BERLIN Sonnerstag, 15. März 10 Pf. Ar. 125 B 64 45. Jahrgang. € r( d& H n t täglich außer Sauatag«. Zuqleich Abendausgabe de«.Vvnvtrt«'. Bejugsprei« für beide Ausgaben 70 Pf. pro Woche. 3 M. pro Monat. Sledattio« und Expedition: Berlin SWW.LiodenKr.s SficUautyaße Jßh n\JoYu>af4b l nteigenrrei«: Die einspaltige Nonpareillqeile «o Pf.. Keklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. vstfcheckkonto: Dorwürts-Verlag G. m. b. H.. Berlin Nr. 3753«. Fernsprecher: Dtnboff 292 bis 2M Die Betroaenen reden! Keine Nachricht vom Ozeanflieger. Bericht auf der 2. Seite. Ein Straßendamm über den Tegeler See. Der Damm von 800 m Länge und SO m Breile ist schon bis zur Hälfte fertiggestellt. Die kleinere abgetrennte Wasserfläche soll Industriehafen werden, während der Damm selbst Hallenbad mit Badestrand und Strandpromenade erhält. Das Mordmesser gefunden. Die Bluttat in der Charlottenstraße. Zur Beurlellong des Perbrechens in der Eharlollen- slrahe. dem Frau Schüler;um Opfer fiel, war es. wie wir schon niillcillen. von höchster vedeulung, dos Mord- meffer zu finden und seine Herkunst festzustellen. Da» Messer wurde gestern gesunden, nach seiner Herkunft wird noch geforscht. Die Kontoristin Anthony behauptete hartnäckig, das Messer habe in einein Kasten gelegen, in dem Frau Schüler in hockender Stellung noch Sachen gekramt habe, die sie ohne Wissen der Chefs mitnehmen wollte. Niemand erinnert sich aber, das Messer jemals gesehen zu haben. Dom Geschäft ist ein solches Messer, wie es die Anthony beschrieb, niemals gekauft worden. Auch eine andere Auf- wartesrau, die Frau Schüler hin und wieder oertrat, hat es nie ge- fcljen. Um nach dem Messer in dem Gully in der Charlottenstrohe, in das die Anthony es hineingeworfen haben wollte, zu suchen, wur- den auch Angestellte der Strohenreinigung hinzugezogen. Die Der- haftete meinte nun, nachdem es hier nicht gesunden worden war, sie Hab« es vielleicht nicht vor dem Besteigen des Autos weggeworfen, sondern erst später m der Wi-byer Strohe. Aus einer nacht- l i ch e n Fahrt führte sie die Kommissare und die Beamten an den Gully in jener Straße heran. Die Strahenreiniger räumten ihn aus und da kam denn auch das Mordin st rument zum Bor- schein. Die Papierhülle war durchnäht und durchweicht, das Messer außer mit Blut auch mit Schlamm beschmutzt. Es ist ela gewöhnliches Schlächter mesier, wie es in Fleischer- und Delikatessenloden zum Wnrstschneiden benutzt wird, ein Fabrikat des Solinger„3 Willingswerkes Henckel'. Die sehr scharfe und spitze dünne Klinge ist 25 Zentimeter lang und 3W Zentimeter breit. Das 12 Zentimeter lange Heft besteht aus braunem, fast fchuwrzem gemaserten Holz. Das Messer ist noch neu, die Klinge zeigt noch den Poliergian.z irnd ist noch nicht nach- geschlissen. Auch der Kriss zeigt noch keine Spur von Abnutzung. Es handelt sich also um ein neues Messer. Trotzdem bleibt die Berhostet« auch jetzt noch bei ihrer Behauptung. Wie sie sagt, hatte sie Frau Schüler mit einem Privatbries nach der Chausseestrahe ge- schickt. Der Brief war an eine Darlehnsgesellschast ge- richtet, von der die Kontoristin Geld zu erhallen hosste. Sie gibt jetzt zu, daß sie Schulden hat, behauptet aber, es feien nur „Läpperschulden". Daß Frau Schüler noch einmal zurückkehren werde, hatte sie nicht erwartet. Die Frau kam aber doch noch einmal. weil sie aus der Kabuse etwas mit nach Hause nehmen wollt«. Als sie in dem Kasten herumsuchte, hielt chr die Kontoristin das Licht. bis dann die Tat geschah. Mitteilungen des Gcichästs, In dem das Mesier getauft worden ist, nimmt die Mordkommission Bipik-Salaw entgegen. Sie bittet auch den Chauffeur, der am Montag abend etwa um 5% Uhr die Anthony von der Charlottenstr. 17 nach der Ecke der Kantian- und Gaudystrahe gefahren hat, sich bei ihr zu melden. Mnzjnnztst einer Frau. Beriebt aal der 2. Seite. Die enttäuschten Rentner. Seit Januar 1926 ist der Reichstag der Bürgerblockmehrheit am Wert. Seit 19lZ hat keine deutsche Regierung geruhsamer arbeiten können, als die Regierung des Besitzbürgerblocks. Das abschließende Ergebnis ihres Wirkens ist— ein Notprogramm! Wenn so die Bürgcrblockparteien selbst bekenney, daß ihre ruhmreiche Tätigkeit zu Notständen geführt hat, ohne deren Milderung sie sich vor den Wählern nicht sehen lassen dürfen, wird kein Kundiger ihnen widersprechen. Die Frage ist nur, ob das Not- Programm auch dort eingreift, wo die Not am größten ist. Ist sie wirklich am größten bei den ostelbijchen Junkern, deren Söhne und Töchter in St. Moritz und in den Spielsälen der Rioiera ihr kummervolles Dasein verbringen? Es gibt Dolkstreise, die da» bezweifeln, Volkskreise, die bei der letzten Wahl der führenden Partei des Bürgcrblocks. den Deutjchnationalcn, ihr uneingc- fchränktes Vertrauen geschenkt hatten. Da sind zunächst die enteigneten Gläubiger und Sparer. „Boll« Anerkennung ihrer Rechte", d- h. hundertprozentig« Aufwertung, war' ihnen von den Deutschnationalen feierlich versprochen worden. Der deutschnationale Führer Hcrgt wollte nach dem Eintritt seiner Partei in die Regierung„binnen 24 Stunden" ein Gesetz dieses Inhalts dem Reichstag vorlegen. Wir wissen, wie die verarmten Sparer, ehe der Hahn zweimal krähte, von den Deutschnationalen dreimal verraten wurden. Soweit die bei igten Angehörigen des ehemals wohlhabenden Mittelstandes nicht längst ihrem Jammer durch den Gashahn oder ein anderes Hilfsnüttel«in Ende bereitet haben, sitzen sie heute in ihrem armseligen Stübchen und grübeln bei Zichorienwasser und Kartoffeln über den politischen Sinn des schönen Verses nach:„Ueb immer Treu und Redlichkeit"... Nachdem der Betrug an den Sparern vollendet war, hieß es in einem von der dcutschnationalen Schristenvertriebsstelle G. m. b. H., Berlin SW. 11, herausgegebenen Flugblatt: „Mit diesem Erfolg(!) haben sich die Deutschnationalen nicht begnügt. Sie forderten vor allein immer wieder ein Kleinrentnerversorgungsgesetz, das den Schwer- betroffenen statt Fürsorgemaßnahmen einen Rechtsanspruch sichert, und sie werden nicht nachlassen, bis auch dieses Ziel erreicht ist" In der Oppositionszeit der Deutschnationalen war in Anträgen. Gesetzentwürfen, Reden und Aufsätzen von dem Rentnerversorgungs- gesetz gor viel die Rede. Bringt nun da» Rolprogramm des Bürger- block» den Schwergeprüsten die versprochene Hilfe? Mitnichten! »Die Reichsregierung enthält sich einer sachlichen Stellungnahme zu dieser Gesehgebungssrage," erklärte Vizekanzler Dr. H e r g t am 27. Februar im Reichstag. Sie will statt desien die Fürsorge, die so oft jämmerlich versagt hat und außerdem an die Llrnienunterstützung erinnert,„verbesiern" Hören wir, was die Kleinrentner antworten: „Wieder ist Unerhörtes geschehen, wieder versucht man mit allen Mitteln die Ungerechtigkeit zu stabilisieren und den enteigneten Rentnern ihr Recht vorzuenthalten, sie weiter auf B e t t e l a l m o s e n zu verweisen. Ein ungeheurer Protest- st u rm wird durch die deutschen Lande zielen, Erbitterung und Verbitterung werden keine Grenzen kennen, wenn nicht noch in letzter Stunde dem scheinbaren Vernichtungswillen der Reichs- regierung gegenüber den alten und kranken Rentnern durch den Reichstag energisch und verantwortungsbewußt entgegengetretMV wird. Wie seinerzeit der Herr Reichssinonzminister in Magde- bürg die Not der Beamten, so schildert jetzt der Herr„Londbund- minister" Schiele in beweglichsten Worten die Not der Land- Wirtschaft, wiederum, ohne auch nur mit einem einzigen Worte der srü Heren Sapitalrenlner zu bedenken, die der Landwirtschast schau 75 proz. de» ihnen geliehenen hypothekcnkapllal» zu schenken gezwungen wurden. Der Herr Minister sagte:„Es geht um die Entscheidung, es geht um das große Entweder— oder, es geht um dos Letzte. Ich rufe die Frage ins Land: Will das deutsche Volk und alle seine berufenen Führer die deutsche Landwirtschaft, den Grundstock allen wirtschaftlichen und staatlichen Lebens er- hallen oder verderben lassen?" Die deutschen Rentner hat man bereits vor Iahren preisgegeben und ins Elend versinken lassen. Was würde denn wohl die Landwirtsiboft sagen» wenn man es mit ihr ebenso wie mit den Rentnern mache» „100 Ratten und 20 Kinder." Sine Erwiderung de« Oberarzte« Or. Vollmer. Der Oberarzt- Dr. Vollmer vom Kai se ri n-«u gusta- Viktoria-Haus in Berlin verschickt durch da» Wolffsche Bureau«ine längere Erklärung, die sich mit den, Artikel d«s �«ichstagsabgeordneten Dr. Moses in Nr. 116 unseres Blattes und mit Berösfentlichungen an anderer Stelle befaßt. Dr. Vollmer sogt, daß n i e Versuche an st« r b e n d e n Kindern angestellt worden seien, es sei lediglich das neue Rachitisheilmittel „Bigantol*(bestrahltes Ergosterin) in der Klinik an Rachitikevn geprüft, und zu diesem Zweck seien die anderen lheilsaktoren aus- geschaltet worden. Durch Röntgenbilder und Photographien könne nochgewiesen werden, daß b«i allen Kindern sowohl die Rachitis geheilt als auch der Mgemeinzustond wesentlich gebessert wurde. Abgeordneter Dr. Mose» erklärte hierzu, daß er die Ver. ovtwortung nur für di« Darstellung überm mint, die er im Hans- Haltsausschuß des Reichstages und im„Abend� gegeben hat. Für Veröffentlichungen ap andere? Stelle fei er nicht verantwortlich. Er Hab« sich im Ausschuß keineswegs auf den eigenen Bericht des Herrn Dr. Vollmer über sei?« Versuch« beschränkt, in dem die Stelle über das„Material von 100 Ratten und 20 Kinder" vorkommt. sondern ein« Reihe m>n Beispielen auch aus anderen Kranken- Häusern angeführt. Inzwischen Hab« sich das Material über diese Dinge noch weiter oermehrt. Lei d«n Beratungen des Reichsetats de» Iirf-rn im Plenum des Reichs coges wird Dr. Moses Gelegen- heit nehmen, auch dieses neu« Material vorzutragen. Der Zweck der Veröffentlichungen sei keineswegs, wie es Herr Dr. Bollmer unterstelle, da» Proletariar gegen die Aerzte aufzuhetzen, sondern im Gegenteil: für manche Aerzte sollen sie«in Signal sein, ihre Experimentierwut einzudämmen unk) so das Vertrauen des Proleiayiets zum ärztlichen Beruf wieder zu stärken. und einfach erklären«llrde: She habt»»?«« S« verlassen: von heute ab gehört er dem Staate oder irgendeiner anderen Person? Nach alledem ist festzustellen, daß in Deutsch- laich Recht und Moral mit Füßen getreten werden und daß die Rechtsunsicherheit wohl noch nie in irgendeinem Volke so groß war wie in Deutschland." („Der Rentner", Sonderausgabe Ende Februar.) Diesen„Erfolgen" der Deutschnationalen werden sich weitere anfügen, die ihren Niederschlag in Zeitungsnotizen der nachstehenden Art finden dürsten. „Der 92jährige Kleinrentner 1. und seine Söjährige Ehefrau vergifteten s i 6? in der vergangenen Rächt in ihrer Wohiwng ii, B. mit Leuchtgas. Nach Feststellungen haben die Eheleute wegen Krankheit und Nahrungssorgen freiwillig den Tod gesucht." „In der vorigen Woche ging hier eine hochgebildet«, vater- landsliebeui»« Dame, Fräulein W. B., die durch die Inflation ihr Vermögen verloren hatte, ins Wasser." Eine andere Schicht: Oie alten Werkspenfionäre. Jahrzehntelang haben sie, weil sie sonst in den Betrieb nicht ausgenommen oder nach Aufnahm« entlassen worden wären, ihre Beiträge.zu den Werkspensionskassen gezahlt. Es ging auf Kosten ihrer ohnehin dürftigen Lebenshaltung. Sie hofften auf eine de- scheiden« Versorgung im Alter. Das Auswertungsgesetz erweckt« den Anschein, als ab es die einzelnen Werke zur Erfüllung der Ansprüche der alten Arbeiter und Angestellten verpflichten wollte. Die prak- tische Anwendung des Gesetzes ließ dies« Hoffnungen schmelzen wie Butter an der Sonne. Etwa KOttlM) alte Rentenberechtigte schweben heute mit ihren Ansprüchen in der Luft und sind auf die Gnade der Werke angewiesen. Die Gnadenleistungen sinken herunter bis auf 10 und 5 Proz. des Goldmarkanspruchs, in manchen Fallen wird gar nichts gewährt. Das Reichswirtschafts- Ministerium tröstet sich damit, daß„nur wenig" Unternehmer sich einer Fürsorg« für die Kassenmitglieder entziehen,„obwohl sie in der Loge waren, Zuschüsse zu leisten". Wie greift hier- das Notprogramm ein? Für die alten Werks- Pensionäre sieht es 3 Millionen Mark vor, etwa den 20. bis 30. Teil des Betrages, den die Landwirtschaft zu erwarten hat! Werden die notleidenden Altpensianäre damit von ihrer Not befreit werden? Die Dereinigten Stahlwerks werden die Kürzung ihrer Wohl- sahrtsleistungen an die ausgedienten Arbeitskräfte vielleicht noch verschärfen. Dir Firma Krupp wird vielleicht neben den 450 an- spruchsbercchtigten Angestellten, denen sie jede Zuwendung entzogen bat, weitere Hunderte einem Ungewissen Schicksal übersieserm Die drei Millionen Mark aber werden einem auf der heißen Osenplatte rasch oerschwindenden Wassertropsen gleichen. Und die ihrer An- spxüche beraubten Kruppschen Altpensionäre bleiben im Recht, wenn sie mit dem Hinweis auf den Reingewinn von 13 Mil. lianen, den der sorgfältig frisierte Geschäftsbericht der Firma für 1927 ausweist, in einer Flugschrift erklären: „Wir wissen, daß, wenn der gute Wille vorhanden ist, Reich und Staat in Verbindung mil Krupp leicht den Weg finden können, der den berechtigten Ansprüchen gerecht wird. Wir «ollen keine freiwilligen Beihilfen noch W i l l t ü r, sondern einen Rechtsanspruch nach Maßgabe unserer ehrlich erworbenen Recht e." Und noch eine Schicht: Die Znfiaiionsverkäufer. Etwa eine halbe Million Grundstück« sind in de? Inflationszeit in andere Hände übergegangen. Die alten Besitzer haben Papier- ?n a r k e r l ö s e erzielt, die. in Goldmark umgerechnet, bis auf 0,03 Proz. des gemeinen Werts des Grundstücks zusammenschmelzen. Alle Versuche, wenigstens die am einfachsten liegenden krassen Fälle einer Nachprüfung zu unterziehen, und die schwer bereicherten Änslationsgewinnler zu mäßigen Nachzahlungen an die verarmten Vorbesitzer ihrer Grundstücke zu zwingen, sind bisher erfolglos ge- blieben. Seit Jahr und Tag hoffen und harren die Inflotions- Verkäufer in ihrer Not. Hilft ihnen das Notprogramm? Es hat sie vergessen! „Ich bitte um Gerechtigkeit!" schreibt ein 66 Jahre oller Mann, der sein großes Hotel im Wert von 350 000 Soldnuirk in der Inflationszeit für ein Butterbrot verkaufte und dann als Fabrik- schreibe r kümmerlich sein Brot suchte. Er wird auf die Gerechtigkeit noch lange warten müssen. Denn das Notprogrannn des pro- longierten Bürgerblocks geht an den schlimmsten Voltsnöten vorbei. Wahnsinnstat einer Frau. Den Mann im Schlaf überfallen. Ein aufregender Vorfall spielte sich gesleru nacht in der Dienstwohnung des Mascksinisten Alox Schumacher im Schöneberger Anguste-Viktoria-Krankea- h o u s ab. Gegen%3 Uhr nachts fiel die SZjähnge Pauline Schumacher in einem Wahosinnsanfall mit einem Mauerstein beroassnet über ihren schlafenden Mann her uud brachte ihm so schwere Schadet Verletzungen bei, daß er vor seinem Bett bluküberströmt zusammenbrach. Kurz vor ViS Uhr wurden Angestellte des Krankenhauses, die in dem gleichen Hause ihre Dienstwohnung haben, durch laute Hilfe- rufe, die aus den Räumen Schumachers kamen, aus dein«chias geweckt. Auf Klopfen wurde nicht geöffnet, und die Frou führte durch die Tür wirre Reden. Schließlich wurde das nächste Polizei- revier benachrichtigt, das mehrere Beamte entsandt«, die aber gleich- falls keinen Einlaß fanden. Plätzlich öffnete die Irre das Fenster ihrer im zweiten Stockwerk gelegenen Wohnung und drohte hinabzuspringen. Die inzivischcn zu Hilfe gerufene Feuer- wehr breitete imten ein Sprungtuch ans. Jetzt zog sich die Frou vom Fenster zurück und war beim Eindringen der Polizei- und Feuerwehrbeamten, die die Tür eingeschlagen hallen, zunächst ver- schwunden. In einer großen Vlutlache wurde der Manu bewußt- los auf dem Boden liegend aufgefundc??. Die Verletzungen sind s o schwer, daß wenig Hoffnung sür sein Wieder- aufkommen besteht. Die geisteskranke Frau entdeckte man schließlich in der Toilelle, in der sie sich eingeriegelt u?>d hinter einem Lorhang versteckt halle. Von den Aerzten wurde Geisteskrankheit einwandfrei jestgeftellt. Opfer der Haltestelle. Rücksichtslose Llutoraserei.- Zwei Schwer-, drei Leicht- verletzte. Durch das rücksichtslose Fahren eines Droschkenchausfeurs wurde heute früh gegen �-.7 Uhr an der Straßenbahnhallcstelle Große Frankfurter Allee Ecke Andreas st raße ein schwerer Straßcmmsall verursacht, bei dem zwei Passanten schwer, drei weitere leicht verletzt wurden. In eine Straßenbahn der Linie 76 wollt«, eine größere Zahl an der Hallestelle wartender Fahrgäste einsteige»?. In diesem Augen» blick nahte in schneller Fahrt ein Droschkenmito heran, dessen Führer erst zu spät Signal gab. Fünf Personen wurden von dem Aull» ersaßt und überfahren. Die Verunglückten, der 34jährige Privat» chausfeur Wilhelm F r« n s e l aus der Blumenstr. 14, der 31jährig« Maler Josef K u b e aus der Koppenstr. 33, der 37jährige Inspektor Friedrich Wohltat aus der Schönhauser Allee 172, der 30jährige Zimmermann Fritz E b« r t aus der Königstr. 25 und der 63jährigs Tischler Reinhold M a a k« aus der Lochringer Straße 55, die fämllich Fleischwunde» und innere Verletzungen er» litten hatten, mußten in das Krankenhaus am Friedrichshain gc- bracht werden. Wähnc?rd Eberl und Moake im Tranken» Hause verbleiben mußten, konnten die übrigen Verletzten nach ärztlicher Behandlung und Anlegung von Notverbänden in ihre Wohnungen entlassen werden. Die Schuld soll nach übereinstimmenden Zeugenaussagen den Chauffeur der Autodroschke treffen, der in schneller Fahrt, ohne Rücksicht aus die auf dem Fahrdamm stehenden Menschen, die Halte- stelle passierte. Oer christliche Schulstreik. polizeistrafeo gegen die Eltern? Der Streik der Elternschaft der 26 9. und 274. Volk». schule in der SonneiGurger Straße gegen den llmwandllings» beschluß der Bczirksschuldeputallon 1 bis 6 ist auch am heutigen Donnerstag früh fortgesetzt worden. Wie wir hören, sind heute in der Mädchenobteilung von 430 Schülerinnen 20 und in der Knaben» ebteilung von 450 wiederum 200 dem Unterricht ferngeblieben. W« die städtische Schulverwaltung mitteilt, ist die Bezirksschuldeputation 1 bis 6 entschlossen, den Beschluß über die Umwandlung der Schul« in der Sonnenburger Slrahe in«ine wcllliche Sammolschule keinessolls aufzugeben. Falls der Schulstrcik von der Elternschaft weiter fortgesetzt werde, soll eventuell gegen dl« Hr. Ziehung sbcrechtlgleu mit Hilfe von polizelstrasca vorgegangen werden. Wo der Hunger herrscht Herzegowina— das Elend l and. 3n der Skuptschina, dem Abgeordnetenhaus Endslawkens, zeigte ei» Abgeordneter Brot a»S Bannerinde vor. Er erklärte, daß feit vielen Monate» die Bevölkerung der Herzegowina von nichts anderem lebe. r. brn. Der Zi-garettentabak aus der Herzegowina ist überall bekannll Viele erinnern sich auch noch, daß die Habsburger Monarchie aus drei Teilgebieten bestand: dem Kaisertum Oesterreich, dem Köingreich Ungarn und dem Okkupationsgebiet und später Reichsland Bosnien und Herzegowina, die heute südslawisches Gebiet sind. Während ober Bosnien ein recht fruchtbares Wiesenland ist, das sich zu waldreichen Gebirgen erhebt und dessen Hauptstadt Ein Bauer aus Sera jr wo muß seine Hammel selbst zum Markte tragen. Serajewo von unvergleichlich schöner Loge ist, gehört der größte Teil der Hei zeoowina schon zum Karstgebiet. Schon in der Moscheen. reichen Hauptstadt Moslar an der tiefblauen Warenta, mll der ur- allen Römerbrücke darüber, fangen die Felsen an—, fährt man aber mit der Schmalspurbahn weiter südwärts �, lach Dolmatien zu, so kommt man bald in wilde Steinmassen. die nur äußerst sollen ein grünes Tal oder ein Fleckchen Humuserde unterbricht. Je weiter gegen Montenegro zu, desto schlimmer werden die Erwerbsvcrhäll- nisse der L-?rgbouern, die nur etwas Tabak, vielleicht ab und zu ein paar Weinstöcke und Obstbäume, kaum aber das bißchen Futter für ein Kuh anbauen können: die Ziegen suchen sich schon selber die spärlichen Grasholme auf den Hängen. Was aber bleibt den Landlosen und selbst den Bauern in Iahren der Mißernte übrig? Sie wandern aus. Lei ollen größeren Erdarbeiten und Tunnalbauten in Europa und sonstwo haben seit Jahrzehnten immer auch Dalmatiner. Herzegowzen und Montenegriner und selbst Albaner und Moze» domer mitgearbeitet— wegen ihrer Genügsamkeit gern al» Lohn- drücke? gewonnen. Seitdem aber Krieg und Krise uns Paß- und Visumzwang hinterlassen haben, und die Staaten sich gegen ausländische Arbeitskräfte absperrten, sind Elend und Auswanderung dort hinten"— wie wir auf den Süden sogen, in Wirklichkell ist es ja.oben", für uns Bewohner der Tiefebene— noch gewachsen. Wie die Hungersnot wütet, zeigt folgender Bericht der Belgrader Zeitung„Rowosti"(Reuigfeite!?)! Zm Dorf Ljubotlsch find zwei Sinder infolge ganger« gestorben; zwei weitere Kinder und ihre Alutter liegen im Sterben, viele» Zamilen droht die gleiche Gefahr. Außer geringfügiger privater hilse wird auch von der Regierung der Bevölkerung nicht geHolsen. Die bewilligte Summe soll den Bezirksausschüssen als Anleihe fürdieBall«u.rüLz ahlbar in 2. Z uud 5 Zähren, zugewiesen werden. Die Gemrtadea. Kirchen und Klöster werden ausgefordert, wenn sie Wertpapiere beiihen. auf Grund dieser bei der staatlichen hypolheteubank Kredite sür die hungergebicie aufzunehmen. Die armen Bauern können aber unnwglich die Schulden, die sie auf diese Weise machen, so rasch zurückzahlen. Ob überdies Gemelli den«ad Kirchen ihre sicheren Werlpapiere hergeben werden, um ver- eleudeten Bauer» Anleihen zu geben, ist sehr fraglich. Wie es den Auswanderen geht, zeigt eu? Bericht aus Dukovar in dem so fruchtbaren Kroatien, wo mm? Dutzende Arbeiter aus dein Hungergebiet zusammengesangen und nach landesüblicher M�ß- Handlung«in gesperrt hat, um sie jckzließlich per Schub in die H e i m a t zu befördern... Oer überfallige Ozeanstieger. Maa hält auch Hinchcliffe für verloren. Es ist bisher noch keine Nachricht in eondo« ein» gegaugea. die zu der Annahme kerechtigl, daß hiuchclifie den Ozeaa überflogen hall Alle Beobachtungen, die in Reufundland ge- macht wurden, find wahrscheinlich Täuschungen oder Verwechslungen mit anderen Flugzeugen. Eine Aufklärung darüber gibt eine Wil- teiiung der Reusuudländischea Regierung, wonach diese gestern mehrere Flugzeuge aufsteigen ließ, um»ach dem Flugzeug hinch- cliffes Ausschau zu holten, vorläufig also muß das verbleiben hinchclifses mil größtem Pessimismus betrachtet werden. Loudou. 15. März. Ueber den Derbleib des Flugzeuges Kapitän Hinchclifses, das nunmehr 36 Stunden überfällig ist, liegen aus New York bis zur Stunde noch immer keine glaubhasten Nachrichten vor. Die letzt« glaubwürdig« Nachricht ist nur die, daß das Flugzeug 170 Meilen westtich van Irland gesichtet wurde, dagegen sind die Mel. düngen aus Neustuidkand mehr privater Natur, deren Zuverlässig- keit zweifelhast ist. In amerikanischen Fliegerkreisen sowohl wie in Kreisen der Wettersachverständigen betrachtet Ntan den Versuch Hinchclifses als eine unverantwortliche Waghalsig- keit, da ein Flugzeug in dieser Jahreszeit auf dem Ozean kaum Rückenwinde findet und gege?iwärtig in der Mllle des Atlantiks sogar ein bedeutendes Sturmzentrum zu passieren hat.?sn der Gegend voi? Neufundland sollen genügend feuchte Nebel vorhanden sei??, um die Tragflächen des Flugzeuges mit einer starken Eis» truste zu bedecken, was auch seinerzeit, wie man annimmt, Nungessee und Coli in den Tod getrieben hall Lrispien spricht in Zehlendorf. Gn Appell an die Wähler. Gestern hat Zehlendorf. der vornehme westliche Vorort Berlins, sehen können, daß die Sozialdemokratie ans dem Vormars 6) ist: Im Restaurant„Üindenpark* fand eine Kund- gebung statt, die den Beweis lieferte, wie sehr die Zahl derer, die mit der Sozialdemokratie sympathisieren, im Wachsen ist. Di« Arbeit der Panei hat für sie geworben, das bewies der stürmische Beifall, der den Ausführungen des Redners folgte. Das Referat hatte der sozialdemokratische Abgeordnete Artur C r i s p i e n übernommen. Nach kurzen Begrüßungsworten durch den Vorsitzenden des Kreises begann der Redner mit einer ausführ- lichen Darlegung der polttischen und wirtschaftlichen Lage Deutsch- lands. Nach dem Zusanunenbruch der militärischen Führung im Weltkriege hat das Proletariat starken Einfluß auf die politische Gestaltung des neuen Deutschland genommen. In unermüdlicher Arbeit ist es der Sozialdemokratischen Partei gelungen, einen Teil ihrer Forderungen in der Weimarer Verfassung ver- ankert zu sehen. Wirtschaftspolitisch ist der Einfluß der Sozialdemokratie zu- nächst sehr gering gewesen. Erst nachdem die G e w e r k- s ch a f t e n noch der Inflation ihre Organisationen ausbauen konnten, gelang es, den Unternehmern wenigstens in einzelnen Berufs- gruppen Tarifverträge abzutrotzen. Erst in den' letzten Wochen haben die Unternehmer zu spüren bekommen, daß sich der Macht des Kapttals eine Macht der Millionen Arbeiter gegenüber- gestellt hat. In den letzten Iahren gelang es auch, in den Kom- munen die Privatindustrie auszuschalten. Die Industriekreise haben versucht, die kommunalen Einrichwngen an der Arbeit zu hin- d e r n, indem sie die Auslandsanleihen für den Wohnungs- bau unmöglich machten. Trotz Bürgerblock hat die Sozialdemo. kratie im letzten Jahr im Reichstag erfolgreiche Arbeit leisten können. In wochenlangem Kampf ist es ihr gelungen, Steuererleichterungen für die Minderbemittelten zu schaffen. Die Arbett der Sozialdemokratie kann um so erfolgreicher sein, je mehr das deutsche Volk Vertrauen zu dieser Arbeit hat und der Sozialdemokratie ihre Stimm« gibt. Die Ausführungen des Redners fanden die begeistert« Zustimmung der Versammlung. Ein„Graiisunterncht" oder: Wie komme ich zu billigem personal? Nicht« geht über einen findigen Befchäftsgeist. Wenn man aber, wie in diesem FM, ganz besonders schlau« Wege geht, dann kann man sich sogar dabei als Wohltat«! jener Menschen aufspielen, di« man gleichzeitig auf die unverschämteste Art seinen Zwecken dienstbar macht! Es handelt sich hier um einen„Gratisunterricht im Maschinenschreiben und sonstigen Kontorarbeiten", der in einem Wvhnungsnachwsis-Bureau vor sich gehen sallte. Alle Anwärter des kaufmännisches Berufes werden naturgemäß freudig solche günstig« Gelegenheit wahrnehmen wollen, obwohl sie sich mit einigem gesundem Verstand sagen müßten, daß man eigentlich soviel edles Menschentum nicht erwarten kann und die Sache also un- bedingt ein Häkchen hoben müßte. Diesmal ist es sogar ein aus- g cm a ch f e n« r ch a t e n. Die schlaue Frima beuüht nämlich die Vureaunovizen unler dem Titel de» llulerweisen» tu der Bureau- kötigkeil ganz einfach als unbezahlte» Personal. Don einer regulären Unterrichtsmethode ist natürlich keine Rede, man wird den Neu- linzen durch eingefuchste Kollegen— vielleicht aber übernimmt auch der Chef selbst die mühsame, dafür aber gewinilbringende Arbeit— zeigen, um was es sich handelt und wird die also geleistet« Arbeit sogleich der praktischen Verwendung zuführen. Das„philanthropische' Bureau erfreut sich ohnedies keines allzu rcgiii Betriebes, so daß es weiter nicht störend wirken wird. wenn auf der Schreibmaschine ein wenig gestottert, oder am Schreibtisch dies und jenes verbuttert würde. Di« Vorsteherin des Belrisbes, eine etwas martialisch wirkende Dame, verkündet« den zahlreich auftauchenden Reflektanten, daß die Stellen bereits befetzt wären. Auf nähere Auskünfte betreffs des„Unter- richtes" ließ sie sich wohlweislich erst gar nicht ein, sondern bedeutete einem bloß, in einige? Zeit wieder anzufragen.(Scheinbar er- hoffte sie sich kein« allzu lange Anwesenheit der Lernbegierigen.) Auf Bejrozcn nach der Stuirdeneinteilung des Unicrrichtes erwiderte sie:.Täglich von g bis b Uhr'. Diese Zeit, die natürlich mit der dort üblichen Vurcauzeit vollkommen übereinstimmt, bestätigt daz Mißtrauen. So kommt denn di« scheinbare Ersparnis an Geld für einen richtiggehenden, reellen und natürlich viel umfasienderen kaufmänmfchen Lehrkurslei ler nicht den Lernenden, sondern, und dies sogar in weit größerem Maßstab«, dem geschäftstüchtigen Pfeudo-Lehrer zugute. Gegen solch„wilde" Konkurrenz in des Wortes schlimmster Be- deutung müßten sich di« Lehranstalten mit aller Entschiedenheit verwahren. Die Bezeichnung derartiger Tätigkeit als Volontär. stell« mär« natürlich anständiger, wahrscheinlich aber lang« nicht so zugkräftig! O rühret nicht daran! .Aber Leon, Sie reißen ja den Kalender nicht ab.* „Der Herr Äaron haben es verboten. Herr Baron wünschen nicht, au das Näherkommen des Wahl« jermins erinnert w werden.* Galsworthys erstes soziales Srama „Oer Zigarettenkasten" am Gchiffbauerdamm. Ein guter Abend für das cherz, für den Kopf, für das Ge- wissen, besonders auch für das Theater, den Regisseur iiud die Schauspieler«ingesci�vssen. Grete Bäck spielt still, leidend, rüh- rend, empörend für Leute, die noch nicht fischblütig sind, Prole- tarienmttter, die den silbernen Zigarettenkasten gestohlen haben soll. Die Künstlerin trägt nicht aus, sie bückt sich bescheiden in ihrer darum zu tun, daß die spitzbübischen, verlogenen Scheckbuchbesitze? moralisch gerädert und daß tmsere guten Absichten zur Welt- und Iustizverbesserung auf den Arbeitslosen, aus das ganze Armen- voll, auf das ganze Proletariat abgelenkt weisen. Galsworthy schrieb da kein Kinderspiel, sondern eine sehr ernsthafte Komödie, obwohl er grimmig lacht. Die G-erichtsszene mit Grete Bäck und Ernst Karcliow. Rolle und zieht die Wirkung aus der Zurückhaltung. Darum fei sie gelobt. Als Galsworthy fein erstes Stück dramatisierte, vor gerade fünfundzwanzig Iahren, lockte ihn noch nicht der grobe Kinoeftskt. Damals schrieb er eine sehr bissige, doch dramatisch erträglich« Satire auf den englischen Bürge chochmut. Der demokratische Parlamentarier ist so stttenftreng und prinzipienfest, daß er den Mann aus dem Dolle eher verrecken läßt, als ihm eine private Wohltat anzutun. Die Wohltat, die im geheimen geübt wird, soll nur dem eigenen Sohn zunutze kommen, der aber ein ziemlicher Nichtsnutz ist, sich nachts zu kleinen Barmädchen ins Bett legt und ihnen dann in der Besoffenheit die GAdbörse stiehlt. Dieser Diebstahl wich vertuscht. Traut sich aber der Arbeitslose sein« Hcmd einmal aus etwas zu legen, das ihm gar nicht gehört, das ihm nur der Zufall in den Weg wirft, dann marschiert sofort der Kriminal- polizist in die Proletarierstube. Sechs Monat« Gefängnis, donnert der Richter gegen den Arbeitslosen, und der Mann im Talar glaubt noch, er sei milde wie der süßeste Herrgott. Gewiß, Galsworthy korikiert, er stellt tieffchwarz gegen blühend weiß, doch er steht hinter serner These. Ihm ist wirklich Di« Dalksbühnemiliale, die nun bald wieder an«nen anderen Herrn übergeht, bereitete ihren Frsunden einen freudevollen Abend. Unter den vielen, die absolut für den Plan des Dichters und des Regisseurs paßten, fei auch Ernst K a r ch o w genannt, der Schau- spieler des arbeitslosen Mannes. Was Karchow charakterisierte, war kein aufgedonnertes Proleten turn, auch keine gepredigte Ten- dcnz. das war wirtlich ein Mann aus dem Volke, der sich wohl manchmal besäuft, weil ihn die Sorgen zerguetfchen, der aber gern und aufopfernd für die drei Kinder eintritt, die feine schmerzliche Wollust in die Welt gesetzt hat. Reicheleutevilla und Armeleute- kämm er sind komrafttert. Die Schauspieler, die im Lilleirsalon'Tee und Portwein trinken und knusprige Nüsse knacken, wurden von Ernst Gronau, Ellen Widmann und Wolfgong St ä y. d t e gespielt, zweckmäßig und nicht übertrieben. Ueberhaupt, der Takt waltete über der ganzen Vorstellung. So geschah es, daß der Ein- druck tiefer ging als bei sonstigen theatralischen Veranstaltungen, die einem soziolpädagogischen Aufklärungszweck dienen. Zu ver- gessen ist auch nicht, daß Max M e y e r f e l d dieses Stück sehr au- ständig übersetzte. Max HochdorL Zwischen Beethoven und Caruso. Konzert-�unösthau/ Von Klaus pringshcim. Beethoven, als Begriff, bedeutet uns: höchste Offenbarung des musikalisch-schöpferifchen Genies: Earufo, als Begriff: Ideal mensch- lichen Singens, Ideal einer Stimm«, deren Geschenk, wie das Genie Beethovens, ein« sozusagen einmalig« Gnade gewesen ist. All unser Mühen um Musik strebt nach diesen, wie es scheint, gegensätzlichen Zielen: noch vollkommener Verwirklichung alles Musikschöpfe» lisch« n, und noch idealer Vollkommenhcll des Singens. Des Singcns durchaus: senn unser instrumentales Musizieren ist im Grunde ja nur Technisierung des Gesangs. Fortsetzung des Gesangs mit anderen Mitteln, gewissermaßen Ablösung der menschlichen Stimme durch Instrumente— so sicher, wie di« Stimme unser reinstes Musikinstrument, eben als das menschlich unmittelbarste. innner bleiben wird. Gegensätzliche Ziel«? Im Anfang aller Musik war der singende Mensch— der Mensch, der singend Leben betätigt, der singt, richtiger, aus dem es singt, wie es ihm ums Herz ist. Doch erst am End« einer Entwicklung, deren Ansänge in Sagenzeit reichen, am Ende eines Prozesses fortschreitender Vergeistigung, steht, als selbständige Erscheinung, der schöpferische Musiker. Durch ihn ist das Prinzip derArbeitsteilung gekommen, das, seit Jahrhunderten freilich, die Mustkwett beherrscht und den„siingenden", nämlich musizierenden Menschen zum Helfer und Ballender des schaffenden »nacht, zum abhängigen Diener am Werk, wie das Werk des Mittlers bedarf... Nicht immer, nur ausnahmsweise geht es um„Beethoven" oder um„Caruso". Aber, wie selten, sind wir in diesen Togen dem schöpferischen Genie Beethovens und dem Caruso-Jdeol nahe gewesen. Missa Solcmnis. Kein Werk Beethovens, keines vielleicht der gesamten Literatur ist auf das nachschaffend« Gerne seines Mittlers angewiesen wie die Missa solemnis. Aber Beethovens leide nschaftlich-retigiöfes Be- temttniswerl ist das künstlerische Evangelium Bruno Walters: so wird diese Ausführung in der Philharmonie da» stärkste, zugleich innerlichste Wusikerbekenntms, dos er, im höchsten und im tiefften Ginn ganz dem Werk dienend, der Welt zu geben hat. Der Ver- wirklichung seines Willens dient neben dem idealen Ärftrument de» Philharmonischen Orchesters«in vokaler Apparat, der schlechthin vollkommen zu nennen ist: nicht nur das Solistenquartett Berta Kiurina. Lula Mysz. Gmeiner, Karl Erb, Alexander Kipnis—, auch der Bruno Kittel'sche Chor, in der Tat nun ohne Vorbehalt, verdient so auszeichnend« Etikettierung. Und Bruno Walter, der einen erheblichen Teil feiner beispiellos fruchtbaren Lebensarbeit dem Oratorium, der großen Vokalmusik ge. widmet hat, meistert die fast unüberwindlichen Schwierigketten, die Beethoven'den Stimmen zumutet, mit einer Unfehlbarkeit der säng«ischcn Einfühlung, die außer ihm keine? unter den repräsentativen Orchesterdirigenten diu: Gegenwart einzusetzen hat. Außerordentliche Kmrsterlednige soll«»cht ooch ihre» Rang, überragende Leistungen nicht nach ihrem Grad miteinander verglichen werden. Aber, nach der Matthäuspassion(unter Furtwänzler) nun diese Miss» soletnnis, innerhalb weniger Wochen zwei geistliche Wonumentnlwerke, deren Aufführung als Geschehnis den mufikali- schen Alltag festlich unterbricht: solche Duplizität, die keine zufällig« sein kann, muß uns auffallen. Es ist eine Zeit des Ucberganges, in der wir leben,«ine Zeit der unausgeglichenen Gegensätze. Aeußerst« Irreligiosität des Tages und der Oberfläche findet, schlogwortmäßig, im Jazz sinnfälligen Ausdruck: doch stärker als in Zeiten weltanschau- licher Stetigkeit drängt heute aus der Tief«, jenseits aller kqnsessio- nellen Bindung, religiöses Gefühl danach, künstlerisch erfaßt zu werden. Dies« Feststellung wird zur Mahnung, den eingeschlagenen Weg nicht wiedcr zu verlassen: auf ihm liegen, für die nächste Zukunft, di« zentralen Ereignisse des Musiklebens. Llm Carusos Nachfolge. Caruso W>t in der Erinnerung, lebt in Schallplatten, lebt als Begriff. Um seine Nachfolge auf dem internationalen Markt ringen Gigii und Klepura— richtiger vielleicht: ihre Anhänger und Zeitungs- apostel besorgen es für si«. Alfred Piccaver, der Amerikaner, hat so amerikanische Methoden, sich in Szene setzen zu lassen, immer verschmäht. Sein Tenor aber, einst von Angela Neumnnn als Verheißung entdeckt, ist wohl di« schönste, edelste, Caruso-nächste Stimme. die es heute zu hören gibt: in deutschen wid italienischen Opernarieu, einen Abend lang, läßt er sie ungehemmt und. ohne viel Aufhebens zu machen, mit einer ruhigen Selbstverständlichkeit, zuverlässigen Ebenmäßigkeit strömen, mit der di« wahrhaft ungemochte Ratür- lichkeit seines Auftretens harmonisch zusammenklingt. Kein Virtuos« der vorgetäuschten Hingerissenheit, aber ein Mensch von gewinnender Herzlichkeit— frei von Pose und tenoralen Allüren. Oirigenten-Hoffimug. Dem Werk will Rudolf Gerhard Schwarz dienen, dem Werk Bruckners, dessen Mnst« Symphonie er an das Ende eines über- langen Konzertprogrammes gefetzt hat. Er bringt aus Wien das Biß) einer durchdachten Auffassung, und dies Bild, nicht immer überzeugend, doch festgefügt, wird durch ihn in der Philharmonie lebendig. Am Maßstob dessen, was hier Norm ist, darf seine Dirigentenleistung freilich nicht gemessen werden. Ein noch Unfertiger vielleicht, ein Hoffender. Nach Horenstein, nach Unger läßt auch er uns fragen: wann. wo. wie erlernt der heutige Konzertdirigent sein Handwert? Er kann nicht, wie der Sänger oder Instrumentalist, zu Hause„üben". Sein Instrument ist dos Orchester; das hat er nicht in seinem Arbeitszimmer stehen. Man kann als fertiger Caruso die Welt llberroschen: der Dirigent lernt in aller Lesfentlichkeit. Aber » braucht ja«cht gerode die Berlin« Oejfetilichlcit zu sein. Im gräflichen Hause. Seit drei Jahren keinen Lohn gezahlt. Gräfin Anastasia». B. hat in der Kaiseralkee in Char- Ottenburg eine elegant ausgestattete llchtzimmenvohnung, häll sich ober mit ihrem alten kranken Dater zurzeit am Tegernsee auf. Die Vermögens- und Einkommensverhöltnisse der gräflichen Familie sind nichts weniger als glänzend. Trotzdem hielt Fräulein Anastasia zwei Hausgehilfinnen und eine Pflegerin für den Dater. Diese drei Angestellten haben seit zwei bzw. drei Zahlen keinen Pfennig Lohn bekomme». Sic waren vertrauensselig genug, sich auf bester« Zeiten vertrösten zu lassen, die eintreten sollten, wenn die Gräsin eine reiche Heirat gemacht habe. Aussichten schienen vorhanden zu sein, denn die Gräfin war oerlobt mit einem angeblichen spanischen Grasen. Doch die Verlobung wurde rückgängig gemacht und auch dos Arbeitsver- hältnis der drei Hausangestellten nahm ein jähes End«.' Aber den schuldigen Löhn zahlte die Gräsin nicht. Di« Angestellten, die sich in Berlin aufhalten, zeitweise auch im Berliner Haushalt der Gräfin tätig waren, klagten beim Arbeitsgericht Berlin gegen den alten Grafen, in d«r Meinung, di«ser fei der Hausholtungs- vorstaird. Die Klage wurde abgewiesen, weil sich herausstellte, dost der angeblich«inkommenslose Graf im Haushalt seiner Tochter lebtz Nun wurde die Gräfin verklagt. Doch sie kam nicht zum Termin und die Klägerinnen erzielten«in Bersäumnisur» teil, das sie dem Gerichtsvollzieher übergaben. Aber als der in der Berliner Wohnung der Gräfin erschien, mußte er unverrichtcter Sache umkehren, denn die Gräfin hatte kurz vorher ihr ganzes Mo- biliar an ihren früheren Verlobten, den angeblichen spanischen Grafen verkauft. Gegen das Aersäumnisurteil erhob die Gräfin Einspruch. Sie hotte für sich das Armen recht in Anspruch genommen, deshalb wurde ihr ein Referendar als Vertreter bestellt. Dieser macht« geltend, daß die Gräfin in Berlin zwar eine Wohnung, in Oberach aber ihren dauernden Aufenthalt habe und nur dort verklagt werden könne. Das Gericht erkannte diesen Einwand als begründet an und überwies die Klage an das für Obcrach zuständige Arbeits- gericht. Die Klägerinnen haben unter diesen Umständen wenig Aussicht, zu ihrem Lohn zu kommen, denn da sie nicht zum Termin nach Bayern reisen können, befinden sie sich vor dem dortigen Gericht natürlich in einer ungünstigen Position gegenüber der Gräfin, die übrigens auch im Falle ihrer Verurteilung nicht zahlen wird, well sie es versteht, sich vor dem Zugriff des Gerichtsvollziehers zu sichern. Die um ihren Lohn geprellten Hausangestellten haben also ihre unangebrachte Vertrauensseligkeit teuer zu bezahlen. Sie sind auch nicht die einzigen Seidtragenden, denn, wie eine vor dem Ar- bcitsgericht erwähnte Bekundung des Amtsgerichts Tegernsee besagt, warten in Obcrach viele Geschäftsleute vergebens auf Bezahlung der Schulden, welch« die Gräfin bei ihnen gemacht hat. Mahnung für Autofahrer. Zn verschiedenen Blättern ist in diesen Tagen ans die schweren Gefahren an der Kreuzung Maaßen- Ecke Kursürstenstrahe hingewiesen worden. In der Tat handelt es sich hier um eine» Punkt, an dem schon wiederholt Verkehrsunfälle sich zugetragen haben. Aber wenn jetzt als erstes von einer gcwisten Presse nach dem Eingreifen der Ver- kehrspolizei gerufen wird, so scheint diese Mahnung dach etwas stark nur an«kn« Seit« gerichtet zu fein. Auch die Chauffeure und namentlich die Herrenfahrer, wie der schöne Ausdruck lautet, scheinen in der Kurfür st en st raße eine Do- mäne zu erblicken, in der sie rasen und toben können, wie es ihnen Vergnügen macht. Vielleicht wäre es wünschenswert, auch hier einen Posten der Verkehrspolizei einzurichten. Aber diese Beamten müßten auch den Autofahrern, die hier, aus dem Westen kommend oder aus der City nach dort zurückkehrend, ohne jede Rücksicht auf das Fuß- gängerpublikum mit ihrem Wagen operieren und so ihre Mitmenschen in Lebensgesahr bringen, scharf auf die Finger sehen. Wenn also nach der Verkehrspolizei gerufen wird, dann ist gleichzeitig zu fordern, daß auch an die Autofahrer die dringende Mahnung gerichtet wird, sich a n st ä n d i g zu benehmen und nicht wie die Wilden einhcrzurasen. Das wird von einer ge- wisten Presse leider nur allzu oft vergessen. Kein Schneemann— sondern ein Verkehrspohzist in England, der durch seinen weißen Mantel auch im Nebel sichtbar bleibt, Große Märzfeier des Reichsbanners. In diesen Tagen jähren sich zum 80. Male die Mär.ztage von 1848 und damit der erste stürmische, von hohem Idealismus ge- tragene Versuch des deutschen Volkes, sich Freiheit und Recht ,zu erkämpfen. Aus diesem Anlaß veranstaltet das Berliner Reichsbanner am kommenden Sonntag neben der Ehruig auf dem Friedhof der Märzgefallenen im Friedrichs- Hain eine groß« Kundgebung vor dem Berliner Schloß, der historischen Stätte damaliger Kämpfe. Die Feier, die um 12 Uhr beginnt, wird durch Musik- und Chorvorträge er- öffnet. Dann folgen Rezitationen und die Rede eines bekannten politischen Führers. Das Reichsbanner und die republikanischen Parteien rufen die Bürger Berlins auf, sich an dieser Veranstaltung in Massen zu beteiligen._ Die OJJD. im neuen heim. Die im Februar begonnene Ver- legung der Oberpostdirektion Berlin in das neue Dienst- gebäude in Berlin-Charlottenburg, Herbartstr. 18—20, wird Mitte März sortgesetzt. Der P r ä s i d« n t wird am IS. d. Dt. seine Amtsräume dahin verlegen. Die Anschrift der Oberpostdirek» tion Berlin lautet alsdann: Berlin-Charlottenburg S, Herbort- straße 18—20._ Wetterbericht d« Ssfenklichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.(Nachdruck verboten.) Trocken und ziemlich heiter. nachts wieder Frost. Tagestemperatur rasch ansteigend.— Für Deutschland: Ueberoll trocken und besonders im Norden heiter, nachts Fröste._ V««Mwoitlich nix die ZUlmlii»-: Pr»»«.»erlra: JÄtueiofo: X». Stock«. Sulin. Bttloa: SBtoätt» Bftlcg®. m. 6. t>.. Betritt. Druck: Borroirta Bu-i» btutfetcl unb Berlagsanstall Paul Singet& So.. Berlin 6S8 88, LinSenstrage 3. Biet» 1 Beitooe NocM leben «leim IMr Täglich«•, Uhr Erika 6iassner in Gretcfaen Für lugendliche nicht geeignet Sonntag 4 Uhr kleine Preise Llssy, die Kokotte eimm Fßll Jänz schoner Frauen gßb. ZWO KAPELLEN/ 500 PLÄTZE W KAFFEE--- ÖIEZE �FML r J FRimtCHSTß. 96 AM BAHNHOF Thalia-Ttieater Dresdner Str. 72/73 8 IL: Das Kasel geht dardi das Radelihr Theater, Uditapietc usw. Donnstg.. ISJ U> ftaats-Ogei Vtn Pl.d.Repubi Uhr Sdiltksais itutl. UniiKlI. ta üntarronirtl 8 Uhr Prinz Lonls Ferdinand Jonnstg.,1 5�.28 Stidtisihe Opei Bismarcks tr tt.-Tm. I. Iii. 7 StaatL Sdüllerth. Charlotten bürg 8 Uhr Das Duell am Udo PiseatorbUhns Theater am Nollendorfplatz Kurfürst 2041.93 Anf.8, Ende geg. 11 Die Abcalcaer de« bra.cn Soldaten Sdiwefb Bit Mn Pilltibirg in. Enrii Rhotv Gastspiel im Lataing- Theater Norden 1274» rigllch,, Uhr Bennet conira A«kenbrMei 12 Bilder mil Jazzmusik tirt.Ptikal, litar-Tttj. «ittMi, hliit. Dirnr. DA'it Theater des lestos Täglich B'i, Uhr Kiurina a. O.(IIa» Mm Lichlenstein, Hofbauer, Fleischer (l«l..tutup-i Wieser. Bradsky. Brandt Sittnkirf-iekie> Bis. Künstler-Tb 8 Ulm Die goldne Metstcrln Reste Theater rigL Uhr Kein PollielTtrboi Oskar Ebelsbacher in Sdiule der Liebe hm. Sdvat Ii 3 IMs. Für Jugend hverb. Hr rnMnnli hih Mm Sonntag Z'/, Uhr halbe Preise tcbolc der Uek« Lustsplelbaus »>,, Uhr Uuldo Thielscher „Opfer üesthäfisapfsidir Walhalla-Ih. Weinbergsweg 19/20 Täglich Vi, Uhr wieigeWM Schwank in 3 Akten tüMi Istrllt Votreiger dieses rahlen Tür Parkett auch Sonntags statt 4,— Mk nur 00 PI, Plnetariin n Zoe •aliai. Jndimttile Sink Noll. 1578 18V,. 18, H'ik21 Uhr Oer Sternhimmel dar Heimat Elntriti I M. Metropol-Th. Zentrum 128 24 Vi, Uhr Der Qraf von Luxemburg bahr, Mn, Itlnw. Mb. IM TLlBUniralspalssl Letzler Mona. Tlgl.8 Uhn Vollständig nene Circus-A trekt onan. Bradiord Ld ROCllC lebende Kugel | atfaaApl'c tol"c' Rodelschlit- LCUKrll 9 tenfahrten d.d. Luft 9 Diu: Vasur-HniiesdiiBstiiL Ein heiteres Spiel a-d-Mark. u.a: ki lüfmlifiiK- 9« zi. ItHtiriief. keichshallen.lheaier 8 Uhr. Sonnig, nachm> Uhr. vas wundervolle Progr. der Stettiner Sänger nachm. ermäü. Preise. Dönhoff•Brait'li &aiatiPnTtrieti-PngnDiil Tml Ufiag 8 Bhr, Izi.!>/, föeater am Kottöusser Tor Kotlbnsser StraUe O. Tel. Mpl. 16077 Täglich« Uhr Sontilag, nscnmlttags 5 Uhr Elite- Sänger im März-Spielplan d. gr. Schlaget „OIHiueldiwiegersiliDe" Volksstück in I Akt. Ferner Schorach Ruselll. der Meistei der Komik t„FrlllUllHlONber" scu erSIIncil Neu crSlfoctt Fahrräder erstklassige/ Ricsenauswahl Teilzahlnnd 5 Jahre Qarentie Grammophone von Mk.1,— an GroB-Berltner Fahrrad- Vertriebs- Gesell« chaf( TurmatraBe 70 fO.F.90 Leihhaus Hans Kiakbusch[g.f.io Will BeinbDDi jlülkl Werüadie Danzlgcr Str. 2 Stempel Abzeichen Banner ILROSlcr ür. Franktuner Striae IS gegenüber Rosetheater. nadi Gewicht Trauringe 333 er Q. Gramm 1,60 533 er G. Gramm 2,00 900 er G. Gramm 3,90 MAX NULLER 112 nur NSaratraBe 5. bei Prima Kammganiej für Anzüge 9.75 bis 14.75 Mk. pro Meter Kurt Damblnsky, SO.. RciAeaberger Str. 160. Hochbahn— Kottbusser Tor. G. F. 451 T raunnge 1 Dukaten.. Em. 14.— 1«/,,... 20.80 2,..„ 28.- 585 CJold von„6. n 833 nun 3.50 n SepirtiB'en In elg.WerksUlL[Q-f.i liernaDn Wm.li58. Papadaiiee 3 Eier- u. Buttermarkt SerszlenzaBg 8 Co. 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Denn so sonderbar das heut« klingt: Altstadt und Neustadt blieben zwei gesondert« Städte, die erst das Machtwort des Soldaten- tämgs Friedrich Wilhelm 1. 1715 vereinigte. Mannigsacher Streit war aus dem Gegensatz der Ackerbürger(Altstadt) zu den Handels- kuten(Neustadt) erstanden. Auch das gemeinsame Unglück im Dreißigjährigen Kriege sowie die Verheerungen durch die Pest hatten" die Städte nicht zusammengeführt. Wohl war durch die schwere Zeit der im 11. und 15. Jahrhundert angesammelte Wohl- ftanö nahezu vernichtet, aber die glückliche Lage und die gewerblich« Tätigkeit(Tuchindustrie, Gerberei) «zss glücklichste unterstützt durch die geistige Beweglichkeit der sronzösi- schon Refugits, ließ die Verluste rasch oerschmerzen, zumal Branden- bürg weder im Siebensahrizen Kriege, noch in der Nopolecnzeit allzu arg mitgenommen worden ist. Vor dem Dreißigjährigen Kriege zählt« es IVOlXZ Einwohner, 1643 nur noch 3000. Aber bereits Ende des 18. Jahrhunderts war die alte Zahl wieder erreicht. Durch die 1846 ervssnete Bahnlinie gewann der Gewerbefleiß neuen Antrieb: heute steuert Brandenburg, über die Mittelstadt hinauswachsend, aus die Großstadt zu, und wir dürfen mit Stolz sagen, daß das mit der Arbeit unserer Partei zu danken ist. Der Naturfreund wie der Kunst- enthustast kommen beide auf ihre Kosten bei einem Besuch der Stadl Die weiten Wasserflächen, die sie umgeben, die Wäüder, die sich an den Ufern hinziehen, laden zu Ausflügen. Wanderungen, Bootfahrtc.i «str. Für die Jugend ist aufs best« gesorgt. Di«-eiche Fülle der Kunst schätz« der Stadt läßt sich bei einem flüchtigen Besuch und in großen Zügen aufnehmen. Da ist der Dow, auf d» Dominfel, 1165 de» Neues aus dem Rechtsleben. Wann ist die„Sicherungsübereignung" ungültig? Di« sogenannt«„Sicherungsübereigming� gehört zu denjenigen Nechtsinststuten, di« dauernd von neuem besprochen und behandelt werden; Gläubiger und Schuldner, große Gesellschaften und kleine Leute find an ihr in gleicher Weise imeressiert. Das Bürgerliche Gesetzbuch kennt die Sicherungsübsreignung nicht. Es kennt nur ein Pfandrecht an beweglichen Gegenständen, wie Möbeln. Waren usw. Aber dieses Pfandrecht ist für die Bcdürsniste des Wirtschaftsverkehrs gänzlich ungeeignet, weil es zu seiner Gültigkeit der Uebergobe der verpfändeten Sache an den Gläubiger bedarf. Dies muß man sich vor Augen halten, um zu verstehen, warum so viele sogenannt«„Verpfändungsverträge' des täglichen Lebens ungültig find, und dem Gläubiger nicht den geringsten Schutz gewähren. Immer wieder bekommt der juristische Praktiker Verträge vorgelegt, in denen ein Schuldner seinem Gläubiger zur Sicherung für ein Darlehen„die gesamte Möbeleinrichtung verpfändet' und immer wieder ist der Gläubiger sehr erstaunt, zu hören, daß dieser Derpfän- dungsvertneg gänzlich ungültig ist, so daß er mit den Möbeln gar nichts und sein Schuldner nach wie vor alles inachcn kann, eben, weih zu einer gültigen Verpfändung gehört, daß die Möbel dem Gläubiger effektiv übergeben werden. Gerade nun wogen dieser beschwerlichen Form und weil der Schuldner trotz der Entäußerung seiner Sachen diese doch weiter benutzen will, hat die Wirtschast die Sicherungsübsreignung ge- schaffen, bei der der Schuldner seinem Gläubiger die zu verpsän- denden Sachen zu Eigentum übertlägt, aber trotzdem in seinem Ge- wohrsom behält, als Verwahrer, Entleiher oder in einem ähnlichen Verhältnis. Weil aber die Sicherungsübercignung, wie schon ihr Name sagt, ein« Uebereignung, eine Eigentum sübertra- gung notwendig verlangt, liegen hier neue rechtlich« Fußangeln für die Parteien und tatsächlich ist auch ein großer Teil, vielleicht der größere Teil aller ohne Zuziehung von erfahrenen Juristen ab- geschlossenen Sicherungsübereignungen mangels Wahrung der rechten Form ungültig. Da nämlich die Uebereignung hierbei nicht in der Form der Uebergobe erfolgt, wie es die Regel ist, sondern in der Form einer Abrede, muß«ne ganz bestiinnite Fornnilierung angewandt werden: es muß nämlich gesagt werden, daß die Parteien über den Ueber- gang des Eigentums einig find und daß der Schuldner nunmehr die dem Gläubiger übereigneten Gegenständ« als Entleiher, Der- wahrer. Mieter usw. behalten soll. Jedenfalls muß, wie hieraus ersichtlich und wie das Gesetz sagt,„ein be st immtes Rechts- Verhältnis' verabredet werden: die häufig angewandte Form. wonach der Gläubiger Eigentümer werden soll, ohne wester« Abrede ist ungültig. Wer ganz sicher gehen will, wird bei jeder Siche- Alistddler Rathaus. alle anderen Gläubiger, alte und neue, nichts übriggeblieben ist. Anders ausgedruckt: Der Schuldner hat weiteren Kredst erholten. well es nach außen so aussah, als wenn er eine herrschaftliche 10-Zimmerwahnung oder ein gut assortiertes Warenlager hat. Dazu hat das Reichsgericht neuerdings entschieden, daß eine solche einen einzelnen Gläubiger ungerecht bevorzugende Sicherungsübereignung nichtig ist, aber nur dann, wenn der Gläubiger, als er sich das Warenlager übertragen ließ, oder als er die gesamt? Einrichtung übereignet erhielt, wußte, daß sein Schuldner keine anderen Mistel hatte, um andere schon vorhandene oder künftige Gläubiger zu de- friedigen, oder zumindest dies wissen mußte, das heißt, aus der ganzen Sachlage erkennen mußte, wie schlecht der Schuldner steht. Infolge dieser neuen Entscheidung wird in Zukunst sicher«in großer Teil der Sicherungsübereignungen für nichtig erklärt werden und für die geschädigten Gläubiger ein»euer Weg eröffnet sein, doch noch zu ihrem Gelb zu kommen. Rechtsanwalt und Notar Dr. AlbertBaer, Berlin. Die neue Geschichte. Unterhaltung zweier Männer aus dem Jrolle. !L;»Sag' mal, hast du denn schon davon gehört?* B:»Wo von denn?' A.:»Nu, die Jeschichte mit den— mit den— na da draußen, da neben die— jeesl Wie Hetzen denn die Leute?' B.:»Meenst de vielleicht die neue Bierkneipe?* A.: ,3 A ne doch! Ick meen« die Jeschichte da mll den—- na. der Name schwebt mir us de Lippe. Die da draußen varjejangen is, da bei— da draußen bei— Jost, du mußt ja den Ort kenneu!' B.:»Ach, Jees, det is di« Jeschichte mit den— ja, die kenn ick— mit den— na mit den, jees, wie hceßt er doch? Die meenste?' A.:„Nichtig, die meen ick: also du keimst se schon?' B:»Ja. die kenn' ick, die mir so der— der— na wie heeßt er denn, erzählt. Der— da draußen— du wceßt ja!' A.:»Ja, ick weeh schon, det is die Jeschichte! Von den Hab ick se ooch* Adolf Slaßbrenner. Gowjeipresse. Ein charaklerislisches Stadtbild, das die alle( 7 orturm) mit der neuen Zeil ( Belon-Havtiirücie) verbindet. Karl Radek, der jetzt Verschickte, wvrd« einst, als er noch obenauf war, von einem Berliner Kommunisten gefragt:„Bitte, Genosse Radek, wir lesen da immer in der„Fahne' von„P r a w da* ind.Ls we st j a*; was helßt denn das auf deutsch? Und also sprach der spätere Orientuniversstätsrektor: „Prawda* heißt Wahrheit und.Lswestja' heißt Nachrichten. Und, weißt du, in der.Prawda' suchest du deine Wahrheit und in der»Jswestja' ferne Nachrichten- Brandenburg 928: der erste Griff des deutschen Stammes m das Wendengebiet an der Havel— aber dieser Sieg es ersten Sachsenkaiserz, Heinrich des Finklers, haste keine blei- *nbe Wirkung. Wohl wurde 948 das Bistum Brandenburg ge- gründet, doch ging alles Land östlich der Elbe 983 wieder durch den großen Wendenauf st and verloren. Don der Höhe des Har- lunger- oder Marienberges schaute wieder das Bild des Triglaw .ulberthalb Jahrhunderte hindurch in die wendischen Lande. Das etzte Aufflackern der Weichen! rast wurde 1157 durch Albrecht den 'Bären gebrochen. Seitdem hat das Deutschtum in Brandenburg -inen starken Halt gehabt. Das Bistum auf der Domintel wurde gönnen, erst romanisch, dann gotisch gebaut, mst Krypta, Altar- schrein, Epsthophien, einem reichhaltigen Antiquarium, da ist vor allem in der Neustadt die herrliche, gotische Katharinenkirche, reich geschmückt außen und innen, aus dem End« des 14. Iahthundens stanm«nd. Treffliches Meßwert, reicher Ornamentschmuck, Aus- stattung des Kapellen- und des Kircheninnern bieten innner neuen Anlaß zur Bewunderung dieser hervorragenden Leistung märkischer Gotik. Weitere Kirchen reichen edensalls bis zu den Stadt- und Klosterzründnngen zurück, und außer ihnen nehmen die allerdings erst aus dem 14. Jahrhundert stammenden Profonbauten der Rat- Häuser unser Interesse in Anspruch. Vor dem der Neustadt steht der 5% Meter hohe Roland, das Wahrzeichen städtischer Kraft. Das ist das Charakteristische der deutschen Städte: Wo»ine Arbeiterschaft heranwächst, die aus Eigenem her» aus durch Teilnahme an der Verwaltung den alten Schlendrian beseitigt hat, geht das Gemeinwesen neuer Blüte entgegen. Eine solche Stadt, in deren Adern neues, dem» kratischos Blut strömt, ist das tausendjährige Brandenburg. rungsübereignung gut tun, einen Juristen zuzuziehen, da gerade dieser Vertrag zu denjenigen gehört, deren„Ritual' man genau beherrschen und einhalten muß. Ist nun die Sicherungsübereignung gültig erfolgt, so ist der Gläubiger Eigentümer geworden. Das bedeutet für die Praxis insbesondere folgendes: Kommt ein anderer Gläubiger und will bei dem Schuldner pfänden, so kann er sich nicht an die sicherungsübereigneten Sachen hallen, vielmehr dann der erste Gläubiger sein Eigentum gellend machen,„intervenieren': nur für ihn sind die sicherungsübereigneten Gegenständ« reserviert. Nun ist es in letzter Zeft häufig vorgekom- men, daß ein Schuldner sein ganzes Warenlager oder seine ge- samten Möbel dem Gläubiger übertragen hat, so daß tatsächlich für 'T I W«d»dnitk verboten O CopY. igh>»18 by Büdtargllde Outenborg, Berlin Drei mejuknnfdie Arbeilcr, Oobbs. Curtin und Howard. sind In der Wildnis des Berg Landes der Sicrre Mbdre, um nach Gold ru suchen. In roonnfelanger barier Arbell. bei der es oü genug ru Streitigkeiten und beinahe zu Tgtlichkeiten gekommen war. haben sie soviel gesammelt, um nun ein besseres Leben als bisher führen zu können. Sic treffen alle Vorbereitungen zur Rückreise nach der Stadt. Da sie keine Lizenz zum Goldgraben hatten, müssen sie mit großer Heimlichkeit zu Werke gehen. Auch Banditen können sie unterwegs überfallen und Ihnen ihren sauer erworbenen Besitz abnehmen. Plötzlich erscheint ein Fremder auf der Bildfläche. Ist es ein Vertreter der Regierung? Ist es ein Räuber? 15. Fortsetzung. „Wir wissen doch aber nicht, ob er unschuldig oder«in Gauner ist." protestierte Dodbs. „Ts kann auch Herauskommen." sagte choward. „Ich möchte wissen, wie?" Dobb, wurde nur noch mehr über zeugt, daß sein Plan der beste sei.„Wir graben ihn ein, niemand sindet ihn. Wenn die unten erzählen, sie hätten ihn hinaufgehen sehen, wir haben ihn nicht ankommen sehen, damit fertig. Wir können ihn ja auch dort die Schlucht Hinunterpseffern. Kann mich von selber runtergesallen sein." „Willst du das machen?" fragte choward. „Warum ich? Wir können ja ein Hölzchen ziehen, wer es zu machen hat." Der Akte grmste.„3a, und' der, der es gemacht hat, kann dann sein ganzes Heben vor den beiden anderen, die es gesehen haben, aus dein Bauche rutschen. Das ist alles so schön und gut. wenn man ganz allein ist. Aber hier, wie die Dinge liegen, ich jedenfalls sage: Nein." „Ich sage auch: Nein." Endlich hatte sich auch Curtin wieder in das Gespräch gemischt.„Das ist alles zu teuer, alles zu dumm. Wir müssen etwas anderes finden." „Bist du denn überhaupt so ganz sicher, ob er hier heraus- kommen wird?" fragte Howard. Curtin sah vor sich nieder und sagte resigniert:„Ich bin durchaus überzeugt, daß er kommt, und daß er uns auch findet. Gr erweckte ganz den Anschein, als ob er— Hier hob Curtin die Augen, sah nach der schmalen Lichwng im Gehölz und sagte mit müder Stimme:„Da steht er schon." Weder der Alle noch Dobbs fragte:„Wo?" Sie waren so Lerrascht, daß sie sogar vergaßen, einen Fluch locker zu machen. Sie folgten den Augen Curtins, und in dem Schatten der herein- brechenden Nacht, van dein Schein des Lagerfeuers ungewiß be- keuchtet, stand der Fremde. Neben sich, ain Zügel haltend, hatte er fem Maultier. Er stand ganz still, rief nicht das übliche„Hallo!" herüber, rief auch nicht„H'ye"(How do you do?) und bot auch leinen Abendgruß. Er stand nur da und wartete. Stand da wie ein hungernder Mann, der zu stolz ist, um für irgend etwas zu betteln. 2lls Curtin von dem Manne, den er unten im Dorfe getroffen hatte, erzählt«, machte sich jeder der beiden Zuhörenden eine be- stimmte Borstellung von dem Aussehen des Mannes. Sowohl Howard als auch Dobbs hatten sich den Mann völlig anders vor- gestellt. Dobbs hatte sich einen Mann gedacht mit den rohen, haloertierten Gesichtszügen eines Vagabunden in den Tropen, der sein Lehen fristet von Straßenraub, und der vor keinem Mord zurückschreckt, wenn er ihn um seiner eigenen Sicherheit willen oder einer Hesseren Beute wegen für notwendig hält. Howard dagegen dachte sich den Fremden als den üblichen Goldsucher, robust, wetteisest, Gesicht wie Leder, Hände wie aus- getrocknete Boumwurzeln, keine Gefahr fürchtend und keine Hindernisse kennend, um kein Mittel verlegen, den Sion und alle Gedanken stier und hartnäckig auf das einzige Ziel gerichtet, Gald zu finden und es rücksichtslos auszubeuten. Er hatte die Vor- srellung eines grundehrlichen Goldsuchers von gutem Schlage, der niemals ein Verbrechen begehen wird und einen Mord nur dann verübt, wenn es der Verteidigung seiner Mine oder seiner Beute gilt. Und nun waren beide 'ygr- überrascht. Der Fremde x fügte sich weder in die Vor» � stelluug Dobbs noch in die de» Howard ein. Er sah so ganz anders aus. Diese Tat- fache, daß er so anders aussah, als sie sich ihn vorgestellt hatten, und die andere Tatsache, daß er so plötzlich, viel rascher, als sie erwartet hatten, da vor ihren Augen stand, waren der Grund. daß niemand etwas sagte, keiner einen Ausruf des Usberraschtfein» fand. Der Fremde stand noch immer still in der schmalen Oeffnung, die durch das Gebüsch zum Loger führt«. Er schien genau so überrascht zu sein wie die drei Männer, die am Feuer saßen. Er hatte nur den einen Mann, Curtin. hier zu tressen erwartet, und zu seinem Erstaunen fand«r drei Männer. Das Maultier fchnüsfelte an dem Gebüsch herum. Dann roch es wahrscheinlich die Esel der Männer, und es begann zu brüllen. Es stieß aber nur einen Schrei aus. Noch mieten m dem Schrei, ohne ihn zu vollenden, verstummt« es, als ob es Angst bekäme vor der Schweigsamkeit, die hier zwischen den Männern herrschte Die drei fanden noch immer kein« Worte, sie achteten weder auf das Feuer noch auf die Mahlzeit, die auf dem Feuer brotzelte. Sie starrten nur immer auf den Fremden, und sie schienen zu er. warten, daß er irgend etwas sage oder irgend etwa» täte. Aber er rührte sich nicht. Nun stand Dobbs apf und ging mit langsamen Schritten auf den Eindringling zu. Cr hatte die Absicht, ihn barsch anzufahren, mos er hier wolle, wie er hierherkomme, wer er sei. Aber als er nun dicht vor ihm stand, sagte er nur:„Hallo!" Der Fremde sagte ebenfalls:„Hallo!" Dobbs hatte die Hände ln den Hosentaschen. Er wußte nicht, was er sagen sollte. Dann endlich:„Kommen Sie rüber zum Feuer." „Danke." sagte der Fremde kurz. Er kam näher, hob den alten Sattel mit den beiden Sackpacken vom Maultier, koppelte die Vorderbeine dos Tiers, gab ihm einen Er sah so gern: anders aus. Schlag mit der Hand auf den Schinken, und dam» trottete es langsam in jene Richtung, wo die Esel weideten. „Guten Abend," grüßte er und setzte sich an das Feuer. Nur Howard antwortete:„Wie geht es?" „Hm!" erwiderte der Fremde. Curtin rührte in den Bohnen herum und schüttelte die Kiar- toffeln durch. Howard wendete das Fleisch, und Dobbs, der sich noch nicht wieder gesetzt hotte, hackte das Holz knrz und warf es auf. „Ich weiß wohl, daß ich nicht willkommen bin hier," sagte der Fremde. „Das habe ich Ihnen fa unten schon deutlich genug klargemacht." Curtin sah nicht ans, während er das sagte. „Ich kann nicht immer nur mit den Indianern zusammen- hocken. Ich würde gern wissen, wie richtige Menschen aussehen." „Dann gehen Sie doch raus und sehen Sie sich sie an." Howard war recht unhöflich.„Wir wissen auch nicht, was draußen geschieht." „Wir sind auch gar nicht interessiert," warf Dobbs brummig ein.„Wir haben andere Sorgen. Damit Sie es auch gleich wissen» diese andere Sorge sind Sie. Wir können Sie hier durch- aus nicht gebrauchen, nicht einmal zum Feueranzünden. Bester, Sie machen sich morgen früh auf und davon. Sonst können wir sehr unangenehm werden." Der Fremde sagte nichts darauf. Er saß still und sah zu, wie die anderen sich mit dem Wendesten beschäftigten. Als es fertig war, sagte Curtin:„Langen Sie zu und esten Sie. Heute wird«S für Sie ja mitreichen. Ob morgen noch, das werden wir erst sehen." Die Mahlzeit ging sehr schweigsam vorüber. Wenn einer etwas sagte, so bezog es sich nur auf das Esten, daß dos Fleisch nicht gut sei. oder die Bohnen zu hart und die Kartoffeln zu wässerig. Der Fremde mischte stch nicht in das Gespräch. Er aß � nur wenig. Als das Mahl vorüber war, zündeten sich die drei chre Pfeifen an. „Hoben Sie Tabak?" fragte Dobbs. „Ja." sagte der Mann ruhig, und«r begann, sich eine Zigarette zu drehen. Die drei, um nicht ganz stumm dazusitzen und gleich- zeitig den Fremden von der Fährt» abzulenken, redeten von Jagd. Wer weil sie sich mit Jagd nicht befaßten, so klang ihre Rede nicht sehr überzeugend. Sie hatten auch das Gefühl, daß der Fremde mehr von Jagd verstand und von Fellen und allem, was mit diesem Geschäft zusammenhing, als sie. Dadurch wurden sie un- sicher und begannen davon zu sprechen, das Camp hier aufzu- geben und nach einer anderen Gegend zu ziehen, wo es mehr Großwild gäbe. „Das ist hier überhaupt keine Iogdgegend," mstchle sich der Fremde plötzlich ein, als die anderen gerade«ine auffallend lange Gesprächspaufe machten."„Wer das ist hier eine gute Gold- gegend. Hier ist Gold. Ich sah es schon vor einige» Tagen an den alten ausgetrockneten Flußläufen, die hier vom Gebirge her- unterkommen." „Hier ist kein Gold," erwiderte Dobbs.„Mr sind lange genug hier, um dos zu wissen. Wir würden auch lieber Zohldveck buddeln als jagen. So ein Unsinn!" fügte er höhnisch lachend hinzu. .Kleinkindergcwäsd). Wir sind auch nicht von gestern, und wir köimeu auch Goldklumpen von Kieselsteinen unterscheiden. Brauchen Ihre Raischläge nicht." Er stand auf und ging zum Zelt, um sich schlafen zu legen. Niemand hatte etwas dazu gesagt, und der Fremd« schien die unhöfliche Redeweise des Dobbs nicht übelzunehmen. Vielleicht war er eine solche Art und Weise der Unterhalmng auch gewohnt. Howard reckte sich und gähnte. Curtin klopfte seine Pfeife aus. Dann standen beide nacheinander auf und gingen langsam — und begann%n schlafen, ebenfalls zum Zelt. Sie sagten weder„Gute Rächt!" zu de« Fremden, noch luden sie ihn ein, mit in das Zelt zu komme». Der Fremde stand nun auf. Cr pfiff, und nach einer Weil« kam sein Maultier humpelnd heran. Cr ging ihm entgegen. klopfte es freundlich auf den Racken, sprach einige Worte zu ihm. und durch einen Schlag mit der flachen Hand trieb er es wieder seiner Wege. Dann legi« er Holz aufs Feuer, setzt« sich und summt« vor sich hin. Endlich stand er wieder auf und ging zu seinem Sättelzeug. Er brachte einen der beiden Packsäcke zum Feuer, zerrte eine Decke daraus hervor, rollte sich lang in die Deck« ein, legte sich mit dem Kopf auf den Pack, streckte die Füße dem Feuer entgegen und begann zu schlafen.(Fortsetzung folgt) WAS DER TAG BRINGT. Alles für die Dynastie! Es ist weiter kein Geheimnis, daß die Stammbäume oller alten Geschlechter ihr«in Jahrtausend altes Leben nur dem Umstand« ver- danken, daß ihnen«b und zu«in„Wildling" aufokilliert wurde. Mit welch schöner Unbefangenheit aber auch in den»Höchsten Kreisen" unseres eigenen ehemalig vorschriftsmäßig geliebten Herrscherhauses an diese Frag« herangegangen wurde, davon erzählt Oberst Dampmarti« in seinem 1811 erschienenen Buch«in« ergötzliche Geschichte. Friedrich II. hatte gegen seinen Neffen, den späteren König Friedrich Wilhelm IL aine tiefgehende Abneigung. Der Prinz war ein Flachkopf, faul und ausschweifend. Auch seine Verheiratung mtt einer Nichte Friedrichs II., einer braunschweigischen Prinzessin, konnte nichts an seinem Lebenswandel ändern, schließlich zog sich auch die Prinzessin von dem ihr ausoktroyierten Gatten völlig zurück. Friedrich II. wünschte jedoch die Thronfolge unter jeder Be- dingung gesichert zu sehen, und als alle Vorstellungen die sunge Frau nicht wieder mtt ihrem Ehemann aussöhnen tonnten, ließ er ihr sdMßlüh,„um dem Thron einen Erben zu schenken", einen Offizier der Leibwache vorschlagen, der ebenso durch seinen Mut wie durch seine Schönheit die Aufmerksamkeit des Königs erregt hatte. Die Prinzessin war im höchsten Grade ungehalten über diese Zumutung, denn sie war zwar im Prinzip kleinen Seilensprüngen durchaus nicht abgeneigt, bettachtete sie aber als ihr Privatvergnügen. Als der Unterhändler mit seinen Bitten immer dringlicher wurde, rief sie ihm schließlich wütend zu:„Mein Herr, wenn Sie noch ferner wagen, mich mtt ihrer beleidigenden Unterhaltung zu verletzen, werde ich Ihnen sofort den Befehl geben, selbst für den Thronfolger zu sorgen, den der König begehrt!" Der Unterhändler, ein über sechzigjähriger Kammerherr, war über diese unvermutete Drohung so entsetzt, daß er sich unter verlogenen Verbeugungen und so rasch wie möglich ent- sernte. Er erzählte leichenloß dem König das Resultat seiner Unter- redung, und Friedrich II. soll darüber recht herzlich gelacht haben. Uebrigens hatte die Prinzessin nicht etwa aus absoluter Tugend- haftigkeit das Ansinnen so schroff zurückgewiesen,©ie hiell sich für ihr Eheunglück sogar in recht offenkundiger Weise schadlos: sie wurde nach vierjähriger Ehe von ihrem Manne in flagranri ertappt und geschieden. Die Akten über diesen Prozeß wurden versiegelt und im geheimen Archiv aufbewahrt, d!« Mitglieder der Behörde wurden zur strengsten Geheimhaltung verpflichtet Di« Prinzessin mußte den Titel„königliche Hoheit" ablegen, wurde nach Küsttin verbannt und soll da auch gerade kein Nonnenlcben geführt haben. Hoch betagt ist sie«st ISäst in Stettin gestorben. Der Osterhase aus Marzipaaersatz. Schokolodenfabriken und Zuckerbäckersien rüsten mit Hochdruck auf das Osterfest. Millionen Ostereier piler Art und Größe sind be- reit» versandt oder noch in Arbeit Und daß bei diesem Fest Osterhasen nicht fehlen dürfen, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit Bevor- zugt werden dabei Schokolade und Marzipan Wenig bekannt ist es, daß nur ein geringer Teil des im Handel befindlichen Marzipans „echt", das heißt nur aus Zucker und Mandeln hergestellt ist Viel- mehr wird das billigere Morzlpangebäck mit und ohne Ueberguß aus Erfotzmaterial hergzstellt. Anstatt der Mandeln, die nach dem Nahrungsmittelgesetz zu etwa zwei Dritteln, genau zu 65 Proz. im Marzipan enthalten sein müssen, verwendet man km gleiche» Be» hältnis Aprikvsenkerne. Diese stammen au» den warmen Obstbau- gebieten Dalmattens imö Kallforniens, wo sie bei der Trocknung oder Konservenbereitung abfallen, von ihrer harten Hülle befreu werden und dann als Welthandelsware auf den Markt kommen. Man zähst heute für den Doppelzentner derartiger Aprikosenkerne etwa 220 Coldmark. Der Haupthandelsplatz dafür ist London. Bei der Verarbeitung erfahren die Kerne dieselbe Behandlung wie die Mandeln. Sie werden erst gebrüht, mit Mo scheuen geschält, ge mahlen, mit Zucker zu einem Teig verrührt, der dann das„Per- sipan"— so ist der amtlidze Name— ergibt Persipan ist im Geschmack etwas herber als dos aus Mandeln hergestellte Marzipan. Im Kleinhandel mtt Zuckerwaren sindet man diese Bezeichnung nlchl, daher ist die Herstellungsweise fast nur den Fachlettteu bekannt. Sie kann auch keineswegs als eine Nahrungsmittelverfälschung an- gesehen werden, sondern ist vielmehr nach dem Nohrungsmittelgesetz ausdrücklich zugelassen. Immerhin wird jetzt manchem Liebhaber von Süßigkeiten klar werden, woher es kommt, daß Marzipan und „Marzipan" oft ganz verschiedenen Geschmack haben. Der Abortschlüssel. An der Worttür eines sächsischen Kleinbohnhofes war«in Schild mit folgendem Text angebracht: „Der Schlüssel ist im Dienftgebäude zu erholten." Ein Witzbold hatte mir der schönsten �Handschrift darunter ge- schrieben: »In ganz dringenden Fäll«, wende man sid) an die Reichsbahndirektton in Leipzig." Die Zahl der Ehescheidungen steigt. Das amerikanische Scheidungegericht Reno hat trotz der Bs- stimmung, die im vorigen Jahre in Kraft trat und wonach Ehe- scheidungen nur vorgenomen werden können, wenn die betreffende» Ehepaare drei Monate in Reno ansässig waren, eine Zunahme der Ehescheidungen auf mehr als das Doppelle zu verzeichnen. Während 1926 in Reno nur 770 Ehen geschieden wurden, waren es im vorigen Jahre bereits 1642. 889 Ehen wurden wegen„Graic samkeit" geschieden» 332 wegen böswilligen Lerlassens, 336 weil der CI>emann nicht für den Unterhalt feiner Familie sorgte, 41 wegen Geisteskrankheit, 1 wegen— Trunksucht(im Prohibition istischen Amerika!!. 34 Ehe» wurden für nichtig erklärt. 1024 Ehescheidungen gingen von den Frauen aus, 600 von den Männern. Unfruchtbarmachung der Geistesschwachen. (Jtad) langen und sehr lebhaften Debatten hat man im Staat« Alberto in Kanada ein Gesetz angenommen, wonach Geistes- schwache unfruchtbar gemacht werden sollen. Man hofft durch dieses Gesetz, die Zahl der durch Vererbung geistesschwachen Kinder im Lause der Zeit auf eine geringe Anzahl zu beschränken. Gold auf dem Meeresgrund. Beim Verladen einer Goldsendung aus dem Dampf«„Roma" im Hafen von New Bork fielen zwei Kisten mtt einer Goldpackung im Werte von je 100 000 Dollars ins Meer. Den Taucharn. die Tag und Nacht arbetten, gelang es nicht, den Schatz zu heben. Nun hat das Sechsioqefeld auch die letzte Nacht überwunden. Im slotten Tempo legte es Runde auf Runde vor einem fast aus- verkauften Haufe zurück. Vorstöße unternahmen die Fahrer nur wenig: einmal— und das war noch der 10-Ilhr-Zlbeirdwcrtung— zogen zwar Raujch- Hürtgen davon, doch von Kempen- Richll sorgten nur allzu schnell.für den Anschluß. Einzig und allein die Mannschaften Dinale-Touani und Linari-Lorenz rannte», aller- dlags ohno jeglichen Widerstand, eine Runde aufholen. Zlnstifter dieser llemen Hätz war Dinale, der mit Linari etwas Leben ins Feld brachte. Auf dem„Teppich" taucht der deutsche Schwergewichtsmeister Franz Diener auf! Dep Sachverständigenplotz des Hauses, Diener gewinnt seine Ehrenrunde. die Kur«, hat„Franz" sofort erspäht, und der bewußte„Schrei noch der Prämie" durchzittert die Halle. Diener gibt 100 Mark und muß außerdem noch eine Ehrenrunde absolvieren. Das ist nun einmal Tradition, der sich selbst Pat und Patachon beugen mußten. Zllso Franz fährt, nimmt mutig die Auskurve und kommt dabei beinahe in den Genuß eines Scchstage- st u r z e s. Neuer Anlaß der Kurvenbejucher zu einer Sympathie- kundgcbung, die der Boxer mit„'ner Lage Bier" quittiert. Eine Stunde nach Mitternacht wird der letzte Spurt des„Eckstein-Preifes" ausgefahren. Im Gssanüklassement haben Linari-Lorenz die meisten Punkte. Als Lohn für die Tat erhält jeder eine goldene Uhr. Der Besuch im Haufe ist noch stärker geworden. Das Tempo der Fahrer ist gleichmäßig. Bis zur Z-Uhr-Zlachtwertung. ereignete sich nichts mehr. Ergebnisse der Spurts: 1. Spurt: Tietz, Lorenz Maczynski. Kroschel. 2. Spurt: Dinale, van Kempen, Rieger, Ehmer. 3. Spurt: Tietz, Richli, Kroschel, Rausch. 4. Spurt: Rieger, Maczynski, Dinale, Ehmer. 5. Spurt: Tietz. Richli, Rausch, Kroschel. ki. Spurt: van Kempen, Brünier, Lacquehay, Rieger. 7. Spurt: De- wals, Rieger, Richli, Rausch. 8. Spurt: von Kempen, Dinale, Lacquc- hay, Tietz. V. Spurt: Wambst, Ehmer, Tonani, Rieger. 10. Spurt: van Kempen. Lacquehay, Tietz, Lorenz. Prämienkämpse sorgten dann und wann für etwas Abwechslung, doch regelrechte Lagden, wie sie das Pichlikum in der ersten und fünften Nacht zu sehen bekam, blieben aus. Gegen M4 Uhr gibt es noch einen Zwischenfav. der leicht schwere Folgen hätte haben können. In voller Fahrt Hot Ehmer Reisenschaden, stürzt, und über ihn hinweg fällt der Schweizer Richli, der sich dabef eine schmerzhafte Hüft» preklung zuzieht. Auf einige Zell mutz das Rennen für die beiden Mannschaften van Kempen-Richli und Ehmer-Kroschel neu- trastsiert werden, die Gestürzten rönnen aber wieder die Weiterfahrt antreten. Bis zur Neutralisation um 6 U h r passierte nichts Beson, deres mehr. Um diese Zeit, nach 128 Stunden, in denen 3 258,910 Kilometer d u r ch f o h.r e n waren, ergab' sich folgender Stand des Rennens. Spitze: van Kempen-Richli 288 Punkte, Tietz-Rieger 246 Punkte, Ehiner-Krofchel 106 Punkte; zwei Runden zurück: Wombft- Lacquehay 97 Punkte, Raufch-Hllrtgen 92 Punkte: drei Runden Die neue Pränueuuhr:»Sind die 145 Stunden noch nicht um?" zurück: Dewolf-Brunier 192 Punkt«: vier Runde» zurück: Tonani-Dinal« 24ö Punkte: fünf Runden zurück: Lümri- Lorenz 140 Punkte: sechs Runden zurück: Behrendt- Maczynski 128 Punkte. �Vcr wird Sieger? Nachdem die drei Spitzenpaore van Kempen-Richli, Tiex-Ricger und Elpner-Kroschel wiederholt bewiesen haben, daß sie jeden Bor- swh einer zurückliegenden Mannschaft energisch überwachen und damit rechtzestig abdrosscln können, dürfte über den Ausgang des Rennens kein Zweifel mehr fein. Nach der letzten Wertung haben van Kempen-Richli 288, Rieger-Tietz 246 und Ehmer-Kroschel 106 Punkte inne. In dieser Reihensolg« denken wir uns auch die Sieger, zumal der„fliegende HÄländer" in der letzten Stunde be- sonders darauf bedacht fein wird, Punkte zu sammeln. Das war schon immer sein Steckenpferd. Sechstagebesuchcr werden sich er- innern können, wie„Piet" in einer Sechstagefahrt am Kaiferdamm in der letzten Stunde sich Spurt auf Spurt holte, trotzdem er für den Sieg wegen Rundenverlust gar nicht in Frage kam. Zwischen der zweiten und dritten Maimjchajt dürsten sich auch diesmal heftige Punktkämpfe entwickeln. Ob jedoch Ehmer-Kroschel an Tietz-Rieger herankommen werden, erscheint fraglich. Jedenfalls bedeutet der er- fahren« Sechstagemonn Tietz(der gut durch Rieger unterstützt wird) für die jungen Berliner eine hart« Nutz. Hoffnung aller waren noch immer die Franzosen Wambst-Lacquehay, die die Berliner ein- mal von einer fabelhasten Seite kennen lerne» konnten. Der mli Fieber im Rennen liegende Lacquehay ist jedoch zu schwach, um Wambst tatkräftig zu unterstützen. Sie werden ihren bisherigen vierten Platz an Roufch-Hürtgen abtreten müssen. Sonst wird sich wenig ändern, wenn nicht die letzte Stunde ebenso amerikanisch wird, wie die erste und fünfte Nacht es erfreulicherweis« war. Rütt wollte für eine lebendige letzte Stunde ja Sorge tragen. Hoffen wir, daß es ihm gelingt! Keine Meisterschaft der Zeifungsfahrcr. Das für den 18. März nach dem Gelände der Rütt-Arena an- gesetzt« Radrennen um die Meisterschaft der Zeitungsfohrcr Berlins ist abgesagt worden._ Der Krupkal-Film:„Die siebente Nacht", in dem Franz Krup- kal und Karl Saldow neben bekannten Filmschauspielerinnen die Hauptrollen spielen, soll zum letzten Mal« Sonntag, 18. März, vormittags II1,!- Uhr, im Rialto- Palast, Reinickendorfer Straße 14— in der bläh« des frülieren Domizils des verstorbenen Franz Krupkat— vorgeführt werden. Der gesamte Erlös dieser Veranstaltung ist für dos fast fertiggestellte Franz-Krup tat- Denkmal, da? am Karireitag d. I.. 16 Uhr. aus der Olympia» Radrennbahn emhüllt werden wirb, bestimmt. Reichs- Artistcnwcttsfrcü. Im Arbeiter- Aihlctcnbund, Zum ersten Male seit Bestehen des Arbeiter-Uchletenbundes findet Sonntag, 25. März, in dcr Neuen Welt,.Hasenheide, ein großer Reichs-Artistenwettstrett statt. Das diesjährige Programm weist gegenüber den bisher abgehaltenen Artistcnwetr- streiten eine ganz erhebliche Verbesserung auf. Während bisher nur Berliner Arbeitcrartistcn an den Wettstreiten teilnahmen, werden diesmal aus allen Städten des Reiches gute Artisten auf- treten, und zwar von Magdeburg, Finsterwalde, Dessau, Leipzig, Braunschweig, Gera. Liegnitz. Stuttgart, Augsburg und sogar die Kollegen aus Hciligenwald(Soor) haben es sich nicht nehmen lassen, den ersten Reichs-Artistenmettstreit zu beschicken. Insgesamt sind 38 erstklassige Nummern gemeldet. Wegen der großen Teilnehmer- zahl ist es notwendig, den Artistcnwettstvest schon um 14 Uhr be- givnen zu lassen, und die Eröffnung des Saales ist daher um 13 Uhr festgesetzt worden. Karten im Vorverkauf gibt es in der Geschäfts- stelle des Arbeiter-Athletenbundes, Gubener Straße 5 bei Hossmann, sowie im Sporthous Fichte, Köpenicker Straß« 108, und in der Filiale Neukölln, Kaiser-Friedrich-Strohe 66. Ilm die Kreismeisierschaft. Bei den Arbeileralhletcn. Die Mannschaftskämps« im Ringen und Boxe» um die Kreismeisterschaften des 4. Kreises des Arbeiter- Athletenbundes sind soweit vorgeschritten, daß die beiden besten Mannschaften feststehen und bereits morgen, Freitag, gegeneinander antraten, um den Krcismeister zu ermitteln. Die Kämpfe finden in den P h a r u s s ä l e n, Müllerstraße, statt(Unter- grundbahnhof Seestroße). Durch die Gleichwertigkeit der sich gegen- überstehenden Mannschalteil dürste es zu äußerst harten und spon- »enden Kämpfen kommen, und jeder Freund ehrlichen Kampfsportes wird bei diesen Kämpfen auf seine Kosten kommen. Bei den Boxern treffen sich in L u r i ch 0 2 und N o r d- O st 0 6 zwei olle Rivalen. Der Kampf wird in acht Gewichtsklassen vom Fliegen- bis zum Schwergewicht ausgetragen. Eine besondere Delikatesse wird den Freunden des griechisch-römischen Ringkampfes vorgesetzt. Hier treffen sich in B e r o l l n a, Neukölln, und A l t- W e d d i n g zwei technisch besonders gut durchgebildete Mannschaften, die zum erstenmal miteinander kämpfen und alles aus sich herausholen wer- den. um den Sieg zu erringen. Diesem Kampf kommt noch ein« ganz besondere Bedeutung zu, denn hier wird einer der besten ehe- maligen Vertreter des bürgerlichen Kraftsportverbandes auf einen sehr guten Gegner stoßen, und so wird die Behauptung bürgerlicher Verbände, in den Arbeitcrsportvcreincn läge der Sport danieder, auf ihre Richtigkeit geprüft werden. Die Kämpfe beginnen um 20 Uhr. Eintritt 0,80 M. So flüchten siel Wie wir von unterrichteter Seue erfahren, ist die bekannt« Frau Aenne Wolter, eine langjährige, sehr rührige Funktionärin in der Arbeitcrschwimmerbewegung Berlins, zurzeit Fraucnleiteriu des Berliner Schwimmvcrcins„Vorwärts", auch aus derKPD. ausgeschieden. Zugendkreffe« im 2. Bezirk. Di« Derein« de» 2. Bezirks werden ZU dem am Sonntag, 18. März, mittags 12 Uhr. am Vogens«« bei Uetzdorf, Fahrverbindung bis Bernau, stattfindenden Jugend- treffen aufgerufen. Dort findet um 13 Uhr«in- Führerbesprechung und anschließend eine Festvera nstaltting mit Märzfeier statt. Anfragen an: Hermann Massow, Berlin NO 55, Wvs- ftratze 59 bei Krätschark. Vereintkalender. ,,„Die«atnrfMtmbf.«Hnzlautr Be«,: ZreUoq, 1o. JffiarA, I9i. USt, Danzig« Sit. tß, Bara-tc 2(-auetsljeim). tlöns-AÄ-vS. -«M.«fatlolfcnbuta: ffteitofi, 16. M-iez. 20 Uhr. öptccftc. 20.„tzr-ili-rath uns feine �eutun«rüc Mf ftrctfjefHBcwefptho.*_«bt. Setunb&wnnen: ffrriJofl, 16. Stärj, 20 Uhr. L-rtzingstr. 10, ,.®«ial« Dichtungen her 4S. Spocht." —«bt. oitboft:.rreitag, Ifi. März, M Uhr, Reickenberger tSrr. 66, Lichtbilder. Bärtcag(fflottichut). v-«dt. Sreptom: greitaq, IS. März, 20 Uhr, Ell-'II irr. 3. Miirzrciec—«bt. Renlöln- Sceitug, IG. März, 20 Uhr. Nopisrr. SZ. Äärz. fcier aSollunftnentri nfchaft: Freitag, IG. März, 20 Uhr, Ishannlsstr. lo. „«'br'ter-Sinteftport.Interrgengemel-schast. Freitag, 16. März, 30 Uhr. Sechnikerfihung bei Vetter. Weigandufer 6. Memtaa. IS. Mär,, Igsz litt:, Sugfniigeiui Jleimnefettc. 143. Vortrag i„Praltnche«jlconontie." Arb«ite,.R-dfahrrrbi>nd„Eollboritöt". Touren für Eonniag, 16. AlSrz. »«,. 2. vrtogr.»Speniik: Bezirkstag in«annsee. Start» Uhr«ollntscher — Brz. 21, Vrtsar. RiebrrschSnhailsen: An fahrt staur nach dem Sorinsee. Start 10 Uhr Frlebenschatz.— Ortsgr.«-nkow- Tlreifziig« durch dir Jungfern- Start 10 iil« Jugendheim.— Crisgr. Stralau-SIummei-bnrgi«hrens fel&e, erchneider. Start 15 Uhr TärrschmiStstrahr.— Ortige. 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