BERLIN Freitag, 16. Marz 10 Pf. Nr. 130 B 65 45. Jahrgang. TrsK eint täglich außer Sanatag«. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts'. BeiugSxreiS für beide Ausgaden 70 Pf. pro Woche, 3 M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW68. kindenstr.S yy}&fU>as4o Anieigenprei«: Die einspaltige Nonpareillejeik« 80 Pf.. Reklamezeilt S M. Ermäßigungen nach Tarif. Poßscheckkonto: VorwärtS-Verlag G. m. b. H.» Berlin Nr. 37526. Fernsprecher: Dönhoff 292 bi« 297 Drei Monate unschuldig in Hast Offiziersrevolte auf einem englischen Kriegsschiff. Der Friedhof der Märzgefallenen. Der Ausländer Schnabel kam im Jahre 192A mit einem voin Deutschen Generalkonsulat in Antwerpen ausgestellten Visum nach Berlin. Am 14. März meldete er sich beim zuständigen Polizeirevier, übergab dort seinen mit dem Sichtvermerk ver- sehen«» Paß dem amtierenden Wachtmeister und legt« gleichzeitig «ine Tüte mit fünf Zigarren vor sich auf den Tisch Während der! Beamte den Paß prüfte, bot Schnabel ihm ein« Zigarre an, die er aber nicht annahm. Plötzlich bemerrte der Wachtmeister, daß das Datum nn Visum geändert war. Er glaubte feststellen zu können, daß das Wort.März" in„Mai" umgeändert war, kombi- nierte, daß die Zigarre ihm angeboten war, damit er über dies« Aenderung des Visums hinwegsehe und schritt mit der ganzen Macht, die ihm zur Verfügung stand, gegen den Aueländer ein. Vergebens beteuerte dieser, daß er in dem Visum'nichts geändert habe und daß es noch genau so sei, wie es ihm auf dem Deutschen Generalkonsulat in Antwerpen ausgestellt worden sei. Es ljols ihm alles nichts: er wurde wegen Urkundenfälschung und Beamten- bestechung verhaftet und nach ZZlägigec Untersuchungshast vor das Schöfsenoericht BeTm-litille gestellt, das ihn trotz aller seiner er- nenlcn Unschuld- beteuerungen im April 1925 wegen beider Delikte schuldig fand und zu nicht weniger als drei Ulonaten Gefängnis verurteilte. In dein Urteil heißt es: „Es unterliegt keinem Z w e i f e l."daß an der Monats- I bezeichnung im Sichtvermerk eine Aenderung vorgenoinmen .worden ist,.und es erschien völchig ausgeschloss-en, daß von eineni deutschen Konsulatsbeamten, wie es der Angeklagt« darstellt, zunächst„Mai" geschrieben und dann in„März" ob- geändert worden ist. Eine Berichtigung dieser wichtigsten Stelle des Visums wäre ohne Zweifel ausdrücklich bescheinigt worden. lltach Ueberzeugung des Gerichts hat der Angeklagte die Fälschung vorgenommen." Das Schöffengericht sagt weiter bezüglich der � Zigarre: Der Angeklagte wollte„durch Schenkung von Zigarren" den Beamten bestimmen, über die Urkundenfälschung hinwegzusehen. Aus Grund d'cses Urlsils m ißte Schnabel die ihm zudiktierte Strafe von drei Monaten bis aus die letzte Stunde verbüßen. Die Folge der Verurteilung war, daß Schnabel nach seiner Entlassung aus dem Gefänanis ausgewiesen werden sollte. Gegen- über der Ausweisungsversügung beantragt« sein Verteidiger, der sozialdemokratis-ke Abgeordnete Dr. Kurt R a f e n s e l d, beim preußischen Ministerium des Innern, beim Deutschen General- konsulat in Antwerpen Ennittlungen anzustellen, und der Minister holte nach, was das Gericht vor der Verurteilung hätte tun sollen. Es stellte sich nunmehr hcrau«, daß die Aenderung im Paß tatsächlich, w'e de' Angeklante immer behauptet halte, nicht d"rch Ihn. sondern durch den Kons"lal'b°amlen erkolat war, daß der Angeklagte also mit Hecht seine Unschuld beteuert hatte. mithin ge'ade das der Mah'hetl entsprach, was dem Gericht „völlig ausgefchlofien erschien". Nunmehr beaMragte der Verteidiger des Verurteilten die Wiederaufnahm« des Verfahrens, die auch angeordnet wurde. In dem neu angesetzten chauptverbandlungstermin, der dieser Tag« vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte stattiand, mußte der Vertreter der Staatsanwalt die Anklage wegen Urkunde, näiichung selbst fallen lasten, dagegen sucht- er sie im Falle der Bestechung noch ausrecht zu erHollen, indem er eine Geiängniestrase von einem Monat wegen Bestechung beantragt«, weil der Anaeklagte die Zigarre anaebo'en habe, damit der Beamte kein« Schwierigkeiten mache. Th-. vol-ns-td beantragte die völlige Freisprechung, und das Gericht sprach sie ans. In diesem Falle gelang e? also schließlich, einen Justizirrtum einwandsf�i nachmweilen. Die oft gelingt dies ni'l't? Aber auch in diesem Falle hat>vr Anaeklaate volle drei Ulonate»n- s-buldia im GffäniHo aesrffrn. und fe'n Gericht vermag ihn hin- reirfirnl) für den Schaden zu entschädigen, den er dadurch er- llttcn Hai. Konflikt in der chemischen Industrie. Die Verhandlungen für Brandenburg gescheitert. Di« Lohnverhandlungen für die chemische Industrie der Pro- vinz Brandenburg einschließlich Berlin sind gescheitert. Ob bei den tariflichen Schlichtungsstellen-ine Verständigung zu- standekommen wird, ist sehr fraglich, da es bei den direkten Der. Handlungen zu keiner Amiäherung der Parteien kam. Die Situation muß als außerordentlich ernst angesehen werden. / m kommenden Sonntag wird die arbeitende Bevölkerung Berlin» wie alljährlich die Opfer der Märzkam fj.- ie» Jahres 1848 durch Gedenkfeiern an den Gräbern im Friedrichshain ehren.— Das Reichsbanner veran- Sonntag mitlag 12 Uhr im Lustgarten eine große Kundgebung. Die Sozialistische Arbeiterjugend ver- dt sich um 141ti Uhr auf der fF eher wiese, die SPD. zur gleichen Zeit auf dem Sportplatz Friedrichshain. des staltet sammelt Englische Seeoffiziere meutern. Malta, IS. März. Auf der britischen Mittelmeerinsel und Flotten» statwn Malta ist eine DsfizierSrevolte ausgebrochen. Gine Anzahl gerade der älteren Offiziere des 28 750» Tonnen'Schlachtschiffes„Royal Oak" l',Köniaöeiche") des britischen MittelmeergeschwaderS weigerte sich. unter dem Befehl des Admirals C o l l a r S auszufahren. Das Schlachtschifsgeschwader sollt« am Sonntag morgen zu einer Hebung auslaufen. Diese Ausfahrt wurde verschoben. Am Montag holte das Flaggschiff„Royal Ook" die Adnriralsslagge nieder. Da» bedeutete, daß der Admiral sein Kommando nieder- legte. Der dienstälteste Kapitän des Geschwaders O s b o r n e über- nahm dann dos Kommando. Die britisch« Maltoflotte ist seitdem in See gegangen und hält auf hoher See Manöver ab. Zwei Offiziere sollen von Malta nach Gibraltar unterwegs sein, um vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden. London, 16. März. Auf klein« Anfragen im Unterhaus erwiderte der Staats- sekretär der Admiraliiät am Donnerstag abend ausweichend, daß man in London noch(!) keine genügenden Nachrichten über die „Schwierigkeiten" an Vord der„Royal Oak" habe, um eine Er- klärung abgeben zu können._ Auio fahrt in l�eichswehrgruppe. Sechs Soldaten verletzt. heute mittag kurz vor Mi Uhr ereignete sich auf der Puttllh. b r ü lfer- i> i n g besonders betonte, daß die Sozialdemokratie durchaus für den Schuh der Londwirtschaft sei. soweit dadurch nlchl bercchiigte Leben». iuteresscn der Arbeiterschast berührt würden, kam es zur A b st l m- m u n g. Der sozialdemokratische Antrag, das Gefrierfleischkontingent von jetzt 120 000 Tonnen aus 140 000 Tonnen zu erhöhen, wurde von allen bürgerlichen Parteien abgelehnt, gleichzeitig auch unser Antrag, die Befristung der Regierungsvorlage zum 30. April 1929 festzulegen. Die Regierungsvorlage selber wurde danach gegen die sozialdemokratischen Stimmen und die der Kommunisten an- genommen, wobei sich die Demokraten der Stimme enthielten, da erst noch ihre Fraktion über die ganze Frage befinden soll. Don den Anträgen D e s s a u e r wurde der eine aus Einsetzung eines Aus- schusses bei Stimmenthaltung der Deutschnationalen angenommen. Der Antrag Dessauer auf eventuelle Erhöhung de» Kontingent» fand«instimmig« Annahme. Bei alledem hat sich gezeigt, daß da» Zentrum mit den Deutschnationalen durchaus Arm in Arm geht, was hier um so bemerkenswerter war, als der Fraktionsvorsitzend« von G u e r a r d dem Abg. Dessauer bei seinem Umfall beistand. Angeblich fühlt sich das Zentrum durch das Notprogramm der gegenwärtigen Regierung so gebunden, daß es auch bescheidene Aenderungen zugunsten der arbeitenden Bevölkerung nicht durchführen will._ Die neuen Opfer des Ozeanfluges. Hinchcliffe und Begleiterin gelten als verloren. Der Rekordwahnsinn der Ozeanfliegerei kann sein« neuen Opfer in die große Liste der Toten schreiben, die dieser neueste Sport de. reit» verschlungen hat.(Es besteh« feine Hoffnung mehr. daß sich der englische Kapitän hinchclisfe und seine Begleiterin noch onker den Lebenden be. finden. Der Flug des englischen Kapckiläns wurde unter so ungünstigen Umständen begonnen, daß e» einem Selbstmordversuch gleichkam, ihn durchführen zu wollen.— Au» Jtea Jork liegt folgende Meldung vor: Rem Zork, IS. März. Nachdem sich nun auch die Nachricht von einer Landung Hinch- oliffes auf der Stratton-Jnset bei Portland als unrichtig erwiesen hat, haben die hiesigen Flugsachversländlgen allgemein jegliche hoff- nun aus ein Eintreffen hinchrlisse» ausgegeben. Die Armeeflrcger von Mitchelfield bezeichneten die Suche al» wertlose» Spiel mit dem Zufalle. Der römisch« Derichtorstatter der„New Pork World"' meldet, daß Hinchcliss« während sein«» Aufenthalts in Rom im letzten Jahre sich scharf gegen die Mitnahme von Frauen bei den ersten transatlantischen B ersuche flügen ausgesprochen hat. London, 16. März. Die in den gestrigen Abendstunden verbreiteten Meldungen, wo- nach Beamte des Küstendienstes von Flitscher» Leck benachrichtigt wurden, daß Fischerieut« in der Nähe von Old Orchord Beach ein gelbes Flugzeugwrack sichteten, wurden später dementiert. Der Verwalter des Brunswick-Hotels in Old Orchard, der einen Gagen- stand auf dem Meere seslgestellt haben will, der sich in der Richtung auf Stratford Island bewegte, konnte keine näheren An- gaben machen, ob es sich um das Wrack des gelben Flugzeuges handelte. Kapitän Morton und drei Beamte de» Küstendienstes be- gaben sich auf die Suche, um die Richtigkeit der Meldung zu prüfen. Die Strafkammer in Kattowitz oerurteilte den verantwortlichen Redakteur des„Volkewillcns" wegen der Kritik an der polnischen Minderheitcnpolitik zu 200 Zloty Geldstrafe. « Unter den zuletzt verhafteten japanischen Kommunisten ist« auch d« Führer de» linken Flügels der Bauernpartei, Professor Jkuopyama. * In Afghanistan wurde eine Verschwörung gegen Amanullah ent- deckt. Dieser wird daher seinen geplanten Besuch in Moskau auf- geben und von London nach Kabul zurückkehren. Wslierberichl der öfsenllichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.(Nachdruck verboten.) Trocken und meist heiter, nachts wieder kalt. Tagestemperaturen über Null.— Für Deutschland. Fortbestand des trockenen und heiteren Wetter» mit kalter Nacht. Lohmanns Sonnensystem. Dunkle Punkte im Phoebus-Bericht. «Ihr sprecht vergebens viel. um zu verjagen.......* Phoebus, wo bist du? Monatelang haben wir uns um den Phoebusfkandal herumgeschlagen. Es wurde dementiert, daß die Wände wackelten. Nun wir den Sämisch-Bericht in Händen hat- tsn, zeigt sich, daß es ein Komplex ist, noch viel größer, als jemals oermutet wurde. Don der Oefsentlichkeit. Für die„Kenner" stand das„mehr" schon lange fest. Deshalb auch das Drängen, endlich mit der Sprach« herauszurücken. Lohmanns Sonnensystem Grtmfsfücfr Lützoi Kohkn-Jtn-vnd Verkauf Prisen- Verkauf CerJi_ Transport /ndert , Transporte.' Diensfgeschäffe engeren Sinnt, � Ditnsfgtschifft auf �__ Grünet eter Gen tra/er mäch. ßaunnMoter-ipeckadrzsse} KohknmühM MofbriefrieSs-? Oacon-Speek- durch: Der Umschwung ist verblüffend. Warum plötzlich so gesprächig? Himmel, welch' ein.Garn" wird da bloß von den Seemannsaben- teuern bei der Phoebusliquidation gesponnen I Gleich ein halbes Dutzend weiterer Unternehmungen wird plötzlich als zum Lohmann-Konzern gehörig aufgetischt. Eine Erzgewinnung»- gesellschaft,«ine Kohlenmühie für Staubfeuerungszwecke, ein Patent zur Herstellung eine» Motorbetriebsstoffes, eine Beteiligung an einer Bergungsstudiengefellschast.«In Hausspekulationsgeschäft und schließlich noch d!« Neustädtisch« Slip G. m. b. H. Dieses Unter- nehmen wurde erworben, weil es in der Nähe der Hanseatischen Pochtschule in Neustadt(Holstein) für den Bau kleiner Fahrzeuge besonders geeignet schien. Der Verdacht taucht auf: hier wird viel geredet, um vom Kern abzudrehen. Allein, schon interessiert uns fast nicht mehr die A r t der Loh- wann-Geschäfte. Das Neue, das Sensationell« ist die Art de r Gruppierung. Der Bericht entwickelt ein ganzes System, Gruppe l, Gruppe II, Gruppe III. Warum so kunstvoll gebaut? Warum so künsttich getrennt, was offenbar zusammenstrebt? Das Bild des Lohmann-Konzerns, wie es sich aus Grund des Sämisch-Berichts jetzt darstellt, ist in obiger Skizze oeranfchau- licht: Drei Gruppen. Drei System«: Lohmanns Sonnen- s y st e m, kreisend um Ruhrfonds und Reichswehretat, überstrahlt von der Phoebus(nach dem Bericht.eine Sache für sich"). Man sieht, es haben sich einige klein« Veränderungen gegenüber dem ersten Bericht ergeben. Aber sie sind höchst aufschlußreich! Ein« besondere Bemerkung oerdient zunächst der.Berliner Bankverein". Vergebens sucht der Bericht fein Dasein aus die inierlaub- ten.Privatgeschäfte" Lohmanns abzuschieben. Es steht fest, daß der größte Teil gerade der als „vienstgeschäfte" Lohmanns auf Grund der Gene- raloollmachl ausgegebenen Unternehmungen über den Berliner Bankverein gegangen ist. Die Trayag, Navis, Tebez, Caspa z. B. standen ge- nau so wie die Phoebus in mehr oder weniger enger Berührung mit dem Bankverein. Fazit: der Bankverein lag wie«in Mantel um den Kern des ganzen Lohmann-Konzerns! Zweite Frage: Wie steht es um.S e v e r a"? Armes Kind, alle anderen werden anerkannt, bloß Seoera hängt in der Luft! Nicht zu Loh- mann gehörig, wie der Sämisch-Bericht sagt? Auch nicht zur Marine? Aber hat Lohmann nicht mit dieser Severa(Seeslugversicherunzsanstall, Berlin) sich vorigen Sommer regest als Trans- ozeanflieger zu betätigen versucht? Bü» .Luft- Hanfa" zum Reichsoerkehrsministerium resiortierend? Höchst interessant. Da wird man sich wohl sehr eingehend mit den Beziehungen beschäftigen müssen, die von hier zum L u f t e t a t (SS dunkle Reichsmillionen) laufen. Dritter Punkt, der dringend der Aufklärung bedarf: Welche Richtlinien enthiett die Loh- mann.bei Zuweisung der Ruhrgelder erteilte General« rmächtizung" zur Verausgabung dieser Sonder- mittel? Sie erfolgte 1923(nebenbei durch den damaligen Chef der Marineieitung, Admiral Sehnte) mitten in der tiefster Inflation? Frage: Erfolgte sie in Papiermark oder in Devisen? Der verdacht taucht aus, es könnte hier von amllichen Stellen ln Devisen gegen die Mark speknNerl worden sein. Ein unerhörter Zustand, falls er sich bewahrheitet. Dann wäre dieser ganz« Kon- zern auf Markspekulation aufgebaut. Es schlüge dem Faß den Boden aus. Jedenfalls erfordern diese Vorgänge dringend eine AufNärung. Es mutz festgestellt werden, w i« aus den Papier- mMarden des Ruhrfonds die Goldmillionen entstanden sind, die zum Aufbau des Lohmann-Konzerns dienten. Langsam werden Lohmanns Sonnen verlöschen. Der Glanz dieses.Wirtschaftsbetriedes der Marine" wird Nie vergehen, auch wenn man sich jetzt dazu bequemt hat, die Pleite einzugestehen. 'e/o�nr. 1Severa\k!�sm'mr 2 e�fec/um} Sacht sich Singende und klagende Galgenvögel Wie Statisten an einem kommunistischen Theater bezahlt werden. Vor dem Berliner Arbeitsgericht läuft zurzeit ein Prozeß, den 23 bei der Piscator-Bühne beschäftigte Statisten gegen die Theater- leitung angestrengt haben. Sie verlangen, daß ihnen die Gage gezahlt werde, die mit ihnen für die Mitwirkung bei der Aufführung des Schauspiels.Singend« Galgenvögel" im Lessing- Theater vereinbart worden sei. P! s c a t 0 r und sein Direktor Ka tz weigern sich zur Erfüllung ihrer Derpflichtungen. Sie be- gründen das damit, daß sie„ein kommunistisches Theater" leiten. und daß der Ueberschuß an die„Rote Hilfe" abgeführt werde. Die 23 Statisten wurden ohne Kündigung entlassen, als sie ihre Forderung stellten: es muß ihnen also noch eine Gaze für sieben Tage nachgezahlt werden. In dem vor dem Arbeitsgericht abgehaltenen Vergleichs- termin bedauerte Direktor Katz von der Piscator-Bühne, daß die Angelegenheit überhaupt vor das Arbeitsgericht gekommen sei. Cr habe den Klägern vorgeschlagen, den Streit durch einen Schieds- spruch des Präsidenten der Bühnengenossenschast«ntschei- den zu lassen. Das hätten die Kläger aber abgelehnt. Begreiflich vom Standpunkt der Kläger, die unorganisiert »nd höchst wahrscheinlich auch„revolutionär" sind. Wie werden sich denn„revolutionäre Unorganisierte", die in einem revolutionären Stück revolutionäre Lieder gesungen haben, dem Schiedsspruch eines Gewerkschaftsoorstandes unterwerfen. Hatten sie doch jeden Abend auf der Bühne gesungen:„Doch wir wollen nicht geknechtet schuften mehr für Hungerlohn, kämpfen werden wir und siegen für die rote Weltunion" So glaubten die Sänger also, gegen ihren Unternehmer, wenn auch nicht für die rote Wellunion, so doch für höhere Bezahlung kämpfen zu müssen. Ihre Forderung dreht sich im wesenllichen darum, ob sie zu dem Honorar von 3,30 M. je Probe, bei Rocht- proben außer dem ihnen bewilligten Zuschlag von 100 Proz., außerdem noch einen Ueberstundenzuschlag von 50 Proz. zu beanspruchen haben und ob eine Probe, die nacheinander in zwei ver- schiedenen Lokalen vor sich ging, als zwei Proben zu gelten hat. Da«in Vergleich nicht zustande kcm, wird der Streck nächstens in einem Kammertermin entschieden. Es sei jedoch zur Ergänzung noch einige, hinzugefügt, was die Geschäftspraxis dieses„kommunistischen Theaters" noch besonders beleuchtet. Die Statisten, die in den„Singenden Galgenvögeln" einen Thor zu singen haben, waren aus unorganisierten Kreisen zu- sammengeholt worden. Besonders auf der sogenannten schwarzen Filmbörse hatte man Leute gefunden, die um jeden Lohn zur Mit- arbeit bereit waren. Das ist bei der heutigen Lage aus dein Film- markt erklärlich, denn das Angebot an Komparserie ist weit größer al» die Nachfrage. Gewekrschafckich organisierte Arbeitskräfte Hütten sich kaum dazu beveitzefunden, für«ine solche Gag« an einem „kommunistffchen Theater" mitzuwirken. Dieser Fall zeigt erneut, daß die kommunistischen Gewerkschaftsrevolutionäre gut daran täten, zuerst in ihren eigenen Betrieben Ordnung zu schaffen. Oberbürgermeister Jensen. Das sozialdemolratisthe Oberhaupt von Kopenhagen gestorben. Nach kurzer schwerer Krankheit istderOberbürgermeister Jensen, da» erste sozialdemokratische Oberhaupt Kopenhagens gestorben. Jensen war als Sohn eines Maurer» aus dem Land« geboren, lernte zunächst das Malerhandwerk und kam kurz vor der Jahrhundertwende in die städtische Verwaltung Kopen- Hagen», wo ihm hohe Begabung, eiserner Fleiß and lauterer Rechts- sinn eine damals erstaunlich« Karriere bereiteten. 1903 wurde er Finanzdezernent, 1924 Oberbürgermeister von Kopenhagen. Er zeigte sich hier als«in Verwaltungstechniker und Berhandlungs'oient von außergewöhnlichen Fähigkeiten, die selbst von politischer Gegner- seit« stets anerkannt wurden. Im nächsten Jahre hätte er. der bis in die letzten Wochen hinein ungeschwächt und unermüdlich arbeitend« Mann, die Altersgrenze erreicht. Bei dem Internationalen Sozialistenkongreß von Kopenhagen 1910 erregte Jens Jensen allgemeine» Aussehen: Cr war damals schon einer der Emslußreichsten in der Stadtverwaltung, nämlich der Finanzbürgermeister. Neben Ihm amtierte«in anderer Sozial- demokrat. Knudsen, als Bürgermeister(Stadtrat). Die Kopenhagener Parteiorganisation der Sozialdemokratie veranstaltete damals ein Abschiedssest für die internationalen Delegierten in dem wunder- schönen Rathaus«. Dabei hatten Jensen und Knudsen G.legenheit, zwar nicht in amtlicher Eigenschaft, aber doch in ihrem Amtshause als Gastgeber sich beliebt zu machen. Man denke, welch eine für damalige deutsche Verhältnisse un« verstellbare Erscheinung: Sozialdemokraten, rote Jnter- nationale, aus der Arbeiterschaft stammende Führer an der Spitze einer Landeshauptstadt! Dem deutschen Spießer überlief bei dem Gedanken an solche Möglichkeiten ein kaltes Grausen. Tatsächtich hat es in Deutschland fast ein weiteres Jahrzehnt gedauert, und erst das Blutmeer des Weltkriege, mußte sich auf» tun. bis auch in Deutschland die In anderen Ländern längst selbst- verständlich gewordene Gleichberechtigung der Arbeiter sich durch- setzen konnte. Jensen, der sozialdemokratische Bürgermeister von Kopenhagen, wurde so«in Borbild für das Streben auch der deutschen Sozialdemokratie: Mitschafsen zu können, ausbauen zu helfen auch im deutschen Gemeinwesen! Oer Lohnkampf der Buchdrucker. Die Forderungen werden jetzt in den Betrieben gestellt. Oahlemer Volksschule geschlossen. Fünfzig Kinder an Masern erkrankt. Alls ilnortmtmg des Kreisarztes wurde im Eiuvernehmea mit der SchulbehSrde die Dahlemer Volksschule ia der Laus- siratze 5—7 wegen Maseruerkrankungen am ZNitlwoch ge- schlössen. Es handelt sich hier lediglich um eine Vorsichtsmaß» nähme, da eine wettere Ausdehnung der Krankheit befürchtet werden mußte. Jnsgefamt sind SU Kinder er» krankt. Die Krankheit nimmt bei allen klemen Patienten einen gutartigen Verlauf, und es liegt zu Beforgn'.fsen kein Anlaß vor. Die Schulräume werden sämtlich einer gründlichen Des- i n f e k t l o n unterzogen. Vorerst ist die Schul« bis zu den bevor- stehenden Osterferien geschlossen worden. Nach den Ferien wird der Schulbetrieb in vollem Umfange wieder aufgenommen. Aushebung eines Werwolfnestes. 10 Maschinellgewehre und zahlreiche andere Waffen be- schlagnahmt.- Zwei Berhastungen. Hamburg. IS. März.(Eigenbericht.) Am Donnerstag vormittag wurde ia Hanstedt bei Winsen an der Luhe ein werwolsaest ausgehoben. Durch die staat- liche Polizei fanden in Hanstedt Haussuchungen stall, bei denen eine Menge wafseo nnd Munition beschlagnahm« wurden. Gesunden wurden etwa 10 Maschinengewehre. viele Gewehre, Munition und Handgranaten. Zwei Personen wor» den vorläufig verhaftet. Hanstedt und Umgebung ist schon seit langem als Tummel- platz schwarzweißroter Organisationen bekannt. Sie glauben mit der Republik chr Spiel treiben zu können. Als Republikaner wurde man in jener Gegend gemeinhin angepöbelt. Es ist deshalb zu begrüßen, daß es endlich gelungen ist, das Nest auszuheben, hoffentlich greift die Staatsanwaltschaft zu und tut ihre Pflicht. Maffenfiurz beim 6-Tagerennen Beim Ausfahren einer von den Baeon(Speck). Werken au«. gesetzten Prämie für das beste Fächersahreu(zur Verschleierung einer Biesenunierbllanz) ereignete sich in der Admtralskurve ein schwerer Massensturz. Bald bildete flch ein wirrer Knäuel von Kapitänen, Admirälen, Provisionsagenten, Chefs der MarineletMng usw. Doch zeigte sich, daß Verletzungen edlerer Penstonsteile- ab. gesehen vo« der selbstverständlichen Verletzung des Statsrecht« und der Gesetz«- nicht vorgekommen waren. Die Galerie pfiff und rief:„Schieber— Schieber!" Schiedsspruch für die Berliner Draulndustrie. An, Donnerstag nachmittag wurde unter Vorsitz de» Gewerbe» rats Körner vor dem Schlichtungsausschuh Groß-Aerlin zwischen Unternehmern und Arbeitern der Groß-Verliner Brauereien verhandelt. Die Unternehmer hatten angeboten, vom 1. März ab eine Zulage von 1,50 M. pro Woche, vom 1. Juni ab eine weitere von l M. pro Woche zu zahlen, ferner sollte bei einer weiteren her» aussetzung der Mieten ein entsprechender Zuschlag zu den Löhnen bewilligt werden. Di« Arbeiter lehnten jedoch ab. so daß der Schlich. tungsausschuß einen Schiedsspruch fällt«, der eine Regelung vom 1 März auf 1 Jahr vorsieht. Sämtliche Arbeiter in der Groß- Berliner Brauindustrie erhallen danach eine wöchentliche Zulage von 3 Mk. Beide Parteien haben sich bis zum 22. März über Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs zu entscheiden. Ein Wah'erfolg des ZdA. Einen erfreulich-n� Erfolg erzielten die Mitglieder des ZdA. in den Berliner Äektriz tötswerken A.-G. Auf Veranlassung des ZdA. lehnten die LfA-M!tgl!ed«r in diesem Jahre es ab, mit den Beamtenvertretern des„Komb a" eine gemeinsame Liste aufzustellen. Im Borjahre hatte von 12 Mitgliedern im Gruppenrat der Jtoniba* noch 2 Bertreter, davon 1 im Betriebsrat und im aefchäftsführenden Ausschuß. In diesem Jahre wurde gewählt, und der.Lomba" be- kam von 15 Sitzen einen. Im Ausschuß und im Betriebsrat Ist der Berein damit isicht mehr vertreten. Wieder eine Lehre mchr, daß allein schon au» praktischen Gründen in jedem Betrieb» Wahlgemeinschaften mit den vrgani- satione» anderer Richtungen abgelehnt werden sollten. Am Donnerstag nahm eine sehr stark besuchte Generalvsrsamm» lung der Berliner Buchdrucker im Gewerkschaftshaus zu der Lohn» bewegung im Buchdruckgewerbe Stellung. Broun berichtete über die erfolglosen Verhandlungen mit den Unternehmern und über den Schiedsspruch des Zentralschlichtungsamts. Der Spruch wurde von den Gehiisenvertretern bekanntlich einmütig obegelehnt, weil weder die Lohnzulage van 5,50 Mark in der Spitze noch die einjährige Geltungedauer des Tarifs den berechtigten Forderungen der Gehiljen entsprechen. Wie bereits mitgeteill, haben jetzt die U n t e r n e h m e r den Schiedsspruch angenommen und die Berbindlichkeitscrklärung beantragt. Die Bersammiung beschloß einstimmig, am 23. März die in der Spitze 10 Mark wöchentlich betrügenden Lohnforderungen in den Betrieben zn stellen und im Falle der Ablehnung die K ü n. d i g u n g e n vorzunehmen. In einer Entschließung bringt die Versammlung zum Ausdruck, daß die Berliner Buchdrucker mit größter Entrüstung von dem Schiedsspruch des Z-nlralschlichtungsamts Kenntnis genommen haben und daß sie alle K a m p f m a ß n a h m e n der Or- ganisation gegen eine Lerbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs in straffster Disziplin durchführen werden. Der Spruch wird als ein« Verhöhnung der graphi- schen Arbeiterschaft'betrachtet. Wie G l o t h vom graphi- schen Hilfsarbeiterverband in der Aussprache hervorhob, schließt sich diesem Vorgehen geschlossen die Hilfsarbeiter- schaft an. Als Vertreter der Maschinensetzer im Gauvorstand wurde Mahlo bestätigt. Zur Frag« der diesjährigen Maifeier führte A l b r e ch t aus, daß der Gauvorstand von einer allgemeinen Feier dringend abraten müsse, da nach einer Entscheidung des Reichsschieds- amts vom Jahre 1926 die Organisation für eintretende Berluste hast- bar sei. Möglich sei eine Beteiligung an der Feier nur in d e n Betrieben, In denen keine Differenzen wegen der Arbeitsruhe ent- stehen. Diesem Verlangen des Gauvorstandes wurde jedoch nicht entsprochen. Einstimmig wurde vielmehr folgend« Entschließung angenommen: �Heut' tanzt Mariett" (Beba-Palast.) Sie Wogen sich, ober natürlich nicht im ersten, sondern im letzten Akt. Damit einem jedoch die Zeit nicht lang wird, muß die Heldin erst einen Märchentraum erleben, au» dem sie unliebsam erwacht, während der Zuschauer noch lange, lange im Märchenland oerbleiben darf. Und das ist gut. man denkt nicht, man fragt nicht, man sieht, und das mit Freuden. Regisseur Friedrich Zelnik, mit Herz und Augen dem Film ergeben, vermag diesmal— was den Deutschen sonst so fetten ge» lingt— ein dem Manuskript nach absolut nebensächliches Werk äußerst charmant zu verfilmen. Schmissig sind seine Tanzbilder. Man will nichts anderes, als mit Armen und Beinen schlenkern, man will sich austoben. Der Zuschauer ist aufgeräumten Sinne». ganz gleich, ob er durch ein Fischerdorf, eine Bar oder durch die verschneiten Gefilde von St. Moritz geführt wird. Die Photo- graphen Arthur Martinelli und Herbert Körner besitzen den rühmlichen Ehrgeiz, eine außerordenllich gehaltvolle, durch und durch saubere Arbell zu liefern. In früheren Zeiten sagte man: „Die Kamera lügt nicht*, die Zeiten find längst überholt, die Kameraleute von heute machen das Unmöglichste möglich, sie stellen ganz St. Moritz auf den Kopf und lassen Mariett' auf der Spitz« des Eiffelturms tanzen. Einen wahren Sttmmungszouber oer- breiten Lotte Reiningers Silhouetten, die ebenso künstlerisch reizvoll wie voller Seele sind. Lya Warn ist sprühend lebendig. so gut sah man sie noch nie. Fred L- Lerch ist ihr ein schöner. eleganter Partner._ e. b. „Verleumdung." tlfa-Valast am Zoo. Die guten Bürger der großen Handelsgesellschaft, die sich die Dereinigten Staaten nennen, haben offenbar Sehnsucht nach den aristokratischen Sitten zurückgebliebener europäischer Länder. Wäh- rend drüben die Scheidung fast zum Alltagssport geworden sst. duel- licren sich im Filmspanien die Männer wegen einer schönen Frau. Der ältere Gatt« und der Verleumder bleiben aus der Strecke: der junge platonische Verehrer und die junge Frau aber werden durch den Klalsch und seine Folge nun wirklich zueinander getrieben. Das amerikanische Girl blickt mit Wehmut aus dies« merkwürdig« Welt: soweit hat sie«, trotz der Männerversklaoung doch noch nicht gebracht. Das spanische Milieu der Diplomaten und der verleum- denden Nichtstuer ist sehr merkwürdig gesehen. Technisch ist der Film gut. Aber die Darsteller voll zur Entfaltung zu bringen, oersteht der Regisseur nicht. Rnmon R o v o r r o(als der junge Liebhaber) und die schöne blonde Allee Terry bleiben bloße Gesellschosts- typen. Charakteristischer prägt Edward Martindel den älteren Gatten aus. Lebendig wird die Szene beim Duell. Eine ulkige amerikanische Groteske(Lachgas) und ein technisch meisterhafte» Jazzspiel auf vier Flügeln(Musikakrobatitl) gingen voran. r. Die Ibsen-Feier in Oslo. Mittwoch nachmittag begonnen die Feierlichkeiten aus Anlaß des 100. Geburtemges Henrik Ibsen» mit einer Festsitzung in der Akademie der Wissenschaft. Am Abend gab das Rattonaltheater Ibsens„Brand* als Festoorstellung. Daran schloß sich ein vom Norwegischen Autorenoerband veranstaltete» Festessen. Donnerstag wurde die Ibsen-Ausstellung in der Universitätsbibliothek dem Pub» vkum zugänglich gemacht. Die Ausstellung enthält sämtliche Wert« Ibsens in der Originalsprache und allen vorhandenen Uebersetzungen, ferner Theaterprogramm« und ein Reklamceremplar der kleinen Zei» hing„Wanden*, die Ibsen in seiner Jugend in Gemeinschaft mit zwei Freunden herausgegeben und redigiert hat. Im Foyer des National-Theaters wird eine Marmorbüste Ibsen» enthüllt. In der Zeitung.Asten Posten*, die etne besondere Ibsen-Fest» numm« brachte, wird dafür Propaganda gemacht, einen Ibsen» Fonds im Betrag« von sechs Millionen Kronen zu schaffen. Der Vorschlag geht darauf au», di« Mittel als Stipendien an nordische Schriftsteller und Künstler sowie als Betriebskapital für die Haupt? kühnen des Landes zu verwende». „Die Generolversammlungsdelegierten des Vereins Berliner Buchdrucker und Schnstgießer sehen in der A r b e i t s r u h e die einzig würdige Form der Maifeier. Sie erwarten von den Berliner Buchdruckern, daß vom 1. Mai, morgens 6 Uhr, bis zum 2. Mai, morgens S Uhr, die Arbeit völlig ruht.* Einige von Zaduk vorgetragene Ergebnisse der aufgenomme» nen Statistik ließen erkennen, daß die Buchdruckunter» n e h m e r in den letzten Iahren recht gute Konjunktur gewinne buchen konnten und daher sehr wohl in der Lage sind, den Forderungen der Gehilsen entgegenzukommen. Die Lästerzungen. Ilationake Klatfchseuchs vor Gericht. Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts II fand gester« die Berufungsverhandiung gegen den Verleger Richard Kopsch, den Druckereibesitzer Werner Bake, den„Buchhändler* Emil Unger und den Buchhändler Walter Kramer statt. Das SchLssengericht Neukölln hatte In der ersten Instanz Kopsch wegen übler Nachrede gegen den Ministerpräsidenten Braun zu einem Monat Gefängnis verurteill, die übrigen Angeklagten jedoch freigesprochen. Gegen dieses Urteil hatten sowohl Kopsch als auch die Staatsanwaltschaft und Ministerpräsident Braun Berufung eingelegt. Das Gericht erhöhte die Strafe für den Angeklagten Kopsch von einem Monat auf zwei Monate Gefängnis und ver» urteill« den in erster Instanz freigesprochenen K r a m e r wegen übler Nachrede zu 5 00 M. Geldstrafe. Das freisprechende Urteil gegen Unger und gegen Bake blieb bestehen. Die deutschen Helden haben mit ihren Berufungen wenig Glück. Erst vor einigen Tagen wurde die Geldstrafe gegen den Redakteur des„Tag*, Flemming, in der Berufungsinstanz von 600 auf 1000 M. erhöht. Auch dieser deutschnattonale Mann hatte sich eine ebenso dumm« wie dreiste Berlösterung gegen Otto Braun geleistet. Der Damm über den Gtrelasund. Man schreibt aus Stralsund: So soll denn also der Damm über den Strelasund, der das vorpommersche Festtand von der Insel Rügen trennt, doch gebaut werden. Ueber die Stelle, an der er über den Sund geführt werden wird, ist man sich noch nicht end- güllig klar. Sicher ist nur, daß er dicht nördlich oder dicht südlich bei der Stadt Stralsund beginnen wird und jenseits des Sundes, i auf dem Rllgenschen User, bei Altefähr oder bei Graher Fähr« enden wird. Dom romantischen Gesichtspunkte aus betrachtet, wird man es bedauern müssen, daß das prachtvolle Bild der durch keinerlei Men- schenwerk unterbrochenen Wasserfläche des Sundes durch einen Damm für immer ausgelöscht werden soll. Und mag er in technischer Be- Ziehung noch so imposant sein, mag er zu den größten Bauwerk«, gehören, die der Mensch bisher in das Meer gestellt hat, die allge- waltige Natur ist eben doch der größere Meister, die Schönheit ihrer Werke ist unfaßbar. Für den Eisenbahnverkehr bedeutet die Notwendigkell, die Züge mitteis der Trajettschisfe über den Sund zu bringen. freilich eine ganz erhebliche Verzögerung, die auf etwa eine Stunde anzuschlagen ist. Der internationale Verkehr Schweden— Deutschland, der über die Trajektverbindung Trälleborg— Soßnitz kommt, wiyd die Abkürzung der Fahrzeit nach Ueberbrückung des Strelafundes überwiegend als Dorteil begrüßen, obschon man alle Tage beobachten kann, wie auch Nordländer die Trajektüber- fahrt nach Rügen als ein Erlebnis begrüßen. Es ist ja auch ganz unvergeßlich, wenn die historisch berühmte Stadt mit ihren ge- walligen Kirchenbauten und Türmen und dem Gewirr ihrer all» väterlichen Ziegeldächer sich gleichsam aus den Fluten emporzn» heben scheint. ver künftige Strelasund-Damm wird auch dem Fußgänger- und Wagenverkehr dienen. Auch in dieser Hinsicht werden die Borzüge, die das für den Verkehr mit sich bringt, so bedeutend sein, daß sie unsere gänzlich unromantisch eingestellte Zeit keineswegs unterschätzen wird. Besonder» dann nicht, wenn bei Sturm slut der Strela- sund bis auf den Grund ausgewühlt ist, der Fahrdampferverkehr aushört und die Eisenbahntrajekte mit großer Derspätung fahren. Russische Filmdirektoren verhastet. Die Direktoren der russischen Filmgesellschaft Medschrabpom-Ruß, die u. a. den Film„Das Ende von St. Petersburg* her- ausgebracht haben, wurden auf Veranlassung des GPU. in Moskau und in Leningrad verhaftet. Man wirft ihnen Unterschlagungen im Betrage von über 10 Millionen Rubel vor. Der Direktor der Film- gesellschaft und 15 seiner Mitarbeiter werden sich vor Gericht zu verantworten haben. Sven hedin in llrumlscht. Die schwedisch« Zeitung„Dagens Nyheter" veröfsentlicht ein Telegramm von Even Hedin, datiert Urumtfchi(chinesische Provinz Sin-Kiang), den 27. Februar, in dem er mitteill, daß er am selben Tag« dort angelangt ist. Die Reise ist bisher sehr gut oerlaufen. Di« Expedition hat jetzt 2200 Kilometer zurückgelegt. Zvso'ae«ine» technl'chen versehen» bat der Nu'ruf an b!« Tierschutzler in«wem Teil der Auilaae der Nr 124 einen salschen Kopf und daber auch einen lalliben Slulor bekommen. tzanS Bauer, an dem sich die von ibm belau piie Spukcret hiermit rächte, hat mit dem Inhalt de» Artikel» wirk» Uch nicht« ju tun. Die 1I?ane>.v«»stelli>«g der Walcrie Mattbiesen. Bellevuestr. 14, dauert nur noch di» Sonnlag, wo sie von U— 2 Uhr mittag» geöffnet tit. Zm vnliqnliölenhau» A wert ei«, Bellevuellraff« 7- S. wurde ein« Au»» Nellung moderner hnnzöslicher vlirnSdruck« eröffnet, die bis zum Z«. März, von 10—7 Uhr, grati» geöffnet bleibt. Vlnrlode Bma, die gohiche Tänzerin gibt Freitag, 20 Uhr. km Gibwech- teniaat etne Wiederholung ihres Tanzabend»< Sacra le und andere Tänze). „Hopplo, wir leben l', da» wäbrend de» Kaslspie!» der Piscatorbübn« neueinstudiert am Sonnabend, drm 17. Mär», abd». ö Udr, im Leliing» t h e a t e r gespien wird, gelangt nur zehnmal zur Aufführung. Ludwig e»rdt verabichiedet sich mit zwei Abenden im Schiberlaal: Sonnabend S'l, Ubr: Bavadcn und Krotesken von«oetbe bi» Morgenstern; 10 Schauspielerportlät»: sowie Sonntag 8llt Uhr: Hein« und Wedekind. Volkszählung in Somjetnihtord. Nach bin neues! cn Zäblmigen beträgt die Brvötterungtzabl von Sowjetrutzland 140 9SS 000 Kinwobner. wovon 75 962 000 Frauen und 71 027 000 Männer gezählt wurden. Die Zahl der Kinder ist w ständigem Abnehmen begriffen. Aus der Berliner Konfektion. Die schlechte Bezahlung der Angestellten. Augenblicklich werden in der Tagespresse den aus der Realschule mit bestandener Abschlußprüfung entlassenen jungen Leuten Lehr- ft e l l e n in den verschiedensten Zweigen der Konfektion angeboten. Da ist es denn ganz besonders interessant, sich einmal die B c- zahlung der Ange st eilten in der Belleidungs- t n d u st r i e anzusehen, wozu die gegenwärtige Gehalts- bewegung der Angestellten die beste Gelegenheit bietet. Die Angestellten in der Konfektion gehören zu der Gruppe der am schlechte st en bezahlten Ange st eilten überhaupt. Eine vom ZdA. einberufene Versammlung dieser Angestellten am Dienstag abend in den Arminhallen befaßte sich mit dem Stand der Gehaltstarifverhandlungen. Einleitend hielt Reichstagsabgeordneter Kurt ch e i n i g einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die gegenwärtige Lage der deutschen Wirtschaft, wobei er besonders betonte, wie sehr infolge der Rationalisierung der Anteil des Arbeitslohnes am fertigen Industrie- Produkt immer geringer werde. Die deutschen Unternehmer hätten aber noch immer nicht begriffen, daß eine Mengenproduktion nur bei Mengenabsatz aufrechtzuerhalten ist. Dieser aber ist wiederum nur möglich bei guter Kaufkraft der Bevölkerung. An ihrer Kaufkraft, d. h. ihren Gehältern gemessen, dürften die Angestellten der Bekleidungsindustrie tatsächlich mit auf der u n t e r- st en Stufe stehen, wie aus den Ausführungen des folgenden Redners, B u b l i tz vom ZdA., hervorging. Nach einer vom ZdA. aufgenommenen Statistik haben mehr als ine Hälfte der Angeslclllen in der Konfektion ein Einkommen, das unter dem Existenzminimum liegt, wenn man dasselbe mit 175 M. pro Monat annimmt. Betrachtet man gar das Einkommen der weiblichen Ange» st e l l t e n gesondert, so ergibt stch, daß SS Prozent derselben weniger als 175 M. monatlich erhalten. Gelernte Arbeiter dagegen verdienen wesentlich mehr. Der Redner führte eine Gruppe an, in der die Arbeiter ein Einkommen von mehr als 250 M. pro Monat haben. Dort sind die Arbeiter aber auch zu 9ki Prozent organisiert. Darin liege das Geheimnis des Erfolges und nicht etwa in den noch so wohlgesetzten Reden oder überzeugenden Ausführungen der Verhandlungs- kommission. Ueber den bisherigen Gang der Tarifverhandlungen berichtete Fräulein Licht vom ZdA. Die Unternehmer hätten erklärt, daß sie angesichts der höhe der aufgestellten Forderungen keine Möglich- feit sähen, zu einer Verständigung zu kommen. Diese Forderungen mögen zwar mit 20 Prozent für die Blusen, und Kleiderkonfektion und 15 Prozent für die übrigen Branchen hoch erscheinen, schrumpfen aber bedenklich zusammen. wenn sie auf die oben angedeutete erbärmliche Entlohnung berechnet werden. Die Stimmung der Versammelten kam denn auch nach kurzer Diskussion in folgender, einstimmig angenommenen Re- solution zum Ausdruck: „Die in den Arminsälen versammelten Angestellten der Be- kleidungsindustrie bedauern die bisherige Haltung der Arbeitgeber. Sie verlangen, daß die Verhandlungen auf der Grundlag« der aufgestellten Forderrmgen mit aller Entschiedenheit zu Ende geführt werden. Die Angestellten erklären, diese Forderungen mit allem Nachdruck unterstützen und für Stärkung des gewerkschaftlichen Gedankens sorgen zu wollen." Zum Schluß betonte die Rednerin Licht noch ausdrücklich, daß man auch endlich versuchen müsse, dem Unfug ein Ende zu bereiten, die Arbeitskraft der weiblichen Angestellten wesentlich niedriger ein- zuschätzen als die der männlichen Benisskollegen. Doch auch hier werde nicht durch schöne Worte Abhilfe geschaffen werden, sondern immer wieder nur durch die Macht einer geschlossenen Organisation. Um speziell den weiblichen A n g e st e l l t e n den Weg zu einer solchen finden zu helfen, wird �am Dienstag, dem 20. März, in der Stadthalle eine besondere Versammlung abgehalten, zu der die Reichstagsabgeordneten Toni Sender und Gertrud Ellert ihr Erscheinen zugesagt haben. Wahrhast«.nationales" Benehmen. Man schreibt uns: Bei einer Berliner Krankenkasse ging unter dem{2. Februar 1928 ein Brief eines Arbeitgebers ein, der sich unter Hinterlassung einer Beitragsschuld bei der Kasse anscheinend nach Paris verdrückt hat. Nicht nur, daß dieser Herr sich nicht seiner einfachsten sozialen Pflichten zu erinnern wußte: er glaubte der Kasse auch diesen Brief nicht vorenthalten zu sollen: „Ich freue mich aber außerordentlich, daß Ihre Zwangsmittel diesmal oersagen, wenn Sie mich aber immer noch verhaften lassen wollen, dann empfehle ich Ihren tüchtigen Vorstandsleuten, sich an die Spitze eines Reichswehrbataillons zu setzen, um mich hier in Paris zu verhasten. Ich rate Ihren Leuten aber, vorher ihre roten Cravatten zum Mindesten in schwarzrotmostrich Farbe zu tauschen. Im übrigen rufe ich Ihnen freundlich lächelnd das Wort von Götz von Berlichingen zu. gez. E. W. Lähnemann. Bankdlrektor a. D.* Diese Schmierfinkerei bedarf keines Kommentars. Boman eines Siuhtes. In der C o r n e l l U n i v e r f i t S f zu I t h a k a(N. P.) wurde der Stuhl des Präsidenten der Universität einer Reparatur unter- zogen. Bei dieser Gelegenheit saizd man in einem Versteck an der Rückseite eine Z i n n r ö h r e, in der folgende Worte auf einen, Dokument standen:„Gehe hin in alle Welt----- und zeuge davon, was Lust, Kraft und Ausdauer zwischen Kerkermauern ins Leben treten ließ." Diese Inschrift stammte von Insassen der F e st u n g S p a n d a.u, die im Gefängnis den Stuhl in pracht- voller Holzschnitzerei herstellten. Der erste Präsident der Universität. Andrew Dickson, hatte diesen Stuhl gelegentlich eines Aufenthaltes in Deutschland im Jahre 1868 erworben und der Universität Cornell als Präsidentenstuhl gestiftet. Diese Stiftung ist in Silber- platten auf beiden Seiten des Sessels eingraviert. Freitag. 16. 3 28 Staats-Oper Arn PI.d.Republ. ?>/, Uhr Mniuiei) itaatl. Sdiaospielh. ,i» jendaraerairlii 8 Uhr Freitag. 16. 3. 28 Städtisdie Opet Bismarckstr. a-Ian. L AU. TV, Der Correglr Staat!. Scbillartb. Charlottenburg 8 Uhr Volks büh ne TU. an Sftfflunratan 8 Uhr Oer Zigaretten- Thealtt an Bflavplat, 8 Uhr BieEntklEidons desMonioEarossa kästen CASINO-THEATER s um Lothringer Str. 37. Doktor Klaus. Anuchneiden I Gutschein I— 4 Fers. Fauteuil nur 1,10 AU Sessel 1,60 M. WMMiW Norden 12 3,0 Abonnernentsbüre; Norden 10338—39, Uhr, EndelOU Zwfilflaaiend Sonntag, den IS. nachm. 4 Uhr Zinsen von Bernard Shaw Preise 1—7 M. Kammerspiele Norden 12310 44-4 U, Ende nach 10 Figdei Sie, dafi Conslaace siA riditis niMIt? Die Komödie Bismarck 2414/7316 8>/, U, Ende 10«/, U. Marcel Fradelln (Der Eunuch) Walhalla-Th. Welnbergtveg 19/20 Taglich 8«/. Uhr Schwank in 3 Akten JiSnAIufci kates litrfttl Vorzeiger dieses zahlen fflr Parkett auch Sonntags satt 4,- Mk nur M PL Senntag.nchm.4Utar Der Ralleattager ▼on Hameln Parkett v. SO Pf. an. Beilioer IHM Direktion Kuhnert liirlitteilr.911'91. Mub.l Tl 8>-, Uhr Uhti 3 iiiftllimgeil College Crampton mit Max Adalbert Monog geschlossen Dienstag, 20. März 7'/, Uhr Premiere „Die Bolle Sitten" Ein Berliner Volks- stück von FrMaiu-Fttiinid, lu AAilbnt. tu liidl, Liri lan SiUeibirg-BNiDii Dts. künstler-Th 8 UhR Die doldae Meisterin Kose-Theater Gr. Frankf. Str. 132. 8'/. Uhr Per nieder TtreartrLiLLntimtr, Tel. Kurf. 9209-ia Täglich 8'/« Uhr Bennet csnura AsahenbrOdcl Sonntag nachm.4U. Das InsAUe OsterprlBsefetbcB Ostermärchen mit Gesang u. Ballett Lostspielbaos 8«/, Uhr (iuldo Thielseher Jatar Mlftsaafsidir Piicatorbdhne Theater am Mollendorfplatz Kurfürst 2091/93 Anf.8, Ende geg. II Die Abenfeocr des braven Soldaten Sdiwefk nit Hu Pillnlxr) lue. Em in Pitatu Gastspiel im Lassing-Theater Norden 12798 Täglich 8 Uhr „Shttcnde GaUenvOgel" von Upton Sinclair Morgen 8 Uhr: Theaftr do Westens Täglich S1/, Uhr Kiurinaa.a.(TlMi ttehtf.Lichtenstein, Hofbauer, Fleischer (Biri. tteteM Wieser. Bradsky. Brandt Relta-TlMi HetWl-Tli. Tlgl. 8>-. Uhr Kein Polizeiverbot Oskar Ebelsbaeher In Sdiule der Liebe Fun. Sdisank Ii 3 Utn. Fürjugendl.verb Fir FnAfnogAi hiiki Pnisi Sonntag 3'/, Uhr halbe Preise Sdinle der Liebe Klein« füeaier Täglich 8> 4 Uhr Erika Glfissner in Gretchen Für Jugendliche nicht geeignet Sonntag 4 Uhr kleine Preise Lissy, die Kokotte| ainovuy-BühieD rh.KOniggräiz. St. Bergm.ZllO. 8'/, Uhr Flucht m Mm ishttellt, fifii- Brtr üinmtj KomOdienbans Norden 6304. Tägl 8>i. Uhr Broadway Thalia-Theater I Dresdner Str. 72/73 1 0.: 0» Kmel gehl dnA das Hadelii» Zentrum 128 24 S»/, Uhr Der Graf von Lnxembars Itphr, Hrdr, Kjtnrr Rtlgh Irtir RoMt. litlmr. Htfrn. Hill Sonntag>1,4 Uhr kleine Preise 6railn Maritza PlaBEtarinni am Zoo ferliti;. Joadrmstfialer!tral> Noll. 1579 16'/» 18. 19'/» 21 Uht im Reiche der Hltlernacbtssonne Eintritt I M. KimJfrniil. IS lahren n.5f» Th. im ddmiralspalast Letzter Mona: Tägl. 9", Uht flALlEff REVUE Jannondwü' 2 Sonntag Vorstelle. 3Uhru.8'/,Uhr ladm. dia laera far- tlt'lan r» Rah. Ptrh »chluss der Spielzeit 25. März ■»otucMimaiii üui n.triüisi? Nur GroB-Berlir Alexanderplatz Komische |iv,giir Oper ivsHlir| jlames Kleln'sl gewaltiges neues Ravue.Slücki Zieh' dldh aus! 200 Ffllwtrkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. WMmm Nollendorf 7.'60 Enrico Rastelli und weitere mternationai© Varietö-Attraktionen. Sonnabends n. Sonntags le 2 VorsteiinnBen; S*' d. 8 Uhr— 5 � zu ormäfligten Preitu du ganze Programm. Renaissance- Theater Steinplatz 901 8.10 uhr Coeur Bube. Berliner(IlK-Trio Neukölln, w tahnstr. 74 7S» Reichshalien-Theater 8 L'hr, Sonnte, nachm 3 Uhr. Das wundervolle Progr. der Stettiner Sänger .nachm. crniJtß. Pre;se. uönhoOl-Brett'ü ülämenilFS Vtri»! j-ProgiMm! Tarn! Anfang 8 Olir. ttjs. 5' ä Theater am Kottbnsser Tor Kottbusacr Stralte O, Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr Sonntsg, nachmittags 3 Uhr: Elite- Sänger Jim März-Spielplan d. gr. Schlager Volksstück in I Akt Ferner. Scborach Huseltl. der Meister der Komik m„Fr dtlltlt �SUlufier" Am heulen schmeckt Kapitän-Kautabak 15 Pf. Kapitän-KopenhagenerZQPf. In den meisten Geschäften erhältlich P R< 1 Li: PROGRAMM für dia Zeit vom 16. bis 19. März 1928 KINO» TAFEL PROGRAMM für die Zeit vom 16. bis 19. März 1928 CDIO Potsdamer Straße 38 Der Plccolo vom„Goldenen l.5weu", 8 lustige Akte mit! OuutI Stark, Gstettenbauer, Fritz Kampers, Diana Gratia Jugendliche haben Zutritt Rheinstraße 14 Pat und Patactson Auf dem Wage zu Kraft und i*jclionhclt Jugendliche haben Zutritt Odeon, Potsdamer Str. 75 Harry Fiel in: Panik, 10 Akte Turmstraße 12 Der Piccole vom„Goldenen Löwen", 8 lustige Akte mit: Gustl Stark, GsieileDbaucr, Diana Gratia, Fritz Kumpeis Jugendliche haben Zutritt Alexanderstraße 39-40 Li rajone cdtke. (Passage) zliebcbcn Maria Pandler Harry M ti il<» n Th. am Moritzplatz Beginn: W S�O, 7. 9,15. S. ab 5,00 Elisabeth Bergner in: Donna J nana. Grabes Belprogranua Luisen-Theater Relcbenbcrger Straße 34 Tom Mix, die gr. Zlrkasaomer Am ROdcshcimer SchlaB steht eine Linde Auf der Bühne: Marlmba.Baad Passage-Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151—152 Im siebenten Himmel Ferner; Tom MI» in Das Testament des Goldsaehsrs Bühnenschau filin-Palast Kammersäle Teitawer Straße 1—4 Harry Lietltke In Uebchen Dragoner. Kolibri-Llchtspiele Belle-Alliance-Platz 2 Harry Lledtke In Mein Freund Harry Buster Kenton in Ben Hur g Onton■ Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Harry Plel in Panik fezner: Böhne tsschsa Viktoria>LichtbUd-Th. frankfurter Allee 48 Manege Böhne nee hau Concordla-Palast Andreasstraße 64 Das Ende von St. Petersburg Beiprogramm und BOhoenschau Kammerlichtspiele Frledrichslelde, Berliner Straß« 18 Königin Luise IL Teil mit Marty Chrletlans Der Retter seines Herrn Pharus« Lichtspiele MOliarstr 142 Nur 7 Tage. Das Ereignis d. Jahres Das Ende von St. Petersburg Alhambra Müllerstr. Dragonerliebchen mit Harry Lledtke Die große Revue; Jeder einmal In Berlin iL S P Lichtspiele am Senefelderpiatz Die BräuUgama der Babette Bomberllnc Der Postr Subcr Mila- Lichtspielpalast Schönhauser Allee 130 Pat nnd Patachon In Pelikanlea Toms gefährliches Abenteuer Bühne: Pat und Patachod(Imit.) Metro=Palast Chausseestraßc 30 Der Sprang Ins Glück mit Carmen Bonl. Die gr. Revue; Was meinen Sie» Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee"0. Der Plccolo vom goIdcnenLöwca mit Diana Gratia Bühne: Kurt Roda M Xoruwenten M Welt.Kino Alt-Moabit 99. W. 5,15. Stg. 3 Uhr Das Ende von St. Petersbnrg Ein Meisterwerk russ. Regiekunst „Alhambra" Badstraße 58 Dragonerllebchen mit Harry Lledtke, Maria Paudler Ballschmieder-Lichtsp. Badstraße 16 Der FremdenlegloiiSr Toms getibrltchstes Abenteuer Bühnenschau HumboldtnTheater Badstraße 19 Das Ende von St- Petersburg Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Die Sandgräfin Große Ansstattaogs-Rerus Marienbad-Palast Badstraße 35—36 Das Ende von Lt. Petersburg Prinzen-Palast Prinzenallee 42—43 Dravoocnlebcben mit Harry Lledtke Der Kemödlantenprlaz Dltr>t�lrli«?i,4t«»rf<>�t> BürgergartenoLichtsp. Hauptstr. 51 und Lindauer Straße Die Jagend der Königin Luise mit Mady Christians Jugendliche haben Zutritt Tivoli-Lichtspiel-Th. Berliner Straße 27 Der Schinderhannes Bühne: 13 Grlglnal-Robby-Tanz- Glrls, die große englische Sensation Palast-Theater Breite Straße 21a Elisabeth Bergner, Walter RHU in; Donna Juane Jugendliche haben Zutritt Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 Anfang W. 7. 9,15. Sonnt ab 4 Uhr Alraune. Brlglibn Helm, Paul Wegener Faun-Lichtsplele Krumme Si«aße 37 Pat und Patachon in Pellkanien Toms �ciähr ichsies Abenteuer Jnßendlichc haben Zutritt Hmelka-Palast Kurfürstendamm 68 Uraufführung: Pat und Patachon Auf dem Wege zu Kraft und Schönheit 1 �. r g 1 I t r,■ Titania-Palast Schloßstr. 5, Ecke Outsmuihsstr. Wenn die Mutter mit derTochfer Auf der Bühne Predy Rico mit seinem berühmt. Jazzorchester (Beilage Freitag, 16. März 1928 ferÜMil SftuJsiilijfa/b Am Im Spiegel der Karikatur R«volutilmen sind goldene Zeiten für die Karikoturisten. Uefeer- komme ne Schranken und Stützen brechen plötzlich weg. Sorgsam behütete Lürgerlichkeit sieht sich unvermutet lesenden Stürmen preis- gegeben und schwankt haltlos hin und her. Alles geht drunter und drüber. In der Arena des politischen Kampfes herrscht der Augen- blick. Selbstbeherrschung und Ueberlegung weichen dem Impuls, f�Nante FriW* in der Burgerwehr. dem ersten(tfnbnut Menschen nnd Ving« zeigen für kurze Se- künden lhr wahre» Gesicht, offenbaren ihre Möglichkeiten. Ihr« Kraft übersteigert sich zu ungeahnter Stärke, ihren Schwächen lassen sie ungehemmt ihren Lauf. Begreiflich, daß hier der Stift des Karikaturisten, der Uebertreibung und lieb erste igerung braucht, die dankbarsten Objekte findet. Mischt sich der Zeichner ober in den politischen Kampf, so begibt er sich in eine große Gefahr. Sinn einer guten Karikatur ist ja die Befreiung: Sie gewinnt selbst den schwersten, ernstesten vingen eine heitere Seite ab und löst so durch das Lachen im rechten Augenblick unerträgliche Spannungen. Irgend- wie jedoch ist jeder Künstler, mag er auch noch so betont unpolitisch fein, doch mit dem politischen Geschehen seiner Zeit verbunden: irgendwie nimmt er Stellung und bildet sich sein politisches Urteil. Trägt der Karikaturist diese seine politische Stellung in seine Zeich- nungen hinein, so ist das noch kein Unglück. Es kann im Gegenteil sogar von bedeutendem Werte sein, well der Gegner die Fehler und Schwächen des anderen schärfer sieht, als der andere selbst. Uner- quicklich und unproduktiv wird die Karikatur erst, wenn sie ihren eigentlichen Zweck vergißt und sich ausschließlich dazu hergibt, den politischen Gegner zu verleumden. Wenn man z. B. die Karikaturen der Reaktion aus dem Jahre 1S48 betrachtet, so erschrickt man über deren Veenarmut. Schon damals zeigt sich eine ähnliche Erscheinung wi« 1918. Die Karikaturen der Rechten kannten kein anderes Ziel, als die Revolution nicht etwa lächerlich— das hätte immerhin noch im Sinn« ihrer Ausgabe liegen können!— sondern sie geradezu verächtlich zu machen. Auf der anderen Seite fallen auch revolutionäre Karikaturisten in ähnliche Fehler und geißeln in maßloser Verzerrung und unerhörter Schärfe Speichelleckerei und Hosschranzenwm als den eigentlichen Inhalt des Vormärz. „Schlaf, Michel, schlaf.*' Zwischen beiden Richtungen steht eine dritte Reihe von Karika- turcn, die zwar auch eine politische Stellung— für die Revolution — einnimmt, sich aber doch ihrer eigentlichen Aufgabe, dem be- freienden Lachen unter allen Umständen eine Gasse zu brechen, be- wüßt bleibt. Ihre edelste Blüte ist der.Kladderadatsch* der 1848 gegründet wurde. Heute freilich ist er seinen guten Traditionen längst untreu geworden: er ist auf einen solchen Tiefstand unproduktiver Satire gesunken, daß er mit seinen, geistvollen Vorgänger nur noch dm Namen gemein hat. Damals stand er in Reih und Glied mit den Revolutionären und schoß seine scharfen und lustigen Pfeile ab gegen alles, was ihm bekämpfenswert erschien. Er konnte es sich leisten. auch gegen die menschlichen Schwächen seiner Mitkämpfer vmn Leder ju ziehen. N« m«frv™ Punkte verstand er kein« Spaß. Da» waren die Geistlichen. Mit den„Pfaffen* wollte er nichts gemein haben: sie haßte er wie die Pest: und manch' eine seiner kleinen Bemerkungen über diese Menschcnklass« würde im heutigen verkülzten Deutschland Anlaß genug gewesen sein, dem zornmütigen Streiter das Lebenslicht auszublasen. König Friedrich Wilhelm IV. war ein willkommenes Objekt für die Karikaturisten. Schon sein Aeußeres, sein unförmiger, aufgeschwemmter Oberkörper und seine langen, dünnen Beine mußten sie reizen. Dazu kam, daß dieser Monarch eine merkwürdig unglückliche Hand hatte. Alles, was er anfaßte, mißlang: und selten ist ein Herrscher fo an seinem Volke vorbeigegangen, wie er. Hierin hatte er ein« geradezu erstaunliche Aehnlichkeit mit dem letzten Hohenzollern. Am bekanntesten ist die Karikatur auf den Ausruf vom 19. März 1848 ,Lln meine lieben Berliner", der so herzlich gitt ge- meint war, aber so gänzlich wirkungslos verpufft«. Die beruhigenden Worte der Kundgebung standen im schreienden Gegensatz zu den Grausamkeiten des Militärs bei den Straß er. kämpfen, und so zeichnete ein Witzbold den �Landesvater*. wie er als Hanswurst eine Kanone bedient und gegen die Bürger eine groß« Kanonenkugel mit der Aufschrist»An meine lieben Berliner" abschießt. Auch die Tatsache, daß Friedrich Wilhelm in den Stürmen der Märzrevolution plötzlich sein schwarzrotgotdene, Herz entdeckt hatte, erheiterte natürlich die Berliner. Seinem Bruder, dem Prinzen von Preußen, dem späteren König Wilhelm, ging es nicht besser. Die Berliner kannten ihn als einen ganz schlimmen Scharfmacher: und in den Märztagen richtete sich ihre Wut ganz besonders gegen ihn. Sein Patais Unter den Linden wäre von den Aufständischen gestürmt und geplündert worden. wenn nicht ein Student an die Tür des Haufes mit großen Buch» staden da» Wort„Nationaleigentum* geschrieben hätte. Der Prinz Aus Berlins Belagerungszustand, Soldat'. Mit Waffen auf der Straße? Sie wird gehabustcorpusi I Frau Kollwibky: Donnerwetter Milletärperschen, laaßen Sie mir sind, oder ick leist Ihn'n einen passioen Widerstand, daß meinen besoffenen Ollen die Zähne oont Zusehen wackeln sollen, selbst entwich bei Nacht und Nebel nach England. Damit entging er zwar der Rache der Revolutionäre, nicht aber dem Stift der Zeichner, die ihn bei seiner Gevatterin, der Königin van England, ins Zimmer treten ließen als einen schlichten Bürgersmann, der das Wort „Nationaleigentum* auf die Brust geschrieben trug. Aber nicht nur die Gegner der Revolution, sondern auch alle anderen irgendwie hervortretenden Persönlichkeiten, jeder einiger- maßen bedeutende Vorgang finden sich in der Karikatur verewigt. Die Aufhebung des Rauchverbots in den Straßen Berlins, die Be- fettig ung der Zensur und der ständige Ministerwechsel, die Parla- u«eiitsredner, die Roheit des Militärs, die Scheinheiligkeit der Re- aktion, die Demokraten mit ihren langen Bärten— es waren goldene JS/eue Art, eine Constitution zu geben, Tage für die, die sich trotz des Ernstes der Zeit Augen und Sinne für die Komik offen gehalten hatten. Daß dies« Revolution es aber fertig bekam, über sich selbst zu lachen, wenn es sein mußte, ist«in gutes Zeichen. Im März 1848 stand das Bürgertum plötzlich vor der Erfiillung jahrzehntelang gehegter Hoffnungen. Die deutsche Zwietracht schien beseitigt: die Befreiung vom Polizeistaat war Wirklichkeit. Begreiflich, daß das Boll sich nicht foforb in den neuen Verhältnissen zurecht fand. Es ging ihm, wie dem Knaben, der zum ersten Male lange Hosen anzieht. Eben noch Kind, soll er sich mit einem Male als Erwachsener benehmen. Das Bürgertum, eben noch Objekt der Obrigkett, sollte jetzt die Obrigkeit selbst sein. Da hielt es sich zunächst an die äußeren Formen der allen Gewalt, die thm innerlich völlig fremd waren. Am drastischsten wirkte sich dieser Zwiespalt in der Bürgerwehr aus. Der plötzlich mit Waffen ver- sehen« Bürgersmann glaubte, sich nun auch ein recht kriegerisches Aussehen geben zu müssen. Das stand ihm aber gar nicht, und oft genug brach durch das martialische Aeußere feine im Grunde behäbig« Natur durch. Wenn wir den Karikaruristen trauen dürfen, zog es manchen braven Gardisten nach dem ersten, begeisterten Auf- flammen feines Kriegersinnes dodz bald wieder fo mächtig zu seinem abendlichen Schoppen, daß er darüber Postenstehen und Patrouillen- gehen vergaß. Und das Ende? Eine groß« Bitterkeit! Michel wird gezeichnet, wie er schwer gefesselt und geknebelt im Bette liegt. Di« Parasiten des Vormärz, Hoffchranzen und Militär, umstehen sein Lager. Der Russe, der viel zur Niederwerfung der Revolution in Deutsehland bei» getragen hatte, ist der dritte im Bunde. Das Blatt aber trägt ein paar Berfe als Unterschrift: „Schlaf, Michel, schlaf! Du bist und bleibst ein Schaf! j Schlaf noch eine Weil«, Du hast ja keine Eile!* j Revolutionshumor von 1848. Des Königs Gruß. In der Nacht vom 18. zum 19. März war während der Berliner Straßenkämpfe eine Granate als Blindgänger in einem Pumprohr stecken geblieben. Ein Witzbold hing an die Granate ein Plakat, auf dem die erstaunten Berliner am nächsten Tag lesen tonnten: „An meine lieben Berlinerl* Gerettet. Ein hoher Beamter, der am 19. März unter die Menge geraten war, wurde erkannt und verfolgt. Er flüchtete, wurde jedoch um- ringt und es wäre ihm wohl schlecht ergangen, wenn nicht ein Ar- beiter auf eine ulkige Idee gekommen wäre. Er schrieb dem Angst- nienschen mit Kreide in großen Schriftzügen auf den Rücken:„N a- t i o n a l e i g e n t u»i!" Daraus ließ ihn die Menge lachend laufen. Der königliche Finaozminister. Worum hat der Exminister der Finanzen den Staatssehatz bis aus den Grund erschöpft? Weil er sein Schäfchen ins Trockene bringen wallte. Aus der Naturgeschichte der Fürsten. Iestern habe ich es zum erstenmal rausgetriecht, warum die Fürsten nich so'n schnellen Forschritt lieben, wie wir Völker. Ich habe dieses durch die Wssietifehaft erlangt, indem ich meinen Sohn Wilhelm seine Bücher nachsah, da' fand ich in de Naturgeschichte, daß der Purpur aus eine Schnecke gewonnen wird. Republik oder Monarchie. Schultz«: Sojen Se mal! Wat is des denn ejentlich, ene Republik? Müller: Nu, wo der König vor u m s o n st da is. Schultz«: Det is ja sehr billig! Müller: Ja, wenn et nach de Billigkeit finge: aberst unser König is uns viel zu t e i e r und darum... Schultz«: Ach so! Darum behalten wir'n! Anzeige. BöswiMge Konkurrenten haben seit ewigen Tagen da» Gerücht zu verbreite» gesucht, ich wolle deutscher Kaiser werde» und beab- sichtige, denuiächst mein Geschäft aufzugeben. Wer mich näher kennt, wird wissen, woran er ist. Fremden und Auswärtigen aber emp- fehle ich nach wie vor mein reichhaltiges Lager von Nachtmützen und Unterbeinkleidern. Levy Heymann, Schloßplatz. Blaue Bohnen. Müller: Sag mal, Schultz«, da werden ja wieder eine Mass« Kugeln aus det Zeughaus verladen! Schultz«: Man ruhig, Müller, die kommen alle wieder nach Berlin. Siegt fcet V o l t, denn holen wir se uns— und siegt die Regierung, denn schicken sie se uns. Logischer Beweis. Gäbe es keine Revolution, so hätten wir auch im März 1843 keine gehabt: hätten wir im März 1848 keine Revolution gehabt, so wären auch die Liberalen nicht reaktionär geworden: wären die Liberalen nicht reaktionär geworden, so hätten sie das Volk nicht verraten: hätten sie das Volk nicht verraten, so könnte auch der alte Bundestag nicht wieder eingeführt werden: der alle Bundestag kann aber wieder eingeführt werden, ergo— muß es auch eine Revo- l u t i o n geben. lieber die Verfassung. Solange wir keinen reinen Volks- und natürlichen Rechtsboden haben, solange ist j»ve Verfassung ein Stück Pergament, das immer Lust hat, sich wegen seiner Pergamentsgeburt zu revanchieren und allen Eseln, die es sich gefallen lassen, das Fell über die Ohren zu ziehen. Unterm Belagerungszustand. Zwei fliegende Buchhändler treffen sich auf dem Schloßplatz. Sagt der eine:„Nu sag' mal, Fritze, wat machen wer nu, nu alles verboten is?*—„Det will ick dir sagen, mein Junge," meint der ander«.„D u schreist den„Kladderadatsch* aus und ick denunzier dir. Ick kriege zwee Taler und du eenen Tag Ufhebung der per- sönlichen Freiheit. Denn schreie ick wieder den„Kladderadatsch" aus un d u denunzierst mir; na, us die Art können wir'n Be- logerungszustand aushalle». �__, ! VON B.TRAVEN Nadidnidc verboten• Copyright t»I8 by Biithergilde Gutenberg, verlin Drei mexikanlche Arbeiter, Dobbs, Curtln und Howard, sind in der Wddni* des Berglandes der Sierre Madrc, um nach Go!d zu suchen. In mona'elanger harier Arbelt, bei der es oli genug zu Sireltlgkelien und beinahe zu Tätlidikellen gekommen war. haben sie soviel gesammelt, um nun ein besseres Leben als bisher führen zu können. Sie treffen alle Vorbereitungen zur Rückreise nadi der 5ladt. Da sie keine Lizenz zum Goldgraben hatten, müssen sie mit groSer Heimlichkeit zu Werke gehen. Auch Bandifen können sie unterwegs überfallen und ihnen ihren sauer erworbenen Besitz abnehmen. Plölzlich erscheint ein Fremder auf der Bildfläche. Ist es ein Vertreter der Regierung? Isi es ein Räuber? Der Fremde erklärt da6 er gleichfalls nach Gold suchen wolle. Er habe es satt, nur Immer unter Indianern zu leben und möchte Jetzt auch gern wieder mit Weihen zusammen sein. Die Drei suchen ihm weih zu machen, dah sie gar kein Gold suhlen, sondern Felljäger seien. Der Fremde nimmt von dem abweisenden Benehmen der Drei keine Notiz, sondern legt sich abseits vom Lager zum Schlafen nieder. 16. Fortsetzung. Drinnen im Zelt wurde geredet. Es war weif genug vom Feuer entfernt, datz der Fremde nichts verstehen tonnte. Sie sprachen auch nur halblaut, aber doch sehr eifrig. .Ich bin aber dod) dafür," sagte Dobbs,.daß wir ihn uns vom chalse schaffen. Auf irgendeine Weise." .Bis jetzt wissen wir doch noch gar nicht, was mit ihm ist." Der Alte sagte es in einem beruhigenden Tone..Er sieht durch- aus unschuldig aus. Ich denke auch nicht, dah er ein Spion ist. Sicht nicht danach aus. Würde auch nicht allein kommen und wäre auch nicht so verhungert Ich denke, er hat etwas auf dem Eewisien. Die sind hinter ihm her, irgendeiner Sache wegen." .Man könnt« einen Streit mit ihm anfangen," sagte Curtin, .und dann wischt man ihm eins für gut." „Das hört sich recht drollig an," sagte Howard,„aber es ist nicht sehr emvfehlensweri. Es ist dreckig." .Dreckig hin, dreckig her." Dobbs fuhr ihn wütend an..Wir müsien ihn loswerden, das ist alles. Er ist doch rechtzeitig gewarnt worden." Sie redeten noch eine Weile, kamen jedoch immer wieder auf dasselbe heraus, daß er hinweg müsie, aber dah sein Umbringen manche Nachteile habe. Darüber schliefen sie endlich ein. 11. Am nächsten Morgen trafen sie sich sehr übelgelaunt am Feuer. Der Fremde hatte bereit» cholz herangeschafft und dos Feuer wieder hochgebracht. Er hatte seinen Kesiel mit Wasier gefüllt und an das Feuer gesetzt. Dobbs begrüßte ihn gleich:„Lieber Freund. wo hast du denn dos Wasier der?" „Das habe ich aus dem Eimer geschöpft." „So. Aus dem Eimer geschöpft. Das ist sehr nett von dir. Aber du mußt nicht denken, daß wir dich bedienen und das Wasier für dich heraufschleppen." „Das verlange ich nicht. Ich werde den Eimer wieder füllen gehen." Als er das sagt«, kam gerade Curtin zum Feuer, vielleicht noch schlechter gelaunt als Dobs. Auch er redete ihn gleich mit du an:„Wasier stehlen? Unser cholz räubern? Was denkst du dir denn? Faß nur noch einmal hier was an. das uns gehört, dann kriegst du Blei gebrannt. Buschrecht" „Ich habe geglaubt, daß ich unter anständigen Leuten bin, die mir einen Trunk Wasser gönnen werden." Sofort sprang Dcbbs auf ihn zu:„Was sagst du, du Pest? Wir seien unanständige Menschen? Vielleicht Banditen? Und er hieb ihm einen gutgezielten Faustschlag ins Gesicht Der Fremde fiel der Läng« nach hin. Longsam stand er wieder auf. „Ich könnte dir ja jetzt ebenfalls«inen Guten versetzen. Aber was kann ich gegen euch drei anfangen? Ihr wartet ja nur darauf, daß ich ziehe, um mich mit einem Recht abzuknipsen. Aber das mache ich nicht. Ich bin kein Narr. Es kommt vielleicht die Zeit, wo wir abrechnen können." Howard, der inzwischen gleichfalls zum Feeur gekommen war, fragte nun nrhig:„ftast du etwas zu«sien. Fremder?" „Ich habe ein Beutebf-an mit Tee, habe auch Bohnen und Reis und zwei Büchsen Milch." „Kaffee kannst du mit uns trinken. Auch esien. Heute. Morgen mußt du für dich selbst sorgen." „Danke," erwiderte der Mann. „Morgen?" fragte Dobbs. Seine Wut hatte sich durch den Faustschlag. den er mit soviel Errolg dem Eindringling verabreicht hatte, merkwürdig abgekühlt.„Morgen? Ja, höre einmal, willst 6u dich denn hier dauernd einrichten?" „Ich denke, ja." gab der Mann ruhig zur Antwort. Da schrie Curtin:„Einrichten, hier? Doch nur mit unserer Erlaubnis." „Der Bulch und die Berge sind frei für seden, der kommt." „Na, so ist das nun nicht, alter Junge," saaie darauf Howard. „Frei ist das Gebirge und der Busch und der Dschungel unten und die Wüste da hinten. Das ist olles frei. Aber wir sind hier die ersten, und der erste hat das Siedlungsrecht." „Das ist schon richtig. Aber es fragt sich, ob ihr die ersten hier seid. Vielleicht war ich schon vorher hier, ehe ihr überhaupt daran dachtet, euch hier niederzulasien." „Hast du dein Reckt eintragen lassen?" „Ihr habt doch auch keinen B'ief." „Ich frage dich, denn augenblicklich sind wir hier. Du hast, wenn es llberhauvt wahr ist, daß du jemals hier warst, hier nichts abgesteckt und hast den Platz verlasien, damit hast du alle Rechte verlogen." Der Fremde sckwieq eine Weile. Die drei machten sich mit dem Bereiten des Frühstücks zu schaffen. Sie eilten sich nickt sehr damit, denn sie wnßten nickt, wa» sie nach dem Frühstück anfangen sollten Arbeiten konnten sie nickt geben, weil der Fremde>a dann die Mme aeiunden hätte. Auf die Iaad gehen, um dem Fremden eine Besckästigung vonzutänschen. mocht-n sie auch nicht. Einer Hätte im Laaer zurückbleiben inüsien, um den Fremden zu ver- Hindern, daß er Hier Herumstöb«''e und die Min« vielleicht fände Aber dielen einen, der bier zurückblieb, häste der Fremde auch überwältigen können Es bsteb noch em Ausweg übrig. Zwei konnten auf dem geheimen Umweq die Mine erreichen und dort arbeiten, während einer hier zurückblieb, um den Fremden zu überwachen. Aber der Fremde würde nickt still« sitzen bleiben, sondern berumstreifen. Wenn es ihm der. der mit Ihm zurückblieb, verböte, so würde das nur erst recht seinen Perdacht erwecken, daß hier irgendetwas Geheimnisvolles vor sich ginge. Endlich kam Curtin auf einen Ausweg.„Wir gehen nach dem Frühstück zusammen auf die Jagd," sagte er zu dem Fremden. „Wir könnten etwas Fleisch gebrauchen." Der Fremde sah die anderen an, als ob er in ihren Mienen nach dem Zweck dieses Borschlages suche. Allein mtt dem auf die Jagd gehen? Das gab dem eine Eelegenhest, ihn verunglücken zu lassen, und so war er aus dem Weg« geräumt. Schließlich aber sagte er sich, daß. wenn sie ihn beseitigen wollten, sie das doch tun würden. Ein Grund findet sich immer. „Heute kann ich ja mit dir auf Jagd gehen," sagte er.„damit wir Vorrat haben. Aber morgen habe ich wenig Zeit" „Warum?" fragten all« drei zu gleicher Zeit und sahen ihn erstaunt an. „Morgen fange ich an, hier nach Gold zu suchen. Hier ist Gold. Und wenn ihr hier noch keins gefunden habt, so wäre das nur ein Beweis, daß ihr ziemlich blöd« sein müßt." Das wurmte den Alten, und er platzte heraus:„Wenn wir aber nicht so blöde sein sollten, wie du denkst Wenn wir hier Gold gefunden hätten?" „So wäre das ganz natürlich," sagte der Fremde.„Aber ihr habt keins gefunden. Oder wenn ihr welches habt, dann nur ein Ihr könnt mich ja nun halten fui was ihr wollt. paar Hände voll, nur so etwas oben herumgekratzt Hier liegt es aber dicke, hier irgendwo. Hier liegt«ine gute Million." „Eine Million?" fragte Howard mtt aufgerissenen Augen. Dobbs und Curtin vermochten überhaupt nichts zu sagen vor Aufregung. „Ihr habt die dicke Grube nicht erwischt, das weiß ich," redete der Fremd« ruhig weiter.„Ich weiß, daß ihr hier schon bald ein Jahr seid. Die Indianer haben es mir unten gesagt, daß hier einer schon so lange oben sei. Hättet ihr die dicke Ader angeklopft, dann hättet ihr soviel Mist, daß ihr längst abgezogen wäret, denn ihr könntet es gar nicht abtransportieren, ohne aufzufallen. Oder ihr hättet hier eine geregelte Mine laufen, mit Lizenz und Ma- schinen und zwei oder drei Dutzend Leuten." „Wir haben hier überhaupt nichts, gar nichts," sagte Dobbs. „Ihr könnt mich ja nun halten, für was ihr wollt Aber ein Kind bin ich nicht Und wenn ihr drei Mann hier soundsoviele Monate lebt, so tm ihr das nicht zum Vergnügen. Ich denke, wir gehen ganz klar aufeinander los und legen die Karten offen auf den Tisch. Was hat das Versteckspielen für einen Wert? Ich bin kein Luder, bin zumindest ebenso anständig wie ihr. Bester als ihr will ich gar nicht sein. Wir find alle auf Gewinn aus, ob hier im Busch oder irgendwo in der Stadt Ihr könnt mich natür- lich aus dem Wege schaffen, das weitz ich ganz gut. Aber das kann mir woanders und durch andere auch passieren. Das Risiko muß ich schon übernehmen. Also wollen wir nicht ganz klar zuein» ander sein?" „Laß uns einmal«in« Welle miteinander sprechen," sagte Howard. „Das ist schon gut," erwiderte Dobbs.„Ich bin der Meinung. wir geben ihm eine Gelegenheit, zu beweisen, daß er weder ein Spion ist, noch sonst etwas im Hinterhall hat, das uns nicht gefällt." Run wandte er sich unmittelbar an den Fremden:„Wir könne» dir ja nicht inwendig hineinsehen, ob du ein Schuft bist, oder ob du klar bist Es ist richtig, wir haben hier einige Monate Quälerei hinter uns, ehrliche Quälerei, das kannst du uns glauben. Frellich, wenn wir uns mll dir einigen, kannst du uns oielleidjt Scherereien machen. Was kann es tosten? Berlust unserer Mühen und Ent- behrungen. Aber ich kann dir versichern, wir kriegen dich, und wenn du bis zur Humson-Bai hinauf dich verkriechst Wir kriegen dich, und dann gibt es kein Erbarmen. Also komm heraus, was willst du, und was hast du vor?" Der Fremde trank seinen Kaffee aus, und dann sagte er:„Ich bin ganz ehrlich zu euch gewesen, von Anfang an. Ich habe euch gesagt, daß hier Gold sei. und daß ich komme, es aufzupicken." „Was weiter?" fragte Curtin. „Nichts weiter," gab der Fremde zur Antwort. „Gut Schön und gut," warf Howard ein.„Was aber dann, wenn wir hier Zahlmist gefunden haben? Du denkst doch nicht, daß wir das mit dir verrechnen. Wir haben selber genug geschuftet Na. well, da ist es heraus. Ja. wir hoben was gefunden und sind bald fertig." Ohne zu zögern sagt« nun der Fremde:«Das ist ein Anfang. Kommt ihr grade, so komme ich euch grade, und wir wollen sehen, wie wir uns«inigen. Gleich, um zu beginnen: Auf dielen Platz habe Ich ein Recht Wartet, nur nicht gleich hitzig. Ich habe natürlich kein Recht, das verbrieft ist, keine Lizenz und nichts dergleichen. Mein Recht beruht darauf, daß ich etwas weiß, was ihr nicht wißt Das ist bester als die Ichönste gestempelte und versteuerte Lizenz. Ihr habt nichts gefunden, gar nichts. Ein paar Körner vielleicht Die dürfte ihr ruhig behallen." „Das tun wir, da kannst du Schlämmkreide drauf fresten, daß wir das, was wir haben, auch behallen," sagte Curtin. „Die Sache ist so." Der Fremd« sprach sehr langsam.„Allein kann ich das nicht machen, was ich'm Sinne habe. Ick) brauche Leute, und ich habe mir gedacht, daß ihr am besten geeignet seid. Ihr habt ebensoviel Interesse daran, die Geschichte solange wie notwendig geheimzuhalten, wie Ich es habe. Ihr habt die Werkzeuge, ich Habs keine. Ich könnte das, was Ich weiß, an ein« Gesellschaft verkaufen. Aber es wird mir schwerlich jemand auch nur hundert Dollar �wif bezahlen. Die Leute wollen Tatsachen sehen. Die Tatsachen tunit ich nur hier zeigen. Ich habe zudem guie Gründe, nicht allzuviel Lärm zu machen, weil sonst jemand mit sogenannten Rechten ange- rückt kommen könnt«. Ich mache euch einen Vorschlag. Was ihr habt, behaltet ihr. Don dem. was von heute an einkommt, dadurch einkommt, daß ihr mit mir an meinem Plane arbeitet, erhalle ich zwei FünfteL" Die drei sahen sich eine Weil« gegenseitig an und lachten. Dann sagte Howard:„Späne können wir uns selber vormachen, lieber Junge, und Geschichten können wir uns selber erzählen. Was meint ihr?" Er wandte sich an seine Kameraden. (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. iniiiiimiiiiniiimniiinuiiiniiiiiinnmiuitininuiiiiraitiiiiiiiuimiiniiiiiiimmmiiiunmmmuuiiiiimmiiiiniiiniiinniiimuiimiimnimiiniuuiiniiuiniiiiuimiuuiuiiiiiunniniainn Kreisschulrat und Konigsliebchen. Ein unerhörter Vorgong hat sich— so ist in der Filmpresse zu lesen— vor einigen Wochen in Strausberg abgespielt Der durch historische Erinnerung und durch monarchenfreundliche Rühr» sellgkeit gleich geheiligt« Film„Kronprinzessin Luise" gelangte vor einer Schar erlesener Gäste zur Aufführung. Mitten während der Vorstellung erhob sich nun der Kreisschulrat der Republik Preußen, ein Dr. F enselau, brach in die klastisch klaren Worte aus: „Pfui, schämen Sie sich, einen Film herauszubringen, in dem der König eine Gellebte hatl" und verließ in bebender Ent» rüstung den Saal. Am nächsten Tage erhielt der Kinobesitzer die Mitteilung, daß die beabsichtigte Dorfübrung des entsittlichenden Films vor Schulkindern unterbleiben müsse. Es gibt eben noch wirtlich königstreue Mensckjen. Welche Schande, den Mitmenschen von heute zu sagen, daß einem König« auch eheliche Irrungen passieren können. Das dürfen sich doch nur Kronprinzen leisten, wie unser alter Sechstagefreund aus Oels, der nach der Aussage seines Freundes Zobel auf Wieringen sich mit jedem Mädel„erniedrigte", bis man ihm eigens eine könig-treue Sekretärin verpaßte. Auch wenn man erst mal Kaiser ist, wird die Sache nicht mehr so tragisch genommen. Davon weiß der alte Herr von Doorn auch allerlei zu berichten. Aber ein echter und rechter Preußenkönig von Schrot und ollem Korn wie der zwote Friedrich Wilhelm, ja so ein Mann darf doch nicht verschandelt werden. Dessen inner- und außereheliches Schlafzimmer ist«in solches Ideal für den Schulmann von Strousberg. daß es selbst enef der flimmernden Leinmond m'cht angezweifelt werden darf. Wofür haben wir denn das Gesetz über Shund und Schmutz, wenn man nicht einmal im Kino davor sicher Ist, in seinen Keuschbeits- oelühlen und in seiner Köniosi'-eue beleidigt zu wcr>«n. Unter Wilhelm wette das bestm-mt nicht möglich oewesen. Ast». Anstoß- nehmer an die Front! Wir haben es mit Rotemkin nesdjajst, der Luthe rstim ist auch schon halb er'ediat—, nun ahm fort mit anti» monarchistischen�«ntsittlich-nden Verleumden gen! Wenn schon wer mit wem auf die weiße Le'nwand geworfen wird, dann muß das auch stubenrein lein wo es sich um allerhöchste Herrschasten bandelt. In einer Zuschrift, die Herr Fenselau jetzt veröffentlicht, ver» sichert dieser Schulrat, es ginge nicht an. daß deiartioe Darftellun- gen„auch den letzten noch glimmenden Funken pflichtschuldig dank- borer Erinnerung an unsere preußischen Könige auslöschen!" Also, auf zur Tat, zur Erneuerung Deutschlands, Der pflichtgetreue Soldat. Ein englischer Soldat wollte eine Kaserne betreten, kannte aber nicht die Losung und wurde daher vom Posten nicht eingelassen. Am nächsten Tag« wurde der Posten wegen seines vorfchrists- mäßigen Verhaltens gelobt. Und noch einig« Tage später wurde «r zu jener Schmutzarbeit abkommandiert, die es nur in der Kaserne zu tun gab... ffie wir einem großen Inserat mit obigem Bild in der bürgerlichen Presse ent nehmen t veranstaltet eine deutsche Seht ff aJirtsgeseUschafi im August eine Dampferfahrt von Hamburg nach Rußland. Die Reise geht über A'or- wegen nach Leningrad[Petersburg). Es wird mitgeteilt, daß der Dampfer nur /. Klasse führt.„Fahrpreise für die zwans'gtägige Reise ab RM. 900,— per Platz ohne Kosten für La nda usßüge.."— Ob die Bürgersleute, die diese kostspielige Fahrt nüUnachen können, ähnliche Schwierigkeilen bei der Einreise nach Sowjetrußland haben, werden, wie wir e* bei Proleten oft genug erlebt haben'� Ausklang! Warum Ehmer-Kroschel siegten! Mit einem Ueberraschungssieg endete die Berliner Iubitäumssechslagefahrt. mit dem Siege der bis zum Beginn der letzten Spurtrund« im bisherigen Gesaintklassement an dritter Stelle liegenden jungen Mannschaft Ehmer-Kroschell Wie errangen sie ihren ersten Sechstagesieg? Nach dem 10. Spurt stieß Kroschel vor. Der ablösende Ehmer kam gut weiter und konnte an Plag gewinnen. Hinterher jagte einzig und alleia van Kempen, während das gesamte Feld keine Miene macht«, die Verfolgung Ehmers ebenfalls auf» zunehmen. Bei dieser Jagd mußte der auf der Bahn liegende van Kempen die Wahrnehmung machen, daß sein Partner Richli wegen Defekt nicht ins Rennen gehen konnte: er blieb nicht im Rennen— und das war des Holländers einziger Fehler. Ehmer. Kroschel hatten dann inzwischen das Feld überrundet, waren allein „Die Sieger." Spitzenpaar, während van Kempen-Richli nicht nur eine, sondern zwei(well beide Fahrer kurze Zeit nicht im Rennen waren) Runden verloren. Ein Wort nun zu der Entscheidung des Rennausschusies. Schon in der vierten Nacht hatte man das Gefühl, daß, als van Kempen-Richli wegen Vortäuschung eines Defekts gleich eine Straf- runde aufgebrummt erhielten, hier mit zweierlei Maß ge- messen wurde. Für van Kempen-Richli machte diese Strafrunde nichts aus. Sie übernahmen in der Folge wieder die Führung des Feldes. Jeder Unparteiische mußte nach den Taten dieser beiden Fahrer an chren Sieg glauben, um so mehr, als van Kempen in der neunten Abendstunde loszog, eine Runde aufholte und somit allein die Spitze besetzte. Diese Runde wurde nicht anerkannt. Angeblich soll van Kempen das Feld bei der Ablösung„getäuscht" haben. Was war das„Vergehen"? van Kempen hat. an der Spitze des Feldes liegend, die auf der Bahn zur Ablösung erschienenen Fahrer— darunter auch Richli— überspurtet, und das trotz einer am Abend vorher an all« Fahrer ergangenen schriftlichen Mahnung: Fahrer, die zur Ablösung aus der Bahn erscheinen, müssen unter ollen Umständen ablösen— andernfalls Bestrafung! Man mag zu dieser etwas eigenartigen Verfügung stehen wie man will, daß sie ober verschieden angewandt werden konnte, bewies eindeutig die Bestrafung Linaris mit 50 M. und van Kempens mit einer nicht an» erkannten Rund« wegen des gleichen Vergehens. Ehmer-Kroschel haben gesiegt mit genügender Unterstützung der Fahrer und der Leitung. Gewiß, sie fuhren bravourös, aber die stärksten Leute waren doch van Kempen-Richli. Reichsdanner-W asser sport. Glanzende Entwicklung des Zuges«Havel*. Die Wassersportabteilung des Reichsbanners Schwarz» Rot-Gold, die in diesem Jahre die schwarzrotgoldene Nationalflagge auch aus die Gewässer der Havel trägt, hat durch ihre erste Werbe- Versammlung einen derarttgen Erfolg gehabt, daß das Boots- haus in Tieswerder nicht mehr ausreicht. In diesem Bootshaus können kaum die Boote, die bereits in der Umgebung Tiefwerders liegen, untergebracht werden. Aus diesem Grunde mutzte nach neuen Bootshäusern Umschau geholten werden Schon in dieser Woche konnte der Gauvorstand, der der Wasiersportbewe- gung stärkstes Interesse entgegenbringt, ein Boorshaus in Tegel pachten. Verhandlungen über Pachtung eines weiteren Bootshauses an der Unterhaoel sind schon eingeleitet. Im neuen Tegeler Bootshaus, dos bequem zu erreichen, direkt am Tegeler See liegt, werden etwa 300 Boot« Unterkunft finden. Zur Förderung des Klublebens und zum geselligen Beisammensein dient der große Gesellschaftsraum. Das Sportprogramm für die Havel' ist mit Rücksicht auf die außerordentlich starke Entwicklung vorläufig nur bis Mitte Juni festgesetzt. Die Haupweranstattungen sind: 8. April(Ostern): Anfahrt. 13. und 20. Mai: Sternfahrt noch Brandenburg(Havel). 17. Mm: Propagandasahrt in die Umgebung Potsdams. 28 Mai(Pfingsten): Regatta in Brandenburg aus dem Beetzsee. 10. Juni: Im Anfchluh an die Turn- und Sportwoche Bootshaustause in Tegel, verbunden mit einer großen Regatta auf dem Tegeler See. An diesem Tage werden die Berliner Ortsoereine ein« gemischte Staffel von Berlin nach Tegel entsenden. An der Regatta in Brandenburg und Tegel werden mehrere befreundete Vereine teilnehmen. Di« nächste Werbeoersammlung findet Dienstag. 2 0. März (20 Uhr), im Alten Krug, Tegel, Haupt st r. 14, statt. Anmeldungen und Zuschriften an Erich Christoph, Berlin W.62. Burggrasenstt. 3. Die Entscheidung um die Berliner Fußballmeisterschaft für ISZS wird Sonntag, 18. März, lösh Uhr un Stadion im Grunewald ausgettagen. Die Leidiiaihletik. Im Arbeitersport. Die Leichtathletik im Arbeiter-Turn- und Sportbund geht nicht nur, sondern läuft und springt vorwärts. Auf den sommerlichen Festen ist die Leichtathletik der eigenttiche Repräsen- tant des Arbeitersport». Die kürzlich im„Abend" veröffentlichten Höchstleistungen übersteigen teilweise die Resultate des bürgerlichen Sports, wenn man von einigen besonders dressierten Kanonen im bürgerlichen Lager absieht. Der Bund fördert diese Entwicklung durch Lehrbücher und Kurse in seiner Leipziger Bundesschule, und im 1. Kreis bilden die Leichtathleten sogar«ine besondere Spart«, wodurch auch die Herausgab« der Spartenzeitung„Sport und Spiel" ermöglicht wurde. Wer den interessanten sporttichen Wettkämpfen beiwohnt, wird erstaunt sein zu hören, daß ein großer Teil dieser Leichtathleten eigentlich die gering geachteten„Tmner" sind. Nach der Statistik von 1920 waren im ganzen Bund nur 10 reine Leichtathletik- oereine(darunter Berlin— 1. Kreis 11) vorhanden, von insgesamt 6048 Bundesvereinen. Dagegen wurde bereits von 3392 Vereinen (1. Kreis 194) Leichtathletik betrieben. An Sportplätzen standen 3453(1. Kreis 150) zur Verfügung. Lehrstunden wurden ab- gehalten 344 mit 8227 Teilnehmern(1. Kreis 23 mit 655), Waldläufe 115 mit 14 460 Teilnehmern(4 mit 707), sonstige sportliche Veranstaltungen 204 mit 34 450 Teilnehmern(10 mit 4280). Dies« imposant« Entwicklung der Leichtathletik hat natürlich den Wunsch entstehen lassen, als besondere Sparte vom Bund anerkannt zu werden, wie Fußball, und Wassersportler. Hierbei wird ganz übersehen, daß die beiden legten Sportarren in selbständigen Vereinen organisiert sind, was bei der Leichtathletik nur zum ganz geringen Teile der Fall ist. Di« Spiel- und Sportbewegung ist aus den Kreisen der Turner entstanden, die auch heute noch den größten Teil der Sportter und Turnspieler stellen. In Berlin wurde bereits 1912/13«ine kleine Sportzeitung von Turnern herausgegeben, die den Grundstock zur späteren Bundessportzeitung legte. Auch das Fußballspiel ist in derselben Weise durch Turner« kreise, zuerst in Berlin, begründet worden. In den Provinzorten sind meist Turnen. Leichtathletik und Fußball in einem Derein bei- fammen, in den Landorten würden besondere Dereine für die ein- zelnen Sparten gar nicht existieren können. In den Groß- städten wird die Zahl der selbständigen reinen Sportvereine bzw. -abteilnngen immer größer, trotzdem die Turnverein« Leichtathletik und Turnspiel« ebenfalls pflegen. Im Interesse der Gesamtbewegung ist daher ein« vollständige Spartentrennung nicht durchführbar, es würde sonst zur gleichen Zersplitterung wie im bürgerlichen Lager kommen. Die nächsten Schachspiele. Die am kommenden Sonntag um 10 Uhr stattfindenden Mann- schaftswettkämpse des Berliner Arbeiterschachklubs haben folgende Zusammenstellung erfahren: lli-Gruppe: Nordring 2—> Gartenplatz 1, Gleimstr. 10. Westend 2— Neukölln-Nord 2, Sophie- Eharlotte-Str. 88. Königstadt 2— Rein-ckendors-Ost 2, Frieden« straße 61. Schiller park 2— Lichtenberg 3, Barfuß- Ecke Edinburger Straße. Ostkap 2— Memel 1, Rigaerstr. 67. Außerdem finden nachmittags zwei Schachwerbeveran- st a l t u n g e n mit einem reichhattigen Programm statt. Die Ab- teilung«Wedding", die älteste Abteilung des Berliner Arbeiter- fchachklubs, veranstaltet im Schrader-Haus, Malplaquetftr. 14/16, einen Werbetag. Da diese Abteilung die meisten stärksten Spieler von Berlin hat, wird diese Veranstaltung sehr interessant verlaufen. Aus dem Programm sei erwähnt ein Vortrag, Blindspiel, Simultan- Vorstellung und Wettkämpfe. Im freien Schachheim In der Lands- berger Straße 82(Hof l), das jeden Sonnabend ab 14 Uhr geöffnet ist, wird der bekannt« Meister- und Blindspieler Rauch eine Blind- lingsvorstellung an 18 Brettern geben. Beginn 10 Uhr. Eintritt 10 Pfennig. Die Spiele am Sonntag. Fußball. Der kommende Sonntag bringt wieder interessante Kämpfe. Das Hauptinteresse dürste im Norden die Begegnung zwischen Alemannia und Adler 08 beansvruchen. Die Alemannen befinden sich setzt in Höchstform. Der Kreismeister muß deshalb alle Hebel in Bewegung setzen, um die Punkte aus der Christtania- straße mit nach Pankow zu nehmen. Fichte-Gesundbrunnen spiell gegen Minerva am Schäfersee in Reinickendorf. Nordiska gegen Amateure auf dem Exerzierplatz Schönhauser Allee. Spandau gegen Teutonia 09 im Stadion Hakenfclde. Bavaria gegen Wittenau, Schönhauser Allee, Exerzierplatz. Sparta-Wedding gegen Pankow 08 in Blankenburg. Tegel 24 gegen Wacker 20 in Tegel. Kruppallee. Union gegen Velten in Pankow-Nordend, Bolle-Sportplatz.— Bezirk O st e n: Brandenburg 02 gegen Stralau in Lichtenberg, Eitel- straße. Oberspre« gegen Wildau in der Wuhlheid«. Johannisthal gegen Lichtenberg III in Johannisthal. Berliner Sportverein 22 gegen Lichtenberg I in Hohenschönhausen, Sommerstraße. Treptower Ballspielklub tzegen Neuenhagen im Plänterwald. Alt-Glienicke gegen Strausberg in Alt-Glienicke, am Kiesberg.— Bezirk S ü d- westen: Wacker 21 gegen Seddin in Lankwitz, Gemeindepark. Wollersdorf gegen Fortuna 10 in Woltersdorf bei Luckenwald«. Teltow gegen Wannsee in Tellow. Hertha gegen Charlottenburg in Luckenwalde.— II. Klasse, Bezirk Norden: Borussia gegen Rathenow. Nauen gegen Ketzin. Siemensstadt gegen Brieselang. Elstal gegen Weddinger Sportfreunde. Fichte-Nord gegen Anger- münde. Sowjet gegen Wacker-Lichterfelde. Blau-Weiß gegen Ebers- walde. Steinfurth gegen Britz. Oranienburg gegen Fichte-Nordost. Sachsenhausen gegen Birkenwerder. Hennigsdorf gegen Helvetia.— Osten: Komet gegen Ketschendorf. Hertha 22 gegen Fichte- Treptow. Friedrichshagen gegen Baumschulenweg. Lichtenberg II gegen Woltersdorf bei Erkner. Frisch-Frei gegen Merkur. Sit- tannia gegen Fichte 22. Kaulsdors gegen Fichte-Südost. Dm- wärts 20 gegen Rudow 12. Tasmania gegen Teutonia 20. Maqls- dorf gegen Richterswalde. Eggersdorf gegen Tasdorf. Zeesen gegen Zeuthen. Niederlehme gegen Senzig. Ragow gegen Waltersdorf. Cablow gegen Gräbendorf-— Bezirk Südwesten: Zoffen gegen Fichte 19. Schmorgendorf gegen Rüstig-Borwärts. Tempel- m Artmk klfftn unirde durch unfew„OBERST* üösr Facht zum geMgefteu Älort. Glicht aber am�Aeueu liegt un« so fchr. of« an der Äertung unserer ernsten sachlichen»Arbeit." Jn einer mit nnenöticher Geduld und Sorg/alt dnrchgchührtenVor- bereitung entstand da«, was setzt dem Raucher so hohen Genuß bereitet� unsere OBERST 5>A AMstorft A-nüSCHf fi NEUE ARBEIT liift g�gen Neuköllner BallspieMub. Fortuna 23 gegen Martendorf. ahme gegen Zinna. Ruhlsdorf gegen Jüterbog.— Spiel» beginn 16 Uhr. Äorher untere Mannschaften. Handball. In der f. Grdppe findet am Sonntag das wichtigste Spiel zwischen Adlershof und Ficht« S.Abt, in Adlershof. helbig» straße, um 17,10 Uhr statü. Fechte steht bis jetzt ohne Veriustpunkte da: Adlershof mutz sich also sehr anstrengen, um die Gruppensührung zu erhalten. Köpenick und Sparta spielen in Köpenick, Marien- ftraße. Die bessere Aussicht hat Sparta. In der 2. Gruppe finden zwei Doppelspiele statt. Brandeckburg 2. Abt. spielt um 12t4 Uhr gegen Schmargendorf in Schmurgendors. Reinerzplatz, und um 17% Uhr gegen Fichte 19. Abt. in Mariendorf, während die 19. Abt. schon um 10 Uhr Rowawe» empfängt. Fichte 7. Abt. spielt in Baumschulenweg gegen Fichte-Süd. Fichte-Süd hat uiel Arbelt, um die Punkte mit'nach Hause nehmen zu können. In der 3. Gruppe spielen Fichte-Rord l.'nd Velten in Reinickendorf, Scharnwebcrstratze. Die Schöneberger Sportler besuchen die Brandenburger Sportler Schönow empfängt um 11 Uhr am Dahnhof Zepernick Spandau Während beim ersten Spiel Füchte der Sieger sein wird, haben bei den anderen Spielen die GSste Aussicht auf die Punkte. Die 1. F r a u e n i I u s s e ist am Sonntag spielfrei. Die wichtigsten Spiele in der 2. Klasse sind: Männer: Erkner gegen Wildau um 13% Uhr in Erkner: Brandenburg 1. Abt. gegen Schöneberg-Turner: Groh-Aerlin-Friedenau gegen We.rder um 10 Uhr in Friedenau. Ofsenbacher Strotze: Eharlottenbur�Schwiminer gegen Berlin 12 im Volkspark Jungsernhcide: EicheÄegel gegen Fichte 10. Abt. in Tegel, Vraf-Rödern-Kors«. Frauen: Brandenburg 2. Abt. gegen Rllstlg-VonvSrt» und Moabit gegen Wilmersdorf um IS Uhr auf dem Wosferfportplatz Plötzensee. Die Männerspiele beginnen um 16% Uhr und die Frauenspiele um 14% Uhr. Hockey. Der ASB. Fichte-West spielt um 15 Uhr auf dem Hubertusplatz gegen den ATV. Pankow. West ist der spielstärkere und wird den Sieger stellen. Aber auch Pankow darf nicht unter- schätzt werden, wenn sie auch in den letzten Spielen keine sehr starke Form zeigten: sie werden sich bestimmt erst nach hartem Kampf ge- schlagen bekennen. Das hcrbstspiel war unentschieden 5: 5. ASV. Lichtenberg 2 I und die Sportl. Vereinigung Nordost treffen sich um 16% Uhr in der Normannenstratze: Nordost dürste als Sieger hervorgehen. Die Freie Turnerschaft Groß-Berlin-Nordring fährt am Sonntag mit zwei Mannschaften nach Leipzig. Weitere Spiele: Ficht« 12 I gegen Fichte 10 l um 10% Uhr Schönhauser Allee. Roland 1 gegen Moabit 1 um 16% Uhr in der Schönhauser Allee. Fichte 1 gegen Treptow 1 um 1? Uhr Schönhauser Alle«. Schmargen- dors 1 gegen Lichtenberg-Sportler 1 um 15 Uhr auf dem Fehrbelliner Platz. Fichte 1 II gegen Pankow 2 um 13% Uhr Schönhauser Allee. Licktenberg-Sportler 2 gegen Roland 2 um 10% Uhr Normannen- stratz«. ACE. 2 gegen Nordost 2 15 Uhr Normannenstratze Fichte 12 II gegen Fichte 10 II um 9 Uhr Schönhauser Allee. Lichten- berg 2 II gegen Moabit 2 um 9 Uhr Normannenstratze.— Jugend: Charlottenburg gegen Fichte 1 um 9 Uhr Westend. Schmar- gendors gegen Lichtenberg-Sportler um 13 Uhr Fehrbelliner Platz. — Frauen: Schmargendorf gegen Lichtenberg-Sportlerinnen um 14 Uhr Fehrbelliner Platz.— Gesellschaftsspiel: ASC. 3 gegen Nordost 3 um 13% Uhr Normannenstratze. Freie lurnerfchafk«rotz-verkw. vi« Teilnehmer der« e s« l k e schaftsfohrt nach Leipzig zur Besichtigung der Arbeiter- Turn- und Sportschule sammeln sich Sonnabend, 17. März, pünktlich 15% Uhr. Anhalter Bahnhof. Daselbst Fahrkartenausgabe für Hin- und Rückfahrt. Da die Bahnsteigsperre nicht einzeln pasiiert werden kann, müssen sich alle Teilnehmer pünkllich einfinden!—- Der Ruderbezirk veranstaltet am Sonntag, 18. März, sei» diesjähriges Anrudern Um 17 Uhr sammeln sich alle Teilnehmer mit allen Booten wieder am Bootshause Berlin-Niederschöneweid«, Berliner Str. 98, zur Weihe eines neuen Riemenoierers sowie zweier Doppelzweier. Auskunft erteilt Oskar Noack, Neukölln, Nogatstr. 46. — Bezirk Süden: Zur Familienpart'e am Sonntag Treffen auf dem Potsdamer Platz nicht um 7, sondern um 9 Uhr. Das Frlihiabr n-kt und mil dem schönen Wetter hegt ieder den Wuw». durch ein schöne,«ieidnnqsftUck leiner Freude Ausdlln zu geben. Für wenig Seid ist jedem auch diese Mag! ch'eil gegeben, wenn er keine Kieidunq in dem Spejiaibaus für Herren- und Knabenmaden S Z-sepd. Bln�SchSncberg. Hruptstr.>. Ecke Orunewaid'ira&e. einkauft. Der neuesten Mode entsprechend sind die Läger in An- iiiigen>iir Sport. Strahe und Desellschatt owie in Mänteln aus Phantalte-Sabar. dine-, Loden-»nd Gummistoffen onaesülli. Für jede Figur ist da, paffende Stück in jeder Geschmacksrichtung und Preislage iiu finden Es tommen nur Qualitätswaren zum Verkauf. Große Auswahl in Leinen- und LodenvcUeidung, sowie in Wind- jacken und Sporthosen. Verantwortlich für die Redaktion: Engen Prager, Verlln: Anzeigen: Zh. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerci und Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin EW 68. Lintenstraße 3. Hierzu 1 Beilage Tfrm-Kts- MK ;'.i V v BUHWENABENP DES BUCHERKREISES Montag, den 19. März 1928, abends 8 Uhr, Im Lehrervereinshaus,.Alexanderplatz URAUFFÜHRUNG WENN IHR WOLLT Eine Wahlrsvua von Max Hoohdorf und Erleb Kuttnar Musik; Claus Glau berg Darsteller: Priedel Hall, Theo Maret, Puggl Muck L Toll; Der rote Jahrmarkt 1. Bild: HereinspaziertI 2. Bild: Die Wuretigkeitl 3. Bild: Pfefferkuchen I 4. Bild; Heda, Wirtschaft! 6. Bild; Die Unschuld vom Lande I 6. Bild: Die Rasseschmachl T. Bild: Emmingereil 8. Bild: Hoch die Republlkl Zwischenspiel;„Die Führer mahnen"! H.ToIl:„Oer Mann der Zukunft!" Ein Wahlskotsch PERSONEN Graf Ludwig Knorz v. SUflmllch-Buddenthal, Oberstleutnant a. D. Hermine, Gräfin v. SUSmMch-Buddenthaf, seine Tochter Fritz Kowalski B 0 h n e n d e k o r at i o n: Emil Pirchan Ten Staatntheeter Berlle An Flögeti �ohnnnn Theran-Pnetew Eintrittskarten und Texthefte: „DefBnchorkrol8",SW61,Bolle-Alllanco-Platz6 Buchhdlg. J.H.W. Dletz Nchf., SW 68, Llndenstr. 2 Bihr- Stiefel zum wandern, strapazieren, für beruf Russlsclie Juchten-, Schaft- n. Autosilefel MotorraMietel, Retonnsctmlis, LttMeiluMe HDSSlna D_ M Sp Ittelmarkt 7 ■ CGSSlle Dersm iror cker Brücke) XLesdau's orbraöbel /tiMeb Fonan Aparte Muster Mißige Preise WirttUttca n.Vrtaii. Neukölln «nmurakrutr 20 nd Hermannstr. 10 (Tel. Neu k. 1759) Wo freflen wir aas? In�Pankgrafen" Pankow, SchloBslr. 6. Jeden Sonntag und Donnerstag der beliebte Ballbetrieb, gute stimmungsvolle Hauskaoelle und Tanzleitnn�.gemGtllch.PamillenT aufenthalt bei freiem Eintritt. 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