endlich Ernst gewacht werden. Wir wollen di« Armee nicht valttisieren, aber der Offizier muß mit dem Wesen des revubltkanisch-demokra. tischen Staates vertraut gemacht werden damit er stolz sein kann aus den Staat und die Staatsform, die er verteidigen soll. Abg. Lolbl(Bayr. Dp.) scht-etzt sich den anerkennenden Worten für die Tätigkeit des früheren Minfit-'w Dr. Geßler an. Er be- grüßt die Auzführunaen des Minfiterg Groener und unterstreicht die Erklärung, daß die Kriegsteilnehmer si-h zu einem gesunden Pazifismus bekennen, der keineswegs den Willen zur Landes- verteidiguna ausschließe. Der Redner stimmt auch den Aussührun- aen des Mwisters darin zu, daß die Reichsweftrangebäriaen zur Staatsgesinnung erzogen werden müßten. Gesinnungs- schnüffelet müsse freilich unterbleibe». Ilm 19% Uhr wird die Weiterberatung auf Donnerstag, 13 Uhr, oertagt. Preußens Kuliurpoliiik. Oer Ltniernchisminister über den republikanischen Kurs. Der Landtag nahm am Mittwoch die zweit« Lesung des Haus- Halts des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Voltsbildung vor. die in vier Abschnitten vorgenommen wird. Zum ersten Abschnitt Volksschulen und Kirche berichten aus dem Hauptausschuß die Abgg. Dr. Stessens(D. Dp.), Sönlg-Swinemünde (Soz.) und Graue(Dem.). Danach nimmt sofort das Wort Kuttusminister Dr. Lecker: Zu Beginn der Verhandlungen möchte ich einen Rechenschafts- bericht über die Arbeit des letzten Jahres geben. Ich bin den Grundsätzen, die mich seit Uebernahme meines Amtes leiteten, treu geblieben. In einem so parteipolitisch und weltanschaulich zerrissenen Volke ist es natürlich schwer, das Gut deutscher Bildung vor ein- seitiger Vergewaltigung zu schützen. Mein« Politik mußte deshalb nicht eine Polttik des Kampfes, sondern der Versöhnung sein. Eine Gefahr sür unsere Bildungshöhe ist mißoer- standenes soziales Mitleid. Die einflußreichen Parteien haben allerdings niemals den Versuch gemacht, Bildungsgleichheit und damit Nioeaufenkung herbeizuführen. Nicht Bildungsgleichheit, sondern gleiche EntwicklnngsmSgstch- keit für alle ist unsere Parole. Unsere Kulturpolitik kann nur eine republikanische Politik sein. Der einzelne Bürger kann glauben, was er will, ein republika« nischer Bildungsminister aber muß den republikanischen Staats» gedanken pflegen und fördern.(Zuruf links: Es wird auch die höchst« Zeit!) Der Minister geht hierauf auf einzelne Fälle ein, in denen rechtseingestellte Professoren und Lehrer sich anti- 9 tlv-nbtnierte» relAffsHene« KASbaHICid Oer Rodt Ut au« rorsfig Id»'in ntawol'encm Cherme'alr.e. welcher im VorderleU ml# einem aber«teppl�n■ uppcn.ell versehen Ist. Der Jumper bat einen spitzen Ausschnllt u. Ist mll eines Woilsfldcrel gex ert Dieses enicadtende Kleid kostet In allen mod-Kashatarben■BT 21 Sf rlclckoslllfime von seltener Sd.önhcfl und Gate In ungeheuer rleien Strick- u. 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Die IN. große Etraskammer de» Land- geeicht in Essen hat am 19. Eeptemder 1927 für Recht erkannt: Die Berulung der Staatsanwaii schaft wird auf Kosten der Staatstassc verworfen Auf die Berufung de« Anaetiagten wird da» angeiochiene Urteil hin. sichtlich des Strafmaßes dahin ab. geändert, daß der Angetlagte zu einer«eiängnisftrafe von 1— euian— Monat verurteilt wird. Im übrigen bleibt da» angefochtene UrteU anirechterhaUen. Die Kosten seiner Berufung trägt der Angellagte 3. Da» Sieichsgericht, 8 Strafsenat tn Leipzig. Hai am 12. Januar 1924 für Recht erkannt: Di« Revisionen de» Landgericht» tn temder 1927 werden Angeklagten werden die Kosten leines Rechtmtllel» auseriegt. Di, Kosten des Rechtsmittel» der Etool»anwalt, schalt Hai die Preußisch« Staatskasie zu tragen. Die vorstehend« Abschrift der Brteü». formein wird deglandigt. Do» Urteil ist vollstreckbar. (L~ S) gez Unterschrift. Esten, den II Februar 1928 Die Richiigkeit der Abschrift bescheinigt. Esten, den 2t. Februar 1928 ... Riemann ■®"9eI> KanzleisekretSr. gegen da, Urtcti sten vom lg. Sep. oerworien; dem llss müssen Sie lesen! Hochaktuell> Sengationcll I Das packt Sie und reiBI Sie mit fort und bringt ihnen bisher nicht gekannte Vorteile Spukl U> 2 zusammen RM«1a' I Bestellen Sie sofort, da beschränkte Auflage. | Spuk- Verlas. Leipzig C1, Plagwitzer StratSc 2». ' Postscheckkonto: Leipilg Mi-Goal fle der mod. WeUermantel I. Straße u. ba||* Sport m. OeltucheinL n. Plaidiutter V■ Meiligersporlanzug CbeTiotcbarakter, Dach engt Art gemustert, mit Knickerbockcrod. Breeebe« and langer Hose,. Sahkoanzug brauner Chaviot mit dezentem Ueberkaro.......... FrOhlahrsulsier an« wollenen mitte!, and bell. grauen Sbetlandstoffen m Abseite 'ED.- ts.- 75.- GifiBte Auswahl Gute Qualitäten/ Billige Preise BAER SOHNS berun N4, Chaüsseesh.%9/io. U-BAHvSMm tßhf. 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